Morgenausgabe Nr. 483 A 243 4?.Iahrgang Wöchentlich 85 monatlich Z.6V M. im voraus zahlbar. Postbezug 4.38 M. etttichließlich bst Pfg.Poftzeitunos- und 72 Pfg. Postbestellgebühren. Ausland»« obonnement 6.— M. pro Monat. * Tft..SJonnorts* erscheint Wochentag. Itch zweimal. Sonntags und Montags rnntal. die Abendausgaden für Verlin und im Handel mit dem Titel.Der Abend'v Illustrierte Beilagen.Volk und �e't" und..Klndersreund". Ferner �Frauenstimme" Technik".„Blick in die Bücherwelt".„Jugend-Vorworts� und.Stadtbellage". BicrUner VolSsbia« Mittwoch IS. Oktober 1930 Groß-Äerlin 10 Pf. Auswärts 15 pf. Nonpareillezeil« ntg. Reklameieile 5.— Reich»« .,Kletne Anzeigen' das enge« Vis e l n f p a ltt g e 80 Pfennig. Reklamen eile mark. druckte Wort 25 Pfennig �zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Zeile 60 Pfennig. 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Jeder Betrieb hat Mitt- woch vormittag einen Sitnationsbericht an die Orts- Verwaltung des Deutschen Metallarbcitervcrbandcs sZimmer 20, T i r P i tz) zu geben und dort Material in(Empfang zu nehmen. Alle Anweisungen der Streikleitung müssen die Unterschriften der Kollegen U r i ch und Eckert tragen. Alle anderen den Streik bctrcsscndcn Bekanntmachungen sind ungültig. Klar zum Gefecht! Im Laufe des gestrigen Tages wurde das endgültige Resultat der Urabstimmung bekannt. Von den 126 18» in den Betrieben des BBMJ. Beschäftigten saue- schließlich der Lehrlinge) haben sich 106 433 Arbeiter und Arbeiterinnen an der Abstimmung beteiligt. Es wurden abgegeben: für den Streik........ 90 599 Stimmen. für Annahme des Schiedsspruchs 15 834 Stimmen. Auf Grund dieses Abstimmnngsresnltats beschloß gestern vormittag das Metallkartell. ab Mittwoch früh alle VBMJ.-Betriebe zu bestreiken. Gestern abend trat im Hause der TMV.-Lrtsver- waltung noch einmal eine Konferenz der Obleute aus den Metallbetricben zusammen. Das vom Genosien ll r i ch mitgeteilte Endergebnis der Abstimmung und der Streikbeschluß des Metallkartells wurden von den sfunktwnären mit stürmischen Bravo-Rufen auf- genommen. Somit treten heute früh sämtliche in den 276 Betrieben des Verbandes Berliner Metall- industrieller beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen in den Streik, nnd nicht, wie es in Meldungen bürger- lichcr Blätter hieß, nur einzelne Facharbeiterkategorien. In jedem Betrieb haben die Streikenden eine Streik- leitung zu bilden und bis zehn Uhr vormittags an das Büro der Berliner DMV.-Ortsverwaltung Bericht über den Beginn des Streiks zn erstatten. Des weiteren sind die Verbandsmitgliedsbücher einzusammeln. Voraussichtlich werden die Lblente erstmalig am Donnerstag zusammentreten, wenn nötig, auch schon am Mittwoch. Vorläufig sollen von dem Streik aus- genommen bleiben lediglich die über 69 Jahre alte« Arbeiter und die Kriegsbeschädigten. Damit waren die letzten Anweisungen für den Streik gegeben. In glänzender Kampfstimmung begaben sich die Obleute an ihre Posten. m Der Kampf beginnt. Die Unternehmer haben ihn. gemollt. Sie haben darauf spekuliert, daß die Arbeiterschaft in der Zeit der Krise geschwächt sei und nicht kämpfen werde. Sie haben übermütige und herrschsüchtige Forde- rungen gestellt. Sie haben für die Absicht des Lohn- a b b a u e s die Hilfe der staatlichen Schlichtungsinstanz ge- fundcn. Aber sie haben sich dennoch verrechnet! Die Scharfmacher vom Verein Berliner Metall- industrieller waren gewarnt. Die Vertreter des Metall- kartells haben ihnen angekündigt, daß die Berliner Metall- arbeiter n-cht einen Bruchteil eines Pfennigs Lohnabbau kampflos hinnehmen würden. Die Unternehmer sind über diese Ankündigung hinweggegangen. Nun haben sie den Kampf! Die Berliner Metallarbeiter verteidigen ihre Lebenshaltung gegen einen Angriff brutaler Un t e r n e h ine r w i ll k ü r. Sie diesen Kampf nicht für sich allein. Sie kämpfen, um den ersten großen Stoß der großen Lohnabbau- offensive des deutschen Unternehmertums abzuwehren. Die Berliner Metallarbeiter sind dem Rufe ihrer Gewerk- fchaft gefolgt. Sie werden diesen Kampf in voller Solidori- tät führen, nach den Anweisungen ihrer Gewerkschaften. Der Streik wird das wirtschaftliche Leben der Reichshaupt st adt tief erschüttern. Handel und Ge- werbe, das gesamte Wirtschaftsleben der Stadt werden die Einengung des Konsums der streikenden Metallarbeiter ver- spüren. Die städtischen Finanzen werden durch die Aus- Wirkungen des Streiks sehr schwer berichrt werden. Die wirtschaftliche Unsicherheit, die er hervorrufen wird, läßt sich nicht absehen. Das alles haben die Unternehmer gewollt! Das ist der Preis, den sie die Allgemeinheit für ihren Machtwillen zahlen lassen wollen! Der Ausbruch dieser großen offenen klassenmäßigen Auseinandersetzung stellt die Reichsregierung vor ernste politisch« Entscheidungen. Die Arbeiterschaft ist die festeste Stütze der Republik und der Verfassung. Sie ist die große organisierte politische Kraft, auf der das republi- kanifche Staatswesen ruht, das stärkste Gegengewicht gegen alle gegen das Verfassungsrecht gerichteten Kräfte. Die Staatsgewalt steht vor der Entscheidung, ob sie eine Unter- nehmeraktion begünstigen will, die den festesten Stützen des Rechts und der Verfassung das Brot vom Munde wegnehmen will und sie in einen verzweifelten Kampf um ihre Lebenshaltung hineingetrieben hat— oder ob sie in diesem Kampfe vermittelnd zwischen die Par- teien treten will. Die politische Lage ist gespannt genug, und es sind Fensterscheiben genug zerbrochen! An der Re- gierung liegt es, ob sie in dieser Situation zu den krisen- haften wirtschaftlichen Auswirkungen des Streiks auch noch krisenhafte politische Folgen hinzufügen will! Eine Verbindlichkeitserklärung des Lohn- abbaufchiedsfpruches würde von den kämpfenden Metall- arbeitern als ein« Parteinahme der Regierung für das Unternehmertum empfunden werden. Die Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruches würde keine Lösung des Konflikts bedeuten— nur eine Verschärfung und Komplizierung der Gegensätze. Die Berliner Metallarbeiter kämpfen um die Beseitigung dieses Schiedsspruches. Sie kämpfen um einen neuen Vertrag, der ihren Forderungen gerecht wird. Sie wollen neue Verhandlungen— jedoch nicht auf der Grundlage des im Schiedsspruch enthaltenen Lohnabbaues. Eine Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruches würde den Weg zu dieser Lösung des Konflikts nur verschließen. Die Berliner Metallarbeiter nehmen mit diesem Kampf große Opfer auf sich. Der Wert der gewerkschaft- lichen Organisation wird in den Tagen des Kampfes den Arbeitern deutlich vor Augen treten. Die Gewerkschafts- Mitglieder werden in der Kampfzeit den vollen Schutz ihrer gewerkschaftlichen Organisation erfahren. Das Metallkartell ruft die Berliner Metallarbeiter zum Abwehrkampf auf. Nun gilt es, gemeinsam den An- Weisungen der gewerkschaftlichen Organi- sationen zu folgen! Ein harter Kampf steht bevor. Unter der Führung des Metallkartells tritt' die Berliner Metallarbeiterschaft in den Kampf. Kein geordneter Kampf ohne Führung und ohne Bertrauen zur Führung! Ein Höchstmaß gewerkschaftlichen Opferwillens und ge- werkschaftlicher Disziplin ist erforderlich, um diesen Kampf zum erfolgreichen Ende zu führen. Auf zum Ab wehrkampf! Folgt den Pa- rolen der gewerkschaftlichen Führung. Sorgt für geschlossene G e w er k s ch a f t s- disziplin! Zur Vorgeschichte. Am 39. Anglist kündigte der Verband Berliner Metoll- industrieller den Lohntarifvertrag zum 1. Oktober, ohne Angabe von Gründen. Dieser Kündigung war im Juli der Angriff gegen die Gehälter der Angestellten zur„Unkosten-- senkung" voraufgegangen. Nach der Kündigung lehnten die Scholz gegen Löbe. Neichstagspräfidentenwahl als politische Kraftprobe. Der Alterspräsident Herold hatte gestern die Partei- führer zu einer Besprechung über diö Präsidentenwahl geraden. Es kam zu keiner Einigung. L ö b e hat, abgesehen von dem kurzen und wenig glück- lichen Interregnum W a l l r a f, die Reichstogoverhandlun- gen seit 10 Iahren geleitet. Niemand bestreitet seine hervor- ragende Eignung zu diesem Amt. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat einstimmig beschlossen, ihn wieder zu kandidieren. Sie kann den Platz für sich in Anspruch nehmen nicht nur nach parlamentarischem Gewohnheitsrecht, sondern auch nach§ 9 der Geschäftsordnung, der den Fraktionen im Verhältnis zu ihrer Stärke Anteil am Vorstand des Reichs- tags sichert. Dieser Anspruch ist vom Zentrum einstimmig anerkannt worden, die Bayerische Volkspartei hat sich dem angeschlossen. Wenn trotz alledem der Kandidatur Löbc«ine Kampf- kandidatur Scholz entgegengestellt wird, so beweist das die Absicht der Rechten, einschließlich der Volkspartei, die großen politischen Entscheidungen gleich bei der Reichs- iagspräsidentenwahl vorweg zu nehmen. Herr Scholz ist weniger Kandidat der Volkspartei, die mit ihren 36 Mann ja nicht allzuviel mehr zu melden hat, als Kandidat der Nationalsozialisten. Die Virtuosen der Trillerpfeife haben gestern bei Herold erklärt, die Wahlen hätten eine„antimarxistische Mehrheit" ergeben, also müsse auch ein„antimarxistischer Präsident" gewählt werden, wie zum Beispiel der Vorsitzende der ge- wiß zuverlässig-antimarxistischen Aufsichtsr a�t sparte! Herr Scholz. Herr Schoh; ist der Kandidat der antimarxistifchen Kon« zentration unter Führung der Nationalsozialistischen Partei. «eine Kandidatur ist zugleich eine ausgesprochene Kamps- Handlung gegen die Negierung Brüning, unternommen von einer Regierungspartei, unterstützt viel- leicht auch von anderen Regierungsparteien. Hie Löbe. hie Scholz— das ist eine politische Kraftprobe, die erste im neuen Reichstag. Und bei dieser ersten Kraft- probe wird, wenn nicht noch irgendein Wunder geschieht, der schwache Regierungsblock auseinanderbrcchen und seine Teile werden gegeneinander stehen. Ginge es um eine sachliche Entscheidung von grund- sätzlicher Bedeutung, so könnte man das noch verstehen. Es gibt aber gegen die Wiederwahl Lobes keinen sachlichen Grund, sondern es gibt nur eine Absicht, die Sozial- demokratie zu provozieren und jedes Zusammen- arbeiten zwischen ihr und Parteien der bürgerlichen Mitte unmöglich zu machen. Auf diese Weise hofft man, schließlich auch dasZentrumin eine antunarxistische Rechtskoalition unter maßgebender Beteiligung der Rationalsozialisten" hineinzwingen zu können. Von da bis zu deutschen Reichsministern, die höchst- persönlich aus d.ie Straße gehen, um den Juden die Fenster einzuschmeißen, wird dann nur noch ein kleiner Schritt sein. Das ist die prinzipielle Bedeutung der Entscheidung zwischen Löbe und Scholz. Die Nazis vor dem Gchnellnchier. Oer Staatsanwalt fordert erhebliche Gefängnisstrafen. Metallatt>ustri«ll«n alle Forderungen der Metallarbeiter Mr Ber« besierung des Manteltarifvertrages ab. Der„Dorwärts" schrieb zu dieser Kündigung am Zt. August: � Durch dos Vorgehen des Verbandes Berliner Mewll- industrieller kann es... in Berlin zu einem Arbeitskampf konnnen, wie er hier feit Iahren nicht mehr geführt wurde." Dieser Kampf ist jetzt da und wird trotz der riesigen Arbeits- lafigkeit mit dem letzten Kampstnittel der Arbeiterschaft, dem Streik, geführt. Der Streik ist ein Abwehrkampf. Nach erfolgter Kündigung des Lohntarifs ersucht« die Orts- Verwaltung Berlin des Deutschen Metallarbeiterverbandes den BBMI. um die Festsetzung eines Verhandlungstermines und um Mitteilung des Kündigungsgrundcs. Der VBMJ. teilte daraufhin mit, daß«r nicht in der Lage sei. noch vor der zweiten September- hülste Verhandlungen anzusetzen; offenbar mit Rücksicht auf dicRcichsiagswahlen. Als Verhandlungstermin wurde der 13. September festgesetzt, ohne daß der VBMJ. den im Metallkartell verbundenen Gewerk- jchasten als Tarifkontrahent seine Abändeningsantröge mitgeteilt hätte. Im Derl)andlungstcrm!n mutzte der VBMJ. angeben, was er mit seiner Kündigung beabsichtigte. Durch den Generaldirektor Kremmen er ließ er verkünden, daß die Meiallindustriellen ein« Kürzung der Tariflöhne um 15 Proz. herbeiführen wollen. Die Löhne müßten im ganzen Reiche ob- gebaut wenden. Bei den jetzigen hohen Löhnen von 1,12 M. fiir den qualifizierten Facharbeiter könnten die Berliner Metall- industriellen ihr« Betriebe nicht mehr aufrechterhalten. Die Unten- nehmungen der Berliner Metallindustrie würden von den Unkosten, in erster Linie von den Löhnen und Gehältern, förmlich auf- gefressen. Di« Verschlechterung der Tariflöhne um IS Proz. werde sich für die Berliner Metallarbeiter segensreich auswirken— durch die bald darauf einsetzende Belebung der Wirtschaft. Jedenfalls könnten die Berliner Metallindustriellen von der Forderung eines fünfzehnprozentigen Lohnabbaues nichts abhandeln lassen. Von Rechtswegen hätten sie einen Abbau um 2 0 Proz. fordern müssen und nur davon Abstand genommen, weil dos nicht auf einmal geh«. Tie Metallinvustriellen hätten lange genug den Mund gespitzt, jetzt müsse auch einmal gefpiffen werden. Die Metallarbeiter forderten dagegen eine Erhöhung des Tariflohnes der Fachorbeiter von 1,12 auf 1,20 Mark, und eine Erhöhung der übrigen Löhne im gleichen Verhältnis. Die Frauenlöhne seien auf 8S Proz.— bisher 70 Proz.— der Männerlöhne festzusetzen. Urich warnte die Unternehmer: Usbecheizen Sie den Kessel nicht. Wir werden nicht ein Zehntel Pfennig Lohnabbau kämpf- los hinnehmen. Biegen oder brechen!... Die Verhandlungen drohten aufzufliegen. Da machte Bredow den Vorschlag. die wöchentliche Arbeitszeit auf 40 Stunden zu»er- kurze«. wenn den Unternehmern daran gelegen sei, dos Arbeitslosen- Problem zu lösen.................. Die Vertreter der Unternehmer ersuchten die Gewertschästs- Vertreter, diesen Vorschlag zu präzisieren, damit er als Grundlage für neue Verhandlungen gelten könne. Die neuen Verhandlungen wurden am Dienstag, dem 23. September, geführt. Generaldirektor Dr. Kättgen vom Siemens-Konzern trat als Berhandlungsführcr der Metallindu- striellen auf. Er lehnte den Vorschlag aus Verkürzung der Arbeits- zeit ab mit der Begründung, die damit bezweckte Einstellung yon Arbeitslosen sei mit erhöhten Auswendun- gen verbunden und führe nicht zur Senkung der Unkosten. Die Absicht der Unternehmer, das Unkoftenkonto beträchtlich zu ver- ringarn, könne auf diesem Wege nicht verwirklicht werden. Das Sireben der Berliner Meiallindustriellen gelze dahin, unter Bei- behaltung der 48stündigcn Arbeitswoche möglichst viele Arbeitslose in die Betrieb« aufzunehmen. Dr. Köttgen wiederholte, was Generaldirektor Kremmener bereits betont hatte, daß die Löhne ttnd Gehälter nicht nur in der Berliner Metallindustrie, sondern im ganzen Reich abgebant > verbcn müßten. Die Verhandlungen wurden abermals vertagt, und zwar auf Dienstag, den 30. September Diese letzten Verhandlungen scheiterten, da die Unternehmer es ablehnten, die Arbeitszeit zu verkürzen, und auf ihrer Forderung bestanden: sämtliche Tarif» löhne um 15 Proz. zu verkürzen. Am 1. Ottober griff der R e i ch s a r b e! t s in i n i st e r Stegerwald ein. Auf Antrag der Unternehmer überging er den zuständigen Schlichter Wissell und setzte einen Tonderschlichter ein in der Person von Dr. Völkers, Vortragender Rat im Bremer Senat. Die„DAZ.", das Berliner Organ der Industriellen, begrüßte dies« Berufung mit dem Bemerken, es müsse als selbstverständlich be- trachtet werden, daß der Schlichter den Notwendigkeiten der Stunde Rechnung trägt und die Lohnherabsetzung durchsetzt. Die Verhandlungen in der S ch l i ch t u n g s k a m m c r am 3. Oktober wurden nach fünfstündiger Dauer bis spätestens S. Ok- töber vertagt, weil der Sonderschlichter erklärte, er habe noch kein genaues Bild gewonnen. Der Schlichter nahm mit den Beisitzern der Schlichtungskanimer Betriebsbesichtigungen vor. Die Sewerkschasten protestierten gegen die Verschleppung der VerhanWuitgen. die dann am 11. Oktober vor sich gingen. Der Entscheidung des Reichsarbeitsgerichts im Nordwestkonfükt folgend, vermied es der. Sonderschlichter, selber zu entscheiden. Er entschied mit den Stimmen der Unter nehmervertreter: ab 3. November werden di« Tarismindestlöhn« der über 18 Jahre alteif Arbeiter um 8 Proz. gekürzt, die der Jugendlichen und der Arbeiterinnen um 6 Proz. An, Sonnabendmiitag 12 Uhr läuft die Erklärungsirist ab. Di« Unternehmer werden den Schiedsspruch annehmen und die Verbindlichkeitserklärung beantragen. Die Meiatlorbeiter antworten mit dem Abwehrftreik. Nach einer Beweisaufnahme, die sich bis%11 Uhr hinzog, ergriff Staatsanwaltschastsrat Dr. Fischer das Wort zu feiner Anklage- rede, in der er betonte, daß die Ausschreitungen mit Recht die Empörung der Berliner Bevölkerung hervorgerufen hätten und daß keine Wilde gegen die Angeklagten angebracht sei, die er auf Grund der Zeugenaussagen fast alle für überführt hielt. Er beantragte gegen die Angeklagten Stenz, Konstantin, Hühnemund eine Gefängnisstrafe von einem Jahr zwei Monaten wegen Landfriedensbruchs und Verletzung der Bann- meile, gegen den Angeklagten Stellmacher wegen der gleichen Delikte ein Jahr Gefängnis. Di« Strafen gegen die anderen Angeklagten bewegten sich gleichfalls zwischen zwei Monaten bis neun Monaten Gefängnis, und zwar war hier Bannkreisverletzung. Wider- stand bzw. Ueberiretung der polizeilichen Vorschriften als erwiesen angesehen. Gegen den Kaufmann von Eisenhardt-Rothe be- antragte er zwei Wochen Gefängnis wegen Beamten- beleidigung, wobei er betonte, daß in derart aufgeregten Zeiten das schwierige Amt der. Polizei nicht noch erschwert werden dürfe. Außerdem beantragte der Staatsanwalt gegen neun An- ge.klagte angesichts der hohen Strafen Erlaß eines Haft- b e f e h l s. Lediglich gegen drei der Angeklagten ließ der Staats- anwalt die Anklage fallen und verlangt« Fressprcchung. Einer der Angeklagten, ein Nationalsozialist Vartold, nahm den Antrag des Staatsanwalts mit dem Ruf„Heil Hitler" und dem Faschisten- 0"�(Siehe auch 1. Beilage.) Oie ausgeliehene Kreifahrtkarte. Oer falsche Lohse und der braunschweigische Minister- Präsident. Die Affäre des braunschweigischen Hatenkreuzminister- Präsidenten Dr. F r a n tz e n wird nicht nur die Strasver- folgungsbehörden, sondern noch einige andere Behörden in Tätigkeit oersetzen müssen. Herr Frantzen hat sich der Begünstigung schuldig gemacht. Es ist nicht der mindeste Zweifei, daß er als Komplize des falschen Lohse gehandelt hat. Er ist auf dessen Wunsch ge- kommen, er hat wider besseres Wissen ihn als Lohse legitimiert, er hat mit voller Autorität als braunschweigischer Ministerpräsident auf die Polizeibeamten«ingewirkt, damit sie den falschen Lohse frei ließen, und erst, als der Schwindel mißlang und der falsche Lohse in Haft blieb, wurde Herr Frantzen kleinlaut! Wir sind gespannt, wie sich Herr Frantzen im braun- schweigischen Landtag verantworten wird! Bor allem aber: der echte Lohse ist Gausokretär der Nationalsozialisten in Schleswig-Holstein. Wie kommt der Gutsbesitzer G u t h aus Schleswig-Holstein zur Eisen- bahnsahrkarte des Abgeordneten Lohse? Werden aus national- sozialistischen Gauburos die Freffahrkarten der Abgeordneten ausgeliehen?:••: Herr Goebbels hat sich einmal sehr offenherzig über die Bedeutung der Freifahrtkarten für die nationalsozuüisti. schen Organisationen ausgelassen. Der Fall Guth-Frantzen- Lohse liefert eine sehr interessante Illustration zu diesen frei- mutigen Aeußerungen. Die Berliner Schutzpolizisten haben sich die Karte des falschen Lohse genau angesehen. Es wäre empfehlenswert, wenn auch auf der Reichsbahn die gleiche Aufmerksamkeit geübt würde! Kaule Ausreden von Kränzen. Der braunschweigische Staotsmimstcr Dr. Fronzen veröffent- licht eine Darstellung, in der es heißt: „Am Montagabend gegen 10 llhr wurde ich im Restaurant Bayernhos in der Potsdamer Straße von der Polizeiwache Pots- Paris, 14. Oktober.(Eigenbericht.) Es ist schwer, den Eindruck, den die Ereignisse in der Reichshauptstadt am Montag im Ausland hinterlassen haben, in Worte zu fassen. Er ist lata- st r o p h a l und droht Deutschland um den Rest von Kredit zu bringen, der ihm nach der verhängnisvollen Entwicklung der Tinge seit dem 14. September noch ge- blieben war. Man war in Paris nach den Ankündigungen der national- sozialistischen und kommunistischen Blätter daraus gesaßt, daß die Odstruktionsparteien der äußersten Rechten und Linken nichts un- versucht lassen würden, um gleich in der ersten Sitzung den Beweis zu erbringen, daß vom Reichstag in seiner neuen Zusammensetzung positive Arbeit nicht zu erwarten ist. Die Karnevalsparade aber, in der sich di« 107 Mann von Hitlers Gnaden gefielen, und ihre Fortsetzung aus der Straße in Form anti- semitischer Ausschreitungen haben selbst die schlimmsten Erwartungen hinter sich gelassen. Man wird■ sich danach kaum wundern dürfen, wenn die Pariser Presse, die sich gerade in den letzten Wochen der Entwicklung in Deutschland, gegenüber größter Objektivität befleißigt hat, die Montag-Creigmsse als ein„bar,' barisches Schauspiel" bezeichnet, da- eines großen Kulturvolkes wie Deutschland unwürdig sei. Die greifbaren Folgen der neuen Beunruhigung im Auslande werden sicher nicht aus sich warten' lassen und der Wunsch, den R e i ch s k a n z l e r Brüning in einem Interview in der„Vo- lontä" ausgesprochen hat, daß Frankreich nicht bei jeder Alarm- Meldung sofort seine Kredite zurückziehen solle, wird wohl ohne dcnner Bahnhof an gerufen. Mir wurde mitgeteilt, daß eine Person auf der Wache sei, die sich wegen ih r e r Le g i t i m a t i o n auf mich berufe. Man fragte mich, ob ich nicht kurz eimnol herüberkommen wolle. Ich leistete dieser Aufforderung Folge und fand aus der Wache den mir aus Schleswig--Holst«in bekannten.etwa 24jährigen Landwirt Guth vor. Ich wurde gefragt,, ob ich diesen Herrn kenne. Dies bejahte ich Darauf legte mir ein PÄizeibeamter ein« Abgeordnetenlorte des preußischen Landtags- abgeordneten Lohse sowie eine Paß Photographie des Guth vor. und fragt« mich, ob diese beiden Personen identisch seien. Der beide ganz offensichtlich durchaus unähnlich waren, erwiderte ich, man möge das doch selbst aus den Bildern feststellen. Da ich über den Sachoerhalt nicht im geringsten unterrichtet war. fragte ich, was denn überhaupt gegen den Mann vorliege. Der Beamte erwidert«, es fei weiter nichts von Belairg, es handele sich nur darum, wer der Mann sei; wenn ich erklären könne, es sei der Abgeordnete Lohse, dann sei die Sache in Ordnung, und der Mann werde entlassen werden. Ich habe diese Erklärung nicht abgegeben, sondern mich auf die Frage überhaupt nicht geäußert, zumal zu irgendwelchen Erklärungen gegenüber der Polizei keinerlei Verpflichtung bestand. Nunmehr betrat ein Polizeioffjzier den Wachraum, ließ sich den Sachoerhalt vortragen und ordnete an, daß der Mann aus jeden Fall der Abteilung I B. des Polizeipräsidiunrs vorzuführen fei. Jetzt wurde mir klar, daß gegen Guth etwas Triftiges vorliegen müsse und ich erklärte nunmehr dem Polizeibeamten unter vier Augen, es handele sich nicht um den Abgeordneten Lohse, sondern um den Landwirt Guth aus Schleswig-Holstein, der mit dem nicht ihm gehörenden Ausweis offenbar eine Dummheit gemacht habe." Rebellion der Kenstereinschmeißer. Oie SA-Leute stellen neue Korderungen. Die Press« der Rechten bemüht sich, di« Schuld an den Krawallen in der Leipziger Straße von den Rationaffozi-Äisten abzuwälzen. Sie verfährt dabei ebenso dummdreist wie einer der in der Leipziger Straße Verhafteten. Der erzählte, er sei eigentlich ganz wider seinen Willen vom Reichstag bis zu Wertheim mitgezogen worden. Rur aus Aufregung habe er mit dem Stock gefuchtelt, und nur ganz zufällig habe der Stock in eine Fensterscheibe geklirrt, und im übrigen wäre die Scheibe schon vor- her entzwei gewesen. Di« dummen Lügen sind gepaart mit Angriffen auf di« Polizei. In einem Atemzug« wird ihr vorgeworfen, daß sie brutal gewesen sei und daß sie überhaupt nicht zur Stell« gewesen sei! Die kläglichen Notlügen dienen dem Zwecke, die Verantwortung der Nationalsozialistischen Partei für di« eingeschlagenen Fenster» jcheiben zu oernebeln. Die Berliner Gauleitung der Notiv- noffoziolisten erläßt Erklärung aus Erklärung. .Tatsache fft. daß die SA. Mührt. von Herrn Stenn«),. — der mäht M, d. N' gevwrden.ist— und.verstärk durch ausiyyr, tigen Zuzug, demonstrieri hat. Tatsache ist, daß. sie den K r a w a l t in der Stadt organisiert hat. Am Dienstagabend war die SA. in ihre n Sta m m»� lokalen versammelt. Die Berliner Gauleiwng refft« von! Lokal zu Lokal, um wieder einmal um gut Wetter.zu bitten. Dia SA.-L«uie sind erregt, weil ihr« Organisation verschwinden soll, sie wollen«s sich nicht gefallen lassen, daß sie von denen öffentlich verleugnet werden, für die sie Feiffterscheibcn eingeschlagen hoben. und sie haben deswegen ein« Reihe nener Forderungen gestellt. Unter anderem verlangen sie den Mondatsvcrzicht mehrerer nationalsozialistischer Reichsiagsabgeordneter. Die ausgesprochenen SA.-Abgeordneien in der nationossozialfftischen Fraktion unterstützen diese Forderungen. jeden Erfolg bleiben. Die nationalistische Widerte" schreibt z. B. ironisch, daß den sranzösischen Zeichnern der Toung-Anleihe bei der Lektüre der Meldungen über die Ausschreitungen in Berlin wohl einig« Schauer den Rücken herobgelaufen sein müßten. Schon jetzt hätten sie nämlich, bevor sie den ersten Kupon ausbezahlt bekommen hätten, durch den Kurssturz der Anleihe 13 Proz. ihres gee zeichneten Kapitals verloren. Die Ereignisse, schreibt der„T e m p s", würden als schwere Schuld auf Brüning lasten bleiben. Brüning Hab« sich den Störenfrieden gegenüber viel zu entgegenkommend gezeigt. Die Taktik der Regierung Brüning, die nie im Reichstag und noch weniger im Lande eine Mehrheit hinter sich gehabt Hab«. habe nur die- schlimmsten Abenteurer und die übelsten politischen Freibeuter begünstigt. Bezeichnend genug sei es auch gewesen. fährt der„Temps" fort, daß am Montag in der ersten Reichstags- sitzung die Regierungsbänk« leergeblieben sei«», ein deutlicheres Symbol für die Passivität der Regierung gegenüber der reaktionären Gefahr. Wem: man dazu aber auch noch sehe, wie die gemäßigten Parteien sich in egoistischen Zänkereien erschöpften, ohne sich, über die dringlichsten AbwehrmaßNahm'n einigen zu können, wenn man sehe, wie die Boltspartcr versuche, ihren Führer« ch o l z dem bisherigen Reichstagspräsidenten Löbe entgegenzusetzen, dann könne man nur erklären, daß die Verwirrung in Deuffchland aus ihrem Gipfel sei. Die Dolkspariei�scheine auch nicht einen Augenblick daran zu denken, daß es der e?PD. nach einer Niederlag« Lobes unmöglich sein müßte, die Finonzresorm Brünings zu unterstützen. Man habe also allen Grund, der weiteren Entwicklung in Denischland mit äußerster Wachsamkeit zu folgen, denn es gehe um nichts Geringeres als um die Aufrechlcrhaltung der Ordmmg und de, Friedens. Deutschlands schwarzer Montag. Wie das Ausland über unsere Zustände urteilt. Llnrachs Schüler. Raziheiden mit Pennälerseele. In Heinrich Mcnns Roman„Professor Unroth", durch die Ton- Verfilmung weiten Volkskreisen bekannt, haben die Sekundaner eine Methode herausgebildet, straflos ihren Lehrer zu verhöhnen: sie melden mit Unschuldsmiene:„Hier riecht es nach Unrat", und wer will ihnen dann beweisen, daß sie mit„Unrat" den Spitznamen des Professors gemeint haben! Vom Schlag« dieser PennÄer, die den Lehrer ärgern, aber sich vor der Strafe furchten, sind die nationalsozialistischen Radau» und Schimpfhelden, gleichgültig, ob es sich um wirkliche Gymnasiasten und Studenten oder um deren seelenverwandte Erzieher hmiMt. Die Republik zu beschimpfen, Minister zu verhöhnen, die Polizei zu reizen, Scheiben einzuschlagen und sonstigen Skandal zu verüben— das gilt ihnen als ein Fest. Aber Hauptsach« bleibt: sich nicht er» wischen lassen! Unter den 107 Charakterhelden, die jetzt im Braunhemd den Reichstag zieren, befindet sich auch der eheinalige Leutnant Heines. Herr Heines nennt sich in seinen öffentlichen Ankündigungen stolz und provokatorisch„Fememörder Heines". Aber er prunkt erst ganz neuerdings mit seiner Tot, seitdem ihm nämlich strafrechtliche Folgen daraus nicht mehr erwachsen können. Solange diese drohten, hat Herr Heines klein und ekelhaft geschwindelt. Sein Charakter langte zwar dazu, einen wehrlosen Menschen auf un> begründeten Verdacht hin meuchlings zu erschießen, aber keinesfalls sich mutig zu dieser Tat zu bekennen. Welch Unterschied zwischen dem antifaschistischen Attentäter auf den italienischen Kronprinzen. der sich ruhig verhaften ließ und vor Gericht zu seiner Tot stand, uird Herrn Heines, der den von ihm Gemeuchelten bei Rollst und Rebel verscharrte und sich vor Gericht auf den berühmten „Fluchtversuch" herauszureden suchte. Jetzt, nachdem die— sehr milde— Strafe ausgestanden ist, öftentlich als„Fememörder" aufzutrumpsen, dazu gehört wahrlich weder Mut noch Ueber- zeugungstreue. Aber das ist das Ronnalverhalten. Genau dasselbe erleben wir dieser Tage bei den Schausensterattentätern der Leipziger Straße. Man hat den Uebersall organisiert, die Scheiben bombardiert, vor sich selbst mit der Tot renommiert— aber vor der Polizei ist man schleunigst ausgekniffen, und öftentlich z u ihrerTatzustehen, dos fällt der Meute erst recht nicht ein. Kindisch und erbärmlich suchen ihre publizistischen Helfers- Helfer vom Hugenbergbau die Schuld auf„kommumstischc Vrovokateure" abzuwälzen.„Ich bins nicht gewesen, Herr Lehrer, ich habe ganz wo anders hingesehen." Nicht das bescheidenste Beweismaterial für diese Behauptung ist bei der Hand. Dos eine Mal soll es ein besonderes Kennzeichen der Kommunisten sein, die Scheiben von Wertheim, aber nicht jene von Tietz einzuschlagen, das andere Mal sollen Angestellte des Hauses Wertheim genau erkannt haben, daß die„Deutschland erwach«!" rufenden halbwüchsigen Kommunisten gewesen seien— woran, wieso, wodurch? Daß sich bsi den Festgenommenen— noch nationalsozialistischer Angabe— 60 Proz. organisierte Nationalsozialisten befinden, ist für die nat'onaliozialistftche Leitung ein Beweis gegen den national- sozialfttischen Ursprung der Exzesse! Naturlich soll auch die Polizei an der Sache schuld sein, in- folge ihrer„irrsinnigen Witt und Nervosität", die Polizei, die— leider, leider!— erst 20 Minuten nach der Tat zur Stelle war! Dder wollen die deutschnationalen Gratisverteidiger der Nazrs es als ursächliche Folge etnez Ausammenstoßes zwischen Polizei und Demonstranten am Plaß der Republik bezeichnen, wenn Lei p�iger Eck« f««fhl'flt«V säst Zwei. Kilometer entfernt, die Scheiben Krien?.' Merkwürdig: wenn bei den Firmen Wercheim, Bud u. Lachmann, Blusen-Eohn, Tietz. Adam, Grünield, Behrendt ufw- die Scheiben eingeworfen werden, dann sind die Kam- muniften, dann ist die Polizei daran schuld, nur die Rationol- soziolfttcn. die jahrelang gegen Warenhäuser und gegen jüdische Ge. schäfte gchetzt haben, stehen außerhalb jeden Verdachtes! So wiederholt die Nationalsozialistische Partei in ihrer Gesamtheit das kläglich« Schauspiel, das ihre einzelnen Mitglieder vor dem Schnellrichter boten: sie wollen gor nichts Böses beabsichtigt haben und- nur wider Willen in die Sache hin- «ingekonnnen sein. Und wenn einer dabei beobachtet wurde, wie er mit dem Stock die Scheibe einschlug, so Hot er dies„versehentlich" in fuchtelnder Erregung getan? Diese P-nnälerausred« ist kein Einzelsall. Sie ist die geistige Gesamthaltung der Nationalsozialistischen Partei. Politiker?— Proscssor Unroths ungezogene Schüler! Die Freunde der Hochverräter. Hugenderg für die lllmer Hakenkrevzoffiziere. Die deuftchnationalen Abgeordneten wollen im Reichstag die Regierung interpellieren, ob sie sich für di« Begnadigung der per- urteilten Ulnier Offiziere einsetzen werde. Der Eiser, mtt der die Deutschnationalen sich der Sache der Puftchofsiziere annehmen, zeigt, daß sie sich als ihr« Gesinnungsfreunde im Hochverrat fühlen. Die Rechte und die Regierung. Devtfchnational,«Mißtrauen.- Freie Hand derWirffchosts- parte«. Die Reichstagsfraktion der W i r t s cha f t sp a r t e i beschäftigte sich am Dienstag in mehrstündiger Sitzung mst dem Verbleiben des Ministers Dr. Bredt im Amt«. Darüber wird mitgeteilt: „Die Reichstagssraktion der Wirftchaftaparrei nahm am Dienstag von der Ablehnung des Rücktrittsgesuches des Ministers Bredt durch den Herrn Reichspräsidenten und den» Ersuchen, als Minister ohne parteipolitisch« Bindung im Kabinett zu oer- bleiben. Kenntnis. Di« Fraktio,, hast nach wie vor an ihrer Forderung der Umbildung des Kabinetts im Sinne ihres Schreibens an den Reichskanzler fest. Der Reichsregierung gegenüber behält sie sich nunmehr völlig freie Hand vor." Hugenberg hat an den Reichskanzler Brüning einen Brief geschrieben. In dem es heißt: „Angesichts der bevorstehenden' neuen Abstimmungen hatten wir es für erforderlich, unmißverständlich festzulegen, daß es die Frage der Regierungsumbildung und des Re- gierungsfystems in Preußen ist. die«uch jetzt wieder einer politischen.Ptsammenarbett der nichtnurrxiftischen Parteien vir Lösung der Immer gefahrdrohender, vor Deutschland und der Welt aufsteigenden deutschen Frag« entgegensteht." Di« Herrschaften wollen Preußen, und da sie es nicht schaffen. kündigen sie an, daß sie für die Mißtraiiensanträge gegen Brüning stimmen werden._ 3n Boston haben Teilnehmer einer Erwerbstosenkundgebung das Gewcrkschaftshaus gestürmt. Polizei trieb sie auseinander und »erhapete 3h,_________ a.—-—--- ,-fi— Deutschland erwache- Scheibe zerkrache! Ich weiß, du strafest des Landes Verrat Und machst uns stark zur befreienden Tat! Nun weiß man endlich, wie die �befreiende Tat' der Krickfchen Gchulgebete praktisch aussieht! » Oer Karl-Marx-Hof. Eröffnung des größten Wiener Volkswohnungsbaues. Am Sonntag wurde die einen ganzen Kilometer lange Klein- wohnungsburg des Karl-Marx-Hofes in Wien XIV feierlich eröftnet. In 1400 hellen, sauberen, gesunden Wohnungen mit zwei elektrischen Zentralwäschercien, Badeanlage», Kindergärten, Jugendheimen. Bibliothek usw. wohnen hier 5000 Menschen. Von diesem herrlichen Bau hotte das Seipel-Blatt gejubelt, er stürze«in, als sich ein paar Betonpseiler etwas gesenkt hatten. In seiner Eröfftmngsrebe sagte Bürgermeister Genosse Karl Seih: Vor allem danke ich hier dem Mann, der am meisten angefeindet wurde, dem Stadtrat Weber(Beifall), dann dem Stadt- baudirektar und ollen seinen Mitarbeitern, dem Architekten, der dieses Werk erdacht hat. Ich danke auch dem Stadtrat Breitner (Vraufenier Beifall), der dank seiner sparsamen Finanzpolitck immer wieder in der Loge ist, die Summen auszubringen, deren wir be- dürfen, um das große Aufbauwerk im Wohnungswesen, im Für. sargewssen und im Schulwesen zu leisten. Wenn wir vor einigen Wochen hie große- W a hkb« we gun g Deutschlands beobachtet haben, wenn wir jetzt den Lärm der österreichischen Wahlliewegung hören— täuschen wir uns nicht darüber, daß das nur kurze Phasen sind. Wir stehen in einer historischen Periode der S a ch- l i ch k e i t. der stillen, aber energischen Aufbauarbeit. Unsere historische Zlufgabe ist. in Sachlichkeit diesa Arbeit zu leftten. Möge man diese Gemeindeverwaltung und ihr« Grundsätze bekämpfen. möge man in Worten gegen uns argumentieren, dieTatbeweist! (Stürmischer Beifall.) Mögen die Menschen, di« in diesen neuen Gebäuden aufwachse», einer bester«» Zukunft entgegengehen.(Ju° belnder. langanhattender Beifall, Hochrufe auf den Bürzermeftter und aus die Stadt Wien.) Hakenkreuzler gegen Polizei. In Wien besteht ein Verbot geschlossener Aufmärsche in Uniform und militärischer Marschordnung. Die Letter der nationalistischen Köntten-Kunbgebung am vergangenen Sonntag auf dem Helden- plag an der Ringstraße hatten der Polizei fest zugesagt, nur losen Ausmarsch vorzunehmen. Einige hundert Hakenkreuzler ober sammelten sich in Uniform und schreiend, was die Anwohner um so mehr erschreckte, als sie den Zweck nicht kannten, beim Westbahnhof und marschierten geschlossen mit Musik durch die Mariahilferstraße, ein« der lebhaftesten Verkehrsadern Wiens. Als ihnen Regierung?- rät Dr. Den k, der Kommandant der herbeigerufenen Polizeiver- stärkung, mit dem Verlangen entgegentrat, in losen Gruppen weitcr- zuziehen, weigerten sie sich, und als er— nach längcrem Verhandeln mit dem Führer im Wcitcrmarschieren— schließlich die Beamten einschreiten lieh. stürzte sich die Sturmabteilung, an schwarzen Sappen kenntlich. wütend aus die Polizei. Der Regienmgsrat wurde verletzt: nun schlugen die Polizisten drein und es gab blutige Köpfe: eins Hakenkreuzlerfohn« bekam«in paar Bluftpritzer ab, als sie benutzt wurde, um aus die Polizisten einzuschlagen. Nach weiteren per- «stellen Versuchen, die Marschkolonne wiederherzustellen, gelangten sie schließlich zu der Kundgebung, bei der sie den Hestmvehrminister Hueber in seiner Rede so oft unterbrachen, daß er st« vorzeitig ab- brach. Der Leiter der Kundgebung verbürgte sich für ordentliches Verhallen der Hakenkreuzler, worauf ihr verhafteter Führer wieder freigegeben wurde. Nach der Kundgebung stänkerten die Httlsrbuben «inen Zug der Eherechtsreformer auf der Ringstraße an, so daß hie Polizei zu deren Schutz eingreifen mußte. Zum Schluß ließ man sie noch vor ihren Verwundeten mit„Rechts schaut!" defilieren. Schober-Block schon gesprengt? kvien. 14. Oktober.(Eigenbericht.) Der Schober-Block, die Wahlgemeinschaft der bürgerlichen Mittelpartcien unter Führung des ehemaligen Bundeskanzlers Schober, ist gesprengt. Nachdem die Großdeutschen qus Gründen des Antisemitismus erklärt lzatten, mit der demokrati- schon Miitelpartei nicht zusammengehen zu können, Hot diese Partei beschlossen, eigene Kandidaten aufzustellen. Daraufhin Hot die Landesparteileitung des Landbundes in Oberpsterreich beschlossen, sich der Parole ihrer Meichsparteileitung nicht anzuschließen und eigene Kandidaten aufzustellen. Das gleiche planen die Landesparteilettungen des Landbundes in Solzburg und Tirol. Aus der Reichsiagsfratiion. Erweiterung de« FraktiovSvorstande«. Die jozialdemokratisch« Reichstagsfraktion mahlt« am Dienstag ihren Vorstand. Di« bisherigen Vorsitzenden Breitscheid, D i t t m a n n. Hormann Müller und Wels wurden, wie schon gemeldet, wiedergewählt. Der Vorstand wurde um vier Mitglieder erweitert. Ihm gehören jetzt außer den vier Borsitzenden an: Auf» Häuser, Otto Braun, Crispien, Graßmann. Henke, Hertz, Hilden- brond, Hilferding. Juchacz, Keil, Lobe, Scheidemann, Oswald Schu- mann, Seoering, Sollmann und Stampfer. Neu zugewählt find Osto Braun, Keil, Seoering und Sollmann. Das pensionskürzungsgesetz. Im Neichsrot mit'Zweidrittelmehrheit angenommen. 3m Rcichsral wurde gestern das Pensionskürzungsgejetz m i t verfassungsändernder Mehrheit, und zwar mit 5? gegen die 7 Stimmen de» Landes Sachsen bei Stimmen lhalknvg der Provinz und Land Thüringen angenommen. Der Berichterstatter erinnerte daran, daß der Reichsrat in früheren Fällen gegen ähnlich« Anregungen Bedenk«, erhoben hob«, da es sich um schwerwiegende Eingriffe in Be- amte»rechte handle. Trotz grundsätzlicher Aufrechterhattumj Alsberg und Hesse:„Voruntersuchung". Uraufführung im Nenaissante.Theater. Ein Tendcnzschauspiel gegen die modern« Folter der Vorunter- juchung im Slrafrechtsnerfahrcy. o«riatzt von einem Verteidiger und einen, Journalisten, in Fonn eines Kriminaldrama,. Eindrucksvoll. geschickt gewach, und sehr spannend: Publikum und Unterstichungs- richter erfahren erst im fünften Akt. wer der wirkliche Mörder ist. SttWende Dorstellcrjchajt, BomhenerjolK._ JQg*, der früheren Bedenken sei man in den Ausschüssen der Auffassung gewesen, daß man jetzt der außergewöhnlichen Notlage Rechnung tragen müsse. Allerdingz wurde dabei der Standpunkt betont, daß es sich um ein verfassungsänderndes Ausnahme» g c f e tz handelt und daß dieses Gesetz nurfürcinen bestimm- ten Zeitraum gelten könne. Die Ausschüsse haben sich für die Hauptbestimmungen auf drei Jahre geeinigt. Vor der Gcsamtabstimmung erklärte der sächsische Gesandte Dr. Gradnoiier: Die sächsisch« Regierung vermag dem Gesetz in der GestolkLsig. die es jetzt gewonnen hat, nicht zuzustimmen, und zwar besonders um der Destimm�sig willen, die die Beamten der Reichsbank, der Reichsbahn und der Religion,- gesellschoften nicht einbezieht. Ltrieil im Leipziger Kommunifienprozeß. Die Aolgen der blutigen Ostervorgänge. Leipzig. 14. Oktober. Im Leipziger Kommunistenprozeß ist am Dienstag das Urteil gesprochen worden. Es wurden � verurteilt: der Angeklagte Haubcnreißer ivegcn Totschlags in Tateinheit mtt schwerem Aufruhr.zu fünf Jahren Zuchthaus und vier Jahren Ehr- oerlust, die Angetlagten Matthcy, B ahrs, Prätoriu» und Esser wegen schweren Aufruhrs, der Angeklagte Helmstädter wegen schweren Aufruhr» und Landfriedensbruchs zu j e einem Jahr drei Monaten Zuchthau», der Ang'eSazte Denier zu sieben Monaten Gefängnis. Di« Ana«- klagten Hermann. Härtig und Schöne wurden frei- gesprochen. - pilsudski» Verhaftung» nml. Im Zusammenhaitz, mit dem„An» schlag" auf Pstsudski hat die Polizei die drei früheren sozial. demokratischen Abgeordneten Ehodzynski, Dziegi«. lewsti und Malus zemski verhastet. Auch nichtsoziakdemo- iraststhe Oppojftionstvndidaten sind gestern eingesperrt«Vörden. Oer Landtag eröffnet. Oer reaktionär-kommunistische Block gegen die Preußenregierung. D-r Preußische Landtag nahm am Dienstag seine Arbeiten noch der Sommerpause wieder aus. Bor stark besetzten Tribünen cröfsnete Präsident Bartels die Sitzung mit einem Nachruf für die inzwischen verstorbenen A b g g. Frau K i r s ch n> o n n- R ö h l os gestörte Rendezvous am Potsdamer Platz. Herr Leo R i s f z e s ist ein grofeer Freund der Dame«. jei denen es ihm hauptsächlich allerdings auf ihr Geldtäschchen ankommt. Schon im März des wahres 1929 betätigte er sich in Frankfurt a. M. und Berlin als Heiratsbetrüger. Seinen„Erwählten" gegenüber gab er sich für einen Jour- » a l i st e n und Vertreter französischer Zeitungen aus. in deren Zluftrag er in Franksurt und Berlin Filialredaktionen einrichten sollte. Der leider die„Gelder aus Frankreich" nur spärlich eingingen, borgte er seine Bräute um erhebliche Summen an, von denen sie keinen Pfennig wiedersahen. Die ganze Geschichte von der Filial- redaktion und der französischen Zeitung war natürlich S ch w i nd e l. Nifszes wurde damals festgenoimnen und zu zwölf Monaten Ge- fängnis verurteilt. Nach feiner Entlassung nahm er den alten Trick sofort wieder auf. Jetzt nannte er sich aber nicht mehr Riffzes, fondern legte sich den Namen„Dr Leo Reiner", Dr. Rödel" oder .Dr. Schubert" bei. Beibehalten hatte er die Erzählung von der Zeitung. Jetzt sollte es das französische Blatt„l'Effort" sein. Einer Dame in Berlin hatte er bereits mehrere hundert Mark abgeluchst und mit einer M>eiten Beziehungen angeknüpft. Die erste war aber hinter den Schwindel gekommen und hatte Anzeige erstattet. Gestern traf sich der schöne Leo mit der zweiten Braut aus dem Potsdamer Platz und begrühte sie galant mit Handkuß. Mitten in diese Huldigung hinein kamen jedoch Kriminal- b e a in t e, die den Schwindler suchten, und entrissen ihn dem zärt- lichen Beisammensein. Die Braut und die anderen Passanten wun- derten sich nicht wenig, warum der elegante Kavalier so rauh e n t- führt wurde. Meister der süßen Kunst. Konditorenmessen im Zoo. In Anwesenheit von Vertretern des Berliner M a g i st r a t s, der Handwerkskammer, des Landesberufsamtes und verschiedener Jnteressenverbände wurde gestern die diesjährige Konditoren- messe im Zoologischen Garten eröffnet. Wahre Wunderwerk« geschickter Konditorenhände offenbarten sich dem Besucher. Das Prunkstück der Ausstellung ist ein drei Meter großer Märchen brunnen mit einer Karamellfontäne, einem Springbrunnen aus Krokant und einem Marzipansockel. Ein« künst- lerisch modelliert« weibliche Brunnenfigur— das süße Mädel ist ganz aus Marzipan geschaffen— sitzt höchst appetitanregend am Drunnenrand. Das Schmargendorfer Rathaus ist aus Zuckcrwerk geformt. Daneben steht Ritter Lohengrin mit seinem Schwan. Im neuen Spritzverfahren werden die prächtigsten Zuckerglasuren in Form von Kakteen, Orangenbäumen, Tiergestalten usw. hergestellt. Geschmackvolle, launige Tortenbeschriftungen, ein munitiös aus- geführter echt englischer Hochzeitskuchen, Schokoladenklaviere und Marzipanbuketts und ein aus Kakaobutter geschnitzter Riesenvogel geben einen kleinen Ausschnitt der Konditorenkunst. Sehr beachtlich ist die Schau der L« h r l i n g s a r b e i t e n, die die Gewähr für einen begabten Nachwuchs liefert. Die Berliner Bäckermeister haben e.ne Sonderschau internationaler Backware arrangiert. Die Messe ist bis zum 17. Oktober geöffnet. Flugzeug stürzt ins Meer. Oer Pilot und drei Fahrgäste getötet. London, 14. Oktober. 3n einer Entfernung von 60 Silometern von P e r t h aus Australien wurde das wrack eines Flugzeuges gcsnnden, das am Alontag Perth verlassen hatte und i»s Meer gestürzt war. Der Flug- zeugführer, zwei Flugschüler und eine Pflegerin fanden den Tod. Das Mordrätsel vom Lainzer Tiergarten Verhandlung auf unbestimmte Zeit vertagt. Wien, 14. Oktober. 3n dem sensationellen Mordprozeß Bauer erschien heute nach 16 Uhr der Gerichtshof im dichlgesüllten Saal und der Bor- fitzende verkündete folgenden Beschluß: Der Schwurgerichtshof hat beschlossen, allen Beweisanlrägen der Slaälsanwaltschast und der Verteidigung Folge zu geben, die Verhandlung aus diesem Grunde aus unbeftimmle Zeit zu vertagen und die Angelegenheit an den Anterstichungsrichler zurückzuverweisen. Da diese Beweisanträg« im In- und Auslande durchzuführen und weitgehende Erhebungen zu machen sind, kann die Verhandlung nicht m der gesetzlichen Frist durchgeführt werden. Der Gerichtshof hat daher beschlossen, mit der Zulassung der Beweisanträge gleich- zeitig auch die Bcrtagung der Verhandlung auf unbestimmte Zelt auszusprechen. Der Gerichtshof hatte sich noch von Amts wegen mit der Frag« zu befassen, ob Bauer in Haft zu behalten sei, und ist zu der lleberzeugung gelangt, daß die Haft über den Angeklagten Bauer aufrechtzuhalten sei. Die Berkllndung dieses Be- schlusses löste in der Zuhörerschaft eine große Aufregung aus und auch der Angeklagte und die Verteidigung waren von dieser Wen- dung sichtlich überrascht. Philharmonie im neuen Gewand. Berlins bedeutendster Konzertbau, die Philharmonie, ist in der letzten Zeit verschiedenen Renovierungen unterworfen wor- den. Nachdem im vorigen Winter auf Grund polizeilicher Anord- »ungen wesentliche Umbauten des großen Konzertsaales vorgenommen worden waren, hat man jetzt vor Beginn der neuen Saison die unfreundlichen und viel zu engen Vorräume gründlich umget>aut und«in breites, helles Foyer geschaffen. In einer Be- sichtigung, die gestern nachmittag stattfand, zeigte der bekannte Theaterarchilett Oskar Kaufmann die nunmehr sertiggestellten Neuerungen. An der Längsseite des großen Konzertsaales, zwischen diesem uiZd dem Oberlichtsaal, liegt das neue Foyer. Vor allem konnten die Gärderoben wesentlich erweitert und durch Bcsei- tigung von Engpässen und Winkeln breite geradlinig« Gänge gc- schaffen werden, die im Notfall eine schnelle Entleerung des großen Saales gewährleisten. Darüber hinaus sind an der anderen Seite des Saales nach einem anschließenden Gartengrundstück vier breite Notausgänge gebaut worden, die durch zwei Häuser nach dem Hafenptatz führen. Damit wird es möglich sein, auch bei größter Uebersüllung die Philharmonie in wenigen Minuten schnell und sicher zu entleeren Der Winterfahrplan der U..Zahn.«Am 16. Oktober tritt bei der � D.-Bahn der Winterfahrplan in Kraft. Er trägt den ge- steigerten Anforderungen, die mit der kälteren Jahreszeit gerade «n die U.-Bohn gestellt werden, m weitestem Maße Rechnung. Nazi-Zanhagel vor Gericht. Die Rowdys als llnsthuldsengel.— Sie haben nichts getan und wissen von nichts! Die nationalsozialistischen Rowdys, die am 1Z. Oktober zum platz der Republik auszogen, um sich das„Kostümfest" am Reichstag anzusehen und nm dann das Steinpslasler aufzureihen und die Poll- zei zu attackieren, haben sich wohl kaum träumen lassen, daß sie sickz bereits am 14. Oktober vor dem Schnellschössengericht zu verant- worlen haben würden. Gegen 2 Uhr trafen gestern vor dem allen Kriminalgerichk ZU o a b i t die Polizeiwagen mii den Zwangsgeslelllen unter Begleitung von etwa 50 Polizeischupobcamlen, in der Hauptsache Belastungszeugen, ein. Eine halbe Stunde später er- öfsnele Amlsgerichlsrat K e ß n e r im Großen Schwurgerichlssaal die Verhandlung. Staalsanwalt Dr. Fischer verlas die Anklage: Sie lautet: Gegen sämtliche Angeklagten aus Bannkreisverlehung, Land- sriedensbruch und Widerstand gegen die Staatsgewalt, gegen eine Ztnzahl Angeklagten auf.tätliche Beleidigung gegen polizeibeamle und Zivilpersonen und gegen einen auf Körperverletzung und Verstoß gegen die Rotverordnung des Reichspräsidenten über Waffenbesitz. Rechtsanwatt Dr. Becker verlangte die Vertagung des Pro- zesses. Es sei ihm unmöglich gewesen, mit seinen Klienten Rück- spräche zu nehmen, die Ladung von Entlastungszeugen sei un- bedingt notwendig. Das Gericht lehnte den Bertagungsantrag ab und verfügte lediglich die Zuführung zweier jugendlichen Angeklagten, eines hoffnungsvollen Sekundaners und eines Bäckerlehrlings, an den zuständigen Richter. Rechtsanwalt Dr. Becker legte darauf die Verteidigung nieder. Der Antrag eines Teiles der Angeklagten auf Stellung eines Offizialverteidigers wurde abgelehnt. Sämtliche Angeklagten ohne Unterschied des Allers und des Berufes— es gab da zwei Kauflcute, zwei Ingenieur«, einige Gc- lernte, in der Hauptsache aber ungelernte, erwerbslose Arbeiter— bedienten sich ein- und derselben Verteidigungstaktik. Nie- mand von ihnen hatte Widerstand geleistet, alle wollten ungerechter- weise zwangsgestellt und vorher verprügelt worden sein. Nur«in einziger gab zu, in seiner großen Aufgeregtheit eins der Wert- heimschen Fenster getroffen zu haben, das aber bereits eingeschlagen gewesen sei. Die Steine fausten... Er habe gesehen, wie das Pflaster aufgerissen wurde und habe die Steine auch später sausen hören, aber er selbst sei an allem völlig unschuldig. Ein anderer bestreitet mit aller Entschiedenheit, auf einen Beamten mit einem Stein geworfen zu haben. Er sei nur festgenommen, weil er eine Brille trage. Ein dritter, Mitglied der Nationalsozialistischen Partei, will am 12. Oktober gelegentlich eines Besuches bei seiner Braut von dem„Kostümfest", das im Reichs- tag bevorstehe, gehört haben. Da sei er hingegangen und habe so mir nichts dir nichts von einem Beamten einen Stoß von hinten erhalten, daß er sich eine Bcinoerletzung zugezogen habe. Etwa vier der angeklagten Nationalsozialisten verweigern die Aussage unter dem Borwand, durch die Ablehnung eines Offi.zialoerteidigers in ihrer Verteidigung beschränkt zu sein. Ein ganz anderes Bild ergab sich bei der Bernehmung der Schupobeamten. Der Hauptmann Heinrich schildert ge- wissennaßen die Gesamtlage in der Umgebung des Reichstags und der Leipziger Straße am 13. Oktober. Polizeibeamte wurden mit Steinen und anderen harten Gegenständen beworfen und waren gezwungen, vom Gummiknüppel Gebrauch zu machen. Der Potizei- leutnants Adams befand sich zufällig in Zivil unter der Menge. Als er den Ruf hörte„Auf zu Wertheim", lief er schleunigst, um die Polizei zu alarmieren. Aber schon klirrten die Fenster der Kon- ditorei D o b r i n. Im Tiergarten konnte er die Beobachtung machen, wie sich die Gruppen der btationalsozialisten immer wieder unter Führung bestimmter Personen sammelten. Eine große Anzahl der Polizeibeamten bestätigen, daß aus den Reihen der Nationalsozialisten immer wieder Steine geschleudert wurden. Daß sich unter diesen Steinwerfern auch ein Teil der An- geklagten befand, wird gleichfalls erwiesen. Nur bei ganz wenigen Angeklagten schien es zweifelhaft, ob sie nickst etwa doch nur durch einen Zufall unter den nationalsozialistischen Janhagel geraten waren. In wenigen anderen Fällen konnte vielleicht kein ganz schlüssiger Beweis für ihre Schuld geführt werden. Immer wieder bedauerte man aber im Laufe der Verhandlung, daß die eigentlichen Fensterzertrümmerer nicht gesaßt worden sind. Nachspiel zu einer Demonstration in der Wilhelmstraße. Eine Demonstration, die sich am 10. September, abends, durch die Wilhelm st raße am Reichspräsidentenpalais vorbei bewegte. hatte gestern ein gerichtliches Nachspiel vor dem Schöffengerichi Berlin-Mitte. Ein Polizeibeamter war damals bemüht, den Zug in die Behrenstraße abzuleiten und wurde dabei von den Demon- stranten bedrängt und angegriffen. Die ihm zu Hilfe eilende Verstärkung stellte fünf Teilnehmer fest, die unter die Anklage des Landfriedensbruchs gestellt wurden. Das Schnellgericht erklärte sich damals für unzuständig und verwies die Berhandlung an das Schöffengericht, weil der Verdacht eines schweren Landfriedensbruchs bestand. In der gestrigen Verhandlung behaupteten nun drei der Angeklagten, daß sie nur durch das Regierungsviertel spazieren- gegangen seien, ohne sich an der Demonsttation zu beteiligen Das Gericht verurteilte den Angeklagten Schmitz wegen Widerstandes zu zwei Monaten Gefängnis und die Angeklagten K u k a r tz und Lawerrenz wegen Bannbruchs zu je zwei Wochen Gefängnis. Di« beiden übrigen Angeklagten wurden freigesprochen. Schnellzug entgleist. Eisenbahnunglück in Spanien.- 1 Toter, 40 Verletzte. Madrid, 14. Oktober. Am Dienstag entgleiste der Madrider Schnellzug in der wesl- spanischen Provinz ponkevedra auf-der Strecke Madrid— vlgo. Vis- her werden 1 Toter und 40 Verletzte, darunter eine Anzahl Schwer- verletzte, gemeldet. Gprengstoffanschläge in Oberschlesien. Geheimnisvoile Attentalsversuche auf zwei Aerzte. Beuthen, 14. Oktober. Am Dienstag erhielt der Knappschaftsarzt Dr. Wilhelm ein Postpaket zugestellt, das eine Zigarrenkiste enthielt. Als der Arzt den Deckel mit einer Schere abhob, schlug aus der Kiste eine hohe Flamme heraus. Dr. Wilhelm warf die Kiste in«ine Eck« des Zimmers und lief in den Nebenraum. Etwa S<1 Sekunden später erfolgte eine heftig« Explosion, durch die die Fensterscheiben und mehrere Gegenstände zertrümmert wurden. Man fand einen auseinandergerissenen Lusffchlauch, an dessen einem Ende drei Streichhölzer mit Draht befestigt waren. Ein gleiches Postpaket wurde dem Gerichtsarzt, Medi- zinalrat Dr. Spiecker, zugestellt. Die Gattin des Arztes brachte ihrem Mann das Paket in sein Amtszimmer im Gerichtsgebäud« Beim Oeffnen der Zigarrenkiste schlug auchhiereineFlamme heraus. Frau Dr. Spiecker und das sie begleitende Kind liefen auf Zuruf des Arztes zur Tür. Unmittelbar darauf explodierte die Kiste, wodurch auch hier sämtliche Fensterscheiben zer- t r ü m m e r t und di« Inneneinrichtung des Zimmers beschädigt wurde. Dr. Spiecker erlitt leichte Verletzungen am Arm, an der Hand und im Gesicht. Ueber die Täter und die Beweggründe der Anschläge ist noch nichts bekannt geworden. Politische Gründe scheinen aber nicht vorzuliegen. Die Pakete sind nach dem Poststempel am 13. Oktober beim Postamt Hindenburg aufgeliefert worden Der Reichsbund Deutscher Zllieker E. v. hat seine Geschäftsstelle nach Berlin SW. 11, Kleinbeerenstraße 25, Fernsprecher? 5 Berg- mann 513, verlegt. Im Berliner Rundfunk sind bereits einige Hörspiel« von Auditor aufgeführt. Irgendein Alltagsfall vor den Gerichtsschranken wird bearbeitet, und der Autor bemüht sich, die dahinterstehenden sozialen und wirtschaftlichen Momente zu streifen, das Ganze mit einigen populären Witzen schmackhaft und interessant zu machen und dazu Millieuechtheit zu vermitteln. In dieser Art schreibt auch Au- ditor das Hörspiel„Der Fall P a n n i ck c". Wieder ist das Schöffengericht der Ort der Handlung. Wieder kommt eine Straf- tat zur Verhandlung, die sich jeden Tag in ähnlichen Räumen und in ähnlichen Formen abjvielen kann. Alltagsgeschehcn und Alltags- menschen stehen zur Diskussion. Das ist gut. jedenfalls ebenso gut. als wenn eine ganz ungewöhnliche Angelegenheit zur Darstellung käme. Daß etwas zuviel Eemimentalität einfließt, daß auch der Schluß, die Entdeckung des wahren Täters, romantisch gefärbt ist, und daß das Ganze aus einer absolut bürgerlichen Perspektive be- trachtet wird, ist nicht zu leugnen. Gm die Technik, die immer die Bedingungen des Rundfunks bcachtel. Eine für den Rundfunk dramatisierte Reportage wird mit Spannungselementen durchsetzt — manchmal, sogar zu sehr— und auf diesem Gesichtspunkt aui- gebaut. F. Seh.' Schülerfahrkarten für Erwerbslose? Ein Stadtverordnetenausschuß hat sich im Berliner Rathaus eingehend mit einem Antrag über di« Fahrpreisermäßigung für Erwerbslose auf den städtischen Verkehrsmitteln beschäftigt. Der Antrag wurde nach eingehender Beratung angenommen. Die Erwerbslosen sollen danach künftig auf Schülerkarten mit Lichtbild befördert werden. Ein anderer Antrag über Maßnahmen zur Linderung der Rot der Erwerbslosen und sonstigen Unter- stlltzumgsempsänger wurde wegen vorgerückter Zett oertagt. Esperanto an 25 Berliner Volksschulen. Aus seinen reichen Erfahrungen mit Esperanto berichtete auf Veranlassung des Esperantoverbandes Berlin Direktor Glück im Dorotheen-Realgymnasium. Der Redner zeigte durch sprachliche Beispiele die leichte Erlernbarkeit und den logischen Ausbau dieser heut« in fast allen Staaten und Ländern verbreiteten Welthilfs- spräche. Eine besondere Anerkennung ist die Einführung der Welt- hilfssprache an 25 Berliner Volksschulen. Eine große Reihe von Vereinigunzen hat sich für die Pflege des Esperanto ge- bildet und mehrer« europäische Schulverwaltungen haben Prüfung?- kommsssionen für die Lehrbefähigung in Esperanto ausgestellt. Gute und billige Kartoffeln. Di« K o n su ni g e no s se n schaf t Berlin und Um- g« g e n d schreibt uns: Infolge der günstigen Witterung haben wir in diesem Jahre mit einer großen Kartoffelernte zu rechnen. Jedoch muß man berücksichtigen, daß infolge des starken Regenfalles die Q u a l i- tät sehr gelitten hat.— In verschiedenen Bezirken hat die Kartoffelkrankheit Pythoftera stark um sich gegriffen und die Halt- barkeit der Kartoffel ist dort sehr gefährdet.— Wie alljährlich, so haben Bertreter der Konsumgenossenschast auch in diesem Jahre die Haupterzeugergebiete bereift und in verschiedenen Gegenden, wo gerade dies« Witterung für die Bodenverhältnisse besonder- günstig war, auch noch genügend Kartoffeln in sehr guter Ouali- tät vorgefunden. Unsere Bezugsquellen find dementsprechend auch ganz andere wie im vergangenen Jahre. Die zurzeit bestehenden Preise für Kartoffeln sind ungewöhnlich niedrig. Diskussion über den Leipziger Reichswehrprozeß. Im Rohmen eines Sonderabends der.Deutschen Liga für Menschenrechte", der am Donnerstag, dem 16. Oktober, um 20.30 Uhr, im Plenarsaal des Reichswirffchaitsrotes, Belleouestraße 15, stattfindet, wird das Thema „Der Reichswehrprozeß in Leipzig" durch Rudolf O l d e n, Rechts- anwolt Dr. Georg Loewenthal, Gart von Ossi e tz k y er- örtert werden. Sport. Rennen zu hoppegarten am Dienstag, dem 14. Oktober. 1. Rennen, l. Aulos sO. Schmidt), z. Rhapsodie(als 1. diso) 3. ct. Hubertus. Tolo: 48:10. Plah: 17, 15:10. Ferner lies: Jrländer.' •2. Rennen, 1. Landjunter(Grabschl, S. Roictmu, 3. Maust Tolo: 51:10. Platz: 21, 11:10 Ferner liefen: Page. Edellnabe. Elbrus, 3. Renne n. 1. Francesco(Hugueuin). 2. Te:dy. 3. Orculiurg. Toto: -10:10. Platz: 20, 42, 33:10. Ferner liefen: Laute. Krtegsspie!, Garibaldi. SlnSkar, Favorit, Persöhnung, Lehnsherr. Feneloii, Madonna d'jtiezzo. 4. R c n n c n. 1. Gairon(Narr», 2. Idylle, 3. Vichv. Toto: 67: 10. Platz: 23, 21. 18:10. Ferner liefen: Addi, Erich, Brtssago, Kamerad. Occanus, Ferrari. Oitlind. ».Renn e n. 1. Srcgor(O. Schmidt). 2. Mrauivacke, 3. Liberalort Toto: 13:10. Platz: II. 18:10. Ferner lielen: Colleoni, Putz. LSmunda. 6. R enn eu. 1. Festtönigin lSauerlandi, 2. Beryll, 3. Vialta. Tolo: 64:10. Platz: 17. 22. 34:10. Ferner liefen: Persiflage, LelluS, Barro 'imtmann. AI Iis. Vingulisl, Soldat. Jngwelde. Elvira. Olympionike, Möller. läge, Rawa, Pelex, Fiagqenlied. 7. R e n n e n. 1. Roxana(Huguenw), 2. Aeazar, 3. Jiola, i. Rotbuche. aoIo: 43:10. Platz: 17,118, 20, 151:10. Ferner liefen: Orai«. Harlschier. Gulbrand. Tramonto, Tarnschild. Pellegrmo, T-utobod, Torrone. Eilig, PalraS, Slrona. BERLIN HAMBURG ALTONA KÖLN ESSE.N DÜSSELDORP HANNOVER DORTMUND DUISBURG MAGDEBURG FRANKFURTVm WUPPERTAL BREMEN Sahr�anQ IdSO CLewicLmel allen Freunden unseres HAixses und denen, die es-werden wollen. Copyright b» Kurt Lisser Reklame 1930 Nachdruck von Wort und Bild verboten! HuoBnxnesir%2 In Krefeld, Düsseldorfs schöner Nachbarstadt, hat sich aus uralten Zeiten her der„Oerjelsmittwoch" erhalten. Sein Name stammt von einer vorsintflutlichen Drehorgel, die jeden Mittwoch erscheint und — so will es der Volksglaube— Glück bringt, wo immer ihre Weisen ertönen. Aber auch in Düsseldorf selbst und in den anderen Städten, in denen wir ein Geschäft unterhalten, hat der Mittwoch seine besondere Bedeutung dadurch erlangt, daß an ihm unser Kindertag stattfindet. Wir wollen uns zwar nicht vermessen zu behaupten, daß erGlück bringt, aber sicherlich schafft er Freude und Zufriedenheit Viel Sorge, Mühe und Ärger, die nun einmal ein Geschäft wie das unsrige mit sich bringt, sind wettgemacht, wenn wir das lustige Treiben an unsren Kinder* tagen beobachten- wenn wir in die Augen der Kinder blicken, aus denen Freude und Stolz über ihre neue' j schöne Kleidung strahlen, wenn wir sehen, wie auch die Mütter froh und zufrieden sind, weil sie für so wenig Geld ihren Herzenswunsch erfüllen können. Schon In einer unsrer früheren C.& A.-Seiten hatten wir einmal erzählt, daß die Inhaber unserer Geschäfte selbst 56 Kinder haben, und daraus erklärt sich ja wirklich leicht die Tatsache, daß wir mit besonderer Liebe und wohl auch mit besonderem Verständnis uns der Sorge für unsre Kinder-Kleidung hingeben. Das Beste muh gerade gut genug sein l Aber es muh zu einem Preise geliefert werden, der es auch der Mutter mit bescheidensten Mitteln ermöglicht, ihre Kinder nett und zweck- mähig einzukleiden. Das Glück, das der„Oerjelsmittwoch" mit sich bringt, ist nur eine Sage. Die Zufriedenheit, die unser Kindermittwoch schafft, ist schönste Wirklichkeit. Heute ist die beste Gelegenheit, einen Versuch zu machen und sich einmal davon zu überzeugen, was unser Kindertag auch für Sie bedeutet.- Nehmen Sie Ihre Kinder an die Hand- und- Das reizende Baby. Mänlelchen mit hüb- schein Plüjchiragen und Stulpen, in verschiede- nen freundlichen Far- den. bekommen Sie in Er. 40(and. A25 Er.entspr.ssür"T Diese» moderne Kinder- kleid aus gutem Zwirn- Popeline, mit IchSnem Plisseerock und kunst- seidener Garnitur kostet in Er. 90(kleinere Erötze entsprechend 02S wenig») 9 wurde jüngst von einem Fest berichtet, das eine etwas spleenige Amerikanerin gegeben hatte, und bei dem alle Damen verpflichtet waren, in Kleidern nach der letzten Mode zu erscheinen» deren Kosten aber 2ö Schw. Franken nicht über» steigen durften. Das Schweizer Dlatt wundert sich darüber. daß alle Damen diese Bedingung erfüllen kann» ten. Wir wundern uns höchstens darüber, daß stch die.Schweizer Zeitung gewundert hat. Ein Schw.Fronken ist ungefähr Sk Pf. wert, also 35 Franken ungefähr 23 Mark. Und daß man bei uns für diesen Preis und bedeutend weniger hochmoderne, elegante Klei- dung bekommen kann, da» zeigen Ihne» ja schon diese beiden Beispiele hier. Der entzückende Mantel für junge Damen mit dem modernen großen Pelzkragen und Pelz- besaß an den Seiten- teilen ist selbstverständ- lich ganz gefuttert. Ebenso fabelhaft wie der ganze Mantel ist auch sein»D�so Preis von JaJi s da, elegante©esefi- laftskleid muß lang, lehr lang sein, so wie diese» bildhübsche Kleid aus gutem, kunst- seidenem Marorain mit weitem Glockenrock, das im Rücken mit Volants garniert und fabelhaft preiswert«£<*50 Ist für ckCA Allerdings ist es vielleicht verständlich, daß solche Billigkeit in der Schweiz als etwas Be- fonderes gilt, denn dieses Land ist zwar mit allem begnadet, was die Natur an Schönheit, Lieblichkeit undReicktum zu vergeben hat. aber -- einen gibt's dort noch nicht. So reizend, wie die hier So frisch und so fein, So sollen sicher Auch.Ihre* sein. Und leichter als das Ist fast nichts auf der Welt Und dazu gehört auch Nur sehr wenig Geld. Denn genau wie die Sachen, Die im Bild Sie hier seh'n, Ist alles hei uns— Sooo preiswert, sooo schön! D'rum nehmt Eure Kleinen An die Hand- seid nicht zag- Kommt zu uns Der Sport-Anzug aus besonder» guter Ehe- viot-War«, der Ihrem Jungen gefällt und doch wenig tostet, näm- lich für 9 bis lv Jahre (and. Erlißen«8 fSzo entsprechend) I V? Das ist der flotte Man- tel mit den breite» Be- säßen, den Ihr Sohn pch wünscht! Erfüllen Sie ihm den Wunsch; der Mantel ist haltbar und sehr*Z) Sie sehen, die„verkappten" Neuigkeiten haben noch dazu den großen Vorzug, äußerst billig zu sein. Holen Sie sich Ihr moderne» Käppchen recht bald— Sie werden unglaubliche Freude an ihm haben! Da« allerliebste KIn- derkleidcheu au» Srepe- Said, an Bluse und Kragen modern bestickt, ist in Größe 55—90 vorrätig und kostet in Gr. 55(and. �93, Gr. entspr.) Für Ihr Mädel ist die- ser hübsche Mantel au» herrlicher Fantasieware mit Plüschkragen sehr praktisch. Er kostet in Größe KD(and. Größen bis 95 ent- A79 sprechend) nur 60000 Mark zahlte ein Fußballklub Madrid», um sich die Spielstarke Ricardo Zamoras zu sichern. Zamora ist der Abgott aller spanischen Fuß» ballfreunde, er ist der beste Tor» wart der Welt, bezieht da» Ein» | kommen eines Filmstars und gilt nebenbei als der bestangezogene Mann seiner Stadt. N,£2j Kein Kunststück, bei einem solchen Einkom» ,men! Aber hierzulande braucht man weder Fußballchampion zu sein,«och Filmstar-Gagen zu beziehen, um in den Ruf des„immer gut angezogenen Mannes" zu gelangen. Denn bei den Prelien, die jetzt— nach unserem vielbesprochenen Preis- abbat»— bei uns herrschen, kann j e der gut angezogen! aussehen. Und un sere Auswahl ist si grpß, daß auch jeder das findet, was fei- nem Geschmack und seinem Geldbeutel am meisten zusagt Hier nur ein Bei- ssiiel, wie unsere Preise den wirt- schaftlichen Verhält- Nissen angepaßt sind. Der elegante Rund- gnrt-Mantel au» gu- ter, tragfähiger Ware mit angewebter Ab- seite hat, wie jeder hochwertige Mantel, kunstseidene» Futter auch in den Aermeln, und kostet �l«go doch nur Aber tausend gleich guter, gleich preiswerter Anzüge und Mäntel stehen Ihnen bei uns zur Auswahl zur Verfügung. Kommen Sie zu uns — der Besuch lohnt sich! i Alle in dieser Seite enthaltene» Angebote stehe» Ihnen ab Mitt- wach früh bei uns zur Ver» fügung. Schriftliche Bestellungen können nicht berücksichtigt werden! Henca' bzw. Knabea-ICeidaiiC in den beiden OeschAftcn: Kdnigslr./ Chmueestr. Oi,an!enrtr.40 Am Oranlcaplaii Chauneestr.113 Könlgttraße 33 •«Im St«liln«r tahnhoe Am B«hnho( AlMudcrpJttx OeDliüier Metallarbeiter-VeriiaDil Verwaltungsstelle Berlin Todesanzeigen Den Mitgliedern>ur Nachricht, daß unser Kollege, der Feilenschleiscr Paul Beutler jeb. 6. August 1888, am 13. Oktober gestorben ist. Die Einäscherung findet am Frei- tag, dem 17. Oktober, l,V/z Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt, Am 13. Oktober starb unser Kollege, der Werkzeugmacher Max Rüdiger Die Beerdigung findet am Freitag. dem 17, Otiober, 4 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus-Kirchhofes. Neukölln. Hermannftraßc. ans statt. Ehre ihrem Andenken i Rege Beteiligung erwartet VI« OrtsverwnMuagt. Am Sonntag, dem 12 Oktober 1!>30 entschlief sanft nach schwerem Leiden meine inniggetiedte Frau, unsere gute Mutter lohanna Hein grb. Minul im Al�r von 74 Jahren Dies zeigen betrübt an ködert Hein nebst Kindern Die Einäscherung findet am Freitag. dem 17. Ottoder, 18-/, Uhr. im Krematorium Gerichtstraße statt. Allen Freunde». Bekannten und Senossen die traurige Zlachricht, daß mein lieber Mann und Tater, der Gastwirt Max Heidemauu nach langem und schwerem Leiden im 64 Lebensjahre sonst entschlaseu ist. Im Namen der Hinterh.icbenen Agnes Hefdemann und Tochter Neukölln, Friedelstraße 30. Die Einäscherung ersolgt am Don- nrrstag, dem 16. Oktober, 16'ij Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. Für die vielen Beweis« herzlicher Teilnahme bei demHinscheiden meines lieben Mannes und Bruders August Schwarz sagen wir allen Parteigenossen und Freunden siir die lieben Worte und Kranzspenden unseren herzlichsten Dank. Im Namen der Hinterblleben en Gertrud Schwarz. Mittwoch, 15.10. Staats-Oper Unter d. Linden A.-V. 45 20 Uhf Ende(j. 22� sjhr Staats-Oper 1» Platz ler Sepablii. V.-B. lö-Ä Uhr' Hoffmanns Erzfiniunoen OellntL dirtinnriiaf Ende 22'/« Uhr Mittwoch, 15 H) Stadt oper Bismarckstr. Turnus IV 20 Uhr Ende n.22I/eUhr StaatL (in Gnlimranii 39. A.-V. 20 Uhr Kallian der Vetse Ende 23 Uhr Staati.Schiller'Theater.üiarltbg 20 Uhr Neu einstudiert; NOR As Ende 22>/s Uhr Tägl. 5 U. 8" Sonnt. 2, 3*. 8U Alex. E 4, 8066 Heule letzter Tag) Bella Siris in ihren Demonstrationen „Wie d leide ick jung, sdilank und elesfodi? usw. Ab morgen! Sylvester Schäffer und vollständig neue Attraktionen ÜOSE -Theater Gr. Fi Mfefüt ler Straft«»3« Billett k»f>; Alex 3422 u. 3494 Täglich 8.13 thr fBaacafe. 7°»«. 10« Ü.. Sonntags 2», s« IJfcr) In der Jobannisnacht Musikalisch«-s Lnstepiel ▼ob Rohart und Joan Gtlbort Regie: Hane Ross Ausstattung: Wolter Fischer Orchester; Max Sehnt igt In den Hauptrollen; Traute. Ham und WtfM Reoa. Hilde Heter, Amamte Lindner, Dltters, Kaaiech und Wild«. Theater für die Kinder: Jed. Mittwoch 5 ü.: Hinsel a. Bretel Jed. Sonaabd. 4« U.: Dornrüschsn (Preise von 30 Pf. bis 1.50 M) Vorsengeigci Ab 23. Okiober jeden Montag, Dienstag, Donnerstag, Freilag 5» Dhr:, Faim 1 1 1 e b- Nach 1 1 ta jge Zur AMf'ühru-ng gelangt' �Knk�nll«' mit Traute, Haps, Pau�MKpwflll Rosa, Amanda Lindner. Hofer. Kanlsch o Wilde. Preise von 30 Pf. bis 1.50 M. G.irderobc u. Progr. je 1 0 Pf. 20 Minut. K af f e e. p a ti s e; Kaffee und Kuchen 25 Pf, Kinder haben Zutritt. Der Vorverkauf j-t eröffnet. LMM 8.15 Dhr— Ranmen erianbi Tfffany Twin«. Dora Kasan u. Nester. Prof. Pallos 5 singen» deLadies. Brown u.LaHart usw. VolKsbUlme Ttieateraiu Bölowplatz. Täglich 8 Uhr Die Weber v. G. Hauptmann Regie: K. H. Martin. Staat). Idiiller-Iii. 8 Uhr Nora Staatsoper Am PI. d. Republik 7Vj Uhr Hotlmanns ErztunuDgen Theater am Sthitrhauerdamm 8 Uhr Jud SiiDI gm und billig T Gross-Ver lln Alaxanderplatz äamowsky- Bühnen TDealer In der siresemannsit. Täglich SV. Uhr Sturm im Wasserglas Komödie von Fnok. Komödienhaus 81/« Täglich SV* Konto X von Benuuer umi OKtemidur Fllr die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme beim Heimaange meiner lieben Frau und unserer lleben Mutter iprechcn wir allen Beteiligten unseren herzlichsten Dank aus. widert Zerler{ nrbst Kindern Oeotsdies Met 7Va Uhr Neueinstudierung Ein Sommernachtstraum Regie; Hai Rebilunit. Kammerspiele 8Vj Uhr Elga von Gortmrt Hauptmann. Regie: Gnitev Härtung. Die Komödie 8V» Uhr Oer Schwierige [ it» Höge ton Bolmsnssthal. : Mu Peinbanlt. Theat. d. Westens 8V. Uhr Brest Lllowsk von Hais J. Rehfisdi RoyBler, Homolka, Bildt. Inns, Hart, Sagao, ReuB Lessing-Theat. Mittw und Oy geschlossen Ab Freitag 8 U Japanlldies Theater Dienstag, 21. u. Premier« Elisabeth, | Königin von England Lustspiaihaus Dir.: Rens Löpstbölz Täglich SV« Uhi meine Scnutester und ich Musik von Benauky Lory Leux. Kurt von Möllendorf LICHT Die Sehenswürdigkeit Berlins— Die führende Varietd- und Filmbühne Direktion: Luis Gutman Berlin- Getundbrnn neu Von Dienstag, 14. Oktober bU Montag, 20. Okiober Lichtburg-Orchester: Franko Fedeli Varlet6» Tonfilm. Hermann Flcha mit Hella Tornegg in der humor. Szene Knatscfake« Fahrt in« Glfidc Ferner treten auf Jolly, Jonny, foncs£ Comp., d Drahtseiiwundvr der iomhd» Silamalri BorelU-Brother*». die enhäditiife Bettina Lind in naw Tlniri. DerTtJzeöäTcnöTzrTprcchTITnr� Komm' zn mir zum Rendez-yon. Figii: Carl Eoere. Oialgga: Watter Haueclntr. mit Aleia Engtfrcm. Waller Rilla, Ralph Arth. Haberh. Fritz Sdiulr. Siöki Snkafl, licia Enjlisdi, Trada lieska, Pae�larganJIargarft�KD�te�d���ine�rts Achtung! Achtung! Sonntag, 19. Oktober, mitt 12 Uhr Einmaligis Mskonzert v. Rndroas Weissgerbtr Deotsdilanth bester Geigeo-Virta«». Preise der Plätze:--.80. 1.—. 1.20. lagen 1,50 1. Wochentags: 4, S1/?, 81/« Uhr Sonntags: 3, Slh, SVi Uhr Eintrrtspreise; RM t,—, 1,20, 1.50 (Logen 2.—), Sonntags 3 Uhr Einheitspreis RM. 1,— Vorverkauf ab 12 U. ununterbrochen für 7 Taee im voraus. Iheaterl. o. Beürenstr. 53-54 Direktion: Ralph Arthnr Roberts sv. Das tiäBiiche msdehen Englisch— Roberls— Riemann. Sonntag nachm 3>-z Uhr kleine Pieise Arm wie eine Kirchenmaus mit Lneie En« Usch, QBOSS.SCHADSPIEIBADS8 Nur noch 2 Wochen! Lustige Witwe Hesterberg:, Hansen, Arno. Sehollvrery Jan kulin.Sehae Oers, Winkelstern, DesnL REGIE: CBARELL •.. eine andere Soße für jedes Fleischgericht Ob Sie ein Fleischgericht zubereiten wollen, das wenig oder gar keine Soße gibt,- mit„Knorr-Bratensoße'' erhalten Sie jederzeit genug Soße. Aber auch Abwechslung können Sie haben. 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Merkur 1624 Täglich SV* Uhr Max Adalbert in Müllers fnetropoi-Theater Täglich 8V* Uhr Seasatt«melier Operctl euer folg I Unter pers. Leitung des Komponisten Viktoria undlhrHusar Deutsches Kanstler-Theai. TeL Barbarossa 3937 8". Uhr Jim und Jill OgaiBtti v. Titian ERb Renaissance- Theater Steinplatz 6780 Jienstag. 14. Okt. 7-, Uhr Dtotsdit Oraufföbmog! von Max Alsberg und O E. Hesse Nomisctie oper 8Va Uhr Das Mädel anf Steuer Operette v. Gilbert Theater am Sdilllhauer flamm Täglich 8V< Uhr Jud Süß! mit Ernst deutsch, Inszenieruhg; Leopold Jehner. Sonntag 3>/- Uhr DreigrcidieDcper. BETRIEB/ KEMPINSKIb Zimmer iBeff M.S.-b. 11- 2 Bett 14.- bis 22.- BadM.3, Salon 10 nA v.\ct,V/ n�v/ Berlin HOTELaAntUM EXCELSIOR Neues Theater — am Zoo-w Kid Ha hol). Zoo. StpL 6554 Täglich 8>'. Uhr Letzte 3 Vorstellg. lommel in der Posse Paul und Pauline Rundfunkhöre: OalDe Preise. Dönh 625,626. Täglich S Uhr Alexander Molssi in „Der Idiot" y. Dottotevsktf Tbiater an Rottb, Tot Kottbusser Str. 6 F. 8. 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G. m. V H. Mtcöeadort(Mark). ?!r. 4»z. 47. Jahrgang 2. Mittwoch, ilS. Oktober il9Z0 Das Brot wird schlechter. E>o wirkt sich das Brotgeseh aus.- Landwirt und Verbraucher betrogen! Zur Hebung des Roggenverbrauchs wurde vom Reichstag auf De. reiben Schleies im Juli das sogenannte Brotgefefz verabschiedet. Nach diesem Gesetz darf von den Bäckern nur solches Brot als Roggenbrot verkaust werden, das zu ö7 Proz. entweder aus Roggenschrot oder aus höchstens KOprozentig ausgc- mahlenem Roggenmehl gebacken ist. Ferner wurde bestimmt, daß ein aus Weizen- und Roggenmehl bestehendes Brot mindestens 8g Proz� Roggenmehl enthalten muß, das ebenfalls höchstens zu IZg Proz. ausgenrohlen sein darf und das ausdrücklich als Misch- b r o t bezeichnet werden muß. Durch die zwangsmäßige Beschrün- kung der Ausmahlung auf 60 Proz. sollte der Derbrauch an Roggen durch menschlichen Berzchr erweitert werden. Man rechnete, da bei der bisher üblichen Ausmahlung von 72 Proz. im Durchschnitt ch8 Millionen Tonnen Roggen zum menschlichen Verbrauch benöti'gl werden, daß durch die Herabsetzung des Ausmahlungsgrades 700 000 Tonnen Roggen mehr von den Mühlen benötigt werden. Ein großer Teil des Ueberschusies an Roggen könnt« also durch diesen Mehr- verbrauch untergebracht werden. Die Sozialdemokratie hat seinerzeit gegen das Brotgeseh gestimmt. weil eine wesentllche Bestimmung auf Betreiben der Wirtschosis- partei, lies Bäckermeister, aus dem Gesetzentwurf gestrichen war. Es war nämlich vorgesehen, um den Konsumenten die Möglichkeit einer Kontrolle über die teilweise«normen Spannen zwischen Getreide- und Brotpreisen zu geben, daß Brot nur noch nach Gewicht verkauft werden darf. Bisher war es üblich, das Brot zu festen Preisen zu verkaufen, das Gewicht aber je nach den Mehl- preisen zu ändern. Der Konsument konnte also gar nicht nach- prüfen, ob das Brot bei sinkenden Getrcidepreisen billiger wurde. Jedoch gelang es der Sozialdemokratie einige Tage später, in das Gesetz über den Derinahlungszwang die bei dem Brotgesetz abge- lehnte Bestimmung über den Berkauf von Brot nach Gewicht hin- jnzubringen. Das Gesetz ist ein Versager. Sowohl das Brotgesetz als auch die Bestimmung über den Brotverkauf nach Gewicht gelten nun bereits 8 Wochen. Es wird daher Zeit, nachzuprüfen, ob durch diese Maßnahmen der Rogzcnkonsum gestiegen ist. Ueber die Auswirkung des Brotgesetzes bat in der ,K o n s u m g« n o s s e n s ch a f t l i ch e n Rundschau" Vollrath Klepzig interessante Angaben gemacht. Auf Grund von llmfragen bei den einzelnen Konsumvereinen kommt Gen. Klepzig zu dem Ergebnis, daß „die von den maßgebenden Stellen erträumten Erfolgs des Brot- gesetzcs ausgeblieben sind Der Roqgenbrotabsatz hat durch das Inkrafttreten des Srotgesetzes keine Förderung, ssndern eine weitere Beeinträchtigung erfahren. Die Verbraucher lehnen es heute mehr denn je ab, sich die Beschassenheit des zu genießenden Bootes vorschreiben zn lassen. Die Forderungen des Brotgesetzes aber bedeuten einen unverantwortlichen Angriff auf ! die guie Beschaffenheit des wichtigsten Nahrungsmittels der breiten Volksschichten, des Brotes. Ein großer Teil der Verbraucher verzichtet lieber auf den Genuß von Roggenbrot, als daß c sich in die Zwangsjacke des durch das Brotgesetz geadelten ...Nischbrot"-Verbrauchers stecken läßt." Welches sind nun die Gründe für das Versagen des s Vro gesetzes? Bisher verteilte sich der gesamt« Roggenmehlvcrbrauch zu 7V Proz. auf Roggenmehl, das 63- bis 82prozentig ausgemahlen war. Je 10 Proz. entfielen auf Roggenauszugmehl und auf Roggen- fchrotmehl. Jetzt darf aber der Roggen nur bis zu 60 Proz. aus- gemahlen werden. Das aus diesem ZNehl gebackene Brot hält sich aber nicht so frisch wie das aus 70prozenligem ZNehl gebackene. Schon am Morgen ist das am vorhergehenden Nachmittag gebackene Brot alt und zum Verkauf vielfach ungeeignet. Die meisten Bäckerkehren sichdahernicht an die Vorschriften des Brotgesetzes, sondern backen ihr altes Mischbrot weiter, das nur zu einem geringeren Teil aus Roggen- mehl besteht. In den Konsumvereinen und Brotfabriken dagegen, die sich an die neuen Bestimmungen halten, führte die Bs- folgung des Brotgesetzes zu einer beträchtlichen Einschränkung des Roggenbrotkonsums. Auch in den Mühlen erfolgen dauernde Verletzungen des Brtogesetzes, da ihre Kundschaft, das Bäckergewerbe, Roggenmehl nur in der altgewohnten Beschaffenheit verlangt. Die Miß- a ch t u n g des Gesetzes ist für die Bäcker und die Mühlen aber völlig gefahrlos, da lleberwachungseinrichtungen über die Verwendung von nur 60prozentig ausgemahlenem Roggenmehl Millionen kosten würden, die selbstverständlich weder vom Staat noch von den Gemeinden aufgebracht werden können. Der„Erfolg" des Schieleschen Brotgesehe, wirkt sich also in einer Verschlechterung de» Roggenbrotes aus. Das Brotgesetz er- höht daher nicht den Roggenkonsum, sondern es verringert ihn. Es hat nicht den geringsten wirtschaftlichen Nutzen, weder für die Land- Wirtschaft, deren Roggenabsatz durch die Brotverschlechterung ver- kleinert wird, noch für die Vcrarbeiter und die Konsumenten ge- bracht. Herr Schiele sollte daher den Mut aufbringen, das Brot- gefetz möglichst bald wieder verschwinden zn lassen. Statt dessen beabsichtigt er, wie neullch auf einer Konferenz der Kartoffelinteressenten mitgetellt wurde, zwangsweise die Bei- inischung von Kartoffelmehl zum Brotmehl anzuordnen. Es kann nicht früh genug gegen dies« neuen Brotverschlechierungs- Pläne Widerspruch erhoben werden. Die Erinnerung an das mit Kartoffelmehl gestreckt« Kriegsbrot sollte genLg«n, um dies« abenteuerlichen Pläne von vornherein zu begraben. Zum Anklagen zu vornehm. Mafchinenfi sko durch zu hohe Rohstosfpreise.— Die Masch-nenindustrie im(September. Der Berein deutscher Maschinenbauan st alten meldet für den Monat September eine weitere erhebliche Verschärfung der Lage der in ihm vertretenen Industrien. Anfragen und Aufträge sind gegenüber dem Monat August sowohl in, Inland als im Auslandsgeschäft noch weiter zurückgegangen. Der Beschäftigungsgrad lag noch wenig über 30 Proz. Einigermaßen gehalten haben sich im September nur die wertmäßig nicht ausschlaggebende» Industrien für die Herstellung von Pumpen und van Zuckerindustriemaschinen. Im dritten Quartal 1030 lag der Austragseingang etwa um 12 Proz. unter dem des zweiten Quartals und etwa um 35 Proz. unter dein des gleichen vorherigen Vierteljahres. Gemessen an der geleisteten Arbeiter- stundenzahl sank der Veschäfligungsgrad von Januar bis Sep- tember 1030 von 63 auf 32 Proz., nachdem er im dritten Vierteljahr 1029 noch rund 69 Proz. betragen hatte. Der VDMA. veröffentlicht hier ein rechtes Klagelied, dos wohl auch begründet fein mag. Wir hätten gern etwas gehört über die Entwicklung der Konkurrenzfähigkeit in den letzten Monaten, besonders gegenüber der ausländischen Industrie. Gerne auch etwas über den erheblichen Rückgang der Beschäftigung, soweit die Ursachen dafür in den durch deutsche Kartell« hochgehaltenen Rohstofspreisen(Elsenprodutte, Brennstosfo, Oel« usw.) liegen. Di« beiden Reichsverbändc der Eisen- und Stahlwarenindustrie haben in den letzten Tagen offen. erklärt, daß die hohen deutschen Eisenpreis« für ihre Konkurrenzfähigkeit einfach ruinös geworden sind. Der VDMA. hat in seiner Leitung feinere Herren, die sich offenbar immer noch nicht getrauen, über die Wirkung der deutschen Kartellpreis« auf die Kon- kurrenzfähigkeft der Maschinenindustrie öffentlich ein Wort zu sagen. Sie sind zu vornehm dazu und fühlen sich geehrt, wenn die Herren von der Schwerindustrie, mtt denen sie ja gegen die Arbeiter- schaff am gleichen Strick ziehen, chnen freundschaftlich auf die Schulter klopfen. Di« Maschinenpreise in Deutschland bleiben un- erhört hoch, nicht zuletzt auch deshalb, weil die deutschen Rohstoff- preis« nicht gesenkt werden. Die Herren vom VDMA. kennen in der Oeffentlichkeit aber nur einen Sturmlauf gegen die Löhne. Inzwischen fliegen die Arbeiter aus die Straße. Wie lange noch, meine Herren vom VDMA.? Soll der An- schluß an ein« Besserung in der Weltwirtschaft durch Ihre Schuld wirklich versäumt werden? Luiernaiionale Kapiialwirtschast. Die Verwaltungsratsfihvng der SI Z In der Derwaltungsratssitzung vom 12. und 13. Oktober hat die Bank für Internationale Zahlungen in Basel de« Antrag einer Beteiligung der Bank von Estland am BIZ- Kapital angenommen, die Personalordnung und die Boranschläge für die Verwalwngskoften genehmigt und einen endgültigen Bericht über die Poung-Anleihe von 1330 entgegengenommen. Der Ver- waltungsrot hat die Bankleitung ermächtigt, mtt den großen Roten- bante« neu« Erleichterungen zu erwägen, um die Möglich- wtter des ZahlongsausgleichK soft&«« iviet« nationalen Kapitalumlaufs z« verbessern. Di« nächste Verwalttingsratssitzung ist am 10. November in Basel. Lkeber 7 Milliarden Mark. (Soviel Umsah meldet die(Stenerstatistik für die deutschen Bäcker und Fleischer. Das Statistische R e i ch s a m t hat für die Zeit von 1023 bis 1927 einige Ziffern über den Umsatz steuerlich erfaßter Bäckereien und Schlächtereien in Deutschland veröffentlicht, die er- kcnnen lassen, wie ungeheuer groß die Bedeutung der Mehl- verabeitung und der Befriedigung des Fleifchbedarfs in der Volks- ivirtfchaft ist. 1925 gab es 94 180, 1927 gab es 99 874 besteuerte Bäckereibetriebe. Deren Umsatz ist von 2080 auf 2324 Mil- lionen Mark in diesem Zeitraum gestiegen. Es gab 1925 Fleischerei- betriebe 79 612, und 1927 waren es 81 164. Der Umsatz der F l e i- schereien hat sich von 1925 bis 1027 von 3463 auf 4406 Mil- lionen gesteigert. Die Umsatzsteigerung betrug bei den Bäckereien 21,33 und bei den Fleischern 27,23 Prozent. Ausammen handelt es sich hier um einen Umsatz von über 7 Milliarden, da nicht all« Untfätz« nach amtlicher Angabe erfaßt sind. Opel und die Fahrradkonveniion. Die Begründnnq des Außenseiterstandpunktes. In unserer gestrigen Meldung über die Gründung einer Fahr- radlonvention hatten wir bereits mitgeteilt, daß der größte Fahr- radfabrikant in Deutschland, dieOpelwerke A.-G., sich der neuen Preiskonvention nicht angeschlossen hat. Die Verwaltung der Opelwerke erklärt hierzu, daß eine Beteiligung an dieser Verbaiidsgründung überflüssig gewesen sei, da Opel in letzter Zeil bereits eine Neuorganisation des Fahr- radverkaufes vorgenommen habe. So wurden nicht nur neue Verkaufsbcdingungen für die Häntllerschaft festgelegt, sondern es erfolgte zugleich auch eine Neuregelung der Preise für die Ver- braucher. Diese Bedingungen sollen den Händlern ein gesundes Ge- schäft und den Konsumenten die Räder in ganz Deutschland zu gleichen Preisen und Bedingungen sichern. Ein lückenloses Revers- system sorge für die Durchführung der Bestimmungen. Dieser Er- kiärung wird noch hinzugefügt, daß die Meldungen über beabsich- tigte Einstellung der Fahrradfabrikation bei Opel jeder Grund- läge entbehrten. Vielmehr sollen die vorhandenen Fabri- kationseinrichtimgen stärker als bisher ausgenutzt und die Um- fätze mtt Hilf« der neuen Verkaufsarganifation beträchtlich gesteigert werden. Di« Opelrvcrke stellen sich also, das geht aus dieser Erklärung deutlich hervor, auf Kampf im F a h r ra d g e s chäs t ein. Ob unter diesen Umständen der neugegründeten Preiskonventton ein langes Leben beschieden sein wird, muß um so eher bezweifelt werden, da die meistea Großfabrikanten im Fahrradbau gleichfalls Außenseiter geblieben sind. Hierzu gehören natürlich die frei- gewerkschaftlichen Lindcar-Werk«. für die ein An- schluß an den neuen Verband von vornherein nicht in Frage kam, ferner die Victoria-Wcrke, Herkuleswerke, Triumphwcrke und Mars- werke, die sämtlich in Nürnberg liegen, sodann die Köln-Linden- thalrr Metallmerk«, Wanderer, Adlcr-Klcyer und Naumonnwerke. Liefe Werte allem, also ohne Opel und Livdear, oereimgev eine jährliche Produktionsleistung von an näher nd250 000 Fahr- rädern auf ihre Betriebe, während die in der Konvention ver- einigten Werke nur etwas mehr als die Hälfte dieser Leistungen auf- bringen können. Bei einer Fortsetzung der bisherigen Absatzpolitik in der Fahrradindustrie steht also die Fahrradkonnentiou in f a st aussichtslosem Kampfe gegen die starken Außenseiter. Aluminium endlich billiger? Rätsel um die Londoner Kariellsihunq. heule findet in London eine Sitzung des Präsidiums des europäischen Aluminiumkartells stall, in der über die Frage einer Preissenkung Beschluß gesaßt werden wird. Von deutscher Seite(Vereinigte Aluimnium-Werke) liegt ein Antrag vor, den europäischen Preis siir die Tonne von 1900 ouf 1600 bis 1700 Mark zu senken. Wird der Antrag angenommen, so werden die Preise also inu reichlich 1 0 b i s 13 Prozent herunter gehen. In demselben Fall wird dafür zu sorgen sein, daß die Aluminiumweiterverarbeitcr und ebenso der Handel sich diesem Preisnachlaß anpasse», damit dem Endverbraucher die Ver- billigung in vollem Umfang zugute kommt. Zur Zeit ist das Zllunünium dasjenige Metall, das sich a m wenigsten der Preisentwicklung des Jahres angepaßt hat. Verglichen mit den Vorkriegspreisen(1909/13— 100) hatten nach den Aufstellungen der„Metallwirtschaft" am 1. Oktober die Preise der Nichteisenmetalle folgende Höhe: Kupfer.........— 27,9 Blei..........— 2,3 Zink.-.»»P»»«» 40,4 Zinn.......»..— 30,0 Aluminium 32,0 Nickel..........+ 7.7 Antimon.........— 20,0 Der verhältnismäßig hohe Stand der N i ck e l p r e i i e ist eine Folg« davon, daß dies Metall zu 90 Prozent von einer einzigen Firma, nämlich der vom britischen Chemietrust kontrollierten International Nickel Co., gewonnen wird. Auch für Aluminium gellen Monopolpreis«, da die europäischen Produ- zenten in einem internationalen Kartell zusammengeschlossen sind, dos die Preisfestsetzung bindet. Die Aluminiumproduktion der Welt stieg von 49 600 Tonnen im Durchschnitt der letzten Vorkriegsjahre auf 264 000 Tonnen im Jahre 1929. Auf jeden Fall dürsten sich die H e r st e l l u n g s- kosten gegenüber den Vorkriegsverhältnissen(auch unter Berück- sichtigung der Geldentwertung) nicht erhöht, sondern vermindert haben. Maßgebend für die Kosten ist vor allem der Elektrizitäts- preis, werden doch für jede erzeugte Tonne Aluminium nicht weniger als 23000 Kilowattstunden verbraucht Die reichseigenen deutschen Aluminiumwerke, die 80 Prozent der deutschen Praduktton stellen, beziehen ihren Strom von konzernoerbundenen Werken und dürften zu niedrigeren Sätzen beliefert werden, zumal die Ausnutzung der hierfür berellgestellten Anlagen verschiedentlich 8000 Stunden jährlich erreicht und überstiegen hat. Durch die starken Preisrückgänge für Kupfer haben sich die Wettbewerbsmöglichkeiten für Aluminium oerringert, und die jetzige Flaute auf dem Aluminiummarkt, die Verkürzung der Arbeitszeit in der Muminimn-Elektrolyse-Abteilung in Senftcnberg (Vereinigt« Aluminium-Werke A.-G.) von 8 aus 6 Stunden sind nicht nur Auswirkungen der Krise im allgemeinen, sondern eine Folge der sich fast täglich vergrößernden Preisrelation zwischen Aluminium und Kupfer. Alle wirtschaftlichen Momente sprechen dafür, daß der Alu- miniumpreis sich der Preissenkung der übrigen Metalle anpassen muß. Dennoch scheint es zur Stunde noch nicht sicher zu sein. ob dem deutschen Antrag stattgegeben wird. Die französische „-�Lence economique et iinanciere" bringt soeben aus London die Meldung, daß man in englischen kompetenten Kreisen nicht glaubt, daß die bevorstehende Präsidialsitzung eine Preissenkung in dem oben genannten Ausmaß beschließen wird. Vielleicht wollen einige englische und französische Produzenten aus der noch relativ günsttgen Aluminiummarktlage in ihren Ländern Profit ziehen. Es wird Sache der deutschen Vertreter sein, sich diesen Gruppen gegenüber aus alle Fälle durchzusetzen. Tie Aluminiumpreise müssen schon aus Absatz- und Konkurrenzgründen herunter. Stärkere russische Käufe in Deutschland Wie die russische Handelsvertretung in Berlin mitteilt, erreich- len nach den jetzt vorliegenden Gesamtziffern die Bestellungen der Sowjethandelsorgan« in Deutschland in dem jetzt abge- laufenen Wirtschaftsjahr 1929/30 den Betrag von 229,3 Mill. Rubel gegenüber 195,3 Mill. Rubel im vorhergehenden Wirt- jchaftsjahr und 199,7 Mill. Rubel im Jahre 1927/28. Es ist also eine Steigerung von rund 34 Mill. Rubel gegenllber dem Vorjahre eingetreten. Die tatsächliche Steigerung dürfte jedoch noch höher sein, da in den diesjährigen Bestellungen die unmittelbar von den in Moskau befindlichen Jmportvereinigungen aus erteil- ten Aufträg« nicht enthalten sind, während im vergangen Jahr noch alle Bestellungen durch die Sowjethandelsorgon« in Deutschland erteilt wurden. Die Aufträge des abgelaufenen Jahres sind durch steigenden Anteil der Maschinen und Einrichtungen gegenüber den Roh- stoffen und Halbfabrikaten gekennzeichnet. So stiegen die Aufträge für industrielle Anlagen und Maschinen von 12,3 auf 41,7 Mill. Rubel, für Werkzeugmaschinen von 14 auf 28,2 Mill. Rubel und die Elektro-Einfuhr von 14,0 auf 35,6 Mill. Rubel. Verhältnismäßig wenig ist die chemische Einfuhr von 20,3 auf 23,4 Mill. Rubel gestiegen. „Wirischafisankurbelung" durch Tkazis. Wie gemeldet wird, sind bei den Versichenrngsgesellschasten in Berlin aus Anlaß der m der Leipziger Straße erfolgte» Schau? fensterzertrüimnerungen so viele Anträge der Geschäftswelt auf Schaufensterversicherungen eingegangen, daß von einer Hochflut in diesem Zweige der Versicherung gesprochen werden kann.— Die Glasindustrie bucht für 50 000 Mark Aufträge. Preissenkuna in der Tschechoslowakei. Der sozinldemokratische Ernährungsminister Bechyne bereitet eine große Preisseukungs- oktion vor. Das Ziel ist zunächst, die Kleinhandelspreise den Großhandelspreisen anzupassen. Die Preissenkung soll alle Gebrauchsartikel umfassen. Durch ein besonderes Gesetz soll die genaue Ueberprüfung der Kotten aller lebens- wichtigen Erzmgmße ermöglicht werde». Krisenfürsorge für Bedurstige. Die Neuregelung ab 3. Aovember. In Zukunft wird mit Rücksicht aus die allgemeine DerMechtc- n-ng des Arbeitsnrarktes die Krisenfürsorge wieder den Angehörigen aller Berufsgruppen gewährt, und zwar in Ge- nieindsn mit über 10 000 Einwohnern ohne besondere Zulassung, in den übrigen Gemeinden nach Anordnung der Vorsitzenden der Lande sarbeiteämter. Ausgeschlossen sind nur die Berufs- gruppen„Landwirtschaft"(mit Ausnahme der landwirt- schaftlichsn Angestellten) und„häusliche Dienste". Die bis- tzerigcn Zulassungen bleiben bestehen, auch in Gemeinden unter 10 000 Einwohnern. Mit Rücksicht daraus, dasi dem Reiche für die Krisensürsarge nur beschränkte Mittel zur Verfügung stehen, konnte nach der Darstellung des Reichsarbeüsministeriums diese Massnahme nur durchgeführt werden, wenn gleichzeitig gewiss« Einschränkungen des Personenkreis es innerhalb der zugelassenen Berufs- gruppen. eine Verkürzung der Dauer und eine Renregelung der tetstungen vorgenommen wurden. Arbeitslos« unter 21 Jahren können wie bisher keine Krisenunterstützung erhalten. Sie wird in Zukunft nur Personen gewährt, die ans der Arbeitslosenversicherung ausgesteuert sind und zwar mutz lies Neuzulassungen die Auestnierung nach dem Inkrafttreten der neuen Vorschriften erfolgt sein. Di« Höchstdauer der Unter st ützung beträgt 32 Wochen oder— bei über 40 Jahre alten Personen— 4 5 Wochen. Nur wirklich vcdürsklge sollen Unterstützungen, wie sie der Not der Zeit entsprechen, erhalten. Im übrigen ist Bor» sorge getroffen, daß sich der Uebergang zu der neuen Regelung nach Möglichkeit ohne Härten vollzieht. » Dies« Neuregelung der Krisenfürsorge ist ein neuer Beweis da- für, wie sehr unter der Regierung Brüning di« Sozialpolitik hinter der Finanzpolitik zurücktreten muh. Dieser unmög- liche Zustand hat dazu geführt, dah das Reichsnrboitsministerium das Leistungsniveau der Krisenunterstützung verschlechterte. Früher haben sich nur die obersten Lohnklasien geringere Unier- stützungssätze gefallen lasten müssen, jetzt tritt eine allgemeine Senkung des Leistungsniveaus ein, und das, obwohl die Gesamtzahl der Srisenunkerstühlen rund 1 Million lxträgt. Die Folge ist, dah nun fast allgemein Zusatzunter- stützungen durch die Wohlfahrt der Gemeinden notwendig werden. Da der Finanzminister dem Reichsarbeitsminister nur 100 Millionen für die Neuregelung der Krisenunterstützung zur Derfiigung stellte, müssen die bisher bereits Unterstützten ihren kargen Bissen Brot nun auch noch mit den neu Zugelassenen teilen. Die Unterstützungssätze sinken unter die der Wohlfahrt, während zugleich die Bestimmungen für die B e d ü r s t I g k e i t s p r ü f u n g so»erschärst werden, dah sie an die der öffentlichen Fürsorg« heran- kommen. Mit der einen Hand gibt man, mit der anderen nimmt man. Golidaniäi mit den Metallarbeitern. Vertreierversammlung des AfA-Ortstartells. In der ordentlichen Bertreterversammlung des Berliner AfA- Ortstartells am 13. Oktober, die die Delegierten aller Berliner AfA- Gewerkschaften vereinigte, gab der geschästsführende Dorsitzende, Ge- nosse Erich Fla tau, den Arbeitsbericht für da» vergangene Vierteljahr Er bcrtihrle wichtige Fragen der Arbeitsgerichtsbar- keit, der Arbeitslosenversichernng und des Bctriebsrätewesens. Im besonderen ging er auch ausführlich ein auf die Wirkungen der Wahlen vom 14. September, sowie auf die politischen und wirt- kchafttichen Zusammenhange der gegenwärtigen Situation, als dercn besonderes Merkmal er den Metallorbeitertampf kennzeichnet«. In diesem Kampfe mühten Arbeiter und Angestellte i« Solidarität und Kameradschaftlichkeit zusammen st ehen In der Erkenntnis, dah es sich hier nicht um Differenzen einer einzelnen Fachgruppe Handel«, fondern um die Abwehr des brutalen Macht- wlllens des übermütig gewordenen deutschen Unternehmertums. Der Vorsitzende des ADGB.-Ortsausschusses, Genosse Robert Bredow, schilderte die Entwicklung der Differenzen in der Metall- Industrie, die in ihrer scharfen Zuspitzung auf dem Lerhandlungs- wege nicht mehr auszugleichen waren. Er hob hervor, dah er als Metallarbeiter und als Vertreter der im ADGB. zusammengeschlasse. »en Berliner Arbeitergc werkschaften von allen AfA-Sollegen in der Melolllndustrie die Beachtung strengster Solidarität erwarte. Die Vertreterversammlung ließ den einmütigen Willen«rkennen, alles zu tun, damit der Metallarbeitertampf mit aller Energie sieg. reich durchgeführt werden kann. In Erkenntnis des Ernstes der Gcsamtlage erteilte dir Vertreterversammlung auf Vorschlag des Versammlungsleiters, Genossen Hugo Pctersdorsf,«instimmig den beiden Ortskartel�vorsitzenden Bollmachten zur Durchführung bestimmter notwendig werdender Mohnahmen. Tüchtige Betriebsleiter. 30 Mann mußten 70 bis 80 Stunden arbeiten. Vor dem Strasrichter in Spandau hatten sich der Fabrik- direktor Karl Moll und der Oberingenicur Karl Born vom Stahl- und Walzwerk Hennigodors wegen Vergehens gegen das A r b c i t s z e l t g e s e tz zu verantworten. Tic haben eine Arbeiiergruppe van 30 Mann wöchentlich 70 bis 50 Stunden arbeiten lassen. Die Herren suchten sich damit herausz»- reden, dah die Ueberstunden„R o t st a n d S a r b e i t e n" gewesen seien. Produktive Arbeit hättSn die Zlrbeiter nur acht Stunden täglich gearbeitet. Die Ueberstunden seien unproduktive Ar- Veiten gewesen. Die Arbeiter hatten nach ihrer produktiven Ar- bdt„nur" Flacheisenstäbe in Kähne zu verladen. Das Werk habe Ende März einen Auftrag au« Japan erhalten. Die Zeit sei knapp gewesen, um die 1000 Tonnen Flachelsen mit einem bestimmten Ozeandampfer von Hamburg abgehen zu lassen. Der Vorsitzende machte dem al» Sachverständigen geladenen Gewerberat Rhode den Vorschlag, seine Zustimmung zu den Ueberstunden zu geben, damit da» Verfahren nach§ 153 der SlrPO. eingestellt werden kann. Der Gewer berat blieb fest und lehnt« dieses An- sinnen ab. Den als Zeuge geladenen Arbeiterratsvorsttzenden Kippers fragte der Vorsitzende!„S i« h a b« n d i e A n z e i g e erstattet? Haben Sie sich aus politischen Beweg- gründen zu der Anzeige enischlvssen?" Antwort:„Nein,«In Teil der Arbeitskollegen wollien keine lleberstunden leisten, well «lue ganze Schicht Fachardeller seit 1>$ Zahren in Hennigsdorf arbeitslos ist. Die Arbeiter des Walzwerks haben sich an ihn als ihren geietzlichen Vertreter gen-andt, damit ihr« Namen dem Werk nicht bekannt werden. Sonst wären sie nach Fertigstellung des Auf- trog» entlassen worden." Der Zeuge schildert« dann die lieber- stunden, die sickz bis auf 13 Stunden täglich samt der„pro- duktiven" Arbeit erstreckten. Aui mündliche Verhandlungen lieh die Werkleitung sich mit ihm nicht ein, so dah er gezwungen war, Anzeige an den Gewerberat zu erstatten. Der Gewcr berat sührte aus, die Be- schuldigten Hütten seine Ratschläge nicht befolgt und Arbeitslose nicht e i n g e st e I l t. Da» 5)enn!g?dorfer A r- b e i t s a m t habe ihm erklärt, dah die Werkleikung nie das Arbeits- amt In Anspruch nimmt. Im Gegensatz zur AGG. Da die Werk- leitung s«ine Vermittlung entsch'eden ablehnte, habe er al» Gewerbe- rat das Arbeltszeitgesetz mit alle-, Mitteln zu»ertreten. Er müsse sich daher gegen die Einstellung des Bersahr«»» wenden und Bestrafung fordern. Der Aorsitzend« meinte bedauernd, dah«r dann nicht anders könne. Das Gesetz sei schar!, die zweite Bestrafung lasse nur (Kefängni» zu. Der Herr Direktor und sein Oberingenicur griffen den Gewerberat scharf an, worauf dieser den Herrn Ober» Ingenieur g« ra d« a l» densentgen bezeichnete, der sich den gesetzlichen Bestimmungen nicht fügt und bereits mit 100 M. rreoen Sanrttagsarbeit bestraft mivbe. Das Urteil lautete auf j e 200 M. G e l d st r a f e oder zehn Tage Gefängnis. Nun, 400 M. find bei dem Geschäft wohl noch übrig. Den beiden Herren im Stahl- und Walzwerk Hennigsdorf nmh gehörig auf die Finger gesehen werden, damit sie sich jchliehlich doch noch dazu herablassen, die gesetzlickzen Arbciterschutzbestimmiingen zu beachten. Die Arbeiiszeit im I�uhrbergbau. Bochum, 14. Oktober.(Eigenbericht.) Dir ersten Verhandlungen über dl« Arbeitszeik im Ruhr- bcrgbau, die durch die Kündigung des Mehrarbriksabkommen« durch die Gewerkschaften notwendig geworden sind, gehen am Montag, dem 20. Oktober, in Essen vor sich. Bei Krupp sotten 4000 fliegen. Bochum, 14. Oktober.(Eigenbericht.) Die Firma Krupp in Essen wird, falls sich die Absatzlage in den nächsten Wochen nicht bessert, miher den fchnn gekündigten 2500 Arbeitern weitere 1500 Arbeiter der Nebenbetriebe der Essener Guhstohlsobriken entlassen. Di« Entlassungen in den Hilfsdetrieben und mechanischen Werk- statten sind„vorsorglich" beantragt, fall« nicht in den nächsten Wochen Aufträge eingehen. Die Z�GO. bei Lindflröm. Eine gründliche Abrechnung. Bei der letzten Arbeiterratswohl wurden neun Kandidaten der freigewerkschastlichen Liste in den Arbeiterrat gewählt, ouherdem aus einer besonderen Liste 2, die zwei Kandidaten der.Opposition", die in einer revolutionären von sechs Mann besuchten Beleglschafts- Versammlung ausgestellt waren. Wochenlang vorher war eine un- erhörte Hetze gegen die Funktionäre und besonders gegen den aus der KPD. ausgeschlossenen Vorsitzenden des Arbeiterrats G l o g e r betrieben worden, mit dem Erfolg, dah viele Arbeiter auf die „Rote-Lindftrvm-Schallplatte" hörten, so dah bei der Wahl di« Liste 2 fast die Hälfte der Stimmen erhielt. In der konstituierenden Arbetterratssitzung wurde den Radi- kalinekis Bremse und Kusche wski der Vorsitz übertragen. Ihr« erst« Tat war di« Wahl eines kommunistischen Kamps- auoschusses und von Delegierten zu einer RGO.-Konferenz. Die Einreichung der kommunistischen Forderung von 2v Prozent Lohnerhöhung, Siebenstundentag, Lohnausgleich usw„ die Brems« vor der Direktton nicht einmal vertreten konnte, hatte zur Folge: Kurzarbeil und Entlassung von 400 Mann. Bremse sorderte Ablehnung der Kurzarbeit ohne Lohnausgleich. Di« Beleg- schaff machte ihm jedoch einen Srrich durch di« Rechnung. Der Betriebsrat legte sich ins Mtttel und die„Reformisten" verhinderten die Entlassung von 120 Mann. Bremse aber oerstand es, seinen Durchschnittsakkordverdienst nicht nur um 20 Prozent, sondern gleich um 40 Prozent, d. h. von 1,34 M.(bei 84 Pf. Stundenlohn) auf 1,89 M. zu steigern. Das Treiben der„Revolutionäre" führte dazu, dah in einer Arbeiterratssitzung Bremse und Kusch« wski ihrer Funktionen enthoben und die Vorsitzenden neu gewählt wurden. Den„reformistischen Betriebsräten sollte nun in der jüngsten Betrivbsoersammlung„die Maske vom Gesicht gerissen" werden. Doch trotz des„revolutionären" Tobens und Brllllens der RGO.-Leute und ihres Anhangs tonnte Koch I vom Metallarbeiter- verband sein Referat über die Kündigung des Sohntarifs halten und fand mit seinem Appell an die Versammlung, sich angesichts des bevorstehenden Kampfes nicht auzeinanderreihcn zu lassen, großen Beifall. In der Aussprache verzapfte Kirschewski seine politischen Tiraden und behauptete, der Betrieb»- und Arbeiterratsoorsitzende G loger habe mit dem Betriebsleiter Baumeister Rauch mitten in einer Ab- teilung Bier getnmten. Diese Behauptung wxrde von den an- wesenden Vertretern der Firma zur Notiz genommen. Auch Bremse leierte noch seine RGO.-Walz« ab. Der Betriedsratsvorsttzende G l o g e r rechnete mit diesen Helden gründlich ab. Die in großer Erregung auseinandergehend« Bersammlunz führte zu einem Nachspiel. Am nächste» Tage wurden auf Grund, des stenogroph'jchen Berichts der Betriebsleitung Bremse und Kuschewski von dieser zur Rede gestallt und am anderen Nachmittag fristlos entlassen wegen unwahrer Behauptungen und politischer Propaganda im Benieb. Die daraufhin eingeleitete Protestaktion der„Revolutio- näre" verlief im Sande. Di« erste Protestversammlung mit sechs Mann fiel Ins Wasser, ein« zweit«, durch Betriebsfremd« auf 25 Mann oerstärkt, diente Brems« zu Schimpfepisteln und der An- drohung einer„proletarischen Abreibung" für Gloger. 3m Betriebe rührt« sich nicht eine Hand für die beiden „Revolutionäre", die bei L i« d st r S m an«gespielt haben. Di« Arbeiterschaft wird au» dem Zweifelhaften Erfolg des„rcvoku» tlonären" Treibens bei Lindstrkm hoffentlich die Lehre ziehen, dah Mohr denn je die gewerkschaftliche Geschlossenheit in allen Betrieben unerläßlich ist. Ein �proleiarischer Betrieb." Aber keine gesetzliche Deiriebsveriretung. Im Koemosverlag, der die kammumstischen Zeitungen „Welt am Zlbend" und„Berlin am Margen" herausgibt, ist es den Arbeikern unmöglich gemocht, den Entlassungsschutz, den dos Be- tnebsrätegesetz gewährt, in Anspruch zu nehmen. Diese Tatsache wurde vor dem Arbeitsgericht anläßlich eines von einem entlassenen Packer geführten Prozesses festgestellt. Der Kläger war Mitglied der KPD. Er Ist aus der Partei ausgeschlossen und bald darauf auch aus seiner Arbeite st eile beim Kosmos entlassen. Der Betriebs- rat hat den Einspruch des Packers gegen seine Entlassung a b- gelehnt. Der Kläger fordert Schadenersatz vom Be- t r i e b s r a t, weil dteser durch Verletzung des Betriebsrätcgesetzes zu seinem ablehnenden Beschluß gekommen sei. Wie der Betriebsrat im Kosmosverlag zustande gekommen ist, das blieb ziemlich unklar. Das aber steht sest: Gewählt i st e r n i ch t! Es soll zwar ein formelles Wahlversahren ein- geleitet, eine Kandidatenliste ausgchängt und keine Gegenliste ein- gereicht sein, so daß die Dorschlagslist« als gewählt zu gelten habe. Aber wer weih, ob es wirklich so gewesen ist. Der Vorsitzende des Betriebsrats behauptet es, nachgeprüft konnte es nicht werden. Dah die Mitglieder des Betriebsrats alle linientreue Kommunisten sind, ist sicher. Deshalb glaubt auch der Kläger, daß ihm Unrecht wider- fahren sei, denn er sei lediglich deshalb entlassen, well ihn die KPD. ausgeschlossen Hai Expedient Fieber, der doch in seiner Stellung die Interessen der Firma zu oertreten hat, ist trotzdem Vorsitzender des Betriebsrats. In dieser Eigenschaft vertrat er vor Gericht den beklagten Betriebsrat und versiazerte, im Kosmosverlag werde niemand gefragt, ob er Mitglied der KPD. sei oder nicht. Tatsächlich gebe es sowohl in der Redaktion wie im technischen Personal Leute, die nicht Kommunisten sind. Der Verlag sei ein proletarischer Betrieb, der nach proletarischen Grundsätzen verfahre. Vielleicht soll es auch den„proletarischen Grundsätzen" ent» sprechen, wenn man im Kosmosverlag den gesetzlichen Bestimmungen über die Belriebsverlrelung nicht Folge leiste«. Der Betriebsrot, wenn man ihn so nennen darf, hat nämlich beschlossen, weder einen Arbeiter- noch einen Angestelltenrat zu bilden, sondern die Geschäfte der GruppenrSte selbst zu besorgen. Nach dem Betrieberätegesetz kann ein Arbeiter nur beim Arbeiterrat Einspruch gegen seine Entlassung erheben. Der Betriebsrat ist dafür nicht zuständig. Da aber ein Arbeiterrat im„proletarischen Betriebe" des Kosmos nicht besteht, so hatte der Kläger rechtlich keincMöglichkcit.Ein- sprach einzulegen, seine Klage war deshalb aussichtslos und wurde zurückgezogen. Es besteht also der Zustand, dah im kosmosverlag kein Arbeiter und kein Angestellter gegen sein« Entlassung Einspruch erheben oder vor Gericht klagen kann. Da» Reck», das der Arbeiter in jedem kapitalistischen Betrieb« hat, das ist ihm in dem„pro- letarischen Betrirbe" des Herrn Münzenberg ge» n o m m e n. BrtrKbstuktfo»«cjidM»! Lichteuber». H«ui«, 19Vj Uhr, bei f:| Tcmpet,©ubttinflr. 7, B-ckammIunq bft beim Bezirksamt beschäftigt.'»- tZ SND.-Arbctl-r. Ängkstilli«» und B-amten. S-noss- Hans Plettn-r t- '0i spricht üb«::„ZU« politisch« Lage und die Ärbeitn-hmer der Sffcntl'.chen W y Betriebt". Sympathisierend« sind ebenfalls herzlich tingeladen. � Berliner Gewerkschaftsschule. Fit dieser Boche beginnen noch folgende Surs«: Nu. 1.«-» muß bei Betriebsrat sab der«emetlfchssttfaeiliesic aern Betrieb rnnb-»»er Wirtschaft misse»? Leheer: Slichard sckwlze. Seginn: Morgen, Donnerstag. IS Uhr. im Sitzungssaal de» Buchbinderverbande». Engel- Ufer?«— 25.«ufgona C, III Treppen. O. 8. Arbeit»« chiuiche Sruppe fit»usäagee. Leheer: Dr. ssritz Schonbetf. Beginn: Morgen, Donnerstag, IS Uhr, im Sophien-Ln�um. Bemmeister. � 90. �'uL*' Di« deutsche und iuteruationale SewerkscheUsbowegunq. Lehrer: Herniann Schlimme. Beginn: Morgen. Donnerstag. iS Uhr. Im Leioniz.Gym. nasium. Moriannenplatz 27—28._..... II. ,1.]3. Anfengeclutsus für Sozial-»üb»ewerbehygiepe. Legrer: Tie. mM. Norbert Atorr Beginn: Morgen, Donnerstag, IS Uhr, im Seminar. saal de, Hngienische» Institut», Dorothernstr. 28». Hoeergebllhe für jeden iiursu«. für le 10 Abende, 4 Mark. Arbeitslose sind vom Beitrag befreit. Anmeldungen bei Beginn der Kurse oder tn den Lehr- deratungzsprechswnden Monwg und ssreitag von 18 bis IS Uhr oder schriftlich an die Berliner Sewerkschaftsschule, Sngelufer 28-25, 2. Stock, Zimmer 26. Freie Gewerkschafts-Lugend Berlin Heute, Mittwoch, ISVj Uhr, tagen die«ruppen: Baum schule»weg: I». gendhetm Srnsiftr. 16. Unteehallung«dend.— Schönhauser Tai: Jugendheim Tiecksir I«. Boetrag:„Wir, die Hirsche, die christlichen und die gelben Sewerfschaste»".— Steukölln: Gruppenhelm Bergstr. 2S, Ho-. Vortrag:«Warum soll ich mich organisieren?"— Süd«», Südwesten: Stiidtisches Jugendheim SJoeckstr. u Issabritgebaudel.«abarott auf Schallplatten.—»lug- Hasen: Jugendheim Reukölln. Itughaienftr. 68. Heiterer Dinfithrungzabend.- Adlrrehos: Aruppenheim Adlerghvs, Bismarcksie. 1. Die Mildeis gestalten d-n .Abend au».— weltzensee: Jugendheim Barkstr.»6. Deutsche Dialet!. Dichtung.— Rardeina: Jugendheim Eonnenburaer Str. 20. Bortrag:.Natur. schlitz als soziale Aufgabe de» Bolkeo".—«chönebevg: Jugendheim Haut». Itrajse 15.«orteag:.Erste Hilfe del Unglücksfallen".— Unsere Jugend- deratungssteUe im Gewerkschaftohau«. Engelufer 2t— 22, Zimmer 2«, Iii sedrn Miilwoch von IS'.l bis 20 Uhr geöffnet. Luaendaruppe Ses�enkralverbandes der Angestellten G Heute. Mittwoch, finden folgende Beraiistaltungen statt: Gesund- brunue»: Jugendheim Oethstr. 10, pt. Bortrag:.Jugendfürsorge und Jugendpflege". Referent: Paul Mamach.— Relntckendors: Jugendheim L!n> dauer Str. 2< Baracke). Bortrag:.Emnuasllk im Alltag". Referent! Otto Pole- man».— C Harle ttruonrg! Jugendheim Rosinenstr. 4..Bier Angesielllenlehr. linge diskiNIeren".— Schinederge Jugendheim Hauptstr. 15 sHosgediiude. Thllrtngenzimmer). Bortrag:„Was ich im Aefängnls sah". Referent: Wilhelm Lewineti.— Schönhauser Vorstadt! Jugendheim der Schule Kastanienallee 81. DieMstonsabend. Tagesfragen. Außerdem leben Sonnabend von 18 b!» 20 Uhr singgemetiochaft, von 20 dt» 32 Uhr Arbettsqemeinschaf!:„Sozlaliomus".— Oderspeee: Niederschöneweide, Berliner Str. 31 tSchule). Auospracheadend.— R-rbvst: Jugendheim Danziger Str. 62 sBaracke 3). Wir lerne« neue Lieder unter Leitung von Albert Manasse.— Sie, lau- Jugendheim der Schule Goßlerstr. 61. Vortrag!..Das Leben auf anderen Planeicn". Rekeren!: Geich Brnq.— Neukölln: Jugendheim Böhmische Str. 1—4. Ccke Kann er S-rotze. „Iriih übt sich, was ein Meisler werden will", teurzeeierale.- Südost: I». gendhetm Wrongelstr. 1-28. Arheilsgemeititchast:..So.-.iaiiemus". Leiter: Ärtur Rae! om.— Spät: bau: Ingendheini Linden ufee j. Bortrag:„Karl Liebinecht und Rosa Luxemburg". Referent: Dr. Mar Schütte.- Potadaiu-Stoerawe«: Jugendherberge üiowawes, Priesierftraße. Bortrgq:„Unsere Gegner". Refe- rent: Herbert Dewald.- Zur besernder,». Beockpungi«» Do»«i»r«toq. dem 18. Ottobee, betciNge» sich unser« Iugendhezirik« geschlofsc» an der«llgrweiueu Mitgliedervcrselmowftg i» der Haseuheide. •gckimgan»en bUul.ZSan: Visoabaietar-Sebatzslack», a«r ootue»!!» Waeda!0. Okiober, 2» Uht, Im Lokal von Rbsiel, Putlitiftr. Iii inicht im Iuqendhelm Bremer Straße, wie im Programm angellindigl». Voranzeige! Pm Sonnaiieiid. dem Ib. Oktober, Beginn des Kursus des Genossen Dr. A. Paetz über: ..Plmtagrapbie und Brbcitcrschaft" mit praitifchen UebuvKen in seiner Wohnung, Slromslr. öS. in der Zeit von 17 bis 1» Uhr. Teilnchmcrzahl beschränk!. Boranmcldnng erwünscht bis 77. Okiober. 9.«teil SBiltr.ctsdflri. Sitnmtcnoetfammlunfl heute, 20 Uhr. im Biktoria- garten, Wilhelmsaue! li—l l.7, Castnolaal. Vortrag:„Die Beomtrn»um neue» Aelchslag", Rcfereni: Dr. Hermann SckBtzingcr. Äcr am Iii. Li. lobet, IS'ä Uhr, begtnnendc Dortragsiursus oom Genossen Gregor Bien- stock:„Was wollen die Sozialdemokraien?" kindet nunmehr bestlmi« in der „Biktoria-Luise-Schule", mittlerer Eingang, Gasieiner Straße, rechter Flligcl. 2 Treppen, Zimmer 363, statt. Recht zahlreiches Erscheinen ist erwünscht. IS. Kreit Zchlrudors. Kostenlos« Sprechstunde i» ollen Wohlsahrisaugelegen. heiten velm Genossen Bernhard Zander. Zehlendors, Evcn.AedinÄir. 74, aerichictc Berlin«: WWWWWWWWWWWM eoes�ebittioct. 74, an jedem Donnerstag von 77 bis 7S Uhr. 7l.«reit Schonebrrg-Ariedrntu. Der vom nreisbildungsousschuß«inae Kursus über: ,.Dte deutsche Tozialgeseßaebung", Referent: Ministerialrat Ioackitm, beginnt Donnerstag, l«. Oktober, lti'a Uhr, hei Will. Martin- Lu:hcr-Str. bg. 12.«rci« Tteglix. Lichterselbe, Sanlwiß. Der Beginn des Kursus:.gSlauben und Wissen" Ist vom 17. Ottobcr auf lsreltag, 34. Oktober. 30 Uhr, fm Lesesaal der Stadtbitcherci, Grunewaldsir. 2, verlegt ivorden. 17. Kreis Lichtenberg. Seilte, 19Vi Uhr, findet In der Schuir Scharnweber. straßc die ssortiehunq des Kuriut über:„Psnchoanalnse" statt. Thema: ..Pinchologie de» Allloas". Teilnahme für Lehrer, Eiterni-oiräte und Eltern aller Schulen iineiitgelilich.— BtldunaeautschnK. Donnerstag, 1». Sitaber, 10>t> Uhr, käetllrn.Luzeu«. Raihautstrah«, Zeierstunde. Vortrag:.Kultur und s.ttcugrschicht« des Prolrtariatt". Genosse Stubieudirektor Dr. He». »igleu. ö.(G-Moll) Siusoni« Beethoven. Gintritt frri. 1». Kreit Paai»». Heu!«. 20 Uhr, Freidenlerversommlung in Lindurrs Ron- zerthaut. Brette Straße. Bortrag:.Christliche und sozialistisch- Erziehung". Gesangsvortrllge des Quartetts des ssreidenkcrverbondee. 20. Kreis»etatckrnhors. Donnerstag. 11t. Ollober, 1!»'� Uhr, Sihnng drr Ob. leul« der Ellernbciräie im Bollshaus, Reinickendorf. West, Scharnwebcr- sttaße 717. heute, Mittwoch, IS. Oktober: 20. Abt. Heute, 20 Uhr, bei Wende, ftoloniestr. 177, Einfllhrungs- und Ausspracheabend über das Heidelberger Programm. 76. Abt. IZi!, Uhr DisluMonsabend bei Ballentgii, Görlißer Str. 72. ds. Ab». Reuvllu. IO'/j llhr Funkttoniirsihung bei Teich. Knrsrbeckstr. 1A. »S. Abt. B riß. Buckow. Sezirie Sroßfiedlung. Der politisch« Ärbeitslrcis kann wegen Raumschwierigkeiten heute nicht zusammenkommen. III. Abt. Bohnsdorf. 91b'Mi Uhr ist die Partsibibliothek im Lokal von Paul Seimann. Wallersdorscr Str. 100, geissfnet. Partcimiiglicder fünnen gegen Borlegunq de» Parieibiiches Bücher entlrihcn. IZ7. Abt.»einickenborf-Weft. Mitgliederversammlung bei HZse, Straß« 73, 20 Uhr. Referent: Kurt Heinig. Morgen, Donnerstag. IS. Oktober: KW. Abt. Kiprvick. Unsere Partrlmttgllcder werden gtdkten. di« SffrrrtTiche Kundgebung der Freidenter im Stadtthcaier, großer Saas, zu besuchen. Anfang 70>S Uhr. Aczitaiidnen, Vortrag, Gesangsvorträge usw. Gin- triit frei. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. 3. Kreit Webding. Sonnabend, IS. Oliodcr. Bestchligung der Kriminal- beratungsstelle des Polizeipräsidiums. Treffpunkt ISist Uhr im Licksthof des Polizeipräsidiums. Me Helfer der Gefangen-mfürforg« und Gcrichtshllf« werden zur Teilnahm- aufgefordert. Interefsterle Genossen kijnnen teilnehmen. U 5.«ttlt Ariebrichthat». Donnerstag, 10. Oktober. 20 Uhr U Schmidts Gcsellschafi-hauo. ssruchtstr. 30». Referent: Genosse Günther. W Wie, hl« in der Sohlfohrltpiiegi stehen und di« Ritgliebcr der Äom- H Missionen stirb dazu eingeladen. 13. Kreit Tempelhos, Marienbors, Morienfrld«, Lichtenrade. Lehrgang der Arbeilerwohlfahrt. Beginn des ersten Abends am Freitag, 77. Oktober, ptinkt- lich lliif, Uhr, im Bezlrkoamt Temprlhof, Dorfftr. 72, 7. Thema:„Kommunal- Politik und Wohlfahrt". Alle Interessierten sind eingeladen. I». Kreit BaNil»«.' Fprilag, 17, Okwber, piurlllicki liiW llhr, 2. Kursut- odend:„Das Rüstzeug' 10» WohlkahrtspfS Uhr bei Arndt, Kantstr. öl, zusainmen. Interessierte Genossen stnd eingeladen. Am Donnerstag beginnt im Jugendheim der Kursus von Frsfc Lewis:„ftrife und Arbeitsmarkt". Wir bitten um rege Beteiligung. Prenzlauer Berg. Iungordncr. 20 Uhr Altcshcim Danziger Straße lBaracken). Arbeitsgemeinschaft der Linderfreunde. Kreit Preuzlaurr Brrg. Gruppe Freiheit. Morgen, Donner�»», 16. Oktober, lO'.j Uhr, im Jugendheim Sonncnburqcr St. 20 sSchules, wichtig« Eltkrnversammlung. Referat:.„Kindetsreundc und Elternhaus". Wohl eines Elternausschusses. Kerls Rcukill». Alle Zeltlagcrieilnehmer kommen heute, Mittwoch, um 17 Uhr. zur Karl-Marr-Schule zum lleben fsir die Zettlogerveranstalwng. Der Sprcchäsor ist zur selben Zeit in der Karl-Marr-Säsulc. Geburtstage, Jubiläen usw. 17. Abt. llaserem alte, Genossen Wilhelm Bneb« ,n seia«« 65.«ebnet». tage dir herzlichsten Glückwünsche. Rtg« UN» der alt« Kämpe noch recht lange erhalten bleiben. «Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation f 8. Abt. Am 71. Oktober verstarh unser treuer Parteigenosse Wilhelm Schlicht im Alter von 82 Iahren. Ehre seinem Andenke». Die Einäscherung findet am Donnerstag, dem>6. Oktober. 10 Uhr, im Krematorium Gericht- straße statt. Reo« Beteiligung erbittet die Abteilungsleitung. 60. Abt. ReukSlln. Unser Genosse Mar Hepbemann, Fricdelftr. 37, ist im Alter von 67 Jahren verstorben. Ehre seinem Andenken. Einäscherung Don- ncrstag, 76. Okiober. 76!z Uhr, im Krematorium Baumschulenweg.«ix bitte» um rege Bcieilqung. 766. Abt. Zohannitihal. Am 12. Okwber verschied ganz unerwariet im 57. Lodensiahr unsere langjährige Senosst» Auguste Schulz, Lindhorstftt. 2, Gattin unseres langjährigen Abteilungskafsicrers Heinrich Schulz. Die Ein- ätcherunq erfolgt am Donnerstag, dem 16. Oktober. 16 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. Zahlreiche Beieiligung oller Genossinnen und Genossen wird crwarlet. tag, de« 1«. Okwber, von» bis« Uhr, im Jugendheim. Am Oftdahnhos 17, hpt., Zisuner l, rechts: am Freitag, dem 27. Okwber, im Metallarbeiterver» baudslmus, Linienstr 63— hö. Portal I, Bihltoih-kzimmer II. von t0>4 bis 2l Uhr; jede» Montag regelniäßig im Iugcndhctm Acinickendorf-Ost. Lindaucr Straße fSolzbaracke). von 20 bis 22 llhr. Kurfusbeitrag: Erwachsene 7 M.. Jugendliche 3 R., Lehrbuch 75 Pf. Ritterve rein Aeißcnsce. Mittwoch. 1ö. Oktober, außerordentliche General- Versammlung im Weißensecr Gesellschaftsbaus, Parkstr. 76. Beginn 20 llhr. Landsmannschast her Schleswig. Holstciner»u Berlin. Geschäftsstelle: s. 17, Prinzcnstr. 6l. Donnerstag.>6. Oktober, 20 Uhr. Dresdener s-rien, Dresdener Straße 4ö, Generaloerfammlung, Geschäftliche Mttteilungen, Aufnahme neuer Mitglieder. Geschäfts- und Kassenbericht. Abrechnungen. Bericht«. Anträge aus der Heimat. Landsleute, Damen und Herren, find willkommen und werden als Milglieder aufgenommen. Deutscher Freidenierverband S.«. Zahl« nippe S1 lKdvenick). Donnerstag. 16. Oktober, vm Uhr, Stadttheater Köpenick, Friedrichstr. 6 tÄlter Markt), öffentliche Kundgebung. Vortrag:„Die Freidenker im Kampf gegen die Kirche", Referent: Friedrich Sachtleben. Eintritt frei. Kirchenaustritte können voll- zogen werden. Personalausweis mitbringen. Gefeßliche Rotariatsgebühr 2 M. Abeitcr.Radia.Bnnd Deutschlands E. B. Ortsgruppe Groß, Berlin. Unter- geupp« Lichtenberg. Lolal Hämmerlein. Rigacr Elr. 50—51. Vier'Abende. Anfängcrkurfus von 20-27 Uhr, Theorie: von 27—22 llhr, Praxis. All. gemeines: Lesen der Scholizeiche» usw. 7. Abend an, Freitag, dem 77. Oktober. Reichtbunb jüdischer Frontsoldaten, Ortsgruppe Groß-Berlin. Bezirk Moabit. Sannabend, 78. Oktober, 20' s Uhr, Vergnügen im großen Ftftsaals des„Paßenhofer", Tunnstr. 25. Gäste herzlich willkommen.— Bezirk Nord. Montag, 20. Oktober, 20 Uhr, Bor'ragsabend im Bürgersaal, Rathau». Referenten: Direktor Kareski Borsißendcr der jüdischen Gomeinde, und Dr. Alfred Bienee. Thema:„In schwerer Zeit". ELstc Ijerzltch willkommen. R»7Inind Deutscher Bühaenaugehöriger E. V. Generalversanunlmrg Svnn- abend, 76. Okwber, pünktlich tö'.h Uhr, Reswuranl Glaß, Prinz-Louis- Ferdinaud-Sir. 8. Schußocrbond der Schwerhörigen, Ortsgruppe Berlin E.«. Donnerswg, 16. Okwber, 20 Uhr, Trcsöencr Garten, Dresdener Str. 75, Konzertabend. Gäste willkommen.__ Allgemeine Wetterlage. Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Verlin »inseo bange« fflr diese Rabe» nar«a tat JoaendfeTretartal IHrtln SM 66. TlBtaBbrofc J «btrilungtlttterl Gebt umgehend den Berichtsbogen sür da, 9. Quartal und das Novcmbcrproaramm ab. sFilr Donnerstag, 20. Zlovember, keine Refc» renken anfordern, da Bußkagl) «tUsbühnen-Sander-vrfteluna für Juaenölich« van 77 di» l» Jahren am Sonntag, dem 0. November. 77V, Uhr, Schauspiel vo» Fr. Wals:„Die Ma- trosen von Eattaro". Karten z» 60 Pf. sind im Sekretariat erhältlich, S2S.-Sein«n. — Kanlstarf: Schule Adalfftr.'25. Zehn-Minulen-Rescratc.— Lichtenberg- Ritte: Heim Ccharnwebcrstr. 20.„Iungsozialistcn und SAI."— Rcu-Ltchtev. berg: Helm Hauffstraße.„Was Imbcn uns die Wahlen gebracht?"— Lichten. bevg-Rordwest: Helm Dosscftr. 22.„Sozialismus in der Familie."— Mahls darf: Heimabend fällt wegen Renovierung des Heims aus.— Pankow I und IT: Beteiligung an der Beranstoktung der Freidenker bei Linden,»assno- saak, 197, Uhr. Mitgliedsbuch mitbringen.— Pankow IR--F.): Heim Kissingen. straßc 78. Mädclabend.— Wilmersdorf: Spiellruvpe. Ueben in der Loheland- Schule. Wilmersdorf, Landhausstr. 6. Instrunienic bestimmt mitbringen. BSG. Neukölln lAettere und Jüngere,: Heim Bergstr. 20. Arbeitsgemein- schaft:«Die Ingeiw tn der Gesellschaft.„Eutstehuuq der Religwnen." Beedebeziek Reukölln: Sprcchchorprab« im Heim Kannee Straßc. Die Kassierer und Revisaren der Gruppe Brlß. Neukölln Vitt und Xl müssen zwecks Revision der Gruvprnkasscn ob 10 Uhr im Parteiseirciariat, Fuldastraße, erlcheilwn. «erbebe, Netnickenta-f: Erweltert- Werbeb-zirksoarst-ndsfißung!n Hermsdorf. Roonstraße lTurnhallengcbäude). Werbebezirk Schöncberg: Wichtige Werbebczirksvorstandsstßung um lO',7 llhr. Erscheinen oller Gcnosten unbedingt erforderlich. Werbebezirk buraer Str. Wc�laurr Siraße'Ä Uhr. �ürnschühe istltbringeit. rl Prenzlauer Berg: Waiwerletterkanser-n, im Seim Sonnen- 20. Iöd« Gruppe mich«ertreten sein. Bvkr«tanwdcnd im Seim Vorträge, Vereine und Versammlungen. « Reichsbanner..Schrnarz-Rol-GollT. Geschlktdssell»: Berlin 0 77. Sedastianstr 87—38 Hak 2. Tr ______ W»WW» Kopprosch. Binitaplatz 8. Kreissugenbfunktwnärstßung. Jede Kameradschaft der Ortsvercin« muß v-rtreten sein. Mitte. 20 Uhr Versammlung aller Käme- raden, di« im Besitz««ines Fahrradit sind, bei Hundert. Elsasser S!r. 86. Tieraarte«. Kameradschaft Wciieu. Jüngere Kameraden pllntttich 20 Uhr im Lokal.„Zum Bärenspruiig". Lühawstt. 707, zum ersten Hettnabeud det Zuges Westen des Iungbanners. Neutölln-Briss. 7. Kameradschaft. 20 Uhr Kamerad- fchaftsvcrsammlung in der Kotthusscr Klause, Kottbusscr Damm 00. Ret. ittckentars. Kameradiäjaft Freie Scholle. 20 Ub: Versammlung im Schollenkrug. Referent Kamerad Schuhosr:„Aktivisterung des Rcichsbannere". Freie Arbeiter. Espe ravto-Veeeinignvq. Mehr alt 100 Esperanttsten haben sich währeud der Reichsbanner, und Porteidemonsttakion bei den Genossen mit dem grünen Stern gemeldet, um in der Freien Arbeiter-Esperanw-Ber» einigung Esperanto zu erlernen. Die Kurse beginnen nunmehr am Donners- T i4-.0kt�930,abds. Owolkso.'os.® hsifer.O halb bedeckt 9 wolkig,* bedeckHüss�eri&Graupoh ineftgNebal,�Gewiite3@Winil£ti|le Das mitteleuropäische Hochdruckgebiet hat sein Kerngebiet etwa» nach Osten verschoben. In seinem Bereich war das Wetter all- gemein YOitcr oder sogar völlig wolkenlos. In Deutschland, das auf der Westseite des Hochs lag, brachten südlich« Wind« erhebliche� Erwärmung. Allgemein wurden im Binnenland« 15 Grad Celsius erreicht, am Rhein sogar 18 bis 20 Grad. Di« kräftige Depression auf dem Ozean bewegt sich in der Hauptsache nach Norden. Sie hat bisher nur den britischen Inseln etwas Regen bringen können. Die Störungslinicn, die sich auf der Ostseite des Tiess befinden, dürften auch am Mittwoch nicht nach Deutschland vordringen. Das kräftige Hochdruckgevict wird auch weiterhin für unser Wetter maßgebend sein. * welteraussichten für Berlin: Weiterhin beständiges Herbst- metter.— Für Deutschland: In Nordwest- und Westdeutschland zeit» weise stärker bewölkt, sonst Fortbestand des herrschenden Wetters. De« Firma Knorr bringt jetzt Dratensoße in Würfeln heraus. Die Hausfrau hat cs nicht mehr nötig, bei den vielen Fkeifchgerichten. di« wentq ober gor keine Soße geben sBeefstcak. Bratwurst, Schnitzes, Leber usw.) erst mühselig ein« Tunke zuzubereiten. Knorr Bratensoße enthält alle»— von der Mehlschwitze bis zum feinsten Gewürz— und schmeckt auch ohne Fleisch ...... kostet 75 vorzüglich. Ein Würfel Pf. /�/tKEDOI�- �icjcii'stten sind so grundverschieden von gewöhnlichen Zigaretten, daß das Rauchen ein großes und neues Ereignis für Sie wird. . v* ••n«ralverir*hmg: Cor! SOdel, B«pffn NW 6, UiTsvnstraß« SV, Tel. D 2, Weidendamm 3354 3)as unruhige JCalemamerika Ton Stenry SKiUredge Horton 20 Gtaatsprösidenten in 100 Iahren. Siebzig Präsidenien in hundert Jahren. Dieser Rekord gebührt der Republik Bolioia: aber andere fiidameritanischc Staaten sind nicht allzuweit van ihm entfernt. Dies bedeutet:«in neuer Prä- sident nach Ablauf von je eineinhalb Jahren und kaum einer, dessen Machtergreifung sich ohne Revolution und ohne Blutvergießen vollzogen hätte. Während ihres hundertfünfzigjährigen Bestandes sahen die Ver- einigten Staaten von Nordamerika lediglich einunddreißig Präsi- deuten, von denen kein einziger auf nicht verfassungsmäßigem Wege zur Regierung gelangte. Wenn wir nach den Gründen solchen Gegensatzes suchen, müssen wir uns vor allem vor Verallgemeinerungen hüten. Denn auf dem Erdteil Amerika gibt es neben den Vereinigten Staaten nicht weniger als zwanzig Republiken, für die die verschiedensten geschichtlichen und politischen Voraussetzungen gelten. Dennoch ist eine gemeinsame Ursache in der Geschichte der Staats- gebilde Lateinamerikas zu erblicken, und zwar, so sonderbar es auch klingen mag, die Tatsache, daß die Gebiete südlich vom Rio Grande in kultureller Beziehung weit vorgeschrittener waren als die nördlich gelegenen, als Europa seine Machtsphäre nach Amerika auszudehnen begann. Revolutionen als Erbe alter Kultur. Damals lebten auf dem Gebiete der heutigen Vereinigten Vereinigten Staaten und Kanadas lediglich Nomadenstämme. Die Engländer, Franzosen, Schweden und Holländer, die nordameri- konischen Boden betraten, fanden überhaupt keine Städte und fast keinen Ackerbau vor. Sie mußten jungfräulichen Boden besiedeln und urbar n rächen, während die indianische Urbevölkerung langsam in ihre Reservationen zurückgedrängt wurde. Die spanischen Konquistadores dagegen fanden Zivilisation vor, die in mancher Beziehung der ihren ebenbürtig waren, ja sie über- trafen. Den spanischen Einwanderern oblag nicht die Aufgabe, un- bebautes Land zu bebauen. Ihr Ziel war nicht die Ausbeutung der Bodenschätze, sondern die Ausbeutung der Einwohnerschaft des er- oberten Landes. Nicht als Pioniere und Siedler kamen sie, sondern als Krieger, Eroberer und Herrscher über ein dichtbevölkertes Gehiet. So gibt es in Lateinamerika von allem Ansang an zwei deutlich von- einander abgegrenzt« Klassen: die herrschende spanische oder portu- giesische Aristokratie und das ausgebeutete indianische Landvolk! Die Regierung bedeutete für diese Eroberer lediglich ein technisches Problem: die Reichtümer des neuentdeckten Landes und seiner Be- wohner so rasch und vollständig als möglich von Südamerika nach der iberischen Halbinsel zu bringen. All die pittoresken Dizekönige und Generalkapitäne bis zu den stolzen Hazienderos wollten sich nur so rasch als möglich bereichern. Der absurde Gedanke, daß eine Kolonialregierung auch den Interessen der einheimischen Bevölkerung zu dienen habe, fiel den neuen Machthabern nicht im entferntesten ein. Als Napoleon seinen Bruder Joseph aus den Thron Spaniens setzte, sagten sich die in Amerika lebenden Spanier:„Warum sollten wir eigentlich weiterhin den Reichtum dieser Gebiete mit unseren in Europa lebenden Landsleuten, warum sollten wir ihn mit diesem Emporkömmking von einem König, ja warum überhaupt mit irgend- einem, wenn auch legitimen König von Spanien teilen? Warum sollten wir nicht alles selbst behalten?" Es gab nur«ine Schwierig- kell: die spanischen Garnisonen, die dem Mutterlande treu geblieben waren. In dem nun folgenden Kampfe erstanden Südamerika Männer wie Bolivar und San Martin und andere Freiheitskämpfer, die das Werk, die südamerikanischen Kolonien vom Mutterland politisch unabhängig zu machen, vollbrachten. So wurde Spanien aus allen seinen amerikanischen Kolonien— Kuba und Portorico einstweilen ausgenommen— vertrieben. Wenn damals B o l i v a r s Pläne verwirklicht worden wären, hätten wir die Vereinigten Staaten von Südamerika gehabt. Aber der Befreier Südamerikas, dem in ollen Staaten dieses Kontinents Denkmäler gewidmet sind, starb enttäuscht und verbittert. Kurz vor seinem Tode schrieb er die Worte nieder: „Dinge, wie Treu und Glauben gibt es in Südamerika nicht: weder unter den Menschen noch unter den Staaten. Verträge sind Papierfetzcn und Verfassungen Ansammlungen solcher. Freiheit bedeutet hier Anarchie, und das Leben ist eine Qual." Für die indianischen Massen bedeutete die neue Freiheit selbst- verständlich nur ein Wort. Sie bedeutete lediglich, daß die ein- heimischen Ausbeuter sich nunmehr von der Kontrolle der Ausbeuter in Madrid befreit hatten. Die Ausbeutung selbst vollzog sich nach den gleichen Methoden wie früher. Aber die Profite blieben im Lande. Als der erbliche Monarch und seine Würdenträger von der Szene getreten waren, tauchte nun das Problem auf, neue Herrscher zu wählen. Kein Angehöriger der herrschenden Klasse hatte im Grunde mehr Anspruch zur Regierung zu gelangen als irgendein anderer. Stand es doch fest, daß jeder die Regierungsgewalt nur dazu be- nützen würde, um ungehinderter als früher neue Reichtümer für feine Person zu erwerben. Aber weder Ackerbau noch Industrie, weder Handel noch Finanz lockten mehr als die Möglichkeit, sich durch ein öffentliches Amt zu bereichern. In dem nun folgenden Machtkampf bewährte sich die Tradition der Konquistadoren. Verfassungen wurden für die Bedürjnisse des einzelnen geschaffen. Fast überall ergriffen diejenigen, die über militärische Macht verfügten, nach dem Staatsruder. Rosas schwang sich in Argentinien zum Herrscher auf. F r a n c i a nahm Paraguay in Besitz, Sucre begründete Bolivien als privates Herrschaftsbereich, P r i e t o riß in Chile die Macht an sich, nachdem er seine Rivalen in blutigem Kampfe geschlagen. Als Bolivar sich aus Peru zurückzog, erklärte sein Staithalter G a- m a r r a dieses Gebiet für seine Herrschaftsdomäne. F l o r e s ver- ftihr auf ähnliche Weise in Ecuador, lind in ähnlicher Weise vollzog sich die staatliche Neugestaltung in ganz Lateinamen ka. Diese ersten südamerikanischen Despoten blieben verhältnismäßig lange am Ruder, weil sie noch den Vorteil der mmiorchischen Tradition für sich hatten. Es brauchte einige Zeit, damit die Erkenntnis reifte, daß jene auch mir auf revolutionärem Wege zur Macht ge- langt und daß die Revolution überhaupt den einzigen Weg zum Regierungswechsel darstelle. Nach ihrem Fall begann sich das Rod der Revolution weit schneller zu drehen. Auslandskapital hemmt Revolutionen. Die wirtschaftliche Entwicklung«rst war es, die seinen Laus vor- kanAsamtc. Der Einfluß ausländischer Investitionen im Lande bewirkte es. daß sich in vielen Staaten Regierungsleute und Regierungs- gegner, wenn auch widerstrebend, einigten, freilich unter der Boraus- setzung, daß auch die von der Staatsmacht Ausgesperrten hinläng- lichen Anteil am Profit erhalten sollten. Wachstum von Handel und Industrie übten aber auch einen in die feudale Gesellschaftsordnung«in? Er gehört offenbar nicht zur herrschenden Klasse, aber auch nicht zur bis aufs Blut ausgebeuteten Landbevölkerung. Für den Eisenbahningenieur, den qualifizierten Arbeiter und die Angehörigen neuer Berufsschichten ist eine verfassungsmäßige und gesicherte Regierungsform von ungleich größerer Bedeutung als für die Mitglieder der herrschenden Klasse. Der Einfluß dieser neuen Schichten macht sich im Sinne einer politischen Befestigung gellend. Aber sie haben ihre Aufgabe eben erst in Angriff genommen. Die Philosophie, durch Revolution zum Zwecke der Ausbeutung und Bereicherung zu regieren, ist in Südamerika tief eingewurzell. Die relative Stabilität der Nachkriegsjahre war, wie sich nun zeigt, durch- aus nicht von Dauer! Die Einwanderer. Di« Einwanderung, die in Argentinien so etwas wie einen Mittelstand geschassen hat, brachte aber auch neue Probleme mit sich. Im Jahre 1919 vollzog sich in Buenos Aires ein kommunistischer Putsch, der erst von der Armee niedergeworfen werden konnte. Und mancher argentinischer Politiker mag damals in diesem südomeri- konischen Staate, der von gewallsamen Umwälzungen am wenigsten betroffen worden ist, auf den Gedanken gekommen sein, zu den alten Methoden der Militärdiktatur wieder zurückzukehren. Brasilien steht beständig im Zeichen eines Gegensatzes zwischen der alten feudalistischen Gesellschaft, die in Rio de Janeiro ihr Machzentrum hat, und der neuen, haupffächlich aus deutschen Einwanderern zusammengesetzten Schicht in seinen südlichen Teilen. Die einen liefern die Herrscher, die anderen die Steuern. In Peru hat Präsident L« g u i a nach alterprobtem Dikta- torenrezept durch elf Jahre regiert. Seine Herrschaft schien un- erschütterlich. Dennoch ist das Unvermeidliche eingetreten, und er wartet im Kerker auf den Prozeß, der den neuen Diktator recht- fertigen soll. Paraguay, Bolioia, Ecuador, Venezuela und— mit einer oder zwei Ausnahmen— die mittelamerikanischen Republiken haben Revolutionsrekorde aufzuweisen. In diesen Staaten bestcht noch Ungebrochen die alte koloniale Gesellschaftsordnung. Die herrschende Klasse bedrückt die Massen der Ausgebeuteten noch ohne Dazwischen- kunst einer Mittelschicht. Und für die herrscheirde Klasse bedeutet Regieren und Anteil am Regieren nichts anderes als persönliche Be- reicherung. Diese Gesinnung und ständige Revolutionen sind un- trennbar miteinander verknüpft. Und um wieviel mehr noch in Zeiten, wo andere Möglichkeiten, rasch reich zu werden, im Schwinden begriffen sind! flJmchtigt« llebersehung nen E« Bothn.) SEüchlung nikotinfreien Tabaks Die Rolle, die das Nikotin im Leben der Tabakpflanzs bis zur Ernte und dann bis zur Verarbeitung als Fertigfabrikat spielt, ist noch verhältnismäßig wenig untersucht worden. In dem Tabak- Forschungsinstitut Forchheim bei Karlsruhe hat nun Dr. Paul König an einem Material von 159 999 Pflanzen den Einfluß der Düngung. Pflege und Züchtung aiff den Nikolingehalt der Tabak- blättcr untersucht und berichtete über seine Ergebnisse in der Frank- surtcr Wochenschrift„Die Umschau". Zunächst konnte'Nikotin weder im Tabaksamen noch in den Pflänzchen bis zu vier Blättern nachgewlefen werden. Erst nach der Ausbildung des fünften Blattes läßt sich die Nikotinbildung er- kennen Dann treten bei den verschiedenen Arten und Stänrmen der Pflanze ganz verschiedene Nikotinbildungen auf. Doch läßt sich als Gesetz aufstellen, daß die obersten Blätter in der Zell der Reife den höchsten Nikotingeholt besitzen. Da bei den Zigaretten- tabaken die Höchsten Blätter zugleich die besten sind, so sind also die vorzüglichsten Zigarcttentabake auch am reichsten an Nikotin. Von der Vlattreise ab verringert sich der Nikotingehalt, so daß überreise Blätter weniger Nikotin haben als eben ausgereifte. Auf Grund ron etwa 4999 Nikotinuntersuchungen konnte der Forscher feststellen, das; bei den geprüften Tabaken im niedrigsten Falle so gut wie gar lein, im höchsten Falle ein Gchall von 12 Proz. Nikotin sich ergab. Der Nikotingehalt der grünen Tabakblätter kann min durch besondere Behandlung der Pflanzen gesteigert und verrin- gert werden: er nimmt zu durch eine bestimmte Art der Düngung, während er durch Engpflanzen, Beschatten und Bewässern abnimmt. GewächsHauspslonzen haben stets einen geringeren Nikotingehalt als Frcilandpflanzen. In dem Forschungsinstitut wurden mehrere deuffche und ausländische Stämme von Tabakpflanzcn heraus- gefunden, die so gut wie n i k o t i n f r e i sind, und anders, die n i k o t i n a r m sind, d. h. einen Gehalt von nicht mehr als 9,2 Proz. Nikotin haben. Auf diese Weise hat man also nikotin- freien und nikotinarmen Tabak gezüchtet, und diese Tabake behalten ihr natürliches Aroma beim Rauchen, auch ihren natürlichen Geruch und Gsschinack, während diese Eigenschaften bei dem Tabak, dem dos Nikottn auf chemische Weise entzogen wird, bekannllich zu nicht geringem Teil verloren gehen. Schützt den Maulwurf. Der Unfug des Maulwurffanges findet immer wieder beredt« Verteidiger, sobald die Mode der Maul- wurspclze wieder auszukommen pflegt. Die Folgen des Maulwurs- mordes der Jnflationsjahre zeigten sich namentlich in den Jahren 1924 und 1925 durch das verheerende Ueberhandnnehmcn der Erd- schnakenlarven, der Engerlinge und Drahtwürmer auf den Wiesen, Weiden und Aeckern. Durch einwandfreie Untersuchungen ist, wie die„Umschau" berichtet, festgestellt, daß der Maulwurs tatsächlich ein eifriger Vertilgcr der im Boden lebenden schädlichen Jnsektenlarrsn ist und deshalb weitgeheni» geduldet und geschützt werden sollte. Die Landesregierungen haben ihm auch bereits durcb Gesetze und Der- Ordnungen weitgehenden Schutz zugesichert. Maulwurssänger sollten deshalb uirverzüglich hei der Polizei zur Anzeige gebracht werden. 3>urch die Paradies 9niel Aufzeichnungen aus Ceylon/ Ton(Kurt onenburg (Schluß.) Im Dorf. Europa-Schund Ich bin durch ein Dorf gegangen. Die Menschen starrten er- staunt, ungläubig: ein Weißer geht zu Fuß. Gmg an den Verkauss- luden entlang, an Obst- und Fleischerläden, an Kurz- und Kolonial- marenbuden. Usbelster Europa-Schund, der vordrang bis hierher. Blieb ich stehen, die Ding« zu betrachten, musterten mich die Msn- sehen scheu. Als ich lächelte, erwiderten manckze mit einem Lächeln. Schade, ich konnte mich nicht verständigen. Mit Englisch war hier nichts zu wollen, und mein bißchen Malaiisch(für Java) nützte hier auch nichts. Vielleicht haben sie die Zuneigung gespürt. * Lange verweilt« ich bei den Handwerkern an der Straße. Ein schmächtiger zarter Singhalese— was haben die Männer meist für kleine, zartnervige Hände!— nähte eifrig auf seiner Singer-Maschine.(Das Modell war mindestens 39 Jahre alt.) Schöne einfarbige Stoffe, aber auch geschmacklos buntbedruckle Kattune lagen neben ihm am Boden. Was für Kleidungsstücke er iiähte„konnte ich nicht entdecken. Wenige Häuser daneben. Be! einem zierlichen Feuer(alles ist zierlich auf dieser Insel bis auf die Elefanten, und man selbst kommt sich beinahe so plump vor wie diese Arbettstiere) ein Schmied. Mit großer Gelassenheit hämmert er«in Metallstück zurecht. Neben dein Amboß— einem viereckigen Klotz—«in roter Lehmkrug, daraus er zuweilen trinkt. * Als„Schmuck" sieht man an vielen Häusern Plakate«uro- päischen Ursprungs. Sie dienen als„Bilder". Etwa:«in grinsendes Mädchengebiß, Reklame für eine Zahnposta. Ein« Rodlerin mit ivehcndem Schleier(1995): ein Seemann, der Pfeifentabak qualmt. Eine Mähmaschine in einem knollgelben Weizenseld: Reklame für ein Düngermittel. Ja, sogar Oeldrucke sind zu sehen: grausig lach- haste Motive, mindestens von 1889. Zum Glück hat die gute Sonne sie kräftig ausgebleicht. Die westliche Zivilisation, sie kann stolz sein! 'Auch stolz aus ihre Exporttüchtigkett, die den jämmerlichsten Porzellanschund bis in die Verkaufsbuden im Innersten Ceylons schafft«. Kitschvasen mit aufgepreßten Goldrosen, Teller mit farbig nngebrannten Soldaten hinter einer Kanons, oder gsflunkerte Sonnenuntergänge über einem unmöglichen Fluß. Faktoreien, Betel, Elefanten Immer höher hinauf in zahllosen Windungen. Mit 39 Stunden- meilen rast der Chauffeur in die Nodelkurven. Ich brülle ihm zu, laugsam zu fahren: in seinem singenden Pidgin-Eiiglijch versichert er-„Gewiß, Herr. Aber ich guter Drioer." Nach fünf Minuten ist's die ölt« Geschichte: er rast drauf las, 49, 45, 59 Meilen. Dabei weichen die Kerle, obgleich sie wie Narren tuten, sich erst in der letzten Sekunde aus. Hinter einer Wegbiegung eine Holzbaracken-Siedlung, braunrot gestrichen, Wsllblechdächer. Breit über die ganze From der vor- deren Bude:„The T. Tea u. Mbber Co. af Ceylon." Ich lasse halten, steige aus. Wsnn möglich, muß ich den Betrieb seh.n. Es ist nicht möglich, der M mager sei nicht da, und ohne leine Erlaubnis... Ich dankte und dachte: wenn ich auf Ceylon keine Teeplantage zu sehen bekomme, dann eben auf Java. Aber dieses sah ich doch: Kolonnen brauner Mädchen— jede einen Tragkorb auf dem Rücken— gebückt zwischen den grünen anderen Einfluß aus. Wie reiht man etwa einen Eifeiwahuiitgenieur Teestauoen. Die weißen Kopstücher, bis öder die Schultern herabfallend, leuchteten zwischen dem Schwarz des glänzenden Haares— kokett sah es hervor— und dem Grü» der Pslanzcn in einem so blendenden Wech, wie ich es nie zuvor gesehen hatte. Flink wie huschende Mäuse eilten dunkle Hand« zwischsn den Stauden hin, warfen in rascher Bewegung ein« Handvoll Teeblätter hinter sich in die Hucke, verschwanden wieder in den Stauden. * Die weißrindigen Gummibäuin«, die zarte Hwea, standen verlassen. Kein Albeiter war zwischen ihnen zu sehen. Für Rubber steht der Weltmarktpreis tief, eine gewaltige Ueberproduktion heißt jetzt die Erzeugung stoppen. Systematisch stoppen, ost für Monate, um die Zufuhr auf dem Markt zu bremsen und oen letztmöglichen Prosit noch zu retten. Hevea: die Reichtum und Schicksal und Fluch für die Faktoreibesitzer— die Rubber Compagnies in London und Amsterdam— wurde: sie stand. Millionen Bäume unter dem lallen Himmel Ceylons. Kein Arbeiter war zwischen ihnen zu erblicken. Nur die alten Wunden der Zapfmesser waren zu sehen. * Schon in Colombo war neben vielem anderen auch dies auf- fällig: überall auf der Straße waren rote Flecken: bald hell, bald dunkel, als ob die halbe Bevölkerung an Nasenbluten litte. Hier in den Dörfern, durch die ich jetzt kam, wars nicht anders: auf dem weißen Staub der Dorfgasse die gleichen verdächtigen Kleckse. Es ist kein geronnenes Blut. Nur der rotgefärbte Speichel der Betel kau er. Betel: überall an der Straß« ist er zu haben, dieses Bolksgenuß mittel, das dem Inder, dem Jaoanen, dem Malaien den Alkohol ersetzt. Die alle Frau mit ihrem Körbchen am Gasjenrand, die kleine Obstbickiike auf dem Markt: überall ist das grüne Siriblatt und sein« Zubehörteile erhältlich. Komische Sache: das Blatt wird intt Kalk (jawohl, ganz ordinärem Kalk) bestrichen, dann gibts«ine Arekanuß und ein Bröckchen Gainbir(bitterer Gerbstoff, sonst nur in der Lederindustrie verwandt): dos Ganze wird in das Siriblatt ein- gewickelt und gekaut. Es schmeckt etwas bttter wie Pfeffer, ein wenig nach Muskat und stark nach— Betel. Den Geschmack genau zu definieren, dafür gibts keine europäische Vergleichsmöglichkeit. Di« Arekanuß ist's, die das Zahnfleisch blutrot färbt(und selbst- verständlich den Speichel). Der Reichste und der?lermste, Mann und Frau, Jüngling und Greis, all« kauen sie Betel. In den Häusern wird er angeboten wie bei uns irgendeine Erfrischung als Zeichen der Gastfreundschaft. * Auf halbem'Weg nach K a n d y sah ich die ersten Elefanten auf Ceylon. Abseits von der Straße, aus einem Walddickicht schoben sie sich heran wie eine geschlossene Reiterarmee Sie walzten irgendwelche Stämme vor sich her, und ihre Bewegungen— wie sie vorwärts stapften, mit dem Rüssel die Last bändigten— waren bei aller Plumpheit tnapp niid g-messen, als arbeiteten sie nach einem besonderen Taylorsystem. Später, es war Nachmittag und schon Feierabend für Tier und Mersch, sah ich sie baden im Kelani-Fluß. In schöner Gelassenheit knieten sie auf einen leisen Nack-nwink de? Führers nieder: leoten sich auf die Seite, wohlig breit ins kühl strömende Wasser. Tauchten den Rüssel eü,. pumpten ihn voll und spritzten sich das Wasser über die irc! l-eraüsrägende Flanke. Die Inder, dem Straßenufcr ob- gewandt standen hmt-i den Elefanten und gössen sich aus einem kleinen Kübel das Flußwasfer über Kopi und Schulter. Als das Bad beendet war, setzten sie sich wieder aus die Tiere, und sie zogen einträchtig heimwärts in den Kampcng. Arbeits-Clesanten, Arbeits-Indrr: schwer z» sazei, wer von ihnen der BescheLteuere, Anspruchslosere ist.