BERLIN Sonnerstag U. September 1930 10 Pf. Ar. 426 B 212 47. Jahrgang Erscheint täglich außerSvnntaz«. Zugleich Abendausgabe de«.Vorwärts'. Bezugspreis beide Ausgaben 85Pf. prvWoche, 3,60 M. pro Monat. Redaktion und Expedition; BcrliuSWos.Lindenßr.Z Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeik« «o Pf., Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen»ach Tarif. Postscheckkonto: VorwSrtS-Verlag®. m. b. H., Berlin Nr. 37536. Fernsprecher: Dönhoff SS2 bis 297 Siresemanns Vermächtnis Keine Außenpolitik mit Oeutfchnationalen! Tie Teutsche Vottspartei kann mit ihren jetzige« Führern einsehliehlich des Generaloberst b. Geeckt keinen politischen Staat machen. Diese schöne Erkenntnis ist ihr selbst auch schon aufgegangen. Sie treibt daher ihre Wahlagitation mit Gtresemann. Auf„unseren Strescmann" beruft sich ihr Wahlaufruf, uitd auf den Plakaten der Partei ist das Bild des verstorbenen Außenministers mit der Unterschrift angebracht:„W ä h l t meine Partei!" Dem lebenden Stresemanu ist in seiner Partei nie die Verehrung entgegengebracht worden, die«an jetzt in demagogischer Absicht dem toten zollt. Er wird alS Schutzpatron für eine Politik in Anspruch ge» nammen, von der es mehr als zweifelhaft ist, ob sie je seine Zustimmung finde« würde. Herr Scholz hat die Verbindung mit der Staatspartei abgelehnt, weil er die Brücke« nach rechts nicht abbrechen will. Er hat die an ihn gerichtete Frage, ob er anch be» reit sei, mit den Nationalsoziali st en zu re- gieren, nicht verneint, und von der Zurückweisung eines .Zusammengehens mit den Hugenbergern ist erst recht leine Rede. Tie Treviranus-Westarp-Gruppe aber, mit der die Deutsche Volkspartei heute bereits engste Freund- schaft verbindet, unterscheidet sich von den Dentschnatio- nalcn in der Sache nur sehr unwesentlich, und es bedarf keines Beweises mehr, daß sie der Außen» Politik Stresemanns und ihrer Fortführung heute genau so feindlich gegenüber st cht, als zu der Zeit, in der sie noch ein Bestandteil der einigen Deutsch- nationalen Partei war. Wie unberechtigt und»«wahrhaftig die Berufung auf den toten Führer ist, zeigt mit aller Klarheit der hier neben wiedergegebene Brief Stresemanns an Breitscheid'. Er datiert vom Tage der letzten Reichstags- wähl, dem 20. Mai 1S28. und ist die Antwort aus eine Frage, die Genosse Breitscheid einige Wochen zuvor als Redner in einer sozialdemokratischen Wahl- Versammlung in Mainz an Stresemann gerichtet hatte. Tic Antwort Stresemanns war unmißverständlich. Er würde sich nicht als Minister des Auswärtigen zusammen- setzen mit den schroffen Gegnern seiner Außenpolitik. Sein Führcr-Rachfolgcr Scholz aber treibt mit den Resten seiner politischen Kraft nach rechts, ganz gegen das politische Vermächtnis Stresemanns Hitler„zu Bett gebracht— und in die Badewanne gesteckt"- sagt Goebbels öffentlich. Wenn schon, denn schon: Wenn der große Adolf sich schon bereit erklärt, ins feindliche Ausland Preußen zu fahren, dann muß man auch die Konjunktur ausnützen; und so sagten die Nazis zu ihrer großen Versammlung im Sportpalast ncch«ine Parallelversammlung im Orpheum, Hasenheide, an. Auch die war besetzt: Natürlich, Adolf Hitler sollte auch hier per- sönlich auftreten; das hat auch für andere Kreise einen gewissen Kuriositüt-wert und außerdem war nicht nur zum Saalschutz der ganze Jahrgang 1912 aufgeboten. Wenig Frauen, die haben ja auch bei den Nationalsozialisten nichts verloren. Sie dürfen zwar norläusig noch wäl?lcn, aufgestellt ist keine, und wie es mit ibrer Vertretung im„Ständeparlament" des dritten Reiches aus- sehen soll, das läßt der Redner vorsorglich ungeklärt. Dieser Redner ist überhaupt«ine nette Sache: Er hält einen drei Stunden langen Vortrag über den nationalsozialistischen Zukunfts- staat und sein« Politik. So etwa» kann sich selbst der kleine Moritz kaum vorstellen! Also, Schulden bezahlen wir über- Haupt nicht, auch die Jndustrieschulden werden nicht bezahlt. Wenn uns die anderen dann was wollen, dann stellen wir einfach von den fürsorglich verhosteten Geiseln aus der Hochfinanz zehn an die Wand,.und dann werden die anderen schon mit sich reden lassen, die sind doch all« miteinander verwandt!" So geht das weitet— stundenlang; man sieht des Redners Lippen fußlig wer- den. Schon legt einer und der andere den Kopf auf die Stuhllehne. Alles wartet aus den großen Adolf—. es hört schon lange niemand mehr hin. Also muß der Redner endlich Schluß machen, damit die B l e ch w u j i t wieder lostobcn und die Leute am Schlafen vcr- D* Gustav Stresemann den 20 Mai. Sehr verehrter Herr Breitscheid! Sie haben in Mainz an mich eine Präge gerichtet, die ich während der Mahlzeit zu beantwor- tön versprach. Da ich seit den S.Mal bettlägerig bin, konnte ich das in öffentlicher Versammlung nicht tun. Bevor das Resultat der Wahlen bekannt Ist.mochte ich Ihnen erklären»dass ich eine erfolgreiche Aussenpolitik mit den Deutschnationalen nicht mehr für möglich erachte. Ich wurde jedenfalls nicht mehr Minister einer Koalition mit der Deutsch-Nationalen Partei sein. Vielen Dank für Ihre Geburtstagsgrisse. Ihr J hindern kann..Zehn Minuten Pause— Adolf Hitler ist unter- weg?!' Es werden zwanzig, dreißig, vierzig Minuten. Immer düncr wird der Beifall selbst zu den zackigsten Märschen. Endlich: große Aufregung; nun! Aber durch die doppelte Reihe der SA- Kette, die den Weg freihält, nochmals wie ein kostbares Juwel durch einen Sechsmännerkrcis geschützt, schreitet statt des großen Adolf Goebbels der Kleine, lind nun macht er der betrübten Versammlung eine tiestraurigc Mitteilung: Di« ürastnalur des Diktators hätte doch die Anstrengung der Spvetpalastoersammlung nicht ertragen.und wir hoben ihn in die Badewanne sehen und zu Bett bringen müssen!" Alles trägt der klein« Goebbels mit tragischstem Tone vor, als sei der Diktator schwer erkrankt. Vorn schluchzt eine hysterisch: Frauenstimme auf:„Wenichstens z eisen hätt'r sich doch kenn'!" Das Volk murrt; schließlich will Goebbels jedem das Eintritt-- g e l d zurückgeben, der es sich zurllckzusordern traut. Sonst soll man auf dasselbe Billett noch eine richtig« Hitler-Versammlung besuchen dürfen. Wenigstens ober gelang es mit diesem.jüdischen Dreh" doch, die Versammlung solange zusammenzuhalten, bis die Gefahr von Zusammenstoßen wesentlich verringert ist. Und viel- leicht kommen die geduldigen Schaje, von denen, wie ein SA.-Mann konstatierte, diesmal soviel in einen Stall ging n. auch zu der in Aussicht gestellten Versammlung—, wenn sie umsonst ist. Nachtrag: Uebrigcn-— es wurde von dem Rcferenien auf alle Parteien, am meisten auf die Sozialdemokratie, geschimpft, der man Tod und Verderben schwur; kein Wort fkl gegen die KPD., mit der man sich doch sonst so gern prügelt. Und det fiel mir usf, sagt der Berliner. Münzenberg kenni Arbeiierlieder nicht. Die Münzenbergpresse ist noch immer in großer Aufregung, weil wir ihre Diskusstonsoerbrüderung mit den Nazis ongepran- gcrt haben. Sie versucht es mit Retourkutschen, sie will nachweisen, daß nicht die Verfasser des„nationalen und sozialen kom- munistischen Programms", sondern daß die Sozialdemokraten natio- nalistisch eingestellt wären. Da hat das Münzenbergschc Morgen- blatt ein Flugblatt unserer Kasseler Genossen entdeckt, auf dem — wir bitten, nicht zu erschrecken—„ganz im Stile der Hitlerblätter" die fette Ueberschrift „Erwache Boll! Erwache!" ,zu lesen sei!— Wirklich so! Woher soll schließlich ein in den Kommunismus hineingeschneiter Literat von Münzenbergredakteur wissen, daß die Worte„Erwache Volt! Erwache!" eine Wieder- holnngszeile aus dem alten Arbeitcrkampjlicd„Em- par zum Licht!" sind?! Bei Münzenberg ist man durch die Hitleroerbrüderung schon so auf.»Deutschland erwache— Iuda verrecke!" eingedrillt, daß wohl nächstens die Münzenbergpresse auch die Zeile„Wacht aus. Verdammte dieser Erde!" für einen Vers„im Stile der 5?itlers blätter" ansehen wird! „Großer Alarm." Für den kommenden Wahlsonntag ist die gesamttz Berliner Schutzpolizei auf die höchste Alarmstufe� den sogenannten„G roßen Alar m", gestellt worden. Wie bei den früheren Wahlen erhalten sämtliche Wahllokals durch Doppelposten Polizeischutz, außerdem werden alle vcr» fügbaren Beamten für den Straßendienst abkommandiert werden. Außerdem jedoch wird dafür Sorge getragen werden, daß in den Polizcibereitschosten und Unterkünften genügende Verstär- kungskräfte für den Notfall vorhanden sind. Das Regie- rungsviertel und die Bannmeile erhalten besonders ver- stärkten Polizeischutz. INit Rücksicht aus die gestrigen Krawalle vor dem Reichspräsi- dentenpalais in der wilhelmstraße. wobei ein Beamter von plötzlich demonstrierenden Erwerbslosen tätlich angegrlsse« wurde, sodah er In seiner bedrängten Loge einen Schreckschuß abgeben mußte, hat dle Polizei veranlaßt, schon von heute ab die Polizeiposten hier zu verstärken. Die besonders unruhigen Gebiete in Neukölln und am W e d d i n g werden gleichfalls am Wahlsonntag mit erhöhter Auf- werksomkeit polizeilich überwacht, und hier werden mit mehreren Beamten besetzte Schnellwagen patroullieren. Erfreulicher- weis« Hot sich der bisherig« Wahlkampf entgegen den ansönglichew Befürchtungen, die man sogar an amtlichen Stellen hegte, ziem- lich friedlich abgespielt. Glücklicherweis« hat der Wahlkampf bisher nur in Berlin ein Todesopfer gefordert, und auch die Zahl der Verletzten ist nicht allzu hoch. Gratis, Jlüufüer iHitrl XihvenHein Slurl Steinig Warle Siuneri Georg Itendl SWIa Sehröder Wen wählen wir? 3>ie Soseialdemokratifchen Kandidaten für Potsdam 2 Das polnische Volk rührt sich. Oemonstrationen gegen den Veu-Zarismus. W a r s ch a u. 11. September.(Eigenbericht.) Üc Verhaftung der Oppositionsführer hat ansier- ordentliche Erregung hervorgerufen, die am Mittwochabend zu Demonstrationen vor dem Jnnenmini- jterium und anderen Regierungsgebäuden führte. Schmäh- rufe gegen die Regierung waren an der Tagesordnung. ZSo sich nur Menschcnmassen ansammelten, schritt die Polizei ein nnd nahm Verhaftungen vor. Auch in der Provinz wurden am Mittwochabend zahlreiche Protestversammlungen gegen die Verhaftung der Oppo- jitionsführer veranstaltet. Auch dabei verhaftete die Polizei auf höheren Vefehl, was ihr in die Finger kam. Insgesamt sind bisher 18 oppositionelle Abgeordnete verhaftet worden. Tie wurden in der Mehrzahl in der Nacht zum Mittwoch zwischen 2 und 3 Uhr aus den Vetten geholt und weggeschleppt. Die Hastbefehle sind, wie die Oppositionspresse meldet, nicht etwa von der Staats- anwaltschaft, sondern entgegen den gesetzlichen Vestim- mungen vom Innenminister General Slavos-Sladkowfti unterzeichnet. Nach der Verfassung können Haussuchun- gen oder Verhaftungen nur auf Anordnung der ordent- lichen Gerichte und auch dann nur vorgenomemn werde«, wenn die Befürchtung der Verdunkelung eines begangenen Verbrechens vorliegt. Zn der galizischen Industriestadt Tarnpw kam es am Mittwochabend zu Unruhen wegen der Verhaftung der Führer der Opposition.' Die Demonstranten wurden durch Gewehrsaloen zerstreut. Zehn Perjonen wurden schwer oerletzt. Die Protesterklärung der Warschauer Anwaltskammer, die die Verhaftungen ohne � richterliche Anordnung als Rechtsbruch bezeichnete, wurde b eschlag- nahm t. Das gleiche Schicksal hatten am Mittwoch und Donners- lag fast alle Oppositionsblätter, die jedoch mit verändertem Text in erhöhter Auslage verbreitet wurden. Die Zahl der Ver- hafteten hat sich noch um mehrere bisherige Abgeordnete des Bauernbundes erhöht. Di« Führer der christlichen Demo- traten, die der Einheitsliste der Opposition nicht beigetreten sind, erklären sich jetzt öffentlich mit den Festgenommenen s o l i- d a r i s ch. Eine amtliche Mitteilurtg kündigt an, daß die Ver- hafleten der Staatsanwaltschaft übergeben werden. Inzwischen ist mit Sicherheit festgestellt worden, daß sie sich sämtlich in dem entlegenen Brest befinden. Die gesamte oppositionelle Press« ist heute früh von neuem beschlagnahmt worden. Flottenverhandiung mit Italien Äriands 6uropa-?kuckzug in den Völkerbund. Genf, 11. Septeinber.(Eigenbericht.) Die heutige Morgensitzung des Völkerbundes brachte vor allem die große Rede Briands über die Vereinigten Staaten von Europa. Die Rede war ein außerordentlich geschickter Rückzug Briands vor dem englischen Standpunkt. Briand, mit stürmischem Beifall be- grüßt, stellte sich in seiner doppelten Eigenschaft vor als Vertreter Frankreichs und Ueberbringer einer Mitteilung der euro- päifchen Staaten. Der Ansang seiner Rede war ein starkes Bc- kenntnis zum Völkerbucnd, der die Zeiten des Spottes und der Eni- tauschung überwunden habe und heute die Tribüne der Welt sei. Unter starkem Beifall betonte er. daß das Werk der Abrüstung sich gleichmäßig vollziehen müsse unter dem Gesichtspunkt allgemeiner Sicherheit, sonst bestände die Gefahr, daß die vertrauensvollen Völker leicht die Opfer der weniger vertrauenden werden könnten, ehe es zu einen, greifbaren Ergebnis komm«. Frankreich ist augenblicklich in Verhandlungen mit ökalien. um den Anschluß an den Londoner Floftenvenrag zu erreiche». Es gibt Ungeduldige, die ein« schnellere Behandlung verlangen. Ich persönlich sage, daß ich einstehen werde gegen jeden Ärieg. Nun habe ich die große Verantwortung für eine Mitteilung, an der ich keinen persönlichen Ersolg als Redner suche. Sic erinnern sich an meine Mitteilungen über Europa. Ich habe immer betont, daß nichts, wenn nicht im Rahmen des Völkerbundes, geschehen soll Die?dec ist dem Völkerbund spontan entsprungen. Sie ist logisch, sie gehört zu den Notwendigkeiten des Friedens. Die wirtschaftliche n Verwüstungen des Krieges sind noch weit von ihrer Heilung. Die Völker müssen sich organisieren. Nach längerer Aussprache haben es 27 Staaten ausgesprochen, daß die Europäische Union'«in großer Fortschritt zum Frieden sei. All« Regierungen haben gcaiftwortet, und ich danke Ihnen für Ihr« wertvollen Anregungen. Mit Beftiedigung habe ich daraus ge- ühen, daß eigentlich ein« günstige Stimmung für die Idee in allen Staaten aufrechterhalten wurde. ?>ir Zusammenschluß Europos bedeutet für den Volkerbund ein« Erleichterung, aber der Völkerbund ist eine Weltorganisation, die oft zu groß ist, besondere Probleme zwischen den Völkern eines Erdteils behandeln zu können. In Amerika haben mir bedeutende Männer gesagt, daß sie kein Interesse daran hätten, Europa weiter in Unordnung zu sehen. Vor allem zeigt die praktische Ucber- legung, daß die wirtschaftlichen Schwierigkeiten ein Problem der ganzen Well sind und«ine neu« Gefahr für den Ausbruch von Kriegen. 27 Nationen haben erklärt, daß sie für die Schasfurig der Union sind. Wir sind vor uns selbst moralisch verpslichtct, dieses Ziel zu erreichen. Der Völkerbund kann nur dazu sagen: Voran, geht hinauf, diese Idee zu pflegen.(Stürmischer Beisall ollcr Tribünen und der ganzen Versammlung.) Den Geliebten erschoffen. Nächtliche Tragödie bei Lübars. heute früh machte ein Bauer aus Lübars, der mit seinem Gespann die Schildower Chaussee hinunterfuhr, einen grausigen Fund. Dicht am Ausgang der Ortschaft sah der Mann halb durch ein Gebüsch verdeckt die Leichen einer Frau und eines Mannes liegen. Der Bauer machte von seiner furchtbaren Entdeckung dem Land- Posten sofort Mitteilung. Mehrere Beamte eilten zum Fundort. Da sie Grund zu der Annahme zu haben glaubten, daß es sich um Mord und Selbstmord handelte, wurde die Berliner Mordkommission alarmiert. Die Untersuchung ergab dann auch, daß der Mann von der Frau hinterrücks erschossen worden war und die Täterin die Mass«!, vermutlich gleich daraus gegen sich seihst gerichtet hatte. Die beiden Toten sind der 34>ähnge Korrespondent Otto Sperling aus Berlin, Weinbergsweg 3, und die 39 Jahre alte Kassiererin Erna Krüger, die im gleichen Hause wohnte. Bis- her konnte nur festgestellt werden, daß Sperling feit langer Zeit zu der Frau in näheren Beziehungen stand. Ueber dos Motiv zur Tal herrscht allerdings noch völliges Dunkel. Die Tat muß schon in den gestrigen späten Abendstunden ge- schehen sein. Obgleich noch Passanten an den, Tatort vorüber- gegangen sein müssen, hat niemand etwas bemerkt. Das ist auch er- klärlich, da die Leichen mehrere Meter vom Wege entfernt lagen. Man nimmt bisher an, daß Frau Krüger sich schon länger mit dem Gedanken getragen hat, ihren Geliebten und sich zu töten und ihn gestern abend unter einem Vorwand nach Lübars gelockt hat. Oeflcnflidie Wähl Morgen, Freitag, 12. September: 1. Kreis Mitte. Ab 17 Uhr Arkonaplatz Auto-Werbefahrt. 2..Kreis Tiergarten. 191- Uhr im Moabiter Gefellschaftshaus, Wiclefftr. 24. Redner: Siegfried Aufhältser. Tiergarten, 8. Abt. 191- Uhr im Rationathof, Bülowstr. 37. Redner: Gottlieb Reese. 3..Kreis Wedding. 191- Uhr Patzenhoser-Brauerei, Chaussee- straß« 64. Rednerin: Stadtverordnete Dr. Käte Frankenthal.— Hochschulbrauerei, Seestr., Ecke Amrumer Str. Atlanftc-Säle, Behmstr.. am Bahnhof Gesundbrunnen. Redner: Artur Crispien und Dr. Julius Moses.' 4. Kreis Prenzlauer Verg. Tresfpuntt zum Werbeumzug pünftlich 1814 Uhr vor dem Bezirksamt, Danziger Str. 64. ö. Kreis Friedrichshain. Treffpunkt zur Straßenkundgebuag 18 Uhr am Landsberger Platz(Promenade Friedenstr.). 7. Kreis Eharlottcnburg. 1914 Uhr im Edenpalast, Kaiser- Friedrich-Str. 24. Redner: Erich Kuttner, M. d. L. 8. Kreis Spandan. Wahldemonstration mit zwei Fackelzügen. Zug 1: Abmarsch l914 Uhr in hakenselde, Mertensstr. Z u g 2: Abmarsch 19)4 Uhr Sportplag, Wilhelmstr.— Um 201-1 Uhr große Kundgebung aus dem Rathaus-Vorplatz. Redner: Karl Litte. 'Wannsee. 1914 Uhr im Lokal„Reichsadler, Königstr. Redner: Karl Mennicke. 11. Kreis Schöneberg. Treffpunkt zum Fackelzug mit Musik pünktlich 191- Uhr Winterfeldtplatz.— Die Arbeitersportler, Kindersreunde, Sozialistisch« Arbeiterjugend und Jungsozialisten nehmen daran geschlossen teil. Steglitz. 29 Uhr in der Aula des Gymnasiums, heescstr. Redner: Gertrud Hanna, M. d. L., und Kurt Baurichter. Lichterfrlde. Z9V- Uhr in der Aula der Oberrealschule, Ringstr. 3 (an, hindenburgdamml. Redner: Pfarrer August Bleier.— Gcsangsrwrträge des Männcrchors„Einigkeit", Lichterseldc. Marieudorf. Treffpunkt zum Werbeumzug 181� Uhr Dorsstr.— Anschließend Kundgebung im Lokal„Mali", Chausieestr. 303. Redner: Robert Breuer. Lichtenrade. 20 Uhr im Lokal RaHnnam,, hilbertstr. 19. Redner: Haus Bauer. Vritz-Buckow. 19 Uhr Platzkonzert, Am hufeifei,.— Um 20 Uhr in der Idealsiedlung, Rungiusstr. Männer und Frauen, während der Mann ahnungslos dahersihriU. blieb die Frau unauffällig einige Schritte zurück und feuerte mehrere Schüsse aus ihn ab. An der Leiche wurden zwei Schüsse festgestellt, von denen jeder sofort tödlich wirkte. Die Täterin brachte sich einen Schläf-nschuß bei, die Waffe hielt sie„och umklammert. Bei den Leichen wurden keinerlei Auszeichnungen gefunden. Möglicherweise hat die Täterin noch Abschicdsbrief« an ihre Angehörigen gerichtet, die ihr Ziel jedoch noch nicht erreicht haben. Die Kriminalpolizei ist mit der weiteren Klärung der seltsamen Mordtat beschäftigt. Abfuhr. Scheidemann an die Kommunisten. Genosse Scheidemann schreibt dem„Sozialdemokratischen Pressedienst": „Drei Tage vor der Wahl macht die„Rote Fahne" ein« furchtbare Enthüllung, nämlich die, daß ich bei einem Berliner Bankhaus ein privates Konto von 100 600 M. hätte. Das sei der Blutjold für gemordete und verratene Proleten. Das ge- nannte Blatt wirst die Frage auf, wieviel ich noch bei anderen Banken liegen hätte, wieviel in das Zlusland verschoben sei und wieviel Steuern ich zahle. Weiter hat die„Rote Fahne" mir vor- läusig nichts ooorzuwerfen. Das ins Ausland verschobene Geld kann die„Rote Fahne" sich mit den Nationalsoziali st«n teilen, ich schenke es ihnen hiermit feierlich. Was ich an Steuern zahle, mag di« „Rote Fahne" bei dem zuständigen Finanzamt«rsragen. Die bei Bett, Simon u. Co. von der„Roten Fahne" entdeckten Papiere bin ich bereit, der„Roten Fahne" sofort für 100000 Mark � abzugeben; ein solches Gsschäst mit Herrn Münzenberg zu machen, bin ich jederzeit bereit." Nazistudent ermordet. Essen, 11. September. Der 21 Jahre alte Student heiz Oetling aus Gladbeck, der an den am gleichen Abeich stattgefundenen Veranstaltungen der National« sozialisten teilgenommen hatte und ein Hakenkreuzabzeichen trug, wurde von unbekannten jungen Burschen durch einen Messerstich in di« rechte Brustseite so schwer verletzt, daß er kurz nach seiner Ein- lieferung in das Krankenhaus verstarb. Die Täter konnten noch nicht ermittelt werden. Rudow. 1914 Uhr im Lokal Wedler, Beudastr. Redner: Stadt- verordneter Max Kreutziger. Oberschönetveid«. Antreten zum Werbeumzug 1814 Uhr aus dem Marktplatz. Redner: Dr. Kurt Löweig'tein. Niederschöueweide. Trefspunkt zum Werbeumzug 19 Uhr Bahn- hos Niederschöneweide, unter Vorantritt der Kapelle des Arbeiter-Turn- und Sportbuiches.— Anschließend Kundgebung im großen Saal des„Kysshäuser". Redner: Albert Falkenberg. — Außerdem Filmvorführung:„Vom Aufbau am neuen Staat" und„Dem deutschen Volke". Köpenick. Treffpunkt zum Werbeumzug 19 Uhr am Bahnhof Spindlersfeid.— Um 2014 Uhr Kundgebung im Stadtthsater, Friedrichstr. 6. Redner: Franz Künstler uich Käte Kern.— Außerdem der Tricksilm:„Dem deutschen Volke". Grünau. 20 Uhr im Lokal Sander. Redner: Wilhelm Landa. Friedrichsfelde. 20 Uhr bei Tempel, Prinzenallee 45. Redner: Friedrich Bartels, Landtagspräsident. Mitwirkende: Sprech- und Bewegungschor der Freien Gewerkschaftsjugend und Ge- sangverein„Fichte-Georuinia". jtarlshorst. Sammeln zum Werbeumzug mit Musik pünktlich 1814 Uhr Stolzenfelsstr.(gegenüber dem„Deutschen Haus".— Abmarsch 18A. Uhr.— Äiischließend Kundgebung im großen saal des„Deutschen Haus", Stolzenfelsstr. Redner: Friiz Schräder. Biesdorf. 20 Uhr in den Schillersälen, Königstr. 120. Redner: Kack hetzschold. Mahlsdorf. 20 Uhr im Lokal Emil Anders, Bahnhofftr. 37. Redner: Lorenz Breunig. Kaulsdorf. 20 Uhr in der Turnhalle, Adolsstr. 25. Redner: Otto Strobel. Pankow, 128. bis 130. Abt. 20 Uhr in Linbners Konzerthaus, Marktplatz, Breitestr. Redner: hermarm Harnisch, M. d. L. Blankenburg. 20 Uhr im Lokal Klug. Dorsstr. 2. Redner: Viktor Malina. Rezitationen: Friedet hall- Reinickendorf-Ost. Treffpunkt zum Werbeumzug 18 Uhr an der Katholischen Kirche, Schönholz er Weg.— Anschließend Kund- gebung im Lokal„Hubertus", Provinzstr., am Bahnhof Schön- holz. Rednerin: Clara Bohm-Schuch. Neinickendorf-West. 1914 Uhr in Müllers Festsälen, Schorn- weberstr. 14. Redner: Stadtverordneter Paul Robinson.— Borher Treffpunkt zum Werbeumzug 18 Uhr Sportplatz, «charnweberstr.— Abteilungen Tegel, Wittenau, Borsigwawe. Freie Scholle beteiligen sich daran. erscheint in Massen! Anton Erkelenz: Zu„gebildet" für die Demokratie Die Volksferne der„geistigen" Schichten/ Anschluß an die Arbeiterfchast tut not In seinem letzten Aussah Hot Anton Erkelenz die Bedeutung der Demokratie sür die politische Bildung des deutschen Volkes dargestellt. Sein heutiger Aussah geht aus das Problem der„Bildungsschicht" und Demokratie ein. Wir brauchen nicht von dem größeren Teil des deutschen Voltes zu sprechen, der da glaubte, daß es„die soziale Funktion des deutschen Militarismus sei, die Bindungen der vorkapitalistischen Herrschaft auch für die neu« Hierarchie" zu erhallen. Hier spielt« Interesse,«cheinintcresse, unpolitischer Sinn, Angst vor der eigenen bürgerlichen Ideologie usw. die entscheidende Rolle. Und gegen diese Scheuklappen gibt es nur harten� nie ermüdenden Kanipf. Spreche» wir von dem Teil des Volkes— der Jungen und der Alten—, der die Bedeu- tung der Demokratie sür Staat und Gesellschaft erkennt, mehr oder»linder deutlich erkennt. Es handelt sich hier um einen großen Teil der O W O Schicht der Gebildelen, der„Geistigen" im Lande. Die ehemalige Demokratisch« Partei bestand fast ganz aus Menschen dieser Art. Im Z c n° t r u m sind sie zahlreich. Und in der große» Menge der Um politischen, derjenigen, die sich nicht entschließen könneil, sich irgendwo einzuordnen, finden sich Hunderttausende, wcnn nicht Millionen dieser Denkweise. Sie sind oufgewachsen, sie leben in der Atmosphäre guter bürger- licher Bildung, wohlgemerkt: bürgerlich, nicht„bürgerlich". Sic haben weitgehend Verständnis für die geschichtliche Notwendig- keit der Deinokratie. Sehr viele von ihnen sind innerlich, d. h. seelisch und geistig, gute soziale Dcnwkroten, denn Demokratie ist ja nicht bloß eine Staatsforin, sondern ein« Lebensart, eine Ge- sinnung, ein Glaube, eine Kultur. Wenn sie unter sich sind, dann ist«s ein Vergnügen, ihren Reden, ihrer Art, miteinander zu verkehren, zuzusehen. Da sitzen Iahrhunderle von Univer- sitätsbildimg zusammen. Selbst in Zeiten schwerster Meirnrngs- kämpfe sind sie beherrscht, sornl- gewandt. Temperamenisausbrüche gellen als ungebildet, unsein. Wenn man sie miteinander ringen sieht, dann denkt man immer: wenn doch nun wenigstens einer mal aus der Haut fahren wollte. Mir ist kein anderes Land bekannt, in dem diese wertvolle Menschengruppe so volkssern, so geistige Unzucht treibt wie in Deutschland. In England ist dies« Art Meirschen auch recht zahlreich, aber sie steht dem Pulsschlag der Zeit näher, ist politisch hrter- cssiert, lebt, opfert und arbeitet auch unter anders eingestellten Menschen. Sie ist dort die geistige Oberschicht in allen Parteien. Als sich zeigte, daß die englische Labour Pany die zukünftige demokratische Reformpartei Eng- iands sein werde, strömten mit Haldane Hunderttausende dieser Menschen in die Partei ein. Aehnlich, wenn auch äußerlich anders, ist es in Frankreich. Und in den Vereinigten Staaten ist der Ausdruck für dies« Art der Menschen, der Name„highbrow" fast ein Schimpfwort, so sehr ist jeder Gebildet« emsig bemüht, irgendwo im Volte sich zu verwurzeln, damit er eben nicht als Mensch mit„hochgezogenen Augenbrauen" gilt. In Deutschland ist dieser„highbrow" der Typus des Gebildeten..Diese kastenmäßige Abschließung des Gebildelen vom Leben ist eine späte Folge des Feudalismus und seiner Abart des Mili- tarismus. Freisinnig, demokratisch oder sogar sozialdemokratisch durste der Gebildete nicht sein, dann war ihm die Karriere verschlossen. Zur Liebedienerei bei Militarismus und seiner zivilen Abarten war er zu klug. Bei den sozialistischen Arbeitern fanden sie kaum Anschluß, da galt der Gebildete als zu bürger- lich, als ein Abgesandter des.Todfeind«-". Dos war sicher auch ein Stück Kurzsichtigkeit bei den Arbeitern, aber es war auch die Kurzsichtigkeit des Gebildeten, denn sie traten meist schnell mit dem Anspruch hervor, herrschen zu wollen. Sie hatten noch nicht das erfaßt, was de Man mit dem Satz ausdrückt:„Wer zu wissen glaubt, soll nicht Herrschen wollen, sondern begreifend dienen: dann wird er von selber führe n." Wie überhaupt in Deutschland der Unterschied zwischen Befehlen und Führen noch zu wenig verstanden wird. Dem deut- scheu Gebildeten, der z. B. Reserveoffizier war, gill die kritische Stellung des deutschen Arbeiters zur Reichswehr als ein Mangel an„nationaler" Gesinnung, während sie in WirNichkeit meist eine späte Folg« schlechter Behandlung in Kosern« und Felddienst ist. Wie weit diese Entfremdung zwischen Arbeitnehmer und Gebildetem sich auswirkt, kennte man in den letzten Wochen auch daran er, kennen, daß fast die ganze vichtsoziakstsich« Presse den Volkswirt. schaftlich falschen Ruf aufnahm: Herunter mit den Löhnen I Wie auch die politisch sehr nachteilige Vereinsamung der Ge- bildeten im praktischen Leben entstanden, wie auch der Gegensatz zwischen Gebildeten und Arbeitnehmern geschichtlich geworden ist, auch hier ist die Zeit gekommen, alte Vorurteile niederzubrechen, alte Hürden abzutragen, alte Scheuklappen zu verbrennen. Die zwölf Jahre Erziehung in der Hochschule eines freien Volkes, genannt Demokratie, hat alt« Schlagworte, alte Fesseln aufgelöst. Die Parteien der Vorkriegszeit, die nicht rechtzeitig Anschluß ge- funden an die neue Zeit, zerbrechen. Auch die Bildungsgrenzen müssen zertrümmert werden. Werft sie auf die Scheiterhaufen! Es ist nicht wahr, es war n i« wahr, daß Hochschulbildung jemanden unbedingt befähigen müsse, politisch klüger, weitblickender, begabter zu sein. Wer mit dem Volke lebt, mit ihm fühlt, wer sich überhaupt in erster Linie den Notwendigkeiten des dynamischen Lebens unterordnet, wer Unfreiheit und Ungerechtigkeit abwerfen nur wi***' für die Wahlarbeitl Nützt die Zeit! will, der steht dem potilischen Schaffen und Gestalten nah«. aber Neues schaffen und gestalten zu können, müssen Um in der Demokratie Hand- und Kopfarbeiter zusammenwirken. Sie müssen sich ergänzen. Der Arbeitnehmer der Fabriken gibt der Partei festen Halt, den Willen zur Macht, das unerschütterliche Wollen. Der Geistige gibt seine Lehren und Erfahrungen, zeigt Ziel und Wege, schärft die geistigen Waffen und die Köpfe aller Mit- streiter. Wozu sollten Geistesarbeit und Handarbeit— gewiß schon eine falsche Abgrenzung— getrennt voneinander marschieren, wo sie doch in der Gemeinsamkeit erst ihre Ziele erreichen können! Abraham Mutnik gestorben. Am 10. d. M. ist in Berlin Genosse A. M u: n l k an einer Herzkrankheit im Alter von 62 Jahren gestorben. Genosse Mutnik, der unter dem Decknamen„Gleb" bekannt war. war einer der Bc- gründer des jüdischen Arbeiterbundes(„Bund") in Rußland(1897) und der Sozialdemokratischen Partei(1898). Seit dem Jahre 1919 lebte Genosse Mutrik in Verlin als Emigrant. Seine Bestattung findet-am vkontag, dem 13. d. M.. um 17% Uhr im Krematorium Gericht st raße statt, wo die uissischen Genossen«ine eigene„Brüdergrust" besitzen, in der bereits die Aschcnreste von Martow und Axelrod beigesetzt sind Wegen Arbeitslosigkeit in den Tod. Er wollke seinen Eltern nicht mehr zur Last fallen. Chemnitz, ll. September.(Eigenbericht.) Weder hat sich in der Nähe von Chemnitz eine e r. schükkernde Familientragödl« abgespielt. Zn Ober. lichkenau hak sich ein ISjähriger Arbelker. Mitglied der Sozialdemokrakischen JJariei und Sohn eines allen varlel- Mitgliedes, vom Zuge überfahren lassen. Seit Zahren arbeitslos, ausgesteuert und zuletzt noch krank— das waren die Motive zu der Verzweiflungstat. Das Kleingewerbe für Liste 1! Zusammenwirken mit der Arbeiterfchast tut not. Auch das Kleingewerbe sieht ein, daß seine Interessen bei der Sozialdemokratie am besten aufgehoben sind. Der EinheitSverband der Handel- und Gewerbetreibenden hatte zum Mittwochabend die Berliner Gewerbetreibenden zu einer Wahlversammlung ins Lehrervereinshaus ringe- laden und die Kundgebung wies einen sehr guten Besuch auf. In dieser ersten öffentlichen Veranstaltung des Einlzeitsver- bandes sprach zunächst die Genossin Käthe Kern, die an Hand der wirtschaftlichen Lage Deutschlands nachwies, daß die Stellung der Gewerbetreibenden in ivcit stärkerem Maße als früher ein Z u- sanimenarbeiten mit der Arbeiterschaft notwendig mache. Von allen wirtschaftlichen Hilfsmaßnahmen der Bürgerblock- regierung und aller bürgerlichen Parteien haben bisher nur die Großgrundbesitzer und die großkapitalistische Industrie profitieren können. Um die Not der Gewerbetreibenden habe sich bisher nie- m a n d gekümmert. Für die Gewerbetreibenden ist die Frage besonders wichtig: Wer trägt die Kosten des verlorenen Krieges und welche Partei hilft die Kaufkraft der Massen stärken? Die bürgerlichen Parteien haben mit der Notverordnung zu allermeist die Gewerbetreibenden geschädigt. Von den 7 Milliarden sozialen Unterstützungen, die das Reich im Vorjahr gezahlt hat, find mehr als 79 Prozent für den n o t w e n d i g st« n Lebens- bedarf a-usgegeben worden, die also wieder in die Kreise der Gewerbetreibenden geflossen sind. Lohnabbau und Abbau der Sozialgesetzgebung verschärfen die Krise der Gewerbetreibenden. Auch die Hochschutzzölle haben lediglich eine Verteuerung der Lebenshaltungskosten gebracht und damit eine weitere Lähmung der Kaufkraft der breiten Massen herbeigeführt. Die Sozialdemokratische Partei, die durch ein großzügiges Arbeitsbeschaffungs- Programm die Zahl der Erwerbslosen herabdrückcn will und von dieser Seite aus durch Stärkung der Kaufkraft die Belebung der Wirtschaft erreichen will, hat das Recht, von den Gewerbetreibenden zu verlangen, daß sie mithelfen, diese Partei so stark zu machen, daß sie ihr Programm durchführen kann. Don den Parteien, die die Großindustrie vertreten, die also Lohnabbau fordern, aber nicht Abbau der überspitzten Kartellpreise, haben die Gewerbetreibenden nichts zu erwarten. Nicht an der Seit« des Kapitals, sondern an der Seite der Arbeiterschaft müssen die Gewerbetreibenden für ihr« Interessen kämpfen und der Sozial- demokratie ihre Stimm« geben. handelstammerrat Strauß aus Wien überbrachte die Grüße der 22 000 sozialdemokratisch organisierten Gewerbetreibenden in Ocstereich und schärfte den deutschen Gewerbetreibenden ein, endlich daran zu gehen, sich auch eine machtvolle Organisation der Gewerbetreibenden zu schassen, die in enger Verbindung mit der Sozialdemokratischen Partei die Rettung au» der Wirtschasts- nok ermöglicht. Die Wiener sozialdemokratischen Gewerbetreibenden haben es ermöglicht, daß auf ihre starke Organisation gehört wurde, und die Wiener Gemeindevertretung hat auch 19 Millionen Schilling zur Verfügung gestellt, die als billige Kredit« an Kleingewerbe- treibend« ausgegeben werden. Di« Versammlung zeigte: Auch die Gewerbetreibenden sehen ein, daß sie von den bürgerlichen Parteien lediglich als Stimm- v i e h benutzt werden, daß diese aber nicht daran denken, den Gewerbetreibenden zu Helsen. Diese soziale Pflicht erfüllt allein die Lifte 1. die Sozialdemokratie! Ltnsere Krauen werben rastlos! Der immer rührig« 29. Kreis Reinickendorf hat in diesem Wahllampf besondere Aktivität gezeigt. Die Frauen waren tapfere Wahlhelfer, ein Beweis ist der glänzende Besuch ihrer Wählerinnenkundgebung in R e i n i ck e n d 0 r f- W e st. Aus den, Weg zum Versammlungslokal mahnten von den Häusern Trans- parente in weitleserlicher Schrift„Wählt Lift« 1". Von der Tür des„Volkshauses" in der Scharnweberstraße, einem guten alten sozialdemokratischen Lokal, leuchtete ein hellglühendes Transparent. Von der Wand des Saales, der bald dicht gefüllt war, grüßt« das Bild unseres Fritz Eberl, und er wäre sicher zufrieden gewesen mit der Stimmung dieser Wählerinnenkund? gebung! Ein gemischter Ehor leitete die kampfessreudige Kund- gebung mit unseren schönen sozialistischen Weisen ein. Genosie Paul H 0 f f m a n n hielt eine flammende Ansprache, die auch den letzten Zögernden zur Sozialdemokratie bekehren mußte. Er brandmarkte wirkungsvoll die Kreise, die eine Diktatur der Minderheit gegen die ! Mehrheit aufrichten wollen. Es gibt aber ein Mittel zur Abwehr: Wer wirklich aufbauen und nicht zerstören will, stimmt für Liste l. Käthe Dorsch als LinSenwiriin. Universum. Die Wochenschau des Films hat sich durchgehend der Ton- filmapparatur bemächtigt. Wir sehen nun nicht nur die Aktualitäten, sondern wir hören sie auch. Gronaus Begrüßung und Antwort in New Bork wird uns also auch im Ton vermittelt. Max Lieber- mann gibt«in Interview über Aussichten der Malerei. Andere Filme sind weniger aktuell, aber zeigen doch die vielfach« Verwend- barkeit des Tonfilms. Di« herrliche Zukunft, die uns von den Managern des Ton- silms versprochen wurde, will sich noch immer nicht zeigen. Di« neue Technik dient im wesentlichen dazu, ältere und von rechts- wegen erledigte Formen des Vergnügungsbetriebes zu tonservieren. Hemmungslos ergießt sich das seichte Gewässer des Opperettenfilms über uns, und wir sehen vergebens nach den künstlerischen Oasen aus, die uns der stumme Film doch hin und wieder mal bot. Man braucht kein Sauertopf zu sein und kann den Leuten auch ruhig ein harmloses Vergnügen gönnen, aber was jetzt geschieht, ist zuviel. Man hat Käthe Dorsch für den Tonfilm gewonnen, und sie stellt ihren ganzen Charme, ihre natürliche Heiterkeit und ihr ent- zückendes Wesen in den Dienst der Sache. Aber dieses Singspiel „Die Lindcnwirtin" von Siegfried Philipp! mit der Musik von Michael K r a u ß ist doch ein Edelkitsch, der alle Psycho- logie unter die Füße trampelt und die Klischees des rheinischen Mädchens, des rheinischen Weins, der stets pokulierendcn Stu- Kenten und des deutschen Spießertums nur neu zusammenstellt, Georg I a c 0 b y bietet„prachtvolle" Bilder eines Lebens, wie es nirgends existiert, und wcnn die Geschichte gar nicht»'ehr watter geht, wird gesungen. Erfreu luherweis« haben außer KettH« Dorsch auch der wienerische Hans Heinz B 0 l l m a n n und Maria E l s n e r gute Stimmen. Für Humor und Lustigkeit sorgen Paul Henckel?. Oskar S a b 0 und Ida Wüst als waschechte Berliner. Die Lindenwirtin unserer Studentenzeil hat sich seltsam ver- ändert: sie ist zur Inhaberin eines Amüsierbetriebes geworden, der stark an gewisse Berliner Fremdenindustrien erinnert. Ein Tropfen Eyantali— und es entsteht Blausäuregas— Oer Todesfall bei der Reichspost. Der eigenartige Betriebsunfall im Reichs posizentralamt, bei dem die Laborantin Anna huwald getötet wurde, geht seiner Ausklärung entgegen. Das Zentralamt der Reichspost, das 1928 seine neuen Baulichkeiten in Tempelhof bezog, macht den Eindruck eines großen chemischen Betriebes. Zu den wichtigsten Aufgaben dieses Amtes gehört die Prüfung aller Materialien, die der Reichs- poft angeboten werden und im Betrieb der Reichspost Verwendung finden sollen. Dieser Prüfung muß sich der komplizierteste Apparat wie die einfachste Schraube oder Klingel unterziehen. Daneben besteht beim Reichspostzentralamt die Versuchsabteilung für das Funkwesen und die Scndellbcrwachungsstelle für den ge- samten deutschen Rundfunk. Die verunglückte Laborantin arbeitete in der Abteilung Ehemie. Hier werden unter anderem Kabel auf ihre Verwcnd- barkeit geprüft. Es handelt sich dabei insbesondere um genaueste M e t a l I a n a l y s c n, wobei nicht nur Cyankali, sondern auch andere gefährliche Gifte ständig Verwendung finden. Trotz aller Berücksichtigung der Unfalloerhütungsvorschriften der zuständigen Bcrufsgenossenschaft kommt es bei diesen Versuchen immer noch auf die peinlichste Sorgfalt des chemischen Personals an. Cyankali ist in Säur« löslich und entwickelt dann das furchtbare Blau- jäuregas, von dem Bruchteile eines Milligramms genügen, um einen Menschen zu töten. Wenn zum Beispiel in einen Aus- guß Säure geschüttet wurde und nur ein einziger Tropfen blecht in dem Becken zurück, und dieser Tropfen kommt dann mit dem Cyankali in Berührung, so sind die Folgen die schwer- wiegendsten. Einem solchen Unfall dürfte auch das Fräulein Huwald zum Opfer gefallen sein. Es ist nun nicht zu verstehen, warum dieser an sich sehr bedauerliche, aber im Bereich des Möglichen liegende Betriebs- Unfall von den zuständigen Stellen anfangs so geheimnisvoll behandelt wurde, wem, er schon am Tage darauf eine Verhältnis- mäßig einfache Lösung findet. Die Laborantin Huwald war ge- prüfte Chemikerin und seit 1927 im Betrieb der Reichspost. Oonizeiii:„Der Liebesirank." Lindenoper. „Der Lieb estrank* ist eine Flasche Bordeaux, die ein Wunder- doktor und Bauernfänger dem verliebten Remorino ausschwatzt. Adina hat es ihm angetan, laut Personenverzeichnis eine„reiche, kapriziöse junge Pächterin", und treibt mit ihm ihr herzloses Spiel. Um seinerseits es ihr anzutun, ersteht er, die Wirkung des Trankes zu beschleunigen, eine zweite Flasche: um den Preis zu bezahlen, verdingt der Aermste sich als Soldat. Daß er zur selben Stunde durch den Tod eines Erbonkels ein reicher Mann geworden, weiß er noch nicht. Wer im Dorf hat es sich schnell herumgcslüstert~ lein Wunder, daß der Trank bei der weiblichen Jugend plötzlich Wimder wirkt. Adina, gerührt von dem Opfer, läßt sich nun er- weichen: keinen anderen als ihn hat sie geliebt, die Soldaten, von denen sie ihn lostauft, ziehen ab, mit ihnen der rasch getröstete Sergeant Belcore, dem sie eben noch ihre Hand versprochen... So interessante Handlungen dachte man sich vor hundert Jahren aus, um dem Opernpublikum einen vergniigten Zlbend zu bereiten. Der Musiker Gaetano Donizetti, der auf den Gipfelpunkten seines Schaffens, wie in der tragischen Oper„Lucia di Laminermoor" in die Höh« des großen Verdi ragt, war ein Meister dieser leichten Gattung. In der Formsicherheit und eleganten Oberflächlichkeit des Produzierens eins der erstaunlichsten Talente der Operngcschichte. Erfolg und steigende Rachsroge haben ihm in kurzem Zeitraum eine fast beispiellose Arbeitsleistung abgerungen. All« drei bis vier Monate eine neue Opcrnportitur, so trieb er es zwei Jahrzehnte hindurch. Unter denen, die sich in der Theaterwelt erhalten haben, Wahlpropaganda in Neukölln WÜHLT AH 14 SEPTEMBER IISTI 1 SOZfAlDEMOKR ATEH ' y -' fe W FWliM«.!!. it.-'S*"* -.■■'',. ....... i ! ft I.T i '""W Mm KW MM W i.. W''t � �•,"'1.'f' S; ■''■ T"< T- Tii...MM/"." � K T T- ZT �'..'•>. Heffrenngiaft| �_•....;•.........•........-.........-' �>' fc». W, �"" lieber dem Mermannplals, leuctilel die rote und ireißc£iclUreMame der Partei ist„Der Liebestrank" gewiß eine der besten ihrer Art. Diese Musik hat wenig Tiefenwirkung, nur vereinzelt, wie in der berühmten Arie des Remorino, klingt darin ein Ton an, der dem Hörer nahe- geht: aber ihre liebenswürdig ansprechende Melodik nimmt er billig auf, und fast jede Nummer hat den hohen artistischen Reiz einer sozusagen naturhaften Gekonntheit. Trotzdem, diese Gattung Oper, diese Gattung Theater läßt sich heute wohl nicht mehr ganz lebendig niachcn: es fehlen die gesell- fchaftlichen Voraussetzungen, und es fehlen dem heutigen Opern- theater ein wenig auch die künstlerischen. In den gegebenen Grenzen bietet die Lindenoper eine recht erfreuliche, von Araoantinos hübsch aufgemachte Aufführung. Erich Kleiber, der sich der unproblematischen Zlufgabe offenbar mit Liebe annimmt, hat den musikantischen Instinkt und die leichte Hand für Donizettis Partitur: im Ensenrblc erreicht er freilich nicht die äußerste Präzision, mit der etwa Leo Blech solche Sachen herausbringt. In den Hauptrollen Lotte Schöne— hat'sie aus der Bismarckstraße in die-'Staatsoper hinübergewechselt?— eine anmutig kühle Adina, die auch in dem Liebcsgeständnis nicht mehr Wärme investiert, als der Stil der Oper erfordert: und als Remorino Helge Roswaenge mit seinem sympathischen Tenor, zwar nicht mit dem Charme eines ita- lienifchen Sängers, aber mit gewinnender Natürlichkeit und Auf- richtigkeit des Ausdrucks._ Klaus I'ringsheim. Da» Zeatral-Ihealer wird Donnerstag unter der Direktion von Gallon Briese nüi der Schlagci operettc„Eine Freundin so goldig wie Du', Musik Will Weisel, erösincl. Die Staatliche« Museen bleiben am Sonntag wegen der Dahlen zum Reichstag geschlossen. Schönherr:„vottor, haben Sie zu essen?" Schiller-Theater. Akademisches Proletariat. Es kommt zum Doktor- Hut, doch nicht zu Brot. Auf eine Assistentenftell« im Krankenhaus kommen hundert Bewerber. Schließlich entscheidet weder die Würde noch das gute Zeugnis, sondern nur die Protektion. Di« cnt- scheidenden Professoren machen einen Kuhhandel. Karl Schönherr beleuchtet die Schinderei des akademischen Proletariats naturalistisch, milleidsvoll und satirisch. Er ist selber Arzt und Dickster zugleich.„Weibsteufel" und„Glaube und Heimat", das vom frömmelnden Wilhelm II. zum Schillerpreis angekreidets Spektakelstück, waren seine großen Erfolgs. Schönherr fühlt sich als Kollege feines Landsmanns Arthur Schnitzler, der auch Arzt und Dickster ist. Verglichen mit dem feinen, sehr künstlerischen Wiener, ist Schönherr jedoch derbe bis zur Klobigkcit. Sein« Satire ist anfänglich famos. Gesund« Jungen bleib«» auf der Streck«, ohne daß si« schuldig sind. Diese Unschuld«rzielt die tragischste Wirkung. Die Wirkung wird noch erhöht, weil der Schwindel über die Anständigkeit siegt. Eine Kurpfuscherin, die sogar selbst gesteht, keinen Schimmer medizinischen Verstandes und keinen Funken heilender Kraft zu besitzen, schluckt mit ihrem Hokuspokus das Geld der Dummen und Kranken. Die Kurpfuscher- fzenen sind die lustigsten und schärfsten. Schön herrs Stück bedeutet ein soziales Dokument, obwohl häufig faustdicke Weitschweifigkeiten die UMerhaltung des Zuschauers stören. Das Schauspiel schneidet ein trauriges Stück aus dem Leben heraus; was gezeigt wird, ist auch sehr war, es wäre allerdings lehrreicher, wenn der Dramatiker nicht die allzu bequemen Uebertreibungen liebte. Schönherr braucht zu semer Tragikomödie 19 Bilder. Schiritzler kommt in seinem Aerztedroma ,T>r. Bernhardy" mit 5 Akten aus. Mit den zahlreichen Bildfetzen wird der jung« Regisseur Leopold Lindtberg fertig, indem er nach berühmtem Muster die Bühne in winzige Kammern aufteilt. Der Scheinwerfer schnappt dann schnell aus und zu, damit di« Aufmerksamkeit des Zuschauers nicht erlischt. Sie erlischt nicht, weil volksstückmäßig gespielt wird. Da ist besonders Max Bohl, der Veteran des Staatstheaters, ein alter, verzagter Landarzt. Der Mann zerreißt schließlich sein Doktordiplom, weil es ihn nur noch zum Hungern berechtigt, und weil es ihn nicht hindert, Mitwisser und Mithelfer der Kurpsnscherin zu werden. Die Leidenslitanei, die er vorbringt, ist«in rührendes Hiobslied des akademischen Proletariers. Verschmitzt, heuchlerisch und doch mit einem Schuß Gutmütigkeit spielt Rosa Pa t e gg die Kurpfuscherin. Di« Welt will betrogen werden, aber auch Spaß daran haben. Frau Pategg sorgt sür den Spaß. Alle übrigen Rollen sind als kräftige Chargen gedacht, und Harland, Keppler, Frank, Laubinger und Hart betonen ebenso scharf und eindeutig, was der nach unverblümtem Kulissenersolg begierig« Dramatiker verlangt.„Doktor, haben Sie zu essen?" Schönherr fragt es ohne Umstände. Keiner von ihnen hat zu essen. Die Doktoren auf dem Theater fragen aber nicht, wie sie aus dem Unglück herauskommen können. Die Doktoren, denen es in unserem lieben Vaterlande ebenso geht, sollen am Sonntag mit«Mscheiden, damit es ihnen bald besser gehe. blax Hocjrckork. Zllr die beide« öftenMchen guvdgebvvgev, die anläßlich des Jubiläums der Berliner B olksbllbne und der Zehnjadr-Fcier des Verbandes der deutschen VolkSbühncnoereinc am 19. und Ll. September im Herren- bauS und im Theater am Bülowplatz slatlsinden, sind die sür den össentlichcn Vertrieb bestimmten Karten restlos oergriffen. 29 chinesische Kommunisten hingerichkek. In den letzten drei Tagen sind in Hankau 29 Konimunisten hingerichtet worden. Wetter sür Berlin und Umgegend. Beständiges und zeitweis« l>«itercs Wetter. Für Deutschland. Im größeren Teile des Reiches Fortdauer des kühlen und ziemlich heiteren Wetters. Im Süden bewölkt und teilweise regnerisch. Vcrantwortl illr die Redaktion: W«lsg»»g«chwaril, Berlin! Änzcigrn: Th.«locke, Berlin. Verlan: Torwarl» Verla» G. m. d. S.» Berlin. Druck: Vorwärts Buch- bruckerei und Verlazsanftalt Paul Singer& Co., Berlin£58 68, Lindcnstrage 3. Kierzu 1 Beil«««. Am 8 Eevteinber verstarb unsere liebe Vatensrau Sophie Busche nach langem schweren Krankenlager. Zehn Jahre lang tat sie treu und gcwissenyait ihre Pflicht. Ehre ihrem Andenken. „VorwSrf«"- Auogabes teile Lidtiertelde-Ost n, Lankwitz Die Beerdigung findet am Freitag, dem IS. September, vormittoas l l Uhr. auf dem Parktriedhof Lichterfeld« statt. Xltenler, LtdtUpiele usw. [ M'.WIer-MlerMIU 20 Uhr Herr Doktor, lialieD Sie zoeueo 7 Ende 22"a Uhr Hon» Kellschar, Arsantine. Jda und Evalyna Ouffak. Navllla Blshop usw. Oeotsdies Theater SV» Uhr 1914 «oo Georg Wilhelm Müllet Regie: Gustav Grlioiigeos. Kammerspiele S'/i Uhr Die Schule derFrauen von Molidre. Regie: RansBejqt Die Komödie SV. Uhr Der Diener zweier Herren von Goldoni Regie: Mai Reinhardt. Deutsches KOnsUer-Theit. Tel. Barbarossa 3911 8>- Uhr lebte 3 Huffflhruogen! Gastspiel der Ludwig- Thoma-Bflhne magdaiena Renaissance- Theater Steinplatz 6780. 9 Uhr Die Wunder-Bar RevuestOck Volksbühne Theater an BBInplab. 8Vt Uhr Der fröhiidie Weinberg im Carl Zudtmayer Staatl.toiiler-TIi. 8 Uhr Herr Doktor, iiaben Sie zu essen? Theater am Schimiauerdamm »>,« Uhr Feuer aus den Hesseln Tägl. 5 u.81/, Uhr. H 5 Earö. 8258 Pr. 1— 6 M.— Nachm. halbe Preise. Tlortiian Thovia* Quiuicll, 2 ZHerrolys, The Jorers, Mfred Jackson Qirln uatr. metropol-Ttieater Täglich«>/, Uhr SenMtioiieller Opcreiiencrf olg! Unter pers. Leitung des Komponisten Viktoria undihrHusar Berliner Prafer Soinnieruieiisr Kastanienallee 7—9 Humb. 2246 Täglich 8 Uhr- Tniili SdttMer, IniiHjrhm, Eojn Kollii, Etaig Dirtni] in „Die kleine Sünderin" Sdiwinkspetetti ig 3 tttn f. H. Zarlett u. W. Prager. HuänaJmGiM. Komiscna Oper 8'/j Uhr Die Frau ohne Kuss Operette v. W. Kollo igdiSoa3tag$oadini.3,'2 zu kleinen Preisen Barnowsky-BllbflaD Theater In «er sireseniaanstr. Täglich«>/« Uht Hapitite; 3 Imhgiii tu Sdioiitirt Komödlanhaua 8Ve Täglich 8 Vi Konto X voa Bamauer oad OastmidKr meaterl.d.Beörenstr. 53-54 Direktion: Ralph Arthur Robert« s. Das itöBiicne Wäflcnen Englisch— Roberls— Riemann. äSfeph» ,8»toSiSi'*0"»ere"* i J Neues Theater' TpBarer am Sdiitfbauerdamm Tägl. 8Vi Uhr Jrene Triesch ■■■ ii am Zoo AmBahnh.Zoo. Stpl. 6554 Täglich 8V« Uhr Lommel in der Posse üerr Amor peisönlith. Rundfunkhörer halbe Preise. Fenerausden liessein! von Ernst Toller. Rejii; Hsns Keicriih. Sühnnliller: Cut. Ndur. Vornrtait»janterbreditj. Iii.: D. 1. IlirS. Q2II 1.5(13 * alo Jsabella „Braut von Messina" tägücti 8 is Uhr. Sonntags 5" um] 9 Uhr, Theater 6p. Frankfurter Str. 132 BIIKttlUWi: Alex. 3422 u. 3494 Auf der GartenbUhne bis IS. September tätlich S« Uhr die cISnzcnde Varietdschau Reichshallen-Theater Abend« IjTs Sonntag nachm.| 3';| Sleftiner Sänger Das fr. Septembcr-Progr. mit .Laß Blumen spreßicn" Nadiiii.li3ll)e Preise! Zentr. 11263. _ � Dönhoff- Brettl: Das beliebte Familien-Vaiietie aitösterreichcschen und rei6>sdeiltschcn Tnippen von der Piave zurückfluteten, verfolgt von den Italienern uird ihren Alliierten, da wuhte wohl niemaiid iin deutschen Oesterreich, in welcher Art und an welchen Punkten die neue Grenz« gegen Süden sein würde. In Tirol nickten die Italiener durch das deutsche Südtirol bis an den Brenner vor und zcr- schnitten von hier aus das Land in zwei Teile. In verhältnismähig kurzer Zeit setzte dos Machtwort Italiens die künftiges Grenzpfeilcr. Im östlich davon gelegenen Kärnten machten die Italiener im großen und ganzen an der altösterreichischen Grenze halt und beanspruchten für sich nur das nach Süden ossene Kanaltal mit 7163 Ein- wohnern, wovon 5622 sich als Deutsche und 1541 als Slowenen zählten. Biel schwieriger vollzog sich die Grenzbildung in Kärnten und Ilntersteiermark. Slowenien(Krain), Kroatien, Bosnien und Dal- matten suchten Verbindung mit dem„Siege rstaat" Serbien zu be- konmien. Obwohl die Zusannnenifassung der südslawischen Länder zu einem möglichst zentraiislerten großen Jugoslawien schon von langer chand vorbereitet war, war es dennoch schwer, zwischen Belgrad und Laibach Berichte zu wechseln und Direktiven zu geben. Die Verkehrsmittel: Post. Eisenbahn, Telegraph, Telephon waren ja in allen altösterrcichischen Südländern auf den Verkehr mit Wien, nicht mit Belgrad eingerichtet. Zudem ist auch die Entfernung zwischen Slowenien und Serbien bedeutend und der Weg führt über das spröd«. selbstbewußte und nicht immer serbenfreundliche Kroatien. So bildete sich 1918 in Laibach zunächst eine selbständige Landes- regierung(Slowenischer Volksrat), die wohl in einer gewissen natio- nalen Ueberschwenglichkeit nicht weniger forderte als ganz Unter- steiermark bis über Radkersburg hinaus, sondern auch ganz Kärnten. Als die Kärntner Landesregierung gegen dieses un- geheuerliche Ansinnen Protest erhob, da erklärte man in Slowenien, mit dem südlichen gemischtsprachigen Teil Kärntens e i n s ch l i e ß> lich der Landeshaupt st adt Klagenfurt sich zufrieden geben zu wollen. Tatsächlich wurden nun jugoslawisch« Emissäre, Gendarmen und verschiedene Truppen- teile in diese Gebiete oorgeschobea und in größereu Orten übernahmen auch schon nationalistische Slowenen die Verwaltung»- geschäfte im Namen Jugoslawiens. Da erwachte ober das Freiheitsgefühl der Kärntner Arbeiternnd Bauern, besonders Arbeiter und Angestellte zogen von Ort zu Ort, von Versammlung zu Versammlung und riefen die Bevölkerung auf, sich gegen die Invasion zu erheben und zur Wehr zu setzen. Es wird einer späteren Zeit vorbehalten sein, diese revolutionäre Tat der Bevölkerung der südlichsten Gebiete Großdeutschlands richtig zu werten. Die jugoslawischen Emissäre wurden allerorten oerjagt. Proletarische Truppen, die Volkswehr von Staats wegen, die „H e! in w e h r« n"(nicht zu verwechseln mit dem„Heimatschutz" von heute), bestehend aus Bauern, Angestellten, Hairdwerkern und Arbeitern, und Arbciterbatailtone bildeten sich und der blu- tige Kampf mit den Jugoslawen wogte hin und her. Gegen 206 Tote hatten die deutschen Kärntner zu beklagen. Die Arbeiter und Bauern kämpsten für die wirtschaftliche und politische Freiheit, für so- zialen Fortschritt, für die kulturelle Aufwärtsentwicklung, f ü r die Republik Deutschö st erreich: sie kämpften gegen die wirtschaftliche Abschnürung durch eine unnatürliche Grenzziehung, gegen die soziale und kulturelle Rückständigkeit, gegen Monarchismus, Diktatur, Militarisnmsl In diesem Kamps« stellte sich auch der Großteil der slowenischen Arbeiter und Bauern auf die Seite der Kärntner, der Oesterreicher. Di« Ausstandsbewegung erregte die Ausmerks cunkeit der Entente- staaten, und im Januar 1919 schon kam ein« amerikanische Studien- kommission unter Führung des Profesiors Coolidge ins Land und, wie später bekannt wurde, machte sich diese Kommission den Standpunkt der deutschen Kärntner zu- eigen. Dies und der Umstand, daß damals unser Genosse Dr. Otto Bauer als Staatssekretär für Aeußeres Italiens Interesse für die Vorgänge in Kärnten zu wecken verstand, und der Umstand, daß Genosse Dr. KarlRenner bei den Friedensverhandlungen in St. Germain die Forderungen der Kärntner Bevölkerung sehr gut zu oertreten verstand, hatte zur Folge, daß für das strittige und hart umkämpfte Gebiet Südkärntens von den Siegerstaaten eine Bolksabstimmung zugestanden wurde. Serbische Truppen rückten in Klagenfurt«in, sie zogen sich Wied« zurück, hielten jedoch die erste Abstinnnungszone besetzt. Trotz un- geheuerlicher Schwierigkeiten, wie hermetische Absperrung des Ab- stimmungsgebi«ts durch die Jugoslawen,.Drohungen, Vevfolgungen. Verschickungen republikanisch gesinnter Abstimmungsberechtigter, Schikanen aller Art, gelang es doch, ein für di« Republik Deutsch- österreichs günstiges Ergebnis der Volksabstimmung zu erzielen. Von einer Bevölkerung, die zu 68,6 Proz. zur slowenischen und nur zu 31,4 Proz. zur deutschen Umgangssprache sich bekannte, waren 39 291 Stimmberechtigte. Davon stimmten für Deutsch- österreichs 22 025 oder 59,04 Proz. und 15 279 oder 40,96 Proz. für Jugoslawien. Ohne die Sozialdemokratische Partei, die stärkste Partei im Abstimmungsgebiete damals und heute, wäre das strittige Gebiet für Oesterreich und damit für Großdeutschland verloren ge- wesen. Wir sind überzeugt, daß in diesem Jahre, in dem die Erinnerung an die glückliche Volksabstimmung in Kärnten gefeiert wird, auch viele der reichsdeutschen Arbeiter und Genossen im Geiste einen Augenblick im äußersten Süden des geschlossenen deutschen Siedlungsgebiets verweilen werden, dessen Bevölkerung 1918— 1920 mit Mut und Entschlossenheit und revolutionärem Elan ihren Drang nach Freiheit, Recht, sozialem Aufftieg, nach wirtschaftlicher und kul- tureller Höherentwicklung beredten Ausdruck verlieh und die für Republik und Demokratie Opfer an Leben, Gesundheit und Gut zu bringen verstand. Nationalrat Hans L a g g« r- Klog«nfurt. Etwas lür den 14. September Shakespeare über die Nationalsozialisten Si« freuen sich auf den Krieg. ,?�r Diener: Endlich kriegen wir doch wieder eine muntere Welt! Der Friede ist zu nichts gut, als Eisen zu rosten, Schneider .zu vermehren und Bänkelsänger zu schassen. Zweiter Diener: Ich bin sür den Krieg, sage ich, er übertrifsl den tsrieden, wie der Tag die Nacht: er ist lustig, wachsam, ge- sprachig, immer was Neues: Friede ist Stumpfheit, Schlafsucht, dick, faul, taub, unempfindlich und bringt mehr Bastarde hervor, als der Krieg Menschen erwürgt. Coriolan, IV, 3. Der Mörder von Röntgental. Er fragt gar nicht darnach, was er für Unheil anrichtet, wenn er einmal blank gezogen hat, er stößt wie der Teufel und schon! weder Mann, Weib noch Kind. König Heinrich IV., 2.' Teil, II, 1. Hitler, Stennes, Goebbels, Straßer... Agamemnon ist ein Narr, weil er dem Achilles befehlen will: Achilles ist ein Narr, weil er sich vom Agamemnon befehlen läßt: Thersites ist ein Narr, weil er einem solchen Narren dient, und Patroklus ist ein Narr schlechthin. Troilus und Crefsida, II, 3. Fricks Abenteuer 191 4—1 918. Aus rauhem Feldlärm wurden muntre Feste, aus furchtbarn Märschen holde Tanzmusiken. Der grimmige Krieg hat seine Stirn«ntrunzelt, und statt zu reiten das geharnischte Roß. um drohender Gegner Seelen zu erschrecken. hüpft er behend in einer Dome Zimmer nach üppigem Gefallen einer Laut«. König Richard III., I, 1. Hitler als Diplomat. Jetzt muß man Mitleid zu entbehren wissen, Denn Politik thront höher als Gewissen. Timon von Athen, III, 2. Psychologi« der Braunhemden. Was da! Ich kenne sie, weiß, was sie gelten, bis auf einen Skrupel: vorlaute, dreiste, modesüchtige Knaben, die lügen, witzeln, höhnen, schmähn und lästern: mit bunter Narrentracht den Helden spielen und ein halb Dutzend grimmer Worte lernten: »Was sie dem Feind antäten..." Biel Lärm um nichts, V, 1. Die ewigen Verleumder. Was ist Ehre? Ein Wort. Was steckt in dem Wort Ehre? Was ist diese Ehre? Lust. Eine seine Rechnung.— Wer hat sie? Er, der vergangenen Mittwoch starb. Fühlt er sie? Nein. Hört er si«? Nein. Ist sie also nicht fühlbar? Für die Toten nicht. Aber lebt sie nicht etwa mit den Lebenden? Nein? Warum nicht? Die Verleumdung gibt es nicht zu. Ich mag sie also nicht.— Ehr« ist nichts als ein gemalter«child beim Leichenzuge, und so endigt mein Katechismus. Heinrich IV, V, 1. S.-A. verlangt Solderhöhung Heiß ihn also sein Lösegeld bedenken, welches, nach dem Ber- lust, den wir ertragen haben, nach den Untertanen, die wir«in- gebüßt, nach der Erniedrigung, die wir uns gefallen lassen, abae- messen werden muß: Was nach vollem Gewicht zu vergüten, seine Kleinheit erdrücken würde. Für unseren Verlust ist seine Schatz- kammer zu arm. König Heinrich V, III, 6. Hitler zum S.-A.- Führer Stennes. So machst du Treu zum Feinde deiner Treu, du stellst, wie Bürgerkrieg, Eid gegen Eid und deine Zunge gegen dein« Zunge. König Johann III., 1. Ruh« nach dem Söldner stürm. Seht, wie ein Goldstück meine Schönheit rettet! Liebes Leid und Lust, III, 1. Pogromhetzer Goebbels. Ich habe Operationen im Kopf, die der Humor der Rache sind. Lustige Weiber, I, 3. Vision vom»Dritten Rei ch". Das arme Reich Kennt kaum sich selber mehr. Nichi unsere Mutter kann es noch heißen, sondern unser Gralf. Macbeth. IV. 3. Zusammengestellt von Erich Gottgctreu. die Betriebspaulen Skizze aus dem Berliner Fabrikleben i. 12 Uhr mittags: Hupend fahren zwei elegant« Wagen bei Kempinfki vor. Jedem Coupe entsteigt ein vornehm gekleideter Herr, etwa 35—45 Jahre alt� kleiner Schmerbauch, heiteres Doppel- tiungesicht. Schnaufend verschwinden sie. an dem grüßenden Portier vorbei, im Aufgang zu den Speisesälen. Beide lassen sich an einem Tische nieder, die Speisekarte ergreifend und die auf- geführten Gerichte eifrig studierend. Mit großer Ucberlegenheit werden den herbeigeeilten Kellnern die Wünsche— zahlreich und guten Geschmack verratend— übermittelt. Während die Bestellung nach der Küche weitergegeben wird, entspinnt sich zwischen den beiden Herren folgendes Gespräch: A.: Furchtbar, diese Hetzerei!— Nun muß man sich die paar Mimiten zum Frühstück und Mittagessen geradezu mit Gewalt er- rinchn. Ich bin Direktor bei der T.-Gesellschaft.— Diese ver- fluchten Verkehrsampeln— 20 Minuten braucht man allein, um von der Fabrik bis hierher zu kommen. Nun kann man das Esten nur so runterschlingen, um bloß wieder zurückzukommen, bevor der Laden geschlossen wind. Für 3 Uhr habe ich di« Unterschriften-Dcrlage angeordnet, und da muß man doch zurück sein!(Seufzt, von Mit- gefühl mit seiner bedauernswerten Lage erfaßt!) B.: Ja. ja. Sie haben recht! Mir geht es genau so. Ich bin Direktor der P. Gesellschaft und außerdem noch Aussichtsrats- Mitglied von vier weiteren Großbetrieben. Wirst ja«in schönes Stück Geld al,. dafür hat man aber auch den Acrgcr mit den Ar- beitern von fünf Betrieben! Anfoii>crung?n stellt dieses Volk,— dos kann nickit genug bekommen! Was sollen wir denn unseren Aktionären sagen, wenn die Dividende nicht bei jedem Jadresobschlnß um mindestens 2— Z Proz. gestiegen ist? Und oll dieser Acrgcr vor. weil dieses Volk nicht zufrieden ist mst dem. was wir al» «mägach«achte»«*> we« diese verbuchten SoMdemokvat« sie in der Ansicht von den Forderungen eines, wie sie es bezeichnen, menschenwürdigen Daseins bestärken!———— Inzwischen sind 2 Oberkellner, 2 Kellner und 4 Piccolos mit den bestellten Gerichten erschienen, dieselben vor den geplagten Herren niedersetzend. Während der nun salzenden Vertilgung der Genüsse ruht das Gespräch. A.: Was, schon /43 Uhr?— Da wird es aber Zeit, daß ich wieder in den Betrieb komme. Ja, ja, nicht mal mit Ruhe esten kann man. Empfehle mich— Mahlzeit! B.: War mir ein Vergmigen— Mahlzeit! Beide zahlen. Dienstbeflissen reichen die Kellner Stock und Hut— mit kurzen, hastigen Schritten verlassen beide nacheinander den Speisesaol, steigen in ihre Wagen und fahren davon.(20.Mi- nuten Fahrzeit wegen der verfluchten Verkehrsampeln.) II. Direktor des T-Wcrkcs zu den nun ihn versammelten Betriebs- leitcrn:„Meine Herren! Mir ist bei meinem Morgengang durch das Werk aufgefallen, daß 4 Minuten vor 149 Uhr sämtliche Ar- beiter bereits in den Waschräumen mit Händewaschen beschäftigt waren. Dieselbe Wahrnehmung soll man mittags machen können. Meine Herren! Das geht auf keinen Fall— die Frühstückspause beginnt Punkt 149 Uhr und endet pünktlich 20 Minuten vor 9 Uhr. Die Mittagspause dauert genau von 12,30— 1 Uhr.— Ich beton« ausdrücklich— die Arbeit ist nicht früher niederzulegen, als das Klingelzeichen, das den Pausenbeginn andeutet, ertönt. Mit dem erneuten Klingelzeichen ist die Arbeit s o s o r t wieder aufzunehmen. Ich verzichte auf Ihre Einwendungen, Sie brauchen mir nichts zu erzählen, ich mache Sie für strikte Durchführung dieser Anordnung verantwortlich und werde in Zukunft jeden Arbeiter, der dagegen verstößt, entlassen, fristtos entlasten, und auch gegen Sie vorgehen, wenn Sie diese Schlamperei dulden sollten! Mahlzeit, meine Herren! Die Herren Betriebsleiter zu den Werkmeistern: Meine Herren! (Folgt dieselbe Ansprache, die der Herr Direktor au sie gehalten Werkmeister: Augenblick mal herhören!! Von der Direktion ist folgend« Anordnung bekanntzugeben:(Folgt R«be über Beginn und End« der Frühstücks- bzw. Mittagspause.) Arbeiter 2L: Aber das ist doch nicht gut durchführbar. Man muß mir doch wenigstens paar Minuten Zeit geben, um die 5?ände von Maschinenöl, Farbe, Schmutz und dergleichen zu säubern. Und wenn die Waschzeit in die Frühstückspause rechnet, bleibt mir ja keine Zeit mehr zum frühstücken. Mittags ist es dasselbe.—?—! Werkmeister: Tut mir leid, aber die Direktion hat das so ange- ordnet. Jeder Arbeiter, der dagegen verstößt, ist sofort zu melden und wird sristlos entlasten. Ich kann euch wohl begreifen, aber Nichts dagegen tun— sonst flieg« ich raus wegen Duldung.-- Arbeiter B.: Ich habe schlechte Zähne,— was soll ich denn in den 4 Minuten, die mir zum frühstücken bleiben, esten— und Mährend der Arbeitszeit mit den schmierigen, dreckigen Fingern nebenbei essen, das ist doch ungesund und obendrein auch unzu- lässig!-?- Werkmeister: Wie gesagt, tut mir surchtbar leid, aber, die Direk- tioa hat es so augeordnet!—--- Ardett» Ast Zto, gkooflen» rfg Gnoch mchr, b«r der nächst« Wahl verstandesgemäß unser« Stimme der Partei zu geben, die von jeher und immer für ein menschenwürdiges Dasein der Arbeiter gekämpft und geblutet hat, der Liste 1: Sozialdemokratische Partei! A. F. Studenten auf uiahifahii Lauttos verlassen die sozialistischen Studenten die Riesen- Versammlung der Sozialdemokratie im Sportpalast. Sie hatten sich für Sonntagvormittag 1l Uhr zu einer Propagandafahrt über Land verabredet. In einer Seitenstraße stehen die Aickos. Schnell sind sie besetzt: es werden noch Plakate festgenagelt, Fahnen aufgefetzt. Naziautos rollen vorüber. Jetzt sind wir fertig. Los gehts! Den Zurückbleibenden ein„Freundschaft". Die Fahrt geht über Zehlcn- darf zunächst nach Potsdam. Unser Sprechchar klappt vorzüglich: „Nicht Hakenkreuz, nicht Staatspartei.... Wählt Liste 1." In Potsdam nehmen wir Arbciterjugendgenosten mit Trommeln und Fanfaren zu uns. Jetzt gehts mit Musik. Lauthin verkünden wir unser Kommen. Potsdam liegt weit hinter uns. Es regnet. Der Himmel ist grau: keine Hoffnung auf besseres Wetter. Wir singen... Regen, Wind, wir lachen darüber. Alles absteigen! Wir sind im ersten Dorf. Die Demonstration soll marschieren. Aufgescheucht in ihrer Sonntagsruhe und länd- lichen Einsamkeit kommen die Leute an die Fenster und Türen, hören— stmmen. Welch ein Kontrast: Rot« Fahnen, junge Menschen, die singend durch das Dorf ziehen und für ihre Idee werben, gegenüber ländlicher Einförmigkeit. Unsere Klebekolonne arbeitet. Auf dem Dorfplatz soll ein« Kundgebung sein. Langsam folgt man uns dorthin Die Musik lockt an: der Kreis wird dichter, schließt sich. Der Regen hat ausgehört. Ein Genosse spricht: er findet treffende Worte und schließt: Den Landarbeitern, den Klein- dauern, unseren Schicksalsgenossen und Brüden, ein dreifaches Freundschaft! Bei der Abfahrt sehen wir freundliche Gesichter. Fahnen wehen, Hände winken. Sie haben uns, wir haben sie ver- standen. Im nächsten Dorf iwsselbe Bild. Wieder die schweren, sorgen- vollen Gesichter: wieder zuerst die Verschlossenheit, schwcrorbeitende Menschen, schlecht gekleidet. Mütter mit ihren Kindern. Männer mit knochigem Gesicht. Armselige Hütten sind ihre Wohnungen, arm- selig ist ihr Leben. Hat dieses Leben für si« noch ein«, Sinn? Spricht aus ihren Augen noch Kampf? Dies« Menschen sind mit Mißtrauen ersüllt. Zu viel der falschen Agitatoren, die in den letzten Iahren bei ihnen waren, zuviel der Versprechungen, die nicht gehalten wurden. Wenn wir in ihrer Sprache zu ihnen sprechen, wenn wir in echter Sorg« um ihr Schicksal, das unser Schicksal ist, zu ihnen kommen, ihnen helfen wollen, verstehen uns diese Menschen, Dankbarkeit leuchtet aus ihren Augen. Es ist schwer, diese Menschen, denen die Regierung Brüning ihr Dasein noch schwerer gemacht hat, zu gewinnen, aber nicht unmöglich Es ist «ine der schönsten Ausgaben für sozialhüsche Jugend, diesen Menschen in ihrer Einsamkeit Mut und Kraft zum Befreiungskampf zu bringen. Das Land von der Herrschaft der Guts- befitzer zu berr«ien. ist unsere Losung— deshalb wählt sqk y Dictcrk. 'Dyrijht 19.*) by Fjckelrelter-VerUt Q. m. b. H., Hamburi-Beuedorl (22. Fortsetzung) Und jetzt steht der Hauptmann wieder vor uns, ganz dicht vor Äilb und mir. Er sieht uns sekundenlang an und ich kann nicht anders... ich lächle ihm frei und offen ins Gesicht und blicke dann Kilb an, und auch Kilb lächelt ihn an. Und dann sehe ich, wie ein Leuchten im Gesicht de» Hauptmanns ist, er weih, warum wir lächeln und ist gar nicht böse darüber, seine Blicke gleiten weiter an der Kompagniesront entlang, und überall begegnet er demselben frohen und befreiten Lächeln: die fünfte Kompagnie dankt ihm mit lächelnden Gesichtern.» Es dauert nur Sekunden, dann strafft sich der Körper des Hauptmanns: „Grenadiere der fünften Kompagnie!*, wir zucken ohne Befehl zusammen, wir sind wie von einem fremden Wind durchweht und haben wieder alle die emsten gespannten Gesichler von Soldaten, „rühren, rühren, steht bequem. Ich habe euch einige Worte zum Abschied zu sagen. Ich weiß, wie jung ihr seid,— ich weiß, daß ihr oft an die Heimat und an eure Angehörigen denkt. Ich fühl« niit euch: aber ein Befehl hat uns alle zusammengerufen,— auch mich zu euch! Wir sind Soldaten uyd müssen diesem Befehl ge- horchen. Der Krieg geht weiter, ihr wißt es. Ihr seid die letzten Reserven, ihr werdet bald an die Front kommen, und ich kann euch nicht sagen, wie sehr ich wünsche, daß ihr alle wieder in die Heimat zurückkommt.— Grenadiere der fünften Kompagnie! Ihr sollt in den Maschinengewehrkursus, ihr sollt lernen, ein« furchtbar« Waffe zu bedienen. Mein« Gedanken werden euch nicht verlassen.* Seine Stimme zittert plötzlich, er sieht un» nicht mehr an, er blickt aus die Erde und sein bleiches, schmales Gesicht zuckt:„Kaineraden! ich weiß, was der Krieg bedeutet. Er ist furchtbar: ich wollte, er würde heut« noch beendet.* Er saßt plötzlich an die linke Brust- feite, sein Gesicht ist schmerzoerzerr�. Mir fällt«in, daß er im vorigen Jahre bei Vcrdun schwer verwundet wurde. Nun blickt er wieder auf und sieht uns mit dunklen, umschatteten Augen an: ..Lebt wohl, Grenadier«!* Grüßend hebt er die Hand und zwingt sich zu einem letzten Lächeln: ober es ist verunglückt und unwahrscheinlich,„hoffentlich sehen wir uns wieder*. Er schluckt etwa», wendet sich hart und rasch um und geht dann gebeugt auf sein Pferd zu, besteigt es mühsam, winkt noch einmal grüßend mit der Hand... Wir sind wie benommen von den sellsamen Abschiedsworten dieses seltsamen Hauptmanns und vergessen fast, ihm das„Auf Wiedersehen, Herr Hauptmann!*— nachzurufen.— Wir können es noch nicht fassen... es ist uns beinahe unheimlich zumute: wir können noch nicht damit fertig werden,— soviel Menschlichkeit ist beklemmend, ängstigt uns mit Fremdheit... es ist nicht einfach, daran zu glauben, wenn man wochenlang wie Dieh behandelt, getreten und gestoßen wurde..: es muß eine Falle sein, etwas Böses,— wir schrecken vor soviel Güte und Verständnis zurück wie Kinder vor einem unbekannten, großen Tier. Rasch entschwindet da» Klappern, der Hufe: wir sind wieder allein--- Blühten nicht Rosen auf diesem grauen Hos, in dieser Oed«? In unserem entsetzlichen Elend?— Oh, bleib« bei uns, lieber Haupt- mann. Baier unserer achtzehnjährigen, hilflosen Seelen! Aber mit dem letzten Hufschlag versinkt die Fata Morgana: mit eineni Schlage sehe ich wieder schmerzhaft-deutlich die Symbole von 1917:. Aschgrau sind unsere Gesichter... wir erwarten wieder die brutalen, unmenschlichen Befehle unserer Schinder... wir stehen zusammengesunken unter der Last der Tornister... ich spür« wieder den furchtbaren Hunger... die Schießscheibenringe grinsen uns wie böse Fratzen an... wieder picken graue, verhungerte Spatzen hoffnungslos im grauen Sand... auf und ab geht der Posten Grenadier Kalbfleisch... schwer hallen seine Schritt«... weit und erbarmungslos klaffen die Torflügel: nicht um uns den Weg in die Freiheit zu öffnen,— es ist das Tor, das in die Dunkelheit führt, in die Wüste ärgerer Knechtschast... dahinter heißt es: marschieren, marschieren, marschieren... wohin? wohin?: In den Tod... Teuflisch grinst der Schinder und wiegt sich wieder selbstsicher in den Hüften. Fort ist alle Unterwürfigkeit, er wirft wieder sein großes Netz über uns, zieht es enger und enger. Wir sind wieder verlassen, wehrlos ausgeliefert. Mit verquollenem, vor Wut entstelltem Gesicht kommt der Spieß die Treppe wieder herunter in den Hof. Ich habe das be- stimmte Gefühl, daß es ihm jetzt gar nicht darauf ankäme, uns all« erschießen zu lassen für die Demütigung, die er vor versam- melier Mannschaft erfuhr.— Er spricht leise, mit geballten Händen mit dem Schinder: aber wir können nichts davon verstehen, die Worte werden herausgezischt. Draußen aber stehen Menschen unseres Volkes, unserer Art: Adamcziks Braut ist dabei, vielleicht auch sein« Mutter... dort, gleich hinter dem geöffneten Tor... man hört sie sprechen, viel- leicht tragen sie Blumen für un» in den Händen... Blumen... Ich will schreien:„Kameraden! Schluß mit der Quälerei! Wir sind Menschen... wir gehören zu den Menschen da draußen, zu unseren Angehörigen... man hat uns verschleppt wie die Neger .. der Hauptmann— wie sprach er doch noch eben mit uns... habt ihr es nicht verstanden? Habt ihr ihm nicht zugelächelt im menschlichen Verstehen?... Warum steht ihr hier noch?... Aber ich schreie nicht.— ich zittere am ganzen Leib«... Schweiß bricht mir vor Schwäche au» ollen Poren, ich zittere, ich umkrampfe mein Gewehr, al» wolle ich es gegen die dort vor nnir erheben--- Aber ich schreie nicht: ich stehe allein mit-meinen aufgerissenen Sinnen. Mir ist. als verblute ich. nutzlos, sinnlos... Bis an die Mauer tritt der Schinder zurück, rückwärts gehend, immer grinsend: er erscheint noch größer al» sonst. Wie hypno- tisiert starre ich ihn an, die Augäpfel schmerzen mir— m meiner Nähe stöhnt ei» Kamerad schwer auf... das Netz--- das Netz— enger und enger... Luft!... Luft!... Wie ein Gummiball springt der Spieß aus den obersten Trep- penabsatz, stemmt die Hände in die Seiten und locht schallend wie ein Teufel... Dann ist es, als wenn die Sonne sich oerdunkelt und alle Schande der Menschheit auf diesen wenigen Quadratmetern schmutzigen Kafenienhofs sich ausbrettet--- Ich sehe, wie der Schinder tief Luft schöpft--- „Karl*, ich flüstere zischend und schlage meinen Gewehrkolben an Kilbs Bein,„nicht mitmachen*. Ich kann ihn noch den letzten Bruchteil einer Sekunde ansehen: sein Gesicht ist totenblaß, die Augen sind dunkel umrändert, der Mund ist ein dünner, gefähr- licher Strich. Auch er sieht mich an, tonlos... Von der Mauer kläfft es uns an: „Kompagnie schtillge— schtannl Rührt euch! Schtillge— schtann! Rührt euch! Schtillge— schtann— rührt euch!..." Zehmal, zwanzigmal: es ist nur der Auftakt——„Schtillge— fchtcnw!!* Er kommt einen Schritt näher:„Sergeant Schänfeld, rechts rrrmißl* — Der geht an das Tor und kreuzt triumphierend die Arme über- einander.... Links der Spieß, rechts Schönfeld, vor uns der Schinder... Eingekreist steht die Hammelherbe... Der Schinder legt den Kopf etwas schief in eine beinahe liebevolle Haltung: „So! Da wär'n wir also!*— Er tobt:„Euch geht's zu gut, ihr Schweinehunde! Di« ganze Kompagnie hat vorhin gegrinst. Na wartet, das* werde ich euch schon besorgen, ihr verdammten Bengels. Wer weiß, wann ich euch wieder hier habe. Leider gehe ich ja mcht mit euch: aber ihr sollt an mich denken! Ihr sollt an mich denken!!* Mit beiden Armen fuchtelt er in der Lust herum, öffnet und schließt die Fäuste:„Glaubt ja nicht, daß nun rosige Tage für euch kommen! Man wird doch noch Soldaten aus euch machen, ihr schlappes Pack! Und wehe, wenn ihr wiederkommt und ihr habt mir Schande gemacht: ich erfahre alles, verstanden? Alles!* Er springt einig« Schrstte vor:„Meint ihr wirklich, ihr sollt mir so aus den Fingern kommen, hä?I— Erstes Glied— vorgetreten! Haolt!—"« Wir müssen die Gewehre in beide Hände nehmen und sie quer zu unserem Körper schweben lassen. „Achtung! Knie—« beu- gtl* Die Kompagnie sackt in die Knie. Der Sand knirscht. Vorgestreckt liegen die Gewehre. Viele wackeln: denn sie sind schwer zu halten in dieser Stellung, schwer ziehen die Tornister nach hinten... „Strä— ä— ä— cktl* Wir lassen die Gewehre wieder sinken und stehen auf.—„Ach nettff die Stimme de, Schinders zev, schmilzt fast vor Ironie und Bosheit, J>ae könnt euch wohl so passen, wat?— Wollt ihr die Gewehre hoch lasten!" Wieder heben sich schwer die Gewehre... es ist eine furcht- bare Quälerei, wir stehen jetzt schon über eine Stunde auf dem Kasernenhof, immer auf demselben Fleck, die SonnS brennt immer heißer auf uns nieder... es ist ein furchtbarer Gestank zwischen unseren Reihen, ich habe entsetzlichen Hunger... die Eingeweide ziehen sich in mir zusammen, daß es schmerzt... der Hunger tut weh, tut weh!... aber wir werden weiter gequält, weil es diesen Banditen Spaß macht...(Fortsetzimg folgt.) eBuch »Jimerika fcklägl England" Wir leben zwar offiziell ün Frieden und die Politiker versichern uns, daß die Welt keinen Krieg mehr will. Aber Denny ist ein Pessimist und behemptet, Freundschaftslommistionen wären schon von jeher ein Zeichen dafür gewesen, daß die Sachen schlecht stehen: Während Maodonald unterwegs war nach New Pork, beteiligte sich England aktiv an zwei Handelsschlachten gegen USA. (Kanada, Argentinien) und die Regierung Hoooers bereitste die höheren Schutzzölle vor, die hauptsächlich gegen englische Erzeugnisse gerichtet waren. Amerika ist prosperity-toll und muß seinen Aus- landsmarkt behallen, weil fein Wohlstand einfach davon abhängt. Dazu kommt noch, daß es augenblicklich an Ueberproduktion und Unterkonsum leidet. In England sieht es noch viel schlimmer aus. Macdonald selbst hat erklärt, daß, wenn England seine Ausfuhr nicht steigern kannst es einfach«xistenzunfähig ist. England ist das Land mit dem veraltetsten Produktions- und Marktsystem, das Land mit den schwersten Steuern und einer großen Arbestslosenziffer— kein Wunder, daß ein Engländer 1929 sagte:„Wir kämpfen um unser Leben auf den Weltmärkten.* Und sie kämpfen tatsächlich mit allen Mitteln, wie das Dennys Buch zeigt. Aber wenn der englische Imperialismus die Begriffe„fair* und„foul* in feinem Wirtschaft»- kämpfe nicht kennt, so kennt sie der amerikanische noch weniger. Englands Ausfuhr fiel im Zeitraum von 1913 bis 1928 um 5 Proz., während die amerikanische um 48 Proz. stieg. Für England be- deutet das fast einen Knock-out, für Amerika— wenigstens bis vor kurzem noch—„Profperity". Amerika schlägt England auf der ganzen Linie. Das will Denny zeigen. Und er zeigt es mit Tat- jachen und Zahlen aus allen Gebieten der Wirtschaft: im Handel, auf dem Geldmarkt, in Schiffbau und Elektrizitätswirtschast, in Oel- und Stahlproduktion— überall ist Amerika im Lordringen. Die „eiserne Ferse" des amerikanischen Imperialismus zertritt Englands Stellung als Handelsreich von weltpolitischer Bedeutung. Daß einmal jemand gezeigt hat, wie solche Wirtschaftskriege ge- führt werden, auf welchen Gebieten und mit welchen Mitteln, ist wichtig. Gerade in dem Kampf« der beiden Erponenten des Im- perialismus um Wirtfchaftsvormacht liegt die Gefahr eines neuen großen Krieges. Wer denkt beispielsweise gleich daran, loenn er etwas von Kabel und Radiokontrolle lieft, daß Englands Herrschaft über den internationalen Nachrichtenverkehr einer de? wichtigsten Faktoren seiner wirtschaftlichen Ueberlegenheit war. Jetzt geht der Kampf um die„planewrrsche Herrschaft über die Kommunikationen*. Im sogenannten Frieden wie im Kriege gibt es dem Lande, das sie besitzt, ganz von selbst eine Vormachtstellung. Und Amerika ist auf dem besten Wege dazu, in Zukunft den internationalen Nachrichten- verkehr zu kontrollieren. Und das ist fast gleichbedeutend mft einem tödlichen Tiefschlag für England, wenn es vorher nicht zu den Waffen greift und ihn verhindert. 5.?epper. *) Bon Ludwell Denny. Geschichte eines Wirtschafte- krieges. Deutsche Verlagsanstalt Stuttgart, Berlin und Leipzig. PÜ/f DEN KLEINGÄRTNER Die Handelsspanne Alljährlich zur Zeit, wenn die Bohnen auf den Markt kommen, werden dem Erzeuger die Segnungen des jetzigen Handelssystems in krasser Weise vor Augen geführt. Er liefert dem Händler gute Bohnen zum Preise von 3 Pf.(drei Pfennig) das Pfund und die letzte Instanz auf dem Markt nimmt dem Käufer und Verzehrer 15 Pf. ab. Wohl in keinem anderen Wirtschaftszweig wird«ine solche Differenz zu verzeichnen sein. Eine Besserung dieser Verhält- nisse wird erst dann eintreten, wenn der Verkauf der erzeugten Ware nicht mehr von dem einzelnen, tapilaljchwachen und auf so- fortigen Umsatz seiner so leicht verderblichen War« angewiesenen Erzeuger, sondern durch eine Erzeugerorganisation er- folgt. Schon des öfteren waren wir ,n der Lage, von derartigen Bestrebungen und Erfolgen berichten zu können, aber für die Mehr- zahl der Erzeuger gilt noch immer: einzeln schlagen und einzeln geschlagen werden. Nicht die Zollerhöhungen der jetzigen Regierung, sondern nur ein einmütiges Handeln der Erzeugerkreis«, verbunden mit der Selbstzucht hinsichtlich des Ausscheidens aller minderwertigen Erzeugnisse können«ine Umkehr bewirken. Daß die hinter der jetzigen Regierung stehenden wirtschaftlichen Kräfte für diese Ge- danken nicht mit der notwendigen Energie eintreten, wird dem nicht Verwunderung abringen, der die Bestrebungen der die Re- gierung stützenden Parteien beobachtet, die kgjnmunale Wirtschafte- politik zum Aufgeben der Selbstbewirtschaftung zu zwingen. Die Sozialdemokratische Partei hat das Verdienst, der Selbsthilfe der kleinen Siedler die größtmögliche Förderung zu geben: das eigenste Interesse der Siedler und Kleingärtner wird diese daher veranlasien, am 14. September den Stimmzettel mit Nummer 1 in die Urne zu legen. Deutsche Blumenzwiebeln Die diesjährige Berliner Herbstblumenschau in der Neuen Welt zeigte den gewohnten Reichtum an Dahlien, Rosen und Stauden— in der äußeren Wirkung aufs glücklichste unterstützt durch interessante Steingärten und Ausstellungen von immer- grünen Gehölzen. Aber«in Neues bot die Ausstellung noch dem Blumenfreund: das Aufzeigen von Proben der deutschen Anzucht v o n Tul p e n-, Na rz i sse n- und Hyazinthen- zwiebeln. Was an Blumenzwiebeln auf dieser Ausstellung zu sehen war, machte einen so überzeugenden Eindruck, daß man von einem völligen Gelingen dieser neuen Aultur- arbeit sprechen darf. Drei Gebiete sind es, in denen der Blumen. Zwiebelanbau in Angriff genommen worden ist: Schleswig- Holstein mit 19 Anbauern, berests seit 9 Iahren. Ostsrtes»' land mit 48 Erzeugern, seit 4 Iahren, und Wesermünd« mit 25 Anbauern, seit 3 Jahren. Jeder der Anbouern zieht nur 1 bis 2 Sorten, die natürlich die in Deutschland gangbarsten sind. Es sind in diesem Iahxe 400.000 Tulpenzwiebeln verkauft worden und für Sommerausgang 1081 rechnet man auf Z di» 2� Millionen niininaumimiutiDiiBmnui Tulpenzwiebeln. Die Preise sind gleich denen für wirklich gute Holländer Ware, doch wird an Zoll und Fracht gespart. Die Genossen- schaften liefern nur an Großabnehmer, was allerdings auch Be- lieferung von Verbänden der Kleingärtner und Siedler zuläßt. Lagerung von Kunstdünger Ein neues Gartenbuch wirbt um die Gunst der vielen Anfänger in der Blumen- und Gemüsezucht: ein bekannter Fachmann hat es geschrieben und dadurch ist so mancher Hinweis aus der Praxis in das Buch gekommen, das den Titel„Taschenbuch für den Garten- freund* führt und von Otto Sander, Gartenbauoberlehrer in Weihen- stephan, verfaßt ist.(Verlag: I. F. Schreiber in Eßlingen.) Als Probe für die bei aller Knappheit doch gründliche Belehrung des Anfängers möge hier«in Auszug aus den Ausführungen über die Lagerung der Kunstdünger stehen: Die Kunstdünger müssen durchaus trocken liegen. Das Thomasmehl wird durch Feuch- tigkeit hart wie Zement. Alle Dünger, die kalkhaltig sind, dürfen nicht mit ammoniakhaltigem Dünger in Berührung kommen, denn der Kalk treibt das Ammoniak heraus. Wer Kunstdünger für längere Zeit aufbewahren muß, der belasse sie nicht in Säcken, sondern schütte sie auf ein« Unterlage aus Holz oder. Zement. Das gilt besonders für Kattstickstoff, der im übrigen schr trocken liegen muß. Die aus- geschütteten Hausen bedeckt man dann mit alten Säcken. P. D. Laubdecke und Bodengare Vielfach wird angenommen, daß es nützlich sei, die Erde unter den Cehölzgruppen nicht zu groben, sondern alles gefallene Laub ungestört liegen zu lassen. Wenn nun auch eine solche ständige Bedeckung des Bodens die Bodengar« in erwünschter Weise zu fördern geeignet ist, so sprechen aber doch gewichtige Gründe für das Graben des Bodens unter den Ziergehölzen. Da der Boden durch die Belaubung und die Fallaubdecke ständig im Schatten liegt, wird der Erde und den Wurzeln die so wohltätige Wirlung des Sonnenlichtes nicht zuteil, dann aber ist man auch leiäst geneigt, das sich zermürbende Laub als Dünger anzusehen und mit dem Unterbringen wirklichen Düngers zu sparen. Man wird gut tun. den Boden durch das Untergraben des Laubes lockerer zu gestalten und chn durch Düngung zu bereichern. Wo aus Gründen einer falsch verstandenen Sauberkeft das Laub dauernd entfernt wird, sollte«ine Herbst- und Winterdüngung nie ausbleiben. Noch einer Herbst- pnd Wmterarbeit an dem mft Gehölzen bestandenen Boden sei gedacht: Wo der Boden Moor- und Heideerde aufweist, was für Koniferen und laubhaltende Gchölze, wie Rhododendron. Buxus U. a, der Fall ist, sollte man, wenn der Herbst nicht sehr feucht ist, noch vor dem Leginn des eigentlichen Winters mehrere Male durch- dringend gießen. Da solche Gehölze auch Schutz vor starkem Frost erhalten müssen, würde die ihnen zu gebende Schutzdecke von Reisig oder Laub verhindern, daß die spätere Winserfeuchligkeit genügend in da» Inner« de» Loden» gelangt. ~Quadratmeter.Kutter„Seeteufel" vom Freien Segelverein „Undine"-Königsberg hat ähnliches in seinem Buch. Letzterer zeichnet als Datum den 25. Juli. Bei den weiteren sechs Jachten, die am gleichen Tage aus Stettin eingelaufen waren, dürften die- selben Eintragungen zu finden sein. Einem alten Fischer, der interessiert die Nationale des Freien Seglerverbandes betrachtet«, die am Steuerbordwant der neun Boote lustig im Morgenwinde flatterte, konnte die Auskunft erteilt werden: „heute ist hier Seelresfen der Arbeitersegler von Deutschland!" Seine Augen wurden ordentlich groß bei dieser Auskunst. Und indem er seinen Priem im Munde von Steuerbord nach Back- bord schob, ging«r schmunzelnd die Reihe der Boote entlaug, gar nicht aus dem Staunen herauskommend, als er hörte, daß der Große" da aus Königsberg sei, während„Carmen" und Griedel II' aus Berlin kämen... Der Sturm, der gerade während dieser Zeit etwa in Wind- stärke 8 aus Nordwest die See auswühlte, hatte die Boote und Mannschaften, die über See gekommen waren, hart mitgenommen. „Wenn wir nicht sieben Mann gewesen wären, denen schon der Wind um die Ohren gepfiffen ist", sagte der Käptei, des„See- teufcl" schlicht,„wer weiß, ob wir heute hier wären..." Und er erzählte weiter:_„ „Wir waren noch keine zwei Stunden von Pillau weg. da zog es schon am Himmel ziemlich düster hoch, und auch der Wind legte merklich zu. Ein Glück, daß wir unseren Kurs, der nach der Nordspitze von Bornholm zeigte, anliegen konnten. Die Ruder. wachen waren eingeteilt: je zwei Mann vier Stunden. Die Küste mar längst unseren Blicken entschwunden, nur unter uns kocht« die See. durch die der brave„Seeteufel" seine Furche zog, über uns türmte sich ein drohender Himmel und um uns heulte der Sturm in den Wanten. Der„Seeteufel" lag ziemlich weit über, aber der stramme, gleichmäßige Wind gestattete noch, olle Segel zu fahren. Es wird schon gehen, dachten wir; gegen Abend wird es schon ruhiger werden.'. Aber es kam gerade umgekehrt. Mit der hereinbrechenden Dunkelheit pustete es immer heftiger, schon begann unser kulter meu höllischen Tanz, und die ersten Brecher rauschten herüber. iE» wurde kritisch. Wir mußten drei Ringe eindrehen... es wurde zu hart. Dos war eine Hundearbeit: denn die über- kommenden Seen ließen keinen trockenen Faden am Leibe. Da hieß es: zupacken und feschalten, sonst konnte einer über Bord gehen. Nach getaner Arbeit verschwand die Freiwache in die Kambüse; zwei Mann blieben am Ruder. Höher und höher rauschten die Wellenberg« heran und begruben den„Seeteufel" bis mitischisss. Di« Ruderwache stand natürlich bis zu den Knien im Wasser, da es gar nicht so schnell ablaufen tonnte, wie wir es übernahmen. Das konnte gut werden... Mittlerwelle mußten wir einsehen, daß wir unseren Kurs nicht mehr halten konnten, wollten wir unseren Pott nicht preisgeben, also hieß es. abfallen. -Sosort machten wir mehr Fahrt, es mögen acht Knoten gewesen sein. Und immer schwärzer wurde die Nacht, kein Stern am Himmel, nicht» zu sehen, nur das matte Licht, das den Kompaß beleuchtete. Es wurde immer toller. Um das Maß der„Romantik der schönen Seesegelei" voll zu machen, begann ein feiner Sprüh- regen, der immer stärker wurde. Obwohl wir Oelzeug längst an- gezogen hatten, glichen wir wandelnden Wassermännern. Der Sturm peitschte uns die Regentropfen ins Gesicht, und ich muß gestehen, wir froren und zitterten am ganzen Leibe. Aber wir mußten durchhalten. Otto, der Steuennann, der so lange In der Kombüse«in Nickerchen gemacht hatte, kam nach oben. Bedenklich kratzte er sich hinter den Ohren: „Dak i» ja eine Deibelsfahrl!... Alle Mann an Deck!" rief ich. Es wurde ernst.„Noch drei Ringe wegdrehen." Und sie wurden bei dieser Teufelsmusik von zehn eisernen Fäusten eingedreht, aber viel nutzte es nicht.„Klüver bergen!" Das Kommando klang wie ein Hieb. Wer sollte in dieser unheimlichen Nacht nach vorn aus den Klüverbaum entern, um das Klüversegel auszuschäkeln! Walter, ein stiller Bursche, der gerade nach unten gehen wollt«, um sich umzuziehen, dreht« sich schweigend um und turnte nach vorn, zwei Mann zum Klüverfall am Mast, zwei an der Klüvcrschot. Schon war Walter auf dem Klüverbaum... Wir konnten nicht viel sehen; denn es war stockdunkel und mit jeder Welle, die herangerauscht kam, verschwand er bis zum Halse im Wasser. Glaubt mir, uns klopfte das Herz bis zum Halse... aber der Junge hatte Arme aus Eisen. Bange Minuten vergingen... Barn arbeiteten fünf Mann mit Aufbietung aller Kräfte... sie mußten es zwingen... Und der Klüver wurde geborgen... Als Walter zurückkam und ganz nahe an mir vorüberging, ohne ein Wort zu sagen, nur ein befriedigendes Lächeln auf seinen Lippen. erfüllte es mich doch mit Stolz, Führer einer solchen Mannschaft Zu sein! So, nun mußten wir daran denken, unseren Kurs abzu- setzen: denn es mußte Zeit zum Wenden sein!„Klar zur Wende! Rhel" Der„Seeteufel" ging mit der Nase durch den Wind und legte sich aus den anderen Bug. Stund« um Stunde verrinnt... wir werdip abgestumpft. Da... ein Feuer... Was ist es?... Bornholm!... Wir wollen zum Hafen von Rönne... Aber bei diesem Höllenwetter in einen fremden Hafen laufen, das war ge- wagt. Was wollen wir tun... Wir können unseren Verein»- kutter nicht aufs Spiel setzen... Ich will es kurz machen. Wir konnten den Hasen nicht anlaufen in dieser Nachl, segelten um die Insel Bornholm herum und»ahmen Kurs auf Swinemünde. Nun lief der Kutter fast platt vor dem Laken... Und wi« er lief. Wir dachten manchmal, die von achtern heran- rollenden Seen zermalmen unsere Nußschale. Und bei allem Kleiner Sport von überall Kartellbadeabend im Bezirk Milte. Um allen Mitglieder» der Arbeiter-Nichtschwimmoereine einen geregelten Vadebetrieb zu bieten, hat das Kartell für Arbeitersport und Körperpflege Bezirk Mitte «inen eigenen Badeabend eingerichtet. An jedem Monlag der Woche in der Zeit von 811 bis 10 Uhr abends ist in dem neuerbauten Stadt- bad in der Gartenstraße Gelegenheit zum Baden und Schwimmen gegeben. Eintritt für Erwachsen« 30 Pf., für Jugendliche 20 Pf. Erster Badeabend Montag, 15. September. Alle dem Kartell an- geschlossenen Vereinsmitglieder erhalten Zutritt. Moiorbook„Königskind" wird gesucht. Die Wasserwacht benötigt die Adresse des Eigners des Motorboots„Königskind". Mitteilungen werden an die Geschäftsstelle der Wasserwacht e. V., Berlin S 61, Planufer 61, Frensprecher? 6 Baerwald 8154, erbeten. Mokorradfabriken gegen Auloausstellung. Gelegentlich einer Zusammenkunft von Vertretern der deutschen Motorradindustrie wurde der Beschluß gefaßt, sich an der im Februar 1931 geplanten Berliner Automobilausstellung nicht zu beteiligen. Begründet wird diese Maßnahme damit, daß der Monat Februar für die Abhaltung einer derartigen Schau nicht geeignet sei. JI®®., Btjirf Taumschulear-cc,. Der Bezirk beteilige Ilch Sonnabend, 13. September, am Umzug der Partei. Treffpunkt IS Vi Uhr bei Streubel, Baumschulenslrahe. Bezirkskleidung. 13. Bezirk Tempelhxf. Alle Sportler und' Sportlerinnen treffen fich zur Wahliundgebung Freitag, IS. September. 16� Uhr. in Mariendorf. Dorf. «ck- Chaufsceftr-ße. Sonnabend. IS. September, 13 Uhr. am Ullsteinha'ls, ebenfalls Kundgebung. Kleidung, ohne Kopfbedeckung mit Schillcrrragen. Bezirk«eddiag. S-uie, IS Uhr, treffen Ilch all- Arbeiterfportler auf de», Lenzener Platz< Gericht, und Neue Ho6>straße>. Platzkonzert, dann Abmarsch nach den Pharussiilen. Banner und Fahnen mitbringen. Wahldemonstratw» der Rad- und Motorradfahrer durch den Wedding und Gesundbrunnen. Ar- »eitersportler. die ein Fahrrad oder Motorrad haben, treffen sich Sonnabend. 1». September, 18 Uhr, auf dem Schulhof Pank- Eike Wicscnstra�e zur letzten W-Hlkundgebung für die Eoziald-mokrotisch- Partei. Räder ausschmücke». Wimpel werden geliefert..„... Brzlrkskartell Fried rick»hai». Freitag. 12. September. Beteiligung aller «artellvereine an der Wabldcmonstratioii der Partei. Treffpunkt mit Fahnen und Transparenten 13 Uhr Landsberger Platz. Arbeiter-Lichtbildbund. Arbeitcr.Photogildc Berlin. Freitag. IS. Sep- temberi 20 Uhr. Iliqeiidhcim Lindrnstr. 4. Btldwettbewerd:„Berlin wählt". Auswertung, Bildertrittk und Grtlnduiiq des Bildarchivs.— Arbeiter. Lichi- bildaer Spandau. Montag, 15. September, 20 Uhr. Ltnd-nufer 1, Mitglieder. Versammlung im Jugendheim. Arbeitsplan für den Winter wird aufgestellt. Photogruppen de« TB.„Die Ratuofrennde", Stammgruppc. Iohannlsstr. l.,. Mittwoch. 1.,. September. 20 Uhr. technische Fragen. Bildtritik:„Da- soziale Bild". Gruppe Norden. Donnrrstoq, 11. September. ZO Uhr, weltliche»chnlr. Bant- Scke Wiefcnstraße. Phvsikzinlmer. Serr Kutruff lAgfa) spricht über:„Die richtige Sntwick'una". Gruppe vsten. Freitag, 12. September, 20 Uhr. Jugendheim Frantfurter Allee 307. Friedrich-Ebert-Saal. Gruppe Rculoll». Mittwoch. 10.. und Mittwoch, 17. Septcmbcr. 20 Uhr, Jugendheim Dcrgstr. 2L. Zimmer Kockeizspieler. Montag, 15. September. 20 Uhr, Sitzung bei RSstel, Putligstr. 10. Ncilausnahmen zur B-rv-llständigun« dci: 8. Mannschaft werden noch entgegengenommen.. AS«. Kella». Freitag. 12. September. 18 Uhr. ,n Plähensee Abhoben, an- schließend i» der Waldhittte bei Dreper Mitgliedervcrfammliiiig und Bekannt. gab« der Uebuiigsabende in der Wintersaison. Sonnabend. 13. September. beteiligen sich alle Radfahrer des Vereins an der Wahldenionstration. Trefi- punkt Schulhof Pank- Ecke Wiesenstraße um 13 Uhr. FTGB., Ruderbezirl. Keute. Doiinerstag. Sitzung IM Rcstaurant Schmidt. Riederfchonewcidc. Berliner Srr. S7-»«. 20 Uhr. Mitgliedcraiif»ahmc T-uriftenorrcin.Die Naturfreunde". Zentrale Wien. Freitag, 12. Sep. t-mber. 20 Uhr. Abt. Sharlotteubura- Sprccstr 30...«apitalismu- und. Volks. q-fundheit."— Abt. D-iß: Wahlpropagandal im Kufeiien— Kumboldt I fIugendgruppe): Pauk. Eckr Wicfcl>straß°...Scinrich Keine.— Faltbootabteilunq: Britzcr Etr. 27.„Erste Sitte."— Abt. Xttvioa: ffitten. ftraße 3. Geschäftliches.— Abt. Südost- Besuch der Ausstellung(«esund- heitsam».—«reuzberg: Treffpunkt ISVo Uhr Fontanepromenade.— Montag. 15. September. 20 Uhr. Photoqcmeintchaft! Iohannisstr. lo. Technische Frage». Bildkritik:„Das soziale Bild".— Malgemeinschast: Wrangelstr. 128. Kritik. abend.—«Iveranto.Aebeit-gemeinsch-st! Tilsiter Str. 4— Am Sonntag, dem 14, September, fallen alle Fahrten aus. Jeder stellt sich der SPD. zur Wah.- arbeit zur Bcrfiigung._ Donnerstag, 11. September Berlin.> 16.05 Ernst von Dohnänyl: Vier Rhapsodien, op. 11.(Hermann Hoppe, Clütel.) AnscblieBend: Jueoslawische Volkslieder.(Paula Sandow- Sitrer, Merzosopran. Am Flüael; Julius Bürger). 17.00 Zoltan Kodlly; Sonate für Violoncell allein, op. 8.(Paul Hermann). 17.30(jerhard Koch:„Jusend und Wnndern". 18.00 Prof. Alfons Ooldschmidt und Jayasurya Naidu:„Das Indien von heute". 18.25 Prof. Arnold Schönberg und Dr. E. PreuBner:„Vom Schaffen und der Wlrkunu des Komponisten in der Gegenwart". Zur AuffflhrunE von „Pierrat Lunaire" am 12. September. >8.55 Arbeitsmarkt. 19.00 Aktuelle Abteiluni. 19.30 Choryesänte. 20.00 Wovon man spricht. 20.30„Wien— Paris", aus Operetten zweier Nationen. Nach den Ahendmeldumen bis 00.30: Tanz-Musik- Könisrswusterhaasen 16.00 Dr. Hermann Christians: UnferrichtseHahrunzen. 1T.30 Dr. Marie Krammer: Leipzig. 18.00 Karl Pörsten Garten im September. 18.30 Alexander Knoil: Das Mysterium der Straße. 19.00 Spanisch für Portycschrittene. 19.30 Ritterkntsbesllzer von Colmar: Ersatz ausländischer Puttermittei durch die Kartoffel, � OkfMfa-Jtn&iger (Uezirfc Jtorden~Cfien. malerhatte Berlin G.m.b.H. VORHAU MALEREIGENOSSENSCHAFT GEQRONDET 1912 N018, LANDSBERGER ALLEE38-39 FERNSPR.: E 4 ALEXANDER 5628-30 ALLE MALERARBEITEN 184 MOEBEL- UND AUTOLACKIERUNG wiirs< Häuser«um Moabiter Halle Stand 259-263 [137 Stand 259-263 leske& Slupecki Schönhauser Allee 70c, Ecke Stargarder Straße Herren- und Knaben-Bekleidung fertls unG nach MaO Berufsbekleidung für jedes Gewerk. [233 Tapeten Linoleum Tapefenhans ÜUSSacK NO, Wörlhcr Str. 30 Nur die fiemecerd-Cleck'« Schallplatte bringt die Aufnahmen der Chöre des Deutschen Arbeiter-Sfingerbundes.— Beang*quellcn-N«d»weU ficrocitfiGn C©mpanY Berlin SW6Ö Verlangen SieSpezIal-Prospckte über Arbeiter chor-Pla t fen In allen cinsdilägigcn GrjchÄflrn crhAltllds. 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