Morgenausgabe Nr. 441 A 222 4?.Iahrgang WSchenINch SZPs, m«n-tllch Z,!>0 M. Im oorau» zahlbar, Postbezuge bis zu den Wahlen so sorgsaltig gehütete Kotze ettdlich aus dem Sock gelassen. Bis zum Beginn der Verhandlungen, die gestern nach- mittag zwischen dem Metallkartell und dem BLMI. wegen des Neuabschlusses des Lohntarifes der Berliner Metoll- arbeiter aufgenoinmen wurden, hat er sich über die Gründe der Tarifkündigut.g in Stillschweigen gehüllt. Dieses Stillschweigen ucrsuchlen die Berliner Metallindustriellen aber gestern wieder weit zu inachen durch eine langatmige und echt schar smachcrisch« Red« ihres Sprechers, des Generaldirektors K r e m m e n e r. Die Metallindustriellen hatten allen Grund, vor den Wahlen das Dunkel ihrer Tariskündigung nicht zu lüften. Denn sie sind dies- mal wirklich nicht bescheiden. Um lS Proz. wollen sie die Tariflöhne der Berliner Blcfofl- arbeiter und arbeitcrinnen senkeu! Und womit begründet fserr Kremmen«? diesen ungeheuerlich«,, Anschlag aus die Existenz der Berliner Metallarbeiterschaft? Durch den Lohnabbau soll die Konjunktur wieder belebt werden!! Dieser Mbau dürfe aber, wenn er die Wirtschaft wirklich„befruchten" solle, nicht etwa auf die Betriebe des Ver- band«? Berliner Metallindustrieller beschränkt bleiben. Zm ganzen Reiche müßten die Löhne abgebaut werden, und euch von den Gehältern der Angestellten, vor allem aber van den Löhnen und Gehälteru der össentlichen Arbeiter, An- gestellten und Beamten müßten ganz erhebliche Abstrich« gemacht werden! Dann käime man die„berechtigte choffnung" haben, daß die Wirt- fchast„wieder flott" wn de. Bei den jetzigen„hohen" Löhnen— 1,12 M. für den qualifizierten Facharbeiter!— konnten die Berliner Metallindustriellen ihre Betriebe nicht mehr länger aufrechterhalten, weil sich die Betriebssührung gar nicht mehr lohn«!!(Diese Utzoerfrorenheit ist wirklich der Gipfel.) Die Unternehmungen der Berliner Metallindustrie— so sagte Herr Kremmener— werden von den Unkosten, zu denen in erster Linie die Löhn« und Gehälter gehören,„förmlich aufgefressen". Die Berliner Metallindustriellen wollen erst einmal einen durchgreifenden Lohnabbau vornehmen, dem dann ein ebenso durchgreifender Preisabbau folgen solle. „Was die Regierung zur Ankurbelung der Wirtschaft tut", sagte Herr Kremmener,„nutzt so gut wie nichts. Mit den Auf- trägen der Reichsregierung könne man keinen Hund hinter dem Ofen hervorlocken, viel weniger einen Arbeitslosen von der Straße bringen. Die Kürzung der Tariflöhne um 15 Proz. wird sich für die Berliner Metallarbeiter segens- reich auswirken durch die bald darauf einsetzende Belebung der Wirtschast. Die ganze Kaufkrafttheorie der Gewerkschaften"— so mcinte weiter Herr Kremmener—„ist durch die Entwicklung auf dcm Arbeitsnrarkt in den letzten Jahren als falsch widerlegt worden. Die Kaustrast wird durch die Lohnsenkung noch gesteigert", er- llärte der große Volkswirt Kremmener unter stürmischer Zustimmung der Vertreter von Siemens, der AEG., Schwartzkopff usw. und dem Gelächter der Arbeitervertreter. „Von der Forderung nach einem sünszehnprozenkigen Lohnabbau tönneu die Berliner Meiallindustriellen nicht» abhandeln » lasten." „Von rechts wegen" hätten sie einen Abbau der Tariflöhne um 2 0 Proz. fordern müssen(warum nicht gleich 100 Proz.?): sie hätten aber davon Abstand genommen, well das nicht auf einmal gehe.(!) Die Metallindustriellen hätten lange genug den Mund gespißst jetzt müste auch einmal gepfiffen werden. Auf diese mit Pathos vorgetrogene Rede antwortete der Vor- fitzend- des Metallkartells. Genosse Ilrich, mit größter Schärfe. Zug um Zua wies er den Berliner Metallindustriellen nach, daß sie oegenübcr der Oeffentlichkcit em unehrliches Spiel treiben. Er hielt ihnen besonders die beiden Bilanzen vor. die Siemens für die deutsche O e f f e n tl i ch k e it und für die amerikanischen Geldgeber zusammengestellt hatte und die mit aller Deutlichkeit bewiesen, daß die Unternehmer die Oeffentlichteil über die wirlschastliche und finanzielle Lag- ihrer Betriebe hinters Licht führen. An Statistiken aus dem Lager der Unternehmer belegt« er. daß in den Betrieben der Berliner Metallindustrie trotz Vermin de- rung der Belegschaften«ine ungeheure Leistungs- steige rung pro beschäftioten Arbeiter eingetreten ist, von der die Arbeiter aber nicht profitiert haben. Nach der vom VBMJ. während der Inflation selbst festgelegten Tabelle be- jlimmter Lebensmittel, die ein Facharbeiter in 27 Arbeitsstunden verdienen solle, müßte ein Facharbeiter jetzt«inen Stundenlohn von 1,64 M. haben. Die Gewerkschaften lehnen es ab, auf eine Verhandlung auf Abbau der Tariflöhne, die schon jetzt völlig unzureichend sind, überhaupt sich einzulassen. Als Gegen- forderung verlangt« Genosse Urich im Austrage des Metall- kortells die Erhöhung der Tarlslöhne der Facharbeikcr von l.12 auf 1.20 M. und die der übrigen Arbeiter im gleichen prozentualen Verhältnis. Er forderte weiter, die Entlohnung der Frauen auf 8 5 Proz. der Männerlöhne festzusetzen anstatt wie bisher auf 70 Proz. Genosse Urich sagte den erstaunt aufhorchenden Metallindustriellen zum Schluß mit oller Schärfe: „Ueberheizen Sie den Kessel nicht! Wir werden nicht ein Zehntel Pfennig Lohnabbau kampslos hinnehmen. Biegen oder brechen! Fasten Sie da» nichl als«Ine leere Drohung aus. Seien Sie versichert, daß wir für die Abwehr Zhre» Angriffes, den wir erwartet haben, geröstet sind." Rechtsanwalt Oppeuheimer bemühte sich vergebens, die scharfe Anklage des Genosten Urich zu widerlegen. Bon dem Vorsitzenden des Berliner Ortsausschusses des ADGB., Genossen Bredow, wurde, als die Verhandlungen aufzufliegen drohten, der Vorschlag gemacht, das Arbeitslosenproblem, im dessen Lösung sich dt« Metallindustriellen angeblich so heiß be- mühen, einmal von der A r b« i t» z e i t s« i t e her anzupacken. Er schlug die' . Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit auf vierzig Stunden pro Woche vor. Die Unternehmer, die offenbar die scharfe Kampfansage Urichs nicht erwartet hotten, nahmen den Vorschlag auf und ersuchten die Gewerkschaftsvertreter, chn zu präzisieren, damit er als Grundlage für neue Verhandlungen gelten könne, die am nächsten Dienstag geführt werden sollen. * Man muß sich fragen, ob die Herren von: Verband Berliner Metallindustrieller inrr verrückt spielen— und zu welchem Zweck— oder ob sie mit ihrer Herausforderung der gesamten Arbeiter, Angestellten und Beaintcn, mit ihrer Verhöhnung der Reichsregierung, die ihnen doch wahrlich nahe genug steht, ernst- hast Eindruck machen wollen. Sollen wir den hanebüchcnden Unsinn des Herrn Rominener nun mit einem Wort widerlegen, wonach die Wirtschaft belebt wird, wenn der Arbeiter außer den dringendsten Nahrungsmitteln sich überhaupt nichts kaufen kann! Es hieße solchen Theorien Ehre antun und die Intelligenz der Ocffentlichkeit Wirklich zu niedrig einschätzen, wollte man ihn als ernstzunchmende Theorie diskutieren. Desto ernster muß ober der Angriff genommen werden, den dieses hemmungslose Scharfniachertum offenbar von langer Hand oorbereite hat. Gewiß! Die Gewerkschaften sind gerüstet. Ihre Macht ist unerschüt crt. Aber unsere Wirtschaft ver- trägt einfach solche Gewaltkuren nicht, wie sie die Metallindustriellen— und im Ruhrgebiet die Zechenbesitzer— planen. Wie im November 1928 gegenüber der Schwerindustrie, müßte heute eine Reichsregierung mit starker Hand die über- geschnappten Scharfmacher zur Räson bringen!. Breiischeid distanziert sich. Er kann die Schiele-Zölle nicht verstehen. Genf, 19. September.(Eigenbericht.) Reichstagsabgeordneter Dr. B r e l« s ch e i d ist aus der zweiten Sammistion(w i r t s ch a s t s k o m m i s s i o n) des Völkerbundes aus'getreken und in die Abrüslungskommission delegiert worden. Dieser Wechsel dürste daraus zurückzuführen sein. daß Breitscheid sich außer Stande sieh», die wirtschafks- polikik der Regierung Brüning. Schi ele zu vertreten. Oeutscher Minderheitsvorstoh abgewürgt. Der deutsch« Vorstoß zugunsftn der Minderheiten, den Abg. Koch-Weser gestern in der politischen Kommission in Genf ge- führt hat, hat einen lebhaften Meinungsaustausch ausgelöst. Der deutsche Standpunkt wurde nur von den Vertretern Oesterreichs, Ungarns und Wbaniens unterstütz?, dagegen äußerten sich B r i a n d (der sich im Gegensatz zu Curtius persönlich bemüht hatte), Benesch und andere Bedenken gegen jede Neuerung, unter Betonung, daß die Madrider Vereinbarungen über das Verfahren bei Beschwerden sich bisher bewährt hätten und sich noch keine Not- wendigkeit gezeigt hätte, sie zu erweitern. Damti dürfte der deutsche Vorstoß einstweilen abgewürgt sein. Außenpolitik des Hakenkreuzes. Was sie täten, wenn sie am Ruder wären. Von Hermann Wendel. Das muß ein erleuchteter Kopf sein. Versteht ihr? Ein feiner, politischer Kopf. Schiller:„Die Räuber". „Die deutschen Wahlen", schreibt der„Figaro"'über den 14. Septkmber,„haben nur einen Sinn: die Revanche, das heißt d e n K r i e g." Das ist in allerdings pessimistischer Zuspitzung der Eindruck, den die öffentliche' Meinung' aller Länder von dem Aufstieg der Hitler-Partei hat: daß die Ver- standigungspolitik, die eine friedliche Entwicklung des Erd- tells verbürgen sollte, ernstlich bedroht ist. Ueberall Sorge. überall Unruhe, überall Kopfschütteln. Aber obwohl die Welt wirklich mit allem, ja, mit allem eher rechnen darf, als daß in der auswärtigen Politik Deutschlands über kurz oder lang der Kurs Hitlers gesteuert wird, und obwohl diT sechs Millionen nationalsozialistischer Wähler keineswegs alle bewußte Revanchards sind, ist eine Antwort auf die Frage: Wie sieht die Außenpolitik des Hakenkreuzes aus? sehr auf- schlußreich, zumal wenn sie aus berufenem Munde kommt. Also her mit„D e r Z n k u n f t s w e g einer deutschen. Außenpolitik" von Alfred Roscnbcrg! Der Mame klingt veiDächtig, aber der Mann ist echt: aus dem engsten Stabe Hitlers, Leitartikler des„Völkischen Beobachter", seit letzten Sonntag M. d. R., gehört er sozusagen zu den nationalsozialistischen„Weisen von Zion". Bei ihm wird man erfahren, wo Barthel den Most holt. Selbstverständlich ist in seinem geschichtlichen Teil das Opus ein Märchenbuch. Die Ermordung Franz Ferdinands durch die Freimaurer, die Erdolchung der deutschen �ront durch die Sozialdemokratie, die deutschseind- liche Politik St res« manns, die Weltherrschaft des jüdi- schen Finanzkapitals— wie anatomische Präparate von Jdeenmißgeburten reiht sich das in Rosenbergs Darstellung auf. Aber dann stößt man— Hurra! aus eine Idee, auf die Idee, auf die Leitidee der„völkischen" Außenpolitik: ihr Ziel muß sein„Raum und Boden für ein deutsches Ge- schlecht von hundert Millionen", Siedlungsland für deutsche Bauern. Aber die Politik einer angeblich revolutionären und sozialistischen Partei wie der Hitlers denkt nicht etwa daran, dieses Siedlungslond durch Zerschlagung des ostelbischen Großgrundbesitzes zu gewinnen— weit gefehlt! Das Mittel heißt vielmehr„Ausweitung" der deutschen„Lebensraumes" nach Osten, deutlicher: Krieg gegen Polen, Tschechen usw. zum Zweck der Ausrottung oder Perdängunq dieser Völker. Um Ackerland zu bekommen, also für ein Ziel, dessentwegen sich primitive, rein agrarische Stämme auf der Stufe der Naturalwirtschaft schlugen, soll sich das deutsche Volk in den Maschinen- und Eifigaskrieg des zwanzigsten Jahrhunderts stürzen! Aber greift Herr Rosenberg nun etwa kühn zu Schwert und Brünne, um forsch ein Iung-Siegfriod mit allerdings jüdischem Namen, gen Ostland zu reiten? Mit nichten! Er beginnt mit einem Mal„realpolitisch" zu denken, als gehöre er einem Volk nicht von„Helden", sondern von„Händlern" an. Der Erb-, Ur- und Erzfeind ist für ihn F r a n k re i ch, ein teuflisches Gebilde, das nicht weniger im Schilde führt als die„Afrikanisierung" Europas mit Hilfe der schwatzen Rasse. Aber da Frankreich von Waffen starrt, ist das ent- waffnete Deutschland allein zu einem Kriege gegen diesen „Mulattenstaat" unfähig.„Es muß also"— ei, ei!—„durch eine kluge Außenpolitik ersetzen, was ihm an äuße- rer Kraft mangelt. Dies ist aber nur dann möglich, wenn es sich mit Mächten auch"— hört, hört!—„unter ge- wissen Opfern verbündet, die an einer Vorherrschaft, ja, überhaupt an einer Herrschast Frankreichs kein Interesse haben." Also schmiert sich Rosenherg mit treudeutschem Augenaufschlag und würdelos an Mächte des„Feind- bundes" an. Zunächst an I t a l i e n. Zwar waren die„Katzelmacher" 1915 und spätek für Hitler und seine Gesinnungsgenossen das Verächtlichste vom Verächtlichen, aber durch den Faschismus haben sie sich herausgepaukt! So liegt Rosenberg Mussolini flebentlich im Ohr, er möge doch um Himmels willen«in- sehen, daß ein Zusammengehen zwischen Faschismus und Nationalsozialismus dem Interesse beider entspreche. Im Bunde mit Deutschland, das Südslawien niederhalten werde, könne Italien Machtpolitik gegen Frankreich treiben. No'rdafrika und Korsika erobern und so weiter. D i e 230 000 Deutschen in Südtirol, die der Faschismus schnöde entnationalisiert? Kleinigkeit, die gehören eben zu den„gewissen Opfern", die man bringen muß! Darum schäumt Rosenberq vor Zorn nicht etwa gegen den Faschis- Mus, der die Südtiroler vergewaltigt.» sondern gegen � die deutsche Demokratie, die � sich der' Südtiroler gegen die faschistische Vergewaltigung annimmst Aber da Italien es nicht mit England verderben kann, biedert Rosenberg sich auch an diese„Krämor- nation" an. Gott segne England als den geborenen Bundes- genossen eines„völkischen" Deutschland! Vielmehr: da Rosenberg gehört hat, daß die britische Politik immer eines Degens'auf dem Festland bedürfe, bietet er freibleibend Weltalarm um Deutschland. Die Wirkung der Putschgerüchte.— Sturz der �oung-Anleihe. Die in Deutschland verbreiteten Gerüchte über eine» bevorstehende« Putsch habe« ihren Weg auch nach New Hork gefunden. Tic führten an der Börse zu scharfen Kursrückgängen. Rcparationsbonds. fielen von 84� auf 81% Punkte. Wachsende Sorge in(Zngiand. London, lg. September.(Eigenbericht.) Es ist nicht leicht, den Engländer außer Fassung zu bringen. Das Ergebnis der deutschen Wahlen wurde zwar nicht auf die leichte Schulter genommen und mit allem nötigen Ernst be- trachtet. Da man aber die Sozialdenrokratie und dos Zentrum fast unerschüttert sah und die Dittaturonhänger in der Minderheit, so ileigte in der Oessentlichkeit die anfängliche Wertung des deutschen Wahlergebnisses mehr nach der moralischen und kulturellen Seite als nach der umnittelbar politischen. In den offiziellen englischen Kreisen und bei maßgebenden Politikern nmrde'das Wahlergebnis von Anfang an viel ernster und sorgenvoller betrachtet und inzwischen ist diese An- ficht mehr unh mehr auch in die Oessentlichkeit und vor allem in die englischen Wirtschaftskrcis« gedrungen. Wenn es irgend- eines Beweises dafür bedürfte, so sind es die B ö r f e n z i f f e r n vom Freitag. Troß der Interventionen der ciKjlifchcn Regierung ließ sich am Freitag nicht verhindern, daß auch der Werl der Reparationsanleihe gesunken ist. Diese, in ihrem Ernst nicht zu unterschäßende Tatsache ist in erster Linie auf die heute von der englischen Presse veröftentlichten Be- richte aus Berlin über die Möglichkeit eines Hitler- putsche? zurückzuführen.„Daily Telegraph' erörtert sogar in einem ausführlichen Artikel die eventuelle Haltung der Reichswehr. Die müsse als ein bis jetzt noch unbekannter Faktor in das deutsche politische Problem einbezogen werden. Da außerdem der Prozeß der wegen Hochoerrats angeklagten Himer Reichswehroffiziere vor der Türe steht, so vermehrt dies die in der Presse herrschende Spannung und ein großes Abendblatt läßt sich die Hochverrats-Sensation nicht entgehen und steigert durch eine entsprechende Balkenüberschrift über die ganz« erste Seite die Beunruhigung. Die Folgen eines bewaffneten Hi t l c r- A u f st a nd e s wären für Deutschland entsetzlich, sagt der„Daily Telegraph'. Die größte Gesahr sieht jedoch die einflußreiche konservative Zeitung in der europäischen Auswirkung eines solchen Aufttandes. Es wird daran erinnert, wie schon 1923 beim Müncherier Putsch eine tschechoslowakische Armee bereit gestanden habe, gegebenen- salls die bayerische Drenzc zu überschreiten. Das Blatt erklärt ferner, jetzt könnten Deutschlands Nachbarn nicht mit ver- schränkten Armen stehen bleiben, wenn die deutsche Demokratie von einer faschistischen Diktatur überrannt werden sollte. Man inag in Deutschland über solche Betrachtungen lächeln, da je selbst Herr. Hitler einigen heißspornigen Anhängern eine Der- sassimgs.-Dusche gegeben hat. Die engtische Presse warnt jedoch ihre Leser und sogt, aus diese Versicherungen sei nichts zu geben. Denn die morgigen Taten des„Möchtc-Gern-Mussolinis' würden sicher anders aussehen als seine heutigen Roden. In'dieser Weise be- urteilte heute die englische Presse die Lage in Deutschland und es muß mst aller Offenheit darauf hingewiesen werden, daß die maß. gebenden Kreise Englands nicht weniger beun- ruh igt sind. „wo ist die deutsche Regierung? Was geschieht von der deutschen Regierung' ist die immer wieder aufgeworfene Frage. Die Regierung Brüning und die bürgerlichen Parteien waren ausgezogen die Sozialdemokratie.zu schlagen und sich eine Mehrheit gegen diese Partei zu verschaffen. Der Versuch ist mißlungen. Waruin zögert Brüning jetzt, die nötigen Schritte zur Klärung der politischen Lage zu hm. Wo ist die Autorität und wo ist die Aktivität, um dem deutschen Volke zu zeigen, daß es eine Regierung besitzt, die entschlossen ist, der wirtschaftlichen und politischen Not soweit entgegenzutreten als es in den Zeiten dieser Weltwirtschaftskrise möglich ist? Das sind die Fragen, die heute in allen denkenden politischen Kreisen gestellt werden. Das Zögern und Abwarten, der ohne Mehrheit dastehenden Regierung Brüning wird außerdem in England als rätselhaft empfunden und in den Reihen der Labour Party erscheint plötzlich der Reichskanzler als ein« Sphinx, deren Orakclsprüche nicht zu ergründen sind. Nicht in der Rede Curtius' in Genf, sondern in den Taten in Berlin will England erkemien, wohin der Weg in Deutschland führen soll. Das vertrauen in die wirtschaftliche und politische Zukunft Deutschlands hat einen schweren Stoß erlitten. Jeder tatenlose Tag kann das Uebel mit vergrößern. In Paris begreift man nicht... Paris, lS. September.(Eigenbericht.) Die Diskussion über das„Chaos in Deutschland' hat durch„Enthüllungen gewisser deutscher Blätter' über die Putsch- plan« der Hitler-Garden einen neuen Anstoß erhalten. Was d:s Pariser Press« dabei vor allem beunruhigt, ist das Schweigen, in das sich der Reichskanzler Brüning hüllt. So findet es der„T« m p s' höchst befremdlich, daß man heute, 5 Tage nach der Wahl, noch nicht den geringsten Anhaltspunkt dajür habe, wie man morgen in Berlin regieren wolle. Brüning könne doch nicht hoffen, daß die Parteien rechts und links von seiner stark zusammengeschmolzenen Minderheit nur den frommen Wunsch hätten, ihn am Leben zu erhallen, obwohl er noch nicht einmal Garantien hinsichtlich derjenigsn Punkte seines Programms geben wolle, die im Wahlkampf am meisten an- gegriffen worden seien. Die recht dunklen Verhandlungen und Intrigen, die aus ein mehr oder minder offenes Zusammengehen zwischen Brüning, hugenberg und tsttler hinarbeiten, seien außer- ordentlich bedrohlich. Solange die faschistische Gefahr nicht endgültig gebannt sei, fährt der..Temps' fort, könne Deutschland nicht darauf rechnen, im Ausland das erschütterte Vertrauen in seinen Friedenswillen wieder herzustellen. In einem Geist« großer internationaler Solidarität habe man Deutschland oll« Ermutigungen und Konzessionen gegeben, die möglich gewesen seien. Jetzt aber dürfe Deutschland nicht von neuem die Hoffnungen auf seinen vernünftigen Sinn und seinen guten Willen enttäuschen. Hier liege die große Gefahr nicht nur für Deutschland, sondern für ganz Europa. Denn«s scheine den republikanischen Parteien mir sehr schwer ge- lingen zu wollen, sich einen Weg zwischen Diktatur und Ehaos yi bahnen. * Die„Enthüllungen gewisser Blätter', von denen in der obigen Meldung gesprochen wird, beziehen sich auf Meldungen einiger Bcr- liner Zeitungen über Putschabsichten der National- sozia listen. Inwieweit diese Meldungen den Tatsachen ent- sprechen, wissen wir nicht. Aber bekannt ist uns, daß die preußi- j ch e Polizei a uf d« r H u t ist und mit aller Energie eingreifen wird, sobald sich auch nur der geringste Verdacht über Putschplän-, von welcher Seite sie auch konmien mögen, als berechtigt erweisen sollte. Aehnliche Sorgen in Genf. Genf, 19. September.(Eigenbericht.) Während der Kommissionsarbeitei, ist das Schwergewicht der politischen Verhandlungen in die.zahlreichen persönlichen Besprechungen zwischen den führenden Delegationsmitglie- dern oerlegt worden. lleberall, wo der deutsche Außenminister beteiligt war. wachte sich die Sorge über die Gestaltung der deutschen Zukunjt geltend. Es erschwert die Stellung der deutschen Delegation außerordentlich, daß die Reichsregierung noch t-eine Schritte getan hat. um die Garantie für eine Weiterführung der bisherigen Außenpolitik zu schaffen und«ine fruchtbare Arbeit im Inneren auszubauen. Mussolini gebraucht Hitler gegen Frankreich. Die„Telegrophen-Union meldet aus Rom: Dos Befehlsblatt der FasämltiTchtn Parte- enl. hält eine außerordentlich beachtliche' Stellungnahme zu den deutschen Wahlergebnissen. Der Verfasser fit ohne Zweisel Mussolini s c lb st. In dieser Stellungnahme heißt es u. a.: „Die Generationen des 20. Jahrhunderts sind bezaubert von irur zwei neuen politischen Systemen, die es in der Welt gibt. dem Faschismus und dem Bolschewismus. Die Alter- n a t i v e zeichnet sich immer deutlicher und dramatischer am Horizont ab. Die Wahlen des 14- September, die im Zeichen Hillers statt- fanden, bestätigen das. Deutschland ist im Begrisf, sich zu ent- scheiden und hat inzwischen sein erregtes G e si ch t, aber gleichzeitig seinen festen, tiefen, unbezwingbaren Geist gszeigt. Gibt es noch jemand, der träumt, er könne ihn auslöschen? Gibt es noch jemand, der glaubt, daß der Doung-Plan genau im Jahre 1988 ablaufen wird und daß die Verträge auf Ewigkeit dauern werden? Di« stürmische nationale Wiedererhebung Deutsch- lands interessiert uns. Die Annahme, die hier und dort besprochen wird von einem kmnmunistischeir Vorläufer, erschreckt uns nicht im geringsten. Das faschistische Italien greift nicht vor, noch täuscht es sich. Es bereitet sich vor." In polttischen Kreisen, fügt die„Telegraphen-Union' hinzu. werden diese Aeußerungen Mussolinis als Beweis dafür angesehen, daß die italicnisch-französischcn Verhandlungen sehr schlecht stehen müsien. Dieser Kommentar der„Telegraphen-Union' mag durchaus zutressen. Denn für Mussolini ist der deutsche Nationalismus lediglich ein Trumps in seinem Spiele gegenüber Frankreich, weiter nichts. Es gehört die grenzenlose politische Naivität»nd Unwissenheit der deutschen Rc ästen, um zu glauben, daß Mussolini sichsür die deutschen nationalistischen Aspirationen interessiert oder daß er gar mit ihnen sympathisiert. Kommt es ,zu einer Vcrstäiststgunz zwischen Paris und Rom über die Marinc-Tonnage oder gar über die Aiiteilung eines Kolonialmondots an Italien, dann ist der ganze Hltlerismus bei Mussolim sofort abgemeldet. dos deutsche Schwert an. Verteilung der Rollen: Deutschland spielt den Landsknecht Englands gegen Moskau und hilft das britische Imperium gegen die Emanzipations- bestrebungen der unterdrückten Völker sichern, dafür wirft England Frankreich nieder, wenn es in den deutschen Erobe- rungskrieg gegen Polen eingreifen will, und alles ist in Butter. Ist das alles? Ja, das ist alles! So simpel spiegeln sich in diesem ausgeruhten Kopf die Probleme der Außenpolitik. Aber ein paar Haken sind doch dabei. Herr Rosenberg weiß, daß der Faschismus nicht antisemitisch ist und unter seinen Führern und Förderern Juden zählt, und er sieht auch in der englischen Politik aller Parteien mächtige jüdische Einflüsse. Soll nun das Bündnis des„völkischen" Deutsch- laud mit den beiden Staaten aufgeschoben werden, bis— es könnte etwas lange dauern!— der Faschismus sich dem Anti- scmitismus zuneigt, und in England eine judenfeindliche Re- oolution gesiegt hat? Oder zieht Hitler italienische jüdische Generale und britische jüdische Diplomaten bewegt an seine Gcrmanenbrust? Und wähnt Rosenberg, daß das waffen- starrende Frankreich gemütlich abwarten wird, bis das „völkische" Deutschland zum Krieg gegen Polen fertig ge- rüstet hat? Und glaubt überhaupt ein Denkender, daß Italien und England Hilfe leisten, damit Deutschland einen wilden Eroberungskrieg gegen Osten führen kann und, wie es das nationalsozialistische Wehrprogramm heischt) seine„V o r- Herrschaft in Europa" aufrichtet? Doch zu diskutieren, lohnt nicht. In dem Buch wie in der ganzen sogenannten Außenpolitik der„Partei der Rettung" steckt nicht die Spur einer Idee, es ist nur verant- wartungsloses Stammtischgeschwätz. Und das enthüllt, neben den sozialen, ökonomischen und politischen Motiven, die psychologischen Gründe für den nationalsozialistischen Erfolg: alle Denkträgen und geistig Minderbemittelten, alle Wichtig- tuer, Phrajenmacher, Maulhelden, Bierbankstrategen, Sprüch- klopper— sie finden in der Bewegung Hitlers ihre politische Bestätigung. Der Nationalsozialismus ist der wildgewordene Stammtisch, der in die Politik tritt. Was nicht bedeutet, daß ein wildgewordener Stammtisch nicht gemeingefährlich werden könnte, wenn man ihn an die Macht läßt. Aber das tut man nicht. Die Ursachen der Landflucht. Eine lehrreiche Unterhaltung. Auftder Deutschen Welle sprachen sich gestern Genosse Dr. Lom- berg und der Rittergutsbesitzer von Lochow-Pukus, Führer des Brandcnburgischen Lanbbundes, über die Ursachen der Landflucht aus. Dr. Lemberg fikhrte ans: Die Abwanderung der ländlichen Be- völkcrnng in die Stadt ist eine seit fünfzig Iahren be- kannte Erscheinung. Zlber nie mar sie so stark wie in den letzten Jahren. 1871 zähllen wir 65 Proz. Lai�dbevölke- rang, 192-5 64 Proz. Stadtbevölkerung. Eine Umkeh- rung des Verhältnisses trat«in. Man darf dabei nicht nur von einer Landflucht, sondern von einer Landverdrängung sprechen. Dbr Ar- beitgeber dingte sich billige ausländische Arbeilskräsle von Völkern� die in ihren kulturellen Ansprüchen niedriger stehen als die Deutschen, ohne zu bedenken� daß hierdurch eine nationale Gesahr heraufbeschworen wurde. Die volkswirtschastliche Gefahr dieses Handelns erhellt daraus, daß Polen jährlich aus der Sommcrarbcit seiner Volksangehörigen in Deutschland 60 Millionen Mark zieht. Polen ist dazu übergegangen, städtisch« Arbeits- lose unter die Sommerarbeiicr zu mischen. Die Behauptung der landwirtschaftlichen Unternehmer, daß die polnischen Arbeiter gerade fsir den Zuckerrübenbau besonders verwendungsfähig sind, ist ab- wegig: die polnischen Arbeiter werden für ganz andere Zwecke verwendet. Nicht ohne Grund oerlangt der bekannte Agrarwissenschaftler Aereboe einen Schutzzoll für die Einfühning polnischer Ar- ibeiter, der von den Arbeitnehmern zu tragen ist und sechs bis sieben Millionen Älark eintragen würde. Die Landflucht der deutsch- � stämmigen Bevölkerung beruht auf rein vernunftmaßigen Er- rnägungen. Einmal sind es die äußerst geringen Löhne. Roch schwerer aber wiegen die meist elenden Wohnverhältnisse und die ost menschenunwürdige Behandlung! Mit dem Wort vom patriarchalischen Verhältnis kommt man darüber nicht hinweg. Das ist zu billig. Allzuost liegen Verhältnisse vor, die jeder Beschreibung spotten. Die Deutung, daß Unbehagen an den ländlichen Verhältnissen und Sucht nach stäbtischen Vergnü- gungen die Landslucht fördere, ist oberflächlich und trisst nicht den Ziern. Eine gesunde Lohnpolitik, eine gesunde Wohnpolitik und menschenwürdige Behandlung allein können die Landslucht banne». Herr vpn Lochow vermied es, in seiner Antwort aus die Woh< nungen und die Behandlung der Landarbeiter einzugehen. Er machte die Milchmädchenrechnung aus, daß bei der Lohnabschätzung der Landarbeiter das Ei, das die Henne legt, und das Ferkel, das die Sau wirst, nicht eingerechnet würden. Für die starke Hcranziehunz polnisch-russischer Sommerarbeiter brachte er als Entschuldigung vor, daß ja auch die I n d u st r i e ausländische Kräfte in großer Zahl beschäftige. Dos heißt doch rv�hl die Moral vertreten: wenn du ein Dieb bist., darf ich auch ein Dieb fein. Eine peinliche Wahlüberraschung. Wenn der Wähler die Stimmliste nicht kontrolliert. Zu welchen unliebsamen Ueberraschungen die N i ch t k o n- trolle der S t i m m l i st e n durch die einzelnen Wahlberechtigten führen kann, zeigt«in Vorfall, der sich am Wahltag in einem Wahl- lokal in Syke(Weser-Ems) ereignet hat. - Hier mußten alle die Wähler, deren Familienname mit dem Buchstaben„St" beginnt, die peinliche Entdeckung machen, daß ihre Eintragung in der amtlichen Wahlliste vergessen worden war und sie daher ihr Wahlrecht nicht ausübep konnten. So mußten etwa- 15 Wähler und Wählerinnen unverrichtetcr Dinge wieder umkehren. Hoffentlich ziehen aus diesem Borfall die Betroffenen für die.künftigen Wahlen die richtige Fol- gerung und kontrollieren die Wahllisten, die eine Woche long vor der Wahl zur Einsichtnahme onslicge«. • Amerikas Gewerkschaften für leichtes vier. Die Exekutiotogung des amerikanischen Gcwerklchaitsbundes trat aus Antrag" der Brauerciunion energisch für die Abänderung der Prohtbitionsgesetz- gebuitg und die Zulassung eines dreiprozontigen Bieres ein. Der Be- jchluh wind dem kommenden Gcwerkschaitskongreß in Bosron nor- gelegt werden. Di« Annahme ist infolge des steigenden ollgemeinen Widerstandes gegen die Prohibition sicher. Zwanzig wahlvorschläqe sind für die Memel-Lairdtagswahl«in- gereicht, davon zwölf litauische,- Politik und freie Liebe. Glossen zum Prozeß Ali Höhler. Am 22, September beginnt die Schwurgerichisverhanblung gegen den Kommunisten„Ali" Hühter wegen Mordes, begangen an dem nationatsozialistischen Studenten Horst Wessel. Der Mord soll angeblich«in politischer sein. So also sieht der Untergrund eines„politischen' Mordes in heutiger Zeit aus: sind da zwei Klubs von abenteuer- lustigen, revolverbewehrten Halb- bis Dreioiertelwüchsigen. Zwei müssen es sein, damit man miteinander raufen kann: und damit man raufen kann, müssen die Kinder verschiedene Namen haben. Der eine nennt sich Rotsront, der andere Hakenkreuz. Hakenkreuz ist aus dem Prograwmpapier für sittliche Reini- gung, Keuschheit der Frau, eheliche Zucht und strenge Sittlichkeit. Was den Häuptling dieses Klubs nicht hindert, mit einem Mädchen in wilder Ehe zu leben. Was geht ihn das Programmpapier an. Aber feine Zimmervermicterin ist die Witwe eines Mannes, der bei Rotsront war. Für Rotsront ist die Ehe ein veraltetes Bornrtcil, die Freiheit des Zexualverkchrs Ehrensache. Folglich nimmt die Rotfrontwilwe an dem sreicn Licbeslebcn ihrfs Hafen- kieuzlermieters Anstoß. Und weil der Hakenkreu.zler mit dem Kcuschheitsprinzip in der Praxis hartnäckig bei dem Rotfrontjystem der freien Liebe verharrt, alarmiert die Wirtiu«ms der niche- gelegenen Stammkneipe die gesamte Rofstontbande. Der ist es natürlich schon recht,«inen Untermieter auszuräuchern, der nach Rotsromprinzipien in freier Liebe lebt. Die Revolver lverden entsichert, ein Sturmtrupp von Rotfrontlern rückt dem gegnerische» Häuptling auf die Bude, um ihn zu teutscher Zucht und Sittlichkeit zurückzugewöhnen. Aber kaum ist die Tür auf. da knallt auch schon der Revolver des Rolftomhäuptlings: aus der geplanten „proletarischen Abreibung' ist blutige Tragödie geworden, die Zeitungen sagen:«in politischer Mord. Wirklich: ein politischer Mord? Wenn Hakenkreuzler für die frei« Lieb« und RotfroMler für das christliche Sittlichkcits- prinzip zum Revolver greifen?! Ltrteil im Girafella-Prozeß. 5000 Schilling Geldstrafe, aber Freispruch in den wichtigsten Punkten. Wien, 19. September.(Eigenbericht.) Um Mitternacht wurde in dem Ehrenbeleidizungsprozeß s t r a- fella gegen„Arbeiterzeitung" das Urteil gesprochen. Der verantwortliche Redakteur der„Arbeiterzeitung" Dr. Pellak wurde zwar zu 5000 Schilling verurteilt, in den entscheidenden Punkten aber, nämlich wegen des Borwurfs Inkorrektheit und Un- ijaabtrteit fiftiaeiproeß««. Spannung im Bombenprozeß. Vernehmung der Krau von Oerhen. Attona. 19. September. �or dem Schwurgericht in Altona erklärte bei der heutigen Verhandlung der chemisch« Sachverständige Dr. H e y k, daß der bei den Anschlägen benutzte Sprengstoff als gemeingefährlich anzusehen sei. Der größte Teil der Vomben besäße die E z p l o- sionskraft mittelschmercr Granaten. Wenn auch nach der Anlage der Bombenanschläge, die Attentäter ofsenbor nicht beab- sichtigt hatten, Menschenleben zu vernichten, so betrachte er doch eine Gefährdung von Menschenleben als erwiesen Noch der Paus« erfolgte unter großem Andrang des Publikums die Vernehmung der vielgenannken Frau van Oerhcn. von deren Vernehmung sich die Verteidigung weitestgehende Ent- lastung für den Angeklagten Volck oerspricht. Frau von Oertzen erklärte, sie habe Volck durch geschäftliche Be- Ziehungen im Jahre 1928 zur gemeinsamen Ausübung der Bilder- Vermittlung kennengelernt. Es hätten dann sehr freundschaftliche Beziehungen zwischen beiden bestanden. Wegen eines Provision�- anspruchs aus einem Bilderverkauf habe sie Klage erhoben. Volck habe seinen Anteil aus dem Bildergeschäst nicht bekommen. Der An- teil sei für den preußischen Staat gepfändet worden. Im Oktober 1928 ging Volck im Austrage der Deutschnationalen nach Holstein, wo er sich eine gute Position zu schassen hoffte. Er schrieb von da aus mehrmals an Frau von Oertzen und besorgte auch Antiquitäten, die sie verwertete. Kurz vor seiner Hochzeit traf die Zeugin Volck im Mai 1929 in der Nähe von Bxlin. Als Volck dann ins Ausland flüchtete, machte er ihr Andeutungen daß ihm der Boden hier zu heiß geworden sei. Er hat allerdings Frau von Oertzen seine Beteiligung an den Anschlägen nur indirekt eingestanden. Positives hat er nicht gesagt. Am 11. Juli 1929 überschritt Volck die Grenze. Sein ganzes Benehmen weckte aber den Verdacht, daß er zu den Bombcnlegern enge Beziehungen hatte. Am 7. November 1929 wurde Volck auf deutschem Boden verhaftet. Die Zeugin erfuhr davon durch Kriminalkommissar Teichmann. Sie gibt zu, daß Volck vor seiner Flucht viel„krauses Zeug" geredet habe, aber Bestimmtes über seine Mittäterschaft bei den Attentaten will sie nicht ge- mußt haben. Später, nach dem Anschlage auf das Reichstagsgebäudc, hat sie ihren Verdacht der Kriminalpolizei mitgeteilt, hat aber nichts getan, um Volcks Verhaftung herbeizuführen. Volck habe ihr, so erklärt die Zeugin, allerdings einmal geschrieben, sie könne„bei seiner Sache" viel Geld verdienen. Aber da es sich um Dinge mit politischem Einschlag handelte, verzichtete sie lieber. Volck gibt zu, in einem Briefe mitgeteilt zu haben, er suche eine geschickte Frau für eine politische Mission. Mit Entschiedenheit erklärt es die Zeugin für vollkommen ausgeschlossen, daß sie selber etwa dem Angeklagten Volck die Pläne zu den Attentaten eingeflüstert hätte. Der ehemalige Staatskommissar Dr. Weismann ist der Zeugin sehr gut bekannt. Politische Auftröge irgendwelcher Art hat sie nie von ihm erhallen. Der Angeklagte Volck läßt durch seinen Verteidiger, Graf v. d. Goltz, feststellen, daß die Zeugin schon im Dezember 1928 von dem Bsidenflether Attentat gewußt habe. Die Zeugin will ober nichts davon wissen, auch nicht davon, daß sie gesagt habe:„Die Aufstand« in.Holstein sind von demselben Arrangeur wie die im Kaukasus."(Dort stt Volck 1929 als Organisator«wer Konter- reoolution gegen die Sowseks tätig gewesen.) Die Zeugin kann sich n-cht erinnern.''/ R.-A. v. d. Goltz:„Sie sind doch Polizeiagentin?" Frau von Oertzen: Ich verbitte mir entschieden dies« Beleidigung. N..A. n. d. Goltz:„Dann hallen Sie also selber nicht viel von Ihrem Beruf, wenn Sic dos eine Beleidigung nennen?" Die Zeugin bestreitet, in irgendeiner Form van der Polizei besoldet zu werden. R.-A. v. d. Goltz legt ihr nun eine ganze Reihe Fragen vor, die sich auf Volcks Verhaftung beziehen. Der Staatsanwalt beanstandet die Fragen, da sie mit dem hier vorliegenden Tatkomplex in keinem Zusammenhang ständen. R-A. n. d. Goltz: Da Frau van Oertzen selber zugegeben hat. daß sie von den Anschlägen gewußt hat, muß ich mich wundern, daß die Staatsanwaltschaft nicht ebenso wie gegen Hamkens Haftbefehl gegen sie beantragt. Das scheint mir hinreichender Beweis zu sein, daß sie tatsächlich im Auftroge der Polizei als sxent provocateur tätig gewesen ist. Das Gericht berät dann über die Zuläfsigkeit der von der Per- teidigung ausgeworfenen Fragen und bejaht diese. Vors.: Haben Sie mit Herrn Mühlsriedel verabredet, Volck nach Deutschland zu locken? Zeugin: Hierüber möchte ich aus innerer Ueberzeugung die Ausjage verweigern. Vors.: Dann muß ich Sie eventuell in di« Kosten des gesamten Versahrens und zu einer Geld, oder Haftstraßc bis zu sechs Wochen verurteilen. Außerdem kann ich Sie auch zur Erzwingung der Aussage bis zu sechs Monaten in Haft nehmen. Zeugin: Dielleicht kann Herr Mühlfviedel danach gefragt werden. Rechtsanwalt Graf v. d. G o l tz: Ich bestehe aus Beantwortung meiner Frage. Staatsanwalt Dr. Junker: Ich bitte um eine Pause, damit Frau v. Oertzen es sich überleg«» kann, nicht etwa, um ihr eine Sonderstellung zu verschaffen, sondern um restlose Klarheit zu er. halt««. Auf die Frage, ob Frau v. Oertzen mit Kriminalkommissar Mühl friedet verabredet hätte, Volck nach Deutschland zu locken, erklärte sie nach anfänglicher Aussageverweigerung schließlich, sie Hobe als angebliche Verlobt« Mühlfriedels Volck nach Deutschland gelockt. Für ihre Tätigkeit habe sie keine Belohnung erhalten, ihr seien nur di« baren Auslogen in Höhe von etwa 590 Mark erstattet worden. Auf die weiter, Frage, wieweit sie an der Auf- deckung der Bombenanschläge mitgewirkt habe, erklärt« Frau von Oertzen. si« habe nur ausgesagt. Volck komme ihr verdächtig vor. Die wetteren Fragen des Verteidigers beantwortet« sie damit, daß sie sich daran nicht erinnern könne. Ferner erklärt sie. daß sie Reichskanzler Müller nicht kenn«. Die Behauptung, daß Müller sie als geschickte Diplomottn bezeichnet habe, sei aus den Fingern gesogen. Der Zeuge Dr. Conrad er. klärte wstter. Frau v. Oertzen Hab« ihm gesagt:„Ich werde Volck unschädlich machen,«r wird schon in mein Garn gehen. Ich stehe unter dem Schutz der Polizei und brauche nicht gemeldet zu werden." Auf Beschluß des Gerichts wurde die Zeugin vereidigt. Frau von Oechen verhastei. Sofort nach ihrer lRernehmung im Bombeniegerprozeß wurde dc« Zeugin Frau n. Oertzen nach Schluß der Sitzung im Flur des Gerichtsg«bSsdes wegen der Forderung ein«, Gläubigers in Haft ß*»»«««». Thüringisches. ,Ihr von der Volkspartei besorgt die Geschäfte der Marxisten!!� ,Aber Herr Frick, wir von der Volkspartei waren doch die ersten, die gegen die rote Flut ankämpften... Darum sehen wir jetzt so aus?" Jubiläumsfeier der Volksbühne. Die Lniernationale der Volksbühne gegründet. Anläßlich des vierzigjährigen Bestehens fand gestern abend im Saal des ehemaligen Herrenhauses eine öffentliche Sitzung der Volksbühne statt. Am Nachmittag hatte sich, wie Genosse Kurt Vaake milleille, die Gründung der Balksbühnen-Jnter- nationale voll.zogen. Damit ist ein lange gehegter Wunsch in die Wirklichkett umgesetzt worden. Die Sitzung wurde eröffnet hu ich eine Rede Vaakes, die übrigens auch auf hen Deutfchlgndjv'der Köm'gswusterhausen übe;. tragen wurde. Aus kleinen Anfängen Hot sich, wie Baak« ausführte, die Volksbühnenbewegung entwickelt. Das erst« Geschästslokol be- fand sich in einer Zweizimmerwohnung, und 59 Pf. Beitrag galt als das höchste der Gefühl«. In organischem Wachstum ist di» Volks- bühne große geworden. „Kunst dem Volke". dieses Wort Bruno W i l l e s ist heute als Schlagwort zu einer Selbstverständlichkett geworden, während es damals in den neunziger Jahren von höchster origineller Bedeutung war. Der Widerstand des Obrigkeitsstaates weist daraus hin, daß man in dieser Forderung eine Gefahr witterte. Schon damals lehnte die jung« Bewegung einen reinen polttifchen Parteistandpunkt ab, schon damals wurden die Plötz« nach dem Prinzip„Gleiches Recht für alle" verlost. Noch mährend des Krieges wurde das Haus am Bülowplatz gebaut, ein Symbol für die orgonisatorisckie Festigkeit der Bewegung. Aus Grund der Besuchcrorganisation konnte man bewußte Theaterpolitik treiben, und man treibt sie heut«»och. Die Anwürfe, daß die Volksbühne ihre revolutionären Anfänge vergessen habe, treffen nicht zu. Man vergißt, daß die revolutionären Gedanken von damals heute Gemeingut geworden sind. Grundsätzliche Forderungen find laicht auf dem Papier zu erheben, die Realität rechnet dagegen anders. Erst leben und dann theoretisieren! Bon Anfang an stand die Volksbühne im Gegensatz zum ortsüblichen Amüsierbetrieb, und sie bedeutet heute in der Zeit des Sports, des Films und des Radio ein Bekenntnis zur tiefen Kunst. Daß man auf dem richtigen Wege ist, zeigt unter anderem di« Anerkennung des Auslandes, dem die deutsche Arbeit als Vorbild dient, und ferner die Taffache, daß trotz der politischen und wirtschaftlichen Wirren der Gegenwart eine Abnahme des Abannentenstammcs nicht zu verzeichnen ist. Heute wie damals offenbart sich der gleiche Opfersinn, Las Bewußtsein der Mafien, daß es um ihr Werk geht, und daß sie dieses Werk stützen müssen Darauf sprach Genosse LeoKestenberg. Er setzte sich in der Hauptsache mit den inneren Gegensätzen der Volksbühne ausein- ander. Diese Gegensätze sind ästhetischer und ethischer, politischer und künstlerischer Art. Trotzdem werden all« Richtungen durch eine starke gemeinsam« Idee verknüpft: „Alle Glieder eines Volkes sind vor der Kunst gleichberechtlg». Zeder' hat Anspruch daraus!" Die Arbeiter versuchen mit dem größten Erfolg, das Theater zu er- ober». Aber diese Eroberung braucht Zeit. Di« all«„Freie Bolls- bühne" wies«ine ganz starke parteilich« Bindung ihrer Mttgliedcr auf. Alle Parteiprominenten waren darin oersammelt. Die„Neue Frei« Nolksbübne' suchte dagegen andere Wege. Da sie nicht auf «in politisches Dogma festgelegt war. wuchs die Zahl ihrer Mitglieder, dank auch der Arbeit großer Persönlichkeiten wie Bruno Wille, Josef Ettlinger und Gustav Springer. Von vornherein war das Programm nicht allein im Theater verankert, sondern wollte den ganzen großen Rahmen der Kunst beanspruchen. Das eigene Haus war das Ziel, und es wurde zum Mittelpunkt, al» sich beide Richtungen im Jahre 1913 vereinigten. Diese Verschmelzung hatte«inen bedeutenden Ausstieg der Mitgliederzahl zur Folge. Heute hat die Völksbühne drei Gegner. Es gibt noch> immer Menschen, die glauben, daß.die Kunst«ine Angelegenheit des Ver- gnügens darstellt. Diesen Gegnern ist die Ueberzeugung entgegenzuhalten, daß die Kunst etwas durchaus Unentbehrliches darstellt. Kunst ist Ausdruckskraft und ein elementares Wesen des Menschlichen. Beben dem materiellen muß auch das geistige Reich erobert werden. Zwei ander« Gegner erwachsen der Bewegung aus Sport und Mechanik auf der einen und Film u n d R u n d s u n k auf der anderen Seite. Aber beide Gegtter sind ungefährlich, da di« Technik niemals di« Wirkung von Mensch zu Mensch ersetzen kann. Es geht um Sicherung, Erhaltung und Ausbreitung des eigenen Theaters. Die Schwierigk«lten des Repertoires und der Stückwahl sind bei der Koalttion der Besucher in ber DSlksbühn« nicht zu verkennen� Ein Teil will revolutionäre, ein anderer'völlig banal« Dramen. Ein gemeinsames Moment findet man aber in dem Kampf gegen di« Starwirtschast. Mißverständnisse entstehen, wenn man die Volksbühne als konstant« Größe oder politisches Instrument be- trachtet. Es ist notwendig, die Forderung der Mitglieder mit den Notwendigkeiten eines Theaterbetriebes in Einklang zu bringen. Dies gelingt, da die Volksbühne über eine feste Kerntruppe verfügt. Wie stark die Organisation ist, zeigt sich, daß auch Tanz. Volkschor, Konzerte, Ltteraturkurse und Film der Bewegung an- gegliedert worden sind. Das Ziel muß aber immer bleiben: ZNuslerinstitut für soziale Kunst. Befreiung des Individuums aus seinen engen bürgerlichen Schranken und sein« Emporentwicklung zu einer Welt des Geistes, der Freiheit und der Menschlichkeit.> lieber die Geschäftslage gab Alfred Brodbcck Auskunft. Die Bewegung umfaßt heut« 396 örtliche Vereine mit 599 999 Mitgliedern. Noch niemals ist die Zahl übertroffen worden. Die Volksbühne befindet sich also in einem stetigen A u f st i« g, trotz wirtschaftlichen und kulturellen Krisen. Das kommt daher, daß hier Menschen leben, die überzeugt etwas wollen. Eine gesunde Planwirtschaft sichert den Erfolg. Und es ist dringend zu warnen, daß irgendwelche Aktionen gegen di« Volksbühne in Form etwa höherer Besteuerung unternommen werden. Der Er- folg wäre sehr klein und di« Gefahr sehr groß. Man übersieht sehr oft den ungeheuren kulturellen Nutzen, den die Volksbühne durch ihre Wandertheater stiftet. Etwa 179 Ortschaften kommen dadurch mit Theaterkultur in Verbindung. Die Volksbühne wird- also auch in dieser Beziehung zu einem bedeutenden Kulturfaktor. Daß man im Ausland diese kulturfördcrnd« Arbett erkannt hat, beweist di« Tatsache, daß in der Volksbühnen- internationale sieben außerdeutsch« Länder vereinigt worden sind, und man hofft, daß die Zahl baty auf 15 steigen wird. Zum Schluß sprachen zwei Vertreter ausländischer Organisationen. Als erster Hakan Meyer aus Oslo. Er bekannte offen, daß die norwegische Volksbühne ein Zweig vom deutschen Baum ist. In Schweden besteht allerdings seit 29 Jahren eine fest fundierte Bewegung, die sich anf den Arbeiterorganisationen ausbaut. In Norwegen arbeitet die Volksbühne mit den Gewerkschaftsorgani- sotionen zusammen, die schon seit Jahren eigene Aufführungen in zu diesem Zweck gepachteten Theatern geben. Bisher zählt Nor- wegen 169 Bolksbühnenorganisationen, die bis zu 75 Proz. auf den G e w c r k s ch a�t e n ruhen. Liegen in Norwegen die Dinge sehr gut, so entwirft Dolf R o e l s über die Volksbühnenbewegung in Belgien ein weniger farbenfreudiges Bild. Dort find die schwersten Kämpfe zu bestthen. An sich besitzt Belgien keine ausgeprägt« Theaterkultur. Antwerpen, ein« Stadt van einer halben Million Einwohner, verfügt nur über ein Schauspielhaus und eine Oper. Trotz der schweren Betün- gungen— u. q, verweigerte die Regierung di« Steuerfreihett— gab die belgische Volksbühne eine Reihe von Vorstellungen und Konzerten. Es ist zu hoffen, daß auch in diesem Lande bald«in frischerer Zug mrlst und daß die große kulturelle Bewegung der Rölssbühne die Unterstützung bei den leitenden Stellen findet, die sie verdient. Dieser erste?lbend der Jubiläumsfeier bewies, daß die Bolls- bühne ein starker, gesunder und ungebrochener Organismus fft. Beamte, Volk und Staat. Ltm ein neues Reamienrechi. München, 19. September(Eigenbericht.) i,tr Münchcner Bundeskongrcß des Allgemeinen Deut- schen Beamtenbund es nahm am Freitag zwei Vorträge über das Verhältnis des Beamten zum Staat entgegen. Das Bundcsoorstandsmitgliedes Dr. Hans V ö l t e r sprach über „Rationelle Personalpolitik in den öffentlichen Verwaltungen und Betrieben". Er führte aus, daß sich der Staat in seinen Verwaltungen und Betrieben den allgemeinen Tendenzen technischer, organisatorischer, sinanzieller, aber auch personalpolitischer Rationalisierung nicht ent- ziehen könne. Im Jahre 1925 wurden in 23 588 öffentlichen und gemischtwirtschaftlichen Betrieben rund 2 Millionen Per- s o n e n beschäftigt. Der Umsatz dieser Betriebe betrug rund 13 Milliarden Mark. Aus diesen Ziffern ergebe sich die große Bedeutung der öffentlichen Wirtschaft u>«d damit des Problems ihrer rationellen Betriebsführung. Es habe keinen Zweck, sich den Notwendigkeiten der Zeitentwicklung entgegen- zustellen. Es sei vielmehr Aufgabe der Beamtenschaft, sich selbst aktiv in diesem Prozeh einzuschalten. Dabei dürsten aber die berechtigten wirtschaftlichen und sozialen Interessen der Beamten- schaft nicht geschädigt werden. Das Beamtenproblem stehe heute mehr denn je in dem Mittel- punkt der öffentlichen Diskussion und damit auch des politischen Kampfes. Man suchte durch die Gelogenheitsgesetzgebung von Fall zu Fall an ihm herumzumodellieren. Statt dessen sollte man der Verfassung, den � Forderungen der Beamtenschaft und den Bedürf- nissen dadurch entsprechen, daß man endlich durch Schaffung eines neuen Beamtenrechls diese Fragen in zeitgemäßer Weise grundsätzlich löst. Ein« Reform des Beamtcnrechts in dem von der Beamtenschaft verlangten Sinn erweise sich auch unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit in den öffentlichen Betrieben und Verwaltungen als eine Notwendig- keit, der so schnell als möglich Rechnung getragen werden sollte. Die Versammlung nahm nach kurzer Debatte folgende Ent- schließung an:„Der Bundcskongrcß lstilt die Bestimmungen des Ausgobenscnkungsgesetzes nicht für geeignet, die öffentlichen Finanzen in irgendwie erheblichem Ilmfang« zu entlasten. Diese Bc- stimmungen behandeln berechtigte Bcamtcnrcchtsfragcn lediglich von Erspornisgesichtspunkten aus und enthalten dcmgeniäß Der- Ichlechterungen des geltenden Gesetzes. Diese Verschlechtcrun- gen stehen außer jedem Verhältnis zu der zu erwartenden Aus- gabcncrfpornis. Der Kongreß lehnt daher diese Bestimmungen des Ausgobensenkungsgesetzes ab. Insbesondere legt er Verwahrung dagegen ein, daß an Stelle der dringlichsten zeitgemäßen Reform des gesamten Beamtenrechts mit dem Ausgabcnsenkungsgesetz der Weg der Gesetzesnovcllierungen beibehalten wird, der seit Inkraft- treten der Reichsverfosfung fast.ausschließlich zur Verschlechterung des Beamtenrechls beschritten worden ist. Diese Taktik kann nicht mit der Achtung vor der Reichsverfassung vereinbart werden, die als Basis des gesamten Staatslebens die Richtung der zukünftigen Rechtspolitik bestimmen sollte. Der Kongreß erneuert im Interesse des Staates und der Be- amtcnfchaft die vom 2lDB. oft wiederholte Forderung nach der Schaffung eines modernen Bcamtenrechts, das derartige Teilnovcl- lierungen überflüssig macht." Hierauf sprach Universitätsprafessor Dr. Hennann Heller, Berlin, über das Thema„Der Berufsbeamte im sozialen R« ch t s st a a t*. Er erklärte, daß die Notwendigkost eines Berufs- beamtenrechts auch in der Demokratie unbestritten sei. Mit dem Wandel der Staatsfonn hätten sich auch die Stellung und die Auf- gaben des Berufsbeomtentums gewandelt. Es sei nötig, daß die Beansten ihre Ehre und ihren Stolz daran setzten, dem Staat treu zu dienen. Nur so lasse sich erreichen, daß das Beamten- tum gerade in der kapitalistischen Wirtschaft nicht mißbraucht und korrumpiert werde. Der Beamte solle seine Ehre Im Dienste am Volk und nicht In der Herrschaft über das Volk finden. Wenn die Bürokratie die politische Führung an sich nimmt, dann laufe sie Gefahr, daß das Berufsbeamtentum durch Partei- beamtentum ersetzt wird und daß«in« korrupte Dilettontenverwal- tung entsteht, in der alle Funktionäre bei jedem Regierungswechsel durch neu« ersetzt werden. Die Beamten sollen und brauchen aus die Wahrung ihrer Berufsinteressen keinesfalls verzichten. Es handle sich hier um die ernsteste Frag« des Berufsbeamtentums überhaupt, nämlich mn die Frage, wie verhindert werden kann, daß das Vertrauen zur Unparteilichkeit des Beamtentums nicht noch weiter schwinde. Man könne sich nicht einfach darauf berufen, daß der Beamte in seiner politischen Betätigung unbeschränkter Privatmann ist, denn das Volk versteht nicht, wie ein Mann unparteiisch seines Amtes walten will und kann, der sich in ssiner politischen Betätigung keinerlei Einschränkung unterwirft. Das gelte insbesondere in der jetzigen politischen Situation, in der man sehe, daß jeder fünfte Deutsche seine Stimme einer Partei gebe, die ihre Ziele selbst nicht kennt, in der also offenbar wird, wie vorsichtig die politisch« Urteilsfähigkeit unseres Volkes eingeschätzt werden müsse. Der Redner verwahrte sich schließlich gegen die Methoden der Brüning-Regierung, den Beamten einseitig Opfer aufzuerlegen, und behauptete, daß dadurch Xausenfce von Beamtenstimmen den Nationalsozialisten zugefallen seien. Das Beamteistum habe es in der Hand, ob es einem„starken Manne" willenlos unterworfen sei oder ob es dem deutschen Volke dienen wolle. Sein« Pflicht sei, alle Dittaturver suche vom Staat und von der Beamtenschaft abzuwehren. Katafirophenpolitik. Mossensiillequngen im Ruhrbergbau. Bochum, 19. September.(Eigenbericht.) Der Ruhrbergbau scheint seine Drohung, den ihm vor- läufig verweigerten Lohnabbau durch neue Stillegungen und Entlassungen wettzumachen, wahr zu machen. In den letzten Tagen häufen sich die Stillcgungsanzoigen. So entläßt die Gutc-Hoffnungs-Hütte in Oberhausen, wie bereits gemeldet, 1259 Mann, und zwar auf der Schachtanlage Vondern, di« ganz stillgelegt wird, 559 Mann, auf der Schachtanlage Sterkrode 459 Mann und auf der Schachtanlag« Oberhausen 75 Mann. Weiter werden auf Vondern und der Schachtanlage Sterkrad«-noch 99 bzw. 59 Kokereiarbeiter entlassen. Die Mannesmann-Röhren- werke entlassen aus drei Zechen insgesamt 233 Arbeiter. Die Vereinigten Stahlwerke beabsichtigen die Stillegung der Zeche Gennania, wodurch 1415 Arbeiter und SS Beamte brotlos werden. Die Germania ist ein« Schachtanlage mit den b e st e n Kohlensortcn und«inein außerordentlichen Leistungseffekt pro Mann und Schicht, der sich allein feit März dieses Jahres um 159 Kilogramm geobcn hat. Die Vereinigten Stahlwerke Bergbauabteilung Gelsen- t i r ch e n legen die Kokerei und Teerdestillotion der Zeche„Graf M o l t k e" still, so daß III Arbeiter entlassen wenden. Die K I ö ck n e r- W« rk e, Abteilung Bergbau, stellen die Betrieb« der Kokereien und Nebengewinnnngsanlagen der Zechen Viktoria I und W« r n e ein. Dadurch werden 119Arbeiterundl9An- gestellte erwerbslos. Die Zeche Viktoria Matthias entläßt auf Viktoria Matthias und Friedrich Ernestina je 199 Mann. Weiter wird die Kokerei der Zeche Viktoria Matthias stillgelegt, so daß 94 Arbeiter und 8 Angestellte zur Entlassung kommen. Eine Erklärung für die Stillegungen findet man in einem Artikel der„Bergwcrks-Zeitung". die in ihrer Donnerstagausgabe schreibt, daß, wenn eine Lohnsenkung nicht eintret«, ein letzter Ausweg in einer Organifati,nsänderung gesucht werden müsse, und zwar derart, daß nunmehr die Produktion auf die rela- tiv besten Betriebe konzentriert und die Förderung in den Grenzbctrieben aufgegeben wird. Das Ergebnis dieser Uni- stellung würde eine neue Welle von Arbeitslosigkeit im Bergbau und die Gefährdung zahlreicher Gemeinden zur Folge haben. Sie würd« die Entlassung von weiteren 55 000 Bergarbeitern bedeuten, so daß mst den schon entlassenen 98 999 die Belegschastsziffer im Ruhrgebiet auf einen Stand von 279 999 herabsinken würde gegen 426 999 im Jahre 1913. Die Lehren der Wahl. Rotwendig ist feste und überlegene Führung. Die„Gewcrkschaftszeitung", das offizielle Organ des Allge- meinen- Deutschen Gewerkschaftsbundes, nimmt in ihrer neuesten Ausgabe sehr ausführlich zu dem Ausgang der letzten Reichstags» wähl Stellung. Sie verzeichnet als besonders kennzeichnend den starten Mißerfolg, den die Regierung Brüning mit ihrer Ab- ficht erzielte, die Sozialdemokratie als politischen Faktor auszu- schalten. Bor allem die Zerschlagung der Mittelpar- teien sei für di« bürgerliche Gedankenrichiung ein Ereignis von weittragender Bedeutung. Der stark« Aufschwung der Nationalsozialisten dürfe nicht nur als Konjunkturgewinn angesehen werden. Aber etwas anderes fei die Frage, ob der Erfolg der Nationalsozialisten, gleichgültig welchen llrsach« er entspringt, von Dan»? fem wird, ob ta gelingt, die Massen politischen Flugsandes, di« vom Sturm des Wohl- kampfcs im Lager der Nationalsozialisten zusommengcweht wurden, durch Erfolg« im Sinn« der Parolen der Nationalsozialisten zu binden. Durch di» parlamentarisch« Arbeit werden solch« Erfolge kaum zu erreichen sei». Das Mysterium des Dritten Reiches wird, sobald sein« Propheten gezwungen sind, mit realen politischen Fakten zu rechnen und zu paktieren und in der rauhen sachlichen Sprache des parlamentarischen All- tags zu reden, schnell einiges von seinem unechten Strahlen- glänz, der di« Massen blendete, einbüßen. Es sei die Aufgabe, in unermüdlicher Arbeit di« Verblendeten aufzuklären:.Das ist aber auch ein« Gefahr für die Gegen- wart. Denn in dem Maße, wie di« Gefolgschaft der National- sozialisten, die dazu erzogen ist. ihrer Stimmung in sehr"drastischer Weise(auch gegen die eigene Führerschaft) Ausdruck zu geben, in- folge des Ausbleibens pckrlamentarischer Erfolge ungeduldig wird— in demselben Maße kann bei der Führung dieser Partei die Neigung Raum gewinnen, di« durch das starke Anwachsen der Fraktion bei der Gefolgschaft geweckten Hoffnungen aus anderen als parlamentarischen Wegen zu befriedigen. Auch dies« Möglichkeit gehört zu hen politischen Reali- täten, mit denen nach diesem Wahlausfall zu rechnen ist. Wir überschätzen ihre Bedeutung nicht, aber wir wollen auch sie nicht ignorieren, sondern ihr ruhig und fest ins Auge blicken, wie so mancher Gefahr, der die deutsche Arbeiterbewegung auf ihrem großen geschichtlichen Wege schon begegnet ist— und der sie zu begegnen wußte." Als notwendige nächste Folgerung aus den Wahlen zieht die Gewerkschaftszeitung den Schluß:.Um so unentbehrlicher ist nun nach alledem eine feste und überlegene Führung des Reiches, gegründet auf einer parlamentarischen Macht. gruppe, die sich, einmütig in dem Willen, die der Lösung harren- den brennenden Fragen des politischen, ökonomischen und sozialen Lebens mit den Mitteln und im Geiste der Berfas- sung zu meistern und diese Verfassung gegen all« Bedrohungen zu schützen, zu entschlossenem Handeln zusammenfindet und ihren Weg unbeirrt zu Ende geht. Eine solche Mehr- heit ist zahlenmäßig möglich, wer au» einem beschränkten Horizont hcrau» ihr Entstehen hindert, wer ihre Arbeit stört, um kümmer. lichen Begehrlichkeiten Neiner kreise, nm Pseaniginteresien ohne Gewicht für da» Gefamtschlckfal Geltung zu verschaffen, trögt dazu bei. daß die latent bestehenden Gefahren für den Bestand der repnblika- nischen Freiheit, für die nsirtfchafMche Existenz und da- soziale wohl weiter kreise, ja de» ganzen Volke» akut werden." Die Arveitsstreckung bei der BVG. Keine Entlassungen beim technischen Personal. Wie uns der Gesamt verband mitteilt, ist wegen der auch beim technischen Personal der Berkehrs-A.-G. notwendige Arbeitsstreckung ebensalls eine Einigung erfolgt. Zwischen dem Arbeiterrat und der Direktion der Bcrkehrs-A.-G ist für die Ar- beiter in den Hauptwerkstätten der Straßenbahn und des Omnibus- betriebe? sowie dev Ersatzteilfabrik und den Wagenbauwsrken in Treptow eine Betriebsvereinbarung getroffen worden, wonach die Arbeitszeit in diesen Betriebsteilen um je 16 Stun- dest im Monat verkürzt werden soll. Die Arbeitsstreckung soll in folgender Weise vorgenommen werden: Am ersten, zweiten und vierten Sonnabend im Monat wird je eine unbezahlte Feierschicht von 534 Stunden eingelegt, also zusammen 163? Stunden. Zum Ausgleich der über die 16 Stunden hinausgehenden halben Stunde wird die Arbeitszeit am dritten Sonnabend im Monat auf 6 Stun- den festgelegt. Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt also in der ersten, zweiten und vierten Woche des Monats 41� Stunden und in der dritten Woche des Monats 4834 Stunden. Lies« Vereinbarung gilt bereit» jür den Monat Vepteu»«r«Ad ist bis zum 31. Januar 1931 befristet. Von der Kurzarbeit werden ungefähr 1599 Werkftättenarbeitcr betroffen. Enllaffuugen komme» infolge dieser Belriebsvereinbarung beim werkstältcnperfonal nicht mehr in Frage. Der Arbeiterrat hat dieser Vereinbarung ohne Bedenken z u g e- stimmt, da sich das technssche Personal im Gegensatz zum Ver- kehrsperfonal bei der Ilrabstiin'mung über den Vorschlag der Di- rektion, für das gesamte Personal der Verkehrs-A.-E. bis auf wei- teres monatlich zwei Feierschichten einzulegen, mit großer Mehrheit sürdie Annahme dieses Vorschlages ausgesprochen hat!«. Lehrlinge im Tarifvertrag. Grundsätzliche Entscheidung des Reichsarbeitsgerichts. Durch verbindlich erklärten Schiedsspruch des Schlich- tungsausschusses Leipzig ist in einem zwischen der Schlosser- zwangsinnung und dem Deutschen Metallarbeiterverband anhän- gigen Schlichtungsverfahren eine Festsetzung der Aufwandsentschädi. gung und der Ferien für die im Schlosserhandwerk beschäftigten Lehrlinge erfolgt. Die Schlosscrzwangsinming klagte auf Feststellung der Nich- t i g k e i t des Schiedsspruches. Sie machte geltend, daß der Lehr- lingsoertrag im Schlosserhandwerk ein Erziehung s- und Lehr-, aber kein Arbeitsvertrag fei und der taris- vertraglichen Regelung nicht unterliege. Auch habe der Schieds- oertrag nicht für verbindlich erklärt werden dürfen, weil der beklagte Verband nur einen geringen Bruchteil der bei den Mitgliedern der Schlosserzwangsinnung beschäftigten Lehrlinge in sich vereinig«. Die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Verbindlichkeitserklärung hätten nicht vorgelegen. Das Landesarbeitsgericht wies die Klage der Schlosserzwangs- innung ab. Die gegen dieses Urteil eingelegte Revision wurde vom Reichsarbeitsgericht kostenpflichtig zurückgewiesen. Es handelt sich um einen Schiedsspruch, der für verbindlich erklärt sei. In diesem Schiedsspruch sei besonders betont, daß die torifvertragliche Regelung auch auf die Lehrlinge über- gehe. Der Revision sei deshalb der Erfolg zu versagen gewesen. ZUden und verantWorien ist zweierlei. KpO.-ÄetriebSräie von Bergmann verurteilt. Am Donnerstag hotte sich das Berliner Arbeitsgericht mit dem Antrag der Verwaltung des Bergmannkonzerns zu beschästigen, zwei Betriebsratsmitglicder ihres Anites zu ent- heben. Die Firma führte dafür ins Feld, daß sie die Anwesenheit betriebsfremder Elemente— es handelt sich um Vertreter der so- genannten„Revolutionären Gewerkschastsopposition"— in einer Betriebsversammlung geduldet hätten: auch habe sich die in Frage kommende Versammlung nicht mit Betricbsangclegenheiten, sondern mit rein politischen Fragen beschäftigt. X Bei Beginn der Verhandlung ließ der Gerichtsvorsitzcnde den Funktionär der„Revolutionären Gewerkschastsopposition" nicht als Vertreter zu, weil es sich bei der genannten Opposition um keine wirtschaftliche Vereinigung im Sinne des Arbeitsge- richtsgesetzes handele. Di« beiden Betriebsräte selbst bestritten, sich in irgendeiner Weise schuldig gemacht zu haben. Die Zeugen bc- sagten dos Gegenteil. Dabei kam zutage, daß es sich um eine wilde Lohnbewegung handelte. Es sei auch ein K a m p s a u s s ch u ß gebildet worden, in den Betriebsfremd« gewählt worden seien. Im übrigen habe mari in der in Frage kommenden Versammlung Dele- gierte für einen Kongreß in Moskau gewählt. Dabei ist inter- essant, daß eine delegierte Arbeiterin es nicht wagte, für die Reise nach Moskau Urlaub zu nehmen, sondern eine schwere Erkrankung vorschützt«. Nach längerer Verhandlung wurde der Klage der Bergmann- Elektrizitätswerke stattgegeben. Das Gericht sah in dem Verhalten lder beiden kommunistischen Betriebsratsmitglieder einen schweren Verstoß gegen ihre Pflichten als Vertreter der Arbeiterschaft. ErfosgreicherGeneralstreik inBarcelona Madrid. 19. September. Die Streikbewegung in Barcelona ist beendet. Die Unternehmer haben beschlossen, die vor dem Beginn des Generalstreiks entlassenen Arbeiter wieder einzustellen. Das Syndicalo Uniro wird anerkannt. Die Streikbrecher sollen aus Wunsch des Syndikats entlassen werden. Die Regierung wird alle verhasleien. di« am Streik beteiligt waren, sowie die Aufruhrer freilassen. Die Arbcilswiederaufnahme erfolgt am Sonnabend. Bata führt Funftagewsche ein! Prag, 19. September. Der bekannte Schuhgroßindustrielle Bata teilt mit, daß er in seinen Betrieben vom 13. Oktober ab di« Fünftagewoche«inführen werde. In der von ihm ausgegebenen Mitteilung weist er auf die Vorzüge dieser Arbeitsmethode für di« Arbeiter und Unter- nehmer hin. Sowjei-Rußland für Artisten wieder offen. In letzter Zeit hatte sich die Internationale Artistenloge ge- zwungen gesehen, vor Abschlüssen nach Sowjet- Rußland zu warnen. Da aber am 1. Oktober in Sowjet-Rußland«in neues Wirtschaftsjahr beginnt, in dem öen russischen Staatszirkussen in erhöhtem Maße ausländische Valuta zugewiesen werden soll, haben die Internationale Artistenloge mit den Staatszirkussen einer. seits und der Zentroposredrabis und der Parenna andererseits einen Vorvertrag abgeschlossen, durch den für die Artisten eine pro- zentual geregelte Auszahlung in ausländischer Währung und dos Recht, diese aus Rußland auszuführen, zugestanden wird. Da auch für alle anderen Fragen, n. a. die Wohnung?- und Lesiensmittel- beschasfung. eine in Anbetrncht der Verhältnisse günstig« Lösung gesunden wurde, ist mimnehr Rußland, das allein für feine Staats- Zirkusse 49 Arbeitsplätze Hai, für Artisten wieder als Arbeits- stätt« offen. waschincnseher, gehl morgen zur Wahl! Sic findet von 9 bis 12 Uhr statt in Kliems Festsälen. Es handcli sich um eine grunb- sützliche Entscheidung. Niemand darf fehlen! Alle müssen- für die Liste Piritz-Schulze-Küchler usw. stimmen! t�reieGewerkschafts-Inaenö Berlin Zugklidtnlsea in gra-ksurt a. d. Odcr. Tr-lipunlle dcr Srupv-n: �aSrt- grupp« 1 um 17 Uhr Bahnhof»Il-randcrplatz. Einaanz Eon'ard. Ecke Königstraß-.-■» gahrtgruppe 2 um 20 Uhr Bahnhof Alerandrrvlal!, Eingang Eontard» Ecke Könlgstrcße.— gahrtqrupue 3 am Sonntag um ß'-i Uho Bahnhof Afexanderplaß, Eingang ikoniard- Eck- Königstraße. Verantwortlich«>r Politik: Dr. Enrt Senet: Wirtschaft: 6. ftiingdbOferj Gewerlschaitsbewegung: Z. Steiner; geuillelon: Jt S. Djis�r: Lokole» und Sontliac»: iZrii, Karstädt: Angeiaen: Tb. Stocke: sämtlich in Berlin. Verlag: vorwärt�Lertag(5. m. b. H.. Berlin Druck: Vorwärts-Äuchdruckeret und SKlMsaastcft Paul Singer n. Co.. Berlin SB. 68, Lindevstroßc 3. Aj-rgK 1 Beilaoca. » 1. Beilage des Vorwärts ?!r. 4 4it» 47. Jahrgang B# ��|y| ElVAlft lij Sonnabend, 20. September 4930 Flugzeugabsturz in Tempelhof. Oer Begleiter tot.— Oer Führer schwer verletzt. Nach der Flugzeagkatastrophe in Stuttgart, die vier Todesopfer forderte» und dem Absturz an der Heerstraße. der erfreulicherweise verhältnismäßig glimpflich aus» ging, hat der Freitagnachmittag ein drittes Flugzeug- ungliick gebracht. Auf dem Tempelhofer Flughafen stürzte das Sportflugzeug Flamingo D. 1760 ab. Der Führer der Maschine Kurtz wurde schwer verletzt aus den Trümmern geborgen, der Begleiter Rödel von der Tech- nischen Hochschule München war bereits tot, als er aus den Flugzeugtrümmern befreit werden konnte. Di« Fiamingo-Maschine gehört der D«rkehrs-Flieger- schule Braunschweig. Der Pilot Kurtz war vor einigen Tagen mit der Maschine nach Berlin geflogen und startete gestern nachmittag zum Ruckflug nach Braunschweig. Der Start verlies vollkommen glatt. Die Maschine zog noch eine Schleife über dem Flughafen und wollte gerade den Kurs nach Braunjchweig nehmen, als sich das Unglück ereignete. Die Luftpolizeibeamten sahen Plötz- lich, wie die Maschine mit dem Propeller nach unten ins T r u- deln geriet. Der Flugzeugführer versuchte die Maschine noch abzufangen. Der Apparat reagiert« aber auf die verschiedenen Steuerversuche nicht mehr, sackte ab und schlug hart auf dem Boden auf. Dom Verwaltungsgebäude waren sofort alle Mohnahmen ge- troffen, um den verunglückten Fliegern schnelle Hilfe zu bringen. Ein Sanitätsauto fuhr sofort zur Unglücksstelle. Der Apparat lag vollkomme«�zertrümmert auf dem Flughasen in der Nähe der Umzäunung an der Flughafen- st r a h e. Di« Rettungsmannschaften befreiten den Begleiter und Führer aus den Trümmern. Der Begleiter Rödel war t o t. Der schwerverletzte Pilot Kurtz wurde sofort nach dem S t.- I o s e p h- Krankenhaus gebracht. Im Krankenhaus wurde von dem Ver- letzten ein« Röntgenaufnahme gemacht. Bei der ersten Untersuchung wurden leichtere Verletzungen am Kopf und schwere an beiden Beinen festgestellt. Lebensgefahr scheint glücklicherweise nicht zu bestehen. Ueber die Ursache des Unglücks läßt sich zur Zeit noch nichts sagen. Die Trümmer werden von der Deutschen Versuchs- anstalt für Luftfahrt untersucht. Vom stürzenden Baum geiötei. Schwerer Unfall am Vinetaplatz. Aus dem vinelaplah im Norden verlins wurden gestern nachmittag drei Personen durch einen umstürzen- den Laum verletzt. Einer der Verletzten, 3- Wittich ans der Ruppiner Straße 16. erlag seiner Verletzung im Krankenhaus. In den Parkanlagen auf dem Vinetaplatz sind zur Zeit Arbeiter damit beschäftigt, den Baumbestand auszulichten. Ins- besonder« werden die im vergangenen Winter eingegangenen Bäume umgelegt. Die Arbeiter waren in den Mittagsstunden an einem besonders starken Baum beschäftigt und hatten den Stamm bereits bis zur Hälfte durchgesägt. Da in jedein Augenblick der Baum umstürzen tonnte, wurden �die zahlreichen Neugierigen, die den Arbeiten zusahen, darauf aufmerksam gemacht und die Ab- sperrmoßnahmen verstärkt. Das Publikum drängt« aber iimner wieder vor. Als sich der Baum plötzlich umlegte, fiel er mitten in eine Gruppe von Zuschauern hinein. Mehrere Per- sonen wurden von der Baumkrone erfaßt Und zu Boden gerissen. Die Zuschauer rannten nach allen Seiten auseinander. Die Ver- letzten konnten sich nicht selbst befreien und schrien laut um Hille. Die Arbeiter versuchten zu helfen, konnten aber den schweren Baum nicht von der Stelle bewegen und die Verletzten auch nicht aus dem Glänzender Anstalt der Lederweltschau. Von der Stunde der Hallenösfnung an war die International« Lederschan am Kaiserdamm heut« bereits von Tausenden von Interesienten besucht. Di« inländischen Besucher verteilen sich aus all« deutschen Gaue, insbesondere auch stark auf die süddeutschen Länder. Der erste Tag stand jedoch ganz besonders unter dem Zeichen eines überraschend starken Auslandsbesuches aus der ganzen Welt, der in dieser Stärke nach dem übereinstimmenden llrteii der Aussteller noch auf keiner Fachschau der Branche zu ver- zeichnen war. Insbesondere waren Einkäufer aus Skandinavien, Holland, England. Frankreich, Oesterrvch, Ungarn, einzelnen Balkanstaaten, der Tschechoslowakei, der Schweiz, Polen und aus Ueberfee vertreten. Dem starken Besuch entsprach auch das gefchäft- liche Ergebnis, das— wenn auch erfahrungsgemäß der erste Tag in der Hauptsache zu Orientierungszwecken benutzt wird— von den Ausstellern allgemein als befriedigend bezeichnet wird. Ueber das Gesamtbild hörte Man das gleiche anerkennende Urteil. .AusklÜL« in die w Oer Brieselang. Das vor den Toren Berlins liegende„Urwald'-Gebset, das den Namen Brieselang führt, ist seit alters her das Eldorado für jene Sammler von Gegenständen aus der Fauna und der Flora, die ihre Beut« zwischen die Blätter ihres Herbariums legen oder sie ihrem Aquarium und Terrarium einverleiben. Wer sich über die interessante Arbeit der Leute, die ihre Fänge an zahlungsfähig«, ober bequeme Sammler verkaufen, orientieren will, lese das betr. Kapitel in Fontanes„Havelland� nach. Der Dichter war aus seiner Apothekerzeit her mit Botanik, Zoologie, Geologie und ähnlichen Naturwissenschaften besser vertraut als die Mehrzahl seiner Zeitgenossen, von denen freilich manche als Schüler zum Botani- fieren nach dem Brieselang geführt wurden— zur Ergänzung ihrer auf den Moabiter oder Rixdorfer Wiesen gewonnenen fragwürdigen Kenntnisse. Auch uns möge genügen zu wissen, daß zu jener Zeit hunderwndzwanzig Bockkäferarten allein im Brieselang vorkamen und diese hoffentlich heut« noch vorhandene Fülle dem Gewährsmann des Dichters die klassischen Worte abringt:„Fauna apart und Flora apart. Wer seinen Kescher mit Ehren tragen will, muß die grüne Trommel zu Hause lassen." Der ein- zige Unterschied gegen früher mag wohl sein, daß der heutige Liebhaber auf dem A utarod angesaust kommt und die Begleit- person, eine Art Fischkasten oder Riesentrommel, unter sich hat. Aber der Brieselang hat noch eine zweite Funktion zu er- füllen: er hat dem Großstädter zu zeigen, wie ein nicht ausschließ. lich nach Holzoerkaussinteressen gehaftener Wald eigentlich aus- sieht. Und da trifft es sich besonders gut, daß im Brieselang das Loubgehölz vorherrscht Wer bisher auf den abgetretenen Pfaden des Grunewalds gewandelt ist, wird überrascht sein, hier stvlz ragende Baumwipfel, dichtes Unterholz und einen Gras- und Pflanzemvuchs von üppigster Pracht zu finden. Aber gerade ge- schnitten« Waldwege gestatten ein Wandern kreuz und quer. Zwei Wege führen hierher: der östliche geht von Station Finken- krug aus, führt durch die Heimisch« Heide— in ihr die Kolonie Faltenhain— am Forsthaus Finkenkrug vorbei zum Alten Finkentrug Stunde). Von hier führt die Straße am Waldrand nordwärts zum Krug Brieselang(1 Stunde) und weiter über den Großen Hauptkanal in di« Bütenheide hinein. Der zweite im Westen seinen Anfang nehmende Weg führt quer durch den Wald von der Kolonie Brieselang(Bahn- stativn) nach dem Alten Finkenkrug(1 Stunde). Aus ihn stoßen eitere Umgebung senkrecht das von Krug Brieselang kommende Gestell und sein halbes Dutzend Parallelkameraden. Sie werden nun wieder senk- recht von den zum zweiten Wege parallel laufenden Gestellen ge- schnitten, so daß man mit Leichtigkeit zu jedem gewünschten Punkt des Waldes gelangen kann. S/NCIAIRLEWI5 MMU „Je länger die Leute sich einem gedankenlosen Optimismus hingeben, desto länger werden sie auf Besserung werten müssen. Ich glaube, wenn es auf der Welt keinen Krieg und keine Tuberkulose mehr geben wird, dann wird auch das Arbeiten in den Büros anregend und anziehend sein und unsere Abenteuerlust befriedigen— aber erst dann. Inzwischen jedoch wird der typische Geschäftsmann, der sich für nichts nebenher als fürs Angeln interessiert, jedesmal, wenn er auch nur einen so gemäßigten Radikalen wie mich anhören muß, nur ärgerlich brummen: ,F)er Kerl weiß ja nicht, wovon er redet: in allen Büros, die ich kenne, sind alle Leute vollkommen zufrieden." „Ja, Veränderungen können nur ganz allmählich kommen, aber das ist keine Entschuldigung dafür, daß die Chefs sich heutzutage für kleine Götzen halten." „Nein, natürlich ist das keine Entschuldigung dafür. Aber olle Leute an leitender Stelle tun das. Das einzige, was wir persönlich dagegen tun können, ist, unsere eigenen Büros so sauber und angenehm zu gestalten wie nur mög- lich, anstatt danach zu trachten, fachten zu kaufen. Aber glauben Sie nur ja nicht, daß die Kapitalisten eine besonders teuflische Rasse sind, anders geartet als Anarchisten oder Ab- wafchfrauen. oder daß wir bei den nächsten Wahlen den Anbruch des tausendjährigen Reiches Christi feiern werden. Wir müssen unsere Weltanschauungen auf wissenschaftlicher Basis aufbauen. Es hat beinahe fiinfhunderttaufend Jahre gebraucht, um das Menschengeschlecht dahin zu bringen, wo es heute ist, und voraussichtlich wird es noch hübsche paar tausend Jahre kosten, bis wir systematisch vorgehen oder auch nur die Notwendigkeit einsehen, alles systematisch ein- zuteilen. Ich bin gar nicht sehr überzeugt davon, daß man augenblicklich etwas Klügeres tun kann, als sein Tagewerk zu vollbringen und zu hoffen, daß nächstes Jahr die Unter- grundbahn nicht ganz so überfüllt sein werde wie Heuer, bei den Wahlen für den bestmöglichen Mann zu stimmen, und dann allen„Weltschmerz" zu vergessen und abends in die Oper zu gehen. Das klingt ziemlich brutal und roh, nicht wahr? Aber da wir nun einmal in einer brutalen und rohen Welt leben, ist das einzige, was man tun kann, an- ständig zu bleiben und sich keine Sorgen zu machen." „Ja," sagte Una. Es tat ihr leid um die morgenroten Ideale einer Mamie Magen, um die edle, kraftvolle, hysterische- Begeisterung Walter Babsons, die sie nun als Luftschlösser aus ihren Gedanken verbannen mußte, wenn sie eine„gute, gesunde, praktische Geschäftsfrau" werden wollte. Die farblos oppor- tunistische Lebensphilosophie hes Herrn Fein enttäuschte sie. Dennoch war er, im Vergleich zu Herrn Schwirtz, Herrn Truax und Charles noch gewissermaßen überschwenglich. Und nach dem Abendessen hörte sie mit unbändiger Freude an seiner Seite die in ihrer Art opportunistischen Melodien des„Troubadour". 3. Die Merryton-Realitäten-Gesellschaft war fallit ge- worden, und man bot der Firma Truax u. Fein den kleinen Grundstückskomplex von Großhampton Hill Gardens zu einem so billigen Preise an, daß sie nicht Nein sagen konnte, obwohl sie bereits genügend Baugründe hatte. In einem für ihn charakteristischen Monolog fragte Herr Truax eine kleine, auserwählte Zuhörerschaft— bestehend aus ihm selbst, seinem Tintenfaß und Una— was er tun sollte. „Soll ich versuchen, soviel wie möglich herauszuschlagen. und den Grund so schnell wie möglich wieder loszuwerden? Ich möchte beinahe auf die alte Jahrmarktsmethode zurück- greifen und ihn versteigern. Die Agenten haben schon mehr in der Hand, als sie bewältigen können. Ich habe nicht einmal einen guten, verläßlichen Vertreter, dem ich zutrauen könnte, an Ort und Stelle Verkäufe abzuschließen." .Lassen Sie mich's versuchen," sagte Una..Geben Sie mir einen Monat Probezeit als Vertreter an Ort und Stelle, und ich werde alles versuchen, was ich tun kann. Lassen Sie bloß ein paar auffällig gesetzte, ausführliche Inserate ein- rücken, und denken Sie nicht weiter an die Sache Sie können sich auf müh verlassen, das wissen Sie. Ich werde mir übrigens meine Inserate selber aufsetzen:„Aussicht auf den Long Island Sund und schöne Hügellandschaft. Nahe gelegener Familien-Uacht-Klub mit Bade- und Segelgelegen'- heit." Ich werde es sckon machen." Herr Truax tat, als hörte er nichts, doch sie stand auf, beugte sich über seinen Schreibtisch und starrte ihn erwar- tungsvoll an, bis er zögernd versprach:„Run, ich will es mit Herrn Fein besprechen. Aber Sie wissen, Sie können dafür nicht um einen Cent mehr Gehalt bekommen als jetzt. Und wo soll ich so schnell eine Sekretärin hernehmen?" „Gehalt ist Nebensache! Denken Sie doch nur, jetzt, wenn der Frühling kommt, auf Long Island fein! Und ich werde schon eine Nachfolgerin für mich finden und sie einarbeiten." „Nun—", sagte Herr Truax, während Una nach dem Bleistift griff und wartend dasaß, um ein Diktat aufzu- nehmen— mit so seligem Herzen, daß sie kaum wußte, wie man„Im Besitze Ihres Geschätzten vom.. stenographierte. Zweiundzwanzigstes Kapitel. 1. Von den einundeinhalb Jahren, die Una auf Long Island als Direktorin von Großhampton Hill Gardens ver- brachte, ist hier nicht viel zu berichten, denn dies ist die Ge- schichte einer Durchschnittsfrau im Erwerb, und in Groß- hampton Hill Garden gab es eigentlich nichts zu tun, sondern bloß einen langen, lachenden Sommertag. Es ist wahr, daß zu jener Zeit an der Nordtüste der Wert der Gründe ge- funken war und daher wenig Geschäfte zu machen waren; es ist wahr, daß Una(in hohen Stiefeln und Sportkostüm) die Zimmerleute überwachte, die für Büro- und Wohn- zwecke ein kleines Häuschen für sie errichteten. Es ist wahr, daß sie mit dem Ingenieur stritt, der die Wege und die Kanäle auf dem Grundstück anlegte, sich Vollmachten an- maßte und ihn entließ und Herrn Truax dann drei Stunden tang überreden mußte, bevor er ihre Entscheidung billigte. Auch verbrachte sie durchschnittlich neun Stunden täglich da- mit, auf Kunden zu warten oder sie herumzuführen, und staubbedeckten Frauen, die auf der Dillensvche waren, Tee und Backwerk zu servieren. Auch schob sie selbst manchmal eine Graßmähmaschine und kochte sich ihr Essen allein. Doch sie vollendete würdig das Werk und durchstreifte das offene Hügelland, von der aufregenden Zeit an, da die roten Blüten des Hartriegels die Gräben mit einem zarten Nebel erfüllten, ein ganzes Kalenderjahr hindurch und darüber hinaus, bis die Ulmen wieder in der Pracht eines zweiten Herbstes standen und die Abendwolken in der nackten Glorie der Erzengel hinschritten über die Hügel von Connecticut, jenseits der flammenden Gewässer des Long Island Sund. (Fortsetzung folgt.) Das Leder ii Eine Führung in der Me wir bereits berichieten. ist der.Z n k e r n a l i o- i a l e n Lderschau" am Kaiserdmnm eine Abteilung »Das Leder in der Kunst" angegliedert, die allein schon den Besuch der großen und schönen Ausstellung lohnt. Die Schau ist eine wertvolle Ergänzung der industriellen und gewerblichen Abteilungen und zeigt, daß die Kunst der Entwicklung der gewerblichen Formen voranläuft und dem praktischen Leben. wertvolle Anregungen bietet. Man beachte die Entwicklung des Modeschuhes von heute, der ganz besonders beim Damenschuh schon wieder ein kleines kunstgewerbliches Erzeugnis von hoher Schönheit geworden ist, in Farben getaucht, mit Ornamenten verziert. In diesem' Umfang und dieser Vollständigkeit ist selten eine Schau zusammengestellt worden. Der größte Teil der kostbaren Stück« stammt aus dem Deutschen Ledermuseum in O f f e n b a ch, dessen verdienstvoller Leiter, Professor Eber- Hardt, versicherte, daß an der hier gezeigten Sammlung nur etwa vier oder fünf wertvolle Stücke fehlen, sonst sind die teuersten Raritäten aus aller Welt vorhanden. Ein Ledermuseum. Das Leder, das vor Urzeiten an dem Menschen zugänglich war, wurde— wie es jetzt noch bei Naturvölkern geschieht— sofort mit dekorativen Ausschmückungen ausgestattet, damit es über den Gebrauchszweck hinaus Freude erregt und die Gefallsucht befriedige. Di« Schmiegsamkeit des Leders im frisch gegerbten oder gekochten Zustand gibt ihm die Fähigkeit, sich jeder Form anzu- passen und in dieser Form zu verharren, wenn es getrocknet ist. So hat die Lederkunst viel Aehnlichteit mit der Bearbeitung von Metallen. Aus der Ausstellung sieht man darum uralte Gegen- stände in gepunzten, getriebenen, bemalten, geätzten und anderen Bearbeitungen. Bei den primitiven Völkern— besonders in Afrika— haben sich die seit altersher geübten technischen Versahren bis heute erhalten. Den künstlerischen Höhepunkt haben zweifellos die Orientalen mit ihren wundersollen Durchbruchmustern der Innenseiten von Buchdeckeln mohammedanischer Koran-Einbände erreicht, wovon die Museen in Düssetdorf und Berlin die schönsten Stücke beisteuerten. Bei chinesischen Lederarbeitcn, Truhen, Kästen und Schmucktassetten tritt das ausgeschnittene und unterlegre Schweinsleder in rotem Lackkleide mit reicher Vergoldung auf, sie gleichen den geschnitzten und lackierten Holzarbeiten, die wir als chinesische K u n st bewundern. Bei den primitiven Völkern Afrikas findet man die malerischen Umhängetaschen und andere Hausgegenstände, die aus farbigem Leder, mit Ornamenten vcr- ziert, an deutsch« Bauernkunst erinnern. Groresk wirken die ledernen Theatermasken und Tanzhauben, die in Bllffelhaut ge> schnitten werden und, mit Gold und in bunten Farben übermalt, i der Kunst. Ausstellungshallen. gespenstige» Ausdruck zeigen Eine reiche Sammlung dieser tünst- lerijch viel gerühmten Schätze ist ebenfalls von deutschen Museen beigesteuert worden. Die kriegerischen Haussaneger und die Fulde, auch die Ioruba bringen Jagd- und Kriegsaus- rüstungen, die in der Bearbeitung des Leders hohe kunstgewerbliche Leistungen aufzeigen. Amerika mit seinen«ingeborenen Völker- stämmen zeigt ebenfalls die interessantesten Muster der Bearbeitung des Leders für Kleidung und Behausung: der ganze.Lederstrumpf"' wird wieder lebendig, wenn man die durch Applikation bunt und ornamental behandelten Jacken, Westen, Fischhaut- und Lederanzüge 'der Indianer betrachtet. Leder als Bestandteil deutschen Kunstgewerbes. Das deutsche Kunstgewerbe der Frühzcit und des Mittelalters mit seiner Hohen kulturellen Blüte hat selbstverständ- lich auch das Leder als besonderen Stoff zu seinen Kunstleistungen herangezogen. Die mönchische Gotik schuf herrliche Bucheinbände. kirchliche Truhen u. a., die im Relief kirchliche Szenen darstellen. Wie weil hier die Verwendung des Leders geht, ersieht man an den Lederplastiken von Pieta-Darstellungen, die ein holzgeschnitzies Kunstwerk vortäuschen, obwohl sie nur aus einer Lederhaut bestehen. Diese Arbeiten entstanden auf folgende Weis«: Man modellierte die Tonplastik, die im ausgetrockneten, aber nicht ge- brannten Zustande mit dem weichgekochten Leder überzogen wurde. das sich mit semer schleimigen Geschmeidigkeit dem Tonkern voll- ständig anschmiegte. Nach dem Trocknen wurde dann der innere Kern zerstött. Dies« bis zur Lebensgröße gestalteten Ledersiguren fanden wegen ihrer Leichtigkeit Verwendung beim Herumtragen in Prozessionen. Die Renaissance gibt dann ebenfalls eine Fülle von Beispielen, wo das künstlerisch bearbeitete Leder für Schmuck und Staatstruhen, Reisebehältern und für Bestecks Ver- wendung findet. Das Barock bringt Ledertapeten. Es wäre ungerecht, wollte man gegenüber, der kulturgeschichr- lichen Entwicklung der Lederkunst das heutige Können und die heutige Kunfttechnik zurückstellen. Hier setzt die Lederkunstschau mit ganz neuen Einblicken in die künstlerische Gestalwngskrast der Jetztzeit ein, die ebenfalls wie die alte Zeit mit Gold und edlen Farben arbeitet. Prof. Eberhardt zeigt Bucheinbände und Schmuck- kästchen, die jeden Liebhaber durch ihre Schönheit erregen können. Aber man braucht gar nicht so weit auszuholen:«in Blick in dss Schaufenster eleganter Bijouteriegeschäfte, Pelz- und Schmuck- geschäfre zeigt ja hinreichend die Methoden, mit denen Leder ver- arbeitet wird: trotz maschineller Verarbeitung soll der einfachste Damenschuh bis zum echten Lederkoffer ein kleines Kunstwerk für sich sein, das durch Farbe. Form und Material feinen Besitzer er» freut. So vermittelt die„Lederschau"«in« Fülle von Sehenswürdig. leiten. Aestegestrüpp hervorziehen. Sie riefen die Feuerwehr, die die Verletzten endlich frei machte und sie nach dem Lazarus-Krank-.ch aus brachte. Ein Herr Wittich aus der Ruppiner Straße hatte eine Brustquetschung davongetragen. Er starb kurz nach seiner Einlieferung im Krankenhaus. Der Zuschneider Max Tornow aus der Swinemünder Straße 97 liegt mit einem Rippe nbruch und einem Nervenschock danieder. Der dritte Verletzte konnte nach Anlegung eines Notverbandes entlassen werden. Obwohl festgestellt wurde, daß die Arbeiter das Publikum immer wieder ermahnt hatten, weiter zurückzutreten, muß die Frage auf- geworfen werden, ob nicht die die Abholzung veranlassende Stelle auch für Absperrung hätte sorgen müssen. Den Arbeitern wird kaum ein Vorwurf gemacht werden können. Berlins Gchleusenbauten. Llmbau der Mühlendammschleuse bedingt auch Abbruch der Watsenbrücke. Der Maglskrai hat sich grundsätzlich damit einverstanden erklärk, gemeinsam mit der Reichs wasserstraßenverwalkung den Umbau der Rkühlendammschleuse und die damit zusammenhängenden Bauten durchzuführen. Die von der Stadt aufzubringenden Beträge sollen nach Fertigstellung des Projekte», das der Stadtverordnetenversammlung in einer ausführlichen Vorlage zugeleitet werden soll, in den Haushaltsplan t9Zt eingesetzt werden. Die Stadt Berlin ist bereit, den sür das Bauvorhaben erforder- lichen Grund un}> Boden, soweit er in das künftige Spreebett fällt oder für den Bau der Schleusen oder ihrer Nebenanlagen, zu denen u. a. auch ein Wohn- und Verwaltungsgebäude für das Wasserbau- amt und den Schleusenbetricb gehört, gebraucht wird, dem Reiche unentgeltlich und lastenfrei zu übereignen, unter der Voraussetzung, daß andererseits das Reich die durch den Umbau der Staustufe in Landslächen oerwandelten Wasserflächen, soweit sie für die Anlagen nicht gebraucht werden, der Stadt Berlin unentgeltlich überläßt. Die Stadt Berlin hat dem Umbau bzw. Neubau der Brücke über die Spree im Zuge des Mllhlendammes auf eigene Kosten zu übernehmen. Unter der Voraussetzung, daß die Widerlager seitens der Reichswasserstraßenverwaltung aus ihre Kosten ausgeführt wer- den, übernimmt die Stadt Berlin die Ausführung eines neuen Brückenbaues über den Spreekanal im Zuge der jetzigen Schleusen- brück«. Zu den von der Stadt übernommenen Brückenum- und-neu- bauten gehört auch der Abbruch der alten Brücken und die Vorhaltung etwa erforderlicher Notbrücken. Außerdem verpflichtet sich die Stadt Berlin, zwei Jahre noch Fertigstellung des Umbaues der Mühlen- dammschleuse einschließlich des Neubaues der Mühlendammbrllcke die Watsenbrücke auf ihre Kosten abzubrechen. Es bleibt der Stadt überlasien, als Ersatz eine die Belange der Schiffahrt nicht störende neue Brücke entweder an aller oder an anderer, benachbarter Stelle auf ihre Kosten zu erbauen. »-- Oer Giurm auf den Konsum. Zehn junge Arbeiter waren in bitterer Not. Vor dem Erweiterten Schöffengericht Lichtenberg hatten sich zehn junge Arbeiter wegen Landfriedensbruch, Zusammenrottung und Aufruhr zu verantworten. Es wurde ihnen zur Last gelegt, daß sie sich am 31. Januar d. I. an dem Angriff auf«ine Lichtenberger Volksküche und an der Plünderung des Gefchäftslokals der Konsum- Genossenschaft am Wismarplatz zu Lichtenberg beteiligt hatten. Die Verhandlung ekchtb, daß sich dl« Angeklagten in einer ge- radezu verzweifelten Lage befunden hatten. Erwerbslos wie sie waren, erhielten sie außer ihrer kleinen Unterstützung jeden Tag ein Mittagessen, Semmeln und Kakao. Als ihnen das entzogen werden sollt«, gerieten sie in eine große Erregung, die sich darin äußerte, daß sie sich nicht nur gewaltsam in die Volksküche, sondern auch in das Geschästslokal der Konsum-Genossenschaft, in dem sie ihre Semmeln erhalten hatten, eindrangen und dort plünderten. Wäh- rend der Staatsanwalt sür den Hauptangetlagten 6 Monate Gefängnis und für die übrigen je 3 Monate Gefängnis be- antragte, kam das Gericht zu einer Freisprechung sämt- licher Angeklagter aus Kosten der Staatskasse, weil es sich auf den Standpunkt stellte, daß hier ein N o t st a n d der Angeklagten im Sinne des Paragraphen S4 vorliege, für den sie nicht verantwortlich gemocht werden können. Sie haben sich an dem Tage der Tat in einem Zustand befunden, den der S e l b st- erhaltungstrieb und der Hunger veranlaßt hätten. Das Gericht hat ein weitgehendes erfreuliches Verständnis für die Not- löge der jungen Menschen gehabt und der Herr Staatsanwalt hätte sich, wenn er nur halb soviel psychologisches Verständnis gehabt hätte, seinen nach dem glatten Freispruch fast barbarisch anmutend«» Antrag ersparen können. Es darf jedoch nicht unbeachtet bleiben, daß die Geschädigten diesmal nicht Privatpersonen, sondern Kollektivunternehmen, die Gemeinde und eine Ge- nossenfchaft waren. Auiohalle wird Tennishatle. Eröffnung am 1. Oktober. Während andere Großstädte, wie z. B. Hamburg und Vre- m e n, schon längst ihre Tennishallen haben, wird in Berlin der Tennissport in diesem Jahre zum ersten Male auch im Winter in größerem Umfange betrieben werden können. Ein« der großen Ausstellungshallen am Kaiserdamm, die alte AutoHalle, wird zur Tennishalle umgebaut und schon am 1. Oktober eröffnet werden. Die Halle erhält zwölf Plätze, die sämtlich mit einem für Tennis besonders geeigneten Holzbelag versehen sind. Bei größerer Beteiligung kann die Anzahl der Plätze noch um acht weitere erhöht werden. Die Beleuchtungsverhältnisse sind in der Halle so günstig, daß nur in den Abendstunden bei künstlichem Licht gespielt zu werden braucht. Auf der Spur des Täters von Karow. Der F«uerüb«rfall auf di« LI Jahre alte Witwe Mar- garete Mathiok in der Frundsberger Straße 47 zu Karow scheint seiner Aufklärung«ntgegenzugehen. Wie bereits erwähnt, wurde später beim Absuchen der Chaussee, die der Täter entlang geflüchtet war.«ine Brieftasche mit Papieren gefunden. Durch die weiteren Nachforschungen der Mordkommission kann jetzt als festgest«llt angesehen werden, daß die Tasche dem F l ü ch t t g e n g e h ö r t. Di« Papier« darin lauten aus den Namen eines 34 Jahre allen Maurers Paul Kunz«, der zur Zeit «ahnungslos ist. Omnibuslinlcn 12 und 14 werden umgeleitet. Wegen Gleis- bauarbeiten w-ird di« Jerusalemer Straße zwischen Koch- und Zimmerstraße ab 2?. September auf etwa drei Wochen ge- sperrt. Es fahren daher die Omnibusse in beiden Richtungen: A 12 KocWraße, Markgrafenstraße, Zimmerstraße, Jerusalemer Straße: A 14 Lindenstraße, Zinunerstraße, Jerusalemer Straße. Nazi-Berufung verworfen. Trohvem milde Sühne für den Tempelhofer Üeberfall. Wie berichtet, hatten die drei an dem U«berfall auf das Tempel- hofer Parteilokal von Pommerening beteiligten und wegen Land- friedensbruchs oeruteilten Rationalsoziallsten Berufung eingelegt. In der gestrigen Verhandlung stellten sie sich dumm. Sie wollten friedlich nach Hause gegangen sein, als es zu den oerabredeten Zu- sammenstößen in der Diktoriastraße kam. Jetzt baten sie demütig und Kescheid«» um Freisprechung. Staatsanwalt Schmidt plä- vierte demgegenüber auf Verwerfung der Berufung. Die Tat Ist vollendeter Landfriedensbruch und b«i der po- littschen Siedehitze, die schon viele Todesopfer gefordert hat, muß es bei den Strafen von sechs bzw. drei Monaten Gefängnis bleiben. Das Gericht unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Dr. Sachs verwarf nach einstllndiger Beratung die Berufung. In der Urteils- begründung heißt es: Angehörige der RSDAP. haben ohne jeden Anlaß und ohne irgendwie gereizt zu sein, einen Üeberfall auf den Versammlungsraum Andersdenkender unternommen. Mit Stöcken wurde die Scheibe eingeschlagen. Steine ins Lokal geworfen und Drohruse ausgestoßen. Das Gericht ist vollkommen von der Schuld der Angeklagten überzeugt. Die Gering- fügigkeit des Schadens kommt nicht auf das Konto der Angeklagten. Ebensogut hätten Personen getötet oder schwer verletzt werden können. Da von feiten der Staatsanwaltschaft keine Berufung ein- gelegt wurde, bedauert das Gericht, di« Strafe für Herbert Sturm he it nicht erhöhen zu können. Herbert St. ist ein zu Gewalttätigkeiten neigender Mensch, der sich im Alter von 17 Jahren damit beschäftigt hat, jüdische Passanten niederzu- schlagen. Herbert St. ist auch schon wegen Aufruhrs verurteilt, später aber amnestiert worden, er hat sich dieser Gnade nicht für würdig erwiesen. Wenn die Vorinstanz seinen weniger belasteten und vor allem nicht vorbestraften Bruder Hans Sturmh«it zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt hat, dann sieht das Gericht nicht«in, warum Hans schwerer als Herbert bestraft werden soll: die Strafe für Hans St. wird auf 3 Monate Ge- fängni» ermäßigt. Bezügl des Angeklagt«» Lüttich bleibt es bei 3 Monaten Gefängnis und 100 Mark Geldstrafe. Um der Ver- rohung des polittfchen Kampfes entgegenzuwirken, wird jede Straf- aussetzung abgelehnt. Die Heimkehr der Ozeanflieger. Empfang in Hamburg. Cuxhaven, IS. September. Der Ozeanflieger Wolfgang von Gronau und die übrigen Mitglieder der Besatzung des Dornier- Wal-Flugbootes 0 1422, Pilot Zttmner, Monteur 5)ack, Funker Albrccht sind mit dem Hapagdampfer„Hamburg" hier eingetroffen. Der Dornier-Wal. der als das«rste Wasserflugzeug. das den Weg von Europa nach Amerika fand, naturgemäß ein Sensattonsschaustück auf der Ueberfahrt bildet«, geht mit dem Dampfer nach Hamburg, um dort für den Start nach Potsdam bereit g«macht zu werden. Noch der Landung in Potsdam wird der Ozeanflieger mit seinen Begleitern am Sonntagnachmittog um 4 Uhr auf dem Templiner S«e auf den Regi«rungsdompfer„Mark" übersteigen. Dort wird Gronau im Namen und im Auftrag« der Zentralbehörden und des Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg von Re- gierungepräsident Dr. Joenicke begrüßt. In Hamburg hieß Bürgermeister Roß die Fli«ger auf beut- lchem und hamburgrschem Boden willkommen und überbrachte die Slückwünjch« Hamburgs zu der von ihnen vollbrachten großen * Leistung. Der Flug habe überzeugend dargetan, daß die Luft- Verbindung zwischen Europa und Amerika kein glückhafter Zufall mehr sei, sondern eine Realität, di« immer klarer zu erkennen und zum festen Besitz zu machen jetzt di« Ausgab« sei. Als Zeichen des Dank«? des Hamburger Senats und als bleibende Er- innerung überreichte der Bürgermeister jedem der vier Teilnehmer am Fluge eine Urkunde.__ Naugelder-Mslionenunierschlagung. Katholische Schwestern sind die Hauptleidtragenden. Heidelberg, IS. September. Bei der vor einigen Jahren hier gegründeten Woh» nungsbnugesellschaft m. b. H. wurden Unterschlagungen in Höhe von ungefähr zwei Millionen Mark festgestellt. Der Geschäftsführer Paul Müller, ein gebürtiger Schweizer, ist geflohen. Ter Verlust trifft hauptsächlich katholische Krankenschwestern, die Baugelder für ein Krankenhaus gesammelt hatten. Im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch der Woh- nungs-Bau-Gesellschast m. b. H. wurde heute der zurzeit nicht mehr praktizierende Rechtsanwalt Ludwig Müller, stellver- tretender Geschäftsführer der genannten Gesellschaft, in Unter- fuchungshaft genommen. Die Verluste der Gesellschaft sollen tatsäch- lich in die Millionen gehen. Sie sollen zum größten Teil mitver- schuldet sein durch den üppigen Lebenswandel des Direktors Paul Müller, der sich seit etwa zwei Wochen im Ausland aufhält und sich, wie man annimmt, größere Beträge durch Verschiebung ins Ausland gesichert hat. In den letzten Tagen war ein Wechsel in Höhe von mehreren hunderttausend Mark zum Protest gelangt. Dadurch ist die Angelegenheit ins Rollen gekommen. Meuterei politischer Gefangener. Im Gerichtsgefängnis in Bielefeld kam es zu einer Re- volte politischer Gefangener, die von dem Gefängnispersonal nicht unterdrückt werden konnte. Das herbeigerufene Ueberfalltom. mando mußte erst die Straße vor dem Gefängnis räumen, da sich inzwischen«ine größere Menschenmenge angesammelt hatte. Die Gefangenen hatten sich im Eßsaal zusammengerottet, von wo aus sie aus den Fenstern riefen, daß sie verhungern müßten. Sie weigerten sich, aus dem Saal in ihre Zellen zurück. zukehren. Die Polizei muhte sib daher gewaltsam aus dem Saal entfernen, wobei ihnen heftigster Widerstand entgegengesetzt wurde. der Haut ist die Qualifiit Ihrer Wasshtisdiseife immer entscheidend. Deshalb verwenden Sie ein Produkt, dessen auserlesene Beschaffenheit in allen Verbraucherkreisen gerühmt wird: Dr. DRALLE' Larendelseife Große Hunde Form, HM. C,7S Die Unfallkurve steigt. Starke Zunahme der Verkehrsunfälle im August. Während im Monat Juli die Verkehrsunfälle in Berlin um einige Hundert zurückgegangen waren, wies der Monat A u g u st die höchste Zahl der Verkehrsunfälle in diesem Jahre auf. Es ereigneten sich 2SSS Unfälle, an denen 5067 Wegebenutzer beteiligt waren. Auf die 46 839 Personenkraftwagen entfallen 7218 Unfälle(Juli S85), auf die 16 173 Last- und Geschäftskrastwagen einschließlich Elektrokarren 499(493), auf die Last- und Ge- schäftskraftwagen mit Anhängern 67(66), auf die 1697 Zug- Maschinen 9(9), auf Zugmaschinen mit Anhängern 17(18), aus die 8967 Kraftdroschken 735(630). auf die 754 Kraft- o m n i b u s s e 104(77), die 39 309 Krafträder und Klein- k r a f t r ä d e r 633(612), auf die 2119 Triebwagen und 1783 An- Hänger der Straßenbahn 216(181), auf die Handwagen 47(47), auf die Treträder 791(700) und auf die Fußgänger 501(436) Unfälle. Auf die einzelnen Tage der Woche verteilen sich die Unfälle folgendermaßen: Sonntage 223, Montage 342, Dienstage 343, Mittwoche 369, Donnerstage 346, Freitage 443 und Sonnabende 499. Bei den Unfällen wurden im Monat August 22 männliche und 8 weibliche Personen getötet, sowie 848 männ- liche und 340 weibliche Personen verletzt. Auch im Monat August gab zu schnelles F a h r e n die meisten Ursachen zu den Unfällen ab(242). Erschreckend hoch sind auch die Unfälle, die durch die Trunkenheit des Führers verursacht wurden. Im Zählmonat wurden allein 45 Fahrer, die bei einem Straßen- unsall beteiligt waren, vom Arzt als betrunken festgestellt. Die Zahlen sind außerordentlich lehrreich. Man darf aber nicht außer acht lassen, daß die verhältnismäßig geringe Zahl der Unglücksfälle bei Personenkraftwagen und die demgegen- über sehr hoch erscheinend« Frequenz der Unfälle bei den Kraft- d r o s ch k e n zum großen Teil auch auf einen besonderen Umstand zurückzuführen ist: Die Personenkraftwagen befördern ein-, zwei- oder höchstens drei- bis viermal am Tage, während die Kraft- d r o f ch k e n an sich, soweit ihnen nichr erzwungene Ruhe auf- erlegt ist, ständig in Bewegung sind. Aus den Ziffern einen Rückschluß auf die Zuverlässigkeit der Privatchauffeure und der Kraftdroschkenchauffeure abzuleiten, wäre also durchaus ab- w e g i g. Die erneut« Feststellung, daß die Zahl der Unfälle am Freitag und Sonnabend besonders hoch ist und daß andererseits die Ziffer der durch Trunkenheit des Führers verursachten Unglücksfälle sich als geradezu erschreckend darstelll, weist auf die gleiche Ursache hin: Den Mißbrauch des Alkohols. Der betrunkene Fußgänger gefährdet fein Leben und das Leben anderer ebenso wie der betrunkene Kraftwagen- führer. Von Grund aus Remedur zu schaffen, erscheint heut« nach der Lage der Verhältnisse und dem Stand der gesetzlichen Beftim- mungen noch nicht möglich. Es bleibt dem gewiffenhafren Beob- achter der Statistik nur die Pflicht, Fußgänger und Chauffeure in gleichem Ernst zu w a r n e n, daß sie beim Genuß alkoholischer Ge- tränke jene Sorgf.alt zeigen, die sie nicht zu einer Gefahr für Gesundheit, Leben und Existenz ihrer Mitmenschen werden lassen. Aus Rache niedergeschossen. OaS traurige Ende einer Ireundschast. In einem Lokal in der S ch u l st r. 6 3 schoß gestern abend der Arbeiter Mar Markus seinen ehemaligen Freund Paul Slarhieski nach einem kurzen� Wortgefecht nieder. Startzieski hatte vor zwei Jahren nach einem Streit seinen Freund verprügelt, der ihn darauf o e r k l a g t e. Das Gericht kam zu einem F r« i f p r u ch. Darauf sann Markus auf Rache. Gestern abend schritt er zur Aussührung des lange gehegten Planes. Er bestellte Startzieski durch einen Zettel, mit der Angabe, ihn sprechen zu müssen, in das Lokal Schulstr. 63. Startzieski ging auch hin. Markus überhäufte ihn, kaum, daß er das Lokal betreten hatte, mit Vorwürfen. Ehe der ander« antworten konnte, hatte Markus einen Revolver gezogen und schoß. Der Schuß traf Startzieski, der sofort zusammenbrach, in den Mund. Die Gäste sprangen zu, schlugen Markus den Revolver aus der Hand und übergaben ihn der Polizei. Der Verletzte wurde ins Krankenhaus übergeführt. Den Polizeibeamten gegenüber gab Markus zu, daß er seinen ehemaligen Freund erschießen wollte. Besichtigungen der KGB.-Anlagen in Lichtenberg. Gewaltig haben sich die konsumgenossenschaftlichen zentralen An- lagen in Lichtenberg in den letzten Jahren ausgedehnt. Auf 100 000 Quadratmeter Grundfläche sind im Laufe der Jahre erftan- den: mehrere größer« Wohnhausgruppen, Verwaltungs- gebäude, Wertstattgebäude mit Garagen, Schlosserei, Tischlerei, zwei Bäckereien, Lagergebäude, Heiz- und Kesselhaus, Fleisch- und Wurftwarcnfabrik, Wohlsahrtsgebäude usw. Es ist ver- ständlich, daß die rund 200000 Mitgliederfamilien der Genossenschaft den Wunsch haben, das von ihnen aufgebaute Wert, das ihr Eigentum ist, durch Besichtigung kennenzulernen. Diesem Wunsche wird weitestgehend entsprochen, indem an sieben Sonntagen der Monate September, Oktober, November allgemeine Führungen stattfinden, an denen auch NichtMitglieder teilnehmen können. Die ersten Besichtigungen finden am Sonntag, dem 21. Sep- tember, in der Zeit von ll Uhr vormittags bis 1 Uhr mittags, statt. Zur Teilnahme sind eingeladen die Verbraucher der Bezirke Tier- garten, Charlottenburg, Moabit, Spandau und einer Reihe von Gemeinden des Kreises Osthavelland(Briefe- lang, Velten, Kremmen usw.). Es unterliegt keinem Zweifel, daß die Besichtigung der konsumgenossenschaftlichen Produktivbetriebe bei allen Teilnehmern volle Befriedigung auslösen und dazu bei- tragen wird, das Verständnis für die konfumgenosfenschaftlichen Bestrebungen in weitere Kreise der Bevölkerung zu tragen. Ainderlachen im Rose-Theater. Das war ein fröhliches, unbe- schwertes Kinderlachen, wenn der dicke Friedel. der Ober- mundkoch mit seinem Kochlösfelszeptcr seinen Küchenstift traktierte i-ad dabei mit seinem reichpestopsten Bauch allerhand schwerfällige »zpriolen schlug. Ein bißchen antiquiert ist ja der selige Hundert- �hrschlas der Aufmarsch der guten und bösen Geister und es '�ibt Kinderhistorien, die stärkeren Gegenwartswert besitzen. Aber letzten Endes— schön ist, was gefällt und nachdem die Gebrüder Rose in einem Brief ihres Programmheftes heiligst gelobten, dem- nächst auch zeitgemäßere Märchcnvorstellungen zu servieren, so mag dies Stückchen Vergangenheit ruhig mit durchschlüpfen. Sehr hübsch die Bühnenausstattung, eine flotte Regie und ein liebevoll bemühtes Darstellerensemble, der kleinen Gesellschaft ein paar fröhliche Stun- den zu bereiten. •- Wieder ein Militärflugzeug abgestürzt.) Aus Prag wird gemeldet: Etwa zwei Kilometer südlich von Beneschau stürzt« ein Flugzeug des tschechoslowakischen Flieger- regiments Nr. 4 bei einem Staffel-Uebungsfluge ab. Der Pilot fand hierbei den Tod. Nicht einsteigen, wenn der Zog schon in Fahrt ist! Auf dem Hamburger Hauptbahnhof oersuchten«in Ehepaar und seine zwei Töchter den schon fahrenden Personenzug nach Frankfurt am Main zu besteigen. Während die beiden Töchter noch in ein Abteil gelangten, geriet die Ehefrau zwischen Bahnsteigkante und Trittbrett. Der Zug wurde zwar sofort zum Stehen gebracht, die Frau konnte jedoch nur mit Hilfe der Die neue Veranstaltung„Das musikalische Magazin' bewährt sich diesmal. Der aktuelle Querschnitt durch die musitali- ..... t mit Tänzen, So schen Neuerscheinungen gibt sich nicht Lünzen, Songs oder an- deren schönen Dingen ab, er zeigt vielmehr das Gesicht der ernsteren Musik, vor allem der Oper. Hört man diese Stücke etwa aus Wein- bergs„Die geliebte Stimm e", so merkt man, daß die höchst problematische Atonalität immer mehr zu den Akten gelegt wird. Man kommt zur Melodie wie- oer zurück, allerdings zu einer Melodie, die difserenzierter ist als die früherer Zeiten, und diese Melodie findet man auch in Her- manns Chorwerk„Im Z o o", nach Ringelnatz, das stprke groteske Elemente orchestralen Charakters damit vereinigt. Jedenfalls er- weist diese Veranstaltung ihre Notwendigkeit.— Der Vortrag Dr. Harold Brauns über„Probleme der Ehelosigkeit in der Zeitdichtung" befriedigt insofern nicht, als er einige Werke behandelt, ohne daß er sie auch bewußt und betont in den Zu- 'ammenhang der gesamten sozialen Entwicklung stellt und sie Haupt- ächlich von diesem Gesichtspunkt aus erklärt. Den Ausführungen ehlt die klare Richtlinie.— Die Rubrik„Das neue Buch" cheint sich in letzter �eit nur noch mit aktuellen Dingen zu beschästi- gen. Gibt es wirklich nichts Wichtigeres als die Eiszeit und die Sumerer? Die Leute haben eben Sorgen. Dann spricht Regierungs- Präsident Dr. Hans Simon über„ Parteiwanoel im letzten Wahlkamps". Er klärt für den Hörer die nach den Wahlen geschaffene innerdeutsche Situation, vor allem sucht er an Hand der Wahlstatistik die Wandlungen im Wirtschafts- und Gesellschaftsleben Deutschlands festzustellen. Hunger und N o t sind entscheidende Momente. Ausgezeichnete Bemerkungen über die Psychologie der bürgerlich orientierten Angestellten- und Be- amtenschast, aus denen sich ein großer Teil der Nationalsozialisten rekrutieren. Es ist ein sehr instruktiver Vortrag. Ueber das Sende- spiel wird morgen hier berichtet werden.?. Leb. Feuerwehr aus ihrer schwierigen Lage befrett werden, und mußte mit schweren Verletzungen einem Krankenhaus zugesührt werden. Rotkäppchen und der Wolf. Das Theater inderKlo st er- straße bringt das dreiaktige Märchenspiel von Direktor Franz Sandinger als Nachmittagsvorstellung für Kinder heraus und er- ringt damit dank der entzückenden Darstellung des Rotkäppchens durch die kleine Hannell Maierzajk bei. den Kindern eine echten jubelnden Erf'....... in Jngeborg M ö l l e r beste Vertretung Der direktoriale Autor Die Aengste und Nöte der guten Mutter fanden spielt« den Baron und er sowie auch der Jäger Georg Kruses und die Großmutter Agnes Möllers gefielen den Kindern über die Matzen. Gartenbauausstellung in Reinickendorf. Wie im vergangenen wird auch in diesem Jahre der Bezirksverband Reinickendorf des Provinzialverbandes Groß-Berlin E. V. im Reichsoerband der Kleingartenvereine Deutschlands sich wieder die größte Müh« geben, feine Interessenten zufrieden zu stellen. Alles, was die Kleingärtner Reinickendorfs mit den primitivsten Mitteln, dafür aber mit äußerster Liebe zur Scholle der Mutter Erde abgerungen haben, wird am Sonntag, dem 21., und Montag, dem 22. September, im „Tuskulum", am Tegeler See gelegen, öfsentlich zur Schau ge- stellt._ Allgemeine Wetterlage. i9.Soph4930,abds. Unter dem Einfluß einer allgemeinen südlichen Luftströmung war am Freitag das Wetter im größten Teile Deutschlands ziemlich warm. Im Binnenland« wurden vielfach 20 Grad erreicht, in Süd- deutschlond sogar 25 Grad überschritten. Vom Atlantischen Ozean ist jetzt ein« tiefe Sturmzyklone bis nach Irland gelangt: einer ihrer Ausläufer ist bis zum Freitagabend nach Nordwestdeutschland vor- gedrungen und bringt hier vielfach Regen. Auch im übrigen Deutsch- iand hat die Bewölkung rasch wieder zugenommen. Die Rand- störungen des erwähnten Tiefs dürften bei ihrem weiteren Vor- dringen nach Nordosten auch unseren Bezirk in Mitleidenschast ziehen. * Wetteraussichten für Berlin: Zunächst stark wolkig bis trübe mit Regenfällen und etwas Erwärmung: später Uebergang zu unbe- ständigem, wieder kühlerem Wetter.— Für Deutschland: Im Nord- westen sehr unbeständig bei starken südwestlichen Winden; im übrigen Reiche stark wolkig, vielfach Regen. Voriräge,VereineundVersammlungen. Reichsbanner..Schwarz-Rot-Gold". GeschtHtsftill»: Berlin S 14. EebaltianNr 37—88 Sei 2. It. Ritte. Sportabteilung. Conntag, A. Ecpiembcr, Lerbltwanderunz nach Niederlchme. Anschlickend Handbollspiel der zweitcn Mann» schaft dortselbst. Treffpunkt Bahnhof Börse. Freireligiöse(Gemeinde. Sonntag, 11 Uhr, Poppelallee IS, Vorttag des Herrn Dr. K. Sturm:„Die Aegcnreformation". Harmonium: Themen aus der Musik zu dem Schauspiel„Ä'Arlesienne(Sijet). Gaste willkommen. Im R-se.Zheater geht täglich 845 Uhr, Sonnabend» 7 Uhr und 10,15 Uhr, Sonntag 5/45 Uhr und S Uhr„Die Braut von Mkssina' mit Irene Triesch als Isabclla im S,-n«. Di« Märchenspielicit hat begsnncn. Sonnabends 4,15 Uhr und Sonntags 2,3« Uhr„Dornröschen", jeden Miiwoch u« 5 Uhr Hinsel und Gretel". äasint). Theater. Unwiderruflich nur noch bi» 3«. September wird da» erfolgreiche Etlllk„Der selige Hollschinskn" auf dem Spielplan verbleiben, um dem Schlager„Hurra—«in Junge" von Aniold und Bach Platz zu machen. Di« Erstaufführung findet Mittwoch, 1. Oktober, statt. (�sM auszugeben überlegt sieh beute jeder! Sie legen Ihr Geld gut an, wenn Sie Salamander-Schuhe kaufen. Beste Paßform/ tadellose Verarbeitung und große Preiswürdigkeit sind die Gegen I eistu neg SALAMANDER (infenbangen für tiefe Rubrik sind «erli» S««. Linteuftrabe 3. parieinachn'chien ffMji für Groß-Verlin stet» a» da» Betirk,sekret»rial t.So1,r-..... , 2 Steppe« recht», zu richte» Für den Wahlfonds der SPD. in Berlin worden von den Arbeitern. Angestellten und Beamten des Landes- arbeitsamtes Brandenburg noch 30,30 Mk. gesammelt und an die Bezirkskasse abgeführt.— Allen Spendern hierdurch besten Dank. I. A.: Alex Pagels. » 7. Ätri« Charlotteuburg. Außerordentliche Dezirksverordnetenfraktionslitung mit sämtlichen BUrgerdeputierten am Sonnabend, dem 20. September, 19 Uhr, Sitzungszimmer i, Rathaus Charlottenburg.— Chariotteaburg und Spandau. Juristische Sprechstunde findet am Eonnabend, dem 20. Sep- tember, oon 17 bis 18 Uhr, im Jugendheim Rofinenstr. 4. statt. Gelege». hrit zum itircheuaustritt! 29. itreis Reinickendorf. Montag, 22. September, pünktlich 19>4 Uhr. im Rat. Haus. Wittenau, wichtige Areisoorstandsfitzung mit sämtlichen Abteilung». leitern. heute. Sonnabend. 20. September. 19. Abt. Die BezirksfUhrer rechnen bestimmt bi» zum 21. September mit dem Tenossen Kemnitz ab. iL Abt. Die Genossen werden gebeten, alle Transporente, Plakate und ssahlien schnell abzugeben. Ebenfalls die Funktionäre alle Marien und Sammellisten schnell abzurechnen. 23. Abt. Zur Abteilungsversammlung laden die Bezirksführer ein. Handzettel sofort vom Genossen ssriedel abholen. 25. Abt. Achtung, BezirksfUhrer! Abrechnung muß diesmal am 24. und 25. Sep. tember erfolgen Gleichzeitig wird ersucht, die Transparente iftid ffahnen einzusammeln und beim Genossen Neugebauer abzugeben. 31. Abt. Laut Beschluß der ssunktionärsitzung findet die ordentliche Mitglieder» Versammlung nicht am Mittwoch, dem 24. September, sondern am Do». iterstag, dem 25. September, statt. Die Bezirksführer müssen einladen. Einladungszettel find vom Genossen Goldschmidt, Stolpische Str. 35, ad 15 Uhr. abzuholen. 33. Abt. Die BezirksfUhrer laden zur Mitgliederversammlung am Mittwoch, dem 24. September, ein. Es spricht die Genossin Bohm-Schuch über:.Nach der Wahl". 34. Abt. Die BezirksfUhrer laden zur Abteiluugsoersammlung am 24. Sep. tember bestimmt ein. 35. Abt. Die BezirksfUhrer rechnen heute zwischen 18 und 19 Uhr die Sam. mellisten bei Wittschuß, Petersburger Straße, mit dem Genossen Dietze ab. 37. Abt. Wahltransparente, gähnen und Plakate sind sofort an di« Au». gabestelle zurückzugeben. 48. Abk. Ab 18',2 Uhr Abrechnung bei Keller, gürstenstr. 1. Die Sammellisten für die Reichstagswahl sind ebenfalls bestimmt abzurechnen. 54. Abt. Sharlottenburg. 29 Uhr gunktionärsitzung bei Kasper. Guerickestr. 1. 123!,. Abt. Saulsdors-Süd. 20 Uhr Mitgliederversammlung im Lokal Iägerheim. 140a. Abt. Wittenau. Zu der in diesem Monat ausnahmsweise stattfindenden zweiten Mitgliederversammlung am Mittwoch, dem 24. September, laden die BezirksfUhrer Sonnabend und Sonntag ein. Referat de» Genosse» Georg Decker über:„Die Reichstagswahl und ihre politische Bedeutung". Ausgabe der Handzettel am Eonnabendnachmittag. Frauenveranstallungen. 5. Kre!» Kreuz borg. Sonntag. 21. September, gahrt nach Brieselang mit der SAI. und den Kindersreunden. Treffpunkt Lehrter Bahnhof. Ab» fahrt 8,04. Nachzügler 9,22 Uhr. ffahrgeS inkl. Kaffeekochen 1,25 M., Kinder 50 Pf. Karten sind bei allen Abteilungsleiterinnen zu haben. 39. Abt. Sämtliche Genossinnen und Genossen mit ihren Kindern und Freunden beteiligen sich am Kreisausflug am Sonntag, dem 21. September, nach Brieselang. Nähere» in der heutigen Kreisnotiz. Karten sind, bei der Genossin Else Hansen, Oranienstr. 122, zu haben. 42. Abt. Die Genossinne beteiligen sich zahlreich am Sreisousflug am Sonn. tag, dem 21. September, nach Brieselang. Treffpunkt usw. siehe heutige Kreisnotiz. Iungsozialisten. Gruppe Tempelhof-Mor-enborf. Sonntag, 21. September, Fahrt nach Stahnsdorf fTeltowkanal) Treffpunkt 8 Uhr Tempelhof, Friedrich-Kari�Ztraße lAttila-PIatz), für Radfahrer Mariendorf. Chaussee- Ecke Dorfstraße. Gruppe Charlotte» bürg. Heute, 15H Uhr, treffen wir uns am Bahnhof Charlottenburg, oder 1714 Uhr Stettiner Bahnhof(Zug nach Eberswalde) zur Fahrt nach dem Uedersee. Gute Lauten mitbringen. Arbeilsgemeinschast der Kinderfreuade. Achtung, Kreisleiter! Die Kreise, welche sich an der ReukSllner Herbergs. Veranstaltung beteiligen, werden gebeten, Montag, 18)4 Uhr, zu einer kurzen Besprechung im Jugendheim, Belle-Allianee-Platz 1, zusammenzukommen. Mitte. Heute Helferfahrt nach Uedersee. Treffpunkt 17 Uhr EteMner Bahnhof. Schlafsack nicht vergessen. Krei» Kreuzberg. Alle Gruppen kommen zur Generalprobe für unseren Elternabend am Montag, dem 22. September, um 18 Uhr, im Heim Belle. Allionce-Platz 1, zusammen.— Gruppe Bergma»»ftraße. Alle Falken treffen sich 594 Uhr an der Roten Ecke sBelle-Alliance. Ecke Porckstraße) mit der Gen. Christoph zur Fahrt nach Brieselang. Krei« Neukölln. Unsere Ausstellung„Sozialistische Jugendarbeit" im Körner- park ist heute, Sonnabend, schon ab 14 Uhr geSffnet. Umliegende Kreise laden wir zur Besichtigung ein. Die Wache für Sonnabend hat die Gruppe „Jungvolk". Für Sonntag folgt die Gruppe„Sturmfalke".— Gruppe Licht- kämpser. Morgen, Sonntag, Beteiligung an dem Treffen in Wonnsee. Treff- Punkt um 7)4 Uhr pünktlich am Bahnhof Neukölln. Unkosten 50 Pf. Trink- becher nicht vergessen.— Gruppe Falke. Am Mittwoch, dem 24. September, um 20 Uhr, findet in der Schule Hertzbergplatz unsere Elternversammlung statt. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen ist Pflicht. Krei» Preuzlauer Berg. Alle Iungfalken die im Lager Garen, treffen sich am Sonntag um 8 Uhr am Bezirksamt Prenzlauer Berg zur Fahrt nach Wannsee. Krei» Feiebeich«hai». Alle Gruppen beteiligen sich am Sonntag an der Beranstaltung in Wannsee. Die Gruppen treffen sich um 7)4 Uhr an ihren Sammelplätzen. Um 8 Uhr trifft sich der Kreis am Schlesische» Bahnhof, Madai- Ecke Koppenstraße. Fahnen und Wimpel sind mitzubringen. Gruppe Weißeufee. Zur Motorbootfahrt treffen wir uns pünktlich um 15 Uhr Bahnhof Weißensee, oder 15 Uhr Bahnhof Tegel. Mitbringen: Decke, Essen, Trinkbecher, Fahrgeld sCisenbahn), Schlafsack oder weißes Laken. Wasch- zeug. Ankunft Sonntag gegen 21 llhr. Gruppe Pankow. Heute, Sonnabend, 17 Uhr, Spiel in der Schönholzer Leide. Bei schlechtem Wetter fällt der Abend aus, da-wir das Heim deute ausnahmsweise nicht haben können. Die Nestfalken, die beschlossen haben, die Spiele in der Heide abzubrechen, müßten sich heute nochmals daran beteiligen. Sonst fällt für sie der Gruppenabend aus. Morgen, Sonntag, keine Fahrt. Geburlskage. Jubiläen usw. 55. Abt. Charlottenburg. Heute feiert uufer Genosse Kalnza seine» 79.«e- burtstaa. Genosse Kaluza ist feit 41 Zahre« politisch u»d gewerkschaftlich or- gauifiert. Sir grainiieeen ihm herzlichst zint wünsche» ihm»och viele frohe Jahre. Sterbetafel der Groß. Berliner Partei. Organisation s ZI. Abt. Unser Genosse Emil Labedzki, Islandftr. l«, ist verstorben�.Ehre seinem Andenken. Beerdigung heute, 15 Uhr, auf dem Georgenfriedhof, Weißen. see, Roelkestraße._,,.... 37. Abt. Die Frau unferez Genossen Ott» Rex, Mailernsir. 19, ist per. storben. Ehre ihrem Andenken. Einäscherung heute, 17 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße..,_ 102. Abt. Baumschule» weg. Im 54. Lebensiahr verschied nach fdjtvetent Herzleiden unser alter bewährter Genosse Otto Martin, Eckehardstr. f». Die Parteigenossen und-genossinnen werden dem Verstorbenen stets ein gutes Gedenken bewahren. Die Trauerfeier findet am Eonnabeno, dem AI. Eep» tember. 13� Uhr, in der Trauerhalle des Friedhofs Daumfcyulenweg statt. Die Mitgliedschaft beteiligt stch geschlossen daran. W Sozialistische Arbeiterjvgeud Groß-Sertto Einsen düngen für diese Rubrik nprando« Zugendfetretotai. Bertin GIB 5», Tiadensiroö« 5 Politischer Znformationsabend. Montag, 22. September, 19)4 Uhr. im graßen Sitzungssaal des Bezirksamts Kreuzberg, Dorckstr. 11. Borirag:„Was lehrt uns die Wahl". Referent" Genosse Decker. Ohne Mitgliedsbuch kern � Spiel- und Sport leiier! Da» für kommenden Sonntag in Wannsee au- gesetzte Sporttreffen kann umständehalber nicht stattfinden. Baldur.Fahrt»ach Ketzin am 5. Oktober. Karten zu 3 M s2 mal Kaffee, Mittagessen und Uebernachtung) sind noch im Sekretariat erhältlich. Einzelkartea für die Zugendvorstellung in der Volksbühne am 5. Oktober ZU 80 Pf. sind noch im Sekretariat erhältlich. Gespielt wird:»Die Weber. fjeuke, Sonnabend, 20. September. Humboldt Hain: Fahrt nach Tiefensee. Treffpunkt 20 llhr Bahnhof Gesund- brunnen.—«ritz: Fahrt nach Zossen. Treffpunkt 17)4 Uhr Jahn- Ecke Rudower Straße.— Neukölln 1: Fahrt. Treffpunkt 19)4 Uhr Reuterplatz- Nenköll» IX: Fahrt nach Bernau. Treffpunkt 18 Uhr Bahnhof Hermannstraße. Unkosten 1,25 M.— Pankow I und II und GSG.: Zeltfahrt nach Schönwalde. Treff. punkt 18 Uhr Pankow-Nord. Unkosten 1 M. Abfahrt 18.27 Uhr. Taschenlampen, Decken und Instrumente mUbrinqen.— Friedricksselde: Fahrt zum Tonsee. Treffpunkt 17� Uhr Bahnhof Lichtenberg.Friedrichsfelde. Werbebezirk Tcltowkanal: Dampferfahrt und Zeltlager am �rnsdorfer und Lankenfee. Abfahrt ab Verlin. Michaelkirchbrücke pünktlich 19 Uhr, ab Grünaü, Gesellschaftshaus(Friedrichftraße) 20% Uhr. Karten zu M. noa? an den Abfahrtsstellen. Decken und Trinkbecher mitbringen. Genossen aus anderen Gruppen können teilnehmen. Alle arbeitslosen Genossen treffen stcy 14)4 Uhr am Görlitzer Bahnhof zum Aufbau des Zeltlagers. Morgen. Sonntag, 21. September. «openicker Viertel: Fahrt. Treffpunkt 7 Uhr Schlestfcher Bahnhof.— Sübwesteu: Fahrt nach Brieselang. Treffpunkt 7 Uhr Belle-Alllanee-PIatz.— Neukölln VIII: Fahrt nach Sirausberg. Treffpunkt 6h Uhr Kaiser-Friedrich- Ecke Weichselstraße. Unkosten 50 Pf.— Schönhauser«orftobt: 5 Uhr Treff- Punkt zur Fahrt Schönhauser Allee. Werbebezirk»reuzberg: Treffpunkt zum Frauentreffen in Brieselang um 7)4 Uhr Lehrter Bahnhof. Fahrgeld 50 Pf. Werbebezirk Tempelhof: Fahrt nach Zossen. Treffpunkt 7 Uhr Bahnhof Mariendorf zauch für Radfahrer). Sonnabend,20 9. Staats-Oper Unter d. Linden A.-V. 20 20 Uhr Ende geg. 23Uhr Staats-Oper In Pla|( der Repaklik. , R.-S. 73 20 Uhr Erwarhrag. Der anne Matrose. Sdwetter Jngeliqiie. OiffntL Kirtenverkaef Ende 22>» Uhr Sonnabend, 20 9. staut, oper Bismarckstr. Turnus IV 19Va Uhr Die Dodizeit des Floaro Enden 22% Uhr Staatl. Schausph. (in Gnditneoourkt). A.-V. 18 20 Uhr Liebet Leid and Last Ende n.221/s Uhr MütMller-MelQiarltlig. 20 Uhr Herr Doktor, haben Sie zu essen? Ende 22ll* Uhr lägt. 5 u.81/, Uhr. B 5 Bart. 9250 Pr. 1— 6 M.— Nachm. halbe Preise. 91««* wenige tage T Zum ersten Ttlale au} dem tKonlfnenl! S'ern-Sprech- Sehen, teierisfon und das auserlesene Tariete- 3>rogr. PLAZA Tägl. 5 u. Bis Sonnl. 2. S o. 8" Alex. E 4, 8066 1 Weintraube Syncopalors Frakson, Krerao u. Rarline usv. Theater I. d. Behrenstr. 53-54 Direktion: Ralph Arthur Roberts sv. Das häBliche manchen Englisch— Roborts— Riemann. Äx mt- i SBUSCH fiQl. 3 Vorotoilung. /IeLWeldea9.384« nachm. 4,(s Uhrt 30 PI.-1.50 Mk. abanasSVtUhriSOPL— 3.- Mk. Soinlg.3Vorst.;2,|2,5«.81|2Uhr Das vollst, umgebaute Haus- eine Sensation) l4lntern.Clrc.-i.Varlet«cl)lag8r! n. a Orig. H. Jacki-an-CUrla. Winrer ★ Garren* 8.13 Dtr— RudMR grisabl Hans KolUdier« Argenüno Little Esther tanzt n. singt n.«. Sonnabend u. SonnUg Js 2Voritollung«n 4 und 8U Uhr. 4 Uhr kleine Pr. Voiusüttiine Hinter am Bölowplati. U Sonntag, 21. Seglb. täglich 8 Uhr Die Weber v. G. Hauptmann Regie: K. H. Martin. Staat). Sdtiller-Tb. 8 Uhr Herr Doktor, Itabeii Sie zu essen? Dentsdies Iheatir 8V« Uhr 1914 tan Georg Wilbelm MOlln Itegie: Onsta? Oriliillgens. Kaminerspiele 8V. Uhr Die Schule der Frauen von Molidre. Regie: BanlDtpiie. Die Komödie 7 Vi Uhr Oer Schwierige Lmtip. r.Hiji v-Hofraiimtlui Regie: Mm Riinlantt. Bilrannildir: Osktr Streit Deolsehes IBnsder-Theat. Tel Baitarasa 3937 »Vi Uhr Jim und Jill Operette v. Tivian Ellis Renaissance- Theater Steinplatz 6780. 9 Uhr Die Wunder-Bar Revuestflck metropai-iiieater Täglich SV. Uhr Sensationeller Operettenertolg! Unter pers. Leitung des Komponisten Viktoria undihrHusar Sonntag V«3 Uhr Cas Land des Lfichelns 5 Uhr Irl euer ike. Lustspiemaus Dir.; Rani L&psdiiltz räglich 8V. Uhi meine Schutester und ich Musik von Benatzky Lory Lenz. Kurt von Möllenhof. Soantig>äZ und 5 Uhr Meine SAvester nnfl iöi Lessing- Theater Wiidntana 2191 i.08i6 Täglich 8 Uhr Gastspiel der Piscatorbühne Des Kaisers KUllS von Th. Plivier. Regie Erwin Pisator. Rose- Theater Br.FraDklirl«r$iM32 Tel. Alex 3422 u. 3494 8.15 Uhr: Breot r. Messina mit Irene Tiiesdi als IsabelU. Thiator In der SlrtscnMiusir. Täglich 8'.'« Uhr ÜVi!!«: 3 Unhpiil ni Sdnirtirt Komödianhaus SV. Täglich»Vi Konto X lon Btrniur und Oesltneidier Komische Oper 8 Vi Uhr Das Mädel am Steuer Operette v. Gilbert Thtiitr an Rotth. Tor Kottbusser Str. 6 Tägl. 8 Uhi auc'i Sonnt. nadmi 3 Uhr Etile' sanker Das Barwundorl Liederspiel u. die tolle Posse Dil IkhtB Tervandteo. Zum Schluß; Pinseihtinrlehs Himmelsklause! ROSE Dr. Frankfurter Str. 132 Billettkasse: Alex. 3422 n. 3494 raglich SV. Uhr .Die Braut von messina' Irene Trlescfa als Isabclla Sonnabend 7 Uhr u 10»/« Uhr Sonntag Sti Uhr und 9 Uhr Isabella; Sonnabd. 7 Uhr u. Sonnt 9 Uhr . Irene Triesch Uabelle: Sonnbd. 10V« u. Sonnt 5�4 Uhr Grete Nebelung Nächsten Sonnabend 4V« Uhr „ Sonntag 21/> Uhr „Dornröschen" 1, Ab Mittwoch, d. 24. September, jeden Mittwoch 5 Uhr .Hinsel u. Grete!' sv. uhr CÄS1N0-THEATER Lothringer S trage 37._ Nur noch bis 30. September Am I. Oktober»am I. Male Hurrah, ein Junge! Gutschein 1—4 Pers. Fauteuil 1,25 M.. Sessel 1,75 M.— Sonntags- Preise- Parkett 75, Rang 60 Ptg. Reichshallen-Theater Abends|T]| Sonntag naebm. I i stettiner senger Das gr. September-Progr. mit „LaB Blumen sprecken" Hadim. halb« Preis« 1 Zntr. 11263. �Dönhoff- Brettl: Das beliebte Familien-Varietd BETRIEB/ KEMPINSKIt Zimmer.. TBett Mk. 7,- bis 11* 2 Betten 13.- bis 22r BodiMk.a,- Salon.lOr Berlin HOTELaAnhM EXCELSIOR letztet Knuts rfsst dsr Saison, ■ Alle Kinder haben freien Eintritt) I Frei- Attr aktions-Btunde,• Feuerwerk. I Rataohund-Ausstallung Jim 11. und 12. Oktober im Lunapark. 1 I asscliinstf.: a. Ulitzks, Rlntpenlil b.Bi. f {tonnen»Karlshont Sonnabend, 20. September 1030 nachmittags 2l/t Uhr Haupt-Hürdenrennen | Bekanntmachung. 2 Die in der Zeit vom\ » 1. April bis 30. Juni> 1929 versetzten Pfänder sind' versteigert worden. Ueberschüsse sind bis zum l 2t. März 1931 abzuheben.' Staatliches Leihamt. ♦———•••• OOOOOS« Wenig getragene Frackanzllge, Smo> kinganzüge. G-Hrockanzüge. Iackettan- züge, Sommerpaletots, Trenchcoatmäntel. für jede Figur passend. Spezialität Bauchanzüg«. Spottbillig. Salpern. Rofenthalerstraße 4, eine Treppe._ KLEINE ANZEIGEN ÜtoWHPI. frttjBtradtr Wirt 21 Pf. (nliuil 2 fettjrtnutti Worte).- SteUntneiki In I. Wert(fettgedradt) 15 Pl„ i«io»liten Wert U PI. Werte«il»rtu Iii 15 Boduteten rSw» fir nrei Werte. fit Iii eJdnte Hemmer kolimmt liglnboi Iii sjItBltBi 4Vi Ubr aidmittigi In der Heept-Cipnlition an Icrsirts, Lieanitreh 1. ibjejitii»iianüineUe ili oockeetezi roe merMi «V, Gr di> eeckm. 5 Gr jeathet. Verkäufe Topeten. Czillat, Kolonicstraße 9.' gei(Ieildung53türIce,V/üsctie usw. Zotal-Auooerlans wegen Auflösung. Anzüge, Paletots, Joppen usw. äußerst billig. Preßmann, Linienstraße 88s. Bon Kavalieren wenig getragene und neue Iackettanzügc, Emolinganzüge.Frack- anzllge, Bauchanzüge, Ulster, Paletots, jede Figur pastend. Herren- und Damen- pelze enorm billig. Leihhaus Friedrich- straße 2. Hallesches Tor.«eine Lombard- wäre_ Wenig getragen, teils auf Seide ge- arbeitete, erstklassige Iackeltanzüge. Frack- anzüge, Smokinganzüge, Gehrockanzüge, Baudianzüg«, Wintermäntel und Bale- tots„ für jede Figur passend und in jeder Form stets vorrätig: außerdem hochelegante neu« Gorderode. von erst- klassigen Schneidern gearbeitet, zu stau- neud billigen Preisen. Gelegenheit»- käuse in Herren- und Damenpelzen. Leihhaus Lowick!, Prinzenstraße 105. eine Trepp«. Keine Lombardware.• Wenig getragene Kavaliergarderod« oon Millionären. Aerzten. Anwälten. Fobelhall billiae Preise. Empfehle Taillenmäntel. Paletots. Fracks. SM». tings, Gehrockanzüge, Hofen. Sport-. Gehpelze. Gelegenheitskäuse in neuer Garderobe. Weitester Weg lohnend. Lothringcrstraße 55, I Trepp«, Rosen. Ibaler Platz._ Berleih hocheleganter Gescllschatts- Anülge. Leihhaus LowickL Prinzen- straße 105. Wenig getragene Fackettanzüge, pracht- volle Kammgarnanzllge, Emotinganzügc, Bauchanzüge. Paletots, alles zu Spott- preisen. Gesegenheitskäuse in neuer Serrengarderobe. Leihhaus Rofenthaler Tor, Linienstraße 203—204(Ecke Rosen- thaler Straße). Keine Lombardware.. Möbel Möbelkäuter merke Kredit »nb bar Möbelbazar. große Auswabl. »eine Preise! Peiipicloweiie: Schlafzimmer 455,—. Speisezimmer 517,—, Herrenzimmer 389,—, Eviegel- schränke 118,—. Dielengarnilur 38,—. Anrichlekllch« 99.—. M-sstnab-ttNell« 55,—. Kleiderschränke 48.—. Cbaise- iongues 28,—, Metallbettstelle 18.—, Auileaematratz« 13,— Sonstige Möbel anaemestene Prelle. Teilzablung auf- schlagsrei. Wochenraten, Bionatsraten. Kassarabatt bis zehn Prozent, auch aut Anzabtungen. Kleine auch obne Anzad- lungen. Kredite bis zwei Jahre. Mäß. Zins. Katalog franko. Hauptgeschäit: Steglitz. Schloßstraße 107: 2. Geschäft: Zleukölln. Hermannvlatz 7: 3. Geschäft: Belle-Alliance-Straß« 95,—, Untergrund» bahn: 4. Eeschäst: Kottbusser Straße 23, gegenüber Elitesänger._• Patentmatratze»„Primissima", Me. tallbetten, Auilegematratzen. Cliaiselon- gues. Walter, Stargarderstraße acht- ,ebn. Kein Laden._ f Heine.Schlaszimmer direkt ab eigener Spczialgroßfabrik obne jeden Zwischenhandel. Große Auswahl. Beste Qualitäten. Bequem- Teilzahlung. Besuchen Sie uns. es lohn' stet' lur Hugo Heine, Möbcllabrik. Prooeller. werl. Berlin O. 34. Warfchauerstr. 58, Fabrikgrdäudc, II. Hof lkeiu Laden) Verkaufszeit 8—19 Uhr� Möbel-Kamerlln«, Kastantcnalle« 58. Nußbaum- Waschkommoden, englische Bett- stellen, Nachttische. Riesenauswahl Plüschsolos. Spottpreise. Zahlung». erleichterun». Wer will billig Möbel kaufen, bcr besuch« sofort das Riesenlager 0er Firma Möbelhaus Rehfeld, Badstr. 34 lGesundbrunnen). Extra-Angebote nur kurze Zeit. Schlaf-immcr, Eiche, Nuß- bäum. Birke: Speisezimmer, einfache und elegante: Ankleideschränke: Bettstellen: Cosas: Ruhsbetten: weiße und lästerte Küchen: Tisch«: Stühle: Diplomaten- lchreibtische zu noch nie dagewesenen Preisen: solange Vorrat. Eventuell Teilzahlung. Lieferung auch außerhalb frei. Achten Sie auf Hausnummer. Badstraßebl.____ Einzelmöbel, Büfetts, Bibliotheken, Schreibtische, Standubren billigst. Mö- bclbaus Osten, Andreasstraße 30.«egen- iiber Markthalle. �u5tkinz.lrurnQnte Linkpianoo, überaus preiswert. Piano- tabrik Link, Brunnenstraße 35._* Pianos— Flügel. Riescnlager, Bech. stein, Blüthncr, Steinwa», Scknvechtcn, Salonpianos 275,—. 390,—, 425,—. ge- brauchte: Abendroth, Potsdamcrstr. 71. erster Gebrauchte Fahrräder 15,—. 20.—, 25.—, 30.—. 35.—. Machnow, Wein» meisterstraße 14._ Teilzahluna monatlich 10,—. Riefen- auswahl«rstklasstger Markenfahrräder allerbilligst. Echlawe, Weinmcister. straße oier." Rsukgesueke Zahngebtsse. Platinabfälle, Lätzinn, Blei, Queckstlber. Silberschmelze, Gold» schmelzerei Ehristionat. Köpenicker» straße 39.'Haltestelle Adalbertstraße).* Unterricht Endllshmen. small circles. 1.— per lesson, Wittenbergplatz. Anfragen ü. 31 Hauptexpedilion des„Vorwärts Verschiedenes Malerarbeiten. Renovierung oon Wohn- und Geschäftsräumen führt aller- billigst aus Schmidt, Fennstraße 3. Post- karte erbeten. Vermietungen Zimmer Erkerzimmer, gut möbliert, Sonnen- seile, sauber, Herren. Kottbusser Ufer 4, I, links.____ i Möblierte» Zimmer zu Großbeerenstraße 95, III. vermieten. TDeateram Sdunbanerdamm Tägl.SV« Uhr fener ans dcnKeffelii von Ernst Toller. Tel.; Lt. Hui 0211 1.5113 Neues Theater —»m Zoo— KiiiBahiilLZoo. StpL6554 Täglich 8Vj Uhr lommel in der Posse Paul und Pauline Rundfunkhörer 1)9189 Preise. BUgK" aolltangs-.BibtU- a Reklimediarken gegen Nachahmung gesetzt gesch. fertigt seil 43Jehi als SpeslalltU Conrad(fflner --------S«»eudiii Deotsdier MetallarteMKertiaBil Verwaltungsstelle Berlin Todesanzeige Den Milgitebrrn zur Nachricht, daß unser Kollege, der Maschinen-Arbeiter Qustav»eppe geboren 1. November 1869, am 17. September gestorben ist. Ehr« feinem Andenken! Die Beerdigung sind«: om Sonnabend. dem 20 September 1930, nachmittags IS'/i Uhr, oon der Leichenhalle des HeUigen-Kreuz-Kirchhojes in Ma- riendorf, Eisenacher Straße au» stall. Rege Beletstgung erwartet Die Ortsverwaltang Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme anläßlich des Abcebens meine» lieben Mannes, unseres guten Bäte.-», Schwieg er- und Großvaters LrOuis Börner sprechen wir hierdurch asten lieben ireunden und Bekannten, Kollegen und Genassen, wsdesondere dem Sprecher der 4. Adlig, der SPD Mitte dem Freidenter-Pervand.>owie dem Edert-Manc-Ouartett unseren herz- lichen Dank aus. Im Name» der Hinterbliebenen Id» Börner. Pflastermännchen //Lebewohl7' Die schlecbte Haltung vieler Menschen, Spricht mit Bedacht das Pfiastcrmännchen, Rührt meistens her von Hühneraugen. Was hilit da 7— Lebewohl"* gebrauchen! •) Gemeint ist natürlich das berühmte, von vielen Aerzten empfohlene HOhnernogen-Lebewohl und Lebe- wohl-BallenscfaeibeB, Blechdose(8 Pflaster) 75 Pfg, Lebewohl-Fohbad gegen emofindüche Füße und Fußschweiß, Schachtel(2 Bäder) 50 Pfg.. erhältlich in Apotheken und Drogerien. Wenn Sie keine Enttäuschungen erleben wollen, verlangen Sie ausdrücklich das ebbte Lebewohl in. Bledidosea und weisen andere, angeblich.ebensogute'' Mittel zurück. Ttr. 441* 47. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Gonnabend, 20. September 1930 Warnungszeichen! Die Unruhe wegen des Wahlergebnisses nimmt im Inland nnd im Ausland zu. Die Reichstagswahlcn» den«» die Ardcitslosigkeit nirb der wildg«n>ordenc Nichtwählcr den Stempel nnfrucht- darer Radikalisierung aufgcdrükkt hoben, sind vorbei, nicht aber ihre wirtschastlichcn und finanziellen Folgen. Der wachsenden Skepsis, daß der neue Reichstag kaum eine vernünftige Regierung zustande bringen kann, und der vielfach gehegten Befürchtung, daß die Macht- stärkung die Nationalsozialisten entweder zu einem Gewaltstreich oder zum Eintritt in die Regierung verpflichtet, entsprechen wach- sende Besorgnisse der industriellen und Finanz- weit im Inland und Ausland. Das Ausland, das in Deutschland Geld angelegt hat, fürchtet für die Sicherheit seiner Kapitalanlage, und das inländische Prioatkapitol in erster Linie Großkapitalistcn und Großuntcrnehmungcn setzen ihre Kapitalflucht ins Ausland in verstärktem Maße fort. Mit Reichsmark geht das nicht gut, wenn das Ausland sowieso beunruhigt ist, und so versucht man es in ausländischer Baluta zu machen. Für beides liegen An- zeichen vor, wenn dos Ausmaß der Vorgänge auch noch nicht be- unruhigend ist. Die Gefahren werden aber deutlich erkennbar und Warnungszcichen müssen ausgerichtet werden. Charakteristisch für die in den letzten Tagen wieder zunehmende Beunruhigung ist die Kursentwicklung der deutschen Reichs- nnlcihen im Ausland. Die Kurse der Boung-Anleihe von IstZlZ und der Dawes-Anleihe von 1924 sind gesunken, weil die ausländischen Kapitalbesitzer, mögljchcrwcisc auch deutsche, ihren Be- sitz an deutschen Anleihen teilweise verkaufen. Am lt. September stand die Daung-Anleihc in London nach bei 8? Proz., am 15., einen Tag nach der Wahl, ist sie auf etwa 83.'� Proz. gesunken, bis zum 17. hatte man sich wieder etwas beruhigt und der Kurs sank nur auf 8314 Proz., am 19. September, also gestern, nachdem Nach- richten über Putschbefürchtungen nach London gekommen waren, ging der Kurs plötzlich auf 80� Proz. zurück. Das ist natürlich der denkbar stärkste Ausdruck des Mißtrauens in eine Entwicklung, bei der die Nationalsozialisten in irgendeiner Form die Verhältnisse maß- gebend beeinflussen. Aber auch die höher verzinsliche D a w e s- Anleihe von 1924 ist seit den Wahlen im Kurs nicht unerheblich zurückgegangen und stand gestern in London auf 10454 Proz. An der Berliner Börse macht sich die Beunruhigung des Aus- l.mdes ebenfalls bemerkbar. Das Ausland hat einen Teil seines Be- sitzes an deutschen Aktien vorsichtshalber zum Verkauf gebracht, so daß es gestern in der Burgstraße eine sehr flaue Börse gab. Das Ausland verkauft natürlich auch andere Papiere, die auf Reichsmark lauten, so z. B. Wechsel, die Devisen heißen, wenn sie auf eine andere als die Landeswährung lauten. Bei diesem Berkauf von aus Mark lautenden Wechseln hat sich in L o n d o n o b c r n o ch keine Berschlechterung des Markkurses ergeben, die nonnal«rwci!se natürlich«intreten nnißte. Man nimmt an, daß die Reichsbank interveniert, d. h. solche Wechsel aufgekauft hat, um den deutschen Devisenkurs in London nicht leiden zu lassen. In Deutschland scheint sich die Unruhe auch verstärkt zu haben. Es sieht so aus, als ob große Privatkapitalisten und auch große Unternehmungen sich auf olle Fälle gegen die Folgen von politischen.Unruhen sichern wollen und den Banken, entsprechende Austräge geben. Dos dabei gebotene Mittel ist die Verstärkung der Kapitalflucht ins Ausland, die dann ebenfalls in Devisen nach Mög- llchkcit durchgesührt wird, die die Reichsbank hergibt. Es scheint jetzt schon sicher, daß die Rcichsbonk nach dem 13. September erheblich größere Devisenbeträge für Zwecke der Kapital- flucht hat hergeben müssen als bis zum 15. September. In welchem Umfange das geschehen ist, wird sich im Rcichsbankausweis vom 22. September zeigen, der wohl am nächsten Mittwoch be- tanntgegeben wird. Diese Vorgänge sind Warnungszeichen, die beachtet werden und beachtet werden müssen. �_ Kupferpreis fällt weiter. Nur zwei Tage hat sich der auf 11,05 Cents für ein englisches Pfund herabgesetzte Kupferpreis halten lassen. Das Kupfer- exportkortell hat ihn, was wir schon vorgestern als wahr- scheinlich bezeichneten, weiter ermäßigen müssen. Mit 10,8 Cents bat er einen seit 30 Jahren nicht gekannten Tiefpunkt erreicht. Ob es der tiefste ist? Oer, Steinkohlenbergbau im August. �m August ist die Ruhrkohlenförderüng gegen Juli leicht von 8,65 auf 8,34 Mill. zurückgegangen gegen 11,01 Mill. Tonnen im August v. I. Die Kohlenförderung im Aachener Gebiet blieb mit 0,59 Mill. nach wie vor hoch und log noch übe r der vorjährigen Augustförderung(0,53 Mill.). Die K o k s- crzeuguna im Ruhrbezirk ist gegen Juli weiter von 2,30 auf 2,28 Mill. gesunken(August v. I. 3,00 Mill. Tonnen). Die Zahl der im Ruhrgebiet beschäftigten Arbeiter hat sich gegen Juli iveiter von 327 108 auf 318 440 verringert gegen 382 221 im August v. I-_ Oie amerikanische Elektroinvasion. Das nächste Ziel noch immer die Thüringer Gasgesellschast Aus Leipzig wirb gemeldet, daß die größte a in e r i- k a n i f ch e B a n k, die Chase'National Bank of New Port, und deren Liolding-Gesellschaft, die Utilities Power an Light Corporation, nach wie vor sich mn die Erwerbung der Thüringer Gasgesellschast be- muhen. Wir haben vor mehrere» Wochen daraus hingewiesen, daß auch in diesen, Falle Berliner Großbanken und die Allgemeine Ereditanstalt in Leipzig mit den Amerikanern zusammenwirken, um die Ueberführung der Thüringer Gasaktien in ausländischen Besitz zu fördern. Die Thüringer Gasgesellschast gehört zwar nicht zu den größeren privaten Energieunternchmungen Deutschlands, aber sie hat in Mittel- und Westdeutschland durch ihre mehr als 30 Be- teiligungcn an Gas- und Stromerzeugungs- und-vcrteilungs- gesellschosten, und zwar meist öffentlichen, eine Stellung inne, die auch die Einflußnahme auf weitere Kreise der deutschen Energiewirt- schaft erlaubt. In diesem Zusammenhang ist der Venaui von Thü ringer Gasoklien ans Ausland desl)alb besonders wichtig, weil es sich bei Energie-uuiüernehmungen immer um gebictliche Monapolunternehmungen handelt und weil die mono- polistische Bestimmung der Energiekasten durch ausländ ische Kon- kurrenzländer auch für den deutschen Jndustrieexport gefährlich ist. Dieje Art der tlmenforoftenrng erfordert besondere Wach�omtett. Arbeitsmarkt und Wohnungsmiete Oer Gefchastsbericht des �eichsverbandes der Wohnungsfürforgegefetlschasten. Der Bericht des Reichsoerbandes der Wohnungsfürsorgegcsell- schasten setzt sich eingehend mit den Problemen der Wohnungsbau- Politik auseinander. In diesem Zusammenhang wird u. a. die Forde- rung aufgestellt, die Wohnungsbaupolitik planmäßig mit einer B e- oölkcrungsvcrteilungspolitik zu verkoppeln. Das Wohnungsbedürfnis soll mit der Arbeitsmöglichkcit und der wirt- fchaftlichen Zweckmäßigkeit in der Erstellung von Wohnungen in Zusainnrcnhong gebracht werden. In dein Bcriäst wird angenommen, daß die heutige industrielle Arbeitslosigkeit in gewissem Umfange als eine Dauer- erschcinung angesehen werden müsse. Die Folge märe eine dauernde Arbeitskrise in den Großstädten und in den Industrie- Zentren, deren Bevölkeruno im Verhältnis zu den künftigen Ar- beitsmöglichkeiten bereits jetzt als viel zu groß onzuiehcn sei. Eine Dezentralisation und Rückbildung des reininduftriellcn Ar- beitnehmers zu einem neuen wirtschaftlichen Zwischentyp, der in Anlehnung an den Begriff des Ackerbürgers etwa als„Garten- bürg er" zu bezeichnen wäre, erscheine daher notwendig. Eine aufbauende Wohnungspolitik, die zugleich eine Politik der plan- mäßigen Bevölkerungsverteilung und Arbeitsbeschaffung sein muß, dürfe angesichts des furchtboren Notstandes auch vor starken Ein- griffen, selbst in die Freizügigkeit der Menschen nnd der Industrieunternehmunge» nicht mehr zurückschrecken. Auf dos engste verbunden mit dem Problem der Arbeitslosigkeit sei dos Problem der tragbaren W o h n u n g s m i e.t e. Es habe sich mehr und mehr die Erkenntnis durchgesetzt, daß trotz der öffentlichen Beihilfen mit der chauszinssteuer ein großer Teil der Wohnungsboutätigkeit nicht den breiten Massen der Minderbemittelten zugute gekommen ist, weil die Mieten für diese Schichten nicht tragbar sind. Auch unter diesem Gesichtspunkt verbiete sich eine weitere Ausdehnung der Großstädte und In- dustriezentren, da statistisch nachgewiesen sei, daß der Kapitalouf- wand für Wohnungsbauten sich in den Großstädte» am ollerhöchsten stellt. Nach den Ermittlungen des Statistischen Reichsamts betrug im Jahre 1928 der durchschnittliche Preis für eine Wohnung(reine Baukosten) in den G r o ß st ä d t e n 10 405 Mark, in den Mittel- st ä d t e n 9680 Mark, in den kleinen Städten und Land- g.cmeinden nur 9383 Mark. Für die 2'/2-Zimmerwohnung be- tragen die Sätze 9905, 9255 irnd 8679 Mark. Das zahlenmäßige Ergebnis bei gleichem Kapitalaufwand sinkt also mit der Größe des Ortes der Ansiedlung. Die Frage der Wohn form werde angesichts des Pro- blems der dauernden Arbeitslosigkeit zu einer Frage van höchster wirtschaftlicher Bedeutung. Werden heute und in Zukunft Woh- nungen an Orten gebaut, wo für die zusätzlich« Bevölkerung keine Arbeit vorhanden ist, so ergäben sich nur zwei Möglichkeiten: cnt- weder müßte ein Teil der Bevölkerung dieser Orte später ausge- siedelt und so die Bevölkerung aus den wirtschastlich richtigen Um- fang zurückgeführt werden oder der betreffende Ort Hab« dauernd einen mehr oder weniger hohen Prozentsatz an Arbeitslosen. Es müsse dann früher oder später entweder ein übermäßiger Leerraum an Wohnungen oder eine ungewöhnlich große Masse dauernd arbeitsloser und Zahlung s- unfähiger Mieter entstehen. Dos Problem der Zukunft fei also, daß man die notwendige und vertragbare Erstellung von Woh- nungen mit den vorhandenen oder neuzuschaffcnden Arbeitsmöglich. leiten in engsten Zusammenhang bringe. Profit geht vor nationaleIntereffen. Verlauste Kohleverflüssigungspatenie des Chemietrusts /Was verdient dieZ.G? Bor einigen Iahren wurde die der I. G. Farben A.-G. gelungen« künstlich« Benzingewinnung durch Kohleverflüssigung als technisches und wirtschaftliches Weltereignis hoch gefeiert. Bon der Ausnutzung der Hydriernngspatente durch die I. G. Forben erwartete man mindestens die Unablsiingig- machung Deutschlands von der ausländischen Treibstosfeinsuhr. Bon der künstlichen Benzinerzcngung ist es ober stiller ge- morden. Statt dessen beherrschen die ausländischen Oeltnists auch den deutschen Treidstoffmarkt und.zwar mit übermäßig hohen Preisen. Die I. G. Farben Hai an Rockcfellers Standard Oil die chydrierungslizenzen verkauft und erzielt damit hohe Gewinne. Aus New Park wird gemeldet, welche Abgaben die Beiuitzer der Hydrierpatente der I. G. Forben zu leisten haben. Diese Lizcnzabgaben setzen sich aus zwei Teilen zusammen: erstens einer allgemeinen Gebühr von 50 Cents(2,10 Mark) je Barrel Oel, ferner einer Zuschlagsgcbühr, die für Schmieröl 38 Cents(1,60 Mark) und für Gasolin 5' Cents(21 Pfennig) je Varrel beträgt. Ein Barrel sind etwa 151 Liter. Nun ist zwar nicht bekannt, mit welchen Hydriermengen in der nächsten Zeit zu rechnen sein wird, doch sind die Abgaben zweifellos hoch und dürsten den Patent- besitzcrn eine hohe, laufende Einnahme sichern. Di« Potente stammen von der deutschen I. G. Farben. Die I. G. Farben gründete gemeinsam mit Rockesellers Oelkonzern Standard Dil C o. a f New Jersey zu ihrer Anwendung die Standard I. G. Co. Es wurde dann zur Wcitervcrgcbung der Patente ein« weitere Gesellschaft, die Hydro Patents Co., gegründet. Art und Höhe der Beteiligung der I. G. Farben an dieser Untergesellschaft sind unbekannt. Die Patentbenutzer müssen außer den Gebühren, die wir eben nannten, ein« weitere Zahlung noch in der Form leisten, daß sie entsprechend ihrer Pro- duktion Aktien der Hydo Patents Co. erwerben wüsten. Für die Standard Oil Co. af New Jersey, die sowohl bei der Standard I. G. Co. wie bei der Hydro Patents Co. die Führung hat, ist es selbstverständlich, daß sie anderen Firmen nur gegen wirklich lohnenden Gewinn den Weg zeigt, wie sie an dem Borsprung, den die Anwendung der Hydrier-Patente gewähren, teilnehmen können. Wie eben mitgeteilt wird, soll die von ihr errichtete.Hydrier- Grohanlag« in Baywaz, die vor etwa 6 Wochen in Beirieb ge- nommen wurde, die Erwartung« nnochweitübertroffen haben. Die I. G. F o r b e n macht aus den Einnahmen, die ihr aus der Standard I. G. und der Weitervergebung dieser Patente an andere Gesellschaften zufließen,«in Geheimnis. Als sie vor einigen Jahren all« neuen Patente, aus Kohle Oel und aus Schwer- ölen Leichtöle z» gewinnen, aufkaufte, erwartet« die Oeffentlichkeit von ihr den Aufbau einer Industrie, die Deutschland vom Diktat der großen Oelkonzerne unabhängig machen sollte. Bo» Geh. Rat Dr. Bosch wurde erst kürzlich— nämlich im Enquetebericht— osseu zugegeben, daß eine solche Ausgabe ein« nationale Pflicht war: „Das Problem der Gewinnung flüssiger Vmmslosse aus kohle ist außerordentlich wichtig und seine Lösung liegt zweifellos im nationale» Jnleresse." Infolge der großen finanziellen Beanspruchung hielt es die 3.<0. Farben jedoch für das Richligste, „sich mit dem Petroleumtonzern zu einigen". Auf Grund"dieser Einigung kann die Standard Oil sämtliche einschlägigen palenle der 3. G. Farben, sowohl zur Veredlung von Rohöl als durch Oel- gewinnung aus kohle, verwerten: sie darf dies innerhalb und außerhalb der vereinigten Staaten an jedem beNebigen Punkt der Erde tun, ausgenommen Deutschland. In Deutschland hat sich jedoch die I. G. Farben der Politik der von de» ausländischen Oel- lrusts beherrschten Benzinkonvcnlion vollkommen an- geschlossen und ihre bisherige Leuna- Benzin- Herstellung deckt bestenfalls den zehnten Teil des deutschen Bedarfs. D i« I. G. Farben hat somit eine national« Auf- gäbe, die ihr zufiel, nicht durchgeführt: sie hat viel- mehr die Patente zu einem günstigen Privatgeschäft verwendet. Die Oeffentlichkeit hat em Anrecht darauf zu ersahreu. welche Gewinne der I. G. Farben aus diesem Geschäft zufließen. So- lange hierüber nichts Genaueres mitgeteilt wird, bleibt nur die Per- mutung, daß sie recht hoch sind. Wir fragen: Was geschieht mit diesen Einnahmen? Was will die I. G. Farben unternehmen, um den deutschen Einfuhrbedarf an Roh- und Fcrtigölcn aller Art, der sich fast auf eine halbe Milliarde Mark jährlich bcläust» durch gesteigerte Kohleverwertung zu vermindern? Was geschieht, damit die Benzinkonlvntion— die von den Tochtergesellschaften der großen ausländischen Oeltrusts beherrscht wird— nicht mehr wie bisher dein deutschen Markt Monopolpreise diktieren kann? Verschärste Benzinkonkurenz in LlSA. Wie wir schon früher berichteten, ha: der Standard Oil-Konzern seinen Tankstellen dadurch einen Borsprung vor anderen Tank- stellen zu geben, daß er sie mit Telegramm-Annahme- stellen ausrüstet. Er schloß hierzu ein Abkommen mit der Postal Telegraph and Eable Corporation ob, einer Tochtergesellschaft der International Telephone and Telegraph Corporation. Die Idee ha: eine amerikanische Tochtergesellschaft des englisch-holländischen She'!- Konzcrns, nämlich die Shell Tastern Petroleum Corporation, nicht schlafen lassen: sie hat für ihre Tankstellen ein entsprechendes Ab- kommen mit der Western Union Telegraph Eorpararion abge- schlössen, einer anderen großen Nachrichtcnorganisation. Die Standard Dil hat ferner durch ihre Tankstellen den Verkauf von Autobereifungen eingerichtet. Nunmehr wird bekannt, daß sie außerdem auch noch Imbiß-Stände auf ihren Tank- st e l l e n schaffen will. Allmählich werden sich also die Tank- stellen zu kleinen Warenhäusern entwickeln, in denen der Automobilist seinen gesamten Reisebedarf decken kann. Durch diese Methoden und durch Preissenkungen werben die amerikanischen Oelkonzerne in ihrem eigenen Land um Kunden. Es gibt in den Vereinigten Staaten nicht weniger als 3 40 000 Tankstellen, eine Zahl, die aus Rentabilitätsgründen als viel zu hoch angesehen wird. Aus j e 7 b K r a f t w a g c n cnt- sälll ein« Tankstelle. In Deutschland gibt es zwar nur 45 000 Tank- stellen, ober infolge des viel geringeren Kraftwagenbestandes ent- fallen auf eine Tantstelle hier nur 12 Automobile. Dennoch wird in Deutschland der Bau neuer Tankstellen noch immer fortgesetzt. Durch diesen kostspieligen Apparat wird natürlich der Benzin preis unnötig verteuert. Mit ein Grund, mes- halb die Außenseiter-Konkurrenz erfolgreich fein kann. Steinkohle im ehemaligen Deutsch-Oftasrika. Reiche Kahlen- felller von Hunderten von Millionen Tonnen Steinkohle wur- den im Südteil des ehemaligen Deutsch-Oftasrika entdeckt. Da die Flöze vielfach an der E rd o b e r f l ä ch e liegen, wird die sofortige Ausbeute— trotz der Krise auf dem Weltkohlenmarkt!— für lohnend erachtet. Das Schicksal von Elile-Diunianl. Die Adam Opel A.- G. hat sich anscheinend mit Rücksicht auf den Wert der Fabrikmarke entschlossen, die Etitc-Diamantwerke weiterzuführe». Die Aktionäre von Elite-Diamant wüsten allerdings eine Zusammen- lcguna des Kapitals im Verhältnis von 10: l auf 600 000 Mark in Kauf nehmen: für neue Aktien, die üer Wiedererhöhung' des 'Aktienkapitals auf 1,2 Millionen diene», müssen sie 110 Prozent des Nennwerts bezahlen. Dr. Fritz von Opel will der Gesellschaft Kredit« beschaffen: vom Aufsichtsrat und den Kleinaktionaren wird er dafür in der Frage der Schuld an dem Niedergang des Unter- nehmsns offenbar als entlastet betrachtet. Die Äeinaktianäre konnten in der Generalversammlung der Gesellschast die Wahl ihres Vertreters in den Aufsichtsrat durchsetzen; sie verzichteten dafür auf die Bestellung eines Revisors. Quoten Verteilung im Waggonkartell. Das zur Regelung der Ausfuhr gegründete Europäische Eisenbahnwaggan- kartell gibt solgende Beteiligungszissern bekannt: Belgien 34,6 Proz.. Deutschland 28,8 Proz.. Frankreich 13.9 Proz., Italien 10,5 Proz., Tscheckoslowakei 6,9 Proz.. Ungarn 2,4 Proz.. Oesterreich 2,2 Proz.. Schweiz 0,7 Proz. lieber den Beitritt der wichtigen britischen Waqgonindustrie hört man nichts. Es bleibt abzuwarten, ob nicht das Schicksal anderer Kon- ti»seatieriln.gska.rta1le auch diesem zmeil werden wird. Alexander llemeroir: %iifammenliänge Van hatte ihm in der Redaktion gesagt: „Schreiben Sie eine gute Erzählung, wir bringen sie/' An der Ecke stand eine Frau mit einem Kind. Es rieselte. Das mar ein Stoff für eine Erzählung. Inhalt: der Frau stirbt da» Kind, und niemand gibt ihr etwas. Folgerung:?lhswmpfcn des moralischen Gefühls. Der Schriftsteller Petrow ging in seinem cherbstmantelchen mit ausgespanntem Schirm, lehnte sich an den Latcrnenpfahl gegenüber der Frau mit dem Kind und stand lange mit gesenktem Kopf da. Er mutzte i>az moralische Gefühl in sich schärfen, sonst mird keine gute Erzählung entstehen, und sein Zimmer den dritten Tag un- geheizt bleiben. Und die Groschen für den Gasometer werden fehlen. Ein Fräulein ging vorüber, und ein Fräulein hat ein gutes Herz. Es sah die Frau mit dem Kind und sah auch Petrow in dem Herbstmäntelchen mit aufgeschlagenen, Kragen und überlegte: Wieviel Nettler es gibt. Sie wollte ihnen etwas geben, aber wußte nicht, wem. Wenn der Frau— so wird es für die Frau nicht reichen. Und allen dreien geben— dann wird nichts für sie selbst bleiben. Sic prehte dos Geldstück in der Hand zusammen und trug ihr Mitleid unter dem rieselnden Herbstrcgen zu einer Stelle, wo die Bettler einzeln stehen. In der Tasche hatte Petrow Geld für vier Pfund Brot. Er be> fingerte es schon mit kalken Fingern und blickte mitleidig auf die Ftau mit dem Kind. Geben oder nicht? Die Frau wird sowieso sterben, man wird sie damit nicht retten, und Petrow selbst wird auch sterben, wenn er die gut« Erzählung nicht schreiben wird. Man zahlt in den Redaktionen nur für gute Erzählungen. Ein Etwas sagte in Petrow:„gib!" Und ein anderes Erwas sagte:„Gib nicht!" Es rieselte, die Straßenlaterne brannte matt. Der Schriftsteller Petrow stand vor dem Fenster eine» Delikatessenladens und blickte auf ein Stück Wurst. Bor feinen Augen schwankte eine Feder auf einem Damenhut, und es gab keine Frau mit dem Kind, und keine Ecke, an der sie gestanden hatte, und es rieselte nicht, und das Fräulein mit dem guten Herzen war'nicht vorübergegangen. Das war nur ein Stoff für eine Erzählung. Inhalt: Der Frau stirbt dos Kind, aber niemand gibt ihr etwas. Folgerung: Abstumpfung des moralischen Gefühls. Wenn man eine solch« Erzählung schreibt, so kriegt man in der Redaktion Geld. Man kann dann mit einem Lächeln in den Laden hineingehen und mit einer Wurst herauskommen. Di« Frau könnte Tee kochen, die Wurst in dünne Scheiben schneiden. Der Himmel wird in diesen Tagen hoch und klar sein, und die gestrig« und die heutige Trauer werden als Bettler an der Tür stehen, solange his Petrow mit seiner Frau die Wurst aufgegessen hat, die mit der guten Erzählung oerdient worden>var. Dann wird es wieder zu riefeln anfangen. Di« Dame mit der Feder auf dem Hut trug die Wurst eingepackt aus dem Laden. Petrow sah es und war sehr traurig. Wenn man in einer Erzählung davon schreibt, dah ein Mann unter dem Fenster eines Delikatesfeinnarenladens steht, und an die Wurst und die soziale Revolution denkt, so wird man ste vielleicht nicht annehmen. Und wenn man sie nicht annimmt, dann wird man keine Groschen für de» Gasautomaten haben, und die Wurst wird nicht die Frau des Echriststellers Petrow in dünne Scheiben schneiden, sondern die Dame mit der Feder auf dem Hut. Man müßte die Wurst fortlassen und nur die Revolution beholten. Der Herbstwind wehte durch das Fenster. Di« Frau des Schrift- stellers Petrow saß in die Decke eingewickelt auf dem Bett. St« hat eine dünne Rose und blaue Lippen, wie«ine Tote. Petrow schrieb in dem Mäntekchen mit aufgeschlagenem Kragen die gute Erzählung. In der Redaktion zahlt man nur für gute Erzählungen— und Petrow braucht Niel Geld: um das Zimmer zu heizen, Wurst zu kaufen, Tee auf dem Kocher zu kochen. Die Frau sagte: „Ich werde deine Erzählimg nicht erwarten— ich werbe sterben." „Ich bin bald fertig." lind weil die Rose bei der Frau dünn war und die Lippen blau, wurde die Erzählung traurig. Die Frau mit dem Kind an der Eck« war gestorben. Der Mann vor dem Fenster des Dclikatessenladens dachte an die Wurst. Petrow preßte die Augen schmerzlich zusammen. Worum war es so herausgekommen, daß er an die Wurst denkt. Warum denkt er nicht an die soziale Revolution? Der Teufel weiß es! sUebertraaen von Mchaol Charol.t mZn Wanderung mwr Die verbänznisvollstr oDcr Slortvolnvchifionrn n-or die polovtabrt he* ffnijlänbct« �ohn fttonflin im goStt IMS. Kaum»oli die Crteairn« Uber den stund der Andrec'schen Erpodition adarebM ist. meid« der ?el«gw,jili dio Sntd-ckung der Ueberrcstc wwier foget dieser nnnlüif. felijtn KlfinMt ssorscher. Der derllhmtcstc ledende Snldecker. Sven Ä«d>n. schildert Franklin« Crvedilion in dem Buchl„Bon Pol JW Pol". d?» im Berlo? st. A. Drolkhaus. Leivue. erschienen ist: Mit der neuen Sonne erwacht« die Hoffnung der Besaßung nun zum letztenmal! Wer Kapitän Erozier persönlich gekannt hol, war überzeugt, daß er die Hoffnung nie ausgegeben hat. Jetzt galt«s den letzten Versuch. Der Kapitän hielt an seine Leute ein« Ansprache und verbarg ihnen nicht, dah ihr Leben aus dem Gpiek« stehe, und daß er das Aeußerste von ihnen erwarten müsse. Noch waren hundertfünf Mann beisammen, viele wahr- scheinlich krank oder gar sterbend, alle ganz entkräftet. Indes, mit dem zunehmenden Licht regte sich wieder die Lebens- und Arbeitslust. Mehrer« Schlitten wurden hergestellt, plump und schwer freilich, aber auch start. Drei Walsischboote, die seit zwei Iahren festgesroren in chren Davits gelangen hatten, wurden losgemacht und auf das Eis herabgelassen. Das Beste der noch vorhandenen Lebensmittel wurde ausgesucht, und um die Boote herum erhoben sich ganze Prooiantstapel. Mit steigender Erregung sah man die Sonne Tag für Tag länger über dem Horizont verweilen. Sicher wurde ein ausführlicher Bericht über die bisherigen Schicksal« der Expedition niedergefchnebe» und an Bord zurückgelassen. Als alles Gepäck auf dem Eise beisammen war, wurden Bot- tüte, Zelt«, Instrumente, Flinten und Munition ans die Schlitten geladen und die drei Walsischboote mit Stricken aus je einem Schlitten festgeschnallt. Ein besonderer Schlitten� mit Betten war für die Kranken bestimmt. Während dieser Dorbereitungsarbeiten wurden die Tage immer länger, und fchtießlich wurde das Der- langen zum Aufbruch so stark, daß nichts mehr die Mannschaft zurückhatten konnte. Aber dieser zu frühe Ausbruch desiegelte ihr Schicksal! Weder Wild noch Eskimos gehen vor dem Spätsommer in weit nach Norden, und auch bei voll beladenem Schlitten konnte der Proviant nur vierzig Tage reichen! Am Tage vor dem Almiarjch traf jeder noch eine letzt« Au»- mahl unter feinen Habseligkeiten: teure Erinnerungen an Angehörige, die Bibel und die ll.hr, die den trägen Gong der Zeit verkündete, führte jeder der schwergeprüften Seemänner in der Tasche mit sich. Die Offiziere betraten zum letzten Male ihre leeren Kabinen, um sich zu überzeugen, daß nichts Wichtiges vergessen war. Im Innern der Schiff« sah es aus wie in einem Hause, das bei einer Ueberfchwemmimg Lwis über Kopf verlassen wurde und au« dem man nur noch das Unentbehrlichste hatte mitnehmen können. Am 22. April 1848 ertönte das Signal zum Ausbruch, und die viel zu schwer belade nen Schlitten knarrten langsam und ruckweise über das mit Schnee bedeckte, Istickrige Eis. Beile. Spieß« und Spaten sind unausgesetzt tätig, um scharfe Kanten wegzuhauen und hinderlich« Blöcke beiseite zu räumen. Nur 25 Kilometer sind es bis Km�Mstiam-Land, trotzdem dauert es drei Tage! Gar zu langsam verkleinern sich Masten und der /Rumpf der zurück gelassenen Schiffe, aber schließlich verschwinden sie doch Nun aber sah der Kapitän ein, daß e» nicht so weiter gehen konnte. Das Gepäck wurde aus? neu« durchgesehen und alle? irgend Entbehrliche ausgesondert. Die spätere Entsatzcxpedition fand an dieser Stelle Massen der»erschiedenftcn Dinge, Unifarn, stücke, Messingknöpfe, Metallgegenstände und ähnliches, was man al, Münze beim Tauschhandel mit Eskimos und Indianern hott« ge- brauchen wollen. Mitgeführt wurde ober aller Proviant und alle Mumlion: denn wem, jener zu Ende ging, war diese ihre einzige Rettung. Mit leichteren Schlitten setzt« sich der Zug längs d«r Westküste in Bewegung. Aber noch war man nicht weit gekommen, als Leutnant John Irving zusammenbrach. Mit seiner blauen Uniform bekleidet, in Segelleinen eingewickelt, ein seidenes Tuch um die Stirn gebunden, wurde er zwischen schräg gestellten Steinen ein- gisargt und das Grab mit flachen Steinplatten gedeckt. Neben seinem Kopf lag eine silberne Medaille, ans deren Vorderseite stand:„Zweiter Mathematikpreis der Königlichen Seekricgsschule. Dem John Irving am Mittsonimertag 1830 zuerleilt." An dieser Medaille wurde der Tote nach langen Iahren wiedererkannt, und sein« Ueberreste konnten daher nach feinem Geburtsort gebracht werden. Zwei Buchten der Westküste von K ivg- Will iam- Land stich nach den beiden Ungliicksschiffen der Franklin-Expedition benannt worden. Am Strande der nördlichsten, der Eredus-Bai, waren di« Kraft« der englischen Seeleute so erschöpft, daß sie zwei Boote nebst den Schlitten, aus denen ste nun unnötigerweise so weit mit- geschleppt worden waren,.zurückliehen. Eine Mass« sicherer Ding« wurde ebenfalls hier geopfert. Hier und da bezeichnete ein Grab ihren Weg— und immer einfacher murden diese Grqbstätten, je weiter die Schar nach Süden vordrang. Da kam das Schrecklichst«. An der Terror- Bai hielten di« Bande der Kameradschaft sie mcht länger zusammen! Keine Macht mehr hatte der Betehlshober über die Mannschast! Die ungefähr hundert noch Ueberlebenden trennten sich in zwei wahrscheinlich gleiche Teile. Der ein« mit den Schwächeren wollte zu den Schiffen zurückkehren, wo man wenigstens vor Wind und Wetter geschützt war und noch Lebensmittel fand. Der ander« zog mit dem dritten Walsischhoot längs der Südküfte weiter und hofft«, dann zum Festland hinüber unb nach dem Großen.Fifchfluß zu gelangen. Zweifellos beabsichtigten diese, sobald sie Hilf« gefunden, zu ihren Kameraden zurück.zirkehren. Lerzwetselt muß die Wanderung der Zurückkehrenden gewesen sein, verzweifelt auch der Marsch derer, di« weiterzogen. Von der ersteren weiß man so gut wie nichts. Die letzteren schleppten sich, ihre schweren Schlitten ziehend, müden Schritts weiter, bis sie, einer nach dem anderen, zusammenbrachen. Niemand dacht« mehr daran, die Leiche des Kameraden zu begraben: eines Sterbenden wegen konnte man sich nicht aufhalten! Jeder hatte für sich selbst genug zu sorgen. Einige starben im Gehen: dies sah man später an Skelteten, die man auf dem Gesicht liegend fand. Vergeblich schleppten die Ilebcrlebenden ihre Munitionskisten mit, ohne auch nur einen Schuß abfeuern zu können, denn keine Spur von Wild kommt im Mai und Juni aus der Insel vor. Warum schleppten sie die schweren Walsischboote zwei Monate lang überhaupt mit, da sie doch schon im vorigen Jahr, auf dem Ausflug kurz vor dem Tod« des Admirals, das Festland im Süden gesehen" haben mußten? Der Sund ist an seiner schmälsten Stelle nur zehn Kilometer breit, und sie hätten ihn an jeder betiebigen Stell« auf dem Eis überschreiten köm�n! Nie wird sich da» Rätsel läsen, denn alle, olle starben, und kein Blatt aus einem Tagebuch hat sich gefunden! 3. Dunkelkammer Mein Freund Fritz ist einer jener gefährlichen Zeügenvsten, die unentwegt ihr« Kamera auf alles zücken, was da kreucht und fleucht, den nichts zu heilig ist, um e» zu photographieren, di« di« besten Freunde vor die Lins« schleppen, Blutsverwandte und Blutssremd«, Tauben und Tiger, Schloßhöfc und Hundehütten. Zigeuner und Gerichtsvollzieher. Butterfässer und Hochöfen— di« organische und die unorganische Welt, olles, alles ist seiner Lins« verfallen. Aber neulich im Dachauer Mo»» wurde er«in beklagenswerte» Opfer feiner Leidenschaft. Das kam so: Wieder war er stundenlang auf der Motwpirsch« und hatte ein rundes Dutzend erb«utet. In einer einsamen Mooswirtschast kehrt« er ei» und labte sich b«i einem Krug alten Bieres und ausgetrock- neten Brotes. Er brannte darauf, sein« Aufnahmen zu«istwickeln Hinterm Schankttsch hantiert« die Wirtin: mürrisch und ver- drossen scheppert« sie mit'dem Geschirr herum. Sie betrachtete den spät«» Gast lieblos und ihr« Laune wurde nicht bester, als er sich an sie wandt«:„Hör«n Sie, Frau Wirtin, kann ich hier nicht eine Kammer haben, missen Sie.«inen kleinen Raum, den man leicht verdunkeln tonn, ich habe nämlich einige Aufnahmen.. Dio Wirtin kam aus dem Verschlag. Ihr Blick war reines Miß- trauen. Sie wischte mit dem Aermel ein blinkendes N.isentröpserl von ihrem Zinken und dann sagt« sie angriffsbereit, gereizt durch die unverständlichen Wünsch« des hergelaufenen Stadtfrocke:„Was möcht'n S'?"„A Kommer! Eine Dunkelkammer sozusagen!" „A Dunkelkammer!" Die Wirtin brummelte etwa» vor sich hin. Es schien ein starker Zweifel an Fritzens geistigen Qualitäten zu fein. „Mir ham loa jolchon« Kammer net! Wenn S' fästaju wall'n. nochha müasten S' holt ms Heu!— A Bett i» fvan» da!" Freund Fritz erklärte so gut es ging. Dt« Wirtin sah auf den Apparat voll Feindseligkeit..Ich will? natürlich nicht umsonst haben", sagt« Fritz lockend. Da» stimmte die Wirtin weicher:„A Kammer halt' ma scho. aba in derfelln Kammer liegt a Magd drm. De Hot grod a Kloan»! Da werds halt doch net giuit geh... Wissen» was? Gehns ins Räucherkommerl eini, da is finster guno!" Sie ging Fritz durch die Küche voran und ließ ihn hinterm Kamin in ein kleines Gelaß ein. Da war ein beizender Geruch nach Rauch und Dörrfleisch und oben an einer Stange hingen«in paar Speckseiten und Würste. Dann war er ollein. Es dauert« eine Weile, da ging draußen im Flur die Türe, schwere Männerschrittc kamen in di« Küche. Fritz horchte auf. Da— bei einer Wendung streifte er die Laterne — klirrhibum— und im Bestreben, die Fallende zu retten, warf Fritz die Schale mit den Platten von, Hockerl. Di« Tritt« draußen kamen näher. Lor dem Räucherkomnrerl hielten sie an. Dann rüttelte eine starke Hand an der Tür«: „Aufmacha da drin! Was is denn da los!" rief eine rauhe Stimme und ein Stock klopft« gebieterisch an die Türe.„Obst aufmachst, du Krawalt du sch>«chta! Lump vcvdächtiga!" Fritz zitterte wie Espenlaub. Er stammelt« schüchtern:„Erlauben Si«.. hinter der Türe. Er fand in der Angst und Eil« den Riegel nicht... Der draußen stemmte sich mit Wucht dagegen. Ein Ruck, ein Druck, ein Krochen: wie«in zürnender Gott stand der Mnoswin vor Fritz, in der nervigen Faust den Haselnußstecken. Hageldicht, ohn« Wahl und Zahl tanzten die Hiebe des„Hasel- nustenen" auf Fritz nieder.„2>u timm mit no amol ins Selch- kommerl!" „Erlauben Sic mal.. Schon faß Freund Fritz die nervige Faust im Racken und wi« einen Stallhajen zog ihn der Mooswirl aus der Kammer in di« Küche. „Raus mit de Würscht!" fordert« d«r Wirt auf. Fritz wurde «iner peinlichen Leibesvisitation uisterzogen. Kein Erklärenwollen, keine Einred« half. Der Wirt hört« auf nichts.„Dir treib' i's Selchkammerl aus, du halbseidener." Der Lärm hatte die Mooswirttn aus dem Stall herbeigeholt.— Si« stand händeringend unter der Türe:.Iessos Seppi, laß no grab den Herrn aus! I hob«ahn da's Kammerl ausg'spirrt, weil er Seppi lassn steh' sag t da..." Sie siel ihrem Mann in den Arm.„Phatographiert Hot«r und do Hot er o dunkls Kammer! braucht!... Er ko so mx dafür, Seppi... Ja met Mo! Wia Host demr den zuag'ncht'I" Fritz stand, ein Bild des Jammers und der Zerstörung rn der Stube und schnappr« nach Luft.— Die Wivtin erklärte autgerezt. fliegend ihrem Manne, was zu erklären war. Der Seppi kratzte sich verlegen hinter dem Ohr und schielt« aus den Gast.„Nix für unguot, Herr", sagt« er,„i ho mir denkt, a Landstreicher is über mci Selchkammerl kemmo!" Und zur Wirtin: ,I kann's eahm sttz' a nimma rmstaktaub'n..« Ueberlzaupts hat er in den Kommerl nix z' too!"-- Als mir Fritz begegnete, trug er um den Kopf noch«ine Mullbinde.„Nun", frage ich,„was machen dein« Stimmung?- aufnahmen?" „Weißt du", jagte er kleinlaut,„ich habe in« Freude daran ein bißchen verloren. Es ist doch nicht da» Richtige. Die Landichost siegt mir mcht" OHoheln* Jahn: äDer Vod der£$11 N. Auch da» Sterben stt eine Transaktton, da? Risiko bleibt klein. der Geipinn sicher und groß, wenn auch die Meinungen aus«in- andergehen. Als Lilq R. auf einem nicht m«hr ungewöhnlichen Wege zum dreiundzwanzigsten Mal« um? Leben kam. st and st, ein- fach von ihrem schweren Fall nicht mehr aus, da packte der cnffetz:? ftegtsteur den Arzt an der Schulter und schrie ihn an:„Um Gottes- willen, kein Wart in die Presse!" Ltly N. lo-g aus cmem Sofa in der ersten Baracke, leicht gerölet und zugepreßt, in dem blauen Kleid, das nach langer Konferenz für die Sterbeszene bestimm: war. Der Film war fertig. Und sie war fertig, kalt und mit einer scharfen, unbekannten Falte um den Mund starrt« sie alle Kollegen an, und der kleine Hilfsoperateur sagte erschrocken, als ihr der Arzr endlich die Augen schloß:„Sehen Sie doch, sie atmet ja..." Dann versteckte er sich hinter der blumigen Gardine, denn er fühlte, daß ihn alle Gesichter in der Darack« jeindltch anstarrten. Eine Matinee nach drei Wochen, das wurde eine arme Trauer- feier für Lily N. Aergerlich blieb nur, daß sich das Publikum um den Rest der Eintrittskarten henimprügelt«, und zu Ltly N.'s Ehrung wurde schließlich von einer rasenden Frau das Gcsich: eines Billetthändlers etwas zerkratzt. Man stellte aus der Serie der Lily-N.-Film« ihre herrlichsten Szenen zusammen und al» das Licht im Saale aufflammt«, hatten viele die Taschentücher in der Hand. Es sprach I. G. Mehner al, Bertreter der Genoß'enfchaft. Als verrate er«ine schöne Lzeimlichkeit, erzählte er kleine Geschichten. die das gute Herz der verstorbenen Schauspielerin zeigten. Und er blieb zuletzt in feiner Ansprach« stecken, räumte vorzeitig und er- griffen dos Podium, seine rote Nase glänzte wie der Bug eines Schiffes in der Sonne. Dann ledte sie noch einmal.. Der„Konzern Goliath", ihr letzter Film, der nun über die Leinwand hetzte, war ganz gewöhnlich Steile Bohrtürme brachen durch die Wolken, Gerüste begannen zu brennen, Menschen schlugen Moschinen entzwei, und am Schluß erst wurde es ernst und wirklich erschütternd. Da hatte die Meute den jungen Werksührer an die Fabrikwand genagelt, er lehnte sich keuchend auf gegen die Gewalt der Fäuste und war ganz weiß von der Näh« des Todes. Di« Tor« brachen auf—, Lily N. stand flammend zwischen der Masse und ihrem Geliebten. Das Haar sprühte um den Kops, sie merkte es nicht. Sie hatte die Hände«r- hob«», ein kleines erschrockenes Kind vor der Mauer der Arbeit Und das war das Ende: ein Schrei flog hundertfach g«gcn die beiden, die Leiber brachen ihm nach. Die Lily N. war ohne Be- wegung, dos Kinn auf den Hals gepreßl, die Augen vsrftändnislo? auf der enffetselten Schar. Und noch hatte sie keiner erreicht, da rutschte si« wie ein Sack auf die Erde, die Hand machte im Um- sinken eine winzige Geste darüber, als wollte sie fagen:„Machen Sie sich nichts daraus, ich bekomme jetzt einen Herzschlag!" An dieser Stelle stoppte der Film, das Orchester schwieg und sein schmalbrüstiger Dirigent rief mit tränenerftickter Stimme, die gegen alle Verabredung war:„Hier ist Lily N. in Wahrheit gc- starben!" Sa kam es, daß zweitausend Menschen wirklich den Tod aus der Leinwand sahen. E, gab eine große Ergriffenheit. Im Foyer sprach man allerding» davon,«z sei nicht zufällig gewesen. Man habe der Schauspielerin, die Morphinistin war, vor ihr«r großen Szene eine Spritze gegeben, das hätte ihr Herz nicht vertragen. Der tiefe Eindruck blieb. Später verbot die Zensur dies« hundert Meter des Films, man nahm«ine verunglückte Probeaufnahme da- für. Und d«r gefilmt« Tod kam ins Archiv. Am Tage noch der Matine« schrieb ein Kritiker etwa? Ueder- raschendes: Er hatt« entdeckt: Unter den vielen Filmtoden der Lily N. gab es keinen, der im künstlerischen Ausdruck so sckstechr war«i« dieser letzt« und wirkliche. So sterbe nur ein« Antängerin, meinte der Schreiber. Er hotte recht. �