Morgenausgabe 7lr. 443 A 223 4?.Iahrgang WöchenMch 8ÜP� monatlich 3,60 M, im voraus zahlbar. Postbezug 4.32 M. einschließlich 60Pfg.PostzeitungS' und 72Pfg. Postdestellgebühren. Auslands- abonnement 6.— pro Monat. * Der„Pormärts- erscheint wochentäg- lich zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben fiir Berlin und im Handel mit dem Titel„Der Abend". Illustrierte Deilagen„Volt und Zeit" und„Kinderfreund". Ferner .Frauenstimme". Technik"..Blick in die Bücherwell",„Jugend-Dorwärte" und.Stadtbcilage". P> Berliner Vottsvlatt Sonntag 21 September 1930 Groß-Äerlin 15 Pt Auswärts 20 pf. 5>>e e t n j p a l»t g e Nonpareillezetle 80 Pfennig. Reklame- eile S.— Reichs- mark.„Kleine Anzeigen� das ,ettge- druckte Wort 25 Pfennig(zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte� Arbeitsmarkt Zeile 60 Pfennig. Familienanzeigen Zeile 40 Pfennig. Anzeigenannahme imchaupl- geschäft Lindenstraße 3. wochentäglich von 8V, bis 17 Uhr, Aentvawvsan der GozialdemoSratischen Vartei DeuttOtands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Fernsprecher: Tönboss LS 2— 297 Telegrannn-Apr.: Sozialdemokrat Berlin. Vorwäris-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: Berlin Z7 KG.— Bankkonto: Bank der Arbeiter. Angestellten und Beamten, Wallstr. 65. Dt.B.u.Disc.-Ges., Depositenkasie, JerusalcmcrStr.Gö/GG. Die Minderheitendebatte. Englands Stellungnahme. * Genf. 20. September.(Eigenbericht.) Die Aussprache iiber d i e Minderheitenfrage im 6. Ausschuß des Völkerbundes ist am Sonnabend zum Abschluß g« l a n gt. Eröffnet wurde sie durch eine mit großem Beifall aufgenommene grundsätzliche Rede des englischen Vertreters Luxion, der in sachlicher Weise die Auffassung vertrat, daß die englische Regierung als eine sozialistische Regierung in der Minderheitenfrage eine ungeheuer wichtige Frage des Friedens und der Ve- ruhigling sehe. Englant» könne nicht anerkennen, daß in irgend- einer Form sich eine Richterschaft iiber diese Frage in, Völkerbund etabliere. England wolle gern daran mitarbeiten, daß olle dies? Fragen auf das genaueste untersucht werdcn und den Minderheiten zinbedingt ihr Recht widerfahre. Die Schasiung einer be- sonderen Minderheitcnkommission verdiene erörtert zu werden. Der polnische Vertreter Zaleski wünschte im wesentlichen Ausdehnung oller Minderheitonverfahrcn gleichmäßig auf alle Staaten, in denen Minderheiten vorhanden seien.(Der alte Dreh: Man spekuliert insbesondere auf das Veto Italiens, um dann scheinheilig sagen zu können:„W i r waren ja zu Konzessionen bereit, aber da ander« Staaten sich gesträubt haben, läßt sich nichts mehr machen!" R«d..d.„V.") Der schweizerische Vertreter Motta hielt eine Red«, die keinen präzisen Standpunkt ergab. Er verwies darauf, daß in der Schweiz das Sprachenproblcm und die kulturellen Fragen auf das beste durch die regionale Gesetzgebung gelöst seien. Der deutsche Vertreter Koch-Weser bat nochmals, in der Annahme von Petitionen möglich st weitherzig zu verfahren und die Minderheitenfrage nicht als ein unberührbares Gebiet zu betrachten. Alle Redner hätten anerkannt, daß dies« Frage aktuell und für den Frieden unbedingt notwendig sei. Briand müsse man Dank.zollen, weil er gesogt habe, dem Völkerbund sei das Studium der Minder. hcitcnfrogen auf das dringendste zu empfehlen. Deutschland denke heute nicht daran, Anträge auf Abänderung der Madrider Beschlüsse zu stellen. Es wünsche aber, daß die Beschlüsse künftig besser ausgeschöpft werden und die Fragen nicht als nebensächlich behandelt würden. Deutschland müsse seine Kritik fortsetzen, bis die Hand- habung der Prozedur zufriedenstellend geworden sei, wie es auch der engiifchc Redner gefordert habe. Die Aufgaben einer beson- deren Minderheiteilkommission seien zunächst nicht, den Rat von seiner Verantwortung zu befreien. Sie könne die Klagen zu- jammcnsassen und in gemelnsanren Versahren befinden, sie. könne Erfahrungen austauschen und so eine gemeinsame Meinung der Welt über die Minderhcitensrage herstellen. Koch betonte schließlich noch, daß der Rat die Garantie für die Minderheitenrecht« über- nommcn habe. Damit habe er auch die Pflicht, neue Prozeduren einzuführen, wenn er sie für notwendig halte. Es gebe Wunden in Europa, deren vertrauensvolle Behandlung unbedingt notwendig fei. Die deutsche Delegation habe eigentlich eine Entschließung ein- bringen wollen, da aber inzwischen ein Berichterstatter ernannt worden sei. übergebe sie ihm die Entschließung zur Beachtung in seinem Bericht an den 6. Ausschuß. In dieser Resolution wird«in jährlicher ausführlicher Bericht vom Sekretariat über die Minderheitenfrage verlangt. Sie verschiebt die Frage der Nach- Prüfung und Erweiterung der in Madrid beschlossenen Prozedur auf später und wünscht' eine eingehende Behandlung solcher Fragen. Reichsaußenministcr Dr. C u r< i u s wohnte der Sitzuirg bei. (Nachdem er in der Freitagsitznng leider gefehlt hatte, während sich Briand persönlich bemüht hatte, um den deutschen Vorstoß ab» zuwehren. Red. d.„B.") �oung-Anleihe ist nicht gefährdet. London, 20. September. Der Finanzredakteur des„Daily Herald" schreibt zu dem gestrigen weiteren Fallen der deutschen Bonds infolge der Nervosität bezüglich der politischen Lage nach.dem Wahlerfölg der Nationalsozialisten, natürlich habe dieses Fallen bcträcht- lichc Besorgnis unter den britischen Inhabern deutscher Bonds erzeugt, was aus einer Anzahl von Briefen.hervorgehe, in denen die Kopitalsanlegcr fragten, ob sie verkaufen sollten. Dcr- Finanzredaktcur tritt nachdrücklichst einem derartigen Verfahren im Augenblick entgegen und hält es für möglich, daß eins wcitere Schwächung der Bonds eintrete, ist jedoch nicht der Ansicht, daß die Sicherheit dieser Bonds als dauernde Kapi- tolsanlage berührt werde. Er bemerkt:„Es ist nicht denkbar. daß irgendeine Regierung in Deutschland eine Richlonerkennung der Xsoung-Anleihe oder irgendwelcher Bedingungen, unter denen sie ausgegeben worden ist, erwägen würde. Allein die Andeutung einer NichtanerUnnung würde die gemeinsame Opposition der mächtigsten Finanzintercssenten von neun großen Nationen be- deuten. Da Deutschland von auswärtiger finanzieller Hilfe bei der Verbesserung seiner Wirtschaftslage abhängig ist, müssen Hitler und seine Genossen, wenn sie die Macht' in Deutschland ergreifen sollten, erkennen, daß jeder derartige Versuch der Nichtanerkennung der erst« Schritt zum wirts chastlichen Selbstmord wäre. Dementierte Putschgerüchte. Brüning und Wirih geben Erklärungen ab. Der Reichskanzler gewichrte dem Vertreter der„United Preß" am Sonnabend eine Unterredung. Auf die Frage, wie er die nn Ausland verbreiteten Gerücht« über Putschversuch« beurteile, erklärte der Reichskanzler: „Die beste Antwort auf diese Frage ist ein Hinweis auf die Ihnen ja bekannte tatsächliche Lage in Deutschland. Ich bin überzeugt, daß Sie schon von sich aus Ihren Lesern melden werden, daß sich keine Putschgefahr, auch nicht in einem einzelnen Bezirk in Deutschland, gezeigt hat. Die Reichsregierung hat deshalb auch u n- b e k ä m m e rt um solche Gerüchte und um den Ausgang der Wahlen ihre ganze Kraft auf die sachlichen Ausgaben richten können, die darin bestehen, die während des Sommers in Angriff genommenen und verschiedentlich auch zum Abschluß gebrachten Arbeiten fortzusetzen und auszubauen. Sie ist des einmütigen Willens, auf diesem Wege fortzufahren, da sie davon überzeugt sei» kann, daß sie bei dieser ihrer Aufgabe die Ulster- stützung aller derer finden wird, die die beste Garantie für ein« Aufwärtsentwicklung in eben dieser sachlichen Arbeit sehen. Das ist trotz des Ausgangs der Wahlen die Mehrheit des deutschen Volkes. Ebenso wie diese überwiegende Mehrheit in dem schweren Kampf seit dem Zusammenbruck immer den festen Willen zu Ruhe und Ordnung gezeigt hat, ebenso sicher bin ich, daß dieser gesunde Sinn des deutschen Volkes sich auch m der Zukunft durch- setzen wird. Das deutsche Volk war von jeher einVolkderArbeitund hat sich selbst in schwersten Zeiten durch eigene Kraft und nüchterne Einschätzung des Möglichen vorwärts geHolsen: dieser gesunde Sinn i»es deutschen Volkes ist die beste Garantie für die rascheste Verwirk- lichung der'Aufbauarbeit, die der Reichsregierung obliegt. Lokale Störungen sind h-rr und da auch in früheren Jahren vorgekommen. Die staatlichen Machtmittel der Üandespolizeibehörden reichen poWmmieu aus. um solche Unruhe» im Keime zu erstick««." Aehnlich äußerte sich der Reichsmnenmmistcr Dr. Wirch auf«in« Anfrage, die der Vertreter einer amerikanischen Nachrichtenagentur an ihn stellte. Van einer Putschgesahr könne nicht gesprochen werden, denn die kleine Wehrmacht sei absolut fest ist der Hand des Reichs- Präsidenten. Versuche, in der Reichswehr sogenannte national- sozialistische Zellen zu bilden, sind absolut fehlgeschlagen. Ein Prozeß wird in den nächsien Togen vor dem Reichsgericht in Leipzig cnt- schieden werden, lieber die Polizei kann— abgesehen von dem Falle in Thüringen, wo wir durch Sperrung der Polizeigelder ein- gegriffen haben— ebenfalls gesagt werden, daß sie«in z u v c r- lässiges Instrument in den Händen der Länder darstellt. Jeder Versuch, mit Gewalt irgendwie gegen die Autorität des Staates anzugehen, würde schon im Keime erstickt werden. Zu Besorgnissen über revolutionäre Umtriebe von rechts oder links ist keine Veranlassung gegeben.* Selbstverständlich erfordert die�cxplosionsartig zutage getretene Radikalisierung der deutschen Wähler nicht nur größte Aufmerksam- keit von allen nicht revolutionären Parteien, sondern man müsse sich auch aufrichtig und ehrlich Rechenschaft darüber geben, ob es serner- hin angebracht ist, Deutschland und seine Jugend, die zum größten Teil ohne Hoffnung lebt, unter unethischen Be- dingungen dahinsiechen zu lasten. KraMonszusammenschluß rechts. Würiiemberger Lanvdund und Landvolk gehen zusammen. Nach zuverlässizen Meldungen haben die drei auf der Land- bundliste in Württemberg gewählten Abgeordneten Ding- ler, Haag und Freiherr von Staussenberg beschlossen,' sich im künf- iigen Reichstag der Fraktion der Londvolkpartei anzuschließen.— Damit würde sich die Fraktionsstärke der Landvolk- Partei von 18 auf 21 Mitglieder erhöhen. S Tage danach. Oder der Zwang zur Bernunst. Eine Woche ist nun vergangen s.-it dem Tage, der die Erfüllung so vieler Wünsche gebractn Hai „Macht mir den rechten F l ü- l st a r t", hatte Herr Hugenberg dem sterbende Sü essen nachgeseufzt — und siehe da, der rechte Flügel wurd: so stark, daß die Partei Hugenberg daneben ganz klei." e,.steint. Nach einer Verjüngung des Reichstags hatten die Volkspartei und die Staatspartei gerufen— und schon kamen auch die Kniehosen-Parlamentarier von Hakenkreuz und Sowjetstern in dichten Schwärmen anmarschiert. Der größte Erfolg aber wurde zweifellos dem Reichs- kanzler Brüning zuteil, der einige Tage vor der Wahl an die N i ch t w a h l e r appelliert hatte. Sie komen, sie wählten, und der Erfolg ist ein Mandatssege:. der die Räume des Wallotbaues zu sprengen droht. Wo niei ach an Qualität mangelt, wird durch Quantität überreu dlich ersetzt. Es gab allerhand Siegesfeiern,.nd auch das Zentrum feierte mit, denn es hatt- cinu.e im Mai 1928 verlorene Mandate zurückgewonnen. Ader jetzt ist eine Woche vorbei, und es ist Zeit, höchste Zeit, die Dinge nüchtern zu betrachten! * .Zerr Brüning war wohl nicht in den Kampf gegangen, um dem Zentrum ein paar Mandate zurückzuerobern, fon- dern er wollte die Minderheit,«die vor der Auflösung hinter ihm stand, durch die Wahlen zu einer Mehrheit verwandeln. Da ihm dies auf das gründlichste mißlungen ist, so wirtTman' das, was ihm passiert ist, eine Niederlage nennen müssen. Hätte Herr Brüning, hätte das Zentrum auch nur einigermaßen vorausgesehen, was bei den Wahlen kommen würde, dann hätten sie die Auflösung vermieden und wären sie der Verständigung mit der Sozialdemo- k r a t i e nicht aus dem Wege gegangen. Die Verständigung war bei einigem guten Willen der anderen Seite möglich, denn der Sozialdemokratie lag viel daran, eine Anwendung des Artikels 48 zu vermeiden. Aber da sich die Regierung Brüning-Treviranus an den Auftrag gebunden fühlte, ohne und gegen die Sozialdemokratie zu regieren, mußte sie Verhandlungen mit der Sozialdemokratie ver- melden—— und daraus ergab sich dann alles weitere von selbst. Es ergab sich, daß die Auflösung des Parlaments und die Anwendung des Diktaturparagraphen durchaus nicht dazu dienten, die Wirtschaft anzukurbeln, sondern daß sie nur neue störende Beunruhigung erzeugten. Es ergab sich, daß diele Beunruhigung durch den turbulenten Wahlkampf, beson- ders aber durch sein Ergebnis, den Sieg der Nationalsozia- listen, bis zur Panik gesteigert wurde. Und vor allein ergab sich, daß dies alles vergebens war, denn es ergab «sich, daß man nicht ohne die Sozialdemo- kratie regieren kann, wenn man nicht mit den Nationalsozialisten regieren will. » So klein die Minderheit auch ist, über die das Kabinett Brüning noch verfügt, so ist sie doch nicht einig. Ihr rechter Flügel wünscht, daß das Experiment mit den Na- tionalsozialiften gemacht werde, ihr linker hält das für ganz unmöglich. Auch das Zentrum scheint entschlossen, nicht mit Hitler zu gehen.„ , In diesen inneren Streit der Regierungsparteien uns einzumischen liegt uns ferne. Eine Mehrheit, die die National- sozialistcn mit einschließt, würde wohl selber von uns nie etwas anderes erwarten können als die a l l e r s ch ä r f st e Opposition, und.somit wären dann ganz klare Verhält- nisse geschaffen. Für alles, was außenpolitisch wie innen- politisch würde, trügen dann die Regierungsparteien allein die Verantwortung. Der sozialdemokratischen Opposition aber fiele die Aufgabe zu, die Abwehr der Massen gegen einen Sieg des Faschismus zu organisieren. Indes scheint die Neigung in der Mitte, diesen Weg zu beschreiten, gering und sie wird, wie es scheint, nach jeder B ö r s e n n a ch r i ch t, die aus New Jork kommt, geringer. Einen geradezu grotesken Anblick gewährt in diesen Tagen die H u g e n b e r g p r e s s e, die alle Behauptungen, als ob irgend jemand in Deutschland unfreundliche Absichten gegen die bestehende Verfassung haben könnte, im Tone des ent- rüsteten Patrioten zurückweist. Die Angst vor den Folgen des großen Hitler-Sicgs ist so groß geworden und erfaßt so stür- misch immer weitere Kreise, daß man sich kaum wundern würde, wenn schließlich auch Hitler selbst vor seinem Sieg Angst bekäme. Prozeß gegen Reichswehroffiziere. Wegen Vorbereitung zum Hochverrat. Leipzig. 20. September. Der vierte Strafsenat des Reichsgerichts wird am kommenden Dienstag in die Verhandlung gegen die drei des versuchten Hochverrats angeklagten Reichswehroffizier« Scheringer und L u d i e n aus Ulm und Mendt aus Kassel eintreten. Für diese Verhandlung sind mehrere Tage vorgesehen. Den Vorsitz führt Reichsgerichtsrat Baumgarten; die An- klage vertritt Reichsanwalt Nage'l. der durch einen Hilfsarbeiter der Reichsanwaltschoft unterstützt wird. Rechtsanwalt Dr. Sack, Berlin, verteidigt die Angeklagten Schcringer und Wendt- Rechtsanwalt Ka m e ck«, Berlin, den Angeklagten Ludien; außerdem tritt für Wendt noch Rechtsanwalt Hr. Frank II, München, auf. Uni etwaigen Zwischenfällen vorzubeugen, werden für die Tage dieser Verhandlung die Eingange des Reichsgerichts und der große Verhandlungsfaal unter besonderen polizeilichen Schutz gestellt. Der zur Beurteilung stehende Tatbestand, den wir im wesent- lichen bereits mitgeteilt haben, ist folgender: Die Angeklagten Schcringer und Ludien waren der Ansicht, daß unter den derzeitigen politischen Verhältnissen in Deutschland der Geist der Wehr-haftigkeit in Heer und Volk nicht genügend ge- fördert würde; eine Erneuerung des Geistes in der Reichswehr auf Nationaler Grundlage erschien ihnen notwendig. Erstes Ziel, so erklären sie, müsse Beseitigung der Kriegsschuldlüg« und des Ver- sailler Vertrages fein. An der VerwirNichung dieses Zieles durch Reichsregierung und Heeresleitung in ihrer derzeitigen Zusammensetzung glaubten sie zweifeln zu müssen; namentlich die Heeresleitung habe sich immer mehr von den nationalen verbänden entfernt und selbst die Bekämpfung bolschewistischer Unruhen im Innern Deutschlands sei durch diese Politik schließlich in Frage gestellt worden, denn eine Reichswehr, die nicht aus die Kräfte der Wehr- verbände zurückgreifen könne, müsse in diesem Falle versagen. Endlich sei dann die Erregung überdas Volksbegehren ausschlaggebend für ihr weiteres Verhalt«n geworden. Sie hätten beschlossen, mit der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei Fühlung zu nehmen, weil sie geglaubt hätten, daß diese Partei am ehesten die Verwirklichung ihrer Absichten durchzusetzen vermöge und auch durchsetzen wolle. Zu Allerheiligen 1929 habe die erste Zu- sammentunft zwischen den Angeklagten Scheringer und Ludien einer- Dort sei man seits und nationalsozialistischen Führern stattgefunden. übereingekommen, daß in erster Linie das Offizierkorps der Reichswehr im Sinuc der naSoval- sozialifkifchen Ideen politisiert werden müsse, indem für den Fall eines nationalsozialistischen Umsturzversuches die Offiziere darauf hinwirkten, daß die Reichswehr f ichweigere, auf die revoltierenden Angehörigen der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei oder der Wehrverbände zu schießen, so daß jeder Widerstand der verfassungsmäßigen Faktoren gegen den Umsturz von vornherein unmöglich sei. Später sollte die Reichswehr dann geschlossen zu den Revolutionären übertreten. Oberleutnant Wendt wurde in diese Pläne eingewecht, und es begann eine stille Propagandaarbeit der Zlngcklagten. Im November fand eine Zusammenkunft junger Offiziere in Hannover statt, bei der Ludien und Scheringer erklärt haben sollen, in Süddeutschland seien schon gedeihliche Früchte der Arbeit gezeitigt, doch stehe ein aktives Eingreifen in verfassungswidriger Weife für die nächste Zeit noch nicht bevor. In einer Besprechung in Berlin verlangte Leutnant Ludien von den Offizieren, sie möchten in erster Linie die Mann- schaften in nationalem Geiste erziehen und dafür sorgen, daß sie jederzeit fest in der Hand der Offiziere seien.— Einer der Teilnehmer an diesen Besprechungen bekam Zweifel an der Legalitäl der Ludlenschen Absichken und machte Meldung. Leutnant Ludien hat zugegeben, daß er sich der Strasbarkeit seines Vergehens bewußt gewesen sei; er habe aber geglaubt, im Interesse des Vaterlandes nicht anders handeln zu können. Er und Leutnant Scheringer hätten geglaubt, durch ziel- bewußte Propaganda das Osfizierskorps der Reichswehr so weit bringen zu können, daß auch den obersten Dienststellen klar würde, daß ein Einsetzen der Reichswehr gegen die vaterländischen Verbände für alle Zeit unmöglich sei. Zur gewaltsamen Beseitigung der verfassungsmäßigen Regierung habe keiner der beiden Hauptangeklagten jemals aufgefordert. Noch der Anklage ist nun das Bestreben, den Ofsizieren der Reichswehr die gegenwärtigen politischen Zustände in Deutschland als besonders trostlos fühlbar zu machen, Zersetzung und damit Vorbereitung zum Hochverrat. Angriff auf Medzialkowski. Eine aufregende Szene im parlamenisrestanrani. Eine Regierung, die nicht von den Nationalsozialisten mitgetragen wird, kann im neuen Reichstag keinen Schritt weiter kommen, wenn sie nicht die Unterstützung der So- zialdemokraten findet. Das ist eine so einfache und eine so unbestreitbare Tatsache, daß alle Versuche, sich darum herumzureden oder herumzuschreiben, scheitern müssen. Die Sozialdemokratie aber wird vor allem eine so be- schaffene Regierung und einen so gearteten Regierungskurs fordern müssen, daß gegen einen faschistischen Putsch die denkbar stärksten Garantien gegeben sind. Ein faschistischer Putsch würde heutzutage von noch viel verhängnisvolleren Folgen begleitet sein als der Kapp-Putsch vor zehn Jahren. Ein über ganz Deutschland sich erstreckender Bürgerkrieg würde ungezählte Opfer kosten und das gesamte Wirtschafts- leben für absehbare Zeit zum Erliegen bringen. Das wäre eine Katastrophe nicht nur für das deutsche Volk, sondern für ganz Europa, ja für die ganze Welt. Eine starke entschieden republikanische Staats- gemalt, die jede Sorge vor einem gewaltsamen Ueber- raschungssieg des Faschismus beseitigt, ist die erste Forderung des Tages. Rur sie kann die schweren Schäden wieder gut machen, die die deutsche Außenpolitik in den letzten Monaten erlitten hat, nur sie kann das Wirtschaftsleben vor Zerstörung schützen und es wieder in Gang, bringen. Eine weitere Forderung ist, daß die auf Grund des Ar- tikels 48 geschaffenen Bestimmungen schleunigst durch Ge- setze ersetzt werden, die vom Reichstag ordnungsgemäß zu erledigen sind. Diese Gesetze werden auch in vielem einen ganz anderen Inhalt haben müssen als die Verordnungen, die besonders nach ihrer sozialen Seite hin gänzlich un- haltbar sind. Es wird Sache der neuen sozialdemokratischen Reichstagsfraktion sein, ihre Forderungen genauer zu präzi- sieren und für ihre Erfüllung zu kämpfen. Zum dritten ist von jeder Reichsregierung zu verlangen, daß sie den Angriffen des Unternehmertums auf die Lebenshaltung der Arbeiter nicht nur jede Unterstützung versagt, sondern ihnen kräftig entgegentritt. Es muß dem Unternehmertum deutlich und entschieden gesagt werden, daß die politische Gesamtsituation nicht danach angetan ist, solche Angriffe zu gestatten. So wie auch einer Handels- Politik tatkräftig entgegengewirkt werden muß, die Deutschland vom Weltmarkt abschnürt, so muh auch eine Lohnpolitik bekämpft werden, die zu einer Verödung des Innenmarktes führt und damit die Wirtschaftskrise verewigt. Die Republik muß sich wieder ihrer sozialen Verpflichtungen bewußt werden. Wie groß die finanziellen Schwierigkeiten sind, die ihre Erfüllung gefährden, verkennen wir keinen Augenblick. Wir verkennen auch nicht, daß diese Schwierigkeiten nicht mit den demagogischen Schwindel- antragen zu überwinden sind, die das kommunistische Fraktionssekretariat in beliebiger Anzahl maschinell erzeugt. Deswegen, aber bleibt doch wahr, daß von der Ueberwindung dieser Schwierigkeiten so gut>� Uhr. Jugendheim Cpando», Lindcnufcr 1, alle zwei Wochen. 8 Abende. Hörgeld 3 M. Wilmersdorf. Wa» wallen die Sozialdemokraten(Dr. Grcgar Bienstockt. Bolksherrschast.— Was mttsi seder Arbeiter von der Rcichsnertassuno wissen?— Bon wem drohen der Republik Gefahren?— Unser Programm.— Unsere Taaeskarderungen. Be. ginn Donnerstag, lll. Oektaber. 1 2 Uhr, B ktoria-Luise-Echulc. Uhland- Nrohe N— 93. 4 Abende. Hörgeld 1 M.— EinsShrnng in den Marxismus (Dr. Dara Fabian). Entwicklung und Struktur des modernen Kapitalismus im Lichte der mat»riolistischcn Geschichtsnuffaffung.— Die geistige und ökonomische Lage des Proletariats in der kapitalistischen Gesellschaft.— Die Staalsaufiassung des Marxismus.— Lehr» nom Klassenkampf. Beginn Dienstag. 4. Naocmbe" 19'-. Uhr. Jugendheim Wilhelmsaue 124. alle zwei Wochen. S Abende. Hörgeld 2 M. Zehlendorf. Dt« Arbeüee Deutschland« im Kampf um Demokratie. wirtstdofLNsbo und volitislbo Mocht(Voltia Kartig). Das neue Europa parb der Großen Franzö- sischen Revolution und den auf sie folgenden Kriegen.— Die Revolution 1848.— Ferdinand Lassalle.— Erfurter Programm. Beginn Freitag. 24. Okiober. 19% Uhr, im Iug.'udbeim Bahnhofstr. 3 lRähe Bahnhof Zehlendorf-Mitte) 8 Abende. Hörgeld 2 M. Schöneberg. Die deutsch« Sazialgesetiaebung �Ministerialrat Dr. Joachim). Die Sniw'ck- lung de» Soziali-chts in Deutschland bis»um Kriege.— Der sozialrechtliche Teil der Reichooerkassung(insbesondere Artikel 163). Beginn Donnerstag. 16. Oktober, 19% Uhr. bei Will, Martin-Luthee-Etr. 69. 8 Abende. Hörgeld 2 M. Steglitz. Glaub«»«üb ZBiffea(Dr. Karl Schräder). Was fstr eine Weltanschauung haben wir heute? Ist sie einheitlich? Beruht sie auf.Glauben" oder ans ..Wissen"? Es wird also im besonderen das Wesen von Philosophie, Wissen. schalt und Religion betrachtet werden. Die Möglichkeiten der Grenzen oon Wissen und auch von Glauben. Beginn Freitag, ll. Okiober, 20 Uhr, Lesesaal der Etadthstcherci, Srunewaldstr. 2. 8 Abende. Hörgcld 2 M. Tempelhof. Kommuualpolitkk(Dr. Ostrowski). Die Stadt Berlin als Wirtschafterin. (Ist städtische Wirtschaft schon sozialistisch?)— Etädtsche Werke, Gas. Wasser, Strom, Berkehr. Hafen usw. im Peraleich zur Prloaisndustme. Gitta, Grund» stückspolitii. Freitags von I9I<> bis 21 Uhr Bezirksamt Tcmprlhof. Torsstr. 42. 4 Kursusabeude und 4 Besichtigungen. Beginn Freitag, ll. Oktober, 19)a Uhr. Hörgeld IM— Die sozialen Aufgaben der Stadt Berlin,«ohlfahrt. Jugendpflege, Krankenhäuser. Sport, Spiel, Schwimmhallen usw. Freitags von t9lb bis 21 Uhr Bezirksamt TempclHos. Dorfstr. 42. 4 Abende. Beginn Freitag, 14. November, 19)0 Uhr. Hörgeld 1 M. Neukölln. Sawietrnsilond(Dr. Otto Mönchen). Das Erbe(bis zum Oktober 1917).— Landwirttchafr.— Industrie.— Der Kriegskommuuismus— Nep Fünf. iahrcsplan.— Was aus dem Grundbcsth wurde.— Die Klassen im Dorf.— Die Kollektivisicrung der Landwirtschaft.— Die Industrie.— Der Arbeiter (Lohn, Wohnung).— Die kulturelle Rcnolulion.— Gesamtbild. Beginn Donnerstag, 28, Oktober, 19's Uhr, Jugendheim Bcrgstr. 29. 8 Abende. Hör» geld 2 M.— Was wallen die Sozialdemokraten?(Dr. Gregor Bienstock). Bolks- berrschast.— Was muh jeder Arbeiter von der Reichsverfassung wissen?— Von wem drohen der Nepublik Gefahren?— Unser Programm.— Unsere Daaesfragr».-Beginn Mittwoch. 29. Oktober, 19!ö Uhr, Jugendheim Bergstraße 29. 4 Abende. Hörgcld 1 M. Treptow. Bolschewismus und Foschiswus(Dr. I. Tchlesiugar). 4 Diskufsioneabenbe. Beginn Donnerstag, 18. November. l9'b Uhr, Schule Riederschöncweide, Be» lincr Straße. 4 Abende. Hörgeld 1 M. Köpenick. Di« Arbeiter und der neue Staat(Zur Theorie und Praxis des Klassen- kampfes)(Dr. Gregor Bienstock). Das Wesen des neuen Staats.— Das Volk im neuen Staat.— Der organisierte Mensch. Beginn Freitag, 17. Okiobcr, 1912 Uhr, in Köpenick, Schloßstr. 27. 8 Abende. Hörgcld 2 M. Lichtenberg. Kultur- und Sittengeschichte des Proletariat«(Studiendirektor Dr. Kennig- scn). Im Kursus soll der Persuch gemacht werden, in anschaulicher Form das Leben der proletarischen Schichten z» den verschiedenen Zeiten darzustellen. Beginn Donnerstag. 16. Oktober, 19>b Uhr, Eärilie».Lyzeum, Lichtenberg. Rot- hausstraßc. 8 Abende. Hörgcld 2 M. Pankow. Sozialistisch« Lrbensreformcn(Anna Hartoch). Der Kamrck der Arbeiterschaft um die kulturellen Machtpositionen.— Proletarische Lebensfragen: Wabnungs». Kseidirngs-, Ernährungsfrogen. Kärveriultur, Kameradschaftsehe. Freizeit. Fest» pestaltung. Beginn Montag, lä. Oktober, IZib Uhr, Jugendheim Kissingen. straßc. 8 Abende, Hörgcld 2 M. Neinilkendorf. Gesuchte. Theorie und Prari» der internationale» ArbeUcrbewegnng (Dr. I. Schlesinger). Anfänge der Arberterbewegung.— Entwicklung der internationalen Arbeiterbewegung in der Kriegs, und Naö'krieaszeit. Beginn Montag, 27. Oktober, lg'.ö Uhr, Reinickendorf-West, Augustc-Diktoria-Allce 87, ä. Schule, Lehrerzimmer. 8 Abende. Hörgcld 2 M. Anmeldungen bei Beginn der Kurse. »Freie Sozialistische Hochschule." Wie in den bisherigen Iahren ocranstalict der R e i ch s a u s- schliß für sozialistische Bildungsarbeit auch im Winterhalbjahr 1330/31 eine Reihe von Seminaren(Arbeiis- gemeinjchaften), in denen Hörer und chörerinnen, die sich gewisse Vorkenntnisse schon angeeignet hab«n, ein b e st i m m t e s W i s s e n s- gebiet gründlicher bearbeiten können. Gleichzeitig wird in diesen Seminaren oersucht, die Teilnehmer zur selbständigen Arbeit in Form von Referaten, freien Vorträgen usw. anzuhalten. Für das kommende Winterhalbjahr sind folgend« Seminare vorgesehen: Montags: Fritz Raphtali:„W irtschaftskrise und Wirtschaftspoliti k". Dienstags: Prof. I. Denicke:„Politische Probleme der deutschen Demokratie". Freitags: Dr. Karl Schröder:„Die deutsche Dichtung der letzten SO Jahre". Sämtliche Seminare werden von Mitte Oktober bis Mitte April an den genannten Tagen«n der Zeit von 191-1 bis 21'.z Uhr im Vortragssaal des Parteioorftandes. Lindenstraße 3, 2. chof, links, 2 Treppen, abgehalten. Die Teilnehmergebühr beträgt für das ganze Semester 10 M., die in zwei Roten gezahlt werden können. Arbeitslosen, die sich ausweilen können, wird die Teil- nehmergebühr erlassen. Anmeldungen mit kurzen Angaben über Beruf, Bildungsgang ulw. sind zu richten an den Reichsausschuß für sozialistische Bildungsarbeit, Berlin SW68, Lindenstraße 3. Ausführliche Prospekte sind von dort anzufordern. Gewerkschaftliches siehe 3.' Beilag?. Verantwortlich stlr Politik: Dr. ttntl Gcucr: Wirtschast: S. Kliugclhölcr! Gewerkschaftsbewegung: I. Sleiner: Feuillc.on: K. S. Doschcr: Lotolrs und Sonstiges: Fti» Karstädt: Anzeigen: Tl». Glocke: sämtlich in Berlin. Verlag: Borwärls-Perigg G. m. b. H., Berlin. Druck: Borwärts.Buchdruckrrci und Lerlagsanstalt Paul Singer u. Co.. Berlin SW. 68. Lind.nstrgßl 3. Hierzu 4 Beilagen. timJdufo' Sehlupfhandschub„„ g 1�. In l.«d®r*. �70 Glaceleder ,„rbia& Giaceio*-«*, arbig mit»wei DrocltVnSpi 0 gesteppt« tnii zwoi H E RREJI Wildleder-Nachahmung �95 DoPpel.'off.m-W"t"«,»lich',DrüC,tknOP q Qu0Ü' Bombora-StrOiopl- b.. ISS "MPOSnN SOWEIT VORRATl 5.irs�rstrtnR«._«90I I:?:9Tb o. w!ne plattiert, JaCK-ard Kinder.Strümpfedf3ba � s�-2- vieNST��� 55k-.N »rÄ»« 122 •< t- STOFFE i- .5- WlntermanteUtoff �-90 r.'nV CUr. 1« CM vc."/ CrSpeGeorgelto h �90 cm-ei. Ö— Bedruckter Waschsamt �45 kV.i.. t.sch. W- - Ä,, vj r/• O c SPANOAUE« STR.. KONIOST«. Xr. 443» 47. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Sonntag, 24. September 4930 5/ Kilometer westlich von Berlin im Kreise Zaudi-Belzig liegt die Siedlung Schenkenberg. Es ist eine Siedlung der Not. Die Oeffentlidikeii mußte bis jetzt sehr wenig oon ihr. Bis plötzlich durch alle Zeitungen die Meldung ging; Der Gemcindenorsteher der Siedlung Schenkenberg nach Unterschlagung größerer Geldsummen getürmt! Schnell verschwand jedoch der Name Schenkenberg wieder aus den Berliner Zeitungen. Der„Vorwärts" zeigt heute, wieviel enttäuschte Hoffnung, wieviel vergebliche Arbeit und wieviel Sorge sich hinter dem einen Wort Schenkenberg verbergen. Hundert Siedler, die ihre Heimat in der Hoffnung, eine neue Lebensexistenz zu finden, schweren Herzens verlassen haben, sind jetzt der Verzweiflung nahe. Sie sind am Ende und sehen keinen Auswegl Ihnen muß geholfen werden! Don der Ruhr an die Havel. Auf den Arbeitsnachweisen des Ruhrgebiets fitzen 1926/1927 die Kum pels von den stillgelegten Zechew Irgendtoann sickert es in der Recklinghausener Ecke durch: wir können siedeln. Es geht sehr schnell, am Sonnabend, dem 21. Mai 1927, sind die ersten sechs Richrarbeiter auf dem Landesarbeitsamt Bochum und hören aufmerksam zu, was ihnen über die Ruhrumsiedlung erzählt wird. Man verliest ein Gutachten, wonach es sich bei dem Gut Schenken- b e r g, wohin die arbeitslosen Ruhrproleten kommen sollen, um durchaus für den Gartenbau geeigneten Boden handelt, der mit wenig Kapital in kurzer Zeit ertragreich zu machen ist. 6 Morgen Gartenland, 2 Morgen Wiese, ein halbes Haus mit 3 Zimmern, Küche, Keller und Stall für Kuh, Schwein und Federvieh, dazu Licht bis ans Haus, Wasser mittels Hydrant und«inen Zaum um dia Parzelle, das alles soll es geben. Und die sechs armen Teufel, di« das nichtsnutzig« S t e m p e'l n schon hassen, sehen eine Hoffnung aufdämmern, nun doch nicht als letzte von den Hunden gs- bissen zu werden und unterschreiben den Rentengutsoertrag für eine Ruhrumstedlerftelle. Diese 8 Morgen Land einschließlich der Gebäude kosten für Ruhrumsiedler 12 70v M. Davon sind 2006 M. bar zu zahlen (1S00 M. ffofort, der Rest in zwei Raten), 4660 M. und Ruhr- umfiedlungskredit zum Zinssatz von 1 Pröz., 4066 M. Darlehen zum Zinssatz von 4 Proz. und der Rest von 2700 M. ist mit 5 Proz. zu verzinsen. Die Ruhrarbeiter, es waren nicht nur Bergleute, sondern auch erwerbslose Handwerker, hoben ihr S pa r g« ld ab oder borgten stch die fünfzehnhundert Mark von Verwandten und zogen nach Schenkenberg, Bahnstation Götz(Kreis Zauch-Belzig), 51 Kilo- meter westlich von Berlin. Heute sitzen auf dem parzellierten Gut Schenkenberg 120 Siedler: Ruhrumsiedler, Ostflüchtlinge, ab- gefundene Reichswehrsoldaten und Polizeibeamte, Kriegsbeschädigt«, di« sich ihre Rente kapitalisieren ließen, und vereinzelte Privat- käufer, wie ehemalige Kolonialdeutsche und abgebaute Bank- deamte. Kein Zweifel, daß dieses großzügige und vom besten Wollen des preußischen Staates begleitete Sicdlungsexpernnent dem gespanntesten Interesse der gesamten Ocfsenttichkeit begegnet. Rur wird das LUd allzusehr überschattet von der Sicdlungsgesellschaft „Deutsch. Land" m. b. H., di« sich zwischen den Staat und den Siedler geschoben hat. Ueber diese Gesellschaft wird noch zu reden sein. Statt des Gartens eine Wüste. In den Tagen nach dem Einzug der Siedler kam die erst« Enttäuschung: die„Deutsch-Land" erhöhte den Kaufpreis von 12700 M. um 600 M. auf 13 300 M. Die Ruhrumsiedler verwiesen auf die Sitzung in Bochum und aus ihren unterschriebenen Vertrag, ober die Sitzung war nicht protokolliert und die Originale der Rentengutsoerträge nirgends ausfindbar: da war«z für di« „Deutsch-Land" sehr leicht, um die Weihnachtszett 1927 aufzu- trumpfen:„wollen Sie die 600 2N. nun zahlen oder nicht, sonst fliegen Sie!" Nach langen Verhandlungen wurde die Nachzahlung auf 500 M. erniedrigt, doch das schlimmste war: die 500 M. mußten dar auf den Tisch gezahlt werden. Und die Siedler pumpten von neuem Gott und die Welt an. Inzwischen besahen sich die Siedler ihre Häuser und schüttelten morgens und abends den Kopf über die Versprechungen, die man ihnen in Bochum gemacht hotte. Da standen wohl Häuser, aber m:t Lehmmauerwerk, mit Sandstakung, mit einem Fundament aus Kalk- fandstein, Sandfchüttung statt einem Fußbchen in Keller und Stall, nur die Küche unterkellert, statt wie versprochen das ganze Haus, und keine Grub«, wo man das Gold der Landwirtschaft, den Dung, hätte sammeln können, und das Klosett, ja, das war ein« genagelte, undichte Kiste, ober kesne Grube. Auf den einmüttgen Widerstand der Siedler hin entsandte das Kusturamt Berlin-Teltow«ine Kom- Mission, di« an den einzelnen Häusern Minderungsbeträge bis zu 1200 M. festsetzte(Gutachten Hagemann), und die Baufirma mußte sich verpflichten, fünf Jahre lang für alle Reparaturen zu haften. Hundert Siedler ohne Wasser. Dann sollt« es an die Best« l l u n g der eigenen Scholle gehen, jenes Landes, dos nach den Versprechungen mit geringem Kapital in kürzester Frist ertragreich zu gestalten sein sollte. Nur gab es vorerst nichts zu bestellen, sondern aus dem Oedland, das als Ml stecht es handeln! Putsch- und Bürgerkriegsparteien wittern Morgenluft!' Darum hinein in die Armee der Arbeit und des Friedens! Kommt zur Sozialdemokratie! i Kämpft mit uns für eine bessere Zukunft!« Lest den„Vorwärts"! Garten den Siedlern verkauft worden war, mußte erst einmal Kulturboden gemacht werden. Stubben mußten gerodet, Lu- pinen als Zwischenkultur gesät werden, aber Sand blieb Sand, der kein« Feuchtigkeit halten wollte. Doch was reden wir von Feuchtig- keit, wenn wenigstens noch Wasser dagewesen wäre in Schenken- berg und der gleichgearteten Schwesterfiedlung Jeserig. Im ersten Jahr, da zogen die Siedler mit einem Handwagen auf den ehemaligen Gutshof und schleppten das Wasser eimerweise auf die Felder, ein Unterfangen gleich den Schildbürgern, die sich«in« Kirche ahne Fenster gebaut hatten und nun das Sonnenlicht in Säcken auf- fingen und schnell in die Kirche trugen, um es in der dunklen Kirche auszuschütten. Aber so wenig die Kirche hell wurde, so»enig wuchsen die Pflanzen ohne Wasser.� Hundert Siedler liefen täglich nach dem Gutshof und peinigten die arme Pumpe, die soviel Wasser gar nicht hergeben konnte und zu guter Letzt v e r- jauchte. Dann charterte irgendwer ein paar Jauchewagen, und nun wurde den Siedlern das Wasser vom Gut vor das Haus ge- fahren, wo diese es einteilten, zum Gießen und zum Trinken, immer aus den alten Iauchefässern. Die Siedler hätttn allenfalls noch die Fässer ertragen, wenn es nur Wasier in genügender Menge gegeben hätte, aber bei den Tropfen, die sie buchstäblich nur aus- sprengten, vertrockneten di« mühselig angelegten Kulturen. Erst seit neuerer Zeit besteht ein bescheidenes Wasserwert. An die beiden Jahre ohne Wasser denken die Siedler nur mtt Schrecken zurück. Oer Fall„Oeuifch-Land". Wir sagten, zwischen den Staat und die Siedler schob sich di« Siedlungsgesellschaft„Deutsch-Land" m. b. H., Berlin W35. Mit anderen Worten: zwischen di« Führeridee des Staates und dem ehr- lichen Wollen der Siedler schob sich das Geschäft. Das 2000 Morgen große Gut Schenkenberg gehörte zuletzt einem Herrn Vollmer, der wie feine Vorgänger eine Rente aus dem Gut nicht herauszuwirtschaften oermochte. Die„Deutsch-Land" übernahm das Gut zu einem Kaufpreis von zirka 130 M. pro Morgen. Die Ge- fellschafter der„Deutsch-Land" sind zwei Privatleute und die Magde- burger Bau- und Kreditbank. Ihre Siedlungsaufgaben erfüllt die Gesellschaft durch Staatskredite. Die Schenkenberg benach- barte Siedlung Jeserig wurde srüher von der verkrachten Siedlung». gesellschast„Jnoalidendank" bewirtschaftet, jetzt gehört Jeserig eben- falls der„Deutsch-Land". Wenn wir recht unterrichtet sind, stellt die„Deutsch-Land"«inen Morgen Land, den sie. mit rund 130 M. gekauft hat, heute Siedlern mit rund 700 M. in Rechnung. Wetter wurden die Bautep nicht öffentlich misgeschrieben, sondern von der Magdeburger Bau- und Kreditbank ausgeführt. Also von einer Gesellschafterin der „Deutsch-Land". Bei der Qualttät der Häuser dürsten di« Gewinne der„Magdeburger" etwas über einer halben Million Mark liegen. Aber kamen die Siedler und wollten sich beschweren, dann schnauzt« man sie an:„Was wollen Sie denn, Sie haben sich doch alles an- gesehen, warum haben Sie denn gekauft?" Den größten Schimpf- bold, den Herrn Franz Rosenthal, Prokurist nannte er sich, hat inzwischen sein verdientes Schicksal ereilt: Anfang dieses Jahres wurde er wegen Unterschlagung von Geldern der„Deutsch- Land" zu einem halben Jahr Gefängnis verurteilt. Natürlich bleiben derartige Vorkommnisse nicht verborgen, ein Teil der Siedlerstellen ist bis heute uno erkauft, obwohl die Anzahlung von 25 Proz., die noch die Ruhrumsiedler bezahlen mußten, auf 10 Proz. herabgesetzt worden ist. Insbesondere sind die sogenanitten Krauterstellcn zu je 28 Morgen größtenteils un- verkauft geblieben, man versuchte Geflügelfarmen daraus zu machen, aber Schenkenberg scheint unter einem unglücklichen Stern zu st«h«n. Oer Marsch zum Wohlfahrtsamt. Es liegen jetzt drei Jahr« Siedlungserfahrung vor. Wir wollen für diese Zeit die Zwischenbilanz eines Ruhrumsiedlers auf- machen. Von Juni 1927 bis End« 1928 hat er in seinen Betrieb 4214 M. plus 1000 M. Cinrichtungskredit gesteckt, feine Einnahmen betrugen... 203,38 M.! Dabei arbeiteten der Siedler und seine Frau und die beiden erwachsenen Söhne außerhalb als Handwerker, und nur, weil sie beide ihren ganzen Verdienst in den Betrieb des Vaters steckten, ließ sich dieser aufrecht erhalten. 1929 wurden 2013 M. in den Siedlungsbetricb gesteckt und 708 M. aus dem Ver- kauf von Eiern, Tomaten und Gemüse herausgeholt.„Wasser, Wasser!" heißt der Notschrei all«r Siedler. In diesem Jahre haben es die Siedler mit Erdbeeren versucht, 80 proz. der frischen Anpflanzungen sind zugrunde gegangen. Mit dem Einwand,- die Gärtnerei fei heute eine Wissenschaft und die Siedler wären keine Fachleute, kommen wix auch nicht weiter. Die beiden ersten Siedler waren gelernte Gärtner, der ein« aus Potsdam, der andere aus Sachsen. Der eine hatte seine Hoffnung auf ein G u r k« n l r e i b- Edii cftines. 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Am nächsten Tage waren die Früchte llberress, weich und wertlos. Eine vom Kulturamt gegründete Genossenschaft führt ein kümmerliches Schattendasein, sie ist so arm. daß sie sich in der Berliner Zentralmarkthall« nicht einmal«inen Stand mietet� kann. Im Rahmen dieser Genossenschaft ist eine Kommission zur Regelung des Anbaus vorgesehen. So dachte man an eine Forcierung. der Spargelkulturen. Jedoch ist für Spargel kaum noch ren- tabler Absatz zu schaffen' So geht Jahr für Jahr die Anbaufläche zurück, die Zinsen können von den Siedlern nicht mehr auf- gebracht werden, Bollstreckungsbefehle gehen mit dem lakonischen Vermerk„Pfändung fruchtlos" zurück. Die Siedler haben nichts mehr. loilkommen verzweifelt.. „Nach allen unseren Erfahrungen müssen wir den Kampf um unsere Existenz als aussichtslos aufgeben", schließt eine Denkschrift der Bewohner von Schenkenberg an das preußische Landwirtschaftsministerium. Im Juli zirkulierte unter den Siedlern eine Liste, wer verkaufen will, möge sich eintragen. Fast sämtlich« Siedler haben sich eingezeichnet. Trotzdem sie weinen würden, wenn sie von Haus und chof müßten. Einige Männer sind als Wanderarbeiter in die Umgebung gezogen und haben ver- sucht, in ihrem alten Beruf zu arbeiten. Jetzt sind sie Erwerbs- lose, genau wie die städtischen Jndustrieproletarier, und belastin den Arbeitsmarkt. Wenn die Sonne hinter den alten Türmen Brandenburgs versinkt und der Abend in das weite, schön« Havelland einzieht, holen die Siedler ihr« Kassenbücher hervor und machen sich Auszüge.„Warum?" frag« ich ejnen dieser herrlichen, kraft- vollen Proletarier aus der Ruhrecke.„Das find die Unterlagen für meinen Antrag auf Armenunlerstützung. Der Winter muß die Katastrophe bringen", antwortet der Mann. Man hat nichts mehr zu fragen. Der Notschrei aus Schenkenberg darf nicht ungehört ver- hallen. Der Preußische Landtag, insbesondere dessen Siediungs- ousschuß, muß den Verzweifelten helfen. Halbtot zum Fallbeil geschleppt So sieht die TodesstiMke aus! Paris, 20. September. Der Mörder Chabrolles wurde heute früh in Ct Puy durch da» Fallbeil hingerichtet. Als er beim Morgengrauen zu seinem letzten Gang geweckt wurde, brach er vollkommen zusammen, fo daß er von den Gehilsen des Scharfrichters in fast leblosem Zustande zum Fallbell gelragen werden mußte. Eine große Menschenmenge wohnte dem grausigen Schauspiel bei, das auf dem Platz vor dem Gefängnis stattfand. Zuchthaus für Wohlfahrtsschwindler. Er schädigte die Aermsten der Armen. Eine empfindliche Strafe oerhängt« gestern die große Straf- kommer des Landgerichts in über den schon vierzehnmal wegen Betruges vorbestraften Kaufmann Rudolf Frei, der eine Reihe von Berliner Wohlfahrtsämtern fortgesetzt unter falschen Angaben um Unterstützungsbeträge geschädigt hatte. Frei hatte eine. Blumenverkäuferin veranlaßt, sich als feine Ehefrau auszugeben und hatte auch fälschlich angegeben, daß er einen 11jährigen Jungen habe. Die Strafkammer oerurteilt« den Angeklagten zu einem Jahr sechs Monaten Zuchthaus. Im Urteil wurde betont, daß die Wählsahrtskasse sich gegenwärtig in einer großen Notlage bc- fände, fo daß wirklich RoHeidende nicht immer unterstützt werden könnten. Durch derartig« Betrügereien würden daher die Aerrrt- sten der Armen geschädigt. Roberl Menzels Afcheucefte werden an seinem 79. Geburts- tage, Dienstag, den 23. September, 16V1> Uhr, auf dem Zentral- friedhof Friedrichsfelde, neben der Ruhestätte des Genossen Paul Singer, des treuen Freundes, beigefetzt. Das KanzleipapierdesNazibeamten Ein Prozeß von grundsatzlicher Bedeutung Ein« sonderbarer Prozeß: Der Minislerialkanzlei- sekrealär F. im preußischen Ministerium des Innern ist angeklagt, aus dem Dienstbüro Papier für n a H o. nalsozialistifche Fragebogen verwendet zu haben. Unter der Anschuldigung der Unterschlagung stand er vor dem Schöffengericht D crlin- Milte. Im November 1929 war bemerkt worden, daß die nationalfozia- listische Presse M i n i st e r i a l e r l a f s e, darunter sogar solche geheimer Natur, veröffentlichte, ehe sie überhaupt aus dem Mi- nisterium an die zuständigen Stellen weitergeleitet worden waren. F. stand im Verdacht, daß er feine Stellung dazu benutzte, ministe- rielle Berfügungen den Nationalsozialisten zuzuleiten. Bei einer Haussuchung wurde eine Menge Papier des Ministeriums bs- schlagnahmt. Vor allem fand> man auch einen nationalfozia- listischen Fragebogen sowie Listen des Vereins ehemaliger Militärmusiker, von denen der Ministerialkanzleifekretär zugab, daß sie auf amilichem Paier geschrieben sein könnten. In der Verhandlung b e st r! t t der Angeklagte die ihm zur Last gelegte Tat. Wohl habe er die bei ihm beschlagnahmten Frage- bogen und Listen geschrieben und teilweise aus der Maschine In der Ministeriumskanzlei abgezogen, doch habe er dasür sein eigenes Papier verwendet. Sein Geständnis sei dadurch zu erklären, daß er bei seiner Verhaftung die Nerven verlor und in der Aufregung an» nahm, sein Privatpapier mit dem Amtspapier ve r w e ch s e l t zu haben. In der Beweisaufnahme sagte der K aji z l« i d i r e k t o r aus, das Papier des nationalsozialistischen Fragebogens könne nicht dem Ministerium gehört haben. Auch die übrigen Papiere, die keinerlei Amtszeichen trugen, könnten wohl Privateigentum des An- geklagten gewesen sein. Aus Antrag des Staatsanwalts wurd der Angeklagte frei- gesprochen. Wir wollen zu dem Urteil selbst nicht Stellung nehmen. Die Aussage des Kanzleidirektors war für die Findung des Spruches maßgebend, und das Wort„im Zweifelsfalle für den Angeklagten" hat für jeden Staatsbürger Geltung. Darüber hinaus aber hat der Prozeß eine politische Bedeutung. In der veffentlichkeit gilt die preußische Staatsregierung mit Recht als fester und zielklarer Schützer der republikanisch- demokratischen Staats. Verfassung, als sicherer Wahrer von Recht und Ordnung. Es muß verwundern, daß«in Ministerialkanzleifekretär des.preußischen Innenministeriums Arbeiten für die staatsfeindliche Partei der Ratio- nalsozialistcn im Büro während der Dienststunden vornehmen. ja sogar die der Dienststelle gehörende Abziehmaschine hierzu benutzen darf. Beamte von der Einstellung dieses Ministerialkanzleisekretärs sind schädlich schlechtweg, weil sie sich zu einer Partei bekennen, die Feindin der Poikssouve- ränität und damit aller Arbeitenden, aller Schaffenden sind. Wir sind der Neberzeugung, daß mit dem Gerichtsver- fahren der Fall dieses Ministerialkanzleisekretärs noch nicht erledigt ist. Auf disziplinarischem Wege muß fiir die Säuberung der preußischen Dienststellen von aNen Elementen gesorgt werden, die staats- und volksfeindliche Ziele verfolgen. „Matratze zu vermieten!" Karioffelkeller als Absteigequartier.— Stimmungsbild aus der Oragonerstraße. Etwa zwei Dutzend Zeugen sind im Gecichissaal versammelt, unter denen man ausschließlich Straßenmädchen und kriminal- b e a m l e erkennt. Alle sollen aussagen, welche Art von Geschästen sie mit der„kartosselgrohhandlung Marti» u. Lüdke" in der Dra- gonerstraße verband. Es wurde folgendes ermittelt: Im. vorigen Jahre mietete ein rührigxr Geschäftsrnarni in einem Haufe in der Dragoncrstraße einen leerstelienden Keller, dessen Außenfront er mit der Ausschrüt:„Martin u. Lüdte, Kartosjeln— en gros" bemalen ließ. Wie die Portierfrau des Hauses aussagt, sind irgendwelche Knrtosscl-engros-Lieferungen niemals bei der g«- nannten„Firma" ein- oder ausgegangen, dafür aber brachten gleich nach der„Etablierung" dieses„feinen" Unternehmens einige halb- wüchsige Jungens Chaisselongues, Stühle und Waschgeräte angeschleppt. Elektriser kynien, um eine Lichtanlage herzustellen, lirild Zimmerleutc zogen in den Kcllerräumen dünne Holzwändc, welche den vorhandenen Rgüm in ungezählte kleine Kojen teilten And gleich hinterher ging auch schon das„Geschäft" los. Die in der Umgegend der Dragonerftraße flanierenden Mädckien strömten mit ihren Liebl)abern in riesigen Scharen nach dem Kartoffelkeller, um dort für einige Minuten gegen ein mäßiges Entgelt eine Matrahe zE mieten. Der Andrang war derart groß, daß die findigen„Unternehmer" in der Tieckstraße eine..Zweig- stelle" ihrer Kartoffelgroßhandlung aufmachten, zu der alle die- jenigen Pärchen geschickt wurden, die in der Dragonerstraß« wegen der Ueberfllllung keine Absteigemöglichkeit mehr fanden. Eine Mark mußten sie für das jedesmalige Absteigen zah'en, für „Dauerabonnenten" ermäßigte sich der Preis zuweilen auf 59 Ps. Als der vorhandene Raum zur Befriedigung der besteh>ndsn Be- dürfnisse nicht ausreichte, wurden die Korridore ebenfalls zu Ab- steigezwecken hergerichtet. Nachdem die Polizei den ganzen Rummel ausgehoben lzalte, verlegten die Inhaber der„Kartoffelgroßhandlung" ihr Geschäst schnurstracks neun Häuser weiter. Die Einnahmen blieben gleich lohnend. Nach Angaben der Zeugen soll das Quartier in der Dragonerstraße täglich durchschnilllich von 100 bis 150 Paaren sreguenlieek worden sein. zu Zeiten der Hochsaison(namentlich an Lohntagen usw.) noch entsprechend inehr. Der Betrieb ging Tag und Nacht ohne Unter- b rechung durch und soll seinen Inhabern in vier Wochen die Riesen- summe von 15 999(sechzchntausend) Mark eingebracht haben. Nach. dem dann wieder das Quartier von der Polizei ausgehoben rvorden war, wurde der ganze Laden sofort wieder an einer anderen Stelle aufgemacht, dasselbe wiederholte sich noch einige Male, und auch jetzt noch, nachdem bereits der Prozeß gegen die rührigen„GejchastZ- leute" stastgefunden hat, sollen dieselben nach wie vor an mehreren Stellen ihre Kuppelquartiere ofsenhatten. Während der Hauptaktionär der Kartoffelengroshandlunz es vorzog, sich durch Krankheit vor der Verhandlung zu drück?», wurden seine Ehefrau wegen gemeinschaftlicher Kuppelei zu einem Monat Gefängnis und 299 Mark Geldstrafe und sein Bruder wegen desselben Delikts zu zwei Monaten Gefängnis und 599 Mark Geldstrafe verurteilt. Die beiden Angeklagten nahmen das milde Urteil freudestrahlend an: sie träumen sicher schon von der Vergröß«. rung ihres beliebten Kartoffelkellers. S/NOAIRLEWIS m m m W ROMAN Langsam, freundlich strichen die Winlermonate vorbei, denn Una war nun ein Mitglied des Vorortes Großhampton Harbour geworden: nicht etwa als die unbedeutende Tochter einss Hauptmanns Golden aus Panama, sondern als eine Frau, über der der Glanz der Unabhängigkeit, einer selb- ständigen Stellung, des Vertrautseins mit dem Großstadt- leben und einer gewissen geheimnisvollen Ehe schwebte. Sie wurde zu Gesellschaften geladen, bei denen sie gehorsam Bridge spielte, zu Tanzunterhallungen im Harbour-'gacht- Klub, zu Sitzungen von Wohltütigkeitsvereinen. Es war eine heitere, ungezwungene Gesellschaft von Leuten, die Liköre au fihren Büfetts und Autos in ihren Garagen aus verzinktem Eisenblech stehen, doch auch Sparkassenbücher in den unteren Schubladen ihrer Einheits-Bücherschränke liefen hatten. Leute, von denen Una aufgenommen wurde als eine Frau, die zuzuhören und zu lächeln gelernt hatte. Und sie besuchte mit ihnen gemütliche, unzerimonielle Tanzuitter- Haltungen in dem Gasthaus, das von Eharley Duquesne ge- leitet wurde. Eharley gefiel ihr, und sie gab ihm gute Rat- schlüge für die Schlafzimmervorhänge des Gasthauses und bekam ein« Ahnung, wie ein Hotel geführt und versorgt wird. Eharley wußte nicht, daß ihre Kenntnisse von Vor- Hangstoffen erst etwa zwei Wochen alt und von einem ihrer Kunden in Wanamacy erworben waren. Er wußte nur, daß sie ihm aus einer Verlegenheit geholfen hatte. Sie ging ungefähr einmal in zwei Wochen in die Stadt, gerade oft genug, um mit Truax, Fein. Charles und Mamie tohltätigkeitsvereines________ � WD widmete nun in aller Stille ihr ganzes Leben den jüdischen Wohlfahrtseinrichtungen. Una schloß die letzten Geschäfte in Großhampton Hill Gardens im Herbst ab und kehrte dann in die Stadt zurück, in die Bürowelt mit der ihr wohlbekannten Arbeit. Ihre Leistungen waren so ordentlich und vielversprechend ge- wefen, daß sie Anspruch harte, eine neu zu schaffende Stelle zu verlangen: Weiblicher Verkaufsleiter mit zweitausend- fünfhundert Dollar jährlich, direktem Verkauf an Kunden und fünf andere weibliche Agentinnen unter sich. Herr Truax hielt immer noch nichts von weiblichen Agentinnen, und sein mangelhaftes Zutrauen wurde jetzt, da Una wieder ins Büro zurückgekehrt war, noch äugen- fälliger. Una wurde ein wenig pessimistisch, als sie erkannte, daß sei«e Borstellung von weiblichen Agentinnen eine fest- eingewurzelte Verrücktheit war, und von keinerlei Ereig- nissen, wenn sie sich auch unmittelbar vor seiner Nase ab- spielten, beeinflußt werden konnte. Doch sie war zu sehr be- schäftigt mit dem Verkauf von Bauplätzen, mit Instruktionen an ihre weiblichen Gehilfen und mit der Einrichtung einer eigenen Vierzimmerwohnung in der Nähe von Stuyvefant- park, um sich viel um Herrn Truax zu kümmern. Und sie konnte sicher sein, an Herrn Fein immer eine Stütze zu finden. Dafür hatte sie die besten Gründe: Herr Fein hatte ihr nämlich, ein wenig zögernd, einen formellen Heirats- antrag gemacht. Sie hatte ihn aus zwei Gründen abgewiesen: erstens, weil sie schon irgendwo in der Welt einen Mann hatte, und zweitens aus dem noch triftigeren Grund, daß sie Herrn Fein zwar bewunderte und ihn so wohltuend und erfrischend fand wie eine Limonade an einem Sommerabend, ihn aber nicht liebte, nicht das Verlangen hatte» ihn zu bemuttern, so wie sie Walter Babson immer hatte bemuttern wollen, ooer, hin und wieder, sogar Herrn Schwirtz, wenn er ihrer bedurfte. Der Vorfall brachte ihr für ein oder zwei Tage Herrn Schwirtz wieder in Erinnerung. Doch er war so völlig aus ihrem Leben verschwunden, wie etwa Henry Carson aus Panama. Sie wußte nicht, und dachte nicht oft darüber nach, ob er noch lebte oder fortfuhr, zu sterben. Wenn die Welt auch sehr Nein.ist, so ist sie schließlich doch auch sehr groß, und das Leben und die Ä!elt verschlingen diejenigen, die wir am besten gekannt haben, und sie kehren nie w««der zu uns zurück. 2. Una hatte sich, wie ein junger Student, der die älteren Lahrgänge beneidet, wie ein Leutnant, der voll scheuer Ehr- furcht zum Generalstab aufblickt, immer eingebildet, daß sie ein ganz anderer Mensch sein würde, sobald sie erst einmal eine wirtlich leitende Stellung mit einem Gehalt von mehreren Tausend jährlich bekäme, und nicht mehr die gute, > kleine Sekretärin wäre. Sie war sehr erstaunt, als sie be- merkte, daß sie in ihrem eigenen Privatkontor, in ihrer neuen Wohnung und in ihrem neuen Samtkostüm ganz genau die- selbe tüchtige, schwache und sehnsuchterfüllte Frau geblieben war wie zuvor. Aber sie war zufriedener. Trotz der Er- innerung an Schwirtz und der Angst, daß sie ihm eines Tages begegnen und er Ansprüche an sie erheben könne, hatte sie doch eine ehrliche Freude an ihren Erfolgen im Geschäft, an ihrer Wohnung und an dem Gefühl des kameradschaftlichen Verbundenseins mit Tausenden von Frauen im Berufsleben. Entgegen dem anschaulichen Bilde, das Herr Fein von den Leiden eines Chefs entworfen hatte, fand Una, daß die neue Macht und Verantwortlichkeit sie mehr anfeuerten, als alle Gehälter einer kleinen Stenotypistin es je vermocht hatten. Auch wurde sie niemals ein weiblicher Troy Wilkins, obwohl sie manchmal mit den Frauen, die ihr unterstellt waren, Verdruß hatte und es schwer war, Leute zu finden, auf die sie sich verlassen konnte. Es gelang ihr, einige von den Dingen zu erreichen, die sie unklar erträumt hatte, als sie selbst noch Sklavin ge- wesen war. Es war ihr möglich, mit ihren Hilfskräfren freundlich zu sein, in gesellschaftlich vertraulichem Tone mit ihnen zu verkehren, ihnen mit Vertrauen zu begegnen, statt mit listigen kleinen Tricks, ihnen die Dinge frei und offen zu erklären, statt willkürliche Regeln aufzustellen. Und sie wurde durch die Liebe und Ergebenheit ihrer Angestellten belohnt. Die meisten Streitigkeiten hatte sie mit Herrn Truax wegen der Gehaltserhöhungen und Provisionsvermehrungen für die ihr unterstellten Agentinnen. ». Und hinter all diesen Entdeckungen auf dem Gebiete einer Abteilungsleiterin, hinter der ganzen Arbeit des Tages und den Abenden in ihrer Wohnung, wo Mamie Magen und Herr Fein manchmal bei ihr speisten, lagen zwei ungeheure Geheimnisse verborgen: Sie hatte für ihr Privatleben, für das Leben außerhalb des Erwerbs, einen Ausweg gefunden, der vielleicht für Tausende von innerlich unbefriedigten, unverbraucht altern- den Frauen das Problem der Einsamkeit lösen könnte. Nicht die Ltebe eines Mannes. Lieber wäre sie gestorben, bevor sie zugegeben hätte, daß Schwirtz' plumper Fuß je wieder ihre Schwelle überschritte. Und die amüsanten Herren, die zu ihr auf Besuch kamen, waren einfach— nur amüsant. Nein, sagte sie sich, sie brauchte weder einen Mann noch eines Mannes Liebe. Aber die Gegenwart und Liebe eines Kindes brauchte sie. Sie wollte ein Kind adoptieren. Das war ihr Ausweg. (Fortsetzung folgt.) 900 Rheinlandkinder in Berlin Ferienreise zur Feier der Befreiung. Das Rheinland ist frei! Die namentlich von der S o. zialdemokralie geförderte Außenpolitik hat den Abmarsch der Desahungstruppen herbeigeführt, die Tat des Kabinetts Hermann Müller war es, die den letzten fremden Soldaten das Rheinland verlassen ließ! Die Reichszentrale für Landaufenthalt von Kindern hat aus diesem Grunde eine Sonderaktion eingeleitet, durch die Kinder aus hilfsbedürftigen Kreisen zum Erholungsausent- halt im Gefamtgebiet der bisher besetzten zweiten und dritten Zone und im Saargebiet an die Ostsee hinausgeführt werden. Prole- tarierkinder, Arbeiterkinder waren es zumeist, die gestern morgen, etwas verschlafen wohl, aber doch munter und guter Dinge von Mainz her mit dem Sonderzug auf dem Stettin er Bahnhof«intrafen, um nachmittags in die Heime an der Ostsee weiter transportiert zu werden. Ministerialdirektor Schneider hieß unsere kleinen Gäste herzlich willkommen. Unter Führung des Landesrat Gerlach folgten, nachdem In den Zelten die Morgen- milch eingenommen war, die Kinder einer Einladung des Reichs- Präsidenten. Im Garten in der Wilhelmstrahe dankt« Landesrat Gerloch dem Reichspräsidenten für seine Liebe zur deutschen Jugend und betonte vor allem die Unterstützung dieses HUfswerks durch die preußische und die hessische Slaatsregierung. Der Reichs- präsident, sichtlich bewegt, dankte in kurzen Worten und freut« sich besonders, als ihm zwei Buben aus dem Saargebiet selbst- gefertigte Puppen für seine Enkelkinder überreichten. Nachdem der Präsident der Republik von den Kindern mit herzlichen Grüßen Abschieb genommen hatte, ging es nach den Ge r ma n ia s ä le n in der Chausseestraße, wo das Mittagessen mit gesundem Appetit eingenommen wurde. Für die Reichsregie- rung sprach Reichsverkehrsminister von Guärard freundliche Worte der Begrüßung. Die preußische Staatsregierung hatte Staatssekretär Dr. S ch e i d t entsandt, der im Austrage des Minister- Präsidenten Braun dem verdienten Führer Dr. Gerlach eine Ehren- Urkunde überreicht«. Di« Stadt Berlin war durch die Stadträtin Genossin W e y l vertreten, die den Kindern Büchlein auf den Weg mitgab. Wir wünschen den kleinen Reisenden viel Spaß und gute Erholung! Riefenbrand bei Mainz. Ehemische Werke Or. Alberts in Flammen. Mainz, 20. September. heule früh brach in den Chemischen werken von Dr. Kurt Albert in Amöneburg(bei Mainz) ein Feuer aus, das in den Fabrikräumen, in denen haupisächlich Kunst harz und Teer hergestellt wird, reiche Nahrung fand. Die ganze Fabrik stand daher bald in hellen Flammen. Die Wehren aus der Umgebung, auch die aus Mainz und Wiesbaden, waren zur Stelle. Das Feuer entstand— wahrscheinlich infolge von Selbst- entzündung— früh um 4 Uhr in einem Holzgebäude und griff aus das in der Nähe liegende Kolophonium- und Faßlager über. Das brennende Harz ergoß sich in einem breiten Strom durch das Fabrikgeländ« auf die Straße nach dem Rhein zu. Die Fabrikfeuerwehr und die Feuerwehren aus Groß- Mainz und Wiesbaden bekämpften den Brand mit etwa 35 Schlauchleitungen. Aber erst nachdem im Derein mit den Fabrikarbeitern tiefe Gräben ausgehoben worden waren, konnte man das Feuer durch Sandauswerfen größtenteils ersticken. Verbrannt sind vier Lagerhallen, eine Schreinerei und Tausend« von Fässern mit Kalo- p h o n i u m. Das eigentliche Fabrikgebäude ist unversehrt geblieben. Um 7 Uhr morgens war der Brand im wesentlichen gelöscht. Ver- luste an Menschenleben sind nicht zu beklagen. Di« Brandstätte bietet ein schauriges Bild der Ber- wüstung. Die Brandstätte umfaßt ein Areal von etwa 3000 Quadrat- meter. Der Schaden wird aus etwa 1 Million Mark ge- schätzt. Wie stark die Rauchentwicklung war, geht daraus hervor, daß in den Morgenstunden der in der Nähe beiindliche Bahnhof Biebrich-Ost derart oerqualmt war, daß die elektrische Beleuchtung«ingeschaltet werden muhte. Schiffe in Seenot. Schwerer Sturm im Kanal. London, 20. Seplembe.. Zm Kanal wütet säzwerer Sturm. Zahlreiche Schiffe sandten Hilferufe aus. Der 4S50 Tonnen große Dampfer„Umber- ieigh" riß bei Plymouth von der Ankerketle los und trieb auf den Strand. Bei Portland strandete ein französischer Schoner. Cin vom Kontinent kommendes Flugzeug erreichte nur mit Mühe und Not den Nothafen Lympne. Der Flugverkehr mußte fast gänzlich eingestellt werden. Auch der Postdampserverkehr über den Kanal erlitt starke Unterbrechungen. An der Küste selbst wurde erheblicher Schaden angerichtet. In der Nähe von Southsca trat das Wasser über die Dämme und richtete in einem Vergnügungspark großeu Schaden an. viele Zelte wurden vernichtet. Der Schaden betrögt dort etwa 140 000 Mark. Cin Sommernachlstraum. Die Schauspielgemeinschafr des Viktoria- Ob er lyzeunis und der Heinrich- Schliemann-Schule führte in der Schliemannschule in der Gleimstraße den unsterblichen Sommernachtstrauni Shakespeares auf. Um es gleich zu sagen, es war eine entzückend« Dilettanten- aufführung, die es wohl verdient, daß sie in den nächsten Tagen wiederholt wird. Eine sriscbe Spielbeqeisterung, an der das technische Schlllerpersonal genau so teil lzatte. Die Köstizme waren von den Schülerinnen des Lnzeums, die technischen Anlagen mit Beleuchtungsefsekten und Telephon von den Schliemann- Schülern. Gemeinsam« Arbeit und gegenseitiger Ansporn gaben dem Zusammenspiel der beiden Schulen eine Frische und Lebendig- keit, die den Sommernachtstraum hier zu einem Erlebnis machten, weil falsche. Gespreiztheit wegsiel und jeder und jede sich natürlich gab. Die Musik Mendelssohns-Bartholdys wurde mit Liebe durch ein Echulorchester gegeben. SimataiH-i Wir rwtuM de«»' Anzfige und Hinte .«s■itcebrachte« Stoffen nach fenauen m für kl. 33. dKi M einsehliefilich naserei simtlichea Zutaten— Tadelloser Sitz.— Roßhaarverarbeitung! Ans unseren TfC Mark m& an Stoffen von Neu aof genommen! Damen-*1'""'"* 1 AnfertiUnnit {nach Mab M. Mäntel 39.- HerreDklelder-AniertM Gegr. 1919 � Zentrum:. Klosterstroß« 65 Moabit: Solinger Straße 9 Osten: Frankfurter Allee 364 Westen: Augsburger Straße 43 Eingang Papiercjeschäft Norden: Chausseestr. 4/(laden) Oberschöneweide: Slemensstraße 14 Neukölln: Pflücjerstraße 26 Schöneberg-Fnedenau: Hauptstr. 99 Tegel: Brunowstraße 49 Tempelhof: Kaiserin-Augusta-Str. 71 Bekanntmachung. Am Donnerstag, 25. September 1930, werden im Wege der Zwangsvollstreckung öffentlich mcistbietend gegen Barzahlung versteigert! 10 Uhr Staat!. Pfandkammer Zögerstr. 64- Kristallgegenitände, Büro- und andere Möbel antik). Klavier, Teppich, ein Posten Borde fiir Tapezierer. 12 Uhr Staatl. Pfandkammer, Slsäsier Str. 74: ein Polten woll. StrickkoNlime und Gummimäntel, 1 Elektromotor. 2 Schreidmafchinen. verschiedene Mö» bel. Gasofen. Ledernäbmaschinen, Zups- Maschinen, 1 Bandsägeblatt. 1 gab Etern-Eognak(112 L). Bollstreckungsstelle» der Finanzämter t» Bezirk de« Landesftnanzaml, Berlin. BETTFEDERII J», erster Hand Gm: 0.90, 0.75, 0.60 Wille 5... 4,-, 3.50, 1.90 Dn»«j 9.—, 7.—, 4.— Obirbett gi füllt 12.-, 9.50. 7.5t).«.90 Kmm sef.S.> ,3.50,1.40 Cams-ObirMt.. 91.40 und andere Sorten in großer Auswahl Daropfmnlfiini für noun Kunden gratis. SACHSEL& STADLER BOhnlsOes»ein«dum- Sgeilai- Bbus C.25,L«ndsbergerStr.43/47(lia«Alemilirjl.) IQ ifH teipcsialhaus e inD«uN des Proletariats. Nach ausgiebiger Aussprache konnte die«in- vnige Annahme zu Protokoll gegeben werden. Der.zweite Tag des Kongresses brachte eine Aussprache über Stand der Kurzwellenbewegung und faßt« hierzu weitestgehende i Stand Müsse. Verkehr hebt fich. Z\ Millionen mehr Fahrgäste als im Vormonat! Der verkehr der BVG.>m Monat August d. 3. Hot gegen den rmonot von 88,1 Millionen aus gl, 6 Millionen hrten zugenommen.(Die llebersleiger zwischen den 3 Verkehrs- •lein sind hierbei zu je 2 Johnen gerechnet.) Werden die Uebersteiger nur einfach gezählt, so ist die Zunahme h st ä r ke r: denn die Zahl der Fahrgäste belief sich auf 8l>,7 Mil- len im August gegen 76,1 Millionen im Juli. Di« Perminderung pnüber dem August des Vorjahres beträgt 21,1 Proz. Die Einnahmen zeigen ebenfalls, sowohl dem Vonnonat wie I gleichen Monat des Vorjahres gegenüber, eine aufsteigende »denz. Die Mehreinnahme betrug im August 1930 gegenüber gust 1929 rund 429 000 M., wahrend sie im Juli 1930 gegenüber » Juli des Vorjahres nur 345 000 M. betragen hat. Die Ein- hne je Wagenkilometer hat sich von 77,6 Pf. im Juli 1930 auf ? Pf. im August 1930 gehoben. Die Einnahme je Fahrgast ist 1 19,24 Pf. im Juli 1930 auf 19,37 Pf. im August 1930 gestiegen. Stuhlverstopfung. Nach den an den Kliniken für innere inkheiten gesammelten Ersahrungen ist das natürliche„Franz- �"-Bitterwasser ein äußerst wohltuendes Abführmittel. Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Serliv OtafaidmiM« Für diese Ttndrtl»«-» de« Zo�endsekiewN» Ntrfia»W 68, eintenftraic 3 Politischer Jusorm»tio»»«b«»d. Morgen, Montag, 19'� Ilhr. im großen öifcungsfool des Be/>!rl«>mts Rreujbftg. Porckstr. 11, Dortrag: „Was lehrt uns die Wahl?" Referent: Genosse Decker. Ohne Mt- gliedsbuch kein Zutritt. Da» Dportt reffen in Wanase« findet heute umständehalber nicht statt. Baldnr.Fahrt nach liegin am, 3. Oktober. Karten au 3 M.(2 mal Kaffee, Mittagessen und Uebernachtung) sind noch im Iugendsekretariat erhältlich. Sf»a«lkarten für die Ixgendvorstellnag in der Dolksbühne am 5. Oktober au 80 Df. find noch im Iugendsekretariat erhältlich. Gespielt wird:„Die Weber" von S. Hauptmann. heule. Sonnlag. 21. Seplember. Roichvste» II: Zusammcnkunst ab 18 Uhr>m Tagesheim. Immanuelkirch. straße 24.— Schönhauser Dorstadt: ZO Uhr Heim SchönNießer Str. 7 lTurn. Halles.— Westen: Trcfsahr« der Roten Falken nach Brieselang. Fritz List Morgen. Monlag. 22. September. IS� Uhr. Westen: Heim Hauptstr. 13.„Die indische Freiheitsbemegung."— Hnm- boldthain: Treffpunkt zum Informationsabend um 19 Uhr Brunnen- Ecke Demminer Straße.— Kumannplaß: Seim Scherenbergstr. 7.„Resormkleidung oder moderne Kleidung?"—«rniwalder Platz II: Heim Rastendurger Str. IS. „Die Stellung der Jugend in der heutigen Gesellschaft."— Fallplatz 1: Schule Sonncnburgcr Str. 20.„Die Kirche in der Karikatur" sLichtbilderf.— Fall- platz ll: Schule Sonnenburger Str. 20.„Moderner Strafvollaug."— Schon- hauser Porstadt: Schule Sonnenburger Str.'20. Kurareferate.— P»dre»»plotz: Heim Prommnstr. 1.„Die Ergebnisse der Reichstagmoabl."— Friedrichahain: Heim Diestelmenerstr. 3—6.„Kirch- und Sozialismus."— z»ha»»i,tl»-l: Rathaus. Bunter Abend. SGG. Reinickendorf: Heim in Tegel, Bahnhofstr. lö.„Kampf dem Faschismus." Werbe bezirk Mitte: Heim Elisabethkirchftr. 19. 19 Uhr Werdebezirksvorstands. fitznng. Werbebeziri Krenzberg lIilngeren-Kurfuss:„Barum bin ich Sozialift?" Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Rol-Gold'. jMKgSl GeschäftsNell»: Berlin s. 14. Sebastianstr. 37— ZZ. Hot 2.?r �9i!hv Sonntag, 21. September. Mitte. Sportabteilung. Herbstwanderung nach Riederlchme. Anschließend Landballspiel der II. dort. Treff- punkt 8 Uhr Bahnhof Börse.— Montag. 22, September. Prrnzlaner«er«. 20 Uhr im Altersheim Uebungsstunbe. Kameradschaft Seneselderplatz. Dien»- lag, 23. September. 20 Uhr, bei Seiles, Metzcr Straße, Versammlung. Tages- ardnung:„Wahl des Komcradschaftsfllhrers".»edding. Radfahrerabteilung. 20 Uhr Turnabcnd Gatenburqer Straße. Friedri»»hai». Iunqbanner. 20 Uhr bunter Abend mit Heina Lövri im Jugendheim Frankfurter Allee 307, Fried- rich-Gbcrt-Zimmcr. Steglitz sOrtsaerein). 20 Uhr, Lichterfeld er Festfäle. Zchlen. dorfer Etr. 3. Or!sverei»sversammlu»g. Referat des Kameraden Joachim: „R-chtsfchutzfragen im Reichsbanner". Kamerab Joachim v>ar Vertreter der Nebenkläger im Röntgentalprozeß. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Revkälla-Britz. l. Kameradschaft. 20 Uhr Zugverfammlungen l. und 2. Zug bei Cchulae, R-nterftr. 47. 3. Zug bei John, Weserstr. 4l, Erscheinen aller Kameraden ist Pflicht. 2. Kameradschaft. 2. Zug. 20 Uhr Zugversammlung bei König. Böhmische Str. 43. Vortrag:„Wahlergebnisse und Reichsbanner". Reinickendorf. West fKameradschaft). 20 Uhr Borstandssttzung im B-rkehrslolal. — Mittwoch, 24. September. Tempelhos. Sameradschaft Mariendorf. 20 Uhr Kameradschaftsfitzung bei Ma-Li, Ehaussecstraße. Zehlevdorf. 20', h Uhr Mit. gliederveriammlung mit aktuellem Vortrag bei Schneider, Potsdamer Str. 23. — Revlölln-Britz lOrtsvereinl. 3. Kameradschaft. Zug Sbert. Montag Per- sammlung im Lokal Winnek, Rogat- Eck« Bodestraße. Repnblikaailche Redner.Pereinignng. Montag, S0Zr Uhr. Alter Askanier, Anhaltstr. 11. Es spricht Herr Hilger über: �auszinsstcucr und Klernftwoh. nuna". Diskussion. Gäste willkommen.' Deutscher Arbeiter-Abstinenteo-Buob. Gruppe R-rbe». Besicht, gung des Gefängnisses in Plötzcnsee am Sonntag, dem 21. S-ptemb-r. Treffpunkt 8 Uhr vor der alkoholfreien Gaststätte, Pankstr. 12. Interessierte Genossen UN» Freunde werden um pünktliche. Erscheinen gebeten. Arbeiter. Radio-Bund Deutschland,«.». Untergruppe Reukölln-Treptow. Da, Lokal befindet sich jetzt bei Schikora. Reukölln. Elbestr. 14. Zusammen. künfte jeden Freitaq.— llutrrgrupp» Prenzlouer Per» ist neu qegründet worden. Lokal bei Klug, Danziger Str. 71. Zusammenkünfte icben Donnerstag. — Untergruppe Fricbrichshain. Lokal Wertoller. Berlin R. 17, Kobenlohe. straß« 3, Donnerstag, 2S. September. 20 Uhr, Bostelabend. Gäste willkommen. „Zpasta Verlin 1930". Die Internationale Postwertzeichen-Ausstellung schließt am Sonntag, 21. September, abends 7 Uhr, und kann nicht verlängert werden, ebenso der Berkauf der Ausstellungsmarken, deren Bestände ihrem Ende cnt- gegengehen._ Allgemeine Wetterlage. Die an der Südseite der starken englischen Depression strömenden milden und feuchten ozeanischen Luftmassen haben am Sonnabend den größten Teil Deutschlands überflutet. Dabei kam es zu oer- breiteten und anhaltenden Regenfällen. Rur Schlesien hatte während der ersten Tageshälfte noch warmes und ziemlich heiteres Wetter. Wenn sich die Depression jetzt auch verflacht, so wird sie doch am Sonntag nach den schnellen Transport der westlichen Luft nach Deutschland ausrecht erhalten. Wir müssen daher für Sonntag unbeständiges Wetter mit Neigung zu einzelnen Regenfällen er- warten. V ♦ Wetteraussichten für Berlin. Unbeständig mit Neigung zu einzelnen Regenfällcn, etwas kühler, niäßige bis frische südwestlich« bis westliche Winde,— Jür Deutschland. Ueberall etwas kühl«res. windiges und unbeständiges Wetter mit einzelnen kurz anhaltendcn Regenfälleni an der Nordseeküste zeitweise stürmisch. Bs! Schwindelanfällen, schwerer Unruhe, NervenkrSmpfen usw. nehmen Sie Baldrament Reichel, das naidrliche Sedativum von prompter Wirkung. Fl. Mk. 1.50 und 2.50. in Drogerien und Apotheken, sonst durch Otto Reichel, Berlin 43 SO, Eisenbahnstr. 4. Aussteämg HwMMWmtM-Modm (Sesottdere Damen-Mänfel u. Kleider Fancy«Manfel Harranfasson, ganz auf Kumtsalda 29.50 39.00 43.00 59.00 65.00 69.00 Blusen u. Rödee Tweed-Manfel mit ROckanfalie, großor Blb.ratf.krag., ganz auf Kunstsaida Ottoman-Hanfel c»..-..-.! laicht gasdiwalft. mit Blandan ganz aui Kunstsaid.-Sarga WlCstd-Mantd Velours-lang mH Pelikragen, ganz auf Kunstsaida Velours-Manfel veltar Blberattakrag., ganz auf Kunslsd. Georgetfe-Kleid Volantform, Cr4pa da China-Unfarkl. Damenkleid Trlk.-Charmeusa 4Q wr neuartlgar Volantrock■'•/ w Sporfkleid c«ia e-iä,»'•j* rainwoll. Tweedstoff, RRhs-Garnlerung•• Frauenkleid 35 00 (Nadelstoff), Crepe de Cnine-Carnif. Nadimitfagskleid reinseid. Marocain, Faltenrock Nachmittagskleid reinseid. 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Roch keine Beruhigung im Ausland.- Die Arbeiterschaft wird Nerven behalten. Wie die Kapitalisten politische Vorgänge beurteilen, ze>gt sich immer an den Börsen. Dort werden Unternehmungen in Aktien gehandelt, Kapitolleihen in Obligationen, Stootsrenten und Psond- briesen, Geldlcihey in Zinssätzen und das internationale Vertrauen in Devisenkursen. Die Verlincr Börse blieb das Spiegelbild der internationalen Unruhe. Aus der gestrigen Börse l)at sich in erster Linie die Besiirchtung des Auslandes vor politischen Unruhen in Deutschland weiter ausgewirkt. Vom Ausland lagen zahlreiche Verkaussaufträge vor, und zwar sowohl für Aktien als auch siir Rentenpopiere. Die Vor- börs« war besonders nervös und sprach die Kurse sehr herunter. Bei den ersten Notierungen gingen Bereinigte Stahlwerke von 74>j auf IVA, Kelsenkirchen von 103�4 aus 101%, chösch von 82% aus 70, Salzdetfurth von 303% auf 296 zurück. Bei Siemens ersolgt? ein Ruckschlag von 182% aus 178%, bei I. G. Farben von 144 aus 141. bei der chapag von S57l* auf 83%. Ausfällig haben die B a n k- a k t i e n gelitten, die sonst besonders widerstandsfähig waren. Die Rcichsbonkccktien fielen van 235% cm} 231, Darmstädtcr Bank ging von 172 aus 170% zurück und Deutsche Bank-Diskonto von 119% auf 118%. Auf dem Markt der festverzinslichen Werte waren alle und neue Reichsanleihen schwach: der Kurs der Goldpfandbriefe mar auch nicht voll zu halten, und die Hypotheketchanken mußten erhebliche Betröge aufnehmen. Aus dem Geldmarkt trat eine durch die wirtschaftlichen Verhältnisse nicht zu erklärende scharfe Verknappung ein. Tägliches Geld ging auf 3% bis 5% Proz hinauf gegen 2% bis 4% Proz. am gestrigen Tag«. Zur gleichen Zeit des vorigen Mo- nats, wo gleiche wirtschaftliche Vcrhältnisie vorlagen, herrschte ein Tagesgeldsatz von 2 Proz. Die Verknappung dürste also in erster Linie aus politischen Gründen zu erklären sein. Es ist nicht un- wahrscheinlich, daß diese Geldknappheit mit einer verstärkten Kapitalflucht ins Ausland zusammenhängt. ?m weiteren Verlauf der Somrabendbörse ging die Besse- r u n g wieder verloren. Die großen Favoriten haben weiter im Kurse«ingebüßt, und zwar% bis 2 Proz. Sehr l>«merkenswert ist die Heraufsetznng des Privatdiskonts von 3% auf 3% Proz., die der Verknappung auf dem Geldmarkt einen besonders deutlichen Ausdruck oerleiht. Die Großbonken mußten Wechsel verkaufen, um Geld zu beschossen. Auch diese Erhöhung des Privotdiskonts hängt mit Kapitalflucht und Devisenbeschaffung wohl zulcnnmen und dürfte sich ebenfalls nicht aus wirtschaftlichen, sondern nur aus politischen Gründen erklären. Dieses Bild ist« in deu ti g. Es wird vollständig, wenn man den schnellen Absturz der Poung-Anleihe von 1930, des wichtigsten Zeugen für den deutschen Kredit im Ausland, noch mit >n Rechnung setzt. Dos Vertrauen der in- und ausländischen Kapi- tnlisten in Deutschlands politische Entwicklung ist erschüttert. Sie 'lüchten aus deutschen Werten, Aktien, Obligationen. Staatsanleihen, Pfandbriefen und kaufen ausländische Werte. Deutschland geliehenes Geld wird auf die Zweckmäßigkeit der Kündigung hin geprüft, im Inland wird das Geld knapp und teuer, weil an allen Kursen ver- loren wird und weil man deutsch« Mark zur Reichsbonk trägt, um mit Devisen, d. h. ausiändifchem Geld, auf alles gefaßt.zu sein oder seinen Besitz in Sicherheit zu bringen. Da das alles in einer Zeit der schwersten Wirtschaftskrise geschieht, in der sonst Geld soft nicht untergebracht werden kann, liegt die politische Verursachung klar auf der Hand. Mt der Sicherheft der Währung hat da» alle« zum Glück noch nichts zu tun. Während der Reparations Verhandlungen im vorigen Frühjahr, als Schacht seine Kolonien-'»nd Korridorrede hielt und Hugenberg die Inflation verkündet«, war die Lage erheblich schlimmer. Die Reichsbank hat außerordentlich große Währungsreserven, die deutsch« Mark steht nach wie vor gegenüber den Zluslondswährungen absolut fest. Emst ist ober die Lage für die d e u t s ch e W i r t s ch a j t: die ersten Anzeichen der Zinsverbilligung find wieder zerstört, die Aussichten auf öffentliche Anleihen, van denen jede.zusätzliche Arbeitsbeschaffung abhängt, sind wieder erheblich verschlechtert. Danim mitzt es nichts, wenn jetzt alles in Deutschlano bemüht zu sein scheint, gutes politisches Wetter zu machen. Selbst wenn Herr Hitler seinen Geldgebern mehr folgt als seinen Parolen und nicht putscht, selbst wenn er für die Rcichstagsdiäten der Seinen alles zu verbrennen bereit wäre, was er angebetet hat, dann bleibt die ungeheure neue Belastung des deutschen Wirtschaftslebens, die neuen Hunger für Taufende bedeutet. Eigentliche Urheber dieser Entwicklung sind aber nicht die Nationalsozialisten: das muß die deutsche Arbeiterschaft wohl bedenken. Urheber ist die kurzsichtige sozialreaktionäre Politik der deutschen Unternehmer, für die Herr Brüning, als er zum Sturz der Regierung Müller den Unternehmern die Steigbügel hielt, mehr Sympathie hatte als für die arbeitenden Masjen. Und dieses reaktionäre Bünd- n i s kennzeichnet auch noch jetzt die Situation. Darum kvnimt es auch viel mehr darauf an, was Herr Brüning, der Kanzler, und die deutschen Unternchnicr, sein« Verbündeten im Geiste, tun, als darauf, was die Nationalsozialisten tun. Herr Brüning hält sich alle Wege srei. Und die deutschen Unternehmer haben eine nene Auflage ihrer sozialen Scharfmacher. Politik begonnen: in Berlin werden 15 Proz. Lohnsenkung verlangt. im Ruhrgebiet, wo man für gute Stegerwald-Wahlen vor dem l4. September sich sozial gebärdet« und die Bergorbeitertarife un« verändert ließ, wird jetzt in Massen cnllassen und der neue Lohn- druck für Ende Dezember vorbereitet. Das zeigt, daß die deutschen Unternehmer nichts gelernt haben und daraitf rechnen, daß Herr Brüning ihnen auch weiter zur Verfügung stehen wird. Di« deutsche Arbeiterschaft darf sich ihren Blick n i 6? t trüben lassen. Sie darf die schweren wirtschaftlichen Gefahren nicht übersehen, die in der Erschütterung des deutschen Kredits liegen. Diesen 5kvedit nicht vernichten zu lassen, haben die deutschen Kapitalisten aber selbst das größte Interesse. Sie darf sich durch die nationalsozialistische Gefahr nicht über das Tun der deutschen Unternehmer irreführen lassen, denn diese haben ein Interesse daran, daß die nationalsozialistische Gefahr von der Ar- bciterschaft höher bewertet wird als die sozialreaktionäre des Lohn- dmcks und der Abwälzung aller Lasten auf das ardeilcndc Volk. Die organisierte Arbeiterschaft hat ruhig und besonnen aus ihre wirtschaftlichen und politischen Interessen zu achten, zur Abwehr ebenso rücksichtslos bereit zu sein wie zu einem vernünftigen Ausbau und vor allein im Vertrauen aus ihre Kraft und iyrc absolute Uncntbehrlichkeit Nerven zu behalten. Wann kommt die Reform? Branntweinmonopol wird vorsichtiger.— Einschränkung des Brennrechts. Di« Monopolverwaltung gibt jetzt bekannt, daß sie in der am 28. Oktober stattfindenden Beirats- und Berwaitungsratssitzung eine Drosselung des bisherigen Brenikrechtes auf 51 Prozent und die Zahlung eines vorläufigen Abschlags- Preises für innerhalb des Brennrechtes hergestellten Branntwein von 30 Mark pro Hektoliter, für außerlzalb des Brennrechtes her- gestellten Branntwein von 15 Mark pro Hektoliter vorschlagen werde. Diese Abschlagspreise sind nur rund halb so hoch wie die Branrrt- weinübernahmepreise des Vorjahres. Sicherlich sind gewisse Nachzahlungen zu einem späteren Zeitpunkt zu erwarten. Die Tatsache, daß die Monopoloenvaltung es für notwendig hält, an Stelle eines einmal festgesetzten Preises'Abschlagspreise einzuführen, ist das Zeichen dafür, daß die finanzielle Lage der Monopolverwaltung außerordentlich ungünstig und angespannt ist. Die für die Bcrlustverkäuje verfügbaren Mittel scheinen weitgehend er- schöpft zu sein, so daß sich die Monopolverwaltung veranlaßt sieht, weitere Verluftverkäul« durch eventuelle weitgehend« Senkung der Uebernahmepreise für BranMwein zu finanzieren. Wir sind der Meinung, daß es unbedingt für eine Gesundung der Branntweinwirtschaft notwendig ist, die Branntwein- preise dem allgemein gesunkenen Preisniveau und den niedrigen .Kartosselpreiscn anzupassen. Die Ersparnisse der Moyopnl- verwaituirg bei der Branntweinübernahme für neue Verlustgeschäft« zu verwenden, ist in der gegenwartigen schwierigen Situation der Wirtschaft und der Reichsfinanzen völlig unverantwortlich. Die Preissenkung muß zu einer Verbesserung des finanziellen Er- träges des Monopols für die Reichskasse benutzt werden. Außerdem ist. da jetzt durch den Enqueteausschuß(wir wer- den demnächst aussührlich aus dies« Untersuchung zurückkommen) die lange erwarteten Unterlagen für die Neuverteilung und Senkung der Brennrechte vorliegen, eine grundlegende Reform der ganzen BranMweinwirtschaft unerläßlich. Wenn die Sozialdemokratie bereit ist, ihre Hcmd für eine vernünftige Stabilisierung der landwirtschaftlichen Produkten- preis« zu reichen, so muß sie einen derartig großagrarischen Miß. brauch des Maismonopols wie überhaupt die ganze Schielesche Agrarpolitik, die ohne Rücksicht auf HcmdelspolitZk nod Verbrauche r- interessen nur g r o ß a g r a r i s che Svnderwönschc in .brutalster Weise durchzusetzen sucht, aufs schärfste ablehnen. Reue Erhöhung der Maispreise. Mißbrauch des Maismonopols— Für qroßagrarische Sonderwünsche. Di« Maisinonopolvcrwaltung hat am 18. September eine Er- höhung der Maisprcife vom 8. Oktober bis 31. Ottober um 15 bis 20 M. pro Tonne beschlossen. Während dieser Periode werden also die Maispreise, nachdem sie in den letzten Monaten plan- mäßig von Herrn Schiele hinaufgetrieben wurden, die«norme 5)öhe von 215 bis 245 M. pro Tonne erreichen. Sie stehen damit um 100 bis 130 Proz.. über dem Welt- Marktpreis. Ein derartiges Hinauftreiben der Maispreife ist nichts anderes als Mißbrauch des Maismonopols zu einer völligen Einfuhrsperre für Futtermais. Nachdem ursprünglich das Mais- monopol errichtet werden sollte, um Katastrophenpreise für Roggen zu verhindern, ist es unter der Regierung Brüning- Schiel« zu einem der wichtigsten Mittel für planmäßige Preis- treiberci geworden. Llnralg.Bh f. bis Äomgsnmft et Haufen 40 Min, Sitblerforte 30 Pf. Steine Aulo-Freifahrt, dafür ab.hill.Preise I dl. Lranpnar, Berlin BW 19, Solmsstr. 37 Tel. Bergmann 270. Verk.; Wilh. Behalz.GroHheaten. In b. Siedl. Berl..BLr. 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BERLIN HAMBURO ALTONA KÖLN ESSEN DÜSSELDORF HANNOVER ■A DORTMUND DUISBURG MAGDEBURG, FRANKFURT Vm WUPPERTAL BREMEN tfalizQaiiQ 1930 CiewidLrw.ei allen Freuxiden unseres XiLau-ses und. dexien. die es-werden wollen. Copyright by Kurt Lisser Reklame 1930_ Nachdruck von Wort und Bild verboten! 10 Milliarden! Nach einer statistischen Meldung sind die Einlagen in den deutschen Sparkassen auf über 10 Milliarden angewachsen. Und wenn nichts anderes, so sollte allein diese Tatsache einem Mut und Vertrauen auf eine Besserung der Zustände einflößen. In diesen schweren Zeiten Ersparnisse in einer so imposanten Höhe- das spricht Bände für die Klugheit, die gesunden Ansichten und die Kraft, die trotz allem der deutschen werktätigen Bevölkerung innewohnt Die Frauen und Männer, die diese gewaltigen Sparsummen zusammengetragen haben, sind sicherlich auch die gleichen, denen die Sirenenklänge des„auf Raten kaufen" nichts anhaben können- die nichts kaufen, ohne das Geld dafür zu haben, und die insbesondere ihre Kleidung gegen bar kaufen. Sie wissen, da6 Barkauf alle verteuernden Momente ausschliefet, wie Zuschlag für Zinsen oder Aufschlag für Risiko- Prämie, und dafe so kaufen wirkliches, weil kluges Sparen bedeutet. Ganzbesonders natürlich, wenn diese Barpreise auf einer so niedrigen Stufe angelangt sind, wie jetzt die unsrigen nach unserem vielbesprochenen Preis-Abbau. Jeder Mantel, jedes Kleid, jeder Anzug, jeder Hut- wirklich jedes einzelne Stück in un- seren Schaufenstern bei dem Sie Ware mit Preis vergleichen, wird's Ihnen nahelegen: Hier— wenn irgendwo- ist der Weg, kluge Ersparnisse zu machen und für ganz ungemein wenig Geld, ohne Sorgen, ohne Risiko, ohne Ärger zu Kleidung zu kommen, in der Sie gut aussehen, die Sie gut kleidet die tadellos sitzt, und die allen modischen Anforderungen entspricht. 10 Milliarden sind bis Juli in den deutschen Sparkassen angesammelt worden.--- Die Summe wäre wohl noch größer, wenn- noch mehr als bisher- unser Rat befolgt würde: WulidervollesSlocken- kleid aus gemustertem Trikot-Eharmcuse mit dem letztmodernen an- gedeuteten Bolero. Da» zu die volle Glocke und reicheGeorgettegarnitur Mit Spitze. Der sabel» haste Preis m«75 — nur I O Jugendlich- fesche» Kleid aus Kunstseiden, Veloutine mit der ma- dernen Tunika. Reizend ist die mit giernaht handgearbeitete Gm- gcttepasse. In herrlichen Modefarben, in den Größen 4L bi»« ja jg 46 nur JSQ Die 26. Partei! Zu den 25 Parteien, die Im letzten Wahl» lampf in, ach. so heißem Wettbewerb standen, hat sich in aller Etille ein« neue Partei gebildet. Gif verspricht größer zu werden als alle anderen, denn die Möglichkeit zu wesentlichen Ersparnissen steh! auf ihrem Panier. Es ist ,/öle Partei üer Fufrieöenen" Unser kolossaler Preisabbau kD sie zusam- mengcführt, und die Überzeugung, daß noch der Wahl alles das gehalten wird, was vorher versprochen wurde, läßt die Zahl ihrer Mit- gliedcr täglich anwachsen. Treten Sie ihr bei! Uberzeugen Sie sich— (schon unsere Schaufenster zeigen's Ihnen) was unser Preisabbau auch für Sie bedeutet! Anzüge für Alltag oder Sanntag, blaue oder ge» musterte, einfache oder elc- gante«, Paleta«, Ulster (die aus dem weichen, grif- sigen Slaff), Wettermäntel, Spart-Kleidung— die Wirkung unsere» Preis» abbaus trifft alle gleich. mäßig. Aber der Gipfel dessen, �waz mir Ihnen bieten— eine Leistung, die wohl noch nie da war— liegt in dem begehrten, blauen Anzug, den wir Ihnen hier vorführe». Bedenken Sie bitte, daß es stch um einen Anzug au» reinwollenem Kamm- garn handelt, also einer durchaus tragfähigen Ware. Sehen Sie sich die Ver- arbeitung an, die gutaten, die elegante Paßsarm, und dann staunen Sie über de» niedrigen Preis von SO ***28 Die„Partei der Zufriedenen- Wann kommen E e? ruft!— Alle« Freunde« und Bekannte« die freudige Nachricht, daß zwei neueta43 > KaAJM&M- BeUutMrfp< ?lr. 443» 47. Jahrgang 0 Sonntag, 24. September 4930 Die Beamten fordern ihr Recht. AOB.- Kongreß protestiert gegen Kricks Koalitionsverbot. München, 20. September.(Eigenbericht.) Der Dritte Bundestag des Allgemeinen Deutschen Beamten- bundes(ADB.) nahm am Sonnabend den Bericht einer Kommis- fion entgegen, die sich mit den provozierenden Ausnahmebc- stimmungen des Thüringer Nazihäuptlings Frick gegen den ADB. beschäftigte. Dr. Brill-Weimar betonte, daß sich Frick bisher nicht bewegen ließ, sein Verbot gegen den ADB. aufzuheben. Dos letzte Wort in dieser Angelegenheit sei selbstver- ständlich noch nicht gesprochen. Sie sei für die gesamte deutsche Ee- mcrkschaftsbewegung von so ausschlaggebender Bedeutung, daß der ADB. den Verwaltungsgerichtsweg gegen Thü- ringen beschreiten werde. Der Bund werde den Kampf auf- nehmen. Der Kongreß stimmte einmütig folgender Entschließung zu: „Der Bundeskongreß legt gegen die Verfügung, mit der das Thüringische Ministerium des Innern den ADB. und den Verband Thüringischer Polizeibeamter e. V. zu politischen Vereinigungen er- klärt und den Beamten der Landespolizei Thüringens jede Tätig- keit für diese Organisationen verboten hat, feierlich Verwahrung ein. Er sieht in dieser Verfügung eine Verletzung der durch Artikel IM der Reichsvcrfassung gar an- kierten Vereinigungssreiheit und einen Angriff auf die Existenz der gesamten deutschen Tewert- schaftsbewegung. Der Bundeskongreß ersucht den Bundesvorstand, o'le geeigneten Maßnahmen zu ergreifen, um gegebenenfalls durch Beschreitung des Rechtsweges die Aufhebung der Verbots- Verfügung zu erwirken. Der Bundeskongreß erwartet von allen dazu berufenen Instanzen, insbesondere vom Reichsministcrium des Innern, daß sie der Reichsverfassung auch in Thüringen Beachtung verschaffen." Eine weitere Entschließung protestiert gegen die antisozialen und beamtenfcindlichen Maßnahmen der Regierung Brüning. Es heißt darin:„Der Kongreß billigt den vom Bundesvorstand in der Frage der Beamtenbesoldung unternommenen Abwehr- kämpf gegen die von der Reichsrcgierung verhängten Sonder- b c st i m m u n g c n der Beamten. Die freigewerkschaftlich organi- sierte Bramtenschoft war und ist bereit. Opfer zu bringen, die zur Aufhebung von Notständen erforderlich sind. Selbstverständlich hier- für ist aber, daß solche Maßnahmen im Rahmen einer gerechten Finanz, und Steuer- Politik liegen müssen. Die von der Reichsregierung betriebene Lohn- und Gehalts- ssnkungspolitik, die zu weiterer Verringerung der Massen- k'a u f k r a f t und damit zur Vergrößerung der Arbeitslosigkeit führt, die Politik des Llbbaues der sozialen Leistungen, die die Not großer Volkskreise verschärft, die Politik der steuerlichen Schonung des Besitzes und der Ueberwälzung immer neuer Lasten auf die Masten der Minderbemittelten wird aufs schärfste ahgelchnt. So lange nicht in der Ausgabcnwirtschaft größte Sparsaimeit obwaltet und alle bei der heutigen Notlage vermeidbaren Ausgaben ein- seitiger Subventionen und ungerechtfertigter Begünstigungen durch Steuerstundungen usw. unterbleiben, ist die Berechtigung nicht ge- geben, den Beamten durch Sondersteuern neue Lasten aufzuerlegen. Aus diesem Grunde muß die als„Reichshilfe" bezeichnete Sondersteuer gegen die Beamten mit aller Entschiedenheit abge- lehnt werden. Sie ist als SIeuermaßnahme im höchsten Grade u n- gerecht und unsozial. In Wirklichkeit bedeutet sie eine Ge- Haltskürzung für die Beamten und somit eine absichtlich herbeige- führte Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Lage, die an sich schon für die unteren und mittleren Gruppen immer ungünstiger wird. Hinzu kommt noch die völlig unsoziale Form, in der diese Sonder- steuer von der Reichsregierunz verhängt worden ist. Indem der Kongreß ferner gegen die durch Abbau der örtlichen Sonderzuschläge geplante weitere Gehalts- kürzung sowie gegen den beabsichtigten Angriff ans die Semeindebeamtenbesoltmng durch Erlaß eines Sperrgcsetzes nachdrücklichst protestiert, beauf- tragt er den Bundesvorstand, gegen diese Maßnahme den Kampf mit allen Kräften fortzusetzen. Die Kollegenschaft im ganzen Reich wird aufgefordert, angesichts der gegen die Beamtenschaft gerichteten und noch drohenden Angriffe einmütig und geschlossen hinter ihrer gewerkschaftlichen Führung zu stchen und den ADB. in diesem Kampfe tatkräftig zu unterstützen.' Nach der guten Vorarbeit durch die Kommission erledigten sich die weiteren Tagesordnungspunkte rasch und reibungslos. Auch die Wahl des Bundesvorstandes brachte keine Ueberrafchung. Falken- b e r g wurde einstimmig wieder zum Vorsitzenden gewählt. Sein Mitarbciterstab wurde um zwei Genosten auf 14 erhöht. Falkenberg schloß den Kongreß mit einer zündenden Ansprache. Er versicherte die Thüringer Beamten der unbedingten Treue des ADB. und forderte auf, alles zur Weiterbildung der Funk- tionäre auf gewerkschaftlichem Gebiete anzuwenden. Die Begriffe Gewerkschaft und Partei müßten in noch viel innigere Verbindung zueinander gebracht werden. Die Sozialdemokratische Partei sei die einzige, von der der ADB erwarte, daß sie die Ar- beitnehmerforderungen gleich denen der Beamten am energischsten vertritt. Das Wort, daß die Arbeiter sich nur selbst aus der Hörig- keit befreien können, gelte auch für die Beamten. Falkenberg schloß mit einem begeisterten Bekenntnis zur Internationale und einem Hoch auf den ADB., in das die vielhundertköpfig« Versammlung freudig einstimmte. „Verichierstattung." Wie die Leser der kommunistischen presse informiert werden. Ausführlich berichtete der„Vorwärts" über die Verhandlungen zwischen dem BVMJ und dem Metallkartell. Auch die bürgerliche Presse berichtet mehr oder weniger eingehend über diese VerHand- lungen. Die„Rote Fahne" aber schreibt: „Gestern sollten Verhandlungen zwischen dem DMV. und dem PBMI. stattgefunden hoben. Bisher liegen keine Mitteilungen über diese Verhandlungen vor.„Gehcimdiplomatie" wird getrieben, um die Berliner Metallarbeiter zu verraten und zu verkaufen." Natürlich fanden die Verhandlungen nicht auf dem Potsdamer Platz statt, wie ja auch das Zentralkomitee der KPD. nicht auf dem Bülawplatz seine Sitzungen abzuhalten pflegt. Die Redaktion des außerordentlich tüchtigen Blattes hat es nicht für notwendig ge- funden, sich nach den Verhandlungen auch nur zu erkundigen. Denn sie war von vornherein entschlossen, zu behaupten, die Arbeiter würden„verroten und verkauft". Das ist in jeder Beziehung bequem. Man macht sich freilich lächerlich damit. Was bei einein Blatt, wie der„Roten Fahne", allerdings zum täglichen Brot gehört. Praktische Solidarität. Lithographen unterstützen ihre arbeitslosen Kollegen. Die graphischen Arbeiter, ganz besonders aber die Mitglieder es Verbandes der Lithographen und Steindruckcr, haben sich von cher durch ihre finanzielle Hilfsbereitschaft gegenüber den arbeits- ifen Berufskollegen ausgezeichnet. Sic haben in wirtschaftlich schlechten Zeiten so oft schon freiwillig ganz onsehniicl)« Summen von ihren, Wochenlohn abgeführt zur U n t e r st ü tz u n g der arbeitslosen Verbändskollegen und sie haben es stets gern getan. Erinnert sei nur daran, daß von den Berliner Litho- araphen und Steindruckcrn vor nicht zu langer Zeit Extrabeiträoe zur Unterstützung der Arbeitslosen durch einstimmigen Beschluß der Eeneraloersairmilung noch höher festgesetzt wurden, als sie die Ortsverwaltung vorgeschlagen hatte. Beirat und Vorstand des Verbandes der Lithographen und Steindrucker hatten für die Zeit von, 30. März bis 27. September dieses Jahres einen obligatorischen Extrabeitrag von 50 Pf. je Woche zugunsten der ausgesteuerten Verbandsmitglieder aus- geschrieben in der Annahme, daß bis zu diesem Zeitpunkt ein neuer wirtschaftlicher Aufstieg erfolgen würde. Da sich dies« Erwartung leider nicht erfüllt hat, haben die Derbandskörperschaften beschlossen, die Notstandsaktion vorläufig bis zum 1. Zlpril 1931 fortzusetzen. Den ausgesteuerten Verbandsmitgliedern kann also weiter eine wöchentliche Ertrauntcrstützung von£5 Mark gezahlt werden. Künfiagewoche als Oruckmiiiel. Bata kämpft gegen Arbeitsschutzbestimmungen an. Durch die deutsche Presse gehen wieder Bata-Schauer- g« s ch i ch t e n. Nach der einen Lcseart soll Vota zahlreiche Ar- beitevinnen emlassen haben, nach der anderen trägt er sich mit dem Projekt, die Fllnf-Tage- Woche einzuführen. Bata selbst hat zu den Meldungen keinerlei Stellung genommen. Unser Prager Berichterstatter teilt uns dazu u. a. folgendes mit: „Es handelt sich nur um den Kampf Batas gegen das Ministerium für soziale Fürsorge bzw. gegen den sozial- demokratischen Minister Dr. C z e ch, der auf Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften durch Bata dringt. Bata läßt 3000 Ar- beiterinnen an Sonnabenden nachmittags und oft bis in die Nacht arbeiten, trotzdeni nach dem tichechollowaktischen Gesetz die Befchäfttzung von Frauen an Sonnabenden bloß bis 2 Uhr nachmittags gestattet ist. Die Konkurrenten Batas verlangen imn- mehr auch ihre Arbeiterinnen in glciilxr Weile beschäftigen zu können, wogegen die gewerkschaftliche Organisation der Leder- und Schuharbeiter protestiert. Das Gewerbeinspektorat in Kremsier hat amtlich festgestellt, daß Bata die gesetzlichen Vorschriften nicht einhält und nun hat das Ministerium für soziale Fürsorge in Prag Bata die Frauen- arbeit an Sonnabenden nachmittag untersagt. Bata will aber das Ministerium zur Aufhebung des Verbotes zwingen. Er hat deshalb in demonstrativer Weile schon 5 0 0 Ar- beiterinnen gckiindigt und den anderen sagen lassen, der deutsch? Sozialdemokrat Minister Dr. Czech sei schuld daran, wenn auch ihnen gekündigt werde. Dahlen klagen an. Iin Bezirk des Arbeitsanrtes Siegen haben die Arbeits- losenzifsern den achtfachen Stand des Vorjahres erreicht. Jeder sechste Arbeiter des Bezirkes ist arbeitslos. Von 55 000 Versicherungspflichtigen sind 8824 Arbeitsuchende, 7500 werden unterstützt, 1300 beziehen keine Unterstützung. Min IMlMetMllDl Achhine, Metallkarteil! Donnerslag 25. September, abends 7 Uhr, im Sonzerlelablisiemenl Friedrichshain, RO 4Z. Am Friedrichshain 16-23: vspZsmmlung snsi' vklWSllknspei�oRvn und BeüMebsrdtedeiegierten aus den Betrieben des Verbandes Berliner Rietallindustrieller. Tagesordnung: Äerichlerstattung von der Verhandlung mit dem Verband der Berliner Metallindustriellen. Zutri.. nur gegen Vorzeigung der mit dem VBMI.-Stempcl ver- sehsneii Legitimatianskarle und des Verbandsbuches einer dem Metallkartell angeschlossenen Organisation. kvMung. Betne&srate der HallpiTi'uuce 6 Untergruppen 13 und 19 Versammlung Mittwoch. Ben 24. Sepiember, oben»» 7 Ahr. im A«rbanb»h«>us Cinienflcab« 83»8(Sitzungszimmer 4) Tagesordnung: I. Dorlrag tes KoNegcn Friedrich über: „KaUuiaiion innerhalb der Bcnicbe. 2. Neuwahl der Grilvpenleitung. 3. Gruppcnangcicgenhcilen. Mittwoch, den 24. Stptembn, nachmittags S Ahr. in Ewalds Vct- «inshnn», Skaliher Strohe 126 Gemeinsame Branchen- Versammlung euer DrücHer, Gürtler, fflen- teure, Kronenschlosser und -Klempner, montiererinnen u. uronzierermnen Tagesordnung: 1. Norirag des Kollegen Zimmermann über:„Die neuen Bestimmungen der Sozialversicherung" 9.. Diskussion. 3. Verschiedenes. voanerslag, den 28. September abends 2 Ahr,>ni Gewerkschnstshon« Engeluser 24/28, Saal 3 Branchen-Versammlung der orahtarheiter Tagesordnung: 1. Bericht vom Berdandstag. Referent: Kollege Hanlke. 2. Verbands» und Dranchenangelegen. heilen. Alle Kolleginnen und Kollegen sind ver» pflichtet, an der Versammlung teNzunehmen. Ohne MitgNedsbuch iel» Zutritt. Montag, den 22. September, abends Z Ahr. im tvewerkschafts- hau». Sngelnfer 24/28 Branehen-Versammiung ö.vuerHzeugmacher. werkzeugharter und scharf- schietler Tagesordnung l. Die Rolverordnungen der Regierung Brüning 2. Drstuision. 3. Branchenangelegenheiteu. Ohne Mitgliedsbuch lein Zulritt. Das Erscheinen aller Kollegen ist Pflicht._ Spielplan unserer Snltnrabteilnng In der Woche vom 22. bi» 28. September: 1. Die weiße Rnchi. 2. Der lustlge FUmlobold. 3. Laßt Zahlen sprechen. In der Woche vom 2S.Scptbr. bi« a. Ottbr.: 1. Mefsoiinn 2, Chaplin-Film. 3. Natursilm In der Woche vom 6. bi» 12. Oktober: l. Mutier Krausen» Fahrt ins Glück. 2. Neueste Verkehrsregelung. S. Altena. In der Woche vom 13. dl» 19. Oktober I. Türksib. 2. Eine seine Pension. 3. Die Echwarzprcsse. Anfragen wegen Ueberlassung und Besuch der Abteilung sind telephonifch oder ichriftiich an die KulturabteNung (Bllr« Linienilr. 83.85, Zimmer 20) zurichten Die Ortsverwaltung. öine kleine<5ef}n/u0t, dch modern und schick zu kleiden, empfindet jede Frau. Thr Wunsch kann sich bei uns erfüllen, denn eine nn- crmeßllche Auswahl herrlicher Kleider und Mäntel steht Ihnen in gadief s ftief m verblüffend billigen Preisen zur Verfügung. In unterer ModeUBbteüung finden Sie in unübersehbarer Auswahl Nodeii-Kieider und Mdntel für alle gesellschaftlichen Zwecke vor. Die moderne lange Linie hat den Sieg davongetragen. Wundervolle Schöpfungen der Schneidcr- kunst sind für jede Ficur zu überraschend niedrigen Preisen zu haben. 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Seit dem Zusammenschluß hat sich die M i t g l i e d e r z a h l um 25 632 oder 16,7 Proz. erhöht. so daß der Verband am Schluß des letzten Geschäftsjahres 17 9 0 6 7 Mitglieder mustern konnte Dieser Erfolg wurde in einer sehr schwierigen Zeit erreicht, denn nur wenige Branchen sind von den Schwankungen des Wirtschaftslebens verschont geblieben. Wurden doch im Vorjahre 31,9 Proz. der Beiträge für soziale Unterstützungen ausgegeben. Im ersten Quartal 1930«nt- fielen sogar 42,32 Proz. der Ausgaben auf soziale Unterstützungen. Die Gesamteinnahmen im Jahre 1929 betrugen 9656 966 M.: die Ausgaben für Kampfmaßnahmen 713000 Mark. Für Bildungszwecke, Fachzeitschriften usw. wurden 334000 Mark aufgewandt. Das Verbandsvermögen betrug Ende 1929 Millionen Mark. Der Nahrungsmittel- und Getränke- arbeiter-Verband verfügt also über einen Kapitalstock, der über schwierige Zeiten sehr gut wegzuhelfen vermag. In den Ausgaben für Kampfmaßnahmen, die 1929 nur 4,92 Proz. der Gesamtausgaben ausmachten, kommt die Tätigkeit der Organisation nichr voll zum Ausdruck. Im Vorjahre konnten 175 Tarifverträge für 23 859 beschäftigte Persbuen neu abgeschlofsen werden. Am Jahresschluß 1929 bestanden 1121 Tarife für TZ 372 Betriebe mit 274 259 Beschäftigten. Der A ch t st u n d e n t a g ist in der Nahrungsmitrel- und Genußmittetinduftri« weitgehend durch- geführt. Der Verband konnte die Anstürm« aus dem Bäcker- und Konditorgewerbe zur Beseitigung des Verbots der Nacht- und Sonntagsarbeit erfolgreich abwehren. Zur Verbesserung der Lohn- und Arbeits- bedingungen wurden 1929 insgesamt 1657 Bewegungen in .54199 Betrieben mit 388 657 Beschäftigten geführt. Di« seit dem 1. April 1928 erzielten Lohnzulagen belausen sich auf 70,4 Mill. Mark. 1 Sehr zufriedenstellend ist auch die Entwicklung der Jugend- bewegung. Die Zahl der jugendlichen Mitglieder und Lehrling« unter 18 Iahren stieg von 7186 auf 9533 oder um 33,7 Proz. Die Tagesordnung des Verbandstages ist sehr reichhaltig. Neben den Geschäftsberichten wird sich der Derbandstag mit dem Verbot der Nacht- und Sonntagsarbeit in den Bäck«- reien und Konditoreien beschäftigen. Einen Einblick in die internationale Verflechtung der Nahrung», und Genußmittel- industrie wird den Delegierten der Vortrag des Genossen Dr. D. S p ü h l« r- Zürich über die internationale Struktur der Nahrung»- und Genuß- mittelindustrie geben. Für die Weiterentwicklung der Großorgani- sation werden die Beschlüsse de» Derbandstag«? von große? Be- deutung sein. Oesterreichs Metallarbeiier tagen. Brandes über die Neichstagswahl. Wien. 20. September.(Eigenbericht.) Am Sonnabend wurde in Wien der ordentliche Derbandstag des österreichischen Metallarbeiterverbandes eröffnet. Zahlreiche De- legierte und Gäste aus allen Ländern Europas sind erschienen, von denen insbesondere die Vertreter der Länder mit gefährdeter oder schon aufgehobener Demokratie, namentlich Jugoslawiens, Ungarns und Polens stürmisch begrüßt wurden. Der Verbandstog feiert zugleich das Jubiläum de» 4 vi ährigen Bestehens des Metallarbeiter. Verbandes. Dom Deutschen Metollarbeiterverband ist dessen Vorsitzender Brandes anwesend, der zugleich auch den IMernatwnolen Metallarbeiterverbaitd vertritt. Brandes äußerte sich in seiner De- grüßungsrede über die deutschen Reichstagswahlen wie folgt:„In diesem Kampf stand das ganze Bürgertum und die ganze Reaktion geschlossen gegen die Sozialdemokraten. Auch die Reaktion, die angeblich links steht, hat ihren Kampf ausschließlich gegen die Soziakdemokratie geführt. Die Gegensätz« zwischen Kopital und Arbeit haben ihre Siedepunkte erreicht wie noch nie. Der Schlag, den der Bürgerblock und seine Regierung gegen die Sozialdemokratie führen wollte, ist allerdings einSchlag gegen den Bürgerblock selbst geworden. Gewiß war der Auftrieb der Nationalsozialisten gewaltig, aber gerade daraus geht hervor, daß die nationalsozialistische Bewegung keine Bewegung mit innerem Gehalt sein kann und ebenso schnell, wie sie ins Leben trat, wieder zu- sammensmken und ersticken wird. Die bürgerlichen Parteien sind aus» gezogen, den Marxismus zu toten in einer Zeit, wo die kapvtcüistische Wirtschaft ihre völlig« Unfähigkeit erweist und jeder technische Fort- schritt die Parteien der breiten Massen nur noch vergrößert. In einer solchen Zeit konnte ihr Ansturm keinen Erfolg haben, und wenn in einer Schlammslut von Lüge und Verleumdung der Fort- schritt der Sozialdemokratie, der auch der Fortschritt der Gewerk- fchaften ist, etwas gehindert wurde, so wird er— davon bin ich überzeugt— in der kommenden Zeit nur um so ungestümer vor- wärts gehen, wofür wir ja auch in der Vergangenheit schon Be- weise höben." Kampf um Arbeit. Sin�Seitrag zum Kapitel Arbeitsbeschaffung. Dos Märchen von der Arbeitsscheu der Erwerbslose» und Aus- gesteuerten wird wieder einmal treffend widerlegt durch einen Vor- fall, der sich im Kreis« Neustadt(Oberschlesien) ereignet Hot. Der Weg von Zülz nach Waschelwitz wird als Chaussee ausgebaut. Da- bei ist es zu ernsten Zwischenfällen gekommen. Dom Kreisausschuß Neustadt war beschlossen worden, aus Neustadt 23 und aus Zülz 10 ausgesteuerte Erwerbslose bei dem Chousseebau zu beschäftigen. Die Ncustädter Arbeiter mußten aber itach zweistündiger Tätigkeit wieder abrücken, da eine große Anzahl erwerbsloser Zülzer Arbeiter, die selbst bei dem Bau beschäftigt werden wollten, eine drohende Haltung gegen sie einnahmen. Schließlich setzten sich 20 Zülzer Erwerbslose gewaltsam in den Besitz von Arbeit. Die Loge war sehr kritisch. Schließlich fand beim Landrat eine Besprechung statt, die zu einer Einigung führte. Erwähnt sei noch, daß die etwa 15 000 Einwohner zählend« Kreisstadt Neustadt über 400 ausgesteuert« Erwerbslose ausweist, das etwa 1500 Ein- wohner zahlende Städtchen Zülz etwa 40. Reichskonferenz im Gesamtverband. Am zweiten Berhandlungstag der Reichskonferenz der Abteilung Reichs- und Staatsbetriebe, Mitropa, Theater, Varietes und Lichtspielhäuser im Gesamtverband in München sprach Müntner, Borstondsmitglied des Gesamtverbandes, über dos Thema„Staat und Arbeiterschaft" und Römer über Betriebs- rätefrogen. Nach einer regen Diskussion wurden verschiedene An- träge angenommen. Ein Antrag der Berliner Delegierten verlangt, daß die bisher noch immer getrennten Unterabteilungen Post und Telegraph!« und Reichs- und Staatsarbeiter zu einer Abteilung inner- halb des Gesamtverbandes zusammengefaßt iverden. Der Antrag wurde dem Berbandsoorstand als Material überwiesen. Einstimmig angenommen wurde das neue, von der Verbands- leitung ausgearbeitet« Arbeitsprogramm für die künftigen Reichs- konferenzen. Danach sollen Reichskonferenzen je nach Bedarf, min- destens aber all« 3 Jahre abgehalten«erden. Die Entscheidung darüber trifft der Dorftand des Gesamtocrbandes. Die Der- bandsleitung der Reichsabteilung wurde nach geringfügigen Aenderungen neu bestätigt. Gefchichie der Kürschner. Mt dem Deutschen BetleÄmngsorbeit«r-Berbä:td bat sich der Verband der Kürschner im Jahre 1924 verschmolzen Nachdem der Deutsch« Aekleidungsarbeiter-Berband vorher ein« Geschichte der deutschen Schneiderbewegung herausgegeben hatte, ist nunmehr auch in seinem Berlage die»Geschichte der Zurichter, Kürschner und Mützenmacher Deutschlands" erschienen. Genosse Heinrich Lang«(Leipzig) hat den ersten Teil der Ge- schichte geschrieben, der die historische Entwicklung des Handwerks. der Zünfte und der Gesellenorganisationen, besonders die Berufs- und Organisationsverhältniss« der Meister und Gesellen in leicht faß- lichcr und interessanter Weise behandelt. Den zweiten Teil hat der Genosse Regge(Berlin) versaht, dex die Organisotionsentwicklung der Kürschner und Zurichter in den letzten 40 Iahren mit durchlebt und der sowohl an den Kämpfen mit den Unternehmern wie an den inneren Kämpfen um die Organi- sationsform und-geftaltung teilgenommen hat. Ausgehend von den ersten Anfängen der modernen Gewerkschaftsbewegung, schildert der Verfasser, welche Wandlungen die Organisation der Kürschner und Zurichter durchgemacht hat und welche inneren Kämpfe und Aus- cinandersetzungen damit verbunden waren. Er behandelt weiter alle Streiks und Lohnkämpfc von Be- deutung, die in den letzten Jahrzehnten geführt wurden, sowie die Mitgliederentwicklung und die finanziellen Verhältnisse der Organi- sation in den einzelnen Perioden und die jahrelang diskutierte Frage der Verschmelzung mit dem Deutschen Bekleidungsorbeiter-Verband, schließlich ihre Durchführung und das Organisationsleben der Kürschnerbranch« im Deutschen Bekleidungsarbeiter-Lerband. In einem besonderen Kapitel werden dann noch Hausindustrie und Be- triehswerkstätten und die Kürschner-Internatwnale besprochen. BestellscKein Bitte ausschneiden h uftaui HfjXnnrt Siwinna Staatliche Lotterie- Einnahme Berlin W35 Potsdamer Str. Ilfin Ecke Let.ow.tT.Jc 11U U Hierdurch bestelle ich rur 1. Klasse der 262.Preuft.$laafc-Loflerie Ziehung am 24. u- tS. Oktober —...... Achtel zum Preise ▼on je 5.— RMark ......... Vierte!..„„ 10— BMaxk .— Halbe»„„„ 10.— Eifark .......... Ganze..„„ 40— RMark Zahlung erfolgt nach Erbalt der Originallose, spätestens am 20. Oktober 1960, Betrag ist durch Nachnahme zu erheben. Amtliche Ziehungsliste ist mir nach jeder Ziehung sumsenden. (Nicht GewDnsehtes bitte durchrostreichen.) Name u Beruf; Staat). Lotterie-Einnahme v. Puttkamer Bln.-Frledsnau. Kaiser-Alleen? Tel. Rheingau MS.Postsch. Berlin S232| Lose vorrätig Im Anhang«erden einige der ersten und bedeutungsvollsten Tarife der Branche abgedruckt. Das 312 Seiten umfassende Buch, dos auch technisch gut ge- lungen ist, kostet für Berbandsmitgliedcr 5 M. und im Buchhandel 10 M._ Lniernaiionale Handwerkeriagung in Rom. Rom. 20. September. Am Sonnetbenb wurde in Rom die 1. Internationale Handwerkertagung eröffnet, an der Vertreter von 14 Staaten, darunter auch aus Deutschland und Oesterreich und van 20 verschiedenen Verbanden des Handwerks teilnahmen. ..Streikerfolg der Staker". Zu der am Freitag im„Vorwärts" unter dieser Ueberschrist erschienenen Notiz werden wir ersucht, mitzuteilen, daß die Lohnerhöhung fünf Pfennig je Stunde betrögt und nicht zehn Pfennig, wie man aus dem Inholt der Notiz entnehmen konnte. Achtung, Lauarbeilcr! Der Neubau im Reichspatentomt Gitschiner Straße ist für Vauanschläger gesperrt. Vor der Bau- schlosserei der Firma K u r tz werden auf den? Neubau Bauanschläger» arbeiten weit unter dem Tariflohn-ausgeführt. In einer Derhand- lung mit dem Schutzverband Berliner Schlossereien wurde ein Vor- gleich zwecks Beilegung der Differenzen mit der Firma Kurtz abge- schlössen. Diese Vereinbarung wurde aber von der Firma nicht ein- gehalten, so daß wir gezwungen sind, den Neubau für Bauanschläger- arbeiten zu sperren. Wir litten die Bauarbeiter, uns mit allen Mitteln zu unterstützen. Deutscher Metallarbeiterverband. Ortsverwaltung Berlin. .Freie Gewerkschafis-Jugend Berlin Treffpunkt der Eruppe HI 5x1m Jugendtreffen in Frankfurt an der Oder um 6)4 Uhr Bahnhof AlexanderplatL. Eingang Gontard« Ecke Königstraße.— Montag, 39V2 Uhr, Ei�ung des Arbeitsausschusses der Mäüchenkommissson im Gemertschaftshaus, Engelufer 24—25, Aimmer 36. @Luc>endgruppe dee! Zeniralverbandes der Angestellten Heute, Sonntag, tl Uhr, ist im Berbandshau» des 3MI.. Hedcmann. ftraßc 12, die Gaujugendaussprache des Gaues Brattdenburg-Mecklen. burg-Grenzmark. Cs wird Stellung genommen»u der Augrndorbeit im Gau- gebiet sowie im Reich unb weiterhin zum nöchsten Reichsjugendtag 19S1 in Lübeck.— Morgen, Montag, sind solgenbe Scranstaltungrn: Wedding: Iu» gcnbheim Turinrr Ecke Serstraße. Lichtbilderoortrag:»Iugendwandern und Jugendherbergen-, Rrserent: Georg Heilbrunu.— Brist: Städtisches Jugendheim(Rathaus). Porlrag:»Stellungslos— und dann?" Referent: Äutt fttaug. — Urban: Jugendheim Flughafenstt. es. Borttag:»Mt und wider die Tode». strafe". Referent: Wilhelm Lewinsli.— Zewgxlh«?: Jugendheim der Schule Sermaniaftr.»—«. Eingang Sostftraße, Lustiges von unserer Ferienfohrt. Achtung, Arbeitsamt Rott»! Dienstag, 1SH Uhr. im Sporttastno, Reinickendoef-Ost. Restdenzftr, iL, wichtige Versammlung der Betriebs- frattion. Genosse R, Joachim Regierungsrot im Reichsarbeits- Ministerium/ spricht übrr:»Die politische Situation". Vollzähliger Be. such wird erwartet. Bchtuog, Arbeitsamt Südost! Montag, 20 Uhr, in den Passage- Mstsälen. Neukölln, Bergstr, 151, Versammlung aller Arbeiter und Angestellten des Arbeitsamts. Genosse Carl Jeist!)d-S. spricht über: „Die Loge der Ardeiter und Angestellten bei der Retchsanstalt und im Arbeitsamt Sstdost". Vollzähliger Besuch wird erwartet. Achtung. Preußisches Statistisches Laubrsomtl Montag, 20 Uhr, im Dresdener Garten. Dresdener Str. 46, wichtige Versammlung aller Parteigenossen. Genosse Hans Plcttner spricht stber:»Die Situation nach der Wahl". Es wird vollzähliger Besuch erwartet, Varvsaaarn sie Ihre La« ein Cillicifislos In«terStaatl.Lotterle Einnahm« Lüttses BerllB-Menkailn(direkt am Nermannstrass« Hermannplatz) Ein Achtel 5 Mark— Ein Viertel 10 Mark, Die Mitteigeuinne sind verdreifacht, die Gesamtgewinnsumme von 62 auf 114 Millionen erhöht!! Fernsprecher: F 2 Neukölln 4688.— Postscheck Berlin 4309. ® KRÖGER 4 Staatlicher Lotterie-Einnehmer Berlin W 8, Friedrich-Str. 192/193 zwischen Leipziger- und KronenstraOe empfiehlt Lose I. KldSSO 74 S RM AORM SSO RM �SIORM EGllsllungsn durch Postkarts werden lorgföltig erledigt zu haben in allen Abschnitten B zu | Midier Lotterieeinneiinier, ReidieBlieroerSir.144 Telephon: Fl, Moritzplatz©7 Ifl. Piilller Zum Glückspilz O 7" | Lose vorrätig bei der /I O/ 7) If(2 1 StaatI Lotterie-Einnahme-O. w. 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JUt 200000 100000 60000 60000 60000 60000 100000 120000 100000 200000 450 000 4 389 500 FÜNFTE KLASSE VerSreifachung ZI ALA'-LUÄ G e n» f n n< HSchpGchLrag tat gitalttgstnet AaUch (§ S des Planes) ouf cftt StopfitUom n m Schluß S»r Erneuerung t Montag» 2. Zebruar iqzi Ziehungstag«- 1»., 11., 12.» 13., 14., 14., 17., I«., 19.» 20., 21.» 23.» 24.» 23.» 24.» 27.» 24. Zebruar, 2.» 3.» 4.» 5.» 4.» 7.» 10.» 11.» 12.» 13., 14. März 1931 2 Millionen » 5 879 500 Lospreisf.alle 5klassen in Keichsmarl(JU!) 25 56 1 106 Vi 266 Doppel' los 466 Prämien j .. �500000 Gewinne zu 200000 500000 7ÄZ00000 Gewinn zu JIM iooooo Gewinne zu SiM Gewinne z« JLM Gewinne zu JIM Gewinne zu JIM 2S8Q0Q ««». n.£ Prflmlttt 96010500 75000 50000 25000 lOOOO Gewinne zu sui 5 OOO Gewinne zu OOO Gewinn« z«&*2 OOO Gewinn« zu 3tM 1 0OO Gewinne zu SUi. 500 Gesamtzahl der Gewinne\ ♦ 1 bisher 1 2 2 .;;. 2 � i 2 #... 2 » 10 •••• *90 9 0 0• 14 14 98 ... 186 ,..482 ...840 .. 2180 .. 5000 330400 fttc n«uen Lotterte .1 2 .. 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Die Smirchetimg findet am Man- lag, dem 2?. Sevlemder, IS Uhr, im Krematorium Baumschuleuweg flott. Ziege Beteiligung erwartet vle Ortsverwaltung r, Am 16 September starb noch langem schwerem Le ben mein lieber Mann- unser herzensguter Bater, Krafinater' Schwiegeroater, Bruder, Onlel und Schwager, der Mechaniker Wilhelm Eisner im 57. Lebensjahre. fc? Im Namen der trällernden Hinter- biiebencn Li«ner nebst Kindern and Enkelkindern Die Trauerfeicr finde! am Montag, dem 22. September, abends 6 Uhr. im f. b Krematorium Baumschulenroeg statt Ztatt Karten Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden meines hieben Gatten «Johann Klemp sage ich allen Bermandlen, Freunden und Bekannten, insbesondere der Direltian ASG. Turblnensadrik und dem Redner Herrn Roth sllr die trostreichen Worte hiermit meine» Herzltchfteir Dank. Martha Klemp, Rostotker Str. 23 M Verkaufe Linoleum,' Szillak, stoloniestrafie», Total-Ausverkanf, Teppiche, Läuser- ,'stoise. 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Zl, wenn sie als Normalstelle feslgcsetzt wird, das Gehau der festen Gehälter der neuen staatlichen Besoldungs- piuppe Vif, wenn sie als qualilizierte Stelle bestimmt wird, das Gehalt der neuen staatlichen Besoldungsgruppe V verbunden. rersdalidac Vorckellang nur nach erfolgler Aaf- iorderong. Bewerbungen mit Lebenslauf und L'eberblicfe Ober die isherige Tätigkeit und über städtebauliche Erfolge sind bis spätestens 1. November 1930 an den unterzeichneten Votsitzcnden der Stadtverordneten- Veisammlung, Franklurt a M, Rathaus, einzureichen. Frankfurt a Main, den 17 �eptember 1930. öer Vorsiüenfle flor siaüiverorfineiaif versanimlung J,. II c i ß w 6 1 l. Nr. 443* 41. Jahrgang 4. Beilage des Vorwärts Sonntag, 24. September 4930 Ctefenbungen für diese Rubrik sind >» r l i» TW«8, Ltiidenstraße Z. parteinachrichtenMM fürGroß-Berlin stet« un du, Beziriesekreturiai Z. Hof, 2 Treppen rechts, ja richten Ächtung, Bojirkssührer! Sämtlich« Sammellisten müssen sofort bei den Ab- teilungskassiercrn abgerechnet werden. 2. Kreis Tiergarten. Achtung! Montag, SZ, September. 20 Uhr, Sitzung des Kreisvorstondes mit den Beisitzern, l. uird 2. Abteilungsleitern und Ab- teiwngskassterern im Lokal Röstel(früher Krüger) Putlitzstr. 10. Wichtige Tagesordnung. 4. greis Prenjlauer Berg. Dienstag, 21. September, 191h Uhr, Sitzung des erweiterten Kreisvorstandes bei Klug, Danjiger Str. 71. S. Kreis Friedrichshai», Dienstag, 21. September, 191i Uhr, bei Hentfchel, Mcmeler Str. 11, Kreisvoritandssttzung mit sämtlichen Abteilungsleitern. >>. Kreis Kreujberg. Montag, 22. September, 191) Uhr, bei Krüger, Erimm» strotze 1, Sitzung des Krcisuorstaudes mit sämtlichen Abteilungsleitern. 7. Kreis Charlotteaburg. Dienstag, 28. September, 191h Uhr, erweiterte Kreisvoritandssttzung im Zimmer 1 des Rathauses. 9. Kreis Wilmersdorf. Dienstag, 21. September, 20 Uhr, Sitzung des Kreis. Vorstandes mit allen Abteilungsleitern bei Ihlenfeld, Uhlandstratze, Ecke Güntzelstratzs. IZ. Kreis Tempelhof. Montag, 22.-September, 191h Uhr, ssraktionssttzung in Tempelhof. Torfstr. 42.— Mittwoch, 21. September, pünktlich 19% Uhr, im.Mali". M-ricudorf, Thausscestr. 108, Krei-mitgliederoersammlung. Dortrag:.Reichstaaswahl und Sozialdemokratie--. Referent Franz Künstler, M. d. R. Alle Mitglieder müssen erscheinen. 1t Kreis Köpenick. Montag, 22. Septrinber, 20 Uhr, Rathaus Köpenick, Zimmer 82, Fraktionssttzung mit Kreisvorstand. Sämtliche Kreisvorstands. und Fraktionsmitglieder müssen erscheinen. 1»i Krei» Weitzeusce. Mittwoch, 24. September, 29 Uhr,»reismit. f? gliedern ersammluug im Lokal„Zum Pferdsmarkt--, Schönstr. 79/80. Bor. W trag:„Reichstagswahl- �--— m und Sozialdemokratie". Ref. Carl Litke, M.»>«. heule. Sonniag, 21. September. 26. Abt. Die Abrechnung der Marken und Sammellisten muß bestimmt am Montaq oder Mittwoch beim Kamerer erfolgen. 82. Abt. Steglitz. Die Eeptember.Mitqliederoerfammlung findet am kommen. den Mittwoch statt. Näheres im Dienstag-Vorwärts. Bezirksführer laden ein. Neukölln. SO. Abt. Die jugendlichen Parteimitglieder werden aufmerksam ge. macht, die Ausstellung der„Sozialistischen Arbeiterjugend",„Kinder» freunde" und„Iungsozialisten" im Körnervarl, geöffnet bis Sonntag, 28. September, täglich 16 bis 19 Uhr(einschl. Sonntags), zu besuchen.— 98. Abt. Die Beurlslaffierer rechnen bestimmt bis zum 2.',. September beim Genossen Czernitzky ab. Die Sammellisten sind ebenfalls abzurechnen. 119. Abt. Lichtenberg. Die Abrechnung für das dritte Quartal, sowie der Sammeflisten bat spätestens am 21. oder 24. September beim Genossen Sropplcr zu«rfosge». !?unkiionärfihungen morgen, Montag, 22. September, in nachstehenden Lokalen: 12. Abt. 20 Uhr bei Schmidt, Wicsesstr. 17. 14. Abt. 20 Uhr bei Lauritzcn, Putbusser Straße. l7. Abt. 19% Uhr bei Dose, Nordhafen 6. 29. Abt. Ab 19 Uhr Abrechnung der Bezirksführer bei Burg, Prenzlauer Allee 180. Die noch ausstehenden Sammellisten müssen bestimmt abgerechnet werden. 48. Abt. Die Funkttonärsttzung am Montag fällt der Kreisvorstanbssttznng wegen aus und findet am Dienstag statt. Näheres in der Dienstags- ausgäbe. 87. Abt. ckbarlottenbnrg. 20 Uhr bei Thunack, Wielandftr. 4. 90. Abt. Neukölln. 20 Uhr Funktionärversammlung bei Schabciko, Weichsel, stroß« 8. 196. Abt. Köpenick. Unsere Bücherei ist wieder Montags von 19 bis 20 Uhr ge. öffnet. Wir bitten um rege Benutzung. m Abt. Tegel. I.IOi Abt. Freie Scholle. 140. Abt. Borsigwalde. 20 Uhr»riln- bnnqspersammlnng der Sgmnastikabteiluag für Frauen über 28 Jahr« der Freien Sportpereiaiaunq Tegel 1809 e. V. im Lqzeu« am Svortplab. Tegel, Graf. Roedern, Torso. Reger Zuspruch der Parteigenossen ist erwünscht. Dienstag, 23. September. 16. Abt. 29 Uhr bei Sandow, Flcnsburger Etr. Z. 16. Abt. 19% Uhr bei Krüger, Sufsitrnstr. 34, Eck- Scheringstrotz«. Mitglieder. vrofanunlung. Bor trag!.Re«hstagswahl und Soziakdem-kratie". Referenttn Käthe Kern. 24. Abt. 19% Uhr bei Rösner, Immanuelkirchstr. 2ki. Dle Bezliksfvhvrr laden zur Mitglieberverfammlung ein.> . 27. Abt. 10% Uhr bei Rex, Matternstr. 19. 74. Abt. Zehlendorf-Mitte. 20 Uhr im Lokal Schneider. Potsdamer Straße, Mitgliederversammlung. Bortrag:„Reichstagswahl und Sozialdemokratie". Referent Max Sendemann. 107. Abt. Altglienickc-Falkenberg. 10% Uhr Vorstands, und Funkttonärsttzung bei Meier, Straße am Falkcnberg. Krauenveranstaltungen. 18. Kreis Treptow. Freitag. 26. September. 18% Uhr pünktlich, im„Gesell, schoftshaus". Alt-Glienick«, 2 Minuten vom Bhf. Grünau, Funktionärinnen- sttzung. 18. Krei, Weitzeusce. Dienstag, 23. September, 19% Uhr, bei Stärk«. Tasso» fttofi«, Funktionärinnen. und Sclferinnensitzung.' Genossin Rausch spricht über:„Kirche und Religion," Montag, 22. September. 4. Abt. 20 Uhr bei Brandis, Stralaurr Etr, 10, hinteres Zimmer, Porttag: .-Ursachen und Folgen des Wahlergebnisses." Ref.: Richard Bernstein. 8. Abt. 19% Übe im„Rolentboler Sof". Rotenthaler Str. 11/12, Vortrag: - rZii politischen Folgen der Wabl." Ref.: Mar Sepdemann. 23. Abt. 20 Uhr im Lokal Karl Seinze! Barfusstr. 17. Ecke Dlasgowrr Strasse (nicht, wie sonst üblich, bei Königs Qtavistraßel, Bortrag:„Die politischen Folgen der Wahl," Ref.: Klara Bobm-Schuch. M. d. R. 24. Abt. Der Frauenabcnd fällt aus. Dafür beteiligen sich bei schönem Wetter die Genosssinnen am Donnerstag, 28. September, an einem Ausflug nach Buch. Treffpunkt 13 Uhr Prenzlauer Pramenabe, Haltestelle der Autobus- lini« 42,— 3. Gruppe: 20 Ubr bei Schulz. Carmen. Syla. Ecke Hosemann- ftraße. Bortrag:„Die politischen Folgen der Wahl," Ref.: Luis- Kähl-r, M. d. L, 26. Abt. Der Frauenabend fällt in diesem Monat aus. 29. Abt. 20 Uhr bei«lug, Danziger Et.. 71. Vortrag:„Das Wirtschaftsgelb ber Hausfrau." Ref.: Efvira Krüger. 31. Abt. 19% Uhr bei Galdfchmidt, Stolpifche Str. 36, Bortrag:„Die politt. fchen Folgen der Wahl." Ref.: Kurt Kietzmann. 37. Abt. Der Frauenabcnd findet erst am Montag, 29. September, statt. Nähere Mitteilung erfolgt noch. 3». Abt. 19% Uhr in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, 1. Hof vart., Borttag:„Die Frau als Staatsbürgerin." Ref.: Paula Kurqaß. 40. Abt. 20 Uhr bei Förster. Dreibundftt. ll. Partrag:„Unsere Borkämpfer." Ref.: Dr. Mar Eckütte. All« Genossinnen beteiligen sich am hcuttgen Krcisausflug nach Brieselang. Treffpunkt Lehrter Bahnhof. Abfahrt 8.04 Uhr. Nachzügler 9.22 Uhr. 42. Abt. 19% Uhr bei Svhlke. Perqmannstr. 69, Bortrag:„Die poNtifchen Folgen der Wahl. Ref.: Max Dillmcister. 43. Abt. 19% Ubr bei Krepp, Planufcr 78,76. Vortrag:„Die poNttfchen Folgen der Wahl." Ref.: Margarete Schenkalowski. 48. Abt. 19% Uhr bei Tetzlaf. Ritterstr..33(nicht im Abstinefktenheim),»or. trag:„Die politischen Folgen der Wahl." Ref.: Kätbe Kern. 87. Abt. Treffen der Frauen 14 Uhr an der Saltestelle des Omnibus T, Leibniz- Ecke Gaetbestratze. zum Ausflug nach Teltow. 163. Abt. Oberschönemeid«. Der Fraucnobend findet erst am Montag, 20. Sep- tember statt. Nähere Mitteilung erfolgt noch. '20. Abt. Fricdrichsfcld«. 20 Uhr bei, Tempel, Prinzenall-- 48, Bunter«benb. Vortragender: Genosse Sofemairn. Dienstag, 23. September. 26.-Albt. 20 Mir bei Zach«, Schnlstr. 71, Bortrag:„Die politischen. Folgen der Wohl." Ref� M« Hcndemann. Z». Abt. 20 Uhr in den„Derolina.Festfälen". Schönhauser Allee 2».«uuter Abend. Ref.: Friedel Hall. Gemeinsames«affeekochen. Kuchen und gemahlener Kaffee sind mitzubringen. 123-. Abt.«anlsdorf.Süd. 20 Uhr im„Iägerheim", Bortrog:„Dm polittschen Folgen der Wahl." Ref.: Margaret« Schenkalowski. Mittwoch. 24. September. 84. Abt. Lankwitz. 20 Uhr in Lehmanns Festsälen, Kaifer.BilhcIm.Stt. 20—31, Vortrag:„Die politischen Folgen der Wahl." Ref.: Else Michaelis. »4. Abt. Rensällii. 19% Ubr bei Cell, Schillerpromenad« 11, Vortrag:„Die politischen Folgen der Wahl." Ref.: Käthe Kern. Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Sonntag, 21. September: 6.30: Funkgymnastik. 7: Aus Hamburg: Hafenkonzert. 8: Für den Landwirt. 8.50: Stundcnglockenspiel der Potsdamer Garnisonkirche. 9.05: Aus Stettin: Morgenfeier. Anschließend: Glockengeläut des Berliner Doms. 10.05: Wettervorhersage. 11: Eltcrnstundc. 11.30: Aus der Volksbühne: Kundgebung zum 40iährigen Jubiläum der Volksbühne. 12.50: Aus Königsberg: Mittags- korzert. 14.30: Jugendstunde. 15; Klaviervorträge. 15.30: Funkgrotesken von Hans Philipp Weitz. 16; Unterhaltungsmusik. 18.30; Sylvia von Harden liest eigene Skizzen. 18.45: Schubert-Beethoven. 19.20; Programm der Aktuellen Abteilung. 19.50: Sportnachrichten. 20: Wagner-Abend. Danach: Tanzmusik. Montag, 22. September: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Wohnkultur und Wohn- maschinc. 15.40: Bummel durch Italien. 16.05: Schopenhauer und die Gegenwart. 16.30; Unterhaltungsmusik. 17.30; Martin Raschkc liest eigene Arbeiten. 18; Jugendstunde. 18.30: Form und Sprache der-Musik. 18.55: Der Rundfunk und die Geistesarbeiter. 19.20: Drei Minuten vom Arbeitsmarkt. 19.25: Blasorchester-Konzert. 20.15: Zeitbcrichtc. 21: Kammermusik. Danach; Tanzmusik. Dienstag, 23. September: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzert. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 14 Schallplattenkonzert. 15.20: Bulgarische Frauen.!5.40: Die ostasiatische Kunstsammlung im Völkerkunde-Museum. 16.05: Der nord- mid südeuropäische Arbeiter. 16.30: Schallplattenkonzert. 17: Teemusik. 18: Jugendstunde. 18.30: Von der Deutschen Welle; Französisch für Anfänger. 19: Stunde mit Büchern. 19.30: Drei Minuten vom Arbeitsmarkt. 19.35: Programm der Aktuellen Abteilung. 20: Tanzabend. Mittwoch, 24. September; 6.30: Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzert. 9: Von der Deutschen Welle: Schulfunk. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Als Pressephotographin auf Reisen. 15.40: Eine Viertelstunde Technik. 16.05: Programm der Aktuellen Abteilung. 16.39: Klaviertrios. 17.30; Jugendstunde. 17.55: Wie stehts mit der Preissenkung? 18.20: Kritik. 18.50: Unterhaltungsmusik. 19.55: Drei Minuten vom Arbeitsmarkt. 20: Wovon man spricht. 20.30: Sinfoniekonzert. Danach: Tanzmusik. Donnerstag, 25. September: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzert. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 14; Schallplattenkonzert. 15.20: Ferienpädagogik. 15.40: Wunderland Alaska. 16.05: Orchesterkonzert. 17.30: Jugendstunde. 17.50: Der östliche und der westliche Mensch. 18.15: Franz Schubert. 18.40;„Flucht aus der Zeit." Ein literarischer Querschnitt. 19.05; Das Interview der Woche. 19.30: Aus Königsberg: Concertonte und virtuose Musik. 20.35:„Der Minister ist ermordet." Hörspiel von Erich Ebermayer. Danach: Tanzmusik. Dos Prostromm der Aktuellen Abteilung bringt ein Interview Dr. R ö u s ch e r s mit dem deutschen Reichsaußenminister Dr. Curtius aus Genf, Fragen von größerer politischer Bedeutung werden nicht diskutiert und das Interview trägt deshalb nur einen rein repräsentativen Charakter. In seinem Dortrag Hygiene der Arbeit" geht Prof. Dr. Edgar A tz l e r von der erwiesenen Tatsache au?, daß die Leistungsfähigkeit des Men- fchen Hähenpuntte hat und dast es wiederum Zeiten gibt, in denen die Arbeit langsamer vor sich geht. Der Vortrag zeigt die Pro- blematik der wirtschaftlichen und sozialen Lage der Gegenwart. Es ist mi gestrigen„Abend" bereits darauf hingewiesen worden, daß, die öörfotge im Berliner Rundfunk eine sehr traurig o An- gelegenheit ist. Als Musterbeispiel im'schledsteii. Sinne gikt dqfür das Abendprogramm:„Hereinspaziert..." Die dümmsten WiHe werden serviert und kein Mensch denkt daran, daß das Kabarett auch eine Satire auf die Gegenwart bedeuten kann. Warum wird innner wieder das einzige Thema betont:„Als der Großvater die Großmutter nahm". F. Sch. Freitag, 26. September: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzert. 10.15: Aus Leipzig: Eröffnung des Deutschen Städtetages. 12.30; Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Die deutsche Seefischerei und ihre Bedeutung für die Volkswirtschaft. 15.40: üemüseernte und-Überwinterung. 16.05: Zeitstück außerhalb Berlins. 16.30: Chopin. Anschließend: Zum Andenken an Philipp Hafner. 17.20: Jugendstunde. 17.40: Das neue Buch. 17.50: Zum Berliner Kongreß für Individualpsychologic. 18.15: Teemusik. 18.45; Programm der nüchsten Woche. 19.10: Programm der Aktuellen Abteilung. 19.30; Populäres Orchesterkonzert. 20.20: Die Erzählung der Woche. 20.50: Lieder- und Musikvorträge. Danach: Abcndunterhaltung. Sonnabend, 27. September; 6.30: Funkgymnastik. Anschließend: Fröbkonzert. 12.30; Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Jugendstunde. 15.40: Not der Engagementsloscn. 16.05: Die Notwendigkeit internationaler Beziehungen im Sport. 16.30: Schallplatteukonzcrt. 17: Szenen aus„Die Weber", von Hauptmann. 18.30: Virtuose Cellomusik. 18.55: Drei Minuten vom Arbcitsraarkt. 19: Das neue Pergamon-Museum. 19.30; Unterhaltungsmusik. 21: Josef Plaut spricht. Danach: Tanzmusik. Königswusterhausen. Sonntag, 21. September: Ab 6.30? Ucbertragung aus Berlin. 18.30: Stunde des Landes. 19: Josef Kainz zum 20. Todestage. 19.30: Curt Reinhard Dietz liest aus eigenen Werken. Anschließend: Ucbertragung aus Berlin. Montag, 22. September: 16: Naturkundlicher Gesamtunterricht in der Volksschule. 16.30; Aus Berlin* Nachmittagskonzert. 17.30: Aus der Werkstatt der Kammeroper. 18: Film und Tonfilm. 18.30: Germanische Göttcrgcstalten. 19; Englisch für Anfänger. 19.30: Stunde des Landwirts. Deutschlandsender: 20: Aus Köln: Aus alten Operetten. Anschließend: Ucbertragung aus Berlin. Dienstag, 23. September: 16; Familie und Jugendwohlfahrt, 16.30: Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30: Viertelstunde für die Gesundheit. 18: Germanische tiöttergestalten. 18.30: französisch für Anfänger. 19: Deutsche Redekunst, 19.30: Der Jugendliche in der Arbeiterfamilie. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Anschließend: Ucbertragung au« Berlin. Mittwoch, 24. September: 16: Neue Sachlichkeit im Aufsatz. 16.30: Aus Haihburg; Nachmittagskonzert. 17.30: Vom unbekannten Haydn. 18: Die Aufgaben des Treuhänders und Bücherrevisors in Gegenwart und Zukunft. 18.30: Die italienische Jugend. 19: Spanisch für Anfänger. 19.30; Stunde des Beamten. 19.53: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 20: Ucbertragung aus Berlin. Deutschlaodsender: 20.30? Aus Breslau: Ursendung:„Von der Tragödie bis zur Revue". Ein heiteres Spiel mit Musik von Schwabach. 21.30: Aus Breslau:„Da capo". Die Schlager des Abends und Unterhaltungsmusik. Anschließend: Ucbertragung aus Berlin. Donnerstag, 25. September: 16: Sprecherziehung. 16.30: Aus Berlin: Nachmittagskonzert. J7.30: Das Mysterium der Straße. 18: Weltpolitische Stunde. 18.30: Berlins Bürgerkultur im 18. Jahrhundert. 19: Spanisch für Fortgeschrittene. 19.30: Stunde des Landwirts. Dcutschlandsender: 20: Aus Hamburg: Drei romanische Komponisten. 21: Aus Hamburg: Opcrettcnfinale. Anschließend; Ucbertragung aus Berlis. Freitag, 26. September: 16: Bcrechtigurgswcsen in Schule und Wirtschaft 16.30: Aus Leipzig: Nach- mittagskonzert. 17.30: Germanische Göttergestajten. 18: Die Kartelle in der Preisbewegung. 18.25: Die neuen Aufwertungsgesetze 19; Englisch für Fortgeschrittene. 19.30: Wissenschaftlicher Vortrag für Tierärzte. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. DeutschLands�pder: 20: Aas München: Münchener Oktoberfest. Anschließend: Ucbertragung aus BerUo.. Sonn abend, 27. September: 16; Sprecherziehung im Deutschunterricht„-.der höheren Schul«. 16.30: Aus Hamburg: Nachmittägskonzcrt. 17.30: Erlcbn.issse als Weltzeichner.%I8; Mit Volldampf voraus. 18.30: Gesellschaftswissenschaftliche Gegenwartsfragen. 19: Französisch für Fortgeschrittene. 19.30: Bücherstunde. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Deutschlandsender: 20: Aus Köln: Lustiger Abend. Anschließend: Ücbcrtragung aus Berlin. 124s. Att. Matzlsdorf-Snh. 20 Uhr bei Drehet:, Uhüutb ftraße, Vortrag:„M- Berliner Hmnor." Ref.: Hanns H. Kamm. Doanerskag, 25. September. btz. Abt. Haleniee. A Uhr bei Sanbmonn, Westfälische Str. 42, Vortrag:.llr» fachen»nb Folgen ber Wahlen." Ref.: Gottlieb Reet«. «. Abt. Britz. 20 Uhr(Lokal wirb am Dienstag bekanntgegeben) Bunter Abend. Borttagende: Friebel Lall. 141. Abt. Riederschönhansen. 20 Uhr bei Loffmonn, Edelweitzstt. 5, Vorttag des Genossen Alfred Born. Freitag, 2(5. September. 138. Abt. K«rmsd«rf. 19% Ubr pünktlich im Jugendheim. Roonstratze, Borttag: „Die politischen Folgen der Wahl." Ref.: Dora Bergas. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. 4. Krei» Prenzlauer Berg. Die»um 26. September anberaumte Bersamm- lung der Arbeiterwohlfahrt findet erst am 2. Oktober im Bezirksamt Prenz. lauer Berg, Danziger Str. 64. Zimmer 29, 20 Uhr, statt. Borttag des Genossen Dr. Rsinemann Uber:„Soziale Gerichtsbilfe.--— Donnestag, 25. September, 20 Uhr. findek im Bezirksamt, Danziger Straße, ein Bortrag mit Lichtbildern statt über:„Bewegungsspiele und Gvmnastik mit Kinderu in der modernen Erziehung." Ref.: Jenny Gerrz. Interessierte Genossinnen und Genossen sind dazu eingeladen. Der Ort wird noch bekanntgegeben. 6. Kreis Krenzberg. Montag, 22. September, 19% Uhr, Ausschußsitzung bei Krüger, Grimmstr. 1. Jede Abteilung muß vertteteu sein. 20. Krei« Reinickenhors. Beginn des Schulungskurfu» am Fr«ilag, 26. Sep» tember, im Rathaus Reinickendorf-Ost, Hauptstr. 46, Zimmer 60, pünktlich 20 Uhr. Thema:„Das geltende Fllrforgerecht." Alle in der Wohlfahrtspflege stehenden Helferinnen und Helfer müssen daran teilnehmen. Sozialistische Sludenkenschask, Ortsgruppe Berlin. Montag, 22. September, 20 Uhr, pünkUich: Marxistische Arbeitsgemeinschaft der H. H.:„Theorie der Planwirtschast."- Dienstag, 23. September, 20 Uhr pünktlich: Englischer Arbeitskreis der H. H.— Donnerstag, 25. September, 20 Uhr pünktlich: Der übliche Donnerstagabend. Gen. Dr. Kollwitz erzählt aus seiner Praris.— Sonnabend, 27., und Sonntag. 28. September: Fahrt nach Bernau— Uetzdorf— Biesenthal: Treffen 16.45 Uhr pünktlich Ettttiner Vorortbhf. Jungsozialistische Vereinigung Groß-Berlln. R-inick-nd-ef. Morgen, Montag, 20 Uhr, Gruppenabend im Jugendheim Tegel, Schöuebeiger Str. 3. Bortrag und Diskussion über„Proletariat und Wehrhaftigkeit". Alle jungen Parteigenossen und Re,chsbannerk°mcr-dcn müssen erscheinen.-„ �. Zungsozialisten,»rnppe Moabit: Morgen, Montag, Gruppenabend bei Berger, Lcvetzowstrotze. Literarischer Abend. EAI. und lungc Parteigenossen sind herzlichst eingeladen. fü „Werbobeziri Westen." Sonntag. 2«. September, findet die Treffahrt des Werbebezirks nach Brieselang statt. Die Gruppe» treffen-wischen 13 bi» 14 Uhr auf dem Iugcnbgelände ein. Di- Spielgemeinschaft„Rote Reihe" wirkt mit. Anschließend gemeinsame Spiele. Die Genossen der anderen Werbebezi rkc find eingeladen. Musckinstrumentt und Bälle mitbringen. Gruppe Eharlottenburg. Fortsetzung der Diskussion über die Wahlen. Jugendheim Rostnenstr. 4. Beginn 19% Uhr. SAI. und junge Parteigenossen sind herzlich willkommen. �lrbeiksgemeiufchaft der kinderfreunde. Äwi» Mitte. Montag Kreishelfersttzung mit Elternobleuten um 19% Uhr im Heim Elifabethiirchstraße 20. Wichtige Tagesordnung: Ausstellung», und Arcisveranstaltungcn.— Mittwoch. 24. September, Dolloersammlung des kreise» für alle Roten Falken. Beeicht von Kopenhagen, Ausforache über das Verbot der Kinderfrrunde in Bayern usw. Alle Gruppen beteiligen sich voll» zählig um 17% Uhr im Heim Waisenstr. 18. Tiergarten. Gruppe August Bebel. Achtung, Helfer! Montag, IS Uhr, Kreis» helfersstzung bei Anna Poerich. Essener Str. 4, Rote Falten. Dienstag, 23. Erp. tember, von 17% bis 19% Uhr, im Heim Waldenserftratzc, Tanz, und Lieder- abend. Inngfallen. Dienstag ebenda Diskutierabcnd iFortfetzung) Uber unsere Falkengebote, Nestfalke». Am Sonntag dem 21. September, Treffpunkt zur Fahrt nach Rüdersdorf inn 7% Uhr Kleiner Tiergarten. 50 Pf. und Trink- becher mitbringen. Mittoch. 24. September, hat Gruppe A von 17 bis 19 Uhr Tanzabend, Gruppe B Heimabend. Für alle Gemeinschaften fällt von jetzt ab das Spielen auf dem Sportplatz aus. Äm, Neukölln. Unsere Ausstellung sozialistische Jugendarbeit" im Körner» park(in der Nähe U-Bahn Bergsttaßc) ist heute Sonntag von 14 Uhr ab geöffnet. Freunde und Parteigciwssen bitten wir die Ausstellung zu besuchen. — Gruppe Dturmfall«. Heute, Sonntag, Woche in ber Ausstellung im Körnerpark. Treffen um 18% Uhr im Körncrpark.— Gruppe Lichtkämpfer. Morgen, Montag, hoben wir Wachk in unserer Ausstellung. Alle Jungfalken und Roten Falken finden sich um 16 Uhr im Kornerpark ein. Am Dienstag sind die Roten Falken im Jugendheim Ganghoferstroßc.. Iungfalken und Nestfalken im Jugendheim Bergstraße um 17 Uhr.— Gruppe Falke. Am Mittwoch, dem 24. September, um 20 Uhr, findet in der Lerzbcrgschulc unsere Elternversammlung statt. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen ist Pflicht. Krei« Reuköll». Achtung, SingekreisI Am kommenden Mittwoch ist wieder Singestunde. Ausstellung im Körncrpark. Alle Musikanten und Sänger müssen um 17 Uhr im Körnerpark sein. Martendorf. Sonntag, 21. September, Treffen zur Treffeilfahrt um- 9 Uhr an der Roten-F-llcn.Ecke, Chaussee. Ecke Äaisersttaße: NllcNchr gegen 13 Uhr.— Mittwoch, 24. September: Kreishelfersttzung um 20 Uhr im.Mali": ferner»m 19 Uhr Lelfersitzung der Mariendorfer Leiser im„Mali". Wilmerdorf: Dienstag. 23. Sept., 20 Uhr, im Jugendheim Wilh-lmsaue 124, Information»nd Aussprache über„Was ist Eozialimus", Referentin Anna Hartoch, Gäste willkommen,— Sonntag, 28, Sept., Bricselangsahrt. Näheres am 27. im Vorwärts.— Nächsten Dienstag Gesamtveranstaltung. Kohenschinhaysen. Montag, 22. September: Heute sind wir in der Sied» lung Dingclstedtcr Straße. Spiel und Tanz von 17 bis 19 Uhr.— Dienstag, 23. September: Bon 18 bis 20 Uhr Turnen in der Rocdernstcaße(FTGB.).— Donnerstag, 25.' September, sind wir in der Frcicnwalder Straße von 17 bis 19 Uhr. Basteln. Geburtslage. Jubiläen usw. 79a. Abt. Upseerm alte» Parteigenossen Willy Keinpich und seiner Sfrajt Bertha. Eythstt. 62, zur Silbernen Hochzeit am 23. September die herzlichsten G'fickTrllnsche. Preußlsch-Süddevtsche Staatslotterie. Die vorliegende Nummer unserer Zeitung enthält«in Inserat über den neuen verbesserten Gewinnplan der 36. Preutzisch-Eübdeutschen(262. Preußischen) Klasscnwtierie, auf den wir unsere Leser besonders aufmerksam machen. In dem neuen Gewinnplan ist den vielfachen Wünschen der Spieler auf Bermehrung der Mittelgewinn« in außerordentlichem Umfange— Verdreifachung ihrer Zahl— Rechnung ge. tragen worden. Bisher wurden an Gewinnen etwa 62 Millionen M aus- gespielt, jetzt über 113 Millionen Mark. Die Staatslotteric bringt damit ein Svielkapital zur Ausspielung, das keine andere Lotterie der Welt aufweisen kann. Da bereit, eine reg« Nachfrage nach Losen eingesetzt hat. so empfiehlt es sich, die Lose rechtzeitig durch die staatlichen Lotteriecinnahmen zu beziehen. VöMMZU moderneJacquardnwter fÄ fej6r"Kft: ��iSTeppd ecken 1-552 ) Ki tamasizi ivoHefl' cor /ha[pifyancleckcn.Moha/r-/ ' VirkguFnurSoandautrSh.- Sonntag. 21 9. st88ts-c?ep ümei d. Linden A.-V. 21 IS'k Uht Siegfried Ende n. 23 Uhr Sfasis-Dper Am Plitz dir Republik. R.-S 74 20 Uhr Oer flieoenöe KoiiSnöer Delfcntl. Kartenmkigf Ende 22-, Uhr Sonntag, 21 9 Stadl, oper ßisntarckstr Turnus IV 20 Uhr Doge und Dcgaressa Enden. 22', Uhr 8.15 Uhr- Gandien erianbi Hans Kolischer• Argenlino Lihle Esther tanzt a. singt u. a, Heute 2 vortteiiunsen 4 und 8>i Uhr. 4 Uhr kleine Pr. Staatl. Sthaaspli. (im Gindarminmarkfi A.-V 19 20 Uht Liebe au! dem Lande. 33 Minuten In GrOnebero Enden. ZZ3!* Uhr 1 Staat. Sciiiito-üiealgr.Cliarltlig 23 Uhr Florian Geyer Ende 22>/« Uhr Tägl. S U. 815 Zonal. Z. 3 n. 6" Alex. E 4. 8066 Weintraubs Syncopators Uöd das graSe internationale Progiamni! Theater i. d. Behrenstr. 53-54 Direktion: Ralph Arthur Roberts m/. cas hafiische Wafictien Englisch— Roberrs— Rlcmann. GROSSES SPIEIHAUS Wh Uhr «eo. Ä S«an, ffluhn,£hUwer- Sa ueteUt die Jkesse über Die!BcaiU von Jiessina mit Jxene Jxiesch ROSE-THEATER Qr. Frankfurter Str. 132 Billettkass«: Alex3422u.3494 I Lokal-Anzeizer: Ein seltener | Abend/ I Welt am Abend: Der Beifall i j tvollte kein Ende nehmen. Der Tag: Das Haus aar mit- | 8 Uhr. Abendblatts Herzlicher Beifall eines ergriffenen Pu- [ blikums. > Börsen-Courier t Das volle Haus I zollte der Bemühung Achtung [ und Beifall, I V olks xeitung: Das Publikum i | rief die Darsteller immer wie- j der vor den Vorhang. Nachtausgabe: Ein Ehrenabend für das Volkstheater in der] Gr. Frankfurter Straße. Morgenpost: Eine Aufführung t j die allen Respekt verdient. H e u t• 2 x u. zw. um 5*3 U.(m flret« Nibeluogj und»» u. im. Irene Trietch] SoDBabd. um 7a)C.(mit Ireoe Trlewh) i und tuch lO�ü.(m. Grete Nebeltmg) Wochentags 816 Uhr. Kattonpr. von 50 Pf. bis 3 M. (Gurderobo u. Ppobt. Jo 25 Pf.)| Heute um 2» Uhr u. nächst. Sonnabd. 4� Uhr: ,, Dornröschen" Or. Ausststlunisniieben I. Klndsr. Komm. Mittwoch um 5 Uhr| in völliger Neuoinstudierung: I „H Sneel u. Qretel" VolKsbUhne Tbeater am BDIowplatz. 3 Uhr Oer frchiiche Weinberg täglich 8 Uhr Me Weber v O Hauptmann Regie: K. H. Martin. 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Dort streckte eine Pflanze dicke grün« Finger aus der Erde, eine ander« leuchtete in auf- reizend sinnlichem Grün mit fleischigen, saftstrotzenden Blättern, während wieder andere scharfe, unerbittliche Stacheln wie scharfe Lanzen von sich streckten. Raoul Crouvelles sah wieder seinen Freund an. Dann glitt sein Blick wie lobkosend zu den Kakteen und darüber hin. Ohne aufzusehen, fing er mit leiser, ein wenig heiserer Stimme zu sprechen an. „Sie wundern sich, lieber Freund, daß ich gerade den Kakteen meine große Liebe geschenkt habe. Eigentlich haben Sie ja recht— es gibt so viele andere Blumen und Pflanzen, die gewiß viel schöner und anziehender sind— Rosen, Narzissen. Lilien, Tulpen, Chrysanthemen, Orchideen---.* Hier unterbrach ihn Herr Prossard mit einer leichten Hand- bewegung:„Nein Crouvelles, reden Sie nicht von Orchideen— Orchideen sind feine Blumen— es sind Wesen— Geschöpfe!--* Raoul Crouvelles nickte.„Ja, und Kakteen?— Kakteen leben — atmen— sprechen. Ich will Ihnen einmal etwas sagen",— er dämpfte seine Stimme noch mehr, daß es fast wie Flüstern klang— „Kakteen haben eine Seele!" Er schwieg, strich sich mit der Hand über die Stirn und fuhr dann, während er sein Gegenüber scheu ansah, fort:„Ich will Ihnen eine kleine Geschichte erzählen. Sie wissen", und er zeigte auf einen kleinen Topf, aus dem eine Pflanze fast wie eine Hand aus der Erde ragte,„Sie wissen, daß dies eine sehr seltene Art einer Kleinkaktee ist. Durch einen Bekannten, der im Auftrage einer Zeitung eine Zeitlang in Mexiko weilte, gelangte ich in ihren Besitz. Ich habe mich sehr darüber gefreut— zumal da diese Art, wie ich schon sagte, sehr selten ist und nur in den öden Gegenden im Inneren Mexikos vorkommt." Er schwieg wieder einen Augenblick und fuhr dann fort: „Eines Tages passiert« mir etwas ganz Eigenartiges, und seit- dem— seitdem fürchte ich mich ein wenig vor der Pflanze. Ich hatte sie wieder einmal in die Hand genommen und betrachtet« ihre seltsam« Form, als mir der Topf plötzlich entglitt. Ich faßte zu und griff in der Hast in die Stacheln, so daß ich mir die abgebrochenen Spitzen, die in der Hand stecken geblieben waren, entfernen mußte. Während ich dann saß, überkam mich plötzlich ein« merkwürdig« Beklemmung. Mir war, als ging« von der Kaktee, die da wie eine Hand hervorragte,«ine seltsame Kraft aus." Raoul. Crouvelles sah verstohlen zu Jean Prossord hinüber, der aufmerksam zuhört«. „Und nun geschah das Seltsame. Ich sah plötzlich«ine öde, steinig« Landschaft, die mich an Bilder«rinnert«, die ich von Süd- oder Miltelamerika gesehen habe. Seltsam geformt« Büsch« und Sträucher standen herum— aber merkwürdig: bei näherem Hin- sehen waren es lauter Kakteen wie dies« hier—, nur um vieles ver- größert. Und über allem, über den Steinen, der ausgedörrten, rissigen Erde brannte eine blendend«, erbarmungslose Sonne. Plötz- lich erschienen zwei Menschen. Auf einem Maultier, das mit hängen- dem Kopfe mühsam vorwärts trottete, faß ein« Frau, während der Mann mit stumpfem Gesicht daneben ging. Der Mann blieb stehen und jagte heiser:„Du mußt absteigen! das Tier kann dich nicht mehr tragen." Die Frau schüttelte stumm den Kopf. Der Mann wieder- holte seine Aufforderung, worauf die Frau mit einer hellen, klingen- den Stimm« erwiderte:„Ich kann nicht gehen." Mit aufgeregten Worten oersuchte der Mann ihr klar zu machen, daß das Tier nicht mehr imstande sei, die doppelte Last des Gepäcks und der Frau zu trogen, und daß beider Leben gefährdet fei, wenn in dieser Ein- samkeit, weitab von jedem Menschen, das Tier zusammenbrechen würde." Der Erzähler stockte— dann fuhr er erregt fort:„Sie kamen in einen Wortwechsel. Er wollte die Frau herunterziehen: sie stieß mit dem Fuße nach ihm, traf ihn, ob mit Absicht oder nicht, ins Gesicht --«r riß sie herunter, krallte ihr in rasender Wut die Hände um den Hals--- Er verscharrte di« Leiche. Als er fast fertig war, packte ihn das Entsetzen-- er saht« das Tier am Zügel und rannte besinnungs- los hinein in die steinige Wüste.--- Di« Hand der Toten aber",— Raoul Crouvelles sah verstört nach der Kakt«« hin, die fünf grüne Finger hochreckte—„die Hand der Toten aber spreizte sich wie ein« schreiende Anklage aus ihrem steinigen Grab." Crouvelles schwieg. Jean Prossard sah ihn nachdenklich an und sagte dann abwägend:„Sie soltten di« Kakteenzucht ausgeben-- es sind seltsame Dinger, diese Pflanzen. Ich las neulich, daß es darunter sehr giftige gibt-- und auch etliche, deren Stacheln einen stark betäubenden und narkotisierenden Saft absondern. Geben Sie ihr« Liebhaberei�auf, lieber Crouvelles: noch ist es Zelt!" Herr Prosiard war gegangen. Raul Crouvelles faß ein Weilchen nachdenklich still. Dann tastete er langsam nach dem Topfe. Mit einem langen Blick« sah er auf die grüne Pflanzenhand, seufzte tief auf— dann schloffen sich seine Finger fest darum, und mit einem scharfen, stechenden Schmerz drangen die Stacheln in sein« Haut ein. Edmund Sinke:•JßCVljjiftbßlfld Schon ist de» Kirchturms sanstgeschwungener Bogen mit blaffrem Stifte in das Blau gezogen, das mild und klar das Hügelland umschließt. lieber des Kleefelds rötlichfalbe Wogen kommt silbernes Gespinst im Wind geflogen. der herbstlich von den dunklen Bergen fließt. Vom welken heidekraute ziehen Bienen nach kleinen Gärken, wo die Georginen und Astern bunter an den Jaunen stchn. Die Fernen, die unendlich offen schienen. sind an den Abhang reifender Lupinen geschmiegt wie fremde Wanderer, die zur Buhe gehn. Ein Schwärm von Krähen fällt mit schwarzen, schweren lässigen Flügelschlägen in die leeren. vergilbten abendlichen Felder ein... Im Glanz der Strahlen, die das Land verklären. sind wir nur Schatten, welche heimwärts kehren in ihre Gottverlaffenhelt aus Stein.... tfeler Scher: �(lllCt'tlllOCltSECH Eines Tages erfuhr ich von einem Eimidbauern— auf deffen Gehöft ich vor Jahren eiinnal„mit voller Pension" zur Natur zurückgekehrt war—, daß in seiner Gegend ein« Hochzeit bevorstehe, wie sie seit Jahren auf Meilen in der Runde nicht dagewesen sei. Der Bauernaristokrat Aegidius- Reinaiter, Bauer am Rain auf der Langwanderhöh, und die Kreszentia Chlam, Hochbauerntochter von Jrzenhausen, würden zusammengegeben. Wir fuhren hin: es war ein schöner Tag.» Die Hochzeit wurde im Marktflecken gefeiert, im Gasthaus„Zum Schwan": an hundertfünfzig Gäste hatten ihre Teilnahm« zugesagt. Der ganze Marktflecken war lebendig. Weißblaue Fahnen über- all. Der Weg von der nahen Kirch« bis„Zum Schwan" war mit Tannengrün bestreut. Der heilige Korbinian auf dem Marktplatze strotzt« von Blumen. Es war merkwürdig zu sehen, wie sich die Gewerbetreibenden und Kaufleute des Fleckens, die bösen Beamten des Finanzamtes und alle die Menschen einer hastigen, neuen Zelt schon äußerlich von den würdig schreitenden Gestalten„in der Tracht" unterschieden, wie jene diesen und diese jenen eine fast schaustellungsmäßige Aufmerksamkeit widmeten und wie am Ende doch die Gegensätze ittein- ander übergingen. Als wir hörten, daß die Gäste sich in solche geschieden hotten, die der kirchlichen Feier beiwohnten und andere, die es vorzogen, gleich mit dem„Boreffen" im„Schwan" zu beginnen, schlugen wir uns zu den letzteren: denn aus der Ferne klang ja di« Musik ganz schön zum Frühstück. Au» dem„Schwan" duftete es uns so entgegen, daß wir uns gleich eilfertig an«in« der langen Tafeln unter die Bauern warfen und ohne ein Wort, nur mit Gesten„das Nämliche" bestellten. Und beim Bauch« Fallstaffs, es wurde uns«ine Leberknödelsuppe zu- teil, die ohne Beispiel war. Hierauf gab e« Weißwürste, deren j«d« einzelne ein Lobgesang war, dann für den Anfang einen kleinen Nierenbraten, bloß zur Probe. Auch dieser war ein Hymnus. Zwischendurch schalteten wir Obstschnäpse ein. deren Feuer uns begreiflich werden ließ, weshalb die umsitzenden Bauern schon zum Anfang in höllische Bewegung kamen. Wir schnappten nach Lust und sahen uns die Umgebung an. Gegenüber saß ein siebzehnjähriges Mädchen, dem ich sogleich den Namen„das Kälbchen" gab. Es trug ein Saintmieder: man hätte feine Taille mit zwei Händen umspannen können— so reizend schlank war es. Da»„Kälbchen" stopft«, mit seinen großen braunen Augen in lieblichem Stumpflinn glotzend, mit ruhiger Sachlichkeit«in« Weih- wurst noch der andern in seinen reizend frischen Mund. Einmal kam «in junger, stämmig«? Bursche, beugte sich nieder und ftüsterte so diskret, daß der ganze Saat e» hören konnte:„An ganzen Tag ghörscht mir!" Worauf das Kälbchen, ruhig wester an seiner Weißwurst muffelnd, Zustimmung nickte. Di« Bauern ringsum brüllten schon vor Festoergügen. Auf ein- mal bumsten draußen Böller lo».«in Geschrei ging über die Gaff«: „Sie kommen!" und äste stürzten hinaus. Tin« ohrenzerreißende Blechmusik ertönte— der Hochzeitszug! Der Hochzeitstader mit heiteren Sprüngen an der Spitze, dann die Musikanten, dann— mit drei Schritten Abstand von allen anderen— das Paar: di« Braut im Samtmieder mit silberner Talerkette, breitem Perlhalsband, vor Feierlichkeit blaß bis in die Lippen: er: auch dicke Taler vor dem Bauch, den Schnurrbart aufgewichst, die Knie durchgedrückt, mit einer langen rosaseidenen Krawatte, stolz und gockelhaft. Hinter den beiden ein endloser Zug von Dirndln und Buam, netten und häßlichen: auch kropfige alte Mädchen fehlten nicht, aber alle funkelnd von bunten Farben, goldene Riegelhauben aus den straffen Haaren. Ein Gebrüll erhob sich, daß der ganze „Schwan" erbebte. Hinauf in die Festsäl«! In zwei Sälen lief di« Tafel an den Wandreihen hin, auf dem Podium di« Musik. Jetzt ging es an. Die Schwanenwirttn, wie ein Feldherr, warf Batterien fetten Ochsenfleisches gegen alle Fronten der von der Predigt aus- gedörrten Freffer. Eine Ladung Kartoffelsalat in den vorderen, sechs Ladungen Weißwürste in den hinteren Saal. Eine Stunde lang ging so das Vorscharmützel. Da erhoben auf dem Podium die Musikanten ein grauenvolles Geschmetter: die Männer, noch kauend, sprangen auf, pfiffen den Mädchen oder winkten ihnen gebieterisch mit der"Hand, und los ging>der Ländler, daß die Balken krachten. Dreimal— sechsmal herum. Dann wieder ein Eßgefecht. Die Speisenträgerinnen stürzten, blaurot im Gesicht, treppauf, treppab. Das Einhämmern der Bierhähne, das Kreischen der Frauen über die Witze der Männer, jäh auflchießendes Gejuchze, vermischt mit fettem Brodem aus der Küche, � Musik, Musik! Und immer wieder Tanz nach neuen Gängen. Wahrlich, ein kerniges Geschlecht! Nach vier Stunden trat eine Pause ein. Man formte sich zum Zuge, und unter Vorantrilt der Musik ging es— heim? Keineswegs, sondern hinüber zum„Poten Ochsen"— zum Wein! Denn auch der„Rote Ochse" will leben und die Bauern wollen, bevor sie im Tafeln weiterschreiten, erst einmal eine Anzahl Schoppen trinken. Vom Weinwirt oing's zum Pholoqraphen. Da gab es wunder- volle Stellungen zu sehen. Der jung« Ehemann war im Hinblick aus das Bild— vielleicht das einzige Mal in seinem Ebeleben— zärtlich. Dann ging es im„Schwan" weiter. Gott mag wissen, wo die Bauern alles unterbrachten; ich sah das„Kälbchen" noch in vorgerückter Stund«, hochroten Kopfes zwar, doch unverdroffen kauen— wenn es nicht gerade tanzte. Spät abends folgt— wie in der antiken Komödie— da» Satirspiel. Jeder Gast ist verpflichtet, nach Rang und Selbsteinschätzung, seinen Anteil an den hosten zu bezahlen: in einer Tüte übergibt er den Betrag dem jungen Ehemann. Dieser realistisch« Höhepunkt ist — offenbar zur Linderung der für Bauern immer besonders schmerz- lichen Prodezur des Bezahlens— mit einer sonderbaren Tradition verbunden: jeder Gast ist berechtigt, dem Hochzeiter nachzusagen, was er gegen ihn auf dem Herzen hat. Ein« Art Scherbengericht oder Haberfeldtreiben im kleinen. „Acht Mark siebaz'g," sagt der Hstttermoser, indem er seine« Anteil vor den Ehemann hinlegt—„und du bist scho' a' ganz a' hundsheiterer Bazi zweg'n dem und dem." Und er legt los mit beißender Kritik. Unter allgemeiner Heiterkeit und nachdem er sein Sünden- register so vollzählig wie noch nie im Leben beisammen gesehen hat, streicht der glückliche Ehemann das Geld ein. Zuweilen kommt es zu einer Rauferei. Aber der Bader wohnt in der Nähe... ttropentandfchaft Es war am Spätnachmittag im Herzen der großen Insel Borneo. Ich war den ganzen Tag durch das Dschungel gestreift und nun ganz am End« meines Marsches auf«ine Stelle gestoßen, die ich für einen alten Tanzplatz eines Argussasans hielt. Sie lag auf einem Hügel nur 50 Meter vom Ufer des Mujongfluffcs ent- stritt. Ich ging weiter, machte meinen kleinen Einbaum fest, streiste meine dschungelfarbenen Kleider ab und glitt, über Bord in die dunkle lchokoladenbraun« Flut. Ich schwamm zwischen den überhängenden Wurzeln und trank die Kühle mit allen Poren in mich ein. Dann packte ich ein« halb im Wasser liegende Ranke und ließ mich von der Strömung hin und her schaukeln. Als meine Augen einen zirpenden Kerfen auf einem alten gestürzten Baum in der Nähe suchten, sah ich plötzlich dicht vor meinem Gesicht«in« zwei Meter lange Schlang« auf einem Ast geringelt, der über Wasser noch stine Rinde hatte. Ich konnte nicht genau feststellen, um was für eine Art es sich handelte: es war aber offensichtlich eine„heiße Schlange", wi« mein'Dajak- dolmetscher giftige Arten nannte. Ich dachte darüber nach, daß di«se Szene eigentlich ganz dem Bild entsprach, das sich meine zu Haufe gebliebenen Freunde von den schrecklichen Tropen machten. Ich schwamm hier zwischen den Schatten eines fremden Tropenflusses herum, von einer gistigen Schlange beobachtet, war indes wahr- scheinlich genau so ungefährdet wie in irgendeinem Dorsteich in meiner amerikanischen Heimat. Di« Schlange und ich sahen uns eine Zeitlang mit achtungs- voller Spannung an: dann schwamm ich zu meinem Fahrzeug zurück und ließ mich langsam stromabwärts treiben zu dem großen Kriegskanu, das jetzt mein Zuhause war. Als ich noch ein paar Biegungen entfernt war, zog ich mich unter ein Jrrfal von Zweigen und Lianen und sah zu, wie der Tag über den braunen Wassern Vorneos zur Neige ging. Geradeaus stromabwärts war di« Sonn« in ein«m Feuermeer gelber und goldener Wolken verborgen,«he si« unterging, so daß ein ungewöhnlich langes tropisches Zwielicht di« Folg« war. Dann verlieh das Nachglühen den östlichen Wolken hoch über dem oberen Mu�ong«inen violetten und blaß weinroten Schimmer. Die beiden Ufer des Flusses wurden dunkler, schwärzlichgrün, und endlich kleideten sich alle außer den himmelspiegelnden äußersten Blättern schwarz. Der Himmel war hellblau: das schlammige Wasser«in unbeschreibliches, schönes Braun. Die Ufer lagen fast den ganzen Tag über leblos da: die Dschungelbewohner hielten sich im Wald- innern auf. Jetzt aber, in der Kühle des frühen Abends, wurden Bogelstimmen laut. Kleine Flüg« Fruchttauben strichen über die Bäum«, groß« Hügelatzeln bargen sich im Gezweig hoher Pflaumen- bäume, und«in« Gibbonfamilie schüttelte in der Fern« die Zweige eines Baumes. In einer schwarzen Ausbuchtung des hellen Lehmufers erschien ein lichterer Fleck, von Büschen umrahmt. Mein Fern- glas zeigt« mir ein Wildschwein, das mit den Vorderbeinen aufstampfte, mit den Hauern knirschte und den Ringelschwanz hin und her schlug. Hütt« das Tier nicht gegen den schwärzesten Schatten gestanden, so wäre es unsichtbar gewesen, da es mit dem Schlamm der Ustr bepflastert war. Di« Fliegen ließen ihm kein« Ruhe, und bald niachte es kehrt und kletterte unbeholfen in das düstere Dschungel dahinter. Der erste Flugfuchs des Abends stellte sich nun ein, langsam und anmutig wie ein Reiher durch die Lüfte rudernd, dann von Zeit zu Zeit aufsteigend wie ein Pelikan: dann kamen 20 solche riesige, anderthalb Meter groß« Fledermäuse hoch in der Luft in Sicht. Als di« Hügelatzeln von ihren Bäumen zu einem fernen Horst wegflogen, schwang«» sich die Fledermäuse zu den Frucht- büscheln auf und umhüllten sie wie Seestern« auf Aust«rn, sich über- topf herumschwingend und mit aller Macht drauslssfressend. Wie sie so die Flüss« entlang slatt«rn: nehmen si« die Stelle der Reiher ein, von denen ich auf Borneo keine sah. Ein Paar bläuliche Enten, größer als Krickenten, flog über den Fluß, und fernes Geschrill verkündete das Abendkonzert der großen Fünjuhrzirpen. Dann kam ganz unvermittelt das schönste Schauspiel des Tages. Em paar Schritte rechts von der Wildschweinsuhl« nahm mein Aug« eine Bewegung vor der flutgespütten kahlen Lehmwand wahr. Glücklicherweise sah ich üb«r das Gehäust meines Fernglases hinweg —«ine alte Gewohnheit von mir, wenn ich etwas mtt bloßem Auge suche, deffen näl>«r« Betrachtung augenblickliches, aber unaufsälliges Einstellen der Linsen erfordert. Ich schob das«ingestellte Glas höher und erkannte scharf und deutlich, was mein« Augen nicht von den Schatten de» Ustrs hatten trennen wollen— einen männlichen Arguspfau, der sich«twa ein Meter hinter der schmutzigen Strömung des Flusses aus einem Regentümpel tränkte. Er war halb nieder- gebeugt, und die Bewegung des Kopfe», d«n«r abwechselnd hob und senkte, war alles, was den Bogel verriet. Die langen Flügel, die anmutig gebogenen Schwanzfedern waren so regungslos, als feien si« auf dem Erddamm in Stein geschnitten. Ich sah ihm so «Ine Minute lang zu: dann schenkte ich meine Aufmerksamkeit«inen Augenblick einem Tier in der Nähe, und als ich zurückschaut«, ver- schwand der Vogel gerade. Ich hatte meinen ersten wilden Argus- pfau gesthen, so flüchtig d«r Blick auch gewesen war. Dann glitt in der Dämmerung auf d«m Fluß«in kleine« Zwergboot vorbei, unsicher dahinschwimmend, sorgfältig.ausge- schnitzt, mit vielen kleinen Figuren, die kerzengerade dastanden und ausdruckslos ihrem Schicksal im fernen Meer entgegensahen. Es war da» Werk«ingeborener Dasak, die solche Gebilde mit größter Sorgfalt zurechtzimmern, wenn eine Familie von Krankheit betroffen wird, und sie dann in der Hoffnung loslassen, daß der böse Geist dies«„Doppel" der Heimgesuchten begleitet. Dies« kleinen Geister- fahrzeug« sind bis hin nach Singapur an Land gespült worden. Di« Sterne funkelten hell am Himmel, und die feuchten Abend- nebel wallten hernieder, ehe ich dem kleinen Dajalboot folgte und um die letzte Krümmung zu meinem Riesenkanu trieb. Auf dem Ufer hockten meine zwölf Eingeborenen paddler, und ihr F«u«r erhellt« den Kreis der großen bronzenen Leiber— ein wilder Anblick in diesem wilden Lande. (Mit Erlaubni« de» Berla«», Nrnfhan» beut Buche„Im Bschungel dtt Colonen" entnonfrnfn.) SM«»ii nelcherWeje gib! esSifche imltleer 1 Die größte bisher festgestellte Mcerestiefe findet sich tn der Nähe der Philippinen: sie mißt S780 Meter unter der Oberfläche des Wassers. Es ist klar, daß sich in dieser Tiefe keine Fisch« mehr befinden. Di« Zahl der Fischarten im Meer ist übrigens erheblich kleiner als die der Flüffe und Seen auf den Festländern: es sind ihrer höchstens 1000, und davon besitzt ungefähr der sllnste Teil Leuchtorgane. Die Hälft« jener Arten geht kaum tiefer als 2000 Meter. Die Arten, die in größeren Tiefen leben, werden immer klein«!. Bei 1000 oder S000 Meter sind Fische schon selten. Kennen Sie. sehen das iüngst€_�zeugnis, dgf Pejsjiwecis«: O HefllistsAufwa&dl��üLE u�eiwTwVMWl? tfanletemon Stomanot In einem kleinen Zimmer der Wohnung Nr. 45 lebte eine nicht mehr junge und auch nicht hübsche Frau. Sie war unansehn- lich, mager, blaß und trug immer eine helle Bluse und Stiefel mit Flicken. Man sah sie nur morgens, wenn sie sich in der gemein- samen Küche Tee aufkochte, dann ging sie mit einem in schwarzes Wachstuch eingewickelten Paket, wie die Schneider es beim Abholen und Bringen der Bestellungen tragen, für den ganzen Tag weg. 7 Nicht einmal alle wußten, daß sie M a r j a S e m e n o w n a hieß, und vielleicht hätte niemand sie bemerkt und an sie gedacht, halte sie nicht«in« riesig« Katze gehabt, mit langem, weißem Fell, ohne ein Fleckchen. Diese Katze Mascha war das einzige Wesen, das zu der armen, ' uninteressanten Frau Liebe empfand. Alle Hausbewohner staunlen, wie sie jeden Abend an der Hintertür auf die Rückkehr Marja , Semenownas wartete und ihr dann schnurrend aus Schritt und . Tritt folgre. Jeder, der die Wohnung zum ersten Male betrat, rief bei ' Maschas Anblick begeistert:„Wie entzückend! Wem gehört sie?" Aber wenn man schweigend auf Marja Semenowna zeigte, di« durch den Korridor ging, verstummte er abgekühlt nach einem ! Blick auf si« und bekam erst, wenn sie hinler ihrer Tür verschwand, s wieder seinen begeisterten Ton./ Alle Mitbewohner beschäftigten sich mit Mascha, brachten ihr u Milch und Flessch. Und beim Anblick der fetten, wohlgenährten i Katze und des blassen, abgezehrten Gesichts ihrer Herrin solll« wohl I- manchem der Gedanke gekommen sein, womit Marja Semenowna s selbst sich nährte. Vielleicht hätte sie mit Freuden das gegessen, s was man ihrer Katze gab! Aber Marja Semenowna war so un- i interessant, fiel so wenig auf, daß, wenn auch jemand ein derartiger Gedanke kam, er ihn gar nichl bis zu End« dachte. Wenn diese i, Marja Semenowna sich bewegt, in die Küche kommt, sich Tee auf- Ip brüht und niemand um etwas bittet, so muß sie doch irgendwie s existieren können. f. Wenn sie eine böse, zänkische und Unangenehme Frau gewesen wäre, dann hätte jeder eine Entschuldigung für seine Gleichgültig- keil gehabt. Aber da sie ein tadelloser Mensch und wahrscheinlich eine gut«. Seele war, fühlten sich alle wegen ihrer Teilnahmslosig- keit schuldig und versuchten darum, sie gar nicht zu bemerken, kein Gespräch mit ihr anzufangen, als hätten sie Angst, daß man dann ' nicht umhin können wird, zu fragen, wie es ihr gehe. Und wenn es sich erweisen würde, daß sie nicht auskommt und sich nichl satt- essen kann, wird man ihr Mittagessen oder sonstwie Hilfe anbieten müssen. Wenn Marja Semenowna in der Küche war, ließ man sogar die Katze unbeachtet. Und Marja Semenowna konnte sie ungestört s an die Brust pressen und zärtlich, wie ihre einzige Zuflucht, küssen. Und nun geschah an einem Frühlingstag das Unglück, das die ganz« Wohnung in Aufruhr brachte. Marja Semenowna war morgens weggegangen und ließ Mascha im Zimmer mit offenem Feilster. Mascha lag lange auf dem Fensterbrett und sonnte sich. Einige Spatzen flogen mit lautem Gezwitscher vorbei und ließen sich plötzlich am Nachbarfenster nieder. Mascha vergaß ganz, daß sie im sechsten Stock war, duckte sich mit" funkelnden Augen und stürzte im kühnen Sprung auf die Beute. Aber sie fand auf dem schmalen, mit Blech beschlagenen Fenstersims keinen Halt, blieb eine� -- ä)as Unglück Sekunde lang hängen, während sie krampfhaft mit den Hinter- pfoten nach einem Halt suchte, und stürzte in den asphaltierten Hof hinunter. Zuerst bemerkten sie die Kinder und fingen an zu weinen und zu schreien. Dann kamen die Erwachsenen herangelaufen, blieben vor der sterbenden Katze stehen und sahen auf ihre in Todesschmerz weit aufgerissenen Augen und zuckenden Pfoten. Irgend jemand wollte sie aufheben, aber ein Dutzend tränen- erstickter Frauenstimmen schrien, daß man sie nicht anrühren soll, da jede Berührung furchtbar schmerzen müsse. Sie standen alle um die Katze herum und redeten empört, daß Marja Semenowna daran hätle denken sollen, das Fenster vor dem Weggehen zu schließen, daß sie eine widerliche Frau sei, daß man nicht umsonst mit ihr nichts zu tun haben wolle. „Die Mascha, wie sie leidet!" sagten die Frauen aus der Wohnung Nr. 45. „Nein, sie hat schon ausgelitten", meinte jemand. Man faßte sie an der Pfote. Sie war tot. Plötzlich drehten sich alle um. Von der Straße her kam Marja Semenowna über den Hof. Sie sah plötzlich die Menschen vor sich, blieb stehen, ihr Blick zuckte in die' Höhe zu ihrem Fenster. Ihre Wangen wurden ganz grau, ihre Augen riesengroß. Sie trat schnell vor die Menge, die ihr Platz machte, hob die Hände vor den Mund, als wollte sie einen Schrei unterdrücken, blickte einige Augenblicke auf die hingestreckte Katze, preßte die dünnen Lippen fest aufeinander, ließ sich auf die Knie nieder, nahm schweigend die Leiche der Katze auf die Arme u�d ging, ohne ein Won zu sagen, ins Haus. „Nicht einmal einen Ton sagte sie", bemerkte jemand. „Ich könnte sie mit eigenen Händen erwürgen!" meinte eine große, junge Frau aus der Wohnung Nr. 45. „Ich werde jetzt drei Nächte nicht schlafen, immer dieses Bild vor den Augen haben", sagte«ine andere Frau aus einem Seiten- flügel.„Sie hat doch mindestens fünf Minuten gelebt: was für Schmerzen muß sie ausgestanden haben!" Man blickte noch einmal zu dem Fenster hinauf, von dem Mascha abgestürzt war, und begann auseinanderzugehen. Das Lebgn in der Wohnung ging seinen alten Gang, ober es war sonderbar leer. Es gab keinen Tag, ohne daß sich jemand an Mascha erinnerte. Man ließ ihre Untertasse für die Milch wie zum Andenken stehen, und es war allen, als mühte die prachtvolle, weiße Mascha gleich kommen und mit ihrem zarten, rosigen Züng- lein Milch aus der Untertasse zu schlecken beginnen. Zwei Monate waren vergangen. Die Frauen trafen sich wie immer am Herd und führten wie immer ihre alltäglichen Ge- spräche. Da sagt« eine von ihnen:„Was ist eigentlich mit Marja Semenowna, daß man sie nicht sieht?" „Was Ihnen einfällt! Wissen Sie denn nichis?" fragte die große, junge Frau. .Was?" �Sie ist doch vor zwei Wochen ins Krankenhaus gebracht worden, stirbt an Schwindsucht." „Ach!?— Und was sst mit dem Zimmer?" „Der Hausverwaller hat es schon jemand anders gegeben." „Nein, so eine Gemeinheit! Ich habe doch vor sechs Monatenj beantragt, daß mir mein Zimmer umgelauscht wird. Solch ein Schwindler. Wann kommt denn wieder so ein günstiger Zufall? Daß ich auch gar nicht gemerkt habe, daß sie fehlt!" „Ja, es war uns auch erst nach einer Woche aufgefallen." ZPiccards Vorläufer Der Versuch des Professors P i c c a r d, im Ballon in die Stra- tosphäre einzudringen, gibt englischen Blättern Anlaß, an den Versuch von zwei englischen Vorgängern— G l a i s h e r und C o x w e ll— zu erinnern, die im September 1862 die höchste Höhe erreichten, in die bis dahin ein Ballon gelangt war, dabei ober um ein Haar ihr Leben eingebüßt hätten. Der Aufstieg, den die British Association unterstützt hatte, tu folgte in Wolverhampton. Glaisher betätigte sich dabei als wissenschaftlicher Beobachter, während Coxwell der Führer des Ballons war. Die Notizen, die Glaisher über den Aufstieg nieder- schrieb, zeugen von bewundernswerter Kaltblütigkeit. Bis zur Höhe der fünfte Meile empfand er keinerlei besonderes Unbehagen. Die Lufttemperatur betrug in dieser Höhe 2l> Grad Celsius unter Null, und der Ballon stieg im Durchschnitt in 8 Minuten eine Meile. In der Höhe von etwa 10 Kilometern machte Glassher seine letzten Ein- tragungen. Unmittelbar darauf verlor er sein Bewußtsein. Schon bevor ihm das Bewußssein schwand, hatte er den Gebrauch seiner Arme und Beine fast eingebüßt: er schien aber noch immer über die Muskeln des Rückens und Nackens verfügen zu können. Dann oer- sagte plötzlich der Sehnerv: gleichwohl blieb aber sein Denkvermögen eine Zeitlang noch ungetrübt. Glücklicherweise blieb der Ballonführer Coxwell bei Bewußtsein: er konnte indessen dem. Genossen, dessen gefährlichen Zustand er erkannte, nicht zu Hilfe kommen, da auch er durch Unempfindlichkeit seiner Glieder an ihrem Gebrauch gehindert war. Da er seine Hände nicht benutzen konnte, sah er sich außerstande, das Ventil für den Abstieg zu öffnen, doch gelang es ihm im letzten Augenblick noch, mit den Zähnen das Seil zu fassen, das das Ventil öffnete. Eine Ge- sundheitsschädigung.trug im übrigen keiner der beiden Ballonfahrer davon. Glaisher war sogar schon wenige Minuten nachdem er das Bewußtsein wiedererlangt hatte, wieder dabei, seine Beobachtungen in seinem Notizbuch zu vervollständigen. Stohe oder gekochte Wlilch? In Schottland stellt man ein wichtiges Experiment an, um den wirklichen Nährwert der Milch sestzustellen, über den gerade in letzter Zeit wieder so viel gestritten wird. An dem Experiment nehmen zehntausend Schulkinder teil. Die eine Hälfte von ihnen bekommt jeden Morgen um elf Uhr ein Glas rohe Milch, die andere Hälfte bekommt die gleiche Menge pasteurisierte Milch. Dann werden in bestimmten Zwischenräumen die Kinder gewogen und gemessen.'- Zum Vergleich werden noch tausend Kinder gleichzeitig ge- messen, die nicht diese tägliche Milchration bekommen. Es kann also genau der Grad der Entwicklung beobachtet werden. Nach den bisherigen Beobachtungen scheint es, als ob der Nährwert der rohen Milch am größten sei. Ein Drittel der Kinder, die an dem Experiment teilnehmen, sind übrigens Kinder von Arbeitslosen. Keim Trodmen farSiger Sachen werden oft Fehler gemacht, die das gutcWaschergebnis in Frage stellen. Das Trocknen farbiger Stücke ist eine einfache Sache, wenn Sie es marken• "Waschestüdi in kalter PcrsiU Zum Trocknen mehririals in Woflc in Form ziehen und fsJicht aufhängenl Sonne und Kunstseidevon links mit mäßig lauge leicht durchdrücken. saugfähige Tücher einrollen. ausgebreitet trocknetu Ofenhitze meidenl warmem Eisen bügeln. Bitte probieren Sie$ fcfnmal so. Sie Werden sieh freuen, denn