Morgenausgabe Mittwoch Mtz 10™* rrÄÄiss I La MM Mau um u II WWW? emfdjliefelid)-wB-g.Pollz-w.««..»»» fP�H W W W M) W W W W W W f/ W 72 Bfg- Pastbeftellgebühtt». Ausland»- I HH|pN SB I i/ Sie e Inf palt Ige VanpareMezelle abonncment 6,— 2K. pro KamiL II I IH �B WW—' j�B BB AL. SV Pfennig. ReName, eile i.— Reiche � P�B l DB W>> Mi H Wj BB IM IM H mart„Kleine Anzeigen' das selige- „„...."�M I H■ �B.\ HB\ IMl �B H B>■B�BBBff f druckte Wort?z Pfennig lzuläsfig zwei Ser.Dormarts erscheint wochenlig. Hl I �M ��MV§D i fettgedruckte Worte), meliere Wort lich zweimal, Sonntag» und Zlionta« �B I �Bl>�B�B�> �B // BB I IZ Pfennig. Stellengesuch, da« erfie einmal, die Abendausgaben ftr Berlin �BU|B\'W/ �MV // DB ÜB ort 15 Pfennig, jede, meliere Wort und im Handel mii dem Titel.Der R�B> Zl_ �Bl lv Pfennig. Worte über 15 Buchstaben Abend. Illustrierte Beilagen.Dolt zählen für zwei Worte. Arbeitsmartt und Zeit" und„Kinderfreund�. Ferner m M � mm,• Zeile KV Pfennig. Famtlienanzeigen Zeile -�r��lnme". Technik"..Blick in M 40 Pfennig. Anzeigenannahme imj)aupt- d-'-°ch�e°�.�--.°r-� �!DFOTM»Ff? IriilW gelchllf. dlndensttabe ,,°°ch-n.°°«». Jentvalorsan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 krernfvrecher: Töniofs 292— 297 Telegramm-Adr.! Sozialdemokrat Berlii». Die Berliner Zentrumspariei veranstaltete gestern abend in dem nicht ganz gefüllten, schwarzrotgold geschmückten Sportpolost ihr« Berliner Wahlkundgebung, in der der Reichskanzler Dr. Brüning die Hauptrede hielt. Einleitend führte der neue Berliner Spitzenkandidat Dr. Krahne unter großem Beifall aus. daß die Zentrumsportei vom Weg« der deutschen Friedenspolitik nie und nimmer ablassen werde. Das Zentrum lehne den Klafsenkampfgedonken, von welcher Seite er auch kommen möge, ab.„Wir stehen zu dem Staat von Weimar und seinen Symbolen."(Stürmischer Beisall.) Das Zentrum sei dos Bollwerk gegen die B v l s ch c w i s i c r u n g des gesellschaftlichen Lebens. Reichskanzler Brüning begann mit einer Polemik gegen die Sozialdemokratie. Die Parteien sprächen über olles mögliche, nur über eines nicht: was für p r a k- t i s ch e B o r s ch l ä g e in der Zukunft zu machen seien. Abg. Keil habe von der Generallüge des Wahlkampfes gesprochen. Sie bestünde eben darin, daß behauptet würde, daß das Zentrum nichts anderes getan habe, als zu überlegen, wie man das Kabinett Müller stürzen könne. Die beiden großen Flügelparteien der großen Koalition wagten nicht, ihren Wählern die Wahrheit zu sagen. Leute, die behaupteten, daß das Zentrum sich in der gegenwärtigen Situation zur Verantwortung vorgedrängt habe, hätten ihren Beruf als Politiker verfehlt und sollten lieber Kriminalromane schreiben. Das Zentrum habe niemals etwas agitatorisch versprochen, sondern sich bemüht, all« Parteien an die Verantwortung zu bringen: im Interesse des Staates, der Demokratie, der(£esun- d u ng des P a r l a me n t a r i s mri s. Nicht. dos Zentrum, sondern gerade die. eigenen Parteien hätten die Finanzminister H i l f e r- ding und M o l d e n h a u c r gestürzt. Di« Fragen, die in der Oeffcntlichkeit an mich gestellt wurden, so fuhr er fort, könnte ich eigentlich sehr einfach beantworten, indem ich die Grundfrage stelle: wie stellen sich die Parteien, die heul« fragen: Was gedenkt die Reichsregierüikg im neuen Reichstag zu tun. zu dem Notprog.ramm der R e i ch s r« g ie r u n g, zu den Notoerordnungen und zu den Reformpläncn der Reichsregierung. Sagen sie heute schon etwa ja, dann ist der Wahlkamps furchtbar einfach, und die Regierungsbildung wird nur einen Tag in Anspruch nehmen. Aber auf diese Frage bekommt man leider doch kein« Antwort in der Oeffentlichkeit. Das ist ja auch verständlich, denn ich mute auch nicht diesen Parteien, die diese Frag« an mich stellen. ein« Antwort auf meine Frage e r n st ha f t zu. Manch« dieser Fragen sind etwas nervös, sind ängstlich und manche ruhig und kühl. Auf die nervösen und ängstlichen Fragen einzugehen, hat überhaupt keinen Zweck. Aber auf die kühle und ruhige Frage des Herrn preußischen ZNinistcrpräsidenken: Gedenkt die Regierung unter allen Un, ständen gegen die Sozial- demokratie zu regieren? Und aus ähnlich« Fragen, die auch von deutschnotionaler Seite in Wahlversammlungen gemacht worden sind, antworte ich ganz einfach, auf diese Frage habe ich bereits in meiner Schluhansprache bei der Verfassungsfeier des Reichstages eine klare Antwort gegeben. Die Horren brauchten sie nur nachzu- lesen. Ich habe damals dem Slnne nach gesagt, daß e» daraus an- kommt, olle kräsle. die posillo sein wollen, zusammenzufassen Ingoyen wieder verhastet. Die vermeintliche„Gegenrevolution". Buenos Aires, 9. September.(Eigenbericht.) Di« m der Nacht zum Donnerstag erfolgten blutige Z u s a m- menstöße in der argentinischen Hauptstadt kosteten sieben Menschen das Leben. S6 wurden verwundet. Veranlaßt durch die Zusammenstöße ordnete die Revolutions- regierung am Dienstagvorinittag die Wiederverhaftung des Expräsidenten Irigoyen und die Festnahm« sämtlicher Mitglieder des Bundesparlamentes an. Zugleich wurden energisch« militärische Maßnahmen zur Wiederherstellung der Ruhe und Ordnung ergriffen. Wie sich nachträglich herausgestellt hat, sind die blutigen Zusammenstöße in der Nacht zum Dienstag auf -in Mißverständnis zurückzuführen. Mehrere Re- gimenter. die durch Gerüchte von einer Gegenrevolution erregt worden waren, feuerten auf die in der Nähe gelegenen Truppenteile. Die angegriffenen Soldaten erwiderten das Feuer, so daß sich schließ- Sch ein regelrechtes Feuergefecht entwickelte. Als der Tag graute Vorwärts-Verlag G.m.b.H. im Dienste des Vaterlandes und die an der Verantwortung für eine schwere Arbeit teilnehmen wollen.(Stürmischer Beisoll.) 3ch habe dieser Antwort heute zunächst nichts hinzuzufügen. Anders sei das noch den Wahlen, aber es werde auch in den ersten acht Tagen noch der Wahl keine Klärung eintreten, er werde erst mal nach der monalelangen Arbeit Luft schössen und dann dem Reichspräsidenten sein« Vorschläge unterbreiten. Er habe sein Amt übernommen, damit nicht in Kulissenverhandlungen, sondern im Plenum gerungen würde. Es ginge um die Demokratie und die Abstellung solcher Mißstände, die ihren Kredit untergraben haben. Es gäbe nur einen Feind der Demokratie, dos Fangball- spiel der Parteien und Parteiführer, sich gegenseitig die Pzrantwor- tung abzuladen. Für dies« Form des Parlamcntaris- mus habe das Volk keine Sympathie. Wenn er auf die Diktatur hätte ausgehen wollen, dann hätte er wohl kaum die Politik in den vergangenen Monaten getrieben, wo er dafür kritisiert wurde, zuviel verhandelt zu hoben. Aus religiösem Pflichtbewußtsein werde die ehrwürdige Gestalt des Reichs. Präsidenten niemals, an der Verfassung rütteln lassen. Jede Partei, die jetzt ihren Wählern das Blaue vom Himmel verspreche, werde im nächsten Reichtag in sehr kurzer Zeit entlarvt werden. Denn dieses Mal gehe es auch gleich noch dem Zusammentritt des Reichstags nur darum, um gar nichts anderes, als nur um das eine: Die Arbeit der jetzigen Rcichsrcgierung auszunehmen nnd sofort fortzuführen. Er habe bislang noch keinen anderen Vorschlag gesehen, als die Ding«,.welchen die.Reichsregierung durch die Notverordnung zur G-s«tzeskraft verholfen hat und die Ding«, die die Regierung auf Grund eines wohldurchdachten Und auf mehrere Jahre zielsicher über- legten Programms in Angriff genommen hat. Und die Herren würden nicht darum herum kommen, zu diesen Dingen«ine klar« Stellung zu nehmen. was nicht möglich sei, daß sei nunmehr wieder aus diesem Ge- setzeswerk einzelne Stücke herauszureißen und nun wieder alle Dinge in den Sand gleiten zu lassen in der Erwartung, daß sich wieder Herren finden werden, in noch schwererer Stunde vielleicht die Verantwortung zu übernehmen. Die Gefahr für die Demokratie bestünde darin, daß die Massen so betört werden, daß Führer nachher nicht mehr in der Lage sind, eine Schwenkung aus dem Boden der Wirklichkeit zu machen. Allerdings sei für die Demokratie die Gefahr auf der anderen Seite, bei Hugenberg, viel größer. Die Wahlpropa- ganda der Deutschnationalen gegen die Osthilf« der Regierung sei ein Sabotageakt an dem Wiederausbau des deutschen Volkes. Die Fabel von einem Milliardendefizit fördere die Kapital- flucht und würde sich schwer an den Wirtschafiekreisen einmal rechen, die Hugenberg noch nahestehen. Es sei kein Grund zur Ver- zweiflung, aber die Finanzen müßten in einem halben Jahr in Ord- nung gebracht und gesetzlich gesichert sein. Seit 40 Jahren habe die Welt keine solche K r i s i s gehabt. Nur wenn Deutschland sein« Finanzen in Ordnung bringt, könne es von den sinkenden Well» preisen und dem billigen Zinsfuß außerhalb Deutschlands profitieren. Es sei Aufgabe des Wahlkampses, Schluß mit der Jllustonspolitik und die Bahn frei für«ine Finanzpolitik auf lange Sicht zu machen. Die Versammlung, die am stärksten die Stellen der Rede gegen Hugenberg unterstrich, endete mit dem dritten Vers des Deutsch. landsliedes. erkannte man, daß zahlreich« Menschen einem Miß- Verständnis zum Opfer gefallen waren. politische Mordbuben. i6 Verhaftungen in Köln. Köln, 9. September. Der Nationalsozialist Conrad, der am 4. September de» Bauarbeiter Älaßen erschossen hatte, ist jetzt festgenommen und dem Amtsgericht zugeführt worden. Das Gericht hat gegen Conrad 5) a f t b e f e h l erlassen. Auch der Ucberfoll am selben Tage in Köln-Kalk aus den Nationalsozialisten Knipper, der mit einem Messer schwer verletzt wurde, ist jetzt ausgeklärt. Als Haupttäter kommt der wegen schweren Raubes und verbotenen Waffenbesitzes mit mehreren Jahren Gefängnis vorbestrafte 22 Jahre alte Joseph Bier- gans aus Wahn bei Köln in Frage. Viergans hat den Ucberfoll auf Knipper zusammen mit 13 anderen Personen verübt, die sämtlich dem Kommunistischen Iugendbund angehören. Der Täter leugnet zwar noch, den schwere» Dolchstich auf Knipper aus- geführt zu haben, jedoch ist er durch einwandfreie Zeugenaussagen als Täter überführt. Biergans und 14 Beteiligte wurden ver» haftet. Postscheckkonio: Berlin 87 386.— Bankkonto: Bank der Arbeiter. Angestellte« und Beamte». Wallstr. 65. Dt. B u. Diic.-Gel.. Devoliienkasse Linden in 3, Keine Klarheit! Die Antwort des Reichskanzlers. Herr Brüning steht offenbar noch nicht lange genug in der Politik, um zu wissen, wer Wilhelm Keil ist. Bon älteren Zentrumsabgeordneten kann er sich darüber unterrichten lassen, daß Genosse Keil zu den angesehensten Mitgliedern des Reichstags gehört. E r hat in langer politischer Tätigkeit bewiesen, daß er den Beruf zum Politiker besitzt. Diesen Be- weis ist uns Herr Brüning für sich schuldig geblieben. Der Aufsatz, gegen den iherr Brüning in so unglücklicher Werse polemisierte, diente in erster Linie der Zurückweisung der gegnerischen Wahllüge, als ob die Reichstagsauflösimg und die Anwendung des Artikels 48 auf ein„Versagen der Sozialdemokratie" zurückzuführen sei. Es war darin gesagt, daß Herr Brüning nach langer Vorbereitung den Bruch mit der Sozialdemokratie herbeigeführt und den Kurs nach rechts gedreht habe. Herr Brüning hat ein Recht, sich gegen eine solche Darstellung zu wehren, wenn er sie für falsch hält— aber die Aufregung, mit der er das immer wieder tut, ist nicht recht verständlich. Daß seit dem Sturz der Regierung Müller eine weitreichende Aenderung des politischen Kurses eingetreten ist, ist doch ebenso unbestreitbar, wie daß Herr Brüning die V e r a n t w o r- tung für diesen veränderten Kurs trägt. Hielt Herr Brüning eine Politik, die durch die Namen Schiele und Treviranus gekennzeichnet wird für nützlicher als den Kurs der Hermann Müller und S e v e r i n g, dann war es nicht nur fein Recht, sondern sogar seine Pflicht, die Regie- rung Müller zu stürzen. Oder will Herr Brüning sagen, daß er die Kursänderung, die durch feine Kanzlerschaft einge. treten ist, gar nicht gewollt habe? Wichtiger als die Fragen der Vergangenheit sind die der Zukunft. Sie sind von Otto Braun, von B r e i t s ch e i d und vom„Vorwärts" aufgeworfen worden, und man hat von Herrn Brüning eine klare Antwort auf sie verlangt. In der Oeffentlichkeit ist gefragt worden, welches Inter. esse die Sozialdemokratie habe, solche Fragen zu stellen� Darauf ist zu anworten, daß wir dabei von keinerlei wähl- taktischen Absichten geleitet waren, sondern ganz einfach von der Sorge um die Zukunft des deutschen Volkes. Wenn ein Mitglied der Regierung Brüning erklärt, am liebsten würde er„das ganze System zum Teufel jagen", wenn ein anderes verkündet, der Reichstag müsse immer wieder aufgelöst werden, bis er eine der Regierung gefügige Mehrheit ergebe, mit der man gegen die Sozialdemokratie regieren könne, so ist die Frage berechtigt, ob der Reichskanzler solche auf Staats st rxich und Bürgerkrieg hinzielende Absichten teilt. Sie ist um so berechtigter, wenn zugleich in dem Organ des Kanzlers selbst moraltheologische Betrachtungen erscheinen, die zur ange- drohten Praxis des Staatsstreichs die Theorie liefern. Um eine Entwicklung zur Katastrophe zu vermeiden, ist die Sozialdemokratie zu einer Politik der Verständi» g u n g bereit. Zweck unserer Fragestellung war zu erkunden, ob es in der bürgerlichen Mitte noch Kräfte gibt, die gewillt sind, den deutschen Reichswagen auf der Fahr in den Abgrund aufzuhalten. Selbstverständlich ist eine Politik der Verstän- digung nicht so gedacht, daß die Sozialdemokratie auf j>ie Geltendmachung ihrer Auffassungen und ihres Einflusses ver- zichten wollte. Die Sozialdemokratie gedenkt vielmehr, s o stark in den Reichstag zurückzukehren, daß sie die von ihr vertretenen Arbeiterinteressen sehr kräftig zur Geltung bringen kann. Eine Verständigung kann also von der Seite der Regierung her nicht durch Fortsetzung des bisherigen Kursus, sondern nur durch seine Aenderung ermöglicht werden. Daß über Einzelheiten erst nach den Wahlen gesprochen werden kann, ist selbstverständlich. Die grundsätzliche Frage aber, ob das Zentrum nach den Wahlen mit Treviranus den Weg zum offenen Staatsstreich gehen oder ob es, um ihn zu verhindern, die Verständigung mit der politischen Vertretung der Arbeiterklasse suchen wird, bedarf schon jetzt, während des Wahlkampses, der Klärung. Inwieweit diese Klärung durch die gestrige Kanzlerrede erfolgt ist, darüber werden die Ausleger streiten. Wir ver- missen auch diesmal in den Ausführungen des Herrn Brüning die notwendige eindeutige Klarheit. Mögen andere, in dieser Art sich niemals ganz klar auszudrücken, einen Beweis beson- derer staatsmännischer Klugheit erblicken— wir sehen in ihr eher ein Zeichen innerer Unsicherheit. Herr Brüning spricht nicht wie ein Mann, der an seinen Sieg glaubt. Brüning im Sporipalast. Dunkel bleibt der Rede Sinn. Drei Millionen suchen Arbeit. Wo bleibt die Arbeitsbeschaffung der Regierung? Schieles neuester Wahlspeck. Auch vie Hopfenpreise werden gestüht.— Schiele kandidiert auch in Franken! ö)err Schiele ist Reichswgskcmtrttwt auch für das lxryenjche Franke», das wichtigste deutsche Hopfengebiet. Er hat jetzt einer Abordnung des deutschen Hopfenoerbandes versprochen, sofort nach dem Zusammentritt vom neuen Reichstag einen gefetz- lichcn Bermcndungszwang für deutschen Hopfen dringlich zu oerlangen. Er hat weiter versprochen, daß er, fall? der Reichstag oersagt, den Verwendungszwang„auf dem Wege der Notverord.nung herbeizuführen trachten werde*,. Wegen der Zollbindungen werde in allernächster Zeit mit Frankreich verhandelt. Herr Schiele oerspricht also auch höhere Zölle in der Zukunft. So viel per Termin. Per Kasse ver- spricht Herr Schiele auch Kredite und Geld. Um Angstverkäufe zu Schleuderpreisen zu oerhindern, will Schiele mit der bayerischen Regierung ein« Hopfenstützungsaktion durchführen, und zwar so, daß geldbedurftigcn Hopfenerzeugern„tragbare*— also wohl verbilligte— Lombardkredite gegeben und daß das Reich und Bayern die Ausfallgaranti« übernehmen! Es fehlt allmählich jeder parlamentarische Ausdruck für dies« Art bedenkenloser Interessentenhauf�npoliti? auf Staatskosten und zu höchst persönlichen Wahlzwecken. Die auständische Hopfenein- suhr nach Deutschland ist lächerlich gering. Ein Verwendungszwang für deutschen Hopsen hat nur die restlos« Beseitigung jeder Preis- konkurrenz und damit die Möglichkeit theoretisch unbegrenzter Preis- stcigerung zum Ziel. Unbekümmert um Deutschlands internatio- nales Ansehen wird wieder mit einer Vertragsänderung und Zall- «rhöhung gespielt. Herr Schiele weiß nicht, ob die Wahlen ihn in die Reichs- regierung zurückkehren lassen. Er weiß nicht, ob der neu« Reichstag seines jetzigen Wahlversprechungen zustimmen wird. Er setzt Zweifel „seiner Wähler* in diese Möglichkeiten voraus. So macht er Ber- iprcchungen auch als starker Mann, indem er sich die Stimmen der bayerischen Hopsenleute mit Zukunftswechseln auf einen neuen Ver- sassungsbruch erkauft. Ein parlamentärischer Ausdruck ist wirklich nicht mehr möglich für das, was hier Schiel« dein gegenwärtigen Kabinett zu decken zumutet. Hier hilft wirklich nur nach das Niedrigerhängen, damit die Wühler in ganz Deutschland davon Kenntnis nehmen und am l4. September die erforderliche Antwort geben. Der Rationalkommunismus. Als bezahltes Inserat im unpolitischen Blättchen. Die„neue Programmerklärung der Kommunisten*, das nationalkommunistische Programm, hat bei den alten Mit- gliedern der Kommunistischen Partei helle Empörung hervorgerufen, die sich namentlich in Berlin sehr deutlich gegen die kommunistische Führung geäußert hat. Nichtsdestoweniger gehi die nationalkommumstische Agita- tion lustig weiter. So wie Karl Sindermann in Chemnitz, so reden alle Prooinzagitatoren. Und nicht nur das! In der ..L a m p c r t h e i m e r Zeitung", einem unpolitischen Blatte, finden wie die„neueProgrammerklärung* als bezahltes Inserat abgedruckt, unterzeichnet: Kommuni st is che Partei, Ortsgruppe Lam p e r t h e i m. Beileibe aber nicht die ganze Erklärung, sondern aus-' gerechnet die n a t i o n a l i st i s ch e n Stellen, die einem Hakenkreuzler Ehre machen würden, fein säuberlich aus- gewählt und zusammengestellt. Es paßt alles ausgezeichnet zusammen: der Dater der Erklärung, Heinz Neumann— die Hakenkreuzideologie, und das bezahlte Inserat im unpolitischen Blättchen! Der Weg zur Gozialdemokraiie. Liebertritt eines demokratischen Stadtverordneten in Düsseldorf. Der Düsseldorfer demokratisch« Stadtamtmann Fritz Halsten- berg hat an den Lorsitzenden der sazialdenwkratischen Stadtrats- fraktian das nachfolgend« Schreiben gerichtet: Düsseldorf, 6. September 1930. Ich habe heute der örtlichen und der Reichsleiwng der Demo. kralischen Partei erklärt, daß ich nicht zur Staatspartei übertrete, da ich in deren Hallung keine Gewähr für die Verfolgung der außen- und lnnenpolitischen Ziele finde, für die ich Jahrzehnte hindurch, insbesondere in den letzten zwölf Jahren, rastlos gearbeitet habe. Jch habe hinzugefügt, daß ich zur Sozialdemokratischen Partei gehe, deren Stärkung mir zur Erhaltung einer sozialen Demokratie und Niederhaliung reaktionärer Viktaturbcstrebuvgen am vok- wendigflen erscheine. Aus den demokratischen Parteikreisen, die im vorigen Jahre meine Sladtverordnetenkandidatur wünschten und für meine Wahl gearbeitet haben, ist mir nahegelegt worden, mein Mandat in ihrem Sinne weiter auszuüben, zumal sie fast restlos auch noch links gingen. Jch werde diesem Wunsche entsprechen. Jch bitte Sie daher, meine hiermit erfolgende Anmeldung zur Sozialdemokratischen Partei weilerzugeben und wegen meiner Ans- nähme in die Stadtverordnetenfraktion das weitere zu verantaste«... Mit freundlichem Gruße Jhr Halstenberg. Halstenberg gehört mit Anton Erkelenz zu den Düsietdorfer Gründern der Demokratischen Partei. Engste Mitarbest verbindet ihn seit etwa drei Jahrzehnten insbesondere mit seinem Jugend- frennde Erkelenz. Beide waren zu Anfang des Jahrhunderts in Düsseldorf die Führer der jungen Gewerkoereins- o p p o s i t i o n, die die in manchesterlichen Anschauungen erstarrten Hirsch-Dimckerfchen Gewerkschaften in moderne Bahnen lenken wollten. Die veränderte Roggenstützung. Fuitergerstenzoll von 12 aus 6 Mark gesenkt. Eine Verordnung vom 8. September bestimmt, daß ab 11. September von Schweinemästern dann nur ein Zoll von 6 statt bisher 12 Mark zu zahlen ist, wenn neben der zollverbilligten Gerste auch Eosinroggen(dreiviertel) und Kartoffelflocken(einviertel) verfüttert werden. Die von uns kürzlich angekündigte Aenderung in der Roggen- stützungspolitik ist damit erfolgt. Wir haben schon erklärt, daß der Zoll von 6 Mark viel zu hock) ist und daß die rheorensch zweckmäßige Maßnahme durch die übrige Schiele- Politik praktisch entwertet wird.> Las mit großen Worten angekündigte Arbeitsbeschasstmgs- Programm der Regierung ist bisher völlig wirkungslos verpufft. Roch dem Bericht der Reichsanstalt hat die Arbeitslosigkeit in der Zwesten Augusthälste um 11000 Haupkunlerskützungsempfänger und 20 000 Krstennnkerstühte zugenommen. Damit hak die Belastung beider Unlerslützungseinrichlungen zusammen eine« Stand von rund 1 917 000 Anter stützten erreicht. Die Zahl der verfügbaren Arbeitsuchenden ist ebenfalls weiter .gestiegen. Nach Abzug derjenigen, die noch in gekündigter oder ungekündigler Stellung oder in Rokstandsarbeit beschäftigt waren, mußten von den bei den Arbeitsämtern gemeldeten Arbeitsuchenden am Zl. August rund 2«73 000 Personen als arbeitslos gelten. Das Anwachsen dieser Zahl, die während der ersten Hälfte de» Monats um etwa SO 000 gestiegen war. ist langsamer geworden: es bestes sich in der zweiten halste de» Monat« auf etwa 2« 000. Jm ganzen ist der Arbeitsmarkt während der Berichkszeit etwas stärker in Bewegung geraten. Jn einzelnen Bezirken und Berussgruppen war eine leichte Besserung der Vermittlungsmög- lichteste» zu verzeichnen, denen jedoch neue Entlassungen überwiegend gegenüberstehen. Auch in Berlin keine Besserung. Die Entwicklung des Arbeiismarkts im Bezirk des Landes- arbeitsamts Brandenburg ließ auch in der Benchtezeit vom 16. bis 31. August 1930 noch keine Anzeichen einer beginnenden Besserung erkennen. Zwar sind die Zahlen der Arbeitsuchenden und Unterstützungsbezieher, diese aber nur in der Arbeitslosenversicherung und nicht in der Krisenfürsorge, etwas zurückgegangen, doch ist die aufwärts gerichtete Tendenz vorherrschend. Bischöfe im Wahlkampf. „Die Religion ist in Gefahr.� München, S. September.(Eigenbericht.) In den Schluhakkord des Wahlkampfes greifen nun, wie das in Bayern von jeher besonders an der Tagesordwtng war, die Bischöfe ein, von denen nicht weniger als acht im ver- hältmsmäßig kleinen Land Bayern ihren Sitz haben. Sie alle werden samt ihren personell stark übersetzten Domkapiteln von dein ver- armten und verschuldeten Staat mit einem jährlichen Kostenauswand von rund 1.1 Millionen Mark unterhalten. Jetzt hoben sie H i r t e n- briefe zugunsten der Bayerischen Volkspartei erlassen, und zwar unter dem Motto:„Die Religion ist in Gefahr!" Die gläubigen Katholiken werden r�rpslichtei, nur solche Kandidaten zu wählen, die im Reichstag ersprießliche Arbeit auch für die Kirche leisten. Die«nzelnen Hirtenbriefe, die von allen Kanzeln der lacholischen Kirche herab verlesen werden müssen. genügen aber den Bischöfen als Propaganda noch nicht. Ihre jährliche Konferenz haben sie diesmal in die Woche vor dem Wahl- tag gelegt, damit sie noch rechtzeitig durch gemeinschastliche Beschlüsse ans den Ausgang der Wahl einwirken können. Diese Konferenz findet am Mittwoch und Donnerstag unter Vorsitz des politisch� besonders streitbaren Münchcner Kardinals Faulhaber in Freising statt. Agitation mit der eigenen Schande. Agrarische Krokodilstränen ober verfallende Dorsschnlen. Der Hugenberg-Konzern verbreitet für die Landagitalion ein« Wochenzeitung, die den Titel trägt„Der grüne Bote*. In diesem Blatt wird Agitation im Stil des Schleswig- Holsteinischen Landvolks getrieben. Wir finden darin zwei Abbildungen. Die eine zeigt die K a r l- M a r x- S ch u l e in N c u k ö l l n. die andere eine verfallene Dorfschule im Osten Deutschlands. Damit soll nicht bewiesen werden, daß da, wo die Arbeiter mitzubestimmen haben, für die Kinder gesorgt wird, und an- ständige Schulen gebaut werden, sondern es wird behauptet, > daß die Bauern auf dem Lande die Schulen in der Stadt Jn der Berichtszeit fiel die Zahl der Arbeitsuchenden um 7721 auf 118 720: davon entfielen auf Berlin 316 110, auf die Provinz Brandenburg 96 371 Und auf die Grenzmark Posen- Westpreußen Z936 Personen. Die Zahl der Hauptunter- stutzungsempfänger in der versicherungsmäßigen Arbeits- losenunterstützung betrug 226 573, in der Krisenunter st utzung 71 981, zusammen 301 557 Personen. Bon den Hauptunterstutzungs- empsöngern in der Arbeitslosenversicherung entfielen auf Berlin 166 017, auf die Provinz Brandenburg 57 037, auf die Grenzmark Posen-Westpreußen 3519. Für die Krisensürsorge betrugen die entsprechenden Zahlen für Berlin 61 665, Brandenburg 13 052, Grenzmark Posen-Westpreußen 267. * Bereits im Mai hat die Regierung Brünn, g ein Arbeits- beschaffungsprogramm angekündigt, ohne daß in den folgenden drei Monaten auch nur das geringst« zur Belebung des Arbeits- markts geschah. Als im vergangenen Monat die Reichsbahn und Reichspost ihre ersten größeren Serienausträge erteilten, verkündete die Regierung unter größter Aufmachung, daß 150 000 bis 200 000 Arbeitslose hierdurch zusätzliche Beschäftigung finden würden. Wir haben von vornherein bezweifelt, daß es sich bei den Aufträgen der Reichspost und Reichsbahn um zusätzliche Arbeitsbeschaffung über die normalen Quartalscmsträac dieser Uirternehmen hinaus handele, obwohl dies von den zu- ständigen Regierungsstellen wiederholt behauptet wurde. Die kalastrophale Entwicklung des Arbeitsmarkts im August mit einem Zuwachs von insgesamt 108 000 Arbeitsuchenden, bestätigt unsere Annahme— leider— in vollem Umfange. Die von der Regierung und ihren Parteien als zugkräftige Wahlparole in dos Land hinausposaunte Arbeitsbeschassung hat sich als ein vollständiger Bluff erwiesen. bezahlen müßten, während auf dem Lande keine Schulen gebaut werden könnten. Es gibt allerdings im Osten Deutschlands leider immer noch unzulängliche Dorfschulen. Das ist nicht die Schuld der Städte, das ist vielmehr die Schuld des Groß- agrariertums, jener ostelbischen Junker, die als Schul» Herren die Schulen verfallen ließen und lieber marmorne Pferdestelle und prachtvolle Schweineställe bauten als Schul- gebäude. Daß die Schulverhältnisse im Osten Deutschlands immer noch nicht auf der Höhe sind, das ist die historische Schuld und die Schande der Großagrarier. Und nun gehen sie in Wahlzeiten selbst mit ihrer Schande hausieren lind suchen die Landbevölkerung auf die Städte zu hetzen, die bunderttausendmal mehr für die Kinder getan haben als die ostelbischen Junker! Razikrawalle im Westen. Drei Schwerverletzte. In der Kirchbachstraße entspann sich gestern abend zwischen Nationalsozialisten und Koimmmisten eine schwere Schlägerei. Die Hokeirkreuzler fuhren auf mehreren Lastwagen durch die Kirchbachstraße. Aus einem Kommuchstenlokal stürzte plötzlich eine größere Zahl Kommunisten heraus und im Augenblick war eine schwere Schlägerei im Gang«.' Die Nationalsozialisten bombardierten ihre Gegner mit Mörtelstücken, die sie in größeren Mengen auf dem Lastauto mit sich führten. Die Polizei machte dem Straßenkampf schnell ein Ende und nahm 66 Hakenkreuzler fest. Drei von ihnen hotten bereits vor- her bei einem Zusammenstoß mit Kommunisten in der Hauptstraße in Schöneberg so schwere Kopfverletzungen erlitten, daß sie ins Krankenhwis gebracht werden mußten. Als die-wanqsgeltellten National sozialiften zum Polizeirevier in der Alvenslebenstraß« gebracht wurden, sammelte sich eine große Menschenmenge an, die eine so drohende Haltung einnahm, daß die Polizei die Umgebung des Reviers mit dem Gummiknüppel säubern mußte. vie Gärung bei den Nalionalsaziolislen. Der Berliner noiio- i'alsoziolistische Bezirksvcrordncie Klett hat sein'Amt niedergelegt und ist aus der Nationatsoziolistischen Partei ausge- treten. Er begründet seinen Schritt damit, daß er zu den Führern der nationalsozialistischen Bewegung kein Vertrauen mehr habe. Oeffenflldie WästjeiKundstebun�en. Heute, Mittwoch, 10. September: Wedding, 22. Abt. W/t Uhr in der Hochschulbrauerei. Seestr., Ecke Amrumer Str. Filmvorführung:„Vom Bauen am neuen Staat.* Redner: Karl Hetzschold. Di« Kundgebung wird durch Gesangsvorlräge des Meinekeschen Männerchors umrahmt. Prenzlauer Berg, 3t. Abt. 1914 Uhr in der Schulaula, Schönfließer Str. 7. Rehner: Albert Falkenberg. 7. Kreiö«harlottenburg. 19� Uhr in öy Schulaula, Nürnberger Str. 63, Lyzeum(An der Tauentzienstr.) Redner: Dr. Franz Meyer-Brodnitz.— Zlwor läuft der Trickfilm: „Dem deutschen Volke*. Charlotteuburg, S3. Abt. Qefientliche Beamtemiersammlung. Mitwoch. 10. September, 19� Uhr, in Plötzcnsee. Lokal„Ruß- bäum*, Straße 12, am- Verbindungskanal. Thema:„Die Reich-tagsipahlen und die Beamten.* Referent: Eduard Zochert. M- d. L-» Dahlem. 20 Uhr hn Lokal Schilling. Königin-Luise-Straße 12 Redner: Max Brinitzer. Tempelhof, So. Abt. Treffpunkt zum Werbeumzug durch Reu- Tempelhof, pünktlich 18� Uhr, Berliner Str.. Ecke Hohen- zollernkorso. Anschließend Kundgebung in der Aula der Bolls- schule, auf dem Tempelhofer Feld«. Redner: Stadtrat Ernst Reuter. Brih-Bnckow, Bezirke 131 und 138. 20 Uhr im Lokal Becker, Chausseestr. 97. Redner: Genosse Friedl. Johannisthal. 19� Uhr im Logenhaus, Friedrichstr. Redner: Robort Breuer. Bie»dorf-Liid, Abt. 122-1. 20 Uhr im Lokal Lindner fsrüher Burkhardt), Köpenicker Str. Redner: Stadtrat Georg Mendt. Rahnsdorf. 20 Uhr in der Aula der neuen Zentralschule in Wilhelmshagen. Rednerin: Marie Kunert. Mahlsdorf-Züd. 20 Uhr im Lokal„Hubertus". Köpenicker Allee 100. Redner: Stadtverordneter Hans Woywod.— Rezitationen: Margarete Merrbach. Reichsdruckerei, 146 Abt. 16 Uhr in den Arminhaven. Kam- manbantenftr. 58. Redner: Carl Litte. Gewerbetreibende, Handwerker, Kaufleute. Erscheint zur großen öffentlichen Versammlung am Mittwoch, dem 10. Sep- tcmber, 20 Uhr, im großen Saal des Lchreroereinshaufes, Alexanderplatz. Thema:„Wer hilft den Handel-, Gewerbe- treibenden und Mittelstand?* Referenten: Käthe Kern, Berlin und Julius Krause, Leipzig, Verbandsvorsitzender. Einheit»- verband der Handel- und Gewerbetreibenden und froien Bernfe. Betriubsfraktion der SPD. im Bezirksamt Prenzlauer Berg. Mittwoch, 10. September. 16 Uhr. im Sitzungssaal de, Bezirksamts, Danziger Straße 61. öffentliche VerfamMbrng für alle Beamten, Angestellten und Arbeiter Tagesordnung: Rotverordnung— Diktatur— Demokratie. Referent: Genosse Kurt Heinig, M. d. R. Aussprache. Verschiedenes. Pflegepersonal der Kranken- und Pflegeanftalten Berlins. Wahltundgebung am Mittwoch, 10. September, 20 Uhr, in den Germania-Festsalen, Chausseestr. 110. Referenten: Frau Klara B o h m> S ch u ch, M. d. R.: Professor Dr. Ch a j es. M. d. L. „Die Bedeutung der Reichstagswahl für das Pflegepevsoncck der städtischen Heil- und Pflegeanstalten.* BVG.-Angestellte. SPD.-Fraktionsversammlung mit Sympathi- sierenden am Mittwoch, 10. September, 1911 Uhr. in den Kam- mersälen, Teltowcr Str. 1— 4. Referent: Stadtverordnet en- oorsteher Genosse Jäh. Haß. Einlaß gegen Fahrtausweis. ktärnisi' und Frauen, erscheint in Massen! Reichswehr und Rußland. Aufgeregte ßrrflärung gegen Genossen Künstler. Aus dem Reichswehministerium wird folgendes verbreitet: Nach den Berichten verschiedener Blätter hat Herr Franz Kü n st l e r in einer Wahloersammlung der Sozialdemokratischen Partei behauptet. Offiziere der Reichswehr feien mit dem russischen Militärattache und deutschen Kommunisten zusammen- gekommen und hätten mit diesen die Grundlagen für den Aufruf der KPD. vereinbart. Dies« Angaben sind so phantastisch und unge- heuerlich, daß Herr Künstler hiermit öffentlich aufgefordert wird, auf folgende Fragen zu antwortest: 1. Wann und wo ist diese Zusammenkunft gewesen? 2. Welche Offiziere haben daran teilgenommen? 3. Welche Beweise kann Herr Künstler hierfür vorlegen? Sollte Herr Künstler den Beweis für sein« Angaben schuldig bleiben, so würde er sich selbst als Berlcumder kennzeichnen, gegen den sich das Reichswehrministerium gerichtliche Schritte vor- behält. Ferner hat Herr Künstler die Namen einiger früherer Offiziere genannt, die angeblich in Rußland tätig sein sollen. Da diese Namen schon öfters genannt worden sind, hat das Reichswehrministerium folgendes über sie festgestellt: Generalmajor a. D. Thomsen von der Lieth hat der Reichswehr niemals angehört. Er lebt seit Jahren, schwerkrank und fast erblindet, in Schleswig-Holstein. General d. Art. a. D. Ludwig ist 1929 aus der Reichs- wehr ausgeschieden und wohnt in Berlin. Zwischen ihm und dem Reichswehrministerium bestehen kein« dienstlichen Verbindungen irgendwelcher Art. Major o. D. Ritter von Niedermayer ist schon am 31. Januar 1922 aus der Reichswehr ausgeschieden. Er ist Doktor der Geographie und seit seiner Verabschiedung auf diesem Gebiete wissenschaftlich tätig. Ebenfalls ist in diesem Zusammenhang in einer Zeitung der Major a. D. I u st r o w genannt worden, der im Jahre 1929 den Abschied erhalten hat. Er hat sich, soweit dem Reichswehrministerium bekannt, seitdem dauernd in Deutschland aufgehalten. Dienstliche Beziehungen zwischen ihm und dem Reichswehrministerium bestehen nicht. Das Reichswehrministerium hat bekanntlich die Bezie- Hungen zu Gen. Künstler abgebrochen, weil ihm sein» letzte Reichstagsrede nicht gefallen hat. Damit konnte sich aber das Reichswehrministerium nicht von der Pflicht befreien, erst einmal den wirklichen Wortlaut der neuesten Aeuhe- rungen Künstlers festzustellen, bevor es sich zu einer öffent- lichen Polemik gegen ihn entschloß. Es kann einwandfrei nachgewiesen werden, daß Künstler im Zusammenhang mit der Entstehung der nationalkommunistischen Programm- crklärung— die er auch sonst ganz anders dargestellt Hot, als die Reichswehr behauptet— von„ehemaligen deutschen Offizieren" gesprochen hat. Danach fehlt dem Reichs- wehrministerium nach seiner eigenen wiederholt scharf be- tonten Auffassung in diesem Faste jede Zuständigkeit. Ohne für die Angelegenheit zuständig zu sein, ohne sich ausreichend über die Aeußerungen Künstlers informiert zu haben, fordert das Reichswehrministerium Künstler auf, den Beweis für das anzutreten, was er gar nicht behauptet hat, und es nennt ihn für den Fall, daß er das nicht könne, einen Verleumder. Der Vorwurf der Verleiundung prallt auf diejenigen zurück, die ihn erheben. Uebrigens sieht Gen. Künstler den angekündigten gerichtlichen Schritten mit eben- so großer Ruhe wie regem Interesse entgegem Dieser Prozeß dürfte auch wirklich interessant werden. Auch durch die aufgeregtesten Erklärungen der Reichs- wehr wird nichts daran geändert werden, daß die Sozial- demokratie militärische'.Beziehungen, die der deutschen Außenpolitik gefährlich sind, auch weiterhin auf das ent- schiedenste bekämpfen wird. polnischer Parlamentarier wehrlos. Die Waffenscheine entzogen! Warschau. 9. September. Einer Verordnung des Innenministers zufolge wurde sämtliehe« Abgeordneten die nicht Reserveoffiziere der polnischen Armee sind, das Trage» von Waffen verboten; Waffenscheine, die sie besaßen, werden ihnen entzogen. In letzter Zeit sind Abgeordnete der Opposition von Pil- sudsti-Anhängern und Offizieren in lebensgefährlicher Weis« mißhandelt worden. Oer Sejmprüsident darf nicht ins Ausland. Warschau. 9. September. Dem Sejmmarschall Daszinski hat die Paßstelle des RntzeuministeriumS den Auslandspaß entzogen, den er zur Ausreise nach Karlsbad erhalten hatte. Der Paß wurde wenig« Stunden nach seiner Ansfertignng unter Berufung auf eine Anordnung höherer Stellen wieder ab- gefordert. Beide Anordnungen sind gemeine Racheakte der neuen Regierung für die unbeugsame Berfas- , s u n gs t r e u e der Opposition. Verantwortlich dafür ist der Ministerpräsident P i l s r d s k i. der sich nun nicht mehr als bloßer Kriegsminister„unbeteiligt" stellenkann. DemaltenVor- kämpfer der Wiedererrichtung Polens, dem obersten Vertreter der Volkssouveränität, dem ehemaligen besten Freund Pil- sudskis und Verfasser des freilich überholten Pilsudskibuchs „Polens großer Mann" aber die Kur im Ausland unmöglich zu machen, ist eine Handlung, die nur noch als eine Schurkentat bezeichnet werden könnte. Wir wollen daher noch einen leisen Zweifel in diese TU.-Meldung nicht unter- drücken.___ Pekings Gegenregiernng. Ienhsifchaa Staatspräfidevt. Pelpiug(Peking». 9. September. Die Boa Äanftog uäabhSagige chluefifche Nord. regieruog ist heute vormittag offiziell gebildet worden. Geaeral Jenhsifchan leistete unter feierlichen Zeremonien den Eid als SlaaksprSsldevl. 3m ganzen Gebiet, das die Nordregiernng onerkennl, wurde der heuligc Tag als Feiertag begangen. Zn einem Aufruf erklärt der Ministerrat, er wolle ver. suchen, die llorrupsion zn beenden nnd die Sicherheit der Staat». ssmm�v wieder herz» stellen. Je näher die Wahl rückt... ... desto enger schließt sich die Bürgerfront zusammen! Oberschlesien u«» Gaar vor dem Rat Deutsche Beschwerden von Polen anerkannt- Ltm den?�est von Gaarbahnschuh. Gens, 9. September.(Eigenbericht.) Der Bälkerbundsrat nahm am Dienstag zunächst den Bericht der Ständigen Mandatskommsssion über die Verwaltung von sechs Mandatsgebieten entgegen. Einwendungen wurden nicht erhoben. Reichsaußenminister C u r t i u s bezeugte das„größte Jnter- esse der deutschen Regierung" an den el)«mal!gen deutschen Kolonien Tanganjika und Südwestafrika. Er warte indessen eine spätere Gelegenheit zur Aussprache ab und habe daher vorläufig nichts gegen den Bericht einzuwenden. Die Aenderung der Danziger Verfassung wurde nach dem Vorschlag des Berichterstotters Hendersan debattelos zur Kenntnis genominen. Das von dem Danziger Volkstag zweimal Mir Zweidrittelmehrheit angenommene Gesetz kann nunmehr ner- kündet werden. Es sieht vor, daß die Zahl der Senatoren von 22 auf 12, die der Abgeordneten des Volkstoges van 129 ans 72 herabgesetzt und das System der parlamentarischen Verantwortlich- feit für alle Senatoren eingeführt wird. Dos Gutachten de? Int« r n a i i o n al e n. G« ri chtsh of s gegen die Zulassung Danzigs zum Internationalen Arbeitsamt wurde dem Direktor des Internationalen Arbeitsamts überwiesen, der es dem Verwaltungs. rat zur Kenntnis bringen wird. Di« Erledigung der dr.ei oberschlesischen Minderheilobefchwerden führte zu einem Erfolg Deutschlands. Der deutsche Rechtsanwalt Ochmann ist von Polen wieder zugelassen worden. Curtius verlangte Schodenersatz für ihn, was der polnische Außenminister Zaleski wohlwollend zu prüfen versprach. Die 32 von der Direktion der polnischen Knappjchaftskrankenkasse entlassenen deutschen Aerzte sollen, soweit die polnische Regierung dafür in Frage kommt, wieder eingestellt werden. Außerdem versprach Zaleski auf Vorstellung von Eurtius, daß alles getan werd«, um die Einstellung durch die Kasse auch tatsächlich sicherzustellen. Schließlich war der Rat«inverstanden mtt dem inzwischen durch Verhandlungen erreichten Verfahren bei der Einschulung von Kin- dern der deutschsprachigen Minderheiten. Eine vierte Frage bezüg» lich der Nachprüfung, ob einzuschulende Kinder der deutschen Sprache mächtig seien, konnte noch nicht erledigt werden. Etwa 7GZ Kinder sind durch solche Prüfung von der deutschen Minder- heitenschule ausgeschlossen worden. Es Handell sich nun darum, ob dies« Kinder, die inzwischen Deutsch gelernt haben, aus der pol- nischen in tue deutsche Schule kommen können. Polen, das sich in allen obftjchlesischen Fragen diesmal sehr entgegenkommend zeigte, Hot die Vertagung der letzten Frage offenbar. angeregt, um mit diesen Verhandlungen noch während der gegen- wärtigen Tagung zu einer gütlichen Einigung kommen zu können. In der Frage des Bahnschutz« im Saargebiet wurde noch keine Entscheidung«rziell. Die Regierungs- kommission Hot die Truppen nach der Rheinlandräumung auf 130 Mann reduziert und dem Rat die weitere Entscheidung über- tragen. Als der italienisch« Außenminister Grandi darüber Bericht erstattet hatte, kam es zu einer mit großer Spannung aufgenom- menen Kontroverse zwischen Curtius und Brian d. Reichsaußenminister Eurtius sprach dem Bahnschutz nach Räumung der Rheinlande jede Berechtigung ab, da er seinerzeit �egen den Protest Deutschlands ausschließlich zum Schutz der rück- wärtigen Verbindung der Besatzungsarmee«reichtet worden sei. Die Gendarmerie von rund 1000 Mann genüge zum Schutze der Ord- nung und könne jederzeit ausköimniich ergänzt werden. B r i a n d schlug ein Verfahren vor, wonach ein kleines Komitee die Frage prüfen soll, da der Rat mit dem Bahnschutz nicht nur die Truppen, sondern auch die Kohlentransporte und den ge- samten Bahnverkehr Hab« sicherstellen wollen. Mit feierlicher Geste betonte er, dqß es Frankreich fern liege, unter irgendeinem � Borwand Truppen an der Saar zu halten. Er sgi einverstanden, daß die Frage- bald untersucht werde. Nochmals antwortete Curtius, die vorliegenden Gründe rechtfertigten zwar eine sofortige« Entscheidung, aber er verschließe sich Brionds Erwägungen nicht und sei erfreut, daß das Verfahren nur der Beschleunigung dienen solle. Mit dieser Erklärung glaubt Eurtius offenbar besser zum Ziele zu kommen, da er in internen Berntungen noch viel« Gründe gegen den Vahnschutz anführen kann. Vor der Ratstagung hatten sich Eurtws und Briand bereits über dieses Verfahren verständigt. Am Mittwoch wird beim Generalsekretär Drummond die erste Besprechung über die strittig« Frage zwischen Briand, Curtius und Sciaioja, der den italienischen Außenminister als Berichterstatter vertreten wird, stattfinden. Voraussichtlich dürfte dann in der für Sonnabendnachmittog vorgesehenen Ratssitzung die Saarfroge ent- schieden werden. England gegen einen europäischen Völkerbund. Gens, 9. September.(Eigenbericht.) In einer Pressebesprechung erklärte der englische Außenminister Hendcrson am Dienstag, daß sich bei den Beratungen über Briands Paneuropaplan die englisch« Ausfassung durch- gesetzt habe. England sei als Weltreich verbunden mit seinen Mitatjedern, die außerhalb Europas liegen. Deshalb sei es für ihn nn denkbar, daß neben oder über dem Völkerbund«ine an- der« Organisation errichtet werden könne. Henderson teilte u. a. noch mit, daß augenblicklich zwischen Frankreich und Italien täglich Verhandlungen über die Seeabrüstungsfragc stattfinden. Er sei in ständiger Fühlung mit dem italienischen Außenminister Grandi und hoste, daß noch vor Schluß der Versammlung des Völkerbundes ein Ergebnis erzielt werden könne.(Inzwischen ist Grandi nach Rom obgereist, aber nur auf kurze Zeit, anscheinend um sich neue Instruktionen von Mussolini zu holen. Red.) Keihy-Ismet Kemal. Oer Schrei nach dem Kurswechsel in der Türkei. Smyrua. 9. September.(Eigenbericht.) Der Führer der neutürkischen Opposition, Fcthy Des, der zurzeit in der Prooinz Smyrna weilt, wird überall mit großen Ovationen empfangen. Wo er sich auch zeigt, holen ihn die Bolksmassen trotz der Anwesenheit von Truppen, Gendannerie, Polizei und zahlloser Spitzel und Provokateur« im T r i u m p h ein. Die Begeisterung für die jung« Opposition, die auch von der Smyrnaer Arbeiterschaft trotz aller Warnungen ihrer Führer geteill wird, rührt nicht etwa von einem allgemeinen Anklang her, den das Programm der neuen Partei gesunden haben könnte. Die meisten Smyrnioten dürsten dies Programm nicht einmal gelesen haben. Was sie so plötzlich und so maßlos begeistert, ist die Hoffnung, daß der fünfjährige schwere Druck der Diktatur der Volks- partei zu Ende geht und mit Fethy Des die Freiheit und Demokratie auch in der neuen Türkei ihren Einzug halten werden. Es stt der elementare Ausbruch«wer allgemeinen Unzufriedenheit mit dem gegenwärtigen System, der m den begeisterten Empfängen des Oppositionsführers seinen Ausdruck findet. Fethy Bej macht sich die Stimmung zweifellos klug zunutze und ohne es zu sogen, laßt«r doch überall durchblicken, daß M u st o f a Kemal Pascha mit ihm sympathisiert imd den diktatorischen Jsmet Pascha lieber heute al» morgen gestürzt sehen möchte. Dieser Tag« hat j B«i«*»« feierliche Prozessi on zum Grab der Mutter Kemal P a s cha s,. das sich in der Roh« von Smyrna befindet, unternommen und dort einen Kranz niedergelegt. Auch wird hier allgemein und erwartungsvoll von den möglichen Wirkungen eines geheimen Berichtes gesprochen, den Fethy Bej über die Smyrnaer Unruhen an Mustafa Kemal gerichtet hat. Jedenfalls kann kein Zweifel darüber bestehen, daß die in einem Monat in Smyrna stattfindenden Gemcindcwahlen zu einer katystrophalen Niederlage der regierenden Aolkspartci führen werden. Die Frage aber ist und bleibt: Was wird Kemal Pascha tun? Wird er aus seiner Reserve heraus offen auf die Seite Fethy Bcjs treten? Oder wird er weiter abwarten? Die Regierung Jsmet Pascha ist unterdessen nicht müßig. Die ihr ergebene, d. h. von ihr bezahlte Presse verleumdet die Moni- festanten von Smyrna als Vagabunden, Verbrecher, Vorbestrafte und Kommunisten. Sie schreibt ollen Ernstes, daß die groß« Smyrnaer Demonstration von einem Manne geführt worden sei. dessen Bar die Polizei wegen bordellmähigen Betriebes geschlossen hätte und ver- dächtigt Fethi Vef, einen gewaltsamen Umsturz zu planen. Türtische Offensive- gegen die Kurden. Angara, 9. September.(Eigenbericht.)) Amtlich wird mitgeteilt, daß die Off online der türkischen Truppen gegen die Kurden im Arrat-Gebiet nunmehr be- gönnen Hot. Der erste Widerstand der Kurden am Kabak-Berge sei gebrochen. Ab Montag befinden sie sich nach der amtlichen Verlaut- banmg auf dem Rückzug. WERTHEIM Leipziger Str.(Versand-Abt.) Königstraße Rosenthaler Str. Moritzplatz Wertvolle Bücher Ungekürzte Neuausgaben/ Holzfreies Papier/ Guter Druck/ Vornehme GanzlcinenbSnde Jakob Wassermann Das Gänsemännchen a 285 585 Seiten..... Ganzleinen Carl Ludw. Schleich Besonnte Vergangenheit 2s5 375 Seiten mit sämtlichen Bildern der Original-Ausgabe 2 ss fr. Nietzsche Werke in Auswahl 2 Bde. s. Ch. v. Seil, Weggenossen-u Frank Thiek, Die Verdammten ,» seifen Oscar Wilde Werke 2 Bde. Arthur Zapp, Die Sünde wider das Weih Arnold Zweig, Novellen um Claudia""""" rranz werieh Verdi, Roman der Oper 604 Seiten L-FeudifwangerOiehäklicheHerzoginsS __.-p■ Roman eines GUnstlings Bruno Frank, I renCK 329 Seiten Paul Grabein, Die Moosschwaige Knut Hamsun, DdS leffte Kapitel 525 Seifen Fei. Holländer, Der Weg des Thomas Truck Thomas Mann, Die Buddenbrooks mseitoT KOnstlerroman 239 Selten Jeder Band 2ss [235 Selten 295 Seiten Mittwoch, 10 9. Staats-Oper Unter d. Linden A.-V. 10 20 Uhr Der LiehesiranK Ende g 22'* Uhr Staats-Oper Ad Pliti du Republik. Vorst. 132 20 Uhr Ende 23 Uhr Mittwoch, 10.91 staut. Oper Bismarckstr. Turnus III 20 Uhr Der Madooi Enden, 221fe Uhr Staatl. Sdiaospli iam Cnhmionarkt). A.-V 9 20 Uhr Liebe auf dem Lande, 33 Ulnuien in Kraueberg Ende n.ZZ1* Uhr Staati.Stliilli>r'Mr,[liarlt!)g. 20 Uhr Der Mann mit dem Klepper Ende 22'/, Uhr T&gl. S u. 8I9 Sonm. 2. 5 n. 8" Alex. E 4, 8066 Ciaire Waldoff, Leo Morgenstern, Achilles u. Newman iot. '«ri\ Reichshallen-THeater Abead.|T] Sonntag nadiin. U'i[ Stottiner Singer Neu! Neu! - Laß Blumen spredien" Hadimittags halbe Preise. i Dönhoff- Brettl: Das beliebte Famllien-VaiietS Winfer * Qarfen* S.1S Ulir— Baumen erlaubt Hans KalUcher, Argantlno. Jda und Evalyno Duffak. Nnvllla Bishop usw. Theater am lottl Tor Kottbusser Str. 6 gl.• Uhr «b. Sonnt. idim 3 M,, sanier Borwunderl Liederspiel u. die tolle Posse Die lieben Tenrandten. Zum SchluB: Pinselheinrich's Himmelsklause! VoiksbUiine Theater am BDIowplalz. BVt Uhr Der fröhlidie Weinberg voo Carl hbimaye; StaafüdiillBr-Ih. 8 Uhr Der mann mit dem Klepper Ttieater am Stniitoauerdamni 8-,. Uhr Feuer aus den Staatsoper Am PI. d. Republik 8 Uhr Hans Helling WM UM 8'/. Uhr 1914 vdd Qearg Wilhelm Möller Regie: Gustav Oröndgeas. Kammerspiele SV, Uhr Die Schule derFrauen von Molibre. Regie: HausDeppe. Die Komödie SV. Uhr Der Diener zweier Herren von Goldoni Regie: Max Reiehardt. »v.uhr CASINO-THEATER tlltVhj Lothringer Stragc 37.__ Für unsere Leser: Gutschein 1— 4 Fers. Fauteuil 1�5 M-, Sessel 1,75 M. Der rossen-schiager Der sätige Hollschlnsky iiIIMIIIKIIIIIIIMIIIIIIlTlIlUMilllllllliMIIIIIIIIIIIIMIItMIIIIIIIIIIII und ein erstkl. buntes Programm. Jrene Triesch als«Isabella „Braut von Messina" täglich s n unr, SonntagsfitsundDUhr, im ROSE Theater Gr. Frankfurter Str. 132 Blltettkiuia: Ale*. 3422 u. 34*4 Auf der Gartenbühne bis IS. Ssptsmbsr täglich S» Uhr die glanzende Varieteschau „Etappe" „Onkel Gustav schreibt k. v." I Dosler I. d. ßehrenstr. 53-54 Direktion: Ralph Arthur Roberls sv, Das naaiiche madchen Englisch— Roberts— Riemann. Komische opor 8'/, Uhr Die Frau ohne Kuss Operette v W.Kollo Rmdi Smmtags nadun.}'/, zu kleinen Preisen und immer meder ins Rose Theater Am besten u. billigsten als Abonnent. Vneme............ bietMt 12 Vorstellungen im Jahre. 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Thielecke stellte, diese An- nähme entschieden in Abrede. Erst jetzt wird bekannt, daß die .zerichtsörztliche Obduktion seiner von ihm getöteten Mutter mit größter Wahrscheinlichkeit darauf schlichen läßt, daß der Täter noch kurz vor Ausführung der Tat mit seiner Mutter Blut- schände getrieben hat. Rechtsanwalt Dr. Mendel, der die Verteidigung übernommen hat, hat die Untersuchung des Mörders auf seinen Geisteszustand durch zwei erfahren« Gerichtsärzte, Sanitätsrat Dr. Leppmann und Medizinalrat Dr. Dyren- f u r t h beantragt. Diesem Antrage hat sich Staatsanwaltsschaftsrat ch e r f, der die Mordanklage auf Blutschande erweitert hat, wegen der besonders schweren psychologischen Beurteilung angeschlossen. Infolge der eingehenden Untersuchung wird die Schwurgerichts- Verhandlung kaum vor Ende dieses Jahres stattfinden. Schwangerschaft kein Cnilaffungsgrund Eine beachtliche Entscheidung des Arbeitsgerichts. Schon durch ihr Programm ist die Sozialdemokratie vor- kämpferin für die Rechte der schwangeren Ära u. Sie kämpft weiter für die Rechte der unehelichen Mulker. Don dem Erfolge ihrer Arbeil legte eine Verhandlung vor dem Arbeitsgericht Zeugnis ab. Eine unverheiratete Angestellt« blieb eines Tages vom Dienst mit der Begründung aus, daß sie krank wäre und das Bett hüten müsse. Der Aufforderung der Firma, einen Bertrauensarzt auf- zusuchen, konnte sie wegen ihres Zustandes nicht nochkommen. Einem Kontrolleur der Firma, der sie besuchte, teilte sie ihre Krankheit, nämlich Schwangerschaft, mit. Daraufhin wurde die An- gestellte fristgemäß gekündigt, hierin sah sie eine unbillige Härte und klagt« aus Wiedereinstellung oder Zahlung einer Ent- schädigung. Die beklagte Firma beantragte Abweisung, da nach der Judikatur verschiedener Landesarbeitsgerichte Schwanger- schaft eine selb st verschuldete Krankheit sei und deshalb sogar zu fristloser Entlassung berechtige. Das entscheidende Gericht ging hierauf nicht ein, da ja die Auf- lösung des Arbeitsverhältnisses nicht fristlos, sondern fristgemäß er- folgte. Es entschied, daß Schwangerschaft eine Disnstbehinderung sei, die im allgemeinen rasch überwunden würde, so daß die Klägerin ihren Dienst sehr bald wieder hätte antreten können. Die Firma wurde zur Wiederein st cllung der Klägerin oder zur Zahlung einer Entschädigung verurteilt. Trotzdem das Gericht der Beantwortung der Frage, ob Schwangerschaft schlechtweg als selbstverschuldete Krankheit anzusehen ist, aus dem Wege ging, verdient doch das Urteil deshalb besondere Beachtung, weil es beweist, daß die Arbeit der Sozialdemokratie für werdende und uneheliche Mütter nicht umsonst geleistet worden ist. Vom Omnibus zermalmt. Vier Todesopfer, darunter ein Berliner Ehepaar. Sangerhausen, 9. September. vier Omnibusse der Kraslverkehrs-G. m. b. h. Maasfeld brachten am Dienstagabend gegen 6 Uhr zahlrelche Einwohner von Heldra zu einer Warenschau nach Sangerhausen. 3n der Röhe von Rie- städl brach an einem Omnibus die Kardanwelle und zerschlug den Boden des Wagens, vier von den etwa(50 Znsasten stürzten durch das Loch unter den Wagen und wurden völlig zermalmt. Unter ihnen befindet sich ein Ehepaar R o w a c z I k aus Berlin RW. 67 sowie zwei Frauen aus Heldra. Sieben Vahnarbeiter getötei! Jtem Jork, 9. Septemher. Auf dem Bahnhof in Philadelphia explodiertc der Kessel einer Rangierlokomotive. Sieben Bahnarbeiter wurden getötet und 15 schwer verletzt. Auto am Bahnmafi zerschellt. Verkehrsonglück in Steglitz. Zn der Bizmarckstraßc in Stegtitz ereignete sich am Dienstag- nachmittag ein schweres Aulounglück. das noch den bisherigen, Er- wittlungell durch die Unachtsamkeit einer Straßenpofsanlin verursacht wurde. Gegen lö Uhr wollte die JJOjähnge Käte R, aus der Thor- woldsenstraße in Steglitz vor dem Haus« Bismarckstraße 68 den Fahrdamm überschreiten. Das junge Mädchen hotte offenbar die Signole eines herankommenden Privatautos überhört und wäre überfahren worden, wenn der Führer des Wagens nicht im letzten Augenblick scharf nach rechts hinüber gesteuert hätte. Die Pasjantin wurde trotzdem noch vom Auto erfaßt und zu Boden geschleudert. Sic erlitt«inen Schlüsselbeinbruch und Kopfverletzungen. Biel schlimmer jedoch erging es den Insassen des Autos, das gegen einen Straheabahnmast geprallt war und völlig zertrümmert wurde. Der Z2jährige Bankdirektor Helmut v. Cotzenhauscn aus Lichter- sclde wurde am Kopf schwer verletzt; mich sein Begleiter, der Bank- beamt« L e h r k«, trug erhebliche Wunden davon. Das verletzte junge Mädchen und der Bankdirektor mußten in das Schölteberger Krankenhaus gebrocht werden. Das Ende eines Bankhauses. Das Oranienburger Schöffengericht verurteilt« den Vlsährigen Scniorchef der Bankfirma Martin Blumenthal wegen Vergehens gegen das Dspotgesetz und einfachen Bankerotts zu sechs Wochen Gefängnis mit einer dreijährigen Bewährungsfrist und den jungen Ewald Biumenthal wegen Untreue. Betruges und einfachen Bankerotts zu einer Gesamtstrafe von drei Jahren sechs Monaten Gefängnis, von denen zehn Monate als durch die Untersuchungshaft verbüßt gelten. Weiter erkannte das Gericht gegen Ewald Blumenthal gemäß dem Antrage des Staatsanwalts auf fünf Jahr« Ehrverlust und lehnte eine Aufhebung des Haftbefehls mit Rücksicht auf die hohe Strafe ab. Durch die Untreu« der Firma find zahlreich« kleine Rentner um ihre letzte Habe gebracht worden. Fleischschmuggel der Mitropa. Zu 44000 Mark Geldstrafe verurteilt. Frankfurt a. J1L, 9. September, Di« Direkkio» der Mitropa in Frankfurt a. Rl. wurde durch die hiesige Z. Slraskammer wegen Fleischschmuggel» über die saarländische Grenze vnd wegen Zollhinlerziehong zu einer Geldstrafe von 14 000 Mark und einem wcrtcrjatz i» höhe von 7000 Mark verurteilt. Im Jahre 1929 hatte ein durch die Mitropa entlassener Oberkellner Anzeige bei der Staatsamvaltschast erstattet, daß in den Speisewagen der D-Züge, die zwischen Frankfurt a. M. und Saarbrücken oder Wiesbaden und Saarbrücken verkehren, erhebliche Mengen Fleisch aus dem Saargebiet geschmuggelt worden waren. Vom Einzelrichter wurde der Oberinspektor M e i s i n g e r, der di«- Frankfurter Direktion der Mitropa vertrat, freigespochen, da der Richter den Beweis für erbracht hielt, daß die Direktion der Mitropa von dem tatsächlich geübten Schmuggel keine Kenntnis gehabt Hab« und die Angaben des entlassenen Oberkellners, daß der; Schmuggel sich unter Duldung der Direktion vollzogen habe, de»; Tatsachen nicht entsprach. Die Staatsanwaltschaft legte jedoch gegen das erstinstanzliche Urteil Berufung ein, so daß sich die Strafkammer" nochmals mit der Angelegenheit zu befassen hatte, Auf Grund von Zeugenaussegen, bei denen die Bekundungen i der Beamten der Saarzollämter eine Roll« spielten, kam die Straf- kammer zu der Ueberzeugung, daß die Mitropa-Direktion unter! allen Umständen von dem Schmuggel gewußt haben mußte, da che,, der Unterschied zwischen der Menge des eingekauften Fleisches vnd! dem bezahlten Preis hätte auffallen müssen, „Aalfänger" aus Hunger. Großes Gratis«Aalessen im park. Bor einigen Tagen aus dem Gefängnis entlassen, ging der Are� beiter Willi G. hungrig durch die Amsterdamer Straße�! und bemerkt« ein Lieferauto, dessen Tür offen stand. Er stahl ein?,'- Kiste mit Spickaalen und rannte damit in einen naheliegenden Parl�j Dort sprach er einen jungen Mann an, der ihm ein Jnstrumenit? zum Oeffnen der Kiste schenkte und dafür mehrere Aale erhielt.� Nachdem G. sich selbst gesättigt hatte, fing er an, die übriggebliebenen»» Fische an die Passanten zu verschenken. Aber schon wurde von dem Autobesitzer, der den Diebstahl bemerkt hatte, und«inen»») Polizeibeamten verfolgt. Er ließ seine A a l k i st e im Stich und-� flüchtete durch den Park und in ein Haus, die Treppen hinauf aup"' das Dach, wo er, festgenommen wurde. Der Staatsanwalt hielt di«* Tat für Mundraub und beantragte vier Wochen Haft. Das«, .Schnellrichter, vor dem der Angeklagte seine Tat unumwunden gab, hielt einen Notdiebstahl für vorliegend und stellte das Ber� fahren ein, da ein entsprechender Strasantrag des Bestohlene»? fehlte,, �. Lifte �«Geschwader über Oberschlesien. Glänzender Verlauf des Oeutschlandfluges. Das Lifte 1- Geschwader der Sozialdemokratischen Partei startete gestern in G l e i w i tz und traf im Laus« des Tages in Breslau ein. Die Maschinen, die bis jetzt über Z000 Kilometer zurückgelegt haben, befinden sich noch in tadellosem Zustande. Auch die aus 5 Piloten und 2 Monteuren bestehende Besatzung hat siiP ganz vorzüglich gehalten und alle.Hindernisse überwunden. Das Geschwader wird voraussichtlich am Donnerstag oder Frei» tag wieder in Berlin eintreffen, um an den letzten Tagen vor des Wahl hauptsächlich in der Provinz Brandenburg intensiv für di« Sozialdemokratie zu werbe». S/NOAIR LEWIS 71] ROMAN Er warf ihr von der Seite einen richtig sehnsüchtigen Blick zu, aber Una konnte jetzt, da die Erinnerung au Mamie Magen— die lahme Frau mit dem goldenen Herzen— wieder so frisch in ihrem Gedächtnis stand, sein begeistertes Gegacker, über die Stelle, die er voraussichtlich niemals be- kommen würde, nicht ertragen. „Nein, es tu m>r leid—', sagte sie und schloß die Tür hinter sich. Von der Straße aus sah sie ihn verwirrt und betroffen am Fenster stehen. Sein Gesicht wurde jetzt immer röter und bekam einen kindischen und schwachsinnigen Aus- druck. Er tot ihr leid— aber sie war nicht stark genug, um etwas für ihn tun zu können. Sie bemitleidete ihn wie irgendeine fremde, räudige Katze auf der Straße, die man nicht mit nach 4)ouse nehmen kann. Sic wußte nicht, wohin sie gehen sollte. Stundenlang irrte sie planlos umher und aß schließlich in cmcr Frühstücks- stube und Konditorei in Harlan ihr Abendbrot. Für Au�en- blick- kom sie sich heimatlos vor, und hatte ständig prosaische Fußschmerzen vom vielen Gehen, ober dann und wann be- griff sie. daß sie min doch wieder eine Möglichkeit hatte, Neunzehnte s Kapitel. 1. So begann Frau Una Golden-Schwirtz im Alter von einunddveißig Jahren ihre Geschästskorrtere als Prioatsekr«. tärin des Herrn Trua� von der Firma Truax u. Fein. Ähr alter Feind, das erdrückende Alltags?», erlei. lauerte immer noch im Hinterholt. Die ewig gleiche Arbeit, Diktate aufnehmen, Briefe ichreiben und absenden, Herrn Truox er- ,nnern. wer Frau A. war und was Herr, B. telephonicrt hatte. Skizzen. Blaupaujen, Pläne und Vorbemerkungen>n Ordnung halten, Kartothekblätter anlegen, über die Unter- Handlungen mit voraussichtlichen Käufern von Vorstadtbaii* gründen Sie konnte diese Arbeiten nicht, wie sie gehofft hatte, als ein« Neihe lustiger Ueberraschunqen hinnehmen. Sie war oft müde, oft niedergeschlagen, Doch in dem Glänze der wiedergewonnenen Unabhängig- keit und der Freude, etwas zu tun zu haben, was der Mühe wert war, brachte sie es fertig, sich durch all diese Tag für Tag gleichbleibenden Einzelheiten durchzuarbeiten. Und sie wurde dafür belohnt, da die ganze Arbeit durch persönlichen Kontakt reizvoll wurde. Die meisten Leute, denen sie bei Truax u. Fein begegnete, gefielen ihr außerordentlich gut; sie freute sich, mit ihnen zu reden, zu arbeiten und als an- ständiger, denkender Mensch und als Frau ernst genommeil zu werden. Im Gegensatz zu den zwei Jahren, deren Stunden ent- weder leer oder von Schwirtz erfüllt gewesen waren, schien dieses Büroleben von höchster Würde. Es mochte wohl sein, daß einige von den Männern, denen sie dort begegnete, zu ihren Frauen daheim nur Schwirtze waren; doch ihr gegen- über waren sie Arbeitskollegen. Sie glaubte nicht, daß die lange Arbeitszeit, die Eifersüchteleien und die Plackerei, oder die Meinung des Herrn Turac, daß er einige Stufen über der gewöhnlichen Menschheit stehe, wünschenswerte oder not- wendige Begleiterscheinungen des Lebens bei Turax u. Fein wären. Auch hier sah sie, wie neunstündige Arbeit schlanke Mädchen in dürre Frauenzimmer verwandelte. Doch jeßt war der Gesichtspunkt, unter dem sie dies alles ansah, ein ganz anderer. Statt nur die Schaltenseiten des Geschäfts- lebens zu betrachten, war sie bestrebt, darin auch allen denk- baren Segen zu erkennen. Und ohne die Ueberzeugung auf- zugeben, daß alles in gewisser Hinsicht freundlicher gestaltet werden könnte, war sie doch imstande, von einem höheren Standpunkt, als dem ihrer eigenen Müdigkeit, zu erkennen, daß die Welt der kaufmännischen Stellen, Büros und G«- lchäftc sich anerkennenswert weit über jenes trübe Wirrwarr der Politik, der Vergnügungen und verliebten Schwirtze er- hoben hatte. Wieder glaubte sie. wie sie in der Handels- schule unreif geglaubt hatte, daß das Geschäft sich als etwas Weltumspannendes, Allgemeingültiges zu fühlen beginne und anfange, von Gemeinsinn, ritterlichen Tugenden und Verant- wortlichkeitsgefühl durchdrungen zu werden. So nach dem Guten ausspähend lmanchinal. in ihrer Entdeckevlust fast mit der Freude des.Herrn Herbert S. Roß, der im Vorübergehen kleine erträgbringendc Blumen zarten Empfindens auflas), gelang es ihr auch, mehr tägliches Glück rings um sich zu sehen. Zum Glück waren Truox n. Fein ein gutes Büro; nicht allzu üderlystet. überorgamfiert und mechanisiert wie der Be- trieb bei Pemberton; nicht unsicher wie Troq Witfins. Trotz Herrn Tmtax' Hang zv höflichem Gew'mmer mmche die Ar- beit in aller Sachlichkeit ujid Ruhe erledigt. Und das war ein Glück. Büros unterscheiden sich voneinander wie Büro- chefs, und hätte das Schicksal Una nochmals zu einem nerven- , zerrüttenden Betrieb, wie dem von Pemberton, verdammt, wären ihre schwachen Kräfte leicht gebrochen worden. Sie wäre vielleicht Mieder Schwirtz und der Gosse verfallen. Friedlich wie der Gesang heimkehrender Schnitter schienen ihr nun die scherzenden Reden der Männer und Mädchen, die um fünf Uhr fünfunddreißig in Gruppen auf den Fahrstuhl warteten. Das freundliche„Gute Nacht, Frair Schwirtz!" klang wie ein Segenswunsch zur Vesperzeit, lieb« lich und feierlich zugleich, voll Friede und Freundschaft. Und Ruhe fand sie, wenn sie abends in dem verlassenen Büro zurückblieb. Hier konnte sie kein Schwirtz erreichen�,. Hier zählte ihre Arbeit im großen Getriebe der Welt— in»' Schaffen von Vorstadtheimen für Männer und Frauen undr" Kinder. Sie seufzte und fühlte die Leere ihres Herzens, wenn sie an die Kinder dachte. Doch hier war Ruhe und dis, glitzernde Schönheit der Stadt, wenn über die abendlich� dunklen Weiten funkelnde Lichter sich reihten und aus dem kleinen französischen Restaurant sehnsüchtige Geigen zu ihr herüberdrangen. An warmen Herb.stabcnden pflegte Una oft am Fenster zu lehnen, versunken in den Anblick des Abend- rots über dem North River; Rauchwolken aus den Fabriken in Jersey zogen dahin über den weiten, rotgefleckten Himmel, die Luft war duftend und kühl, und die gelbschimmernden Fenster der anderen Wolkenkratzer sandten Grüße wie Freunde aus der Fremde. Oft bildete sie sich ein, daß sie dem Sonnenuntergang zusehe, weit oben im Norden, an einem im Waldesduntel ruhenden See; und ausseuszeiid im Gefühl' tiefer Zufriedenheit, nicht der Ruhelosigkeit, wendete sie sich wieder der Arbeit zu... Wenn sie allein arbeitete, schien es keine Zeit mehr für sie zu geben. Sie war Herr ihrer Zeit und dieses Büros. Wie, wenn sie erst um acht fortginge, ihr Abenbrot zu essen'? Sie konnte essen gehen, wann immer es ihr beliebte. Wenn irgendein vierschrötiger Mensch, namens Eddi Schwirtz, hungrig würde, mochte.er sich allem um sein Abendbrot kümmern. Was tat es, wenn sie langsam» arbeitete? Jetzt gab es keine tclephonifchen Anrufe mehr�. keinen Herrn Truax, der sie störte. Sie konnte� gemächlich' sein und ihre Arbeit tun, wie es sich gehörte... Sic fürchtet«. sich nicht mehr vor der knisternden Stille ringsumher, wick Una Golden einst bei Troy Wllkins. Sie mar nun eine anze Frau und vermochte die leeren Räume des verlossenevl-- 'ürvs mit ihre» bunten Gedanken zu beleben. (Fortsetzung-�«�) � nf ein» luden kenn» es in! Jeder tue seine Plidit! Nutzt die letzten Tage. Werbt für eure Partei und eure Zeitung, den„Vorwärts" Das andere Gesicht Amerikas. Engländer und Amerikaner für die unterdrückten Völker. Die Ortsgruppe Berlin der W«!tjug«ndliga ver- sammelte kürzlich unter ihrem Vorsitzenden Dr. Otto Rcineinonn englische und amerikanische Freunde. Der erste Redner des Abends mar das Mitglied der amerikani- scheu Sozialistischen' Partei Genosse Professor Matthews aus New Port, der Sekretär der nordamcrikanifchen Gruppe des Jnter- nationalen Verjöhnungsbundes, der sich die Verständigung der Völker, insbesondere auch die Befreiung der unter- drücklcn Rassen zum Ziele gesetzt Hot. Genosse Matthew- ist aus einer seinrr Propagandarcisen durch Europa begrifsen, nachdem er vorher Lahre lang Ersahrungen als Prosessor an der be- deutendsten Negeruniversität chorward in Washington gesammelt hat. Ln seinem Vortrage„Amerika und Europa vom Stand- p u n k t« i n e s Sozialisten" wandt« er sich gegen die heutige amerikanische Demokratie, die keine wahre Demokratie sei, sondern ein Werkzeug reaktionärer Kreise. Besonders Präsident ijoooer habe die Sozialisten schwer enttäuscht, denn gerade er habe, obgleich er Q n ä k e r sei, die Konservativsten in seinen engeren Kreis gezogen und ihnen zur größeren Macht ocrholscn! Die reaktionäre Haltung Nordamerikas habe sich in der. letzten Zeit bc- sonders in den Z o ll ge setzen und in der Arb e it c r f e l n d- l i ch k c i t gezeigt. So sei im vorigen Jahre die amerikanische Pclizci mit beispielloser Grausamkeit gegen die 150 000 arbeitslosen Demonstranten in Detroit vorgegangen. Dos Sozialisierungs- Problem ist in den Vereinigten Staaten noch nicht in Angriff gc- nommcn, obgleich die 4 Millionen Arbeitslosen zur Lösung neuer wirtschaftlicher Probleme drängen. Aber wie soll die sozialistische Bewegung in Nordamerika vorwärtsgehen, wenn die sozialistische Partei nicht durch einen einzigen Abgeordneten im Kongreß ver- treten ist? Der Vortrag Matthews wurde mit Begeisterung auf- genommen. Als zweiter Redner des Abends sprach Harold F. Bing, der Führer der pazifistischen Jugendbewegung in England, über„England und Indien". Bing, der als Kriegsoermeigcrcr weit über die Kreise seiner Zlnhänger hinaus bekannt geworden ist, betonte, daß es Gandhi taksächlich gelungen fei, die großen bäuerlichen Massen aufzurütteln, obgleich dieser Erfolg in Europa oft bezweifelt werde. Diese Leistung sei bei dem niederen kulturellen Niveau des Volkes, bei seinem Analphabetentum ganz ungeheuerlich, denn nur 40 Prozent können ihre Muttersprache und nur 1 Prozent englisch schreiben. Jede Propaganda beruht also allein auf mündlicher Erweckung.— Eine außerordentlich schwierige Stellung hat- Macdonald und die englische Arbeiterregicrung. Ihre Hände sind gebunden: bei einer Unabhängigkeitserklärung Indiens würde wahrscheinlich die englische' Laumwollausfuhr schwer leiden, und dadurch auch die englische Arbeiterschaft in eine noch schlimmere Lage geraten. Schon durch k�n jetzt eingeleiteten„Passiven Widerstand" der Inder j-l die epglische Einfuhr nach Indien um 25 Prozent gesunken. Die Ein-'i lcltung diese-„Passiven Widerstandes" als Neues Werkzeug scheint Bing von allgemeiner großer Bedeutung im unblutigen Kampf der Völker. Er glaubt serner, daß in höchstens 2 bis 3 Jahren Indien fein« llnabhängigkeit erklärt haben wird, ynd dieser Erfolg wird den siegreichen Kämpf für die Freiheit der änderen unterdrückten Völker und Rassen erleichtern. Menschenfalle: Linden- EckeRiiterstraße Ein Zeitungsfahrer warnt. Ein Z e i t u n g s f a h r e r schreibt uns: Fast täglich liest man in den Tageszeitungen von Auto- und Motorradunfällen, die zum größten Teil auf das Konto der Raserei geschrieben werden. Be- trachtet man die Sache aber einmal von der andereil Seste, so be- kommt man ein anderes Bild. Siehe z.B. Linden- Ecke Ritter st raß«! Es vergeht faste'kein Tag, an dem nicht an dieser verkehrsoeichen Ecke Zusammenstöße erfolgen. Wahrend an weniger stark befahrenen Kreuzungen Berkchrsposten stehen, hat man bis jetzt noch nickst daran gedacht, hier den Fahrzeugen und Fußgängern Schutz zu gewahren. Hier liegt das stark besuchte Post- anrt SW. 68. Schon deshalb wäre es von Röten, für eine reibungs- lose Abwicklung des Verkehrs zu sorgen. Bielleicht kann die Be- Hörde einmal diese Ecke in'Augenschein nehmen! Kunstausstellung im Grünen. Der„Künstlcrdund Norden" zeigt in Pankow, in dem Aus- stellungssaal im Bürgerpart, ein« Kunstausstellung. Der malerische alte Park vermittelt den Besuchern der Ausstellung schon ein« fest- liche Dorstimmung: die schön aufgemachte Kunstschau enttäuscht nach diesem Empfang nicht. In kleinen Kojen sind die Bilder und Plastiken angeordnet, sehr übersichtlich, dabei in farbigem Zu- sammenklang, so daß nie der Eindruck des einzelnen Werkes von feiner Umgebung vernichtet wird. Die Mitte des Saales schmücken, von grünen Pflanzen umgeben, Plastiken, darunter ein schöner Frauenakt von B u r b o t t. Das Niveau der Kunstwerke ist im ganzen recht hoch, in einzelnen Werten den Durchschnitt weit über- ragend, selten ihn unterschreitend. Die Ausstellung, die täglich von 42 bis 20 Uhr bei einem Eintrittsgeld von 3l> Pfennig dem Publi- kuni zugänglich ist, soll vor allen Dingen aber eine Berkaufsschau sein. Die Preise der Kunstwerke find mäßig. Für etwa 20 Mark kann man bereits eine gerahmte Radierung erstehen: größere Oel- gemäldc kosten natürlich einige hundert Mark. Aber durch Zah- lungserleichterung soll-auch weniger bemittelten Kunstfreunden die Möglichkeit geboten werden, auch solche Werke zu erstehen. Aulobus 24 fährt wieder fahrplanmäßig. Nachdem die Sperrung der Kreuzung Alexanderstraße, Schicklerstraße, Blumenstraß« am Dienstag ausgehoben ist, fahren die Autobusse der Linie A 24 ob Mittwoch, den 40. September, mit Betriebs- beginn wieder den fahrplanmäßigen Weg über Holz markt st raße, Alexanderstraße. Die Ausstellung„Blumen— Vögel— Fische" in den Gesamträumen der„Neuen Welt". Berlin S. 59, Hasenherde 408—444, zog am Sonntag nahezu 40 000 Besucher an. Die täglich steigende Be- sticherzahl ist der beste Beweis sür die Volkstümlichkeit. Die Ws- ftellung wird am Mittwoch, 21 Uhr, geschlossen. vi« Rückkehr der deutscheu Ozeauslieger. Der deutsch« Ozean- fieger vo« Gronau und seine Gefährten werden am 11. Sep- tember an Bord der„Hamburg" die Rückreise nach Deutschland mttretvl. Kohlenfelder der Bewag. Neues Bauprogramm.— Gesamtbedarf 67MilL— Gaswerke beteiligt Berlin wird die Stadt des Lichtes. Das zeigt der riesenhaft anwachsende Stromverbrauch, der einen dauernden Ausbau der Slädlischeu Elektrizitätswerke erfordert. Das neu« Bauprogramm sieht einen Gesamtbedarf von 07 Millionen vor, die durch eine Anleihe aufgebracht werden sollen. Wie die Bewag berichtet, gehen seit langem die Bestrebungen auf Gewinnung einer eigenen frachtgünstig zu Berlin gelegenen B raunkohlen basis parallel mit dem Entschluß, in vermehr- tem Umfange zur E i g e n st r o m e rz e u g u n g überzugehen. Sie fußten auf der vom Aussichtsrat gebilligten Erwägung, daß eine derartige Sicherung für den Fall des zu erwartenden, in der Zwischenzeit auch bereits bemerkbar gewordenen Anziehens der Preise für oberschlesische Staubkohle unerläßlich sei. Der tatsächliche Beginn der Ausbeute hängt davon ab, ob der Steinkohlcnmarkt sich so versteift, daß die Verwendung von Ncuzeller Braunkohle sich wirtschaftlicher gestaltet, als Steinkohlenfeuerung. Die seinerzeit zunächst in Option genommenen Kohlen- f c l d e r wurden, soweit sie abbausähige Kohle enthalten, erworben. Die Felder liegen im nördlichen Teil des Kreises Guben, an- stoßend an den Odcr-Spree-Kanal und an die Oder. Sie zerfallen in drei große, als Nords cid, Südfeld und Ostseld bezeichnete Kom- plexe. Das Vorkommen enthält unter Ausschluß der in der Oder- Niederung gelegenen Flächen rd. 900 Millionen Tonnen Rohbroun- koste brutto mit einem Heizwert von 2270 Kxal und 53— 54 Pro;. Wassergehall. Di« Kohle liegt mllhin qualitativ zwischen der Senftenberger und der Mitteldeutschen Braunkohle. Das Flöz ist 8—42 Meter mächtig, von großer Reinheit des Kcchlenkörpers und liegt unter durchschnittlich 60— 400 Meter Decke, es ist sehr gleich- mäßig und störungsfrei, söhlig bis ganz flachwellig abgelagert. Der unmittelbar an den Oder-Spree-Kanal anstoßende Teil des Nordfeldes ist im Tagebau auszuschließen. Die übrigen Feldes- teile sind nach dem heutigen Stande der Technik noch als Tiefbau- selder anzusprechen. Die Gaswerke haben sich an den Kosten für Erwerb und Untersuchungen ausschließlich Jiwentar mit 50 Proz. beteiligt. Die in den vorliegenden Bauprogrammen enthallenen einzelnen Vau- vorhaben sind nach genauer Prüfung durch den Aufsichtsrat als u n- e r l ä ß l i ch anzusehen. Unter Berücksichtigung der in der Anlage gemachten Ausführungen hat der Magistrat im Einoernehmen mit der Finanz- und Steuerdeputation den Bauprogranunen z u g e» stimmt. „Wer rettet den Kapitalismus?" Oer Trickfilm wirbt für die Sozialdemokratie. Es ist ein altes wort, daß Lachen befreit. Daß Lachen ober auch werben und entstammen kann, dos sagten sich die drei Schöpser des Wahlwerbelrickfilms der Sozialdemokratie, die Genossen Erich k u t t n e r, Karl holz und Alois F l o r a t h. Schon viele Wähler haben den gelungenen Film„Dem Deutschen Volke" mit großem Vergnügen gesehen. Im Bilde erscheint der Reichstag. Er trägt die Aufschrift: „Dem Deutschen Bolle." Seine Kuppel öffnet sich, und wer erscheint, wer verneigt sich mit freundlichem Bückling? Der Bürgerblock, dargestellt durch den Reichskanzler Brüning! Bon der rechten Seite kommt hereinspaziert der deutsche Agrarier, ein Hündchen an der Leine, das seinen. Hut in der Schnauze hat. Der Bürgerblock wirft ihm Geld herunter, denn der Junker hat die Inschrift„Dem Deutschen Volke" ausgelöscht und dafür„Dem deutschen Agrarier" gefetzt. Der zylindergezierte Industrielle, der ordengeschmückl« General und der feiste Hausbesitzer machen es genau so, und jedem teilt Brüning, dem Schillerschen Mädchen aus der Fremde vergleichbar, seine Gabe aus. Zum Schluß naht freilich der Arbeiter, und er allein mutz leer ausgehen, denn die Taschen des Bürgerblocks sind leer. Attiktt 48 kommt als Stahlhelm über den Reichstag: der Arbeiter schlägt ihn beiseite, und Brüning schleppt den ganzen Reichstag weg, das heißt, er löst ihn auf. Die Frage wird gestellt: „Dem Deutschen Volk!" Am Reichstag steht's zu lefeu. Laßt sehn, ob dieser auch für's Volk gewesen." Der Wahlkampf beginnt. Behaglich fitzt der Großbürger an einem Tischleindeckdich. Eine Gans,«ine Pulle Wem fliegen heran, die Jmportzigarre wird mit Bergnügen geraucht, und„Seine Majestät der Großbürger arbeitet sür sich allein«", d. h., er macht ein Mittagsschläfchen. Da ober naht mit Wolken ein Alp- druck,„Neuwahlen" genannt. Der Arbeiter droht dem Schläfer. Hier der schlichte Arbellsrock, Dort der seift« Bürgerblock. Der Schläfer fährt aus: WerrettetdenKapitaktsmus? Die Kandidaten melden sich.„Ich, Alfred Hugenberg Ein Holzschwert mit der Inschrift ,ZD i k t a t u r" zieht er aus der Aktentasche. Sein Bauch wird immer dicker, er platzt, und Splitter- Parteien kullern heraus. LGL-Rufe ertönen.„Wer rettet den Kapitalismus?"„Ich, Adolf Hitler!" Aus seinem Riesenmaul quellen Phrasen, ober als er„Tod den Marxisten" ruft, platzt auch er.„Ich, der Bürgerblock." Er wirst seinen Anhängern einen Schinken vor, Maden, die Grüppchen um Grüppchen den Jnter- essentenhaufen darstellen, fressen ihn auf. Es ist wieder nichts. „Wer rettet den Kapitalisinus?"„Ich, der Transportarbeiter Thälmann." Den riesige» Klotz der Arbeiterbewegung will er spalten, aber eine Hand greift dazwischen und stößt ihn beiseite. Der Arbeit«-? gibt die Slntwort auf die Frage„Wer.retiet den Kapitalismus?" Er sagt mit Klarheit und Wucht:„Niemand!" lind er zeigt etliche besonders schwere Sünden der letzten Zeit auf. Da ist die Negersteuer, Fricks Kopfsteuer, wo fünf Arbeiter' und fünf Kapitalisten das gleiche in den Steuersack werfen. Die Sozialdemokratie aber will, daß die Kapitalisten, die Reichen, am schärfsten herangeholt werden, und erst dadurch wird der Eteuersack prall und voll. Aus der großen Suppenschüssel des Bürgerblocks bekommt jeder einen großen Lössel. Der Bayer meldet sich sogar zweimal, nur für den Arbeiter bleibt nichts übrig. Im S chlu ß b i l d erscheint dann zur Pyramide aufgebaut dos Simmelsammelsuvium der Bürgerblockparteien. Hakentreuzier und Rotsrontler stehen als Stützen zur Seite, um den Wankenden zu halten, der Sozialdemokrat aber stößt die üble Pyramide mit ihren ebenso üblen Stützen über den Hausen, und die-Mahnung erklingt:„So soll es sein am 14. September." Wo der Film gezeigt wird, erregt er helles Lachen und frohe Begeisterung. Auch er stärkt den Kamps willen, am 14. September die Stimme nur einer Liste zu geben, der List« 4, der Sozialdemokratie! Llntat eines Rohlings. Frau aus dem Fenster geworfen. Gestern abend spielte sich im fjmtse Rheinsberger Skr. 17 ein aufregender Vorfall ab. Gegen 22 Uhr ertönten aus einem Fenster des ersten Stockwerkes plötzlich laute Hilferufe. Fast im gleichen Augenblick stürzte eine Frau aus den Bürgersteig hinab, wo sie mit schweren Knochenbrüchcn ohnmächtig liegen blieb. Di« Schwerverletzte wurde nach dem Lazarus-Krantenhaus gebrocht. Borher hatte die Frau, ein« 37iährige Elli Liedke aus der Vüschingstraße, ots sie einen Augenblick das Bewußtsein wieder erlangt hotte, noch angegeben, daß sie von dem 34jährigen Reinhold P. nach einem Streit aus dem Fenster geworfen worden sei. P. wurde daraufhin von der Kriminalpolizei fest- genommen. Oiamond klagt- aber aussichtslos. Die Polizei wartet in Ruhe ab. Der amerikanische Berbrecherkönig, Jack Diamond, der jetzt Deutschland aus einem Frachtdampser verlassen hat, will di« Berliner Polizei verklagen, weil diese seiner Ansicht nach unrechtmäßig seine Festnahme erwirkt und ihn vor Erledigung seiner„Kcschäste" in Deutschland abgeschoben hat. Diamond, der einen Berliner Rechts- anwalt mit feiner Vertretung beaustragt hat. stützt sich daraus, daß ein Haftbefehl gegen ihn nicht vorgelegen habe und daß er dos Recht gehabt habe, sich in Deutschland aufzuhalten, da das deutsche Generalkonsulat ihm die Einreiseerlaubnis erteilt habe. Diamond oerlängt eine recht erhebliche Summ« als Schmerzensgeld für die erlittene 5)aft, ferner einen noch größeren Betrog für„erlittene Kreditschädigung" und schließlich die Kosten für dj« Hin- und Rückreise.. Wie wir von zustöndiger SWE- erfahren,- steht man im B-rtmer Polizeipräsidium der Zivilklage Dia monds mit großer Ruhe entgegen. da die Rechtslage ganz klar und eindeutig ist. Diamond hat- vom deutschen Generalkonsulat die Einreiseerlaubnis erhalte» und er hat auch die deutsche Grenze überschreiten dürfen. Er ist also nicht daran gehindert worden»»ach Deutschland zu tommea. jtachdem jedoch die amerikanisch» Botschaft de» offiziellen Antrag auf Festnahme des BerbrecherkSmgs gestellt hatte, mnßte die Polizei eingreifen. Die fleisiigen Kleingärtner. Mit sehr viel Liebe und gleiß, die olber auch gelohnt wurden, hatte der Bezirksverband Weißensee E. D. vom, Reichsvcrbond der Kleingarten-Vereinc Deutschlands seine sechste Kleingartenbauausstellung vorbereitet. Als idealer Raum war die mit schwarzrotgoldenen Fahnen reich geschmückte Stadtholle in Weißensee gewählt. Auf langen Tafeln standen, aufs schönste geordnet, Blumen. Eine geschickte Hand hatte sogar ein ganzes Haus aus Immortellen geschaffen. Stimmten diese farbenfrohen Boten des Herbstes, da sie zugleich die Scheidestunde des Sommers verkünden, den einen oder anderen Besucher traurig, so wurde er sogleich wieder froh gestimmt, wenn er die auf den benach- borten Tischen liegenden köstlichen Fruchtgaben des Herbstes bc- trachtet«. Da war doch auch alles vorhanden, ülepfel, Birnen, Pflaumen, Stachelbeeren, Weintrauben und Schattenmorellen! Nicht minder üppig waren die Gemüsestände angefüllt. Zwischen Bohuen und Kohlrabi, Majoran und PfSfser prangte auch manch mächtiger Kürbis von einem solchen Umfang und Gewicht, daß nur Mannes- kraft ihn von der Stelle rücken konnte. Diese Ausstellung zeigte wieder deutlich, daß der Kleingarten keine Spielerei ist, sondern eine wirtschaftliche Errungenschaft bedeutet, die dem arbeitenden Boll unbedingt erhalten bleiben muß. SS t/79 Das Lautsprecherauio Wer gestern nachmittag am Bahnhof Grünau ausstieg, wurde mit Gesang und Musik empfangen, er konnte daneben die Reden sozialdemokratischer Parteiführer hören. Dos grohe Laut- fprecherauto der Partei hatte sich am Bahnhos postiert und fand größte Beachtung. Uni den Wagen stand auch immer«in dichter Schwärm, der die abwechselnden Darbietungen mit Interesse verfolgte Partei, Reichsbanner und Jugend sammelten sich am Bahnhof Grünau, um in einem Gewohmarsch von zweieinhalb Stunden durch die Siedlung Bohnsdorf und die Ortschaften Glienicke und Adler-Hos zu marschieren. � Die Beteiligung war sehr gut. In Glienicke und Ahlershof sprach Genosse D r e s s e l, dessen Rede verstärkt durch den Lautsprecherwagen einen großen Zuhörerkreis fand. Die recht temperamentvollen Ausführungen, ür denen die Lebensvei Hältnisse des Arbeiters im kaiserlichen Borkriegsde�'schland mit denen in der Republik verglichen wurden, fanden starke-ö�stimmung. Die S o- zialdemokrati« führt den Kampf nicht>." gegen die Be- scitigung der sozialreaktionären Notverordnung, son.''n auch um Erhaltung des politischen Mitbestimmungsrechts. Wer von den Arbeitern nicht in Knechtschaft leben will, wer nicht für einen dauernden Dürgerkriegszustand sich begeistern kann, der wird nie und nimmer den rechts- und linksradikalen Parteien seine Stimme geben. Wer für Zusammenfassung der sozialen Kräfte und für so- ziale Gos-?ggcbung ist, der stimmt mit uns am tt. September für List« 1. Gemeinsame Front aller Arbeitenden. Auch die Dersanrmlung der sozialdemokratischen Betriebsfraktion beim Landcsarbeitsamt Brandenburg legte Zeugnis ab von der unermüdlichen Arbeit, die überall für die«ozialdemo- krati« geleistet wird. Landtagsobgeordneter Otto Meier sprach über den Kampf der Unternchmcrschast gegen die Sozialversicherung, der«in Kampf gegen das Lebensniveau der Arbeiterschaft ist. Die Regelung des Arbeitsverhältmfses durch Tarif- und Schlichtungs- wefen hat die Lebenshaltung der arbeitenden Klassen erheblich ge- hoben, dem Druck der Reservearmee auf die Lohngestoltung wurde durch die Erwerbslosenoersichcrung em Riegel vorgeschoben. Heute benutzt das Unternehmertum die schwer« Wirtschaftskrise, um gegen die Erfüllung der sozialen Ausgaben durch die Republik anzu- kämpfen. Di« reaktionären Steueroerordnungcn der Brüning- Regierung zeigen deutlich genug, wohin der Weg bei unein- geschränkter Herrschaft des Bürgertums geht. Die Masse des Volkes wird im geheuer belastet, während man die Kapitalkräftigen schont. Bei dieser Wahl geht es darum, den Abbau der sozialen Em- richlungen, der durch den Sturz der Regierung Müller eingeleitet wurde, mit vereinten Kräften aufzuhalten. Diesen Kampf führen Arbeiter, Angestellte und Beaurte genieinsam nrit der Sozial- demokrati«. Sozialdemokratisches Verantwortungsbewußtsein? Auch die Abteilung Treptow konnte am Dienstagabend einen imposanten Ausmarsch zeigen.'Nachdem Ummarsch, der auch durch die neuen Siedlungen in. Treptow führte, sprach im Biktoriagarlen die Reichstagsabgeordnete Clara Bohm-Schuch zu den Treptower Wählern. Die Versammlung war so stark besucht, daß auch der Borraum überfüllt war. Die Referentin unterstrich, daß allein die Sozialdemokratische Partei mit Hunderttausenden von Funktionären und über«ine Million Mitglieder mit Idealismus und Opfermut die Wahlarbeit ausgenommen hat. Bei keiner anderen Partei haben sich die Anhänger mit so starkem Nachdruck für den Wahlkampf ein- gesetzt. Das ist aber Beweis genug, daß die sozialdemokratische Arbeiterschaft erkannt Hot, daß noch nie die Zluseinandersetzung zwischen Kapital und Arbeit so scharf gewesen ist. Durch sozialdcmo- t ratische» Mut und sozialdemokratisches Verantwortungsbewußtsein ist der Staat aufgebaut worden. Durch die Berontwortungslosig. !eit des Bnrgerblncks ist er in ein« schwere Wirtschaftskrise getrieben. Nach Angaben der Rcdncrin besteht in Regicrungskreisen die Absicht, allen kündbaren Angestellten, vor allem aber den Frauen, ci» niedrigeres Gehalt anzubieten. Diese Herabsetzung des Geholtes soll so rechtzeitig erfolgen, daß man denen, die nicht mit- machen wallen, die Entlassung zum l. April aussprechen kann. Liese Mitteilung rief besonders stark« Erregung hervor und jch in Grünau. als guier Wahlhelfer. wird vielleicht besonders mithelfen, den letzten Wähler über die Ab- sichten des Bürgerblocks aufzuklären und ihn für Liste 1 zu ge- Winnen. Die von Kampfgeist durchdrungenen Ausführungen fanden begeisterte Zustimmung. Oer Griff in das Voriemonnaie der Hausfrau. Im Gartensaal des Saalbaues Friedrichshain ver- anstaltete die Sozialdemokratische Partei vom Prenzlauer Berg eine wirklich glänzend gelungene Wählerverfammlung. Bürgermeister Dr. Ostrowski sprach über den Parteienmischmasch und die Parteienzersplitterung des Bürgertums, die ein Anzeichen für den Bankerott der bürgerlichen Gesellschaftsord- nung ist. Diesem Wirrwarr steht die Sozialdemokratie groß und stolz als eine einige Mnsssnpnrtei gegenüber. Ans sie gründet die Masse des Volkes ihre Zuversicht: ihre unerschütterliche Stetigkeit ist die beste Zuflucht des bedrängten Volkes. Da die bürgerlichen Varteion großen Zulauf nicht mehr zu erwarten haben, wollen sie Unordnung schaffen, um dann mit den Mitteln der Diktatur regieren zu können. Darum muß die Sozialdemokratie so stark werden, daß niemand mehr an Diktatur zu denken wagt. Danach sprach Käte Kern, die einen Appell besonders an die Frauen richtete. Das Schicksal des deutschen Volkes wird entscheidend von den Frauen mitbestimmt. Es kann den Frauen nicht schwer fallen, für die Demokrati« zu stünmen, denn die letzten steuerlichen Maßnahmen der Bürgerblockregierung sind ein Griff in die Geldtasche der Hausfrau. Die Frauen haben es in der Hand, die eingeleitete Sozialreaktion noch aufzuhalten. Die Zukunft des Volkes steht auf dem Spiel. Die Frauen müssen für den sozialen Fortschritt und für die Sozialdemokratie stimmen. Angestellte, kämpft mit uns! In den Kammersälen sprach gestern Genosse Fritz Schröder vom Vorstand des Zentraloerbandes der Angestellten. Er ließ in eindringlichen Worten die angestelltenfeindliche Politik des Bürger- blocks Revue passieren. Er geißelte die Maßnohmen der bürger- lichen Angestelltcnverbände, die sich stets als Schutztruppen des Kapitals bewährt hoben. Bor ollen Dingen aber wies er auf die Verdienst« hin, die sich die Sozialdemokratie, als sie noch in der Regierung saß, um die Sache der Angestelltenschast erworben hat. Die Angriff« des Bürgerblocks gegen dos Schlichtungs- wefen hätten nur den Zweck gehabt, die Einflüsie des Staates bei der Gestaltung des Lohnniveaus außer Funktion zu setzen, und Herr Stegerwald habe ja auch das Schlichtungswesen durchaus im Sinne der Unternehmer aufgefaßt und durchgesührt. Mit der Aufforderung an die Angestellten, die letzten Tag« vor der Wahl zu benützen, um ihre Kollegen über den tiefen Sinn dieses Wahlkampfes zu belehren und ihre Stimmen für die Liste t. für die Sozialdemokratische Partei zu gewinnen, schloß Fritz Schröder seine mit Begeisterung aufgenommenen Ausführungen. Auch Osram für Liste 1. In einer Betriebsversammlung der Firma Osram in Schonert-.FeMlen sprach am Dienstagabend KäA Kit k e vor rund IMt) Personen über die Regierung Brüning und den Artikel 48. Der stürmische Beifall der Bersammlung bewies, daß ihre über- wiegende Mehrheit zu den freien Gewerkschaften und zur Sozial- demokratie steht. Störende Zwischenrufe der Kommunisten wurden von Litk« unter lebhaftem Beifall abgefertigt. Als der Borsitzende Genosie V a s m a n n die Diskussion eröffnet«, stellt« sich heraus, daß sich der kommunistische Reichstagsabgeordnete Ulbricht uncingeladen eingedrängt hatte. Sein Versuch, gegen den Willen der Versammlung das Wort zu nehmen, scheiterte an dem ent- schiedcnsten Widerspruch der überwältigenden Mehrheit. Fackelzug am Schlesischen Bahnhof. Der Fackelzug des Kreises Mitte führte durch die M i e t- kasernenoiertcl zwischen dem Köllnischen Park und dem Schlesischen Bahnhof. Kampfwillen und Siegeszuversicht leuchtete aus den Gesichtern der marschierenden Menge: hunderte roter Fahnen und zahlreiche Transparente warben für den Sieg der Liste 1! Wer bei früheren Demonstrationen das Auftreten der kam- munistischen Meute gerade in diesen Straßenzügen beobachtete und dann sah, wie bei diesem gewaltigen Zuge sich die Maulhelden rasch oerzogen, für den ist nicht zweifelhaft, daß auch in diesem Arbeiter- viertel die Sozialdemokratie nach wie vor die Massen für sich hör!, * Auch der Werbeumzug des Kreises Schöneberg wies ein« ungeheure Beteiligung auf. Anschließend fand eine eindrucksvolle Kundgebung im Piccadilly statt. Kurt L ö w e n st e i n sprach. Am- 14. September stehen wir als Klaffe geschloffen gegen das allmächtige Kapital zusammen, als Schützer einer sozialen Demokratie. Wohin an_ den Herbstsonntagen? Das schöne Wetter lockt jetzt im Spätherbst wieder hinaus aus dem steinernen Meer der Weltstadt in die herrliche Umgebung Berlins. Eine Fülle lohnender Ausflüge bietet sich hier dem Wander- lustigen. Wie groß die Auswahl fft, zeigt der von der Berliner Verkehrs-A.-G. herausgegebene Ausflugsführer, der nicht nur eine genaue Uebersicht über die gesamte Berliner Umgebung bietet und das Finden des am Sonntag zu wählenden Zieles er- leichtert, sondern auch mit ausgezeichneten Karten der Landes- aufnähme ausgestattet ist. Für jeden Ort sind Verbindungen und Entfernungen angegeben, so daß dem Wanderlustigen auch nach dieser Seite hin die Orientierung erleichtert ist. Der Führer, der zu dem außergewöhnlich billigen Preise von 40 Ps. bei den Schaffnern der Straßenbahn und der Omnibusse, sowie an den Schaltern der U-Bahn zu haben ist, wird seinen Benutzern sicher, lich ein zuverlässiger Berater bei ihren sonntäglichen Ausslügen sein. kinderfesi in Warenhäusern nicht gestattet. Ein bekanntes Berliner Warenhaus beabsichtigte in ihrem Dachgarten ein großes Kinderfest zu veranstalten. Ter Polizeipräsident hat aus sicherhcitspolizeilichen Gründen dieses Kinderfest verboten, Allgemeine Wetterlage. Durch Mitteleuropa zieht jetzt«ine Störungslinie, die feucht- milde ozeanische und kühler« nordöstliche Lustmassen voneinander trennt. Die Temperaturen erreichten in der südlichen Hülste Deutsch- lands meist 18 bis 22 Grad Eelsius, während im Norden das Ther, momet«r nur auf 14 bis lZ Grad stieg. Das nördliche Hochdruckge- biet, dessen Kern jetzt über dem Eismeer liegt, scheint sich mehr und mehr nach Süden auszudehnen. Dadurch dürfte bei uns der Zu- ström der kühlen polar-konswiüen Luftwaffen aus Nordosten an« hosten. Mit einer durchgreifenden Besserung ist aber vorläufig noch nicht zu rechnen, da in der Höhe bei uns warme südwestliche Lust weht, die Bewölkung und Niederschläge hervorruft. Ä7 Wetter für Berlin: Meist stärker bewölkt mit etwas Regen, Temperaturen wenig verändert.— Für Deutschland: Im Süd- westen ziemlich warm, im Nordoffen weiterhin kühl: allgemein stark wolkig bis trübe, vielfach auch Regen. Carl Sudel, Berün NWS, iufser.strostc 3�, Tel. v 2, Weidende: mir 3354 MAKEDON- Zigaretten si so grundverschieden von wohnlichen Zigaretten, das Rauchen ein großes neues Ereignis für Sie wird Achtung. Genossinnen und Genossen! Donnerstag, Freitag werhreltuno der letzten Sie erfolgt von den bekannten Stellen aus, sofern die Abteilungen keine Änderungen angegeben haben wahierzeitung CWftttbimgca für diese Stutctt sind D» r l>» TS«. LindrnstraAe Z. parieinachrichien WA für Groß-Rerlin stet» an da» Betlrlelekrrtariai 2.K»s.2Trevp«u reibt».»» richte» Für den Wnhlfond« der SPD. in Berlin wurden durch das Personal der Bauhütte Berlin 183,30 M., durch die Angestellten der Braunschweiger Ersatzkasse für das Bekleidungsgewerbe 100 M., durch die Kollegen des Kraftwerkes Charlotttnburg S3.S0 TO., durch die Hilfsarbeiter des Flachdrucksaalcs der Borwärts-Druckerei SO M., durch die Genossen des städtischen Obdachs 30 M. und durch einige Hilfsarbeiter der Scherl-Ztg.» Rotation 7 M. an die Be,;irtskosse abgeliefert.— Allen Spendern hierdurch besten Dank. I. 21.; Alex P a g e l s. Achtung, Kreisleiter! Wir bitten die Kreisleiter, umgehend die Zentral- »oahllokalc der Kreise dem BezirkSsekrctariat. Büro Fischer. Lindenstr. 3. mitzuteilen. . li. Äast» Ktmbet«. Donnereta». 11. September, anschließend an di« Deman- ! stration. Sitzung de- grri»voritant>iz mit den Abteilungsleitern bei Schult, Mariendarfer Str. Z. 13. gnei, lempelhas. Am D»nn«r»ta», U. September, 20 llhr, milgea sich alle Senossinnen und Genossen an der tiundgebun» in Moricnfelde. Der- liner Straße, lui Drtsch. ieieiligen. lt. a«I,»enkälla. Dritter Wablwerbeu»i»ug! Sonnabend. 13. September. 13 Uhr. vom Richardvlatz aus lSvitze«irchhokstraßel. Vorher treffen ssch die Abteilungen wie iolgt: bg. und ich. Abt. Reuicrplatz l7>.» Uhr: 91..»t. und Sä. Abt. Voddinplatz 111» Uhr; 92. und 93. Abt. Hcrßberqplotz im Uhr: 9«.. 97. und 96. Ahl. Richardplatz 17«i Uhr: 99. Abt.(«ritz) Platz an der Sannemannstraße 17 Uhr. Schlußkunbgrbun» in dem Gartenlokal„Berg. ickssoßbohe". Bei diesem Aufmarsch am Vorabend der Wahl darf kern Parteimitglied fehlen. Alle Zeiten müssen genau eingehalten werden. 1». Ätei« Jläpentif. Bildungsausschuß: Die für heute angesetzte Sitzung findet trotz?ahlobend statt. Die Mitglieder werde» gebeten, pünktlich 19 Uhr zu erscheinen, da bringende Tagesordnung. 17. Ä«i« Lichtenberg. 114. bis 120. Abt.: Die für Eonnabend, 13. Eeplember. nach der„Borwärts".Auzgabcstelle Borhogener Straße ,« b-stevenden Ee> nassen müssen schon um liltz Uhr dort sein. heule Mittwoch. 10. September. Mitgliederversammlungen und Zahlabende i» nochstehenden Sokolen. Thema i» alle» veriammltwgen: vle ketÄstsSs«stz! am 14. Septem»«� 14. Abt. 191$ Uhr bei Rosner. Swincmünder Str. 08; Gottschalk. Putbusser Straß« 24; Stark, Putbusser Str. 14: kuschte. Graunftr. 41. 28. 2lit. 191$ Uhr bei Maa-i. Prenzlauer Allee 232: Bartewt. WLrther Str. 19; .14 necke. Sagenauer Str. 5; Rechenberg, ckhoriver Str. 49;. Zunoel. kaüanicnollee 29, und Mener, Dderbepger Str. 39. Tan-sordnuna: ijetzte ! Wahkvotberoitungcn. f 30.-chlbt. im Uhr; 1. Gruppe: Busch, Tilssier Etr.' 2?: 2. Sruppr: chorn. «orndoefer Str. 9: 3. Gruppe;.Wittschuß. Petersburger Str. 5; 4. Gruppe: Kirsch. Petersburger St. iü. Tagesordnung: Die Borarbeiten zur Wohl. 38. Abt. Zahlabend« in sämtlichen Bez-rken in den bekaniAei: Lokalen. Gin- teilung zur Wahlarbeit. Kein Parteigenosse darf diermal fehlen. . 48. Abt. 191$ Uhr bei Gliessng. Wassertvrstr. 6S. Referent Otto Theuner. i 87. Abt. Grunewald, zg Uh» im grgßcr«» Lokal Wnrzbacher chliiniorfShrung und Sieserat über Gntwurf de, Son�ngeitelltengeletze». Giutritt irei. Die Genossen loerden gebeten, sich zahlreich zu beteiligen. 81. Abt. Friedenau. 20 Uhr im Gesellschaftszimmer des Ratskeller,, Lauter. platz. Reierent Dr. Han, Cohn. 88. Abt. Lichterseld«. 20 Uhr.lahlabend bei Bubrick, Lorenzstr. b0. 83. Abt. Tcwpelhas. Achtung. Bezirlsführcr! Die Handzettel kür unsere Kundgebung am 13. Erptcinber sind von der Genossin Harsdorf, Derber-. Itraß« Z2. abzuholen. 88. Abt. Raricndorf. Heute abend beteiligen sich di« Genossen an der Demon. stration in Neu.Temvelhos. flabnen sind milzubringe». Morgen, Donners, tag, besuchen die Genossen die Kundgebung In Maricnselde- 87. Abt. Marienselde. 20 Uhr bei Schuster,«irchstr.«8..ßahlabend. Wichtige Besprechung zur Wahs. Mtzukölln. 91. Abt. 191$ Uhr.lohlabende in den bekannten Bezirkslokalen.— 93. Abt. 84., 66-, 103. Bezirk: Iahlabend nicht bei Zimmermann, sondern bei Do mm, Hertzbergstr. 22. 194.. III. und 114. Bezirk bei Kdnig. Böhmi sche Str. 43— 44. f 90, Abt. Britz. Buckow. Bezirke 149. ISO und 1S1 Großsiedlung: Der Zahlabend findet nicht, wie gestern angegeben, im Buschsriig, sondern an der Holle„am Hufeisen" statt. Xaauotbnun»; Einteilung der Dghlarbeit. 10«. Abt. Rudow. 20 Uhr im Gase Lose Mitgliederversammlung. Reserent Iselig sskigg. 108. Adt. Ober schone weide. 191» Uhr.Iah labende in den bekannte» Lokalen. lt«. Ab,. Lichtenberg. 20 Uhr bei Schade. Rusch«. Ecke Rormannüraße. Wich. tige Tagesordnung. 123. Abt. Weißense«. 20 Uhr finden in solgenden Lokalen Zahlabend« siati: 1» Für die Abt. S am Donnerstag. 11. September. 20 Uhr. bei Beters. Lichien, berger Str. 12. 128. Abt. Pankow.Süd. Bezirkssührer. pünktlich 19 Uhr kurze wichtig« B«. sprechung im Lokal Kober. Ausgghe de» letzten Flugblatt«, und Wahl. Materials. Jede(siruppe muß bestimmt vertreten fein. 138. Abt. Reinickcndarf.vst. 191$ Ubr. 1. Bezirk: Kemnitz. Sras.Röiern.All-e: 2. und 2a. Bezirk: Kiehne, Ressdenzstr. 9: 3. bis 8. und 10. und 11. Be. zirk: Rochhous. Residenzsiraßc: 7. und 8. Bezirk: Hoffmann. Mark- Eike Holländer Straße: 9. Bezirk: Steinbach, Schillerpromcnad«: 12. bis 14. Be. Zirk: Rockel, Hansastraße: 13. und 18. Bezirk: Neumann. Pankomer Allee Ecke Provinzstraße: 17. bi» 21. Bezirk: Brückner. Priwinzstroße. 14«-. Abt. Wittenau. Achtung, Bezirkssührer' Dos Flugblatt Rr. 8 liegt zur sofortigen �Abholung an bekannter Stelle bereit. Morgen. Donnerstag. 11. September. 3. Abt. 191$ Uhr Saal 3 de» Sewertschastshouse». Engeluser 24— 23. Funkponär. sitzung 8. Abt. 15 Ulsr treffen sich all« jüngeren Parteigenossen zum Sprechchor bei Rickcrt. Steinmetzstr. 36-. 31. Abt. 19'$ Uhr Funktionärs, tzunq bei Soldschmidt. Stolplsch» Str. Z8. Die Bez'rk-führer müssen zu dieser Sitzung ihre Wahlhelfer benennen. 74. Abt. stehlendars.Siedlung. l8>$ Uhr Sawmela bei KtslKaona, Mach»»»«« Straß«?, zur«ahlpro»»iwnda. 7». Abt.«chaneberg. Der 3. und 4. Bezirk treffen sich IfP. Uhr de, Rosenthal, Ebersitr. 86. zum Abholen der Fahnen und Plakat». All« übrioen GeTiosien sind um 19', 1 Uhr zur großen Schlußdemonstration auf dem Winterkeldtplatz. 09. Abt. Britz-Buckow. Tresse« z»m Werbeumzua i» Rüdem. D»rsii»gang seon der Britzer Seite). 134. Abt. Buch. 20 Uhr bei S opfert, am Bahnhos. Boifiantssstzunq mit allen Funktionären. 141. Abt. Si-se-th-l»»b Riederichönhaolea.Weit. All« Ritglieder fahren nach Hermsdorf. Treffen 1914 Uhr am Bahnhof. 143. Abt. Waidmaanslult. Wir beteiligen UN, an der Versammlung ,n Herms. dorf. Jrauknoeranjtallungcr 3.«rei» vebdi»». Di, Genossinnen treffe» sich Donnerst-«. 11. Geptemher, 10 Uhr. bei Lauritzen, Putbusser Str. 11. zur Flugblattvertzeeitung 14: Kreig Rcutallu. Sit Genossinnen beteiligen sich am Donnerstag. 11. Sep. tcmber, an der Frauenneranstaltun, der 9S. Abi. Buckow. Treffpunkt 18 Uhr Endhaltestelle der Linie 29. An. dem anschließenden Umzug nehmen die Genossinnen geschlossen teil. «. Abt. Heute ad 19 Ubr im..Potzenhoser", Turm- Ecke Etromstraße. Ausgabe der Frauenflugblätier. 28. Ab«. Heute Iß Ubr Abholen der Frauen ilugblälter von Barlelt. Wörtber Eck« Rvkestraße..... 33. Abt. Donners'ag. ll. September. 131» Uhr. Ausgabe der Frauenflugblätter bei Werialla. Hohenlohefti. 3. 44. Abt. Die Frauenflugblätter find ab heute 18 Uhr von der Genossin LUdrr, » Reichenberger Str. 1«. abzuholen. 47. Abt. Di« Frauenflugblätter gelanaen ob 18 Uhr bei Siebentopf. Mus. loukr Str. 35, zur Ausgabe. 90. Abt. Buckow. Donnerstag, l/. September, ab 15 Uhr. Frauen. Zusammenkunft im Lokal Dietrich. Dorfstr. 1 sEndboltesiell« der Linie 99). Anschließend große Demonstration durch' den Ort. Di« Genpsstnnen des Kreises Rcickölln werden hiermit zur Unterstützung aufgefordert. 14«-. Abt. Wittenau. Di« Genossinnen beteiligen sich restlos on ber heutigen Abteilungsvcranstaltung. Bezirksausschuß für Arveiterwohlsahri. M- Die Kecise, die mit ber Abrechnung ber Arbeit«r»>obl>s-drt»heft« D rückständig geblieben find, werben NM Abrech»»»» be» späteste», m 1. Oktober gebeten. Wir»innen in sinknost»nr»och di« Krets« b«. W liesern. die mit ihre» Abr»chnu»ge» in Orbnnng gehe». 3. krei« Weddinq. Da trotz wiederholicr Mahnungen ein« Abrechnung von verschiedenen Abteiiungeli bisher nicht erfolgt ist, wird um Rückgabe der Marlen und Ebert-Karien bis zum 10. September ersucht. Ebenso stehen von ocrschiedenen Genossen und Genossinnen die Brzablung ber Wohlsabrtshefte feit 1. Januar au», welche rdensoll» bi» zum 10. September beim Kassierer, dem Genossen Retzlafs, Pankstr. 78, abzurechnen sind. 2ungsozialistische Vereinigung Groß- Berlin. Abrechnung der Britrage, Ausgabe der Blätter für September gm Rit'- woch, 10. September, und Donnerstag. 11. Eeplember, von 17—20 Uhr. bei Kurt Bartz. Berlin-Charlottenburg, Mcinekestr. 24. Luergev. 3 Tr. Gruppe Lichtenberg: wir«reisen un» Donnerstag, n. Slpt«»H«i. tat Frauen,»ud Zungmählorncrsammlnng i» de, Aul« der Schal« Warttssrptz«»» Ibth Uhr. II ffni M m' Ul I m Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehrer und Lehrerinnen. Bezirk Groß-Verlin: Donner» tag. 11. September. I» Uhr. in de» Sammersäle», Telwwer Straße 1—4(nahe Hallesche, Tor), große Lebrertundqebung zur Reich». »««wohl. Redner: Staatsmini ftre Grimm«, Stadtichnlrat Rnbabl. Staatsickretär Dr. Staubinger, Prof. Kätr Fencrftak. Stadtrat De. Knrt LSwenstein. Arbeitsgemeinschaft der klndersreunde Groß-Berlin. krei» krenzberg. Gruppe Süden: Wir tagen jetzt Dienstag und Donners- tag im Heim Dieffenbachstr. 83. Die Roten Falken Donnerstag Heim Wasser. toritraß« um 171$ Uhr. Donnerstag, ll. September, Falirnvoll Versammlung Bellc.Alliance.Platz 1 und 18 Uhr.— Gruppe Woffertorstraß«! Wir tagen jetzt Montag, Mittwoch und Donnerstag im Heim Wassertvrstr. 0. Mittwoch kommen nur Rest» und Zungfalken zusammen. Donnerstag, 11. September, Falkenvollversammlunq Belle-Älliance-PIotz 8. Mitte: Achtung! Heute findet nicht eine Falkenvollversamurlung. sondern nur eine Falkevratssttzung des Kreise» in der Waisemftr. 18 um 171$ Uhr statt, siede Gruppe schickt also nur ihr« Falkenprrtreter. Geburtstage. Jubiläen usw. 3. Abt. Unlere« immer eifrige» Genossen Sessg»esfaee»ad Frau zur Silberhochzeit die herzlichste» Slückmünick«. Sterbetafel der Groß. Aerliaer Partei• Organisation| 24. Abt. Unser Genosse 5m i l Schiel«. Marienburger Str. 82i. ist verstorben. Ehr« seinem Andenk-nl Beerdigung Donnerstag. It'ä Uhr, Zentral. sriedhos in Friedrichsfelte. Zahlreiche Betessliguna wird erwartet. Sozlallstlsche Arbetterjugend Groß-Serliv Einsendungen fßr dlese Awbel?»v« das Aerlw<5® SS. �wdenitrate 3 heute. Mittwoch, 10. September. 19H Ahr. Sprechchor Tiergarte»: Wichtig- Probe in der Schule Waldenserftraße. «erbebe, tri«chSncberq: Wahlvropogand» auf Rädern durch den Berliner Besten. Treffpunkt 18 Uhr Rudoll-Wilde�platz. Fahnen. Transparent« und Plokaie mitbringen. Lichtenbeeg.Ro'bviest: Heim Raihaus-Boracken. Lescabend:„Die faschistische Gesahr".— Arnimplatz: Treffpunkt an der Sozialisten ecke. Beteiligung an der Wäblcrversginmlung der 31. Porteighteilung in der Schdnfließer Straß«.— Norden: Fugendheim Lortzing. Ecke Graunstraße:»Rundfiink der Werktätigene. — Eharloitenburg.Rard: Vortrag:.Arbeiterscho't und Kirche«.—«panba». R. F.: Fugcndheim Lindenufer, Vortrag:»Die Aeichstagsmghlen".— Fl iediichp Hessen: Ingendbeim Friedrichstr. 87:„Die»-hier.".— Lichtend«!».»»»: Jugend. heim Hautsstraß«. Vortrag:.Friedrich Engel,".— Lnisenftadt: Jugendheim Wasserwrstr. Z:.Wahlen und Reichstag". ic «erbebezirt Krenzberg: Morgen. Donnerstag. Trchfpuni! zur Parteidemon- stration um>8 Uhr Fontanepromenad« sKaiier-ssriedrich.Platz). �sbebezirt Tcmpelhot: Demonstration in N«u»TempeIhof. Treffpunkt 181$ Uhr Bahnhof Tempelhof. Vortrage, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". Gefchäktssterie: Berlin S. 14. Sebaftianstr. Z7-S». Hot 2. Tr. Mittwoch, in. September. Tempelhol lOrtsverein): Antrete» 181: Uhr mit Svielmannszu» Berliner Straße, am Hohenzollern. korlo, zum Schutz des EPD..D«rb«umzug«».— Do»»e»»taq. 11. September. Kreuzbrrg(Orlsverein):>8 Uhr Antreten mit Tamdoimksrsss ohne Fahnen Fontgiiepromenade zum Schuß der Wahlkundgebung der SPD. Tewpelhpsi 20 Uhr Saalschutz Marienselde bei Pelsch. Tiergarten sOrtsverein): Antreten 181, Uhr Kleiner Tiergarten, bis 191$ Uhr Platzkonzert, anschließend Prona. gandakahrt. Friebrichshain, Kameradschasten Petersburg. Büschina und Andrea»: 191$ Ubr in den Andrea»Sälen zum Saalschutz Wilmersdsrs sOrtsverein): 20 Uhr Saalschutz zur SPD.-Kiindgedung im Bittoriagorten. Pankow: 191$ Ubr Saalschutz zur SPD..Kundgebung Restaurant Sanssouci. Hermsdari skamerad- schait): 19'$ Uhr Antreten in Ludwigslust zum Saalschutz.— Freitag, 12. S»»> tember Prenzlauer Berg: Antreten 18 Ubr Bezirksamt zum Schutz b«, SPD.. Umzüge.- mit Musik ohne Fahnen. Steglitz sOrisverein): 19 Uhr Antreten zum Saalschutz zur SPD..?ersammlunq in Siegsitz. Gomnosium veesestraß-. Käpenick: Antreten 19 Ubr Bhs. Sviiidlersfesd. Anschließend SPD.Veesaimnluno im Stadtiheater Köpenick Pankow: WZi Uhr Antreten in Pankow. Livdvers Konzerihaus, Breite Straße, in Bundeskleidung. Tegel skameradfchaft): 20 Uhr Mitqliederversamwlupa:m.Alten Krug". Tegel, Hauptstr. 14.—»rei, Ost»»: Ein aktueller Vortrag trat an dt« Stell« de» Interview» vor Woche. Walter Stölpin«! sprach über die Revolution in Araentinien, alz deren treibende Kraft er die gessenwärtig« Wirtschaftskrise schildert«, die auch diesen reichen südamerikanischen Staat nicht oerschont hat. Di« Charokterislerun?. die der Redner von dem gestürzten Präsidenten Irkgoyen gab, zeigt« aber auch, daß es sich bei dieser Revolution im Grunde um eine Empörung de» Dolkswivenx gegen Diktaturonmoßung handelt.— Sehr z-itgemljß waren noch die Dorlegungen Ministerialrats Goslar über..Die beut- sche Rcichsverfassung". die von der Deutschen Welle oerbreitet wurde. Der Vortragende gab übersichtlich und allgemein verständlich ein« Zusammenstellung der wichtigsten Versassungst'estlmmungen, die dem deutschen Dolk und seinen von ihm gewählten Vertretern die Regierungsgewalt sicherstellt.— Ein genußreiches Klovierkonzert bot der Pianist Bruno E i s n e r, der sich besonders als ein sehr geschmack- voller Mozartspielcr— in einer k.Our-Sonate— zeigt«. De». Di« für Sonntag. 14. September, angesetzte Au iovwpaganda fahrt findet v>»r statt.— Friehrichsh-i»: Die Kameraiischaften schicken»rei bi»-:er Kameraden zum Mgteriglabhvlen zum Kassierer Kamerad LSwenberg. R»ich«bu»d tzer»eieqsbeschibigtea.«rieasteitaehmee»nd KrieaeehisU: bliebewe»,«a» Beeli». Orlsgrnppe Norden 14. Donneistag. 11. September. 20 Uhr. Mitgliederversammlung in den Äasino-Frstfälen. Pappelallee 13. 1. Be» richt vom außervrdentlichen Gautag und 2. Referat:.Stellungnahme zu den 91>rb»tt�R»d>».««»d Dentschland« e.«.. Ortsgrnppe Berlin,»rnppe Brenzleaee B-rg. Dvnnrrstaq. 11. September. 20 Uhr. de: Klug. Danzeger Str. 71. Technischer Abend.,... � Reich»»«rba»d Dcatlcher«riestsbeschidigter ond Kmestrehtnterbliebener. Be- zirk 1 Mitte. Freitag. 12. September, 20 Uhr, im Lokal E. Müsch. Brunnen. � ��rdeitee. Radio. Bnnh Deutschland«, e. B.. vetsgrnppe Groß-Berli». Unter. arapp« Eharloticnbarg: Lokal Lehmann. Kimisssweg 8. In dieser Woche ke::i Gruppenabend.— llatregruppe Friedrichshai»: Lokal Wertaller. Hoben lohe. stvgß« 3. Donnerstag. 11. September. 20 Uhr, Werbeabend. Gäste willkommen. Veretatgung»vabhängiaer Dearokeatev. Freitag. 12. September, 20 Ubr, im Plenarsstzungssaol des Retchsmiitschastsrats. Bellepueftr. 13. Kundgebung: „Die unabhängige Demokratie greift anl" Es sprechen„Gegen offene und oer. kappte Diktatur" Senatsprästdent Frenmuth:„Gegen wirtschalttiche::nd kulturelle Reaktion" Sri» SLih. Karten zu freiem Eintritt in der Geschäftsstelle. BerltN W. 30. Schwäbische Str. 23. Telephon:« 7. Pallas 2239. Spi-scdtzwd Ibe„Enelist: Speikers": Donnerstag. II September, 20 Uhr, Restaurant.Stephanplatt". NW 21, Stendaler Str. 12- Mrs. Claire Vick speaks about.Westmlnster Abbev"— Debatcs and topics ot general interest. Sursis — tadieS and gentlemen, are n-elcome! A» all« Schwerhirige»! Die Ortsgruppe«erlin des Schutzverbandes der Sdnverhörigen veranfialtet am Donnerstag. 11. Sevteinher. 20 Uhr. im Dres. deNe» Earken. Dresdener Str. 43,«ine groß« öffentliche Versammlung, zu welche» all» SchweehDaigen eingeloden sind. Kein Schwerhöriger darf fehlen. da»? sich»m wichtig« Aatercssenfragen handelt. Beachtet die Anschläge an de» A»sch?agsSuIen. Eintritt frei. Herbstmoden bei Cords. Di« neu« Saison trägt ein« unverkennbar schlichte, ganz au's Praktische gestellte Rote. Das wollene Kleid in Braun, Grün, Marine und Burgunderrot ist meist aus tweedortigcn Geweben, da- neben gelangt auch Wollgeorgette und Jersey zur Verwendung. Bevorzugt werden kleine Muster, oft auch nur ein weißer Esseki. der aus dunklem Grund« wie Schneeflocken wirkt. Hn einfarbigen Wollstoffen verarbeitet man mit Vorliebe(Faids, Georgette uns Eharmsloine, alle» weiche, geschmeidige Wollstosf«, die wärmen, ahne aufzutragen. Der Straßen mantel in Fantasie- und Noppenmusterung, Velour und Flausch, stimmt manchmal mit dem Kleidmuster überein, oft ist er auch«in wenig abweichend im Desfin. oder eben ganz abstechend. Für elegantere Mäntel werden Eivrin«, Zibeline, Cachemire-Duvetme, schwarze, seidigschimmernde Gewebe verwendet. Auch das Spitzenkleid in Schwarz, Weiß oder hellen Farbtönen mit neuartigen, wie hingehoucht wirkenden Muste- rungen, schließt sich dem modischen Reigen an. Für di« Straßen- kleidung spielen auch noch Samte. Bewet« und Kunstseidensamt« m diskreten Farbtönen eine groß« Rolle. Di« Berarbeitung der Straßenkleider ist ganz schlicht, lediglich ein weißes Bäffchen zizuss den kleinen Ausschnitt. Auch der Handschuh, von ganz kurz bi» zur „Sturmpslänge", spielt in diesem Winter ein« große Rolle. Nach Möglichkeit trägt er die Farbe des Kleides. Oie bittige Touenhinstfaße. Bor emigen Tagen hat Woolworth. der billige Laden mit seinen Höckstpreisen von 25 und bsi Pi.. seinen Einzug in Berlin WW geholten. Im großen, in Rot und Gold gehaltenen Raum präsentieren sich in 215 Berkaussabteilungen allerlei ebenso nüPliche wie preihwerte Dinge. Küchengeräte und Wirtschastsartikel. Glas, Porzellan. Parsumerien. Rosierapparaie und Eßbesteck«, Kurzwaren, Handarbeitsärtikel. Spiel- und Schreibwaren, Schokoladen usw. Da gibt es eine lebende Miniatur Kakle» für ganze 50 Pf., daneben einen richtiggehertzden ausgewachsenen Füllfederhalter und einen Stand weiter sogar ein? ganz neumodische Damenhandtasche mit ausmontiertem Toilettespiegelchen. Wenn man nach de? Kauf- und Schaulust der ersten Tage gehen kann, dann ist dem neuen Laden allerhand Gutes zu prophezeien. Der größte Käuferorodrang wird aber sehr rasch bewältigt, da jede Der- käuferin ihr« War« gleich selbst kassiert und verpackt. Sehr erfreulich ist die Tatsache, daß 95 Proz. der Ware, die Wvolwotth in seinen deutschen Niederlagen nbseßt, aus beut sich er Produktion stammen So unterhält die Firma beispielsweise in Fürth und Snnneberg große Einkousslaqcr für Spielwaren, womit sie weit über Deutschland hinaus die Der- einigten Staaten, Konada und England beliefert. Deutsches Spiel- zeug sowie Eisen- und Stohlwaren sind durcki Wvolworth in Amerika Standardattikel geworden. Da»»«»« Pich-rr-Kan»: Das alt« Berliner Stammhaus her Pschprr.Brau-rri München, das„Psrhvrr.Haus". Friedrichstr. 183. Ecke Behrrnftraße.»»ird am Freitag, dem 12. Sept'«b«r. nach vvllkommeurm Umb-u wieder eröffnet. T:e Rilume kennt man nicht in-rder, neben den alten aemütlichen ünd viele neue entstanden, is das Alt-Leeliner Zimmer mit den b'stvrischen Bildern, wie der Pschvrr.Ausschänk vvr V> fahren eröffnet murdr. kleine-bäeschlossrnr Räume Mr LS bis 40 Perisnen und vor-llrm eine Srhensivürdiakrit der<1:1», der nrurrbaut« prächtige Oberlichtsaal. S-cgcrs bekannte Stodtküche wird auch dem nerwöhnt-sten Grschmock Rechnung tragen. Hnt.A»»st«r»»a be) Wertste: m. st» der Putz-bteilung ist Hutmvdenscha::. Di« kleine kappe, tzi» heute«ine besonders wodisdle Rolle spielt, ebenso M!« d-r größer« Hur, der zum Eportensembl« gehört D« ist»os neue Grün, von dem mir sewies ssrhöer Hobe», recht verführerisch, bald klein, bald-roß. in Somi.»ber beibe» neeeint. Auf ,:n»m Podium thrvnen die Sch»>-izv»«:ß> peibendungen, daneben schwarz mit türkis, e:ne neue sehr kleibsame Farben» Verbindung. Ein andere» Podium zeigt nur rvie. ein andere» nur blou- «der beige Hüte. Und daneben,»in« Neueinrichtung de» Hause», die diesen schweren Zeiten Rechnung trägt, ein« Abteilung ungarnierter Hüte, die soweit � vorgearbeitet sind, baß man nur etn Bändchen, eine Rädel, eine kleine Fedtr brauizuaeben braucht Für viele eine große Ersparnis, da man sich h<«r für wenig- Geld den passenden Hut zum Kleid anschaffen kann. Beraatmorllich sstr Politik: Dr. Eurt Seper: Wirtschaft: G. Kliagelhötee: Srmerkschaftsbewegung: Z. Gteiaer: Feuilleton: K. K. Difcher; Lokale» and Sonst«»«»: Fritz Karvidt: Avseieev- Id.»lock«: iumtlich in Berlin. Verlag: Vorwärts-Verlag G.«. b. H.. Berlin. Druck: Borwärts-Buchdruckerrl und Berlagganstalt Paul Singer v. Co.. Berlin SW. 88. Lind-nstraß« 8. Hier,» 2»eilagea. Für die tägliche Pflege der Haut ist die Quelifif Ihrer Wachtisehseife immer entsdieidend. Deshslh vermenden Sie ein Predakf, dessen jaserlesene BesrhsffenheU in eilen Verbnudierkreisen gerühmt wrd- Dr. DRALLE* Lavendelseife tfro&n lUasde Perm, UM. C,79 Nr. 423» 47. Jahrgang 2« Mittwoch, �0. September 1930 Versprechungen, keine neue Arbeit! Das Arbeiisbeschaffungsprogramm der Reichsregierung ist eine Riete. Die Mn�nohmen der Rcichsregierung zur Arbeitsbeschasfung hoben sich bisher auf dem Arbeits markt nicht aus- gewirkt. Di« Zahl der Arbeitslosen ist durch Entlassungen der Großindustrie weiter gestiegen. Die Regierung hatte angekündigt, daß durch die oon ihr eingeleiteten Maßnahmen noch rechtzeitig im Jahre 1930 für 3 0 0 0 0 0 Menschen Arbeits möglich- fcitcn n« u geschaffen würden. ZÄnn im Gegensitz zu diesen Versprechungen nicht nur keine Entlastung auf dem Arbeitsmarkt, sondern eine weitere Verschlechterung eingetreten ist, so liegt das daran, daß einerseits durch die Untätigkeit der Regicruirg ein gut Teil der in Aussicht genommenen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen überhaupt nicht oder vollkommen verspätet vorgenommen wurden, und andererseits die Auftragsoergebung von Reichsbahn und Reichspost keine eigenMchen Zusatz- auftrage darstellen, sondern grösstenteils nur vorgesehene Einschränkungsmatznahmen wieder aufhebt. Das Arbeitsbeschaffungsprogramm, angeblich in 5)öhe von 1 Milliarde Mark, sah zusätzliche Aufträge der Reichsbahn und Reichspost für zusammen 550 Millionen vor, ferner 250 Mil- lionen für das Kleinwohnungsbauprogramm, einen Betrag in gleicher chöhe für Straßenbau und kommunale Rot- ftandsarbeiten, die ihrerseits zum Teil durch die neugegründct« „Deutsche Gesellschaft für öffentliche Arbeiten A.-G." finanziert werden sollten. Aür den Straßenbau und die öffenllicheu Notfiandsarbeilen ist überhaupt nichts geschehen. Seit Monaten sind die Verhandlungen über die Finanzierung der großen, volkswirtschaftlich wichtigen Straßenbouprvjekt« im Gange. Indessen ist es— bisher unwidersprochen— bekannt geworden, daß der Reichsbankpräsident Luther sich gegen die Aufnahme einer Ausländsanleihe für den Straßenbau ausgesprochen hat, und man geht wohl nicht fehl in der Annahme, daß zunächst dieses Projekt gescheitert ist. Ueber die Kapitalbeschaffung für die neue„Gesellschaft für öffentliche Arbeiten" ist gleichfalls nichts bekannt geworden. Im Juli 1930 wurden bei Notstandsarbeiten noch nicht 35 000 Menschen beschäftigt, während im Vorjahre bei einer um die Million geringeren Arbeitslosenzisfer mehr als 100 000 Arbeiter bei Rotftandsarbeiten beschäftigt werden konnten. Das Kleinwohnungsbauprogramm der Reichs- regicning bleibt für die diesjährige Bausaison ohne Bedeu- t u n g. Die Regierung Hot hier so lange gezögert und so spät erst Gelder zur Stützung des Baumarktes bewilligt, daß in diesem Jahre kaum noch wirklich umfangreiche Kleinwohnungsbauten vorgenommen werden können. Die künstlich gehemmten Kommunen. Es kommt hinzu, daß diesen zusätzlichen Reichsmitteln sür den Kleiuivohnungsbau ein.. betiüchtlicher. A uswlL. lieL den uüatzlicben staatlichen und kommunalen Wohnbaumitteln gegenübersteht. Man kann annehmen, daß allein die Kommunen— angespannte Finanzlage und llmschuldungsaktion— in diesem und wahrscheinlich auch im folgenden Jahre ihre eigenen Zuschüsse und Darlehen zum Wohnungsbau um 100 bis 150 Millionen Mark kürzen müssen. Das Kleinwohnungsbauprogramm der Reichsregieruug wird also kaum mehr als einen Ausfall für die ander- ivärts in Fortfall tommcnden Zuwendungen bieten. Erst wenn die Kommunen die Möglichkeit hätten, ihrerseits durch Auleiheaufnahms Wohnbaumittel im bisherigen oder verstärkten Unifang« zur Verfügung zu stellen, wäre mit einer Verstärkung der Wohnbautätigkcit und niit einer Verminderung der Massenarbeitslosigkeit im Bau- gewerbe zu rechnen. Voraussetzung hierfür ist zunächst die Aushebung der über die Kommunen verhängten Anleihe- b l o ck a d e. Die Regierung Brüning will aber die Kapital- beschasfung der Kommune» nicht erleichtern, sondern erschweren. Wie sieht es bei Reichsbahn und Reichspost aus? So bleibt als Kernstück der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen der Regierung Brüning nur die Auftragsoergebung von Reichsbahn und Reichspost. Di« Reichsbahn hat im Rechnungsjahr 1930/31 nicht für die ursprünglich vorgesehenen 350 Millionen, sondern nur sür 272 Millionen Aufträge an die Industrie vergeben, die Reichs- post für 200 Millionen. Von industrieller Seite ist bereits dagegen Verwahrung eingelegt worden, daß es sich bei diesen Aufträgen um zusätzlich« Bestellungen handelt, die die Neueinstellung von Ar- bcitern ermöglichen. Die„Deutsche Bergwerks-Zeitung" weist z. B. daraus hin, daß bei den Reichsbahnaufträgen u. a. an die Waggonininiftrie von einer zusätzlichen Beschaffung gar keine Rede sein kann, da nur ein Bruchteil der normalen Aufträge vergeben wird und daß es daher auch irreführend wäre, «ine zusätzliche Beschöstigiing von mehr als 100 000 Menschen zu verheißen. Da» Rcichsverkchrsministerium bestreikt jetzt, diese Zusichenrng der Mehrbeschäftlgung von 100 000 Mensche« überhanpl gegeben zu hoben, die Reichsregierung hat nicht einmal, sondern duhende- mal versprochen, daß zusätzlich 300 000 Menschen durch ihre Matznahmen Arbeit und Brot erhalten werden. Bei näherer Prüfung zeigt sich freilich, daß mit dieser „zusätzlichen" Auftragsoergebung von Bahn und Post insgesamt nur etwa gerade der Sluftragsumfang des Bor- jahres erreicht wird! Di« Reichsbahn hatte feit April dieses Jahres ihr« Be- fchaffungen einschneidend gedrosselt. Sie schrieb hierüber selbst in ihrem Aprilbericht:„Alle nicht betriebsnvtwendigen Arbeiten, ins- besonder« zur Ausbesserung an den Fahrzeugen, wurden eingestellt. Der Gleisumbau, der ursprünglich eine Leistung von 3500 Kilometer vorsah, wunde auf 2400 Kilometer eingeschränkt." Mit den jetzt vorgesehenen neuen Aufträgen an Oberbaumaterial dürste gerade der Umfang der vorjährigen Erneuerung(3340 Kilometer) erreicht werden. Für Fahrzeugbeschassung und Berbesse- vung sind im Vorjahre 232 Millionen aufgewendet worden. Die diesjährigen Aufwendungen dürsten selbst unter Berücksichtigung der jetzt„neu" herausgegebenen Aufträg« an Lokomotivbau und Waggonindustri« st, chöhc von 80 Millionen auch nicht annähernd den Vorjohrcumfang erreichen. Wie stark die Reichsbahn ihre Bs- schafsuiigeu bereits einzuschränken begonnen Hot, geht daraus hervor, daß die Ausgaben für Betrieb und Erhaltung der Anlagen in den Monaten April bis Juni d. I. um zirka 43 Millionen Mark tatldger mme* ai, m Lorjahr. Man muß daher zu dem Schluß gelangen, daß die jehi erteilten Reichsbahnauslräge keine oder jedenfalls leine ncnnenswerlen Tleubeschäsligungsmöglichkeilen bieten konnten, sondern nur eine weitere Minderbcschäftigung der Lieser- induslrlen der Reichsbahn v«rhinder» haben. Aehnliches gilt für die Auftragsoergebung der R c i ch s p o st. Die Reichspost hatte in ihrem Boranschlag schon beträcht- liche Kürzungen der Ncuinvcstitionen für den Post-, Tele- graphen- und Fernsprechbetrieb, insgesamt um mehr als 35 Mill. Mark gegenüber 1929, vorgesehen. Sie hat da)m, als mit der Verschärfung der Krise ein Rückgang der Posteinnahmen eintrat, noch Streichungen an ihren ursprünglich im Etat vorgesehenen In- oustrieaufträgen vorgenommen. Die jetzt erteilten Austräge in höhe von 200 Millionen Mark stellen also gleichfalls wie bei der Reichsbahn keine eigentlichen Zusahausträge dar. sondern annullieren zum größeren Teil nur die eingeleilelen Auslragslürzungen. Daß diese 200 Millionen Austräge der Reichsp.ist nur zum kleineren Teil Ausatzaufträg« darstellen, geht schon daraus hervor, daß die Reickispost sich in dem Nachtragsetat nur neue Ausgaben für Ergänzung des Fahrzeugparks. Ausbau der Fernsprcchonlagcn und so weiter, insgesamt nur 90 Millionen hat bewilligen lassen. Es bleibt dahingestellt, ob die beiden größten öffentlichen Unternehmungen, Reichsbahn und Reichspost, nicht ihrerseits bei energischer Einwirkung der Reichsregierung stärker« Anstrengungen zur Belebung der Wirtschaftstätigkeit und Entlastung des Arbeits- Marktes hätten machen können. Wir glauben z. B., daß die R« i ch s p o st nicht den Gefamterlös aus der R c p a r a t i o n s» an leih« zur sofortigen Wiederouffüllung der Postscheckgeldcr hätte verwenden müsse», sondern mindestens einen Teil hiervon zur verstärkten Investition hätte benutzen sollen. Wir halten ferner den Standpunkt der Reichsbahn, Ncuinvestitutionen mir insoweit vorzunehmen, als der Z i n f e n d i« n st hierfür vom Reich getragen wird, nicht für haltbar. Die Reichsbahn darf sich auch in einer Zeit vorübergehend rückgängiger Emnahmeentwicklung nicht den großen volkswirtschaftlichen Ausgaben und konjunktur- politischen Funktionen, die sie als größter industrieller Auftraggeber ausüben kann, entziehen. Aus alledem erklärt sich, daß das Arbeitsbeschaffungsprogranun bisher überhaupt keine Entlastung des Arbeitsmarktes bewirkt Hot, nicht einmal das weitere Anschwellen der Arbeit-losenzisfern ver- hindern konnte. Angesichts der außerordentlichen Schwere der Krise ist die geringe Aktivität der Regierung Brüning in der Arbeilsbeschassunq unentschuldbar. Auch hier hat man, genau wie in der Frage des Preisabbaus, große irreführende Versprechungen gemocht, sie aber nicht gehalten. So hat die Regierung durch Untätigkeit oder unzulängliche Maßnahmen in der Arbeitsbeschassuog wie überhaupt aus dem ganzen Gebiete der Kriscnbekämpsung völlig versagt! Ganze �6 Millionen. Wie offiziös mitgeteilt wird, hat dos Reich solchen als erste Rate zur Durchführung des zusätzlichen Reichswohnungsbau. Programms den Ländern Preußen, Bayern und Sachsen einen Betrog von insgesamt 16 Mil- lionen Mark zur Verfügung gestellt. Die Geringfügigkeit dieses Betrages zeigt, daß in der Tat in diesen, Baujahr durch das Reichsprogramm eine wirklich fühlbare Belebung des Baumarktes nicht zu erwarten sein wird. Rätsel um Junkers. Eine späte und sehr dunkle Ailanz. Mit auffälliger Berspätuug legt die Iunkers-Flugzeug- A.-G. Dessau ihren Abschluß für das am 30. September 1923 beendete Geschäftsjahr vor. Der Umsatz des Unternehmens hielt sich nach dem Geschäftsbericht auf der i)öhe des Vorjahres, also um 10 Millionen Mark. Di« Arbeitsintensität bei den ausländischen Filialen des Konzerns erfuhr nach dem Bericht ein« Erhöhung (wodurch?): damit hängt das Anwachsen des Bilanzpostens„Forde- rungen an Konzernstellen(was find eigentlich die„Konzernstellen" von Junkers?) und„Zweigstellen" von 2,99 Mill. Mark im Bor- jähr auf 3,35 Mill Mark zusammen. Gegenwärtig beträgt der Aus- landsabsatz der Firma Junkers mehr als das Doppelte des Inlands- absatzes. Auf Kosten der Bormittel und Wertpapier«(375 075 M. am 30. September 1929 gegen 1,05 Mill. Mark am 30. September 1928) haben die Betrieb svs rr-ä, e eins Steigerung aus eineu Wert von 5,K4-Mill. Mark ersah«»-, das- hängt«ach- de», Bericht mit dem- Bau größerer Flugzeugtypen als im Vorjahr zusammen. Der Bilanzposten„Empfangene Vorauszahlungen" erfuhr gleichsalls eine beträchtliche Erhöhung(um 0,11 auf 2 Mill.): im Wider- s p r» ch damit stehen die Behauptungen der Verwaltung, daß infolge der zunehmenden Einstellung der Abnehmer aus sofortige Lieferungs- Möglichkeit die gebräuchlichsten Typen auf Vorrat hergestellt worden feien und daß„es auch im abgelaufenen Geschäftsjahr wiederum möglich war, sämtlich« Ausgaben mit eigenen Mitteln zu decken". Der traditionelle Verlust der Iunkers-Werke hat gegenüber dem Vorjahre«ine Verdreifachung erfahren(456 000 M. gegen 150 000 M.). Der Gewinnvortrag, der noch von der 14 Millionen- „Ablösung" des Reiches vom Jahr« 1926 herrührt, erfährt dadurch eine weitere Verminderung auf 1,86 Millionen Mark. Die Junkere-Flugzeugwerk-A.-G. hofft jetzt schon auf Export-Subventionierung. wie aus ihrem Bericht her- vorgeht. Zweifellos hätte Junkers ohne die R«ichs„ablösui,g", lies Subvention, von rund 14 Millionen von 1925 heute«norme Ver- luste. Es ist übrigens ein unmöglicher Zustand, daß Junkers als aus öffentlichen Mitteln unterstütztes Unternehmen sich zu geringerer Publizität verpflichtet glaubt als jede ander« private Aktiengesell- schaft. Die Firma Junkers hält es nicht einmal für nötig, darüber Auskunft zu geben, an welchen Orten sie eigentlich Zweigstellei, unterhält und wie der Geschäftsgang während der elf Monate war, die zwischen dem Abschluß und der Bekanntgab« ihres Berichts für 1928/29 liegen. Auch Reichsbank wartei auf Arbeii. In der ersten Septemberwoche war die Entlastung der Reichs- dank wieder so stark, daß man nicht sagen kann, die Banken hatten die Reichsbonk zur Gewährung neuer Kredit« schon nötig gehobt. Di« Wechselbestände sind um 158.1 auf 1571,9 Millionen, die Lom- barddarlehen um 155,2 auf 57 Millionen zurügegangen. Die unver- zinslichcn Gelder auf Girokonto nahmen um 47,2 auf 368,4 Mil- lionen ab. Im Zusammenhang damit verringerte sich der Umlauf von Reichsbantnoten um 221.2 auf 4486,2 Millionen. Die Gold- bestände blieben mit 2618,9 Millionen wieder fast unverändert, der Bestand an Deckungsdeoisen nahm weiter um 23,1 aus 392,1 Mil- lionen zu. Di« Deckung der umlausenden Roten durch Gold und deckungssöhige Devisen zusammen verbesserte sich von 63,5 auf 67,1 Proz.____ Was wird mit den Reifenpreisen? Oer Gummipreis stürzt weiter! Der R o h g u m m i p r« i s hat an, Montag mit 32 Pf. für das englische Pfund(454 Gramm) einen neuen Rekordticsstand erreicht. Das neuerliche Sinken des Rohgummipreises ist die Folg« des Scheiterns der viel diskutierten englisch-malayischen Pläne zur Einschränkung des Anbaues und der Gummigewinnung, die wir wegen der ablehnenden Haltung der Reifenfabriken mit Plantagen» besitz von vornherein für aussichtslos hieben und deshalb ignorier- ten. Gegenwärtig find nun die Gummivorrät« der Welt so groß, daß für über 100 000 Tonnen Rohgummi keine Abneh- mer in Aussicht stehen. Bei den Plantagen werden die kleineren Betriebe, die nicht allen Anforderungen neuzeitlicher Technik ent- sprechen, ollmählich, aber sicher ausgeschaltet. Die übrigbleibenden Großbetriebe arbeiten bei der gegenwärtigen Marktlag« dank der niedrige» Cingeborewuftöhn« auch jetzt noch nicht mit Berlust, wie aus den Beröffentlichuilgen von Zwei großen englischen Gesellschaften hervorgeht. Für die Zeit noch der Boendigung des elngelei.eten Ausscheidungsprozcfses unter den Plantagenbetrieben liegt sehr wohl ein Preisdiktat der übrigbleibenden Grohuvternchmungen im Bc- reich des Möglichen. Die Rohgummivreife sinken— sie sind auf weniger als einem Drittel ihres Standes vom Jahre 1925 angelangt, aber die G u m n,i- reifcnpreis« in Deutschland bleiben nach wie vor e n o r m hoch. Ihre maßlose Uebersetzung durch das Reifenkartell, auf die wir als erste hingewiesen hoben, hat jetzt endlich auch Industrie- und Handelskreise zu Aeußerungen des Mißfallens veranlaßt. Für den 1. Oktober 1930 ist noch den letzten Meldungen eine lOprozen- tig« Herabsetzung der Reifenpreise zu erwarten. Di:scs Ausmaß ist völlig ungenügend. Die Beratungen der Reifen- fabriken sind anscheinend noch nicht abgeschlossen. Gehen die Firmen bei der Preisermäßigung nicht betiächtlich weiter, so besteht keinerlei Anlaß, von einem amtlichen Vorgehen gegen sie im Rahme» der Kartellaktion abzusehe,.. Jündholztrust überspringt ttGA.-Zötle. Di« große Aussuhr schwedischer Zündhölzer nach den USA. war durch die amerikanische Zollerhöhung fast unmöglich gemacht worden. Der Zündholztrust hat deshalb jetzt einen großen Posten Aktion der Diamond Match Corp. erworben, des größten amerika- nischen Zündholzunternehmens, das eigene Sägemühlen. Zellstois- fabriken und große Waldungen besitzt. Wahrscheinlich wird die Diamond Match Corp. mit der JnKrnational Match Corp., der nord- amerikanischen Tochtergesellschaft des schwedischen Zündholztrusts, verschmolzen werden. Gelbstfinanzierung bei Nüromaschinen. Gewinnvortrag fast die Hälfte des Kapitals. Die Astrawerke A.-G., Chemnitz, ein junges Unter- nehmen zur Herstellung von Rechen- und Buchunasmaschinen, weisci, für das Geschäftsjahr 1929/30 bei 800 000 Mark Kapital einen Rein- gewinn von 271 000 Mark aus(Vorjahr 359 000 Mark), der sich durch den Gewinnvortrag aus 434 000 Mark erhöht, also aus mehr als die Hälfte des Aktienkapitals. Das Unternehmen konnte den Vorjahrsumsatz trotz einer Steigerung des Exports nicht erreichen: denn im Inland machte sich nach dem Geschäftsbericht insbesondere die Finonznot der Behörden geltcird, bei denen mit der Bestellung vop Addier- und Buchungsmaschinen stark zurückgehalten wurde. Die Gcwinnrechnung beweist jedoch, daß die Gesellschaft auch bei verringertem Umsatz noch sehr gut oerdient hat. Im neuen Goschästsjahr ist das Unternehmen trotz„nicht unbefriedigenden Auftragseingangs" beineswegs voll beschäftigt. Der Reingewinn soll noch dem Vorschlag der Verwaltung nicht zur Berteilung einer Dividende(Vorjahr 15 Praz.) verwendet, son- dern im wesentlichen, angeblich mit Rücksicht aus die zweifelhafte Wirtschaftslage, vorgetragen werden: in Wirklichkeit soll er wohl dem weiteren Ausbau des Unternehmens dienen, für den auch«ine Kapitalerhöhung um 425 000 auf 1,22 Millionen Mark vorgesehen ist. Der Aufsichtsrat der Gesellschaft erhält trotz der Dividcndenlosigkeit 36 250 Mark: 20 000 Mark werden dem offenen Reservefonds überwiesen, der"dadurch auf die stattlich« Summ« von 283 000 Mark anwächst. Ziignbeverbot und Vreissenkuna. Der Reichsausschu ßfür das Zugabeverbot hat an den Reichswirlschaftsminister und den Reichswirtschaftsrot einen Appell gerichtet, dem Zugabewesen als einem wichtigen Teilgebiet der Preissenkungsaktion die ge- bührende Beachtung zu schenken und für eine Beseitigung dieses künstlichen Hindernisses einer normalen Preisbildung einzutreten. Die Ammendarser Papiersobrik A.-G. in Ammendorf bei Holle (Saale) kündigt die Verteilunq von 10 Proz. Dividende für das am 30. Juni beendete Geschäftsjahr an(Vorjahr 12 Proz.). Die Kürzung der Dividende erklärt sich durch Erhöhung der Abschreibungen. Di« Verwaltung hat sich im Herbst 1929 und noch in letzter Zeit sehr befriedigend über Auftragsbestand und Beschäftigung geäußert. Der gegenwärtige Wahl kämpf hat der Papierindustrie unerwartete Sonderaufträge gebracht: daß Wahlseldziige einen günstigen Einfluß aus die Lage in der Papierindustrie ausüben, wurde schon anläßlich der letzten Kon,- munalwahlen von Fachkreisen bestätigt— Um so dringlicher ist eine Sei, kung der Papierpreise. Der Reichswirtschaftsiat sollte sich auch die sehr scharf kartellierte Papier- industri« näher ansehen. Reich schafft Arbeitslosigkeit. Wie sich das„Arbeitsbeschaffungsprogramm" auswirkt. Der Bundesoorftanü des Deutschen Baugewerks- Bundes wendet sich in folgenden Ausführungen gegen den vom Reichsfinanzminister Dietrich angekündigten Abbau des Wohnungsbaufonds: Der Herr Reichsminister der Finanzen hat in einer vor wenigen Tagen gehaltenen Wahlrede erklärt, er wolle aus dem Haus- zinsfteueraufkommcn weitere 400 Millionen Mark dem öffentlichen Finanzbcdarf zuführen. Wenige Wochen zuvor ist vom Reichskabinett ein Arbeitsbeschafsungsprogramm ver- kündet worden, das die Bereitstellung von etwa 57g Millionen Mark für Bauten vorsah. Bon diesem Betrag sollten etwa 250 Millionen für den Wohnungsbau, der Rest für Bauten anderer Art ver- ausgabt werden. ISO Millionen, davon 100 für den Wohnungsbau, sollten von der Regierung selbst aufgebracht werden. Der Entschluß des Herrn Rcichsfinanzminifters der Finanzen ist nach eigener Erklärung nicht etwa ein letzter Ausweg zur Sanierung der Rcichsfinanzen: der genannte Betrag soll vielmehr dazu dienen, bei anderen Steuern Ersparnisse vorzunehmen. Der Minister läßt sich dabei von der Hoffnung leiten, die Ersparnisie an anderen Steuern würden das Wirtschaftsleben befruchten. Der Herr Rcichsministcr der Finanzen fällt damit in Gedanken zurück, die im vergangenen Jahre eifrig propagiert wurden, in- zwischen aber als überholt gelten müssen und zu dem vom Reichs- kabinett versprochenen Wirtschastssonierungsprogramm und dem gleichzeitig versprochenen mehrjährigen Bauprogramm in krassem Gegensatz stehen. Schaffung neuer Arbeitsgelegenheit bei gleich- zeitigem Entzug bisher Arbeitsgelegenheit schaffender Mittel ist widersinnig. An je 1000 M. Hauszinssteuer hängen etwa 2300 M. weitere Wohnungsbaugelder. Mit 400 Millionen Mark würden dem Wohnungsbau insgesamt also 1Z00 Millionen Mark entzogen werden, weit mehr als ein Drittel der Summe, die während des vorigen Jahres im Wohnungsbau überhaupt investiert wurde. Daß die Hauszinssteuer durch anders Mittel ersetzt werden kann, muß als ausgeschlossen gelten. Es ist nicht emmal möglich gewesen, für die im günstigsten Falle nur doppelt so hoch verzinslichen Dar- lohen der Landesversicherungsanstalten und die noch ungleich teuereren Darlehen der Sparkassen Ersatz zu finden, weil die Diffe- renZen zwischen den Kosten dieser beiden Arten von Darlehen und denen des freien Marktes schon zu hoch sind. Das Reichskabinett hat dem Wohnungsbau in diesem Jahre durch die Lahmlegung der Sozialversicherung— zwangsweise Aufnahme von 150 Millionen Reichsbahnvorzugsaktien, Leistung der Zahlung an die Invalidenversicherung für das ver- gangene Jahr in Reichsschatzwechseln, Halbierung der Zollübcr- Weisung an die Invalidenversicherung, Ueberwähzung der Kosten des Markenverkaufs und der Rentenzahlung von der Reichspost auf die Invalidenversicherung— etwa 200 Millionen entzogen. Die Bereitstellung von 100 Millionen für den Wohnungs- bau bedeutet alf�, ohnehin eine nur teilweise Wiedergutmachung jener Schädigungen. Die in Aussicht gestellte Kürzung des Woh- nungsbaufonds um weitere 400 Millionen würde die Rechnung zu- Ungunsten des Reichskabinetts weiter verschlechtern: Einem Entzug von 600 Millionen stünde eine Zubilligung von 100 Millionen Mark gegenüber. Gegen die geplante weitere Kürzung des Wohnungsbaufonds müssen wir Protest erheben. Zugleich sprechen wir nach Erwägung all dessen, was die Regierung zur Förderung und Schädigung des Wohnungsbaues getan hat, dem Kabinett das Recht ab, von sich zu behaupten, es sei um die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit bemüht." Das„Arbeitsbeschaffungsprogramm" der Reichsregierung ent- puppt sich immer mehr als ein Programm zur Schaffung von Arbeitslosigkeit. Bon zusätzlicher Arbeitslosigkeit. Di« Löhne werden gesenkt, wodurch die Kaufkraft weiter gedrosselt und damit die Arbeitslosigkeit erhöht wird. Und nun will man auch noch das Baugewerbe abdrosseln. Vorausgesetzt natürlich, die Wähler machen dem Reichsfinanzministcr nicht«inen dicken Strich durch seine Rechnung. Texiilstreik in Aordsrankreich beendet. Ein Vermittlungsvorschlag des Arbeiisministers. Der Texiilstreik im Revier von Roubaix-Tourcoing ist am Dienstagabend beendet worden. Die Gewerkschaften haben der vom Arbeitsminister vorgeschlagenen Regelung zugestimmt Daraufhin gelang es dem Arbeitsminister Laval, auch die widerspenstigen Unternehmer für den Einigungsvorschlag zu gewinnen. Die verhaßte„Treuprämie" Ist vollkommen abgeschafft. Auch von ihrer Wiedereinführung unter dem Ramen„Ausdauerprämie" ist Abstand genommen worden. Die Arbeiter, die neu in einen Betrieb eintreten, verpflichten sich, die im Sozialversicherungsgeseh vorgesehenen Beiträge vo« ungefähr 4 Proz. selbst zu tragen. Aach Ablauf einer gewissen Frist erholten sie die Summe von dem Unternehmer zurück und werden zugleich für die Zukunft von der weiter- Zahlung der Versicherungsbeiträge entbunden, die künftig: die Unker. nehmer zu entrichten haben. « Damit ist ein« der größten Streikbewegungen, die Frankreich seit de« Krieg gesehen hat, erfolgreich beendet. Wie erinner. lich, haben die Gewerkschaften im Sommer auf Grund der Teuerung Lohnforderungen gestellt, und zwar nicht nur in dem eigentlichen nordfranzösifchen Industriebzirk, sondern so ziemlich überall. In Rordfrattkreich, wo unter den Unternehmern die politischen Schars- wacher«in« führende Rolle spielen, wurden die Verhandlungen ver- schleppt bis zum Inkrafttreteir der Sozialversicherung. Dann suchte man mit Hilfe der Kommunisten die ganze Bewegung umzu fälschen in«inen Kampf gegen die Sozialversicherung. Das Zusammenspiel zwischen Kommunisten und Sozialreaktion war «in so enges, daß man den Eindruck eines abgekarteten Spiels hat. Wi« di« Kommunist«» durch Terror versuchten, die Arbeitsauf- nähme in den Betrieben zu verhindern, wo die Lohnerhöhung be- willigt worden war, um so gewallsam di« Einheitsfront der Unter- nehmer aufrechtzuerhalten, so versucht« die Unternehnrerorganisotion durch Konventionalstrafen die Zlußenfeiter bei der Stang« zu halten. Vergeblich! In der Metallindustrie zunächst, dann auch nach und noch in der Textilindustrie des Nordens und Nordostens wurden die Forderungen bewilligt. Aufrecht blieb nur das Häuflein groß- industrieller Scharfmacher von Roubaix-Tourcoing unter dem Kom- mando des Scharfmachers L e y. Nun hat auch dieser nachgeben müssen. Man hat in der F o r m diesen Scharfmachern eine Konzession gemacht. Praktisch bedeutet das Ergebnis jedoch ein« vierprozentige Lohnzu- lag«. Noch am Sonntag versuchten die Kommunisten durch eine „Massenkundgebung" Verwirrung zu stiften. Sie sind jetzt zu- sammcn mit Herrn Ley geschlagen. Auch pn'vaieisenbahnen für Lohnabbau Reichstarif gekündigt. Der Arbeitgeberverband der Deutschen Straßenbahnen, Kleinbahnen und Privateisenbahncn hat die R c i ch s t a r i f o« r- träge für die Beainten, Angestellten und Arbeiter der deutschen Neben- und Kleinbahnen gekündigt. Als Begründung gibt er an, daß di« gegenwärtig« Wirtschaftskriso und die Konkurrenz des Kraftwagens die finanzielle Loge der Neben- und Kleinbahnen so verschlechtert haben, daß die Bahnen nicht mehr imstande seien, die geltenden E a h ä l t« und Sozialeinrichtungen der Reichstarifverträge zu gewähren. Dabei erhalten die Beamten und Zlngestellten der'Reben- und Kleinbahnen heute ein Gehalt, das erheblich unter dein der Reichs. bohnbeamten liegt. Bestimmt der Reichstarif doch, daß nur 8 4 P r o z. der Sätze der Reichsbesoldungsordnung zu zahlen sind. Hinzu kommt weiter, daß die Beamten und Angestellten der Neben- und Kleinbahnen die Beiträge zu ihrer Pensionstasse selber zahlen müssen neben den Abzügen für Arbeitslosenversicherung, Krankenversicherung psw. Der Kleinbahner bezieht also im Durch- schnitt nur 65 Proz. des Einkommens eines Reichs- eisenbahners. Auch der Urlaub und die Bestimmungen über die Weiteroewährung des Gehalts in Krankheitsfällen weichen un> günstig von den gleichen Bestimmungen bei der Reichsbahn ob. Wenn trotzdem der Zlrbcitgeberverband den bestehenden Reichs- tarifoertrag tilndigk«, fo muß man annehmen, daß er die gegen- wärtig«, den Unternehmern günstig« Situation benutzt, um«inen weiteren Abbau der Gehälter und tariflichen Bestimmungen herbeizuführen. Die Kleinbahndirektoren waren schon früher mit die reaktionärsten Unternehmer. Besonders deutlich wird das, seit an der Spitze der„A.-G. für Berkehrswesen", ein Konzern, der den Arbcitgeberverband der Deutschen Straßenbahnen, Kleinbahnen und Prioateiscnbahnen ziemlich beherrscht, ein durch die Inflation ge- förderter Kapitalist steht, der überdies ein prominentes Mit- glied des Stahlhelms ist. Es gehört wohl zur Weltauf- fassung dieses Stahlhelmmannes, di« Arbeitsbedingungen seiner Be- amten, Angestellten und Arbeiter aufs Unerträglichste niederzudrücken. Der bevorstehende Streit um die Erneuerung des Reichstarifs für Beamten, Angestellten und Arbeiter der Neben, und Klein- bahnen wird«in schwerer Kampf werden. Diesen Kampf können die Neben- und Klsinbahner selber erleichtern, wenn sie am 14. September geschlossen stimmen für die Liste 1. Der Gesamt-Verband hat. zahlreiche Kandidaten im Wahlkampf. 'Die Neben-' und Kleinbahn«? tun' gut, wemt sie dazu" beitragen, daß unsere Kollegen in den nächsten Reichstag einziehen. Bei ihnen werden die Interessen der Neben- und K1«nbahn«r am besten auf- gehoben sein und Vertretung finden. Keine Einigung im ItahrschieMpruch. Vor der Entscheidung des Reichsorbeiisministers. vor der Entscheidung de« Reichsarbeiksminister«. Die Verhandlungen, zu denen dos Reichsarbeit»- Ministerium die streitendem Parteien in der Frage des Schiedsspruches lm Ruhrbergbau eingeladen hatte, sind er- gebnislo» geblieben. Die Entscheidung liegt nunmehr beim Reichsarbeilsminister. der sich in kürzester Zeit über die Frage der Verbindllchreilserklärung entfcheiden wird. Eisenbahner für Sozialdemokraiie. Gegen Diktatur. In der Mitgliederversammlung am 5. September warf Genosse Scheffel. Vorsitzender des Einheitsverbandes der Eisenbahner Deutschlands, die Frage auf, ob in der nächsten Zeit di« Demokratie oder die Diktatur kapitalistischer Interessenten in der deutschen Republik herrschen soll. Die Regierung Brüning hat es verstanden, in widercecht- licher Anwendung des Artikels 48 in wenigen Wochen nicht nur alles zu zerschlagen, sondern auch die Löhne und Gehälter durch Schiedssprüche zu senken. Statt der Lohnsteuer hat sie die Besitzsteuer gesenkt. Obendrein aber der Sozialdemokratie und den Gewerkschaften die Schuld zuzuschieben an der un- geheuren Schädigung, die aus diesen Maßnahmen den Arbeitern, Angestellten und Beamten erwuchs, ist die größte Dema- g o g i e, die Zentrum samt.Kommunisten einschließlich aller rechts und reaktionär eingestellten Parteien leisten. Es ist darum unbe- dingte Pflicht auch sämtlicher Eisenbahner, dafür zu sorgen, daß im kommenden Reicfzstag nicht wi« bisher 152 sozialdemokratischen Abgeordneten 338 arbeiterseindlichc gegenüberstehen, damit dieser Rückwärtsentwicklung früh genug der Boden entzogen wird. Das Kabinett muß infolgedessen so stark mit sozialdemokratischen Mit- gliedern durchsetzt werden, daß di« Forderungen der Sozialdemokratischen Partei' und der Gewerkschaften durchgesetzt werden. Der Lokomotivführer Genosse Herrmann vom Einheits- verband der Eisenbahner Deutschlands war es und nicht der von den Eisenbahnern nicht anerkqnnte, von der Zentrums- regierung hineingesetzte 2. Verwallungsoertreter der Gewerkschaft Deutscher Eisenbahner, der es durchsetzte, daß die ungeheuer hohen Gehälter der BerwaltungKivtsmüglteder und Direktoren herab« gesetzt werden. Wie die Wölfe haben sich die Unternehmer auf die Aus- führungen des Zentrumsministers«tegerwald gestürzt, der vor nicht langer Zeit auf einer Tagung der Industriegewaltigen erklärte, daß 12 Millionen Menschen in veukfchlcmd Sozialrentner seien. Darum also die Maßnahmen der Regierung Brüning aus dem Wege der Diktatur! Mit dem Appell, in den Betrieben alles aufzurütteln, damit am l4. September die Sozialdemokratie den Sieg erringt und nicht das Zentrum und die Nationalbolschewisten, schloß di« imposante Versammlung.» „Arbeitsbeschaffung". Wie es in der Praxis damit aussieht. Don gut informierter Seit« wird uns geschrieen: An der Hand genauerer Unterlagen für die Berliner Industrie und bei Ueberprüfung der Meinungsanregungen der Unternehmer- presse ergibt sich, daß alle Behauptungen falsch sind, die es so dar- stellen, als ob durch das Arbeitsbefchaffungsprogromm einig« hunderttausend Arbeitslose im Handumdrehen wieder in den Produktionsprozeß eingeschaltet werden können. Di« erste Frage ist, wohin Austräge gegeben werden. Wenn zum Beispiel die Linoleumindustrie, die in ganz Deutschland 4000 Leute beschäftigt, für 25 Millionen Mark Auftröge bekommt, so ist das noch keine ernsthafte Zlrbeitsbeschaffung. Aber auch dann, wenn Aufträg« in solche Industrien gegeben werden, bei denen die Produktion mit viel menschlicher Arbeit ver- knüpft ist, ergibt sich noch nicht ohne weiteres, daß dann Ein- stellungen von Arbeitskräften erfolgen. Das ergibt sich im besonderen dann nicht, wenn man als ku s ä tz l i ch e Aufträge das bezeichnet, was im wesentlichen die normalen Quartalsaufträge sind. So sind zum Beispiel in di« Berliner elektrisch« Schwach- stromindustrie bis heute nach genauen Unterlagen etwa für 15 Mil- lionen Mark Aufträge der Reichspost geflossen. Sie heißen ins- gesamt zusätzliche Aufträge", enthalten aber in Wirklich- keit zum größeren Teil die normalen Bestellungen, mit denen bisher wohl aus Finanzierungsgründen von der Reichspoft zurückgehalten worden ist. Bisher sind in der Berliner Schwachftromindustrte infolge dieser sogenannten und der wirklichen Zufatzausträge der Reichspost nur bei zwei Firmen Einstellungen erfolgt, dabei handelt es sich um etwa 25 Personen. Dem steht gegenüber, daß zum Bei- spiel Mix u. Genest, Bosse u. Co., Kaiser u. Schmidt, Lorenz, Schuchhardt, Sudicatis, Dauerheim, Brök u. Goldschmidt und Z w i e t u s ch v. C o. bis Ende August fortgesetzt Leute entlassen haben. Andere Firmen, wie die Deutschen T e l e p h o n w e r ke, Siemens, Krüger, arbeiten verkürzt und drohen weiter mit Entlassungen. Bei der Einstellung von Arbeitskräften infolg« ds Arbeits- beschassungsprogramms ist von der Reichsregierung die Mitwirkung des Gewerbeaufsichtsamtes vorgesehen worden. Die sollten darauf achten, daß keine Ueber stunden geleistet werden, daß nicht Arbeitskräste eingestellt werden, die nicht über den Arbeitsnachweis gegangen sind. Bisher hat das Gewerbeaufstchtsomt noch in keinem Fall Selgenheit gehabt, in der von der Regierung vorgeschriebenen Richtung einzugreifen. Das zeigt am deutlichsten, daß das Arbeits- befchaffungsprogramm der Regierung nicht wirtschaftlich, sondern wcrhlpropogandsstisch aufgezogen worden ist. Neichskonserenz der Bauwerkmeister. Im Bremer Volkshaus fand diefer Tage die dritte R e i ch s k o n f e r c n z der Fachgruppe der Bauwerk- meifter im Deusschen Baugewerksbund statt. Anwesend waren 21 Delegierte und einige Mitglieder des Bundesvorstandes, darunter Bernhard, der erste Vorsitzende. Im Mittelpunkt der Tagung stand der umfangreiche Geschäftsbericht des Reichsfaäi- gruppcnobmannss P e t e r s- Berlin: Trotz der Wirtschaftskrise konnte die Fachgruppe innerhalb der letzten drei Jahre ihren Mit- gliederbestond von 4681 auf 5782 heben. Der Kampf der Fach- grupp« um Anerkennung als Tanspartei ist noch nicht abgeschlossen. Der Grundsatz: beruflich« Zusammenarbeit bedingt organisatorische Verbundenheit, wurde von Peters vor allem gegenüber dem Polierbund stark betont. In der Aussprach« wurde ihm dos volle Vertrauen für die geleistete Arbeit ausgesprochen. Bernhard vom Bundesvorstand betonte, daß das Haupt- gewicht der kommenden Arbeit der Dauwerkmesster auf die Organisierung besonders der jüngeren Poliere und Schachtmeisler gelegt werden müsse. Das sei das beste Mittel, um konkurierenden Berufs- orgaßisationen entgegenzutreten. Bestrebungen zur Schaffung einer Einheitsorganisation seien bereits im Gange. Erst ein großer Arbeitskampf werde Klarheit schaffen. Die Hauptaufgabe bleib« die Erfassung der unorganisierten Poliere. lieber„Bcrufsgefahren und Bauarbeiterschutz" referierte Wüst vom Bundesvorstand. Er besprach ausführlich die rechtlichen Gefahren, die sich für den Bauwerkmesster aus seiner großen Verantwortung für Leben und Gesundheit der ihm unter- stellten Arbeiter ergeben. Peters beleuchtete die Stellung der Bauwerkmeister in der Sozialgesetzgebung, vor allem di« Rechtsunstcherheit hinsichtlich der Kranken- und Angestelltenoerficherung. Als Reichsfachgruppcn- obmann wurde Peters einstimmig wiedergewählt. «cht»»«,«schi-ger-Atleatchast! Drtri-b»ersammluna sämtlich«:«tieit- nehmer dcs Atchinfter-Aannern» am?onner»wq. 1W4 Uhr. im Hackeschen Hat ,«rasier S-aN. Rosentholer Str. W—U. Stellungnahme zur Reich»taa«oahl. Reserentin Neichstaasabgearinete IZrau Bahin-Schuch. Wir crwartrn, haß die Arbcitnchmcrschatt aeschluksen zu der Versammlung antritt. geirtralrerbaud der Hotel.. Zl«st»»ra»t.»ad füllten. Z. A.: ffr. Saar. f Freie Gewerkschafts-Iuaenö Berlin Unsere Jugendberatungsstelle ist geässnlt jeden Mittmach van 181t di« 20 Uhr im Gewrrkschastshau-. Sngelufer 24—35. gimmrr M.— Heute. Mittmach, ob ISVi Uhr. tag-n die Srupven: Baumschntenw««: Jugendheim Ernststr. 18. Untcrholtungtabend.— Schönhauser So«: Jugendheim zehdenicker Str. 24—25. Vartrag:„Wie kämmt der Deutsche Reichstag zustand«?— Reukilu: Ginppcnheim Bcrgstr. 29, Las. Vartrag:„Der Reichstag und seine Bedeutung fllr die Arbeiterschast".— Süden. Südwest«»! Städt. Jugendheim Harckstr. 11 ssZabriigebäude). Reihenvartrag.„Völkerkunde".— Flughole»: Jugendheim Neukölln, Jluqhofrnstr. 68. Partrag:„minfsahrcs- Ulan. Sozialpalitik und cbcwerischoften in Ruhland".—«dlcrshos: Sruvven. heim Adlershvs, Biomarckstr. I. Literarischer Abend.—»elhensec: Jugendheim Varkser. ZS. Darlrag:„Stotum bin ich arganillert?"— Rarteri»«: Jugendheim Eannenburger Str. 20. Bortrag:..Demokratie aber Diktatur".— Schönedcrg: Jugendheim Kauptstr. 15. Arbeiterdichter auf Schallplatlen. @Iuaenporuppe des 3ennal- theater grundsätzlich kerne Hono-rrrre bezahlt, lieber Haupt waren die Honorare überaus spärlich. Friedrich Schlegel wurde für eins seiner Schauspiele ein Honorar von 9 Friedrichsdor angeboten, worauf Schlegel überhaupt auf die Honorarzahlung verzichtete. Gustav Freytag erhielt für„Die Journalisten"«In Honorar von 40 Dukaten, d. h. soviel war von Gros Redcrn vereinbart worden. Bekommen hat er das Honorar überhaupt nicht, sondern der Dichter war gc- nötigt, die Intendanz zu verklagen, di« sich auf eine Klausel stützte, wonach der Dichter nur im Wiederholungsfalle Anspruch auf dgs Honorar hat. Das später so berühmt gewordene Lustspiel ging nur einmal über die Nationaltheaterbühne. Auch Hebbel muß sich bitter über die Abrechnungen beklagen, nicht weniger Gutzkow und Otto 3hcolai, dessen.Lustige Weiber von Windjor" seinerzeit zu einem auf der Bühne ausgetragenen Skandal zwischen Intendanz und Dichter geführt haben. Der schon zu Jfflands Zeit die Bühne beherrschende Dramatiker Naupach ist, nach dem sehr interessanten Briefwechsel mit der Inten- danz zu urteilen, als der Vater eines deutschen Abrechmingssystcms für die Autoren anzusprechen, das jahrzehntelang im Schwünge war. Nach vielem hin und her, das an das Feilschen in der Markthalle erinnert, wurde folgender Tantiemesatz schließlich festgesetzt: Der Autor erhält eine einmalige Abfindung, und zwar wird das Honorar nach Akten bezahlt. Für ein Trauerspiel wird der Akt mit SO Taler, im Schauspiel mit 40 Taler und für das Lustspiel mtt SO Taler berechnet. Dielleicht ist hos der Grund, daß in Deutschland die Lustspielproduktion so zurückgeblieben ist. „Salomos Wundernüsse" ist die Bezeichnung für die riesen- haften Frücht« der Doppel-Koko-palme, dix bis zu 25 Kilo wiegen. Früher wußte man mcht, woher diese Flüchte stammten, und es bildete sich ein Kreis von Sagen um sie. Man schrieb ihnen ge- heim« Zauberkräfte zu. Nach Europa kamen die ersten Nüsse im Jahre 1002. Erst im Jahre 1790 wurde die Herkunft der Nüsse festgestellt, da man die Doppelkokospalme auf den Soychfllen cnt- deckte. 3ioch heute sind die Nüsse bei den Sammlern hochgeschätzt. Der Panamakanal war schon im Jahre 1530 geplant. Jedoch erst mehr als dreihundert Jahre später, im Jahre 1882, wurden die ersten Arbeiten in Ästgriff genommen. Am Montag früh IM, Uhr verschied nach langem schweren mit Geduld ei tragen em Leiden mein lieber Gatte Vater, Schwiegervater, Schwager und Onkel, der pensionierte Rohrleger Wilhelm Hammel im vollendeten 49. Lebensjahre. Dies zeigen an Frau Martha Hammel Frau Emma Kraute geb. Hammel Gertrud Hammel Paul Kraute Die Trauerfeier findet am Freitag, dem 12. September, vormittags 11 Uhr, im Krematorhim Gerichtstraße statt. Deotsdier MetallarbeMM Vcrvaltuafttsielle Berlin Todesanietgen ®»n SDlitfllifbnrn zur Nachricht, bnf; uns« Aollrgk. der Mechaniker MI» WoblgemHth am 4. September gestarben ift. Die Beerdigung hat bereit» statt- gesunben.___ Km 1. September starb uns« Aaklege, b« Mechanik« Heinrich Daiiadas Die Beerdigung hat bereit» statt- gesunden.___ Am I September starb unser Kallege. b« Schlosser Karl Uese Die Einäscherung hat bneit» statt- gesunben. Am 7, Juki starb»nfn College, d« Kienipnec Knstav Meyer Die Beerbigung hat bereit» statt- gesunden. Am 8. September starb unser Kollege, der Metallarbetlec Wilhelm Schneider Die Einäscherung findet am Donner». tag, dem lt. September, nachmittag, >2'/, Uhr, im Krematorium Bilmere- dors stall Am 7. September starb uns« Kollege, der Bauanschläger Friedrich Lobeda Di« Einäscherung findet am Donner»- tag. dem lt. September, nachmittag» 12»/, Uhr im Krematorium(Stricht- ftraße statt. Am!>. September starb uns« Kollege, der Schloffer Heinrich Hamm Die Beerdigung hat bereit» statt- gesunden. Ehre ihrem Andenken Rege Beteiligung wird e> wartet, 01« Orltverwalhmg Verband der Budiblnder and Papierverarbeiter Dentsdilands Ortsverwaliunj! Berlin Den Mitgliedern zur Nachricht, dag unser Kollege, der Buchbinder lohsaaaaez Damm Zorndort« Strasse 55, perstorben ist Ehre seinem Andenken. Die Einäscherung findet Donner». tag. den 11, September, tzertschaf«»haa», ««flclnfcc 24-25(grotzer Saal). Tagesordnung: 1. Bortrag:.Der lg. B«bimb»tag in Berlin". 2. Diskussion. 3. Branchenangelegenheiten. Mitgliedsbuch, mit einem der obigen Bernse oersede». legitimiert. E» ist Pflicht jede» Kolltgen. pünktlich zu erscheinen. aemung. ffuniaionsre i Selriffk Zl.agdlaikaerbreiknng. Die in den BBMI-Betrieben zur Per- teilung gelangenden Flugblätter, liegen Mir uiiitc« Kollegen im Beibandshaus, Linlrnstrasse W— K, Zinimer 5 zur Abholung bereit. wir erwarten ooa allen Znnkkia- nSren. das, die Verbreitung der Flugblätter in den Delrieben restlos durchgesährt wird. 01« OrisverveaUanä VkU-MS äoppeltbreir, in eielen ssarban.Äeter ttSse Gaid in vielen modernen rarfcen Meter Bafflen-Heinflen mit Stickerei....................... Damen-Naßiüieiniien mit farbiger Weste................. Damefl-Pallover„,t tnederne Jacquard&asfühnirg....... Herrea-Pöllover Kr.E« und Reissverschluss, reine Wolle... fein gewirkt. Windel form. SEPT. 1930 Herren-Dotertiose wollgemischt...........»..»» Herreo-Sodien Klor mit künstlicher Seide..... P»»r Herreo-Men«,„» gestrickt, SlrapaziergOBlUgt....Für DamenSirüniQle Doppelsohle und Hocbfcrse..... 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September ISN In der heutige» Voimiltogsziebung wurden Sewinne über 150 M. gezogen 2 Orioin.e m»IX«-St. 332204 4 Sewia», m 3000 M. 284122 327970 24 Gewinn,»u 2000 KU. 3084» 89067 101793 18331« 17781« 188300 834501 260987 259988 279954 282959 316211 38 Sewinn» ,„.1000 M. 60789 82500 92205 95350 110308 132878 133348 143211 247260 249624 2SI012' 296142 296869 311165 382723 70 Gewinn, w 500 W. 40399 94385117168 124150 142048>56534 159024 184400 19363S 208120 212004 � 257595 287168 272893 277128 286034 206304 297521 312410 331660 338770 341426 341733 345761 347211 381433 383431 ein der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über IN M. gezogen 97837 109534 290202 295094 124546 1 38087 241165 252030 304182 308060 356690 376534 2 Gewinn» w 1 0000 stll, 144168 12 Gawlna« m 3000®. 12384 22666 72437 230128 360843 388803 10»w-inna M 2000 Dl. 43488 78877 144423 176028 389683 40 Gewin», w 1000 M. 19368 31419 33787 38041 48431 82085 311 99485103781 145338 I8S571 184225 27SS1I 288825 291377 3434 298838 307278 321908 384501.____________ 68 Grisin». ,» 600 M. 2437 25063 27045 43993 51877 84378 91233 93503 95288 95478 104335 124088 138982 140330 200303 203419 212747 21 391 2 223532 238775 242972 262889 284124 286523 297141 300589 305120 336722 338246 357373 358477 330068 397037 Iw Geroinnrade oerblieben: S Prämien zu fe 5Ö0000, 4 Gewinne zu je 25000. 10 zu je 10000, 10 zu je 5000, 18 zu je 8000, 60 zu je 2000, 102 zu je 1000, 29« zu je 600, 766 zn je 800 M. 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