Morgenausgabe 7!r. 491 A 247 47. Jahrgang WScheaMch WPs. i.«0 M. Im voraus zahlbar, Postbezugwd 72 Pfg. Postbestellgedühreii. Auslands» abonnement S,— Di pro Monat. * Ter„Dormärts* erscheint wocheniäg. lich zweimal. Sonntags und Montag» einmal, die Abendausgaben sür Berlin und im Handel mit dem Titel»Der Abend", Illustrierte Beilagen.Volk und Zeit" und.Kindersreund". Ferner .FrauensUmme" Technik",»Blick m hie BucherweU"..Iugend-Dorwärt»" und»Eiadtbeilag«". Berlin«! volssblatt Sonntag 19. Oktober 1930 Groß-Äerlin 15 Pf. Auswärts 20 pf. 5)ie einspaltige Nonpareillezeil« S0 Pfennig. Neklame�eile 5.— Reich»« mark.„Kleine Anzeigen� dos eugo» druckte Wart 25 Pfenmg tzutMg zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wart 12 Pfennig. Stellengesuche das erst« Wort 15 Pfennig, jedes wettere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstabe» zählen für zwei Worte. Ilrbeitsmartt Zeile 60 Pfennig. Foinilienanzetgen Zeil« 40 Pfennig. Anzeigenannahme imHaapt» geschast Lindenstraße 3. wochentäglich von SV, 51» 17 Uhr. Jentvaloesan der GoziawemoSratischen Kartei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstratze 2 Fcriilprecher: Dönboss 232—237 Telegramin.Adr,: Sozialdemokrat Berti«. Vonvärts-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: Berlin 37 S3K.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr. 65. Dt.B.u.DiSc..Gel.,Depositenkasse,JcrusalemtrStr�ö/K«. Der Reichstag hat entschieden: Gegen Verbindlichkeitserklärung.— Kür Gchuldentilgungsgefeh. Llebergang zur Tagesordnung über die Mißtrauensanträge. Ter Reichstag hat gestern in später Abendstunde in namentlicher Abstimmung mit 338 gegen 220 Stimmen beschlossen, die Notverordnung und die dazu vorgelegten Anträge dem Ausschutz zu über- weisen. TaA»S ch u l d c u t i l g u n g S g c s e tz wurde mit 323 gegen 237 Stimmen angenommen. Mit 348 gegen 230 Stimmen bei einer CFnthal- tung beschloß der Reichstag, über die vorliegenden wiitztrauensan träge zur Tagesordnung überzugehen. Gegen den Uebcrgang zur Tages- Ordnung stimmten Nationalsozialisten, Tcutschnatio- nalc, Kommunisten und Landvolk. Reichstag gegen Verbindlicherklärung. Ter Antrag der sozialdemokratischen Reichstags- fraktion, den RcichSarbcitsministcr zu ersuchen, den Schiedsspruch im Berliner Mctallkonslikt nicht für verbindlich zu erklären, wurde vom Reichstag in ein- fachcr Abstimmung mit Mehrheit angenommen. «- Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat durch die Annohme des Schuldsntilgungsgesctzes und' durch die Zu- stimmung zur Ueberwcisung der Notverordnungen in den Aus'chutz die Weiterzahlung der Unter- st ü tzu n g an die E r w e r b s l o s e il e r>n ö g l i ch t. Wäre die Entscheidung des Reichstags noch den Wünschen der Putschisten von links und von rechts erfolgt, wäre der Ueberbrücknngskredit abgelehnt, die Notverordnung ohne jeden Ersatz aufgehoben worden, so wäre bereits am Montag nicht ein Pfennig Unterstützung für die Millionen Erwerbslosen in Deutschland mehr vorhanden gewesen. Es wäre die Einstellung der Zahlungen für die Er- wcrbslosen, zugleich die Einstellung der Zahlung der Be- amteugehältcr und anderer Zahlungen des Reiches erfolgt. Was dies bedeutet, wird ein jeder denkende Arbeiter crmessen können! Es wäre das vollkommene politische und wirtschaftliche Chaos gewesen, ein Zusammen- bruch. wie ihn Deutschland selbst auf dem Höhepunkt der Inflation kaum erlebt hat! Die sozialdemokratische ReichStagSfraktion hat im Interesse der Arbeiterschaft diesen Wahnsinn verhindert. Jeder denkende Arbeiter wird ihr dies als Bcrdienst anrechnen! Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion ist über die Mißtrauensanträge, die von der äußerste» Rechten und der äußersten Linken in Massen gegen die.Riegieruug und einzelne ihrer Mitglieder eingebracht worden sind, zur Tagesordnung übergegangen. Sie hat damit nicht der Re- gierung Brüning ihre Billigung und ihr Vertrauen ausge- sprachen. Sie ist zur Tagesordnung übergegangen, weil im höchsten Maße die Gefahr bestand, daß diese Regierung von einer faschistischen Regierung abgelöst würde, die nicht nur die demokratische Verfassung, sondern zugleich alle Rechte der Arbeiterschaft mit Füßen getreten hätte. Nicht un: die Existenz der Regierung Brüning an sich ging es der sozialdemokratischen Re'ichstagssraktion! Die Verteidigung der Demokratie und der Ar- beitcrrcrhte— das war in dieser Stunde der ernsten Gefahr der oberste Gesichtspunkt, der die sozialdemokratische ReichStagSfraktion geleitet hat. lieber die Bedeutung der Entscheidung, die am Sonn- abend aesallen ist, hat diese eine Woche der Beratungen des Rei6?stags die voll'te Klarheit geschossen. Die stürmische n Sitzungen des Reichstags, die ungeheure Erbitte- rung, in der in diesen Sitzungen gelcunpst worden ist, die provokatorische Haltung der Nationalsozia- l i st e n im Parlament hat der ganzen Arbeiterschaft gezeigt, daß es nicht um das Schicksal einer Regierung ging! In dieser erbitterten Auseinandersetzung ist die Regierung Brü- ning vollständig zurückgetreten. Es kämpfte die Demokratie gegen den Faschismus, die Arbeiterschaft und ihre Vertreter gegen den Machtwillen derer, die sie zu Boden ringen wollen. Demokratie oder Kaschismus— das war die entscheidende Krage. Was die Arbeiterschaft bei einem Triumph der National- sozialisten und ihrer Verbündeten zu erwarten hätte, darüber ist nach dieser Woche kein Zweifel mehr. Die brutalen Ge- stalten der Putschisten und der Fememörder, der Schlächter von rechts, denen es auf Menschenleben nicht ankommt, haben sich in dieser Woche dem Volke in unvcrhüllter Brutalität gezeigt. Wenn sie an die Macht gelangen würden, sie würden das demokratische Recht und die Freiheit der deutschen Arbeiterschaft mit Füßen treten. Sie würden den Raub vollziehen an ollem, was die deutsche Arbeiterschaft in mühseliger jahrzehntelanger Arbeit und Kampf errungen hat! Am Ende des grdßen parlamentarischen Kampfes stand eine große Auseinandersetzung zwischen Oldenburg- Ianuschau, der einst vor dem Kriege die Willkür gegen das Volt pertrat und nun heute wieder der Repräsentant der faschistischen Kräfte ist, und dem Reichskanzler. Diese Auseinandersetzung ging umdasReichsheer. Oldenburg-Ionuschou glaubte den faschistischen Vor- marsch schon so weit gediehen, daß er zur offenen Rebellion des Offizierkorps aufrief und einer seiner deutschnotiönalen Freunde rief den Offizieren zu, daß ihr Eid auf das durch- löcherte und zersetzte Instrument der Verfassung nichtig sei. Das Reichsheer in der Hand der verfassungsmäßigen Kräfte oder in der Hand der Faschisten— diese Frage wurde unmittelbar vor den entscheidenden Abstimmungen ausgeworfen. Es ging um letzte, große politische Eut- schcidungen! In dieser Stunde hat die sozialdemokratisrlie Reichstagsfraktion entschieden. Nicht für die Regierung Brüning, sondern für die Interessen der deutschen Demokratie» für die deutsche Ar- bciterschaft, ihr Recht und ihre Freiheit! Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion ist über die Mißtrauensanträge gegen die Regierung Brüning hinweg- gegangen um den Faschismus in Deutschland zu verhindern. Sie sieht in der Regierung Brüning keine Regierung, zu der die Arbeiterschaft Vertrauen haben könnte. Sie wird im ersten Augenblick, wo es möglich sein wird, an Stelle dieser Regierung eine für die Arbeiterschaft günstigere Regierung in den Sattel zu heben, alles tixn, um die Regierung Brüning durch eine bessere zu ersetzen. Sie hat diese Regierung jetzt nicht gestürzt, weil sie sich klar darüber war, daß es in dieser Stunde nicht möglich ist, eine bessere an ihre Stelle zu setzen. Eine Regierung zu stürze«, in der sicheren Vor- aussicht, datz ihr Sturz unmittelbar den faschisti- schen Staatsstreich nach sich ziehen würde, wäre ein Verbrechen an der Arbeiterschaft gewesen! Die sozialdemokratische Reichstagsfraktjon weiß, daß alle denkenden Arbeiter in Deutschland in dieser Stunde fest und geschlossen ihre Haltung billigen werden. Der Faschismus ist eine reale Gefahr der Stunde. Gegen- über dieser Gefahr ist die Einigkeit und die Geschlossenheil des Proletariats notwendiger als je! Nur der geschlossene Wille der deutschen Arbeiterschaft vermag einen faschistischen Staatsstreich zu verhindern. Wer in der Stunde der Gefahr die Geschlossenheit der Arbeiter- front zu zerreißen sucht, begeht eine Todsünde an der Sache des Proletariats! Das wilde Agitationsgeschrei der K o m m u n i st e n, ihre Verleumdungen, Verdächtigungen und Beschimpfungen gegenüber der deutschen Sozialdemokratie sind in dieser Stunde verderblich und irrsinnig. Jetzt geht es nicht um taktische Streitfragen, um dialektische Spitzfindigkeiten, um Agitationsgeschrei. Jetzt geht es um die Existenz und Zukunft der � deutschen Arbeiterklasse! Wer ihre Geschlossenheit zu zerbrechen sucht, der Hilst den faschistischen Feinden des Proletariats! Arbeiter! Schließt Euch zusammen, folgt den Fahne« der Sozialdemokraiischen Partei! Bildet einen unbesiegbaren Block gegen den faschistischen Feind! Zwölf Stunden Reichstagssturm. Sozialdemokratische Abrechnung mit den Hakenkreuzlern. Die große politische Debatte des Reichstags hat am gestrigen Nachmittag folgenden Verlauf genommen. Abg. Abel(Boltsnat.): Das deutsche Volk wünscht eine parlo- mentonjchc Erledigung der R egieru n g»a>i f ga b c n.. Wir lehnen des- halb das Mißtraueiisnotuni ab/da wir die Regierung an der parla- mentarifchen Erledigung ihrer Aufgaben nicht hindern wollen. (Höhnische Naziruf«.) Ich trage mein Abzeiche» offen, während Sie es aus Gründen der Sicherheit öfter verstecken. Ich bin gespannt, ab die Rationalfozialisten ihr Mißtrauensvotum gegen Curtius wieder nur persönlich, wie z. B. mit der jüdischen Frau usw. oder auch sachlich begründen werden. Abg. v. tlndetner-NZildau(Volkskons.) rühmt die patriotischen Muhen der Wirtschast zur Gesundmachung der Wirtschast und be- droht die Regierung mit Entziehung der Unterstützung, wenn sie sozialistischem Machtstreben entgegenkäme. Abg. Dr. Hocgner-München(Soz.): Herr Straßcr soll einmal dcr Schrecken des Reichstags gewesen sein. Aber das ist wähl schon lang« her, nach seiner gestrigen Rede zu schließen. Er sollte wohl mit dem Florett fechten, ober es war nur ein« stumpfe Klinge. Er hat eine Bilanz der Politik der letzten lZ Jahre ausgestellt, die Aktivposten verschwiegen, die Passivposten maßlos vergrößert,\p daß. ich ihn in meinem Prwatbcruf als«taatsanwalt eigentlich wegen Bilanznerschtelerung anklagen müßte.(Heiterkeit.) Schon der Erössnnngstqg dieser Bilanz war saksch. Die deutich« Geschickte bat nicht erst vor fZ Jahren begonnen, und die heutigen beklageuswenen Zustande sind nicht erst die" Folge des vor 12 Jahren eingeführten otoatssystems. Voraus ging der Krieg, der die sseli- schen und materiellen Kräfte des deutschen Volkes übermäßig in An» spruch genommen hat, und dieser Krieg wurde verloren,(Lärurerche Nazirufc: Ihr seid bezahlt worden dasüu!) Die deutsche isozialdemotratie, deren Mitglieder zum größten Teil»en Krieg nicht-mit Worten, sondern mit Toten mitgemacht haben, kann durch diesen gemeinen und niederträchtigen Vorwurf nicht getroffen werden. (Bei fall der Soz.— Nazisrage: Seit wann sind Sie denn Sozial- demokrat?) Seit meiner Jugend bin ich es, weil ich in meiner Jugend erlebt habe, was es heißt, aus den armen Volksschichten hervorgegangen zu sein.(Sehr gut! links.) Herr Straßer sagte, die Freiheil der außenpolitischen Entschließung sei dem deutsche» Volk verlorengegangen. Aber das geschah nicht erst 1918. Mit dieser Freiheit war es schon vorbei, als Wilhelm II. 1899/1901 das englische Bündm-angebot abgelehnt hat, als Eduard VII.. Wilhelms Oheim, die Einkrcisungspolitit gegen Deutschland vollendet hatte, und endgültig war es damit vorbei, als Hfttdenburg und Ludcndorst im Oktober 1918 das berühmte Tele- gramin abschickten, daß binnen 48 Stunden Waffenstillstand gemacht werden müsse, weil hie Armee nicht länger warten könpe, und als Generalscldmarfchall von Hindenburg seinen letzten Armeebefehl erließ: in diesem oder jenem Punkt müsse oersucht werden, eine Er- leichterung der Waffenstillstandsbedingungen zu erlangen, gelinge es nicht, müsse trotzdem abgeschlossen werden. Diese Freiheit also ist schon fast seit dem Regierungsantritt Wilhelms de? Verblendeten zwangstäung verlorengegov"-».(Zustimmung links.) Nach dem Zusammenbruch hat die deutsche Sozialdemokratie die geschichtlich« Ausgabe übernommen, aus den Trümmern zu retten, was zu rette« war. Wenn Sie(nach rechts) der geschichtlich«! Wahrheit die Ehre Ofben wollen, dann raupten Sie anerkennen, daß die deutsche Sozial- demokratio trotz aller separatistischen Bestrebungen im Westen und Süden dos Reich zusammengehalten, und daß sie schon im November 1918 durch chre sozialpolitische Tätigkeit dafür gesorgt hat, daß die kosten des verlorenen Krieges nicht samt und sonders aus die ärmsten Voltsjchichten abgewälzt wurden.(Sehr wahr! links) Straße? Hot gestern auch van der Arbeitslosigkeit gesprochen. Er hätte aber hinzusüge» müssen: Wenn heute das Elend der Arbeits- losen wenigstens gemildert werden kann, so hat da? verdienst daran die deutsche Sozialdemokratie{fachen rechts), die im Zahre 1918 die Arbeitslosenunterstützung eingeführt hat. Gewiß haben wir von 1919 bis 1921 die sürchterlichsten Repressalien, die Zerstörung unserer Währung durch den Ruhrabwehrkampf er- dulden müssen, und haben jetzt die größte Weltwirtschaftskrise. Schildert man aber die Zustände so wie ivtraßer, so oerbreitet man eine Panikstimmung. So liegen die Dinge doch nicht. Es gibt in Deutschland noch Leute in der NSDAP., die sich noch Luxusautos kaufen können, es werden noch Dividenden in Deutschland verteilt, ez bestehen noch Riescngehälter in der Privatindustrie. Gewiß ist das Elend breiter Volksschichten unerträglich, aber wir bezweifeln sehr, ob es durch Medikamente aus nationalsozialistischen Partei- apotheken(Heiterkeit) gemildert werden kann. Der versöhnliche Ton der nationolsozialistisclzen Außenpolitik geht wohl aus die angenehmen Beziehungen mit Rothermere zurück. Aber wie paßt da, zu der Lärm, mit dem dieselben Notionai- svzialisten früher die deutsche Friedenspolitik verurteilt und ange- prangert haben! Wenn übrigens Herr Straßer geschichtliche Vor- gänge, auch den Weltkrieg, auf wirtschaftliche Ursachen zurückführt, so kann ich ihm nicht helfen, das ist durchaus marxistisch! {Heiterkeit.) Straßer hat den Versailler Frieden oerurteilt, aber waren es nicht sozialdemokratische Reichskanzler, die die cindrucks- vollsten Worte dagegen gesprochen haben, als Sie(nach rechts) noch nicht im Reickstag gesessen haben? Wir haben allerdings dem deut- lchen Volte niemals vorgespiegelt, man brauche diesen Vertrag nnr zit.zerreißen, und dann märe er weg! Die allerschärssten Vroieste gegen die Lüge von der Allcinjchuld Deutschlands am Kriege hat gerade die Sozialdemokratie erhoben. (Dauerndes Naziz'.ojchrei.) Herr Straßer, reizen Sie mich nicht, ich könnte sonst erzählen, wie Sie einmal mit einem gewissen Ehren- ivort herumgeworfen haben.{Hört, hört! links.— Straßer: Ich habe kein Ehrenwort gegeben,) Sie haben am 30. April 1923 Ihr Ehremvort gegenüber der Landshuter Polizei, die Waffen in die Kaserne zu schassen� gebrochen.{Stürmisches Hört, hört! links und in der Mitte.— Straßer: Jawohl, diesem System gegenüber immer.— Begeisterter Nazibeifall.— Entriistungsnife links und in der Mitte.) Sie bekennen sich also zu dem Grundsatz: Der Zweck heiligt die Mittel!{Straßer: In der Politik ja!— Großer Nozi- bcisall.— Hört, l>ört! links und in der Mitte.) Ist vielleicht durch Ihren Gefong„Siegreich woll'n wir Frank- reich schlagen" der französische Militarismus vom Rhein entfernt worden? Jahrelang haben Sie gewettert gegen die schwarze Schmach. Wenn heute deutsche Frauen und Mädchen im clzemals besetzten Gebiet von Senegalnegern nicht mehr vergewaltigt werden können, so gebührt der Dank dafür gewiß nicht den National- sozialislen, aber vielleicht eher dem damaligen Reichskanzler Hermann Müller.{Die Nazis schreien wieder.) Schreien Sie nicht schon jetzt, es kommt noch viel schlimmer!{Heiterkeit links.) Der dsutschizatianale Redner hat sich heute darüber gewundert, daß wir überhaupt noch Neparationslasten haben. ülllerdstigs sind die Dinge anders gekommen, als der kaiserliche Slaalssekretör des Reichsjchalzamkes Dr. Helsserich sich im Jahre 1915 vorgestellk hak. Am 10. Mörz 1915 hat er hier im Reichstag erklärt:„Wir werden nickt darauf perzjchten und denken nickt daran, darauf zu verzichten, daß unsere Feinde uns für den materiellen Schaden aufkommen müssen, dem sie mit diesem frevetbajt angezettelten Krieg angerichtet haben." tHört, hört! bei den Saziakdemokralen.) Und am 20- August 1915 hat.Helfserich hier im Reichstag gesagt:„Das Bleigewicht der Milliarden haben die Anstifter dieses Krieges oer- dient, sie mögen es durch die Jahrzehnts schleppen, nickt wir." (Hört, hört! links.— Rekordgebrüll der Nazis.) So hoben die anderen mich geredet, wir haben den Krieg verloren, dann wundern Sie sich noch, daß wir Neparationslasten haben?(Na.zirufe: Anwalt Frankreichs! Sind wir denn hier Franzosen?— Trotz der Mahnungen des Vizepräsidenten Esser schreien die Nazis imd die Hilgen- berg-Leute irsw. andauernd und i miner mafsiv-r weiter. Man hört Rufe: Novemberlumpen, Volksnerröter usw. Erst nach einigen Minuten kann der Redner meitersprechen, aber auch immer wieder unter dem Geschrei der Rechten.) Der Reichshaushalt enthält für außenpolitische Kriegslasten 1,8 Milliarden Galdmark, im Haushalt für 1928 waren dafür noch 2,5 Milliarden Goldraark eingesetzt. Straßer hätte also fragen müssen, in welcher Lage wären wir erst, wenn wir auch noch die 700 Millionen mehr bezahlen müßten! Unsere Situation ist die Folge der Weltwirts chostskrise.(Dauernde lärmende Na.zirufe. Der Abg. Münchmeyer wird zur Ordnung gerufen, weil er den Redner einen Anwalt Frankreichs genannt hat.— Andere Hitler-Leute schreien, das fei doch bekannt. Es folge» weitere Ordnungsrufe.) Auch wir Sozialdemokraten sind stets für weitere Verminderung der Reparationslasten eingetreten. Wir wüßten mit den 1,8 Milliarden in Deutschland wahrlich Besseres anzufangen. Wir erwarten von der Reichsregierung, daß sie alle Möglichkeiten ausschöpft, die zu einer weiteren Minderung der Reparationslasten und zur Revision der Verträge führen können. So äußern sich jetzt auch Hitler und Straßer, aber vor der Wah! wurde Zerreißung des Äsung-Plans ohne Rücksicht auf die Folgen gepredigt. Gestern hat Straßer auch versichert, die Nationnlsozia- listcn wollten keinen Krieg. Wenn diese Erklärung nicht mit innerem Vorbehalt zu oerstehen ist, so hätte diese Partei doch allen Anlaß, mit den �republikanischen Verständigrings- und Friedens- Politikern einen Friedens- und Freunds chaftsoertrag abzuschließen. (Naziqcbrüll.) Straßer fvrdert Beseittgung des Leerlaufs der Wirtschaft, Ileberwindung der Arbeitslosigkeit, Gesundung der Landwirtschaft. Wer will denn dos nicht? Aber die Wege dazu hat er nicht an- gegeben. Er fordert dir allgemeine Arbcilspslichl: dieser schöne Gedanke ist freilick, schon>n dem Sozialisierungsgeseh des Reichspräsidenten Eberl vom Mckrz 1919 gesetzgeberisch bchandell worden and steht auch in der deulschen Verfassung. Aber heute mären wir froh, wenn wir all denen Arbeit verschaffen könnten, die arbeiten wollen! Die späte Erkenntnis der National- 'ozialistcn, daß wertschassende Arbeit die alleinige Kraftquelle eines Volkes ist. haben wir Marxisten schon in den Anfangsgründen de» Sozialismus gelernt. Wirtschaftliche Autarkie verlangte Straßer: aber ehe der Goldmacher des Herrn Ludendorss, Herr Tairsend, da? Goldmochen nicht erfunden hat. ehe man in Deutschland nicht Baumwolle und Kautschuk anpflanzen kann, bleibt das ein schöner Traum, dessen Verwirklichung überdies Millionen deutscher Arbeiter das Brat tosten würde.(Sehr wahr! links.) Wenn Sie Aus- fcholtung der Juden aus Staat und Gesellschaft fordern, so ist das > ücksichtslos gegenüber den ehemaligen Fürsten, die heute in der Hitler-Partei stehen: wenn diese ihre Parteibeitröge zahlen können, so nur deshalb, weil ihre Vorfahren von den Juden das Geld gepumpt haben, um ihre verpfändeten Schlösser, Länder und Kronen auszulösen.(Sehr gut! links.) Von der sozialen Frage hat Straßer wenig gesprochen Die ve», ihm angeregte Gewinnbeteiligung der Arbeiter ist teilweise in der amerikanischen und auch der'deutschen Industrie eingeführt. Aber sie hat zur Folge, daß eine bevorzug!- Klasse von Arbeitern geschaffen wird, die sich in größerer Abhängig keil vom Unternehmerkopital befindet.{Sehr wahr! bei den Soz.) Am die Reichswehr! Das Duell zwischen Oldenburg-Ianuschau und Brüning. Das w i ch t i g ft a Cr g e b n i s der Sonnabendfitzung des Reickzstags war das Duell zwischen dem Junker von Oldenburg-Ianuschau und dem Reichskanzler Dr. Brüning. Der alle. 7ZjähÄge Junker, fcter vor etwa 20 Iahren bereits drohte, man müsse den Reichstag mit einem Leutnant und 10 Mann ausein«rnde,rjagen, ist als. Vasall von Hugenberg in den Reichstag zurückgekehrt. Aus seinen Sympathien mit den Nationalsozialisten und mit Hlller hat er keinen Hehl gemacht: Seine Rede war ein Kampfruf für den Sturz der preußischen Regierung und ein Lockruf an die Reichswehr, sich gegen- über dem Reichswehrministsr G r o e n e r und dem Ober- befehlshaber der Reichswehr, dem Reichspräsidenten Hinden- bürg, dem Gehorsam zu entziehen. Deutlich verriet Oldenburg, welche Wege die Rechte unter der Führung von Hitler und Hugenberg gehen werde, um unter Ausnutzung der Rot der Zeit sich gegen alle verfassungsmäßigen Rechte an die politische Macht zu bringen. Hatte Oldenburg sich im ersten Teil seiner Rede noch da- mit begnügt� dem Zentrum gut zuzureden, es möge in Preußen sein Bündnis mit dem Marxismus ausgeben und eine Brücke herstellen zwischen dem, was war, und dem, was fein soll, so schlug er im zweiten Teil bei seinem Liebeswerben um die Reichswehr Töne an, die den Reichskanzler Brüning später zu der entschieden st en Abwehr veranlaßten. Der Leipziger Prozeß sei geeignet gewesen, die Basis der Tradition zu erschüttern. Der Generaloberst Heye habe die Disziplin untergraben. Am schärfsten aber wandte er sich gegen Groener und Hindenburg. In Ulm seien von der Front weg angesichts der Mannschaften und der Polizeioffiziere zwei Offiziere verhaftet worden. Früher hätte der Kommandeur gesagt:„Machen Sie, daß Sie weg kommen!" So cttvas, wie diese Verhaftung, sei ganz un- erhört. Und das Unerhörteste sei, daß der Reichswehrminister und der Reichspräsident den Befehl zur Verhaftung gebilligt hätten. Wörtlich fügte Oldenburg hinzu:„Der Reichswehr- minister Groener mag stehen, wo er will. Wenn aber Hindenburg, dem wir im Kriege alle zugejcwchzt haben, dahintergestanden haben sollte, wäre das schmerzlich. So Unerhörtes darf man einem Soldaten nicht zumuten." Und den Hochverrat der Ulmer Offiziere verteidigte Oldenburg mit den Worten:„Wenn die jungen Offiziere in ihrer Ver- zweiflung nicht mehr aus noch ein wußten, da wundern Sie sich, wenn sie sich besprachen:„Was machen wir?" Diese nicht einmal mehr verschleierte Aufforderung an die Reichswehr zum Ungehorsam und D i s z i p l i n b r u ch veranlaßte den Reichskanzler Dr. Brü- ning zu einer Entgegnung, die den ganzen E r n st der politischen Situation klar erkennen ließ. Brüning wies den Versuch Oldenburgs, eine Differenzierung zwischen Groener und Hindenburg vorzunehmen, mit dem Hinweis zurück, d aß GraenerdasBertrauen des Reichs- Präsidenten besitze. Er bedauerte ferner, daß Olden- bürg kein Wort des Bedauerns gegenüber den Aeußerungen feines Frattionskollegen Schmidt gefunden habe, der sich«ine Verhöhnung des Fahneneides geleistet habe, wie sie niemals von einem Sozialdemokraten ausgesprochen worden sei. Brüning schloß seine kurze Erwiderung mit dem Vorwurf gegen Oldenburg, daß seine Rede der Tradition des alten Heeres, die auf D i'sz i p li n und Gehorsam aufgebaut war, den st ä r t st e n Abbruch getan habe. Das Duell Oldenburg— Brüning läßt erkennen, daß wir uns wiederum in einer Situation befinden, in der die zer- störenden Kräfte der-Rechten den Versuch machen, d i e Reichswehr zum Kampf gegen den Staat und die ausübende Staatsgewalt aufzuputschen. Hitler und Hugenberg, das ist die Front, für die Oldenburg- Ianuschau gekämpft hat und gegen die sich Brüning zur Wehr setzt. Di« Sozialdemokratie steht geschlossen gegen Hitler und Hugenberg, sie wird alle Kräfte unterstützen, die dem Putschismus den Weg zur Macht versperren wollen! Die Aebcl der kapitalistischen Wirtschaft, nämlich das Mißverhältnis zwischen Majsenerzeugung von Gütern und der Kaujkrasl des Volkes, die ungeregelte anarchische Produktion werden durch eine solche Gewinnbeteiligung nickst beseitigt. Hat doch selbst Zlmerika über 7 Millionen Arbeitslose. Schließlich bat Straßer gemeint, praktische soziale Maßnahmen hätten erst dann«inen Wert, wenn sie von der Zentralsonne einer neuen Staats- aufsossung ausgestrahlt sind.{Straßer: Sehr richtig!) Sie vertrösten also die Arbeiter aus den jüngsten Tag. Wir aber versuchen auch in der gegenwärtigen Wirtschaftsordnung, das Los der Arbeitenden zu erleichtern. Deshalb treiben wir Sozialpolitik.{Lebhafter Beifall der Sozialdemokraten.) Nack dem„Angrisi" vom 12. d. M. wollen Sie das Verhältnis von Kapital und Arbeit erst eingehend-national- polititch untersuchen und daraus die notwendigen Schlüsse ziehen. In Straßers Rede hat man nichts davon gemerkt, daß diese Unter. suchiing abgeschlossen oder auch nur angefangen hätte. Denn Sie gegen die Kapitalslucht sprechen, so frage ich: Sind es nickst die angeblich Ilalionalen gewesen, die seit Jahr und Tag im Ausland das Gespenst der neuen deutschen Zn- slation hervorgerufen haben?{Rufe link-: Hugenberg!) Der „völkische Beobachter" hat in den letzten Monaten regelmäßig folgenden mit Hakenkreuzen eingerahmten Alarmaufruf gebracht: Die kommende Inflation' Volk, schütze dein Eigentum vor der Beschlagnahme unseres Sparvermögens vor der Zwangsver- wallung Deutschlands. Ist dos nicht eine Aufreizung zur Kapitalslucht?{Gelächter der Nazis.) Herr Straßer aber redet von Alarmartikeln der jüdischen und marxistischen Presse. Herr Straßer hat gestern mit verdecktem Visier gesprochen. Wir wollen das Visier einmal hochheben. Schon der Name„Natio- nalsozialismus" ist, um mit Kapitän Ehrhardt zu sprechen, ein aus- gezeichneter Deckname, ein vorzügliches Deckblatt gewesen. Es ist ja auch nicht national gewesen, als Ihr Parteiführer am 11. Januar 1923 im Münchener Kindl-Keller zum Einmarsch der Franzosen ins Ruhrgebiet ausrief:„Nicht nieder niit den Franzosen muh es heißen, sondern nieder mit den Novemberverbrechern!"{Ent- rüstungsrus« der Sozialdemokraten. Beifall der Nazis.) Damit charakterisiereif Sie sich selbst. Ihr Verdienst ist es nicht, daß die Franzosen dos Ruhrgebiet wieder verlassen haben. Eine Politik ist nicht national, di? ein Militärbündnis mit Italien anstrebt, um dann Frenkreick anzugreifen, wobei die deutschen Ostgrenzen aus das äußerste gefährdet werden.— Eine Politik, die dann als Preis die deutschen Südttroler in kultureller und sprachlicher Beziehung an Italien al»sliefert. Eine Politik ist nicht national, die im Herbst 1923... Aaiionalsozialistische Morddrohung! Severins geht durch 1>ie Hakenkreozhorden! Der Lärm der Schimpfrufe von rechts und der Gegenrme von links erreicht seinen Höhepunkt. Die oftmaligen Mahnungen und Bitten des Vizepräsidenten Esser bleiben ohne Erfolg. Heine», der überhaupt einer der lautesten Schreier ist. droht dem Redner:„kommen Sie nur wieder nach München, da komme« Sie dran!" Der Redner erwidert:„W ollen Sie an mir«inen neuen Fememord begehe n?" Nazirufe:„Wir wollen uns die Finger an Ihnen nicht schmutzig machen, haben Sie Angst?' Abg. Dr. hoegner(Soz.): Daß ich vor Ihnen keine Angst habe. das Hobe ich im Untersuchungsausschuß des Bayerischen Landtags bewiesen.{Dauergeschrei und Lachen der Nazis.— Abg. Dittmann sSoz.j fragt den Vizepräsidenten, ob er den Drohruf nicht gehört habe— Vizepräsident Esser, den Abg. Severing den Hergang berichtet hat, schließt Heine- von der Sitzung aus. Auch andere Nazis verlassen den Saal.) Severing gehk. um zu demonstrieren, daß die Sozialdemokraten sich von den Nazis nicht einschüchtern lassen, mitten durch ihre Reihen. Einige andere Sozialdemokraten folgen ihm. brauchen aber nicht zu seinem Schuh einzugreifrn. Im Wandelgang der Rechten, den diese Sozioldemokroten zugleich mit einer Anzahl Nazis betreten, scheint es zu einem Zusammenstoß zu kommen, Präsident Lobe eill herbei, auch ihm tolgen einig« So- zialdemokraten. die Nazis rufen, daß fi« Lobe nicht anrühren. Er bringt schließlich die beiden Parteien auseinander.— Im Saal tritt wieder verhällnismägige Ruhe ein, so daß nach minutenlanger Unterbrechung der Rodner fortfahren kann. Abg. Dr. Hoegner(Soz.): Eine Politik ist nicht national, die im Herbst 1923 den fran- zosischen Militaristen in die Hände gearbeitet hat.(Andauernde Unterbrechungen rechts.) Sie nennen sich eine sozialistische Partei. Gewiß, Sie haben einige sozialistische Gedankengänge und Sie haben einige sozialistische Zukunstssorderungon aus unserem Programm und cm» der Weimarer Verfassung abgeschrieben. Don wissenschaftlichen Sozialisrmts hat Straßer gestern ausdrücklich oe-. warten und dafür.primitive Heilmethoden" empfohlen. Mit solche ir Quacksalbereien, die man auf jedem Jahrmarkt dar Politik ausrufen kann, find wohl primitive polstische Seelen und poRfische Analphabeten in Bewegung zu sepen.{Straßer: 6� N'l- lionen!) Aber wenn Sie einen Sozialismus durchführen sollten, müßten Sie wieder die Wissenschast zu Hilfe rufen. Hundert. tausend« haben Ihnen ihre Stimme gegeben weil sie am kapita- llstischen Wirtschaftssystem vcrzweifellen, sie sind ihrem primittven Gefühlsradrkalismus und Scheinsozialismus.zum Opfer gefallen. wir werden dafür sorgen, daß sie den richtigen Wcg zum Sozialismus finden. Die Nationaffozialisten machen Anipruch darauf, eine Arbeiterpartei zu sein. Dos Rocht dazu hat die deutsche Arbeiterschost immer jenen Organisationen abgesprochen, die vom Großkapital Geld genommen hoben. Di: Nottonalfozialisten sind aber finanziell vom Großkapital abhängig.{Die Nazis lachen und rufen den Sozialdemokraten zu: Sie haben Gelder von den Franzosen genommen.) Kapitänleutnant von Mücke, der frühere Nationalsozialist... Noch eine Lärmszene. Hier kommt es zu einem neuen Krawall. Abg. Dr. Breitfcheid (Soz.) fordert den unbekannten Nazi, der immerfort von Franzosen- gell» für die Sozialdemokraten schreit, zur Wiederholung seiner Be- hauptung auf, zumal die Frag« des Vizepräsidenten nach dein Namen dieses Verleumders zunächst ohne Antwort bleibt. Die Linke ruft den hinausgeheirden Nazis stürmisch zu„Raus".— Di: Nazis fordern vom Redner Beweise. Abg. Dr. Hoegner(Soz.): Kapitanleeitnont von Muck« hat in einem seiner Mäcke-Briese im vorigen Jahr erklärt, daß Hitler nach der Pfeife des Hernr Millschmann tanzen müsse, wfii dieser der Geldgeber der Nationalsozialisten sei.(Dr. Frick: Das ist doch kestr Beweis!) Wenn das Ihr früheres Parteimitglied sagt, dann muß es doch sicher wahr fein! 3m Unkersnchungsausschuß des Bayerischen Landtags sind drei Geldquellen der Rationalsozialisten festgestellt worden: ersten» das neutrale Ausland, zweitens schöne Fronen, drittens die Großindustrie. {Nozirufe: Unoerschämtheit!— Abg. Mutschmann jNatso�s: Ich klage Sie hier öffentlich der Lüge an, ich bin Mutschmann, ich habe noch n»e einen Pfennig Geld für die NSDAP, gegeben!) Dann setzen Sie sich mit Herrn Helmut von Mücke auseinander.{Nazi- rufe: Hinaus mll dem Kerl! Sie beleidigen 12. Millionen Deutsche. — Andauernde S ch l u fz r u? e, die den Redner zum Abtreten zwingen sollen.) Ngtionallozialistische Agenten, darunter Dr. Emil Ganser, hoben 1922/23 den braven Schweizer Bürgern{an- dauernder Lärm und'Schlußgeschrei rechts.— Abg. Biester (•»oz.]: Soll denn diese Gesellschaft das Parlament beherrschen? Kann nicht endlich einmal Ruhe werden?— Abg. Wels[Soz.]: Wollen Sie nicht die ganze Fraktion ausweisen?— Lärm), nationalsozialistische Agenten haben damals den Schweizer Bürgern vor- gemacht, daß Deutschland vor dem Bolschewismus stehe und nur durch die Nationalsozialisten gerettet werden könnte, dadurch hoben Sie Gelder von den Schweizer Bürgern bekommen und Ihre Ofsiziere mtt Schweizer Devisen tm Herbst 1923 bezahlt.{Lebh. Hört, hört! links.— Naziruse: Provokation!) Frau Helene Rechfiein. geb. kapito. hat vor der Münchener Vollzei am Z7. Mai 1924 ausgesagt: „Ich und mein Mann sind mit Hitler freundschasttich ver< bunden. Als Hitler in Landsberg auf Festung war. habe ich ihn, um bei ihm vorgelassen zu werden, fälschlich als meinen Adaptiv- söhn ausgegeben. Ich wollte, Hitler wäre mein Sohra Mein Mann hat Hitler wiederholt sinan.ziell zur Unterstützung seines Zeitungsunternehmen- unier die Arme gegriffen. Persönlich habe ich Hfiler in der Weise iinterstiitzt. daß ich ihm Kunstgegenständö Vir DerwertvnlZ lib-rftob mit ftew ücmirfetr, n könne öamil machen, was er walle. Es handelt sich mn solche von höherem Wert." (Die Nazis appellieren schreiend an die Regimma, ab das zur Debatte aehare und was die Neflierunq zu solcl�n Eideshelsern sage. Zu den Sozialdemokraten schreien sie hinüber: Was habt Ihr denn von Barmat, Sklarek und den Juden bekommen?— Andauernder Lärm.) NÄch dem Zeugnis des Geh. Kommerzienrats Lust und des Syn. dikus des Rayerischsn Ünduslriellenuerbondes Dr. Kuhla hat die Großindustrie Gelder gespendet(Zlaziruse: Schluß! Schluß!). meil die Natumolsozialisteu die einzigen Leute seien und Hitler der cinzigc Mann sei, um die Arbeiter aus den Klauen des Marxismus zu retten. 5m dem Slngenblick. in dem die Nationalsozialisten nicht mehr diese Aufgab« erfüllen, werden sie zum allen Eisen von der Großindustrie r.eworsen werden. Wenn Si« wirklich eine Arbeiterpartei wären. dornt hätten Sie es nicht an dem primitivsten Gefühl der Solidarität gegenüber der gesamten Arbeiterschast fehlen lassen. Am t. Mai 1923 haben Tiationalsazialisicn zusammen mit anderen verbänden Massen aus den Veichswehrkasernen geholt, üm die Muvchcner Ardeiter in den Straßen wie lolle Hunde zusammen zuschießerr.(hört, hört! links.— Schluß! Schluß! rechts.) Am 9. November l92Z haben die Nationalsozialisten im Nünchener Rathaus in Ehren ergraute Sozialdemokraten verhaftet, um sie in den HJald zu führen und dort erschießen zu lassen. shört. hört! links.) Strohcr Hot gestern Abscheu gegen Bürgerkrieg und Klasseuhaß geäußert. Aber am Anfang der nationalsozialisti- schen Bewegung steht die Tat von 1923. Für Ihre politischen Mittel in den ießten Monaten ist die Drucksache Nr�87 ein sprechen- der Beweis, worin gegen 2? Zlbgeordneie dieser Fraktion in über 199 Strafverfahren wegen Beleidigung und Pressevergelzcn die Aus- l>«bung der Immunität verlangt wird.(Die durch Dauerkrawoll der Nazis so stark eingeschränkt« Redezeit ist abgelaufen!)— Hitler lxtt in einem Gespräch mit Otto Straher einmal gesagt, die deutschen Arbeiter hätten nur Brot und Spiele im Kops, sie müßten deshalb durch eine Herrenschicht besserer Rasse rücksichtslos beherrscht werden. Die deulsche Arbeilerschasl ist kein verludertes nnd verlotterles Lismpenprolelanal wie dos der römischen kaiserzeil. Die deutsche Arbeiierschasi ist wohlorganisierk und diszipliaieri. und wir werden keinen Augenblick zögern, das Schwergewicht dieser Orgonisalion, wenn es notwendig ist, gegeu den drohenden deutschen Faschisnm» in die Waagschale zu werfen! sStürmischer. langanhalleuder Beifall und Händeklatschen der Soz. — Großer Lärm und andauernde Pfuirufe der Nazis.) Zlbg. Schmidi-Hannover(Dnat.) ruft große Lärmszenen her- vor, als er in herausfordernder Weif« dem Abg. Dr. Hoegner uner- hörte Verunglimpfung solch großer Männer wie Hitler und Helfse- rich''orwirft.(Vizepräsident Elser mahnt ihn unter dem Gebrüll der Nazis zur Mäßigung.) Wegen Beleidigung der Verfassung erhält er einen Ordnungsruf. Scharf tadelt er Groener. Schleich«] und Treoiranus. Abg. Gros zu RevcnUow(Natsoz.) behauptet, daß die Sozial- demokratic der Friedensgesellijchaft recht nahe stehe und ihr« Poluit durch dos Zeugnis Dr. Kurt Hillers gekennzeichnet werde, der im Prozeß Friedensgefellschaft gegen„Rote Fahne* beeidet hat. Regie- rungzgelder aus Frankreich, Polen intd der Tschechoslowakei seien einer Abteilung der Friedensgesellschast.zur Förderung der Krieg?- sckuldlüge zugeflossen. Er beschimpft den Abg. Dr. H o.e gner und wird dafür zur Ordnung gerufen. Die Revisionsforderung der Sozialdeniokraten ist nicht ernst zu nehmen: wenn sie gegen den '�soung-Plan austreten, würden noch ganz andere Ding« von Frank. reich an den Tag gebracht werden.(Leidenschaftlicher Protest der Soz.— Auf die Frage des Vizepräsidenton. ob er ein Mitglied des Hauses mit seinen?lndeuttingcn meine, antwortet Reoentlom, da? lönne er im Augenblick nicht kontrollieren.— Stürmische Schluß. rufe links.— Abg. Peters[Soz.]: Sie Feigling, Sie haben sich im Krieg gedrückt.— Ordnungsruf, ebenso für den Redner, der es im ganzen auf drei Ordnungsrufe bringt.) Schließlich versöhnt Reoentlow die Linke, die er durch seine dunklen Andeutungen sehr gereizt hatte, als er die jüdischen Feiertage mit dem Goldabsluß aus Deutschland in Zusammenhanq bringt. Abg. Frau Reese(Komm.) hält unter vollkommen überflüssigem Stimmauswand eine Droh- und Rachered« gegen Kapitalismus, sozial- uüd gemeinem Faschismiis, gegen Gewerkschaftsbonzen usw. Sie bringt einen Mißtrauensantrag gegen den Reichsardeitsminister ein und verliest unter großer Heiterkeit der Linken aus dem ,L)öl- tischen Beobachter* das Beileidstelegramm der'NSDAP, an die englische Aoung-Regierung.zum Luftschiffunglück. Abg. Dr. Brauns(Z.) weist die Angriffe Reventlows auf die Kirche zurück und spricht gegen die Anträge auf Nichtverbindlichkeits- erklärung des Berliner Schiedsspruchs, weil diese Anträge die volle Unabhängigkeit der Scksiichtungsinstanzen bedrohten. Dadurch würde den Vorwürfen der Feinde des Schlichtungswesens Recht gegeben. Auch der Ardeitsminister muß als oberster Schlichter vollkommen un- abhängig bleiben. Damit waren bisher auch die Sozialdemokraten einverstanden, und das liegt auch im Interesse der Arbeiterschaft. (Abg. Aushäuser(Soz.): Die Regierung übernimmt doch die Verant- wortmrg für die Preisentwicklung!) Stellen Sie doch einen Miß- trauensootum gegen den Arbeitsminister, aber Sie können nicht in feine Amtsführung eingreifen. Abg. Slubbendorf(Dnat.) spricht über die Notlage der Land- Wirtschaft. Oer Zanuschauer ist wieder da. Abg. v. Oldenburg(Dnat.) dankt Schiele und Brüning für die Ansätze zur Linderung der Agrarnot. Diese Versuche bleiben aber wirkungslos, solange die preußisch? Regierung politisch im Gegensatz zur Reichsregierung steht. Die Preußenregierung besitzt nicht das Vertrauen der ostprcußischen Landwirtschast, weil durch sie olle Hilfs- maßnahmen politisiert iverdcn. Der Redner beklagt dann den Leip- ziger Reichswehrprozeß vom Standpunkt des„nationalen Wehr- willens" und bedauert, daß er nicht mehr so ehrlich« Gegner wie den alten B e bel habe.(Hört, hört! links.— Beifallsgebrüll der Nationalsozialisten.— Hugenberg gratuliert dem Redner.— Die Nazi rufen:„Deutschland erwache!*, die Kommunisten:„Hitler verrecke!* — Ordnungsrufe des Präsidenten.) (Lärm und Widerspruch rechts.) Sie, Herr von Oldenburg, haben mit ihren Ausführungen, wie ich annehme, wider Ihren Wellen, den wahren Traditionen des Preußenheres den allerstärfsten Abbruch getan.(Langanhaltender Beifall links und in der Mitte.— Pfuigebrüll der Nazis.— Zuruf des Abg. Torgler(Komin.): Kein Wort über den Metallarbeiterftreik.) Präsident Lobe unterbricht die Sitzung auf 5 Ministen, damit das>chr erregt« und bewegte Plenum sich soweit beruhige, daß die Verhandlung fortgesetzt werden kann. Abg. Bausch(Chr.-eooz.) spriäst für Sozialpolitik und Kon- fessionsstrioden. Abg. Drewitz(Wp.) verliest eine Erklärung, haß die Wirtfchasts- Partei trotz aller Bedenken usw. die Mißtrauensanträge ablehne, ohne damit der Regierung ein Vertrauensvotum zu erteilen. Damit schließt die Beratung. Es folgen Persönliche Bemerkungen. Abg. Graf Reoentlow(Nat.- Soz.) bestreitet gegenüber Dr. Brauns, die katholisch« Kirche angegriffen zu haben; geschädigt habe sie der Bischof von Mainz durch seine Maßnahmen gegen die Nazis. Unter stürmischer Heiterkeit erklärt er zum ochluß, er habe diese persönliche Bemerkung schriftlich niedergelegt im Gedenken des lieiligsn Ambrosius, der das Wort gesprochen hat:„Herr, be- wahr« uns vor den Dialektikern. Abg. v. Oldenburg(Dnat.): Ich stelle fest, daß die Rede des Herrn Reichskanzlers Beifall gefunden hat bei den bewährten Hütern der deut scheu Tradition, Kommunisten und Sozialdemokraten.(Lär- mender Beifall rechts.) Präsident Löbe stellt fest, daß diese Bemerkung nickst persönlich war. und daß übrigens auch kein Kommunist dem Reichskanzler applaudiert hat. Abg. Schmidl-Hamtover(Dnat.) behauptet, der Reichskanzler habe ihn beleidigt und zu unrecht beschuldigt und verlangt auf Grund des Stenogramms, daß der Reichskanzler feine Worte zurücknehme. Er ergeht sich dann in weiteren verfasiungs- und vepu- blikfeindlichcn Aeußerungen, die der Präsident als nicht mehr per- fönlich untersagt. Der Präsidenl erklärt weiter auch, er werde sich die persönlichen Bemerkungen Schmidt-Hannovers in Zukunft schriftlich vorlegen lassen, zumal dieser nicht zum erstenmal gewählte Abgeordnete genau wisse, was persönlich sei und was nicht.(Lebhafter Beifall links und in der Miste.) Reichskanzler Dr. Brüning: Nach der Feststellung des Herrn Präsidenten habe ich es nicht für notwendig, auf die persönliche Bemerkung des Abg. von Oldenburg noch zu antworten.(Sehr gut in der Mitte und links.) Abg. Schmidt hat den Fahneneid in ideelle Verbindung mit einem brüchigen und durchlöcherten Instrument, wie er die Verfassung nannte, gebracht. Ich habe meinen Ausführungen nach dieser Richtung hin bewußt mcksts hinzuzufügen.(Lebh. Beifall der Mitte und links,— Ge- lächter rechts.) Darauf beginnen die Abstimmungen. Abg. Torgler(Komm.) verlangt Aussetzung der Abstimmungen bis zum Eintreffen der verhafteten Frau Abg. Milden b erg, dereu Freilassung der Reichstag vor 5 Stunden gefordert hat. Die Zest bis dahin könne ja der Reichskanzler ausfüllen, indem«r end- lich über den Metallarbeiterftreik rede. Präsident Oöbe: Wir haben sofort den Reichstagsbeschluß der Reichs- und der preu- ß'fchen Regierung zur Kenntnis gebracht. Inzwischen aber ist Frau Mildenberq in Untersuchungshast gebracht worden, und der Richter, der ihre Freilassung anzuordnen hat, war bisher nicht zu erreichen. (Großer Lärm der. Komm.) Sie können doch nicht bestreiten, daß das Reichstagsprästdium olles getan hat, was in semer Macht liegt. - Der Antrag Torgler wird gegen die Kommunisten, Nazi? und Deutschnatinnalen abgelehnt.— Abgelehnt wird auch das Verlangen der Kommunisten, über ihren zum finnischen Handelsoerstag ge- stellten Mißtrouensantraq gegen Minister Schiele bei diesem Gegen- stand abzustimmen: bie Mehrheit entscheidet, daß dieser Mihstauens- antrag.zusammen mtt den übrigen erledigt wird. Einstimmig angenckmmen wird der Dorschlag des A«I- teftenrates, vorläufig ab I. November die Diäten um 29 Prozent und die Tagegelder für Ausfchußsitzungen außerhalb der Tagung um S0 Prozent herabzusetzen. Die definitive Regelung wird ein Unterausschuß treffen.(Rufe der Komm.: Heraus mit den po- sitifchen Gefangenen!) Die Aenderung des Handelsverstages mit Finnland wird gegen die Sozialdemokraten und Kommunisten verabschiedet. Das Schuldentilgungsgesetz für den Ueberbrückungskredit wird in namentlicher Abstimmung mit 325 Stimmen der Regierungsparteien und der Sozialdemokratie gegen 237 Stimmen der Kom- munisten und der Rechten verabschiedet. Es folgt die Abstimmung über die zahlreichen Anträge, die mit der Regierungserklärung verbunden worden sind. Abg. Dr. Gotlheiner(Dnat.) sucht die vom Abg. Esser(Z.) beantragte Uebenveisung der Notverordnungen nom Juli an den Steuerousschuß als unzulässig zu erweisen, die Präsidenten Lobe und Esser stellen unter Bezugnahme auf die Praxis des Haiises das Gegenteil fest. Sprech- und Gingchöre. Es wird namentlich abgestimmt. Da die Sozialdemokraten weiße Ia-Karten abgeben, ruft ein Nazi-Sprechchor:»Wer hat uns verraten, die Sozialdemokraten.* Die Sozialdemokraten rufen dar- auf den Kommunisten zu:„Die nehmen euch eure schönsten Parolen weg.* Darauf«in kommunistischer Sprechchor:„Nieder mit den Sozialfaschisten, nieder! niederl nieder!* Lachend ruft ein Sozial- demokrat:„Jetzt sind die rechts an der Reihe!* Die Nazis lasten sich das nicht zweimal sagen und fordern Deutschland dreimal auf, zu erwachen. Das animiert die Kommunisten, die erste Sstophe der Interuational« zu singen und nachher den„faschistischen Strolchen ein dreifaches kräftiges„Nieder!* darzubringen. Unterdestcn sind die Stimmzettel eingesammelt worden. Präsideuk Löbe teilt mit, daß«r einen der Teilnehmer an der letzten Störung auf drei Tag« ausgeschlossen hat; er werde gegen weitere.Störungen ebenso vorgehen. Darauf stellen die Sprech, und Gesangschöre ihre Tätigkeit ein, Streikbrecher find nicht zu verzeichnen. Die Ueberweifimg der Notoerordnungen an den Steueraus- fchuß wird mtt 339 gegen 220 Stimmen beschlossen, und zwar mit ungefähr derselben Parteienverteilung wie beim Schul de ntilgungs- gesetz. Die Anträge auf Aufhebung oder Revision des Poung- Plane? und auf Einstellung der Zahlungen, sowie di« übrigen außenpolitischen Anträge weroen gegen Nationalsozialisten und Kommunisten, die sofortige Entscheidung wollen, dem Auswärtigen Ausschuß überwiesen, und zwar mit 323 gegen 236 Stimmen,(Pfui- Rufe der Kommunisten,)---- Anträge gegen Steuerhinterziehungen gehen an den Steuerausschuß.— Die Ausschuß-Ueberweisung der Ämnestieanträge wird gegen Sozialdemokraten, Staatspartei. Zentrum und Bayerische Boikspartei abgelehnt, der deutschnationale Amnestieantrag wird gegen Deutschnattonal«, Nazis und Kommu- nisten abgelehnt. Angenommen wird, aber erst in zweiter Lrtung, gegen Sozialdemokraten und Kommunisten ein christliib sozialer Amnestieantrag für solche politisch« Straftaten, die nicht gegen Rogientngsmitgliedcr gerichtet waren, Die Kommunisten verlangen sofortige Erledigung ihres Antrages auf eine Winterb-ihilfe für Erwerbslose und Sozialrentner, denn es könne der Winter so. bei sein, bevor der Reichstag sich nrtedcr vcr- Der Metallarbeiterstreik. Abg. Brandes(Goz.): Nach den Berechnungen des Komunkturforschung-instituts be- trägt der Kaufkraftausfall mindestens«in« Milliarde, Dazu kommt noch die Lohnkürzung durch Kurzarbeit. Jede weiter« Schwächung der Massenkaufkrast verstärkt mir die Krise, um so mehr, als die längst mögliche und notwendige>:,- Brrtssenkung noch nicht zu bemerken ist. Dennoch will das deutsch« Unternehmertum und gewiss« Be- hordenstelleu das einzig« Mntel zur Besserung der Wirtschaftslage erblicken. Di« Verschlechterung der Arbeitslosenversicherung soll nur dielen Lohndruck begünstigen. Sie verlangen amerikanische Arbeits- sc istungen von den Arbettern, wollen aber nichts von amerikanischen Unternshmerleiftungen wissen. Der Redner weist auf die Lohn- crhöhung in den Berliner Ford-Bctrieben hin. deren Löhn« ohnedies schon fast doppelt so hoch wie die durchschntttlichen Metallarbeiter- löhne sind. ZZaz Lohnabbaustrehen der Unternehmer Hot der Sonderschlichler für die Berliner Melolliodusirie unterstützt: in seinem Schiedsspruch sieht die ganze deutsche Sozialreatlion den Ansang zum ollgemeinen Lohaabban. Geschieht das, dann sinkt die Gesamtlohnsunmie nm Millionen, dem- entsprechend sinkt der Absatz der Massengüter, ihre Erzeugung wird eingeschränkt, die Arbettslosigkeit steigt auss neu« und die schwersten sozialen und politischen Erschütterungen müssen die Folge sein. Darum kann dieser Schiedsspruch nicht lür verbindlich erklärt werden. (Sehr wahr! links.) Herr Brauns führt die Unabhängigkeit des Schlichtungswesens ins Feld. Aber hat denn nicht das Regierungs- Programm den Schlichtern di« Parole gegeben, die Löhne zu redu- zieren? Nicht wir haben also die Selbständigkeit der schlichter an- gegriffen, sondern die Regierung hat das getan. Mit Ausnahme des großen Kampfes in der'Nordwestgruppe haben die Gewerkschasteu den Reichstag nicht in Anspruch genommen, si« führen ihr« Kampf« selbst, aber» bei der ungeheuren Bedeutung de? vorliegenden Falles nehmen wir ausnahmsweise den Reichstag tu Anspruch. (Sehr wahr! links.) Man darf nicht verkennen, daß der Streik der 139 999 Berliner Metallarbeiter nicht, wie die„Bergwerkszeitung als Unlernehmerorgan behauptet, die Regierung unter Druck setzen soll, sondern ein Warnungsjignol für die ungeheure Erbitterung dieser höchst qualifizierten Arbeiter ist, die sich gezwungen sehen, gegen die Bedrohung ihres Lebensstandes zum schärfsten Kamps- mittel, dem Streit, zu greisen. Wir haben alle Möglichkeiten zur Vermeidung des Kampfes erschöpft. Aber die Arbeitcrschasl kam, nichk zuloffen, daß man sie in dieser Krisenzeit und bei der großen Selasluua der Gewerkschasteu für widerftand-unsähig hält und ihr derartige Zumutungen macht. (Lebhaste Zustimmung links.) Zu der starken Verschlechterung der sozialen Lage der Arbeiter in der letzten Zett sind noch die Versuch« mit den raffiniertesten Mitteln gekommen, di« Arbeitsleistung aus las höchste zu steigern. Gerade in den Ländern, gegen deren In- dustrie die unsriae den heftigsten Äonturrenzkamps zu sühnen hat, sind die Löhne bedeutend höher al» be! uns; in Schweden und Däne. mark IB� bis 2,29, in England 2,59 bis Z Mark die Stunde, die in Amerika noch erheblich höher, dagegen ist der Tariflohn der Ber. liner Metallarbeiter 1,12 Mark, Und da will man noch abbauen! Bei den Verhandlungen im Juli d. I. hat der Lynhikus de» BBMI, ausdrücklich erklärt, daß man gar nicht daran denke, di« ungünstige Wirffchaftslag« zur Lohnherabsetzung auszunutzen. Erst nack, der Rclchslagswahl und nach der Tarifkündigung' wurde der löprozenlige Lohnabbau gefordert und sogar noch at» erster Schritt bezeichnet. Doch war man noch berett, die ganz« Sache bi» ins nächst« Jahr zu vertagen. Ganz plötzlich und überraschend kam der Umschwung. Die Unternehmer haben in den Verhandlungen behauptet, die Ren- tabilität ihrer Betriebe könne nv durch Lohnabbau hergestellt werden. Das aber findet in den Tatsachen kein« Stütze. Die Maschinenbau- und Elcktroindusttie hat trotz der Krise ihren Export aufrechterhalten können, was den Hauptkonkurrenzländen, England und Amerika nicht gelungen ist- Die Berliner Maschinenbouindustric hat in den letzten beiden Jahren ein« Exportsteigerung um fast äst Prozent aufzuweisen, die auch im lausenden Jahr aufrechterhalten blieb. Ebenso di« Berliner Elektroindustrie, die zu den rentabelsten deutichen Industriezweigen gehört. Hier sind etwa zwei Drittel der Berliner Metallärbeiter beschäftigt. Die vroduklion ist von I9ZS bis 1929 no» 2,4 auf 3,44 Milliarden Mark grsttegen, dl« Arbriterzohl aber durchaus gleich gcblicbcn, und in den Großbetrieben sogar herabc�seßl wordeft. Im Maschinenbau ist die Produktion um 50 Prbz, gestiegen, die Arbeite'' zahl um 39 Proz. zurückgegangen. Dabei sind di« Rohstoff- preise stark vermindert worden, E» war« also ein« Preissenkung ohne Lohnsenkung durchaus möglich, über ihre Notwendigkeit ist ja aar nicht mehr zu sprechen, Di« Eisenpreissenkung ist allerdings noch viel zu niedrig. Nicht kurzsichtiger Lohnabbau ist der Weg zur Besserung, sondern ernst« Motznahmen, die man freilich nicht bloß ankündigt, sondern durchführt, um der weiterverarluriteudcn Industrie wesentliche Erleichterung zu schaffen. Die Herabsetzung des Ruhrkahlenpreises veranlaßt mich, den Reichsarbeitsminister zu tragen, ob etwa der Berliner Schiedsspruch das Vorspiel zu einer Herabsetzung der Bergarbettertöhne sein soll, (Hört! Hört! links.) Nickst eine wiedereinschallung Arbeitsloser in den Produttion». Prozeß, sondern da» Gegenteil muß infolge eine, Lohnabbaus eintreten. Die Arbeiterschaft hat sich bereit erklärt, zur Senkung der Arbeits- zeit Opfer zu bringen,(Widerspruch der Komm.) Dadurch allein kann die Arbeitslosigkeit verringert werdein Verhindern Sie, daß dos Gegenteil geschieht, daß durch Lohnabbau die Arbeitslosigkeit noch vergrößert wird und stimmen Sie unserem Antrag zu.(Leb. Hafer Beifall links.) Abg. Florin(Komm.): Es kennzeichnet die Nationalsozialisten. daß sie der Rede des vielfache,, Millionärs von Oldenburg Beifall geklatscht haben, der hier bedauerte, daß wir keinen Kaiser und König mehr haben. Gegen den iitternattonalen kapitalistischen Tributvertrgg des Doung-Plans kann mir die kommunistische International« den Befreiungskampf führen.(.Händeklatschen der Komm.) Reichskanzler Brüning: Di« Regierung Hot nicht die Absicht, noch eiiMlai in die Debatte einzugreifen, weil es in der jetzigen Situation nicht auf Reden, sondern mir auf Taten ankommt. Ich geh« daher nur auf di« Ausführung des verehrten Abg. von Oldenburg ein, weil er den Namen und die Autorität des Herrn Reick)?- Präsidenten in di« Debatte gezogen hat, was für di« Praxis dieses Hauses ein ungewöhnlicher Vorgang ist. Herr von Oldenburg hat versucht, eine Differenzierung zwischen der Haltung des Reichspräsidenten und des von Ihm ernannten Reichs- wehrministerz zu konstruieren. Der Reichswehrminister ist leider infolge dienstlicher Derpslichtungen nicht in der Lage, selbst die Antwort auf Herrn von Oldenburgs Ausführungen zu geben. Er wird das aber so dach wie möglich nachholen. Ich habe von Herrn von Oldenburg etwas ganz anderes erwartet, nämlich, daß er di« Worte seines Fraktiousfreundes Schmidt- Hannover auf das �entschiedenst« zurückweisen würde. Sie sind nicht der einzige, Herr von Oldenburg, der unter dem Kommando des Reichspräsidenten gestanden hat. Zch kann mich aber nicht entsinnen, jemals»an einem sozial- demokratischen Zlbgeordneten eine solche direkte Verhöhnung de»(sahneneide» gehört zu haben, wie van dem Abg. Schmidt. (Großer eBifall links und in der Mttte.— Gebrüll der Nazi«, der Deutschnatiovalci, und der Kommunisten.) Ich hätte mich gefreut, wenn Sie die wahren Tradttonen des allen Prsußenheeres oe» teidigt hatten, wie Sie selbst sagten, Disziplin und Gehorsam. Di« Reichsregierung hat auf das nachdrücklichste erklärt, daß si« alles tun wird, nm die Wehrfähigkeit des deutschen Volkes zu stärken. (Brüllendes Gelächter der Nazis.) Und wenn irgend jemand etwa» für die Stärkung der wehrsähigkeil getan hat. so ist es nach Herrn vv» Seeckt der Reichswehrminister Gtoener gewesen. {ommrff. Gegen 179 Stimmen der Kommunisten und National- sozialisten wird oder Ueberweisung oi> den ssoushaltsausschutz mit 380 Stimmen der übrigen Parteien beschlossen. Abgelehnt wird gegen Kommunisten und Nationalsozialisten der kommunistische An- tigg, den Berliner Metallschiedsspruch auszuheben. Angenommen wird mit den Stimme» der Sazioldcinokraten, Kommunisten und Nationalsozialisten die Aufforderung an die Rcichsregierung, diesen Schiedsspruch nicht für verbindlich zu erklären. Noch weiteren Abstimmungen kommt der Reichstag in der 11. Abendstunde zu den M i ß t r a u e n s a n t r ä g e n. Dazu geht ein Antrag Esser(Z.), Dauch(D. Vp.), Dr. Leicht(Bayer. Volksp.) und Genossen ein: Der Reichstag nimmt die Erklärungen der Reichsregierung zur Kenntnis und geht über olle Anträge zur Tagesordnung über. Der Antrag wird von der Rechten mit Rufen„Schiebung" und der- gleichen aufgenommen.— Abg. Gottheiner(Dnat.) behauptet, daß der Antrag der Vorschrift des Art. 34 der Verfassung zuwiderlaufe, wonach die Reichsregierung zur Amtsführung des Vertrauens des Reichstages bedarf. Präsident£6be: Das chaus wird darüber entscheiden. Jedoch liegt bereits eine längere Praxis vor. So haben am 23.$iini 1925 die Abgg. Graf Westarp und Genossen beantragt:„Indem der Reichstag über die Anträge zur Tagesordnung übergeht, billigt er die Antwortnote und die darin zum Ausdruck kommende politische Einstellung der Rcichsregierung."(Große fheiterkeit in der Mitte und links.! lind am 5, Juni 1924 beantragte Abg. v. Graefe-Meck- lenburg:„Indem der Reichstag zur Tagesordnung übergeht, er- klärt er, die Reichsregierung besitzt das in der Verfassung geforderte Vertrauen."(Rufe rechts: Dazu haben Sie den Mut nicht!) Der Antrag war auch van den Abgg. Dr. F r i tf, S t ö h r usw. unterzeichnet.(Große Heiterkeit.) Deshalb bin ich nicht in der Lag«, den jetzt vorliegenden Antrag zurückzuweisen. Nachdem noch Torgler(Komm.) und Arick(Nat.-Soz.) gegen den Antrag protestiert hatten, leitete Präsident Lobe die namentliche Abstimmung über die Zulässigkeik des Antrags ein. die mit 310 Stimmen der Regie- rungspartcien und der Sazialdemokraten gegen 230 Stimmen der Rechten bejaht wird. Der Antrag selbst wird darauf mit 318 gegen 236 Stimmen der gleichen Parteien a n g c n o m m c n(Pfui-Rusc der Opposinon.) Damit ist die Tagesordnung erledigt. Abg. Eficr(Z.) beantragt, um den Ausschüssen Zeit zur'Arbeit tzu geben, die nächste Sitzung am 3. Dezember abzuhalten. Abg. Dr. Evcrling(Dnat.) beantragt dagegen, 5 Minuten nach heute Mitternacht die dritte Lesung des in zweiter Lesung angenommenen Amnestiegesetzcntwurfs samt den dazu ge- stellten Entschließungen vorzunehmen. Dr. Jnck(Natsoz.), Berndi(Dnat) sprechen im gleichen Sinne unter heftigen'Angriffen auf die Regierung, deren Diktaturregim« auf diese Weise ermöglicht werde. Torgler(Komm.) beantragt, die nächste Sitzung für kommenden Montag festzusetzen, um sozialpolitische Anträge zu beraten. Dr. Leicht(Bayer. Vp.) fordert sein« Freunde auf, nach der Begründung, die Everling gegeben habe, dessen'Antrag abzulehnen. v. Sybcl(Ehr. nat. Bauernp.) spricht für den Antrag, ehenso der Kommunist Dr. Neubauer, der den Sozialdemokraten die volle Verantwortung für arbeiterfeindliche Diktaturmaßnahmen der Re- gicning zuschiebt. Präsident Löbe: Selbstverständlich werden die nan d«r Re- gierung onoekündigten Gesetze noch Erledigung im Rcichsrat den Reichstag beschäftigen. Unter großer Heiterkeit stellt sich Straßer(Natsoz.) als Var- sitzender des Ausschusses zur Wahrung der Rechte der Volksvertretung während einer Reichstagspaufe vor, hält eine Rede— gegen Diktatur, droht mit ungeheurer Nazi-Agitation und kündigt an, daß das Volk im Frühfähr den Reichstag auf Nimnierwicder- sehen vertagen werde. Die Abstimmung durch Hammelsprung ergibt den Beschluß, mit äs» gegen 225 Stimmen bei einer Enthaltung, Sonntag, k>,0 5 Minuten die dritte Lesung des'Amnestie- gefetzentwurfs vorzunehmen. Bolkspartci und Wirt- sckiaftspartei haben zum Teil mit der Opposition gestimmt. Schluß der um 11 Uhr vormittags begonnenen Sitzung um 23,30 Uhr. Die Morgensitzung. Die heutige Morgcnsitzung des Reichstozes begann 0,05 Ahr. Die Abgg. Fähr- Baden(Z.) und v. S y b e I(Chnstl.-Nat.) beantragen, agrarische Anträge zu beraten, was am Widerspruch der Kommunisten scheitert. Zur dritten Beratung des A m n c st i e e n t w u rf s von Lind- einer-Wikdou(Bolltskonf.) ersucht Präsident 8 8 6« schon«it Rücksicht quf dos Personal des Reichstages gor nicht oder nur wsmg zu debattieren. Geredet wird überhaupt nicht. Ein kommunistischer Aenderungsantrog wird abgelehnt. Der Gesetzentwurf der Bolkskonservativen und Chrisllichsozlolen wird in dritter Lesung angenommen. Abg. Pieck(Komm.) erklärt vor der dritten Lesuirg, daß dieses Gesetz nicht ausreicht; da aber eine Bollomnestie nicht zu erreichen sei, stimmen die Kommunisten doch dafür, um wenigstens eine kleine Anzahl ihrer Kämpfer zu befreien. Tie Gchlußabstimmung ist nawcntlich, um das Borhandensein einer verfassungsändernden Mehrheit festzustellen. Ergebnis: 39a 5«, 147 Rein, 1 Enthaltung. Damit ist die verfassungsändernde Mehrheit erreicht, dos Gesetz angenommen.(Beifall rechts.) Die Kommunisten bringen nach ge- nllgender Beschimpfung der Sozialdemokratie ein dreifaches Rotfront auf M o r g i e s aus. Die Sozialdemokraten empfehlen ihnen, diese Ehre nun auch Heines zu erweisen. Nächste Sitzung 3. Dezember. Kränzen muh sich veraniworien. Sozialdemokratische Interpellation im Draunschweigischen Landtag. Prounschweig. 18 Oktober.(Eigenbericht.) Die sozialdemokratische Fraktion des Braunschweigischcn Land- tageg hat die Einberufung des Parlaments beantragt. Gleichzeitig wurde falzende Große Anfrage an die braunschwcigischc Regierung gerichtet: „Minister Franzen hat nach dem amtlichen Bericht des Berliner Polizeipräsidiums bei den Tumulte» in Berlin om 13. Oktober 1930 für einen Landwirt Guth aus Schleswig-Holstein gebürgt und dabei auf der Polizeiwache erklärt, daß Guth der nationalsozialistische preußische Landtagsabgeardnete Lahse sei. Minister Dr. Franzen hat diese Tatsache in nerschicdenen sich widersprechenden Erklärungen abgestritten. Amtlich wird ober verloutbort, daß gegen den Minister Dr. Franzen ein Strafversohren wegen Begünstigung eingeleitet worden ist. Wir fragen an: 1. Ist Minister Dr. Franzen bereit, sein Amt niederzulegen oder sich wenigstens bis zur Entscheidung über das Strasverfahren oller Dienstgeschäste zu enthalten? 2. Welche Folgerung gedenkt dos Staatsministerlum aus dem 'Verhalten des Ministers Dr. Franzen zu ziehen?" Die Lappo-Gewaliiaien. Ein Loppo-Käuptling als Entführer Stahlbergs verhaftet. helsingsors, 18. Oktober(Eigenbericht.) Der Sekretär der Lappo-Leitung, Dr. Jaskari, ist verhaftet worden, da er die Anweisung zur Verschleppung des früheren Präsidenten S ta hl b e rg gegeben Hot. Die Hauptperson bei der Entsühn. ng des Bürgermeisters Hokkela Wuorimaa wurde von der Kriminalpolizei im Hause des Lappa- führers Kaszola überrascht. Koszola hielt den Entführer schon seit langer Zeit verborgen. Vor der Verhaftung KosolaS? helfingfars. IS. Oktober. Die sinnloadische Regierung hat den Führer der Lappo-Vewe- gung kosola ein Ultimatum gestellt, daß er sich i n ne r h a l b 24 Stunden der Polizei freiwillig zu st eilen habe, widrigenfalls sie einen Haftbefehl gegen ihn ertasten würde. Kosola wird beschuldigt, von der Polizei gesuchte Personen in seinem Hause verborgen zu habcu, darunter den bekannten Akli- Generalstreik in Toledo. In Toledo ist gestern als Protest gegen eine Versammlung monarchistischer Offiziere ein Generalstreik ausgebrochen. In H u« l v o hoben die 30 000 Ausständischen die Arbeit wieder aufgenommen. Oas Zto'ch und die Oelquellen. Neich und Vreußen müssen sich gesetzliche Dorrechle schaffen Die deutsche Erdölförderung in der ProvinzHan- >i a v e r zeigt in den letzten Jahren und besonders den letzten Monaten stark ansteigende Ziffern. Die Förderung stieg von 35000 Tonnen im Jahre 1920 auf 103 000 Tonnen im Jahre 1929. Im September war die Förderung gegen das Vorjahr v e r- doppelt. Nunmehr ist die Gewerkschait Elwerath, eins der beiden großen deutschen Erdöluutcrnehmungen(das andere Großunternehmen:st die Deutsche Petroleum-Gesellschaft), mit einer Bohrung von 9(0 Meter sündig geworden, und zwar ist die neue Bohrung derartig ergiebig, daß täglich 300— 400 Tonnen Erdöl hervorstießen. Das lit immerhin mehr als die ganze übrige deutsche Erdölförderung! Es bleibt sehr fraglich, wie lange dieser starke Druck anhält, doch erhält durch die neue Bohrung die Vermutung, daß mit Tief- bohrungen in Deutschland noch reiche Petroleum- seldex erschlossen werden können, aus jeden Fall eine gewisse'Nahrung. Der Einiuhrbedarf an Erdöl und Crdölerzcugnisscn betrug 1929 etwa 2,5 Millionen Tannen; es müßte also eine sehr starke Er- höhung der Eigensördemng eintreten, wenn der Einfuhrbcdorf wirk- sich vermindert werden soll. Dieser Einsuhrbedarf, für dessen Deckung jährlich 300—400 Millionen Mark gezahlt werden müssen, ist ins- besondere durch den anwachsenden Krastwageiwerkchr immer stqrfcr gestiegen. Man rechnet im Durchschnitt auf jeden Kraftwagen einen zusätzlichen Kraststostbedarf von 1— 1K Tonnen Benzin jährlich. Das Interesse des amerikanischen Petroleummagnaten H a r r y F. Sinclair, der kürzlich in Deutschland weilte, und die Tötigke t der North European O i l Corp., die eine Reihe deutscher Untergesellschasten kontrolliert und sich ausgiebig« Bohrrechte— nicht nur im hannoverschen Gebiet— gesichert hat, deuten ebenfalls darauf bin, daß man auf deutschem Gebiet mit größeren Fördermögsich- keiten rechnet. Diese Vermutung ist nach neueren Feststellungen und Bohrungen berechtigt. Die Zeit i st gekommen, wo sich R e i ch u n d P r e u ß o n um di« Sicherstellung der deutschen Oelinteresien ernsthaft kümmern müssen. Es-ist wahrscheinlich, daß ei» ansehnlicher Teil des deutschen Oelbedarss in Deutschland selbst befriedigt werden kann. Schon die Beeinflussung derPreisbildung durch ein« nan Deutschland beherrschte Treibstofsproduktion kann von oller- größter volkswirtschaftlicher Bedeutung sein. Oer Tepliher parieiiag. Die deutsche Partei bleibt in der Koalition. Prag, 18. Oktober.(Eigenbericht.) Aus dem Teplitzer Parteitag ging heut« den ganzen Tag die Debatte über die beiden politrschen Referate des gestrigen Tages fort. Sie dreht« sich hauptsächlich um die Frag« der K o o- litionsbeteiligung der Parte«. Einige Redner rijckten hie Bedenken gegen die Fortsetzung der Koalitionspolitik in den Vordergrund, andererseits trat die überwiegende Mehrzahl der Redner trotz aller Bedenken für eine weitere Zusammenarbeit mit den tschechischen Genossen im Rahmen der Koalition«in. Senator Dr. Heller begründete die politisch« Resolution, die sich für den B e r b l e i b der Partei in der Koalition ausspricht., solange diese Koalitionspolitik geeignet sei, den Interessen der arbeitenden Bevölkerung zu dienen und den Kainpfbodcn der Demokratie für das Proletariat zu erhalten. Nach einein Schluß- wort des Genossen Dr. C z e ch, der dos Für und Wider der Koa- litionspolitik erörterte, und mit einem Zlppcll zur Einigkeit mnrds die beantragte politische Resolution vom Parteitag«in- stimmig angenommen, was die Delegierten mit stürmischem Beifall quittierten. Die Beratungen des Kongresses gehen morgen vormittag weiter. Am Nachmittag findet am Grabe des vor zehn Iahren verstorbenen Führers der Partei, Josef Seeliger, eine Gedenkfeier statt. «erantwortlich für Politik:«ieto» Schiff! Wirtschaft:». tttiagelhöi-,! Dcwirlschaftzbew.'gung: Fr. Stzlor»! Feuilleton Dr. John Schikowoli: Lokale»! und Eonllia«»! Feit« ttarltädt: fteftei«»! Th. Sloe«: lSmtlich in Berlin. Berta«: Borwärto-Berlas®. m. b. H., Berlin. Druck: Donoärts.Buchdruckerei uni Lerloasanltalt Paul Singer u. Co.. Berlin EW.«8 Lintienliiuse 3. Kierzu 3 Beilagen NN»„Blick in die Bülherwett--. 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In der Riddung nadi Spandau geht ein Mann, der hat einen Gehrodc an- und einen ZijUnclerhut auf. sidier geht er jemanden begraben. Das ist alles. Kein Schornstein raxtdrt, Lein Feuerloch brennt, Lein II ammer clwhht ühd Leine Säge kreisdit. Nur der Gerudi ist nodi da. Passagiere der leeren Plätze. Es sind gute Zeiten für Maurer und Tischler. Seitdem näm- l'.ch die Metallarbeiter streiken, gibt es niorgens um 6 Uhr ab Bahn- Hof Gesundbrunnen schon Sitzplätze auf der Ringbahn. Das kommt nur alle zehn Jahre eimnal vor. Natürlich freuen sich die Maurer nnd Tischler darüber,„chaha", lacht einer,„die Monteure, die bei »ins draußen den Transformator ausstellen, die streiken auch. Des- »vegen haben sie uns gestern drei Lehrlinge geschickt, die sollten die Slrbeit machen. Die sind aber b.rl) wieder losgezogen, mcil sie mit dem Kram nicht fertig wubden. Ick) bin ja gespannt, heute sollen nun drei Ingenieure kommen." Obwohl sie gar keine Metallarbeiter sind, teilt fast jeder etwas über den Streit mit. Man müßte in der Bahn sitzen bleiben und alles aufschreiben, das wäre das beste Stimmungsbild.„Guten Morgen, Herr Stationsoorstcher, was macht der Verkehr?" fragen wir den Mann mit der roten Mütze vom Bahnhof Wernerwerk der Siemensbahn.„Was sollen wir »nachen, wir werden die überflüssigen Züge einstellen, wenn kein Mensch sährt. Jetzt fährt von 3.30 bis 7.45 alle 5 Minuten ein Zug. Zeder Zug brachte vor dem Streik öOO Personen, heute knapp ein Drittel. Das sind diejenigen, die zur Kontrolle in ihre Streiklokale müssen. Aber in den nächsten Tagen werden ja auch in Berlin überall Kontrollstellen eingerichtet, dann kommen nur noch die Angestellten. Wozu sollen wir so viele Züge fahren lassen?" Zweibeinige Tintenfische. Unterhalb der'Siemensbahn liegt die Siemensstadt wie ein bunter Steinbaukasten ausgebreitet. Nur daß heute um jedes Werk noch eine lebende Mauer von Streikposten gezogen ist. Vor den Toren verdickt sich diese Mauer. Da ist erst mal eine Reihe Aabrikpförlner in grasgrünen Mänteln. eine Reihe Streikposten mit weihen Schildern, eine Reihe Streikposten mit roten Schildern und eine Reihe Schuhpolizisten mit dem Sturmriemen unterm Sinn. An diesen aufmarschierten Reihen vorbei sährt ein Radfahrer und ruft uns mit leichtem Hehn zu: „Na, wer steht denn nun hier Streikposten, die oder ihr?"„Die", das find die Schutzpolizisten und „ihr", das sind die Streikposten. Das heißt, so einfach ist das nun auch wieder nicht. Die mit den weißen Schildern sind nämlich die vom Deutschen Metallarbeiter- Verband und die mit den roten Schildern haben sich mit großen Buchstaben bemalt:„NGO.". Weiter: die mit den weihen Schildern sind ausnahmslos Siemensarbeiter und die mit den roten Schildern sind überwiegend Arbeitslose, die von der kommunistischen Partei vor die Sie- menstore gestellt wurden. Die Berliner Zentralstreiklsitung hat bekanntlich den Kriegsbeschädig- ten das Weiterarbeiten gestattet, das gilt auch für die zahlreichen von Siemens beschäftigten Blin- den. Am Donnerstag früh nun kommen diese armen Blinden und wollen wie gewohnt in das Elmo-Wert gehen. Da fallen die von sonstwo herbeigeholten Leute der„KffiO." wie die wilden über die unglücklichen blinden Frauen her und schlagen sie blutig. Pfui Teufel! Das Ende ist natürlich die Polizei. Solange die NGO. in Siemensstadt herumtobt, kann man sie nicht entbehren. „Wieviel Streikbrecher sind denn eigentlich im Wernerwerk?" erkundigen wir uns.„Vielleicht fünf oder sechs Mann. Was die im Werk suchen und was sie da machen, darüber schütteln wir selbst den Kopf. Wegen dieser Handvoll Kerle waren wir heute früh ge- zwungen, schon um 5 Uhr morgens alle Bahnhofscingänge zu be- setzen, um die Brüder abzufangen. Als wir einen zu fassen kriegten, meinte er: Uns hat man gesagt, kommen Sie, wann Sie wollen, am besten um 5 Uhr früh-oder bleiben Sie unseretwegen gleich über Nacht hier. Und wenn Sie bloß eine halbe Stund« arbeiten, werden wir Ihnen dep ganzen Tag bezahlen. Nun, das ist ein altes Siemens-Rezept." Inzwischen ist es 8 Uhr geworden, die Streik- Posten lösen sich ab, die Twrchgefrorenen kommen in das Lokal und wärmen sich aus.„Der Reinhold ist doch wieder drinne."„Wat für'n Reinhold, der mit dem Spitzbarl?"„Nee, der mit der Narbe im Gesichte!" Ach so, der." Dann werden die Stempel ausgepackt und in 17 Budiken der Siemensstadt treten die Tausende von organi- sierten Siemensarbeiter an die nackten Holztische und holen sich chren Kontrollstempel. Auf diese Stempel sind die Arbeiter stolzer als auf all« Orden der Welt. Bekanntschast mit der„NGO." An unseren Tisch setzen sich zwei Arbeiterinnen aus dem Klcin- bauwerk. Trinken Kaffee, inmitten der Tasse kreist hurtig ein Büschel kleiner Blasen.„Heute kriege ich noch einen Kuß!" ineint die eine. Alles lacht, wir sprechen, wir erzülzlen und machen Bekannt- schaft mit einem Kampfausschuß der RGO. Die eine Arbeiterin war früher Verkäuferin, die andere Schneiderin, aber 16, 18 Mark Wochenlohn waren zu wenig, als noch Konjunktur war, fragten sie bei Siemens an. Der nahm sie, schickte sie ins Kleinbauwerk, wo die beiden am Automaten sitzen, Gewinde schneiden und bis zu 74 Pf. die Stunde schreiben. Das macht immerhin schon einen Lohn von rund 30 M. pro Woche aus.„Es ist ja nicht schön," sagt die Neun- zehnjährige,„wenn man erst Angestellte war und ist jetzt Arbellerin, aber was soll man machen, mein Vater ist arbeitslos." Wir sind SpD.»�I«ts«srdsitsrl Am DonDcntagf dem 23. Okiober, abends 7 Uhr, in den Sophiensälen, Sophlenslra�e 17 18 Fraktionsversammlung! Wichtige Tagesordnung.— Eintritt nur gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches der Partei und des Metallarbeiter- Verbandes. De Fr«käon»TOr»t«nd bald beim Streik und da erzählt die junge Arbeiterin wörtlich folgen- des:„Als wir am Donnerstag Betriebsversammlung hatten, sprang «ine Frau mit einer Hornbrille auf den Tisch und rief, wir sollten uns nichts von den Bonzen erzählen lassen, besonders die Unorzani- sierten nicht, die sollten olle zur RGO. kommen. Ich habe mich nie um diese ganzen Dinge gekümmert, wurde aber mitgeschleppt in die Versammlung der RGO. Das war am Tegeler Weg und wir waren ungefähr 40 Mann. Hier wurde ein Kampfausschuß gewählt. Das dauerte sehr lange, weil alle möglichen Kommissionen dazu gewählt wurden, eine Agitations-, eine Organisations-,«ine Finanz- und was weiß ich noch für eine Kommission. Ich wurde auch in eine Koni- Mission gewählt, trotzdem ich ablehnte, aber danach wurde gar nicht gefragt. Seitdem habe ich mich nicht mehr um den Kampfausschuß gekümmert, meine Mutter hat schon fürchterlich geschimpft, als ich am Mittwoch bis 7 Uhr abends demonstrieren mußte und deswegen spät nach Hause kam." Das ist der kleine„Kampfausschuß", ge- wählt von 40 Mann, wo die Belegschaft des Kleinbauwerks 2400 Mann stark ist. And dieses Verhältnis von 2400: 40 ist aus den Kopf getrossen das Stärkeverhältnis der RGO. zu den Gewerkschaften in Siemensstadt. Oer Taubenschlag am Nonnendamm. Zur Siemens-Zentralstreikleitung, die an der Nonnendamm- allee sitzt, kann man nicht gehen, dahin muß man vordringen. Wenn einem das gelungen ist, fetzt man sich am besten in«ine Ecke und paßt auf, was der Generalstab olles macht.„Genosse Friedrich, ans Telephon!"„Hier Zentralstreitleitung!" ,�hier ist die Kantine, können Sie nicht für drei Mann Passierscheine ausschreiben, meine Eismaschine ist kaputt und mir wird die ganze Wurst sauer."„Na, schicken Sie doch die Wurst herüber, die könnten wir hier gerade gebrauchen."„Ja, aber..."„Schön. Wir werden uns mal die Sache ansehen." Friedrich ab.„Genosse Schmidt ans Telephon!" „Hier Zentralstreikleitung!"„Wir wollten euch nur mitteilen, daß vor dem Elmo-Werk keine Streikposten stehen, das geht doch nicht." „Donnerwetter, ich habe doch denen von der Eisengießerei gesagt, die sollen die Posten mitstellen. Besten Dank für die Mitteilung." Schmidt ab. Inzwischen fertigen die drei Männer an dem provisorisch er- richteten Schalter ununterbrochen die Streikenden ab, klack, klack, klack gehen die kontrollstempel. �.Mir ist mein Maul schon fusselig", beichtet der eine,„groß und breit haben wir überall Anschläge ge- macht über die freiwillige Weiterversicherung in der Krankenkasse, aber bald tausend Mann habe ich heut««inen Extravortrag darüber halten müssen." Dann gibt ein Arbeiter ein« Karte ob, die heute, Sonnabend früh, jeder Siemens-Strcikende erhalten hat. Sie hat folgenden Wortlaut: Infolge Ihrer Arbeitsniederlegung haben Sie sich als ent- lasten zu betrachten. Die Zahlung des'Restlohns für die laufende Lohnwache erfolgt im Laufe der nächsten Woche. Die Zustellung Ihrer Papiere erfolgt baldmöglichst. Sollten Sie Ihre Papiere sofort benötigen, stellen wir anheim, sie schriftlich beim Lohnbüro einzufordern." Auf Grund dieser Kotten tritt die Zentralstreikleitung zu einer kurzen Besprechung zusammen und beschließt: ob Montag bedeutende Verstärkung der Streikposten! Eine Anzahl Arbeiter, die stempeln kommen, werden hereingerufen:„Komm, Kollege, du mußt Montag mit Posten stehen!" In kurzer Zeit sind die Kolonnen zusammen- gestellt, die am Montag früh die Siemensstadt belagern werden. Und längst wird weiter gefragt, ob man jeden Tag zur Kontrolle kommen müsse, wenn man in Hohen-Neuendorf wohnt, ob die Anzahl der Kinder auch bei der Streikunterstützung berücksichtigt wird, warum denn die Reinemachefrauen ebenfalls streiken müssen und ob man als Kriegsbeschädigter nicht noch einen roten Passierschein der Streik- leitung bekommen könne. Dann gibt man uns eine Kart« der RGO. Sie ist bei der Zentralstreikleitung abgegeben worden, sie lautet aus den Namen eines Karl B., der in der Eisengießerei beschäftigt ist. Dieser Mann wollte arbeiten gehen, wird von den RGO.-Leuten ergriffen, fast besinnungslos geschlagen, dann aufgehoben und in das Streiklokal der RGO. getragen. Hier mußte der Mann seinen ersten Wochen- beitrug für die RGO. bezahlen, der beträgt 20 Pfennig, und bekam seine Mitgliedskattc. Dann wurde der Mann entlasten. Am nächsten Tag ist die Frau des Arbeiters Karl B. bei der Zentralstreikleiwng und gibt diesen fast unglaublich scheinenden Fall zu Protokoll mit der Erklärung, daß ihr Mann zu Hause im Bett liege und er nichts mehr mit dem Pack von der RGO. zu tun haben wolle! Hettstellen-Ausnahmetage GL. A 100 Zugledl rnttrilzt. 54 mm BOgtlitirk«, waiS edtrtehwtrz, >0X1 19... Zig'idermttritzi, 33 mm Bügtl- »tili!» M«i- Of) liegvtrziaruag. ....... J.yü..if, 90X190 uObaum M. 1.*, birka edar farbig lackiart U. 1.35 mehr. 11 .98 Zugfidermttrttze. 33 mm BQgsl- t ti r k e. M«•• «ingfQBe, weiB, 80 X 185 16. 22 FertiaefiOhftrhe« Ueberlaken O be r bett bezuff ', T. m.«zog. Hohlsäumen u. 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Der Mann, der das Verbrechen ersonnen und durch«inen an- deren zur Ausführung bringen wollte, war der 36 Jahre alte Haus- besltzer und Kaufmann Karl U. Er war früher Meister in einer Fabrik, ist jetzt aber arbeitslos und mit seiner Frau seit 9 Iahren in kinderloser Ehe oerheiratet. Bor eimgen Tagen suchte U. in einer Vorstadt Berlins einen ihm von früher bekannten Arbeiter F. auf und erklärte ihm, er brauch« einen tatkräftigen und uner. schroikenen Mann, der seine Ehefrau umbringe. Für die Ausfüh- rung der Mordtat sollt« der Arbeiter sofort 79 Mark er- halten, ein« weitere Summe wurde ihm für später in Aussicht gestellt. F. ging zum Schein auf das Angebot ein, benachrichtigte aber die Kriminalpolizei. Polizeibeamte überwachten sowohl den Hausbesitzer wie den Arbeiter und sahen, wie beide sich am Frei» tag auf dem Lehrter Bahnhos trafen. F. ließ sich nichts merken, daß er die Beobachtung kannte. U. entwickelte ihm nun ausführlich, wie raffiniert er jeden Verdacht von sich und dem von ihm gedungenen Täter, dessen innerlichen Widerstand er ja nicht ahnte, ablenken wollt«. Er hatte von seiner Wohnung ein Zimmer an einen Schuhmacher vermietet und diesem Manne wollte er das Verbrechen in die Schuhe schieben. U. und F. sollten, wie der Hausbesitzer vorschlug, nach dem Alex- anderplatz fahren und dort einen Schusterhammer kaufen. Punkt 6 Uhr sollte der Arbeiter dann an der Wohnungstür klingeln. Zu dieser Zeit, sagte U., sei wenig Verkehr im Hause, auch brenne die Treppenbeleuchtung noch nicht. Di« Frau werde ihm öffnen und er solle sagen, er komme in einer Mietangelcgenheit. Frau U. werde ihn in die Arbeitsstube führen und dort, wie sie zu tun pfleg«, am Schreibtisch Platz nehmen. Dann sollte F. sie hinter- rücks mit dem Schusterhammer erschlagen. Das Mordwerkzeug sollte er mitnehmen. U. rechnete, daß bei der Auffindung der Leiche der Verdacht auf den Untermieter fallen werde und daß bei der Leichenöffnung die Aerzte finden würden, die Verletzung stamme von einem Schusterhammer. Er selbst wollte einen Freund be» suchen, um sich ein einwandfreies Alibi zu beschaffen. Auf dem Wege zum Alexanderplatz wurde U. festgenommen und dem Polizeipräsidium eingeliefert. Der Arbeiter F., dem ee zu verdanken ist, daß der Mordplan nicht zur Ausführung kam, wurde auf freiem Fuß belassen. U. leugnete zunächst alles, brach /Iber endlich zusammen und segle ein Geständnis ab. Er hegte gegen seine Frau durchaus keinen Groll. Lei seinem letzten Urlaub, den er in der Sächsischen Schweiz verlebte, hatte er abe-r ein junges Mädchen kennengelernt und ihr er- zählt, daß er ein lediger Mann sei. Er wollt« sein« Ehefrau jetzt aus dem Weg« räumen, um das Mädchen heiraten zu können. U. ist wegen Anstiftung zum Morde dem Richter vorgeführt worden, der Haftbefehl erließ.— Als man der Frau schonend von den Dingen Mitteilung machte, wollte sie es nicht glauben. Eine tvohlorganiflerie Aktion. Neue Feststellungen über die Krawalle am 13. Oktober.— 5000 Mark Belohnung ausgesetzt Die Pressestelle der Berliner Polizei teilt mit: Die polizeilichen Ermittlungen über die Ausschreitungen, die am Montag, dem 1 3. O k t o b e r, in der Leipziger Straße stattfanden, haben Anhalts- punkte dafür ergeben, daß es sich nm eine wohlorganisierle, unter bestimmter Führung stehende Aktion h a n d e l l e. Die Tumullanten haben keineswegs in augenblicklicher und spontaner Erregung gehandelt, sondern nach anscheinend sorg- sättig getroffener Verabredung ihre Angrisse gegen seil längerem ausgesuchte Geschäftshäuser gerichtet. Mit Rücksicht aus die Gemeingefährlichkeil der Exzesse für die Staatsordnung und das Wirtschaftsleben hat der Polizeipräsident eine Belohnung von 5606 Mark ausgesetzt. Dieser Betrag ist für Angaben bestimmt, die zur Ermittlung weilerer Täler und ihrer Hinlermänner führen. Sozialdemokrat nachts überfallen. Kommunisten schießen aus demHinterhalt auffeine Wohnung Wieder einmal, diesmal in Glienicke bei Hermsdorf. haben die Kommunisten einen hinterhältigen Ueberfall auf einen Sozialdemokraten unternommen. In'der Nacht vom Donnerstag zum Freitag sammelte sich ein Trupp Kommunisten vor dem Hause des sozialdemokratischen Ge- meiridevorstehers in Glienicke H e tz e l. Zunächst wurden die Sommer- laude und die. Veranda mit Steinen bombardiert. Als Hetzcl trotzdem sein Haus nicht verließ, wurden die Scheiben ein« geschlagen. Die Kommunisten machten sich etwa um �3 Uhr morgens mit ohrenbetäubendem Lärm davon, nachdem sie vorher das Haus beschossen hatten. Sie hatten anscheinend den Plan, Hetzet aus seinem Hause zu locken, um seiner so habhaft zu werden! Zu diesem Zwecks hatten sie einen Mann, der einen Armeerevol- v e r besaß, ausdrücklich nach Hause geschickt, um diesen zu holen. Die L a n d j ä g e r« i, die am nächsten Vormittag von dem Ueberfall verständigt wurde, griff sofort energisch durch und stellte durch zahlreiche Zeugenvernehmungen fest, wer von den Glie- nicker Einwohnern sich um diese Zeit vor dem Hause Hetzels auf- gehatten hat. Fünf Kommunisten konnten v e r h a s t« t werden, die alle zugaben, daß Hetzet einmal ein Denkzettel verabfolgt werden sollte. Es ist zu hoffen, daß ihnen beigebracht wird, daß der- artige Rowdymanieren in Deutschlano nicht angebracht sind. Verweigerung der Ltnterhalispflichi. Eine Mutter, die nicht stillte, sollte verurteilt werden. Ucber den nachstehenden Fall ist im„Vorwärts"' bereits bc- richtet worden. Das Amtsgericht Neukölln verurtellte vor einigen Wochen die Arbeiterin C. wegen„Verweigerung der Unter- Haltspflicht" zu zwei Wochen Haft.. Die also Verurteilte befand sich nach der Entbindung in der Brandenburgischen Frauenklinik und erklärte, ihr Kind nicht stillen zu können, weil sie keine Nahrung hätte. Die Aerztc waren anderer Ansicht. F�r das Kind mußte angesichts der Weigerung der Mutter eine Amme»genommen werden. Das Gericht erster'Instanz nahm an, daß die MuPer gegen den§ 361, Ziffer 10, verstoßen habe, der mit Hast bestraft) wenn der Unterhaltspflichtige, der dazu in der Lage ist, sich seiner Pflicht entzieht und dadurch die Behörde veranlaßt, fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen. Von der Anklage einer„gefähr- lichen Körperverletzung an einer wehrlosen Person" halle das Gericht die Mutter freigesprochen. Gegen dieses Urteil char sowohl von der Amtsanwaltschast als auch von der Verurteilten Berufung eingelegt worden. Die Staats- a n w a l t s ch a f t war jedoch ganz anderer Ansicht als die Amts- anwaltschaft: sie erblickte in der Weigerung der Mutter, ihr Kind zu stillen, keine Uebertretung des Z 361, Ziffer 10, und legte deshalb ihrerseits Berufung zugunsten der Angeklagten ein. In der Verhandlung führte die Staatsanwaltschaft aus, daß der Gesetz- gcber unter der Unterhaltungspflicht nur eine solche durch Geld- lcistungen oder Naturalleistungen gemeint habe, nicht aber eine Pflicht, seinem Kind Brustnahrung zu reichen. Ob das Berhalten der Mutter den Forderungen der Bolksgelundheit entspreche, mag dahingestellt bleiben. Die Mutter beteuerte nach wie vor, ihr Kind nur aus dem Grunde nicht selbst genährt zu haben, weil sie keine Nahrung hatte. Das Kind ist bei der Ammennahrung gut gediehen. Das Berufungsgericht hob das Urteil der ersten Instanz auf. Absturz eines Sportfliegers. Ein Filmdirektor tödlich verunglückt. ?n Staaken stürzte am Sonnabend nachmittag der 4Zjährige Filmdirektor Paul Ebner, der im Südosten Berlins im haujc Wilhelmshöhe IS wohnte, mit seinem Sporlslugzeug aus etwa 300 Meter Höhe ab. Ebner wurde t o t aus den Flugzeuglrümmern geborgen. Paul Ebner, Mitinhaber der Maxiinfilmgesellschaft, war ein pasiionierter Sportflieger. Vor einigen Iahren erwarb er«in Sport- flugzeug, Typ«„Motte" V 1725, mit dem«r in Tempelhos und Staaten häufig Flüge unternahm. Am Sonnabend nachmittag startete Ebner gegen 14 Uhr aus dem. Flugplatz in Siaaken zu einem K u n st f l u g. In 300 Meter Höhe vollführte der Pllot einen Looping, dabei rissen die Tragflächen des nicht mehr ganz neuen Flugzeuges ab und der Rumpf fauste in die Tief«. Ein Rellungs- wagen des Flugplatzes eilte sofort an die Unfallstelle, der Verunglückt« tonnte jedoch nur noch als Leiche aus den Trümmern hervorgezogen werden. Das neue Altersheim eröffnet. In Biesdorf-Süd fand gestern die Eröffnung des neuen Städtischen Altersheims, über das wir bereits ausführlich berichtet haben, statt. Genosse Weih, der Dezernent des Wohlfahrtsamts, übergab das Heim seinen Pflegebefohlenen mit dem Wunsche, daß es ein wirkliches Heim sein möge, in dem die Alten noch hartem, arbeitsreichen Leben ihren Lebensabend, frei von materiellen Sorgen, in stiller Zufriodenhen oerbringen können. Gymnasiasten mit Ausschkuß bedroht. Eine ernste Warnung des provinzialschulkollegiums. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat das Provinzialschulkollegium Berlin an die Leiter der höheren Lehran st alten folgenden Runderlaß gerichtet: Durch die Polizei sind bei den Ausschreitungen, die in den letzten Tagen in den Straßen Berlins stattgefunden haben, auch Schüler höherer Schulen festgenommen worden. Wir ersuchen Sie, die Schüler der Ihnen unterstellten Schulen nachdrücklichst vor der Teilnahme an ähnlichen Demonstrationen zu warnen. Auch bei den Schülern wird Verständnis dafür zu finden sein, daß es nicht angeht, derartig« sinnlose Zusammen- rottungen, die mit Gesinnung irgendeiner Art nichts zu tun haben, auch nur durch ihre Anwesenheit zu fördern. Wer trotzdem teil- nimmt, schließt sich selbst von der Schulgemeinschaft aus und setzt sich unnachsichtlicher Bestrafung au». Bei erheblicheren Verfehlungen ist zu gewärtigen, daß Ausschluß von allen preußischen höheren Schulen verfügt wird. Der Deutsche Republikanische Skudenkenbund hält seine dies- jährige dritte staatsbürgerliche Arbeitstagung auf Burg Lauenstein (Oberfranken) vom 23. bis 26. Oktober ab. Die Reichsiagun.z, die unter dem Thema„Die geistige Ueberwinung des Fa- f ch l s m u s" ftattffndet, soll der staatsbejahenden akademischen Jugend Gelegenheit zu überparteilicher Aussprache geben und soll auch nach außen�hin Zeugnis ablegen von dem Arbeitswillen der republikanischen Studenten. Hervorragende Redner aus Politik uird Wissenschaft, wie Staatssekretär Krüger- Berlin, Pros. Heller- Berlin, Ministerialdirektor Dr. S p i e ck e r- Berlin und verschiedene Abgeordnete sind als Mitarbeiter zu dieser Tagung gewonnen. va» Schwimmsest der Freien Tornerschasl Groß-Dcrlia am Tonniag, dem 19. Oklober, beginnt nicht, wie irrtümlich im.Abend' angegeben, vor- mittag« 10 Uhr, sondern nachmittag« 3 Nbr im Stadtbad Bärwalditrahe. Unberecht. Nachdruck verboten. Suflav«iepenhauer Verlag A.. WM! WW ZcrrSielh:, ■■' wo fo�ak un� fbtpier sffeJt5*ira, jfermot..' �er C�öLrette veretmgerti hinget ein. gletJtuihabs tmler 500Z15armc �eEuxltciues, liocKpoltcrtes eluktr'csciics Bu�eJjciöen,&w NoJi /�e/' Drucle von,%5 Sckuiute gcnußtt iim, tu, �ewe eilert�en. C�fxi eftemjfrartg ()tc endgültige Rjnru �u, �cten.<�cr Kkrrruxrk•- Ggarefe, dÄwdüf,, mam&iUdc/l, C1GAPETTEN Korso der Armen. Von der Straße der billigen Gelegenheiten. Was der Kurfürstendaimn für d«n Westen ist, das ist die Münzstraße für die Gegend um den Alexanderplatz. Der sozial« Unterschied der Klassen verwischt sich im Norden viel mehr als anders- wo in Berlin. Die Straßen, dos Geschäftsleben ist abgestimmt auf die Menschen, die hier Hausen. Die Rundfahrtautos müßten die Fremden gegen Mittag und bei Anbruch der Dunkelheit durch die Münzstraße führen und darüber hinaus durch die Rosenthaler Straße zur Jnvalidenstraße, um ein Stück echtes Berlin zeigen zu können.. Parole»Billig." Alles ist billig in dieser Straß«, alles ist zu haben, was nicht verwöhnten Luxus bedeutet. Das wissen die Käufer, die manchmal von weither aus den Vororten kommen, um hier ihre Einkäufe zu machen. Schon an der neuen Königstraße beginnt das Geschäfts» leben. Ecklokal«, in denen es billig zu essen und zu trinken gibt, die„Molle' für 20 Pf., einen großen Korn für 20 Pf., prima „Iauersche mit Salat' für 45 Pf. Große Spezialgeschäfte drängen sich vor; die oberen Etagen sind zu Büros umgewandelt für Rechts- anwälte, Aerzt« für Geschlechtskrankheiten, Makler, kaufmännische Schulen. Ein Eisenwarenladen hat seinen fünftausendsten Spar- und Schnellkochtopf aus dem gleichen Schaufenster verkauft, das zu be- stimmten Borführtagen in das Probekochen und„Probcessen' hin- «inblicken läßt. Bei solcher Freigiebigkeit lohnt sich trotzdem oder gerade darum das Geschäft. Ein Musikinstrumentenhändler bietet „Meistergeigen" bereits von 18 M. aufwärts an, viel verlangt werden Tenor-Vangos, die schon von 8 M. an zu haben sind. Der Eingeweihte jedoch weiß, daß der Inhaber eine der reichsten und schönsten Sammlungen von alten Geigen besitzt, darunter ein« Amati. Sogar die Polizeikasern« hat sich modernisiert und hat zu ebener Erde Geschäfte eingebaut; nur an dem Sarggeschäft schreitet das Publikum schnell vorüber, viele wettlokale gibt es, viele Deli- kalcß- und cebensmitlelgeschäste und vor allein Schokoladenauslagen. Fast will es scheinen, als ob die Backwaren und Kuchenstücke als Auslag« größer wären als sonst in den Bäckerläden, sie sind pro- portional größer, gemessen an der Begehrlichkeit, mit der sie be- trachtet werden. Besser als Universität und Buchwissen lehrt der Korso der Armen, woraus sich die Bedürfnisse der Menschen zu- sammensetzen.„Unser Schlager' lautet das Plakat eines Kaffee- Hauses, das die Tasse Kaffee für 25 Pf. anpreist und«inen Kar- tosfelpusfer für IL Pf. Das ganze Gedeck, das für viele Straßen- Wanderer hier«in vollständiges Mittag, oder Abendessen ersetzt: ein« Tasse Kaffee, ein Kartoffelpuffer und ein Teller Kompott kosten zu- lammen 40 Pf. Im Schaufenster bräunen die Kartoffelpuffer auf heißen Platten im Fett;«in betäubender Dunst schlägt einem aus dem Laden entgegen. Ach, während man drinnen sitzt, kann man beobachten, wie viele, viele Heißhungrige Augen den Prozeß des Bratens verfolgen, Kartosfelpufser in Fett. »Gelegenheiten." Im Weiterwandern studiert man die Press« der billigen Ge- legenheiten: Ijerrenfocken, das Paar für 55 Pf., in emem anderen Geschäft Schallplatten zu 50 Pf., Rindledertcsschen bereits für 2,2� M., Bettgarnituren von 6,50 M. an, bei einem Goldwaren- Händler Trauringe für 1,55 M., 333 gestempelt. Ein großes Schuh- geschäst erfindet für jede Woche eine neue zugkräftige Reklame: dies- mal stand ein richtiger, schweiswedelnder Esel mit seinem betreßten Diener in der Ladentür, und um ihn herum drängten sich Kinder und Erwachsene, die noch nie in ihrem Leben einen Esel gesehen haben. Ein anderes Geschäft hat sich ganz aus die notwendigsten Bedürfnisse der Mllnzstraße eingestellt. In zwei Schaufenstern und im offenen Laden werden di« Arbeiten vorgeführt, die der Mensch zur Verschönerung seines Aeußeren bedarf. In dem einen Raum wird gereinigt und auf Dampf gebügelt, und man kann seinen Anzug wie den Hut auf„neu" machen lassen, in dem anderen wird tapfer besohlt. Die Kunden können gleich auf die Reparaturen warten, sie sitzen derweilen mit Pantoffeln an den Füßen oder lassen sich in einem Hinterraum rasieren, während die Schuhe besohlt werden. Der Kunde, der ein« Bügelsalt« in sein« Hose plätten und einen Kunstslicken auf das Gesäß setzen lassen will, auch der bekommt eine Ersatzhose geliehen.„Was wollen Sie', sagt einer der be- dienenden Angestellten,„die Kundschaft ist die beste, die nur«inen Anzug, ein paar Schuhe besitzt; auch für diese Kreise muß gesorgt werden.' In einem Verschlag kann man in der Zwischenzeit, seine Korrespondenz besorgen, man bekommt ein Schreibmaschinenfräulein die Stunde für 1,50 M. geliehen. Wandert man noch ein wenig weiter, bis in die Reue Schönhauser Straße, so kommt man zur Berliner Pfandkammer. Ein dauerndes Kommen und Gehen ist von den Höfen auf die Straße, und in den 5tnäueln von Menschen stehen Händler, die die eben ersteigerten Sachen gleich wieder an den Mann bringen. Da wird mit allem gehandelt, was sich nur denken läßt, mit Kragen und Schlipsen, Hemden, Stoffen, Anzügen und Paletots; sehr gangbar sind getragene Schuhe, wenn man den Satz nicht als Witz aussaßt. In der wcinmcislcrslrahe befinden sich die großen Fahrradhandlungen, zu denen alles, was aus Gummi fährt, hinströmt. Verblüffend ist die Billigkeit der Angebote, Fahrräder von 75 M. an. Verwirrend ist das Gleißen der vielen Nickelteile. * Den Ton zu dieser Musik aber gibt die Armut an. Die große Not der Zeit, die die Menschen aus Plätzen zusammentreibt, die das Elendsmilieu aufweisen. Man muß sich mit in die Lokale mit den halbdunklen, verräucherten Räumen hineindrängen lassen, die Wen- sch-n studieren, die hier stundenlang vor sich hindösend hocken, nur damit die Zeit vergeht. Um solche Studien ganz auszuschöpien, muß man das Wispern und Klagen frierender Mädchen hören, die„Ge- strandeten', die krank an Leib und Seele sind. Man muh im„Krug zum grünen Kranze"«in bayerisches Volksfest mitgemacht haben, um nur zu ahnen, wie weit die Schranke zwischen Erlaubtem und Unerlaubtem hier noch hochgehalten wird; das züchtigste Mädchen- pensionat würde in diesem Kellerlokal nicht gefährdet sein. Wer aber das menschliche Strandgut der Großstadt antresfen will, de? möge am Nachmittag eines der vielen Kinos besuchen, in denen man geraum«; Zeit erst bedarf, um sich an die Dunkelheit zu ge- wähnen, und geraume Zeit, um seine Lungen stark zu machen, diesen Dunst der Verwesung, den Armeleutegeruch zu ertragen. Da hocken die grauen Gestalten auf den Bänken vielleicht schön vom Vormittag 10 Uhr an, seit das Kino begann, nur um eine Unter- kunft zu haben, um aus dem Licht zu fliehen,' das nicht zu ertragen ist. Für die 50 Pf.'Platzgkld bekommen sie Wärme und Musik, auf der weißen Leinwand vorn wird ihnen ein Stück Traumleben vor- gespielt. Drei große Schauerdramcn mit je sechs Akten, und alles jür 50 Pf._ Die Vetriebskrankenkass« der Stecht Berlin ladet zu einer außerordentlichen Ausschußsigung am Montag, dem 27. Ottober, um 14 Uhr, im Rathau-, Königstraße 15/18. Eingang Jüdenstraße, Zimmer 109, ein. Die Korderungen der Polizeibeamten. Bessere Besoldung tut not! Auf dem Veebandslag de» Verbandes Preußi- scher Polizeibeamten sprach gestern der Vorsitzende Schräder über..Die beamtenpolitische Lage und die poli- zei im besonderen". Der Verband fühlt sich verpflichtet, für die Polizeibeamten einzutreten, deren Wünsche den Behörden bekannt sind. Es kommt für die Polizcibeamten darauf an, für ihre ausopfernde Tätigkeit ein 21 c q u i o a l e n t zu erhalten, das sich nicht nur in Lobes- Worten, sondern in realen Dingen äutzert. Das Notopfer fällt auch auf die Polizeibeamtenschaft. Vom Verband wird der Einwand erhoben, daß es nicht angängig fei, 2lbzüge zu machen, bevor die Regierung nicht eine Preis senk u'n g s a k t i o n durch- führe. Den weitesten Kreisen ist unbekannt, daß die Polizeibeamten- schaft zu der am schlechtesten bezahlten Kategorie gehört. Die versprochene Besserung ist nie Wirklichkeit geworden. Der Staat muß alles tun, um den finanziellen Ucbelstand innerhalb der Beamtenschaft zu beseitigen. Eine 2lufbesseruno der Bezüge sei notwendige Forderung. 25 Jahre Lessing-Museum.� Vor einem Vierteljahrhundert wurde das Lessing-Museum unter tatkräfüger Mitwirkung des verstorbenen Dichter-Bürger- ineisters Dr. Georg Reicks ins Leben gerufen. Das Museum hat heute seine Stätte im R i c o l a i- H a u s e in der Bruder- st r a ß e. Die 25. Wiederkehr des Gründungstages wurde vom Lessing-Museum in seinen Räumen festlich begangen. Nach einer musikalisch-deklamatorischen Huldigung an den ver- dienten Direktor des Museums gelangte das Lkonzert in Es-Dur von Johann Christian Bach zum Vortrag, ausgeführt von Anna Linde(Klavier), Lore Winkler(Cello), Therese Petzko-Schubert und Joga Stein(Violine). Im Mittelpunkt der Feier stand die Ur- aufführung eines von Lessing als Fragment hinterlassenen Lust- spiels„Der Schlaftrunk", das unter freier Benutzung einer aus dem Jahre 1787 stammenden Fortsetzung von Eckstein von Direktor Kruse vollendet worden ist. Die Vergeßlichkeit eines Erbonkels führt darin zunächst zwar zum Verlust seines Prozesses, aber zu- gleich zur Aussöhnung mit seinem Sohn, seines Widersachers. Unter wachsender Heiterkeit der Zuhörer gingen die drei Akte des Lustspiels über die Bühne. An dem Erfolg des Stückes haben die vorzüglichen Leistungen der Schauspieler«inen wesentlichen 2lnteil. Von ihnen seien Ernst Wehlau, Willi Krüger, Charlotte Christiann, Lisa Linghoff und Ulrich Krolop besonders genannt. Regierung?- rot Schallehn vom Vorstand des Lessing-Theaters dankte zum Schluß Direktor Kruse für sein unermüdliches, aufopferungsvolles Wirken im Dienste des Museums und der von ihm veranstalteten literarisch-künstlerischen 2lbende und teilte mit, daß am heutigen Sonntag, um 12 Uhr, eine Wiederholung der Ausführung statt- finden werde. Wiedereröffnung des Berliner Ratskellers. Am gestrigen Sonnabend abend fand die Wiedereröffnung des Berliner Ratskellers statt, der jetzt unter der Leitung von W. C. Schuler, dem Pächter der Kurhäuser Swinemünde und Warnemünde, neu in Betrieb genommen ist. Die Gasträume sind in der Zipischenzest renoviert worden, allerdings sollen in aller- nächster Zeit die einzelnen Abteilungen so hergerichtet werden, daß Schneider und Opernsänger. Tragikomödie aus einer Mietskaserne. In einer Mietskaserne wohnt ein Schneidermeister. Im Ottober 1927 zieht unter ihm ein Opernsänger ein. Fast zu gleicher Zeit ziehen beim Schneider Wanzen ein. Frau Schneidermeister findet Tag für Tag ein bis zwei der kleinen Dinger. Vielleicht hat sie der Opernsänger mitgebracht. Aber auch der Opern- sänger ist nicht gut auf den Schneidermeister zu sprechen. Sein empfindliches Ohr leidet ungemein unter dem brutalen Lautsprecher seines Ziachbars von oben; auch für das Geräusch der elektrischen Nähmaschine hat er wenig Verständnis; schon gar kein Verständnis aber für die wilden lauten Spiele des vierjährigen Schneider- sprößlings. Schneidermeister und Opernsänger sind einander spinnefeind. Jede Gelegenheit ist gut genug für einen Krach. Sehr nmsi- kalisch geht es dabei gerade nicht zu. Der Opernsänger verklagt den Schneidermeister sechsmal wegen ruhe störenden Lärms, verklagt schließlich den Hauswirt, der Hauswirt wird verurteilt, strengt gegen seinen ruhestörenden Mieter eine R ä u- mungskiag'e an, sie wird durch alle Instanzen durchgeführt, der Schneidermeister muß aus der Wohnung. Die Jagd der Frau Schneidermeister nach den Wanzen des Opernsängers dauert fort. Auch der Schneidermeister selbst ist nicht untätig. Er hat seinen Feind fest im Auge. Er kennt ganz genau dessen Lebensverhältnisse. Er weiß genau, daß der Opernsänger seit Monaten arbeitslos ist, daß er stempeln geht und dajz er sich trotzdem ein Telephon angeschafft hat und seine Frau in einem Pelz einherstolzierl. Das kann mit rechten Dingen nicht zugchen Also fliegt eines Tages auf den Tisch der Falschgeldbekämpfungsstelle ein anonymes Schreiben mit der Unterschrift:„ergebenst ein Berliner Bürger". In dem Schreiben heißt es, daß in dem Hause sowieso, Stockwerk sowieso ein erwerbsloser Opernsänger lebe, der großen 2luswand treib«. Man höre- auch merkwürdige Geräusch«, die von einer Maschine herrührten. Der Gedanke liege nahe, daß Falschgeld fabriziert werde. Da der Opernsänger die englische Sprache beherrsche, müsse er wohl mit einer englischen Berbrecherbande in Verbindung stehen. Besonders verdächtig fei der Umstand, daß man beim Anklopfen stets verschlossene Türen finde. Da die Polizei immer wieder die ehrlichen Bürger darum ersuche, in jedem Verdachts- falle Meldung zu erstatten, so geschehe dies hiermit.„Ergebenst ein Berliner Bürger". Beamte der Falfchgeldbekämpfungsjtellc suchten und fanden nichts. Also mit der Falfchgelddruckerei war nichts zu machen. Da verfiel das Schneiderlein auf eine andere Idee. Der Opernsänger muh zweifelsohne ein Schwarzhörer fein. Woher sollten sonst seine musikalischen Kenntnisse herkommen. Jedesmal, wenn er, das Schneiderlein, seinen Lautsprecher anjtellt, da singt der Opernsänger die Melodien mit aus Rigoletto, Tramata usw. Also meldete er von den eigenartigen Beobachtungen an die in Frage kommende Behörde... Vor Gericht war man eigentlich versucht, dem Schneiderlein in mancher Hinsicht recht zu geben, seine falschen Anspielungen natür- lich ausgenommen. Der Lautsprecher war für ihn, dem He�m- arbeiter, eine Bildungsmöglichkeit— so sagte er wenigstens selbst. Gegen das Geräusch der elektrischen Nähmaschine, seines Arbeits- Werkzeuges, war er machtlos. Und einem vierjährigen Jungen kann man nicht den Mund verbieten. Der Opernsänger aber stellte sich in Positur, als wollte er seinen Heldenteuor herausschmettern: er habe vor den Detektivs einfach keine Ruhe mehr gehabt. Das Gericht oerurteilte den Schneider für jeden Fall der falschen Anschuldigung zur Mindeststrase von je 1 Monat Gefängnis. Für die Gesamtstrafe von 6 Wochen erhielt er Bewährungsfrist... es dsm Ansehen des Berliner Ratskellers entspricht. Bisher hat man schon ein Sminemünder und ZLarnemünder Zimmer mit An- sichten der Kurhäuser, sowie Nischen mit Wandgemälden von Mainz, .Heidelberg und Rüdcsheim geschaffen. ■150 Kilometer in der Stunde. Versuche mit einem propeller-Triebwagenmodell. Hannover, 18. Oktober. Die Deutsche Flugbahn-Gesellschaft in Hannover (Gesellschaft für Bcrkehrstechnck) führte heute vormittag auf einem Teilstück der Reichsbahnstrecke Hannooer— Celle zum ersten Male Schnellsahrversuche mit ihrem GVT.-Propeller.Trieblvagenmod«ll vor. Der mit einem MO-EZ-VUlIB.-Flugmotor ausgerüstete wagen hat bei etwa 25 Meter Länge ein« Nutzfläche von 16 Meter und«nt- hält außer Nebengelaß Platz füretwa 25 Personen. Dieser Triebwagentyp soll die Basis sein für die konstruktioe Entwicklung, erstens von S ch n el l t r i e b w a g e n, die im heutigen Eisenbahn- betrieb Verwendung finden, und zweitens von Fohrzeugen für die Schnellbahn, die zu schaffen als das Endziel der Gesellschaft bezeichnet wurde. Di« heutigen Fahrversuche aus der etwa 8 Kilo- meter langen Versuchsstrecke bei Burgwedel erbrachten eine Stunden- geschwindigteit von 150 Kilometer. Bemerkenswert ist die außer- ordentliche Anfohrtsgeschwindigkeit. Die lOO-Kilometer- Stundengeschwindigkeit wurde bereits in 66 Sekunden erreicht. Die Persuche verliefen vollkommen betriebssicher und einwandfrei. Auf der Fährte von Darlehnsschwindlern. Bei der Staatsanwaltschaft II rn Berlin ist vor einigen Tagen eine Anzeige gegen eine Darlehnsfirma eingelaufen, in der die Firma größerer Darlehnsschwindeleien beschuldigt wird. Wiederholt sst im..Vorwärts" über betrügerische Firmen berichtet worden, die Darlehnssuchenden erhebliche Vorschüsse abnehmen, sonst aber gar nicht daran denken und auch nicht dazu in der Lage sind, das Kapital zu beschaffen. So hatte sich erst kürzlich eine Firma Görs u. Kar st«n wegen ähnlicher Schwindeleien vor Gericht zu oerantworten. Die angezeigte Firma, die ihre Zentral« in Berlin hat, oerfügte über ein großes Vertreternetz, das die Provinz abgraste. Bis auf ganz wenige Fälle sollen die Dar- lehnssucher niemals Geld gesehen haben, dagegen sollen die Be- trogenen sämtlich die zum Teil recht ansehnlichen Vorschüsse«inge- büßt haben. Da dos Geschäft sehr florierte, wird angenommen, daß der Firma viele tausend Mark in die Hände gefallen sind. Von der Staatsanwaltschaft sind umfangreiche Unter-- suchungcn eingeleitet worden.-■ Die gesfalfende Frau Aussfeliung des Deutschen Staatsbürgerinnen-Verbandes Leipziger Str.(Versand-Abi) Königstraße Rosenthaler Str. Moritzplatz Leipziger Strafe I. Stade. Geöffnet werktäglich 10-7 Uhr« Eintritt 50 Pf. ÜamenßleiJer-«.•Mantel nMmmiimimiiiiiimiiiiiiiiniuMiiuiimiuiuiiMwiuiiimiiimimiiiiiutmiiiiiMiiiiiiiniumiiiiiiiniiimuiiiHiuuiiiinmrnmi (Pelxwaren iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiminiuiiiniiiniiiniiiiiiiiiiiiiiiiM Jugend). Sportkleid JSSSL"! ■kl Kunstseid.-Marocain naCnminagSKieia ander Hüfte2Volanis Reinwoll. Tweedkleid ap Machart Tanzkleid Frauenkleid reinseid. CrSpe de Chine Olockentorm mit Perlstickerei reinwoll. CrSpe-Caid weihe Seidenweste Nachmittagskleid reinseid. 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Opossum-Collier 9.50 Platinkanin-Mantelkrag. 11.75 Echt Hermelin-Collier... 26.00 (Hamen-{Kinderhute iniiiiiiiiiiDnmtiniiiciiiiiuimimiiiniimiiminiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiuniiniiiiiimiiiimimiiiiiiuiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiij Filzhut mit Bandgarnitur........ 4.75 Haarflfzhut handgearbeitet.... 13.50 Eleganter Haartilzhut... 17.00 Fllzkappe ungamierl........ 3.25 Glcckentarm aus Filz, ungarniert.. 3.90 Kinderhut verschiedene Ausführungen 2,90 Kinder- Matrosenhut farbig 3,75 Backfischhut Filzglocke m. Bandgarnitur 4.90 45 M Veloursmanfel aparte Form, voller Pelzkragen u. Besätze, ganz auf Kunsiseiden-Serge 32 tyiimimtinimiimiinniiiiinmiiimiiiiiMiiiiiiiiiiiiiiiiuiiimiiiiiiiiiiiiiiimimiiMliiiiiiitiiiiiiiiiM bedruckter Waschsamt, Passentorm, Länge 40 bis 60 cm, Länge 40 cm Jede weitere Cröhe 0.50 mehr Hänger M Reinwoll. Kleid in sich gemustert, weihe Seidengarnit. Waschsamtkleid|0ar�rt'. � cb* Jede weitere Cröhe 0.75 mehr pfakt. Schotten, wollgem., naocnenKesia Länge 60 bis?0. Länge 60 Jede weitere Gröhe 0.75 mehr reinseidener Cröpe-Satin, elegante, lange Form, Gr. 38-42 Tanzkleid 3.75 5.75 6.75 27.50 VM/ v> 0•' 3 Samtkappe K f7/'2- sJ/O Kappe 390 7ir. 491• 47. Jahrgang 2. Bsilags des VorwSris Sonniag, 19. Oktober 19A0 .WKndnngen fiir diese Rubrik ft»d >» r i i» SB tä, Li-deaKraß, 3, parteinachnchten({££& für Groß-Bertin stet»«n da,?rz>r?es«kr«türi,i rTrrsvru rrchi->ju richle» l. Are!» Mitte, z., H.«nd 7. Abt.: Montau pünktlich 18 Uhr Veiichtigunfl des Stadtbades Gartenstrahe unter Führunz des Stadtrats Genossen ssricd- lander. Treffpunkt an> Portal. S. ürei» Zriedrichidatu. Bi>duuq»a»»schuh. In dieser Woche Beginn der Uurse. An> Dienstag, 2t. Oktober: Bernstein. Geschichte der deutschen Republik. Untcrrichtsraum: Iuocndhenn. Tiliiter Str. 4/.b, 20 Uhr. ltin Donnerstaa, 2Z. Oktober: Gurtand, Das Proletariat im St-Nnngsiamps. Unterrichisrauu,: Schule Petersburger Str. l. 20 Uhr. Hörgebiihr fllr acht Abende 2 M., Iugendlici,« 1 M.. Ermerbswle frei. Wir bitten, an beiden Abenden uu, 19?» Uhr in erscheinen. ». Rrei, ltren,beig. Montau. 20. Oktober, 19 Uhr, erweiterte klreisvorstonds. sttzuna bei llritger. Grinrmstr. 1.— Achtunq! BoNnrrsammlu»,, der Ordner om Montau, 20, Oktober. 20 Uhr, bei Look, SchSnIeinstr. 8.— Zum Kursus des Genossen Dr. Schlessnuer über„Wirtschaft und Staat" werden noch Meldungen angenommen om Dienstag, 2l. Oktober, isba Uhr, im Lesesaal dos Sesuirdheitshause» Am Urban. 7. Kreis ilharlottenbnrg. Dienstag, 2l. Oktober, 19'b Uhr. erweitert« Krms- vorftandsssssung im Limmer I de« Rathauses.— Freie Schnlgemeinde. Vor. an,olge. Sonntag, 2. November, 18 Uhr. in Ahlerts Feftfälen, Berliner Stiwhe 88, Ecke Brauhofstrohe, grosse Festveranstaltunq aus Anlass de» zehnjährigen Bestehens. Festkoniert des Svandauer Bandonion-Bercins. Rhv'hmisch'Uvmnastifche Tänze der Zutta-KIamt-Schule, Heitere Lieder zur Laute von Margaret« Baltotte. Szene aus der Säiultragödie: sslachsmann ol, Erzieher. Tombola und Tanz, Eintrittskart« M) Pf,. Garderobe 30 Ps. zu baben an den bekannten Stellen und der Abendkasse,— Donnerstag, 23 Oktober, 20 Uhr, findet eine Sissunq der Iugrndkomnnssion statt. Er. scheinen aller Vertreter der Abteilunuen. SAAI., Kinderfreunde und Dreien Schulgemeinb«, ift unbedingt erforderlich. 7. Krei, rharlonendnrg. Äezirksverordnctenfraktion mit sämtlichen Bürger. dcpntiertrn Mantag. 2». Olwder, pünktlich 19s4 Uhr, Sitzungszimmer 1. Rathans Cbarlottei.burg. 19. Kreis Zrhlendvrf. Die Freie Turn, und Sportverein iqrlna tiehlendors«r. anstaltet am Sonnabend. 18. Okt., im kleinen Saal des Lindcnvarks eine Werbeversammlung, zu der sie all« Parteigenossen des 10. Kreise» rinladet. Neben turnerischen Vorführungen ist ein Vortrag über.Ardeitrrfvort und Sozialdemokratie" aus der Toqesordnung. Beginn 20 Uhr. Eintritt frei. � 11. Kreis Schönederg-Friedena». Dienstag, 21. Okt., 20 Uhr. Sitzung der Srf- wnuskommiilion in der Spedition Belziger Str. 27. Erscheinen ist Pflicht. 14. Kreis Rexkolln. Die noch ausstehcnden Listen für Schäffcn und Geschworene müssen schnellstens im Parteibüro abgeoebrn werden. 18. Kreis Weiss-nsee. Morgen, Montag, l Og Uhr, im alten Lnzeum, Bark. strassr lss, Kursus über dt« soziale Schichtung der Gegenwart. Referent Genosse Maximilian Lange. heute. Sonntag. 19. Oktober: B. Abt. Bezlrkssphrer. Sammellisten für Rotopser vom Aofeiwnzsk-ssterer abholen.... 83. Abt. T-mpelhos. Unser« Mitglieberversammlunq flnbet nicht am 2l.. svn. drrn am 28. Oktober bei Binuer. Dorfstr. 42. statt. Referrnt G-n-sse Brandes, Borsttzender des Metallarbetter-Verbandes. M. d. R. Das Dahl. Material ist an die Bezirksführer abzugeben.. �, III. Abt. Bohnsdors. Leute Konsumbesschtigung. Treffpunkt: 8 Uhr Bahnbof Grünau oder 9—10 Uhr VerwaltunasgobSude Lichtenberg. Rittergut. st ratze 81-23. Morgen. ZNonkag. 20. Oktober: 1?.*bt.» Uk»r bei Schmidt, Wicl«?str 17, Siftuna des Abteilunasvor�andes. 29.«bt. 20 UTjc wichtiae FunttionLrsiwns bei Büro. P'-en, lauer Allee 1». 97. Abt. 19'.� Ubr bei Rofchte. Matternstr. 14. FunNionSrfiWi««. Vorher ehrndort um t8U, UKr Abteilungs-Vorftandssttzung. 43. Abt. Die Dunktionärsstuinu fällt am Monwg aus und findet om Dienstag, l!> Uhr bei Innokeii. R-iä�nbera-r Str. 73. statt. 3t. Abt. Edorlott-Nburu. A Uhr bei Koch. Schillorl'r. 73, FunkNonSrstssung. fü. Abt. Mari-ndors. 20 Uhr boi Görlitz. Eh-usso-str. 19. ssunNionarsstzung. 1dl, Abt. Ditteusu 20 Uhr hei Hesse, Berliner Str. 73. Funktionärsttzung. Dienstag. 21. Oktober: Reuktssn. 99. Abt. 1SU Uhr in der«nla Karl-Marx-Schnl«.»aifee Friebrich. Straße 209, Abteil,:nqs.�'itglied?rverst»7''msnnq. Referent Retch»tao«abq. Mar Kendl'«it''Zioickaii iiber.Unsere Politik im neuen ftciftltafr.*— 9-,.«bt. 20 Uhr bei Hrieaer. LeMnastr. 9. Wilenschaftlicker Vortrag des Genossen Franken. Zeitz: �Sozialismus. Wissenschaft� und Bildung. 9ule jungen und neu eingetretenen Mitglieder find hierzu frcunoliajft ein- oeladen. Varteinntgliedsbukb ift mitzubringen. � 101. Abt. �renton, Pünktlich 19',, Uhr bei Domnick, Graetzstr. 28, Ecke Wilden. bruchftraße, Sitzung aller Parteifunktionäre. Mittivoch. 22. Oktober: 2t. Abt. 19'4 Übe Im«ltersbeim. Daazioee Str.«2. MItol'kderverssmmlnn,. verbunden mit einer Ä'annerweihe. Redner Jockel Meier,«künstlerisches Programm. Alle G-nossinncn nnb Genossen find freundlichst eingeladen. r*m kst mm 1 57. Abt. eharlott'nbnra. 29 Uhr arosse»ss-n»'!»r«ih»it und Recht". Resee'nt Reichstaasaboeordneter Karl Litke. Anfchlietz-nb freie Ansfprachc. Sorgt für Massenbesuch! 99. Abt. Britz.BnSow. sseitung-tomwilstan. Sitzuna MiKwoG. 22. Oktober lg'. Uhr in der Knalle am Hufeisen. Die'«nferden Pecherchen sollen bis zu diesem Tege erledigt sein,«ein Bezirk darf fehlen! St Frei««chu'aemeinbe Mitte. Arbeitsgemeinschaft Nord. Mitglied-rversamm. lui'g Montag, 20, Oktober, 20 Uhr, in der Stadthibliothek. Vrunncnstr, 181. Arauenveranstalkungen. 1. Krei» Mi'te. Dirnstau.?l. Oktober, pünktlich tN's. Uhr. wichtig« Funktio. närinneniitzung bei Spiegel, Ack-rstr. 1.._,_ 3. Krei»«ebdino. Montau. 29. Oktober, 1914 Uhr. der Lauritzen. Putbusser Str. 11, wtäitiue Funkttonärinnensstzung. 8. Krei» Spandau. Den Genossinnen zur Kenntnis, daß der Krersfravenabens auf Donnerstaq. 23. Oktober, verlegt werden mutz. Rähere Mitteilung«r- falot om Dienstao im„Vorwärts".___ 13. Suis Temvelhof, Mariendorf, Marienfeld«. Lichtenrade. Montau, 29. Okto- der. 181d Uhr. bri Görlitz, M->ri-ndorf, Glansseostr. 19, Funktloniirinnen. sttzunu. Wir bitten die Gennolfinnen, pünktlich zu erscheine», da das Lokal um 20 Uhr geräumt werden mutz. fl 13. Krrls Treptow. Montag, 19V. Uhr. ASivervark. vb-rsistönewe'he, kJ <>kiendfii'a5e, und Vor�agsibend. Norfübrunq �Die � Mntter".«»sprach« der Genosfl» Slara Bahm-Schuch, M. b. R. | t 1�4 I UjLL-bfcjggl 8.«bt. Freitag, 24. Oktbber, Besichtigung des Trauenkunde-Mufeums Gbarlo'tenbur«. Berliner Str. 137. Treffvunkt 18 Ubr vor dem Mufenm. 1«. Abt. Montau. 20. Oktober. 1914 Uhr, bei Lenchner. Ackerstr. 110:„Die Mitarbeit der Arbeiterschaft in»er öffentlichen Fürsorge." Ref.: Georg Hartwia. 29. Abt. Dienstag. 21. Oktober. 1914 Uhr. bei stochc, Schulstr. 71:„Die polt. tischen Folgen der Wahl." Ref.: Baul Bernstein. ,8. Abt. Dienstaa, 21. Oktober. 20 Uhr. im Lokal Rodtke, Eberswalber Str. 33: .Sozialvolitifch« Korderungen der Eozialdemokrotie." Ref.: Dr. Luise Morgenstern, »1. Abt. Montag, 29. Okioder. 20 Uhr. bei Goldschmidt. Swlpisch« Str. 30: Die Frau der neuen Generotion." Res.: Käthe Kern. 45. Abt. Dienstag. 21. Oktober. 1914 Ubr. bei Winzler. Reichenberger Str. 194: . Grundsätze und Forderungen der Sozialdemokratie." »4. Abt. Renkölln. Mittwoch. 22. Oktober. I9'4 Uhr, bei Sell, Schiller. promenad« U:„Notverordnung und Kronkenkassen." Ref.: Otto Kassner. 121. Abt.«arlsborst. Tie»stau, 21. Oktober, 1914 Übe. bei KI»i«, Hl Zr-skow-lle«, Lichtbildervortrag de»«enaffen Dr. Georg Löwenstel»: W „Entsteh»»«»nd Verhütung»»» Franenlrankhetten." s UL Abt. Rtederschöuhanse». Dienstag. 21. Oktober, 1914 Uhr. in der Semein. schaftsschule, Bizmarchstr. 11:.Religio» und Sozialismus." Ref.: Klara Bobm-Shnch. M. d. R. tss. Abt. Hermsdort. Freitag 24. Oktober, 1914 Uhr, im Jugendheim. Roon- ftratz«:.Hwoien« im Haushalt." Ref.: Dr. E. Dru-ker. HJ. Adt. Rosenthal Donnerstag. 23. Oktober, 20 Uhr, bei Sosmann, Sdclweitz- ftratz» 3:„Das«irtschaftsgelb der Hausfran." Ref.: Elvira Krüger. tettt den erwerbslosen Parteigenossen! Die Not unter den Erwerbslosen wächst von Tag zu Tag. Männer, Frauen und Jugendliche sind nicht in der Lage, sich das Notwendigste zum Leben zu beschaffen. Da ist es Pflicht, ja erstes Gebot, daß alle Parteimitglieder mit einem regelmäßigem Einkommen den Opfern der Wirtschaftskrise helfend zur Seite stehen. Solidarität und Opferfreudigkeit sind stets die hervorragendsten Eigenschaften eines jeden überzeugten Sozialdemokraten. Das muß sich jetzt wieder aufs Neue erweisen, indem schnell und ausreichend gezeichnet wird zum ErwerbsSosen-Notopfer für unsere erwerbslosen Parteigenossen Der Bezirksvorstand erwartet, daß alle Parteimitglieder dieser Pflicht nachkommen. Die Sozialdemokratie ist eine Kampf- und Schicksalsgemeinschaft. Das wirtschaftliche Los des in Not geratenen Parteigenossen lindern zu helfen, soll unser aller Aufgabe sein. Entziehen sich Staat und Gesellschaft ihrer Pflicht, so wollen wir freiwillig alles tun, damit unsere arbeitslosen Parteigenossen nicht am Leben verzagen. Seid opferbereitl Unterstützt unsere erwerbslosen Parteimitglieder! Freiwillige Beiträge können eingezahlt werden auf Postscheckkonto Berlin 48743 Alex Pageis, Bezirksverband Berlin SPD. Bezirksvorstand Berlin der SPD.: Künstler. Litke. Sabath. Arbeiterbildungsschule In der Wnche vom 20. bis 25. Oktober beginnen in der Arbeiter- biSnrngsschule, Lind-nstr. Z, 2. Hof, 2 Treppen rechts, Zimmer 1t, foigende zentrale Kurse: Montag, 20. Oktober, 19H Uhr: Alfred Srcuntbai:„Grundsätze sozialistischer Wirtschaftspolitik" Rudolf Abraham:„Ein Gong durch die Reichsversossung'. Dienstag, 21. Oktober, Uhr: Dr. Siegfried Lernseld:„Psychologie und Kulturpfychrfogie', Käthe Kern:..Die organisatorischen und programmotifchen Grundlagen der Partei'. Donnerstag. 23. Oktober. ISK Uhr: Alexander Stein:.Kapitalismus, Proletariat nnd Arbeiter» bewegung". Freitag. 24. Oktober, 1S� Uhr: Paula Kurgah:„Die Frau in Wirtschaft und Poflttf. Jeder Kursus umfaßt 20 Abende. Die Hörgebühr für den ganzen Kursus beträgt 5 Mark. Anmeldungen an unser Büro oder bei Se- ginn des Kursus im Schullokal. EinfUhrungskurse, die in den Kreisen stattfinden: Montag, 20. Oktober: 8. Kreis Spandau: Aula der OberreallchUle Mottle- Ecke Fried- richstraße. Friedrich Olk:„Wirtschastspolitische Tagesfragen'. Dienstag, 21. Oktober: 1. Kreis Mitte: Sophienschule. Weimneisterstr. IS/17. Ernst Fraenkcl:„Vcrfassungspolitische Gegenwartsfragen". 5. Kreis Friedrichs Hain: Jugendheim, Tilsiter Str. 4/5. Paul Scrustein:„Geschichte der deutschen Republik". Tonnerstag, 23. Oktober: 5. Kreis Fricdrichshain: Schule Petersburger Str. 4. Arkadis Gurlond:„Das Proletariat im Stellungskrieg". 14. Kreis Neukölln: Jugendheim Bergstr. 29. Otto Mönchen: „Sowictrußland". 6. Kreis Kreuzberg: Gesnndheitshmis, Am Urban 10/11, Mari« Torhorst:„Die geistigen Sirömungen in der sozialistischen Gesell- schc-st". 10. Kreis Zehlendorf: Jugendheim Vahnbofstr, Z, Daltin Harftg: „Die Arbeiter Deutichlands im Kampf um Demokratie, wirtschaftliche und politische Machl". 12 Kreis Steglitz: Stadtbücherei, Grunewaldstr. 2, An Stelle von Dr. Karl Schröder spricht Arthur Goldstein über:„Glauben und Wissen". Hörgebühr für acht Abende 2 Mark, Anmeldungen bei Kursus- beginn im Schullokal. Bezirksausschuh für Arbeikerwohlfahrk. 9 Krei» Wilmersdvrf. Donnerstag, 23. Oktober, 20 Uhr/ im„Vittom- Garten". Wilhclmsau», Helfrrsstzung der Arbriterwohlfahrt. Genaife Stadtrat Säineider foriitzt über:„Die Rot in dcr Wohlfahmspflrgc,- 19. Kreis Kepcniit. Dienstag, 2l, Oktober, 20 Uhr, im Rathaus, Echlotzstratz«, Zimmer 32. l. Kursusabend über:„Soziale Gerichtshilfe," Ref,: Genossin Paula Kurgass, Alle in der Wohlfahrtspflege tätigen Genossen und Genoffinne» sind dazu eingeladen. Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehrer(ASL.), Bezirksgruppe Berlin, Aachgruppe höhere Schulen. Sitzung Montag, 20, Oklober. 1914 Uhr. im Köllnischen Gvmnastum, Insel, stratze, om U.V� Uhr, für die Freidenkerfeier. »lei« Sharlottcaburg. Wir treffen uns heute um 14 Uhr am Wilhclmplatz, Neftfalken. Heimabend Diensiags und Freitags von l« bis 18 Uhr im Seim Rossnenstr. 4. Iungfalken l. Heimabend Montag ab l? Uhr im Seim Wall. Ecke Sprcestrassc. Iungfalken II. Am Dienstag ebenda um 17 Uhr. Rote Falken. Heimabend Mittwoch im Heim Rosinenstr. 4 um 171j> Uhr. Kreis Sa, ö Urberg. Ro:e Falken. Dienstag Liederabend. Freitag Basteln. Iungfalken I. Dienstag Spicicn. Freitag Basteln. Iungfalken II. Mittwach Heimobend. Freitag Basteln. Nestlalle». Mittwoch und Freitag. Wir bauen unsere Stadt. Alle Gruppen kommen im Jugendheim Hauplstr. 13 von 17 bis 19 Uhr zusammen. Gruppe Friedenau. Heim Offrnbachcr Strassr. von 17-. bis 19-/4 Uhr. Sonntag, 2«. Oktober, Filmmatinre im Titanialichtspielthealrr, Haupt. Ecke Mühienftrasse. Beginn l 1 14 Uhr. Eintritt 30 Pf. Kinder'M Pj. Karten im Vorverkauf bri der Genossin Pctcrsohn, Feurigste. 00 Krei» Kreuzberg. Montag 20. Okiober, 17 bis 19 Uhr, Singclreis für alle südwestlichen Gruppen im Jugendheim Bellc.Alliancc. Platz 1. Krei» Neukölln. Gruppe Virke, Wie laden olle Eltern, Freunde und Falten zu unfern heutigen um 17 Uhr statlsinbcnden Werbefcier in der Karl-Marr- Schule, kaiscr.Friedrich.Ctrassr, ei». Unkosten Erwachsene 10 Pf., Kinder frei. Der Folienrak vom Kreis Neukölln tagt am Montag um 18 Uhr in der Baracke Gaiighoferstrasss. Ebenda um 18 Uhr ist Arbeitsstunde. Die Elternobleute der Gruppen haben um 20 Uhr in der Baracke ein« wichtige Sitzung. Alle Gruppen müssen vertreten sei». Filmabcnd. Voranzeige. Am Sonntag hat der Kreis einen ffilmabend im Saalbau Bergstraße INN 17's Uhr. Eintrittspreis für Kinder 30 Pf., für Erwachsen« 00 Pf. Helferkreis. Am Donnerstag ist UM 20 Uhr in dcr Baracke Ganghvferstratze Hclfcrfltzung, Gruppe Stumfalke. Heute, Sonntag, Fahrt in die Müggelberge, Treffpunkt 9 Uhr Karl-Marx�Schnle. Fahrgeld 30 Pf. Eltern willkommen. Gruppenabend Dienstags und Frcilags von 17 bis 10 Uhr in dcr Karl-Rtarx. Schule. Geburtstage. Jubiläen usw. 17. Abt. Unfern« langjährige», trenen Geuvssen Paul Renfch»nd seiger Gattin, Tristste. 32, zu ihrer Silberhochzeit dir herzltchstc» Glückwünsche. 33. Abt. Unser« Genossin Behrcnd feiert« am 17. Ottober ihren 73. E». bnrtstag. Mit unicrem herzliche» Glückwunsch verbinde» wir die Hoffnung, daß e» ihr»erginnt fein möge, noch recht lange in unserer Mitte zu weilen. »7.«bt. Renkälln. Unser« Genossen Richnt* Sachse und setner Fran Marth», nnsrrer langjährigen FnnManärtn zu ihrer Silberne» Hochzeit hiermit die herzlichsten Glückwünsche. Sterbetafel der Groß> Berliner Partei- Organisation 13.»bt. Am Freitag, dem 17. Oktober, verstarb unser alter Parteiveteran Rai Duo« im Alter von öS Jahren. Ehre seinem Andenke». Einäscherung am Dienstag, dem a. Oktober. UM Uhr. im Krematorium Gcrichtstrassr.' Wir bitten uni reg« Beteiligung. 24. Abt. Unsere Genossin August« Schulz. Inhaberin des Iahlabeublolals der 3. Gruppe, Carm-nvZvlvo�Str. 91, ist verstorben. Ehre ihren, Andenken. Beerdigung am Montag, dem 20. Ok!-bev, IS Uhr auf dem Gevrgcnfriedhof, Zloelckestratz«. Dir bitten um rege Beteiligung. Tt«hlverstopf««g. Nach den an den Kliniken für innere Krankheiten gesammetten Erfahrungen ist das natürliche „Franz-Iosef"-Bitterroosser ein äußerst wohltuendes Absichrmittcl. boucle'-leppiclie moseine jacquardmuster »136.-"ISlf; Wollplüschleppittis reine wmmgaiwplle, seit Jar.rzehnten eroroWeMaxe imuster mm fOiwandecken Hoqueti. einfarbig, unge.lv'* säumt soweit Vorrab U./ Verkauf/turSoant/auerSfr.32 HsttäkSsi .Bon Sozialisiische Ardetterjugend Groß-Verlin Swsenoiinqrn fQr dies- Ttntrft mit«n da« 3u9en6trtTl«tA 25tffin«W«8, Ondotflnit 3 M-teiluiigslcitrr! RciSrt umgehend den Bericht! bogen Rh des S. Outtriiit »itk das Rooemberprogamm fllt das Heft»Jugend oocair" ein. Vollebühnen-isonderootstelsung für Jugendlich« oon 14 bis IS Jahren qdn s Rovembcr� Harien zu 8» Pf. find im Sckreiarial erhiiltiich. Streichorchesiet chveh-Betlin. Heute, Uhr, Probe beim Genossen Lilizel, Stolpischc Str. 27, für Kiosi»« I, II und III. Ave, mnsiNiebeuden EÄZ.-Mitgliedren nrirb der Desuch de» Polkskonzcirjes des»Bachorcheslers"«m Diensiaq, dem 22. Oitober, 20 Uhr, im Saalbau isticdtichshaii, empfohlen. Eintritt 35 Pf. heute, Sonntag. IS. Oktober: Schönhauser Vorstadt: 19'; Uhr Heima.bend.— Oranienburger Tor: Heim Tieekslr. 18. Ad 18 Uhr bunter Abend.—«ordostea I: Heim Danziger Str. 83. Ab 18 Uhr Heiinabend.— Nordoste» U: Heim Immanuelkirchstr. 28. Ab 18 Uhr Heimabend.— Zaltplah: Wcrbeabend im. Kemeinschastshauz.— Friitdrichohagen: Deteiliaung an, Bcrbcabcnd der Gruppe Isaikenberg. Werbe beut? Wedding: Letzter Üurfüstag im Heim Schön sledtstn. 1 vllnkt. lich 10 Uhr. Trefspiintt zum Spaziergang 14'-2 Uhr Müller. Eck« Eaestravc. Werbebe'zirl Lichtcuberg: ssllr die Stadiabteiiungcn Lichtbildernortrag:, Pasfan nach Wien". Heim Eunlerstr. 44, 19',-7 Uhr. Mclbebrzirk Mitt«: Besichtigung des Konsums, Treffpunkt 9% Uhr Lichten. bcrz, Rillcrgutstratze. Morgen. Montag. 20. Oktober. 19', Uhr: Hansa: heim Dochumer Str. 8K. Einetihrungsabend.— Moabit?! Schul» Waldenscrslr, 2K.»Bursche und Madel in der Gemeinschaft."— Maabit U: Heim Lekrler Str. 18—19.»Politisch« iheitrmgsschau."— Westen: Heim in Schönebcra. Hauptftr. 15.»Lieder zur Laute." sHascmann.Abend.)— Gesund. brunuen!l! Heim Orthstr. lv. Arbeitsgemelnschast.— Arnowaide? Platz II: Heim Pastruburger Str. 18. Kurzreferate.— Faltplatz I und II: Schule Eon- nenburger Sir. 20. Humoristischer Abend.— Hnmannplatz: Schule Scheren- bcrgstr. 7. Heiterer Abend.— Notdostra II: Heim Danziger Str. 62, B. 3. „Die Frau im Pech!,"— SchöaHiouser Vorstadt: Schule Sonnenburger Str. 20, „Das»oltslied— der Schtagn."— Andreasplatz: Heim Vrammnitr, 1. Ilcbungsabend.— Friedrichshain: Heim Diesrelmeiierstr, 5—6,»Die politischen Paricicil und Verböude".>. Teil.— Halleschos Tor: Heim Porckftr. 11. R. 4. Fwcck und Ziele der SAI."— Eharlottenbnrg.Äord lAeltere und Rote Zackens: Heim Olbersstraßc. Generaloersammlung. Erscheinen aller Mitglieder ilr Pflicht.— Vaninschnlenweg: Heim Ernftstr. b!, Uebnngsobend.— Johannis. thal: Rathaus. lO-Minutcu-Referatr.— Treptow: Heim Elsenfh. Z. ,«aien. spiele.". SSG. Reinickendorf: 18 Uhr. Heim in Tegel, Vahnhofstr. 15.„Unter- schied zwischen Konimunismus und Sozialismus." Wetbebezirt Wedding: Tambourdapelle. Alle Genolsen, die noch eine Flöte bzw. Uebungsmaterial und Marschbiicher in ihrem Besitz haben, müssen mit den: Material bestiiiiint um 20 Uhr im Heim Turiner Ecke See strafe ersck)cincn. rüenossen, dir das Fiötespiclrn erlrrnrn wallen, können ssch ebrnfalls dort finde», Werbe bezirk Neukölln: Heim Sanaer Strasse.»Politischer Jnformatious- adcich," 2>kscrent: Genosse Decker, Werbebezirk Lichtenberg: Werbebezirkavarsiaubssstzung im Bibliothekraum der Partei. Bcichfrlstrahe. Eamtliche LÜiteilnngen müssen pertreten sein. Pünlt» l-ch 19'i Uhr, Berbcbezirck ReiuiSendors: Ausserprbeniliche WerdebezirksmitgNebrrve?. sommlung inl Heim Hermsdorf, 9!omi stresse(Turnhallengebände). Werbebezirk»rruzberg: Berbbezirksuorslandssitzung fällt ans. Karben Rir die Doiinerstagveranfwllung lkartcll Rlr Arbeitersport und Körperpflege) ssnd ausocrkau't. Werbe bezirk Wessen: Falkenparkamentsfitzung i» Heim Rvfinenssr. 4. Alle Perlreler müssen erscheine».___ Dortrage, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner.Schwarz-RokGold-. Geschäklsssell«: Berlin 6. 14. Ecbassianssr. 37— S8. Hof 2.?r. Wiutersportabteiiung. Sonntag, 19. Oktober, 9'i Uhr, Waldläufe, •ii*. Bahnhof Grunewald.— Montag, 2«. Ottober. Kreis Ostr». 20 Uhr Kreismitgliederveriammlung in den Anbreas-Feftsälen, Anbrcasstr. 21. Res«. rcnt: Kamerad Dr. Haiibach. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Prenzlauer Berg. Jungbanner. 20 Uhr Heimabend in der weltlichen Schule. Sonnen. burger Sirosse, Zimmcr 17. Referat. Neukölln. Britz. 4. Kameradschaft. 20 Uhr kameradschaftsocrsammlung in Beckers Gesellschaft shaus Ehausseestr. 97. Er. scheinen Pflicht.— Dieustag. 21. Oktober. Poen, lauer Berg. Kameradschaft». ocrfammlungcn um 20 Uhr: Kameradschaft Senefellier Platz bei Heiles, Metzerstrassr. Bortrag: Kamerad Rechtsanwalt Joachim:»Faschismus". Kam«» rabfchaft Arnswalder Platz bei Sawoizk-, Avenfteiner Str. 23. Kameradschaft Humannplatz bei Pohst, Stargardrr Str. 19. Eichwalde. 20s; Uhr im Lokal non Schwark. Wiche ris Gesellschaftshaus. Mitgliederversammlung. Bortrag des Kameradru Bernhard:»Di« politisch« Lage und das Reichsbanner". Wasser. fportabteNuug. ftu» Vberfpre». SO Ahr ssngfitzung km Bootshaus.— Moll»«. abteilung. Mittwoch, 22. Oktober. 191» bis 20'; Uhr. theoretischer Unterricht, von 201-; bis 2 Uhr Turnen in der Sllnilc Albrechtsh. 20. Neuaninelduiigen lverden dorr entgegengenommen.— Ruderriege Berlin. Donnerstag, 28. Ok. lober. Kaftenrudern fallt aus. Dawr Generalversammlung um 2» Uhr bei Schmitz. Kommandanten- Ecke Beuthfhasse.— Neulölln-Britz. Montag, 20. Oktober 2. liameradschaft, 1. Aug, Augversainnilung bei Schabciko, Wcichselstr. 5, 2. Zug bei König, Böhmische Str. 48. Dienstag. 21. Oktober, 8. Kamcradsckmit, Aug Gbert, Augversammlunq bei Welenik, Rogaffh. 33.— Friedrichshain > Kameradschaft) Stralau). Dienstag, 2l. Oktober. 20 Uhr. Kameradschaftsver- fammlung bei Wertalla Hohenlohestr. 8. Referat. Verein Ttolzescher Stenographen lSystem StolzeEchrcii). Hauptpcrfgmm- lunq am 20. Oktober, 2g Uhr, bei Euler, Köpenickcr Str. 62, mit Bortrag: „Allerhand Sprochdummheiten". Gäste willkommen. Diktatübungen Donners- tags. 19'.; Uhr, Köllnisches Gymnastum, Infelstr. 2—5, wo auch am Z. Ro- veinbcr ein zehnstündiger Kursus zur Wiederholung des Systems StolzekSchrey beginnt. Bund akademischer Kopfarbeiter(Ortsgruppe des sozialdemokratischen Jnlellektuellen-Berbandes). Montag, 20. Okiober, 20 Ubr, Kammersäle, Roter Saal. Teltower Str. 1— 4(U-Bahn Belle-WianceKStrasse), Aussprache über die Reichstagswahlen. Rtichsbnud Deutscher Mirter-Verbaud Berlin e B. Montag, ZV. Oktober, 20 Uhr, im Rathans, Berlin, Eingang Iüdenstrassc, III. Stock, Saal 109, juristischer Bortrag des Herrn Rechtsanmalt Dr. Michaelis:„Der soziale De. danke im Mietrecht der Zukunft". Kostenlose Eintrittskarten in der Haupt» geschäfsstelle, Berlin SW. 11,.Kleinbeerenstr. 25, Gartenhaus II. Dentscher Arbeiter-Abstineuten-Bund. Bezirksgruppc Norden. Sonntag, 19. Oktober, 15 Uhr, treffen sich alle Genosscn mit ihrer Familie zu einem gemütlichen Beisammensein im Heim Glienicke. Montag, 2V. Oktober, 19 Uhr, im Heim Derichtstr. 12—13. Grnppenmitgliedrruerfammlung. Arbeiter. Radio-Bund Deutschlands E. B. Ortsgruppe Gross-Berlin. Unter. grnppc Prenzlauer Berg. Lokal Krug. Danzigcr Eh. 7l. Donnerstag, 28. Ok- rober. 20 Uhr, Ausstellung. Frageabcnd.— Untergruppe Lichtenberg. Lokal Hämmerlein, Rigacr Str. 50—51. Freitag, 24. Oktober, 2. Abend des An- fängerkurius.— Untergruppe Friedrichshai». Lokal Wertalla, Hohenlohestr. Z. Donnerstag. 28. Oktober. 20 Uhr, Bau- und Frageabcnd.— Untergruppe Neu» kelln-Teeptow. Lokal Schikora, Elbestr. 14. Freitag, 24. Oktober. 20 Uhr,»Fern. sehen" praktisch.__ Sport. Rennen zu Karlshorst am Sonnabend, dem IS. Okkober. t. Nennen. l.Walühe VI(W. F. PeterS', 2. Pelzmaus. 3. Christine II. Toto: 34: 10. Platz: 29, 37, 24: 10. Ferner liefen: Eschtruth. Tanja(gef), MUon, Kinderfreund. L zum Donner, Erle. Fellenaar. Ataraxia, Minestra. 2. Rennen. 1. Le(Scharst). 2. Marlanius, 3. Fascist. Toto: 20:10. Platz: 10, II, 11: 10. Ferner liefen: Sternkunde, Automedan(gef.), Paladin, Kätherl III(gef.). Egmont. Z.Rennen. 1. Madonna dBlrezzo(W.Schmidt), 2. Deltwanderer, 3. Eaesarion. Toto: 45:10. Platz: 21, 24, 18:10. Ferner liefen: Edu, Barsttal. Die Saar(gef.), Fer ant feri. Fatrh, Comct, Oruk, Dellsec, Franzi«(gef.). 4. R c n n e n. 1. Ainalfi(Müschen), 2. Wintermarchen, 3. Immerzu. Toto: 19:10. Platz: 15, 17: 10. Ferner liefen: Lareine, Fortisfima. 5. R c n n e n. L Teutobod(6. Rubprecht), 2. Vigor, 3. Merkur II, Toto: 19:10. Platz: 15, 19, 18:10. Ferner liefen: Tornado, Kermak, Creme de Menthe, Kill(gef.). K.Rennen. 1. Honesta(Schuller), 2. St. Robert, 3. Perfea. Toto: 85:10. Platz: 21, 16) IS: 10. Ferner liefen: Held, Hella X, Lichiblick, Mynheer, ASkari. 7. Rennen. 1. Prachk(Grabsch), 2. Blankenstein, 3. Agricola, Toto: 18:10. Platz: 11, 12:10. Ferner liefen: Rialto. Wando. Vatikan. 8. Rennen, t.(Sradiva(Müfchen), 3. ServuS, 3. Fenelon. Toto: 27:10. Platz: 12. 14, 18:10. Ferner liefen: Tongola, Mola, Rhenus, Pflichttreue, Rheinart, GraSgräfin(gef.), Frauengunst. Vn'efkasten Ser�edakiion. Fritz Schläw«. O«»i«nftrasse: Wir dlttrn um Angabe ihrer genauen Adresse!— Anna: Uns nicht bekannt. Fragen Sie einen Schuhmacher.— e. T. 1. Di« Hauszinssteuer muss in jedem einzelnen Falle errechnet werden. Sie beträgt ungefähr 48 Prozent der gesetzlichen Miete. 2. Ja. 3. Es findet ein« anteilmäßige Stundung statt. 4. Das Jahreseinkommen sämtlicher den Haushalt teilender Familienangehöriger muss weniger als 1200 Mari betragen. Diese Einkommensgrenze erhöht sich für jeden Familienangehörigen, mit Aus- nähme der Ehefrau, um I« 100 Mark jährlich.— A. B. 12. Sil können die Auszahlung sofort perlangen. Bon einer Verzinsung kann keine Rebe sein. Da Sie zu den pflichtteilsderechtigten Personen gehören, steht Ihnen auch der Pfkickckteff zn.— F. N. 1. Este Frage, e% Her Mehr Imchssflk kss,»es Port« von der Miete in Abzug zu bringen, wenn die Miete bisher vom Bermictcr selbst ober von seinem S'ellvcrtrctcr geholt worden ist und jetzt die Urbrr. stndung der Miete verlangt wird, ist strittig. Das Landgericht I hat III cinrm früheren Urteil die Frage bejaht, die Amtsgerichte Berltn-Milte und Reu- kölln haben sie dagegen verneint. 2. Ucdcr die Höhe der Vergütung läßt sich nichts Bestimmtes sagen. Wir empfehlen Verständigung mit dem Hauswirt. Sollte hics nicht möglich sein, so muss die Entscheidung dcs MictrinigungsaaNcs angerufen werden._ Allgemeine Wetterlage. wolkenlos.<5 heifer.O halb bedeckt 9wolki9,0bedeckt*RegeaAQraii|)eln Schnee.sNebel.'ii Gewit1ep@Win Anzug— blaue Anzüge sind auch i» diese» Winter Trumps und werden wohl, well sie stet« vor- »ehm wirken und öder- all hinpasie». auch mo» der» bleiben— kostet bei un, so nur nenbetten 23,—, 38a-, 31,—, uages neu. Keine Lom» bardwarc. So spottbillig nur Leihhaus Brunnenstratze 173, Ecke Invalidenstratzc Linoleum, Szillat, Äolouiestr.9. Teppichhau« Emil Lefdore. Berlin, seit 1882 nur Sranienstratze 158. Kahlungserleichte» rnng ohne Aufschlag. Reuer Katalog kostenfrei.' 17.- 19,- 23a Billige Teppiche mit kleinen Fehlern. Ausnahme ca. 2X3 Ausnahme ca. 2X3 Ausnahme ca. 2X3 Ausnahme ca. 2X3 35,— Ausnahme ca. 2!r X3>� 25,— Ausnahme ca. 214X3% 34,— Ausnahme ca. 2%X8% 55�- Ausnahme ca. 3X4 Ausnahme ca. 3X4 Ausnahme ca. 3X4 Ausnahme Pelzmäntel. 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Unter Der'ennimg und Verzerrung der Ursachen, die in der kapitalistischen Wirtschaft in ge- wissen Zeitabständen immer wieder Wirtschaftskrisen hervorrufen, glauben sie, mit Generalrezepten den Weg aus aller Not weisen zu können. Gegenüber diesen unverantwortlichen Demagogen und Phantasten ist es die ernst e Pflicht der Sozialdemo- kratie, im Interesse der Arbeiterklasse auf der Grundlage der klaren Erkenntnis der wirtschaftlichen Wirtlichkeit, aber mit festem Willen, die Massnahmen zu fordern, durch die zwar nicht mit einem Schlage die Wirtschaftskrise„erledigt", durch die aber ihre Ueber- windung erleichtert und vor allem die wachsende Arbeitslosigkeit und die Verelendung breiter Volksmossen gelindert werden kann. Gegen die Lohnsenkung! Nicht nur die Nazis mit ihrer Enteignung der Bank- und Börsenfürste» und anderen radikal klingenden, wegen ihrer Un- durchfiihrbarkeit aber in Wirklichkeit harmlosen Forderungen laufen Generalrezepten nach. Auch gross« und massgebende Gruppen des deutschen Unternehmertums haben ihr General- rczept, und dos heißt Senkung der Löhne. Gegen dieses wirtschaftlich falsche imd sozial unerträgliche Generalrezept der Unternehmer geht der große Kampf, der sich gegenwärtig in der Berliner Metallindustrie abspielt. Der Wider- stond, den die Arbeiterschaft diesem Angriff auf die Löhne entgegen- stellt, hat eine gesamtwirtschaftliche Bedeutung für ganz Deutsch- land, weit über die Berliner Metallindustrie hinaus. Lohnsenkungen, denen nicht durchgreifende Preissenkungen, die zur wirklichen verbilligung der Lcbenskosten führen, vorausgegangen sind, die also den Reallohn der breiten Massen der Bevölkerung weiter einschränken, verringern die industriellen Absohmögsichkeiten am inneren Markt, der für drei viertel der deutschen Produktion das entscheidende Absassgebiet ist. Deslmlb birgt dos Gencralrezept der Lohnsenkung neben dem Druck, mit dem es die Lebenshaltung der Arbeiter bedroht, auch die Gefahr in sich, den Beschäftigungsgrad noch weiter z p verschlechtern, die Arbcftslofigkeit.noch mehr anwachsen zu lassen. Die erste praktische Forderung der Soziai» Hemnkratie heißt deshalb, im Zirsarmnenwirken mit den OUtnerfschoiteii den Lohnabboubestrcbuinzcn W i d e r st a n d ent- gr gen- jjjsfst.cn. Eine Senkung; der Löhne als Bestandteil' der Produktionskosten kann im Bcrlauf eurer Wirtschaftskrise e r st d>> n n in Frage kommen, wenn eine Senkung der Preise auf allen G�bietcn sich vorher und im weiteren Masse durchgesetzt hat. Druck auf die preise! Die Sozialdemokratie fordert deshalb, daß die politischen Mittel mit allem Nachdruck«ingesetzt werden/ um die Preissenkung vor allem dort zu b es ch l eu ni ge n, wo'sie trotz der Absotzkrise künstlich gehemmt wird. Das ist überoll dort der Fall, wo Preisbindungen bestehen, die durch Kartelle oder andere Abmachungen, nicht zuletzt auch durch Verabredungen der Innungen, der Preissenkung entgegenwirken. Die Regierung hat.durch die alt« Kartellverordnung und durch die Ergänzung, die sie sich selbst im Juli geschaffen hat, hier die Möglichkeit, einen weitgehenden Einfluß auszuüben. Sie hat bisher, gehemint durch den offenen Widerspruch der organisierten Industriellen, von diesen Möglichkeiten keinen genügenden Gebrauch gemacht. Sie lzat von der Preissenkung abgelenkt und auch ihrer- scils die Lohnsenkung in den Bordergrund gerückt! Demgegenüber muß die Arbeiterschaft immer wieder um Preissenkung kämpfen. Es heißt in dem Antrag der sozial- demokratischen Reichstagsfraktion: widerstände sind durch Aufhebung von Preisbindungen, durch herabsehung von Zöllen oder durch Verschärfung der Kartell- kontrolle zu überwinden. Will man ehrlich ein« Verbilligung der Lebens- Haltung, so dürfen sctbstverständlich nicht auf der anderen Sett« die Zölle für wichtige Waren der Lebenshaltung weiter erhöht werden. Man muß vor ollem dort, wo der Konsum der ärmsten Schichten der Bevölkerung unter Massnahmen leidet, die der Land- Wirtschaft, der sie Helsen sollen, nicht einmal ernsthaft nützen, einen schleimigen Wandel Herbeifichren. Deshalb fordert der sozialdemo» trotische Antrag auch die sofortige Wiederherstellung der zollfreien Einfuhr von Gefrierfleisch zur Versorgung der minderbemittelten Bevölkerung. Für Wiedereinstellung der Arbeitslosen. Was getan werden kann, um die Ileberwindung der Krise zu erleichtern, muß geschehen. In dieser Richtung liegen neben den Prcisscuknngsfordeningen auch die Forderungen nach scharfer Anwendung der gesetzlichen Bestimmungen.die der bedrohlich anwachsenden Steuerslucht im Zusammenhang mit per Kapttalübertragung ins Ausland entgegenwirken können. Wir haben nicht die Illusion, daß die Krise, in der wir eine Auswirkung des kapitalistischen Wirtschaftssystems erblicken, in wenigen Wochen oder Monaten überwunden sein wird. Deshalb ist es notwendig, während ihrer Dauer vor allen Dingen den schlimm st en Notstand, die Arbeitslos igleit, zu lindern. Dabei steht im Vordergrund, wie in den dauernden Kämpfen der letzten Jahre, die Ausrechterhalt ung der Arbeits- losenversichernng und die Ausdehnung der ergänzenden Einrichtungen der Arbeitslosenunterstützung. Die Aufhebung der Notverordnungen klingt sehr radikal, aber das erste Opfer, das sie fortan würde, wäre der Zusammenbruch der Arbeitslosenversiche- rung. So geht es nicht. Deshalb muß die Sozialdemokratie die Abänderung der Notverordnung auf dem Wege der Gesetzgebung erreichen. Es muß aber außerdem bei der langen Dauer der Krise cm Weg gefunden werden, um wenigstens einen. Teil der Arbeitslosen wieder in hie Arbeit einzuschalten. Deshalb muß neben den Maßnahmen, die der Uebcrwindung der Arbeitslosigkeit dienen sollen, während der Daner der außerordent- lichen Arbeitslosigkeit eine gerechtere Verteilung der Arbe-itsgelegenheiten herbeigeführt werden. Diesem Ziel dient die vom Allgemeinen Deutschen Gewerkschoftsbund und der sozialdemokratischen Reichstagssraktion aufgestellte Forderung nach gesetzlicher Einführung der merzigslnodigen Arbeitswoche unter gleichzeikiger Verpflichtung zur Einstellung neuer Arbeitskräfte. Zwang zur Benutzung der öffentlichen Arbeitsvermittlung und zur Anmeldung offener Stellen muß mit der Penregelung verbunden werden, lieberstunden sind durch Sonderbelastung zu beschränken, und zum Lohnausgleich sollen sreiwerdende Unlerskühungsmittel herangezogen werden. Dem gleichen Ziel der gerechten Derteilung der Arbeitsgelegenheit dient die Forderung, nach dem die Anrechnung der Einkünfte anderer Art auf Pensionen und Wartcgclder er- folgen soll. Mit vorbikdsicher Geschlossenheit und Ruhe führen die Berliner Metallarbeiter ihren Abwehrkamps gegen,.den Lohndruck. Per- gebcns hat Moskau mit Hilfe der sagenhaften„revolutionären Ge- werkschaftsopposikion" oersucht» ans dem Streik einen politischen Putsch zu machen. Die Arbeiter und Arbeite- rinnen der Berliner Metallindustrie, und darüber hinaus die Ar- beiterschoft der Berufe und Betriebe, in denen das gleiche Manöver versucht worden ist, haben den berufsmäßigen Quertreibern die kalte Schulter gezeigt. Wo es bisher zu Zwischenfällen irgendwelcher Art gekommen ist, waren ausschließlich die Leute der RGO. die Urheber. 130 000 Arbeiter und Arbeiterinnen, bei denen, wenn nicht die Rot.so doch die Bedürftigkeit ständig! zu Gast ist, stehen imKampfum die Erhaltung des Stück Brotes, das ihnen der Schiedsspruch nach den: Willen der Berliner Metallindustriellen vom Munde wegzunehmen droht. Es kann keinen Menschen geben, der noch ein Gefühl für menschliche Solidarität und Würde hat, der diesen Proletariern nicht sein« Achtung und Sympathie ausspricht. Die mustergültige Ruhe und Geschlossenheit der Streikenden zeigen, daß sie sich bewußt sind, für ein« gute und gerechte Sache mit ihrer Existenz einzustehen. Die moralische Ueberlegen- heit, die dieses Bewußtsein gibt, die einhellige Sympathie, die die Streikenden bei der Bevölkerung genießen, die kraftvolle Führung durch den Deutschen Mctallarbeiteroerband, sind Bürgen dafür,. daß dieser Kampf gute Früchte tragen wird. Auch die Un- organisierten haben jetzt begriffen, wo sie hingehören. „Tolle Provokation." Kommunistische Machinationen. Die kommunistische RGO. sucht sich zunäihst Kleinbetriebe aus, die weder zum BBMJ. gehören, noch sonst mit dem Metallarbeiter- streik etwas zu tun haben, um deren Arbeiter und Arbeiterimjen in den Streik zu treiben, der ihnen als notwendiger„Solidaritäts- streik" vorgegaukelt wird. Allein die KPD. begnügt sich keineswegs damit, die„Bolle- Inngens in den Solidaritätsstreik" zu treiben, sie trifft Bor- bereitungen, auch Großbetriebe anderer Industrien in die Bewegung emzubeziehen, vor allem die städtischen Werke. In großer Auftnachung brachte Freitag die„Rote Fahne" eine von A bis Z erlogene Notiz, überschrieben: „Tolle Provolaiion im Kraftwerk Klingenberg." In, Heiz- und Maschinemaum des Kraftwerks Klingenbcrg seien gestern nach der Mittagspaus« zwölf Arbeiter aus dem Betrieb her- aus verhaftet worden— well sie sich während der Mittagspause über den Metallarbeiterstreik unterhalten hatten! Gleichzeitig seien diese zwölf Arbeiter fristlos entlassen worden. Wir wissen, daß die Durchfiihnmg der Fi-Stunden-Woche, die vor allem in der Form der Füns-Tagc-Beschäftigung der Arbeitenden zu erfolgen lzabcn wird, nicht auf allen Ge- bieten gleichmäßig die Einstellung neuer Arbeitskräfte sichern wird. Wir kennen die Schwierigkeiten, m'tt denen«ine gerechte Verteilung der Arbeitsgelegenheit ii, der Praxis verbunden fein wird. Wir wissen auch, daß die Durchführung des Planes, den heute noch voll beschäftigten Arbeitern gewisse Opfer zu- gunsten der Wiedereinschaltung Arbeitsloser aus- erlegen wird. Aber unter Würdigung all dieser Schwierigkeiten ist in dieser Notzeit das Ziel, fei es auch nur 500 000 bis eine Million Arbeitslose aus ihrer nicht nur materiellen Notlage herauszubringen und wieder in normale Arbeits- und Verdienstinöglichkeiten einzu- schalten, groß genug, um alle Kräfte zur Durchführung des Planes anzuspannen. Eine Ergänzung� vor allem für die sugeudlichen Arbeitskräste. bedeutet der weiter« sozialdemokratisch« Antrag der reichsgesctz- lichen Regelung einer Erweiterung der Schulpflicht unter Gewährung von Wirtschastsbeihllfen. Der Kamps gegen die Krise, wie ihn die Sozialdemokratie und die Gewerkschaften ausnehmen, hält sich frei von leeren Versprechungen und Phantasien. Er gehl aus von der Erkenntnis der kapitalistischen Wirklichkeit, deren Ileberwindung das Endziel der beharrlichen Kämpfe der Arbeiterklasse ist. und er erhebt die Forde- rnngen, die auf dem Boden der Wirklichkeit in diesem Augenblick durchzuführen sind. Pur wenn die Arbeiterschaft mit eisernem willen, aber auch mit klarem Verstände den Kampf gegen die Krise führt, besteht die Aussicht aus Besserung. aus Linderung der Not. Mit Quacksalberrezepten und Versprechungen des drillen oder vierten Reiches kann man vorübergehend Nebel verbreiten, aber man kann kein Volk, das nach Arbeil und Bröl ruft, damit satt machen. Gestern früh muß das Blatt feine Lügcmneldmig„als un- zu tief send" preisgeben. Ein unbekannter Arbeiter mit dem Lichtblldansweis der Bewag Hobe seinem Mitarbeiter den Schwindel erzählt, mit dein die NGO. eine Aktion im Kraftwerk Klingenberg' machen wollte. Dein von der Berliner Bezirksleitung der KPD. ausgeschriebenen „G r o ß s a m m e l t a g für den Mctallarbciterstreik" steht die Streikleitung der Metallarbeiter vollkommen fern. Der RGO. und der IAH. samt der K P D. keinen Pfennig! Achtung, Metallarbeiter! Weiterversicherung in den Kranlenkassen. Durch die Notverordnung sind auch die Bestimmungen über die freiwillige weiierversichernng in der teronkenversicherung verschärft worden. Damit die streikenden Metallarbeitcrinnen und.orbeitec keinen Schaden erleiden, müssen sie unverzüglich dafür Sarge tragen, daß ihre Mitgliedschaft in der Krankenoersicherung freiwillig fortgesetzt wird. Die Zenlralslrcikleitung fordert daher alle Streikenden auf. bis spätestens Mittwoch mittag bei ihren z u st ä n- digen gewerkschaftlichen Betriebs st reikleitun- gen die freiwillige weiterversichernng in der Krankenkasse an zu- melden, der sie bis zum Ausbruch des Streiks als Pfllchtmilglied angehörten. Die weiterversichsrung muh nach den Bestimmungen der Reichsversicherungsordnung innerhalb einer Woche nach d e m"S t r e i k b e g i n n erfolgen, wenn die Versicherten ihrer er- worbenen Rechte nicht verlustig gehen wollen. Der Mittwoch ist für die Anmeldung der freiwilligen weiterversichernng der letzte Termin. Die KpO. als Llniernehmer. Lohnkürzung vm 33\'t Prozent. Wir berichteten am vorigen Sonntag über den Abbau der Löhne des Austragepcrfonals der kommunistischen Zeitungen„Rot« Fahne". „Berlin am Morgen" und„Welt am Abend". Die„Rote Fahne" hat ausnahmsweise nicht versucht zu bestreiten, daß die„Ratianoli- sicrung" in den kommunistischen Verlagen, unter welcher Dellarie- rung der Lohnabbau läuft, eine Verringening des Austragctohncs >rm 3VA Proz. zur» Folge habe. Sie redet sich jedoch darauf hinaus, daß die kommunistischen Verlage zu diesen Maßnahmen durch die vielen Geldstrafen, die Unterstützung der in Haft befind- lichen Reda kteure usw. gezwungen seien, im übrigen aber durch die Zusammenlegung der Touren der Gesamtoerbienst der Zeitungs- austräger trotz der Senkung der Eittlohimng pro Exemplar nicht verringert werde. Sie vergißt aber mitzuteilen, dass sich die Ans- tragezeit um etwa anderthalb Stunden pro Tag erhöht und bei dieser verlängerten Arbeitszeit erst die bisherigen Verdienste erzielt werden können. Die„Rote Fahne" widerlegt aber schliesslich C£in mustergültiger Streik. Lhm gehört die Sympathie des Volkes. selbst ble Behaupwng, baß beim Nu-itrogepe�songl keine Verdienst. verrinHerunq eintritt, durch öen Satz:„Die„Rate Fahne' wind ober dabei viele Tausende Mark pro Monat sparen." Wir sind im Besitze eines Tarif nert reges für die Zeitungsboten, der unterzeichnet ist von einer Kommission, die in einer NGO.-Ver- sammlung ,�ur Vertretung der Interessen' des Austrag-epersonals der drei koinnrunistischen Verlage gewählt wurde. In diesem Tarif- vertrag werden die Lahnabzüge bestätigt. Um den Zeitungsbaten Gelegenheit zu geben, sich über die wirklichen Vorgänge unterrichten zu lassen, hat der Gesamt- B erb and zum Montag vormittag gli Uhr nach dem Gewerk- schastshau? eine öffentliche Versammlung der Zeitungsboten der drei kommunistischen Verlage einberufen. Den KPD.-Unternehmern ist es natürlich unangenehm, wenn auch die bei der KPD. nicht Organ!» sierten, aber zum größten Teil mit der KPD. sympathisierenden Zeitungsausträger die Unternehmerallüren der KPD. eimnol grünlich kennenlernen. Die Bezirksleitung der KPD. beabsichtigt daher, die vom Gesamt-Verbartd einberufene Versammlung illusorisch zu machen, daß sie zur gleichen Zeit B e z i r k s v e rf a m m- lungen für das Austragepersonal einberuft und ihm befiehlt, diese Versammlungen zu besuchen und die Versammlung des Ge samt-Berbandes zu meide n. Der Gosamt-Derbaud erwartet, daß sich das Austragepersonal durch dieses Manöver nicht irre machen läßt, sondern dein Rufe der Organisation Folge leistet. Eine Kontrolle der Organisation wird dafür sorgen, daß nur das Zeitungsoustragepersonol der oben genannten Verlage zu dieser Versammlung Zutritt erhält. Abbau der Sozialpoliiik. AfA-Vund gegen Knappschastspolitik der Regierung. Unter Führung des Kabinetts Hermann Müller wurde im Mai vorigen Jahres vom Reichstage beschlossen, der durch die Wirkungen des Krieges und der Inflation in schwerste finanzielle Bedrängnis geratenen knappschastlichen Pensionsversicherung der Arbeiter und Angestellten einen laufendenZuschußausReichs Mitteln zu gewähren. Am 1. Oktober dieses Jahres hat der Reichsarbeitsminister Stegerwald der Reichsknappfchaft mitgeteilt, daß der Zuschuß nicht mehr gezahlt wird: es sollen nach dem Schreiben sogar die in den letzten drei Monaten fällig gewesenen Zuschußraten nicht mehr zur Auszahlung gelangen. Diese Maßnahme hat eine unHalt- bare Situation für die Knappschaft heraufbeschworen. Dagegen haben am l5. Oktober in Essen die Funktionäre des AfA-Bundes der westlichen Bergbaureviere nach einem Referat des AfA-Vertreters im Vorstand der Reichsknappschaft, Otto Peters, Berlin, einstimmig eine Entschließung angenommen, in der sie der Reichsregierung das Recht zu dieser Maßnahme bestreiten und dieses Vorgehen lediglich als einen weiteren Versuch betrachten, Geld- mittel, die vom Reichstage für soziale Zwecke bestimmt' sind, zu anderen Ausgaben zu verwenden. Der Wegsall des Reichs- Zuschusses würde zwangsläufig unübersehbare soziale Erschütterungen im Bergbau zur Folge haben. Die Leistung des Bergmanns. Seit T92Z um SO proz. gestiegen. Auf der technischen Tagung des Ruhrbergbaues sprach gestern Bergwerksdirettor K o e l e n über di« Erfolge der systematischen Betriebszusammensassung, die zu dem neuen Typ des Verbund. bergwerks geführt hätte. DaS Verbundbergwerk stelle da.S System einer Zentral- förderonlage mit einer Anzahl von Außenschachten und Nebenbetrieben dar, durch das man in die Lage oerfetzt worden sei, die durchschnittliche Tagesförderung von 3000 aus 10 000 Tonnen zu erhöhen. Die Verbesserung der Werklechuik habe dazu geführt, daß in den letzten fünf Jahren der Fördcrankeil je Mann und Arbeitsstunde um mehr als SO Proz. gestiegen sei. Direktor Koelen hat nicht hinzugefügt, wie hoch die Ersparnis der Selbstkosten infolge dieser Mehrleistungen der Belegschaft ist. Jedenfalls zeigt ober diese(Entwicklung, wie dringliä) ein Abbau der überhöhten Kohlenpreise ist und daß das vorgesehene Ausmaß von S Proz. langst noch nicht olle Möglichkeiten einer Derbilligunzs- oktion ausschöpft. Arbeiiszeit im Bergbau. Am Montag beginnen in Bochum für den Ruhr- b e r g b a u Verhandlungen über die Arveitszeitfrage. Die Gewerkschaften fordern Wiedereinführung der Siebe« st undcnsch ich t, und zwar aus arbeitsmarkt- politischen Erwägungen, da eine Preissenkung kaum nennenswerte Wiedcrcinstellungen ermöglicht. Großmaschinenbau steht gut. Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg verdient TS proz. Der größte süddeuljche Maschivenkonzer». die von der Gute- hossnungshülle beherrschte Maschinenfabrik Augsburg- Nürnberg schließt das krifcnjahr 1929/30 mit einem Nohgewinn von Z.ö Millionen ab. Nach Deckung sämtlicher Unkosten hat das Unternehmen im letzten Jahr also 18 proz. seines 20-Millionen-kopltals verdient. hiervon werden fürAbschrei bungcn 1.42 gegen 1.ZS Mit- lionen Mark abgesetzt, so daß ein Reingewinn von 2,21 Mil- lionen, der einer tlprozcntigcn Dividende entspricht, vcr- bleibt. Um die hohe Reutodililät noch außen nicht hervortreten zu lassen, werden nach dem Beschluß des Aufsschtsrales jedoch nur 6 proz. Dividende ausgezahlt, der Rest des Gewinnes bleibt im Betriebe. Die Lohn- und Preisschaukel. Wann die Arbeiierfchast mit sich über Löhne reden lassen kann. Es ist sehr notwendig gewesen, daß die Berliner Metall- arbetterschast den Unternehmern und der Reichsregierung zeigt, daß sie genug hat von einer Meihode, durch eine die Muskel. unid Geisteskraft aufs äußerste anspannende Rationalisierung die Arbeitsleistung zu übersteigern, zugleich aber den Lohn, mit dem die Arbeitsfähigkeit erhalten werden soll, zu senken. Das ist für die deutschen Unternehmer sehr nützlich gewesen, auch für die Reichsregierung, die offenbar geglaubt hoben, daß sich die Natur des Menschen straflos vergewaltigen läßt. Ein erster Erfolg dieses Ausbäumens der menschlichen Natur gegen unerträgliche Zumutungen ist die Tatsache, daß Unter- nehmer und Reichsregierung gesehen haben, daß sie aus dem Gebiet der Preissenkung etwas leisten müssen, wenn die elementare Mwehrbewegung der Arbeiterklasse nicht wirklich zu einer Gefahr der Wirtschaft werden soll. Freilich ist auch jetzt noch das Meiste und Wichtigste, was aus dem Gebiet der Preissenkung ge- schehen muß, erst noch ein Versprechen. Wir wollen heute der Reichsregierung aber etwas ganz deutlich sagen: Sie befindet sich im Irrtum, wenn sse glaubt, man kömrc Preissenkungen in einzelnen Industrien an- kündigen und jeweils dann schon in den einzelnen Industrien Lohnsenkumsen als Bedingung für die angekündigte Preisver- billigung zugestehen. Es ist«in Unding, wenn die Kohle zum 1. Dezember verbilligt werden soll und t>aß daran die Bedingung geknüpft wird, daß zum 1. Januar die Löhne der Bergarbeiter ge- senkt weiden. Es sst ein Unding, daß sich etwa eine Regierung für die Berbinidlichkeitsertlärung in Berlin sturmreif machen ließe, weil die E l e k t r o h e r r e n für den Fall der Verbindlichkeitserklärung eine Preissenkung von fünf Prozent versprechen. Wir wollen hier nicht von dem Ausmaß der Lohnsenkung öder Preissenkung sprechen, sondern nur von dem. Prinzip, Lohnsenkung und Preissenkung in einzelnen Industrien miteinander zu verkoppeln. Es ist nicht nur ein Schlagwort, wenn man sagt, daß der Bergarbeiter seine Kinder nicht mit Kohle und ein Dreher von der AEG. seine Kinder nicht mit Bügeleisen füttern kann. Da- hinter ficht die Tatsache, daß eine Preissenkung dem Arbeiter nur etwas nützt, wenn aus den einzelnen Preissenkungen eine Senkung des allgemeinen Preisniveau« sich ergfbt und diese Senkung sich durchsetzt bis zum letzten� Verbrauch, der im Arbeiterhaushalt stattfindet, also btszudenSchuhen.dieder Arbeiterdoppeln läßt, bis zur Mi lchdes Arbeitersäuglings und bis zur Wäsche der Arbeiterfrau. Was jetzt in Gang kommen muß. das ist, besonders von den kartellierten Rohstoffen aus. der Durchbruch einer ganz allgemeinen bis zum Haushalt des Arbeiters reichenden Preissenkung für die Lebenshaltung. Wir bestreiten nicht, daß schon gewisse Verbilligungen eingetreten such. In der Gefamtauswirkung für den Arbeiterhaushalt aber ssnd sie, weil gleichzeitig die Verkchrs- und Krafttorife sowie die Mieten erhöht worden sind, noch sehr unbedeutend. Die Reichsregierung muß deshalb von ihrer Lohn- und Preis- schaukelpolitik herunter. Die Arbeiterschaft läßt sehr wohl über Löhne mit sich reden. Wenn die allgemeine Preissenkung etwa dazu führt, daß man für zehn Mark statt zwei Pfund Fleisch und zwei Paar Schuhsohlen mit Absätzen drei Pfund Fleisch und drei Paar Schuhsohlen mit Absätzen haben kann, und wenn die Dssserenz nicht durch die Erhöhung von Steuern und Tarifen weg- gefressen wind, dann ist der Arbeiter der letzte, der mitten in einer schweren Krise nicht eine entsprechende Anpassung an die Preise zulassen würde! Darum aber handelt es sich jetzt nicht, und das hat auch die Reichsregierung nicht ins Auge gefaßt. Darum ist die Politik der Reichsregierung falsch. Darum muh die Berliner Metallarbesterfchaft mit aller Rücksichislosigkeit kämpfen. Denn was erkämpft und ver- teidigt werden muß um jeden Preis, das ist nach dieser unerhörten Rationalisierung ein Reallohn, der uns nicht tiefer in die Krise stürzt, sondern der uns aus der Krise herausführt. Der Kampf ist gerecht. Henry Kord befiehlt Lohnerhöhung von 1-�2 proz. und Preissenkung um-15 proz. Am Donnerstag, dem 16. Oktober, konnten wir ein Schreiben der Ford Motor Company A.-G. PlStzeusee. vcrösseutlichen, das an zahlreiche Arbeiter gerichtet war und da» lautete: „Infolge Ihrer erhöhten Leistungsfähigkeit ist es uns mSg- sich gewesen. Ihren Lohn per 20. Oktober 1930 von 2.40 Mark aus 2.50 Mark pro Stunde zu erhöhen. Wir wisjea, daß diese Zu- läge dazu beitragen wird. Ihre ftouskrast zu erhöhen." Edm. C. Heina, Generaldirektor. Wir haben damals die Frage geskevt, ob demgegenüber ein Spihenlohn der Berliner Metallarbeiter von 1,12 Mark zu hoch ist. Cr ist nicht zu hoch. Man hätte nun annehmen können, daß es sich bei diesen Lohn- erhöhunzen im Berliner Ford-Betrieh um Ausnahmen handelt. Das aber ist nicht der Fall. Am morgigen Tage erhöht lzenry Ford die Löhne der Arbeiter- schaff In seinen Betrieben gleichzeitig in der ganzen Welt. Zn Europa schwankt diese Lohnsteigcrung zwischen 7 und 12 pro- zent, je nach der Arbeilerkategorie. Zn Deutschland profitieren davon 2100 Arbeiter, davon im Berliner Betrieb 650. Wie die Berliner Vertretung der Ford-Gescllschast mitteilt. Handell es sich bei dieser Maßnahme um die lonseqnenke Durchführung des Fordschen Prinzips, verbilligungen im Produktionsprozeß gleich- zeitig für Preissenkung und für Lohnerhöhung auszunutzen. Zn dem gleichen Augenblick, in dem die Lohnerhöhung bekanntge- geben wird, wird deshalb auch für sämtliche Ford- Produkte eine Preissenkung von 15 Prozent bekanntgegeben werden. Ford fährt mit diesen Prinzipien glänzend. C» wird gemeldet, daß in den letzten sechs Wochen— trotz der Wirtschaftskrise in der ganzen Welt— die Ford- Produktion um 15 Prozent zugenommen haben soll. Die Berliner Metallarbciterschaft hat keine Erhöhung der Löhne verlangt. Nicht deshalb kämpft sie. Sie steht im Abwehrkampf gegen eine unvernünftige Senkung der Löhne, die deshalb so unerträglich ist. well sie keine Folge einer vorangegangenen Preissenkung, sondern nur die Voraussetzung für verstärkte Ausbeutung de? Arbeitskraft und für veve Arbeitslosigkeit ist. würde Ford in diesem Augenblick die Löhne nicht erhöhl. sondern gesenkt haben, so mürd« die ganze deutsche Unter- nchmerschafl das vorgehen Fords in olle Welt htnausschreien und erst recht den Lohndruck fordern. Die Berliner Mekallarbriler- schasl kämpft, obwohl Ford die Löhne erhöht v u d die preise gleich- zeilig noch stärker senkt, nur für die Erhaltung ihrer Löhne, obwohl wahrlich das Ausmaß der deutschen Rationoli- siernng die meisten Berliner Betriebe zu einer Knochenmühle ge- macht hat. Wir nehmen uns Ford nicht als Beispiel für die Forde- rung höherer Löhne. Aber da» Vorgehen Ford» ist ein neuer Be- weis, daß die Senkung der Löhne Wahnsinn sein muß und daß unser Kampf gerecht ist. Niederlage der Meiattindustriellen. Leipzig, 18. Oktober. sEizenbericht.) Heute fällte das Reichsarbeilsgcricht in Leipzig eine Entscheidung, die für die gesamte Gewerkschaftsbewegung von größter Bedeutung ist. Der Verband der Metalllndnstriellen. Bezirk Dresden, hatte gegen den Deutschen Metallarbeilerverboad und außerdem gegen den Bezirksleiter de« Bezirks Dresden, de» Sc- nassen Tcichgräber, eine Schadenersatzklage wegen Tarifbruchs angestrengt. Mit der Bescheidenheit, die bei den Unternehmern üblich ist, wurde ein Schadenersatz von an- nähernd 2'A Millionen Mark gesorderi. Das Arbeits- und das Landcsarbcilsgcricht in Dresden hotten die klage bereits abgewiesen. Die Unternehmer glaubten nun durch eine Revision beim Reichsarbeitsgcrichl mehr herauszuholen, haben aber auch hier sich die endgültige Niederlage geholt. Der Klage lag die Aussperrung der Hüttenarbeiter in der sächsischen Hüttenindustrie zu Anfang des Jahres 1928 zu- gründe. Am 29 Dezember 1927 fällte nach dem Scheitern der Einigungsoerhandlungen die Schlichtungskammer«inen Schieds- fpruch. nachdem die Arbeitszeit in der sächsischen Hüttenindustrie neu gereglt wurde. Diese Neuregelung bedeutete für die Hüttenarbeiter eine wesentliche Verlängerung der bisher üblichen Sonntagsarbeit. Während die Hüttenarbeiter noch der alten Regelung erst um 22 Uhr mit der Arbeit begannen, wurde- der Arbeitsbeginn nach der neuen Regelung auf 14 Uhr an Sonn- tagen verlegt. Diese Regelung wurde von den Arbeitern als Vor- schlechterung angesehen und abgelehnt. Räch Auffassung des Deutschen Metallarbeiteroerbandes war dieser Schiedsspruch ungesetzlich. Trotzdem wurde er von dem damaligen Reichsarbeitsminister Brauns für verbindlich er» klärt. Der Metollarbeiterverband hatte die Gültigkeit des Schiedsspruches auf dem Rechtswege angefochten, wurde aber vom Reichs- arbeitsgericht abgewiesen. Am 13. Januar 1928 sollte die Neuregelung der Arbeitszeit zum erstenmal durchgeführt werden Die Arbeiter in R ie sa und D ö h l« n. die für die erste vorbereitende Schicht bestimmt waren, erschienen jedoch nickit zur Arbeit Am 20. Januar weigerten sich auch die Walzwcrksarbeiter in Riesa, dtf 9 Arbeitsstunden zu leisten und verließen nach 8 Stunden die Be- triebe. Die Industriellen verfügten daraufhin die A u s s p e r r u n g. ose o" AUS R!CHAU> TAUBIR O 4977 Noch der Hairnat möchf ich wiadar,•» Dort unterm Boum..• Dr. WEISSMANN dirlgiort Grosses Symphonia-Orchestar(Mitgriadar dar Stooh- kapella Barlin— Ovar 100 Künstler): 06768 Grosses Potpourri aus der Oparetta„Dos lord das Lächelns"(Prems Lahor), I. und II. Teil DAJOS B&A.TANZOItCHISTtR 06769Si. h&TM j.tzt...(Growes Schlagerpetpeurrl) UNSEREM GROSSEN OKTOBER-REPERTOIRE: vvisner BohtmB-Orch.sf.r O 2965 VaU. Bleu», Wali«r/ Trourn-Wolz« Musikapparate auch auf Teilzahlung SENSATIONELLE NEUHEIT I TONENDE WOCHENSCHAU 02966 Reportag«! Alfred Braun mit Ordmler, Char, Orgel Kirchenglocken usw. OAJOS BllA-TANZORCKESTER 02970 E» sprach der weise Marabu...... Tango Erika, brauchst du nicht einen Freund?, Tange -ZS- CAUL LINDafrfeOM- AO BERLIN SO 56 Odeon• Musikopporate und-Plotfer worden bereiiwilüg't ohne iod? Kaufverpfiichfung vorgeführt: Odeon- Musik- Hau» G.m.b.H., Berlin, Leipziger Strasse 110• Parlophon- Haus, Berlin, Fnedridt- itrasse 91• Columbia-Musik-Haus, Berlin, Kurfvrstcndamm 29,«owte in allen besseren Fachgeschäfte« Der Arbsitskampf ist nach fast zweimonatiger Dauer im Mörz 1?Z8 durch eine Lwischenrcgelung beendet worden. Da die Industriellen durch den geschlossenen Kampfeswillen der Hüttenarbeiter ihren Plan nicht durchsetzen konnten,»ersuchten sie jetzt, die Gewerkschaft als das Rückgrat der kämpfenden Arbeiter finanziell zu ruinieren. Noch Ausfassunu der Unternehmer sollte d-r M etallarbe itcroerban d nicht' nur den Schaden für«nt- gangene Austräg«, der Verband sollte auch den entgangenen Reingewinn zahlen. Der Vertreter de? Metallarbeiteroerband«?, Rechtsanwalt Ge- nasse Frankel. Berlin, wandt« sich in schärfster Form gegen die unverschämten Auslegung?» und Verdrehimgskünste der Metall» industriellen, die die Behauptung aufstellten, der Metallarbeiter- verband Hab« Tarifbruch begangen und müsse demzufolge zahlen. Der Tarifbruch wurd« damit begründet, daß der Verband den auf die Straße geworfenen Arbeitern«ine Gemoßregeltenunterstützung zahlte. Da? Reichsarbcitsgericht lehnt« di« Schadencrsatzforderung der Unternehmer ob, soweit si« gegen den Metallarbeiterverbond in seiner Gesamtheit gerichtet war. Die Klage gegen den B«voll- ni ä ch t i g t e n des Bezirks Dresden, Genossen Teichgräber, wurde zur nochmaligen Nachprüfung und Beschlußfassung an die Vorinstonz, das Landesarbeitsgericht in Dresden, zurückgegeben. Achtung, Eisenbahner! Moniag, J9 Uhr, In Schinkels FcsisSlcn, Berlin, Brück enshr. 2 Versammlung aller Im Einheitsverband orga« niscerten Parteigenossen Tagesordnung: 1. Fonse�zung der Versammlung vom 6 Oktober. Referent: Genosse Emil Barth(ehemalig. Volksbeauftragter). 2 Erledigung wichtiger Partefangelegenheiten. In Anbetracht der gegenwärtigen gespannten politischen Situation ist es Pflicht eines jeden Parteigenossen, rege Propaganda für diese Versammlung ru entfalten und pünktlich ru erscheinen. Parteibuch legitimiert Der Werbeatusding der SPD.-EU«iibahocr. Holländischer Buchdruckerstreik. Amsterdam, 18. Oktober.(Eigenbericht.) Di« Arbeitsgemeinschaft der fünf niederländischen Buchdrucker- verbände hat sich durch die ablehnend«.Haltung der Arbeitgeber- verbände im Vuchdruckergewerb« gegenüber den Lohnforderungen der Arbeitnehmer genötigt gesehen, alle Airweisungen zur Durch- führung eines B u chd r u ck e r st re i k s zu geben. Der Streik soll am 27. Oktober beginnen. Die großen bürgerlichen Blätter gehen mit dem Gedanken um, ihre Zeitungen in Deutschland, Belgien und England drucken und mit Flugzeugen nach Amsterdam befördern zu lassen. Damit werden sie kein Glück haben. Romantik im Alltag. Nicht nur die Schiffahrt, auch ihre Arbeiterschast muß leben! »Schiffahrt ist notwendig, leben nicht"— dieser heroisch klingende Satz imponiert nur Leuten, die die Schiffahrt mehr von ihrer romantischen S«ite her kennen. Weniger großartig klingt er für die Seeleute, Binnenschiffer, Hafen- und Wasserbau- arbeiter, d. h. für alle, die auf und am Wasser ihr Brot verdienen, und für di« der Heroismus, der Einsatz des Lebens, beinahe etwas Alltägliches ist. Sie fordern, daß beim Blick auf die große Krise sie selbst nicht übersehen und vergessen werden. Und damit man sie nicht so leicht übersieht, haben sie sich vor nickst allzu langer Zeit im freigewerkschaftlichen Gesamtverband durch die Schaffung einer Reichsabteilung für Schiffahrt, Hafenbetriebe und Wasserbau enger zusammengeschlossen. Dieser Zusammenschluß, der noch kaum ein Jahr besteht, war eine unbedingte Notwendigkeit. Um nun dem engeren orga- nisatorischen Zusammenrücken der Schisfahrtsarbeiter noch mehr Festigung und Halt zu geben, trat am Sonnabend im Berliner Gcwerkschaftshaus di« Reichscrbteilung für Schiffahrt im Gesamt- verband zu ihr«r ersten R« i ch s k o n f e r e n z zusammen. Die Konferenz, die von 71 Delegierten besucht ist, wurde von dem Reichsabteilungslester Rudolph eröffnet. Die Grüße des Vorstandes des Gesamtverbandes überbrachte Müntner. Ein mahres Labyrinth von Schwierigkeiten zeigte sich, als Rudolph in der Erstattung des Ge schäftsberichts der Reichsabteikung in großen Zügen einen Ueberblick über die von den freien Gewerkschaften für die Binnenschiffer, Seeleute, Hofen- arbeiter und Wafserbauarbeiter geleistete und noch zu leistende müh- selig« Arbeiter gab. Da ist der sogenannt«»internationalisierte' Rhein, auf dem fast«in halbes Dutzend Nationen Schiffahrt treiben, und wo infolge der starken sozialpolitischen und kulturellen Niveauunterschied« im Schiffahnsperfonal geradezu phantastisch anmutend« Hin- dernifle und Hemmungen auftauchen. Die Rheinreeder lom- plizieren natürlich diese Schwierigkeiten noch, vor allem durch ihre Flucht unter fremde Flaggen. Nicht weniger als 60 Proz. der.holländischen" Fahrzeuge auf dem Rhein stehen unter deutschen Einfluß. Die deutschen Reeder machen sich künstlich selbst Konkurrenz und fordern dann, daß Bin- nenschijfer und Hafenarbeiter durch Verschlechterung der Lohn- und Arbeitsbedingungen die Zech« zahlen. Diesem Spiel können die Arbeiter nicht tatenlos zusehen. Si« müsien sich nicht nur bei Streiks, sondern in ihrer ganzen gewerkschaftlichen Arbeit für einander ein- setzen. Nur auf diese Weise läßt sich auch die trotz verbesserter Schutzvorrichtungen gerade in der Schisfahrt und im Hafenbetrieb rapid zunehmende Unfallziffer eindämmen. Gegenüber den großen Reedereien und deren Versteckspiel hinter fremden Flaggen sowie gegen die sozialpolitische Rückständigkeit der ausländischen Schiffahrt können nur internationale Akti- o n e n helfen. Das internationale Hafenarbeiter- Schutzabkommen mutz auch von Deutschland, und zwar mög- lichst bald ratifiziert werden. Nacht- und Sonntagsarbcit erfordern eine sozial erträgliche Regelung. Hier ist für die Binnenschiffer. für die Hafenarbeiter und für die Seeleute in Genf noch viel zu verbessern. Zur Sicherung der Existenz der unständigen Arbeiter in den Höfen, die durch den Abbau des Arbeitslosen- schütze? von neuem bedroht war, sind einige Erfolge erzielt worden. Für die Wasserbauarbeiter sind in unendlichen Kkaaen und Streitigkeiten eine ganze Reihe kleiner Einzelerfolge erzielt worden, die zusammengeimmineii durchaus nicht als Bagatellen erscheinen. So liegen z. B. die Löhne der Wafserbauarbeiter heute im Durch- schnitt 12 bis IS Pfennig höher als di« der Goneindearbeitcr. Jeder Arbeiter der Schiffahrt muß angesichts dieser Summe gewerkschaftlicher Leistung ganz von selbst zu der Erkenntnis kommen, daß eine große Kraft am Werke sein mutz, wenn auf einem so schwierigen Terrain mit Erfolg geackert worden ist. Der Stand der Mitgliederzahl von 94 000 könnte bis zur nächsten Berichterstattimg mindestens um SO Proz. erhöht werden. Di« Aussprache über Rudolphs Bericht brachte im wesent- lichen Zustimmung zu dem Grundgedanken und dem Ziel des Zusammenschlusses. Fast alle Debosteredner wiesen nachdrücklich auf die durch die Wirtschaftskrise und di« Rationalisierung hervor- gerufen« große Arbsitslosigkeit und Verringerung des Arbeiter. bestandes in den Häfen und in der Schisfahrt hin. Hier knüpft« im weiteren Verlauf der Konferenz das Referat Dr. Hertnecks an, der über»Schiffahrt und Weltwirtschaftskrise" sprach. «chtttng Siemen« SdraÄert. Rleinbetr-SBetf! Monleg. 14 Uhr, Betriebs. nersommlunq in Ählerts gestsSIen, Charlottenburg, Beritner Str. W. Werks- ausweis legitimiert. zraltion der SPD. beim Ardeitsemt Roed. Angestellte. Arbeiter ttnb Be. omte. Dienstag. 16',-j llhr, im Sportkasino, Reinitkenborf-Öst, Restbemtftr. 16, Manatsversammlung. Thema: Die politische Situation unb die bevorstehende Betrieb sraiswahl.•Seferent: Hans Plettnrr. Alle beim Arbeitsamt beschSstgicn Äollegin und Kolleginnen stod freundlichst eingeladen. Paugcu'erkschatt Perlin. Fachgruppe der Slalkr des Deutschen Bavgewerk. tchaftsbundes. Montag, 26. Oktober, l.a Uhr, im Saal 1 des Eewerkschatto- hauses, Cngelufer 24. Versammlung mit iiuherst wichtiger Tagesordnung. Die Fachgruppcnle!t»ag. TVD.-Fraftioa!» tSesamtoerbaud. Sektion®. 6. W.-Werke. Dkontag, 20. Okiober. 19 Uhr, im Sackeschcn Hof. Berlin, Nosenthaler Str. 40—41, Dunktionörverlawmlung der Znstallat lonzabteilungen. l. Vortrag Über den Wetallarbtiterlonslikt. feie renk: stollege Ziochowski. 2. Leischiedenes. Do» Erscheinen aller SPT.-Mitglieder ist unbedingt notwendig. Sympathisierend« können durch Mitglieder eingeführt werden. Funttionäranoweis und Partei. Mitgliedsbuch sind am Saaleingang vorzuHitgcn. Der Fraltion-oorsiand. Deutscher Beklcidtntgsorbeiter.Berbaud. Filiale Berlin. Dienstag, 21. Ok- tober. 10 Uhr, Bersammlunq d-r Herrenmasibranche im Gewerksdtaftshous. Cngeluser 21—23.„Die ftttfc in der Brauche und unsere Aufgaben.� Nur Mitglieder, welche mit ihren Beilrogen lüchl Über 4 Wochen im Astckstande sind, haben Zutritt. Die Broncheolommisston. Betrtebssraktion sozialdenwlradisrher Arbeiter, Angestellten und W Beamte» beim Bezirksamt Treptow. Dienstag, l!Hi Uhr, in der i| ..Brückenklause", Niederschöneweidc. Brückcnstr. IS, �raktionsversamm. 1 long. Genosse Ltadtoerordneter Hermann Leinpert spricht über:„Po. g lititche Umschau und unsere niichsten Ansgaben". Erscheinen aller Ge. Ol nassen ist Pflicht. iFreie Gewerkschafts-Iuqend Berlin t|i Heute, Sonntag, folgende Veranstaltungen: Rorbkrrjs: Iugendbeim Graun- Eck« Lorhingstrasic. 10 Uhr. Vortragsabend:„Politische Satire". — Rordwestkrei«: Jugendheim Lehrter Str. 16—19 19 Uhr, Lichtbilder- Vortrag:„Die Polizei in der starifaltrr".— Morgen, ivdontaa, 19% Uhr, Zusammenkunft aller(Stuppeuleitungen im Sisiungssaal des Buchbinderperbandes, Engelufer 24—20, Ausgang O. III. Vortrag:»Dir gewerkschaftliche Jugend- arbeit im Reith". @Iuaendgmppe desZentralverbandes der Angestellten Heute, Sonntag, veranstalten wir im Saalbau Neukölln, Vergstr. 147, einen Jugend- und Elternabend.— Morgen, Montag, finden fol- gende Veranstaltungen statt: Wedding: Jugendheim Turiner Ecke Ceestrasse. Bortrag:»Diktatur— Demokratie— Sozialismus". Nefereut: Artur Rachow. — Britz: Städtisches Jugendheim(Pathaus). Vortragt»Kartelle— Kon- zerne— Tinste". Referent: Herbert Dcwald.— Urban: Jugendheim Flug- basenstr. 68. Vortrag:»Etwas über das Tarif, mib Schlichtungswesen". Re- fmnt: Willi Derkow.— Am 9. November findet die nächste Zugendoor- stellung der Volksbühne statt. Karten hierfür find im Jugendsekreiariat erhältlich. Nadilrag zu Heu SlrefkloKaieii derVBNl-'Belrlebe. ACG.-Kadelwerk, Oberschöucweide: Berichtigung: Bürger- Park, Oberschöneweide, Weihlopsntahe. Brr«hard Thormann. Wasimannftr. 25: Berichtigung: llritz Müller, Große Frankfurter Str. 50. Bode-Pauzer, Kaiser-Wilhelm-Straße 22: W. Pfeiffer, Somariterstr. 25. «ntzle. Brandendurgstr. 75: Beridttigung: L i e t s ch, Stalitzer Str. 70. Deutsthe Kabel-Jndustrie, Rieberschöneweide, Berliner Strohe: Schöpps, Ziiederschöneweide, gegenüber dem Bahnhof. Deutsche Nlles-Werke, Abteilung Reinickendorf: Herr mann. Kopenhagener Etrahe. Deutsche Taylor Stokee s. m. b. s.,»rastwerk West: Berichtigung: Baukantine, Ottcrnbrudistrahe. F. G. Diitmann A..G., Wittenau. Rorbbohn, Lübarser Str. 18(20! Richard Schulz, Oranienburger Strahc. Fermafit. Reinickenbors-Ost, Willeftr-He: Berichtigung: Fröhlich, Residenz-, Ecke Friedrlch-Wilhelm-Etraße. Fleck Söhre G. w. b. H., Relnickcndors, Zlottenstr. 50: Nochhaus, Rcinicken. dors.Ost, Residenzstr. 15«. Lasse» Co., Relchiorstr. 20: Bartsch, Enarluser 1. Z.®. Heber, Berlin 80, Mclchiorstr. 09: Wird noch bekanntgegeben. Hein. Lehmann v. Co.. Reinickendorf, Flottenftrah«: Berichtigung: Richard Claubitz, Reinickendorf, Graf-Rödern-Alleo 169 Jaroslaw, Reichenherger Str. 79/80: Berichtigung: Karl B ä h tz, Reichenberoer Str. 86. Jaro-law, Weihcnsee. Lebderstr.»0: Rose, Weihensec. Lehderstr. 52. A. Krrftee, Berlin, Strahburger Str. 18: Klug. Berlin, Strahburger Str. 40. ®. Krnmschröder. Charlottenburg, Dankelmanvftr. 2: Müller, Charlotten. bürg, Danckelmamtstr. 56. Lange u. Sntzeit. Franlfurter Allee 288: Soll mann. Riaaer Str. 68. 3L Ä.®., Sberichoneweitr:„Mittelpunkt der Erde", Oberschöneweide. An der Wixhlhoide 152/154. C»rmmcr20) zurichten VI» Or Urcrw alinng. Adifong! Rohrleger und Banülempner! Verblnd'.ichkeilS> Erklärung der Tarifveriräge, betrifft Mantel- und Lohnabkommen für das Rohr legergewsrbc. Der Neichsarbeitsminister IN Nr. 226/147 Tar. Berlin NW, den 11. Oktober 1030 Scharnhorftftrahe 35. Sntscheldnng. Der nachstehend bezeichnete Tarifver< traa wird im angegebenen Umfange ge- mäh§ 2 der Tarllvertragsverordnnng (Reichsgesetzbl 1928 I S. 47) für allgemein oerbindiich erklärt: >. Parteien des Tarifoertrages: a) auf Arbeitgeberfelle: Tarifgemewschaft der Zenfralhefzungsinduftrie. Gas- u. Wastcr- leifungsfachmänner und des Klempner- f:cwerbes von Berlin: d) auf Arbeitnehmer- eife Deutscher Metallarbeller-Berbant. Bermal'.ungsstelle Berlin. II Tag bes Adschluffes: 7. Anglist 1980. Mantellarifvertrag nebst Anhang(Gel- tungsbereich) nnd Lohntarif lli Beruflicher Geltungsbereich der all- gemeinen Berbindlichkell: Gewerbliche Ar- beller>m Rohrleaergewerbe ausschliehlich der Betriedsrohrlegerei. im Umfang des § 1 des Mantellarllverkragea Dir allgemeine Verdindlichlell erstreck: sich aal Ar- bellsperhUltnilfe in Firmen, die dem Ber. band Berliner Mstallindultrieller angehö- reu nur wkowell, als diese ausschließlich oder hauvt'ächlich das genlralheizuogsge- werbe betreiben. IV Räumlicher Geliungsbereich der all- grmrwen Verbwdlichtell: Das Gebiet, das durch nachfolgende Orte— diele«waeschlof- sen. umgrenzt wird: Fürsienwald«. Straus- der«, Werneuchen. Bernau. Oranienburg, Vellen lMart). Nauen. Wustermark. Man- lee. Beelitz lHetiftillten). goffen, Königs- wusterbaufen. Fürftenwalde. V. Dir allgemeine Berbindlichkell er- sireckt sich nicht auf fl 14 Abschnitt h und § 16 Abschnitt h des Manleltarifverttages. sie erltreckt sich ferner nicht auf etwaig, Aenderungen und Zusätze gemäß§ 15 Ab- schnitt f. VI. Beginn der allgemeinen Berdwd- lichteit: 1. Ollober 1900. VII. Ende der allgemeinen Verbindlich- keif- Die allgemeine Verbindlichkeit endet, oorbchalilich einer früheren Aushebung durch den Reichsarbetlsmwifter, mit dem Tarifverttag. Im Auftrag: gez. Dr. Kaickbrenner. Beglaubigt: gez.: Unirrschrift. Slrlilmeslea kür 7— Ii jährige Kinder, sehr haltbar......... /& Strickwesten'ZainV �.7e7°S.25 Damen-Strickjacken ian*, rn reine Wolle.............. 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Die Sozialistische Arbeiterjugend ist unlösbar mit der sozialistischen Arbeiterbewegung verbunden. Der Kamps der sozia- listischen Arbeiterschaft ist ihr Kampf, und so wie in den Wochen vor der Wahl unsere Gruppen mit dem Einsatz ihrer ganzen Kraft für die Partei geworben haben, so werden wir auch in Zukunft ge- schlössen zur Partei stehen, was immer auch kommen möge. Unsere sozialistische Jugendarbeit kann nur gedeihen in der freien Luft einer demokratischen Selb st Verwaltung des Voltes, und unsere sozial! st ischen Ziele können nur Wirklichkeit werden durch die Macht der Sozialdemokratie und der freien Gewerkschaften. Der Ausgang der Reichstagswahlen ist mitbestimmt worden durch die Entscheidung der Jungwähler. Wirtschaftliche Not, geistige Verwirrung und politische Unersahrenheit haben erhebliche Teile der Jungwählerschast ins Lager der Nationalsozialisten und der Kommunisten geführt. Jetzt gilt es, den Kampf mit diesen beiden Parteien um die junge Generation unseres Volkes aufzunehmen durch eine aktive sozialistische Zugendpolitik. Die Reaktion rüstet zu einem umfassenden Angriff auf die politischen und sozialen Rechte der Jugend. Sie fordert die cheraussetzung des Wahlalters, sie verlangt die Einführung der Arbeitsdienstpflicht, sie will den völligen Abbau der geringen Jugendschutzbestimmungen, so wie heute schon die große Mehrheit der arbeitslosen Jugend ohne Schutz und Hilf« der materiellen und seelischen Not der Arbeits- lostgkeit ausgeliefert ist. Die Sozialistische Arbeitrrstigend erwartet von der Sozialdemo- kratie, daß sie diesen Angriff auf die Rechte der Jugend beantwortet mit eivem energischen Kam pf für dielebenswichtigen Forderungen der arbeitenden Jugend. Unsere Parolen sind: G«Gr« die Arbeitsdienstp flicht, für den Schutz der erwerbs- lsfo» Zugend, gegen die politische Entrechtung der Zugend, für Ausbau ihrer Bildungsmöglichkeiten, gegen die wirtschaftliche Ausbeutung der Zugend. für Zugend- schuh und Zugendrecht, gegen die Militarisierung der Zugend. sür Bölkerverständigung und Weltfrieden. Nur eine großzügige soziale Jugendpolitik kann die junge Gene- ration der Arbeiterschaft zur vorwärtsdrängenden, aufbauenden Mit- arbeit am sozialen Volksstaat der Zukunft führen. Die Sozialistische Arbeiterjugend wird eine solch« Iuaendpolitik unterstützen durch eine verstärkte politische Erziehung?- arbeit. Der Ausgang der Reichstagswahlen hat die Notwendigkeit einer planmäßigen politischen Erziehung der Jugend erneut bewiesen. Unsere Antwort auf den Sieg des Wortradikalismus und des politi- schen Rowdytums muß die Verdoppelung unserer Anstrengungen aus dem Gebiet politischer Schulung sein, denn nichts kann uns irre machen in der Ueberzeuaung, daß in dem Kampf um den endgültigen Sieg des Sozialismus die Idee stärker sein wird als die Gewalt. Unsere Parole ist: Nun erst recht. Schulung der Hirne und Eroberung der herzen der jungen Arbeiterschaft, nun erst recht Disziplin, nun erst recht Treue dem sozialistischen Ideal! Diese politische Erziehungsarbeit muß ihre Ergänzung finden in einer aktiven Anteilnahme vor allem der älteren Jahrgänge unserer Mitgliedschaft an allen Veranstaltungen der Partei und der freien Gewerkschaften. Die restiose Organisierung der jungen Arbeiter und Arbeiterinnen in der Sozialdemokratie und in den freien Gewerkschaften und die entschlossene Be- reitschaft aller unserer Mitglieder, unter der Führung der Partei an allen Aktionen gegen Faschismus und Reaktion teilzunehmen, sind das Gebot der Stunde. Kampf jeder Diktatur. Es lebe die Demokratie! Kampf jeder Reaktion! Es lebe der Sozialismus!. haupkvorstand und Reichsausschuß des Verbandes der Sozialistischen Arbeiterjugend Deutschlands. Aus der Partei. Jubiläum der fränkischen Tagespost. Am Sonntag beging die„Fränkische Tagespost" in Nü r n- b e rg die Gedenkfeier ihres 60jährigen Bestehens durch eine würdige Feier im Phöbuspalast, der sich am Nachmittag eine große volkstümliche Veranstaltung anschloß. Gleichzeitig weihte sie ihr neuerrichtetes Betriebsgebäude ein, das in der Nähe des Bahnhofs gelegen, die große Nürnberger Parteiscktion kraft- voll repräsentiert. Eine besondere F e st a u s g a b e der„Tages- post", die die Leistungsfähigkeit der Parteidruckerei aufs beste be- weist, gab einen Rückblick auf die Geschichte der Nürnberger Parteibcwegung. Grillenbergers Bedeutung für die bayerische Sozialdemokratie wird wieder lebendig. Frühere und jetzige Redakteure haben interessante Beiträge beigesteuert. Hermann Mülller-Franken, Johannes Timm, Hans Vogel, I. Simon, Bürger- meister Treu und andere kommen in der Fcstnummer zu Worte.— In 20 Jahren ist der„Tagespost", die jetzt eine Auflage von 32 000 Exemplaren druckt, ihr damaliger Neubau bereits zu eng geworden. Möge die Entwicklung dieses alten, in der Arbeiter- schast feswerwurzellen Parteiorgans in gleichem Maße fortschreiten! 1 SMi | ifewi J Hrankh § H.Ht* ßer/ir, Zfätsentt/t/üß? rr Z?,/ SOJafinnin fast oft nordd fipot heben a. 45 Pt Man erlange immerd Patentschatz, Schlimmer Tin g er. Hrankhe/fsö/zd. Gutachten grvfis durch M. H tvte T Oer/ir*. 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Gerda, ein« junge Krankenschwester aus Pommern, kam auf vielerlei Umwegen, die auch Hannooer berührten, diesen Sommer nach Berlin. Sie hatte mit den Männern immer Glück gehabt, in Stolp und in Hannover. Das Glück verfolgte sie auch in Verlin. In Berlin, am Büschingplatz, lernt« sie zwei Brüder kennen und stellte sich unter ihren Schutz. Karl schützte von Sonntag bis Mittwoch und Ludwig schützt« vom Mittwoch bis zum Sonntag. Den Brüdern ging«s nicht gut, sie setzten sich mit dem Mädchen zusammen in eine stille Ecke und besprachen, wie man aus dem Dreck herauskommen könnte. Gerda erzählte von einem Fabrikanten in Hannover, den sie kennen gelernt hatte. Er war richtig in sie vernarrt gewesen, aber wie es so geht, sagte sie, ich machte mir nichts aus ihm und fuhr nach Berlin. Ludwig erklärte, er sehe Licht und Rettung und entwickelte seinen Plan. Am selben Tag wurde der Fabrikant von Berlin in seinem Büro angerufen. Gerda telepho- nierte: „Ja, ja, hier ist die Gerda. Was für«ine Gerda? Aber Fritz, die Gerda Lütt aus Stolp! Ach, sei nicht böse, daß ich damals nicht mehr gekommen bin, aber ich mußt« nach Berlin, ein« Tante war schwer krank. Ob ich dich immer noch lieb«? Wie kannst du nur fragen, Fritzingl O, du auch? Das ist nett von dir. Liebling. Was, was, was? Du willst nach Bertin kommen? O. du Süßer! Natür- lich, ich bin ganz ollein, und der Tante geht es wieder besser. Ich hol« dich ob. Morgen abend um sechs Uhr kommst du? Ach, Liebling, ich bin ganz bestimmt am Bahnhof. Was sagst du? Huch, du Böser! Ja, ja, alles andere mündlich morgen abends Sie hängte ab und sagte zu Karl und Ludwig: „Er kommt morgen abend." Sie holte ihn am nächsten Abend ab. In Hannover gab es zwar auch so kleine Gerdas. Aber er hatte so wie so Geschäfte in Berlin zu erledigen, und um diese glatt abschließen zu können, brachte er 810V Mark mit. Sie nahmen ein Auto und fuhren nach einem Keinen Hotel. Sie war sehr nett zu ihm und blieb bis zum Morgen. Nach dem Frühstück aber verschwand sie und versprach, am Abend wiederzukommen. „Denke an mich, Schatz," sagte sie,„um fünf Uhr bin ich wieder bei dir." Er dacht« an ste. Sie kam nicht wieder. Die Briestasche mit den 210V Mark war verschwunden. Am nächsten Tag traf der Mann aus Hannover das Mädchen aus Pommern auf der Friedrichstraße und ließ sie verhaften. Sie kam vor den Schnellrichter und dort erzählt« sie, die beiden Brüder Karl und Ludwig hätten mit Prügel gedroht, wenn sie den Herrn aus Hannover nicht angerufen hätfe. Sie sagte, sie selbst habe von dem vielen Geld nichts bekommen, Karl habe ihr einen neuen Hut gekauft und Ludwig«in Paar neue Schuhe, und so ein Mädchen wie sie. müsse doch immer nett aussehen, oder nicht? Die Brüder Karl und Ludwig waren unauffindbar. Gerda erfuhr, daß es zwei schon vielfach vorbestrafte Zuchthäusler waren. Sie weinte sehr und wurde zu sechs Wochen Gefängnis verurteilt. Der Fabrikant aus Hannover kam nicht mehr nach Berlin. Er blieb in Hannover und verfluchte an seinem Stammtisch das Sündenbabel an der Spree., Die zweite Geschichte heißt: Oer Schönheitsfehler. Agathe Müller, ein« Witwe in den besten Jahren, kam auf den klugen Gedanken, für ihr einträgliches FriseurgefchSst einen netten, möglichst unverheirateten Geschäftsführer anzustellen. Sie gab in einer weitverbreiteten Berliner Zeitung ein Inserat aus, in dem eben«in junger, lediger Mann zur Leitung des betreffenden Unter- nehmens gesucht wurde. Wer Augen hatte, zu lesen, konnte zwischen den Zeilen des Inserats lesen, daß Agatbe Müller auch einen Chef zur Leitung ihres liebevollen Herzens suchte. Adolf Schmidt konnte lesen. Er war ein netter, unverheirateter Mann und stellte sich noch am selben Tage vor. Agathe fand ihn als passend, und vor allem rührte sie seine dunkle Smntstimme. Natürlich zierte sie sich, zuerst, aber dann erklärte sie resolut: „Ist gut, Herr Schmidt, wir werden uns schon vertragen, und das hier, das kann eine Lebensstellung sein." Herr Schmidt antwortete: �.. „Gerade das suche ich, Frau Müller." Die beiden lächelten sich an. Schmidt kam am nächsten Morgen ins Geschäft, Frau Müller hatte sich die Haare ondulieren lassen und duftete nach Kölnischen Wasier. Der erste Gehilfe, der schon lange auf den Posten eines Geschäftsführers spekulierte, tächelte verächtlich und sagte zu Fräulein Anni, der Friseuse: „Na. die Olle riecht ja. als fei sie in was getreten." Fräulein Anni kicherte. Herr Adolf Schmidt war ein strenger Geschäftsführer In den ersten Togen war Frau Müller sehr begeistert, aber nach einer Woche entließ sie ihn auf Knall und Fall. Sie war über die Niedertracht der Männer maßlos empört, sie fand überhaupt keine Worte über diesen Betrüger! Der Betrüger wandte sich an das Arbeitsgericht und klagte auf rückständigen Lohn. Die Verhandlung wurde eröffnet, und der Richter fragte, ob sie. di« Frau Müller, Grund zum Klag«n gehabt hätte. Sie antwortete: „Das eigentlich nicht, feine Arbeit, die hat er schon getan, der Herr Schmidt, aber er hat mich dcch hinter da» Licht geführt, Herr Richter. Ich wollte dcch auch was fürs Herz hoben, ich kann mich � doch noch sehen lassen, und was soll ich Ihnen sagen? Herr Schmidt trägt ein Bruchband!" Der Richter stierte verständnislos Frau Müller an. Dann lacht« er und keuchte: „Ein Bruchband, ein Bruchband! Das ist doch kein Grund, jemanden fristlos zu entlasten, liebe Frau! Pas haben Sie aber schnell gemerkt, in acht Tagen, daß er ein Bruchband hat, hahaha! Wollen Sie es nicht noch einmal mit Herrn Schmidt versuchen?" Agathe erklärte: „Nein. nein, nein, ich will nicht noch einmal so erschrecken. Herr Gerichtsrat. Lieber will ich zahlen. Mir grautt es, wenn ich an das Bruchband denke." An Prestetisch flüsterte ein Journalist seinem Kollegen zu: alier Well von Utax Marthel „Deutsche, tragt deutsch« Bruchbänderl" Der Kollege antwortete: „Ein Bruchband ist das schönste Weihnachtsgeschenk für die deutsche Familie." Der Richter verkündete das Urteil. Herr Schmidt bekam Lohn für eine Woche. Frau Agathe Müller gab ein neues Inserat auf. Die dritte Geschichte: Oer Betriebsunfall. Die Dame nannte sich Ruch von Sturzacker und gab sich als Tochter eines württembergischen Bankdirektors aus. Sie war dieser Tag« in einem der schönsten Hotels in Nervi abgestiegen und hatte zwei entzückende Zimmer belegen lassen. Als sie am selben Tag auf der wunderschönen Promenade am Meer spazieren ging,«rregte sie beträchtliches Aufsehen und hatte bald einige junge Männer hinter sich, die mit der jungen deutschen Dame ins Gespräch kommen wollten. Und sie kamen auch bald ins Gespräch. Am Abend erschien Ruth mit einer fabelhaften Perlenkette an der Tafel, die den Neid der anderen Damen und die Bewunderung der jungen Männer erregte. Nach dm Tagen belegt« der Graf Valserl im gleichen Hotel zwei Zimmer und lernt« schon am nächsten Tag die schön« Ruth von Sturzacker kennen. Ihm ging der Ruf großen Reichtum» voraus, und Ruth schien das gern zu hören. Und nun konnte man die beiden sehr oft zusammen sehen, auf der Promenade, aus dem Tennis- platz, und manchmal soupierten sie auch zusammen. Es war schon so, wie die Zeitung berichtet, aus der dieser Bericht stammt:„Es war augenscheinlich, daß er die Blume seine» Herzens sehr be- eindruckte." Der Graf ließ auch etwas von seinem Reichtum sehen. Er brillierte gern mit einem schönen Brillantring. Er duldete auch nicht, daß sich Ruth von Sturzacker in Unkosten stürzte, er beglich nachlässig ihre kleinen Rechnungen und blättert« dabei gem seine wohlgefüllte Brieftasche auf. 3>ie Agathe Müller, von der wir in der zweiten Geschichte b«° richten, kam erst nach sieben Tagen mit Herrn Schmidt in nähere Berührung, der Graf Valseri hatte die Ehr«, schon am vierten sehr späten Abend das gnädige Fräulein in ihren Appartements auf- suchen zu dürfen. Dem jungen Paar war nichts Menschliches fremd, und man kam sich sehr nahe. Der Taumel aufrichtiger Lieb« erfaßte den Grasen so verwirrend, daß er bei einer großartigen Umarmung die schwere Perlenkette der Dame lösen und an sich bringen konnte. um sie sofort mit einer falschen Kette zu vertauschen. Er ftüsterte der Ruth von Sturzacker tausend Zärtlichkeiten ins Ohr und dabei gelang ihm das Kunststück, den Schauplatz in di« Nähe des Nacht- schränkchens zu verlegen, in dessen Schublade die Samtetuis mit dem Schmuck der Innigstgeliebten ruhten. Sie lächelte, di« Jnnigstgeliebte, sie ließ sich küstcn und küßte wieder, sie sagt«:„Nicht, nicht doch, Gras," und ließ ihn gewähren. Ihre blauen Augen gingen kühl über sein erhitztes Gesicht. Der Graf räusperte sich und sagte endlich stockend, er müsse millionenmak um Verzeihung bitten, aber er müsse jetzt gehen,«in Freund, der Vicomt« Corona, erwarte ihn noch zu später Nachtstunde zu einer geschäftlichen Besprechung. Sie sagt«: „Jammerschade, Graf, daß Sie gehen mästen, aber Geschäft ist Geschäft, das kommt noch vor der Liebe." Er antwortete: „Gnädigste sind grausam, aber Corona fährt nach Pari; und die Sache ist unaufschiebbar." Am anderen Tage mußte der Graf feststellen, daß di« zwischen den Küsten und Schwüren gestohlenen Schmuckstücke falsch waren und daß ihm dafür die Brieftasche mit den durchaus echten 40 00st Franken fehlte. Auch der oorsichtigerweif« in der Westentasche aus» bewahrt« Brillantring war unauffindbar. Da stürmt« der Graf nach dem Hotel. Dort sagte man ihm. da, gnädig« Fräulein sei am frühen Morgen abgereist, ohne die Rech- nung zu bezahlen. Der Hausdetektiv stellte endlich fest, daß die R. v. S.«ine internationale Hochstaplerin namens Anna Meyer war. Der Graf war entsetzt und verabschiedete sich sehr schnell,«he man feststellen konnte, daß man den internationalen Hochstapler August Walser vor sich hatte. Sdgar Wahnenald: 3)obrilugk mm Dobrilugk-Kirchl)ain. Der Schnellzug hält. Aber der Fahrplan steht keinen Aufenthalt vor. Die Türen schlagen. Der Zug fährt weiter. Den Bahnsteig entlang gehen einige Restend«, die in Rich- tung Halle oder Kottbus umsteigen. Der Stationsnmn« bleibt hasten wie die Namen anderer Eisenbahnknotenpunkte: Falkenberg, Bitter- selb, Bebra. Selten geschieht es, daß jemand aussteigt, nur um sich dieses Dobrilugk einmal anzusehen, besten Name— und das bedeutet immerhin etwas— mit dem Walthers von der Bogelweide verknüpft ist. Man hat vom Bahnhofe aus bis Dobrilugk nicht weit zu gehen, knapp anderthalb Kilometer, lind beim Eintritt in die Stadt ist man auch schon mitten drin, in der Hauptstraße nämlich, die sich von. eineiy.Knde der Stadt bis zum anderen erstreckt. Sie und zwei, drei Neben- und Quergassen— das ist di« ganze Stadt, die nur 1900 Einwohner zählt. Die 5)auptstraß« ist sehr breit: stolz verzeichnet die Lokal- geschicht«, daß sie breiter erscheint als die Berliner.Linden". Gras- flächen, nicht gepflegte Schmuckrasen, sondern richtige kleine Wiesen, auf denen Bäume stehen, breiten sich neben der gepflasterten Fahr- bahn aus: sie werden regelrecht mit der Sense gemäht. Klein«, ichlichte, sehr sauber gehaltene Häuser, viele nur eingeschossig, reihen sich in langer geschlossener Zeile zu beiden Seiten der Hauptstraße auf. Auf der einen Seite liegen schmale Ziergärtchen vor den Häusern. Auf der anderen erstrecken sich geräumige Hintergärten mit Blumen und Bäumen in sanfter Neigung bis zu einem Wasterlauf, an dem im Rücken der Stadt, ein Weg entlang führt, ein idyllischer stiller Weg für Liebespärchen. Im Zuge dieser Straßenseite steht breit und behäbig das Gast- haus zum Rautenstock, ein Bau aus der zweiten Hälfte des 17. Jahr- Hunderts, als eben das Barock zu blühen begann. Das Haus steht geforchert in der. Reihe, losgelöst aus der sonst geschlossenen Zeile— es ensttand vor der Gründung der Stadt als Kaoaliershaus für dos Gefolge des Herzogs Christian I. von Sachsen-Merseburg, der Zeit- weilig in Dobrilugk residierte. Dieser Christian. Sohn des sächsischen Kurfürsten Johann Georg I., hat 1664 die Stadt nach einem bis in alle Einzelheiten fertigen Plane gegriiirdet, weil«r um fein Schloß herum„Untertanen", vor allem Handwerker haben wollte. Vorher schon hatte er die von seinem Vater begonnene, aber in den Wirren de» Dreißig- jährigen Krieges stecken gebliebene Erweiterung des Schlosses zu Ende geführt,„vollends in Geviert gebracht und mit einem breiten und tiefen ausgemauerten Graben umgeben". So, im Geviert um einen quadratischen Hof. von Gräben umzogen, im Schmucke seiner zwölf Volutengiebel ist es erhalten geblieben. Der Turm mit der „sächsischen Haube" ähnelt dem Dresdener Schloßturm. An das Merseburger Schloß, neben dem es als das schönste und bequemste galt,„so Jhro Hochsllrstlich« Durchlaucht in d«ro Landen zustehet", erinnert die geschlossene Hofanlage mit Ihrem Zierat, den Arkaden und phantastischen, in Kupfer getriebenen Drachenköpfen als Wasser- speiern. Der Kupferschmied hatte dafür gesorgt, daß die Drachen- köpf«, wenn Wasser durchfloß, possierlich die Zungen bewegten. Man kommt so auf dem Gange durch das Städtchen in immer ältere Bereiche. Di« ältesten liegen hinterm Schloß und am Ende der Stadt. Es sind di« Reste des um die Mitte des 12. Jahrhunderts gegründeten Zisterzienserklosterz. Von den Klostergebäuden ist nur das Refektorium übrig geblieben, das jetzt als Scheune dient. Aber die ehemalige Zisterzienserkirche, di« jetzig« Schloßkirche, ist, wenn auch nach wiederholten Instandsetzungen in einzelnen Teilen ver- ändert, mohlerhalten geblieben. Der spätromanische Ziegelbau, dessen Bauzeit um 1220 angesetzt wird, gibt den Kuusthistorlkern interessante Aufschlüsse über den Zusammenhang der Ziegelbaukunst Norddeutschlands und Oberitaliens, ähnlich wie di« sehenswerte Vrämonstratenserkirche zu Ierlchow. Besonders di« Chorapst» rühmt Dehio in ihrer äußeren Gestalt als ein besonderes Schmuckstück:„sie namentlich ruft Erinnerungen an di« romanischen Bauwerk« der Lombardei und der Emilia wach". Bei der Instandsetzung vor einigen zwanzig Iahren hat man nach alten Bildern den Dachreiter errichtet und im Innern der Basilika die ursprüngliche Benialung teilweise wieder hergestellt: die Putzflächen sind weiß gestrichen, di« Strukturteile mid di« Apsis sind rot mit weißen Fugen, die Rippen der Gewölb« in einfachen Mustern abwechselnd rot und weiß bemalt. Dies«« klare und einfach« Rottoeiß erfüllt das Innere mit einem milden und doch lebhast leuchtenden rosenfarbenen Licht, in dem das bunte Schnitz- und Bild- i/cfien smei Bügen werk der Herzogsloge, der Kanzel und des Altars, dos reich« Chor- gitter und di« Wandmalereien wie die Farbenspiele eines Blumen- gartens blühest. Wer an kunstgeschichtlichen Betrachtungen Interesse hat, sei auf die schönen Dorskirchen in der Umgebung von Dobrilugk, besonders auf die in Schönborn, Lindena und Lugau aufmerksam gemacht, an denen der baukünstlerische Einfluß von Dobrilugk spürbar ist: auch Liebhaberphotographen werden an diesen„Motiven" schwerlich vor- übergehen. Als di« Zisterzienser in der Näh« des völlig verschwundenen wendischen Dorfes Dobraluch bauten, war di« germanische Herrschast in diesem Landstrich noch länzst nicht gesichert. Es war jlawijäzes Land zwischen Sümpfen und unwirtlichen: Wald: noch zur Zeit der Reformation schreibt der als„Pirnaer Mönch" berühmt gewordene Chronist, als er von Dobrilugk als von einem„reich seld kloster cisterzienferordsns in der Lausnicz" spricht:„hat viel windisch Volck umher". Aber schon«in Menschenalter nach der Gründung scharten sich um das Kloster zahlreiche deutsch« Bauerndörfcr. Stiftungen vermehrten den Besitz des Klosters, der im 14. Jahrhundert über werzig Dörfer auf einem Gebiet von mehreren hundert Quadrat- kilometern zwischen Torgau und Senftenberg umfaßte. Dobrilugk »ar um diese Zeit„die größte und bestverwaltete Grundherrschaft der Lausitz". Das Kloster war wohl schon recht ansehnlich, als Walther von der Bogelweide im Jahre 1212 im Dienste des Markgrafen Dietrich von Meißen dem Abte von Dobrilugk«ine geheime Botschaft brachte. Aber der ritterliche Sänger, der im„süßen Sommer" der groß- artigen Landschaft Südtirols aufgewachsen war, fand an den unweg- samen Sümpfen und einförmigen Sandwäldcrn, durch die er noch Dobrilugk ritt, ebenso wenig Gefallen wie an dem rauhen Leben im Kloster der Zisterzienser. Und da ihm wohl auch der winterliche Aufenthalt in der schnee- und»ebeloerhüllien Burg zu Meißen wenig zusagte, schrieb er die sehnsüchtig-mißmutigen Berje: „Ich bin verlegen wie Csau/ Mein glattes Haar ist mir worden rauh:/ Süßer Sommer, wo bist du?/ Wie gern süh ich dem Pflüger zu! /'Eh' daß ich lang« in solcher Truh/ Beklemmet wäre, als ich bin nu:/ Che würd ich Mönch zu Toberlu!" So verdankt es Dobrilugk einer Uesen Verstimmung des Dichters, daß sein Name in dessen Versen verewigt ist. Ein wohlmeinender Chronist hat ihren Sinn sür Dobrilugk günstig zu deuten versucht: lieber noch Mönch in Dobrilugk als Ritter in. Meißen— nun, die Meißener von heute werden nichts dagegen haben. Es verbindet sich mit Dobrilugk noch eine ander« literarische Reminiszenz: Carl Heim, der als„H. Clauren" seichte rührselige Romane schrieb, wurde hier 1771 geboren. Wilhelm Haust ver- spottete seine nichtig« Schriststellerei in seinem„Mann im Monde": er ließ ihn unter Clauren« Namen erscheinen und w»rd« dafür zusammen mit. seinem Verleger bestraft. Aber der Spott wirkte: Claurens Romane wurden schon bei seinen Lebzeiten vergessen, und wenn heute ein Leser auf Heinrich Heines bissiges Wort vom „Clauren-Lächeln eines vermummten Satyrs" stößt, weiß er nicht. wen di«l«r Pfeil getroffen hat: auch in diesem Fall« war der Spötter größer als fein Opfer. Und endlich auch ans Literarisch« streift«ine Anekdote, die in einem alten Buch erzählt wird: Der Superintendent Typke<1744 bis 1630) in Dobrilugk hotte das Buch geschrieben:„Welche Zeit ist» im Reich« Gottes?" Ein Spötter antwortet« daraus in einer Flug- schrist unter dem Titel:„Welche Zeit ist»:m Gehirn des Super- intendenten zu Dobrilugk?" Typke selbst lachte über den Kampf. An einem SvMmerabend stand er an der Türe eines Hauses, in dem er zu Besuch war. Ein Vorübergehender, der ihn nicht kannte, redet« Ihn an:„Könnt ihr mir nicht sagen, um welche Zeit es ist?" Der Gefragte antwortete:„Ich bin der Superintendent Typke— in meinem L«ben sage ich niemandem mehr, welch« Zeit e» ist!" So scheint es kein Glücksfall zu sein, als Dichter oder Schrift- steller in Dobrilugk zu leben ober geboren zu fein. Aber«In Besuch des winzigen Städtchens an einem sonnigen Herbsttage bleibt in freundlicher Erinnerung, Die Zahl der Obstbäume in Deutschland. Der Direktor der Land- wirtschaftskammer für Hessen, Dr. Hamann, hat ein« genau« Er- Hebung der Zahl der bei uns vorhand«n«n Obstbäume angestellt und teilt in der„Gartenbamvirtschaft" das Ergebnis mit. Donach beläuft sich die Summe der tragfähigen Obstbäume m Deutschland auf etwa 153.7 Millionen. 3>eler Stlank: 3)tß QftVfßlQß Fnink« war Betriebsleiter bei F. u. L., Elektrische Maschinen. Jeden Morgen um halb sechs psiff die Sirene' und Franke war schon da, pünktlich wie ein Uhrwerk. Der Portier salutierte höflich, und Franke verschwand in seinem Zimmer. Sein grauer Mantel flatterte über den Hof und am Hauptein- gang, vor der Kontrolluhr und oben im Lager, wo nebenan die Wickelmaschinen standen. Franke war überall und paßt« auf. Der technische Direktor kam um acht und kümmert« sich um nichts. Im ersten Stock klapperten die Schreibmaschinen, und das Fenster im Privatbüro war ständig eng verhangen, denn der Direktor durste nicht gestört werden, wenn er die neuen Zeichnungen durchsah. Dafür war eben Franke überall. Wehe, wenn früh einer nicht auf die Minute da war. Und wehe, wenn jemand etwa vergessen sollte, Franke laut zu grüßen. Der alt« Krüger von der zweiten Stanze konnte davon ein Liedchen singen. Krüger Emil war schweigsam. Er öffnete den'Mund nur dann, nienn es wirklich nicht anders ging. Aber dos Grüßen hatte ihm Franke in den drei Jahren, die er als Betriebsleiter funktionierte, beigebracht. Erst hagelte es liebenswürdig« Ausdrücke, wie„faule Luder" oder„Lausewanst"— das waren Spezialitäten von Franke—, und dann wahrhaftig Lohnabzüge— alles, weil Herr Franke nicht gegrüßt worden war. Jetzt mußte sich auch Krüger Emil ducken. Daß Franke mit der Direktion unter einer Decke steckte, war alt- bekannt. So richtig weggekriegt hatte das die Belegschaft zum erstenmal, als die englischen Fräsmaschinen und in der Montage das laufende Band eingeführt wurden— auf einen Vorschlag von Franke. Damals fing das„Sparen" an. Man rationalisierte. Auf einen Schlag wurden fünfzig Mann entlassen. Die Belegschaft wurde ge- siebt. Statt der Männer kamen in manch« Abteilungen mehr Frauen. Doppelt soviel Lehrlinge wie bisher muhten eine ganze Anzahl von gelernten Arbeitern ersetzen. Franke schwamm in seinem Element. „Das geht noch ganz anders," sagte er gleich am Ansang zum Direktor und vergrub sich in Zeichnungen und Personallisten. An den Drehbänken wurden Versuch« durchgeführt, und mit Hilfe von verzwickten Handgriffen konnte wieder einmal„gespart" werden. Dann lief auch noch der alte Tarifvertrag ab: der neu« brachte Verschlechterungen im Stundenlohn und im Akkord. Franke ging jeden Morgen durch den Betrieb und spürte nach „Unzufriedenen". Wenn es hieß«, der„Rausfchmißapostel" kommt — das war der Spitzname, den sich Franke redlich verdient hatte—, klapperte und krachte es in ollen Abteilungen noch einmal so schnell. Was sollte man weiter machen? Franke war sich seiner Sache nicht so ganz sicher. Die„Unzufriedenen"— Gott, die Kerl« taten ihm nicht den Gefallen, sich zu verraten. Mit Bcstimmcheit tippt« Frank« nur aus Krüger Emil. Aber der war schon zwanzig Jahre hier,»nd schließlich konnte man da nicht so ohne weiteres vorgehen... In der Mittagspause spazierte Frank« mit dem technischen Direktor und dem ersten Prokuristen aus dem Hof auf und ab und durch die Maschincnsäl«, vom Werkzeugverschlag bis zur Anker- wickele!. Di« Arbeiter, meistens gebückte, ältere Leute und Frauen, unter- hielten sicy leise und warfen nur hie und da verstohlen einen Blick auf den allmächtigen Betriebsleiter. Krüger Emil schwieg sich hart- näckig aus. „Na?" fragte damt Franke nach dem Direktor hin, als meinte er:„Die halten wir hübsch in Schach, was?" Und dann mußt« man schon erörtern, wie es mit einer kleinen Gehaltsaufbesserung wäre. Di« Maschinen standen still, und die Belegschaft war still— aus Furcht vor dem blauen Brief, vor der Arbeitslosigkeit, vor dem Hunger. Punkt halb eins pfiff«s wieder. Ungefähr um halb vier, so geg«n Feierabend, kam Frank« für gewöhnlich ins Technische Büro herüber und unterhielt sich mit dem Konstrukteur. Erst über seine neuesten„Erfindungen", dann«twas amüsanter. Franke wußte«ine Menge von dem, was«r„gute Witze" nannte: nnd für Zoten war selbstverständlich imm«r«in Zuhörer zu finden. Wenn Franke lacht«, bildeten sich zu beiden Seiten seiner langen Nase tiefe Falten, und sein glattes Holzgesicht verzog sich wi« Gummi. Zwei Minuten, ehe es haute, sah er regelmäßig nach der Uhr, packte einen Wulst von Lichtpausen unter den Arm und verschwand im Betrieb, um bis zur letzten Minute zu zeigen, daß er allein hier etwas zu sagen habe. Tag für Tag, Monat für Monat. Zlus seinem Machtgefühl wurde Franke ziemlich unvermittelt und plötzlich gestürzt. Das kam eigentlich ganz einfach. An der zweiten Stanze saß der alte Krüger und an d«r dritten eine jung« Arbeiterin. Wenn man die ganze Woche fünfundzwanzig Mark verdient, kann man sich es nicht leisten, zu heiraten. Aber schließlich ist auch ein Fabrikmädel noch etwas anderes als ein bloßes Arbeitsvieh. Kurz und gut: die Arbeiterin war schwanger. Krüger Emil glotzte oft zu ihr herüber und wundert« sich. Das Mädel hatte«s nicht dazu, jetzt in ihrem Zustand zehn Stunden täglich zu schuften. Blutarm und ein Kind unterm Herzen, dazu dauernd der Oelgestank, der Radau und die eintönige Arbeit— kann das «in« Schwangere aushalten? Krüger Emil dachte unbeholfen nach. Er war schon zu lange hier, um die Antwort darauf nicht zu finden. Wenn ein« Arbeiterin schwanger wird und die Arbeit nieder- legt—? Was geschieht dann—?„Wegen Arbeitsmangels" entlassen... Aber wovon soll das Mädel mit dem Wurm dann leb«n? Als sich Krüger Emil die Gedanken zurechtgelegt hatte, wurde ihm das alles ganz klar. Und während er seine Lamellen stanzte, sah er immer öfters zur dritten Stanze hin. Richtig— in den letzten Tagen konnte das Mädel nicht mehr so. €>i« arbeitete langsamer, zerfahrener, nickte od und zu ein, um dann von neuem aufzuschrecken und nach kurzer Zeit wieder von ihrer Schwäche überrumpelt zu werden. Krüger Emil knurrte und schwieg verbissen, während er imm«r wieder nach der dritten Stanze blickte. Nun, der Skandal kam etwas unerwartet. Kurz nach der Mittcgpause tauchte der bekannte graue Mantel auf. Franke schlenderte durch die Schlosserei, an den Fräsen vorbei «nd zu den Stanzen hin. Bei der dritten Stanze— Aha! Franke Mich sich vorsichtig näher. Aha! Sieh mal an! Franke stellte sich direkt vor die Maschine. Die Stanz« lies leer. Die Arbeiterin kauerte blaß auf ihrem Schemel, den Kopf vornüber» geneigt. So! Franke fuhr sich über' den kahlen Schädel, und dann donnerte er los. „Faule Luder, Himmelsakrament! Was ist denn das für eine gottverfluchte Sauerei?! Stinkfaule Menscher— zum Schlafen»—!" Franke entdeckte plötzlich etwas„Aha!" bellte er das. Mädel an, dos mit entsetzten Augen dasaß und verstört an sich herumzupfte,„zum Kindermachen, da habt ihr wohl Zeit— aber zum—!" Da stand auf einmal die zweite Stanze still. Franke schrie und brüllte seine beliebten Kraftausdrück«. Gerade, als. er etwas ganz besonders Gemeines raus haut«, merkte er, daß. jemand neben ihm stand. Der alte Krüger, der nie den Mund auftat und«s nicht für nötig hielt zu grüßen, der alte Krüger von der zweiten Stanze tat auf einnial den Mund auf, so daß der Betriebs- leiter vor Staunen mitten im Satz abbrach. „Franke," sagte Krüger Emil ganz laut und bedächtig,„Franke, weißt du, was du bist? Ein Lump bist du!"— und im gleichen Augenblick klatschte eine Ohrfeige, die nicht von Pappe war. Franke stolperte und rasselte mit dem Kopf gegen die Stanze. daß das Blut gelaufen kam. Und Franke, der allmächtige Franke. schlich wie ein geprügelter Hund zwischen den Maschinen und den Bücken der Belegschaft hindurch nach dem Ausgang. „So," sagt« Krüger Emil und wischte sich schwerfällig di« Hände an seinem blauen Kittel ab. „Hm," knurrte er und ging,»m seine Papier« zu holen. Mamburgs Xandgetvhm Hamburg ist durch eine Laune der Natur binnen wenigen Jahren von einem Unrfang von 415 Quadratkilometer auf 455 Quadratkilometer gewachsen. Di« rechts vor der Elbmündung ge- legene ganz kleine Insel Scharhörn ist auf«twa 20 Quadratkilometer angewachsen. Der Vorgang wurde schon seit einigen Jahren durch Dammbauten und Anpflanzungen gefördert, beruht aber im wefent- lichen aus einem seit Jahr.zehnten statffindenden Materialtransport des Gezeitenhubs. Es besteht die Möglichkeit, daß mit wenig Kosten die Landbrllcke von Scharhörn über Neuwerk bis zum Festland auf- geschüttet sein wird. Dann wird Hamburg, dem die Landspitze bei Cuxhaf«n gehört, um weitere SO Quadratkilometer angewachsen sein. Dieser Vorgang sowie die Landablagerung am neuen Sylter Bahndamm läßt die Pläne wieder aufleben, das ganze Jnselgebiet der Halligen durch entsprechend« Dammbauten dem Festland wieder- Zugewinnen. Es wäre hier ein Londgewinn von rund 1000 Quadrat- kilometer möglich, ein Projekt, das in seiner Größe an die Trocken- legung der Zuidersee heran reicht. Die Anzahl der Eiszeiten. Heber die Anzahl der Eiszeiten, von denen das Gebiet Norddeutschlands während des Diluviums betroffen wurde, gehen die Meinungen der Forscher immer noch auseinander. Während die einen annahmen, daß man das ganze Diluvium als eine einheitliche Eiszeit betrachten müsse, die durch Zeiten wärmeren Klimas unterbrochen wurde, glaubten andere 3 oder gar 4 durch wärmere Perioden getrennte selbständig« Vereisungen für Nord- deutschland annehmen zu müssen. Professor Wiegers hat dies? Fragen im Rahmen der Arbeiten der Preußischen Geologischen Landesanstalt von neuem aufgeworfen. Er kommt auf Grund seiner Untersuchungen in der Magdeburger Gegend zu dem Schluß, daß nicht mehr als 3 Eiszeiten in Norddsutschland erweisbar sind. MRTsclH�rrswoour MONTAG, DEN 2 0. OKTOBER BIS SONNABEN 25- OKTOBER Glas Bierbecher... 0.22. 0.20. 0.1 3 Teebecher....... 0.18, 0.16 Weingläser auf grünem Fuß........... 2 Stück 0.48 Weingläser auf grünem Fuß, verschiedene Schliffe.. 0.42 Likörgläser auf grünem Fuß......... 0.40, 0.32, 0.25 Likörgläser. 6 Stück 0.95, 0.75 Weinglasgarnitur Berlin Rotweingiäser........ 0.60 Weißweingiäser...... 0.65 Portweingläser....... 0.50 Likörgläser.......... 0.40 PreOglas Kompotteller.. 0.10, 0.09, 0.05 Kuchenteller..... 0.90, 0.78 Glasschalen... 0.78, 0.45, 0.38 Kompottschälchen..... 0.07 Jardinieren»Sonne«.... 0.90 Aufsätze»Sonne«...... 0.78 Butterdosen...... 0.22,0.18 Salznäpfe........... 0.07 Stangenvasen..... 0.45, 0.35 Vasen, bunt....... 0.58, 0.45 Feston-Goldrandgeschirr Porzellan Teller, tief und flach..... 0.48 Abendbrotteller, 19 cm.. 0.38 Platten............. 1.20 Salats.............. 1.20 Saucieren........... 1.20 Penellan Tassen mit Untertassen, Goldrand und bunt...... 0.18 Tassen mit Untertassen, Goldrand gerippt....... 0.22 Tassen m.Untert.,ind. blau 0.35 Obertassen.......... 0.10 Untertassen......... 0.05 Abendbrotteller, bunt, Goldrand, weiß.... 0.1 4, 0.1 2 Milchtöpfe m. Schrift, TA Ltr. 0.95 Kuchenteller..... 0.85, 0.48 Satz Schüsseln, 3 teilig, Golddekore........ 1.45, 1.20 Satz Schüsseln, 3 teilig weiß............ 1.25,1.10 Obstkörfae,versch.Dek. 0.98,0.90 Kaffeeservice, 9 teilig 4.35,3.75 Kaffeeservice, löteilig 9.25, 8.25 Kaffeeservice, China, 9teilig 7.75 Kaffeeservice,China, 1 6 teil. 1 4.25 Tafelservice, mod. Dekore 23 teilig........ 32.50, 24.75 Tafelservice, mod. Dekore 77 teilig............ 59.50 Kaffeekannen, weiß gerippt....... 0.85, 0.75, 0.60 Teekannen, weiß...... 0.85 Teekannen, bunt...... 1.45 Steingut Teller, tief und flach, glatt. 0.16 Teller, flach, glatt....... 0.12 Abendbrotteller... 0.09 Teller, tief und flach, gerippt 0.18 Teller, flach, gerippt..... 0.14 In unseren Warenhäusern Oranienstraße und Reinickendorfer Straße: Vorführung des Brat- und Baclc- apparotes„Kuchenwunder" 1 f, Vi Steingut Satz Schüsseln, öteil., weiß 0.90 Satz Schüsseln, 6 teilig, bunt 1.30 Satz Schüsseln, 7teilig, bunt 2.33 Salatschüsseln, einzeln, bunt und weiß..... 0.55, 0.48, 0.22 Milchtöpfe m. Schrift, Ist, u. 2 Liter........... 0.95, 0.85 Obstschalen auf Fuß..... 1.45 Emaille Schmortöpfe,grau0.80, 0.70, 0.60 Schmortöpfe, blau 0.98, 0.80, 0.65 Kasserollen, kon ,grau 0.60,0.48 Kasserollen, kon., blau 0.65, 0.55 Wasserkessel, grau.2.00,1.75 Basarwannen.... 1.30, 0.90 Mülleimer, weiß....... 2.25 Eimer....... 1.10,0.85,0.75 Brotbüchsen.. 8.85, 7.85, 6.85 Müllschaufeln........ 0.48 S. S. 5. Konsole........ 1.45 Konsole m. Maß........ 0.95 Schüsseln, flach. 0.55, 0.50, 0.45 Aluminium Schmortöpfe, Satz,5 St. 9 75, 7.75 Wasserkessel.3 10, 2.90, 2 50 Flötenkessel.. 3.10, 2 25, 1.70 Kasserolle, kon. m.Stiel 0.85, 0.70 Konsole m. Maß 1.50, 0.95, 0.85 Zinkwaren Wulstwannen, hoch 19.00, 15.50 Drahtwannen 14.25, 12.25, 9.50 Zober m.Fuß u.Ventil 16.00, 14.00 Wirtschaftsartikel Brotschneidemaschinen Rundmesser... 12.25, 10.00, 9.00 Reibemaschinen. 2.40, 2 25, 1.75 Fleischhackmaschinen 5.50, 4.25 Tafelwagen... 15.00, 13.50, 9. SO Wandkaffeemühlen.. 4.75, 4.25 Schoßmühlen... 4.95, 3.45, 2.95 Besteckkästen.. 1.50, 1.25, 0.98 Blechwaren Brotbüchsen, lack. 4.25, 2.75, 2.40 Brotkörbe, lack...1.10, 0.45, 0.40 Kastenformen, weißbl. 0.45, 0.40 Springformen, weißbl. 0.60, 0.50 Reibeisen, weißbl. 0.35, 0.30, 0.08 Stahlwaren Eßbestecke, Ebenh. 1.50, 1.25, 0.90 Eßbestecke, rostfrei 3.85, 2.95, 2.25 Dessertbestecke, Ebenh. 1.20, 0.85 Dessertbestecke, rostfrei 2. 60, 2.1 0 Brotmesser..... 1.65, 1.10, O 95 Küchenmesser, rostfrei 0.40, 0.35 Bilrstenwaren Roßhaarbesen.. 4.00, 3.25, 2.95 Roßhaarhandfeger... 1.90, 1.65 Teppichbürsten.. 1.35, 1.00, 0.90 Klosettbürsten... 1.10, 1.00, 0.55 Schrubber..... 1.65, 0.50, 0.25 »Mop......... 3.00 I-Mopöl..... 1.50,0.50 -Handmop...... 1.75 -Scheuertücher0.48, 0.35 I Wir zeigen im Schaufenster unseres Warenhauses Oranienstraße: Die Herstellung von Bürstenwaren mit den neuesten Maschinen S. Oranienstraße 164-65 Charlottenburg, Rosinenstraße 4 N. Reinickendorfer Straße 21 Sr. 49i• 47. 3ol)raiiitg Sonniag, 4S. Oktober 4sz» Was liest unsere Jugend? Aus Iugendbilduerkreison, vornehmlich Lehrern und Beamten der Jugendämter, hat sich der„Ausschuß zur Bekämpfung der Sckiund- und Schmutzliteratur und des Unwesens iin Kino" gc- bildet, deren Berliner Bertvctung unter dem Borsitz der Stadträlin (Genossin Klara We y l und des Stadtrats Rektor Genossen G e n j ch zu einer Tagung im Bürgersaal des Rothauses zusammenrief. An Stelle der durch Krankheit verhinderten Genossin Wey! be- grüßte Rektor Gensch die aus allen Teilen des Reiches zusammen- gekommene Helserschar, die sich bemüht, die Jugend vor den Ge- sahrenquellen der heutigen Zeit zu bewahren. In seinem einleitenden Referat führte Genosse Gensch aus, daß sich der Aufgaben- kreis für den Jugendbildner von Jahr zu Jahr vergrößere. Das Problem sei so schwierig, daß man auch auf dieser Tagung keine Lösung finden werde, aber es gelte den Boden zu finden, aus dem man aufbauen könnte. Wie der Ausschuß bei früheren Tagun- gen die Fragen des Gassenhauers, Kinos und Rundfunks erörtert habe, so sei dem Lesestoff der Jugend die größte Aufmerksamkeit zu schenken. Die früheren Methoden der Schulen, gegen IS Pfund Schundliteratur 8 Pfund gute Literatur einzutauschen, haben Be- denken wegen des Tauschgeschäfts hervorgerufen. Der Referent er- örterte di« Arbeitsweise, wie man zu einer Feststellung des von der Jugend bevorzugten Lesestoffs kommen könnte, um den unkontrollicr- baren Miterziehern Aufmerksamkeit zu schenken. Für jedes Ver- fahren bei Umfragen seien ober die Fehlerquellen so groß, daß man von einem exakten Ergebnis nicht sprechen könnte. Rettor Gensch hat selbst eine solche Umfrage veranstaltet, auf die 2 5000 Zettel von Kindern einliefen. Es zeigt sich nach seinen Worten, daß die Jugend darum auch nach Schundliteratur greift, um Dinge kennen zu lernen, die ihr noch fremd sind, also aus einem Gegenwartsbediirfnis heraus. Aber auch das Rauschbcdürfnis, wie es sich im Biellesen ausdrückt, ist einer der Beweggründe. Die 25 000 Antworten hätten nichts ergeben, man kann durchaus nicht erkennen, wo der Hebel zu einer Besserung angesetzt werden soll. Bei der reiferen Jugend, besonders bei den Antworten der Berufsschulen, zeigen sich Lichtblicke: hier ist Sireben nach Weiterbildung im Fach vorhanden, vereinzelt zeigen sich auch weit- anschauliche und parteipolitische Einslüsse, die di« Wohllosigkeit und Kopflosigkeit der jugendlichen Lesewut zurückdrängen. In den nachfolgenden Referaten sprachen Dr. Sachs-Berlln und Barfaut-Hamburg über dies« psychologischen und soziologischen Grundtriebe der jugendlichen Leser. der männlich« Handschuh hat sich im Laufe der Begebenheiten völlig vereinfacht und so mutet die überladene Pracht eines bischöflichen Handschuhes aus dem 17. Jahrhundert, gefertigt aus rotem Eommet mit kostbaren Steinen, Perlen und Metallstickcrei verziert, oder eine fürstliche Handbekleidlina aus handbemaltem Leder mit dem Porträt des Trägers eigenartig an: die englischen Ritter des IS. Jahrhunderts hingegen bedienten sich eiserner Rüsthandschuhe. Daneben sieht man zierliche Frauenhondschuhe aus Seide, Goldspitze, Bänd- chenarbeit, mit Einsätzen, Bolants und modischem Krimskrams. Seminarneubau inBethanien. Das Krankenhaus Bethanien, Mariannenplatz, hat neben baulichen Erweiterungen der Krankenanstalt selbst«ine neue Fortbildungsschule für Krankenpslegeper» s o n a l sowie ein sozialpädagogisches Seminar eröffnet. In der Fortbildungsschule soll das Pflegepersonal in regelmäßigen Kurse» und Lehrgängen mit allen wissenschaftlichen, technischen und prakti- schon Neueningen auf dem Gebiete der modernen Krankenpflege ver- tränt gemacht werden: Hand in Hand damit geht auch die Fort- bildung in der sozialen Krankenhausfürsorge und in der allgemeinen offenen Fürsorge. Das Seminar ist sozialpädagogische» Ausgaben gewidmet, es umsaht die Ausbildung von Kindcrgärtnermncn, Hortnerinnen und Jugendleiterinnen: zur praktischen'Arbeit sind iin Seminar eine Säuglingskrippe, ein Kinderhort und«in Kindergarten für je 50 Kinder eingerichtet. Im selben Gebäude befindet sich außer- dem eine Haushaltungs- und eine Wohlsahrtsschule. Wochenprogramin des Berliner Rundfunks. Herbflwunder in Vabelsberg. Nach Potsdam und seinem Sanssouci fahren Sonntags Tausends, aber den Park, dem ein« genial zu nennende Kunst des Gärtners trotz aller Gepflogenheit«inen Zug von großartiger urwüchsiger Natür- lichkeit gelassen hat, den Park von Babelsberg kennen noch viel zu wenige. Und gerade jetzt im Herbst bietet dieser reine Laubroald- Bergpark Bilder von einer sellenen unvergeßlichen Schönheit. In Grün. Gelb, Rot und Braun, in allen ihren Abstufungen prangen die Herbstkleider der mächtigen alten Baumriesen. Der Blick von der Vorderseite des Schlosses über den zur Havel abfallenden Park, die Glienickcr Brücke und die in weiter Ferne verblauenden Havel- seen ist immer wieder neu und bezaubernd. Man kommt im Steigen zu einem merkwürdigen gotisch anmutenden Bau, der alten Ber- liner Gcrichtslaube, und weiter zu dem dem Eschen- heimer Torturm in Frankfurt nochgebildeten, im Wasser stehenden Flatowturm. Endlich falten sich auf einer freien, von einer Siegesgötin gekrönten Höhe die Baurmoände auseinander und ganz Potsdam liegt vor einem. Nun geht der Wanderer einen schroff abfallenden Vevghang hinab und steht nach zehn Minuten an dem großen Tor, das aus dem Park nach N o- w a w c s führt. Die W i l h e l m st r a ß e in dieser unserer jüngsten Stadt ist eine freundliche Ueberraschimg: ungewöhnlich breit mit vier Rechen Ahornbäumen und vielen netten Häuschen, so führt die Straße behäbig zum Bahnhof. Dieser Weg von oder zum Park ist weit schöner und viel ruhiger als die von Autos überflutete Straße vom Bahnhof Neu-Bobelsberg. Der bunte Park mit dem schneeweihen einsamen Schloß, die weiten grünen Hänge und Talmulden, die blauen Haoelseen und die milde warme Herbstsonne darüber, das sind Eindrücke, di« ganz stark und nachhaltig sind._ Der Handschuh im Wandel der Zeiten. Eine interessante historische Rückschau bietet das Waren- haus Wertheim, Leipziger Straße, mit ihrer Ausstellung„Der Hand- schuh emst und jetzt". Gerade heute, wo der Zierhandschuh nach jahrelanger Berbannung wieder zu Ehren kommt, ist diese modische Gegenüberstellung ganz besonders aktuell und man kann dabei die Entdeckung machen, daß Ben Akiba wieder einmal recht behalten soll: Alles ist schon einmal dagewesen. All die kokett gestickten,»e- malten, gestanzten und gefransten Stulpen hatten auch schon die Modebeflissenen längst vergangener Jahrhunderte getragen. Nur Loantse, IS. Olctoder: 6.39: Funksyrn.iastik 7: Aus Hamburs:; Hafenkonzert. 8; Pür den Landwirt. 8.50; Morgenfeier. Anschließend Glockengeläut des Berliner Doms. 10.05; Wettervorhersage. II; Eiterfistunde. 1.30: Konzert. 14: Jugendstunde. 14.30: Chorgesänge. 15: Mandolinenorchester-Konzcrt. 15.15: Als Einlage: Von der Grunewald-Rennbahn: Großer Preis der Republik. 16.10: Wilhelm von Scholz liest aus eigenen Werken. 16.35; Unterhaltungsmusik. 18: Von der Deutschen Welle:„Die Himalaja-Expedition von Prof. Dr. Dyhrenfurth. 8.30: Bach— Händel. Konzert. 18.50;„Der Narr mit der Hacke", ein Hörspiel nach japanischen Motiven von Reinacher. 19.50: Sportnachrichten. 20: Dajos B61a spielt. 21: Tages- und Sportnachrichten. Danach Tanzmusik. Montag, 20. Oktober: 6.30; Funkgymnastik. Anschließend Frühknnzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Die Aufgaben der Frau in der Ocffentlichkcit. 15.10: Lebensdauer und Altern der Tiere. 16.05: Argentinien — wie wir es nicht kennen. 16.30: Aus Leipzig: Unterhaltungskonzert 17.30: Jugendstunde, 7.30: Die Erforschung der individuellen Entwicklung und ihrer Formkräfte. 18.15; Sozialpolitische Umschau. 18.40; Unterhaltende Lieder. 19: Drei Minuten vom Arbeitsmarkt. 19.05: Unterhaltungsmusik. 30: Anton Wildgans. 20.30; Ucbcrtragung aus Wien. Konzert. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach Tanzmusik. 0.30: Orchestersuiten. Dienstag, 21. Oktober: 6.30; Funkgymnastik. Anschließend FrtJhkonzcrt. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Die moderne Frau. 15.40: Arbeiter, die Künstler wurden. 16.05: Die deutsche Landschaft. 6.30: Aus Leipzig: Stimmungsbilder. 17; Kurzgeschichten von Fritz Michel. 17.30: Jugendstunde. 18: Bücherstunde. 18.30: Arnold Ebel. 18.55: Drei Minuten vom Arbeltsmarkt. 19; Interview der Woche. 19.30: Albert W. Ketelbey.— Konzert 21: Tages- und Sportnachrichten. 21: Uraufführung:.. Der Strich durch die Rechnung". Rennfahrer-Komödie von Angermcycr. 22.30: Politische Zcitungsschau. Mittwoch, 22. Oktober: 6.30: Funkgymnastik, Anschließend Frübkorzcrt Ot Schulfunk. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt 14: Schallplattenkonzert. 15.20: August Halm zum 60. Geburtstage. 15.45: Eine Viertelstunde Technik. 16.05: Programm der Aktuellen Abteilung. 16.30: Unterhaltungsmusik. 17.30: Jugendstunde. 17.50: Volkslieder. 18.15; Rundfunk und Strafrecbt 18.45: Die amtlichen Fürsorge-Einrichtungen. 19.15: Drei Minuten vom Arbeitsmarkt. 19.20: Was sendet Deutschland? 20.30: Literarische Umschau. 21t Tages- und Sportnachrichten. 21.10: Konzert Danach Tanzmusik. Donnerstag, 23. Oktober: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzert. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Gastfreundschaft und Spar- Im Programm der aktuellen Abteilung wurde von Dl. �rnst Heilborn über die Verteilung des diesjährigen K l e i st p r e i s e s gesprochen. Ks handelte sich bei dieser Beranstaltnng weniger dar- um, die eine Persönlichkeit herauszustellen, der die— übrigens nur 1500 Mark beiragende— Preisstiftung zufiel; es galt vielmehr, einige junge Draniatiker namhaft zu machen und ihre Merke zur Ausführung zu empfehlen. Dr. Hellborn war nach Kräften bemüht, seiner Aufgabe gerecht zu werden. Das große, geniale Bühnen- merk hat er leider freilich nicht eindecken können; er nrußre sich auf Empfehlungen einiger vielleicht bühnengesignetsr Dichtungen be- schränken.—..Verleger gesucht"— das sollte eine Werbeveranslal- tung für jüngste Dichtling sein. Leider wurde ein Tell der Werke ron einein Herrn gelesen, der so sprach wie Wilhelm Bendow— der aber zum Unterschied von Bendow Ernst von feinen Zuhörern forderte. Unter der vorgetragenen Lyrik war manches, was auf- horchen ließ, ohne daß man aber bei diesen spärlichen Proben sagen könnte, ob hier mir zufällige Motive anklangen oder ob eine große Lebensmelodie sich verkündete.— Paul Zech sprach die Erzählung der Woche. Zur Zeitungsnotiz über eine Alltagslra- gödie zeichnete er die Gestalten erschütternd lebendig.— Welchen Sinn die ollwöchentlichen„10 Minuten Film" haben sollen, bleibt dunkel. Filmkritilen kann der dafür Interessierte zur Genüge in den Tageszeitungen lesen. Daß sie vor dem Mikrophon diesmal im Berliner Deutsch gegeben wurden, machten sie nicht schmackhafter.— Wichtig war der Vortrag über„Fortbildungsinöglichkeiten für Werkiätige", den Obermagistratsrat E. Marquardt hielt. Leider war die Veranstaltung wieder zu elner Zeit angesetzt, die es zahl- reichen Interessenten unmöglich gemacht haben dürste, den Bor- trog abzuhören. Tes. samkelt 15.40; Medizinisch-hygienische Plauderei, 16.05: Umwertung der Technik. 16.30: Musik der Troubadoure, Trouveres und Minnesänger. 17.10: Rudolf Peters— Konzert. 17.30: Jugendstunde. 17.50: Redakteur und Leser, 18.15: Musikalisches Magazin. 19.05; Adalbert Stifter zum 125. Geburtstage. 19.25: Chorgesänge. 19.45: Aus Frankfurt a. M.: Scptembcrtagung des Völkerbundes In Genf. 20.30: Unterhaltungsmusik. 21: Tages- und. Sportnachrichten. 21.10:„Der tolle Kapellmeister." Heitere Oper von Benno Bardi. Danach Tanzmusik. Freitag, 24. Oktober; 6.30: Funkgymnastik. Anschließend Frflhkonrert. 12.30: Wettermeldung« für den Landwirt 14: Schallplattenkonzert 15.20: Falsche Sparsamkeit bei der Anlage von Gärten. 15.40: Wozu brauchen wir einen neuen Kniggc? 16.05: Cellovorträge. 16.30; Jugendstunde. 16.50: Gabriele Hartenstein liest eigene Erzählungen. 17.10: Radium und Alter der Erde. 17.35: Unterhaltungsmusik. 18.35: Das neue Buch. 18.45: Programm der nächsten Woche. 19. 10s Programm der Aktuellen Abteilung. 19.30: Natur und Schallplatte. 20.30t Die Erzählung der Woche. 21: Tages- und Sportnachrichten. 21.10: Unbekannte» aus Jugendwerken Richard Wagners. Danach Abendunterhaltung, Sonnabend, 25. Oktober: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend Prflhkonxcrt 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14; Schallplattenkonzert. 15.20: Jugendstunde. 15.45: Rassische Kunst als Erlebnis. 16.05: Unterhaltungsmusik. 18.05: Drei Minute« vom Arbeitsmarkt. 18.10: Die europäische Tonfilmproduktion. 18.35: Der geheimnisvolle Sudan. 19: Spukgeschichten. 19.30: Populäres Orchesterkonzert. 21: Tages- und Sportnachrichten. 21.10: Kabarett. Danach Tanzmusik Königswusterbausen Sonntag. 19. Oktober: Ab(L30: Uebcrtragung aot Bertb». IS: Die Himalaja-Cxpcditk«! von PrtM fcssor Dr. Dyhrenfurth. 18.30: Jagderlebnisse in Kaschmir. 19; Wilhelm voa Scholz liest zwei unveröffentlichte Novellen. 20: Deutschlandsender: Aus Stuttgart: Abendkonzert. 21.05: Ans Breslau: Militärsinfonic. Anschließend üebertragnng aus Berlin. Montag, 20. Oktober: 16: Neue Wege im Musikunterricht der ländlichen Fortbildungsschule� 16.30: Aus Berlin: Nachmittagskonzert. 17.30: Musiker-Novellen. 18: Viertelstunde für die Gesundheit. 18.30: Religion im Expressionismus. 19: Englisch für Anfänger. 19.30: Stunde des Landwirts. 20: Deutschiandsender: Aus Hamburg: Unterhaltungskonzert 21: Aus Hamburg:„Zeit zu Zelt"(Uraufführung). 21.35: Aus Hamburg: Uraufführung:„Geld", Hörspiel. Danach Uebertragung aus Berlin. Dienstag. 21. Oktober: 16: Landschule und Wirtschaft. 16.30: Aus Leipzig; Nachmittagskonzert, 17.30: Einführung in das Verständnis der neuen Musik. 18: Bücherstande, 18.30: Philosophie der Gegenwart. 19: Französisch für Anfänger. 19.30: Dia Kunst zu inserieren. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 20: Deutsch* landsender: Aus Dresden: Konzert. 21: Aus Hamburg: Mozart-Konzert. Anschließend Uebcrtragung aus Berlin. Mittwoch, 22. Oktober; 16: Die heutige Lage des Deutschunterrichts. 16.39: Aus Hamburg: Nach� mittagskonzert. 17.30: Ziergesang. 18: Die internationalen Kapitalmächte� 18.30: Das physikalische Weltbild der Gegenwart. 19: Deutsch für Deutsche, 19.30: Rationelle Steuerverwaltung. 19.55; Wetterbericht für die Landwirtschaft. 20: Deutschiandsender: Unterhaltungsmusik. 20.30: Aus Leipzig: Drei Szenen von Strindberg. 21.15: Aus Leipzig: Alte Rundtänze. Anschließend Uebcrtragung aus Berlin. Donnerstag, 23. Oktober: 16: Spielart und Spieltexte. 16.30: Aus Berlin: Nachmittagskonzert. I7.30Ä Hausmusik. 13: Auswaiiderungsmöglichkeiten für deutsche Landwirte in USA. und Canada. 18.30: Hochschulfunk. 19: Bernard Shaw als Sozialist. 19.303 Stunde des Landwirts. 20: Deutschiandsender: Aus Köln: Musikalisches Durcheinander. Danach Uebcrtragung aus Berlin. Freitag, 24. Oktober: 16; Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Leipzig: Nachmittagskouzcrt. 17.303 Der Mensch in der Oeffemlichkeit. 18; Das internationale Goldprobiem. 18.30? Urmenschenaufstieg. 19: Englisch für Fortgeschrittene. 19.30: Wissenschaftlicher Vortrag für Aerzte. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft* 20: Deutschiandsender: Aus München:„Boris Gudunow", Musikalisches Volksdrama von Moussorgski. Anschließend Uebcrtragung aus Berlin. Sonnabend, 25. Oktober: 16; 50 Jahre Berliner Lehrerverein. 16.30; Kinder machen Musik. 17.30?! Verkehrsunfälle und ihre Verhütung. 18: Französisch für Fortgeschrittene, 18.30: Schwingungen und Schwingungsforschung. 19; Das Arbeitslager(ein Zwiegespräch). 19.30: Stille Stunde. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 20: Deutschiandsender: Aus Hamburg: Kabarett Amerika. 21:„Dje bunte Kuh." Von Hanseaten und Schiffsleuten. Aus Hamburg. Anschließend Uebcrtragung aus Berlin. Ein Eigenheim und sei s audi erst im Alterl Erfüllen Sie sich Ihren Wunsch, nach arbeitsreichen Jahren einst im eigenen Häuschen sorgenlose Tage zu verleben. Sie können jetzt schon fest den Tag bestimmen, an dem Sie einst Ihr Eigenheim beziehen v/erden: Stellen Sie durch eine Lebensversicherung für einen ganz bestimmten läg in 15 oder 20 Jahren das erforderliche Kapita! bereit Sie haben dann zugleich auch die Gewißheit, daß Ihre Angehörigen bei Ihrem Tode sofort das ganze Kapital erhalten, wenn Sie den festgesetzten Tag nicht mehr erleben. Legen Sie die Hälfte Ihrer Ersparnisse in Lebensversicherungen an! Wvhin �tkeri wjj� 8.15 Dbr— Ranfficn erianbi Tlffany Twin«. Dora Kasan u. Nester. Prof. Pallos B sinnen» deLadies. Brown u.LaHart us*. Heute 2 Vorstellungen 4 und 815 Uhr. 4 Uhr kleine Pr. Alex.£ 4 8066-68 TUcl. B> S>«. Sonnt., S, B, 8» Sylvester Scfr&äffer der wtltberOhmte UnlvenalkOntller Charley-Williams- Bono 3 Clown» von 1931 und weiter» Variete-Sensationen Theater I. d. 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Okiober 1930. vre Vorsitzende de» Vorstandes der Bcfciets- rrnntenfafse der Stndt Berlin. — Grofte Tranring-Fabriü verkauft fugenlose Trauringe direkt an Private 1 Ring 333 gestempelt nur 5 bis 8 Mk- 1, 5S5, leicht 8.50_ 1, 585_ mittel 12.— I. 555. schwer 14.80_ 1. 900. leicht 16.80_ � 1. 900_ mittel 21.50_ Katalog grafl» t_ 900. schwer zs.-_ Garantieschein, firaeleren gratis sotort z. mitnehmen N. ArtniertestraRe 98 Passansr Str. 12 S. KoltünssBr Damm 2 Ges. geschützt Hermann Wiese Sit M MI- VV i r Isrtt«!» el«ut Anzflgeaaii H8nte. «itsebrachten Stoffen aach tcBiaem Maß für 11.39.- _ �_ elBscblieailcb uaierer amtlichen Zutaten— Tadelloser Sits.— BoObaarvararbeitung I Ana unseren � SC Mark Stoffen tob# W an Neu aufgenommen! Damen'�Tcl 39.- Anferltgang nach Mah M. 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Oftober, früh 8 Uhr, er.!-[ ritz uns der uuerbiitliche Tod unser kl innigfigeiieb!«», sorgende«, seidstioses München. Fran KliLS Welk, geb. Paasch« im 80. Lebensiahre. Schmerzerillllt. im Ramen der Hinlerdliebenen Ohorlotte Da-tig. geb. Weif Hermann Datfig. Sit Trauerfeier findet am Miii. wach, dem 22. Oktober, um 18 Uhr im Ärematodum Baumschuienweg statt. Ich habe mich in Berlin N als Zahnarzt niedergelassen. Dr.ScliacliteUcker$tr.12S Sprechstunden wochentags 9—1. 3—7 Sonnabend nachmittags 3—5. Tel. D 2 Weidendamm 3309 BETTFEDERK iim. aus ersier Hand Cm» 0.90, 0.75, 0.60 Wiil» 5.-, 4,-, 3ÜU), 1.90 Ds.;»» 9.—, 7.—, 4— Okrtttt jefillt 12-, 9.50, 7.5il, 6.90 Riniii�f.5.5 �50,2.40 Daanen-Oierteft.. 91.50 und andere Sorten in großer Auswahl. Dinpfitinignog für noson Runden gratis. SilCHSEL ck STADLER BOhmismes Bettleilcni-Siieüßl-Haiis C.25,LandsbergerStr.43;47nia««tnjdeiTil,) Am 17. Ottober verstarb nach schwerem Leiden unser lieber Baier und Sliesvaier »42« Tuye Die« zeigen tlesdeirübt on Karl nnd Dora Bra-»at Berlin N 81, Lwinemünder Str. 103 Di« Tiniischerung findet am Dien». tag, dem 21 Oktober, vorm UV, Uhr. im«remalorüun Gedchistratze, statt Für die oieien Beweise der herz- lichen Teilnahme anldßi ch der Ein- Llcherung meiner lieben Frau, unserer guten Mutter und Schwiegeimuiier! Axnes Pause sprechen wir hiermit allen Beteiligten unfern Dank au«. Max Panie nebst Tochter und Sdiwtegeriohn. 1 De, floie Kapitän- VtAnisahAlf llt lode» mtisteaZI- ilUUlaUU» garrengesch.»rhaltl. C. Röcker, Berlin . lldnennerBEr Stiafis 22. Kfialgsi. 3861 Blumenspenden jeder Art lefert preiswert Paul Golletz rarmil, Rtbort kejer Marlor.nenalr. 3 F8, Oberbaum 1303 wo weist man> gut find Mlligr Nur aross- Berlin Alaxandarplatz fieut vor einem Jahre starb mein geliebier Mann, unser ireusorgender\ 'Sat" Karl Jaekel E» gedenkt seiner In tleler Trauer km» Klara laeket nebst Kindern Hwdersinstiatze 3. SetriMoUsse flsr Stadt Bsflis. Der III. Nachtrag der Satzung belressend Aenderung der«2, 3. 5.«, 9, 10. 12, 21. 24. 38. 41, 35. 87 und Sinzusllgung der neuen ZK 3a. Iba. 23a. 30a und SOa aus (Brund der Noiverorbuung vom 2« Juli 1930 ist vom Oberoerstehernngsami am 4. Oktober 1930 genehmig! wordsu. Druek. stüet« der Satzungsänderung können nach erfolgter Drucklegung Im Staffeniotal ad- gelangt werden. Bertin. den>3. Oktober 1930. Oer Vorstand. Bekanntmachung! Die Versteigerung der in der geii vom 1. Februar di» 9. Avril 1930»er» letzten um» nicht elngelSsten Pfänder findet Donnerstag,«. Roocmber 1930, vormiüags 9 Uhr. für Wäsche-, Rieiderpsönder us« und Freitag. 7. November 1930. vor- mittags 9 Uhr, für Sold, und Wedsachen im Raihanse Berlin-Neukölln gegen so- soriige Borzahlung statt. Berlin Neukölln, den 8 Oktober 1980. Slädttsche» Lethami Berlin.ZleukSllu CrhSMidi iJpotheken I ußrogerien Vertrieb{US-i] Glogautü Chicago