Morgenausgabe Nr. 455 A 229 47.Iahrgang W5ch-»lllch 855|, BUUUlIl4S.ee St Im Boraus zahlbar, Postbezug tZ2 St einlchließlich 60 Pfg.Postzeiwng». und 12 Pfg. Postbestellgebühren. Zlusland» abonnemenl 6,— St pro Monat. ♦ Ter.Vorwärts' erscheint wochentäg. lich zweimal. Sonntags und Stontags einmal, die Adendausaaben für Berlin und im Handel mit dem Titel.Der Llbend'. Hlluftriert, Beilagen.Volt und Zelt' und.flinderfreund'. Ferner .grouenftimme-, Technik'..Slitf in die Lücherwelt'..Jugend. Vorwärts' und»Stodtbeilag«'. st. Nerlinev SoWSblatt Sonntag 28. September 1.930 Groß-Äerlln 15 pf. Auswärts 20 pf. einspaltige Nanpareillezeile SO Pfennig. Reklame�eile ö.— Reich«» wart.„Kleine Anzeigen� dos?ettge» plirckte Wort 2b Pfennig(zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 16 Pfennigs jedes wettere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben fühlen für zwei Worte. Arbeitsmarkt "eile 60 Pfennig. Familienanzeigen Zeile i) Pfennig. Anzeigenannahme imHaupt- gefchäft Lindenstraße 3. wochentäglich von SV, bis 17 Uhr. »ül 5 Aenteawesan der GozßawemokvatifOen Oavtei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönbotl 232— LS7 Telegramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Vorwärts-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: Berlin 37 SZK.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr. Sä. Tt.B.u.DiZc..Gcs.,Tepositenrastc,JcrusalcnrcrStr.K5/KS. Schiele erhöht den Weizenzoll. Gesrierfleischbons nur für ein Oritiel der alien Mengen. WTB. meldet: Angesichts des ungewöhnlich starken Absinken» der Wcizenpreise am Weltmarkt hat die Reichsregieruvg auf Grund der Ermächtigung im Geseh zum Schuhe der Land. m i r t s ch a s t vom l S. April 1930 den Zollsah für Weizen von 15 w. gus 18,50 HL je Doppelzentner mit Wirkung vom 28. September erhöhl. Die entsprechende Der. erdnung ist in, Reichsanzeiger vom 2 7. September verösfeutlicht. Dos zollfreie Gefriersleischkontingcnl ist bckanullich am 1. Juli in Jortsall gekommen. Mit Rücksicht ans die starken Vor- cindeckuagen des Handels wurden auf Grund der im Gcfeh vor- gesehenen llebcrgangsfrist noch bis zum 30. September 12 500 Tonnen Gefrierfleisch zollfreier Einsuhr zugclassea. Entsprechend einer Erklärung, die der Reichsmiaister für Ernährung und Land. «virtschasl bei der Beratung des Gesetzes abgegeben hat, wird die Reichsregierung, nachdem sämtliche beteiligte Kreise gehört sind, vom I.Oktober an solgende vorläufige Regelung in Kraft sehen: Die Minderbemittelten in den Gemeinden, denen bis- brr zollfreies Gefrierfleisch zugeteilt war. erhalten künftighin Gut- scheine zudem verbilligten Bezug von Arischfleisch. Aufgabe der Gemeinden ist es. den Kreis der wirklich Minderbemittelten fest- zustellen. Die Verbilligung fall 20 Pfennig pro B I u n d betrage». Die erforderlichen Geldbeträge werden den Gemeinden von der Reichsregieruag übermittelt. Wie eine T. li.-Mcldung hinzufügt, werden für diese Der. l'Itllgungsaklion bis zum 3t. März t931 zehn Millionen Mark aus den Erträgnissen des erhöhten Weizenzolls zür Verfügung gestellt. Herr Schiele und das Brüning-Kobinett sehen die Politik der Zollerhöhungen fort. Der Weizenzoll wird jetzt auf 18,50 Mark erhöht. Der Mehlzoll erhöht sich automatisch auf 38,50 Mark. Das geschieht, während offiziell eine Preissenkung'saktion verkündet ist und während in Deutschland Millionen feiern und hungern. Es ist wahr, daß auch in Deutschland die Weizeupreise gesunken sind. Aber sie sind noch immer rund doppelt so hoch als im Ausland. Demnächst wird wahrscheinlich der 8 0pro- zentig« Vermahlungszwang für inländischen Weizen kommen. Beide Matznahmen sollen den Weizenpreis hochhalten. Di« tzochhaltung des Weizenpreises soll indirekt auch den Roggen- preis steigern. Wieweit sollen die Weltmarkt- und die Inland- preise noch auseinandergetrieben werden? Will die Regierung die Auswirkungen der Wirtschaftskrise immer mehr verschärfen? Die Gefrierfleischaktion hält nicht, was im Reichstag versprochen wurde! Aus 5 0 bis 6 0 Mil» lioncn Mark jährlich war die Ersparnis zu schätzen, die den Gesrierfleischverbrouchem gegenüber dem teuren Frischfleisch er- wuchs. Das lzeitzt, Millionen konnten nur deshalb Fleisch essen, weil das Gefrierfleisch um so viel billiger war. Jetzt werden für ein halbes Jahr 10 Millionen Mark bereit gestellt, für ein ganzes Jahr 20Millionen, das ist«in Drittel. Zwei Drittel der Gefrierfleischverbraucher werden unberücksichtigt bleiben. Di« Aktion wird auch wenig nützen, weil dos Frischfleisch doch erheblich teurer bleiben wird. Di« Landwirtschaft wird also kaum erheblich mehr Fleisch verkaufen. Dazu werden jetzt die„M i n de r- bemittelten" ausgesiebt werden, der Gefrierfleischersatz wird zu einer Aktion der Wohlfahrt. Irrtümer und Ungerecht! g- leiten werden die Folge sein. Dazu ist es offen, ob die Reichs- regierung etatmätzig überhaupt dazu ermächtigt ist, Zolleinnahmen für die Aktion zu verwenden. Verteuerung der Lebenshaltung in der größten Wirt- s ch a f t s n o t, neue Etatbelastungcn in der größten Finanznot. alles für eine kurzsichtige Agrarpolitik, die für die Landwirtschaft zweifelhafte Geschenke machen will! Am Oiensiag fällt der Schleier. Nnanzberatungen beendet, am Montag Ausammenfassung in Kavinettsihung. Amtlich wird gemeldet: Die Beratungen des Reichskabinetts über ein Gesamtprogramm wurden am Sonnabend, wie beabsichtigt, zu Ende geführt. Die mehr- tägigen eingehenden Verhandlungen unter dem Vorsitz des Reichs- tanzlers Dr. Brüning und unter Hinzuziehung de» Reichsbonk- Präsidenten Dr. Luther und des preußischen Finanzministers Dr. Höpker- Aschoff führten zu«instimnügen Entschließungen des Reichskabinetts. Auf Grund dieser Beschlüsse wird über Sonntag die technische Z u s a m m e n st c l l u n g des aus zahlreichen Einzelproblemen bestehenden Gssamtprogramms fertiggestellt werden. Eine abschließende Kabinettssitzung zur Verabschiedung der sormu- lierten Dorschlage ist alsdann für Montag nachmitfag vor- gesehen: eine öffentliche Verlautbarung der Reichsregierung über das Gesamtprogramm erfolgt im Laufe des Dienstag. de Rosa verurteilt. Aber Mussolini gerichtet. Brüssel, 27. September(Eigenbericht). Der Prozeß de Rosa wurde am Sonnabend abgeschlossen. Der Angeklagte wurde des Versuchs der Tötung des Kronprinzen Umberto von Italien für schuldig befunden und unter Anerkennung mildernder Umstände zu fünf Iahren Gefängnis verurteilt. Da de Rosa zum ersten Mal verurteilt wurde, ist noch belgischem strafrechtlichen Brauch damit zu rechnen, daß er in spätestens einem Jahr auf freien Fuß gesetzt wird. Mit der Verteidigungsrede des Advokaten S p a o k. einem Sohn« der belgischen sozialistischen Senatorin Spaak, erhielt der Prozeß am Sonnabend seinen Höhepunkt. Di« Rede war eine Leistung, die den noch jungen sozialistischen Advokaten in die Reihe der größten Gerichtsredner erhebt. Sein« einklagen gegen das faschistische Regime, gegen Mussolini und gegen den König von Italien waren geradezu vernichtend. Seine Zitate aus den Reden und Schriften Mussolinis, der früher alte verdient« sozialistische Führer wie Turati wegen ihrer Mäßigung als Reaktionäre und und Verräter brandmarkte und sich als den einzigen wahren Revo- lutionär ausgab, der erst die Arbeiter zu Revolten und dann das italienische Volk in den Krieg hetzte, ohne aber jemals seine eigene Haut zu Markt« zu tragen, wirkten wie unerbittliche Pcitschenschläge. Nachdem er an Hand authentischer Texte die Gemeinheiten des italienischen Diktators anfzcigte und seine gegenwärtige schamlose Hetze zum Kriege nachwies, schloß er diesen Teil seiner Rede mit der Frage, die höchst« Bewegung in den ganzen Saal bracht«: „Und nun sagt mir. ia oder nein, ist dieses Individuum nicht ein Bandit?" Ebenso furchtbar war seine Anklage gegen den König von Italien,«peak verlas ein Schreiben, das der hervorragende eng. lisch« Publizist Wickham Sie cd. srühcrer Redakteur der Lon- doncr„Times" an den König von Italien richtete und in dem er ch» j» geradezu rührenden Worten an die Zeremonie feiner Krönung erinnerte, wo der König sich nicht nur damit begnügte, die hergebrachte Eidesformel zu verlesen, sondern frei und stolz aus Eigenem sein feierliches Gelöbnis hinzufügt«, daß er allezeit mit seiner ganzen Person die Freiheiten des italienischen Volkes achten und schätzen werde. Hätte Viktor Emanuel diesen Eid nicht gebrochen, dann gäbe es in Italien keinen Faschismus, dann stünde de Rosa nicht als Angeklagter heute vor dem Schwurgericht von Brabant. Spaak machte ferner einen sehr eindrucksvollen und scharfsinnigen Versuch, dem Angeklagten auch vom rein formalen juristischen Standpunkt den Frcispruch zu sichern, indem er sich nochzuweisen bestrebte, daß die Tat nach belgischem Recht überhaupt nicht strafbar sei, weil wohl die Absicht der Tötung bestanden hat, es aber zu einem Beginn der Ausführung nicht gekommen sei. Hakenkreuzler mordet �eichswehrmann „Oer RoSke-Zünger"! Zw Schwcidnlhcr Krankenhaus verstarb dieser Tage ein Ober schuhe des Schweidniher Reichswehrregiments VII. der am Wahlsonntag von einem Rationalsozialisten schwer vcr- letzt worden war. Der Oberschütze, ein 20jöhri?er junger Mensch namens Walter Krause, befand sich am 11. September in seiner Heimat Fell- Hammer bei Waldenburg aus Urlaub. In einer Diel« be> gegnete er einem Jugendfreund, der heuke fanatischer N a t i o n a l s o z i a l i st ist. Zwischen dem Hitler-Anhänger und dem Soldaten kam es zu heftigen politischen Auseinandersetzungen, als der Hokentreuzler den Reichswehrsoldaien als„N o s k e j ü n g e r" anredete. Schließlich ergriff der Hatenkreuzler ein B i e r g l a s und schlug damit auf den Soldaten ein. Der Uebersollene wurde blutüberströmt ins Krankenhaus ge- bracht und ist nun nach etwa zehntägigem qualvollen Leiden seinen Lerletzungen erlegen. Harte Schule! Auch Demokratie will erst gelernt sein! Wenn beim Zusammentreffen eines Menschen mit einem Musikinstrument Mißtöne entstehen, muß nicht das In- strument daran schuld sein. Wenn die Verbindung eines Volkes mit einer Idee unerfreuliche Ergebnisse zeitigt, so liegt das nicht immer an der Idee. Die Mißhandlung des Sozialismus durch die Bolschewiki beweist nichts gegen den Sozialismus. Das Ergebnis der Reichstags- mahlen vom 14. September beweift auch nichts gegen die Demokratie. Spricht man in Deutschland von Diktatur und Demokratie, so vergißt man leicht, daß die Diktatur auch bei uns keine un- bekannte Regierungsform ist. Wir hatten eine Diktatur W i l h e l m II., später eine Diktatur Luden dorff— beide mit bekannten Resultaten— und schließlich, nach dem Sturz der Monarchie bis zum Zusammentritt der Nationalversamm- lung eine Diktatur der sozialdemokratischen Volks- beauftragten. Diese letzte Diktatur war aber und wollte nichts anderes sein als die Ueberleitung zur parlamentarischen Demokratie. Die Sozialdemokratie hat dem deutschen Volke die politi- schen Rechte errungen, die es jetzt— immer noch— besitzt. Was das bedeutet, werden manche vielleicht erst:e- greifen, wenn diese Rechte nicht mehr vorhanden sein werden. Der Gedanke, daß es keinen Sozialismus gibt ahne Demokratie, daß aber ohne Demokratie und Sozialismus nichts übrig bleibt als Rückfall in die Barbarei, ist richtig. Daran kann kein Wahlausfall etwas ändern. Kein Wahlausfall kann auch etwas an der Aufgabe der Sozial- demotratie ändern, für ihre Ideen bis zum Siege weiter- zukämpfen. * Von den sechzehn Jahren seit Kriegsausbruch waren die letzten die ruhigsten. Das hat in manchem die Illusion hervorgerufen, als seien alle Stürme schon vorbei. Sie sind es nicht, aber die kommenden werden die Sozialdemokratie ebenso wenig zerbrechen können wie die vergangenen. Es liegt aller Anlaß vor, uns angesichts der Dinge, die sich jetzt vorbereiten, an den K r i e g zu«rinnern, an R e o o l u t i o n, Spartakus, Versailles, Kapp-Putjch, Lon- doner Ultimatum, Ruhreinmarsch und I n- f l a t i o n. Was wir jetzt als wirtschaftliche und politische Wirkung der Weltkrise auf Deutschland erleben, gehört in diese Reihe. Wieder ist das Staatsschiff auf Sturmfahrt. Damit treten auch alle psychologischen Erscheinungen ein, die für solche Zeiten typisch sind: Ratlosigkeit bei Ueberfluß gut gemeinter Ratschläge, Schwinden des Vertrauens in die Zukunft, an- dererseits massenhaftes Auftreten von Wirrköpfen, die meinen, jetzt sei die Zeit gekommen, die Welt nach ihren Rezepten zu heilen. Wie oft schon hat die Sozialdemokratische Partei und Reichstagsfraktion Entschlüsse aller schwierigst er Art fassen müssen, wie oft geriet sie dabei in Zwangsläufig- leiten, die ihr nur die Wahl zwischen zwei Uebeln liehen— und wie oft war kaum zu unterscheiden, welches von beiden das kleinere war! Aber in all diesen Kämpfen hat sich doch gezeigt, wie kerngesund die deutsche Sozialdemokratie ist. Sie wird was immer kommen mag, auch diese Krisenpcriode über- dauern und st ä r k e r werden, als sie jemals war. * Die Regierung Brüning sitzt, wie der Alchimist im Turm, von der Welt abgeschlossen und arbeitet Entwürfe aus. Ihr nahestehende Zeitungen sprechen sogar schon von einem„Fünfjahrplan"— dabei weiß die Regierung nicht, wie sie auch nur über die ersten fünf Tage nach dem 13. Oktober hinwegkommen soll. Hofft sie wirklich auf Rettung durch die Sozialdemokratie? Das ist nach ihrer ganzen Geschichte wenig wahrscheinlich. Es ist wenig wahrscheinlich auch angesichts der Tatsache, daß ihre Entwürfe, soviel über sie bekannt ist, ohne jede Rücksicht auf allbekannte Auffassungen der Sozialdemokratie und der Gewerkschaften angefertigt werden. Regierungspolitik— gibt es das überhaupt noch? Die Minderheit, die zur Regierung Brüning gehört und das Kabinett selbst ist innerlich gespalten. Die einen hoffen auf eine Berständigung mit der Sozialdemokratie, ohne für sie etwas zu tun: inzwischen sind die anderen um so eifriger am Werte, sie zu hintertreiben. Die einen ziehen nach rechts, die anderen nach links. Auf LlnserGM wandertnach Krankreich Hitlers Erfolg. das Zentrum wird der stärkste Dmf ausgeübt, damit es einer parlamentarischen H i t le r- Re�g i e r u n g auf die Beine helfe. Aber die parlamentarische Hitlcr-Regierung ist ebenso unwahrscheinlich wie die Regierung der Großen Koalition oder die von den Sozialdemokraten tolerierte Brüning- Regierung. Scheitert jeder Versuch einer parlamentarischen Lösung — was dann? Ist dann der Tag da, an dem es heißt: Ende der deutschen Demokratie? Wird dann der Rame Deutsch- lands von der Tafel gestrichen, auf der England, Frankreich, die skandinavischen Staaten stehen, um auf einer anderen zu erscheinen neben Italien, Polen, Litauen? Diktatur— wessen? Die SoziaDemokratie hat vor zwölf Jahren in stürmischer Zeit Diktatur geübt, um sie so rasch wie möglich in Demokratie umzuwandeln. Sie hat während ihrer Diktatur politische Freiheitsrechte nicht eingeschränkt sondern erweitert und neu geschaffen. Sie hat geschaffen und fortgebildet, was die Arbeiterklasse jetzt als ihre sozialen Errungenschaften in hartem Abwehrkampf verteidigt. ssat so die Sozialdemokratie einst alles getan, um ihre eigene Diktatur so rasch wie möglich überflüssig zu machen, so ist damit auch ihr Handeln gegenüber jeder Diktatur eines anderen klar vorgezeichnet. Kampf für die sozia- lenRechtedesscha ff enden Volkes. Kampf für die Rückkehr zur Demokratie bleibt ihre Auf- gäbe. Niemand vermag im einzelnen zu sagen, was aus dem Wirrwarr dieser Tage hervorgehen wird. Wenn die neugewählte sozialdemokratische Reichstags- fraktion am nächsten Freitag zusammentritt, kann manches schon wieder ganz anders aussehen als heute. Die Fraktion wird aber auch am 3. Oktober nicht beschließen können, was sie am 13. Oktober und an den Tagen danach tun wird, denn bis dahin kann sich noch mancherlei ändern. Die Aufgabe selbst— Verteidigung der Demokratie und des Lebens- standards der Arbeiterklasse— ist ganz klar gestellt: mit welchen Mitteln sie zu lösen ist, das hängt nicht nur von uns sondern auch von den Gegnern und ihren weiteren Entschlüssen ab. Was immer kommen mag: Nötiger denn je braucht das arbeitende Volk Deutschlands eine st a r k e, einige, kampfbereite Sozialdemokratie. Was wäre Deutschland ohne sie!? Mit ihr wird es auch durch diese Not- und Sturmzeit hindurchkommen, und es wird wieder aufwärts gehen! Aoch einer mehr. Endgültiges Wahlergebnis ergibt 577 Reichstags- abgeordnete. Wie amtlich mitgcteill wird, hat sich infolge Zugangs an Stimmen bei der Feststellung des endgültigen Ergebnisses in den Wahl. l reifen die Zahl der gülligen Stimmen auf Z4S5L7ZZ erhöht, darunter 4530179 Stimmen für die wahlvorfchlägc der kommunistischen Partei Deutschland«. Diese Partei wird daher mit 77 Abgeordneten(nicht 76) im neuen Reichstag uer- treten fein. Für die übrigen Parteien bedeutet der Zuwachs an Stimmen keinen Mondatsgewinn. Die Gesamtzahl der Ab- geordneten beträgt nunmehr 577. Kommunisten für Auflösung des Landtags. Nach der Wirtfchaftspartei haben fetzt auch die Kommunisten einen Antrag«ingebracht, worin die sofortige Auflösung des Preußischen Landtags verlangt wird. Begründet wird der Antrag mit der„arbeiterfeindlichen Politil" der Regierung Braun, die kritit- los alle von der Reichsregierung geschaffenen Massenbelastungen übernommen habe. Die Arbeiterklasse erkenne immer mehr den klassenseindlichcn Charakter der hinter der preußischen Regierung stehenden Parteien, so daß die Regierung schon längst keine Mehrheit der Wähler mehr hinter sich Hobe. Die„Demokraten" leben immer noch. Dorstvß ihres Parteivorstandes in die Staatspartei. Der Parteivorstand der Deutschen Demokratischen Partei hat beschlossen: 1. Der Parteivorstand wünscht die beschleunigte Fortsetzung der Verhandlungen wegen K o n stit uie r u ng der Staats- Partei, damit der Parteilag der Deutschen Demokratischen Partei möglichst bald zur Beschlußfassung berufen wevden kann. 2. Der Parteivoristand empfiehlt den Mitgliedern der Deutschen Demokratischen Partei, durch rege Mitarbeit schon vor Ab- Haltung des Parteitages der Staatspartei in den Wahlkreisverbärtden und in den örtlichen Organisationen bei deren Ausbau dafür zu sorgen, daß die großen demokratischen Grundsätze zur vollen Geltung kommen. Vaugoin wariei. Minderheit wird nicht Mehrheit. Der Herr Vaugoin läßt sich trotz der AuMbderung des Bundes- Präsidenten Miklas zur Beschleunigung der Verhandlungen Zeit mit seiner Kabinetlsbikduug. Cr wartet mif Seipel, der Sonntag in Wien eintrifft, auf den Beschluß der Heimwehrleitung, d. h. des „Fürsten� Starhemberg und seiner Mitsaschistcn und auf die Cr- kiärung des Landbundes, die für Dienstag zugesagt ist. Es ist so gut wie sicher, daß die Großdeutschen wie die Larcdbündler dem Kabinett Vaugoin scrnbleibcn, dieses also nur eine Minderheit des Nationairates hinter sich haben wird. Neuwahl im November gilt allgemein als sicher. Einige Leute in Wien hätten gern eine„Staatspartei" auf- gemocht, für die Schober in die Wahlarcua steigen soll, bis jetzt ist er noch nie Mnndatsträgcr gewesen. Dem Zersplitterungsvcrfuch einer solchen„Staatzpartei" wird man um so weniger Erfolg vor- aussagen, als die schon dagewesene dritte Partei in Wien, nämlich die demokratische, selbst nach Verkleiden in eine Wirtschoftspartei längst verflossen ist. Usmet Pascha zurückgetrelen und neu betraut. Der türkische Staatsches Kemol Paiäia hat den zurückgetretenen Ministerpräsidenten Ismct Pascha mit der Neubildung der Regierung beauftragt. Das neue Kabinett Ismet Pascha wird sich in seiner Zuiammensetzung von dem alten kaum unterscheiden. Pari». 27. September.(Eigenbericht.) I Ein neuer Goldtransport der Reichsbank, der vierte feit Vcginn der Woche, ist am Sonnabend in Paris eingetroffen. Auch er betrug wieder 35 Millionen Mark, so daß sich der Gesamtbetrag der Goldobslüsie seit wcxhcnbeginn auf rund 140 Millionen Mark stellt. Die Goldtransporte nach Paris sind in der Hauptsache daraus zurückzuführen, dag au» einer begreiflichen Reflexbewegung gegen den Aussast der Rcichstagswahlen zahlreiche französische Geldgeber ihre nach Deutschland gegebenen kurzsristigen Kredite gekündigt haben. Amerikanisches Llrteil: Hitler stärkt nur Krankreichs Nationalisten. London, 27. September.(Eige.rbericht.) Die in Leipzig weilenden Berichterstatter der englischen Zci- tungcn fahren fort, ausführlich über den Berlaus des Reichs- wehrprozesses zu berichten. Mit welchem Interesse er in England verfolgt wird, beweist die Tatsache, daß die Londcner Presse sich sogar den Eindruck der Hitlerrede von Amerika kabeln läßt. Braunschweig, 27. September. Die Verhandlungen der hinter der Bürgerlichen Einheitsliste stehenden Parteien und der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei zum Zwecke der Regierungsbildung in Braunichweig haben zu einer Einigung geführt. Die Regierung soll statt bisher drei nur noch von zwei Ministern gebildet werden. Bon den Bürgerlichen wird der frühere Finanzminister Dr. Küchenthal vor« geschlagen werden. Der nationalsozialistische Minister- kandidat ist Amtsgerichtsrat Dr. Anton F r a n z e n in Kiel. Die Kombination Bürgerlicher Block und Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei würde mit Unterstützung des einen staats- parteilichen Abgeordneten«in« Mehrheit im neuen Landtag von 21 Abgeordneten gegen 19 der Sozialdemokraten und Kommunisten haben. Die Braunschweigische Landeszeitung veröfsentlicht das Pro- gromm des Bürgerlichen Blocks und der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei. Danach fordert unter anderem der bärger- liche Block Aufstellung einer genauen Bilanz des Staatsvermögcns, auf Grund deren zu prüfen ist, ob dos Land Braunschweig noch als lebensjähig angesehen werden kann, P r ü- fung der Frage, ob die Entfernung eines so- genannten Partei buchbeamten ohne Ruhegehalt erfolgen kann. Beseitigung der Nebcnbczüg« der Staats- beamtcn, Aufhebung des Ministerpensions gefetzes. Die Minister erhalten nur Ucbergangsbezüge. Eine ganze Reihe Sparmaßnahmen im gesamten Staatshaushalt, unter anderem polnische Strafkorps. Sozialisten protestieren mutig. Warschau, 27. September.(Eigenbericht.) Auf die sich häufenden Sabotageakte in Cftgalizic.r, die fast den Charakter eines ukrainisch-nationalen Klein- kriegcs angenommen haben, antwortet die polnisch« Regierung mit Strafcxpeditionen, zu denen neben Polizei mit Gewehren und sonstigen Kriegswaffen sogar Kaval» lerie verwendet wird. Gegen diese Methode protestiert die Polnische Sozialistische Partei nachdrücklich. Ihr Hauptorgan, der Warschauer„Robotnik", schreibt darüber, die polnische Demokratie werde niemals die Meilzoden billigen können, die heute im Kampf gegen die ukrainisch« Sabotageakttvn angewendet würden. Dieser Kampf wäre berechtigt, wenn er im Einklang mit dem geltenden Recht und nach dem Grundsatz individueller Verantwortung der Täter geführt wäre. Das gegenwärtige ZZerfahren der Regierung bedeute ober ein Unglück ebensosehr für das polnische wie für das ukrainische Volt,«in Un« glück, dessen Folgen noch Jahrzehnt« hindurch auf Polen lasten würden.— In einer ostgali zischen Landgemeinde ist die Be- välkerung auf die Nachricht vom Herannahen der polnischen Polizei» obtestungen unter Mitnahme des Viehes in die umliegenden Wälder geflüchtet. Todesurteile gegen Kommunisten. Warschau. 27. September.(Ost-Expreß.) In Bjal« Podlaska(Wojewodschaft Lublin) wurden drei Korn- ministen zum Tode oerurteilt: sie hatten einen Mann erstochen, der mehrere Parteimitglieder der Polizei verraten haben soll. Oer tschechische Parteitag. Solidarität mit den deutschen Genossen. Prag, 27. September.(Eigenbericht.) Heut« wurde im städtischen Repräsentationshaus der 16. Kongreß der tschechoslowakischen Sozialdemokratie eröffnet. Anwesend sind 658 Delegierte und zahlreiche Vertreter ausländischer sozialistischer Parteien, darunter eine starke Delegation der englischen Labour Parti). Die Internationale oertrüt de.Brouckere(Brüssel). Den Kongreß eröffnete 8cr.Parteiobmann H a m p l, woraus die sozial- demokratischen Frauen, die gleichzeitig eine Ausstellung weiblicher Partei- und Wohlfahrtsarbeit veranstalteten, der Parteiexekutw««in« rote Fahne als Geschenk übergaben. Nach den Begrüßungsreden der Gäste folgten nachmittags die Berichte des Parteisekretärs und der Krntrollkomnnssian. Ernährungsminister B e ch y n j e hielt eine große politische Rede. Er bcsiirwortcte das Verbleiben in der Koalitionsregierung, um in der oerschärften Wirtschaft- lichen und anßenpolilischen Situation für die Arbeiterklasse und die Demokratie erfolgreich wirken zu können. Er betonte, daß die Zu- Die„M orning Po st" sagt in ihrem Bericht, die öffentliche Meinung in Amerika ftrtd« jetzt wenig Unterschied zwischen dem heutigen Deutschland und jenem, dos 1914 die belgische Neu- tralttät für einen Fetzen Papier erklärt Hab«. Zur Bekräftigung dieser Ansicht zittert das Blatt die„N e w Jork S u n", die u. o. lagt: Jenes Deutschland habe den Glauben der Welt, das sich von den seichten Phrasen eures Hitler nicht den Kopf verwirren lasse, wenn aber Hitler die Kraft besitz«, auf große Teile des deutschen Volkes einen tiefen Eindruck zu machen, so iönne die Welt nicht die Ereignisse der Jahr« 1914 bis 1918 so leicht vergessen. Hitler stärke lediglich die sronzösischen Rationalisten und nähre deren Ansicht über Deutschland, dos nur durch die Gewalt zur Einhaltung seiner internationalen verpslichtungen gezwungen werden könne. Die„T i in e s" beklagt in ihrem Leitartikel den Abbruch der franzö fisch- italienischen Flottenverhaird- l u n g en. Daß es geschehen konnte, schreibt die„Times" u. o. dein deutschen Wahlergebnis und dem Sieg Hitlers zu. E u r c p o ernte in der Hitlerbewegung«inen Teil dessen, was es> e l b st gesät habe. Niemals hätte die ultianationalistischc Bewegung in Deutsch- lond einen solchen Unvfang annehmen können, wenn die Unter- Zeichner des Friedensrertrages ihre?l b r ü st u n g s o e r f p r e ch e n erfüllt hätten. Vereinfachung des Stqatsministeriums, sind weiter« Programm- punkte. Von den nationalsozialistischen Forderungen ist her- vorzuheben: Herabsetzung des Ministergrundgehalts von 18 900 auf 12 000 Mark, Säuberung der Landesocrwaltung von Beamten und Angestellten, die ohne besondere Borbildung und Eignung nur aus Grund ihres Parteibuches in den Staatsdienst gekommen sind, Der- einfachung und Verbilligung der Staats- und Schulverwaltung(Auf- Hebung des Forschungsinstituts für International« Erziehungswissen- schaff): die politische Einstellung und wirtschaftliche Führung gc- währieistet die weitere Selbständigkeit des Landes Braunschweig. Di« Wahl der Regierung im Landtage dürste kommenden Mitt- woch erfolgen. Staatsanleihe fällt ins Bodenlose. Braunschweig. 27. September.(Eigenbericht.) Die Kurs« der braunschweigischen Staats- anleih e sind in den letzten Tagen erheblich gefallen. Wäh- rend die Anleihen anderer deutscher Staaten um durchschnittlich fünf Prozent sanken, stürzten die Kurse der braunschweigischen Staatsanleihe um siebe n Prozenk. Sie wären noch erheblicher gestürzt, wenn die braunschweigifchc Staatsbank nicht in großem Umfange Stützungskäufe vorgenommen hätte. Die Ursache dieser Kurssturz« ist in der kommenden Regierungsbildung mit den Nazis zu suchen. sammenarbeit mit der sudetendeutschen Sozialdemokratie sich bestens bewährt hat und sprach unter ollgemeinem Beifall den Dank für diese Solidarität aus. Auch sicherte er der deutschen Sozial- demokrotie die Unterstützung der ganzen Partei bei der Lösung der nationalen Fragen zu. Senatspräsidcnt Dr. S o u k u p berichtet« über die Tätigkeit der Internationale. Der Kongreß wird bis Montagabend dauern. Spanische Friedhöfe regierungstreu. Riesenwahlschwindel in Barcelona aufgedeckt. Paris, 26. September.(Eigenbericht.) Wie der„Populaire" aus Barcelona berichtet, hoben die vereinigten Linksparteien«inen geharnischten Protest an die Regierung gerichtet. Durch einen Zusall sei man dort einem riesenhaften Wahl schwindet auf die Spur gekommen. Bei der Ausstellung der Wählerlisten für die kommenden Porta- mentswahlen feien nicht weniger als 4000 fiktive Wähler in die Liste eingetrogen worden. Dabei war den Fälichern der Mißgriff unterlaufen, daß sie auch einig« stadtbekannte Persönlich- leiten, die längst g e st o r b« n waren, in die Liste aufgenommen hatten. Calonder bleibt. Genf, 27. September.(Eigenbericht.) In der Sonnabendsitzung des Völkerbund- rate» wurde zunächst mitgeteilt, daß der Präsident des ober- schlesischen Schiedsgerichts, Ealo n de r,(ein Rücktritts- g« j u ch zurückgenommen habe. Die Beratungen über die Abrüstungsfrage wurden am Sonnabend in der dritten Kommission durch Annahme der Bericht« und Entschkie Hungen ohne Aussprache abgeschlossen. Die Vollver- sammlung wird der vorbereitenden Abrüstungskommission nunmehr als Termin für ihre Arbeiten das Jahr 1930 setzen und dem Rot empfehlen, die allgemeine Abrüstungskonferenz sobald als möglich im Jahre 1931 abzuhalten. Oas arbeitende Palästina. Eröffnung d,S Weltkongresses. Im dichtgesüllten Saal des ehemaligen Herrenhauses sprachen -m gestrigen Abend unter dem Vorsitz von Ben Gurion- Palästina bekannte Sozialisten mehrerer Länder über den beute begmnenden Weltkongreß für das arbeitende Palästina. K a- p l a n s k i, der Vertreter der Partei„Poole Zion" in unserer Internationale begrüßte die Gaste. Unter den sehr gefeierten Rednern des Abends waren Eduard Bernstein und Jean L o n g u et- Paris, sowie zwei deutsche Gewerkschaftsführer: Alexander K n o l l, der für den ADGB. der Tagung und dem Aufbauwerk des jüdischen Proletariats Erfolg wünschte und I c- Hann S a s s« n b a ch. der als Sekretär des IGB. die Trene der jüdischen Arbeitermassen Air Amsterdamer Internationale feierte, Hitler regiert in Braunschweig. Gegen die„parteibuchbeamien". Reichswehr und„naiionaler"Geist. Wie sich die Leipziger Augettagten die Gewinnung des Offizierkorps dachten. Lieber kommunistische Zersetzung wurde in derLnstruktiousstunde gelehrt. Im weiteren Verlauf des �ochoerratsprozesies in Leipzig fragte der Vorfitzend« den Zeugen Leutnant Lohr: Ludien— Si« geben auch dos in der Voruntersuchung in bestimmter Form an— davon gesprochen, daß die Reichswehr nicht auf Nationalsozialisten schießen dürfe? Zeuge: Ich habe Ludien gefragt, warum er an solch« Dinge überhaupt denk«, und er antwortet« mir. daß«in vernünftiger Mensch doch einmal alle dies« Dinge bis zum letzten Ende durch- d« n k« n müsse. Vor f.: In der Voruntersuchung hoben Sie weiter gesogt. Ludien hob« Ihnen mitgeteilt, es müsse eine neue Ordnung in Deutschland geschossen, di« Friedensverträg« aufgehoben und di« jetzige Regierung, die nicht national gemig sei, durch eine ander« ersetzt werden. Er sei auch dafür, daß dies auf verfassungsmäßigem Wege ge- fchehe, eventuell ober müsse man die Regierung durch gewalt- samen Sturz ersetzen. Zeuge: Im großen und ganzen ist dieser Fragenkomplex besprochen worden, ich fragte Ludien auch, wie er sich das olles denke, ober dabei stellte es sich heraus, daß er durchaus im unklaren war, wie man so etwas überhaupt durchführen könne. Vors.: Inder Voruntersuchung, Herr Zeuge, hoben Sie über alle dies« Dinge klare und präzis« Angaben gemacht. Ich muß feststellen, daß Sie heute bemüht sind, Ihre Aussage wesentlich zu mildern. Zeuge: So kraß, wie die Dinge im Protokoll stehen, habe ich sie auch nicht gemeint. Als ich vernommen wurde, glaubte ich ja auch, daß die ganze Geschichte ruhen werde. Vors.: Das hat doch aber mit Ihrer Aussage nichts zu tun. Ist es richtig, daß Ludien Ihnen erzählt hat, daß die Regierung gewaltsam beseitigt werden müsse, wenn nicht bald bessere Zeilen kämen? Zeuge: Es kann sein, daß er etwas Aehnliches gesagt hat, aber so genau entsinn« ich mich heute nicht mehr. Vors.: Ich muß Sie nochmals darauf verweisen, daß gerade Sie, Herr Zeuge, Ihre Aussoge zweimal präzisiert haben, das erstemal bei Ihrer Vernehmung im Reichswehrministerium durch einen Ossizier, das zweitemal bei Ihrer Vernehmung durch den Untersuchungsrichter Landgcrichtsdirektor Braune. Der Vorsitzend« ließ sich dann von dem Zeugen die weitere Unterhaltung mit Ludien schildern, die im Weinhous Rheingold staltsand, wohin auch Fürsen gekommen mar. Ludien hatte sich, wie der Zeuge schilderte, inzwischen stark beruhigt, so daß er mit ruhiger Stimme imnitten der Gäste nun auch Fürsen seine Pläne auseinandergesetzt habe. Lüdien habe dohei auch airge- deutet, daß hinter seinem Ziel sehr ordentliche Leute und tiupitol stände. Vors.: Sie gebrauchen heute das Wort Ziel, früher, in' der Voruntersuchung haben Sie gesagt, daß Ludien von einer Orga- msation gesprochen habe. Zeug«: Dos Wort Organisation ist nicht von Ludien, sondern erst von m i r gebraucht worden.* Beisitzer Reichsgerichtsrot Dr. Glimmer: Sie haben zu Anfang Ihrer Vernehmung gesagt, baß Sie über Ludlens Auf. geregkheit und über seine Rede geradezu erschrocken gewesen seien, warum waren Sie erschrocken? R.-A. Dr. Sack: Herr Borsitzender, ich bitte, doch den Zeugen darüber zu befragen, ob seine Erschrockenheit nicht davon herrührte, daß er für den Zustand Ludienz vlelleicht nach der gesund- h« i t l i ch c n Seit« hin fürchtete. Reichsgerichtsrot Dr. Glimmer(scharf): Herr Rechtsanwalt, Sie haben damit eine Suggestivfrage gestellt, auch wenn Sie sich an den Vorsitzenden wandten. Wenn Sie dem Zeugen hier alle Arten schildern, wie«in Mensch erschrecken kann, so hat der Zeuge natürlich di« Möglichkeit, sich das auszusuchen, was ihm am besten paßt. R.-A. Dr. Sackserregt): Ich verwahre mich auf das Allerschörfst« dagegen, daß der Herr Berichterstatter mir unterschiebt, ich stelle Suggestivfragen, es ist mir noch nicht vorgekommen, daß ein Richter, der nicht die Verhandlung leitet, gegen mein« Fragen in dieser Weise Einspruch erhebt. Vors.: Meine Herren, ich bitte um«in« sachlich« Austragung dieses Konflikts. Reichsgerichtsrat Dr. Glimmer(«bensalls erregt): Ich nehme nicht ein Wort von dem zurück, Herr Rechtsanwalt, was ich gesagt habe. Die Art Ihrer Befragung werde ich niemals anders denn als fuggestio bezeichnen können. R.-A. Dr. Sack: Ich muß mir diesen Angriff nochmals auf da» Allerschärfst« verbitten. Roch einer kurzen Pause erhob sich R..A. Dr. Sack und gab folgend« Erklärung ob: Mir ist soeben mitgeteilt, daß dos Berliner „lZ-Uhr-Mitiagsblatt" ein« Meldung bringt, daß gegen Landgerichts- direktor Braune wegen seiner Aussagen in diesem Prozeß ein« An» zeig« wegen Meineides erstattet worden ist. Aus Loyolitätsgründen gegen Herrn Dr. Broun««rNär« ich, daß der Verteidigung von einer solchen Anzeige»«cht» bekannt ist und daß wir«ine solch« Anzeig« weder erstattet hoben noch zu erstatten gedenken. R.-A. Dr. F ra n k: Mit Rücksicht aus dos hohe Richteramt des Herrn Dr. Braune möchte auch ich folgendes erklären: Ein Zeuge ist gestern zu mir gekommen und hat mich gebeten, ein« Meineids- anzeige gegen Herrn Dr. Braune zu erstatten. Ich habe diesem Zeugen erklärt, daß ich dos nicht tun könne, ohn« mindestens mit der gesamten Verteidigung mich in? Benehmen zu setzen, und daß man zu einer solchen Maßnahm« Material soinmeln müsse ujw. Ich erklär« ebenfalls, daß von der B-rteidigung ein« derartige Anzeige gegen Herrn Dr. Braun« nicht b«ak»fichtigt ist. R..Zl. Dr. Kämet«: Auch ich gebe die Ertlärong ab. daß von mir«in« Anzeige gegen den Untersuchungsrichter weder er- stattet noch beabsichtigt ist. R.-A. Kameke(zu Leutnant Lohr): Herr Zeuge. Sie hoben in der Voruntersuchung gesagt. Ludien hast« auch den Ausspruch getan, daß die jetzig« Regierung ersetzt»»den müffc durch eine nationale Regieruitg. Unter Ersetzen kann man verschiedenes ver- stehen. Wie haben Sie denn das aufgefaßt? Zeug«: Daß auf legale Weise ein« neue Regierung gebildet werden solle. Bors.: Haben Sie auch von dem unseligen Geist de, Reichs nnchrminifierinms gesprochen. Zeug«: Imvohl, auch darüber. R.-A. Kameke: Herr Zeuge, können St« denn heute noch auseinanderholten, was Lndien Ihnen von seinen Plänen gefagt hat und Ivos Sie gesagt haben? Zeuge: Heut« nicht mehr. R.-A- Kameke: Hat Ludien denn überhaupt von seinem Plan zum Sturz der Regierung gesprochen? R.-A. Sack: Ich bedaure sehr, ich muß mich hier gegen meinen Mitverteidiger wenden. Zunächst mochte ich doch mal feststellen, daß von einem festen Plan Ludiens überhaupt gar keine Rede sein kann. Zeuge: In der Tat habe ich bei Ludien auf Grund seiner verworrenen Erzählungen von einem Plan nichts merken können.— Der Zeuge Lohr schilderte dann weiter, daß er acht Tage nach dieser Unterredung in Berlin durch, einen eingeschriebenen Brief dem Angeklagten Ludien mit- geteilt habe, daß dieser auf ihn, den Zeugen, nicht mehr rechnen könne. Er betrachte die Dinge im wesentlichen doch ruhiger, als Ludien, und fei auch der Ansicht, daß irgendeine gespannt« Situation im Augenblick gar nicht bestehe. R.-A. Frank: Haben Sie denn in dem ganzen Vorgehen Ihres Kameraden Ludien überhaupt etwas Unrechtmäßiges gesehen? Zeug« Lohr: Rein, das ganz« Unter- nehmen Ludiens erschien mir durchaus nicht unrecht. Wir wollten doch bloß den naklonalea Geist in der Reichswehr stärken. Reichsanwalt: Und dann schreiben Sie den Brief, daß Sie nicht mehr mitmachen können. Sie waren also bei Wsassung des Briefes nicht mehr entschlossen, den nationalen Geist in der Armee zu stärken. Zeuge: Nein, so ist das nicht. Die Sache war an sich gut, aber ich fürchtete, daß Ludien bei seinem Temperament Dummheiten machen würde und aus denen wollt« ich mich heraus- halten. Dr. Sack: Sie wollten doch den nationalen Geist in der Reichswehr stärken. Wie haben Sie sich das so vorgestellt? Zeuge: Ich hatte in letzter Zeit bei abscheidenden Soldaten das Gefühl, daß sie kein Sauerteig im Boll werden, und daß sie für den nationalen Gedanken nicht genügend tun vnirden. Ich war der Ansicht, daß man die Leuie während ihrer Dienstzeit so erziehen müßte, daß sie auch später ihre Ansichten auf ihre Familien und Freunde über- tragen würden. Eine Stärkung des nationalen Geistes im Heer war notwendig, wegen der minier mehr steigenden Angriff« von mißen. Ludien hatte ja auch die Ansicht, diese Ideen nach oben mitzuteilen, und zunächst einmal die Truppenstäbe zu benachrichtigen, daß unserer Meinung nach der nationale Geist unbedingt belebt werden müsse. Bors.: In welcher Form wollte denn Ludien die höheren Stäbe benachrichtigen? Zeuge: Das sagt« er nicht, aber dos hätte ja auch auf schriftlichem Weg« geschehen können. R.-A. Frank: Sie hatten Angst, daß Ludien Dummheiten machen könnte, nach welcher Richtung denn etwa? Zeuge:.Ich fürchtet«, daß Ludien ins parteipolitische Fahrwasser geroten könnte,, in dem er sich meiner Ansicht nach, als er noch Berlin kam, noch nicht befand. R.,A. Z r a n.k:. Hat!.eo Sie den Eindruck, haß Sie von Ludien für— ich will mal mitten in die Ding« bineingehen— Z« r- fetzungsorbeiten geworben werden sollten?— Zeug«: Keineswegs.— R.-A. Frank: Wissen Sie denn überhaupt, was Zerjetzungsarbeit oder wo» nationalsozialistisch« Keim- zellen sind?— Zeuge: Nein, dos habe ich erst in diesem Pro- zeß erfahren.— Sachverständiger Theissen: Ich nehme an, daß der Zeuge diese Frage nicht richtig verstanden hat. Im dienstlichen Interesse des Leutnants Lohr bitte ich, ihn nochmals zu fragen, ob er den Begriff Zersetzungsarbeit durch Außenstehende nicht kennt, Er selbst muß dos wissen, da er ja i« der Znstruktionsstunde selbst darüber zu lehren und sei« Leute zu instruieren hat. Zeug«: Bon Zersetzungsarbeit an sich hatte ich natürlich gehört, doch brachte ich diesen Begriff immer mit den Kommunisten in Zusammenhang.— R.-A. Dr. Sack: Ich kann Sie nicht verstehen. Herr Zeuge, erst haben Sie die Frage meines Miiverteidigers, ob Sie den Begriff Zersetzung kennen, mit Nein beantwortet, während Sie jetzt, nach dem sehr richtigen Norhalt des Herrn Sachderstän- digen, auf einmal erklären, daß Ihnen dieser Begriff natürlich geläufig sei. Ueberlegen Sie sich doch gefälligst Ihre Antworten etwas besser und bedenken Sie, welche Folgen diese Aussage für Sie eventuell hätte haben können, wenn der Herr Sachverständige nicht rechtzeitig eingegriffen hätte.— Zeuge: Ich muß das Nein zurücknehmen.— Rcichsanwalt: Und wie ist e» damit, daß Sie den Begriff der Zersetzung erst hier im Prozeß kennengelernt haben? — Zeuge: Ich habe das so verstanden, daß von Nation also- zia l ist! scher Zersetzung die Rede war.— R.-A. Dr. Sack: Herr Zeuge, ist Ihnen überhaupt der Unterschied zwischen politi- sieren und politisch tätig sein, klar?— Zeuge: Jawohl, politisieren darf der Offizier, um sich zu unterrichten, politisch tätig sein ist verboten. — Vors.: Ich komme nun zur Beeidigung des Zeugen. Sind Bedenken vorhanden?— R.-A. Dr. Sack: Nicht als ob ich Bedenken gegen eine Vereidigung des Zeugen habe, aber ich möchte doch um gewisse Vorsichtsmaßnahmen bitten.— Das Gericht vereidigt« daraufhin Leutnant Löhr. Nachdem der Zeuge Leutnant Lohr sich noch ausführlich dar. über verbreitet hatte, daß auch Leutnant F ü r s e n, der bei der Unterredung im.Rheingold" zugegen gewesen war, sich seiner Ansicht angeschlossen hätte, nämlich daß Ludien nicht mit einem festgelegten Plan gekommen sei und daß man seine Ausführungen nicht völlig habe verstehen können, wurde dann die Sitzung auf Montag früh vertagt. ch- Durch die unerwartete Hinauszögerung der Beweisaufnahme dürsten für das Reichsgericht auch räumliche Schwierigkeiten ent- stehen. Am kommenden Montag wird die Beweisausnahme fort- gesetzt werden, und es ist fraglich, ob an diesem Tage schon alle Zeugen vernommen werden, da auch eventuell mit Beweisanträgen der Verteidigung gerechnet werden muß. Am Dienstag wird der große Saal jedoch unter Vorsitz von Senatspräsident Lorenz sür eine Verhandlung gegen Kommu nisten benötigt, so daß nun die Frage entsteht, wo der Prozeß gegen die Reichswehrosfiziere fortgeführt werden kann. Augenblicklich schweben Verhandlungen, daß der Prozeß gegen die Kommunisten in einem anderen kleineren Saal durchgesührt wird, so daß der Reichswehroffizierpprozeß im großen Sitzungssaal zu Ende gebracht werden kann. Wie verlautet, will der Reichsanwalt ebenso wie die Verteidigung nach Schluß der Beweisaufnahme die Einschaltung eines freien Tages zur Vorberci- tung der Plädoyers beantragen. Es ist also keineswegs damit zu rechnen, daß dos Urteil in diesem Prozeß vor Donnerstag verkündet werden kann.„ Drei Mann opfern je 5000 Mark. Bürgermeister-Ailftvondsentschädigvng geht an Erwerbslose Hamburg, 27. September. Di« beiden Bürgermeister(Roß und �Petersen) sind übereinein- gekommen, außer den lt» Prozent ihres Gehalts, die sie, wie die. übrigen Senatoren, der Wohlfahrtsbehörde für Erwerbslofenfpeisung überweisen, s e d e r 5000 Mark ihrer Auswandsentschädigung für den gleichen Zweck zur Verfügung zu stellen. Auch der Präsident der Bürgerschaft(Leuteritz) hat 5000 Mark von seiner Zsuswandsentschödigung der Wohlfahrtsbehörde für die Erwerbslosenspeisung überwiesen. Was ist eine proletarische Abreibung"? Wem» wir jemanden eine proletarische Abreibung geben, dann schlagen wir ihn so, daß er in« Krankeichau« eingeliefert werden muß. Max F. im Ali-SShler-Prozeß. Man stelle sich versteckt auf und erwarte ewra Menschen. Zfi pp. Mensch in greifbare Itähe gerückt, begrüßt man ihn mit„Rotfrontr Reagiert pp. Mensch darauf sauer, beginnt die..proletarische Abreibung", d. h. man legt pp. Mensch nieder und behandelt ihn mit allen zur ver- fügung stehenden revolutionären Rahkampfmitteln. bi» vollkommen« Oazarettreif« eintritt. Roch dieser Tal. die selbstverständlich nur im Verhält- ni»..Alle gegen einen" ausgeübt werden darf. geht. mau in die nächste Stammbudike und feiert sich al» dle ausenvählten Sulturpackträger der kvmmvnisti- scheu Morgenröte. Der Prozeß Cm«l Leutnant, den oerhaftet man nicht. Man stellt ihn auch nicht vor Gericht wie anderes Gelichter, Herr Untersuchungsrichter. Seh'n Sie sich diese Jungens an! Die fahren mit der Eisenbahn, nur um sich zu besprechen, das ist doch kein Verbrechen. Herr Hitler kommt. Herr Hitler schwört. Wer ist erstaunt, wer ist empört, wenn er den Eid mal wieder bricht beim Wcltonschauungsunterricht? Sowas hat Leipzig nie gesehen. Die Fahne sinkt, die Männer stehen. Zur Szene wird das Tribunal und zum Skandal. Einen Leutnant, den oerhastet man nicht. Bald steh'« Sie selber vor Gericht wie anderes Gelichter, Herr Untersuchungsrichter. »oll?. Meisterwerke aus preußische« Schlössern Ausstellung in der Akademie. Als Austakt zur Eröffnung des„Deutschen Museums" stellt die Verwaltung der staatlichen Schlösser und Gärten mit der Akademie zusammen in deren Räumen am Pariser Platz„Meisterwerke aus den deutschen Schlössern" aus. Man darf ihr für diese Konzentration weit verstreuter und oft nicht leicht zugänglicher Schätze dankbar sein: es ist ein abgekürzter aber stolzer Rechenschaftsbericht über die ge, waltigen Kunstwerte, die der Staat aus der(nicht immer erfreulich gewesenen) Auseinandersetzung mit dem ehemaligen Herrscherhaus für die Allgemeinheit gerettet hat. Jeder, der einmal Führungen durch Schlösser mitgemacht hat, wird seine Ohnmacht empfunden haben, die Kostbarkeiten dort nach Gebühr zu betrachten. Man wirb allzurasch mit der Schar der Besucher vorwärts getrieben. Hier, in den für solche Gelegenheit ganz ausgezeichneten Akodemiesälcn, bieten sie sich in einem ganz anderen Sinne als Kunstwerke dar, isoliert, mit Muße zu betrachten, erklärt durch einen ausgezeichneten Katalog(den man den Herren Dr. Hildcbrandt und Dr. Huth jper- dankt, nebst einer vorzüglichen Einleitung über die Schlösser von Fräulein Dr. E. Kühn). Die Berliner und Potsdamer Schlösser haben verhältnismäßig wenig«, aber auserlesene Werke beigesteuert. Der Nachdruck ist aus die Schlösser im Reich gelegt worden, die meist selbständige Fürsten- sitz« waren und dann bei Einverleibung an die Krone Preußen fielen: so Kassel mit Wilhelmshöh« und Wilhelmsthal, Homburg und Brühl. Die Ausbeute aus Kassel füllt allein drei der größten Säle. Auch sonst geschah die Verteilung mit großem Geschick nach kulwr- historischen Gesichtspunkten: der Hauptsaal gehört dem stideriziam- schen Rokoko, die Jahrhunderte vorher find zusammengehalten, der Berliner Klassizismus präsentiert sich als geschlossene Einheit. Gemälde, Skulpturen, Möbel, Gobelins, Kleinkunst sind überall gleichmäßig und sinnvoll verteilt. Der Eindruck konkurriert selbstvcr- ständlich nicht mit dem von Schloßzimmern, das geistig Zusammen- gehörige aber ist zusammen belassen, und man gewinnt eine so nach- drückliche Anschauung von der Art, wie sich das Lebensgefühl früherer Zeiten in der herrschenden Klasse ausdrückte, daß die Empfindung des Schön-Bollkommcncn über alle kulturkritischen Bedenken siegt. Laul F. Schmidt. Abend des Arbeiter-Chorgesanges. Der Berliner Lendvai-Ehor, Mitglied des DAS.. gab sein erstes Konzert in der Saison. Das Programm war ganz dem Schaffen Erwin Lendvais gewidmet, nach dem der Chor sich nennt und dem die Arbeiterchorlitcrotur«ine Fülle wirksamer Ehorstllckc verdankt. Zum großen Teil bestand die Bortragssolge au- Erstaufführungen. Der große Saal der Philharmonie war überfüllt und bereitete dem anwesenden Komponisten herzliche Ovationen. Ein großer Erfolg für den ausgezeichneten Männerchor und feinen jungen Führer, dem Chormeister Georg Oskar Schumann. K. P. (Gewerkschaftliches stehe 4. Beilage.) Verantwortlich wr Politil: Viktor Schill! Wirtschaft: S. ttlingelliosrr: Drwcrtschastsbeweguna: Fr. Sfclora: Feuilleton: Ä. 8. DSscher: Lokale» und Eonitiaes: Fri» Sarftädt: Anaeiaen: Tb. Glocke: sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwärts-Verlag<5. m. b. H.. Berlin Druck: Porwärtz-Buchdruckerel und Bcrlagsanstalt Paul Singer u. Co.. Berlin EW. 68, Lindenstraß» 1 Kicrzn 5 Beilagen. E X T K il- I* K B I 8 B: OfiO Fil©t-Töllgcirnltur TT " Oaw.b», BoderM ZeMuHng# Mullgomitur raldM Yolamfer« 825 IftSO Voll-Voile-Garnitur ■ odern« Fora alt Yoloo« 132 Halbstore alt kandgoarbsltetaa Filatfrle»»ad Spitz Ganzfilet-Store jr__ hoadgestopft« zum Tett alt Kenstselde« aodefarblg Voll-Volle-Store gemüstorto Querblcndon, Hand- hohfsdum« und kunstserd. 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Jugend auf eine Formel bringen will, so konnte man sagen: Wille zur Freiheil. Elternhaus, Schale und Lehre sind zu allen Zeiten als Zwang empfunden worden, den man, je eher desto besser, abzuschütteln bemüht ist. Und wenn sich heute auch Eltern und Lehrer bemühen, dem jungen Menschen Freund und Kamerad zu sein und ihm eine Lehre zu verschallen, die seinen natürlichen Anlagen und Wünschen entspricht, so daß er Freude an der Arbeit hat; die Sehnsucht nach Freiheit ist geblieben. Aas ihr erwuchs das Fußwandern, das Gehen über die Erde, über die Berge und durch die T äler der Heimat und der Fremde, das Aufnehmen neuer, ungewohnter Eindrücke. Im freien Wandern fanden Hunderttausende von jungen Menschen, die, aus kleinen Verhältnissen stammend, in der Enge der Hinterhäuser seelisch verkümmert wären, das große Erlebnis ihrer Jugend. Und da diese Jugend ohne Alkohol und Nikotin lebt, konnte sie Gasthäuser und Hotels nicht brauchen. So entstand in Deutschland der Gedanke, daß die werdende Jugend eine eigene, ihrer Art and ihrem Lebensstil entsprechende Unter- banlfsstäfte haben muß, die Jugendherberge. Der Lehrer Richard Schirrmann in Altena in Westfalen sah in der Förderung des Gedankens und des Werkes seine Lebensaufgabe. Männer und Frauen aller politischen Richtungen vereinte das Werk. Eine ganze Woche, deren letzter Tag heute gekommen ist, diente der Werbung für Errichtung deutscher Jagendherbergen. Freiheit! Das Wort läßt das Herz jedes Jugendlichen höher schlagen. Sechs schwere Arbeitstage hat die Woche und nur einen Ruhetag. �Aber den soll und muß man ausnutzen und er soll der Tag de? Freiheit sein, an den man singt: Wenn war schreiten Seit' an Seite. Ganz früh, damit der Tag recht lang ist, hat der Führer das Treffen angesetzt. Sehr pünktlich kommt der erste Teilnehmer an- gestiefelt, schaut sich um, macht ein langes Gesicht: Noch niemand da! Aber nun hört er die bekannte Stimme eines Freundes, der ihm zuruft. Schon sind es ihrer zwei. Bald drei und vier und mehr. So treffen sich Hunderte von Gruppen an allen Ecken und Enden der Riesenstadt. Nun geht es mit der Bahn hinaus und dann endlich ist man in der Freiheit. Landstraße, Wald, See, Wiese, Berg, das alles und noch mehr nimmt der junge Mensch für sich In Anspruch.. Aber der Tag der Freiheit. geht schnell vorüber und alles ist wieder sllr eine ganze Woche vorbei. Frühes Wochende. Bald kam man auf den Gedanken, schon am Sonnabend- Nachmittag loszugehen. Viele Fabriken pnd Kontore icnd alle Büros der staatlichen und Gemeindeverwaltungen schließen am frühen Sonnabendnachmittag. Die große Frage war nur: Wo sollte man die Nacht zubringen? Beim Bauern im Heu? Die Bauern bekamen Angst vor Feuer und außerdem fressen die Kühe schließlich das um und um getrampelte Heu nicht mehr. Gasthäuser und Hotels? Viel zu teuer! Und außerdem der Trinkzwang! So entstand die Jugendherberge, die gewisse Vorläufer in den Landheimen und den„N e st e r n" der Wandervögel und in den rheinischen Lehrlingsherbergcn hatte. Der Reichs- verband für deutsche Jugendherbergen umfaßt heuie in 26 Gauen rund 106 006 Mitglieder und verfügt über 2266 Jugendherbergen, die im letzten Jahr über 4 Millionen Uebernachtungen aufweisen. Der preußische Minister für Wissenschaft. Kunst und Volksbildung, Grimme, fördert das Jugendherbergswerk besonders. Die Parteigenossen Severing, Soll- mann, Schreck-Bielefeld, Graßmann, Helmuth Lehmann und Klara Bohm-Schuch sind seine guten Freunde. Unter dem Druck der politischen und wirtschafllichen Verhältnisse hat auch das Jugendherbergswerk zu leiden. Um ihm neue För- derung geistiger und materieller Art zuteil werden zu lassen, haben die Jugend und ihre Freunde ein« ganze Woche lang geworben. In 'vier großen Veranstaltungen wird in Berlin heut« noch einmal alles zusammengefaßt werden, was die Jugend den Aelleren zu bieten l hat: Musik, Gesang, Tanz und Spiel. Möge es der Jugend und' ihren Förderern vergönnt sein, ihr schönes Werk aus der Not der Zeit in ein« bester« Zukunft hinüberzutragen. Wer wandern will, muß Zeit haben: Urlaub und frühes Wochenende. Und da um beide noch hart und erbittert ge- kämpft werden muh, so reiht sich auch das Iugendherbergswerk ganz von selbst in den großen sozialen Befreiungskampf ein. Eine Fahrt zu märkischen.Herbergen. Es war ein guter Gedanke des Geschäftsführers des Gaues Brandenburg des Reichsverbandes für deutskse Jugendherbergen, Stadtrats Genossen Schneider- Neukölln, der Berliner Presse eine Reihe der schönsten märkischen Jugendherber- g e n zu zeigen. Im Fluge ging es durch die nördlichen Berliner Vororte, hinaus nach U e tz d o r f bei Lanke, westlich von Bernau. In einem ehemaligen Chausseehaus wurde 1926 hier, mitten in prächtigem Laubwald, die erste Jugendherberge der Stadt Berlin errichtet. Ein ganz moderner Bau ist die 1926 in Altenhos, unmittelbar cnn Werbe llinsee errichtete� nach dem märkischen Dichter Bntnold genannte Herberge. In Ch or in würde ein ehemaliges'Gewächshaus zweckmäßig und sehr gemütkich ausgebaut. Die schönste Lage, hoch über dem idyllischen Gamensee, hat unstreitig die Jugendherberge T i e f e n s e e. Ein prächtiger Neubau, 1929 zweckmäßig und hygienisch errichtet, ist die Jugend- Herberge Buckow, am Rande der märkischen Schweiz zwischen zwei Seen gelegen. Alle diese Herbergen haben eigene Waschräume, fließendes Wasser und elektrisches Licht. Altenhof, Chorin und Buckow sind auch zur Aufnahme von Altwandcrern eingerichtet. Unterwegs nahm der geschäftsführende Vorsitzende des Gaues Stadtrat Genosse Schneider- Neukölln Anlaß, den Pressever- tretern einen kurzen Abriß von der Arbeit des Gaues zu geben. Im schweren Jahr 1918 gegründet, hatte der Verband bereits im ersten Jahr 8 Jugendherbergen, 1926 waren es 44, 1924 166 und 1929 141 märkische Jugendherbergen. Während es sich in den Jnflationsjahren mehr um Bchelfs-Jugendherbergen handelte, ging man im Jahre 1924 nach der Stabilisierung der Währung sofort dazu über, durch Neubauten und Umbauten söge- nannte Eigenheime zu schaffen und die anderen Herbergs- träger, die Gemeinden, Städte und Kreise zur Schaf- sung solcher Herbergen anzuregen. Die finanziellen Träger des märkischen Herbcrgswerkes sind die Stadt Berlin, die Bvanden burgisch« Provinzialoe rwaltung, K r e i s«, S t ä d t e und G e m e i n d e n. Die private Organisation-- form, die der Verein zur Zeit darstellt, hat sich durchaus bewährt. Unter den obwaltenden Umständen erscheint zur Jeit eine andere Form nicht möglich. Erfreulicherweise beteiligen sich auch die Landes. Versicherungsanstalten Verlin und Brandenburg und in letzter Zeit sogar auch die Krankenkassen an der praktischen Förderung des Herbergswerkes, weil man bei den Krankenkassen erkannt hat, daß das Wandern, der ständige Aufenthalt im Freien eine vorbeugende Maßnahme darstellt. Ehrenamtlich« treue Helfer, Förderer und Mitarbeiter, die den größten Teil der Arbeit leisten, sind aber auch die Lehrer, die Frauen und natürlich im besonderen die Vertreter der Jugendverb Sude. Im letzten Jahre hat der Gau insgesamt 146 666 Mark aus- gebracht. Davon hat die Stadt Berlin 46 666 Mark und die Pro- vinz Brandenburg 2S 666 Mark gegeben. Der Rest ist im wesent- lichen aus den Mitgliederkreisen durch Beiträge, durch Ueberschüste von Veranstaltungen, durch Sammlungen usw. aufgebracht worden. Leider hat der Mag! st rat der Stadt Berlin von dem für dieses Jahr eingesetzten Betrog von 56666 Mark die Hälfte, also rund 25 666 Mark gestrichen. Es darf nicht unbeachtet bleiben, daß von den 285 666 Uebernachtungen, die die märkl- schen Herbergen im Jahr« 1929 hatten, nicht weniger als 9 Pro- zent auf die Berliner Jugend entfallen. Blitzblanke Sauberkeit. Ein merkwürdiges Vorurteil gegen die Jugendherbergen ist in der Bevölkerung, besonders in manchen Elternkreisen, verbreitet. Man glaubt dört, daß die Herbergen Ungeziefer haben. Das ist unter keinen Umständen der Fäll. Seit dem 1. Januar d. I. ist zur Erreichung größtmöglicher Reinigung uird Sauberkeit der Wäschezwang eingeführt worden. Wer keinen Schlafsack bei sich führt, muh aus dem stets vorhandenen Wäschebestand die nötige Bettwäsche entleihen und dafür 46 Pfennig extra zahlen. Im anderen Falle darf er seinen Schlafsack benutzen, für dessen Rein- lichkeit er schon selber die größte Sorge tragen wird. Dieses System hat sich sehr gut bewährt. Auch die Disziplin hat sich in der man- dernden Jugend sehr gehoben. �Der Führer, der im Besitz eine» Ausweises sein muß, der ihm t)en Zutritt zu der Herberge gestattet, wird vom Herbergsvater für feine Schar verantwortlich gemacht. Hat irgendeiner Schaden angerichtet, dann wird dem Führer der Ausweis einbehalten so lange, bis der Schaden wieder gut gemacht worden ist. Auch diese Maßnahme hat sich bewährt. Sehr bedauer- lich ist es nur, daß die Reichsbahn dem Jugcndwandern nicht genügend Förderung angedeihen läßt. Solange sie nicht für weite Strecken ganz bedeutende Ermäßigungen ge- währt, bleibt unserer Jugend die Ferne und Weite, der märtischen Heimat verschlossen. Damit stellt sich die Reichsbahn in unerfreu- lichen Gegensatz zu den Bahnverwaltungen des Auslandes. Die nächsten Aufgaben würden die Errichtung von Ju- gendherbcrgen in Bauen, Storkow, Lüdersdorf, Caputh(hier eine Herberge für Wasserwanderer, wie sie schon Klein-Köris besitzt) und im Schlaubetal. Die Not der Zeit zwingt allerdings zu großer Sparsamkeit, so daß es zu Neubauten wahrscheinlich nicht kommen wird. Vor allen Dingen muß, gegenüber manchen an sich sehr dankenswert baufreudigen Landkreisen die B e d ü r f n i s f r age stets geprüft werden. Wie sehr das Jugendherbergswerk m einem erfreulichen Sinn deutsche Arbeit und Eigenart verkörpert, geht gceus feckscn. i>. ew. 75 w. Weiße Federn.„ 175 Halbdaunen.„ 4.20 Schleißfedern„ 1.90 Daunen...„ 5.75 Fertige In leite Oberbttt Kissen 8.50 2.35 13.50 3.95 Linon, m. Roblsasa Ttrzitrt u. reich bestickt, ca. 150X250*+.95 Oberbettbezüge Wätej�istoff. zon Koftpfen, 2 &uwn Barchentlaken -•II. mit Urblflti{, Ii- Q-7c .«rs. Farben....... O./O kunstseil. Damast-Ober-» seit«. 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Berufene Vertreter aus allen Teilen des Reiches haben den verantworttichen Znstanzen In zwölfler Stunde noch einmal die finanzielle Rollage der Gemeinden vor Augen ge- führt. Zwei führende deutsche Kommunalpolitiker, der Nürnberger Oberbürgermeister Dr. Luppe und der verdienstvolle sozialdemokratische Oberbürgermeister von Altona, Brauer, haben in ous- gdzeichneten Referaten die Notwendigkeit einer schnellen Hilfsaktion noch vor dem drohenden Winter nachgewiesen. Zahlreiche Diskussionsredner hoben die Ausführungen der Referenten ergänzt. Es hatte allerdings den Anschein, als ob mancher Redner die Lage allzu schwarz sieht, denn es darf über der augenblicklichen Ainanznol doch nicht vergessen werden, daß die Kreditwürdigkeit der deutschen Kommunen in keiner weise gefährdet ist. Es war gut, daß Brauer das in seinem Schlußwort noch einmal mit aller Deutlichkeit ausgesprochen hat. Sollte man jedoch den Gemeinden vor Anbruch des Winters nicht die Möglichkeit geben, ihr« Finanzen in Ordnung zu bringen, muß das schlimmste befürchtet werden. Ein« Verschärfung der Bestimmungen über die Ausnahme von Krediten muß deshalb mit allen Mitteln verhindert werden. Vielmehr muß der Weg für langfristig« Kredit« freigemacht werden. Viele Gemeindevertreter klagen, daß sie in ihrer Not bei den Ministerien und ihrem bür»- kratischen Apparat aus keinerlei Verständnis stoßen. Das selbst- herrliche Austreten des Regierungsvertreters Ministerialdirektor Weigert, der die beachtlichen Darlegungen Dr. Luppes auf dem Städtetag mit völlig unzureichenden Argumenten zu entkräften suchte, zeigte, daß diese Klagen durchaus nicht grundlos erhoben werden. Aus der Reihe der Diskusstonsreden auf dem Preußischen Städtetag am Sonnabend verdienen noch die Ausführungen des sozialdemokratischen Kämmerers A f ch(Frankfurt a. M.) besonderer Erwähnung. Es fei Pflicht der Reichs- und Staatsinstanzen, die vielen den Kommunalkredit hemmenden Hindernisse aus dem Wege zu räumen. Die Beratungsstelle für Auslandskredit« müsse schnell- itens beseitigt werden. Oder sei das Fiasko noch nicht groß genug? Di« Gemeinden dürften im Interesse eines geordneten Staatswesens nicht dauernd in eine Opposition gegenüber Reich und Länder hin- «ingedrängt werden. Notwendig sei ein grundlegender Umbau des deutschen Steuersystems. » Einig« Berliner Zeitungen sprechen in Anbetracht der außer- ordentlichen Beachtung, die Brauers Ausführungen auf dem Preußischen Städtetag gefunden haben, von dem Altonaer Ober- Bürgermeister als dem wahrscheinlich neuen Oberhaupt von Berlin. So sehr das Interesse der Reichshauptstadt auch die Neu- wähl des obersten Verwaltungsbeamten dringend erfordert, muß doch gesagt werden, daß alle diesbezüglichen Kombinationen als verfrüht betrachtet werden müssen. Brandstistung im religiösen Wahn. Theologiestudent im Aachthemd auf dem Potsdamer Platz. Am Sonnabendmitlag brannte die Wohnungseinrichtung des pensionierten Reichsbahnamlmanus M. in der köthener Straße S. Die Feuerwehr konnte trotz schneller Arbeit die Wohnungseinrichtung nicht mehr retten. Da aber der Brand in allen Räumen gleichzeitig ausgebrochen sein mußte, war es klar, daß ein Brandstifter gearbeitet hatte. Die Untersuchungen ergaben, datz nur der Sohn de» wohnungsinhabers die Tat begangen haben konnte. Hausbewohner, die man befragte, gaben zu, daß der 27jährige Theologe Alfred M. in der letzten Zeit Anzeichen religiösen Wahnsinns ge, zeigt habe und auch schon einmal im Nacht- Hemd mt der Bibel unterm Arm auf dem Potsdamer Platz spazierengegangen sei. Offenbar war er der Brandstifter Zunächst war er nicht zu finden, wurde aber schließlich von Polizei- streifen gefunden und verhaftet. Es wurde folgendes ermittelt: Am Sonnabendmittag hatte sich der Theologe in der Wohnung eingeschlossen und zunächst in einem Anfalle geistiger Umnachtung die gesamte Einrichtung demoliert. Es gelang ihm sogar, den Badezimmerofen durch Ueberheizung auseinander- zusprengen. Dann warf er aus sämtlichen Schränken und Truhen Geschirr imd Wäsche aus den hcf. Die Holzmöbel übergoß er mit Spiritus und legte in allen fünf Zimmern Feuer an. Als die Flammen aus den Vorderfenstern der Woh- nung herausschlugen, oerstand er es, sich unbemerkt aus der Woh- nung und aus dem Haus zu entfernen. Die Feuerwehr mußte sämtliche Türen einschlagen, denn jedes Zimmer war abgeschlossen. Bei den Aufräumungsarbeiten wurde noch ermittelt, daß der junge Theologe wenige Stunden vorher an, einer Predigt gearbeitet hatte. Der Vater des jungen Menschen, der zur Zeit auf Reisen ist, wurde von der Tat feines Sohnes verständigt. Der Sohn selbst wird wahrscheinlich in einer Heilanstalt untergebracht werden. daraus hervor, daß es Schweden, Norwegen. Holland und die Schweiz bereits nachgeahmt haben, und daß England jetzt dazu übergeht, es von Deutschland zu übernehmen. Und wenn man daran denkt, daß die deutschen Jugendherbergen im vergangenen Jahr über 20li0 Ausweise an Ausländer ausgestellt haben, die nicht Länder kennen, die nicht mit Deutschland im Aus- wusch stehen, so geht daraus hervor, daß das Herbergswerk auf dem besten Weg ist, zu einem völkerüberbrückenden, völkerverbindenden, zu einem großen Gemeinfchastsoerk zu werden. Ein besonderes Wort des Dantes galt dem Begründer des Herbergswerkes Lehrer Schirrmann. Nach Stadtrat Schneider sprach Stadtmedizinalrat Professor Dr. v. D r i g a l s k i, der die erfreuliche und ermutigend« Mitteilung michte, daß als Folg« des Manderns in den letzten Jahre eine auf- fällige Abnahme der Rachitis und der Bleichsucht zu ver- zeichnen sei. Berlin selbst verwalte 19 Jugendherbergen mU 1200 Betten: das sei für eine Stadt wie Berlin viel zu wenig und ein Beweis, datz in der Arbeit für die Jugendherbergen fortgefahren werden müsse. Man nahm von der Besichtigung den allerbesten Eindruck mit, und man versteht es, wenn unser« Jugend Sehnsucht nach diesen Heimen hat, in denen sie sich wohl fühlt und glücklich ist. Llnter Tag ertrunken! Furchtbares Bergwerksunglück in Südserbien.- 18 Tote? Belgrad. 27. September. Im Bergwerk von Kraljewatz in der Nähe von N i s ch ereignete sich am Sonnabend ein schweres Unglück, de» achtzehn Arbeiter znm Opfer fiele». In hundert Meter Tiefe arbeiteten zwanzig Arbeiter, als plötzlich die Seitenwand des Stollens eingedrückt warde. Anf dieser Seit« des Stollens lief ei« großer Kanal» der Grnbenwasser sammelte and zntv Pumpwerk führte. Nnr zwei der im Stollen befindliche« Arbeiter konnten sich retten» die andere« achtzehn Arbeiter ertranken in dem Stollen, der in wenigen Augenblicken überflutet war. Auch alle Pferde, die in dem Stolle» Material de- förderten» kamen nm. Eisenbahnunglück in der Rheinprovinz. 12 Leichtverletzte. Köln» 27. September. Am Sonnabend nachmittag gegen 15.30 Uhr fuhr anf der ein- gleifigen Strecke Rammerstlrchen— Rheydt«in Personen- zag anf eine aus entgegengesetzter Richtung kommende Lokomotive ans. Beide Lokomotiven sowie der Packwagen de» per- sonenzuges entgleisten. 12 Personen trugen leichte Ver- letzungen davon, von denen zehn ihre Reise sorksehen konnten. Di« Eisenbahnstrecke mußte aus etwa drei Stunden gesperrt «erden. Eine eingehende Untersuchung ist eingeleitet woeden._ Fußballbegeisterung... Gne Tribüne mit 2800 Menschen eingestürzt.~ New Pork» 27. September. Während der stürmischen Beifallskundgebungen bei einem Fußballspiel i« Columbns(Ohio) stürzt« eine Tribüne ein. auf der fich 2 50 0 Menschen befanden. 35 Personen mußten mit ernste« Ver- letzungen in das Krankenhaus gebracht werden. Die Zahl der Berletzte» belauft sich anf über 75. lieber die deutsche und französische Rachkriegsgeaerasion spricht mrf dem Bundestage der Deutscheik Fri«densgcs«llfchast vom 3. bis 5. Oktober in Frankfurt a. M. der Generalsekretär der„Volonte"' und Direktor von„Notre Däm«". Jean L u ch a i re- Paris. Das Ergebnis der deutschen Reiche tagswahl wird gestreist werden, so wie es von Frankreich aus gesehen wird. tloteetht. Nachdruck wrfwten. Gustav«iepenhauer V-rlag«--G.,»ertriebsubt. .Natürlich, wieder nicht aufgeschrieben. Wenn die Frauen sich das doch angewöhnen wollten. Also— wenn Sie nächstesmal kommen, haben Sie sich's notiert..." Annie Werla versuchte zu lachen. Es klang mißglückt und tolpaffchig, sie wurde fofort schüchtern und wieder ernst: „Nächstesmall Aber das wird wohl lange hin fein.. Niemand antwortete, die Schwester deutete auf da« Bad und half ihr in die Wanne. Ihre Haut zog sich stark zu- sammen, nach der Kälte des Weges stach die Hitze mit Nadeln in ihr« Poren. „Nur immer rein— das ist gerade so richtig. Sie können die Temperatur absolut vertragen!" Man packte hier fest an, Donnerwetter! Annie ließ im Bewußtsein, bald Hilfe nötig zu haben, alles geschehen und stand schließlich, in einem viel zu wellen Hemd schwitzend, abermals in der Ausnahme. Erstaunlich, die Schmerzen blieben wirklich für eine Weile aus! Man führte sie hernach über den Gang und da begann es wieder. Ein Arzt— weißer Kittel, goldumrandete Brille und noch junge Augen, kam vorüber. „Zugang?" fragte er. während Frau Werla, durch sein nervöses Starren beengt, den Arm ihrer Begleiterin preßte. „Patientin gleich in den Kreißsaal führen, Schwester Berta, scheint sehr weit zu sein." Und zu ihr gewandt:„Natürlich noch heute feste gearbeitet?" Sie konnte nur nicken.„Ich sehe nachher mal rüber. Haben Sie keine Angst, es ist sehr einfach und natürlich." Der Arzt'prüfte ihren Bau:„Bei Ihnen wird es schnell und leicht gehen Sie sind wie geschaffen für's Gebären. Seien Sie stolz drauf, das ist heute schon eine Seltenheit!" Seine Schritte hallten gleich an fernen Türen vorbei. Vor ihr tat sich«in langer Raum auf. Man tonnte nichts Besonderes sehen. Zwei Bahren Oos Lehrlings-Hilfswerk der Stadt. In der Sitzung der Deputation für Handel und Gewerbe, die am Sonnabend stattfand, wurde eine Uebersicht über die im Rech- nungsjahr 1929 bewilligten Lehrlingsunter st ützungen gegeben. Danach sind im ganzen im letzten Etatsjahr 1895 Lehr- linge van der Stadt Berlin während ihrer Ausbildungszeit unter- stützt worden, und zwar durch laufende oder durch einmalige Zu- Wendungen. Im ganzen wurden für dies« Unterstützungen 272 085 Mark ausgegeben. Die unterstützten Lehrlinge gehären den ver- schiedensten Berufsgruppen an, unter ihnen befinden sich gcwerb- liche und kaufmännische Lehrlinge. Die Beihilfen fallen besonders befähigt«, aber bedürftig« Lehrling« in den Stand setzen, die vorgeschriebene Lehrzeit zu absolvieren. standen neben der Tür,«ine Reihe hoher Geburtsbetten, um- geben von Wandschirmen, war militärisch ausgerichtet. Rings verschmolzen schmerzhafte Laute zu einem vielfältigen Ton, einem Netz von Geräuschen, geflochten aus Stöhnen, schrillem Aufkreischen, undeutlichem Schreien— dazwischen sagte irgendwo eine Frauenstimme, ergeben und schmerzhaft immer im gleichen Abstand„Mama— Mama... oh, es tut so furchtbar weh!" Man legte die Neue zwischen zwei andere Frauen. Diese Art Bett hatte in der Hüstgegend eine runde Oeffnung und darunter einen Behälter zur Aufnahme des Blutes. Zur Rechten stand einer der hohen Schirme. Eine Pflegerin kam mit der fürchterlich riechenden Chloroformmaske. Hinter der Wand schrie eine Frau. Entsetzlich, alles hören zu müssen, hineingeworfen zu fein in den Kessel der Gerüche, der furcht- samen, schmerzzerrissenen Stimmen, Leben in sich, das stampfte und tobte und warm begann, zu sein... Auch neben ihr eine bot keinen schönen Anblick. Die lag schweigsam— in bitterer verbissener Schweigsamkeit. als wolle sie nichts wissen von diesem Saal, nichts ahnen von feinem grauwerdenden Licht, von der Trostlosigkeit seiner Vorgänge, nichts hören von dem immer wiederkehrenden Augenblick, da ein Schrei verflachte und Raum gab für das krähende Wimmern einer neuen Menfchenstimme. Man fuhr auf einer Bahre eine Erschöpfte hinaus. Sie hatte ihr Kind im Arm, müde und schon wieder ein wenig lächelnd. Annie mußte erschreckt und beglückt denken: so ist deines dann auch, so wirst auch du hinausgefahren, jetzt, jetzt ist es soweit... Zuweilen bracht« man«ine Stillgewordene fort, Lebens- gefahr. Eine, deren Kind trug die Schwester. Die Patientin Werla hatte ruhig gelegen und sich kaum unter den anschwellenden Wehen bewegt. Weiß flammte es vor ihren Augen, ein spitzer, nach oben hin breiter Raum. Stille preßte sich auf ihren Mund— endlich— endlich fanden ihre schmerzenden Lungen ein kleines bißchen Lust— und in dieser Sekunde hörte Anneliese Werla, dreiundzwanzig Jahre alt, Frau eines Arbeiters, schlicht und unnachdenklich erzogen, sich aufschreien aus ihrer ersten Schwangerschaft, örte es selbst, sah ihren hochgeschleuderten Leib, als stände e, eine Zweite, eine Unbeteiligte, neben sich selbst, so furchtbar wachgerüttelt waren alle Sinne unter dem Peitschenhieb dieses Schmerzes. Der kleine Raum ihres Gebärens, eingeklemmt zwischen der Rot zweier fremder Frauen in der gleichen Stund«, ver- dunkelte sich. Sie erkannte deutlich, wie zwei Schwestern Heimkehr der Lteberreste Andr6es. Stockholm. 27. September. Am Sonnabend kurz vor 19 Uhr lief der Kreuzer„Soe nsk- fund" in Goten bürg ein. Zur Erinnerung daran, daß die Andree-Expedition vor 33 Jahren von Gotenburg aus auf dem gleichen schwedischen Kriegsschiff„Svensksund" die Reis« nach Spitz- bergen angetreten hatte, fand bei Ankunft des Schisses eine G«- dächtnisfeier statt. Im Hafen, wo Scheiterhaufen an- gezündet waren, hatte sich eine große Menschenmenge versammelt. Der Berliner Volks-Ehor(Dirig. Dr. Ernst Zander) veranstaltet, wie wir berichtigend zu der im ,.A b e n d" erfolgten Ankündigung mitteilen wollen, heute Sonntag, den 28. September, keln Konzert. einen dieser Schirme vorschoben und der Arzt von vorhin herantrat. Er drückte die Hand, mit der sie schlagen wollte, fest auf das Bett und beugte sich über sie. Etwas wie Ve- ruhigung ging von ihm aus, die Schmerzen ebbten,«in langes Meer runder Wellen, zurück. „Helfen Sie doch mit, Frau", sagte er halblaut und so, als bäte er um eine Freundlichkeit,„helfen Sie! Dann geht es schnell." Er hatte noch nicht zu Ende gesprochen, da schrie es wieder aus ihr, Flammen, gelb, rot, unerträglich, beizend, drangen in ihre Augen, im Saal glimmte mit einem Male weißliches Licht aus einer Deckenlampe— warum mußte sie das jetzt sehen?— die Qual riß und sperrte am Leib. Sie glaubte, im nächsten Augenblick unter der Wucht dieses Drängens bersten, verbluten zu müssen— ihre letzten Laute waren heiser. Man gab Chinin. Der Arzt verschwand. Ein« Schwester nahm seine Stelle«in. Deren Hände packten zu. taten noch mehr, viel mehr weh. Wäre doch der Arzt da, dachte Annie angestrengt schnell, sie wußte, wie wenig Zeit zum Denken war— eine neue, große Wehe schleudert« sich sichtbar heran, ein Berg, fiel sie nieder... und dann war ihr leicht, oh, so wunderbar leicht... Die Schwester hielt ein rotes Etwas über ihre Augen. „Es atmet nicht..." sagte die Hebammenschwester zu dem wieder auftauchenden Arzt... Er ergriff das Wesen und schüttelte es zwei-, dreimal heftig, während schon eine Presse langsam und warm auf Annies Leib geschroben würbe. Warum ging man so mit dem Kind um? Ihr Mund bewegte sich— sie konnte Nichts sprechen, und als nach vieler Anstrengung der erste Laut hervortrat, krähte es schon neben ihrem Ohr... langgezogen und kläglich, als wolle der kleine Mensch eigentlich nicht und man habe ihn einfach ins Leben geworfen. „Sehen Sie, Schwester, wieder so'n Fall. Schleudern. immer schleudern. Die kleinen Kerle können es sich dann nicht erst überlegen, ob es lohnt, ordentlich zu atmen. Sie müssen! 'n richtiger Junge, und stramm! Also baden..." Wieder gellte es im Raum, der Doktor und eine Schwester liefen hinüber, Lärm stieg und fiel, eine schrille, häßliche Melodie, unterbrochen von albernen Worten, dummen Be- teuerungen. Röcheln. Stöhnen, narkotischen Reden und Schnarchen der mit Zangen Behandelten. Di« heftig kleinen Stimmen der Geborenen kreischten und ächzten hinein und irgendwo lachte«ine Frau laut und dunkel— in die Melodie des Lebens. iForttetzung folgt.) vxy.'.-.'.'yyy / y allen, geJost, waiÄerjt �te trtelu soi'tüj fjr!ay�e. i gründet« er dort 1877 eine Sackfabrik und 1903 eine Iutefabrik, die ein Jahr vor dem Krieg 2000 Arbeiter beschäftigte. Für das Wohl dieser Arbeiter nach besten Kräften zu sorgen war seine Lebensaufgabe. Er begründete einen Gemeinnützigen Bauosrein. der annähernd 1000 Wohnungen errichtete, und ging dann an sein Hauptwerk, das Landsberger Volkswohlfahrtshaus dem eine Turnhall«,«ine Volksbibliothck, Vereins» und Versammlungsräume angegliedert waren. Ein Jahr vor seinem Tode konnte er sein Werk durch ein großartiges, von dem Berliner Architekten C r z e l l i tz e r«riichtctes modernes Schwimmbad mit allen medizinischen Bädern krönen. Bahr war Mitglied der Nationalversammlung und 1920 bis 1924 Mitglied des Reichstags._ Amerikas Alkohol Kleinkrieg. Aus New Park wird gemeldet: Sechs Beamte der Prohi- bftionsbehörde, die in einer Brauerei in der benachbarten Stadt Elizabeth(New Jersey)«ine Haussuchung vornehmen wollten, wurden von zwölf Männern überfallen, entwaffnet und g e- s a n g e n g e n o in in e n. Ein weiterer Beamter, der vor dem Ein- gang der Brauerei Wache stand, hörte den Tumult, drang in das Gebäude und eröffnete Feuer gggen die Angreifer, wurde jedoch durch acht Schüsse, die sämtlich trafen, getötet. Die Täter entkamen in einem Automobil. Der Sozialistische Hochschulausschuß an der Berliner Uni- versität, Berlin NW 6. 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In dieser Zeit werden 13 Hemdenoder 40 Handtücher oder 3 Bettbezüge und neben diesem Quantum noch mehrere Dutzend Kragen und Taschentücher zugleich gewaschen_ Vorführungen finden statt: Ab Montag, den 29. September, bi» einschließlich Sonnabend, den 4 Oktober und zwar täglich gleichzeitig in nachstehenden 13 Sälen um 11 Uhr vormittag«, 4 Uhr nachmittags und 3 Uhr abend« Um pünktliche« Erscheinen wird gebeten! X. Berlin o, im Besianraal„natzenhofer Klause Iraaksnrier Allee 17. S. Berlin ZW., in, Beslnnrnnt„MahiRatt". Belle-Alliance-Strage SS. 0. Berlin W., in».�laNonolhos" vtilon». strahe Z7. 10. Berlin-Sleglih, i. d.AestsOlea„«Ibrechls- Hof". Albreih tslrofie 1«. 11. Verlin-Moobit. in den„yohenzollern. SSlen-, Bondelstrng« ZS. 12. Berlin. BentSUn. in»..passa>«.A«ston- raaN'. verastrabe 1»l 22. 12. ver iu-Ehorlolleaburg. in de«„yohen. zollern-SSlen". Berliner Slroge 10S. Büro und Auslieferungslager in Berlin: Berlin SW 19, Kommandantenstroße»3. Telefon: Merkur 4241 alent v evwerlu n g Q. m. b. 3L QleiwHx(Haus Cher Schlesien) 1. Berlin N.. in de»„«Ua SeflsSlen». SchSn- Häuser AUee 130. 2. verlin vi., im Brstanrant..eSrnendrSn", Holhstr. 2(am Bahnh. Gesundbrunnen). 3. Berlin N., in den..Ynbertuo-Festsill««", tlhausseesir. IS(Iltlhe Stelllaer Bahnh.). 4. Berlin HO., in den..Union. Zestsülen", Greisomalder Strohe 221/23. S. verlin NO., im Uestanrant �Steffen»", Loudsberger Alle« 130. S. Berlin O., im„ aonlordio-wlrtfchof«»» betrieb",«ndreoostr. v«(Nahe Schie- st-cher Sahnho». Dieses Inserat erscheint nur einmal! Mlchl MUMtsJMll Generalversammlung! Unsere ordentliche Generalversammlung für das 3. Quartal findet am Montag, dem 17. Uovember 1930. statt. Anträge dazu müssen bis spätestens Sonnabend, dem kl. Oktober 1930, nachmittags 1 Uhr. im Bcfihe der Orlsverwaltung sein. Die Wohlkörperversammlungen werden in der Zeit vom 27. Oktober bis-S. November 1930 abgehalten. Etwaige Neumeldungen von Delegierten wüsten bis spätestens Montag, dem 10. November 1930, erledigt werden. An Stelle der Vezirksverlrauensmännec- Konferenzen finden in folgenden Lokalen Mitgliederversammlungen statt: l. Bezirk: Sallos, Weigensee, Lehdersir. 122, l. Oktober, 5 Uhr. Schmidls lSefells-baslshaus. Beilin, ffnichtür. S6a, I. Oktober, 5 Uhr, WeAners BereinshauS, Berlin, ffrankfurter Allee 21K, 1, Oktdr., S Uhr, Neuseeland. Stralau, Zkynailslrage, t. Oktober, 5 Uhr. Ewald, Berlin, Skalitzer Straße>26, l. Oktober, 5 Uhr. Bercinohau» Einigkeit. NeukSlln, Kirch- Ecke Wivperslr, t.Okt., 5 Uhr. Eewerkichastahaus, Berlin, Engelufer 24/2Z, t. Oktober, ö Uhr. Döring, Berlin, Nnunynltrahe 27, l. Okiober. Uhr. Lohann. Berlin, Biüderllrahe 16/lS, I Oktober, 5 Uhr. Smn Alexandriner, Berlin, Akeranderstr. Z7a, 1. Ottoder. S Uhr. Kehrte, früher Rosenthal. Schöneberg, Ederosir. Kg, I. Oktober, ö Uhr. Eckiellhase. Steglitz, Ahornstratze I5a.> Oktober, 5 Uhr. Schillers Festsiue, Eharlottenburg. Bismarckllr.>lN, i. Oktober, b Uhr. Arminius-Sklle. Berlin. Bremer Strahe 72,73. 1. Oktober, 4 Uhr. Reinickendorf-West, Bolkshaus. Scharnwederftratze, I. Oktober, 7 Uhr Pharus-Säle, Berlin. Müllerftratze 142, l Oktober, 7 Uhr. Lioffmanns FestfSIe, sr. Büttner, Berlin, Schwedter Str. 23,>. Okt. 7 Uhr Echulaula. Berlin, Grünthaler Strafte S, l Oktober. 5 Uhr. Im Einsiedler, Iohonnislhal, Sterndamm 12, l. Oktober. SV. Uhr. Schulz, Köpenick. Bahnhofstr 34. Freitag, 3. Oktober 7 Uhr. Eermauta-Sllle. Spandan, Stresoplatz, l. Oktoher, 4>b Uhr. Deutscher Metallarbeiter- Verband, Linienstrafte 83/Sü, Sitzungssaal II, 2 Treppen. I. Ottober, 4 Uhr. Bezirk« konferenz wie immer. I: n fa. 9-. >0.„ 1>.. 12. 13.. '4.. IS. 16.17,. 18.19., 20.. 21. 23"" 24.. •25. 3n allen obengenannten Lokalen außer Siemens-Bezirk, Berichterstattung vom verbandstag./ Eienslag, den 30. September. add». 7 Ahr. im varterresaal br» Brrbandahansrs» Linienstrafte 61. SS »nmcftsn-versamnuimg der Eiektromonteure und Heller Tagesordnung: 1. Bericht vom Verbandstag 1930. 2. Aussprache. 3. Berbaads- und Branchenangelegen- heiten. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt! Zahlreiche» Erscheinen wird erwartet. vlenstaa. den 30. September. abend» 7 Ahr, im Siftnnassaal de» IZerband»hause», Linienstr. 63, SS. 3« Portal, 2 Treppen Honlepen? den wenn. Vertrauenspersonen und Betriedsrate Tagesordnung: 1. Vortrag: Tie Sozialgesetzgebung in ihrer Auswirkung nach den Rot- Verordnungen., 2. Verbau dsangelegelcheiten und Der- lchiedcne». Da es sich um wichtige Fragen handelt. werden die Funklionärinnen ersucht, rege Propaganda sür diese Konferenz zu machen und psinttlich zu erscheinen. Organisierte Kolleginnen können als Gaste an der Konferenz teilnehmen. Spielpla» unssrrr SoltnrabtellnnU. Zu der Doch« vom ZS.Septbr. bi» 5. Oktdr.: 1. Der grofte Strom. 2. Humoreske. 3. Technischer Film Z» der Woche vom 6. di» 12. Oktober: 1. Mutier Krausen» Fahrt ins Glück. 2. Neueste Verkehrsregewng. S. Altena. z» der Woche vom 13. bi» 1». Oktober 1. Türksid. 2. Ein« feine Pension. 3. Die Schwarzpresse. Anfragen wegen Ueberlassung und Be- such der Abteilung sind telephonifch oder schriftlich an die Kuliurabteilung (BüroLinicnstr.bt.SZ, Zimmer 20) zurichten vi« OrtsvanwaitiiNI. Sie hall» Uh W i r keetil?»(Icsini. ARzOge und Mantel sus Bit&abra<;bteB Stoffen Back xenauen m für M.39.- ___ einsehließlick unserer sämtlichen Zutaten— Tadelloser Sitz.— Roßhaarverarbeitung! Aas unseren Mark Stoffen von an Ken aDtgenommen! Damen-ni*"1 Antertlgnns 49A nach Mah M. 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Die Notionalsozialrsten sitzen im Sattel und wollen reiten. Mit 107 Mandaten sind sie im Reichstag, und sie können damit beginnen, das Dritte Reich heraufzufichren. Das deutsche Bürgertum möchte niit ihnen paktieren. Wir gönnen das den bürgerlichen Parteien. Den deutschen Unternehmern aller Grade aber empfehlen wir, das Wirtschastsprogramm der Nationalsozialisten zu studieren. Sie können in der Zeitschrift„Der deutsch« Volkswirt", wo in einer für die deutschen Unternehmer verständlichen Sprache kurz und nett dargetan wird, daß nationalsozialistische Wirtschaft eine neu« In- s'ation bedeutet, sich über dieses Programm insormieren und sich Gedanken darüber machen, wie schön dos Bündnis mit den neuen Voltsretkrn für sie sein wird. Die Arbeiterschost wird abwarten, wie die Nationalsozialisten ihr Programm verwirklichen. Sie wird nicht kommen I Das Programm verlangt die Vbschafsung des arbeit», und mühelosen Einkommens. Wir werden auf die Anträge im Reichs- tag warten, die den Herren Thyssen, Kirdorf, Mutschmann. Siemens, Bücher usw. von der Dioidendenlast aus ihrem Aktienbesitz und von den Renten aus ihrem Grund- und Wertpapierbesitz befreien. Das Programm fordert die Verstaatlichung aller bereits ver. gesellschastelen Betriebe. Der Sinn ist dunkel, die Sache aber äugen- scheinlich tapfer. Wir werden aus den Antrag warten, daß die Ver- einigten Stahlwerke. Mannesmann, I. G. Farben, Schultheiß- Patzenhofer, die Großbanken, die Glanzstoffwerke, Siemens, die AEG. usw. usw. verstaatlicht werden. Das Programm fordert die Gewinnbeteiligung in den Großbetrieben. Das soll jedenfalls die Arbeiter angehen. Alle die ge- nannten Unternehmungen haben auch in dieser schweren Wirtschosts- krise noch sehr große Gewinne. Warten wir also aus den national- sozialistischen Antrag, daß der jetzt von den Unternehmern auf der ganzen Lini« versuchte Lohnabbau durch eine sicher allen willkommen« Lohnerhöhung aus den Unternehmungs- gewinnen ersetzt wird. Das Programm fordert auch eine sofortige kommunalisierung der Großnwrenhäuser und ihre Vermietung zu billigen preisen an kleine Gewerbetreibende. Auch dieser Antrag möge von den Nationalsozialisten bald gestellt werden. Das sind nur wenige Punkte aus dem Programm, mit dem das Dritte Reich herbeigeführt werden soll. Die Arbeiterschaft wird abwarten, wie sich das Bürgertum mit der Durchführung dieses Wirtfchaftsprogramms abfinden wird. Herr Hitler hat ja in Leipzig versprochen, daß er legal arbeiten wird, wem, dabei auch Köpfe rollen werden. Herr Hitler hat freilich schon selbst Wasser in de« Wein dieses schönen Programms ocgogen. Er hat den deutschen Unternehmern schon versprechen müssen, daß die Nationalsozialistisch« Deutsche Arbesterpart«! auf dem Boden des Privateigentums steht. Und als er die Agitation aufs Land getragen hat, hat er schleunigst den Programm- satz, der die B o d e n e n t e i g n u n g fordert, dahin erklärt, daß er sich nur gegen jüdische Grundstücksspekulanten richtet. Die Natirniclsozicilisten lassen also mit sich reden. Aber die wahre Heilslehre des Nationalsozialismus, das Herz- vnd Kernstück der Politik des Drillen Reiches ist die Brechung der Zinsknechtschaft. Gottfried Fader, der große Theoretiker des Nationalsozialismus, nennt die Brechung der Zinsknechtschaft„die st ä h l e r» e Achse, um die sich alles dreht". Der verfüchrte Bauer auf dem Lande, dem diese Heilslehre verkündet worden ist, mancher ver- führte Arbeitslose in den Städten wartet nun aus das Dritt« R«ich, in dem der Zins abgeschafft lverden wird, der Zins, der den Bauern erdrückt, wie es landauf, landab gepredigt wird, und der die Mieten verteuert, und mit den zu hohen Mieten auch den Wohnuirgsbau unmöglich macht. Die Nationalsozialisten zeigen auch, wie das Kunststück fertig- gebracht werden soll. Die Staatspapiere, die heute ver- zinslich sind, sollen abgeschafft werden und durch unverzinsliche Noten, Staatskassengutschein« genannt, ersetzt werden. Die Einführung solcher Staats- kasiengutscheine, sagen sie, bedeutet keine Inflation. Sie bedeuten deshalb kein« Inflation, weil diese unverzinslichen Staatsscheine nur ausgegeben werden, wenn neue Werte geschaffen werden. Die Verkünder des Dritten Reiches geben dafür auch Beispiele, wie sie sich die Sache denken, zum Beispiel für den Bau öffentlicher Werk« und für den Wohnungsbau. Für alle großen öffentlichen Ausgaben, zum Beispiel den Aus- bau der Wasserkräfte und Verkehrswege, wird das Kapital nicht mehr durch Anleihen, sondern durch die Ausgabe solcher Staatskassengutscheine beschafft. Wenn ein solcher öffentlicher Bau- plan auf seine Wirtschaftlichkeit geprüst ist, dann soll der Finanz- minister zur Beschaffung des nötigen Kapitals Banknoten aus- geben in demselben Maße, in dem die Erbauung der Werke fort- schreitet. Ist das Werk vollendet, dann wird gegen dieses neue Geld etwa Stickstoff oder Elektrizität geliefert, und die ausgegebenen Noten können in wenigen Iahren wieder vernichtet werden. Das ist alles sehr einfach. Die Nationalsozialisten haben aber noch ein zweites Beispiel. Sie wollen„Soziale Bau- und Wirtschaftsbanken" gründen, mit denen sofort die Arbeitslosigkeit beseitigt und der Wohnungsnot«in Ende gemacht werden komi. Man denkt sich das so, daß diese Bau- urtd Wirtschaftsbanken ebenfalls Noten aus- geben, die hier Bau markscheine genannt werden und die ebenfalls ihre voll« Deckung in den n«ugebauten Häu- fern finden sollen. Also können nach der Auffassung der National- sozialisten die neuen Häuser ohne Zinsbelastnng gebaut werden, die allein heute das Bauen unmöglich macht und die Wohnungsmieten so enorm verteuert. Auch das ist sehr einfach. So sieht die groß« Idee aus, mit der die Nationalsozialisten das Dritte Reich, die Lösung der sozialen Frage, die Befreiung des deuffchen Volkes von allen seinen Nöte» heute und in der Zukunft herbeiführen wollen. Leider handelt es sich dabei aber um nichts als um Kindereien. Die Nationalsozialisten und ihre gelehrten Theoretiker haben in der Tat ihre Erfindung mindestens 200 Jahre zu spät gemacht. Man kann frestich von den 6 Millionen nationalsozialistischen Wäh- lern nicht verlangen, daß sie sich in der Wirtschaftsgeschichte aus- kennen. Aber vor 200 Jahren hat auch«in solcher Wundertäter wie Herr Gottfried Feder schon einmal das durch Ludwig XIV. in schwerste Staatsschulden gestürzte Frankreich Herr- lichen Zeiten entgegenführen wollen. Und dieser Wundertäter, er hieß John Law, hat genau dasselbe getan, was die National- sozialisten jetzt vorschlagen� nur den damaligen Verhältnissen ent- sprechend. Das war im Jahre 1710, zwei Jahre nach dem Tode von Ludwig XIV. Auch Law hat eine Bank gegründet, auch er hat Noten ausgegeben, die ihren vollen Gegenwert in neuen Werten haben sollten. Damals war die Zeit der großen Kolonialgründungen und Kolonialeroberungcn. In diesen Kolonien sollten die neuen Wert« geschaffen werden, und so erhielt die Bank das Recht, das ameri- kanische Mississippigebiet auszubeuten, den Biberfanz in Kanada zu betreiben, sie erhielt das Handelsmonopol in Ostindien und China, an der afrikanischen Mittelmeerküste und in Guinea und in St. Domingo. Und sie erhielt endlich— der Noung-Plan hatte, wie man sieht, schon Borläufer— das Monopol für den N e g e r s k l a v e n ha nd e l. Das waren die neuen Werte, wie sie unter einem französischen König des 18. Jahrhunderts als Noten« deckung verwendet werden sollten. Und es kam damals genau so, wie es heute mit den Staats- kassengutscheinen der Nationalsozialisten zum Bau von öffentlichen Werken und mit der Baumark für den Wohnungsbau kommen würde. Es entstand eine riesenhafte Inflation. Für 3 Milliarden, Limes", so hieß die damalige französische Währungs- einheit, wurden neue Noten ausgegeben, vier Jahre lang dauerte der Schwindel, und dann brach das gauze Gebäude mit einem ungeheuren Krach zusammen. Die gescheiten Leute aber hatten sich schon damals, wie es 200 Jahre später auch in Deuffch- land geschah, rechtzeitig in Sachwerte gerettet. Das sind die herrlichen Zeiten, denen das Dritte Reich Deutsch- land entgegenführen will. Wir fürchten, die deutschen Arbeiter wollen es nicht so gut haben. wie es Hitler ihnen verheißt. Wenigstens heut« nicht, wo in Deutschland 3 Millionen, in der Welt 11 Millionen ohne Arbeit sind. Wir fürchten, sie wollen auch keine Arbeit um den Preis mit unserer vollen Garantie. Das kräftige Oberleder, die Elastizität und die Wasserdiditigkeit der Sohle stempeln den Schuh zum praktischen Gebrauchsschuh für den Herbst. Sohlen, die länger als 6 Monate halten Bester Schutz gegen Nässe u. 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Jetzt wird das ganze Kapital von 9 Millionen verloren gegeben, und man wird froh sein, wenn die Abwicklung ohne Schädigung der Versicherten vor sich gehen wird. Was die Affäre so unerfreulich macht, ist die Tatsache, daß ohne das Eingreifen des Reichsauffichtsomts die Oeffent- lichkeit wohl heutenochnichtdenwahrenStandder Dinge kennen würde. Die Assekuranz-Union untersteht nämlich nicht der Aufsicht, da sie überwiegend die— nicht aufsichtspslichtige— Transportoersicherung betrieben hat. Erst als sie sich die Neptnnus Assekuranz Co., die ein« aufsichtspflichtige Feuerversicherung betreibt, angliedern wollt«, konnte das Reichsaussichtsamt eingreifen: es gab dem Neptunus nicht die Genehmigung zur Fusion, weil ihm die Lage der Asse- kuranz-Union n i chck sicher genug erschien. Erst das Versagen dieser Genehmigung führte zur allmählichen Aufdeckung des wahren Sachverhalts. Die Entstehung des außerordentlichen Verlustes ist noch nicht ganz geklärt. Zunächst soll die Assekuranz-Union saus Gründen der Konkurrenz) zu niedrige Prämienfätz« erhoben haben. Dann scheinen die Prämienreserven nicht richtig(also zu hoch) aus« gewiesen zn sein. Dazu kommt, daß die Transportversicherung im allgemeinen in letzter Zeit sehr risikoreich war: und abgeschlossene englische Verträge sollen für die Gesellschaft besonders verlustreich gewesen sein. Es wird auch gesagt, daß das Unternehmen an den großen deutschen Schifssunfällen der letzten Zeit— Brand der „Europa" und der„München"(New Nork), Untergang des „M onte Cervantes"— beteiligt war. Es liegt in der Natur des Versicherungsgeschäfts, daß andere Gesellschaften in Mitleidenschaft gezogen werden. Di« Assekuranz-Union besitzt 99 Proz. des Kapitals von„Neptunus" und 96 Proz. des Kapitals der Janus, Hamburger Versiche- rungs« Gesellschaft: da andererseits beide Gesellschaften Aktien der„Union" besitzen, wird auch ihre Liquidation kaum zu vermeiden sein. Die„Janus" ist auch deshalb in Schwierig- leiten geraten, weil sie einen großen Teil ihrer Versicherungen bei der„Union" rückversichert hatte. Dos Rückoersichc- rungsgeschäft der„Union" wird auch zu Verlusten von englischen Gesellschaften führen, da diese in erheblichem Um- fange bei dem deutschen Unternehmen gegen ihre Transportrisiken rückversichert waren. Für alle Aersichernngsgeschäft« der drei Unternehmen sind genügend Interessenten vorhanden. So ist es möglich, daß die Versicherten ohne Schaden von anderen Gesellschaften über- nommen werden. Ein neuer Fall, der die Bedeutung einer vernünftigen und weit- greifenden Versicherungsreform unterstreicht. Vielleicht nicht fo skandalös wie der Faoagkrach, aber wi« jeder Versichsrungs- Zusammenbruch eine schwere Gefährdung zahlreicher Interessen und auch des deutschen Kredits. NestSttgte Mißwirischafi. Die Bilanzen der Industriebau Held& Francke A G. waren gefälscht! Der Verlauf der gestrigen Generalversammlung der Industriebau Held u. Francke A.-G. bestätigte, daß die Bilancierungsmethodcn und die Geschäftsführung totsächlich un- geheuerlich gewesen sind. Der jetzige Aufsichtsratsvorsitzende Dr. L ü b b e r t gab zu, daß die Bilanzen falsch aufgestellt worden sind. Die Schuld sei zu 190 Prozent dem früheren Aufsichtsratsvorsigendcn Ludwig Katzenellenbogen beizurnesien, der so weitgehende Befugnisse gehabt habe, daß er tatsächlich zugleich Generaldirektor gewesen sei. Der Vorstand habe von der Ueberbewertung aller Vorräte und Anlagen Herrn Katzenellenbogen Kenntnis gc- geben. Gegen diesen werde die Regreßklage erhoben werden: der Vorstand habe sich einem Schiedsgericht zur Feststellung seiner Ersatzpflicht unterworfen. Es wurde bestätigt, daß tatsächlich schon die Bilanz für 1928 einen Verlust von 2 Mil- lioncn hätte ausweisen müssen, der sich durch die unberechtigte Dividendenzahlung(11 Proz.!) und durch spätere Ausfälle auf 514 Millionen erhöht hätte. Das Schmargendorfer Borhaben ist unternommen worden, ohne daß für die Finanzierung irgendwie gesorgt gewesen sei. Die Direktorengehäller sind ungewöhnlich hoch gewesen. Zwei Generaldirektoren— Pieler und Bode— haben 1927/28 zusammen 380 000 M. entnommen, obwohl ihnen nur 190 000 ZK. zustanden. Nur 190 000 M.! Die Abstimmungen ergaben die Entlastung des Vorstandes und des Auisichtsrates mit Ausnahme von Herrn Kayenellenbogen und seines Direktors. Die Opposition gab P r o t e st zu Protokoll, mit Recht, da weder der Vorstand noch die übrigen Mitglieder des Aufsichtsrots ihrer Pflichten ledig sind, wenn ein Mann tot- sächlich und auf Grund der Statuten die ganze Macht an sich reiht. Sie alle(26 zahlungskräftige Aufsichtsratsmitglieder!) sind noch dem Gesetz ersatzpflichtig. Bei Held u. Francke waren 5999 Arbeiter und Angestellte be- schäiligt. Heut« sind es im ganzen ein paar Hundert. Die übrigen liegen auf der Straße. Dank der kaufmänischen Leistungen der Direktoren. So sehen die Leistungen unserer Wirtschastsführer aus! -12 Prozent mehr Kraftfahrzeuge. Auf 97 Einwohner kommt ein Auto. Der Bestand an Kraft war nach„Wirtschaft und Statistik lionen um 295 811 Stück oder 17 1929. Da die Zunahm« von 1928 betragen hatte, ist das T e m p langsamer geworden. Der Bestand betrug Krafträder....... Personenkraftwagen..., Kraftomnibusse...... Lastkraftwagen...... fahrzengen in Deutschland ' am 1. Juli 1939 mit 1.42 Mil- Proz. höher als am 1. Juli auf 1929 289 747 Kraftfahrzeuge o der Motorisierung wesentlich isss 698 342 421 998 11297 143 952 1939 731 237 488838 12416 157 432 Die Steigerung war also am stärksten bei den Kraft- rädern: unter diesen stieg der Anteil der Kleinkrafträder von 36 auf 42 Proz. Dieselbe Tendenz zum Kleinkraft- fahrzeug findet sich auch bei den anderen Fahrzeugarten: von der Zunahme der Personenwagen entfielen zwei Drittel auf Kleinwagen(bis 2 Liter Hubraum), und bei den Lastwagen»er- zeichnen die Gruppen von 3 bis 5,5 Tonnen Eigengewicht sogar einen Rückgang, während die kleineren Lieferwogen eine Zu- nähme auswetzen. Deutschland steht mit einem BeiHütW* von einem ffrafb- wagen(Personen- und Lastwagen) auf 97 Einwohner jetzt an 16. Stelle in der Welt. Der Anteil der ausländischen Marken ist bei den Krafträdern van 19,5 auf 8,3 Pro.;, zurückgegangen; bei Personenwagen ist er von 23,2 auf 25 Proz., bei L a st- wagen von 21,3 auf 28 Proz g e st i e g e n. Die Bauiäh'gkeii im Juli. 13 Prozent mehr Vollendungen, 33 Prozent weniger Vauerlaubniffe als im Vorjahr. Die Julistatistik über die Bautätigkeit zeigt, daß die Zahl der in diefem Jahre fertiggestellten Wohnungen höher als in den Vorjahren ist, aber nur dank der im Rekordjahr 1929 großen Zahl von Baubeginnen, daß dagegen der Umfang der B a u- t ä t i g k e i t und damit die Zahl der neu begonnenen Bauten wesentlich zurückgegangen ist. Wohnungen wurden im Juli 11 899(im Juni 12 809) fertiggestellt: das bedeutet gegen Juli 1929 ein« Steigerung um 13, gegen Juli 1928 sogar um 28 Proz. In der Zeit vom Januar bis Juli sind 1939 87 299, 1929 53 599 und 1928 69 999 Wo',. nungen fertig geworden. Dagegen war in den ersten sieben Monaten dieses Jahres d!« Zahl der erteilten Bauerlaubniss« 33 Proz. niedriger als 1929 und 5 Proz. niedriger als 1928. Totsächlich begonnen wurden in der gleichen Zeit: 1939 57 899, 1929 77 400, 1928 54 700 Wohnungsbauten(nicht Wohnungen). Wöhrend also die Zahl der Bauerlaubniss« in diefem Jahre auch hinter der des Jahres 1928 zurückblieb, übertraf die Zahl der Bau- beginne die von 1923 ein wenig. Di« Zahl der i m B a u be- findlichen Wohnungen wird für Juli 1939 u m 59 999 g e- r i n g c r angegeben als für Juli 1929. Gegenüber Juni dieses Jahres weist die Bautätigkeit im Juli eine nicht unerhebliche Steigerung auf, sowohl der Zahl der Genehmigungen wie der Baubeginn« nach. Bei gewerblichen Bauten ist diese Steigerung besonders stark: im Juni wurden Bauten mit 560 000, im Juli mit 819 999 Kubikmeter umbauten Raumes begonnen, was eine Steigerung um 45 Proz bedeutet. Vollendet wurden im Juli 979 999 gegen 799 999 Kubikmeter im Juni(Steigerung 39 Proz). Kupferpreise fallen noch immer. Nachdem der vfsizielle Kupferpreis sowohl in New Dork wie in London schon mehrere Tage unterboten worden war, hat die Kupferexportoereinigung den Preis weiter, von 19,89 au f 19,55 C e n t s für ein englisches Psund herabsetzen müssen. Der deutsche Schuhaußenhaadel ist auch im Augifit 1939 mit 2,28 Millionen Mark aktiv gewesen. Die Einfuhr wird mit etwa 39 999 Paar Lederjchuhen angegeben. Damit ist binnen Jahresfrist die Einfuhr um die 5, älite gesunken Die Ausfuhr erreichte fast 321 999 Paar. Gegenüber dem Vorjahr liegt«ine Steigerung um etwa 1 16 999 Paar~ 5 6 P r vz vor. Der Wert der Einiuhr wird iür August mit 429 999 Mark angegeben. Di« Aussuhr macht 3.39 Millionen Mark aus. O Seit 80 Jahren m festa/f nordd /tperhetoen rt 45 Pf. Man verfange immer d. Pa/enfschute, JaV/mmer fingen.' Hrankheifsb'fcL Gofacbfen aratis cfurch H. W/fr T A#«/#< Viel nachgeahmi— doch nie erreicM/ Bocnicke's Hausmarke- Coronas- Sortiment zu 12, 13, 15, 18, 20 Pf. oJmui Eine unüberireff liehe Leistung Von hSchaierPreiswUTdigkeUt Capiiano\fi Ii 11*}, cm, die große I«« ff irre Aasgetebfinele, milde QuaWM niustr. 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Eine nennenswerte Wetterbesserung dürfte aber verläufig nur im Westen Deutschlands zu erwarte« sein. * Wetteraussicht cn für Berlin: Zeitweise etwas aufklarend, sonst überwiegend bewölkt oder neblig mit Neigung zu einzelnen leichten Regenfällen: weiterhin kühl.— ssür Deutschland: Im Westen heiter bis wolkig mit ansteigenden Togcstcmpcra.urcn, in Nordost- dcutjchland stark., bewölkt bis trübe, kühl mit Regenfällen: sin übrigen Reiche etwas Besserung, aber noch vielfach bewölkt oder neblig. Sozialistische Arbeiterjugend Groß«Berlin fZlnsendunqe« für diese Rubrik nur an dos �uaen&refrefortot Kcrfln!> Uhr. Telfnehmeraebühr 3 M. 0 fj c zweimal Kaffer. Mittaaessrn und Urbentachtungl. Telfnehmrrfarleit Tt sind noch sti haben. Alle Iugendarnoklimten und.ttenoffen, die bisher 3 0 noch an keiner..Baldur".Fahrl leilarnommen habrn. folllen nicht 0 Fi versäumen, die legte tzahe! in diesem Jahr mitzumachen. heute, Sonntag: Schönhauser Vorstadt: Heimabend tollt ans.— Humboidthain: Treffpunkt zum tzugendherberg-iaa ISfi Uhr..lliote Allee". Nachziigier 14 Uhr Oskarpiah.— Steflltst: Werbeperanslaisunp für die Iuaendherberpen mit den..Treien Schwimmern" und..Kinderfrenndeii" 15 Uhr am Musikpapillon Lichlerfeide. am Teiiowkanal fNähe Bakefirage). Treffpunkt If i Uhr Heim Afbrechtstr. 47.— Tegel: Tresfpnnfi zur Iupendherberpsperansiaitnnp 13 Uhr Tegel. Berliner Eike Echliepersirahe. Nachzügler UU Uhr am Oskarplatz oder 15 Uhr in den Nehbergen.— Panlo», 9t. F.: Beieifignug an der Iug'Ndweihe. Treffpunkt 10!? Uhe Ffora- Ecke Wollaaksfraße. ffafkenirachf. Mitgliedsbücher mitbringen. — Nentölln vi«; Treffpunkt zum Iugendherbergstag 13!? Uhr Kaiser.ffriedrirh» Ecke Weichfelstrahe.— Brist: Treffpunkt zur Teilnahme am Iugcndherbergsiaz 13'/? Uhr Nathans, Ehausseesfrahe. Scedehezirk Bedding: Treffpunkt zur Iunendherhergsperanstaltung 14 Uhr Oskarplast. Im Bolkspark Nehberge führen wir eine eigene itundgebuitg durch. Werde bezirk Osten: Neidiswerbe'ag des Ingendherbergsverhondez, II Uhr Eoneordia.Pofast. Andreasftr. 64. Mustf. tziiin usw. 15 Uhr Spartplast ffried- richshain. Mufil, sportl'che Darbietungen. Freier Eintritt für Inhaber rineu Festpiafette.— Für die..Baldnr"-Fohrt am 4. 5. Oftober kitnnen wir noch Karten bekommen. Die Gruppen holen fie im Sefreiariaf gegen Bezahlung sofort ab. Wcrbcbezirk Tempelhof: Treffpunkt 13 Uhr Tempelhof. Torfstrahe. Be» leiiigung an der Iugendhcrbergsoeranstaltung in Neukölln(Pflichtverau» staltung). Werbebezirk Neukölln: Wir beteiligen uns geschiofien nn dem Iugendherherg». tog im Stadion Neukölln. Treffpunkt 14!» Uhr auf dem Blast 1, Eingang Siegfried- Ecke Oderstrahe. Fahnen nur mit Inschriften und Wimpel mit» dringen, Werhebeziri Mitte: Treffpunkt 13 Uhr Nafenihgler Blast zur Teilnahme anr Ingendherbergstag in den Nehbergen. Fahnen und Transparente mitbringen. Morgen, Montag. 19'A Uhr: Moabit TT: öcirn Lelirter 0fr. 18—19:„Politische Schlagwörter".— Westen? Seim Hauptstr. 1ö:„Frankreich".— Brnswalder Platz II: Heim Nastenburgcv Straße 16:„Tagespolitik".— Falkplatz T: Schule Sonnenbnrger Str. 20,& 3: „Erste Hilfe".— Falkplatz ll: Schule Sounenburger Str. 20:„Runbfunk dem Werktätigen".— Schönhauser Porstadt: Schule Sounenburger Str. 20: Na-d'o- Empfangsabend.„Baldur".Fahrer 3 M. mitbringen.— Stralauer Viertel: .Heim Goßlerstr. 61:„Tage sfro gen".— Warschauer Viertel, R. F.: Wichtige Fnnktionärversammlung im Heim Litauer Straße.— Hallesches Tor: Heim Porckstr. 11:„Ter neue Reichstag".— Reichenberger Viertel: Heim Britzcr Straße 27—30: Funktionärsitzung.— Lichterfclbe: Heim LichterfeldewWeit, Albrechtstr. 14a: Funktionärversammlung.— Pankow NT, R. F.: Heim Kisssugen« straße 47—48:�„Die ersten Freibeitskämpse der Arbeiter". Werbebezirk Wedding lAelterenqruppe) und Werbebezirk PreAzlauer Berg: Beteiligung am Vortragsabend der Sozialwissenschgftlichen Vereinigung, Hocke« scher Hos. Posen-tbaTer Str. 40—41. Thema:..Fasänstische Gefahr". Werbebezirk Westen: Heim Rosinenstr. 4: Vorbesprechung der Teilnehmer der Iugendbildungsschule. 20 Uhr.— Rotcr.Falkcn.Rat: Alle Helfer und Führer müssen erscheinen. Fnteressicrte Genossen sind eingeladen. Werbebezirk Neukölln: W.'B.vFunktionärsitzung 19'.� Uhr im Dortragssoak Kanner Straße. Thema:„Der Stand unserer Erziehungsarbeit". Alle Funk- lionäre müssen erscheinen. Mitgliedsbuch dient als Ausweis. Vorträge, Vereine undVerfammwngen. /Z» Reichsbanner..Schwarz-Rok-Gald". Geschäktssselte: Berlin S. 14. Cebaftianssr 37—38. Hot 2. Tr. Hanno rstand! Achtung! Kameraden, die an einer Landagitation nach Swinemnnde am Sonntag, 11. Oktober, teilnehmen, wollen sofort ihre Adresse dem Gaubüro einreichen. Fahrpreis etwa 8 M. Abfahrt Sonnabend, 11. Oktober, 14 Uhr. Die Zusammenkunft der Fahrer findet am Donnerstag. 2. Oktober, in LandrSs Weißbierstuben. Klosterstr. 70. statt.— Son.utag. 28. September. Mitte, Zungbanner: 10 Uhr Bhf. Dorfe. Brenzloucr Berg, Kameradschaft Balkan: Kamerad Alex Becker ist verstorben. Beerdigung lOH Uhr neue Halle, Jüdisch«;? Friedhof, Weißenfee. Erscheinen Pflicht. Montag, 29. September. Mitte, Zungbanncr: Die Mitgliederversammlung findet nicht statt. Tempckhof sOr�sverein): 20 Uhr bei Ma-Li erweiterte Borstandssitzung.— Pankow: Die für Dienstag, 30. Septemer, angesetzte Vollversamnr, lung muß auf Freitag. 3. Ok ober, 20 Uhr.. Türkisches Zelt. Breite Straße, verlegt werden.— Kreuzberg: Mittwoch. 1. Oktober. 20 Uhr..�ug Hl: Monats» ncrsammlung hei Grahl. Wartenburgstr. 11. Handballspieler: Sitzung bei Krepp, P'anufer 73.— Kreis Norden. Zungbanner: Donnerstag. 2. Oktober. 20 Uhr. Krcisjugendmitqlicderversammlung in der Löwenbrauerei, Hoch- Ecke Badstraße. Thema:..Zungbanner vor die Front". Neferent Kam. Dr. Haubach. Vollzähliges Erscheinen Pflicht.— Prenzlauer Berg, Zungbanner und Sportler: Zeden Mittwoch 20 Uhr Uebungsabend Turnhalle Greffen Hagener Straße. Zeden Freitag Ms Uhr Badeabend Stadtbad Oderbcrger Straße. Unkosten 23 Pf. Zahlreicher Besuch wird erwartet.— Marineabteilung: Bis zur Zuteilung eines neuen Unterrichtsraicknes finden die Hebungen jeden Mittwoch um 20 Uhr und jeden Sonntag ab 0 Uhr im Bootshaus statt. Ncuanmeldungen werden dort entgegengenommen.___ Arbeiter-Samariter-Iund, Kolonne Berlin. nßcg&i Geschäftsstelle: R. 24. Gr. Kamburger Str. 2v. Tel.: VI Norden 334«. Am 23. September, zwischen Kottbnsser Straße hzw. Kottbussen Damm, eine Armbinde Nr. 290„ ldiefylbe wird für llngültig erklärt) und eine Bestecktasche mit Znhalt verlorengegangen.. Wir bitten den Finder. tz�nannte Sachen gegen Rückerstattung der Unkosten nach oben angegebene Adresse zu bringen. Arbeiter Radie.Bnnd, e. V. Ortsgruppe Groß.Berlin. Untergruppe Reu. kölln-Treptow: Lokal Schikora. Elbftr. 14. Freitag. 3. Oktober. 2V Uhr. Bor. trag:„Was brachte uns die Funkausstellung".— Untergruppe Eharlottenburq: Lokal Lehman�, Königsweg 8, 20 Uhr. Außerordentliche Mitgliederversammlung Freitag, 3. Oktober: Wahl des Vorstandes.— Untergruppe Friedrichehain: Lokal Wertoller. Hohenlohestr. 3. Donnerstag.. 2.. Oktober. 20 Uhr. Bauabend für Ausstellung.— Untergruppe Prenzlauer Berg: Jeden Donnerstag Zu- sammenkunft im Lokal Klug, Danziger Str. 71. Berein„Freie Sammler�. Heute, 19� Uhr, Halbjahresversemmlung in der Schule Weinmeisterstr. 13—17. Arbeiter.PbstinenteN'Bund, Zngendabteilung. Montag. 29. September, Zugendheim Gerichlstr. 12—13, Norden 65: Festlegung des Monatsprogramms für Oktober, um 20 Uhr.____ Vrieffasten der Redaktion. A. B. 3. Nein. Die Baugenehmigung ist für alle neuen baulichen Anlogen erforderlich.— A. R. Ein Recht auf Stundung bzw. Erlaß der Hauszinsstener haben Sie nicht. Zhr Einkommen dürfte monatlich mehr als 125 M. betrag"!:. Der Stundungsantrag ist an die Bezirksstcuerkasse zu richten.—<&. M. 4. Die Frau muß entweder sich von ihrem Manne trennen oder d'e Ehescheidung�'» klage erheben. Zu überlegen wäre, ob sich etwa die Einleitung eines Ent» mündigungsvcrfahrens empfiehlt. Zuständig hierfür ist das Amtegericht. l�sckirngsn von Mk. 1.26 an; Wacholder-Schokolade, der naturelle Wacholder- Extrakt in Schokoladen-Überzug, die bequeme Taschenpackung Mk.-.90. In Apoth. und Drog., sonst durch Otto Reichel, Berlin SO, Elsenbahnstr. 4. SSjppicAs.! B». Valwet-_ Wollpiaoch- Wvw O*! Tapp.,«rprbt'Tfl UM M* Mark.n-Fahn- h UM m kat.ca. 300x100 fV,M fiQ.?7pV.°'m.°h..AN. flMTB achw.rsl, Ouai.BgJ«------------- W«M. ca. 300 x 200.. marke ca. 300. 200 t£aafi�Hs>�fye-! 355 Velours- LAufer t'Qfl rein Haar. ca. 70 cm � w y M. breit....... mtr. fß9 M, I» Tourtiay- Tepp.. Spez.. Markeh- Fabri. kat. ca. 900 v 200 Mi Pr. Tournay- � Teppich. 1 t' durchoew.WMt: M /üggücS yonfatäumt. �ÄVVrb. 940 S�JiSO Äff M. CÄ*130Cm Halbstores . C'MertüM. Klöppel- 'einsatz, Fransen- 1 Beschluß... mir. Halbstores Eittertüli.Füeiein». und-Abschluß miH Fransen.... mtr. lekSziger-eCke MARKGRAFEN ZAHLUTiGS ERLE ICHTERUMG ATS V, M. BEQUEME MOMATSRATEn Pr. Toumay- Läufer reine Wolle, durchgewebt, . ca. 70 cm breit....mtr. •. �Mbwt�Ä ipSSii _____ >> i parieinachnchien ttatenbungen fax diese Rabrit sinb Berlin SB«5, Linbenstratze Z. fürGroß-Berlin stet, an da» BezirktsekretarU» 2. Hof, 3 Treppen recht», za richte» Achtung l Stadtverordnetenfraktion! Wegen der allgemeinen Fanktipnärkonferenz beginnt die FraktionSstdung am DienKtag. dem 30. September 1030. Pünktlich 17 lS) Uhr. * i. Jitci» Prentlnver Berg. B>Ibaag»ga�ch»ß: Moni««, R, Septevrber. Uhr. bei Silin.?an,iq«r Str. 71, SiHung. ssrauenleitang. Jung. fojioliften. SAI. und flinbcrfreunbe find betüliiift eingeladen. 7. Srei» Cborlaiteahnrg. D>enstaq..10. Septembcr. ISli Uhr. im Hörsaal der B-russschule. Zlosinenftr. IS. Bersommlunq der«xiiernbeircile und deren �rsatzpersonen von sämtlichen Schulen. Sur Besprechung stellt: 1. Bericht Uber das Ergebnis der Elternbeiralswabien. 2. Wie läßt sich«ine evsolg' reiche Tätigkeit der Elicrnbeirätc an den Schulen ermöglichen? und Wo»l »an drei Personen als Vertretung der Elternbeiräte. 10. Srei» Aeblendaes. Mittwoch, I. vitober. l8>.z llhr, Srei»vor. ftß stonb»ffbnag im LindenparS. Hm 20 Ilhr Sreiomitglicbernersammlaag E-5 «beabort. Thema:.Die poNtischc Lage". Siescrent Sicqsrieb Ans- kW haaser, R. b. R.&Z lt. Srei» Schön-berg. Zsreie Schulgemeiabe: Am Sannta«. 28. September, 14 Uhr, Treffen der Mitglieder und deren Sind« im Birke wwäldchen. Manteuffelstr. II— 12. Semeinsome Sasfectafcl, Volkatänie, Tombalg, Sasperletheater. Eintritt frei. Parteigenossen sinb herzlich eingeladen. Dienstag. ZO. September. 20 Uhr. Mitgliederversammlung bei Will. Martin. Lutber�tr. 80. Referentin Sonrcktorin Genossin lsiedler.— Montag, 29. September, ssraktianssitzung mit den BUrgerdcputicrtcn im neuen Rat- haus, Zimmer 144. 111. Srei» Steglih. Werbcvcränstaltung der SAI., Sinderfreunbe, Freie Schwimmer Berlin 12 und Iungbanner für die Iugendberbcrgen um IS Uhr am Musikpavillon. Lichtcrfcldc. am Teltomkanal(Nähe Bäkestraßc). Wir bitten die Genossen um Beteiligung. 18. Srei» Tcaipelhas. Montag. 19>ü Uhr, Fraktionssihung, Tcmpelhof. Dorf. sirasie 42. 17. Srei» Lichtenberg. Mittwoch, 1. Oktober, l»lh Uhr. Vorstand ssihung bei Tempel. Gudrunstr. 7.— Bildnag»au»schusi: Montag, 2S. September, Uhr. wichtige Sisiung in der Bihliothek, Wcichselstraße. 18. Srei» Weißens«-. Montag. 20. September. 20 Ubr, Fraktionssihuna im Sihungssaal de» Rathauses, Alhertinenstraßc. Bilrgerbeputierte roerben um Teilnahme gebeten. AuSMiillilZiiei' Bezimsparieiiag am Sonnabend, dem 4. Okiober, 19 Ubr, im Plenartaal des Preuhitchcn Staatsrats, Leipziger Strafe 3 T agesordnung: Die Reidistagswablen u. die Aalgaben der Sozialdemokratie Referent wird noch bekanntgegeben Aussprache 19. Sxei» Paulo i» Di« Mitalieder der Bildungskommilsionen treffen sich Mittwoch, 1. Oktober. 20 Uhr. bei Seller. Golenuzstr. 14. heute, Sonntag, ZS. September. Zt. Abt. Sur heutigen Besichtigung de» Sraftwerk, Slingenberg treffen sich die Mitglieder friih 0�, Uhr vor dem Sraftwerk. 29. Abt. Die Funktionäre»erben gebeten, die ausgegebenen Transparente und Fahnen cingufammeln und beim Genossen Schröter, Danäiger Str. 2Z, abzugeben. 83. Abt. Lichterselb«. Der Iugendberbcrgsverband StegliK veranstaltet heute ob 15 Uhr im Musikpavillon in den Anlagen an der Bäkeftrahe eine Werbeseier. Die Ausgestaltung haben die sozialistischen Fugendgruppen übernommen. Wir bitten m» Unterstützung. Morgen, Montag. 29. September. 9. Abt. 30 Uhr bei Sübner. Wilsnacker.Str. 34. Funktionärfitzung. Achtaag! Borstandssitzung«ine balhe Stunde früher«bendort. 38. Abt. 19>,h Uhr bei Heiles, Prenzlauer Allee 239, Sitzung aller Wohlfahrt». kommissionsmitglieber der Abteilung. Vortrag:.Die Aufgaben des Zugend» amtes.— Reichswochcnhilf« und Säuglingsfürsorge." 34. Abt. Die Quartalsabrechnung und Abrechnung der Sammellisten um 18 Ubr beim Abteilungstaslierer. 48. Abt. 30 Uhr bei Tctzlgsf, Ritterstr. 33, Funktionärsitzung. Die Borst» nds- mitglieder treffen sich dort um 19 Uhr 33. Abt. Charlottenbneg. 18 Uhr engere Borstandssitzung im Lokal von Lux, Huttenstr. 28. Die Iahlabendsleitcr und Bczirksführer erscheinen um 20 Uhr daselbst. Pünktliches Erscheinen erbeten. 141. Abt. Roienthal und Ri« Hers chänhanse». West. 20 Uhr wichtige Funktionär» sitzung bei Türcke, Ricdcrstr. 5. Erscheinen dringend notwendig. Dienstag, 30. September. 82. Abt. Siemcnsstadt lBeziel Kaselharft). 20 Uhr im«-»sum.Rksta-rant in Kaselhorst,»artc-scld-r Straße, Mitgliederversammlung,«ortrag:.Die politische Lag- nach der Wahl". Ref.: Map Brinitzer. Ale Genossinnen und Genosse» müsse» ericheinen. 74. Abt. Zehlenborf�üb. Treffen zur Funktiynärlonferenz um 18.30 Ilhr am Bahnhof Thielplatz.— Mittwoch, l. Oktober. Sreismitgliederversammlung um 20 Uhr im Lokal»Lindenpark". Hrauenveranstaltuvgen. Z. Srei» Tiergarten. Montag. 29. September. 19V} Uhr. bei RachtigaS. Beussel- straße 32. Fritz-Reuter-Abend. Portraaenber: Genosse Kinrichion 19. Srei» Pankow»Agttation»nb»rbeiterwohlfahrt». Freitag. S. Ottober. ' 20 Uhr. Werbeveranstaltung. Borfübrunz de. Film».Mutter Sraufen» Fahrt ins Glück". Referent und Lokal weiden am Mittwoch, 1. Oktober. dekonntgeaeben.„ � 30. SreiO Reisickendorf. Die für Dienstag. 30. Gevtemk�D.-.indettifene �unttionärinnensit�ung fällt wegen der große» �ui�snärknnferens aus. Alle �unttionärinnen, die im Besitz einer Fun/tio»arkarte find, deteiligen sich daran. Montag. 29. September. 2.,'3. Abt. 19� Uhr im Saal s de, Gewerkschaft shaufc». Snzelufer:.Di- politischen Folgen der Wahl." Ref.: Gertrud Dübn., 6. Abt. JO Uhr her Dobrohlaw, Swinemünder Str. U:.Die politischen Folgen der Wohl." Ref.: Mar Witzes.~„ 7. Abt. 20 Uhr im Lokal Borsizftr. 14:»Di« politischen Folgen der Dahl. Ref.: Willn Wolfs._ � T 8. Abt. 20 Uhr bei Rickert. Steinmetzstr. ZS,:.Dl« polt tischen Folgen der Wahl." Ref.: Margarete Schenkolowski. 14. Abt. 19>� im..Swinemünder G-sellsch-ftshous". Ewlnemiwder Str. 42. Bunter Abend. Vortragender: Genosse Hosemann. 18. Abt. 19', i Uhr bei Lcuschncr. Ackcrftr. 119:.Die volrtischen Folgen der Wahl." Ref.: Hans Bauer. 17. Abt. 19'., Ubr bei Klinge. Sellrrstr. 14:.Die politischen Folgen der Wahl" Ref.: Mar Heodcmann. 18. Abt. 20 Ubr bei Sorggtz. Uferstr. 12:.Die politischen Folgen der Wahl." Ref.: Dr. Helmut Klotz._ 22. Abt. 20 Uhr bei Bartusch, Friedenstr. SS;.Worauf kommt es an?" Res: Sottlieb Reese....... 25. Abt. Den Genossinnen zur«cnntni». daß unser Frauenobend erst am 8. Oktober stattsindet. Nähere Mitteilung erfolgt noch. 27. Abt. Ig'.r Uhr bei Reetz. Sonnenburger Str. 1:.Die politischen Folgen der Wahl." Ref.: Lennn Zaduczvnski. 30. Abt. 20 Ubr hei Hvfmann, Lnchener Str. 8:.Sii poNtischen Folgen der Wabl." Ref.: Sene Greetz. 33. Abt. 191- Uhr bei Wcrtalla. Hohenlohestr. 3:.Unser« Borkämpfer." Ref.: Wilhelm Mi-lhke. 34. Abt. 19'~ Uhr im Lokal Gubener Str. 45:.Die politischen Folgen der Wahl." Ref.: Gertrud Hanna, M. d. L. 35. Abt. 20 Uhr im Lokal Boigtstr. 38:.Die»oltttschrn Folgen der Wahl." Ref.: Ernst Neumann.....„_ 38. Abt. 19',« Uhr bei Busch. Tilsiter Str. 27:.Proletarische Festkultur." Ref.: 37. Ab" U�Uh" bei Rex, Matternstr. 19:.Die politische» Folgen der Wahi" Ref.: Otto Most._. 38. Abt. 20 Ubr bei Bartusch. Friedenstr. 88:.Di« Frauen und die Reichs» tagswahle»." Ref.: Genosse Otto John. 41. Abt. 20 Uhr bei Erdmann. Belle. All, ancc-Str. 74,:„Dre politischen Folgen der Wahl." Ref.: Mar Brinitzer.„ � �, 44. Abt. w'i Uhr bei Ewald, Skalitzcr Str. 128:„Mt.Bciliner Humor." Ret.: Genosse Mendelfohn. vouclMpMe mocieknefciLciucildmubfsts --MZIfl zoo m reinet co: FOOj Steppdecken KiDamash CO '.9008 Stiimuster Ca Mf\»a tQ 25 wDM-Ss» Moqu Saum Verkauf/furSpgndauerSh'.z •••••«• 5»»»«.»""»?» SPaFzellen und. Wohnungen •••••••• •• S% Einige sonnige HeiiDau- Wohnungen Vh bis 2V2 Zimmer mit allem Komfort sofort brw. rum 1. Oktober 1930 za vermieten. GOnstigste Verkehrslage, direkt am Bahnhof Neu-Lkhtenberg Auskunft und Vermietung täglich von 9— 18 Uhr durch: Gemeinnützige Beamten-Siedlnngs G. m. b. H. Berlin-Schöneberg, Innsbrncker Str. 31 Telephon: Stephan 0418—17 oder; Verwalter Holzapfel, Nea-Llcbtenberg Oalbahnstraße 0, I Ausverkauf b« letzten 50 Parzellen in der Gartensiedlung «oken-Licke bei geringster Anzahlung und 20 DU. Monatsraten. 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Sief.: Dr. Fridn M-ranher. 5Z. Abt Charl»lt«»b>lrg. 1S>4 Uhr bei Reimer. Wilmeredorfer Ett. A:»Die Xrmi als Staatsbürgerin." Ref.: Dora Berga». t"., 7b., N. itilb 72. Abt. TUw«r»doif. 20 Uhr bei Jtenfs, Safteirer Str. b, gemeinfam mit dem Unterausschuß Wilmersdorf de» ADSB-: ,.R»t« Verordnung im Kranfenfassenwefen." Ref.: Richard Tnaelbardt. 02. Abt. Steglitz. ZO Uhr bei Schellhafe. Ahorn fir. 15»:»Die politischen Folgen der Wahl." Ref.: Dr. Rorbert Marr. Reniälln. 8«. Abt. Uhr bei Gromeck, Eanderftr. 10:»Wahlbetrachwngen." Ref.: Pr. Mar Schütte, der auch über feine Erfahrungen aus früherer Feit berichten wird.—»1. Abt. 1R4 Uhr bei Aid decke. Fontane. Ecke Sarls. gartenftraße:„Die Gefahr des Faschismus." Sief.: Surt Lücke.— 85. Abt. ÜH? Uhr bei Friedeisdorf. Fijgerftr. 8. Lichtbildervortrag de» Kenoffen Stumpf. Die Frauen Und Zochter unserer Kenoffen sind besonder»«in. geladen.— 9b. Abt. ZO Uhr in der Lesehall« Rogat. Ecke Zlsenstraße: .Di«»olttischen Folgen der Wahl." Res: Georg Raible.»7. Abt. Iglh Uhr bei Rutzf«. Leinestr. 1:»Die politischen Folgen der Wahl." Ref.: Elfe Michaeli». l»s. Abt. Treptow. 19H Uhr im.Elfeneck". Siefholtz. Ecke Elfenftraß«:»Di« politischen Folgen der Wohl." Ref.: Siedalteur. Wolfgong Schwor». 102. Abt. Baumfchulenweg. ISU, Uhr bei Saß, Baumfchulenstr. 72:»Di« politi. schen Folgen der Wahl." Ref.: Ewdto. San» Wovwod. ZW 108. Abt. vberschöneweide. Igih Uhr in der„Schillerglocke". Schiller. Promenade. Lichtbildervortrag de» Genossen Dr. med. Georg Löwen. stein:.Krankheiten und Röte der Proletarierfrau." 104. Abt. Riedcrschbneweibe. 20 Uhr bei Pamp. Fenn» Eck« Hasselwerderstpaße: Di« politischen Folgen der Wahl." Ref.: Luise Rähfer, M. d. L. leb. Abt. Zohanni»thal. IS'H Ubr bei Botha, Stubenrauchstraß«:»Die poNti» schen Folgen der Wahl." Ref.: Klara Bohm.S.ü Uhr in der Gemeinschaftsschule Bismarckstr. ll:»Die politischen Folgen der Wahl." Ref.: Stadt». Minna Tadenbagen. 132. Abt. Blankenburg. 20 Uhr be! Klug. Dorfstvaße: Die politischen Folgen der Wohl." Ref.: August Riemann. 139. Abt. Tegel. 20 Uhr im Jugendheim, Schöneberger Str. Z:»Die politischen Folgen der Wahl." Ref.: Paul Bernstein. 139». Abt. Tegel, Freie Scholle. 20 Uhr im alten Schollenbüro:..Ernste» und Heitere» von Müttern und Kindern." Bortrogende: Martha John. Dienstag. 30. September. 32. Abt. Der j�rcuenabend findet erst am 7. Oktober statt. NSbere Mitteilung erfolgt noch. SS», 92. und 93. Abt.«eukölln. 20 Uhr in der Aula der Anrl.MarL.Schule. Kaifer-�tiedrich-Straste, Vortrag der Zöiener Genossin Sofie Lazarsfeld über:..Mann und �rau in Ehe und Beruf.* 140a. Abt. Wittenau. Der Frauenabend findet erst am 7. Oktober statt. Mittwoch, 1. Oktober. 21. Abt. 20 Uhr bei Kroll. Utrechier Str. 21:„Die Frau in der Rechtsprechung." Ref.: Landgerichfsdireffor Ernst Rüben..__ 8«. Abt. M-riendorf. 20 Uhr bei Görlitz, Chausseeftr. 19. Filtz-Reufer.Abend. Portrogendcr: Genosse Smrichsen. Auch die Genossen find ,u diesem Abend eingeladen. 105. Abt. Adlcrshof. 20 Uhr bei Schmidtbauer. Bi«m-rckstr. 74:»Die polit,. schen Folgen der Wohl." Ref.:. Otto Most..... 122. Abt. Bieodorf. 20 Uhr bei Povatb, Marzahner Str. 51: Bunter Abend. Bortragender: Genosse Sonns S- stamm. 134. Abt. Buch: 20 Uhr bei Göpfcrt am Bahnhof Buch:„SNf. Berliner Sumor." Vortragende: Geuofsin Brockmann. Außerdem gemütliche» Beisammensein. Donnerstag, 2. Oktober. 74. Abf. Uehlenboef. 20 Uhr im„Lindeuparf" Frouenabend. 75. Abt. Wannfee. 20 Uhr im„Reich« df-r".«onigstr. 24:.Grotesken. Satiren und lustige Lieder." Vortragender: Genosse Hosemonn.., TO. Abt. Newickeudorf vst. 20 Ubr Di-'kutiersdend in der Llndauer u>trabe. Bezirksverordneter Genosse Wilsdorf spricht über die Aranfenkassen- Verordnungen. Bezirksausschnft für Arbeiterwohlfahrt. 2. Kr«'» Tiergarten. Mittwoch. 1. Oktober. 14� Uhr. Bestchtigun« de» Stedtbades Mitte. Treffpunkt Gartenstr. 8. vor dem Bad. Daran anschließend um 17 Uhr Besschfiguna de» Lehrlingsheime» Luifenstr. 55. Alle Senofssnnen und Genossen, di« daran teilnehmen möchten, find herzlich dazu eingeladen. l. steei» M'tt«.». Abi.: Alle Mitglieder der Wohlfahrtsfommiffion werden ««Hefen, am D'ensiag. 50. September, im Lokal Dobrohlom. Swinemünder Strgße 11, zv-eMrindn..,, Zungfozialiflen. Achinna. Gomppe Schöneberg! Heute, Sonntag. 8 Ubr. treffen wir un» zur gref fabet nach Bei-ielana m,t d-r Gruppe Eharlsttenbur, am Drlhelmpfatz. Rgchzugler treffen!ich um 15 Uhr auf dem GelSnV de» Fugendheime»:n Brief'fang. D't machen taeauf aufmerksam, daß e» Pflicht lebe» Genossen ist. in Brieselang wie auch an der Sefamtveranstaltung am Montag zu er. � Wilwersbarf: Sonntag. 28. September, pünktlich 8 Uhr. auf dem Bahnhof Ausstellung f unterer Bahnsteig, Richtuna Spandau, vornl. Fahrkarten bis Finkenfrua. Rachzüqler treffen uns ob 12 Uhr in der Zugendberberge Briefe» lang— Montag. 29. September. beteiligen wir uns geschlossen an b«r Gesamt. neeonftaltung. Hackefchen Hof. Rofenthaler Straße.— Dienstag. 50. September. 20 Uhr. im Jugendheim Bilhefmsaue 124. ungezwungene Autsprache über aktuelle Fragen.— Freitag. 5. Oktober, besuchen mir die Gruppe Schönebelg. Ort und Thema Freitag im„Barmarts". Gruppe Reinickendorf: Gruppenabend Montag fällt aus. Wir beteiligen un» an der Gcfomtperanstaliung im Kackeschen Kot, Rosenthaler Siraße. Treff. vunit 19li Uhr am Eingang. Eine» notwendigen Austausche» wegen sind sämtliche BolkÄiühnenkarten miizubringen. Montag letzter Tag. Gruppe Eherfattexbnvg: Achtung! Am Montag wichiige Gefamweranstal- tung. Treffen 18»! Uhr Wilhclmplatz. Gruppe M-Hl»dorf: Der Gruppenabend findet in dieser Woche ausnahm»- weife infofge der Berliner Funktionärfonferenz am Donner»iag. 2. Ottober, statt. Gruppe Bank»»: Am Montag. 29. September, fällt unter Keimabenb au». Dafür Beteiligung an der Gefamtveronftaltung. Treffpunkt 19>>i Uhr Mühlen. Eck» Berliner Siraße lU-Bahn Binotastraßel. Ab Donnerstag tagen wir nicht mehr im Fugendheim stiffingenstraße. fondern regelmäßig jeden Montag und Donnerstag nnn 20—22 Uhr im Jugendheim Göefchstr. 14. Gruppe Moabit: Gruppenabend Montag fällt au«. Sefamtveranstaltung im Jäckelchen Hof. Zungsozialistische Vereinigung Groß-Verlin. Barteigepolfen»nd»AZ..G«noffen find herzlich cingeloden. U»löst«»beit»g 1» Pf-.. Arbeitsgemeinschaft der Sinderfreund«. Helseitchnlung! Die Fragebogen find umgehend«usgestlllt an die.Zentral« gu senden, damit da» Programm zusammengestellt merden kann. Allgemeine Funktionärkonferenz am Dlanstsg, dem 30. September, SSV» Qbr, In den Oermanla-Feslsaien, Chausseestr.110 Tagesordnung: Vortrag; Reichstagsivahi und soziaidemokPitie Referent: Slesfrlcd AufbSuscr, M. d. R. Aussprache. Zutritt nur gegen Vorzeigung der Funktion&rkarte für das Jahr 1930 mit gleichlautendem Parteimitglledsbuch. Der Beslrfcsveretaad. stem» Schönebeeg: Gruppe Jean Faurd» im Jugendheim Kapptstr. 15 von 17—19 Uhr.— Rot« Fallen: Dienstag Sudetenlandzimmer. Vortrag aus der Zeit der alten Sozialisten.— Znngsollen I und II: Mittwoch Ausfvracheabriid. Alle drei Gruppen Freitags Beteiligung an den.Bastelarbeitsgemernfchaftsn nach Wohl.— Reftfalken: Dienstags und Freitags im Frankcnlandtzi»uner. Wir hauen unsere Stadt. Streichholzschachteln mitbringen.— Gruppe Friedenau: Jung, und Rote Falken im Jugendheim Offenbocher Str. 5» Dienstags 19>h Uhr.— Gruppe Liudeuhof: Im Jugendheim der Siedlung von ITH bis 19H Uhr Montags und Tonnerstags. Die stinderfreunde schwimmen Dienstags von 19— 20H Uhr in der Badeanstalr Hauptstraße.— All« Fallen und Eltern beteiligen fich an dem Fest der Weltlichen Schule. Wir treffen un» um 13 Uhr ndr der Weltlichen Schule, Feurigstraße. Die Veranstaltung findet im Birken- Wäldchen, Tempelhof, statt. Nachzügler gehen dorthin. Kreis Eharlottrnbnrg: Heute um 13 Uhr Treffen Ungergrundhahnhof Wilhelmplatz zur Teilnahme an der Werbefeier der Jugendhrrbsgsmoche. Fahr» gelb 20 Pf. mitbringen. Kreis Prenzlauer Berg, Gruppe»Freiheit": Rloniog. 20. September, von 17—19 Uhr. im Jugendheim Sonnenburger Str. 29, Ausspracheabend der Roten Falken über»Von der Einsegnung zur Jugendweihe". Die Jung, und Nestfalken veranstalten zu gleicher Zeit einen Bunten Abend.— Mittwoch, 1. Oktober, um 19H Uhr, Bei Kurt Lücke, Stolpische Str. 19 l, Helfersitzung mit dem Helferkreis der Gruppe»Friedrich Eberl".— Freitag, 3. Oktober, 17 Uhr, Beginn der Turnabenie Schule Sonnenburger Str. 20. Turnschuhe bzw. Hallcnschiihe mitbringen.— Gruppe Viktor Adler: Tanzabende ab kommenden Donnerstag»ierzehntägig im Heim Danziger Str. 02. Freitag Gruppenfahrt noch der schwimmenden Jugendherberge im Pretzsee.(Näheres auf den Gruppenabenden.)— Oetsgruppe Köpenick: Alle Gruppen treffen fich heute sSonntag) 13 Uhr vor dem Jugendheim. Sefichtigung der Ausstellung „Sozialistische Jugendarbeit" im Körnerpark in Neukölln. Eltern find herz- lich eingeladen. Geld, Plaketten und Sammeldilchsen werden Sonntag 12H Uhr b«> H«te Schütte. Alte Dahlwitzer Siraße, abgerechnet. Stachmittags Jugend- heim Besprechung über Ferienveranstaltungen. Krri, Reuköllu. Gruppe Jungvolk: Sonntag 13 Uhr Treffen am Boddin- platz: Gang zum Iugendherbergssest.— Srnpp» Birk«: SSonwa 20 Uhr Elfern- Versammlung in der Lessingschule.— Ausstellung»Sozialistische Znaendurbeii" gemeinsam mit der SAJ. und den Iungsozialisten in der Orangerie im Körner- vark heute, Sonntag, letzter Tag. Alle Gruppen beteiligen fich am Jugend. Herbergstag im Sportpark Neukölln. Treffpunkt um 13% Uhr am Sport park, Eingang Siegfriedstraße. Wimpel und Turnschuhe mitbringen.— Gruppe Falke: D>«nstag 16% Uhr am Bhf. Kaifer-Friedrich-Straße. Mittwoch, 1. Oktober. Elternversammlung im Jugendheim Kanner Straße um 20 Uhc,— Bildnugvobleut«: Zusammenkunft der Biltungsobleute ist am Mittwoch um 17 Uhr im Jugendheim Eanghoferstraße. Krei, Pankow: Heute. Sonntag, 28. September, treffen fich alle Gruppen zur Teilnahme an der Jugendherbergsveranffaltung um 13% Uhr auf dem Marktplatz Pankow. Von dort gemeinsamer Marsch nach der Reinickendorfer Straße. Zur eventuellen Rückfahrt 15 Pf. mitbringen. Kr«!, Mitte: Sonntag Treffpunkt zum Abmarsch noch den Rehbergen 14% Uhr See. Ecke Reinickendorfer Siraße. Montag, 20 Uhr, Heim Elisabeth. kirchftr. 19, Zeitungsfonimisfion. Material für die Zeltlagernummer mitbringen. — Gruppe Rattevtti: Treffpunkt zum Iugendherbergstag 13% Uhr am Heim. Mittwochs Baden in der Gartenstraße. Eintritt 10 Pf.— Rrstsallen: Montag Heimabend.— Znugsalkeu: Dienstag Aussprache.— Notfällen: Montag Aus- spräche.- Eltern: Aussprache betr. Fahrt, am Dienstag, 30. September. 18 bis 19 Uhr. Alles im Heim Elifabeihstr. 19. Freitag, 3. Oktober, bis Mittwoch, 8, Okiober, Fahrt für alle Rest, und Rotfalken. Krei» Krenzberg: Helfer und Kinder beteiligen fich geschlossen an der heutigen Jugendherbergsveranstoltung. 135» Uhr vor dem Eportpark Neukölln, Eingang Siegfriodstroße.— Kveisfahrt mährend der Herbftferien! Wir fahren ab 2. bis 5. Oktober nach Siübersdorf. Kosten einschließlich Fahrgeld 5 M. Alle Gruppen find eingeladen. Auskunft und Anmeldung beim Wanderleiter«iunke, Git. schiner Str. 82. bis Dienstag. 30. September.— Gruppe Wassertovftr,: Falken treffen fich beute 13H Uhr vor dem Jugendheim.— Gruppe Kottbufier Tor: Heut« 1251 Uhr Görlitzrr Bahnhof. Nachkommende 135» llhr vor dem Neuköllner Etadien. Eingang Siegfriedstraße Koheufchönhaufen: Montag, 29. Sepfemder. Siedlung Dingelftodter Straße. von 17—19 Uhr Singspiel«. Dienstag. 30. September. 18—20 Uhr, Turnen in d«r Rödernstraße sFTGB.) Donnerstag. 3. Oktober. Zugendheim Freien. wolder Straße, von 17—1» Uhr Bostekn. Krri, Wehhing: Sonntag Aufmarsch zum Jugendfeft des Jugendherbergsver. band«» Zfiehberg». Treffpunkt 14 Uhr Oskarvlatz(Ecke Reinickendorfer und See. ftraße). Kiei»elternp«rf«mlung am 30. September fällt au».— Gruppe Schiller. pari: Während der Herbstferien 5 Tage nach Rüdersdorf. Slpmeldungen fchnellsten». Fraktion der fo;. Lehrer und Elterabeiräte Lichtenberg«. Dienstag. 30. September, pünktlich 19U Uhr, 34. Schul«(Zimmer 78, Scharnweberstr. 19. Versammlung. Geburtstage, Zubiläen usw. 4,3.»tt. llMfere» Genossen Poul»erndt MM 25jähris«U Partei. lnhilän» die herzlichsten Glückwünsche. 118. Akt. Lichtenberg. Unserem Gelrossen Paul»adtk«, vag u erst-, 9, zum 30jährige i> Parteijubiläum die herzlichsten Glückwünsche. 13». Abt. Tegel. Unserer altbewährten Gcnosfin» r e u« r ,n ihre« 15. Ge- burtstag« am 30. Geptember di« herzlichsten Glückwünsche defonder» no» den Gen-ffinnen. 140. Abt. Borsigmatde. Unferer lieben, sehr rührigen Genossin Hedwig Beiß zum 55. Geburtstage unsere herzlichsten Glückwünsche. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei« Organisation 12. Abt. Unsere Genoffin Theodora Lieder, Rostocker Straße, ist verstorben. Ehre ihrem Andenken! Einäscherung Dienstag. 30. September, Krematorium Gerichtstraße. 2». Abt. Am B. September verstarb unsere liebe Genoffin Frau A II» a L ü d e r, Danziger Str. 74. Ehre ihrem Andenken! Die Einäscherung findet am Dienstag, 30. September, 13 Uhr, im Krcmotvrium Gerichtstraße statt. Rege Beteiligung wirb erwartet. 45. Abt. Unser Genosse Heinrich Friedrich, Skalitzer Str. 44. ist «erstorben. Ehre feinem Andenken! Er war 27 Jahre Mitglied unserer Partei. Einäscherung Dienstag, 30. September. UVs Uhr, Krematorium Baumschulen. weg. Um rege Beteiligung wird gebeten. 80. Abt. Marienbors. Unser langjähriger Genosse, der Bankbeamte Fritz Zieske, Markgrafenstr. 1«, ist plötzlich einem Herzschlag erlegen. Ehre seinem Andenken! Einäscherung am Dienstag. 30. September, 13% Uhr, im Krema. torium Wilmersdorf. Zahlreich« Beteiligung erwartet die Abteilungsleitung. Dreißig Jahre H. Joseph u. Co., Zleukölln. Anfang Oktober d. 0. ist es dem in den weitesten Kreisen der Einwohnerschaft Neuköllns und des Berliner Südostens bestens bekannten Warenhaus H. Joseph u. Co., Neukölln, Berliner Straße Nr. S1/SS, gegenüber dem Nathaus, itergönnt, auf ein 3 V j ä h r i g e s erfolgreiches Best ehe» zurückzubliden. An gleicher Stelle wie vor 30 Jahren, an der Berliner Straße, wo— entgegen der damaligen Zeit— heute das pulsierende Großstadtleben Neuköllns fast seinen Höhepunkt erreicht, erregt der imposante Warenhausbou vsn der Jäger- bis zur Neckarstraße mit 3» Schaufenstern die Aufmerksamkeit der Vorübergehenden. Rastlose Arbeit und unermüdlicher Fleiß, wie auch das immerwährende Bestreben der beiden Inhaber dieser Firma, cherrn S). Joseph und Herrn S. R e h f i s ch, ihr Unternehmen auch in unserer heutigen Zeit führend zu gestalten, zum vollsten Erfolge geführt! Interessant sind die Zahlen der Statistik, die in der Zentral- Verwaltung von Locser u. Wolfs über den Konsum der verschiedenen Tabakerzeugnisse geführt wird. Frappiert einerseits die ununter- brachen stark steigende Umsatzzisser bei einer Reihe bekanntester Loeser u. WolsseZigarren, so ist aber auch seit Jahren ein regelmäßiges Ansteigen im Konsum der L. u. W.-Zigarillos erkennbar. Es hat sich eine beharrliche wachsende Rauchergemeinde gebildet. Loeser u. Wolfs bringt jetzt drei neue Zigarillos-Spezialitäien, die Loeser- rillos zu 6, 8 und 1l> Pf. das Stück, auf den Markt, Kerbstpeogvamm der Stoffe. Wissen Sie schon, wozu Sie fich für den Herbst entscheiden? Kennen Sie schon das neueste Programm der Mode? Haben Sie die Fülle der allerletzten Neuheiten von Woll- und Seidenstaffen, Samten und Brokaten schon gesehen? Sicherlich tappen Sie noch im dunkeln und find ein wenig verwirrt von der Vielseitigkeit der Modecreignisse. Die diesiäheige Mode stellt Sie vor die Lual der Wahl. Aber alle Ihre Sorgen verschwinden. wenn Sie am Moirtaq zu Wertheim gehen, wo man Ihnen alle» zeigt, was es an interessanten Stoffen Sehens- und Begehrenswertes gibt. Da gibt es: Für den Bormittag Flamingette. einen Wollstoff mit Kunstseide gemischt, sein ge- mustert, wie geschaffen für die„kleinen Kleidchen". Diese Stoffe sind schon in den billigsten Preislagen zu haben. Den viel befmochenen Tweed lieht man wieder in etwas veränderter Aufmachung in den Ndodefarben Patounlrtln, Burgund. Earinth, Schwarzweiß. Der Schmuck de» Kaufes— eine moderne Küche. Als Gedicht kann man die Fabrikate der Berliner«itchenmöbcl.Industric Ernst Mansie. Berlin NO. 55, Greifswalder Str. 140—141, btzctäintn. Jede Sausfrau würde entzückt fein, ein« der von obiger Firma angefertigten Einrichtungen ihr«igen zu nennen. Hier paaren fich in vorbildlicher Weife Ruhe und Schönheit mit äußerster Zweckmäßigkeit. Di« Firma darf als ihr Verdienst buchen, auch der Küche archiiekionifche Schönheit gegeben zu hoben. Jede Braut, jede Hausfrau wird entzückt sein, ohne jede Verbindlichkeit die Berliner Küchenmöbel-Jndustrie Ernst Mansie, Greifswalder Str. 140, zu befichtigen. Diese Firma liefert auch zum Fabrikpreis än jeden Privaten. Abschiedsgastipiel Stock in der»Seala". Es ist der Direktion der»Eeola" gelungen, den berühmten Elown Krack, der fich bekanntlich nunmehr end- gültig ins Privatleben zurückziehen will, für den Monat Oktober zu einem Abschiedsgastspiel zu gewinnen. Krack wird im Rahmen des großen Oktober. Variettprogramms täglich in beiden Vorstellungen, d. h. nachmittags und abends, auftreten. Da» Deutsche Teppichhan» Emil Lese,««, Berlin, seit 4« Jahren nur Oranienstr. 158, Nähe Mvritzplatz, ba: seine Riesenläger Teppiche, Läufer- fwffe, Vorlagen, Gardinen, Stores, Bettdecken ufw. mit entzückenden Herbfi. Neuheiten sortiert und zu bekannt billigen Preisen zum Verkauf gestellt. Ferner ist eine große Partie Teppiche mit geringe» Webfehler» weif unter Preis vorhanden. 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September.(Eigenbericht.) Der Verbandstag des Nahrungsmittel- und Getränkearbeiter- Verbandes ist zu Ende. Es galt, in Hamburg Rückschau zu holten, wie sich die graste Organisation des Konsumgewerbes in ihrer hcuti- gen Zusammensetzung bewährt hat. Dem Zuge der Zeit und den Beschlüssen der Gewerkschaftskongresse folgend, hatten sich vor drei Jahren vier Verbände mit verschiedener Struktur zum Zusammen- gehen entschlossen. Doch waren nicht nur die Gewerbe, sondern auch die zur Verschmelzung kommenden Verbände wesentlich ver- schieden. In der Brauerei- und Mühlenindustrie Hot sich der Großbetrieb weitgehend durchgesetzt. Wenn auch bei den übrigen Berufen die Tendenz zum Großbetrieb vorhanden ist, so handelt es sich aber noch immer um zersplitterte Handwerksbetrieb«, die nach Zehntausenden zählen und über dos ganze Reich verstreut sind. Demgegenüber waren auch die Gewerkschaftsverbände in ihrem organisatorischen Aufbau, ihren Agitationsmethoden und Masien- Verhältnisse» sehr verschieden. Der Verbandsvorsitzende Bockert hat auf dem Hamburger Verbandstag erklärt, daß der Zusammen- schluß kein Experiment gewesen sei. Immerhin handelte es sich um einen Versuch, der an das Organisationstalent der leitenden Köpfe hohe Anforderungen stellte. Bei dem Rückblick auf den Hamburger Verbandstag kann man feststellen, daß die Organisationsmaschine sich eingelaufen hat. In wenigen Jahren wird man es vielleicht nicht begreifen können, daß der Zusammenschluß so lange auf sich warten ließ, heute wird innerhalb des Verbandes die eine Berufs- gruppe gestützt durch die ander«. Innerlich verwachsen steht der Einheitsverband mit seinen 180 000 Mitgliedern und seinem Ver- mögen von beinahe 9 Millionen Mark da. Was nun den Derbandstag selbst anbetrifft, so muß man vor allem den ruhijfen Verlauf desselben hervorheben. Da keine Kom- munisten anwesend waren, brauchte man keine Tiraden über sich ergehen zu lassen und niemand hatte das Bedürfnis, sich mit dieser „Opposition" zu beschästtgen. Di« gesaßten Beschlüsse erfolgten im Geiste der Verbundenheit, den Blick nach vorwärts auf das gemein- same Ziel gerichtet. Die Schlußtagungen waren der Neuordnung de r�SZ er« bandssatzungen gewidmet. Diese mußten nach verschiedener Richtung hin umgestaltet werden,.um den Organisationsapparat noch leistungsfähiger zu gestalten. In seltener Einmütigkeit haben die Delegierten diese Arbeit geleistet. Von den Beschlüssen ist hervor- zuHeben, daß erforderlichenfalls ein Reichsjugendleiter an- gestellt wird. Von Bedeutung ist noch der Beschluß, dm ausgestmerken Erwerbslosen eine Wirtschaftsb ei Hilfe von SODOoo M. zu gewähren. Damit wird der Verband über sein« sonstigen Lei- stungen hinaus zur Linderung der Not beitragen. Di« arbeitslosen Kollegen werden die Bedeutung dieses Beschlusses zu würdigen wissen. Bei der Statutenänderung entspann sich in der Schlußsitzung eine längere Diskussion über die Invaliden- und Alters- Unterstützung. Der Verbandsvorstand konnte Material dafür beibringen, daß von Monat zu Monat die Ausgaben größer wer- den. Aus diesem Grunde wurde eine Neuregelung der Beiträge für die Invalidenunterstützung herbeigeführt. Ein« Entschließung wandte sich gegen die Lehriingszüchkerei. Der alte Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt. Eine Umänderung fand insofern statt, daß an Stelle des aus- scheidenden Vorsitzenden T r ö g e r der Kollege Meier gewählt wurde. An dessen Stelle trat als Sekretär h e m m a n n- Chem- nitz. Der geschäftsführende Vorstand des Nahrungsmittel- und G«- tränkearbeitervsrbandes fetzt sich aus folgenden Personen zusam- men: Bockert, Borsitzender, Fitz. Meier, Früchnich stell- verttetende Vorsitzende, Fiedler Kassierer, L a n k e s Redakteur, h e m m a n n, R ö s e l e r. Scharf, hönsel Sekretäre. Ueber- dies wurden 12 im Betriebe stehende Kollegen aus den einzelnen Gauen in den Erweiterten Vorstand gewählt. Der Vorsitzende des Verbandstages h o d a p p- Berlin widmet« dem ausscheidenden Kollegen Tröger herzliche Worte der Anerken- nung für seine langjährigen Dienst«. Tröger dankte dafür in be- wegten Worten. Der Hamburger Mitgliedschaft wurde für ihr« außergewöhnlich«' Gastfreundschaft herzlich gedankt. In seinem Schlußwort konnte der Verbandsvorsitzende Bockert die seltene Einmütigkeit des Verbandstages feststellen. Dieser Ver- bandstag- war ein Rückblick auf eine organisatorische Tat ersten Ranges. Bockert stellte fest, daß auf diesem Verbandstag keine Prinzipienreiterei getrieben worden sei. Die Beschlüsse, die gefaßt wurden, dienen dem Aufbau des Verbandes und werden auf die zukünftige Entwicklung von nachhaltigem Einsluh sein. Der Ver- bandstag wurde mit einem dreifachen Hoch auf den Nahrungsmittel- und Getränkearbeitsrverband geschlossen. Das war der„Austakt"! Elender Zusammenbruch des wilden KpO,-E>treit«l. Der von dem„roten" Bettiebsratsvorsitzenden F r i t s ch e der. Dr.-P a u l- M e y e r- A.- G. inszenierte wilde Streik ist k l ä g- tich z n sa-inzn�c>i geb r och es. 16. Arheiter des Betriebes, darunter auch der Hauptdrahtzieher Friische, liegen arbeitslos aus der Straße. Daß nicht mehr als 16 Mann auf dsni kommunistischen Kampsseld geblieben sind, das haben die Gläubigen der der„revolu- tionmen" Streikparole lediglich den„sozialfaschistischen" Gewerk- schastsfunktionären des Betriebes zu danken, über die sich in den wenigen Tagen des Streiks eine Flut von Ver- leiyn düngen und Beschimpsungen ergcssen hat. Obwohl gerade die Gewerkfchostssunktionäre das Ziel der Terrorakte waren, die sich morgens und nachmittags vor dem Betriebe abspielten, setzten sie sich dennoch, als sie das Fiasko der Bewegung koimnen sahen, mit der Streik-,, Leitung" in Verbindung, um möglichst viele der beschwätzten Arbeiter wieder in den Betrieb zu bringen. Das ist ihnen auch gelungen. Von den rund 60 Streikenden, die es am Freitag noch waren, sollen 16 Mchin nicht wieder eingestellt werden. Zu weiteren Zugeständnissen war die Direktion nicht zu.bewegen. Den„Reformisten" blieb es Überlassen, den von den„Rgvolu- tionären" verfahrenen Karren leidlich heil wieder aus dem Dreck zu ziehen. Das hindert ein Blatt wie die„Rote Fahne" natürlich nicht, die sreigewertschafttichen Funktionäre, die sich von mensch- lichem und kollegialem Empfinden haben leiten lassen, in der ge- meinsten Weise zu verunglimpfen. Die„Rote Fahne" schrieb am Sonnabend wörtlich: „Zum ersten Mal« übernehmen die Reformisten des Betriebes die direkte Vertretung ihrer Direktion. Vier reformistische Fnnktio- näre laden die Streikleitung am Freitag zu einer Besprechung im Konfercnz,zimmer der Direktton. Schmidt, der Führer der Re- sormisten, thront auf dem Stuhl des Generaldirektors." Dieser Erguß stammt anscheinend von dem bisherigen ksmmu- nistischen Betriebsratsvorsitzenden Fritsche, der die sinnlose Aktion inszeniert und dabei sein„Fllhrertalent" bewiesen hat. Wenn das, wie die„Rcte Fahne" seit Tagen prahlt, der Auf- 5a t t zu der Bewegung gewesen sein soll, die die KPD. gegen den Verband Berliner Metallindustrieller in Szene setzen will, dann müßte man für den Ausgang der Lohnbewegung in der Berliner Metallindustrie das Schlimmst« befürchten. Die Berliner Metallarbeiter werden sich aber für solche„Führung" bedanken. Hofsenttich ziehen auch die von den kommunistischen Schreiern �um. fast«inen vollen Wochenverdienst geprellten Arbeiter ber Firma- Dr..Pank Meyer bei der bevor- stehenden■ B e t r i e b sr ast s wa hl die motwertdige Konseguenz aus diesem unsinnigen Streit und weisen die Maulhelden, die sie wieder für„oppositionelle" Betriebsratskandidaten einfangen wollen, gehörig zurecht.> Sollte die KPD. jedoch an diesem ihren„Auslakl" gemäß den Parolen des Moskauer RGO.-Kongresses noch nicht genug hoben, dann muß die Berliner Arbeiterschaft ihr zeigen, daß sie sich für derartige tölpelhafte und gewissenlose Quertreiberei zu gut hält._ Die Opposition will Entlassungen. Die Gasarbeiter leuchten den Wortradilalen heim. Vor einigen Togen befaßte sich eine Betriebsversammlung der Berliner Städtischen Gaswerke mit den Pens! o nie- r u n g e n, die auch bei den Gaswerken nötig wurden, um die volle Beschäftigung aller Betriebszweige sicherzustellen. Der Branchen- leiter, Genosse G e ß n e r, begründete die Notwendigkeit dieser Maß- nähme. Es gehe nicht an, bei den Städtischen Gaswerken die Dinge ähnlich so laufen zu lassen, wie bei der Berliner Verkchrs-A.-G. Es müsse vielmehr dafür gesorgt werden, daß die ohnehin schon schwie- rige Lage der Arbeiter in den Städtischen Gaswerken nicht noch durch Entlassungen verschlimmert wird. Der Vertreter der Gewerkschaftsopposition, Weinert, be- mühte sich kraiNfhaft, den Nachweis zu fähren, daß nur die„G e- wertschaftsbonzen" und„S o z i a l f a s ch i st e n" die Schul- digen an den heuttgen Zuständen seien. Der„Reformist" Stiehm widerlegte� jedoch Punkt für Punkt die Behauptungen Weinerts und rückte die arbeilerseindliche Haltung der„Opposition" in das rechte Licht. War es doch gerade der„Re- volutionär" W e i n e r t, der in einer A-rbeiterratssitznng am 2. September erklärt«, ihm wären Entlassungen lieber als Pensionierungen, da dann jeder Arbeiter wisse, woran er sei. Die Versammlung quittierte das demagogische Verhallen dieses„Revolutionärs" und seines„Oppositions"onhanges mit der Annahm« folgenden Antrages, gegen den nur 15 Versammlungsteilnehmer stimmten: „Die... Betriebsversammlung spricht der Mehrheit des Betriebsrates und der Gewerkschaft wegen der Haltung in der Frage der Pensionierung ihr vollstes vertrauen ans. Sie protestiert aus das schärfste gegen die Haltung des Kollegen weinert und der RGO.. die sich nur zum Schaden der Arbeiterschaft auswirken kann." Ein weiterer Antrag, aus der Fahne des Betriebes die kommu- nistischen Embleme zu entfernen, wurde gegen die gleiche Minderheit angenommen. Gewerkschaftliche Bildungsarbeit. Der Aufgabenkreis der Gewerkschaften ist im Laufe der letzten Jahre ständig gewachsen. Trotzdem ist die ursprüngliche Aufgabe derselben, die Verbesserung der Lohn- und Arbeitsbedingungen die wichtigste Aufgabe geblieben. Eine große Bedeutung in diesem Kampfe kommt dem B« t r i e b s f u n k t i o n ä r zu. Er ist es, der die Verbindung zwischen der Organisation und den im Betrieb tätigen Kollegen herzustellen hat. Entsprechend seiner Fähigkeit ist das Ansehen, das die Organisation im Bettieb genießt. Doch nicht nur Verbindungsmann zu sein ist die Aufgabe des Be- triebsfunktionärs, sondern darüber hinaus auch Führer seiner Kollegen im täglichen Kleinkampf des Betriebes zu sein. Ob Arbeitsrecht oder Sozialpolitik, ob Torifauskünfte oder Gewerkschafts- fragen, stets soll der Vertrauensmann der Organisation oder der Betriebsrat Auskünfte erteilen, bzw. die Kollegen gegen- über dem Unternehmer vertreten können. Um dies« Aufgabe zu erfüllen, genügt es nicht nur, ein guter Werber für die Organisation zu sein, sondern auf arbeitsrechtlichen. sozialpolitischen und volkswirtschaftlichen Gebieten die K e n n t n i s s e zu besitzen, die notwendig sind, um bei Verhandlungen mit den Arbeitgebern diesen mit rechtlich begründeten Argumenten ent- gegentreten zu können. Im letzten Jahre sind auf dem Gebiete der Sozialpolitik grundlegende Veränderungen vorgegangen. Das Gesetz für Arbeits. losenoersicherung und Arbeitsoermittelung erfuhr durch Beschlüsse des Reichstags und durch die Notverordnungen der Regierung Brüning wesentliche Veränderungen, auch das Krankenkassenwesen wurde durch die letzteren grundlegend umgestaltet. Die Berliner Gewerkschaftsschule hat bei der Einrichtung der diesjährigen Kurse alle die vorgenannten Gebiet« berücksichtigt. Einsührungskurse dienen zur allgemeinen Orientierung der Hörer über ihren Bildungsplan. Arbeitsgruppen für Volkswirtschaft, Arbeitsrecht, Gewerkschaftswesen, Betriebswirt- schaftslehre und Sozialpolitik erstrecken sich über den Zeitraum von zwei Iahren. Sie beginnen mit. einem Anfängerkursus von Oktober bis Juni. Daran schließt sich ab Oktober bis Juni des folgenden Jahres«in« Fortschrittsgruppe. Den Besuchern dieser Fortschrittsgruppe ist die Möglichkeit gegeben, durch Auf- steigen in die Oberstufe, durch Uebergehen in die Seminare ihren Bildungsgang weiter zu vervollkommnen. Unterrichtsverzeichnisse sind in allen Büros der Berllner Ge- werkschasten zu haben. Sämtliche Kurs« und Seminare finden in den Abendstunden statt. Die Hörergebühr beträgt für 10 Dappesstunden 2 M. Arbeitslos« sind von diesem Beitrag befreit. Anmeldungen bei Beginn der Kurse oder in den Lehrberotungssprcchstunden Wontags und Freitags von 16 bis 19 Uhr oder schriftlich an die Berliner Gewerkschaftsschule, Berlin SO 16, Engeluser 24/25, 1l. Stock, Zimmer 25. Sämtliche Kurse beginnen in der Woche v q.m 13. bis 18. Oktober 1930. Es ist deshalb notwendig, die Anmeldungen so bald wie möglich zu vollziehen. Das Spiel mit den Erwerbslosen. Die Arbeitslosen haben es endlich satt. Di« KPD., die gegen die Arbeitslosenversicherung gesttmnit hat, kann den Erwerbslosen außer ihren„revolutionären" Redensarten nicht das geringste bieten. Trotzdem treibt sie seit Iahren Schind- luder mit dem Schicksal der Erwerbslosen. Sie sucht die Arbeitslosen als Staffage zu mißbrauchen, um ihre markt- schreierische Parteiagitation zu beleben. Doch mehr und mehr zeigt es sich, daß die Arbeitslosen sich zu diesem Treiben nicht mehr her- geben. So hatte die KPD. zu Freitag nachmittag nach Haverlands Festsälen eine Versammlung der erwerbslosen Bauarbeiter einberufen. Run fehlt es leider in Berlin an arbeitslosen Bau- arbeitern wirklich nicht. Aber«s scheint doch sehr an Dummen unter ihnen zu s«hlen, die den KPD.-Rummel noch mitmachen. Denn nachdem die�Einberuser lange genug aus das Erscheinen der Masien der arbeitslosen Bmiarbeiter vergeblich gewartet hatten, mußten sie die Vorstellung aus Mangel an Zuhörern vertagen. Die Not der Erwerbslosen ist gewiß nicht gering. Trotzdem haben die Arbeitslosen die kommunistischen Phrasen derart satt, daß sie nichts mehr davon wissen wollen. WEIL es in&W; ZIGARILLOS gibt, darum wachst der Kreis der Zigarillos-Raucher! Der große Bruder der Zig a rette— der kleine Bruder derZigarre, das sind die Zigarillos. In Loeser& Wolff-Zlgarillos sind die bewahrten L&W-Iabak- qualitäten und die teuersten Deckblätter verarbeitet. Sie rauchen reinen, edlen Tabak. Unsere Zigarillos sind sehr bekömmlich/ gehaltvoll und preiswert. Viele Formate sind vorrötig zu Preisen von 5-12 Pfg., darunter nikotinarme Zigarillos und solche mit KorkmundstOdc.<— Besuchen Sie bitte unsere Niederlagen/ Sie werden dort gut beraten. LOESER&WOLFF ZIGARRENFABRIKEN-ZENTRALE BERLIN W35 HAUPTFABRIK IN ELBIN 6- 5000 ARBEITER UND ANGESTEUTE Die Pressestelle der Reichsbahn. Das Porzellan, das sie zerschlagen, wieder gekittet. Zwischen der Hauptverwaltung der Deutschen Reichs- bahngesellschaft und den Eisenbahnerorganisatio- n e n werden seit einigen Tagen Verhandlungen über Einführung von Kurzarbeit geführt. Die Reichsbahngesellschaft behauptet, der Ver- kehrsausfall fei soweit fortgeschritten, daß Maßnahmen auf personellem Gebiet unbedingt erforderlich seien, wenn der Etat in Ordnung gehalten werden solle. Die Verhandlungen wären beinahe zum Scheitern gekommen, und zwar durch eine grobe Indiskretion. Die Haupt- Verwaltung der Deutschen Reichsbahngesellschaft hatte nämlich die Vertreter der Organisationen ersucht, vorläufig keine Mit- t e i l u n g e n über die Verhandlungen an die Presse zu machen. Die Pressestelle der Reichsbahm selbst hat aber eine Pressenotiz über den Stand der Verhandlungen herausgegeben, und zwar«ine Notiz, die unwahre Behauptungen aufstellte. Inzwischen hat die Hauptverwaltung die Herausgabe dieser Pressenotiz offiziell verurteilt. Nach diesem Zwischenfall wurden die Verhandlungen am Sonnabend wieder ausgenommen. Eine nennenswerte Annäherung ist bisher nicht zustande gekommen. Die neuen Verhandlungen sind auf Montag, 11 Uhr, festgesetzt worden. Internationaler Transportarbetter- Kongreß. London. 27. September.(Eigenbericht.) Der Kongreß befaßte sich in seiner Plenarsitzung vom Freitag mit den in den Kommissionen ausgearbeiteten Vorschlägen. Abgelehnt wurde die Errichtung eines internationalen Streikfonds, angenommen «ine von 1931> an wirksame Beitragserhöhung um zwei Fünftel Penny pro Mitglied. Ferner beauftragte der Kongreß den Derbandsoorstand für Mt baldig« Raflsttaflem de» Washingtoner Abkommens zu wirken. In der Debatte erklärt« u. a. ein Vertreter Englands, die britische Arbeiterregierung werde demnächst dem Parlament einen auf das Washingtoner Abkommen bezüglichen Gefetzesvorschlag vorlegen. Ben T i l l e t t- England verwies auf die heute mehr denn je notwendig« internationale Einigkeit und Entschlossenheit der Arbeiterklasse. Sie könne sich den Luxuspon Diktatoren und von Narren wie Hitler nicht gestatten, denn da- zu seien die ökonomischen Derhältnisie aller Länder und die soziale Lage aller Arbeiter zu schwer. SvstündigeArbeitswoche bei derMarine Eine Reform des ReichSwehrministerS. Der Reichswehrminister hat an die Marinedienststellen ein« Verfügung gerichtet, wonach ab 1. Oktober bei den Dienststellen im Bereich der Marinedepotinspektion und der Inspektion des Torpedo- und Minenwesens die regelmäßige wöchentliche Mehrleistung zwei Stunden(bisher drei Stunden), die regelmäßige Arbeitszeit also fünfzig Wochenstunden(bisher 51 Wochenstunden) beträgt. Der reglmäßige Wach- und Sicherheitsdienst sowie der Dienst der Fahrzeugbesatzungen und eingeschifften Zivilarbeiter bleiben von dieser Anordnung unberührt... Es wird genehmigt, daß die durch die Arbeitszeitkürzung eintretenden Ersparnisse an Lohn- g e l d e r n im erforderlichen Umfang« für die M e h r« i n st e l l u n g von Arbeitern verwendet werden. Zu dieser Verfügung teilt uns der Gesamtverband mU, daß die wiederholt von den Organisationen gestellten Anträge, Ver- ordnungen und Verfügungen nur nach Anhörung der Tarif- Vertragsparteien herauszugeben, nicht berücksichtigt wurden. Ebenso bedauerlich ist, daß die Neichsmarineleitong nicht die Energie aufgebracht hat, endlich allgemein die 4 8 stündige Wochenarbeitszeit einzuführen. Damit hätte man die zur Zeit in den Betrieben vorhandene Belegschaft halten können. So aber muß sie dauernd mit Entlassungen rechnen. Bei Ein» führung der 48-Stunden-Woch« wäre es sogar möglich gewesen, Neuein st ellungen vorzunehmen. Wenn in dem Erlaß von Mehreinstellungen geredet wird, dann ist das nichts mehr als eine schöne Redensart. In der Praxis wird kein Arbeitsloser eingestellt werden. U AchtAng, eenaffen non««rgmaau, eetftrofie! Am Montan, 29.®cj>. f j tonfcr, 16 Uhr, wiihttne graltion-ocrlammluna bei»roll, Utrcchter W Straß« 21. Alle»«noficn muffen«rscheinen. Der Fraktionaoorstand. Gewerkschafts-Jugend Berlin Heute, Conntofl, um 11 Uhr, EPrechetoraupfilhrung in der Stadtholle W-i«enwerem Leiden mein inniggeliebter Mann und herzensguter Baier. der Möbelpolierer Hermsim Borkmann im 72. Lebenssahre Dies zeigen tiefbetrllbt an itiins Borkmann, geb. Merten Hamtrl Borkmann. Die Einäscherung findet am Dien»- tag. dem 80. September, nachmitiags 6 Uhr. im Krematorium Baumschulen- weg statt Plötzlich und unerwartet entriß UN» der Tod meinen herzensguten lieben Mann und Vater, den Klempner Beivried Friedrich im 66. Lebensjahr. Dies zeigen ticlerschllttert an Auguste Friedrich geb. Sommer Heinz Friedrich als Sohn. Die Trauerfeier findet am Diens- tag, dem 30. September, nachmittags t'n(iB'h) Uhr, im Krematorium Baumschulenweg, Kieihoizstraße, statt. Zuracfcgelcehrl Kinderarzt Dr. Kasiel Schfinhaaser Allee 124. BlnmeaspenüßD jeder Art liefert preiswert Paul Golleta oorm. Robert Meyer Mariannenstrahe 3 Ecke Naunynstraße Amt Moritzpl 16303. paienie DRDM ALarenz er» wirkt Or. Bogdahn, SW6I.Ditschinerstr 3 s zur Miete WSO, Ansbach erstr.l mim aalUiDgs-.Rabatt- a.Reklamemarken gegen Nachahmung gesetzt gesch. (enlgt seit 45 Jahr als SpesialUlt Conrad noiier - Sehl r-.rfftjp Staatslotterie 1. Ziehung am 24. und 25. Okiober Lose in allen Abschnitten zu haben Vs Vi M. 5.— 10.- Kießling, 20.- 40.— SfaaiL Lotterie-Ein nehm er Bln.-NenkCUn, fiergstr. 35 Immer finden Sie bei uns alle Vorzüge eines leistungsfihigen Spezial- Oesch&ftes vereinigt. Immer große Auswahl I Immer gute Qualitäten i Immer billige Preise I Fflr Herbst und Winter bringen wlrl ILflÄnfol aus prima Velour long, mit groSsr Od ■VI CHI IC I pelzgarnlerung......... 09a— RJIänt�l> Charmelalnsm phantastischem Rfi 50 »Viailld Pelzbesatz. 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Stock; Sehanswerte Aus Stellung tuinttrireudsn und uiemoachtsmarKi Scnu)?!noii!rt und Prinzessin OrinniöliscRßr Bazar Zu dieser künstlerisch hochwertigen Au»- stellung laden wir unsere kleinen Freunde in Begleitung Erwachsener zur Besichtigung ein Nr. 455* 47. Jahrgang 5. Beilage des Vorwärts Sonntag, 25. September 4930 Ein mildes Llrteil. Der Zusammenstoß in der Vaugarder Straße. Der Prozeß, der sich mit dem Zusammenstoß zwischen einer Gruppe Nalionolsozialisten und einem Fußballklub in der Naugarder Straße beschäftigte, wurde durch das Urleil des Landgerichts III beendet. Die Angeklagten Edgar Meier, Heinz p r ü s k e und Kurt D ö m k e, die unter der An- klage des Totschlages standen, wurden nur wegen Raus- Handels und Vergehens gegen das Schußwassengeseh zu je 2 3ahien Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte V e r n s- dors erhielt wegen Raushandels«ine Strafe von ö Monaten Gefängnis. Der Angeklagte Rauh wurde von der Anklage der Begünstigung freigesprochen. Landgerichtsdirektor Friedmann sprach die einmütige Ansicht des Schwurgerichts aus, daß der vcrliegende Prozeß absolut nicht politisch sei. Die Vorgänge hätten sich ebenso«ntwiikelt, wenn die drei ersteren Angeklagten nichi der Nationalsozialistischen Partei angehört hätten. Das politische Moment sei von den Angeklagten selbst hineingetrogen worden, die sich mit der Behauptung, daß es sich um einen Zusammenstoß mit politisch Andersdenkenden handelte, e n t l a st e n wollten. Es wäre aber einwandfrei festgestellt worden, daß der Fußballklub„Germania� k« inen politischen Charakter trage. Im übrigen sei sich das Schwurgericht bewußt, daß das gefällte Urteil der Schwere der Tat nicht gerecht wird. Da aber ein? völlige Aufklärung der Tat nicht möglich mar, so mußt« dieser Umstand nach alten Grundsätzen sich zu- gunsten der Angeklagten auswirken. Das außerordentlich milde Urteil gegen die drei National- srzialisten, denen zwei Menschenleben zum Opfer gefallen find, ist geeignet, die größte Verwunderung hervorzurufen. Wozu hatten die drei Nazis überhaupt Revolver bei sich und war es erforderlich, selbst angenommen, daß es tatsächlich ein Raushandel gewesen ist, von den Waffen Gebrauch zu machen? Die Angeklagten sind äußerst billig davongekommen! Das empfand auch das Gericht, das aus juristischen Gründen nicht anders urteilen zu können glaubte. Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Schuldig oder unschuldig? Oer Kampf des Amtsvorstehers Frenze!. Räch heftigen Zusammenstößen, die sich am Freitag wegen der prozeßführungslaktik des Vorsitzenden, Landgerichts- direktor» Dr. hellwig, mit der Verteidigung abgespielt hatten. verlief die Sonnabendsitzung des Frenzel-prozesses in ruhigen Bahnen. Frenze! wurde über seine Person und die ihm zur Last gelegten Versehlungen gehört. Er führte einen Kamps um seine llnschuld uitt» erklärte wiederum, wie in der ersten Instanz, daß ihm völlig unbegreiflich sei, wie seine Töchter, die ja, im Gegensatz zu Hilde, auch in der zweiten Instanz ihre schweren Vorwürfe auf- rechter halten hat, zu ihren unheimlichen Beschuldigungen ge- kommen seien. Er beteuerte zum Teil unter Schluchze�, daß er sich zwar infolge seiner starken Beschäftigung im Berus und in seinen zahlreichen Ehrenämtern nicht so sehr um leine Familie habe kümmern können, daß er es doch aber niemals habe an väter- licher Liebe fehlen lassen. Ob es tatsächlich zu dem von der Ver- teidigung für notweirdig gehaltenen Lokaltermin in Bornim kommen wird, ist noch zweifelhaft. Der Verteidigung Frenzels lehnte jede Auskunft über den Verlauf der gestrigen Sitzung ab, so daß die Oeffentlichkeit mir auf gelegentliche Informationen anderer Prozeß- beteiligter angewiesen ist. Moniag Berufungsverhandlung gegen Boß. Vor dem S. Senat des Oberverwaltungsgerichts beginnt am Montagoormittag die Verufungsverhandlung in dem Disziplinar- verfahren gegen den Berliner Oberbürgermeister Böß, gegen den bekanntlich in der ersten Instanz vor dem Bezirksausschuß Berlin aus D i e n st e n t l a s s u n g bei gleichzeitiger Kürzung der Pension erkannt wurde. Gegen diesen Spruch hatte der Oberbürgermeister Einspruch erhoben. Dm Vorsitz im 9. Senat des Obervcrwaltungs- gcrichts wird am Montag Oberverwaltungsgerichtsrat, Geheimrat v. S e i p i u s führen, da dem Einspruch Böß' gegen den Senats- Präsidenten Dr. Grützner wegen Befangenheit stattgegeben worden ist. Das Verfahren findet auch in der zweiten Instanz vor dem Oberverwaltungsgericht wiederum unter strengstem Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Soovtax. 28. September! 6.Z0: FunkLvmnRstik. 7: Aus Hamburs:: Hafenkonzert. 8: Tür den Landwirt. 8.50: Morgenfeier. Anschließend: Glockengeläut des Berliner Doms. 10.05: Wettervorhersage. II: Bach-Kantate. 11.30: Elternstunde. 12: Mittagskonzert. 14.05: Jugendstunde. 14.35: Eugen. 15: Dilettanten dichten. 15.30: Mandolinen- orchester-Konzert. Als Einlage: Motorradrennen auf der Avus. 17.40: Teemusik. 18.55: Leben in Briefen. 19.25: Programm der Aktuellen Abteilung. 20: Sportnachrichten. 20.10: Orchesterkonzert. Danach: Tanzmusik. Montag, 29. September: 6.30: Eunkgymnastik. Anschließend: Eröhkonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Eraucn an den Brennpunkten de Arbeit. 15.40: Momentaufnahmen vom Schnellgericht. 16.05; Weltwunder am Nil. 16.30: Unterhaltungsmusik. 17.40: Sozialpolitische Umschau. 18.10: Musikalische Jugendstunde. 18.35; Form und Sprache der Musik. 19: Konzert. 19.30: Interview der Woche. 19.55: Drei Minuten vom Arbeitsmarkt. 20: Tanzabend. Danach: Abendunterhaltung. Dienstag, 30. September: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzert. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Schein und Wirklichkeit auf der Bühne. 15.40: Individualpsychologie im Musikunterricht. 16.05: Programm der Aktuellen Abteilung. 16.30; Konzert. 17.30: Jugendstunde. 18: Bücherstunde. 18.30: Von der Deutschen Welle: Französisch für Anfänger. 18.55: Drei Minuten vom Arbeitsmarkt. 19: Unterhaltungsmusik. 20.35:„Die Geschichte vom Franz Biberkopf", Hörspiel. 22.10; Politische Zeitungsschau. Mittwoch, 1. Oktober: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzert 9: Aus dem Bürgersaal des Rathauses Schöneberg: Oeffentlicher Kongreß des Bundes entschiedener Schulreformer. 11; Aus der neuen Aula der Universität: Festakt anläßlich der Hundertjahrfeier der Staatlichen Museen. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Frau und Journalismus, 15.40: Rundschau für Blumen- und Gartenfreunde. 16.05: Die neuen Aufwertungsschluß- gesetze. 16.30; Sonaten. 17.20: Francis James. 17.40; Jugendstunde. 18; Unterhaltungsmusik. 19: Die Weltwirtschaftskrise. 19.30: Aus Frankfurt a. Main: Zeitberichtc. 20.10: Unterhaltungsmusik. 20.30: Rückblick auf Platten. 21; Tages- und Sportnachrichten. 21.10; Anton Bruckner— Konzert. Danach: Tanzmusik. Donnerstag, 2. Oktober: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzert. 12.30; Die Viertelstunde für den Landwirt 14: Schallplattenkonzert 15.20; Berühmte Dilettanten. 15.40; Der Nachmittag brachte die Uebertragung von Szenen aus den von der Volksbühne gespielten„Weber" von Gerhart Haupt- mann. In der Ausführung ossenbart« sich eine Regie, die bis in jede Ein.zelheit den Ausbau des Werkes nachgestaltet hat und die infolgedessen auch in diesem rein akustischen Ausschnitt der Dichtung, die dem sprechenden Künstler zur vollen Wirkung verhalf.— Der Deutschlandsender übernahm aus Köln einen.Lustigen A be n d": man hörte eine sehr witzig« Parodistik, einig« andere nette Vorträge,«inen ganz amüsanten mundartlichen Sketsch, daneben allerdings auch eine Reihe altbackener Witze.— Max I ae h n« r, Sportredakteur am„Vorwärts", sprach nachmittags über die Not- wendigkeit internationaler Beziehungen im Sport. Er stellte in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen das völkeroerbindenoe Moment im internationalen Sport.— Ein Gespräch mit Heizern und Maschi- nisten„M it Volldampf voraus" gewährte einen Blick in die Arbeitswelt vor den Maschinenkesieln. Die Herren R u ck st u h l und R e i n f e l d erzählten anschaulich von ihrem Beruf und der Freude an diesem Beruf. Trotz der Veränderungen, die der tech- nische Fortschritt gerade auch hier gebracht hat, besteht zwischen dem Heizer und seiner Maschin? doch immer noch eine Art von xersön- lichem, engem Verhältnis, das fast ein« Art Freundschaft darstellt. Icz. Probleme der Aesthetik und allgemeinen Kunstwissenschaft. 16.05: Zur Notverordnung über die Aenderung des Rechts der Kriegsbeschädigten. 16.30: Aus Königsberg: Konzert. 17.30: Jugendstunde. 17.50; Tragödien im Polareisc. 18.15; Zum Problem der Ostsiedlung. 18.40: Chorgesänge, 19.05: Programm der Aktuellen Abteilung. 19.30; Literarische Umschau. 20:„Rigoletto**, Oper von Verdi. Danach: Tanzmusik. Freitag, 3. Oktober: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend: Frflhkonzert 12; Vom Lulscnstädtischcn Kirchhof; Fnthüllungfeier des Grabmals Gustav Stresemanns. 12.30; Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20:„Ich komme eben aus Polen'*, von Gehrke. 15.40: Poetik und Sprechchöre. 16.05: Medizinisch- hygienische Plauderei. 16.30: Aus Leipzig: Original-Funkmusik. 17.25: Jugendstunde. 17.45: Programm der nächsten Woche. 18.10: Walter Serner. 18.35: Drei Minuten vom Arbeitsmarkt. 18.40: Aufbau der Persönlichkeit. 19.10: Das neue Buch. 19.20: Unterhaltungsmusik. 21: Tages- und Sportnachrichten. 21.10: Dem Gedächtnis Gustav Stresemanns. 21.20; Konzert. Danach; Tanzmusik. Sonnabend, 4. Oktober: 6.30; Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20; Jugendstunde. 15.45: Das Theater als Spiegel der Zeit. 16.05: Das Rad als Sport- und Verkehrsmittel. 16.30: Aus Königsberg: Musikvorträge. 18: Zehn Minuten Film. 18.15; Schallplatten. 18.25: Charakterbildung und Wissen. 19: Drei Minuten vom Arbeitsmarkt. 19.05: Unterhaltungsmusik. 20.30: Wovon man spricht 21: Tages- und Sportnachrichten. 21.10: Kabarett Danach: Tanzmusik. Köni�swusterhausen. Sonntag, 28. September: Ab 6.30; Uebertragung aus Berlin. 18.30: Erlebnisse in Kaschmir. 19; Opern- und Konzertverhältnisse in Berlin vor 100 Jahren. 19.30: Dichterstunde. Deutschlandsender: 20: Uebertragung aus Berlin. 20.10: Aus Köln;.Xuryanthc", Oper von C. M. von Weber. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Montag, 29. September: 16: Kunstanschauung in der Schule. 16.30: Ans Berlin: Nachmittagskonzert 17.30: Geschichten vom Fagott. 18: Zehn Jahre Qroßfunkstation Nauen. 18�0: Drei Jahre Arbeitsgerichtsbarkeit. 19: Englisch für Anfänger. 19.30: Stunde des Landwirts. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Dienstag, 30. September: 16; Pädagogischer Funk. 16.30: Aw Leipzig: Nachmittagskonzert 17.*t Viertelstunde für die Gesundheit. 18: Darwin. 18.30: Französisch für Anfänger. 19: Deutsche Redekunst. 19.30: Vorschau auf das Oktoberprograram der Deutschen Welle. 19.55; Wetterbericht für die Landwirtschaft. Deutschlandsender: 20: Aus Bremen: Konzert. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Mittwoch, 1. Oktober: 15: Der Alltag als Lehrmeister. 16.30: Aus Hamburg; NachmitUgskonzert 17.30;„Karneval" von Robert Schumann. 18: Das neue Saat- und Pflanzen- gutgesetz. 18.30: Der Stand der Entwicklungslehre. 19: Bericht über die Ergebnisse des 4. Internationalen Kongresses für Individualpsychologie. 19.30; Stunde des Beamten. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Donnerstag, 2. Oktober: 16: Grundschularbeit in der einklassigen Schule. 16.3t: Ana Berlin; Nachmittagskonzert. 17.30: Deutsche Redekunst. 18: Europa und die Weltwand e- rungen. 18.30: Der Stand der Entwicklungsichre. 19: Charakter und Schicksal« 19.30: Stunde des Landwirts. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Freitag, 3. Oktober: 16: Pädagogischer Funk, 16.30; Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30: 10 Jahre deutsches Kärnten. 18: Subventionswesen und Wirtschaft. 18.30: Der Stand der Entwicklungslehre. 19: Englisch für Fortgeschrittene. 19.30: Wissen- schattlicher Vortrag für Aerzte. 19.55; Wetterbericht für die Landwirtschaft. Deutschlandsender: 20; Aus Köln: Abendkonzert. Anschließend: Uebertragung ans Berlin. Sonnabend, 4. Oktober: 16: Wesen des modernen Staates. 16.30: Aus Hamburg; Nachmittagskonzert. 17.30: York vom Wartenberg zum 100. Todestage. 18: Französisch für Fortgeschiittsne. 18.30: Einführung in die Geisteswissenschaften. 19; Arbeit und Rhythmus. 19.30: Stille Stunde. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Deutschlandsender: 20: Uebertragung aus Berlin. 21: Aus Hamburg: Operettenabend. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Marineflugbooi rennt gegen Schornstein. Aus dem Fort Frederiksberg bei Stockholm ereignete sich am Sonnabend vormittag ein schweres Flugunglück. Ein Marineslugboot rannte gegen einen Schornstein der Kaserne und stürzte brennend ob. Der Führer wurde schwer verletzt. Ein Begleiter sprang ohne Fallschirm ab und landete fast unverletzt in den Zweigen eines Baumes. Auch der dritte Insasse, der Bord- Mechaniker, kam mit unbedeutenden Verletzungen davon. Lederne Kunst. Nur noch 8 Tage wird dem Publikum die diesjährige modische Jahresschau„Leder und Mode", in deren Mittelpunkt die große kulturhi st arische Sonderausstellung„Das künst- lcrisch gestaltete Leder aller Völker und Zeiten" steht, un Haus der Funkindustrie am Kaiferdamm geöffnet sein. Das übereinstimmende Urteil der bisherigen zahlreichen in- und ausländischen Besucher dieser einzigartigen und einmaligen Veranstaltung gipfelt in der Feststellung, daß diese unter Führung des Deutschen Leder- museums in Offenbach aus allen Teilen der Welt zusammen- getragenen„ledernen Kunstwerke" einen lebendig gestalteten Quer- schnitt durch das Weltgeschehen und die Kulturepochen von Jahr- taufenden bieten. Beim Boxen erschlagen. Im Anschluß an die Vorstellung einer in der Turnhalle in Albernau im Erzgebirge auftretenden Wandertruppe meldeten sich zwei junge Leute freiwillig zum Boxkampf. Der eine schlug den anderen so schwer nieder, daß er besinnungslos liegen blieb. Ein hinzugezogener Arzt konnte nur noch den Tod feststellen. »eaakbi-Ki.eii>ui�(, Das ist eifleMordleistiiDü, wird jeder sagen, der die ungeheure Auswahl in Herbst- und WioterUeidood bei fiidiel gesehen hau Daß«fiese wertvollen und modernen Waren aber zu so unglaublich niedrigen Preisen zu haben sind, rechtfertigt den Berliner Ausspruch; Di gcM nidils fSrUber! Unsere A( o d e 11 ab teil n ng enthftlt eine uaermeßllehe Auswahl in Nodcll-Hleldcrn und-Nänleln für alle Ereignisee der Saison. Die ▼ollendete Schönheit dieser Meisterwerke muß jede moderne Dame begeistern. Der Wert dieser modcllartigcn Gebilde Ist ungleich höher als die dafür geforderten alcdrigen Preise. I-«I Hodizeilskleider in pr&ehtiger Verarbeitung, ans nur wertvollen Stoffen bis so den elegantesten Modcllarbeitan, in einer Aaswshl• die für Jede Dame etwas Passendes bietet» Äußerst preiswert. Unser großes Lager ron PclzwarcK enthält eine unübersehbare Auswahl Ton Pelzmanleln In jeder Pelzart. 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GbgautCQ ffiruno Corra: Jtailan beginnt feine JCauf bahn Im Alter van sechs Iahren entdeckt« Hassan seine Bsmfung. er. Er nannte sich Armad Chevalliere und ge- stand schon in der ersten Minute, daß il>in ein Saldo zu einen�Ziertel Wein fehl«. Ich gab ihm den Saldo, und dafür schrieb uns der Mann die Adressen jener„Winden" auf, die wir auf unserer Wander- schast nach dem Norden berühren mußten und in denen es etwas zu erben gab. Er trank das Glas roten Wein aus, schrieb einen letzten Namen, einen kilometerlangen, auf den Zettel, überreichte ihn uns und sagte: „Da müßt ihr bestimmt hingehen, da bekommt jeder von euch eine Lira. Nach Montalto di Castro. Zur Marchesa Elena Guglielmi." Am nächsten Tag machten wir uns aus dem Weg nach Montalto di Castro, teilten schon die zwei Lire auf, die wir bekommen sollten, und überholten am späten Nachmittag ein Auto, das auf der Land- straße in einer tiefen Panne steckte. Wir verachteten alle Autos und zogen singend vorbei. Aber nach einer halben Stunde wurden wir von dem Auto eingeholt. Wir traten beiseite, um der Staubwolke zu entgehen. Und da hielt der Wagen. Eine Dome beugte sich nach uns herüber und fragte: „Seid ihr Deutsche?" . Das ließ sich nicht leugnen und wir sagten: „Ja, wir sind Deutsche." „Nun," meinte die Dame,„ich habe Deutschland kennengelernt. Ich liebe die Deutschen. Wohin geht eure Reise?" „Nach Montalto di Castro," antwortete mein Freund. „Was wollt ihr dort?" ging das Verhör weiter. „Die Marchesa Elena besuchen," sagte ich. Die Dame sah uns erstaunt an, dann lächelte ste und sagte: „Ah, die Marchesal Nun, wenn ihr wollt, nehme ich euch mit." < Natürlich wollten wir und kletterten fröhlich in das Auto. Die Dame und ihre Begleiterin machten uns Platz, der Chauffeur gab Gas und der Wagen hüpfte gewallig an und raste über die staubige Straße. Wir kamen bald in ein Gespräch. Die Dame fragte: �■„Was wollt ihr denn bei der Marchesa?" |„Ach, fragen, ob sie Arbeit für uns hat," sagte mein Freund. ,„Was könnt ihr denn?" ''„Ich bin Bildhauer," sagte mein Kamerad,„und mein Freund hier, der ist Fahrstuhlführer." „In dem Schloß der Marchesa gibt«s kein« Fahrstühle," lacht« die Dame,„und an einen Bildhauer sind, glaube ich, auch keine Auf- ' träge zu vergeben. Bei was für einem deutschen Meister sind Sie in die Lehre gegangen?" Nun, mein Freund aus Hamburg war vor den Gipsornamenten eines sterbenden Handwerks davongelaufen, er schwärmte in Rom die antiken Marmorornameirte an und hatte, wie ich, kein Talent zur Lüge, und so erzählten wir schließlich von dem Franzosen, der uns die Adressen aufgeschrieben hatte. Sie lachte, und als wir dann von Michelangelo und Bramante erzählen komiten und mit Stolz davon erzählten, da war die Dame maßlos erstaunt und erklärte chrer stummen Begleiterin: „Nun, Nina, was sagst du, diese Deutschen!" Nina sagte nichts, sie nickte nur mit dem Kopf und raffte ihr seidenes Kleid, dos meine staubigen Schuhe berührt hatte. Und der schöne Wagen flog über die Straße hin, und die Kilometer, die wir sonst Schritt fiir Schritt erobern mußten, diese Kilometer waren klein und verschrumpelt und kamen uns lächerlich vor. Der Wind kühlle vom nahen Meer, und bald sahen wir eine kleine, behügelte Stadt vor uns liegen, die von einem mächtigen Kastell gekrönt war. Das mußte wohl Montallo di Castro sein, wo die Marchesa mit dem Silber klimperte und jedem armen Tippel- bruder eine Lira schenkte. Es war Montalto di Castro. Wir kamen in die kleine Stadt, auf der Straße blieben die Leute stehen und zogen ihre romantischen Räuberhüte, zerlumpte Kinder drängten sich heran, kleine Mädchen starrten nach uns, die Dame lächelte, der Chauffeur drosselte den Motor und das Auto hiett. „Ecco," sagte die Dame und deutete auf dos Kastell,„ich wohne dort. Ich bin die Marchesa. Gute Reise, Kinder," Da standen wir nun, das Auto rollte davon, ich streckte die Hand aus, mein Kämerad flüsterte erregt:„Un rnomento!", aber das Auto hielt nicht, in die ausgestreckte Hand fiel keine silberne Lira, der'Saldo in Civitavecchia war umsonst ausgegeben! Nein, nach unseren Geständnissen und großen Gesprächen über Michelangelo und Bramante konnten wir unmöglich vor chrer Türe als Bettler er- scheinen. Auch wir hatten unseren Stolz und konnten um so stolzer sein, da in unseren Taschen noch einige Silbcrmünzen klimperten. Wir lachten über das Abenteuer und suchten Quartier. Mit den schweren Nagelschuhen tappten wir über das holprige Pflaster und erregten bei den Leuten großes Aufsehen. Männer und Frauen und Kinder folgten uns und starrten in unsere ver- legene Herumstrolcherei. Das kleine Gasthaus des Ortes war be- setzt. Da retteten wir uns in eine Kneipe, ließen uns Brot, Wein und Käse geben und beschlossen, an diesem Abend überhaupt das Schlasgeld zu sparen und bei der Polizei um Nachtlager anzufragen. Dann lachten wir darüber, daß wir durch unsere Offenherzigkeit im Auto zwei silberne Lire verscherzt hatten. Nicht lange blieben wir allein. Die klein« Kneipe füllte sich mit den Bürgern von Montalto di Castro, welche die Fremden, die mit der Marchesa persönlich im Auto gefahren waren, schweigend anstierten. Dann aber kam der Chauffeur, grüßte uns, kam an den Tisch, bestellte neuen Wein und trank uns zu. Nun brachen auch die anderen Jtaliani das Schweigen. Auch sie erhoben die Gläser, tranken uns zu und rückten näher. Bald saßen wir inmitten einer großen Familie, tranken, rauchten, lachten und versuchten uns in italienischen Ansprachen. Die Autofahrt hatte unsere jungen Häupter mit Glorie gekrönt. Der rote Wein erhitzte das Blut und setzte uns in Flammen. Wir niußten viele harte Hände schütteln, wir hörten viele Ansprachen, ließen Deutschland hochleben und Italien hochleben und tappten dann, es war schon spät, in die Dunkelheit hinaus. Das große Probleni des Nachtlagers mußte nun endlich gelöst werden. Wir suchten und fanden das Rathaus. „Wo, bitte, könne wir in der Stadt schlafen?" fragten wir den Carabiniere. Unser Ruhm war noch nicht bis in die Wachstube gedrungen, der Polizist blähte sich auf und fragte: „Wo kommt ihr her, Fremde?" „Von Rom", sagten wir. „Gut, schreibt eucrn Namen und eitern Heimatsort hier in dieses Buch", antwortete er, und als wir unsere Autogramme gegeben hatten, bekamen wir einen Zettel, auf dem uns Quartier in der und der Straße angewiesen war. Wir suchten jene Straße. Aus dem Tastekl der Marchesa keucht eten vkek« Achter. Ste leuchtetet nicht für uns. Nach langem Umherirren fanden wir am Rande der Stadt die Straße und das Haus, in dem wir schlafen sollten. Es war das Armenhaus. Das Gebäude war ein steinerner Stall, in dem durch un- gehobelte Bretter kleine Kabinen geschaffen worden waren. In dcr kahlen Küche qualmte ein großer Kamin. Um das trübe Feuer hockten noch einige alle Frauen und Männer. Wir legten die Ruck- säcke ab und wollten uns ans Feuer setzen. Aber wir wurden als Vagabunden verjagt. Die alten Leute waren vielleicht noch ärmer als wir, sie waren bestimmt ärmer, aber sie wohnten in einem festen Haus, und wir strichen obdachlos über die Straßen. Wir waren müde und mürrisch und suchten unser Lager auf. Ein altes Weiblein hatte Mitleid mir uns. Es keucht« heran und brachte zwei rostige Konservenbüchsen. In der einen war fauliges Trinkwasser vom vergangenen Tag. Die andere Büchse war leer. Sie wurde unter die Drahtpriffchc geschoben und dieme als komfortables Nachtgeschirr. Dann sah uns die Alte mit roten, «Mzündeten Augen mitleidig an und sagte: „O poverelli!" Die„Poverelli", die Armen, waren gar nicht so arm. Wir verließen am Morgen vergnügt das Armenhaus. In der Stadt aber dursten wir uns nicht mehr blicken lassen. Wir hatten mis am Abend mit der Marchesa sehen lassen, dann hatten wir uns verbrüdert und Deutschland hochleben lassen und Italien hochleben lassen und nun war herausgekommen, daß wir nichts als oerteusclts Vagabunden waren! Wir kamen an dem Brunnen vorbei, an dem jung« Mädchen mit hohen Tonkrllgen standen. Die Mädchen bückten uns spöttisch an. Auch sie wußten von unserer Niederlag«. Eine Schwarz- haarige, sie war kaum älter als sechzehn Jahre, kreuzte unseren Weg. Sie balancierte mit dem Wasserkrug mn dem Kops heran. Unter dem weißen Hemd rundeten sich vollkommene Brüste. Wir blieben erstarrt über soviel Schönheit stehen und sahen das junge Geschöpf an. Auch sie blieb stehen. Unsere Blicke verwirrten sie, sie wurde rot und wollte fliehen, aber dabei stolpert« sie und ließ den schweren Krug erschreckt fallen. Er fiel aus die Erde und zerbrach. Die Mädchen am Brunnen erhoben ein großes Geschrei. Wir ließen sie schreien, wir wanderten stolz weiter. Wir waren keine Baga- Kunden, wir waren junge Männer, bei deren Anblick ein schönes Mädchen errötete und den Wasserkrug fallen lieh. Dom Klima. Die Behauptung, daß es immer kälter wird, je weiter man nach Norden kommt, stimmt nur teilweise. Sobald das Meer seinen Einfluß ausübt, also z. B. an der Küste von Norwegen oder Nordschweden(Haparanda), tritt im allgemeinen wieder Cr- wärmung«in. Die niedrigsten Temperaturen auf der Erde haben wir in Sibirien, nicht in der Gegend des Nordpols. In Mittel, und Süddeutschland ist es im Durchschnitt kälter als z. B. in Hamburg, der Unterschied ist häufig sehr beträchtlich. Der Golfstrom hat direkt keine Einwirkung auf das Wetter in Norddeuffchand, aber indirekt durch Erhöhung der Temperaturen der Luftmassen über dem Wasser, was dann weitere Folgen für unser Wetter haben kann. Ein Spiritistentempel in London. Di« Witwe Sir Conan Doyles wird einen Teil des vom Dichter hinterlassenen Vermögens für«inen Tempel stiften, der in London den spiritistischen Geisteswissenschaften errichtet werden soll. Der Tempel wird von einem gewaltigen Kuppelbau gekrönt sein, aus dessen Mitte Tag und Nacht«ine lodernde Flamme das Symbol des Spirttismus versinnbildlichen wird. sduneckt nochmat sogut! wenn Schusseln, Platten, Teller, Saucieren und Schafen vor Sauberkeit strahlen— wenn Bestecke und Tafelgeräte in appe« üdidistcr Reinheit blitzen.® vollbringt dieses blinkende Wunder.® gibt der festlichen Tafel und dem Familientisdi gute Stimmung! ® hat ganz fabelhafte Kräfte. Silbersachen und Service- im . Nu erhalten sie wieder blitzblankes Aussehen und funkelnde, fachende Frische. Spielend besorgt® das Aufwaschen und Spülen des Eßgeschirrs. Fett, Öl, Saucen- und Speisenreste entfernt es mühefos, gründlich und schnell- nicht ein Schmutzteilchen bleibt zurück.© ist sehr ergiebig: 1 Eßlöffel reicht für 1 Eimer 55 10 Liter heißes Wasser. Nutzen auch Sie im Haushalt diesen wirtschaftlichen Helfer!