Morgenausgabe Freiiag :?.rÄSÄS5 1 1 M�UWU■ U»MM- »schließlich SO Pfg. Postzeitung«, imd Vp�Ml W W W W) WWW WW W t< W �M�Y/ � Psg. Pollbestellgebühr««. Su,la»d» QH WD HM 1 I // Site I n( p a Iii g c Nonpareillezeile VW sM mm■■■■■■ m~J m WjL %a.Karmlrts-«fchebü M■ WM MJW eM>M. M> MM s zwemtal�Eonntag, und Mnttaa» j �W!!2 Pfennig. Stellengesuche da» erste einmal. dte Lbendausoaben sVrBerlta �M�l� �W/ Wort IS Pfennig, jede» weitere Wort und in, Handel mit dem Titel �De? //- 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstabe» 5�?.' illustrierte BeUagen.Volk �W/ zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt und Zeit'' und �inderfreund�. Ferner � �~* m m.'~ Zeile V0 Pfennig. Familtenanzeigen Zeile �Frauenstimme". Technik",.Blick in � � � m>. M* Ä Pfennig. Anzeigenannahme imHaupt« VW9Pf Off Q,Wäft Aenttawesau der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292—297. Telegramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Etwa 2000 Funktionäre der gewerkschaftlich organisierten Berliner Melallarbeiler nahinen gestern abend im Saalbau Friedrichbhain zu den Verhandlungen Slellung, die schon zweimal mil dem verband Berliner vlelallinduskrieller wegen des Neu- obschlusses des Lohnlarifs geführt worden sind. Der Bevollmächtigte des Metallarbeiteroerbandes, Genosse ll r i ch, knüpfte»l seinem Bericht an die letzt« Funktionär- versanimlung an, in der beschlossen wurde, den Lohntarif nicht zu kündigen. Nunmehr hat aber der Verband Berliner VIetallindustrieller den Vertrag gekündigt und den Abbau der Tariflöhne um 15 Proz. verlangt. Di« Metallindustriellen begründen ihre Forderung damit, daß sie gegenüber dem Ausland infolge der hohen Unkosten, die ihnen die Löhne der Metallorbeiter verursachen, nicht mehr konkurrenzsähig seien. Ganz besonders aber beabsichtigen die Berliner Metall- industriellen— und das ist die neueste volkswirtschaftliche Theorie — durch die Lohnsenkung, die sich auf das ganze Reich und vor ollem auch auf die Beamten erstrecken soll, der daniederliegenden Wirtschaft wieder„neues Leben einzuflößen". Der Syndikus des ABMJ., Rechtsanwalt O p p e n h e i m e r. hat bereits in einem Schreiben an den Berliner Magistrat den Wunsch geäußert, der Magistrat möge sich der Lohnsenkungsoffensive der Metallindustriellen anschließen. Nach der Auffassung der Berliner Metallindustriellen würde durch diese Lohnsenkung die Kaufkraft nicht etwa, verringert, sondern noch gesteigert werden. Das Märchen' vom Preisabbau, der angeblich der Lohn- fenkung auf dem Fuße folgen würde, wurde in den Verhandlungen natürlich auch wieder aufgewärmt. Jedenfalls haben die Berliner Metallindustriellen ganz eindeutig zum Ausdruck gebracht, daß sie in ihren Betrieben nach dem 6. Oktober zu den bisherigen vlindestlohnsähen nicht weiter arbeiten lassen werden. Vom Metallkartell wurde die Gegenforde- rung gestellt, den Mindesteinstellungslohn für hochqualifizierte Fach- orbeiter von 1,12 auf 1,29 Mk. und den der übrigen Arbeiter ini gleichen Prozentverhältnis zu erhöhen. Weiter wurde verlangt, daß die Frauen 85 Proz. der Männerlöhne, anstatt 79 Proz. erhalten sollen. Diese Forderunyen wurden von den Gewerkschaften mit der ungeheuren Leistungssteigerung der Arbeiterschaf: und der dadurch erschlossenen Möglichkeit der Preissenkung be- gründet, von der die Berliner Metallindustriellen jedoch bis heute noch keinen Gebrauch gemacht haben. So ist z. B. seit 1920 im Osram-Konzern die Leistung pro Arbeiter um über 299 Proz. ge- stiegen, aber an Stelle eines Abbaues der Preise für Glühlampen, sind die Preise noch weiter gestiegen. szier zeigt sich, daß der Aufftieg der deutschen Wirtschaft durch die Löhne nicht gehemmt worden ist. Die Behauptung, daß die Berliner Metallindustrie auf dem Weltmarkt nicht mehr konkurrenz- fähig sei, wird durch die Steigerung der Ausfuhr von Maschinen und Elektroerzeugnissen widerlegt. Die Vlelallarbeilergewertschaslen haben schließlich den Vorschlag gemacht, die Htachenarbeilszeil aus 40 Stunden zu verkürzen bei einem gerechten Lohnausgleich. Dieser Dorschlag entspricht den Grundsätzen gewerkschaftlicher Soli- darität. Die technischen Arbeiter der Berliner Derkehrs-A.-G. haben soviel Solidarität aufgebracht, eine unbezahlte Feierschicht im Monat hinzunehmen, um die Entlassung von chunderten von Arbeitsbrüdern zu vermeiden. Die Verkürzung der Arbeitszeit in der Berliner Metallindustrie würde, wenn man in dem gleichen Ilm- fang« Arbeitslose einstellen würde, eine Verminderung der Arbeitslosigkeit unter den Berliner Metallarbeitern u m «nindestens 29 090 Personen nach sich ziehen. Dieses Beispiel würde nicht zuletzt auf die übrigen Industrien seine Wirkung ausüben und so die Möglichkeit erschließen, auf dem gleichen Wege auch die Ankurbelung der übrigen Wirtschaft vorzunehmen. Die Metollindustriellen, die zunächst diesem Plan nicht abgeneigt schienen, hoben sich in der Verhandlung am Dienstag schnell wieder eine« anderen besonnen. Sie haben sich wieder auf ihre Lohnab- bauforderung zurückgezogen und wollen den Vorschlag der Gewerk- fchaften auf Arbeitszeiwerkürzung noch in einem größeren Kreise erörtern. Auch der Generaldirektor Dr. Röttgen, einer der im „Abend' charakterisierten„notleidenden Siemensdirektoren", die zu- sannnen• im Zahr 12% ZNillionen Mk. Einkommen hoben, setzte sich ebenfalls mit aller Unternehmcrwärme fü� den generellen Lohnabbau im ganzen Reick)« ein. Die Front ist jetzt, obwohl die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen sind. ziemlich klar. Die Berliner Melallinduslriellen wollen den Lohn- obban unter allen Umständen durchsnhrcn. Die Berliner Metall- «rbeiter hoben aber nicht nur die Metallindustriellen gegen sich, pabfm euch die jozenannte �revolutionäre Vemerkjchastsopxo�- Vorwäris-Verlag G.m.b.H. tion', die von dem Streikbrecher Hein geführt wird. Diese kommu- nistische Gewerkschaftskonkurrenz hat sich anscheinend aus den Kampf der auf ihr Kommando am 6. Oktober beginnen soll, dadurch vor- bereitet, daß sie den Absatz in ihrem StatnJ, wonach sie eine auf dem Boden des revolutionären Klassenkampfes stehende Organisa- tion sei, gestrichen»ich durch die Bestimmungen des Statutes des Metallarbeiteroerbandes ersetzt hat. Am Mittwoch hat sogar der„revolutionäre" Gewertschastssührer Hein vor dem Arbeitsgericht erklärt, daß seine„Organisation' die bestehenden Gesehe, die Bestimmungen über T a r i s e und des Schlichtungswesen anerkenne. Diese„Revolutionäre' wollen die Berliner Metallarbeiter am 6. Oktober in einen Streik führen, um die Wahl von roten Vertrauensleuten, die Genehmi- gung zur Verteilung ihrer roten Betriebszeitungen zu erzwingen und den„Dreibund Borfig, Hitler und Urich' zu sprengen. Der Metallarbeiterverband wird den kommunistischen Maul- Helden Gelegenheit geben, am 6. Oktober ihre Führerqualität zu be- weisen. Noch vor den: 6. Oktober werden die Funktionäre der Metallarbeiter sich mit dem Endergebnis der VerHand- lungcn beschäftigen und die notwendigen Konsequenzen daraus ziehen. Der ZNetallarbeilerverbcmd wird seine Zustimmung nicht zu eineni Zehntelpsennig-Lohnabbau geben, sondern den Abwehr- kämpf gegen den VVBI3. mit allen Kräften unterstützen. Niemand darf aber glauben, daß auch nur e i n Unorganisierter aus dem Fonds unterstützt werden wird, der von den gewerkschaftlich organi- sicrten Metallarbeitern zusammengetragen worden ist. In de? Diskussion wurde die Haltung des Metallkartells während der bisherigen Ver- Handlungen strst einmütig gebilligt. Die kommunistischen Redner fanden mit ihren revolutionären Empfehlungen bei den Funktionären gar keinen Anklang. Es herrschte in der Funktionär- Versammlung nur die eine Meinung, alle Kräfte zu sammeln für den Abwehrkamps, der oller Voraussicht nach in den nächsten Wochen in der Berliner Wetallindustrie entbrennen wird. Schober zurückgetreten. Heimwehr-Kabinett Vaugoin. Wien, 25. September.(Eigenbericht.) Die Regierung Schober ist am Donnerstagnachmittag zurückgetreten. 3n parlamentarischen Kreisen betrachtet man es als felbstoerständlich, daß B a u g o i n die Reubildung des Kabinetts übernimmt. Als Außenminister der neuen Regierung wird S e i p e l genannt. (Siehe auch 2. Seite.) Neue Krawatte in Prag. Sin Steinbombardement auf das„Deutsche Haus". Gendarmerie geht vor. Prag. 25. September(Eigenbericht). Trotzdem das Präger Polizeipräsidium aus Plakaten vor der Wiederholung von Demonstrationen schärf st ens ge- warnt und erklärt hatte, daß man gegen Störungsoersuche mit ollen Mitteln eingreisen werde, kam es heute in den späten Abendstunden zu Ausschreitung en in den Straßen von Prag, die einen viel bedrohlicheren Charakter als gestern annahmen und schließlich mit der Demolierung des„Deutschen Hauses' am Graben ihren Höhepunkt erreichten. Die Wenge flüchtete zunächst auf den Wenzelplah, wurde dann abgedrückt und sammelte sich wieder vor dem„Deutschen Hause", wo sie ein schweres S t e i n b o m b a r d e m e n t eröffnete, dem die Polizei und Gendarmerie erst zu spät ein Ende machte. Die ganzen Fenster der Straßenfront gingen dabei in Trümmern. An der Front des Hauses konstatierte man auch zwei Einschüsse von Revolverkugeln. Auch an anderen Stellen der inneren Stadt kam e» gegen 10 Uhr zu wiederholten schweren Ausschreitungen. Bach der Demo- lierung de,„Deutschen Hauses' wurde die Gendarmerie ein- gefetzt, die ganz energisch vorging. Ein Versuch der Demonstranten, auch heute gegen das Deutsche Theater vor- zugehen, wurde schließlich von berittener Polizei abgewehrt. Die. vom Theater abgedrückte Menge eröffnete dann in der Bähe des Theaters ein Steinbombardement gegen die wache, die sich dabei natürlich zur Wehr sehte. Es gab aus beiden Seiten verletzte. In einzelnen Straßen der Altstadt wurden Auslagen, Fensterscheiben und Firmenschilder deutscher und jüdischer demolle�.__ M Postscheckkonto: Berlin 37 530.— Bankkonto: BnnkdcrArbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr. 05. Dt.B.u.Disc.-Grs., Depositenkasi«, JernsaleinerStr.Kö/SS. Köpfe in den Sand? Das Hitler-Theater von Leipzig. Schade, daß der Fernseher noch nicht recht funktioniert! Hätten die Börsenherren von New Bork, Paris und London gestern einen Blick in das Reichsgericht in Leipzig tun können, so hätten sie heute vielleicht wieder deutsche Papiere gekaust. Sie hätten sich vielleicht gesagt, daß der Mann, der seit zwölf Tagen die Rolle eines internationalen Börsenschrecks spielt, die deutsche Republik nicht umstürzen wird. Nicht weil er nicht will, sondern weil er nicht kann. Dem General Ludendorff wird das Wort nachgesagt, er kenne keinen anderen Menschen, der so große Aehnlichkeit mit Wilhelm II. habe, wie Adolf Hitler. In der Tat'ist der 5)ang zum Auftreten in großer Szene, zur rollenden Rhetorik, zum Sichüberschlagen in der Ankündigung herrlicher Zeiten auch bei Hitler bis ins Krankhafte gesteigert. Dabei ist sein Bildungsstand beträchtlich tiefer, so daß der Gegensatz zwischep Selbstbewußtsein und wirklicher Bedeutung nur noch schreien- der wirkt. Es war«in Fehler, diesen Mann nicht einzu-- bürgern und ihm den Weg in den Reichstag zu verschließen. Denn mancher Parteiführer braucht gar nicht erst Minister zu werden, um seine Partei zu kompromittieren, es genügt schon, wenn er als Abgeordneter auf die Rednertribüne des Reichstags tritt. Bei Hitler hätte das bestimmt vollkommen genügt.> Hitler hat gestern mit Bauernschlauheit darzulegen ver- sucht, daß seine Partei nur legale Ziele verfolge. Ja, er hat nachträglich seine Aussage sogar beschworen. Allerdings, zu den Dingen, die Hitler auf seinen nach- träglich geschworenen Eid nehmen will, gehören auch„die Köpfe, die in den Sand rollen werden". Sie passen zwar sonst nicht in die Landschaft, aber der große Adolf hat auf sie nicht verzichten können Fortab steht es also, von Hitler beeidigt, in den Akten des Reichsgerichts, daß die„Novemberverbrecher von 1918" bestimmt geköpft werden, sobald der Nationalsozialismus— natürlich nur auf vollständig„legalem Wege"— seine Herr- schaft angetreten haben wird. Es ist schade, daß der Vorsitzende den Zeugen Hitler nicht gefragt hat, wen er mit den„Novemberoerbrechern" eigent- lich meint. Wir glauben nämlich bestimmt zu wissen, daß sich auf der Liste der zu Köpfenden auch der Reichswehr- minister Gröner befindet. Denn gerade Herr Gröner ist seht oft schon unter denjenigen genannt worden, die durch angebliche„Unzuverlässigkeit" das sogenannte„No- vemberverbrechen" gefördert haben sollen. Natürlich ist das Gerede von den rollenden Köpfen nichts anderes als eine alberne Großsprecherei, an der sich ein innerlich unreifer Mensch berauschen mag, die aber mit Politik nichts gemein hat. Kennzeichnend genug, daß Hitler gerade von dieser seiner Lieblingsvorstellung nicht lassen will, obwohl sie seiner sonstigen taktischen Absicht, sich in die Regierung hineinzuschwören, störend in den Weg tritt. Man hat über dem großen Adolf beinahe die drei kleinen Leutnants auf der Anklagebank vergessen. Mit Unrecht! Denn diese jungen Leute, mit ihrer nicht mehr zu überbieten- den Konfusion in allen politischen Dingen, sehen ganz so aus, als ob sie alle Reden Hitlers auswendig gelernt hätten. Wo Selbstbewußtsein und Unbildung sich miteinander vereinigen, da entsteht Nationalsozialismus. Damit soll keineswegs gesagt sein, daß die Mischung un- gefährlich ist. Im Gegenteil: unter dem Druck einer wirt- schaftlichen oder politischen Krise kann sie explosiv wirken. Und dann gibt es Trümmer und Scherben. Mehr freilich als solche vorübergehende Wirkung ist der nationalsozialistischen Bewegung kaum zuzutrauen. Das Auf- treten Hitlers in Leipzig läßt es als sehr unwahrscheinlich erscheinen, daß Deutschland jemals faschistisch werden könnte — unter diesem Führer! Gerade wer. um in Hitlers Sprache zu reden,„an das deutsche Volk glau bt", muß das für ganz unmöglich halten. Am Ende der Kämpfe, die sich in Deutschland zu ent- wickeln beginnen, steht der Sieg der Demokratie und des Sozialismus. Die in der sozialistischen Arbeiterbewegung, in der Sozialdemokratischen Partei und in den Gewerkschaften verkörperten Kräfte sind den unorganisch zusammengefügten und geistig völlig undisziplinierten Haufen Hitlers auf die Dauer um ein Vielfaches überlegen. Herr Hitler wird es nicht bis zum Kopfabschneiden bringen— ein Ziel, das seiner Knabenphantasie offenbar als das höchste erscheint. Aber wenn auch die Köpfe nicht in den Saud rollen werden,�» joll mangle guck) nicht'm.im Sand Vierzig- Stunden-Woche. Forderung der Metallarbeiter gegen die Lohnkürzungsabsichten. stecken. Daß Hitler nichts weiter als ein übler KomSdiant ist und daß eine Bewegung, die von einem solchen Menschen autokratisch beherrscht wird, eines Tages elend verenden muß, ist eine Beruhigung nur für längere Sicht. Im Augenblick ist die Gefahr, daß der„legal" geschworene Nationalsozialis- inus das allerschlimmste Unheil anrichtet, enorm. Den Kampf gegen den Faschismus ohne überflüssigen Verlust an Zeit und Opfern zur Entscheidung zu bringen, das ist die nächste Auf- gäbe für die Sozialdemokratie und für alle anderen, die mit ihrem Bekenntnis zur demokratischen Republik ernst genommen sein wollen. Sozialdemokratische Kraktion. Die erste Sitzung der neuen sozialdemokratischen Reichs- tagvfraktion ist auf den 3. Oktober einberufen worden. Llneinige Mitte. „Germania" gegen Volkspartei. Der Beschluß der Volkspartei, der„irgendwelche Kom- promisse mit sozial! st ischen Gedankengängen für untragbar" erklärt, gibt der„Germania" Anlaß zu folgenden gutgemeinten Belehrungen: „Sozialistische Getumkengänge", das ist«n sehr verschwom- meiicr und unklarer Begriff. Soll man aus dieser Aeußerung herauslesen, daß die Bolkspartei jede Einbeziehung der Sozial- d e m o k r a t i e in die positive Arbeit, auch nur die Tolerierung der jetzigen Regierung durch die Sozialdemokratie für untragbar erklärt? Oder soll man daraus herauslesen, daß die Bolkspartei jedes Pak- lieren mit den Nationalsozialisten, denen die„sozialistischen Gedankengänge" auf wirtschaftüchein Gebiet mindestens ebenso nahe liegen wie der Sozialdemokratischen Partei, ja, bei denen sie oft noch radikaler zutage treten, als untragbar für die Volkspartei bezeichnet? Die Entschließung zeichnet sich durch besonder« llndurchsichtigkeit aus. Wir sind der Meinung, im gegenwärtigen Stadium unserer Wirtschaft und unseres Staatswesens hätte es dem Derantwortungs- bewußtfcin einer maßgeblich an der Regierung beteiligten Partei besser entsprochen, wenn sie es schon für zweckmäßig hielt, eine politische Entschließung, aber keine taktische, zu fassen und statt der negativen Einschränkungen, aus denen sich die Entschließung zu- sonnnensetzt, gerade und offen positiv zu sagen, wie sie sich die konsequente Weiterführung der dentschen Politik in den nach st en Monaten denkt. Hier zeigt sich wieder einmal, daß selbst in der Minder- heit, die noch hinter der gegenwärtigen Reichsregierung steht. über die einzuschlagende Richtung der Politik die aller- schwersten Meinungsverschiedenheiten vorhanden sind. Sie Beratungen der Reichsregierung. Das Reichskabinett hat seine Beratungen auch am Donnerstag noch nicht zum Abschluß bringen können, so daß der Reichskanzler nicht zur Jubiläumstagung des Deutschen Städtetages nach Dresden fahren wird. Die Verhandlungen im Reichskabinett werden am Freitag fort- gesetzt. Im großen und ganzen werden die bereits bekannten Pläne zwischen den einzelnen Ressorts weiter sehr sorgfältig durchberaten. Man scheint hierbei grundsätzlich auf den Gedanken, die Bc° amtengehälter gestaffelt abzubauen, verzichtet zu haben. Die Pläne dürften jetzt mehr nach der Richtung gehen, das N o t o p f e r in seiner bisherigen provisorischen Form definitiv zu gestalten, eventuell unter gewissen Abänderungen nach sozialen und sonstigen Gesichtspunkten. Oer Kampf um die pöstchen. Hitler ernennt, Goebbels„führt". Bon einem„Krach in der H i tl e r f r a k t i o n" des Reichstags weiß das Blatt Otto Straßers, der Berliner„N a- t i o n a l e Sozialist", an, Donnerstag zu berichten. Das Blatt schreibt: „Hitler hat Dr. Goebbels die F ührung der Reichs- tagsfraktion der Hitlerpartei übertragen und damit nicht nur den bisherigen Fraktionsvorsitzenden Dr. Frick, sondern auch den nach Fricks Ministerernennung tatsächlichen Fraktionsvorsitzendcn Stöhr aufs schwerste vor den Kcpf gestoßen. Diese persönliche Velstimmung wird unterstützt durch die schweren Bedcirkc», die ein Teil der Reichstngsfraktion gegen die Person und die Fähigkeit Dr. Goebbels erheben. Als nächste Folge haben sämtliche Mitglieder der„alten" Fraktton— mit Ausnahme Goermgs— einen Schritt bei Hitler gegen Dr. Goebbels unternommen, worin sie insbesondere auch darauf hinwiesen, daß es unmöglich sei, einen Mann herauszustellen, der sich öffentlich ein dutzendmal einen /,a b- gefeimten Lügner" hatte nennen lassen, ohne zu klagen, wobei festzustellen ist, daß die Fraktion von der Richtigkeit der Vorwürfe gegen Goebbels unterrichtet ist. Für den Fall, daß Hitler trotzdem die Erneimung von Goebbels aufrechterhielte, erklärten die alten Abgeordneten(die so ziemlich die einzigen Qualitäten der Hitlerfraktion umfassen!), daß sie unter Dr. Goebbels kein Amt in der Fraktion annehmen würden. Wesent- lich verschärft wurde die ganze Angelegenheit noch durch die An- kündigung von Dr. Goebbels, daß er beabsichtige, seinen bisherigen Gaugeschäftsführer Wilke, so ziemlich den bestgehaßten Mann der Berliner Gauführung, zum Frattionssekretär zu machen, um sich innerhalb der Fraktionsbürokratie ein gefälliges Werkzeug zu sichern." „Der nuninehr auegebrochene offene Konflikt Stöhr- Goebbels, der fett Monaten unter der Decke schwelte, ist aber vor allem auch ein Anzeichen für die sozialen Konflikte innerhalb der Hitler-Partei. Denn gerade Sköhr und seine Freunde su. a. Reventlow, Dreher, Gregor Straßer, Wagner) sind es feit Jahren, denen es mit den sozialistischen Zielen der Partei ernst war und trotz aller„Taktik" mindestens innerlich noch ernst ist. Dazu kommt, daß sich in der neuen Hitlerfraktion i 7 Mitglieder des Deutsch nationalen Handlungs- gehilfen-Derbandes befinden, zu dessen Führern bekanntlich Stöhr gehört, gegen die sich feit langen, der Angriff des„Völkischen Beobachters" richtet." Es wird weiter massakriert. Fünf neue Todesurteile vollstreckt. Me aus Moskau gemeldet wird, verurteilte das Gericht in Roworossijsk fünf Personen, darunter drei Tartaren, zum Tode wegen Spekulation mit. Silbergeld und Verbreitung gegenrevolu- tionärer Gerüchte. Die Todesurteile wurde» heute voll st reckt. �Jswestja" läßt durchblicken, daß«ine neue Aktion der GPU. bevorstehe, diesmal wegen Sabotage an der kollektiorsierten Bieh- zu cht durch ungenügende Belieferung von Holz ,md Eisen für die Herstellung von lleberwinterungsställen. 6in unmöglicher Steuerplan. Oie Aufhebung der Lohnsteuerrückerstattung ist ein schweres Ltnrecht. Um dem dauernd anwachsenden Defizit im Reichsetat Herr zu werden, will die Regierung Brüning neben anderen Maßnahmen die Erstattungen zu viel gezahlter Lohnsteuer bc seifigen. Mit diesem Plan komnit die Regierung auf?lb° sichten zurück, die sie bereits kurz noch ihrem Amtsantritt verfolgt«. »sie hatte damals in den Richtlinien über die Finanzreförm von 1931 die Beseitigung der Lohnsteuererstattungen vorgesehen. Um diese Maßnahme schmackhaft zu mache», wurde verkündet, daß die Beseitigung der Erstattungen durch jährliche Zuschüsse von SO Millionen aus den Erträgen der Lohnsteuer an die Arbeitslosenoersiche- rung ausgeglichen werden sollte. Nun wird die Beseitigung der Erstattungen wiederum gefordert. Diesmal jedoch ohne die An- kündigung von Gegenleistungen. Es ist nur noch von der glatten, bedingungslosen Beseitigung der Erstattungen die Rede. Diese Absicht bedeutet einen unerhörten Angriff auf die Rechte der Lohnsteuerzahler. Das ergibt sich aus dem Wesen der Rückerstattungen. Sie sind kein« Sondervergünstigungen, keine Nachtrag- tichen Steuerermäßigungen, sondern die Rückzah- l u n g z u viel entrichteter Steuern. Zu viel Lohnsteuer wird nur dann nicht einbehalten, wenn dem Pflichtigen im Laufe des Jahres der steuerfreie Betrag von 1200 M. voll angerechnet werden kann, wenn also den, Arbeiter bei rund 50 wöchentlichen Lohnauszahlungen je 24 M. und dem Angestellten bei 12 monat- lichen Gehallsauszahlungen je 100 M. als steuerfreier Betrag gut- gebracht werden. Diese Verrechnung ist aber bei Verdieisstaussall wegen Erwerbslosigkeit, Krankheit, Unfall, Streik usw. unmöglich. In diesen Fällen wird zu viel Lohn- steuer einbehalten, weil der steuerfreie Gesamtbetrag von IZOO M. wegen der ausgefallenen Lohn- und Gehaltszahlungen nicht voll berücksichtigt werden kann. Je nach der Dauer des Berdienstaus- falls wird dann der nicht gutgebrachte Betrag größer oder kleiner sein. Durch die Rückerstattung wird dieses— tml Laufe des Jahres unvermeidbare— Unrecht wieder gutgemacht. Daß die Arbeiter und Angestellten in steigendem Maße Er- stattungsansprüche gellend gemacht haben, zeigt die Entwicklung der bisher rückgezahlten Betröge. Im Jahre 1920 wurden 46 Mill. Lohnsteuer erstattet . 1927. 01. . 192« 05. „ 1929 09„ .. 1930„rb.85„ Insgesamt sind 325 Millionen zu viel gezahlter Lohnsteuer zurückerstattet worden. Diese Rückzahlungen haben nicht nur insgesamt gewaltige Summen erreicht, sie sind auch für den ein- zelnen Lohnsteuerpflichtigen von großer Be- deutung. Die Arbeitslosen, die Aermsten der Armen, bekommen gerade im Augenblick der größten Rot die 20 oder 25 M. heraus- gezahli, die sie in der Zeit der Beschäftigung zu viel entrichtet Hadem Darum bedeutet die Beseitigung der Erstattungen, daß 15 TNillionen Arbeitern und Angestellten ein selbstverständliches Recht geraubt wird: daß 15 Millionen der bedürftigsten Volksgenossen die paar Mark genommen werden, die schon manchem Arbeitslosen aus bitterer Rot geholfen haben. Die Regierung Brüning scheut sich nicht, den Fehlbetrag in der Reichskasse auf Kosten der Arbeitslosen zu decken. In einem Augenblick, in dem die Kapitalisten sich durch Kapitalslucht dem Steuerzugrisf entziehen, hält sich die Regierung Brüning an die Erwerbslosen. Die Sozialdemokratie wird mit allen ihr zu Gebot« stehenden Kräften versuchen, diesen Anschlag auf die Annut ob, zu- wehre». Sie fordert die Beibehaltung der Er- stattungcn, sür deren Einführung und Ausbau sie seit Jahren mit Erfolg gekämpft hat. Schobers Ende. Amoklauf mit Antimarxismus. 0. F. lvien, 25. September. Der Rücktritt der Regierung Schober, die auf den TaggenaueinIahrim Amte war, vollzieht sich unter Umständen, die dem Schicksal des mittelmäßigen Bürokraten Schober den Charakter einer politischen Sensation verleihen. Man wird die Tragik und zugleich die Ironie des politischen Schicksals ermessen, wenn man sich erinnert, mit welchen überschwenglichen Lobeshymnen Schober vor einem Jahr als der st a r k c Mann, der einzig mögliche Retter, begrüßt wurde—. und damit den Fußtritt vergleicht, den ihm gestern zum Abschied die Christlichsoziale Partei, die stärkste Partei seiner Regierung, verabreichte, indem sie ihn durch ihr Zentralorgan, die„Reichspost", des Wort- b r u ch s und der Hinterhältigkeit zeigt. Selten ist ein Politiker kritikloser gelobt, selten einer schmählicher fallengelassen worden. In der Tat: als Schober das Bundeskanzleramt übernahm, stand Oesterreich am Rande des Bürgerkriegs. Die faschistischen Heimwehren trumpften übermütig auf, bedrohten frech die demokratische Republik. Sie be- grüßten Schober als ihren Bundesgenossen: von ihm, dessen Name mit dem blutigen 15. Juli 1927 verknüpft ist, er- warteten sie eine Förderung ihrer Pläne. Das übrige Bür- gertum, damals von den Heimwehren eingeschüchtert, sah in Schober den P o l i z e i m a n n, der Ordnung machen sollte. Das hat er im Sinne bürgerlicher Auffassung nich t getan: die Berfässungsreform, das Antiterrorgesetz, ver- fchiedene reaktionäre Maßnahmen auf dem Gebiet der Sozial- politik kennzeichnen seine Regierung als eine der rück- f ch r i t t l i ch st e n, die die Republik Oesterreich je gehabt hat. Dennoch muß ihm zugute gehalten werden, daß er den Boden der Berfassung nie verlassen hat, und in dem Maße, als die Heimwehrpsychose der österreichischen Bourgeoisie angesichts der entschlossenen Abwehrstellung der österreichischen Arbeiterschaft abflaute, mußte Schober den politischen Tatsachen Rechnung tragen: er mußte mit den Sozialdemokraten verhandeln. Die Bllltenträume der österreichischen Reaktion sind nicht gereift. Das haben ihm die offenen und heimlichen Faschisten nicht verziehen. Die Intrigen des ehemaligen Bundeskanzlers S e i p e l, die Eitelkeit des Vizekanzlers V a u g o i n, die Wut gewisser Heimwehrkreise über die Ausweisung des Putschisten P a b st vereinigten sich, um dem als Retter gefeierten Kanzler des „Antimarxismus" das Leben im antimarxistischen Lager sauer zu machen. Sein Sturz kam, als er sich weigerte, den von den Antimarxisten als Generaldirektor der Bundesbahnen ausersehenen Heimwehrkandidaten S t r a f e l l a zu ernen- nen: denselben Strafella, dem soeben das Gericht in dem Be- leidigungsprozeß gegen die„Arbeiterzeitung" bescheinigt hat, daß er ,',u n k o r r e k t und unsauber" sei. Der Prozeß und die damit verbundene Aufdeckung der skandalösen G e- Heimfondswirtschaft bei den Bundesbahnen haben ungeheures Aufsehen erregt. Schober ist gestürzt, weil er eine Maßnahme nicht vollziehen wollte, die dem Rechtsemp- finden und dem Reinlichkeitsgefühl auch breiter b ü r g e r» l i ch e r Schichten widerspricht. Die österreichische Regierungskrise ist eine Angelegenheit der Unsauber! eit, nicht der P o li t i k. Run läuft der Antimarxismus Amok. Da Vaugoin Obmann der stärksten bürgerlichen Partei ist, dürste ihm die Regierungsbildung übertragen werden. Die Großdeutschen, deren Wesensmerkmal Gesin- n u n g s l o f i g k« i t ist, werden Schober fallen l a f f e n und auch in eine Regierung Vaugoin eintreten, da sie ansonsten fürchten müssen, wenn keine Regierungsmehr- heit zustande kommt, ohne eine wohltätige Wablreform vor die Neuwahlen treten zu müssen— das aber märe ihr stche- rer Untergang. Ungewiß ist bis zur Stunde die Haltung des L a n d b u n- des, ohne den eine Regierung Vaugoin nur eine Mehrheit von vier oder fünf Stimmen hätte. In diesem Falle sind so- fortige Neuwahlen wohl unvermeidlich. Eine Regierung Vaugoin dürfte, wenn sie zustande kommt, die bekanntesten Reaktionäre, nuchrscheinlich auch ein oder zwei ausgesprochene Heimwehrleute, enthalten. Trotzdem wird sie keine starke Regierung sein: nicht nur parlamentarisch schwach, sondern auch politisch schwach, denn ein großer Teil des Bürgertums ist durch den Prozeß Strasella und die Begleitumstände des Regierungswechsels ernüchtert und umgestoßen. Wohl dürfte die Regierung versuchen, durch Verwaltungsmaßnahmen den Sozialdemokraten soviel als möglich Schaden zuzufügen— aber politisch bedeutet sie doch nichts anderes, als daß die bürgerliche Front geschwächt und mit Schmutz bedeckt in die kommenden Wahlen geht. Hat schon Schober die Kraft der österreichischen Sozi« aldemokratie anerkennen müssen, so wird sein Nachfolger sie erst recht zu spüren bekommen. Vaugoin— das bedeutet harte Kämpfe in der nächsten Zukunft, aber das be- deutet zugleich verstärkte Siegesausfichtcn der Sozialdemokraten bei der kommenden Wahl. Seipel, kehre zurück? Oslo, 25. September. Der frühere österreichische Bundeskanzler Dr. Seipel, der gestern hier eintraf, um Vorträge über die Derhöltnisse in Oesterreich zu hallen, erhiell heute nachmittag ein Telegramm über die Demission der österreichischen Regierung. Dr. Seipcl wurde auf- gefordert sofort zurückzukehren, um an Verhandlungen über die Neubildung des Kabinetts teilzunehmen. Er hat alle Vor- träge abgesagt, da er sofort Oslo verlassen muß. Beamte und Gehaltskürzung. Oie Pläne der Reichsregierung. Di« Zeitschrist des Deutschen Beamtenbundes,„Der Beamten- bund", beschäftigt sich in ihrer Nr. 73 vom 20. September aueführ- lich mit den Meldungen über die beabsichtigten Gehalts- kürzungspläne der Reichsregierung. Zu der Erklä- rung der amtlichen Stellen— was in der Tagespresse stehe, sei teils Vermutung, teils Kombination, das Reichskabinett Hobe zu dieser Frage noch keine Stellung genommen— erklärt die Zeitschrift, naä>- dem sie daraus hinwies, daß die Geheimnistuerei nicht be- ruhigende, sondern im höchsten Grade beunruhigend« Wir- k u ng e n haben müsse: „Man kann nicht etwas als Vermutung und Kombination be- zeichnen, tvas weder«ine Vermutung noch eine Kom- hination ist. Diese amtlichen Erklärungen sind uns gegeben worden vor Redaktionsschluß(der Zeitschrist) am Donnerstag mittag. Es ist sicherlich durchaus richtig, daß bis zu dieser Stunde das Reichskabinett zu dieser Frage noch keine Stet- l u n g genommen hatte. Zu derselben Stund« ober trat das Reichs- kabinett erneut zusammen, um— wir glauben das mit aller Be- stimmtheit sagen zu können— zu dem Vorschlag des Reichssinanz- Ministeriums auf eine, wie man in gewissen Kreisen so gern sagt, durchgreifende Gehaltskürzung Stellung zu nehmen. Die Beamtenschaft kann verlangen, daß ihr klarer Wein«in- geschenkt wird." Di« Zeitschrist des Deutschen Veamtenbundes weist darauf hin, daß die Beamtenschaft während des ganzen Wahlkampfes über sich habe eine ungeheure Hetze ergehen lassen müssen. Kein« Re- gierung habe sich auch nur gerührt, um die Beamtenschaft und das Berussbeamtentum gegen diese Angriff« zu verteidigen. Und nun komme noch dieser neu« Anschlag, in irgendeiner Form ein« neue Gehaltskürzung mit ihren wirffchaftlichen Auswirkungen. Dos Reichskabinett scheine weder diese noch die beamtenpolitffchen Auswirkungen zu erkennen. Das Organ des DBB. bedauert, daß man es nicht einmal für notwendig gefunden hat, in irgendeiner Form mit den Spitzenorgonifationen der Beamtenschaft Fühlung zu nehmen. Das soll« offenbar erst geschehen, wenn die Beamtenschaft vor vollendete Tatsachen gestellt ist. Wenn nun nach Ansicht des Reichskanzlers Dr. Brüning, der sich in diesem Sinn« am 7. Sep- tember auf einer Beamteniagung geäußert hat, das Deutsche Reich seine besonderen Aufgaben nicht erfüllen kann obne ein starkes und gefestigtes BerufsbeomteiNum, meine dann nicht der Herr Reichs- kanzter, daß durch die dauernden Erschütterungen nicht nur das Berufsbeamtentum, sondern auch di« Konsolidierung des Staates in Gejahr komme. Außerdem müsse bezweifelt wer- den, ob bei der Aussührung dieser Pläne nun wirklich ein« dauernde Sanierung der Finanzen erreicht wird, � Hiiler leistet den„Mmigungseid". Drei andere Naziführer der Teilnahme verdächtig. Nach der Dernehmurig Zitters, die wir im Abendblatt verössent- lichten, entlponn fich vor dem Reichsgericht noch eine Auseinander« fetzung über die Frage, ob die drei Angeklagten nach der Besprechung in Muncl>en mit Weiß, Wagner und von Pfeffer den Austrag der Nationalsozialistischen Partei bekommen haben, zu versuchen, im Sinn« der Nationalsozialistischen Partei zu wirken. Weiß, der darüber vernommen wurde, bestritt das ganz energisch, ebenso .Hauptmann Wagner.— Damit war die Decnehmung Hitlers vor- läufig beendet, lieber feine Vereidigung wird erst im Lauf« des Tages entschieden werden. Der Vorsitzende ging dann nochmals eingehend auf die Be- sprechungcn in München ein und versucht« festzustellen, ob zum Schluß der Konferenz eine feste Vereinbarung zwischen den Ange- klagten und den Vertretern der NSDAP, darüber getroffen worden sei, daß die Reichswehrofftziere unter ihren Kameraden für die nationalsozialistische Sache werben und den Münchener Herren von Zeit zu Jeit Bericht erstatten sollten. Der Angeklagt« L u d i c n, der vom Vorsitzenden nochmals«ingehend besragt wurde, erklärte heut« im Gegensatz zu seiner Aussage in der Vonintersuchung: Ich habe mich bei meiner Vernehmung durch Landgerichtsdirektor Braune über diese Münchener Besprechung zu schroff und vielleicht auch falsch ausgedrückt. Ich habe mehr gesagt, als eigentlich an Positivem vorhanden war, denn ich wollte einen Zusammenhang herstellen zwischen der Reise nach München und meinen späteren Reisen. Heute mutz ich sagen, daß der Vorschlag, den Herren in München Bericht zu erstatten, von mir ausgegangen ist, und daß einer der Herren etwa dem Sinne nach sagte:„Na, sehen Sie mal zu, was Sie machen könnend Vors.: Dem Untersuchungsrichter haben Sie aber klar und eindeutig folgendes gesagt: „Wir vereinbarten damals, in der Reichswehr für die national- sozialistische Sache zu werben und nach einiger Zeit in München Bericht zu erstatten." Auch der Angeklagte Scheringer bestritt heute, daß sein« und Ludicns Besprechung in München mit den späteren Reisen nach L)annover, Berlin und Eisenach in Verbindung zu bringen sei. Vors.: Ig, war denn ihre Fahrt nach München nicht etwa eine Herzensstärkung für die späteren Reisen?— Scheringer: Eine Herzensstärkung hctte ich nicht nötig, das kann Ihnen jeder be- stätigen. Der Vorsitzende vernahm hierzu den Untersuchung?- r i ch t c r, Landgerichtsdircktor Braun«, der erklärte, daß Ludien kurz nach seiner Verhaftung sich so ausgedrückt habe, wie das Proto- koll es wiedergebe und der Vorsitzende es soeben verlesen habe. Ludien habe damals noch unter dem Eindruck der Verhaftung ge° standen und habe ihm freiwillig dos ganze Protokoll selbst diktiert. Dann fand der Fall des Strafgefangenen Bauer, der Ludien beschuldigt hatte, daß er auf dem Hof des Gefängnisses dem Bauer erzählt habe, daß im Oktober ein Putsch losbrechen werde und daß die Nationalsozialisten Waffen besäßen,«ine kurze Erledigung. Staatsanwalt Michaelis, dem Bauer die angebliche Unterredung mit Ludien mitgeteilt hatte, erklärte, daß Bauer bereits sechsmal vor- bestraft sei, und zwar wegen Wettschwindels, Urkundensälschung und Betruges. Auch der medizinische Sachverständige, Medizinalrat Dr. Schütz, erNärte, daß Bauer bereits einmal in der Irren- a n st alt gesessen habe, daß man allerdings den§ 51 bei ihm nicht für vorliegend erachtet habe. Staatsanwalt Michaelis gab dann noch an, er glaube nicht, daß Bauer gelogen habe, denn er fei «in sehr vaterländischer Mann, singe in seiner Z«lle das Deutschlandlied imd sei ein begeisterter Anhänger Hindenburgs. Reichsanwalt: Ich habe pflichtgemäß die Angelegenheit dem Gerichtshof vorgetragen. Ich halle die Sache jetzt allerdings für genügend onsgettärt und verzichte ans eine Vernehmung des Strafgefangenen Bauer. Hierauf fallt« Gtaatssekretär Or. Zweigert vernommen werden. Bevor er den Saal betrat, erhob sich Rechts- anwalt Frank und«rklärte: Ich bitte, mir zunächst mitzuteilen, ob die Herren Dr. Goebbels und G 3 ring gewissermaßen als Er- gänzung für die Aussagen Hitlers vernommen werden können.— Vors.: Ich werde mir die Vernehmung eventuell bis nach der Aus- sage des Herrn Staatssekretärs zurückstellen.— R.-A. Frank: Ich ' bitte trotzdem um die sofortige Vernehmung.— Vors.: Die Vernehmung der von Ihnen geladenen Zeugen ist durchaus in mein Ermessen gestellt.— R.-A. Frank: Ich möchte nur feststellen, daß ich mit der Vernehmung des Herrn Staatssekretärs Dr. Zweigert hier überfallen worden bin. Ich werde aus dieser Tatsache leine Folgerungen ziehen, möchte das aber immerhm in der Oeffent- lichkeit feststellen. Auf Antrag des Reichsanwalts mußten daraus Dr. Goebbels und Göring den Saal verlassen, woraus Staatssekretär Dr. Zwei- g e r t» herbeigeholt wurde. Zeuge Dr. Zweigert: Das Rcichsmimsterium des Innern ist im Besitz von umfangreichem Material, aus dem sich nach meiner Ansicht ergibt, daß die Nationalsozialistische Partei seit ihren Anfängen umstürzlerische Ziele versolgl. Das Material ist niedergelegt einmal in einer Denkschrift des Reichs- Ministeriums, die eine llcbersicht über die Entwicklung der Partei und eine Zusainmenstellung von Acußerungen ihrer Fuhrer enthält. Diese Denkschrift ist vom Reichsministcriuni des Innern dem Izerrn Oberreichsanwalt zu der beim Reichsgericht schwebenden Unter- suchungssach« gegen D r. Goebbels eingereicht worden. Das Material ist ferner vorgelegt worden in dem Rechtsstreit zwischen dem Reich und Thüringen über die Polizeitoste». Wenn der Senat eine Feststellung, ob die Nationalsozialisten umstürzlerische Bewc- gungen verfolgen, im Rahmen des jetzigen Verfahrens für geboten hält, möchte ich anHeim stellen, das von mir geschilderte Material hcrbcischafsen Z" lassen und«s zum Gegenstand der Verhandlung zu machen. Das Reichsministerium des Innern ha» schließlich noch Materiol dafür, daß der Führer der Rationalsozialislischen Partei, Adolf hitter. vor dem sogenannten hitler-putsch gegenüber maßgebenden bayerischen Stellen coyalitätserNärungen in dem Sinne abgegeben hat. daß er zum Teil ehrenwörllich versprochen hat. keinen Putsch zu machen, daß ex aber trotzdem am 9. November»ozz den bekannten Putsch in München ins Werk gefetzt hat. dessentwegen er vom Bolksgericht In München bestraft worden ist. Auch dieses Material bin ich bereit, hier vorzulegen. Vors.: Heer Staatssekretär, der Zeug« Hitler hat aesagt. pr sei damals im Jahre 1923 in einer Zwangslage gc-' wefen. Er habe ober seit 1325, wie er behauptet, nur legal gehandelt. Er dulde auch eine Zersetzung der Reichswehr nicht. Staatssekretär Dr. Z weigert: Ich bin nicht beauftragt,«in Gutachten abzugeben über das, was 5)«rr Hitler hier gesagt hat. Ich kann nur sogen, daß das der Oberreichsanw-iltschaft Übersandte Material zum Gegen st and der Verhandlung gemacht werden muß, denn der Beweis, daß die Nationalsozialistische Partei umstürzten(che Tendenzen verfolgt, läßt sich durch die einfache Aussoge des Herrn Hitler nicht ans der Welt schaffen. Vors.: Ich habe Herrn Hiller geladen, um nicht den Eindruck .zu erwecken, daß die Verteidigung in diesem Prozeß beschränkt wird. An sich geht es ja doch nicht um die Feststellung, ob die Natianol- sozialisten Hochverrat betreiben, sondern darum, ob die drei An- geklagten Hochoerrat betrieben haben.— Reichsanwalt: Ich habe den Herrn Staatssekretär geladen, um festzustellen, ob die Nationalsozialistische Partei legal oder illegal arbeitet, denn das ist natürlich von großer Bedeutung für den Ausgang des Ver- fahren? für die drei Angeklagten. Die Verteidigung stellt min plötzlich den Antrag, daß auch Dr. Goebbels und Hauptmann Göring gehört werden sollen. Wen das der Fall fein sollte, muß ich eine Vertagung des ganzen verfahren« beantragen. (Große Bewegung im ganzen Saal.) R.-A. Frank: Swatssekrctär Dr. Zweigert hat sich bei seiner Aussage nur auf ein Broschüren- Material des Reichs, mnisteriums des Innern gestützt. Der Zeuge ist jedoch, wie ich betonen muß. nur der beruslich bezahlte Vertreter eine» sterbenden System».(Große Unruhe im ganzen Saal.) Bors.: Herr Verteidiger, diese Ausführungen von Ihnen sind absolut ungehörig und ich rüge sie in der schärfsten Form. Ich er- suche Sie, in der Zukunft derartige Aeuhmingen ein für allemal zu unterlassen.— R.°A. Frank: Ich kenne das Material des Reichsministeriums und weiß genau, was es enthält. Es ist immer wieder dieselbe Granmiophonplatte, die aufgelegt wird. In Wirk- lichkeit liegt nicht das mindeste Material vor, ins Adolf Hitler erschüttern könnte. Nach der Mittagspause wurde zunächst über die Vereidigung der Zeugen Weiß, Wagner, von Pfeffer und Hitler beschlossen. Der Reichs- anwalt stellte den Antrag, alle vier nicht zu vereidigen, da sie der Teilnahm« an den den drei Reichswehrofsizieren zur Last gelegten Verbrechen verdächtig seien. was den Zeugen Hitler betrifft, so liegt gegen ihn eine Anzeige wegen Hochverrate» vor. Diese Anzeige ist noch im Stadium der Ermittlungen. Ein Zeuge, der jedoch de» Hochverrates schuldig Ist. kann in einem anderen verfahren unmöglich einen Rcinignngseid leisten, sosern nicht dos andere verfahren gegen ihn zu seinen Gunsten ausgeklärt oder eingestellt ist. Vors.: Wie stehen Sie zu der Vernehmung der Jeugen Goebbels und Göring? Reichsanwalt: Ich beantrage, die beiden wegen Unerheblichkeit nicht zu oernehmen, da es in diesem Verfahren nicht darauf ankommt, fest, zustellen, welche Ziele die Nationalsozialistische Partei hat, sondern welche Ziele die Ange- klagten hatten. Die Verteidiger beantragen die Vereidigung sSmtticher Nazi- Zeugen. Nach kurzer Beratung kehrte der Senat in den Saal zurück und Reichsgerichtsrat Baumgarten verkündete folgenden Beschluß: Der Zeuge Adolf Hitler ist zu vereidigen. Gesetzliche Gründe für eine Nichwercidignng dieses Zeugen liegen nicht vor. Dagegen wird die Bercidigimg der Zeugen von Pfefsor, Weiß und Wagner bis zum Schluß der Beweisaufnahme ausgesetzt. Der Antrag des Berteidigcrs Dr. Frank auf Vernehmung der Zeugen Dr. Goebbels und Göring wird abgelehnt, weil deren Aussoge für das Beweisthema als unerheblich angesehen wird. Darauf wurde der Zeug« Hitler aufgerufen und vom Gericht vereidigt. Noch der Vereidigung Adolf Hitlers erhob sich Staatssekretär Dr. Z w e i g e r t und wandte fich mit folgenden Worten an das Gericht:„Ich darf wohl fragen, ob ich einlassen werden kann, da nach diesem Beschluß meine Anwesenheit wohl keinen Zweck mehr hat." Das Gericht entließ daraufhin Staatssekretär Dr. Zweigert. Bei der Vernehmung des nächsten Zeugen, des Leutnants Hnschenbett, kam es wiederum zu Zusammen st äßen zwischen der Verteidigung und dem Untersuchungsrichter Landgerichtsdirektor Braune. Leutnant Hnschenbett erklärte, er habe sich bei der Vernehmung durch den Untersuchungsrichter schwer bedrückt und wie«in Verbrecher behandelt gefühlt. R.-A. Dr. Frank: Herr Braune hat ja auch mich wie einen Verbrecher behandelt, denn er hat in meinem Büro eine ungesetzliche Haussuchung abhatten lassen« obwohl er wußte, daß ich der Verteidiger Mendts war.— Untersuchungsrichter Braun«: Man hatte im Büro der National- sozialistischen Partei einen Zettel gefunden, daß Herr von Pfeffer und Wagner zu Rechtsannxilt Dr. Frank gegangen und dort Material hingebracht hätten. Dr. Franks Kanzlei ist auch nicht von oben bis unten durchsucht worden, denn er hat auf Vorhall der Polizei dos Materiol ja freiwillig herausgegeben. Wir hatten den Verdacht, daß bei Dr. Frank eine Lifte derfeniqen Offiziere auf- bewahrt würde, die sich der Nationalsozialistischen Partei zur Ver- ffigung gestellt hatten. Neichsanwalt: Es fällt mir auf, daß die Herren Offiziere jetzt plötzlich olle behaupten, sie seien vom Untersuchungsrichter bedrückt und schlecht behandelt worden, hoben die Herren sich etwa verabredet, so heute hier auszusagen? (Große Bewegung im ganzen Saal.) Die im Saal anwesenden Offiziere traten vor den Richtertisch und der Vorsitzende richtete an sie die Frage, ob sie eine derartige Verabredung etwa getroffen hätten. Di« sämtlichen militärischen Zeugen bestritten jedoch, daß sie sich verabredet hätten. Zum Schluß der Sitzung wurde dann noch der Leutnant Staedtte von der Fahrabteilung des Regiments 7 vernommen. Der Zeuge gehörte zum Freundeskreis des Leutnant Schermger und hat in dem Jahr, in dem er dem Pionierbataillon in Ulm angehörte. mit Scheringer viel verkehrt. Beide haben damals auch über poli- ttsche Dinge diskutiert. Scheringer war, wie der Zeuge angibt, außerordentlich verworren und habe wohl kaum die tiefen Probleme, über die er gleichwohl sprach, erfaßt. Von dem VerHaben der drei Angeklagten hat der Zeuge nichts gewußt. Das Gericht entließ am Schluß der Sitzung dann noch den Zeugen Adolf Hitler.— Die Verhandlung wurde hierauf auf den heutigen Freitag, früh 9 Uhr, vertagt. Flotienausgleich abermals gescheiiert.� Neue gegenseitige Beschuldigungen in Paris und Genf. 25. September.(Eigenbericht.) Die französisch-italienischen Flottenverhaud- tun gen sind abgebrochen worden. Zeht beschuldigen fich beide Parteien gegenseitig des schlechten Willens, von englischer Seite dürste nochmals ein versuch gemacht werden, die Parteien noch vor der Vorbereitenden Abrüstungskonferenz im November zu neuen Verhandlungen zu veranlassen. Die jungen Leutnants. ,Köpfe rotten in den Sand, hat Hitler gesagt-- ,Tja, wir sind eben eine eminent geistige Bewegung!' Der Schuß auf Kronprinz Umberto De l�osas dramatische Schilderung. Brüssel, 25. September.(Eigenbericht) Am Do!titci�iag begann vor dem Brüsseler Schwurgericht der Pro-eß gegen den jungen italienischen Antifaschisten de Rosa. i. Stücken, Pfd. von an Olsardinen■■ 4 cosan 0.34 0.50 0.50 0.45 0.50 0.65 0.85 2.20 1.25 0.95 •fCdonialtuareti Kartoffelmehl.-Pfund 0.18 Auszugmehl... Pfund 0.27 Sultaninen.... Pfund 0.32 Grüne Erbsen.•"und 0.20 Gelbe Erbsen po'�|nd0.32 Amerik. Reis...Pfund 0.34 Eier-Makkaroni'Vfitd 0.52 Spaghetti»ai. ad, Pfund 0.68 Kalif. Aprikosen Pfund 0.72 Gemischtes Backobst 0.54 Schinken gekodii o. Schwarte y« Pfund HPO Pf. Würstchen Dose O O 5 Paar OO PI. Ohst m. ÜemUse Hühner frisch und irisen und gefroren*4 Ol pa Pid.von an■ Gänse Pfund QR B. von an W# Pf. Poulets Pfund von an i 10 Enten Pfund. von an Pf. Rebhühner SfCdc von an I25 Hirschfleisch Pfund R41 von an Wir fuP Pf. Hirschblatt Pfund C1 A von an SS ww Pf. Lebend.Aale Pfund von an 98 pt. Tomaten..... Pund 0.10 Kochbirnen■. 2 Pfund 0.35 Musäpfel grobe..Pfund 0.20 Tafelbirnen... Pfund 0.30 Goldparmänen Pfund 0.33 Kaliforn. Apfel Pfund 0.45 Zitronen.... oufzend 0.38 Kurfrauben Meranar. 0.30 Goldtrauben.- Pfund 0.32 Kranzfeigen neue, Pfd. 0.32 Bananen-... 2 Pfund 0.82 Rots, Weifj" köhllr.,lp?u'nd 0.03 Möhren gewaschen j Pfd. 0.20 Zwiebeln..... 4Pfd. 0.20 Schmorgurken 4 Pfd. 0.20 Senfgurken. Pfund 0.06 Blumenkohl Kopf von an 0.1 0 Kartoffeln... lOPfd. 0.22 Xt&ursttvafett ffCcsc tu, Biut-u.LeberwurstHpfd; 0.70 Dampf- u. Rotwurst 0.98 Fleischwurst.. Pfund 1.05 Schinkenpolnische 1.16 Landleberwurst Pfund 1.20 Mettwurst 125 Kümmel- 1.50 Filet- u. Teewurst Pfd. 1.65 Zerveiatu. Salami Pfd. 1.65 Speck v°an 0.95 mager 1.35 Schinkenspeck.Pfund 1.70 Königstr., Rosenthaler Str., Moritzplatj: Sülze 0.50 Speckwurti 9.85 Berliner Mettwurst 1.09 Ramadou..... stück Camembert vollÄlä Harzerkäse SpS Limburger 0.58 Dän. Schweizer'/» fat» Tilslfer votltatt.Ptd.von an Edamer.. voiifett, Ptund Steinbuscher voiifett, p Pfund /ö u. vVJPf. i. Gelee VOpi. JCaffee Pfund 1.90 2.40 2.80 3.20 3.60 dCottsefvett* -_____ Dos« Leipziger Allerlei.■ 0.78 Junge Schnittbohnen 0.56 Karotien ge__— extra kleine"■O/ schnitten We�ö Erbsen fein 1.20 junge 0.68 Bruchspargel dünn.. 1.60 Stangenspargel �reJ' 2.50 Sellerie-- D»-« 0.60 1.00 Senfgurken....... 0.75 Pflaumen 0.60 � 0.75 Pfirsiche �"'Ä'ucker 1.05 Erdbeeren. v. o. 0.83 1.45 Marmelade S&S'r 0.85 Aprikos.-Konf. eTm« 115 Bienenhonig I-Pfd-. in 2-Pld.- J■}« C.ai 1.20 G'as A.ZU von* Johannisbeerwein• tu« 0.75 1929 Maikamir.erer. tu« 0.85 Tarragona....... tu« 1.00 Muskaielier u. Wermut Ltr. Z.io Deutscher Weinbrand ,3 Kronen', Liter 4.60 Flaichenwaln, r', Flatdre ohne Gier: 1929 Oberhaardier.... 0.75 1728 Dittelsheim. Kloppbg. milder Rheinhesse 1,00 1928 Senheimer Kirchberg Mosel 1.00 1922 Chat, Raba safl. Bord. 1.40 1928 Rüdesheimer..... 1.60 1926 Castillo Romero Süfjer spanischer V/eihweln 1.4? Nordhäuser Korn.. Liter«. 3.90 Tlr. 451» 47. Jahrgang ■1. Beilage des Vorwärts Freitag, 26. September 1930 os8 Ksiielmiliz der AnnenstraBe. Am Fundort der Leiche des Schneiders Laurin. Das Rätsel um den fünsundzwanzigjährigen Schneider e a u r i n. dessen Leiche unter alten Kisten, von Ratten an- gefressen, in der Annen st rahe gefunden wurde, ist noch ebenso ungeklärt wie der Tod seines Areundes Krause. Unser K v.-Mitarbeiter berichtet uns über seine Be- obachtungen am Fundort: Annen st roße 23. Ein bans, wie die meisten Häuser in diesem großen Berlin. Ein Haus mit vielen, vielen Mietsparteien, einem Hinterhof, mit zwei Seitenflügeln und einem Quergeböude, in dem Proletarier Hausen, zusammengedrängt, ohne frische Luft und Sonne. Eine Mietskaserne aus den achtziger Iahren, völlig verbaut: ein großes Dorf. Auf dem Hof stehen einige Frauen und unterhalten fich über die Tragödie, die sich vor einigen Monaten hier unter der Erde abgespielt hat. Natürlich kennen sie Theo Krause. Sie kennen ihn, wie man in einer Mietskaserne einen Menschen kennt. Man sieht ihn mal vor der Haustür stehen, man begegnet ihm mal auf der Treppe.„Ach, der Krause, det wa sonn kleena mickriger Junge. Nen Mord hätte den keena zujetraut.' Auch an seinen Freund, den Schneider Laurin, besten verwesten Leichnam man unten im Keller gefunden hat, können sich die Frauen nur noch dunkel besinnen. Sie haben ihn wohl mal hin und wieder zusammen mit Krause gesehen, sich aber nicht weiter darum gekümmert. Die Mordkommission bei der Arbeit. Man klettert in den Keller hinunter. Muffiger, modriger Ge- stank fällt einem an. Tiefe Finsternis. Plötzlich blitzen Taschen- lampen auf. Zwei Beamte der Mordkommission, Dr. Z i« g l e r und Boß, sind hier unten an der Arbeit. Dos erste was einem an diesem verbauten Keller auffällt, ist der ver- dreckte Zustand, in dem er sich befindet. Dreck an den Wänden. Dreck an der Decke. Der Strahl der Taschenlampen huscht über die Bretter. verschlage, über die roten Steine. Die Beamten bleiben stehen.„Blut oder Rost?"—„Blut, gan, sicher!" Ja. jetzt steht man es ganz deut- lich: ein bräunlicher Fleck, der sich nur schwach vom Not des Steines abhebt. Seit Stunden schon stecken die beiden Beamten hier unten in den Katakomben und suchen Stein für Stein, Brett für Brett nach B l u t s p u r c» ab. Es ist eine mühevolle Arbeit. Die Ocffentlich- keit kümmert sich nicht mehr groß um diese Sache. Der Ermordete iü gefunden worden, und der Mörder hat Selbstmord verübt. Schwamm darüber! Für die Polizei aber ist der Fall noch nicht erledigt. Sie will wissen, wie und warum der Schneider Laurin ermordet worden ist, sie will wissen, wo der Hieb gegen das Opfer geführt wurde. Also: suchen. Wir kriechen in alle Winkel dieses großen Kellers. Ueberall sind Blutspuren zu finden. Spritzspuren und Wischspuren. Immer deutlicher wird das Bild: Laurin, zu Boden geschlagen, rafft sich noch einmal aus. setzt sich zur Wehr und rennt, halbirr vor Furcht und Entsetzen, durch die Gänge dos Kellers und findet den Ausgang nicht. Wahrscheinlich hat er g e- brüllt. Aber hier unten in diesem Keller kann man schreien, so viel man will: kein Laut dringt nock) oben. Immer näher kommen wir dem Verschlag, in dem die Leiche Laurins gesunden wurde. In den Modergestank des Kellers mischt sich ein süßlicher Geruch. Das Licht des Scheinwerfers flammt auf und verscheucht das Grauen, dos hier unten auf einem zukriecht.„Sehen Sie: hier hat die Leiche gelegen. Und dort steht die Kiste, mit der sie zugedeckt war." Ja, da steht die Kiste, eine ganz gewöhnliche Holzkiste, und daneben liegt ein Haufen Unrat, liegen Stoffetzen, in deren Falten voll- gefressene Maden herumkriechen. Von dem Schneider Laurin ist nichts mehr zu sehen, nichts weiter als eine Blutlache und etwas Hirmnasse. Durch das Gerumpel des Kcllerverschlages huscht pfeifend ein« aufgescheuchte Ratte. Was ist geschehen? Der Blick reißt sich los von dem Fleck, wo ein armer, hin- gemordeter Mensch gelegen hat, und wandert durch den Raum. Hier liegen Hunderte von Mordwerkzeugen herum. Holz- Hämmer und Eisenhämmer, Stangen, Spaten und Harken. In einer Ecke steht ein großer Glosballon, in dem sich Obstwein befunden haben soll. Jetzt ist der Ballon leer. Vielleicht sind Krause und Laurin früher oftmals in diesem Kcllerverschlag gewesen und haben sich an dein Wein gütlich getan. Vielleicht haben sie auch noch an dem Tage, an dem die Untat geschah, ganz friedlich bei einem Schoppen zusammengescsien, und erst im Suff flackerte in Krause die Mordlust hoch. Wer kann das heute noch feststellen? Raubmord oder Mord mit sexuellem Hintergrund? Womit lockte krause den Schneider Laurin in den Keller? Wir wissen es nicht. Die beiden, die es wissen, sind tot. Wir müssen uns eine Erklärung formen, aus dem, was uns herabgefallener Kalk, Blutspritzer und ein von Ratten zernagter Körper erzählen. Langsam klettert man wieder in die Oberwelt empor. Luft, Lust! Draußen klingeln die Bahnen.�lärmen die Autos. Vor der Haustür spielen Kinder. Erst eine Weile später merkt man, daß die Sonne scheint. Aus dem vierten Stock gestützt. Auf eine Straßenpassantin gefallen. Ein eigenartiger Unglücksfall, der für zwei Personen l-agischc Folgen hatte, ereignet� sich am vonnerstagnoch- mittag in der Warburger Straß« in Eharlattenburg. Im Hause- Nr. 9 wohni der 65jährige Paul Klix. der auf seinem Balkon eine Markise reparierte. Er verlor bei seiner Arbeit da» Gleichgewicht und stürzte aus dem vierten Stock auf die Straße und fiel aus«ine Straßenpassantin Emma Schneider au« der Friedrichstraße 2U. Die Frau brach sofort zusammen. Auf die Schmerzensschrei« sprangen hilfsbereite Stroßenpastonten zu und schafften die Verletzte ins Hasenkrankenhaus. Beide Beine waren der Frau gebrochen. Der Mann war bereits verstorben, sein« Leiche wurde ins Schauhau, gebrocht. Freie Schulgefellschafl Reukölln. Sonnabend, den Z7 September. 1(5 Uhr, Tressen der Neuköllner weltlichen Schulen aus der großen Spielwiese im Volkspark. Musik, Weltkämpse, Gesang, Spiele. Fackelzug, Eintritt frei Me Genossen und Freunde der sreien Schulbewegung sind eingeladen. Vom Bären getötet. Ein Tterwärter in Mannheim das Opfer seines Pfleglings. Mannheim. 25. September. In dem kleinen Zoo de» Wald Parkrestaurants„Am Stern" ereignete sich am Donnerstag ein aufregender Vorfall. Als der Mjährige Tierwärter Ernst Käser die Raubtiere füttern wollte, wurde er von einem ausgewachsenen, drei Jahre alte« Bären an- gefallen. Dem Personal des Waldparkrestaurants gelang es nicht, den Bären zu pertreiben, worauf das. U e b« r> fall k o m m a n d o gerufen werden mußte. Das Raub- tier wurde durch mehrere Schüsse getötet. Der Wärter. hauptsächlich an de« Schultern und am Kopf schwer der- letzt, wurde in das Allgemeine Städtische Kran- kenhavs gebracht, wo er bald darauf gestorben ist. v»rfüz«i»a ein«, elcht-ckundlich«« Z>«wo«straticu,>»rtr«M, s,s>U«cht,. tu ichlich« sithüiic« frnit Mad-ll-i. Sfivwn.■Svncv,«uch un SSflnh uoit fekeriustlB) unh rKhtrfunMidun Lichtbildern ulw.«m ffreitog,!». September, 1« Uhr, in der Aula in Berlw. Wilbelmstr. U7, Staatsanwali im Marstall. Gefchästsbücher der Berliner Anfchassungsgesellschafl beschlagnahmt.— Maßnahme der Verwaltung. Gestern früh erschien überraschend in den Geschäftsräumen der Berliner Anfchoffungsgesellfchaft im Marstall, Breite Straße 36, im Auftrage der Staatsanwaltschaft die Kriminal- polizei, um Geschäftsbücher und Urkunden zu beschlagnahmen, soweit sie sich auf die Geschäfte der BAG. mit der Deutschen Papier- Manufaktur bezogen. Die Deutsche' Popiermanufaktur vertreibt Bureau-, Schreib- und Zeichenmaterial und wurde von einem Herrn Lewin, der in früheren Jahren bei der BZlG. tätig war, ge> gründet. Der Umsatz der Firma, der sich nach Millionen beziffern dürfte, läßt'daraus schließen, daß dieser Firma fast sämtliche Aus- träge zugeführt wurden. Diese ungeheuerliche Monopolstellung ver- lor die Deutsche Papiermanusaktur Ende März dieses Jahres dadurch, daß die nach dem Sklorek-Skandal eingesetzte Geschäfts- lertung Austräge nur noch im Wege der öffentlichen Ausschreibung vergab. Leiter der Schreibwaren- und Drucksachenabteilung in der DAG, war«in Herr Laubrinus, der IS23 bei der BAG. eintrat. Er schied im September dieses Jahres freiwillig aus dem Betrieb der BAG. und wurde nun Mitinhaber der Deutschen Papiermanusaktur. Da? erweckt den Anschein, als ob Herr Laubrinus die Firma in ungewöhnlicher Weise begünstigt hat. Die seit längerer Zeit schwebenden Untersuchungen, die gestern zur Beschlagnahme der einschlägigen Geschäftsbücher und Dokumente führte, dürsten auf Maßnohmen der Berliner Verwaltung zurückzuführen s ein. Wir begrüßen diese Säuberungsaktion, weil nur dadurch das in der Oeffentlichkeit durch den Slarek�Skandal so stark in Mitleidenschast gezogene Vertrauen zu den städti- schen Einrichtungen wieder gefestigt werden kann. Heute Llrteil im Höhler-prozeß. Ein sonderbarer Verteidiger. 3m Prozeß Ali h ö h l e r und Genossen verzichteten sämtliche Angeklagten, nachdem ihre Verteidiger sür sie ge- sprachen hatten, auf das letzte Wort, heule um 14 Uhr wird das Schwurgericht das Urteil verkünden. Bemerkenswert war das Auftreten eines weiblichen Ver- teidigers, nämlich Frl. Dr. Benjamin, in diesem Prozeß. In interessanter Veweissllhrung plädierte sie für ihr« Klienten auf Freisprechung. Dagegen hielt der neue juristische Sachverständige der KPD., das Mitglied des Reichstags LöwentHalz eine Versammlungsrede. Er sprach weniger von seinen Klienten, als von Scvering und. von Zörgiebel, bald war er in Bulgarien, bald wieder in Italien. Als er es zu bunt trieb und den Reichs- anwalt Jörns mit Mi Höhler in Verbindung brachte, forderte ihn selbst der würdige, langmütige Vorsitzende auf, sich endlich zu mäßigen. Das dritte Wort des Herrn Dr. Löwenthal war immer das „revolutionäre Proletariat". Es hörte sich aus dem Munde dieses Mannes seltsam s alon tzols che wi st i s ch an.,< Wieder Fsugzeugunglück in Vöbllngen. Aus dem Flugplatz in Böblingen ereignete fich wiehex«ttz bedanerlicher Flugunfall. El» Flugschüler der dortigen Fliegt»- schule, Thrandors. mußle. da sein Wolor stehen blieb. Im Gleitflug landen. Da der Flugschüler früher Segelflieger war i»d seine Waschine mit zu wenig Gas zur Erreichung des Flugplatzes zu Boden bringen mußte, ging er in eine Kurve, wobei dos Flugzeug abtrudelte und zertrümmert wurde. Der Flugschüler wurde schwer verletzt. Aus dem Wege ins Kranken- Haus ist er seinen Verletzungen erlegen. Dos neu« Präsidium des Sexuallongresses. Der ig Wien tagend« Kongreß für Sexualreform wählte den bisherigen Präsidenten August F o r e l und Havelok E l l i s zu Ehren« vräsidenten, Dr. Leunbach(Kopenhagen) und Dr. Haire, London, sowie Dr. Magnus Hirschfeld wurden zu Präsidenten gewählt. SJHCIA1RIIWIS Mmm mmB (Schluß.) Das Büro in der Duance-Straße bestand, wie Una am nächsten Tag bemerkte, aus zwei richtigen Zimmern und einem kahlen Vorraum, der mlt Photographien verschiedener White-Line-Hotels geschmückt war—. die Häuser lagen meist an Platanenalleen, und der betreffende Direktor stand stolz in weißer Weste vor dem Eingang. Una selbst sollte einen großen Schreibtisch im selben Zimmer wie Herr Sidney be- kommen Die ganze Ausstattung war sehr einfach im Der- gleich zu den Büros von Truax u. Fein, und doch war Una sehr aufgeregt. Hier würde sie Pionierarbeit leisten. Und jetzt kommen Sie, bitte, in das andere Zimmer/ jagte" Herr Sidney.„um die Stenotypistinnen und den Reklamemann zu begrüßen, von dem ich Ihnen telephonisch erzählt habe/ Er öffnete die Türe und sagte:„Frau Schw'rtz möchte gerne den Herrn begrüßen, der ihr helfen soll, die White. Line in die Höhe zu bringen— Herr Babson Es war Walter Babson. der sich von seinem Schreibftsch erhoben hatte und sie anstarrte. Dreiundzwanzigstes Kapitel. 1. ..Aber ich hob' dir doch geschrieben. Goldi— einmal bestimmt noch— der Brief ist an mich zurückgekommen, nachdem er dir durch gan; New York nachgeschickt worden »st. sagte Walter, mit langen Schritten in ihrem Wohn- zimmer daheim auf und abgehend. ..Und dann hast du mich völlig vergessen? „Nein— und wenn ich es doch getan hätte? Du bist ja gar nicht dasselbe Mädchen, das ich geliebt habe— du bist«ine Frau, die was leistet: und. ehrlich gesagt, du bist ein inspirierendes Vorbild für mich." Walter rieb sich das Kinn mit derselben nervösen Bewegung, die sie von früher her an ihm kannte. „Ich hoffe, ich ftierde dich so weit inspirieren, daß du bei der White-Line bleibst und gut tust." „Falsch. Ich werde noch einmal wechseln. Tja! Ich kann nicht mehr unter dir arbeiten. Es ist für jeden Mann schwer genug, unter einer Frau zu arbeiten. Er will ihr immer Ratschlög, geben und ihr überlegen sein, und muß ihr doch gehorchen. Und es ist doppelt schwer, wenn es sich um mich und dich dreht, um dich, die ich als Kaulquappe gekant habe— und die mich jeetzt überholt hat/ ..Und nun?" „Nun, ich werde bei dir arbeiten, bis ich«ine Stelle gefunden habe, in der ich etwas leisten kann, und bis ich's u was gebracht Hobe— oder wenn ich's zu was gebracht abe— dann werde ich dich bitten, mich zu heiraten." „Aber, mein lieber- Junge, ich. bin eins Geschäftsfrau. Ich bin schon jetzt etwas. In drei Monaten Hobe ich die Einnahmen der"White-Line um siebzehn Prozent hinauf- getrieben, und ich werde nicht wieder anfangen, Jft« Katze und den Gasherd zu hüten und zu warten../ „Das brauchst dü auch nicht. Wir können beide weiter- arbeiten, unsere Stellen behalten und eine richtige Wirt- schasterin haben— ein« Perle von einem Mädchen mit vierzig Dollar monatlich— um die Katze zu hüten." „Aber du scheinst zu vergessen, daß ich mehr oder minder schon verheiratet bin." „Ja, das bist du auch!.-. Wenn ich es zu was bringe —- Hör zu: ich glaube, es ist Zeit, daß ich dir mein Geheimms verrate. Ich gehe zu demem alten Beruf über: Realitäten- Handel. Du weißt, ich Hab««ine Menge guter Reklame- texte für die Whiete-Line verfaßt, gereist und die Betriebe inspiziert, und wir haben nebenher noch eine hübsche Anzahl netter Stunden miteinander verbracht, nicht? Und dabei habe ich noch einen Haufen Reklame und so weiter sür die Nassau Country Investment Company gemacht, und man hat wir dort eine feste Stellung mit fünfundvierzig Dollar wöchentlich angeboten. Und jetzt, da ich dich habe, für die ich arbeiten will, sind meine„Wanderjahre" vorüber. Also, sollte ich es zu etwas bringen, wirst du dich von diesem Alp- druck von diesem Eddie Schwirtz scheiden lassen und mich heiraten? Ja? Wirst du?" Er saß auf der Armlehne ihres Stuhles und fragte nochmals:„Ja, wirft du? Du hast eine ganze Anzahl ge» setzlicher Scheidungsgründe— und du hast keinen moralischen Grund, es nicht zu tun." Sie sagte nichts und ließ den Kopf sinken. Sie. die den ganzen Tag über unbefangen seine Vorgesetzte im Büro gewesen war, fühlte sich nun bezwungen von seinem ein- dringlichen„Ja. willst du?", das sie wieder ganz zum Weibe machte. � Er legte seinen Zeigefinger unter ihr Kinn und hob ihr Gesicht empor. Sie sah seinen unruhigen, verlangenden Blick. „Ich muß es mir noch überlegen," bat sie. „Dann wirst du!" triumphierte er.„Ach, mein Gott, wir haben die Welt erobert— du hast schon gewonnen, und ich werde gewinnen. Herr und Frau Babson werden fabel- hast glücklich miteinander sein. Sie werden ein unendlich modernes Ehepaar fein, beide im Erwerb und im Besitz eines Häuschens, eines Ford, zcheier persischer Katzen und einer Bibliothek mit Büchern von Wells, Compton Mackenzie und Anatole France. Und alle Leute werden sie für ungewöhn- liche Menschen haften und werden keine Ahnung' davon haben, daß sie eigentlich zwei verlassene Kinder sind, die sich eng aneinander schmiegen, um einander zu trösten... Und jetzt geh' ich nach Hause und schreib' noch ein paar Meter Reklameartikel für die Nassau-Company... Oh, du Liebe, du Liebe, du!..." 2. „Ich werde meine Stelle behalten.— Da mir diese Bürowelt aufgehalst worden ist, will ich sie bezusingen und meinen Angestellten ein erträgliches Leben oerschaffen." über- l/gte die Geschäftsfrau.„Aber trotz alldem— ich bin doch eine Frau, und ich brauche Liebe. Ich sehne mich nach Walter und nach einem Kind von ihm, nach meinem und seinem Kind!" Hetzerin vor Gericht. Wie Kommunisten einen Arbeiter verleumdeten. Frau Redakteur Altmann von der„Roten Fahne" ist in den Moabiter Gerichtssälen bereits eine gut bekannte Persönlichkeit. Ihre Vernntwortungssreudigkeit ist geradezu bewundernswürdig. Wegen verschiedener Beleidigungen ist sie bereits verurteilt und noch mehr Veleidigungssachen harren der Erledigung. Gestern oerantwortete sie sich sür einen Artikel in der Nr. 244 der.Listen Fahne" vom ZO. November 1929 mit der Ueberschrift„Jagt die Hörsing-Garde zum Teufel". Der Reichsbannermann D i e dr i ch wurde darin„einer der gefährlichsten Rollkommandobanditen" genannt und seine Adresse unter Angabe von Strohe und Hausnummer bezeichnet. Der Inhalt dieses Artikels ließ keinen Zweifel darüber, daß es sich um eine Auf- forderung handele, Diedrich eine„p r o l e t a r i s ch e A b r e i b u n g" darzureichen. Die Staatsanwaltschaft erhob gegen Frau Altmnnn als verantwortliche Redakteurin der„Roten Fahne" Anklage wegen Aufforderung zu strafbaren Handlungen. Der Reichsbannermann Diedrich erstattete Anzeige wegen formaler Beleidigung. Frau Altmann erklärt« vor Gericht, den Beweis dafür antreten zu wollen, daß Diedrich tatsächlich„einer der gefährlichsten Roll- kommandobanditen" sei: er organisiere Ueberfälle aus Kommu- nistenlokale und schieße hinter Arbeiter her. Mit der Beweisaufnahme hatte Frau Altmann wenig Glück. Es ergab sich, daß Diedrich den Kommunisten aufs tiefste verhaßt und mehr als einmal mißhandelt worden ist. Zuerst hielt er sich seine Gegner mit einer Schreckschußpistole vom Leibe, dann erhielt er von der Polizei einen Waffenschein. Als er eines Tages wieder einmal überfallen wurde, machte er von seiner Waffe Gebrauch, schoß zwei- mal in die Luft und das dritte Mal, bereits am Boden liegend, auf seine Angreifer. Einer von den Kommunisten wurde oerletzt. Die Staatsanwaltschaft stellte aber dos Derfahren ein; sie erkannte seine Tot als in Notwehr geschehen. Die kommunistischen Zeugen versuchten vergeblich, den Tatbestand umzudrehen. Diedrichs Reichs- bannerkameradsn stellten ihm dagegen das beste Zeugnis aus. Der Staatsanwalt beantragte gegen Frau Altmann wegen Aufforderung zu strafbaren Handlungen 2-50 M. Geldstrafe, weg�n Beleidigung 200 M. Der Nebenkläger Dr. Joachim schloß sich sür Diedrich den Ausführungen des Anklägers an. Das Gericht verurteilte die An- geklagte Frau Altmann wegen formaler Beleidigung zu 2S0 M. und sprach sie von der Anklage der Aufforderung zu strafboren Hand- Hungen frei: es sei nicht erwiesen, daß die Absicht zu einer solchen Aufforderung bestanden habe. Diedrich war ober unmittelbar nach Erscheinen des Artikels in der.Lioten Fahne" totsächlich v e r- prügelt worden._ Dacheinsturz in Paris. Bisher vier Arbeiter als getötet festgestellt. Paris» 23. September. In einer Gasfabrik in Nanterre. einer Vor- stadt von Paris, stürzte heute abend das Dach ein. Vier Arbeiter wurden getötet und drei verletzt. Man befürchtet, daß noch mehrere Tote unter den Trümmern liegen. Ein zweiier Fall Tetzner? Aufsehenerregender Versicherungsschwinvel in Ostpreußen. Rastenburg, 2S. September. In der Wahlnacht war in dem Kaufhause Platz in R a st e n b u r g ein Feuer entstanden, das auf Brand- ftiftnng zurückgeführt wurde. Am Tage nach der Wahl vermißte man den Schwiegersohn des Hausbesitzers S a f f r a n und nahm zunächst an, daß dieser in den Flammen umgekommen sei, stellte dann aber fest, daß Saffran erhebliche Schwindeleien und Ver» sichcrungsbetrügereisn begangen hatte und nach dem Brande geflohen war. Der Fall hat eine aussehenerregende Wendung genommen: Man sand Leichenteile an der Brandstätte, die jedoch n'cht von Saffran stammen können, da er einwandfrei nach dem Brande gesehen wurde. Man nimmt jetzt an. daß es sich um einen groß- angelegten Bersicherungsschwindel bandett. der an den bekannten Fall Tetzner in Mitteldeutschland erinnert. Anscheinend hoben die Brandstifter eine Leiche an die Brandstelle gejchafst, um damit den Anschein zu erwecken, Sassran sei durch einen An- glückssall ums Leben gekommen. Tragödie auf dem Pirfchganq. Bei Kobcrwitz(Regierungsbezirk Breslau) fanden Arbeiter auf einem Feldwege die Leichen von Baron von K o p p y und seiner Gattin mit Schußwunden auf. Auf einem Zettel teilte Baron von Koppy mit, daß sein« Frau einem Unglücksfall zum Opfer gefallen sei und er dies nicht zu überleben vermocht -habe. Die Ermittlungen ergaben, daß Baron von Koppy, der sich mit seiner Gattin aus der Rebhuhnjoffd befand, auf dem fehmigen Wege ausgeglitten war und sich dabei ein Schuß aus dem Jagdgewehr löste, der feine vor ihm gehende Frau zwischen die Schulterblätter traf und sofort tötete. Baron von Koppy tötete sich darauf selbst durch einen 5)erzschuß. Der Oberstaatsanwalt sowie die Landjäger sind davon überzeugt, daß ein Unglücks- fall vorliegt. Baron von Koppy, der in glücklicher Ehe lebte, hatte ein Der- Mögen von etwa 19 bis 12 Millionen Mark. Er lebte feit 1923 als Pächter auf Schloß Steirk des Rittergutsbesitzers von Neh- rig, wo er sich hauptsächlich der Jagd widmete. Reichsbannerlressen in Wildau. Am Sonntag, dem 28. Sep- tember 19Z9, findet ein Bezirkstresfen des Reichsbanners„Schwarz Rot-Gold" in Wildau statt. Dieser Beranftaltung geht am Sonn- abend ein Fackelzug durch den gesamten Ort mit anschließendem Zusamniensein im kleinen Saale des Kasinos voran. Der Abmarsch erfolgt 19 Uhr vom Lokal P. Dubian. Am Sonntag wivdsf von sämtlichen anwesenden Spielmannszügen und Bläserchören des Reichsbanners im Kasinogarten ein Platzkonzert stattfinden. wellcraussichlen für Berlin: Wechselnd bewölkt mit einzelnen Schauern, kühler: mäßige bis frische westliche Winde.— Für Deutschland: Im ganzen Reiche Uebergang zu unbeständigem und kühlerem Wetter: vielfach leichte Schauer. Hinier verschlossenen Türen. Oeffenilichkeit imFrenzel-prozeß ausgeschlossen. /Vorher fertiggestellte Erklärung des Gerichts Ha der Berufungsverhandlung gegen den Amlsvorsteher Frenze! wurde gestern die gesamte Oesfenklichkeii, also auch die presse ausgeschlossen. Die Umstände, unter denen dieser Ausschluß vor sich ging, ist so merkwürdig, daß sie nicht unerwähnt bleiben dürfen. Nach Verlesung des 47 Seiten langen Urteils der ersten Instanz stellte der Staatsanwaltschaftsrat S t o r g a r d den Antrag aus Aus- schluß der Oeffenilichkeit. Rechtsanwalt Brandt beantragte seinerseits die Zulassung der Presse: gerade die Berichterstattung in der ersten Instanz habe dazu geführt, daß sich eine große Anzahl neuer Zeugen Allgemeine Funktionärkonferenz am Dienstag, dem 30. September, 1S>/, Uhr, in den Germania-Festsälen, Chausseestr. 110 Tagesordnung: Vortrag: Reichstagswahl und SozialdemaKratie Referent: Siegfried Aufhäuser, M. d. R. Aussprache. Zutritt nur gegen Vorzeigung der Funktlonärkarte für das Jahr 1930 mit gleichlautendem Parteimitgliedsbuch. Der Bezirksvorsland. gemeldet habe, es sei im Interesse der Rechtspflege, daß die Verhandlung auch diesmal nicht unter vollem Ausschluß der Oeffent- lichkeit vor sich gehe. Landgerichtsdirektor Dr. H« l l w i g, der Vorsitzende der Pots- domer Strafkammer, oerlas darauf eine Reih« ihm zugegangener Schriftstücke: von der„Arbettsgcmeinschoft sür Volksgesundung", von dem„Rejchsoerband evangelischer Eltern", dem„Reichselternbund" und dergleichen mehr,„sittlichen" Institutionen, die sich entweder für vollen Ausschluß der Presse oder höchstmögliche Einschränkung der Berichterstattung einsetzen. Dann schritt Dr. Hellwig zu einem eigentümlichen Verfahren. Er fragte nicht nur die anwesende Leiterin der sozialen Gerichtshilfe Fräulein Dr. Mayer und sämtliche Sach- verständigen nach ihrer Meinung über den Ausschluß der Presse, sondern auch den Vorsitzenden der ersten Instanz Landgerichtsdirektor W a r m u t h und den Beisitzer Amtsgerichtsrat von Horn. Fräulein Dr. Mayer, wie auch die Sachverständigen Dr. Leppmann, Dr. Placzek und Dr. Markuse hatten keine Bedenken gegen eine vor- sichtige Berichterstattung. Dr. Plauth enthielt sich einer Acußerung. Amtsgerichtsrat von Horn erklärte, daß er persönlich auch in der ersten Instanz einen Ausschluß der Oesfentlichkeit für besser gehalten hätte: Landgerichtsdirektor Warmuth äußerte sich dahin, daß ein all- gemeines Lob der Presse anläßlich ihrer Berichterstattung im Frenz«!- Prozeß nicht seiner Ueberzeugung entsprochen hätie. . Nachdem der Angeklagte Frenze! noch in großer Erregung an das Gericht die Bitte gerichtet hatte, die Presse zuzulassen, da er nichts zu scheuen habe und um seinen guten Namen kämpfe, zog sich das Gericht zur Beratung zurück. Nach einstündiger Beratung ver- kündete Landgerichtsdirektor Hellwig den oben wiedergegebenen Be- schluß. Er oerlas eine fünf Seiten lange Erklärung, die, wie er mitteilte, von ihm bereits am Vorabend, also vor Eintritt in die Gerichtsoerhandlung fertiggestellt worden war. Es hieß darin u. a., daß zwar der Grundsatz der Oeffenilichkeit ein sundamcntalcr Grundsatz sei, der im Interesse der Rechtspflege selbst liege, daß jedoch in diesem Fall« gerade im Interesse der Rechtspflege, im Interesse der Wahrheitsermittlung die Presse nicht zugelassen werden könne. Neben einer Gefährdung der Sittlichkeit sei auch die Gefährdung der öffentlichen Ordnung zu besllrchten, da die Zeugen bei Zulassung der Presse zu große Hemmungen zu überwinden haben würden, evtt. das richtigzustellen, was sie in der ersten Instanz fälschlich ausgesagt hätten. Die Kontrolle über den Prozeß sei durch eine Reihe unab- hängiger Sachverständiger und Behördenvertreter gewährleistet. So wird der Rechtspflege nicht gedient? Die Potsdamer Strafkammer unter Borsih des Landgerichts- direktors Dr. hellwig im Frenzel-Prozeß hat durch ihren Beschluß der Rechtspflege bestimmt keinen Dienst erwiesen. Es unterliegt keinem Zweifel: Landgerichtsdirektor hellwig war in die Sitzung mit der festen Absicht gekommen, die presse nicht zu- zulassen. Er hatte diesen Entschluß gesaht entgegen der Ansicht der Z u st i z p r e s s e st e l l e. die auf Grund der Berichterstattung im ersten Frenzel-Prozeß gegen die Zulassung der presse keine Bedenken trug. Landgerichtsdirektor Dr. hellwig, bekannt als kriminalistischer Schriflsieller. Spezialist auf dem Gebiete der Zeugenaussagen, war natürlich selbst sachverständig genug, um zu entscheiden, ob durch die Zuwssung der Presse im Frenzel-Prozeß eine Gefährdung der Sittlichkeit und eine Gefährdung der Ordnung zu befürchten sei. Wenn er lrohdem eine so große Anzahl Personen noch deren Ansicht befragt hat, so nur um den Anschein zu erwecken, als wolle er dem Gericht die Möglichkeit geben, sich selbständig ein Urleil in dieser Frage zu bilden. Er hatte den größten Teil der Befragten gegen sich: das konnte Ihm gleichgültig sein, da er bereits mit einer fünf Seilen langen Erklärung über die Gründe des Ausschlusses der presse in die Verhandlung gekommen war. Er wußte, daß er als Vorsitzender und als Autorität auf dem Gebiete der hriminalpsychologic die Richter zu seiner Ansicht bekehren würde. Ein ganz Kluger meldet sich... Herr perfius als Getier des Berliner Verkehrs.— Wie fleht es in London aus? Herr Persius, Kapitän a. D., hat sich in einem Berliner Morgen- blatt Münzenbergscher Färbung als Derkehrsfachmann vor- gestellt und dabei natürlich die Berliner Verhältnisse in Grund und Boden verdonnert. Gewiß, die Berliner Verkehrsmittel haben ihre Tarife erhöhen müssen! Die BVG. ist dazu durch den Oberpräsidenten ge- zwungen worden. Berlin, dessen steuerliche Einnahmen weit hinter den erforderlichen zurückbleiben, hat große Aufgaben zu erfüllen. Unter dem Beifall der gesamten Oesfentlichkeit ist es ein gutes Stück auf'dem Wege zur Weltstadt weitergekommen. Dasselbe Berlin leidet aber heute, wo es sich mitten aus diesem Wege befindet, unter dem unerhörten Druck der Zinslasten, die ihm durch das B a n k k a p i t a l auferlegt werden konnten, weil den deutschen Groß- gemeinden der ausländische Anleihemarkt abgeschnitten wurde. Berlin leidet unter der unerhörten Arbeitslosigkeit seiner Einwohner, und diese Verhältnisse wirken sich auch bei unseren öffentlichen Verkehrs- Mitteln aus. Iu ganz Deutschland, und vor allem in den großen Städten wird über den Verkehrsrückgang gezetert. In jeder Stadt tun„fixe" Journalisten fo, als ob gerade die Leitung ihres Verkehrsunternehmens besonders unfähig sei. Sie suchen überall Mängel und tun so, als ob es eine allgemein« Wirtschafts- krise und eine Fiuanznot der Gemeinden gar nicht gäbe. So er- zeugen sie eine allgemeine M i ß st i m in u n g gegen die össentlichen Bcrkehrsbetriebe, anstatt aufzuklären und, ob sie wollen oder nicht, arbeiten sie jenen dunklen Kreisen in die Hände, die eine Privatisierung nicht nur der Verkehrsbetriebe, sondern der össcnl- lichen Wirtschaft überhaupt aostreben. Ob damit ober die heute so teueren Tarisc weiter so billig bleiben, ist eine ganz andere Frage und von vielen Privatgesellschaften schon eindeutig genug beantwortet worden. Herr Persius leistet bei diesem Geschäft getrculiche Helfersdienste, und die Münzenberg-Presse steht ihm hierzu zur Verfügung, denn unter den fünf Direktoren der BVG. sitzen ja zwei Sozialisten... Wie ist dem Berliner Verkehr zu helfen? Herr Persius macht sich die Sache leicht: Er empfiehlt einen fremden Berater(er muß natürlich von weit hergeholt werden, sonst gilt er nicht), z. B. ein Pank« e. Der wird dann die Tarife herabsetzen, mehr Wagen lausen lassen und ein beschleunigteres Tempo einführen! Stopp! Beschleunigteres Tempo, das bedeutet, um in der Sprache der Leute um Münzenberg zu bleiben: Das Ver- kehrspersonal mehr schindet?, die Vcrkchrsproleten schuften lassen bis zum Umfallen. Aber zu einem beschleunigteren Tempo gehören auch noch die Mittel. Die erfordern aber auch neues Kopital. Aber das macht nichts, ein Pank« spricht einen Zauberspruch, und schon klappt alles... Genau so wie in Rußland. Dann schreibt Herr Persius, daß man nirgends außerhalb Deutschlands in einem Mossenoerkehrsvehikel mehr als 29 Psenmg für eine Fährt bezahl«, mit und ohne Umsteigeberechtiguvg, nnd sei sie auch noch so lang. Das wirkt schmissig, hat aber nur den einen Nachteil, daß es nicht stimmt. Wir hoben uns z. B. sagen lassen, daß man in London für lange Strecken aus dem Autobus horrende Preise zahlen müsse. Jeder Londoner findet unsere Fahrpreise billig. Nun hat London auch den berühmten Kurz- streckentarif, der in der Tat billig erscheint und der ja auch von vielen als das Allheilmittel gegen die Berliner Derkehrsmifere empfohlen wird. Zlber man höre: 3n diesen Tagen haben die Londoner 200 Anlo- busse aus dem Verkehr gezogen und Mossenenllassungen vorgenom- men, weil ausgerechnet die kurzstreckensohrer weggeblieben sind. Kurze Strecken läuft man eben lieber, auch in London, vielleicht auch iu Berlin. Wir haben weiter gehört, daß auch amerikanische Ver» kchrsgcsellschaften nicht sehr glucklich abgeschnitten haben und sogar pleite gegangen sein sollen. Macht nichts, nur die Deutschen und insbesondere die Berliner sind unfähig, kleinlich und bürokratisch. Es ist schade, daß ein Mann, wie Persius, der weit gereist ist — und Reisen soll bekanntlich bilden, reifer und urteilsfähiger machen—, aus dem Stegreis Urteile fällt und dabei zu untersuchen vergißt, warum die gesamte deutsche Berkehrswirtschost leidet, zu Einschränkungen aller Art kommen muß, um überbaupt leben zu können. Vielleicht hat Herr Persius auch ein Rezept gegen die allgc- nicine Wirtschaftskrise in der Tasche. Dielleicht ist er der groß« Kopf, der uns allen helfen kann. Wir würden ihn als den Retter begrüßen, ober nach seiner Leistung in dem Miinzenberg- schen Morgcnblait gestatten wir uns doch, mehr als skeptisch zu sein.__ Erntefegen in Reinickendorf. Tegel hat sich in einen Garten Eden verwandelt. Farben- pracht spätsommerlichen Blühens hat ihre schönsten Veitreler ent- sandt: die stolze Dahlie in ihren zahlreichen Farbennuancen, die hochstrebende blutrote Georgine. Astern und Chrysanthemen. Ein prächtiges Riesenarrangement aller Blütengattungen, vom zarten Frühlingspflönzchen bis zur satten Spätsommerblütc, schuf das Be- zirksamt Reinickendorf. Zlber was dem Blumengarten recht ist, das ist dem Obst- und Gemüsegarten billig. Da präsentieren sich 99pfündige Riesenkürbiss« neben prächtigst geratenem Weiß- und Grünkohl, sie saftstrotzende gelbe Williams neben dem Boskop der der überdimensionalen Kongreßbirne. Jeder gab sein Bestes, sogar die durch Hochwasser arg heimgesuchte Kolonie„H o s f- nungstal" hatte gerettet, was noch zu retten war. 14 Bcreine des Bezirksverbandes der Kleingärtner Berlin-Reinickeudorf mit 4999 Mitgliedern haben den Beweis erbracht, was Fleiß und Mühe dem Erdreich abzuringen vermögen. Die vom Magistrat, der Deut- schen Gartenbaugesellschaft und dem Wohlfahrtsminister für die besten Produkte gestifteten Ehrenurkunden und Medaillen erhielten die Kolonien„Frohsinn",„Erholung" und„Garten- freunde", ebenso wurden die außer Konkurrenz gezeigten Erzeugnisse der Firma Stelnberg prämiiert. Wollen Sie lange und angenehm leben?... bann: Immer mit Ruhe und Kaffee Haal Aus der Partei. Oer 1 1.Parteitag der ungarischen Sozialdemofratie tagte im Budapester Metallarbeiterhaus unter starker Polizeiaufsicht. 4-? Delegierte der Budapefter und 44 Dele- vierte der Prooinzorganisationen, 126 Delegierte der Gewerkschaften und 38 Vertreter der Parteiinstanzen, insgesamt 253 Mitglieder hatte der Kongreß. Ehrengäste waren Wilhelm Ellenbogen(Wien) in Vertretung der Internationale und Deutschösterreichs, Cecil f). Wilson und I. T. Walton N e w b o l d für die englische Arbeiterpartei; Gustav H a b r m a n und Dr. Farkas Z o l t a n und Anton S ch ä ff e r für die Tschechoslowakei, Dr. Latar Roda- c e a n u für Rumänien. Auch zahlreiche schriftliche Begrüßungen waren eingelangt, so vom Porteivorstand in Berlin. Der Parteitag unter dein Vorsitz Karl Peyers gedachte des verstorbenen, unvergeßlichen Sigmund Kunfi und aller ver- ftorbenen Genosten. Vor der Tagesordnung forderte Emmerich G y ö r k i, daß«nd- lich die Emigration vollständig liquidiert werde. Dem Bericht des Parteivorstandes(Abg. Stephan Farkas) war u. a. zu entnehmen, daß gegen das Zentralorgan der Partei, die täglich erscheinende„Repszaoa", gegenwärtig 5 66 Pretzprozesse laufen. Im jüngsten Halbjahr ließ die Regierung 51 neu« Preßprozesse gegen die„RäpszowT anstrengen: sie wurde im verflostenen Jahr zu vielen Tausend Pengö Geldbußen und langen Kerker st rasen verurteilt. Am Tage der Eröffnung des Kongresses ließ die Bethlen-Regierung wieder das Blatt konfis- zieren wegen seines Leitartikels über die Bedeutung des Kon- grestes. Aber trotz alledem macht die Parteibewegung auch auf dem flachen Lande erfreuliche Fortschritt«. In den Vertretungskörperschaften von 82 Komitaten, Städten und Gemeinden sitzen heute 566 Parteimitglieder. lieber die nächsten Ausgaben referierte der aus der Emigration heimgekehrte Emanual Buchinger. Die Resolution betont die Notwendigkeit des intensiveren Ausbaues der Parteiorganisation, der Heranziehung der Arbeiterjugend, der Organisterung der intellek- tuellen Schichten und des Bildungswesens. In seinem Referat über Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit betrachtete Karl Peycr auch die panamistiscbe Riesenkotruption des herrschenden Ungarn. Nach deni Vortrag Jakob Weltners über die Demokr.itisterung des Landes leitete Illes M ö n u s die verakung des neuen Agrarprogramms ein. Es folgte dos Referat des Landarbeiterfekretärs Josef T o k ö c?. Aus der Diskussion gingen noch Aenderungen im Progrnmmentwurf hervor. Nach Annahme des Programms beschloß der Parteitag, all jenen Genossen, die mit ihren wertvollen Vorschlägen dazu bei- getragen haben, besonders Karl Knuts ky, den Dank auszu- sprechen. Das Agrarprvgramm tritt— in Anbetracht des noch lugendweilieii der Soziallslen, Freidenker nnd Gewerksdiaflen Berlins am Sonntag, dem 28. September in Pankow: Aula des Lyzeums, Pankow, Görsdisfrabe 42, vormittags 11 Uhr. Wel�ense«: Stadihalle Weibensee, Pisforiussfrabe 23, vormittags 11 Uhr, Berlin:.Volksbühne', Theater am Bülowplatz, vormittags S'/z Uhr und 12 Uhr Es wirken mit in Pankow: Sprechchor-Qemeinschaft„Niedersch5nhausen'/ Liebermann- Cello-Trio/ Männergesangverein„Zukunft" Weißensee: Musikverein Weißensee, Dir. Mewes/ Männerchor Weißensee, Dir Paas/ Sprechchor der Freien Gewerkschaftsjugend/ Weiheredner; Rektor Otto Faust Berlin: Arbeitsgemeinschaft„Prol. Kunst"/ Streichorchester der Sozialistischen Arbeiterjugend/ Aufführung:„Das Tor, des Lebens". Jugendweihespiel von Hans Otto Döpke Eintrittskarten für die Jugendweihen in Pankow und Weißensee sind am Tage der Weihen an den Kassen erhältlich immer Übermächtigen Systems der F i d e i k o m m i f s e— für die Schaffung vbn mehr Kleingrundbesttzen und für intensiveren Schutz der Kleinbauern und Kleinpächter ein; es fordert eine neu« wirk- liche Bodenreform, gegen die die Bodenreform der Gegen- revolution bloß eine Parodie fft und die alten feudalen Besitzver- hältniffe unverändert ließ. Hierin sieht die ungarische Sozialdemo- kratie eine Hauptursache der katastrophalen Wirtschaftskrise und das Haupthindernis für die Demokratisierung des Landes. Der neue Parteivorstand besteht aus Buchinger, Farkas, Garomi, Horovitz, Kabäk, Anna Ksthly, Kertöfz, Münus, Pxycr, Propper und Szeder._ Festigkeit im politischen Kampf. In dem soeben erschienenen Septemberhest der„Sozialistischen Bildung' rollt Anna Siemsen in einem Artikel„Religion, Partei und sozialistische Bildungsarbeit' die grundsätzliche Frage auf, welche Taktik die Partei in ihrer Bildungsorbeit zu verfolgen habe. Gerade das Hineinströmen neuer Bevölkerungsschichten in die sozialistische Bewegung mache es notwendig, neben den praktischen Fragen der Tagespolitik die grundsätzliche Aufklärung in den Vordergrund zu stellen. Unter dem Gesichtspunkt der Festigung der sozialistffchen Er- kenntnis sind auch die weiteren Beiträge des reichhaltigen Heftes zu werten. So berührt L. Friedfunq in seinem Ausatz„K c m- munistisches Verlagswesen in Deutschland', der viel« interestante Einzelheiten über die kommunistischen Verlage ent- hält, eine Reihe wichtiger Fragen des sozialistischen Verlagswesens. S. Marqvard schreibt über„Kurse für BnäSsMEbner*, tL S». hannesson über unsere Aufgaben im Rundfunk— alles Themen, die mit der Vertiefung unserer Aufklärungsarbeit in engem Zw- fammenhange stehen._ parieinachrichten fürGroß-Berlin kinsendungen kür diese Rubril sind Berti» SW 66, Lindenstraße 3, stets an da» Bezirfssefretaeiat 2. Hof, 2 Treppe» rechts, z» richte». Für den Wahlfonds der SPD. in Berlin wurden von der Betriebsfraktion des Bezirksamts Mitte 256 Mark aus Listen gesammelt und an die Kaste der 36. Abteilung abgeliefert.-— Allen Spendern hierdurch besten Dank. I. A.: Alex Pagels. 11. greis Schöneberg. Senfe, Zsreiiag, 26. September, 26 Uhr, bei WM, Marti». Lnther.Sfr. 6«, Kreisfunftionärsigunq. g»»ttio»ärlarte gilt als Ausweis. TSrioatrolle: Kreisrevisoren. t4. Kreis Renlöll». Heute greitag, 2«. September, um fs>i> Uhr, w Sliem» gestsälen, Hasenheide 13—15, großer Saal, Kreisuritgliederoer. sammlung. Vortrag:„Unsere Ausgaben»ach der Wahl". Zieserent grau, Künstler, M. d. R. Heule. Areilag. 2S. September. 6. Abt. Abrechnen der Bezirlsstihrer bis Montag. 2g. September,»cht der» Kassierer. 11. Abt. Sämtliche Genossen beteiligen sich an der heutigen Kreismitgkeder. Versammlung in den Armimusfjallen.— Die Bezirk Sstihrer haben umgehend WarkenutatcriaP und Sammellisten beim Abteilungsfassteeer»bzurechneu. gähnen und Transparente sind sofort bei Berger, Levctzomstr. 21. abzugeben. 33. Abt. Die Abrechnung der Sammellisten, desgleichen in. Quartal, bat am Sonntag, 28. September, und Montag, 2g. September, mit dem Kastieoer zu erfolgen. Eoentuell Vertreter schicken. 88. Abt. Lichtenrade. IS'/j Uhr ssunktionärsihung bei Delmn, Bahnhof» Echo Eoltzstraße. 103. Abt. Oberschöneweide. Die Elternbriratswahl an der HnnchowLSchule lRealgpmnastum) ist auf Grund unseres Einspruchs als ungültig erklärt. Di« Neuwahl findet am Sonntag, 28. September, in der Reit von g bis 17 Uhr statt. Alle Eltern, deren Kinder diese Schule besuchen und auf dem Boden der Liste„Schulaufbau" stehen, werden gebeten, unbedingt zur Wahl zu gehen. Die Wahlhelfer- treffen sich Sonntag früh 8>4 Uhr im Lokal Sachs, Schillerpromenade 2. 117. Abt. Lichtenberg. Zu der am Sonntag, 5. Oktober stattstndeude« Rot»»» bootfahrt sind noch Karte» bei den Gruppenführer», der Genossin Bloch. Sieweri und Klose zu haben. Fahrpreis 1 M. Abfahrt 9 Uhr von Lübeck, Hauptstr. 1. Freunde uud Sympathisierende find eingeladen. Morgen, Sonnabend, 27. September. Eharlo tteaburg. 52. Abi. 2a Uhr bei Bade. Kaiserin�lugusia-AIlee 82, Funk» tionärsitzung.— 51. Abt. 18 Uhr AbteilungsvorstandssitzllNg mit Gruppen» leitern im Lokal von Blöd, Eanerstr. 20. M. Abt. Ranköll». 19'/4 Uhr bei Schröder Eteinmehstr. 52, Funktionärsiimna. 131. Abt. Riede richönhansen. 2a Uhr bei Klindt, Am Friedensplatt, große Funk. tionärsisiung. Wichtige Tagesordnung. Jeder Funktionär muß erscheinen. — Bezirk Kleingärten Blankenfclde.Rosenthal. Kolonie Kissingen II. Blankenfelde-Nosenthal, Nordend, Bolleplah, Daheim, Bergeshoh, Garten. freunde, Eidechsenberge: 26 Uhr Versammlung bei Friedrich, SporManse, Blankenselder Straße. Wichtige Tagesordnnng. Am Donnerstag, dem 25. September, morgens VjS Uhr, verschied nach kurzer. ichwerer Krankheit unsere liebe einzige Tochter EHkrielle Küske im 17. Lebensjahre. In tiefer Trauer zeigen dies an Di« Bitern VI»? ima Marie Knske. Lich tenberg, Heintichftr. 13. Einäscherung Montag, den 2g, Eep» tember, 14 Uhr(nachmittags 2 Uhr), im Krematorium Baumschuienweg. Molorbaot. 10 PS, 2 Zylinder, sechs Tcrforcn, billig verkäuflich. Neukölln, Hobrechtstraß« 6. vorn 2 Treppen rechts. � Linrievm, Ezillat, Koloniestraße s. Federbett«». Weaen Geltknavvbeit hochfeine lv,—. 15,—, Wonne-Daunen. betten 23,—, 28,—, 8L—, nagel- neu. Keine Lombard wäre. So ipott. bistig nur Leihbaus Brunnenstr. 173. Ecke Iiivalidenstroße. fipkleidungsstücke, Wasche usw. Wenig getragen, teils auf Seide gc- erbeifctc, erstklafstge Iackcttanzllge, Frack» anzllge. Smokinganzllge, Eehrockanzllge, Bauchanziige, Wintermantel und Balt to!s. für jede Figur passend und in seder Form stets oorrotig; außerdem hachelegaute neue Garderobe, von erst, Ilassigen Schneidern gearbeitet, zu ftan nend billjzzen Preisen. Gelegenheit� käufe in Serren. und Damenvelzen. Leihhaus Lvwicki, Prinzenstraße 165. eine Treppe. Keine Lombardware.* Verleih hocheleganter Geselllchatts- Anzllae. Leihhaus Lowicki. Prinzen. straße 165.________ Roienlhalerstraße 48, 1 Steppe. Nähe Hackescher Markt. Wenig getragene Äavalieran.rllge. Paletots. Smokings, Gelegenbeitskönfe neuer Garderoben, alle Weiten, tabelbaft billig Schendel Weniq getragene Jacke ttanzllae. prachtvolle Kammgarnanzllge. Smolinganzllge, Bauchanzllge, Paletots, alles zu Spott. preisen. Gelegenheitskäuie in neuer Herrengarderobe. Leihhaus Rolenthalee Tor. Linienstraße 26z— 264 lEcke glasen. thaler Straße). Keinr Lombordware. Möbelläufer werfe Kredit und bar Möbelbazar, aroße Auswahl. tleiae Preise! Beiinielsweiie: Schlafzimmer 455,—. Eveilrzimmer St?—, Herrenztminer 38g.— Spiegel- schränfe 118,—. Dielengarnitur 38,—, Anrichtekilche gg.—, Mellinabettstelle 86,— Kleiderichränfe 48.—. Chaise. lonaues 28—, Metallbetlstelle 18,—, Auilegematruße 13,-. Sonstig. Möbcl angemessene Preise,-reilzahlung gut» schlagirci Wochenraten. Monatsraten, Kassarabätt bis zehn Prozent, au» auf Anzahlungen. Klrtne auch ohne Anzah. lungen,«redife bis zwm Jahre. Mast Zins, Katalog franko. Sauvfaelchatt: etegliß. Schloßstraße 167: 2. Geschäft: llleukölln, Hermannvlaß 7t 3. Geschäft. Belle. Allianre- Straße gö.-. Unferarund. bahn: Geschäft: Kottbusser Straße 23� Segenübe r Clitefänoier.____________ i Patentmaträsten„Primimma" Me. tallbettm Aufiegematrasten, Chaileloif Kues,«aittr, Slawarderstraße acht- sehn Kein Laden.___ Wer will billia Möbel kaufen, der besuche sofort das Riesenlager»er Firma Möbelhaus Rehfeld, Badstr. 34 ISesundbrunnen). Extra-Angebote nur kurze Zeit. Schlas-immer, Eiche, Nuß. bäum, Dirke: Speisezimmer, einfache und elegante t Ankleidesihränke: Bettstellen: Sofas: Ruhebetten: weiße und lästerte Küchen: Tische: Stühle: Diplomaten, schreibtische zu noch nie dagewesenen Preisen: solange Borrat. Eventuell Teilzahlung. Lieferung auch außerhalb frei. Achten Sie auf Hausnummer. Badstraße 34.__ Einzelmöbel, Büfetts, Bibliotheken, Schreibtische, Standuhren. dilligst. Möbelhaus Moritz Hirfchowitz, Südosten, Skalitzerstraße 25, Hochbahn Kottbusser Tor.__ He ine- Schlafzimmer direkt ah eigener Spezialgroßsabrik ohne leiten Zwischenhandel. Große Auswahl. Beste Qualitäten. Begueme Teilzahlung- Besuchen Sie uns. es lohnt sim kür G e Hugo Heine, Möbelfabrik, Propeller- werk, Berlin 0. 34, Wartchouerstr, 58, Fabrikgtbönd-, n. 8of lketn 8fl4«n) Berka niszeit 8— lg Uhr,_____ MSbel-Kamcrling. Kastanienallee 56. Rußboum.Bllfetts. Kredenzen. Schreib- tische, Sosaumbaue, Riesenauswahl, fotoüpteic, LahlungserZleichteruna. Riesenauswahl! Wichtig für jedermann. Täglich werden oeriauftt guterhalfene Kleiderspindeu. Verttkos 24,—, Bettstellen 22,—. Flurschrättle. Walchtoiletten 24,—. Chaiselongues 24,—, Korn. moden 19,—. Tücherfpinden, Schreib- tische 32,— Büfetts 75,—. Tru- meaus 2g,—, Standuhren 68,—. Große Auswahl in Klubsesseln, Flügeln, Pianos, 366 Teppiche, Kllcheneinrichtun. gen 48,—, Riesenauswahl, alles spott. billig. Svelsezimmer. guterhalten, komplett 225.—. Herrenzimmer, fast neu. komplett 225,—, Sveifezimmer, wenig aebraucht. Drei-Mefer-Büfett, komplett, bS0,—, Schlafzimmer, fobrik. neu. komplett 268,—, Wohnsalon, wenig benutzt, ISö,—. Antike Möbel, darunter Biedermeier». Barock- und andere Stil. möbel. sowie komplette» Biedermeier. zimmer spottbillig, 166 Küchen, ent. zückende Modelle. Gebrauchte 48,—. Staegardls Möbel, und Lombardfveicher, Prenzlauerstraße sechs. Ecke Linienstraße. am Prenzlauer Tor. Straßenbahn-Linien 1, 2 66. 61, 62, 71, 72, 73, 74. 174. Autobus 8, 12, 14, 36. Uniergrundbahn Schönhauser Tor.' Musikinstrumente Linkpiano«, überaus preiswert. Piano« fabrit Link. Brunnen straße 35._* Pianos— Flügel. Riesenlager, Bech» stein. Blüthner. Sfeinmgy, Schmechten, Salonpianos 275,—. 396,—, 425,—. ge- brauchte. Abendeotb, Potsdamerstr. 74. »lauiere. 175,—. 266,-, 375.-. 426,-. 456,—, gebrauchte, große Auswahl! auch in neuen. Langjährige Garantie. Bestchligung lohnend. Teilzahlung ge. stattet- Serer. Brunnenstraße 161. 1 Treppe(Rosenthaler Platz).__* Hossmann. Pianos, gebeauchte, 300,—. 350,—, 400,—, 500,—. 580,—, 650,— Neue 900,— an. Tonschön, dauerhaft, Garantie. Teilzahluttg. EW. 56. Leip. zigerstraße 57 lSpittelkolonnaden).' Fahrrader. Gebrauchte Fahrräder 15,—. 26.—, 25,—. 36,—. 35.—. Machnow. Wein. meisterstraße 14. Teilzahlnng monatlich 16,—. Riesen» ausatohl erstklassiger Markenfahrräder allerbilligst. Schiawe, Weinmeister» straße vier.' , Xsufgesucke �ahngebisse. Platinabfälle. Lötzina Blei, Quecksilber. Silberschmelze. Hold« schmelzerei Christionat. Aöpenicker» strane 3S(Haltestelle Adalbertstrake).• Unterricht Schwerhörig« uud Ertaubte. Absehen der Sprache vom Munde»nternchfrt Eise ffiißmann, Schof-rstroße 11. Jan. irttBiß,5981._• Abiturium, Einjährige». Direktor Dr. Fackelmanns Anstalt. Hohenzollern. Hamm 198.« \hre Suppe sättigt.... nährt sie aber auch? Suppe sollte mehr leisten, als bloB den Magen zu füllen. Verwenden Sie die nahr� hafte, wohlschmeckende Rama Margarine zur Zubereitungl Erst zum Andicken und dann noch ein Stück in die brodelnde Suppel Aber Rama allein ohne Beimischung anderer Fette, denn sie enthalt die wertvollsten Aufbaustoffe In reinster und verdaulichster Form. So erzielen Sie eine schmackhafte Suppe, von der jeder einzelne Löffel Kraft und Gesundheit gibt MARGARINE ab sp« Deutsch, Richtigsprechen. Richttgschrei- Maschinenschreiben Prioatschulc Siesk. den, Kurzschri! usw. Kaufmännis Prinjensttiaße 52. Verschiedenes Maleraebette». Renovierung von Wohn» und Geschäftsräumen führt aller- billigst aus Schmidt. Fcuu straße 3. Dost- laxtf erbaten. Schlafstellen.> 1 1! Schlafstellen, Wochenpreis 450, oer» mietet Böckbstvaße 25, Hochparterre, Behrendt. Arbeitsmarkt Stellenangebote Schwerdefchädigter bio 55 Prozent, der der Kriegsbeschädigfenfürforge unter- steht, als Sofarbeiter in Schlosserei ge- sucht. Schriftliche Bewerbung unter G. Hl Borwärt», Petersburger Platz 4. Fttr Berliner Werkblager tüchtiger La�ermeiTter er sofort gesucht. Bedins-ung:(renaue lenntDisse der Wand und Fußbodenplattenbranche. Angebote erbeten unter Chiffre F 38 an den„Vorwärts". i? •JB B Die Parteiorganisation BÄire�sBckMWi sucht zum jlyyä 9 möglichst sofortigen Dienstantritt-einen Parteisekretär Der Bewerber muß ein hervorragender Agitator und Organisator sein und durch jahrelange dauernde Zugehörigkeit zur Partei und Tätigkeit in der Arbeiterbewegung die Gewähr bieten, einen leitenden Posten versehen zu können. Bewerbungen sind unter Mit eilung der Gehaltsansprüche bis zum 2. Oktober an de., Vorsitzenden der Sozialdemokratischen Parteiorganisation Breslau, Dr. ErnstBckstein, Breslau, Salvaiorplaiz5,zu richten. »«4b I Bertmg btt ffi«tofTen Aussprach« Brrschiichcn«,. fkSnttc* itbttet 6aa& cgnwi®«»tefiiter»n±ü ffwfc Arauenveransialtungen. 137. Wt. SMitüIcttbocf-Scft. Heute, ff t ei tag, SS. September, JO Ubr. im SnUs. Saus, Scharruveberstr. 1J4, ffunktisnärinnensltzung. 13*. Ab». Ziege». Heute, ffreitag, SS. September, chl>«br. im ffufletvWJetm Schiineberzer Str. 3, ffunktionärinnen figuug. Iungsozialistische Vereinigung. Srupx« SSbest: Heute, ffreitoq. vttnktl'ch SN Uhr. im �ugeritcheim Wränge». stratze UK spricht Genosse Hon, Seigemasser iiber„Einbeltzfront ber Republi. laner—«per proletarisch« Slossentront?" Alle jüngeren Parteigenossen. Die Kameraden de, Iungbanner» sowie die lllteren GAI.-Genossen ssnd ber,»ich eingeladen. Diskussion. Wedding. Geiuvdd?u»nen: Heute, ffreitag. ISti Uhr. Zlditgliederversammlung im Jugendbeim, Limmer 11 der. weltlichen Schule Pank. Eike Wiesenstraße. An. schließend Au�prache:..Wohin gehen wir?" Gaste willkommen. Gruppe Süden; Heute 30 Uhr ffm Jugendheim Torckstr. N. Limmer 3. Die- kusssonsabend über die nächsten Aufgaben der So»ialdemolrati«.»Zahlreiches Erscheinen wird erwartet, auch Gäste ssnd willkommen. Werbe bezirt Westen: Am Sonntag. 28. September, findet die Tresfabrt t'« W�B. nach Brieselang statt. Die Gruppen treffen, wischen 13 und 14 Uhr auf dem dortigen Zugendgelände«in. Die Spielzemeinschaft»Bote Reihe" wirkt mit. Musikinstrumente und Bäls« mitbringen. E» ist Pslicht eine» jeden Ge. nassen, mit seiner Gruppe die ffahrt noch dorthin mitzumachen. Darüber hinaus find dt« Genossen der anderen W.-B. eingeloben. Arbeilsgemeiuschaft der Kinderfreunde. VofirSge,Vereine undVersammtungen. Reichsbanner.Schwarz-Rot-Gold". Geschäftsstelle: Berlin S. 14. Sebaliignstr 37— 3S. Hol Z. Tr Freitag. IS. September. Prenzlauer Berg: 2041 Uhr Anbaden Oder. berger Straße. MiigUedsbücher müssen beim Lösen der Badekarte norgezeigt werden. Lichtenberg: Kameradschaftsversammlungen um SO Ubr: Kam. Traneplatz bei Seipke. Scharnweberstr. 5. Kam. Rumm-lsburg bei Brunn, Türrschmidtstr. 40. Kam. Gustav Tempel bei Rodegaft. Rormannenstr. 38. Wichtige Tagesordnung. Erscheinen Pslicht.— Sauutag, 28. September. Wichtige Tagesordnung. Erscheinen Pflich». Lichtenberg, Kam. ffriedrichsfelde: M Uhr Bersammlung bei Schwor*. Eapriviallee 104. Weißeasee, Schugsport- obteilung: Pünktlich 20 Uhr Uebungsswnde in der Turnhalle Wör'her Straße. Es müssen sämtliche Schutisportler erscheinen. Ortsverein: Sonnghend. 27. Sep. tember, 18 Uhr. Sissung des erweiterten Vorstandes bei Dallas, Lehderstr. 126.— Doairtag. 26. September. Weddivg. Iungbanner: Wanderung fällt-US. Dafür Antreten 1314 Ubr bei Reusner. See. Ecke Malvlaguetstraße, Wanderkleldung. Erscheinen Pflicht. Radfahrerabt.'ilung: 1314 Uhr Antreten mit Rödern bei Reusner, See. Ecke Malvlaguetstraße. Sportdreß. Reukällu-Brig, Iungbanner: Treffpunkt 7 Uhr Ringbahnhof Neukölln. Wanderung nach Brieselang. ReichÄartell Republik. Sportpla* Friedrichefelde: Achtung' Am Sonntag. S. Oktober, findet auf dem organisationseigenen Echießvla* da» diesjährig: Stiftungsschießen statt. Mannschaft».. Einzel» und Preisschieß-N. Um 17 Uhr Preisverteilung im Lokal»Steper» Waldschloß", Trcskowillee Ecke Uppftall. weg. Anschließend Tanzkränzchen. Gruppe Südwest: Alle ffalken treffen ssch um 1814 Uhr an der Roten Ecke. Rrei, Neukölln. Ausstellung» Die Dach« für heute, ffreitag. hat die Gruppe ff riß Reuter. Treffen um 16 Uhr im Körnerpark. Morgen. Sonnabend, folgt die Gruppe Lichtkämpfer. Treffen um 16 Uhr im Körnerpark.— Iugenbherberg«. taU» Alle Gruppen beteiligen sich am Sonntag am Iugendherhergstag. Der Treffpunkt hierfür ist am Sonntag um 134» Uhr am Sportvork Neukölln. Sin- gang Siegfriedstraße. Wimpel und Turnschuhe mitbringen. Di- Gruppen kommen geschlossen ,um Sportpark. Krei» Friedrichshain. Heute, ffreitag. l» Uhr, Kreis-Rvte�aiken-Persamm. luttg im Jugendheim Litauer Str. 18. Erscheinen ist Pflicht. Morgen. Sonn. abend: All« Roten ffasken de» Kreise« treffen ssch ,ur Besichtigung der Au«. stellung in Neukölln 18 Uhr Wedcrwiese sNormaluhrj. IS Pf. mitbringen. Interessierte Iungfalken können teilnehmen. Sonntag. 28. September. Kreis- Pflicht veranstallungen: Die Gruppen treffen sich früh 10 Uhr auf ihren Sommelpläßen und sind 104i Uhr Eoneordia-Palasi. Andrea»str. 64. Nestfalken nehmen nicht teil. Nachmittag» Treffen ,ur Teilnahme auf dem Eportplaß im ffriedrichshain 1414 Uhr auf den Gruppensammelpläßen. Di« Gruppen sind lä Uhr auf dem Svortpla*. Auch die Nesifalken nichmen teil. Kleidung: ffalkentracht. Wimpel und ffahnen mitbringen.— Vo ranzig«! Sonnabend. 4. Oktober, bis Sonntag. S. Oktober. Kreisfohrt nach Rauen. Alle anderen Beranstaltungen fallen aus. ' 1''' 1111' I I I I' i i r-3 aß! Die Mieiersprechitunde bei dem Genossen m SV. 11. Hafenplaß S, 1 Trapp«, fiodet»»» d«, nächsten »rnst 1 ZW»»..■___ 1 WWW_________ �__ Bach« ab wieder jede» Monto, und D»»»«r»tag-oa 18— 17 Ubr statt. Geburtstage. Jubiläen usw. 21. Abt. Unserem Genossen Karl K i»* e und seiner lieben Gattin»nr Silberhochzeit herzlichst« Glückwünsche. | Sterbetafel der Groß« Berliner Partei- Organisation 180. Abt. Rudow. Unsere Genosstn AnnaRadtk« ist am 24. Seplember »erstorben. Ehre ihrem Andenkens Einäscherung Sonnabend, 18 Uhr, Krema- torium Baumschulenweg. Um reg« Beteiligung wird gebeten. 148«. Abt. Wittenau. Unsere Genosstn Marie Schäser ist»erstorben. Ehre ihrem Andenken! Wir verlieren in ihr-in reges Mitglied. Einäscherung Soirnodend, 27. September. Krematorium Gerichtftraße. Erich Cbermeyers Hörspiel„Der Minister ist ermordet" hat keinen literarischen Ehrgeiz. Es kann ihn nicht haben; die furchtbare Mordtat, die Walther Rathenau in einem Abschnitt intensipster und fruchtbarster Arbeit für Deutschland hinwegrafst«, die historischen Dokumente jener Tage, die nerzeihenden, tröstenden Worte, die die Mutter des Ermordeten für die Mutter seiner Mörder fand, würden kein« künstlerische Ausschmückung ertragen. Es galt nur, in zeitlicher Zusammendrangung den Ablauf der Tra- gödie zu umreißen. Dialoge waren dabei jetzt nicht ganz zu ner- meiden, ober künstlerisch wenig wichtig. Der Dichter hat seine Auf- gäbe im ganzen eindrucksvoll gelöst. Reben der Pflicht- bewußten Gestalt des Ministers wuchsen die Schatten jener halt- losen, unreifen, politisierten Jugendlichen herauf, die dieses legens- reiche Leben so sinnlos vernichten konnten.— Eberhard von Wiese kündigte unter dem Titel'„Flucht aus der Zeit" einen„literarischen Querschnitt" an. Man fürchtete eine weltfremde, äslhetisierende Be- trachtung und wurde angenehm enttäuscht. Der Vortragende ver- stand es. trotz der Verneinung, die sich in dem Thema ausdrückt, etwas sehr Positives zu geben. Er brachte überstchtlich zusammengestellt Beispiel« für diese zeitfliehende, lebensenttäuschte, lebensfremde Kunst und machte die Atmosphäre deutlich, in der sie gedeiht. Wer er zeigte mich, daß ihre Hoffnungslosigkeit und Dasemsflucht im Gestern wurzeln und daß ein zukunstweisendes und zutunstschasfendes Heute nur aus der Bejahung herauswachsen kann, aus dem vorwärtsstrebenden Gemeinschaftswillen, der in der proletarischen Gegenwartsdichtung zum Ausdruck kommt. Tes. In der Redaktton wie auch auf der Funkstunde und ebenso in den Wohnungen von Mitarbeitern und Redakteuren des„Vor- wärts" ist aus Anlaß der Aufführung des Hörspiels„Der Minister ist ermordet" angefragt worden, ob die Meldung über die Er- m o r d u n g eines deutschen Reichsministerz zuträfe. Ohne in Ner- vosität zu verfallen, erscheint es uns doch angebracht, der Leitung der Funkstunde nahezulegen, gerade in einer politischen Situation wie der gegenwärtigen solche Themen zu vermeiden. Sozialistische Arbeiterjugend Sroß- Berlin Einsendungen für biese Rodetk o ZZeesso GW«8. Twdepsirgüe 3 i bo, ffagenftftJretertet .Aollnre". Fahrt»ach Keßin ow EannabenH/Sovntag. 4.H. Oktober.. ab 18 Ubr Eoonbau. Teilnehmergebühr 3 M. izweimal Kaffee. Mittag. essen unb Ueoernachtung). Teilnehmerkarten ssnd noch zu haben. Alle Iugendgenossinnen und.genossen, die bisher noch an keiner.Baidur". Fahrt teilgenommen haben, sollten nicht versäumen, die letzt« Fahrt in diesem Jahr mitzumachen. 5. Oktober Sinz« Horten für die Inqenknidrstellnng tn der Bolksbsthn« (pro Karte 80 Pf.) sind noch erhältlich. siusgmmenkunft der Referenten und Iuoenddeiräde Mo»tag. 2». September. t»14 llhe. im Dortragsjaal de» P.-B.. Lindenftr. z. I. Has. 2 Treppen ünks. Bortrag:„OTeihadik und Grundlagen unserer WIdungsarbeit". Reserent See nasse Erwin Marguordt, Leiter der Lolk»hochsch»l« Berlin. Heute. Freitag. i9X Uhr. Artonaplatz: Schule ENsabethkirchstr. 1»:.Berlin« Humor".—«ewerk- schastshau«: Schule Köpenicker Str. VS>-.»Bericht vom Schweizer Kektlag» de» Kinterfreunde".— Köllnischer Park: Hcim Waisenstr. 18:.Matteotti".— mosea- thaler Borstadt: Heim.lehdenicker Str. 2»:.Darum 2. und 3. Internationale?" — Hanl«: Heim Bochumer Str.«b:»Die Stellung der ffrau im Bürgerlichen Gesetzbuch".— Moabit I: Schule Waldenser Str. 20:.Da» faschistische Italien". — Moabit Ik: Heim Lehrter Str. 18— IS:.Dos wahr« Sestcht Rußlands".— Sumdaldthain: ffunktionärverfammlung Schule Putdusser Str. 3.—»rnimplatz: Heim Sonnenburaer Str. 20:..Der Kampf um dt« Staatsmacht".— Arnswakde» Platz: Heim Rastenburger Str. 16:„Unser �Iugendschutzprogramm".— Fall- platz U: Heim Son.ncnburger Str. Ä: 10-M,nut«n.Referate.— Hohenschö»- Hausen: Seim ffreienwald« Str.«:.Ein Jugendlicher steht vor»ericht".-- Kuwannplatz: Hrm Echerenbergstr. 7: JRefängnis oder Zuchthau»?"— Rord- alten I: Heim Danziger Str.«2. B. 8:.Ein Jugendlicher steht vor Gericht".— Wörther Platz: Schul? Kostanicnallc« 82:.Die Arbeit de» Jugendamtes".— Schönhauser Porsradt: ffunitionärsitzung beim Genossen Lenz. Andersinstr. 3.— Baltenplatz: Heim Tilsitcr Str. 4— S:„Tagespolitik".— Frankfurter Biertel: Heim Frankfurter Allee Z07: ffunktianärverfammluna.— Friedrich«h«In: Heim Dtestelmeperstr. 5—8:.Wie gestalte ich ein« Wanderfahrt aus?"— Warschauer Biertel: Heim Litauer Str. 13:.Angrisf« auf die Errungenschaften der Arbeite,. klasse".— Schönederg I: Heim Houptstr. 15: Da» Leben im Walde".— Schön«. berg 5': Heim Houptstr. 15:„Volkstanz und Gesellschaftstanz".— SWlBttsdotf lAeltere): Heim Wilhelmsau« 123:.Der Kampf um Ehiua".— Steglitz, R. F.: Seim fflemmingstr. 14b. Z. 23:„Gemeinschaft bei den Roten ffalken".— Marien, dors I u. II: Alt« Schule. Dorfsir. 7:..Nationolfozialismu» und Kommunismus".— Tempel h»i: Heim Gctzsiroße: ffunktionärverlammlung.— Britz: Lichtbildervor- trag. Schule Porchimer?:llee.— Renkölln N: Heim Bergstr. 28:„La war der Krieg— wie wird der?I künftige?"— Neukölln Vl: Heim Treptower Str 95: Ucben„Teufel Reaktion" pünktlich 18V: Uhr.— Köpenick 1: Heim Grünauer Straß« 5:»Karl Marr. fein Leben und fein Werk".— Köpenick II: Seim Dahl. witzer Str. 15:„Unsere Stellung zur Religion".— Banmschulcnweg: Heim Ernst. strafte 18:„Alkohol und Nikotin".— Zohonnisthal: Heim Rathaus:»Einführung in die lozialistifche Gedankenwelt".— Schöueweid«: Schule Berliner Str. 38: .Zkationalsozialtsmus".>— Treptow: Heim Elfenstr. 3:„Jute und Rational« sozialismu».— Frtedrichafeld«: Heim Lichtenberg. Gunterftr. 44:»Die Arbeiter. bewegung vor dem Eoztalistengefetz".— Kaulsdarf: Schul« Adolfftr. 25:»Löns- Abend".— Lichtenberg-Rord: Heim Gunterstr. 44:„Ausgang der Wahlen".— Reinickendorf. Ost: Heim Lindauer Straß«: Brettspielabend. Werbebezirk Prenzlauer Berg: D..B..Zorsitzendenkpnseren> 20 Uhr im Be. »irksamt Danziger Straße. Verbebezirk Renkälln: Kurz» wichtige Besprechung de« Abteilungskeit« 18 Uhr im Parteibüro, ffuldastraße. Alle Abteilungen müssen»ertreten sein.— Kreismitgliiderversammlun« der Partei im großen Sees»Älienls ffestsälc". Eintritt nur gegen Vor«i«uns de- Mitgliedsbuches. Die Abteilungen können sich daran beteiligen. Thema:»Di« politische Lage". Werbebezrk»«snickrndarf: W.-B..Vorstand Sitzung"20 Uhr i» Tegel, Seim Bahnhofstr. 18. Werbebezirk Wedding: Die»Ngesetzt» W.-B.-Mtgliederversmnmluna muß besondercr Umstände wegen ausfallen.— Morgen Baden im Stadtbad Gericht. straft« von 19H bis 201» Uhr. Danach Zusammenkunft aller Genossen, die an der Veranstaltung der Partei am 28. November mitwirken wollen, im Heim Utrechter Straß«. qyj WEINE U. SPIRITUOSEN WURSTWAREN BoWlsnw.. 10ltr. 7.50 Utr. 0.80 Wintringer lOLtr.0.60Utr. 1.00 Nitteler.. 10Ltr.10.5(|l Ltr. 1.10 Niersteiner 10Ltr.12.00 1 Ltr. 1.25 Tarragona. 10 Ltr. 10.50 1 Ltr. 1.10 Sarnos... IOLtr.11.501 Ltr. 1.20 Malaga.. 10Ltr.12.501 Ltr. 1-30 Sherry.. �10 Ltr. 18.501 Ltr. 1.70 Johannisbw.lOLtr. 7.001 Ltr. 0.75 Dürkheimer 10 Ltr. 8.501 Ltr. 0.90 Weinbrand Spez.Ltr.m.Fl. 4.60 Weinbr. Verschn. Ltr.m.FI. 4.00 Alter Korn, 38% 1 Ltr.m. Fl. 3.80 Rum-Verschn.. I Ltr. m. Fl. 4.50 Bosenh.-Berg.... m.FI. 0.95 Gimmeld. Meersp. m. Fl. 1.40 Obstschaumwein. Fl. 1.28 1.00 Blut- u. Leberw. frisch an Pfd. 0.68 Blut- u. Leberw. sächs.. Pfd. 0.80 Leberwurst, Hainin.Af4.. 1.10, 0.90 Bauernleberw... L Rg. Pfd. 1.28 Feine Leberwurst.... Pfd. 1.35 Speckwurst....... Pfd. 0.88 Fleischwurst....... Pfd. 0.98 Jagdwurst........ Pfd. 1.18 Bierwurst........ Pfd. 1.60 Filetwurst........ Pfd. 1.88 Schinkenpolnische... Pfd. 1.18 Streichmettwurst.... Pfd. 1.20 Zervelat u. Salami... Pfd. 1.66 Teewurst, grob u.fein. Pfd. 1.65 Dampfwurst.... Pfd. 0.98,0.78 Braunsdi. Zervelatw... Pfd. 1.98 Gem. Aufschnitt... Pfd. an 2.00 Bruchreis........ Pfd. Burma-Reis....... Pfd. Weizenmehl...... Pfd. Wiener Auszugsmehl 5 Pfd. FISCHE, RÄUCHERWAR. KOLONIALWAREN Seelachs o. Kopf L Gz. Pfd. 0.26 Kabeljau o. Kopf L Gz. Pfd. 0.40 Zander gefroren.... Pfd. 0.60 Goldbars ohne Kopf. Pfd. 0.35 Grüne Heringe.,. 3 Pfd. 0.58 Fischfilet....... an Pfd. 0.42 Muscheln...... 3 Pfd. 0.40 Lebende Karpfen an Pfd. 0.96 Lebende Aale... an Pfd. 0.98 Fettheringe. an 12 Stüde 0.50 Fettbücklinge... an Pfd. 0.34 Seelachs geräuchert.. Pfd. 0.50 Schellfisch geräuchert. Pfd. 0.50 . Pfd. .. Pfd. .. Pfd. an Pfd. . Pfd. Pfd. Harlemer Blumenzwiebeln Gr. Auswahl. Billigste Preise Kartoffelmehl. Hartweizengriefi.., Gelbe Erbsen.... Grüne Erbsen.... Eierschnittnudeln.. Hartgries-Makkaroni . Mandeln süß...... Pfd. Sultaninen...... an Pfd. Zitronat Pfd. Ringapfel...... an Pfd. Pfirsiche......... Pfd. Kaffee frisch gerast, an Pfd. Hühner, gefr.. an Pfd. 0.90 Masthuhner, fr. an Pfd. 0.90 Jg. Gänse, frisch an Pfd. 0.95 Jg. Enten frisch an Pfd. 1.10 Fasanenhennen. Stck. 2.85 Rebhühner gefr. an Stck. 1.25 Brathühnchen. an stck. 0.98 Hirschbiatt... an Pfd. 0.90 Hirschhaxe.... Pfd. 0.60 Wildschweinkeule Pfd. 1.40 Wiidragout... Pfd. 0.52 Milchmastpoulets Pfd. 1.30 Ganse ausgeschlachtet: Stückenfleisch... Pfd. 1.10 Keulen.....*. Pfd. 1.60 Brust............ 1.40 Leber........ Pfd. 2.40 BUTTER U N D KÄSE OBST UND GEMÜSE 0.18 0.22 0.23 1.35 0.18 0.30 0.20 0.18 0.48 0.55 1.80 0.32 1.40 0.70 0.72 1.90 Awslandseier 10 Stück........... an 0.73 Stangensparg.don»>/, Spargeiaaschn.»/, i Frischfleisch aus unserer eigenen GroSschlächterei besonders zu empfehlen: Kassier..... Pfd. 1.08 Molkereibotter.... Pfd. 1.34 Tafelbutter..... Pfd. 1.70 1.48 Dänische Butter.... Pfd. 1.78 Margarine Pflanzenfett Pfd. 0.50 Bratenschmalz..... Pfd. 0.78 Steinbuscher, vollfett. Pfd. 0.90 Romadour, 20%.... Pfd. 0.70 Limburg, u. Romad. 40% Pfd. 0.90 Echter Eis. Münsterkäse Pfd. 1.80 Edel Blockkäse.. 20% Pfd. 0.68 Schlemm.-Blockkäse40%Pfd. 1.10 Finn. Schweizerkäse•• Pfd. 1.28 Edamer, vollfett.... Pfd. 0.84 Tilsiter, vollfett..... Pfd. 0.82 Camembert vollfett Sdiocht. 0.25 Kräuter-Käse Streichf. Stck. 0.25 Harzerkäse....... Pfd. 0.35 Tafelapfel...... Pfd. 0.25 Tafelbirnen,KSstliehe Pfd. 0,32 Kachbirnen Pfd. 9.18 Maronen....... Pfd. 0.40 Musäpfel I, große.. Pfd. 0.20 Geliert» Butterbirne. Pfd.�0.32 Goldparmänen... Pfd. 0,33 Kurtrauben, Meraner Pfd. 0,30 Senfgurken, große. Pfd. 0.12 Blumenkohl... an Kopf 0.10 Sellerie, gr. Knostee, 2 Pfd. 0.55 Rotkoh I, Weiß o.Wirsing Pfd. 0.03 Tomaten........... 0.10 Kürbis........ pfd 0.05 Blattspinat..... 2 Pfd. 0.15 Rübchen, märkische Pfd. 0.15 Kartoffeln, gelbe ,10 Pfd. 0.22 DELIKATESSEN KONFITÜREN i/rD«. 1.95 --- z,-----—...■] Dos. 0.90 Junge Erbsen..>, vas. 0.70 Gem.GemusenM�'ViDs. 0.98 Jg. Brechbohnen% Dos. 0.45 ölsardinen..... 5 Dos. 0.98 Olsqrd. Amieux.Freres Dose 1.00 Span. Sprotten in Ol. 2 Ds. 0.85 Makrelenfilet i. Tomat.. Ds. 0.55 Rallheringe!. Rem.... Ds. 0.65 Gabelbissen....... Ds. 0.85 Fettheringe in Tarn. Ds. 0.7S 0.55 Krebsfleisch....... Ds. 2.26 Fischklöße..... 2 Pfd. Ds, 2.00 Ochsenfleisch in eig. Sott Ds. 1.10 Würstchen.... 5 Paar Ds. 0.88 Apfel-KirschMorm.ca.2Pfd.Eim. 0.95 Apfei-Joh. Marm. 2 Pfd. Eim. 0.95 Himbeer-Konf. ca. 1 Pfd.-Glas 0.96 Aprikos.-Marm. ca. 1 Pfd. Gl*. 0.60 Pflaumen-Marm.ca.1 Pfd. Gl». 0.50 Malzbonbon.... Pfd. 0.50 Honigbonbon.... Pfd. 0.55 Eucalyptusbonbon. Pfd. 0.85 Eucalyptus-Rocks.. Pfd. 100 Rekord-Pral.-Mischg. Pfd. 0.98 Kokosflockenm.Schok. Pfd. 0.98 Vollmilch-Bruch-Schok Pfd. 1.00 Speise-Bruch-Schok. Pfd. V.90 Herrenkringel.... Pfd. 100 Teegebäckmischung Pfd. 1.00 Halbmondkeks m.Schok. 1.00 Haushaltkqkao... Pfd. 0.58 kurgm.VoIlm.Krok.Schok.Pfd. 0.25 _ Korstod» Bomb«.O.ljl Zigarren Gr Kors,0dt...0.10 KARSTADT U-BAHNHOF HERMANN PLATZ• DER KARSTADT- BAHNHOF MM mcr ate Nr. 451* 47. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Freitag, 26. September 1930 Noch mehr Wohnungselend? Gefährliche glätte her �eichsregierung./ Von Stadttammerer Bruno Asch, Frankfurt a.M. Unter den Gesetzentwürfen, die die Reichsregieruntz dem Reichstag kurz vor der Auflösung zugeleitet hat und von denen sie eine Verbesserung der Wirtschaftlage erwartete, befindet sich auch das Gesetz über M atznah nicn zur Verbilligung des mit öffentlichen Mitteln gesördcrten Klein- Wohnungsbaues. Da anzunehmen ist, daß dieser Gesetz- entwurf in Kürze wieder aufleben wird, empsiehlt es sich, schon jetzt die Aufmerkfamteit auf seine den großstädtischen Moh- nungsbau gefährdenden Tendenzen zu lenken. Ob und wieweit es möglich ist, durch behördliche Maßnahmen eine Senkung der Baukosten herbeizuführen, mag dahingestellt sein. Es ist ober sicher, daß das beabsichtigte Gesetz in der Hauptsache wesentlich andere Ziele verfolgt, als es die Gesetzes- Überschrift vermuten läßt. Nach dem geltenden Gefetzeszuftand ist die Bereitstellung von Mitteln aus dem Hauszinssteueraufkommen Sache der Länder. Reichsrechllich ist nur festgelegt, daß mindestens die Hälfte des Auf- kommens aus der Hauszinssteuer für die Förderung des Klein- Wohnungsbaues bereitgestellt werden muh. Wie diese Mittel im einzelnen zu verteilen sind, ob das Schwergewicht bei den Landes- oder Gemeindebehörden liegen soll, entscheidet bisher das einzelne Land selbständig. Diese Regelung hat zweifellos sehr wesentliche Vorteile für sich, und die umfassende Bautätigkeit der letzten Jahre hat bc- wiesen, daß in den einzelnen Ländern alle öffentlichen Kräfte in stärkstem Maße für die Beseitigung des Wohnungsnotstandes ein- gesetzt worden sind. In Preußen, dem größten Land, hat nian bisher sieben Zehntel des für Wohnungsbau bestimmten örtlichen Aufkommens an Hauszinssteuer der Gemeinde belassen, während die restlichen drei Zehntel einem Ausgleichs- f o n d s zugeführt und zentral verwaltet und vergeben worden sind. Gegen diese Abtrennung eines erheblichen Teils des örtlichen Auf- kommens zugunsten des staatlichen Wohnungsfürsorgefonds ist seit Jahren von den Großstädten Sturm gelausen worden. Sie haben immer wieder und mit eindrucksvollen Zahlen darauf hingewiesen, daß nach allen statistischen Erhebungen die Großstädte nicht nur den relativ größten Wohnungsbedars ausweisen. sondern daß auch bei ihnen die Sanierung unbewohn- bar gewordener Stadtquartiere zu den vordringlichsten Aufgaben j gehört. Es ist bekannt, daß Städte wie Berlin, Frankfurt a. M., Wiesbaden, Hannover, die über ein besonders hohes Auf- kommen an Hauszinssteuer verfügen und gleichzeitig erhebliche Wohmmgsbedarfsziffern aufweisen, seit Jahren große Summen über den Ausgleichsfvnds abführen, aber s o gut wie keiner- lei staatliche Mittel zur Verfügung gestellt erhalten haben. Die vielfältigen Diskussionen über die schwere Schädigung, die gerade der Stadt Berlin durch diese Methode der Hauszinssteueroerteilung zugefügt worden ist, haben ja wiederholt im Preußischen Landtag und in der Berliner Stadtverwaltung zu heftigen Erörterungen und zu den verschiedensten Eingaben des Berliner Magistrats, ebenso wie des Frankfurter Magistrats wegen der ähnlichen Verhältnisse in Frankfurt a. M.„ geführt. Durch das neue Reichsgefetz soll nunmehr der gegeirwärtige für die Großstädte äußerst nachteilige und gefährliche Zustand weiter verschlechtert werden. Das Reichsgesetz sieht vor, daß nicht weniger als die halste des örtlichen Auskommens der für den Wohnungsbau bestimmten hauszinssteuer innerhalb des Landes zentral verteilt, also dem Ausgleichssonds zugeführt werden soll. wird diese Bestimmung Gesetz, dann ist nach allen Erfahrungen der Vergangenheit damit zu rechnen, daß den großen Städten wie Berlin. Frankfurt a. w., Köln, Düsseldorf weitere sehr bedeutende Wittel aus dem hauszinssteuerauskommen entzogen und dem Wohnungsbau in den Kleinstädten und aus dem Lande zugeführt werden. Wenn auch das Reichsgefetz vorsieht, daß die Verteilung dieser Mtttel sich dem wirklichen Bedarf anpassen soll, so lehrt doch die Erfahrung der letzten Jahre überaus deutlich, daß bei allen zentralen Verteilungen aus Fonds sich eine ausgesprochene Großsiadt-Zeindlichkeit auswirkt, unter der die Großstädte ja nicht nur bei der Ausschüttung von Fondsmitteln, sondern auch vor allem bei der Gestaltung des Finanz- und Lastenausgleichs in unerträglicher Weife heute schon leiden. Es komnit aber weiter hinzu, daß die Durchführung einer der- artigen Bestimmung in einer Reihe von Städten praktisch gar nicht möglich ist. weil dort der Vorgriff auf Hauszinssteuer- mittel für eine Reihe von Jahren bereits erfolgt ist. Selbstverständ- lich müsien diesen Städten die Summen zur Verfügung bleiben, welche sie zur Erfüllung ihrer Verpflichtungen aus Hauszinssteuer- vertrügen benötigen. Würde man in diesen zahlreichen Orten das örtliche Aufkommen bis auf die Hälfte zugunsten des zentralen Fonds kürzen, dann würde es praktisch nicht nur zu einem Stillstand der Bautätigkeit kommen, sondern auch zu Gesahren für die örtliche Finanzwirtschaft, die unerträglich sind. Ist man aber genötigt, solchen Städten, die«inen Vorgriff auf das künftige Hauszinssteuerauskommen für richtig hielten, die für die Erfüllung dieser Verpflichtungen erforderlichen Mittel zu belassen, dann ist es natürlich doppelt ungerecht, den übrigen' Städten, welche zumeist aus Gründen einer sorgfältigen Finanzwirtschaft dies« Methode der Vorfinanzierung unterließen, nunmehr den Nachteil einer schwerwiegenden Beeinträchtigung bei der Verwendung ihres örtlichen Hauszinssteuerauftommens zuzu- muten.« Es ist unerträglich, den gegenwärtig bestehenden Rechts- zustand auf dem Gebiete der Hauszinssteueroerteilung mit einer verhältnismäßig kurzen Frist— zum 1. April 1931—. wie es hier vorgesehen ist, abzuändern, insbesondere, da eine fach- lich« Notwendigkeit zwetfellos dafür nicht vorliegt. Schon heut« besteht die Bestimmung, daß in den ivtädten, in denen das örtliche Hauszinsstcueraufkommen nach Maßgabe der bestehenden Richt- linien nicht verwandt werden kann, die überschießenden Beträge an den Landesausgleichsfonds abzuführen sind. Praktisch aber liegen die Ding: so, daß fast überall noch der Bedarf nach neuen, mcnschenwürdigeu Wohnungen so groß ist. hcch die hier vorgesehene stark zentrattstische Regelung noch aus Jahre hinaus entbehrt werden kann. Heute würde sie sich nur als eine einseitige und durch nichts zu rechtfertigende weitere Maß- nähme gegen die großen Städte auswirken. Man will sich aber nicht damit begnügen, eine Verteilung des Steueraufkommens herbeizuführen, die von den großen Städten mit allen Mitteln bekämpft werden muß, sondern sieht außerdem vor, daß im Rahmen der gesetzlichen Regelung auch Richt- linien für die künftige Gestaltung der einzelnen Wohnung s- bautypen aufgestellt werden. Vor derartigen zentralen Festlegungen kann man gar nicht nachdrücklich genug warnen. Selbst die Gesetzesbegrün- dung muß anerkennen, daß die groß« Verschiedenheit der örtlichen Verhältnisse einheitliche Richtlinien außerordentlich erschwert. Meines Erachtens würde praktisch die Aufstellung derartiger Richt- linien entweder dahin führen, daß im großen Umfange in den ein- zelnen Orten unzweckmäßige, den örtlichen Bedürfnissen nicht entsprechende Bauten errichtet werden oder dauernde Aus- nahmen von den Richtlinien zugelassen werde» müssen. Daß dies praktisch auf nichts anderes hinauskommt als auf eine erneute Vermehrung des behördlichen Schreibwerks und des Instanzen- Zuges, an dem wir in Deutschland doch wirklich keinen Mangel l>aben und der das deutsche Volk bereits genügend Geld kostet, scheint mir offensichtlich zu sein. Es genügt, wenn zwischen der Reichsregierung und den ein- zelnen Ländern Vereinbarungen getroffen werden, die sich in den bereits bestehenden Richtlinien der einzelnen Landesregierungn mit ihrer viel größeren Beweglichkeit auswirken können. Es scheint, als ob man im Reich zu einem Zeitpunkt, in dem man berechtigter- weife nur van einer durchgreifenden Verwaltungsrc form wirklich große und dauernde Ersparnisse erwarten kann, an ein- .zelnen Stellen eifrig bestrebt ist, durch den Aufbau eines neuen Behörden- und Verwaltungsapparates alle auf Vcrwaltungs- Verminderung hinzielenden Tendenzen illusorisch zu machen. Der Reichstag wird gut daran tun, sich den„Eni- wurf über ein Gesetz über Maßnahmen zur Verbilligung des mit öffentlichen Mitteln geförderten Kleinwohnungsbaues" sehr genau anzusehen und alle diejenigen Maßnahmen zu beseitigen, die eine unnötige und unverständliche Gefährdung der großstädtischen Eni- Wicklung mit sich bringen und zu einer weiteren Verteuerung des Verwaltungsaufwandes automatisch führen müssen. 260 Millionen. Die Neichsbank berichtet über die vergangene Eturmwoche. Der Reichsbankausweis vom 23. September, der erste auffchlußgebende Ausweis über die Auswirkung des Wahlergebnisses auf die Reichsbank, liegt jetzt vor. Er umfaßt freilich noch nicht den Montag und Dienstag dieser Woche, an denen etwa 70 Mil- lionen Gold neu verschickt wurden und auch die Devisenabgaben noch zugenommen haben. Insgesamt ergibt sich für die Woche vom 16. bis 23. September ein Gold- und Deoisenverlust von 260,8 Millionen Mark. Die Bestände an Handelswechseln sind nach dem Aus- weis um 14,5 auf 1351,8 Millionen gesunken. Diese Angabe gibt aber kein klares Bild. Die Reichsbank hat nämlich aus ihrem Wechselkonto, dos Inlands- und Auslandswechsel zusammen ent- hält, etwa rund 120 Millionen ausländische Wechsel für ihre Devisenabgaben mit herangezogen. Es müssen also rund 106 Mil- lionen inländische Wechsel in der Woche zum 23. September der Reichsbank neu zugeflossen sein, was nrit der Beobachtung übereinstimmt, daß die Banken bei der Reichsbank Wechsel«in- gereicht haben, um mit dem Erlös die erforderlichen Devisen an- zuschaffen. Wie gewöhnlich in der dritten Monatswoche, zeigen die fremden Gelder auf Girokonto durch die Einzahlungen von öffentlichen Stellen eine Zunahme und zwar um 91,0 auf 443,2 Millionen. Die auffälligsten Veränderungen zeigen sich natürlich bei den Gold- und Devisenbeständen. Die Goldbestände waren bis zum 23. September um 35,1 auf 2583,6 Millionen, die Be- stände an deckungsfähigen Devisen um 96,7 auf 223,7 Millionen ver- ringert. Wie gesagt, fehlen hier die summenmäßig noch sehr bc- trächtlichen Abgänge dieser Woche. Diesem Verlust an Deckungs- werten sind noch die oben genannten 120 Millionen Auslands- wechfel und weitere 8 Millionen Devisen von dem Konto„Sonstige Aktiven" hinzuzurechnen, so daß sich für die Woche zum 23. Septem- der insgesamt ein Verlust von 260,8 Millionen an Gold und Devisen ergibt. Unser mehrfacher Hinweis, daß diese Gold- und Devisenabgaben für das Dcckungsverhältnis der Noten und in diesem Sinne auch für die Währung fast ohne Bedeutung sind, wird durch die Angabe bestätigt, daß sich die Deckung der Noten durch Gold und Devisen zusammen gegenüber der Vorwoche noch von 69,2 auf 69,6 Proz. erhöht hat. Das ist erheblich weniger als die Erhöhung betragen haben würde, wenn die Beunruhigung des Auslands nach den Wahlen nicht eingetreten wäre. Di« relative Verschlechterung wird deutlich im Vergleich zum 23. August d. I., wo die Gold- und Devisendeckung 73,5 Proz. betrug, und der Notenumlauf relativ größer war. Gegenüber dem 23. September vorigen Jahres ist die Gold- und Devisendeckung der Noten mit 69,6 gegen 59,9 Proz. auch jetzt noch erheblich besser. Wer ist verantwortlich? Oer Skandal bei Industriebau Held& Francke. Am Sonnabend tritt die Generalversammlung der Industrie- bau Held u. Francke A.-G. zusammen, um von Vorstand und Aufsichtsrat Rechenschaft über das Geschäftsjahr 1929 zu verlangen. Daß diesmal wirklich Rechenschaft abgelegt wird, muß neben den Aktionären auch die Oefsentlichkeit verlangen. Jahrelang erschien dieses Unternehmen als eines der gesichertsten und erfolgreichsten des Baugewerbes. Die Industriebau A.-G. übernahm 1927 die G r o ß c r- K l e i n Bau A.-G. und die Held u. Francke A.-G. und gliederte sich 1929 die P u s ch G. m. b. H., S e n f t e n b e r g, an. Die Zahl der Beschäftigten stieg von 2000 im Jahre 1925 auf 5000 im Jahre 1929, Zweig- g c s ch ä f t e und Niederlasjungen wurden in zahllosen Städten Deutschlands gegründet, und die Dividende wurde von 6 Proz. (1926) auf 11 Proz.(1928) erhöht. Der Mitte des Jahres 1929 erteitte Geschäftsbericht für 1928 versprach noch etwa die gleichen Gewinne für das laufende Geschäftsjahr, obwohl wegen des strengen Winrers 1928/29 die Tätigkeit einige Monate völlig ruhte. Sicher glaubte so di« A.-G. für Verkehrswesen(oder ihr allmächtiger Beherrscher Dr. L ü b b e r t) ihre ausgedehnten Bauinteressen auf ein besonders solides und rentables Unternehmen auszudehnen, als sie im Jahre 1929 von den O st werken(oder von Herrn Ludwig Katzenellenbogen) di« Aktienmehrheit übernahm. Sehr bald danach begann aber der Kurs der Industrie- bau-Aktien auffällig zu sinken, von 125 im Juli 1929 auf 80 im Januar 1930: man hörte etwas von Verlustgeschäften in Schmor- gendorf— aber die Leitung des Unternehmens versicherte, daß das Vorhaben in Schmargendorf ganz unbedeutend im Vergleich zu den Gesamtaufträgen sei, daß man mit einer höchstens zweiprozentigen Dividendenkürzung(also mit 9 Proz.) rechnen dürfe. Die Vorgänge bei der A.-G. für Verkehrswesen, bei denen die Banken Herrn Dr. Lübbert zur Herabsetzung der Divi- dende zwangen, brachten einige Ueberraschungen an den Tag: Grund für das Vorgehen der Banken war nämlich nichts anderes ais die katastrophale Lage der Industriebau Held u. Francke A.-G. Der Kurs der Aktien ist inzwischen auf 20 Proz. gestürzt. Es ist sicher, daß nach einem Reingewinn von mehr als VA Millionen im Jahre 1928 ein Verlust von 6 bis 7 Millionen im Geschäftsjahr 1929 ausgewiesen wird— und das bei einem Ka- pital von 8,16 Millionen! Das ist ein ungeheuerliches Ergebnis— und es muß als aus- geschloffen bezeichnet werden, daß ein solcher Verlust in einem Geschäftsjahr eingetreten ist. Er ist nur so zu erklären, daß in den Vorjahren die Bilanzen falsch aufgestellt wurden— ob bewußt oder unbewußt, wäre eine Frage, die der Staats- anwalt zu klären hätte, wenn Auffichtsrat und Generalversammlung dazu nicht in der Lage wären. Und wie ist der Verlust entstanden? Bei den Fusionen sind alle Direktoren und Aufsichtsräte mit übernommen worden. Da- durch allein— wenn man die Frage nach der Höhe der Gehätter außer acht läßt— sind die Verwaltungskosten so gewaltig gestiegen, daß man jetzt an ihnen jährlich eine ganze Million sparen will! Sehr nahe liegt der Verdacht, daß halbfertige Bauvorhaben und die Lager von Baumaterialien zu hoch bewertet wurden. Sind tatsächlich zu einer Zeit, als noch nicht e i n Stein gesetzt war, auf das Bauvorhaben in Schmargendorf 200 000 M. Gewinn in die Bilanz eingesetzt worden? Darüber hinaus wird mit Bestimmtheit versichert, daß einige Direktoren mit der eigenen Gesellschaft Geschäfte gemacht haben, die eine glatte Jnteressenkollision darstellen. Haben Direktoren als Bauherren bei der eigenen Gesellschaft Bauten in Auftrag gegeben, für die sie sich Provision zahlen ließen und die außerdem noch für die Gesellschaft verlustreich endeten?-.... Haben Direktoren für eigene Rechnung an die Gesellschaft Holz. verkauft? Und was für Umstände spielten bei der unzureichenden.'r Finanzierung des Schmargendorfer Vorhabens eine Rolle? Vielleicht beweist Herr Dr. Lübbert etwas Energie in der Aufklärung dieser Dinge, da sie zum größten Teil vor seiner Uebernahme des Vorsitzes im Aufsichtsrat geschehen sein müsien. Der Oefsentlichkeit aber beweist dieser Skandal wieder«in- mal, wohin Unfähigkeit und Bercicherungswillc des so gepriesenen Unternehmergeistes führen. Kelien und Guitleaume gründet um. Um für die Kartellpolitik beweglicher zu fein In der Aufsichtsratssi tzung der Fetten u. Guilleaumö Kavlswerk A.-G. wurde die Abgliederung der Eisen- und Stahldrahterzeugung von der Kupfer- und Kabelerzeu- gung beschlossen, die die Haupttätigkcit dieses größten europäischen Kabelkonzerns darstellt. Di« Betriebe der Eisen- und Stahldraht- erzeugung und die damit in Verbindung stehenden Beteiligungen werden in eine besondere Gesellschaft, die Feiten u. Guilleaume Karlswerk Eisen- und Stahl- A.-G., eingebracht, die ein Kapital von 18 Millionen Mark hat und ab 1. Juli 1930 als er- richtet gelten soll. Die Unabhängigmachung der Eisenabteilung van der elektrotechnischen wird als eine Maßnahme bezeichnet, deren Notwendigkeit sich in einer Zeit der Jnteressenverbin- düngen und Kartelle ergibt, um eine größere Bewegungs- freiheit zu erreichen. Der Fetten-u.-Guillcaume-Konzern hat im vergangenen Jahre IVi Proz. Dividende verteilt: im ersten Halb» jähr des neuen Geschäftsjahres sind die Gewinne mit dem Vorjahr auf gleicher Höhe geblieben. Billigeres Benzin! Oie deutsche Benzinkonvention aufgeflogen? Wie aus Köln gemeldet wird— die Meldung ist noch n i ch j bestätigt—, ist das Kartell der deutschen Benzinkonveittion auf- geflogen. Da man der Außenseiter, die billiger verkaufen. nicht mehr Herr wird, will man der freien Entwicklung des Marktes keine Hemmungen mehr entgegensetzen. Wenn die Meldung stimmt, wird ein offener allgemeiner Kampf um die Benzinpreiso einsetzen. Die Verbraucher würden das begrüßen. Der Volks- Wirtschaft kann es nur nützen. Güterverkehr der Reichsbahn wächst weiter. Der Güterverkehr auf der Reichsbahn entwickell sich merk- würdigerweise in umgekehrter Richtung wie die Arbeitslosigkeit. Während die Arbeitslosigkeit bis zum 15. September weiter zunahm, ist der Güterverkehr in den Wochen vom 10. August bis zum 13. September schneller gestiegen als in der gleichen Zeit des vorigen Jahres. Die arbeitstägliche Wagcngestellung hat von 125 000 auf 134 900, also um rund 10 000 Wagen zugenommen, während im Vorjahr nur eine Zu- nähme um 7500 Wage» erfolgte. Diese Entwicklung ist auf- fällig, wenn man berücksichtigt, wie sehr viel schlechter die Eisen- Produktion und das Baugewerbe im Vergleich zum vorigen Jahre stehen. t Lim die Arbeitslosenversicherung. Beitragserhöhung und Leistungsverschlechierungen? Das Relchekabinctt Hot die Erhöhung der Arbeilslosenversich«- r, ngsdeiträge um 2 Pro,, aus 6/i Pro;, beschlossen. Damit soll der Mehrbedars bei der Arbeitslosenversicherung gedeckt werden, der b> Ende des lausenden Etatsjahres(März aus HOO M i l- ! i o n e n M a r k geschäht wird. Das wirkliche Dcsizit dürste höher sein, so daß mit der zwciprozcntigen Erhöhung der Beitröge, die an sich ja nur die Hälfte des Mehrbedarfs decken soll und etwa WO Millionen Mark erbringen wird, der Ausgleich nicht erzielt werden kann. Das ist das Ende der Beitragspolitik der bürger- lich« Parteien. Als sich die ersten Beibungen in der Arbeitsloscnversichcnmg zeigten, verlangten die Gewerkschaften eine gründlichere Sanierung der Arbeitslosenversicherung in Verbindung mit einer Bei- tragserhöhung. Hätte man damals den Mut dazu gehabt, so würde man die Arbeitslosenversicherung aus eine gesunde Basis gestellt hoben. Die„Gewerkschafts-Zeitung", das Organ des ADGB., schrieb damals, iom Juli 1929, einen Artikel in dem Sinne, den sie bezeichiienderweise mit der Ucberschrift„Sanierung oder Abbau der Arbeitslosenversicherung" versah. Die bürgerlichen Parteien entschieden sich nicht für die Sanienmg. Unter Fühning der Deut- schen Volkspartei wurde eine ausgesprochene Verzögerungs- Politik durchgeführt. Das Zentrum hat diese Politik gestützt. Die beschlossene Beitragserhöhung bedeutet Lohnkürzung und es ist selbstverständlich, daß sich die Massen gegen diese Lohnkürzung in einer Zeit doppelt wehren, in der der Rcal-- lohn von ollen Seiten angeknabbert wird. In einer Zeit der schlimmsten Krise, wo die Lasten gemeinsam getragen werden müßten, hat sich in Deutschland die fixe Idee gebildet, olles auf die Schulkern der orbeilenden Massen abzuwälzen. Man verspricht dem Besitz Steuererleichterungen und liebäugelt mit dem Gedanken, durch Eingriff in die Tarif- vertrage eine Lohnsenkung durchzuführen. Die Löhne, die an sich durch den Absturz der Akkordsätze zurückgegangen sind, sollen weiter, sollen unter das Maß des Erträglichen gedrückt werden. Der vor den Wahlen versprochene Preisabbau ist nicht«in- getreten. Selbst gegen de» unerhörten Wucher mit Marken- artikeln hat man nicht das geringste unternommen. Die Vor- gänge ini Beichsroinschastsrat haben gezeigt, daß bei der Regie- rung die Untcruehmerstimmen mehr wiegen als die Stimmen der Arbeitnehmer und Verbraucher. Während man, verglichen mit der Zeit der Hochkonjunktur, die Löhne halbierte, gcrantiert man dem Handel durch Hochhaltung der Markenartikelpreisc u. a. in. das Einkommen. Die Lastemierteilung ist so ungerecht wie nur möglich. Dadurch ist die Forderung begründet, einen ganz erheblichen Teil der Mittel, die man durch die Erhöhung der Arbeitsloscn»ersiche- rungsbeiträgc um 2 Proz. hercinbriiigen will, durch Streichungen im Etat einzusparen. Ganz unmöglich ist die Idee, durch weitere Vcr- schlechterungen der Leistungen zur Deckung des Defizits in der Ar- beitsloscnvcrsicherung beizutragen. Die gegenwärtige Krise ist so schlimmer Natur, daß die Arbeitslosigkeit eine Art Dancrzu- stand geworden ist. Die Arbeitslosenunterstützung ist kein lieber- gangsgeld, keine Hilfe, um eine kurze Notlage zu überbrücken. Millionen sind aus die Arbeikslosenunkerstützung angewiesen. Für Millionen stellt sie das einzige Einkommen dar. Ohne diese Unterstützung stehen Millionen vor dem Nichts. Eine Kürzung der Leistung ist einfach unerträglich. Die Gewerkschasteir sind nach wie vor bereit, zur Aufrechter- Haltung der Arbeitslosenversicherung beizutragen. Sic müssen sich jedoch entschieden wenden gegen jede Kürzung der Leistungen. Notwendig ist daher eine entsprechende Revision der Notverord- nung, weiter ein'Ausbau der Krisensürsorge, die Einbeziehung der Wohlfahrtserwerbslosen in die Krisensürsorge usw.: vor allem muß die Garantie dafür gegeben werden, daß die Leistungen nichl geschmälert werden. Es ist sehr leicht, diese oder jene Maßnahme durch Notverord- nungen zu diktieren. Die Regierungen dürfen ober nicht vergessen, daß die Grenze des Erträglichen erreicht ist! Gireit, Streik und nochmals Streik. Das Allheilmittel der KpV. „Streik ist eine der mächtigsten Waffen, di« ihr, Proletarier, in der kapitalistischen Gesellschaft hobt, laßt euch nicht diese Masse aus den Händen schlagen, sonst seid ihr wehrlos!"(„Rote Fahne".) Bevor an ein« von Moskau aus geleitete Kommunistische Partei in Deutschland zu denken war, hat die schwache sreigewerkschastlich organisierte Arbeiterschaft in Deutschland sich das Streikrecht errungen und trotz dem 8 163 der Gewerbeordnung davon Gebrauch gemacht Die organisierte Arbeiterschaft hat jedoch oft genug erfahren, daß der Streik eine zweischneidige Masse ist und diese in manchen Kämpfen teuer erkauft« Erfahrung bei der Entwicklung ihrer Streik- taktik verwertet. Zur Waffe des Streiks darf nur gegrifse» werden, wenn sie mit einiger Aussicht auf Erfolg geführt werden känn, wenn alle friedlichen Mittel zur Beilegung von Lohndiffercnzen versagt lraben. Aber auch dann darf die organisierte Arbeiterschaft diese Masse nur in die Hände von Männern geben, die sich ihrer Verantwortung bewußt sind und mit dieser Masse umgehen können. Wer gegenwärtig bei der ungeheueren?l r b e i t s l os i g k c i t tagtäglich zum Streik hetzt, zum Streik unter allen Umständen, um jeden Preis, der arbeitet dem scharfmacherischen Teil des Unter. nehmertums in die Hände. Bei der augenblicklichen Winfchoftslagc kann-das Unternehmertum einen Streik leicht ertrage». Damit ist nicht gejagt, daß wenn alle Stränge reißen, auch jetzt der eine oder andere Streik notwendig werden kann, wobei es dann aber weit mehr als sonst darauf ankommt, wie« r g e- führt wird, von weni er geführt wird. Eine Streik machcrei aber wie die KPD. sie durch ihr« „Revolutionäre Gewerkschaftsopposition" betreibt, hinter der reine Organisation steht außer einigen Sonderorganijationen und die sich aus„klassenbewußte" Unorganisierte und Erwerbs- lose stützen will— die Erwerbslosen sollen als Massenstreik- p o st e n fungieren— führt nach den unvermeidlichen Rückschlägen schließlich dazu, daß dann, wenn es gilt durch den Streik etwas zu erreichen, die Arbeiter nicht mehr für den Sireik zu haben, nicht mehr aus den Betrieben herauszubringen sind. Doch was kümmert's die KPD., wie ein Streik ausgeht. Schlägt er fehl, dann sucht sie die Schuld der„Gewerkschafts- bürokratie" in die Schuhe zu schieben, erneut gegen di« Gewert- fchasten zu Hetzen, um die Einheit der Gewerkschaftsorganisation zu stören, die Aktionskraft der Gewerkschaften zu schwäche». Di«„Revolutionäre" wissen sehr wohl, daß die durch Tarif- oertrag verpflichteten Gewerkschaften keine wilden Streiks sanktionieren können. Daß sie gar Streiks unterstützen sollen, di« die KPD. gegen di« Gewerkschaften vom Zaun bricht, ist «ine Zumutung, zu der die ganze Unverfrorenheit politischer Abenteurer gehört. Die Gewerkschaften lassen sich ihr« Taktik nicht von den Moskau- bonzen in der Kleinen Alexonderstroß« vorschreiben. Sie werden ober nicht ruhig zusehen können, wenn die KPD. durch unerhörten Terror von„Massenstreikposten", durch Drohungen und Ver- folgungen ihre Krampsstreiks zu„erweitern" sucht. Wer den kommunistischen Streikporolen fotge» will, mag es tun, er tut es auf eigene Gefahr. Doch für den Ausgang muß er sich bei denen bedanken, deren Parolen er gefolgt ist. Der frei- gewerkschaftlich organisiert« Arbeiter hält sich trotz der mit Hochdruck betriebenen kommunistischen Streithetze an die Beschlüsse seiner Orga n isot i o n. Konflikt in den Wurstfabriken. Lohnahbau ist die Parole. Di« in den Berliner Wurstsabriken Beschäftigten hoben an die Fabrikanten Lohnforderungen gestellt, di«, selbst wenn sie voll be- willigt würden, die Preise sür Fleisch- und Wurstwaren nicht um einen Pfennig erhöhen brauchten, weil keine andere Arbeitgeber- gruppe so günstig ihr Rohmaterial einkaufen und verwerten kann, wie gerade die Berliner Wurstworenfabrikanten. Wie bei allen anderen Artikeln, hat auch hier di« konsumierend« Bevölkerung nichts vom Preisrückgang der Lebendviehpreise und Rohmaterialien gemerkt: die Wurstsabriken haben noch immer ihr Schäfchen ins trockene gebracht. Die Wirtschaftlichkeit ihrer Be- triebe weist auch jetzt noch eine aussteigende Kurve auf/ was die Dividenden und die Um- und Neubauten beweisen. Trotzdem es den Berliner Wurstwarenfabrikanten Verhältnis- mäßig gut geht, weigern sie sich, auch mir einen Pfennig von ihren Gewinnen an die Arbeiter abzugeben. Auch sie laufen der wohn- sinnigen Porole des Lohnabbaues nach. In den Berhandluiigen lehnten sie nicht nur jede Lohnerhöhung ob, sondern ließen unzweideutig erkenne», daß sie hocherfreut über die Kündigung der Löhne wären, denn nun wäre auch für sie die Gelegenheit da. noch dem Borbild der Metollindustriellen die Löhne von sich aus zu bestimmen. Sie spekulieren dabei auf di« Mithilfe der arbeitslosen Fleischergesellen und die christlich organisierten Fleischer, deren Organisation das Lohnabkommen nicht gekündigt hat. Die im Verband der Nahrungsmittel, und Getränkeorbeiter arganisicrten Fleischergesellcn und di« im Gosaintverdand und Zentral verband der Heizer und Maschinisten organisierten Arbeiter sind ober fest entschlossen, nicht nur jeden Lohnabbau abzuwehren, sondern darüber hinaus ihre berechtigten Forderungen durch- zusetze n. Sollten die Fabrikanten weiter aus ihrem ablehnenden Standpunkt beharren, so werden sie bald erkennen müssen, daß ihren Arbeitern genügend Mittel zur Bersügung stehe», um sie zum Nachgeben zu zwingen. Wahlergebnis bei den Maschinensehern. Die notwendige Stärkung der Amsterdamer Wchtung. Die„Rote Fahne" vom Dienstag jubelt über de» O p p o- s i t i o n s s i e g bei den Mafchinensetztern, da die Opposition bei der Barstandswahl eine knappe Mehrheit erzielte. In der sehr stark besuchten außerordentlichen Gcireralversomm- lu»g des Brandenburgisttyen Maschinensetzcrvereins am Sonntag in Kliems Festsälcn wurden sür die Liste der Amsterdamer Ge- werkschastsrichtung 627 imb für die Liste der„revolutionären" Ge- werkschaftsopposition 672 Stimmen abgegeben. Der kommunistische Spitzenkandidat Engel meier ist also mit einer Mehrheit von Z? Stimmen zum Spartenvarsitzenden gewählt worden. Das hält die Kommunisten jedoch nicht davon ab, von einer absoluten Mehrheit zu fabeln. Betrachtet man de» Ausgang der Wahlen bei den feit einigen Jahre» unter oppositioneller Leitung stehenden Maschinensetzern objektiv, so muß man feststellen, daß die A m st e r d a m e r G e- we r k s cha f t s r i ch t ii n g in dieser Sparte nicht schwächer ge- worden, sondern in der letzten Zeit gewachsen ist. Die Anhänger der Amsterdamer Gewertschaftsrichtung im Branbcnburgischen Maschinensetzcrvcrein werden weiterhin für«ine gewerkschaftliche Gesundung der Maschinensetzersporte arbeiten. Bei restloser Mitwirkung aller vom Wohl des Verbandes und der Sparte beseelten Maschinensetzer wird es gelingen, die kommu- nistische Herrschast zu überwinden und ein Zusammen- arbeiten zwischen Verband und Sparte zu ermöglichen. Die Siemens-Bauunion verurieilt. Sie muß den Z�eichsbautorif beachten. Der Kläger F. war von 1928 bis 18. April 1929 bei der Firma Siemens Bauuiiion in Berlin als Stamm-Bau- Hilfsarbeiter beschäftigt und ist entlassen worden, weil auf der be- treffenden Baustelle zuviel Stamm arbeiter im Verhältnis zu den pflichtmäßig zu beschäftiaenden Notstandsarbe i t e r n vorhanden waren. Er hat am 23. April 1929 aus einer anderen Baustell« der Beklagten wieder Arbeit gefunden und ist dort bis zum 2S. Oktober 1929 geblieben. Er verlangt Urlaubsentschödigung nach dein Reichs- boutarifvertrag. Dieser würde ihm zustehen, wenn ihm die aus der ersten Baustelle zugebrachte Zeit angerechnet werden könnte. Ueber solche Anrechnung bestimmt der Tarifvertrag: „Wird«in Arbeiter wegen Witterung, wegen Materialmangel«, Avbeitsmangels, Betriebsstörung«» oder Krankheit vor Ablauf der Wartezeit entlassen, aber innerhalb 39 Wochen wieder eingestellt, so wird ihm die vor der Entlassung zurückgelegte Beschäftigung auf Wartezeit in Anrechnung gebracht." Es fragt sich, ob aus den Entlassungsgrund vom 18. April 1929 dies« Bestimmung anwendbor ist. Das Landesarbeüsgericht Hot zugunsten der Bauarbeiter entschieden. Gegen dieses Urteil kämpft die Beklagte sowie der Verband der Bauunternehmer mit der Re- vision an. Dos Reichsarbeitsgericht wies die Revision als völlig unbegründet zurück. Nach dem Reichsboutarif- vertrag habe der Kläger die Urlaubsentschödigung zu erhalten, und von diesen Grundsätzen durste nicht abgewichen werden. Aufflieg im ZdA. Troß Gtellungsiosigkeit und„revolutionärer" Wühlarbeit. Die Ortsgruppe Graß-Berlin des ZdA. hielt kürzlich im Plenar- saal des Vortäiisigen Rcichswirtschaftsrntes ihre ordentliche Gencrai- versammlung ab. Der Bevollmächtigte, Genosse G o t t f u r ch t, betonte einleitend, daß es angesichts des Ausfalles der Reichstags- wohl vor allein gelte, die gernerkschaitliche Arbeit zu iärdern, weil gerade die Gewerkschaften der sicherste Hort einer vernünftigen Interessenvertretung und Auswärtsentwickliiiig der breite» Masse der Arbeitnehmer seien. Di« Jugcndgruppe hat[ich in dein Berichtsabschnitt weiterhin gefestigt und entwickelt, was vor allein das Ergebnis eines störungslosen Arbeitens in allen Gtiederiinge» der Jugendgruppe ist. Die tarispolitrsche Situation wird beleuchtet durch das Borgehen der Berliner Metallinduftriellen, während die sczialpolitische Lage durch die NatverardnuNq der Brüning-Regierung gekennzeichnet wird. Die Organisation wind ihr Augenmerk daraus zu richten haben, daß verschiedentliche Berschlechteruiigen, die durch die Not- Verordnung herbeigeführt wurde», nicht wirlsam werten können. Genosse Gottsurcht behandelte weiter noch die Maifeier, das Gcwerkfchastsfest im Lunapark und die Mitgliedcrbewegung. Für das Wirken der Angehörigen der Konimuiiistischen Partei sei es lennzeichneiid, daß die KPD. dazu übergeht, Mitgliedsbücher für die Angehörigen der sogenannte»„revolutionären" Gewerkschosis- Opposition auszustellen. Daraus geht klar hervor, daß die KPD. beabsichtigt, eigene Gewerkschaften zu bitbcn. Ungeachtet aller ertremen Bewegungen gilt es aber, die freigewcrkschastliche Linie in Ruhe und Sicherheit weiter zu verfolgen Gencsse Weyland, der den Kassenbericht gab, forderte die Funktionäre auf sich vor alle» Dingen dafür einzusetzen, daß die Mitglieder' sreiwillig? Beiträge zu dem Notapser für die erwerbslosen Kollegen leisten. Durch praktische Hilje der Organisation müsse der Not der Erwerbslosen gesteuert werden. In der Aussprache wurde die Tätigkeit der Ortsgruppenicitung oollaus anerkannt._ Löhne in Kanada. In der Industrie und Landwirtschast. In der kanadischen Labor-Gazette wurden kürzlich die Er- gcbnissc einer Statistik über die Verdienste der Arbeiter in ein- zolneii Gewerben sür die Jahre 1928 und 1929 vcrösfeniiicht. Es handelt sich dabei um einige Berufsarte» ipi Bau- und Druckerei- gewerbe, in der Metallindustrie und bei den Straßenbahnen. Die Angaben beziehen sich aus die Städte Toronto, Winnipcg, Van- couver, Oueber, Montreal und Ottawa. Im Baugewerbe wurden die höchsten Stundcnverdienst« in Winnipeg ermittelt. Im Jahre 1928 verdienten Hier die M a u r« r 5,88 M.. 1929 6,99 M.. die Z i m m e r l e u t e 4,41 M. und 4,62 M.. die M o> e r 3,37 bzw. 3,78 M. bei durchschnitt- l i ch 4 4 st ü n d i g c r W o ch c n a r b e i t s z« i t. Bei den Bau- Hilfsarbeitern schwankten tue Siundcnoerdienfte in beiden Jahren je zwischen 1,68 und 2,19 M. bei 44 bis 69stündiger Wochenarbeitszeit. In Quebec, wo die niedrigsten Ber- dienst« erzielt wurden, ergab sich für Maurer bei 54 Ar« b e i t s st u n d e Ii wöchentlich ein Stundcnverdienst van 3.78 M. für 1928 und 4.29 M. sür 1929. Die Z i m in e r l e u t e verdienten 1929 2,19 bis 2.32 M. bei 54 bis 69 Wochenarbeit s- stunden und di« Maler 2,19 bis 2,73 M. bei 54 Stunden. Für Bauhilfsarbeiter schwankt« der Stundenoerdicnst 1929 zwischen 1,26 und 1,89.M. bei 54 bis 69 Wochenarbeitsjtunden. In der M c t a l i i n d ii st r i e lägen die Stundenverdienste im der Hafenstadt Bancouver am höchsten, und zwar verdicnteir im Jahre 1929 die Grabschmiede 3,15 bis 3,68 M. und die Kessel- schmiede 3,15 bis 3,57 M. bei je 4 4stündjger Wochenarbeits- zeit. Auch in dieser Industrie steht Quebec hinsichtlich der Der- diensthöhe an letzter, hinsichtlich der Dauer der Wochenarbeitszeit an erster Stelle. Die Grabschmiede arbeiteten durchschnittlich 5 9 bis 5 4 Stunden je Woche und hatten dabei Stundenverdiensie zwischen 2,19 und 2,52 M. Bei den Kesielschmieden betrug die wöchentliche?lrbeitszeit 54 Stunde», die Stunden Verdienste schwank- ten zwischen 1,68 und 2,73 M. Im Druckereigewerbe wurden die höchsten Verdienste ebenfalls in Bancouver ermittelt..Hand- und Maschinensetzer in den Zeitungsdruckereicn verdienten durchschnittlich im ver- gangencn Jahr 291,69 M. wöchentlich bei 45stündiger Arbeits- zeit, die Buchbinder kamen auf 189 RM bei 4 4 b i s 4 8 S 1 u n- den wöchentlich. In Quebec dagegen verdienten die Setzer Wochenlöhne von 139,29 M.(gegen 121,89 M. im Jahre 1928) und die Buchbinder 113,49 bis 147 M.(gegen 111,39 bis 134,49 M. im Jahre 1928) bei 48stündiger Wochenarbsitszeit. Auch die im Straßen bahn wesen beschäsiigicu Arbeiter erzielten in Bancouver die höchsten, in Quebec die niedrigsten Löhne. Die Höhe der L o n d a r b e i t e r l ö h n e bleibt hinter der der Industriearbeiter ganz bedeutend zurück. Allerdings lassen sich die absoluten Lohnbeträge nicht ahne weiteres vergteichcn, denn 11. a. handelt es sich bei den umstehenden Industricarbeiterlöhiirn um Feststellungen sür einige Städte, bei den Landaibeiterverdiensten um einen Durchschnitt aus Provinzen(Prince Edward Island, Nowa Scotia, New Brunswick, Quebec, Ontario, Manitova. Sae- kotchewan, Alberto, Brit. Columbia). Rechnet man den Barlohn und den Wert für Wohnung und Dckostigung zusainmen, so be- trug der Jahresverdienst 1929 im Durchschni.t sür das ganze Land für männliche Landarbeiter 2 633 M.(davon 1 567 M. Barlohn). sür weibliche 1 953 M.(1 916 M. Barlohn). Am höchsten waren die Landarbeiterlöhne in der Provinz Brit. Columbia, wo die männlichen'Arbeiter 3 326 M., die weiblichen 2 369 M. ver- dienten. Unter dem Landesdurchschnitt lagen die Verdienste in Prince Edward Island mit 2 243 und 1 491 M. Im Ver. gleich zu den für 1913 crmiltelten Löhne» sind die Verdienste der männlichen Landarbeiter um 96 Proz., die der weiblickien um 152 Proz. gestiegen._ f Freie Gewerkschafts-Iuaend Berlin KorNn flik die /tui>en.drl>rstcllunq om 3. Cfiodfr um 13 II!» im TlNatsr om SMiloipplr* sird nod) in der IuaiminsnlraU. Zimnicr 26. ihcwerk» schaltshau».«-nflflufcr 24 iS,-um greife vnn MI?i rrlxiltlird.— L>'»N. greitofl, ift'i Uhr. toflfii b-f Cirtüipcn: SioiStirB: Zugendtseim-Zchul- Sonnendur«.» lEtr. 20.-rnrtroq; bev �rcwdenl«»'»»"." Kerr,«,»»»!«),: ibruvpcnlirim Seudr-Iir. Ii. so-- f-oriran:. Lrk>rlingsr»-di und Iuqendschuii".— SSdc», aübirff'cn;(Bnnincrhrm fflnfirr'srfft. 9, nntn Mrt. Pertrua:„Das auiundlic-berqsmi-scn".— Clm-lot.'cnliurm Zuaciid.�in, est.'"- siraßc 30. Pe-Nag: tzunqdomur und-- Zeporlinsla);: tzuqrnb. Seim lutinec Sdc ecffiroftt«»ingonq Tiirinci clrofce). BrrNsvi«! und Di». kuss!l>n»adcnd.— Wrddiuii: Srunpcnlicim cdiu'c-honf. Cr!» SBitfuifttoSt. Dimtpr äidend.— Echönhauscr tot: Grupocnheim Tircksir. 18. Lustistes aus der Litera-ur. §Iuaendorpppe Vrs�entrolverbanSes ver Anaesteitten Heute. Freitag, sind sorgende Beronstolkungen: Köpenick: Iugendbeim �ahswitzer Str. 13 tEa5anfta!t. am Bhf. Kvpenitf). Lichtbildervortraq: ..Ittgendwandern und Jugendherbergen". Neferent Georg Heilbrunn.— Süd- uxft: Jugendheim Aorckstr. 11(2, Hok. Ouergebäud? 1 Tr.. Zimmer 3)...Wir spielen Nnchstag."— Norden: Jugendheim Lorhingstr. 19. Grupp-'nabend. Näheres wird in der Zusgmmen?u'.ltt besprochen. ytinder in der müllgrube Der große Platz zwischen den roten Sandmauern einer ausgebeuteten Kiesgrube war mit dem Abfall der Stadt bedeckt. Müll- wagen und Karren entluden hier ihren Inhalt; jedesmal, wenn der Firhrnninn den Gaul mit Peitschenschwingen und Jöhgeichrei vorantrieb und den ausgekippten, schwankenden Karren über die Hügel schleifen ließ, rannt« eine Schar Kinder zu dem Müllhaujen, den er hinterließ, wie zu einem Wunderberg. Aus vollem Lauf auf die Knie hinstürzend, grissen sie mit beiden Händen in den Müll, rissen Papierfctzen, Stroh, Heu und Holzwolle hinter sich und hieben mit kleinen, dreizinkigen Hacken in das Memisch von Kartosselschalen, Gemüseabfällen, Schlacke und Asche. Auf dem Rücken hing ihnen ein Beutel, der in Schulze isen als Büchertasche diente. Wenn die scharrende Hand ein Stück un- verbrannten Koks oder frischer Kohle ergriff, tastete sie an den Schlitz des Sackes und ließ den Fund hineinfallen. Die Augen aber starrten in die gegrabene Höhlung, in die restlos der Dreizink fuhr, immer auf der Suche nach Drohtresten, Holzstücken. Knochen, Lumpen. Manchmal tastete die schmutzige Kinderhand wie eine kleine Sperberklaue voreilig greifend in einen weichen Klumpen, Reste aus der Speiseschüssel, stinkenden Kartoffeln, gärendem Gemüse. Ohne Abscheu oder Verlegenheit wischten sie die Finger am Hosen- dein ab, fast mechanisch, ohne, dos die Linke aufhört zu kratzen, ohne, daß die Augen sich wegwendeten. Hinter den eifrig Scharrenden standen kleinere Kinder, die sich noch den Gegenständen bückten, ivelche die Großen nach kurzer Prüfung als wertlos hinter sich morsen: zerdrückte Blechspielzeuge, Pappschachteln, Kalender, Reste von Büchern, manchmal hallten Ausrufe des Erstaunens, des Finder- glucks über den Platz. Ein großer Jung« hob unruhig und ungeduldig den Kopf. Cr starrte noch dem großen Fahrweg. Auf diesem kamen die schweren Lastauto«, die den Müll aus den Geschäftsvierteln brachten. Diese letzten Karren waren nichts wert. Mißmutig griff er von neuem mit beiden Händen in dos sperrige Gewölle, schmiß nach rcchis und links den Abfall hinter sich, daß die Inngens, die neben ihm saßen, zornig und weinerlich aufschrien. Sie putzten sich mit den .Handgelenken die Asch« aus den Augen und verkrochen sich zur Seite. Der große Junge hotte Glück: es stürzten ihm faustdicke Kohlcnstücke entgegen, kaum angebrannte, gute, dick«, setic Kohle. Immerzu schwang die Hand an den Schlitz, immerzu rollten neue Kohlen hervor, jetzt in solcher Menge, daß er seinen Sack vom Rücken nach varne zerrte und init beiden Händen einfüllen kannte. Mit Staunen und Verwundern starrte er in den Fund. Er begriss es nicht, wie die Leute solchen Reichtum wegwerfen konnten. Wie reich mögen die Leute wohl sein! Die Wut packte ihn, er hieb wie sinnlos auf die nun geleerte Höhle. Schlacken slogen, noch einmal tastete die Hand und fand ein Stück Kohle, so groß, wie ein kleines Bügeleisen und stopft« es in den vollen Sack hinein. Dann starrte er suchend rundum über den Platz und schlug mit hocherhobcnem Arm die Hacke auf die Decke der Höhle, bis sie zusammenbrach. Da» bügeleisengroße Stück Kohl« entfiel ihm im Ausstehen. Er incrkte es nicht. Inzwischen waren kleinere Jungen? mit ihren Söckchen vorübergegangen; da bückt« sich einer und hob das bügel- eiscngroße Stück auf. Im Hmtasten hatte er den Sock des Großen berührt; ein neidischer Kamerod schrie:„Der hat dir ein Stück Koks geklaut!" Wie c!n Blitz fuhr der Große herM.WfstHWäppte -die kleine Kinderhand, riß den Brocken an sich und schrie:„Zum Stehlen seid ihr gekommen, fieje Blagen! Hietvdot- isyiw*« Bergwerk. da hob ich ganz ollein gegraben, sonst ist nirgendwo was zu finden, bat is mein schönstes Stück Kohle!" Er packte den Iuvgcn an der Schulter, schüttelte ihn, bis der Kleine schrie:„Ich wollt et dir bloß wieder in deinen Sock stecken!" Aber der Große stieß ihn fort, schlug mit der linken Faust auf den Rücken, solange er ihn erreichen konnte. Dann machte er mit dem Arm eine drohende Geste und schrie:„Dumme Balgen, erst stehlen, dann greinen, macht doch, daß ihr fortkommt." Die Kinder blieben stehen. Er holt« mit dem 5)ackenstiel aus, traf den Ann eines Kleinen, der stolpernd da- von rannte. Der Große hatte wieder etwas Wertvolles entdeckt, er bückt« sich, da hörte er den Kleinen sagen:„Ich wollt' es ihm bloß wiedergeben, ich wollt' es nicht stehlen, ich suche gar keine Kohlen, die hat meine Mama genug, ich such« bloß Knochen, die kann man ocrkausen." Der Große schämte sich seines Jähzorns, er trug seinen Sack an die Seile und kratzte von neuem an einem anderen Haufen. Trotz- dem er nichts fand, stocherte er eifrig weiter. Die Kleinen waren alle zusammen in eine große.Kuhle gekrochen und redeten mitein- ander:„Ich gel)« mein« Tonle holen, die haut den fiesen Beugel!" Ein anderer höhnte:„Ob der Doli meint, sein Bater hätte die Dreckskarren für ihn gemietet!" Ein größerer Junge stieg auf den Berg und schrie zu dem großen Jungen herüber.„Du Geck, die Dreckskaar geht dich allein gar nichts an, die hört uns allen zu- fammeu!" Es waren nun an ein Dutzend Kinder zusammengekommen p sie folgten einem anderen Halbwüchstgen, der einen Stein in der Faust hielt und aus den Großen zuging:„Kiek ens. Pitter, ich hob ein Stück Gold gefunden, hört dat auch dein?" Der Große drehte sich um und lacht« überlegen:„Ich habe den ganzen Sack voll Gold, hier, ihr könnt so viel haben, wie ihr wollt, aber geschenkt und nicht gestohlen!" Der Große warf ein Brikettstück unter die Kinder. Er traf damit eins der Mädchen:„Auweih,. ich hol jetzt mein Tont, die haut dich!" heulte es mif und lief weinend davon. „Du kannst meinetwegen auch der Ohm holen und dein Mutter und Balter, auch der Pastor, wenn du willst, ich bin nicht bang da- für!" Der Große steht hachaufgerichtet auf dem Müllhanfen: „Kommt mir nach einmal auf meinen Goldcnberg, dann sollt ihr sehen, was es gibt!" Weil ihm niemand antwortete, ging er gleichgültig an einen anderen Haufen und kratzte weiter. Die Kinder waren in die Grube gegongen. Der Große sah sich um, sah sich ganz allein. Da hob er die Hacke in die Luft und schrie:„Da soll mir nach einer kommen, die tausend Goldenbergc gehören all mein, mein und ganz allein!" Mit wütender Arbeitslust fegte die Kratze in den Müll und scharrte und schrappte. Er legte olles, was er fand, auf«inen Haufen neben seinen vollen Sack und kratzte sich wütend in den vollen Haufen hinein. Die kleinen Kinder, zwanzig und mehr, schlichen sich von Hügel zu Hügel, auf Händen und Füßen, n rächten sich Zeichen, sprangen schrittweise»veiter, duckten sich, rvenn sie die schwingende Hacke des Großen sahen. Der Anführer numdte sich um, hob die Hände und tat einen Schrei. Da sprangen olle Kinder aus und lvarsen sich. aus den Großen, der wälzte sich Im Dreck,»rollte die Hacke an scincr Brust verbergen, vier, fünf Hände rissen an seinem Arm, znrei, drei packten die Zähne der 5)arkc und rissen sie ihm aus der Hand. Ganz bedeckt von den Leibern der Kleinen wüKIt« er im Müll,>vo nur ein Bein, ein Stück Schulter, ctn Fuß zu sehen war, fchinisfen sich die noch Stehenden daraus, ein Wirbelswrm von Änien, Armen,. Ellenbogen und Händen drückte» ihn tiefer in den Müll. Manchmal bekam er de» Kops frei, aber dann stieß ein Knie ihn nneder hinunter. Ein größerer schwang nun die eroberte Hacke und stellte stch vor den Kinderhausen:„Ich will ihn etmas fragen!"(Schluß folgt.) 3>ie erfie Sifenbahn Ohr«£ichl- und SchailenSeHen Aus Anlaß der Hundertjahrfeier der ersten größeren Eisen- bahnstreckc Liverpool— Manchester werden in englischen Blättern vergessen« Einzelheiten über den Eindruck veröffentlicht, den dieses neue Beförderungsmittel hervorncs. Mit wie großer Besorgnis man im ersten' Jahrzehnt sine Eisenbahnfahrt antrat, läßt sich ans den Ratschlägen erteilen, die 1838 in dem„Eisenbahnbuch" von Coghlan gegeben wurden.„Man wähle seinen Platz so weit wie möglich von der Maschine entfernt," heißt es da,„denn wenn«ine Explosion stattfinden' sollte, so kann inan auf diese Weis« mit dein Verlust eines Armes oder Beines davonkommen, während man, wenn man in der Nähe der Lokomotive sitzt, bei einem solchen Unfall„in kleme Fetzen zerrissen" werden wird. Dann sind auch die Erschütterungen uin so geringer, je weiter man von der Maschine entfernt ist. Sodann fetze'man sich, wenn man einen solchen Platz bekommen hat, stets mit dem Rücken zur Maschine; dadurch wird . man den kalten Lüftzug nicht so stark einpsinden, der durch die offenen Wagen streicht, und auch der Gefahr cutgehen, durch die Aschestüubchcn fast zu erblinden, die von dem Schornstein ausgehen." Andererseits aber erkauntcn auch schon Menschen mit offenen Augen die ästhetische Schönheit des neuen Verkehrsmittels. So schreibt Alexander Somerville in feiner 1848 veröffentlichten„Autobiographie eines Arbeiters" im Rückblick auf die 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts:„Alle die Sehenswürdigkeiten, die ich in London und sonstwo sah, so schön und großartig sie sein mögen, schrumpfen zu einein Nichts zusammen im Vergleich mit dem Anblick, den ich in Liverpool hatte. Ich wandert« eine Woche durch die Umgegend und sah den weißen Dampf majestätisch durch die Landschaft zwischen Bäumen, Wiesen»nd Dörfern dahinschicßen; er zog - Männer»nd Frauen und Waren aller Art und den ganzen Zug, der unter dem Dampf rollte. Ich habe nicht- seitdem gesehen, dos dieses Schauspiel übertraf. An Schönheit und Größe hat die Welt nicht seinesgleichen." Schwärstmg von Schmeilerlingen Daß in' Gegenden mit vielen Fobrikschornfteinca, in Groß- städten und ihrer- Ilmgetninq, die Luft stark durch Kohlenstaub oer- schlechtcrt ist, ist ja bekannt und soinit wäre es nicht verivunderlich, »venn nian auch bei den leicht beschwingten Schmetterlingen in solchen Gegend?)» Ablagcrupgei» von Kohlenstaub«ms den Flügeln und dadurch ein« Schrvär.zung der zarten Farben bemerkte. Aber darum handelt es sich nicht, sondern uin die Tatsache, daß schon die eben aus der Puppe kriechenden Tiere eine iveit dunklere Färbung als die norwale aufweisen. Bereits in den fiinsziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde dies z. B. l*i den» hellgrauen Birken-- spanner und anderen Faltern in Mittel-England benicrkt, und diese Schwärzung— mit den» gelehrten Namen Melanismus bezeichnet— dehnte sich weiter aus, je iveitcr die Industrie sich in Mittel-England verbreitete- Dieselbe Erscheinung hat man auch in dem westdeutschen Industriegebiet beobachtet uird zivar entsprechend später, wie sich bier ja die Industrie auch später eickwickclt hat. Daher verimitetc, man schon lange, daß dieser Melanismus der Schmetterlinge in ur- sächlichem Züsammenhang mit der industkielltn Entwicklung steht. Diese Ansckzauung hat, wie die Frankfurter Wachenschrift„Die Umschau" nach einer eingehenden in der„Zeitschrist für Abstmn- nmng und Vererbungslehre" veröffentlichjc» Arbeit d�-s Herrn Hascbroek niitteilt, ihre volle Bestätigung gefunden. H. setzte die- Puppen verschiedener Falter der Einwirkung verschiedener durch; industriell« Unternehmungen entwickelter Dämpsc aus, so dem � Methan, Pyridin, Chan, Le»ichtgas, Schwefelwasserstoff, l die er bakd öllelxy-- bald in verschiedenen Zusammenstellungen ans! die Puppen einwirken ließ. Der Erfolg nsar der erwartete, die Falter wiesen-in einem sehr hohen Prozenisatz den Melanisinus (Schwärzung der Flügel) auf. Auch Fäulnisgase, welche zum Teil die obengenannten Stoffe enthielten, zeigten sich in derselben Weise rvirksam. Man niuß dir Erscheinung wohl als eine Krankheit ansprechen und den Schluß ziehen, daß alle hygienischen Maßnahmen, die den Fabriken zur Unschädlichmachung ihrer Abgase auserlegt morden. sind, nicht ausreichen, sie wirklich unwirksii», zu n wichen, wem» man aus dieser-bei Schmetterlingen beobachteten Einwirkung auch nicht voreilige Schlüsse auf Schüdigimgen bei andere» Organismen und vor alltm beim Menschen ziehen darf. Lt. Heues tom SSaetitus MuH Der antike Weingatt Bacchus oder Dionysos zählt heute nicht mehr so viel feurige Anhänger wie im Altertum, denn in unseren Tagen haben die schlechten Verhältnisse und die Propaganda gegen den Alkohol auch, den Genuß eines edlen Trcpfens eingeschränkt. Al!er der Gott des-Weines, der in schöneren Zeiten ein ganzes Volk beherrschte, genießt doch auch noch unsere Sympathie, und wir horchen auf,»venn wir etwas Neues von ihm erfahren. Einen wich- tigen Beitrag zur Keimtnis dieses Kultes liefern die Funde, die jetzt bei den n'cuen Ausgrabungen in der„Villa der Dionysischen-Mysterien" zu Pompeji gemacht worden sind. Dieser Bau, der schon früher durch seinen reichen Fresken- schmuck Aussehen erregte, ist jetzt völlig freigelegt und der Oefscut-. kich keit zugänglich gemacht. Die Villa muh ursprünglich im ersten »uirchristlichen Jahrhundert eine Stätte der Dionysos-Verehrung gewesen sein und wurde dann von dem Freigelassenen Lucius Zo- simus ernsarben, der sie in ein Landhaus umwandeln wollte, als die Katastrophe über Pompeji hereinbrach und auch die Villa unter der Lava des Vcst-.v begrub. Aus-dem Umstand, daß inan ci»»e! sehr schöne Statue der Gattin des Augustus Livia hier fand, hat man geschlossen, daß das 5>aus früher einmal der kaiserlichen Familie gehörte. Neben diesem prachtvollen Kunstimrk büdei» den größten Wert die zahlreichen Fresken, die alle die Branche und Zeremonien des Bacchus-Kultes darstelle», der hier einmal ausgeübt»vurde.■ Heber die Beziehungen dieser Mysterien zur Lehre des Christen-' tum- ist unendlich viel geschrieben worden. Daß eine gewisse Aehn- I lichekit bestand, zeigen schon die Namen der liturgischen Feiern bei- dem ZMt, unter denen es ein«„Berkünldiqung", ein„Abendmahl",! eine„Passion" und eine„Auferstehung" gab. Die Neulinge wurden s in die Mysterien eingeführt und mußten das Schicksal des Gattes- selbst durchleben, um schließlich nach Leiden und Qualen zu höchster j Seligkeit emporzusteigen. Diese Mystik, die den Wein zum Symbol nahm und ja auch nach in sa manchen christlichen Bräuchen nach- klingt, winh nun dnrch die neumisgedecktcn Darstellungen in mauchcn bekannten Einzelheiten erläutert, aber mißcr di.'ser religiansgeschicht- lichen Bedeutung haben die Fresken auch einen großen Kunstwert, und niemand, der Bilder wie„Silcn sagt die Zukunft voraus" und d!« Bacchus-Priesterin auf der„Auserstehung" gesehen hat, wird' die wundervoll« Komposition den Reichtum des Ausdrucks und die Zartheit der Linien vergessen, können. ' FrenrSönveirkehr. Berlin wird alljährlich von rund 3 Millkonen Fremden besticht, München von etwa 300 000, Wien von etwa 900000.; T Jfans Adalbert poii HlaUzahn: Zranmöftfche Steile- i Wer den heutigen französischen Ministerpräsidenten als„Lile- raten" besucht, hat Anwartschast aus eine Luxusausgab« seines Amerikabuches, das— vor einigen Jahren erschienen— dem Schrist- ftellerruf diese» geschickten Politter» sehr nützlich gewesen ist. Tar- dieu sagt dem ehemaiigen Bundesgenossen in seinem Schlußkapitel recht herbe Wort« und>r>ciß genau, daß er ihnen in weiten Kreisen des eigenen Landes Sympathien verdankt. Die ständig ivachsepde .�noasion durch Einissäre des Dollarlandes, die unter anderem in Ver Umgebung von Paris«in europäisches Hollywood zu crrichieu bemüht sind und sich auch fairst vor Attentaten auf das Geistesleben Europas nicht scheuen, hat es inzwischen zur Mode werden lassen, daß bekannt« Franzascn ihrerseits Amerika bereisen und ihre Ein- drücke publizieren. Dem feinsinnigen Wissenschasllcr Andre Sieg- sricd sind aus diesem Gebiete zwei Schriststellcr europäischen Rufes — Morand und Duhamel— in kurzen Abständen gefolgt. Morand hat sich nicht nehmen lassen, gleich zwei Bände amerikanischer Er- -lebnisse mit dem ihm eigenen Tamtam zu lancieren:„New Park", eine Sammlung von Eindrucksessays im Bcrioge Flammarion, und „Champions du Monde", einen Roman— das wesentlich bessere Puch— im Berlage Grasset. Es ist kein Wunder, daß ein Werk wie „New kaum in Frankreich— geschweige denn in Deutsch- land— donkbare Leser findet, denn was es bietet, übertrifft an sachlichem Wert kaum da« Baedeker-Riveau.(Es gibt auch in Deutschland Leute, die etwa ihre Pariser„Baedeker" unter dem Gesichtspunkt dessen,„was nicht im Baedeker stehe", zusammenschrei- den, und vielfach über Dinge urteilen, die sich ihrer Kenntnis»md doniit ihrer Zuständigkeit völlig entziehen.) Das Buch Morands ist jedenfalls für solche Leser von Interesse, die entweder nichts von der transatlantischen Millionenstadt ahnen— wie viele Franzosen— oder die jede Aeußerung dieses begabten doch allzu mondänen Reife- autors aus Snobismus nochkouen müssen. Wesentliches wird in „New Pork" durch Herrn Morand in keinem Sinne gejagt. Wesentliches und Entscheidende« sagt demgegenüber Georges Duhamel in seinem amerikanischen Reisebuch, das im Berlage des .Mercure des France" erschienen ist und binnen kürzester Zeit seine 110. Auflage erlebt hat.„Scenes de la Bie suture" ist der Titel dies«? pack«» den Werkes, das demnächst auch in deutscher Sprache erscheinen wird Man kann stch das Entsetzen der unentwegten Propagandisten sranko-omerikonischer Verbrüderung in Fronkeich. wie etwa Gabriel Hanotaux'. eine» senilen Akademikers und Exdiplo- maten. vorstellen, als dieser Wornungsruf aus berufenstem Munde in ihr Ohr drang! Man kann verstehen, daß dies« restlos vernichtende Kritik des„Amerikanisinus" allerlei raiionalistisch« Einwände her- vorgerufen und nielfach«ine äußerst ablehnende Presic gesunden hat. und freut sich um j» mehr über die Urteilsfähigkeit des fron- zosischen Lesers, der sich in diesem Falle durch die Kritik nicht hat beirren losten. Allen Gegnern zum Trotz bleibt da» Buch Duhamel« das Dokumerrt einer H »M«, O ,,,»»»»»«,»»»»»WMG»\ FLEISCH Kalbskamm ohne Beilage...PIA 0j88 Kalbsnierenbraten....pia 0,98 Kalbskotelett_____ pia ron 1,38 Kalbsroulade........ pia von 1,48 Kalbsschnitzel_______ pia ron 1,90 Kassler miid...............pia Ton 1,10 Eisbein m« Spltzbala, gepBkelt, PIA 0,70 Rudcenfett bratfert, o. Schw, PfA 0,84 Schweinebauch o. Beilage. PfA 0,92 Schweineschinken°A-8ia«.pfA 0,98 Schweinekamm oec-8°ii»ft. ohne BcUago................„.PIA von 1,08 Schweinekotelett....pia von 1,08 Hammeivorderfleisdi � 1,10 Gulasch gemischt.............. PfA 1,08 Suppenfleisch______ PfA von 0,88 Schmorfleisch Kenle,o.Kn.,Pfd.T. 1,28 Roulade...................... pia 1,44 Roastbeef ohne Knochen,....PfA 1,58 Rinderleber................ PfA 0,98 Pökelrippchen............ pia 1,08 Schweineköpfe mit Backe, PfA 0,46 Rinderbacken o. Knochen, PfA 0,58 Rinderherzen............. PfA 0,64 Rinderlungen......;._____ PfA 0,38 Euter....................;...... p/a 0,28 Schweinenieren........... pca 0,98 GEFRIERFLEISCH Schmorfleisch o. Knoche». PfA 1,24 Suppenfleisch......... PfA von 0,66 Hammeivorderfleisdi pm.?. 0,84 Hammelrüdcen............ PfA 0,96 Hammelkeulen.......... ptA 1,04 Hühner6 Uhr Theater 1. d. Behrenstr. 53-54 Direktion: Ralph Arthur Robert* sv. Das naBiichB madchen Englisch— Kobens— Riemann. CASINOTHEATER Lothringer Strohe 37._ Nur noch bis 30. September Der selige Hollschinsky MwmuninumiuimoiiHiMMHWMmwwiuiHmmMiMHiMiUi Am 1. Okiober zum L Male Hurrah, ein Junge! Gutschein 1— 4 Pers. Fauteuil 1,25 M. Sessel 1,75 M.— Sonstige Preise Parkett 15, Rang 60 Pfg. 'Winfer ★ Qarfen* 8 15 Uhr.— Zentrum 2819.— Rauchen erlaubt. Beifallsstürme bei Little Esther Lachen ohne Ende bei Hans Kolischer usw. Das fuhrende Variete VolKsbUime Itoter am Büloirplafi. täglich 8 Uhr Die Weber v. G. Hauptmann Regie; K. a Martin. Theater am SchiflDauerdamm Uhr Feuer aus den Kesseln Staatsoper Am PI. d. Republik 8 Uhr Hans Helling ffletropoi-meater Täglich 81t Uhr Sciuaiianeller Oper rti euer folg I Unter pers. Leitung des Komponisten Viktoria undihrHusar Sonntag tiiS Uhr Das Land des Uchclns 5 Uhr FrlederlKe. Kleine Preise. Denttdies Iheater 8 Uhr Der Kaiser von AmerlKa von Bernard Shaw Titilrallc Werner KrauB Regie: Hu Reinlanll Lessing-Ttieater Wiidindm« 2797 i.OtK Täglich 8 Uhr Nur noch 4 Vorstellungen dm Kaisers Kulis von Th. Plivier. Regie: Em Pisatot. Kammerspiele 8V* Uhr Die Schule derFrauen von Molibre. Regie; RmiHippa Die Komödie 8Vi Uhr Der Schwierige Lntto. r.Bigo t Jalniniillul Regie: Mai Reinhanlt. Neues Theater — am Zoo in RotaLZoo. Stil 6554 Täglich 8>J< Uhr lommel in der Posse Panl und Paulide Rundfunkhärei Deutsches Illnsller-Theit. Tel Barbarossa 3937 SV. Uhr Jim und Jill Operette f. Tirieo Ellis Preise voDtM.aotvärts Renaissance- Theater Steinplatz 6780. 9 Uhr Dia Wunder-Bar Revoestilck 5a ÄN. AMI bmowilli-SlIiiiRii TUgüier li ggf Sirisimüllüsif. Täglich 8Vt Uhr HaigMite: Z Lgshpiii n« Sdnritfert Komödienhaus 8'lt Täglich Sit Konto X von Beraauer und Oesterreidier ucteilt die. JUesse über (Die(Bcaut mn Messüta mit Jxent Jxiesch ROSE-THEATER Qr. Frankfurter Str. 132 Billettkasse: Alex 3422 u.3494 Lokal'Anseiger: Ein seltener Abend! Welt am Abend: Der Beifall wollte kein Ende nehmen. Der Tag: Das Haus war mitgerissen. 9 U hr- Abendblatt: Herzlicher Beifall eines ergriffenen Publikums. Börsen-Courier: Das volle Haus sollte der Bemühung Achtung und Beifall. Volkszeitung: Das Publikum rief die Darsteller immer wieder vor den Vorhang. Nachtausgabe: Ein Ehrenahend für das Volkstheater in der Gr. Frankfurter Straße. Morgenpost: Eine Aufführung, die allen Respekt verdient. SDnoebend um 700 ü.(mit Irent Trißdi) and nch 10" U.(mit Crfti Hebelang) Wochentags Su, Sonntag 210, feum 25. Male. u 5« u. 9 Uhr Kassenpr. ron 50 Pf. bis 3 M. (Garderobe u. Progr, je 25 Pf.) Nächst Sonnabd. 4U Uhr: vlDornröschen" Gr. AusststtUDCsm&rcbeo f. Kfndsr. Rose-Theater 8r.rranMaiterSir.i32 Tel. Alex 3422 u.3494 8.15 Uhn Braot?. Kessin» mit Irene Triesdi «I» Unheil.. Theater am Sdiinbauerdamm Tägl. SV. Uhr Feuer aus dentf effeln von Emst Toller. i Td.: 0. 1. Bord. 0211.. SI13 Komische opsr 8'/. Uhr Das Mädel am Steuer Operette v. Gilbert Zimmer IBett Mk-Z.-Ws 1t" , ZBettenli-biaZt BadiMk.a- oolon-.ICf M* küh, LaB Blumen sprechen! und das neue Programm der llediitevläitgev im Reichshallen-Theater allabendlich 8 Uhr und Sonntag nachmittag 3�2 Uhr(nachm. zu halben Pr.) Dönhoff-Brettl: Varisrt• K0M8rt» Tanz. �Ä-U. M? Ccrfin HOTELoJVWM EXCELSI0R %fpfeiswtffe Ifpuifun� R�täurant Berlins BETRIEB/ KEHPINSKH Freitag, 26. September nadimltta�s 3 Uhr. Ein Arbeiter lokal möglichst mit 6oaI ober Vereinszimmern in Stabt ober Land, baldmägttchst von einem äußerst tüchtigen Gastwirt z» pachte«»der fansen gesucht. Ofl.n.E�2a.b.Exp«b.b.BL Tdeokf zm RoM. lot Kottdusser Str. 6 Tägl. B Uhr mk Sonnt. nnckm 3 Dh: Eitle- sanier Das Borwundorl Liederspiel u. die tolle Posse Die liebeo firvudteo. Zum Schluß: Pinselheinrichs Himmclsklanse! Aihtung Siedler! Priort-Döberitz Wehnparsellen, Gärtnereien, Hühnerfarmen qm von 0.90 Mark an Vorortverkehr Bahnfahrt bis Priort(Wustermark-Ost umsteigen) odar bis Wustermark-Verschiebebahnh.,dann Fußweg durch Kolonie Elstal. Verkäufer auf dem Gelände. Sonntags Autofreifahrt vom Verschiebebahnhof Wustermark Herbstverkauf, sehr günstige BedingoDgen Zeniralbüro: Dr. Ascher, Dr.-Ing. Range Berlin W 8, FranzÖÄisdic Strafe 17. Zentrum 529, 109 39. Siedlung Holländer Hoppegarten Tarzellen Fordern Sie Prospekt I qm von 1.35 an Wagenfreifahrt ab Babnhof Hoppegarten Verkaufsbüro: Niederheider Straße, Ecke Festionostraße Fernrut: Neaenhagcn 599 Lustspiemaus Dir.: Rsm Lüpsdräl: Täglich 8V. Uhi meine Schwester und ich Musikvon Benatzky Lory Lern, Kurt von Mbllenhof. Sonstig v?] und 5 Dhr Meine Sdivesler und im s ommer Prossen auch in den hart- nstckigsten Fällen. werden IN einigen Tagen nmer Sa- rantte durch das echte unschädliche Teint- Verjchäne» rungsmittet ..Veuu»" Stärte B beseitigt. Keine Schälkur. Preis Mf. 2,75. Gegen U»BaM««rB ratBaeeser Eiärfe A. Parfümerie Christoph. NW, Friedrichs! r. 153, Eck« Mitietstraß«. Drogerie Th!5ei)n. N, Schänhauier Allee 129. Drogerie E. SB Deirich. SW, Vlücherstrafle L Drogerie Otto Echnt«, N, Ch-ufleestraße 87. Drogerie P. Neumonn Nacht.. C, Atexanderstnlße 53/64. Vertretung und Lager TeL Alexander 7150. Wie die Alten für uns kämpften Ein Stück Parteigeschichte wird lebendig-* Wir stehen wie ein Mann zusammen!-* Diktaturgelüste werden zerschlagen! Immer, roenn eine Wahhdilacht beendet morden ist. treffen sich die Sozialdemokraten mit ihren Frauen und der Jugend in den Parteilokalen, um. hier die ersten Nadirichten über den Ausfall der Wahl zu hören. Niemals nergißt der Kreisnor sitz ende oder Abteilungsleiter den Dank an die fleißigen Wahlhelfer abzustatten und insbesondere die Jugend auf die Entmidclung der Organisation in Berlin hinzumeisen, um zu zeigen, daß die eben beendete W qlilsdiladit ein Schritt norroärts ist auf dem langen Wege zur endgültigen Vermirklichung des Sozialismus. Die gleichen Gründe sind es nun, die den „Vo rmärts" oeranlassen, in einer Artikelserie Episoden und Anekdoten, aus der Geschichte der Berliner Partei auszugraben. Die Geschlossenheit und Schlagkraft der Partei ruht auf den Schultern der alten und jungen • Funktionäre. Sie sind der Damm, an dem die Machtgelüste auch des Adolf Hitler zerschellen werden. Kampferprobt steht die große, geeinte Sozialdemokratie, die Partei der Arbeit und des Friedens, zur Abwehr jeder Diktatur bereit! « Wir werden versuchen, ein Stückchen Porteigeschicht« der Vor- kriegzzeit zu rekapitulieren und uns auf die Berichte alter Partei- funktionale stützen, die bis zum heutigen Aufbau mit tätig waren. Wi« es in der Form von Zeitungsoussätzen nicht anders sein kann, wird das Bild kein vollständiges sein; sicher ergibt sich aber daraus, daß manches der hier geschilderten Erlebnisse von dem oder jenem Leser ergänzt und mit genaueren Daten belegt werden kann, was für dos Parteiarchio eine wertvolle Bereicherung sein wird. Wir hoben uns die Behandlung der Themata nach der politischen ftreiseinteilung— deren Berlin bekanntlich A) besitzt— vorgenommen und werden dementsprechend dem größten Kreis, Berlin-Neu- kölln, den Dortritt geben. Bevor wir mit der neueren Geschichte der Berliner Kreise beginnen, wollen wir ein Stündchen bei Eugen E r n st oerweilen, der lange Jahre das Berliner Parteischiff durch Klippen und Gefahren lenkte und darum über Berliner Organisation besonders gut Aufschluß zu geben oermag. Eugen Ernst erzählt... Eugen Ernst, der.Rot« Polizeipräsident" von Berlin, wi« er wahrend der revolutionären Wirren 1918 genannt wurde, lebt heute in dem freundlichen chavMädtchen Werder, wo ihm die Ruh« noch Jahrzehnten, harter Parteiarbeit wohl zu gönnen ist. Genosse Ernst erzählt, daß er 1886 als Emundzwanzigjähriger nach Berlin kam und sofort von Freunden in die Geheimorganisalion der Partei eingeführt wurde. Er domiziliert« im 6. Wahlkreis, welchem er wahrend VmT illegalen Zeit bald vorstand: wir werden bei der Ab- Handlung der Kreise des Berliner Nordens noch mehrfach auf seine Arbeit zu sprechen kommen. Während des Sozialistengesetzes war die Organisation in lose Gruppen ausgeteilt, die«in ziemlich selbständiges Leben führten und ihr« Verbindung zu dem CT., Zentralkomitee, durch geheime Vertrauensleute ausrecht erhielten. Die Borliebe des Ber- liners für Vereinsmeierei kam der aufgelösten Organisation sehr zu statten: in jeder Straß« entstanden Rauchklubs, Lesezirkel, Turn- und Vergnügungsvereine, die in Wirklichkeit aber Zahlstellen der Wahl- kreise waren: sogar die unpolitischen Gesangvereine begannen bald rot abzusärben. Selbst die eifrigste Spitzelarbeit der Polizei konnte dieser immer mehr erstarkenden Bewegung keinen Abbruch tun. Eugen Ernst Hot über dies« trüb« Atmosphäre des Lockspitzelwesen» ein Buch geschrieb«..Polizeispitzeleien und Ausnahmegesetze 1878 bis ISliO", Berlin 1911, Verlag Buchhandlung Vorwärts Berlin. Es enthüllt die Willkürherrschaft der kapitalistischen Diktatur, wie sie heut« in Italien und anderswo besteht und morgen schon über Deutschland wieder hereinbrechen könnt«, wenn die Faschisten das Ruder in die chand bekämen. Interessant ist der Beschluß der Partei, den Eugen Ernst mir mitteilte: Jeder Angeklagte vor Gericht, der auf Befragen feine linier ZPaul Singer der 1889 als erfCer foxialdemokrailfcher SlacUrerordnehm in das'Jimhaus einsog. Zugehörigkeit zur sozialdemokratischen Organisation ableugnet«, wurde von Rechtsbeistand und Unterstützung ausgeschlosien; die Unterstützung belies sich wöchentlich aus 6 M.: viel Geld für sen« Zeit, wo diese Gelder durch klein« Dons von 10 Pf. von den De- nassen mühsam«ingesammelt werden mußten. Die ersten Wahlvereine. Im Winter 1885/89 wurde in der inneren Organisation Berlin? beraten, ob Arbeiterbildungsoereine oder sozialdemokratische Wahlvereine gegründet werden sollten. Di« Mehrzahl der Genossen entschied sich für die Wahlvereine, was bedeuten sollte, daß Berlin au» der Megalität herausstrebte und die Fahne der Partei offen entrollen wollte. Die Wahlvereine wurden selbstverständlich auf Grund des Ausnahmegesetzes sofort verboten, erzwangen sich jedoch »In der Folge ihre Anerkenntnis, je mehr es unseren Reichstogsabge. ordneten, insbesondere Wilhelm Liebknecht, gelang, die schäbige Demagogie der Regierung und Ihrer Polizeiorgane anzu- prangern. In den Bezirken wurde noch jahrelang mit Leidenschaft darüber disputiert, ob die Taktik der Partei zu„parlamentarisch" geworden sei und ob die Fraktion— auch in der Stadtverordneten- Versammlung— zu viel„praktisch« Politik" treibe. Di« Versuche der Reaktion, die klassenbewußte Arbeiterschaft von ihrem glänzenden Aufstieg abzrchalteck, verfingen bald nicht mehr. Am 25. November 1895 ließ der berüchtigte Staatsanwalt Tessendorf in Berlin bei zirka 89 Parteigenossen haussuchen. Der Parteivorstand, all« Wohlvereinsvorsitzenden, Vertrauensleute, Presse-, Lokal- und Agitationsmitkommisfionsglieder wurden damit beehrt. Aus Grund des damaligen Bereinsgesetzes dursten politische Vereine nicht miteinander verkehren, und die sozialdemokratischen Wahlvereine, die schon im regen Verkehr mit dem Parteivorstand standen, wurden selbstverständlich als Gesetzesübertreter aufgehoben. Am 4. Dezember 1895 war bereits ein« andere PartesteSwlg ein- gesetzt, die in Hamburg ihren Sitz nahm. Um das einzelne Mitglied mehr an die Partei zu binden und ihm die Recht« wie auch die Verantwortung für die Geschicke der Partei zu geben, wurde auf einer Wahlvereinsversammlung vom 29. November 1990 beschlossen, da» Vertrauensmännersystem abzu» schaffen und die politischen Funktionen den Wahlvereinen resp. dem von den Mitgliedern gewählten Vorstand zu übertragen. Heber zwei Jahre tobt« sich der Kampf um die Dertrauensleutefrage aus. Fortan mußten die Vertrauensleute in öffentlichen Versammlungen gewählt werden: damit war aber auch der letzte Rest von den Hebe» bleibselu aus der illegalen Zeit au» der Partei verschwunden. Oer �Vorwärts" erscheint zum erstenmal. In dem am 17. Dezember 199S sich konstituierenden Verband sozialdemokratischer Wahloereine wurde Eugen Ernst als erster Bor- sitzender, als erster Schriftführer Leopold L i e p mann und als erster Kassierer Emil B o e s k e gewählt. Da» am 1. April 1884 zum erstenmal erschienen« Berliner Parteiorgan»Berliner Volksblatt", unser späterer»Vorwärt»", hatte gleich nach seiner Gründung einen gewaltigen Aufstieg zu verzeichnen, e» stieg von 2999 Exemplaren im Jahr« 1888 auf 11999 und 1899 auf 26 999 Abonnenten. Im Jahre 1996 überschritt die Auslage de»»Vorwärts" bereits 199 999. Di« Mitgliederzahl belief sich in Berlin auf 21699 eingeschrie« bene Mitglieder der Partei. Die Größe und das ständige Anwachs«» bedingten eine fortdauernde Umavganisatiou und Neugestaltung des Parteiapparates. Die.Frauenlefeabende traten als Neues zu den Zahlabenden und Mitgliederversammlungen, die Lehrlings- frage und Leitung der Jugendlichen erforderten einen eigenen Iugendausschuß. Eugen Ernst, der bis zuletzt für feine Idee kämpfende Partei- funttionär, verfolgt von seinem Ruhesitz aus noch heut« die Eni- Wicklung der Partei mit wachsamen Augen. Wi« einst im großen, erfüllt er jetzt wieder als einfacher Soldat seine Pflichten im kleineu Bezirk. Er ist Stadtrat in Werder und Hilst, daß dieser schön« Havelort einen blühenden Aufschwung nimmt, Vier neue Postämter in Berlin. In Charlottenburg und Tempelhof. Entsprechend der Ausdehnung des Postverkehrs wird die Ober- poftdirektion Berlin in nächster Zeit vier neue Zweigpost. ä m t e r in Eharlottenburg und in Tempelhof einrichten. In Char. lottenburg wird ein Amt in der Biemarckstraße 11 und ein weiteres in Westend, in der Reich» st raße Ecke Rüsternallee einge- richtet. Während da» Postamt w der Bismarckstraß« im November eröffnet wird, kann da» neue Postamt in Westend erst Anfang nächsten Jahre» seinen Betrieb aufnehmen. Diese» Post- amt wird in einem Neubau untergebracht, der auch ein neue» Selbstanschlußamt aufnehmen und Ende de» Jahre» fertiggestellt sein wird. In T e m p« l h o f wird Anfang 1931 da» Postamt Berlin-Tempelhof 3, Wittelsbacher Korso 88, eröffnet werden. Ein weiteres Postamt, Berlin-Tempelhof 4, wird Mitte des nächsten Jahres in der Arnoldstraß« eröffnet. vorübergehende Schließung der städtischen Bücherei in Ober- schönemeide. In der Zweigstelle Oberschöneweid«(Frischen- straße 2) der Stadtbücherei Treptow finden vom 1. Ottober an Aufbauarbeiten statt, di« zu vorübergehender Schließung zwingen. Wiedereröffnung voraussichtlich Mille Nov«mb«r. Rückgabe der «ntliehenen Bücher wird bis spätestens Montag, den 29. September 1930, erbeten. JubiläumsT- Kaffecsrorfen Jdie preurwer+evrten und qualiiä-Krrelchirten 30° 26o if®oda(rpfd. UZU urvere JubilSum�Vergürvligungen und 50>« RflBflTT NMflRKEN Zucker Auo-OftrchU KAI�ERJKAFJEE-GEiTCHiRiFT Über IOOO Eiiiaien Aus der Arbeit der Bezirke. Bezirksami kämpft gegen Maffennoi. Bezirk- Friedrichshain. Am Mittwoch hat auch die Bezirksoersonimlung Friedrichs- Hain ihre Arbeit nach zweimonatiger Sommerpause wieder ons- sienommen, so darf man wohl soflen. wenn man den Begriff Arbeit mit Lärm, Beleidigungen, Drohungen und mit der neuesten kommunistischen Progrommnummer, der Mitwirkung von Sprechchören, gleichsetzt. Es ist im Friedrichshain dasselbe Bild wie in anderen proletarischen Bezirken. Die Sozialdemokratie, die trotz der kommunistischen widerstände aus allen sozialen Gebieten mustergültige Einrichtungen sowie die grohzügigsten Maßnahmen zur Unlerstutzung aller in Ilot Geratenen seit einem Zahrzehnt durchführt, ist in jeder Bezirtsversammlung Gegenstand von Beschimpfungen, Drohungen und Verleumdungen. Mit diesen Mitteln mag man wohl vorübergehend bei jugendlichen Erwerbslosen und sonstigen jugendlichen Unterstützungsempfängern Erfolge erzielen, doch auf die Dauer werden auch die krakeelsüchtigsten Element«, die de,, Kommunisten heute solgen, erkennen, daß mit sowjetrussischen Schlagwoiten die hungernden Massen nicht satt zu machen sind. Den ersten Anlaß, Erregung zu mimen, fanden die Kommunisten, als der sozialdemokratische Vorsitzende, Pohling, bekanntgab, daß er Anträge der kommunistischen Fraktion, die gesetzwidrig zur Steuerverweigerung aufforderten, nicht aus die Tagesordnung gesetzt habe. Mit Recht wies Bezirksverordneter Klingler(Soz.) darauf hin, daß die Kommunisten, wenn sie die nötig« Courage hätten, die Stiuerverweigerung von sich aus nur durchführen mögen, doch sollen sie die Bevölkerungskreise, die mit ihnett nichts zu tun haben wollen, nicht als Borspann für ihre dunklen Zwecke zu mißbrauchen versuchen. Der kommunistische Einspruch wurde dann auch gegen die kommunistische Fraktion und des Nazimannes abgelehnt. Zwei Vorlagen des Bezirksamts, die ollen Widerständen zum Trotz zeigen, daß planmäßige Aufbauarbeit geleistet wird, fanden Annahme. In der einen Vorlage wird die Verschönerung der Warschauer und Petersburger Straße von der Boxhagener Strotze bis zum Baltenplatz durch Anlagen von Grünstreifen ge- fordert und in der anderen Vorlage der Ausbau der 3. Säug- lingsfürforge stell«. Der Haushaltsentwurf für das Jahr l93l wurde durch den Bürgermeister Genosten M i e l i tz kurz be- gründet. Er wies eindringlich daraus hin, daß der Bezirksctat feit 1924, dem Jahre nach der Stabilisierung, von Jahr zu Jahr immer größere Mittel erforderte. Bon 13 961 WO Mark ist der Etat auf 50 589 040 Mark angewachsen. Das ist, wenn man berücksichtigt, daß allein 70 Proz. der vorgesehenen Ausgaben für Gesundheits- und wohlsahrtswefen Verwendung finden, ein Zeichen dafür, daß das Bezirksamt alles versucht, um die Massennot durch prak- tische Arbeit zu lindern. Dies« gradlinige und jedem Einsichttgen verständliche Tätigkeit des Bezirksamts war den Kommunisten wieder aus die Nerven gefallen, die dann auch durch ihren Frattionsführer die Fortsetzung des Kampfes gegen di« sozialdemokratischen Mit- gliedcr des Bezirksamtes ankündigten. Der Haushaltsentwurf wurde auf Vorschlag des Genossen Mielitz dem Haushaltsausschuß überwiesen. Gegen den Vorsitzenden der Bezirksversammtung, den Ge- nassen Pohling, hatte die KPD-Fraktion«inen Mißtrauensantrag eingebracht, der ihnen erneut Gelegenheit gab, mit den jugendlichen Tribünenbesuchern skandalös« Radauszenen hervorzu- rufen. Der Erfolg blieb jedoch aus, da die Mehrheit der Der- fammlung den kommunistischen Antrag ablehnt«. Unwahre Be- hauptungen stellte dann bei einem anderen Punkt der Tagesordnung «in kommunistischer Bezirksoerordneter über das Krankenhaus Friedrichshain auf. Es war dem zuständigen Dezernenten, Genossen Günther, nicht schwer, die Verdrehungen richtigzustellen und die Kommunisten darauf hinzuweisen, daß sie selbst die Ver- besserungcn, die seit Jahren im Krankenhaus durchgeführt worden sind, anerkannt haben. Die Abfuhr, die der sozialdeniokratische Stadtrat den Kommunisten erteilte, war so eindrucksvoll, daß sie selbst durch Toben und Schmährusen die verdiente Stäupung nicht mildern kannten. Um 10V4 Uhr vertagte der Vorsitzende die sich in großer Erregung befindende Versammlung auf den kommenden Mittwoch._ Bedarfsnachweisung verabschiedei. 16. Bezirk— Köpenick. Die erste Bezirksverordnetensitzung nach den Sommerferien oerfiel trotz vierstündiger Dauer und ausgiebigem Demagogen- g e s ch w ä tz der Kommunisten nach Erledigung der Bedarfsnoch- Weisung für 1931 der Vertagung. Der Vertreter des Bezirksamts machte eingehende Ausführungen über die Bedeutung der B e- da r f s na ch w e ifu n g. Der Kesamtbedarf ist 17 647 660 Mark, wobei unter anderem entfallen auf die Kapitel Bauverwaltung 6106 910 Mark, Schulwesen 4 252 740 Mark, Wohlfahrt 4 065 520 Mark, Gesundheitswesen 1054 360 Mark. Als Berichterstatter des Etatsausschusses gab Genosse Rhode ein um- fassendes Bild über die Zlrbeit und Erträgnisse des Planes. Auf Antrag der bürgerlich-liberalen Fraktion wurde in Hinsicht auf die ausführliche Begründung der vorgelegten Bedarfsnachweisung unter Annahme respektive Ablehnung der dem Etatsausschuß vorliegenden Anträge dieselbe en bloc angenommen und damit gegen die Stimmen der Deutschnationalen, Nazis und Kommunisten ver- abschiedet. Diese Tatsache rief bei den Kommunisten und bei ihrem auf der Tribüne aufgebotenen Skandalmachern ein wahres Jndianergeheul hervor, so daß sich der Vorsteher. Genosse W o i ck, veranlaßt sah. die Sitzung zu vertagen und die Tribünen zu' räumen. Nach Wiedercröfsnung etablierte dann die kommu- nistische Fraktion, an ihrer Spitze der städtisch« Beamte Kleine, einen derartigen Höllenlärm mit allerlei Gegenständen, daß die Sitzung kurzerhand geschlossen werden mußte. Was wird aus Biesenhorst? 17. Bezirk— Lichtenberg. Die Bezirksversammlung Lichtender! begann am letzten liefe Abweichung von Mittwoch mit einer nichtöffentlichen Sitzung. der sonstigen Uebung hatte ihren Grund darin, daß durch di« R o d a u l u st der Kommunisten schon wiederholt Sitzungen nicht zu Ende geführt und dadurch eine Reihe von Bezirksamtsvorlagen nicht erledigt werden konnten. Wenn es aber ohne große Zuhörer- I schoft abgeht, dann pflegen gewiste Herren, wenn auch nicht aerade positiv mitzuarbeiten, so doch nicht besonders den Gang der Ber- Handlungen zu stören. In öffentlicher Sitzung standen ausschließlich kommunistische Anträge mit ausgesprochen agitatorischer Tendenz auf der Tagesordnung. Es wurde denn auch entsprechend viel geredet oder richtiger gesagt, geschimpft. Geschimpft natürlich auf die Sozialdemokratie. Denn es gibt für kommunistische Be- griffe wirklich nichts zwischen Himmel und Erde, an dem die Sozial- demokratie nicht schuld sein sollte. Aus den Verhandlungen verdient besonderes Interesse eine Eingabe der Siedler von Biesenhorst, die dem Petitionsausschuß überwiesen wurde. Wie Genosse Bürger. meister Dr. S i g g e l dazu mitteilte, soll das Gelände für die All- gemeinheit als G r u n d f l ä ch e hergerichtet werden. Andere An- träge beschäftigen sich niit der Verteilung der Stadien aus die Sport- vereine, mit dem an Beamte erlassenen Verbot der Zugehörigkeit zur Kommunistischen Partei und mit einer angeblichen Mietsteigerung der städtischen 5?äuser. Sämtliche Antröge wurden abgelehnt. Bei Beratung der Anträge ging es oftmals hoch her. Genosse Arndt nahm dabei Gelegenheit, den Kommunisten sowohl wie den Bürger- lichen die grenzenlose Demagogie ihrer Politik vor Augen zu halten._ „Lebensfragen der deutschen Städte." Eröffnung de«! St�dtetages im Rundfunk. Im Programm der Aktuellen Abteilung der Funkstund« Berlin wird heute um 19.10 llhr, anläßlich des Deutschen Städtetages in Dresden, der Presseches der Stadt Berlin, Genosse Dr. L o h ma n n. über„Lebenssragen der deutschen Städte" sprechen. Die Eröffnung des Deutschen Städtetages wird um 10.15 Uhr aus dem großen Saal des Ausstellungspalostes zu Dresden übertragen. Die Be- grühungsansprache hält der Präsident des Deutschen Städtetages, Dr. M u l« r t, der mit dem Thema„25 Jahre Deutscher Städtetag" zu Worte kommen wird. Konsum ladet zur Besichtigung ein. Mehr als 2000 Personen haben am 21. September, am ersten der sieben Sonntage, die für allgemein« Besichtigungen der konsum- genossenschaftlichen Betriebsanlagen vorgesehen waren, ihre Schrttt« noch der Rittergufftraße in Lichtenberg gelenkt, um unter kundiger Führung die vielgestaltigen, eigenen Produktionsbetriebe und sonstigen Einrichtungen kennenzulernen. Für den zweiten Be- sichtigungssonntag, den 28. September, sind im besonderen eingeladen die Verbraucher des Berliner Nordens und der Bezirke Reinickendorf, Tegel, Wittenau und Borsigwalde. Die Führungen beginnen um 9 Uhr vormsttags, die letzte Führung geht um 12 Uhr mittags vor sich._ Lehrgänge der Slaallichen hanpkstelle für den naturwlssenschost- lichen Unterricht finden auch im kommenden Winterhalbjahr statt. Die Besonderheit der Lehrgänge dieser Stelle liegt darin, daß nicht Vor» träge gehalten werden, sondern daß der Nachdruck unbedingt m die praktisch-technische Arbeit des Kursusteilneh- m e r s selbst gelegt wird. Auskünste erteilt die Staatliche Haupfftslle für den nawrwistenschaftlichen Unterricht, Berlin W 35, Potsdamer Straße 120. f-.. ■V'�ov. ■iKtähW-''''' MODEWAREN * 1..;>.■:■ dSsttjp - k-W.:.- ..... Kragen lange Farm aus Pik£ od. Seidenrips, weiß oder farbig. Pf. Cachenez weiß Kunstseide schön gemustert Stück..... Pf. •s w Passen f. Kleider a-Seidenrips m. S pocht eiverb. weiß>>gs u. Champagne M. I Passen für Kleider, Seidenrips weiß, champ. od. TIC forb.bekurbeltPf. m 3 Passen Georgette mit eleganter Spachtelspitze u. ASO flotter Schleife M.»» Garnitur f. Kleider, Georgelte m. Spitzenve rar, weiß Mzz champ.od.loehsf.M. I Garnitur m.Zad(en, von derMode sehr bevorzugt Agg Georgette M. O ragen f. Kleider, eleg. Dessins Crepe de Chine o. Georgette A\.2.75 i .- I U-BAHNHOF H E R M A N N P L A T Z• DER KARSTADT-B AH N HOF