Morgenausgabe Nr. 46? A 235 4?.Iiier des Qaues Jiamerad lleidhardl . nerden kursse Ansprachen hallen. flach Abschluß der Teranslaliung marschieren die einseinen Söge unlerToranmarsdi ihrerXapellen In IhreSladUetlesurütk Fememörder/ IMdtö.! Vinter den neugem&fülen national sozialistischen Abgeordneten befindet sich der ehemalige£eulnant Edmund Weines, der ttegen eines viehischen Wördes, im Fuli 1020 begangen an dem JCandar- beilerWiüi Schmidt, rechtshr&ftig verurteilt norden ist Wie aus der nebenstehenden Pluriographie eines Plakats aus Eichenau i. Ray em ersichtlich, ist Steines in nationalsozialistischen Versammlungen als Fememörder£l.Weines' rednerisch aufgetreten. Seine Par lei hat ihn also negen seiner Val noch öffentlich gerühmt und als Zugmittel vernendeL Ausführliches über den neugenähllen Volks Vertreter finden unsere£eser an anderer Stelle. Öffentliche ifi Volks- w Versammlnng im /jC?//7,f/ty£y den 29 am um Uhr im.*7 f7 A of lN. 7- /Z/j e/7&£S Thm T-prf sr?/? es/A/b'? mner Alle Deutschen Manner und Frauen lind herzlich tmgeloden. Eintriu zur Deckung der Unkosten Psg. Aliegsbeschädigte und Erwerbslose frei Jaden haben deinen Zutritt! MmlsWllsl. IMe Weiterpliltei £ohnkürzung? Wein! Siie Verantwortung des Sonderschlichlers. Die Schlichtungsverhandlungen im Lohnstreft der Ber- liner Metallarbeiter sind bis spätestens 9. Oktober vertagt worden. Der Sonderschlichter Dr. Volkers, mit den Ver- bästnissen der Berliner Metallindustrie nicht genügend ver- traut, hat diese Entscheidung herbeigeführt, um Zeit zu ge- winnen, sich durch Betriebsbesichtigungen und Rücksprache mst den Tarisparteien, sowie den Betriebsräten darüber zu unterrichten, welche Auswirkungen die von beiden Seiten gestellten Anträge haben würden. Ob diese Vertagung taktisch und vor allem politisch richtig war, sei dahingestellt. Jeden- falls hat sie der Sonderschlichter getroffen, weil er sich der ungeheuren Verantwortung bewußt ist, die aufweinen Schul- tern lastet. Der Sonderschlichter hat unzweideutig erklärt, daß sich die Entscheidung über diesen Lohnstreit nicht nur für die Ber- liner Metallindustrie, sondern wahrscheinlich für das ganze Reich auswirken werde. Das weiß die gesamte Oeffentlichkeit längst. Sie- weiß, was das Ziel der deutschen Wirtschastsführer und der Reichs- regierung ist. Der Wortführer der Berliner Metall- industriellen, Rechtsanwalt Oppenheimer, hat sich vor allem auf das Wirtschaftsprogramm der Regierung und den Ar- tikel des Reichsarbeitsministers Stegerwald im„Deut- schen" vom 2. Oktober„Worum es geht" berufen. Der Reichs- arbeftsminister hat in dem von Oppenheimer zitierten Artikel des„Deutschen" geschrieben: „heute besteht unter allen Kreisen, die die Dinge nicht agitatorisch behandeln, Meinungsübereinstimmung dariiber, dost der (in den letzten Jahren. Die Redaktion) befchrittene Weg falsch war und daß nunmehr weitgehend wieder zum Ausgangspunkt von 1927 zurückgekehrt werden muß." Stegerwald verlangt in dem Artikel weiter, daß die Ge- stehungskosten der deutschen Wirtschaft, wozu er auch die Löhne, Gehälter und Sozialausgaben rechnet, herabgedrückt werden müssen, und prägt dann folgende Sätze: „Dabei wird dem deutschen Volk bei weitem nicht das zugemutet, was es in den letzten Jahren bereits ausgestanden hat. In den Kriegsjahren 1917/18 und in der Inflations- und Stabilisationszeil 1922/24 hat dos deutsch« Volk ganz anderes ertragen, als ihm jetzt zugemutet wird. Jetzt geht es darum, ob wir einig« Jahr« dl« Zähne auseinanderbeisten, ob wir den in Arbeit Stehenden dU Arbeit erhalten und dein Millionenheer der Arbeitslosen wieder allmählich Arbeit beschaffen wollen, ob das deutsch« Volk in seiner Gesamtheit seinen Lebensstandard vorübergehend um S— 10 Prozent herabdrücken will." Der Syndikus der Berliner Metallinditstriellen hat nicht ohne Wsicht diese Stellen aus dem Artikel Stegerwalds be- sonders betont und sie ganz eindringlich dem Schlichter vor- geholten. Der Sprecher der Metallindustriellen hat den Sonderschlichter daran erinnert, welche Entscheidung die Reichsregierung von ihm erwarte. Von Oppenheimer hat es freilich vermieden, auch die Stelle des Leitartikels auf der gleichen Seite des, Deutschen" zu zitieren, in der nach einem Zitat aus dem Wirtschaftsprogramm der Reichsregierung wörtlich steht: „Soll das heißen, daß wir vor einer Periode des Lohn- ab bau es und der sozialen Rückentwicklung stehen, und die Reichsregierung diese Politik billigt? Wenn ja, dann wird damit der deutschen Wirtschast und dem deutschen Volke kein guter Dienst geleistet. Was wir brauchen, ist eine Steigerung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, der Produktivität." Damft hätte allerdings Herr Oppenheimer dem Schlichter zugleich den Hinweis gegeben, daß man in den Kreisen der christlichen Gewerkschaften über die Behebung der Wirtschaftskrise anders denkt als der Reichs- a r b e i t s m i n i st e r. Den Berliner Metallindustriellen ist jedes Mittel recht, um zu ihrem Ziel, den ISprozentigen Lohnabbau, zu ge- langen. Sie wissen genau so gut wie der Schlichter und die Unterhändler der Metallarbeiter, dqß auf den Ausgang dieser Verhandlungen die gesanfte deutsche Oeffentlicheit mft Span- nung wartet. Kommt hier in Berlin ein Lohnabbauschieds- Starhemberg regiert. Verfassungsbrüche.- Schuhbundauflosung.— Presseverfolgung. SLarhemberg. der Heimwehrführer und trotzdem Innen- minister der Republik Öesterreid), Verfertiger des großen heiligen Doppeleides auf den antiparlamentarischen Faschismus und auf die perlamentarische Verfassung, hat einen Heimwehraufruf, den er schon als Minister gezeichnet hat. für m i ß v e r st ä n d l i 6) erklärt. Dieser Aufruf kün- digt an, daß man sich auch durch«ine(rote) Nationalrats- Mehrheit die Staatsgewalt nicht mehr nehmen lassen werde- Diese Ankündigung des Verfassungsbruchs mußt« Starhemberg einstweilen dementieren: aber die Einsetzung dieser Regierung und die Auflösung des National- rats sind bereits unzweideutige Verfassungsbrüche. Die österreichische Verfassung bestimmt ausdrücklich, daß die Bundesregierung des Vertrauens des Nationalrats be- darf und im Falle seiner Verweigerung zu entheben ist. Die Regierung V a u g o i n hat das Vertrauen des Nationalrats nicht eingeholt, und obwohl sie dadurch zur Amtsführung noch nicht berechtigt war, hat sie den Nationalrat aufge- l ö st. Die Auflösung ist ohne Begründung erfolgt, die Bundesverfassung sagt aber, daß der Nationalrat nicht ein zweites Mal aus dem gleichen Anlaß aufgelöst werden darf. Daraus geht logisch hervor, daß der Anlaß der Auflösung be- zeichnet sein muß, denn wie könnte sonst bei einer nochmaligen Auflösung erkannt werden, ob sie nicht aus dem gleichen An- laß erfolgt. Es find somit zwei unleugbare und unbe st reitbare Verfassungsbrüche, mit denen die Tätigkeit und das Sein dieser Regierung begonnen hat. Sogar der Vertreter des Landbundes hat im Ständigen Unterausschuß des Haupt- ausschuffes des Nationalrats dies festgestellt. Der Bundes- Präsident M i k l a s war vorher Präsident des Nationalrats, ihm ist die Verfassung daher genau bekannt. Die Erweiterung der Rechte des Bundespräsidenten— vorher konnte der Nationalrat, ehe seine Mandalsdauer abgelaufen war, nur sich selbst auflösen, und er wählte die Regierung, während nun der Präsident sie ernennt— ist erfolgt, als Herr M i k l a s schon Bundespräsident war. Er hat sich an den beiden Verfassungsbrüchen in vollem Maß mitschuldig ge- macht. Er hat dabei die Gefolgschaft und den Gehorsam für das Gebot der christlich-sozialen Parteiführer S e i p c l und V a u g o i n über seine beschworene Pflicht gestellt, treu der Verfassung zu handeln. Wenn Starhemberg den Schutzbund auflöst— wie». 4. Oktober.(Eigenbericht.) In der Äonserenz der Wiener sozialdemokratischen Vertrauens- mänuer referierte Bürgermeister Seife, lieber die finanzielle Rüstung zum Wahlkampf sprach der Obmann der Wiener Organi- sation Paul Richter. Es wurde baschlossen, einen wöchentlichen Wahlfonds beitrag von mindestens Ist Groschen bis Z Schilling zu erhoben. In der Diskussion teilte Dr. Deutsch mit, die Parteileitung habe vertrauliche Nachrichten, daß der Minister Starhemberg den Schutz lvu n d auflösen wolle. Danach erhielt der Parteworstand die Ermächtigung, in einem Ausruf auf diesen Plan hinzuweisen um den Schufebund aufzulösen:«s wird erklärt. daß die österreichische Sozialdemokratie obenso wie die Bruder- Parteien im Ausland immer ihre Ordner gehabt hat, die den Ordnungsdienst in Versammlungen, Demonstrationen usw. versehen. Werde der Schufebund aufgelöst, so brauche die Partei wieder wie bis 1923 die Porteiordncr. Der Parteivorstand verfügt, daß jede Parteiorganisation sofort Ordnerabtcllungeu bildet, deren oberste Leitung einer Ordnerzenlrale übergeben wird, mit deren Leitung Julius Deutsch betraut ist. Der Sekretär der ArbeiteriMenratimiale Dr. Frisdrich Adler sor- derte in der Debatte auf, sich nicht provozieren zu lassen. Die Wahl werde der Tag der Abrechnung sein und, wie er überzeugt ist, für demokratische Entwicklung des Landes entscheiden. Die ,9(r6etfer<3eth>tt0' beschlagnahmt. Wien. 4. Oktober.(Eigenbericht.) Die Arbeiter-Zeitung wurde heute von der Staatsanwaltschaft konfisziert, weil sie zu einer Anzahl ausländischer Pressestimmen eine Bemerkung gemacht hat, die der Staatsanwalt als aufreizend ansieht! Schober kandidiert. Wien, 4. Oktober.(Eigenbericht.) Eine Abordnung von bürgerlich freisinnigen Verbänden von Wien, der auch der ehemalige Handelsminister Dr. Schuster, einig« Vorstandsmitglieder der Wiener Handelskammer und ein groß- deutscher Abgeordneter angehörten, bat den gewesenen Bundes- kanzler Dr. Schober um die Genehmigung, ihm als L i st e n- führer in Wien aufzustellen. Wie eine Extraausgabe der „Christlichen Nachrichten" meldet, hat Dr. Schober sich bereit erklärt. Die Christlichsozialen und die Heimwehren haben beschlossen, in Wien eine gemeinsam« Li sie aufzustellen. Starhemberg plagiiert Hitler. Wien, 4. Oktober.(Eigenbericht.) Am Abend hatten die H e i m w e h r« n aus dem Hcldenplafe in Wien eine Kundgebung, auf der der Bundcsführer und Innen- minister Starhemberg eine Rede hielt. Wie die„Arbeiter- Zeitung" berichtet, hat Starhemberg dabei u. a. gesagt:..Den Wienern werde ich ein gutes Rezept für den Wahlkamps geben. Sie sollen die Wahlschlacht im Zeichen Breitners führen. Erst wenn der Kopf dieses Zlfiaten in den Sand rollt, wird derSiegunsersein." Dabei zeigte er mit der Hand zu Boden. während die Zuhörer in wüsten Beifall ausbrachen. Diesen Menschen hat der„christliche" Bundespräsideni M i k l a s zum Innenminister gemacht. pobst straffrei? Wien, 4. Oktober.(Eigenbericht.) Wie der„Gerichts-Pr«ssedienst" meldet, hat die Staatsanwaltschaft das zugleich niit der Ausweisung gegen P a b st eingeleitete Hoch- oerratsverfahren wegen— Mangels einer strafbaren Handlung» eingestellt. Justizminister ist nämlich der Salzburger Heimwehrist Huebers spruch zustande, dann besteht gar kcün Zweifel darüber, daß diäLohnabbauoffensive isn Deutschland auf der ganzen Front«insetzt! Nicht umsonst hat der Äesamtverband Deutscher Metallindixsstrieller seinen Syndikus als Horchposten in die Verhandlung geschickt und obendrein eine Berufung zum Bessitzer der Schlkchtungskammer verlangt und durchgesetzt! Der Schlichter soll Betriebe des VBMI. besichtigen. Durch Betriebsbesichtigungen allein jwird er sich kein Bild machen können von der wirklichen Llstze der Berliner Metallindustrie. Notwendig ist es, daß er einmal hinter die Bilanzkulifsen der Unternehmungen schaut und außerdem auch einen Blick in die Haushaltungen der Metallarbeiter wirft! Die Berliner Metall- industriellen vermochten in den Verhandlungen nicht anzugeben, wieviel Prozent der Berliner Atetallarbeiter zur Zeit verkürzt arbeiten. Sie erklärten nur, daß der Prozentsatz ziemlich groß sei. Es dürfte nicht zu hoch gegriffen sein, wenn man 25 Proz. der noch in Arbeit stehenden Berliner Metall- arbeiter als Kurzarbeiter bezeichnet. Nur zwei Beispiele sollen zeigen, wie sich der löprozen- tige Lohnabbau bei diesen Kurzarbeitern auswirken würde: Ein Transportarbeiter, der oi»r Tage in der Woche arbeitet, hat jetzt bei einen: Stundenlohn von 84 Pf. einen Bruttowoche»verdien st von knapp 27 Mark. Zwölf Pfennige pro Stunde sollen ihm abgezogen werden, das wären für die vier Tage rund 2,29 Mark. ES verbliebe ihm dann noch ein Bruttowochenver- � dienst von etwa L-t.K!; Mark, von denen ihm dann l noch die Abzüge für«ozialbeiträge und Steuern abzusehen sind. Wenn dieser Arbeiier noch Frau und Kinder zu ernähren hat, so kann man sich ungefähr vorstellen, wie das Elend in diesen Familien durch den Lohnabbau noch vergrößert werden würde. Ein hochqualifizierter Facharbeiter verdient im Akkord etwa 1,50 Mark pro Stunde. Bei vier Tagen Arbeit in der Woche beträgt sein Bruttowochenverdienst 48 Mark. Räch einer Isiprozentigen Kürzung würde er nur uoch einen Bruttowochenverdienst von rund 41 Mark er- sb zielen, von dem die gleichen Abzüge abgehen wie im vorstehenden Beispiel. Das alles sind Tatsachen, die auch von den Unternehmern nicht bestritten werden, an die aber auch der Schlichter nicht achtlos vorübergehen darf! Es ist keine übertriebene Behauptung, daß heute schon ein großer Teil der Berliner Metallarbeiter hart an die Grenze des Existenzminimums gedrängt ist und jeder Pfennig Lohnabbau die Arbeiter zwingen würde, mehr Kräfte zu verausgaben, als sie durch ihren Arbeits- verdienst wieder ersetzen können. Es spricht sich am Per- Handlungstisch gelassen aus: die Löhne müssen im Interesse der Gesundung der Wirtschast um 15 Proz. herunter. Die Wirklichkeit aber, die Lebensführung derer, die in Stube und Küche mit der Sorge zusammenwohnen, verbietet ein Ein- gehen aus die Forderungen der Berliner Metallindustriellen. Auf dem Sondersch'lichter im Berliner Metallkonflikt lastet eine große Verantwortung, lastet überhaupt d i e Ver- antwortung für die gesamte deutsche Arbeiterschaft. Die Ent- scheidung. die er in dieser Woche zu treffen hat, ist die Entscheidung über das Schicksal von Hun- derttausenden deutscher Arbeiter. Sie ist aber auch die Entscheidung darüber, ob das schon seit Wochen schwelende Feuer unter der Oberfläche zur hellen Flamme ent- facht oder wieder eingedämmt wird. Die Gewerkschaften sind trotz der Krise gerüstet! Sie werden den Kampf um die Er- Haltung der Errungenschaften der deuffchen Arbeiter zu führen wissen. Zum Hohn die Dummheit. Oie KPD. weiß nicht, wa6 sie will. Unsere Feststellung, daß das sogenannte„Sparprogramm" der Kommunisten eine blutige Verhöhnung ihrer Arbeiter- Wähler darstellt, ist der„Roten Fahne" bedenklich auf die Nerven gefallen, um so mehr, als die Stimmung der aufmerkenden Arbeiter auch den Strategen des bolschewistischen Hauptquartiers nicht ver- borgen blieb.' In der Verlegenheit um eine Ausrede enthüllt deshalb die„Rote Fahne", daß sie überhaupt nicht weiß, was die Reklameonträge ihrer \ Partei eigentlich bedeuten. In einer Schimpfkanonade gegen den „Vorwärts" versichert sie großspurig: Wenn der„Vorwärts" sich in: Auftrage Brünings über die kommunistischen Anträge aus Streichung von 7159 Millionen an Poung-»nd sonstigen unproduktiven Zahlungen aqsregt, dann antworten wir ihm: wir wolle» noch viel mehr! Unsere Forde- rungen aus Sireichung von 7l59 Millionen sind die ersten:>n- mittelbaren Forderung zur Mobilisierung der Massen gegen das volksfeindliche System. Wir haben uns allerdings niemals ein. gedildek, daß der volksfeindliche Reichskog unseren Forderungen zustimmen würde, wir stellen sie als Forderungen des außer. parlamentarischen Kampfes, als Aufrüttelung im Kampfe um Brot und Freiheit. In einer anderen Spalte unmittelbar daneben steht jedoch— wieder von Krafiausdkücken würdig umrahmt— das folgende Bekenntnis: Die Antröge der KPD. find Anträge an den Reichstag. Der „Vorwärts" meint, das sei z u m i l d e. Er will mit dieser demo- gogjschen Feststellung nur verdecken, wie unangenehm der SPD. selbst dieser milde Antrag ist. Nun mögen sich die bedauernswerten Leser des Kommunisten- Mattes ausrechnen, welche Meinung ihre Parteiführung hat: Einmol sind die Anträge für den„außerpariamenla- rischen Kamps" gestellt, da sie vom Reichstag selbstverständlich wegen ihres Radikalismus nicht angenommen würden. Zum anderen aber sind die Anträge deshalb„so milde", weil lie ja nur für den Reichstag bestimmt sind, außühr.lb des Reichstags würde man selbstverständlich noch mehr fordern...k Preisfrage: Ist die Dummheit bei der KPD. oder das Ma ß des Hohnes größer, da« man über die eigenen Anhänger ans- schüttet? Bei den Verhandlungen Her sächsischen Rechtsparteien über die Regierungsbildunq, die beute stattfanden, gestand die Poikspartei arundsäfelich zu, daß die Nationalsozialisten das Innen- m i n i st e r i u m bekommen._______________ Unsinn am laufenden Band. Graf Kolckrenih verlangt ein agrarische«! Notstandsgesetz von verrückten Ausmaßen. Der frühere ReichslandbundpräsidentGrasKalck- r« u t h-Sieversdorf hat einen Aufruf„Kämpfen und nicht ver- zweifeln" an die deutsche Landwirtlschaft gerichtet. Nach diesem Auf- ruf droht die ostdeutsche Landwirtschaft zu versinten. Das deutsche Volk müsse sreiwillig oder gezwungen deshalb dazu gebracht werden. sich von der deutschen Scholle zu ernähren. Die Lösung vom Welt- markt müsse erfolgen. Es wird ein außerordentliches„Gesamt- Notstandsgesetz" für das lausende Wirtschaftsjahr gefordert, das sofort auf Grund einer Notverordnung nach Art. 48 erlasse:: werden muß. Die notwendigen Mittel stündei: bereit, wenn das Reich das Moratorium für die Reparationen verlange. Wir zitieren, was verlangt wird: 199proz«ntiger Weizenvermahlungszwang, Beimischung von Roggen- und Kartoffelmehl, Prohibitioe Erhöhung der Zölle für Weizentleie, Gersle, Hirse, Haser, Einstellung der Gerstenzollverbilligung, Brennrecht von 199 Pro- zent, Verhinderung der Reiseinfuhr, Verhinderung ausländischer Butter- und Käseeinfuhr, Verwendungszwang von Tierfett für Mar- garine, ein S üd f r ü ch te m o n o po l zur Verhinderung der Süd- früchtecinfuhr, Kirndigring sämtlicher die Landwirtschaft be- treffenden Handelsverträge, Erlaß aller Steuernickstände und oller in dem Notjahr fällig werdenden Steuern, ein vierteljähriges M o- ratorium für alle Erirtefinanzicrungskredite, Dinnjerwechsel und Wechselforderungen öffentlicher Institute einschließlich der Zinsen, Niederschlagung aller Nosstandskredite von 1929/27, endlich ein neues Osthilsegesefe. Wir wollen unseren Kommentar kurz fassen. Im Programm des Grasen Kalckreuth fehlt nämlich eine Forderung, nämlich die Forderung: Weg mit dem Deutschen Reich! Dann hätte alle Rot ein GniJc! Reaktionärer Kurs in Braunschweig. Oer(Sieverssche Schal erlaß aufgehoben. Braunschweig. 4. Oktober. Aus Grund einer Verfügung des braunschweigischen Ministers für Volksbildung, Dr. Franz«», wird der sogenannte Sieverssch« Schulerlatz vom fi. Januar 1928 mit sofortiger Wirkung ausgehoben. Der Erlaß des vorigen Kultusministers Sievers richtet� sich gegen den- Charakter der braunschweigischen Gemeinde- schulen und höheren Lehranstalten als Bekcnntnisjchuien. Krach bei Hitlers. Stnrmabteilnng wegen Disziplinlosigkeit aufgelöst. Essen. 4. Oktober. In Mülheim hak im Lörvcnhos eine Versammlung der Sturmabteilung der Müi Weimer Nationalsozia- l.stischen Deutschen Arbeiterpartei stattgefunden, in der es.zu einem grctzen Tumult kam. Die Parteileitung der NSDAP, hatte die Versammlung einberufen, um den SA.-Leuten mitzuteilen, daß ihr Führer abgesetzt sei. Der Führer der Mülheimer Sturmabteilung hatte namentlich im Walzlkampf durch seine Hand- lungswesie das Mißfallen bei der Parteiführung erregt. Als dia Parteiführung erkannte, daß die Leute nicht zu überzeugen seien. wurde die gesamte Sturmabteilung der Mülhcimev Parteigruppe vorläufig a u f g e l ö st. Appell an Moscisti. Oer Sejmmarschall erinnert den Staalsprästdenien an seine Pflicht. Sejmmarschall Daszynski hat in der vorigen Woche einen Brief an Staatspräsident Mosciski gerichtet, der nun veröffonLicht wurde. Cr übt darin schärfste Kritik an den Maßnahmen Pilsudstis, weist aus die Gefahren der Diktaturpolitik hin und erinnert den Staatsprässtunüen persönlich an seine Verantwortung für die Durchführung freier Wahlen. Daszynski erklärt, Polen stehe dicht vor der Anarchie, am Rande des Abgrundes. Er. äußert sich dann sogar über die B«r-< Haftung der Oppositionsführer und weift mif die B l u t o p f e r des politischen Äampses im Lande hin: Die willkürlichen Verwaltungen haben allgemeine Rechtsunsicherheit geschaffen. Diq wirtschaftliche Lage ist ernst. Eine Lustreinigung durch die Reu- wählen ist unmöglich, wenn nicht Freiheit und Sauberkeit des Wahlkampfes und des Wahlaktes gesichert sind. Der Brief schließt mit einem Appell an das G e w i s s e n des Staats- Präsidenten, der bisher alle Maßnahmen Pilsudstis gedeckt Hot. Inzwischen werden immer weitere Oppositi.ovs- führer verhaftet. In der Rächt zum Sonnabend wurde auch der Vorsitzende der polnischen freien Gewerkschaften und bekannte Landarbeiterführer kwapinski festgenommen. Kwapinsti. der auch Sejmabgenrdneter war, gehörte zu den mutigsten Mitkämpfern Pilludkis in dessen revolutionärer Zeit. Er war da- mals von den zanschen Gerichten zu sibirischer Zwangsarbeit und sogar zum Tod« verurteilt morden. Die ganze Oppositicmspresse weist daraus hin, daß jetzt solche Revolutionäre von chrem ehemaligen Führer ähnlich wie einst von den Schergen des Zaren behandelt werden. Pilsudski tut so, als ob ihn das alles nichts anginge und be- schäftigt sich in einer neuen Veröffentlichung mit Einzeliragen des Staatshausholls._ Reichsaußr nminsstcr Dr. Eurtius erstattet« am Sonnabend dem Reichskabinett eingehenden Bericht über die Genfer Völkerbunds- Versammlung. Eine sachliche Aussprache über dos erstattete Referat wird im Laufe der nächsten Woche im Reichskabinett erfolgen. hindenburg soll begnadigen. Der Verteidiger der Ulm« Offn ziere hat an den Reichspräsidenten ein Gnadengesuch gerichtet. Der Christlich- Soziale Rolksdlenst erklärt sich bereit, die Rc gierung so lange und insoweit zu unterstützen, als sie den dringen den sachlichen Notwendigkeiten der Gegenwart unter Berücksichtig girng der Forderungen sozialer Gerechtigkeit Rechnung trägt,____ j Berliner Bezirksparteitag. Die Ausgaben der Sozialdemokratie. Im Plenarsitzunassaal des Preußischen Staatsrats tagte gestern abend der außerordentliche Bezirksparteitag des Der- lmer Bczirksoerbandes der Sozialdemokratischen Partei. Saal und Tribünen waren überfüllt. Auf der Tagesordnung stand ein Referat des Genossen Rudolf chilf�erding: ..Die Reichstagswahlcn und die Aufgaben der Sozialdemo- kratie". Genosse Hilferding: Die Meinungsoestchiedenheityt innerball' der Partei sind in einer verschiedenen Beurteilung der pclitischcn Verhällnijs« de- gründet. Unsere Partei ist bisher stets davon ausgegangen, nach der Gesamtsituotion ihr« Stellung einzunehmen. So muß es auch jetzt sein. Nach dem Ausfall der Reichstagswahlen 1928 war es oll- gemeine Aussassung, daß sich die Sozialdemokratie an der Regierung beteiligen müsse, eine andere Lösung sahen weder die Partei- Mitglieder, noch weite Kreise bürgerlicher Politiker. Nicht nur die Notwendigkeit der Fortsetzung der Außenpolitik, sondern auch ins- besondere die gesamte finanzpolitische Situation erforderte dos Mit- regieren der Sozialdemokratie. Die gegenwärtige Wirtschaftskrise ist die erste weitgreisend« Reinigung der Wirtschaft nach dem Krieg«. Neben der sehr starken Ausdehnung oller Anbauflächen für Landesprcdukte haben wir«in« riesige Steigerung der Rohstoffproduktion und eine Uebersteigerung dar Warenproduktion im Kriege gehabt. Der Krieg brachte eine Störung des Geldumlaufs, eine Inflation größten Ausmaßes trat cin. Ihre Vescitigung und Ueberwindung erfolgte in den einzelnen Ländern zeitlich sehr verschieden. Don 1914 bis 1924 war Deutsch- land verhindert, den technischen Fortschritt, den ander« Länder wäh- rcnd des Krieges erreichten, mitzumachen, es mußte später die Nationalisierung mit einem Schlage aufholen. Das war nötig, sollten wir exportfähig bleiben, aber die plötzliche Rationali- sierung hatte auch den Ausfall vieler chundert- taufender von Arbeitern aus der Produktion zur Folge. Die Krise, die 1928 begann, setzte sich fort und ist jetzt ver- littt mit der Weltkrise. Unsere Agrarkrise ist bedingt durch die in- folge der Rationalisierung erheblich oerbilligt« Produktion landwirt- lchoftlicher Erzeugnisse in Amerika, das sehr billige Landesprodukte nach Europa sandte. So fällt also die deutsche und die Wettkrise zusammen mit einer Agrarkrise. Zum erstenmal bewirkte die wirtschaftliche Krise einen verfall des politischen Denkens weil« Kreise der Vevölkernng, die nicht die politische und gewerkschaftliche Schulung der Arbeiterschaft haben und deshalb in einer plötzlichen Aenderung der politischen uud staatlichen Verhältnisse die Rettung sehen. En« wahnwitzige Agitation gegen den Staat»nd die staatserhal- tend« Sozialdemokratie setzte ein, es trat ein, was«intreten mußt«: Nicht an die staatserholtenden Parteien wandt« man sich bei der Wahl, sondern man hotte den Wunsch, irgend etwas Neues, Wunderbares an Stelle des Staates zu setzen, der angeblich versagst hotte. Nicht nur die Frauen und Jungwähler, auch die verzweifeln- den Opfer der Krise wandten sich den radikalen Parteien gai.. So erklärt sich. der. Stimmenzuwachs.der. Na t> on ol s o z.i o- Ust-e.y uvd SjJ.mmyniJter. Sie wollen parlamentslos re- gieren, also die Demokratie beseüigen. Sie treffen sich in"diesem Ziel mit anderen Parteien, denen die zwar langsam ab« stetig fortschreitende Sozialpolitik«in Dorn im Aug« ist. E» ist klar, daß uns die Sozialgesetzgebung nicht genügt, es ist ober auch klar, daß sie den Unternehmern zuviel ist! Mit der Verringerung der sozial- politischen Lasten und mit einer Revidierung der Steuergesetzgebung wollen bürgerliche Politiker die Krise beheben, d. h. also mit dem Abbau der Sozialpolitik und der höheren steuerlichen velastung sollen die Arbeiter die Lasten der Krise tragen. Ein Parlament, dos diesem kapitalistischen Vorgehen nicht folgte, mußte beseitigt werden. Wir Sozialdemokraten verlangten zur Lösung der Krise ein« ruhige Entwicklung der Politik, damit Arbeit ins Land käme, wir verlangten die Hebung und Erhaltung der Kaufkraft durch Steuersenkung und Ausbau der Sozialgesetz. gebung. An diesen Meinungsverschiedenheiten scheitert« die Regie- rung Müller und die Regierungskrise brachte eine Krise des Por- loments. Der Wahlausfall ist keine Niederlage der Partei.(Widerspruch.) Schon bei früheren Wahlen ist der Per. lauf so gewesen wie früher, als die Sozialdemokratie allein und isoliert stand. Auch dieses Mal wandte sich alles einzig und ollein gegen uns und unser« Partei.(Sehr richtig.) Und trotzdem steht die Partei fest und geschlossen wie früher. Einen starken Stoß erlitt ober der Parlamentarismus und damit die Demokratie. Solang« man ein« gestürzte Re- gierung noch durch ein« neue ersetzen kann, ist die Demokratie und das Parlament noch nicht in Gefahr. Gegenwärtig ist die Situo- tion jedoch nicht so. Im neuen Reichstag ist eine Mehrheit gegen den Reichstag, also gegen das Parlament, vorhanden. Alles was rechts vom Zentrum ist, gehört dazu, das Zentrum steht noch zum Parlament, weil es zunächst nur noch im Parlament seine Macht ausnützen kann. Die ontiporlamentarische Mehrheit ist allerdings aktionsunsähig, weil auch die Kommunisten dazu gehören. Aber beispielsweise ist schon für die bisherige Außen- Politik Gefahr im Verzuge, und was dies bedeutet, braucht nicht weiter gesagt zu werden. Allein schon die sofortige Zurückziehung der kurzfristigen ausländischen Kredite würde sich wirtschaftlich furchtbor auswirken. IM« Hereinnahm« der Nationalsozialisten in die Regierung darf nicht leicht genommen werden. Di« Nazis würden sich ihren Einfluß in der Reichswehr, in der Beamtenschaft sichern und von einer Kompromittierung würden sie nicht viel merken. Die j ü n g st e n Vorgänge in Oesterreich lassen erkennen, was eine Haken- krcuzregierung bedeutet! Sitzen die Nationalsozialisten"erst einmal mit ihrem Einfluß gefestigt in der Regierung, dann brauchen sie bald nicht mehr das Parlament; sie hätten ihr« Diktatur! Wer also die Nattonalsoziallsten iu der Regierung haben will. muß erst einmal sagen, wie er sie wieder herausbekomweu will. wie er sie wieder auf parlamentarischen Boden zurückbringen will. Glaubt jemand, daß unsere zur Verfügung stehenden außer- parlamentarischen Mittel zur Bekämpfung der Diktatur gegenwärtig anwendbar stich? Würde ein Generalstreik in der gegenwärtigen Krise durchführbar sein, würde man kommunistische Arbeiter für die Erbolbtng der Demokratte mobilisieren können? Rloo glaube doch nicht, daß eine lii»l«.H«genberg.Reqierung bald abgewirtschaftet bätie! Gegenüber stäiidigen Zwischenrufen erklärte Genosse Hilferding. daß e» nicht feine Aufgab« sein könne, dem Partei- tag zu Münde zu r e de rt. Cr wolle nicht den Beifall der Parteigenossen, er seh« seine Aufgabe m einer klaren Gr- tenntnis der Lage.(Bravo!) Unter den parlamentarischen Mitteln sei das Mißtrauens- votum sehr vorsichtig zu handhaben. Fiele Brüning. sei eine Regienmgsbeaustragung Hugenbergs nicht ausgeschlossen. Vielleicht käme auch Brüning wieder. Immer aber sei das Par- lament gefährdet, wenn nicht befestigt. parlamentarischer kreknismus fei es. die Waffe des ZNißfrauens- votums unlet allen Umständen anwenden zu wollen. Wir Handellen bei rücksichtsloser Anwendung des Mißtrauensvotums. wodurch das Parlament ausgeschaltet würde, ober auch gegen unsere sozialdemokratischen Grundsätze. Der Referent erläuterte dann die S chw ierigkeiten der unbedingten Ablehnung der Notverordnungen und forderte, daß sie in Gesetz« umgewandelt und verbessert werden müßten. Mit einer glatten Ablehnung sei nichts geschehen. Kein Mensch weiß, ob sich außerparlamentarische Kampsmittel nicht gegen die Arbeiterschaft selbst richten würden. Nur in Zeiten wirtschaftlicher Prosperität ist die Arbesterschaft kämpf- stark, deshalb sollte man die Lösung der parlamentarischen Krise anders versuchen. Zn d« gegenwärtigen Siiuakion muß es deshalb uufere Ausgabe sein, mit allen vlitkeln die parlamentarische Regieruogssonn zu erhallen, das Parlament akiionssähig zu machen. Auch wenn wir die Notoerordnungen nicht mit einem Schlage beseitigen können, geben wir noch kerne Zeile unserer Grundsätze preis. Die Gegensätze in der Regierung und in den Parteien werden sich im Parlament sehr bald verstärken, wir schweißen die bürgerlichen Parteien ab« zusammen bei antiparlamentarischer Betätigung. Aber es gehl ja nicht nur ums Parlament, sondern um die Demokratie. Demokratie ist die einzig würdige Form des Daseins, sie ist Freiheit. Selbstbestimmung.(Sehr richtig!) Diktatur ist, selbst wenn sie nicht menschenwürdig wäre, ein Vabanquespiet, man weiß nie wie sie endet. Wir sollten ober dieses Spiel nicht mst Absicht spielen, wir können nur eine Taktik führen, di« es uns ermöglicht, olles einzusetzen für die Erhallung des Parlaments und der Demokratie. Beide sind nötig für die Erhaltung der Sozialpolitik, für die Erhaltung der Arbeiterschaft schlecht» h i n. Gestern sagte jemand in der Reichstagsfraktton: vielleicht Höllen wir jetzt weniger zu tolerieren, wenn wir im allen Reichstag mehr toleriert hätten.(Bewegung) So hätten wir vielleicht eine Gefahr vermieden und zukünftige Erfolg« verbürgt! Mit den Nationalsozialisten werden wir sehr zu rechnen haben, wir werden de« Verlogenheit ihres Programms, threr Agil totton aufzeigen müssen, wir werden aber auch unsere Organisationen prüfen müssen, wie wir sie anziehend« gestallen können. Die Situation ist außerordentlich ernst wir vertieren nichts, wenn mir iw Parlament nicht alles durchsetzen können, ab« wir können alles verlieren, nämlich das Parlament und die Demokratie, wem wir nicht eine sehr vorsichtige und kluge Politik treiben. Den w«r der MiSokrakie wird die Arbeiterschaft noch imw« zu schätzen verstehen?(Beifall und Händeklatschen) Die Ot'skufsion. Zur Diskussion stand nicht nur dos Referat, sondern auch eine große Anzahl von Anträgen. Als erster Redner meinte Schröder, daß man auch berücksichtigen müsse, ob ob nicht durch unsere Regierungs- polstik die Wähler zu anderen Parteien getrieben wurden. Di« Frage steht so: Wie stehen wir zum Kabinett Brüning? Dos faschistische Kabinelt will uns in unserer Faschistenangst an seiner Politik beteiligen. Das Programm dieser Regierung kann von uns Sozialdemokraten nicht toleriert werden; der Abbau der Sozial- oesetzgebung ist für uns untragbar, akzeptieren wir ihn, dann sst das Urteil über die Sozialdemokratie gesprochen,«so ernst die Gefahr der Nazis auch ist, so sollten wir doch keinen Popanz daraus machen. Ihre größte Stärke ist unsere Feigheit. Wenn wir Einfluß gewinnen wollen, müssen wir eine Politik treiben, di« von allen Arbeit«» als für sie sorgend erkannt wird. S ch o l l h a in ni e r bezeichnete besonders den Wohnungsbau als ein Mittel, die Erwerbslosigkeit zu mindern. Damit wären die Wirtschaftskrise und ihre politischen Folgen behoben. Äufhäuser tägie,«s liege nach Hilferdings Referat kein Anlaß vor, die Stellung der Berliner Parteigenossen zu ändern. Es heißt jetzt, welche Lehren sind aus dem Wahlkampfe zu ziehen? Das Anschwellen der Nazis resulliert aus der Gegnerschaft gewisser Kreise gegen den Kapitalismus, wir verstanden»ur nicht, diese Kräfte zu uns zu ziehen. Di« Reaktion kann man nicht überwinden. wenn man den Kämpf zeitweise aussetzt, die Nationalsozialisten ' müssen niedergekämpft werden. Die Demokratie kann man nicht rm- lustleeren Raum halten, vielmehr muß man die Grundloge d« Demotroti«, eine starke Arbeiterschaft und eine ttarke Partei«r- halten. Eine Politik, die uns die Kraft zu außer- parlamentarischen Aktionen gibt, ist nötig. Die trage steht immer noch: Wiekönne u wir Machtentfalten? ufhäuser erläuterte dann dos Zustandekommen der Entschließung der Reichstagsfroktian. Durch die von der letzten Funktionär- könserenz ausgehende Altwität sei vor ollem die Frage der Arbeits- zeitverkürzung in die Entschließung gekommen. Zn der großen Politik komme es daraus an, zwar gelegentlich auszuweichen, ab« dabei die Truppen zusammenzuhalten. Protz verlangte Sicherungen für den Eintrill in eine Regie- rung. Ein großer Teil der Porteig« nossenschost, sagte Brendel. steht auf dem Standpunkt, daß die Katastrophenpolitik der letzten Jahre uns die Stimmen gekostet hat. Wenn der Parteiapparot noch so gut funktioniere, so darum, weil ein gewisser Fatalismus die Mitglieder befallen habe, die sich sogen, wir können machen, was wir wollen, dcr Parteivorstand macht doch das Gegenteil. Die Politik des Partcioorstandes sei schuld am Niedergang"der Partei, bei jeder Gelegenheit versündige er sich an den Interessen der Arbeiterschaft. Wir müssen zeigen, daß wir nach eine Arbeiterpartei sind(Händeklatschen). P e r l s untersuchte die Frage, wie man die Jungwähler an die Partei fesseln könnte. Otto Meier unterstrich die Ausführungen des ersten Dis- kussionsredners. Die Ausführungen Hilfendings atmeten einen zu großen Peffnnismus. Dazu liegt kein Grund vor. Es sei gefährlich, daran zu zweifeln, daß außerparlamentarische Mittel noch an- wendbor sind. Uns«en Parteiführern dürfe man wirklich zurufen: „Nur Mut, nur Mut!" Im Gegensatz zu Meier sah Richard Schröder die Lage für sehr e r n st" an. Ein Generalstreik sei nicht möglich, trotzdem müsse ein Fanal errichtet werden, damit die Arbeiterschaft wisse. wohin sie blicken darf. Schuld an dem Wahlergebnis seien nicht nur die Sünden der'Reichsregierung, soweit sie unter sozialdemokratischer Beteiligung standen, sondern auch die Fehler der Preußenregierung. Wir haben die Erziehung und Beeinflussung d« Jugend versäumt. C r i s p i e n verteidigte die Haltung des Parteivorstandes. Man dürfe nicht glauben, daß mit Angriffen gegen die leitenden Partei- genossen alles geändert sei. Es wird niemand bestreiten können, daß die Politik der Fraktion und des Parteivorst an des noch immer von der großen Masse der Parteigenossenschast gebilligt würde. Zu beachten sei serner, daß die große Begeisterung der Genossen int Wahlkampf echt gewesen sei und daß sie nicht aus kaltem Herzen lommen konnte. In der ganzen Diskussion ist nichts Positives vorgeschlagen worden.(Lärm.) Hilferding habe sehr wohl Lehren aus den, Wahlkampf gezogen, wer dos nicht verstanden habe,[ei unaufmerksam gewesen. Sein ganzes Referat sei daraus angelegt gewesen. Große Teile der Wähler der Kontmu- nisten und Nattonalsozialisten haben die Poliiik der Sozialdemokratie nicht mar nicht begriffen, sondern sie überhaupt nicht gekamtt. Fragen wir uns, wie wir an sie herankommen. Die Nazis stellen ihr imaginäres drittes Reich heraus, die Kommunisten reagieren mit der Weltrevolutton. Demgegenüber hat die Sozialdemokratie vielleicht versäumt, ihre Grundsätze offener herauszustellen. Wir haben viel» leicht in unserer Presse zu sehr die moderne, marktschreierische Aus- machung beobachtet und dabei das Parteiwesentlichc versäumt. Erst die s oz i o l i stü f ch e Aufklärung wird den Arbeitern llor- machen, daß es nicht darauf ankommt, eine Bewegung zu machen. fonbärn daß eme sozialistische Bewegung eittfächt' wird:-(BeifoS. Händeklatschen) Im Augenblick läßt sich nicht mehr tun. als was gestern' die Fraktion in ihrer Entschließung festlegte. Wir folgen nicht bedingungslos der Regierung Brüning, das lassen auch die Prcssestimmen zum Fraktions- befchluß erkennen. Wohl werden wir unsere Wahwersprechungen erfüllen— sc bald wir von den Wählern die Macht erhalten haben. Wer uns seine Stimme nicht gab, braucht sich nicht zu wundern, wenn die Part«! bei Forderunen im Parlament unterliegt. Die Nationalsoziahsten hoben ihre Helfer in der Reichswehr, in dem Beamtenkörp«, in der Polizei, das ist die Gefahr, die nicht zu unterschätzen sst. Um den Bürger- krieg verhindern zu können, muß man alle tattischen Mittel"er- schöpsen. In der Partei wollen wir es nicht aufkommen lassen, daß die gestern gewählten Führer heute als halb« Verräter bezeichnet werden!(Lebhafter Beisall.) W a l d m a n n lehnte eine Rcgierungsteilnahme ab; notwendig fei die Gewinnung der Jugend Ein Antrag auf Schluß der Debatte wurde um 11 Uhr abgelehnt. N e u m a n n untersuchte, wie groß die faschistische Gefahr ist und wie lange sie bestehen kann. Der Vergleich mit Italien sei nicht angebrocht. Italiens Gewerkschaften seien unterhöhlt gewesen in Illustrierter Leutnant ufw. Oer Sauerteig. „wer ist der Erbfeind. Musketier Schulze?" „Der Murxismu«. Herr Leiknattt!" Oer wildgewordene Kochlöffel ..was die Radikalinskis können, kann ich auch", sagte der Wirtschaftsparkeiler, und wurde Faschist. ,9til frehona 1U0 bis ich»'<- nli«b bei»PS. Sim t»l» Ks 103» anx ich tbuiet bei» Stahl. Kits.' Bas» Wiyi Z. i»«li. KM«.,».»-». Oer Nimmersätiling. ..tasten Sie man stecken. Herr Schiele, den Herrn vom Londbuud Hai noch niemand satt gekriegt!" Unsere Halbwüchsigen. ..Dir Aas kenn ick doch?!"„klar. Heinrich! wir waren doch vorrichtet Jahr zusammen beim Stahlhelm!" Deuts chlonli find und bleiben sie starb Durch den Wahlsteg ist der Nationalsozialismus selbst überrascht worden. Bei einer Tolerierung der Regierung gewänne der Faschismus Zeit, sich zu entwickeln, um dann seine Herrschaft ausüben zu können, Während er jetzt unvor- bereitet ist. S ch w a h n bemängelte den Unterschied zwischen unserer SIgi- tation und unserer nachträglichen Politik. Die Partei darf nicht aus Furcht vor anderen Parteien ihre Entschlüsse fassen, sondern nach feststehenden Grundsätzen. Der Sache wird nicht gedient, sagte Weide, wenn man sich in der Diskussion billige rednerische Lorbeeren holt. Den Erwägungen Hilscrdings hätte niemand sachlich« Argumente entgegen- stellen können.(Widerspruch.) Unser« Aufgabe heißt: Erhaltung des Parlamentarismus und der Demokrat'«! Um 11,30 Uhr wurde ein Schlußantrag angenommen. Hilferding erklärte im Schlußwort, er habe keine Veranlassung, sich mit dem Ergebnis der Debatte zu beschäftigen. Alles, was gesagt wurde, werde nichts van den Geschehnissen der nächsten Zeit ändern. Niemond hat den Versuch gemacht, ander« Vorschläge zu niachen, als chilferding sie erörterte. Es ist durchaus möglich, daß etwas gegen den Willen der Berliner Parteigenossenschaft geschieht, aber schließ- lich entscheidet die Gesanitvartei. Wenn sie der Meinung ist, die Führer sollen abtreten, dann treten sie ab. Aber nach Berlin allein geht es nicht. Der Mut, der chilferding angeblich mangele, werde zur Tollkühnheit, wenn man nicht überlege, was hinterher kommt. Es bedeutet eine Verschlechterung unserer Macht- stellung, wenn wir nicht an einer Regierung beteiligt werden. Die Regierung Brüning ist leider nicht von uns abhängig, selbst wenn wir sie stürzen würden, käme entweder sie wieder oder Hugen- berg-chitler. Ihm, Hilserding, fehle allerdings der Mut, Hilgenberg und chitler Regierung serponente» werden zu lassen.(Sehr gut!) Der Redner ging, ähnlich wie Crispien, aus die chaltung der öfter- reichischen Partei ein, die sogar einer Verfassungsänderung zustimmten, um die Demokratie zu retten, aber niemand von den radikalen österreichischen Parteigenosse« hak die Partei verlassen, niemand führt dort Lärmszenen in Partei- Versammlungen auf. In Italien ist trotz ollem Radikalismus der Faschismus siegreich gewesen, vielleickjt gerade wegen des Radikalisnms. Es ist wohl schwerer gegen den Radikalismus Mut zu heben, als für ihn. (Lebhaftes Bravo.) Es l)andelt sich nicht um die Tolerierung der Regierung oder ob wir an der Regierung teilnehmen: es handelt sich ganz einfach darum, den seit 1918 innegehabten Kampf» toden wieder zu gewinnen. ' Die Abstimmungen. Angenommen wurde folgender Antrag des Kreises Tiergarten: ,.In voller Würdigung der schwierigen politischen Situation und in dem Bewußtsein, daß die sozialdemokratische Arbeiterschaft de?«tnztge Black ist, auf da» eil* freie poMsche Fortentwicklung Deutschlands beruht, erklärt der 2. Kreis: Die Sozialdemokratische Partei kann nur eine Politik treiben, die ihre Haltung während des Wahlkampses rechtfertigt. Wer ihr eine andere Politik zumutet, trägt damit die Verantwortung für jede Verschärfung der innen- und außenpolitischen Lage Deutschlands, die mit zunehmender Wirtschaftskrise und Arbeits- losigkeit zur Katastrophe treiben muß. Die Sozialdemokratie will die Ueberwindung der Krise und die Sicherung der politischen Demokratie. Aber sie ist äußersten Falles auch außerparlamentarisch stark genug, sich selbst und die Demokratie und damit die Zukunft Deutschlands zu verteidigen. Der 2. Kreis fordert außerdem die unverzügliche Einberufung eines auherardentlichen Parteitages. Annahme fanden ferner Anträge auf Herabsetzung der hohen Gehälter und Pensionen in Reich, Staat und Kommunen. Lappo-Schandiaien. Liste der sozialdemokratischen Parteileitung. helflngfors, 4. Oktober.(Ost-Expreß.) Der Borstand i«r sozialdemokratischen Partei Finnlands hat dem Justizministerium«in Memorandum eingereicht, in weichem alle Gewalttaten von Lappo-Leuten ausgezählt werden. Die Liste enthält 14k Fälle. Die meisten Gewalttaten waren gegen Kommu- nisten gerichtet, es sind aber auch Angriffe gegen Sozialdemokraten und in einigen Fällen sogar gegen Angehörige bürgerlicher Parteien vorgekommen. Der Parteivorstand fordert Maßnahmen zur Sicher- stcllung der gesetzlichen Ordnung. Oer Amerika-Kredii. Verhandlungen abgeschlossen. Ilew Jork, 4. Oktober. Poch Mitteilung au? Pankkreiscu sind die Vereinbarungen für einen lZZ-TNillionen-Dollor-kredil der deutsche« Regierung abge- schlösse«. Es dürfte« Rote« mit einer Laufzeit von sechs Monaten ausgegeben werden, die bald an allen internationalen Märkten zur Auflegung kommen sollen. Die Roten werden drei Erneucruags- klauseln enthalten, die eine zweijährige Verlängerung gestalten, ver- mullich dürste die Verzinsung 4?1 Proz. betragen. Finnische Wahlen. Die Sozialdemokratie trotzt dem Ansturm. Hclsingfors, 4. Oktober. �Eigenbericht). Die finnischen Reichstagswahleu haben nach den vor- läufigen Feststellungen folgendes Resultat ergeben: Es erhielten Stimmen: Sozialdemokraten 174 00», die vereinigten Faschisten 101000, Schwedische BotkS- Partei 38 00», Linksstehende 3000, Kommunisten 5000, Bauernpartei ÄS 000. Tauach haben die Sozialdemokraten auch dem Ansturm der faschistischen Welle getrotzt und ihre Stellnng im wcsent- lichen behauptet._ Kommunisten stehlen Sprengstoffe. Verhaftung der Iserlohner Sprenastoffdiebe. Iserlohn, 4. Oktober. Der Sprcngstoffdiebstahl, der, wie gemeldet, in der Rocht zum 20. September verübt wurde, ist nunmehr restlos aufgeklärt. Als Täter wurden zwei Arbeiter, die der K o m m u n i st i s ch c n Partei angehören, festgestellt. Sie wurden in den frühen Morgen- stunden verhastet. Der Sprengstosfdiebstahl konnte ihnen einwand- frei nachgewiesen werden. Di« gestohlene Kiste mit Sprengstoff wurde wieder herbeigeschafft. Oramaiifierler Dostojewski. Verliner Theater:„Oer Idiot". Wladimir Sokvlow und Heinrich Georgs führen uns mit de» Szenen, die sie treu nach Dostojewskis Roman bearbeitet haben, in eins uns fremde russische Weit. Die düsteren Bilder erhellt Alexander Moissi inst seiner seltenen Kunst einer fast jenseitigen Schauspielerleistung, die sich würdig an seinen berühmten.Lebenden Leichnam" anreiht und ihm begeisterte Ovationen einträgt. O«.'. 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Oktober �930 mm Das Kind von 1930, das für zehn Pfennige am Stand des nächsten Obsthändlers die schönste Banane aussucht, ahnt sdimerlich, welche Anstrengungen notwendig waren, um diese Tropenfrucht dem Mitteleuropäer zugänglich zu machen. Wohl kann die Banane als die erste Frucht angesehen werden, um deren Gewinnung durch„Ackerbau" vor vielen Jahrtausenden ein Mensch sidi bemüht hat, aber die Bewohner der gemäßigten Zone waren lange durch unüberbrückbare Entfernungen von ihr getrennt. Erst nachdem die Technik der Frischhaltung in den Nachkriegs jähren so große Fortschritte gemacht hatte, konnte die Banane auch in Deutschland populär werden. Kanarische Inseln- Westindien. Beoor die Bananenspezialdampfer mit Kühlräumen verkehrten, in denen die grüngepflückten Früchte nxihreub der Seefahrt künstlich zur Reffe gebracht Werden, kamen fast alle in Europa verkauften Bananen von den Kanarischen Inseln. Da deren Nutzfläche für Plantagen gering ist, erschienen nur kleinere Mengen am euro- päischen Markt. In den letzten Jahren konnten dagegen mehr und mehr die ausgedehnten Bananenplantagen Westindiens zur Versorgung Europas herangezogen werden. Die anhaltende Steigerung des Banonenverbrouchs in Deutschland geht deutlich aus der Entwicklung der Einsuhrzisfern hervor. Die deutsche Bananen- einfuhr betrug: im Jahre ISIO». �. 25 552 Tonnen, , 1911 30 439 . 1928...., 87896 . 1929..*., 102 163 Januar— Juli 1930.... 73034. Der Monat Zuli 1930 brachte eine Rekordeinsuhr von Bananen; sie belies sich auf 13 491 Tonnen; wir haben es also mit einer Be r- sechssachung gegenüber dem Monatsdurchschnitt des Jahres 1913 zu tun. Man sollte annehmen, daß diese enorm« Einfuhrsteigerung bei der gesunkenen Kaufkraft der breiten Massen nur durch Preis- erniätzigungen möglich wäre; das ist jedoch keineswegs der Fall, wie die folgende Ueberstcht zeigt: Durchschnittlicher Einfuhrpreis von 1 Silogramm Bananen an der deutschen Grenze: im Jahre 1910 25 Pf., im Jahre 1911 30 Pf., im Jahre 1929 47 Pf., im ersten Halb- jähr 1930 46 Pf., im Monat Juli 1930 48 Pf. nach diesen Ziffern, die sich auf die amtliche deutsche Außenhandels- und Zollstatistik stützen, ist also ein starkes, offen- bar noch nicht beendetes Ansteigen des Bananenpreises festzustellen. Vielleicht ist der Ladenpreis infolge der Umsatzerhöhung nicht ganz in demselben Maße gestiegen wie der Großhandelspreis, aber dessen Ver- doppelung seit 1910 ist auch am Verkaufspreis des Einzelhändlers alles andere, nur nicht spurlos vor- übergegangen. � Oer Trust und seine Weltreklame. Wie erklärt es sich nun, daß der Konsum trotz der Verdoppelung des Preises sich versechsfacht hat? Zu einem Teil gewiß durch die verstärkte Nachfrage nach Frischkost, die seit Jahren zu beobachten ist. Aber ein« hinreichende Erklärung ist das schon deshalb nicht, weil der Wert der künstlich auf den Dampfern gereiften Frücht« als Frischkost sehr problematischer Natur ist; im Gegensatz zu dem Nähr- und Vitaminwert getrockneter Bananen. die erheblich preiswerter find als frische. Di« Banane wäre bei uns nicht zu einem populären Nahrungsmittel geworden ohne die Reklame, die für sie, scheinbar oft von unsichtbarer Hand, getrieben worden ist. Himer dieser Werbung, die weniger mit Taffachen als mit Schlagworten gearbeitet hat, steht der Banancnlrust. in Deutschland unter dem Hamen seiner Tochtergesellschaft westindia Bananen ver- trieb G. m. b. H. bekannt. Die Spitzengesellschaft des Bananen- trusts, die United Fruit Company, wurde durch die Bereinigung von bedeutenden Plantagen- und Schiffahrtsunternehmungen vor etwa dreißig Jahren in den Vereinigten Staaten von Nordamerika gegründet. Die Geschichte dieser Gesellschaft ist nichts als eine ein- zige Aneinanderreihung von Expansionen, die von unzähligen Flüchen tyrannisierter Pflanzer begleitet ist. Die letzte große Ex- pansion des Vananentrusts fand im Dezember vorigen Jahres statt; damals wurde die Cuayamel Fruit Co. mit großen Plantagen in Honduras und Nikaragua und 11 Bananendampfern in den Trust aufgenommen. Das Kapital der United Fruit Company wurde da- mals auf 30 Millionen Dollar erhöht, die Bilanzsumme des Unter- nehmen? stieg auf 225,5 Millionen Dollar, seine Flotte erreichte die stattliche Anzahl von 108 Dampfern mit etwa 400 000 Tonnen Raumgehalt und sein Anteil an der Banoneneinfuhr der Vereinigten Staaten von Nordamerika stieg auf etwa 60 Prozent. Von einer Welternte von etwa 80 Millionen Vananenstauden während der letzten Jahre entfielen etwa 50 Millionen auf den Bananentrust. Neben ihm spielt nur noch die mit englischer Regierungshilfe er- richtete Genossenschaft der Bananenplantagenbesitzer auf Jamaika eine Rolle. Die Afrikanische Frucht Co. A.-G. in Hamburg will allerdings in neuester Zeit dem Trust Konkurrenz machen; sie bzw. ihr« Großaktionärin, die Guatemala-Plantagen-A.-G. hat in den letzten Jahren erhebliche Mengen getrockneter Bananen aus eigenen Plantagen eingeführt und hat jetzt einen modernen Kühldampfer für den Transport frischer Bananen in Zluftrag gegeben. Pflanzer und Kapitalsknute. Aber noch beherrscht der Bananentrusl den Markt in den ans- schlaggebendcn Anbau- und Absatzgebieten völlig. Ist auf den Bananenplantage mit Förderbahn. Kanarischen Inseln oder in Westindien die Bananenernte gut aus- gefallen, so haben die Pflanzer nichts zu lachen. Der Trust kauft dann nur die beste Ware an und ein großer Teil der Ernte muh verfaulen, weil die United Fruit Company nicht durch ein eventuelles Ueberangebot in den USA. und in Europa die Preise sinken und ihren Profit schmälern lassen will. Der Trust befitzt über 10 000 Quadrakilometer eigenen Plantagenbesitz, der aber nur einen Teil seines Bedarfes befriedigen kann. Auf dem mittelameritanischen Kontinent nennt er Effenbahnanlagen mit einer Länge von 1100 Meilen sein eigen neben 680 Meilen elektrischer Schienenwege. Selbstverständlich besitzt der Trust auch eigene Radio- stationen mit Kurzwellen, die er für sich gepochtet hat, eigene La- boratorien und Versuchspflanzungen usw. Die mittelameritanischen Staaten sind weitgehend vom Bananentrust abhängig. Die Regie- rung von Guatemala hat der dortigen Tochtergesellschaft der Uni- ted Fruit Company, der Compania Agricola de Guatemala, vor einigen Wochen das Recht zur Erbauung eines großen Hafens mit Molen, Uferdämmen, Eisenbahnverbindung, drahtloser Station, einem Leuchtturm usw. an der pazifffchen Mste überlassen. Der Hafen ist für den allgemeinen Verkehr bestimmt, die Schfffe des Bananen- trusts haben aber ein Recht auf bevorzugte Abfertigung: alle Ma- terialien für den Hofenbau dürfen zollfrei eingeführt werden. Da- für bezahlt der Trust lediglich eine„freiwillige Ausfuhrabgabe" in Höhe von 2 Pfennig für jede verschiffte Bananentraube. * Ohne Zweifel stehen hinter manchem politischen Ereignis in den mittelamerikanischen Staaten in Wirklichkeit Geheimagenten des Bananentrufts. Die nationale Bewegung in diesen Staaten befindet sich in.einem scharfen Gegensatz zum Trust; sie ist meistens auch eine Bewegung zur Verbesserung der wirtschaftlichen Lage und der gesellschaftlichen Stellung der ausgebeuteten romanischen und der farbigen Bevölkerung in diesen Ländern. Aufgabe muß e» sein, diese Kräfte dem mächtigen Weltbund der aufstrebenden Arbeiterschaft anzugliedern und einzureihen. Dieses Bündnis wird zum mindesten der politischen Rolle des Bananentrufts das ver- diente Ende bereiten können. prostituierte ermordet. Im Liebesrausch umgebracht?— Oer Täter noch nicht gefaßt Essen. 4. Oktober. Arn Sonnabend früh wurde die 38 Jahre alte Ehefrau Ma- thilde Weber, die als P r o st i t u i e r t e bekannt war, in ihrer Wohnung in Essen, Wegediesten 7a, von Hausbewohnern tot auf- gefunden. Die Oeffnung der Leiche ergab, daß die Frau vor ihrem Tode offenbar mit einem Stock erheblich geschlagen worden war. Die Frau war zuletzt in der Nacht gegen 3 Uhr in Begleitung eines Mannes auf dem Viehhofer Platz gesehen worden. Beide waren dann in die Wohnung der Frau gegangen, die der Mann etwa eine Stunde später wieder verließ. Kurze Zeit darauf wurde die Frau halb enkkleidel. mit dem Oberkörper aus dem Beitnmd liegend, kok aufgesunden. Spuren, die auf einen Kampf schließen lasten, waren nicht vorhanden. Inzwischen ist es der Mordkom- misston gelungen, den unbekannten Mann in der Person des 33 Jahre allen Beifahrers Franz G a b ri e l s k i aus Altenessen zu ermitteln. Er konnte aber bisher noch nicht festgenommen werden, da er sich offenbar verborgen hält. Gabrielski ist weder in sein« Wohmmg zurückgekehrt noch an seiner Arbeitsstätte erschienen. Am Dienstag wieder außerordentliche Sitzung der Stadkver. ordnetenverfammlung. Der Stadtverordnetenvorfteher hat für Dienstag nachmittag um 18 Uhr ein« außerordentlich« Sitzung der Stadtverordneten«inberufen. Am Donnerstag findet um 1694 Uhr eine ordentliche Sitzung statt. Eine reichhaltige Tagesordnung harrt der Erledigung. Achkung, Reichsbanner-Ruderrieoe Berlin. Sämtliche Kaineraden beteiligen sich heute an der Veranstaltung des Reichsbanners im Lustgarten. Die Kameraden der Ruderriege treten um 16 Uhr vor dem Zeughaus, Hauptportai, an. Kein republikanischer Wasser- s portler darf fehlen! JDEALE BETTEN mit echt chinesischen Graue Federn p. Pfd. 75 Pf. Weiße Federn, 1.75 Halbdaunen.„ 4.20 Schleißfedern. I.oo Daunen...» 5.75 sMonopol-Jaettfüllungen Bettfedern Fertige Graue Federn?. Pfd. 75 Pf. Ä Z*' Ä ÄÄ I III MI| Iii TW 1 1 i IIS Mk.�� A 90 iSOO per Pfund. Prin Worte. ges.gesch. Oberbetten 4.50 8.50 13.50 16.5o Unterbetten 3.95 6.90 12.— 14.— Kissen... I.50 2.35 3.95 4�5 Fertige Betten Oberbetten 6.85 9.65 12.85 14.65 Unterbetten 5.45 7.80 1 0.65 1 2.15 Kissen... 2�5 3.60 3.95 4.55 Audi die bflligsien Betten enthalten sachgem&ß gereinigte Bettfedern! ptfedern !U Gustav Prinzen- Str. geh« Scbottion-Stroaa«| Wilrrprsdopfer-Str.138 an dgp Bismarck- Strosse j Fronl-Iahr-Feier des patrntanwoltSgeseheS. Am 1. Oktober lSOO, also vor rund dreißig Jahren, trat da» Patentanwaltsgesetz in Kraft, durch welches der Berufs» stand der Patentanwälte eigentlich erst geschaffen wurde. Bis dahin hatten sogenannte Patentagenten, vergleichbar den.Linksanwälten� bei der Rechtsanwaltschast, die Interessen der Erfinder vor dem Patentamt und den Gerichten nicht immer sachkundig und zum Vor- teil ihrer Klienten oertreten. Zur Feier des dreißigjährigen Be- stehens dieses Gesetzes veranstaltet« der Verband der Patentanwälte eine Festsitzung, bei der das preußische und das Reichsjustiz» ministerilim vertreten waren, ferner das Auswärtige Amt, da» Reichspatentamt, dos Landgericht Berlin I, die Rechtsanwaltschaft, sowie überaus.zahlreiche technische und wirtschaftliche Vereinigungen. Von den Gästen wurde hervorgehoben, wie durch die sachkundige Mitarbeit der Patentanwälte erst das fruchtbare und gedeihliche Arbeiten des Patentamts und der Gerichte ermöglicht worden sei. Dann warf der Verbandsvorsitzende, Patentanwalt Dr. M e st« r n, «inen Rückblick auf die Zeit vor dem Gesetz/ wobei er auf die großen Ansprüche hinwies, die an den Vertreter eines Erfinders gestellt werden. Er müßte eigentlich gleichzeitig Jurist, Physiker, Chemiker, Ingenieur, Elektriker und noch manch anderes sein. Den Festvortrag hielt Rcichsgerichtsrat Pinzger über die engen Beziehungen zwischen der Patentanwaltschast und der Rechts- pflege. Denn obgleich der Wortlaut des Gesetzes die Tätigkeit der Patentanwälte auf die Vertretung vor dem Patentamt beschränkt, ist die Mitwirkung des Patentanwalts vor Gericht in Patent» und Gcbrauchsmusterprozessen gar nicht zu entbehren, weil dem Juristen die Fähigkeit fehlt, sich genügend in technische Gedankengänge hmein- zudenken, um den Parteien ohne sachverständige Dermittwng gerecht zu werden. Ein geselliges Zusammensein beendete darauf die Festsitzung. Lt. Alles aus Leichtmetall. Eröffnung einer ständigen Aluminiumschau. Die A l u m i n i u m b e r a t u n g s st e l l e, die die weitere Der- werwng des Aluminiums als Werkstoss fördern will, hat jetzt in der Französischen Straße 50 eine ständig« Aluminiumschau eingerichtet, in der die Verwendungsmöglichkeiten dieses Materials in technischer und wirtschaftlicher Beziehung gezeigt werden. Die Fassade des Ausstellungsraumes nach der Straße hin ist voll- ständig mit Aluminium verkleidet. In der Schau selbst wird gezeigt, welche Rolle dieses Material in Zukunft im täglichen Leben zu spielen berufen ist. Besonders originell sind die nach vielen Versuchen in der Konstruktion und Form neuartigen Aluminium- möbel, mit denen die Schau ausgestattet ist. Die Aluminium- beratungsstelle, in der sowohl der Techniker wie auch der Laie kosten- lose Beratung in allen Fragen der AluminiunGearbeitung und-ver- Wertung erhält, ist mit II n t e r st ü tz u n g des Reiches geschaffen worden, wie sich ja überhaupt die Deutsche Alurüinium- Hütlenin du st rie zum großen Teil in den Händen des Reiches befindet, das sein« industriellen Unternehmungen in der «Viag' vereinigt hat. Die Hauptwerke sind das Lautawerk in der Lausitz, da» Erftwerk bei Grävenbroich und da» Hunwerl bei Tögiug. j?--•:.;• � vi:•• i■!• ■ f. ii:--:- - W%"Si' • Vv: ZW,:... r v ► <<..• V,,.•••?•--•'••'i.•.*.../ Ällii?.•■:••.* � S-4•. �."••• i v V-i MM« V l A VfV' ll vV' ��11 SL r v% W Mi i| � W WDHAM MWMKMAMW leute wicIJjgc Statu)«,|ur / r ,'} tj. i /7")< f z LZ rfr#-- V'' m Ii �Kxirmnri�» � !• 1 MM Fememörder Heines alsMdR. Er mordete einen Unschuldigen und versuchte sich herauszulügen. Dem Buch von E. 5. Gumbel„Verräter verfallen der iz'eine" entnehmen wir folgend« auf die Akten gestützte Dar- stellung: Auf den Gütern Stecklin, Rosenfelde und Liebenow im Kreise Greisenhagen kommandierte im Juli 1920 als besonderer Vertrauensmann Rotzbachs der 22iährig« Leutnant Edmund ch e i n e s. der gegen die bayerische Räterepublik, im Baltikum und im Kapp-Putsch gekämpft hatte. In der Arbeitsgemeinschaft Stecklin befand sich seit 14 Togen der zwanzigjährige landwirtschaft- liche Arbeiter Willi Schmidt. An einem nicht mehr festzustellen- den Tag des Juli 1920 erschien der Vertrauens» nann der Stsckliner Gruppe, Unteroffizier Max Krüger, auf dein Gute Rosenfeld und meldete dem Heines, Schmidt wolle die Arbeil wederlegen. Man erzählte sich vcn ihm im Dorf, er wolle(!) einen Trans- port von Reichswehrwaffen, der offiziell an dos Reiterregiment in Schwedt bestimmt war, tatsächlich ober zu den Rotzbachern nach Rosenfelde ging, an die Schutzpolizei verraten(die preu- tzifche staatliche Schutzpolizei! Red. d.„V."). Dieses vage Gerücht, das nur 6 Stunden umlief, war die Grundlage für ein„Todes- urteil". Schmidt hatte sich zu einer Familie Walter im Dorf Stecklin begeben. Heines, zusammen mit Max Bande m er, Johann Vogt und Karl O t t o w, suchten ihn auf. Sie stellten sich als Kriminalbeamte vor und fanden ihn auf dem Heuboden schon schlafend. Aengstlich fragte Schmidt, was man von ihm wolle.„Du sellst nur verhört werden." Zunächst transportierte man ihn nach dem Gute Stecklin. Der Unteroffizier Ottow schlug ihn dort m i t einem Gunimiknüppel über den Kopf, so datz Schnudt blutüberströmt zusammenbrach. Auf sein Flehen gab nran ihm Wasser, seine Wunden zu reinigen, und Leinen, um sie zu verbinden. Auf einem Feldwagen wurde er nach Rosenselde trans- portiert. Dort meldete Heines dem Ortsvorsteher und Administrator Ernst Bergfeld, Schmidt sei da. Dieser gab darmif den Schlüssel zur Spatenkammer heraus. Angeblich glaubte er, verborgene Waffen sollten unigebettet werden. Doch wurde, nach Vogt, im Zimmer über die Erschießung verhandelt. In dunkle? Nacht ging der Trupp zum Walde. Man begann ein Loch zu graben, denn Schmidt sollte hier schon erledigt werden. Da der Bcden zu hart und das Dorf zu nahe war, ging man weiter zum Gut Liebenow. Dort wurden die Roßbach-llnteroffiziere Kurt Bär und Ewald Fräbel mitgenommen. Schmidt schrie wiederholt:„Ich soll erschosien werden!" Fräbel beruhigte ihn:„Du wirst nur abge- liefert." Zu Fuß ging es weiter in den Kehrberger Forst hinein. während des Marsches befahl Heines dem Bär. den Schmidt zu erschießen. Als dieser sich weigerte, preßte Heines dem Sie Schlafen besser und erwachen neu gestärkt nach folgendem Rezept: Eine Flasche ßaldrament Reichel, 3 mal Uglüh'/» Teelöffel zu nehmen. Die natürliche Medizin zur Beruhigung und Stärkung der Nervenkraft. Fl. M 1.50 und 2.50. In Drogerien und Apotheken erhältlich, sonst durch Otto Reichel, Berlin 43 SO. Eisenbahnsfr. 4. Schmidt die Pistole ins Gesicht und drückte zweimal los. Schmidt fiel hint-uüber. Daraus gab auch Ottow zwei Schüsse auf ihn ab Da Schmidt noch um Hilfe schrie, drückten all« Beteiligten sein Gesicht in den ZKaldboden. Ottrw schlug ihm einen eisenbeschlagcnen Gummi- knüppel etwa zehnmal aus den Schädel und trat ihm auf den Rücken, Fräbel trat auf den Hinterkopf. Die Leiche wurde in ein Loch gelegt, das Bär inzwischen gegraben hatte. Vogt, ein Leutnant Hermann und Bergfeld spielten am nächsten Abend gemütlich Skat. Dabei sagte Hermann:„Schmidt ist schlecht eingegraben, feine Knie gucken nach aus der Erde heraus." Wenige Tage nach dem Morde meldete Heines telephonisch seinem Führer Roßbach, daß er einem erhaltenen Befehl seines vorgesetzten Kreisleiters, Leutnant a. D. Walter Schulz, gemäß den Schmidt, der Waffen habe verraten wollen(!), verhaftet habe. Auf dem Wege durch den dunklen Kehrberger Forst habe der Arrestant Anstatt gemacht, zu fliehen. Daraufhin habe er. Heines, ihn niederschießen müssen. Roßbach genügte diese Meldung. Da die Leiche nur schlecht ein- gegraben war und sich das Gerücht von der Ermordung verbreitet hatte, wurde in einer Versammlung der Roßbach-Leiter und-Der- trauensleute in Pyritz Auftrag gegeben, di« Leiche umzubetten. Dies geschah unter Leitung von Heines. Der Mord wurde erst nach Iahren entdeckt: ein Mitwisser, der Arbeiter Baihke, versuchte, Bergfeld zu erpressen. Dieser fühlte sich sc sicher, daß er Bathke anzeigt«, worauf dieser alles der Polizei meldete. Samtliche Beteiligten, aud) Heines, der inzwischen in München Jurisprudenz studierte und in der nationalsozialistischen Bewegung«ine Rolle gespielt hatte, konnten verhaftet werden. Vom 16. April bis 5. Mai 1928 wurde vor dem Schwurgericht in Stettin unter dem Vorsitz des Landgerichtsdirektors Hirfchberg(Oberstaats- anwall Saß) wegen Mordes verhandelt. Di« Aussagen der Ange- Nagten über die Vorgänge im Wald gingen auseinander. Hciues erklärte, Schmidt habe fliehen wollen, wovon in der Voruntersuchung nie die Rede gewesen war. Die Spaten seien nur zum Umbetten von Waffen mitgenommen worden. Iugendein Nachweis für den angeblich beabsichtigten„Verrat" des Schmidt kennte nicht geführt werden. Heines wollte dies von dein Roßbacher Just erfahren haben, einem„Spezialisten für Verräter- fachen", der später selbst unter geheimnisvollen Umständen umkam. Bar will nur aus Angst mitgemacht haben. Denn bei den Roß- bachern sei immer vom„Spazierenfahren" di« Rede gewesen. Fräbel war ge�ändig. Leutnant Schulz, als Zeuge vernommen, will die Angelegenheit nicht gekannt, Vergfeld nur von der späteren Umbetwng gewußt haben. Staatsanwattschafisrat F r a n tz k y beantragte wegen Mord gegen Ottow und Heines die Todesstrafe, wegen Beihilfe zum Mord gegen Fräbel und Bergfeld je 4 Jahre Zuchthaus, gegen Krüger, Vär, Bandemer und Vogt 3 Jahre Zuchthaus. Gegen di« Hintermänner Frhr. van Bodnngen und Roßbach könne wegen Der» jährung nichts mehr unternommen werden. Das Gericht kam zum Schluß, nicht der Schimmer eines Je- weises für Schmidts„Schuld" sei erbracht worden. Es nahm an, daß Heines ursprünglich mit Borbedacht und Ueber- legung handelt«, weil er die Spaten mügencmmen hatte. Während des Grabens in Rosenfelde habe er die Absicht zum Mord aber auf- gegeben und Schmidt dann nur im Affekt umgebracht. So wurde nur wegen Totschlags Heines zu lö Jahren Zuchthaus, Ottow zu 4 Iahren Zuchthaus, Fräbel wegen Beihilfe zu 3 Iahren Zuchthaus verurteilt: Bär, Bogt, Bandemer, Krüger und Bergfels wurden freigesprochen, die letzten vier, weil sie nicht an dieser Tat, sondern nur an den straflosen Vorbcreitungshandlungen zu einer anderen, nicht ausgeführten Tat teilgenommen hätten. Oberstaats- anmalt und Verteidigung legten Revision ein. Der dritte Strafsenat des Reichsgerichts hob auch dieses milde Urteil am 6. Dezember 1928 auf, weil gegen einen der Geschworenen zur Zeit des Prozesses ein Verfahren wegen Betruges geschwebt hatte. So gelangte das Verfahren wieder an das Schwurgericht zurück. Die Verhandlung unter dem Landgerichtsdirektor Hoffmann fand vom 23. Februar bis 13. März 1929 statt. Krüger war unter- dessen wegen eines gemeinen Totschlags, begangen an einer allen Frau, zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Bergfeld starb während des Prozesses. Der Oberstaatsanwalt Saß unterstellte als wahr, daß Heines keine Bedenken gehabt hat, dem Geheimbefehl Roßbachs Folge zu leisten, wonach die Geheimhaltung mit allen Mitteln zu erstreben war. Die Konsequenz einer Anklag« gegen den„Zeugen" Roßbach aber hat er nicht gezogen. Er beantragt« gegen Heines wegen Mordes die Todes st rase, gegen Ottow wegen Beihilfe hierzu 4 Jahre Zuchthaus, gegen Fräbel, Bär, Vogt und Krüger wegen des gleichen Verbrechens je 3 Jahre Zuchthaus. Jedoch solle nur gegen Heines Haftbefehl erlafsen werden. Das Gericht nahm wieder Mcrd- plan und Totschlagsdelikt an, setzte die Strafen herab und verurteilte Heines zu 5 Jahren Gefängnis, Ottow zu 2'- Jahren, Fräbel und Bär zu 6 Monaten Gefängnis wegen Beihilfe. Krüger, Bandemer und Bogt wurden freigesprochen. Heines hat kaum 1)4 Zahre im Gefängnis gesessen. Die Verteidiger legten zum zweitenmal Revision beim Reichsgericht ein. Auf Beschluß des Strafsenats beim Oberlandesgeriäit Stettin wurde Heines am 14. Mai 1929 gegen eine Kaution von 5000 M. aus der Haft entlassen. * ♦* Soweit die aktenmäßige Darstellung. Heines hat einen vollkommen unschuldigen Menschen, der in dem„Verdacht" stand, er wolle ein Wassenlager der zuständigen Behörde verraten, kalt- blütig abgeschlachtet und dann gelogen, der Ermordete sei„auf de? Flucht erschossen worden". Heute ist Heines Reichstagsabgeordneter! Schlechtes, unreines Blut verursacht vor dem Alter schon oft Oicht, Arterienverkalkung, hohen Blutdruck, Stuhlverstopfung, Magenleiden. Schlaflosigkeit. Hautausschläge usw. Wer seine Gesundheit lieb hat, beuge vor und sorge für Stoffwechsel. Kwici's Universal-Tee, seit 80 Jahren bewährt, wird änrtlich empfohlen in fast allen nordd. 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Auch gestern wurden wieder Meldungen über solche Preissenkungen verösientlicht. In den allermeisten Fällen gilt auch für diese, was im folgenden festgestellt wird. Por l-t Tagen wurde in der Handelspresse die Nachricht ver- breitet— auch wir berichteten darüber—, daß der Preisabbau für Markenartikel bereits erhebliche Fortschritte gemacht habe. Es unirden zahlreiche Waren bekannter Markenartikelsabriken — Seifen, kosmetische Waren, Reinigungsmittel, Photoartikel und Spirituosen— aufgezählt und für diese Artikel Preisabschläge von ll) bis 33 Proz. genannt. Dabei wurde ausdrücklich vorangeschickt, daß diese Preissenkungen»im Rahmen der Preisabbaubestrebungen bei Markenartikeln�(!) vorgenommen wurden. Es wurde also der Eindruck erweckt, daß es sich hier um fühlbare Auswirkungen der Preissenkungsaktion der Reichsregierung handle. Wir sind den Dingen nachgegangen und haben fesigeslelll, daß diese Meldung absolut irreführend war. Die Preissenkungen, die erwähnt wurden, liegen teils schon länge Zeit zurück und standen in gar keinem Zusammenhang mit den allgemeinen Preisabbaubestrebungen der Reichsregierung. Für die Mehrzahl der genannten Artikel ist die Preisreduktion zu einer Zeit erfolgt, als vom Preisabbau überhaupt noch keine Rede war. So ist, um nur zwei Beispiele zu geben, das Putzmittel ..O-Eedar-Politur" vor mehr als einem Jahre, Luxusseifen- flocken vor mehr alseine m halben Jahre ermäßigt worden. Bei den kosmetischen Waren handelte es stch nach übereinstimmender Auskunft aus Branchenkreifen nm wenig oder gar nicht gang- bare Artikel, sogenannte �Ladenhüter", die durch die Preis- Herabsetzung leichter verkäuflich gemacht oder den Konkurrenzpreisen angeglichen werden sollten.?luch diese Fälle liegen zumeist Jchcm längere Zeit zurück. Die meist gekauften Produkte der genannten Firmen, zum Beispiel Elida und Dralle, sind überhaupt nicht im Preise herabgesetzt worden. Dieser Pressemeldung über den Martenartikel-Preisabbau stellt also eine Irreführung der Oes fentlichkeit dar. Von„Fortschritten des Preisabbaues" kann natürlich nur dapn die Rede sein, wenn Massenartikel des täg- lichen Bedarfs ein« Anpassung an die verbilligten Rohstoffkosten und die geschwächte Kaufkraft erfahren, und wenn es sich um w i r k l i ch e Preissenkungen der letzten Zeit handelt. Das trifft aber für die in den irreführenden Presseinformationen genannten Firmen und. Artikel nicht zu. Der erste undbishereinzigeFall einer echten Preis- Herabsetzung für Markenartikel liegt bei„P c r s i I* vor. Dieser Fall wurde e r st vor vier Tagen bekannt. Die Firma Henkel u. Co. hat nach ihrer Mitteilung als weißer Rod« unter den Marken- ortikelfabrikanten die Preise für Persil um etwa 10 Proz. ermäßigt. Von dieser einzigen Ausnahme abgesehen, ist aber infolge der völligen Passivität der R e i ch s r e g i e ru n g von ihrem bombastisch angekündigten Preisabbau bei den Marken- artikeln nichts zu spüren. Das ungerechtfertigt hohe Preisniveau wird bei den gangboren Markenartikeln weiter unentwegt aufrecht- erhalten.' Preußen für Vauernberaiung. Gegen unvernünftige Sparmaßnahmen. Mehrere Landtagsabgeordnet« wiesen in einer Kleinen Anfrage auf die Gefahren hin, die der bäuerlichen Wirtschaft durch die im Rahmen der Sparmaßnahmen des Reiches beabsichtigte Kürzung der„Reichsbeihilfen für bäuerliche W i r t sch a f t s- beratung und bäuerliches Bersuchsringwesen" drohten. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, ist der Preußisch« Land- wirtschaftsmini st er beim Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft vorstellig geworden, um die geplante Kürzung rückgängig zu machen. Zugleich wurde daraus hingewiesen, daß die Mittel bereits in der bisherigen Höhe unzulänglich worep und daß eine Erhöhung dringend erforderlich erscheint. Lohnabbau und AAG.- Verluste. Soll die AEG.-Arbeiterschast die NAG.-pleite bezahlen. Die von Jahr zu Jahr angewachsenen Verluste bei der N a t i o- nalen Automobil Gesellschaft A. G. in Oberschöneweide haben jetzt die hinter dem Unternehmen stehenden Großbanken und den AEG.-Konzern zu einem Großreinemachen gezwun- gen. Im Lause der letzten drei Jahr« haben sich die Verluste bei der Gesellschaft bis auf 14 Mill. Mark erhöht, so daß die Verwal- tung zur Erhaltung und Sanierung des Unternehmens eine Zu- sammenlegung des 17-Millionenkapitals im Verhältnis 10: 1 auf 1,7 Mill. Mark vorschlagen mußte. Diese einschneidenden Mas)- nahmen wurden gestern auf der Generalversammlung unter leb- hastem Protest der geschädigten Kleinaktionäre genehmigt. Am allerschwersten ist durch die Fehler der Geschöstsleitung natürlich die Belegschaft in Milleidenschaft geezogen worden, die durch ständige Entlassungen in den letzten Jahren von über 5000 bis auf 3000 Mann abgebaut worden ist. Bei der jetzt b«- schlossenen Umstellung des Betriebes, der statt in drei, nur noch in zwei Werken fortgesetzt werden soll, wird sicherlich di« Zahl der Arbeitnehmer noch weiter eingeschränkt werden, wobei diesmal in erster Linie die A n g e st« l l t e n die Hauptleidtragenden sein dürften. Die Frage, ob das Werk in Oberschöneweide in dem bisherigen Umfang aufrechterhalten wird, ist noch nicht« n t- schieden. Die Lastwagenabteilung hat nach den Mitteilungen der Verwaltung kürzlich größere Auslandsaufträge erhalten, so daß wenigstens für diese Abteilung für absehbar« Zeit Arbeit vor- Händen ist. Neben den beteiligten Großbanken hat auch der AEG.-Konzern bei der ÜtAG.-Pleite schwer bluten müssen. Will sich die AEG. bei dem geplanten löprozentigen Abbau der Metallarbeiterlöhne für die erlittenen NAG.-Berluste an der Arbeiterschaft schadlos halten und ihre Belegschaft die ganze Zeche bezahlen lassen? BayenscherBrauerei-Zufammenschluß. Rizzibräu geht in der Kulmbacher Zieiche'.bramrei auf. In dem Kulmbacher Braugewerbe ist jetzt ein neuer Zusammen- schluß erfolgt. Das Reichelbräu, das seit Iahren mit einer 20prozenügen Dividende zu den rentabelsten Brauimternehinen Deutschlands gehört, hat mit dem gleichfalls in Kulmbach ansässigen Rizzibräu einen Vertrag abgeschlossen, wonach es zunächst auf 20 Jahre den gesamten Betrieb des Rizzibräus pachtweise übernimmt. Das Reichelbräu wird dadurch seinen bisherigen Bieraus stoß verdoppeln und damit die größte Kulmbacher Brauerei werden. Elf Prozent Textildividende. Vogtländische Spihenindustrie steht gut. Nach dem großen Dividendensprung, den die Vogtlän- d is ch e Spitzenweberei in Plauen im vergangenen Jahr mit einer Heraufsctzung der Aktionärsgewinne von 9 auf 14 Pro- zent machte, ist diese Gesellschaft trotz der schweren Krise auch in diesem Jahr in der Lage, ihre Dividende auf dem sehr hohen Stand von II Prozent zu halten. Nach guten Geschäftsmonaten im ersten Teil des letzten Be- triebsjahres trat auch bei diesem Unternehmen im Winter durch die sinkende Kaufkraft des Inlandes ein fühlbares Nachlassen der Aufträge ein, das zum Teil jedoch durch Steige- rung des Exportes ausgeglichen werden konnte. Dos hohe Gewinnergebnis ist sicherlich auch darauf zurückzuführen, daß die Gesellschaft bei ihren Rohstoffeinkäufen, besonders bei Baumwolle von dem anhaltenden Preis stürz aus den Weltmärkten erheblich profitierte, da, wie die anderen Kartell« auch der Verband Deutscher Spitzenwebereien es mit der Preissenkung ganz und gar nicht eilig gehabt hat. Nach dem Bericht der Ver- waltung hat das ab I. Juli laufende neue Geschäftsjahr in den letzten sechs Wochen einen kleinen saifonmäßigen Aufstieg mit sich gebracht. Di« Mode bleibe für bestimmte Spitzenartikel weiterhin günstig. Der Großhandelsindex weiter gesunken. Die auf den Stichtag des 1. Oktober berechnete Grvßhandelsrichtzahl des Statistrschen Reichsamts ist mit 120,6 gegenüber der Dorwoche(121,9) weiter gesunken.* Geschästsverbok für die Reptunus- Versicherung. Räch dem Scheitern der Fusionspläne bei der Asseturanz-Union-Versicherung in Hamburg hatte die Neptunus Assekuranz Kompagnie in Hamburg auf Veranlassung des Reichsaufsichtsamts sofort den Weiterbetrieb der VersicherungSgeschäst« ein- g e st e l l t. Die heutige Senatssitzung des Reichsauffichtsamts hat die Untersagung des Geschäftsbetriebes der Neptunus-Gesellschaft unter Erlaß eines Zahlungsverbots bestätigt. Der Senat hat ferner beschlossen, die Eröffnung des Konkurses über das Ver. mögen der Neptunus zu beantragen. 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R.-S. 78 20 Uhr GehutL Rirtnnrkauf Ende geg�'bU- Staat!. Schaospti. (am Giudanniumarkt). A.-V. 31 20 Uhr Bürger Schippel Ende geg.22'kU. M.ScIiilleMlieaterJarltlig. 20 Uhr Hirr Doktor, haben Sie zu essen? Ende nach 22>/« Uhr Täql. 5 u. 813 sonm. 2, Sa. 8U _______________ Alex. E«. 8066 | BellaSlris,2Spyras, 4 Poppescus usw. 6.15 Dhr— Raudien triaabl Tlffany Twins. Oora Kasan aa. Nester. Prof. Pallos 5 singende Girls. Brown u. La Hart usw. Heute 2 Vorstellungen 4 und Su Uhr. 4 Uhr kleine Pr. Demsehes Kßnstler-Theai. Tel. Earbarosta 3937 8Va Uhr Jim und Jiil Operette v. Vivisn Ellit Preise Ton IM. aufwärts Renaissance- Theater Stcinplatz 6780 m Uhr Die Wunder-Bar Revuestück Theater LOetirenstr. 53-54 Direktion: Ralph Arthur Roberts sv, Das häOKche madchen Englisch— Roberls— Riemann. I Jcene JtiescA I 'n dar „Braut von Messina" im ROSE- Theater 1 Große Frankfurter 8tr.13 2 |(Billettkaste: Alex 3422 u.3494) Nur noch STagre! Heute wie nächsten Sonntag 3 Vorstellungen, und zwar um 2.30U.U. 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Da steht der Sarg mit den Kränzen der Verwandten, der Freund«, der Partei und des„Vorwärts". Dos Quartett des Volks- feuerbestattungsvereins Groß-Verlin singt. Dann spricht der Trauer- redner ernste, würdige, tröstende Worte. Es folgen die Arbeits- kollcgen, die Parteigenossen. Chefredakteur Genosse Friedrich Stampfer:„Für uns, die wir den jungen Arbeitskollegen tag- lich sahen, ist diese Stunde von besonderer Tragik. Aber, wenn wir so jählings Abschied nehmcn mußten, dann dringt an uns die Mahnung, daß wir unsere Zeit nutzen müssen für den S o z i a l i s- m u s, weil auch wir nicht wissen, wann für uns die Stunde des Todes schlägt." Genosse Richter vom Betriebsrat des„Vor- ivörts"-Verloges:„Wir verlieren in Georg Weimann einen arbeit- samen, lebensfrohen, lieben Menschen, der immer in unserer Er- innerung forlleben wird." Für die 26. Abteilung der Sozialdemokratie, zu der Georg Weimann gehörte, spricht Landtagsabgsord- neter Genosse Z a ch e r t:„Trost ist uns in dieser Stunde, daß die hohen Ziele, denen auch unser junger toter Mitkämpfer Georg Weimann sein kurzes Leben gewidmet hatte, verwirklicht werden zum Wohle der Menschheit, zum Wohl« aller Schaffendem" Wieder ertönt Gesang, unter den Klängen der Musik verschwindet der Sorg, um der Flamme übergeben zu werden. Georg Weimann, deine Kollegen und Freunde vom„Vorwärts" sogen dir letztes Lebewohl! ] . I Lernt fremde Sprachen. Die Freunde der internationalen Kleinarbeit laden ein. Englisch-, Französisch- und Esperanto-An- fängerkurs« beginnen in Kürze für Gleichgesinnte, die sich für das Wirken der Vereinigung„Die Freunde der Internationalen Kleinarbeit" interessieren, nachdem die diesjährige Besuchstötigkeit zwischen Deutschland, England, Irland, Schottfand, Frontreich, Belgien, Holland und Schweden außer- ordentlich erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Tausend« be- suchten die Veranstaltungen der Ortsgruppen in den einzelnen Län- der«. Hundertc von persönlichen Freundschaftsbündnissen konnten geschlossen und somit der gesantten Arbeiterbewegung ein unschätzbarer Dienst erwiesen worden. lim den Kreis derer zu erweitern, hj« da mithelfen wollen, wirklich praktische internationale Kleinarbeit zu leisten, werden Ge- finmingsfreiutde eingeladen, an den neuen und bestehenden Kursen sich rege.zu beteiligen. Deutsch wird soweit als möglich vermieden. Ein illustriertes Lehrbuch und große Wandbilder gestalten den Unterricht interessant. Jeder Teilnehmer lernt in ver- hältnismäßig kurzer Zeit frei sprechen, um sich im darauffolgenden Jahr entweder in dem betreffenden Lande mit den Freunden unterhalten. oder aber, um die erworbenen Sprachkenntnisse auch hier praktisch anwenden zu können im Kreise unserer ausländischen Freunde, die sich allwöchentlich wahrend der Sommermonate im Gewerkschastshaus mit deutschen Fredika-Mitgliedern treffen. Montags resp. Dienstags von 20 bis 22 Uhr läuft je eine Mittelstufen-Abendklafse im Zentrum der Stadt. Dienstags von 18 bis 20 Uhr ein Zirkel. Freitags eine fortgeschrittene Abendklassc van 20 bis 22 Uhr. Je ein neuer Anfängerkursus wird eingerichtet für Montags von l&M bis 2054 und Donnerstags von 20 bis 22 Uhr. Der Unterrichtsbeitrag bleibt unverändert.„Der Pionier" refp.„The Pionier", das zweisprachige Organ der Fredika, steht Interessenten zur Verfügung. Anmeldungen für Kurse und Korre- spondenzaustausch werden umgehend erbeten an die Geschäftsstelle, Berlin SW. 19, Kurstr. 32, am Spittelmarkt(Gen. W. F l o e r k e). Telephon: Merkur 2196. Allen Anfragen sollte ein Freiumschlag beigefügt werden._ *35 Millionen Kraftfahrzeuge. Bei den Vorarbeiten zum sechsten internationalen Landstraßenkongreß, der vom 6. bis 11. Oktober in Washington stattfindet, wurde sestgestellt, daß heute auf der ganzen Welt mehr als 35 Miliiouen Kraftwagen im Gebrauch sind. Die Staatliche Porzellanmanufaktur Berlin stellt in der Zeit vom 6. bis 18. Oktober!930 in ihren Verkaufsräumen Wegech- Üraße 1 am Stodtbahnhof Tiergarten— werktäglich von• 9 bis 19 Uhr— eine große Anzahl von weißen und bemallen Porzellanen zum Verkauf, die kleiner Fabrikationsfehler wegen mit Nachlaß ab- gegeben werden. Es besjnden sich hierbei Figuren, Vasen und Vlumenflaschen, Dosen und Schalen, Einzelteller und Tassen, sowie komplette Tafel-, Kassoe- und Teeseroicc. Es wird hierdurch Lioh-� habern von Berliner Porzellan reichlich Gelegenheit geboten, schöne Stück« zu äußerst günstigen Preisen erwerben zu können. parteinachrichien fürGroß-Rerlin Cinfenbangtn für dies« Rubrik find' Berlin SB U. ginbeniltd'je?. stet» an da» Be,irl»s«krel-!riai 2. Hos, 2 Treppen recht», zu richte» 1. Nrei» Milte. Montag, pi'e Uhr, Sitzung de» erru.iierien Krcisoorsialldc» bei Dodrohlaw, Swiuemündcr Sir. U. � S. firei» Wedding. Nreisbildmigsousschutz. Sie Bildungsodleute finden sich am Dienstag, dem 7. Oktober, bereits um 19 Uhr in der Hochschntbraucrei ein. Die Karten Zu unserer Werbcvcranstaliiing sind unbedingt am Diens- tag im grosien Saal der Hochschuidrauerei abzurechnen. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Die Einladnnaszetscl zur Kundgebung am 12. Oktober, sind Montag zmMrn t7 und IS Wir in der„Varmiirls"-Sneditlan tbrcifenhagcner Str 22, abzuholen. Nach 18 Uhr geschlossen. Dienstag, 7. Opaker, IflVs Ubr. Sitzung der Bezirksncrordnetcnfrotiion mit den porlcigcnössisckien Wohlkahrisoorstrhcrn im grosien Sitzungssaal des Be- zieksamtes Donziger Sir. tzt. Die Partcigenoffen und-geno'sinnen be. teiligen sich an der Kundgebung des Zlöichsbannets' gm ü. Lltober im Lustgarjen. Z. Kreis Fr>edrich»bain. AreisrunUionarsiimng Montag. 6. Oitaber, 19'Z Uhr, in Schmidt» Seselllchaftkhan», �ruchtftr. 99». t. Vortrag de« Senosien Schmidtbaucr. 2. Krei»gng«leqrnhe>ten. Mitgliedsbuch und Funktionär. karte mitbringen. Dannerstag. 9. Oktober, Z« Ubr, in den Andreas-Fest. sälen, Anbreasstr. 21. Veranstaltung der Proletarische» Kleinkunstbühne. Inhalt! Sin Querschnitt durch unser Leben. Keiitbcatcrknrzktücke, Schon- spiel, Tänze, Musik. 7' Mitwirkende, eintritt hn Pf. Wir bitten die che. nosteu, sich diesen Abend unbedingt freizuhalten und nollzählig zu erscheinen. Karte» find bei de» Funktionären zu haben. 7. Krei» eharlottenburg. Be-irksvcrordnctcnsiaklion mit sämtlichen Bürger. deputierten Montag, 9. Oktober, 17 Uhr pllnklich, Raihaus Clmrloiten- Freie Sozialistische Hochschule Sonnabend, den II. Okiober, ISVz Uhr,* Im Plenarsaal des ehemaligen Herrenhauses, Leipziger Strafe 3 Vortrag des Genoasen Prot. Dr. Hermann Heller- Dcrlln Ober „Faschismus als Nationalsozialismus'* Karten zum Preise von 50 Pf. feinschl. Garderobe) sind an folgenden Stellen zu haben: Büro des Bezirksbildungsausschusses, Lindcnstr Z. 2. Hof links, 2Trepren; Arbeiterjugend GroB-Berlin. Lindenstr. 3, 2- Hof links, 2 Treppen; Buchhandlung J. H. W. Dietz Nachf-, Lindenstr. 2; Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr. 65; Deutscher Holzarbeiter-Verband, Am Köllnischen Park_2 u. Rungestr 30; Verband Zigarren- des der Ider Angestellten, Hedemannstraße 12: Vetlagsgesellschaft des ADGB.. Abteilung Sortiment Inselstr. 6a; Frauensekretariat der SPD-, Lindenstr. 3. 2. Hof tinks, 2 Treppen; Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt Lindenstr. 3, 2. Hof links, 2 Trepp.; Geschäftsstelle d.Touristenvereins„Naturfreunde", Johannisstr. 15, und an der Abendkasse. bnrg. Sitzungszimmer 1. Bezirk socrsammlung um IS Uhr. Dienstag, IS'j Uhr. engere Porftondssitzung im Nalhans,, simmer l. ». Krei» Wilmersdorf. Montag, 20 Uhr, Piktoriaga rten, Wilhelm»» ne N7 Uhr bei Seinlid), Writzcnburger Str. 1. Die Funktionäre bringen die Mitgliedsbücher mit. 27. Abt. 191s Uhr bei Zeuge. MUastr. ö. 28. Abt. 20 Uhr bei Rechcnberg. Chorintr Str. 49. 29. Abt. 20 Uhr Porstandssitzung bei Bnrg. Prenzlauer Allee 189. 38. Abt. Alle Bezirkssührer besuchen zwecks Intormaiion für die.-aijlnbtnbc die Kreissunktionärsitzung am Montag, dem 6..Okiober. Auch Bdiitei» lungsblattcr daselbst. Zlugbliitiee zur Ausgabe in den Zahlabcnden recht- zeitig abholen. 39. Abi. I91i> Uhr Juristische Sprechstunde. Lindenstr. 3. Abrechnung. 41. Abt. 20 Uhr bei Lipscrt, Biariendorfer Str. 8. 42. Abt. 1914 Uhr Funktionärsitzung bei Wierdorf, Urbanstr. 9. 43. Abt.\9% Uhr bei Krepp, Planuser 73—76. 44. Abt. 19 Uhr bei Ewald, Ekalitzer Str. 126. 45. Abt. 19 Uhr bei Thielcrt, Licgnitzer Str. 10. 47. Abt. 20 Uhr bei Witwe Tauber. Mvnteusselstr. 8. 48. Abt. 20 Uhr bei Dctzlasf, Rittcrstr. 33. 58. Abt. Eharlottenburg. Pon 17 bis 19 Uhr„Unser Weg" abholen vom Lokal Würzburger Str. 17 70». Abt. LGöneberg. 20 Ubr im Lokal Engel. Roblingstr. 19. 84. Abt. Laulwitz. 20 Uhr bei Lebmann. Koiser-Wilhelm-Str. 29- 31. 85. Abt. Tempelhos. Bezirke 1 und 2. 20 Uhr Zablab-nb bei Pinger, Dorf. strasie 50. Berichs nom Bczirksparleitag, von den Dorstgndssitzungeu und der Bejirlsnerordnetenoersaminlung. 89. Abt. Mariendors. 20 Uhr bei Ma-Li, Chaussccstr. 105. Rcukiilln. 92. Abt. 2» Uhr wichtige Kunktionrirfonferenz bei Wolfs. Kaiser. ssrirdrich-Str. 173.— 94. Abt. Die Bezirkssührer werden gebeten, abends dos Materiol uoni Genossen Schröder, Etkinmetzstr. 52, abzuholen.— Ol. Abt. IS'H Ubr bei Grirgtr, Lessingstr. 9. ousierordentliche Vorstands- schling.— 98. Abt 1910 Uhr bei Zeich. Knesedtckftr.>35. 99. Abt. Britz-Buckow.'In Uhr ssortsctznng der ssunktionarversammlung bei Gunther, Chaussccstr 48, II, nicht wir verabredet bei Becker. Dienstag, 7. Oktober: 9. Abt. 19% Uhr Funkt ionärlonsercu» bei Dobrohlaw. Swinemünder Str. IL 17. Abt. 19% Uhr bei Dose, Rordhascn 9, Funktioiiärsitzmig. 21. Abt. 19% Uhr Sitzung sämtlicher Partei, und Gewerkschaftsfunktionäre sowie Abteilungsreserenten in der Geschäftsstelle. Ulrechter Str. 21. 25. Abt. Alle Volksbühnenmitglieter besuchen die Milgliederversammlunaen der Vol!sbühne. 30. Abt. 19% Uhr bei Pohst, Lychcner Str. 10g, Ecke Ctargarter Straße, Funktionärsitzung. 198. Abt. Köpenick. Die Zahlabcnde fallen ans. Dafür Mitgliedernersammlung um>9% Uhr im großen Saal des Etadtthealers, Fricdrichstr. 9. Thema: Die politifdze Lage noch den Wahlen. Referent: Max Westphäl. Mittwoch, 8. Oktober: 131. Abt. Ricberschönhanse». 20 Uhr Mitgliederversammlung im große» Saal des Lokal« Sanssouci, Nordend, Kaiser-Wilhelm-Str 94. Partrag:»Der Aussoll der Wahlen". Referent: Rudolf Wissels, M. d. R. Erscheinen oller Ritglieder ist Pflicht. Frauenveranstaliungen. Wie im Borjahre, so empfehlen wir unseren Genossinnen auch für das kommende Winterhalbjahr den Besuch der Freien Sozialistischen Hochschule. Der nächste Abend findet am Sonnabend, lt. Oktober, 19 K Uhr. im Plenarsaal des ehemaligen Herrenhauses, Berlin W., Leipziger Straße 3, statt. Prof. Dr. Heller-Berlin spricht über„Faschismus als Ratio« alsozialismu s". Karten zum Preise von ZV Pf. inklusive Garderobe sind im Frauensekretariat, Lindcnstr. 3, 2. Hos, 2 Treppen, Zimmer 4, zu haben. Das Frauensekretariat. Morgen, Montag. S. Oktober: I. Abt. 19% Uhr im Sockeschen Sof. Rosentholer Sit. 40—41.„Perfassimgs- Kogen." Rescrcntin: Nosi Groetzec. 25, Abt. 19% Uhr im Lokal Roeseler, Goldaper Sit. 9, am Arnswalder Platz. „Dolschcwismus und Faschismus." Referent: Dr. Z. Schlesinger. Dienstag. 7. Oktober: 20. Kreis Reinickendorf. 20 Uhr Im Rathaus Rcinickendorf-Ost, Hauptstraße Ecke Schillerprameiiad«. 1 Treppe, Fimmer 17, große Funktionärinnen. sitzung. 32. Abt. 20 Uhr bei Kromphardt, Poul-Singer-Str. 49.„Ernstes und Heiteres von Müttern und Kindern." Bortragende: Martha John. 137. Abt. Reiuickendors.West. 20 Uhr im Bolkshous, Scharnwederstr. 114.„Die politischen Folgen der Wahl." Referrniin: Klara. Bohn-Schuch, M. d. R. 140-, Abt. Wittenau. 20 Uhr im Lokal Schulz, am Bahnhos Wilienou-Rord- „Dir politischen Folgen der Wahl." Refcrentin: Kate Kern. Donnerskag. 9. Oktober: vst. 20 Uhr in der Lindauer S Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. 16. Abt. Dbetnickf nbflH'Osi. 30 Uhr in der Lindauer Straße, Funktionaritinen» sitzung. F3 Wir verweisen auf den Vortrag der Freirn Sozialistischen Hoch. s-I y schule am Sonnabend, dem Ii. Oktober, 19% Uhr. im Pienariaal des i�i ehemaligen Herrenhauses, Berlin. Lcipzigcr Str. 3, von Proiessor( i W Dr. Heller-Berlin über:./Faschismus als Nationalsozialismus�' Karten; i D stnd im Sekretariat der Arbcitcrwohlfahrt. Berlin, Lindenstr. 3, IL Hof,| i � 2Treppen, zumPrtife vonM�M. zu haben, Garderobe frei. 9. Krei, Krenzberg. Uinständehalber muß die Ausschußsitzung bi» auf Uächstc Woch» vertagt werden.' �---- 41- Krri» Sckiöneberg. Dienstag. 7., Oktober. 20 Uhr. im Ratfions Schöne. berg. Zimmer 144, wichtige Helsrrsitzung. L Vortrag der Gelwssin Dr. Magnus Über:„Wirtschaftskrise und Ingendwohisahet". 2. Wichtige Mitteilungen. Zungsozialisten. > I i S-4-I— i- W. Achtung, Mitglieder der Sonderahteilungc» der Volksbühne!. Ihr g seid ocrpflichtct, an der Gencralversammlung der Sonderabteilungen fss am Dienstag, dem 7. Oktober, in der Aula der Schule in der Wein- W weisterstraße teilzunehmen. Wichtig- politische Entscheidungen sind Abrechnung der Beiträge und Ausgabe der Iungsozialistischen Blätter om Dienstag, dem 7., und Mittwach, dem 8. Okiaber, von 16 bis 20 Uhr, beim Genossen Bartz. Berlin W. 13, Meinekestr. 24. Quergcb. III. Jede Griippc muß abrechnen. De- Ordnerdienst der Jungs«, ialisten nimmt geschlossen an der Per»». stnltnng in der Schnlanln, Kochstr. 13, am Donnerstag, dem 9. Oktober. 19% Uhr, teil. Genosse Eeigewasser spricht über:„Proletarische Wehrhastig. leit". Interessierte Parteigenosse» und SAI.-Mitglieder sind ringciabe». Zu- tritt nur gegen Borzciguna des Mitgliedsbuch». Gruppe Lichtenderg. Montag. 20 Uhr. Gruppenabend im Jugendheim Kunterstr. 44. Es spridst Genosse Fritz Lewu über:„Die Entwicklung des Kapitalismus". Gruppe Moabit. Morgen, Ükontag, Gruppenabend bei Bergcr, Levrtzaw- straße. Thema: Rene Koalition? Außerdem wichtige' Sruppenangclegenhcitcn. Vollzähliges Erslheiuen unbedingt nolwcndig. Werbebezirk Westen. Morgen, Montag, findet die Werbeveranstaltung der Gruppe Eharlottenburg im Jugendheim Rosinen ftr. 4. v. I, statt Genofle S. Seigewasscr spricht über:„Die Aufgaben der Zungsozialisten". Auftreten der Spicltriippe„Rote Mäuse". Musik und Rezitatianen. Zu dieser Beran. sialtung sind besonders die EAZ. und jungen Parteigenossen eingeladen. Be. ginn 191- Uhr. Die Genossrn werden auf die Deranstaltunä der aktuellen Kl-inkunNdithnr aufmerksam gemacht, die heute. Sonntag, im Rathaus Friedenau, am Lauter. platz, stattfindet. Beginn 20 Uhr. Eintritt 75 Pf. Karten an der Kasse er- hältlich. Eharlottenburg. Montag, 6. Ottober, Beebeabenb. Programm: Musik, An. spräche de» Genossen San» Seigewasscr, politische Revue:„Die Rote» Mäuse". Iuoenbheuu Rosiuenstr. 4. Beginn 19% Uhr. Junge Parteigenosse» herzlich »illkomme». Wilmersdorf. Dienstag. 7. Oktober., im Jugendheim Wilhelmsaue 124, 20 Uhr. Vortrag:„Proletarische Elemente als Grundlage der sozialistischen Bewegung". Referent: Hans Seigewasscr. Gäste willkommen. Stuhlverstopfung. Noch den an den Zksinrlen für innere Krankheiten gesammelten Erfahrungen ist das natürliche „Franz-Josef"-Bitterivofs«r ein äußerst wohltuendes Abfichrmittel. IdUiinmmkmi. LÄUFERSTOFFE Pa. Boucle- Läufer 2.45 reines_ Hoarqarn# fehlerfrei, ca. 70 cm breit... AMr. R/d\ la Boucle-Läufer neueste Jocqu.-Mu«t. reine» Haargarn, fehlerfrei, ca. TO cm breit . Mtr. RM 4.75 la Tournay- Läufer flamm*, ollorjchw. Qual., N- co.70embr.,Mtr. SM Quoll, Markonfobr., � pQ DEKOR.Stoffe 1.35 Kunstseide moderne Stoffe, schwere Qualität, es. 130 cm breit Mtr. RM Jacqu.- Kunstseide mod. 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Danziger Sir. 62, Baracke Z, michtige Zkreishelferstßung. Besprechung der Dintcrarbeit. Kür Gruppe Bis. Inr Adler und Iorl beginnt das Turnen am Mittmoch, dem 18. Oktober. 18 bis 20 Uhr. Danziger Sir. AI.— Gruppe Freiheit. Rontag. 17 Uhr, Kugendheim Eonnenburger Straße. Seiler« Rezitationen. Donnerstag, 17 Uhr. ' aUlbst Volkstanznachmittag. Kreitag. 17 bis 19 Uhr. Turnen in der Turn» bgllg Sonnenburger Str.'29. Turn» b,w. Sallenschuhe nickt vergessen. Soheuschöuhausen. Montag. 6. Oktober. 17 bis 19 Uhr. sind mir in der "tingelstedier Straße. Sing, und Gesellschaftsspiele. Dienstag, 7. Oktober, in der Roedcrnstraße Turnen von 18 bis 29 Uhr fKTGB.l. Donnerstag. 9. Ol- iaher. sind wir in der Kreiemvalder Straße. Zugendhoim, van 17 bis 19 Uhr. Gruppe Deißeusce. Am Donnerstag, dem 9. Oktober. 19 th Uhr, bei Kens«» lau. Rennbahnstr. 17», wichtige Gruppenhelfersißung. Alle Kelter und Eltern» obleut« müssen anwesend seur. Achtung. Eltern! Vir beginnen ießt mit Unseren Baftelabendcn. sorgt dafür, daß eure Sinder die Heimabende rege!» müßig besuchen, damit sie sich an der Arbeit beteiligen können und die Bastelsachen fertig werden. Wer Solz, Laubsägen, Leim. Pinsel. Nägel usw. spenden kann, tue es sofort. Jeder Segenstand wird gebraucht. Srei» Friedrichshain. Montag, 6. Oktober. Sreisturnabend siir Nesifalken in der Turnhalle Schule, Sopprnstraße.— Gruppe Landsberger Blaß. To» aungsort. 18 bis 29 Uhr im Jugendheim. Montag Basteln für Rote und Iungfallen, Diestelmeperstr. Z— 6. Dienstag Bastelarbeitsgemeinschaft. Mitt» wach Sreisspicle für olle. Donnerstaa Breitspiele für Nestfalken. Kreitag Basteln für Iungfalken. Rote Kalken Badeabend(Stadtbad Gartenstraße). Geburtslage, Jubiläen usw. ZZ. Abt. Unserem Senossen Otto Bolski, Lüderigftr. 88, die herzlichsten Glückwünsche zur Silberhochzeit. 77. Abt. Schineberg. Unserem langjährige» treue» Genossen und Schrift» i ährer Richard Lamprecht und seiner lieben Gattin zur Silberhochzeit am 6. Oktober recht herzliche Glückwünsche. 8». Abt. Lichtenrade. Unsere» langjährig»» Genossen und Kunktionoren Ott« und Anna Weber die herzlichsten Glückwünsche zu« Silberhochgeit. »7. Abt. Unserer Genossin Margaret« Denaewiß und ihrem Satte» Gr- Nossen Heidenfeld zur Vermählung die herzlichsten Glückwünsche. 118. Abt. Lichtenberg. Unserem Genossen Carl Sertiq. ZSotaustr. IZ, zum 28jöhrige» Parteijnbilänm die herzlichsten Glückwünsche. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 98. Abt. RenkSlln. 1Z8. Bezirk. Genosse Augusi Kastrow. Reukölln. Hertha» straße 1». ist am l. Oktober nach langem Siechtum im Hospital Buch ver- siorben. Ehre seinem Andenken. Einäscherung am Montag, dem 6. Oktober, 121, Uhr. im Krematorium Baumschulcnweg. Rege Beteiligung erwartet die 96. Abteilung.,. Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin «wsendonge» sllr»lese Zinbrit«nr an da» Kugendsttretanot, SttWa GW 69, flndcnffrafa s Vo rsißendenlonfcrenz morgen, pünktlich lS>4 Uhr. im Sitzungssaal des Bezirksamtes Kreuzderg, Porckstr. II. Tagesordnung: Bericht de» BD. Reichsousfchußsihung. Ver» schiedene». Ohne Ausweis und Mitgliedsbuch lein gutritt. Alle Abteilungen müssen vertreten fein. 1 M i z i> I I I üM—s I j�j-4 I I IH~+ I I i, Mitglieder der Sonderabtcilung der Lolksbühn«! Dienstag. 7. Ok. D tober, l9>.-i Uhr. Geueralpcrsammlnng der Sonderabteilungen der r- Bolksbühne in der Aula des Sovhien-Lpgeums, Wsinmcisterltr. 17 W (U-Bahnhof Veinmeistersiraßc). Wir fordern unsere Mitglieder der � Sonderabteilungen der Bolksbühne auf, unbedingt teilzunehmen. SeÄriMNMilniS lilr RÄsliMlli« MiNniMrdÄt SssS? varU» SV M, Liackcnntr. 3 VAMlsliMM der attueUM RieinHunstlifihDe durch die Kreisausschüsse; H.KreisStesUtzaadll. Kreis SdiSaeberS, Heute, Sonntag, den 5. Oktober, abends 8 Uhr, großar Bürgersaal im Rathaus Friedenau, am Lauterplatz. Eintritt 75 Pt S. Kreis. VeddtBg, Dienstag, den 7. Oktober, abends 8 Uhr, groBer Saal Hochschulbrauerei, Amruraer Ecke SeestraEe. Eintritt«) Fl, j. Kreis Friedrldizhain, Donnerstag, den 9. Oktober, abends 8 Uhr, Andreasfestsäle. Andreasstr. ZI. Eintritt 60 Pf. 14. Kreis NetdcSIIs und s. Kreis KreoaberS, Freitag, den 10. Oktober, abends 8 Uhr, Neue Welt, Hasenheide, Neuer Saal. Eintritt 60 Pf. 120, Abteilung Friedrletudelde, Sonnabend, den 18. Oktober, abends VjS Uhr, Tempels Festsäle, Prinrenallee 45. PROGRAMM Seelad BsctrT SSaaand auf T Ein Querschnitt durch unser heutiges Leben. Zeittheater-Kurrslücke. Schauspiel Tanze, Musik. „Songs"................. Texte von Erich Kästner Bergmannslied................... Friiz Droop Rekord...................... Erich Weinert Der kleine Roman, eine Gartenlaubengeschichte Des Kaisers neue Kleider(nach dem Märchen von Andersen). Barlala, eine Moritat nach dem alten Volkslied, Der zurückgekehrte Ehemann, eine exzentrische Szene. Aus Deutschlands Leierkasten. „Nie wieder Krieg".................. Tucholsky MITWIRKENDE: Die aktuelle Kleinkunstbühne(Künstlergemeinschaft Oelsenkirchen-Recklinghausen). Darsteller: Mali Blanck, Elka Haedrich, Gret Schnirer, Julius Klee, Otto Lutz. Günther Ruschin, Fritz Hagen. Regle: Otto Lutz. Tanzregie; Elka Haedrich. Bühnenbild: Julius Klee. Musikalische Begleitung: Leonhard Heiniich. Eintrittskarlen sind bei den Funktionären und an der Abendkasse zu haben. Stseichorchester Groß Berti». Dienstag(nicht Mittwoch) Pflichtprobe im Heim Danziger Str. 62. Alle Zuschriften betreffend Streichorchester sind an Ronrod Lützel. R. 113, Stalpische Str. 27, II. Hof. IV. zu richten. heute, Sonntag, 5. Oktober: Arnswalder Platz II: Heim Rastenburger Str. 16. 19 Uhr Heimabend.— Helmholtzplatz: Heimabend Danziger Str. 62, Baracke II.— Rordoste» I: Heim» abend Danziger Str. 62. Baracke 8, 18 Uhr.— Rordoste» N: Heimabend im Tagesheim Immanuelkirchstr. 23. 18 Uhr.— Steglitz: 29 Uhr Beranftaltung de, Rreisdildungsausschusses im Rathaus Kcirdenau. Lauterplatz. Eintritt 78 Pf. — Kriedrichisleld«: Heim Gunterslraße. Leseabeirt.— Tempelhof: Tresfpunkt zur Volksbühne 14 Uhr U-Bahnhof Tempelhof.— Reuköll» VI: Treffpunkt zum Spiel auf dem Sportplatz Sonnenall» S'/j Uhr Hertzbergplatz(Kiosk). Morgen. Montag, k.'Oktober. 19 K Ilhr: Moabit T: Schul« Waldensersir. 29. Mitgliederversammlung.— Besten: Heim Hauplstr. 15. Mitgliederversammlung.— Gesuudbrn»»«» II: Heim Orthstraße. Arbeiisgemeinschaft.— Kalkplntz I: Schule Sonnenburger Str. 29. „Was wollen die freien Gewerkschaften?"— Arnswalder Platz II: Heim Rastenburger Str. 16..Das Ilommunistisihr Mannest."— Hnmannplatz: Schule Scheienbergstr. 7..Di« Gewerlslhasten."— Nordoste» II: Heim Dan. ziger Str. 68, Baracke 3. JBom Hauswerk zur Kabrik."— schnnhanser Bor. stabt: Schule Sonnenburger Str. 29.»Erziehung zum Sozialismus."— An» dreasplatz: Heim Brommpstr. t. Uebungsabend.— Kriedrichohain: Heim Diestelmeperstr. 5—6. fugend und Gewerkschaft."— St ra lauer Biertel: Seim Goßlerftr. 6l. Einfilhrung in das Sd>ag«unb.cM 0.90 Damen-Unterkleider Futtertrikot, schwere Qualität mit O 1A kleinen Fehlern........... Dieselben f. Kinder oJSjjft 110 1.30 Damen-Unterkleider mit kunstscidener Decke und kleinen O QC Fehlern................ Damen-Fntterschlüpfer extra schwer, mit kleinen Fehlern Damen-Putterschlüpfer 1 qA mit kuostseidener Decke u. kl. Fehlen» A«©!! Kinder-Trikots uinge so-eo 0.75 Männer- Oberhemden 9 fin m. Kragen n. KlappmawchetUn aus gut. Flasrll ÄaOU Männer-Socken 0.30 Männer-Socken?.rEU;.�"5 0.65 Kinderstrümpfe GrölcT011.0 n jede weitere Größe tO Pf. mehr. w*«V Joppen-Anzüge 7.60 Knaben-Sportanzüge Gr.?. s mit gefütterter Hose......... 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Direktor B r o l a t gab einen ausführlichen Bericht von der Geschäftslage des Unternehmens, wobei er wiederum darauf hin- wies, daß insbesondere die riesige Arbeitslosigkeit die Derkehrsgesell- schaft in Mitleidenschaft zieht. B r o l a t erklärte, daß die Eal- lassungen nur nach den wirtschaftlichen Erfordernissen des Gesamt- Unternehmens vorgenommen wurden und daß man dabei auf die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisie eines jeden zur Entlassung Vorgeschlagenen weitgehende Rücksicht nahm. Irgendwelche pclitischen Gesichtspunkte kamen selbstverständlich für die Direktion nicht in Betracht. Darüber hinaus wurde in der Sitzung den kommunistischen und nationalsozialistischen Vertretern mit aller Deutlichkeit gesagt, daß gerade ihre Parteien es gewesen sind, die bei der Abstimmung, in der über die Frage: Streckung der Arbeit durch Herabsetzung der Arbeitszeit oder Ent- l a s s u n g e n entschieden wurde, den BiBG.-Angestelllen die Ab- lehnung der Streckung oder Stimmenthaltung empfohlen hatten. So kam damals ein« Mehrheit gegen die Herabsetzung der Arbeitszeit zustande. Jetzt hätte» die Kommunisten und die Nationalsozialisten am allerwenigsten ein Recht dazu, sich über die Ent- lassungen zu beschweren. Im übrigen sei so verfahren worden, daß in den Betriebs- abteilungen, in denen sich Mehrheiten für eine Arbertsstreckung er- geben hatten, Entlassungen vermieden wurden. Es ist also genau nach dem Abstimmungsergebnis verfahren worden. Was die Ent- lassung von zwei kommunistischen Betriebsräten betrifft, sc wurden sie deshalb aus dem Betrieb entfernt, erklärte Direktor Brolat, weil sie, pochend auf ihr Amt, ihren Dienst dauernd nachlässig und fahrlässig versahen und ihre Pflichten als Betriebsrat verletzten. Die Direktion sei auch in Zu- kunst gezwungen, die notwendige Disziplin im Betriebe ausrecht- zur chatten: sie könne nicht zugeben, daß Betriebsführung und Be- triebssicherheit gefährdet werden und daß so den Interessen der Be- völkenmg und der Stadt entgegengearbeitet wird. Die Kommunisten und die Nationalsozialisten brachten in der Sitzung Beschwerden über einzelne Fälle von Ent- lassungen vor, es ergab sich aber, daß diese Entlassungen b i s i n den Anfang des Jahres zurückliegen und deshalb der Nachprüfung durch den Ausschuß nicht unterliegen Der anwesende Betriebsratsvorsitzende konnte schließlich noch die An- griffe gegen die BVG. in den verschiedenen Zeitungen widerlegen und sie als entstellt und unwahr bezeichnen. Die Links- und Rechtsradikalen, die sich auf der Straße gegenseitig die Schädel einschlagen, waren sich in ihrem Vorgehen gegen die BVG und die Direktion in der Sitzung des Untersuchungsausschusses wieder einmal völlig einig. Der Ausschuß einigte sich schließlich dahin, daß die Namen der Beschwerdeführer dem Stadtrat Reuter übergeben werden sollen, der eine Nachprüfung vernehmen wird Jedenfalls konnten alle gestern vorgebrachten Beschwerden alsbald entkräftet werden. Di« Direktion betonte am Schluß der Berhand- lungen, daß sie auch in Zukunft bestrebt sein wird, das gute Ein- vernehmen mit allen beteiligten Gewerkschaften wie bisher aufrecht- zuerhalten. Rudolf Gtröhlinger 65 Lahre a!t. Am iZ. Oktober 1930 vollendet der Derbandsvorsitzende des Zen- tralverbandes der Hotel-, Restaurant- und Cafeangestellten Rudolf Ströhlinger sein öö. Lebensjahr. Bor AI Iahren, im Alter von 24 Jahren, trat er dem Verein Berliner Gastwirtsgehilfen bei. Im Jahre 1894 wurde er als Büroverwalter des Vereins angestellt, bei ganz geringer Entschädigung. Vom ersten Kongreß der Gastwirtsgehilfen an, 1894 in Berlin, hat Ströhlinger an allen weiteren Tagungen teilgenommen? Auf dem Gründungskongreß des Verbandes, 1897 in Berlin, wurde Ströhlinger zum Hauptkassierer des neugegründeten Verbandes gewählt. Diesen Posten hat er 23 Jahre lang bekleidet. Seit dem Tode des Vorsitzenden Robert Z eiste, 1922, steht er an der Spitze des Verbandes. Jahrelang war er Vorsitzender der Allgemeinen Ortskrankenkass« für das Gastwirtsgewerbe in Berlin. Dem Reichswirtschaftsrat gehört Ströhlinger seit dessen Schaffung an. Auch als Sekretär der Internationalen Union der Hotel-, Restaurant- und Cafeangestellten vertritt Ströhlinger die Interessen seiner Kollegen. Da, wie wir hören, der Genosse Ströhlinger die Absicht hat, nunmehr von seinem Posten zurückzutreten, freuen wir uns besonders, ihm zu seinem Geburtstage unsere besten Wünsch« für sein ferneres Wohlergehen und zur weiteren Entwicklung feines Werkes zu versichern. «MMsÄM-IMi! tNUtwoch. den S. Oktober. obd».» Ahr. in den Sophien-Sillen. Sophienslrotze 11-18 Branchen> Versammlung der Bau- und Qeidschranh- schiosser Tagesordnung: 1. Bericht über die Berbandlungen tat dem Schlichtung sauslchuß. 9. Branchcnangelegenheilen 3. Verschiedeues. Ohne Mitgliedsbuch lein Zutritt. Da« Erscheinen aller Aollegen wird be Oimmt erwartet. 5pielplsn . nnfer ee Sukturobkeilung. Sa der Woche sob& bis Ii. Oktober: L Mutter Krausen» Fahrt ins Glück. 2. Reu ehe Beriehrsregelung. X Wie na. Sa der Woche vom 13. dt« 1». Oktober: 1. Türksib. 2. Eine fein« Penstem. Z. Die Schwarzpresse. Zu der Boche oom 20. M» 18. Oktober 1. Roah— Roah(Der Schrei der Sehnsucht) 2. Der Affe ist lo». 3. Unter der Lupe. Inder Woche oom 27. Oktbr. bt» 2. Roobr.: I. Maria Stuart. Z. Der Mädchenraub. 3. Technischer Film. vte OrtererwiilhnU. Bekanntmachung. Der 31 Nachtrag zu unserer Sahung vom Si. Mai 1913/22. Oktober 1913, beschlossen in der Ausschuh-Sitzung vom l5. August 1930. ist durch das Odcrversicherungsamr Berlin am 2S. September I93V genehmigt worden und tritt rückwirkend mit dem Tage des Inira'ttretens der Verordnung des Reichsprüstdevten zur Behebung ftm>ri zieller, wirtschaftlicher und loztaier Not stünde, den 28. Juli 1930 in Rcafl. Durch diesen Nachtrag sind die Bestimm münzen der Satzung, die Versicherung« psticht, Versich erungsderechtigung und Leistungen delreffend, auf Grund der vor her bezeichneten Verordnung geändert. Ferner enthält er Aenderungen der KZ 97, 100, 112, 115 und 117. Mitglieder und Arbeitgeber, die Ver> sicherte beschästigen, erhallen diesen Nach. trag aus Verlangen im Äassenlotal au»- gehändrgt. Berlin-Zehlendorf, den 3. Ott 1330. Allgemeine Orlskrantenkafle für Zehlendorf und Umgegend Wilh.Schulz RichardEchöppe Vorsitzender. Schrsflfllhrer. OEHFEÖEÜÜ » erster Hand Cmu 0.9«, o.zz, o.oo Wette S.-,«... 3.50, 1.90 Derne» 9.—, 7.—,*•— OSariett äiSilt 12.., 9.S0, 7.50, 6.90 lissa gif.5.5 ,3.50,2.40 Oeuwo-OlKrtiett.'. ,1,0 und andere Sorten in großer Auswahl Däupfrcinijuiig für unstre Kumsu gratii SMÜSEL A SIADLEß Mhmisrnes Bemccorn-Speziai-Haos CJ3, lrnd.-.betgeri,tr.43;4i(!(ajAleurier»U ff ir«8 tn» eDtslscIa. 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VoileJIrelonnef gemusterter 1 Wollplüsch-Teppiche J&fO™ bedruM beste Quamt oewährtes Marken faDrikatf r Solidarität der Eisenbahner. Verhütete Entlassungen bei der Zieichsbahn. Die im Einheitsverband der Eisenbahner organisierten Arbeiter der Groh-Berliner Werk statten der Reichs- bahn nahmen am Donnerstag zu den Arbeitseinschränkungen Stet- lang, über die im„Vorwärts" bereits berichtet wurde. Genosse A p i t s ch vom Hauptoorstand des Einheitsverbandes schilderte aus- führlich den Verlauf der Verhandlungen mit den Vertretern der Reichsbahn, bei denen es um das Schicksal von 5000 Werkstatt- arbeiten, und 7500 Arbeitern der Bahnunterhallung ging. Die Reichsbahn hatte die Absicht, diese 12 500 Menschen auf die Straße zu setzen. Die Orgonisationsoertrcter waren bemüht, diese Arbeiter im Reichsbahnbetrieb zu halten sie vor den Folgen der Arbeitslosigkeit zu bewahren. Dieses Ziel ist erreicht worden, wobei allerdings auch den Arbeit er n große Opfer auferlegt wurden. Sie müssen sich weiter mrt einem durch Feier schichten ver- kürzten Verdienst zufrieden geben, damit ihre Arbeitskollegen nicht erwerbslos werden. Schließlich kommt in diesem Opfer aber auch die Solidarität der Arbeiter zum Ausdruck, die in jetziger Zeit mehr als je nötig ist. Die Gewerkschaftsvertreter haben die Vereinbarung über die Arbeitszeitverkürzung getroffen, weil sie glaubten, diesen Schritt vor der organisierten Arbeiterschaft ver- antworten zu können. In der Debatte fand sich niemand, der die Stellungnahme der Organisationsvertreter mißbilligte. Eindeutig wurde zum Aus- druck gebracht, daß verantwortungsbewußte Gewerkschaftsvertreter in dieser Situation nicht anders handeln konnten, als es die Ver- treter der Werkstatt- und Bahnunterhaltungsarbeiter getan haben. Den Gewerkschaftsvertretern wurde aber aufgegeben, sich mit allen Kräften dafür einzusetzen, daß der Achtstundentag auch für die übrigen Belriebsteile der Reichsbahn möglichst bald eingeführt wird, um die Arbeitslosigkeit wirksam zu bekämpfen. Zehn Lahre Lehrlingsorganisation. Aufstieg der LehrlingSabteitung des �Buchdruckerverbandes. Am 1. Oktober konnte die Lchrlingsabteilung des Verbandes der Deutschen Buchdrucker auf ein zehnjähriges Bestehen zurückblicken. Als nach der Staatsumivälzung im November 1918 die Möglichkeit zur Organisierung der Jugendlichen geschaffen war, beschlossen die Buchdrucker auf ihrem Verbandstag in Nürnberg 1919 die Gründung einer Lehrlingsabteilung. Am 1. Oktober 1920 trat die Lehrlingsabteilung ins Leben. Sie nahm«wen schnellen Aufstieg, der jedoch durch die Inflationszeit stark gehemmt wurde. Ende 1929 gehörten der Abteilung 16 5 91 L e h r l i n g e an. Im Durchschnitt sind 85 proz. aller Buchdruckerlehrlinge organisiert: in einzelnen Gauen sogar 08 Proz. Seit Ve- stehen der Lehrlingsabteilung sind etwa 30 000 ihrer Mitglieder als Gehilfen in den Buchdruckerverband übergetreten. Di« Lehrlingsabteilung«rstrebt die Förderung der wirt- fchaftlichen, beruflichen und geistigen Interessen der Lehrlinge. Durch die Einführung derLehrlingsordnung in den meisten chandwerkskainmerbezirken ist ein« bessere fachliche Fortbildungsarbeit in den einzelnen Oruckorten ermöglicht worden. Das gewerkschaftliche Organ der Lehrlingsabteilung,„D e r I u n g- buchdrucker", hat wesentlich zur Stärkung des gewerkschaftlichen Zusammengehörigkeitsgefühls unter den Lehrlingen beigetragen. Der Buchdruckerverband kann auf die Entwicklung seiner Lehr- lingsobteilmig im ersten Jahrzehnt ihres Bestehens und auf die in der Abteilung geleistete Arbeit mit Befriedigung zurückblicken. Auch in Zukunft wird das Bestreben der Lehrlingsabteilung der Schutz der Jugendlichen vor Ausbeutung und die Er- ziehung des gewerkschaftlichen Nachwuchses fein. Entlarvung einer Hetze. Gegen das Arbeitsamt Berlin-Nordost. Eine Vollversammlung der Arbeiter und Angestellten des Arbeitsamtes Verlin-Nordoft nahm am 30. September zu den neuen chetzartikeln der„W e kt a m Abend" Stellung. In der Versammlung kam die lebhafte Empörung gegen diese verleumderischen Zeitungsnotizen zum Ausdruck. Nur der Angestellte Müller, Mitglied des Gewerkschaftsbundes der Angestellten, be- hauptet«, daß dem„politischen Zuhälierwesen" im Arbeitsamt Berlin- Nordost ein Ende gemacht werden müsse. Der anwesende Organisationsvertreter dieses Gewerkschastsbundes der Angestellten unterstrich dies« Ausführungen noch. In großer Erregung wies die Versammlung diese Ausdrücke zurück und nahm gegen zwei Stimmen folgende Ent- s ch l i« ß u n g an: Die Belegschaft des Arbeitsamtes Berlin-Nordost verurteilt die in der„Welt am Abend" und ähnlichen Scnsationsblättern er- schienenen Artikel gegen das Arbeitsamt Berlin-Nordost auf das schärfste. Die Urheber dieser Artikel gehören fast ausschließlich rechts- gerichteten Parteien an. Trotzdem haben sie sich bezeichnenderweise mit ihrem Material an das linksgerichtete„Revolverblatt" gewandt. Die Belegschaft des Amtes stellt sich geschlossen vor die ange- grissenen Kollegen, die von der Kollegenschaft als Menschen und Ar- beiter geschätzt werden. Zn dem Arbeitsamt Berlin-Nordost werden nur Kräfte be- schäftigt, welche den Anforderungen des Dienstes in jeder Weise gewachsen sind. Unwahr ist, daß während des Dienstes Zechgelage oder ähnliche Dinge vorgekommen sind. Die Berleumder hofften. mit ihren unwahren Behauptungen bei übergeordneten Stellen persönliche Vorteile zu erreichen. Die Belegschaft lehnt es aus Reinlichkeitsgründen ab. sich weiterhin mit diesen verleumde- rischen Elementen auseinanderzusetzen." Lokal-Anzeiger als Aazi-Veschüher. Er revet vom»Gewaltakt im BÄG.-Betriebsrat". Wird der Einspruch eines Arbeiters gegen seine Entlassung vom Arbeiterrat gebilligt, dann wird dem Entlassenen eine Bescheinigung ausgestellt, mit der er seine Klag« beim Arbeitsgericht begründen kann. Die Klage gegen Entlassung beim Arbeitsgericht ist dagegen aussichtslos, wenn der Arbeiterrat den Einspruch des Entlassenen nicht gebilligt hat. Einem von der BVG. entlassenen Arbeiter K. wurde i r r t ü m- lich«ine Bescheinigung ausgestellt» da der Arbeiter- rat dessen Einspruch nicht unterstützt hat. K. prahlte nun mit seiner Bescheinigung bei anderen Entlassenen und„ermunterte" sie, sich ebenfalls eine Bescheinigung geben zu lassen. Der entlassene Chauffeur Hcrfurdt vom Omnibushof Spandau verlangte wiederholt eine solche Bescheinigung, wobei ihm jedesmal erklärt wurde, daß ihm eine solche nicht ausgestellt werden kann. H e r s u r d t brachte sich jedesmal eine Gruppe Nazis mit, die stundenlang im Belriebsralszlmmer herumkrakecllen. Da sich dieser Vorgang am Tag- mehrere Mal« wiederholte, �as Anstellungsoerhältnis zum 31. Oktober bzw. 31. Dezember __ �____ u S* D.... D S-."i 1 K �\ S.t... 1a i,- w. S 1 i- v? wurde schließlich angeordnet, daß zum Betriebsrat nur noch Be. dienstete mit Dien st ausweisen Zutritt haben. Sj. wurde das Betreten des Betriebsratszimmers untersagt, trotzdem kam er am 1. Oktober erneut in Gegenwart zweier Entlassenen, legte die Be- scheimgung des K. vor und oerlangte, daß auch ihm eine solche Bescheinigung ausgestellt werden soll. Do dem H. die für K. ver- sehentlich ausgestellte Bescheinigung nicht gehörte und mit derselbe» tagelang grober Unfug getrieben wurde, wurde H. die Bescheinigung abgenommen und vernichtet. Daraufhin stürzt« sich ch. auf den Arbeiterratsoorsitzenden Flieger, der ihn abwehrte und ihn aufforderte, das Zimmer zu verlassen. Diese Borgänge wurden brühwarm im„Berliner Lokal. Anzeiger" als„Gewaltakt i in BBG.-Betriebsrat" völlig entstellt wiedergegeben und dabei gedrolst»„gegen den Sozial- demokraten Flieger" werde Strafantrag gestellt und seine Amtsenthebung beantragt werden. Der„Sozialdemokrat Flieger" sieht dieser Klage gelassen entgegen. den chmipttagesordmmgspunkt zu behandeln. Zu diesem Thema sprach er aber nur genau 17 Minuten; die übrige Zeit oerwandte er aus Anrempelungen der SPD. Die treffenden Zwischenrufe aus der Versammlung zeigten ihm bald, daß man für sein Wortgeklingel nicht viel übrig hatte. Genossin Frankenthal konnte in ihrem Korreferat, das mehrmals von stürmischem Beifall unterbrochen wurde, an reich- haltigem Materiol nachweisen, daß die SPD. Arbeiterinter- essen bestimmt wirksamer vertritt als die KPD. Vor allem zeugten ihre Ausführungen im Gegensatz zu denen Salzsieders von gründ- licher Sachkenntnis Ein Protestfturm ging durch die Versammlung. als ihr mitgeteilt wurde, daß der Versammlungsleiter, der kom- muniftifche Betriebsratsvorsitzende des chofpi- tals Buch.„Ost", Damerow, einen Arbeitskollegen bei der Verwaltung denunziert hat, weil dieser angeblich wahrend der Arbeitszeit private Telephongefpräche geführt haben soll. Da m e r o w gab diese Denunziation o f f e n z u, worauf die Dersammlung stürmisch seinen Rücktritt als Betriebs- rat forderte. Trotz der Winkelzüge des Versammlungsleiters wurde eine Entschließung gegen 15 Stimmen angenommen, „Es wird f e st g e st e l l t, daß die vom Kollegen Salzfiedcr gegm die Stadtverordnete Frau Dr. Frankenthal erhobenen vorwürfe jeder Stadwerordneten Frau Dr. Frankenthal zur Kenntnis genommen. Es wird festgestellt, daß die vom Kollegen Salzfieder gegen die Skadtverordnete Frau Dr. Frankenthal erhobenen Vorwürfe jeder berechtigten Grundlage entbehren und daher auf das entschiedenste zurü ckgewiesen wenden müssen. In Anbetracht der für die Arbeiterschaft ernsten politischen und wirtschaftlichen Lage ist die Einigkeit und Geschlossenheit der Arbeiterbewegung mehr denn je das Gebot dcr Stunde. Es muß daher mit aller Deutlichkeit gesagt werden, daß die Kampfesmethoden der KPD. die wirtschastlichen und politischen Er rungenschaslen der deutschen Arbeiterschaft aus das schwcrsie geschädigt haben. Aus diesem Grunde wird der Kollege Salzfieder aus- gefordert, in der KPD. dahin zu wirken, daß diese unsauberen Kampfesmethoden eingestellt werde». Erst dann, wenn die deutsche Arbeiterschaft wieder einig und geschlossen ist, wird eine erfolgreiche Abwehr der Reaktion und ein Aufstieg der Arbeiterschaft möglich sein." Krupp eniläßi Angefietlie. In Rheinhaufen fast 30 proz. gekündigt. Die F r i e d r i ch- A l f r e d- 5) ü t t e in Rheinhausen hat am Montag einer großen Anzahl von Beamten— fast 30 Proz. in den einzelnen Büros— Kündigungsschreiben zugestellt, in denen ihnen gekündigt wird. Zur Zeit-find etwa 1150 Beamte auf dem Werk beschäftigt. In den Kündigungsschreiben wird als Grund die äugen- blicklich schlechte Wirtschaftslage und der Umstand, daß eine Besserung in absehbarer Zeit nicht zu er- warten sei, angegeben. i i-t Abrechnung in Buch. Mit den Kampfmethoden der KpV. Die„Roten" Betriebsräte in den An st altsbetrieben in Buch hatten zu Freitagabend eine Versammlung für das Kranken- pflege- und Wirtschastsperjonal einberufen, um, wie es auf den Einladungszstteln hieß, zu beweisen, welche von den beiden Frak- tionen im Stadtparlament(KPD. oder SPD.) die Interessen der im Gesundheitswesen tätigen Arbeiter und Angestellten vertritt. Als Referent war der kommunistische Stadtverordnete Salz- s i« d e r und als Korrejerentin die Genossin Dr. Kät« Franken- t h a l angekündigt. Salzfieder oersuchte in einem dreioiertelstündigen Referat Achhutg. StnoRcn bcs Vir»»wlrankenhaus««! Am Dlensta«. dem Oi oder, I« Uhr, findet im Lokal, Mhrer etr. 7, eine wichtige ssrak.: j tionsoersammlung statt. De» Araktioxsvorstaad. g HHMBHBHBRil Acktnng, Heerenkon seit ionzschneidee! Der Deutsche Pekleidungoarbeiterver. band liijlt fUe seine in der Herrenkonfektio» tieschilfttaten Mitglieder am Montag, dem e. Oktober. IVA Uhr, in de» Rcftde,iz»!sestlälen. Landodevger Straße 31, eine Mitgliederversammlung ad. mn Uber die neuen Abbau- »nträae der Arbeitgeber Bericht au erstatten. Zutritt haben nur Mtglieder, dir mit ihren Beiträgen nicht Uber 4 Wochen im Rückstände find, l�reie Gewerkschasts-Lugend Verlin Heute, IS Uhr, im Theater am Blllomplaz, Zugendvorstellung der Bolksbllhne. Zur Aufführung gelangt:»Die Weber", Schauloiel von Eerhart Hauptmann.— Achtung. Mitglieder der Eonderadleilungen 301 bis 375 der Bolksbllhne, Mitgliederversammlung am Dienstag, dem 7. Ok- tober, A) Uhr. in der Aula des Sophien-Lvaeums. Weinmeifterstr, Ui— 17, Morgen, Montag, IlHS Uhr, Wanderleitersursus im Sirwerkschastshau», Engel- ufer 24-2ß, Saal 3.— Unser nächster Zilmabend ist am Sonnabend, dem 13. Oktober, im Saalbau Reukölln, Bergstr. 147. Eintrittspreis 25 Pf. Zur Vorführung gelangt der Film:..... de» schickt er in dir mrite Wclt.�„Die Wunder der Welt."— Die Anmeldungen für den Splellelterkursus am 25. und R. Oktober in Romawes find möglichst umgehend in der Iugendaentrale ad- augeben.— Morgen, Motjtag, 20 Uhr, Sitzung der Mädchenkommission im iScwerkschaftshaus, Engclufer 24—25, Zimmer 2S. Iuaendaruvpe des?entralverbande6 def Angestellten Morgen, Montag, find folgende Veranstaltungen: Wrdding: Zugend. heim Turiner Ecke Seestrafie. Bunter Abend.— Britz! Städtische» Zugendheim lRathous). Lausbubcngeschichten.— Urba«: Jugendheim Flug- hafenstr. 33. Vortrag:„VBMI.", Deutschlands größter Scharfmacher". Aeie- rent: Karl Iokisch, Mitglied der Ortsvermaltung. niemals mferOaus betrat kann sich keine Vorstellung machen, welch unübersehbare Auswahl In unsem Riesenlägem vorhanden ist. In allen Abteilungen ist er jeder Dame möglich, sich ganz nach Geschmack, ganz nach Wuchs von Backfischgröße stärksten Fisuren modische und nur quaiitätsreiche Kleidung auszusuchen. 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Sie glaubte zunächst, nur einen Herzensfreund zu vermissen, einen Tischgenossen, einen Partner beim Kartenspiel, einen Awischenredner für das Gespräch, einen Gärtner und einen Beschließer, erst nach drei Tagen begriff sie, daß sie auch einen Verteidiger verloren hatte. C a st e l l« x ist ein großes Dorf im Südwesten Frankreichs. O, es bedarf nicht erst eines städtischen Architekten, um einen Plan davon zu machen. Die Hauptstraße läuft schnurgerade, als wäre sie ein abgeschossener Pfeil, durch den Föhrenwald. Man hat auf beiden Seiten Bäume gefällt, um Häuser zu bauen, kam ein neues dazu, schlug man ein paar Bäum« mehr: so hat Castellex nur diese ein« einzige Straße, und die ist zwei Kilometer lang. Ganz am Ende steht das Haus Castognac. Man sagt sogar: Schloß Castagnac, denn wenn man so nahe von der Gascogne ist, darf man wohl ein wenig übertreiben. Tatsächlich ist es ein viereckiges Gemäuer mi�zwei Stockwerken, aber es tritt von der Straße zurück, es hat einen Obstgarten, einen Gemüsegarten, ein Gartenhaus. Es braucht ja nicht viel mehr und mat hat ein Schloß. Nur daß es ein Schloß ist ohne große Dienerschaft: ein einzige Magd, die starke E o r a l i e, hatte immer ausgereicht; Fräulein Castagnac führte die Hauswirtschaft, ihr Bruder hatte den Garten besorgt. Und was die Obstbäume anbelangte, so rief man zweimal im Jahre Eazenave, den Schmied, der für sein Leben nichts lieber tat, als Bäume schneiden. Aber als nun ihr Bruder gestorben war, da merkte Fräulein Castagnac, daß eine einzige Magd, selbst stark wie Coralie, für ein Haus nicht ausreicht. Sie bekam es plötzlich mit der Angst. Wie mächtig ist doch das Wort„M a n nl' Es hatte genügt, um Fräulein Castagnac bisher jeden Gedanken an Furcht zu nehmen. Obwohl dieser brave Castagnac keineswegs robust war; nichts hatte gezeigt, daß er mutig war, denn er hatte niemals Gelegenheit gehabt, es zu sein. Und es ist nicht einmal sicher, ob es rn den Läufen der Flinte, die über dem Herde hing, wirklich Patronen gab. Aber ein Mann war da. Das war genug. Fräulein Castagnac entdeckte plötzlich, daß man sehr leicht über das Gittertor steigen könnte, daß das Holz der Fensterläden aus- gespielt habe, und daß ihr Haus das letzte im Dorf war. Sie, die ihr ganzes Leben lang aus ihr„Schloß" stolz gewesen war, auf dieses waldumgebene, vollkommen seitab liegend«„Schloß", sie sehnte sich nun danach, ein niedriges Haus zu bewohnen, aber eines mitten im Dorfe, an zwei andere gelehnt, und in Rufweite von der Gendarmeriel Von diesem Augenblick an hörte sie auf zu schlafen. Sie dachte nach, drehte das Problem nach allen Richtungen; es gab nur«ine Lösung: ein Mann mußte ins Haus. EiNen Wächter anstellen, einen Gärtner, einen Knecht? Das wäre leicht gewesen für Frau Barbaran, oder Frau Sarrus, oder Frau Herpelles: denn sie waren Geschäftsfrauen und verdienten Geld. Fräulein Castagnac aber ist bloß eine Rentnerin. Das war einmal viel, heute ist es wenig genug. Sie kann gerade noch Cozenaoe bezahlen, den Schmied, wenn er zweimal im Jahre kommt, um den Garten zu pslegen. Aber sie ist weit davon entfernt, sich einen Hausknecht leisten zu können. Nächte vergingen, schreckliche Nächte... Fräulein Castagnac be- pann, Coralie aufmerksam zu betrachten. Einen Monat später hatte sie Coralie verheiratet. O, dos war nicht ohne Müh« gegongen! Das Schwerste war nicht das gewesen, Coralie zu überreden. Sie war nickst mehr sehr jung und war Witwe seit einer Reihe von Jahren. Sie war zuerst überrascht gewesen: Fräulein Castagnac war ihr nie anders er- schienen als eine schamhaste alte Jungfer, die schon bei jeder An- spielung auf Dinge der Liebe zu einer Grimasse des Abscheus bereit war; Corale hätte niemals gedacht, daß diese Person eine ver- heiratete Magd dulden könnte. Als nun Fräulein Castagnac ihr rätselhafterweise immerzu im Ohr lag:„Aber warum denn nicht noch einmal heiraten, meine gute Coralie?" da wurde sie ganz ge- rührt. Wie? Das Fräulein interessiert sich für dich? Sorgte sich um die Bedürfnisse ihres Herzens? Seht, das Fräulein ist doch im Grunde ein gutes Frauenzimmer... Und so gestand sie, umgarnt und bedrängt, daß sie in Casteljaloux einen Vetter hätte, der jünger war als sie und den sie gern nehmen würde. Nun seht doch, ob das Fräulein gut war: sie erlaubte Coralie, nach Casteljaloux zu gehen, und nicht nur ein- oder zweimal, nein. so oft als sie nur wollte. Ihr sollt sehen, daß Fräulein Castagnac ihr« Güte noch viel weiter trieb: sie ging selbst nach Casteljaloux! Der Vetter ließ sich ein wen'g nötigen: sie mußte viel mit ihm reden. Und sie redete gut, so gut— so gut wie der Herr Pfarrer. Sic verstand die Kunst. Dinge zu sagen, ohne daß man bestimmt behaupten konnte, sie hätte etwas gesagst sie verstand es. zu ver- sprechen, ohne sich zu verpflichten. Der Vetter hörte heraus, daß Coralie die Erbin dieses alten Fräulein werden könnte, das ohne Verwandte sei. Und endlich heiratete er Coralie. Fräulein Castagnac konnte wieder schlafen. Sie schlief genau zweiuirdzwanzig Nächte. Als sie nach der zweiundzwonzigsten erwachte, war es eine ganz verstörte Coralie, die ihr am Morgen den Milchkafte« brachte. Was hat es gegeben, um Gottes Willen? „Es gibt das, daß er mich betrügt! Eine Woche lang, Fräulein, nur eine Woche habe ich ihn bei mir gehabst und schon hat er an« cefangen, mich schlecht zu behandeln. Und jetzt ist es aus. Er ver- bringt seine Zeit bei Regina, bei dem Weibsbild, das drei Kilo- m.eter von hier«ine Schänke für Herzsamnster hat. Seit acht Tagen übernachtet er auswärts!" Nun, Fräulein Castagnac war sicher eine gute Person: sie stieß bei dieser Neuigkeit einen Schrei furchtbarer Eistrüstung aus. O, sie nahm sich das Unglück Coralies sehr zu Herzen! Auswärt- übernachten! Also, während sie voller Vertrauen schlief, war dieser Elende gor nickst unter ihrem Dache! „Na wart«, ich werde mit ihm reden, er hat nicht das Recht, uns... dich allein zu lassen!" Sie hielt dem Treulosen eine Moralpredigt, sie drohte ihm. Der Kerl ließ den Köpf hängen, versprach, was man wollte. Am näcksttcu Morgen berichtete Coralie: �.Er ist heute nacht wieder davongegangen." „Ich weiß." erwiderte das tFräulein,„ich habe die Tür gehen gehört. Und ihre Schlaflosigkeit begann von neuem. Coralie wurde wütend:„Sie sind auch daran schuld, Fräulein! Ich hatte gor nicht mehr a» solck)« Dinge gedacht! Da« ist das Fräulein gekommen und hat nur das Heiraten i» den Kops gesetzt. Und nun muß sth so leiden." Ja. Coraii« gelangte dazu, sogar folgendes zu sagen: JSt P zu entfchuMgen. nach allem, was man jetzt erfährt! Das Fräulein hat ihn glauben lassen, daß er einmal erben wurde. Und nun hat er erfahren, daß das Fräulein Groß- neffen hat! Er fühlt sich bestohlen!" Alle Abende krachte die Stiegetür; und sie krachte erst am Morgen wieder... Zwanzig Jahre lang war Coralie auf Schloß Castagnac gewesen; sie war dort ein alles Möbel geworden; eines Tages warf das Fräulein sie hinaus, sie und ihren unbrauchbaren Gatten... Am selben Abend trat eine neu« Magd ein. „Wie, mein liebes Fräulein," sagte nach der Messe der Herr Pfarrer zu Fräulein Castagnac,„soll ich glauben, was man mir S)as>71 fchon Ist der Himmel auch nur eine Plakatwand für Haferflocken. Kaugummi und Seife, so ist Manhattan doch nicht die ganze Welt. Aber uns schließt es ein. Schienen von hoch- und Untergrundbahn: eiserne Grenzen unseres Lebens und dahinter für uns nichts mehr. Wo wohnst du, Mädchen? Die Straße hat eine Hummer, das Haus hat eine Hummer. Es ist ja egal. Zünftes Stockwerk; elf Dollar in der Woche die Pension. Und der Himmel ist manchmal blau über der Straße. Die Lichter der Hochbahn gespenstern an deinen Wänden. aber du bist es gewohnt und ihr Schatten schreckt dich nicht mehr. Das Haus hat Süchendunst und deine Träume gehen darin auf. Elf Dollar kostet die Pension. Zehn Stunden nähst du die feinen Hemden für die feinen Damen. Und mittags fütterst du die Tauben auf dem Ieusterbretl. Du gehst oft in das Kino. und weinst, wenn sie etwas Trauriges geben, und lachst, wenn Chaplin die Teller fallen läßt. Dein Geliebter sieht Roman Hovarro ähnlich, und ein wenig Harald Lloyd. Du lachst mit ihm. Und einmal wirst du weinen. Das ist schon so. Lächle mir nicht zu, Mädchen. Ich habe nur zwanzig Cent im Sack, und die Liebe ist nicht für einen Mann von solchem Vermögen. Kind, das— sagt dir doch ganz Manhattan« berichtet hat? Sie sollen die Magd Coutur« m ihre Dienste genommen haben? Hörte ich recht? Sie, die doch so vorsichtig sind. haben sich nicht vorher erkundigt? Das ist ein Mädchen ohne Sitten. Sie war in Mont de Marfan die Geliebte von mehreren Unter- offizieren nacheinander, und ich weiß, daß sie nur nach Castellex ge- kommen ist, um in der Nähe eines Liebhabers zu sein, der hier wohnt..." „Man sagt so manches, Herr Pfarrer," antwortete Fräulein Castagnac ausweichend,„man muß nicht immer das Schlimmste glauben." Und schaute, daß sie weiterkam. Nicht wahr, sie konnte ihm doch nicht gut sagen: Aber Herr Pfarrer, wenn ich dieses Mädchen nahm, so tat ich's gerade deshalb, weil sie einen Liebhaber unter den Gendarmen hat. Die Nacht kam. Fräulein Castagnac saß im Bette und wartete mit gespitzten Ohren, mit klopfendem Herzen, wie ein junges Mädchen, das seines Verführers harrt. Und es war auch so ähnlich, nur— daß es nicht zu dem Fräulein kam. Endlich hört« sie, wie die Tür ging, wie jemand flüsterte, sie hörte den Lärm— nicht von Stiefeln, denn die jetzigen Gendarmen haben freies Schuh- werk— also den Lärm von Schritten; dann einen Kuß. Nun erst streckte sie sich in ihrem Bett aus und schloß die Augen. Und Fräulein Castagnac schlief wieder beruhigt jede Nacht. Der Sonntag kam, und als sie zur Messe ging, blickte sie«in wenig zur Seite, zur Gendarmerie hinüber. Sie erkannte den „ihrigen" unter allen. Er hatte einen kleinen Schnurrbart, sein Blick war unerschrocken, ferne Schultern waren breit. Ein schöner Verteidiger, in der Tat. Sie konnte sich nicht enthalten ihm zu» zulächeln: dann senkte sie, voller Verwirrung, rasch den Blick. Eines Nachts hörte sie wieder die Türe gehen; eben schlug es zwei Uhr. Sie dachte voll Vorwurf: O, geht er schon? Warum denn? Aber die Schritte führten nicht nach unten, sie kamen herauf. Die Türe ihres Zimmers öffnete sich, ein Strahl gedämpften Laternenlichts erreichte sie. Doch hatte sie keine Angst, sie rief bloß: „Zu Hilfe, Gendarm!" Die Laterne erlosch. Von oben aber kam kein Laut. Sie schrie lauter:„Gendarm! Gendarm! Zu Hilfe?" Es rührte sich nichts. Da zündete der Dieb sein Licht wieder an und grinste:„Das verfängt nicht! Es ist ja niemand da!" Bedächtig schritt er auf sie zu und fesselte sie. Er durchwühlte das Zimmer, er durchwühlt« das ganze Stockwerk. Er genierte sich gar nicht, ging geräuschvoll auf jedes Schubfach los. Und oben rührte sich nicht das Geringste. Er schlug die Tür zu, als er ging. Es rührte sich nichts. Eine lange Zeit blieb alles still. Plötzlich hörte Fräulein Castagnac andere Schritte gehen. Diesmal kamen sie von oben her- unter. Fräulein Castagnac hörte, wie die Tür aufging und sich wieder schloß: aber diesmal ganz sacht. „Elende!" rief das Fräulein Castagnac,„warum ist der Gendarm nicht gekommen, der bei Ihnen war?" „Aber er konnte das doch nicht, Fräulein. Denken Sie doch nur nach, er hatte gar nicht das Recht, hier zu sein. Wenn er ihren Dieb arretiert hätte, so wäre doch herausgekommen, daß er hier übernachtet: man hätte ihn bestraft." Und um es noch deutlicher zu erklären, fügte sie hinzu: „Wissen Sie, man zwingt die Gendarmen, in ihren Kasernen zu übernachten, damit man sie finden kann, wenn man sie in der Nacht braucht." lUcdertragcn von R. Schanz.) g>aul Sipper: SE I Ii 1 HClßi* Zwei Chinesentinder stehen plötzlich neben mir, unhörbar sind sie gekommen, lächeln ihr rätselvolles Asiatenlächeln, und jedes hall in jeder Hand einen dünnen Bambusstab, auf dessen Spitze ein Porzellantsller tanzt.— Meister des Jonglierens und der Gleich- gewichtsbe herrschung. Nie begegne ich ihnen, ohne daß sie, liegend, sitzend oder stehend, die Teller drehen auf ihren Rohrstöcken, und nie werde ich ergründen, aus welche Art es geschieht. Das untere Ende des Bambus liegt fest in geballter Faust; trotzdem schwankt oben der Stab, jagt den Teller in horizontale Rotation. Die Chinesen probieren unermüdlich: jetzt steht der Nein« Junge mir auf einem Bein und zieht dos ander« mit der Hand von hinten her über seinen Kopf; zwischen Stall und Wohnwagen übt sein Bruder den Tanz des klirrenden Dreizacks, läßt die schwere Holz- stanze über Arm. Nacken. Schenkel und Brustkorb hüpfen in voll- cndetem Wirbel. Nichts stört feine Uebung; eben stampfen die großen Elefanten vorbei, Mahouts sitzen im Nacken der Riesen und lenken sie auf ihrem Verdouungsgang mit kurzem Fersendruck. Die Ballettmeisterin hat IS junge Damen auf dem Rafenfleck neben der Pinguinausstellung antreten lassen, auch hier wird ge- arbeitet: Purzelbäume, Handstände. Seilfpringen, Gymnastik aller Art. Vor ihren Zelten hocken die indischen Handwerker, schnitzen aus Ebenholz Elefanten und Annreifen, hämmern Ornamente in große Messingteller, klöppeln Spitzendecken aus ganz seinen: Gan:; ein wildhärtiger Zauberer bläst die Kllrbispfeife, murmelt Beschwörungen, läßt Eier verschwinden und Schlangen tanzen, lächelt, möchte Bakschisch(Trinkgeld) von den skandinavischen Bauern. Denn während in der Manege geprobt wird, strömt das Publikum durch unser« Tier- und Völkerscha». das Orchester sitzt musizierend im Hof- quadrat zwischen den Stalljung«». Heute verkaufen die Somali- kinder Postkarten, lächeln zähneblitzend und respektieren sehr genau die Grenzen ihres Bezirks, um nicht wieder mit den Indern in Streit zu geraten. Alice und ihre Freundin L i z z i e kommen mit einem Blumenstrauß:„Selbst gepflückt! Dolinda hat heut« Geburts- rag; wir werfen das Bukett in"die Manege, wenn sie gearbeitet hat." Dolinda ist eine der Jockeyreiterinnen, die ouss galoppierende Pferd springen, im Stand oben bleiben,«ine hinter der anderen. Sie setzen Abend für Abend ihr Leben ein. dies« graziösen Mädchen mit den poetischen Namen: Odette, Elfi, Dolinda, ver- bergen hinter anmutigstem Lächeln die Fährnisse ihrer Arbeit. Artistenkinder haben ein besonderes Gepräge. Der Burger denkt an Verwahrlosung und Schlamperei, an Peitschenhiebe und Unbildung. Ganz anders ist die Wirklichkeit! Nirgendwo gibt es ein gleichermaßen inniges Familienleben wie bei reifenden Artisten, und kein Vater ist zärtlicher zu seinem Kind, als der Clown, der Luftakrobat und der Sallomortalereller. Für sie bedeutet die Familie letztes Glück; in ihr ist olles beschlossen, was Heimat heißt, Hoffnung und Seligkeit. Während sie arbeiten, wissen sie: im Wohnwagen kocht die Mutter das Abendbrot, näht die Gattin neue Kostüme und pjlegl die Kmder, durch die einst des Vaters Beruf weitergeführt wird und die Tradition. Wenn ich den beiden Kindern Alice und Lizzi«- Schokolade an- biete, danken sie wohlerzogen und fragen ihre Eltern um Erlaubnis, obwohl ich beide schon seit Jahren recht gut kenn«. Während der Vorstellung sitzen die Dreizehnjährigen Hand in Hand oben auf den Artistenplätzen im Chapiteau. Kein Blick schweift ob zum Publikum, sobald eine„Nummer" läuft; auf. jeden Trick achten sie mit dem Ernst des Fachmanns, lernen aus der immer wiederHollen Bcob- achtung. Und sind kritisch bei aller Kindlichkeit, haben durchaus ein Gefühl für Qualität. Jeden Tag zur gleichen Zeit ist plötzlich die Tochter des Clowns allein auf ihrer Bant; Lizzie schlüpft an den Stalljungen vorbei zum elterlichen Wohnwagen. In der Manege wird zehn Minuten später «in großes Schleuderbrett aufgestellt, die Kapelle spielt«inen fest- lichen Marsch. Mit sechs weißgekleideten, sehnigen Männern kommt nun ein zierliches Kind in die Arena— Alicens Freundin— und sie, die vor wenigen Stunden noch am Puppenwogen tändelte, zeigt jetzt Höchstleistungen turnerischer Vollkommenheit. Ich Hab« mich im vorigen Sommer einmal nicht beherrschen können. Di« kindliche Akrsbatin kam aus der Vorstellung ge- sprungen, auf mich zu, der ich mit ihrer Freundin im Sand log und «in Bilderbuch betrachtete.„Sag mal, host du gar keine Angst, wenn du durch die Luft geschleudert, wirst?"„Angst? Wozu, das habe ich doch gelernt!"„Wie lernt man so etwas?" forsche ich. „Da müssen Sie den Dater fragen; ich kann es halt, und die anderen find ja dabei." Ganz uninteressiert lachte das Kind und tollte mit der Freundin so ausgelassen, wie es seinen Jahren zukam. :Mit Erlaubnis des Verlages Dietrich Reimer, Berlin. dem Buch..Zirkus" von Paul Eipper entnommen.) ffiädiumfchäisee in tKanada Im Wilberforc« im Staate O n t a r i o ist ein großes Lager von Radiumcrzen festgestellt worden. Die bereits vor- genommene wsssenschastliche lintersuchung von Gesteinsproben hat einen höheren Radi umgeh alt festgestellt als bei den in Belgisch- Kongo geförderten Erzen. Das Vorkcmnien findet sich in einer Ausdehnung, die— nach Mitteilung englischer Blätter— England und die Dominions in der Versorgung mit Radium völlig unabhängig machen werden. diausbau mii farbigem SEemeni Auf dem englischen Baustoffmarkt macht gegenwärttg eine groß« ZemeMsabrik Propaganda für ihre sarbigen Zemente. Sie teilt den Kunden mit, daß sie ihnen bei größeren Bestellungen auf Wunsch jede gewünschte Farbenschattierung liefern könne. Es können auch penmstcrte Zementbauten errichtet werden mit schottischen Streifen, Fischgrätenmustern usw. Die Hersteller erklären, daß nur eng- lisch« Pfund, also etwa 2 Kilogramm Farbstoff, für eine Tonn« Zement benötigt werden. Operette als SEettkrittk Am 5. Oktober 1880 ist der berühmte Operettentomponist Jacques Offenbach in Paris gestorben. Ei� war Deutscher von Geburt, Sohn eines jüdischen Kantors in Köln; aber früh wurde Paris seine zweit« Heimat und ist es bis an sein Ende geblieben, er hat sie, von einem kurzen Aufenthalt in Amerika abgesehen, kaum oerlassen. Hier erhielt er auf dem Konservatorium seine Ausbildung, begann er als Cellist der„Komischen Oper' seine Musikerlausbahn, hat er als sein eigener Theaterunternehmer, in den„Boullcs parisiens", später im Theätre de la Gaiti" gewirkt und sein lustig- freches Lebenswerk vollbracht. Mehr als hundert Bühnenstücke, darunter, kurz vor seinem Tode,«in« ernst« Oper, deren Aufführung er nicht mehr erlebt hat:„Hoffmanns Erzählungen'. Der unsterb- liche Rest ist Operette. Mit kleinen Singspielen, halb nnprovrsierten Einaktern fing er an. Mit dem Erfolg, der die Pariser Theaterwelt in Aufruhr brachte. wuchsen die Mittel, mit den Mitteln die Ansprüche der Gattung, die er geschaffen hat. Es entstanden die abendfüllenden Operetten, die den Namen Offenbachs durch die Zeitgeschichte und durch die Musik- geschichte getragen haben:„Orpheus in der Unterwelt',„Die schöne Helena", Blaubart",„Pariser Leben",„Die Großherzogin von Gerol- stein", um nur die berühmtesten zu nennen. Man kennt sie alle noch. heute nach fünfzig Jahren, und dos ist für Operettenverhältniss« ein Stück Ewigkeit. Man führt sie auf, immer wieder; unsere Musik- bühnen, die nicht wissen, was sie spielen sollen, täten gut, sich auch hi« und da an die Einakter, an die Singspiel«— wie„Fortunios Lied",„Die Berlobung bei der Laterne"— zu«rinnern, in denen sich schon ein einzigartiges Talent der impertinent hingeworfenen Gesangsmelodie, ein Genie des musikalischen Leichtsinns verblüffend offenbart. In Paris, für das Paris Napoleons des Dritten, hat Offenbach geschaffen; fem Publikum saß in allen Hauptstädten Europas. Seine Operette war Kritik an der Gesellschaft des zweiten Kaiserreiches; im treffsicheren Bloßstellen alles Lächerlichen die schonungsloseste Kritik vielleicht, doch auch die amnutig witzigste, entwaffnend-liebens- würdigste, die je ein Künstler, ein Musiker obendrein, an der zeit- genössischen Well zu üben gewagt hat. Aber die Welt hiev sich an den Musiker, an das Element frivoler Lebensfreudigkeit, die er ver- breftete, indem er chrer spottete— und es ist ja wohl immer so ge- wesen, daß eine dem Untergang geweihte Gesellschaft sozusagen mit innigem Behagen den Kakao schlürft, durch den sie gezogen wird. Offenbach war Satiriker und Parodist von Geblüt, ein künstleri- sches Genie der Verneinung. Nicht weniger als an der polftffch- gesellschaftlichen hat es sich an der musikgeschichtlichen Situation seiner Zeit entzündet. Der Musiker, der sich als seriöser Komponist auf dem Gebiet der Oper spät und zögernd hervorgewagt hat, war der unerbittlichst« Gegner und vernichtendste Kritiker der verkommen- den„Großen Oper", der Oper Meyerbeers und seiner Nachahmer. Während der theatralisch-pompöse Meyerbeer-Stil die Opernbühnen der Well beherrschte, gab ihn der Operellenmusiker Offenbach, mit den Waffen seines tödlichen Witzes gerüstet, dem Gelächter der aus- horchenden Musikwell preis. So ist er, ungewollt gewiß und nur im Verneinen, ein Kampfgenosse Richard Wagners, des Meyerbcer- Ueberwinders aus künslleri scher Mission und leidenschaftlichem Haß, geworden. Fünfzig Jahre ist Offenbach tot; für die Lebensdauer eines Srana Zrefcher: SEtrifchetl 3 II III Und ftüff Es ist Abend geworden und Nacht. Dos Filmband der gleich- gülligen Landschaft hinter dem Coupefenster:st abgerissen. Von dem Dunkel draußen erhascht der Blick im huschenden Licht des Zuges Stücke von Grasrändern, Telegraphenmasten, weiße Kilometersteine, immer nur im saufenden Lichtviereck der Waggonfenster. Millen drinnen steht der eigene Schatten. Unten murmeln die Räder eintönig Ram— tata. ram— tata... Einmal rollt es long und dumpf: Das war eine Brück«. Du fitzt mit zweien auf der Coupebauk. Dir gegenüber sind nur zwei Plätze besetzt. Dir hilft das aber gar nichts. Wenn du dich hinüber fetztest, wäret ihr wieder drei auf einer Bank. Offen gesagt, dieser leer« Sitz dir gegenüber ärgert dich. Erinnert er doch an dein Schicksal. Immer haben andere mehr Raum im Leben alz du, und haben's bequemer. Immer bist du der Dritte; du kannst es drehen, wie du willst. Es ist deine Nummer im Leben. Den Fensterplatz neben dir hat die Ehefrau deines Gegenüber. Den anderen nimmt der ältere Herr aus Linz«in. Der jetzt schläft. Wie die anderen.. Auch der Konsektionsreisende zu deiner Rechten schläft. Auch die Bauersfrau im nächsten Abteil, auch der Hochstapler in der ersten Klasse vorn Auch der Ministerialrat, der nach Kitz- bühel zu seiner Frau fährt. Auch der Staubsaugeragent, der nach Linz eingestiegen ist. Alle schlafen, schnarchen, atmen beklommen in der Atmosphäre des Zuges, träumen. Den meisten ist auch kall, denn die Nächte sind schon kühl, geheizt ward aber noch nicht. In der Frühe haben sie dann eine rote aufgedunsene und eine blau verfroren« Backe, steife Knochen, klebriges Haar, rote Augen und sehen überhaupt nicht gut aus. Da schlafen sie. Der ältere Herr aus Linz hat schon längst auf- gehört, seine vortrefflichen Witze zu erzählen, die so knüppeldick waren, daß du sie am liebsten in die Hand genommen und ihm den Schädel damit eingedroschen hättest. Da schläft er nun. Sein Atem geht schwer, sein Herz schlägt unruhig. In zwei Iahren ist er wahr- scheinlich ein toter Mann. Da schlafen und träumen sie. Im Atemdunst des Waggons scheinen die Träum« sich zu materialisieren. Es sind recht vage Träume; manchmal fließen sie auch ineinander, und dann ist nichts mehr zu unterscheiden. Zum Beispiel, was der Herr aus Linz und der Ehegatte träumen. Sicherlich was Unanständiges. Etwas, was nur«in älterer Herr, der schreckliche Witze erzählt und dazu dröhnend lacht, und was ein Ehegatte, der«in« Frau hat, die er nicht aus- stehen kann und die ihn nicht ausstehen kann und die zusammen in einem Provinznest leben, zu träumen imstande sind. Etwas recht Absurdes und unglaublich Unanständiges. Die beiden hallen sich gleich verstanden: an dem Ehemann hatte der Linzer Herr seinen aufrichtigsten Bewunderer. Was die zusammen gelacht hatten! Der Ehegalle wird später Bekannten erzählen:„Also, da haben wir im Coupe so einen aufgeräumten alten Herrn aus Linz gehabt, also, was der für Witze gewußt hat, also was wir zusammen gelacht haben..." Jetzt träumen sie zusammen. Die Frau hat ihren Mantel vors Gesicht gezogen. Sie gibt ihr Gesicht, während sie träumt, nicht preis. Sie bewegt sich oft, sie schläft nicht gut. Sie muß den Speichel hinunterschlucken. Sie träumt: ,Lch küsse ihre Hand, Madam" und so. Ehebruch hat sie noch nie begangen. Darum träumt sie davon. Sie wird ihrem Mann schon treu bleiben.„Die Kinder", sagt sie sich. Es fehll aber nur der Mut. So träumt sie denn. Der Konfektionsreisende wird da schon deutlicher.„Herr", träumt er, sagt er zu seinem Chef,„da suchen Sie sich zu' dem gefälligst wem anders aus! Und überhaupt: Viereinhalb Prozent— und das soll was sein? Herr!?"„Herrn", sagt er im Traum, wie«r s gern sagen möchte.„Herrrr!"— ohne noch was und recht scharf. In �Wirklichkeit sagt er zehnmal„Herr Chef" und.�herr Schneider". „Gewiß, Herr Schneider, gewiß, so werden wir's machen: Vier- «iichalb Prozent. Gewiß, Herr Schneider!"—„Und Sie können mir... verstehen Sie—"— aber das natürlich schon wieder der Traum. Da sitzen und liegen sie also, die Menschen: Mummern, atmen, verdauen, träumen. Die Haare aus den Köpfen wachsen oder wachsen schon wieder nicht mehr, die Fingernägel tun desgleichen, Blut ström: noch rastlos durch den Körper; bei grünen Gaslicht aber sehen die Gesichter au» wie die von Leichen, die einmal bester« Tage gesehen haben. Und da, mllten in der Nacht, auf der Bank eines Eisenbahn- cxupcs, zwischen ihnen, mit denen dich nichts verbindet, als deine zufällige Anwesenheit, faßt dich auf einmal der Wunsch, bei der nächsten Station den Zug zu oerlassen und ziellos in die Nacht hinauszuwandern. Wohin?... Es wäre gleich. Wie müßte nur der Nachtwind um dich wehen! Wie Straßen und Sterne mll dir ziehen... Vorhin hat der Schaffner den Namen der kleinen, kommenden Station ausgerufen. Du hast ihn nicht verstanden. Also! Du wirst es nicht tun. Du hast es auch nur geträumt. Vielleicht well du auf einer harten Bank sitzt, zwischen unsympathischen Menschen, und unten die Räder rollen: Ram— tata, ram— tata. „... hergau!" ruft der Schaffner. Kein« Ahnung, was „... Hergau" ist. Aber jetzt ist«z wirklich Zell, daß man«inschläft. Genies will das nicht viel sagen. Unsere renaistancefreudige Zeit wird sich den Anlaß des Jubiläums nicht entgehen losten, den Jubilar neu zu„entdecken". Mer die Zeit, aus der heraus und für die er gewirkt hat. kehrt nicht wieder. Mit seiner gesellschaftlichen wie mit seiner musikalischen Aktualität ist es vorbei, und sie wird sich nicht künstlich erneuern lassen. Heute schreibt der Opernkomponist Hindemith über zwei Worte— über die Worte„Wie peinlich"— ein ernsthaftes Opernenfenüil«, dessengleichen bei Offenbach eine grimmige Meyerbeer-Parodie gewesen wäre. Wenn unser« Gegen- wart wüßt«, was ihr gemäß— nämlich, was zeitgemäß fit, lo ließe sie sichs vergehen, sich mll Offenbach wichtig zu machen. Daß unter heutigen Künstlern keiner auffteht mit seinem Mut und Talent zu satirischer Zeftkrftik, ist noch keine Rechtfertigung für das Geschäft. das unsere Zeittheatermacher jetzt versuchen werden, aus den Operellen Offcnbachs herauszuschlagen. Klau» Pringsheirn. * Öfen i Rundöfen 20°° Rundöfen M. 31.50, 25.00, Germanen onso M. 30.50, 27.00, ZU Kachelöfen 1 nTso M. 165.00, 1U/ Heiko-Öfen 14°° Dauerbrand-Öfen schwarz M. 67.00, 56 00, Dauerbrand-Öfen emailliert... M. 99.00, O f Cade-Dfen i/ißoo M.1 80.00, 140 Quint-Öfen 0Qn M. 10 75, 9.90, O Petroleum-Öfen| ß50 " 46°° M. 18.50 Kohlenkästen sdrw. lack. M. 4.10, 3 60, Kohlenschütter schw. lack. 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