Morgeuausgave Tit. 469«, A 236 ��-�brgang WSchenÄch 45 � mon�Mch S,60 3R, Im voraus zahlbar. Postbezug iJ32 VL einschließlich 60 Pfg.Postzeitungs» und 72 Pfg. Postbestellgebühren. ZluslandH» aboanement 6.— M. pro Monat. * Set„vorwärts* erscheint«ocheutäg» sich zweunol, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Serlin und im Handel mit dem Titel.Der Llbend". Illustrierte Beilagen.Lolt und Zeit- und.Klnderfreund". Ferner „Frauenstimme- Technik-.Blick in die Bücherwelt-..Äugend-Bonvärt»� und»Stadtbeilage- P> Blerttner VoUsbla« Dienstag ?. Oktober 1930 Groß-Äerlin Ii) k>s. Auswärts tS Pf. Die einspaltige Nonparetllezelle 80 Pfennig. Reklame'�eile S.— Reichs- mark,„ftlewe Anzeigen� das'ettge. druckte Wort 25 Pfennig lzuläfsig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Zeile 60 Pfennig. Familienanzeigen Zeile 40 Pfennig. 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Nüchtern und klar wurden die Fragen und Antworten erörtert und aus allen Worten sprach die Sicherheit und die Kraft der Labour Party. Trotz aller Verleumdungen konnte sie ihre Mit- gliederzahl auf ZlüllOOg Männer und Frauen erhöhen. Es ist kaum ein Gebiet im sozialen und politischen Leben, das nicht von dem Bericht des Borstandes berührt wird. Die Kritik und die Antröge der Delegierten der unabhängigen Arbeiterpartei finden sehr schwachen Widerhall, Gutgeheißen wird u. a, der Be- schluß der Erekutive, der alle sogenannten über parteilichen� in Wirklichkeit aber kommunistischen Vereine und Bünde von der Lobour Party fernhält. Dazu gehören u, o. die Liga gegen den Imperialismus, die englische IAH,, der Bund der Freunde Rußlands und alle ähnlichen auch in Deutschland bekannten kommunistischen Organisationen, Bei dem Kapitel n t« r n a t i v n a l c' richtet die Abgeord- nete Ellen W i l k i n s om die Auimersamkeit des Kongresses auf die große saschistisch« Gefahr in Oesterreich. Buxton, Cramp und andere Delegierte schloffen sich an und verwiesen auf die faschistische Gefahr auch in Deutschland und ganz Mitteleuropa. Einstimmig nimmt der Kongreß eine Entschließung an. die die Labour.Rcgierung aussorder«. wachsam die Vorgänge in Miklel. europa zu verfolgen und gegebenenfalls dori zu tun, was für die bedrohte Demokralie getan werden kann. linker tiefer Stille des Saales verlangt dann Bevin van-der Labour-Regierung die Aufhebung des von der Regierung�- Laldwin erlassenen Antigcwcrkschastsgesetzes und die Wiederherstellung der gewerkschaftlichen Rechte Einstimmig nimmt der Parteitag dixse Forderung aus und Henderfon erklärt anschließend zur großen Genugtuung der Delegierten, berests die nächste Thronrede werde dem verlangen der Gewerkschaften nachkommen. Die Regierung werde dem Unterhaus ein entsprechendes Gesetz zu» gehen lassen, dessen zweite Lesung noch vor Weihnachten beendet sein soll. Dos war ein guter Ausklang für den ersten Tag des Kongresses. Wien protestiert. Eine Entschließung des Landtags fordert Gefeßlichkeit. wieu, 6. Februar.(Eigenbericht.) Die fast tägliche Beschlagnahme verfassungstreuer Zeitungen war Gegenstand einer Anfrage der Sozialdemokraten im Wiener Landtag. Landeshauptmann S e i tz beantwortete die Anfrage dahin, daß er diese Vergewaltigungen der Pressefreiheit nicht genug brandmarken könne. Der Sozialdemokrat Danneberg verwies darauf, daß ein Mann, der stets zu Mord und Totschlag ousgefordert hat. von Bau- goin und Seipel zum Innenministerium würdig befunden worden ist. Wolle der Bundeskanzler für Ruhe und Ordnung sorgen, dann müsse er zunächst seinen Innenminister einsperren. Danne- berg schloß:„Wir haben aus sicherer Quelle vernommen, daß man in der Regierung erwägt, Abgeordnete verhaften zu lassen und die Pressefreiheit noch mehr einzuschränken als bisher. Der Landtag nahm unter Protestlärm- der Christlichsozialen eine Entschließung an, die die Regierung ermahnt, die öffentliche Meinung durch Verletzungen der Pressefreiheit, Versasiungswidrigkeilen oder Drohreden der Minister nicht zu b e- unruhigen. Der Landtag erhebt feierlich Protest gegen sin Regime, das aus Vergewaltigung des Volkswillens und auf die Ver- »ichtung der Freiheitsrechte ausgeht. Er fordert den Landeshaupt- mann auf, alles, was in seiner Macht steht, zu wn, um die ver- fassungsmäßige Ordnung zu schützen. pujfchpabst fehlt noch. Wie die Blätter melden, ist die nächst« Folgerung der Einstellung des Strafverfahrens gegen P a b st, daß dieser voraussichtlich Mitte der Woche wieder in Wien eintreffen wird. Brüning geht zu Hindenburg. Jtechtsvorstoß gegen Wirth und Curtius. Der Reichskanzler hat seine Besprechungen mit den Parteiführern fortgesetzt. Er wird im Anschluß daran am kommenden Mittwoch dem Reichspräsidenten Vortrag halten. Die Totsache, daß der Reichskanzler auch Herrn Hitler empfangen hat, hat zu verschiedenen Ausdeutungen geführt. Die„Kreuz-Zeitung" berichtet: „Wenngleich über den Verlaus dieser Besprechung von allen Seiten strenges Stillschweigen beobachtet wird, glauben wir doch nach zuverlässigen Informationen zu der Annohme bereckNigt zu sein, daß der Parteiführer Hitler de» Kanzler nicht im Zweifel darüber gelassen hat, daß das vorgeschlagene Sonic- rungsprogramm der Reichsregierung nicht die Billigung der NSDAP, finden könne, die demgemäß in ihrer nationalen Opposition verharren werde. Es ist also an-unchmen, daß von dieser Seit« bei Zusammentritt des Reichstages«in Mißtrauens- votum eingebracht wird." c Die„Deutsche Allgemeine Zeitung" glaubt, daß die Situation reif zu einer Aenderung in der Zusammensetzung des Kabinetts Brüning sei: „Vielleicht wäre es bei dieser vorläufigen Sachlage angezeigt. in der personellen Z u i a m m e n j e tz u n g des Kabinetts mit Beschleunigung die ein« oder ander« längst wünschens- wert« Verbesserung eintreten zu lassen und dadurch ein doch kaum zu vermeidendes Ergebnis späterer Entwicklung resolut vorweg zu nehmen." Die eine oder andere Verbesserung: das heißt die Minister Curtius und Wirth sollen durch Rechtspolitiker ersetzt werden._ Blutiger Tag in Spanien. Zusammenstöße be.m Generalstreik. Madrid, v. Oktober. nachdem schon der Sonntag in Bübao sehr unruhig verlausen war. kam e» auch am Montag zu schweren Zusammenstößen zwischen Kommunisten und der Polizei, die von der Schußwaffe Gebrauch machten. Zwei Tote und zehn Schwerverwundete, darunter zwei Polizisten, sind die Opser des Tages. Arbeitswillige wurden von den Syndilalisieu mit Gewali gehindert. Der Generalstreik dauert au. Der gestürzte Retter. Irigoyens Glück und Ende. h. G. Buenos Aires, 12. Sepiember. In Südamerika sind wieder Revolutionen an der Tages- ordnung. Wenn es doch auch richtige Revolutionen wären, die mit der Korruptionswirtschaft oligarchischer und diktato- rischer Regierungen ausräumten, um die ausgeplünderten Staaten auf demokratischer Grundlage zu reorganisieren! Dann würden sie sich von den bisher gebräuchlichen„Revo- lutionen" m a ch t l ü ste r n e r Militärs, herrschsüchtiger O l i g a r ch c n, beutegieriger Politiker und„revolutionärer" Gesellschaften mit beschränkter Haftung wesantlich unterscheiden. Derartige Gesellschaften waren die der Generale Siles und Kundt in Bolivien, Leguia und Co. in Peru und des früheren Nationalheiligen Jrigoyen m Ar- gentinien. Sie wurden im Verlaufe weniger Wochen unter dem Jubel des Volkes mit Hilfe der Heere davongejagt. In Chile herrscht aber noch das Diktaturunternehmen Oberst Jbauez und Co. und in Venezuela das des Generals Gomez. Allein die neuen revolutionären Regierungen haben noch keinen bündigen Beweis erbracht, daß sie nicht ebenfalls die Geschäftsführer derartiger Gesellschaften sind. Ihre Präsi- denten, General Golindez in Bolivien, Oberstleutnant Sanchez Cerro in Peru und Generalleutnant Uriburu in Argentinien sind über Proklamationen mft allen nur möglichen sozialen und politischen Versprechungen an das Volk nicht hin- ausgekommen. In Bolivien und Peru wurden wohl die von den Vorgängern«ingekerkerten Anhänger des neuen Regimes in Freiheft gesetzt. Die gestürzten Größen wurden an ihrer Stelle ins Gefängnis geworfen, wenn es nicht die neuen Re- gterungen wie in Bolivien vorzogen, sie über die Grenze zu schaffen. Aber die versprochene Sanierung? Weil die Ar- beiter in Bolivien und in Peru auf Erfüllung der Versprechun- gen dringen, wird in La Paz das S t a n d r e ch t eingeführt und die revolutionäre Regierung Perus stellt den nordameri- tonischen Minengesellschaften das Militär zur Niedcrringunz der streikenden Arbeiter zur Verfügung! Die werktätige Be- völkerung kann dieser Entwicklung' der Dinge großes Vertrauen nicht entgegenbringen. Daß die argentinische Revolution eine gleiche Rich- tung einschlagen könnte, kann nicht gesagt werden. Vor allem ist ihre Macht noch nicht so gefestigt wie in Bolivien und Peru. Auch ist sie nicht ausschließlich das Werk einiger Militärs, sondern des ganzen Volkes. Die Entscheidung hat wohl das Heer herbeigeführt, aber nicht auf Befehl einiger Generale, sondern mit Unterstützung der zukn Sturze der irigoyenistischen Günstlingswirtschaft verbündeten Parteien von den Konser- vativen bis zu den unabhängigen Sozialisten. Das hat der Revolution eine solidere Grundlage gegeben als in den Nachbarrepubliken. Damit muß die rein konservative provi- svrijche Regierung rechnen, wenn sie nicht das Land in un- übersehbare Wirren stürzen soll. Der Sturz des irigoyenisti- schen Systems war deshalb nicht so leicht möglich, weil das Land dem Druck einer gewöhnlichen Wirtschafts- und Valutakrise zu Pfterliegen drohte, sondern weil die Herr- schende Partei die Grundsätze der Verfassung: Demokratie, Parlamentarismus, Religionsfreiheit zertrümmert hatte. Das ist der Sinn dieser Revolution. Bei der allgemeinen Wahl vor zwei Jahren hatten sich zwei Drittel der Wählerschaft(800 000 von 1 200 000) für Jrigoyen gegen die anderen Parteien erklärt. Unerhörter Erfolg eines Mannes, der weder als Redner noch als Schrift- steller jemals hervorgetreten war und sich nur äußerst selten für kurze Augenblicke in der Gesellschaft und bei patriotischen Veranstallungen sehen lieh. Das hotte ihn beim Volke be- liebt gemacht und sein Haupt mit dem Glorienschein eines Nationalheiligen umgeben. Der Name Jrigoyen elektrisierte die Massen, machte ein politisches und soziales Programm überflüssig. Die wenigen Worte, die Jrigoyen öffentlich sprach, wurden als lauterste Wahrheit im ganzen Lande verbreitet. Ein großer Teil des Proletariats und fast alle Kolonisten gingen für ihn durchs Feuer. Viel Vertrauen in der Arbeiterschaft hatte er sich während seiner ersten Präsidentschaft erworben, als er einen Streik der Hafen- arbiter in der Bundeshauptstadt dadurch kurzer Hand z u- gunsten der Streiter entschied, daß er den Hafen militärisch besetzen ließ und die Unternehmer zwang, die For- derungen der Arbeiter ganz zu bewilligen, besonders aber die Organisationspflicht und das Recht der G e- w e r k s ch a f t, über Entlassung und Aufnahme von Ar- beftern zu entscheiden, bedingungslos anzuerkennen. Strenges Vorgehen gegen die Ausplünderung der Kolonisten durch wucherische Pachtverträge und verklausulierte Besitz- titel der großen Landpächter und.Kolonisatoren", und gegen das nqch ärgere Kreditsystem der Geschäftsleute in den Kolo- nien und Städten, scharte die Massen der Landsklaven um die Fahne des„Irigoyemsmus". Trotzdem wurde das räuberische Kolonisationssystem nicht geändert, die intensive Kleinwirt- schaft zugunsten der wenig bemittelten Ackerbauern und der nationalen Volkswirtschaft nicht gefördert, der Landbesitz und die Zukunft der Kolonisten nicht gesichert. Gegen den Latifundienbesitz waren nur papierne Maßnahmen ergriffen morden und die schönsten Besiedlungsgesetze blieben uner- ledigt. Dagegen hatte die Verschleuderung der Staatsländereien und die Verwüstung der staatlichen Nutzholzwaldungen durch einzelne Irigoyenisten und große Gesellschaften gewaltige Formen angenommen. Dank der vielen politischen und verwaltungstechnischen Fehler und Ungeschicklichkeiten der nach Jrigoyen unter der Präsidentschaft Dr. Aloears(1922 bis 1928) wieder zur Macht gelangten Radikalen Partei erreichte Irigoyens Popularität einen solchen Grad, daß die personalistische oder irigoyenistische Richtung bei der Präsidentenwahl 1928 den beispiellosen Sieg erringen konnte. Das Volk, des wüsten Interessenstreites der radikalen Parteiführer überdrüssig, erwartete von Jrigoyen eine dauernde Besserung der wieder recht kritisch gewordenen allgemeinen Verhältnisse, vor allem aber eine demokratische und korruptionsfreie Verwaltung. Aber gerade da hat In- goyen furchtbar enttäuscht. In völliger Verkennung des Volks- willens und durch seine zweite Wahl zum Präsidenten der Republik, die er ein„Pebliszit des Volkes" nannte, vom Cäsarenwahn befallen, wollte er aus der Republik das machen, was er aus seiner Radikalen Partei gemacht hatte: Eine träge, stupide Masse, die nur seinem Willengehorchen sollte, und durch die sein« Minister für sich, die personalistischen Deputierten, Senatoren und po- litischen Macher in den Provinzen und Territorien ungeheure Vermögen ergattern konnten. Er verhöhnte die Demokratie, spottete der Verfassung und den Gesetzen, demütigte die Opposition im Kongreß und erkannte die ihm ungünstige Zusammensetzung des Senats nicht an. Durch die Dekretierung der unerhörtesten Ungerechtigkeiten, die Billigung krassester Ver- fassungsbrüche vieler Prooinzgouverneure, wie die Einführung des katholischen Religionsunterrichtes in den Schulen von Cordoba u. a. m. korrumpierte er das Gewissen und den Charakter der leitenden Persönlichkeiten. Um für die Günstlinge seiner Partei gut bezahlte Stellen zu schaffen, ver- fügte er massenhafte Entlassungen der befähigtesten und erprob- testen Staatsbeamten. Andererseits übersah er völlig, daß als staatliche Angestellte tausende Personen mit 159 bis 1999 Pesos monatlich bezahlt wurden, die nur an den Zahllagen im Büro erschienen, um zwei Drittel oder auch nur die Hälfte des Ge- Haltes zu empfangen, während den Rest ihre Protektoren er- hielten. Die gleiche Korruption herrschte in der Provinzver- waltung und bei den Konsulaten im Auslande. Die Mimfter behandelte Jrigoyen wie untergeordnete Beamte, brüskrerte sie öffentlich und nahm ihnen jede Autorität. Die ihm zur Unterschrift vorgelegten Dokumente wurden nicht nach ihrer Dringlichkeit erledigt, sondern in der Reihenfolge wie sie ihm vorgelegt waren, und dann ejrst, nachdem er sie ein paarmal durchgelesen hatte. Am Tage seines Sturzes wurden in seinem Büro an die zweitausend unerledigter Akten vorgefunden. Darunter waren viele, die ihm schon achtzehn Monate vor- gelegen halten. Zahlungsaufträge für große Lieferungen an den Staat, für im Ausland gebaute Kriegsschiffe, in Frank- reich und Italien gekaufte Flugzeuge, Waffen und sonstiges Kriegsmaterial. Das hat Kredit und Ansehen des Landes um so mehr geschädigt, als Jrigoyen auch die Konversions- kasse schloß, die meisten Gesandten zur Disposition stellte und nicht durch andere ersetzte. Am Ende seiner Herrschaft war Argentinien auf dem amerikanischen Kontinent durch keinen Botschafter oder Gesandten mehr, sondern nur noch durch zwei oder drei Konsuln vertreten! Mit den großen Problemen des Landes, wie Arbeitslosigkeit, Kolonistenelend, Valutaentwertung. Lendwirtschaftekrise, kommerzielle und in- dustrielle Depression, Derkehrsbauten usw. beschäftigte er sich nicht, und die Lösung der Konflikte zwischen Kapital und Arbeit hatte er der Polizei übertragen. Als die Führer der Opposition das Volk in den Provinzen über diese unerhörte Mißwirtschaft aufklärten, wurden einig« bei Demonstrationen „zufällig" aus dem Hinterhalt erschossen, andere wurden eingekerkert oder ihre Mandate annulliert. Das argentinische Volk verabscheut jede Art Diktatur. Schon in der Schule bringt die Geschichtsstunde den Kindern diesen Abscheu bei, wenn ihnen die Tyrannei des Dik- tators Rozas geschildert wird. An der demokratischen und republikanischen Staatsform chält das Volk, das unter allen südamerikanischen Völkern die beste politische Schulung hat, mit äußerster Entschlossenheit fest. Untaugliche Präsidenten konnten sich wohl einige Zeit behaupten, aber Diktatoren hat es seit Rozas nicht mehr gegeben. Auch die gegenwärtige provisorische Regierung wird keinen Versuch machen können, eine Diktatur zu errichten. Das Volk ist mißtrauisch. Die Mit- glieder der Regierung tragen die Namen von Politikern, die bei der letzten Revolution 1899 unter der Präsidcnffchaft von Iuarez Celman die gleiche Rolle spielten, wie die jetzt ver- jagten Nutznießer des Irigoyenismus. N-ur der Umstand flößt dem Volk einiges Vertrauen ein, daß die konservative Regie- i ung mit Zustimmung aller Parteien, selbst der Unabhängigen Sozialistischen Partei, ohne Militärs gebildet wurde, ausgenommen Präsident, Kriegs- und Marineminister, und sofort mit den Vorarbeiten begonnen hat, Präsident, Kongreß, Senat und Provinzparlamente in unbeeinflußten Wahlen wählen zu lassen. Und die Bedeutung der Revolution für die argentinische Arbeiterbewegung? Die Industrie des Landes hat sich seit 1929 gewaltig entwickelt. Die Monopolstellung des Auslandes bei Belieferung des Landes mit Sackleinwand, Bindegarne, Segeltuche und so weiter, von denen ungeheure Mengen ver- braucht werden, ist in den letzten Jahren schwer erschüttert worden. Diese industrielle Entwicklung der Nachkriegszeit hat die Arbeiterbewegung mächtig gefördert und sie vor neue Ausgaben gestellt. Die gesetzliche Festlegung der Sechsstunden- ichicht für Nachtarbeiter und der achtstündigen in den Tag- betrieben sowie andere sozialpolitische Verbesserungen sind er- reicht worden. Obgleich die gewerkschaftliche Bewegung de- zentralisiert und die politische seit«in paar Jahren gespalten ist, vermag sie doch bei entscheidenden Fragen ihr Gewicht -n die Waagschale zu werfen. Im aufgelösten Kongreß hatten die Arbeiter vierzehn Deputierte und im Senat zwei Mandate. An dem Erfolg der Revolution hatte die Arbeiterschaft insofern«inen bedeutenden Anteil, als sie die revolutionäre Koalition der unabhängigen sozialistischen Deputierten mit den antiirigoyenistischen Parteien billigte und auch e n t- schlössen war, im Straßenkampf ihren Mann zu st e l l e n. Das war glücklicherweise nicht nötig, denn der ganze Umsturz war das Werk einer halben Stunde. General II r i b u r u und die mit ihm verbündeten Offiziere hatten die Truppen vor das Regierungsgebäude geführt, Kanonen und Maschinengewehre ausgestellt und die Regierung durch eine Offizersdelegation zum sofortigen Rücktritt auffordern lassen. � Nicht einmal die vom Vizepräsidenten'der Republik(Jrigoyen! hatte ihm am Tage vorher die Präsidentschaft übergeben) ge-! Militärkerker Brest-Litowsk. OieSchandtaten des pilsudfti-Kurses. Aus Polen erfahren wir: Der Prozeß gegen die oerhafteten Opflositionsführer wird sicher erst nach dem Wahltag des 16. November gefuhck werden, denn der Hauptzweck der ganzen Aktion ist ja, die Opposition cm Wahlkampf ihrer Führer zu berauben. Um nun Beweismateriol für die Behauptung aufzubringen, daß die Ber- hosteten einen bewaffneten Aufftand oostbereitet hatten, nimmt die Polizei in ganz Polen unzählige Haussuchungen, vorzüglich bei Sozialisten,.vor, ohne schriftliche gerichtliche Ermächtigung, aber auch ohne Ergebnis. Die Regierungspresse behauptet, bei den Brüdern Filipczak, die Sozialisten sein sollen, hätte man Masten und sogar Granaten beschlagnahmt. Der Sozialistischen Partei sind diese Namen volltoimncn unbekannt, und als die sozicllistische Presse von einer polizeilichen Provokation sprach, redet« man sich aus, es wären kommunistisch gesinnte staatliche Munitionsarbeiter! Allen Sozialisten, auch solchen, deren Beschäftigung die Be- wasfming zum Selbstschutz begründet, werden mit den Waffen auch die Waffenschein« entzogen. Die faschistischen Mordbuben aber bedrohen ungehindert mit ihren Brownings die Bevölkerung. Der Staatsanwatt M i ch a l o w s k i. SpezialonNäger der Ge- fangenen in Brest-Litowst, erklärt öffentlich, die Gefangenen blieben bi» aus weiteres von der Außenwell isolierk und ihren Verwandten und der Verteidigung wird jeder Zutritt untersagt. Jetzt beginnt man wenigstens den Verhafteten die Erteilung von Vollmachten an Rechtsanwälte und die Abgabe der vorgeschriebenen Erklärung zu gestatten, daß sie ein Mandat annehmen. Es erwies sich als gerichtliche Notwendigkeit, dem m Brest- Litowst eingekerkert gewesenen Abgeordneten Sawizti in einem gegen ihn geführten politischen Prozeß zu vernehmen. Dem betrauten Untersuchungsrichter wurde aber der Einlaß in di« Festung oerweigert, er mußte die Akten dem requirierendem Gericht zurücksenden. Neue Verhaftungen? Die Verhailungen im Zusammenhang mit der Wahlbewegung mehren sich in erschreckender Weis«. So wurden die gewesenen Abgg. U r b a n s k i(Christl. Dem.), M a ch n i e j(Radikal« Bauern- partei), Powidzki. Lewandowski(Rat. Arbp.) und Wjerczak(Rat. Dem.) wegen Ka nd i d a t e n r c de n verhaftet. pilsudskt Kandidaten. Warschauer Regierungsblätter melden, daß der Name des Marschalls Pilsudski als erster auf der Kandidatenliste des Re- gierungsblocks für die Sejmwahl steht. Bei der vorigen Wahl enthielt die Kandidatenliste der Pilsudski- Partei außer den lleberläufern aus anderen Parteien, ein« Menge neue„Freiwillige", d. h. Leute, � die sich unter Gehorsamspflicht erboten, ein Mandat anzunehmen. Selbstverständlich wurden fette Sinekuren dafür zugesagt, doch waren die Gewählten unzu- frieden. Diesem Ucßelstande soll jetzt abgeholfen werden. Co wurden drei Generalssrauen und drei Oberst ensrouen zur Kandidatur kommandiert. Diese Frauen haben bisher keinen oder keinen nennenswerten Anteil am öffentlichen Leben genommen, um so größere Gehorsams- garantie bieten sie. Der Krakauer„Raprzod"(„Dorwärts") macht darauf aufmerksam, daß die Kandidaturen der Offiziersfrauen auch einen wirtschaftlichen Zweck verfolgen. Würden die Generäle und Obersten selbst kandidieren, müßten sie als Abgeordnet« auf ihre Gefüllter verzichten, so beziehen sie die Gehälter weiter und die Frauen die Abgeordnetcndiäten. Die Pilsudski-Partei liefert durch sich selbst den Beweis für die Behauptung Pilsudjkis:„Die Abgeordneten wollen nur Geld, Geid, Geld!" Raub der Semeindeselbstverwaltung. Der Gemeinderat der Bergwerksstadt S o s n o w i c e wurde aufgelöst und ein Staatskommissar eingesetzt: dasselbe wird in den Industriezentren Lodz, Radom, Wloclawek geschehen, die sozialistisch« Gemeinderaisniehrheiten Izabrn. Schon 44 Abgeordnete verhaftet. Warschau, 6. Oktober 1939. Heut« wurde auf Anordnung des Staatsanwalts de« sozialdemokratische Abg. Kotarski und der radikale Bauernabgeordnete Wrona verhastet. Damit erhöht sich die Zahl der verhafteten Parlamentarier aus 44. Ein Zehntel des früheren Sejm sitzt hinter Schloß und Riegel. Gtahlhelmer Friedrich Wilhelm. Oer Exkronprinz zieht die Geldte-Llniform an. Der Exkronprinz. der sich vor seiner Ruckkehr aus Holland gegenüber der Reichsregierung schriftlich verpflichtet hat, sich jeder politischen Betätigung zu enihatten. ist dem Stahlhelm bei- getreten und wicrdc dort als Ehrenmitglied aufgenommen. Am Sonntag betätigte er sich bereits in Koblenz anläßlich eines sogenannten„Reichssrontsoldatentages" als Stahlhetmmann in Uniform. An der Veranstaltung nahm u. a. auch der votts- parteiliche Reichstagsabgeordnete, frühere Generaloberst von Seeckt teil. Hitler hat seinen A u w i, der Stahlhelm seinen F r i tz w i. Die Herren vom Hause Hohenzollern suchen Rückversicherung bei allen, von denen sie einen Vorstoß gegen die Republik erwarten. Da sie«ine zahlreiche Familie sind, können sie überall Hohen- zollernzellen bilden. Sie wiitern Morgenluft! Italienische Faschisten in Koblenz. An dem Stahlhelmtag in Koblenz hat nicht nur der Ex- Kronprinz teilgenommen, der einst bei seiner Rückkehr aus Holland gelobt hatte, sich nicht politisch zu betätigen und der damit nur aufs neu« bewiesen Hot, ivas hohenzollernsche Versprechungen wert sind: nicht nur der General von Seeckt, der nach dem Tode Stresemanns die Hauptattraktionsnunimer der Deutschen Volkspartei geworden ist und dem Stahlhelm mit seinem Erscheinen gezeigt hat, daß ihn die maßlosen Beschimpfungen Stresemanns durch den Stahl- Helm nicht sonderlich berühren: es war auch, noch einem Bericht der „Dossischen Zeitung", eine offizielle Abordnung der faschistischen Partei Italiens anwesend, die besonders begrüßt wurde. Und da? ist ein starkes Stück. Denn die faschistsscb« Partei Italiens nimmt in ihrem Lande eine Stellung ein, die nicht anders als o m t l i ch bezeichnet werden kann. Ja, sie b c a n s p r u 6? t diese Stellung ganz ungeniert und die neue Verfassung, das neue„Paria. ment", überhaupt all« übrigen staatspolitischen Schöpfungen Mussolinis haben den offiziellen Charakter der faschistischen Partei weithin sichtbar sanktioniert. Immer wieder wird im saschistischen Italien betont: Staat und Partei sind identisch! Sachlich liegen die Dinge in Sowjetrußland ziemlich gleich, nur, mit�dein Unterschied, daß die Sowjctumon mit Rücksicht aus dia Drine Internationale nach außen hin immer wieder beteuert, daß Sowjetstaat und boljchewistiichc Partei nicht identisch seien. Jetzt möchten offenbar die italienischen Faschisten ebenfalls Internationale spielen. Nicht nur/ daß sie unter der Hand aus. ländliche Faschistenparteien finanziell unterstützen, sie entsenden jetzt sogar Delegationen zu Kundgebungen Gleichgesinnter im Auslande, z. B. zum Stahlhelmtog in Koblenz. Und dort wird unter dem Beifall der Abgesandten Mussolinis die Zerschlagung der Regierung Otto Braun gefordert. Das kann sich'weder das Reich noch Preußen gefallen lassen. Wäre die faschistische Partei Italiens«ine Partei wie jede andere, so wäre gegen ihre Anwesenheit auf Stahlhelm- und Hakenkreuz- kundgebunge» kaum etwas einzuwenden. Aber eben weil di« ita- lienrschen Faschisten sich als einzige zugelassen« Partei etabli«rt haben und selbst verkünden:„Der Staat sind wir", muß man ihnen gegen. über die Konsequenzen ziehen und sich jede Einmischung einer offiziellen ausländischen Kärperschait in unsere innerpalitischcn Ange. legenheiten entschieden verbitten. Keine Landtagsauflösung. Nie Antwort Otto Vraons. Auf ein« im Preußischen Landtag eingebrachte national- sozialistische Anfrage hat der preußisch« Ministerpräsident Brau» folgende Antwort erteilt: „Der Ausfall der Reichstagswadl gibt dem Staatsminstterium keinen Anlaß, eine Auflösung des Landtags her« beizu führen. Die Wähler in Preußen, die am 14. September dieses Jahres für die Nationalsozialistische Arbeiterpartei gestimmt haben, können bei der nach Ablauf der in der Verfassung vor- gesehenen vierjährigen Legislaturperiode des Landtags stattsindenden Neuivahl ihr verfassungsmäßiges Mit- bestinnnungsrccht ausüben. Dies entspricht mich den Gesetzen der Demokrattc." Di«„Germania" verzeichnet diese Erklärung des preußischen Ministerpräsidenten unter dem Titel„Die richtig« Antwort". Offizier darf keine Jüdin lieben. Ivelmar, 6. Oktober.(Eigenbericht.) Di« Borfübrung des' zur Zeit im Leipziger Theater laufenden Emelka-Films.Zwei Welten", die demnächst auch in Weimar beabsichtigt war, ist von Frick verboten worden. Für die Zuwiderhandlung wird eine Geldstrafe von 1999 Mark angedroht. Nötigenfalls(oll di« Vorführung durch Zwang verhindert werden. Der Film zeigt die Liebesgefchicht« eines österreichischen Offiziers und einer Jüdin. forderte Frist von fünf Minuten ist bewilligt worden. Ein heimtückischer Feuerüberfall irigoyenistischer Faschisten, Klan.Ridical genannt, auf die einmarsckzierenden«otdaten bei dem Kongrcßgebäude war schnell zurückgeschlagen und .hatte Uriburu veranlaßt, ohne jeden Zettoerlust zu handeln. Die schon begonnenen Wahlvorbereitungen für den neuen Kongreß lassen vermuten, daß«s eine reine Parteiregierung kaum mehr geben wird. Es find Bestrebungen im Gange, die auf ein Dreiparteiensystem hinweisen. Die im Per- fanalisten und Antipersonalisten gespoitenen Radikalen ver- handeln über ihre Wiedervereinigung auf der Grundlage ihres ursprünglichen Programms. Bei den anderen bllrger- iichen Parteien ist eine starke Vereinigungsströmung vor- Händen. Die dritte Partei würde dann die'sozialistisch? sein, ob als unabhängige, alte oder Vereinigte Sozialistisch« Partei, steht dahin. Jedenfalls wird eine wie immer geartete ver- fassungsmäßige Regierung nicht mehr gegen die Arbeiter re- gieren können. Für den Fortschritt des Landes wäre es zu wünschen, wenn die Arbeiter zur Mitarbeit an der Regierung herangezogen würden. Verfassungsö' Gerung, Erweiterung des Wahlrechtes auf die Frauen, Schul- und Ehereform, Sied- lungsgesetz, Agrarreform sind Probleme, die nur durch die Mitarbeit des ganzen Volkes zufriedenstellend gelöst wer- den können. Eine derartige Erweiterung der argentmischen Demokratie würde die Republik auch politisch an die Spitze aller südamerikanischen Staaten stellen. Die Zeit der Oligarchenwirtschaft ist vorbei, es muß die Herrschaft des Volkes errichtet werden! MdR. Heines, Fememörder schon mal was geleistet, Herr Leutnant?" ,3u Befehl, Herr Hitler, ich habe mit 3 Mann einen völlig wehrlosen Menschen mit Erfolg gemeuchelt?" -.Ganz schön. Llnd was machen Sie jetzt, Herr Leutnant? ,3» Befehl, Herr Hitler, ich studiere Iura!" -.Das wäre doch der gegebene Zustizminister für uns. Nicht wahr, mein lieber Goebbels?" Kinnland fordert Kreiheit. Wahlsieg der Opposition. Die KPO. für Massenelend. Ihr Programm zur Verschärfung der Arbeitslosigkeit. Die gewerbsmäßigen Parolenschufter sind bei Teddy Thälmonn In Ungnade gefallen. Die von ihnen massenhaft sobrizierten Progranun« haben die deutsch« Arbeiterschaft noch immer nicht davon überzeugen rönnen, daß die Kommunistische Partei irgendeinen gangbaren Weg zur Uebermindung der Arbeitslosigkeit und Wirt« schastskris« zeigen kann.. Als letzten Ausweg sind die kommunistischen Propagondachefs auf den Gedanken gekommen, eingroßesSchülerpreisous« schreiben zur Erlangung eines zugkräftigen Wirtschafts, und Finonzprogramms zu veranstalten. Aus diesem Preisausschreiben ist der kleine Moritz mit dem unten abgedruckten Dorschlog ckls erster Sieger hervorgegangen. Der kleine Moritz hat sich bei seiner Lösung streng an die Richtlinien der kommunistischen Preis» richter gehalten, daß es bei dem Programm nicht aufdie Durch« führbarkeit der Forderungen, die Richtigkeit der angegebenen Zahlen und ähnliche Lappalien an. kommt, sondern einzig und allein auf die agitatorische Wirkung. Das Programm des kleinen Moritz, dos inzwischen mit allen Rechten, auch dem der Verfilmung und Vertonung, in den Besitz der Kommu- nistischen Partei übergegangen ist, geben wir nachfolgend wieder. Wir erlauben uns zugleich die richtigen Zahlen hinzuzufügen, was uns der kleine Moritz nicht verübeln möge. Zahlen her Nichtig. Kommunisten Zahlen Mill. Mill. Sofortige Einstellung der Zahlungen des Ncmng- Planes............... 2000 1710 Streichung der Ausgaben für di« Reichswehr.. 7S0 750 Streichung d. Bürgerkrieg sausaa den f. d. Polizei 000 600 Sonderstcuer auf Millionär«(20 Proz.).... 1800 1200 Besteuerung der Dividenden(20 Proz.)..... 320 200 Sondersteuer auf Auffichtsratstantiemen(20 Proz.)� 200 30 Sonde rtteuer auf die großen Einkommen über _ 50 000 Mark(20 Proz.)......... 380 250 Streichung aller Subventimlen........ 500 300 Einziehung aller hohen Gehälter der Beamte», An- gestellten in öffentlichen Stellen(über 8000 Mark) und der Rielenpenfionen(über 6000 Mark).. 200 100 Streichung der Ausgaben für die Kirche, Zensur, Teno, Schlichtungswesen......... 300 170 Insgesamt: 7150 5310 Man steht: die Kommunisten haben wieder einmal etwas ge. mogelt und 1?* Milliarden mehr in ihr Programm eingestellt, als sich bei richtiger Rechnung tatsächlich ergibt. Aber das ist im Grund« gleichgültig, denn das ganze Programm Ist eine einzige große Lüge. Di« Kommunisten glauben selbst nicht, daß stch die Reparationsgläubiger die Einstellung der Noungzahlungen einfach gefallen lassen werden. Sic wissen ganz genau, daß sie im Reichstag für ihre Forderungen keine Mehrheit hoben. R i ch t« i n. mal di« Nazis werden dafür stimmen, weil sie nicht die Henne abschlachten dürfen, di« ihnen die goldenen Ei« legt. Und was soll olle« Schönes mit den 7 Milliarden gemacht werden! Einführung des Siebenstundentages bei vollem Lohnausgleich, Ausbau der Arbeitslosenunterstützung. Erhöhung der Leistungen der Wohlfahrtspflege, Erweiterung und Derbesierun� der Kriegsopferversorgung. Senkung der Mieten und Steigerung de« Wohnungsbau«». eine vmfasiende Hilfsaktion für den Mittelstand, Hilf« und Unterstützung für di« Weinbauern und für die Klein- gewerbetreibenden. Freigebig werden Geschenke nach ollen Seiten ausgeteilt. Dieses Programm tostet nicht 7 Milliarden, es kostet 15 Milliarden, wenn seine Forderungen nicht nur leere Phrasen sein sollen. Aber di« Kommunisten haben selbst nur ihr Programm auf 5 Milliarden berechnet. Di« fehlenden 10 Mit- liarden nehmen sie aus der Luft. a* Das„Programm für die Armen und Hungernden' ist eine ichamlose Irreführung der breiten Masten und ein« blutige Per- höhnung des arbeitenden Volkes. DI« Kommunisten speisen die Arbeitslosen mit salschen Zahlen ab. Sie überwinden die Wirtschaftskrise mit plumpen Fälschungen und leeren Versprechungen. Und warum? Sie wollen die Arbeits- lofigkeit überhaupt nicht bekämpfen, sie wollen die Wirtichaftskrif« nicht überwinden, sie wollen Vermehrung der Arbeits- lofigkeit und Verschärfung der Wirtschaftskrise. Deshalb sirid die wahren Ziele ihres Programms: Einstellung der Voung-Zahlungen. damit ein neuer Ruhrkrieg, eine neue Inflation, eine neue gewaltige Steige- rung der Massenarbeitslosigkeit heraufbeschworen wird. StreichungderAusgabenfürHeerundPolizei. damit die Republik wehrlos den Diktaturgelüstcn Hitlers und Hugen- bergs ausgeliefert wird, damit Soldaten und Polizeibeamte auf die Straße fliegen, und damit sich Kommunsiien und Nazis ungehindert di« Schädel«inschlagen können. Streichung aller Subventionen, damit die Arbeiter von Mansseld. die von den Schichauwerken. van den Deutschen Werken und viele andere brotlos werden. Streichung der Ausgaben für das Schlichtung s> wesen. damit überhaupt keine Schranke für Lohnabbau und Lohn- druck besteht. Stegerwalo hat Wiffell als Berliner Schlichter im ' Metolllonflikt ausgeschaltet, weil er ihm unbequem ist. Di« Kam- munistcn wollen olle Schlichter beseitigen So sieht dos kommunistische„Programm für Brot und Freiheit' in W�kiichkeit au». E, ist ein Programm für die D e r- elend un g" der Massen, für gewaltige Verschärfung der A r h e i t s l os i g k e it. für Verewigung der Wirt» schaftskrise und für den Bürgerkrieg. Die Kam- munisten wollen Burgerkrieg und Massenelend, weil sie nur so ihr Ziel erreichen können. Auf den Trümmern der deutschen ?lrbsit«rbew«gunz und der deutschen Wirtschaft soll das kommunistische dritte Reich, soll sich Sowjetdeutschland erheben. Helsingfor»,«. Oktober.(Vigeobericht.) Am Mittwoch und Tonnerstag wurde der neue lfteichötag gewählt, aber auch jetzt liegen erst Teilergeb- niste vor; sie zeigen, daß die Sozialdemokratische Partei mit einem Zuwachs von IV bis 12 Mandate» rechnen kann. Fast zwei Drittel der früher kommunistischen Stimme« sind der Sozialdemokratie zugefalle». In Helstngfors ist di« Stimmenzahl der Sozialdemokratie von 12 SSI auf 29 317 Stimmen gestiegen. Gowjetrußland und die hohen Gehalier Si««reiben sie nach oben. Die„Rote Fahne' leistet sich das Dergnügen, das Einkommen sozialdemokratischer Abgeordneter und da» Einkommen erwerbsloser Arbeiter gegenüberzustellen. Man könnte ebensogut das Einkommen kommunistischer Abge- ordncter mit dem eines Erwerbslosen kontrastieren. Män könnte Herrn Münzenberg zum Bergleich heranziehen, oder bekannte Salonkonmmnisten. Ebensogut aber köünte man Erwerbslose gegen in Arbelt stehende Metallarbeiter aufhetzen ober ungelernte Arbeiter gegen qualifizierte Arbeiter. Die Methode ist die gleiche. Wenn jedoch feie„R o t e Fahne' gegen übermäßig hohe Gehälter ankämpft, so sagen wir ihr: Wohltun beginnt zu Haus«! Di« Sowjetregicrung hat den Frankfurter Stodtbaurat May nach Rußland berufen. Herr May bezieht dort 150 000 Mark Iahrcsgehalt, davon 100 000 Mark in Mark in Deutschland zahlbor. Herr May hat in Frankfurt noch nicht den vierten Teil dieser Bezüge gehabt, sein« Stell« ist inzwischen zu bedeutend niedrigeren Bezügen ausgeschrieben worden. Di« Sowjetregierung oerhandelt ferner mit anderen Spezialiste:' in Deutschland. Sie bietet Gehälter, die in Deutschland nicht gezahlt werben und nicht gezahlt werden können. Wir erwarten, daß nun feie„Rote Fahne" stch über die Höh« der Spezialistenbezüg« in Sowjetrußland erregen wird. Selbstvtr- ständlich wirkt di« russisch« Methode einer Herabsetzung überhöhter Spitzengehälter in Deutschland entgegen. Das Gelärm der„Roten Fahne' und die Praxis ihrer russischen Freund« stehen wieder ein- mal in schreiendem Gegensatz. Statt Partei Arbeitsgemeinfchafi. Gang- und llangloser Abbau der Gtaaispartei. Der Aktionsausschuß der Staotspartei wird sich am Dien»tag mit der K r i s« i m e i g e n« n L o g« r befassen. In unterrichteten Kreisen glaubt man nicht, daß di« Staatspartei in der anfänglich beabsichtigten Form zuftanfeekommen wird. Man rechnet vielmehr damit, daß die Demotraten ebenso ihr« o r g a- nisatorische Selbständigkeit behalten werden, wie et die„Bolksnatwnole Bereinigung' für sich in Anspruch nimmt, und daß die künftige Zusammenarbeit zunächst auf der Basis einer Arbeit sgemcinschoft vor. sich gehen wufe. Das endgültige Ergebnis ist erst Ansang nächster Woche zu erwarten. Kopenhagen, V. Oktober. sEigenbericht.) „Socioldemokraten" erhält aus Helft»gforS feie Meldung, daß im neuen Reichstag Sozialdemokraten und Schwedenpartei stark in der Mehrheit sind, fei« reaktio» näre Versastungsänderung somit parlamentarisch nicht durchgesetzt werden kann. Bon dem parteimäßigen Gebilde, wie es von allem Anfang an als S t a a t s p a r t« i in Aussicht genommen war, zur Arbeits- gemeinschaft. Dos ist natürlich der Anfang vom Ende! Güdbrafllien im Aufstand. Die Aufstandsführer mobilisieren. Rio de Janeiro, b. Oktober.(Eigenbericht.) Die brasilianische Regierung boi den Aufständischen lm Süden des Landes Frledcnsvcrhondlnngen an. Die Ausstaudsftihrer lehnten jedoch einstimmig ab und ordneten gleichzeitig die Rlobillsle- rung aller Männer zwischen 21 und 35 Jahren zum Marsche gegen die Regierungstreuen in Sao Paulo an. Der Bundeskongreß vor- hangle inzwischen dos kriegsrecht über die Hauptstadt und de- willigle einen Sonderkrcdit von 100 Millionen Milreis zur Bekämpfung des Ausstände». Die Lage wird im allgemeinen als pessimistisch betrachtet, zumal die llmsturzbewegung durch feie Regierungen zweifelhoftcr Bundesstaaten offen gefördert wird. Rumänische Vauernregierung erledigt. Maniu zurückgetreten. Bukarest, 6. Oktober. Minsiterpräjiden« Maniu überreichte in Sinaja dem König an« angeblichen Gesundhcitsrücksichien sein Rücktriltsgesuch. Der König hat die Demission angenommen, seinen Donk für feie geleistete Arbeit aurgesprochcn und da» Kabinett Maniu ersucht, feie Regierung». yeschäste weiterzuführen. Der König erklärte, er werfee in kürzester Zeit die Beratungen m>« den Parteiführern ausnehmen.. * Maniu hat als seinen Nachfolger den bisherigen Ackerbau« minister Michalache vorgeschlagen.� Michalache hat vor Jahren die Nationalsozialistische Partei geführt und war neben Maniu di« markanteste Persönlichkeit des Kabinetts. Aller Voraussicht nach wird der König dem Vorschlag Manius entsprechen und nicht den Erwartungen der faschistischen Gruppen auf Bildung einer Diktatyr- oder Konzentrationsregieruny. Offensichtlich ist König Eorol bestecht. eine Auflösung des Parlaments solange als möglich zu v« r- meiden. Dr. Goebbels hat jetzt seine Mandate als Stgdiverordneter und Bezirksverordneter in Eharlottenburg niedergelegt, und zwar wird dies mit Arbeitsüberlastung infolge seiner Aemtcr als Reichstsgs- abgeordneter, Rcichspropogandaleiier der Partei und Zeitunqsher- ousgeber begründet. Führer der NSDZlP.-Froklion im Stadtparla- ment ist jetzt' Dr. L i p p e r I. Katholische Kirche gegen Hakenkreuz. Der Bischof von Mainz Kot an die Geistlichen seiner Diözese folgend« Anweisungen erlassen: 1� Jedem Katholiken ist es verboten, e-ngeichriebenes Mitglied der Hitler- Partei z» fein; 2." Mitgliedern der Hitler-Partei ist es nickt gestattet, korporativ an kotholiichen Beerdigungen oder sonstigen kirchlichen Beranslaltunaen leilzu- nehmen: 3. Solange ein Katholik eingeschriebenes Mitglied der Hitler-Paitei ist, kann er nicht zu den Sakramenten zugelassen werden. {feden(Otenstag hill Jßehensmittei Fische, Obst u. Gemüse werden nicht zugesandt Meute t frisch, fleisch Schweinerücken Slg. 0.94 Liesen 0.80 Gulasch 1.00 RQdcenfett bratf«flg,p. v. an 0.48 leb. Aale an 0-98 JCaffee XßA 1.90 Mose«I.&eit Harzerkäse-'«50.52 Limburger 0.48 � 0.90 Tilsiter vollfett, Pfd. von an 0.80 Margarine Pfund 0.48 0.58 Tafelbutter"und 1.40 1.56 Dän. Butter... Pfund 1.74 WERTHEIM I Theater, (\ Lichtspiele usw. Alex. E-t 8066-68 Tüsl. r>, S-'. Sonnt., 2, 5, 8" Tlfll. 5 o. 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Donnerstag zum ersten Male Ein Sommernacfal« träum! Rqi«: Mn Reiohaift. Kaminerspiele 8 Uhr Rnti ititn enteo Ulli; Elga nn Ctrbgrl Hauptmann. Regit; Güstau Bartueg. Bühnenbilder: Ernst Schütte Die Komödie 8ha Uhr Der Schwierige TOT 8iqi TM nifeiJDS'Ml Rtgiu; Mn RiiubanlL Barnowskj-BOliGEn Theater Ii der StmenumDSlr. I äglich Vit Uhr MMili: 3 Inhliil ni SdniiNrt Komddienhaus 8'< Täglich 8'', Konto X «tu Barasuer und Oastarre Itter Komische opar r/j Uhr Das Mädel am Steuer Operette T. Gilbert fiBOtUSCBADSPIELBADSS Nur noch 3 Woc.ten! Lustige Witwe Biesterbergr. Hansen, Arno. Seh oll wer, Janhuhn, Sclineflers, Winkel stern, DesuL REGIE:€HA REL.1» vit uhr CASINfl-THEATEH Lothringer Strohe 37. Für unsere Leser: Gutschein 1— I Personen. Fauteuil 1,25 M, Sessel 1,75 M. Parkett 0,75 M Rang 0,50 M Nor vom 1. bis 31. Oktober 1030 Der Schlager alisrPossen! Hurrah, ein Junge iiiiiiiaiiiiiiaimiUiuiiiiiiifiiiiiiiiiiUtiiuiiimiiaiiiuiiuiittiiii und ein erstkl. buntes Programm. 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Oktober-1930 Oer Untergang des Lustriesen R-101 Die Bestürzung über dos entsetzfich« Unglück und seine ge- waltigen Ausmaße ist nicht nur in England, sondern in der ganzen Welt allgemein, und die Erschütterung über den jähen Tod so vieler hervorragender Männer des britischen Luftöer- kehrswesens kommt in der Fülle der Beileidskundgebungen und in der Wärm« ihres Tons deutlich zum Ausdruck. Ueber die Ursache der Katastrophe kann man zunächst nur Vermutungen anstellen. Auch die mit dem Leben davongekommenen Personen sind offenbar von dem Borgang so überrascht worden und verdanken ihr Leben so merkwürdigen Zufällen, daß sie kaum den Zusammenhang werden rekonstruieren können. Wenn bei dieser furchtbaren Katastrophe ein Umstand tröstlich wirkt, so ist es der Beweis allgemeiner internationaler Solidariät der am Luftverkehr und an seinen technischen Fortschritten interessierten Völker und ihrer poli- tischen und sachlichen Führer. Besonders zwischen Deutschland und England hat auf diesem Gebiete seit geraumer Zeit eine enge Zusammenarbeit bestanden. Pioniertätigkeit erfordert Opfer. Es ist nicht die erste Kata- strophe dieser Art, wenn auch in ihren Ausmaßen eine der größten, die die Eroberung der Luft für den menschlichen Verkehr bisher gefordert hat. Deutschland beklagt heute, nur einen Tag nach diesen tragischen Verlusten Englands, seinerseits die Opfer einer schweren Flugzeugkatastrophe, die im regulären Ver- kehr ums Leben gekommen sind. Aber die allgemeine Ueberzeugung von der Notwendigkeit und Nützlichkeit dieses Verkehrs und aller Erfahrungen, die mit dem Emsatz werwoller Menschenleben ge- sammelt werden müssen, wird dadurch nicht beeinträchtigt. Und so schmerzlich die Verluste für die unmittelbar Betroffenen, für ein ganzes Volk, für die Menschheit sein mögen, liegt doch in dem Be- wußtsein ein Trost, daß in dem Streben nach friedlichen, völkerverbindenden Zielen, nicht in einem destruktiven Wettbewerb zum Nachteil anderer dies« Opfer gefallen sind und daß die Anteilnahme der ganzen Menschheit ihnen ein hohes und ehren- volles Gedenken sichert. Die Untersuchung ist im Gange. Varls, K. Oktober. Der Takler R a d cli ff, einer der acht Ueberlebenden der Luft. fchiffkalastrophe ist am Monkag morgen im Krankenhaus Beauvais gestorben. Der Zustand der sieben übrigen Verletzten ist mit Aus- nähme der Ingenieure S a v o r y und Cook, die sehr schwere Brandwunden erlitten haben, zufrieden st ellend. Aus Beauvais wird weiter bestätigt, daß es auch bis zur Stunde noch nicht gelungen ist. die aufgebahrte« Leichen zu ideuti- f i z i e r e n. Auch die drei unter den Trümmern noch vermißten Leichen sind trotz eifrigen Suchens nicht mehr aufgefunden worden. und man nimmt an, daß sie völlig zu Asche verbrannt find. Der Direktor der Technischen Abteilung für die Lustschlssentwickluug im englischen Lustfahrtminifterium. Kapitän Holt, soll die amt- lichcn Angaben des euglischen Luslfahrlministeriums über die An- zahl der Toten angezweifelt haben. Demgegenüber hält das tuftfahrtministerium daran fest, daß die von ihm herausgegebene Personenlisle zutreffe, wonach sich insgesamt 54 Personen aus dem Luftschiff befunden hätten, von denen 47 umgekommen seien. Daß sich blinde pafiagiere eingeschlichen haben sollen, wird als ausgeschlossen bezeichnet. Am Montag vormittag traf eine Sachverständigenkommission. die aus dem Lustwege aus England gekommen war. an der Unglücks- Unbcricht. Nachdruck verboten. Gustav Niepeuhauer Verlag A.-ffi., Brrtrieboab!. Werla also atmete süßen Staub, überwachte den Motor einer der Mischmaschinen und hatte zugleich darauf zu achten, daß von drei Seiten immer eine gleichmäßige Menge Tabak ungehindert hinunterlief in den Wirbel der Körnchen und Fäden. Viel reden konnte er bei dieser Arbeit nicht, und der Vorarbeiter, der ihm gegenüberstand und in gewissen Zeit- räumen Proben aus dem gleitenden Tabak abzunehmen hatte, war auch nicht mit einem fleißigen Mund begabt. Die sechs anderen Kollegen standen in drei und vier Metern Abstand — Werla brauchte also nicht zu reden.« Bis zur Mittagspause. Sie stapften in unregelmäßiger Kolonne über den aufgeweichten Hof zum Tor, wo sie lieber saßen als in der dunstigen Kantine. Frische Luft war die beste Medizin gegen den zum Erbrechen reizenden Tabakdunst, und außerdem konnte man die Landstraße bis nahe zum nächsten Vorort und bis zu den ersten Häufern der Stadt überblicken. Sie bildeten Gruppen, hockten sich auf den vor- springenden Rand der Mauer, kauten Brot und ruhten aus. Eine Flasche Bier oder«inen Schluck Kaffee nahm man zwischendurch, biß bedächtig in das Brot und sprach ein paar langsame Worte. Berthold Werla setzte sich sehr weit ab von den meisten. Ihm war heute besonders übel— aber bestimmt nicht von der Atmosphäre. Er hatte eine heimliche und tolle Wut jjur Arbeit geschleppt, einen Zorn gegen sich selbst, der keine Grenzen kannte, und er spürte dennoch seine Machtlosigkeit, aus diesem selbstgeschaffenen Kreis des Geschehens zu ent- rinnen. Seine Hand öffnete selbständig die Bierflasche, er nahm einen Schluck— das Bier rann sauer durch seine Kehle. Sofort spie er aus, betrachtete die Hand erstaunt, bekam einen roten Kopf und warf die Bierflasche in weitem Bogen OD die Mauer. Das Bier und das Glas spritzte umher. stätle von Beauvais ein. Die Vorgänge unmilielbar vor dem Unglück sind trotz der Aussagen der Ueberlebenden noch nicht ge- klärt. Sicher ist, daß das Luftschiff in stockdunkler Bacht bei außer- ordentlich schlechtem Wetter mit geringer Geschwindigkeit sehr niedrig flog. In der Bähe der Unfallstelle ist ein Fund gemacht worden, der eine andere Erklärung der Katastrophe zulaßt. Etwa zwei S i l o m e t e r von den Trümmern des Luslschiffes entfernt, entdeckte man Aluminiumteile, die zweifellos vom Gerippe des Luftschiffs herrühren. Man vermutet, daß es Teile des Höhen steuere find und daß eine Beschädigung des Höhensteuers den Absturz herbeigeführt hat. Andererseits nimmt man auch an. daß diese Metall- teile durch die Wucht der Explosion fortgeschleudert worden sind. Kapitän Holt glaubt, daß das Unglück durch einen Bruchdes Gerippes und nicht durch ein v er sagen der Motoren erfolgte. „Halloh" schrien einige,„Kollege, das ist aber nicht nettl Du willst wohl mal einen Kinnhaken von Paule ausprobieren, wie? Eine besondere Marke, sehr zu empfehlen.. Werla antwortete mit keiner Silbe. Er hatte die Hände in den kalten Stein gelegt, fühlte die üble Feuchtigkeit des Gemäuers und sein Rücken zuckte. Köhn, einer der Arbeiter aus dem Mischsaal, war als erster bei Werla, drei andere hielten sich etwas zurück und schwiegen, auch der drakonische Sprecher von vorhin. Die Gruppe am Tor fuhr unbeirrt in der Debatte fort, ein Liefer- auto schoß mit Hupengeheul heran. Der ziemlich alte Köhn, ein Mann mit einem seitlichen Höcker und sehr sonderbar in allem Tun, still und nie zu Kameradschaften geneigt, legte seinen Arm auf Werlas Schulter, klopfte leise mit der Hand auf den Rücken des Ge- beugten und sagte nichts als:„Na, na..." Diese Nähe eines Menschen, der einen Augenblick nichts als gut sein wollte, schien dem Erregten ungemein tröstlich. Nein, e

angestellt hat: Erst fliegen, dann reden. Er hat seinen Flug mit großer Heimlichkeit vorbereitet und er betont ausdrücklich, daß es ihm gar nicht darauf ankam, eine Sensaticnsleiftung zu vollbringen. Er wollte beweisen, daß man auch bei ungünstigem Wetter«inen Flug icher den Ozean wagen kann. Die Maschine, die er benutzte, batte schon einmal Amundsen fast zum Nordpol geführt und bereits bei zwei O.zeanüberquerungen Verwendung gefunden. Der Dortrag gewann dadurch, daß Gronau über die fliegerische Leistung hinaus auch von den Ländern und Völkern, die er auf seinein Flug« besucht hatte, gutgesehene Stimmungsbilder geben konnte. Allgemeine Wetterlage. In ganz Deutschland herrschte am Montag unbeständiges Wetter mit verbreiteten Reqenfällcn. An der Küste und aus den Bergen war es zeitweise recht stürmisch. Das umfangreiche, den größten Teil Europas bedeckende Tiefdruckgebiet verflacht sich jetzt langsam. ledoch dürfte der an seiner Südseite nach Mitteleuropa flieheiche leuchte ozeanische Luftstrom auch in den nächsten beiden Togen uns.-r Wetter bestimmen. * Wetteraussichten für Berlin: Unbeständig und im ganzen etwas kühler, einzelne jchaucrartiqe Regenfälle, mäßine bis irische westlich« Winde.— Für Deutschland: Uebxrall unbeständiges und etwas t>i h leres Wetter mit einzelnen Regenschauern. W Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Serliu «Bfeneumoi f«T Mtft nn<■ M 3a<»Bil)Wrefcwi« Bnlta 03BM. tinboiilMfc> Shiglirtct der T»»der»»t«il»»a»er voll» buh»'! fcfut» Di«n»tag. W B3 19H Uhr.(Sencrolscrfommiunfl det Sonlftabteilunfl dtt Volksbübne in ffj sä der Aula de» Lnzeum» Weinmeisterstr. l7(U.BHf. Weinmeikterstr-tici. t; B Wir fordern unsere Mitglieder der Sonderabtcilnng der Vottsbilhne ans, ff 1 imbedingt an dieser Generalversammlung leilzunehmen.___ g Streichorchester Srost-verlin! beut« Wd Uhr PNicktvrobe im«licroheim ?an,igei Sit. 62. Alle Zuschriften, da» Streichorchester detreffend, sind zu zichtcn an«onrad Llt>,e!, 9). 113, Ewlpische Str. 27, 2. Ausgang, 3 St. Ableilungsmitgliederversammlungen: Dienstag. ISVa Uhr: Roseuthaler Vorstadt: Heim Stisabethtiechstr. IS.—«rfundbrnnura l: Schule Gotenbuiger Str. 2.— Kumdoldthaia: Schule Puiduller Str. 3.— vlast: Lasenheid«: S-im«aifertorftr.».— Süden: Seim Yorckstr. 11. Zimmer 3.— eharlottenburg: Seim-Jiofincnftt. 4— Zteulolln I: Stirn Sander. Ecke Sobeechtsteahe.— RculZIn II: Seim Bergstr. 27.— Rcuköll.' VI: Seim Step. tomer Ste. 96—96.— Reutölln VIT; starl-Marx-EchuIe.— starlohorst: Sei» TreÄo mallee.— Scrmodors: Surnhallengebiiude Raonftraße.— Reinickendorf. Ost: Heim Lindauer Strohe lBaracke).�— Buchholz: Schule Berliner Str. IS. SdonmUfc: Stint Elikabethkirchstr. 19;„Unsere lutünfttg« Arbeitt.— Gerne ei i-i�stohau,: 4eün Söpouicker Str. 32:„Jugend und Freizeit"— ttSst- rischar Sprfc Heim vaisenstr. 16;„Walter st«ther.«u",_ Miauiendurger Tar, Seim S-Urfffr. 16:„stampf um die ptijtalroülif".— Zeutrum: Keim Land 5- deezcr Str.. 36:„Unser Dandrrn". Slirimplast: Schule Svnncndurzcr Str. 26: „?v Thcorie de» Sv»ialismutt'.— Rordofte-I l: Seim Banziger Str. 62.?. 3: „Untere Internationale".— stüpeuicker Viertel: Wichtige Besprechung.— Süd. »est: Heu» Lindenftr. 4:„Rechte und Pflichten der Zu»! lonäre".—. der» u Hei« Hauptttt. lä: fugend und Krieg".— Schön ebeeg U: Heia Souptsh, 13:„Organisatorisches".— ckharlottendurg.Siid St F.: Seim Goethe. straße 11:„Die Gewertschaftt sAeltcre Arbeitsgemeinschaft).— Siemensftadt: Seim Olbersstraße:„Gegnerische Jngendverbänoe".— Wilmersdorf R. ss.: Seim Wilhelmsau« 123:„IVtcilörpctluItut".— Steglist fAeltere): Seim Albrecht. ftraße 47:„Rundfunl dem Werktätigen".— Sienkölln III: Seim Ziethrnftr. 36: „Die Rolle der revolutionären Jugend in der bürgerlichen Gesellschaft".— Reu. kölln IV; Seim Kanner Straße:„Demokratie— Diktatur".— Reutölln IX: Seim Schieriestr. 44:„Kamerndschaftsehe".— Reutölln XI: Heim Flughafen. straße 66: Tagespolitik".— Schöneweid«: Schule Berliner Str. 31:„Bursche und Mädel in der SAI."— Wittenau: Seim Roscnthaler Etr. 13: Werbeabcnd.— Pankow I und II: Seim Gärschstraße: Werbeabend. «eebebeziet Lichtenberg: ifestausschußsistung, Seim Gnnterftr. 44. Erscheinen aller Festausschußmitglieder unbedingt erforderlich. U. a. Besprechung der Iugendseier in Mahlsdorf. »erbebe, irk Sempeld-f: S«im Mariendorf. Dorfstraße; W..B..MitgIiederver. sammlung. Alle Gruppenveranstaltungcn fallen au». Vortrage, Vereine und Versammlungen. G Reichsbanner„Schwarz-Rok-Gold". Getchäftostelle: Berlin E 14. Sebastianstr 37-33 Sof Z. Sr Mittwoch, 6. Oktober. Tiergarten! V) Uhr bei Berger, Leveßow- Ecke Iagowstraße. spricht Kam. Arno Echos, in der 11. Abt. der SPD. über„Reichsbanner und Partei". Erscheinen aller SPD..Kameraden ist Pflicht. — Donnerotag,#. Oktober, vwinemündesahrer: Die angesestte Sittuna in Landr«» Weißbierstuben und die Swinemllndesahrt fallen aus. Prenzlauer Berg: Kameradschastooersammlungen um 29 Uhr. Kam. Königstor bei Rösner, Immanuelkirchstr. 23. Kam. Ialke bei Zeuge, Milastr. 3. Tempelhoi, Orts. verein: 20 Uhr bei Pommerrning Kameradschaftsversammlung. Referent Kam. Kreu, vom �Sturmvogel":„Die Reise des Zeppelin um die Welt". Gaste und Frauen willkommen. Lichtenberg, Iungmannschaft: 2« Uhr im Lokal„Dan.tiger Wappen", Rormannenstr. 36. Tagesardnuna;„Was erwartet die Iunamann» schaft vom Winterhalbiahr»nd welche Borarbeiten sind ,u erledigen. Erscheinen aller Iungkameraden ist Pflicht._ Vilitd deutscher hirnoerlestter«rieger,«. P.,«e,irk»qrnppe Berlin und der Provinz Prandrnbnrg. Mittwach. 6. Oktober, pünktlich 19� Uhr, Monat-we» sammlung im Berliner Bürgerbräu, Berlin E 2, Brllderstr. 16. Erscheinen aller Kameraden von großer Bedeutung. Berliner Zither. Klub, gegr. 1636, übt feden Dienstag 20M Uhr im Klub» Haus. Ohmstr. 2. Esperanto-Berband Berlin. Mittwoch, 8. Oktober, 29 Uhr, sprechen im Dorvtheenstädtischen Realgrimnastum, Dorotheenstr. 12, die Dorsistenden de» Verbandes Srrr Direktor I. Glück und Srrr E. Sauge über das Thema„Was ist und was will Esperanto?" Gäste willkommen. l.vnxlella» Lneli-d Ded-uing Club Mittwoch, 20 Uhr. Zahnärztehius Bülow- straße 104, Guttmannsaal: Mr H. Symes;„Modern English Literatur«". Sport. Rennen zu Karlshorst am Monkag, dem k. Oktober. 1. Rennen, l. Firn II fBielke), 2. Sturm, 3. Mhstdor, t. Holdris. Toto: 178:10. Plah: 41, 25, 22, 82: 10. Ferner liefen: Sigmar. Faschist, Legende, Minky. Hol' Gulden, Fechter, Kätberl III, Ornk. Manoir, Martoniu». 2. R e n n c n. 1 Lagina lLt. v. Blottiiitz), 2. Vigor, 8. Fcr aul feri. Toto; 04: 10. Platz: 20. 15:10. Ferner liefen: Franzi», Parsifal, Delisce. 3. R e n n e n. 1. Riviera sUbl), 2. Hetman, 3. Notbuch«. Tot»: 102: 10. Platz: 20, 17, 24:10. Ferner Uesen: Frauengunst, SimpIarS, Till Eulen- spicgel. Letzter Versuch, Spinellh. 4. R e n n e n. 1. Altona(PrintenV 2. Romas, 3. Beryll. Toto: 34: 10, Platz: 16. 18, 29: 10. Ferner liefen: Rialto, Aka, Braut, Tarnlappe, Rent» meister, Optant, Hochtvatd. Motor. 5. Renne n. 1. Prellstein(Müschen), 2. Mannestreue, 3. St. Robert. Toto: 26:10. Platz: 11, 15, 17:10. Ferner Uesen: Le Revenant, Helga» tänder, Maikaler, Askari. 6. R e n n c n. 1. Gröbulitö sUhI), 2. Vimont, 3. StriuZ. Toto: 133:10. Platz: 21, 27, 15: 10. Ferner liefen; Battle Erutser, Greis an, Frundsberg, Daim II, Sonate. 7. R e n n e n. 1. Moira(Hauserl, 2. Guibrand, 3. Lohland. Toto: 15:10. Platz: 12, 18:10. Ferner Uesen: Rebelhexe, Moslem, Großfürst. sagt öer Bär? DER � VVUSTERHAUSISCHH B'XR IM CÖ1XN ISCHEN PARK ERRICHTET 1112 n o (0 Im Herzen Berlins iriffi man nachbarlich nebeneinander grofje Jn dus/r/e- Häuser und Bauwerke vergangener Jahrh underie. So steh! euch der Wusierh a usische Bär, ein altep Wehrturm, nahe der modernen Fabrik, die täglich viele Millionen h erstell f von Jios&tiiJLuno Berlins meistgerauchler Cigarette Jteinrieh Jordan: �arlfer 9imrioiUäien ere und Bade uuai d'Orsaq erhebt sich die neue amerikanische Kirche. .„is der obersten Turmspitze weh: schon eine Flagge, zum Zeichen, daß die Lauarbeiten nahe vor dem Abschluß sind. Im Innern des großräumigen, gothischen Kirchenschifses sind Skulpteure damit be- schäftigt. an den Wänden sehr reichliche Eipsoerzierunaen anzu- bringen. Der Fahrstuhl funktioniert schon. Ob er die amerikanischen Beter näher zu Gott bringen soll? Er hält im obersten Stockwerk an. Die Sekretärin diese- Frömmigkeitsunternehmens geht voran, um dem Besucher die zu der Kirche gehörigen Einrichtungen und Räumlichkeiten zu zeigen. „Hier, mein Herr, sehen Sie den Tanzsaal. Beachten Sie die spiezelglänzende Bodenfläck� die aus den edelsten amerikanischen Parketchölzern hergestellt ist. Zur Musik dieses Grammophons aller- neuester Type werden die in Paris ansässigen amerikanischen Bürger nach Verrichtung ihrer Andacht den Freuden des Tanzes nachgehen können. Doch ist dieser Saal auch dem Bridgespiel geweiht, das sich besonders bei unseren Studenten großer Beliebtheit erfreut. Nebenan befindet sich eine kleine Bibliothek, die den von Spiel und Tanz ermüdeten Kirchenbesuchern eine kleine Ablenkung und Zer- streuung bieten kann." Dieser Bibliotheksraum hatte zwei Heizvorrichtungen. Eine nüchterne, kahl« Zentralheizung, vermutlich gleichfalls„neuester Type", und«inen großen, offenen Feuerkamin, wie er den Urgroß- vaier wärmte, als er die Urgroßmutter nahm. So ist auf praktische Weise für die Befriedigung eines tatsächlichen Bedürfnisses und für die Erhaltung des Feuers vergangenheitstrunkener Romantik, die den Amerikanern besonders teuer ist, bestens gesorgt. Der Fahrstuhl hält ein Stockwerk tiefer. Die Führerin erklärt, daß dieser Teil der Kirche bloß der Zerstreuung junger Mädchen be- stimmt sei, die unter sich bleiben wollen, also wahrscheinlich für männerscheue, die, wenn sie in ein bejahrteres Alter kommen,«inen Verein zur Bekämpfung der Untugend gründen, der Rembrandtsche Bilder aus Sittlichkeitsgrllnden von Gericht- wegen konfiszieren läßt. Der Fahrstuhl senkt sich wieder um ein Stockwerk. „Das hier ist ein Bowling", erklärt die Sekretärin. Die Ame- rikaner werden hier an zwei Tagen der Woche zusammenkommen. um sich ihrem Lieblingssport zu widmen. Nebenan, im großen Turn- und Sportsaal, werden unter der Leitung des Trainers Morrison Basket-Ball und Baseball-Wettspiele ausgetragen werden. Und unterhalb des Kirchenchors befinden sich die Bade- und Dusche- räume." „Bade- und Duscheräume unterhalb des Kirchenchors?" „Ja, bitte sehen Sie." Man sieht So ist für den Reinlichkeitskomfort der Seele und des Leibes für die Bürger aus USA. in Paris gesorgt. Oer Pfahlbau Im Zentrum von Paris wenn man die Rue Faubourg St. Honore zur Place Vendome hinuntergeht, kommt man an einem Bauplatz vorbei, wo gerade Demolierungsarbeiten vorge- nommen werden. Das ist weiter nichts Auffälliges. Man will schon weitergehen, ohne einer so alltäglichen Sache Beachtung zu schenken. Da bleibt der Blick plötzlich an einer sonderbaren Er- scheinung hängen. Aus vier mächtigen l�aushohen Masten ruht ein Mauerwürsel, der von einem Stück Dach gedeckt ist. Zwischen den Masten führt eine Treppe bis in den Mauerwürfel hinein. An den vier Seiten sind Fenster, vor denen Blumentöpfe angebracht sind.— Die Geschichte dieses höchst soirderfraren architektonischen Phänomens ist folgende. Herr Durand(die Durands sind in Frankreich ebenso zahlreich, wi« bei uns die Müller oder Meyer)) also Herr Durand hatte einen Mietvertrag. Einen einwandfreien, unanfechtbaren Mietvertrag. Als der Herr des Hauses daran ging, seinen Mietern zu kündigen. um an Stelle des alten Gebäudes ein neues zu setzen, stellt es sich heraus, daß sich Herr Durand nicht kündigen ließ. Er oerwies kühl auf seinen nicht anfechtbaren Mietvertrag. Der Hausherr verlegte sich aufs Bitten. Es half nichts. Er wurde diplomatisch. Er verehrte Frau Durand«inen Strauß Nelken, kaufte Herrn Durand zum Namenstag eine neu« Zipfel- mutze, bezahlte ihm jeden Nachmittag ein Aperitif— Herr Durand ließ sich durch keine noch so schmeichelhaft« Gunstbezeigung erweichen. Der Hausherr begann zu drohen. Cr rief zuletzt die Hilfe der Gericht« an. Umsonst. Auch diese konnten Herrn Durands unanfechtbaren Mietvertrag nicht anfechten. Der Hausherr wollt« sich schließlich die Nachgiebigkeit Herrn Durands durch Geld erkaufen. Cr bot 10 000, 20 000, 50 000 Franken, er bot später noch mehr— Herr Durand bestand auf seinem Schein und war unkäuflich. Der Hausherr war am Ende seiner Kräfte, es machten sich Anzeichen der Verwirrung bei ihm bemerkbar und man fürchtete für seinen Geisteszustand. Da hatte der Architekt eine Idee. Er ließ dos ganze Haus abtragen, mit Ausnahme von Durands Zimmer, das an Masten hoch oben in der Luft befestigt wurde. Dann entwarf er den Plan des neuen Hauses derart, daß es rundherum ging, ohne Herrn Durand in seinen Mieterrechten zu stören. Jetzt sitzt«r nun da oben auf lustiger Höhe in seinem Pfahlbau, freut sich seines Sieges und der Aussicht, die sich ihm nun bald in alle Nachbarfenster öffnen wird. xaioddricstkeH; Chaplitiade mit ffimgelfaUen Sine Tragik Groteske Raoul Rowland betritt die duftgeschwängerte Hall« des Luxus- Hotels. Dies� Sprachengewirr, gemixt aus allen Idiomen des Kosmos, diese Verkaussstände mit Rosen, Orchideen, Gazetten und Schokoladen, das beflissene Dienern der Angestellten vom Chef des Empfangs hinab bis zum winzigsten Pagen, die schönen, wunder- offenbarenden Frauen, das alles ist seine, Raoul Rowlands, Welt. Hier ist er zu Hause, hier ahnt keiner� wie sehnsüchtig er noch vor Tagen den kleinen Sonnentupfen an der grau getünchten Wand der Zelle streichelte... Wer ahnt hier die Blicke, die ein Sträfling zu einem kleinen Fensterquadrat erhob, hinter dem ein Fetzen blauen Himmels stand...? ic Die sanften, tirilierenden Stimmen der Banjos einer mexika- nischen Tangokapelle, die schmetternden, jauchzenden Laute von Saxophonen, Balalaikaweflen und das Tremolo eines Chansonniers dringen aus dem Tanzpavillon des Hotes hinauf in dos Zimmer, das der alte Hochstapler bewohnt... Das Fenster ist geöffnet. Draußen rinnt ein warmer Regen nieder. Rowland steht vor dem Spiegel. Seine Haare sind schlohweiß. An den Augen runzelt sich die Haut. Di« Hände sind vernarbt vom Matratzensteppen. Wie sag' ich's meiner Manikür«? Natürlich: Löwenjagd, Expeditionsreisa, monatelang abgeschnitten von Kultur und Zivilisation! Geht ans Telephon und bestellt für morgen früh Masieur, Maniküre, Friseur. 'k Dann hockt er auf dem teppichbelegten Boden seines Appar- tements und feiert Wiedersehen mit den Utensilien seiner inter- nationalen Hochstapelei. Da liegen schwarzseidenc, brokatbestickte Pyjamen, Smokingschleifen, Parfümflakons, in denen ein herbes Herrenparfüm oersiegt ist. Es ist ein wildes Durcheinander. Und Rowland wühlt darin, liebkost die schwere Seide, atmet gierig das Aroma seiner Utensilien ein. Er feiert Wiedersehen mit toten Gegenständen, denn niemand liebt oder erwartet ihn, kein Mensch war vor dem gußeisernen Tor des Gefängnisses, als er entlassen wurde. Wo immer er war, hat er Haß oder Verachtung hinter- lasien: ein Outsider der Gesellschaft, ein Vabanquier, ein Hasardeur, Hochstapler, Heiratsschwindler, ein Verbrecher! * Wie er auf dem Boden hockt, mit einem irren Flackern in den Augen, da er unbeobachtet ist, das Gesicht bedeckt mit roten Flecken der Erregung, beginnen seine Hände plötzlich zu flattern, denn vor ihm auf dem Grund einer Kassette liegen siebenundzwanzig Frauen- bildnisse. Das sind keine Photos, in den mondainen Ateliers be- rühmter Photographen aufgenommen, sie stellen keine erlesenen Frauen dar, keine Pankeeladies, keine englischen Gainsborough- gesichter, keine Madonnen und nicht große Kokotten. Es sind ver- altete Aufnahmen alternder Mädchen, die sich auf„knospig" frisiert haben. Alle diese Photos tragen Widmungen:„Ewig dein", „Meinem heißgeliebten Raoul". Auch Namen stehen darunter. Namen, aus denen man Kapital schlagen muß, wenn man nicht weiß, wovon man die Hotelrechnung bezahlen soll. Diese Mädchen sind bürgerliche Existenzen, vielleicht hat die eine oder die andere geheiratet. Hat Familie. Eine Enthüllung! Kompromittierung! Kurz: eine Erpressung! Schreckschuß: ein Brief an den Gatten! * Im Vereinszimmer der großen Konditorei im Zentrum der Weltstadt tagt ein Damenkränzchen bei Kaffee und Kuchen. Heute Ist alles besonders feierlich. Eine Sensation steht den Damen b«oor. Die Vorsitzende erhebt sich.„Schwester Olga Kollmann hat das Wort!" Atemloses Schweigen herrscht in der Korona. Dann verliest Frau Olga Kollmann, Ehefrau des Innungsmcisters Arthur K., ein Schreiben, in dem es unter anderem heißt: „Liebe Olga!... bitte ich Dich, in der für Dich so wichtigen Angelegenheit, am Freitag, nachmittags sechs Uhr, im Cafe„Dorn- röschen" zu sein...! weißt Du noch...?!... Immer Dein Raoul." . Eine Minute, herrscht, eisiges Schweigen, dann bricht.ein Orkan los. Die großstadtblcichen Wangen der siebenundzwanzig Damen röten sich lieblich. Sie gestikulieren erregt. Resolutionen werden angenommen und wieder verworfen. Kladden werden aufgeschlagen, Zahlen addiert. Allmählich glätten sich die Wogen. Ein Entschluß wird von siebemmdzwanzig Damen angenommen, die schließlich mit Rufen wie„Mein Mann wartet schon..." und„Bei mir gibt's morgen Sülze mit Bratkartoffeln!" auseinander hasten! *** Cafe„Dornröschen" ist des Abends besetzt mit jungen und späten Liebespaaren. Raoul Rowland tritt ein und sondiert das Terrain. Die einzeln«, einsame Dame dort muß es sein: sein Opfer! Zielsicher geht er auf sie zu. Schon sitzen sie beieinander. Zuerst schweigen sie. Dann sagt der alte Hochstapler„Liebste Olga..." Merkwürdig: er hat sie anders, ganz anders im Gedächt- nis. Ja, die Zeit tötet eben selbst spärliche Reize. Und außerdem: alle reiferen Damen ähn«ln sich! Sie sieht ihn an: bewundernd, ermunternd. Wirklich, er ist noch der vollendete Kavalier vom Scheitel über die Bügelfalte bis zur Schuhspitze. Der Traum der Mädchen- und Frauenherzen zwischen sechzehn und sechzig! Da leitet er über in sein Erpressungs- manöver und nun erscheint er der Frau unsagbar verächtlich, elend und erledigt! Das ist nicht mehr der Don Juan, das ist nur mehr eine chaplinesk« Schießbudenftgur! Und da unterbricht sie seinen Redefluß. Dann sagt sie: „Alter Mann! Du warst«in großer Verführer, warst ein Abenteurer, dem die Herzen zuflogen. Aber das bist du nicht mehr. Wir wissen, daß du vor'einer Woche aus dem Gefängnis entlassen worden bist! Ja, wir kennen all deine Vorstrafen. Wir wollen nicht, daß du auf dein« alten Tage noch mal mit den Gesetzen in Konflikt kommst. Wir, deine ehemaligen Bräute, haben uns zu- snmmengeschlossen zum„Verein der Rowlandianerinnen". Wir siebenundzwanzig Vereinsschwestern, denen du dich in den ver- schiedensten Gestalten genähert hast, wollen unser« Gedanken nicht an einen kleinen Erpresser verschwenden, sondern an den strahlenden Casanova unserer Iugcndtage. Du warst unser großes, einziges Erlebnis und Abenteuer, du warst der einzige, an den wir mit einer kleinen Herzbeklemmung zurückdenken. Darum haben wir be- schlössen, dir eine Altersrente auszusetzen. Unser Vereinsoermögen gestattet uns das! Hier flt der erste Scheck! Nun fei uns dankbar, du tragischer Chaplin mit Bügelfalten, du Don Juan a. D., du Herzensknicker im Ruhestand. Uebrigens bin ich nicht Olga Koll- mann, sondern die Braut Nr. 16, Ida Pollitz. Laut unseren Stowten hat die Schwester Kollmann deinen Brief verlesen, und mich hat das Los bestimmt, dir den Scheck der„Rowlandianerinnen" zu überbringen... Nun troll dich, alter Mann! Ich muß nach Haus, zu meinem Mann, zu meinen Kindern..." Wird der Haarwuchs durch das Rasieren gefördert? Um den Einfluß des Rasierens auf den Haarwuchs festzustellen, stellte M. Trotter einen Versuch an vier Männern an, denen ein genau ab- gegrenzter Teil der Bartfläche neun Monate lang in bestimmten Zeiträumen rasiert wurde. Die dadurch erhaltenen Barthaare wur- den gesammelt und gemessen. Irgendein wachstumfördernder Einfluß des Rasierens auf die Barthoare konnte aber nicht festgestellt werden. Der schwerste Schädel. Die größte bekannte zusammenhängende Knochenmasse ist der Schädel eines vorgeschichtlichen Mastodons, das im CouMry Clermond in den Vereinigten Staaten zwischen Kies und Sand ausgegraben wurde. Dieser Schädel wiegt rund 18 Zentner. Cur! Sloericke: Sreifliegende Papageien Während im allgemeinen die Papageien ausgesprochene Baum- Höhlenbrüter sind, machen doch die in den gemäßigten Klimaten Süd- amerikas heimischen Mönchssittische insofern«in« Ausnahme, als sie freistehende Riesennester aus dicht ineinander gefilztem Reisig er- richten. Icd«s derartige Nest hat ein« seitliche, überdacht« Plattjorm und dann im Innern di« eigentliche Brutkammer. Im Laus« der Zeit wird es immer umfangreicher, weil di« ausgebrüteten Iungvögel sich gleichfalls am elterlichen Heim anbauen, sobald sie in der Lag« sind, sich einen eigenen Hausstand zu gründen. Dies« ausgesprochene Seßhaftigkeit läßt den lachtaubengroßen, schön grasgrün und zart grau gefärbten Vogel besonders geeignet erscheinen für Einbürge- rungsoersuche, zumal er als sin abgehärteter Bursche unser Klima auch im Winter sehr gut verträgt. Schon früher sind solche Ver- suche z. B. in der Lausitz und in Niederösterreich mit vollem Erfolg durchgeführt worden Man läßt«in altes Pärchen in einem großen Flugkäfig zur Brut schreiten und öffnet dann diese, sobald Junge im Nest sitzen. Die alten Vögel ziehen natürlich nicht mehr fort, und auch die Jungen bleiben nach ihrem Selbständigwerden m unmittel- barer Nähe. So beleben sie die ganze Gegend in der angenehmsten Weise und betragen sich recht manierlich, während sie im engen Käfig durch gräßliches Geschrei sich oft recht unbeliebt machen. Nun gibt es allerdings nicht wenige Fachleute, die solche An- siedlungsoersuche in Grund und Boden verdammen, weil es„Faunen. fälschungen" seien. Aber der bloße Naturfreund wird doch sein« hell« Freude daran haben, wenn er die Papageien mit Nistmaterial im Schnabel pfeilgeschwind in schwalbenähnlichem Fluge durch die Luft schießen sieht oder in den Baumwipfeln zärtlich kosen hört. Es wird ja doch kein vernünftiger Mensch auf den Gedanken kommen, daß es sich bei Papageien um urwüchsige deutsche Vögel handle. Der jüngste Versuch in dieser Hinsicht wurde vom Frankfurter Tiergarten unternommen und ist gleichfalls von einem glänzenden Erfolg« gekrönt worden. Auf den Bäumen des Gartens stehen zwei große Gesellschaftsnester, und während meiner letzten Anwesenheit wurde gerade ein neues Nest auf der Außenseite des alten Stamm- käfigs in einem vorspringenden Winkel nur etwa 2H Meter über dem Erdboden angelegt. Obgleich die Vögel dort den ganzen Tag über eifrig beschäftigt waren und sich auffällig genug benahmen, hat sie unter hundert Gartenbesuchern doch kaum einer bemerkt. So blind laufen wir Kulturmenschen an den schönsten Wundern der Natur vorbei. Und wer sie sah, hielt sie für durchgebrannte Käfig- bewohner und wollte schleunigst bei der Gartenleitung Anzeige machen. Wenn sich di« Sittiche im wesentlichen auch innerhalb des Gartens mit seinem schönen alten Baumwuchs aufhalten, so machen sie doch gern auch weitere Ausflüge und Entdeckungsreisen über das Häusermeer der Großstadt hinweg ins Freie und wurden wiederholt sogar In der Nähe von Darmstadt gesichtet. Wenn bei solchen Aus- flügen ab und zu ein Sittich von übereifrigen Feldhütern oder Obst- schützen geschossen wird, so schadet das dem Bestände weiter nichts, da sich die Lücken immer wieder rasch ergänzen. Ueberhandnehmen lassen darf man solche fremdländische Siedler ja überhaupt nicht. Jetzt ist auch die„Süddeutsche Vogelwarte" im Begriff,«inen Ein- bürgerungsversuch mit Mönchssittichen auf der Halbinsel Mettnau bei Radolfzell am Bodensee zu unternehmen. Alexander SCarhrlfii Seieh Schon im Ansang des 17. Jahrhunderts hatten verschiedene Reisende in Lorderasien eigenartige Zeichen gesehen, die teils in Felsenwänd«, teils in di« Mauern einzelner Ruinen eingegraben waren. Man hielt das anfänglich für bloß« Zierate und fand es nicht der Mühe wert, sich weiter damit zu beschäftigen. Erst als Niebuhr gegen Ende des 18. Jahrhunderts genaue Abschristen nach Europa brachte, schritt man zu Entzifferungsversuchen: ein Deutscher, Grotefend, erzielte die ersten Erfolg«. Er erkannte, daß ein be- stimmt«? Zeichen nur dazu da sei, die einzelnen Gruppen innerhalb der Keilschrift— so wurden diese Eingrabungen genannt— voneinander zu trennen. Es glückte ihm nun nachzuweisen, daß einige solcher Gruppen die Namen Dareios, andere des Terxes bedeuteten. Auf diesem Weg« wurde der Lautwert von zwölf Zeichen bestimmt: langjährige und sehr scharssinnige Untersuchungen führten zur Fest- stellung von etwa 40 Zeichen. Damals wurde das Untersuchung-. Material sehr mühsam gewonnen: teils wurden die Keilschristgruppen mit Hilf« eines Fernrohrs abgelesen wie in Persepolis, teils, wie die große Inschrift des Dareios zu Behistun, durch den Mut Rawlinsons, der sich an einem Sell über die hohe Felswand herabließ. Eine bedeutende Ausbreitung gewann di« Keilschriftforschung, als in Babylon und besonders in Ninive Tausende von beschriebenen Tonzylindern verschiedener Formate ausgefunden wurden, die Biblio- thek des berühmten Assyrerkönigs Sardanapal. Heute kennt man mehr als 400 babylonisch« assyrische Schriftzeichen, die ähnlich wie bei der chinesischen Schrift nicht Buchstaben sind, sondern Silben- zeichen oder. Ideogramme oder auch beides zugleich. Es ist nun interessant, daß' es eine Zeit gab, in der die öffent- liche Meinung der Keilschriftcntzifferer sür Phantasten und ihr« ganze Forschung für einen Schwindel erklärte. Als dann durch die er- wähnten Funde in Ninio« ein besonders großes Forschungsmaterial gewonnen war, erschien es natürlich ungemein wichtig, hier zur Klar- heit zu kommen. Deshalb machte im Jahre 1857 die Royal Asiatic Society in London eine entscheiden« Probe. Vier der angesehensten Keilschriftsorscher: Rawlinson, Hincks, Fox Talbot und Oppert wurden eingeladen, sich einer Art Prüfung zu unterziehen. Sie erhielten jeder«ine Kopie einer neu gefundenen Inschrift und mußten sich ver- pflichten, jeder für sich, ganz unabhängig, diese Inschrift zu über- setzen und den englischen Text dann in einem versiegelten Umschlag einzusenden. Die Asiatic Society verglich hierauf die vier Lösungen und kam zu dem Ergebnis, ihre Uebercinstimmung gel)« weit genug, um das Zutrauen in das bisher Erreichte zu rechtfertigen. Von diesem Zeitpunkt an verstummten die Einwände, und heute läßt die Sicherheit in der Entzifferung der Keilschristen nichts mehr zu wünschen übrig. Sine Slaliftik der Wolkenhrnlzcr In den Vereinigten Staaten von Nordamerika gibt es gegen- wärtiz 4748 Gebäude von mehr als 10 Stockwerken, davon 2479 in New Pork, 449 in Chikago, 135 in Los Angeles, 121 in Detroit und 120 in Philadelphia. Betrachtet man 20 Stockwerke als untere Grenze für die Himmelskratzer, so bleiben immer noch 377 übrig, von denen 183 auf New Bork entfallen. Das erste Haus von 10 Stockwerken wurde 1885 in Chikago erbaut. Das bisher höchste Ge- bäude, das Woolworth Building(240 Meter) In New Bork, wird nächstens von dem Chrysler Building übertroffen werden, das mit seinen 68 Stockwerken vom Erdboden bis zu seiner Pfeilspitze 318 Meter messen wird. Das höchste Hotel ist das Waldorf Astoria mit 44 Stockwerken und einer Höhe von 180 Meter. *r. 469* 41. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Dienstag, 7. Ottober 1930 Appell an die wirtfchastliche Vernunst! Die Löhne der Berliner Metallarbeiter dürfen nicht gesenkt werden. Bis zum 9. Ottober will sich der neue Schlichler über die Tragweite der im Berliner Lohnkonflikt gestellten Anträge klar melden.»Dann soll mit feinem Spruch eventuell die Entscheidung darüber gefällt werden, ob in Berlin und später in Deutschland die Lohnsenkung zum Prinzip der Krisenbekämpfung gemocht werden soll. Daß das einem Berlangen der Reichsregierung entspricht, steht nicht ohne weiteres fest. Der Ocynhausener Schieds- fpruch wurde nach der Auffassung gefällt, daß Lohn- und Preissenkung zugleich die Wirtschaftslage bessern sollen. In der Kartellnotoerordnung wurden nicht die holzen Löhn«, sondern die gebundenen Kartellpreise als chindernis einer stärkeren Preissenkung bzw. der Wirtschaftsbesserung erklärt. Im neuen Wirtschafts- und Finanzprogramm werden die Löhne wieder einseitig als chindernis der Rentabilität, des Mehrexports und der Wirtschaftsbesserung dargetan. Die in diesem Programm vertretene Richtlinie kann für einen Schlichter auch in dem eingeschränkten Maße nicht verbindlich sein, daß er den Wunsch der Rcichsregierung mit berücksichtigen müßt«: denn das Programm entspricht einseitigen Jnteresseirtenwimschen, wie sie in dieser Regierung bis heut« ja notwendig nur vertreten fein konnten. Die Urteilsbildung des Schlichters muß also auch völlig unabhängig von Regierungswünschen erfolgen, ledig- lich nach dem volkswirtschaftlichen Gesamtintcr- esse und ist deshalb ganz besonders verantwortungsvoll. Sie ist um so verantwortungsvoller, als über die von den Arbeitern in bewundernswerter Selbstverleugnung verlangte Arbeitsstreckung von der Rcichsregierung bisher überhaupt keine Airsicht geäußert worden ist. Für die Entscheidung im Berliner Konflikt stehen natürlich zn- n ä ch st nur die Verhältnisse in der Berliner Metall-, Maschinen- und Elektroindustrie zur Diskussion. Die Löhne sollen um 15 Proz. herabgesetzt werden aus Gründen der Rentabilität, der Export- sörderung und weil eine andere Kostensenkung nicht möglich ist. Die steht es mit der Rentabilität? Don den Unternehmern wird bei den Lohndiskussionen der Zusammenhang zwischen Lohnhöhe und Arbeitslei stung gern übersehen. 1926 bis 1929 ist der P r odu k t i o n s w e r t im deutschen Maschinenbau von 2.5 Milliarden auf<2 Mil- liarden Mark gestiegen. Zugleich aber ist die Gesamtbelegschaft iniolge der Rationalisierung in denselben Iahren von 790 000 bis auf 620 000 Mann a b ge ba t worden.. Di« Arbeitsleistung je Kopf der Belegschasl ist also in diesen Jahren um IIS proz. gewachsen. Mit dieser Steigerung der Arbeitsleistung hat die Erhöhniig der Löhne auch nicht'enlsenst'. schlZttgehiälten. Ebenso steht di« Behauptung der Berliner Metollindustriellen, daß. die hohen Löhne eine rentable Bctriebssilhmng unmöglich machten, in Widerspruch zu der in den letzten Iahren ständig g e- wachs« nen Profi trat« in der Berliner Metallindustrie. Der S i c in e n 5- K o n ze r n, der in den letzten beiden Jahren je 1� Proz. Di vi d ende ausschütten konnte, hat von 1924 bis 1929 feine Gewinnausschüttung an die Aktionäre von 10,8 Millionen aus 25 Millionen, also um 150 Proz., erhöht. Aber die Umsätze sind zu gleicher Zeit nur um 50 bis 60 Proz., die Belegschaften sogar nur um 22 Pro.}, gestiegen. Die Leistungssteigerung der Belegschaft hat sich also in einer frappanten Gewinnsteigerung je Einheit Kapital ausgewirkt. Hinzu kommt: Siemens hat aus laufenden Betriebs- -gewinnen alle Rationalisierungstosten bezahlt und gleich wieder abgeschrieben. Der riesige Maschinenpark, die Betriebs- anlagen, Gerät« und Werkzeug« stehen mit 1 Mark zu Buch! Rehen die laufend stark erhöhten Aktionärsgewinne trat eine laufend be- trächllich gc steigerte Selbstfinanzierung. Bei der AEG. wurden die Attionärsgewinnc. in den Iahren 1924 bis 1929 von 7P Millionen auf 15.2 Millionen erhöht. Für die Mehrleistungen der Belegschaft ist bezeichnend, daß die Arbeiterschaft sich 1928/29 von 65 000 auf 60 000 Köpfe verrin- g e r t e. während gleichzeitig der Umsatz um fast 50 Proz. stieg. Der Bergmann-Äonzern konnte in den letzten beiden Jahre,, seine Dividende auf 9 Proz. stabilisieren. Die Nord- deutsche Kabelwerke A.-G. hat 1928 ihre Dimdende von 8 auf 10 Proz. und im vergangenen Jahr auf 12 Proz. erhöht. Die Dr. Paul Meyer A.- G. hat in den drei letzten Jahren je 8 Proz. Dividende verteilt und hat seit 1934 ihre Umsätze mehr als verdoppelt, obwohl Betriebs- und Bürob«legschaft unter den Stand von 1924 gesunken ist. Eine stabile. Dividende von 8 Proz. hatte in de» beiden letzten Jahren auch M i x u. G e n e st bei gleich- zeitiger starker Senkung der Gestehungskosten pro Einheit. Die Akkumulatorenfabrik in Ob«rschöneweide gab neben einer ochtprozentigen Dividende den Aktionären nach eine zehnprozentig- Sonderoergittung„aus aufgespeicherten Rücklagen". Die Berliner Bloschincnsabrilen haben in den kehlen Jahren zum größten Teil rentabel gearbeitet. Ludwig Loewe hält. feit Jahren an 10 Proz. Dividende fest, ebenso di« K n o r r- B r c m s e A.- G. Die Julius Pintfch A.-G. begann 1925 die Dividendenzahlung mit 4 Proz. und erhöhte sie 1929 auf 12 Proz. Die S ch w a r tz k a p f f A.-G. ist absichtlich dividendenlos. Wie der von Aktionären angestrengt« Prozeß bewies, ist die Dividcndcnlosigkeit auf die Rescrvenhamsterej dieses Unter- nehmen? zurückzuführen.. Auch O r e n st c i n». K o p p e l begnügte sich mit 6 Proz. Dividende in den beiden letzten Jahre»: die Referveirpolitik erlaubte die Aufsaugung der Dessouer und Gothaer Waggonfabrik aus eigenen Mitteln. Zeiß-Ikon-Goerz treiben eine sehr stark« Selbstfinanzierung und bleiben trotz enormer Konkurrenz mft 6 Proz. Dividende stabil. Was ist mit der Export- und Konkurrenzfähigkeit? Auch hier nur einige Erinnerungen. Der Verein deutscher Mafchinenbau-Anstalte» gibt für di« Mafchinenousfuhr der drei bedeutendsten Exportländer der Welt folgende Ziffern: in Milliarden Mark 1927 1928 1929 Vereinigte Staaten 4,44 1,68 2,02 Großbritannien.,»» 0,92 1,06 1,10 veuischland....... 0.95 1,16 1,43 Der Maschine ncxport der Vereinigten Staaten ist um rund 40 Proz., der Maschinenexport Großbritanniens nur um 19 Proz., der Deutschlands aber um säst 50 proz. gestiegen. Di« Vereinigten Staaten hoben ihren Anteil an der Weltausfuhr von Maschinen seit 1927 nur um 4 Proz. erhöhen können, der Groß- britanniens ist um 10 Proz. zurückgegangen, die deutsche Maschinen- industric jedoch hat ihren Anteil von 22,9 auf 25,2 Proz.. d. h. um rund 10 Proz.«rhöht, mit anderen Worten, im Wachstum sogar Amerika geschlagen!- Die Entwicklung der Löhne war kein Hemmnis zur Erzielung einer günstigen Rentabilität, sie war auch kein Hemmnis für die Steigerung der Konkurrenzfähigkeit auf dem Weltmarkt. Das sind nicht parteibehauplungen. sondern Tatsachen, auch 1930 blieb bisher die Kon kurren Fähigkeit voll erhalten, wenn die Krise berücksichtigt wird. Wie steht es mit der Kostensenkung? Hier läßt sich die Forderung der, Lohnsenkung noch weniger rechtfertigen! D«r Reichsbonkdiskont ist in Jahresfrist von 71- auf 4 Proz. gesunken. Die Stcuern sind im ganz«» seit 1927 nicht mehr erhöht, sondern gesenkt worden. Der Anteil von Zinsen und Steuern am Umsatz ist mindestens bis Anfang 1950 in der Berliner Metallindustrie zurückgegangen. In der Rohstossversorgung liegen heute enorme Ersparnisie vor. Wir geben hier Beispiele für Preisoeränderungen von September 1928 bis September 1930, die für die Elektroindustrie von entscheidender Bedeutung sind. Die Elektro- industrie umfaßt mehr als die Häli!« aller in der Berliner Metall- industrie Beschastigten.(Man kann in der Maschinen- und Fahrzeug-, der Elektro- und sonstigen Berliner Verarbeitungsindustrie 40 bis 50 Proz. Materialkostcn rechnen.) Es kosteten je Kilogramm: n, Marl Aupfer Bl-i Schellack' m"?.. ä,nu(Am.)(Aegiwt.p�S� im Sevt. 1928 1,«0 4.25 0,49 0,42 4,52 1,85 3,28 56.10 182 .„ 1930 180 2 69 0,23 084 1,85 1,15 ISO 32,——,69 also wenig»-29%-37% ,-43%—10%—59%-38%—45%— 43%-58% Das sind ganz gewollige Preisrückgänge, die Ersparnisse von Dutzenden von Willionen bedeuten. Wenn demgegenüber gesagt wird, daß andere wichtige Roh- und Betriebestosfe die Preissenkung nicht mitgemacht hoben, so ist das noch kein Argument für ein« Lohn- senkung, denn di« großen oben genannten Ersparnisse bleiben davon unberührt. In der Tat war bei Kohle. Eisens Eisen- blechen, Grauguß. Stahlguß. Draht, Aluminium, Schmieröl, Tre-i b ft-v f f« n üfw. voü 1Q2S bis 1Ö3Ö eher eine Ten d e n z z u k P r e 5 S st c i ge r u n g, festzustcllön, Dazu ist aber zu sagen: Schmieröle und Treibstoffe gehen jetzt im Preise stark zurück. Für Eisen, Stahl und Blech« werden den Großkäufern, obwohl die. Listenpreise uno«rändcrt geblieben sind, unter der Hand erhebliche Rabatt« gegeben, die weit über das hinausgehen, was die Händler von sich aus gewähren könnten. Endlich aber, und das ist entscheidend: Es handelt sich hier durch- gehend um kartellierte Rohstoffe und monopolistisch hochgehalten« Preise. Sie müssen aus jeder Lohndiskussion ausscheiden. Die Berliner Metallindustrie hat sich noch � niemals gegen diese überhöhten Kartellpreise gewandt. Wer aber in Deutsch- land dürfte es wagen, wenn etwa deshalb die Konkurrenzfähigkeit der verarbeitenden Industrie jetzt rückgängig wäre,„zum Ausgleich" eine Lohnsenkung zu verlangen, bevor dem mit überhohen Inland- preisen bezahlten Schleuderexport monopolistischer Rohstoffindustriell ein Ende gemocht ist? Dieser Schleuderexport allein ist es, der— gerade wegen der Aoirückvergütung— den Inlandsabsatz auch der verarbeitenden Industrie verteuert und damit deren Konkurrenzfähig- feit auch im Ausland niedriger hält, als es sonst möglich wäre. Wir suchen denjenigen Schlichter und verantwortlichen Politiker, der ohne Erschütterung folgende jetzt geltende Differenzierung deutscher Eisen- Produkt« zum Nachteil der deutschen Verarbeiter und zum Vorteil der ausländischen Konkurrenz zur Kenntnis nimmt: Deutsche Eisenprodukte werden verkauft je Tonne: Auf dem wellmarkt Im Inland (sob Antwerpen�(ab Werl» Stabciscn... 81.— M. 137.— M. Bandeisen.., 90,—, 159,—. Walzdraht.., 120.—„ 142,—. Ilninersaleisen.. 98,—„ 142,—„ Grobbleche... 90,—„ 153,—„ Mittelbleche.. 102,—.. 160,—„ Feinbleche... 105,— bis 155,—„ 178,50 bis 255,—, Draht, blankgczog. 117,50„ 217,50„ Drahtstifte... 117,50„ 227,50„ Mag es so sein, daß die gegenwärtige Reichsregierung trotz Ihres kartellprouunziamentos sich zu schwockz suhlt, die Senkung der Listen. preise für Eisen und auch für Kohle zu erzwingen: aber die Arbeiter. schast durch eine Lohnsenkung hier den Kostenausglcich tragen zu lassen, ist eine llumäglichkeit! Es gibt keine Gründe für eine Lohnsenkung, das ist der Schluß, zu dem jede objektive Würdigung der Gesamt- ergebiitsse kommen muß! Aber die Lohnsenkung ist als Mittel der Krisen bekämpfung auch volkswirtschaftlich unmöglich. 15 Proz. allgemeine Lohnsenkung in Deutschland heißt um 15 Proz. weniger verkaufen. Bei kleincrem Absatz tritt eine totsächliche Kostensenkung nicht«in, denn der Anteil der unveränderlichen Kosten am verringerten Ilm- satz steigt. Würden di« Preise— durch Zwang— um 15 Proz. gesenkt, so würde nur gleichviel verkauft, wie vor der Lohn- und Preissenkung. Die Gewinne pro Einheil wären aber kleiner als vorher, da di« Crhaltungs-, Betriebs- und Abschreibungskosten einem geringeren Erlös gegenüberstehen würden. Richtig allein ist in der Krise der Gedanke. der Preissenkung unter Ausrecht- orhattung mindestens' der Realkauskrast der in Arbeit Befindlichen. Dazu müßte eine Politik der Arbeitsbeschaffung mit Anleihen treten und eventuell— zum Teil auch aus psychologischen Grün- den— die Streckung der Arbeit durch Arbeitszeitnarküurzung. . Diesen Gesichtspunkten entspricht das W i r t s ch a f t s- Programm der Reichsregierung nicht. Dem Programm der Rcichsregierung dennoch im Berliner MetoUkonflikt zu folgen, wäre eine lediglich politische Lösung, und zwar eine Lösung, die für die Gesamtwirtschaft einem Rezept zur Krisenoerschärfung gliche, dessen Auswirkungen im kommenden Winter für Wirtschaft, Staats- ficherheit und Staatsfinanzen unabsehbar wären. Ende der Schuhkrise. Die Gewinnabschlüsse in der Schuhindustrie. Wie schon aus der ständig verbesserten Außenhandels- bilanz der Schuhindustrie zu ersehen war, geht es mit diesem Industriezweig wieder ziemlich rasch bergauf. Ganz ab- gesehen davon, daß di« im Mai und Juni veröffentlichten Abschiüsie für 1929 bei den bekanntesten Großunternehmen wie S a l a m a•:- der und Conrad Tack Dividenden in Höhe voy 14 und 9 Proz. brachten, zeigt sich jetzt auch bei den mittleren Fa- b r i k c n eine erhebliche Verbesserung der Betnebslage. So hat die Lingel-Schuhfabri-t in Erfurt Ihren kleinen Reingewinn vom Vorjahr bei dem Abschluß zum 30. Juni 1930 mit 398 000 Mark mehr als verzehnfacht und da mit die Berluste aus der Schuhkrise 1927/28 abdecken können. Auch die Duranc Schuhfabrik in Erfurt, deren cud- gültiger Abschluß noch aussteht, wird nach dem Beschluß des Auf- sichtsrats ihre Dividende von 5 auf 7 Proz. erhöhen, ein Beweis, daß die Schutzkrise nicht nur von den Großunternehmungen über- wunden ist. Mill. Mark Llhrenproduktion. Ltistungkisteigerung bedinqt sinkenden Lohnantcl! an den Gestehungskosten. Der Enquetemlsjchuß hat jetzt im Berlage Mittler&. Sohn, Berlin, seinen neuesten Band über die Deutsche Uhren- industrie veröffentlicht. Der sährtiche P r od u kt i o n sw e rt dieser Industrie hat sich gegenüber der Vorkriegszeit mehr als verdoppelt und belief sich im letzten Jahr auf rund IlO Millionen gegen etwa 50 Millionen im Jahre 1914. Bei einem Exportwert von 60 Millionen umfaßte im letzten Jahr die deutsche Ii h r c n a u s s ü h r mehr als die Hälfte der gssamten Produttion. Mengenmäßig ist die Fabrikation an Großuhren gegenüber der Vorkriegszeit von 10 auf 13,5 Millionen Stück und di« Zahl der Taschenuhren von 1,5 aus rund 4 Millionen gestiegen. Die Konzentration in dieser Industrie ist sehr stark. Zwar existieren mehr als 300 Betriebe mit insgesamt 20 000 bis 25 000 Arbeitern, jedoch vereinigen vier Großunter- nehmungen rund 60 Prvz. der Großuhrcn- und über 90 Proz. der Taschenuhrenproduttion auf ihre Betriebe. Dia Hochburg der UhreniNdustrie befindet sich im Südschwarzwald, wo ctipa 81 Proz. der Gesamtbelegschaft beschäftigt sind. Die Rationalisierung, die infolge der übermäßigen Aufblähung in der Inflationszeit für die Ilhrenindustric notwendig wurde, beschränkte sich bei dem hohen technischen Stand der Fabrika- tion vorwiegend auf organisatorische"Mahnahmen. Auch die Vielgestaltigkeit der ausländischen Abnehmerkreise und die viel- jachen individuellen Ansprüche der Käuscrschast zogen der Ratio- nalisierung von vornherein gewisse Grenzen. So existieren zum Beispiel bei einem Großunternehmen Weckeruhren in 1030 Preislagen, Standuhren in 375 Preislagen und Wand- und Taschenuhren in etwa 390 Preislagen. Allerdings beschränken sich die individuellen Ansprüche der Käufer vorwiegend auf die Aus- führung der Gehäuse, so daß die Uhrenwerke selbst über- wiegend in serienweiser Massenerzeugung hergestellt wenden können. So bestehen bezeichnenderweise für die mehr als 1000 verschiedenen Preislogen für Weckeruhren bei einem Groß'- unternehmen nur fünfWerktypcn. Die Verteilung der einzelnen Kostensaktoren schwankt bei den verschiedenen Uhrensorten stark. So stellt sich der Lohnanteil bei Weckeruhren aus 18 Proz., bei Wanduhren aus 21 bis 23 Prbz., bei Taschenuhren dagegen bis auf 40 Prvz. Die Ahreninduslrie bietet ein klassisches Beispiel dajür, daß infolge schneller wachsender Leistungen der Arbeiter- schast der Lohnaoleil an den Gestehungskosten trotz kräftiger Lohnerhöhungen sinkt. Der Stundenlohn und der Stücklohn sind vom Jahre 1913 bis 1930 z. V. In der Großuhrenindustrie von 36 aus 81 ps. bzw. von D.SZ auf 2.95 M. gestiegen. Zn der gleichen Zeit hat sich di« Arbeitsleistung in 1000 Stunden von 220 bis 250 Stück bis aus 400 Stück erhöht. Da gleichzeitig der Durchschnitts- preis je Slück von 4.35 M. aus 6.30 M. anstieg, ist der Lohn- a n t e i l seit der Vorkriegszeit um über zehn Prozent von 35 bis 39 Proz. bis aus 32,5 Proz. gesunken. ".staaS mrt' d xr�Uu ifig39 ef*ht Das altbewährte, vlelfausendfadi von den Ärxlen empfohlene Schutt- und Desinfektionsmittel fflr Mund und Rachen. Glas mit 50 Tabletten M. 1,25 In Jeder Apotheke u. Droaerie. Gewerkschastserfolg bei Mstein Wiedereinstellung des Genossen pstanz trotz kommunistischer Willkür. Bor«nig«r Zeit erregte die durch den kommunistischen B«> tnebsrat der Firma Ullstein erzwungene Entlassung des l l f z o r b« i t e r s Pflanz, der Mitglied der Sozialdemokrat«- ichen Partei ist, berechtigtes Aufsehen. Bis Erregung in der graphi- ichen Arbeiterschaft Berlins steigerte sich noch, ol» bekannt wurde, daß Pflanz entlassen worden war, weil er durch ein« Anfrage über den Stand der im Hause Ullstein eingeleiteten Lohnbewegung den revolutionären Vetriebsrotsvorsitzendcn Meyer„beleidigt" baben sollt«. Er klagt« auf Schadenersatz. Das Arbeitsgericht verurteilte die kommunistischen Vertrauensleute Nehmitz, Henke und Arndt zur Schadcnersatzzahlung, da sie für den Beschluß der Rata- lionshilfsarbeiter verantwortlich war«n. mit Pslanz uxgen der„Be. leidigung" des kommunistischen Betriebsratsoorsitzenden nicht mehr iusammenzuarbeitcn. Dos Gericht erblickte in der Aeuherung des Genossen Pslanz kein« Beleidigung und hielt die Entlassung für unger«chtf«rtigt. Der kommunistische Betriebsrat sucht« den Konflikt, denn«r setzte bei der Firma die Entlassung des Genossen Pflanz durch, ohne di« Gesamtbelegschaft zu befragen und ohne vorher Pslanz wegen seiner angeblichen Beleidigung vor der Hilfsarbeiterorganisa- tion zur Rechenschaft zu ziehen. Das kommunistische Betriebsrats- ausschußmitglied Henke oerstieg sich sogar zu der Acußcrung, daß di« Wicdereinstellung des Genossen Pflanz »nur über die Leichen der Kommunisten" gehen würde. Trotzdem hat dos Graphische Kartell die W i e d e r e i n- st e l l un g erreicht. Auf Beschluß des Kartelloorstandes und der Funktionärversammlung am 4. September wurde an die Firma Ullstein das Ersuchen gerichtet, Pflanz wieder«inzustellen. Am ?0. September antwortete die Firma, daß sie dem Verlangen des Graphischen Kartells Rechnung trage und Pflanz wieder«instelle. Mit diesem Ergebnis beschäftigte sich am 1. Oktober«ine neue Versammlung des Graphischen Kartells im Gewerkfchoftshaus, die trotz mehrmaligen Beschlusses der Kommunisten, an der Versamm- lung nicht teilzunehmen, von mehreren Kommunisten besucht war. Der Vorsitzende des Kartells, Genosse Grohmann vom Verband d«r graphischen HUssarbeiter, schildert« noch einmal die Ursachen und den Verlauf d«s Konflikts, der jetzl liquidiert merden müsse. Er forderte die Funktionär» auf, auch nach der 3Vi«dereinstell»ng des Hilfsarbeiters Pflanz dafür zu arbeiten, daß bei Ullstein wieder gesunde Verhältnisse «intreten. Nach der Aussprache, in der alle Redner mehr oder weni- ger das Verhalten der kommunistischen Betriebsratsmitglieder v e r- urteilten, wurde folgende Entschließung mit 66 gegen eine Stimme angenommen: »Die im Gemorkschostshau» versammelten Funktionäre der fünf im Graphischen Kartell vereinigten Organisationen aus dem Hause Ullstem A.-G. stellen mit Genugtuung fest: Der Beschluß der Funktionärversammlung vom 4. September IMh„Der aus dem Ullstein-Letrieb durch die KPD. verdrängte Kolleg« Kurt Pflanz ist mit seinen alten Rechten und in seiner alten Ab- teilung wieder einzustellen." ist im Wege der Verhandlung zwischen den Organisationen und der Direktion der Ullstein A.-G. durchgeführt. Das dem Kollegen Pflanz zugefügte Unrecht ist damit wieder gutgemacht. Gleichzeitig ist dem schuldigen Betriebsausschuß und den Ab- teilungsfunktionären bewiesen, daß man nicht ungestraft einen freien' Gewerkschafller wegen seiner Gesinnung und der sachlichen Kritik an der Arbeit des Betriebsatsvorsitzenden brotlos machen darf. Die freien Gewerkschaften haben gegenüber der unsinnigen Taktik der RGO. Recht behalten." Mit der am Montag erfolgten Wiedeveinstcllung des Genossen Pflanz bei der Firma Ullstein ist eine kommunistische Schande beseitigt worden. Den Kommunisten, die sich bei der Firma Ullstein als Herrenmenschen fühlten, ist durch den erfreulichen Abschluß dieses Konflikts mit aller Deutlichkeit die Mocht der freien Gewerk- schaften gezeigt worden. Die Meyer und Konsorten als die Per- treter der Betri«bsorganisationside« sind durch die Wiedercinstellung des Genossen Pflanz gehörig gestäubt worden. Für die Kommu- nisten ein« verdiente Abfuhr, für die graphische Arbeiterschaft «ine Lehr« für di« Zukunft, geworkschaftsschädigende kommunistisch« Betriebszellen mit aller Schärfe zu bekämpfen. Streik im Fuhrgewerbe? Schlichtungsverhandlungen ergebnislos verlausen. Wie im»Vorwärts" bereits mitgeteilt, ist da« Lohnabkommen für die Arbeiter im Berliner Schwer- und Leichtsuhvgemevbe am 26. September abgelaufen. Die Fnhrherremnnung hatte es abgelehnt» mit dem Gesa mw erb and über die Erneuerung des Lohnabkommens zu verhandeln. In den Verhandlungen vor dem Schlichtungsausschuß am 1. Oktober haben die Fuhrherren sich bereit erklärt, den in den Betrieben dbrch Anschlag angedrohten Lohnabbau von 11,56 M. pro Woifte zunächst nicht vor« zunehmen. Dia Schlichbuirgsoerhandlungen sind dann auf den 6 Oktober vertagt worden. In den gestrigen Verhandlungen vor dem Schsichtungsausqchuß ist ein Schiedsspruch nicht zustande gekommen. Di« Arbeitgeber- betsttzer beharrten auf dem?lbbau der LAHne, dem sich di« Arbeit- nehmerbeisitzer entschieden widersetzten. Gewerberot Körner erklärt« daraufhin, daß er nicht in der Lage wäre einen Schiedsspruch zu fällen, well ein« Kammermehrheit dafür infolge der u n ü b e r- brückbaren Gegensätze der Parteien nicht zustande komme. Körner erklärte weiter, daß er nunmehr als Person den Parteien einen Vergleichsvorschlag unterbreiten werde, den er heute for- mulieren will. Er ließ durchblicken, daß er bca-bsichtige, in dem Ver- gleichevorschlag die Pf erde pflege, für die wöchentlich 7,56 M. gezahlt wurden, um 3,56 M. auf 4 M. zu kürze n. Des weiteren soll der Vorschlag die Vergütung für die Pferdepflege an den Sonn- tagen von 3 M. auf 1,50 M. herabsetzen. Demzufolge würde sich der Wochenlohn für die Kutscher um 5 M. wöchentlich er- mäßigen. Das bedsutet also, daß der Lohn abgebaut wird. Die Arbeiter der Brauck)« nehmen zu der Lohnbewegung heut«, Mittwoch, um 191* Uhr, in Boeckers Feftifölen, Weberstraße 17, Stellung. Es ist höchstwahrscheinlich, daß die Branchcangelsimgen in dieser Aersaymllung'den Streik beschließen werden, der dann aller Voraussicht nach am Donnerstag früh in der Branche auf der ganzen Linie einsetzen wird. D«r Gesamtocrband ist fest«nt- schloffen, den Kamps gegen den Abbau der Löhne mit ollen zu Gebote stehenden Mitteln durchzuführen. Don den Bauarbeitern und sonstigen Arbeitnehmern, die mit dem Fuhrgowerbe in enger Verbindung stehen, wird erwartet, daß sie den Kämpfenden gegen- über strengste Solidarität üben Und dadurch für einen guten Aus- ganz des Kampfes Sorge tragen Helsen. Kür gerechte Lastenverteilung. Protest der Berliner Beamten gegen Gehaltsobbao. In einer vom Bezirksausschuß Berlin des Allgemeinen Deutschen Beamtenbundes einberufenen öjientlichen Versammlung im Zirkus Busch erhoben Sonntagvormittag die Berliner Beamten Protest gegen den Abbau ihrer Gehälter, den die�Rcichsregiening aus ihr Wirtschaftsprogramm geschrieben hat.' t Dr. Böller vom Bundesvorstand des ADB. betonte einleitend in feinem Referat, die Beamten hätten immer wieder zum Ausdruck gebracht, daß sie sich als ein Teil de» Bvlksganzen verpflichtet fühlen, mit Zu den Lasten beizutragen, die dem dcntscheiu Volk« durch die allgemeine Nöt auferlegt werden. Wogegen sie jedoch pro- testieren, ist die Art der La st« n v e r t« i l un g, die im höchsten Grad« ungerecht ist. Das Wirtfchaftsprogramm der Reichsregierung schont den Besitz, bringt ihm sogar stSuer- liche Erleichterungen, während«» in den am schlechtesten be- zahlten Volksschichten untragbar« Verpflichtungen auf- erlegt.(Es ist höchst ungerecht, die Veamlengchälter fchematisch um 6 Proz. herabzusehen. Vor allem ober sei es unverantwortlich, di« Freigrenze nur auf 1566 Mark jährlich festzusetzen. Wöhrend man bei den Besoldungsreformen 19Z4 und 1927 den höheren Beamten weit größere Gehaltszulagen gab als den niederen kürzt man jetzt allen Beamten die Gehälter i m g l e i ch« n Prozentsatz. Der Familienstand wird dabei überhaupt nicht berück- sichtigt. Ein Teit d«r Beamten würde nach den Dorschlägen der Reichsregierung noch geringer besoldet werden als bei der Fest- setzUNg der Gehälter nach der Inflation.. Daß lolch« Anschläge auf die Beamten verübt werden könne, ist zum Teil auf die Beamten selbst zurückzuführen, und zwar denjenigen Teil,' der sein« Wähler- stimme den Nationalsozialiften gegeben und damit zur Der- wirrung der politischen Situation beigetragen hat. Auch für die Beamten sei es höchst« Zeit, daß sie endlich einmal anfangen, politisch zu denken, denn von der Staatsform hängt nicht zuletzt auch ihr Berufs- fchicksal ab. Mit erdrückender Mehrheit nahm die Versammlung eine Eni- schließung an, in der gegen die Gehaltskürzung um 6 Proz. pro. testiert, die Solidarität mit den Erwerbslosen zum Ausdruck ge- bracht und die Verpflichtung aller Volksgenossen zur Ueberwindung der Notstände betont wird. Zum Schluß heißt«s in der Entschließung: „Die Versammlung lenkt mit größtem Nachdruck die Aufmerk- somkeit aller Beamten auf die ernsten Gefahren hin, die der Demokratie und damit alle« freiheitlichen Rechten und sozialen Errungenschaften der Arbeitnehmer einschließlich der Beamten drohen, falls dies« reaktionäre und antisozial« Politik ihr« Ziele erreichen würde. Aus diesem Grund« ist politische Akktvilät und höchste Alarmbereitschaft mehr denn je auch für die Beamtenschaft das dringendste Gebot der Stunde. Die Kollegenschaft im ganzen Reiche wird aufgefordert, sich ge- schloffen einzureihen in die Abwehrfront der Arbeitnehmer. ichaft und mit ihr auf gewerkschaftlichem und politischem Boden ge- meinsam zu kämpfen gegen Faschismus und viktakurgetüsie. für Freiheit und Demokratie." Bein'ebsraiswahl bei Orenstein. Die freien Gewerkschaften gewinnen zwei Mandate. In der angeblichen„KPD.-Domäne" Orenstein u. Koppel in Spandau erfolgt« am 3. Oktober die Betriebsratswahlen. Die „Oppositionellen" machten gewaltige Anstrengungen. Trotzdem konnten sie nicht verhindern, daß die freien Gewerkschaften zwei Mandate gewannen. Das Abstimmungsergebnis war folgend«»: An der Wahl beteiligten sich 949 Personen, davon entfielen aus Liste l(KPD.) 546(l!'Z9: 473), List« 2(Freie Gewerkschaften) 398(1929: 325 Stimmen), ungültig waren 16 Stimmen. Bei den Angestellten war das Resultat: List« 1 des GDA. 29 (1929: 33), Liste 2(Freie Gewerkschaft) 77 Stimmen (1929: 74), ungültig 13 Stimmen. Die Mandate verteilen ficht Arbeiterrat: Liste 1(KPD.) 6 Sitze(1929: 7), Liste 2(F r« i e Gewerkschaften) 5 Sitze(!929: 4). Angestelltenrat: Lift« 1(GDA.) 1 Sitz(1929: 2), Liste 2(Freie G e w e r t sch a f t) 5 Sitze(1929: 4). Trotz aller Lugen und Verleumdungen konnten die Kommu- nisten den Zlusstieg der freien Gewerkschaften nicht verhindern. Der Mandatsverlust trifft die KPD. um so schmerzlicher, als fie olles aufgeboten hotten, um wenigstens die zwei Mandate zurückzuer- obcrn, die sie bei der vorausgegangenen Dahl eingebüßt hatten. GW. 6S vor Gericht. 13 entlassene postHelfer verklagen die Beichspofi. Vor dem Berliner Arbeitsgericht läuft gegenwärtig ein be- merkenswerter Prozeß 13 entlassener Posthelser gegen dos Perliner Postamt SW 68 in der Lindenstroßc. Die Helfer behaupten, daß ihr» Entlassung eine unbillige Härte darstelle und klagen auf Wieder- e! n st o l l u n g. Die Entlassenen sind zu einem großen Teil verheiratete Familienväter, von denen verschiedene fchop fünf Jahre bei der Reichspost beschäftigt sind: alle Entlassenen aber hat di« Küiüii- gung in der jetzigen Zeit der Krise besonders hart gc- t r o s s e n. Die 13 Kläger führten in der letzten Berhondlung vor dem Arbeitsgericht an, daß es kein Zufall wäre, wenn dienstjünger« und vor allem sozial stärler« Arbeitskräfte beim Postamt SWbZ ver- blieben sind, während di« Amtslcitung gerade sie ol» ältere Helfer auf di« Straße gesetzt hat. Die Amtsleitung habe nämlich ausgeplaudert, der Amtskörper wäre nicht mehr beweglich genug, der Apparat fei überaltert. Das heißt mit anderen Worten. die 13 Entlassenen find dem Postamt SW 68 zu teuer, zumal sie Vollhelser waren und nach einer fünfjährigen Dienstzeit in den Genuß eines größeren Kündigungsschutzes gekommen wären. Die VerHand- lung erfuhr eine besondere Zuspitzung, als die Amtsleitung erklärt haben fall, wer die Reichspost verklage, werde unweigerlich entlassen, könne also auch nicht auf eine eventuelle Beschäftigung als sogenannter Stundenhelfer mehr rechnen. Es kommt hinzu, und dies kennzeichnet besonders das aniisoziale Verhalten der Amlsleitung von SW 68, daß von einem Arbeitsmangel überhaupt keine Rede sein könne. außerdem hoben die 13 entlassenen Posthelser immer ihre Arbeit zur Zufriedenheit ihrer Vorgesetzten ausgeführt. Genosse S« h n e r vom„Gesamt-Verband' rügte scharf dieses Verhalten der Amtslcitung und oerlangte eine bindend« Erkläruno der Oberpostdirekiion Berlin darüber, eb sie sich die Einstellung der Amtsleitung von SW 68 etwa zu«igen machen«olle, nach der jeder entlassen wird, der die Reichspost verklagt. Darüber hinaus stellte Genosse Sehn er fest, daß die Oberpostdirektion Berlin den geltenden T rifvertrag verletzt hat. Nach dem klaren Wortlaut der Bestimmungen dieses Vertrages gelten oll« der Ober- postdirektion Berlin angeschlossenen Aemtcr als«In Betrieb, die Entlassenen hätten also auf anderen Aemtern untergebracht werden müssen, wo übrigens in der Zwischenzeit Reueinstellung-n vorgenommen wurden! Genosse Sehner ließ keinen Zweifel darüber. daß der„Gesamt-Berband" Tarifverträge nicht zum Vergnügen ab- schließe. Da die Vollmachten der Vertreter von SW68 nicht ausreichten. wird sich zur nächsten Verhndlung«in Vertreter der Oberpostdirektion bemühen Müssen. Achtung, hier Wette Lohnabbau! Die Angestellten des Westdeutschen Rundfunks gekündigt. Köln. 6. Oktober.«Eigenbericht) Den 222 Angestellten des westdeutschen Rundfunk«, vom Zu. leudauleu bi» zur Putzfrau, wurde ohne besondere Er- klärung gekündigt. Der Zweck der Kündigung ist. die Gehälter und Löhne zu drücken. Die Augestellkeu haben ans Grund de, Ve- lriebsrälegesetzes gegen die Kündigung Einspruch erhoben. NuhigerVerlauf des franzSsifchenproiesistreiks Pari». 6. Oktober.(Eigenbericht.) Der 24stün!nfle Generalstreik der französischen Bergarbeiter ist' ahne Zwischenfall verlaufen. Im Gnibenaebiet von Lothringen hatten di« Arbeitgeber sreiwilliq sämtliche Gruben ge- schlössen. In Nordironkreich beteiligten sich 98 Prot der Beleg- schaften am Streik, im Grubengebiet an der Loir« betrug bi« Zahl der am Streik beteiligten 96 Proz. und im Gebiet von Pny de Deine 75 Proz._____ Mehrarbeitsabkommen verlängert. Oer Arbeltsminister für die Unternehmer. Da» MehrarbeUsabkommett im mitteldeutschen Braunkohlenbergbau vom 26. Dezembcr 1928, da» van den An- gestelltengewerkschaften zum 36. September 1936 ge- kündigt worden war. ist durch Schiedsspruch des vom Reichsarbeitsminister eingesetzten Sonders chlich- ters mit geringen Abänderungen ab 1. Oktober 1936 wieder in Kraft gefetzt worden. Die Kündigung ist zum Dierteljahresfchluß mit einmonatiger Frist möglich. 1 /(n Zucker sparen, ' gru n dverkehrt! Oer Körper braucht ihn— Zucker nährt! OiPttmpkffa&i \w imut&m vorübergehend öder dauernd,- wic's Ihnen heutzutage jeden Tag passieren kann- Vas dann? Sichern Sic sich für den Fall vorübergehender Arbeitsunfilhigkcit Tagegelder und Kurkostenersatz; für den Fall dauernder Arbeitsunfähigkeit einmalige Kapitalzahlung oder lebenslängliche Rente; und für den Fall eines Unfalltodes die Versorgung Ihrer Angehörigen durch eine ausreichende Versicherungssumme! Unsere Bedingungen sind vorteilhaft, wir regeln die Schäden rasch und sorgfältig? Uber jOOO Mill. Reicks- mark Lcbensversich«- Zli-ÄÄSÄ ALLIANZ UND STUTTGARTER VEREIN�l��r *i«r£ my#. Jed* Mtwtcft. Tag 'Ki4br■ lad die mm ooi rm*Sch*fon. VEiSICHERUNCi-AKMEN-GE S E LLSCHAFT u* r>«TCTTSAeT«• LIUEyM'ruMCHERUIlUt«0'« 10 <»efpmfc Sastwirlsbekrkbc. Wegen Differenzen«erden Pe» dnrch für die Mitglieder des Zentralverbandes der j�otel», Restaurant- und Caf6-2ln gestellten folgende Gaftroirtsb erriebe ge- sperrt: Norden: Grohdestillation„Banersa" Inst Sauerbier, Müllerstrabe Eck« Seestroße und Krauseirstroße 12; Großdestillatlon „Martini�. Inst Otto Martini, Badstraße 8»; Mitte: Engelhardt Bierausschank, Inst Geieler, Münzstrahe 20: Osten: Tanzpalast »Möwe". Inh. Helen« Kindorf, Drohe Frankfurter Straß« 83; Cafe„Fronkon ia". Große Frankfurter Straße 68, und Hoffmanns Bereinshaus, Schwedter Straße 2.V24, Inh. beider Betrieb« Hoff- mann: Süden: Brüustübl, Inh. Fritz Nierhoff, Oranienstraße 144, Rest.„Spreehollen", Inh. Frau Katharina Hubregtsc. Brückenstr. 12. Achtung. Fraktiousvorstclnde der BVG.! Sir Sitte», d>« fSr die gepl»»t« große Versam«l»ag sogleich «»hole» ,» log»».__ Da»«etri«S»sekietarIat. Berliner Gewerkschaftsschule. ArbeitÄos« sind»am SSrerteitrag befreit. Dir lübrplai dir K»rlinir Kewertschaftssltnit»«nhillt«>nc Aiuabl Kurs«. bircn P-such filr s.'d«» lb-n�rkschafl�mitllNkd und jidin ffunktionjir»ine Notwcndiqkiit ist, Nursc auf den(stestiiten de» Arbciterecht», der Bolk»wirt- schaft, Bitriibecnirtschaitslebr«. Suverfschaftsbeweeung und Sozialpolitik, so. tvobl für Anfänger al» auch silr lfortgeschcittene, geben allen auf diesen Gebieten tStigen Genossen und Genossinnen Gelegcnbcit stch mcisergubllden. 80, 7. Betriebswirtschaftlich« Arbeitsgruppe»rs»»>. Lebrer: Direktor Paul Koskc. Beginn Freitag, 17. Oktober. 19 Uhr. im Lcibnig- Gqmnanum, Mariannenvlah 27— A. 80.». Arbeitsrechtliche Gr»»»«. Betriebsräterecht für Fortgeschrittene. Lehrer: Dr. T-nst Frernkel, Dr. Dran, Neumann und Dr. Sahn-Dreund. Be. ginn: Montag, li. Oktober. IS Uhr, im Leibnie-Dymnaffum, Mariannen- plag 47-38. O. fl. Bolkswirtschaftlich« Arbeitsgruppe für Fortgeschritteoc. Lehrer: Dr. Otto Suhr und Dr. tlreihig. Beginn: Dienstag, lt. Oktober, lS Uhr. im Sophien. Lvzeum. Weinmeisterstr. lb— 17. 80. ll. Die deutsch« und internatioual- Gewerkschastobcweguoq. Lehrer: Kermann Schlimme. Beginn: Donnerstag, lt. Okwber. 19 Uhr, im Leihnijs. Gnmnastum. Mariannenplatz 27— A. oev. z. Einführung in gewertschastltche Grund, und Geaeuwartsfrggen. Srhrer: Drih Flicke. Beginn: Dienstag, lt. Oktober, 1» Uhr. In der Gcwcrf. schaft»schule, Sngelufcr 24—25, IT. Hof. 1 Trepp«. Weiblich» Gewerkschastsmitgliede». Die in den Boriahren lind auch in diefrm Jahr« im Unlerrichtsplan Kurse porgesehen, welche vorwicgrnb da» Interesse unserer weiblichen Gewerkschaft». Mitglieder haben werben. Insbesondere empfehlen wir folgrnd« Kurse: C. 4 Die bernsstätigc Frau im öffentlichen Lebe». Lehrerin: Maria Ho- dann. Beginn: Dienstag, 14. Oktober, isli Uhr, im Sophie». Lg, cum, Bein- metNerftr. 14— 15. H..T. 12. Axfäugeriursit, für S»,ial- und Sewerbehpgieoe. Lehrer: Dr. meb. Norbert Marx. Beginn: Donnerstag. IS. Oktober, 1» Uhr, im Seminar- saal des Kpgientschen Institu!«. Dorotbeenstr. 28». Horergebübr sllr sehen Kursus filr je 10 Abende 2 M. Anmeldungen bei Beginn der Kurl, ober in den Ortsoerwaltungen der Berbände oder in den Lehrberatungssprechstunden. Montag und Freitag von 16 bis 19 Uhr. oder schriftlich an die Berliner Gewerkschaftsschule. Engelufer 24—2«, 2. Stock. R. 96. Od»�reie Gewerkschafis-Jugend Berlin Achtung. Mitglieder der Touderabteiluug der Bollsbühu«! Heute um IS'e Uhr findet In der Schulaula te» Sophicn.Lnteums. Dcinmeister. straß« 17, die Generalversammlung der Sonberabteilungen der Volk». bUh», statt.— Heute. Dienstag, 1SH Uhr, tagen die Gruppen: Treptow: Gruppenheim Schule Wildenbruchftr.»1—54 lHorlzimmer). Heimbesprechung und Kabarett auf Schallplotten.— Humboldt: Jugendheim Graun. Eck« Lllrhingjtraße. Heimbefprechung. Buchfontrolle.— Spandau: Gruppenheim Stäbt. Jugendheim Lindenufer l. S-imbefprechung. gufchliehend Kampflieder- obend.— Zranlfurtcr Allee: Stadl. Jugendheim Litauer Str. 18. Seim- beiprechung. Konlroll« der Seimausw-ise und BerbandsKUchcr.— Lichtenberg: Iugenddaiin Dossestr. 22. Heimbesprechung.— Re». Lichtenberg: Jugendheim Gunterstr. 44. Bortrog:»Neltgiös« Sekten und wir".— Pankow: Gruppenheim D-cnTpir. Kisssngenstr. 48. Heimbesprechung. Buchkontrolle.— Südosten: Dawerk. schgstehaus. Engelufer 24—25. Saal 11 be» Fabrikarbelterperbanbe». Lustiger Einsührungsabend. .�uaendarupve des?entra?verbandes der Anaestellten Heut«. Dienstag, finden folgend» Beransloliungen statt: Nordwest: Iugenoheim Lehrler Str. 18—1». Bunter Abend.— Lichtenberg: Erich Krug.— der Turnholl» bin« Jugendheim Gunterstr. 44..Kamps dem Alkoholgenuh' Referent i Sprech-»ud Bemegougscho«: Uebung»at>cnd pünktlich 20 Uhr in der Gchule BaeutK»r Str. V Lrin:ng Otto Polemanck. Stufruduum» für dies««Udrik find Berit» SS«8. Liadrnstraj« 3, parieinachn'chien für Groß-Bertin stet« n da» Beztrlssetretarlai 2. Hof. 2 Treppen recht», zu richten 11. koei» Schiinebarg. Fried« nan. Achtung! Die heutig» VDD.�sreibenkerper. sammlung findet nicht bei Bill, Mortin-Luther-Str.«9. sondern im Lolal Sruud, Maiuingcr Str. 8. statt. Ausweis: Partei- und Freidenkermit. gltodsduch. 12.«»t, Tempelhof. Den B«,irksfühieru sind per Post Flugblatter ,ugk. gangen, die für. den Kursus„Die Stadt Berlin al» Wirtschafterin" werben. der in Gemeinschaft mit der Arbeiterwohlfahrt durchgeführt wird. Für diesen KurCu», für den al» Referent Bürgermeister Genosse Dr. Ostrowlki gewonnen ist und der durch Besichtigung städtischer Belrieb»«rgünet wird, muß auf den Zahlabenben und in Bekanntenkreisen vor allem»VN den BiU>ung»ausschuhmitgli«d«rn intensw geworben werden. Heule. Dienstag. 7. Oktober: 4. Abt. Fahnen und Transparent« von der Wahl find unbedingt abguNeferu bei Brandl», Etralauer Str. 10. »l. Abt. Di, Deeirksfsthrcr müssen beute ab 1« Uhr pir sofortigen Verteilung Handzettel abholen. «1. Abt. Neukilln. Sie Funttionärssßung fallt au». 19». Abt. KSpeuick, Die Ighlobendc fallen au». Dafür Mirgliederverfamm. lung im großen Saal de« Stadttheater», Friedrichstr. 6, um 19V, Uhr. Bortrag:„Di» politische Lag« nach den Wahlen". Referent Mag Westvhal. 1.17. Abt. ReiuIckendors.Beft. Dil Funktloithrsißung am Dienstag und die Iahladende am Mittwoch fallen aus. Mitgliederversammlungen und Zahlabende morgen, Mittwoch. S. Oktober, in nachstehenden Lokalen: Thema iu alle» Versammlung«»: „Die poliflsdie Lage und die Aufgaben der Sozialdernottrafler 1. Abt. 19H Udr in Hacke scher Hof, Rosen thal-r Str. 40'«. Referent Stadt- rat Wilhelm Reimann. 2. Abt. 19H Uhr bei Ohngemach, Kommandantenstr. 89. R»ferent Dr. Friß Schönherr. ll. Abt. I9s4 Uhr im Saal l de» Sewerkfchaftshaufes, Engeluser 24/25. Referent Dr. Alfred«oroch. 4. Abt. 1916 Uhr bei Ianß, Wallnertheaterstr. 14. Refereutin Käthe Kern. 6. Abt. 20 Uhr im Roscnthaler Los. Rosenthalcr Str. Usl2, Bericht vom Bezirksparteitog und von der Funktionärkonfcreng. Aussprache über dl« ------ e Lage. 7. Abt. IWj Uhr Iahlabende bei Döll. Bcrgstr. 7»: Seide. Etrelißer Str. 48-, Lener, Bogenstr. 19, Referent Paul Neumann:„Die politische Lage": Arend, Schrdderstr. 2: Beirau, Pslugstr. l: Grimm. Kesselstr. 19: Bärwaldc, Schlcgelstr. 8, Vortrag Genosse Tauschte:„Politische Lage". 8. Abt. M Uhr Iahlabcnde bei: Ritter, Steinmeßstr. 16». Referent Genosse Stratmann: Lokal Eailer, Steinmeßstr. 29, Referent Genosse Hirschberg: Lokal Klemke. Ellendolzstr. 19, Referent Genosse Lindstaedt. Thema:-pDie polttisch, Lag« nach der Wahl". 9. Abt. 1916 Uhr im Birsenzelt, Birkenstr. 1. Referent Ernst Hcilmann. M. d. R. 18. Abt. Mitgliederversammlung fallt aus. Dafür Funkttonarstßmig de! Sondow, Flensburger Str. 1. 11. Abt. 191? Uhr bei Berger. Seveßowstv. 21 Ecke Iggowstraße. Vortrag: „Sozioldemotratie und Reichsbanner". Referent Arno Schulz. Ii. Abt. 1916 Uhr bei Nachtigall, Bcusselstr. 32. Referent Mar Brinißer. 11. Abt. 1916 Uhr i» den Armlniushallcn, Bremer Str. 71. Referent Hon» Plettner. 14. Abt. 19>6 Uhr bei: Stark, Putbusser Str. 14: Sottschalk. Putbusscr Str.«! RSmer, Swinemünder Str. KS: Grusch«, Graunstr. 41. 15. Abt. 1916 Uhr Iahlobend« In den bekannten Lokalen. l«. Abt. 1916 Uhr bei: Kinzel, Usedonistr. 22: Pittetkau, Brunneustr. 7!>! Leuschner. Ackerstr. 110! Fahrensteiner, Reue Hochstr. 8: Runge, Reue Hoch. strotze 15. 17. Abt. l»>l Uhr bei: Klinge, Sellerstr. 14: Holz, Müllerstr. 163: Iiegert. Tegeler Str. 23; Pimosski, Tegeler Str. 24: Schwiderowsli, Triftstr. 48: Schreiber, Triftstr. 63: und Donnerstag, 9. Ottober, bei Solfgram, Spreng, lstr. 17. >«-?bt. 20 Uhr: Sachse. Lindower Str. 2«: Schade. Klsliner Str.»: Simon. Hochstr.«2: Krepplln. Bankstr. 42: und Sorgaß. Uferstr. 12. 19. Abt. 1916 Uhr: Bezirke 805/6 bei Sennig. Vanlstr.«II. Bezirke 809/10 bei „Kommunalpolitik".� Referent >«tr Schrepei. Stadtvei Grüilthalev Str. 13. Vortrag: bei ---»*3»-vju.q» c oat» ox i# üxo wv i wvyuujixtui« aniastr. 116. Bezirk« 815.16 bei Marlin, Ehristianiattr, 7. Bezirk»20 ssenietschek, Soldiner Str. 15. Bezirk 619 rm Lokal Dhristianiassr.- 110. 20. Abt. 20 Uhr: Bontke, Schulst?. 74: Pos«. Koloniestr. 15: Tissn«, Solovie» straße 4t: Wende, Kolon, estr. 147. 21. Abt. 1916 Uhr Iahladende in den bekannten Lokalen. Die Bezirk»führer lade» dazu«in. Abt. 1916 Uhr: Karl Bartsch, Fehmarnstr. 1: Paul Löschte, Straß» 9: Hermann Borkowski. Brüsseler Str. 4«: Karl Voß. Antwerpener _...._________..._........>ß. Antwerpener Str. 6: Gustav Senkel, Utrechier Str. 10: Freitag, Gentkr Str. 39. 23. Abt. 1916 Uhr: Lewandaweki, Seestr. 104: Benz. Scestr. 10«: Grunewald, Kameruner Str. 19: ffiutschow, Transvalstr. 25; Boß, Barsusstr. 9; Lackne,. """" Vstl---- H—■ U I_______ L Mollnau.'Müllerstr. 62»! Kantg, Otavistr. 37. Thema in allen Bersommlungen:„Die politUckie Situation". Barsusstr. 11; Förster, Ofener Str. 14: kiippler. Hauth. Rosenzwrig, Sabath, Referenten hte Genosssen Urich, Sensel, Weber. Lorenz. Bebert. 24. Abt. 1916 Uhr: 1. Gruppe bei Rösner, Immanuelkirchstr. 25. U. Gruppe bei Adlschloger, Winsstraße Eck« Ehristburger Strohe. 2. Gruppe bei Bieberstein, Dauzigcr Str. 4«. Referent Kurt Schindler. 1. Sruvo« bei Schulz. Carmen- Sylva-Str. 51 Ecke Hofemannstratzc. Referontin Elvira Krüger. 25. Abt. 1916 Uhr Iahlabcnbo bei: Kramer. Eotheniusstr. 1; Schmidi, Kurischs Eckt Äniprvdcstraße: Röseler, Eoldapcr Straße 9; Sawahki. Allensteiner Str. 23.„Bericht über die Berliner Frallionslonfcrtnz und den Bezirtsvaricitag". 27. Abt. 1916 Uhr: Icuge. Milastr. 5: Mchlberg. Gaubpstr. 4; Reeß, Sonnenburger Str. 5: Hausotter. Korsörer Str. 1; Glanz, kopcuhagener Straße 37. 28. Abt. 1916 Uhr bei: Barthal, Wörther Str. 19. Referent Wilhelm Tietgens. Thema:„Das Erfurter Programm". Rechenberg. Ehorincr Str. 49. Mener. Odcvberger Str. 19. Vortrag des Genosse» Adam. Maß. Prenzlauer Allee. Iünecke, Sagenauer Str. 5. Iundel..kastanlenallee. Bortrag des Genossen Mohrmann:„Revolution und Reaktion in Dclltfchlanad". 29. Abt. 1916 Uhr im Altersheim, Danzigcr Str. 62. Referent Dr. Theodor Tichouer. 1». Abt. 1916 Uhr: Pohst. Lvchener Str. 103: Seifert, Pappelalle» 43; Soff- mann, Lvchener Str. 8: Schmidt, Pappelallee SO; Blahntovf, Garmen.Svlva» Straße 121: Griep, Tarmen-Svlva-Str. 21: Riebergall, Garmeu-Svio». Straße 22; Eggert, Wich-rtstr- 89;«uhlifch. Iclterstr- 47. "• Abt. 1916 Uhr bei Goldschmidt, Slolpische Str. 36: Meißner. Schwelheiner Straß« 84: Schwarz, Bornholmer Str. 9.„Berich l vom Bezirlspvrteltag". 12. Abt. 1916 Uhr, 1. Gruppe: Lokal Haberlaudt, Andreasflr. 79. Referent Carl Heßfchold. 2. Gruppe: Kromphardt, Paul-Singer-Str. 49. Referent Rechtsanwalt Günther Joachim. 1. Gruppe: Lokal krautstr. 36. 4. Gruppe: Schröter, Krautstr. 56. 5. Gruppe: Drescher. Slralauer Plaß 5.«. Gruppe- Waldmann, Fruchistr. 1«. Stadtbezirke 304. 105: Schröder, Friedrichsfelder Straß« 24. 34. Abt. 1916 Uhr: Lokal Neumann. Gubener Str. 47, Portrag:„Kampf»er Sozialreaktton. Referent Heinz Mann. Seidliß, Rominteiirr Str. 7. Referent Denosse Boß. Thema:„Krankenkassen und Rotoerordliung". ®'c."*• Referent Genosse Seifert. Thema:„Krantenkasseii und Notverordnung". � ���N���bende: Gruppe Treptow bei Schulz, Samoriterftr. 187 Gruppe CchrichltNg b«, Mit. Volgtstr. 38: Gruppe Teezen und Gruppe J™ �'"derkort der Semrindefchille Samariterstr. A. In all«« drei Iahlabenden Bericht vom Bezlrksparleilag. 38. Abt. 191p Uhr Iahlabende. Gruppe I: Buss Busch, Tilstter Sir. 27. Gruppe Ii: wruppe III: Wittschuß, PeterÄurger Qttaße 6. Gruppe 15: Kirsch, Pricroburgcr Str.«1. Vortrüge. • Uhr: 1. Bezirk bei Iepk«,«bertnstv. 7. 2. und 3. Bezirk bei Ierafch. Edertvstr. 10 4.. 5. und 6. Bezirk bei Raschke, Motternstr. 14. In alle» Bezirken Diskussion über die politisch� und wirtschafilichr Lage. ' 20 Uhc Iolilobeude in ollen 19 Bezirken an bekannter Stelle. Die � Bezirkdsstb"« die zahlreich neu aufgenommenen Mitglieder dazu ein. 38. Abt. 20 Uhe M-tgliederoersammlung»roßbeerrnste.»0,«augew-rlobu»». «eserent Bürgermeister Dr. Ostrowski. 18«. Abt. feftlmotM* Früh! Uhr im Sohl„Markgraseueck", Markgraf««. ftraße Eck-»effelstr-tz«. Bortraa:„Die politifch« Lage uad die Aufgabe« der So,ialdemolratt«< Referent Eduard Iachert, M. d. L. 41. Abt. 20 Uhr: 1. Gruppe: Lokal Rcgul, Tcmoelhofer Ufer 1s. 2. Gruppe? Lokal Erdmann. Belle-Alliance-Etr. 74s. 3. Gruppe: Lokal Fcchner Fidicinstc. 4. 4. Gruppe: Lokal Schuster, Ehaniissoplaß 4. 5. und 6. Gruppe- Lokal Luhe. Bergmannstr.«3. 7. und 8. Gruppe: Lokal Schult, Marten- darfer Straße 0. 43. Abt. 1916 Uhr: Bezirk« 121/124 und 130: Albrecht. Urbanstr. 20. Bezirk 135: Christen, Fichtestr. 23. Bezirke. 120 und 127: Bkuhn, Grafestr. 41. Bezirke 128 und 129: Frankenhauser, Iahnstr. 15. Bezirk 131: Wolter, Boeckhstr. 49. „BttOADWAY tt Der Premierenerfolg einer Zigarellol Der Erfolg war durchschlagend. Kein Wunder bei einer xnund- stücklosen Zigarette, die ehe Sprachen spricht I Die formvollendete Haltung und vornehme Ausstattung dieser Grazie aus dem Morgenland ließ auf den ersten Blick schon die virtuose Leistung erkennen. B-ROADWAYS blumige Natur erfrischt alle Gemüter, und wer BROADWAY entzündet, dem erschließt sich die Sonnenwelt ersehnter Erfolgol B R O A D W AT S Premierenerfolg ist der bleibende Erfolg Aller! Wir werden das©-Paket in Zukunft an der linken Setten- wand oben mit dem Aufdruck eines Fingernagels als Öffnungszeichen versehen. Durch leichten Druck auf diese Stelle wird das Paket auf einfachste Art geöffnet. Diese praktische Vorrichtung sichert wirtschaftlichsten Verbrauch des feinen®-Pulvers> Sie werden durch dfe Verbesserung noch mehr überrascht sein, wie außergewöhnlich sparsam und ergiebig das unvergleichliche j© in.KücheJund.HaushaJt ist 1 E&löffd iHi reicht für 1 Eimer' 10 Liter hei(ies Wasser m ''•>**.$•"L' � Henkers Aufwasch-. SpiH-und Reinigungsmine! Cöfe Qrbeitser/eichterung ohnegleichen! t? Smrf ZSZ.«raw Plcnivf«! nnt. 9tiht 133: Ümfimer Steiftf.. Sieffei»- baiftftTage 54. Bezirk 134; Wolf,©räfeftr. 53. Bezirk« 135 und 136: Bogt, Bopvstr. 8. Bezirk« 137 und 138; Klose. Boeckhftr. 34. 44. Abt. 20 injt in der Sedul« Mariannenstr. 47.»Bericht»om Bezirksporte:. tag und die politische Lage". Referent Genosse Barthelmann. 43. Abt. 19>� Uhr Gichholz, Guornstr. 23. Adam, Lildbener Str. 25. Bericht vom Bezirksparteitag. 47. Abt, Bezirke 82, 83: Bader, Zkaunhnssraße Ecke Adalbertstrane. 97. Bezirk: Lier, Naunynstr. 9. 98., 99., 100. Bezirk: Siedentops. Mnskauer Str. 35. Referentin Stadtverordnet« Dr. Rate Frankenthal. Bezirke 101 bis 105: Lehmann, Zeughosftr. 1. 43. Abt. 20 Uhr Gltesing. Wassrrtorstr. 68, Bericht vom Bezirksvarteitag. Referent Genosse Otto. Eharlottenburg. ZI. Abt. 1. Gruppe bei Schellbach, ssoiligin. Elisabeth. Str. 6. 2. Gruppe bei Iamin, Sophie.Charlotten-Str. 88. 3. Gruppe bei Holtmann, Sophie-Charlotten-Str. 78. Thema: Bericht von der Funktionärkonferenz und vom Bezirksxarteitvg.— Z2. Abt. 20 Uhr Kofke. Kaiserin-Augufta. Alle« 81. Referent Otto Ziska.- 53. Abt. 190. Uhr Lokal Last. Biohen. see. Am Berbinrdungskanol. Referent Paul ssippel. Neuwahl des Abtei, lungsleiters.- 54. Abt. 20 Uhr im Fugendheiru, Rossnenstr. 4. Bericht vom Bezirlsparteitag. Zlussprack-e und Stellungnahme zur politischen Lage. — 55. Abt. 20. Uhr Reimer, Wilmersdorfer Str. ZI. Referent Georg Modcrholz, M. t. L. Z«. Abt. 20 Uhr, 1. und 3. Gruppe: Lierfch, Rantstr. 62. 2. Gruppe: Juskowiak, Holhendorffstr. 20.— 57. Abt. 20 Uhr 1. Kruppe bei Arndt. Kantstr. 51,„Antisemitismus". Referent Genosse I. Wolfsberg. 2. Gruppe bei Thunack, Wielandstr. 4.„Die polt tische Lage". Referent Genosse Dr. Beidler.— Z8. Abt. 20 Uhr im Ranke. hau-, Rankestr. 4 IV. Referent Paul Bernstein. Abrechnung vom dritten Quartal. Berieht vom Bezirisparteitag. 80. Abt. Spandau. 30 Uhr im Lokal Bauer, Bichelsdorfer Sil!. 38, gegenüber dem Strohenbabnhos. Referent August Niemann. K. Abt. Siemensstadt. 20 Uhr im Lokal Marsandt,„Heidekrug", Nonnendamm ollee 89. Referent Max Hendemann. •8. Abt. Haleasee. 20 Uhr Sonbmonn, Westfälische Str. 42, Bericht vom Be zirksparleitag und Aussprache über die politische Lage. TZ. Abt. Wilmersdorf. 20 Uhr bei Rosenau, Lorziner Straße Ecke Laudacher Straße Allgemeine Aussprache über die politische Loge. Fahnen und Transparente sind sofort an den Genossen Frähllch, Augustastr. 29, ab- zugeben. 73. Abt. Schmargeudorf. 20 Uhr Lokal Deutsch«« Haus, Breit« Sir. 34, Referent Aisred Domdey. Lchöneberg. 77. Abt. Zahlabende. 20 Uhr, 1. Bezirk bei Milde, Rollendorf. straße 16, Vortrag:.Das Programm der Brüning. Reaiemng." Referent daross," „Die außenpolitische» Folgen der Reichstagswahl." Referent Genosse Dr. E. Marauardt. 4 Bezirk bei Will, Martin-Luther-Str. 69. Bortrag: ..Droht Bürgerkrieg?" Reseent Genosse Dr. Schützinger.— 78. Abt. 20 Uhr: 1. und 2. Bezirk bei Gehrke, Ebersstr. 66. Das Wirtschaft», und Finonzpiogranim der Regierung. Referent Genosse Poelke. 3. und 4. Be. zirk bei Wandt!,. Bahnstr. 25. Die politische Lage nach dem Bezirkspartei. tag. Referent Genosse Dr. Greil.— 79. Abt. 20 Uhr. 1. Bezirl: Arndt, Bautzener Str. 10. Referent Redakteur Heinrich Straft. 2. Bezirk: Gruuow. Geßlerstr. 13. Refrrent wird am Abend bekanntgegeben. 3. Bezirk: Holl. Siegfriedstr. 8. Referent Henri) Reiff. Politische Satire. 4. und 6. Bezirk: Reimann. Sedanftr. 17. Referent Dr. Seligsohn. 5. Bezirk: Hönisch. lboteüstr. 60. Referent Stadtrat Georg Wendt. 7 Bezirk: Pddzius, Sachsendamm 40. Referent Johannes Gott. Auf allen Zablabenden Bericht • vom Bezirksparteitag.— 79s. Abt. 20 Uhr im Ledigenheim. Lokal IgnatlU«. Enthstr. 37. Referent Ernst Reumann.— 80.»bt. lOi- Uhr Helmholtz- ! Gnmnastum, Rubensstraße in Friedenau. Referent Hans Bauer. 92. Abt. Steglitz Zahlabende in folgenden Lokalen: 1. und 2. Bezirk: Scheu- i Hase. Ahornstr. 15a. 3. und 4. Bezirk: Richter, Feldstr. 8. o. Bezirk; j Selix, Bismarckstr. 65. 6. Bezirk: Zaubersranz, Berg- Ecke Louenbutget r Straße. 7. Bezirk: SNdender Hof. Lichterfelder Str. I. 8. Bezirk: Hum- Gosdt. Ecke Elisenstraße. 9. Bezirk: Sckulz. Birkbuschltr. 90� 33. Abt. Lichterselde. 20 Uhr im Lotal Ernst.Rohde fsrüher Schmidtl, Liiiden. burgdamm Ecke Roonstraße. Bortrag:„Die Jugend zur Politik. Referent Ludwig Diederich.„, »ichterfelde.vst. 20 Uhr Zohlabend bei Bubrick. L-renzstr. 56. Bortrag:„Die englisch« Arbeiterbewegung." 36. Abt. Tempelhof. 20 Uhr. 3. Bezirk»ei Hennig, Manteusselstr. 45. 5. Be. zirk bei Henning, Kaise,-Wilhelm, Ecke Moltkestraße. 4. Bezirk im Nestau. rant zur Linde. Werderslr. 12 Ecke Friedrich.Karl.Straße, Vortrag:„Wirt. schaftliche Betrachtung zwischen Stadt und Land." Referent Gewerkschafls. iekrelär Otto Galke. 6. Bezirk bei Schäfer. Ringbahnstr. 12. 7. Bezirk I bei Happel. Kottlieb.Dunkel-Str. II. Tagesordnung auf den Zahladende». » Bericht vom Bezirksparteitag. von de» Vorstandsfitzungen und von der letzten Bezirksoerordnelensitzung. 86. Abt. Mariendori. 2» Uhr. I., 2. und 7. Bezirk bei Reumeher, Schäneberger Ecke ssaiserstraße. 3. bis 6. Bezirk bei itzörlitz. Chausseestr. 19. 8. bis 10. Bezirk bei Dhonau, Friedenftr. 6. Bericht voin Bezirksparieitag. 37. Abt. Marienselde. 20 Uhr Schuster, Kiechstr. 68. Bericht vom Bezirks- parteilag. 83. Abt. Lichtenrade. 19>l. Uhr Zahlabend Schule. Roonstraße. Zieuköll». 90. Abt. 20 Uhe Mitgliederversamnilungen in folgenden Lokalen: 16., 26. und 27. B.zirt bei Sauer, Pannierstr. 54: 24. Bezirk der Klemt, Berliner Str. Ila,: 25.. 34. und 35. Bezirk bei Schobeiko, Weichselftr. 5: 28. und 32. Bezirk bei Braun, Weichselftr. 45! 22, und 29.«. Bezirk bei Rüdiger, Lohmühlenslr. 36; i!0. und 31. Bezirk bei Jahn, Fuldastr. 45; 33. und 50. Bezirk im Idealkassno, Weichselstr. 8.' 48. Bezirk bei Woihge, Fuldastr. 8; 49. und 61. Bezirk bei Ramm, Erkstr. 10.—- 91. Abt. 191» Uhr. 19., 20., 21., 23. Bezirk bei Mar Fleckinger, Wißmanustr. 10. 22. Bezirk hei Hermann Küster, Karlsgortenstr. 4. 39. Bezirk bei Wilhelm Lübbecke, Karlsgarteustr. 12.;I6. und 46. Bezirl bei Rausch, Flughasenstr. 29- 43. und 48. Bezirk bei Mäuseier, Flughasenstr. 48. 45. und 47. Bezirk bei Schreiber. Flughasenstr. 7. 37. und 44. Bezirk bei Ramiu. Mainzer Str. 12. 41. Bezirk im Restaurant.Zum Flughasen", Mahlower Str. 10.— 92. Abt. 20 Uhr Mitgliederzusammenkünfte iii folgenden Lokalen: Bezirk 51. 58. 00: König, Wildenbrulss, Ecke Weserstraße. Bezrke 52. 53, 57: Echitorro, Schan. dauer Str. 1 Ecke Elbestraße. Bezirke 54, 55, 56: Gauter, Harzer Str. 88. Referent Karl Polensie. Bezirke 59. 8l. 82: Wolfs, Kaifer-Friedrich-Ste. 173. Bezirke. 62, 63, 79: Simon, Berthelsdorier Str. 9. Bezirke 80. 85: Schade. Roieggerstraße Ecke Wilhelm-Bufch-Straße. Referent Max Stumpf. Be- zirke 87. 88: Schneider, Rosenstr. 7.— 93.«bt. 20 Uhr. 83. und 105. Bezirk hei Schauer, Treptower Str. 90. Bericht vom Bezirkstag. 84.. 86. und 103. Bezirl bei Zimmermann, Treptower Str. 10. Bericht vom Bezirkstag. 104., III. und>14. Bezirk bei König. Böhmische Str. 43 44. Genosse Rein. Harb:.Politische»lid Wieisäiaftliche Tagesseage»." Bericht vom Bezirks- tag. 106., 107. und 110 Bezirk bei Einkops, Kaiser-Friedrich. Ecke Maeesch- straße. lSenofie Georg Na ible;.Mach der Wahl." Bericht vom Bezirkstag. 108. und 109. Bezirk: Bärwintel. Bericht vou> Bezirkstag. 112. und 113. Bezirk bei Just, Riemetzss.r. 19, Bericht vom Bezirkstag. 115. Bezirk bei König. Kanner» Ecke Elsterstraße. Bericht vom Bezirkstag. 116. und 117. Bezirk bei Pritzkow. Echöneweider Ecke Richardstraße. Bericht vom J Bezirkstag—»4. Abt. lO'i Uhr. Bezirke 40, 69; Kuhfeldt. Lichtenraber t Straße 38 Ecke Selchower Straße. Referent Eduard Fächert. M. d. L. 42.. 66. Bezirk bei Lenk. Selchower Str. 6. 70., 93., 90. Bezirk bei S«ll. ."•r jLkrr»». �.»».» v»,«.» O 2n»„!»»•<. � I CQ»». Ii/,...mma �\ a iiffe -Jicreteur.zranz»unuier. NX. o. m. �»». r>o>. IS'-: an: siaiaer, Visual. straße 56. Referent Ernst Rüben.— 98. Abt. 20 Uhr bei Teich, Knesebeck- } straße 135. Bortraq;„Das neue Gefetz Groß.Berliu." Referent Stadlver. ordnetet Paul Robinson. 99. Abt. Britz-Buckow. 20 Uhr. Bezirke>56. 157, 158, 159:. Lokal Tristram, Bürgerstr. 48 49. Referent Viktor Krüger. 147. und 148. Bezirl bei Thomas, Britz, Ehausseestr. 10. 149., 150. und 151. Bezirk fSroßstedlnngs im Busch. s.» krug, Britz, Rudvwei Str. 49. 152/153. Bezirk bei Benisch, Britz. Rudower Straße 35. 164. und 155. Bezirk bei Becker, Britz, Ehausseestr. M. 160. Be- zir! bei Bischer, Suckow. West, Ehausseestr 1Z. 161/163. Bezirk: Kakfee Buckow. Buckow-Ost, gegenüber dem Krankenhaus. 106. Abt. Rudow. 20 Uhr im Eafd Loose, äußerst wichtige Mitglied« rversamm. lung. Erscheinen dringend erforderlich. 101. Abt. Treptow. 1. Bezirk bei Stephan, Grätzstr. 1. 2. Bezirk bei Äanz, Kiesholzstr. Zl. 3. Bezirk im„EKeneck", Kiefholz. Ecke Elsen straße. 4. Be. zirk im Lokal Beermaunstr. 10. 5. Bezirk im Lokal Tivoli lFallenhagen), 9teu« Krugallee. In allen gahlabenden Bericht vom Bezirksparteitag. Bil. dungsarbeiten. Berschiedcnes. 103. Abt. Oberschöneweide. Die Zahlabcnde fallen aus. Dafür Mitgiiederver. sammlung im Lokal Bürgerpari(Inhaber Truhe), Weißkopfstraße. Rcfe- rent Genosse Wolfgang Schwarz:„Die politischr Lage." Das Parteibuch ist am Soaleingang zur Kontrolle vorzulegen. 194. Abt. Riederfchineweid«. 20 Uhr Lokal Fritz Kubat, Brückenstr. 15. Rcfe. rent Dr. Ernst Falck. 105.«bt. Adlershof. 20 Uhr im Lokal Ratskeller, Bismarckstr. 58. Referent Robert Breuer. 100. Abt. Iohannisthol. 20 Uhr bei Reibe, früher Schreiner, Friedrichstr. 6. Referent Max Feäiner, M. d. L. t07. Abt. Alt.GIienicke.Falkenberg. 19(4 Uhr im Gemeinschaftshaus der Garten» stadt Falkenberg. Alter Gutshof. Referent Jockel Meier. 109. Abt. Friedrichshageu. 29 Uhr im Stadtiheater, Friedrichstr. 6. Referent Johannes Stelling, Ät. d. R. Verschiedenes. 140. Abt. Grünau. 20 Uhr Lokal Werner, Köpenicker Str. 125. Referent Emil Barth. Lichtenberg. 444. Abt. 20 Uhr Logenkastno, Knorrprmnenade 2. Referent Viktor Schiff.— 415. Abt. 19V4 Uhr. 1. Gruppe bei Stvber, Jungstr. 28. 2. Gruppe im Tivoli, Weichselstr. 6. 3. Gruppe bei Radtte, Müggelstraße Ecke Schornweberstraße. 4. Gruppe bei Leipke. Kronprinzenstr. 47. Sonn. abend 18 Uhr Flugblattoerbreilung von den dekannten Lokalen. Sonntag ' 12.30 Uhr Abmarsch von der Iugendbllhne.— l>0. Abt. IO'j Uhr bei Schoner!, Knnoststraße. Referent Stadtrat Emil Dittmer.— 117. Abt. Dee Zablabend fällt ans.— 118. Abt. 19 Uhr bei Tempel, Gudrunstr. 7. Refe- rent Genosse M-rkwitz.— 119. Abt. 19U Uhr Lokal Rormannenstroße Ecke Ruschestraße. Vortrag:„Christentum und Sozialismus." Referent Pfarrer Dr. Piechowfki. 420. Abt. Friedrichsfelde. 20 Uhr Wiehes Gesellschaftsbaus. Wilbelmstr. 38. Re. ferent Max Westphal. 421. Abt. Kaelshoest. 20 Uhr im Deutschen Haus, Stolzenfelsstraße, Bortrag des Genossen Franz Spliedt. 122. Abt. Biesdorf. 20 Uhr bei Porath. Marzahner Str. 31. Aussprache über die politische Loge_„ I22a. Abt. Bie-bors.Siid. 30 Uhr bei Lindner ffrüher Burkhards), Kopenicker Straße 25, Zahlabend._. 123. Abt. K-ul-borf. 20 Uhr in der Schütze icklause, Hönower Str. 5. Referent Rudolf Karsten.._ 124. Abt. Mahl-dsrf. 19' 4 Uhr Zahlobende in den bekannten Lokalen. 125. Abt. Weißenlee. 29 Uhr. 1. Abt.: Minge. Lothrinqenstr. 32. 2. Abt.: Kallas, Lehderftr. 122. 3. Abt.: Ezernijetzki. Roelckestr. 173. 3,. Abt.: Fitzner. Pistvri»»- Ecke Friestckestraße. 4. Abt.: Stärke. Tassostr. 16. 5». Abt.: Krause, Große See» Ecke Zchönstraße.— Für die 5. Abt.: Donnerstag, 9. Oktober. 20 Uhr bei Peters. Lichtenberger Str. 12. 127. Abt. Hobeuschönbaufe». 19''. Uhr Lokal„Zum Storchnest", Hauptstr. 8—4- Reserentin Stadtverordnete-Minna Todenhagen. 128. bi» 130. Abt. Pankow. 19'4 Uhr. 1. Gruppe: Roack. Kailer.Friedrich. Straße 53. 2. Gruppe: Lehmann, Mstsslen» Ecke Marimilianstroße. 2». Gruppe: Kober. Berliner Straße. 3. Gruppe: Boeeik, Berliner Straße 97—98- 4.. 5. Geupve: Türkisches Zelt, Breite Straße. 6. Gruppe: Neumann. Mendelstr. 17. Porteag:„Freidenker und Sozialismus". Re» ferent Fritz Schmidt. 7.. 8.. 9. Gruppe: Sängerheim. Fiorassr. 93. Bor. trag:„Voiksktaat und Volkspolizei". Referent Genosse Stelter. 130a. Abt. Aeineeeboei. 20 Uhr im Lokal Schuzl. Tiniusftr. 60. Referent Dr. Fritz Schloß. 131. Abt. RiedersGönbaufe». 20 Uhr im großen Saal de» Lokals Sanssouei, Nordend. Kaiser-Wilhelm-Str. 64. Referent Rudolf Wissest. M. d. R. 132. Abt. Blankenburg. 19' 4 Uhr bei Klug, Darsstr. 2. Referent Genosse Emons. 133. Abt. Buetholz. 20 Uhr bei Rossack, Hauptstr. 71. Zahlabend. 134. Abt. Buch. 20 Uhr bei Göpfert, am Bahnhof. Referent Dr. Helmut Klotz. 136. Abt. R«i»ickeud«ri.vst. 19',z Uhr. 1. Bezirk: Kemnitz. Sraf-Rödern-Allee. 2. und 2a. Bezirk: Kiehne. Restdenzftr. 9. 3. bis 6. und 10.. 11. Bezirk: Rochhous, Restdenzstraße. 7. nnd 8. Bezirk: Soffmann, Mark- Ecke Hol- länderstraße. 9. Bezirk: Steinbach. Eehillerpromenade. 12. bis 14. Bezirk: Rockel. Sansastraße. 15. und 16. Bezirk: Neumann, Pankower Allee Ecke Propin, strane. 17. bis 21. Bezirk; Brückner, Provinzstraße. 138. Abt. Aermsbarf. 20 Uhr Lokal Oirent, Berliner Ecke Bahnhofstraße. Referent Seoeq Müller. 139. Abt. Tegel. 20 Uhr im Allen Krug. Hauptstr. 14. Vartraz:„Die politische Lage". 140. Abt. Baesta Wolde. 1914 Uhr bei Woitschach, Ernftstr. 1. Referent Dr. Deutschkron. Parteiangelegenheiten. 146».. Abt. Wittenau. 20 Uhr bei Heese, Berliner Str. 78 in Reinickentorf-Weft, am Keemmener Bahnhof. Referent Karl Litte. M. d. R. 141. Abt. Rosenthal und Rieb«eschö»hausen.Wkst. IIZZ Uhr bei Hoffmann. Kronprinzenstraße. Referenl Gottlieb Reese. 143. Abt. Waidmannslust. 20 Uhr bei Iarius, Furft-Bismarck-Straße, Zahlabend. Wildau. Zahlabend für Wildau bei Dubian. Genosse Will» Wolff von den Kommunalpolitischen Zentrale beim Parteivorswnd sprich; über das Thema „Reichstagswahl— Regierungsbildung— Sozialdemokralie". Frauenveranstallung. 4. Kreis Peeozlaner Berg. Donnerstag. 9. Oktober, 20 Uhr. bei Klug. Danzigee Straße, wichtige Funktionärinnensttzung. Jede Abteilung muß vertreten sein. Lezirksausschuh für Arbeiterwohlfahrt. 3. Krei» Webding: Die Abteilungsleiter der Arbeiierwohlfahet der 14., 15.. 16., 19., 20.. 21., 22. und 23. Abteilung werden nochmals dringend gebeten. d;s Wohlfahrtsmarken abzurechnen hzw. die Plarkenbeftände abzuliefern. Soweit die Marken im Besitze der politischen Abteilungen sind, ist mit denen sofort ob. zurechnen. Nach wie vor stehen von den einzelnen Genossen und Genossinnen die Beträge flle die Arbeiterwohlsahrtsheste recht lange aus. Erfolgt bis zum 10. Oktober nicht die Bezahlung der Rückstände, muß die Einstellung de: Liefe, rung erfolgen. Die Abrechnung der Ebert-Korten läßt zu wllnschen übrig. Hermann Retzlaff, Pankste. 78.— Freitag. 10. Oktober. 1914 Uhr. Sitzung der Fachgruppe Iugendwohlsahrt im Ledigenheim Schönstebtstr. I, 5. c'orf. Z. 15. Tagesordnung: 1. Vortrag:„Aufbau und Aufgaden des Jugendamtes". Referent Genosse Mendelsohn, leitender Fürsorger. 2. Aussprache. 3. Berschiedenes. Alle Heiser der Fachgruppe sind im Interesse der Arbeit zur Teilnahme per- pflichtet. Gäste(nur Parteimitglieder) sind willkommen. Iungsozialisten. Heute, Dieusäag, 20 Uhr, im»rbe>tee.Abftin«nten.»und. Lk-litzer Str. 6. Fortsetzuug b«, Rcscrentenkursu» Pottlitzee. Wege» der neueu Arbeitsei». triluxg Wied restlose»»ud puuktliche. Erscheinen aller Teilnehmer erwartet. Gruppe Giibeu: Wir weisen schon beute alle ältree« SAZ..Mi:aliedei»rh alle inuge» Parteigenosse» aus unseren«erbeabend-m Freitag, 10. Oitober. im Jugendheim Porckstr. 11 hin. Es wird referiert über„Entstehung, Entwicklung nnd di« politischen Aufgabe» der Zungsozialisten". Wir bitten nm zahlreichen Besuch. Gruppe Tempekhaf. Mariendars: Im Jugendheim Lyzeum Tempelhoi. Ger. maniastr. 4—6 sEingang von der Götzstraße), heute um 20 Übe Vortrag: „10 Jahre Inngsoziolisten, Rückblick und Ausblick". Reseeent Franz Lepiniki. Partei- und ältere Genossen der SAJ. sowie Sportler sind freundlichst eingeladen. Geburtslage, Jubiläen ufw. 29. Abt. Unserem lieben Genossen Gustav Gebauer zu seinem 30jährigen Parteijnbiläum die deezlichstrn Glückwünsche. 37. Abt. Unser Genosse Wilhelm Block, Heibenselbstr. 7, begeht seineu 05. Geburtstag, ebenso ist er 25 Jahre Mitglied unsceer Paeiei. Dem alten treuen Mitkämpfer unsere herzlichsten Glückwüniche. 56. Abt. Ehaelottenbn'rg. Unieeem liebe» Genossen»ab Sangesbendee Georg Henfer und seiner Gattin zur Silberhochzeit die herzlichsten Glück- wünsche. III. Abt. Bohnsbarf. Unsere«. lieben Genosse» Kermnn» Ja eck zu seinem 60. Geburtstage die herzliebste» Glückwünsche. 130. Abt. Pankom. Unserem lieben Genossen Otto Drnfchke, Kreuz, straße 5, zum 25jShrig«» Parteijubilium die herzlichsten Glückwünsche. Verantwortlich für Politik: Bietor Schiff; Wirtschast: S. Klingelhöser! Gewerkschaftsbemegung: Fr. Eßkoru; Feuilleton' Dr. John Schikowski: Lokales: und Sonstiaes; Fritz Karstädt: Anzeiaen: Tb. Glocke: sämtlich in Beelin. Lerlag: Vorwärts-Verlag G. m. b. H.. Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckerel und Serlagsonstalt Paul Einger n. Co.. Berlin EW. 68, Lindenstraße 6. Hierzu 2 Beilage». R. Israel bringt eine hochinteressante Sandarbeitsousstellung, verbunden mit einem außerordentlich preiswerten Berkauf handgestickter Madeirodecken auf Bielefelder Leinen. Ein« Anzahl geübter Stickerinnen zeigt neben den bekann. ten Stil» und Kreuzftichardeiten neue einkoche Stiche mit reizend:» Esfek'eu. Ganz neuartig und besonders erwähnenswert find die Handarbeiten Lama- und Flammenstich auf Kanevas, die außerordentlich leicht auszuführen sind. Hand. arbeitslnaterialien, wie Kundfeide, Wolle und sonstige Stickgarne, sämtlich in indantheen gefärbt, werden in großer Mannigfaltigkeit gezeigt, unter gleich- zeitiger Ausstellung der belanntin Handarbeiisbücher. Ein Besuch dieser Aus- stellung ist sehr lohnend. Dentidier Metaltorbeiter-TirtiaDil Venraltunrsstcllc Berlin Todesanselgen Den Kollegen zur Nachricht, daß imser Kollege, der Klempner Lckult� am 30. September 1930 gestorben ist. Dir Einäscherung hat schon statt- gefunden._ Am 3. Oktober verstarb der Kollege, der Rohrleger Sermavo leiedert geb. 12. April 1677. Die Einäscheruilg findet am Mitt- woch. dem 8 Oktober, 14 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Ehre ihee« Andenke»! Rege Beteiligung erwartet via Ortsrerwaltung ■ Nach langem und schwerem Leiden verstarb tun 4. Oktober meine liebe Frau und gute Mutter (Zertnul Eistet geb. Leaaer im Alter von 43 Jahren. In tiefet Trauer Wilhelm Eistet und Sohn Berlin-Neukölln, Weichselstraße 7. Die Einäscherung findet am 0. Oktober, 18 Uhr(6 Uhr abends), im Krematoriuni Baumschulenweg stau. UaiUuir.lUbill- a.ReklamemtrkeB gegen Kachahmung gesetzt, gesell. fertigt seit 44}ah> als SpeaUllilt Conrad«Oller lefpzie• Schkeuditz Äa Afexanderplatz Neue Königatr. 43 BiumcnsiicBacn jeder Art liefert prei, wert ?»>»>«üallet» dorm. Rodert.Ae, er diAiianncnttraHc 9 Ecke Naumznstraße Amt Moritzpl. 10303. IVLI'llUIIN voi' Ilsvlishmungsn! iViÄIillkI'! o k s 5 s bleibt O k a s a I (nach Geheimrat Dr. med. Lahusenl ist kein neues «i#n>CIS>CS Prävarat, aber in der Praxis 100 000 facti bewährt! Okasa wurde vor Jahren auf Grund langjähriger wissenschaftlicher Versuche erst der Allgemeinheit übergeben. Der Gehalt an Sexual- Hormonen wird schon seit Jahren garantiert Die Herstellung dieser erfolgt nach Deutschem Reichspatent und kann nach diesem Verfahren kein Konkurrenzpräparat hergestellt werden. 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