Morgenausgabe Tit. 433 A 218 4?.Iahrgang Wöcheatlich SSPf� movaULch Z,W JSL bn voraus zahlbar. Postbezug 4�2 M. emschließlich 60Pfg.Postzeitungs- und Pfg. Postbestellgebühren. Auslands« abonnemem 6.— M. pro Monat. ch Der»Vorwärt»' erscheint Wochentag. vch zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Verlin und im chandel mit dem Titel.Der Abend'. Illustrierte Beilagen.Volt und Zeit' und.Kinderfreund'. Ferner »Frauenstimme' Technik'..Blick in hit Bücherwelt".„Iugend-Vorwärts' und»Stadtbeilage'. Aerliner VoWSblatt Dienstag 16. September 1930 Groß-Äerlin 10 Pf. Auswärts 15 pf. Die einspaltige Nonpareillegeile 80 Pfennig. Reklame �eile 5.— Reichs» mark.„Kleine Auzeigen' das.Eltge» druckte Wort 25 Pfennig lzulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Hort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben Ahlen für zwei Worte. Arbeitsmarkt �.eile 60 Pfennig. Familienanzeigen Zeile Pfennig. Anzeigenannahme imchaupt» gefchäft Lindenstraße Z. wochentäglich von 8»/, bis 17 Uhr, Zentralossan der Gozialdemosratischen Oaetei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Kernsprecher: Dönbof» B92—S91 Telearannn-Adr.: So,sald«mokra» Berlin. Vorwärts-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: Berlin 27 53K.— Bairkkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr.W.Dt.B.il.Msc.-Ges.,Dcpofttenraffe,J!nilalemcrStr. tpn J IVvn i s* ftpukebn a iinn a1 p o � Zentrum R o m m u n i s t e n _ Dewoh'. �rtsckaf bsparbei*™�™117" ■ I ilO Bajer. Volkspar b eiggi�1 U a b i o n als o zialis k en S 3 b* I76 Die ziffernmäßigen Ergebnisse der Reichslagswahl ergeben für folgende hunderlsälze der Gesamtstimmenzahl(die entsprechenden yunderlsätzc der Reich»tag»wahl 1328 in Klammern): Zn de« drei Wahlkreisen in und um Berlin sind, soweit sie aus die 20 Stadtbezirke entfallen, folgende Stimmen abgegeben worden: Dies Wahlergebnis bedeutet, daß sich in Groß-Berliu die So- zialdemokraten und die Sommonistea aus 1100 Stimmen genau die Waage halten. Gegenüber den Kommunalwahlen von 1923 hat trotz gewalliger Steigerung der Massenarbeitslosigkeit die Sozialdemo. tratie ihre Stimmenzahl um mehr als 80 000 erhöht, sie bleibt um etwa» weniger al» 80 000 Stimmen hinter der Reichstag» wohl von 1328 zurück. Die Kommunisten hoben gegenüber 1928 um 127 099 Stimmen zugenommen. Die Deutschnationalen haben in Berlin verhältnismäßig weniger als sonst im Reich verloren: 99999 von 449 999 Stimmen. Die Notianalsozialisten haben sich in Berlin, wie un» gefähr im Reichsdurchschnitt gegenüber 1928 verzehnfacht: von 39 999 auf 399 999. Ihnen müssen vor allem Massen von Jungwählern und von früheren NichtWählern zugeströmt sein, dazu wohl große Teile der Verluste der D e u t s ch n a t i o n a l e n(39 999) und der Volkspartei(69 999). Die Staatspartei hat gegenüber den Demokraten 43 999 verloren. Die Wirtschaftspartei hat sich behauptet. Ourchgefallene Kandidaten. Das neue Gesicht der Reichstagsfraktionen. Der Reichstag hat durch den Ausfall der Wahlen ein völlig neues Gepräge erhalten. Auf den beiden radikalen Flügeln werden bei den Nationalsozialisten und Kommunisten 116 neu« Abgeordnete vertreten sein, die, von wenigen Ausnahmen abgesehen, durchweg zum ersten Male chren Einzug in den Wallot-Bau halten. Zlußerdem hat die Zer- schlagung der bürgerlichen Mitte und die Spaltung der Deutsch- nationalen die bisherige Zusammensetzung dieser Parteien völlig über den Haufen geworfen. So sind von den 23 Abgeordneten der inzmischen zu Grab« getragenen Demokratischen Partei nur neue, nämlich die Abgeordneten Dietrich, Koch-Weser, Fischer, Külz, Reinhold, Meyer, Heuß, Ü«mmer und Frau Bäumer wieder- gekehrt. Auch eine so verdiente � Parlämentarierin wie Frau L ü d e r s ist nicht wieder gewählt worden. Die übrigen«lf Mit» glieder der Dcutjchen Stoalspartei, darunter seckis Angehörige der Volksnationalen Bereinigung und des Iungbeutfchcn Ordens sind zum erstenmal in den Reichstag gewählt worden. Fast noch drastischer sind die Folgen, die der Wahlaussall für die völlig zerschlagen« Deutsche Volkspartei gehabt hat. Hier ist der g r ö ß t e T e i l des alten Stammes in der Reichs. tagsfraktion auf der Strecke geblieben. So haben der Stelloer-. tretende Fraktionsvorsitzendc Beytin,?ldmiral Brüninghaus, der Wirtschastsmmister im Euno-Kabinett Becker-Hessen, die In- dustrievertreter v. Raumer, v. Gilsa und Kuhlenkamp und von den Außenpolitikern der Volkspartei der Intimus Stresemorms, Nach äer-iist H.HaiiqS't R eichska�s")! T.DeiT92S ■wähl IUI 20.Mail928 107'■ IR.Sepk.WJO Freiherr von Rheinbaben, die Flagge streichen müssen. Die bekannten Abgeordneten Mittelmann-Stettin, Wunderlich und Runkel sind gleichfalls nicht wiedergewählt worden. Auch die völlige Niederlage der Treviranus- Gruppe hat eil« Anzahl ehemaliger deutschnationaler Ab- geordneter, die«inen Namen hatten, zu Fall gebracht. So hat es' dem General von Lettow-Vorbeck nichts genutzt, daß er in acht Wahlkreisen ausgestellt war. Er konnte sich in keinem einzigen die notwendig« Stimmenzahl verschaffen. Auch der wegen seiner' Mäßigung und seiner Kenntnisse bei anderen Parteien angesehene Abgeordnete Dr. H o e tz s ch ist als Kandidat der Treviranus-Gruppe durchgefallen. Nicht besser erging es seinen vokkstonservativen Kollegen Dryander. Rademacher, Dr. Reichert und Leopold. Verhältnismäßig am wenigsten hat sich bei den bürgerlichen Parteien die Zusammensetzung der Fraktionen des Zentrums und der Wirtfchastspartei verändert. Bon einigen Ans- nahmen abgesehen, werden in ihnen dieselben Abgeordneten wie im letzten Reichstag vertreten sein. Sie letzten Ziffern vom Abstimmuagstag. In der Msdergabe des vorläufigen amtlichen Wah.l- « rgeb nisse» in der gestrigen Wendausgabe sind in bezüg auf die deittschnatiönälen Splitterparteien Irrtümer enthalten, die fiästig- gestellt werden müssen, schon weil sie diesen Splittern Hundert- kausende von Stimmen anrechnen, die sie gor nicht erhalten haben. Der Vollständigkeit halber sei dos ganze Resultat noch einmal hierhergesetzt: Es wurden abgegeben für: »ülttge Stimmen Sitze Sozialdemokraten.,..» �. 8 572 916 143 Deutschnationale.......... 2 458 437 41 Zentrum............. 4128929 68 Bayerische Volkspartei........ 1938 356 13 Kommunisten.......... 4 587 708 76 Deutich« Volkspartei......... 15761991 Christlich-Soziale Dolksgemeinschast... 81 558( Deutsch« Staatspartei........ 1 322 608 20 Wirtfchoiispartei.......... 1379359 23 Nationalsozialisten......... 6 491 219 197 Deutsches Landvolk......... 1 104 727) Deutsch-Hannopsrsche Partei(Welsen).. 144242 s 26 Konservative Volkspartei....... 313874) Volksrecht-Partei.......... 271 931— Deutsche Bauernpartei........ 339972 6 Landbund............ 193 899 3 Ehristlich-Soz Volksdienst(Mumm)... 867 377 14 National« Minderheiten Deutschlands.. 76 438— Sonstige Parteien........■ 64 654— 34 942854 575 Di« im Wahlkreis Nr. 14(Wefer-Ems) auf den gemein- samen Kreiswohlvorschlag„Konservative Volkspartei und Deutsch. Hannaver) che Partei' entfallenen Stimmen sind in der Stimmenzahl der Konservativen Volkspartei enthalten. Die auf den kombinierten Re i ch s wo h l o o r f chla g Nr. 19 und die ihm angeschlossenen Kreiswohlvorschläge Nr. 19. 14 und 16(Landvoltlisten. Deutsch-Hannoversche Partei. und Konser- vative Volkspartei) entfallenden 26 Sitz« werden sich voraussiehtlich wie folgt verteilen: 18 Sitze Deutsches Landvolk, 5 Sitze Kon- servative Volkspartei und 3 Sitze Deutsch-Hannoversche Partei. Di« Abgeordnetenzahl der Deutschen Volkspartei im neuen Reichstag ist durch Verrechnung der Reststimmen noch um ein Mandat aus 39 gestiegen. Damit rückt von der Reichsliste der Landwirt Meyer zu Belm noch in das Parlameni. Braunschweiger Landiagswahl. s raunschweig. IS. September.(Eigenbericht) D« Gesamtzahlen zum Braunschweigischen Landtag lassen erkennen, daß di« Sozialdemokratie sich sehr gut geschlagen hat. Sie hat nur 3999 Stimmen verloren: die Kommunisten gewannen 9000. Di« Nationalsozialisten hoben einen«rk«olich-n Zuwachs erholten, sie stiegen von 19 399 auf 67 799: die bürgerlichen Parteien haben 31 999 verloren. Der neu« Landtag setzt sich wie folgt zusammen: 17 Sozialdemokraten, 2 Kommunisten, 1 Staars- parteiler. 3 Nationalsozialisten und 11 Dürgerbläckler. Di« Regie- rungsbildung in Braunschweig wird außerordentlichen Schwierig- leiten begegnen, da der Staatsparteiler jedenfalls nicht eine Re- gierung von Nationalsozialisten und Bürgerblöcklern unterstützen wird. Da aber auch die Sozialdemokratie nichz mehr allein in der Lag« ist, eine Regierung zu bilden, werden jedenfalls wochenlang« Verhandlungen nötig sein. Brünings kleine Gcherzartikel. Damit können Sie sich stundenlang amüsieren! Im Spiegel der preffe. Deutsche Stimme«. Di«„(Semwöifo* bespricht mit betonter Stade das Wahlergebnis: „Die bürgerlichen Mittelparteien politisch liberaler Prägung sind fast auf die Hälfte ihrer früheren Mandate zusammen- geschmolzen. Ihr Abschneiden kommt einer Niederlage gleich.... In diesem Debakel gibt es einen Lichtblick. Das Zentrum hat einen Stimmenzuwachs zu verzeichnen, der ihm das Recht gibt, nicht nur zufrieden, sondern stolz zu sein. Inmitten des Zusammensturzes bürgerlicher Gruppierungen und Gruppen und inmitten der Flucht zum Radikalen steht«s nicht nur fest,— es hat di« Grundmauern seines Turms verdickt und den Turm selbst ausgestockt. Wir dürfen mit Genugtuung für uns feststellen, daß die Reife unserer Wähler den Sieg davongetragen hat.... Das Zentrum wird feinen ruhigen, jedes Experiment ablehnenden Kurs, gestützt auf dieses Der- trauen feiner Wähler, unbeirrt weiter fortsetzen, und es wird sich nicht von diesem Wege des geraden, ehrlichen Willens auch nicht um«inen Zentimeter abdrängen lassen. Das Zentrum hat wieder einmal den Beweis seiner unerschütterlichen Festigkeit gebracht; es ist auch für die Zukunft das Bollwerk, an dem sich alle— und das muß angesichts de« Wahlausganges laut, deutlich und vernehmlich gesagt werden—, die zerschlagen werden, die auf Chaos und Kata- ltrophen sinnen. Das starke Zentrum ist eine feste Gewähr für den äußeren Frieden und die innere Ordnung..' Dem Kurs der letzten Monat« just in diesem Augenblick nach- zulagen, er habe„jedes Experiment abgelehnt"— das ist grau. same Sekbstironie! Zu früh für KoaliiionSgesprSche. lleber da» Wahlergebnis für die Sozialdemokratie schreibt die „Germanio": Die rechte Opposition ist regierungsunfähig, die kommunistische Opposition desgleichen; die rechten und die linken Extreme können nicht regieren— sie schließen sich gegenseitig aus. Regiert kann nur werden mit der politischen Dernunft und mit der politischen Sachlichkeit, die für di« Maßnahmen der Regierung Brüning ent- scheidend waren und entscheidend bleiben müssen. Es scheint uns verfrüht, ktoalikionsgefpräche zu beginnen. Wir sehen in diesem Augenblick eine ganz vordringtiche politische Aufgabe: Die Berantwortung hat sich durch den Ausgang der Wahlen noch vergrößert, nachdem eine so starte Opposition vorhanden ist. Der Ruf nach der inneren Ordnung und nach der Stettgkeit einer Entwicklung, die keine Erschütterung verträgt, ist noch dringender— und es ist deshalb gut, wenn die Regierung keine übereilten Beschlüsse faßt. Die Frag«, die jetzt beantwortet werden muß, ist die, ob alle skaatscrhaltenden Parteien auf Grund dieser Wahl zu Einsicht und Vernunft gelangt sein werden.(Besonders das Zentrum! Red. d. V) Das muß sich in den nächsten Tagen zeigen...." »Marxismus� unerfchüttert.— Bürgerjugend wählte Nazi. Die„Verfiner Börsenzeitung", die der radikalen Rechten idoolo- tjifch nahe, wirtschaftlich aber fern steht, erläutert da» Wahlergebnis wie folgt: „Auf der Linken liegen die Dinge verhältnismäßig klar: die Sozialdemokraten haben, besonders in den Gegenden, in denen die Arbeitzsosigteit groß ist, stark an die Kömmuinsten abgeben müssen. Diese haben stch darüber hinaus den größten Teil des Zuwachses an Gssamtwählerstimmen im Proletariat gesichert. Die Tatsache b«. steht, daß die rote Burg de» ZNarxismu» in der gewaltigen Wellenbewegung dieser Wahl sich als u n e r- s chstt t« rlich erwiesen hat. In dieser Feststellung ist aber zugleich auch die andere, ebenso wichtige, ebenso schwerwiegende einge- schlössen: es ist den Nationalsozialisten nicht gelungen, die Zdec zu ver- wirklichen, dt« da« ftauptelemeut des Nationalsozialismus sein soll— die Idee nämlich, die deutsche Arbeiters chasl dem Interna tio- nalismus z u entreißen und den deutschen sozialistischen Ar- beiter zum Nationalismus zu erziehen. Der ungeheure Gewinn, den die Nationalsozialisten zu buchen haben, seht sich zusammen aus der bürgerlichen Jugend, die hell ftingenden Kampfrufen zu folgen sich natürlicherweise geneigt erwiesen hat. an» Unzufriedenen der bürgerstchen Mitte, an» früheren Nichtwählern. die bisher ge- schwankt hatten, in ganz besonderem Maße aber an, dem ver- zweifelnden und verzweifelten deutschen Mittel. stand, der wirtschaftlich immer mehr unter die Bäder gerät und dessen Stimmabgabe für den Radikalismus den— von nüchterner politischer lleber legung nicht beschwingten— Ausdruck de» stürmischen Suchens»ach rascher Besserung, den nnartlkvlierten Aufschrei aus tiefer Not bedeutet. Der letzt« Grund für das gerade im Ausland mit geheimem Ent- setzen festgestellte riesig« Anwachsen der nationalsozialistischen Be- wegung liegt in dem durch Versailles geschaffenen Zustand der Welt und besonders Deutschlands, liegt in den Tributlasten, di« das deuffche Volk zu tragen hat...." Hugenberg erklärt, er habe recht behalten. Der„Lokal-Anzeiger" veröffentlicht eine Erklärung der Deutsch- nationalen Parteileitung, in der«» heißt: .Der Ausfall der Wahlen ist die erwartet« Antwort auf die Politik der Regierung Brüning und zugleich eine Genug- tuung für die Millionen, di« mit Volksbegehren und Volksentscheid den Kampf gegen Doung-Plcm und inner- Unfreiheit begonnen. Die Selbstbehauptung des Marxismus in diesem Wahlkampf fft die Folge der törichten Haltung der hinter der Re- gierung Brüning stehenden Parteien, di« den entscheidenden Äugenblick zum Schlage gegen die Sozialdemokratie im März. April dieses Jahres verpaßten. Die Deutschnationale Dolkspartei. die über die ihr am IS. 5�' verbliebenen SS Mandate hinaus nur fünf zurückgewonnen hat, kann gleichwohl in dem Wahl. «rgebni» nur eine voll« Rechtfertigung des Kurs«, er. blicken, den fi« im starten Segensatz zu den absichtlichen oder un. absichtlichen Irrungen der zersplitterten Mitte in den Kämpfen der letzten eineinhalb Jahre festgehalten hat. Tie wird in Ruhe und entschlossen diesen Kurs weiter verfolgen. Es fft bei unserer Fest. stellung verblieben: da, Gesetz des Handelns ist jetzt bei der Rechten. Braun und Brüning. Die liberale Press« der Mitte ist sich in der Forderun« der Großen Koalition einig. Dofür setzt sich der„Börsencourier" ein..Tageblatt".„Losstsche Zeitung" und„Frankfurter Zeitung". Diese appelliert an Braun und Brüning:„Auf Sozial- demokratie und Zentrum, richtiger gesngt aus Brüning und»raun liegt jetzt die Verantwortung für Deutschland. Em Bergnchch ist erfolgt. Die Feinde de» heutigen Staate« haben rund 4l) Proz. aller Stimmen auf sich vereinigt. Erbitterungs- wahlen also... Wie aber wäre es, wenn Hitler jetzt wirklich die Möglichkeit erhielte, die Macht zu ergreifen? Beteiligung an einer parlamentarischen Regierung hieße für ihn, den Verneincr und wilden Feind des Parlaments, nichts anderes als Borberei- tung des gewaltsamen Umsturzes des- Staates eben mit den Machtmitteln des Staates selbst. Es wäre der Weg in di« Revolution, in den Bürgerkrieg. Dieser Staat und alle, die zu ihm halten, aus innerem Glauben und aus der realen Ein- ficht in das Notwendige, haben darum die Psiicht, den Nationalsozialisten zu wehren, gerade und erst recht nach dieser Wohl. Denn dieser Staat und diese Berfassung haben auch nach den gestrigen Wahlen im deutschen Volke«ine Mehrheit... Für ein« Minder- heitsregienrng, wie etwa des jetzigen Kabinetts Brüning,, gar für eine Minderhettsdiktatur dieser oder ähnlicher Art, geben die gestrigen Wahlen keinerlei Autorffatton. Mer es bedarf ihrer auch gar nicht. Es bedarf nur eines klaren und enffchlossenen Willens bei diesen beiden, heute entscheidenden Parteien. Und gerade dafür fft es ja von höchster Bedeutung, daß Otto Braun die Führung semer Sozialdemokratischen Parter' an sich genommen hat,-a« gleich Erklärung, er sei M dewllßt, daß der neue Reichstag vor schweren Kämpfen und großen Deront- »Ortungen stehen und daß er auch manches, was nicht populär ist, werde tun müssen, das wird er in der Tat. und da» wird noch weiter dadurch erschwert werden, daß ein« auf den überzeugt repubsi- konischen Parteien fußende Regierung sehr weit nach rechts, bis in die Wirtschaftspartei hinein, wird vorstoßen müssen, um überhaupt nach den gestrigen Wahlen eine Mehrheit zu finden. Trotzdem, eine stark« Regierung kann und muß dies wagen. Denn, eben indem sie mit klarem Willen es unternimmt, das Ratwendig« zu tun, indem sie sich der Führerpflicht bewußt ist, die in einer richtig verstandenen parlamentarischen Demokratie den Männern der Regierung obliegt, die selbst etwas darstellen und nicht nur von ihren Parteien und Fraktionen abhängige Exponenten ihrer Machtgruppen sein sollen— eben dann werden sie auch wider» stehende Gruppen zu sich und zu einer Mehrheit heranzwingen. Stark sein— und das Notwendig« wollen— das ist heute die Pflicht der beiden Männer, denen die gestrigen Wahlen die Verantwortung für Deuffchland auferlegt haben." Wien ruft zur Einigung des Proletariats. Wien. IS. September.(Eigenbericht.) Die„Arbeiier-Zeitung" schreibt zum Wahlergebnis: „Der politische Sinn der Wahl war nach der Absicht der bürger- liehen Parteien, aus der Regierung Brüning, dieser Marxisten- reinen Regierung bürgerlicher Mittelparteien mit Gruppen der Rechten, eine Mehrheit zu schassen. Diese Absicht ist gescheitert. Brüning und seine Regierungsparteien sind in der Minderheit ge- blieben; ohne die Sozialdemokraten gibt es in diesem neuen Reichs- tag keine Regierung, wenn nicht etwa das deutsch« Bürgertum unter dem Eindruck des Hokenkreuz-Sieges völlig nach, rechts schwenken und die Deutschnationalen.Hugenbergs sowie di« Hakenkreuzler in di« Regierung ausnehmen sollte. So wird wohl Herrn Brün ng nun nichts anderes übrig bleiben, als die Anlehnung an di« So- zialdemokratie zu suchen, also gerade das zu tun, was er im Juni selbst um den Preis einer Reichstagsauflösung nicht hm wollte Das Ergebnis der deutschen Wahlen ist also: Die Bürgerlichen haben zn einem vernichtenden Schlag gegen die Sozialdemokratie ansgeholk, aber der Streich ist in voller Schärfe auf da» Bürgertum selbst niedergesaust! l4S Sozialdemokraten, 76 Kommunisten. 210 proletarische Abgeord- net« sind gewählt. Welcher Fluch für das internationale und da« deutsche Proletariat, daß die ungeheure Macht, die in dieser Zahl steckt— und wieviel, hunderttausend Arbeiter mehr hätten proletarisch ge- wählt, wenn die ArtellerNaffe einig wäre—, im neuen Reichstag überhaupt nicht wirksam werden wird. Wann endlich wird sich die deutsche Arbeiterklasse des Fluchs derSpal. tung und der ungeheuren politischen Macht der Einigung bewußt werden und sich wieder zu. geschlossenem Kampf gegen die Reaktion und Faschismus- vereinigen? Der An« schauungsunterricht, den di« Reichstagswahl vom 11. Sep. tember gibt, fft schmerzhaft deutlich." Stärkster Pessimismus in Holland. Amsterdam. Iki. September.(Eigenbericht.) Das Ergebnis der deutschen Wählen wird von der gesamten niederländischen Presse j« h r pe�j i m jst i s ch beurteitt. Das sozialdemokratffche„H e t Boll nennt den 14. September einen schwarzen Tag und sieht die Bedeutung der Wah. darin, daß das deutsch« Volk gegen sein Schicksal sich auslehnt, ober nicht wisse, gegen wen es sich erheben solle. Di« Ursachen seines Elends seien nickt allein in Deutschland zu suchen und di« Besserung der Lage der Arbeiter und der Bauern liege nickst mehr in der Macht der nationalen Regierungen. Deutschland sei krank, seine Nerven hätten dem Elend nicht standzuhalten vermocht, worin es sich seit 1914 ununterbrochen befände. Zugleich habe kein« der bürgerlichen Parteien eine klare mutige innere und äußere Politik geführt. Dennoch könn« man sich unmöglich denken, daß es sehr lange dauern wurde, bis Neuwahlen in Deutschland stattfänden. Aehnlick pessimistisch lauten auch die Auslassungen der katha« lisch« n. Presse. Der katholische„Maas bade" erklärt, daß die finstersten Erwartungen noch übcrtrosfcn seien. Der Wahltag sei in Deutschland zu einem Siege der verankworlungslosesien Extremisten. namentlich der Nationalsozialfften, geworden. Der Kampf dieser Partei sei in der Hauptsache ein Kampf gegen da« A u« t r, die an der Demonstration teilgenommen hatten, konnte sestgestellt werden, daß es sich um ein« Lüge handelte; Die Zeugen wußten nämlich, daß Genossin Hecker nicht mit einer Fackel schlagen konnte, weil sie... überhaupt kein« Fackel getragen hat. Diese kommunistischen Kampfmethoden kann man nur als niederträchtig bezeichnen, Genossin Hcckcr ist nämlich die Frau eines sozialdemokratischen Bezirksvorstehers. So erklärt sich alles! Hakenkreuzterror im Autobus. GoebbelS-Leute zwingen einen nicht„arisch" aussehenden Herrn zum Aussteigen. von einem Berliner, der den Vorfall miterlebte, er. hallen wir folgenden Bericht: Tatenlustigc Hokenkreu.zler, die am Montag morgen gegen 2 Uhr mit dem Autobus der Linie 5 von ihrer Siegesseier aus dem Sportpalast kamen, leisteten sich beim Umsteigen in den Autobus der Linie 4 an der Haltestelle Leipziger Straße einen unerhörten Eingriff in die persönliche Freiheit: sie bemerkten beim Einsteigen in den Autobus 4 einen jüdisch aussehenden Herrn und erklärten sofort, daß sie„nicht gemeinsam mit einem Juden im Autobus fahren" würden. Sie vollführten«inen wüsten Spektakel. Der Zlutobusfchaffner zeigte sich den Hakenkreuz- lern leider willfährig, erklärte, nicht weiterfahren zu können und veranlaßt« den Angegrisfenen, den Aulobus zu verlassen. Erst nachdem er dieser Aufforderung nochgekommen war, fuhr der Autobus weiter. Der skandalöse und empörend« Vorfall spielte sich vor einer großen Menschemnenge ab. Es ist unbegreiflich, wie der Schaffner dem Terror der Haken- kreuzler Vorschub leisten konnte. Anstatt sein Hausrecht eventuell unter Schutz der Polizei zu wahr'en und die siegestrunkenen Goebbelsleute zurechtzuweisen, hat er einem W e h r l o s en das Recht genommen, ein öffentliches Verkehrsmittel zu benutzen. Es wird Sache aller anständig denkenden Menschen sein, solche Angriffe auf die persönliche Freiheit gemeinsam zurückzuweisen, da noch immer die gewaltige Mehrheit der Berliner Einwohne? die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen muß— sie können sich nicht wie Herr Goebbels, einen schweren und großen M e r- cedeswagen leisten. „Nazi"- Propaganda im Amtsgericht Mitte. Im Amtsgericht Mitte dürfen unglaublicherweise die Nationalsoziali st en ganz ungeniert ihre Propaganda ent- falten, wie wir uns persönlich überzeugen konnten. Ueberall auf den Korridoren und sogar an den Eingängen zu den Verhand- lungszimmern kleben auf den Aushängen die Handzettel und Pla- kate der„Nazis", die vielleicht die Gerichtsstätten als ihre eigent- liche Domäne betrachten. Man komme uns nicht mit der Ausred«, daß dieser Unfug etwa von den Außenstehenden verübt wurde. Denn die Zettel sind immer nach Schluß des Gerichts geklebt war- den. Nach den Mitteilungen unserer dort beschäftigten Genossen, ist die Hausverwaltung mehrfach auf diese Ungehöngkeit hingewiesen, ohne daß sie dem Ersuchen auf Entfernung der Plakate entsprochen hat. Vielleicht erkundigt sich der Herr Amts- gerichtspräsident bei dem Justizwachtmeister Hinz, der ganz offene Propaganda für die Nazis treibt, bei dem Iustizoberfekretär W i e- g a n d und bei den Justizangestellten Knetfch, Wutschke und H ü t t i g, wer diese Zettel anklebt. Die Genannten könnten ihm bestimmt Auskunft geben! Die Erössnungsfeier der Internationalen Lcderschau" im Rundfunk! Die am Donnerstag, 18. September, vormittags 1t> Uhr. stattfindende seierlich« Eröffnung der„Internationalen Leder schau Berlin IgZll" und Modischen Jahresschou „Leder und Mode" wird in ihrem ganzen Umfang auf den Rundfunk übertragen. S/AOA/R LEW/5 ™i n&sgSfb W*** � Wm~mmr ROMAN Lachend verließ sie Fräulein Joline und machte sich singend auf den Heimweg— dann blieb sie plötzlich stehen. Sie sah im Geiste das muffige Zimmer, das sie betreten würde, den verkommenen Mann, der wie ein Alp auf ihr lastete. Sah— mit eben derselben Bildhaftigkcit, mit der einst der steife, graue Bodenlappen des Waschraumes vor ihren Augen gehängt hatte— Schwirtz bis ins allerkleinste Detail: das stopvelige Kinn, das besudelte Lzemd ohne Hals- kragen, Hosen, die alten Sesselüberzügen glichen. Voraus- sichtlich würde er nie mehr eine Stellung sinden. Aber sie konnte chn doch nicht abschütteln. Sie hatte ihn, seinen eigenen Worten nach, als..guten Versorger" geheiratet. Sic hatte das Spiel verloren: sie wollte eine oiistänluge Verliererin fein— und ihn anständig versorgen... Immer vielleicht... immer würde dieser Klumpen von einem verwöhnten Kind zu Hause sitzen und auf sie warten... Immer demütig und voll Entschuldigungen— ihr wäre noch die alte, brummende, herrische Männlichkeit lieber gewesen... Sie versuchte den Augenblick hinauszuschieben, da sie chn wiedersehen mußte. Ihre Schritte wurden langsamer, doch endlich kam das Haus, unvermeidlich, grimmig, an sie heran. Leise schlich sie durch den muffigen Vorraun,, öffnete die Türe zu chrem Zimmer und erblickte ihn.—- Sie meinte, es wäre ein Fremder, ein Eindringling. Doch es war wirklich und wahrhaftig ihr Gatte, in einem neuen Anzug, tadellos geschnitten und gebügelt, in sunkel- nagelneuen' ,F)chsenblut"-«chuhen. mit frischgeschnittenen Haaren und frisch rasiert. Er stand über das Bett gebeugt. auf dem neue Hemden aufgestapelt waren, neue Krawatten und neue Toiletteartikel, und er packte einen neuen Hand- koffer. Langsam wendete er sich"M und weidete sich an ihrem Erstaunen. Er legte ein Hemd in den Kosfer. Sie sagte I nichts, mar an der Tür stehen geblieben. Sich auf Fersen| und Zehenspitzen wiegend, genoß er die Wirkung, die das Ganze auf sie machte, und zündete sich eine dicke Zigarre an. „Erstklassig, was?" fragte er. „Ja. aber..." „Flotter Anzug, was? Und wie gefällt dir das als elegante Krawatte?" „Sehr gut... Von wem hast du dir das Geld aus- geborat?" „Na. das ist mir'ne nette, liebevolle Art, dem�Männchen zu gratulieren, das muß ich sagen! Natürlich! Der Mann verschafft'ne Stelle, sorgt sich den Kopf heraus, um sie auch richtig zu bekommen, kriegt'neu Vorschuß, um sich'neu neuen Anzug onzuschaffen, den er nun mal unbedingt haben muß, und selbstncrsländlich gratuliert ihm'n jeder— jeder, bloß seine eigene Frau nicht. Die schnauzt ihn bloß an— natürlich kein Wort über die neue Stelle. Knall und Fall hat sie nichts Eiligeres zu tun. als ihn zu verdächtigen und fragt:..Von wem hast du dir's denn nun wieder geborgt?" Und all das, nachdem sie sick) immer so benonunen hat. als wäre sie die verkannte kleine Unschuld, die keiner richtig zu würdigen versteht.. Er war in vollem Schwung, ging mit Volldampf drauf los, und fuchtelte mit seiner Zigarre herum, als wollte er die Maschine immer wieder von neuem antreiben. Doch sie schnitt ihm die Rede ab. mit einem:„Das tut mir leid! Natürlich hätte ich das erraten können. Das mar eine Gc- meinheit von mir. Ich freu' mich so, ich freu' mich schrecklich. daß du eine Stellung gefunden hast. Was ist es denn für eine?" „Eine neue Gesellschaft, die eine neue Art von Motoren für Ruderboote baut—»rächt im Nu aus jedem Kahn'n Motorboot— Außenbord-Mo tore. Hab' einen feinen Rayon und hohe Extraprovision für neue Kundschaften." „Ach, das ist fein! Das ist eins hübsche Uebcrraschung — und wie schlau von dir. daß du's so geheim gehalten hast, um mich zu überraschen, während..." „Na, eigemlich hob' ich's erst heute erfahren. Bin in der Sechsten Straße zufällig auf Burke Mc. Cullough ge- stoßen, und der Hot mir den Tip gegeben." � .L>h!" Ein wehmütiges klemes„Oh!" Sie hatte sich ausgemalt, wie er sich stolz vorgeiwnunen hatte, sie zu über- raschen. lind sie hätte so gern den allerbesten Eindruck von ihm gehabt, eines bestimmte» Planes wegen, der stürmisch in ihrem erregten Gehirn Gestalt anzunehmen anfing. Sie fuhr so strahlend wie nur möglich fort: „Und sie haben dir einen Vorschuß gegeben? Das ist fein." „Nun, nein, sie haben es eigentlich nicht getan, aber Burke hat mich bei seinem Kleiderhändler eingeführt und der hat mir'neu anständigen Kredit eingeräumt." „Oh!" „Jetzt mach' mal Schluß mit deinen Oh's und Ah's. Hast seit dem Krach, den ich mit meiner letzten Firma gehabt habe, lange genug ein saures Gesicht geschnitten— Donnerwetter! Du hast dich benommen, als ob's mir ein Vergnügen wäre, dir auf der.Tasche zu liegen. Jetzt will ich dir aber eins sagen: Ich habe über jeden roten Cent, den du für mich ausgegeben hast, Buch geführt, und ich werde alles zurück- zahlen." Sie versuchte, ihrem Trieb zu widerstehen, aber sie konnte nicht und sagte so höhnisch wie möglich:„Nett von dir! Wann denn?" „Oh, ich werde es schon zurückzahlen, kannst dich darauf verlassen! Du wirst mir ja ständig zu verstehen geben, daß du mich für einen versoffenen Halunken hältst. Wirst den ganzen Tag im Hotel herumsitzen, dir's gut gehen lassen, und genug Zeit haben, darüber nachzudenken, womit du mich trietzen kannst, und dann wirst du mir's an den Kopf schmeißen in derselben Minute, in der ich todmüde von einer Geschäftsreise heimkomme. Wie du's immer getan hast." „Nein, das Hab' ich nicht getan!" schrie sie auf. „Natürlich hast du's getan." „Und was meinst du jetzt damit, daß ich herumsitzen werde in..." „Na, was wirst du denn machen, zum Teufel noch ein- mal? Du kannst doch nicht Klaoierspielen oder im Aeroplan fliegen, oder ja?" „Nein, aber ich werde natürlich meine Stellimg werter behalten. Ed." „Gar nichts wirst du. Laß dir das gejagt sein, meine Liebe, gleich jetzt und schon hier. Ich dulde das nicht mehr: Hab' genug von deinen Geschäftsmanieren und deiner hoch- näsigen Unabhängigkeit— tust, als wärst du überhaupt keine Frau, sondern ebenso gottverdammt„unabhängig" und ein Geschäftsmann wie ich! Ne-n, meine Liebe, von jetzt ab wirst du tun, was ich sage! Hab' lange genug an deinem Schürzen- band gehangen, aber jetzt bin ich der Herr— verstehst du? (Fortsetzung folgt.) Ein Opfer der Rekordsucht. Tragischer Tod eines Lehrlings. vor einige« Tagen kam der lS Zahre alle Anseiirlehrling ' Johanne» Spiachalskj au» der Wrangelskr. S4 während des Turnunlerrichls in einer Beruf». schule auf tragische Weise um» Leben. Die Müller ist in- folge de» Tode» ihre» Sohne» dem körperlichen und seelischen Zusammenbruch nahe. Der Auhenskehende aber fragt sich: warum muhte dieser junge Mensch, der einmal die Stühe seiner Mutlcr werden sollte, sein junges Leben so früh hin- geben? Ermittlungen haben ergeben, dah er da» Opfer einer pädagogischen Idee geworden ist, die von der Annahme ausgeht. dah nur der tüchtig ist und Anerkennung verdient, der Höchstleistungen vollbringt. Wie gewöhnlich ging der Friseurlehrling Johannes Spiochalski, der in dem Friseurgeschäft von H. Schweden. Kottbusser Ufer 55, arbeitete, am Donnerstag, dem 4. September, zum Unterricht in die S. Berufsschule, die sich in der Georgenkirch- fr r a h e l l befindet. Der Fachunterricht wird in der Zeit von lO bis 11 Uhr durch eine Turnstunde unterbrochen. Lustig, fast aus- gelassen, ging Spiochalski mit seinen Kameraden in die Turnholle. „Wir haben uns noch mit Papierbällen beworfen", sagten seine Schulkollegen. Der Turnlehrer A l t h a u s lieh die Klasse K l i m m z ü g e machen. Ehe Spiochalski an die Reihe kommt, bittet er, austreten zu dürfen. Der Lehrer gestattet es ihm. Als er wieder in die Turnhalle kommt, geht er zum Reck, springt an und macht sechs Klimmzüg«. Spiachalski ist dabei kreidebleich geworden. Seine Kameraden rufen ihm zu:„Hör doch aus!" Spiachalsi springt ab, taumelt bis zu einem Borren, will sich festhalten, aber schon bricht er röchelnd zusammen. Die Uhr zeigte 10 Uhr 25 Minuten. Der Lehrer versucht es mit künstlicher Atmung, ver- geblich: der Direktor kommt. Es soll«in Glas Wasser geholt werden. Vergeblich. Wasser wäre da, aber die Schule hat t« i n E l a s. Schließlich holt ein Schüler für 10 Ps. Salmiakgeist, doch der kleine Spiochalski wird nicht wieder lebendig. Um 10 Uhr <5 Minuten kommt ein Arzt, befühlt den Puls, hält dem Nieder- gebrochenen noch«in brennendes Streichholz unter Nase und Augen, Arbeiter, du badest zuviel! Oer Herr Minister a. O. und die drei Väder des Arbeiters. In einem Berliner Boulevardblalk hatte Herr Minister a. v. von R a u m e r einer staunenden Mitwelt verkündet, daß der Arbetker der„P a r v e n a ü de» Badens" geworden sei. Die Arbeiter werden es selbst noch gar nicht gemerkt haben, daß fie täglich dreimal luxuriös baden. Dem gutinformierten Herrn sagt in demselben Organ der sozialdemokratische Bürgermeister des Bezirks Ariedrichshain Paul Mielitz einige Wahrheiten. Dieser Antwort entnehmen wir folgendes: Wenn Herr von Räumer, der jahrelang Berlin im Reichstag vertreten hat, auch nur bin klein wenig sich in den Bezirken, in denen die werktätige Beoölkerun wohnt, umsehen wollte, dann dürfte er die neue Entdeckung machen, daß in allen diesen Kleinwohnungen eine Waschschüssel, aber keine Badewanne vorhanden ist. In dem von mir oerwnlteten Bezirk Friedrichs Hain mit rund 330 000 Bewohnern wohnen etwa 290 000 Menschen in 93 343 Woh- nungen, die keine Badegelegenheit haben. Allein 41 600 Woh- nungen bestehen nur aus Stube und Küche. Bon den 105 000 in meinem Bezirk vorhandenen Wohnungen sind nur 10 800 mit Bode- einrichtungen oersehen, die nicht ganz 40 000 Einwohnern Bade- Möglichkeit gewähren. Das bedeutet, daß im Bezirk Friedrichshain auf eine Badeeinrichiung 30,5 Bewohner entfallen, in Eharlotten- bürg 8 und in Wilmersdorf 5,4 Bewohner. Rur ein geringer Teil der arbeilenden Bevölkerung des Berliner Ostens kann sich des Besitzes eines Bades in der eigenen Wohnung erfreuen. Wie steht es aber nun mit der Möglichkeit, öffentliche Bäder in Anspruch zu nehmen? Der Bezirk Friedrichshain oersügt über e i n Stadtbad, das noch dazu an der Grenze des gleichfalls über- bevölkerten Bezirks Kreuzberg gelegen ist. Die Badeanstalt wird van den Bewohnern der beiden Bezirke und zu einem guten Teil auch des benachbarten Bezirks Mitte außerordentlich stark benutzt. Wöchentlich werden ungefähr 20 000 Bäder verabfolgt, von denen schätzungsweise 10 000 aus die Bevölkerung des Friedrichshain entfallen, d. h. daß 280 000 Einwohner des Bezirks auch auf ein öffentliches Bad verzichten müssen. Die städtischen Körperschaften Berlins haben durch Erbauung dreier neuer Badeanstalten der Bädernot zu steuern versucht. Damit ist diese Not keineswegs behoben, es ist nur ein erfreulicher Ansang gemacht worden. Opfer des Propheten. Weißenberg der fahrlässigen Tötung angeklagt. Die Staatsanwaltschaft I hat gegen den„Propheten" Joses Weißenberg Anklage wegen fahrlässiger Tötung unter er- schwercndcn Umständen erhoben. Das hauplverfahren ist. wie uns vau zuständiger Stelle bestätigt wird, bereits erössnet, so daß in nicht allzu langer Zeit mit der Anberaumung des hauptverhandlungs. termins zu rechnen ist. Bei der Anklage handelt es sich um den Tod des Drogisten W e r n i ck e, der seinerzeit das größte Aufsehen erregt hat. Wernicke litt seit längerer Zeit an Zuckerkrankheit, und im August 1928 machte sich infolge dieses Leidens ein schmerzhaftes Kar- b u n k e l im Nocken beinerkbar. Wernicke, der, wie sein« Frau. ein überzeugter Anhänger der Wcißenberg-Gemeinde war, begab sich nicht etwa sofort in ärztliche Behandlung, sondern ließ sich von dem ,.M eiste r" kurieren, der gegen die Diobetis und die Geschwüre handauflegen, Auflegen von weißem Käse sowie einige andere Weißenbergsche Hausmittel verordnete. Der Erfolg dieser BeHand- lungsmethode blieb denn auch nicht aus. dos Leiden verschlimmerte sich in gefahrdrohender Weise, und dann erst, als es bereits zu spät war, wurde Wernicke auf dringend« Veranlassung eines Mediziners in dos Kronkenhaus gebracht, wo er bald infolge der unsachgemäßen Behandlungsmethode Welßenbsrg» verstarb, und zwar an einer Blutvergiftung und Lungenentzündung. Der Totenschein gab auch als Todesursache diese Diagnose an. und in dem Organ Aleißeirbergs,„Der Weiße Berg", wurde nun gegen diejenigen Zeitungen, die Weißenberg für den Tod des Drogisten Wernicke mit Recht verantwortlich gemacht hatten, die beleidigendsten Vor- aber es ist aus. Der Arzt kann nur noch den Tod fest- stellen. Die Leiche wird ins Schauhaus transportiert. Man spricht davon, daß der Junge herzkrank gewesen jei. Bei der ärztlichen Untersuchung der Schulentlassenen wurde nichts von einer Herzkrankheit festgestellt, ebensowenig bei der Ausnahme- Prüfung als Friseur. Im Gegenteil, es handelt« sich um einen an- scheinend gesunden, aber wohl etwas schwächlichen Jungen, der am Sonntag vor seinem Tode bei Strausberg noch fleißig geschwommen war. Auf einem anderen Blatt steht der Turnunterricht. Jeder geschaffte Klimmzug wurde von dem Lehrer mit einem Punkt gewertet. Nach der Anzahl der Punkt« soll die Zen- sur ausfallen. Die kleinen Lehrling« geben ihr Letztes her: als einer vierzehn Klimmzüge macht, klatscht die Klasse Beifall. Herr Althaus aber sagt:„W arum klatscht ihr denn, neulich hat einer zweiundzwanzig Klimmzüge gemacht!" Ileberhaupt Herr Allhaus. Alle Schüler nennen ihn nur den „strengen Lehrer". Wer beim Unterricht spricht, muß nach vorn kommen und 10 Minuten lang in Kniebeuge bei Herrn Althaus hocken. Das ist die mildeste Form der Bestrafung. Es gibt auch Ohrseigen, fast in jeder Turnstunde kriegt einer etwas ab, sagen die Schüler. Wer beim Dauerlauf zurückbleibt, bekommt etwas mit dem hölzernen Turnstab über die Beine. Oder: wer keine Turnschuhs hat, muß auf Strümpfen gehen oder gar barfuß. Herr Althaus ist ein strenger Lehrer, und dem kleinen Spiachalski wird es in der letzten Minute seines jungen Lebens dauernd im Kopf« herumgegangen fein, daß man Herrn Althaus mit vierzehn Klimmzügen nicht imponiert, viel weniger mit sechs. Bleibt die Schule übrig. Sie ist eine der öltest en Berlins, die Schneider-, Kürschner- und Friseurlehrlinge be- suchen sie. Teilweise hat die Schule keine Bänke, sondern nur Schemel. Am Donnerstag, dem 11. September, ist Johannes Spiachalski in Reukölln zu Grabe getragen worden. Seine unglück- liche Mutter, eine erwerbslose Witwe mit 10,80 Mark wöchentlicher Unterstützung, oermag die Beerdigungskosten nicht auszutreiben, alle Stellen, bei denen sie wegen des Falles vorsprach, zuckten die Achseln. Deshalb fordern wir Aufklärung dieses Falles, wenn es überhaupt noch etwas aufzuklären gibt. würfe erhoben, so daß sogar gegen den„Redakteur" dieser Zeitung. zu deren ständigen Mitarbeitern der Geist Bismarcks und anderer prominenter Persönlichkeiten gehören, eine Privatklag« erhoben wurde. Auf Grund der medizinischen Gutachten, die Professor Strauch und Sanitätsrat Dr. Mahrenholz unter Zugrundelegung des Obdut- tionsergebnisfes und mikroskopischer Untersuchungen der Leiche ad- gegeben haben, hat sich die Staatsanwaltschaft nunmehr zur Er- Hebung der Anklag« oeranlaßt gesehen. Heuie wieder Siadiparlameni. 1 26 Punkte der Tagesordnung/ Rächsie Sitzung Donnerstag Die Stadtv erordneten treten hente' um 18 Uhr zu ihrer ersten außerordentlichen Sitzung noch den Ferien zusammen. Eine umfangreiche Tagesordnung mit nicht weniger als 126 Punk- ten harrt der Bearbeitung. Selbst bei intensivster Arbeit wird nur ein geringer Teil der Anfragen, Anträge und Vorlagen erledigt werden können. Die nächste Sitzung findet daher bereits am kommenden Donnerstag statt. Einbrecher im Vezirksami Tempelhof. Den Räumen des Bezirksamts Tempelhof am Rein- hardplatz statteten Einbrecher einen Besuch ab. In zwei Baracken sind dort die Geschäftszimmer untergebracht, in denen Untcrftützungs- cmpfänger ihre Gelder ausgezahlt erhalten. Die Pulte und Tische waren aufgebrochen, mehrere Stempel waren entwendet worden. Auch persönliches Eigentum der Beamten, das sich in den Tischkästen befand, darunter eine goldene Uhr, waren gestohlen. Die Akten waren zum Teil aus den Regalen gerissen und mit Tinte begossen worden. Nach der Art der„Arbeit" scheint es sich um einen Racheakt zu handeln. Von den Tätern jehll bisher jede Spur. Die Altoholsrage in Unterricht und Erziehung. Mit diesem Thema veranstaltet die Arbeitsgemeinschaft sozialisti- scher Alkohotgcgncr(Asa) am 20. und 21. d. M.«inen Wochert>ndlehrgang für sozial, st isch« Lehrer und Erzieher. Referenten sind die Genossen Dr. 5)il!>egard Weg- s ch e i d c r, Otto I e n s s e n- Tinz und Dr. med. Drucker. Der Kursus findet in der Jugendherberge Boblitz bei Lübbenau statt und beginnt Sonnabend früh 8 Uhr. Meldungen sind an die Geschäftsstelle der Arbeitsgemeinschaft, Engelufer 24(Jannowig- 6281) zu richten. Wie schon erwähnt, ist die Leistung der Funkstunde bei der Uebertragung der Wa hl r esul ta t e am Sonntag sehr h o ch zu bewerten.— Ganz ausgezeichnet die Tänze, die Breslau mittag» unter Edmund Ricks rhythmischer Leitung überträgt. Es sind charakteristische Tänze verschiedener Nalionaliläten, die durchaus für den Konzensaal gedacht sind. Wundervoll erblühende Melodien wie bei Bartok und Smelano. was man leider nicht immer bei den Kompositionen berühmter Virtuosen feststellen kann. Sieht man von Liszt und Busoni ab. so handelt es sich hauptsächlich um die virtuos« Behandlung eines Themas, die aus ten technischen Möglichkeiten des Instrumentes erwächst. Das Tüania-Orchester spielt dies« Ding« mit eleganter Geste. Im Abendkon�ert, da? S e i d l« r. Winkler ganz auj Volkstümlichkeit stellt, singt die Koloratur« jängerin Annsmoric Stern. Ihre«timme, sehr schön im Klang, besitzt noch nicht d>« spielxrische Leichtigkeit. �ivei gute instruktiv« Vorträg« am M o n ta�z. Max B ut t i n g geht m dem zweiten Teil der Reihe„Form und«prache der Musik auf die Grundbedingungen des Taktes, des Rhythmus und der ton, lichen Spannung ein. Buttinq oersteht es, diese Analysen ganz klar und populär zu holten und sie auch dem musikalischen Laien ver- ständlich zu machen. Genau so prägnant und unkompliziert sind die Ausführungen Dr. Ernst Rothes über die verschiedenen Formen der Psychoanalyse. Kurze Charakteristiken der einzelnen Rich- tungen verbinden sich mit hinweisen auf die ganz« Problematik dieses Jdeenkreisss. Köppens literarische Umschau beschästigt sich mit Molos Rücktritt, mit Eugen Diederichs Tod und mit drei preisgekrönten Dramen. Em interessanter und orientierender Ueberblick. F. Sch. Flugzeugunglück in Siockholm. Zwei Tote, darunter ein Robile-Retter. Stockholm. 15. September. Ein schweres Flugzeugunglück ereignete sich am Montag nach« mittag im Stockholmer Flughafen. Eine Maschine stürzte ab, wobei beide Insassen sich so schwere Verletzungen zuzogen, daß sie bald nach der Einlieferung ins Krankenhaus starben� Der Führer der Maschine, eines Eportflugzeuges. war der bekannts Spitzbergenflieger Nilsson, der sich bei der Rettung de? Nobile-Expedition ausgezeichnet hat. Opfer sinnloser Wut. Mit was für Gesindel unsere Parteigenossen zu kämpfen hatten, beweist ein Vorfall in Schöne b erg. Dort wurde in den Morgenstunden ein Genosse, der 2. Abteilungsleiter der 79. Abtei- lung Hippe, van dem Spediteur der„Roten Fahne" Vogt hinterrücks überfallen und niedergeschlagen.� Hippe hat schwere innere Verletzungen davongetragen. Diese Schandtat wird dein kommunistischen Totschläger nicht vergessen werden. In der Nacht zum Sonntag wurde an der Eck« Diesfenboch- und Grimmstrahe aus einem Proaganda-Prioatauto mehrere Schüsse abgefeuert. Eine Pafsantin, die 21jährige Erna Klicm, wurde von einer Kugel in die Schulter getrossen und schwer verletzt. Das jung« Mädchen fand im Urbankrankenhaus Aufnahme. Das Auto saufte nach dem feigen Reoolverattentat in rasender Fahrt davon. Leider war es bisher nicht möglich, die Parteizugehörigkeit der Mord- banditen festzustellen. ZK Schulkinder unter dem Autobus. Bei Warrcnoille in der Nähe von Clcveland in den Vereinigten Staaten stürzie ein Schulaulobus in den Chaussee- graben. 51 Schulkinder wurden dab«, verletzt, darunter einige so schwer, daß an ihrem Auskommen gezweifelt wird. Sport. Rennen zu Mariendors am Sonnlag, dem 14. September. 1. Rennen, t. Komödie lGrogmann), S. Tausendkünstler, 3. Celano. *»«0:113:10. Platz: 29, 13, 18:10. Ferner Uesen: Palmetta Neoa, Lisette. Kaoalla. Nolkehlchen, Billy Bell(o. D.). Triefolium. Musica. Duncan l3. o. W.).. 2. Si e n n o n 1. Imperator(F. Bahr). 2. Pestazie. 3. Oberiteiaer. 4. Königtborn. Toto: 141:10. Platz: 24. 16. 38. 29:10. Fern-r Uesen: List. Peramo(ges). Jnpara. Jasmin. Prior. Peschkesch. Barbar. Steinkauz. Dlllila. Aaina, Landjunker, Pirna, llorlez. Herzblatt. 8. R e n n e n. 1. Hanko-M. Ringius). 2. Elfenbein. 3. Duncan. Toto: 39:10. Platz: 15, 16. 18:10. gerner liefen: iLassenbub. gruerzauber, Humorist, Prisma, Antwort...„,. 4. R e n n e n(l. Abt.) 1. Christine cElias>.2. WilkeS. 3. Arosa, 4. Hein« Duffy. Toto: 21: 10. Platz: 13, 13, 25, 45: 10. gerner liefen: Edclmerftev, Boston. Cirano, Lord Volo, Heliogabal. Harfnerin, Propeller, Sood Boy, Nelly Arnold.—(2. Abt.): 1. Kattsbeck fg. Brandt), 2. Quebeck, 3. Sieges- adler. Toto: 23: l«. Platz: 12,*13, 15: 10. gerner liefen: Galeere. Mai. ruth, Faschingsmädel, Mimi. Jram. Primel, griesin. Orsoy. 5. Rennen. 1. Sweelt Echo(P. ginn), 2. Dahlie, 3.-f-Britton, 3.-f-Quisi quasi. Toto: 21:10. Platz: 11,15.10,8:10. Ferner liefen: Lucie Watts. Antenor. Abendstern. 6. Rennen. Konig Lear fEH. Mills), 2. Arnim. 3. Ouirm. 4. Do» Jose. Toto: 28:10. Platz: 17,35,21.50:10. Ferner liefen: Srloaplana, Quo vadis B.. Goudster jr., Ingrid Halle, Bergser. Noblesse, Peter W., Per aspera, Perattion. 7. Rennen. 1. Alabama lGrogrnann), 2. Adresse. 3. satrre, 4.. Fechtmeister. Tow: 116:10. Platz: 41. 15,73.18:10. gerner Uesen: Sieg. mund, Elvira, Symphonie, Natur, Evpl, Ordnung. Fahrenhett. Selaml'k. Hagel. Heureka, Bristol, Jokaste, Dornbusch, Charmant, Diamant, Jenny Lind, Hallyre(o. SS.). 8. Rennen. 1. Charlie M. sJ. Mills). 2. Perlenlette, 3. Nimmersatt. Toto: 24:10. Platz: 15. 24. 29:10. Ferner Uesen: Lu Krattan, Aeschylos. Lucie Halle. Hexenmeister. Idyll. Esti, Silberpappel, Pirus. 9. R e n n e n. 1. Fanfare(@. Neucnseld), 2. Daiuson Watts. 3. Morgen. tau. Toto: 77:>0. Platz: 20, 16, 27:10. Ferner Uesen: Allna Mater, Baron Gabler, Franiet, Eulensplegel, Zllmansor, Graf Dorn, Gottsried, Florian. Panneuio. Allgemeine Wetterlage. Am gestrigen Montag herrscht« im größten Teil des Reiches wolkiges und mäßig wctrmes Wetter. Nur in Ostpreußen und West» deutschland war es ziemsich kühl. Dort kam es auch zu einzelne» leichten Regenfällen. Ueber der östlichen Nordsee liegt zur Zeit der Kern eines Tiefs, das— aus den Aenderungen des Luftdruckes zu schließen— seine Lage nur langsam verändert. An seiner West- uiid Sudseite dringen kühle ozeanisch« Lufimassen nach Mitteleuropa vor. Die Front dieser oorläuslichen bereits durch Mitteldeutschland, so daß am Dienstag morgen ganz Deutschland im Bereich des kühleren Luftkörpers liegen wird. Da mit diesem Vorgang Druckanstieg ver» knüpft ist, so dürfte es in unserem Bezirk in den nächsten beiden Tagen zu keinen erheblichen Regenfällen kommen. ic Wetteraussichten für Berlin: Etwas kühler, wechselnd bewölkt, keine erheblichen Niederschläge, schwache bis mäßige westliche Winde.— Aür Deulschland: Größtenteils etwas lühler, meist wolkig und vereinzelt leichte Schauer. S Jahre bracht dar SCaffee, bis aus der Kaffeesaal der Kaffeebaun sich soweit entwickelt hat, daß er seine erste Ernte trägt Durch Auslese des Saatgutes sind die Qualitäten im Laufe der Zeil twar erheblieh verbessert, aber die ganz hochwertigen Sorten, wie sie z. 6. für Kaffee Hag verwendet werden, sind noch immer sehr rar. Wer für einen ganz hervorragenden, stets frischen Kaffee von immer gleicher Qualität die unbedingte Gewähr haben will, findet sie im Kaffee Hag. Dabei ist Kaffee Hag eoffeinfrei und vollkommen unschädlich. Auch spät abends und in stärkstem Aufguß kann er keine Schlafstörungen hervorrufen oder Ihrer Gesundheit Schaden zufügen. Oberteugen Sic sich selbst. Das große Paket kostet RM 1.80, des kleine 90 Pfg. Sie bekommen ihn überall. eiafentmnaen für dies« Rubrik sind >» r l i» SB tS, Lindeustraße Z. © parieinachrichien fgm für Groß-Rerlin stet» cn da» SejirkssefttUrioi Z-Hos.Z Treppe» recht», zu richte» Achtung? Am Donnerstag,>8. September, bleibt das Büro de» Bezirtsverbandcs der SPD. Berlin geschlossen. Alle Parteinachrichtcn, die für Donnerstag und Freitag bestimmt sind, müssen spätestens bis mm Mittwoch, 17. September, dem Büro Fischer eingesandt sein. Der Bezirksvorstand. * Heule. Dienstag, 16. September. 23. Sbt. S»utr abend Äbbolen der Wabttranaparenle. Die Helfer treffen sich um 17 Uhr om EtraKeubahnhof. Niemand darf fehlen. Itd». Abt. Wtieaa». Die lue Wahlagitation herausgegebenen Transparente und gähnen milffen baldigst dem Genosfen Hans Waldmann, Haupt- firasie 17. llurilckgelicfert werden. Nächste Abteilungsoerfammlung am St. September. Morgen, Mittwoch. 17. September. »u erscheinen. 17. AU. Grunewald. 2V Uhr Zahladcnd im Bahnhofsrestaurant Grunewald. Bericht über die Reichstagswahl. 32. Abt. Steglitz. Die Mitgliederversammlung findet diesen Mittwoch nicht statt. Ueber die nächste Versammlung ergeht noch weitere Nachricht. 137. Abt. Reinckendors-Weft. Die ordentliche Mitgliederversammlung am Mtt- woch, 17. September, fällt aus. Sie findet am 2t. September im Volks- Haus, Echarnweberstr. 11t, statt. Frauenveranslaltungen. 77. Abt. Schöneberq. Mttwoch, 17. September, 20 Uhr, bei ZiKgen», Barda- rossastr. 5a, Vortrag:»Proletarische Dichtungen". Rezitatorin: Morqg. rete Merbach. 73. Abt. Schöneberg. Mttwoch, 17. September, 20 Uhr, im Laden, geurig. strage 4t, Vortrag:»Eltern und«inder*. Rcferenttn: Ilse MtUcr- tlattenjidt. 7»,. Abt. Schäueberg-Linbenhos. Mittwoch, 17. September. 20 Uhr, bei Engel, Röplingstr. l«i, Vortrag:»Die grau al» Staatsbürgerin". Referentin: Paula ilurgah. 31. Abt. griedenau. Den Genossinnen zur Zlenntni», das! der diesmalige grauenabend ausfällt. 128./130, Abt. Pankow. Heute. Dienstag, Ist. September, 20 Uhr. im»Türtischen sielt". Breite Straße lMarltplatzl. Vortrag:»Die polittschen golaen der Wahl". Referentin: Margarete Schenlalowskl. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. 2. Ztrei» Tiergarten. Mttwoch. 17. September, pünktlich 20 Uhr. bei Sander, glcnsburger Str. Z. wichtige gunktlonärinnenionseren» mit den Helfern der sozialen Gerichtshilfe und der Gefangcnenfürsorge. 7. Trei, Eharlottenbnrg. Beginn de» Sä>ulungslursu» am gm tag, 19. September, 20V, Uhr. pünktlich im Rathau», siimmer 2. Die Genossin Paula Turgaß spricht über das Thema:„Soziale Gerichtshilfe". Jungsozialisten. Gruppe Tempelhof-Mariendors. Im Jugendheim, Lnzeu« Temvelhof. Ger- maniastr.<— st'[dincanq von der Gdtzsiraßel, heute. 20 Uhr. DIsiusfiontadend: »Der Ausgang der Wahlen.— Was nun?" Gäste willkommen. Sinderfreunde Groß-Bertin. Prenzlauer Berg. Gruppe Viktor Adler. Dienstag, 1«. September. Z» Uhr. Helfers, tzuna. Zngcndhcrtcrgswcibetag. Die an der Deddinaer werbeaeraustattunq bi. teiligte» Tretie«ntsenden ihre Ar«i»leit«r zur Pesprechuug a«. Donnnevrtag, den, 18. September, 20 Uhr, Lindenstratze. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Trei» Weddiug. Di« für Sonntag, 21, September, vorgesehene Elternsahrt kann besonderer Umstände wegen nicht stattfinden- Wir bitten alle Eltern, zur Jugendheibergswerbeveranstaltuna am Sonniaa. dem 28. September. Im Dolkspari Rehberge zu erscheinen. Nähere Bekanntmachungen folgen. Ztrei, Prenzlauer Berg. Achtung! Donnerstag von 13 is 1t Uhr letzte Rochuntersuchung aller Sisit. und Schweizsahrcr in der Ebcrswalder Etr. 10. ikrei» Friedrich, Hain. Heute, Dienstag, 20 Uhr. Helsersitzung im Jugend- Keim Diestelmeperstroße. Im Nahmen der. Iugcpdhe.rbergmverdcwoche de- terligt sich der strei, Friedrichshain an der Werbeveranstaltuug de» Bezirks Osten am Sanntag. dem 28. September. 1 Uhr. im Eoncordrg palast, Andreas- straße. Um lt Uhr auf dem Sportplatz Friedrichshoin. sirei» Treuzberg. Mittwoch, 17. Septemher, 2N Uhr. wichtige jtreishelser. sitzung im Jugendheim Porckstr. 11. Tagesordnung: 1. Bericht der Ztreisleiter- sitzung. 2. Besprechung des Iugendherbergsfestes. Gruppe Schillerpark. Unsere Seimabende sind: Dienstags Iungsalken. Mitwochs Nestfalken von 18 bi, 191? Uhr im Jugendheim See- Ecke Turiner Straße, Rote Falken Donner»tags im Heim Utrechtcr Str. 31. Geburlstage, Jubiläen usw. 3. Abt. Unserem allzeit hochverehrten Parteiveteraaeu August Pohl, dem irühere» Borsitzeuden de» ehemalig«» 3. Berliuer Wahlkreise«, zu seinem 78. Gebuetatag« die herzlichsten Glückwünsche. 33. Abt. Uusere« liebe» Genossen Emil»linke. Tnrienstraße. zum st«. G«. bnrtstaa« med»jährigen Parteijubiläum die besten Glückwünsche. Ebensall» die besten Glückwünsche»userem alte» Mitstreiter Peter Barsoth, Schöning. straße 1. stst. Abt. Halens««. Auferem lieben»«»osiea Paul«oiie und Frau, Heltprst» st, zur Silberne» Hochzeit die herzlichsten Glückwünsche. W Soziallstische Arbeiterjugend Groß-Berlin amsen dangen für»lese Rubel« nur aa da» Iugendlelreteriast Serst»«W«. Twd-nttraüe S politischer Informationsabend. Montag, 22. September, tS>? Uhr. im graßea Sitzvilu»fa»l de, «ezirlaanrt, ftrenzberg, Porckstr. 11. Es spricht Genosse Decker über: .«a» lehrt die Wahl?" Ohne Mitgliedsbuch kein sin tritt. Achtung, Spiel-»ad Sportleiter! Das für nächsten Sonntag In Bonnsee muß besonderer Umstände wegen ausfallen. Iugeudvolksbübuc! Die Mitslicdslarten liegen ungesetzte Svorttreffe» Achtung. Mitglieder der »ur Abholung dereit. Heule, Dienblag. 16. September. 1914- Uhr. Werbe bezirk Paukaw: Werbebezirksmitgliederveisammlung im Jugendheim Riederschänhausen, Blankenburger Straße,»Politischer Kampf in der Be- wegung."(Achtung, andere» Jugendheim!) Streichorchester der SAZ. In der Aula der Schule Pank. Ecke Mescn. stvaße wichOge Perständigung�irobe mit den Kindertanzqruppen zur Jugend- weihe. Frauksurta« Biertel: Jugendheim Litauer Str. 18. Vortrag:„Politische Tagesfragen".— Tegel: Jugendheim Bahnhofstr. IS..Lehren der Wahl." Parteiaenossen find«ingeladen.— Arnimplatz: Jugendheim Sonnenburger Straß« 20. Tagespolitik.—»illnischer Pari: Jugendheim Waifenftr.>8. „Separatisten."— Oranieuburger Tnr: Jugendheim Tieckstr. 8.„Enallsche Arbeiterbewegung."— Brunneuplatz! Jugendheim Wiesen- Ecke Pankstraße. »Da« Mädel in der SRI."— Seapvldplatz: Jugendheim Utrechtcr Ecke Turiner Straße.»Gelbe Gewerkschaften."— Schillerpark: Jugendheim- Sckiä- ningstr. 17.„Aufgaben des Völkerbundes."— Wedbing-Rorb: Jugendheim Turiner Ecke Secstraße.„Sozialismus und Nation."— Wedding(R.-F.): Jugendheim Liltticher Str. 4.»Die Wahlen und ihr« Folgen."— Helm- holtzplatz: Jugendheim Danziger Str.«2.„Die Wahlen."— Rurdosteu l: Jugendheim Danziger Str. 82..Lebensrcform."— Haseuheid«: Jugendheim Wassertorstr. 9,„Glaßbrenner."— Schöneberg 1: Jugendheim Kauptstr. 15. »Die Wahlen."— Schöneberg IT: Jugendheim Sauptstr. 15. Politische Tag«»- fragen.— Schöneberg V: Jugendheim Hauptstr. 15.»VerNner Humor."— Renkölln 1: Jugendheim Sander- Ecke Hobrechtftraße.„Die Staatspartei."— Reuköll» H: Jugendheim Bergstr. 29.„Der 14. September und was nun?"— Reuloll» III: Jugendheim siiethenstr. 58.„Was soll nun werden?"— Reu- kill» VTl: Jugendheim Kaiser-Friedrich-Straße, Karl-Morr-Schul«.»Bücher. Bilder und siaitungen."— Neukölln IX: Jugendheim. Schule Mariendorser Weg.»Gemeinschaflsarbcit."— Reutölln X: Jugendheim Bergstr. 29, Raum t. Tageewolittlche Fragen.— Schäneweid«: Jugendheim Berliner Str. 31.»Das Ergebni» der Dahl,"_ Vorträge, Vereine und Versammlungen. LA A Reichsbanner..Schwarz-Rol-Gold'. nmfgQ K»schäft»stelle: Berlin 6. 14, Sebastiansir. 37—38. Hol 2. Tu Gauuerstand. Mttwoch, 17. September. 20 Uhr. Iugendleitersttzung im Gaubüro. Tagesordnung: 1. Unsere Winterarbeit. 5. Jung. bannerzeituno 3. Verschiedene«.— Donnerstag. 18. September. Prenzlauer Berg,»ameradschaftspersommlungen um 20 Uhr: Kameradschaft Robert Blum bei tfluo, Danziger Str. 71. Kameradschaft Wörther Platz hei Radtke. Eders- walder Str. 35.»reu, borg. Achtung! Erster Badegbend om 18. September von 201� bi» 26 Uhr im Stadtbod Boerwoldstraße Dann jeden Donnerstaa zur gleichen sieit.— Prenzlauer Berg. Mittwoch. 17. September. 20 Uhr, olle Sportler in der Turnhalle Greifenhagener Straße. Erscheinen aller Sportler ist Pflicht.— Fri«drich,hai». Kameradschaft Warschau. Mittwoch. 17. Sep. temdcr. lOV- Uhr.»omeradschaflsversammlung bei Hahn, Simon- Doch. St raste. Erscheinen aller Kameraden Pflicht__ Arbeitcr-Rodio-Bund Deutschlond« E. P.. vrt«aruppe Groß-Bcrli». Unter. grnpp« Frirdrich»hain. Lokal Wertaller. N. 17, Hohenlobestr. 3. Donnerstag, 18. September, 20 Uhr. Mitgliederversammlung,— Untergruppe Eharlotten- bürg. Lokal»önigsweg 8. Freitag. 19. September. 20 Uhr. Gruppenabend. Gäste willkommen. Formen, die nicht zu verbessern sinb. Es gibt Dinge, die nicht zu per. bessern sind, trotz oller Fortschritte der Technik. Sic cutsprechen ihrem siweck so vollkommen, daß jeder Versuch, sie noch vollkommener zu machen, an dieser siweckmästigkcit zum Scheitern gebracht wird. Solch« Dinge sind z. V. die Nähnadel und die Odolflasche. E» existieren über 200 Versuche, dir weit. bekannte Odolslaschc in Material und Form zu verbessern— bisher ist es noch nicht gelungen, Heut«, Dienstag, 1«. September. 20 Uhr. rröfsnrt das Philharmonisch« vrchestee, Dirigent Professor I. Prüwer, seine diesjährige Konzertsoifon mit einem Veethoven-Brahms-Adend. Der neue Konzertmeister Simon Gvldbcrg wird das Violinkonzert von Beethoven zum Vortrag bringen, IMMllMMM Achtung. Betriebsräte! Die Betriebsräte- sieitfchrift Nr, 18 ist erschienen und kann gegen Vorzeigung der Legitimationskarte des Betriebsrats-Ob- manne» in unserem Büro, siimmer 5, täglich bis 4 Uhr, Freitags bis 7 Uhr. entgegengenommen werden. vi« OrisTenralhing. Nach kurzem schwerem Kranken- loger verschied am Eonnabend, dem 13. September, im Alter von fast 56 Jahren unser verehrter Mitarbeiter und Kollege, der Stereotypeur Idevlior Hoffmann In seiner mehr als zwanzigjährigen Tätigleit in unserem Betriebe erwies sich der Verstorbene als pflichttreuer Mitarbeiter und Kollege, der sich durch sein schlichte« und ruhiges Wesen die Achtung und Wertschätzung aller erwarb, wodurch ihm ein ehren- des Andenken gesichert ist. Berlin, 15. September 1030. «ezfliSittleltono und Personal der Vorwärts BuöidruiKerei Trouerfeier: Donnerstag, 18. Sep- tember, 16 Uhr, im Krematorium Wilmersdorf, Berliner Str. 101—103. Verband der Buthbloder und Papierverarbeiter Beotsdilands Ortsverwaliung Berlin Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Liniierer August Abratis Schöneberg, Eachsendamm 66, Verstor- den ist. Ehr« seinem Audeukeu. Die Beerdigung findet am Witt- dem 17. Seplemder, 4 Uhr, auf dem Friedhof Blanke Hölle, Schöneberg. Eythstraße statt. Rege Beteiligung erwartet vi« 0rt,varvulk»u8 Am 11. September wurde un» plötzlich und unerwartet durch Ver- lchrsunsall unser lieber Vater, Schiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Ontel August k�ellmaim entrissen In tiefer Trauer: Familie Alfred Fellmami Familie Panl Ulbrieg Familie Hermann Fcllmann und Braut Familie Robert Schmidt Di» Trauerteier findet am Donnere- tag, dem 1« September, um 17". Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt. Allen Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, daß mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwteger- und Großvater, Bruder und Onkel Louis Borner am Sonnabend, dem 13. September, plötzlich und unerwartet verschieden ist. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen lcU Börner Berlin NO 18, Große Franksurter Straße 65. Die Einäscherung findet am Donners- tag, dem 18. September. 17 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt, rter ers- 1 im I lütt. 1 -i Am Sonntag, dem 14 d.. M., ver- schied nach kurzem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Barer, Großvater, Schwiegervater, Bruder, Onkel und Schwager, der Tischler I�embolS Ziegert im 87. Lebentzjahr. Im Namen der trauernden Hwter- dliebenen Frau Maibilde Ziegert u. Kinder. Berlin, den 15. September 1030, Wilhelmshaoener Str. 34. Die Trauerseier findet am Don- »erstag. dem>8. September I'J'A nachmittag» 1>/z Uhr. tn de, Halle de« Krematorium« Gerichtstraße statt.| RICHARD OSWALDS DREYFUS der grandiose Erfolqsfilm in dieser Woche in großen Berliner Lichl'spiell'hearern: Admiral-Lichtspiele, Berlin, Friedrichstraße 101-102 Albrechtshof-Lichtspiele, Steglitz, Albrechtstraße la Alhambra-Palast, Charlottesb., Kurfürstendamm 68 Babylon am Bülowplatz, Berlin, Weydingerstr. 6-8 Bavaria-Lichtspiele, Berlin, Friedrichstraße 180 Concordia-Palast, Berlin, Ändreasstraße 64 Colossenm-Lichtspiele, Berlin, Schönhauser Allee 123 Cristallpalast, Berlin, Prinzeaallee 1-6 Flora-Lichtspiele, Berlin, Landsberger Allee 40-41 Germania-Palast, Berlin, Frankfurter Allee 314 Luisen-Theater, Berlin, Reicbenberger Straße 34 Mercedes-Palast, Neukölln, Hermanostraße 112-116 Metro-Palast, Berlin, Chausseestraße 30 Primns-Palast, Berlin, Potsdamer Straße 19 Primus-Palast, Neukölln, Urbanstraße 72-75 Prinzen-Palast, Berlin N, Brunnenstraße 40-42 Roxy-Palast, Schöneberg, Hauptstraße 78-79 Stella-Palast, Berlin, Cöpenicker Straße 12-14 Ufa-Palast, Berlin, Utrechter Straße 33 Ufa-Pavillon, Berlin, Nollendorfplatz 4 Ufa-Theater, Berlin, Weinbergsweg 16-18 Welt-Kino, Moabit, Alt-Moabit 99-100 Wittelsbach- Palast, Wilmersdorf, Berliner Str. 166 IllSOtsr, l-icktspisls usw. Dienstag, 16 9. Staats-Oper Unter d. Linden A.-V. 16 20 Uhr FMelfio Lnden. 22 L- Uhr Staats-Oper An Platz dar Republik. Vorst 1.16 20 Uhr Die Mians Ende g. 23 Uhr Dienstag, 16 9 staut, oper Bismarckstr. Turnus IV 20 Uhr Ende 22*6 Uhr Staat). (an Cendarnsunatlh. A.-V. 14 19 Uhr Bürger Schippe! Enden. 22Uhr Staaü. Stbilier-Mr, Hg. 20 Uhr Hsrr Doktor, hoben Sie zu essen? Ende 22-- Uhr WWW ★ CjQrrGn* 8.13 nur— Boameo sriaoDt Hatu Kolucfacr• Argentlno Llliie Eslher lanzt u. singi a. a. Tägl. 5 u.8l/t Uhr. B 5 ßflrD. 9255 Pr. 1—6 M.— Nachm. halbe Preise. Ilorman Thomas Quirüeff. 2 Pierrolys, The$otera, Alfred Jackson Girls u�rr. TÄ*!. B, 8«. Sonnt. 2, B. 8« MEUTE PREMIERE; Welntraubs Syncopators da* beraUmle Jarr-Orchr.icr Frakson der amQsanle Manipulator Kremonnd Karlino IkarUffae Spähe u. weitere Internatioo. Attraktioneo Tlieaterl. Oebrenstr. 53-54 Oirelction; Ralph Arlhnr Robert* ru Das haonche madchen Englisch— Roberts— Riemann. ROSE VKieoter 0r.Fpanfrtuptepsir.i32 Billettkasse: Alex. 3422 u. 3494 Täglich 8>/< Uhr .DleBrauitionmessina' VolKsbtiline Theater am BOlowplatz. 8>'( Uhr Oer fröhlkbe Weinberg von Carl Zuckmayer Slaatl.Sdiiller-Tli. 8 Uhr Herr Doktor, haben Sie zu essen? Theater em Schitthauerdemm 8'i, Uhr Feuer aus den Kesseln Staatsoper Am PI. d. Republik 8 Uhr Die Fledermeos Thealer am SdütfbauerUamm Tägl. SV* Uhr Feuer ans deuKeffeln von Ernst Toller. T»I.: tU. Hon). 0281 0.5813 Bamovsky- Ttieaier in der Sixessmannatr. Täglich 8V< Uhr üawrite: 3 loshpiil ooo Uiwlifirt Komödienhaus 8V* Täglich SV* Konto X ion Bemauer und Oesterrakkr Täglich 81/, Uhr ScnsatioDCllcr Operetteoerfolg I Unter pers. Leitung des Komponisten Viktoria undihrHusar ä»FUOGUh»M»,M ifilftt* nuieitospfio"mw* Heute geschlossen Morgen Premiere, Tlt Uhr Das Hädel am Steuer Lessing- -Theater Aeibrndtm 2797 0.08« Täglich 8 Uhr Gastspiel der Piscatorbühne Des Kaisers KUilS von Th Plivier. Regie: Eraia Pisator. lustspieihaus Täglich SV. Uhi meine Schuiester und ich Musik von Benatzky Lory Leus. Kurt von Mällenhof. Deutsehes KOnstler-Tbeal. Tel Barbarossa 3937 Tr. Uhr Heute, Dienstag Zum 1. Male: JimundJiil Operette v. Tivian Otis Renaissance- Theater Steinplatz 6780. 9 Uhr Ole Vnnder-Bar Revuestflck MwUM! ■M Zimmer 15ett Mk.y.-bis 11* 2 Betten 13,- bis Zt Bei(Verfasser des in Deutschland von der Justizbehörde beschlagnahmten Schauspiels.Pastor Hünietn"), Sclmegwiltclien Dentsclilanfl LV.n/1 HEUTE FEUERWERK(9.15) und das Interessante Programm. EU) dentsdwr kaman au nuem Taoto Ladenpreis: 6.— M. Fesselnder Inhalt, zugleich ein zeitgeschichtliches Kultur- dokument von bleibendem, höchstem Wert Zu bezichen durch alle Buchhandlungen. Wo nicht erhältlich, durch Anglist Julia* Krag. Komm latlon*. bumhandlong, Leipzig Ct. Anion- stragc 15—19. Auslieferung an den Buchhandel nur durch diesen.' Verkäufe Tapeten. Lzillat. SoTanieftrage 9. 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Für Wirtschaft, Banken und Börse war die bedeutende Stärkung besonders der National- sozialisten, aber auch der Kommunisten eine peinliche Uebcrraschung. So peinlich hatte man sich das Ende des leichtfertigen Spiels, die nationalsozialistische Bewegung durch Lobsprüche, Gelder und auch durch Stimmen zu hätscheln, mit der geheimen Absicht, die Sozial- demokrarie zu schrecken, doch nicht vorgestellt. Man hatte sich gedacht, wenn in Sachsen, in Mitteldeutschland, im Ruhrgebiet und sonstwo Generaldirektoren, Prokuristen und der ganze Stab der höheren Angestellten Naziversammlungen schmückten, wenn man Gelder hinauswarf und ein bißchen mit der Parole drohte:„Wenn schon Sozialismus, dann Naiionalsozialismus", daß bestenfalls der Maßstab der sächsischen Landtagswahlen für die Zunahm« der Nationalsozialisten auch im Reich gelten werde. Freilich ist es anders gekommen. Und gestern war besonders, obwohl man Seifen- blasen, wenn sie noch so groß sind, nicht fürchten sollte, beim Bank- kapital ein« ziemliche Angst zu Hause. Das hat sich auf der Börse sofort ausgewirkt. Die letzte Woche vor der Reichsragswahl war auf den deutschen Börsen sehr still. Die Kurs« hatten ohnehin einen Rekordtiefstand erreicht, und man beschäftigte sich mehr mit dem Handeln von Wahl- tip, als mit dem Handel von Effekten. ZTlan war auf der Börse der Ueberzeugung. daß das sächsische Maß zunehmender Radikalisierung wahrschein- sich nicht einmal erreicht werde und lebte der fröhlichen Hoffnung, daß die Notverordnungsregierung als regierungsfähig erhallen bleib«. Da beides nicht«intraf, purzelten dieKu�s« auf der ganzen Linie. Die Vereinigten Stahlwerke gaben von 78 auf 74>Z, Hoesch von S0 auf 8Z, Mannesmann von 87 auf 81, Salzdetfurth von 330 auf 306 nach, Siemens verloren 14, Gesfürcl 8K Proz., 3. G. Farben ging von 153 auf 145 zurück, Karstadt von 101 auf 98. die Hapag verlor 3— 4, Reichsbankanteile verloren bis 15 Proz., und sogar die sonst sehr schwer beweglichen Bankaktien halten Ver- luste, die DD.-Bank um 3 und die Danat sogar um 8 Proz. Aber auch alte und neue Reichsanleihen gingen um>4— 2 Proz. zurück. Selbst die Kurse der Goldpsandbriefe blieben nicht ganz verschont. Wie in Berlin, war es im übrigen Reich. 3n Hamburg ver- loren Schisfahrtswerte bis 5, Elektrowerte zwischen 6 und 10 Punk- len. 3n Frankfurt war es nichi anders. Freilich wußten die Banken, daß man sich seine Sorten nicht anmerken lassen darf, wenn kein« Panik entstehen soll. Und wenn auch auf der Nachbörse völlige Geschästsstille herrschte, so gingen doch die Kurse nicht weiter zurück. Das hatte zum Teil auch seinen Grund darin, dah das Ausland die Entwicklung der Dinge in Deutschland weniger tragisch nahm als das deutsche Inland. Die Pariser Börse blieb ebenso unberührt von dem Wahlausgang kn Deutschland wie die Lon- doner Börse. Denn auch dort sah man— die geheime Freud« darüber werden unsere deutschen Bankleiter freilich nicht ver- raten—, daß troß der zweifellosen Radikalisierung der politischen Flügel in Deutschland die große Masse der Arbeiterschaft der Sozialdemokratie lreu und damit sür die innere Kontinuität der Wirl- schaftsentwicklung eine wertvolle Garantie geblieben war, die sich mit hoher Wahrscheinlichkeil günstig auswirken muß. In Paris sprach es sich bald herum, daß eine Information von deutscher Seile die große Koalition für sehr wahrscheinlich halte, worauf man die zunächst eingetretene große Beunruhigung a<1 acta legte und sich auf Abwarten einstellt«. Die Folg« ist denn auch, daß van irgendwelchen Kreditkündigungen bisher nichts bc- k a n n t g e w o r d e n ist. Man muß natürlich beachten, daß der im Ausland erzielte Eindruck weniger auf seine polirifchen als auf sein« Wirtschaft- lichcn Wirkungen geprüft werden muß. Eine wirt- schaftliche Tatsache ist es, daß beispielsweise die gesamte amerika- nischc Kapitalpolitik großenteils auf den Poung-Plan aufgebaut ist und daß man in New Park sehr wohl bemerkt, daß Deutsch- nationale, Kommunisten und Nationalsozialisten jetzt zusammen 224 Poung-Plan-Gegner zählen, erheblich mehr als im letzten Reichstag. Diese Veränderung kann sich sehr wohl für den deutschen Kredit im Ausland schädlich auswirken, wenn das Vertrauen in die Sicherung stabiler Verhältnisse in Deutschland fehlt. Nicht nur da- deutsche Wirtschafrsleben, auch Gewinn und Verlust der deutschen Banken hängen heute in sehr hohem Grade von dem Kredit Deutschlands im Auslande ab. Die entscheidende Bedeurung des deutschen Kredits im Aus- land kennen natürlich auch die deutschen Banken und das ganze, bei diesen' Wahlen so jämmerlich zusammengehauene politische Bürger- tum. So überraschend die Wahlen in vieler Hinsicht waren, an der Wirtschaftslage hat sich nichts gebessert'; im Gegenteil, die Voraussetzungen zu ihrer Besserung sind durch die Leichtfertigkeil des Bürgertums nur erschwert worden. Di« noch die Geschäfte führende Reichsregierung und die so geschwächten bürgerlichen Parteien werden sich über diese Veränderung, die für sie alles weniger als angenehm ist, durchaus im klaren sein. Wenn in der Zukunft die Arbeitslosigkeit erfolgreich abgebaut, die Aus- fuhr gefördert werden soll, so ist dafür ein unbeschädigter Kredit im Auslande die allererste Voraussetzung. Wenn für die dauernde Besserung der Wirtschaftslage etwas erreicht werden soll, so wird man auf die kaum geschwächte Sozialdemokratie angewiesen sein, die auch im Auslände heute als die wichtigste Stütze für eine er- folgreiche Politik der wirtschaftlichen Krisenbekämpfung betrachtet wird. Das Bürgertum hat— auch gegenüber dem Ausland— keine Unterschrift mehr, die nicht die Gegenzeichnung der Sozial- demokratie verlangt. Neichstagswahl und ausländische Börsen. New Zork, 15. September. Wallstreet ist über den Ausgang der Reichstagswahl oftensicht- sich bestürzt. Di«.Reparationsbonds sanken aus 85& gegen 86% am 12. September, und liegen damit rund fünf Punkte unter dem Ausgabekurs. Sämtliche übrigen deutschen Werte, insbesondere die Reichsanleihcn, wurden in Mitleidenschaft gezogen und verloren durchschm'ttlich% bis 1 Punkt. London, 15. September. Die deutschen Anleihen schlössen an der Montagbörse schwach; namentlich die 5�prozentige Anleihe verlor IM Punkt«. Besserung im Außenhandel. Nohstoffeinfuhr durch Preissenkung größer als sie scheint. Für August weist der Bericht über den deutschen Außenhandel im reinen Warenverkehr ein« Mchrausfuhr von 175 Mill. M. au»; davon entfall«« auf Reparations-Sachlicfsrun. g« n 52 Mill. M. «intuhr 1S»o Aitssnhr lS*0 SBativgiavres Ängvft Zu» August?uli in lona M. »7!« l. Lebende Tiere... 2. Lebensmittel und Ge«. traute...... S. Rohstoffe und halb- fertige Daren... 4. Fertige Baren... 8 710 213017 437«9 136>10 7 041 273 372 478 722 150 089 4 062 40 574 185350 740181 40 020 198 973 706 986 BarttiMrf» h r hanon Revuratwn� Sachlieteruilgea.. i. ftalt und Silber 796 536 909174 970 767 930 727 _— 32 IM 55113 7 907 7 038 1 988 2078 gust sich dem Genuß de» Betelkauens hin, daß aus den Betelbissen auch in den schwierigsten Situationen de» Leben» nicht verzichtet wird— und geschieht e» doch einmal, so gilt es als große» Opfer. Ans den Philippinen, so berichtet /