Morgenausgabe Tfr. 489 A 246 47. Jahrgang Wöchentlich 8SPf� monaMch 3,60 M, im voraus zahlbar. Postbezug 4I8 M. einschließlich öO Pfg.Postzeiwng»' und 72 Pfg. Postbestellgebühren. Lluslands» obonnement 6.— M. pro Monat. * Ter..Vorwärts� erscheint wachentag» lich zweimal. Sonntags und Dtontags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„Der Abend". Illustrierte Beilagen„Volk und �Zeit" und„Kinderfmmd". Ferner „Frauenstimme" Technik".„Blick in die Bücherwelt".„Iugend-DorwartA� und»Stadtbeilage* Berliner VoWsbla« Sonnabend 18. Oktober 1930 Groß-Äerlin 10 Pf. Auswärts 15 pf. ?le 80 brückte Wort 2S Pfennig lzulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuch« das erste Wort IS Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmorkt Zeile 60 Pfennig. Familienanzeigeu Zeil« 40 Pfennig. Anzeigenannahme imchaupt» gefchäst Lindenstraße 3. wochentäglich von SV, bis 17 Uhr. Zentsalorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstratze 3 Fernsprecher: Dörchoss 232—237 Telegramm-Abr.: Sozialdemokrat Berlin. Vorwäris-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: Berlin 37 536.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und BeallUen,Wallstr�K5.Dt.B.u.Disc.agen, Neuzsttou, Niederschöneweide, Oberschöneweide, Rahnsdort, Rehfelde, Strausberg, Treptow, Werneuchen und Wildau. Die Teilnahme an den Besichtigunge'n steht auch NichtMitgliedern frei. Die letzten Führungen sind mn 12 Uhr angesetzt. Billiger Sonnabend im Zoo. Am Sonabend, 18. Oktober, kostet von 14 Uhr ab der Eintritt in den Zoologischen Garten, dessen Anlogen jetzt in allen Reizen des Herbstes prangen, für Erwachsene SO Pf. und für Kinder 23 Pf. Dieselbe Ermäßigung gilt für das Aquarium. Weiler für Berlin: Beständiges Wetter, weiterhin sehr mild.— Für Deutschland: Allgemein trocken und vorwiegend hester. ./Holt und Zeil", unsere illustrierte Wochenschrift, liegt der heutigen Postauflage bei. 1 Hiy m HÜl MU DB W» m| PROGRAMM für vom■ M|H»W| 17. bis 20. Oktober| H MW N MWU WW| 17. bis 20. Okiober ©ioia Potsdamer Strafe 38 W. S.chfB|r Stg 3, S, 7,9U, Unter«Jen DIefaern von Paris (Sous I es toits de Paris) ihein strafe 14 k�cU y. 5.15, 7.1.'5, 9.15 Stg. ab 5.15 Der Anwalt de« Herzen« mit LH Dagower Man spielt nicht mit der Liebe mit Lily Pamita. W. Kranfj(7 Akte) Odeon* Potsdamer Str. 75 W. 5, 7, 9 Uhr Stg. 3, 5. 7, 9 Uhr Rosenmontag mit Lien Dcyers, Mathias Wleman Turmstrafjc 12 U'. S, 7, 9 Uhr Stg. 3. 5, 7, 9 Uhr Unter den Didiern von Paris (Sous ies toits de Paris) Alcxandersh*. 39-40 (Passage) Den ganzen Tag geöffnet! Stg ab3U. Nor Do! mit Charlotte Ander« Walter Janssen, Fritz Scholz 1 Westen| Primus-Palast �Äb-us Potsdamer Str. 19 Ecke Margaretenstr Lraufführung des Tonfilms: Das alle Lied mit Lil Dogowa« Lien Deyers. Igo Sym D Friedrichstacit> Franziskaner Ocorgenstraße(Ecke Friedrichstraße) 3-Stunden-Spitzenprogramm 11, 2. 5. 8. II Uhr Der Präsident mit Iwan Mofoldn, Sozy Vernon u. a. 12, 3, 9 Uhr Busler auf dem Rummelpla'z Lebendes Spielzeug(rarbentonfilm) 12 45, 3.45, 6 45, 9.45 Uhr Brodway mit Glenn Tryon, Evc- Hb Braut u. a. 12, 3. 6. 9 Uhr Neueste Kultur-- o. Wochenschau Die Kamera 3. um Unter den Linden 14 The Pllgrim mit Chnrlie Chaplin Der General mit Düster Keaton Sedular Monat Sonntag, II Uhr vorm. Matinee: Das Erwachen der Seele (Ein Puchsteinfilm) Masnren Jugendliche haben Zutritt j Moabit j Artushof-Lichtspiele Perleberger Straße 29 Film- nnd Btlhnensdkaa Der Karler des Zaren mit Ivan Moi)uk>n Bühne: Ernst Hofer, Lachkabinett Delprogramm WVIv ICinn w 6.15, 9.00. U. w eit-mno s u stg. ab* 45 u. \lt- Moabit 99 lOOproz Tonfilm! Revae-Operellen-Tondm: Nor du mit Chwtoite Ander Viprogromm Kant-Lichtspiele Kantstr. 54,(an derWilmersdorfer Str.) W. 5, 7. 9.05 Uhr Stg 3, 5. 7. 9.05 Uhr Tonfilm: Die Lindenwirtin m. Käthe Dorsch Micky-Maas-Beiprogramm Schlüter-Theater Schlüterstr. 17 W. 5, 7, 9 Uhr Sonnt ab 3 Uh r(Jugendvorstcllung) Lustiger Tonfilm: Der Korvettenkapitän mit Lledlke, Kampers, Pandler Tönende Fox-Woche Jugendliche haben Zutritt Atrium Beba-Pnlast Sonnabends u. Sonntags 5, 7, 9,15 Uhr Kaiserallee, Ecke Berliner Allee Tonfilm-Uraufführung: Das Lied ist ans mit Liane Haid. Willy Forst, Otto Wallbnrg, Ernst Verebes, O. Schlegel g Schdnetscrg"h TitaniaSchönebg. sigVw Hauptstraße 49 lOOproz. Tonfilm: Unier den Dächern von Poris Tönende Wochenschau Tönendes Beiprogramm Alhambra Hauptstr. 30 ICOproz Tonfilm! Der Andere mit Frilz K ortner, Heinr. George, Käthe v. Nagy Beiprogramm Kronen-Lichtspiele Rheinstr. 65 W. 7,9, So. ab 5 Uhr Kriminaltonfilm Va banqae mit Olga Tschechowa, Verebes, Gründgens Fox tönende Wochenschau Beiprogramm B stean«»> Titania-Palasf�Ä�. Steglitz. Schloßstr. 5. Ecke Gutsmuthsstr. Tonfilm-Uraufführung: Das alte Lied mit Lil Dagower, Lien Deyers, Igo Sym, Ida Wüst, Bob Stoli Regie: Erich Waschneck A Zehlewdorf'Mitf D Wochentags 7, 9 Uhr Sonntags 5, 7, 9 Uhr Zcli Potsdamer Str. 50 Stg.2.30 Jug.-Vorst Luis-Trenker-Tonfilm: Der Sohn der welken Berge Beiprogramm f{ Mariendorter Wochentg. I la- L>1 Lichtspiele ab 7 Uhr Chausseestraße 305 Der große Tonfilmerfolg; Unter den Dächern von Paris Böhncnschan- Beiprogramm 1 Tivoli Berliner Str. 97 lOOproz. Tonfilm: Die zärtlichen Verwandten mit A. Sandrock, Ralph A. Roberts Beiprogramm Südwesten Lichtspiele Südwest Blöehcrstr. 12 W. 5. So. 3 U. Der tönende Großfilm: Dollkatessen mit H. Liedike, E. Verebes T onbeipr ogramm Fox tönende Woche Beiprogramm € Neukölln Mercedes- Palast Hermannstraße, Ecke Jägerstraße Anfang: Wchtgs. 6.45, 9. Stgs. 3, 5, 7. 9 U Tonlustspiel: Bockblerfest mit Ida Wüst, J. Falkenstefn Beiprogramm BQhnenschan IC.ilei.lii WochenL 6,45, 9 U. JVUkUK Sonntags 5. 7. 9 U. Kottbusser Damm 92 lOOproz.Toniilm I Der Korveltenkapiiän mit H. Lledlke, Kempers, Pandler Jugendliche haben Zutritt P-vr.a.lcsrv,. Wochent 6.45, 9 U. IJXCClSlOr Sonntags 5, 7, 9 U. Kaiser-Friedrich-Straßc 191 Tonoperette: Die Drei von der Tankstelle mit Lllian Harvey, Willy Frilsch jugendliche haben Zutritt Stern, Hermannstrafje 49 Wochentags 6 45 u. 9, Sonntags 5,7, 9U. lOOproz. Tonoperette Die drei von der Tankstelle mit Lllian Harvey, Willy F ritsch Jugendliche haben Zutritt Filmeck Skalitzer Straße, am Görlitzer Bahnhof Beginn Wochentags; 6.30 und 9 Uhr Sonntags: 3, 5, 7, 9 Uhr. Der große Tonfilmerfolg: Unier den Däihern von Paris (Sous Ies toits de Paris) Bfihnenadtaa Fiim-Paiasf Kammersäle Teltower Str. 1 w.5,7. 9, Stg. ab 3 Uhr Tonfilm: Dreytns mit Koriner, George Jugendliche haben Zutritt Ab Montag: Tonlustspiel: Lampenball mit Kampers > Primus-Palast Am Hermannplatz, Urbanstr. 72/76 Wochent. 6.45, 9. Sonnt ab 3, 5, 7, 9.1 5 U Der größte und herrlichste Tonfilm: Unter den Dächern von Parts (Sous Ies toits de Paris) Bühne; Zigennerkönigin Irene Berseeny die berühmte Cimba-Virtuosin Th. am Moritzplatz Beginn: W. ab 5 Uhr. Stg. ab 4 Uhr Die grobe Sehnsncht m. Camilla Horn u. 36 Prominenten Luisen-Theater Reichenberger Str. 34 Anf. W: 6 30 u. 9 U.■ Stg. 3. 5, 7. 9 U. Der große Tonfilm: Der grobe Gabbo mit Erich v. Slrohelm BOhnenschan Jugendliche haben Zutritt Stella-Palast Köpenicker Straße 11—14 Beginn der Vorstellungen: Wochtgs. 6.30, 9 U. Sonnt. 3, 5, 7, 9 U. Der große Kriminal-Tonfilm: Der Greifer mit Hans Albers, Charlotte Sosa Regie: Richard Eichberg; Beiprogramm BOhnenschan Urania Ton film-Vnrieli W. 6 45. Stg 3 U Wrangelstraße II(a.d. Köpenicker Str.) lOOproz. Tonfilm: Die letzte Kompagnie m. C«Veldt Das Lied vom alten Markt Sternwarte— Treptow So, 18. 10. 8 Uhr: Stg,, 19 10 4. 6. 8 Uhr: Sllbcrkondor über Fenerland Film von Günther Plöschow Plvreiniwi" Film nnd Böhne „E-lySiUm Prenzlauer Allee 56 W. 5.15, 7. 9.15, S. 3.15, 5, 7.15, 9 15 Uhr Tonfilm: Die grob« Sehnsncht mit Camilla Horn und 36 Fiimiiehlingen Bühne; Willy Rosen Tönende Wochen schnn Jugendliche haben Zutritt ■«'»-N m Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Beginn der ersten Vorstellungen: Wochentg. 6.3ö, Sodd.5, Stg 3 Uhr Der große Kriminal-Tonfilm: Der Greller mit Hans Albers, Charlotte Sosa (lOOproz. Tonfilm) Auf der Bühne: Dtinio and Pariner (Zigeunervirtuosen) Luna-Filmpalast w.giü; Gr. Frankfurter Str. 121 Tonfilm: Der keusche Josei mit H. Liedtkc, Liga Brink, O. Oswalda Bühne; Revue: Auf Liebeswellen Schwarzer Adler Xi"?« Woch. 5. 7, 8.45. Stg. 3, 5. 7, 8.45 U Tonfilm: Der Schah im Tonfilmatelier Groftes Beiprogramm Comenius-Lichtspiele Memeler Straße 67 W. 6.30. 9, S ab 5 U Richard-Tauber-Tonfilm; Ich glanb' nie mehr nn eine Frau I Concordia-Palast Andreasstr. 64 W. ab 5U.,Stg.ab3U- lOOproz. Tonfilm: Der Greifer mit Hans Alhers, Chart, Sosa Beiprogramm- Gr. Viktoria Lichtbild Th Frankfurter Allee 48 Tonfilm! Woch. 5, ca 7, 8.45, Stg. 3, ca. 5. 7, 8.45 U. Ein Walzer Im Schlefconpö mit Lccle Englisch. Fritz Scholz Beiprogramm aili3«mhi*A Woch. ab 630 Uhr /\mamora sonnt, ab 4 um. Koppenstraße 29 Tonfilm! Roseamonfag Tönende Woche Beiprogramm— Böbnenschaa Kosmos-Lichtspiele Lichtenberg. Lückstraße 70 W 5, 7, 9 U, Stgs. 5. 7, 9 U Der große Tonfilmerfolg: Unter den Dächern von Paris Tonheiprogramm Kino Busch Alt-Friedrichsfeldc 3 Beiprogramm 1 Mädel and 3 Clowns mit Evelyn Holt Kolonne X mit R. Schänzel U WlORnsee B Schloßpark Film- Bühne Berliner Allee 206—210 Stg. VjS Jgd.-V. Tonfilmoperettenrevue: Nor Dal mit Charlotte Ander Beiprogramm— BQhnenschan ■ Horclnn W Alhambra �ÄÄ«36, 100®/« Kriminaltonfifm: Der Greller mit H. Alhers, Charl. Sosa Beiprogramm Micky Maos bei der Feaerwehr Pharus-Lichtspielc Müllcrstraße 1 42 W. 5. 7. 9 U. Stg. ab 3 U. Tonoperettc: Wie werde ich reich nnd glücklich— Flock and Flicky Beiprogramm Marga-Lichtspiclc Schulstraße 29 lOOproz. Ton- und Gesangsfilm: Sag es mll Liedern mit AI Jolson, Sonny Boy Ehe auf Probe Prater-Lichispiel-Palast Kastanienallee 7-8 W. ab S, Stgs. 3>/, U- Fran von Format mit M. Chrislans Eine Nacht In London m. L Harvey Bühne; Lachrevoet„Kunlcrbanl" Noadc's Lichtspiele Brunnenstraße 16 Beginn 5 Uhr lOOproz Tonfilm; Die vom Rnmmelplatzm.AnnyOndra�Arno Beiprogramm— BQhnenschan Metro-Palast Chausseestraße 33 lOOproz Kriminaltonfilm: Der Greifer mit H. Albers Beiprogramm Wocht. 5, 7. 9 Sonnt ab 3 U Casino-Lichispielc Brunnenstraße 154 W. 6.30, Sbd. 5 Stg 4.30 lOOproz Tonfilm: Die Llndeuwlitln mit Käthe Dorsch Beiprogramm— Bühnenscfaao Müe-Lichtspicl-Pafast Schönhauser Allee 130 W.S1*, S. 3» 2 Erstaufführö.: Sein letztes Edelweiß m. H. Liedtkc, L. Dagover, Verebes Der Vcilcfaentresser Bühnenschau Filmpalast Puhlmann Schönhauser Allee 148 W. 5, S. 31/* U. Tonfilm: Der Korvettenkapitän rn. Liedte, Kampers, Paadler Bühne: 50 Min. Lach-Kabarctt Colosseum ��Vum Schönhauser Allee 123 lOOproz Tonfilm Unter den Dächern von Paris Bühne: ProL Mendclson mit 9 Cellisten m Pawicow a Palast-Theater Breite Straße 21 a W. 630, 9. Stg. 4.(L30, 9 Tonoperette: Die Drei von der Tankstelle mit L. Harvey BQhnenschan Jugendliche haben Zutritt Tivoli, Pankow Berliner Straße 27 W.6J0,9U�Stg.ab4U lOOproz. Tonfilm: Bockbiertest m.M. Kupfer, K.LIUen Grobe BQhnenschan � NlactorcchaiihnuTana Film-Palast ISlöSlosen Blankenburger Str. 4 So. 21/» Jgd.-V, Wöchig 6.30, 9 U., So. 4 30, 6.45, 9 U Toniilm: Affäre Dreytns Micky Maas— Beiprogramm Jugendliche haben Zutritt « T'9*'* Filmpalast Tegel st�S�'" Stgs. 2 U Jgd.- Vorst W. 6, Stg. 4Vc U. Der große Kriminal-Tonfilm: Der Greifer mit Hans Albers Lästiges Beiprogramm Tobis- Apparat „Kosmos" FUmbühne Hauptstraße 6 Beg. 6 Uhr, 8,30 Uhr Tontastspiel: Die zärillchen Verwandten mit K. A. Roberts Beiprogramm Union-Theater Hauptstr. 3 W 6,81;». Stg. 2 Jgd.-V. Stg. 4 Vi. ÖV». S3). U. Ich heb' mein Herz im Aatobns verloren— Aas dem Tagebuch der kanadischen Grenzpolizei 4j______ Hcnmasttorf � � Fiimpalast stg. v'fävufi Berliner Straße 59 Stg. 2U. Jug.-Vorsu Harry- Liedtkc-Tonfilm: oer Korvettenkapitän Lästiges Betprogramm Groener und die Nazis. Sie wollen seinen Kopf. In der gestrigen Sitzung des Reichstags beschuldigte der Nationalsozialist Straßer den Reichswehrmmister Groener des Verrats. Der amtierende Vizepräsident S t ö h r schritt gegen seinen Parteifreund nicht em. Der Reichskanzler verließ den Saal. Erst noch einem Eingreifen Lobes erklärte S t ö h r. daß er Straßer zur Ordnung rufen müsse. Die nationalsozialistische Reichstagsfraktion hat im übrigen eine Interpellation gegen Groener eingebracht. Die Inter- pellation fordert die Entfernungdes Reichswehr- Ministers Groener, desien Wehrfeindlichkeit Anlaß zu der Gefinnungstrise in der Reichswehr gegeben habe. Ferner wird gefordert, daß die Offiziere Ludin, Scheringer und W e n d t sofort aus der Strafhaft zu entlassen und in allen Ehren in die Reichswehr aufzunehmen sind. , Juden minister Groener.� siamburg. 17. Oktober.(Eigenbericht.) ,>01 ii Hamburger Schöffengericht wurde ein National- f o.; i a l i ft, der den Reichswehrminister Groener in einem Lokal in der wüstesten Wesse beschimpft hatte, zu einem Monat Ge- s ä n g n i s verurteilt. Der Verleumder hatte sich in dc»n Lokal an zwei Rcichswehrsoldaten herangemacht und diese unier den widerwärtigsten Pöbeleicn auf den„I u d e n m i n i st e r Groener" nationalsozialistisch zu beeinflussen versucht. Die Reichswehrfoldaten machten dem Burschen jedoch einen Strich durch die Rech im ng, indem sie ihn durch«inen Pottzeibeamten festnehmen ließen. Wie stets in solchen Fällen kniff auch hier der Nazimann jämmerlich, indem er sich darauf hinausredete, daß er betrunken und daher unzu- rechmnrgsfähig gewesen fei. Aazi-�Trommler" verboien. Von jetzt bis Ende März. Magdeburg, 17. Oktober. C Ire Nummer der nationalsozialistsschen Wochenschrift „Der Trommler" für den Gau Magdeburg-Anhalt war bekanntlich vor einigen Tagen vom Magdeburger Polizeipräsidenten b e- schlag nahmt worden, weil in einem Artikel mit der Heber- schrist„sgork»der Remarque" eine Verherrlichung der Tat der in Leipzig verurteilten nationalsozialistischen Offiziere erblickt wurde. Nun Hot auf Grund des§ 5 Absatz 4 und des§ 13 des Gesetzes zum Schutz« der Republik vom 25. März 1930 der Oberpräsident der Provinz Sachsen den„Trommler" für die Zeit vom](). Oktober 1930 bis 31. Mörz 1931 verboten. Als Begründung für die lange Dauer des Verbots wird angegeben, daß nach der Beschlagnahme des„Trommlers" im Trommler-Verlag «in Flugbiatt erschienen sei, in dem die Beschlagnahme zur Werbung benutzt, das pflichtgemäße Einschreiten der Polizeibemnten gegen die Zeitschrsst verhöhnt und die Weiterführung des Kampfes für dos dritte Reich mit scharfen Waffen angekündigt wird. Bomben- Kaphengst wird ausgeliefert' Entscheidung des schweizenfchen Vundesgenchis. taufarme, 17. Oktober. Die staatsrechtlich« Abteilung des schweizerrschen Bundesgerichts bqt heut« dem Gesuch des preußisch«» Justizministeriums um Aus- l i e f e r u n z des in Lugano in Haft befindlichen deutschen Staats- angelpirigon Alfred Kaphengst zugestimmt und dessen Ein- sprach gegen die Auslieferung als unbegründet abgewiesen. An die Auslieferung ist vom Bundssgericht jedoch die Bedingung geknüpft worden, daß der Verfolgte nicht wegen Verletzung des§ K des Sprengstoffgesetzes bestrast werden darf, da der dort umschriebene Tatbostond(Borbereiwngshandlung) nach schweizersschein Recht nicht strafbar sst. Der Razi-Antrag. Im Reichstag brachten die Nationalsozialisten einen Antrag auf„Enteignung der Bank- und Dörsenfürfien" ein. Treudeuisch! Jungdeutsche Ordensritter zahlen keine Schulden. Der Demokratische Aeitungsdienst verzeichnet voll Bitterkeit ein Rundschreiben Arthur Mahrouns an die Großwürden- träger des Jungdeutschen Ordens, in dem es heißt: „Die Wahlschulden werden in den meisten Fällen eine Angelegenheit der Staatspartei jsin. Da wir nicht mehr zu ihr gehören, kann man nicht von uns verlangen, daß wir an der Bezahlung dieser Schulden teilnehmen. Mit treudeutschem Gruß.! Arthur Mahraun." Die Herrschaften laben sechs Mandate auf Kosten der Demokraten, völlig kostenlos in jeder Hinsicht, und aiss den Kosten lassen sie die Demokraten sitzen, und die haben zum Schaden noch den Spott! Trcudeuffch allewege! Eialsmehrheii in Bayern. Bayerische Volkspartei und Sozialdemokratie. München, 17. Oktober.(Eigenbericht.) Die interfraktionell« Besprechung der Parteien des Bayerischen Landtags über den Plan der Regierung zur Sanierung des bayerischen Staatshaushalts ergab die Aussicht fijr eine M e h r h« i t s b i l d u n g. Das ist im wesentlichen darauf zurückzuführen, daß die sozialdemokratisch« F r a k- tion erklärte, st« sei angesichts der veränderten Umstände bereit, an dem Ausgleich des Etats mitzuarbeiten, auch unter Einbeziehung der Schlachtstener, wenn diese in verschiedener Richtung geändert werde. Dies« Aenderungen beziehen sich im wesentlichen auf einen im Steuergesetz verankerten Derbroucherschutz. Die sozialdemokratischen Vertreter begründeten ihre Haltung mit dem Hinweis, daß eine verantwortungsbewußt« Partei oll« Wege gehen müsse, die das groß« Uebel, nämlich den Zusammenbruch der Finanzen und der Wirtschaft gegenüber dem kleineren Uebel einer neuen Steuerbelastung verhüten. Auf den gleichen Standpunkt stellt« sich die Bayerisch« Volkspartei und die klein« Gruppe der Deutschen Voltspartei, während die übrigen Parteien nur ollgemein gehaltene Erklärungen abgaben. Dom Finanzminssteriiim sst das„Gesetz zur Sanierung des Staatshaus- Haltes" bereits so weit vorbereitet, daß es bereits in der kommen- den Woche beraten und verabschiedet werden kann. Zn diesem Zweck ist der Hausholtsausschuß für kommenden Mittwoch einberusen. Der Gesetzentwurf soll all« Maßnahmen, die znm Ausgleich des Haushaltes notwendig find, enthalten, darunter auch Abstriche im Etat w Höhe von 4 Millltmen. Oer Bankier:«-Zurück- das geht zu weit!� Die Nazis:«-Ach, nehmen Sie doch den Wisch nicht tragisch. Wir kommen doch nur, um einen tteinen Parteibeitrag zu kassieren!'' Demagogen und Dilettanten. Die Lteberwindung der Wirischastsnoi durch den Rationalsozialismus. Nun haben die Nationalsozialisten endlich dos Geheimnis cnt- hüllt, wie sie sich die lleberwindung der Wirtschaftskrise vorstelle». In den zwei Ankrägen der nationalsozialistischen Reichstags- fraktion, die zur Durchführung ihres Wirtschaftsprogramms dienen sollen, sind folgende Forderungen aufgestellt: 1. Entschädigungslos« Enteignung des gesamten Vermögens der Bank- und Bärstnfürsten, 2. entschädigungslos« Enteignung sämtlichen Vermögens- Zuwachses aus Kriegs-, Revolution s-, Inflation», und Deflations- gewinnen, 3. Verstaatlichung der Reichsbank und aller Graßbanken, 4. Einführung eines Höchstzinssatzes von 3 Proz.«infchließ- Sch Tilaungsrotxn,•... 5, Mesdepilicht für h>< mr- AuÄcmd verbrachten Vermögenswerte und Rücksichrüng nach Deutschland auf behördliches Der- langen,., 6. Verbot der Börsentenningefchäfte und des Börienhandels in Effekten sowie Umwandlung sämtlicher Inbaberpgpiere in Namenspapiere. lieber die ersten drei Forderungen braucht« man kaum zu sprechen, so deutlich tragen sie den Stempel demagogsscher Verlogen- heit an sich. Sie sind für die proletarischen und halbproletarischen Mitläufer bestimmt, denen man mit hyperradikalen Anträgen impo- nieren will, von denen man aber genau weiß, daß sie niemals ver- wirklicht werden. Nehmen wir diese Forderungen ober«inen Augenblick so ernst, wie unernst sie gemeint sind, so beweist schon der mit Absicht verschwommen und unklar gelassene Ausdruck„Bank- und B ö r s« n f ü r st e n" die bodenlose Demagogie der Antragsteller. Würde man nämlich die Nationalsozialisten zwingen, Ernst zu machen und einen formellen Gesetzesantrag einzubringen, in dem sie den Begriff der Bank, und Börsensürsten gesetzlich feststellen, dann würde sich sofort herausstellen/ daß nicht nur die Vertreter des„raffenden" Kapitals darunter fallen müßten, sondern auch die des„schassenden" Kapitals, das die Nationolsoziokisten ja bekanntlich erhalten und fördern wollen. Damit darf also beileibe nickst Ernst gemacht werden! Aber weiter: Wie wollen Frick und Genossen heute noch eine Konfiskation der Kriegs-, Revolutions-, Inflations. und Deflations- gewinne durchführen, heute, 17 Jahre nach Kriegsbcginn, 12 Jahre noch der Revolution, 7 Jahre nach der Inflation und noch dem Abschluß der Deflation? Wie sollen heute noch nach diesen ge- waltigen Verschiebungen des Geldwerts und der Vermöge nsoerhält- nisse diese Gewinne festgestellt Vierden, und wie soll festgestellt werden, ob irgendwelche Gewinne Kriegs-, Revolutions-, In- flations- und Dcflationsgewinne find oder— nach nattonalsozia- listsscher Auffassung— ehrlich verdienter Ertrag des„schaffenden Kapitals"? Auch hier also nichts anderes als pyr« Hciicheliü und Demagogie, ebenso wie bei der Forderung auf Verstaatlichung der Großbanken. Denn wie könnk« es einer Partei mit dieser Forderung Ernst sein, die sich mik einem der führenden Männer des Großbank- kapilals. dem Herrn von Slauß. zu Ihrer ersten parla- mentarsschcn Aktion verbündete, den, NSgUch gescheiterten ver. stich, das Reichslagspräfidium einem Vertreter des Großkapitals in die Hände z« spielen! Wende» wir uns nun der zweiten Gruppe von Forderungen zu. die vielleicht eine Spur ernster gemeint, aber nicht weniger dilettantisch zusammengebraut ist. Da steht au der Spitz« die Forde- rung auf Begrenzung der Zinssätze auf 5 Proz. Daß es ein« sehr schöne Sache wäre, wenn heut« niemand einen höheren Zins zu bezahlen brauchte als 5 Proz.(einschließlich 1 Proz. Tilgungs, rotel), wird von niemandem bestritten, am allerwenigsten von uns, die wir den energischsten Kampf für die Senkung der Produktions. kosten ohne gleichzeitige Belastung der Arbeitnehmer führen. Aber wer nur ein« blasse Ahnung von de» Wirtschastsgeseßen hak. die im Kapitalismus herrscheu, weiß ganz genau, daß jeder Versuch einer mechanischen Begrenzung der Zinssätze scheitern müßte: denn das Verhältnis von?lnqebot und Nachfrage nocki Leihkopilol- nach dem sich die Zinssähe richten, kann man durch pollzeimohnohmen sicher nicht beeinslusse«. Hohe Zinssätze zeigen an, daß nicht genügend Kapital zur Ber- , sügung steht, mn die Bedürfnisse der Prwatustrffchast«nd der Sgent- liehen Wirtschaft zu befriedigen. Kann man dadurch mehr Kapital Herbesschaffen, daß man«inen Höchstsatz für Zinsen festsetzt? Man würde damit nur erreichen, daß ander«, in der Wirkung aber gleich- artige Ausweg« gesucht werden, um das Kapital den höchstbietenden Borgern zuzuleiten. Und ebensowenig wie man mit mechanischen Mitteln den Kapitalmarkt regulieren kann, kann man mit Polizeivorjchristen den Kapitalverkehr regulieren und die Kapitalflucht verhindern. Auch hier herrscht Einigkeit darüber, daß dos Ziel als solches er« strebenswert ist, nämlich die Abbremfung der Kapitalflucht. Di« sozialdemokratisch« Fraktion hat Weg« gewiesen, um denjenigen scharf nachzuspüren, die sich durch Kopitalflucht der De- steueryng in Deutschland zu entziehen fuchen. Aber e» ist«ine Illusion, zu meinen, daß man durch Polizeivorfchristen dos geflohene Kapital zwingen kann, nach Devlfchlond z u rückzukehren. Wo ohnmächtig Polizeivorschriften in solchen Fäll«» sind, hat da» klag- lich« Schicksal der Devisen-. und.Kopitalfluchtgesetzgebung während der Inflation bewiesen. will mau die Kapitalslucht wirksam bekämpfen, so muß mau ihre Ursachen aus der Welt schassen, und eine ihrer wichtigst«» Ursachen ist gerade das Auwachsen der nationalsozialistischen Be- weguug mit ihren wilden, verworrenen viktatnrplänen. die die schwerste polltische und wirtschaftliche Beunruhigung geschaffen haben. Die letzte nationalsozialistische Forderung schließlich, die sich gegen die Börse richtet, sieht wieder furchtbar radikal aus, würde aber in Wirklichkeit viel mehr Schaden als Nutzen bringen. Denn jeder, der die kapitalistische Wirtschaft kennt, weiß, daß dos eigentliche Ziel dieser Forderung, die Beseitigung der Spekulation, innerhalb der kapitalistischen Wirtschaft mit ihren stets schwankenden Preisen unmöglich erreicht werden tonn. Verbietet man Börsen- termingeschäste, dann wirft sich die Spekulation eben auf andere Geschäfte. Aber daß überhaupt Preisschwankungen spekulativ ausgenutzt werden, ist in der kapilallstischen Wirtschaft unvermeidlich. Andererseits muß man sich darüber klar sein, daß die Börse Funktionen ausübt, die im Rahmen der kapitalistischen Wirtschaft unentbehrlich sind. Wer wird, um nur ein Beispiel zu nennen, «in Anlerhepapi«r oder eine Anleihe kaufen, wenn er nicht sicher ist. daß er sie, wenn er flüssiges Geld braucht, auch wieder verkaufen kann. Und die kapitalistische Wirtschaft braucht eben zur stetigen Ausdehnung und zur Vervollkommnung der Produktion, und das heißt zur Beschäftigung einer wachsenden Bevölkerungszahl Käufer! für ihre Aktien und Anleihepapiere. Verbietet man aber den Börsenhandel in Effekten und macht man alle Jnhaberpopier« zu Ramenspapieren, dann könnten die Anleihen und Aktien nur un- geheuer schwer Käufer finden. Das wichtigste Instrument der kapi» talistischen Wirtschaft zur Erweiterung und Verbesserung der Pro» duktion würde, wenn nicht zerschlagen, so doch schwer geschädigt werden. Das also ist alles, was die Nationalsozialisten den unter den Unzulänglichkeiten des Kapitalismus leidenden Ntassen versprechen: Steine statt Brot, demagogische und dilettantische Eingriffe in das Getriebe der lapitalsstsschen Wirtschaft, die den Wirtschaftsverkehr erschweren und damit die Krise nur noch verschärfen, ober am Wesen der kapüalistischen Wirtschaft nichts ändern würden. Denn trotz aller demagogischen, scheinradikalen Anträge gegen die„Bank- und Aärsenfürsten" bleiben die Nationalsozialisten, wie erst jetzt wieder zum Ueberfluß ihr Wirtschaftsfachmann Feder ,m„Völkischen Be- rbachter" versichert, voll und ganz auf dem Boden des Kapitalismus. Sie wollen ihn nur„verbessern" und die Empörung der Massen gegen den Kapitalismus unter Aufpeitschung niedriger antisemitischer Instinkte auf ein dem Bestand des Kapfta. lismus selbst ungefährliches Nebengebiet ablenken. Arbeitslose, ihr schreit nach Brot und Arbeit? wir NaSonal- soziolisten wollen zwar an der verhängnisvollen Herrschaft de» ftapi- tols über die Betriebe nicht rütteln, aber— die Termin» geschöste, die Finanzwechsel»nd die Inhaber» papier« abschaffen, dann könnt ihr euch alle satt essen. Nu« wißt ihr. wie ihr euch da» nationalsozialistische Himmelreich vor» stelle« sollt! Brief aus Peking. Vorläufige Fefiflellungen/ Von Emile Bandervelde. Peking. Mitte Teptembcr.(Eigenbericht.) Noch Togen in URS«., ohne eine Zeitung zu lesen, ohne ander« Nochrichten oon außerhalb als kurze Telegraminc von Agenturen oder Borschasten, sind wir in Peking angekommen, wo wir eine verwickelte politische Situation vorsanden, die alles übertrisst, was man bisher in China erlebt Hot.(Und die vielleicht mzwischcn durch die neuesten Ereignisse wieder uberholl ist.— Red. d.„Borwarts".) Ein Szenenwechsel. Im Laufe der letzten Jahre hat sich in Europa die, wenn auch nicht direkt falsche, so doch immerhin zu einfache Ansicht eines Gegensatzes zwischen Nordchina und Südchino gebildet: Im Norden, in Peking und noch mehr in Mukden, eine Vorherrschast der konservariven und traditionstreuen Elemente, der früheren Anhänger der Mandschu-Dynastie, und einer Militär. diktatur von Generälen in der Art Liungtschangs. der sich zum Kaiser zu machen oevsuchte, oder Tschangtsolins, des verstorbenen obersten Kriegsherrn in der Mandschurei: im Süden dagegen die ständig wochsende Bewegung der„Nationalisten", der Leute des Kuomintang, der Nacheiserer Sunyatsens, mit einem Wort derjenigen, die die chinesische Republik geschassen haben und die die drei berühmten Grundsätze Sunyatsens aus ihr« Fahne ge» schrieben hoben: Selbstbestimmungsrecht der Völker, Regierung des Volkes durch das Volk, und endlich die Anerkennung und Achtung des Rechtes auf dos Leben, sowohl in mateneller als auch in moralischer und geistiger Beziehung. Man wußte auch, daß der Generalissimus des Südens, der militärische Leiter der Kuomintang, Marschall Tschiangkai- s che I, in seiner eigenen Partei einigem Widerstand begegnet«, daß er sich hauptsächlich aus die rechtsgerichteten Elemente stützte, aus die chinesischen Kairsherren und Bankiers, und daß ihm vcr> schiedentlich der Vorwurf gemocht wurde, noch der Diktatur zu streben. Aber niemand rechnet« mit einer derart außergewöhnlichen Aendening der Lage, daß die Führer des linken Flügels der Kuomintang, oder wenigstens ein Teil von ihnen, in Peking, und nicht in Nanking, Anlehnung suchen würden. Gerade dieser Fall ist aber«ingetreten. Wiederum zwei Negierungen. Einen Tag nach meiner Ankunft in China meldeten die Zeitungen die Bildung einer Regierung, oder genauer gesagt, eines Direktoriums, dos sich ebenso wie das von Nanking die Grundsätze des Kuomintang zu eigen gemacht hotte und sich vor allem die Niederwerfung Tschiangkaischeks, den man hier ollgemein den„chinesischen Mussolini" nennt, zum Ziel gesetzt hotte. In diesem Direktorium befinden sich neben den Generälen des Nordens, zum Beispiel Marschall Den, dem„vorbildlichen Gouverneur" oder Marschall Feng, dem„christlichen General", auch solche Männer wie beispielsweise Wangtschin gwei, Tschengkongpo und choliangwieng, die zu den direkten Anhängern Sunyatsens zählen, die zu den extremsten Elementen der Linken der Kuomintang gehören und die sogar im Jahr« 1328 eine Dcle- g a t i o n zum Internationalen Sozialistischen Kongreß in Brüssel entsandt haben. Chinesische Gastfreundschaft. Meine Reise nach China trägt streng privaten Charakter. Ich Hab« Vorlesungen an den Universitäten von Mukden und Peking gehalten und bin eingeladen worden, solche auch aus der anderen Seite der Kriegslim«, also in Nanking und Schanghai, zu halten. Dies beleuchtet wohl am besten den paradoxen, uns fast un- begreiflichen Zustand, daß inmitten eines Bürgerkrieges die Armeen sich bekämpfen, während die intellektuellen Kreis« im ganzen Land« die geistigen Beziehungen zueinander uiücrhalten. Man wird es verstehen, daß ich unter derartigen Umständen, wo ich erst einen Teil der Materie kennengelernt Hab«, noch kein Urteil, nicht einmal«in vorläufige», über den Stand der Dinge abgeben will, die ich mich wohl zu verstehen bemühe, die aber jetzt schon beurteilen zu wollen unbescheiden und vermessen wäre. Ich Hobe mich indessen während meines Ausenthaltes in Peking nicht daraus beschränken können, akademische Vorlesungen zu halten oder das Leben in China und die unvorstellbaren Wunder einer Stadl kennenzulernen, die ihresgleichen aus der Erde nicht hat. Selbst wenn ich es gewollt hätte, es wäre einfach unmöglich ge- Wesen. Es war nicht nur die belgische Gesandtschaft, die uns mit der herzlichsten und ausgesuchtesten Gastsrcundlichkeit ausgenommen hat. Bei unserer Abreise aus Brüssel hallen einige von uns ge- glaubt, daß eine derartige Reise, mitten im Bürgerkriege, gewisse Gefahren mit sich bring«. Wenn ich ehrlich sein soll, muß ich sagen, daß die einzige Gefahr, die wir bis jetzt gelaufen sind, die ist, daß unser Magen sich den Strapazen der unzähligen Mahl- zeiten, offizieller oder privater, europäischer oder chinesischer Art, zu denen wir seit zehn Tagen eingeladen werden, nicht gewachsen zeigt. Aus diesem Gebiet können die Chinesen sogar den Belgiern ver- schieden«? vorgeben und wir haben bei diesen Tafelrunden, bei Schwalbennestern, chaifischsiossen oder glasierter Ente, oft genug mit Leuten aller Richtungen und Stände Fühlung, und sehr herz- liehe Fühlung genommen. Einige Tatsachen, die festzustehen scheinen. Ich habe in der Tat, seitdem wir hier ssnd, beinah all« Welt kennengelernt, vom Marsehall Den, dem Präsidenten des neuen Direktoriums und Generalissimus der Nordannee, angefangen bis zu den Führern der Linken der Kuomintang, oder den Bürger- meistern von Peking und Tsientsin oder dem äußerst liebenswürdigen Leiter der auswärtigen Angelegenheiten, Herrn Tsu. Aus den schon erwähnten Gründen stell« ich die ausführliche Beschreibung dieser Zusammenkünfte auf die Gedanken, zu denen sie mich inspiriert haben, vorläufig zurück. Aber so kompliziert und verwirrend auch die Zustände in der chinesischen Politik häufig genug sind, so kann ich doch schon aus dem bis heute Gesehenen einige Eindrück« wiedergeben, ohne fürchten zu müssen, daß sie später ein« Aendening erfahren. Vor allem steht einmal die Tatsache fest, daß die Vergangenheit in China überwunden ist. Ganz China, vom Norden bis zum Südens bekennt sich zu den Ansichten Sunyatsens, und selbst die ältesten Generäle sind gezwungen, die Fahne der Kuomintang hoch- zuhalten und mit mehr oder weniger Ehrlichkeit sein Programm anzunehmen. Ebenso sicher ist, daß man unrecht hätte, in Europa onzu- nehmen, daß die Kämpfe zwischen den chinesischen Generälen etwa den Schlachten zwischen den Condottieri früherer Zeiten gleichen, wo man sich gegenseitig sthont« und wo mitunter nur ein Toter zu verzeichnen war, der in seiner Rüstung erstickt war. So erzählte mir kürzlich Morschall Pen, daß die Nordtruppe» in der letzten Zeit über 70030 Mann verloren hätten und daß die Verluste Tschiangkaischeks noch höher seien. Als dritte Tatsache ist festzustellen, daß man der k o m m u- nistischen Bewegung nur geringe Bedeutung beimißt. Man sieht ig der„roten Armee" oon Honan nur den Ausdruck einer großen Verelendung der Massen, während andererseits die Sozialistische International« ein« beträchtliche und ständig wachsende Bedeutung ge- wannen hat. Es soll damit nicht gesagt norden, daß die Gouverneure der Provinzen oder die Bürgermeister der großen Städte ihr gleich-, gültig gegenüberstehen oder daß ihre Sympathien für die 2. Jnter- nationale andere Gründe als nur ihre feindliche Einstellung gegen die 3. Internationale hätten. Ganz anders liegt die Sache bei den „kommenden Männern" Inngchinas, den Elsmeillen der Linken des Kuomintang, wie Wangtichingwei, Tschengkongpo und vielen anderen. Sie neigen mehr und mehr Ansichten zu, die den unseren recht nahe kommen. Einig« von ihnen waren Mit- glieder der Delegation, die 1928 unseren Kongreß in Brüssel be- suchte. Andere, besonders Tschengkongpo. äußerten die Absicht, demnächst Europa zu besuchen, um mit der Arbeiterbewegung und de» sozialistischen Parteien des Westens Fühlung zu nehmen. Alle aber sondern, daß für die Zukunft durch den Austausch von Doku- menten und Nachrichten«ine engere Zusammenarbeit anzustreben sei. Zweifellos stecken viele Dinge noch in ihren ersten Anfängen: ich werde weiter auf sie eingehen, sobald ich meine Reife fort- gesetzt habe. Thomas Manns Appell. Das geistige Vürgertum gehört an die Seite der Sozial demokratie. Der Dichter der Buddenbrooks der bescheiden voranschickt, daß sich keineswegs als neuer Ficht« und Lehrmeister Deutschlands aufspielen möchte, richtete im Beethoven-Saal an ein angespannt lauschendes Auditorium einen Vernunstsappell, sympathisch durch die Klugheit und Abgewogenheit der Gedanken, aber auch durch Echtheit und Wärme der Empfindung. Viel geistige Elite unter der Zuhärerichast, an ihrer Spitze der preußische Ilnterrichtsminister Grimme, verstreut im Saal ein Dutzend Hakenkreuzler als le- bendiger Beweis, daß es genug eiserne Stirnen gibt, die sür Gei- stigkeit und Ileberlegung keine Eingangspforte besitzen. Ab und zu muß ein Spektakler— auch ein Symptom unserer Zell, was sich so alles herausnimmt gegen einen Thomas Mann zu spektakeln— aus dem Saal gewiesen werden, als einer der ersten— so wurde behauptet— der zu Nationalsozialjsmus und Feme nord bekehrte snobistische Wichtigtuer Arnold Bronnen. Das Publikum be- reitet noch jeder Störung, ganz besonders aber am Schluß des Vor- trags dem Dichter begeisterte Ovationen. Der Inhalt eines solchen Vortrags kann nicht leicht in der Kürze eines Referats, wiedergegeben werden, ohne die Gefahr, das Nünaneierte und Abgewogene, das ihn auszeichnete, zu Schlag- warten und Allgemcinplätzen abzurunden und damit ein« jener Sünden zu begehen, gegen die sich Thomas Manns Appell richtet. Denn sein Appell ist letzten Endes ein Appell an die Geistig- keit, die unterzugehen droht in einem Zeitalter rohester Gewalt- onbetung, verkrampfter nationalistischer Phrase, veräußerlichter Re- kordsucht und technischer Wunder. Thomas Mann analysiert d l e Krankheit unseres Zeitalters und sieht mit vollem Recht eine der Hauptursachen nicht nur der deutschen, sondern der«uro- päischen Krankhell in dem unmöglichen Frieden oon Ver- sailles, an dessen Gerechtigkeit und Durchführbarkeit im Grunde niemand mehr glaubt. Er begreift jenen neuen Nationalismus, der Deutschland zu überwuchern droht, aus dieser politischen wie aus wirtschaftlichen und psychologischen Ursachen, aber er anerkennt den Nationalsozialismus nicht als dem deutschen Wesen entsprechend. Dies« gewollte Primitivität, dieses Zurückschrauben des Volksgeistes auf ein oberlehrerhaft mißverstandenes Germanentum entspricht nicht dem deutschen Volksgeist, für den Kultur und Geist, für den das Schaffen eines Goethe, eines Nietzsche, eines Richard Wagner wesentlich ist. Warme Worte des Verständnisses und der Anerkennung findet Thomas Mann sür die Männer, die 1318 nach dem Zusammen- bruch das schwere Werk des Wieder-die-olN-Boden-liegenden.Zügel aufnahmen.„Kein rechtlicher Deutscher sollte mehr das infame Wort„Rooem Herverbrecher" ge- brauchen!"(Stürmischer Beisoll, Protest eines teutonischen Ober- lehrers, der an die Luft gesetzt wird.) Stresemonns europäische Per- sonlichkell läßt Thomas Mann noch einmal vor uns erstehen, er feiert ihn, der nur mit Hilfe der Sozialdemokratie feine Außenpolitik treiben konnte, denn„feine eigene Partei ist ihm stets nur widerwillig gefolgt". Für die Franzosen stel� am Beginn jeder Verständigungspolitik die Frage der kost- baren Sicherheit Frankreichs. Aber— so ruft Mann in der Hoffnung, daß die Wände des Saellcs Ohren haben mögen— die beste Sicherheit für Frankreich ist die geistige Ge- fundheit Deutschlands. Sie ist nur zu erzielen durch eine vernunftgemäße Revision des Verfailler Vertrages, durch die Bc- seitignng seiner Unmöglichkeiten. Auf der sranzosisch-deutscheii Freundschaft und Verständigung beruht die Zukunft Europas. Dem deutschen Bürgertum ruft der Dichter, der seine bürgerliche Abkunft und Ideenwelt stark betont, mit Eindringlichkeit zu, sich nicht irre machen zu lassen durch das Schlagwort vom„Morxis- mus". Die Sozialdemokratie erstrebe heute, im Grunde dreierlei: sie betreue die Interessen der arbeitenden Bevölkerung, sie wach« über den Schutz der demokratischen Freiheit und sie treibe«ine der Demokratie angemessene Außenpolitik der Verständigung. Wenn dos Bürgertum das höhere Glück der Kultur und geistigen Freiheit überhaupt noch künftig zu genießen hoffe, so soll« es sich darüber klar sein, daß dies nicht geschehen könne in der Askese eines ver- krampftcn Nationalismus, sondern nur dann, wenn sich das Bürgertum an die Seite der Sozialdemokratie stellt, die vielleicht nicht in ihrer materia'istischen Theorie, aber um so mehr in ihrer politischen Praxis sich als Hüterin des deutschen geistigen Besitzes erwiesen hat, well mehr als das deutsche Bürgertum. Der mit stürmischem Beifall gefeierte Vortrag, dessen Tiefe und Gedankenreichtum, wie schon betont, diese Zeilen nur andeuten können, verdient im vollen Wortlaut ocrössentlicht zu werden. _ E. K— r. Das Gchuldentilgungsgeseh. Im Hauptausschuh angenommen. llnmlltelbar noch dem Plenum trat Freitag abend der Aus- schuß für den Reichshaushalt zusammen, um die Speziolberawng des Entwurfs eines Gesetzes über die Schuldentilgung narzunehmen. Roch diesem Gesetzentwurf soll der Reichssinanz- minister ermächtigt werden, die Summe von 330 Millionen Reichsmark im Wege eines bis zum 15. November 1932 einschließlich laufenden Kredits.zu beschaffen. Zur Ablösung dieser neuen Schuld wie der früheren Schuldbetröge soll in die Haushollspläne für die Rechnungsjahre 1931, 1932, 1933 ein Betrog von je mindestens 432 Millionen Reichsmark eingestellt werden./ Lappo-Reinfall. Große Kundgebung in der Hauptstadt. Helsingsors, 17. Oktober.(Eigenbericht.) Am Frellag vormittag kehrte der Provinzialhouptmann General Isländer, der vor den Wahlen unter dem Druck der Faschisten sein Amt ausgeben mußte und nach Schweden abgereist war, nach Helsingsors zurück. Auf dem Bahnhof wollten mehrere hundert Studenten Jolander mit einem Pseifkonzert empfangen. Diese Absicht wurde rasch be- kaum, so daß sich noch vor Ankunft des Zuges tausenbe Gegen- demonstrontcn einjanden. Als der Zug eingefahren und Ialander ausgestiegen war. setzte ein Pfeif- und Kindcrtrompetenkonzert ein, das jedoch im gleichen Augenblick in brausenden Hochrufen der Republikaner linterging. Selten ist eine„vaterländische" Kund- gebung der Lappofaschisten so mißglückt, wie der Empfang Ialanders. Etwa 40 Personen wurden vorübergehend in polizeiliches Ge- wahrsam genommen. Slrasella hat sein Amt als Baugoinlscher Heimwehr-General- direktor der Bundesbahn angetreten Ein Wiener Blatt, das den Amtsantrin vor der Berusungsverh-indlung in dem so blamablen Strasella-Prazeß gegen die Arbeiter-Zeitung tadelte, wurde bc- schlagnahmtl- Soziales über Aaiionales. Deutsche und tschechische Sozialisten arbeiten zusammen. Teplitz- Schöna«. 17. Oktober.(Eigenbericht.) Auf dem Parteitag der Deillschen Sozialdemokratischen Arbeiter- Partei in der tschechoslowakischen Republik sprach der Partei- oorfitjcnö« und jetzige Fürsorgeminister Dr. C Z e ch über die politische und wirtschaftliche Lage.„Als wir", so führte er aus, „m die Regierung gingen, haben wir dies in dem Bewußtsein getan, daß wir auch die tschechischen Arbeiter auf unserer Seite hoben werden. Die tschechischen Sozialisten haben uns bisher in unseren Hoffnungen nicht enttäuscht. Gerade der letzte Parteitag der tschechischen Genossen und dos dort beschlossen« Pro- gramm bestärken uns in der Ueberzcugung, daß wir im ent- scheidenden Augenblick mit ihrer Unterstützung rechnen können. Sie haben sich für die kulturell« Autonomie ausgesprochen. .S>e haben während der Prager Unruhen die tschechischen Arbeiter zum Kampf gegen die„nationalen" Hetzereien auf- gerufen. Wir können mit der Wirksamkeit der tschechischen Sozial- demokratie zufrieden sein. Aber auch über das kullurelle Programm hinaus haben die deutschen Arbeiter in diesem Lande keinen anderen Weg als den der Zusammenarbeit der beiden Rationen. Es ist keine andere Möglichkeit, für das Proletariat praktisch zu wirken, als in der jetzigen Regierung weilerzubieibeu. Auf dem Parteitag sind 460 Delegierte und 220 Gäste, darunter de Br o u cke r e- Brüsiel und eine starke Delegation der tschechi- scheu Sozialdemokratie. Es werden Sympathiekundgebungen an die polnische und die österreichische Sozialdemokratie abgesandt. Die Begrüßungsansprachen cröfsnete de Brouckere, dann sprach eine ungarische Genossin und für die tschechischen Delegierten Senats- Präsident Dr. S o u k u p, der der Hoffnung Ausdnick gab. daß sich die Zusammenarbeit der beiden sozialdemokratischen Parteien auch in Zukunft— in guten wie in bösen Tagen— bewähren werde. Czech hatte in seinem Referat in großen Zügen die inter- nationale Situation dargelegt, die durch dos Anwachsen des Faschis- mus gekennzeichnet ist, dessen Austreten in Deutschland auch wir mit Besorgnis verfolge«. Da der Faschismus auch in Oester- reich einen Teil der Staatsmacht an sich gebracht hat und in Polen ein faschistisches Regime herrscht, lzaben wir alle Ursache, der Bekämpsung der faschistischen Reaktion unser Augemnerk zu- zuwenden. Am Schluß des Referats erhob sich alles und bereitete dem Führer eine herzliche Ovation. Es folgte ein Referat von d e Witte- Karlsbad über die politischen und kulturellen Forderungen der Partei. Macdonald gegen SchuhzoNfeldzug. Landwirtschaftliche Gesundung nur durch organisierte Selbsthilfe. London. 17. Oktober.(Eigenbericht.) Der„Daily Herald" verössentliäst in seiner Sonnabendausgabe eine Unterredung mit Macdonald, die eine scharfe Absage der Arbciterregierung ist sowohl auf die konservative Z o l l k a m p a g n e wie auf die Schutzzollsorderungcn einzelner englischer überseeischer Staaten. Der Minister erklärte, die Regierung weiche keinen Fuß breit von den agrarischen Forderungen aus Zollerhöhung und Snbsidien zurück. Es gäbe andere Mittel zur Sanierung der Landwirtschaft, als unwirtschaftlich gewordene ländliche Großbetriebe durch Staatsgelder zu sanieren. Solange die Gutsbesitzer nicht de» Weg der organisierten Selbsthilfe, der reorganisierten Landwirtschast sowie einen geordneten Ein- und Berkous zu erkennen und zu nutzen vermöge», solange sei an eine Gesundung der Landwirtschaft nicht zu denken und alles ihr aus dem Staatssäckel und indirekt aus Zöllen zu- geschanzte Geld verloren. Verantwortlich kür Politik: Victor Schiff; Wirtschaft: G. Klinaclt;öfer; Gewerkt chaftsüewcgung: Fr. tzhtorn: Fcuillolon Dr. John Schitowski; Lokales: und Sonstioes Frift Korftiidt: An/zemen: Td. Sloctc: samtlich\n Berlin. Verla?: Vorwärts-Verlag G. m b. v. Berlin Druck: Vorwärts. Buchüruckeref und Berlogsanstalt Paul Sinaer u. Co.. Berlin EW. 68. Llnd-nstrabe Z. Hicrz» 2 Beilage». Tlr. 459• 47. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Sonnabend, 45. Oktober 4930 Mxhm/Hie Ausflüge in die Sperenberg am Hohen Golm. Spercnberg war cm Iiidustrieort, aber seine Tipswerke find seit geraumer Zeit stillgelegt und die Gemeinde zehrt nur von altem Ruhm und dem Anreiz, den die nahen schönen Waldungen aus den Wanderer ausüben. Zluch manche Reu» s i e d l u n g ist entstanden. Der alte Herrensitz wurde das Kinder-Erholungsheim der Konsum genossen- schaft Berlin. Sicher würde der Ort sich stärker entwickeln. wenn eine bessere Verbindung vorhanden wäre. Der Post- outobus hört in Mellen, die Vorortsahrt der Reichsbahn in Zossen aus. an sie schließt sich der spärliche Betrieb der Nebenbahn Zossen— Jüterbag. So sind die Wälder, die von Sperenberg bis zu den Wiesengründen am Fuße des Hohen-Golm gehen, nicht überlaufen und so recht der Aufenthalt für beguem« Spaziergänger, da die Schönheiten— etliche verschwiegene Seen— dicht vor den Toren liegen und auch ohne Wegweiser, die zur Zeit noch fehlen, zu finden sind. Der Mellener See, an dem die Bahn vorbeifährt, ist Un»8vk»K»i»8 freilich größer und zeitweise von Segelbooten belebt, aber in der Romantik sind ihm die bei Sperenberg liegenden Gewässer über. Zwar der Schunk-See liegt auf militärfiskalischem Gebiet, das hier vielfach auftaucht, doch der nahe H e g e- S e e und dicht dabei der als Naturschutzgebiet erklärte T e u f e l s s« e haben all die Reize, die märkischen Seen eigen sind, zumal wenn das Einerlei der Nadel- bäume durch Laubwald unterbrochen wird. Ein in Sperenberg selbst liegender See ist im Gipssteingebirge entstanden. Wenn man von der Kirche in Sperenberg links abbiegt, gelangt man zur Höhe, die bei geeignetem Wetter Fernblicke auf den Golm und die umliegende Landschaft, selbst bis nach Potsdam hin, bietet. Dem Wanderer stehen einige gute Touren zu Gebote: Sperenberg— Trebbin, 14 Kilometer, und Sperenberg— Zossen, 10,5 Kisometer, sind weniger empfehlenswert als die W e i t e r wa n d c r u n g nach N e u h o f(zwei Stunden), der Bahnstation der Berlin— Dresdener Bahn, oder mit Abzweigung nach rechts über Fern-Neuen- darf zum Forst Haus Wunder(zwei Stunden). Von hier zurück nach Neichos oder Wünsdorf(Vorortoerbindung). Der direkte Weg Sperenberg— Wünsdorf ist Chaussee ohne Wald. Parole: Immer feste gesundschreiben! Es lebe die Kotlegialiiäi, selbst wenn der paiient daran zugrunde geht. Di« Privakbeleidigungsklage zwischen den Acrzlcn h. und P. vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte war mehr als bloß eine private Angelegenheit der beiden Herren. Der Tatbestand diese» Prozeste, warf grelle Schlaglichter aus einen Krebsschaden der Betrieb strankenkassenuulersuchungen— die Nachuntersuchung. Die Oeffenkvchteit hat deshalb ein Anrecht darauf, über den Fall informiert zu werden. Der Arbeiter N. war vom behandelnden Arzt H. am 23. Mai als arbeitsunfähig bezeichnet worden. Der ZZertrauensarzt der Finna schrieb ihn bei der Nachuntersuchung für den 9. Juni arbeitsfähig. Der Arberter kehrte sich leider nicht an den ärztlichen Befund. Er starb bereits am 8. Juni. Man glaube nicht, daß er etwa von einem Auto überfahren oder .von einem herabfallenden Ziegelstein getötet worden sei. Sem Tod war vislmehr durch eine K ra n th e l t verursacht, die er schon seit Jahren in sich trug und die der Vertrauensarzt der Firma einfach nicht bemerkt hatte. Nicht bemerkt hatte, obgleich eine ganz un- komplizierte Untersuchung, nämlich eme solche des Urins, eine zweifelsfrei« Diagnose ergeben hätte. Der behandelnde Arzt H., bestürzt über den tödlichen Ausgang der Nachuntersuchung, veröffentlichte im Großen Berliner Aerztc- blatt unter Anführung des Falles, jedoch ohne Nemmng des Namens des Vertrauensarztes, einen grundsätzlichen Artikel, in dem er eine Reform der Nachuntersuchungen verlangte. Ein Berliner Sensation?- blatt bemächtigte sich der Angelegenheit und beschuldigte einen Dr. P., der in Wirklichkeit nichts mit der Sache zu wn hatte. Das Blatt nannte auch Dr. H. als behandelnden Arzt. Darauf veröffentlichte Dr. P. gleichfalls im„Großen Berliner Acrzteblatt* eine Entgegnung, in der er die ganz« Sache einen Schwindel und von Dr. H. erfunden bezeichnete. Die Antwort darauf war eine Beleidigungs- klage. Di« Verhandlung endete mit einem Vergleich. Dr. H. erklärte, er habe ja keinen Namen genannt; Dr. P., der in Wirklichkeit nicht der Dertrauensarzt gewesen war, erklärte seinerseits, daß er gar nicht gewußt habe, welcher H. der Verfasser des Artikels gewesen sei. Das Entscheidend« in der Verhandlung war aber die Aeußerimg des beklagten Dr. P. Eine Aeußcrung, gegen die nicht genug Protest eingelegt werden kann. Er habe den Artikel geschrieben, sagte er, weil er grundsätzlich dagegen sei, daß Mißstände der Räch- Dss Ksmpfbsstt alles /�beitnelirnei' ist der tt 55 VORWÄRTS Wer für den„Vorwärts" wirbt, stärkt die Front der Arbeit! Untersuchung der Presse und der Oessentlichkeil unlerbreilet würden. Er halte es für eine Sache der Kollegialität, daß diese Dinge in einer von den Aerzten bestimmten Stelle behandelt und erörtert würden. Also: Es lebe die Kollegialität, selbst wenn der Patient daran zugrunde geht. Vertrauensarzt der Betriebskranken- kasse kannst ruhig sein! Herr P. erhiell aber schon in der Gerichts- Verhandlung die einzig richtige Antwort. Beim Konflikt zwischen sozialer Verpflichtung und ärztlicher Kollegialität, sagte der Der- treter des Nebenklägers, Rechtsanwalt Dr. Klee, entscheidet selbst- verständlich die soziale verpslichlung und das Wohl des Patienten. Es wäre eine Gewissenlosigkeit gewesen, wenn der zum Himmel schreiende Fall des Arbeiters K. nicht publiziert worden wäre. Das bestehende System der Nachuntersuchung bedarf einer grundlegenden Reform. Brand im Kautschuklager. Großfever in Lüttich.— Bisher 40 Arbeiter als verletzt gemeldet. Lütt ich, 17. Oktober. In einem Kautschuklager brach heute ein Feuer aus, das sich so schnell ausbreitete, daß bald das ganze Gebäude in Flammen stand. Die Arbeiter suchten sich zum Teil dadurch zu retten» daß sie auS den Fenstern auf die Straße sprangen. Zehn Personen werden als verletzt gemeldet. Durch den Luftdruck verschiedener Explosionen, deren Ursachen bisher noch nicht geklärt sind, wurden alle Fenster der umliegenden Häuser z e r- t r ii m m e r t. Die Löschung des Brandes war in den Nachmittagsstunden noch nicht gelungen. Es wird be- fürchtet, daß noch weitere Opfer in dem brennenden Gebäude eingeschlossen sind. Benzolschiff in Flammen. Oie Mannschaft in letzter Minute gerettet. London, 17. Oktober. Das Tankfchif./Zlkhound" mit einer Ladung von 400 Tonnen Benzol ist am Freitag auf der Themf« in Brand geraten. Da das Feuer im Mafchinenraum nicht gelöscht werden konnte, verließ die Mannschaft das Schiff, das durch zwei Schlepper in größter Eile flußabwärts zur Küste gebracht wurde. Das Schiff glich einer Feuer. fänl«. Es erfolgten mehrere Explosionen. Die Schlepper bleiben in der Röhe, bis das Schiff ausgebrannt ist. 50000 Tonnen Dynamit! Oie Sprengung eines Oampferwracks in New üerf. New Port, 17. Oktober. Gestern wurden 50 000 Tonnen Dynamit an dem Wrack des infolge eines Zusammenstoßes mil einem anderen Schiff seit letztem Dtzzember willen im Hofen aus dem Grund liegenden. Dampfers„Port Victoria" zur Explosion gebracht. Man be- zweckte damit, ein Loch oon 16 Meter Tiefe entstehen zu lasten. in das sich das Wrack durch eigenes Gewicht senken sollte. Die Wassersänse die sich im Augenblick der Explosion bildete, erreichte eine höhe von mehr als lS0 Meter. Das Wrack senkte sich um 13 Meter. helft dem„Tor der Hoffnung". Die Nachtvorstellung zugunsten der Hedwig- Wangel-Hilfe:„Menschen zweiter Güie" findet heute im Ufa-Theater am Kurfürstendamm statt. Beginn 2354 Uhr. Voran geht der Kurztonsilm„2>er Kampf mit dem Drachen". Der Reingewinn ist für das„Tor der Hoffnung" be- stimmt. Fron Wangel bittet um Unterstützung ihres Werkes. Post- jcheck der Hedwig-Wangel-Hilfe: Bertin 37 213. yaMvtA.fixsieA Unberecht. Nachdruck ucrtotcu, Gustav Ritpenbau« Berlag 9L�5., Bertriebsabt. Nach acht Tagen nutzloser Versu6)e besorgte Annie einen Krankenschein, um nach dem Rat der Fürsorgeschwester einen Spezialisten aufzusuchen. Der konnte nichts tun und meinte, einen Monat müsse man das immerhin ansehen, kleinere organische Fehler kämen oft auf natürliche Weise, aus Not- wendigkeit, wieder in Ordnung. Wenn sie während dieser Zeit von Tag zu Tag oon verdünnter Milch langsam zu schwereren Suppen übergehe, müsse sich der Magen anpassen. Der erste Versuch am Nachmittag gelang. Freudestrahlend wollte sie Bert das nun berichten— und sah an seinem un- lustigen Gesicht schon im Hof. daß ihm etwas Uebles be- gegnet war.— Streik... Der Betriebsrat hielt den Zeitpunkt für gekommen; Werlo, der durch den Vorarbeiter hineingeschoben in die Belegschaft, konnte sich nicht ausschließen. Die meisten hofften, nach zwei, drei Wochen durch bessere Löhne die Differenz zwischen Streikgeld und Lohn wieder aufzuholen, einige be- saßen auch wohl Ersparnisse, fünfzig oder hundert Mark, mit denen man durchkommen konnte. Bei Werlos fehlte jeder Pfennig das Kind kostete immer Geld, das Kinderbett war noch nicht einmal abbezahlt— deshalb hatte er die Absicht, Mitglied der Gewerkschaft zu werden, immer wieder hinaus- geschoben. Sobald die Schulden bezahlt sind, sagte er sich, ist Gelegenheit und Zeit genug. Ein Glück daß es Sommer war! Heftiger, wilder und prassender Sommer; Werlo war durch die ganze Stadt gegangen, den langen kahlen Vorstadt- weg zwischen den neugepflanzten Bäumen über Aschenkies, der van vielen Wagen und Autos hartgefahren war und in der Hitze dampfte. Links und rechts blühten und protzten Schrebergärten mit Sonnenblumen und Mohn, dazwischen sonnten sich lächerliche Rosen und die Bretterpaläste in Rot, Grün und Gelb, Weekendvillen der Armen. Hier pflanzten sie olle ihren Kohl, ihre Kartoffeln und ihre eigene Sommer- frische, die Arbeiter und Angestellten, sie machten sich eine Art Scholle zurecht, die wirklich nach Erde, Dung und Pfanzen roch, und das war auf irgendeine Art schön. Auch so einen Garten haben, ja— aber der kostet Pacht, Arbeit, Holz. Draht, Geräte und Pflanzen nicht gerechnet! Zunächst kühl, kam die Stadt näher. Holpriges Pflaster, schwarze Häuserfronten, Geschäfte für Lebensnotdurft, Prunk, Putz, Talmi, Pferdefleisch. Kinder spielten in der über- raschend reichlichen Sonne, immer wieder mußten Autos hupen, Radfahrer läuten. Chauffeure standen an Halteplätzen neben ihren Benzinkarren und warteten auf Gäste, gähnend, faul, streitsüchtig. Einer wffchte ununterbrochen dicken Schweiß von seinem Gesicht, das wie eine Speckschwarte glänzte. Hunde kläfften, Schupos turnten als Verkehrs- zeichen— nur seine Belegschaft sollte nun für unbestimmte Zeit nicht eingefügt sein in den Kreislauf der Arbeit und des Geldverdienens. Wirtschaftskampf nannte man das~ und es hieß dann immer, der Arbeiter habe Vorteile dabei. Streik mußte offenbar von Zeit zu Zeit sein, wie Regen oder Dürre oder Schnee. Denn wenn die Arbeiter nicht eines Tages streikten, dann spielten die Unternehmer'n bißchen Aussperrung. Jedenfalls schien es nicht mit fünfzig Wochen Arbeit im Jahr zu gehen. Annie bekam den seinerseits erwarteten Schreck bei der üblen Nachricht, und richtig, wie er es vorher gewußt hatte, erbot sie sich nach der ersten Bestürzung, wie früher Reine- machen zu gehen, das Kind in die Krippe zu bringen. Er— ja. er hatte dann wohl manchen Weg zur Wohlfahrt zu er- ledigen, um etwas Nahrung und Geld aufzutreiben. Trostlose Tage! Abends war man abgespannt, hockte mit den Nachbarn auf Steintreppen vor den Häusern, bis in die Dunkelheit hinein, und war überflüssig. Jeder hatte seine eigene Ansicht vom Streiken. Einer oerwarf es und ein anderer schimpfte den einen Reaktionär und Verräter an der Arbeiterschaft, einen Halunken, der seine Klasse verleugnete. Werla, den es am ehesten anging, war der stillste. Spät, wenn der Himmel sein dunkles Tuch über die Dachfirste des Hofes hängte, krochen die Menschen beim leisen Wehen der Nacht in ihre dampfenden Stuben. Die Fabrik verschickte ein vorgedrucktes Rundschreiben, sie stelle Arbeitswillige zu alten Bedingungen ein und schütze sie vor Maßregelungen— mit Wiedereinstellung sei unter anderen Umständen kaum zu rechnen. Werla wußte, was das hieß: Aufforderung und leise Nötigung zum Streikbruch. er wußte auch, daß mindestens dreißig Prozent der Beleg- schaft nicht organisiert waren und manche, selbst Gewerk- schaftsmitglieder, jetzt gern weiterarbeiten würden. Die Frage war ilur, wie stark der Streikschutz diesmal ausgebildet sein würde. „Geh lieber nicht, Bert, du weißt, wie sie es nach dem Lohnkampf in der anderen Fabrik gemacht haben. Keiner hat später mit den Streikbrechern gesprochen, selbst du nicht — ihr habt euch ein Vergnügen daraus gemacht, sie nach und nach alle hinauszuekeln. Was nützt es, wenn du vier- zehn Tage oder drei Wochen verdienst und nachher für Mo- nate arbeitslos wirst.. Auf jeden Fall machte er sich am kommenden Mittag auf den Weg, um sich Sie Geschichte anzusehen. Richtig, da waren alle, wie er es erwartet hatte, zehn Mann hoch mit Plakaten und Armbinden. Es gab ein großes Hollah, als er auftauchte. Drei oder vier Leute kannte er dem Namen nach. „Streikbrecher? Gibts doch immer Mensch!" sagte Klett- wurm, ein doppelter Hüne,„an die fünfzig sind wohl drin. angreifen dürfen wir keinen, aber es soll sich niemand im Dunkeln erwischen lassen! Siehst du die Blauen hinterm Tor? Denen jucken die Gummiknüppel,'n Witz, was: Gummistäbe nennen sie die Dinger jetzt! Stäbchen, huch nein! Unseretwegen könnten sie mit Tanks lauern, Terror gibt's nicht. Wir haben oon jedem Mann, der jetzt arbeitet, Namen und Adresse. Sstäter rechnet der Betriebsrat mit den Brüdern ab. Es gibt Mittel und Wege genug..." Drei oon ihnen wollten eine Pause einlegen, sie schleppten Werla mit in die Kneipe neben der Haltestelle. Ein saden- dünner Wirt sammelte in dieser Bretterbude mit geizigem Bedacht Groschen um Groschen; jeden kannte er, insgeheim von einer ungeheuren Verachtung für alles, was Arbeiter hieß, beseelt. Sein Traum und Ziel— er hungerte dafür— war ein Ballhaus mit hübschen Mädeln und Geldleuten. Er grüßte kaum— aber das Bier schmeckte gut, man trank es weg wie nichts in der Hitze, und der Korn dazu kühlte auch nicht gerade ab. Sie klopften sich gutmütig auf die Rücken, ließen die Fäuste auf den Tisch sausen, sprachen über die Aussichten des Kampfes. Man rechne sogar mit einer Aussperrung, hieß es, die dann ja aber doch zu der üblichen Wiedereinstellung führen müsse. Es wurde gemütlich nachmittag. (Fortsetzung folgt.) „Hunde schmecken mir so gut!" Die Geschichte einer abscheulichen Tierquälerei. Mit einer besonders abscheulichen Tierquälerei, deren der .»ährige'August Plage angeklagt war, hatte sich heule das Amtsgericht Potsdam zu beschäsligen. Plage hatte in einer unmenschlich rohen Art einen kleinen Hund zu Tode gemartert. Richter und Zuhörer waren erschülterl, als der herzlose Tierquäler das Martyrium des HUsloscn Tieres schildert. Der Angeklagte oerantwortet sich in einer abstoßend ironischen Art. Der Arzt habe ihm gegen ein hartnäckiges Leiden empfohlen, recht viel fettes Hunde fleisch zu essen. Deshalb ließ er sich von allen möglichen Leute Hunde schenken, manchmal kaufte er auch welche, und schlachtet« sie selbst. Vor kurzem bekam er einen Rehpinscher und machte sich„mit Wonne" daran, den Hund zu töten. Er tat dies jedoch in einer Weife, die den Hund fürchterlich gequält und geschmerzt hat, bevor er den Gnadenstoß erhielt. Das Heulen des gemarterten Tieres rief einen Menschenauflauf hervor, was den Angeklagten zwang, den Pinscher, der noch lebte, in einen Sack zu stecken und zu flüchten. Einem entgegenkommenden Soldaten, der wissen wollte, was los sei, antwortete der Angeklagte:„Mein armer Hund ist mir überfahren worden." Erst viel später, nachdem das Tier lange Zeit die furchtbarsten Schmerzen erduldet hatte. machte er dem Leben des Tieres ein Ende. Das Gericht, obwoh? angewidert von dem Rohling, verurteilt« den Angeklagten doch nur zu drei Wochen Haft mit zweijähriger Bewährungsfrist, allerdings unter der Bedingung, daß er keinen Hund inehr selbst schlachte. Der Verurteilt« rief dem Gericht hierauf zu:„Ich muß aber Hund« essen und das schmeckt mir auch so gut". worauf der-Vorsitzende ihm den Rat gibt, in Zukunft seine Hunde in der Klinik schlachten zu lassen. Ein Paradies der Allen. Das Lichtenberger Altersheim— So sieht die„Mißwirtschaft" aus. Kommunisten gegen Arbeitslose. Der Haß gegen die Sozialdemokratie macht sie blind. In der Lichtenberg«! Bezirksversammlung brachten es die Kommunisten serlig. gegen einen sozialdemokratischen Antrag zu stimmen, der sich für eine einmalige Beihilfe für langfristig Erwerbslose einseht. Die Bedarfsanmeldung für 1931 wurde im Bezirksparlament angenommen, ebenso«in Antrag wegen Lieferung von Arbeitsklei- dung an Wohlfahrtsarbeiter und schließlich ein Antrag wegen Pflasterung der Wilhelmstraße in Lichtenberg. Abgelehnt wurde der Antrag wegen Anbringung von Rettungsgeräten am Körner- see in Mohlsdorf und das Unterstützungsersuchen der Teilnehmer an dem wilden Streik bei der Firma Lehmann. In der General- debatte nahmen alle Fraktionen mehr oder weniger impulsiv Stel- lung zu der Bedarfsanmeldung. Gegen die Stimmen der Kommu- nisten und Nationalsozialisten wurde sie schließlich angenommen. Genosse Arndt ließ die Gelegenheit nicht ungenützt, der prahleri- schen„stärksten Partei" in Berlin ihre grenzenlose Demagogie vor Augen zu fuhren. Di«, die allein Arbeitcrinteressen zu vertreten laut in die Welt schreien, haben es jedenfalls- nicht fertig gebracht, in den vorangegangenen Arbeitssitzungen des Haushaltsausschusses auch nur einen einzigen Antrag zu stellen, der wenigstens den ehr- lichcn Willen gezeigt hätte, für die Nöte der proletarischen Bevölkerung etwas zm tun. Die Anträge, die die Kommunisten im Plenum stellten, stellien nichts anderes dar als eine einfach« V e r- vielfachung der Anforderungen der sozialdemokrati» schen Anträge. So ist naturgemäß ein leichtes Arbeiten, doppelt leicht, wenn man außerdem noch durch einfaches Ablehnen des Etats sich vor jeder Verantwortung drückt, dafür sich dann aber in die Oeffentlichkeit hinstellt und lamentiert� Seht, wir tüchtigen Kommunisten haben ein Vielfaches von dem gefordert, was euch hier gegeben wird, wir hatten wir wollten— aber die bösen Sozialdemokraten... So sieht die Methode der KBmmunlsten aus. Wir Sozialdemokraten qbsr, gestützt auf eine langjährig« Erfahrung, pflegen ohne viel Redensarten, dafür aber mit um so mehr Aktivität zu arbeiten, auch in den Sitzungen der nicht öffentlichen Ausschüsse. Wir weisen es weit von uns. mit der Not der Bevölkerung nach Kommunistenart Schindluder zu treiben. Wir sehen unsere Ausgabe darin, alles daran zu sehen, die Rot der Arbeitslosen zu lindern und ihnen zu Helsen. Nichts aber zeigt drastischer das unehrlich« Spiel und die ganze verlogene Demagogie der Kommunisten, als ihre Stellungnahme zu einem Antrag unserer Fraktion, den Genosse Siegle begründet« und der eine Beibilse für Erwerbslose verlangte. Dieser Antrag heißt wörtlich:„Das Bezirksamt wird beauftragt, den Magistrat zu ersuchen, der Stadt- verordnetenversammlung unverzüglich eine Vortage zur Beschluß- fassung zu unierbreiteri, die eine einmalig« Beihilfe an langfristig Erwerbslose vorsieht und gleichzeitig Vorschläge enthält, wie die Mittel hierfür aufgebracht werden sollen." Die Kommunisten hatten den frechen Mut. gegen diesen Antrag zu stimmen. Aus diesem verbrecherischen Tun folgt mit empörender Deutlichkeit, daß es ihnen auf eine wirkliche Hilfe der Arbeitslosen gar nicht ankommt. Im Gegenteil, je größer die Rot. je qrößer das Heer der Erwerbslosen. um so günstiger scheint ihnen der Boden, auf dem sie ihre wahnwitzigen Pläne glauben verwirklichen zu können. » In unserem gestern in der„Stadtbeilage" veröffentlichten Bericht über die Bezirksversammlung Wedding hat sich ein bedauerlicher Druckfehler eingeschlichen. Die Auswendungen für die allgemeine Wohlfahrt(Unterstützungswescn und Iugendwohlfahrt) betragen nicht 7 400 000 Mark, sondern 22 300 000 Mark. Mitten im Walde im Orksteil Biesdorf- Süd, einen Kilometer von der Bahnstation Wuhlheide entfernt, hat die Stadt Berlin für ihre bedürftigen Alten einen Garten Eden geschassen. Mit der Eröffnung dieses schönen Heims seht die Stadt ihre Bestrebungen, nach und nach in den verschiedenen Stadtbezirken solche Heime zu errichten, planmäßig fort. Das vom Bezirksamt Lichtenberg erstellte Heim soll den vielen alten Leuten, die durch ihre Spargroschen ihr« Zukunft gesichert glaubten, heut« aber die Hilfe der Wohlsahrt in Anspruch nehmen müssen, ein geruhsames Alter friedlich und zufrieden verleben lassen. Das zweistöckige Heim enthält 24 einbettige und 24 zw«ibettige Zimmer für insgesamt 72 Personen. Neben d«n Wohnzimmern sind hübsche, verschließbare Veranden, Speisezimmer, ein Rauch- und Lesezimmer, Baderäume, Arzt- imd Pflegezimmer vorhanden. Aus- gedehnte moderne Wirtschaftsräume, daneben kleine Küchen mit Gas- kochern, wo sich Selbstversorger ihr Esten bereiten können, vervoll- ständigen das schön« Heim. Es ist alles, wenn auch mit bescheidenen Mitteln, doch mit Liebe und Verständnis geschaffen worden. Hübsche Gardinen, Wandbilder und Blumen spenden Wärme und sagen: Du sollst dich hier wohl fühlen. Ausreichendes Küchen- und Haus- personal sorgt für die Instandhaltung der Wohnräum« und Be- reitung der Mahlzeiten. Keinerlei Kasernier ung ist da, jeder soll tun und lassen, was ihm Freude macht. Alle Wohn- zimmer sind mit Vett«n versehen, die übrigen Möbelstücke bi�ngt sich jeder selbst mit, so daß jeder das um sich haben kann, was ihm li«b und teu«r geworden ist. In das Heim sollen hauptsächlich solche Berliner Einwohner aufgenommen werden, die bisher von der öffentlichen Fürsorge be- tr«ut wurden, ältere, hilfsbedürftige Personen, welche aber törper- lich noch rüstig sind und keiner fremden Wartung bedürfen. Sie er- halten Unterkunft und Derpflegung. Zentralheizung, elektrisches Licht, eine verstärkte Rundfunkanlage, alles ist vorhanden. Wer gärtnerische Interessen hat, dem bietet sich ein großes Betätigungs- feld, denn man plant die Anlage von Blumen- und Gemüsebeeten. Ebenso wird ein« Tischlerwerkstatt eingerichtet, die den Männern Arbeitsmöglichkeiten bietet. Personen, die«ine Altwohnung zur Vcr- fügung stellen können, werden besonders berücksichtigt. Anträge sind an das Bezirkswohlfahrtsamt Lichtenberg zu richten. Unter sozialdemokratischer Initiative hat die Stadtverwaltung hier im Dienst« der Alten, die in schwerer, mühevoller Arbeit ihr L«ben ver- brachten, ein Werk edler Menschlichkeit geschaffen. Q'chtfäulen für Berlin. Die Berel wird im Laufe der Monate Oktober und November an verschiedenen Punkten der Stadt Leuchtsäulcn aufstellen, die in ihrer äußeren Aufmachung den bisherigen Litfaßsäulen entsprechen, aber von innen erleuchtet sind. Der Gedanke, Leuchtsäulen aufzustellen, ist nicht neu. Seit längerer Zeit hat man an der praktischen Durchführung dieses Ge- danken? gearbeitet. Die Säulen bestehen aus einem runden Zement- sockel, auf dem fünf Zellonringe aufgebaut sind. Die Plakate, die bis zur Größe von 60 mal 90 Zentimeter angebracht werden können, werden zwischen zwei Zellonwände einer lichtdurchlässigen, fenster- glasklaren und unoerbrennbaren Schicht befestigt. Di« Ausstrahlung erfolgt vom Inneren der Säule. Es ist beabsichtigt, im Laufe der Zeit ungefähr 20 bis 30 derartige Säulen aufzustellen, deren Re- klamesläche in der Hauptsache der Vergnügungsindustrie zur Ver- fügung gestellt werden soll. Die Jugend sieht zur Partei! Tagungen und Besdilüsse der Sozialistischen Arbeiterjugend. „Unter Tag und nber Tag kein Brot." Zu einem unter dieser Ueberschrift im„Vorwärts" am 21. Sep- tember 1930 erschienenen Artikel sendet uns die Siedlungsgesell- schaft„Deutsch-Land" eine längere Erklärung. Einleitend wird anerkannt, daß die Schenkenberger Siedler zur Zeit einen schweren wirtschaftlichen Kampf zu führen haben. Als Grund wird in erster Linie der niedrige Preis für landwirtschaftliche Produkte angeführt. Die Gesellschaft wendet sich gegen die Annahme, daß man für die Bedrängnis vieler Siedler die Siedlungsgesellschaft oder die auffichts- führende Siedlungsbehörde verantwortlich machen könne. Es wird erklärt: 1. Die Siedler haben das Rentengut nach eingehender Be- fichtigung übernommen. 2. Das Siedlungsgelände in Schenkenberg ist vom Grundeigentümer zur Besiedlung von der„Deutsch-Land" nicht erworben worden, sondern von einer S'edlungsgesellschaft, die auch mit der Bebauung bereits begonnen hatte, so daß auch die Bauten zum wesentlichen Teil nicht von der„Deutsch-Land", son- dern von der Vorbesitzerin durchgeführt worden sind. 3. Seit der Uebernahme der Siedlung durch die„Deutsch-Land" ist den Siedlern stets Wasser geliefert worden, heute sogar durch ein der Genosten- schaft übereignetes Wasserwerk. 4. Bei der Berechnung des Boden- Preises sind Anlage der Wege, Zufahrtsstraßen und teilweise Leistun- gen zum Wasserwerk sowie die Leistungen zu berücksichtigen, die zur Regelung der öffentlich-rechtlichen Verhältnisse(Kirche, Schule, Ortsnetz ufw.) notwendig sind. Wohltätigkeilsfest der Feuerwehr. Ani Mittwoch, dem 5. Nc>- vembsr 1930, 20 Uhr, findet in den gesamten Festsälen des Zoo- logischen Gartens ein Wohltätigkeitssest statt, dessen Reinertrag für ein Erholungsheim der Berliner Feuerwehr bestimmt ist. Es spielen mehrere Kapellen: außerdem werden kllnsilerffch« Dar- bietungen und eine groß« Tombola für Ufte Anregung sorgen. Eintrittskarten sind bei den Theaterkassen der Warenhäuser, Invaliden- dank, Bot« und Bock ,zum Preise von S Mark erhältlich. Mitte Oktober tagte im Friedrich-Ebert-Haus in Tännich i.Thür. der Reichsausschuß des Verbandes d'er Sozia. listifchen Arbeiterjugend Deutschlands. Der Ver- bairdsvorfitzende Erich Ollenhauer gab einen anschaulichen Be- nicht über die allgemeine Lage nach den Reichstagswahlen und kennzeichnete die Aufgaben, die sich für Partei- und Jugend- organisation aus ihrem Ausgang ergeben. Die erst« Forderung ist: In den Reihen der Sozialistischen Jugend ist die Ueberzeugung zu wecken und zu vertiefen, daß alle parlamentarischen und außerparlamentarischen Aktionen der Partei die Unterstützung der Jugend brauchen. Die Parole ist: Jugend und Partei stehen in einer Front. Dies ist um so mchr notwendig' weil es in den augenblicklichen Kämpfen zwischen Arbeit und Kapstal auch um das Schicksal der Jugend geht, weil der Kampf um die Demokratie auch ein Kampf um die Möglichkesten der Leb«nsgestaltung der Arbeiterjugend ist. Die Jugend weiß— und wir wollen es ihr immer wieder mit aller Eindringlichket sagen—, daß der Kampf der Arbeiterschaft i h r Kampf ist. daß ein Sieg der Arbeiterschaft ihr Sieg ist, daß eine Niederlage der Arbeiterschaft aber auch ihre Niederlag« ist. Selbstverständlich muß die Führung in allen Kämpfen bei der Partei liegen. Di« zweite Forderung ist, der Kampf um die Jugend beginnt erst ri'chtig, und ist von uns verstärkt zu führen. Die Septemberwahl hat die Jugend, wie noch b«i keiner politischen Entscheidung in den Mittelpunkt der Auseinandersetzungen gerückt. Die sozialistische Jugend hat mit einer lobenswerten Aktivität in der Werbearbeit darauf geantwortet. Mit ganzer Kraft gilt es nun, diese Aktivstät für eine groß angelegte Werbung unter der jungen Generation unseres Volkes zu verwenden. Im Kampf um die gesamte Jugend will die Sozialistische Arbeiterjugend an die Spitze kommen, will sie die Führung haben. Die dritte Forderung heißt verstärkte politische Erziehung der Jugend. Die Entscheidung der Jungwähler stand überwiegend unter Stim- mungen und wurde nur wenig aus Ueberzeugung und politischer Einsicht gefällt. Politische Einsichten in weiteste Jugendkreise zu tragen, fft eine der notwendigsten Gegenwartsaufgaben aller Arbeiterorganisationen. Gegen die Schlammflut von Verhetzung der Jugend gibt es einen unüberwindlichen Damm: die Weckung des politischen Interesses, Vermittlung von politischem Wissen zur Er- kenntniS der Zusammenhänge im gesellschaftlich«» Leben. Di« viert« Forderung richtet sich an die Partei. Der Kampf um die Jugend und ihre verstärkte politische Forderung ist nicht nur ein Kampf und eine Aufgabe der Jugendorganisation««, sondern er bedarf der weitgehendsten Unter st ützung der Partei. Notwendig ist dazu(neben vielen andern Dingen), daß alle älteren Jugendlichen aktive Mitglieder der Sozialdemokratie und der freien Gewerkschaften sein müssen. Eine letzte und gegenwärtig die wichtigste Aufgabe der Arbeiter- organisationen zur Gewinnung der Jugend ist, durch praktische Arbeit immer wieder den Beweis zu erbringen, daß Partei und Gewerkschaften die berechtigten wirffchaftlichen und kulturellen In- tercssen der Jugend vertreten. So z. B. durch die kompromißlose Ablehnung der Heraussetzung des Dahlalters. strikte Ablehnung einer Arbeitsdien st Pflicht, Hilfe, rasche und durchgreifende Hilfe für die erwerbslose Jugend. Die Grundgedanken des Referats und der anschließenden Aue- spräche, die von einer kamxffreudigen Stimmung der Vertreter der Jugend aus allen Teilen des Reichs getragen war. sind enthalten in einem Aufruf an die gesamte Jugend, der einstimmige Annahme fand. Im Zusammenhang mit allen diesen Fragen wurde auch die Einrichtung von besonderen Ordnerformationen in der SAJ. besprochen Nach gründlicher Diskussion wurde gegen drei Stimmen der folgende Beschluß gefaßt: „Der Reichsausschuß billigt den Beschluß des Hauptoorftandes. keine Iungordnergruppen in- nerhalb der TAI. zu bilden. Die besondere Zusammen- sassung von Parteigenossen zum Schutz von Veranstaltungen und Einrichtungen der sozialistischen Arbeiterbewegung ist Aufgabe der Partei. Di« junge Generation der Arbeiterschaft wird sich an der Erfüllung dieser Aufgabe mit aller Kraft beteiligen." Ein besonderes Beispiel für die enge Verbindung zwischen Jugend und Partei und auch unter den sozialistffchen Jugendorgani- sationen ist die folgende einstimmig gefaßte Entschließung: „Der Reichsausschuß beschließt, dem Parteivorstand den Vor- schlag zu unterbreiten, Zeitpunkt und Ort des nächsten Partei- t a g e s so zu bestimmen, daß er mit einem Massenaufmarsch der sozialistischen Iugen'd eröffnet werden kann. Der Reichsausschuß beaustragt den Hauptvorstand, mit der sreien Gewerkschaftsjugend und der Arbeitersportler- j u g e n d über die Möglichkeiten eines gemeinsamen Auf- morsches zu oerhandeln." An weiteren größeren Veranstaltungen sollen im Jahre 1931 durchgeführt werden eine R«ichswerbewoche vom 22. bis 29. März. em R«ichsjug«ndze!tlager aus der Insel Namedy im Rhein Ende August, ein Reichssport- und Spiellag am 6. September, ein internationaler Jugendtag am 4. Oktober und«ine Herbstwerbewoch« vom 4. bis 11 Oktober. Außerdem sollen durchgeführt werden je eine Schulungswoche für leitende Funktionäre in den Verbandsgebieten Westdeutschland, Norddeutschland, Mittel- deutschland, Süddeutschland und Ostdeutschland, je eine Auslands- fahrt nach Holland, Frankreich und Polen. Die Bezirke sollen nach Möglichkeit zu Pfingsten Bezirksjugendtage abhalten. Für den Genossen Arthur Kunze, Dresden, der sein Amt im Hauptvorstand niedergelegt hat, wurde Genosse Arthur Groß. Chemnitz, als Vertreter für Mitteldeutschland in den Hauptvorstand gewählt, als verantwortlicher Redakteur der„Arbeiter-Jugend" der Genosse Gustav Weber, Berlin. Im Anschluß an die Sitzung des Rcichsausschusses fand eine Bezirksleiteraussprache statt, auf der sprachen: Prof. Weniger, Altona, über„Wandlungen in der Jugenderziehung", Hermann Maß, Geschäftsführer des Reichsausschusses der deut- schen Iugendverbände, über„Die Jugendverbände in der Gegen- wart". Erich Ollenhauer über„Aelterenarbeit und Fritz List über„Spiel- und Sportarb«it innerhalb der SAJ." Die Tagungen zeigten in Reserat' und Aussprache, daß die Sozialistische Arbeiterjugend stärker und entschlossener denn je in eng st er Gemeinschaft mit der Sozialdemokratie und den freien Gewerkschaften den Kampf um die Jugend und den Kampf für mehr Schutz und Recht der Jugend zu führen gewillt ist._ Um die„Oreigroschenoper". Die Urheberkammer des Landgerichts l glich dem Romanischen Cafe: Herren mit wallender Mähne, rollenden Augen, vom Kopf bis zur Zehe durchgeistigt, gaben sich ein Stelldichein. um zu erfahren, ob die Nero-Filmg«sellfchaft, sprich: T o b i s, Bert Brechts„Dreigroschenoper" vcrtonfilmen darf oder nicht. Herr Brecht sprach viel schöne Worte über Urheber- rechte, ideelle Gründe, künstlerische Gesichtspunkte, stilistische Eigen- art und was dergleichen Dinge mehr sind, mußte sich aber vom Vertreter der Gegenseite sagen lassen, daß er selbst sehr laxe An- schauungen in Fragen des Urheberrechts gehabt und beispielsweise in der„Dreigroschenoper" Ammers' Uebersetzung«n der Balladen Villons verwandt habe. Das Urteil wird später ver- kündet werden. In den Film sind bisher 800 000 M. gesteckt worden. Die Arbeiterschaft hat andere Sorgen. Reue Kurse der Abend-Realschule. Seit sechs Iahren besteht in Berlin eine Einrichtung, die sich die Verwirklichung des Wortes „Freie Bahn dem Tüchtigen" zur Aufgabe gemacht hat. Die Abend-Realschule bietet jungen arbeitenden Menschen, denen wirtschaftliche Verhältnisse den Besuch einer höheren Schule ver- sagten, die Möglichkeit, dies nachzuholen. In den letzten Iahren haben Hunderte von berufstätigen Menschen der ver- schiedensten Altersklassen, Jungen und Mädels, Frauen und Männer, nach der Arbeitszeit die Schule erfolgreich besucht. Der eigentliche Zweck der Abend-Realschule ist jedoch, diesen späten Anfängern die staatliche Realschul-Schlußprüfung zu vermitteln. Jetzt beginnen im Schulgebäude. Berlin, Gipsstraße 23a, wieder neue Kurse. Das Schulgeld ist den heutigen wirtschaftlichen Ver- Hältnissen angepaßt, es betrögt monatlich nur zehn Mark. An- Meldung und Auskunft Dienstags und Freitags, abends 9 Uhr im Schulgebäude. Zimmer 21. Kassiererin seierl Zbjähriges Geschäflsjubiläum. Am 19. Oktober begeht Fräulein Henny Hirsch ihr 2Sjähriges Geschäftsjubiläum im Kaufhaus Paul Held Nachfolger, Jnvalidenftaße, als Kassiere- rin. Unseren herzlichsten Glückwunsch! I Frcnzel-Prozeß ohne Ende. Hilde Frcnzel:«Warum zwinkert dieser Richter zum Staatsanwalt?' ßß Zu Beginn der gestrigen Verhandlung im 5renzel.Pro;eh wurde zunächst Hilde Frenze! noch weiter vernommen, und zwar über den widerruf ihrer ersten belastenden Angaben gegen ihren Vater. Die Zeugin erklärte, dah der Staatsanwalt, bei dem sie ihre Aussagen widerrufen wollte, erst sehr nett zu ihr gewesen sei, ihr auch Kaffee und Kuchen angeboten habe, daß er sie dann aber, als sie bei ihrem widerruf blieb, angefahren hätte:„Wie können Sie so lügen. Ihr Vater hat ja schon alles zugegeben." Bei dieser gestrigen Vernehmung wurde Hilde Frenze! wieder ziemlich erregt, insbesondere als sie zu bemerken glaubte, daß während ihrer Darstellung einer der richterlichen Beisitzer zum Staatsanwaltschasls- rat Dr. Stargard hinübergezwinkert habe. Sie erklärte wörtlich: „Darf ich mal um etwas aufmerksam machen:„Warum zwinkert dieser Richter zum Staatsanwalt hinüber?" Trotz aller Vorhalte blieb die Zeugin auch weiterhin in diesen Punkten bei der Darstellung, die sie schon in der ersten Verhandlung gegeben hatte. Nachdem noch der Sachverständige Dr. P l a u t h eine Reihe von Fragen an Hildegard Frenze! gestellt hatte, wurde Direktor Gerhardt von der Pinkerton-Gesellschaft vernommen. Er bekundete, daß Frenze! Zlnfang März. 1930 zu ihm gekommen sei. seine völlige Unschuld beteuert und ihn beaustragt habe, Ermitt- hingen vorzunehmen. Die ersten Erhebungen hat der Zeuge dann in Bornim im Hause Frenzels angestellt, wobei er Briefe gesunden habe, die Aufschluß über den Lebenswandel der Hildegard Frenze! gaben. Er sei dann weiter noch Fehmarn gefahren, wo Hilde eine . Stellung angenommen hatte, und habe sie dort in Gegenwart von Zeugen vernommen. Zunächst habe sie mit Bezug aus die ihr vor- ! gehaltenen Zeitungsberichte schnippisch erklärt:„Wenn es drin steht, wird es schon stimmen" Als man ihr jedoch die gefundenen Briefe vorhielt, sei sie zusammengebrochen und habe erklärt: sie wolle die volle Wahrheit sagen, worauf sie dann all« ihre Be- schuldigungen gegen den Vater widerrufen habe. In diesem in Fehmarn aufgenommenen Protokoll, das zur Verlesung kam, er- klärte Hildegard Frenze!, daß alles, was über ihren Vater gesagt worden sei, unwahr und frei erfunden wäre. Der Vater sei sehr streng zu den Töchtern gewesen, und deshalb Hütten sie diese Be- schuldigungen erhoben, um sich aus dem Elternhouse freizumachen. Die Verhandlung wurde dann auf den heutigen Sonnabend vertagt. Anfang der kommenden Woche dürfte die Gegenüber- ktcllung von Hildegard und Gertrud Frcnzel erfolgen. Im übrigen rechnet man, in Anbetracht der nach zahlreichen Zeugen, mit einer Verhandlungsdauer von etwa drei Wochen. "reispruch und doch verurteilt! Kommunistische Aerleumdungstaktik. vor dem Schössengerichl Berlin-Wille stand gestern wegen Beleidigung des Oberbürgermeisters Genossen Fresdorf. Brandenburg der kommunistische Landtagsabgeordneie Gohlke. Der Talbesland ist dieser: In Brandenburg erschien eine kommunistische Zellenzsihing„Die rote S.Z."; auf der letzten Seite stand: Verantwortlich Gohlke, M. d. L. Dieses Organ brachte mm im August 1929 eine Zeichnung des Oberbürgermeisters Fresdorf mst einer Unterschrift des Inhalts, daß der sozialdemokratische Oberbürgermeister„ver- sehentlich" zwölf Monate lang zuviel Aufwandsentschädigung be- zogen und das Geld erst zurückgezahlt habe, als„die Angelegenheit Stadtgespräch" war. Die Beweisausnahme ergab die völlige Unhaltbarkell dieser kommunistischen Verleumdungen. Durch ein Ver- sehen der zuständigen Verwaltungsstelle war ein Posten aus den Bezügen des Oberbürgermeisters doppelt verbucht und deshalb zwei- mal ausgezahlt worden. Genosie Fresdorf lieh sich seine Bezüge monatlich an die Sparkasi« überweisen, ohne die höhe bei den komplizierten Abzügen und Zulagen im einzelnen nachzuprüfen. Kaum war der verwalwngstechnisch« Fehler entdeckt worden, als Oberbürgermeister Fresdorf sofort eine genaue Untersuchung an- ordnete und Anweisung gab, daß ihm der zuviel bezahst« Betrag von rund 2000 Mark bei der nächsten Zahlung abgezogen würde. Die Rückzahlung ist dann auch im Verlauf von vier Wochen prompt erfolgt. Trotz dieses klaren Tatbestandes niußte Gohlke f r e i g e- sprachen werden, da nach Ansicht des Gerichtes die Voraus- setzungen des§ 20 Reichspresiegesetz nicht erfüllt sind. In der Urteils- begründung sührte Landgerichtsdirektor Dr. Arndt aus: Die gegen Oberbürgermeister Fresdorf erhobenen Vorwürfe sind nicht berech- tigt. Es ist erwiesen, daß der Doppelbezug der Äuswandsentschädi- gung auf ein verwaltungstechnisches Versehen zurückzuführen ist. Es besteht kein Zweifel, daß der Nebenkläger hiervon nichts gewußt hat. Weiterhin hat er die zuviel bezogenen Beträge nicht erst auf ein Stadtgespräch hin zurückgezahlt, sondern ohne Verzug, sobald ihm der Irrtum zur Kenntnis gekommen war, die Rückzahlung an- geordnet. Es lägen also an sich die Voraussetzungen zur Bestrafung aus z 186 RStGB. vor, wenn nicht wegen Mangels der preß- gesetzlichen Verantwortung auf Freispruch erkannt werden mühte. Weshalb konnte§ 20 keine Anwendung finden? Die Branden- burger Kommunisten hatten ohne Wissen Gohlkes seinen Namen als den des verantwortlichen Redakteurs unter ihre Zelkinzeitung ge- setzt. Erst noch Tagen hatten sie Gohlke von ihrem Tun benachrich- ttgt, und dieser hatte sich zur Uebernahme der Verantwortung bereit erklärt. Das Pressegesetz verlangt nach Ansicht des Gerichts, daß der verantwortlich Zeichnende feine redaktionelle Tätigkeit auch wirk- lich ausübte. Dies war bei Gohlke nicht der Fall. Freispruch hin. Freispruch her: Moralisch ist die komuMnistische Kampfmethode wieder einmal gebrandmarkt. Man lügt, man be- leidigt, man verleumdet und man versteckt sich dann hinter einem Strohmann, wenn möglich hinter einem Abgeordneten. Wird die ..Rote Fahne' mit diesem..Freispruch" vielleicht noch renommieren? Den Kommunisten ist alles zuzutrauen. Der Staatsanwalt hatte 500 Mark Geldstrafe beantragt. Weißenberg unier Anklage. Wann wird dem gefäkr« chen Kurpfuscher das Ha�dwerf gelegt? Die Staatsanwaltschaft l hat gegen den„Propheten" Josef Weißenberg Anklage wegen sahriässiger Körperverletzung unter Verabsäumung seiner Berufspslicht erhoben. Weißenberg wird beschuldigt, die eineinhalbjährige Tochter Hildegard des Arbeiterehe- paares hänsicke in hohenfinow dadurch an der Gesundheit geschädigt zu haben, daß er das an Augenentzündung erkrankte Kind, ohne es gesehen und untersucht zu haben, mit weißem käse behandelte. Weihenberg bestreite!, sich strafbar gemacht zu haben. Er will die Eheleute hänsicke und deren Kind jetzt nicht kennen. Allgemeine Wetterlage. 47. OJd: 4930rabds. 0v»lkenI»s:O hciker.Ohslbbedeck! ®wonai 2. Hai, 2 Trcvven recht», zu richte». 7. ttrei« kharlottendneg und Spandau. Juristische Sprechstund« findet am Sonnabend, dem 18. Oktober, von 17 bis 18 Uhr, im Jugendheim Ro- sinenstr. 4, statt. Gelegenheit zum Kirchenaustritt! Heule. Sonnabend, IS. Okkobei. 24. Abt. Die Gruppenführer werden gebeten, bestimmt heute ob 17 Uhr die Sammellisten sllr das Nolopser und die Eintrittskarten zur Revolutions- feier vom Abtcilungskassierer abzuholen. 120. Abt. Kriedrichsscld«. Heute im Lokal Tempel, PrtazenaUee 4.7 39. Grün- dunasfeicr. Mitwirkeade: Di« aktuelle Kleinkunstbühne und Kapelle des Deurschen Mufiierucrbaudes. Taaz. Eintritt 1 M. Beginn 19!4 Uhr. Auch Säfte find willlommen. l40:i. Abt. Wittenau. Heute findet in Hcrmsdorf, Restaurant Lutnvigslust. ein Kabarcttobcnd der Abteilung Hcrmsdorf unter der Bezeichnung:„Politik und Liebl� statt. Unsere Genossen Ivcrdcn zum Besuch dieser Bcran- staltung aufgefordert. Morgen, Sonntag. 19. Oklober. 38. Abt. SVi Uhr Konsumbestchttgung. Ritt-rgutstr. 18—20. 198. Abt. Oberschönemeide. Alle Genossen treffen sich zur ,.Bo«viirtz".Agitatw» um 9 Uhr im Lokal SchMcrglocke, Schillerpromenad« 2. 198. Abt. Kiipeuilk. Konsumbesichtigung. Abfahrt ab KSpenick 9,09 Uhr, Spindlersfeld 9,09 Uhr bis Bahnhof ffrantfurter Allee. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. 187. Abt. Reiniendors-West. Di« ssunltionärinnen der Arbeitcrwohlfahrt kommen um 19V6 Uhr im Vostshaus. Scharmvederstrabe zusammen. An- schließend um 20H Uhr die iZunktioniire der Agitation. Um pünktliches Er. scheinen der Arbeiterwohlfahrt roird gebeten. Jungsozialistische Bereinigung. Dt« für heut«. ZSZ1 Uhr, angeseßte allgenuin« iZunktionürversamm- jH lung der Berliner Iungsozialisten muß wegen Verhinderung des Re- fercnten vorläufig auf unbestimmte zeit vertagt werden. Die fflugblöttcr für den Werbemonat Oktober müssen von den Gruppen» funkt ionärcn heule unbedingt vom„Porwärts"-Haus, Lindenftr. Z lPförtner- Ivgc), von 14 Uhr an. abgeholt werden. Dar.Junge Kämpfer* ist von den Gruppe» Eharlattcuburg, Mitte, Reu- külln und Prenzlauer Berg noch nicht abgeholt worden. Di- Vorflßenden dieser Gruppen werden gebeten, umgehend da» Mitteilungsblatt tu de: Wohnung de» Genosse» Kurt Tarß, Berlin W. 18 Meinrkestr. 24, in Empfang zu nehmen. Achtung, Rote Reihe! Heute, 18 Uhr, Kusammcniunft im Jugendheim Dorckstr. 11. Es sind wichtig« Dinge zu bcsprechein Alle müssen anwesend sein. Gruppe Tempelhof-Rari-udorf. Im Jugendheim, Lyzeum Tcmpclhof, Ger. maniastr. 4—8Hgit nrtxrttasim« a«» dem Polnischen von I. H Rischel.) IMenlchenhöpfe- Exportware Vor einiger Zeit fiel in einem Londoner Vorortzug ein Paket aus dem Gepäcknetz. Die Verpackung ging auf und ein Menschen- topf rollte den«msetzten Passagieren vor die Füße. Der Besitzer des Pakets wurde festgenommen. Man glaubte schon, einen fett langem gesuchten Massenmörder gefunden zu haben. Der vermeintliche Schwerverbrecher entpuppte sich aber als ein harmloser Gelehrter, «in Sammler von präparierten Maoriköpfen aus Neuseeland. Dieser Vorfall erinnert den Europäer an eine d«r merkwürdigsten Sitten der Menschheit, an den Kopfhandel auf Neuseeland, der dort bis in die neueste Zeit geblüht hat. Kein Volk der Südse« legt«in«n so großen Wert auf Tätowierungen wie der schön« Stamm der M a- o r i s. Ein tätowierter Kopf gilt bei den Maoris als ein wertvoller Gegenstand, und zwar nicht mir, wenn er fest auf den Schultern seines Eigentümers sitzt, sondern auch dann noch, wenn er schon abgeschlagen ist und das Heim eines siegreichen Kriegers schmückt. War ein Häuptling im Streit gefallen, so mutzte vor all«m da- für Sorge getragen werden, daß sein Kopf nicht in feindliche Hände fiel. Folgender Vorfall, der von einem englischen Neuseelandfor- scher erzählt wurde, ist für diese Sitte besonders charakteristisch. Noch einer blutigen Schlacht zwischen zwei Stämmen lief eine Schar be- siegter Maoris davon. Unter den vielen Flüchttingen befanden sich der Sohn des gefallenen Häuptlings und sein älterer Onkel, der seinerzeit«in großer Krieger gewesen war, aber nun, gebreckstich wie er war, nicht niehr schnell laufen konnte.?lls der tapfere Maorj sah, daß er nicht mehr weiter konnte, bat er seinen jungen Resten' um die letzte Gnade: ihm den Kops abzuhauen, um ihn vor der Schande zu retten, das Haupt an die Feind« zu verlieren. Der junge Krieger sah die Berechtigung dieser Forderung vollkommen «in. Er faßte den Allen an dem langen Haar und schlug ihm den Kopf mit der Streitaxt glatt ab. Dann rannte er, so schnell er konnte, um das kostbare Kleinod zu retten. Nach der Entdeckung Neuseelands durch die Weißen erhielten die Menschcnköpfe einen Handelswert. Der Begletter des englischen Kapitäns Cook, die Gelehrten Bank und Solande, zeigten großes Jntr«sie für die Köpfe der Maori, die sie zu wissenschaftlichen Zwecken besitzen wollten. Sie sahen zahlreiche Köpfe, die auf Pfähle vor den Behausungen der Eingeborenen aufgespießt waren und kauften sie sofort ab. Dieses erst« Geschäft mit Menschenköpsen leitet« den grauenhaften Handel mit präparierten Maorischäd«ln ein. We Forschungsschiffe, die am End« des 18. und am Anfang d«s 19. Jahr- Hunderts Neuseeland besuchten, brachten umfangreiche Kopfsamm- . lungen für amerikanische und europäische«thnographische Museen mit. Tätowierte Maoriköps« wurden eine der gangbarsten exonschen Waren. Di« Eingeborenen verstanden es sofort, die Vorliebe der Europäer für Maoriköpfe auszunutzen. Sonderbarerweise ver- mehrten sich zu dieser Zeit die Streitigkeiten zwischen den Stäm- men und ein« r«gelrschte Jagd nach Menschenköpfen setzte ein. Mit der erhöhten Nachfrage nach Maoriköpfen stieg der Preis. Und da die gute„Ware" immer knapper wurde, erschienen sogar-Kopf- fälscher" auf dem Schauplatz. Ihr Beruf bestand darin. Köpf«, die zu Lebzeiten nicht genügend tätowiert waren, nach der Trennung vom Rumpf mit kriegerischen Tätowierungen zu versehen, die be- sonders hoch im Kurs standen. Eingeborene, die kunstvolle Täto- wierungen zur Schau stellten, zitterten Tag und Nacht um ihr Leben. Man beschränkte sich allerdings bei diesem Handel nur aus männliche Köpf«, denn eine Nachfrage nach Fraucnköpsen bestand nicht. Dann kam ein« Zeit, in der der Zustrom von gut tätowierten Maoriköpfen auf den Markt beinahe aufhörte. Die Sehnsucht nach Schußwaffen und anderen europäischen Gebrauchsartikeln brachte die schlauen Eingeborenen auf einen Gedanken. Sie begannen Kriege mit benachbarten Inseln und kamen mit zahlreichen Kriegs- gefangenen zurück. Diese unglücklichen Sklaven wurden dann täto- wiert und ihre Köpfe wurden den weißen Schiffskapitänen als echte Maoriköpfe angeboten. Anfang des 19. Jahrhunderts erhoben sich in Europa die ersten Stimmen gegen den abscheulichen Handel. Aber erst im Jahre 1889 griffen die englischen Behörden«in. Zwei Stämme an der Bay os Island gerieten in Streit. Di« Sieger im Kriege oerkauften einen großen Posten feindlicher Köpfe an den Kapitän eines englischen Kaufsahrers. Als das Fohrzeug, das nach Sidney unterwegs war, einen Hafen anlief, der sich auf dem Ge- biete des geschlagenen Teils befand, bot der rücksichtslose Kapitän den Eingeborenen an, ihm einen ganzen Sack von Köpfen abzu- kaufen. Als die Maoris die Köpf« ihrer Gefallenen sahen,»er- ließen sie mit Schreckensgeschrei das Schi st. Sie sandten«ine?lb- ordnung nach Sydney und beschwerten sich beim Gouverneur. Der Gouverneur zog den Kapitän zur Verantwortung und verbot den Handel mit Maoriköpfen. Es dauerte aber viele Jahre, bis der Handel aufhörte. Viele englisch« Wellreisend« besitzen heut«»och unter anderen Sehenswürdigketten abgeschlagen« Maoriköpfe. Noch vor kurzem soll eir, tätowierter Maorihäuptling einem englischen Missionar seinen Kopf angeboten und dafür ein gutes Beil gefordert haben, das sein« Familie gut gebrauchen könne. Es gibt, wi« man sieht, immer noch Gebiete, die von der Zivilisation wenig berührt sind, auch sin Zettalter der Technik und des Radio. Die Tätowierung der Maoris bedeckte den ganzen Kopf, aber sie ließ sonderbarerweis« die Lippen frei. Angemalt« Lippen galten und gelten noch heute als unschön— in der Südsee! Da» Gesicht eines tätowierten Maoris sieht wie«in expressionistisches Gemälde aus. Die abgeschlagenen Köpfe wurden auf eine merkwürdige Weise präpariert, so daß sich ihre Bcmalung in voller Unberührtheit er- hielt, was den„Mussumswert" der grauenhaften Ware bedeutend erhöhte. •Die„Gorilla Expedition" Das amerikanische Carnegie-Institut sandte im Juni 1929«ine Expedition unter Leitung von Dr. Bing h a m in das Gorillaschutzgebiet nach Afrika, wo die letzten Ueberreste dieser riesigen Menschenaffen, die im Aussterben begriffen sind, leben. Die„Gorillaexpedition" sollt« sich ein Jahr lang im Gorillagebiet aufhallen, um die Art und das Leben dieser vom Geheimnis um- witterten Tiere zu studieren, über die die phantastischsten und aben- teucrlichsten Berichte von Reisenden in früherer und heutiger Zeit veröffentlicht wurden. Nun liegt von der Expedition der erste fach- liche Bericht vor, der von wissenschaftlichen Kreisen mit größter Spannung erwartet wurde, galt es doch, zum ersten Male«inen wirklich sachlichen Bericht zu erhalten, der sich auf getreuester Be- obachtting aufbaut. Der„Nationalpark" im Kiuwegebiet" des belgischen Kongos, zwischc Kiuwesee und Uganda, wurde vor fünf Iahren von der bei- zischen Regierung auf Veranlassung des Carnegie- Instituts zur Schutzstätte erklärt. Er hat eine Ausdehnung von ungefähr 1599 Quadratkilometer und ist der hauptsächlichste Aufenthalt für die letzten Gorillafamilien. Di« Expedition hatte eine sehr schwere Aus- gäbe zu erfüllen, da der Urwald, in dem sich die Gorillas vorzüglich aufhalten, fast undurchdringlich ist. In diesen dichten Bambus- Wäldern führen die Gorillas ein Leben, das durchaus von den land- läufigen Schilderungen verschieden ist. Man weiß, daß der Gorilla ein riesiger Kerl ist, der eine Höbe von über 2 Meter erreicht und über ungeheure Kräft« verfügt. Diese Tatsachen haben ihn in den Geruch besonderer Grausamkeit, Wildheit und Angriffslust gebrocht. In Wirklichkeit ist der Gorilla aber em sehr friedfertiges Geschöpf, das auf ein ruhiges und gemächliches Leben den größten Wert legt. Vorbildlich ist sein Fainilienleben. Allabendlich wird ein großes Nachtlager hergestellt, das sich entweder auf einem Baum oder zu ebener Erde befindet. Hier ist die Schlafstätte für dos Weibchen und di« Jungen, während der Hausherr und Famllienvater seine Aufgab« darin sieht, die schlafende Familie zu bewachen. Auch die Anschauung, daß die Gorillafamilie eine gewisse Seßhaftigkeit auf- weist, hat sich nicht bestätigt. Der Gorilla lebt von Pflanzen, ist also gezwungen, nach Vernichtung der Pflanzenvorräte die Stäit« wieder zu verlassen und eine neue aufzusuchen, wo«r neue Nahrung findet. Er benutzt darum sein Lager nur einmal und fertigt an jedem Abend ein neues an. Am Tage läßt sich dagegen das Männchen von den Mitgliedern seiner Familie wie ein Pascha bedienen und greift auch zu Mißhandlungen, wenn seine Angehörigen nicht gehorchen wollen. Wenn er nicht angegriffen wird oder sich bedroht sieht, ist er friedfertig. Die wisienschaftliche Expedttion hat sich ihrer Aufgabe entsprechend selbstverständlich jedes Angriffes enthallen und kam darum auch nie in die unangenehm« Lage, Waffen gebrauchen zu müssen, obwohl die Mitglieder der Expedition, unter denen sich auch di« Frau des Leiters Dr. Bingham befand, viele Monate lang sich stets in der nächsten Nähe dieser Urwaldriesen aufhielten. Es gelang ihnen sogar, zahlreiche wichtige Filmaufnahmen zu machen und da- durch viel« Bilder von dem intimen Familienleben dieser Menschen- aff«n festzuhallen. Die Intelligenz der Gorillas ist offenbar ver- hältnismäßig sehr groß. Das geht aus ollen ihren Lebensgewohn- hellen hervor, wenn auch die Lagerstätten, die sie bauen, nicht gerade von hohen Ansprüchen zeugen. Da die Gorillas in dem Schutzgebiet von Jägern nicht verfolgt und beunruhigt werden, so war es möglich, ihre Sitten zu studieren, wie sie sie im Leben der Ruhe und des gemächlichen Genusses offenbaren. Nach diesem ersten Bericht ist also der Gorilla ein harmloser, familicnliebender Pflanzenfresser. fflupenbehandlung Nun ist sie wieder da, die Zeit unseres Mißvergnügens, die Hustenzeit, und jeder sucht sich mit ihr abzufinden, so gut er es ver- steht. Es gibt Menschen, die schon bei ganz geringem Husten zu Medikamenten greifen, von denen sie wissen, daß sie mit ihrer Hilfe den Husten unterdrücken können. Nichts wäre törichter, als wenn man dieses Verfahren für nachahmenswert erklären wollte. Denn letzten Endes ist doch der Husten«ine wertvolle Schutzmaß- nahm« des Körpers, in erster Linie der Atmungsorgane, um Fremdkörper, z. B. Schleim, herauszubefördern. Ein solcher„locke- r e r" Husten, der diese Aufgabe erfüllt, ist sehr begrüßenswert und darf im allgemeinen nicht unterdrückt werden. Höchstens wenn Schlaf, und Nahrungsaufnahme leiden, wird der Arzt einige Zeit vor dem Schlafengehen und vor den Mahlzeiten hustenstillende Me- dikamente nehmen lassen. Allerdings gibt es noch eine andere Form des Hustens, den sogenannten trockenen Reizhusten, der erfolglos bleibt, quälend und schädlich sst, di« Lunge über Gebühr anstrengt. Ein solcher rauher oder bellender, mitunter kaum klingender Reizhusten kann z. B. durch den Druck geschwollener Lymphdrüsen auf die Bronchien— vorzugsweise bei Kindern— hervorgerufen werden; oder durch einfache Schwellung der Bronchialfchleimhout oder durch Absonderung zähen und schwer beweglichen Schleims. Der gerade bei der Bronchitis so oft beobachtete trocken« Reizhusten steigert das Wundgefühl in der Luftröhre, ruft infolg« der gehäuften an- strengenden Wiederholung Schmerzen in der Atemmuskulatur und in den Bauchmuskeln hervor, verscheucht den Schlaf und führt so zur Erschöpfung. Hier können und müssen die verschiedenartigsten Linderungsmaßnahmen getrosten werden. Zunächst einmal vermag der Kranke selbst allerhand durch Willensaisstrengung zu erreichen. Er lernt den Hustenreiz zu unterdrücken und nur leichte Husteastöße erfolgen zu lassen. Diese Erziehungsmethode kommt vor allem auch bei Keuchhustenkindcrn in Frage. Weiterhin ist die Luft im Krankenzimmer von wesentlicher Bedeutung. Sie muß frei von Staub und Rauch sein und genügend Feuchtigkeit enthalten. Um das letztere zu erzielen, empfiehlt es sich, nasse Tücher aufzuhängen, Verdunstungskessel aufzustellen und dergleichen mehr. Je nach der Art des Hustens und des Grundleidens wird der Arzt Gurgeln und Inhaliererr, feuchte Wickel und Dampfbäder verordnen. An Medikamenten, die den Husten lösen, d. h. die Absonderung anregen, beschleunigen und vor allem zähflüssigen Schleun dünn- flüssig machen sollen, gibt es eine ganz« Reihe. Ammoniumsalze — z. B. die berühmte mixtura solvens(Salmiak), anishaltiae Mittel, Natrium- und Kaliumsalze(Emferzalz), Brechmittel in klein- sten Dosen sowie ätherrsche Oele usw. spielen hier ein« wichtige Rolle. Wenn es jedoch anderersetts dem Arzt angezeigt erscheint, den Husten zu unterdrücken, wird er narkotische Hustenmtttel geben, von denen am bekanntesten und mit am wirksamsten das Codein ist- Dr. med. E. M. Gleichberechtigung ist nichts für Modeftlavlnnen. Der bekannte französische Schriftsteller Marcel Prevost, der bisher stets als Bor- kämpfer für di« Gleichberechtigung der Frau galt, erklärt« vor einigen Tag«n auf einem Bankett, daß er durch di« letzten Vorgänge auf dem modischen Gebiet zu der Ansicht gekommen sei, daß die Frauen(er meiiet di« Modedamen) der Gleichberechtigung nicht würdig seien. Wesen, die einmal kurzes Haar tragen, dann wieder langes, eininal kurze Kleider, dann wieder lange, seien Sklavmnen, denen man die Gleichberechtigung nicht zug«stchen könne. Nr. 489• 41. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Sonnabend, 48. Oktober 4930 Verbindlichkeit nicht beantragt! Gelbst VBML. hält den Schiedsspruch für undurchführbar. Der Verband Berliner Metallindustrieller hat gestern dem 8teichsarbeitsminister schriftlich mitgeteilt, dast er den Tchiedsspruch annimmt. Ter BBMJ. hat aber nicht, wie wir in unserer gestrigen Abendausgabe auf Grund einer Äorrespondenzureldung mitteilten, die Ver- bindlichkeit deS Schiedsspruches beantragt. Taraus ist die Schlußfolgerung zu ziehen, daß selbst den Herren int Verband Berliner Metallindustrieller die Erkenntnis ge- kommen ist, der Schiedsspruch, der die Löhne um 8 bzw. V Proz. abbaut, ist undurchführbar. Der ge« schlosseue Abwehrkampf der Arbeiter und Arbeiterinne« der Berliner Metallindustrie hat auch den Unternehmern gezeigt, daß fie den Boge« überspannt haben. Wir wissen nicht, wo« der Reichsarbeitsminister jetzt hm wird. Die Erklärungsfrist der Parteien läuft heute mittag ab. Da die Arbeiter den Schiedsspruch ablehnen und die Unternehmer nicht die Verbindlichkeitserklärung beantragen, könnte der Reichs- arbeitsminister von sich aus nur dann eingreifen, wenn er ein öffent- liches Interesse an der Schlichtung des Konflikts als vorliegend er- achtet. Aber In diesem Fall« ist es wirtschaftlich, politisch und psycho- logisch ganz ausgeschlossen, daß der Reichsarbeitsminister diesen Schiedsspruch für verbindlich erklärt. Die Arbeiterschaft ist gewiß nicht leichten Herzens in den Streik getreten. Seit mehr als sechs Jahren hat es in Berlin keinen all- gemeinen Metallarb eiterstreik mehr gegeben, obwohl die Lohn- und Arbeitszeitpolitik des Perbandes Berliner Metallindustrieller gewiß nicht als von sozialem Geiste durchtränkt bezeichnet werben kann. Trotz schwerster Krise ist die Arbeiterschaft der Berliner Metoll- industrie jedoch s o geschlossen in den Abwehrkampf eingetreten, daß selbst der BBMJ. jetzt zugeben nnih, daß etwa IIb(Dg Arbeiter und Arbeiterinnen sich im Streik befinden. Tat- sächlich sind es fast 130 Mb. Wenn man berücksichtigt, daß unter diesen 13b Mb Arbeitern und Arbeiterinnen sich ein nicht unerheb- licher Teil Unorganisierter befindet, die nicht aus die pekuniäre Unterstützung der Gewerkschaft rechnen können, aber trotzdem Schüller an Schuller mit den Organisierten die Arbeit niedergelegt haben, so zeigt dos, daß schon vor dem Schiedsspruch die Lage der Arbeiter- schost der Berliner Metallindustrie kaum noch erträglich war. Man braucht nur die tatsächlich verdienten Wochen- löhne der Arbeiter und Arbeiterinnen der Berliner Metallindustrie zu vergleichen mit den Verdiensten vor etwa einem Jahr, um sich klar zu sein, daß schon vor dem Schiedsspruch ein s y st c m a t i s ch e r Lohnabbau vorgenommen worden ist. Veseiiigung der Arbeiislosigkeii? Die Unternehmer behaupten, daß die Unkosten durch Senkung der Löhne abgebaut werden müßten. Sie verschweigen geflissentlich, daß in den letzten Jahren der Anteil der Arbeiterlöhne von den Produktionskosten ständig zurückgegangen ist. Auf Kosten der Löhne wurde rationalisiert, wxrden Reserven angesammelt, während die Dividenden stiegen und die Bezüge der D i r e k- t o r c n einen gigantischen Umfang annahmen. Wenn heute die Reichsregierung die Kapitalflucht ins Ausland als eine der Ursachen der Erschütterung unseres Wirt- schastslebens bezeichnet, so wird wohl niemand behaupten, daß etwa die Arbeiter und Arbeiterinnen der Metallindustrie ihre Ersparnisse in das Ausland verschoben Haben. Gerade diese ständige Kürzung des Lohnanteils unter AufrechterHalhmg der Preise ist die wesentliche Ursache des Rückganges des Absatzes und damit Ursache der Wirt- schaftskrise. Di« Vereinigung der deutschen Arbeitgebcrverbände und der Verband Berliner Metallindustrieller, die auch durch die Personal- union des Vorsitzenden miteinander verbunden sind, behaupten, daß ein noch weitergehender Abbau der Löhne die Arbeitslosigkeit be- scitigcn würde. Man sollte nun annehmen, daß eine derartige Be- hauptung mit irgendwelchen Beweisen oder Argumenten gestützt wird. Bisher wartet die Oeffentlichkeit noch auf diese Beweise. Sie sind auch nicht zu erbringen. Tatsächlich kann die Wirtschaftskrise nur behoben werden, wenn der L o h n a n t e i l am Produkt wieder er- höht wird. Jeder weitere Zlbbau kann die Krise nur ver- schärfen. Schulter an Schulter! Die Angestellten für die Arbeiter. Es war von vornherein kein Zweifel daran, daß es den frei- gewerkschaftlich organisierten Angestellten der Berliner Metollindu- strie etwa an der nötigen Solidarität mit den streikenden Metall- arbeitern ermangeln würde, aber noch der gestrigen AsA-Funktio- närkoiiferenz für die Metallindustrie steht es fester, als man je hätte annehmen dürfen, daß die AfTl-Mitglieder Schulter an Schul. t« r mit den kämpfenden Arbeitern ihre Pflicht tun werden. Die Konferenz, die in den Musilersälen tagte und schon lang« vor Beginn überfüllt war, nahm einen glänzenden Ver- lauf. Genosse U r i ch von der Zentralstreikleitung gab einleitend einen kurzen Situotionsbericht über den Stand des Streiks. Bemerkenswert waren seine mit allem Nachdruck abgegebenen Erklärungen gegenüber den von verschiedenen Seiten ausgestreuten Gerüchten, die auf die Stimmung der Streikenden zersetzend wirken sollen. Genosse Urich betonte: Die große Streikbewegung befindet sich vollkommen in der Hand des Melallkartells. Die Zlussichten de» Kampfes sind aus- gezeichnet. Gewiß werden wir beschimpst und begeifert von der sogenannten „Opposition", schlimmer und hinterhältiger, als es jemals die lln- ternehmer getan hoben. Wir wollen heute mit diesen Leuten nicht über ihre schmähliche Handlungsweise rechten: aber noch dem Kampf werden wir Abrechnung halten. Wir sagen auch gang offen: was die Organisierten aufgebaut haben, gehört den Organisier- ten und keinem anderen. Im übrigen soll sich keiner über unsere Finanzkraft grau« Haare wachsen lassen: wir sind, wenn es nötig fein wird, auch für einen Kamps von 13 Ivochen eingerichtet!(Stürmischer Beifall.) Denn wir wisien, daß es in dem Kampf der Berliner Metallarbeiter um mehr geht als um die Abwehr des Sprozenligen Lohnabbaues. Schon die immer wieder hervorbrechenden Zustimmungskund- gedungen der Konferenz waren«in beredtes Zeichen für die solida- rijchc.Haltung der freien Metallangestellten. Genosse F l a t a u vom Berliner Ortskartell des ZlfA-Bundes bestätigt« sie noch einmal ausdrücklich. Die Angestellten werden in diesem Kamps ihre Auge« offen halten, sie werden heute 1930 vergelten� wie ihnen gegenüber 1S19 die Arbeiter Solidarität geübt haben. Die Genosten L u st! g(für die Techniker) und Jäger(für die Werkmeister) gaben für ihre Organisationen ähnliche Erklärun- gen ab, vor allem die Wertmeister und die Betriebstechniker denken nicht daran, sich etwa als Streitbrecher mißbrauchen zu lasten. Können wir nicht konkurrieren? Wie an der Ruhr und in Berlin mit der Wahrheit umgegangen wird. Di« Industrie- und Handelskammern zu Bochum, Dortmund, Duisburg-Ruhrort, Esten, Glodbach-Rheydt-Neuß, Kre- feld und Münster erstatteten eben wieder ihren dritten Vierteljahres- bcrichl für 1930. Jen« Untcrnehmermstitutionen verlangen nich' nur, daß die Oejjenllichkeit ihre fachmännischen Kenntnisse anertennt, sondern auch, daß sie gcwissermaßen mit dem gleichen Respekt wie amtliche Körperschcvften beachtet werden. In krastem Gegensatz dazu steht die Oberflächlichkeit, ja, agitatorische Gewissenlosigkeit, mit der von jenen Industrie- und Handelskammern über die wirtschaftlichen Verhältnisse ihres Bezirks berichtet wird. So heißt es im Bericht vom 10. Oktober 1930: „Wie soll die deutsche Wirtschaft noch mit dem Auslande konkurrieren können, wenn die S« l b st t o st e n, mit denen sie arbeiten muß, das Vielfache derer der ausländischen Kon- kurrenz betragen?" Genau dasselbe haben die Berliner Metallindustriellen zur Rechtfertigung der Lohnsenkung behauptet. Beinahe am gleichen Tage jener Veröffentlichung wurden auch die amtlichen Zahlen des deutschen Außenhandels für die ersten neun Monate des Jahres 1930 einschließlich S«p- tember bekannt. Aus diesen Zisfern ist zu entnehmen, daß allein bei der Einfuhr von Rohstoffen und halbfertigen waren in den ersten neun Rlonalen des Jahres 1920 eine Rerbilligung von 660 Millionen Mark infolge Rückbildung der Einfuhrpreise eingetreten lst! Llnd die„Löhne" der Direktoren? Gie üben ihre Tugend im Kämmerlein. Um jeden Preis sollen in Deutschland die Löhne herunter. Ob dadurch die Arbeitslosigkeit vermehrt wird, weil die in Ihrem Einkommen gekürzten Arbeilersamilien weniger taufen, das kümmert die deutschen Unternehmer recht wenig. Sie haben es auf die Senkung der Kosten abgesehen, und da solle» die Löhne zuerst herhalten. Aber die Unternehmer haben jetzt«ine neue Parole ge- funden. Der Reichsverbond der deutschen Industrie hat verkündet, daß die Bezüge aller in der Privatwirtjchast Tätigen herabgesetzt werden sollen und nicht nur die Löhne. Er läßt jetzt in der Oeffentlichkeit mittellen, daß auch die Generaidirek- toren und die Direktoren der großen deutschen Unterneh- münzen von der Kürzung der Bezüge betroffen werden sollen. Es wird sogar behauptet, daß in noch stärkerem Umfange, als es bisher schon geschehen ist, die Generaldirektoren und Direktoren s i ch s r e i- willig beträchtlichen Kürzungen ihrer Bezüge unterworfen hätten! wir sind auch der Meinung, daß bei den teilenden szerrcn der Ind»st:ie sehr gespart werden kann. Dos gilt ganz besonders für Berlin. Don den mindestens zehn Millionen Mark, die die Siemen». Direktion bezieht, von den mindestens sieben Mllltoaen der AEG.- Direktion, von den Millionensummen bei Osram. knarr, Borsig, Schwarhtopsf nsw. usw. können sehr beträchtliche Summen erspart werden, ohne daß die Lei, Jungs- fähigkeit dieser Herren zu leiden braucht und ohne daß ihre Familien in Rot zu kommen brauchen. Wenn es aber wahr ist. daß die Generaldirektoren und Direktoren der großen Unternehmungen sich sreiwillig große Abzüge haben gefallen lassen, warum sagt man der Oeffentlichkeit nicht, wieviel hier schon gespart worden ist? Von jedem ihrer Arbeiter und Angestellten kennen die U»tcrneH>nungsk>tungen den Inhalt der Lohntüte, und sie haben der Oesfenilichteit vorgerechnet, wieviel da gespart werden muß. Wir sind neugierig aus den Umfang der Kostensenkung die durch diese großen„irei- willgen Opfer" erreicht wird. Worum wollen die Herren ihr« Tugend so bescheiden im stillen üben? Heraus mit der Sprache! Profite im Siemens-Konzern Aerztliche Apparate bringen 10 Prozent Gewinn.- Aür Die Mechaniker Lohnabzüge. Der Siemens-Konzern beherrscht auch die Reiniger, Geb- b e r t u. Schall 21.-G. in Bayern, ein Unternehmen für clektro- medizinische Apparate. Diese hat auch in dem am 30. Juni abge- loufencn Geschästsjahr 1929/30 wieder gut verdient. Der onsgewicjene Reingewinn von 650 560 Mark übersteigt eine Dividende von 10 Prozent. Nur die Hälfte, nämlich 5 Prozent Dividende werden aber an die Aktionäre ausgezahlt: der Rest wird in Reserve» verborgen, offenbar auf einen Wink von oben, die offenen Dividenden den„schweren Zeiten" in der Mc- wllindustrie anzupassen, lieber 213 000 Mark werden auf neue Rechnung vorgetragen. Iva» in Berlin an Lohnabzügen jehl durchgedrückt werden soll. dafür schufst man md) draußen im Reich schon die Stimmung, in- dem man die Gewinne recht klein erscheinen läßt! Die Einfuhr von Lebensmitteln und Getränken hat sich um 3 99 Millionen Mark verbilligt, die Einsuhr von Fertig- fabrikaten um 8Z Millionen Mark! Wohlgemerkt: das ist nicht eine Wertvermindevung infolge von Einsuhrrückgang, sondern Wert- Verminderung infolge von Preisrückgängen! Somit wäre erwiesen, daß allein schon aus der Einfuhr ein« Verbilligung der Selbstkosten in neun Monaten von 114 4 M i l- lionen Mark eingetreten ist, das ist eine V« r b i l l i g u n g um rund IS Proz. der gesamten Einfuhr, wobei selbst- verständlich wieder der tatsächliche Rückgang der Einfuhrmcng« nicht mit eingerechnet wurde. Wie steht es nun mit der angeblich unmöglichen deut- schen Zlusfuhr? Trotz der Weltkrise ist unsere Aussuhr gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres(neun Monate) in der Menge nur um 2.4 Proz. zurückgeblieben, der eigentliche Wertrückgang der Aussuhr infolg« von Preisnachlässen betrug 534 Millionen Mark bei einer Gesamt- ausfuhr von rund neu» Milliarden Goldmark! Deutschland hak also auch 1920 nach dem Auslande mit weniger Preisnachlaß verkaufen können als dle Welt an uns verkaufen mußte. Im übrigen ist auch in diesem Jahre ganz normal, wie immer im Herbst, die deutsche Ausfuhr erheblich gestiegen. An der saisonmäßigen Zunahm« der Ausfuhr sind insbesonders Textilwaren, elekrotechnijch« Erzeugnisse, Pelzwaren und Kinder- spielzeug beteiligt. Die Zahlen zeigen, mit welcher offenbaren Verfälschung der Wahrheit die vereinigten rheinisch-westfälischen Handel-- kammern die Leser ihrer Berichte beeinflussen wollen. Sie zeigen aber auch, wie die Berliner Metallindustriellen mit der Wahrheit über die Konkurrenzsähigkeit im Ausland umgehen. Der„Segen" der Kapitalflucht. 400 Mittionen Kreditverteuerung— 20 mal soviel als der gewollte Lohnabbau Allein in die Schweiz soll über eine NPlliorde geflüchtet sein. Das Kopital wurde dadurch in Deutschland verteuert, die Krise wurde verschärft Der Diskont wurde um 2 Proz. erhöht: nimmt man an, daß 20 Milliarden Kredite in Deutschland umlausen, so bedeutet die Kreditverteuerung von 2 Proz. rierhundert Millionen Mark, um die die Kosten der Produktion jährlich verteuert werden. Darüber Hot sich noch bis- her kein deutscher iinternehmcr aufgeregt. Wenn die 6 bis 8 Pro;. Lohnsenkung in Berlin viel einbringen würde, dann vielleicht 20 bis 25 Millionen Mark. Also gerade«in Zwanzigstel von dem, was die Kreditverteuerung jährlich ausmacht. Selbstverständlich sind es die Patrioten und unter chnen zahlreich« deutsche Unternehmer, die ihr Kapital geflüchtet und damit die Verteuerung der Kredttkosten herbeigeführt haben. Bei der Reichsbank hat die Kapttalflucht ollein in der Woche vom 8. bis 15. Oktober wieder Goldverlufte von 262,5 Millionen gebracht, also mehr als«ine Liertelmilliorde Di« Tecklingsdevisen für die Währung sind um 37,6 Millionen gestiegen, weil ein kleiner Teil dieses exportierten Goldes auch zum Ankauf von Devisen gedient hat. Insgesamt dürften die Gold- und Devisenverluste der Reichsbank, die in der Hauptsache zur Finanzierung der Kapitalflucht und bei der Verteidigung der Währung eingetreten sind, jetzt nahezu eine Milliarde betragen. Auf dem Geldmarkt ist immer noch keine Besserung ein- getreten: die Wechselbestände der Reichsbank, aus denen sich das ?lusmaß der von den Banken in Anspruch genommenen Kredite tnlixhmen liiht, haben zmn 15. wiefcer nur um 28,1 Millionen abgenommen. Noch immer trägt die Rcichsbank die ganze L a st der G e l d ve r k n a p p u n g, die sich aus der Kapitalflucht er- geben hat. Di« Deckung der Währung ist allerdings immer noch sehr gut: nienn sie, Gold und Devisen zusammengcrechnent, zum 13. gegen die ißormoche auch von 57,3 auf 56,2 Proz. zurückgegangen ist, so liegt sie doch immer noch um mehr a l s ein Drittel höher als die gesetzliche Vorschrift von 40 Proz. kehrt das kapital nach Deutschland zurück, so mutzte allein die Senkung der kredilkosten eine grotze Erleichterung der Wirlschasts- lage bringen, werden die deutschen Unternehmer sich dafür ein« sehen, statt durch Lohndrnck die Gesamtwirtschaft zu schädigen? Der ungerechte Schiedsspruch. Llnd was das„Berliner Tageblatt* dazu sagt. Heber die Unvernunft, mitten in der Krise die Löhne herabzu- setzen, bestehen kaum verschiedene Meinungen in Deutschland. Die Unternehmer beeilen sich deshalb auch, wenigstens Preissenkungen zu versprechen. Der Schiedsspruch ist aber auch in erhöhtem Matze ungerecht. Das mutz selbst die bürgerliche Presse fest- stelle». So schreibt das„B. I." gestern abend. „Metallarbeiter, das sind Dreher, Former, Elektromonteur«, Mechaniker, Metallschleifer, Maschinenarbeiter, Schlosser, Schmiede, Werkzeugmacher Rohrleger usw. Alles Leute, die, soweit es sich inn gelernte, handwerkergleiche Kräfte handelt, um Leute, wie sie Henry Ford als d i e besten A r b« i t e r d e r Welt bezeichnet hat, zur sozenannten Aristokratie der deutschen Arbeiterschaft gehören. Sind sie voll beschäftigt, so mögen sie vielfach mit Löhnen von 60 Mark pro Woche nach Hause gehen. Aber«in grotzer Teil von ihnen rst nur„angelernt", oder„ungelernt", und kommt kaum auf einen Durchschnitt von 40 Mark, was auch für die niedriger cMlohnten Frauen gilt, die über ein Viertel der Metallarbeiterschaft ausmachen. Sind für sie, selbst wenn nicht Kurzarbeit ihre Löhne ans winzige Ziffern drückt, selbst wenn sie die höchsten Löhne beziehen, acht oder sechs Prozent Lohnkürzung, ganz abgesehen von der automatischen Lohnkürzung, die die fortdauernde Erhöhung der Arbeitslosen de- deutet, eine Bagatelle? wird es nicht oft der eine Liter Dollmilch fein, der kleinen Kindern genommen wird, das Pfund Fleisch oder Bulter, das die Ernährung gerade noch erträglich macht? Sollen wir dem noch etwas hinzufügen? Oer Wunderdoktor Helmuth poensgen. Er he»lt die Krise mit größerer Strbeitslosigleit. Drei Viertel der ganzen deutschen industriellen Produktion wird gewöhnlich im deutschen Handel oerbraucht. Vier Fünftel davon werden so oder so von den breiten Massen der Arbeiter- schaft, Angestellten und Beamten aus ihrem Einkommen bezahlt. Der Auslandsmarkt ist durch die Weltkrise sehr ichlecht geworden. 'Alle Beiscriingsmöglichkeiten siir die Wirtschast beruhen auf dem Inlands ni ort t. Hier um jeden Preis die Kaufkraft zu erhalten und durch Preissenkungen zu steigern, das ist das Geheimnis, wie man die Wirtschaft wieder ankurbeln kann: einen anderen Weg gibt es� nicht. Die Arbeitszeitverkürzung kann nur die Arbeitslosen- lasten etwas verringern: sie bringt selbst kaum einen gröheren Ber- brauch, und sie wäre nur eine Nothilfe für die Unzähligen, die jetzt feiern müssen. An der Ruhr, von wo aus Hugo S t i n n« s einst die N e t t» ng Deutschlands durch eine zweistündig« Gratis- Mehrarbeit verkündete, ist man aber besonders klug. Hugo Stinnes ist tot, und seine Kunst als Wirtschaftssührer hat sein eigenes Werk nicht vor dem Zusammenbruch bewahren können. Aber sein Geist ist lebendig. Er wird von Herrn Dr. Helmut Po e n s g e n, dem Machthaber vom Ruhrmontantrust, von neuem verkündet. Nach ihm ist es nicht der fehlend« Absatz dnnii«n und draußen, der die Ursache der jetzige» Wirtschaftskrise ist: sondern es sind die zu hohen Selbst- kosten. Und diese seine Selbstkostenkrise kann, wie er verkündet, nur gehoben werden, wenn „man sich bereit findet, für den gleichen Nominallohn wesentlich länger zu arbeiten, oder auch dadurch, datz man unter Beibehaltung der gegenwärtigen Arbeitszeit auf einen Teil seines Lohnes ver- j Zichtet". So steht es in der„Deutschen Bergwerks-Zeitung*. So will der Wunderdoktor Poensgen die Wirtschaftskrise in Deutschland lösen. Aber nach A d a in Riese bedeutet mehr Arbeit bei gleichem Lohn weniger Arbeit für die ganz« Wirtschaft und mehr Arbeits- los«. Gleich« Arbeit b«i weniger Lohn bedeutet weniger Umsatz und infolgedessen wieder mehr Arbeitslose. Es ist wirklich schade, datz Adam Riese nicht bei dein Wunderdoktor Poensgen in die Schule gegangen ist. Vielleicht wäre dann wirklich 2 mal 2 nicht 4, sondern 5, und Herr Poensgen hätte recht. Die KpO. auf dem Dummenfang. 'Nachdem die sogenannte„revolutionäre Gewerkschastsopposition" den Streik in der Berliner Metallindustrie beiuahe verschlafen hätte und ihre lächerliche Bedeutungslosigkeit in aller Oessentlichkcit sich erwiesen hat. versucht sie es mit einem neuen Schwindel. Sie er» laßt Auft'orderimgen an die Streikenden, sich gegen Zahlung von 20 Pf. der RGO. anzuschlietzen, wogegen diese„Mitglieder" ab nächster Woche eine wöchentliche Unterstützung von 3 Mark er- stalten sollen! Wir brauchen nicht zu betonen, daß es sich hier mn eineu auf- gelegten Schwindel handelt. So dumm ist heute in Berlin kein Mensch mehr, um aus biescu Schwindel hereinzufallen. Es verlohnt sich auch nicht, gegen die kommunistische"Presse irgendwie zu polemisieren. Es genügt deshalb, wenn wir feststellen, dotz an dem angeblichen ,, Geheimvertrag" zwischen dem Reichs- kanzler Brüning und dem Deutschen Metallarbeitcr-Vcrband, den sich die„Welt am Abend" aus den Fingern saugt, nicht ein wahres Wort ist. � Verkehrskrise halt an. Die Deutsche Reichsbahn hat im September arbeits- täglich im Güterverkehr 133 820 Wagen gestellt. Gegenüber dem August ist eine Verkehrsbcsseruiig um 4,4 Proz. eingetreten, die jedoch infolg« der Dünge, Nittel und Erntetranspovtc lediglich saison mätzigen Charakter trögt. Wie stark der Reichsbahnverkehr von der Krise beeinflußt ist, zeigt sich an dem 16proz«ntigen Verkehrsrückgang im Verichtsmonat gegenüber dem SeptenBer 1929. Auch an der ab 1. September wirk- famen Tariferhöhung im Personenverkehr hat die Reichsbahn wenig Freude gehabt. Auf allen Gebieten des Personenverkehrs ist ein Rückgang eingetreten, und die verstärkte Abwanderung zum Kraftwagemicrkehr sollte der Reichsbahn zeigen, datz das Publikum bei der allgemein geschwächten Kaufkraft gegen das willkürlich« An- ziehen der Tarift'chraiibe lehr scharf reagiert. Krastdroschkenführer meidet RGO.! Wieder ein Versuch/ andere ins Jener zu ziehen. Vom Gesamt-Verband wird uns geschrieben: „Durch ein Flugblatt ruft die RGO. zum Streik aller Kraftdroschkenführer ab heute, Sonnabend, den 18. Oktober 1930, auf. Ohne aus die vom Agitationsbedürfnis diktierten„Forderungen" einzugehen, betonen wir, daß die Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Kraftdroschkenführer durch Tanfoerlrag mit den kraftdroschkcnbesitzern geregell sind. Die RGO.-Leute wollen lediglich ftir ihre dunklen Zwecke mit den Kraftdroschkenführern Mißbrauch treiben. In ihrem schwiilsti- gen Aufruf schreiben sie: „Die Kraftdroschtenfahrer Berlins sind, wenn sie Wagen an Wagen und Schulter an Schulter sich zusamnienballen.. Bei den Herrschaften von der RGO. scheint sich nicht nur Schulter an Schulter und Wagen an Wagen, sondern auch alles übrige in ihrem spärlichen Gehirn zusammenzuballen. Die zuständige Organisation, der Gesamt-Verband, wird zur gegebenen Zeit zur Neuregelung der TarisvcrhLllnissc der Kraftfahrer Stellung nehmen und dann alles notwendige oer- anlassen." Die sogenannte revolutionäre Gewerkschaftsopposition hat es sehr eilig, sich eine neue Blamage zu holen Sie ist unvorsichtig ge- nug, in ihrem Flugblatt an den letztenStreik der Kraftdroschken- führer zu erinnern und zu behaupten, der Streik wäre vom Gesamt- Verband„unter den schändlichsten Bedingungen" abgewürgt worden. Wir erinnern deshalb daran, daß die Mauldrescher der„revo- lutionären" Gewerkschaftckbpposition in die Betriebe liefen, ehe noch der Tarisoertrag abgeschlossen war und daß der Streik durch die Feigheit dieser„Revolutionäre" elend zusammengebrochen wäre, wenn der Gesamt-Verband nicht mit fester Hand zugegriffen hätte. Vorflchi, wilde Gammler! von allen möglichen berufenen und unberufenen Stellen,«. a. von der BGO. und der ZAh.. werden Sammlungen für die im Streik befindlichen Metallarbeiter veranstaltet. Es ist unmöglich, festzustellen, wer mit diesen Sammlungen beauftragt ist, wer die eingehenden Gelder oerwaltet, in welcher weise sie verbraucht werden und wer die Verantwortung für eine ordnungsgemäße Verwendung trägt. Nach allen bisherigen Ersahrungen sind öffentliche Abrechnungen über solche Sammlungen noch nie erfolgt, z. B. auch nicht über die Sammlungen, die anläßlich der wilden Streiks in der IHetall- industrie(Tema, Rohrlegerslreik, Hennings dorf usw.) veranstaltet wurden. Die gegenwärtige große Mctallarbcitcrbcwcgung wird vom Deutschen Metallarbeiter. Verband und den dem Metallkartell angeschlossenen Organisationen geführt. Diese Organisationen zahlen an alle im Kampf befindlichen Organisierten Unterstützung, und es ist daher nicht notwendig, für diese Streikenden zu betteln. wir fordern daher die Bevölkerung Berlins auf: Zeichnet nicht ans den Listen der wilden Sammler! wenn jemand glaubt, für die streikenden Metallarbeiter etwas tun zu müssen, liefere er dieses Geld an den D e u t s ch e n M e t a l l- arbeiter-verband, Ortsverwaltung Berlin. Linien st ratze SZ/S5, oder andenAllgemeinenDeutschen Gewerkschasts-Bund, OrtsausschußBerlln, Engelufer 24/25, II, Zimmer 33, ab. Allgemeiner Deutscher Gewerkschasts-Bund Ortsausschuß Berlin. Allgemeiner freier Angestellten-Bund crtskarteN Berlin. Verschärster Bauschlofferstreik. Verbindlichkeit abgelehnt. Am Donnerstag wurde vor dem Schlichter W i s s« l l über den Antrag des Schutzverbandes Berliner Schlossereien und der Schlosser- zwangsinmmg auf Lerbindlichkeitserklärung des Schiedsspruches vom 6. Oktober occhandelt, wonach das am l. Oktober abgelaufene Lohnabkommen der Bau- und Geldschrankschlosser unverändert bis zum 31. Oktober verlängert werden sollte. Die Bau- und Geldschrankschlosler hatten bekanntlich diesen Schiedsspruch abgc- lehnt und mit dem Streik beantwortet, weil sie in der kurzfristigen Verlängerung des Lohntarifs nur eine Verschleppung der Lohnbcwe- gung bis in die Zeit sahen, wo die Konjunktur im Bauschlosser- gcwerbe nachläßt. Die Unternehmer, die neben anderen Verschlechte- rungen des Lohntarifs anfänglich einen Abbau der Löhne und Akkorde um 30 bis 40 Proz. gefordert und in den Schlichtungsver» Handlungen diese Abbaufordcrungen auf 20 Proz.„ermätzigt" hatten, wären wahrscheinlich auf Ende Oktober mit den gleichen Wünschen an ihre Arbeiter herangetreten. Der Schlichter hat den Antrag der Unteritchmer abgelehnt. Er führt in der Begründung zu dieser Stellungnahme mit Recht aus:„Die Einsetzung staatlichen Zwanges zur Schaffung eines Tarif- verhältnisics hat zur Voraussetzung, datz damit die zwischen den Parteien bestehenden Streitigkeiten für längere Zeit beigelegt sind. Im vorliegenden Falle wurde der Streit zwischen den Parteien nach Ablauf des 31. Oktober 1930 sofort wieder ausleben, und somit des mit einer BerbindlichkeUserklärung erstrebte Ziel nicht erreicht sein." Uebör diesen Verlans der Verbindlichkeitsverhandlungen wurde gestern abend in einer überfüllten Versammlung der organisierten Bau- und Geldschrankschlosser In den Germaniasälen berichtet. Die Versammlung billigte e i n st i m m i g die bisherigen Kampsmatz- nahmen der Zentralstreikleitung und beschlotz ebenso einmütig, die Kampffront heute durch die Stillegung von weiteren 14 Betrieben zu erweitern, so datz dann insgesamt 50 Betriebe bestreikt sein werden. Gleichfalls wurde beschlossen, daß die auf auswärtigen Montagen befindlichen Branchenangehörigen sofort nach Berlin zurückberufen werden und in den Kampf mit einbezogen werden sollen. KpO.- Theater. Diese sogenannte Jndustriegruppe der kommunistffchen RGO.- Abteilung hatte die Arbeiter und Angestellten der Nahrungs- und Genutzmittelindustrie zu einer— natürlich„großen"— öffentlichen Kundgebung aufgesorderi. Die Neugierigen kamen nach dem angegebenen Lokal bei Haverland. Dort wurde ihnen gesagt, hier ist Metallarbeitervcrsainmlung. geht nach dem„Märchenbrunnen". Im „Märchenbrunnen" mn Friedrichshain wurde ihnen erklärt, hier ist Metallarbeiteroersainmtung, die Gruppe Nahrung tagt bei Haverland. Auf diese Weis« kam der„Gastwirte-Richter" aus der Verlegen- heit, über den Hamburger Verbandstag der Nahrungsmittel- und Getränkearbeiter zu berichten, von dem er nichts weiß, weil er nicht dabei gewesen ist._ Giemens-Arbeiier, Achtung! Am Monlag und Dienstag, dem 20. und 21. Oktober, findet die Aufnahme als freiwilliges Mitglied der Betriebskrankenkassen der Siemenswerke für alle>m Streik besindliche» Kollegen stakt. wir halten eine weilcrversicherung für dringend erforderlich. Aufnahme und nähere Information erfolgt in den nachfolgenden Streiklokalea. Die ArbeUerräle der Siemenswerke. Slue»»>«rl tVah-hoNcn N-ftauniirt JZiit Sonn«*, Znh. Petschke, Siemens» Ecke Serzftra&e.— Ätciabomnttl: Spottiafmo, Ztgtltt fflnz A.— BES. tBlockwerl): Sommer, SirmcnsstaM, Nonnrndamm-II-« ffidc Mörkisch«! St«ia. — Dqnomoweri: Seidel- Siemensstraß» Sät Märkischer Steig.— Kchaltmerk: Sotcl(fofmo, Inh. Mewis. Sionntniammotttc Ecke Rohrtxunm.— Clmooctk: Lokal Zum lum", SicmcnsftroRt Ecke BoltckstraKe.— ttadelwert: Lok«! „Alemonia*. SoortploU Sart-nfeld.— Wernerweil«(ffl, Z,«)i Seidekrim. 5ni) Marfan d. Nonnncndammallce(nur Dienstag).— Wernerwert(5): Lange. Nonncndaminallce Säe ReisftraHe(nur Dlenstag).— Wernerwerk lEienhiäß)!»Zur Sanne" Siemens- Ecke Serzstrage lnur Dienstag).— Wcruerwcrl lSpaudau-Süd): Achterberg, Spandau, Wichclmstrab« lnur Mens. tag)—«crncrwert(Spandau-Nord): Rrstaurant»Zum alten Exer* Juki. Bock, Hase Ihorst. Earteiifelder Slrahe lnur Dienstag).—«ernerwerl III: Restaurant Schulz. Eharwttenburg, Tegeler Weg lnur Dienstag).—«er. waltuirasgcbände,»ensonwertstatt. M. B. Werkstatt: Seidel, Siemen sstraf,: Ecke Märkischer Steig.— Fräsenbau: Lokal«lein. Tempelhof, Sottlleb.Dunkel. Straße.— T. B.<5. und H.! Sochbahngarten, Iah.«rtlger Berlin. Tempel. hofer Ul«: Z0.— Siemen« Plania: Lichtenberg, Herzbergstr. IX. bei Schwarz. __ Sämtliche Wernerwerte nnt Montag, 20. Oktober, von 10 b!» 19 Uhr, b?i Weidner, Sternfeld. Kleinbauwerk der Kiemens- Schuckcrl-wcrke A.-G. Heute, Sonnabend, 10 Uhr, Funktionärkonferenz im Sportkasino, Tegeler Weg. Elmowerk der Siemens-Schuckerk-Werke. Am Dienstag, dem 21. Oktober, vormittags 10 Uhr, Betriebsversammlung bei Meid- ne r. Sternseld. Ausweis des Betriebs legitimiert. Der Arbeiterrat: gez. Dauer. �reie Gewerkschafts-Jugend Verlin Heute. Sonnabend, zilmnewmftalhiiig im»Saalban Neukdlln*. Berg. ltroße 147. Zur Vorführung gelangt der sZilm: �... den schickt er in die weite Welt."„Die Wunder der Welt." Beginn 1914 Uhr.«arten sind ausverkauft. Auch der Großhandel macht scharf Für Lohn- und Gehaltsabbau auf der ganzen Linie. Nach zweijähriger Unterbrechung hat der R e i ch s o e r ba n d des Groß- und Ueberseehandels gestern seine Jahres- tagung in Berlin abgehalten. Orden und Ehrenzeichen schmückten vielfach die Vertreterbrust, auch sah man den F a- schi st engruh, was schon einen Vorgeschmack ftir die folgenden Reden gab. Ein Sachrefcrat im engeren Kreise des Vorstandes hielt Miuiftcrialdirekior Dr. Zardcn über die Entwicklung der Finanzen in den letzten fünf Jalzren. Die öffentliche Tagung eröffnete das Hauptreferat des Präsidenten des Reichsverbandcs Dr. Ravens. Die Ausführungen des verantwortlichen Führers der Groß- und Ueberfeehändler stellten einen einzigen Angriff aus die Wirtschafts-, Finanz- und Sozialpolitik der Nach- kriegszeit dar. Es sei, so behauptet Herr Ravens, dem deutschen Groß- und Ucbcrscchondel durch die verhängnisvolle Politik der deutschen Re- gieriingen unmöglich gemacht worden, auch nur die aller- geringsten Krisenreserven anzusammeln. Die auch für den Großhandel sehr fetten Jahr« 1927/1929, die einen stetig wach- senden Warenumsatz in der deutschen Bollswirtschaft brachten und in denen doch nicht nur die Industrie, sondern auch der Großhandel Reserven ausgespeichert hat. existieren für den Präsidenten Raven« nicht. Wenn aber der Redner schlictzlich die Behauptung aufstellt, daß dem deutschen Kaufmann heutzutage 76 Proz. seines Ein- kommens weggesteuert würden und ein namhafter süddeutscher Ber- treter sich vor der Presse sogar zu der lächerlich wirrenden Aeußerung versteigt, datz der Unternehmer, im Grohhandol heute nur noch > e h r e n a in t! i ch• ü r F i u a r- n m t e r, Arbeiter, An- gestellte und Beamte arbeite, so dürfen sich die Herren des Großhandels nicht wundern, wenn die Oeffentlichkeit sie einfach nicht mehr ernst nimmt. Die Lohnsenkungspsychose der Industrie fand natürlich den vollsten Beifall auch des Herrn Noven« und damit des Reichsver- bandes des Dentfchen Groß- und Ueberseehandels. Herr Baven« erklärte sich mit der Industrie darin solidarisch, daß die herabsehung der Löhne und Gehäller aller in der Privalwirffchast Täligeo eine der wichtigsten Voraussetzungen zur Ordnung der denlschen Wirt- schaslslage bildet. Zum Schluß giiKj Dr. Raven« auf das Reparationsproblem ein und erklärte, daß infolge der erhöhten Kauskrast der Mark die Aoung-Belastung wieder den Stand der Dawes-Belastung erreicht habe, da die wirtschaftlichen Voraussetzungen, unter denen der Poung- Plan zustande gekommen sei, durch die Preisreoolution in der Welt über den Haufen geworfen seien, könne Deutschland die bischerige Belastung nicht weiter tragen. Danach sprach als zweiter Redner der badisch« Fabrikant Gütermann über.Falkulationsfragen im Großhandel". Di« Aus- führungsn dieses Industriellen waren insofern bemerkenswert, als sie eine scharfe Kritik an dem schematischen und starren Festhalten des Großhandels an seiner durchschnittlichen Gewinnspanne von 16 bis 20 Proz. enthielten. Dieses starre System der Gewinnlalkulation habe ganz zweifellos die Tendenzen bei der Industrie(und wohl auch bei der Landwirtschaft. Die Red.) ge» fördert, sich von dem Zwischenhandel freizumachen. Die Tagung wird morgen mit einer Rede des Reichs� kanzlers Brüning fortgesetzt. Berliner Ratskeller C. W. Schüler 20 Uhr Sdien, Satire, tronle ■Uta tiefere Bertemnnß Ende gegen 22���� Tägl. S u. 8>f, Uhr. H I Bart. QZSS Pr. 1— 6 H.— Nachm. halbe Preise. GROCK Tägl. S u. 819 Senat. 2, Sa. B" Alex. E 4. 8066 Sylvester Schäffer CharlayWllliams-Bono usw. Theater 1. d. Behrenstr. 53-54 Direktion: Ralph Arihar Roberts s. Das ftgBiictiB maflchen Englisch— Robens— Jjnsson. Sonntag nachm 31/» Uhr Kleine P, eise Arm wie eine Kirchenmaus mit Lncie Englisdi. Die Komödie S'.b Uhr Der Schwierige vag Hggg van»«tssmldgl. Bigis: Mai Biinlianit. S1* Th. im Admira pilast 8V4 Cs�rdäsf Urstin Regie: Herrn. Haller A usst.; Lud w. Kainer Äthers, Bollinann, Ehrlich, Staffel, Arft» »taedt, Gebauer, Burg:, Cramer, Mona Lee Sonntag 2 TindT" Nacbtnittag die gauxe Vorstellung xu halben Preisen. Keine Organisations- BiileiU I Kein Besucher wird eoik-em Nachbar gegenüber benachteiligt. Fpelnetll. Rg.abl.-M, I. Rang ab 4.50 M, Park, ab 3.- M. Park.-Fautl. ab 9.50 M. Direktes Kassentel.: Merkur 8901 mmm QROSS.SCHAOS�IELBADSS Nur noch 2 Wociien! Lustige Witwe Hesterberg. Hansen» Arno. Schollnror, Janhutin.Sehaetlers» Winkelstern, Oesol* REGIRs C H A R E L L CASINO-THEATEH 8'*Uhi _ t.olhrtn�cr Strafe 37. Lta wider raülcb n a r bis SO. Oktober Hurrah, ein Junge! iiiiiiiiiuiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin Am 1. November 1930 zam I. Metel Arm wie eine Kirchenmaus Gutschein 1—4 Pers. Fauteuil 1,25 M.. Sessel 1,75 M.— Sonstige Preise: Parke« 75, Rang 60 Pfg. Jb to Maimär Stürmiscbeii Lachen! CstrüRkenda Musik! | Traute, Hans u. Willi Ros«!| Heute 3 mal! Cm S». 5« und V Uhr Wochentags 8- Uhr; | Sonnabends 7 und lO's Uhr.| Preise von 50 Pf bis 3.— M. Programm u. Garderobe Je 25 pf{ (kein Zwang). IlheaterfürdieKinder;! i Kommenden Mittwoch R Uhr; ».Häusel and Gretel" Kommenden Donnerstag und Freitag, 8» Uhr: | Familien- Nachmittage| Dae Lustspiel„Kukull" mit Traut« Koae Preise von SO Pf bis 1.50 M Garderobe und Programm je 10PI. 1 Kaffee mit Kuchen 25 Pf. J ' KommendenSonnabend 4�Uhr:| Dor n röschen ' Blllettkuse: Alex 3422 u. 3494{ Gr.Frankfurterfttr.lS� 1 R O S El T b e• t■ r Berlin C 2, Königstraße 15-18 F.riuprech.r E3 Kupfargraban 3017-3018 8.15 Ohr— Bamüen eriaufil Tiffany Twlna. Dora Kasan gg. Nastar. Prof. Pallos 5 slngan- daLadlaa. Brown u.LaHart usw. Sonnsband..Consta» je 2 Vorttellunges 4 und S" Uhr. 4 Uhr Kleine Pr. VoiKsbtlhne Tbulir un Bülowpliti. Täglich 8 Uhr Die Weber v. G Hauptmann Regie: K. H. Martin. Staatl. Sdiiliei-Tb. 8 Uhr Sdierz, Satirc, Ironie u. tielere Beflentono metropoi-Theater Täglich 8'/. Uhr Sensationeller Operetienerfolg! Unter pers. Leitung des Komponisten Viktoria undihrHusar Sonntag Z'tt Uhr Das Land des Ldcbelns Sonntag 5 Uhr rnederiKe. Kleine Preise. OeDtsdiei Tüeatei 8 Uhr Neueinstudierung Ein Sommernachistraum Rigic; Mn Riinbanlt. Kammerspiele S'h Uhr Elga von Certiait Banplmaiij. flegis: Gustav Härtung. TlseaL 1 Westens Wi Uhr Brest Lilowsk vod Hau J. Ribföii KijHlcr. Rgmolki, Bildt. Uos. Bvt. Sagau. Beii Lessing-Tiieat. Tägl. 8 Uhr Heute lU, Id, Kaditvorstelluig Sgngiag 3'/: Ohr Hadniiittagsvoistcllg. lananlldtes Thealer Dienstag, 21. 1(. Premier« Elisabeth, Königin von England iKiiilTtotil Dörh 625,626. Täglich 8 Uhr Alexander Hoiss! „Der Idiot" v. Dostolewski) Sonntag nadim. 4 Dl» Volksy o r siell an g Oer vener aus Dingsda Dguarta�iiiiiD�II-Z.- erdffnet am Sonnabend, dem 18. Oktober um 19 Uhr Bier- und Weinabteilung— Ratsweinkellerei— Stadtküche Mittagsgedeck— Speisen nach der Karte— Zwei Kapellen Abgeschlossene kleinere und größere Zimmer stehen zu Veranstaltungen jeder Art zur Verfügung Theater am Sffiiilliauerdamni Täglich 8>/g Uhr lud Sußs vo« Paul Kornfeld. Insz.; Uop. JeSne mit Ernst Deutsch Sonntag J'b Uhr Orelgroidieooper. Deutsches ISnstler-Theil. Tal Barbarossa 3937 S'.g Uhr Jim und Jill Grete Kosbeim, Harald Paulsen. Renaissance* Theater Steinplatz 6780 8>/g Uhr: YomDteriudiQDS von Max Alsberg und O E. Hesse Lustspieinsus Dir.; Hans LDgsdiGti Täglich 8>.g Uhi meine Scnwester und ich Musik von ßenatzky Lory Uux, Kurt von Möllcndori Sonntag 5 Ubr Meloe Sdnmier und im Ausschneiden! Zentral-Theat. Täglich 8>.- Uhr Sonnt auch S'A Uhr Eine Freundin soyoltiigwieDu Operette v. Meisei. Ton. für Parliett of statt 4.- H. nur I■" gDItig vom 16.-20. Okt. Sonntag nartim. 3 Ol» halbe Pr v 50 Pf. an Bütisei und Gretel »au* �(ffjmswefte WMM Berlins Rose-Theater Br.FraninarterStr.i32 Tel. Alex 3422 u 3494 4.1S: Dornmdiin. 7 Uhr und 10.15 Uhr In der Jobannisnachl Neues Theater — am Zoo— taBabniiZoo. StpLSSSt Täglich N/. Uhr Max Adalbert in Hasenklein Kleines Theat. Merkur 1624 Heute 7% Uhr Zum 1. Male; Wassersdien loogoldlns Konstantin. BalpX Chlud. Garbo. Dumke. Sitpol, do Kowa. rigllch 2 Vorstell.- Tel Wellten«. Z»40 nachm. 4' jUhr: 30Hg.-t,50l«v, abends 86- Ukr 30Pfg.— 3.— Olk. I SomlBgsZVoiBl.iZ'jz.ZD.K'I-V. Sie sind baff-ül was wir bisteo Kounen 14 Internat Attraktionen, die von der ganzen Welt bewundert wurden 1 1 Reichshallen-Theater Abende)T[| Sonntag nachm. I 3': I Stelliner Sänger Zum Schluß: „Wir ollen Berliner" Nachm. ermäßigte Preise> Uönhoft- Brettl: Das gr. Vai ietä- Programm. Tanz» Kapelle Hans Sixtus. Kennen zu Xarlshorsl Sonnabend, 18. Oktober 1930 mittags U»/, Uhr Söunidt-Paoll.JagdrenncR. Barnowsky-BBtiBea Theaiir In Kor strcsemannsir. Täglich 8". Uhr Sturm im Wasserglas Komödie von Frank. Komödienhaus 8 V* Täglich 8 Vi Konto X von Bernauer und Oorternidier Kumisctte Oper 8'/» Uhr Das Mädel am Steuer Operette v. Gilbert Zimmer lBeftM.8.-b. 11- 2 Bett 14.- bis 22.. BadM.3, Salon 10 BeHin HOTEleAnhOhl EXCELSIOR Thuter am Kotlb. Tor Kottbusser Str. 6 F. 8. Oberb. 6070 Tägl. 8 V.U.. 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Die Einäscherung sindel am Dienstag. dem 2L Ottobec, VziZ Uhr. im ftraße itntt Rege Beteiligung erwartet Die Gel, Verwaltung vormittag« Krematorium Stricht- Am elften Todestage meine» lieben Mannes He» Beck, gestorden am 18 Ottober 1929, gedenkt seiner die trauernde Galtin -Dits W(3 re« hd ü s B e rl i n s in allen Stadtteilen Hüte die führende deutsche HKarke Hüte seit lSSS Hüte die führende deutsche J Ularke Za haben in allen leistungsfähigen Mut- Spexlalgesehäften ma'fi E!-i'elld Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Berli» awieadmigln für die!« �udrlk«>r an I ®3B«. Otidcnfiraf« S I 3ti4e:d letrctarUc Abteilungsleiter! Reicht umgehend das Zlovemb««Programm und den B«. «ichtsboqc»� für das Z. Quartal ei». Bolksbiihacn. Sondervorstellung für Jugendlich«»an 14 bi, 18 Jahre» am Sonntag, dem g. November. Karten zu 90 Pf. sind im Sekretariat erhiiithch. Streichorchester throß-Berli». Morgen, Sonntag, 9]-.- Uhr. Probe beim Genossen Lllhel. Stolpisch« St. 27(nur Pioliu« J, N. IU), Anmeldungen zum Wochenendkursus in Mirsien-wald- am 25. und 20. Oktober morden bis 32. Cf. tober von Konrad Lützel angenommen. «Ue» mufilliebeude» SAZ..Mitgli«d«rn wird der Dekuch des ZioiWonzertes de, Bachorchesters am Dienstag, dem 22. Oktober. 30 Uhr, im Saaibou?riei>. richshain empfohlen. Eintritt 2Z Pf. heute. Sonnabend. 19X llhr. »ottbusser So«; Heim Britzer Str. 27-«...Ton und Bild.'— Südwesten: ssahrt nach Behlefanz. Treffpunkt 18 Uhr Belle-AIliance-Platz. 80 Pf. Tahr- geid.— Steglitz! ftahrt nach Uetzdorf. Treffpunkt IS'/H Uhr Rathaus.— Britz: fsahrt nach Kossen. Treffpunkt 18 Uhr Jahn- Eike Rudower Strotze.— Neukölln I: Werbeausschutzsitzunq beim Genosse» Reetz, Schiukcstr. 12— Neukölln IV: Fahrt nach Nowawes. Treffpunkt 18 Uhr Bahnhof Neukölln. Fohrgeld IM.— Tempelhos: Fahrt zum Paetzfec. Treffpunkt 18 Uhr Bahnhof Tempclhof. Westen: Aula der Körner-Oberrcalfchul«. Steglitzer Str. 8 IS'4 Uhr, Werbefeier. Zur Borfühung gelangt eine Revue: Wir schalten um". Ohne Unterbrechung— ein Bild das andere ablösend— wird da, stebeu der arbeitenden Jugend in Betrieb, Schule und Freizeit gezeigt. Werbebezirl Mitte: W-rbebezirksheimabend mit dem Bor trag:„Unsere Aufgaben". Hei« Woisenstr. 18. Werbebezrrl Wedding: 3. Abend des Bildungskursus im Ledigenheim Schönftedtftr. 1, V, Kimmer 18. Thema:„Wirtschafisprobleme der Gegenwart". Badeabend unb Uebungsabend fassen ans. Werbebezirl Reinickendorf: Alle Fahnen pünktlich IS Uhr in Hermsbarf, Restaurant Ludwiosluft. Mbrecht- Ecke Bismarckstratze, zur Bcronstaltung der Parteiabteilung. Eintritt 30 Pfennig. Werbebezirt Nenköll»: Besprechung aller 1. Abteilungsleiter, 1. Wandcr- leiter und Mitglieder des EWB. um 1» llhr im Heim Kanne? Stratze. Werbebezirt Pankow: Der Wochenenbkurfus in Tiefcnsc« findet umstände- halber nicht heute, fondern erst später statt, Termin wird noch bekannt- gegeben. Morgen. Sonntag. 19. Oktober. Humavnplatzi Treffpunkt zur Fahrt 7 Uhr Bahnhof Prenzloner Allee. Fahrgeld 80 Pf.— Schönhauser Vorstadt: Treffpunkt zur Fahrt 7 llhr Bahn- hos Schönhauser Allee. Fahrgeld IM.— Rrukölln VII: Treffpunk! zur Fahrt 7'i Uhr Bahnhof Kaiser-Friedrich� trotze.— Neukölln VlN: Fahrt zum Krämer. Treffpunv 7 Ahr Atfn-ffräfetch. Eck- Moichkekstratze._ New. kell» I: Fahrt. Treffpunkt Uhr Reuterplatz. Werbe bezirk Lichtenberg: Für dir Stadtobteilungen im Heim Guntrrskr.<4 Lichtbildervortrag:„Von Passau nach Wien". Beginn pünktlich ISt»! Uhr. 3m Institut für Sexualwissenschaft findet der nächst« sexual- wissenschastliche Frageabend am Montag, dem 20. Oktober, abends 8 Ubr. trn Ernst-Hoeckel-Saal, In den Zelten 9»(Ein- gmig Gartenportal), statt. Unkostenbeitrag 0,20 M., Erwerbslose frei. Das Tagesgespräch: Pcrsil billiger! Wo man Hausfrauen trifft, überall die Frage:„Haben Sie es schon gehört, wissen Sie schon?" Ja. Persil ist billiger geworden! Das große Doppelpaket kostet nur nach 75 Pf. und das Normalpatet nur noch 40 Pf. Diese Preisherabfeßimg war ein Geschenk, mit dem in dieser schlechten Zeit unseren Hausfrauen eine große Freude bereitet wurde.— Aber noch mehr gewinnt die Hausfrau, die Persil so ge- braucht, wie es die Vorschrift will: 1 Paket auf 3 Eimer Wasser, ohne jeden weiteren Ziisaßl Und: nur einmaliges Kochen der Wäsche in kaltbcreiteter Persillauge! Wer so wäscht, spart außerdem noch Zeit und Feuerung und wäscht so, wie es die heutige Zeit verlangt. Sireiklokaie der VBML-Betriebc! 3». Abrahamsohn. Steglitz: Lindenhof. Steglitz, Luisenstr. I. Accumnlaiorrnsabrik B.-G. Oberschiueweide: E t i tz, Oberschöncweide, Kaiser» stratze 18. l o tz", Hennigsdorf. AE«.. Lehrwerkstatt und Forsch.Znstitut, Retnickendors: Jahn, Reinickendorf. Ost, Echillcrpromcnade 87. AEG.-Kabclwerk, Obcrfchöneweide: Bllrgcr-Park. AEG.. Abteilung h, Fricdrichftr. 110/112: Schaar, Artilleriestr. 11. AEK.-Turbiueusabrit: Nieder st ratz, Waldenser-, Ecke Emdener Strotze. AEG., Abteilung Tl.. Friedrichstr. 110: W» i» h o l z, Gipsstr. 3. Transformatorcu-Berk, Obcrschönewcibc: D i n k I e r, Obcrschöncweid», Wil- heimincnhosstr. 82». AEG., Treptow: Hcrzner, Treptow, Elscnstrntzr. Alisch. Sebastianftr. 14: Dietrich, Sedastianstr. 77. Arqns, Reinickendorf: Herrmann, Reinickendorf, Kopenhagen« Str. Z4. Gebr. Arndt: Siegfried, Fcnnstr. 47. Aroa.Werke: Krisch«, Ehorlottenburg, Kaiser-Friedrich,, Ecke Grün strotze. A»kania-Wcrkc, Friedenau: K I o h, Friedenau, Hondjerpstr. 50. Antogen-B-G., Iohanniterstr. 0: Hinz, Wiluissir. 1. Bamag-Meguin, Moabit: Schmidt, Reuchlinftrotze. Barthelmes. Wittenau: H a n e 1 l, Wittenau. Lübars« Str. I. Becker.Mafchinenfabrit, Reinickendorf: Schmidt. Rcinickcndork, Erof. Rödern. Allee an der Bahnbrücke. Beling und Lüble: Krüger, Grimmftr. 1. Bergmann. Elettrizitäts-Werke A.-G., Berlin. Friedrichstr. X; Beyer, Holl. mannftratze 14. Bergmann, Berlin: Kroll, Utrechter Str. 21. Bergmann, Rosenthal: Wartburg, Am Bahnhof Rofentzhal. Bergmann und Westphal, Stralau: Tessarek, Stralau. Tunnelstr. 30. Borssg. Tegel: Leonhard. Tegel, Berlin«., Ecke Beitftratze. Berko-Werke: H e m p e l, Greifswalder Str. 208. F. Berliner, A.-G., Tclophonfabrik: T i- h I, Siemensstr. 20. Berliner Fassonschmiede, u. Schraubensabrik, St«»b«rg norm. Brriwng: Sabottke, Rciinckcndorf-West. Eichbornstr. 40. Berlin« Slektro-Plated: Michaelis, Brandrnburgstr. 40. Bertram», A.-G., Tempelhof: Temvelhof, Rodeltratze. Brrtnch, Lichtenberg: s r o tz, Lichtenberg. Eitelstr. Ib. Bolzani: Speisesaal, Wiesenstr. 7. Rodert Bosch, Ehorlottenburg: G r Ü n i n g, Eharltbg., Frttschestr. 53. R. Boss» nnd Eo., Wiener Stratze: Willi Hans, Lieqvitzer Str. 41. Stahlwerk Bothe, Eharlattenburg: Josef Bowitz, Hallerstr. 28. Breelt u. Eo., Pankow: Schmidts Festsäle. Priuzenollee 33. Butzke, Brandenburgstr. 75: L i e t s ch. Prinzenfirotze. Bntzke nnd Bernh. Joseph, Rittrrstr. 20: Schneider, Ritterstr. 110. F. Easparq, A.-G., Marienselde: Sirschseld. Marienfelde, Kieperkpkatz 2. F. R, Eonrad, Slogauer Str. 21: Hirseland, Gloganer Str. 17. Daimler, Benz, Marienselde: Sirschseld, Marienfeld«, Kiepertplatz 2. Denta-Werl: Wollschläger, Adalderlitr, 21. Deutsche Kabel-V«ke Berlin: Müller, Boxhagen« Str. 54. Deutsche Messingwerte, Ricdcrfchineweid«: Einsiedler, Johannioihol, Parkstratze. Beutschc Nielco-Werke Weitzensee: M a n z? e, Boitzens«, Berlin« Allee«3. Deutsche Orthopädisch« Werke, Schöueberq: Frania, Schönebcrg, Sachsen» dämm 54. Tatzlor Stok« G. m. b, H.. KrastwerIWest: Baukautin«. Obernduchtstratze. Deutsch« Telephon-Werkc, steughosstr. 00: Lehmann, Muskau« Str. 1. Deutsche Telephon-Werke, Lichtenberg: Tempel, Lichienberg, Gudrunstr. tz. Deutsches Rctallwerk, Oberschöneweide: Berbandsbllro, Oberschöncweide, Laufcnrrsir. Z. Dinse, Reinickendorf: Wartburg, Rosenthal. Ebel u. Lohmann, Froienwalder Str. 34/38: Grosser t, Freicnwald« Str. A. K. F. Eckert, Lichtenberg:„Zum Löwen", Frankfurter All« 138. Elektro. Termit, Tempelhof: R i e ck, Tempclhof, Fricdrich-Wilhelm-, Ecke Ordens» meifterftratze. S. Elfter, Reue Köuigstr. 07'08: Musikalischer Fuchs» Zoftystr. 7. Engels u. Wegen», Waldstratze: Zobel, Wiclefstr. 24. «eich u. Gratz, Elsenstr. 30: D S h I i n g, Elfenstr. 100. Ermler, Us-rftr, 0: K 1 i s c, Uferstr. 1. Falbe, Monteuffelftr. 77; G r u t t k e, Skalitzerstr. 30. Ferwasst, Acinickendorf-Oft: Residenz-, Ecke Friedrich-Dilhelm-Stratze. Paul Ftechow, Rachflg.: Andre, Blücherplatz. Fisch«». Eo.: K o b l i n: Frankfurter Str. 137. ?Uck». Eo.: Nonnendamm 0. arl Flohe. Berlin: Emil Wald, Psluqstr. tz. Flohr, Wittenau: Matter. Eichbornstr. 04. Fripn-Werke, Hobenlohrbrücke: Jakob Stock, Warschau« Platz, gcgenüb« dem Liästhans Osram. R. Frist« A..S.: O b e r s ch ö n« w e i d e, Schillerpromcnad«. Gehrs n. Eo.: Bartsch, Wien« Str. 38. Gesellschast für Elektrische Apparate, Marienselde: Donau, Mariendorf, Dorf-, Eck« Rathousstratze. Golialch u. Eo.: Neukölln, Kaiser-Friedrich-Str. 25. Gornitz u. Stoik: Meyer, Michoelkirchflr. 27. £>. Gossen, Reinickendorf, Oft: L a u b: tz, Graf.Rödern-Alle«. Gottfchaik u. Michaelis: Kodanek, Neukölln, Köllnische Allee 179. R. Gradewitz, Dresden« Str. 38: M. B a r t l i ck. Dresdener Str. 107/108. Gradenwitz, MLHIenftr. 73: Glockenmeier, Mühlrnstr. 72«. Karrig: Rittcrstr. 15. Gross n. Graf, Kohenschönhansen: Danielewski, Degner-, Ecke Obers«. strotze. Kartman», Gitschiner Str. 05: Nowak. G:tsch>n«r Sir. 00 R. A. Kartmonn, Nudow: W u r 1, Johannisthal, Friedrichstr. 13. Kartnug A.-G., Lichtenberg: A n tz a k. Serzbergstr. 120«. Hugo Härtung, Wiclefstr. 10: Marx, Olbenburaer Straß«. Kasse», Wrede, Ehriftiaaiaftratzc: Martin, Wriezener Str. 43. Heike, Hohenschönhanf«»: Danielewski, Sohenschönhaufen, Froienwalder Straß«. Kern, Lehman»». Eo., Reinickendorf: Mann«, Lauptstr. 40. Kempel, Aalkensee: ffltt'IIf, ffalkensee. Bahnholstratze. G. Kerrmaon, Riederschönhansen: Geh ring, Nicderschönhausen, Eharkotten- stratze 8. D. Kirsch. Lichienberg: Pezolt, Lichienberg, s«zb«gst?atze, Kornemoo», Neuenbürg« Str. 7: Heise, Neuenbürg« Etr. 7. Hornemaun, Filiale, Lichtenberg: Zwietasch, Lichtenberg, Hauptstr. 80. Korst: Martin, Ehrislianiaftr. 7. Kydra.W«k: Machalitt, Droniheim« Str. 4. Znbustrie-Metallwarenfabrik: Waldemarstr. 20. Jarawslaw: Karl Loch! s. Jürst». So.,«dlerohos: Knack, Adl«shof,«blergeste» 283. Kamp«, Marienselde: S t r i- tz k c, Marienselde, Grotzb««e»stoatze. Kais« u. Schmidt: Beinsborier, Eharlottenburg, User» Ecke Kaisnfiratze. Kassierer. Karlshorst, Flnaplatz: Bartel, Flugplatz. Keqliyg u. Thomas, Ackerftr.>25: Rietschniann. Ackerst?. 127. Keyliua n. Thomas. Britz: K l i n q u e r, Britz, Ebauffeestratze, Ecke Dorfstro.tze. F. Kilian, Kohenschönhansen: L ü b i ck c Hohenschönhausen, Berlin« Etr. 93. Kiodermann u. Eo.: Meyer, Fllrstenstr. 5. Klüssendors, Serichtstratz«: Mecklenburg. Berlin, Rav»n«str. 8. Knorrbremse, Lichtenberg: R ö s k«, Ellrtelstratze, Gedr. Koppe, Lichtenberg: Rwickert, Ritterzutstr. 139. Krall: Goldschmidt. SwspisS>c Str. 30 Kabelwerl, Vogel. Köpenick: Schulz, Köpenick, Bahnhosstr. 34. Kretz« it. Busse, Riederschineweid«: Kindt, Schöneweibe. Grünauer Str. 8. Julius Kröckcr, Signal-Apparotefabrik: Herzog, Sr-nzb«qstr. 7. Krnpp-Druckenmiiller, Tempelhos: M a d l er, Gottlieb-Dunkcl- Eck- Germania- stratze. K enger, Köpenick: Schulz, Köpenick. Bohntzofssr. 34. Krüger, Michaeltirchstr. 41: Haitz, Michaelkirchsir. 1. Knpermann& Eo.: E ch u ch a r d, Ehristianiastr. llOo. Lachmann: G ü t t 1 e r, Alcranbrincnstr. 99. Lagatz i Eo.: Müller, Köprnicker Str. 154. Lane& Co., Neinickcndors Ost: Schneider, Holländ« Str. 129. Lennhosf: Michaelkirchplatz. Eck« Josephstratze. Dr. Max Lewy. Müllerstr. 30: Senkel, Utrechtcr Str. 10. Lindström: E e i w e r t, Schlesilche Str. 25. E. Loren, A.-S,, Tcmpelhos:«. In p.p. Tempclhof, Friebrich-Wikhelm- Ecke Moltie stratze. Liwe-Radio, Steglitz: Lindenhof, Steglitz, Siemens- Ecke Lnsssnstrotze. Lnnitz: Topp, Alte Jakobstrasie 1. Magirno, Tempclhof: K l e ich i n ski, Borussiasiratze Ecke Eachsenbanim. Maffei, Wildau: Dubian, Wildau, Retallisato« A.�., Renkölln: Kanner Strotze Ecke Saalcftratze. Metrum: Schutz, Lausitzer Str. 50. Paul Meyer, Dronthrim« Str. 3530: Wenb«, Koloniestr. 147. Mitteldeutsche Stablwerke, Borsigwald«: Meier. Rcinickenborf-ZSesi. Schorn- weder. Eck- Klixstratze. Mix ck Genest, Schöneberg: Pottschutz, Sachsendamm. Moosdors ck Aochhäuslcr: G l o g e r. Am Treptower Park 20 lsrllh« Ritschel. Wals, Netter ck Zaeodi, Ablershof: Lehmgrühner. Wlergestcll Ecke Bis- marck strotz«. Ren: Winter, Ritt«- Ecke Fürstenstratze. Nickel ck Fleischm-nn: Böig«, R«ichcub«rger Etr. 185. Norddenttche Kabelwertc, Renköllu: e i n i a k« l t, Wippe rstr.«. Obell, Wilmersdorf: Pascheratz. Lanterstr. 24. Osram, Eharlottenburg: Schäfer, Helmholtzstratze. Pinlus: O e st e r c i ch, Große Frankfurter Str. 14. Pintsch A..G., Andrcasstratze: I a m p t. Lange Etr. 90. Gebe. Pierdnrg A. G.: I. Meier. Tempelhof, Borussiastr. 40 Premag, Ob-rschöu-w-ide: Inn: Seidel rüg. Obcrschöneweül«, An der Wuhlheide 222. Pohl ck Selbig: Paul Neumann. Mübl-nstr. 49». Prometheus. Neinickendors: Rochhaus. Reinickendorf, ResidenZstr. ISO. Rabama, Borsigmalde: Treis, Reinickendorf. Ramsmaqer: Prasser, Michaelkirchstr. 29o. E. Nanck«: E. Lange. Köpenick« Str. 29. Rein ck Rull«: Hundertmark. Halcnsec. Zoocklint.Friedrtch.Str. 25. Alörccht Reiser, Soheuschönhansen: Schiebe. Hohenschönhausen. Berliner ot: 97. Aoeder: Winter, Ritter» Ecke Fürstenstratze. Rohrbach«. m. b. K.: L c n z a r. Torf. Ecke Kiautschouftratz». Roller: S ch u ch a r d, Ehristianiastr. 1>0«. Rotoprint: Kluge, Reinickendorfer Etr. 77. Roth-Büchn«: Oppermaun, Neukölln, Emser- Ecke Oterstratze. Solinger: Für Linde, Elisabcthuser 12. E. Sandmann: Sialitzer Hof. Skalitz« Etr. 142. S-nitas. Berlin: Fröhlich, Turiner Eck- Amsterdam« Strotze. Scheu: Stimminger. Huttenstratze. Schindl«, Anfzngsabril: Joachim, Kopischstr. t. Schöning: Wartburg. Bahnhof Roseuthal. Schorschwerk: Schubert. Köpenicker Str. 124. I. Schuch ck E«.: B a r t o l: ck, Dresdener Etr. 109. Schuchardt. Berlin: M c i ch e l. Köpenickcr Etr. 155«. F. F. B. Schutze, Fehrbelliner Str. 47 48: Dobrohlaw, Ewinemünd« Etr. II. Schulze, Melchiorftr. 0: Bartsch, Sngelufer 1. Schwartzkopff, Reinickendorf: K i e h n«, Residenzstr. 111. Schwabe ck E».: Müller, Köveiücker Str. 115. Sck>w,ntz« ck Gräss: Luckauer Str. 0. Schütte. Banmschnl-nm-g: Gerhard, Ba:m> schule nweg. Baumschulen- Ecke .KSpcnicker Landsrratzc. Schwartzkapfs, Scheeingstratze: Regenberg Schwartztopss, Wildau: Kasino, Wildau. Sa rtenSr. 73. Scias: Sachs«, Lindower Str. 25. Sicloff, Renkölln: Neukölln. Mareschstr. U. Siemens ck Kalskc, Techn. Büro. Schönebcrqcr Str. 3:4— SsemeyO-Schnckrrt, Techn. Büro, Schöncderger Str. 3/4: Hochbahn, arte», Tempelhof« Iis« 30. Siemens-Planio-Werk. Lichtenb«g: S ch m ol tz, Serzbergstr. 150. Siemcns-Schnckert, Abteilnng 5. it. 5 Bahnen: Svorthau«, Dirckfenstr. 1. Siemens-Frao-Werk, Tempelhof:«lein. Temvelhof. Gottlieb-Dunkel-Stvatze. Stahl- und Walzwerk, Keunigsdorf: Rotes Schloß, Hennigsdorf. Steffens ck Rölle, Tempelhos: Klein. GoMieb-Dunkel-Etr. 19. Emil Stein: Alt« Jakob st 1. 23/24. St-'-rü«: B l- n k l-. Bovpstr. I. Stock-Motorpflng. Niederschöneweide: Hildebrand, Tabtertsir. 38. N. Stock ck So.:„Alter belhaus. Alte Ja st er stratze 00, 2. Etage/ kobstratzc 93. Möbelläns« merke Kredit nnd bar Mobelbazar, große Auswahl. klein« Preise! Beispielsweise: .Schlokzimmer 455.—, < Speisezimmer5I7,—, HerrenzimmertzOS,—. Spiegctschränke 118,—. Dielcngarn!. tnr 38,—. Anrichte. küche, 99,—, Messing- bett stelle 06,—. Klei- derschränk« 48,—, Chaisrlongncs 28,—, Metallbellstcll-I8,—. Auflegematratze 13,—. Sonstige Mö- bei angemessene ! Presse. Teilzahlung auklchlagirei. Wo- Airn raten, Mona:-- .raten,«assarabalt > öls zehn Prozent. auch auf Anzablun gen. Kredite bis zwei Jahre. 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