BERLIN Zreitag 12» Oktober 1930 10 Pf. flr. 488 B 243a 42. Jahrgang Erscheint tS»lich außerSountas«. Zugleich Abendausgabe de«.Vorwärts'. Bezilgsxrei» beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche. 3,60 M. xrv Monat. Redaktion und Lxredition; Berlin SW 68, Lindenßr.s v}/oiwus4& AnzeisenortiS: Die einspaltige NonparelUczrii« 80 Pf., Reklamezeile S M. Ermäßigungen nach Tarif. Poßscheckkonto: VorwärtS-Derlaz G. m. b. H., Berlin Nr. S7S36. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis 29? Das Hakenkreuz am Pranger Stürmische Reichstagssißung- Nationalsozialist Jeder und sein Aktienpaket Als der Reichstag heut« morgen um 10 Uhr zusammentrat, teilt« Präsident Lobe zunächst die K o n st i t u i e r u n g« i n i g e r Ausschüsse mit. Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses ist von jetzt an— Dr. Frick! , Abg. von Lindeiner- Wildau von der Treviranus-Pariei wies zunächst aus seinen Antrag hin, der schon im vorigen Reichstag ang«. Aus dem Inhalt: Hermann Müller zur Regierungserklirang Seile 1 Verzwclflungilai einer Frau..... Seile 3 Helden des Westen«........ Seile 5 Sonnlag des Arbeitersports...... Seile 7 nommcn wurde. Es sollen nämlich nach Ratifizierung des Liqui- dotionsabkommcns die Forderungen der aus Polen vertriebenen Reichsdeutschen gegen den polnischen Staat in das Reichsschuldbuch eingetragen werden. Dos Liquidationsabkommen erklärt diese Forderungen' als erledigt und das Reich übernimmt die Entschädigung der Vertriebenen. Da mm Polen die Ratifizierung noch nicht vor� genonnney hat, will der Antrag die Eintragung ins Reichsschuldbuch schon jetzt gestatten, damit nicht die Vertriebenen ihr« Forderungen� irgendwelchen dunklen Geldgebern billig verkaufen. Mehrere andere Parteien— jür die Sozialdemokratie Abg. D i t t m a n n— stimmen dem Wunsch zu, diesen Antrag wieder aus die Tagesordnung zu stellen, auch Reichsfinanzminister Dietrich erklärt die Bereitwilligkeit der Regierung. Der Antrag wird als späterer Punkt auf die Tages» ordnung gestellt, deren erster Punkt das Schuldentilgungs- gesetz ist. Seine Annahm« ist die Voraussetzung für die Aus- Zahlung des Ueberbrückungskrodits von S00 Millionen Mark. Abg. Dr. Ouaah(Dntl.) verlangt eine Stunde Redezeit. Die Überwiegende Mehrheit des Hauses begnügt sich ober mit einer halben Stunde, zumal diese Reden wahrscheinlich in die Gesamtredezeit für die politische Debatte eingerechnet werden. Abg. Dr. Reubauer(Komm.): Di« Regierung tut nichts gegen die Kapitalflucht, die Deutschland zur Aufnahme teurer Anleihen in New Zwingt. Unter wütendem Gebrüll der Nationalsozialisten erinnert der Redner an die Sapilolslucht, die der Abg. Jeder(Ratsoz.) beim wüncheuer Hitlerputsch veranstaltet hat. Hitler hat Heorst und Rotherwore die Sicherheit des Privat- eigentums garantiert. Abg. Jeder-Sachsen(Nat.-Soz.) erklärt die Behauptungen des Vorredners für freimaurerische, jesuitische und jüdische Lügen und erhält einen Ordnungsruf.(Lärm bei den Komm, und Nat.-Soz.) Eine Lüge bleibt eine Lüge.(Erneuter Ordnungsruf.) Die Anleihe ist äußerst ungünstig und wird vom Zündholztrust aufgebracht, der mit feinen Anleihen immer Monopole anstrebt. Welches neue Monopol will der Trust erwerben? Der Redner sagt der Regierung Kamps undschärs st«Kontrolle durch ein«„deutsche' Partei an. Es kommt dabei noch zu antife- mitifchen Beschimpfungen von sozialdemokratischen Abgeordneten, die Zwischenruse gemacht haben. Abg. Dr. Ouaah(Dnat.) erklärt sich mit der Kritik des Abg. Feder einverstanden. Wer sind die Gläubiger der in einem halben Jahr schon um eine Milliarde erhöhten schwebenden Schuld? Der Redner wirft dem Finanzminister Mißbrauch des Rundfunks zur Täuschung über die finanzielle Lage des Reiches vor.(Unruhe.) Neichsfinanzminister Dietrich: Herr Ouaatz hat ohne Begründung behauptet, ich hätte den Rundfunk mißbraucht. Ein solches Vorgehen ist u n t e r a n st ä n- digen Menschen nicht üblich.(Gebrüll rechts.) Wie wollen Sie denn die Ausgaben noch stärker herabfetzen?(Rufe rechts: Das geht Sie gar nichts an, geht Ihnen den Dreck an!) Der Minister gibt dann zahlenmäßig Auskunft über die ganz« schwebende Reichsschuld von 1,60 Milliarden Mark und über die Entstehungsursachen jeder Teiljchuld, deren starke Ansänge bereits unter der früheren bürgerlichen Regierung gemacht wurden. Wer ehrlichen Geistes und anständigen Willens ist, muß doch zugeben, daß unser Defizit durch den Rückgang der Einnahmen und die Steigerung der Ausgaben hervorgerufen ist. Wir rechnen, daß im Winter eine Million Hauptunter st ützungsemp- g e r aus der Crwerbslosenverficherung dazu kommt. Aber kann man denn helfen, indem man alles zusammenschlägt und dem Volk sagt, auch diese schlimmen Annahmen seien noch viel zu gunstig und reine Illusionen.(Lärmende Zurufe rechts. Der Hakenkreuzler Dr. L c y wird nach zwei Ordnungsrufen wegen Dauergebrüll mit A u s- jchliebung bedroht.) Mit diesen Behauptungen schädigt man nur unsere Wirtschaft und unseren Kredit.(Naziruf: Ist das der parlamentarische Respekt vor einer Fraktion?) Ich spreche aus meinem Pflichtgefühl.(Naziruf: Pflichtgefühl für den Poung-Plan!) Eni- gegen dem Dr. Ouaatz glaube ich mit den vorgesehenen Mitteln das Etatglcichgcwicht herstellen und die schwebenden Schulden decken zu können.(Rufe rechts: Niemals! Nur neu« Schulden!— Präsi- dent Löbe mahnt die Schreier, dem Minister doch die verlangte Beantwortung ihrer Fragen nicht unmöglich zu machen.) Keinerlei Monopolforderung ist bei der Anleihe nur erwähnt oder angedeutet worden.(Gegenruf« der Nazis.) Wenn ich Ihnen das sag«— ich bin doch kein Lügner!(Nazivufe: Solche Forderungen kommen immer erst nachher!) Wer schon länger im Reichstag sitzt, wird mir nicht zutrauen, daß ich dem Hause eine Unwahrheit sage.(Natsoz. Feder: Man wird doch sehen!) Zur Erlangung der deutschen Freiheit ist die erste Vorbedingung(Nazirufe: Neue Schulden!) die Ordnung des Reichshaushalts.(Beifall der Regierungsparteien und andauerndes Lärmen der Rechten.) Lobe muß öle Ordnung sichern. Präsident Lobe erklärt nun: Wenn ich nicht olle Mitglieder de» Hause», die während der Rede des Ministers unausgesetzt die Ordnung in gröblicher Weise verletzt haben, zur Verantwortung gezogen habe, so liegt das daran, daß ich noch nicht- all« neuen Mitglieder mit Nomen kenne. Ich behalte mir aber vor, wenn die Schuldigen nachträglich festgestellt werden, die Bestimmungen der Geschäftsordnung noch anzuwenden.(Einige Abgeordnete machen auf einen der üblichen Nazischreier aufmerksam, der in dem inneren Winkel vor der Führerbank der Nazis gestanden und gebrüllt hatte und vom Präsidenten gar nicht bemerkt werden konnte, da die Ministerbank ihn verdeckte. Die Nazi brüllen, daß. die Iungdo-Leute als Denunzianten aufträten.) Es wird mir zugerufen, daß die Ge- schäftsordnung noch nicht verteilt fei. Ich lasse deshalb die de- treffenden Bestimmungen oerlesen. Ein Schriftführer oerliest die O r d n u n g s b« st i m m u n g e n über die Ausschließung, sowie über die Folgen einer Zu- widerlzandlung gegen die Ausschließung, die in einer weiteren Aus- schließung auf 30 � Sitzungen und gegebenenfalls auf weitere 30 Sitzungen bestehen.(Rufe der Nazis: Kriegsartikel! Demokratie!) Präsident Lobe: Um den Mitgliedern die Befolgung der Geschäftsordnung zu erleichtern, werde ich für den Fall, daß ich zu meinen Maßnahmen erst nach Schluß der Sitzung kommen sollte, die Betreffenden schriftlich davon unterrichten und ihnen auch mitteilen, daß sie zur nächsten Sitzung nicht kommen dürfen: ich werde das dann am Beginn der nächsten Sitzung wiederholen und mache darauf aufmerksam, daß eine Zuwiderhandlung die Ausschließung auf weitere 30 Tage zur Folge haben würde.(Lebhafter Beifall der Sozialdemokraten und der Mitte.) Keils Abrechnung. Abg. Keil(Soz.) Abg. Ouaah hat ganz recht, daß in der Reichssinanzpolitik Der- säumnifse und Jehler vorgekommen sind. Aber ein Vertreter der deulschnationalen Jruttion ist nicht besonders geeignet, hier io der Art des Pharisäers aufzutreten:„Zch danke dir Herr, daß ich nicht bin wie jene."(Sehr gut! links.) Die deuljchnationole Jraktion trägt M i t v e r a n t w o rt u n g für die Jinanzpolitik von 1924/25 bis 1928, die Mitverantwortung dafür, daß. als die Vürgerblockrcgierung 1928 nach ihrer Wahlniederlage zurücktreten muhte, alle Belriebsmillel des Reiches aufgezehrk und ein Defizit von mehr als einer Milliarde vorhanden war. wenn Herr Ouaah van einem Sonderfonds des französischen Jinanz- minister, gesprochen hat, aus dem die französischen Rüstungen de- Kampf der Metallarbeiter Feste Fron! der Gewerkschafien/ Kommunistische provokaiionen Tie Lage im Streik der Berliner Metallarbeiter hat sich seit gestern nicht verändert. Der Apparat der gewerkschaftliche« Streikleitungen hat sich völlig ein- gespielt, so das, sich alle streikorganisatorischen Mast- nahmen reibungslos abwickeln. Die gewerkschaftlich »Die revoluiionäre Gewerkschastsopposition führte CMÄofcJahuO organisierten Metallarbeiter und-arbeiterinnen tun ihre Pflicht. Sic stehen vor den Betrieben Streikposten, übermitteln Meldungen zur Streikleitung und diskutieren untereinander und mit der Bevölkerung über die Ursachen und die Aussichten dieses gigantischen Kampfes, der die gesamte deutsche Leffentlichkeit in Atem hält. Die„RGO." macht krampfhafte Anstreugungen, aus ihrer Be- deutuirgstosigkeit herauszukommen. Sie bildet mit Erwerbslosen Stoßtrupps, mit deren Hilfe sie versucht, die Belegschaften der Betriebe zum Anschluß an den Streik zu„gewinnen", die dem Ver- band Berliner Metallindustrieller nicht angeschlossen sind. Sie fuchi der Arbeiterschaft der ringfreien Betriebe einzureden, daß es sich um einen Streik der gesamten Berliner Metallarbeiter handelt. Der Metallarbeiteroerband hat die Streitleitungen nochmals angewiesen, dieser allzu durchsichtigen Vcrwirrungsparole der RGO.-Lente entgegenzutreten und die Arbeiter der nicht dem VB2NZ. angeschlossene» Betriebe darauf aufmerksam zu mache», daß sie im Falle der Arbeitsniederlegung ohne Genehmigung der Organisation von den Gewerkschaften keine Unterstützung zu er- warten haben. Vor allem versucht die RGO. ihre betrieblichen Streikleitungen mit den Massen der Streikenden in Kontakt zu bringen, die sich um diese Scheingebilde nicht kümmern. Di« Übergroße Mehrheit der streikenden Berliner Metallarbeiter hat die„Erfolge" der lommunistischen Gewerkschaftsopposition der letzten Zeit noch nicht vergessen und denkt nicht daran, ihrer Bewe- gung durch die KPD. den gleichen„Erfolg" bereiten zu lassen. Die streikenden Berliner Metollarbeiter sind davon überzeugt, daß ein geschichtlich so bedeutungsvoller Kampf wie dieser Streik nicht unter der„Führung" unverantwortlicher Element«, die dabei nur politische Geschäfte machen wollen, bis zum Erfolg durchgeführt werden kaim * Der Verband der Berliner Metallindustriellen hat heute formell die Verbindlichkeitserkläruug des Schiedsspruch«» beantragt.. j-.<_... sirittcn werden, so hak die deukschliationale Fraktion zur Bildung und Dotierung schon beigetragen, indem slezuSOProzentdcm D o w es- p l a„ z u g e st i m m t hat. sAlurren rechts.) wir Sozialdemokraten sind in jeder Situation, ob mir an der Regierung teilnahmen oder Opposition waren, st e t s und rückhaltlos und mit aller Schärfe für die Ord- nung der Reichssinanzen eingetreten. lTlazi-Ruf: Hilser- ding!) Auch Hilserding hat das getan: wenn die Reichssinanzen sich lSZS bis lSZg nicht so gestaltet haben, wie hilserding es gewünscht hat, so trifst die Schuld dafür nicht ihn persönlich, wir wollen die Zahlungsfähigkeit des Reiches im Interesse seiner vcamlen, Angestellten und Arbeiter erhalten,- die groszcn Massen der Arbeitslosen sind auf die Zahlungen des Reiches angewiesen und wären im anderen Fall hoffnungslosem Elend ausgeliefert. Ordnung der Reichsfinanzen ist erforderlich, um dos Rlihlrauen gegen die deutsche Wirtschaft im Ausland zu überwinden, und ist auch die beste Vorkehrung gegen die Kapitalflucht. Ausrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit und des Vertrauens des Auslandes ist zugleich die Bedingung für ein Gedeihen unserer Wirtschaft, für eine Verhinderung noch weiteren Steigens der Krise, das»veitere Millionen Arbeiter zum Richlslun verurteilen würde. (Einige Razis werden wegen fortwährenden Schreiens zur Ordnung gerufen.) wir legen den größten Rachdruck darauf, daß die Tilgungsvorschrlften der Vorlage in ihrer zweijährigen Gellungs- zeit auch durchgeführt werden. sZustimmung der Soz.) Razi-Feder an, Pranger. Die heuligen Kontroversen zwischen R e u b a u c r und Feder lassen vollkommene Klarstellung erwünscht erscheinen. Der Abg. Feder soll also am s. Rovember 132Z. wenige Stunden vor dem Münchener hitlerputsch, einen größeren Teil seines Münchener Bankguthabens abzuheben»ersucht haben. (Goebbels schimpft gemein und erhält dafür den Zweiten Ordnungsruf.— Feder gebärdet sich höchst aufgeregt.) Ich habe den Abg. Feder ja gar nicht beleidigt, ich will von ihm doch nur eine Klarstellung erhallen.(Abg. Feder: Sprechen Sie doch zu der Regierungsvorlage!— Stürmische langanhaltende Heiterkeit im größten Teil des Haufe», sprachlose Verlegenheit der Razis.) Da die Sache hier zur Sprache gekommen ist. kann ich Ihnen die Aeuhe- rung dazu nicht ersparen! Am 15. Februar 1927 hat in einem Untersuchungsausschuß t«s Bayerischen Landtages unser Kollege Dr. h ö g n e r folgende polizeiliche Feststellung aus den Akten vorgetragen. Unter dem 21. November 1923 hat Kriminal- sckrclär Schmidtbauer folgende Zluszeichnungen geschrieben: Zeuge Bankbeamter Scher erklärt: Gottfried Feder erschien am 8. November 1923 beim Bankhaus Schneider (Naziruse: Gehört das alles zum Reichshaushalt?) nachmittags ,1 454 Uhr und ersuchte den Schalterbeamten um sofortige Aushändigung dort liegender und in dem Brief näher bezeichneten Stücke. Er begründete sein Ersuchen damit, daß er sofort eine größere Geldsumme brauche und die Aktien als Pfand geben müßte. Er wurde von dem Schalterbcamten bedeutet, daß das nicht möglich sei, well eine Anzahl dieser Aktien persönlich be. zeichnet seien oder auswärts liegen. Dann ging Feder zum Kommcrzienrat Schneider selbst, der sich mit ihm zu dem Schalterbcamten begab, damit der Wunsch des Feder vielleicht doch noch erfüllt werde. Das war aber nicht möglich. Mehrere Tage danach ist dann ein mit Vollmacht versehener Mann gekommen und hob die Aktien für Feder ab. (Stürmisches Hört, hört! links.) Wie Dr. högner weiter mitteilte, hat ein Mttnchener Kriminalkommissar noch folgende Feststellungen gemacht: Die Akten über Gottfried Feder sind ziemlich angewachsen und dürften Ausschluß über den Börsenverkehr des Feder geben.(Große Heiterkeit.— Die Sozialdemokraten heben die Hände .zum Faschistengruß und rufen Feder ein kräftiges heil zu.— Di: Nazis schreien wüst) Der Fall Feder ist schon bei früheren Gelegenheiten zur Sprache gekommen; er hat da gesagt, daß er im Interesse seiner Frau die Aktien abheben wollte. Wenn ma» aber am 8. November I9Z3 aus irgendwelchen zutreffenden fachliche,, Gründen in die Notwendigkeit verseht ist, sein Bankguthaben abzuheben, dann hätte man aus Gründen des Taktes und der Vorsicht doch vermeiden sollen, am 9. November 1923 eine Verfügung zu erlassen. die jede Veränderung oder Verschiebung des vermözensstandes mii Strafe bedroht!(Stürmischer Beiflil und Händeklatschen links.— Murren rechts.— Andanernds große Bewegung und Lärm.) Abg. Dr. Dang(Dnat.) kritisiert die ständigen Fehlschätzungen des Etatdesizits durch die Rsichsrcgierung. Abg. Feder-Sachsen(Natsaz.): Ich schäme mich nicht, in einem arbeitsreichen Leben ein Der mögen erworben zu haben, das ich natürlich in Effekten bei einer, übrigens chrift- lichen Bank, niedergelegt habci(Zuruf der Kommunisten: Es lebe die Zinsknechtschaft!) Die Entwertung des Sparguthabens des dcut- fchcn Mittelstandes durch die Inflation verursacht« im Jahre 1323 eine allgemeine Aufforderung her Banken, die Bankdepots abzu- holen, weil ihr Wert die Kosten der Aufbewahrung nicht mehr deckte. Ich erhielt diese Aufforderung Ende Oktober 1923 und wollte am 8. November meine wertlos gewordenenEfsek- t c n abholen, die aber nicht bereitgelegt waren. Das ist die ein- zige Grundlage einer sieben Jahre alten politischen Lüge.(Lärm und Zuruse links.) Unsere Bewegung wollte damals die Banken unter Staatsaufsicht stellen, und mir ist nachträglich von, Dclksgericht München trotz der Verurteilung wegen Amtsanmaßung die vaterländische Gesinnung(Gelächter links— Beifall rechts) und uneigennützige und umsichtige Handlungsweise bestätigt worden. (Lärm und Beifall rechts.) Abg. Keil(Soz.): Ich habe den Vorwurf unehrenhafter Handlungsweise gegen Abg. Feder nicht erhoben und werde ihn nicht erheben.(Lärm und Znrnfe rechts. Glocke des Präsidenten.) Der Bankbeamte, dessen Aussage ich verlesen habe. Hot mitgeteilt(ungeheurer Lärm bei den Natfoz., Ordnungsrufe des Präsidenten), daß Herr Feder erklärt habe, er brauche sofort eine große Geldsumme und müsse seine Aktien als Pfand hinterlegen, wertlose Aktien sind doch wohl für einen solchen Zweck nicht geeignet.(Gebrüll bei den Nalsoz., andauernd« Schlnßrnfe, ein Abgeordneter wird aus dem Saal verwiesen.) Einige Tage später erschien mit einer Vollmacht von Herrn Feder ein wann—(durch fortgesetzt« Schlußrusc werden die Aueführungen des Rodners unverständlich— Präsident Lobe bittet«rn Ruhe, da ja auch der komtnunistische und natlcnalsozialisiische Redner ihre Aussührungcn hätten machen können.) Am 15. November teilte die Bank mit. daß die Werl- papiere, darunter werkvolle Brauereiaktien, einen Gesamtbetrag von 40 000 Soldmart darstellen,(hört, hört, links. Abg. Neubauer(Komm.): Feder ist ein Schieber!— Abg. Neubauer erhält einen Ordnungsruf— andauerndes Gebrüll der Naksoz. Präsident Löbe erklärt, daß er dem Redner, solange er sich an die parlamentarischen Formen halte, unter allen Umständen Gehör verschassen müßte. wenn nötig durch Unterbrechung oder Aushebung der Sitzung. Er beholte sich für diesen Fall vor, in der Zwischenzeit die notwendigen Ordnungsmoßnahmen zu treffen.) An diesem 15. November wurde das Aktiendepot dem mit Vollmacht versehenen Mittelsmann ausgeliefert.(Lebhaftes hört, hört, links.) Abg. Feder(Naksoz.): Jetzt kommt man mit Maßnahmen, die ich am IS. November ergriffen haben soll! Eine Aapitalverschiebung und eine unehrenhafte Handlung kann mir also nicht vorgeworfen werden.(Rasender Beifall bei den Natsoz.— Pfuirufe bei den Komm.) Die erste Lesung ist damit geschlossen. Ein Antrag auf sofortig« Ueberweisung des Gesetzes an den haushaltsausfchuh, gestellt vom Abg. F r i ck(Natsoz.) wird abgelehnt. Das Gesetz über Schuldentilgung wird in erster und zweiter Lesung unter Ablehnung aller Ablehnungsanträge, insbesondere des Frickschen„Gesetzes zur Erhöhung der Schulden" gegen die Stimmen der Deutschnotion alen und National- sozialisten angenommen und dann die Ueberweisung an den Haushaltsausschuß beschlossen. Ein im housholtsausschuh des früheren Reichstags einstimmig angenommenes Gesetz über die Entschädigung dcrEntschä- digungsberechtigten aus dem d e u t j ch- p o l n i f ch e n Liquidationsabkommen noch vor der Ratifizierung durch Pole» wird auf Antrag des Abg. von Lindeiner-Wildau(Dolkplons.) in erster, zweiter und dritter Lesung einstimmig angenommen. Es folgt die Debatte über die Regierungserklärung. Semann Möller zur RegierungseMmng Der Kanzler hat gestern um das Vertrauen des Hauses ge? warben.(Zurufe der Natsoz.: Der Füllsederhalter von Versailles!) Meine Herren, wenn ich Ihre Zwischenrufe höre, muß ich glauben, daß Sie in einer Synagogen schul« erzogen worden sind.(Lachen und Beifall links.) Die Mißtrauensanträge, die mit zur Debatte stehen, sind jetzt eigentlich überflüssig, denn schon die Annahme der Schuldentilgungsgesetze hat gezeigt, daß ein R e st von Vertrauen vorhanden ist. Aber es hanbelt sich hier nicht allein um eine Vertrauensfrage für das eine oder andere Kabinett. (Sehr richtig! links.) Wir haben das vertrauen zu den bitteren Realitäten, von denen der Kanzler gestern gesprochen hat. aber wir haben kein vertrauen zu Minister Schiele, der gesagt hat. diese» System müßte je eher je besser beseitigt werden. (Sehr richtig! rechts, andauernde Zurufe b. d. Natsoz.) Wir werden auch die nationalsozialistische Inflation überstehen. Nach unserer Niederlage 1907 haben wir ein 1312 und ein 1919 erlebt, und wir sind nach vielen Kämpfen auch heute noch d i e stärkste Partei dieses Hauses! (Die Nazis haben den Saal verlassen, nur Reoentiow und Straßer bleiben im Saal, erst später kommen noch einig« weitere dazu.) Wenn man uns die Dertrauenssrage stellt, so wird sie ja nicht nur den Minister Schiele, sondern auch auf Treviranus ausgedehnt sein, denn dieses Kabinett hat ja eigentlich zwei Außen- minister, einen für Genf und einen für die Wahl und den Haus- gebrauch(Heiterkeit). Für den letzteren gilt das Rezept: Nach dem Gebrauch zu schütteln.(Stürmische Heiterkeit.) wir lassen uns von keiner Parle! vorschreiben, in welchen Zeiten wir zum Angriff gegen das Kabinett übergehen. (Zurufe der Komm.) Ja, Sie werden schon bemerkt haben, doß wir uns in den letzten zwölf Jahren unsere Haltung nicht von Ihnen vorschreiben lassen. Wenn wir noch einen Zweifel gehabt hätten. wie wir uns zum Kabinett stellen sollen, so hätte uns d i e gestrige Sitzung eines Besseren belehrt. Wir haben die wüste» Angriffe besonders der Nazis auf G r o e n e r und auf C u r t i u s gesehen, es hat ja auch an richtigen Fingerzeigen nicht gefehlt, wie sie in diesem Hause bisher nicht üblich waren. Sie(nach rechts) erklären ja offen, daß der Angriff aus die Reichsrcgierung auch die preußische R« z i er.-.1 n g treffen soll. Wir wistcn, wie die prenszi'che Regierung 1923. al» Sie den M ll n ch e n e r Putsch machten, die Reilbsverfassung ausrechter- halten hat(Straßcr: Ob nur ihre Wähler das verstehen?) Mache» Sie sich um die keine Sorge! In meinem Wahlkreis hoben die Nationalsozialisten weit schlechter abgeschnitten als sonstwo und ihr Borstnß bei den bayerischen Landstagswahlen hat Ihnen in meinem Wahlkreis auch keine besonderen Erfolge gebracht. wir wissen, worum es sich 1923 gehandelt hat und wir sind entschlossen, alles zu tun. damit sich dergleichen nicht wiederholt. (Straßer: Meinen Sie, daß Sie das verhindern können?) S l e planen es also wieder!(Sehr gut! links.) Gewiß, wir haben nicht die Mehrheit in diesem Hause, und ich weiß nicht, ob Sie sick) mutig fühlen, weil andere Parteien vor Ihnen auf den Knien liegen. Ich würde aber diese anderen Parteien um ihre Lage unter ihrer 5)ertichafr nicht beneiden. Gewiß nicht mit Unrecht hat der Reichskanzler gestern den Gold- und Devifenabztig aus Deutschland, den ich auf mindestens 809 Millionen Mark schätze, mit dem Wahl- ausfall in Verbindung gebracht. Man scheint im deutschen Bürger- tum noch nicht klar zu sehen, wohin diese Entwicklung führen kann, wenn sie nicht rechtzeitig gestoppt wild. Darum ist es auch ganz klar, warum der Finanzminister vorhin so wild unterbrechen und bei seinen Ausführungen an den deutschen Mittelstand gestört worden ist. Es ist jetzt nicht die Zeit für Expc- rimente nach keiner Richtung hin! Die Nationalsozialisten haben einen Antrag eingebracht, wonach der höchste Zins 5 Proz. betragen dürfe, wovon mindestens 1 Proz. zur Tilgung der Schuld diene und nach 50 Jahren das Darlehen als getilgt gälte. wo haben Sie denn das abgeschrieben?(Große Heiterkeit links.) Ich will es Ihnen jagen: vom dritten Buch Mose». Kapitel 25. (Stürmische heiterkiit, Beifall und Liändeklatschen link,.) Dort heißt es:„Und Ihr sollt das 50. Iahr heiligen und dann /still jeder seine habe wiederbekommen!"(Zlndauernde Heiterkeit.) Sie bekämpfen die Reichsanleihc und machen ihre geistigen Anleihen bei Moses! Sie beantragen auch wieder, dos Vermögen der Bank- und Börfenfürsten, sowie der nach 1914 zugezogenen Ost- juden(Fremdstämmigen usw.) zu enteignen. Ist die Einbringung dieses Antrages vielleicht bei dem Frühstück besprochen worden, das der Bankdirektor von Stouß Ihnen gegeben hat?(Große Heiterkeit.) Mussolini hat es ganz anders angefangen und sich zu den Banken und Geldmännern sters in bestem Verhältnis ge- halten.(Straßcr: Ich dachte immer, Sie sind ein Staats- mannsaspirant aber nicht ein Anckdotencrzähier.) lieber die italienischen Dinge bin Ich einigermaßen unterrichtet.(R e v c n t- low: Die gehen uns gor nichts an) So, so, da Sie sich doch in die praktische Politik einrangieren wollen, ist es doch interessant, daß es Ihnen gleichgültig ist, was dort geschieht, wo Ihre Ideale verwirklicht sein sollen.(R e v e n t l o w: Was in Italien geschieht, ist uns ganz gleichgültig.) Das ist ja sehr interessant.(Reventlow: In diesem Falle ist es uns gleichgültig.—?lha-Ruse der Soz.) Ich habe jedenfalls keine Angst vor Ihnen, ich' Hobe in den letzten 20 Jahren genug erlebt.(Straßer: Sie haben in Versailles unterschrieben!) Was ich getan habe, geschah kraft des Mandats des deutschen Volkes. Ich wünsche Ihnen, daß Sie auch einmal, sich solcher Verantworttinz bewußt, handeln!(Stürmischer Beifall links und in der� Mitte.) Ter Redner bespricht dann eingehend und alle Zwischenrufe mit gewohnter Schlagfertigkeit abführend das Regierungsprogramm und die hnlwng der Sozialdemokratischen Partei. Der Schluß der Rede erscheint in unserer Morgenausgabe. » Nächster Redner war Straßer und Vorsitzender dabei— S t ö h r, dem Löbe überlassen hatte, die Jnnehaltung der parla- inentarischen Ordnung in dieser Rede zu überwachen. Die Aktion bei JBolle. Kommunistische Abgeordnete�festgenommen. heute nacht kurz vor vier Uhr sammelten sich etwa 40 bis 50 Kommunisten vor der Meierei Bolle in Alt-Moabit, in der Absteht, die Vollearbeiter durch Gewalt am Betreten des Betriebes zu hindern. Als das Ueberfallkommando trotz wieder- Halter Aufforderung die Leute nicht zum Auseinandergehen bewegen konnte, machte es vom Gummiknüppel Gebrauch und nahm drei Kommunisten fest, die auf die Bollearbeiter eingeschlagen hatten. Auch die Reichstagsabgeordnete Grete Mildenberg wurde festgenommen, weil sie die Kommunisten gegen die Bollearbeiter bis zur Gewalt» tätigkcit aufhetzte. Sie wurde wie die anderen drei der Abtei- lung la zugeführt. Da sie auf frischer Tat sestgenomnien wurde, kommt der Schutz der Immunität für sie nicht in Betracht. Daraus trat vor dem Meiereibetrieb von Bolle Ruhe ein, da bei sämtlichen Bollearbeitern keinerlei Streikstimmung herrschte. Kurz vor 6 Uhr wurde in Alt-Moabit, Ecke Thomasiusstrahe ein Bolle?Wagen �angehalten und»mgeworsen. Die Milch wurde aus die Straße gegossen und die Kannen zerschlagen. hier konnte die Polizei noch fünf flüchtige Täter fest- nehmen und der Abteilung la einliefern. Die Verzweiflungsiai von Czenflochau. Mehr als 40 Sozialdemokraten verhaftet. Warschau. 17. Oktober.(Eigenbericht.) Dem sensationellen Ncoolverottentat gegen die leitenden Per- sönlichkeiten der Kronkenkasse in Czcnstochou, die der S»lbstver- waltung der Arbeiterschaft entzogen und einem Regierungskommissqr unterstellt ist, werden politische Motive zugeschrieben. Bon der Polizei sind zahlreiche Haussuchungen in sozialistischen Kreisen vor- genommen und mehr als 40 führende Sozialdemo- kraten verhaftet worden. Der Täler Kostrzewski, der nach Niederschießung von 5 Personen Selbstmord beging, hat indessen, wie in den Parteikreisen mit Ent- schiedenhsii behauptet wird, ganz auf eigene Faust gehandelt, so daß die Polizeiaktion gegen die sozialdemokratische Parteiorganisation nur als ein Versuch zu bewerten sei, der Opposition einen neuen Schlag zu versetzen. Britische Bergarbeiter gegen pilsudski. Ein Appell an die Arbeiterregierung. London, 17. Oktober. An der gestrigen Sitzung des Nationalen Vollzugs- ausschusses des Bergarbeiteroerbandes nahm«in Vertreter der polnischen Bergarbeitergew eck- schaft. Stanzin g, teil, der über die ernste Lage in Polen berichtete. Stanzinz erklärte, daß Pilsudski es daraus abgesehen habe, die Gewerkschaften zu vernichten. 80 Beamte der Berg- orbeitergewerkschaft und 6 Abgeordnete der Bergarbeiter seien ver- hastet worden. Der Vollzugsausschuß beschloß, sich der Vermittlung des Internationalen Bergarbeiterverbandes zu bedienen und an die britische Regierung mit dem Ersuchen heranzutreten, sich mit der Angelegenheit zu befassen. Börsenkurse gehalien. Die Tkazianträge machen keinen Eindruck. Auf der heutigen Börse setzte sich zunächst die gestrige Hausse- bewegung nicht fort. Es wurde mit den höchsten Kursen von gestern erösfnet,- später trat ein« ganz leichte Abschwächung ein, die aber im Durchschnitt 1 Proz. nicht überstieg und als Reaktion auf die gestrige Hausse begreiflich ist. Jedenfalls haben die national- sozialistischen Anträge im Reichstag keinen sonderlichen Eindruck gemacht. Vom Geldmarkt konnte für die Börse keine Anregung kommen, da von Geldübersluß noch kein« Rede sein kann und auch die Provinz keine Gelder nach Berlin gibt. Lagb nach Gold. Mqsstnzustrom noch vermuteten Goldfeldern. New Park. 17. Oktober. Wie aus Toronto(Ontärio) gemeldet wird, veranlaßten Gerüchte, daß in der Gemeinde Bannockhurn Goldsund« gemacht worden seien, ein« wahre Völkerwanderung au» Nord-Oulario und den an- liegenden Gebieten nach vermutlichen Goldfeldern. Je nach ihrer Finanzlage ziehen die Goldsucher mit Flugzeugen, Automobilen, Booten oder zu Fuß nach den Soldfeldern. Ganze Gemeinden sind von fast allen ihren Einwohnern verlassen morden. Es wird darauf hingewiesen, daß die Gerüchte'einer gewissen Wahrscheinlichkeit nicht entbehren, da diese Segend seit vielen Jahren als goldhaltig an- erkannt wird. v Die Verzweiflungstat einer Krau Em zweiter Katl Langkopp Der Fall geschah vor einigen Wochen. Eine Frau Marie Saale drang in das Ztmfsjirainer des Vizepräsidenten Kühn der Vau. und Finanzdircktion in der Jnvalidensiraße ein, zog einen Revolver, der ihr aber durch die Geistesgegenwart eines im Zimmer befindlichen Polizeibeamlen aus der Hand geschlagen wurde. Frau Vaake wurde abgeführt und brach völlig zusammen. Jehl fleht aus Antrag ihres Verteidigers. Dr. Puppe, vor dem Untersuchungsrichter des Landgerichts I. der das Verfahren wegen versuchten Totschlags eröffnet hat, Haft- prüfungstermin an. Frau Baaks hat bereits einmal die Ossfentlichkcit beschäftigt! Sie hatte im Oktober 1926 an den Präsidenten der Bau- und Finanz- dire'tian, Mooshake, eine offene Postkarte geschrieben, worin sie ihm vorwarf, dah der Präsident Beamte, die bestechlich seien, decke. Sie war vom Amtsgericht Charlotienburg zu vier Monaten Ge- fängnis verurteilt worden. Auf die eingelegte Berufung ermäßigte die Strafkammer des Landgerichts III die Strafe auf 100 M. Die Gründe des Strafkammerurteiis schildern die Notlage der Frau in beredten Worten. Der Ehemann der Frau Baake, ein kleiner Bauunternehmer, war technischer Angestellter Im Büro der Bau. und Finanzdirektion. Im April 19Z7 wurde er mit Ab, baugeld entlasten, und es wurde Ihm versprochen, ihn mit Auf. trägen zu versehen. Die Leistungen des kleinen Unternehmers wurden aber bemängelt und ein« andere Finna wurde ihm vor- gezogen. Frau Baske sah ferner im Frühjahr 1926 in einem Cafe einen Obersekretär des Amts und einen anderen Beamten zusammen mit einem Unternehmer sitzen und erfuhr, daß dieser Unter- nehmer die beiden Beamten freigehalten habe. Als die Sache zu Ohren des Präsidenten Mooshake kam, stellt« sich auch heraus, daß ein anderer Obersekretär des Amts es zugelassen hatte, daß ein unterer Angestellter der Behörde Arbeiten an Unternehmer vergeben hatte. Die Angeklagte hatte ferner auch im Kampf um die Existenz ihres Mannes darauf hingewiesen, daß höhere Beamte der Bau- und Fiiranzdirektion sich von Unternehmern Privatarbeiten machen ließen. Daraufhin wurde ein Verfahren gegen einen Teil der Beamten des Amts eingeleitet. Während dieses Berfahrcns wurde die wirtschaftliche Lage der Eheleute Vaake immer trauriger. Das Urteil stellte ausdrücklich fest, daß die Erregung der Angeklagten verständlich sei, als man ihrem Mann nunmehr eröffnete, daß er von künftigen Lieferungen ausgeschlossen würde. Es waren sehr viel« Fälle festgestellt, die den Schein erwecken mußten, daß Beamte sich Vorteile geben ließen. U. a. wurden unter Leitung eines Amtsmonns der Direktion im Jahr« 1928 und 1929 gemeinfchaftliche Ausflüge von llnkernehmern mit Beamten der Direktion zur Baumblüte nach Werder unternommen, zu denen die Unternehmer ihre Automobil« unentgeltlich zur Per- fügung stellten. Ein Oberinspektor hat von einem Angestellten der AEG., die auch zu den Lieferanten der Direktion gehörte, Frei- billette und ein Heizkissen zum Vorzugspreis erhalten. Ein Regie- rungsrot des Amts hat mehrere Unternehmer zur Renovierung seiner Wohnung herangezogen, wenn er auch angemessene Preise dafür bezahlt hat. Auf Grund dieser Feststellungen hat die Straf- kammer der Angeklagten Vaake im damaligen Verfahren den guten Glauben nickt versogt und ihr Wahrnehmung berechtigter Interessen zugebilligt. Der Präsident Mooshake hob nunmehr die Aussperrung des Vaake von Zlrbeiten für die Direktion auf. Die Angeklagte hat feit dieser Zeit(das Urteil der Strafkammer erging am 10. Oktober 1929) vergebens versucht, für ihren nervenkranken Mann bei der Bau- und Finan.zdirektion Arbeiten zu erhalten. Sie lieh sich von fremden Leuten sogar 0000 M., um etwaige Arbeiten sofort in An- griff nehmen zu können. Man sagte ihr Arbeiten auch tatsächlich zu, hielt aber nicht Wort: im Gegenteil mußte der Eindruck bei der Angeklagten entstellen, daß man sie'und ihren Mann hinhalte. Die Frau«mährte kümmerlich ihren Mann dadurch, daß sie selbst mit Strickwaren handeln ging. Aber die Einnahmen aus diesem Handel und das gering« Abbaugeld reichten nicht hin und her. Die Eheleute Baake wurden von den verschiedensten Seiten verklagt. Ihre Not wurde so groß, daß sie auf Abzahlung und unter Eigentumsvorbehalt entnommene Gegenstände versetzen mußten. OieBewag gegen denKpO.-Gchwmdel Die perfonalvenvaltnng der Berliner Städtischen Elektrizität»- werke A.'G. tritt dem Lügengewebe durch Anschlag in den Betrieben entgegen, dos um da» Kraftwerk Slingenberg gesponnen wurde. „Der Zweck dieser Lüge liegt klar auf der kzand: Die Bewag- Belezschask soll in Anruhe versetzt werden. Zeder Bewag. orbeiter weiß, daß zwischen Bewag und dem Gesamtverband ein ungekündigke» Tarisverhältnis. sowohl bezüglich de» Lohn- als auch des ZNanteliarises besteht und deshalb zu irgend- welcher Beunruhigung kein Anlaß vorliegt." ToS eines-125 jährigen. Athen, 17. Oktober. In einem Dorf auf dem Peloponnes starb ein Mann i m A l t e r von 123 Jahren. Die älteste Tochter des Verstorbenen zählt bereits 10Z Jahre, während die jüngst« 70 Jahre alt ist. Heuchler mimen Entrüstung. Wuhkys Enthüllung im Spiegel der Rechtspresse. Es war vorauszusehen, daß die sensationelle Erklärung des sozialdemokratischen Stadtrate» w u tz k y in der gestrigen Stadtver- «rdnetensihung über die Vorgeschichte des ZNogistratstelegramms an den pensionierten Oberbürgermeister Boß größtes Aufsehen in der Oeffentlichkeil erregen würde. Während die Mehrzahl der großen Berliner Blätter Wuhkys Vorgehen als berechtigt anerkennt. bleibt es der Rechtepressz. insonderheit dem„Lotal Anzeiger" vorbe- halten, Entrüstung und Empörung zu mimen. Gegenüber den pathetischen Worten des Spießerblattcs, das in den höchsten Tönen der Entrüstung fragt: Was wird mit Wutzky geschehen? stellen wix nach einmal die Tatsachen fest: Am 3. Oktober tagt der Magistrat in geheimer Sitzung, zu der außer den Magistratsmitgliedern kein anderer Mensch Zutritt Hot. In dieser Sitzung macht ein deutschnationaler Stadtrat den Nor- schlag, das geplante Telegramm durch«inen persönlichen Besuch bei dem durch den Spruch der obersten Gcrichtsinstanz beinahe gänzlich rehabilitierten Oberbürgermeister zu ersetzen. Die Mehrheit lehnt das ab, es bleibt bei dem Telegramm. Einige Stunden später liest der nichtsahnende Berliner in der „Nachtausgabe", daß der Magistrat ohne die TNIkwirkung der Deutsch- nationalen ein.Glückwunschtelegramm" an Löß gesandt habe. Der ganze Artikel ist nichts anderes als ein neuer Versuch, das Wirken der Sozialdemokraten im Rathaus der Oeffentlichkeit tu einem falschen Lichte darzustellen. Derartige Verleumdungen der Rcchtsprcsie über führende sozialdemokratische Stadlvertreter sind bekanntlich an der Tagesordnung. In diesem Falle war das Bor- gehen der deutschnatianalen Magistratsmitglleder jedoch derart, daß den Sozialdemokraten einmal der Geduldsfaden gerissen ist. Nie- mand anders als ein deutschnationales Mitglied des Magistrats konnte diese Information an das rechtsstehende Boulevardblatt gegeben haben, hier Ist also in der gröbsten Weise die Schweigepflicht verletzt vnd die Tatsachen ins Gegenteil verkehrt worden, um das Ansehen der übrigen Magistratsmitgkieder zu diskredi- t i e r e n. Das Vorgehen Wutzkys bedeutet nichts anderes als die notwendige Abwehr einer derartigen Vergiftung der öfsentlichen Meinung._ Kränzen, das Ltnschuldslamm. Er kämpft mit§ 11, vm zu verblüffeu. Der braunschweigische Naziminister Dr. Fravzen, der vor der Polizei den Landwirt Guth nicht von den Abgeordneten Lohse unterscheiden konnte, hat die Kühnheit, uns unter Berufung auf § 11 des Presiegesetzes folgende„Berichtigung" zu senden: Es ist nicht wahr, 1. daß ich vor den Polzzeibeamten hoch und heilig oersichert habe, der Festgenommene sei der Abg. Lvhse: ?. daß ich die Freilassung des Verhafteten mit Rücksicht auf die Abgeordnetenimmunität gefordert habe: 3. daß der Festgenommene angesichts meines Zeugnisses wirklich die Freiheit wiedergewinnen konnte; 4. daß ich zur Red« gestellt zugeben muhte, die Polizei zu Gunsten meines Parteigenosseu angeschwin- de l t zu haben. Wahr ist vielmehr, 1. daß ich auf die Frage des Polizeibeamten, ob der Festgenommene der Abgeordnete Lohse sei, keine Erklärung abgegeben habe: 2. daß ich mit keinem Worte um die Freilassung des Verhafteten wegen feiner Ab- geordnetenimmunität ersucht habe; 3. daß der Verhaftete von der Woche unmittelbar zum Polizeipräsidium gebracht wurde, und ich schon ans der Wache den Polizeibeamten dahin ausgeklärt habe, der Festgenommene sei der Landwirt Guth und nicht der Abg- geordnete Lohse: 4. daß ich diese Aufklärung dem Polizeibeamten aus eigenem Antrieb und ohne von irgend jemand zur Rede gestellt zu fein, sofort gegeben Hobe, als ich Gelegenheit fand, dem Beamten dies unter vier Augen mitzuteilen. Dr. Franz«». Gegenüber den faulen Ausreden des Frenzen geben wir aus dem Bericht des diensttuenden Polizeioffiziers nachstehenden wesentlichen Abschnitt noch einmal wieder: „Als ich zwischen 22 und 23 Uhr gelegentlich zur Potsdamer Bohnhofswache kam, wurde mir der Fall vom Polizeihauptwacht- meister Gehrmann vorgetragen, der offensichtlich durch das bestimmte Auftreten des Ministers Franz«» un- sicher geworden war. Nachdem ich mich persönlich davon überzeugt hatte, daß das Bild in dem Reichsbahnfahrtausweis des angeblichen Abg. Lohse keineswegs mi» der festaenommenen Person übereinstimmte, erklärt« ich Mini st er Franz« n, daß die Festnahme zu Recht erfolgt sei und die Vorführung zu l-�. erfolgen muß. Minister F ranzen erklärte darauf wiederholt, daß er den Abgeordneten Lohse genau kenne und daß die festgenommene Person sich als diesen Abgeordneten legitimieren könne. Auf meinen Hinweis, daß das Bild nicht übereinstimme, erklärten mir Minister F ranzen und auch der angebliche Abgeord- net« Lvhse, daß dos wohl darauf zurückzuführen sei. daß er auf dem Bild eine Hornbrille trage. Ich erklärie darauf dem Minister Franzen, daß hier berechtigte Zweifel bestünden und daß ich nach meiner Dienstanweisung den betreffenden Herrn ein- liefern müsie. Minister Franzen wies mich ausdrücklich aus die Immunität de» Abgeordneten Lohse hin. Auf meinen 5)inweis. daß die Immunität insoweit nicht in Frage komme, als der angebliche Abgeordnete bei Begehung einer straf- baren Handlung auf frischer Tat getroffen worden sei, versuchte Minister Franzen mir klar zu machen, daß diese Auffassung nur dann zuträfe, wenn ein Verbrechen oder Vergehen vorlieg«. Da dieser Einwand im Hinblick auf Artikel 37 der Reichsversasiung nicht stichhaltig war, blieb ich bei meiner Anordnuno der Vorführung zu 1.� bestehen. Im Hinblick darauf, daß es sich bei dem Eingriff des Ministers Franzen um«ine bekannt« politi- sche Persönlichkeit handelte, erklärte ich mich aus- nahmsweise, um eine möchichst schnelle Aufklärung der Angelegen- heit herbeizuführen, bereit, zu gestatten, daß der angebliche Londtagsabgeordnete Lohse sofort bei I.X vorgeführt wird, WU» die Herren die Kosten für die Droschke bezahlten. Minister Franzen erklärte mir, daß er persönlich mitfahren walle, um den angeblichen Abgeordneten Lohse bei 1� zu legitimieren. Nach meinem Weggang nahm Minister Franzen den wachthabenden Polizeihaupt wacht meist er Gehrmann beiseite und erklärt« diesem, er habe e, vorhin in Gegenwart der Beamten nicht sagen wollen, ober der Festgenommen« sei gar nicht der Abgeordnete Löhs«, sondern heiße in Wirk- lichkeit Guth." Roch dieser Erklärung des Polizeioffiziers mag der Nazi- Franzen weiterhin„berichtigen". Ihm als„Justiz, und Kultus- minister" eines deutschen Freistaates steht es ollerding» übel an, den§ 11 zu zitieren. Es gibt bekanntlich auch einen§ 11 im Volks- mund, der besagt:„Laß dich nicht verblüffen!" Und uns kann Franz nicht verblüffen._ Bankraub in Kanada. Eine Filiale der Bank von Toronto wurde heute von drei Banditen überfallen, die 1Z000 Dolliars raubten. „Zwei Krawatten." Sie Geschichte vom Kellner, der„Gentleman" wird. Georg Kaisers ironisch« Komödie„Zwei Krawatten" hat sich als Filmvorlage nicht bewährt. Sicherlich hat die schlechte Wieder- gäbe des Tonfilms im„Universum"— alles kam schrill, nasal und blechern heraus— viel dazu beigetragen. Aber allein kann das die Ursache des Mißerfolgs nicht gewesen sein. Gerode vielleicht weil Kaisers Dramatik vom Film gelernt und von ihm vor allem das Tempo übernommen hat, muhte die- Vertonfilmung versagen, weil sie alles zu sehr in die Breite zog,' zu sentimental unterstrich und die besonderen Kaiserschen Atzente vermissen ließ. Der Kellner, der durch den Tausch der schwarzen gegen die weiße Krawatte zum Gentleman wird, ein Reisebillett nach Amerika gewinnt, dort die seltsamsten Abenteuer in der Millionärswelt erlebt und sich schließlich nur durch die Flucht vor den Geldheiraten und Geschäften retten kann und zum Lohn dafür in Deutschland seine kleine Geliebte von ehemals als millionenschwere Erbin wiederfindet, ist ja eine reine Märchenfigur. Aver unter der Regie von Felix Bäsch wird das alles viel zu real und handgreiflich. Andererseits ist die amerika- nifche Gesellschaft mit ihrem Luxus, ihrer Heuchelei in Alkohol- und Sexualdingen doch übertrieben unwirklich geraten. Michael Bohnen war für die Kellnerrolle gewonnen, aber er konxlt« sich nicht durch- setzen: die schlecht« Apparatur und die ungeschickte Regie ließen seine Stimme nicht zur rechten Geltung kommen. Olga Tsche- ch o w a hat wieder einmal die schöne und elegant« Frau darzustellen, Roberts hat eine briltante Charge als Berliner Rechtsanwalt, scharfzüngig und schnodderig noch Belieben. Die kleine Braut ist Trude Lieste, treu und nett. i r. „Das alie Lied." Ein Film ohne„glückliches Ende'. Ein nicht genügend durchgearbeitetes Manuskript ist für einen stummen Film schlimm, bei einem Sprech- und Tonfilm jedoch wird e?, wie die Aufführung des Filmes„Das alte Lied" im Primus- Palast deutlichst zeigt,.zur Katastrophe. Ein Baron, der unbedingt in Wien leben muß, damit man in den Film wieder etwas vom Heurigen hineinfllcken kann, verliebt sich in«ine Verkäuferin. Di« Mutter des Barons ist Gegnerin dieser Liebe und darum wird der Sohn nach Budapest geschickt. Dort gerät er einer Lebedame ins Garn, die ihn, der Abwechslung halber, wirklich liebt. Als er mit seinem kleinen Mädel nicht ä)er Vi&dukl des Aufruhrs Der Riesenoiadutt der Eisenbahn- linie Sao Paolo— Santo? ist einer der heiß umstrittenste-r Punkte zwischen den brasiliani- sehen Regienmgstruppen und den Aufständischen. Di« Zerstörimg dieser Brücke kann ausschlag. gebend für den ganzen Kampf sein. ch I Schluß macht, erschießt sie ihn, während das verlassene Mädel aus dem Volk unter die Räder eines Lastautos gerät und auf der Unfall- station den Verletzungen erliegt. Das alles wird ohne jede Begründung, ohne jede Entwicklung berichtet. Di« Baronin tanzt mit ihrem Diener, die Baronin nennt ihren Neffen Lausbuben, sie bedient sich stets einer unmöglickieu Ausdrucksweisc, ihr Schwager ohrfeigt seinen erwachsenen Sohn und dabei soll, nach der Handlung des Films zu urteilen, aus- gerechnet diese Familie vor Vornehmtun kaum in den Schlaf kommen können. Di« Rollen sind ganz anders angelegt als das Mannskript. Jeder Schauspieler kreiert nach eigenem Belieben seinen Typ. Und der Regisseur Erich Waschneck verfügt nicht über das Können, Einheit in den Film zu bringen. Er scheint der Meinung zu sein, daß man einen Ton- und Sprechfilm schafft, wenn man sich der Grammophonplatten in Massen bedient, sowie Tanzmusik, Bogel- gezwitscher, das Schlagen einer Uhr, banale Worte und diverse störende Nebengeräusche mit der Photographie zusammen als Be- gleitung ablaufen läßt. Die bildschöne Lil Dagover, die reizende Lien Deyers, der bescheiden wirkende I g o S y m und der große Eharakter- darsteller R i ck e l t spielen ein paar gute Theaterszenen, die ohne Wirkung bleiben, da der Theaterdialoz fehlt. e. b. Volksliederabend. Der„Bolkschor Harmonie Eharlottenburg" ver- anstaltete in der Hochschule für Musik einen Volksliederobend. Für die Kinderabteilung, für den Jugend-, Frauen- und Männerchor und den gemischten Chor hatte der Chormeister Max Schaarschmidt ein« Reihe alter und neuer Volkslieder zu einem geschmackvolle» Programm zusammengestellt und erntete bei den zahlreich er, schienenen Hörern herzlichen Beifall: einige Lieder mußten wiederholt werden. Die saubere Intonation ist durchaus zu rühmen; i» allen Abteilungen ist ein erfreulicher Fortschritt festzustellen.— r. Der„Blaue Engel" darf iu Lettland nicht vorgesührl werde». Die lettische Filmzensur hat die Vorführung des bekannten deutsche» Tonfilms der„Blaue Engel" verboten und dieses Verbot mtt der „Brutalität" einiger Szenen dieses Filmdramao begründet. Richard Strauß hat soeben die vollständige Neubearbeitung vo» Mozarts Oper„Jdomenco" vollendet. Die Uraufführung findet Anfang Februar 1931 in der Wiener Staatsoper statt. Zwischen Mchler-S! Musikrundschau./ Gustav Mahlers Fünfte Sinfonie bildet die Hauptnummer des ersten Bruno-Walter-Konzertes in der P h i l h a r m o n i e. In der Großartigkeit des Wurfes, der Größe des Wollens und der Intensität der inneren Spannung ein Werk, dessengleichen in unserer Zeit kein anderer als Mahler zu schaffen vermochte. Erschütternd wie keine andere offenbart diese Sinfonie mit ihren furchtbaren Ausbrüchen, Entladungen, Entspannungen die faszinierende Zwie- fpälligkeit seines dämonisch aufgewühlten Genies. Alles, was ihn je den Leuten unverständlich, uicheimlich, verdächtig, abstoßend macht, nirgends ist es wohl tiefer zu spüren als in diesem Werke. Keiner hat es schwerer„populär" zu werden. Trotzdem, keiner ist in seiner Gesamthaltung so der Musiker unserer Gegenwart wie der Sinfoniker Mahler, der, wenn er noch lebte, heute 70 Fahre alt wäre. Ein Kämpfer von übermenschlicher Energie und unerschütter- lichein Lebensmut und Lebenswillen inmitten einer Welt, die zum Verzweifeln ist— so tritt er uns in dieser Sinfonie entgegen. Es läßt sich keine künstlerische Erscheinung denken, die unserer Zeit gemäßer wäre und deren sie mehr bedürfe. Mahlers Fünfte, und nicht nur die Fünfte, muß endlich ihren Platz in unseren Volks- und Arbeitersinfoniekonzerten finden. Die Herkunft des Musikers vom Volkslied, deutlicher spürbar freilich in Mahlers früheren Sinfonien, verleugnet sich auch in dieser nicht. Bruno Walter, mit dem Schaffen Mahlers geistig vertraut und menschlich verbunden wie vielleicht kein Lebender, läßt mit den Philharmonikern das riefen- hafte Werk in einer Wiedergabe erstehen, für die kein Wort der Bewunderung zu stark ist. Die Hörer sind überwältigt— mögen manche es auch gegen ihre Ueberzeugung fein. Vor der Sinfonie spielt Artur Schnabel das Ss-Dur-Konzert von Beethoven, eine pianiftifche Höchstleistung, die keiner Würdigung mehr bedarf. Als Perffinlichkeit von Waller, der mit dem Orchester sekundiert, grundverschieden, ober es zeigt sich auf beglückende Art, wie sich dennoch zwei echte, große Musikernaluren in gegenfelligem Verstehen zur inneren Gemeinschaft verbinden. Ein Gegensatz nicht nur der Persönlichkeiten, sondern der Generationen, der Kunstanschauung und künstlerischen Weltanschauung— solch ein Gegensatz zur sachlich-klaren, streng-geistigen des Pianisten Schnabel wird zwei Tage zuvor in der Phicharmonie offenbart, wo Emil von Sauer sein öOjähriges Künstlerjubiläum am Konzertflügel feiert. Ein Virtuose allen und großen Stils, dessen nfonie und Volkslied Von»tfaiis pringsheim. Kunst, unzählige Male bestätigt und gepriesen, heute nicht mehr Gegenstand der Kritik ist. Bach-Orchester. „B a ch- O r ch e st e r" nennt sich eine Kammermusikvereinigung des Deutschen Musikerverbandes, deren Wirken mit Recht künst- lerisches Interesse findet und jede Förderung verdient. Unter der Lellung des sachkundigen, musikerfüllten Dirigenten Dr. Wvlsgang Herbert hat sich da in stiller Arbeit ein Instrumentalkörper ge- bildet, dessen Leistung schon heute hohen Ansprüchen genügt. Der alten Musik gilt ihr Bemühen: das lange— überlange— Pro- grannn ihres ersten Abends in der Singakademie enthielt Instrumentalwerke von Bach, Mozart, Pergoles«. Dazwischen alt- italienische und deutsche Arien, wobei Henny Wolfs, stilsichere Konzertsängerin, einen frischen, technisch sicher geführten Sopran hören läßt. Besuch und Beifall bestätigen das erfreuliche Gesamtbild. Mozart für Schüler. Die Deputation für Schulwesen veranstaltet im Theater des Westens eins Schülervorstellung von Mozarts„Entführung aus dem Serail": die Kammeroper der„Gemeinnützigen Vereini- gung zur Pflege deutscher Kunst" hat die Aufführung gestellt. Man darf an eine solche Veranstaltung nicht mit allerhöchsten Ansprüchen gehen, obgleich Mozart gewiß befugt wäre, sie zu stellen. Es wäre vielleicht besser, sich in diesem Rahmen auf Aufgaben zu beschränken, zu deren vollkommener Lösung die Kräfte ausreichen. Denn man geht mit diesen Aufführungen in die Provinz, wo sie zugleich«in Bild von Berliner Theaterkultur vermitteln sollen. In den gc- gebenen Grenzen ist ober die gebotene Leistung durchaus onzu- erkennen. Solisten, Ensemble, Orchester— man spürt, daß gewissen- hast und mit Liebe zur Sache gearbeitet worden ist: man spürt die leitend« und ordnende Hand des jungen Dirigenten Harald B ö h m e l t. prokofieff im Rundfunk. Der Russe Serge Prokofieff, Emigrant wie Strawinski, und unter Heutigen nach diesem vielleicht der repräsentativste Kom- ponist seines Landes, ist in Berlin vor allem durch die Oper„Die Liebe zu den drei Orangen" bekannt geworden, an die uns die Schlußnummer dieser Prokofieff-Stunde im Rundfunk erinnert. Das Programm, das im übrigen nur Ur- und Erstausführungen enthält, zeigt uns den produktiven Musiker, gemäßigt moderner Prägung, stark in? Nationalen verwurzelt, doch zugleich um einen internationalen Ton kurzweilig-moderner Unterhaltungsmusik bemüht— das Wort„Unterhaltungsmusik" durchaus nicht in gering» schätziger Bedeutung verstanden, sondern in dem bei heutigen Musikern wieder bräuchlichen Sinn, den das Divertimento, eine Suite von kurzen, cingänglichen Musikstücken anschaulich macht. Begabung und Können weisen den Komponisten Prokofieff, der alz persönlichste Eigenschaften rhythmische Bitalität und lebhaften Sinn für Farbigkeit des Klangs einzusetzen hat, auf dieses Gebiet, das freilich keines der höchsten Ansprüche ist. Ein außerordentlicher Musiker doch ohne Zweifel, auch als Pianist, der sein zweites Klavierkonzert mit blendender Birtuosität spielt. Die Rundfunkhörer haben ollen Grund, für die Vermittlung dieser Bekanntschaft dankbar zu sein.___ Musik fürs Haus. Veranstaltung der„Schauspielerhilfe". Die„S ch a u s p i e l e r h i l f e", private, aber wirklich totkräftige Vereinigung zur Unterstützung erwerbsloser Schauspieler, hatte zu einem Gastspiel des„Theaters der musikalischen Ko- mödien" in den Lyzeumklub geladen. Unter dem etwas an- spruchsvoll klingenden Titel der Thcalcrtruppe verbirgt sich Dr. Erich Fischer mit seiner vierköpfigcn Sängerschor, und die„Komödien" dienten— wie das gesamte musikalische Schassen Dr. Fischerz— dem Ziel, das Volkslied wieder zu einem lebendigen Bolksbesitz zu machen. Dr. Fischer wollte also auch diesmal dem Publikum weniger Theater vorspielen, als zeigen, wie sich zu Haus, im pri- vaten Kreis, unter musikfrohen Menschen anspruchslose, ober doch wertvolle musikalisch« Unterhaltung schaffen laßt. Um Volkslieder und eigene volksliedhafte Kompositionen hat er sich kleine Rahmen- Handlungen schreiben lassen, die gefällig und wirkungsvoll sind und dabei keinerlei besondere bühnenmäßige Aufmachung fordern. Man möchte wünschen, daß vor allem die Schuljugend auf dies« hübsch« Art der Musikpflege aufmerksam gemacht wird, die auch dann er- freuliche Resultat« zeitigen kann, wenn sich weniger gute Sänger zu- sammenfinden, als es bei dieser Veranstaltung naturgemäß der Fall war. lz. Dcraritwartt. fßr Sic R-Soltion: Franz Nllih,. Berlin; Anzeigen: Th.«lacke. Berlin. Verlag: Borwäris Verlag(5. m. b. H.. Berlin. Druck: Vorwärts Buch. Sruckerei und Dcrlagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin EW 83, Lindenstrade 3. Sierzn 1 Beilage. Freitag, 17. 10. Staats-oper Unter d. Linden A.-V. 47 20 Uhr Salome Staats-Oper In Plitz der P-z-M. V-B. 20 Uhr Der fliegende OefML Rartmwrli«! Ende 22-1 1 Uhr Freitag, 17. 10. Stadt, oper Bismarckstr. Turnus IV 19Vj Uhr Pique Dame Ende g. 23 Uh r Staatl. Schaosph. (in leedimesniny. 41. A-V. 19 Uhr Zum 1. Male! Gesdiidite Gottirie- iens von Berlittiingen mit to eisernen Hand Ende 22 Uhr Mi.Scbiller-Mer.Ciiarllbg. 20 Uhr NORA. Ende gegen 22Ifc Uhr 6BOSS.8CBAOSPIELBADS8 Nur noch 2 Wochen! Lustige Witwe Hesterberg:, Xf ansen* Arno, Sohollwer, Jankabn�ebaeflers, Winkelstern, Oesni. REGIE: CHAREEE CASINO-THEATER Lothringer Strafe 37. Unwidcrrattid» n n r bis 50. Okiober Hurrah, ein Junge! ■UimnilUIIIIUIMMIIIMUlUlUllilllMIMUllllMliinneUlNIINMU An 1. November 1930 zum I. Meie: Arm wie eine KirchenmaDS Cutschein 1—4 Pers. Fauteuil 1.25 M., Sessel 1,75 M.— Sonstige Preise; Parkett 75, Rang 60 Pfg. Reichshallen-Theater Abend*|7| Sonntag nadim.| 3W I stettiner Singer Zum Schluß: jm„Wir ollen Berliner" Sfsf Nachm. ermäßigte Preise! Dönhoff- Brettl: IX.-A Das gr. Variete-Programm. Tanr.» Kapelle Hans Sixtus. B" Uhr.— Zentium 2819.— Rauchen ertaubt Tiffany Twins eine Augenweide Bedini Tafani die derzeitige Sensation Das ganze Programm bervarragend. Sonnab. u. Sonntags Ja 2 Verstellungen 4 Uhr und 8.15.— 4 Uht kleine Preise Das führende Variete TolKsbtUuie Mh am BGIovalalz. Täglich 8 Uhr Die Weber v. G. Hauptmann Regie; K. H. Martin. Staat). Sdnlier-Tli. 8 Uhr Nora Staatsoper Am PI. d. Republik 8 Uhr Oer fliegende Hollander Theater am SchitfDauerflamm 8 Uhr Jud SUSI Destsdies Tbeattf 7'/» Uhr Neueinstudierung Ein sommer- nachtstraum Eegii; Mai üeiDhanit. Kammerspiele 8'/? Uhr Elga von Gitiurl Baapteinio. legst: Gköv Hatm Die Komödie Uhr Der Schwierige «a Big« vog Bctiuaisthil. Iigit; Hn Beinhanlt. metropol-meater Täglich 8>/« Uhr SeDaaUoBclIer Opcrdteaerfolg! Unter pers. Leitung des Komponisten Viktoria undihrHusar lustspieliiaus Dir.: Hin lipsdiGtz Täglich 8>/. Uhr Maino CohiiioofAfli nreins uuiiwuoiBT und ich Musik von Benatzky Lory Leux. Kurt von MSIIendorl Komische Oper 8>o Uhr Das Mädel am Steuer Operette v. Gilbert Neues Theater am Zoo w Im Batuili.Ziit. Stpl. 6554 Täglich 8V» Uhr Letzte Vorstellung! LotnmeS in der Posse Paul und Pauline Rundfunkhörer KaRW Preise. Ab Sonnabend: Maz Adalbert in Hasenklein Rose- Thefater fir.rntiiklsitBrSir.i32 Tel.Alex 3422 u. 3494 8.15 Uhr In der Johannisnacfai Theat.l Westens SV» Uhr Brast Litowsk roii Bant J. BcHSutL 6jy8ler, Homolb. BW. Laos. Hirt. Stgan. 8016 Lessing-Töeat. TägL 8 Uhr Sraeabod I IV, Ohr HsdrtwnWliiiig Scagtig 3Vj Uhr ladimittjgsTDBtelig. lapanlldies Tbeater Dienstag, 21. 10. Promloro Elisabeth, Königin nm Eoglaad Ausschneiden! Zentral-Theat. Täglich SVg'Uhr Sonnt auchäV« Uhr| Eine Freundin so goldig wie Du| Operette v. Meisel. Ksmigcr Dir Parkett 4| statt Mk. aar I.'! gültig 70m 16.-20. Okt. Tbaata; am Rofti. Tor Kottbusser Str. 5 F. 8. Obcrb. 6070 Tägl. GV< U, Sonnt auch ZV, Uhr Elite- sanier l Präsident Zankel Cr. Tzumsgiel- bnlnhi smorsdi Ruseiii Reste, Fabrikabfälle für Leib- und Bettwäsche ShSttä? | Verkaufszeit 8—5 Uhr, Sonnabends 8-2 Ohr> Kleiderstoffe aller Art Mechanische Feinweberei Adiershof A.-G. ' Gegenüber Stadtbahn. Femspr.: Adiershof 237. 233. 248 zur Miete WSO.Anshachcr*tr.l ROSE -Theater Gr. Ffkdaitcr Stna« i jn BUittthin«: A-tex 9423 II. 3494 CHons Rosed Täglich 8.15 Uhr Sonnabend 7 und 10 15 Uhr, Sonntag 2.30, 5 45. 9 Uhr h der Johanaiscacht M.xfcxJiich.e La.Irpiel tos Rebart aad Jan Gilbert Kecie: Mae» Rote Ansetettnnz: Walter Flccher Orcbaetor: Max ScbmMt In 4eo Hauptrollen: Traute, Htm und Willi Ren, Hilde Hofer, Amanda Liadnar, Dolly Dittera, Kanitch und Wilde. Theater f&r Me Kinder: J«4 Soaaebd. 4» u.: Oomriwhen (Preise von 30 Pf. bie t JO M) Voraneelare! Ab 22. Oktober jeden Hen- Uz, Hienetea. Dnnnerstux, Freitae 5» Uhr: ramtllcii-*aclinir(BKe Znr Auffühmn»- Belangt yKnkBll" mi« Traute, Man». PäöFünT�KTm Rom, Amanda Llndncr. Hefer. Kanlieb v. Wilde. Preise von 30 Pf. bis 1.50 M. Garderobe n.ProBr. je 10 Pf. 20 Mlnnt. Kaffeepsusr; Kaffee und Kuchen 25 Pf. Kinder haben Zutritt. Der Vorverkauf hat begonnen BETTENHAUS A. SCHONER? Berlin SO Oranlenstr. 12 Eckhaus Heinnchs- piatz. Hochbahn aomtzer Bahnhot Dukkctteo üntetbetteo. Ropfkisseii. StepiidedieD. OauDendedieii Metallbilleg . 12'- 2k.- 41.- 55.- . 10.- 15.- 32.- 43- . 4.- 7.- 12.- 19.- . 13.- 15.- 18.- 29.- . 48.- 60.- 86.- 95.- . 15.- 18.- 22.- 27.- 3t8il. Mitrhties.Keilkiss8ß 15.- 18.- 24.- 28.- Biesenlüger In Metallbettstellen und Kinderbetten. lagerbesuch für alle Artikel reichlich lohnend. Theater am SöiitfDauer flamm Täglich 8V< Uht Jud Süß! mit Ernst Deutsch. Inszenierung: Leopold lehner. Sonntag 3Va Uhr Barsowsky-BflliBen Ttiaatcr in figf Stresensiosir. Täglich 8V» Uhr Sturm Em Wasserglas Komödie von Frack. Komödienhaus 8 V* Täglich 8 l't Konto X icd Bernaiier oed Ontemiilier Eimmer 1 Bett M.8.-b. 11 1 2vett I«..bi,22.. 5adM.3, Salon 10 i heater i. ö. Behreustr. 53-54 Direktion: Ralph Arthur Roberts w. Das näBMene mädchen Engliscn— Robens— Janssen. Sonntag nachm 3>-- Uhr kleine P: eise Arm wie eine Kirchenmaus mit Lucia Englisch. BeHln HOTELoAnrJW EXCELSIORit fleulsches IDnsÜer>the«t. Tel. BarHanKia 3937 8V> Uhr Jim und Jiil Grete HosHeim. Harald PaulseiL Renaissance- Theater Steinplatz 6780 SV. Uhr: von Max Alsberg und O E. Hesse fk. Im Umiraliyilut 87. Uhr; Csärdasiörstin Reeie: Herrn. Haller Ausst.;Ludw.KaInar Albers. Georg, Bollmann. Ehrlich, Arnstaedt, Gebauer, Burg, Cnmer, Mona Lee. Soontag 2 Vorst. 3 g. 8V4 0. i. d. Premier.-BMSfzg. Bachm. die ganze Vorst, zu halb. Direkt Kassentrlef. Merkur 9901 Kuchen Preisabbau, enorm billiger roll emailliert EriHa-Kauic.... 48.- 7a.— imiaiB. Kuffic Maria SB.— 118.— Aßittßte.Kaaie Berta, d 103.— 138— KleWersdtrank, 93 cm 42.— 55.— —— BeiormiiOdien> ! KQchen-mo&eihaus I! Laserstein ,. Lucka uer str. 1, Ecke oranlenstr„ nahe moritzplatz. Herrenmeidiirlalirili Gegründet 1 895 gibt Anzüge, Ulster, Paletots usw. ab, soweit nicht am Lager Extraanfertigung ohna Preisaufschlag. Bitte überzeugen Sie sieht j.CopEr,Kaiser-uiiiheini-sir.2a Piobel Teilzahlung Apeli Aclalbertstr.6 Genossen! Dnlerstfitzf Eure eigenen Defrieöc! Deckt Euren Bedarf a. Urnen u. Grabdenkmälern nur in der Steinmetzhütte, setalenweg, Klefbolzair., gegenüber d. Krematorium. Tel; F3. Oberspree 1685 Lieferung nach allen Friedhöfen in Groß-Beriin. Bitte anl die ritma adtisn. Soeniaas oedtlnet. Huthaus Heinze inh.: tu. Panzer SO 16, KOpenfclwp Strasse fit HQte, motzen, Herren- ariiksi in gut. Qualitäten zu soliden Preisen Bekleidung fertig und nach Maß für Damen und Herren bis 8 Monatsraten scüepzep&BPonÄK WMft« Dönh 625, 626. Täglich 8 Uhr Alexander Moissi in „Bor Idiot" r. Doafofevskil Seutag eadtm. 4 Ohr V oiksTortlellnng Der vener aus i Dingsda Weist. kissSÄ-D- Berliner Illk-XriO N• II k 0 1 1 a. V Lahnstt. 74/76.1 SARDINEN Stores Bettdecken Um unsere riesigen Läger ju räumen, haben wir sämtliche Waren zur Hälfte ermäßigt. Kaiuller.CarnUar.... 1.75 Bettdecken....... ,.50 Sfore*......... 1 Posten Dekoration»- and Tüllstoffe p. Mir.... J,J5 Werkstätten für cleg Dekorationen seit 23 Jahren im Hause, daher konkurrenzlos billig Aeliestes Spezial- Etagengesdiüfi in Nenkölln Spezial-Gardiiiefl-lfeplistätten S. Krüger, Neukölln, Bergslr. 67 2. Stock direkt am Ringbahnhof Kein Laden— Gegründet 1907 Lichterfelder FestsäSe SeMk idorfer SdraOe S Odtfo SdilllinA Festsäle Telephon: Lichterfelde Personeo mit modern eingeridMea lleraD- staltungea jeder Ärt/ Kodi22itssälB/ Vereinsiiamer für 20 Iiis 300 Personen Crslkf siMiger liaturgarlen für 3000 Personen mit Waldspieiplätzen Gellage Freitag, 17. Oktober 1930 SprÄbimö StteUaukfa&e dü �r*uhxWi (Hundfyunfk-(Heperter Ergänzungen$u einem ffiema Vor einiger Zeit(„Abend" vom 4. Juni 1930) schrieb ich hier über die Problematik der Rundfunkreportagen. 5?aupt. sächlich meinte ich damit die Uebertrogung aus Betrieben, also die inszenierten Reportagen, denn der aktuelle Dienst nimmt eine Sonderstellung ein. Dieses Thema braucht einige Ergänzungen in bczug auf die notwendigen Eigenschaften des Rundfunkreporters, auf die Voraussetzung, die er zu erfüllen Hot, und auf die formalen Bedingungen dieser Art der Rundfunkdarbielungen. Es wäre gut, wenn der Kritiker einmal auf demselben Gebiet arbeiten würde, das die Opfer seiner Kritik mit Schweiß und ehr- lichem Bemühen beackern. Der Kunstschriftsteller Karl S ch« f f- l e r berichtet von einem seiner Kollegen, daß dieser sehr gute Bilder male, sie aber niemals ausstelle, sondern sie nur als Maßstab für die Leistungen anderer gebrauche. Wenn ein Künstler nicht besser male, so sei das Produkt eben Durchschnitt,«ine Ansicht, der sich auch beispielsweise Theater- oder Opernkritiker anschließen könnten. Das Wissen um die Technik, um die Formungsgesetze und um die historischen Gegebenheiten entscheidet noch nicht ollein. Die Kritik wird anders gefärbt, wenn man selbst auf der Bühne gespielt oder gesungen hat, gleichgültig ob mit Erfolg oder Mißerfolg. Mein bisheriges Urteil über die Rundfunkreportagen bedarf einer Korrektur öder besser einer Ergänzung, da ich selbst kürzlich eine Werkreportage übernahm und dabei scheitert« und auch er- kannte, worum die meisten Reporter scheitern müssen. Vom Wesen des Reporters. Ein Mensch, der schreibt, ist noch nicht ein Mensch, der blitz- schnell bestimmte Impressionen plastisch und sprachlich vollendet dem chörer übermitteln kann. Wie ich erfuhr, Hot sich ein bekannter Schriftsteller und Reporter geweigert., im Rundfunk eine Rc- portoge zu übernehmen mit der Bemerkung, er könne nicht sofort einen Eindruck in eine künstlerisch befriedigende Form bringen, er brauche eben zum Stilisieren gewisse Zeit, und hierauf kommt es letzten Endes an. Der Rundfunkreporter muß über die Qualitäten eines Zeitungsreporters hinaus noch andere Eigenschaften besitzen, die ihn besonders für den Rundfunk geeignet machen. Man steht in einer Fabrik. Um sich den Lärm der Maschinen, vor sich das Mikro- phon und die neugierigcn Augen einiger Betriebsleiter. Nun kommt es darauf an, den Eindruck, den man erfährt, sofort dem chörer zu übermitteln. Das ist insofern schwer, als dieser Eindruck genau formuliert werden muß. Wir leben in dem sogenannten Zeitalter der Sachlichkeit, und deswegen werden sachliche Berichte ohne feuilletonistische Arabesken und ohne Bemerkungen des Verfasiers sehr hoch geschätzt. Man will'eben die S ach es el b st haben und muß doch einsehen, daß diese Sache iMmer erst durch das Temperament des Sprechen- den oder Schreibenden an das Publikum herangebracht wird. Ein« sachliche Reportage ist genau so sehr eine Auswahl bestimmter Dinge wie ein Feuilleton oder Essay. Der Reporter schält aus einem Tatsochenkomplex die Dinge heraus, die ihm für diese Tat- sache charakteristisch erscheinen oder die er im Interesse seiner Leser- oder Hörerschaft betonen muß. Der Kampf um die Sprache. Der Reporter wählt aus,— die Gesichtspunkte sind verschieden, — und formt dann diese Auslese. Es handelt sich also um«inen sprachlichen Stilisierungsprozeß, der, je nach der Be- gabung des Reporters, mehr oder minder künstlerisch ausfallen wird. Die sprachliche Formulierung spielt dabei«ine Hauptrolle. Je ein- facher und ungekünstelter ein Bericht, ein Essay,«in Gedicht oder eine Novelle aussieht, desto mehr ist meistens daran gearbeitet war- den. Heinrich Heine hat seine kleinen und ganz einfachen Gc- dichte viele Male umgearbeitet, bis sie eben dies« absolut fclbstver- ständliche Form annahmen. Ein Essay oder eine künstlerische Ar- beit braucht in den meisten Fällen nicht sofort, wenn der Gedanke aufgetaucht ist, geschrieben zu werden. Eine Reportage da- gegen hat im gewöhnlichen Zeitungsbetrieb keine Muße zum Aus- reifen. Der Reporter muß demnach über die Eigenschaft verfügen, sich schneller und intensiver tonzentrieren zu können als ein anderer Journalist oder Schriftsteller. Doch auf diese Kon- zentrationsgabe allein kommt es nicht an, dem Reporter muß auch ein Sprachschatz zur Verfügung stehen, der ihm sofort auf irgendeinen visuellen oder akustischen Eindruck hin erschlossen wird. Schließlich arbeitst er in der Sprache und wie er in der Sprache formt, bleibt entscheidend. Er muß die suggestivsten Worte wählen, um den Leser zu packen, er muß Bilder erfinden, die seinen Em- druck restlos wiedergeben. Liest man nun Reiseberichte von den großen Reportern im Stile eines Holitscher oder Höllriegel, so darf man nicht den- k e n, daß diese Dinge sofort auf den ersten Anhieb hin geschrieben worden sind. Ihre Verfasser hatten Zeit, um die de- finitioe Form zu prägen, es entsteht darum ein bis ins letzte durch- geformtes Essay, der nicht nur die Schilderung eines Eindrucks wiedergibt, sondern darüber hinaus in der Anordnung des Stoffes, der Verteilung der Akzente bestimmte soziale, politische oder kul- turelle Einblicke vermittelt. Aber auch der T ag e s r e p o r te r hat eine gewisse Zeit zu seiner Verfügung, selbst wenn er einen Bericht tclephonisch durch- gibt. Er ist wenigstens in der Lage, sich das Stenogramm noch ein- mal vorlesen zu lassen und so Wiederholungen, sprachlich Unzu- reichendes oder andere Fehler zu korrigieren." Bcfonderhcitern des Mikrophons. Im Rundfunk fehlt dagegen jede Korrektur dieser Art. Das einmal gesprochene Wort, verhallt im Raum, von vielen Hörerohren aufgenommen, ist nicht mehr zurückzunehmen, ist nicht mehr durch ein besseres, anschaulicheres zu ersetzen. Ge- braucht schon ein Zeitungsreporter stärkste Konzentration, so muß diese Konzentration bei einem Rundfunkreporter auf das hoch st e gesteigert sein. Muß schon der Zeitungsreporter über einen sofort ihm zur Verfügung stehenden Wortschatz gebieten, so noch viel mehr der Mann vor dem Mikrophon. Diese Dinge sind nicht allein in der Technik des Rundfunks begründet, sondern vor allem in den besonderen Bedingungen der Rundfunkreportage. Reportage ist nicht mit Vortrag zu verwechseln. Ein aus- gezeichneter Vortragsredner im Rundfunk kann ein sehr schlechter Heiden de* dm QtaGe(fauffaCo(faidt Jeder gute Amerikaner kennt sie natürlich, diese„Helden des Westens": Buffalo Bill und Kid Korso n. Fragst du ober einen von ihnen nach dem Leben der beiden, nach dem. wie sie ge- worden, was sie geleistet, so wird jeder mit bedeutendem Augen- oufschlag sagen:„O, das waren tapfere Leute. Jeder amerikanische Junge möchte Buffalo Bill oder Kid Karson sein. Ueber ihr Leben gibt«s wohl Bücher. Fragen Sie doch einmal in der Biblis- thek nach." In der Nähe von Denver(Colorado) auf der Spitze eines Berges ruht seit l917 der ehrenwerte Oberst der amerikanischen Armee: Cody, der bei Lebzeiten schon sagenhafte„Buffalo Bill". Büffeljogen allein brachte ihm seinen Namen freilich nicht. Der junge Cody war in den Westen gezogen, als noch die Rothaut einen Schuß Puloer wert war. Weiße Ansiedler und indianische Ein- geborene bekämpften sich nicht nur bi? auf? Messer, Gefangene wurden nicht gemacht. Eisenbahn und Post waren die umstrittensten Dinge. Da lebten einig« hundert Soldaten in einem westlichen Fort, umschlossen von den Rothäuten, wie in einem Gefängnis, und warteten auf die Post, die sie niit der Freiheit, mit dem Leben verband. Oder ein Dörflein Weißer, hineingepflanzt in die Wildnis, sehnte sich noch den Nachrichten der Heimat, der Menschen, die Zeit für Kulturdinge hatten. Hierher kam der Briefträger nicht dreimal des Tages, bremste nicht der D.Zug mit grauenhaftem Knirschen der Schienen: auf ungepflastcrten Straßen saust« der„P o n n y- E x pr e ß" durch die Wildnis. Das war etwas für den jungen Cody. Sobald er ein Pferd mit den Schenkeln drückte, war er in seinem Element. Reiten konnte Buffalo Bill— ja das kann man nicht beschreiben. Da muß man schon einen Jugcndschmöker lesen. Wenn man den amerika- Nischen Jungen glauben soll, holte Buffalo Bill selbst den Wind ein. Bei ihm war die Post gut aufgehoben. Cr entging den Ueber- fällen nicht nur durch schnelles Reiten. So gut wie er auf dem Pferde faß, so gut zielt« sein Auge und schoß seine Flinte. Bei der Heilsarmee soll er nicht organisiert gewesen ftin, einer pazi- sistischen Organisation hat er auch nicht angehört, was hinderte ihn also, für die Zivilisation und das Sternenbanner ein paar Rothäute umzulegen. Durch seinen Siez über den Häuptling der Apachen ,,d i« gelb« Hand" berühmt geworden, wußte bald die dankbare Regierung, daß sie einen guten Offizier für die Armee in ihm hatte. Am Schluß seines Lebens ließ sich Buftalo Bill häufig malen und photographiercn, sogar mit Indianerhäuptlingen, seinen neuen Freunden. Aus seinem Namen geht hervor, daß er auch Büffel ge- jagt hat. Als er starb, wurde er auf dem Berge bei Denver be- graben. Neben ihn legte man sein treues Weib, und nicht weit davon baute ein kluger Geschäftsinann ein R e st a u r a n t mit Verkauf von Indianerarbeiten und Postkarten. In zwei Räumen stellte er alle die erwähnten Photos und Oelbildcr aus, dazu Kleider und Schuhe von Buffalo Bill— und das Ganze nannte er Museum. Birffolo Bills Grab ist natürlich Nationalheiligtum mit dein Sternenbanner darüber bei Tag und Nacht. Das Museum erzählte mir seine Lebensgeschichte. Das Nestau- rant ober macht gute Geschäfte. K i d K a r s o n ist schon im vergangenen Jahrhundert gestorben. Sein Name ist darum etwas in Vergessenheit geroten. Nur sein Grabstein in Ta o s, der Künstlerstadt in New Mexiko, er- innert die Nachwelt an ihn. Er selber ruht darunter und träumt von blutigen Indianer, und Mexikanerkämpfen, und wie man es so geschickt fertig brachte, dieses älteste Siedlungslond,«ine rein spanisch-merikanische Provinz, zu besetzen und sie unter dem Namen New Mexiko in die Vereinigten Staaten einzugliedern. „Wir kommen als Freund« und bringen Freiheit und Ord- mmg", so war der Willkominensgruß der Bejatzungsarinee. Selt- same Leute, diese Soldaten aller Länder, immer bringen sie Freiheit und Ordnung. New Mexiko ist«in wertvoller Stern im Sternen- banner. Alt-Mexiko, sei auf der Hut. Die nördlichen Freunde tragen gern Freiheit und Ordnung nach Süden. üntr. fitapfteCegie Steiefiße au* USd. Graphologie... Schlagwort der Zeit! „Heiraten Sie auf keinen Fall... bevor Sie die Schrift Ihrer Braut prüfen lassen!" „Geben Sie keinen Dollar Kredit ohne unsere graphologischen Analysen!" „Schreibt Ihr Kassierer das„H" mit einem zu großen Bogen?! Der Mann brennt bestimmt eines Tages durch!" So steht es in Riesenbuchstabcn in allen amerikanischen Zeitungen. Und der„moderne" Mensch schwört auf die Graphologie. „Sprichst du mit einem Menschen, der den Haken am„E" schief schreibt, dann entsichere den Revolver, denn dieser Mensch ist nur durch innere Hemmungen noch kein Mörder, aber Hemmungen lassen sich überwinden", sprach mein' Freund Dave, ein begeisterter Graphologe. Dave hatte sich drciinol entlobt, weil seine Bräute das„N" zu steil schrieben(schwere Komplexe). Jeden Ersten zog er in ein neues Zimmer, denn die geschriebenen Rechnungen der Wirtinnen verrieten erst ihre verbrecherischen Naturen. „Sieh mal dieses„A", na, kann ich bef einer Frau wohnen. die so ein„A* schreibt?" brüllte Dave und zog aus! Früher schrieb ich mit der Hand an Dave. Dann eben schrieb ich die„Pumpbriefe" und sogar die Unterschrift nur noch mit der Schreibmaschine", denn auf mein„C" hat er schon immer verdächtig geschielt. So ging es lange mit Dave. Er wurde immer begeisterter an der Graphologie, bis er eines Tages beschloß, sein« Glaubenslehre auf die letzt« Probe zu stellen. Dave hatte ein« riesige Autogrammsammlung. Da waren Schriftproben der„Großen" der ganzen Welt. Eines Tages be- schloß Dave, in den Seele» einiger„Großen" zu forschen und dabei- gleichzeitig mir zu zeigen, wie unfehlbar die„Graphologie" ist. Er nahm vier Schriftproben, und zwar Nr. k: Eine junge, hllbjch«, weltberühmte, augenklappernde Filmschönheit aus Holly- wood. Nr. 2: John D. Rockeieller, der Oelkönig. Nr. 3: Präji- dentin der Heilsarmee der USA., und zuletzt Nr. 4: Der Boxer, dessen Fäuste sogar Schmelinz schmerzlich im Gesicht fühlte. Die vier Schriftproben dieser„Großen" nahm Dave, schnitt die Unter- schriften weg, so daß man nicht erkennen konnte, von wem sie stainmten, und sandte sie an einen großen Graphologen, dessen Dienste oft sogar das Weiße Haus in Anspruch nahm: Durch den beiliegenden Scheck Daves ermuntert, bequemte sich der groß« Meistergraphologe, auch einem einfachen Sterblichen zu antworten. Er sandte vier Schriftanalysen und schrieb in ihnen über Tlx. 1(der Stern aus Hollywood— 20 Zahre!): „Diese Dame, die mit ihrem Leben abgeschlossen hat, blickt niit dem philosophischen Blick der Weisheit, die chr das hohe Alter gibt, verzeihend auf die Welt." Tlx. 2(Rsckefcller, über 8 0 Jahre alt): „Sinnlichkeit regiert diesen jungen Menschen. Seine Jugend wird ihn auch zu Torheiten verleiten. Durch völligen Mangel an praktischem Sinn wird er es im Leben nicht weit bringen." Ueber JXx. Z(die heilsarmeepräfidenlin): „Da haben wir einen Mann(!), der nicht mehr jung, doch dieselben Eigenschaften besitzt wie Nr. 2. Wein, Weib und Gesang sind seine Leitmotive." Schon bei dieser Analyse bekam Dave einen Schock. Als ober dann das Urteil über den Boxer kam als„zartbesaitetes Menschenkind", da bekam Dave einen Tobsuchtsanfall und schmiß zuerst mich, dann die graphologische Bibliothek und zum Schluß die Autogrammsamnüung raus, so daß Trotzki, Mussolini, Lya de Putti und Eckener durcheinander flogen. Nach acht Tagen war Dave geheilt vom Schock und von der Graphologie. Jetzt bekam ich einen Brief von Dave aus USA., er hat sich wieder verlobt. Sein« Braut hat einige Zeilen rangcschrieben. Sie schreibt das steile„dl", dos schiefe„A", am„E" macht sie einen Haken, und dos„ll" hat«inen zu großen Bogen, also ein Mensch, mit dem Dave früher nicht in einem Zimmer geblieben wäre! U. K. Meine Pumpbrief« schreibe ich wieder mit der Feder. Nathan Gurdus. Reporter sein, denn der Redner hat Zeit zur Vorbereitung und be- handelt ein Gebiet, das er beherrscht, während der Reporter aus einer Gegebenheit, die ihn vielleicht persönlich gar nicht berührt, etwas ordentliches schaffen muß: und hier liegt die Problematik der Werkreportagen im Rundfunk. Di« Berliner Funkstunde besitzt in Alfred Braun einen Sprecher und Reporter, der aktuelle Ereignisse graziös und spielerisch leicht, in einer Ueberfülle plastisch geformter Eindrücke dem Hörer übermittelt, der Assoziationen an Asioziationen knüpft und Witz und Einfäll« genug hat, um den Hörer auch zu unterholten, wenn sich dos erwartete Ereignis verspätet. Hier handelt es sich im Grund« um ein o e- sprochenes Feuilleton. Anders dagegen liegen die Ding« bei der Werkreportage. Das unerreichte Ziel. Was für einen Zweck hat es denn, wenn nur die Oberfläche geschildert wird, wenn nur äußerliche Formen akustisch übertragen werden, was sogar leider in den meisten Fällen nicht geschieht? Eine Werkreportage hat n u r d a n n einen positiven Wort, wenn pe die sprachlich«imoaodfreie, die plojttjch suggestive, auf dem Akustischen fundierte Schilderung eines Betriebes mit genauer Fach- kenntnis dieses Ressorts verbindet, wenn durch die Härkulissc hindurch, wenn durch die äußere Form die ganzen Mo- tore des inneren Betriebes gezeigt werden. Und wer ist dazu in der Lage? Entweder handelt es sich um einen lang- weiligen biederernsten Vortrag, zu dem die Maschinengeräusche in aar keinem Zusammenhang stehen oder um einen improvisierten Witz bder um eine Photographie des Aeußerlichen und um ein Manko bei den tieferen Kenntnissen. Der Reporter kann nicht gleich- zeitig Fachmann sein, und der Fachmann ist zum größten Bedauern in den meisten Fällen kein Reporter. Ich fasse zusammen. Es gibt bisher keine Werk- reportage, weil noch nicht der Reporter gefunden worden ist, der Sachwissen mit sozialer Erkenntnis verknüpft, der so begnadet ist, einem Eindruck aus der Stelle die letzte, groß« sprachliche For- mulierung zu geben, plastisch, klar, anschaulich und die besonderen akustischen Eigentümlichkeiten des Rundfunks beachtend, der ferner seinen Vortrag nickst der Geräuschkulisse parallel laufend läßt, d« si« vielmehr organisch mit seinen Ausführungen verknüpft. • EeJüt Scherr 1 ./.umif Copyright 1950 by„Der Biidhcrkreis G, m. b. H.", Berlin SW 61. (10. Fortsetzung.) Siünidu hörte den Vogel nicht wieder rufen: er blieb die ganze Nacht hindurch bewußtlos liegen. Als es hell wurde, kam er zu sich: kalt und stcis schleppte er sich zu seiner Hütte. Er brauchte den anderen nicht zu erzählen, was vorgefallen war. Der Schüttelfrost, die fahlgelbe 5)autfarbe, die liefliegenden, glasigen Augen zeigten deutlich genug, daß Punchirolas Zauber gewirkt und daß fein Teufel bereits von Silindu Besitz ergriffen hatte. Er legte sich in der Hütte auf seiner Matte nieder und wartete ergeben, daß der Zauber seine Kräfte verzehrte. Während der nächsten zwei Tage lag Silindu in der Hütte, und dos Leben pulste immer langsamer in ihm: je schwächer er wurde, desto tiefer sank er in einen todcsähnlichcn Schlaf. Don Zeit zu Zeit erhoben die Frauen im Hofe ihre laute Klage. Babun suchte Punchirola auf und machte ihm Vorstellungen: der Vcdcrala hörte ihn mit seinem boshaften Lächeln an und erklärt« dann, er wisse van nichts und könne nichts tun. Vabun kam zurück und lungerte niedergeschlagen im Hofe herum. Am zweiten Tage beschloß Karlinahami in ihrer Verzweiflung, selbst zu dem Vederola zu gehen. Sie fand ihn in seinem Hofe sitzen. „Du bist gewiß wegen deines Bruders gekommen. Ich kann ober nichts tun: ich bin nur ein armer Vederala. In Kaniburupitiya ist ein Regierungshospital und ein Mathamaya in Hosen, ein Arrak- trinkcr, ein tüchtiger Mann: er wird dir Regierungsmedizin geben— umsonst—, nur der lpeoii53) an der Tür bekommt ein paar Fanams. Dahin mußt du deinen Bruder bringen. Es ist nur zwei Tage- reisen weit." „Vederala! Mein Bruder liegt in der Hütte und stirbt. Er hat kein Tuch über den Kopf gezogen und ißt nicht und trinkt nicht. Sein Leben schwindet dahin." „Der Doktor Mahatmoya wird sagen, daß es Fieber ist. Er wird dir eine Flasche mit Fiebermedizin geben— umsonst. Ein tüchtiger Mann ist der Doktor Mahatmoya. Ja, du solltest ihn zum Hospital bringen und die Arznei holen— umsonst. Die Arznei ist gut, wenn sie auch schlecht schmeckt, wie ich höre." „Aiyoh! Was hilft es uns, wenn wir zu dem Hospital gehen. Warum sagt ihr das, Vederala? Ihr macht euch über mich lustig. Wir wissen, daß ein Teufel in meinen Bruder gefahren ist und daß ihr ollein die Macht habt, ihn zu retten." „Teuscl? Was weiß ich von Teufeln? Nein, für Teufel hat der Dpltor Mahatmoya keine Arznei im Hospital, soviel ich weiß. Die Regierung sagt, es gibt gar keine Teufel. Es ist sicher Fieber oder Typhus oder Ruhr. Nein, wegen der Teufel zum Hospital zu gehen, ist nutzlos." „Vederala! Hier habe ich euch Kurakkon mitgebracht: mehr habe ich nicht. Ich will auch mit dem Mädckzen euretwegen reden und mit meinem Bruder, wenn er wieder gesund ist� Nehmt den Zauber von ihm, Vederala: löst den Zauber, ich bitte euch." „Ich weiß nichts von Zauber. Ich bin«in armer Dorfvederala, der von seinem Vater her einige Kenntnisse von Wurzeln, Blättern und Früchten hat." „Vederala, ihr selbst habt uns von der Beschwörung erzählt. Wir wissen, wie geschickt ihr seid. Befehlt dem Teufel, meinen Bruder zu verlassen. Er meinte nichts Böses: er ist nun mal ganz eigen— das wißt ihr doch, Vederala. Cr wollte euch nicht be- leidigen. Ihr sollt das Mädchen bekommen, dafür sorge ich— aber löst den Zauber von ineinem Bruder." Punchircha sah Karlinahami eine Weile lächelnd an. Dann sagte er:„Ist die Frau auch verrückt geworden. Was weiß ich von Zaubern und Beschwörungen? Ich kann deinen Bruder nicht be- zaubern. Aber ich kenne mich etwas mit Teufeln aus— das Hab« ich von meinem Vater gelernt. Nun, nun, laß mich einmal über- legen. Wenn ein Teufel in deinen Bruder gefahren ist, der ihm am Leben zehrt, so gibt es vielleicht eine Möglichkeit. Laß mich überlegen. Kennst du das Dorf Beragama?" „Nein, Vederala, nein. Ich habe davon gehört, aber ich kenne es nicht." „Nun,, es liegt drüben, nach Osten zu, fünf Tag« Weges durch den Djungel, hinter Maha Potana. Glaubst du, dag du deinen Bruder dort hinbringen kannst?" „Ja, Vederola, wir können hingehen." „Dort ist ein großer Tempel, in dem der mächtige Berogama Dcviyo") wohnt. Man sagt, er sei ein Tamulcngott, aber im Tempel dienen ihin singalesische Kapuralas*1). Mein Vater pflegte zu sagen, daß er«in sehr mächtiger Gott sei. Cr beherrscht den Djungel und die Teufel, die in ihm leben. Die Teufel in den Bäumen gehorchen ihm, den» er ist schrecklich, wenn er zornig wird. Wenn ein Teufel in einen Mann gefahren ist und ihm das Mark aus den Knochen saugt, sollte der Mann dem Gotte ein Gelübde tun, so sagte mein Vater. Dann sollte er den Tempel in Bcragama während des großen Festes besuchen und sich dreimal am Tage im Staube um den Tempel wälzen und den Gott mit lauter Stimme anflehen, ihn von dem Teufel zu erlösen. Wenn er laut gemig ruft, wird ihn der Gott welleicht erhören und dem Teufel befehlen, ihn zu verlassen. Dann wird der Teufel aus Angst vor der Macht des Gottes aus dem Manne fahren, und dieser wird von dem Uebel befr«it sein. Nun fällt dos große Fest auf die nächst« Bollmondnocht. Wenn dein Bruder ein Gelübde zu dem Beragama Deviyo tut und an dem großen Feste teilnimmt, wird der Teufel van demcr Da�ugiefenz-it stasuvender Ausdruck sttr?mt»di«n«r. r«) D«>in«.' Hindv-EeV. *•) Sapuralar Tenrpelbt«rt«r«hn« Priesterwag. sich und hörte zu, wie d«r Plan fiir die Wallfahrt besprochen wurde. Es wurde beschlossen, daß sie am nächsten Morgen aufbrechen und daß Babun sie begleiten sollte. Am nächsten Tage machten sich die Pilger auf de» Weg, für den sie bei Silindus Schwäche mindestens sechs Tage rechnen mußten. Er führte sie die ganze Zeit durch dichten Djungel: Dörfer gab es nur wenige, und auch diese bestanden nur aus einigen schmutzigen Hütten. Der einzige größere Ort, der auf dem Wege lag, war Maha Potana, ein Dorf von Reisbauern, das an einem Staudamm entstanden war, den die Regierung wieder in Ordnung gebracht hatte. Sie trugen ihre Nahrung bei sich und schliefen des Nachts unter Sträuchern und Bäumen auf der bloßen Erde. Jeden Tag trotteten sie in lang aus- einandcrgczog«ner Reihe van sieben bis elf Uhr vormittags uich von drei bis sechs Uhr nachmittags dahin. Silindu war benommen und schwach, und Vabun mußt« ihm oft weiterhelfen. Die Frauen trugen auf dem Kopse groß« Bündel, in denen sie Lebensmittel und Kochtöpfe mit Tüchern zusammengebunden hatten.. Es war im heißesten Monat des Jahres, in der J«it, in der der Djungel ver- dorrt, das Gros verbrennt und die Erde in der Sonnenglut bäckt und springt, wenn die Bäume weiß gepudert an den Wegen stehen. Die Wasserlöcher waren eingetrocknet und die Bäche nur mehr Rinnen voll gleißenden Sandes. Manchmal wanderten sie den ganzen Tag, ohne auf eine Wasserstelle zu stoßen. Tag für Tag brannte die Sonne zwölf Stunden auf die Wanderer herab: die blendend weißen Wege warfen die Hitze in ihre Gesichter und Augen zurück: der Wind wehte mit glühendem Hauche in Staubwirbeln über sie hinweg. Ihre Füße wurden von Dornen zerrissen und bedeckten sich mit Brand- blasen. Als Hinnihami Stunde auf Stunde d«m weißen Pfade folgte, der sich unaufhörlich vor ihr zwischen den Wänden staubiger Bäume entrollte, kam ihr ein frommes Lied in den Sinn, das sie oft als Kind von Karlinahami gehört hatte, sie sang, während sie sich vor- wärtskämpfte: „Sieh die Füße unserer Frauen, die der Weg zerrissen hat, Herr, o laß ein Ende kommen, für die Sucher auf der» Pfad." Zwei Tagereisen von Beddcgama stießen sie auf einen größeren und mehr begangenen Weg. Hier kamen sie fortwährend mit kleinen Haufen von- Pilgern zusammen, die dasselbe Ziel hatten wie sie selbst. Meistens waren es Tamulen, Hindus aus Indien, von den Teepflanzungen und aus dem Norden und Osten der Insel: es waren seltsame Menschen, wie si« Hinnihami noch nie gesehen hatte: sehr dunkelhäutig, die Oberkörper nackt bis zum Gürtel, auf den Schultern weiße und rot« Farbstreifen, die Stirn mit Aich« bestrichen und dos Zeichen des göttlichen Auges zwischen den Augenbrauen. Um die Lenden hotten sie Tücher aus feinem weißem Baumwollstoff. geschlungen, und sie trugen Schalen und Zangen aus Messing in ihren Händen. Ihr Frauenvolk folgte ihnen, schwerfällig und verdrossen, mit Kindern und Bündeln beladen. Es gab aber auch kleine Gesellschaften von Buddhisten, und einer von diesen schloffen sie sich an. Bier von ihnen, eine Familie ans einem Dorf« zwanzig Meilen nördlich von Beddegama, waren Djungcllcute wie sie selbst. Sic hatten ein blindes Kind bei sich und hofften, daß der Gott sie erhören und chm das Augenlicht schenken würde. Weiter gehörten ein Fischer und seine Frau dazu: sie waren kinderlos, und die Frau hatte gelobt, das Fest zu besuchen und die Ferse des Kapuralas zu berühren, damit der Gott den Fluch der Unfruchtbarkeit von ihr nähme. Endlich war noch«in alter Mann da, ein Händler aus einer großen Stadt im Westen:«r trug eine gewaltige Brille und pfalmodierte im Gehen den ganzen Tag aus einem großen, frommen Buch, das«r offen in der Hand trug. Die anderen verstanden kein Wort von dem, was er las: aber sie wußten, daß er Verdienst erwarb und daß sie auch ein wenig daran Anteil haben würden. Er war in einem buddhistischen Kloster er- zogen worden und sammelte abends nach dem Nachtmahl die klein« Gemeinde um sich, um zu lehren. Beim Schein des Lagerfeuers las er ihnen vor, wie sie zu leben hätten, um Verdienst zu erwerben, und an den vorgeschriebenen Stellen riefen alle zusammen:„Sadhü! Sadhu!"-°) Manchmal ließ er sie im Chor die„Sil" oder Regeln aufsagen. Wenn dann in der nächtlichen Still« die Stimmen sich hoben und fielen, strahlt« Karlinahamis Gesicht in Verzückung, und über Hinnihami kam ein noch nie erlebtes Gefühl der Ruhe und des Geborgenfeins. Selbst in Silindu trat eine Wandlung ein, und er nahm eifrig teil an dem Gesang«:„Dem Pfade Buddhas folgen wir", mit dem sie den Tag begannen und endeten: er war weniger hoffnungslos und stumpf, und feine Augen verloren den gehetzten Ausdruck. �(Fortfctzung folgt.) '«) SodhiN: cin Ausruf, durch den andächlig« guhörrr beim Borlekrn aus lieiliscn Echristen ihre» Beifall zu crieniicn geben. Pilger begrüßen mit ihm de» Anblick von Tempeln und Tagodas. 3)as ytechl der Jugend*) Die Jugcndfrage ist ein« Kulturfrage: die Art und der®roS ihrer Lösung bestimmt die Gestaltung des einzelnen und die Zu- kunft der Gesellschaft im weitesten und im engsten Sinne. Zur Beantwortung der Iugendfrage ist die Jugend selbst berufen, sonst niemand: uns Aelteren obliegt nur die Aufgabe, weg- weifend, wegebnend— wcnn's erwünscht ist!— täiig zu sein: den Weg gehen und darüber entscheiden, welchen von vielleicht vielen möglichen Wegen sie gehen will, ist Sache der Jugend und des Jugendlichen: die letzt« Verantwortung vermag kein Vater, keine Mutter, kein Erzieher zu übernehmen. Das„Recht d e r I u g e n d"— Recht im eingeschränkten und einschränkenden Sinne der Gesetzgebung— umfaßt alle formal- juristischen Regelungen, die bezüglich der Jugend und des Jugend- lichen getroffen worden und die heute noch in den verschiedensten Einzelgesetzen, wie im Bürgerlichen Gesetzbuch, im Reichsstrafgesetz- buch, in den Iugcndfürsorgegcsetzen usw., verstreut enthalten sind: ein einheitliches Jugendgesetz, das seit 1900, wo das Ver- langen danach zum ersten Male erhoben worden ist, mit steigendem Nachdruck gefordert wird, gibt es noch nicht. Der vorliegende Band, zufainnrengestellt und bearbeitet von Rechtsanwalt T i ch a u« r und Stadtrat Friedländer— zwei Männern, die im höchsten Maße zu dieser Aufgabe berufen sind—, füllt �ine empfindliche Lücke in der Literatur für die Jugend und die Freunde der Jugend aus:«s Enthält alle, den Jugendlichen betreffenden gesetzlichen Bestimmungen und knüpft daran klar« und leicht verständliche, jedoch juristisch-korrekte und erschöpfend« Er- läuterungcn. Das kleine Werk schafft Klarheit, grenzt Rechte und Pflichten der Eltern und Kinder gegencinonder ob und gibt Finger- zeig« und Anweisungen auch für solche Fragen, in denen noch größte Verwirrung besteht, etwa hierüber: vom vollende:«» 11 Lebensjahr« an ist ein Jugendlicher berechtigt, sich selbst und — wenn es fein muß!— gegen den Willen der Eltern vom Reli- gionsunterricht in der Schule abzumelden, sowie seinen Austritt aus k�r Kirche eigenmächtig und eigenhändig zu vollziehen.* � Das„Recht der Jugend" von Tichauer-Fried- l ä n d e r, dessen Gebrauch durch ein sorgfältig bearbeitetes Sach- regifter sehr erleichtert wird, kann nicht warm genug empfohlen werden. Dr. Helmut Xlotr. *) Dr. Theodor Tichauer und Waller.Friedländer:„Dos Recht der Jugend": Verlag von I. H. W. Dictz Rachf. G. m. b. H. Berlin 1930. \ WAS DER TAG BRINGT Millionen für Zigarettenstummel! Bitte überlegen Sie mal: Etwa sechs Zentimeter ist ein« Ziga- rette lang, lind wie lang ist der Stummel, den Sie foriwericii? Messen Sie nach! Je nach ihrer Sparsamkeit— und Nervosität werden Sie zwischen i'A und\A Zentimeter Länge finden. Nehmen wir di« golden« Mitte: 2 Zentimeter! Das ist genau ein Drittel von dem, was Sie bar bezahlt haben. Sie und die ungeheure Menge von Zigarettenrauchern. Ich weiß nicht, für wie viele Millionen Mark allein in Deutschland an Zigaretten pro Jahr verkonsumiert wird. Aber es muß ein stattliches Sümmchen fein. Und für wie viele Millionen wird da an Tabak aus dem Auslande importiert, die unsere Handelsbilanz glatt und restlos belast«n, weil ihnen kein Export von Zigaretten zum Ausgleich gegenübersteht. Bedenken Sie: ein volles Drittel von diesem Import geht ungenutzt unter, nur weil wir den Stummel fort- werfen müssen! Ja, müssen wir denn? Wäre es wirklich nicht möglich, das untere End« der Zigarette irgendwie anders auszustatten. Unsere Zigarettenfabrikanten jammern über die Steuer, die den Konsum einengt. Warum sorgen sie nicht lieber dafür, daß der Raucher nur das zu bezahlen braucht, was er auch wirklich raucht? Wenn an Stelle der 3ZZ� Proz. auch nur 15 Proz. erspart werden könnten, so würde das wohl m«hr ausmachen als di« Steuer. Man könnte ent- weder für das gleiche Geld um 15 Proz. bessere Ware ltesern, oder eine größere Menge. Ich will wirklich nicht den russischen Pappmundstücken das Wort reden, denn sie sind eben nicht nach jedermanns Geschmack. Aber: Erfinder heraus! Es muß einen Weg geben, der diesen Unfug einer geradezu wahnsinnigen Verschwendung von Volksvermögen unnötig macht. Schon der Staat sollte«in Jnteresic daran haben. Und wenn«r dann ein« brauchbare Lösung zwangsweise einführte, so würde wohl k«in vernünftiger Mensch etwas dagegen haben. Denn es sind doch tatsächlich ungezählte Million««, die in den Dreck ge- schleudert werden. G. V. M. Ein neues Kanaltunnel-Projekt Nachdem der Plan einer unierseeischen Verbindung zwischen England und Frankreich durch di« Ablehnung des Kanaltunnels von Seit«n Englands als gescheitert zu betrachten ist, hat der Pariser Ingenieur Bunau-Vorilla einen n«uen Plan einer engeren Verbindung zwischen beiden Ländern ausgearbeitet und ihn zunächst der französischen Regierung vorgelegt. Zwar sieht auch der Plan von Bunau-Varilla einen Tunnel vor, doch soll dieser Tunnel erst zwei bis drei Kilometer von der französischen und englischen Küste beginnen. Bis zum Eingang der Tunnclmündungen sollen die Eisenbahnzüge auf Dämmen geführt werden, die sich 70 Fuß über dem Meeresspiegel erheben. Am Ende dieser Dämme werden dann entweder Auszüge angebracht, mit welchen die Eisenbahnwagen emporgehoben und herabgelassen werden oder man bedient sich an- steigender und abfallender Flächen, wie sie in großen Städten an den Stellen im Gebrauch sind, wo eine Untergrundbahn in eine Hochbahn übergeht. Hokuspokus... Sie lassen sich doch sicher nicht gern Hokuspokus vormachen! Domi wird es Sie sicher ober auch interessieren, daß dos Wart Hokuspokus die Entstellung einer kirchlichen Fonnei ist. Unter den lateinisch gesprochenen Worten des(katholischen) Priesters wandelt sich nach dein katholischen Dogma das Brot in den Leib des Herrn: und diese lateinischen Worte lauten:„Hoc est corpus domini," zu deutsch:„Das ist der Leib des Herrn." Die Verstümmelung und Vcrmandelung dieser Forn»el in Hokuspokus ist nicht schwer zu er- klären. Schweine mit Zucker gefüttert Auf Veranlassung des Landwirtschaftsininisterium» in Hawaii ist vor einiger Zeit der Versuch gemacht werden, Pferden. Kühen und Schweinen größer« Mengen von Rohzucker unter das Futter zu mischen. Bei Kühen und Pferden habe sich, wie berichtet wird, als Wirkung der reichlich gezuckerten Mahlzeiten eine größere Lebendigkeit gezeigt, während die Schweine beträchllich an Gewicht zugenommen haben sollen. Diest Gewichtzunahme sei so groß gewesen und soll den Wert der Schweine derart gesteigert hoben, daß auf Antrag der Universität, von der die Versuche angestellt wurden, beantragt worden ist, weite Flächen des Landes mit Roh- zücker zu bebauen. Man will dadurch nicht nur die Schweinezucht steigern, sondern auch den gegenwärtig sehr niedrigen Zuckerpreis in di« Höhe treiben. Dieser Antrag hat die Ziickerindustrie mit großen Hoffnungen erfüllt, zugleich aber auch die Befürchtung wach- gerufen, daß im Hinblick aus den Erfolg dieser neuen Fütterunas- Methode der Zuckeranbau einen solchen Umfang annehmen werde, daß durch da- spätere Ueberangebot der Preis dennoch nicht wesent- (ich steigen werde, lieber die Einwirkung des Zuckers auf den Geschmack des Schweinefleisches ist in dem Bericht aus Hawaii freilich nichts zu lesen, und man iA«iß daher nicht, ob Onkel Bräsig Recht behalten hat, als er zu„Karl Hawernrann" sagte, er solle einmal sehen,„wie süß«in Swein smekt," das mit so guten Sachen gefüttert worden sei. v Sonntag: Fußball, Arbeiter-Fußballspiele Am romnxnderi Sonntog finden folgende SpiÄe statt: Lueken- Walde II gegen Brandenburg a. d. H., Luckenwalde III gegen Hertha, Eiche-Köpenick gegen Lichtenberg I, Lichtenberg II gegen Obcrsprec. Hoppegarten gegen Minerva 28. Herzfelde gegen Deutjch.Wusterhoufen. Karow gegen Lychen. Dorwärts-Wedding gegen Eintrocht-Reinickendorf. Saxonia gegen Schönow, sfreie Scholle gegen Pankow. Alt-Ronft gegen Schiffmühle. Freienwald« gegen Neuenhogen. Schwedt a. d. O. gegen Oderberg. Nieder. finow gegen Gothen. Wilmersdorf gegen Rathenow I. Nowowes gegen Spandau. Nauen gegen Butab. Cladow gegen Werder. Brandenburg gegen Jejerigk. Rathenow II gegen Premnitz. Althensdorf gegen Forde. Potsdam gegen Ketzin. Spandau 2 gegen Cladow. Drewitz gegen Rathenow. Pyritz gegen Perieberg. Hooel- bcrg gegen Pritzwolk. Schönebcrg gegen Niemegk. Ruhlsdorf gegen Luckenwalde I. Friedenau gegen Teltow. Zweite Mannschaften: Eiche-Köpenick gegen Lichten- berg I. Hoppegarten gegen Schöneberg. Herzseld« gegen Kogel 1. Neukölln-Britz gegen Britz 88. Wacker-Storkow gegen Eiche ll. Karow gegen Wansdorf 1. Freie Scholle gegen Vorwärts-Wcdding. Zehdenick 1 gegen Saxonia. Göthen gegen Freienwalde. Kyritz gegen Perleberg. Havelberg gegen Pritzwolk. Wittenberge gegen Wansdorf 1. Luckenwalde I gegen Ruhlsdorf. Niemegk gegen Klöster Zinna 1, Jüterbog gegen Belzig 1. Dahme 1 gegen Klaus- darf 1. Luckenwolde III gegen Hertha. Luckenwolde II gegen Löwendorf. Jugendmannschaften: Lichtenberg II gegen Britz 88. Dorwärts-Wedding gegen Lichtenberg I. Goputh gegen Werder. Brandenburg gegen Wilmersdorf. Saxonia gegen Minerva. No- wames gegen Oberfpre«. Beginn der Spiele: 1. Männermannschaften lö Uhr. 2. Männermannschaften 13.13 Uhr. Jugcndmannschaftcn 11 Uhr. UAAutbaW Fortgang der Serie In h«r 1. Klasse stehen sich in der Abteilung A nur Velten und FTGB.-Nordring-Turner in Velten gegenüber. Die besseren Aussichten hat hier Velgen. In der Abteilung L finden die Spiele Handball, Hockey auch auswärts statt: FT. Das Kallrntralnina der Männer findet letzt wieder rcgelmätzig jeden llreitag von 20 bis 22 Uhr in der Turnhalle des Rcalgnmnatlums am Trep- tower Pathau», Neue Zirugollee I«. statt, graue»: Danncrstags 20 bis 22 Uhr Turnhall« Äiefholtttr.<0- Brdciter Turn» und Dportdund 1. Ztrris. stinderleiter aller Berliner Ber- eine und Abteilungen: Beim Lallcnsportfcst am 2. Ztovemde sollen ouck, di» Rinder mitwirken. Alle Rinderleitcr Verde» gebeten, Montag. 20. Oktober, in der Turnhalle Boulhestr. IS, untere Lalle, oder wer an diesem Tage vcr- hindert ist, Dienstag, A. Oktober, in der Turnhalle Eiratzmannstr.«>, �weeis Cinllben einer Vorführung ju crschcincn. Die Uebungsabcndc beginnen piinkt- lich Iii Uhr. Rartell ttir Arbeitersport und tkärperpslegc. Bezirk Wedding. Montag. 20. Oktober, 20 Uhr. Teifmikerfitziing.„Zur Linde", Uferstr. 13. Aussprache über die Verteilung der Sport, und Ucbungsstätten und sonstige Mängel. Frei« Kanu-llaion Srotz-Berli», Abt. Havel. Sonntog, 1!>. Oktober, tz Uhr, Treffpunkt zum Abpaddeln im Bootshaus Fleischer, Epauda», Dötrlstr. 7-, RB.„Borwärt»". Eounobend, 13. Oktober, IS Uhr, Handballilbungsspiele. Dienstag, 21. Oktober, Turnen, Lolteistrotze. Mittwoch. 22. Oktober. 20 Uhr. Technikrrsttzung. ZTeöB., Neukölln-Britz. Sonntag, 10, Oktober, Bezirkssrauenfahrt. Treff- punkt: 2. zrauenabteilung TA Uhr Buschkrug, Britz: 2, IungmädchenabteilUng 1% Uhr U-Bahn Neukölln, Bergstraße. Arbeiler-Samariker-Bund e. B.. Kolonne Berlin.' �lchottsftellc: 9!. 21, fit. Hamburger Str. 20. Tel.: v 1 Norbeu ZMO. �bt. Pren, sauer Berg: Am Sonnobrnd. 15. Oktobcr. Mtglieber- Versammlung im Lokal Lottmann, Lnchrnrr Str. 5. Kleiner Sport von überall Rennen zu ftatlshotst. Eins der wertvollsten Herrenrerten des Korlshorster Jahresprogramms, das dem Andenken des verstorbenen Präsidenten des Vereins gewidmete Schmidt-Pauli-Jogdrenneii, steht Sonnabend, 18. Oktober, im Mittelpunkt der Ereignisse in der Wühl- Heide. Die Rennen beginnen um 12.45 Uhr. Der Irabrennoerein Marien darf Hot den für den 27. Oktober vorgesehenen Renntag auf den 31. Oktobcr verlegt. BvR.-Amateure im Sporkpalosl. Der Bund Deutscher Rad- sahrer mit dem Gau Berlin veranstaltet in dieser Saison drei Renn- tage im Berliner Sportpalast.?lm 19. Oktober, 20 Uhr. rollt die erst« Veranstaltung. Ein Flicg«rhouptsahrcn mit Bar-, Zwischen- und Endläufen, ein Punktefahren über 73 Runden und ein Mann- fchaftsrennen über 73 Kilometer kommen hier zur Entscheidung. „herrensportter" wollen nicht zahlen. Der Deutsche Hockeybund, der wegen der Zusammensetzung seiner Mitglieder nicht mit Unrecht Bund der Herrensportler genannt wird, hat 110 Vereine wegen Nicht- bezahlung von Derbandsbciträgen disqualifizieren müssen. Das ist ein Fünftel feines Gesamtbestandes. Unter den fchwarzgeftellten Vereinen befinden sich alle aus Norddeutschland, Ost- und West- preußen, Donzig und Stettin; stark beteiligt ist auch Süddeutschland. Nette Zustände. � Michard will umlernen. Wie eine bekannte französische Sport- Zeitung zu melden weiß, hat Luden Michard die feste Absicht, um- zulernen, und zwar will er sich als Mannschastsfa-Hrer spezialisieren. Der mehrfache Weltmeister, dessen Name in den Siegerlisten sämt- licher bedeutenden Fliegerrennen zu finden ist, will sich mir hin und wieder an reinen Flicgerkonkurrenzen beteiligen, sonst aber die Bcrtretung der französischen Interessen in derartigen Wettbewerben seinem nicht minder begabten und ersolgrdchen Landsmann Faucheux überlassen. Campbell wieder auf Rekordjagd. Der bekannte englische Renn- fahrer G-apt. Malcolm Ganipbcll ist einer derjenigen, die das Rekordjieber nicht schlafen läßt. In aller Stille hat er sich einen neuen Rekordwagcn, der wie sein alter den Namen„Blauer Vogel" führen wird, bauen lassen und in Gemeinschaft mit drei anderen Rekordjägern, die Spezialwagcn von Pockard und Triplex sowie einen mit Flugzeugmotor ausgenüsteten australischen Wagen zur Verfügung haben, will Ganipbell im nächsten Frühjahr am Strand« von Daytona Beach in Florida dem auf 372,478 Kilometer stehenden Weltrekord des tödlich verunglückten Major Segrave zu Leibe gehen. Privalslugplah in Greiz. Am Sonntag weihte der Verein für Luftfahrt e. V. in Greiz(Thür.) seinen Motorslugplatz unter An- Wesenheit zahlreicher Prominenter des Deutschen Luftsahrtverbandes und überaus zahlreicher Beteiligung der gaizzen Bevölkerung ein. Der Sieger im Europa-Rundflug. Fritz Morzik, landet als erster. begeistert von den Anwesenden begrüßt. Flugbetrieb in den Rhinow-Bergen. Von Freitag, 10. Oktober. bis Sonntag. 12. Oktober, schulten zwei Berliner Jungsliegergruppen mit ihren selbstgebauten Maschinen in den Rhinomer Bergen, jenem Gelände, das ja bekanntlich Lilienthal bei seinem«rsten Flugoersuche zur Verfügung stand. Stiftung von zwei Sporlehrenurkunden. Wie der Amtlich« Preußische Presiedienst mitteilt, hat der preußische Minister für Volkswohlsahrt zwei Ehrenurkunden zur Verleihung an Sieger in turnerischen und sportlichen Wettkämpfen sowie an Personen und Vereine sür besondere Verdienste auf dem Gebiete der Jugendpflege und der Leibesübungen gestistet. Da, Herbst-Zugendlurnier de« Brandenburgischen voxverbande» hatte da« überraschende Meldeergebnis oon 155 Teilnehmern gebracht, Di« erst«ii Kämpfe kommen am Sonntag, 19. Ottober, 10 und 16 Uhr, in der Herosholle. Scharnhorststraße 6'7, zum Austrag. Noch ists Herbst, aber... die Arbcitersporller rüsten für den Winter Die Wint«rsportler des 1. Kreises im Arbeiter-Turn- und Sportbund und des Touristcnvereins„Die Naturfreunde" haben wie in den Vorjahren ihr« gemeinsame Arbeit wieder aufgenommen. Im Vordergrund des umfangreichen Programms steht der Schnee- schuh/auf, aber auch der Eislauf wird in diesem Jahre ganz be- sonders gefördert. Die driiigendstcn Vorarbeiten sür den Schnee- lausbetrieb sind schon durchgeführt. In der ersten Novembcrwoche beginnen«ine ganze Reihe von Trockenkurscn in folgenden Stadt- teilen: Wedding, Lichtenberg, Neukölln, Kreiizbcrg, Spandau. Am 3. November werden alle Kursusieiliichlner zu dem gemeinsamen ersten Unterrichtsabend vereinigt. Die Meldungen für die Kurse wer- den an diesem Tage erledigt. Der erst« gemeinsame Unterrichtsabend ist mit einein Lichtbildervortrag verbunden. An diesen Lursen können olle Mitglieder von Vereinen, die dem Kartellverbana Groß-Berlin angehören, teilnehmen. Kursusgebühr 2 M., Erwerbslose und Jugendliche frei. Nähere Mitteilungen über Ort und Zeit der Kurs« erfolgen in den nächsten Tagen. In diesem Jahr« führen die Wintersportabieilung des 1. Kreises und die„Naturfreunde" mehver« Wintersportfahrten durch. Vorgesehen sind je«ine Fahrt ins Riesengebirge und Erzgebirge. Anmeldungen umgehend an Rudolf Schenk, Neu» kölln, Okerstr. 11. Dort auch nähere Auskunst. Weiter ein« Fahrt nach Kitzbühel in Tirol vom 21. Dezember bis 3. Januar und eine Fahrt ins Riefengebirge vom 24. Dezember bis 1. Januar. An- Meldungen für die beiden letzten Fahrten an das Reisebüro der „Nattirsreunde", Berlin R. 24, Johannisstraße 13. Arbeiter- Kepler in Berlin Der Arbeiter-Keglerbund, der Mitglied der Zentralkommission für Arbeitersport und Körperpsleg« ist, bittet uns mitzuteilen, daß in Berlin solgende bundestreue Keglervereine bestehen: K.-K.„Frei Holz" 1928, Spandau. Vorsitzender Karl Schilling, Zeppelinstr. 20». Jeden Sonnabend Uebungsabend im Restaurant Karlslust-Spandau. S.-K.-K.„K a m p f h ä h n e". Vorsitzender Richard Hölzker, Ruhl«ben, Brombeerweg 13. J«den Dienstag, 20 Uhr, Uebungs- abend, Charlottenburg, Spreestr. 11. S.-K.-K.„Rührige Mannschaft". Vorsitzender Georg Hildebrandt, Charlottenburg, Wilm«rsdorfer Str. 143/144. Jeden zweiten Donnerstag, 17 Uhr, Uebungsabend in der Sporthalle, Alcxondrinenstr. 107. A.-S.-K.-K.„D o r w ä r t s". Borsitz«iider Max Ladwig, Melchiorstr. 12. Jeden Freitag, 20 Uhr, Uebungsabend in der neuen Sporthalle, Gartenstr. 44. Der Verein„Vorwärts" sucht für seine zweite Riege noch einig« Mitglied«?. Bei allen Verein«» sind Gäste willkommen. Interessent«» erhalten Auskunst über alle Angelegenheiten bei Zöllner, Kommandantcnstr. 77/78, Merkur 7732. Filinaben«! des Kartells Kreuzbcrg Am Donnerstag, 23. Oktober, veranstaltet der Bezirk Kreuzdcrg des Kartells für Arbeitersport und Körperpflege sür seine jugend- lichen Mitglieder und Kinder im Saale des Bezirksamts Kreutberg, Porckstraße 10, einen Filmobend, wozu auch Erwachsene Zutritt haben. Ein gediegenes Programm ist vorgesehen. Abgerollt wird ein Film„Junuit, die Nachbarn des Nordpols", der das Leben und Treiben der kanadischen und vstgrönländischen Eskimos zeigt. Weitere Vorführungen sind„Deutschlands Rad- IMer 47- ])GCIU61H KSIIb. Fischmarkt 4-6/ BrunnenstraSe 171 Vclouf-Qw� 106" Ulster-Paletot aus rcinw. Cheviot in blau und grau Winter-Ulster ans reinw. Cheviot, eleg. ausgestattet Winter-Ulster, vornehme, 75- Außen rot und innen gelb! Oas ift die Farbe der Nazis!- Rieienversammlung der BVG.-Belegschast. Die Iroktionsveriammiung, die die in der BVG. beschäftigten Parteigenossen in den Kammersäien veranstalteten, war schon lange vor Beginn völlig überfüllt. Gen. Zlushäuser sprach über die Ausgaben der Partei nach den Reichstagswahlen. „Der Wahlerfolg der Nationalsozialisten sei nicht der eigenen Kraft der Hitlerbewegnna zu verdanken, sondern der Politik des Bürgertums, die den chakenkreuzlern die Wähler zugetrieben habe. Das Bürgertum habe aus Angst vor der aufstrebenden Arbeiter- fchcht alle demokratischen Sicherungen zerrissen. Wir sind uns des Ernstes der politischen Lage bewußt, wir wollen aber auch die Nationalsozialisten nicht überschätzen. Die deutsche Gewcrk- schaftsbewegung sollte vor dem Kriege zertrümmert werden, indem die Unternehmer selbst Qewcrkschasten schufen. Heute sollen ihnen die Nationalsozialisten, die ja das Privateigentum ausdrücklich an- erkennen, bei der Niederringung der Arbeiterschaft helfen. Aber schon vor dem Kriege erlitt das llnlcrnehmerlum mii seinen gelben Verbänden bei Lohnkämpsen Schissbruck). Die in den gelben Gewerkschaften organisierten Arbeiter reihten sich zuni großen Teil in die Klassenfront ein und man verglich sie damals mit Blutapfel- sinen. Außen gelb und innen rot. Die nationalsozialistische Ge- werkvereinebeweguug aber ist außen rot und innen gelb. Die S o-- z i a l d e m o k r a t i s ch« Partei steht in ihrem Kämpf gegen den Faschismus ganz allein auf weiter Flur. Die Reatkionäre oller Schattierungen wissen das und darum richten sie den Hauptkampf nicht gegen die Kommunisten, sondern gegen uns Die Kommu- nisten find uns unzählige Male in den Rücken gefallen, wenn es sich darum handelte, gegen den Faschismus Front zu machen. Die Sozialdemokratische Partei hat jetzt die vielleicht größte Aufgabe in der Nachkriegszeit zu läsen. In der gewaltigen Kundgebung, die sie Sonntag im Lustgarten veranstaltete, lag Kraft und Gedanken- gut, lag kämpferische Entschlossenheit, sich den Weg ins Freie zu erobern. Wir können es uns nicht so eiirsach machen wie die Kommu- nisten, die den Erwerbslosen mehr Unterstützung versprechen. Um erhöhte Unterstützungen dreht es sich nicht, es gilt, den Verzweifelten Arbeit zu rxr-schafscn.. Jetzt ist der Zeitpunkt da, wo die Arbeiter mit derselben Rücksichtslosigkeit ihre Forderungen ncltend machen müssen, mit der sonst immer die Agrarier ihre Ansprüche durch- drücken. Brünings Arbeitsbeschaffungsprogramm steht nur auf dem Papier, solange man den großen Städten nicht Hilst, denn die K o in- ni u n e n sind bedeutende Arbeitgeber. Die öffentliche Wirtschaft muß geschützt werden! Wenn die städtischen Betriebe in Gang sind, hat auch die Privatwirtschaft Arbeit. Auch die BVG. kann sich mit ihren Leistungen sehen lassen. Die BVG. hat soziale Per- kehrspolitik getrieben, sie hat neue Strecken eingelegt, nicht j nur nm Geld zu verdienen, sondern um vor ollen Dingen den in den : Siedlungen wohnenden Proletariern Verkehrsverbindnngen zu ! schaffen. Mag manches noch nicht so sein, wie es sein soll, da- Fundament muß erhalten bleiben. Es ist die Große der sozialistischen Beivegung, daß sie in Zeiten tiefster Bedrückung ihre größte Kraft entfaltet. Wenn die Faschisten einen Staatsstreich wagen sollten, werden sie die Arbeiterschaft einig finden. Und wenn schon eine Diktatur kommen sollte, dann die der Arbeitnehmer, die unserer Partei!" Die Versammlung nahm zum Schluß eine Resolution an. in der sie den kämpfenden Metallarbeitern ihre Hilfsbereit- lchaft ausspricht und sich scharf gegen alle sozialseindlichen Maß- nahmen der Regierung wendet. timderfchander in Köpenick. Vergehen an einer l 3 jährigen. Ein schweres Siitlichkeilsverbrechen wurde gestern an einem 13 Jahre ollen Wädchen in Köpenick verübt. Die EUcrn des Kindes sind tagsüber auf Arbeit und kommen erst abends nach Hause. Gegen 7 Uhr spielte das Mädchen noch mit anderen Kindern auf der Straße. Ein junger Mann kam vorüber und fragte die Spielenden noch dem Wege nach Mahlsdorf. Die Dreizehnjährige sagte ihm Bescheid und ließ sich auch überreden, den Mann ein Stück Weges zu begleiten, damit er an der richtigen Stelle abzweige. In der Nähe der sogenannten Pferdcbucht fiel der Wüst- ling über das Kind her und flüchtete dann in den Wald hinein. Die Polizei in Köpenick, die von dem Berbrechen benachrichtigt wurde, suchte mit Hunden das Waldstück ab, konnte aber den Mann, der nach der Beschreibung etwa 22 Jahre alt ist, einen dunkelblauen An- zug, einen Sweater mit Rollkragen und eine dunkelblaue Mütze trug, nicht mehr finden. Gtrübel, der Krauenfreund. Ein Etrafrichter, wie er nicht sein soll. Frankfurt a. M., 17. Oklober.(Eigenbericht.) Das Schöftengericht Heidelberg verurteilte den Amts- gcrichlsrat Strubel wegen Vergehens im Amie und Miß. brauch seiner amtlichen Gewalt zu 2 Zahren und 2 Monaten Gefängnis. Strübes, der in den letzten Iahren als Strafrichter in Mannheim tätig gewesen ist— vor dem Krieg amtierte er in Lothringen—, hat sich in seinem Amtszimmer Frauen und Mädchen gegenüber, die mit ihm als Strafrichtcr zu tun hatten. unsittlich genähert. In einer Reihe van Fällen hat er sich auch � weibliche Angeklagte oder Verurteilte in seine Wohnung b e- stellt und noch der Angabc von Zeuginnen ist es dal'ei zu einem intimen Verkehr gekommen. Straserschwerend kam in Betracht, daß Strubel die Notlage der Frauen mißbrauchte. In fast allen Fällen handelte es sich um Anträge, Haftstrasen in Geldstrafen u m z u- wandeln oder um den Antrag. Gnadengesuche, die ihm eingereicht wurden, empf�stend weiterzugeben. Der gewstsenlosc Richter de- stritt in der Verhandlung, die in Heidelberg stottsinden mußte, da die Mannheimer Richter sich für besangen erklärt hatten, jede rechs- widrige Handlung, wurde aber durch erdrückendes Bewcismateriol überführt. Bei der Urteilsbegründung stellte der Vorsitzend« fest» daß der Verurteilte intellektuell seinem Amte nicht gewachsen sei. Sonntag wieder Konfum-Vesichtigungen. Was kaum erwartet werden konnte, trat ein: Am vierten Sonntag der Konsum besichtigungen erhöhte sich die Tcilnehmerzahl an den Führungen durch die zentralen Betriebs- anlogen der Konsumgenossenschast, Berlin, Lichtenberg, Rittergut- straße 16— 30, auf dos Doppelte der bei den seitherigen Bestchtigun- gen erreichten Ziffern. Weit mehr als 6000 Frauen und Männer wurden in 88 in kurzen Abständen aufeinanderfolgenden Führungen durch die ausgedehnten, in jeder Hinsicht vorbildlich ein- gerichteten konsumgenossenschastlichen Eigenbetriebe geleitet. Für den nächsten Somrtag, 13. Oktober, sind in erster Linie zur Teil- »ahme an den Besichtigungen eingeladen die Verbrauchcr�der südöstlichen und ö st l i ch c n Bezirke: Adlershof, Alt- glienicke, Baumschulenwcg, Bohnsdorf, Köckenick, Eggersdorf, Eich- wolde, Erkner, Fichtenau, Friedrichshagen, Grünau, Hennickendorf. Herzfelde, Johannisthal, Korlshorst, Königswusterhausen, Reuen- klagen, Neuzittau, Niedersckiöneweide, Obcrschöneweidc, Rahnsdorf, Rehseld«, Strausberg, Treptow, Werneuchen und Wildau. Die Teilnahme an den Besichtigungen steht mich NichtMitgliedern frei. Die letzten Führungen sind um 12 Uhr angesetzt. Billiger Sottnabend im Zoo. Am Sonabend, 18. Oktober, kostet von 14 Uhr ab der Eintritt in den Zoologischen Garten, dessen An- logen jetzt in allen Reizen des Herbstes prangen, für Erwachsene 50 Pf. und für Kinder 25 Pf. Dieselbe Ermäßigung gilt für das Aquarium. Weiler für Berlin: Beständiges Wetter, weiterhin sehr mild.— Für Deutschland: Allgemein trocken und vorwiegend heiter. „Volk und Zeit", unsere illustrierte Wochenschrift, liegt der heutigen Postauflage bei. L PRO GRAMM für die Zeit vorn 17. bk 20. Okiober KINO-TAFE PROGRAM M für die Zeit vom 17. bis 20. Okiober Potsdamer Strafe 38 W. 5, 7, 9 Uhr Stg d. 5, 7, 9 U, Unier den Didiern von Paris (Sous les toits de Paris) Rh ein strafe 14 W. 5.15, 7.15, 9.15 Stg. ab 5.15 Oer Anwalt des Herzens mit Lil Dagower Man spielt nickt mit der Liebe mit Llly Darati«. W. Kranf)(7 Akte) Odeon, Potsdamer Str. 7 5 W. 5, 7. 9 Uhr Stg. 3, 5. 7, 9 Uhr Rosenmoataj mit Lien Deyers, Mathias Wieman Turmstratje 12 W. 5, 7, 9 Uhr Stg. 3, 5, 7, 9 Uhr Unier den DSdiem von Paris (Sous les toits de Paris) Alcxanderstr. 39-40 (Passage) Den ganzen Tag geöffne*! Stgab3U Nur Du! mit Charlotte Ander, Janssen, Fritz Schulz Waller Westen Primus-Palasi MVjß Potsdamer Str. 19 Ecke Margaretenstr Uraufführung des Tonfilms: Da« alle Lied mit LU Oagowa, Lien Deyers. Igo Sym E Frledrichstaat> Franziskaner Ccorgcnstraßc(Ecke Friedrichstraße) 3-Stunden-Spitrcnprogramm II, 2. 5, 8, II Uhr Der Präsident mit Iwan Mojoldn, Suzy Vernon u, a. 12, 3, 8. 9 Uhr Buster auf dem Rummclpla'z Lebendes Spielzeug(rarbcntonfilm) 12 45, 3.45, 6 45, 9.45 Uhr Brodway mit Glenn Tryon, Eve- lin Braut u. a. 12, 3. 6, 9 Uhr Ncnesle Kuliar- u. Wocfacnsckau Die Kamera Unter den Linden 14 Täglich 3. 5, 7. 9 Uhr Tbe Pflgrim mit Charlie Chaplin Der General mit Bnster Keston Sedular Monat Sonntag, II Uhr vorm. Matinee: Das Erwachen der Seele (Ein Puchsteinfilm) Masaren Jugendliche haben Zutritt Moabit Artushof-Lichtspiele Perleberger Straße 29 Film- und BChnensdjan Der Kurier des Zaren mit Ivan Mosjukin Bühne: Ernst Hofer, Lacfakabineii Beiprogramm W 6.45, 9.00, U S u Stg. ab 4 45 U. Welt-Kino Alt-Moabit 99 IPO-proz Tonfilm! Rew.c-C(v retten-Ton f im: Nor du mit Cbarloits Ander Beiprogramm Kant-Lichtspiele Kantslr. 54,(an derWilmersdorfcr Str.) W. 5, 7, 9.05 Uhr Stg 3, 5. 7, 9.05 Uhr Tonfilm: Die Linden wirün m. Käthe Dorsdi Micky-Mans-Beiprogramm Schlüter-Theater Schlüterstr. 17 W. 5, 7, 9 Uhr Sonnt, ab 3 Uh r(Jugendvorstellung) Lustiger Tonfilm: Der KorvetfenkapUAn enit Liedike, Kampers« Paadler Tönende Fox-Wod»c jugendliche haben Zutritt 0 Wmersciorf Atrium Beba.Palast �09?,h5eühgrS- Sonnabends u. Sonntags S, 7, 9,15 Uhr Kaiserallee, Ecke Berliner Allee Tonfilm-Uraufführung: Das Lied ist ans mit Liane Haid, Willy Forst, Otto Wallburg, Ernst Vercbcs. O. Sdhlegel > Sehönebera Titania Schönebg. Hauptstraße 49 lOOproz. Tonfilm: Unier den Dächern von Paris Tönende Wochenschau Tönendes Beiprogramm Alhambra nüt'XIK Hauptstr. 30 ICOproz- Tonfilm! Der Andere mit Frifz Kortner, Hcinr. George. Käthe v. Nagy Beiprogramm Friedenau> Kronen-Lichtspiele Rheinstr. 65 W. 7.9. So. ab 5 Uhr Kriminaltonfilm: Va banqne mit Olga Tschediowap Vcrebcs, Gründgens Fox tönende Wochenschau Beiprogramm g stcantx 1 Titania-Palast Steglitz, Schloßstr. 5. Ecke Qutstnuthsstr. Tonfilm-Uraufführung: Das alte Lied mit Lil Dagower, Lien Deyers, Igo Sym. Ida Wüst. Bob Stoll Regie: Erich Waschneck g~ZehiermorF-Mitte""h y i; Wochentags 7, 9 Uhr ZeCll Sonntags 5, 7. 9 Uhr Potsdamer Str. 50 Stg.2.30 Jug.-Vorst Luis-Trenker-Ton film: Der Sobn der weihen Berge Beiprogramm Mj» I J Mnrlendorier Wochentg. I Ja— lal Lichtspiele ab 7 Uhr Chausseestraße 305 Der große Tonfilmerfolg; Unier den Dächern von Paris Bübnenschan- Beiprogramm W TempeltioS A Tivoli Berliner Str. 97 lOOproz. Tonfilm: Die zärillcfaen Verwandten mit A. Sandrock. Ralph A. Robirl* Beiprogranun Südwesten Lichtspiele Südwest Blücherstr. 12. W. 5, So. 3 U. Der tönende Großfilm: Dellkaiessen mit H. Liedike, E.Verebes Tonbeiprogramm Fox tönende Woche Fiim-Paiasf Kammersäle Teltower Str. 1 W. 5, 7. 9, Stg. ab 3 Uhr Tonfilm: Dreyius mit Kortner, George Jugendliche haben Zutritt Ab Montag; Tonlustspiel: Lampenball mit Kampers W Südan» Primus-Palast Am Hermannplatz, Urbanstr. 72/76 WochenL 6.45, 9. Sonnt ab3,5,7,9.15U Der größte und herrlichste Tonfilm: Unier den Dächern von Paris (Sous les toits de Paris) Bühne; Zigennerkönigin Irene Bersceny die berühmte Cimba-Virtuosin Th. am Moritzplatz Beginn; W. ab 5 Uhr, Stg. ab 4 Uhr Die gro�e Sehnsndit m. Camilla Horn u. 36 Prominenten Beiprogramm W Neukölln j Mercedes- Palast Hermannstraße, Ecke Jägerstraße Anfang; Wchtgs. 6.45, 9. Stgs. 3. S, 7. 9 U Tonlustspiel: Bockbieriest mit Ida Wüst, J. Faikenslehs Beiprogramm BOhnentcbau Kukuk WochenL 6,45, 9 L Sonntags 5. 7. 9 U. Kotlbusser Damm 92 lOOproz.Tonfilm! Der Korvettenkapitän mit H. Ltedtkc, Kamper-, Paudlcr Jugendliche haben Zutritt P-a>levrM* Wochent 6.45, 9 U L>AA.Cl94Ur Sonntags 5, 7, 9 U. Kaiser-Friedrich-Straße 191 Tonqpcrcttc: Die Drei von der TankslcIIe mit Lilian Harvey, Willy Frllscfa lugendliche haben Zutritt Stern, Hermanns tratje 49 Wochentags 6 45 u. 9, Sonntags 5,7, 9U. lOOproz. Tonoperette- Die drei von der Tankstelle mit Lilian Harvey, Willy Friisck Jugendliche haben Zutritt Fihneck Skalitzer Straße, am Görlitzer Bahnhof Beginnwochentags: 6.30 und 9 Uhr Sonntags: 3, 5, 7, 9 Uhr. Der große Tonfilmerfolg: Unter den Dädicrn von Paris (Sous les toits de Paris) Bühncnathaa Luisen-Theater Reichenberger Str. 34 Anf. W: 6 30 u. 9 U. Stg. 3, 5, 7, 9 U. Der große Torfilm: Oer grobe Gahbo mit Erich v. Siroheim Bübnenschan Jugendliche haben Zutritt Stella-Palast Köpenicker Straße 11— H Beginn der Vorstellungen; Wochtgs. 6.39, 9 V. Sonnt 3, 5, 7, 9 U. Der große Kriminal-Tonfilm: Der Greifer mit Hans Albers, Charlotte Snsa Regie: Richard Eichberg: Beiprogramm Bühnensthan Viktoria Lichtbild Th. Frankfurter Allee 48 Tonfilm 1 Woch. 5, ca 7, 8.43, Stg. 3, ca. S, 7, 8.45 U. Ein Walzer im Scklaiconp6 mii Lncle Englisch, Fritz Scholz Beiprogramm V Ti-atst sa Tonfilm Variete uramo w. 6 45. stg 3 u Wrangelstraße 11(a.d. Köpenicker Str.) lOOproz. Tonfilm: Die lelzie Kompagnie m. C.Vetdi Das Lied vom allen Markt Sternwarte- Treptow So, 18. 10.«Uhr: Stg„19 10 4.6,8 Uhr: Silberkondor über Feoerland Film von Günther Plüschow Elvrcviirtv" F"ra und Bühne ss�ay-UUlD Prenzlauer Allee 56 W. 5.15, 7, 9.15, S. 3.15, 5. 7.15, 9 15 Uhr Tonfilm; Die groge Sebnsocki mir Camilla Horn und 36 Filmlicblingen Bühne; Willy Rosen Tönende Wochenschau Jugendliche haben Zutritt • 0st*n* Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Beginn der ersten Vorstellungen: Wochentg. 6.30, Sobd.5, Slg3Uhi Der große Kriminal-Tonfilm: Der Greifer mit Hans Albers, Charlotte Snsa (lOOproz. Tonfilm) Auf der Bühne; Dunk» und Partner (Zigeunervirtuosen) Luna-Filmpalast w? s u Gr. Frankfurter Str. 121 Tonfilm: Der keusche Josef mit H. Liedtbc, Elga Brink, O. Oswald« Bühne; Revue: Anf Liebeswellen Schwarzer Adler ab«*) Woch. 5, 7, 8.45, Stg. 3, 5. 7, 8.45 U Tonfilm; Der 5cknH Im Tonfilm aieller Groges Beiprogramm Comenius-Liditspiele Memeler Straße 67 W. 6.30, 9, S ab 5 U Richard-Tauber-Tonfilm: Ich glanb' nie mehr an eine Frau I Concordia-Palast Andreasstr. 64 W. ab SU.Sfg-ab3U. lOOproz Tonfilm; Der Greifer mit Hans Albers» CharL änsa Beiprogramm- Gr. Bühsesatbms AlfiAmhi-A Woch- ab 6 30 Uhr mnamorät Sonnt ab 4 Uhr Koppenstraße 29 Tonfilm! Rosenmontag Tönende Weiche Beiprogramm- Bübnenschan Meü-i.Uhtewbarg Kosmos-Lichtspiele Lichtenberg, Lückstraße 70 W 5, 7, 9 U-, Stgs. 5, 7, 9 U Der große Tonfilmerfolg: Unter den Dächern von Paris Tonbef prngrsmm U Frledrlchsf Mg j| Kino Busch Alt-Friedrichsfelde 3 Beiprogramm 1 Mädel und 3 Clowns mit Evelyn Holl Kolonne X mit R. Schfinzel Schloßpark FOm. Bühne Berliner Allee 206—210 Stg. Vz3 Jgd.-V. Tonfilmoperetten revue: Nur Dal mit Charlotte Ander Beiprogramm— Döhneiiwhaii m worden O A II. cmKva Mülierstraßc 136, AlnamDra Ecke Seestraße 100% Kriminal tonfitm: Der Greifer mit H. Albers, Cbarl. Snsa Beiprogramm Mldty Maus bei der Feuerwehr Pharus-Lichtspiclc Müllerstraße 142 W. 5, 7, 9 U. Stg. ab 3 U. Tonoperette: Wie werde Ich reich und glücklich— Flock und Fllcky Beiprogramm Marga-Lichtspiclc Schulstraßc 29 lOOproz. Ton- und Qesangsfilm: Sag es mii Liedern mit AI Jolson, Sonny Boy Ehe anf Probe Pratcr-Lidiispicl-Palast Kastanienallee 7-8 W. ab 5, Stgs. 3l/7 U. Frau von Formal mit M. Cbristans Eine Nacht In London m. L Harvey Bühne: Lachrevue:„Kunterbunt" Noack's Lichtspiele Brunnenstraße 16 Beginn 5 Uhr lOOproz Tonfilm: Die vom Rummelplatz m.AnnyOndrarArno Beiprogramm— Bübne�scka» Metro-Palast Chausseestraße 30 Casino-Lichtspiele Brunnenstraßel54 W.6.30,Sbd. 5 Stg 4.39 lOOproz Tonfilm: Die Lindeuwirtln mit Kalbe Dorsch, Beiprogramm— Bühnenschau Mila-Lidif spicl-Pa? ast Schönhauser Allee 130 W. S1/«, S. 31'2 Erstaufführß.: Sein letztes Edslwelt? m. H. Ltedtkc, L. Dagover, Vercbcs Der Veildienfresser Bühnenschau Filmpalast Puhlmann Schönhauser Allee 148 W. 5, S. U. Tonfilm: Der Korvettenkapitän m. Lledtep Kampers« Paudler Bühne: 50 Min. Lach-Kabarett Colosseum Wtgs.S,7u.9Uhr Stgs. ab 3 Uhr Schönhauser Allee 123 lOOproz. Tonfilm Unter den Dächern von Paris Bühne: Prof. Mendel« on mit 0 Cellisten 9.— Palast-Theater Breite Straße 21 a W. 6.30, 9. Stg. 4. 6.30, 9 Tonoperette: Die Drei von der Tankstelle mit L. Harvey Bübnenfckan Jugendliche haben Zutritt Tivoli, Pankow Berliner Straße 27 W. 6J0, 9 U., Stg. ab 4 U lOOproz. Tonfilm: Bockbierfesl m. M. Kupfer, ICLIlien Grohe Bübnensckan A Maeeierr-honBau«an�| Film-Palast Blankenburger Str. 4 So. 2»/- Jgd.-V. Wochtg 6.30, 9 U., So. 4 30, 6.45, 9 U Tonfilm: Affäre Dreyfu» MIcky Maus— Beiprogramm Jugendliche haben Zutritt. V i Filmpalast Tegel Stgs. 2 U Jgd.-VorsL W. 6. Stg.»' s U. Der große Kriminal-Tonfilm: Der Greifer mit Hans Albers Lustiges Beiprogramm T obis- Apparat „Kosmos" Filmbühne Hauptstraße 6 Beg. 6 Uhr, 8,30 Uhr Tonlastspiei; Die zärtlichen Verwandten mit H. A. Roberts Beiprogramm Union-Theater Hauptstr. 3 W 6.8V:. Stg. 2 Jgd.-V. Stg. 4V«, 61/:. 83« U. Ich bab' mein Herz im Aulobus verloren- Aus dem Tagebuch der kanadischen Grenzpolizei Hennigaciorr1 Ä\b I'v Filmpalast Berliner Straße 59 lOOproz. Kriminaltonfilin: Der Greifer mit H, Albert Beiprogramm Beg. W. 6. 8.30 Stg. 4 1., 61;:, S-U U. Stg. 2 U.|U£. Vorst. Harry- Liedike-Tonfilm: "er Korvetlenkapiiän boattges BetprogrsmiB