BERLIN Zllittvoch 1 ottobcr 1930 10 Pf. Nr. 460 B 229 42. Jahrgang erschet»tt»»lich-«ee'S-nst-s«. �/ /)/\/ // i �« I« l«<«» r« f«:©t« efnfpalttge 95onrflreiO«i{iI« Zugleich Abendau«s»be M sg t rirtllLS* W/ll jJU§Ji«»f., ReNamqeile S M. ermäßigongen nach Tarif. tkide Aujgabt» S5Pf. pro W°ch«.».«oM. pro Monat. AJUdö ff»»stscheckkonro: Dorwirtt, Verlag G. m. b. H.. Redaktion und Expedition; BttlinSWes,L,ndenstr.S/ 4F Berlin Vr. 37636. Fernsprecher: Döilhoff 292 bi< 297 Boß nicht dienstentlaffen! Das Urteil des Oberverwaltungsgerichts: Mr eine Geldstrafe Der 9. Senat des Lberverwaltungsgerichtes hat nach zweitägiger Beweisaufnahme überraschender- weise noch in einer Nachtsitzung, die heute früh gegen 2 Uhr ihr Ende fand, das Urteil in dem Disziplinar- verfahren gegen Oberbürgermeister Bötz gefällt. Tie Abteilung I des Berliner Bezirksausschusses hatte bekanntlich auf Dienstentlassung deS Lber- bürgermeisterS bei gleichzeitiger PensionSkürzung er- kannt. Im Gegensatz dazu ist das cberberwaltungsgericht zu einer wesentlich milderen Auffassung gekommen, die fast eine völlige Rehabilitierung des Berliner LberbürgermeisterS bedeutet. Das Urteil deS LberverwaltungSgerichts hat folgen- den Wortlaut: „Die Entscheidung des Bezirksausschusses Berlin. Abteilung I, vom 20. Mai lSZV wird dahin abgeändert, doh der Ange- schuldigte mit einer Geldbuhe in höhe seines derzeitigen, ein- monatigen Dienfteinkommens bestrast wird. Die baren Auslagen der Berufungsinstanz fallen dem Angeschuldigten zur Last." Die verhängt« Geldbuße beträgt rund 3000 Mark. Aus dem Inhalt: Die Grob'Berliner knnitNonSr- Konferenz......... s«u-- Neue Filme............ Seite 3 Gewitterwolken Ober der Rbeimchlftabrt Seite 4 VoiKsbUdnngsmlnisler Grimme über KnnsfpUege In Notzeiten seue 5 Ente Arbeitenchwimmfestc..... Seile 7 Ueber die Aufsehen erregende Entscheidung des Obervcrwaltungs- gerichts in Sachen Büß«rfährt die IZL.-Korrespondenz noch jolgcnde Einzelheiten: Die sehr ausführliche Beweisaufnahme erstreckte sich nicht nur auf die Pelzangelegcnheit. sondern auch auf die Frage der ganzen Oberleitung der städtischen Geschäft«, der Vertrags- abschlüff« mit den Gebrüdern Sklarek, sowie aus die Verhältnisse bei der Berliner Anschaffungsgesellschast. Oberbürgermeister Boß hatte am Dienstag in mehrstündigen Ausführungen dem Senat den ganzen Vsrwaltungsaufbau der Stadt Berlin und sein« Tätigkeit in der Oberleitung der Verwaltung er- läutert. Am Nachmittag begannen dann die Plädoyers. Der Per- treter der Anklage, Oberregierungsrat Gaedc, war an sich der Aus- sassung, daß nach dem Ergebnis der Bewcisausnahnr« das Urteil der ersten Instanz aufrechtzuerhalten sei, stellt« aber schließlich im Hin- blick auf die hier vorliegenden besonderen Verhältnisse die Entschei- dung dem Senat anheim. Die Verteidiger setzten sich in mehr- stündigen Ausführungen für die Freisprechung des Beschuldigten«in. Die Berliondlung wurde dann um 8 Uhr abends beendet, woraus sich der Senat Zur Beratung zurückzog, die nahezu sechs Stunden dauerte. Oberbürgermeister Böß war bei der Urteilsverkündung gegen 2 Uhr nachts noch zugegen und über die wesentlich milder« Beurteilung seines Falles sichtlich befriedigt. In seiner Begründung betonte der Vorsitzende des Senats, daß in allen zur Verhandlung stehenden Punkten ein Dienstoergehen des Oberbürgermeisters nicht als vorliegend erachtet worden sei, auch n>eder b«, der Bestellung der Frau Stadtrat Weyl zur Stellar- treterin des Bürgermeisters, noch hinsichtlich der sonstigen Dezernats- obgrenzung. Auch in der Pelzangelegenheit sei der Kauf der P f l z j(3 if<> h�.j fcr Firma Sklarek an sich nicht bedenklich Eine unchrenhondlung des Oberbürgermeisters habe hier keineswegs vorigen, denn bei seiner Stellung und bei seiner ganzen Bcrgongenl)«it habe er nicht auf den Gedanken komnien können, daß er bei dieser Angelegenheit bestochen werden sollte. Zu beanstanden sei ober die Art und Weise, wie Böß diesen Kauf reguliert habe, wobei iy,,, besonders zum Vorwurf gemocht wurde, daß er sich nicht Hinreichend darum gekümmert habe, ob die von ihm gewünschte Regelung auch konsequent durchgeführt worden sei. In Verbindung damit wurde ihm auch das Telegramm aus San Franziska vorgehet, en, dessen Inholt sich als objektiv nicht richtig erwiesen Habe. Dieser Verstoß sei aber keineswegs mit Dienstentlassung, sondern lediglich mit einer Ordnungs- strafe zu ahnden gewesen. * Im Magistrat, der heute vormittag eine Sitzung hatte, hat die Machricht von dem abgeinilderlen Urteil eine gewisse Genugtuung Die Arbeitszeit ist zu lang! Oeshalb werden über 4000 Bergleute brotlos. Lochum, 1. Oktober.(Eigenbericht.) Die Bereinigten Stahlwerke Bergbauleitung Gelsen- kirchcn haben zum l. November insgesamt 2ö00 Bergleuten gekündigt, die sich aus die Zechen Nordstern, Graf Bloltke, Holland. Pluto, Stohlverein, Bhein-Elbe-Alma und Bonifatius ver- teilen. Auch die Gelsenkirchener Bergwerks A.-G. entläßt auf den Zechen Funke, Dorstfeld. Oespel. Grillo und Grimmberg. wie die Verwaltung angibt infolge zunehmender Halden- bestände, 1475 Mann. Dazu kommt der unbemerkte Abbau von je 4. 9 Mann aus vielen Zechen, der nicht dem Demobilmochungskommissar angezeigt zu werden braucht. Zn M ü l h h e i m a. d. Ruhr werden aus dem Röhren- walzwerk der Bereinigten Stahlwerke 800 Arbeiter ent- lassen. Die Mannesmann-Röhrcnwerke in Düsseldorf haben als vorsorgliche Maßnohme Antrag aus Entlassung von 420 Arbeitern in ihrem Werk in Düsseldors-Rath gestellt. Ob und in wieweit diese erneut gegen die Acht stunden- s ch i ch t sprechenden Entlassungen dazu dienen sollen, die Position der Bergarbeiter bei der Beseitigung des Mehr- g rb e i t sze i ta b t o m m e n s zu erschweren, sei dahingestellt. Ein besserer Beweis für di? Notwendigkeit einer kürzeren Arbeits- zeit im Bergbau läßt sich kaum erbringen. Die Metallindustrie kommt durch den Winter ,2000 Arbeiter haben wir entlassen, den übrigen wird 45 proz. vom Lohn abgezwackt. Jetzt noch die preise hübsch angezogen; dann wär'S doch gelacht, wenn dieser Krisenwinter sich nicht zu einem guten Geschäft entwickelt." ausgelöst, wenn auch die Ueberzeugung vorherrscht, daß nach all den Vorgängen von einer Rückkehr des Oberbürgermeisters in sein Amt kaum die Rede sein kann. Das entspricht auch durchaus den Ansichten des Oberbürgermeisters selbst. Dieser will zunächst noch den Aus- gang der Untersuchung des Landtagsausschusses und die Erledigung des Falles Sklarek abwarten. Dann wird er wahrscheinlich sein Pensionierungsgesuch formell erneuer», das seinerzeit durch die Koalition von Kommunisten, Deutschnationalen, Nazis, Wirtschaftsparteilern und Zentrumsvertretern abgelehnt worden ist. Man kann heute wohl sagen, daß die Amerikareise des Oberbürgermeisters verhängnisvoll für ihn selbst geworden ist. Wäre er damals, bei Ausbruch des Sklarek-Stunns, im Lande gewesen, hätten sich viele Behauptungen gegen ihn sosort richtigstellen lassen und es wäre kaum die Möglichkeit geblieben, den bei aller Unzulänglichkeit des Könnens doch ernsthaft wollen- den Mann so in der Oefsentlichkeit zu diskreditieren, wie es ge- schehen ist. Daß er für seine Unvorsichtigkeit bei der Pelzjacken- Assäre eine dienstliche Strafe erhielt, ist verständlich und notwendig. Ihn aber siir alle Ewigkeit zu diffamieren, wie das die elfte Instanz getan, geht weit über das Matz hinaus. Nachtsitzung in Hamburg. Steuerbeschlüsse unter Stinkbombenwirkung. In der Sitzung der Hamburger Bürgerschaft, die gestern um 10 Uhr abends begann, wurde zunächst eine am Montag nicht zu Ende geführte Aussprache über eine kommunistische Ansrage abgeschlossen. Nach der Annahme einiger Senatsanträge begann die zweite Lesung der in erster Lesung angenommenen Steuergesehc. Die Beratung verlies unter mancherlei Schwierigkeiten und Zwischenfällen. Deutschnotionole. Nationalsozialisten und kommn- nisten versuchten. Obstruktion zu treiben. Mehrere kommu- nistische Abgeordnete wurden aus ein bis zwei Monate von den Sitzungen ausgeschlossen. Stinkbomben wurden in den Saal geworfen und die Sicherungen an» den Licht- l e i t u n g e n entfernt, um die Durchführung der Sitzung unmöglich zu machen. Erst gegen 2K Ahr früh konnte die Abstimmung der drei Steucrgesehe vorgenommen werden. Das Gemeinde-Biersteuergefetz wurde mit 80 gegen 51. das Gemeinde-Getränkefleuergeseh mit 76 gegen 5Z und die Aenderung des Gewerbesteuergefehes mit 79 gegen 49 Stimme» in zweiter und letzter Lesung angenommen. Alle drei Gesetze treten am 1. Oktober in Kraft. Oer Widerhall. . Die Aufnahme des.SanierungS'-programmS. Die Aufnahme der Regierungsoorfchläge zur Bereinigung der Finanzirotlage findet in der Presse der Parteien eine sehr zurück- haltende Aufnahme. Völlig einverstanden scheint zunächst nur das Zentrumsorgan, die„Germania", zu sein, die sich folgendermaßen äußert: „Die Reichsregicrunq wird mit ihrem Programm vor den Reichstag treten. Sie wird die neu gewählte deutsche Volksvertreter zu großer Entscheidung ausrufen. Der Weg, den sie uns sllhrt, geht eng und schmal an Abgründen vorbei. Eine» an- deren Weg gibt es nicht. Andere Möglichkeiten zur erfolgreichen Ileberwindunq unserer finanziellen und Wirtschaft- lichcn Not und zur Anbahnung einer dauerhaften Gesundung sind nicht vorhanden. Und vor allem: Es ist keine Zeit mehr zu vcr- lieren! Wenn sich im Reichstag wider Erwarten eine M c h r- heit für die Maßnahmen des Kabinetts nicht finden sollte, dann bedeutet dies«ine Gefährdung von Boll u»d Staat, die in ihrer ganzen Tragweite noch gar nicht abzusehen ist. Dann werden wir die Kredite, die wir entarten und bedürfen, und die in sicherer Aussicht stehen, nicht erl>alt«n. Das weitere ist dann ein Chaos, für das diejenigen die Verantwortung tragen, die sich aus untergeordneten und unhaltbaren Gründen einer lebenswichtigen Entscheidung, einem großen Appell an die Vernunft entziehen." Die schwcrindustrielle„Deutsche Allgemeine Zeitung" begrüßt in dem Regierungsprogramm den Gnadenstoß für den„Staats- fcziolismus" und sieht in ihm einen Auftakt zum allge- meinen Lohnabbau, ohne den sich die Gehaltskürzung bei den Beamten nicht verantworten lasse. Die„Deutsche Tageszeitung", das dem Reichserimhrungsminister Schiele nahestehende Agrarierblatt, schreibt: „Wie die Durchsetzung des Programms sich gestalten soll, ob die Regierung den Versuch machen will, es auf parlamen- tarischem Wege zu erledigen, ob sie geneigt ist, Aenderungen in Einzelpunkten zuzugestehen, oder ob sie, vielleicht nicht ohne lleberschätzung ihrer inneren Stärke, in Bausch und und Bogey den Artikel 48 zu Hilfe ninmit, das sind noch ungeklärte Fragen, über die aber bei dem bestehenden Drang der Zeit schon die nächsten vierzehn Tag« die Entscheidung bringen müssen." ' Hugcnbergs„Lokal-Anzeiger" spricht von dem Programm als von einem„Stückwerk". Der Sanicrungsplan Brünings bedeute nichts weiter als den Versuch, das deutsche Brlk durch Sparmaßnahmen in die Lage zu setzen, die Tribute an das Ausland etwas l-equ einer zu zahlen, als das bisher der Fall gewesen sei. Diese Maßnahmen seien aber kein Besreiungswcrk, sondern nur eine An- passung am die wirtschaftlich« und politische DersNavm:g. Brüning will verhandeln. Smpfang von Sozialdemokraten. Reichskanzler Dr. B r ü n i n g hat die Führer der Sozial- demokratischen Partei zu einer Besprechung gebeten, die morgen vormittag stattfinden wird. An Stelle der im Programm der Aktuellen Abteilung de» Rundfunk angekündigten Zeitberichte spricht im Programm der Aktuellen Abteilung heute. Mittwach, den 1. Oktober, abends 7.30 Uhr, der Vizekanzler und Reichsminister Herr Dr. Dietrich über die neuen Resormpläne der Reichsregierung. „Wir bejahen den Staat, aber nur so weit, als er Leben und Zukunft des arbeitenden Volkes bejaht." Die Enlschlojsenheii der Berliner Svzialdemotraiie, auch nach den Wahlen mit unerschütterlichem Kampswillen für die Interessen der arbeitenden Klassen zu wirken und zu schassen, konnte durch nichts besser erwiesen werden als durch die überfüllte �unktionärversammlung der Berliner Parteiorganisa- tion in den Germaniasälen in der Chausseestrahe, über die wir heute morgen einen Borbericht gaben. Der Vorsitzende Genosse Franz K ü n st l e r wies nach herzlichen V-grüßungsworten an die ausländischen Genossen, den Engländer M a l o n e, Mitglied des Unterhauses, und den Belgier Camille chuysmans, denen sich später noch unser französischer Parteifreund L o n g u« t zugesellte, darauf hin, daß die Kommunisten sich irren, wenn sie den Berliner Funktionären und ihm„dunkle Ahnungen" unterstellten.„Wir sind nicht niedergeschlagen, wir sind kampffreudig. Das bewies gerade die in dem Kommu- niftenblatt erwähnte imposant verlaufene Neuköllner Versammlung!" Das Wort nahm zu seinem Referat„Reichstagswahl und So- zialdcmokratie" Genosse Siegfried Aufhäuser Er führt« aus: Hinter uns liegt ein Wahlkamf von gewaltigem Ausmaß, gekennzeichnet vor allen Dingen dadurch, daß soziale Fragen in schärfster Zuspitzung den Hauptinhalt bildeten, jzekennzeichnet aber auch durch eine beispiellose O p f e r f r e u d i g- feit der Genossen, die Zeit und Gesundheit hiirgaben. Es war eine große soziale Entscheidung, um die gerungen wurde, und trotz- dem Feind« ringsum standen, hat die Partei standgehalten, ihre Funktionäre verdienen den Dank der Partei. Nach so unerhörter Wahlarbeit war das Wahlergebnis eine Enttäuschung. Aber heute bewegt uns weniger das Wahlergebnis als das Gefühl, daß nach der Wahl eine Lähmung eingetreten zu sein scheint. Unsere Ausgabe ist es, nach dem 14. September neue politische 'Aktivität zu schaffen. Zwei Fragen bewegen uns: Was lehrt die Reichstagswahl für die Partei? Welche politische Aufgabe hat sie im Augenblick? Der B ll r g e r b l o ck hat am 14. September eine schwer« Niederlage erlitten. Der Liberalismus ist cingeschrumpfk und eingetrocknet. Nach 187(1 waren die Nationalliberalen, nach 1918 die Demokraten eine mächtige und große Partei. 1930 steht der Liberalismus am Ende. Was aber bedeutet der Erfolg der N a t i o n a l f o z i a- I i ft c n, was sagt ihr treibhausartiges Einporsprießen? Gewiß, Versailles, kriegerische Ideologien der bürgerlichen Jugend, Gehalts- und Pensionssystem der Gegenwart, der Krach in der Berliner Kam- inu»«, die gerade viele Frauen berauschende Kriegsromantik und die Form der Agitation haben zu diesem politischen Erdrutsch das ihr« beigetragen. Die legte Erklärung ist das nicht. Tiefere Ursache ist Rebellion gegen da» Bestehende, Demonstration gegen den Kapitalismus. Der Lohnabbau, die Entlassungen haben gewirkt. Arbeiter, An» gestellte, Studenten, Beamte und Kleinbürger� verarmt und enterbt, haben ihre Verzweiflung am Bestehenden und ihrer i r r e g e l e i t e» te n Sehnsucht nach N e u g e st a l t u n g und Neuordnung Aus- druck gegeben. Die Empörung kommt aus der Tiefe, aber warum hat die Sozialdemokratie sie nicht aufgefangen, warum gingen Unzufriedene Arbeiter zu den Kommunisten und das Neu- Proletariat zu den Nationalsozialisten? Wir mußten in dieser Zeit des Hochkapitali-mus das Sammelbecken sein. Aber keine Resignation, sondern Selbstkritik! Der Vergleich mit dem Mai 1924 reicht nicht aus, Zahlenkunststücke geniigen in diesem geschichtlichen 'Augenblick nicht. Wir sind durch die Koalition schwer belastet, linser Vcrantwor- tungrbewußtsein konnte nur bis zu der Grenze gehen, die das Ar- beiterinteresse zieht. Ueber der Tagespolitik darf das Endziel nicht vergessen werden, die Realpolitik darf uns der Agitation nicht«nt- wöhnen. Nicht ob, sondern wie Koalitionspolitik getrieben wird, ist maßgebend. Unser Handeln dars niemals losgelöst sein vom Endziel de» Sozialismus. Dem Ziel des sogenannten Dritten Reiches müssen'wir das Ziel des Sozialismus entgegenstellen und auch nach der Wahl sozialistisches Gedankengut verbreiten. Unsere Presse darf keine Koalition s- a r i t h ine t i t treiben, sondern muß die Sprache der Arbeiter reden, die auch Erwerbslose verstehen. Wir sind zuviel Staate- partei, zu wenig Arbeiterpartei. Zwar sind wir nicht niedergeritten, aber wir bedürsen einer Erneuerung von innen her- aus. Die Anbiederung um jeden Preis lähmt die Agitation, wir müssen den Willen zu einem Programm, zur Niederringung der Krise, zu sozialem Ausbau und zur Sanierung des Etat» haben. Unser Wahlprogramm ist dieses Programm, halten wir daran fest. Slbbau der Preis« ist Vorbedingung zur Gesundung. Wahl- propagandistische Grüniw haben Brüning zu seiner Kartellver- o r d n u n g veranlaßt, aber noch nicht einmal bei den Kohlenpreisen ist der Ansang gemacht. Man scheint vielmehr entschlossen, in der Lohnpolitik die Senkung im Sinne des Oeynhauser Schieds- spniches fortzusetzen. Der polttische Loh« soll beseiligk werden, die Arbeitslosenversicherung, das Tarifwesen sollen abgeba"t, der Lohn rein nach der Nachfrage gestaltet werden. Zill« politische Taktik ist vergeblich, wenn wir den Reallohn nicht halten.(Zurufe: Rein, lieben!) Hier alle Energie einzusetzen, ist das Gebot. Aende- rung der Zollpolitik, Schaffung gesunder Handelsverträge, Kampf gegen die Methoden Schieles, die durch die Aufkündigung des deutsch-finnischen Handelsvertrags zum Zollkrieg mit Dänemark und Holland geführt haben, sind unbedingt erforderlich. Zur Ar- beitsbeschaffung ist die Drosselung der öffentlichen Be- triebe, der Kommunen und Gemeinden, zu beseitigen. Es liegt die bestimmte Absicht der Abwürgung erster Ansähe zur Gemeinwirtschast vor. wenn die Städte kontrolliert werden, aber nicht die Privatlndustric. Wenn von den 800 Millionen Hauezinssteuern 400 Millionen ein- gespart werden, ist«ine Förderung des Wohnungsbaues unmöglich. Unser Versprechen, gegen die Notverordnung zu kämp- fen, müssen wir erfüllen. Kein Abbau der Unterstützung, keine Verringerung des Personentreises in der Unterstützung, keine Sonderzahlung für den Krankenschein. Die Duldung der Notoer- ordnungen ist untragbar für die Partei. Wenn der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung auf KVe Proz. erhöht werden soll, so sagen wir, daß wir nicht j«de unbefristet« Erhöhung dulden können. Man will den Abbau der Leistungen und die Erhöhung der Beitröge. s Die Verkürzung der Arbeikszeik ist von besonderer Bedeutung. (Stürmischer Beifall.) Auch der Völkerbund hat die Pflicht, sich international mit dem Arbeitszeitproblem zu beschäftigen. Wir haben Vorschläge zur Gesundung des Etats: die Verschärfung der Erbschaftssteuer, die Aufsichtsratssteuer, die Wcinsteuer, ein Brannt- weinmonopol und ein Tabakmonopol und Ersparnisse im Außen- Ministerium, im Verkehrsministerium und vor allem in der R e i ch-- wehr.(Stürmischer Beifall.) Wir entziehen uns der Verantwor- tung nicht, aber wir sagen: Wollt ihr mit der Sozialdemokratie gehen, treibt eine arbeiterfreundliche Politik. Behaltet ihr cuern Kurs bei, rechnet auf unseren Widerstand. Brüning legt ein Pro- gramm vor und sagt: Friß Vogel oder stirb. Wir wollen weder sressen noch sterben. Soalitionssähig sein heißt nicht, von Zentrums Gnaden leben. Ein Kurswechsel muß eintreten, sonst wird die Koalition zum Ver- hängnis. Es geht auch nicht an und ist unsozialistisch, alle Hoffnung auf einen Mann, auf Otto Braun zu setzen. Er darf nicht Un- verantwortliches verantworten, er muß eine Reserve der Partei bleiben. Der Artikel des Genossen Hilferding in der„Gesellschaft" weist uns den falschen Weg. Di« Haltung des„Vorwärts" versteht kein Arbeiter. Wie ein kokettes Mädchen bietet man dem Bürger« «um die Reize der Sozialdemokratie an, anstatt die Faust zu zeigen. Heraus aus der salschverstandenen staatspolitischen Zurückhaltung! Wir brauchen höchste Aktivität, echte Arbeiterpolitit. Dann gc- Winnen wir das Proletariat. Nicht nur Republik und Demokratie schlechtweg, sondern der soziale Inhalt des Staates ist mit Zähnen und Klauen zu verteidigen. Wir bejahen den Slaok, aber nur so weit, als dieser Staat Leben und Zukunft de» arbeitenden Volke» bejaht. Wir unterschätzen die Nationalsozialisten nicht, aber wir halten e- für eine Illusion,«in« tiefgehende Volksbewegung durch mechanische formale Anteilnahme an der Staats- gewalt überwinden zu wollen. Wir können die Reaktion nicht be- siegen, wenn wir nur die Verantwortung übernehmen, ohne poli- tische Energie zu entwickeln. Nur vom Standort der Arbeiterklasse aus sollen und müssen wir in den Gang der Reichspolitik eingreifen. Wir dürfen uns nicht führen lassen, w i r müssen führen! Darum ans Werk mit kühner Entschlossenheit, politischem Bekennermut. prole- tarischem Klassenbewußtsein und sozialistischem Eroberung»- willen! Die Ausführungen des G«n. Aufhäuser, die der politischen Haltung der Berliner Funktionär« voll«ntsprachen, wurden mit langanhaltendem stürmischem Beifall aufgenommen. Von den ausländischen Freunden sprach als erster, mit stürmi- schem Beisoll begrüßt, das Mitglied des englischen Unterhauses Malone(England) Er führte aus:„Ich freue mich, gerade in kritischer Zeit bei Ähnen zu sein. Ganz England fragt sich heut«: Was'ist dieser Hitler? Der Nimbus aber, der ihn zu umstrahlen schien, ist gesunken, seit die scharfinacherischc imperialistische„Daily Mail" einen Lobartikel auf ihn geschrieben hat. Wir Angehörig« der Arbeiterpartei des Auslandes wissen, daß auch unsere Länder einen Teil der Verantwortlichkeit an der Entwicklung in Deutschland tragen. In der Minderheitenfrage und in der Abrllstungsfrage haben unsere Regierungen oft versagt, aber solange Arthur Hen- derson, der für die Beschleunigung der Rheinlandräumung ge- kämpft hat, englischer Außenminister ist, wird das Hauptziel der englischen Politik die Befriedung der Welt sein. Auch wir Engländer leiden unter euren inneren Schwierigkeiten der Arbeits- losigkeit und der Wohnungsnot. Genosse Malone sprach dann über den Artikel Hillers in der„Daily Mall". Bei der verbrecherischen Ruhrbesetzung hat das gleich« Blatt«inen Aussatz gebracht mit der Ueberschrift: ,/lut ab vor Poincare." Da heißt es: Alle Sozialisten aus allen Ländern an die Arbeit in internationaler Solidarität!" Herzlich empfangen, sprach dann Genosse Longuet(Frankreich). „Eure Kämpfe sind unsere Kämpfe, cur« Schwierigkeiten unsere Schwierigkeiten. Angegriffen durch«ine Welt von Feinden der äußersten Linken, der Bürgerlichen und der extremen Nationalisten, habt ihr deutschen Genossen 8 Millioivn auf die Sozialdemokratie gesammelt und bliebt die größte Partei. Das ist für uns erhebend und stärkend. In eurem Rücken standen die Anhänger Moskaus, die genau so handelten, wie 1928 bei der Präsidentenwahl Dazu hat das Elend die nationalistischen Leidenschaften gesteigert. Die kommunistischen Stimmen gehen bei uns immer mehr zurück, und wir hoffen, daß dies auch bei euch der Fall sein wird. Don Poincarö zu Herrn Hitler! Die Nationalsozialisten zeigen sich die Faust, aber in Wirklichkeit arbeiten sie sich in die Hände. Wir Sozialsten aller Länder werden zusammenstehen, um die Gefahren zu bannen und den Frieden zu erhalten/f Während die beiden Reden von Genossen Viktor Schiff ins Deutsche worden waren, erinnerte Genosse, Huysmans(Belgien) in deutscher Sprache daran, daß er schon eimnal in Tagen der Gefahr beim Kapp- Putsch in Berlin gewesen sei. „Es herrscht heute im Ausland eine gewiss« Angst, es erhebt sich sogar die Frage: Krieg oder Frieden?� Die Welt außerhalb Deutschlands hofft auf die deutsche Sozial- demokratie, aber ich frage die Bürger: Warum habt ihr nicht früher der Sozialdemokratie geholfen? Ihr seid mit- schuldig, daß die Hitlcr-Bcwegung so anschwellen konnic. Die Demokratie überall zu stützen, ist Aufgabe der Sozialisten, üa.u t aus dem demokratischen Staat der sozial« und dereinst der sozio- listische Staat geschaffen werden kann. Unser« Aufgabe heißt üucr- all: Sozial« Arbeit im Innern, Wahrung des Friedens nach außen." Nachdem Genosse Künstler den ausländischen Freunden den Dank der Versammlung ausgesprochen hatte, folgte Sie Di Genosse A l l m c r sagte, daß die Sozialdemokratie heute noch nicht der Slrzt sein könne, weil sie sich erst selbst kurieren müsse. Vor allem muß die Schreibweise des„Vorwärts" geändert werden. Wir wollen die ewigen Salbadereien über Genf nicht mehr, der politisch« Klassenkampfgedanke muß wieder gepflegt werden. Wir lassen uns das nicht länger gefallen, und wir haben die Mittel, eine durchgreifende Aenderung in der Schrijtleitung zu erzwingen. Genosse Milkows-ki wies darauf hin, daß oft die Rücksichten auf den Staat über die Notwendigkeiten der Partei gestellt werden. Bei der Zlufstellung der Kandidatenlisten käme zum Schluß heraus, daß nach vielen Beratungen die Vorschläge des Vorstandes unge- ändert angenommen würden. Genosse palmer wandte sich gleichfalls gegen den„Vorwärts". „Het Volt" habe recht, wenn es sage, daß übergroßes Ver- antwortungsg«fühl die Partei an Werbekraft h«�e verlieren lassen. Unsere Minister müssen immer Vertrauensleute der Partei bleiben. Nach einer Zwischenbemerkung des Genossen Künstler, der erklärte, daß der Bezirksvorstand alles getan Hab«, um die Schaffung eines Berliner Lokalblattes zu ermöglichen, erhielt das Wort Genoss« Ost r o ws k l. Der bittere Ernst dieser Stunde lieg« darin, daß wir tatsächlich an einem W«ndepuntt der Parteibewegung stehen. Würden wir weiter eine Politik der Nur« Verantwortung treiben, würden wir weiter zusammengehauen werden. Treiben wir eine Politik der stärksten Aktivität, dann müssen wir uns vor Augen halten, daß es bis zum bittersten End« durchzulzalten gilt. (Zuruf: Das werden wir auch!) Der Redner erklärt, daß er weder ein Freund der Nur-Verantwortung, noch ein Freund der Nur- Aktivität sei. Er sei ein Freund der Koalition, solange sie noch agitatorische Möglichkeiten für die Partei bietet. Das Wort erhält nunmehr Richard G ü n th e r°Neukölln. Die Parteileitung habe den Wahlkampf gegen die Brirning-Parteien mit gedämpftem Trommelschlag geführt. Diese falsche Taktik Hab« mit Schuld an dem katastrophalen Wahlergebnis vom 14. September. Biel ernster als der Budenzauber Adolf Hitlers fei das Anwachsen einer H a h ft i m m u n g in den Betrieben zwischen Organisierten und Nichtorganisierten. Wenn wir von der faschistischen Ge- fahr sprechen, müßten wir in erster Linie von dem Faschismus der Brüning-Parteien reden. Die Partei habe die Berpfllchtung, endlich aus ihren eigenen Fehlern zu lernen. Aufgeräumt werden müsse energisch mit den schlechten Beispielen die die guten sozial- demokratischen Sitten oerletzen. Es müss« ausgesprochen werden. daß die lpartei es nicht länger ertragen könne, daß sozialdemokratische Schweroerdiener nicht einen Finger rühren für die Aktivität und für die Solidarität in der Partei.(Langanhaltender Beifall.) Mit wem soll heute die Partei noch eine Koalition bilden? fragt« der nächste Redner, Genosse Alfred Scholz. Uns allen sei doch die Liebeserklärung der Wirtschostspart«! an die Nazi» bekannt. Der Gedanke des Klassenkampfe« müsse wieder mehr in den Vordergrund treten. Auch in der Opposition werde die Partei dl« Möglichkeit haben, Verschlechterungen abzuwehren.— Einem aus der Versammlung heraus gestellten Antrag auf Schluß der Debatte widersprach Adolph Hoffmann. Die Diskussion wird fort- 9 gesetzt, das Wort erhält der Genosse Heincn. Die guten Reden, die hier gehalten worden seien, hätten den einen Fehler, daß sie etwas zu spät kämen. Man hatte diese Reden vor den Wahlen hallen müssen. Ein Arbeitebeschafsung-programm aufzustellen, sei -in wirtschaftlicher Unsinn. Das. beste Arbeitsprogramm wäre, den Arbeitern einen anständigen Lohn zu zahlen. Dann wäre Arbeit in Hülle und Fülle vorhanden. Sollte die Arbeitszeitverkürzung Hand in Hand mit einer Lohnkürzung gehen, so sei sie abzulehnen. Sine neue Verschärfung der Wirtschaftskrise wäre sonst unver- weidlich. Ich will nicht in das allgemeine Horn der Kritik einstimmen, meint der folgende Redner Genosse Seelig söhn. Kritik richte den Blick immer noch rückwärts. In diesem Augenblick sei aber nichts notwendiger als vorwärts zu schauen. Auch wenn wr die Regierung Müller nicht gehabt hätten, wären die Stimmen der radikalen Parteien stark angeschwollen. Seit Jahren ist die systematisch« Arbeit der Nazis unterschätzt worden.(Sehr richtig!) Man habe sie allzu lange mit der antisemitischen Bewegung der Vorkriegszeit gleichgestellt. Wenn wir zu außerparlamentarischen Mitteln greifen, müssen wie viel von unseren Gegnern lernen. In dem viel gelästerten„Vorwärts" habe der Genosse Löbe in seinem bekannten Artikel„Warum so bescheiden?" den Weg gewiesen. Da die Zeit inzwischen stark vorgeschritten ist und man sich bereit« der Mitternacht nähert, schlägt der Borsitzende Franz K ü n st l e r vor, die Debatte setzt abzubrechen und dem Referenten Aufhüuser das Schlußwort zu geben. Die Versammlung ist damit einverstanden. In seinem Schlußwort wendet sich Genosse Aushäuser zuerst gegen die Behauptung eines Diskussionsredners, die Berliner Abgeordneten kämen in kritischen Zeiten nur in die Versammlungen, um zu sagen, was die Berliner Genossen hören wollen. Ich möchte bitten, so fährt er fort, daß man sich solche billigen Beifallserfolgc nicht auf Kosten der Genossen holt, die innerhalb der Reichstagsfroktion einen schweren Kampf geführt haben. Uns wird das nicht abhalten, alles in der Fraktion energisch zu vertreten, was wir hier aussprechen. Auf die inner- organisatorischen Fragen, die hier angeschnitten worden sind, will ich nicht eingehen. Was der Genosse Günther hier ausgeführt hat, kann ich nur unterstreichen. Die Sozialdemokratie hol ihre Enlschließungssreiheit so lang.«. wie sie will! Ich habe sowohl zu der parlamentarischen Kraft der Sozialdemokratie wie zu ihren außerparlamentarisch«» Mitteln volle» vertrauen. Nicht mit Raffinement könne man in eine Koalition gehen, sondern nur von festen Positionen aus. An jeder Stelle müsse jetzt höchste Aktivität entfaltet werden. Auch die Opposition der Sozialdemokrat!« sei durchaus positiv zu bewerten. Die Sozialdemokratie werde vom ersten Tag de, neuen Reichstag» an geg-n die Rotverordnungen kämpfen und sie werde Punkt sür Punk« fordern, daß die Verordnungen ge- strichen werden. Wenn die Fraktion damit keinen Erfolg hat, wird sie won sich aus«in Mißtrauensvotum gegen die Regierung stellen. Mehr denn je brauchen wir die größte Gejdjlojjen- !jrung«n gegen die Annahme eines Antrages des Genossen Sc ige wasser, der sordert, die Zraklion soll« sofort ein Misz- trauensootuni gegen Brüning ciirbringen und die Berliner Ab- geordneten sollten innerhalb der Fraktion mit dem Disziplin- I) r n ch drohen. � Es kommt dann zu den Abstimmungen. Der Antrag Seige- wasser wird mit übergroßer Mehrheit abgelehnt. Gegen wenige Stimmen angenommen wurde die Resolution des Bezirksvorstandes, die wir bereits im Morgen-„Vorwärts" ab- druckten. Einstimmig gutgeheißen wurde die Sympathieerklärung sür die Metallarbeiter. Erklärung Künstlers an den Wehrminister. Unter größter Aufmerksamkeit der Berliner Parteifunktionäre erklärte Genosse Künstler in der gestrigen Versammlung dem Reichswehrminister gegen Ende seiner Schlußansprache: „Ich benutze absichtlich diese Versammlung der Groß-Berliner Parteifunktionäre, um-ine Erklärung an die Adresse des Reichswehrmini st crs, der bekanntlich in der Press« drei Fragen an mich seichtet hat, abzugeben. Diese Erklärung hat folgenden Wortlaut: Zu der presse hat Herr Reich-wehrmmister Dr. Groeair orn 8. September mir durch seine Pressestelle verschiedene Fragen zur Bcontivarwng vorgelegt. Zch gedenke diese Fragen nicht zu beantworten, nachdem der wehrminister noch einer sachlichen Rede, die ich lm Austrage unserer Fraktion am 22. Mai gehalten habe, erklärt hat. daß er aus sachliche Vorstellungen des Abgeordneten Künstler nicht mehr antworten werde. 3ch wünsche, daß Herr Groener sein der Oessentlichkcil gegebene» versprechen einlöst und einen p r o z e h gegen mich anstrengt. Ich werde dann Gelegenheit haben, nachzuweisen, daß trotz alter Erklärungen die Beziehungen der Deutschen Reichswehr zur Roten Armee nach wie vor weiterbestehen. hofsentlich sorgt Herr Groener dasür, daß nicht die O e s s c n t. lichkeit vor Gericht ausgeschlossen wird. In einer zündenden Schluhansprache rief dann der Vorsitzende der Berliner Parteiorganisation, Franz Künstler, alle Funktionäre der Partei auf, weiter wie bisher mit aller Kraft für die Partei, für den Sozialismus zu arbeiten. Gerade in letzter Zeit hätten sich wieder die Au f n a h m e g e su ch e erfreulich gehäuft. Daß sei das beste Zeichen,, daß die Sozialdemokratie Ihre alte Anziehung«- kraft auf alle denkenden arbeitenden Männer und Frauen bewahrt habe. Am 12. Oktober marschiere die Berliner Sozialdemo- tratie, einen Tag vor der Eröffnung des Reichstages, im Lust- garten auf, um machtvoll für die Interessen des arbeitenden Berlin zu demonstrieren. In kameradschaftlich offener Weise haben sich die Funktionäre hier ausgesprochen, jetzt gehl es wieder mit ganzer Kraft geschlossen und einig an die Arbeit. Mit einem be- geistert aufgenommenen hoch auf die Soziolidemokratie fand die bedeutsame Dersommlung rhr Ende. Aazi-�egierung in Nraunschweig. Mit Hilfe des„Staatsparteilers" und der KPD. Braunschweig, 1. Okiober.(Eigenbericht.) Die am Mittwoch nachmittag vorgenommenen Reuwahlen der Braunschweiger Regierung durch den Landtag er- gaben 20 Stimmen der vereinigten Razi» und vürgerblöckler sür die von ihnen vorgeschlagenen Kandidaten Dr. F r a n z e n und Dr. K ü ch e n t h a l; 1? Stimmen entfielen aus den Sozialdemokraten Dr. Jasper, den bisherigen Vorsitzenden des braunschweigischen Staalsminifterlum». Der einzige Staatsparleiler enthielt sich der Stimme. Er erklärte, die Raziregierung auf dem Wege ihrer Sparmaßnahmen unterstützen und nur nach seinem Gewissen handeln zu wollen,«ehn- liche Handlangerdienste jür die Reaktion leisteten die beiden Kommunisten, die ihre Stimmen verzettelten. Eurtius kehrt nach Berlin zurück. Reichsminister Dr. Eurtius wird, da'hit Hauptaufgaben der diesjährigen Völkerbundsversammlung erledigt sind, am Donnerstag. nachmittag aus Genf nach Berlin zurückkehren. In seiner Begleitung befinden sich der Pressechef der Reichsregierung, Ministerialdirektor Dr. Z e ch Ii n und Geheimrat R e i n e b e ck vom Auswärtigen Amt. Die übrigen Mitglieder der deutschen Delegation werden voraus- sichtlich nach Schluß der Völkerbundsversammlung am Freitag Genf verlassen. Statistisches Neichsamt baut ab. -1200 Angestellte abgebaut, 450 sollen folgen. Kaum ist eine Beruhigung in der Belegschaft des Statistischen Reichsamtes eingetreten und schon geht erneut das Abbaugefpenst um. Dos Sparprogramm des Reichsfinanzminlfters fleht eine e r- hebliche Etatkürzung jür das Stattstische Reichoamt vor. Die Kürzung der Mittel in dem vorgesehenen Umfang würde eine vollkommene Auflösung des Statistischen Reichs- a m t e s bedeuten. Jetzt sollen weitere 450 bis 900 Angestellt« entlassen werden, nachdem bereits im Laufe de» Jahres 1200 Angestellte entlassen worden sind. Be! den zur Entlassung kommenden Angestellten handelt es sich nicht um Aushilfskräfte, sondern um Angestellte, die zehn Zahre und länger beim Statistischen Reichsamt beschäftigt worden sind. Außerdem- werden hiervon in großer Zahl Fami- l i e n v ä t e r betroffen. Die Beunruhigung in der Belegschaft über den in Aus- ftcht stehenden Existenzverlust ist daher sehr groß. Die im Betriebsrat vertretenen Angestelltenorgaiiisationen haben da- 1)"«in Schreiben an den R e i ch s f i n a n z m i n! st e r gerichtet. bem Schreiben wird darauf hingewiesen, daß bereits ZV 000 Angestellte in vetlin erwerbslos sind. 1200 vom Statistischen Reicheamt Abgebnute sind dazugekommen. Weitere Entlassungen würden nicht nur t)*n Arbsitsmarkt noch mehr belasten, sondttn praktisch geradezu aus �ne Lahmlegung des Statistischen Reichsamts hinauslaufen. Gerade die langjährig im Reichs- dienst beschäftigten Angestellten, die in der Regel weder im Handel noch in der Industrie unterkommen, dürsten nicht durch Entlassungen dem Ruin preisgegeben werden. Zum Schluß wird der Wunsch an den Finanzminister gerichtet, den Organisationsvertretern recht bald Gelegenheit zu geben, ihm einmal persönlich die Dinge vorzutragen. Mit dem Zeniralocrband der Angestellten sind der Gewerkschastsbund der Angestellten, der Reichsverbond der Büro- angestellten und Beamten und der Verband weiblicher Handels, und BüroangeftelUen darauf bedacht, einen weiteren Addau zu oertzüten, 2� Lahre Z Sirasantrage gegen Im Hochverratsprozeß gegen die drei Reichswehroffizier« nahm heute vormittag Reichsanwalt Dr. Nagel das Wort zu seiner An- klagerede. Er führte aus: Die Verhandlung hat in der Oeffentlichteit zum Teil recht große Beachtung gefunden, denn es ist wahrhaftig nicht gewöhnlich� daß Offiziere der Wehrmacht, eines Instruments der Reichsregierung, Männer in Führcrstellung, sich zu verantworten haben, und zwar wegen eines so schweren Delikts wie der Vor- bereitung zum Hochverrat. Ich möchte sagen, daß dieser Fall hier keinen Vorgang hat und daß man Ihn geradezu als einen Einzelfall bezeichnen muh. Zum Teil ist das groß« Interesse der Oeffemlichkeit an dieser Verhandlung wohl auch darauf zurück- zuführen gewesen, daß man glaubte, das Reichsgericht werde die osfenen und geheimen Ziele der Rationalsoziolistischen Partei aufzuklären haben. Einen Augenblick konnte es hier in Leipzig so aussehen, als ob diese Auffassung weiter Kreise ihre Berechtigung finden sollte. Aber das Reichsgericht stand stets auf dem Standpunkt, daß es nicht darauf ankomme, die Ziele einer politischen Partei aufzurollen, sondern daß lediglich die Ziel« der Angeklagten zu untersuchen waren. An die Spitze meiner Ausführungen möchte ich von vornherein die Erklärung stellen, daß ich die Angeschuldigten im Sinne der Anklage sür schuldig hall« der Vorbereitung des 5iochverrats. Di« Angeklag- ten stand im 5. Artillericregiment in Ulm als Offiziere. Sie werden von ihren Vorgesetzten, wenigstens soweit es Scheringer und Ludien betrifft, als außerordentlich tüchtige, den Durchschnitt weit überragende Offiziere geschildert, die grundsätzlich begeistert waren für den Sol- datcnberuf, die reges Interesse zeigten, nicht nur für die Ausgaben ihres Berufs, sondern auch für manche andere Gebiete. Der An- geklagt« Wendt galt als etwas leichtsinnig und wegen seiner niangeln- den Selbstzucht zum Borgesetzten nicht geeignet. Er war aber doch «in bräuchbarer Soldat und er ist auch ein intelligenter Mensch. Alle Angeklagten haben ein außerordentlich reges politisches In- teresse gezeigt. Die Angeklagten haben sich immer wieder darauf berufen, daß die Reichswehr, die nach ihrer Ansicht nur der Stamm für die künftige Befreiungsarmee sein soll, heute zu einer Polizei- t r u p p c herabgewürdigt worden sei. Dagegen muß ich sagen, daß Treue, Mut und Tapferkeit von den Angehörigen der Polizei mindestens so wie von den Angehörigen der Reichswehr verlangt werden. Der Soldat hat sich, wenn es die Not verlangt, auch einmal mit P o l i z e i s r a g e n zu befassen. Bei der Durchführung solcher Aufgaben steigt der Soldat der Reichswehr nicht etwa eine Stuf« herab, wie die Angeklagten zu glauben scheinen. Die Angeklagten habe» es so dargestellt, als ob sie sich gegen dre Regierung hätten wenden müssen, die für die B e- s r e i u n g des Vaterlandes, insbesondere des Rheinlands, angeblich mchtS..jjetart habe. Sie haben dabei nicht eingesehen, dag die Regierung mit allen Kräften bestrebt ist, das Land zu schützen und zu befreien. Der Befreiungskamps ist also in vollem Gange und die An- geklagten können doch nicht etwa bestreiten wollen, daß der Regierung keine Erfolge beschieden waren. Allerdings dauert dieser Kampf um die Befreiung Deutschlands lange Zeit und es bedarf härtester und schwerster An- st r e n g u n g e n, von denen die Angeklagten selbstverständlich nicht die geringste V o rst e l l» n g haben. Sie wissen nicht, wie schwer es ist, die durch die Friedensverträge Deutschland auf- erlegten Fesseln zu lockern und zu lösen. Sie haben infolge ihrer Einstellung auch keine Idee davon, wie groß die Er- folg« sind, die bisher erreicht worden sind. Die Angeklagten müssen von einer grenzenlosen Selb st» Man lacht, man erlebt, man liebt! (Sa geht auch ohne Kitsch. Im Capitol läuft eine Tonsilinoperette, die sich vom Kitsch freigemacht hat! Das bedeutet schon einen großen Erfolg, einen Fortschritt, über den man gewisse Mängel gern Übersicht. Be- arbeitungen von Bühnenstücken oder Romanen für den Film fallen meistens höchst problematisch aus. Hier in dein Tonfilm„W i e werde ich reich und glücklich?" ist diese Frage auch nicht lestlos gelöst worden, aber der Film wartet wenigstens mit Geist und Wiy auf. Die Regie Max Reichmanns sucht kaum neue Bahnen, sie sieht manchmal zu bühnenmäßig, beispielsweise m der Stellung von Gruppen, doch sie bringt auch prachtvolle filmische Einfälle, sie steigert sich etwa gleich bei Beginn ins Groteske und arbeitet hier mit rein visuellen Wirkungen. An sich kommt ihr der Text entgegen, der nicht gerade als originell bezeichnet werden kann, aber pointiert und witzig formuliert ist. Der Dialog hat Leben und ist geschlissen, die Witze zeigen ein originelles Gesicht, und die Mustk Mische S p o l! a n s k y s ist frei von allen konventionellen Opercttenallllren, sie gibt sprühende Songs, umprickelt von einem an Einfällen starken Orchester. Und dann wirken diese Songs nicht als unorganisch aufgepsropsl, sie sind Notwendigkeiten, die sich aus der Handlung ergeben. Das bleibt nicht nur ein Aorzug des Manuskripts, sondern in erster Linie ein Vorzug der Regie. Gut die Darsteller. Man soll sie nicht mit ihren Kollegen aus der„Komödie" vergleichen. Der Film stellt schließlich andere An- sorderungen, die auch hier erfüllt werden. Schräder, Stettner, Hörbig« r, Georg Lind und Ilse Korse k bilden ein aus- gezeichnetes Ensemble. Ist Leb. Werkstudent und stotter Bursche. (Sa lebe der Suff und die amerikanische Wohltätigkeit. Ein« Gegenüberstellung der alten Burschcnherrlichkeit mit dem Leben der Werkstudenten von heute, wie der im T> t a n! a- P y l a st laufende Film„O alte Burschenhetrlichkeit" es versucht, wäre sehr angebracht. Doch müßte der Manuskriptschreiber dann feinstes soziales Empfinden besitzen. C. Klaren hingegen schrieb ein Drehbuch unter der Devise„Ee lebe der Suff und die amerika- Nische Wohltätigkeit". Der reichste Student Heidelbergs, der immer über die Not der Werkstudenten jammert, es aber selbst bei allgemeinen Saujereien nicht jei�ig bringt, Jtch mit ihnen an xiiwn die Aazi-Leuinants llberhebung fein, wenn sie annehmen wollten, daß ihre Führer den Frontgeist sinken lassen würden und daß es gerade Aufgabe der jüngsten Offiziere in der Armee sein müsse, diesen Frontgeist wieder zu stärken und zu erhalten. Nicht die Aufrechterhaltung des Wehr- gedankens haben diese jungen Offiziere erstrebt, sondern sie wollten das Eingreifen des Heeres in die hohe Politik herbei- führen. Nur so ist es zu verstehen, daß eines Tages Scheringer und Ludien nach München fuhren und dort eine Unterredung mir der National- sozialistischen Partei erstrebten. Diese Unterhaltung hat stattgesunden und sie ist nicht so geendet, daß die beiden Angeklagten etwa der Uebcrzeugung sein müßten, sie würden in Zukunft in der National- sozialistischen Partei keinen Rückholt haben. Scheringer und Ludien wußten, daß der oberste Parteiführer der National. sozial! st en bereits einmal einen gewaltsamen Umsturz versucht hatte und sie müssen geglaubt haben, daß er es wieder einmal versuchen würde, wenn er, wie im Jahre 1323, etwa durch die Reichswehr zu seinem Vorgehen gedrängt werden würde. Die Angeklagten haben nationalsozialistische Schriften gelesen, in denen immer von der inneren Revolution die Rede gewesen ist, worunter Hitler die geistige Erneuerung, die geistige Evolution des einzelnen verstehen will, sie haben Bücher gelesen, in denen davon gesprochen wird, daß vor einem künftigen Revolulionstribunal die köpfe rollen werden. Nach solcher Lektüre haben die Angeklagten dem Leiter der Nationalsozialistischen Partei, mit dem sie oerhandelten, wohl kaum geglaubt, daß man mit der Reichswehr nichts zu' tun hoben wolle. Di« Angeklagten haben mindestens geglaubt, daß sie für die National. sozialisten in der Reichswehr werben sollten und so haben sie ihre mit erheblichen Mitteln verknüpften Reisen vorbereitet, haben sich an Kameraden gewandt und diese zu Unterredungen eingeladen. Bei diesen Unterhaltungen haben sie anderen Reichswehroffizieren ihre politischen Ideen vorgetragen und haben, wie z. B. Leutnant Wintzer bekundete, nicht mehr und nicht weniger alz einen putsch vorgeschlagen. Als einen Putsch, als Versuch, die Regierung zu stürzen und zu ersetzen, haben auch die anderen Offiziere die Aus- führungcn der Angeklagten aufgefaßt. Am Schlüsse seines Plädoyers stellte Neichsanwalt Dr. Nagel folgenden Antrag: „Ich beantrage gegen die Angeklagten Leutnant Ludien, Leul» nont Scheringer und Oberleutnant a. D. wendt wegen vor- bereitung zum Hochverrat je eine Strafe von 2 Jahren K Monaten Festungshaft. Gegen Leutnant Scherlnzer und Leutnant Ludien beantrage ich Entlassung aus dem Heere. Ein« solche kommt bei dem Angeklagten wendt nicht in Frage. Ich beantrage fernen allen Angeklagten die Untersuchungshaft in voller höhe anzurechnen. Falls der Senat die A u s s a g e n d e s Z e u g c n Hitler im Urteil würdigen sollte, beantrage ich ein« Vertagung der Berhandlung, die Ladung neuer Zeugen und die V c r. l e s u n g der Denkschrift des Reichsministers de» Innern über die geheimen Ziele der Rotionalsozialisiischen Partei."_ Der zweite Anklagevertreter, Staateanwalt Weiersberg, stellte fest, daß die in der Anklage enthaltenen militärischen Delikte, und zwar militäriseher Ungehorsam. Aufwiegelung und Erregung von Mißvergnügen unter Kameraden durch das schwerere Delikt der Vorbereitung zum Hochverrat aufgezehrt seien und daher bei der Strasbemessung nicht mehr besonders berücksichtigt werden könnten. Ander» dagegen lieg« die Sache bei Scheringers Artikel, den er unter Umgehung der Kontrolle aus der Untersuchungshaft in den„Völkischen Beobachter" gebracht habe. Die Bcrösfentlichung stell« eine selbständige Tat dar, für die«ine weitere Strafe von 2 Monaten Festungshast angemessen sei. Der Schlußontrag geht daher auf Bildung einer Gesamtstrafe für Schering«? in Höhe von 2 Jahren 7 Monaten Festungshast. Tisch zu setzen, wird Plötzlich arm. Im selben Augenblick l«rnt er «inen amerikanischen Goldfisch kennen, der ihn zum Arbeiten ver- anlaßt. Nachdem«r sich um das Mädel„auf schwere Säbel bis zur Kampfunfähigteil" schlagen wollt«(was die Amerikanerin jedoch durch ein paar golden« Worte über die Unfinnigkeit des Duells rw- hindert), ist er der Schwiegersohn eines Millionäre. Wenn die Werkstudenten diesen Film als eine Verhöhnung ihrer Not und ihres Strebens«mpjinden, kann man es verstehen. Werner Füttcrers Auftreten im Tonfilm bedeutet eine arge Enttäuschung. Seine Stimme ist nicht besonders und sein Spiel .ist stocksteif. Betty Aman muß radebrechen und man sieht von ihr, die doch wirklich etwas kann, kein Spiel, sondern nur komische Mundstellungen. Fritz A l b e r t i hat Temperament, er möchte dem Regisseur davonlausen. Alfred Beierle bemüht sich umsonst, aus seiner Rolle etwas zu machen. Dem Regisseur Rolf Randolf liegt nämlich nur an einer heillosen Verkitschung des Milieus. Andauernd läßt er„O, alt« Burschenherrlichteit" singen und wenn diese« Lied gerade nicht gesungen wird, dann stehen die Schauspieler hilflos i» der Dekoration und warten mit Geduld und Hingebung aus ein paar Regiewinke. Aus jeden Fall gehört der Film zu der Serie, die folgenschwer sür den ganzen Tonfilm werden muß. Erstklassig jedoch ist d!« tönende Emelka-Woch«. e. d. Erdbeben in Böhmen. Ursprung im Vogttänder llnruhegebiet. Eger, 1. Oktober. Im Gebiet von Eger und Franzensbad wurde gestern in der 10. Abendstund« deutlich ein Erdbeben wahrgenommen. Nach Aufzeichnungen der Erdbebenwarte dauerte die Erdbewegung 2 0 Sekunden. Der Ursprung des Erdbebens ljegt im Eger— Vogtländer Herde. Das Erdbeben machte sich in Eger in Form eine» unterirdischen Rollens bemerkbar, an anderen Orten wurden kurz« Erdstöße wahrgenommen. Erste Tovzmativce der voltsbühne, Vera Skoronel mit ifirtr Kammer» gruppc und der Meifterklafl« dir Zriimpyichule blingeo am Sonnlag. dem 5., vormittag» II'/, Uhr. im Theater am- Büloivplotz zwei neue Kompasinonen zur ersten Berliner Ausführung-.»Tanz der Gegenpole" und.Kaleidoskop", ein tänzerische« vühnenspiel in zwei Teilen. ver anierikanischc Archlfek« und Archiicllur'chriflsteller Richard Z. Ileulra wird nur 13.. 20 Uhr, Im Hörsaal der Slaatlichen Kunftbibiiothek, Prinz- Albrecht-Siraste 7, einen Lichlbilderoorttoa über da» Thema.Kunst und Baue» t» USA." halten. Gewitterwolken am Rhein Vor neuen Kämpfen in der Nheinschiffahrt Mit Wirkung zum Zl. Okkober haben die Arbeikgeber- verbände die Lohn- und Arbeitstarise in der Rheinschissahrt gekündigt. Dies geschieht in Auswirkung der bekannten Fest. stellungen im Rheinschifsohrlsgutachten. bis zu dessen vor- liegen die Parteien überein gekommen waren, die bisherigen Tarife bestehen zu lassen. In dem Schiedsspruch vom 4. Juni 1928, der die damoligen Lohnkämpfe in der deutschen Rheinschi ffyhrt beendete, wur. den die Parteien zum Einsetzen einer Kommission oerpflichtet, die die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse in der Rheinschissahrt prüfen und darüber ein Gutachten erstatten sollte. Diese Kommission bestand aus Professor Küste- Köln, dem Oberbürgermeister von Duisburg Professor Most als unparteiischen Mitgliedern und dem Professor Harms-Köln als Vorsitzenden der Kommission. Als Arbeitnehmeroertreter gehörten ihr an Ge- werkschaftssekretär B a l l« n g- Berlin(Gesamtverband), der frühere Staet-bankpräsident L o c b- Frankfurt und die Gewerk- schaftssekretäre B a p p e r t- Berlin und B i rck- Duisburg. Der Bericht der Rheinkommission, der auf enqueteartigen Bc- fragungen und eigenen Erhebungen basiert, liegt nunmehr als dick- leibiges Buch vor. Es gliedert sich in fünf Teile, von denen die ersten drei der wirtschaftlichen Lage der deutschen Rheinschiffahrt gewidmet sind, der vierte die wirlschaslliche Lage der Arbeilaehmer behandelt und der fünfte die wirtschaftspolitischen Folgerungen enthält. Aus der Gegenüberstellung der Entwicklung der Verkehrs- mengen und der Entwicklung von Tonnage und Schleppkraft ergibt sich für die wirtschaftliche Lage der Rheinschiffahrt folgendes Bild: die T o n n a g e hat sich von 5,1 Millionen Tonnen in der Vorkriegs- zeit auf 7,4 Millionen Tonnen in der Gegenwart, d. h. um 4 7 Proz., vermehrt, die Schlepp traft von 313 000 PS in der Vorkriegszeit auf 468 000 PS in der Gegenwart, d. h. um 4 9 Proz. Bei Ausschaltung der kleinen Kähne erhöht sich der Prozentsatz der Kahnvermehrung auf 60 bis 65 Proz. Dagegen haben sich die Tonnenkilometer der Verkchrsrichtung, die mengen- mäßig überwiegt, also die Hintransporte, um 26 Proz. b«. Ein- beziehung des Rhein-Hcrne-Kanals günstigstenfalls um 30 Proz. vergrößert. Die Untersuchung hat eine sehr große Disproportionalität der Entwicklung von Angebot und Nachfrage ergeben. Mit dieser Ent- wicklung ist eine starke Verschiebung«inhergegangen. Di« hollän- dische Flagge hat erheblich zugenommen, die französische und die Schweizer Flagge sind neu hinzugekommen, während die deutsche Flagge mehr oder minder stagniert lyat. Jedoch steht ein erheblicher Teil der fremdländischen Flotten unler maßgeblicher deutscher Kapitalbildung. Di« Lohnkosten der fremden Flaggen, mit Ausnahme der National- t�chweizer-Reederei, liegen erheblich unter den deutschen, daß die deutsch« Flagge als das Angebot mit den höchsten Kosten dem Druck der überfüllten Märkte in erster Linie ausgesetzt Ist, Auch die soziale B c l a st u n g ist für die meisten fremdländischen Reede- reien ebenso wie die steuerliche Belastung niedriger als in Deutsch- land. vte" Kommisstorr' sieht besonders in der Subvention n i c r u n g der französischen, belgischen und schweizerischen Schiff- fahrt eine erhebliche Venaästeiligung der deutschen Flagge. Bei der Untersuchung der wirtschaftlichen Lage der Arbeit- nehmer unterscheidet der Bericht Gehalts- und Lohnemp- f ä n g e r. Die Lage der Gehaltsempfänger wird darin als v e r- hältnismäßig gut bezeichnet, und zwar hinsichtlich der Rege- lung der Bezahlung und der Arbeitsverhältnisse. Bei den Lohn- c m p f ä n g e r„ hat sich nicht ein so einheitliches Bild ergeben. Die Einkommen seien zwar relativ ebenfalls hoch, was nicht zuletzt auf die erfolgreich« Tätigkeil der Gewerkschaften zurückgeführt wird. Im Gegensatz zu den Gehaltsempfängern seien aber die oerheirateten Lohnempfänger durchweg mit den Kosten eines Haushalts an Land belastet. Besonders schwer aber falle ins Gewicht, daß zahlreich« Lohnempfänger keine Auf- st i e g s m ö g l i ch k e i t e n in die Gruppe der Gehaltsemfänger haben und in einem Alter in einen anderen Beruf übergehen müssen, das für den Uebergang in eine aussichtsreichere oder bessere Stellung nicht mehr möglich ist. Die Unterkunftsoerhältnisse lassen besonders auf alten Kähnen zu wünschen übrig. Die Gutachter vertreten endlich in ihren wirtschaftspoliiischen Schlußsolgerungen die Auffassung, daß die Ursache der ungünstigen Lage der deutschen Rheinschiffohrt das Mißverhältnis zwi- schcn Angebot und Nachfrage auf den Rheinschiffahrts- markten fei und eine auf die Besserung dieser Lage hinzielende Rheinschiffahrtspolitik dieses Mißverhältnis zu beseitigen trachten müsse. Als Mittel zur Beschränkung des Angebots wird auf die Kartellierung, ober nicht auf eine umfassende Kartellierung hinge- wiesen, für die auf dem Oberrhein schon alle Möglichkeiten gegeben sind. Ein radikaler Flaggcnwechsel kommr nach der Auffassung der Gutachter als Befferungsmittel jedenfalls nicht in Frage, auch nicht unter Verwendung von staatlichen Subventionen. Weiter werden in dem Gutachten Vorschläge gemacht, wie man durch eine vernünftige Tarifpolitik, die nicht mit der Reichsbahn- tarifpolitik zu kollidieren brauche, die Nachfrage steigern könne. Jedenfalls wird durch dieses Gutachten die Behauptung der Reedereibesitzer widerlegt, daß an der ungünstigen Wirtschaft- lichen Lag« der deutschen Rheinschissahrt die Löhne schuld seien, sondern nachgewiesen, daß in erster Linie das lleberangebot und die Ueberkapazstät in der Rheinschissahrt die Ursachen dafür sind. Daß die Arbeitgeberoerbände trotz dieser Feststellungen der Gutachter die Tarifverträge gekündigt haben, ist ein weiterer Beweis dafür, daß für die Lohnpolitik der deutschen Unternehmer wirtschaftliche Erwägungen nicht ausschlaggebend sind, sondern lediglich di« von den Scharfmachern im deutschen Untcrnehmerlager diktierten Richtlinien. Zuchihaus Gonnenburg verschwindet. OaS moderne Gefängnis in Brandenburg tritt an seine Stelle. Die Lelegzisfern in den preußischen Zuchthäusern und Gesängnissen sind in den letzten Jahren ständig zurückgegangen, was in der Hauptsache aus die zunehmende Zubilligung von vewäh- rungsfristen und aus die verhängung von Geldstrafen an Stelle kürzerer Freiheitsstrafen zurückzuführen ist. Infolgedessen haben sich die Strasvollzugsbehördcn in der Lage gesehen, unmoderne Straf- anstalten, insbesondere eine Anzahl von kleinen Amtsgerichtsge- fängnisien. auszulösen. Nunmehr hat man sich auch entschlossen, eines der ältesten und unmodernsten Zuchthäuser, die Anstalt in Sonnenburg bei Küstrin, in absehbarer Zeit aufzulösen, weil eine gründliche Renz- vicrung und Modernisierung des fast l�Ojährigen Baues nahezu eine Million verschlingen und sich auf keinen Fall mehr lohnen würde. An die Stelle Sonnenburgs wird für die Provinz Branden- bürg im kommenden Jahre das neu« Zuchthaus in der Stadt Brandenburg treten, das bis dahin fertiggestellt fein' soll und wesentlich größer als die dortige Anstalt sein wird. MiP'Aiesem neuen Zuchthaus wird nian auf Sonnenburg ganz verzichten können, doch sollen die Insassen dieses Zuchihaufes, etwa 350 an der Zahl, darunter eine ganze Reihe.Lebenslängliche", möglichst noch in diesem Jahr auf einige andere Anstalten verteilt werden, so daß mit der Schließung von Sonnenburg nicht erst bis zur Eröffnung des neuen Zuchthauses in Brandenburg gewartet zu werden braucht. Diese Maßnahme hängt zusammen mit den augenblicklichen Rationalisierungsbestrebungen im deutschen Strafvollzug. Bekannt- lich haben erst kürzlich die drei Hansastädte mit den Ländern Olden- bürg und Braunschweig ein Strasvollzugsabkommen zur besseren Ausnutzung der Strafanstalten in Nordwestdeutschland getroffen. Preußen hat schon vor längerer Zeit eine solche Vereinbarung mit einigen kleineren deutschen Ländern abgeschlossen, es schweben aber augenblicklich Verhandlungen, um diese Abkommen über die Wechselseitigkeit und gegenseitige Hilfe im Strafvollzug noch Hinsicht- lich anderer deutscher Staaten zu erweitern. Zwangsumlagen für Kassenärzie. Die Aerztevereine ordnen sie an. Die„Notlage" der Kassenärzte ist sprichwörtlich. Denn angeblich sind die Kassenhonorare vollkommen unzulänglich. In krassem Widerspruch dazu stehen aber die Summen, die davon für den Hartmann- und den Aerztevereins-Bund vor der Honorarauszahlung abgezogen werden. So betragen diese Beiträge für jeden Kassenarzt pro Jahr 108 Mark. Die dadurch eingehenden Summen scheinen aber der Bundesleitung nach nicht Zu genügen. 1928 hat man eine Zwangsumlage von 2 0 Mark für einen Foirds erhoben, aus dem die Parteien unterstützt werden sollten, die sich bereit erklärten, für die Interessen der Aerztcorganisation im Reichstag ein- zutreten. 1930 erhebt man laut Nr. 39 des„G r o ß- B e r l i n e r Aerzteblattes", des offiziellen Organs der Berliner Aer.ztc- kaminer, auf Grund eines Beschlusses des Kolberger Aerztetages eineZwangsumlagevon lOOMarkvon jedem Mitglied, das Kassenpraxis ausübt,„um alle Abwehrmaßnahmen vorzubereiten und zu ergreifen", di« sich aus der Notverordnung ergeben. Bei 38 000 Mitgliedern ergibt sich also mit den sonstigen Beiträgen, gering gerechnet, eine Summe von über 5 Millionen Mark. Das alles könnte der Oeffentlichkeit gleichgültig sein, wenn erstens nicht viele Tausend dieser Aerzte nur gezwungen dem Hart- mann-Bund angehören, da er bis jetzt noch einen Monopolver- trag mit den Ersatzkassen hat. Zweitens aber beweisen diese Abzüge, daß die Kassenhonorare nicht zu gering sind, sonst könnten nicht allein über 200 Mord für Vereinszwecke der ver- fchiedenften Art abgezogen werden. In der Tat, ein« höchst merk- würdige Sache, dieser Fonds, der eine Einflußnahme auf bestimmte politische Parteien ermöglichen soll. Instandsetzung von Aliwohnungen. In Ausführung einer Anregung des Landtags weifen der preußische Minister für V o l k s w o h l f a h r t und der Finanzmini st er auf die Bedeutung der Erhaltung des Altwohnraums und auf die Notwendigkeit der Bereitstellung öffentlicher Mittel für diese in erster Linie den Gemeinden ob- liegende Ausgabe hin. Es ist angeregt worden, den zur Verfügung stehenden Anteil an H a u s z i n s st e u e r a u s k o m m e n zu erhöhen. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst vor kurzem mitteilt«, haben sich jedoch die Minister noch nicht davon überzeugen können, daß hierzu allgemein ein zwingendes Bedürfnis besteht. Insoweit aber in ein- zelnen Gemeinden tatsächlich ein dringendes Bedürfnis nach Er- höhung des Anteils von 5 Proz. bestehen sollte, stellt der Minister für Volkswohlfahrt anheim, ihm entsprechende Anträge mit eingehender Begründung und ausführlicher Darlegung der Verhältnisse vorzulegen. Damit die zur Instandsetzung des Altwohnraumes zur Verfügung stehenden Mittel ihrem Zweck nutz- bar gemacht werden können, ist es notwendig, die Bedingungen für die Hergabe der Mittel so zu gestalten, daß sie ohne besondere Schwierigkeiten erfüllbar und die Belastungen für die Houscigen- tümer tragbar sind. Dieser Notwendigkeit muß seitens der Ge- meinden und Gemcindevcrbände mehr als bisher Rechnung getragen werden. Proletarische Morgenseier. Der N�e uköllner Sänger» chc r, Mitglied des Deutschen Arbeiter-Sängerbundes, veranstalt-t am kommenden Sonntag, dem 5. Oktober, onrniittägs 11 Uhr. im' Orpheum in der Hasenheidc eine proletarische Morgenfeier. Wetter sür Berlin: Ziemlich kühl und zeitweise heiter, mäßige nordöstlich- Winde.— Für Deutschland: Im ganzen Reiche ziemlich kühles Wetter, nirgends Niederschläge von Bedeutung. Berantwortl. sür die Redaktion: Wolsgang Schwa», Berlin: Anzeigt»: Th. Elocke. Berlin. Bcrlag: Dorwärti Berlaa>S. m. b. L., Berlin. Druck: Vorwärts Buch- druckcrci und Verlagsanstalt Paul Singer 6i Co., Brrlin SW KS, LindtnltroKe 0. Sierzu l Beilage. «ölig« Urnfttflung hat die feit 20 Zahrc,� drstrhrnd« ltirmo«rohdet.il. Schuh. Lokal Bchrndt, Sttliu«. 2!>.»ttmfti. S>, Ifht noegonornme». Die{Zirma, die es sich schon immer jur Aui-iodc gemochl dat. der«roh-Berliner Bcoolto. tun« gute Schuhe billigen Preisen z» beschaffen. Hot leht, der heutigen Zeit Rechnung tragend, durchweg olle Schuhe herabgesetzt. Wir weisen noch auf dos heutige Inserat der ssirma hin. Die bekannte Zsirm«.«««'«.««rtrieb''». m.». Berliu.Sichtenderg. deren Produkte in den Berliner Haushaltungen bekannt sind, gibt ihren lZeinsodo nicht mehr in Tütenform heraus. Die neue«artonverpackung in netter Aui. inachung trägt jetzt den Namen„Vela.fZein.Soda". dlitlwoch, l. 10. staats-9per Unter et. Linden R.-S. I Oesdil. Voistellg. Der Rosen- üavalier Ende 24 Uhr Staats-Oper km Plate dar Ripablik. Vorst 147 20 Uhe HolliDder Oclfntl. Rartianrtagf Ende 22", Uhr Mittwoch, 1. 10. Stadt. Oper Bismarcksir. Turnus II 20 Uhr Die[DfiübrQDg ans dem Serail Ende 12 � Uhr Staat!. Sebausph. (an GendaraEamarkt). A.-V. 27 20 Uhr Bürger Schippe! Endeg. 22 Va Uhr Slaati.ScbiHeater.Hg. 20 Uhr Florian Geyer _ Ende siegen 22'/» Uhr_ Lothringer Straiic 37. Für unsere Leser; Oufschein 1—4 Personen Fe 1,25 M. Sessel 1,75 M, Parkett I Rang 0,60 M Hurrah, ein Junge! MiiiiinniMmiiMMimMMmnmiiiiiniiniiiuiiiiiiiiiiiiimmtiii und das neue Programm der Reichshailen-Theater allabendlich 8 Uhr und Sonntag nach DOnhOtT-Bren); Tiriiti• Konurt• Tun. TW. 5 u*'li Uhr— BS Barb.«25« Tftfi. t— g W— lt«chm. 6« Ib. Pr.is« Ab heute: Abschieds- Gastspiel Tagl. 2 X und weiter« Intermd. Attrektlenen Alex. E 4 8066- 68 TÜBTl. 5, a«. Sonst., 2, 6,«'S BEUTE PREMIERE: Bella Sirls die berühmt« nordieche Tänzerin 4 Poppescus mm siebenfachen Reck Z Spyras 1. Ihrer Szene ,, Dienst mann Nr. S7" und weitere internetlon. Attraktionen Theater l.d.Behrenstr. 33-54 Direktion: Ralph Arlhar Robeiis sv. Des naBncne madcnen latUMk— Rodens— RImmoo. •r«n» Trle.ch als liabella| „Qefiet hin und«- hauet euch! Das Juhlikum utat qes Aannt, cfefesselt, eegeiffen, aufges mühlt. ßegeistectec Üieitatl." So urteilt Jnllnn Knopf in der�Börsenztg." über die in un?erm Theater.— l�nd- wls: Sternaux im ,Xokal- Anzeiger" schrieb:„Ein»eltener Abend, ein schönster Abend, der wundervoll mitreißt." Wochentag» 81' Uhr u. Sbd. um 7 Cbr und um 10« Uhr- „Die Breut von Messlne". Kassenpreise von 50 Pf. bis 3 M. (Garderobe u. Programm je 25 Pf.) Theater für d. Kinder: Jed. Mittwoch nachm. 5 U.: Hftnselu. Gretel. Jed.Sonnabd. nachm. 4» U.: Dornröschen. (Preise v. 30 Pf bis 1.50 M.) ROSE THEATER Gr. Frankfurt er Str. 182 Billettkasee: Alex. 3422 u. 3404 Winder * Cjarrem 8.15 Uhr— Raadien criaati Heute Premiere. GROSS. SrHAUSiMLLHAtS 8 Lustige Witwe Hesterberg:. Hausen, Arno, Sehollsver, Janhuhn.Sehaeffere, Winkelstern, Jöcsnl. REGIE: GHARELL Komische Oper «>.- Uhr Das Mädel am Steuer Operette v. Gilbert Lusispieihaus Dir.: to lipsdiülz räglich W, Uhi meina Schuisster und ich Musik von Benatrky Lory Leux. Kurt von Mdllendori Rose-Theater fir.rrankloil«rSlr.i32 Tel. Alex 3422 u. 3494 8.15 Uhr: Braut v. Hessina mit Irene Triescfa als Isabella. metropoi-Theater Täglich SV« Uhr Sensationeller Operetteneriolg I Unter pers. Leitung des Komponisten Viktoria undlhrHusar Neues Theater am Zoo ImBahnh-Zoo. Stpl. 6551 Täglich S-i. Uhr Lommel in der Posse Paul und Pauline Rundfunkhöre i hau» Preise. Ttieater zm Koftb. Tor Kottbusser Str. 6 Iit.*iirih|H.1M17. rägl. B'/i U-, Sonnt aueb 3'-,'3 Uhr EUte- Sünöer Präsident Zunkel Gr. Traamspiel- burleske Sdiorsdi Ruseiii Snserate im A vorwärts sichern Erfolg! Timmen: IBett Mk. 7,- bis 11." 2 Bette nl3r bis 227 &aer Museen, Prof. Waehold t. folgte, hat fol- genden Wortlaut: In der Schilderung Wilhelm Watzoldts ist eben die Zeit vor uns lebendig geworden, in die die Ansänge der preußischen Slaatsmuseen zurückreichen. Damals, vor IVO Jahren, hat man zwar darum streiten könen, ob von Staats wegen Museen für Wissen- schost und Kunst errichtet werden sollten»der nicht. Eins ober war jener Zeit ganz selbstverständlich: daß der Staat Über- Haupt Recht und Pflicht hat, Kunst und Wissenschaft aktiv zu fördern. Ist uns dos heute ebenso selbstverständlich? Da Er- innerungsfeiern Sinn nur haben als Bestnnungsseiern, dürfen wir der unbequemen Frage nicht ausweichen, ob es angesichts des Massenelends der Gegenwart wirklich noch als Sache des Staats angesehen werden darf, der Kunst umfangreiche Zuwendungen zu machen, ihr so ungewöhnlich große Zuwendungen zu machen, wie es in den letzten Iahren zur Förderung der Bauten geschehen ist, die wir nun morgen sehen und ubergeben dürfen. Man hat mir gesagt, das Aufwerfen dieser Frage inmitten eines Kreises von Kunst- Wissenschaftlern und ersten Kunstkennern der Erde, wie sie in einem solchen Beieinander schwerlich schon jemals ein Raum gesehen hat, werde überraschen und als nicht an diesen Ort gehörig emp- funden werden. Ich kann mir das nicht denken. Denn niemand lebt heute mehr sein Dasein ohne Beziehung zum Gesamt- geschehen seiner Zeit. Und es könnte doch nur, wer die Rot nicht sähe, die uns heute quält, auf den Verdacht kommen, diese Frag« nach den Grenzen der Wirksamkeit des Staates gegenüber der Kunst sei Ausdruck jener geistigen Haltung, die die Alten den Pöotiern(Dummköpfen) nachzusagen pflegten. Soviel ist jedenfalls gewiß: unsere Frage wird überall da verstanden werden, wo das soziale Gewissen wach ist. Sie wird von all den Zehn- rausenden und Hundertiausenden verstanden werden, die umgekehrt das nicht sofort verstehen, wie der Staat in einer Zeit, in der Millionen Menschen nicht wissen, womit sie ihren Hunger stillen sollen, öffentliche Mittel in großem Stil anstatt für Kleinwohnungen und Kinderspeisung dazu verwendet, daß Erzeugnisse der Kunst, die, so unbestreitbar ihr objektiver wert ist, für allzuviele nicht das Geringste bedeuten, angekaufl. aufbewahrt, ausgestellt und In so würdiger Form zur Schau ge- bracht werden, wie es auf der Museumsinsel der deutschen Reichshauptstadt fortan der Fall sein wird. Mit dem von Grund ans gewissenlosen Horaz-Wort des„adi profanurn*(ich lasse das gewöhnlich) als Antwort, mit Kieser Abwehrbeivegmig, daß es auf diese Allzuvielen nicht ankomme, wird heute schwerlich noch jemand an diesem Problem vorübergehen. Wir empsindcn es vielmehr als eine Frage des geistigen Schicksals der Ration, ob es gelingt, eine Antwort zu geben, die nicht nur dem Kunstkenner, dem Kunstgenießenden, dem Knnstschüler, dem ausübenden Künstler einleuchtet, sondern dem ganzen Volk. Und dem steht es wirklich nicht fest wie etwas Offen- bartes und der Kritik Entzogenes, was im Umkreis des Gesamt- bezirks des Lebens Sache des Staates ist, was nicht. So ist bekanntlich durchaus umstritten, ob»nd wieweit sich der Staat mit dem Bereich der Wirtschaft zu befassen hat. Und die angelsächsische, die holländische, die belgische Ausfassung etwa von dem, was der Staat auf dem Gebiete des Schulwesens zu tun Hat, ist eine entscheidend andere als bei uns in Deutschland. Schon d'esc Beispiele einer tatsächlichen Problematik der Lehre von den Staatszwecken geben die Vermutung an die Hand, daß wir es nicht mehr wie vor 100 Jahren und wie noch zu Bodes Zeiten als ein u n a n r ii h r b a r e s Dogma hinstellen können, der Staat habe aktive Kunftpflege zu treiben. Angenommen selbst, es ließe sich eine solche Forderung aus irgendeiner Staaisphilojophie dedu- zieren, jch weiß nicht, ob diese rein theoretische Erkenntnis dann bereits eine genügend breite Grundlage abgeben wurde, um nun auch den Kunstetat eines Staates nicht nur dem zuständigen Finanz- minister und dem Parlament, sondern vor allem jener O e f f e n t- liihkeit einsichtig zu machen, in der es ein Millionenheer von Arbeitslosen und von Existenzen gibt, die am Leben verzweifeln. vch glaube auch nicht, daß bei diesen Massen jener Grund für die Notwendigkeit, Mittel in den Etat für Kunstpflege einzusetzen, rer- fängt, den man meint, wenn man sagt: Gewiß, es geht uns schlecht; ober einmal wird es doch auch wieder anders kommen und gegen- über dieser kommenden besseren Zeit haben wir einfocki die mora- tische Verpflichtung, ererbte Werte durch dies« Jahre des Tief- ftondes hindurchzuretten. Wenn IM Jahre lang Menschen unter Einsatz ihres Vermögens, ja, ihres Lebens und unter Verzicht oft genug auf sonstige Genüsse Werke der Kunst planmäßig ge- sammelt und gepflegt haben und nun ein so gewaltiger Besitz zusammengekommen ist, wie ihn heute die Preußischen Museen ent- halten, hat da der Staat nicht in der Tat die„Pflicht und Schuldigkeit"', daß tr dieses Erbe auf die Nachwelt bringt, dies kostbare Erbe, an dessen Verwaltung, Pflege und Mehrung so viele arbeiten, denen heute durch mich der Staat einmal öffentlich Dank sagt.— Gewiß, mein« Damen und Herren, das i st eine Begründung und für Sie und mich folgt daraus sicher, daß wir den Mut nicht sinken lassen, sondern halten, was wir haben. Und wenn Herr Finanzministsr Höpkcr-Aschofi und mein Herr Amtsvorgänaer Minister Becker und der 5zcrr Generaldirektor der staatlichen Museen vnd deren Mitarbeiter dies Berpflichtungsgefühl nicht besessen hätten, s dann wäre der Neubau nicht vollendet. Aber es ist dennoch ebenso gewiß, daß auch diese Begründung nicht ausreicht gegenüber den der Kunst und der Wissenschaft fremd gegenüberstehenden Blassen unsere» Volkes. Stellen Sie sich einmal hin und sagen Sie in dem Deutschland der Nachkriegszeit, zumal in diesen krisenhaften Tagen, den hungernden Massen, diese Kunstoütcr seien nun einmal da und sie seien von ungeheurem Wert und es wäre eine Kulturschande, wollten wir sie abstoßen und nicht alles daran setzen, sie unseren Enkeln zu Überliesern. Was Sie als Antwort erhalten würden, bestenfalls erhalten würden, wäre dies, daß Viel wesentlicher als die Erhaltung von Gütern, an denen sich unsere Enkel einmal würden freuen können, die Erhaltung der Söhne und Töchter ist. damit später einmal überhaupt noch Enkel da sind, die einer solchen Freude an den Gütern der Kultur würden teilhaftig werden können. Es gibt mir eine Rechtfertigung dafür, daß der Staat Hundert- taufende und Millionen ausschüttet zur Förderung und Pflege der Kunst. Das ist die Ueberzeugung, daß es außer dem religiösen Ergrisfensein keine andere Kraft gibt, die den einzelnen Menschen und ein ganzes Volk so zu formen vermag, wie das Erlebnis großer Kunst,«ine Ueberzeugung, aus der der Wille erwächst, alles daran zu setzen, daß die Kunst als menschcnsormcnde und volkprägende Kraft wirklich lebendiges Gemeingut des ge- samten Volkes wird. In einem Zeitalter der das Geschick der Nation mitbestimmenden Massen darf der Satz, daß die Kunst ein Gut des gesamten Volkes fein müsse, kein bloßer Feiertagssatz sein, den man im Munde führt zur Beruhigung der anderen und zur Uebertönung des eigenen Gewissens. Sonst meistert niemand die Gefahr, daß eines Tages die Sorge für die nackte Existenz seiner Bürger den Staat durchaus auch entgegen seinem eigenen Willen zur Kunst dahin treibt, daß er die Fürsorge für die staatlichen Stätten der Kunst muß in den Hintergrund treten lassen. Soll also unsere Erinnerungsfeier mehr sein als ein Ausruhen in dem, wohin wir es gebracht, so sie eine Besinnungsfeier sein, dann müssen sich alle, denen die Sache der Museen eine Angelegenheit des Kulturgewissens ist, aus die Aufgabe besinnen, daß künftig ein ganz großer Teil der Energie und der selbstlosen Arbeit, die zunächst vorwiegend auf Fachliches und auf Sammeln und auf Studien ge- richtet worden ist, f re i g e m a ch t wird sür die Erziehung der Arbeiter— Philosophie— Sprachen. Aus der Wiener Vottsbochfchule. 1905 wurde in einem Wiener Kellerlokal die erste Volkshoch- schule eröffnet, das Volksheim im Proletaricrbczirk Ottakring— eine Gründung Dr. L u d o H a r t m a n n s, nach der der Platz heute heißt. Er war ein Sohn des deutschböhmischen Dichters und l848cr Abgeordneten der deutschen Nationalversammlung Moritz Hartmann, der Dozent der Geschichte an der Wiener Universitär war, und wegen seiner Zugehörigkeit zur Sozialdemokratie im Kaisertum nicht Pro- fessor wurde: die Republik hat ihn als den ersten Gesandten nach Berlin geschickt. Seither sind-sechs weitere Volkshochschulen dazu- gekommen. In diesen drei Jahrzehnten hat sich die Hörerzahl mehr als verzehnfacht, die Anzahl der Lehrstätten verfünffacht. Die wirt- schastliche Verelendung spiegelt sich deutlich im Betrieb der Volkshoch- schulen. Von den rund 10 000 Besuchern der Volkshochschulen sind etwa 2000 Arbeitslose. Ermöglicht wird diesen Lerneifrigen der Kursbesuch nur dadurch, daß die Vorweisung der Arbcilsloscnkarlc volle vesreiung vom Schulgeld gewährt. Darüber hinaus haben die Volksschulen noch weiteren 350 Mitgliedern Befreiung zugestanden. In allen schriftlich vorliegenden Gesuchen um Schulgeld- befreiung— die Arbeitslosen brauchen überhaupt kein Ge- such einzureichen— kehrt die Klage wieder, daß der Verdienst des Bewerbers so gering, seine Pflichten der Familie gegenüber so groß, die Not im Hause so sürchtertlich ist, daß die 8 Schilling Jahresbeitrag(die auch in mehreren Raten bezahlt worden können!) unerschwinglich sind. Kein einziges dieser Gesuche hat die Volkshochschulleitung abgelehnt, weil aus jedem Himmelschreiende Not sprach. Die Darbenden und Kämpfenden wollen nicht aus ihr teuerstes Gut,-die Bildungsmöglichkeit, verzichten! Die Industrielle Bezirkskommission gibt jährlich 3000 Schilling zur teilweisen Deckung des Entganges, den die Kassen der Volks- Hochschulen durch ihr Entgegenkommen erleiden. Wirklich nur „teilweise"! Denn der Entgang beträgt 16 000 Schilling und außer- dem noch viele tausend Schilling für die Sprachkurse, sür die sonst eine Sondergebühr zu entrichten ist� Ermöglicht wird die Fort- führung des Volkshochfchulbetriebcs, kratz dieser gewalligen Be- lastungen, nur durch den Idealismus und die Begeisterung der Lehrerschaft, die sich fast unentgeltlich zur Verfügung stellt. Etwa 40 Proz. der Besucher sind Handarbeiter, an zweiter Stelle stehen Kopsarbeiter. Ihre Interessen sind sehr mannigfach/ Besonders stark ist die Teilnahme an Sprachkursen aus Grün- den des beruflichen Vorwärtskoinmens. Aber gleich danach fällt ungeheuer starkes Interesse sür philosophische Fächer auf, das man wohl als„Flucht aus dem Alltag" ansehen kann. Viel begehrt sind auch die Plätze in den chemischen Labora- torien, in den physikalischen Kabinetten, in den Seminaren usw. Daneben spielen die„grundlegenden" Kurse: Sprachlehre, Recht- Gesamtheit unseres Volkes zur Kunst und damit zur geistigen Volkwerdung. Diese Aufgabe ist— dessen wollen wir uns freuen— längst begonnen, und sie wird getragen ganz wesentlich gerade von der Sehnsucht dieser selben Blossen, teilhaben zu können an der Welt des Geistes und der Werte. Und so handelt es sich in gar keiner Weise um eine Forderung von unerhörter Neuheit. Wir stehen vielmehr längst inmitten der Entwicklung hin zu diesem Ziel; denn wenn man etwa vergleicht, wie die Jugend auf den Schulen noch vor einem Men- schenalter oder nun gar erst vor 100 Iahren bei der Entstehung der Museen mit Kunst in Verbindung gebracht worden ist, und wie das heute geschieht, dann können wir— ich kann das zwar nur von Preußen aus eigener Anschauung, da aber ohne Ueoer- schätzung, sagen— eine Wandlung feststellen, die«inschneidender ist als der Schulsortschritt auf irgendeinem wissenschaftlichen Gebiet. Wenn das, was in der künstlerischen Erziehung der Jugend derart verheißungsvoll begonnen ist, immer mehr seine natürliche Fort- setzung sindet auch auf dem Gebiet der Erwachsenenbildung, wenn also in das allgemeine Volksbewußtsein die Einsicht«ingeht, daß der Besitz der Museen inneren Besitz jedes einzelnen zu werden vermag, dann braucht uns nicht bange sein um die Zukunft der Museen in den nächsten 100 Jahren. Jch muß es aber wiederholen: Es ist eine Existenzfrage für die staatliche Kunstpslege überhaupt und sür den Stand der staatlichen Museen im besonderen, daß es gelingt, den Sinn aller Schicksten unseres Volkes für die Welt der künstle- rischen Werte zu wecken und der willen in der ärgsten Bot immer wieder hervorbrechenden Sehnsucht der Massen nach dieser Welt Ersüllung zu schenken, dieser Sehnsucht, die der zuverlässigste Garant däsür ist, daß zuletzt doch immer wieder im einzelnen Menschen wie im ganzen Volk die Sorge für die Materie verdrängt wird von dem opferbereiten Willen zum Geist. So weiß ich denn den Museen zu ihrem heutigen Festtage im Namen der preußischen Staatsregierung nichts wesentlicheres zu wünschen als dies, daß es nicht erst nach abermals 100 Iahren dem im demokratischen Deutschland auch für die künstlerische Höhenlage der Nation mitverantwortlich gewordenen Staatsbürger eine Selbstverständlichkeit ist, in der Kunst zu sehen dreierlei: Pforte zur vertieften Erkenntnis der Wirklichkeit, Quelle freudeftebender Kruft zur Beherrfchung dieser Wirklichkeit und ein unwcgdenkbares Mittel zur Gestaltung des eigensten Wesens von Mensch und Volk. schreiben, Grammatik eine große Rolle. Die Erwachsenen suchen ihre Schulbildungslücken auszusüllcn. Auch für jene, die überhaupt kein Schulwissen aufzuweisen haben, bestehen zwei An alpha- b« t e n k u r s e, die sehr viel Anklang finden und wahrscheinlich in nächster Zeit erweitert werden. Das Bildungsprogramm reicht von den bescheidensten Anfängen des Wissens bis zu den Höhen der reinen Philosophie, vom theoretischen Unterricht bis zur praktischen Uebung, die sich aber nicht nur aus fachlich« Arbeiten beschränkt, sondern auch in hohein Maß« die Körperbil-dung umfaßt. Fast ein Viertel aller weiblichen Hörerinnen, die etwas weniger als die Hälfte der Gesamtbesucherzahl ausmachen(448l), nehmen an den r h y t h m i s ch- g y m n a st i- scheu Kursen teil, die trotz Widerstands älterer Volksheiniführer van der allem Neuen zugänglichen Jugend durchgesetzt wurden. Oer Welfenschah ist ausgestetti. In den Räumen der Deutschen Gesellschaft wurde die Aus- stellung des Wclfcnschatzcs eröffnet, die dank der Anregung und Bemühungen eines Ausschusses, dem Staatssekretär Dr. Zweigcrt, von Kühlmann und der Reichskunstmart Dr. Redslob angehören, mit Unterstützung des Vereins der Freunde des Schloßmuseums und durch das Entgegenkommen der Frankfurter Kunsthändler erinög- licht worden ist. Reichskuustlvart Dr. Redslob begrüßte die Gäste und sprach nochmals seinen Dank den Förderern dieser Ausstellung aus. Ins- besondere gedachte er dabei des Entgegenkommens der drei Frank- furter Kunsthändler, die den Schatz wieder nach Deutschland ge- bracht haben, damit sich sein Schicksal hier entscheide» möge. Dr. Redslob verwies sodann auf das in der Frankfurter Verlags- anftalt erschienene Werk„Der Welfenschatz", das von Otto v. Falk«, Robert Schmidt und Georg Swarzenfki herausgegeben worden ist und wodurch die Wissenschaft den Schatz gewissermaßen erworben habe. Cr ging schließlich auf die Geschichte des Welsenschotzes und auf seine Bedeutung für unsere Zeit ein. Nach langer Zeit sei es wieder einmal möglich geworden, den ganzen Schatz in Deutschland auszustellen. Mit den Warten Goethes: Dies ist unser, so laßt uns holten, so laßt uns sagen! schloß Dr. Redslob seine Ausführungen und eröffnete die Ausstellung. Die Ausstellung selbst ist von unglaublicher Pracht. Ein Blitzen von Gold und Silber, van Perlen und Edelsteinen und anderen kostbarsten Materialien. Das berühmteste Stück des Reliquien- fchatzes ist wohl das Kuppelreliquiar(1175), das wahrscheinlich von Heinrich dem Löwen gestiftet wurde. In Gestalt einer byzantinischen Kirche weist es auf vergoldeten oder emaillierten Platten einzig- artige Schnitzereien aus Wolroßzahn auf. Das„Welfenkreuz", dessen Wert auch nicht annähernd anzugeben ist, ist von höchster künstleri- scher Vollendung. Unter den zahlreichen Armreliquiarcn fällt beson. ders-das des Heiligen Sigismund auf,«ine der reichsten Arbeiten des 11. Jahrhunderts. Aber jedes einzige Stück des Weifenschatzcs ist von solchem Wert, daß es leider fraglich erscheinen muß, ob Deutschland sich auch nur eins erkaufen könne. Copyrisht IWO by Ff�kclreiler* Verlas 0. in. b. H., Hamburs-Bergedorf (38. Fortsetzung.) Die Sachen werden wieder herausgerissen, der Magdeburger hat seinen besonderen Spaß dabei und lacht dröhnend auf. Sie fliegen in der Stube herum: Kopfschützer, Leibbinden, Fußlappen, Hemden, Unterhosen, alles armselige, minderwertige dünne Lappen aus Nesselbaumwolle. Aber die Schnürschuhe sind gelb und neu. Sie knarren und knirschen vor Festigkeit, wenn wir sie einschnüren, als freuten sie sich aus die Märsche der nächsten Wochen. Wie lange werden sie so gelb und neu aussehen? Endlich habe ich meinen Assen fertig. Ich stelle ihn auf das Drahtnetz meines Bettes. Das Bettzeug ist schon abgegeben: wir werden hier nie wieder schlafen. Wer wird der Rekrut sein, der meinen Platz hier einnehmen wird? Einer vom nächsten Jahr- gang?! Ich schreck« zusammen: das wäre der Jahrgang 1990!— Ich ziehe noch einmal am Kochgcschirriemen, ich betrachte den Affen von allen Seiten, beinahe liebevoll. Aerflucht! Liebe ich denn dieses Vieh? Nein! Ich hasse alles, was damit zusammenhängt! Aber ich habe das Gesühl, als müßte der Tornister mich vor etwas Entsetzlichem retten, wenn ich ihn auf dem Rücken habe, als schütze mich seine Kompaktheit, wenn er auch drückt. Und in der äußersten Eck« liegt der Kasten mit den armseligen Kleinigkeiten, mit dem Vermächtnis meines toten Kameraden, liegt Langer? Brief. Dicht dabei«in halbes Pfund Kunsthonig, ein halbes Schwarzbrot und «ine Dose Sül>« aus Fleischabfällen. Es ist der Inhalt des ersten und einzigen Pakets, das mir mein Vater vorgestern geschickt hat. Von ihren Lebensmittelmarken haben sie sich zu Hause diese Sachen abgespart, abgehungert. Ich wollt« es zurückschicken in bitter auf- quellendem Gefühl: denn ich weiß, wie die Menschen in den Groß- städten hungern. Sic haben mir geschrieben und mir vorgelogen, sie könnten es entbehren. Ich aber werde ihre hohlen Augenhöhlen sehen, wenn ich von den Sachen esse und die Worte meiner Schwester in dem Brief werden das Salz zu dieser Speise sein:„Nach dem Glas Sülze Hab« ich zweiundeinehalbe Stunde angestanden. Gerade vor mir war Schluß und ich sollte nichts mehr haben. Aber ich habe so gebettelt, daß mir die Verkäuferin ihr Glas gegeben hat. Laß es dir gut schmecken, lieber Bruder. Ich Hab« es gern für dich getan; denn aus deinem Brief haben wir entnommen, wie ihr dort leiden und hungern müßt." »-iiebe Schwester, ich lverde esmir gut schmeck entlassen. Ich habe mir vorg«nommen, nie wieder nach Hause zu schreiben, daß wir hungern müssen; ich will denen das Herz nicht noch schwerer machen.... Einmal noch niüssen wir hier die Gewehre putzen: wir reiben und schmirgeln sie und fetten sie ein. Sie glänzen, sie strahlen förm- lich vor Stolz: O, wir werden unsere Pflicht schon tun! Wir wer- den euch schon dankbar sein dafür, daß ihr uns so gut behandelt! Ihr sollt euch nicht über uns beklagen, so scheinen sie zu sprechen. �.Jch stell« mein Gewehr Nummer 3944 hinter das Feldbett gegen die Wand. Als ich mich umdrehe, fällt es krachend um, so daß ich heftig zusammenzucke. Wie schreckhaft wir in den letzten Stunden unseres Hierseins sind! Ich lege das Gewehr neben meinen Tornister, behutsam. Wir ziehen die neuen Hosen und Röcke an, und ich habe noch nie die Koporalschast so schweigsam gesehen wie in diesem Augenblick. Das Zeug ist graugrün wollig und ohne Flecken Ich fühle über den Stoff hin und freu« mich einen Augenblick; denn seit Wochen fühle ich mich mal wieder sauber, weil ich einen neu«n reinen Rock über dem Leibe habe. Ich vermeide ängstlich, daß ein Fleck daraus kommt, vorsichtig drücke ich mich um jede Tijchkant« herum und um alles, was der Unbefleckth«it meines Rockes schaden könnte. Bei- nahe vergesse ich den Zweck dieser Uniform: ich habe«inen neuen, sauberen Anzug an, verdainmi nochmal, daraus achtet man als ordentlicher Mensch. Dann aber muß ich gleich wieder lächeln: Warte nur, mein Junge, warte nur, bald, sehr bald schon wird er anders ausseh«»! Und mit einemmal spüre ich den intensiven Ge- ruch eines neuen Kleidungsstück«;. Mir wird plötzlich schlecht, ich rieche Blut und Erde. Ich möchte mir die Lumpen vom Leibe reißen— ich kann den Geruch nichl mehr aushalten! Mir ist als trage ich mein Leichenhemd. Wir werden immer stummer. Es ist ein Uhr. Es gibt noch einmal„Kasfee", Rübenwasser, so heiß, daß wir uns die Zungen verbrennen. Wir können vor Aufregung nicht mehr trinken. Wir könnten jetzt aber auch nichts mehr essen, nicht etwa, weil wir satt sind, endlich einmal satt, sondern weil uns die Kehlen wie zuge- schnürt sind, und wenn ich jetzt an unsere Henkersmahlzeit denke, steigt mir die Uebelkcit in den Hals. Wir füllen den„Kaffee" in unsere Feldslaschen. Alles ist sertig: mir haben nichts mehr zu tun. Wir stehen herum und sehnen uns fast nach Besohlen. Es ist furchtbar, so herumzustehen, sich anzustarren und nicht sprechen zu können, denn wir müssen dann ja denken. Und jetzt denken, das ist furchtbar. Manchmal fängt dieser oder jener an zu stottern, irgend etwas Unwichtiges, etwas, was in keinem Zusammenhang mit unserem augenblicklichen Fühlen und diesen Stunden steht. Jan Dieckmann zum Beispiel erzählt von seiner Konfirmation. Niemand hört zu, er spricht für sich allein, einen träumenden Ausdruck in d«n Augen. Plötzlich bleibt«r mit ojfenem Munde vor mir stehen, sieht mich vollkommen abwesend an und setzt sich dann schwer an den Tisch. Dort bleibt er mit dem Kopf in den Händen sitzen und stiert vor sich hin. Adamczik ober steht am Fenster und starrt in den Hof. Vielleicht bringen seine Mutter und Paula ihn zur Bahn, denk« ich und möchte ihn fragen. Aber eine Scheu hält mich ab. Alle sind wir verändert, nur Kilb ist der alte, wenigstens äußer- lich. In dem neuen Rock ficht er noch kräftiger und männlicher aus als sonst. Niemand würde ihn für einen Achtzehnjährigen halten. Es müssen besondere Kräfte und Säste sein, die diesen Körxer auf- bauen und so elastisch erhalten trotz des Hungers, den er wie wir all« erdulden muß. Kilb sitzt auf einer Bettkante und schreibt auf den Knien. Unsere Blicke begegnen sich.„Hast du schon nach Hause geschrieben?" fragt er. Sein Blick ist dabei ganz ruhig. Ich habe nicht nach Hause berichtet, daß wir ins Feld komm«n. Ich will nicht, daß mich jemand an die Bahn bringt. Ich will allein und ohne Abschiedsträncn verschwinden aus dieser Stadt der grauen Qualen. „Nein, Karl," sage ich deshalb. Und er:„Wollt es auch nicht. aber meine Mutter liegt wieder sehr schlecht, und ich habe ihr ver- sprechen müssen, sofort zu schreiben, wenn es losgeht." Ich blicke auf die großen Buchstaben die er schreibt, klare, kräftige Buchstaben. Si« ähneln ihm. Wenn ich nicht genau den Ausruhr im Herzen dieses Rebellen wüßte, könnte ich annehmen, er habe sich mit seinem Schicksal abgefunden. Und wie wir so den letzten Stunden«ntgegenstarren, springt plötzlich Güttler auf und ruft:„Verfluchter Mist! Wenn wir nur schon raus wären aus dem Loch! 5)ier kriegt man ja keine Luft mehr!" Er öffnet sich den Rockkragen, steigt auf einen Schemel und ruft: ..Wollen mal Leben in die Bude bringen! Laßt uns mal einen singen! Also los: Schwester Martha war sehr eigen, simserimsimsim... lieh sich gleich den Besen..." Er brüllt laut in die Stube, aber niemand macht mit.„Komm mal runter da," sagt Kilb und geht auf ihn zu,„denke lieber dar- über nach, was für Arschlöcher wir sind! Einer wie der andere!" Da steigt Güttler kopfschüttelnd wieder herab. Dann haut er mit der Faust auf den Tisch:„Also, wer macht denn«inen Skat mit? Haben ja noch Zeit.... Wie ist«s, Fritze?! Bist doch sonst auch dabei! Und den dritten Mann werden wir dann wohl auch noch kriegen." Aber Adamczik starrt unbeweglich aus dem Fenster auf den elenden Hof hinunter. Ein Regenschauer prasselt nieder. Mich fröstelt. „Ihr Affenköppe! Ihr Maulwürfe! Ihr könnt mich gern ham mit eurem Stumpfsinn! Fehl: nur noch, daß wir hier im Chor an- fangen zu heulen!" Güttler flucht gewaltig, wirft di« Karten auf den Tisch, daß sie durcheinandcrwirbcln, haut sich demtr ächzend auf eins der leeren Drahtgestelle. Einen Arm hält er sich über das Gc- ficht und mir scheint es, als sei ihm das Weinen am nächsten. Vor meinen Langichastern Ilegt cmc einsame Karte, die nieder« fiel: 5kreuz Zehn. Zehn schwarze Kreuze. Ich habe eine Scheu, das Blatt anzufassen, und drehe mich um. Ich will es nicht mehr sehen.... „Rrrrrrraus— treten!" Es ist, als wenn ein Vorhang zerreißt. Wir springen hoch und stürzen zu unseren Gewehren und Tornistern. Die Kaserne ist«in stampfender und dröhnender Block, di« Kompagnie ein Ri«senlcib, der sich unter schwer«» Schlägcii aufbäumt.(Fortsetzung folg!.) e Buch Schalom Jlfch: Tor der Siiilflut Erster Roman:„Petersburg". Zweiter Roman: ,.W a r« schau". Poul Zsol nag. Verlag, Wien-Berlin 1930. In einer Trilogie„V o r d e r S i n t f l u t" versucht Schalom Asch die russische Vorkriegsgesellschaft darzustellen. Zwei Romane liegen bisher vor: „Petersburg", der Roman der Bourgeoisie, rnd„Warschau", der Roman des Proletariats. Ein drittes Buch„Moskau" wird folgen. Als Beispiel für den russischen Bürger wählt Schalom Asch den reichen Juden, weil das Problem der ruisifchen jüdischen Bourgeoisie psychologisch besonders interessant ist. Jh�x Klasse nach sind diese reichen Petersburger Juden Kapitalisten, ihrem Blut nach aber sind sie Revolutionäre. Das Geld bindet sie an die herrschende Klasse, die Sehnsucht nach Freiheit verbindet sie dem Proletariat. In Zolas naturalistischer Manier malt Asch ein breites Gemälde dieser sozialen Schicht: er deutet alle ihre seelischen Konflikte an, zeichnet das Bild eines jeden Charakters umständlich und genau. Die Handlungsele- m« nie des Romans find unbedeutend: wichtig ist nur die Gesell- schastsschilderung. Dichterisch und sozial bedeutender als„Peters. bürg" ist der zweite Teil der Trilogie„Warschau". Im Ghetto von Warschau leben und leiden die jüdischen Proletarier: Handwerker, Fabrikarbeiter, Kleinhändler, die zu undiszipliniert sind, um«ine Partei zu bilden, zu schwach und zu unwichtig, um durch einen Streik ihrem sozialen Gegner etwas abzuringen. Ob st« arbeiten oder nicht, ob sie zu essen haben oder hungern— wen kümmert das schon? Am wenigsten kümmert es den jüdischen Kapitnlistea, der die nationalen Zusammengehörigkeitsgefühl« der Juden dazu mißbraucht, seine armen Brüder auszubeuten. Sie»rächen«inen schwachen Versuch einer Erhebung— und lassen sich mit Ver- sprechungen abspeisen. Einmal bricht ihr Zorn aus, als das Militär bei einer Maidemonstration auf die Arbeiter schießt: ein Knabe fällt als Märtyrer, als Opfer des russischen Gewaltrcgimes, damit der jüdischen Kapitalistenklasse zusammen die jüdischen Proleten unterdrückt. Das große soziale Panorama endet mit dem Beginn des Weltkrieges: der Krieg, so meinte man ja damals, wird eine Lösung der sozialen Probleme bringen. Heute wissen wir, daß er sie nicht gc- bracht hat, daß di« Not und die Derskiavung der Menschheit nach 1918 nicht geringer sind als vor 1914. In der Erfassung der sozialen Zusammenhänge, in der liebe, rollen und eindringlichen Darstellung einer gespannten sozialen Si- tuation und besonders in der Charakterzeichnung, in der Menschen- gestaltung erreicht dieses Buch die größte Leistung des Naturalist:- schon sozialen Romans. Es mag in seinem Stil hie und da veraltet anmuten, sein Geist aber ist lebendig und wirksam, weil er der ewige Geist der Rcvolutionierung, der Aufrüttelung, der aus wirklichkeits, naher Schilderunng wachsenden Anklage ist. kVitz Rosenfeld. Uf Rätsel-Ecke des„Abend uiiuiuiijiiiuiniiiiiiiiiNiuuu;imiiMuuuiiuuiuiiiiuiiiiiiiiiiimiimiiiiuiuiiiiimuuiiiiuiiuuiiinimiiiuiiiuiuiiumiuuiiiiiuiiimuiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiuuiiiuiniiiuiiuiuuuua Kreuzworträtsel Waagerecht: 1. Schulsaal, 3 Gedanke. 6. Flitter, 7. Schwimmvogel, 8. Männlicher Vorname, 9. Beförderungsmittel, 10. Gestalt aus „Lohengrin", 11. Bibl. Person, 12. Kleidungsstück. Senkrecht: 1. Verkehrs- mittel. 2. Stadt in Schlesien, 4. Italien. Bildhauer, ö. Mu- seum in Petersburg, skr. Silbenrätsel Aus den Silben a bc bro che chau de de de den dietz dif e e e ein en er fe sen g« ge g«ls gen hör i in in ir ker knecht kol lair lek ler lisch lieb mi mon mul MUS na na nat ne nietz nis 1 o ö an on on or ra rat re reiche rent rung saint sche si si sin sinc skep ta tag te the the ti ti ti tiv tisch rum tui vi wen wen wi zen sind 30 Wörter zu bilden, deren erste und dritte Buch- staben von oben nach unten geleien einen Ausspruch und den Namen seines Verfassers ergeben(ch— ein Buchstabe).— 1. Entartung: 2. politisch gleichgültig: 3. Arzneiform: 4. Mittelpunkt: 5. Futteral: 6. Geisteskrankheit: 7. Gegenteil von praktisch: 8. Nachahmung: 9. Amerikanischer soz. Schriftsteller: 10. schauspielerisch; 11 alter slawischer Volksstamm: 12. Entgegnung: 13. Arbeiterphilosoph: 14. Fluß in Spanien: 15. Nagester: 16. menschlicher Sinn: 17. deutsches oberstes Parlament: 18. Amtstracht: 19. Zweifler; 20. franz. Utopist: 21. Roman von Zola: 22. engliscber Utopist: 23. übertriebener Nationalismus: 24. gemeinschaftlich: 25. deutscher ?lrbeitersührer: 26. einsame Gegend: 27. soviel wie enthaltend: 28. deutscher Philosoph: 29. Vogel: 30. Altmeister des Sozialismus. dt. P. Zahlenrätsel Für jede Ziffer in neben- stehender Figur ist ein Buch- stabe zu setzen, so daß sich dann waagerecht Wörter folgender Bedeutung ergeben: 1. weibl. Vorname, 2. Welthilfssprache, 3 Ansteckung, 4. Land in Iugo- slawien, 5. Pflanzenschädling, 6 Ozcansliegcr. 7. Land auf der Baltanhalbinsel, 8. deutsche Stqdt, 9. Beruf. 10. Gas- behälter. Die Anfangsbuchstaben die- ser Wörter ergeben den Nomen einer deutschen Stadt. ti. 8. Anagramme Der Adler— immer engere Kreise ziehend über dem—■" 1 Der Feuerschein des brennenden Rom beleuchtete mit—- geschmücktes Haupt. An Stelle der Striche sind Wörter zu setzen, welche die gleichest Buchstaben, aber in verschiedener Anordnung aufweisen. Fatale Sache Ins Schauspielhaus wollt' er heute geh», Um sich den„Wort" dort anzusehn. Er hat's versprochen seinem Schatz lind sie war pünktlich auch am Platz. Doch wie so ist der Lauf der Welt, Grad heute hatte er kein Geld. 'Als zaghaft er ihr das gesteht, Sie ganz empört von bannen geht. Er ballt die„Wart", nun ist es aus Und schleicht bedeppert dann nach Haus. xst. Magisches Quadrat In die waagerechten Felder sind die Wörter von folgender Bedeutung einzusetzen: 1 Reihe: Geschenk: 2. Reihe: Bindewort: 3. Reihe: Körperglied: 4 Reihe: Mädchenname Bei richtigem Raten ergeben sodann die senkrechten Reihen die gleichen Wörter.* (Auflösung der Rätsel nächsten Sonnabend.) Auflösung der Mtsel aus voriger 7!ummer Kreuzworträtsel. Waagerecht: 1. Panik; 3. Onan; 6. Bad: 9. Pold: 10. Bananen: 11. Dampfer: 15. egal; 17. Man; 18. Hugo; 21. Karre.—» e n! r e ch t: 1. Pol; 2. on: 3. na; 4. in; 6. Bon; 7. Ale; 8. Don: 9. Po; 11. dem; 12. Aga; 13. Man; 14 PU 16. Poe; 18. ha.; 19. Ur; 20. gr. Silbenrätsel: 1. Zote: 2. Untiefe: 3. Made; 4. Zweifel'- 5. Irrlicht: 6. Elvas: 7. Leopard: 8. Farnkraut: 9. Urwald; 10. Eiarte: 11. Hieroglyphe: 12. Rarität: 13. Totem; 14, Zasmm: 15. Erwin: 16. Deichsel: 17. Ehrenbreitstein; 18. Radierung; 19. Sagan: 20. Ehemie; 21. Hutmacher: 22. Rhabarber; 23. Innung. — Zum Ziel führt jeder Schritt, der vorwärts wird getan. Rückert, Rösselsprung. Sei nicht ein Wind- und Wotterhahn Und fang nicht immer Neues an; Was du dir wohl hast vorgesetzt,..... Dabei beharre bis zuletzt.' Remick. Jagdabenteuer: Giraffe. Worträtsel:„Fleck." Alst. » Erste Schwimmfeste Arbeitervereine eröffnen die Wintersaison Noch dem Abschluß der Sommerbadesaison beginnen seht die Berliner Arbeiter- Schwimmvereine zu großen Schwimmseslen zu rüsten. Die„Berliner Schwimm- Union" eröffnet den Reigen der schwimmsportlichen Der- onstaltungen immer am ersten Oktobersonntag danach folgen dann die anderen vereine mit mehr oder weniger großen vcr- onftalwngen. die sich bis Ansang Dezember hinziehen. Die„Union" bringt am Sonntag im S t a d t b a d Friedrichshain an der Schillingsbrücke ein Schwimmfest zum Austrag, das nur mit Staffelwctlkämpfen besetzt ist. Die Einzel- leistungen verschwinden hierbei, es gilt nur der sieg der Mannichasti die beste Durchschnittsleistung der Mannschaften soll ermittelt werden. Also wird das Fest ein Prüfstein für geleistete Massenausbildung sein. Die Wettkamps« sind von den Bundesvereinen gut besetzt worden und so werden sich interessante Kämpfe ergeben. Die große Erössnungsstaffel 20X40 Meter dürfte einen scharfen Kampf zwischen Hellas. Union, Möwe und Lichtenberg geben. Nach der Papierform sollte Hellas vor Union siegen, wenn nicht Möwe vielleicht der Außen- seiter ist. Umgekehrt darf die Reihenfolge in der Bruststafette 10X100 Meter sein, die von den gleichen Vereinen belegt ist. Neben Rettungsvorsührungen, Reigenschwimmen und Kunstspringen findet für die männliche Jugend«in Mannschaftskampf, bestehend aus Wasserballweitwurf, Streckentauchcn, Kopswcitsprung und Crawl- schwimmen in der Kurzstrecke statt. Spandau, Berlin 12, Charlotten- bürg, FTGB., Neukölln, Union und 5)-llas sind die Startenden. Die weibliche Jugend trisft sich unter anderem in einer Crawlstafette 4X40 Meter und in einer Lagenstaffel. Der Jugend, den Frauen und den Kindern bieten zahlreiche Wetttäinpse ebenfalls Betätigung. Wer im W a s s e r b a l l j p i e l siegen wi�d, ist nicht im voraus zu sagen. Die.�-Mannschaft von Hellas und Union find die Gegner, beide find gleich stark. Bei der Jugend spielen Union, Charlotten- bürg und Lichtenberg. Unions und Lichtenbergs Kindermannschaften sind ebenfalls mit von der Partie. Die Eintrittspreise sind sehr niedrig gehalten. Cbarlottendurger in Leipzig Beim Jubiläumsschwimmfest des Arbeiter-Schwimm- Vereins Le i p z i g, das aus Einladungswettkämpfen besteht, und an dem die Elite des Schwimmsportes im Arbeiter-Turn- und Sport- dund teilnimmt, nimmt auch der Bundeswafferballmeifter, Freie Schwimmer Charlottenburg, teil. Charlottenburg trifft auf den Meister des mitteldeutschen Verbandes, ASV. Leipzig, und wird sich tüchtig strecke» müssen, um zu siegen. Bei der Lagenstaffel und der großen Crawlstasette sind die Charlottenburger ebenfalls dabei. Grühn wird sich das 100-Meter-Crawlschwimmen nicht nehmen lassen. Es ist zu erwarten, daß auch im Rückencrawlfchwimmen Kutschkau gut abschneidet._ Gauriegen-Kegeln des DAKB. Das S00-Kugeln-A usscheidungskegeln, das der Gau Berlin-Brondenburg des Deutschen Arbeiter-Keglcr- Bundes zur Feststellung seiner Gauriegc für das am 20. Oktober d. I. in Braunschweig stattfindende Bundcskcgeln veranstaltete, nahm bei starker Beteiligung der Gauvereine einen sportlich hochstehenden Verlauf. Das Berliner Kartell für Arbeitersport und Körperpflege bewies fein Interesse für die Veranstaltung durch Entsendung seines Vorsitzenden, Bartelmann, und seines Geschäftsführers, Oehlschläger. Am gleichzeitig mitlaufenden Gastkegeln über 100 Kugeln beteiligte sich eine große Zahl Berliner Arbeiterkegler und Arbeitersportler, die hoffentlich dazu beitragen werden, den Arbeiterkegelfport in ihre Kreis« zu tragen. Die erzielten Leistungen waren durchweg gut und so fetzt sich die Zehner-Gauriege wie folgt zusammen: 1. Krause („Rühr. Mannfch."), 2. Schick(„Frei Holz"-Spandau), 3. Thiel« („Frei Holz"-Spandau), 4. Hossmann(„Frei Holz--Spandau), 5. Wieland(„Rühr. Mannfch."), 6. Ladwig(„Vorwärts"), 7. Preß („Frei Holz"-Spandau), 8. Krichenbeckcr(Einzelkegler), 9. Körbecher (.Kamps höhne"), 10. Buch(„Rühr. Mannsch."). Ersatz: Knaack („Rühr. Mannfch."), Baldauf(„Vorwärts"). Soli"~Radrennen M Letztes Straßenrennen— Hallenvcranstaliungen Auf der Strecke Blumberg— Werneuchen— Tiefenfr«— Leucnberg und zurück geben sich die bundestreuen Rennfahrer von„S o l i- d a r i t ä t" ihr diesjähriges letztes Stelldichein, und zwar starten alle Klassen, auch die Jugend- und die Altersklasse zu Einzelrennen. In der Meldeliste fehlen selbstverständlich die neuen Gaumeister Prause, Köllner, Schwarz, Balte, Unger und Herzog nicht. Außer- dem haben sich Kowalke, Ieschk«, Neumann, Ruff, Wothe u. a. ge> meldet, die sich bestimmt nicht abhängen lassen werden: sie werden natürlich oersuchen, die Gaumeister auf die Liste der„ferner liefe»" zu bringen. Der Start ist am Sonntag, 5. Oktober, früh 5 Uhr, am Königstor in Berlin. Sammelstart in Blumberg 6Z4 Uhr Restaurant Deutsches Haus. Der Sonntagvormiitag gibt den Rennfahrern die besten Trainingsstundcn. Da einigermaßen gutes Wetter kaum noch zu erwarten ist, nimmt er sein Rennpferd und geht zur Turnhalle in der Köpenicker Straß« 125/126 auf den Hometrainer. Bereits morgen, Donnerstag, 19� Uhr, beginnt das Hallcntraining, das vor allem auch für die Hometrainerrennen am 11. Oktober in Wilmers- darf und am 18. Oktober im Saalbau Friedrichshain stattfindet, ge- dacht ist. Das Hauptinteresse dürste jedoch das am 2. November stattfindend« Bahnrennen im Sportpalast haben. Die nächst« Sitzung findet Freitag, Z. Oktober, 20 Uhr. in der„Goldenen Kugel", Kommandanten- Ecke Neue Grünstraß« statt: dort werden Mitglieder aufgenommen, wie auch an den Trainingsabcnden. Sportpalast-Hremiere vorverlegt Am 12. Okiober Hallen-Radrennen in Berlin Drei Wochen früher als in Aussicht genommen, wird der Berliner Sportpalast den nur kurz bemessenen ersten Teil keines Radfportprograimns in Angriff nehmen. Bereits am bevor- stehenden Montag wird mit dem Einbau der 5zolzbahn begonnen und Sonntag, 12. Oktober, finden dann die ersten Rad- rennen statt, denen sich am 17. und 26. Oktober sowie ain 1. No- vember drei weitere Renntage fist Berufsfahrer anschließen werden, und am 7. November steigt dann da? 2 4. Berliner Sechs- tagerennen. Selbstverständlich fallen in die nur kurz bemessene Zeit auch zahlreiche anderweitige sportliche Veranstaltungen. Die eigentliche Eröffmmg der Hallen-Radrennsaison in Deutsch- land erfolgt am kommenden Sonnabend in der Rheinland- halle zu Köln mit einem Städtekampf Brüssel— Köln, bestehend aus Fliegertreffen, Punktefahren und einem 7?-Kilometer-Mnnn- schaftsfahren, an dem folgende 10 Mannschaften teilnehmen werden: Degraeve-Haesendonck, Charlier-Deneef, Duray-Depauw, Rielens- van Boggenhout, Cloquet-Seynaeve, Rausch-Hiirtgcn, Oizmella- Frankenstein, Damm-Schorn, Schmitz-Steger und Dumm-W. Schorn. Einen Tag später, am 5. Oktober, erfolgt die Premiere der West- f a l e n h a l l e in Dortmund. Hier finden große Rennen hinter Motorführung unter Beteiligung von Möller, Krewer, Sawall und Thollembeet statt. Von einer Wiederaufnahme der Hallen-Radrennen in Leipzig tann kein« Rede mehr sein, denn l>eim Verband Deutscher Radrennbahnen liegt noch immer kein Ausnahmegesuch für die Winterbahn vor. Heber Vorbesprechungen mit der Messe- gesellfchaft scheinen die Verhandlungen des Berliner Interessenten nicht hinausgekommen zu sein. Aerztinnen gegen Frauenweiikampf In Verbindung mit der Tagung des Bundes Deutscher Aerz- tinnen in Dresden fand eine Tagung der Sportärztinnen in der Turnlehrerbildungsanftalt statt. Neben turnerischen und sportlichen Hebungen, die von den Sportärztinnen Frau Dr. Michael- sen, von Lölhöffel und Schöppe geleitet wurden, fand eine ein- gehende Behandlung der wichtigsten Fragen weiblicher Körpererziehung statt. Frau Dr. Wolf-Stuttgart sprach über„G y m n a st i k als Heilmittel in der Gynäkologie". Sie erläuterte die Hrsachen von Kreuzschmerzen, die häufig durch Haltungsfehler, z. B. Hohlkreuz, hervorgerufen und durch Gymnastik und ausgleichende Ruhelagerung während der Nacht beseitigt werden könnten. Zluch Senkungen könnten ebenfalls durch Gymnastik geheilt werden. Frau Dr. von Lölhöffel sprach über den Wettkampf der Frau. Sie führte u. a. aus, daß die Frage» weiblicher Körpererziehung nicht mit der Ablehnung des Wettkampfes gelöst seien. Die Sport- bewegung, von der man Wettkamps und Wettspiel nicht trennen könvte, sei die notwendige Abwehr des gesunden Menschen gegen die Einengung der Großstadt, gegen die Absperrung von Licht und Luft im Alltag und gegen die Mechanisierung und Bewegungsbc- schränkung im Arbeitsleben. Gerade die Frauen brauchten zur Be- kämpfung der Arbeitsschäden, Blutarmut, Blutstauung und Muskel- schwäche kräftige Bewegung im Freien. Die sportärztlichen Hnter- suchungen an einem großen Frauenkreis würden weitergeführt. Mo- dernes Körperbildungsziel fei vielseitige Körperbildung entsprechend den Wachstums- und Bewegungsbedingungen des Menschen. Die praktischen Ausgaben der Sportärztinncn seien, einzutreten für B e- schränkung der Wettkämpfe, insbesondere Schonung der jugendlichen Mädch«n unter 18 Iahren im Wettkampfbetrieb und sportärztliche Beratung der Sportlerinnen im Sinne vielseitiger Körperbildung und des Ausgleichs von Arbeitsschäden. Frau Dr. Dllntzer-Köln behandelte die körperliche Erziehung der Berufsschülerinnen, für deren gesundheitliche Entwicklung noch wenig gesorgt sei. Sie zeigte an einem reichen Material die typi- fchen Arbeitsschäden der stehenden und sitzenden Berufsarbeit und wies Wege zur Kräftigung und körperlichen Ertüchllgung der Be- rufsschülerinnen. kera bcyesefzl Nach erfolgter Renovierung haben wir der heutigen Zeit Rechnung tragend alle Schuhe durchweg herabgesetzt. Die Preise sind gegen das Frühjahr um 2 bis 5 M billiger. Unsere seit über 20 Jahren bestehende Firma bürgt für Solidität. Von unserm kolossalen Lager hier nur einige Beispiele: Für Damen: Für Herren: Hocheies. Lack- u. Nubuk- Pumps u. �90 Echt Boxrind-Halbschuhe U Rand weis gedoppelt, moderne Form. Spangenschuhe"ht Loul* xv od,r B,ock*b",x in vielen Modellen 6r 36-41 Mod. Trotteurrchuh Lack neiprhrann Echt Python-Schlange mit Lack 4 A90 Lack- Halbschuhe Pumps oder Spange, sehr fesch...... Jetzt|\� moderne halbrunde Form.. 390 Auf Rand genäht, �.m« h.»,. schuhe In Leck, braun und schwarz, acht Boxkalf, raMlge Form.........*...... 590 790 1090 Moderne Ueberschuhe gutes Fabrikat... farbig 4.90, schwarz, Jetzt Allerneuste Horbstmodolle für Damen u. 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Um dem entgegen zu treten, hat die „Freie Sport- und Schüßenvercinigung Berlin" auch für diesen Winter einen Turnhallenübungsbetrieb eröffnet um ihre» Mit- gliedern auch in der kalten Jahreszeit Gelegenheit zum Schießsport und zu Kdrperübungen zu geben. In der Turnhalle Köpenicker Straße 125 wird jeden Donnerstag ab 19'� Uhr das alt« Bogen- schießen als Volkssport betrieben; in den Pausen betreibt man .©ijmnnftit aller Art. Für das neueingeführte Pistolenschießen werden noch Mitglieder ausgenommen. Anmeldungen bei Stefan Brumirski, SW 19, Kommandantenstraße 77, Merkur 7752. Kasienrudern der Reichsbanner-Ruderriege. Die Ruderriege Berlin des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold e. V., die eine Gruppe Oberspree in Köpenick, Wendenschloßstratze, sowie eine Gruppe Tegel in Tegel, Uferstraße, unterhält, gibt bekannt, daß noch Mitglieder auf- genommen werden. Das Kastentraining ermöglicht allen Rudersport- liebenden den Sport im Winter zu erlernen, um im Frühjahr aus- gebildet die Wanderfahrten ausnehmen zu können. Der Mitglieds- beitrug ist so bemessen, daß es allen möglich ist, diesen Sport als Volkssport auszuüben. Ab 2. Oktober ist jeden Donnerstag von 19 bis 21 Uhr Kastenrudern in der Sportschule Sandt, am Bahnhof Tiergarten, Stadtbahnbogen. Auskunft und Neuaufnahmen zum Ansängerkursus dort und bei Herbert Stöber, W 57, Steinmeßstr. 63. Pokalkämpfe im Freien Segler-Bund. Als Pokalsieger im 1. Berliner Gau(Gruppe B) wurde der SKK. Harmonie 21 fest- gestellt. Resultate: Harmonie 21 3571, Glatt« Bahn 3568, Borussia 3538, Jfd. 3531 Holz. Für die Entscheidung in der Gruppe X des 2. Berliner Gaues qualifizierten sich in der gleichzeitig vonstatten gegangenen Zwischenrunde: Olympia 360l, Corso 3598, Uukk. 3531, Hohe Kante 3516 Holz. Beste Einzelleistungen: Kretschmer(Har- monie) 741, Meckel(Corso) und Werner(Hohe Kante) je 726 Holz. Schmeling bei den Neuköllner Boxamateuren. Anläßlich des nationalen Kampfabends des ABC.„Neukölln" am Freitag, 3. Ok- tober, wird der deutsche Weltmeister Schmeling bei den Neuköllnern zu Gaste sein._ Radfahrer-Ta�un�en Am kommenden Freitag setzen sich die Führer des Bundes Deutscher Radfahrer und der Bereinigung Deutscher Rad- sportverbände im Hotel Csplanade zu Berlin mit dem Verein Deutscher Fahrrad-Industrieller an den Verhond- lungstisch. Es handelt sich hierbei in der Hauptsache um die Fest- legung des Sportprogramms für 1931 und um die Schaffung eines Iugend-Rabfahrer- und Schulungs-Abzeichens. Die Schaffung dieses Abzeichens war schon für dieses Jahr geplant, doch war man sich über die Ausfühningsbeftimmungen und Richtlinien nicht einig geworden. Anschließend tagt die Radfahrer- behörde für Verkehr und Sport, die sich mit den neuen Richtlinien für die Genehmigung von Zuverlässigkeitsfahrten auf öffentlichen Wegen beschäftigen wird. Auch die Arbeitsgemeinschaft zur Propagierung de r Radfahrwege tritt zu einer Sitzung zusammen. Im Mittelpunkt der Verhandlungen dürfte hier die Frage nach der Beschaffung von Mitteln für den Bau von Rad- fahrwegen stehen. Bekanntlich hatte die Zentralstelle für Rodfahr- wege die Erhebung einer Wegebauabgabe von 1 M. vorgeschlagen, die bei den Radfahrverbänden einschließlich„Solidarität" auf schärfsten Widerstand gestoßen ist. Diesen Sitzungen geht bereits am Donnerstag eine Besprechung des Induftrieringes für Berufs- fahrer-Straßenrennen(Jbus) mit den Sportverbänden voraus, bei der der Plan einer neuerlichen Durchführung der Deutschland- Rundfahrt aufgegriffen lverden wird. An die V crcinsbcri chf ersf äff er Wir sehen uns veranlaßt, erneu« darauf hinzuweisen, daß B e r i ch k e von Arbeikersporlveranslalkungen unker allen Umständen sofork. bei Sonnkagsfesken am darauffolgenden ZNookag bis 10 Uhr vormittags eingereicht sein müssen. Später einlaufende Be- richte gefährden die Aktualität des Blattes; eine Bearbeitung kann dann nicht zugesagt werden. Unbearbeitet bleiben in Zukunft auch Ankündigungen und Borschauen mit ungenauen oder fehlen- den Terminangaben. Bücksragen der Redaktion bei den Einsendern finden in keinem Falle mehr statt. Sporlredaktion des„Abend". fittic ffalibootfnliwt Berlin, e. B. Donnrrstoq, 2. OftoB-r, 20 Uhr lammenkunft im..Hackeschen Haf", N-senshaler Str. 4s. LichtbilServortraa- Dom Dogel-flug ütim Menichenflun".«äste willkommen. In bfr Douaenossens sckoft für goitboote können noch Interessenten aufgenommen werden. Meldun» gen an Leopold Horn. N. 20, Zloloniestr. 3—4. KTKB., Bezirk»- und Abteilnunotechnilce. 6iBuna Donnerstag. 2. Oktober Gewerkschastsbaus. Tagesordnung:«csamtlage. Dußtaqsvroqramm.— Mi,.' tcilungsblättcr sind sosort oon der Geschäftsstelle abzubolen.— Bezirk Ziorboft: Donnerstag, 2. Oktober. 20 Uhr, lsunktionärsittung bei Bieberstein, Danzigcr Straße 40. .Solidarität",»rastsabrer. Toner,, für Sonata«. 5. Oktober. Abt. Fried. richsbain: Schwär, etal, 0 Ubr Landsberger Platt— Abi. Zkrruzbcrg: Klein. Köris lFerienheim Reibcrborstt. 0 Ubr Sermannvlaß, Gckc Berliner Straße— Abt. Neukölln: Buckow tMärkische Schweiz,. 8 Ubr Hobenzollcrnplaß.— Abt. Norden: Ketzin, 8 Ubr Eparrstraße.— Abt. Cborlottenburg: Pessin. 8 Ubr Wilmersdorfer Str. 21.— Abt. Lichtenberg: Streif, iige durch den Dlumentbal. 8 Ubr Oder- Ecke Finowstroße.— Bcrsammluagen. Abt. Fricdrichsbain: 20 Ubr Strausbcrgcr Str. Z, 2. Oktober.— Abt. Norden: 3. Oktober. 20 Ubr, Sporr» ltraßc 3.— Abt. Cborlottenburg: 3. Oktober. 20 Ubr. Abteilungsgeneralver. sammlung. Wilmersdorfcr Str. 2l.— Abt. Lichtenberg: 1. Oktober. A Ubr, bei Hugo Wcgner. Freie Schwimmer ckharlottenburg 04. Kanuabteilnn«. Heute. Mittwoch, 20 Ubr. Monatssitzung bei Kriesche. Kaiser-Friedrich�-tr. 1Z. Tcilnebmcr am Langstreckcnfabrcn mtissen anwesend sein. Bootsstände im eigenen Bootsbaus in Tieswerder noch frei. Anfragen: Walter Ncumann. Cbarlottenburg. Saeselcr. straße 474.— Schwianaobteilung: Donnerstag Schwimmwarte, und Funktionär. sitzung bei Kriesche. Leipzigfahrcr und die Startenden am Unidn-Schwimmfest müssen erscheinen. �(Befchäffc-Jbijmger �=> föeziwk �üden"Wefien Autobereifung* Wilhelm Grabs Vertrieb in- und aailSndisdier Reifen Autoreifen- und Sdilandi-Reparatur- Werkttätle/ Autozubehör Berlin SW 48, Friedrichstr. 249 Nahe Belle-Alliatace-Plalx— Tel. F 5 Bergmann 4736 Franz Schönherz Rln~Nr*Illrrilln K««*«r-Friedrlch-Sh-. 341 Oin.'iVCUKOUn Nähe Hermannplatz Bandagen— Gummistrümpfe Spezialist für SenkfuBeinlagen Lieferant für Krankenkassen und Behörden[222 VelaFeMa (Rartonpadiung) für >--- WM. Küdie und fiaushalt das WM! " Asphalt-Fabrik F. Schiesing Nachf. Akt.-Ges. 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