Morgenausgabe 3lr. 453 A 229 47.I Personen teil- nahmen und in der es zur Abwechslung legal zuging. Es sprachen die Nationalsozialisten Engels und Goebbels. Zwischen beiden Rednern forderte ein KPD.-Mann, es solle, wie versprochen,«ine Diskustion stattfilrten. Engels erklärte daraus wörtlich:„Hier findet heute eine Kundgebung statt, bei der Diskussion ausgeschlossen ist. Trotzdem haben wir heute km Karl-Liebknecht- Haus deswegen crngeruseu und wollten die Antwort erhalten:„Der in Frage kommende kom- munistische Reichstagsabgeordnete Wischnewski und der kom- munistische Landtagsabgeordnete Schwenk sind heute zum Städte- tag in Dresden. Aber ich bin bereit und berechtigt, morgen, übermorgen. oder wenn die KPD. es will, an einem neutralen Ort mit der KPD. über einen Streik in der BVG. zu verhandeln." Bredt-Partei für Hitler- Kurs. Sie fordert Aenderung der Außenpolitik und des Friedensvertrages. Die neue Reichstags fraktion der Wirtfchastspartei hielt am Frcitagnachnrittag ihre erst« Sitzung ab, in der die politische Lage erörtert wurde. Die Wahl des Fraktionsvorstandes wurde vorläufig zurückgestellt. Im Anschluß an die Fraktionssitzungen hielt der Reichsausschuß der Wirtfchastspartei eine Sitzung ab, über die mitgeteilt wird: Der am 26. September 1930 in Berlin einberufene Reichs- cmsschuß der Wirtschaftspartei, an dem Vertreter aller Teile Deutschlands teilgenommen haben, beschäftigte sich mit den sich aus dem Wahlausgang ergebenden Folgerungen für die Neubildung der Reichsregierung und der zu führenden Politik. Di« Auftassung der Reichstagsfraktion der Wirtschaftspartei, sich an keine Regie- rung, ans welche die Sozialdemokratie direkten oder in- direkten Einfluß nimmt, weder aktiv noch duldend zu beteiligen, fand die einmütige Billigung und Zustimmung des Reichs- ousschusses. Das Verbleiben der Wirtschaftspartei in der bestehenden oder ihre Mitwirkung an einer neu zu bildenden Regierung wind die Partei ausschließlich davon abhängig machen, ob die von ihr in, Interesse der Wiedergesundung von Wirtschaft und Volk zu stellenden Forderungen berücksichtigt werden. Von aus- fchloggebender Bedeutung für die endgültige Entscheidung der Wirt- fchaftspartei wird die Tatsache sein, ob sich dann aus dem Gesamt- Programm der Regierung insbesondere der unerschütterliche Wille erkennen läßt, daß r a d i k a l m i t d e r s o z i a l i st i s ch e n W i r t- schasts-, Finanz- und Kulturpolitik Schluß ge- macht wird In den der Regierung zu überreichenden Forde- rungcn wird auch eine Aenderung d e r A u h e n p o l i t i k mit dem Ziele der Revision des Young-Plancs und des Vcrsailler Per- träges verlangt werden. Oer lasche �eichsanwalt. Von Beamtcnseite wird uns geschrieben: In den Kreisen der Beamtenschaft herrscht d.ie allergrößte Empörung über die geradezu unbegreifliche Laschheit, mit der der Reichsanwalt in Leipzig der unverschämten Aeußerung des Münchener Rechtsanwalts Dr Frank„entgegengetreten" ist. Man faßt es nicht, daß dieser„Reichsanwalt" es nicht oerstanden hat oder nicht verstehen wollt«, das Ansehen des Reiches und des Stell- Vertreters des Rcichsministers des Innern zu wahren, um so mehr, als Rechtsanwalt Frank, was dem Herrn„ReichsonwaU völlig entgangen zu fein scheint, sich«nur strafbaren Handlung fchuldig gemacht hat, die sofortige Ahndung verlangt hätte. Rechts- onwolt Frank hat mit seiner Bezeichnung des Staatssekretärs Zweigert als eines„berufsmäßigen bezahlten Vertreters eines ab- sterbenden Systems" unzweifelhaft sich eines Vergehens gegen den 8 S Ziffer 1 des Republikschutzgesetzcs schuldig gemacht, da er „böswillig und mit Ueberlcgung" die republikanische Staatsform durch die Bezeichnung„absterbendes System" herabgesetzt hat. Mehr als je hätte es in dieser Zeit stärksten Ansturms aller Reaktionäre gegen die Republik eines energischen und tatkräftigen Reichsanwalts bedurft, der in diesem Augenblick seine Pflicht getan hätte. Wird sich Reichsminister Dr. Wirth, i>a sein Kollege Reichsjustizminister Dr. Bredt völlig versagt, dieses Verhalten des Reichsanwalts ge- fallen lassen? Eine Milliarde Fehlbetrag. Die Sorgen des Vürgerblocks. Man erwartet in unterrichteten Kreisen, daß am Sonnabend anläßlich her Bekanntgabe des Sanicrungsprogramms der Reichsregierung auch genau« Mitteilungen über den zu «rwarteichen Fehlbetrag im Reichshaushalt gemacht werden. Di« Ziffern, die zur Zeit in den Kreisen, die der Reichsregierung nahe stehen, genannt werden, belausen sich nach der TU. auf etwa eine Milliarde Mark. Damit wird die Meldung, die noch vor einigen Tagen offiziös be st ritten wurde, bestätigt. Im einzelnen schätzt man den Fehlbetrag bei der Arbeitslosenversicherung, wie bereits berichtet, auf rund 400 Millionen Mark, während die Minder- «innahmen aus Steuern, Zöllen usw. infolge der Wirtschaftskrise auf 400 bis 500 Millionen Mark beziffert werden. Hinzutreten dann noch zumindest weiter« 100 Millionen Mark als Mehraufwendung für die Krisenfürsorge. Insgesamt glaubt man, daß ein zu deckender Betrag für den Reichshaushalt in Höhe von 600 bis 700 Millionen Mark verbleiben wird, wenn die Erhöhung der Aibeitslosenoersicherungsbeiträge um 2 Proz. die erhofften Mehrerträge in vollem Umfang« erbringt. Da die Reichsregierung ein weiteres Anziehen der Steuerschraub« für wirtschaftlich wie politisch unmöglich hält, bleibt ihr somit kaum etwas anderes übrig, als den Fehlbetrag in seiner Gesamthöhe von voraussichtlich 600 bis 700 Millionen Mark durch einen kurzfristigen Kredit abzudecken, soweit nicht kassentechnisch« MftM zur Verfügung stehen.\ Krawallverschwörung Kommunistische Vögel auf faschistischen Leimruten. Die kommunistisch-nationalsozialistischen Verhandlungen zwecks gemeinsamer Veranstaltung von Straßen» krawallen am 2. Oktober— wir berichten über sie an anderer Stelle ausführlich— sind in mehr als einer Be- Ziehung interessant. Eben erst hat vor dem Reichsgericht in Leipzig Adolf Hitler einen großen Eid geschworen, daß die nationalsozialistische Bewegung nur völlig legale Ziele auf völlig legalem Wege erstrebe: mittlerweile aber haben seine Berliner Freunde mit den Kommunisten darüber be- raten, wie man am zweckmäßigsten Straßenbahnwagen uin- stürzen und zertrümmern kann. Gehört ein solches Vorgehen mit all seinen weiteren Konsequenzen auch zu der frisch be- schworenen Legalität? Die Nationalsozialisten predigen den Kampf gegen die Marxisten, meinen aber damit offenbar, was für uns durchaus ehrenwert ist, nur die Sozialdemokraten. Die Kommunisten auf der anderen Seite schießen zwar gelegent- lich einen oder den anderen Nationalsozialiften tot, sind aber jederzeit bereit, sich mit den Faschisten gegen die sogenannten „Sozialfaschisten"— das sollen wir sein— zu vereinen. Es kann nicht ausbleiben, daß bei einem solchen Hin und Her die beiderseitigen Prinzipien ins Wackeln geraten, und es ist kein Zufall, wenn heute Otto Straßer seinen Hitler beim Ohr nimmt, A. Thalheimer aber seinen T h ä l m a n n. Straßer wirft in seinem„Nationalen Sozialist" Hitler vor, er habe die nationale Revolution an die parlamentarische Demokratie verraten. Thalheimers Zeit- schrist„Gdgen den Strom" aber wirft der gegenwärtigen kommunistischen Parteiführüng vor, daß sie sich der„o p p o r- tunistischen Schweinerei" schuldig mache und„auf den Erkenntnissen von Marx und Lenin herumtrample." Was die Rechtskommunisten zu dieser heftigen Kritik der kommunistischen Führung veranlaßt, ist eben deren taktische Annäherung an den Hitler-Faschismus. Thälmann hat diese Schwenkung auf der Berliner kommunistischen Parteiarbeiter» konferenz mit folgenden Sätzen zu rechtfertigen versucht: Es gibt eine ganze Anzahl von Genossen, die die historische Bedeutung der Programmerklärung nicht erkennen wollen. Es ist theoretisch richtig, daß die soziale Befreiung vor der n a t i o- n a l e n Befreiung steht, doch mit diesem Program ni wendeten wir uns an die breiten Massen. Lenin hat zu den verschiedensten historischen Zeitabschnitten und Ereignissen die Theorie zurücktreten lassen, um an die Massen heranzukommen. So läßt denn auch die Thälmann-Partei im Namen des heiligen Lenin die Theorie zurücktreten, um an die Hitler- Partei näher heranzukommen und im Bunde mit ihr den Umsturz von Berliner Straßenbahnwagen in Szene zu setzen! Nachdem nun der Versuch der beiden Liebesleute, im Dunkeln miteinander zu munk-ln, mißlungen ist, wird natür- lich am 2. Oktober nichts oder nicht viel passieren. Es wird aber dringend notwendig sein, sich„christliche Gewerk- schafter" vom Schlage des Naziführers König etwas genauer anzusehen. Denn was sich am 22. September im Wiener Garten in der Wiener Straße abgespielt hat, das riecht auf hundert Meter gegen den Wind nach Lockspitzelei. Schon gleich nach den Wahlen ist hier auf die Gefahr hin» gewiesen worden, daß sich die Kommunisten von den Nazis mißbrauchen lassen, um den Sieg d«s Faschismus herbeizuführen. Kein Narr kann so närrisch sein, zu glauben, daß auf den Trümmern umgestürzter Straßenbahnwagen das von den Kommunisten ersehnte Sowjetdeutschland errichtet werden kann. Der Faschismus ist heute in Deutschland stärker als dcrKommunismus nicht nur an Wählerstimmen, sondern auch an materiellen Kräften, Bundesgenossen und Hilfsmitteln aller Art. Wenn der Kommunismus das nicht begreift und seine Politik nicht danach einrichtet, so wird er bewußt oder unbewußt nichts anderes sein als der S ch r i t t- macher des Faschismus. Was kann die KPD. von Straßentumulten noch erwarten? Es kann dabei Verwundete, Tote geben und dann kann man noch einmal den sozialdemokratischen Polizei- Präsidenten Bluthund und Mörder schimpfen. Aber das ist nicht mehr neu und wird keinen besonders starken Eindruck mehr machen. Man weiß ohnehin schon, daß nach kommuni- stischer Auffassung die russischen GPU., indem sie unschuldige. wehrlose Menschen einfängt und haufenweise niederschießt, revolutionäre Heldentaten verrichtet, daß aber die Berliner Schutzpolizei auch nicht das geringste zum Schutze der Orb- nung unternehmen darf, wenn sie nicht von der„Roten Fahne" eino Mörderbande genannt werden will. Nein, den.Kommunisten können Strahentmnulte nichts Minderheitsreaieruna Vaugoin. Neuwahl in Sicht. Wie». 26. September. lEigesberüht.) Buirdespräfident Mitlas hat de« Vizekanzler Vaagoin mit der Regieraagsbildang betraut. Tie Grotzdeutschen and die Laadbiindler haben bereits abgelehnt, fich in einer Regierung Vaugoin vertreten zu lassen. Diese Regierung dürste eine Mehrheit im Rational- rat nicht finden. Man erwartet baldige Auflösung des Parlaments und seine Reuwahl für Ende November. Karl Vaugoin. der ehemalige Trainrittmeister und ebenso ordinäre Polemiker auf der Tribüne wie gewalttätiger Partei- Herrscher in seinem Ressort, hat nun zwar erreicht. Bundes- kanzler zu werden, aber diese Herrlichkeit wird hoffentlich nicht allzu lange dauern. Bei der Neuwahl des Nationalrats wird die schwere Wirtschaftskrise und die gewaltige Arbeits- losigkeit in Deutschösterreich anders wirken als am 14. Sep- tember im Deutschen Reich: die Sozialdemokratie in unserem Bruderland steht seit zehn Iahren in Opposition, die Kom- munistische Partei ist bedeutungslos, auch die National- sozialisten sind bis jetzt im Parlament nicht vertreten und baben keine Aussicht, eigene Kandidaten durchzubringen. Die Sozialdemokratie ist in Deutschösterreich noch mehr als anderswo d i e Partei der Arbeiter und Angestellten, der Mieter, der Arbeitsinvaliden und der Jnflationsopfer. Gerade jetzt zeigt sich der große Erfolg des sozialdemo< k r a t i s ch e n Volksbegehrens auf stärkere finanzielle Beteiligung des Staates an der Arbeitslosenversicherung und auf Inkraftsetzung der Alters- und Invalidenversicherung, wie sehr diese sozialen Notwendigkeiten das Volk bewegen. Herr Vaugoin wird seine Kanzlerschaft wohl auszunützen trachten, um seiner Ankündjgung gemäß dem Eisenbahn- personal wieder„Liebe und Ansehen beim Volk zu ver- schaffen". Das will ein Vaugoin durch Ernennung irgend- eines Scharfmachers zum obersten Leiter der Bundesbahnen und durch eine„Reinigung" des Personals nach dem Muster des Bundesheeres und der Alpinen Montangescllschaft cr� reichen. Das Bundeshcer hat Vaugoin durch gröbsten Terror, durch Unterdrückung, Spitzeltum und W a h l- k u n st st ü ck e zu einer äußerlich christlich-sozial erscheinenden Truppe gemacht: bei der Alpinen Montangesellschaft hat man durch die gleichen Methoden viele Arbeiter gezwungen, zähneknirschend von der freien Gewerkschaft abzufallen und in die Heimwehr einzutreten. Mit derlei Methoden wird eine Regierung Vaugoin nicht nur den Kampfgeist unserer Genossen aufs höchste steigern, hindern ihnen auch die Stim- men zuführen, die etwa unter Schobers Regierung kaum der Opposition zugeflossen wären. Die kampferprobte und sieg- gewohnte Sozialdemokratie Deutschösterreichs kann der kom- Menden Volksentscheidung mit froher Zuversicht entgegen- sehen. Deutsche Beschwerde in Prag. Tschechisches Bedauern über die Krawatte. nützen— für den Faschismus sind sie die Aussaat seiner künftigen Ernte. Mag er auch bei ihrer Entfesselung die Rolle des Lockspitzels spielen, er wird sich, wie das bei Lock- spitzein üblich ist, sehr schnell zurückziehen und— die Partei der„Ordnung" ergreifen. Die den Nationalsozialisten verbündete Hugenberg-Presse stellt ja schon längst die Dinge so dar, als ob der„kommunistische Terror" die Straßen beherrsche und die Staatsgewalt ihm gegenüber versag«. Wenn die KPD. durchaus ihren kleinen Krieg gegen Zörgiebel haben muß. so wird sie damit nichts anderes er- reichen, als daß eines Tages die R e ch t s o r g a n i s a- t i o n e n zwecks Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung aufmarschieren werden, und dann wird der Faschismus die Gelegenheit zum„legalen" Putsch haben, die er sich wünscht. Diese Gefahr könnte beschworen werden, wenn die KPD. den Mut besäße, ihre Anhänger vor Unbesonnen- heiten zu warnen, wie es die Sozialdemokratie vor dem Kriege in kritischen Zeiten unzählige Male getan hat. Bringt sie diesen Mut nicht auf, so wird man noch öfter Gelegenheit haben zu beobachten, wie die kommunistischen Vögel auf den faschistischen Leim hüpfen. Die Groteske der faschistisch-kommunistischen Krawall- verschwörung im Wiener Garten müßte eigentlich allen Arbeitern die Augen öffnen. Ja, man sollte meinen, selbst das ZK. der KPD. müßte nachzudenken beginnen— könnte es das noch!_ Hitler-Echo aus England. Rechtskoalition„eine verbrecherische Tollheit'. London, 26, September(Eigenbericht). Die gesamte englische Presse widmet der Red« Hitler? vor dem Reichsgericht den weitesten Raum und kommentiert sie mit Leitartikeln. Der allgemeine Eindruck ist, daß sich diese Rede, wie die„M o r n i n g- P o st" sagt, nicht im geringsten von den üblichen aus dem Munde des Naziführers dutzendmal gehörten Phrasen unterscheidet, daß sich Hitler nicht im geringsten geändert und trotz seines großen Wahlerfolges nicht das mindeste Verant- wortungsgefühl erlangt habe. Das sei aber das Cntschel- dendc: Hitler und seine Unterführer seien still geblieben, aber aus einem Dutzend nationalsozialistischer Abgeordneter sei die zweit- stärkste Partei geworden. Dr. Brüning, fährt die„Morning- Post" fort) gebe sich den Anschein des starken Mannes, aber i sein sphinxähnliches Schweigen passe wenig zu der gegenwärtigen Situation in Deutschland. Alles fei ungewiß, jedoch würde die Welt der Stellung und dein Charakter des Her»« Hitler ein unverdientes Lob spenden, wenn sie sich auch nur einige schlaflose Nächte über feine Rede bereiten würde. Aehnlich lauten auch die Kommentare der airderen Zeitungen. Der„Manchester Guardian" meint, Hitler habe etwas gemeinsam mit den Possenhelden, wie sie Shakesspear« und Dickens auf die Beine gestellt haben, und es fei beschämend für ein zivilisiertes Volk wie das deutsche, daß ein Hilter imstande gewesen seh eine Art von Panik hervorzurufen. � Darüber. sind sich fedoch sämtliche englische Zeitungen klar, und sie sagen es ohne Unterfchted der Partei:' Wenn dieser lächer- lich« Phrasendrescher eins enthüllt habe, so die Unmöglichkeit, daß das Zentrum mit ihm in einer Regierung sitzen könnte. Das wäre eine verbrecherische Tollheit, so heißt es in dem Leitartikel des„M a nchester Guardian", Hitler Gelegenheit zu geben, seine Drohungen wahr zu machen. Derselben Ansicht ist das Blatt Lloyd Georges,„News Chronicle", so sagen es ferner„Daily Tele- - groph" und vor allem die„Time s", die jene Mitglieder des Zen- trtims besonders warnt, die mit dem Gedanken einer Koalition mit Hitler gespielt hätten. Zum Schluß beklagt es die„Times", daß alle von Rathenau, von Stresemann und hindenburg bisher von Deutschland errungenen Erfolge In Gefahr seien, verloren zu gehen. Deutschland habe durch die Arbeit dieser Männer seine Macht- stellung unter den Großmächten wieder gewonnen, und jedes Jahr habe«inen Fortschritt bedeutet und die Aussicht aus noch größere Erfolg«. Jetzt ober müsse nicht nur an dem pol:- tischen Instinkt der deutschen Staatsmänner, sondern auch an dem eines großen Teiles des deutschen Bolkes gezweifelt werden. Alte, bisher begrabene Befürchtungen und Leidenschaften bei Deutsch- lands Nachbarn seien wieder wachgeworden. Die europäische Abrüstung müsse ein hossrmngsloser Fall werden bei einem Sieg der deutschen sanalischen Rationalisten. Auch der„Manchester Guardian" beklagt es, daß die Hitler-Bewe- gung und die gegenwärtige politische Lage in Deutschland jenen gute Waffen und die Hand liefern würden, die sich der allgemeinen euro- päischen Abrüstung widersetzten. Die Gefahr eines Sieges der deutschen extremen Nationalsozialisten sieht jedoch die„Times" noch in weiter Ferne, und sie hofft vor allem auf den Einfluß und die Kraft Hindenburgs, dessen militärische und polltisch« Ratgeber es besser als Herr Hitler wissen sollten, daß Deutschlands Wirtschaft- liches Gedeihen in erster Linie vom Vertrauen der starken Nationen abhängig sei. Selten war eine so klare und einstimmig« Meinung in der eng- tischen Presse zu lesen, wie sie am Freitag gegenüber der L a g e in Deutschland zum Ausdruck gekommen ist. Einen Freund bat allerdings Hitler, das ist der„Daily Mail" des LordRother. m c r c, ein Blatt, dos während des Krieges und viele Jahre nachher su den wildesten Deutschenhassern und-Hetzern gezählt hat, und morgen wieder zähle» wird. Dieser„Daily Mail" kündigt heute bereits einen Artikel Hitlers für die Rothermerefche Sonntagsausgnbe an Geld stinkt auch bei dem völkischen Führer Deutschlands nicht. „Oeuischlands Erneuerer." Rozi-Stürmer wegen Totschlage! verurteilt. Koblenz, 26. September.(Eigenbericht.) Das hiesige Schwurgericht verurteilte den 28 Jahre alten Kaufmann Erich Liese, Führer einer Sturmabteilung der Nationalsozialistischen Partei, wegen fahrlässiger Tötung zu einem Jahr Gefängnis. Liese hatte kürzlich einen Arbeiter, durch den er sich beleidigt und bedroht glaubte, mit einem Dvlchmesser derartig mißhandelt, daß bald nach der Tat der Tod eintrat. In ' dem Urteil wird ausdrücklich festgestellt, daß Lief« nicht in Notwehr gehandelt habe. Prag, 26. September. Der deutsche Gesandte Dr. Koch, der schon am Mitt- woch eine Rücksprache mit dem Vertreter des Außen- Ministers. Minister Krofta. dem früheren Gesandten in Berlin, gehabt hatte, hat ihm gegenüber hcnte früh auf den schweren politischen Rückschlag auf- merksam gemacht, den die Prager Ereignisse der letzten Tage in den Beziehungen der beiden Staaten herbeiführen können, und auf die nachteilige Wirkung dieser Vorgänge auf die öffentliche Meinung in Teutschland hiygewiesen. Er hat dabei betont, daß er auf die wirtschaftliche Seite der tatsächlichen Außerknrs- setzung der deutschen Tonfilme einstweilen noch nicht ein- geh«. Minister Krofta sprach sein Bedauern über die Borgänge aus und versierte den gute« und ernst- lichen Willen der Regierung, diesen nachteiligen Vorgängen ein schnelles Ende zu bereit«». Die Exzesse verhetzter Buben, chauvinistischer Stu- deuten und übler Elemente haben trotz der Absetzung des deutschen Tonfilms vom Spielplan des Kinos weiter- gedauert und nicht nur das staatliche Deutsche Theater und das Deutsche Haus, fondern auch Gebäude tschechischer Parteien, so das Zeitungshaus der Beneschpartei sRa- tionalsozialej und schließlich alle erreichbaren Auslage- fenster, Firmenschilder usw. zum Zerstörungsziel ge- nommen. Polizei und Gendarmerie sind scharf vorgc- gangen. 6V Personen wurden verhaftet, zahlreiche verletzt. q- Es wäre ein Unrecht, für diese Pöbeleien einer Anzahl „Lspiei"(Halbstarker) und verhetzter Buben das tschechische Volk verantwortlich zu machen. Die erdrückende Mehr- heit des intelligenten, tüchtigen und wahrhaft demo- kratischen Tschechenoolkes stimmt mit den häufigen Ver- söhnungsreden seines Präsidenten Masaryk vollkommen über- ein und will in Frieden, nicht nur mit dem Ausland, sondern vor allem mit seinen Landsleuten anderer Zunge leben. Wenn auch die deutsche Minderheit in Prag bei der Volks- Zählung die 20 Proz. nicht erreicht hat, die ihr nach dem Gesetz sprachliche Gleichberechtigung in Amt und Schule siäiern würde, so ist doch Prag die Hauptstadt eines Staates, von dessen Bevölkerung mindestens ein gutes Viertel Deutsche sind. Das Deutsche Theater aber ist ein S t a a t s t h e a t e r und der Angriff darauf trifft den Staat. Im übrigen ist die Vermutung nicht abzuweisen, daß die ganze Hetzerei bestimmt ist, dem Außenminister Dr. B e n e s ch Ungelegenheiten zu bereiten, dessen Haupt- feinde im Hintergrund der Krawalle stehen. Kommunisten tun es den Banden gleich. Prag. 26. September.(Eigenbericht.) Der Wenzelsplatz wurde am Freitogabend von berittener Polizei und Gendarmerie mit ausgepslanztem Bajonett besetzt und abgesperrt. Jede Ansammlung wurde verhindert. In den Seitenstraßen gab es wiederholt Zusammenstöße mit der Polizei. Am Freitagabend zogen etwa 156 Kommunisten vor das sozialdemokratische Volkshaus, in dem die Redaktion des„Pravo Lidu" ist. Di« dort bei einer Vorbesprechung zum Parteitag anwesenden Llnser neuer Roman. In einer Großstadt Deutschlands liegt ein Aktenbündel. Di« Presse jener Stadt, soweit sie verantwortungsbewußt ist, hat viel« Spalten ihres umworbenen Druckraums dem„Fall..." gewidmet und es gingen Wellen der Entrüstung durch die ganze Welt. Eine von ihnen, vielleicht war es schon die letzte, spülte an jenen Strand, der des Autors Heimat ist. Leise— aber fi» wurde bemerkt. Und wirkte mit ihrer geringen Kraft dennoch fort. Das Aktenbündel mag inzwischen verstaubt sein, die Zeitungs- blätter vergilben in Archiven— dennoch sind sie vorhanden, und Archive können gcöstnct, Akten veröstenilicht werden, um die Wahrheit der hier aufgezeichneten Geschehnisse zu bezeugen! ... denn dies ist keine Dichtung. Es ist ein Bericht, dem die Form des Romans gegeben wvrde. Delegierten verließen gerade das Volkshaus, als die Kommunisten über sie herfielen. Sie beschimpften die Delegierten, bewarfen sie mit Steinen und schlugen mit Stöcken auf sie ein. Drei Kongreßdelegicrte wurden v ei w n n de t. Das Volkshaus wird jetzt von sozialdemokratischen Arbeitern bewacht werden. Die Abwehr gegen die Exzesse. Di« beiden deutschen Kabinettsmitglieder Dr. Spina undi Dr. Czech(Deutscher Sozialdemokrat) haben beim Ministerpräsi- deuten U d r z a l Protest gegen die deutschfeindlichen Ausscheitungen eingelegt. Der Ministerpräsident sagte ihnen rücksichtslose Unterdrückung weiterer Ausschreitungen zu. Die Tschechische sozialdemokratische Partei lzok eine Kundgebung erlassen, die sich scharf gegen die nationalistischen I Ausschreitungen wendet. Heute veranstaltete die Tschechisch- nationalsozialistisch« Partei(die keine faschistische, sondern ein« linksdemokratische Partei ist und unter geistiger Führung von Benesch steht) eine G e gcndemon st ratio» gegen die faschistischen Exzesse..... Am Freitagabend griff die G e n d o r m e.r i.e..in den Straßen von Prag wiederholt gegen neue Zusammenrottungen von deutsch- feindlichen Demonstranten scharf durch, und zwar viel energische? als die Prager Polizei, deren Präsident Dolejsch abgesetzt werden soll. Auch der Prager Stadtrat erklärt, die Ausschreitungen zu bedauern, jedoch die ersten„würdigen" Kundgebungen zur Betonung des slawischen Eharakters der Stadt Prag zu begrüßen. Tat- sächlich ist Prags Bürgermeister B a p a ein gefährlicher Deuts6)en- feind, der im Namen des„slawischen" Charakters der Hauptstadt einen schikanösen Feldzug gegen alles Deutsche seit elf Jahren führt und moralisch mitschuldig an den nntionalistischci, Exzessen ist._ Schlesiensejm aufgelöst. Auch Korfanty verhofiet. Warschau, 26. September. 1 Auf Grund der Verordnung des Staatspräsidenten wurde der fchlesifche Sejm aufgelöst. Tie Mehrheit hatte es abgelehnt, die Bedingungen des Wojewoden Gra» zhufki anzunehmen, die den Sejm als Zasagemajchine be- stehen lassen hätten. Der Abgeordnete des jchlesijchen Sejm, der frühere deutsche Reichstags- und preußische Landtagsabgcordnete Korfauty, ist heute vormittag durch Kriminalbeamte nach einer Haussuchung verhaftet und im Auto ab» transportiert worden. Die Polizei verweigert jegliche Auskunft. Verhaftet wurde auch der kommunistische Abgeordnete WjeeZorek; andere Abgeordnete werden von der Polizei gesucht. Das palästina-Werk. Jüdischer Arbeiter-Welttongreß in Berlin. Der jüdische Arbeiterverband„H i st a d r u t" in Palästina. dessen Mitgliedcrzahl in den letzten elf Jahren von 3000 auf 36 000 gestiegen ist, veranstaltet in Berlin einen Weltkongreß jüdischer Arbeiter für das Palästinawerk. Die Teilnahme der jüdischen Arbeitennassen an diesem Kongreß ist sehr stark: in Polen ollein wurden 95 000 Karten abgesetzt, auf denen das Kongreßprogramm zu lesen war, imi> über 90 000 Personen haben sich an der Wahl der Kongreßdelegierten beteiligt. Neben den Vertretern aus zahlreichen europäischen Ländern ist auch eine achtköpfige Delegation aus Nordamerika eingetroffen, die soeben Palästina besucht hat. In einem Presseempfang sprach R u ba s ch o f f- Palästina über haa Kongreßziel der Errichtung einer Weltliga für das arbeitende Palästina, worauf der frühere sozialistische Abgeordnete im New- Jorker Staatsparlament, Schiplakvfs. und der Sekretär der jüdischen Gewerkschaften in USA-, F e i n st e i n. die überaus gün- stigen Eindrücke schilderten, die sie in Palästina von der jüdisch- sozialistischen Ausbanarbesi empfangen haben. Für die Eröstnungs- feier am Sonnabendabend sind u. a. Professor Einstein, Eduard Bernstein. Jean L o n g u e t- Paris und der Sekretär des Jnter- nationalen Goroertschastsbundes,-Johann Sassenbach, als Redner angekündigt. Obstruktion gegen das Reichsgericht. Der Oberg will Verhaftungen verhindern.- Das heilige Leninantswort! In bt: fvrtAesetzten Derhanüwng d«s �ochoerratspro- zesfes gegen die drei Reichswehroffiziere fragt« der militärische Verteidiger Hauptmann W« i n d l den Zeugen Leutnant Wintzer, wie die Stimmung im Offizierkorps zum Wehrgedanken gewesen sei. Zeuge: Im Offizierkorps besteht, wie ich offen sogen mufz. eine ollge. meine Unzufriedenheit mit den Zuständen. Wir freuten uns geradezu alle, daß durch tudien nun eine Tat kommen sollte. Üi.-A. Dr. Sack: Unter dem Ausdruck Tat kann man ja Zweierlei verstehen.(Unruhe im Zuhörerraum.) Was dachten Sie sich denn unter der..Tat" Ludiens? Zeuge: Ich hatte von Ludiens Vor- haben keine klare Vorstellung. Nur das Eine war mir klar, daß er überhaupt etwas tun und feststellen wollte, wer hinter ihm stände. Van einem Memorandum an das Reichswehr- Ministerium war allerdings damals nicht die Red«. R.-A. Komeke stellte dann eine Reihe von Fragen an den Zeugen. Er bezweifelte vor allen Dingen, daß der Zeuge vom Untersuchirngsrichter verstanden worden sei und erklärt«, dos Pro- lokoll de» Zeugen könne infolgedessen nicht stimmen. Die Hehe gegen den llniersuchungsrichter. � Hier meldete sich der bereits gestern vernommene Leutnant S t a e dt k e und erklärt«, er habe bei seiner Vernehmung in der Polizeidirektion München den Eindruck gehabt, daß sein Verhör unter einer ganz bestimmten Tendenz gestanden habe. „Als ich dann durch Landgerichtsdireltor Braune vernommen wurde, standen sich zwei große Begriffe gegenüber, nämlich Politik und Wahrheit. Der Herr Untersuchungsrichter war mit meiner Aussage niemals zufrieden, offenbar, weil ich bei der Wahr- heit blieb. Schließlich sagte er mir, daß ich, wenn ich über den Fall irgend etwas in die Oessentlichkeit bringen würde, er dafür sorgen wotle, daß ich ein Schweigegebot vom Reichswehrministerium bekomme. Ich habe dem Untersuchungsrichter geantwortet, daß ich das als E r p r e s s u n g empfinde."(Große Bewegung.) Bors,(sehr ernst): Der Herr Untersuchungsrichter hat nach freiem Ermessen den Tatbestand aufzuklären. Er ist nicht, wie Sie glauben, mit Machtmitteln des Reichswehrministeriums ausgerüstet. die er nach Belieben verwenden kann. Allerdings kann er einem Zeugen im Interesse der Untersuchung Verschwiegenheit auserlegen. Zeuge Staedtke: Wie ist es aber möglich, daß er mir, weil ich es nicht so wollte, wie er. mit dem Schweigegebot drohte? Vors.: Der Richter ist berechtigt, Sie zum Stillschweigen zu verpflichten. Untersuchungsrichter Braune: Ich habe dem Leutnant Staedtke lediglich gesagt, daß ein Zurückhalten der Wahrheit für ihn unangenehm« dienstliche Folgen haben könne. Staedtke betonte, dvß er gar kein Interesse daran habe, daß die Angelegen- heit im dunkeln bleibe und deshalb habe ich ihm gesagt. d3ß er aus Gründen der Untersuchung nichts sagen dürfe und daß ich eventuell ihm ein Schweigegebot auserlegen ülffea müßte. 'Zeuge: Ich habe nur gesagt, daß meinetwegen' der ganz« Fall an die große Glocke kommen könne, da ich selbst schuldlos fei. Vors.: Herr Sachverständiger Major Theißen, Sie hoben doch die Tätigkeit des Untersuchungsrichters mit beobachtet. Hatten Sie das Gefühl, daß er rigoros gegen die Zeugen vargsgangen ist? Major Theißen: Ich habe keiner Vernehmung beigewohnt. Ich war aber vom Reichswehrministerium Herrn Landgerichts- direktor Braune beigegeben, als er die drei Offiziere verhaften mußte. Ich habe dabei feststellen können, daß der Herr Untersuchungsrichter ein warmes herz für die Angeschuldigten hatte. Nachdem er die verhastuug vollzoorn hatte, kam Herr Braune nacht» um*612 Uhr nochmal zu mir in» Zimmer. Er war beinah« ganz gebrochen und sagte zu. mir wörtlich: ,.<£» ist doch ein« furchtbare Tragik mit diesen prächtigen, jungen Offizieren. Besonder» Ludien hat iich als ein aufrechter wann benommen." Ich hatte den Eindruck, daß die Verhaftung der drei Angeschuldigten dem Herrn Untersuchungsrichter außerordentlich nahe ge- gangen ist. R.-A. Dr. Sack: Ist es nicht so gewcsen. Herr Sachverstan- diger, daß das Hochvcrratsoerfohren gegen die drei Angeklagten erst auf Betreiben parlamentarischer Kreise durchs den Reichswehnninifter eingeleitet worden ist? Sachverstan- diger: Nein, dos ist nicht so. Der Reichswehrminister hat vielmehr von sich aus die Untersuchung auf Grund de» Tatbericht» eingeleitet. Oer Oberst erschwerte die Verhaftung. Kommandeur Oberst B e ck: Ich möchte zu dem Fall des Land» gerichtedircktors Braune auch meinerseits etwas sagen. Di« Der- Haftung der drei Angeklagten hat eine gewisse Auimofität gegen Herrn£andg«richt»dircktor Braune in meinem Offizierkorp» hervorgerufen, obwohl mir persönlich jeder Borwurf gegen den Untersuchungsrichter fernliegt. Als nämlich Herr Braun« die drei Angeklagten verhaften wollte� kam er zu mir, weigert« sich jedoch, mir als dem Kommandeur den Grund für die Verhaftung onzu- geben. Erst noch längerem Hin und Her erklärte mir Herr Braune, er dürfe mir an sich den Grund wohl sagen, wolle es aber nicht tun, da er Verdunkelungsgefahr befürchte. Herr Landgerichts» direktor Braune ist also oftenbar der Ansicht gewescn. daß ich als Regimentskommandeur die Handlungen dreier junger Offiziere meines Regiments mit verdunkeln würde. Erst auf mein energisches Drängen erklärte mir der Untersuchungsrichter, daß die drei jungen Offiziere wegen nationalsozialistischer Zellenbildui� verhaftet werde» sollten. Dieses Wort ist zuerst von dem Untersuchungsrichter ge. fallen. Der ungünstig« Eindruck, den die Verhaftung der drei Offizier« hervorgerufen hat, besteht noch bis heute, nicht mrr in meinem Regiment, sondern weit darüber hinaus. Landgerichtsdirektor Braun« wandte sich scharf gegen diese Darstellung des Zeugen Oberst Beck. Tatsächlich habe e» zwischen ihm und dem Oberst auf dem Kuhberg bei Ulm vor der Verhaftung der drei Offiziere eine ziemlich erregte Auseinandersetzung gegeben, weil der Kommandeur zunächst einmal erklärt habe, er tömu den vollzog de« Haftbefehl, erst dann p-tafiev. wenn ihm dessen Bfaefiatong«ttgeteNt würde' Oberst Beck erklärte, das sei richtig, doch sei sein Widerspruch in dem Augenblick verstummt, als er gehört Hab«, daß der Haftbefehl noch einem Dortrag beim Reichspräsidenten und beim Reichs- wehrminister erlassen worden sei. In diesem Zlugenblick habe er alz alter Offizier die Hacken zusammengenommen. Vors.: Das Reichswehrininisterivm hat am 25. Februar d-« Akten dem Herrn Oberreichsonwalt überfandt mit der Bitte, gegen die schuldigen Offizier« und ihre angeblichen Hintermänner ein Der- fahren einzuleiten. Darauf hat der Oberreichsonwalt die Sache ge- prüft und den Uniersuchungsrichler Londgerichtsdirektor B r a u n c beauftragt, die Untersuchung vorzunehmen. Der Oberreichsanwalt hat dabei dem Untersuchungsrichter anheimgestsllt, gegen die Ange- klagten wegen Verdunkelungsgefahr einen Haftbefehl zu erlösten. Der Haftbefehl war berechtigt, einmal wegen der Gefahr einer Veifetteschoffung von veweismaterial und auch wegen der Höhe der den Schuldigen drohenden Strafe. Der Haftbefehl ist dann durch den Untersuchungsrichter in Ulm voll- streckt worden. Als ich nach Ulm kam, war gerade Offiziersbesichtigung auf dem Kuhberg. Des- halb traf ich auch keinen Offizier in der Kaserne an, mit Aus- nähme des- Abteilungskommandeurs Hase, den ich kurz über den Sachverhalt informierte und mitteilte, daß ich zwei Offizier« ver- haften müsse. Auch mir lag ebenso wie dem Abteilungskommandeur an einer möglichst unauffälligen, das Militär nicht fchädi- genden Berhaftung. Ich hatte mir für den Hastbefehl Kriminal- beamt« aus Stuttgart mitgebracht. Ich verabredete mit Herrn Hase, daß ich mit ihm im Auto zum Exerzierplatz hinausfahren wollte. Hase sollte unauffällig zu der Besichtigung hingehen und mir dann die beiden Offizier« in das Auto bringen. Wir fuhren auch zum Exerzierplatz hinaus und mein Auto hielt etwa Sül) Meter von der Truppenbesichtigung entfernt. Hase ging zur Truppe hin, kam aber überhaupt nicht wieder. Nach langem Warten kam dann Oberst Beck zu mir und sagte, er werde die Berhaftung seiner Offiziere nicht zugeben, bevor er nicht wisse, um was es sich handele. Ich erwidert«: Erst muß ich ihre Offiziere verhaften, dann werde ich Ihnen Auskunft geben. Darüber gab es«ine lange und sehr er- regt« Aussprache, da Oberst Beck zunächst nicht in die Der- Haftung einwilligen wollte. Gin Leutnantswort gilt mehr als alle Akten? Oberst Beck: Nach Ausführung des Haftbefehls sagte mir der Untersuchungsrichter, daß die Angeklagten sich auch nach dem 12. Dezember im Dienste der Nationalsozialistischen Partei betätigt hätten. Ich habe ihm erwidert, daß da» nicht möglich sei, denn ich hätte das Wort des Leutnants Scheringer, sich nicht mehr mit der Nationalsozialistischen Partei zu beschästigen und ich sagte dem Herrn Untersuchungsrichter, daß mir das Wort eine,«einer Offizier« m«Hr gette al»'>»a« fein« Der-" ''i'•' dacht smowent«?''*» eb« (Groß« Bewegung im ganzen Saal.) Dann wurde Leutnant Lorenz aus Hannover vernommen, der seinerzeit mit Ludien und Leutnant. Wintzer die Besprechung in Hannover gehabt hat. Er schilderte, daß er mit seinem Freunde Wintzer Ludien vom Bahnhos abgeholt habe, während Oberleutnant Wendt, der mit dem gleichen Zuge angekommen sei, sich sofort zu Haupt rn a n n Jäger begeben habe. Vors.: Ludien hat Ihnen doch nun ein« ganze Meng« erzählt. Dinge, die Ihnen doch zum Teil fremd sein mußten. Fiel Ihnen denn nun gar nichts daran auf? Zeuge: Komisch kam es mir allerdings vor. daß Ludien uns so geheimnisvoll und ohne Zeugen sprechen wollte. Vors.: Worüber hat denn Ludien überhaupt ge- sprachen. Zeug«: Ludien erzählte, er habe mit cdn Nationalsozialisten in München verhandelt, die dafür sorgen wollten, daß die Bedenken der Rechtsgesinnten, also der Vater- ländischen in Deutschland gegenüber der Reichewehr zerstreut werden sollten. Vors.: Und was hat Ihnen Ludien über die Nationalsozialisten gesagt? Zeuge: Wir Ossiziere sind alle vaterländisch gesinnt und wenn wir uns über Parteien unterhalten, so selbstver- ständlich nur über voterlandstreu« Parteien. Leider gibt es ja in Deutschland nur wenig vaterländische Parteien. Zu diesen zählte Ludien die Nationalsozialisten in erster Linie. Vors.: In der Vor» Untersuchung haben Sie bedeutend mehr gesagt. Zeuge: Heut» weiß ich ober nichts mehr. Vors.: Dann haben Sic ein sehr kurzes Gedächtnis. Hauptmann Hermann Jäger von der 7. Kompanie des Infanterieregiments 18 in Kastel wird zunächst unter Aussetzung der Beeidigung über seine Unterredung mit dem Angeklagten Wendt in Hannover im November v. I. vernommen. Der Zeuge gab an, daß er den Angeklagten Wendt seit dem Jahre 1924 von einer Hubertusseier in München her kenne. Im November 1929 erhielt er ein Telegramm von Wendt, in welchem er gebeten wurde, von Kassel nach Hannover zu kommen, wo ein« wichtige und entscheidende Aussprache erfolgen sollte. Hauptmann Jäger holte Wendt vom Bahnhos ab und in der darauf» folgenden Besprechung hat Wendt zunächst seine allgemeinen pofi» tischen Anschauungen entwickelt und sich mit ihm über Togesfragenl unterholten. Oer harmlose Hauptmann. Vors.: Herr Zeuge, was dachten Sie sich denn eigent. lich dabei, als nun plötzlich zwei junge Kameraden von Süddeutsch» land nach Norddeutschland kamen und dort mit verschiedene« Offizieren gehcinie Besprechungen abhielten. Zeuge: Mir fiel das nicht besonders auf. Vors.: Und siel es Ihnen auch gar nicht auf, daß man Sie z. B. bei der Unterredung mit Wendt befragte, w i e denn die Stimmung in den Offizierkorps in Norddeutschland sei? Zeuge: Das ist mir auch nicht aufgefallen. Vors.: Das ist doch aber sehr eigenartig. Ist denn Ihre Harmlosigkeit wirklich so groß, daß Sie sich über diese sehr auffallenden Ding« gar keine Gedanken gemacht haben sollen. Herr Zeuge, ich mutz Ihnen einen sehr ernsten Vorhalt machen. Der Herr Untersuchnngs- richter hat in das Protokoll Ihrer Vernehmung die Aktennotiz eingefügt, er habe den Eindruck gehabt, daß Sie bei Ihrer Der- nehmung mit der Wahrheit zurückgehalten haben. Ich warne Sie, Herr Zeuge, Sie machen sich strafbar, wenn Sie hier unter Eid etwas verschweigen. Das würde einen Meineid bedeuten. Das wäre gerade bei einem Offizier besonders unerhört. Untersuchungsrichter Braune: Hauptmann Jager hat alle feine Aussagen mit großen pausen gemacht und hat dann aus meine entscheidende Frage, ob Oberlentnant Wendt ihn für die Nationalsozialistische Partei zu werben versucht habe, schließ. lich erklärt:„Daraus verweigere ich die Antwort." Vors.: Hatten Sic den Eindruck, daß Hauptmann Jäger sich schützend vor Wendt zu stellen versuchte? Unter» juchungsrichter: Jedenfalls war mir seine Weigerung über Kzsen Tejl des.Gesprächs auszusagen, geradezu unverstäichlich. Der Zeuge Hauptmann Jäger sollte dann vereidigt«erden. Der Vorsitzende wollte eben dem Zeugen die Eidesform«! vorsprechen — der Reichsanwalt hatte keine Bedenken erhoben—, da erklärte plötzlich der berichterstatlende Richter, Reichsgcrichtsrot Dr. Glimmer. er habe Bedenken, daß dieser Zeuge wegen des Verdachts der Teilnahme an dem Vergehen der drei Angeklagten nicht vereidigt werden könne. Dieser Einspruch löste eine große Erregung im Gerichtssaal aus. Nach längerer Beratung kehrt« der Senat in den Saal zurück und Präsident Baumgarten verkündete folgenden Beschluß: „Die Beschlußfassung über die Vereidigung des Zeugen Hauptmann Jäger wird bis an den Schluß der Beweis- aufnähme zurückgestellt. Es soll dann noch die Frag« geprüft werden, ob die Zeugen von Psesser, Weiß und Wogner zu ver» eidigen sind." Darauf wurde die Verhandlung auf Sonnabend,? Uhr, vertagt. Gau Danzig der NSDAP, ausgelöst. Wie der„Völkische Beobachter" mitteilt, ist der Gau Danzig der N>sDAP. aufgelöst worden. Mit der Neuorganisation ist Artur Greiser beaus- tragt worden. Linter Kapitalisten. „Kerne Sorge, wenn auch die Nazis sich zuweilen ein bißchen radikal gebärden. Je stärker ein Arbeiter auf den Rotioualsozialismus schwört, desto leichter ziehen wir chm das Kell über dieOhra»!� «.15»dr— Raaßien eriouDl Hans Koliacher« Argenüno Littlc Esther tanzt u. singt a.«. Sonnabend u. Sonntag Ja 2 Vorstellungen 4 und 8" ühr. 4 Uhr kleine Pr. scAta Tägl. 5 u.81/, Uhr. B 5 Barb. 0256 Pr. 1—6 M.— Nachm. halbe Preise. Hur tranige Tmge.T Zum mim 'Wale auf dem WonUnenll Sem■ Sprech Sehen. Teieriiinn und das auserlesene TarleU- J'rogr. vi Aza Tägl.» u.«IS Saarn. 2. Sa. 8» Alex. E 4. 8066 Weinlraubs Syncopators DDd das pH« inferMtinnale PrograDim! Thealer I. d. Behrenstr. 53-54 Direktion: Ralph Arthur Roberts t< Das häfiiiche mädcnen Englisth— Roberts— Ricmann. GKOSS. MHAI SI'IKI.HAUS S Lustige Witwe Hesterberg:. Hansen, Arno, Schollner, Jankuhn, Schaeflers, Winkelstern, Desni. R F. C; I E: Q H A REE? VoiKsbtthne toter am Biilowflalz. täglich 8 Uhr Die Weber . G. 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In bei» Sophien-Sälen, Sophlenflrahe 17-18 Branchen- Versammlung der Bau- und GeldschranK schlosser Togcsorbnung: L Bericht von den Derhonblungen mit dem Schllhvcrband ZZeriincr Schlostcreien. 2. Branchenongeicgenheiten 3. Berschiebenes. Ohne Mitgliedsbuch fein gutritt! Das Erscheinen aller Kollegen ist Pflicht. vi« OitsverwaUnvg. Deotsdier Metallarbeiter-VRiliaDd Verwaltungsstelle Berlin Todesanzeige Den Mitgliedern zur ZZachrichf, daß unser Kollege, der Schleifer Eugen Krehahn geb. 9. April 1881, am 22. September gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet om Sonn» abend, dem 27. September, I8V, Uhr, im Krematorium Baumschulenwcg, Kiesholzstraße,(talt Rege BeieMgung erwartet Die Ortsverwaltung; KLEINE ANZEIGEN iedeiWortU PI. frttjriraito Wsrt ZS Pf. Iiulinig 2 tettgednäte Wort,).- StellcignuA« du 1. Wert(fitfpdnittl 15 PI., irtnweilert Wart 10 PI. Wert« mit nrtr als 15 Budnlitu iBIto flr n»ei Wort». Igteign. viidu för die niditti nennet beitimnt siod.nSuQ bis spjtestni 4V, übt eadtniifegs ig der Biept-bpeditios des feralrts. Undecrtrete 3. ■beigeben weidintliiielbi ist sosbotap ra morgens !' 2 Okr bis nathn. 5 Uhr unonterbrodien getffut. Verkäufe Tapeten. Ezillat. Koloniestraßn 9._• Total-Ausverkauf, Teppiche, Läufer. stoffe. Tisch», Diwandecke», Sardinnu zu jedem annehmbaren Preise wegen Gcichäktcausgabe. Teppichhaus Abcrboch, �riedrichstraße 163. I, Ecke Bebrenstraße. flldi und unerwartet verschieb am Sonntag, dem 21. September. mein lieber Mann, mein guter Poppt, Alex Becker Im Namen der Hintcrdliebcnen Helene Becker geb. Kanetanann Die Scetbigung findet om Sonntag. dem 28. Sepiember, vormittags Ii) Uhr, Neue Holle, We ßensee, statt. Zahlen beweisen! . i m Die Versicherungsgesellschaft der werktätigen Bevölkerung, die ¥olKsf«irsor�® Gewerkschaftlich-Genossenschaftliche Versicherungs- Aktiengesellschaft, gewährt ihren Versicherten auf die gewinnberechtigte Jahresprämie für 1929 30o/o Gewinnanteile in der Volksabtailung, 35°, o Gewinnanteile in der Lebsnsabtailung. Bei der Volksfürsorge sind 2 Millionen Versicherungen in Kraft: sie hat ein VarmSgan von rund 100 Millionen Reichsmark. Nähere Auskunft erteilen die Rechnnngsstellen: iVf: bÄ Mariendorf, RathausstraBe 93, pL; Berlin-Lichtenberg, Frankfurter Allee 1 21: Berlin-Pankow. Gaiilardstraße 26, Ganenh. pt.; Berlin-Köpenick, BahnhofstraBe 34; Berlin-Reinickendor'- West, Straße 20, Haus 12; Berlin-Spandau. Oötelstraße 5, pt. oder der Vorstand der Volks- fürsorge in Hamburg S, An der Alster 57—61. Bekleidungsstücke, Wäsche usw. Wenig getragene ftavaliecgacberobe 00» Millionäun, Serzten, Anwälten. Tabelhait billige Preise. 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Aber selten waren stärkere Kräfte am Werk, ihr das Recht am Leben zu rauben, als heute, wo die deutschen Städte in schwerem Ringen um ihre Existenz stehen. Einschränkungen der Wirtschaft erzwingen Einschränkung in der Arbeit der städtischen Verwaltung, beide im Verein oermehren die Zahl der Notleidenden, Unterstützung-- bedürftigen und stellen damit die Stadt zwangsläufig vor größere Aufgaben, die wieder zu höheren Belastungen führen. Ein verhängnisvoller Kreislauf! Die Verflochtenheit der Probleme, die heute dem Reich, den Ländern, der deutschen Wirtschaft, der Welt- Wirtschaft gestellt sind, mit den Lebensfragen der deutschen Städte ist offenkundig. Man sollt« sich deshalb hüten, von einer Krise der Selbstverwaltung zu sprechen! Man müßte sonst auch von einer Krise der Privatwirtschaft sprechen. Welcher Art die Augenblicks- forgen sind, erkennt man aus folgenden Zahlen:. In den Groß, und Mittelstädten ist die Zahl der Mohlfohrts- erwerbslosen allein feit dem Januar dieses Jahres von 271 000 auf 373 000 empor geschnellt— eine Entwicklung, die auch der Vorsichtigste und Weitblickendste unmöglich sehen tonnte. Der Zuschuhbcdarf für Wohlsahrtszwecke war schon in allen deutschen Gemeinden zusammengenommen von 1314 bis 1925 von 287 auf 1084 Millionen, also annähernd um das Vierfache gestiegen. Berlin hat für das laufende Jahr 288 Millionen Mark an Steuern, fast zwei Driitel seines gesamten Steueraus. kommens, allein für das Wohlfahrts- und Gesundheitswesen ab- gezweigt. Die steigende Belastung trifft die Städte in einem Zeit- punkt, in dem ihre steuerlichen Einnahmen infolge der immer ungünstiger werdenden Wirtschastskonjunkwr sich— auch gegenüber vorsichtigen Schätzungen— ganz unerwartet v erminder t. Es wäre an sich die vornehmste Pllicht der öffentlichen chand, gerade in solchen Zeiten katastrophalen Wirtschoftsrückgangs durch Arbeitsaufträg« ausgleichend zu wirken, die Schlüssel- industrien, insbesondere die B a u w i r t s ch a f t zu beleben, um das .Jzeer der Arbeitslosen direkt und indirekt zu vermindern. Das ent- spräche auch dem wohlverstandenen Finanzinteresse der Städte selbst. Denn es ist auch finanziell weit eher zu rechtfertigen. das Doppelte oder Dreifache einer Summe für Werte schaffend« Arbeit auszugeben, statt die einfache Summe unproduktiv für Wohlsahrtszwecke zu oerwenden. Aber hier schoürl die Jinauznot den Städten die Hände. Zu wirklich produktiver Erwerbslofenfürforge fehlt es an laufenden Mitteln. Es ist auch nicht die geringste finanzielle Be- w eg u ng s f re i h e i t da._\ " Diese Beengtheit ist nicht«tivo, wie man es fö häufig hört, eine Eigentümlichkeit der Berliner Finanzwlrtfchaft, sondern «in ganz allgemeines Symptom der Haushallswirtschaft der deutschen Städte. Wenn aber eine Viermillionenstadt in einem ganzen Etatsjahr« keinen einzigen städtischen Neubau in An- griff nehmen kann, wenn sie für die Fertigstellung bereits be- gonneroer Bauten ganze 46 Millionen, noch keine 4 Proz. ihrer Gesamtausgaben aufwendet, so bedeutet dies, daß si« nicht nur auf die Belebung des Arbeitsmarktcs verzichten muß, sondern sogar gezwungen ist, noch zu seiner Verknappung beizutragen. Diese Verhältnisse sind untragbar, wenn die Städte weiterhin als Selbstoerwaltungskörper am Leben bleiben und ihre Aufgaben erfüllen sollen. Ein erster Anfang zum Wandel ist in der V e r- ordnung des Reichspräsidenten vom 26. Juli dieses Jahres gemacht. Zum ersten Mole wird hier die Verknüpfung der Not im Reiche mit den Aufgaben der Städte dokumentiert, indem der zweite Abschnitt einer der Behebung finanzieller, wirtschaftlicher und sozialer Notstände dienenden R« i chs Verordnung der„Er- schließung" von Einnahmen für die Gemeinden gewidmet ist. Von der endgültigen Lösung der sich um das Arbeitslosenproblcm hcrumgruppievenden Fragen hängt auch die Wösung des Wohnungsbau Problems, die Beseitigung der Wohnungs- not in den deutschen Städten ab. Di« Fortsetzung einer aktiven Wohnungspolitik, ja, darüber hinaus die Beschleunigung des Wohnungsbaues, gehört auch zu den Lebensfragen der deutschen Städte. Gerade die jetzige Zeit der Not, die den Städten die Auf- Wendung eigener Mittel für den Wohnungsbau so gut wie u n- möglich macht, läßt die Benachteiligung der Großstädte besonders kraß in die Erscheinung treten. Ungelöst ist noch immer die Frage der Anleihebeschassuug für Wohnungsbauten. Sie muß im Rahmen der gesamten künstigen Anleihepolitik der deutschen Kommunen gelöst werden. Dies« Anleihepolitik, das Problem des kommunalen Kredits, ist das zweite Zentrum der Schwierigkeiten, von deren Ueberwindung Ge- deih und Verderb der deutschen Städte in den nächsten Jahren abhängt. Zu den Obliegenheiten der Städte gehören in erster Linie die Verwaltung und Erhaltung der großen Verwaltungs- betriebe und der sonstigen werbenden Unternehmungen, deren Aufbau und Ausbau gerade in der Nachkriegszeit die finanziellen Kräfte der großen Städte ganz ungewöhnlich beanspruchte. Es gc- hört heutzutage gewissermaßen zum guten Ton, von der Vcr- schwendungssucht der deutschen Städte in der Nachkriegszeit zu sprechen. Und dieser Vorwurf wird in erster Linie wegen des schnellen Ausbaus dieser Betriebe und Unternehmungen erhoben. Sämtliche Großstädte Deutschlands standen aber Jahr für Jahr vor der drohenden Frage, ob sie in nächster Zelt noch ihre Bevölkerung mit Licht und Wasser versorgen könnten. Wir verlangen mit Recht von. der Gemeinde, die Trägerin solcher Monopolbetriebe ist, daß sie die soziale Verantwortung selbst über die wirtschaftliche Rentabilität stellt. Die Schwierigkeiten liegen aber nahezu ausschließlich auf dem Gebiet unzureichender Anleihemöglichkeiten. Wieder sind einst- weilen die deutschen Städte in der Lebensfrage des Ausbaus ihrer Werke auf sich allein gestellt— in einer Zeit, in der die Not sie zwingt, dies« ihre Betriebe vielleicht noch stärker als bisher zur Erfüllung sozialer und kultureller Verpflichtungen der Gemeinden heranzuziehen. Und doch werden die deutschen Städte die schweren Aufgaben, die ihnen der schwere, vor, uns liegende Winter für den Rest ihres Etvtsjahres stellt, lösen müssen— und werden sie lösen, wenn man auf allen Seiten die Lcbenswichtigkeit dieser Frage erkennt. Nicht um die Suche nach Krücken geht es, sondern um dos lebendig« vertrauen zur Kraft des Gedankens der demokratischen Selbstverwaltung. Noch immer gilt das Wort, das vor acht Jahrzehnten die öfter- reichifche Gemeindeordnung formte: Die Grundfestc des freien Staates ist Kie frei« Gemeinde. Jetzt heißt es handeln. Vorstoß der Gozialdemokraien auf dem Deutschen Städtetag. Lrcl. Dresden, 26. September.(Eigenbericht.) Nach der Rede des Nürnberger Oberbürgermeisters Dr. Luppe drohte die Diskussion auf der Jubiläumstagung des Deutschen Städtetages in Dresden im Sande zu ver- laufen. Es blieb den beiden sozialdemokratischen Rednern, Ober- bürgermeister B e i m s- Magdeburg und Stadtverordnetenvorstsher ch a ß- Berlin vorbehalten, in kurzer, prägnanter Form die For- derungen des Tages auszusprechen. Es muß alles getan werden, um die überflüssig gewordenen Arbeitskräfte wieder in den Arbeitspro- zeh einzuschalten, rief der Magdeburger Oberbürgermeister aus. Schnellstens muß den Gemeinden geholfen werden. Sein Z u- fammenbrechen der Finanzkraft der deutschen Städte würde die Existenz des Staates gefährden. In der Reihe der folgenden Redner fehlte auch ein Ratio- na lf oz ialf fb nicht.. � Der nationalsozialistische Stadlrat Esser aus München versehte den gesamten Kongreß in heilerkeit. als er u. a. erklärte, die deutsche Außenpolitik könnte ganz andere Wege gehen, wenn die Reichsregierung nicht wie hypnotisiert nach Frankreich starren, fondern endlich erkennen würde, daß nur ein Dreibund Cngland-Jtalien-Deutschland uns Ret- t u n g bringen könne. Im übrigen verlangte er für feine Freunde die möglichst sofortige Aufnahme in di� Reichsregierung. Kurz vor Schluß der Tagung sprach dann noch der sozialdemo- kratische Berliner Stadtverordneteiworsteher haß. Ihm gehorch kurz vor dem Auseinandergehen das größte Interesse der gesamten Tagung. Die Sozialdemokratie, alck die Vertreterin der großen Massen der arbeitenden Bevölkerung, habe in Zusammenhang mit den freien Gewerkschaften die d�itsche Sozialpolitik geschaffen und weiter entwickelt. Die Sozialdemokralie allein fei auch die Hüterin der Arbeitslosenversicherung und sie betrachte es als ihre höchste Pflicht, das Arbeitslosenproblem einer Lösung näher zu bringen. Die Städte feien stets das Stiefkind der Staatspolitik gewesen. Die Abdrosfelung des Auslandskredits für die Gemeinden müsse man als ein soziales Verbrechen betrachten. Neben Reich und Staat feien die Gemeinden die größten Auftraggeber der deutschen Wirtschaft gewesen.' Die rigorose Bekämpfung der ösfent- lichen Betriebe werde auch für die Wirtschaft noch schwere Folgen haben. Man habe die Gemeinden bewußt in Rot gebracht. um dann die Verwaltungen' diskretieren zu können. Die Äoziol- demokratie kämpfe mit allen Mitteln gegen einen Zusammenbruch der Städte, weil sonst fiti Zusammenbruch des Staates unvermeid- lich wäre. Geredet sei nun genug worden. Die Sozialdemokratie fordere Aktivität und Taten für die ungeheure Zahl der Arbeits- losen. Die Forderung des Tages fei Verkürzung der Arbeitszeit und ein durchgreifender Preisabbau.(Langanhaltender Beifall.) Nach einem Schlußwort des Nürnberger Oberbürgermeisters und nach Annahme einer Resolution, die den Gedankengängen des von uns bereits wiedergegebenen Referats Dr. Luppcs entsprach, schloß darauf der Dresdener Oberbürgermeister � B l ü h e r den Städtetag. heute treten die Vertketer der preußischen Städte zu- sammen. Das Referat über den kommunalen Kredit hält unser Parteifreund, Bürgermeister B r ä u e r- Altona. Stslc/f llnberecht. Nachdruck verboten. Gustav Aiepcnstauer Verlag A.-G., Vertriebsabt. 1. '„Lützowstraße!" Der Schaffner zog den Glockenriemen. Er blickte kaum auf und lochte seine Fahrscheine weiter. Breitbeinig und schwer kam die Frau aus dem Wagen nach dem Perron. Sie kletterte tapsig über die Stufen herunter und ging langsam über körnigen und teils von Autos vermatschten Schnee zum Bürgersteig. Beinahe wäre sie gefallen. Wo die Radfahrer vorüber- gondelten, war es glatt. Es krampfte und bohrte von unten her in chr, lange konnte die Sache nicht mehr dauern. Schwindel strich gegen die Schläfen. Sie zwang sich, einen Fleck Erde in den Pupillen zu halten uitd grifs nach dem Laternenpfahl. Wenn nur die Vorübergehenden nicht so dumm und mit- leidig herblicktenl dachte sie böse. Eine Dame blieb neben einem Antiquitätenladen stehen. Annie schämte sich erbittert. Einmal setzte sie den Fuß— nein, weiter ging es nicht. Die Bewegung klemmte ihr einen noch heftigeren Schmerz in die Hüfte. Die Dame kam jetzt näher. Blanke lange Stiefel lagen an ihren Beinen und der Pelz schloß mollig um ihre Glieder. „Ist Ihnen nicht wohl?" Das Gesicht der Arbeiterfrau hob sich hutlos der Fragen- den entgegen. Um die Backenknochen grub der Schmerz starre Linien. „Ach, es geht schon. Ich will nur in die Entbindungsanstalt. wissen Sie. Ich muß hier umsteigen.. „Aber,— liebe Frau, in dem Zustand und ohne Hilfe?" Das Geficht der Dame wurde sichtbar blaß. Sie hatte graue Augen, groß und durchsichtig. Die ist gut. bemerkte Annie, und das war schon fast, wie fceine Schmerzen mehr haben. „Weshalb mein Mann nicht mitgehen kann?" fragte die Schwangere aus ihren Gedanken zurück.„Wir find froh, daß er jetzt Arbeit hat. Sieben Mark pro Tag sind Geld, das wir brauchen können. Da ist meine Bahn." Die Dame ging mit ihr zum Trittbrett, der weiche Pelz- ärmel war freundlich durch den Stoff des Mantels zu fühlen. Auch.der Schaffner half ihr hinauf. Jetzt fühlte Annie ein Geldstück in der Hand. Die Bahn zog schon an, sie mußte zu einer Stange greifen... Raucherdunst lag vor ihr, sie spürte Uebelkeit. schwankte zwischen den Knien der Leute weiter nach vorn, bis sich ein junger Mann, erhob. Wegblickend stammelte er: „Bitte, setzen Sie sich, ich steige gleich aus..." Danken konnte Annie nicht mehr. Der Schaffner hatte die Dame im Pelz nicht vergessen, vielleicht war er auch ein ver- ständiger Mann: er brachte Annie bis ans Trottoir, dann erst rief er scharf„Fertig!" Breit, autorasselnd, lag die Straße hinter ihr— seitlich dehnten sich die Gebäude des Krankenhauses, gute hundert Schritt entfernt. Komme ich hin? überlegte sie. Oder werden die Schmerzen zu stark? Rein, es war nicht so schlimm, bald stand sie im Torweg: der Mann mit der Mütze nickte, als er sie sah und rief ihr, die wie«ine Nachtwandlerin durch das Tor ging, zu: „Aufnahme? Dritte Tür, zweiten Gang, gleich rechts!" Karbolgeruch, Zentralheizung, sachliche Sauberkeit. Eine Tür klappte, wieder war es mäuschenstill. Dritte Tür— zweiter Gang— nein, sie konnte nicht fehlgehen, der Portier hatte es genau beschrieben. Wenn nur nicht das Stoßen und Bohren im Leib so wühlen würde— das stieß mit Füßen in ihr, schien mit runden Fäusten zu schlagen. Sie mußte sich an einen Türpfosten lehnen. Rote und blaue Kreise schössen hoch, breiteten sich aus, verkleinerten sich, und alles blieb dennoch hinter diesem verwirrenden Auf und Ab von Farbe und Bewegung deutlich, als könne sie mit zwei Augenpaaren wahrnehmen. Die Hand griff zur Nase, um den Dunst wegzudrosseln— im gleichen Augenblick schrie sie unter der ersten großen Wehe. Ins Unendliche quvll der Leib, sie glaubte, picht mehr darüber hinwegsehen zu können und versank in reißende Schmerzen— einmal gellte blt Stimme durch klösterliche Korridore und zerschnitt das Licht des Winters. Etwas in Weiß und Blau kam aus einer nahen Tür, packte zu und schleppte das Gewicht der Qualen vorwärts—, eine kleine Krankenschwester, wie Annie feststellte. Mit ener- gischest Bewegungen, hartem Mund und Augen, reglos ge- worden im Anblick menschlicher Nöte— die Oberschwester aus der Sterbekammer, wie sie später erfuhr, als andere Wöchne- rinnen über den geheimnisvollen Ruf der Kleinen sprachen: Fünfzehn Jahre Dienst, Tag für Tag Zu- und Abgänge mit Kurven und Bemerkungen ins Krankenjournal eintragen, junge, nervenschwache Schwestern während der schwierigen Woche, die jede nach einem halben Iabr bei Kranken be- kommt— zur Assistenz— das war ihr Amt, ihr Leben, der Tod aller Sehnsüchte, die Kälte des Herzens, ohne die man Sterbenden nicht helfen kann.— „Ein Aas ist das", sagte das ganze Krankenhaus. Keine Patientin mochte sie, obgleich niemand so pünktlich zu seinem Recht kam, wie die Maroden ihrer Station. „Nehmen Sie sich zusammen", sagte sie leise zu der Wimmernden,„hier liegen Schwerkranke. Sie machen einen Lärm, als gehöre Ihnen das Haus. In zwei Stunden ist alles vorbei, denken Sie daran, Frau. Wenn alle so zimperlich sein wollten!� Der harte Ton half merkwürdigerweise, Annie spürte den Willen und die Erfahrung eines Menschen neben sich, deflen lautlose Kraft übertrug sich auf sie. So betrat sie einen über- warmen Raum mit zwölf, teils leeren, teils belegten Betten, aus deren Kiffen Frauengesichter leuchteten. Name, Alter, Wohnung, Allgemeine Krankenkasse, jawohl—, all? diese Fragen mußten beantwortet werden. Also gut, hier ins Nebenzimmer, Wäsche und Kleider ablegen und dann ins Bad... Zum ersten Male sah Annie ihre jetzige Gestalt nackt und häßlich. Scheußlich, sich neben dem geschäftigen Hin und Her Meier Schwestern auszukleiden! Eine macht« Notizen über daö Bündel zusammengeschnürter Kleider, es kam ein Zettel daran. Man würde es aufbewahren, im Keller, das wußte sie. Eine Hilfsschwester ließ dampfendes Wasser in die Kachel- wanne laufen und warf ein Thermometer hinein— alles war nicht so gefährlich, wie es im ersten Augenblick schien. Nie- mand maß ihrem Dasein, ihrem Aussehen, ihren Schmerzen Bedeutung bei, und selbst, als sich ihr Gesicht unter plötzlichen Stichen im Leib verzog, richtete niemand eine Frage an sie. Die Oberschwester befühlte ihren Zustand: „Wie lange?" „Ja— ich glaube— neun Monate und«ine Wache, oder foL*(Fortsetzung folgt.) SechsIahre Zuchthaus für Höhler. Das Ltrteil im Wessel-Prozeß. Aaler ungeheurem Andrang!>es Publikums wurde gestern nachmiktag um 3 Ahr das Urteil im Wessel- Prozeß oerkündet. Es besagt: Wegen gemeinschaftlichen Totschlags und unbefugten Waffen- befitzes werden verurteilt die Angeklagten Hohler und 9t ü et c 1 1 zu je 6 Iahren und 1 Monat Zuchthaus und 5 Iahren E-hroerlust. wegen gemeinschaftlichen Totschlags und Diebstahls der Angeklagte Kandulski zu S Jahren Zuchthaus und S Jahren Ehrverlust, wegen Beihilfe Max I a m b r o w s k i zu 2 Jahren Gefängnis, Frau Salm, Walter und Willi Iambrowfki zujel JuHl 6 Monaten Gefängnis und I o n e ck und Elfe C o h n zu je 1 Jahr Gefängnis. Wegen Begünstigung erhalten die Angeklagten Kupfer st«in, Sandes, Will und Drewnitzki je 4 MonateGefängnis. Die Angeklagten Hermann, Käthe und Luise Schmidt sowie Gudowfki werden frei- gesprochen. In � der Urteilsbegründung des Vorsitzenden, Landgerichts- direktors Tolk, heißt es: Alle Angeklagten hatten den Vorsatz, dem verhaßten polilischen Gegner«ins auszuwischen. Sie wollten gewaltsam gegen Wessel vorgehen, ihin«ine„proletarische Ab- reibung" verabfolgen, die Angeklagten rechneten dainit, daß Wessel als Leiche zurückbleibt. Nach den eigenen Angaben der Angeklagten lag eigentlich Raub mit Waffengewalt und Todes- erfolg vor, denn sie haben erNärt, daß es ihnen in erster Linie darauf ankam, Wessel die Waffen und Listen abzunehmen. Für dieses Delikt kenn! das Gesetz als Windeftstrase nur 10 Zahre Zuchthaus oder lebenslängliches Zuchthaus. Sämtliche Angeklagten hätten also zu dieser schweren Strafe verurteilt werden müssen. Das Schwurgericht ist aber zurück- geschreckt, diese hohen Strafen auszusprechen, und hat zugunsten der Angeklagten angenommen, daß ihre Derleidigung ungeschickt ge- wesen ist. Dieses Urteil ist immerhin noch milder ausgefallen als der Antrag des Staatsanwalts. Das Gericht hat dem Empfinden der überwältigenden Mehrheit des Volkes Ausdruck gegeben, daß es nicht angeht, politische Gegner bei Nacht und Nebel in ihrer Wohnung zu übersallen und sie niederzuknallen. Außerdem aber mögen sich die verurteilten m't ihrer Verteidigung auseinander- setzen, der es mehr aus eine Reinwaschung der kommunistischen Partei als aus einen Schuh der Angeklagten ankam. Denn zu der folgenschweren Aussage über den Begriff der„proletarischen Abreibung" Hot erst einer der Herren Verteidiger den Angeklagten Max Jambrowski provoziert. Ein ungetreuer Iustizbeamier. Ein Jahr Gefangmel wegen Amtsunterfchlagung. Wegen Amtsunterschlagung hatte sich vor dem Schössen- geeicht Berlin-Mitte der voll-ichungsbeamte R. beim Amts- gericht Berlin-Mitte zu verantworten. R. ivar seit 1913 bei der Justizbehörde beschäftigt und zuletzt Gerichtskassenoollzicher. Er hatte sich in früheren Aahren sehr gut geführt. Im Jahre 1928 fiel sein verändertes Wesen auf und eine Prüfung seiner Bücher und Listen förderte«ine Reih« von Unregelmäßigkeiten zutage. R. halte mehrfach vermerkt, daß die Pfändungen fruchtlos ausgefallen waren oder daß die be» treffende Persönlichkeit nicht zu ermitteln sei. In Wirklichkeit aber halte er die Beträge erhalten. Der Justizfiskns war um 2400 M. geschädigt worden, ein Betrag, den der Angeklagte alsdann voll» kommen ersetzt«. Er hat auch bis jetzt seinen Dienst ausgeübt. Der Angeklagt« verteidigte sich damit, daß er mit seinen Nerven zusammengebrochen gewesen sei und daß die Unregelmäßig» leiten nur auf Nachlässigkeit zurückzuführen seien. Er habe auch Beträge als bezahlt eingeliefert, obwohl er sie nicht erhalten harte. R. war in der Irrenanstalt beobachtet worden. Die Gutachten be- zeichneten ihn Zwar als geistig minderwertig, jedoch finde Z 51 bei ihm kein« Anwendung. Das Schöffengericht verurteilt« R. wegen Amtsunterschlagung zu einem Jahr Gefängnis. Der Angeklagte erhielt für sechs Monate der Strafe Bewährungsfrist. Oer ewige Pechvogel. Wegen Totschlag zu 5 Zahren Gefängnis verurteilt. Das Landgericht II verurteilte den wegen Mordes angeklagten ZSjährigen Arbeiter Robert P-, der am 14. Dezember v. 3. seinen dreijährigen Knaben durch einen Kopfschuß tötete und sich selbst eine Kugel in die Brust jagte, wegen Totschlags zo fünf Zahren Gejängnis. Der Staatsanwalt hatte die Anklage wegen Mordes fallen ge- lassen. Auch«r konnte sich nicht den Ausführungen des Sachver- ständigen, Medizinalrat Dr. Dyr«nfurth, verschließen. Das Bild, das dieser von der Persönlichkeit des Achtundzwanzigjährigen entwarf, war«rfchütternd. Als Knabe wurde er nicht allein vom Vater in der grausamsten Weise mißhandelt, sondern auch von seinen jüngeren Geschwistern hin- und h«rg«stoßen. Cr ist«in ewiger Pechvogel. Und wie er als Knabe in den Feldern herumstreifte und träumte, so blieb er bis zuletzt wirklichkeitsfern.„Vergangen- heit, Leiden und meine Träume" betitelt er die Schilderung seines trotz aller äußeren Unbeholfenheit ergreifenden Lebenslaufs, die er seinem Verteidiger Dr. S. Feblowicz übergeben hatte.„Schon während meiner Schulzeit kannte ich weder Elternherz noch Er- Ziehung", heißt es da. Und zum Schluß:„In mir reifte der Ge- dank«, Selbstmord oder Rangsdorf verlassen." Als er zum erstenmal der Wirklichkeit gegenüber stand, zerbrach er an ihr. Er kam nach Rangsdorf, um die Mutter seines unehelichen Kindes zu heiraten. Und da geschah etwas vollkommen Unbegrefif- l i ch e s. Der Vormund seines Knaben pfände te seinen Lohn, obgleich er mit der Mutter seines Kindes zusammenlebte und für. das Kind sorgte: die 1060 M., die während der drti Jahre als Alimentengelder aufgelaufen waren, sollten eingetrieben werden. Da verlor er den Kopf. Er fand keine Ruhe, sah keinen Ausweg, glaubte sich von feindlichen Menschen umgeben, und machte seiner Braut den Vorschlag, mit ihm und dem Kinde aus dem Leben zu scheiden. Er schwankte zwischen der Absicht, Rangsdorf zu verlassen und irgendwo Arbeit zu suchen, oder sich und dem Jungen das Leben zu nehmen. Noch im letzten Augenblick wußte er nicht, wa� er tun würde. Sein Zustand, sagte der Sachverständige, war der einer dauernden seelischen Depression. Wie er zur Tat gekommen, weiß er heute nicht mehr. Vielleicht hätte für diesen Menschen eine geringere Strafe genügt. Drei Zusammenstöße im Krenzel-prozeß Die Prozeßführung des Vorsitzenden der Anlaß. In der Freitagsitzung des F r e n z e l- P r o z e s s e s, die infolge des Gerichtsbeschlusses der Straskammer des Potsdamer Landgerichts hinter verschlossenen Tmren stattfindet, kam es. wie wir hären, zu einer Reihe von schweren Zusammen st ößen zwischen dem Vorsitzenden, Landgerichtsdirektor Dr. H e l l w i g, und den beiden Verteidigern des Angeklagten, den Rechts- anwälten Dr. Arthur Brand und Dr. B l u m e n h e i n, die in mehreren Fällen Anlaß nahmen, an der Prozeßführung des Vor- sitzenden Kritik zu üben. Der erste Zwischenfall ereignete sich bald nach Eröffnung der Sitzung und wurde durch die Mahmmg des Vorsitzenden. an den Angeklagten Frenze! hervorgerufen, er solle sich in seinen Aus» führungen mäßigen, denn er sei auch schon vor dem Schöffengericht in der ersten Instanz mehrfach ausfallend und heftig geworden. Die Verteidigung protestierte gegen diese Bemerkung mit dem Hinweis, daß der Vorsitzende ja gar nicht an der«rsten Ver- Handlung teilgenommen habe. Dji Verteidiger betonten, daß Frenze! wohl in der ersten Jnstaüz einige Male seelisch zu- s a m m e n g eb r o ch e n joi, sich ober iBbmals ungebührtich be- nommen habe. Frenz«! erklärte selbst, durch Schluchzen unterbrachen, daß seine Verteidigung niemals die Grenzen des Aioßoollcn über- schritten habe. Ein weiterer Zusammen st oß ereignete sich, als Land- gerichtsdirektor Hellwig vor der eigentlichen Vernehmung des Angeklagten Frenze! seinen Derhandlungsplan mitteilte, der dahin ging, den Verhandlnngsstoff in einzelne Abschnitte zu zergliedern und zu diesen Komplexen jeweils die Aeußerungen des Angeklagten, aber auch der Zeugen zu hören. Gegen diese Absicht legte die« Verteidigung Verwahrung ein und betonte, daß nach der Straf- ptozeßordnung der Angeklagte das Recht habe, sich im Zusammenhang �u äußern, und daß auch die Zeugen in dieser Art vernommen werden müßten, wenn man nicht die Verteidigungsmöglichkeit des Angeklagten von vornherein beschränken wolle. Landgerichtsdirektor Hellwig erklärte jedoch, daß er an seinem Plan unter allen Umstanden sesthatten werde. Frenze! wurde dann zur Person und zum Teil auch schon zur Sache gehört, und die bereits vorgeladenen Zeugen wieder auf Dienstag bestellt. Ein dritter Zusammenstoß zwischen Dr. Hellwig und der Verteidigung ereignete sich, als Dr. Brandt sich gegen den Inhalt eines Briefes wandte, den Frau Pfarrer Schenk an das Gericht geschrieben habe. Dr. Hellwig unierbrach diese Aus- führungen mit dem Bemerken, daß es doch keinen Zweck habe, darüber zu reden, weil ja die Oeffentlichteit ausgeschlossen sei und die Presse nicht darüber berichten könne. Aus alledem scheint klar und deutlich hervorzugehen, daß der absolute Ausschluß der Oessentlichkeit und besonders d«r Presse, ein Mißgriff war und die Oefsentlichkeit unnötig erregt. Die Ver- Handlung wurde auf Sonnabend vormittag vertagt, wo di« Vernehmung des Angeklagten sortgefetzt wird. Zn Lichtenberg kein Seuchenherd. „Tiote Fahne" verhetzt die Elternschaft. D«r„Roten Fahne" scheint es besondere Genugtuung zu bereiten, wenn sie die Bevölkerung Lichtenbergs, besonders einen Tell der Eüernschaft, in höchst« Unruhe hineinhetzen kann dadurch, daß st« der angeblichen Zuschrift eines Lichtenberger Arbeiters 9taunp gibt, in der dieser Mann öie 38. weltliche Schule in Lichtenberg schlankweg als einen„ungeheuren Seuchen- Herd" bezeichnet. Was ist an dieser Behauptung wahr? Am 7. September d I. verstarb ein Kind der Klasse 7 a dieser Schule an Diphlheritis. Am 13. September erkrankt« erneut ein Kind und der Kreisarzt, dem die gesundheitspolizeiliche Beauf- sichtigung der Schule untersteht, ordnete die Schließung der Klosse bis zum 24. September an. Am 13. September wurde eine. Untersuchung aller Kinder auf Bazillenträger vorgc- nommen. Nur bei drei Kindern wurden Bazillen festgestellt. Diese drei wurden alsbald ausgesondert und die Schul« wird einer gründlichen Desinfektion unterzogen werden. Es lag für die Ge- sundheitspolizei nicht der geringste Anlaß vor, die gestern, Mittwoch. abgelaufene Sperre zu verlängern, und somit brauchen sich die Lichtenbergec Eltern keinerlei Sorge um das Wohl ihrer Kleinen zu machen. Im September 1928 wurden an sämtlichen Berliner Schulen noch 610 Diphthcrieerkrankungsfälle gezählt. Im September 1929 waren es nur 517 Fälle, während man für Allgemeine Funktionärkonferenz am Qienxlag, dem 20. September, 19Vi uhr» in den Oermanla-Festsälen, Ctiausseeiir. 110 Tagesordnung: Vortrag: Reichstagswam und Sozialdemokratie Referent: Siegfried Aufhauser, H. d. R. Auasprache. Zutritt nur gegen Vorzeigung der Funktionärkart© für das Jafar 1930 mit gleichlautendem Parteimitgliedsbuch. Der Bezirksverstand. September d. I. mit höchstens 500 Fällen rechnet, di« imich. amtsärztlkher-Zeftstejttmg ganz allgemein leichter verlaufen smh-als; in de». Mrjahren- Während' im Jahr« 1929 im ganzen 46 Todesfälle an Diphtherie bei Schulkindern zu verzeichnen sind, ist prozentual in diesem Jahre dies« Zahl bisher bei weitem noch nicht erreicht. Wenn demnach die„Rote Fahne" die Zuschrift eines offenbar sehr erregten Mannes in geradezu leichifertiger Weise abdruckt, und dadurch di« an sich schon aufgeregt« Bevölkerung noch mehr erregt, dann tut sie das Gegenteil von dem, was sie ständig zu tun behauptet: Dem Volke helfend zur Seit« zu stehen. Pestepidemie in Ikordchina. Ganze Dörfer ausgeroitet.— Panik der Vevölkervng. London, 26. September. Times berichtet aus Peking: Nordchina steht vor der Ge- fahr einer ernsten Pestepidemie, wenn nicht die chinesischen Behörden energische Maßnahmen ergreifen, um die Epidemie zu lokalisieren, die sich Berichten aus Missisnsstaaten zufolge jetzt rasch über ganz Nord-Schcnsi ausdehnt. Die Pest, die als Lungenpest sowie auch als B e u l« n p e st auftritt, hat g a n z e Dörfer ausgerottet. Die von Panik ergriffenen Einwohner fliehen aus der heimgesuchten Gegend und lassen die Toten un- beerdigt. Die Gefahr wird erhöht durch den Umstand, daß es nicht ein einziges modernes Hospital in Nord-Schensi gibt und kaum einen Arzt mit moderner Ausbildung. Tribüneneinsturz bei Barcelona. Dreißig Verletzte. Madrid, 26. September. Bei einem S ticrk ampf in einem Dorf in der Röhe von Barcelona stürzte ein« provisorische Tribüne zusammen. 30 Personen wurden verletzt. Ein Bortrag, bei dem der Name des Vortragenden— Prof. Dr. Alfred Adler- Wien— hoffentlich recht viele Hörer lockte, trug leider den gesährlich gelehrt klingenden Titel„U c b e r den Berliner Kongreß für Jndioidualpsychologie". Prof. Adler gab eine durchaus allgemeinverständliche, für alle Eltern und Erzieher wichtige Erläuterung von Erziehungsmomenten, die für den Jugendlichen und seine Entfaltung von Bedeutting sind.— In der„Jugendstunde" wurde das Thema„Eiszeit und E i s z e i t k ü n st l e r", das bei anschaulicher Darstellung Jugendliche verschiedensten Alters und verschiedenster Bildung?- kreise hätte fesseln können, leider so lehrhaft abgchondell, daß wohl höchstens einige für diesen Stöfs besonders interessierte oder be- sonders ehrgeizige Schüler dem Vortrag gefolgt sein dürften.— Ueber den Vortrag, den der Pressechef der Stadt Berlin, Dr. Loh- inan'n, im Nahmen der aktuellen Stunde hielt, ebenso über die Ausführungen, die vor dem Mikrophon des Deutschlandsenders Prof. Anna S i e m s e n über das„Berechtigungswesen" machst«, wird besonders berichte: werden.— Anregende und wirklich praktische Ratschläge für Obst- und Gemüsekost erhielten die Höreriimen des Deutschlandjenders in der nachmittäglichen Hausfrauenstunde. Tes. Moröaufklärung nach 200 Jahren. Französische Arbeiter stießen beim Bau einer Alpen st raße an der schweizerischen Grenze in 1300 Meter Höhe auf ein weibliches Skelett, das nach den neben ihm liegenden Schweizer Gold- und Silbermüixzen aus den Iahren 1710 bis 1720 stammen muß. Es handelt sich anscheinend um einen Mord, da man zwischen den Rippenknochen des Skeletts einen gänzlich oerrosteten Dolch entdeckte. Zum V. Mufikabend der welklicheu Schule«, Danziger Str. 23, sang der Elternchor der Schulen in der Aula der Heinrich» Schliemann-Schule. Unter der ausgezeichneten Leitung seines Chor» Meisters Herrn P. W e i r a u ch brachte der Chor alte Volkslieder und Madrigale wirkungsvoll zu Gehör. Mit einer Serenade für Streichtrio stellt sich ein junges Talent, Herr Willi Hensel, dem zahlreich anwesenden Publikum vor. Der Ertrag des Konzertes wird für Schulzwecke verwendet. Dem aufstrebenden Ehor, derbem Deutschen Arbeiter-Sängerbund angeschlossen ist, wäre ein Zuwachs an Mitgliedern zu gönnen. Zweiler billiger Sonnabend Im Zoo. Am heutigen Sonnabend, 27. d. M., dem letzten Sonnabend im Monat, kostet von 2- Uhr nachmittags ab der Eintritt in den Zoologischen Garten für Er- wachsene nur 50 Pf., für Kinder nur 25 Pf. Dieselbe Ermäßigung gitl für das Aquarium._ Allgemeine Wetterlage. Niederschlägen. Allein in Schlesien waren di« gefallenen ssiegen- menge» erheblicher. Di« Temperaturen blieben dabei meist unter 17 Grad Celsius.— Dos Tief über der Nordsee verflacht sich jetzt mehr und mehr, wobei cs sich langsam nach Süden bewegt. Gleich- zeitig geh: kräftiger Druckanstieg über Skandinavien vor sich. Durch diese Vorgänge wird in unserem Bezirk eine allmählich« Verstärkung der östlichen Winde eintreten. Damit brauchen wir für die nächsten beiden Tag« keine erheblichen Niederschläge zu befürchten. * wetteraussichlen für Berlin: Meist wolkig ohne wesentliche Niederschläge, morgens vielfach neblig, Tempera.uren wenig ver- ändert, östliche Winde.— Für Deutschland: Ueberall woltiglS Wetter ohne erhebliche Niederschläge, besonders im Osten nächtliche Nebelbildung. Temperaturen nirgends wesentlich verändert. parieinachn'chten tinfcnbungcn ffit diese Subtil sind II 1 1 1 i a SB 6g, Ltndenittatze 3, fürGroß-Berlin stet» an da»»ejitf»fett»tatial 2. Hos. 2 Treppen recht», zu richten Die Kreisbildungsobkeute werden dringend gebeten, umgehend dns Material für die 5lurse der Arbeiter- bildung�schule vom Büro abzuholen. * 7.»reis Tharloitenbnta nnd Spandan. Juristische Sprechstunde sindet am Saunabend. 27. September, von 17—18 Uhr. im Jugendheim Rosinen. strafte 4, statt. Eelegenhcit zum Ztirchenaustritt! ». Srei» Wilmersdorf. Voranzeige! Montag, 6. Oktober, um 2» Uhr. Ztreio- Mitgliederversammlung im Viltoriagartcn, Wilhelmsane 114—115. Referent Artnr Eriapien, M. d. S. Alle anderen Veranstaltungen fallen an diesem Tage an». 14. flrei, Reulölln. Die Bezirksverordnctenfraltion beteiligt sich an der Bc» erdigung der Genossin Elise Nadtle am Sonnabend. 27, Sep'cmber. 1« Uhr. im sircmatorium Baumschulcnrveg.— sirattionssiftung Montag. 19 Uhr, Zimmer 137. heuke, Sonnabend. 27, Sepiember. I II I rj Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 24. Abt. Die Vecrdigung unseres verstorbenen Genossen Alex Becker ersolgt am Sonntag, 28. September, 1» Uhr, auf dem Friedhof der Jüdischen Gemeinde. Weiftensee, Lathringenstr. 22, Reue Salle. 140:i. Abt. Wittenau. Die Einiischcrung unserer verstorbenen Genossin Marie Schilfer ist heute, Sannabend, 12 Uhr, im flremaiorium Gericht- strafte. Um rege Beteiligung wird gebeten. 92. Abt. Reulölln. Keut« 20 Uhr in Älicrn« sscftfälen, Sasen. 3 W beide 13—15, großer Saal, Serbftfest, verbunden mit Ehrung der Barte'. kW i i iubilo«. MuNI, Rezitationen sMartha John), Sprei»»or der TAI. S 1 ! i Renne:.Teufel Reaktion". Festredner: Sermann Müller-Zi-btenbcrg. W sW Eintritt 1 R. Alle Genossinnen und Genossen find hierzu freundlichst kW W eingeladen. W L I I» 118. Abt. Lichtenberg._ Deut« 20 Uhr pünktlich im Lokal von Morr, Neue Bahnholstr. 28, wichtige Besprechung der ssunktionürc und Bctriedsvcr. trauensleute. » 137. Abt. Reinickendorf-West. Am Sonntag, 28. September, 10 Uhr,!n Lichten» berg, Ritterguistrafte, Besichtigung des Konsums. » Iungfozialislen. Gruppe Reinickendorf: Sonntag, 28. September, Beteiligung am Jugend- Hrrbergs-Werbetag. Treffpunkt mit allen sozialistischen Organisationen zum gemeinsamen Demonstrationszug nach den Rehbcrqen 14 Uhr am Oskarplaft, Marl. Ecke Seefirafte. Werbebezirk Süden: Montag, 29. September, müssen olle Genossen zur Ge- somtveranstaltung in den Lackeichen Löf gehen, Genosse Bieligk fSeipzig) spricht über»Die faschistische Gefahr", Beginn 20 Uhr, Restloses Erscheinen ist unbedingt notwendig. SAI.. und Barteigenossen sind herzlich willkommen. Rote Reih«: Wir treffen uns am Sonntag um 11 Uhr vor dem Lehrter ffernbahuhof zur Tahrt nach Brieselang. Gruppe Moabit: Sonntag, 28. September, Jährt nach Jinleulrug. Trels. Punkt 1% Uhr Bhs. Butlitl strafte. Nachzügler kommen mittags nach Briefe- lang(IugcndaelSndr). Gruppe Tempelhof.Marienborf: Kirschfahrt nach Clahndorf. Treffpunkt As« Uhr Bhf. Tempelhof. Prenzlauer Berg: Leute abend Jährt in die Schorsheide. Treffpunkt 18'i Uhr Stettiner Jernbahnhof.— Sonntagabend treffen wir uns ,U einem zwanglosen Abend um 18 Uhr beim Genossen Leo Solz, Tegel,»Freie Scholle", Strafte 70, Nr. 82. Gruppe Eharlottenbnra: Leute abend nach 18 Uhr Abholen des Werbe- Materials vom Genossen Earow, Tauroggener S'r, 47, vorn 8 Tr. Sonntag treffen wir uns 8 Uhr Wilhelmplag zur Treffahrt nach Brieselang. Arbeitsgemeinschaft der Sinderfreunde.- Achtung, Kreisleiter! Am Sonntag, 28. September, findet im Rahmen der Jngeniherheraswoche eine Endkundqebung in de» Rehbcrgen statt, an der sich folgende Kreise beteiligen: Mitte. Tiergortn. Wcdding, Prenzlauer Berg. Jriedrichshain, Eharlottenburq. Spandau, Weiftensee, Pankow.« Reinickendorf. Treffpunkt 1414 Uhr am Oskarplaft. Reinickendarler Ecke Seestrafte. Clixrlottenburg: Jung, und Rote Falken treffen sich Sonntag 18 Uhr am Withelmplaft zur Teilnahme am Jugendherbeigssest in den Rehbergen. 30 Pt, mitbringen. Kreis Tiergarten, Gruppe August Bebel: Alle Gemeinschaften treffen sich am Sonntag. 28. September, um 1314 Ubr, am Babnhof Putliftsirafte. Wir achen zur Schsuftlundgebuna de» Jugcnbherbergsvcrbandes. Alles erscheint in blauer Kleidung. Turnschube mitbringen. Eltern unb Bekannte sind' ein. geladen.— Restknlke»: Am Sannabend, 27. September, treffen wir uns»m ZZIH llbr im Kleinen Tiergarten zum Spaziergang nach Friedrichsselde. 30 Bf. Fabrarbd mitbringen,— Rote Fallen: Am Sonnabend Treffpunkt 18'4 Uhr Wald. Ecke Turmstrafte, Wir gehen zur Ausstellung nach Neukölln. 80 Pf, Fahrgeld mitbringen. Dienstag. 80. September, im Seim Waldcnserstrafte, Falkenvolloersammlung.— Zunasalken: Dienstag, 80..September, von 1714 bis 19» Uhr ebenda Heimabend. Spielen' Mt von jeftt ab aus. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner„Schman-Ral-Gold-. Gefchäktsstel!»: Berlin S 14. Eebastianstr 37—88. Aal 2. Tr Tannabend, 27. September. Weiften!««: Die Siftung de««rweitcr- Porstandcs findet umstiindehalbcr nicht bei Gallas, sondern bei Minge, Lothringenstr. 32, rBnktlich 18 Uhr, statt. Wildau: 1894 Uhr An- treten zum Fackelzug bei Dubian.— Sonntag, 28. September. Tiergarten lOrtsvcrein): Antreten 9 Uhr Bhf. Beusselstrafte. Friedrichshain, Jungbanner: 18 Uhr Antreten in Bundcskleidun« Sporlplaft Fricdrichshain. Tornister, Jugendweihen der Sozialisten, Freidenfter nnd Gewerüsdiaiten Berlins morgen Sonntag, den 28. September in Pankow s Aula des Lyieums, Pankow, Görschstrafte 42, vormittags 11 Uhr, Einiah 1 01/, Uhr, Welben*ee: Stadthalle Weihensee, Pistoriussfrahe 23, vormittags 11 Uhr, Einiah lo1 2 Uhr, Berlin:»Volksbühne", Thealer am Bülowplatr, vormittags O'/a Uhr und 12 Uhr, Einiah 9 Uhr und 11 Va Uhr. � wirken mit in Pankow Sprechchor-Gemeinschaft»Niederschönhausen1'/ Liebermann- Cello-Trio/ Mann rgesangverein„Zukunft" Weißensee: Musikverein Weißensee, Dir. Mewes/ Männerchor Weißensee, Dir Paas/ Sprechchor der Freien Gewerkschafts- jugend/ Weiheredner; Rektor Otto Faust Berlin; Arbeitsgemeinschaft„Pro! Kunst"/ Streichorchester der Sozialistischen Arbciteriu end/ Aufführung:„Das Tor des Lebens". Jugcndweihespiel von Hans Otto Döpke Eintrittskarten für die Jugendweihen in Pankow und Weißensee sind am Tage der Weihen an den Kassen erhältlich, für Volksbühne ausverkauft. Spirituskocher, Reit« und Musikinstrumente mitbringen. Krels TV, Bezirk Teltow: Alle Ortsvercine des Bezirks Teltow nehmen an dem Dezirkstreffen in Wildau teil. Wildau: Antreten 14 Uhr bei Dubian zum Ummarfch. Pklitbtperanstaltung für alle aktiven und passiven Kameraden. Wassersport- abteilnng, Rrrg Laves: Fahrtensperre. Alle Kameraden mit Angehörigen und Bekannten beteiligen sich an der Dampferfahrt. Motorbootseigner fahren in ihren Booten. Abfahrt pünktlich 81A Uhr vom Bootsbaus Tiefwerder, Darf. strafte 18— 17. Reukölln-Brift: Das Musikkorps veranftaliet mit dem Tambour. korps um 8 und 12 Uhr im Evartpark lPIaft vor der Etatue) zwei Konzerte. Alle Kameraden des Ortsvereins beteiligen sich in Rivil mit Bundesnadcl. Musiker und Spirlleute in Dundeskleidung. Mitte, Jungbanner: 10 Uhr Bhf. Börse. Wcdding: 1314 Uhr Antreten des Iungbanners und der Spartler in Wanderkleidung mit Bundesnadel bei Reusner, See- Ecke Malplaauetstrafte, zur Teilnahme an der Jugenbherbergspropaganda. Kandballlpiel der 1. und 2. Mannfckaft gegen gleiche van Treptow attf der Spielwiese Rchberge von 1314 bis 1714 Uhr. Prenzlauer Berg, Kam. Balkan: Kamerad Alex Becker ist verstorben. Beerdigung 10 Uhr neue Salle Jüdischer Friedhof, Weiftenfee. Ersibrinen. Pflicht.— Montag,«29. September. Tiergarten lOrtsvcrein): 20 Uhr Vollversammlung im Schultheift-Baftenhafer, Turmstr. 23. Referent Kamerad Dr. Saubad>:„Was nun?" Wedding: 20 Uhr Jungbannerabend Rote Schule, Eotenburger Strafte. Prenzlauer Berg: Versammlung des Nachrichten. zugcs bei Klug. Danziger Str. 71. Alle Radfahrer haben zu erscheinen. Friedrichshain fJungbanner): 20 Uhr Jugendheim Frankfurter Allee 307, Friedrich-Ebert-Rimmer. Bartrag des Kameraten Kofchmann. Dortselbst Meldung für Dampferfahrt. Fahrgeld 80 Pf. Verein Sozialistischer Arrzte, Ortsgruppe Groft-BerNn. SIfctmg Freitag, 3. Oktober, 2014 Uhr. RahnSrztehau», Vülowstr. 1044 Ubr. findet ein Wcrbcabend in der Volksschule Riederwallstr. 7 statt. Etatterer willkommen. Engllsh Dehattng Club 1923. Montag, den 29. September, 2fl Uhr, im Restauiant Dynow, jülicher Straße 2— Montag, den 6. Oktober, Ort und Zeit wie oben. Vortrag„2 Month in England". Sport. Rennen zu hoppegarlen am Freitag, dem 26. September. 1. Rennen, l. Rosmarin fMende), S. Ute, 8. Aulos. Üvtot 70:10. Vieth: 23, 16. 34:10. Ferner liefen: Schelm, Kriegssvlcl, Morgenwind, Eiscnbagel, Blanker Hans. Schwarzdorn, vleazer, Hella X. 2. Rennen. 1. Ostffnd sRöbl), 2. Rosenau, 3. Pracht. Tolo: 45: 10. Plah: 14. 16, 39:10. Ferner liefen: LysiaS, SUbeiling, Honeftus. Elbrus, Wratislave. 3. Rennen. 1. Piniole sFehmifch), 2. Linz. 3. Liberatar, Toto: 44:10. Platz: 20, 27: 10. Ferner liefen: Mclrodorus, Scapos, Lehnsherr. 4. Rennen. 1. Kphallerist sKeHrke), 2. Modesta, 3. Fantcm. Toto: 73: 10. Platz: 28, 27, 25: 10. Ferner liefen: Wafserquelle. Brissago, Margherita d'Arezzo, Heldelönigin. 5. R e n n e n. L Mellitus(Rastenberger), 2. Walzertraum. 3. Rekchs- mark. Toto: 33:10. Platz: 16, 21, 21:10. Ferner licsen: Herakles, Tar- quinius Supctbus, Favorit, Attenberg, Machiabel, Boniburg, Teutonia, Boa. 6. R e n n e n. 1. Festtönigtn tCzarnetzkt), 2. Tarnkappe, 3. Sanda. Toto: 252:10. Platz: 51, 27, 22:10. Ferner liefen: Evelyn, Diedrich, Motor. Beryll, Soldat, Eigenliebe, Scharade, Viaita, Prinzeßchen. 7, Nennen. 1. Heid sO. Schmidt), 2. Roderich, 3: Eilig, Toto: 40:10. Platz: 15,26,44:10. Ferner liefen: Monte Carlo, Harlschier, Pcllegrino, Tortonc, Kalasttophal, Saharet, Jschtar, Micaela. Sozialistische Arbeiterjugend Groß' Berlin Einsendtmqen lüe diese Rubtit not an da« Zuaendretretarim .Weeltn GW 08. CtadenOraSe 3 Streichorchester Groft. Berlin: Morgen, Sonntag, pünktlich 8 Uhr, General» probe zur Jugendweihe in der Volksbühne. Treffpunkt Bilhncncingang Linicik» strafte. Nach Möglichkeit im blauen Kittel erscheinen. Frühstück nicht vcr- gessen. »Baldur".Fahrt nach Krfticn am 5./8. Oktober. Abfahrt am Sann- W abend, 5. Oktober, 19 Uhr, ab Spandau. Teilnehmergebühr 3 M. fzwei- Fs mal Kaffee, Mittagessen und Uebernachtung). Teilnehmerkarten sind nach zu haben. Einzclkarten für die Zugendvorftcllung in der»Volksbühne" am 5. Oktober (pro Karte 80 Pf.) sind noch zu haben. Zusammenkunft der Referenien und Zugendbeiräke 0» Montag, 29. September, 191-2 Uhr, im Bortragssaal des P.-P., EW., Lindenstr. 3, 2. Hof, 2 Tr. links. Vortrag:„Methodik und Grundlagen unserer Bildungsarbeit". Referent Genosse Erwin Marguardt, Leiter der Volkshoch. schule Berlin. Interessierte Genossen können teilnehmen. Mitgliedsbuch mit- bringen. Sonnabend. Henke, Reulölln VI: Ueben„Teufel Reaktion" 19 Uhr im Leim Treptower Straft«. Kostüme mitbringen. Alle Mitwirkenden müssen pünktlich erscheinen.— Pankow, R. F.: Morgen Beteiligung an der Jugendweihe. Treffpunkt 1014 Uhr Flora- Ecke Wollankstrafte. Falkentracht. Mitgliedsbuch mitbringen. Werbebezirke Tiergarten, Schöueberg, Westen: Beteiligung an der Werbe- Veranstaltung für den Jugendherbrrgsverband. Treffpunkt 19 Uhr vor der setttdimmenden Jugendherberge am Schleswiger Ufer(Sanfabrückc). Die Aus- gestaltung liegt IN unseren Länden. Werbebezirk Wcdding: Baden im Stat'bad Gerichtstrafte von 1914— 20M. Uhr. Danach Rusammenkunst allet Genossen, die an der Veranstaltung der Partei am 29. November mitwirken wollen, im Leim Utrcchter Strafte. Werbebezirk Prenzlauer Berg: Treffahrt nach Brieselang. Treffpunkte: 16 Uhr Bhf. Prenzlauer Aller: 13 Uhr Bhf. Weiftensee, Bhs. Schönhauser Allee; 18 Uhr Bezirksamt für Radfahrer: 20 Uhr Bhf. Prenzlauer Allee: Sonntag 7 Uhr Bhf. Prenzlauer Allee.— Tambonrkapclle: 18 Uhr mit Instrumenten Bhf. Weiftensee. Ansmarsch. Werbebezirk Krrnzberg: Wockenendkursus in der Jugendherberge in Rüdersdorf. Thema:„Wirtschaftspolitik und Massenarbeitslosigkeit". Redner Gcnoss« G. Decker. Treffpunkt 18 und 20 Uhr Cchlesischer Bahnhof. Sonntag Abfahrt 7.28 Uhr ebendort. Werbebezirk Tcltowkanal: Die W..B..Barstandssiftung findet Heerte nicht statt. Näheres durch Rundschreiben. Werbebezirk Tempelhos: W.-B..Dorstandssi>tung 20 Uhr beim Genossen Posch, Siedlung„Dabeim" 159/120. Erscheinen ist Pflicht. Werbebezirk Neukölln: Die Freie Selnilgefellschaft Neukölln veranstaltet!» Bolkspark Neukölln ein Volksfest. Wir beteiligen uns nach Möglichkeit daran. Beginn 16 Uhr, Erntritt frei.— Der Sprrchchvr trifft sich 19'-) Uhr vor dem Eingang Kliems Festsäle, desgleichen die Teilnehmer von jjHifef Reaktion".— Morgen treffen wir uns 141b Uhr auf dem Platt l im Stadion Neukölln, Eingang Siegfried- Ecke Oderstrafte. Fahnen nur mit Inltyrtftcu und Wimpel mitbringen. Der Mnfikchor der Freien Turnerschast Groft-Berlin beranstallet am Sonmag, dem 28. September oon 12'/, bis 14 Uhr ein Platzkonzert auf dem Brunnenplatz. Das Konzert wird ab 15 Uhr aus dem Sportplatz im FriedrichShaw wiederholt. Vrelllkunst im Warenhaus. Im Rahmen der llterarisch-musi- kalijchen Teenachmittage im Warenhaus Karstadt am Hermannplatz konnte man Elsa Laura von Wolzogen begrüßen und es war ein wirklich herzliches Wiedersehen, vor allem aber Wiederhören der reifen, liebenswürdigen Brettlkunst, die sie uns vermittelte. Zlll die hübschen, launigen Lautenlieder aus Eroßmutters Zeiten, die netten Kinderliedchen, deren Helden- Hausgetier oder Puppenkind sind und die zupfgeigerischen Soldaten- und Dialettgesänge servierte die Künstlerin mit liebenswürdigster Laune und großem Können. Wohltuend heben sich all diese netten Sächelchen in ihrer liebens» würdigen Anspruchslosigkeit von dem schärfst gewürzten Humor unserer Tage ab, der nur von der beißenden Olossierung der Zeitereignisse sein Dasein fristet. Herzlichster, wohlverdienter Beifall war der Dank für einen wirklich amüsanten Nachmittag. Der Lunopark schlieftt mit Ende dieser Woche die diesjährige Saison. Am Sonnabend findet«in Extrakanzert zu Ehren des langjährigen Dirigenten des Lunapark-Orchesterg, Kapellmeister Bruno Quander, statt. An beiden Tagen Feuerwerk und das bekannte Vergnügungsprogramm. Weltrekord«— Rrkordfieger ans Dunlap! Einzigartig ist der beispiellose Sicgeszug des Dunwpreifens in den diesjährigen Rennvcranstaltnngen. Di« Siegesserie beginnt mit dem Gräften Preis von Deutschland auf dem Nürburg- ring und wo immer in Deutschland und im Ausland an den folgenden Sonn» tagen dt« Fahrer in den groften Rennen an den Start gingen, war die Sieges- Maschine bunlopbereift. Schon damit ist die hohe lleberlegenhett des Dunlop» Motorradreifen, bewiesen. Aber die Erfolgsserie findet jetzt ihre besondere Krönung durch die neu aufgestellten Weltrekorde des Münchener Fahrers Henuc, der mit seiner Maschine auf Dunlopreisen die absolut schnellste Reit der Welt mit 221,539 Kilometer erreichte. Dunlop sogt von seinen Reifen»Die Welt- marke bürgt für Qualität"— Weltrekorde bewciseu es. Unsere hervorragenden Leistungen sind nicht zu übertreffen Extra billige Preise für Schuhe und Strümpfe vom 25. IX.- 6. X. 1930 Lack- Spangenschuh, großer Preisschlager Unsere Schoufenster zeigen eine Fülle solcher erstaunlich billigen Angebotel Auch billige Liwera-Strümpfel Bömberg Oamen-SfrOmpfe. 2� Reine Wolle Damen-Slrümpfe 275 Kärämelfarbiger u« i..».• Trott.-Spangenschuh necreo-Socken mmod. Dessins I braun kombiniert Braun Boxkalf- Schnürschuh.. Echt Rahmenarbeit Schwarzer Straßen» schuh für den Herrn Vornehmer Ladeschnürschuh 85 130 eigene Verkaufsstellen, davon 23 in Groß-Berlin und Potsdam Oer Kreis schließt sich. LohnabSau-Konflikie bei den Raufchloffern, Bauanschlägern und bei Bolle. Die Berliner Gewerkschoflen werden jetzt mit Lohnabbao forde, rnngen förmlich überschüttet. Fast in allen Bronchen und Industrien. wo die Möglichkeil der Tariskündigung zum l. Oktober bestand. haben die Unternehmer von dem kündigungsrecht Gebrauch gemacht. Au den Lohnkonslikten in der Berliner Metallindustrie, im Schwer- fuhrgewerbe und in der Speditton kommen jetzt Konflikte in den Bauschlossereien, bei den Vauanschlägern und in der Meierei Bolle hinzu. x Dauschlosser sollen 40proz.Lohn„notopfern". Die Bcurschlosser lzattcn am 25. August in einer Branchen- versammlling, nachdem die Funktionäre die Organisationsleitung z�it der Kündigung des Lohntarifs beauftragt hatten, die Aufstellung einer Forderung ruf 1 st P f. L o h n z u l a g« je Stunde beschlossen. Che jedoch diese Kündigung vom Metallarbeitervervand ausgesprochen wurde, kam der Schutzverband Berliner Schlossereien, der von dem Beschluß der Funktunär« offenbar Wind bekommen hrtte, und sprach von sich aus die Tarifkündigung aus, chne jedoch gleichzeitig seine Forderungen bekanntzugeben. Einen Tag vor den Verhandlungen, am 2k. September, rückten die Unternehmer mit ihren Forderungen heraus. Man muß' es diesen meist kleinen Krautern lassen, sie wollen den Gewaltigen im 38BMJ. nicht nachstehen. Sie verlangen nicht weniger als die Angleichnng der Bauschlosserlöhne an die Löhne in der Berliner Metallindustrie. dos heißt, daß vom l. Oktober ab ein Kolonnenführer einen Stunden- lohn von 96 Pf. bekommen soll, also rund 49 Proz. weniger als b i s h e r. In den anderen Gruppen sollen die Löhne in dem Aleichen Verhältnis gekürzt werden. Mit diesen Wünschen ist aber die Begehrlichkeit der Unter- nehmer noch nicht erlchöpft. In demselben Umfange wie die Lähm sollen auch die Zuschläge für Stadtmontagen abgebaut werden. Di« Tariflöhne sollen nicht mehr als Mindestlöhne gelten. Die Zwangsbestimmung des Tarifvertrages, wonach bei Lohnerhöhungen die übertariflichen Zulagen nicht angerechnet und auch bessere Lohn- und Arbeitsverhältnisse nicht verschlechtert werden dürfen, soll ebenfalls verschwinden. Die Arbeiter der Mö b e lsch l o ß b ra n ch e sollen von dem Tarifvertrag der Bauschlossereien nicht mehr ersaßt werden, also tariflich gar nicht mehr geschützt sein. Für die Arbeiter in den Betrieben, wo gelochte Blech« hergestellt werden, soll ein Sonder- tarif mit niedrigeren Löhnen als den bisherigen abgeschlossen werden. Schließlich verlangen die Unternehmer ncch Verschlechte- rungcn in der Eingruppierung der Arbeiter in die einzelnen Lohnstufen. Die Bauschlosser hatten den abboulüsternen Krautern eine Gegen- techmrng aufgemacht. Neben der Erhöhung der Stundenlöhne um 10.Pf. forderten sie die Gleichstellung der weiblichen Jugendlichen »st den männlichen Jugendlichen in der Bezahlung und die Ein- pufung der Geldschranktransporteure wegen ihrer schweren Arbest in eine höhere Lohngruppe. Die Verschlechterungs- anträge der Unternehmer wurden selbstverständlich abgelehnt. Da in den Verhandlungen die Unternehmer das einzige„Entgegen- iommen" zeigten, anstatt um AS bis 40 Proz. die Löhn« und Akkorde öbzttWueit.......>..... t-v:•<-;„nur" noch 20 proz. Abbau » gu verlangen, flogen die Verhandlungen auf. Am 29. September wird eine Branchenvolloersammlung der Bauschlosser darüber beraten, welche Schritte zur Abwehr dieses provozierenden Unternehmervorstoßes unternommen werden sollen. Die rund 4000 Berliner Bauschlosser, die f a st r e st l o s im Deut- scheu Metallarbeiterverband organisiert und eine kampserprobte Branche sind, werden sich nicht«inen Pfennig ihrer schwer er- rungenen Löhn« kampflos nehmen lassen. Macht der Schutzverband Berliner Schlossereien den ernsthaften Bersuch, seine Lohnabbaupläne etwa durch ein Diktat durchsetzen zu wollen, so bedeutet das den Kampf im gesamten Berliner Bauschlosiergewerbe. Das nächste Ziel die Bauanschlägerlöhne. Ebenfalls vom Schutzverband Berliner Schlossereien ist dem Metallarbeiterverband der Lohn- und Akkcrdtarifverttag der Bau- anschläger gekündigt worden. Die Tarifkündigung ist zwar ohne Angabe von Gründen erfolgt: doch nach dem Vorgehen des Schutzverbandes gegen die Bauschlosser ist nicht anzunehmen, daß er in dieser Gruppe von sich aus eine Erhöhung der Löhne und Akkordpreise vornehmen will. Die Forderungen, die von den Unter- nehmern an die Bauanschläger gestellt weiden, dürsten sich nicht wesentlich von denen unterscheiden, die man den Bauschlossern ofse- riert hat. Anscheinend spekulieren die Unternehmer in dieser Branche auf den Streikbrecherverein der Berliner Bau- anschläger, der kürzlich in die„revoluticnäre Gewerkschaft-- opposttion* aufgenommen worden ist und dessen Mitglieder von den kommunistischen Gewerkschastsstrategen als ganz besonders zu- verlässige.Massenkämpfer" gelobt wurden. Die im DeiUschen Metall- arbeiteroerband organisierten Bauänschläger fürchten aber diesen „revolutionären" Skatklub nicht. Sie sind organisatorisch stark genug, um auch ohne die Unterstützung solcher„Revclu- tionäre" ihre Unternehmer gebührend in die Schranken weisen zu können. Kampflos lassen sie sich nKht eine ihrer Errungenschaften rauben. Bimmel-BoNe ist schon bescheidener. ., Berlin. Druck: Borwärts-Buchdruckeret und Berlagsanftalt Paul Singer u. Sa.. Berlin SW. 68, Lindenstrasie S. . Hierzu 2 Beilagen. Für die tägliche Pflege der Haut ist die Qualität Ihrer Wasditisdiseif e immer entscheidend. Deshalb verwenden Sie ein Produkt, dessen auserlesene Beschaffenheit in allen Verbraucherkreisen gerühmt wird: Dr. DRALLE* Larendelselfe Große Kreod© Fcma% S2lf. C*7e Frau des Konsuls. Meine Besorgnis war indessen überflüssig, die junge Frau tat, als ob sie mich nie gesehen härte. Dafür entwickelte sich noch und nach eine andere seltsame Situation, die mir viel zu schassen machte. Ich wurde immer häusiger in des Konsuls Haus berufen, der, oller- Hand Phantastereien nachjagend, Tage, ja Wochen abwesend war und mir volles Vertrauen schenkte. Queta, mit der ich viel zu besprechen hatte, wurde mit jedem Tag koketter, räkelt« sich auf dein Sofa, wenn wir Tee tranken, guckte mich beim Kartenspielen spitz- bübisch an, lehnte sich über mich, wenn sie einen Brief diktierte, und öffnete in meinem Beisein die Korrespondenz morgens, wenn sie noch im Bette lag. Ich hätte alles lieber getan als meinen Freund betrogen: Queta war mir jetzt nur eine liebe Freundin. ein« gute Kameradin. Ich zeigte mich ihr so zurückhaltend wie nur irgend möglich. Aber je mehr ich mich zurückhielt, um desto heraus- fordernder wurde sie. Sie stellte mir täglich neue Fallen, sie ließ nichts unversucht, um mich ins Garn zu locken. Ich widerslond allem, ich war standhaft wie noch nie im Leben. Aber gerade das wurde mir zum Verhängnis. Ouetos Stolz vertrug es nichi, zurückgewiesen zu werden. Sie sann auf Rache. Eines Tages, als ich ahnungslos die Konsulatswohnung betrat, trat mein Freund mit finsterer Miene hinter der Portier« hervor und packte mich beim Kragen. Queta hatte ihm die erste Begegnung gebeichtet. Dorum flog ich die Treppe hinab. diinder in der (Schluß.) Die kleinen Hände hoben sich. Kinder traten zur Seile,«in Mädchen kniete noch auf seinem Rücken..�)e, du fies« Mopp, willst du jetzt sagen, dat dich die Dreckskaar gar nichts angeht? Dat wir all ebenso viel Recht daran haben, wie du?" Der Junge tipple mit dem Finger auf den mit Zische bedeckten Kopf de« Ueberwältigten. Der ober wühlte den Kopf in seine Arme und schwieg.„Willst du uns versprechen, daß du überhaupt nicht mehr hierhin kommst, dann kriegst du auä) deinen Kohlensack wieder!" mildert der Sieger seine Bedingungen. Der Unterlegene hob den Kopf, sah seine Ueberwinder an, spuckte den Dreck aus dem Mund und streckte ihnen die Zunge heraus. „Un mtt, weiuit oerreckt!" stieß er hervor. Rotlos stand der Junge und sah die Kinder an. Die aber waren des tatlosen Haltens schon überdrüfsig, sie wollten davon. Da schreit der Größere:„Wenn der loskommt, der madst euch kaputt!" Aus Angst und Uebermut singen die Kleinen an, dem Großen Dreck und Müll in den Rockkragen hineinzustapscn. Sie traten aul ihn herum, pufften ihn, und als er sich nicht muckie, sagte ein Mädchen:„Ich glaube, der is jetzt s6>on kaputtgegangen!" „Dann hätt ihr Freud genug!" schrie der Gepeinigte, schmiß sofort dos Gesicht auf den Ann und lag wieder still. „Hermann! Schmeiß ihm doch den Dreihack int Wasser!" riet einer. ..Schölt ihm di« Kohlen aus!" schrie«in anderer. Mit einem Wutgeheul wälzt der Wütend« sich herum.„Riskieri et nur! Ich schlag euch den Kopp ein, ich mach euch kopuit, ich schmeiß euch auch in der Pool: wenn mir einer an meine Sachen geht, der ie geliefert!" „Wenn du nichts versprichst, so fliegt dein Sack int Wasser!" Der Größere riß an den Bändern des Sackes, die Kleinen machten «in wenig Platz: da hob der Liegende den Köpf und sagte verbissen: „Laßt mich los! ich will's versprechen!" Die Kinder rutschten von seinem Nacken, ließen ihm die Hände frei und der Anführer streckte chm seine Hand hin. Er mochte ein Kreuzzeichen auf seine Hand und sagt«:„Versprichst du uns auf das heilig« Kreuz?" „Ich verspreche es euch auf das heilige Kreuz!" Der Anführer befahl:„Laßt ihn los!" Der Große streckte«inen Arm hervor, stützte sich aus die Hand, spuckte Asche und Unrat aus dem Mund, säuberte den Kragen, wischte sich mit dem Handrücken über das Gesicht und stemmte sich auf den Händen hoch. Nun kniete er, das Gesicht über und über beschmutzt, verlacht von den Kleinen, kroch gleich zu seinem Sack hin und hielt ihn mit der linken Hand fest. Dann arbeitete er sich hoch. Als er aufrecht stand, sah er über den wetten Platz, tat einen Schritt auf den Anführer zu und sagte:„Nun gib mir meine Kratze wieder!" „Du schlägst uns doch nur damit!" zögerte der Junge. „Och hab's versprochen, daß ich's nicht tu!" Unwillig hielt der Große die Hand hin. „Du bist der Stärkere!" sagte der Junge, entsernte sich einige Schritte, mors bann die Hock« weg und rannte hinter den Kleinen her, die schon fortgelaufen waren. Der Groß« bückte sich, strich über seine Schienbein«, die schmierig und von Schrammen blutig waren. Mit den Fingernägeln säuberte er die blutenden Schrammen, spuckte auf eine Wunde, rieb den Schmutz heraus und zog den herabgeruschten Strumpf hoch. Dann schleppte er sich mit seiner Lofl über die vielen Müll- hügel bis an die Seite der Grube, wo die alt« Bauhütte der Erb- ' arbeiter stand: unter einem Stück alter Dachpappe lag sein erster Sack von heute morgen. Er schleifte ihn bis an den Rand der Straße, kniete nieder und zog ihn hinter sich auf den Rücken, auf die Schulter. Er hott« nicht Krajt genug. Räch vielen vergeblichen Bemühen stand er auf und sah sich um. Da sah er einen Mann den Fahrweg hinabkommen.„Der wird mir helfen!" sagte er sich. Dann erinnerte er sich, daß er sehr schmutzig sei, ging um die Baubude herum, sand in einer Bütte Wasser: er wusch sich die Hönde und suchte nach einem Taschentuch. Als er nichts fand, womit er sich abwaschen konnte, zog er seine Jacke aus und steckte«inen Zipfel in die faulende, grünliche Brühe. Wischte, trocknete sich ob, und als er wieder zu feinem Sack ging, da sah er den Mann: Doll Schrecken wollte er weglausen, es war sein Vater. „Acht Uhr ist es, die Mutter wartet auf dich, den ganzen Tag bist du weggewesen, Prügel solltest du hoben!" „Ich Hab doch zwei Sock Koks! Vater!" Kiuth nahm den großen Sock und legt« ihn sich auf die Schulter, Hais dem Jungen, den kleinen auflegen, dann gingen sie dem Aus« gang zu. Der Eingang der Kühle mar mit dem alten, zerbrochenen Tnr oersperrt. Leute standen dort. Die Kinder gröhlten und schrien „Halt!" sagte der Mann, der sich aus«inen Stock stützte...heut könnt ihr noch mal durchgehen. Bor morgen an ist die Sandkuhle gesperrt. Dos Suchen in den Müllkarren ist von morgen an polizec. lich verboten!" Der Kinderhaufen gröhlte und schrie. Zwei Männer schlugen ein Schild an den Pfahl. „Ihr seid wohl, verrückt geworden! Man darf doch wohl in den Dreckskorren nach Kohlen und Lumpen suchen? Das wäre doch nach schöner, warum soll das alles, was noch brauchbar ist, ver- kommen? Wer seid ihr überhaupt?" „Da lest!" Der Lahme zeigte aus das Schild. „Unbefugten ist der Emiritt polizeilich verboten! Genvssenschaft für Müllverwertung E. V." „Genossenschaft E. P. Was heißt dos?" frug Pater Klutt> „Wir sind arbeitslose Kriegs- und Arbeitsinnaliden, wir haben von der Stadt dos Recht erworben, als einzige nach den noch brauch. baren Sachen zu suchen. Wer Kriegs- oder Arbeitsinvalidc ist, kann bei uns als Genossenschaftler eintreten: wir sammeln alle zu- srnnmen, verkaufen zusammen, verteilen zusammen den Erlös. Seid ihr Invalide?" „Noch nicht? Gott sei Dank!" sagte Vater Kuth,„mein Junge hat sich die Kohlen gesucht, es sind schwere Zeiten, da wollte er etwas sür den Haushalt mittun." „Na. damit ist Schluß!" Nur für Mitglieder der Genojienjchoit ist das Suchen im Müll gestattet. Sogt es allen Kindern, ihr Jungen? I" Der Kinderhaufen höhnt« und gröhlte Boter und Sohn schritten hindurch nach Hause.. 2000 Jahre alle bemalte Slalue Bei den Ausgrabungen in dem„Hcms der Geheimnisse" zu Po m p e f i ist von Pros. Majuri ein« herrliche Statue der Kaiserin Li via, der Gemahlin des Kaisers Augustus, ausgesunden worden. Da» Werk erhält dadurch«in« ganz besondere Bedeutung. daß die Beinaking fast vollständig erhalten ist. Di« Statu« besteht au» glasartigem Marmor und lag an der Nordmauer der nun 2000 Jahre alten Villa. Die Kaiserin'ist als eine Frau in mittteren Jahren mit würdevollem Gesichtsausdruck dargestellt. Die Einzelheiten der Züge treten in der natürlichen Färbung sehr lebendig hervor, so die gebogene Rase, die weit geöfineten. fast starren Augen mit den schmalen Pupillen, die feinen Lippen und dos hervortretende Kinn. Di« Pupillen sind braun bemalt, während die Iris schwarz gefärbt sst. Das Gesicht hat«inen zarten rötlichen Ton, die Lippen zeigen«in starkes Karminrot. Die Kleidung ist die einer Priesterin und besteht in einem Mantel, der Kopf und Körper einhüllt. Zlefanl als Togclpfleger Der Rew-Porker Zoologische Garten darf sich rühmen, den größten aller in Geiangenschokt lebenden Elefanten der Welt zu beherbergen. Der Riese heißt Khartuw und ubertrifit noch den berühmten Iumbo. der mit einer Höh« von rund ZH Meter lange den Größenrekord hielt. Kharwm ist alter mit zunehmendem Alter bösartig, unzugänglich und gesobrlich geworden, wie es be> alleren Elefanten in der Gesangenjcbajt häufig zu beobachten ist. Die einzigen Lebewesen, für die er sich ein sreundschaitliches Gekühl .»ewohrt hat, sind zwei Rotkehlchen,«in Männchen und ein Weibchen, die in einem Spalt der Außenwand de» Elefontenkäfigs. den fchon fett Jahre» fein Wärter mehr zu betreten wagt, ihr Nest gebaut haben. Wenn im Frühling das Pärchen Eier im Nest hat. geh» kein Tag vorüber, an dem der riesige Dickhäuter nicht dos Gelege besichtigte. Gelegentlich kann er, wie Dr. P. Reib Blair, der Direktor des NewPnrkcr Zoo, zu erzählen weiß, sich nicht ver- sagen, mit der Spitze seines Rüssels das Nest abzutasten, wobei er mit rührender Vorsicht besorgt ist, das Rest nicht zu beschädigen oder dos Gehege in Uyordnung zu bringen. Sind dann d'« jungen Vögel dem Ei enfichlüpft, so gebärdet sich Khartum wie ein sür- sorglicher, von Verantwortungsgefühl durchdrungener Großpapa lind menn die Alten die junge Vrut füttern, sieht er jorglich dabei und blickt aus die Familienszene, als menn das ganze Schauspiel für ihn veranstaltet würde. 500000 km für ein Pfund Jtonig Daß d«c Binen fleißig sind, ist«in uralter Ehrentitel, aber wie groß ihre Anstrengungen beim Einsammeln des Honigs find, dos ist doch erst fetzt durch die Untersilchungen gezeigt werden, die das Amerikanische Ackerbauanit unternommen hat. Die Arbeiten wurden in Wyoming vorgenommen, wo die Luzerne die einzige Quelle darstellt, deren Blütenstaub die Bienen eintragen. Die Bienenkörbe wurden 12 Kilometer von der nächsten Quelle aus- gestellt, und die Bienen machten täglich ihren Flug z„ dem Lu-eriiemeld und kehrten mit Nektar beladen zurück. Jede Biene slog also täglich 2i ftilonulct, um ihre Arbeit zu oerrichten, und da die Insekten keine besonder« Müdigkeit zeigten, nehmen die Forscher an. daß sie auch noch weiter gerlogen waren, wenn es sich als not- wendig erwiesen hotte. Man stellte fest, daß die Bienen zur Erzeu- gung eines einzigen Pfundes Honig zusammen ein,?n>ferwi»z von fast 500 000 Kilometern zurücklegten.