Morgenausgabe Nr. 431 A 217 47.Iahrgang Wöche-llich SSPs, monatlich 3,60 St. bn oorflus zahlbar, Postbezug 4�2 M. emschließlich üll Psg.Postzeiwngs- und 22 Psg, Postbestellgebühren. Auzland». abonnement S,— M. pro Monat. * Der„Sonoärts* erfcheint wochentZg. stch zweimal, Sonntags und Moniag, einmal, die Abendausgaben stir»erlin und im Handel mit dem Titel.Der Abend", Illustriert« Beilagen.Boll und Zeit" und.Kinderfreund". Ferner .Frauenstimme". T-chnit",.Blick in die Bücherwell",.Iugend-Vorwarts" mid.Stadtbeilage". P> TW Nerliner voKsblatt Sonntag 1.4. September 1.930 Groß-Äerlin 15 Pf. Auswärts 20 pf. vte e in fp altige Nonpareillezelle 80 Pfennig. Retlamezeile ö.— Reich»« marl.„Kleine Anzeigen�' pa» settge« druckte Wort 25 Pfennig(zulässig zwei fettgedruckte Worte), jede» weitere Wort �>u"ig. Wort 15 Pfennig. Stellengesuche das erste �. inig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Zeile 60 Pfennig. 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Die geschichtliche Bedeutung dieses Kampfes besteht vor allem darin, daß er von Partei und Gewerkschaft in völliger Einigkeit geführt wurde. Die Interessensolidarität und die Jdecngemcinschaft dieser beiden Flügel der Arbeiter- bewegung wurden offenbar. So undenkbar wie ein Sozial- Äemokrat ist, der den Gewerkschaften gleichgültig gegenüber- steht, ist auch der Gewerkschafter geworden, der den Kampf der Sozialdemokratie um die Macht durch die Brille der Neutralität betrachtet. Partei und Gewerkschaft sind zu einer unauflösbaren Kampfgemeinschaft zusammenge- schmiedet. Einiger und geschlossener denn je tritt die soziali- (tische Arbeiterbewegung an die Aufgaben heran, die ihr die Zeit nach dem 14. September bringen wird. Und das zweite: Die Sozialdemokratie stand diesmal in einem Wahlkamps, wie sie ihn in der Republik noch nie und kaum jemals im Kaiserreich erlebt hat. Sie war dem kon- zentrischen Angriff aller andern Parteien ausgesetzt, die— so uneinig sie auch waren— kaum Zeit fanden, sich untereinander zu befehden, weil sie alle im Grunde nur einen Feind kannten', eben die Sozialdemokra- tie. Aus nationalsozialistischen, gewerkschastschristlichen und kommunistischen Schlünden brach eine Kotflut der Per- leumdungen gegen sie los, die alles bisher Dagewesene weit übertraf. Was war doch der Reichsverband zur Be- kämpfung der Sozialdemokratie, der berüchtigte„Reichs- lügenvcrband" der Vorkriegszeit, für ein elender Stümper gegen den Agitprop der KPD.! Nationalsozialisten. Gewertschastschristen, Kommunisten, eine seltsame Dreieinigkeit! Hinter ihnen stand grinsend, händereibend alles, was in Deutschland sozialreaktionäre und scharfmacherische Ziele verfolgt. Eine ganze Hölle war gegen die Sozialdemokratie los- gelassen-- und das hat der Partei gut getan! Ihre Kampfenergie ist geweckt worden. Die Millionenschar ihrer Anhänger wurde aufgerüttelt bis zum letzten Mann und zur letzten Frau. Mit verbissener Wut schlug sie alle Angriffe zurück. In heller Begeisterung trug sie den Angriff hinüber ins gegnerische Lager. Der ungeheure Druck, der auf die Partei ausgeübt wurde, hat sie nicht zerbrochen, sondern im Gegenteil befestigt. Eine Partei aber, die sich gegen einen solchen konzentrischen An- griff hält und unerschüttert aus ihm hervorgeht, die ist in Wahrheit unüberwindlich. Vielleicht war dieser Wahlkampf das Vorspiel zu noch viel schwereren Kämpfen. Er hat gezeigt, daß die Sozial- demokratie für sie gewappnet ist. Auch dem 14. September werden neue Kämpfe folgen. Sie sind an und für sich notwendig. Solange wir eine kapi- talistische Gesellschaft haben, wird das Ringen der Klassen miteinander nicht aufhören, und solange die Sozialdemokratie nicht für sich allein über eine gesicherte Mehrheit verfügt, wird sie um die Mehrheit kämpfen. Die Schicksalsfrage aber, vor der wir stehen, geht dahin, ob diese notwendigen Kämpfe so geführt werden sollen, daß das Wohl des deutschen Volkes dabei dauernd gewahrt bleibt, oder ob sie Formen annehmen werden, in denen allerschwerste Erschütterungen und Opfer nicht zu vermeiden sein werden. Die Sozialdemokratische Partei sucht mit allen Kräften den Weg der friedlichen Evolution. Sie sieht in der p ar- lamentarischen Demokratie den Boden, auf dem sich der Ausgleich der miteinander ringenden Kräfte ohne Schädigung des Volksganzen vollziehen kann. Weil sie die parlamentarische Demokratie will— die sie als Minderheit allein nicht tragen kann— war sie im alten Reichstag bereit, eine Politik der Verständigung zu treiben, und sie wird auch im neuen dazu bereit sein. Die Sozialdemokratische Partei kann einen Zweck dieser Reichstagsauflösung, sofern er innerhalb des parlamentarischen Systems liegen soll, nicht anerkennen. Eine Regierung, die in die Minderheit geraten ist, handelt nach einer Auflösung des Parlaments nur dann im Sinne des parlamentarischen Systems, wenn sie von den Wahlen eine Verwandlung ihrer Minderheit in eine Mehrheit erwartet. Da die Regie- rung Brüning von der Reichstagsauflösung dergleichen kaum erwarten konnte, lag nach sozialdemokratischer Ueberzeugung ihr Vorgehen nicht mehr im Rahmen der Verfassung und der parlamentarischen Demokratie. Wollen die Parteien der Mitte nach der Wahl den Weg zur ruhigen verfassungsmäßigen Entwicklung, der auch für die Wirtschaft der gesündeste ist, zurückfinden, so ist die Sozial- demokratie bereit, ihnen dabei behilflich zu sein. Wollen sie aber im Bunde mit Herrn Schiele, der das ganze System zum Teufel jagen will, und mit Herrn Treviranus, der als aktiver Reichsminister offene Staatsstreichpläne ent- wickelt, den Weg der Abenteurer weiter verfolgen, dann stehen uns Kämpfe von gar nicht abzusehendem Um- fang und gar nicht abzusehenden Folgen für die Wirt- schaft bevor. Aber der Wahlkampf hat gezeigt, daß Partei und Gewerkschaft den Aufgaben, die diese Kämpfe an sie stellen, in vollem Um- fanggewachsenseinwerden. Als einzige von den zwei Dutzend Parteien, die zum Wahlkampf aufmarschiert sind, kann die Sozialdemokratie schon heute, vor der Entscheidung, die Sprache ruhigen Kraftbewußtseins führen. Sie weiß, daß die heran- tobende Sturmflut ihre Dämme nicht unterspült hat, sie weiß, daß sie ihre Waffen so blank und so scharf aus dem Kampfe zurückbringt, wie sie sie in ihn hineingetragen hat. Morgen werden manche Parteien, die bis gestern den Mund recht vollgenommen hatten, sehr kleinlaut sein. Andere werden vergängliche Erfolge zu geschichtlichen Triumphen aufblasen, ohne daß auch nur ein verständiger Mensch sie ernst nehmen wird. Die soziali st ische Arbeiterbewegung aber, verkörpert in der Sozialdemokratischen Partei und den freien Gewerkschaften, wird dastehen unerschüttert, innerlich gefestigt, zu neuen Kämpfen und Siegen gerüstet: ein Machtfaktor, an dem niemand vorbeigehen kann, der in Deutschland Politik treiben will. Es hat in diesem Wahlkampf manches Niederziehende, aber auch manches Herrliche gegeben. Niederziehend war die durch nichts mehr zu überbietende Gemeinheit der verbündeten Lügenkanaille gegen die Sozialdemokratie. Herrlich aber war die Erhebung der Arbeitermassen unter denFahnenderSozialdemokratie, der Kampfes- mut, die Ueberzeugungstreue, mit denen sie allen Gegnern entgegentraten. Es gibt in Deutschland Millionen und aber Millionen Arbeiter, die trotz aller wirtschaftlichen Not taub sind gegen alle Lockungen politischer Gaukler und Markt- schreier, Millionen und aber Millionen, die der schwierigen Arbeit der Sozialdemokratie mit Verständnis und Vertrauen folgen. Diese Massen verschmähen den Fuselrausch über- radikal klingender Phrasen. Sie sind entschloffen, mit dep Sozialdemokratie wirkliche soziali st ische Ar« beiterpolitik zu treiben.. Und sie sind auch bereit, unter der Führung der Sozialdemokratie den Kampf gegen olle Diktaturgelüste aufzunehmen, von welcher Seit� immer sie kommen mögen. Das ist das erhebende und beglückende Ergebnis dieses! Wahlkampfes, das wir schon in dieser Stunde feststellen dürfen, noch ehe der erste Stimmzettel in die Urne gefallen ist. Die Mitglieder der Sozialdemokratischen Partei, die Funktionäre der freien Gewerkschaften, das find die besten politischen Mannschaften der WeltI Unser«! Gegner werden ihre Ueberlegenheit noch öfter zu spüren be- kommen. Ihre Ueberlegenheit aber stammt aus der Kraft e i n er g r o ß e n I d e e, die die Gewähr des Sieges in sich trägt. Für sie vorwärts, durch alle Kämpfe hindurch bis zum letzten Gefecht! Es lebe die Sozialdemokratie! Von 1928 bis 1939. Oos Resultat von damals und die Aufgaben von heute. An dem Tag«, an dem das deutsch« Volk sich einen neuen Reichstag wählt, wird es interessieren, die Zusammen- setzung des alten aufgelösten Parlaments und die Zahl der hinter den einzelnen Parteien stehenden Wähler sich noch einmal vor Augen zu führen. Am 20. Mar erzielten Sozialdemokraten.,,, S 150 53Z Stimmen und 153 Mandate Bon den 153 Sozialdemokraten ist im Laufe der zwei Jahr« ein« Abgeordnete zu den Kommunisten übergetreten, so daß am Tage der Reichstogsauflöjung noch 152 so zia ldemo k rati sche Abgeordnete vorhanden waren. In voller Auflösung befand sich die deutsch- nationale Fraktion. Von ihr blieben am Schluß des Reichs- tags noch 35 Mannen um Hugenberg versammelt, während 19 sich in die.Konservative Dolkspartei'(Treviranus-Westarp-Lambach) umgewandelt hatten, K weitere(Mumm-Behrens) als Christlich- Soziale firmierten und der Rest sich den„Christlich-Rationaien Bauern' angeschlossen hatte. Der früher« deutschnationale Ab- geordnete Bruhn mußte, wie erinnerlich, aus nicht politischen Gründen die Deutschnationale Partei und Fraktion verlassen und wurde seit der Zeit als„wild' geführt. Die Demokratische Partei hat als solche aufgehört, in, Reichstag zu existieren. Einige ihrer Anhänger werden im neuen Reichstag unter dem Firmenschild„Staatspartei' wieder auslauchen, «in großer Teil der bisherigen demokratischen Abgeordneten aber wird nicht wiederkehren. In der Melzahl der Parteien und Fraktionen steht die Sozia l- demokratie als die einzige fest« Säule, die in ihrem Bestände nicht wesentlich erschüttert werden kann. Nicht unerheblich kleiner� aber weltanschaulich gefestigt ist auch das Zentrum, das erheblichen Schwankungen nickst ausgesetzt ist. Wie sich der Wahlkampf auf die vier Splitterparteien der Deutschnationalen auswirken wird, läßt sich mit zeniraiwaniioKaSe der Kreise: 1. Kreis Mitte. Lohan, Brüderstr. 16—18, Z 2, Kupfer« grafeen 4654. S. Kreis Tiergarten. Schmidt, ffitcfefftr. 17, C 5, Hansa 663. 3. Kreis Wedding. Vorwartsspedition Fischer, Bastianstr. 7, V 4, Humboldt 7874- 4. Kreis Prenzlauer Berg. Klug. Dan,; ig er Str. 71, V 5, SSineta 725. 5. Kreis Friedrichshain. Schmidts Gefeyfchaftshaus, Frucht« straßo 36s, E 4, Alexander 9325. 6. Kreis Krenzberg. Krüger,(Briinmftr. 1, F 6, Därwold 7936. 7. Kreis Charlottenbnrg. Schillersaal(Schilleyheoter). Charlottenburg, Bismarckstr. 199, C 1, Steinplatz 6979. 8. Kreis Spandau. Brendemiihl, Spandau, Moritzstr. 16, C 7, Spandau 3912. 9. Kreis Wilmersdorf. Kroihs, Wilmersdorf, Holsteinische Strohe 69. kl 1, Pfalzburg 1193. 40. Kreis Zehlendorf. Stockmann, Zchlendorf, Machnower Strohe 2, G 4, Zehlendorf 2194. 11. Kreis Schönebcrg. Will, Schöneberg, Martin-Lucher« Strohe 69, G 1, Stephan 4949. 12. Kreis Steglit». Schellhose, Steglitz, Ahornstr. 15?, G 2, Steglitz 3815. 13. Kreis Tempelhof. Görlitz, Mariendorf. Chauffeestr. T5, G 2, Südring 1548. 14. Kreis Neukölln. Jdeattasino, Neukölln. Weichsokstr. 8, F 2, Neukölln 9496. 15. Kreis Treptow. Schmidtbaur, Adlershof, Bismarckstr. 74> F 9, Mershof 291.. 16. Kreis Köpenick. Stadttheater, Köpenick, Friedrichstr. 6, F 4, Köpenick 9369. 17. Kreis Lichtenberg. Seipke, Lichtenberg, Kronprinzenstr. 47, E 8, Andreas 1229. 18. Kreis Weißensee. Gallas, Weihensee, Lehderstr. 122, E 6, Weihensee 877. 19. Kreis Pankow. Meyer, Türkisches Zelt, Pankow, Breitestr., V 8, Pankow 266. 20. Kreis Reinickendorf. Bolkshaus, Reinickendorf-Weft, Scharnweberstr. 114, D 9, Reinickendorf 3621. Das Wahlresultat der einzelnen Stimmbezirkc wird in den Abteilungen zusammengestellt und dann auf dem schnellsten Wege dem Bezirkssekrctariat und den Kreisen übermittelt. Nur das Gesamtresultat der Abteilung kann bei der Veröffentlichung Verwendung finden. Der Bezirksvorstand. Blutiger Wahlkampf. lteberatt Ausschreitungen von Hakenkreuzlern und Kommunisten. einiger Aussicht auf Sicherheit auch nicht im entferntesten voraus- sagen. Wenn am Montag die Resultate einigermahen vollständig vorliegen, wird es in den H«hrlogern der Rechten wahrscheinlich mehr als«ine Enttäuschung geben. So was'S in Berlin. Um dem Leser einen UebeMick über die Wahlsituation in Berlin zu ermöglichen, geben wir nachstehend ein« Zusammenstellung über die Wahlen von 1328 und die Dezemberwahlen von 1924. Dabei sind di« Splitterparteien unberücksichtigt gelassen. Wenn hier von Verl in die Rede ist, so bitten wir zu be- achten, daß es sich um das ganze Berlin handelt, nicht nur um den Wahlkreis Berlin, der bekanntlich nur sechs Berwaltungs- bezirke(Mitte, Tiergarten, Wcdding, Prenzlauer Berg, Friedrichs- Hain und Kreuzberg) umfaßt. In Gr oh-Berlin also wurden gezahlt: In der amtlichen Zählung am Sonntag abend werden zunächst immer die amtlichen Wahlkreise berücksichtigt. Da aber nun nicht weniger als 14 von den 20 Verwaltungsbezirken Berlins 3 ii den Wahlkreisen Potsdam II und I gehören, so ist die Heraus- Zählung der städtischen Stimmen in der Wahlnacht nicht ganz ein- fach. Ausreichende Vergleichsmöglichkeiten hat man ober nur, wenn man die Berliner Ziffern herausfällt, deshalb geben wir die früheren Zahlen oben ausführlich wieder. Es ist gut, sie aufzu- bewahren. Bekanntgabe der Wahlresultate. Wie bereits mitgeteilt, unterhält der„Vorwärts" am Abend des Sonntag und in der folgenden Nacht einen umfangreichen Wahl- sonderdienst. Am Montag früh wird eine Sonderausgabe mit den Wahlergebnissen im Straßenhandel und bei allen Zeitungsvcrkaufsständen zu haben sein. 2lm Abend werden die E i n z e l r e sulta t e im Schaufenster der Hauptexpedition, Lindenstraße 3, durch Scheinwerfer- Projektion fortlaufend bekannt gegeben. Durch Aushang erfolgt die Bekanntgabe auch in den Schaufenstern der folgenden„Vor- wärt s"- Speditionen: Bäerwaldstr. 47, Lausitzer Platz 14/15, Prinzenstraße 63, Marknsstrahe 36, Immanuelkirchstraße 24, Petersburger Platz 4, Ackerstraße 174, Wattstrahe 9, Bastianstrahe 7, Müllerstraße 34, Greifenhagener Straße 22, Wilhelmshavener Straße 48, Schöneberg, Belziger Straße 27, Neukölln, Siegfriedstraße 28/29 und Neckarstraße 2, Treptow, Grätz- strafte 59, Lichtenberg, Boxhagener Straße 62, Pankow, Mühlenstraße 79. In der eigenen Schlinge! Herr Hussong entlarvt sich selber als Fälscher. Bor einer Woche brachte der„Lokalanzeiger" in einem Leitartikel Friedrich Hussongs einen angeblichen Aufruf der VoUsbeoustragten, den wir sofort als eine plumpe Fälschung feststellten. Eine Woche lang hat Herr Hussong zu dem Vorwurf der Fälschung geschwiegen.- Am Vorabend der Wahl aber packt ihn die Dreistigkeit, er druckt den gesölstWen Aufruf nochmals ob, indem er' kaltblütig behauptet, daß dieser Aufruf doch ergangen sei, nur dätten die damaligen Machthaber— welch teuflisches Raffinement! — in erwachter Scham später sämtliche vorhandenen Exemplare vernichtet!! Rur ein einziges Exemplar existierte noch— und das existiere leider auch nicht mehr! Wir brauchen uns mit der albernen Behauptung nicht auf- zuhalten, daß trotz aller vorhandenen Archive, Bibliotheken, Tamm. lungcn usw. ein zur Vervielfältigung verbreiteter Aufruf der sechs Volksbeaustragten„An Alle" in sämtlichen Exemplaren— wohl auch in den Zeitungen, die von den Bibliotheken gesammelt und aufgehoben werden!— vernichtet worden sei. Herr Hussong gehört nämlich zu den Fälschern mit mangelhafter Intelligenz, die den Beweis ihrer Fälschung durch das Falsivikat selber erbringen. Wer geschichtlich« Dokumente fälschen will, der muß die Geschichte wenigstens beherrschen. Herrn Hussong aber ist als einem Fälscher ohne Wissen und Kenntnisse das Unglück passiert, seine Fälschung mit folgenden Zeilen schließen zu lassen: Durch diese Revolution tritt unser Volk in den Zustand einer wahren Freiheit, Schönheit und Würde. Berlin, den 9. November itS/tS. Oer Rat der Volksbeauftragten. Nun ist, wie jeder weiß, der Rat der Voltsbeauftragten erst a m 19. November 1918 durch die im Zirkus Busch versammelten Arbeiter- und Soldatenräte gewählt worden. Unmöglich tonnte der am 19. November ins Leben getretene Rat der Volksbeaustragten bereits am 9. November, 24 Stunden vor seiner Geburt, einen Aufruf verfassen! Bezeichnend ist, daß der Fälscher Hussong als Ersatz für fehlende Dokumente„eidesstattliche Versicherungen" über die Echtheit dieses unmöglichen Aufrufes anbietet. Woraus man sieht, daß nicht nur Fälschungen, sondern Meineideaufder Rechten spottwohlfeilzu habensind. Wir kondolieren Herrn Hussong herzlich zu seinem Fälscher- Mißgeschick. Das nächste Mal möge er vorsichtiger zu Werke gehen. 'Do plump geht das Fälschen denn doch nicht. Mehr Minderheitenschuh. Vorstufe eines Anfangsversuchs. Genf, 13. September. Die Völkerbundsverjammlung hat zu Beginn ihrer heutigen Sitzung über die bisher angenommenen Anträge Beschluß gefaßt. Der deutsche Antrag auf Prüfung der Bestimmungen über den Minderheitenschutz wurde dem 6.(Politischen) Ausschuß überwiesen. Damit ist zum ersten Mal der zuständig« Ausschuß der Völker- bundsversammlung mit der Minderheitenfrage besaßt und ent- sprechend dem oft geäußerten Wunsche der Minderheitenvertretcr Gelegenheit zu einer eingehenden Erörterung der gc> samten Frage gegeben. Der holländische Antrag über die Ab- rüstungssrage wurde dem 3. Ausschuß und der norwegische Antrag be- treffend Prüfung der Mandotsberichte dem 6. Ausschuß überwiesen. Der von Dänemark eingebrachte Antrag auf Definierung der Meist- begünstigungsklansel wurde dem Togesordnimgsmisschuß zugeleitet, der über seine weitere Behandlung beschließen soll. Schießerei am Nülowplah. Sin Nationalsozialist erschossen. Am Vülowplatz kam es gestexn abend um die 22. Stunde zu einer Schießerei. Lastwagen mit Nationalsozialisten sind nach den bisherigen Feststellungen aus der angesammelten Menge heraus beschossen worden, wobei ein Nationalsozialist er- schössen wurde. Das Eingreisen der Polizei wurde durch'den Widerstand der Menge so erschwert, daß die Beamten von der Schußwaffe Gebrauch machen mußten und einig« Schreckschüsse ab- gaben. Ersreuiicherweise ist hierdurch niemand verletzt worden. Es gelang dann den Polizeibeamten, die Ansammlung zu zerstreuen und die Ruhe wieder herzustellen. Salzsäureflaschen als Wahlkampstvaffen. Zu einem weiteren schweren Zusammenstoß kam es gestern spät abends. an der Ecke der Sedan- und Leuthenstraße in Schöne- berg. Acht Lastautos, auf denen sich H a k e n k r e u z l e r befanden, wurden von einem großen Trupp Kommunisten angehalten. Es kam zu einer Schlägerei, in deren Verlauf aus der Menge gegen die Lastautos zahlreiche Flaschen mit Salzsäure geschleudert wurden. Zehn Nationalsozialisten wurden erheblich verletzt und mußten zur nächsten Rettungsstelle', gebracht werden. Als die Polizei erschien, hatten di« Täter bereits die Flucht ergriffen. In den übrigen Stadtteilen kam es in den Abendstunden wiederholt zu Plänkeleien. Dabei wurde am Wedding eine An- hängerin der Kommunisten durch Revolverschuß schwer verletzt, Gaalschlacht in Schwerte. Ein Toter, 15 Verletzte. Dortmund, 13. September. Wie das Polizeipräsidium berichtet, ist es am Freitag gegen 23 Uhr in Schwerte während einer Wahloersammlung der Nationalsozialisten zu schweren Ausschreitungen gekommen. Infolge von Zwischenrufen der zahlreich vmretenen Kommunisten entstand «ine allgemeine Schlägerei, wobei die Fensterscheiben, sämtliche Stühle und andere Gegenständ« zertrümmert wurden. Bor dem Lokal sammelte sich ein« Menschenmenge von etwa 2999 Personen an, die den Saal zu stürmen drohten, aber von der Polizei in Schach gehalten werden konnte. Die Beamten wurden aus der Meng« heraus mit Steinen beworfen. Schließlich gelang es der Schwerter Polizei im Verein mit einem Dortmunder Ueberfallkommando, die erregten Massen unter Anwendung des Gummiknüppels z u z e r st re u e n. Bei der Schlägerei im Saale wurden etwa 13 Perionen verletzt. An den Ausschreitungen waren noch etwa 199 Nationalsozialisten aus Dortmund beteiligt, die bei ihrer Rückkehr nach Dortmund in der Nacht mit Andersdenkenden zusammengerieten. Dabei wurde e i n K o m m u n i st durch«inen Stich in die Herzgegend so schwer ver- letzt, daß er noch wenigen Stunden st a r b. Blutige Messerstecherei in Aachen. Aachen. 13. September. In Aachen kam es in der Nacht vom Freitag auf Sonnabend zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten zu schweren Bosheii im Keuilleton. Prophezeiung über das Wablresultat. Das„Berliner Tageblatt" verschießt in der Sonntagmorgen- nummer einen Pfeil gegen Brüning in Gestalt einer prophetischen Bosheit. Das Hauptfeuilleton an der Spitze des Unterhaltungstells trägt die Ueberfchrift„Erste Enttäuschung von Elfried« Brüning". - Wahlhumor. In seiner„Nachtausgabe" läßt Hugenberg der staunenden Mit- weit verkünden: „Der Wähler weiß, wen er mit der Sozialdemokratischen Partei vor sich hat, obwohl di« Sozialdemokraten sich bei diesem Wahlkampf in die Schlupfwinkel ganz kleiner Versammlungen verkrochen haben." Die jungen Leute des„Herrn von Presse und Film" müssen sich blind stellen, um ihrem Herrn und Meister zu gefallen!' * „Sind Sie schon Mitglied der Staatspartei?" „Wieso? Ich bin doch weder Jude noch Antisemit!" Zusammenstößen. Di« Gegner gingen mit Schlagwerkzeugen und Schußwaffen gegeneinander vor. Mehrere Mal« nmßte das Ueberfallkommando eingreifen. 14 an einer Schlägerei Beteiligte wurden festgenommen, bei zwei Kommunssten fand die Polizei Schußwaffen vor. Auch in Stotzheim bei Euskirchen kam es in der Sonnabend- nacht zu Zwischenfällen. Ein größerer Trupp Kommunisten fiel Über Anhänger der Nationalsozialisten her, die gerade aus einer Wahlversammlung kamen. Während einer wüsten Schlägerei, bei der auch das Messer eine große Rolle spielt«, wurden etwa sieben Personen zum Teil erheblich oer letzt. Einige von ihnen mußten ins Krankenhaus gebracht werden. Auch in Hanau blutiger Gonnabend. Frankfurt a. 217., 13. September.(Eigenbericht.) In Hanau, wo besonders scharfe Gegensätze zwischen Rechts- und Linksradikalen bestehen, spielte sich in der Nacht zum Sonnabend vor der Geschäftsstelle der Nationalsozialisten eine wüste Schlägerei ab. Sechs Personen wurden durch Messerstiche schwer verletzt.» Ausschreitungen in Münster. Kommunisten überfallen sozialdemokraiische Versammlunqs teilnehmer. Münster, 13. September. Die Sozialdemokratische Partei hielt am Frpitag abend in der hiesigen Stadthalle«ine Vevsaminlinig ab. Nach Schlich der Versammlung hatten die Kommunisten vor der Stadthalle Sprechchöre eingesetzt, die höhnende Ansprachen an die sozialdemokratischen Versammlungsteilnehmer hielten. Als diese sich nicht daran kehrten, fielen mehrere kommunistische Rotten übest einzelne Sozialdemokraten her und schlugen unter Beschimpfungen mit Stöcken und- Schlaginstrumenten auf sie ein- Da andere Versammlungsteilnehmer sofort den schwer de« drängten Genossen zu Hilfe eilten, entwickelte sich eine allge- meine Schlägerei. Die Polizei griff«in und nahm acht Kommunisten fest. Da. sich immer wieder kommunistisch« Ansammlungen bildeten, die gegeiz die Polizei a n g r i f f s we i s e vorgingen, mußten die Straßen mit dem Gummiknüppel geräumt werden. Erst in den. Morgen- stunden konnte die Ruhe wiederhergestellt werden. Insgesamt find fünf Verletzte festgestellt worden. Die Erbitterung der sozial« demokratischen Arbeiter über die brutalen und feigen Ueberfälle der Kommunssten ist groß. poiizeipairouille angeschossen. Ehemnih, 13. September. In der vergangenen Nacht wurden durch zwei Polizeibeamte aus der Nordstraße zwei Personen gestellt, die kommunistische Wahlplakate an verbotener Stelle anklebten. Aus den um- liegenden Straßen herbeigeeilte Kommunisten drangen aus diesein Anlaß auf die Beamten«in und mißhandelten sie. Die Beamten wehrten fich mit dem Gummiknüppel. Plötzlich wurden aus der Menge vier oder fünf Schüsse auf die Polizeibeamten ab- gegeben. Ein Beamter wurde hinterrücks angeschossen. Herbeigeeilte Verstärkungen trieben die Rowdys zurück. Der ver- wundete Beamte hat einen Steckschuß in der rechten Schulter. Das Geschoß wurde sofort durch Operation entfernt. Lebens- gefahr besteht nicht. Der vermutliche Revolverschütze konnte fest- genommen werden. In einer Mariendorfer Versammlung äußerte Genosse Küt e v die berechtigte Vermutung, daß unter einer Regierung der Nazis »der Kozis oder beider nicht mehr mit dem Artikel 48, sondern— mit dem Paragraph 51 regiert werden würde. Allgemeine Zu- stimmung folgte dieser Prognose. vom Papst empfangen wurde der neu« Sowjetgesandte beim Vatikan, Stahl. „Doge und Sogareffa." Erstaufführung in der Städtischen Oper.' Ein« Renaissance-Oper. Zwei Akte oollgestopst mit Handlung. Dos Orchester mit abgebrauchten Klängen peinlich überladen. Ein paar billige Wirkungen: aber das Ganze unorganisch und ohne inneren Aufbau, nur von der geschickten Hand eines ehrgeizigen Routinlers zusammengehalten. Ein verlorener Abend— trotz dem äußeren Erfolg, den die Aufführung der Städtischen Oper dem anivesenden Autor Ludwig Roselius einträgt. K. P. Für die Partei der Freiheit! Fort mit den Schändern des Sozialismus: Der Gegensatz zwischen der Sozialdemokratie und der Aommu- rtistischen Partei ist so tiefgehend wie der Gegensatz zwischen der freien Staatsform der Demokratie und dem Zarismus! Die Sozialdemokrat!« ist die mächtige Partei der Freiheit. Sie ist die Erbin der Ideal« der großen Freiheitskämpfer aller Zeiten. Auf ihren Fahnen steht geschrieben: Freiheit und Gleich. heit alles dessen, was Menschenantlitz trägt! Der Kommunismus russischer Prägung, wie ihn die kommu- nistischen Parteien aller Sünder vertreten, ist der Erbe der grau- samsten Unterdrückungsmethoden aus der Zeit des Zarismus. Un- sreiheit und Knechtschaft— das ist das Los, das er dort über die Menschen bringt, wo er zur Herrschost gelangt! Die Sozialdemokoatie will die Gemeinschaft Gleich- gesinnter, der Komtrnmisnms die Gemeinschaft Gleich- geknechteter! Der Kommunismus hat das sozialistische Ideal geschändet, er hat die Menschenwürde erniedrigt, er hat den Gedanken der Humanität im Blutsumpf des Terrors erstickt! Tief beugen die russischen Arbeiter und Bauern ihr Haupt unter der Knute der Diktatur, unter den Drohungen der GPU., unter dem Eindruck unaufhörlicher Massenerschießungen. Dos ist die wahre Freiheit nicht, das ist nicht Sozialismus, das ist Barbarei, die Jahrzehnte sozialdemokratischer Kulturarbeit ver- Nichten will! Wir wollen nicht einen entarteten Sozialismus, der ein Masten- zuchihaus errichtet! Wir wollen ein« sozialistische Gesellschaft der Freien und Gleichen. Wir wollen den Sozialismus errichten nicht auf Gewalt, auf Lüge und Blut, wir wollen ihn ausbauen auf dem freien festen Willen, der aus Erkenntnis erwächst! Für uns stiÄ» die Masten der Arbeiterschaft nicht Herdentiere, sondern die Träger der neuen Kultur! Wir wollen befreien, nicht unterdrücken! Gegen Terror und Diktatur— für den freien Willen des Volkes! Fort mit dem Zerrbild einer sozialistischen Partei, das die KPD. darbietet! Für die Partei der Freiheit, für die Sozial» d e m o k ra tische Pa rte i l.. Faschistische Leichenschändung. Nach der Hinrichtung- Beschimpfungen: Wenn in Altösterreich Italiener, die wirklich Attentate be- gangen oder versucht hatten, wie Oberdank auf den Kaiser Franz Josef, vom ordentlichen Gericht noch dem Strafgesetz behandelt wur» den. schäumte Italien vor Entrüstung über. Wenn aber Süd. slawkns Volk gegen die vier Hinrichtungen von Trieft protestiert, die über angebliche Attentäter von einem Ausnahmegericht, ohne Rechtsschutz, verhängt und mit größter Brutalität— nach qual- vollem Fußmarsch über acht Kilometer auf einem Friedhof in einem i�rnrem i s ch en'Grenzdorf �--�verübb wurden� dann äußert-{ich die Faschisten-, also Regierungspresse so: „G i o r n a l e d'I t a l i a":„Der Kommandant der foschi- st'schen Milizlegion erhielt nach dein Triester Urteil ein Telegramm i>r 3. Legion, die fordert, daß sie den Dienst an der jugoslawischen Grenze auf eigene Kosten versehen dürfe, Dies ist ein edles und großmütiges Angebot, das zeigt, daß die faschistische Miliz an den jugoslawischen Grenzen ihre Wachsamkeit erhöhen will und den Schlechtigkeiten jenes Volkes die Stirne bieten will, dos man bereits als Feind betrachten muß." Das vom Bruder Mustolinis geleitete„Popolo d'J t a l i a" beschimpft die Slowenen als„W a n z e n", die sich in ein fremdes Haus eingeschlichen hätten, obwohl die Slowenen natürlich viel lieber in ihrem, dem Südslawenstaat, lebten, als� unter der ita» lienjchcn Fremdherrschaft. Das Blatt erklärt, die Slowenen seien ein übriggebliebenes Volk ohne jede Kultur. Und heute will dieses Volk behaupten, daß es sein Volkstum wahre.„Haben etwa Wanzen irgendein« Nationalität?" .Lmpero d'Italia":„Herrlich« Gewehrs alvcn wurden auf die bestialischen terroristischen Kanaillen abgegeben. Aber wir sehen, daß hinter ihnen„Mandatare" ver- steckt sind, diese unersättlichen Ungeheuer des internationalen Anti- sajchismus. Diese gehen aus dieser schrecklichen Episode mit heiler Haut hervor." In den acht Jahren der Herrschaft des Faschismus wurden A> 000 Kratett und Slowenen in Italien eingekerkert. 2172 Slowenen und lkroaten wurden von den faschistischen Banden u m- gebracht, 3200 Schulen, Kindergärten, Bibliotheken und Vereinshäufer wurden von den Faschisten niedergebrannt und zerstört, 14 slowenische Zeitungen wurden vernichtet und 16000 Slawen hoben Italien fluchtartig oerlassen. Franzöfische Wahlprognose. ' Faschistenputsch aussichtslos. Paris, 13. September.(Eigenbericht.) Die Spannung, mtt der Poris dem reichsdeutschen Wahlausfall erwartet, ist kaum jemals gewesen. In allen Vorbetrachtungen zum Wahllag' kommt die Ansicht zum Ausdruck, daß morgen die Deutsche Aepublik den schwersten Tag ihrer Geschichte zu bestehen hat: doch legen die Pariser Beobachter heute viel weniger Besorgnis an den Tag, als einst im Augenblick der Reichstagsaus. löfung. Der„Temps" vermutet, daß das Stärkeverhältnis zwischen Rechts und Links im neuen Reichstag sich kaum verschieben werde. Allervings werde, innerhalb der R e ch t e n. in die das Blatt die Staats-partei und die Deutsche Volkspartei einrechnet,«ine, starke Radikalisierung eintreten. Nur drei von den alle» Parteien können gewiß sein, ihren Besitzstand zu behauplen, und zwar zunächst die Sozialdemokra- tische Partei, die sich gerade fehl im wahlkamps wieder als das stärkste Bollwerk der Republik erwiesen babe. das. Zentrum und schließlich— dank der Dirtschaftsnot— die. Kommunisten. Es sei nicht zweifelhaft, daß im neuen Reichstag ohne die Sozialdemokraten kein« Mehrheit zu finden sei. Hugenberg-Hitler hätten sich während des Wahlkampfes ja in die Hitze gebracht, daß sie im Falle eines sozialdemokra- tischen Sieges imstande sein könnten, einen Putsch zu insze- nieren. Derärtig« Pläne, meint der„Temps" aber gleich, wären zum Scheltern verurteilt, solang« die Sozialdemokratie noch in P r e o ß e das Heft in der Hand halt«. Die politische Per- giftiing de- deutschen Volkes durch die nationalistischen und faschistischen Hetzer habe in den letzten elf Jahren immer an dar preu&jg/to Regierung ihr Halt geftmde»,. »Diese vielen bürgerlichen Parteien, kein Mensch kennt sich aus. Ich werde überhaupt nicht wählen!" „Danke, ich brauche keine Belehrung. Als Staatsbürger weiß ich, was meines Amtes Ist!" Demokratie u Karl Gevering appelliert ti In der Berliner Funkstunde sprach gestern Karl Seoering über das Thema: �Demokratie un d Lol k s st a a t". Der Vortrag war ein letzter Appell an den gesunden politischen Sinn der deutschen Wählermassen. Seoering führt« aus: Am 9. November 1918 erließ der letzte kaiserliche Reichskanzler, Prinz Max von Baden, eine Bekanntmachung, in der er seine Ab- ficht mitt�lt«, dem einzusetzenden Regenten die Ernennung des Ab- geordneten E b e r t zum Reichskanzler vorzuschlagen. Nach den jagenden Ereignissen jenes historischen Tages blieb zur Einsetzung des Regenten weder- Zeit noch Raum und darum übergab Prinz Max aus eigenem Entschluß das Kanzleramt dem Vorsitzenden der Sozialdemokratischen Reichstogsfraktion, Friedrich Ebert. Dies war der letzte Versuch, das.aus tausend Wunden blutend« Land vor dem Chaos zu bewahren. Der Obrigkeitsstaat war mit der Thron- «ntsogung des Kaisers dahin, die Lande seiner Autorität, die das staatliche Gefüge noch mühsam bis in die letzten Tage hinein zu- sammengehalten, waren zerschnitten: Unaufhaltsam vollzog sich die Auflösung. Rur das Volk selbst war imstande, sein Schicksal zu meistern. Ebert war der Repräsentant jener Teile des deutschen Volkes, die schon in vielen Jahrzehnten die Idee des Volks st aates propagiert und sich in harter politischer Schulung für diesen Volksstaat erzogen hatten. Die schöpferisch« Betätigung der deut- schen Arbeiterschaft in ihren polnischen, gewerkschaftlichen und kul- turellen Organisationen, ihre Mitwirkung in den Einrichtungen der sozialpolitischen Versicherungsgesetzgebung und der Kommunalver- waltung war schon in der Vorkriegszeit zu einem guten Stück oolks- staatlicher Verfassung geworden. Diese Volksteil« rief Max von Bähen Zum Schutze des deutschen Voltes und zum Schutze deutschen Landes auf, als er das Kanzleramt dem Abgeordneten Ebert über- trug. Das war der tiefer« Sinn dieses historisch so bedeutsamen Kanzlerwechsels. Die nun folgenden Ereignisse haben gezeigt, daß das Chaos von der Demokratie gemeistert wurde. Die Stimmung der völlig erschöpften, zurückkehrenden Mil- lionenarmee war äußerst erbittert. Der Lebensmittelmangel in der Heimat war nicht geeignet, diese Stimmung freundlicher zu gestallen. Da waren es neben den Behörden d ie Ar b e it e r o rg a nifa- tiouen aller Richtungen, die mit allen technischen Mitteln mit ihrem Organisationsapparat, aber noch mehr mit Beweisen straffer Selbstdisziplin und praktischer Solidarität das Knäuel entwirren halfen. Fronlgeist hat man dos damals nicht geuaank. Man hat überhaupt noch keinen Namen gesucht. Es war ein Stück praktischer Volkssolidärität, die die Massen übten, well sie das Werden eines neuen Staates sühllen, der ihnen nicht nur Pflichten auf- erlegen, sondern auch Rechte gewähren wollte. Der neue Staat wollte ein Staat fü-r das Volk werden. Darum muhte das Volk auch für den neuen Staat sein. Äirch damals hat es neben den Verfechtern der Demokratie und des'VolkÄsiaates Anhäng-er der Diktatur gegeben. Sie standen, damals frellich ausnahmslos im Lager der äußersten Linken. Es war der Ruf noch der„vikkukur des Proletariats", vor dem damals am meisten gerade diejenigen kreise erschraken und nach Demokralie geradezu schrien, die heute der Dikkalur das Work • reden. In dem Ringen der beiden Anschauungen ist der demokratische Ge- dank« Sieger--gebli«ben. Was schon in der letzten Bekanntmachung des letzten kaiserlichen Reichskanzlers angeregt worden, war. all- gemeine Wahlen für die vcrfassünggebendc deutsch« Nationalver- sammlung auszuschreiben, führte aus Ellerts Betreiben ein Kon- g r« ß der Arbeiter- und Soldaten röte durch. Das war der Sieg der Demokratie, das war die Grundstein- iegung Zum deutschen Dolksstaat.'-----------......... „Schon wieder eine Mahnung! Ich werde Unannehmlichkeiten haben, falls ich nicht wählen gehe!" „Wie wähle ich bloß... die draußen werden un- geduldig... Am besten, ich kreuze alle Parteien an. dann kann mir keiner was vorwerfen." »d Volksstaat. i Rundfunk an die Wähler. Die späteren Leidensjahre desi deutschen Volkes haben die Richtigkeit dieser Auffassung glänzend bewiesen. Ob es sich darum Händelte, wahnwitzig« Verschwörer des eigenen Landes zur Ordnung zu rufen, wie heim Kapp-Pulsch 1920, oder beim mittel- deutschen Aufstand 1921, oder ob es daraus ankam mit der Waffe oder mit dem Stimmzettel in der Hand deutschen Boden gegen die Annektionsabsichten unfriedlicher Nachbaren zu verteidigen wie in Ostpreußen und Oberschlesien 1920 und 1921— immer hat der demokratische Gedanke die widerstreitendsten Volksteile ,5ur Verteidigung ihres Landes und Volkes in eine Front gebracht. Auch das Treiben der Separat! st en im Westen hätte nicht immer ein so schnelles Ende gefunden, wenn nicht zu seiner Abwehr all« Bevölkerungsschichten zusammengestanden hätten. Und immer stand die Arbeiterschaft mit in den vordersten Reihen. Sie hatte klar erkannt, daß es den Staat und sein« Einrichtungen zu verteidigen gelte, die sie zu politisch gleichberechtigten Staatsbürgern gemacht hatte und dem sie nun auch den Beweis treuer Pflichterfüllung erbringen wollten. Was dies« höchste staatsbürgerliche Tug�bd, die sich besonders in Notzeiten mit großem Opfermut und straffster Disziplin paart«, im Laufe der verflossenen 12 Jahre geleistet hat, sucht in der Ge- schichte aller Völker und Zeiten nach Bcsspiclen. Im Nebel Partei- politischer Demagogie soll jetzt ollmählich dos versinken, was durch die Demokratie im Voltsstaat geschaffen worden ist. Dagegen haben wir uns zu wehren. Die Leistungen dürfen nicht verkleinert und die Errungen- fchosten nicht verdunkelt werden, die trotz aller Schwierigkeiten in den verflossenen 12 Jahren im dcmokrakischen Volksstaat erreicht worden sind. Der Reichsarbeitsminister S t e g e r w a i d hat das bekannt« kurze politische Gedächtnis der Deutschen einmal mit folgenden Worten sehr richtig charakterisiert: „Wir sind ein merkwürdiges Volk... Wir haben eine Re- volution spielend überstanden, wir haben dann unsere Wirtschaft in unglaublich kurzer Zeit wieder in Ordnung gebracht, wir haben unsere politischen Verhältnisse einigermaßen wieder iix ebenso kurzer Zeit geordnet, das macht uns kaum jemand in der Weit nach. Und wir'Deutschen wissen das alleß nicht.— Auch das macht uns niemand in der Welt nach." Herr Stegerwald hätte noch hinzufügen können: und bei uns gibt es weite Volkskreije, die aus parteipolitischem Fana» t i s m u S die Leistungen des eigenen Volkes verkleinern.— Auch das. macht uns niemand in der Welt nach.> Wir leben in neuen Notzeiten, die sich nicht in ihrer Schwere, sondern nur in den äußeren Merkmaien von den Nöten früherer Jahre unterscheiden. Früher war es die brutale Faust des Siegers, der uns die rohe Gewalt des militärisch Ueberlegenen spüren ließ und die unser Volk zu einer Gegenwehr drängte, die größte Opfer erfordert«. Und einige Male waren es Angriffe auf die R ech te des Volkes, deren Abwehr nicht geringere Anforde- rungen an die Tntbereitschaft und den Opferwillen des Volkes stellten. Heule ist es die schleichende Rai. die die Weliwirtschafkskrlsc auch in unser Land getragen hat. Jetzt muß sich zeigen, daß die Demokratie auch dieser Note Herr wird. Dazu gehört freilich noch eine vollkommenere Erziehung des Styatsbürgers zur Erkenntnis des Zusammenhangs zwischen Welt- Wirtschaft und nationaler sowie internationaler Politik. Die beste Erziehung zu diesem Grad der politischen Reife ist im Volksstaat die Selbsterziehung, und Selbsterziehung heißt in diesem Falle praktische Mitarbeit. De? devorstehende Wahtkmnpf ist«st» Aufforderung an alle Glieder des Volksstaates, sich der Pflicht der Mitarbeit bewußt zu fein. Wer feine Wahlpflicht nicht erfüllt, hat kein Recht, die Maßnahmen der anderen zu kritisieren. Gerade jetzt, wo die Kämpfe um die Lastenverkeilung bei uns ausgefochten werden müssen, darf sich niemand der Mit- arbeit am Volksstaat versagen, dem es um die Demokratie ernst ist, der den hehren Grundsatz der Weimarer Verfassung nicht gefährden lassen will:«Die Staatsgewalt geht vom Volke aus". Auf uns lasten die drei Drucksäulen des verlorenen Krieges, der Inflation und der Wirtschaftskrise. Wenn sie uns nicht zerdrücken sollen, muß jeder mit chand anlegen, sie abzutragen, jeder mit dem Bewußtsein, daß in einem demokratischen Volksstaat die von allen Schichten geübte Volkssolidarität höchste Pflicht und Tu- gend sein muß. Es sind Kräfte am Werk, die den volksstaak im kapitalistischen Sinne beherrschen möchten, die in ihrer Wirtschaftspolitik das höchste Wirtschaftsgut, den Menschen, allzu leicht vergessen. Eine auf die nacktesten Sonderinteressen eingestellte Wirtschafts- und Sozialpolitik soll den arbeitenden Massen die Republik vergällen, soll ihr die Mitarbeit an dem Staat verleiden, den sie mitgcschasfen und i n Gefahrenzeiten mit ihrem Herzblut verteidigt haben. Das darf nicht geschehen, und das wird nicht geschehen, wenn alle, die es mit der ruhigen Aufwärtsentwicklung unseres Volkes pcnst meinen, am Wahltag« ihre demokratische Pflicht erfüllen. Es ist wieder Nolzeii, Volksgenossen, und es ist wieder eure Sache, die es zu verleidigen, zum Siege zu führen gilt. Zeigt euch der Größe der Aufgabe gewachsen, wahrk eure polikischen und sozialen Rechte, wie ihr in anderen Rotzeiten an den Grenzen deutschen Boden und deutsches Recht gegen fremde Eingriffe verteidigt habti Im Turm zu Brest-Litswsk. Infame Mißhandlung der Oppofitionsführer. furchtbarer Tod eines Greises. Sich selbst in die Lust gesprengt. Auf entsetzliche Weise machte gestern abeird der 72jährige frühere Bergmann Friedrich Marks aus der Artilleriestr. 2 seinem Leben ein Ende. An der Parkseite der Elisabethkirche in der Elisabethkirchstraße vernahmen Passanten gegen 22 Uhr plötzlich eine laute D e t o- Nation. Man glaubte zunächst an einen Sprengstoffanschlag, als jedoch Polizeibeamte nachsahen, entdeckten sie auf dem Boden die Leiche eines alten Mannes, dem der Kopf vom Rumpf gerissen war. Nach der bisherigen Feststellung hat der Lebensmüde offenbar leinen Sprengkörper in den Mund genommen und ihn dann zur Entzündung gebracht. Bombenleger wieder auf freiem Fuß. Der Senat des Ober- kandesgerichts Kiel hat der Beschwerde des Rechtsanwalts Dr. Luetgebrune gegen die vom Schwurgericht erlassenen Haftbefehle gegen die Angeklagten im Bombcnprozeß, Weschke und Becker, so- wie dem Antrag auf Wiedersreilassung der Angeklagten stottge- geben. Weschke und Becker sind bereits am Freitag nach- mittag auf freien Fuß gesetzt worden. W a r s ch a«. 13. September-. Nach einem Bericht des..ABC" ans Brest-Litowst sollen sich die verhasteten Abgeordneten im dortige« Mili- tärgefängnis in außerordentlich beklageus» werter Lage befinden. Die Gefangene« feie« in einem Turme ans dem Jahre 1840 untergebracht, die Zellen seien feucht und wimmelte« vor Wanze«. Der Zutritt zu den Gefangenen sei strengstens untersagt. Auch sei es den Gefangene« verboten, irgendwelche Gegenstände von ihren Angehörigen zu empfangen. Die Verteidiger der Abgeordneten haben an den Staatsanwalt ein Schreiben gerichtet, in dem vor allem eine angemessene Behandlung der Verhafteten und ihre Unterbringung in einem Unter suchungsgcfäng- nis gefordert wird. Ferner wird verlangt, den Ver- teidigern persönliche Fühlungnahme mit den Ver- hafteten zu gestatten. pilsudsfi will andere heilen. Warschau, 13. September.(Eigenbericht.) In einem Interview mit Vertretern. der Regierungspresse ver- suchte Pilsudski die Verhaftung der Oppositions- führe? zu rechtfertigen. Er schämte sich nicht, zu sagen, daß die bisherigen Abgeordneten nur wegen ihrer Straftaten nach dem geltenden Recht behandelt würden. Dabei hält er sich be- sonders an diejenigen Derhafteten, denen von den Anklagebehörden Eigentumsvergehen vorgeworfen werden. Dazu gehört jedoch kein Sozialist. Wie der Marschall meint, sind bisher aber keineswegs alle Schuldigen betroffen, eigentlich hätte jeder fünfte oder zehnte Abgeordnete verhaftet werden müssen. Schließlich erklärte Pilsudski, daß er ein« gewählt« ver- antwortliche Volksvertretung für unentbehrlich halte. Der Parlamentarismus fei zurzeit aber krank und müsse durch scharfe Maßnahmen zur Gesundung geführt werden! Das peinliche Auslandsecho und die Erregung der Arbeiter, und Bauernmassen im Lande lassen dem Marschall also bereits ein ge- wisscs Einlenken ratsam erscheinen. Polizeirüstung für den Sonniag. Warschau, 13. September. Der Regierungskommissar in Warschau hat für Sonntag 2000 Polizisten in 50 Gruppen mit Gasmasken und Stint» bomben ausgerüstet. Außerdem wurde«in Ueberfallkommando qufgestellt mit besonderen P o nze rs ch ild e rn für den Rah- kämpf. Aehnliche Anordnungen sind auch in den Provinzstädten getroffen. Die Polizei nahm in Warschau Frevagabend noch Haus- suchungen bei Kommunisten 34 Personen fest. Kattowih protestiert. Kattowiß, 13. SepteiNbec. Die deutschen und polnischen E o z i a l i st e n veranstalteten eine Protestkundgebung gegen die Verhaftung der Sejmabgeordneten. Die Redner forderten die polnische und die deutsche Arbeiterschaft auf, mit allen gesetzlichen Mitteln jeden Versuch der Regie- rung. eine faschistische Diktatur einzuführen, zu bekämpfen. Die Kundgebung wurde mit einem Hoch auf ein demokratisches Polen und mit dem Rufe„R i e d e r m i t Pilsudski!" geschlossen. Ein starkes Polizeiaufgebot und zahlreiche Kriminalpolizisten aus Kon- greßpolen hörten zu. Polnische Hakenkreuzler. Sattowih. 13. September. Nachdem erst am Freitag in Friedenshütte deutsche Gemeinde» vertrete? von polnischen Aufständischen überfallen und miß- handelt worden waren, hat es Sonnabend früh auch in Siemianowitz Ausschreitungen gegen deutsche Gemeintevertreter gegeben. Mit Ziegelsteinen wurden die Fensterscheiben und ein Schaufenster in den Häusern zweier deutscher Kaufleute eingeworfen, die der Ge- meindeoertretung angehören. In einem Geschäft wurden mißer der Schaufensterscheibe auch Beleuchtungskörper zertrümmert. Chinageneral hingerichiei. Als Söhne für Weißenverfolgung. Ranking über Paris, 13. September. Der chinesische General Pu-tsu-yu, der für den Zwischenfall von Longtschau im Februar d. I. verantwortlich war, ist von den Behörden in Kanton verhaftet und standrechtlich erschossen worden. D>« Verhaftung und Bestrafung des Generals war von der französischen Regierung verlangt worden. Auf je 11 wann ein Offizier— das ist der Zustand in V a u g o i n s Wehrmacht mit ihren 18 000 statt der erlaubten 30 000 Mann! Moskau mordet. Das Gericht in Tschita(Ostsibirien) hat drei Ingenieure wegen angeblicher Schädiguno der Goldgrubenwerke im Baikalgebiet zum Tode oerurteilt. Die Todesurteile sind bereits vollstreckt worden. (Gewerkschaftliches stehe 3. Beilage.) Verantwortlich für Politik: Dr. Surt Seyer: Wirtschaft: S. Nlwgelhöier; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: 9. s. Döschcr: Lokale» und Sonlliac,: Rri* gargädt: Anieiaen: Tb. Glocke: l-imtlich in Berlin. Verlag: Vorwärts-Verlag S. m. b. H., Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdruitcrel und Lerlaasanstalt Paul Singer u. Co.. Berlin SW 68 Lindenstraße t Hierzu 4 Beilagen und»Blick in die Bücherwclt». hhmJüihiJ/edii m IMia ifaßeuMuü Tweeds ä«. rein« Wolle, �85 farbig« Mutter Kammgarne <9r Kleider, reine Wolle neueldeine Moller, 130 cm breit 3« Velours- Moulines reine Woller rweifarblg#r 83 Mantelstoff« ca. 140 cm breit m mmm Crepe Marocain- bedruckt, Konstseide« co. 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Und in die Still« des sonn- täglichen Morgens donnert der Lautsprecher unbarmherzig die wilde Schlachtmusik.„Nicht einmal am Sonntag lassen sie einem ein paar Minuten länger schlafen," brubbelt Bater Kraus« im Bett.„Du scheinst nicht zu wissen, was heute für ein Tag ist," weist ihn seine Frau zurecht,„die Uhr ist fünf Minuten nach sieben, beeile dich lieber, damit du rechtzeitig mit deinem Plakat vor dem Wahllokal bist."„.Herr im Himmel, stimmt ja, nee, beim Flugblätteraustragen, da fühll man seine Knochen, ich möchte kein Briefträger sein, fünf Häuser mit Vorderausgang, Seitenflügel und Ouergebäude, da schwitzt man wie ein Bratapfel. Mutta, gib doch mal meinen guten Anzug aus dem Schrank, wie ist denn überhaupt das Wetter?"„Der Himmel ist grau, es sieht ziemlich nach Regen ob."„Ich möchte einen Wahltag erleben, an dem die Sonn« scheint," sagt Bater Krause und krabbelt aus dem Bett. Morgens beim Milchhänbler. „Guten Morgen, Frau Krause, was kann ich Ihnen geben?" „Einen Liter Milch. Wieviel kostet denn die Milch heute?" „Immer noch dreißig Pfennige, der Preis ist geblieben von der vorigen Woche."„Ja, ja, man ist wirklich bescheiden geworden, man wundert sich schon, wenn etwas seinen alten Preis behalten hat. Wie geht es Ihnen denn. Frau Weber?"„Fragen Sie bloß nicht danach, seit dem Ersten bin ich arbeitslos, es war ia auch tatsächlich nichts mehr zu tun, und mein Mann, Sie wissen ja, der ist bei Siemens und arbeitet nun schon«in geschlagenes halbes Jahr nur drei Tage in der Woche, das lohnt kaum dos Hinfahren. Seit- dem die neue Regierung ist. kriegen verheiratete Frauen keine Unter. siützuag mehr, aber die schweren Beiträge können wir feste bezahlen, nun rechnen Sie sich aus. Frau Krause, was übrig bleibt, wenn wir unsere Miete bezahlt haben. Man hat einfach die fünfzehn Pfennige für den halben Liter Milch nicht mehr. Und zwei Er- wachsen« können sich ja zur Rot auch«ine Weile ohne Milch beHelsen, da trinken wir eben schwarzen Kassee, aber hoben Sie nun mal etwas Kleines, was dann?" fragt die jung« Frau Weber.„Ra, wissen Sie denn," fängt Frau Krause wieder an, ,uvem es noch ziemlich dreckig, geht? Dem Prokuristen, der da drüben wohnt, da. wo der Erker ist, der ist doch auch abgebaut. Der war bei einer Zigarettenfirma,'die mußt« so halb und halb zumachen wegen Steuer. schulden, er hat ja wohl noch ein Halhsahresgehalt als Abfindung erhalten, ober trotzdem sitzt er jetzt da mit der großen Wohnung. Was hat der Mann angegeben, verreist sind sie immer vier Wochen, Vater Krause ist schon ungeduldig „Nu sage mal, die hoben wohl die Kühe erst gemolken. Was? Sitzt Pater Krause ärgerlich in der Küche..„Denkst du denn. man kann da einfach reinrennen, einen Liter Milch, bums, wieder raus, und so, man muß doch wenigstens„Guten Tag" sagen, der Mllchfritz« weiß ganz genau, daß wir olles andere aus dem Kon- s u m holen. Die aus dem Grünkramkellcr hat doch neulich zur Frau Richter gesogt, na, ihre Kartoffeln uied ihren Sauerkohl brauchen Sie ja auch nicht bloß bei mir zu holen, aber wer Hai denn heutzutage Geld, das teure O b st zu kaufen."„Donnerwetter, jetzt ist es gleich dreiviertel Acht, mache das Mittagessen zeitig heute, bis zehn Uhr muß ich vor dem Wahllokal stehen, dann gehe ich mal zu unserer Parteikneip« rnm und sehe, ob die noch jemand Dein Kreuz ins erste Feim So sieht der Stimmzettel aus. Reichstags wähl Wahlkreis Berlin Stimmzettel für HSnaer Hb! Jede Stimme kommt es an 1 brauchen. Kurz nach zwölf bin ich zurück. Kannst eigentlich gleich mitkonmien und wählen, erledigt ist erledigt."„Ich komme nach. ich muß erst hie Betten machen, geh man." Frau Krause alleiiu „So«in W a h l t a g, da sind die Männer ganz aufgeregt, was ist denn schon wieder mit der Fahne los, die hat sich ja ganz verwickelt, da kann doch keiner die„1" lesen. So nun flattert sie wieder." Posten vor öem Wahllokal. „Tag, Albert, so früh schon auf den Beinen?" fragt Bater Krause, der treu und schlicht vor dem Wahllokal Posten steht, einen Kollsgen.„Ich komme von Nachtschicht, die Abrechnung hat wieder so lange gedauert. Aber es ist ja alles bald zu Ende." „Wieso zu Ende, stehst du denn mit auf der Liste?"„Natürlich. man hat auch zu viel Pech."„Albert, nun sei mal vernünftig, wenn Sie dir Feierabend geboten haben, dann hast hu selbst daran schuld. Wir konnten uns das Maul fußlig reden, als wir für die paar Tage Arbeitsstreckung waren, das war für jeden Kollegen zu ertragen, aber ihr, was habt ihr gemacht, alles oder gar nichts habt ihr geschrien, na, du weißt ja selbst, was das Resultat der Ur- abstimnmng war. Nun sitzt ihr da mit einem dicken Kopf, gewiß, jeder hat im stillen gedacht, unsereinen wird es nicht gleich treffen, aber die, die euch den Wahnsinn eingeredet haben, für eure eigene Entlassung zu stimmen, Albert, die getreu euch jetzt auch nichts oder bildest du dir vielleicht«in, den Heinz N e u m a n n kümmert auch nur«in entlassener BBG.-Prolet? Albert, jetzt ist es zu spät, über dieses und jenes zu reden, aber im letzten Augenblick doch, überlege es dir dreimal, ob du die Brüder aus dem KL.-Haus noch einmal wählen willst. Die können Arbeiter nur in den Abgrund bringen, weiter nischt." „Wer steht denn da. das ist doch Max Krause?"„Tritt man näher, Paul, wer soll denn sonst hier stehen."„Wie geht's Maxe?" „Du siehst ja, immer so wester, Wahltag ist Arbeitstag. Aber heute gehts noch, Mitte September, da kann man eine Wahl noch aushalten, wenn ich jedoch an die letzten Kommunalwahlen vom vorigen Jahr denke, Mann, war ich n a ß, den ganzen 17. Na- vember lang hat es doch geregnet, was sage ich, geregnet, gegossen Hot es, und am Montag war wieder dos schönste Mützenwetter. Hast« denn gestern noch ein bißchen agitiert?"„Aber fest,. da waren so ein paar Angestellte, also was die alles zusammen- wählen wollten, daß die Leute nicht begreifen, daß sie auch nur Proletarier sind und vom Verkauf ihrer Arbeitskraft leben, da ist noch ein weites Feld für uns."„Ach. da kommt meine A b- l ö s u n g."„Na. denn gib mal her. wo bist du denn heute abend?" „Ich komme auch mm zur„Gießkanne", ich will doch sehen, was los ist." Krau Beuster läßt sich belehren. .Achtung, Berlin, meine Damen und Herren, wir setzen unser Mittagskonzert fort, Sie hören«in Duett aus dem„Borbier von Sevilla"."„Herjeses, jetzt fällt mir ein, ich bin ja noch gar nicht rasiert".„Nun komme mal erst essen, rasieren kannst dich nachher, stecke eben nicht im letzten Moment auf."„Rede nicht schon wieder, wanizeii von 8 us 17 wir! Uebt euer Wahlrecht am Vormittag aus! Alses Am Vorabend der Wahl. Alle Kraft für den Sic� der Sozialdemokratie! ausgedehnten Zehlendorf, in Dahlem und Wannsee ist fleißig geworben und gearbeitet worden, Nur stichwortartig ist die Propaganda der Berliner Sozialdemo- kratie am gestrigen Abend zu verzeichnen. Es mangelt an Raum. ins Einzelne zu gehen. Aber am Tag der Entscheidung sei gesagt: Die Berliner Parteigenossen haben ihre Pflicht getan. Genossen jeder Art. Funktionäre und Nichtsunktionärc. Männer und Frauen, alte und junge. Arbeiterjugend und Reichsbannerkameraden, Sportler und Sänger. Zungsozialisten und Studenten. Radfahrer und nicht zum wenigsten auch unsere bei jedem Umzug, bei jeder Kundgebung unermüdlichen Arbeitersamariter haben Bewunderungswertes geleistet. Dieses Bild der festen Geschlossenheit, der treue» Kameradschaft, der sozialistischen Solidarität hat er» hebend gewirkt. So etwas macht uns Sozialdemokraten keine Partei nach. du weiht, ich habe heut« meinen Kopf voll. Was gibt's denn Schönes?"„Ich habe Rouladen gemacht, da haben wir gleich noch zu morgen."„Ja, unser Nickerchen können wir heute auch nicht machen, wo wir noch zu den K i n d e rn mästen. Zieh dich man bald an, Mutta." Herr und Frau Krause gehen die Treppe hinunter und treffen Frau B e uster. Gegenseitige Grüße.„Haben Sie schon gewählt, Frau Beuster?"„Nein, wir wollen erst nach dem Kaffeetrinken gehen."„Gehen Sie lieber etwas früher, zum Schluß ist es immer sehr voll. Was ich Ihnen noch sagen wollte, sehen Sie sich nun einmal die Fenster an, jede Scheibe haben die Nazis mit ihren Dreckzetteln bekleistsrt, Sie schwärmten ja neulich so für die Kerls, als sie durch unsere Straße demonstrierten, was sagen Sie denn nun zu dieser Sudelei hier?"„Dos ist natürlich eine große Schweinerei."„Und so ist die ganze Partei, lasten Sie sich das gesagt sein von einem alten Mann, Frau Beuster!" Krauses Sohn wollte eine Dummheit machen »K l i n g l i n g l i n g."„Warum macht denn keiner auf?" „Klinglingling!"„Nanu, ist denn niemand!tu Haute?" Klinalina, ling." Wer ist denn da?"„Vota und Mutta sind hier!"„Acki Gott, Moment mal, Georg, steh auf, wir kriegen B e s u ch."„Na, Kinders, Ihr seid aber drollig, nachmittags um drei Uhr schlaft Ihr noch. Heute am Wahltag?"„Orje hat aelaat. wir acti-m«i-M wählen,«ine Wohnung kriegen wir ja doch nicht. Uns ist alles so egal, Vota, haust mal anderthalb Jahre in so einem alten möblierten Loch, wie gern möchte ich meine eigene Küche hoben. aber damit werde ich wohl warten können, bis ich schwarz werde.," „Aber Kinder, euch muß man tatsächlich immer erst gerade rücken. Wenn Ihr nicht wählen geht und den Volksseinden das Feld über- laßt, ja dann werdet Ihr wohl nie eine Wohnung kriegen. Los, zieht euch an und schert euch zum Wahllokal, laßt euch«inen Stimm. zettel geben und dann macht das Kreuz oben in den e r st e n Kreis, dann wählt die Partei, die jetzt ein Jahrzehnt lang schon den Ansturm aller Hauspaschos abwehrt und auf der anderen Seite wirNich etwas getan hat für den Wohnungsbau. Und das ist die Liste 1, die der Sozialdemokrate n." * Es dämmert langsam, da und dort flackert ein Licht auf. Als ob sie müde und abgekämpft wären, hängen Fahnen, Wimpel und Transparente an den Häuserwänden der Proletarierbezirke, die menschenleeren Straßen sind übersät mit Flugblättern und Papier- fetzen. Fieberhaft arbeiten die Borstände in den Wahllokalen, es ist sechs Uhr und einige Minuten, da ruft es in den Aether:„Achtung. Achtung, hier ist Berlin, Deutschlandsender Königswusterhausen. Deutscher Kurzwellensender und die ongeschlostenen Sendergruppen! Meine Damen und Herren! Wir geben Ihnen das erst« Wahl- r e s u l t a t bekannt: Wahlkreis II, Stimmbezirk Nummer., pulverlager gesprengt. Zahl der Toten noch unbekannt/ Stadt ohne Fensterscheiben London, 13. September. Zn der Stadt Wichica Haigts im Staate Eansa ist ein Puloerlager in die Lust geflogen. Die Zahl der Toten steht noch nicht fest. Zahlreiche Personen wurden verletzt. Zn der Stadt ringen soft olle Fensterscheiben in Trümmer, so daß die Straßen mit Glaosplittern belegt waren. Petroleumtankzug explodiert. Fünf paffagiere hilflos verbrannt. New Pork, 1Z. September. Ein aus 16 petroleumlaukwagen bestehender Güterzug entgleiste bei Kremlin im Statäe Oklahoma. Das aus den zer- trümmerten wagen fließende Petroleum geriet in Brand und explo- dierte. Das brennende Petroleum ergoß sich über die nähere Um- gebung nlid fehle mehrerehäuserinBrand. Fünf Land. st r e i ch e r, die als blinde Passagiere mit dem Güterzug reisten, wurden alsverkohlteLeicheaaufgefunden. Berlin im Zeichen der roten Fahne» der S o z i a l- s Demokratie— das trifft vielleicht am besten das Gesamtbild der Reichshauptstadt am Vorabend der Reichstagswahl. In allen Bezirken ist ei« letzter Appell an das schaffende Volk gerichtet, heute am Sonntag die rechte Wahl zu treffe« und der Partei der Arbeit, der Sozialdemokratie, der Liste 1, die Stimme z« geben. Di« Kreise der Innenstadt, Mitte und Tiergarten, Wedding, Prenzlauer Berg und Kreuzberg, riefen noch einmal die Anhänger und Anhängerinnen der einzigen deutschen Arbeiterpartei auf die Straß«, um durch Ilmzüge zu werben. Werbe- umzug mit Musik, Werbeumzug mit Fackeln, Werbesahrt der Radfahrer und Motorrodfahrer,— was auch der Bor- bcreitung des Wahlsieges dienen kann, ward voll ausgenutzt. Unsere Weddinger hatten schon«inen arbeitsreichen Tag hinter sich. Am Freitag waren nicht weniger als drei große Soalveralnstoltungen gewesen. Im Atlanticsaal, wo Genosse Moses sprach, mußten Tische und Stühle entsernt werden, damit all« Besucher Einlaß finden konnten. Di« Hochschulbrauerei und der Patzenhofer, wo die Genossen Crispien und Käte Frankenthal-die Referate übernommen hatten, waren kaum weniger gefüllt. Daß unsere wackeren Neuköllner den Sonnabend nicht un- genützt ließen, braucht kaum gesagt zu werden. Der dritte Wahl- werbeumzug, der vom Richardplatz ausging, wies eine Teilnahme auf, die noch die vorhergehenden Demonstrationen übertraf. Di« Steglitzer trafen sich zum Fackelzug aus dem Marktplatz, die Treptower zogen mit prächtiger Musik von der Wildenbruch- straße aus, die Lichtenberger, die Weißenfeer, olle waren sie mit Fahnen und Transparenten, die vom Kampf der Liste 1 zeugten, gestern abend auf dem Posten. Genosse Landtags- abgeordneter Maderholz sprach im Birkenwäldchen bei den Tempelhofern nach einem prächtigen Werbeumzug: bei den Schönebergern war Genosse Stadtrat Mendt der Redner. Die Iohannistholer schloffen an ein Platzkonzert einen Fackelzug an, die L a n k w i tz e r endeten ihren Werbeumzug mit einer Kund- gebung auf dem Rathausplatz. Die Friedrichshagener marschierten vom Bahnhof zum Gesellschaftshauz. Die Genossen von Hohenschönhausen schlössen ihren Werbeumzug am Feuer- wehrdepot ab, wo Genosse P 1« t t n e r eine flammend« Ansprache hielt. Die Parteifreund« von Bohnsdorf, Karow, Rosen- thal und Niederschönhausen-West wiesen gut besuchte Saalversammlungen auf. Natürlich waren auch die Pankower nicht müßig. Ihr großer Werbeumzug verfehlte den Eindruck aus die Bevölkerung nicht. Die Genossen in Buch hörten bei einem schönen Werbeumzug Genossen Theuner und Genossin Frankenthal in gut besuchter Saalversammlung. Die„Freie Scholle", ein Werk der Arbeiterschaft, hatte zu einem Werbe- umzug mit Musik und Fackeln aufgerufen, der«inen grandiosen Der- lauf nahm. Hier referierte Genosse Landtagsabgeordneter Otto Meier. Aber auch im äußersten Westen, dort, wo Nazis und Deutschnationale zu Hause sitzen, in Lichterfelde, dem riesig! Andres Ballonfahrt. Was Strindbergs Tagebuch sagt. Stockholm. 13. September. ..Vogens N y h« t e r" veröffentlicht heute eine Schilderung der Ballonfahrt der Andrdc. Expedition nach dem Tagebuch Strindbergs. Es heißt darin, daß er während der ersten Z4 Stunden der Fahrt fortwährend ein pfeifendes Geräusch bemerkt habe. Es kam aus dem großen Ballonventil. Der Ballon fuhr zuerst in S00 Bieter höhe mit 7 Bieter Sekundengeschwindlgkeit. Am nächsten Neukölln marschiert. Mächtiger Llmzug am Wahlvorabend. Rund 10000 Neuköllner Genossen, besonders viele Frauen und Jugendliche, marschierten mit Musikkapellen und unzähligen roten•* Fahnen am gestrigen Abend am Richardplatz durch einen großen Teil Neuköllns, überall von anderen Tausenden erwartet und lebhaft be- grüßt. Den Abschluß der gewaltigen Kundgebung bildet« eine mächlige Dersammlung im Karlsgarien. Nach der Eröfsnung durch Genossen Londtagsabgeordneten Harnisch sprach herzlich begrüßt, Genosse Julius Braunthal- Wien. Er wies auf die reaktionäre Gefahr hüben und drüben hin, schilderte die leidenschaftliche Anteilnahme der deutschösterreichischen Genossen am reichsdeutschen Wahlkampf und schloß mit der Aufforderung, heute alles Diktatur st reden aufs Haupt zu schlagen und mit der reichsdeutschen auch die Bruderpartei an der Donau triumphieren zu lassen. Den Ruf. „Freundschaft!" wiederholte brausender Wiederhall. Die Kundgebung war ein begeisterndes Siegeszeichen. Abends in den Arbeiterstraßen. Am Abend flammen in den Straßen der Arbeiler in Neu« kölln, am Wedding und Gesundbrunnen, im Osten und Süden die Transparente für die Liste 1 auf. Diele Häuser zeigen gleich vier und fünf Plakate und Fahnen. So in der M ü l l e r st r a ß e die Häuser Nr. 164 und 165. Da ruft es von oben in großen Lettern: Schimpft nicht, denkt nach! Dann wählt ihr List« 1! Die Straßen sind erfüllt von Arbeitern, die mit ihren Frauen beim Abendspaziergang die Wahlausstchten der Par- teien diskutieren. Komisch mutet es an, wenn komirninisnschs Iüngelchen vor den Häusern mit sozialtimokratischer Propaganda Theater zu machen suchen. Besonderer Beliebtheit erfreut sich in dieser Hinsicht dos Eckhaus an der Alexander straße, dessen hell beleuchtetes Riesenplakat die besonder« Wut der Bolschewisten erzeugt.„Als wenn Hunde den Mond anbellen" sagte ein Ar- beiter, der das Treiben mit ansah. Er hatte das richtige Wort ge- ! funden. Tage fiel er auf etwa 300 Bieter, das Pfeifen hielt au. Der Ballon stieg dann noch einmal bis auf 600 Bieter. Strindberg und Frankel warfen Sand und eine Schwimmboje ab. Trotzdem fiel der Ballon wieder bis auf 460 Bieter. Am Morgen des 13. schien die Sonne, und man gab sich schon der Hoffnung auf eine Höhenfahrt hin, als der Anker sich an einem Eisblock festhakte. Ein Windstoß machte den Ballon frei, aber er ging auf das Eis nieder. Die Sonnenhöhe ist am 15. Juli 1897 um 1 Uhr 59 Minuten mit 85 Grad und 19 Mi- nuten angegeben. Nach der im Tagebuch befindlichen Zkartenstizze befanden sich die Forscher bei der L a n d u n g, die man vorher schon auf einer Eisscholle versucht hatte, aus ungefähr 83 Grad und 4 Minuten nördlicher Breit«. SJNOAIR LEW/S M&ßMB MMWM „Sie gefallen mir ausgezeichnet. Es ist doch herrlich, aufrichtig zu fein! Wenn wir Frauen erst einmal an Herrn Truax' Platz fein werden, glauben Sie nicht auch, wir werden uns köstlich damit unterhalten, einander zu beleidigen? Nein, bitte, glauben Sie nicht, daß ich gerne grob bin. Aber, wissen Sie, wir Jolines find so arm, daß alle meine Geschäfts- freunde es als ein Eingeständnis meiner Armut auffassen würden, wenn ich aufhören wollte, arrogant zu sein. So bin ich also praktisch dazu gezwungen, mich schrecklich zu be- nehmen. Und nun, da wir Liebenswürdigkeiten ausgetauscht haben, was kann ich für Sie tun?... Ist das jetzt gefchäfts- mäßig genug?" „Ich mächte, daß Sie mir für meine Kleider einige Winke geben. Ich hatte eine Vorliebe für sehr ausgesprochene Farben, aber jetzt habe ich mich auf ruhige Sachen beschränkt. das ist sicherer— dieses graue Kleid da, und braun und schwarz." „Nun, meine Liebe, ich bin die beste Schneiderin, die Sie je gesehen haben, und ich gebe gerne Ratschläge für Kleider. Mit Ihrem Haar und Ihrem Teint sollten Sie ein sattes Blau tragen. Lassen Sie sich ein Schneiderkostüm machen — aber wirklich von einem Schneider gemacht, ganz egal, was es kostet. Machen Sie einen von diesen jüdischen Schneidern ausfindig, die ganz draußen in Brooklyn oder in fönst einem wilden Vorort wohnen, und lassen Sie nicht locker, bevor alles tadellos sitzt. Ein gutes Schneiderkostüm, marineblau, nicht zu dunkel, mit einer dazu passenden blauen ErKpe-de-Chine-Bluse: kleinem, hübschem, weißem ErSpe-de- Ehine-Kragen und Manschetten, auswechselbar natürlich, da- mit man sie oft waschen kann." „Und was ist's mit einem Abendkleid? Soll ich Seide nehmen oder Gaze oder blauen Crepe Georgette oder was?" „Nun, Seide ist zu ausgesprochen, und Gaze trägt sich schlecht und blauer ErKpe Georgette ist langweilig. Warum versuchen Sie nicht schwarzen(Eröpe Georgette über einem schwarzen Crepe-de-Chine-Unterkleid? Sie wissen, man kann I mit Schwarz eine Menge Wirkungen erzielen, wenn man es richtig versteht. Wenn Sie eine ordentliche Qualität nehmen,> können Sie es immer und immer wieder umarbeiten lassen — vielleicht einmal auf einem rosa Unterkleid?" „Schwarz und rosa?" Obwohl Fräulein Joline mit einem jener schnellen, heimlichen Lächeln auf sie herabsah, die Una am aller- wenigsten leiden mochte, mit diesem Lächeln, das sie auf die Stufe eines Neulings zurückwarf— hielt sie dem Blick Fräu- lein Jolines doch stand und zwang sie, in ihrem Orakelspruch fortzufahren. „Ja," sagte Fräulein Joline,„und es ist auch nicht übermäßig teuer. Versuchen Sie es erst ganz schwarz, und um den Ausschnitt vielleicht einen ganz schmalen Aufputz — man darf ihn kaum merken, aber es steht dann nicht so hart und macht eine gute Linie. Und dann tragen Sie eine Perlenschnur um den Hals. Künstliche Perlen natürlich, zu ein Dollar neunzig die Schnur... Jetzt sehen Sie, wozu ein Snob in der Welt gut ist! Ich würde Ihnen diese gött» lichen Ratschläge niemals geben, wenn ich nicht zeigen wollte, was für eine Autorität ich auf dem Gebiete„ele- ganter Kleidung bei beschränkten Mitteln" bin!" „Sie sind reizend," sagte Una. „Kommen Sie mit m'r Tee trinken," sagte Fräulein Joline.» Sie gingen zusammen Tee trinken. Doch vorher, wäh» rend Fräulein Joline ihre Redekunst an Herrn Truax aus- probierte, machte Una methodisch Aufzeichnungen über die Kunst, sich zu kleiden, und legte sie für künftigen Gebrauch beiseite. Ungeachtet dessen, daß sie insgesamt nur sechzehn Dollar besaß— da sie sich den Luxus gestattete, für den Unterhalt des Herrn Schwirtz zu sorgen— hatte sie den Glauben doch nicht verloren, eines Tages noch alle Freuden einer Frau und einer Geschäftsfrau an schönen Kleidern auszukosten... Das war für Una eine wichtige Stunde gewesen, obwohl nicht mit voller Gewißheit festgestellt wer- den kann, was daran das Wichtigere war: sich gut kleiden zu lernen oder zu lernen, vor einer Joline aus Gramsrcy Park keine Angst zu haben. In den darauffolgenden fünf Monaten gingen sie noch öfter zusammen Tee trinken; dann kam die plötzliche Ver- lobungsanzeige des Fräulein Joline mit Wally Castle vom Tennis- und Racquet-Club. Und beim Tee neckten die beiden Frauen einander und unterschieden sich nicht sehr voneinander in dem Gebrauch von Gabel und Messer und in der Wahl der Kuchen. Doch niemals waren sie wirklich befreundet miteinander. Una aus Panama, Tochter des Hauptmanns Golden und Frau von Eddie Schwirtz, konnte einen Walter Babson oerstehen und dem Gedankenflug einer Mamie Magen folgen und sogar diesen Diogenes im email- lierten Faß, Herrn S. Herbert Roß, verachten: doch in der Sprache einer Beatrice Joline würde sie es kaum je weiter bringen, als um Brot zu bitten oder eine. Freikarte zu ver- langen, einer Beatrice Joline, deren Väter Gesandter in Portugal und ein Freund von Henry James und John Hays gewesen war. 2. Es war ein wenig schmerzlich, aber Una hatte sich mit der Tatsache abgefunden, daß Beatrice Joline ebensowenig daran dachte, sie in das berühmte und vernächläsiigte Haus der Jolines einzuladen, wie etwa Truax ihren Rat über Maniküren einholen würde.. Doch gingen sie einmal zu- sammen abendessen, als Fräulein Joline anscheinend lange im Büro zu tun hatte. „Gehen wir in ein„Cafs des Enfants"," sagte Fräulein Joline.„Das ist furchtbar lustig! Aber wirklich, mir schmeckt der Kaffee dort, und ich finde diese Badezimmer- wände nett." „So," sagte Una,„ich finde es ungefähr ebenso lustig. wie Schreibmaschine schreiben... Gehen wir lieber, jede auf eigene Rechnung, zu„Martha Washington" essen." „Auch recht. Obwohl ich eigentlich Buchweizen essen wollte und kleine Würste. Ich finde das so aufregend." „Huh!" sagte Una, die nicht imstande war. etwas Aben- teuerliches an einer Fleifchforte zu finden, die sie zweimal wöchentlich aß. Die Undeschwertheit und Heiterkeit des Fräuleins Io- line, die nie durch Demütigungen oder schmutzige Verhält- nisse in Schüchternheit oder drückende Dankbarkeit ver- wandelt worden waren, der Wirbelwind ihres Geplappers vermengten sich für Una beim Abendessen zu einem berau- schenden Getränk. Schwirtz, Geldsorgen. Müdigkeit existier- ten nicht mehr. Die einzige Schwierigkeit im ganzen Welt- all bestand nur noch darin, ihre Bewunderung für Fräulein Jolines liebenswürdige Ueberheblichkeit allen Leuten gegen- über, für ihren Spott über Geschäftsleute, selbst für Herrn Truax, mit Mamie Magens philanthropischem Sozialismus zu vereinen.(Soweit diese Geschichte es aufzeichnet, gelang ihr das nie.)(Fortsetzung folgt.). Der„Vorwärts" war endi Ffmrer im Wahütampfl Werbt felzf weller Iflr das Kanspiblafi der Arbctt Die Heimkehr unser er Flieger Der Empfang des Liste 1-Gesdiwaders im Flughafen Za zusammenfassender Rückschau schilderten wir den grohen Deutschlaadflug, den der..Sturm. o o g e l" für die Sozialdemokralische Partei unternahm, und die Ankunft im Sturm auf dem Tempelhoser Feld, lieber den Empfang der Piloten und Monteure trogen wir noch folgendes nach: Di« Begrüßungsairsprache im Namen des Parteioorstandes hielt Landtagspräfident Genosse Bartels. In herzlichen Worten dankte er der Besatzung sür ihre aufopferungsvolle Arbeit. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß der Ruf aus den Lüften nichtungehört verhallt sei. und daß die Partei siegreich aus der Wohlschlacht hervorgehen werde. Dann ergriff der Verbandsvorsitzende Genosse Binder das W«rt. Er begrüßte neben dem Genossen Bartels vor allem die beiden Borsitzenden des„Gefamtverbandes", den leider am Er- scheinen vechinderten Schumann vom früheren„Berkehrsbund" und Müntner von den Gemeinde- und Staatsarbeitern, die den „Sturmvogel' und seinen Deutschlandflug besonders gefördert haben. Dann fuhr er fort:„Heute steht der„Sturmvogel' am Abschluß einer ganz großen Leistungsprüfung, die in flugtechnischer und organssatorischer Hinsicht ungeteilte Anerkennung verdient. Fünf unserer Flugzeuge haben in Erfüllung eines großzügigen Werbe- ouftrags in geschlossenem Geschwader viele Hunderte deutscher Ort- schaften überflogen. Die Strecke beträgt in Luftlinie annähernd SOOtl Kilometer, doch dürfte mit ollen Kreisen und Umwegen jede Maschine etwa 7000 bis 8000 Kilometer.zurückgelegt haben. Die» alle? ohne die geringste Beschädigung, nach genau vorher fest. gelegtem Programm, ein glänzendes Zeugnis für Personal und Material, zugleich ein Beweis, welche Sicherheit heute bereits dem Luftfahrzeug innewohutt Dabei ist noch zu berückstchtigen, daß der Flug im Interesse der Werbewirkung in sehr niedrigen Höhen durchgeführt werden mußt«, was für etwa erforderliche Nollandungen eine große Risikosteigerung bedeutet. Die Flugzeuge wurden überall freudig begrüßt imd erregten das nn Sinne der Auf- troggeber erwünschte große Aussehen. Wohl kaum zuvor ist ein Ge- schwaderflug dieses vmfangs in Deutschland ohne jeden Ausfall durch- geführt worden. Der„Sturmvoget' hat nach kaum 1J£ Jahren seines Bestehens bewiesen, daß er bereits ganz großen flngtech- «eschen Ansprüchen gerecht zu werden vermag. Der Gedanke, die Lustfahrt als friedliches Werbemittel einzusetzen, sst damit verstärkt in den Bordergrund gerückt. Der„Sturmooge!' sst „ach wie vor frei von parteipolitische« Bindnnge«. er verfolgt seine Ziele genau entsprechend seinen Satzungen in enger Füllung mit den übrigen Organisationen der WerkkMgen. Alle, die an einer friedlichen Entwicklung und TZerweuduog der deutschen Lustfahrt Interesse haben, find— unbeschadet von ihrer parteipolitischen Aeberzeuguug—r als Helfer und Auftraggeber willkommen.' Im Namen der Besatzung dankte FlugzengfühiZer Haw-s Schmidt für den herzlichen Empfang.„Heber nnferen Fing habe bh zu sagen, daß der Flug durch Deusschland glänzend g«-- tnngen sst. Abgesehen von einigen Schlechtwettertagen, kamen wir stets pünktlich zustimme» auf den einzelne» Häfen an. Der Empfang war stets herzlich, besonders in Bremen, Essen, Böblingen und Chemnitz. Ueberall erregten dir Flugzeuge des„Sturmvogels' Aufsehen, speziell deswegen, weil die anderen Parteien nur mit einem Flugzeug für ihre Sache warben. Ich hoffe, daß sich der Werbeflug für die Partei vntt a-n s.» stvircke» wird.' Steinhagel gegen Arbeiter. Bei dem imposanten Werbeumzug der Kreuzberger Ge- »offen, der u. a. durch die östlichen Straßen Berlins führte, wurden die Autos bei der Fahrt durch die Görlitzer Straße von Kommunisten mit einem Steinhagel überschüttet. Mehrere Genossen erlitten erhebliche Kopfverletzungen und mußten zur nächsten Rettungsstelle gebracht werden. Leider erschien das alarmierte Ueberfallkommando zu spät, so daß es sämtlichen Rowdys gelang, zu entkommen. Auch in anderen Stadtteilen kam es mehrfach zu Ueber» fällen auf F lug b l a tt v ert e ile r der Sozialdemo- kratifchen Partei. In der Köpenicker Straße konnten sich die Parteigenossen nur dadurch vor schwereren Mißhandlungen retten, daß sie auf einen vorüberfahrenden Straßenbahnwagen sprangen.— Bornehmlich in Neukölln m der Hermann- und Stein- metzstraße wurden Parteigenossen wiederholt von Kommunisten, unter denen sich auch Frauen befanden, übersallen. Weiter werden auch Fälle bekannt, in denen die Kommunisten Transparente mit der Aufschrift:„Wählt Liste 1' gervaltstmr abrissen. In der Siedlung Britz holten sie sich von einer in der Nähe gelegenen Baustelle eine Leiter und zerstörten ein in der Höhe der 2. Etage befindliches Transparent. Zn Zusammenstößen kam es auch bei der Demonstration der Sozialdemokraten des Kresses Mitte. Bon den Bürgersteigen und aus den Fenstern wurde der Schluß des Zuges mit Steinen be- warfen, und kommirnistssche Rollkommandos versuchten, die letzten Glieder abzudrängen und auf sie einzuschlagen. Die Polizei mußte wiederholt eingreifen. Nach Beendigung der Kundgebung versuchten die Kommunisten erneut, die abmarschierenden Gruppen zu über- fallen. Fünfzig Kommunisten bekamen es am Sonnabend vormittag fertig, vor dem Arbeitsnachweis in Tempelhof vsr WaRittasi gehört der Partei! Alle Genossinnen und Genossen leisten die ihnen von der Abteilungsleitung zugewiesene Arbeit Wer in der Abteilung keine Wahlarbeit zu verrichten hat, oder wer in der Abteilung an der Mitarbeit behindert ist, meldet sich im Zentralwahllokal seines Kreises.— Die parteigenössischen Radfahrer stellen sich ebenfalls in ihren Abteilungen zur Verfügung. Die lentralwahlleitung ist im Bezlrks- sekretarlat, lindenstr. 3« II. Hoff 2 Tr. Telefon: Dönhoff,(A 7) 5086, 5087, 5088, 5066, 5067 drei Reichsbannerleute zu übersallen. In der grausamen Weise des Mittelalters ließ man nämlich die drei Arbeitslosen Spießruten lausen. Die kommunistischen Lumpcnkerle bildeten eine Gasse, und als die Reichsbannerleute aus dem Arbeitsnachweis kamen, mußten sie hindurch und wurden niedergeschlagen. Bürgerliche Kampfmeihoden. Unser Parteigenosse Otto Kramer hat in der Romintener Straße 10 zwei je 3 Meter lange und 90 Zentimeter breite Werbe- plakate der Sozialdemokratie angebracht mit der Inschrift:„Z e r- schmettert den Bürgerblock! Wählt Sozialdemo- k raten Liste II' Die anwohnenden Spießbürger können eine solche Propaganda nicht oertragen. Sie sind aber auch nicht tapser genug, nun für ihre Parteien eine gleich wirksame Reklame zu machen. Da behauptet man denn, die Sozialdemokratisch« Partei zahl« für das Aushängen solcher Plakate 20 Reichsmark. Das sst bei diesen Leuten nicht verwimderlich. Herr Treoi- rn-nus veranstaltet eine Versammlung mit Kaffee und Kuchen gratis, und Herr Hitler muß seinen SA.-Leuten Sold bezahlen, sonst schlagen sie ihm die Bude ein. Solche Kresse können sich schwer Muß das sein? Kleine undgroße Schmerzen, die sich mildern lassen Eine Leserin teilt uns mit:„Ich habe ein körperliches Leiden. Dies verantahte auf Grund ärztlicher und steuerbehärd- licher Atteste das Bezirksamt Berlin-Teinpelhos, mir einen Schein auszustellen, durch den ich bei den Fahrzeugen der Berliner Ber- kehrsgesellschaft eine Preisermäßigung Hab«. Durch ein for- males Versehen des Bezirksamts sah sich ein Angestellter der Ber- liner Verkehrs-Gesellschaft veranlaßt, meinen Schein zu b e s ch l a g- nahmen. Die Verkehrs-Gesellschaft stellte ihn dem Bezirksamt zu, das ihn nach 3 Tagen in vorschriftsmäßigem Zustand zurück- erstattete. Mir war durch diese zeitweise Beschlagnahm« ein Verlust von 1,55 M. ensstanden, da ich in der Zwischenzeit den vollen Fahrpreis erstatten mußte. Ich wandte mich an das Bezirksamt mit der Bitte, mir den Ausfall zurückzuerstatten, da doch ein Versehen des Amtes die Schuld an meinem Berlust« trage. Mir wurde erwidert, daß meinem Ersuchen nicht enssprochen werden könne, da kein Fonds für derartige Ausgaben zur Verfügung stände'. Gewiß ist es lobenswert, daß die Stadt Berlin körperlich leidenden Menschen Fahrpreisermäßigungen gewährt, soweit ihre wirtschaftlich« Lage dies angemessen erscheinen läßt. Eine gesetzliche Berpflichtung hierzu liegt nicht vor. Noch mehr frei- lich würde es zur Berbesserung des Verhältnisses zwischen Behörden und Staatsbürgern beitragen, wenn bei so geringen Differenzen das Bezirksamt auch die Mittel zur Verfügung hätte, um einer kör- perlich leidenden Frau, die jeden Pfennig braucht, eine ja geringe Summ« wie 1,55 M. zurückzuerstatten, um so mehr, da ein gewiß entschuldbares Versehen der Behörde vorliegt. vorstellen, daß Hunderttausend« von Menschen aus Begeiste� rung für eine Idee werben, ohne dafür mit klingendsy Münze bezahlt oder mit einer Kasse« tafel belohnt zu werden. Von den Nachbarn aufgehetzt, hafdie Wirtin die Entfernung der Plakate vom Balkon durchgesetzt Jetzt prangen sie an den Zimmersenstern und mahnen, allen Bürgerblöcklern zum Trotz: Zerschmettert den Bürgerblock! Wählt Sozialdemokraten Liste 11 -Attentat auf Straßenbahn. Sprengkapseln in der Weiche. Oer Täter festgenommen. Kassel. 13. September. Am 10. August wurden im städtischen Steinbruch Grnsettal aus einem Ankerkunstsraum 66 Sprengkapseln entwendet, von denen 33 später in einer Weiche der Städtischen Straßenbahn bei Wil- Helmshöhe gefunden wurden. Den Nachforschungen der Polizei ist es nunmehr qelungen, den Täter, einen Former namens Hose, der früher aus einer Zeche bei Wilhelmshöhe beschäftigt gewesen ist. festzunehmen. Hose, der bereits 4� Iahre Zuchthaus verbüßt hat leugnet, der Täter zu sein,«st aber durch Indizienbeweis angeblich überführt._ Strandbad Wannsee auch im Winter. Oie übrigen städtischen Freibäder schließen. Mitte September wird im allgemeinen in den städtischen Frei« bädern der Badebetrieb eingestellt. So haben die Freibäder West« end, Jungfernheide und Plötz ensee bereits geschlossen. Am Sonntag, dem 14. September, schließen weiter die Freibäder im Bezirk Köpenick: Grünau, Friedrichshagen, Wenbenschloß und Köpenick, Gartenstraße: im Bezirk Treptow: Adlershof und Ober- schöneweide und schließlich im Bezirk Reinickendorf Lübars. Das Flußbad Lichtenberg, dem vom Kraftwerk Klingenberg Warmwasser zugeführt wird, schließt am 28. September. Das Sirandbad Müggelsee schließt am 30. September. Das Strandbad W a n n s e e dagegen bleibt als einziges Bad das ganze Jahr über geöffnet. Die Tassache sollte nicht unbeachtet bleiben, denn man sollte jeden milden warmen Sonntag benutzen und hinausfahren, um ein Luft- und Sonnenbad zu nehmen. Ein Wasserbad ist keineswegs immer notwendig. 8onr W«rb«bc»irl Tchöneberq: Treffen»ur Seblnrbeit und Autodrovoegnds PA Uhr bei Will, Ruddlf-Wilde.PIai*. Wcrbebczirt Mitte: Wir stellni UNS geschlossen dem Kreis Sur Woblarbeit gur Versttgung. Treffpuntt 7 Uhr bei Lobau. Briiderstr. in, Werbebesirl Pren, lauer Terg: Di- Grupp-n ssgltplgd I und TT. Nordosten I und 17. Selmholtinlast und Lnimannvlad treffen stch ,ur Lastautafahrt um 9% Uhr vor dem B-sirksamt,■Jllle Übrigen Abteilungen beteiligen stch an der Wahlarbeit ihrer Parteiabteilung, Werbebe»irl Tcwpelhof: Treffnunkt st Ulir.ssentralmahllokal Görlih. iTkaussee- kckc Streliststraße, Ab Ist Uhr Autofahrt ab dort, Werbebe»irt Kreusberg: Alle radfahrenden Genossen treffen stch um 12 Uhr. i�ontancpromenade zur Propogandafahrt, Außerdem trifft stich itottbusser Tor Tt/H Uhr bei Ewald, Reicheuheiger Viertel 77» Uhr Note-ssalken-Ecke. Südmesten ob 9 Uhr Jugendheim, Süden 19 Uhr Rote Ecke, Fallenbcrg: Treffpunkt zur Autoumfahrt 7 Uhr Gutshof.- Lanknrih: Die Genossen treffen stich um V,7 Uhr im Zentralmahllokol, Nach der Dahl «bendort,— Kumboldthain: Treffpunkt zur Wahlarbeit 7 Uhr Rote Allee,— Schönhauser Vorstadt: Zur Wahlarbeit treffen mir uns um 19 Uhr an der Sozialistenecke, 29 Udr Heimabend mit Wahlergebnissen.— Neukölln l: Tresf. Punkt zur Autotahrt 8>» Uhr Reutrrplaß Preis W Pf,— Neukölln.TT: Treff» Punkt zur Wllhlarbeit st Ubr Selchamer Str, 1.— Köpenick T und II: st Uhr Treffpunkt zur Autosohrt Stadttheater,— Brist: Tressen zur Wahlarheit st Ubr Rathaus. Ehausseestr, 48.— Panlom ITT, N. F.: Treffpunkt st>? Uhr zur Wahl. dilfe auf dem Marktplast,— Tegel: Treffvunkt 7'/, Uhr Jugendheim, Nach, Zitgler im Zentrafwahllokal.Alter Krug". Hauptstraße. Morgen. Montag. l5. September. Proben 12. vktob«: Einzelsprecher um Ist Uhr Danzigrr Str. 3S. Austr: Sprechchor Prenzlauer Berg lstH Uhr ebendort, Werbebczirk Wedding: Werbebezirksvorstandsststung um 29 Uhr im Keim lltrechter Straße, Werbebezirl Westen: Das Ratc.ssalken. Parlament tagt um 29 Uhr im Heim Nossnenstroße. Werbebczirk Kreuz berg: Iuzendbeim Wassertoistraße. Beginn de» Jüngeren. kursiis, Schönhauser Vorstadt: Jugendheim Sonnenhurgcr Str, 29:.Abmehrkampk der Arbeiter gegen den Taschismus",— Rescheuberger Viertel: Beginn d-s Hüngerenlursüs im Keim Wgssertorstraße,— Vgukorv IN, R. ss.: Der Keim- vbend muß ausfallen,— Hansa: Jugendheim Vochumer Str. 8b:»Die Lehren der Wahl",— Moabit I: Jugendheim Waldenserstr, 29:„Als junger Sozialist vor 49 Jahren auf Wanderfchafi",— Moabit ll: Jugendheim Lehrter Str. Ist: »Bub und Mädel".— Moabit DI: Zuacndheim Lehrter Str, Ist:„Aiislvrache über die Wablcn",- Westen: Jugendheim Kauvtstr. IS:„Tagespolitik".-- Tallplast l: Jugendheim Eonncnburger Str. 29:„Wahlergebnisse".— ssalk» Plast II: Zugeiidhcim Sonnenburger Sir, 92:„Ein Jugendlicher vor Gericht", Werbebezirl Teltamlanal: Jugendheim Zehlendorf, Dahnhofftr. Z: Um 30 Uhr Bisdunas. und Wanderausschuß, SAI..B«chdrucker: Im Seim Lindenstr. 4 sehr nnchfia« Besprechung. Mit. asiedsbuch mitbringen. Werbcbezirk Pankow: Diensiag um lstb? Uhr im Jugendheim Görstchstr. 14 Werbebszirks-Mitgliederversammluna.„Politischer Kampf in der Bewegung". Bonkow Nl trifft stch um lgbst Uhr Maektplast, Streichorchester SA?.: Dienstag. lstH Uhr. in der Aula der Bolksschule Bank. Ecke Wicsensttraße, wichtige Verftantigunqsprohe mit den Kinde rtgnz. gruppen für die Jugendweihe.___ Briefkasten der Redaktion. 0. 39., Gaudbstraße. Die Schwiegersöhne stnd den Schwiegereltenn gegen. Uber nicht unterhaifspflichtig. Die Unterhaltspflicht trifft die Kinder, Si« besteht nur Hann nicht, wenn die Kinder bei Berückstchtiguna ihrer fonftigen Verpflichtungan außerstande stnd. ohne Gefährdung ihres eigenen ftandesmäßigen Unterhalts den geforderten Unterhalt zu gewähren. Da die Töchter kein eigenes Einkommen haben, können sie auch nicht zum Unterhalt der Elie: n herangezogen werden.—®. K. 199. Auf Grund des gegen den Ehemann erwirkten Urteils können Sie, gegen die Ehefrau nicht vorgehen. Bielmehr müssen Sie diele eben. falls oerklazen. Stuhlverstopfung. Nach den an den Kliniken für innere Krankheiten gesammelten Erfahrungen ist das natürliche„Franz- Lnsef"-Blttel'wasser ein äußerst wohltuendes Abführmittel. Allgemeine Wetterlage. �Z.Sspt. 4930�bds. OwolksalgaO heiter. O haib bedeckt 9 wolkig,•bedeckf,*RegenAGrsups!n ■ ,sNeW,TtGevrötec@VViljds»ill« Die am Freitag im Südwesten befindlichen Stöningen stnd nach Nonden gewandert. Damit konnten sich die wärmeren süd- westlichen Winde und westlichen Luftmassen nach Norden ausdehnen, Die Temperaturen sind namentlich in der nördlichen Reichshalfte angestiegen. In Schlesien wurden mittags 24 bis 25 Grad erreicht. Von Westen nähern stch jetzt noch neue Störunge», die eine end- gültige Beruhigung noch nicht aufkommen losten dürften. wetteraussuhlen für Berlin: Meist wolkig bis trübe mit etwas Regen. Temperaturen im ganzen wenig oerändert.— Für Deutschland: Allgemein stark wolkiges Wetter, vielfach etwas Regen, Temperaturen im Südosten etwas niedriger, im Nordosten etwas höher. Altes pschorrbräu— Neues pschorrbräu. Bereits in den 80«r und 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts hatten die Bayern Vorstöße ins Land der Preußen unternommen. die im Gegensag zu 1923 von Erfolg gekrönt waren. Damals hatten die Münchener, Nürnberger, Würzburger und Kulmbacher Brauereien ihre Schankstätten in Norddeutschland errichtet und damit einen großen Erfolg erzielt. Aus jener Zeit stammt auch das Pfcho rrb rän in der mMeren Friedrkchstraße, lange Zelt kennt» lich durch den vor dem Haus stehenden gewaltigen Bronzelöweu. das bayerische Wappentier. Als die Ausdehnung nach dem Westen begann, gerieten die einst so bekannten Gaststätten der Friedrich» straße ein wenig ins Hintertrefsen. Erst in den letzten beiden Iahren wurde das anders. Auä) die Münchener Brauerdynosti« Pschorr sah ein. daß sie etwas für ihr Berliner Haus tun mußt« und so erfolgte in den letzten Monaten, unter Leitung des Berliner Architekten Paul Z i m m e r r e i m e r, ein Umbau, der winmichr vollendet ist und aus dem sich als Neues ein von farbigem Decken- glas mild bestrahlter wunderschöner Jnnenroum herausschält. Die Oekonomie hat Herr Karl Saeger innc, der bisher das Lehrer- vereinshaus am Alexanderplatz leitete. Der bayerische Leu ist aber leider nicht mehr da. Den haben Gaönonen eines Nachts heim- tückisch entführt. Neue Moden bei Karstadt. Die Mode der kommenden Tage bewegt sich in schlichten, dunklen Farbtönen, unter denen braun. burgunderrot, flaschengrün und dunkelblau bevorzugt werden. D'e Straßenklerder werden aus Tweed. Jersey, Cheviot und den be- liebten Noppenstoffen hergestellt: die Machart ist eine völlig schlichte, -me kleine weiße Hals-' und Jtferuielgarnitur bildet den einzigen Schmuck. Ebenso zeigen die Straßenmäntel, aus demselben Stöfs, oder einem dem Kieidcrmuster ähnlichen, wenn nicht aus einem ganz abstechenden Gewebe hergestellt, einfachste Verarbeitung: auch die Länge der Stroßenkleidung behielt ihre solide Note. Jlachmittags- und Abendkleider sieht man vielfach in ichwarzen, weißen oder schroarzweißen Geweben aus Crepe de Chine, Crepe Georgette, daneben helle, zarte Farbtöne und auch Spitzemtoffs. Die Linie der Abendkleider blieb langgestreckt und schlank, die Röcke zeigen, bei reicher Stoffverarbeitung, eine recht ansehnliche Länge. Es» Besuch der gsrma B. Feder mit ihren Geschäften in der Brunnen. straße l und 197, Trgnkfurter Allee 8S9, Katfdusser Damm 199 und Wilmer». dorfer Str. I«ö. verpflichtet zu nichts und überzeugt bei einem Rundgang durch die riesigen Ausstellung», und Lagerräume am fchnellstrn von der»nvrmen Au»» mahl. Preidinllrdigkeit und Qualität der ausgestellten Waren und Möbel. In gesonderten Spezialabteilungen finbct man hier elegante Damen-, Herren, und Kindcrkonfektion. Bett.. Leib» und Tischrpäschc, neuzeitlich« Strickmaren, Decken. Gardinen, Teppiche, Beleuchtungskörper, Kindermagen. Klein, und Einzelmödel. Polstermöbel, neuzeitliche Zimmer, sowie komplette Wohnungseinrichtungen für Alt., Neubau- und Siedlungswohnungen. Besonders fei auf d!« Pelzausstellung der Tirma Teder hingewiesen. Sin großer Testball der Schnh- und Ledermirtschast findet anläßlich der Er. öffnung der„Internardnalen Lederfchou Berlin 1989" am Donnerstog, 18, Sep- tember, in Krolls Testsälen, am Plag der Republik, statt. Die Sallmussk wird von den Weintraub-Sviteovators und dem Tanzorchcster Herbert Strauß besorgt. im Rahmen der künstlerischen Darbietungen weichen die Girls der Ausstellung-, revue„Wir ziehn vom Leder" die Hauptschlager der Revue singen und tanzen. Karten zur Teilnahme an diesem Ball sind zum Preise von 2 M. hei der Hauptkasse des Ausftcllungs-. Messe, und Trcmdenverkehrs-Amtes der Stadt Berlin. Konigin-Elisabeth-Str. 22. direkt oder gegen Nachnahme zu beziehen. Der Kartenvorperkauk ist eröffnet. Bar die Wahl hat. hat die Qnal--. Sie find es sich seihst und Ihren Lieben schuldig, daß auch Sie nach angestrengter Berufsarbeit ein Pläßchen — fernab dem Großstadttrubel— wählen, wo Sie wahre Erholung finden und Trend« an der Natur haben. Wählen Sie die Siedlung Priart-Döberiß. sie ist heguem schnell erreichbar und in ländlichem Idnll gelegen. 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Kenner von diesen Artikeln behaupten, daß die Firma Teppich-Butsch bahnbrechend wirkt auf dem Weg zu den Vorkriegspreisen. E» ist eine bekannt- Tatsache, daß die Tirma Tcppich.Bursch nicht nur verspricht, sondern das hält. was sie verspricht. WERTHEIM Leipziger Str.(Versand-Abt.) Königstraße Rosenthaler Str. Moritzplatz (fttttteer(tjerümuf Spitzen Weifewaren Parfümerien Handtaschen Kleider- Garnitur Kragen und Manschetfen, Crepe de Chine, mit Spitze 95 Pk. Jabot- Kragen moderne Form, CrdpedeChino, mit Spitze 2 50 Kleider- Weste (Öatnen-Mandsthuhe Schweden imif. 2 OrudcJcnfipfe, mit breiter Aufnaht, O f farbig■ er Schweden imif. mit modemer A Manschette, farbig| a& A Waschleder imif. 2 DruddcnSpfe, A ML Jf weit(, gelb u. farbig|«(D A Leder imif. moderne PUsseo- manschefte, gelb 1.90 1.25 1.90 4.90 Glaceleder 2 OfudcknSpf«. A Ä «arbig X. VU Wasdiledersfepper 2 PaHmuHknfipi«. 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Di« Organi- sation des Internationalen Genossenschastsbundes als Trägerin des Kongresses, der oll« drei Jahre stattfindet, repräsentiert mit ihren \i7 tandesaer bänden und 193 000 Einzelgenossenschasten mit 56 ZNiviemen TNitgliederf amilieu, die mindeste»» Z00 ZNMiouea Menschen umfassen, eine gesellschaftliche und wirtschatLich« Macht, die gigantisch zu nennen ist. Es gibt keine zweite Wirtschastsorgonisotion der Welt von solchen Ausmaßen und mit solchen Perspektiven fitr die Umformung der alten Wirtschast in«ine neue. Beträgt doch das Eigen- kapital der Mitglieder noch dem Bericht des Bundes rund 17 Milliarden Mark, dessen Wertung man darin finden mag, daß das gesamte deutsche Aktienkapital rund 23 Mil- liarden umfaßt. l? Großeinkmtfsgesellschasten der Konsum oerein« mit einem jährlichen Warenmnsah von rund 4 Milliarden Mark. wovon eine halb« Milliarde auf die Hamburger Großeinkaufs« gesellschast entfällt, sind in der Bildung einer Internationalen Großeinkanfsgesellschast für die Entwicklung des ge» nossenschastlichen Weltwirtschaftsverkehrs begriffen und ein« I n t« r- national« Genossenschaftsbank, für welch« oll« theoretischen und praktischen Grundlagen vorhanden sind, wird als Eeldausgleichsinstitut dienen, um den internationalen genosien- schaftlichen Warenverkehr vom privaten Bank- und Handelskapital unabhängig zu machen. Für die Bedeutung dieser weltumspannenden genossenschaftlichen Wirtschaftsorganisation spricht, daß sie vom Völkerbund zu der seine rzeitigen Senfer Wirtschastskonserenz geladen wurde, um neben den Dertretern der Privatwirt schuft, ober Seite an Seit« mit den Vertretern des Internationalen Gewerkschaftsbundes an der Lösung weltwirtschaftlicher Probleme im Interesse der Verbraucher mitzuarbeit«. Erwähnt man noch, daß das International« Arbeitsamt unier Führung von Albert Thomas zu den stärksten Förderern der Genossenschoftsbewegung in allen Ländern der Welt zählt und häufig seine Materialien zur Beurteilung wirtschaftlicher und sozialer Erscheinungen dem Gsnoflenschoftswefen entnimmt, um die Strukturwandlungen der Wirtschaft darzustellen, so weiß man. d-iß' das„Westporlament der neben Wirtschaft* einen sehr konkreten und bedeutsamen Inhalt besitzt. Dementsprechend sind sein« Resultate z-n werten. Der Präsident de, Krmgresies und der JGB.. der finnische sozialdemokratische Ministerpräsident a.v. Tanner, wies bei der ErSfsmmg auf die überragende wirtschaftssoziale Bedeutung des Bunde» hin, auf das neue VNrkschaft»reich der Genossenschaften, in dem„die So«« nicht untergeht'. Unter den vielen Begrüßungsansprachen erwe-kte die von Dr. Karl Renner, dem«hemaligen sozialdemokratischen Staats- konzler der österreichischen Republik, besonderes Interesse durch den Hinweis, daß durch die Wohnbauten der Stadt Wien nickst weniger als 150000 Menschen in stadteigenen Häusern wohnen. Der Bericht des Ze n t ra l v o r sta n d e s über die Tätigkeit des Bundes seit dem Kongreß in Stockholm(1927). welcher wie die übrigen Referate imd Resolutionen dreisprachig gedruckt vorlog, erforderte zu seiner Diskussion drei Sitzungen, woran die russischen Vertreter sehr stark beteiligt waren, da sie, wie gewohnt, all« möglichen und unmöglichen politischen Theorien in di« Debatte über wirtschaftliche und organisatorische Angelegenheiten des Bundes verflochten. Der Führer der deutschen Delegation, Lorenz(Homburg), wies sehr nachdrücklich und unter dem leb- haften, häufig demonstrativen Beifall des Kongresse» die russischen Angriffe auf di« Wirtschaftspolitik des Bundes zurück. Und als er bemerkt«: ..Wir Deutschen sind natürlich gegen den Faschismus in jeder Gestalt, wir sind aber auch gegen die Diktatur eines kleinen Teiles des Proletariats über den anderen großen Teil. Wir smd für die Demokratie, aus der überhaupt erst die Sslbstoerantwortung der Völker entspringen kann', fand er stärksten Beifall. Ein Referat des englischen Genossens chostsführers «ir Thomas Allen über:„Der Absatz, das Zusammenlegen und die Finanzierung genossenschaftlicher Erzeugnisse in Verbindung mit der Konsumgenossenschastebewegung* führt« ebenfalls zu einer sehr mnfangreichen Debatte, nachdem auch noch ein Referat über den kanadischen Weizenpool— ein« genossenschaftlich« Farmerorganisation für den zentralisierten Getreideobsatz— erstattet war. Den Kernpunkt der Debatte bildete die Zusammen arbeil und das Verhältnis zwischen Landwirtschaft und Konsumvereinen. wobei di« ungarischen Vertreter zu der bereits vorliegenden und auch von den Deutschen akzeptierten Resolution des Rcjcrenten ein« Jusatzresolution«inbrachten,.wonach die Konsumgenossenschaften ver- pflichtet sein sollten, nach Maßgab« ihrer wirtschaftlichen und sinan- ziellcn Kräfte am Ausbau und an der UnterstÜFUng landwirtsckiaft- licher Genossenschasten teilzunehmen. Im Austrage der deutschen Delegation führte Feuerstein(Stuttgart) dazu aus, daß di« Führer der deutschen Landwirtschaft sich meist in der Front der Gegner der deutschen Konsumverein« bewegen und daß durch dies« politische und psychologische Vorbelastung, trotz des lebendigen Inter- esse« der Konsumverein« besonders für die bäuerlich« Landwirtschaft, die Zusammenarbeit natürlicherweise erschwert sei. Das letzt« offizielle Referat hielt Vollrakh Klepzig(Ham- bürg) über:„Die Rochdaler Genosienschaftsprinziplen und die modernen System« der W a r e n a b g a b e ans Kredit*. Die französischen Vertreter lstitten zu der vorgelegten Resolution eine weitere«ingebracht, die nach besonderen Vereinbarungen mit der deutschen Delegation ebenfalls angenommen wurde, nachdem ein« ausgedehnte Debatte den Anschein erweckt hotte, als ob dos erste und oberste Prinzip der„Rochdaler Pioniere', nämlich die Bar- zahlung beim Einkauf, selbst von den Engländern ad acu gelegt werden sollte. Lorenz(Homburg) und Klepzig im Schlußwort wandten sich mit schärfster Logik gegen die allmählich abirrenden Meinungen in der Frage, di« mit der Annahm« folgender Resolution zum Abschlüsse kamen: „Der 13. Kongreß des Intnmotionaten Genossenichastsbundes richtet an alle angeschlossenen Verbände und Vereinigungen das dringend« Ersuchen, in allen Konsumgenossenschaften für die und«- dingte Anerkennung und Befolgung des bewährten Grundsatzes der Barzahlung zu sorgen und der Gewährung von Krediten an die Mit. glieder der Konsumgenossenschasten mit größtem Nachdruck entgegen- zuwirken.* Der Grundsah der Barzahlung wird also hochgehalten. Stromverbrauch und Wirtschaftskrise. Im I u l i ist nach„Wirtschaft und Statistik' di« deutsche Strom. crzcugung weiter gesunken. Bei den 122«rfaßten Werken war die arbcftstägiich« Erzeugung wieder um S Proz. Niedriger als im diesjährigen Juni und um 8 Proz. geringer als im Juli vorigen Jahres. Schon seit Mai 1930 ist di« Stromerzeugung gegenüber dem Vorjahr rückgängig. Di« Wirtschajlslrss« wirlt sich hier also deutlich aus. Daß dieser Rückgang in erster Linie durch die Verschlechterung der Wirtschaftslage eingetreten ist, zeigt die noch stärkere Senkung des arbeitetöglichsn Stromverbrauchs in der Industrie. Die arbeitstägliche Stromabgal'« je Kilowatt Anschlußwert war im Juni bei industriellen und gewerblichen Ver« brauchern nämlich um 14 Proz. geringer als in der gieichen Zeit des vorigen Jahres. Zum Thema Mimikn'kartelle. Beim Aohrleitungsverband liegt es nickt anders als beim Starkstromkabel-Kartell. Mitte vorigen Monats haben wir unter dsm Titel„Mimikri bei Kartellen' die sehr bemerkenswerte Politik dargestellt, die das Starkstromkabel-Kartell anwcnbei, um noch außenhin nicht als Kartell zu erscheinen, in der Praxis aber mit um so größere n Erfolg die schärfft« Kartellpolitik durchzuführen. Das Startstrom- kabel-Kartell hat sich zu unserer Darstellung nicht geäußert; wir Hofjen. daß Reichsroirtschaftsministerium und Reichswirtschaftsrot sich inzwischen etwas um die Mmritrikartell« gekümmert haben. Wir wollen heute daraus hinweisen, daß der R o h r- leitungsverband, dessen Mttgksder in sehr großem Umfang ebenfalls öffentliche Austräge durchzuführen haben, in keiner Weif« anders verfährt. Rur scheint das Verfahren des Rohrleitungs- Verbandes in seinen Feinheiten nicht ganz so raffiniert zu sein wie da» des Starkstramkabel-Kartells. Aber auch im Rohrleitungs- verband erfolgt fojort eine Instruktion sämtlicher Firmen, wenn die vorgeschriebene Anmeldung einer eingegangenen Anfrage oder gemachten Offerte erfolgt ist. Auch hier werden den scheinbar miteinander im Wettbewerb stehenden Firmen Preis- Instruktionen nach Schutzpreijen und geschützten Preisen er- teift: auch hier werden Schutzofferten abgegeben, die für den ge- schützten Preis noch so hohe Gewinn« erlaicken, daß die Firma, die den Austrag ausführt, sowohl cm den Verband, wie an die aus- fallenden Firmen je nach der Höhe der Auftragssumme verschieden hohe Prozente abführen kann. Selbstverständ- lich scheut auch dieses Kartell in seinen Bestimmlmgen di« Oessent- lichkeit; die Verbandskorrespondenz gehört unter den Mitgliedern zu den Geheimakten. Als vor längerer Zeit«in Geschäfts- führer des Verbandes ausschied, wurde ihm als Anirkenmmg seiner Verdienste vom Verband ein erheblicher Betrag als Extra, gratis ikation zugebilligt. Daß zu den so cckgegoftenen„Bev- Diensten' auch das Schweigenkönnen gehört, ist Aar. Auch hier empfehlen wir den Kartellbehörden und dem Reichswirtschcfftsrat ein« Nachprüfung. I Siemens stellt Arbeiter ein. Eine Folge der neuen Auslandsaufträge. Bei der Siemens u. Halst« A.-G. hat sich die Beschästi« gung in der letzten Zeit etwas gebessert. Es wird gemeldst, daß di« Mehrzahl der bisher mit Kurzarbeit beschäftigten Arbetter wieder' voll arbeitet und daß außerdem 300 Mann neu eingestellt wurden. Die Stemens-Berwaltiing hofft, innerhalb der nächsten Wochen in allen Werkstätten ohne Kurzarbeit auskommen und weiter« 500 Mann einstellen zu können. Die Belebung wird auf mehrere größere Aus, landsaufträg« zurückgeführt, die in den letzten Wochen herein» genommen wurden. Bon- einer Auswirkung der Sonderaufträge deil R e i chs p o st fft immer noch nicht di« Rede. Tausendc von Siemens» Arbeiter warten noch auf Wftdereinstclluug. Wir wiederholen diq von uns schon mehrfach gestellte Frage: Wieviel von den„neuen'' Reicheposlaus trägen ist Bluff gewesen? Die tote Rohftahlgememschast. Die iuiernaiwnale �ohfiahlgememschast lebt vorläufig nur noch als Firma weiter. Die Internationole Rohstahlgemeinschast zwischen den Ländern Deutschland, Frankreich, Belgien und Luxemburg, die bei ihrer Grün. dung im Jahre 1920 von aller Welt bestaunt wurde und später als Musterbeispiel der internationalen Kartellmocht der Schwerindustrie galt, hat unter dem Druck der Weltwirtschaftskrise aufgehört zu funktionieren. Sie erhielt den letzten Stoß durch den Versall der Verkausskontor« für Halbzeug und Träger, nachdem die belg-jchen Walzwerke nicht mehr dazu zu bringen waren, die für den Export angesetzten Preise innezuhalten. Dennoch haben gestern die schwerindustriellen Interessenten der vier Länder in einer in Lüttich abgehaltenen Sitzung versucht, di« tote IRG. wenigstens nach außen hin zu golvani« sieren. Di« versammelten Vertreter der deutschen, französischen. belgischen und luxemburgischen Schwerindustrie sowie der angc- schlossenen Gruppe Oesterreich, Ungarn und Bschechoslowakei haben WVMsn Sie nur ein ers�kl. 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Hiimoteefe. i«. techmicher All» Ansrageti wegen Uebetieffung und Besuch der Abteilung ftrh telephonifd) obre ichrtfllich on Sie RuItntaMeilanp (Büro Lmienftr. m. fft. Zimtnrr 30) jn richten Die OelSTerweltOB«, Ingenieurschule Bad SuIzajThür. ß n Hb'.i-r« Tethn. Lehranstalt, MssohTenbau. Eleblro. H\ a' UittlBltä Mlii'-r« Tethn. Lehranstalt, MssohTenbau. Eiekiro- fechnik, Automobil- uno Flictechnik, Os»- und Wa»»ertechnlk. Chemie. Proframm fr»( W>4e AbMMntM arbafSa» Uns Za»f»te der mittl. Uefte 3 i-r bi»:lR«orrnj et- i wirft Dr. fW>«dalia, !S««I.»itschwerstr,3 «0 MdM RIM W uro um jg t Nur Bross-Bwun led�rplat« BRUNNEN STCASSEIü. 2 I'-Bsh«: fedar-Bahrhos Roscnlhaier Platr PRANKPUBTEDAUEESSO KOTTBUSER DÄMM 103 WUMERSOOCFES STB. 165 bcfdjfoffen, grundsätzlich am Serfwttiwtzrtmrten fandlungen über ivcitere Maßnahmen auf dem Gebiet des Markenschutzes haben nach der Erfahrung, daß bei Industrie- Monopolisten die Angst vor staatlichen Maßnahmen oft die Mutter der Weisheit ist, doch etwas gefruchtet. Von der„Kurier- Korrespondenz" wird eine ganze Reihe von Prcissenfungen gemeldet, die von Firme» der kosmetischen Branche und auch von anderen Markenindustrien durchgeführt wurden. So werden bei einigen Elida- und Dralle-Markenartikeln die Markenprcise zwischen 7 und 20 Proz. herabgesetzt, die Preise für Bols-Liköve und für Winkelhansen-Fabrikatc um 8 bis 12 Proz. Freilich handelt es fich hier mrt trm einen außerordentlich kleinen Ausschnitt des Markenartikelgebietes. Außerdem verlangt die wirtschaftliche Ver- nunft selbst in schlechten Zeiten wie jetzt, durch Preissenkungen den Konsuirwnreiz zu verstärken. Immerhin aber wird man annehmen dürfen, daß ohne die scharfe öffentliche Kritik und ohne die Er- Wartung staatlicher Maßnahmen auch diese Preissenkungen unter- blieben wären. Gchallplattenpreise herunter! Gewaltige Kostenersparnis durch Rationalisierung. Die Schallplattenindustrie gehört zu den rentablen Industrien überhaupt. Sie ist auch eine derjenigen Industrien, bei denen die Rationolifierimg eine ganz außerordentlich starke Kosten- s« n k u n g herbeigeführt hat. Dennoch sind die S ch a l l p l a t t e n- preise kaum ermäßigt worden. Charakteristisch für die eingetretene Kostensenkung sind folgende Ziffern: Dar der Rationalisierung erforderten 100 000 Stück 2Z-Zentim«tcr-Schallplotten von der verarbeitungsfähigen Materialtafel bis zur Einlieferung in die Expoditionsabteilung einen Lohnaufwand von 8000 M. mit dem zugleich 150 Arbeiter und Arbeiterinnen«ine Woche beschäftigt wurden. Nach der Rationalisierung, d. h. nach dem Uebergang»an der Handpresserei zur Automatenpresserei, ergab sich bei den gleichen 100 000 Stück Schallplatten ein Lohnaufwand von 4500 M., was der Bc- fchäftigung von nur 80 Arbeitern und Arbeiterinnen fiir eine Woche entspricht. Mindestens drei Viertel der gesamten deutschen Schallplatt enerzeugcmg erfolgt heute durch die Automaten- presse. ANein durch den verringerten Sohnaufwand ist enorm« Ersparnis eingetreten. Dennoch blieben dl« Preise im wesentlichen unverändert. Wir empfehlen dem Reichswirtschaftsrat und der Reichs» regierung, auch«imnal die Gestehungskosten der Schallplatten« industrie und ihr Verhältnis zu den Preisen einmal gründlich unter die Lupe zu nehmen. Was tut das GtickstoffSartell? lieber die eigentlichen Aufgaben des vor einigen Wochen ge- gründeten internationalen Stick st ofskartells— CIA. — besteht noch wie vor ziemliche Unklarheit, da sich die Interessenten in Schweigen hüllen. Der Schleier wird jetzt insofern etwas gelüftet, als die Aufgaben der im August gegründeten Internationalen Gesellschaft der Stick st offindustrie A.-T. Basel (Kapital 8 Millionen Schweizer Franken) bekanntgeworden find, die die Kartcllnwßnahmen durchzuführen haben wird. Das Baseler Kontor soll, wie die„Iournee industrielle" meldet, in halbjöhr- lichen Abständen E x p o rt k o n t i n ge n t« und Export- preise festsetzen nud deren Durchführung Überwochen. Hin- sichtlich des eigenen Marktes hat, wie früher schon bekannt wurde, jedes Land das Recht zur selbständigen Versorgung. Der englische Gesamtexport ist im August gegenüber dem vorhergehenden Monat weiter um 8 Millionen Pfund Sterlingaus 42,7 Millionen Psuick» gejallen. In, August 1S29 betrug der Weit der exportierten Güter KZ Millionen Pfund Sterling. Di« Import- Ziffer für August fiel von 85 Millionen aus 79,2 Millionen gegenüber 10!) Millionen Pfund Sterling im gleichen Monat des Jahres 1929. .•••••* Itaraelleiz und Wohnungen ••••••*• ••«••••• •#•••••• •••••• Parzellen billig Annonce klein, das soll unser Prinzip stets sein! RlosMlde bei Wanfllilz verkauf, vir ab 20 RM. Anzahlg. Porzellen qm von 45 bis 60 Pf. Wald- und Kultor-Parzellen unweit Wandlitz und LoHschesee Verblndg. Stettiner Bhf. Station Klosterfelde oder Omnibus bis Wandlitzsee. Vertreter Sonntags auf dem Gelände und Bahnhol Klosferfelde. Wochentags Auskunft bei Wadepuhl. Treder& Co. 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I<3 bis Werneuchener Straße,! lAnschlnß Omnibus 4|; Linien! |53. 5» 158 bis Herzbergstr., Eckel ISiegfriertstr.; Linie 8 bis Lands-! berger Chaussee I neneietoiiflslsüro auf d. Saustelle. Taglich 9-7 Uhr. Irempremtr: Ei LitmtnMn 4375 1 | Gartenstadt Dallgow j smonfter BOtsenstu 5 Minute» tob Dallgcnr- Oobeiitz. JOO P.rzellea fflr Garten und Hans, Am besten, Sie kommen sofort heraus Und sehen die Sache sich selber an. Sie finden bestimmt Gefallen dran. Hier gibt es kelaea fliegenden Sand. Nur ticfgiündlg Lehm— best* Ackerland. Snmpf und Moor ist nicht zu finden. (Diese Gattung liegt weiter hinten) Trockener Baadrnnd, »ehr gesunden, Ab zwei Mark tüntzig (dafür ist er gefunden) Sie zahlen kletnrteMonat»- ralen, Wies andere auch vor Ihnen taten. W asser» Gas and Elektrisch ist da Auch Purk und Sportplatz. das Freihod ganz nah. Kein Verkaut am Bahnhof. Auskunft besorgt; Dallgow. Uahnhoistr. 1 S- MtUler-Worgl. Falkensee 388 und G 3 2110 kann gefragt, . 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ALTONA KÖLN HANNOVER DOSSELOOOF DORTMUND ESSEN DUISBURG MAGDEBURG FRANKFURT'Ym Senkung im Laufe der Jahrzehnte sind die Konjunkturforscher auf gewisse, sich immer wiederholende, wellenförmige Bewegungen gestoßen. Daraus prophezeien sie, daß die Preissenkung, die seit einiger Zeit eingesetzt bat, Im großen und ganzen bis zum Jahre 1940 andauern wird. Und sie werden sidier mit ihren Prophezeiungen recht behalten, soweit es eich um Kleidung bandelt, and soweit wir daran beteiligt sind.' Wer mit der Erinnerung im Kopf, was Kleidung in vergangenen Zeiten und noch imFrühling dieses Jahres kostete, jetzt unsere Schaufenster mustert der wird baß erstaunt sein über die Wandlung, die hier vorgegangen ist Dabei wird keiner leugnen, daß •rlr von jeher für niedrigste Preise fflr Kleidung bekannt sind und oftmals durch die ganz ungewöhnliche Billigkeit unserer Angebote Aufsehen und Sensation erregt haben. Der Preisabban ist da!- Jedenfalls in bezug auf Kleidung— und zwar in einem Umfange, der weit Aber das hinausgeht, was Sie erwartet haben, vielleicht sogar über das, was Sie erhofft haben. War's nicht glaubt der gehe. wie gäsagt vor unsere Fenster! Aber auch all' denen, die diese freudige Kunde gläubig und gern in sich aufnehmen, als eine die geeignet ist ihnen einep wesentlichen Teil ihrer Sorgen zu nehmen und ihnen den Kampf ums Leben in diesen schweren Zeiten zu erleichtem, kann nicht eindringlich genug gesagt werden: Wenn Sie gut gekleidet eein wollen- Wenn Sie Ihren Vorteil wehren wollen- Wenn Sie den grOBtenWert für Ihr Geld haben wollen— ftteb,(ei gescheit.� C» ist letzt so weit, Laif Dir was Schönes Für die Übergangszeit. Schon wird es kühl»nd bald— Lewer! auch kalt. An solche» Zage» Etwas Hübsche» zn tragen, Da» Dich«Srnrt»nd schützt, Heißt'» Sew gnt genützt. Lieh'»nF« Preise,»inb, Wie die so niedrig find. gög're nicht«ehr Sei klug— komm her! Die leiöigeSeöigenfteucr! Ja, die Steuer ist ja ,,, nun wohl da und muß g«> \ zahlt werden. Aber seien Sie friedlich, meine Her» ren Junggesellen, denn im Bergleich zu den„ol- len Griechen" find Sie immer noch gut dran. In Athen nämlich galt seinerzeit die Beft'.n- muag, daß jeder Uber Sb Jahre alte ledige Mann die Unterhaltungskosten für eine ledige Frau als Steuer» zahlen mußte. Und ganz so schlimm-- na— Schwamm drüber! Dafür hoben Sie durch unseren ganz gewaltigen Preisabbau jetzt die Möglichkeit, an Ihrer Garderobe das Vielfache der Steuer wieder ein- zusparen. Unsere Preise find jetzt phantastisch niedrig, nnd es ist dadurch eine Kleinigkeit, so gut und modern gekleidet zu gehen, wie es für Ihr Fortkommen unbedingt notwendig ist. Schon die erst« Ankündi- gnug von nuse«« durch- greifende» Preisabbau hat mächtige Menge» vor ssjet Geschäft gezogen. Der blau« Auzng an» reine» Kammgarn für 3Rf. 28,50 fand die allergrößt« Beunuideroug, aber auch unser bekannter Sinvprecht-Auzug(rein«» Kammgarn, nptope Ber- arbeitung, famos« Paß- form) der jetzt nur DU. ",80 kostet, wurde viel bestaunt. Genau wie der Herbst- autel, de» Sie hier sehe», au» gutem, blaue«. reinwollenem Gabardine, durch und durch modern, natürlich ganz auf Kunst- seid«, für Mk. ,0.80 Und innner triebet sah «au zufriedene» Schmu»- zelu auf de» Gesichtern, au» dem man uaschwei lesen konnfe:„Na. wen»', so weit ist, dann weiß ich ja, wo ich hingehe.- „«» ist so weit!«-- In einer Woche«st Herbst-Anfang mit seine» kühle» Tage»»»d kalte» Abende».——— Wora»f«»lle» Sie«arte»? Millionärisik für eleee durfte die dänische Stu- dentin Masken Borrinz sein, als Siegerin eines Preisausschreiben» der dänischen Zeitung„Polt- tikenl Allerding» tznter der Bedingung: nicht» kau- fe» zu dürfen, wa» am nächste» Tag»och Geldes- wert für sie habe» würde. Also nur ei»— ach— so kurzes Glück! Wieviel bleibend«»nd dauernd« Freude da- gegen können Sie ge- nieße«, wenn Sie sich jetzt bei uns, je nach Wunsch und Bedarf, eine» feschen. «oder««» Wintermantel oder eine» unserer entzückenden Kleider kaufen. Und da» können Sie auch, ahne Millionärin zu sein. Denn nicht für die sind unsere Preise de- rechnet, sondern für die vielen Millionen, die mit dem Pfennig rechnen nnd die gut. aber dach billig, ganz billig kaufen wollen. Und gleich hier»eben- o« der Beweis. Ol»«« eleganten Win- termautel, wie Sie ihn wünschen: an» gute« veümr», mit gutem, sehr«ich«» Pelzwerk, natürlich ganz aus eleganter Kunstseide und schön eerarbeifet, bekommen Sie»»*»0» bei»n» für /9 Unser Preis für die?«« schöne, hochschicke Kiew mit wichtigen Dlode- veuheiteu: dem wun» d ervollen Stoff„Fla- mittgo', der entzückenden Bolero-»nd w«i- tea Glockrusorm. dem Georgette.09 und kostet tut»M5 V: r 4 Ja, rix Samkhxk, So reizeud wie d«. Und gefüttert Dan» auch»och dazu, -Da» wir' wa»— Dos wör' was— Das wär' etwa» , Für.«ich! i Fesch die Form»nd � die Farbe: schwarz-»riß -Und dazu �Dieser niedrig« Preis. ' Da» ist was— Da» ist wa»— /O Da» ist etwa» für»dhivA / Kennen Sie Jen? Es war in einer große» Derfammluilg zur Verbreitung des Deutschtum». Der Redner, Lehrer seine» Zeichens, hielt eine feurige An- spräche, in der er u. a. mit hohem Pathos die Forderung stellte: „Und darum verlange ich: fort mit dem th!' „Aber Mensch', schallt ee ihm da aus den Hinteren Reihen entgegen,„wie willst« denn da Brathuhn schreiben?' 4 All« in dieser Seite enthaltene» Angebot« stehen Ihnen ab Man- tag früh bei uu» zur Ber- fügnug. Schriftlich« Bestellungen können nicht berücksichtigt werden! Wissen Sie schon, daß Ihnen bei uns ein« große, mo- derne Abteilung für Pelzmäntel zur Berfilgung steht mit einer Auswahl, die Sie in Erstaunen sehn wird? Und daß hier unser Preis � abbau in krassester Weise fich aus-' wirft? Wenn Sie fich einen beneidens- wert schönen Pelzmantel kaufen wollen, so ist jetzt dazu die aller- beste Gelegenheit, und Sie tun gut daran, fich einmal in unserer Pelz- abteilung umzuschauen und fich die schönen Formen vollkommen un- verbindlich vorführen zu lassen. und da wird Ihnen die Wahl sicherlich leichter fallen, nicht nur wegen der ganz famose« Aus- wähl, aus der Sie wählen können, sonder» auch wegen de: unbeschreiblich niedrigen Preis«, die es Ihnen so leicht machen, das Allernetteste für Ihr Kind auszusuchen. Königstr. 33 Chausseestr. 113 Orsnienstr. 40 • Itotllii«»■•»«bat Mm Oeaalea-PiaK Herren- bzv. Knaben- iüddunO ts den (Cfintatr.' ChaoMeeitr. doppelbreit, Herr- lidie Farbtöne, weichfließende Qual., Mtr.; Was jede Dame von der Herbst-Mode wissen muß, zeigt dieMode-Ausstellung im großen Lichthof, in den Schaufenstern und in allen modischen Abteilungen Filzglocke Eleg. Kappe Samtglocke Aparte Kappe Eleg. Glocke große, mod. Form, C 76 o. longhaar. 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Diesem Beschluß der Spitzenorganisationen haben sich in un- zähligcn Versammlungen die Mitgliedschaften der freien Gewerk- schaften angeschlossen. Soweit sich Stimmen innerhalb der inehr als SlH Millionen Mitglieder der freien Gewerkschaften da- gegen erhoben haben, befanden sie sich in der verschwindenden Miicherheit. Di« Zustimmung zu den Beschlüssen' der Spitzen- örganisotirmen durch die Mitglieder selbst beweist, daß die Auf- forderung, f ü r L i st e 1 z u st i m m e n, der lleberzeugung und den Gefühlen der großen Masse der gewerkschaftlich organisierten Ar- bciter, Angestellten und Beamten entspricht. Es ist barer Unsinn, von einer„Verletzung der parteipolitischen Neutralität' zu sprechen. Die Arbeiterschaft befindet sich i m schweren Abwehrkam pf. Wie der Schiedsspruch von Oeyw Hausen, wie die Notverordnung zur Arbeitslosenversicherung und Krankenversicherung gezeigt haben, will man von der Politik aus die Löhne und di« Lebensbedingungen der Arbeiterschaft herabdrücken. In einem gewerkschaftlichen Abwehrkampf gibt es für di« Ar- beiterschast keine„Neutralität"! Die Beschlüsse der Gewerkschaften sind durchzuführen, auch wenn sie dein einen oder dem anderen vielleicht nicht recht passen. Nicht der Will« der Gewerkschaften, sondern die Handlungen der Minderheitsregierung haben den Gewerkschaften den Kampf aus- gezwungen. Heut« muß es sich erweisen, ob di« Einheit?- front der Arbeiterklasse nur ein leeres Wort ist. Heute darf es keine Fahnenflüchtig« geben! Di« 5 Vi Millionen Gewerkschaftsmitglieder müssen die ent- sprechenden Beschlüsse der Organisationen durchführen und sich in den Dienst der Sache stellen, die ihre Sache ist. Sie müssen nicht nur mit ihren Angehörigen zur Wahlurne gehen und für Liste 1 stimmen, sie müssen auch alle unsicheren Kantonisten heranholen, auf sie einwirken, sie müssen ihnen klarmachen, daß dieser Wahl- kämpf ein Kampf der Arbeiterklasse ist um ihre Existenzbedingungen, um ihre Stellung und um ihren Einfluß im Staate. Es darf heute kein« Streikbrecher geben! Die bürgerlichen Minderheitsparteien hoben den tollkühnen Vcr- such gemacht, über die Köpfe der organisierten Arbeiterschaft hinweg und gegen sie zu regieren. Dieser Versuch muß mit Wucht und Ent- schlossenheit zurückgeschlagen werden. Deshalb hol jeder gc- wcrkschaftlich organisierte Arbeiter, Angestellte und Beamte, jeder Mann und jede Frau einzutreten für den Sieg der Liste 1, Sozialdemokratische Partei. Gpekulaiion auf ganz Dumme. Was auf dem Lnteressentenhaufen gedeiht. Ein Unternchmerblatt, das sich„I n d u st r i e s ch u tz" nennt und in dem Schriftleitung, Jnseratenwerbung und Geschäft durch- einanderquirlen, veröffentlicht unter der Ueberjchrift.„Sozialpolitische Kuriosa" einen Artikel, der mü einer Verleumdung beginnt: „Da Hot sich die Ortskrankenkassc eines kleinen Ortes für ihre Mitglieder ein Verwaltungsgebäude für die Summe von l8l>lXK) Mark errichten lassen? dort bezieht ein wegen Unterschlagungen entlassener Beamter neben seiner Pension noch Arbeitslosenver- sicherung." Selbstverständlich würde der„Industrieschutz" mit Wonne die Namen der Krankenkasse und des Beamten veröffentlichen, wenn es sich nicht um eine aus den Fingern gesogene Verleumdung handelte. In diesem Ton geht es eine Spalte lang fort. Wir zitieren weiter: „Von den Parlamenten ist also keine Hilfe zu erwarten, die Mehrzahl ihrer Müglieder ist teils direkt, größtenteils aber mehr oder weniger stark indirekt am Fortbestehen des gegenwärtigen Versicherungssystems interessiert!! Die Abgeordneten und ihre Familienangehörigen„beziehen" wahrscheinlich auch„Arbeitslosenversicherung". Was ist also dagegen zu tun? „Mit dem üblichen Wege der„Volksaufklärung" ist da nichts zu erreichen: Vorträge von nicht sozialistisch eingestellten Rednern werden nicht angehört, Zeitungsartikel in Blättern, die das jetzige System nicht gutheißen, nicht gelesen." Schlimm! Die Arbeiter riechen den Braten. Da kommt der „Industrieschutz" mit seiner„genialen" Idee: „Ausgehend von der Erkenntnis, daß selbst der u n i n t e l l i- gen teste Arbeiter in der Regel wenigstens eine Druck- fach« in jeder Woche in die Hände nimmt und liest— nämlich seinen Lohnde ntel—, hat man den freien Raum auf den Lohnbeutcln für den Ausdruck aufklärender Texte verwendet. Diese Texte werden monatlich gewechselt und sind zumeist so ab- gefaßt, daß sie den Arbeiter an seiner empfindlichsten Stelle treffen: sie zeigen ihm, daß sein Lohn um den Betrag des Sozial- bcitrages gekürzt ist, daß er für den ihm vorenthaltenen Lohn nur teilweise Leistungen beanspruchen kann, währeng ein großer Teil für unnötige Verwaltungsausgaben oder für Zah- lungsn an Schwindler und Drückeberger verbraucht wird, daß er endlich dann, wenn er die jetzt zwangsweise abgc- führten Beiträge selbst spare» könnte, nach einer Anzahl von Jahren ein ganz schönes Vermögen erworben hätte, das ihn in den Stand setzte, auf alle sozialen Leistungen zu verzichten." Und zum Schluß vermerkt die„Schriftleitung", daß sie„gern bereit" ist— Geschäft ist Geschäft—,„Aufträge aus Lieferung solcher Beutel zu Vorzugspreisen(für wen?) zu vermitteln". Offenbar spekuliert man hier nicht so sehr auf den„unintclli- gcntesten Arbeiter", als vielmehr auf den u n i n t c l l i g e n t e st e n Unternehmer, der der„Schristleitung" etwas zu verdienen geben soll. Denn so— unintelligent ist schließlich auch der un- intelligenteste Arbeiter nicht, daß er glaubt, er würde sich„ein ganz schönes Vermögen" ersparen, wenn er einige Jahre keine Soz-al- beitrüge zahlt— und natürlich niemals krank oder arbeitslos wird, Niemals Familien- oder Wochenhilfe braucht, und aus Altcrsuntcr- stütznng verzichtet. Solche„Ideen" können wirklich nur aus dem Jnteresscntcnhaufen gedeihen. Das Llcieil eines Kenners. �ojotvski über kommunistische Gewerkschastspolitik. Auf dem jüngsten Kongreß der sogenannten Roten Gewerk- schaftsintcrnationake faßte ihr Sekretär L o s o w s k i sein UrteU über die kommunistische Politik in folgenden zehn Punkten zu- stimmen: „1. Zurückbleiben der Organisationen hinter der Kampf- stimmung der. Massen. Dies ist wohl die in unseren Organisationen am meisten verbreitete Krankheit. 3.. S ch l e ch t e Vorbereitung der Wirtschastskämpfe und Verlaß auf Spontanität. Unsere Organisationen beginnen an den Streit zu denken, wenn die'Ereignisse bereits einen akuten Charakter angenommen haben. 3. Ernennung von Streikleitungen oder Wahl derselben durch eine geringe Anzahl von Arbeitern. In vielen Fällen verhalten wir uns noch zur Sache bürokratisch. 4. Mangelnde Einsicht in die Rolle und Bedeutung der Streikleitungen und ihre Isolierung von den streikenden Ar- beitern durch unsere Schuld. Ist die Streikleitung ernannt, so fühlt sie sich nicht verantwortlich vor den Streikenden. 5. Ungenügend überlegtes Verhalten zu den Forderungen. Ausarbeitung von Forderungen im engsten Kreise leitender Personen. Das ist einer der wichtigsten Mängel. Häufig geben wir uns dem Glauben hin, es genüge bloß, Forderungen a b z u- drucken und zum Streik aufzufordern, und die Arbeüer werden unverzüglich unserer Aufforderng nachkommen. 6. Unvermögen, die demagogischen Losungen und linken Redensarten der reformistischen Gewerkschaftsbürokrati« zu parieren. Die Reformisten treten manchmal mit linken Losungen und linken � P'us'ijcjsik» STRUMPFE 1950 Herren-SockM. Flor mit Kunsteoide, neue-1 95<1 elegante J*equard-Muster. mit Doppelsohle 1 g � Damsn-StrCmpfa, künetüche•."asehBeide,"1 QR �> l? gderne Farben.................> � Echt schwarz Boxcalfu.Lack, Rahmenarbelt enkf die Preise in ständiger Feige von Friibjalir1930 bis heute JUute. 1090 890 1290 1090 1290 IQ90 1650 125° 1650 12 50 1950 1490 1660 1490 Lackpumps mit Zier-Koppe, echt Louis xv. Absatz Lack-Spangenschuh m. echtSamt. Kalb-Garnitur echt Louis XV Absatz Spangenschuh, haselnuss, echt Chevreau m.Tpotteur-Absatz Lock-Pumps mit echter Eidechs- Applikation, Louis XV.Abs.eig.Pabrik. 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Besonders der letzte Punkt trifft den Nagel auf den Kopf. Im übrigen kann der kommunistische Obergeneral mit Wallenstein sagen: Ich kenne meine Pappenheimer. Bolschewisierung des Brotes. Mit Nägeln, Sohlenleder, Abfällen und Steinen. Der„Trud", Nr. 244 vom 5. September 1930, meldet: „Sfse Brot mit Abfällen und verhalte dich ruhig!" so wurden die Arbeiter in F r u n s e, der Hauptstadt der Kirgisenrepublik, von den G e w e r k s ch a f t s b« a m t e n des Nahrungsmittelverbandes Kirgisiens belehrt. Brot mit Nägeln, Abfällen und Sohlenleder wurde als Kleinigkeit abgetan und jeder, der über dies« unerhörten Zustände klagte, wurde scharf abgewiesen. Neuerdings findet man in> Brot auch Steine im Gewicht von 1 und sogar 2 Kilogramm. Erst jetzt haben die llntersuchungsbehörden begonnen, sich mit der Klärung der Ursachen Zu befassen. Der Vorstand des Verbandes der Nah- rungsmittelarbeiter ist abgesetzt worden. Dies ist jedoch nicht der einzige Fall eines verbrecherisch bürokratischen Verhaltens der Ge- werkschaften beim Kamps um die Qualität des Brotes. Brot»mit Füllung" kann trotz aller Bemühungen der Schuldigen nicht durch die beliebten„objektiven Ursachen" erklärt werden.... Die letzt« Untersuchung des Bäckereiwesens in Moskau hat erwiesen, daß rund 40 Proz. des täglich gebackenen Brotes schlechter Qualität sind.. Man sieht, die Bolschewisierung macht in Rußland rasende Fortschritte. Wenn einmal in Deutschland alle Arbeiter kommu- nistisch wählen, dann werden für uns auch die herrlichen Zeiten des Brotes mit Nägeln und Steinen anbrechen. Treu zur Sozialdemokratie. Auch die Gastwirtsangestellten für Liste 1. Wenige Stunden vor der großen politischen Auseinandersetzung zwischen Kapital und Arbeit legte noch das dienstfreie Personal der Mitropa ein Treuebekenntnis zur Sozialdemo- t rotte ob. Der Zentraloerband der Hotel-, Restaurant- und Cafs- Angestellten hatte zu gestern abend nach dem Rosenthaler Hof die Mitropa-Belegschaft zu einer Wahlkundgebung ausgerufen, um ihr die große geschichtliche Bedeutung der heutigen Volks- abstimmung klarzumachen. Genosse Aushäuser wies den Versammelten überzeugend nach, daß es heut« um die Entscheidung geht, ob in Deutschland weiter eine Politik privatkapitalistischer Interessentenhaufen gegen die werktätig« Bevölkerung gemacht werden soll oder ob der Arbeiterschaft ein ihrer Stärke entsprechender Einfluß auf ihr wirtschaftliches und politisches Geschift eingeräumt wird. Diele' Parteien buhlen um die Stimmen der Arbeiter und Angestellten. Kein« von ihnen kann aber den Beweis erbringen, daß sie genau so wie die Sozialdemokratie in jeder Situation die Interessen der Arbeiter und Angestellten wirksam vertreteir hat. Während die freien Gewerkschaften.unermüdlich an der wirtschaftlichen Sicherstellung der Arbeiter und Angestellten gearbeitet haben, hat die Sozialdemokratie stets für den sozialen und kulturellen Aufstieg der Werktätigen gekämpft. Wegen dieser konsequenten Politik der Sozialdemokratie ist der Wahlkampf entbrannt. Der Sozialdemokratie heute zu einem entscheidenden Siege über den sozialreaktionären Bürgerblock zu verhelfen, muß dos Ziel eines jeden Arbeiters und Angestellten bei der Abgab« des Stinunzettels fein. Die Aufforderung des Genossen Aushäuser, heute für die List« 1 zu stimmen, fand den ungeteilten Beifall der Versammlung. KpO. als Ltnternehmer. Wer nicht linientreu ist, fliegt. Die Mehrheit der Buchdrucker der kommunistischen„Süd- deutschen Arbeiterzeitung" ist vor einiger Zeit aus der offiziellen KPD. ausgetreten und zur sogenannten kommunistischen Opposition gegangen. Der Parteiapparat der KPD. wurde nun in Bewegung gesetzt, um gegen das Personal der kommu- nistischen Zeitung unter den Mitgliedern der KPD. eine Pogrom- st i m m u n g zu erzeugen und, sei es mit Gewalt, sei es mit List, DieMacht des Baugewerksbundes Ausstieg inmitten der Wirtschastskrise „Für die Bauarbeiterschaft war das Jahr 1929 ein schlimmes Jahr." Mit diesen inhaltsschweren Worten wird dos Jahrbuch 1929 des Deutschen Baugewerksbundes«ingeleitet, dos der Borstand dieser Organisafton seinen Mitgliedern kurz vor dem Berbandstog unter. breitet, der am 28. September in Frankfurt a. M. eröffnet wird. Dos Jghr 1929 ist für die deutsche Bauarbeiterschaft fürwahr ein schlimmes Jahr gewesen! Nach einem Harlan Winter, wie ihn unsere Generation noch nicht erlebt hat, setzt« die Bautätigkeit nur spärlich wieder ein. Zur vollen Entfaltung kam sie ober während des ganzen Berichtsjahres nicht. Im Februar 1929 waren fast 73 Proz. der Bundesmitglieder arbeitslos, womit der Höchststand der Arbeitslosigkeit im Baugewerbe in der Nachkriegszeit, der im Februar 1924 als Auswirkung der Wäh- rungsstabilssierung mit 72,62 Proz. erreicht wurde, noch überschritten worden ist. Im März 1929 legten noch 46,71 Proz. der Bundes- Mitglieder ihre Hände unfreiwillig in den Schoß und selbst im Juli 1929 waren es noch 8,91 Proz. Schon vom August 1929 an schnellte die Zahl der arbeits- losen Bundesmitglieder wieder sprunghaft in die Höhe: am Schluß des Berichtsjahres waren es bereits wieder über 53 Proz. der Mitglieder, die keine Bejchäfftgung hatten. 53 Proz. der Mitglieder des Baugewerksbundes Ende 1929 arbeitslos, das heißt, daß zu Weihnachten des vorigen Jahres 262 289 freigewertschaftlich orga- nisierte Bauarbeiter Weihnachten im Elend„feierten". Von der volkswirtschaftlichen Bedeutung dieser Arbeitslosigkeit bekommt man einen Begriff, wenn man die Zahl der organisierten' erwerbslosen Bauarbeiter, die an jedem Monatsschluß registriert wurde, auf den Jahresdurchschnitt 1929 umrechnet; drnnv ergibt sich, daß im Borjahre durchschnittlich 139250 Mit- g l i e d e r des Baugewerksbundes arbeitslos waren und durch ihre Arbeitslosigkeit 41% Millionen Arbeitstage verloren gingen. Was es weiter bedeutet, wenn bei einer Erhebung unter 445 104 Bundesmitgliedern festgestellt wurde, daß 44 844 oder 10,1 Proz. davon am 1. Dezember 1929 die Anwartschaft zur Arbeitslosenunterstützung nicht erworben haben, also im Berichtsjahr noch nicht einmal 26 Wochen in Arbeit gestanden hatten, bedarf keiner näheren Erläuterung. Was die ungeheure Arbeitslosigkeit für eine finanzielle Belastung des Baugewerksbundes war, geht daraus hervor, daß die Ausgaben des Bundes für Arbeitslosenunter- stütz un g gegenüber dem Jahre 1928 um rund 2% Millionen Mark a u f 9,17 Millionen M a r k st! eg en. Jedes arbeitslose Bundesmitglied erhielt im Durchschnitt 41,10 M. Arbeitslosenunterskützung von seiner Organisation gegen 30,77 W. im Jahre 1928. Auch die Ausgaben für Kran k en- Unterstützung haben sich im Vorjahr« um rund 170 000 M. a u f 2,07 Millionen Mark erhöht, so daß von dem insgesamt 24,58 Millionen Mark Gesamtausgaben des Baugewerksbundes 11,24 Millionen Mark, also fast die Hälfte auf Unter- stützungen an arbeitslose und kranke Mitglieder entfallen. Trotz dieser erhöhten Ausgaben hat sich das gesamte Bunde s- oermögen noch um mehr als S'A Millionen Mark auf 30,4 M i 1- l i o n e n Mark erhöht. Zeugen dies« Zahlen von der u n- erfchütterlichen finanziellen Kraft des Bauaewerks- bundes, so bewesst die Mitgliederentwicklung, daß auch seine Werbe- kraft im Krssenjahr 1929 nicht gebrochen werden konnte. Der Mitgliederbestand hat sich im Lause des Berichtsjahres trotz der katastrophalen Arbeitslosigkeit noch um 318 3 7 oder 7 Proz. auf 489 865 Mitglieder erhöhl. so daß der Anteil der unorganisierten Bauarbeiter an der Gesamtarbeiterschaft im Baugewerbe von 23,6 Proz.«ms 21,8 Proz. z u rü ck g ega n ge n ist. 68,1 Proz. aller erwachsenen Bauarbeiter gehörten nach, der im Juli 1929 vorgenommenen Erhebung dem Baugewerksbund an(1928— 66,2 Proz.). Auch in der Iugendwerbearbeit des Bundes ist ein on. sehnlicher Fortschritt zu verzeichnen. Die Zahl der im Baugewerks- budd organisierten Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter stieg im Berichtsjahr um fast 6000 auf 39087 Mitglieder. Sehr hoch sind die Erfolge des Baugewerksbundes anzuschlagen, die er auf lohn, und t a r i f p o l i t i s ch e m Gebiete errang, trotz der schlechten Arbeitsmarktlage. Außer der Verbesserung einiger Positionen des R e i ch s t a r i f v e r t r a g e s für das Hoch-, Beton- und Tiefbaugewerbe, wurde für 660 069 Bauarbeiter eine wöchentliche Zulage von insgesamt 1,64 Millionen Mark oder pro Kops von durchschnittlich 2,48 M. erreicht und für 278 Bauarbeiter ein Lohnabbau von 5,36 M. pro Kopf und Woche oder insgesamt 1,453 Mark wöchentlich a b g e- wehrt. Der größte Teil der Lohnerhöhung, nämlich rund 1,62 Mi!- lionen Mark wöchentlich, wurden durch Lohnbewegungen ohne Arbeitseinstellung errungen. So ist das Jahrbuch 1929 des Deutschen Baugewerksbundes zu- gleich eine erschütternde und erfreuliche Bilanz. Während es auf der einen Seite das ungeheuer große Arbeitslosenelend der Bau- arbeiterschast aus dem Borjahre widerspiegelt, zeigt es auf der anderen Seite den zwar langsamen, aber durch nichts zu hemmenden Aufstieg der freigewerkschaftlichen Bauarbeiterbewegung. Und diese erfreuliche Entwicklung gibt zu der berechttgten Erwartung Anlaß, daß die deutsche Bauarbeiterschaft, gestützt auf den Bau- gewerksbund, das noch viel schlimmere Jahr 1930 ebenso überstehen wird wie das vorige Jahr. sin« Generalreinigung unter den Buchdruckern vorzunehmen. Unter irgendewem Borwande hat man auch den Betriebsrat entlassen. Das Arbeitsgericht verurteilte jedoch die kommunistische Betriebsleitung zur Fortzahlung des Lohnes und zur Wieder« eknstellung der Entlassenen. Die kommunistische Betriebs- leitung gab sich mit dem Urteil nicht zufrieden. Obwohl sie erklärte,- daß es sich um ein„Klassenurteil" handle, legte sie Berufung-beim Landesarbeitsgericht in Stuttgart«in. Aber ailch hier- wurde- die kommunistische Betriebsleitung verurteilt, die Entlassenen wieder einzustellen» und ihnen bis zur Wiedereinstellung die Löhne fortzuzahlen. Scharfmachermeihoden bei ZtobiO'Loewe. Ratenweise zum Lohnabbau. . Wenn in der Industrie die Bcrsig, Siemens und Konsorten zuin Angriff gegen die Arbeiter vorgehen, dann darf die Radio A.-G. E. S. Loewe nicht fehlen. Zlm 1. Juli d. I. wurde dem Ar- beiterrat dieser Firma das Ansinnen gestellt, einem Lohnobbau bis zu 20 Proz. zuzustimmen. Durch die geschickte Taktik der freigewerk- schoftlichen Arbeiterratsmitglieder wurde der beabsichtigte Lohnabbau aber abgewehrt. Nun hat die Firma eine andere Taktik eingeschlagen. Schon seit zirka zehn Wochen wird der Lohp der Belegschaft nicht mehr am Zahltage voll ausgezahlt, sondern in zwei oder drei Raten, obwohl in letzter Zeit ungefähr 300— 400 Arbeitskräfte eingestellt wurden. Durch diese Taktik soll die Belegschaft mürbe gemacht werden, um bei der nächsten besten Gelegenheit den Lohn- obbau zu schlucken. Um diesem Treiben entgegenzutreten, hat die Belegschaft durch den Deutschen Metallarbeiter-Berband F e st- st ellungs klage beim Arbeitsgericht eingereicht. Ein besonders findiger Kopf hat nun herausgefunden, daß man bei den Neuein- stellungen jedem den Revers vorlegt, daß er mit der Raten- zahlung«inoerstauden ist. Di« Einstellung wird von der Anerkennung der Ratenzahlung abhängig gemacht. Um schon jetzt Lohn einzusparen, müssen die neueingestellten Arbeitskräfte dauernd zum Einstellungslohn arbeiten. Achtung! Fabrikarbeiter! Die sagenhafte„Jndustriegruppenleitung" Chemie der RGO. ruft zu einer Delegiertenversammlung der Arbeit erfchaft der Chemie- und Gunmübetriehc- auf. Wir machen davuf aufmerksam, daß ow Leitung dieser Industriegruppen immer noch der Verband der Fabrikarbeiter Hot und auch behalten wird. Der Verband hat aber mit dieser Veranstaltung nichts zu tun. Wir warnen olle Mitglieder des Verbandes, on dieser Veranstaltung teilzunehmen, da sie sich sonst außerhalb der Organisation stellen würden. Die Einbevujer dieser„Delegierten- Versammlung" oerfolgen lediglich den Zweck, Uneinigkeit in die Reihen der'Arbeiterschaft zu tragen und dadurch die Kampfkraft der Arbeiter stark zu schwächen. Laßt diese Spalter unter sich! Verband der Fabrikarbeiter, Ortsverwallung Berlin. tFreieGewerkschafts-Zugend Berlin Die Ämn-Unlngen Kr die IiizendrrlksbUhn» lind umgehend in d«r Iugendzentrale abzugeben. Die erste Vorstellung ist am Eounlag, b. Oktober. Zur AulKbrung gelangt„Die Weber" von Gcrhart Haupt- mann. Am Moniag, lö. September, ist die Iugendzentrale bis 19 Uhr geöffnet. Die Teilnehmerkarten Kr das Jugendtreffen in Irantfim a. i. Oder und die starten Kr dl« stundgebung im Herrenhaus sind abzuholen.— Am Dirn-staa. IB. September. 1814 Uhr. Sihung der stunstkommifston und um 19 Uhr Sihnng der stommisston Kr das Lichtbildwefen im Ssoerifchaftshaus, Engelllfer 24 Ä. ®Iuaendsiroppe des Zentralverbandes der Angestellten Morgen, Montag, finden folgende Veranstaltungen statt: Zugendfnnk. kiouärocrfammlnng um 20 Uhr im stlcinen Saal unseres Verbands» Haufe», Hedemannstr. 12.—«ebding: Jugendheim Turiner EUe Seestrahe. Vortrag:„Altes lustiges Berlin". Referentin Iridel Hall.— Brist: Stiidlifchrs Jugendheim(Rathaus)..Heut wird gelacht".— Urban: Jugendheim fflughastn- strahe«8. Kritiker an die lZront.— Ternpeldof: Jugendheim der Schule Ger. maniaftr. 4— 8, Eingang SSststrah«. Arbeitsgemeinschaft:„Das Deutsche Reich". Leiter: Wilhelm Lewin ski. VollvoII«<140 farbig gamuslsrt I»M» Gitterstoff /IOO für fattenstores, 330 cm bre i!«r WWW Halbstore-» Meterware Gittertüll, kuosfteki. Hqnd- durchzug, drellierte.Franse- Halbstore- Meterware Oitiertflll mit modernsr■ 5 Hästalarbeil• Muligarnitur|050 banlforbig, Indanthren i Eleg. 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A.-V. 13 20 Uhr liebes leid and Lost Ende 22Va Uhr ttaatücliiller'Mer.Oiarlllig 20 Uhr Bur Doktor, haben Sie zi essen? Ende 22'/» Uhr Tigl. 5 U.«13 Sonnt. 2, 5 n. 8" Alex. E 4, 8066 Ciaire Waldoff, Leo Morgenstern, Achilles u. Newman m. Theater Ld.Bebrenstr. 53-54 Direktion: Ralph Arthur Roberts sv. Das häBliche madchen Englisch— Roborts— Riemann. Neue Kirche am Gendarmenmarkt. iniiiMMmiMiiiiminuuiuimiiiiiimiiiiiiiiiiiiiicuiim Donnerstag, d. 18. iegtemde. 20 Uhr Musikalische Feierstunde Gerhard Schwarz, Kauiate ,Gib dich zufrieden" für Chor, Solo n. Orchester (Erstaufführung). Chöre von Prätorius, Hassler. Lechner und Schütz. Eintritt frei. Eintritt frei. ZOO Ab 4 Uhr nochmiitotfd BROSSES KONZERT Neu eingetroffen: Per rtesldc SeC'Eleianl. Auf d. Schaustellungsplatz „1000 Krokodile" Aquarium- Tlerknuai-Anutellg. ROSE Theater Große Frankfurter Str. 1 32 Kau«: Alexander 3423 u. 3484 Heut* 4 Vorstellnngeii g80!!.„Dornröschen" Märchen fflr die Kinder (nSchaten Sonnabend 4« Uhr und nächiten Sonntag»»Uhr Wiederholung von„Domr6»ch«n" 648 und 9 Uhr: Die Braut von Messina 5.45 Isabella: Grete Nebelung eoo isabella: Irene Trieech Irene Tnescb als Isabella Heute, morgen u. Obarmorgen letstu AufrUhrungan auf «Sur Oartanbühna 5S0 U.; Varletö und 818u.: f, Etappe" „Onkel Gaste v schreibt k. v." 8.15 Ohr— Baamso eriaabi Hans Kolltchur, Araentino. Jda und Evulyno Duffuk. Nuville Blehop usw. Hegt« 2 Vorstallangan 4 und S" Uhr. 4 Uhr kleine Pr. Volks btthne Tbeater in BOloirplätz. 8V. Uhr Der fröhlldie Weinberg tod Carl Zodmayei Staat!. Sdiiller-Ih. 8 Uhr Herr Doktor, baben Sie zu essen? Theater am SchifiiiaDerdamm 8V. Uhr Feuer aus den Kesseln WM WM 8V. Uhr 1914 TD» Georg Wilbelm HQIIei Etgit: Gustav erüpilgens. Kammerspieie 8'/. Uhr Die Schule derFrauen von Moliire. Rgip: HaniDtppt. Die Komödie SV. 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Komische Oper 8'/» Uhr Die Frau ohne Kuss Operette v W.Kollo Radi Sonntags nadim.3v? zu kleinen Preisen Lnstspieihaus Täglich 8V. Uhi meins Schwester und ich Musik von Benalzky lory Leux. Kurt von Möllenhoi. vS BUSCH Tel Weldendanim 3840. BBate3Vorstellimö.:2,�5, I 1 14 Internat Clrcu- u. Karteth-Sehlager | u. Orig. H. Jacfcgon-Qirls.| Trio Fratelllni-Inopeg eta §v. uhr CASWO-THEATER SI,*Uh> Lothringer Strotze»7. Für unsere Leser: Gutschein 1— 4 Pers. Fauteuil 1,25 M, Sessel 1,75 M. Der Possen-sehiager Der seliae Hollschinsky uHiiuiiiiiiiuiiiiuitfiHiiiKuuuasiiiiiiiiiiiiiiiuiiUMiiiiiiiiinii and ein erstkl. buntes Programm. Kaob der Wahl In den 1 m Voller Soonlasrsbe trieb ■ UIBWCRKI Uoosert Variete { Oeff. Bekanntgab« d. Wahlresultate. .., und immer wieder im ReseTheater Am baten u. billigsten als Abonnent. ritaer dbetmamen« bietet; 12 Vorstellungen im Jahre. Frtüt Proframm. PrtU GartUrob*(alt rinsif Bühiu Btrlint). Beim EinIrin bit 1J. Srpumber ktin* Einschreibagtbukr. 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Schrniegernatet und Groß» nater, der Stellmacher Theodor Westphal kurz not der Vollendung seines 68. Lebensjahres. Im Namen der Hinterbliebenen Emilie Wcafphal, geb. Meyer Bln. N. 113, gelterstrage 46. Die Einäscherung findet am Mitt- wach, dem 17. Sept., 17V» Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt. Am 10. September verschieb nach kurzem, schwerem Leiben unsere lieb« Tochter, Schwester, Schwagertn und Tante «lokaima Peters im blühenden Aller van 23 Iahren. Im Namen der Hinterbliebenen E. Peters Berlin-Weißen fee, Sartenstraße 9 Einäscherung Dienstag. 16. September, nachmittags 17V, Uhr im Krematorium Gerichtstraße. Für Teiino venkaegung ir die nieien Beweise innigster llnahme beim Heimgange meines Neben Manne«, unseres guten Baters «Tokaim Pohl sagen allen Freunden und Bekannten. den Genossen der tll.Abt der SPD. und den Kollegen des Lebensmittelarbeiter- Verbandes unseren herziiäisten Dank Selm« Pohl and Kinder. ZmtUck Ptiif.Dr.W.Uepinann Chbg., Berliner Str. 54/ Wilhelm 8762 ZurUck Dr. Karplus Rönlgenlnstltnt, eiektrophysikal. Anstalt C&anottsnanrg. Raiserfiaram 102 8-1. 3 Va— 7 Von der Reise zurück f SSSiuSS' Dr. Bakofen Klopstockstra�c 44. Dieses in Form und Ausführung vorbildlich schöne Speisezimmer kostet in reich gemasertem, kaukasischem Nußbaumholz komplett nur 628.— Mark * Wie schön, wie gut und wie preiswerf unsere MÖBEL sind, wird Ihnen ein Besuch unserer sehenswerten Aussteilung beweisen G L E I S E R Alexanderplatz Litfsrung frei Haus mit eigenen Autos.— Katalog Nr. 53 gratis. BILLIGE ANGEBOTE Echter Q Haar- �j3W velour- hut wie Abb. und Ähn- l(dx jesdie Formen in verschiedenen KopfweMen-und moaernen Farben � � �\ j DAMEN-KLEIDUNG ■x I» I(Abb. 3) aia Tweed. In guler QualllSI, neue«-wo*e- MeiQ Noppenmuiler................................. ZÜj/S »»»(Abb. 7) aas Flaminao. beliebte neue Punkt- w-w l\idCj imister, marine-wel«. sdiwarz-welsi.............. 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Irden Donnerstag non 1? bis 10 Ilbr holt Genosi» Bernhard 3ander in seiner Wohnung in Zehlendorf. Soen-Hedin-Str. 7t, kostenlose Sprechstunde in allen Doblfahrtsangelegenheiten ab. lt. Srei, Rentölln. Heute befindet(ich die Wache des Arbeiter-Somariter- Bundes in Neukölln. Lokal schreiter. Kirchbofstraße Site Wipperstraße. Telephon: ST 2, Neukölln 1607. 17. Krei, Lichtenberg. Elternbeiräte und Lehrer. Am Mittwach. 17. September, 1014 Uhr, findet in der Schule Scharnweberftraßc. Zimmer 7b, die Tort. feßung des Surfus Uber„Psycho nalnfe" statt. Die Teilnahm« ist für alle. ibenossinnen und Genossen unentgeltlich. Dienstag, 30. September, tindet im gleichen Raum die Ballversammlung aller SPD.-Lebrer und Eltern. deiräte. Lichtenbergs statt. Die Obleute der Liste.Schulaufbau" wollen alle Genossen ihrer Schule zu dieser Veranstaltung einladen. Heute. Sonntag, 14. September. Alle Genossinnen und Genossen, die«och nicht»vr Wahlarbeit eingeteilt sind, treffen sich in nachstehenden Lokale« zur Wahlhilfc. 1. Abt. Die Genossen trefsen sich zur Wablhilfe bei Sviegal, Aikerstr. 1, um 71. Uhr. 3. Abt. 7 Uhr im Lokal Ricke rt, Eteinmehstr. 36». 01. Alt. Krall, Utrechter Str. 21 22. Abt. Die Gcnassrn der Bezirke 1 bi» 4 trefsen sich bei Reuter. Torf. Ecke SWHrer Straße; die Bezirke 5 bi? 17 Borwärts�Speditian, MM er- Eck« Utrechter Straße, pünktlich 71z Uhr zur Wahlarbeit. 28. Alt. Zcntralwabllokal Berolina-STestsäle.»Schönhauser Alle« V. 35, Abt. Ab 7 Übe bei Lemble. Echrrinerstr. 38.' 36. Abt. 7-2 Uhr bei Busch. Tilsttcr Str. 27. Eharlottenburq. A. Abt. Sck>ellbach. göoigin. Elisabeth. Str. 6. Westend 4464.-- .-'2. Abt. Bade, Kaiserin.Augusta.Allce 52. Wilhclm 1202.— 53. Abt. Wahl. biiro 1. und 2. Bezirk bei Schweikert. Erasmusitr. 2. Wahlbllro 3. bis 6. Bezirk bei Steinberg, Usnaustr. 13. Zentralwablbüro bei Jordan. Kaiserin- Augusla. Allee 29. Telephan: Moabit OSA. All« Genossinnen und Genossen haben die Bflicht, sich am Sonntag restlas zur Berfllgnng zu stellen.— 54. Abt. Karl Plöii. Eauerstr. 20. Wilhelm 7248.— 55. Abt. Ad. Reimer, Wilmersdarfer Str. 21. Wilhelm 1443.— 5«. Abt. Liersch, Kantftr. 62. Wilhelm 4491.— 57. Abt. Eapschinski, Krunrme Str. 47. Steinplaü 1545.— 55. Abt. Gesamwerband, Sayreuther Str. 31. Barbarossa 6256. Silmersbarf. 69. Abt. Ihlenfeld. Uhlandstraße Ecke Günhelstraße.— 70. Abt. '% Uhr bei Miethke, Holsteinisch- Str. 17.— 71. Abt. Straß. Detmolder Straße Ecke Koblenzer Straße. Kl. Abt. ifriedenau Alle Genossen, die fstr den Bormittag zur Wahlarbeit «ingeteilt sind, treffen sich um 714 Uhr bei Klabe. Handjerystr. 60/61: all« nicht eingeteilten Genassen haben sich ebenfall» bei Klabe ab 8 Uhr tin- ■ zusind en. 84. Abt. Lanteiß. Lehmann. Kaiser-Wilhelm. Str. 29,31. »8. Abt. ReuISUn. Die Genossen treffen sich ab 8 Ubr zur Wahsarbeit w,e folgt: Bezirk 13» bei Kriloer. Knesebeckstr. 149; Bezirk 136 bei Hirsch. Hermannst!. 120; Bezirk 137 bei Rudolf, Hermonnstr. 156: Bezirk 138 bei Berthold, Kranoldstr. 1: Bezirk 139 bei Teich. Kn«sebeckstr. 135: Bezirk 140 bei Ruck. Bergstroße. Bezjrk 141 bei Schwarz, Waltrrstr. 27; Bezirk 142 bei Kundler. Delbrstckstr. 55: Bezirk 144 145 bei Schöning. Siedlizng Mariendorfcr Weg. Zentralwahllokal bei Teich, Kn-seb-ckstr. 135. Telephon: ST 2 1246. 106. Abt Köpenick. Samtlich« Genossen, die nicht bereit» kvr die Wahl ein» geteilt sind, wtjssen sich rormittags im Zentralwahllokal, Köpenick, STriedrich, ftcaße 6, melden 127. Abt. Kohenschönhonsen. Schiebe, Berliner Str. 97. Diensiag. 16. September. ?"4. Abt. Wöhlsdorf. Sozialistilche Ardeitsqemcinschojt. Nächste Zusammen. kunft am Dienstag. 16. September, bei Schmidt, Marienburger Str. 8. Thema:.Reichstagswahl— was nun?" Referent Genosse Hornik. Fronen Veranstaltungen. 43. Abt. Dienstag. 16. September. 20 Uhr pllnkmch. bei Krepp. Planuser TVJO. kurze wicktige Befpeechuna. 54. Abt. Ebarlattenburg. Mniwoch. 17. September. 19-4 Ubr. im Jugendheim. Rosin enltr. 4:..Die politischen Iolgen der Wahl". Referentin Dona Berga?. Hchilnederg. 77. Abt. Mittwoch. 17. September, 20 Uhr, bei Jürgen», Barbo- rossaströße 5a:..Soziolismus und Religion". Referent Wilhelm Miethke. ... 7«.«tt. Mittwoäi. 17, September, 20 Uhr. bei Reimann. Sedansir. 17. »Bunter Abend". Mitwirkende Sinedel Hall«srvber bei den Wanberrattenl. 7ba. Abt. Gehöneberg'Lindsnhos. Mittwoch. 17. September. 20 Uhr. hei Engel. Röplingstr. 16:„Die Trau als Staatsbürgerin". Referentin Hilde Kirch. heiwee. «i. Abt. Tempelhoi. Donnerstag. 18. September. 20 Uhr, he, Pommerening. Berliner Str. 100:»Die. politischen Iolgen der Wahl". Rekerentin Gattlieb 128. 430. Abt. Pankow. Dienstag. 16. September, 20 Ubr, im„Türkischen Zelt". Breite Straße sMarktpiahl:.Di« politischen Talgen der Wahl". Referent Stadtverordneter Kons Woywad.. 130. Abt. Reinickenbars-Ost. Donnerstag. 15. September. 20 Uhr. in bor L.indauer Straße, Proletarische Frieestunde. Mitwirkende: Margarete Merbach.„, Bezirksausschuß für Ardeitenvohlfahrt. Di« Kreise, die mit der Abrechnung der ArbeiterwoblsahrtZhefi« rsickstSndig geblieben sind,«erden um Abrechuung bis spätesten« 1. Oktober gebeten. Wir können in Zukunft nur noch die Kreise beliefern, die mit ihren Abrechnungen in Ordnung gehen._.. 7. Krei, Ebarlattenburg. Beginn de, Schulungskiirsu» om Treiiag, 19. September, 20>.. Ubr. pünktlich im Rathaus. Zimmer 2. D>« Genossin Paula Kurgaß spricht über das Thema:„Soziale Serichtshilfc". Soziaiistische Studentenschaft. All« nicht i» den Abteilungen beschöstigten Genosieu treffe» sich heute zur Wahlhilfe 10 Uhr i««und, Albrechtstr. 44. Freie Sozialistische Schüler. Westen. Donnerstag, 18. September. ST in stin-Brsrnarck. Schule. Snbelsir. 2— 4, 60 Uhr Genosse Igel:„Ergebnis der Reichstagswohl". Ritt«. Montag. 15. September, Kölnisches Gnmnastum. Genosse Lessen: fcSaffollt"...... Zungsozialislen. Der Referentenkursu, Tabian-Hartoch findet umständehalber am Dien»tag, 10 September, nicht statt. Alle Teilnehmer werden schriftlich benachrichtigt. wann der«nrsn» fartgeseßt wirb. Ortsgruppe Eharlottcnbnrg: Genossen, welche nach nicht zur Wahlardett ein» aeteilt Md. melden sich in der 58. Abteilung, Bayreutber Str. 31. Gesamtner. band Roch Beendigung der Wahlarbeit treffen wir»NZ beim Genassen Martu? Tritschestr. 40, vorn 1 Tr.— Montag. 1914 Uhr, im Jugendheim Rossncnftr 4 Diskussion Über die Wohl. Referent Genosse Schirokauer. Junge Parteiaenosse'n und SAI.-Genossen willkommen —.___ wn__ TW ovo{Snnrt i n* 1 J,—«»? 4.o rr» in« Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Gruppe Pankow: Am Sanntag, 14. September, 10 Uhr, Treffpunkt„Türkische» Keir zur Wahlarbeit. Am Montag. 15. September. 20 Uhr. im Jugendheim Kissingenstr 48, Zimmer S: Wahlresultate und Wahlergehnksse. Außerdem An- melduna zur STahrt am 20-/21. September nach der Scharfheide sHirschbrunstl. Unkosten 2.50 M. Erscheinen aller Mitglieder am Montag ist Pflicht. Aeltere Parteimitglieder sind ebenfalls eingeladen...- Srnpp« Moabit: Margen, Maniag, 15. September. Gruppenabend bei B-rg-r. Levetzowftraße Wir besprechen den Ausgang der Wahlen. Außerdem ISruvpen. nngelegenhelten SAI.- und junge Parteigenossen willkommen. Gruppe Mahlebars: Dienstag. 16. September, bei Schmidt, Marienburger Straße 8. Gruppenabend. Thema:„Reichstag-Wahl- was nun?" Referent Genosse Rudolf Hornik. Jung« Parteigenossen und SAI.. Mitglieder find ein. geladen. SoauisL. 14. September: 6.30: JJunkgvmnastik- 7: Au» Hamburs: Hafenknnrcri. 8.50: Morsenfrirr. Anschli«3«nd: Glockengeläut des Berliner Doms. 10.05: Wettervorhersage. II: Bltemstunde. 44.30: Bacb-Kantate. 17: Aus Breslau: Orchesferkonrert. Als Einlage: Vom Bnndesherbstscgfln auf dem Tegeler See. 14: Jugendstunde. 14.30: Konrert 15.45: Franziska Korscheit liest eigene Skizzen. 16: Unter- haltungsmusik. 18.20: Vom Leben der toten Dinge. 18.50: Kolisch-Quartett— Konzert. 20: Orchesterkonzert. Anschließend; Tages-4 Uhr:„Das Dostslikd". Wir singen und hören Schall' platten. Gäftr willkommen. Keri» Neukölln: Achtimg, Helferkreis! Unsere Ausstellung„Sozio listisch« Jugendarbeit" wird am Montag um 18 Uhr im Körnerpark durch eine Eröff» nungsfeier eingeleitet. Alle Helf-r sargen dakür. daß die Gruppen nollzählig vertreten sind. Wimpel mitbringen. Die Musikanten und her Singskreis müssen ebenfalls zur St-II« fein. Am Montag, um Ist Uhr. nach der Teier im Körnerpark. ist Arbeitsstunde in der Baracke Ganghoferftraße.— Singe». kreis: Die nächste Singestunde Findet am Mittwoch um 17 Uhr im Körner. park statt.— Gruppe Lichtkämpfer: Am Dienstag tagt die gesamte Gruppe im Jugendheim Bergstraße um 17 Uhr. Die Estern bitten wir. zum Gruppen. abend ebenfalls zu erscheinen. >Sr»»p« Weißens«: Wir weisen darauf hin, daß die Teilnehmerkarten zur Motorbootfahrt am Dienstag im Jugendheim abgeholt werden müssen. Ad Mittwoch geben mir die Karten an Richtmitglieber dann ab. Bestellte Karten werden nur aufgehoben, wenn sie bis Dienstag bezahlt sind. Gebvrkskage, Jubiläen usw. 15. Abt. Unserem ölten Parteiveteran Hermann Dogelgesong zu seinem 05. Geburtstage die besten Glückwünsche. Wir gratulieren und»ninichen ei»»och recht lange» Verweilen in unserem Kreise.— Unserem verehrte» Ge- nasse» Hermann Diepold und seiner lieben Gattin zur Tither Hochzeit die besten Glücknüiusche. Wie gratuliere» und wünschen für weite« 25 Jahre »»getrübte» Zusommenleben.— Die Abteiluogsleitvrg. 43. Abt. Unserer treue» Geuosfiu Maldehukez» ihrem 5». Gcbnrtotaae die herzlichsten Glückwünsche. 77. Abt. Schöueberg. ll»se»m lieben Genossen Karl Ranteufel z» seinem 25iäht'ge» Parteijubiläum die herzlichsten Glückwünsche. Er hat i» he» laugen Jahren stet» für die Partei gearbeitet»ud gekämpft nnd wir hassen »nh wünschen, baß unser Karl»och so«anche« Jahr mit un, gemeinsam für de» Tazialirmn, kämpfen kann. 50. Abt. Rentölln. Unsere« alten Genosse» Hermann Tobio« zn« 75. Geburtstage die berzlichsten Glückwüusche. j Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation| 38. Abt. 160. Stobtbezir?: Am ,11. September verstarb unser Genosse (5 u ffer hettfleSleck der Erde 'Wne irrtffrhv Xirhtquelte, die man auf dem ITlnnd fehen könnte C h i k o g o. das wir uns infolge der dort herrschenden i Unterwelt" der Verbrecher recht düster vorstellen, wird jetzt den �hellsten Fleck der Erde erhalten, wenn der neue Lindbergh- -Leuchtturm aus der Spitze des Palmolwe� Bmiding, eines neuen iWolkenkratzcrs, rn 200 Meter Höhe sein« gewaltigen Lichtbündel ausstrahlen wird. Der vor kurzem gestorbene amerikanische Erfinder 'Dr. Elmer A. Sperrt) hat bei dieser Beleuchtung die stärksten Bogen- jUantpen verwendet, die es bisher in der Welt gibt. Ja, man kann - sagen, daß man damit in dieser Methode, die größte Helligkeit zu ''-erreichen, an eine gewisse Grenze gekommen ist, denn die Kohlenstäbe, - die bei diesen Lampen verwendet sind, bringen eine so große Hitze �Hervor, daß sie sich kaum noch höher steigern läßt, ohne alle Stoffe ' zu zerschmelzen. Di« Hitze ist bei diesen Lampen so stark, daß sie die f-SohJcnftöb« wegfrißt, so daß diese jede 1% Stunden automatisch höurch neue ersetzt werden müssen. i; Die Leuchtkraft, die von dem neuen Lindbergh-Tvrm ausgehen �twird, beläuft sich auf ungefähr 2 Billionen Ke rzen st ä r k e. t Diese ungeheure Helligkeit ist größer als die, die entstehen würde. �wenn alle Menschen unseres Erdbolls, jeder mit einem Licht in der '■Hand, auf einem einzigen Fleck versammelt würden. Das Licht könnte »nach den Berechnungen von Dr. Frank E. Hartman aus eine Eni- h-sernung von etwa 800 Kilometer gesehen werden. Das wäre aber «emmoglich, da die Erdoberfläche ja in keiner geraden Linie, sondern -in einer Kurve vertäust. Es wäre auch sehr gefährlich, wenn dem s Menschen, dessen Auge nur eine begrenzte Aufnahmefähigkeit für das '■Licht besitzt, die volle Kraft dieser ungeheuren Lichtquell« gespendet s würde. Schwere Blendungserscheimmgen, ja bei häirstgem Hinein- k Micken Erblindung würden die Folge sein. Um die Bürger von i-Ehikago durch dies« Lichtslut nicht zu stören und zu schädigen, wird t/dccher das Licht nach oben gesendet, und niemand auf der Erde wird Ires direkt sehen. f Nach den Berechnungen würde in einer Entfernung von 800 Kilo- t rneter ein Flieger, der sich 22. Kilometer über die Erde erheben würde, das Licht noch deutlich erblicken und könnte sich danach richten. Aber gegenwärtig ist noch kein Flieger höher als 13 Kilometer empar- : gestiegen, und so braucht der neue Leuchtturm feine Höchstleistung nicht zu vollbringen, bis etwa neue Formendes Fluges dem Menschen ;«w Höhersteigen ermöglichen. Aber auch aus geringerer Höhe wird das Licht dem Flieger auf weit« Entfermtngen hin wertvolle Dienste leisten,©urtfi sine sehr«xav wirkende Apparatur dreht sich de? Lichlstträhl zweimal in der Minute. Riesig« Reflektoren stehen hinter den Bogenlampen, fangen das Licht auf, das in der Richtimg aus- gestrahlt wird, die dem des Strahls entgegengefetzt ist, und werfen diese rückwärtigen Strahlen nach vorwärts, so daß sie sich mit dem .Hauptlichtbündel vereinen. Wenn sich die Flieger dem Leuchtturm nähern, werden sie sehr vorsichtig sein müssen, um nicht direkt in den Bereich des Lichtstrahls zu kommen, weil sie dadurch zeitweise geblendet werden und die Kontrolle über ihr« Maschine verlieren könnten. Dicht unter dem großen sich drehenden Lichtbündel be- findet sich ein zweites Vicht, das„mir* die Helligkeit van 3 Millionen Kerzenstarke hat und direkt auf den Flugplatz gerichtet ist. Die Flieger, die schon in der Nähe sind, werden sich dieses Lichtes be- dienen, um«ine sicher« Landung zu bewerkstelligen. Ob die Lichtgarben des Lindbergh-Turmss auf dem Mars mit bloßen Augen gefehen werden könnten, ist zweifelhaft, ober wenn es Menschen auf dem Monde gäbe, sv würden sie dieses Licht als einen hellen Punkt etwa von der Stärke eines Sternes der 8. Größe er-- blicken. Ganz in der Nähe erscheint der neue Lichtturm von Chikago sogar Heller als die Sonne, aber mü dieser Lichtquelle des Himmels kann das Menfchenwerk, so gewaltig es ist, sich doch nicht messen. Wenn man einen Vergleich der Leuchtkraft dieser beiden Lichtquellen unter gleichen Bedingungen durchführen will, dann ergibt sich, daß der Helligkeit von 770 OsiO Kerzenstärk« auf den Quadrat zoll an der Oberfläche der Sonne ein« Helligkeit von nur etwa 480 000 Kerzen- stärke ouf den Quadrat, zoll in dem Lichtkrater der Bogenlampe gegen- übersteht. Der Krater einer Bogenlampe beträgt natürlich noch lange keinen Quadratzoll, so daß mehrere Bogen dazu vereinigt ■werden müßten. Immerhin stellt dieses neu« Lichtwunder von Chikago den stärksten Grad von Helligkeit dar, den der Mensch bisher hervorgebracht hat. Woher Stammen die Eskimos? Der bekonnte Polarforscher Dr. Knud Ro-mussen weist im „Kosmos" eine große Zahl von Parallelen zwischen den Menschen der letzten Eiszeit und den heute lebenden Eskimos nach: im Lande, in der umgebenden Tierwelt, in den allgemeinen Lebensbedingungen, die ja stets ihren Niederschlag in den technischen Erfindungen finden, kurz gesagt, in den Gerätschaften, womit Landtiere erlegt oder Fische gefangen werden. Und schließlich auch ,n der geistigen Kul- tur, so wie wir einen Eindruck davon bekommen durch ihre Kunst, Religion, Magie usw. Wenn nun all dies zusammentrifft, läßt es sich da nicht denken, daß einmal eine unmittelbare Verbindung zwischen unseren eigenen europäischen Stemzeit-Borsahven und de« Eskimo? ftdhrobeu fcftef Dies ist durchaus keine Phantasterei: im Gegenteil, verschieden« moderne Forscher, als erster der englische Archäologe Dowkins. haben schon einen solchen Zusammenhang geabnt. Eine merk- würdige Uebereinstimmung.zwischen der paläolithifchen Kultur und den Polarvölkern ist kürzlich durch Prof. Gahs in Zagreb aufgezeigt worden. Er macht darauf aufmerksam, daß verschiedene Funde von aufgehäuften Tierfchädeln und Knochen aus paläolithifcher Zeit genau den Opfern entsprechen, die verschieden« sibirische und Eskimo- stämme darbringen, um einen guten Fang zu erzielen. Auch der russische Etbnograph, Prof. Bogoras von der Akademie in Leningrad, hat kürzlich versucht, eine Verbindung zwischen den Völkern der Renntierzeit und den heutigen Polarstämmen nachzuweisen Ferner hebt Dr. Birket-Smith in seiner Abhandlung über die Rernitier-Eskimos und deren Verhältnis zum Ursprung der Eskimo- kultur hervor, daß die Entdeckung der eigenartigen, sehr alten In- landskultur bei den Eskimos Anlaß zu neuen und Mematischen Untersuchungen über den möglichen Zusammenhang dieser Kulturen geben sollte. Die Frage ist nun, ob davon die Rede sein kann, daß die Eskimos geradezu von den Renntierjägern der Magdelenien-Zeit in Europa abstammen, oder ob wir uns damit begnügen sollen. einen allgemeinen Kulturzusammenhang nachzuweisen. Hier läßt sich sofort feststellen, daß die Naturverhältnisse keinerlei Hindernis etwa für die Annahme bilden, die Eskimos seien aus dem Dezeretal in Südfrankreich oder aus den Höhlen in den Pyrenäen gerades- wegs hergezogen und von dort nach ungezählten Generationen da- hin gelangt, wo sie nun seit 12000 Iahren ihr« alte Kultur aus- rechterhalten hätten. Sie könnten den Weg durch Sibirien und die Beringstraße nach Nordamerika und Grönland genommen haben: allein dies ist nicht der einzige mögliche Weg. Folgen wir Wege- ners Theorien über die Kontinentalverschiebungen, so war Frank- reich noch während der Eiszeit mit Nordamerika verbunden. Das nördliche Atlantische Meer war damals überhaupt noch nicht vor- handen, und erst später bildete sich zwischen Europa und Nord- amerika eine Spalte, die sich allmählich zum Atlantischen Ozean in seiner heutigen Ausdehnung erweiterte. Die längsten Eisenbahnbrücken der Erde sind die Brücke über die Galveston-Bai in Texas(3400 Meter) und die Tay-Brücke bei Dundee in Schottland(3200 Meter). Als drittgrößte Brückejft die Donaubrücke zwischen Fetesi und Cernawoda zu nennen. Sie besteht aus drei einzelnen Stücken in einer Länge von 800, 1400 und 1800 Meter, also zusammen sogar 4000 Meter. Da, zu kommen noch die vielen Durchlässe über das Ueberschwemmungsgebiet. so daß die gesamte Anlage eine Länge von 28 Kilometer» hat. Porta kr«! r. Mk 20—. Preisliste Nr. 42 gratis grase Füllfedern iveifie••«• Oanaen.... bessere 0.90, 1B0, l.OOlKlSMn. gefüllt.... 2.45, Z.SO. 4.55, 5.40 . 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