Nr. 99. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Bierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 M., für das übrige Ausland 3 Mt. pr. Monat. Eingetr. in der Post Zeitungs- Preisliste für 1896 unter Nr. 7277. Dej Vorwärts 13. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petit zeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 ẞfg. Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittage in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonnund Festtagen bis 9 1hr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, v. 1508 Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Die Gemeindewahlen in Frankreich. Paris, 24. April 1896. Dienstag, den 28. April 1896. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3: bei der Wahl Carnot's zur Präsidentschaft z. B. erhob sich ihrer sozialen Machtstellung getroffen worden, denn die Zivileh Pariser Gemeinderath gegen die vereinigte Reaktions- muß vor dem Bürgermeister oder seinem Stellvertreter ab gesellschaft des Senats und der Deputirtenkammer und ver- geschlossen werden. Und von einem Arbeiter verheirathet hinderte durch seine entschlossene Haltung, daß Ferry ge- zu werden, erschien den Herren Bourgeois als der Gipfel der wählt wurde, was zum Blutvergießen und zum Ausbruch Schmach. Um sich nicht von einem Arbeiter verheirathen einer Revolution geführt hätte. zu lassen, zogen die Fabrikanten von Roubaix es gewöhnlich vor, sich in irgend einer anderen Stadt einen gefeh lichen Wohnsiz zu erwerben; so tonuten sie den Ehevertrag außerhalb Roubair schließen und dem Gesetz genüge leisten, das da bestimmt, die Eheschließung solle in der Stadt vollzogen werden, in welcher der eine der beiden Gatten seinen gesetz lichen Wohnsiz hat. Die Kommune hatte während ihres Rampfes gegen die Versailler den Plan gefaßt, der Deputirtenkammer eine Versammlung der Delegirten der städischen Gemeinderäthe entgegenzustellen, die ihr größtentheils zugeneigt waren. Allein Thiers verbot den von ihren Kollegen erwählten Deputirten, zusammenzutreten. Am ersten Sonntag des Mai werden in allen Städten und Dörfern Frankreichs die Gemeindewahlen vorgenommen. Die Mauern, die es dieses Jahr eiliger haben als die Bäume, fangen schon an, sich mit Blättern in Gestalt von Aufrufen und Anschlägen in allen erdenklichen Farben zu bedecken. Früher waren es die Sozialisten allein, welche sich für ihre Affichen rothen Papiers bedienten; heute sind es die verhärtetsten Reaktionäre, welche das grellst rothe, Da der Regierungsdruck niemals aufgehört hat, so sind Der Erfolg, den die Sozialisten bei den Wahlen von echt ochsenblutfarbige Papier wählen, um auf ihre werthen die Gemeindevertreter in ihrer Gesammtheit stets reaftionäre 1892 errangen, hat die Bewegung angespornt und er Namen und Personen die Aufmerksamkeit zu ziehen. Diese Körperschaften gewesen, bestrebt, den Machthabern und vor muthigt: allenthalben bereitet man sich mit begeistertem eine an sich unbedeutende Thatsache zeigt den Fortschritt allem den Interessen der Kapitalistenklasse gefällig zu sein. Eifer auf die Wahlen vor und überall hofft man auf Sieg. der radikalen Anschauungen sie erschrecken niemanden Die Gemeindeämter werden nicht bezahlt mit Ausnahme Diese Aussicht ist nicht dazu angethan, die Reaktionäre aller mehr, ebenso wenig wie die rothe Farbe, die einstmals den des Maire's, der in den meisten Städten einen Gehalt von Schattirungen mit Freude zu erfüllen. Sie hatten eine ents Versailler Deputirten Krämpfe verursachte, als sie von den 3000-15000 Frants empfängt, und das macht es den setzliche Angst, daß die Gemeindewahlen stattfinden würden, Parisern für die Fahne der Kommune gewählt ward. Armen schwer, Gemeindeämter anzunehmen, die so zu einem folange Bourgeois noch im Amte wäre. Monopol der Reichen geworden sind. Paris hat diesen hat Diese Furcht ihre Wuth gegen das radikale radikale Ministerium Uebelstand zu beseitigen gesucht, indem es den Gemeinde- noch verdoppelt. Bourgeois hat Casimir Perier nachräthen ein Jahresgehalt von 6000 Frants ausgeworfen hat. geahmt und feige den Kampfplatz verlassen, anstatt den Jedoch seit dem Wiederaufleben der sozialistischen Be- Kampf gegen den Senat fortzusetzen. In einem meiner wegung nach der Amnestie 1879 ist es das Ziel der früheren Briefe sagte ich Ihnen, daß Bourgeois und feine Arbeiter und Sozialisten, in die Gemeinderäthe einzudringen. Amtsgenossen das Bertrauen täuschen würden, welches viele Diese Tattik wurde zum ersten Mal 1881 in Paris angewendet. Sozialisten in sie setzten; leider habe ich recht gehabt. Als Die sozialdemokratische( marristische) Arbeiterpartei hat Bourgeos die Leitung des Kabinets übernahm, versprach er auf ihrem Kongreß in Lyon 1891 ein Programm verfaßt, zu handeln; er hat offenbar geglaubt, daß die Flucht welches im folgenden Jahre den Sozialisten die Möglichkeit während der Schlacht eine ehrenhafte Handlung ist. gab, die Gemeinderäthe von so wichtigen Städten wie Roubaix, Montluçon, Narbonne zc. ganz in ihre Hände zu bekommen und in die Gemeinderäthe einer großen Anzahl Anders als in Deutschland haben bei uns alle Bürger über 21 Jahre das Stimmrecht in der Gemeinde sowohl wie in dem Departement und dem Staat. Diese Allgemeinheit des Stimmirechts giebt an sich schon den Gemeindewahlen Wichtigkeit. Dazu kommt, daß die Gemeinderäthe wichtige politische und administrative Funktionen zu verrichten haben sie sind wesentlich betheiligt an der Wahl der Senatoren und spielen eine ansehnliche Rolle bei der Wahl der Deputirten. 14 Tene. Aber auf den Sieg der Reattionäre über das Ministerium mird ihre Niederlage im Lande folgen; die Gemeindewahlen werden sich vollziehen unter dem Rufe: Nieder mit dem Senat! Hoch die Verfassungs. durchsicht!" Gallus. Politische Uebersicht. M Auf dem Lande ist es in der Regel der Bürgermeister ( maire), der das Votum der Gemeinde lentt und unter Umständen fälscht. Die Gemeinderäthe verwalten die Finanzen der Gemeinden; man fann sagen, daß sie das Fundament bilden, auf welchem das ganze Staatsgebäude sich erhebt. von Städten einzubringen. Deshalb haben auch alle Regierungen Sorge getragen, Die Gemeindewahlen von 1892 haben mit Recht die die Gemeindewahlen unter ihre Obhut und Vormundschaft Bourgeoisie beunrubigt; sie erkannte, daß ihre soziale Macht zu nehmen. Zur Zeit des Kaiserreichs ernannte der stellung an den Grundmauern bestürmt wurde. Die Wuth Minister des Innern den Maire aus der Mitte der ge- der Fabrikanten äußerte sich in den groteskesten Ausbrüchen: wählten Gemeinderäthe; heute sind es die Gemeinderäthe, mehrere dieser Herren erklärten öffentlich, sie wollten die die ihn wählen. Damals gab es in Paris feinen Gemeinde Stadt verlassen und ihre Kapitalien nebst Maschinen andersBerlin, 27. April. rath; er wurde durch einen Gemeinde- Ausschuß ersetzt, den wohin bringen, um die Bevölkerung für die Unverschämtheit Der Reichstag setzte heute die am Sonnabend abdie Regierung aus" Notabeln", die ihr ergeben waren, zu züchtigen, daß sie Arbeiter und Kleinkrämer anstatt der gebrochenen Wahlprüfungen fort. Die Abstimmung über wählte. Die Republit hat zwar Paris seine Munizipal reichen Fabrikanten und Kaufleute gewählt hatte. Diese Drohung die Giltigkeit des Holy'schen Mandats wurde zunächst rechte zurückgegeben, aber der Pariser Gemeinderath hat war lächerlich. Die Fabrikanten blieben in Roubaix und hinausgeschoben, da man nicht Luft hatte, das Haus zum noch nicht so viel Rechte, wie der des kleinsten Dorfes. begnügten sich damit, aus ihren Fabriken alle in die Ge zweiten Mal über diesen Stein in die Beschlußunfähigkeit Paris hat feinen Maire; der Gemeinderath kann sich nur meinderäthe gewählten Arbeiter fortzuschicken; sie wollten hineinstolpern zu lassen. Das zunächst" dauerte ziemlich einen Präsidenten wählen, welcher die einzige Be- sie so zum Verlassen der Stadt zwingen, in der sie feine lange zunächst" ist offenbar dem Buttkamer fugniß hat, die Debatte zu leiten. Von Paris wie Arbeit mehr fanden. Doch die Wähler veranstalteten Geld- schen sofort" wenn nicht stamm- doch sinnverwandt. London hat man befürchtet, die Gemeindevertretung sammlungen, um die Gemaßregelten zu versorgen und Die Wahl Pöhlmann's, deren Ungiltigkeit die Mehrheit der fönne ein Gegengewicht gegen die Deputirtenkammer ihnen die Mittel zu verschaffen, sich als Kleinkrämer Wahlprüfungs Kommission beantragt, gab Stoff in Hülle ( das Parlament) bilden. Obgleich jedoch der Ge- niederzulassen. und Fülle. Pöhlmann ist Freikonservativer und in Elsaßmeinderath von Paris noch seines Maires beraubt ist, hat Durch die Wahl sozialistischer Gemeinderäthe find die Lothringen gewählt" das sagt genug. Offizielle Kaner doch in neuerer Zeit politische Machtbefugnisse ausgeübt: Bourgeois noch tiefer in ihrer persönlichen Eitelkeit als in didatur, Diktaturparagraph, die Beamtenmaschine mit Hoch( Nachdruck verboten.) aber sie mußten warten. Die Messer und Gabeln reichten haben von den Bratwürsten feinen Zipfel kriegt, und nicht, obwohl man bei zwei Bauern eine Anleihe gemacht. Roman von Nicolaus Krauß. wenn nicht die Waykenreuther und Doberauer Bauern Der Herr Vikar fuhr schon vor dem Kaffee wieder etwas schicken, müßten wir schon von morgen an wieder Das Hochamt war zu Ende. Während die Kirche sich fort, und ihm schlossen sich die älteren Pfarrherren an, um Brot zum Kaffee effen." allmählich leerte, sprang Jakob Weiß noch einmal auf die noch bei Tageslicht nach Hause zu kommen. Die Zurück- Im hintersten Bett am Fenster rührte sich etwas. Orgelbank und spielte, um seinen Kollegen zu zeigen, daß gebliebenen jungen Geistlichen und Lehrer, von Lene war noch munter. Als sie die Klagen ihrer auch er etwas könne, einen ernsten, getragenen, selbsterfundenen denen wenige an der Vesper theilnahmen, setzten Tante hörte, fuhr sie mit der Hand unter den Kehr' aus", in welchem verschiedene Takte aus: Thauet sich näher zusammen, tranten, rauchten, erzählten Kopfpolster, zog den großen Pfeffernüsselreiter hervor, Himmel den Gerechten"," Hier liegt vor deiner Majestät" Schnurren und Anekdoten. Als man die Lichter den ihr der Kaplan am Nachmittage geschenkt, und biß ihm und gewagte Uebergänge friedlich auf einander folgten. aufsteckte, erscholl ein allgemeiner Schrei nach Mufit. Der vor lauter Zorn den Kopf ab. Als die Lehrer das Schulhaus wieder betraten, leckten Lehrer mußte seine Guitarre und die Geigen ausliefern, die Zu Weihnachten widerfuhr Lene eine große Freude. sich die meisten die Lippen; die einen, weil sie von den Frauen kamen aus der Küche herüber und jetzt ging's los. Am ersten Feiertage tam ihre älteste Schwester, die Barversafteten Bauern- Instrumenten einen Nachgeschmack auf Als keiner mehr ein Lied wußte, stieg Das arme Dorf bara, und brachte, wie es die Lehrerin versprochen hatte, der Zunge spürten, die andern, weil ihnen nach dem Essen schulmeisterlein". Bei der Stelle:" Wird irgendwo ein ein schönes Dockerl mit. Selbst das rothe Schürzerl fehlte der Mund wässerte. Bald wurde es auch aufgetragen. Den Schwein geschlacht't" schmolz jedem der mittägliche Schweine- nicht. Die ältere Schwester bemerkte mit Genugthuung Ehrenplay erhielt selbstverständlich seine Hochwürden, der braten noch einmal auf der Zunge. und Stolz die Veränderung, die mit dem Rinde vor sich Herr Vikar. Die Holzbirnsuppe" fand allgemeinen Beifall, Nach dem Abendessen wurde die Stimmung eine gegangen. Aber schon an zweiten Tage fah sie, daß fie der auch das Rindfleisch mit Krensauce wurde für gut befunden. ruhigere. Man sprach von Schulgeschäften, von dem neuen Lene gegenüber gewissermaßen in die Rolle des SchusterBei den Bratwürsten wurde es schon lebhaft, teine einzige Anschauungsunterricht, der vor kurzem vorgeschrieben worden, Andres gerathen sei. Und das hatte der Girgen- Better befand mehr den Weg in die Küche zurück. Als nun zum traf Verabredungen, wo man nächstens zusammenkommen wirkt, der sich am Stephanitag in Mühlefsen eingestellt. Schluß der Schweinebraten hereinkam, in ganzen Stücken, wollte. Georg Steiner war der jüngere Bruder von Lene's Bater. mit dem feinen, blättrigen Dorschenkraut", steigerte sich die Als das Bier langsamer zu laufen begann, rüstete sich Schon in jungen Jahren war er mit Königsberger MusiFreude zum Ethusiasmus. einer nach dem andern zum Aufbruch. Jeder nahm ein fanten in die Fremde gezogen, nach Rußland hinein, nach " Frau Kantorin! Fran Kantorin! Das Krautrezept Tüchel voll Kücheln für Frau und Kinder mit. Und endlich Ungarn und Rumänien hinunter. Als der Bachschufter müssen Sie mir für meine Jungfer Köchin mitgeben!" rief hatte auch der letzte Gast Gute Nacht" gesagt, und Auf sich ein Weib genommen, war er mit der festen Absicht nach der Pfarrer von Frauenreuth, dem das ganze Rinn immer Wiedersehen bei meinem Fest!" und war in den Schnee Hause gekommen, sich ansässig zu machen. Er ließ sich in wieder von Bratenfett erglänzte, so oft er auch mit dem hinausgetreten. Drunten beim alten" Wirthshaus stand Königsberg nieder, griff wieder zu dem Gewerbe, das er Mundtuch darüber fuhr. Und am unteren Ende der Tafel ein Trupp Burschen und einer schrie wie ein Nachtwächter: gelernt, webte feines Leinen und großblumige blaue Bett sagte ein Lehrer- Veteran, der schon dreimal seinen Teller Wos, Manna! Dös Fest, dös moar do( ch) schö( i) n!" überzüge. Gab's einmal weniger Arbeit, dann griff er su geleert, mit seiner quergelnden Kropfstimme zu dem Gast- Der Lehrer fuhr sich mit der Hand über das halbkahle seinem Instrumente und spielte den Bauern bet geber, der vor Biereinschänken und Herumreichen kaum zum Haupt und seufzte. Und er seufzte, als er in das Schlaf ihren Hochzeiten und Festen auf. Es dauerte aber Sigen fam: zimmer trat. Die Kinder waren schon zu Bette gebracht, die nicht gar lange, da hatte er das ruhige Leben Lehrerin saß vor einem Waschkorb und betrachtete wehmüthig auch wieder satt. Nun zog er in jedem Frühjahr mit einer einige Rüchelbrocken. Sie sah ihres Mannes unftätes Auge wandernden Kapelle in die Fremde, im Winter saß er und sein abgespanntes Antlig, und sie sagte: hinter seinem Webstuhle. Der Girgen- Better war Jung geselle, aber einer ovu der luftigen Sorte., ( Fortsetzung folgt.) " Weiß, Weiß, Du bist, mit Respekt zu sagen, ein Hauptferl. Delitat, wirklich delikat, das Schweinerne. Der reine Mandelkern. Ich kann mir nicht helfen, ich muß noch eine Portion herausnehmen." " " " " Ja, Jakob, schön war's. Aber die halbe Sau ist Die Frauen und Kinder sollten in der Küche essen, hin, und im Bierfaß ist tein Tropfen mehr. Die Kinder " ist gegangen, Jaurès bleibt. Die radikale Partei, durch die Kapitulation ihrer offiziellen Häupter unheilbar kompromittirt, tritt nunmehr in den Hintergrund. Die Führung im Kampfe fällt den Sozialisten zu. Das hat schon die gestrige Kammer sigung gezeigt, wo die bürgerlich- demokratischen Elemente sich spontan um die sozialistischen Führer schaarten. Ebenso waren me inderath das Botum einer Proteftresolution gegen den Senat und für die Verfassungsrevision durchgesetzt haben. Wie die bürgerlich demokratischen Parlamentarier, so wird A druck arbeitend, Bürgermeister, die nicht Ordre pariren, asien? Und hat die" Voffische Zeitung" denn wie Rip van gemaßregelt furz eine elsaß lothringische Wahl. Winkle geschlafen, daß sie nicht bemerkt hat, wie die ganze aus Das freitonservative Mädchen für alles Gamp, wärtige Politit Deutschlands soweit bei Zickzackkurs von Politik und der nationalliberale Nacheiferer Gneist's, die Rede sein kann, auf das Bündniß mit Rußland hinzielt? der alles beweisen konnte; Marquardsen sprachen ein paar will die Bossische Zeitung" das bestreiten? Und ein Bund mit Rußland ist ein Bund gegen England. Stunden Tang, um zu beweisen, daß die Behörden ganz Und was Frankreich angeht, so muß dort die Demokratie es die Sozialisten, die einen Tag zuvor im Pariser Geforreft verfahren, und daß, wenn es Wahlbeeinflussungen erst zur Herrschaft gelangt sein, ehe es mit Rußland bredhjen gegeben habe, diese von den Anhängern des unterlegenen tann. Kandidaten gegen die armen schutzlosen deutschen Beamten Frankreich. Am Freitag vertagte sich die Rammer verübt worden seien. Die Herren wurden aber von den bekanntlich bis zum Dienstag; bis dahin, glaubte man Elsässern Gerber, Simonis und Preiß so gründlich abgeführt, sicher, werde ein neues Ministerium gebildet sein. Man daß selbst das fortschrittliche Schreckenskind Beckh, welches scheint in dieser Beziehung etwas zu optimistisch geurtheilt für Ungiltigkeit sprach, das Mandat Pöhlmann's nicht zu haben. Heute war noch kein Ministerium zu stande gemehr retten konnte. Dasselbe wurde mit allen gegen die kommen und auch keine Kombination, die auf ein Zustande Stimmen der Konservativen, Nationalliberalen und Anti- tommen bestimmt schließen ließe. semiten für ungiltig erklärt. Das gleiche Schicksal hatte Herr Holz, nachdem der Antrag auf namentliche Abstimmung zurückgezogen war. " bar für die Nachfolger Derr bereitete fich tariats sich anschließen." auch die demokratische Volksmasse in hellen Haufen der entschiedenen, kampfgewohnten und kampfgeſtählten Partei des Proleein Mann, der die Courage habe, einen Staatsstreich zu Ein Londoner Blatt meint, den Franzosen fehle jetzt machen. Nun Courage hin, Courage her mit den napoleonischen Späßchen tommt man heute ins Zuchthaus oder nach Neukaledonien, wo das Klima sehr ungefund 80 W -* Deutsches Reich. zur Der erste Kandidat", den der Präsident am Sonnabend mit der Kabinetsbildung betraute, war Herr Sarrien. sein soll. Dieser gehörte dem Kabinet Bourgeois an, in welchem er Erwähnt sei noch, daß Herr Gamp für den laut an Minister des Innern war. Er galt stets für einen Leise- Der Termin im Prozeß Auer u. Genossen soll, Simonis gerichteten Buruf: Unverschämt! einen sehr treter; ihn trifft hauptsächlich die Verantwortlichkeit dafür, nach einer uns gewordenen Mittheilung, am 15. Mai und träftigen Ordnungsruf unter demonstrativer Zustimmung daß unter den Beamten nicht aufgeräumt wurde, wie folgende Tage stattfinden. des Hauses erhielt. Das sind die heutigen Ordnungsfäulen! das zum Wohl der Republik und für den Bestand des Die Wahlprüfungen hatten bis 3/45 Uhr gedauert, und Rabinets erstes Erforderniß war. Nach der Entlassung des das Haus wollte nicht mehr in die Diskussion des Börsen- Ministeriums am Donnerstag fehlte er der einzige der gesetzes eintreten, die morgen beginnt. Herrn Jacobstoetter hat die deutsche konser. Miniſter bei der Abstimmung über den Antrag Ricard, vative Bartei an Stelle des Professors Kropaticheck in die ReichsDas Zentrum und das Duell. Der Abgeordnete welcher der Deputirtenkammer die Marschroute gegen den tommission für Arbeiterstatistik belegirt; sie hat damit Klargestellt, Gröber hatte im Reichstag an Bebel die Aufforderung Senat vorschrieb. Er will dies auf einen Zufall daß sie von einer Arbeiterschutzpolitit nichts wissen will, daß sie gerichtet, ein Bentrumsmitglied zu nennen, das das Duell zurückführen, allein in diesem Zufall war gewiß ihren Einfluß in der Reichskommission für Arbeiterstatistik nicht nicht unbedingt verworfen hätte. Daraufhin wird uns von Methode. Der Kluge offen zur Förderung sozialer Erkenntniß, sondern zur Hemmung jeden Die Wahl des Herrn befreundeter Seite geschrieben: Dor und wollte sich sozialen Fortschrittes ausnüßen wolle. Junungsschwärmers und Schneidermeisters Jacobstoetter Der Sohn des Abgeordneten von Schorlemer Alft die Hände frei halten. Indeß es hat ihm alles nichts ge- zur Zeit, wo die Reichskommission die Erforschung der Verhält namens Hubert wohl der unlängst wegen Unter- nüßt. Die Kollegen, an welche er sich wandte, gaben ihm nisse in der Konfektionsindustrie in Angriff genommen hat, ist schlagung vielgenannte gehörte in Göttingen einem einen Korb, und gestern Nachmittag mußte er das endgiltige charakteristisch für die Arbeiterfreundlichkeit der Deutsch- Konserfatholischen Studenten Verein an und wurde von Scheitern seiner Mission dem Präsidenten anzeigen. Dervativen. Abgeordnete haben den Antrag ManteuffelDiefem statutengemäß exkludirt, als er sich duellirt Präsident tonferirte hierauf mit Meline, dem Führer der den hatte. Wenn je, so hatte hier der fromme" Vater Gelegenheit, französischen Schutzzöllner und dem grimmigsten Gegner Kardorff gegen die Bäckerverordnung des Bundesrathes unterfeine Stellung zum Duell flarzustellen. Und das that er auch dadurch, daß er dem betreffenden Verein, dessen Ehrenmitglied der Einkommensteuer. Das würde ihm in der Kammer zeichnet. Außer Konservativen und Reichsparteilern fanden sich er war, in brüstefter Weise sein Diplom zurückschickte mit dem nicht schaden, allein er ist ein heftiger Gegner der Radikalen auch Antisemiten als Unterzeichner. des Reichstages Zur Stellung ausdrücklichen Wunsche, daß dieser fein Austritt bekannt gemacht und Sozialisten, und durch Annahme der Ricard'schen werde. Er nahm so in schärfster Weise für seinen Sohn und Resolution hat die Kammer sich für die von den Radikalen Bundesraths Berordnung betreffend den Schuh das Duell Partei und gegen den Verein, vom und Sozialisten geforderte Verfassungsrevision erklärt. der Bäckerei Arbeiter wird uns aus ärztlichen Kreisen Tatholischen Standpunkte aus ganz forreft gehandelt und Den Sohn Ein Ministerium, das nicht für die Verfassungs- geschrieben: Sohn des berühmten Parlamentariers unparteiischer revision ist, würde die jetzige Kammer sofort aufzulösen Nachtarbeit, wie solche namentlich im Bäckergewerbe geübt " Jüngst wurde im deutschen Reichstage lebhaft über die Weise genau so behandelt hatte, wie jeden anderen Duellanten haben.d auch. 8 gehört auch dieser Zug zur Charakteristik des Abg. würde, geklagt und debattirt. Um sich über die eminente hygieD. Schorlemer und seiner Ueberzeugungstreue. Meline hat dem Präsidenten mitgetheilt, vor morgen nische Bedeutung dieser Frage der Nachtarbeit klar zu werden, Im übrigen steht ja der Herr unter seinen katholischen 10 Uhr könne er keinen Bescheid sagen. wird wohl ein jeder zu wissen begierig sein, welche Stellung Standesgenossen nicht allein. Wo sind die katholischen Adeligen, Mittlerweile gehen gehen die Wogen der Revisions die medizinische Wissenschaft dieser Angelegenheit gegenüber ein die Söhne der bekannten Namen auf der Universität zu finden? In bewegung immer höher. Die Kundgebung des nimmt. den katholischen Vereinen und Verbindungen, die das Duell verwerfen, Freitag war weit bedeutender, als wir nach den Nun, da muß von vornherein betont werden, daß die findet man sie nicht oder nur selten wie weiße Raben: die sind Telegrammen annehmen mußten. Jm Saale, medizinisch wissenschaftliche Erkenntniß uns die Nachtarbeit als den schlagenden Korps, denen sie nicht angehören können, ohne der Straße eine noch größere Boltsmenge, und an dem ihnen viel zu plebejisch. Dagegen wimmelt es von ihnen unter die Versammlung stattfand, waren 10 000 Personen, auf gelehrt hat. grundsäglich und thatsächlich sich dem Duellzwang zu unterwerfen und die Lehre ihrer Kirche mit Füßen zu treten. Dort Straßenzug waren nicht 3000, sondern mindestens doppelt find sie natürlich mit Duldung ihrer strengkatholischen" so viele Wienschen betheiligt. Die Manifestation lief nicht Bäter. Kaum haben sie der Universität den Rücken gewandt, in eine Prügelei mit der Polizei aus, wie die Telegramme so verwerfen sie Duell und Bordell, reisen nach Rom uns glauben machen wollten die Prügeleien spielten eine Schlafes verfiuten. Der Schlaf am Tage ist absolut nicht im stande, und Lourdes und entwickeln sich zu Führern des katholischen ganz nebensächliche Rolle. Die Absicht der Menge war, gegen Boltes. Wann zeigen denn diese Leute ihre wirkliche Moral den Senat zu demonstriren, und das ist geschehen. Die und Ueberzeugung? Auf der Universität oder nachher? Wir Straßenkundgebungen in Paris segten sich übrigens am wollen es nicht entscheiden. Sonnabend und Sonntag fort. Der Vizepräsident der vorigen Katholikenversammlung, Abtheilungsvorsitzender des katholischen Volksvereins, der sich foAn Barrikadenkämpfe hat kein Mensch gedacht. fromm geberbende Freiherr von Korff- Sutthausen, war Nächsten Sonntag( siehe unseren heutigen Gallus- Brief) ist Dorher eifriges Mitglied des Korps'Rhenania in Würzburg, dessen Gelegenheit, den Willen des Volkes in Paris und gang Pläfirs er gründlich genossen hat und dessen alter Herr er wohl Frankreich zum Ausdruck zu bringen. Da wäre es noch fein wird. Cosi fan tutti." 10 geradezu Wahnsinn, wollte man durch einen kindischen Putsch die öffentliche Meinung auf seiten der Feinde des Boltes drängen. Freilich wäre das nach dem Wunsche der meisten Zeitungs- Korrespondenten, welche die deutsche Reaktionspresse bedienen. Diese Herren sind ebenso ärgerlich darüber, daß die Pariser Arbeiter am Freitag nicht geputscht haben, wie die Preßlafaien des Herrn Stumm, daß die deutschen Arbeiter zum 1. Mai nicht den Weltstreit der Stoffverbrauch in jedem Körper herabgefeht. Das Wachen Ein deutscher Freiheitskämpfer ift, 86 Jahre alt, in Belleville, im Staate Julinois, Amerika, gestorben: Gustav Körner, einer der Pioniere, die schon zu Anfang der dreißiger Jahre, geweckt durch die Julirevolution, für die Freiheit und Ginheit Deutschland i eintraten. Geboren in Frankfurt a. M. " wo Einen Irrthum haben wir hier zu berichtigen. Der Urheber der von der Kommer angenommenen Resolution war nicht der ehemalige Justizminister Ricard, sondern der radikale Abgeordnete gleichen Namens. im Jahre 1810, wurde er im Dezember 1830 als Student verbaftet und 4 Monate lang wegen Demagogischer Umtriebe" eingesperrt. Am 3. April 1888 war er bei dem sog." Frankfurter proflamiren. 1833 Attentat", dem verunglückten Putsch gegen die Konstablerwache betheiligt und flüchtete dann mit Follinius, Münch, Seidenstricker u. a. nach Amerita, wo er Advokat wurde. Er nahm an dem Kampf gegen die Südstaaten theil, bekleidete einige Zeit das Gouverneursamt von Illinois, und war 1862 amerikanischer Gesandter in Spanien. Er hat eine gute Geschichte des Freitagssigung der Kammer durch die telegraphischen Berichte Unser Pariser Korrespondent, dessen Mittheilungen über die deutschen Elements in den Vereinigten Staaten"" geschrieben. überholt sind, schließt seinen Brief mit den Worten: 3d Pathologisch, das heißt vor den Frrenarzt gehörend, ist nach Ansicht der„ Bossischen Zeitung" die Meinung eines englischen Blattes, daß ein russisch deutsch- französisches Bündniß eine Möglichkeit sei, mit der man rechnen muß. Pathologisch?" Ja- aber hat die Vossische Zeitung" denn vergeffen, daß diefes Bündniß bereits besteht für Ost " Das deutsche Maifeftblatt aidston un gat für 1896 Die Annahme der Resolution Ricard bedeutet den Kon flitt, einen Verfassungskonflikt, der unter den gegebenen Umständen nur mit einer demokratischen Verfassungsrevision enden kann. ein ungeheuer schweres sanitäres und soziales Uebel zu betrachten Die Nacht ist offenbar von der Natur zur Ruhe und zum Schlafen bestimmt. Die herrschende Dunkelheit, die allenthalben vorhandene Stille, das Fehlen jeglichen Sinnesreizes in der Außenwelt läßt den Menschen am leichtesten in den Zustand des denjenigen bei Nacht zu ersetzen. Wegen der am Tage vorhandenen Licht- und sonstigen Sinnesreize von seiten der Außenwelt ist der Schlafe 3 aber hängt seine wohlthuende Wirkung ab. Schlaf nicht so tief, wie in der Nacht. Von der Tiefe des In zweiter Linie erst ist die Dauer des Schlafes für seine Wirkung werthpoll. Die Dauer des Schlafes soll für ganz jugendliche Individuen 12-15 Stunden, für Erwachsene 7 Stunden, für Heranwachsende 8-9 Stunden betragen. Durch die Nachtarbeit nun werden gerade diese werthvollen Faktoren für die Wirkung des Schlafes illuforisch. Der Nachtschlaf wird verhindert. Die Dauer und Tiefe beB Schlafes beeinträchtigt. Welche Folgen hat das aber für die Nachtarbeiter, mithin für einen Theil unseres Volkskörpers? -W Die Wirkung des Schlafes besteht darin, daß er unsere Muskeln und unser gesammtes Nervensystem in den Zustand der Ruhe versetzt. Wenn aber Muskeln und Nerven ruhen, so wird dagegen vermehrt unseren Stoffverbrauch; selbst schon das Stehen und Sigen im wachen Zustande. Dadurch nun, daß der Stoffverbrauch während des Schlafes abnimmt, mehrt sich durch Schlaf das Körpergewicht des Menschen, wie durch sorgfältige wissenschaftliche Untersuchungen bewiesen worden ist. Es gehört ihn die Wissenschaft fordert: nämlich erſtens tief und zweitens aber immer dazu die Voraussetzung, daß der Schlaf so ist, wie von gehöriger Dauer. Ohne diese beiden Prämissen ist der Schlaf nicht im stande, den Körper gesund zu erhalten. Nur aber im Nachtschlaf finden sich diese beiden Forderungen erfüllt." Die Reibe widersprechenden Urtheile deutscher Gerichte in Preßangelegenheiten ist durch ein klassisches Beispiel vermehrt worden. In Düsseldorf wurde vor einiger Beit der Redakteur der Bürgerzeitung" wegen MajestätsSängerin vorgetragen wird, auch das härteste Gemüth für Augenblicke weich zu stimmen. Das Auftreten der Frau Judic war der Höhepunkt der Vorstellung. Es folgte eine französische Pantomime" Der verlorene Sohn". Die drei Atte, in denen sich die trifte und wenig originelle Handlung abspielte, bedeuteten für einen großen Theil des Publikums eine Qual des Gähnens. Die Mufit hob sich wenig über das Konventionelle hinaus, und die Handlung, die zeigte, wie ein Junge, der einer Dirne bzu Liebe den Vater bestiehlt, von der Kokotte verlassen wird und schließlich reuevoll als Baterlandsvertheidiger endet, diese Handlung vermochte tros des ausgezeichneten stummen Spiels Die Börse hat voreilig den Rücktritt des Rabinets Bourgeois mit einer Hausse der Staatsrente begrüßt. Bourgeois 5112 Kunst und Wissenschaft. " Der Damen Braſch- Grevenburg und Berry in ihrer Einförmigkeit welche den Schluß der Vorstellung breiviertel Stunden über die megen des schönen Gedichtes„ Maiendämmerung", das Andreas Scheu in London beigesteuert hatte. Diese Maiendämmerung" war die Glanznummer der Wiener Festschrift, und ist, unserer ist vor einigen Tagen zur Ausgabe gelangt. Das Titelblatt Meinung nach, auch das beste Gedicht, das jemals in einem stellt eine junge Frauengestalt dar, die Personifikation der deutschen Maifestblatte zum Abdruck gelangte. tlaffenbewußten Arbeiterschaft. Mit der Linken hält die Auch die vor kurzem gegründeten Wiener Neuen Glüh Gestalt einen Strauß Maiglöckchen empor, die Finger lichter" haben sich mit einer Mainummer eingestellt. Sie der Rechten umschließen den Stiel eines schweren Hammers. enthält manches Schöne. Das Beste dürfte wohl der Beitrag Gin ledernes, Schurzfell umgürtet die kenden, auf dem dichten sein:„ Einmal und Heute und Dereinst". Haar sitt die Jakobinermüte. Den Hintergrund füllt ein Ambos und eine Dampfmaschine. Das zweiseitige Hauptbild stammt von demselben Künstler, ber das schöne Titelbild des Dorjährigen Festblattes gezeichnet; es ist die bildliche Darstellung Berliner Theater. Gine Mittagsvorstellung, die zum wenig zu intereffiren. Etwas weniger wäre in der Pantomime, des Sages: Proletarier aller Länder vereinigt Euch! Den besten der Pensionsanstalt deutscher Journalisten und Schrift. Mittelpunkt bilden die Figuren eines Industrie- und steller arrangirt worden war, bot am Sonntag ein merkwürdig angesagte Beit hinaus verzögerte, wahrlich mehr gewesen. eines Landarbeiters, die einander die Hand reichen. bunt zusammengestelltes Programmi. Zuerst spielte die Kapelle Die Sopranistin Fräulein Johanna Haacke aus Halle und An schriftstellerischen Arbeiten enthält das Festblatt: Einen des Khedive von Egypten drei Musikstücke unter Zeitung eines der Zenorist Herr Gruselli werden Mittwoch, den 29. April, schwungvollen Leitartikel Zum 1. Mai", das formvollendete Ge- im Lande der Pharaonen naturalisirten Desterreichers, der den mittags 12 Uhr beim Diene I' schen Orgelvortrage in der dicht„ Mai- Feier", einen Auffah„ Das Wahlrecht in Gefahr". Namen Faltis Bey führt. Ein Armeemarsch war die erste Marienkirche mitwirken. Letzterer wird Blast die Trommet" einige fleinere Artikel und Zitate und zwei Beiträge, deren agita- Nummer. Der Marsch war, so gut und so schlecht, torische Wirkung nicht gering sein wird:" Festtage", eine biblische wie andere Mittelmäßigkeiten auch; in Egypten hat das Wert aus Händels Judas Macabäus fingen. Das Programm ver Plauderei, und Die Arbeitsruhe in der Geschichte". Das aber gewiß wegen seiner Beziehungen zum Khedivebeleidigungs- spricht außerdem Kompositionen von Bach, Händel, Buxtehude, Mendelssohn, Wolfg. Frant, Rind, Rheinberger, Otto Brieger Feuilleton Eine verbotene Maifeier" sucht das Humorbedürfniß Paragraphen einige Bedeutung. Denn Khedive Abbas Hilmi und Dienel. Der Eintritt ist frei. zu befriedigen.in warum soll ein Khedive nicht an Universalgenialität franken? dan Bunt wie der Maien selbst ist das sechszebnseitige Fesiblatt hat allerhöchstselbst die Gnade gehabt, seinem geliebten Volle mit In den deutschen Theaterkreisen wird die Diskussion des Wahren Jacob" das sogar ein Musikstück enthält. der eigenhirnigen Kompofition dieses Werkes einen Spaß zu immer noch vom§ 32 der Novelle zur Reichs- Gewerbeordnung Außer einem größeren Artikel:„ Der Achtstundentag" bringt die machen. Weiter spielte die Kapelle eine arabische Melodie, die beherrscht. Dieser Paragraph schlägt bekanntlich eine neue Nummer eine Reihe prächtiger Gedichte, das Märchen vom in ihrer Schwermüthigkeit lebhaft an Zigeunerweisen erinnerte; Regelung des Theater Konzessionswesens vor, die für die König Winter" und zwei lustige Sachen ,, Schicksalstücke" und" Der zum Schluß tam die Rienzi- Duverture zum Vortrag. Hier ließ Unternehmer, deren Meinung, harte Bedingungen neue Don Quixote", die selbst dem eingerostetsten Sauertopf ein bie Kapelle den braven Faltis Bey leiber recht unangenehm in schafft, nach der Meinung der Schauspieler, der ArbeitLachen abnöthigen werden. Stich. Die Solisten unter den Blechbläfern suchten mit gar nehmer also, jedoch manche Vorzüge gegen das bisherige System Süddeutsche Postillon" ist zur Feier des zu energischer Selbständigkeit zu beweisen, daß sie etwas zu bietet. Die Entscheidung wird in der nahe bevorstehenden 1. Mai zwölffeitig erschienen. Als Hauptbild giebt er eine bedeuten hatten und bliesen gar oft mit einer für das Ensemble dritten Lefung des Reichstags erfolgen. Inzwischen nimmt der Darstellung von vier Schweineheerden, die das Wesen, der ver- recht störenden Forsche darauf los. Als die Egypter die Meinungsaustausch seinen Fortgang. Werthvolles Material schiebenen Regierungsformen, unter anderem der bürgerlichen Bühne geräumt hatten, erschien Madame Judic, die seit einem findet sich im Magazin für Literatur. Nachdem May Grube, der Shepublik und des Zukunftsstaates" zur Anschauung bringt. Vierteljahrhundert berühmte Pariser Sängerin. Ungleich dem Oberregisseur des tönigl. Schauspielhauses, und Rechtsanwalt Alle zeichnerischen und schriftlichen Beiträge der Nummer er plumpen Abflatsch der Chansonetten, die man in Deutschland findet, Paul Jonas, der Syndikus des Deutschen Theaters, im Magazin scheinen im Gewande der Thierfabeln. Der allgemeine Eindruck, fann Madame Judic mehr als Bifanterien zum besten geben, gesprochen, greift in Nr. 17 dieser Zeitschrift Hermann Niffen den das Blatt macht, ist ein sehr lustiger. Ein Lied, das die Noth eines Vaters schildert, der wegen des Stehlens zum Wort, der bekannte Schauspieler des Deutschen Theaters, eines Brotes vom strengen, aber gerechten Richter zu drei Monaten der derzeit Präsident der Genossenschaft deutscher BühnenGefängniß verurtheilt wird, vermag, wenn es von dieser angehöriger ist. 27 " Das Maifest blatt der österreichischen Ge nossen wurde in Deutschland tonfiszirt. Das ist schade, besonders fcelefbiflimg, begangen durch eine angeblich unzulässige Kritik des Begnadigungsrechts zu 6 Monaten Gefängniß vernrtheilt. Ten nämlichen Artikel hatten vorher zwei Gerichtshöfe in München, mit alterfahrenen Nichtern besetzt, nicht einmal der Anklage werth gehalten. Ueber den weiteren Verlaus schreibt die„Biirgerzeitimg": »Die hiesige Staatsanwaltschaft veranlaßte bewußt oder un- bewußt, daß nach langem Zögern in Berlin der Erste Staats- nnwalt Drescher gegen den Herausgeber der Korrespondenz, Herrn H u n d l h a u s e n, als den Verfasser des Artikels, das Hauptverfahren eröffnete. Nach alledem, was man in der Aera Brausewetter aus Berlin gehört hatte, nach der— na sagen wir mal— aufsehenerregenden Verurtheilung Knnert's blos wegen der Spitzmarke»Gnade, wem Gnade gebührt" durste man wohl annehmen, daß die Berliner Strafkammer den Artikel des Herrn Hundthausen auf das pein- lichste unter die Lupe nehmen werde und es wäre Vermessenheit, einzunehmen, daß sie das nicht gethan hätte. Aber zu welchem Resulrat kamen die Kollegen Brausewetter's? Nun: Sie sprachen Herrn Hundthausen von Strafe und Kosten frei! Sie stellten fest: »daß der Artikel in objektiver Weise Ansichten über das Begnadigungsrecht zum Ausdruck bringe und nichts auf die Absicht oder das Bewußt- sein des Verfassers hindeute, den Träger der Krone zu beleidigen. Nach Ansicht des Gerichts- hoses würde man zu weit gehen, wenn man einer Kritik des Begnadigungsrechts noch engere Grenzen anweisen wollte, als sie der Artikel innegehalte n". Derjenige, der den Artikel verfaßt hat, ist frei« gesprochen, weil keine Spur von Majestätsbeleidigung darin enthalten; derjenige, der den Artikel im guten Glanben unverändert nachgedruckt hat. fliegt ins Gefängniß, weil er die Majestät schwer beleidigt hat. und beides geschieht Bon Rechts Wegen." »»Aus Osnabrück schreibt uns ein Parteigenosse, daß seiner Ansicht nach eine große Anzahl von Genossen in der Stichwahl dem nalionalliberalen Kandidaten W a m h o f f ihre Stimme gegeben und dadurch ihm zum Siege über seinen wel« fischen Gegner verholfen hätten.»Sowohl in der Stadt Osnabrück", sagt er,»wie in Bramsche und Dissen sind mit geringer Ausnahme die Stimmen der Genossen dem Kandidaten der Partei geworden, die die Ausnahme- Gesetze gemacht und, wenn es wiederum geschehen könnte, gleiche Gesetze schaffen würde." Auch von anderer Seite wird uns bestätigt, daß auf Wamhoff zahlreiche Arbeiterstimmen gefallen sind. Der Gewählte ist in seiner Heimath beliebt und angesehen, während der Welse von Scheele, sein Gegenkandidat, ein Junker der gewöhnlichsten Sorte sein soll. Das dürfte den überraschenden Ausgang der Wahl begreiflich machen. Düffeldorf, 24. April. Auf zum Kampf für Religion, Sitte und Ordnung! Ein ganzer Rattenkönig von Duelle» mit den schwersten Bedingungen steht dem sensationslüsternen Publikum bevor. Wie die»Rheinische Bolkslribüne" mittheilt, fanden seit längerer Zeit in Düsseldorf Sitzungen von Spiritisten statt, an denen eine ganze Reihe Edelste und Beste aus den vornehmsten Kreisen der Stadt Düffeldorf mit ihren Damen theilnahmen. Diese Nachricht wirbelte in unserem frommen Städtlein viel Staub auf und die Presse brachte wochenlang Artikel für oder wider den Spiritisten- Humbug. Dann wurde es plötzlich still. Kein Mensch sprach mehr von den Geisterklopfern. Was war geschehen? Wie uns berichtet wird, sollen im Kreise der letzteren gar niedliche Dinge, theils während, theils nach den Geisterklopfereien vorgekommen sein, Dinge, die zu einem öffent- lichen Skandal führen müssen, wie Düsseldorf Noch niemals einen Skandal gesehen hat. Und diese niedlichen Dinge, sie sind wiederum der Grund, weshalb die Geisterklopfer nun mit dem Schieß- oder Stechprügel in der Ehrenfaust die»niedlich be- sudelte Ehre" sich gegenseitig wieder einbläuen wollen. Flensburg, 27. April. Ter Redakteur und Verleger der »Flensborg avls" Jessen wurde heute von der ersten Strafkamnier wegen groben Unfugs zu K Wochen Gefängniß vernrtheilt. Er hatte in einer Versammlung in Hellevad zum Boykott gegen die deutschen Kaufleute aufgefordert. Wir meinen, daß diese Verurtheilung ebenso sehr dem Sinne des Gesetzes zuwiderläuft, wie ähnliche Urtheilssprüche, mit denen man versucht hat, dem Boykott vermittelst des groben Unfugs- Paragraphen beizukommen. Ein Glück für gewisse Kreise ist es nur, daß, nach der bekannten Devise: wenn zwei dasselbe thun u. f. w., die Aufforderung, keine sozialdemokratischen Arbeiter zu beschäftigen, noch nicht unter den groben Unfug gestellt ist.— — In der sächsischen Armee sind vier Generale verabschiedet, ein Divisionskommandeur und ein Brigade- kommandeur in Dresden, ein Brigadekommandeur in Leipzig und der Direktor des topographischen Bureaus.— Der Pensionssonds wächst.— Hamburg, 25. April. Dem»Hamburger Fremdenblatt" zu- folge ist die bedingte Verurtheilung durch eine Ver- fügung des Senats für den Hamburger Staat eingeführt worden.— München, 26. April. Der Ausschuß der Kammer der Reichsräthe hat gestern die Resolution der Kammer der Abgeordneten auf Errichtung einer staatlichen Mobiliar- Brandversicherungs-Anstalt mit 5 gegen 5 Stimmen abgelehnt.— Die Errichtung einer genossenschaftlichen Hypotheken- dank wurde im Ausschuß der Kammer mit 6 gegen 3 Stimmen angenommen.— Ttraßburg f. E., 27. April. Durch das Wolff'sche Bureau wird die folgende offiziöse Mittheilung versandt:„Ueber die Verhaftung des Reichstags- Abgeordneten B u e b wird von zuständiger Seite folgendes mitgetheilt: Vor einigen Tagen war hier in Form einer Beilage zur „Volksstimme" der in Mannheim erscheinenden sozial- demokratischen Zeitung ein Flugblatt mit der Ueber- schrift„Zur Gememderathswahl" verbreitet worden, ohne daß die hierzu erforderliche Erlaubniß nachgesucht worden war. Des- halb und weil das Flugblatt außer einer groben Beleidigung des elsaß- lothringischen Landesausschusses eine Schilderung der gesetzlichen Neuregelung des Gemeindewahlrcchts enthielt, welche geeignet war, Staatseinrichtungen verächtlich zu mache» und damit gegen den§ 131 des Strafgesetzbuchs verstieß, wurden polizeiliche Nachforschungen angestellt und im Laufe des vorigen Sonnabends etwa 16 000 Exemplare der Flugschrift bei dem Reichstags-Abgeordneten Bueb entdeckt. Der zuständige Beamte beschlagnahmte folglich den ganzen Befund und zwar in Gegenwart des Reichsiags-Abgeordneten, als sich derselbe ausdrücklich als der Verfasser des Flugblattes bekannte. Als nun kurz darauf die in starken Balle» verpackten Drucksachen thatsächlich abgeholt werden sollten, waren dieselben verschwunden und Herr Bueb erklärte dem amtirenden Beamten, daß er nicht die be- schlagnahmten Gegenstände beiseite geschafft habe. Als er sich weigerte, über den Verbleib derselben Auskunft zu geben, ließ die kaiserliche Staatsanwaltschaft Herrn Bueb festnehmen, indem sie sich aus§ 31 der Reichsverfassung stützte, welcher die Verhaftung eines Reichstags-Abgeordneten für zulässig erklärt, wenn derselbe bei Begebung einer strafbaren Handlung auf frischer That oder im Laufe des darauf folgenden Tages ergriffen wird. Der Reichstags- Abgeordnete Bueb bezeichnete zwar zunächst das gegen ihn eingeleitete Verfahren als ungesetzlich, gab aber am Sonntag Morgen im Ge- fängniß die schriftliche Erklärung ab, daß er die beschlagnahmten Drucksachen im Keller seines elterlichen Hauses verborgen habe und daß er in die Auslieferung derselben an die zuständige Behörde einwillige. Nachdem die beschlagnahmten Drucksachen bei der kaiserlichen Staatsanwaltschaft eingeliefert worden waren, hat dieselbe unmittelbar darauf gestern Nachmittag den Reichstagsabgeordneten wieder auf freien Fuß gesetzt." Eine authentische Darstellung dieser Vorgänge hoffen wir in unserer nächsten Nummer berichten zu können. Oesterreich. — Dr. Lue g er soll infolge persönlicher Einwirkung des Kaisers auf den Wiener Bürgermeisterposten verzichtet haben.— Ungarn. Budapest, 26. April. Im Szegediner Wahlkreise werden nach einer Herold> Meldung die Sozialdemokraten zum ersten Male für den Reichstag einen eigenen Kandidaten ausstellen.— Budapest, 27. April. Ein von ca. 15 000 Personen be- suchtes Volksmeeting, das unter freiem Himmel stattfand und bei dem Koffuth»nd der Abg. Ugron scharfe Reden hielten, beschloß, für ein selbständiges ungarisches Zollgebiet, also gegen de» Ausgleich mit Ungarn und für die Umwandlung der Real- in eine Personalunion, einzutreten.— § stalica. ig. Ber.) Der Abbruch der Friedensverhandlungen zwischen den Abeffyniern und der italienischen Regierung ist nicht vollkommen erklärlich, so lange nicht die Friedensbedingungen bekannt sind, welche von abessynischer Seite aufgestellt waren und welche von der italienischen Regierung mit einem Gegenvorschlage beantwortet worden sind, den Menelik abgelehnt hat. Erst die Veröffentlichung der Dokumente, welche dem demnächst zusammentretenden Parlamente vorgelegt werden sollen, wird ein Urtheil gestatten. Vorerst scheint es, daß die abeffynische Regierung sich durch die Ab- lehnmig ihrer Bedingungen, die sie nach ihren großen militärischen Erfolgen wohl für sehr gemäßigt hielt, verletzt gefühlt hat; dies gehl daraus hervor, daß Menelik die Zurück- ernattung der Schriftstücke gefordert hat, in denen seine Vorschläge enthalten sind und daß er bis zu dieser Znrückerstattung dem italienischen Unterhändler, Obersten Salsa, in seinem Lager festhalten will. Letzlere etwas ungewöhnliche Maßregel hat in Rom auch in einige» der Crispi'schen Jntereffenkoterie sonst ganz sernstehenden Zeitungen den Ruf nach einem neuen Kriege laut werden lassen; indeß dürfte diese Stimmung nur eine angen- blickliche sein. Daß die Crispi'schen, von der neuen Regierung nicht mehr mit Geld unterstntzten Blätter in dem Abbruch der Friedensverhandlungen seitens Abeslyniens eine Niederlage des Ministeriums di Rudini sehen wollen, versteht sich von selbst; ihre Aufgabe ist es ja nicht, daran zu erinnern, daß niemand anders als Crispi dnrch einen leichtfertig unternommenen und kläglich geführten Feldzug Menelik in die Lage gebracht hat, die italienischen Friedensvorschläge ablehnen zu können. Wie die Crispi'schen Preßorgane. so sind natürlich auch die Armee- lieserante» und die Schifffahrlsgesellschaften, die unter Crispi durch Lieferungen und Trausporte schweres Geld verdient haben, einem neuen großen Kriege günstig gestimmt. Es ist nicht an- zunehmen, daß das Ministerium di Rudini sich von diesen schmutzigen Finthen fortreißen lassen werde. Wenn aber das Ministerinm auch geneigt wäre, in die Fußstapfen Crispi's zu treten, so sorgt schon die thatsächliche Lage der Dinge in Afrika dafür, daß dies nicht geschehen kann. Die. etalienischen Truppe» in der Kolonie leiden unter der ungewöhnlich großen Hitze und dem Wassermangel, so daß von Italien aus Trinkivaffer nach Massauah verschifft werden muß; der Typhus und andere Kran?- heiten herrschen im Heere, der an sich schon ungenügende Bestand an Zugthieren wird durch Seuchen noch mehr verringert. Vor- läufig ist also an ein tieferes Eindringen in das Innere gar nicht zu denken; überdies ist die Hauptmacht der Abeffynier bereits weit entfernt und schon an den Grenzen des unerreich- baren Schoah angekommen. Den einzig möglichen Gegenstand eines militärischen Vorgebens der Italiener bildet Adigrat. welches von den abgefallenen schwarzen Vundesgenoffen Italiens umschlossen gehalten wird und womöglich entsetzt werden soll. Der Abbruch der Friedensverhandlungen kann nur die Wirkung haben, daß der sich auf ein ziemlich enges Gebiet beschränkende Defensivkrieg der Italiener seinen Forlgang hat. — Crispi betrachtet sich ebensowenig für abgethan, wie Bismarck es in Deutschland thnt. Und gleich diesem konipirirt er Tag und Nacht gegen seine Nachfolger. Ende voriger Woche hatte er eine Versammlung seiner Getreuen, in welcher er zum Sturm auf das Ministerium Rudini hetzte nnd Baratisri als einzigen Urheber der Katastrophe hinstellte, die durch den Verlust der Schlachi von Adua über Italien gekommen. Inzwischen hat Cavallotli die bekannten Anklagen gegen Crispi von neuem formulirt— namentlich auch die Bestecyung durch Cornelius Herz und Reinach— und verlangt kategorisch das Einschreiten des Staatsanwalls. Es fragt sich nun, ob das VerHältniß zum Strafgesetzbuch für Crispi auch nach seinem Sturz noch ein so günstiges wie früher ist. Wird er ein Rührmichnichtan für die Staats- anwaltschast bleiben? Der König sucht ihn zu decken. Und die Monarchie würde durch einen Prozeß gegen Crispi so schweren Schaden leiden, daß nian alles daransetzen wird, einen Prozeß gegen Crispi zu vereiteln. Wird es aber gelingen?— Spanie«. Madrid, 26. April. Senatswahlen. Bisher sind gewählt: 102 Ministerielle, 16 Liberale, 3 Karlisten, 2 kon- servative Dissidenten, 2 Unabhängige. 55 Wahlresultate stehen noch aus.— Dänemark. — Der dem Folkething zugegangene Gesetz« entwurf betreffend die Arbeitszeit in Bäcke- r e i e n und Konditoreien hat in der Kommission folgende Fassung erhalten und dürfte in derselben angenommen werden: „Jugendliche Arbeiter über 16 Jahren können beschäftigt werden in der Zeit zwischen S Uhr abends und 5 Uhr morgens, falls 1. vom Distriktsarzt eine Erklärung beigebracht wird oder von einem anderen autonsirten Arzte, daß die erwähnten Arbeiter ohne Schaden für ihre Gesundheit und Ent- Wickelung Nachtarbeit verrichten können. (Ein Arzt, der es mit seinem Beruf ernst nimmt nnd nicht nur ein oberflächlicher Geldnehmer ist, kann dies mit gutem Ge- wissen in keinen, Falle bestätigen, denn es ist undenkbar. daß regelmäßige Nachtarbeit für junge Leute nicht gesundheits- ■chödlick) sein sollte.) 2. daß nach jeder dritten Arbeitsstunde in der Nacht ihnen eine Ruhestunde gewährt wird; 3. daß sie innerhalb der letzten S Stunden, die ihrer Nacht- arbeit vorausgehen, nicht gearbeitet haben, und daß sie, nach ihrer Nachtarbeit oder auch nachdem ihre Tagesarbcit aufgehört hat, für einen ebenso langen Zeitraum, als die Arbeil gewährt hat, mindestens aber 4 Stunden lang, nicht arbeiten dürfen; 4. daß ihre gesammte Arbeitszeit innerhalb 24 Stunden 10 Stunden nicht überschreitet. Die Gehilsen, Gesellen nnd Lehrlinge müssen jede Woche einen freien Tag haben, der morgens um 6 Uhr beginnt, und mindestens jede zweite Woche einen freien Sonntag. Der Sonntag vor Weihnachten, vor Fastnacht, der erste Oster- und Pfingsttag, sowie Weihnachtsfeiertag, wenn sie auf einen Sonntag fallen, können nicht als freie Tage verlangt werden. Ferner soll es gestattet sein, daß die Arbeiter an ihren freien Tagen bis zu 3 Stunden mit Sauerteigbereitung, Anteigung, Trocknung von Schiffsbrot und Anseuerung deö Ofens beschäftigt werden, doch muß die Arbeit an den Anfang oder Schluß des reien Tages verlegt werden." Sehr weitgehend ist der Gesetzentwurf nicht, aber gegen die bisherigen Zustände«in erheblicher Fortschritt. Nste«. Sumatra. Nach einer Depesche des„Handelsblad" auö Batavia hat T u k u U m a r, welcher die Absicht halte, sich zu unterwerfen, das ihm gestellte Ultimatum nicht angenommen. Lampisang, der Hauptorl der Machtsphäre Tuku Umar's wird gegenwärlig mit 50 Geschützen beschloffen.— Peking, 26. April. Am Freitag wurde ein kaiserliches Edikt veröffentlicht, durch welches die Genehmigung zum Bau einer Eisenbahn von Peking nach Hankau ertheill wird und die Vizekönige Wangwen-schao und Tschang-tshi-tung zur Ueberwachung der Eisenbahn bestimmt werden. Von angeblich zuverlässigster Seite erfährt„Globe", China hätte an Rußland für ewige Zeiten die Mongolei, die Mandschurei, Schöngking, einschließlich die L i a o- t u n g- Halbinsel und Port Arthur abgelrelen. Die neue chinesische Grenze werde bei Shauhaikwan beginnen und aus be- trächtliche Entfernung längs der großen Mauer lausen. Als Entgelt für diese Gebietsabtretung verpflichte Rußland sich, das übrige China gegen jede Angriffe von außen zu schützen. Sollte England zum Schutz seiner Interessen einschreiten, so würde Rußland den Krieg in anderen Weltlheilen anfachen, um britischen Slreitkräften volle Beschäfti- gu»g zu geben. Um die Reichshauptstadt gegen Flottenangriffe zu schützen, würde der Regierungssitz von Peking weiter landeinwärts, wahrscheinlich nach derHauptstadl der Provinz Schausi, verlegt werden.— Diese Miltheilung macht den Eindruck, als ob sie eine Nachwirkung der Veröffenl- lichung des angeblichen Schutzvertrages zwischen Rußland und China ist. Was an allen diesen Gerüchten wahr ist, läßt sich noch nicht mit Sicherheit beurtheilon.— Afrika. — Ueber d i e Antwort des Präsidenten Krüger an den englischen Kolonialminister liegen mehrere Mittbeilnngen nach einem Telegramm der„Times" vor. Danach weigert sich die Regierung der südafrikanischen Republik, über etwaige Reformen im Transvaal zu verhandeln, da England sich in die inneren Angelegenheiten der Republik nicht ein- mischen könne. Wenn eine Revision der Londoner Kon- vention und eine Ersetzung des Freundschafts- und Handels- Vertrages nicht erörtert werden könne, ohne daß die zur Sprache gebrachten Beschwerden ebenfalls zur Berathung kämen, ziehe es die Regierung der Republik vor, ihre For- derungen auf«ine Entschädigung für den Einfall Jameson's zu beschränken. Außerdem wird der Hoffnung auf Wiederherstellung der freundschaftlichen Beziehungen Ausdruck gegeben. Nach einer Meldung aus Kapstadt hat im V o l k S r a a d des Oranje- Freistaates bei der Berathung über die Frage der Vertbeidigung die Kriegskommission den Ankauf von Munition, die Vermehrung der Artillerie und die Errichtung eines Forts bei Bloemfontein anempfohlen. Snaki«, 27. April. Der Abmarsch OsZman Digmas nach Amer auf dem Wege nach Adarama bestätigt sich. Die Kranken und Verwundeten werden in Amet bleiben. Alle Pferde Osman Digmas sind in der Gefahr, vor Hunger umzukommen, wenn nicht Futtermittel erlangt werden. Zahlreiche Ueberläuser sind halb verhungert in Suakin angekommen.— Vsvkei Kriedrichshagen. Parteigenossen! Am Freitag, den 1. Mai, abends iO/e Uhr, im Restaurant Eiskeller: O essen t- liche Versammlung für Frauen und Männer. Bortrag: Der I.Mai und sei n e B edeutung s ü r d aS Proletariat. Referent Genosse Sonnendur g. Partei- genoffen! Es ist Eure Pflicht, mit Euren Frauen recht zahlreich zu erscheinen. Die Vertrauensperson. Zur Maifeier. Die Vertrauenspersonen de» Partei und unsere Freunde im Auslände bitten wir, uns über den Ausfall der Feier in den einzelnen Orten sofort mittels Po st karte zu unterrichten- Meldungen über besonders wichtige Vorgänge, die un? bis Sonnabend Abend auf dem Postwege nicht mehr erreichen würden, bitten wir uns auf unsere Kosten zu telegraphiren. Die schriftlichen Mittheilungen sind zu adressiren an die Redaktton des „Vorwärts". Berlin SW 19, Beuthstraße 2. Bei telegraphischen Mittheilungen ist die Adresse„Sozialdemokrat Berlin" zu benutzen. Den Rednern zur Maifeier möchten wir empfehlen, in ihren Ansprachen des bezeichnenden Kampfes zu gedenken, dm die Bäckermeister unter Unterstützung eineS hohen Reichstages gegen die Schuhbestimmungen führen, die der Bundes- ralh für die Bäckereiarbeiter erlassen hat. Besser als durch diesen Hinweis ist die Nothwendigkeit, durch kräftige Organisation und durch Stärkung der Partei die Besserung der Lage der Arbeiter zu erzwingen, nicht zu erbringen. Von Nachrichlen über die Art der Maiseier in den einzelnen Orlen liegen noch folgende vor: Provinz Brandenburg. In Luckenwalde wird am Voruilltag des 1. Mai eine öffentliche Versammlung abgehallen. Nachmittags ist ein Ausflug, abends im größten Lokale„Tivoli" eine Feier,»voran sich sämmtliche Gewerkschaften betheiligen werden. Die Fabrikanten haben beschlossen, den 1. Mai nicht freizugeben. Ostpreuße». In Königsberg wird am l. Mai ein Ausflug unternommen; ein Lokal ist in der Stadt nicht zu haben. Die Arbeiterschaft von Tilsit, Ragnit und Um- gegend begeht die Feier wie im vorigen Jahre durch«inen Aus- flug am 3. Mai.' Mecklenburg. R o st o ck: 1. Mai nachmittags zwei Fest« lichkeite». Güstrow: Früh Ausflug, nachmittags Konzert, abends Hauptseier. Wismar: Gewerkschastsfest am Abend des 30. April. Schleswig- Holstein. Uetersen: Abendfesttichkeit am l. Mai. Die Brauereibesitzer Kiels haben eS ihren Personalen freigestellt, ob sie am 1. Mai arbeiten wollen oder nicht. Hamburg. Ter„Arbeitgeber'-Vcrband hat beschlossen, einer etwaigen Einstellung der Arbeit am l. Mai„entschieden" ent- gegenzntreten. Das wird die Maiseier nicht hindern, meint das „Hamburger Echo". Provinz Sachsen. Erfurt: früh Spaziergang, nach- mittags Konzert, abends Festversammlung. Der geplant gewesene Umzug ist polizeilich verboten worden, weil die Maiseier„aus- gesprochenermaßen den Charakter einer Demonstration gegen die bestehende Gesellschaftsordnung" trage, weshalb eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung vorliege. Zeitz: früh Ausflug, abends Versammlung in Rasberg, da in Zeitz kein Lokal zu haben. Rheinland. Köln: Am 1. Mai früh Volksversammlung, nachmittags Spaziergang, abends Volksversammlung und dann Konzert. In W a l d bei Solingen ist am 1. Mai ein Ausflug. In der Stadt Braunschweig ist vormittags Versammlung, nachmittags Konzert in zwei Lokalen, abends Versammlung und Kommers ebenfalls in zwei Lokalen. Königreich Sachsen. Dresden: Vormittags drei Ver- ammlungen, nachmittags Konzert im Park zu Reisewitz, abends Kommers in 5 Lokalen. In Burgstädt und in M i t t- weida ist am 1. Mai ein Kommers; in W a l d h e i m abends eine Versammlung; in Hartmannsdorf am l. Mai ein Kommers, am 3. Mai ei» Ausflug: in Hartha am 1 Mai nachmittags eine Landparthie und abends ein Kommers. Thüringen. In W a l t e r s h a u s e n ist die Maifeier am 3. Mai. Ohrdruf, hält am Nachmittag des I. Mai eine Zu- sammenkunst und dann«in« Ab«ndfei,r ab. Bayern. Würzburg begeht die Feier am 3. Mai. Baden. Offenburg: Am 1. Mai nachmittags Ausflug, abends Fest. Freiburg: Mittags Zusammenkunft der Feiernden in einem Lokal, abends allgemeines Fest. Schweiz. In Basel beschloß der Deutsche Arbeiter verein, den 1. Mai durch Arbeitsruhe zu feiern. Die Feier selbst wird vom Arbeiterbund veranstaltet. Die Zahl der Arbeiter, die den 1. Mai durch Arbeitsruhe feiern, dürfte in diesem Jahre in Basel ungewöhnlich groß werden, da bereits das gesammte Baugewerbe Arbeitsruhe proklamirt hat. wegen. " Stramm. Gewerkschaftliches. " Inm Heifische 2c. Distrikte. Die Maifeier der Genossen von der ermittelt wurde, betraf einen Gesellen, der es bei täglich bis jetzt gemeldeten Firmen, die den tarifmäßigen Lohn Heute, Gronberg, Ober- und Niederhöchstadt, Weißkirchen, Stierstadt, vierzehnstündiger Arbeitszeit auf einen Wochenlohn bis 22 M. zahlen.( Siehe Inserat der heutigen Nummer.) Schwalbach, Soffenheim, Rödelheim u. s. w. wird am 3. Mai in brachte. Dienstag bend, wird bei Nieft, Weberstr. 17, eine Steinbach abgehalten. Der Konfektionär Kamminer erklärte vor dem Ginigungs- große öffentliche Versammlung abgehalten. Die Lohnkommission. amt, daß er von jett ab die vereinbarten Die Berliner Schuhmacher( Schoßarbeiter) beschlossen 12/2 p Ct. 2ohnzuschlag nicht mehr zahlen werde; gestern in einer sehr gut besuchten Versammlung, sofort in den er werde in jedem einzelnen Falle den Streit einzutreten. Gefordert wird ein 10 bis 20prozentiger Lohn mit seinen Arbeitern vereinbaren. Wer Aufschlag für Affordarbeit, 50 Pf. Entschädigung pro Stunde Minimallohn von 20 Mart, dann nicht dafür arbeiten wolle, der möge es für Wartezeit und ein bleiben lassen. Sonntag und Nachtarbeit soll in allen Fällen abgelehnt Nur so fort! Die Unternehmer der Konfektion zeigen werden. Ein Antrag der Junung, gemeinsam mit ihren Ver wenigstens öffentlich, wie wenig die soziale Noth- tretern den Tarif auszuarbeiten, wurde von den Arbeitern abIage ihrer Arbeiter sie berührt. Ihre oft zur Schau gelehnt. getragene Arbeiterfreundlichkeit wird damit in das richtige Licht In einem uns zugesandten Aufrufe wird die gesammte Arbeiterschaft um moralische und finanzielle Aus Duisburg berichtet die„ Niederrheinische Volfstribüne": gerückt. Die Gewerbegerichts- Wahlen sind, wie wir voraus- Eine von über 400 Bäckergesellen Dresdens besuchte Unterstügung des Ausstandes dringend ersucht. sagten, zu unseren ungunsten ausgefallen. Das Resultat ist fol- Versammlung erklärte sich mit den vom Bundesrath er Briefe wie Geldsendungen sind zu richten an A. Adamczac von in Berlin SW., Restaurant Freigang, Schüßenstr. 18.( In diesem gendes: Jm Bezirk Hochfeld Sozialdemokraten 301,„ Christliche" laffenen Vorschriften über den Betrieb 987; im Bezirt Neudorf Düffern Sozialdemokraten 78, Christ- Bädereien und Konditoreien einverstanden, bezeichnete Lokal befindet sich das Streitbureau.) Die Ausständigen bitten liche" 282; in der inneren Stadt Sozialdemokraten 301," Christ diese für vollständig durchführbar und versprach für die Arbeiter presse des In- und Auslandes, beliche" 470 Stimmen. In der Stadt ist unsere Stimmenzahl von ihre exakte Durchführung träftig einzutreten. Dieser Beschluß sonders auch Dänemarts und Schweden3, von dieser 176 auf 301 gestiegen, in Neudorf- Düssern von 34 auf 73 wurde mit allen gegen 1 Stimme gefaßt. Aufforderung Notiz zu nehmen. Stimmen, während wir in Hochfeld um 17 Stimmen In den Steinbrüchen bei Pirna( links der Elbe) ist In der Schuhfabrik von F. Malet in Berlin, Lands. zurückgegangen sind. Unfere Gegner gewannen in der eine Bewegung zur Erringung des Zehnstundentages im gange. bergerstraße 32, suchten gestern zwei Schuhmacher ihre Entlassung Stadt 89, in Neudorf 23 und in Hochfeld 524 Stimmen. nach. Darauf erklärte der Fabrikant, wenn die beiden gingen, Ein großer Theil der eingeschriebenen Wähler hat sein Wahlrecht wären alle entlassen. Thatsächlich mußten die übrigen 20 an nicht ausgeübt, in Hochfeld über 500, in der Stadt über 300 und der Zahl ihre Arbeit aufgeben. Sie bitten um Fernhaltung des Zuzugs. in Neudorf ca. 150 Wähler. Es werden diese Säumigen meist Leute An die Musikinstrumenten Arbeiter Deutschlands! sein, denen die christlichen Kandidaten nicht behagten, die aber Die Zimmerer in Zehlendorf bei Berlin beschlossen, einen Den Kollegen in den Piano Klaviatur und Stundenlohn von 50 Pf. und 9 stündige Arbeitszeit zu fordern. trotzdem zu ängstlich waren, für unsere Kandidaten ein- echaniffabriken zur Kenntniß, daß der größte Theil G3 ist deshalb in 4 Baugeschäften zur Arbeitsniederlegung ges zutreten. Gerügt muß noch werden, daß ein großer der Berliner Kollegen gestern in den Ausstand getreten ist. tommen. Die Ausständigen ersuchen dringend darum, daß fein Theil unserer Genossen sich überhaupt nicht in überhaupt nicht in die Betheiligt find 2000 Personen. Unsere Forderungen: Berliner Zimmerer dort in Arbeit tritt, damit der Kampf nicht Wählerlisten hat eintragen lassen! Die Hirsch- Dunckerianer 51 Stunden Arbeit pro Woche, 10-15 proz. Lohnerhöhung und erschwert wird. Die Lohntommiffion der Berliner Zimmerleute. find diesmal geschloffen zu den Christlichen übergegangen und so Freigabe des 1. Mai, sind bis jetzt von folgenden Firmen bewilligt: J. A.: A. Radzuhn. standen wir einer geschlossenen Maffe gegenüber. Unter diesen Schmöckel u. Co.; Hoffmann u. Co.; Kunze u. Sohn; Verhältnissen ist die Zunahme unserer Stimmenzahl in den zwei Schulz, Blumenstr. 70; Knabe u. Thal; Mar Dreyer arbeitern, weil die Fabrikanten im Laufe voriger Woche In Kottbus ist große Erbitterung unter den Textil Bezirken schon immerhin ein günstiges Beichen und in diesen u. Go.; Schübbe u. Co.; Gen3 u. Co., Pianomechanik eine Anzahl misliebiger" Arbeiter entlassen haben. Eine beiden Bezirken haben die Gegner wahrhaftig feine Ursache, zu Fabrik. jubeln. An uns aber liegt es, aus dem Ausfall dieser Wahlenstraße 27, Berlin SO. Wir bitten die auswärtige Kollegen Berlin und Schöpflin aus Frankfurt a. D. sprachen, lehnte Das Streitbureau befindet sich bei Hente, Naunyn Versammlung am Sonntag, wo die Parteigenossen Jahn aus zu lernen, und hier können wir einmal von unserem christlichen schaft, zur Erreichung des Sieges durch Vermeidung des Zuzugs zwar die von einem Theile der Anwesenden verlangte Ver. Gegner lernen, um bei der nächsten Wahl die Scharte auszu- beizutragen. Die Lohntommission. hängung der Sperre über die maßregelnden Firmen ab, beaufIn Böhmen haben die Parteigenossen wieder die Ver- An die Maler und Berufsgenossen von Berlin und tragte aber die Fünferkommission, bei den betr. Fabrikanten waltung einer Bezirts- Krantentasse erobert, und zwar Umgegend. Den Kollegen zur Nachricht, daß unsere Mai- gegen die Entlassungen, die man als Maßregelungen betrachtet, der Bezirks- Krankenkasse in La un. Ihre Delegirten- Kandidaten versammlung am Freitag, den 1. Mai, Vormittag punkt vorstellig zu werden. wurden mit 310 bis 384 Stimmen gewählt, während die vom 10 Uhr im Louisen städtischen Konzerthause", Der Maurerftreik in Dresden ist beendet. Von den Ausbisherigen Borstand der Kaffe begünstigten Kandidaten nur 67 Ite Jafob str. 37, abgehalten wird. Sammelpunkt vorher ständigen haben nur etwa 30 die Forderungen nicht bewilligt erhielten. Der neue Borstand wird demgemäß aus Sozial- in unserm Verkehrslokal, Restaurant H. Stramm, Ritterftr. 123. bekommet. demokraten bestehen. Abmarsch präzise 94 Uhr, vormittags. Da eine Extra- Der Tischlerstreit in Essen ist erfolglos beendet. Gin versammlung für Charlottenburg nicht stattfindet, so großer Theil der Tischler hat sich troß gegebenen Versprechens Polizeiliches, Gerichtliches 2c. werden die Kollegen von Charlottenburg Die Preßtommission er nicht an der Bewegung betheiligt. der" Volksstimme" in der Berliner Versammlung Magdeburg hält für gewöhnlich ihre Sigungen im fucht, fich recht zahlreich an Die Klempner Leipzigs stehen im Streit und ersuchen die Geschäftslokal der Boltsstimme" ab; ist dagegen Rücksprache in der Versammlung; dieselbe wird nur an feiernde Kollegen auszu betheiligen. Die Ausgabe der Maimarken geschieht auswärtigen Kameraden um solidarisches Verhalten. mit den Stolporteuren zu nehmen, so wird in einem Restaurant gegeben. Für Nachmittag ist ein Ausflug nach Nieder- Schön- nach fünftägigem Ausstand ihre Forderungen bewilligt erhalten Die Möbelschreiner in Zuffenhausen bei Stuttgart haben verhandelt. Dies war am Bußtag vorigen Jahres der Fall weide beschlossen, mehrere Gesangvereine haben ihre Mitwirkung und die Arbeit wieder aufgenommen. Diese Sigung wurde polizeilich aufgelöst, weil es eine politische zugesagt. Das Lokal wird noch näher bekannt gegeben werden. Versammlung gewesen sein soll, die man hätte anmelden müssen, NB. Der Zuzug nach den Geschäften G. Stü wert, Schöne Sämmtliche organisirte Tischler Lörrachs in Baden und der Verleger der Volksstimme". Genoffe Harbaum, und der Wirth des Louisenparts, wo die Sigung abgehalten worden berg. Gothenstr. 49; C. Mairose, Stegligerstr. 89 und stehen wegen Verweigerung ihrer Forderungen seit 20. April im worden. Oppermann, Königsbergerstr. 26-27, welche Firmen ihre Streif. war, erhielten Strafmandate über je 50 M. Trotzdem nun Zarifunterschrift zurückgezogen haben, ist streng fernzuhalten. Die Beim Streik der Böttcher Münchens( dort Schäffler ge thatsächliche Beweise dafür, daß politische Gegenstände hätten Bohnkommission. J. A.: G. Lint, Ritterstr. 123, Restaurant nannt) handelt es sich um die Einführung des Neunſtundentages erörtert werden sollen, nicht zu beschaffen waren, im und 24 beziehentlich 26 M. Mindestlohn, auf welche Forderungen Gegentheil aus einem in der Sigung beschlagnahmten Bettel hervorgeht, daß nur geschäftliche Angelegenheiten Berlin. Die Kommission der Prinzipale erklärte den Gehilfen, Bon gegen 600 Böttchern arbeiten nur zirka 100, meiſt ältere Zur Modellenr- und Gipsbildhauer Bewegung in die Unternehmer, darunter die Brauereien, nicht eingehen wollen. erörtert verden sollten, denn anderes war darauf nicht verzeichnet, kam das Schöffengericht, dessen Entscheid Gehilfen überall da, wo ein Meister die Beiträge zur Unfall- fräfte, weshalb die Streifenden um strenges Fernhalten des man wolle die Forderungen bewilligen, verlange jedoch, daß die Leute. Die Unternehmer bemühen sich um auswärtige Arbeitsangerufen worden war, doch zu einem die Strafmandate be- versicherung nicht bezahlt, ebenso da, wo mehr Lehrlinge Buzuges ersuchen. stätigenden Erkenntniß. Es nahm an, daß politische Gegenstände als nach der aufgestellten Stala beschäftigt find, die Ge- Der Streit der Lederarbeiter Durlach dauert un hätten erörtert werden sollen, wobei es sich auf die Ver- hilfen die Arbeit niederlegen sollten. Die Gehilfen beschlossen verändert fort. Gine feitens der Kommission ber Streifenden muthungen des betreffenden Polizeikommissars flüßte, der die in ihrer letzten Versammlung, darauf nicht einzugehen, da es angebahnte Unterhandlung hat zu keinem Resultat geführt. TroßBujammenkunft aufgelöst hatte, sowie darauf, daß der frühere Sache der Meister wäre, dahin zu wirken, daß diese Mißstände dem sind wir Mann für Mann entfchloffen, weiter auszuharren, Redakteur der Volksstimme", Dr. Lux, die Aussage darüber ver- beseitigt werden. Neuerdings drohte nun die Kommission der bis wir mit unseren Forderungen durchgedrungen find. Wir weigert hatte, ob in den früheren Sizungen der Preßkommission Meister, daß alles Bewilligte zurückgezogen werden würde, wenn richten nun an die gesammte Arbeiterschaft die Bitte, uns wie immer nur über geschäftliche Angelegenheiten verhandelt worden bis zum 1. Mai das von ihr Geforderte nicht zur Durchführung bisher moralisch und materiell zu unterstützen. Die Rom sei. Gegen das Urtheil wird Berufung eingelegt werden. Redakteur August Diehl von der Burgstädter gelangt sei. Es ist nun Sache der Gehilfen, überall da, wo das mission der streitenden Leberarbeiter Durlachs. Volksstimme" ist im 3widauer Gefängniß, Bewilligte zurückgezogen wird, die Arbeit niederzulegen. Die Sendungen wolle man richten an Aug. Schäch tell in Dur. eine fechzehumonatige Freiheitsstrafe verbüßen soll, schwer Beit ist derart günstig, daß die Modelleure und Gipsbildhauer la ch i. B., Karlsruher Hof. ste aufs denkbar mögliche ausnüßen sollten, um sich endlich von erkrankt. Er hat eine Nervenlähmung der linksfeitigen dem Druck, der seit Jahren auf ihnen laftet, zu befreien. Aus Extremitäten, namentlich des Beines erlitten. Auf sein Gesuch dem Gesagten dürfte hervorgehen, daß der Zuzug fernzuhalten hat ihm das Justisministerium eine dreimonatige Straf ift. Die Forderungen sind nicht bewilligt worden von den Unterbrechung bewilligt. Er hat sich nun zur Heilung nach Firmen: Bieber, Schirmer, Weidt 11. Becker, bezug auf unseren Versammlungsbericht in der Sonnabend= Leipzig transportiren lassen. Der früher so kerngesunde starke änsta, A. Brasch, Köthenerstr., Schulz u. Co., Brücken- Nummer folgende Berichtigung zu: Die von uns gebrachte Mann war nicht in der Lage, allein zum Bahnhofe zu gehen. straße. Arbeiterfreundliche Blätter werden um Abdruck gebeten. Beitungsnotiz in der„ Bolts- Zeitung" entspricht in allen Punkten Nach seiner Heilung hat Genoffe Diehl noch 101/2 Monate des Der Vertrauensmann der Bildhauer Berlins. den Thatsachen. Die sich im Ausstand befindlichen Arbeiter gesundheitsverwüstenden Kerferlebens durchzumachen! und wird Die Tischler der Berliner Bauwerkstellen von Risop, sind sämmtlich entlassen auch nicht Liefenstr. 11a( 14 Mann) und Mez, Urbanstr. 102, haben davon wieder eingestellt, so daß ein Streit nicht beEin 24 Mann an der Zahl Lohnzuschlag von Uebernachträglich die bekannten Forde steht. 25 pt. für von den rungen gestellt, da im Februar in diesen Werkstellen Arbeits- stunden ist ausständigen Arbeitern überhaupt Offener Vertragsbruch. Der Konfektionär", das mangel war. Der Tischlermeister Met hat die Forderungen nicht gefordert worden. Der Vorsitzende des Metallarbeiter Interessenorgan der Unternehmer in der Konfettions bewilligt, während bei Risop wegen Nicht bewilligung Verbandes, Herr Pezold, erklärte in Gegenwart der beiden Industrie, bringt die Mittheilung, der Verein Berliner die Arbeit eingestellt wurde. Zuzug nach legtgenannter Firma Klempner Rößler u. Schmidt, daß fie davon Abstand nehmen Herren und Knabenkonfettions Firmen en ist daher fernzuhalten. würden, zu verlangen, daß die beiden entlassenen Klempner gros, dem fast alle großen Fabrikanten dieser Branche Achtung, Puter! Die Berliner Buzmeister entfalten jeßt, wieder eingestellt werden."- Auf obige Berichtigung hat angehören, habe. dem Einigungsamte des Berliner Ge- nach beendetem Ausstand, eine rührige Thätigkeit in der Ueber der unterzeichnete Vorstand nachstehendes zu werbegerichtes erklärt, daß der neuerdings unter dessen Mitnahme von Arbeiten bei solchen Unternehmern, die weder Rüft- Die Angabe der Einsender, als ob es sich in ihrer Fabrik wirkung ausgearbeitete Lohntarif abgelehnt und für zeug haben, noch in der Lage sind, am Sonnabend zu löhnen, um keinen Ausstand handelt, ist unrichtig, da ſänuntliche unannehmbar erklärt worden sei. Die Fabrikanten hätten weiter sondern erst zahlung leisten, wenn die Arbeit fertig und Arbeiter am 20. d. M. die Arbeit einstellten und von diesen erklärt, daß sie unablässig bemüht sein wollen, in direkten Verband die Rate fällig ist, die zwischen dem Unternehmer und bisher niemand die Arbeit wieder aufgenommen hat. Auch hat lungen mit ihren Arbeitern die Lohnfäße, soweit dieses irgend mög- der das Geld vorschießenden Bank ausgemacht wurde. die Firma einen genügenden Ersatz für die Ausständigen nicht lich ist, zu erhöhen. Die Vereinbarungen vom 19. Februar wären Durch diese Manipulation sind die Kollegen der Willkür der gefunden, dies bestätigt auch zum theil die erwähnte Annonce in provisorische, in der Voraussehung des Zustandekommens eines Bugmeister preisgegeben und müssen sich mit dem begnügen, was der Bolts- Zeitung". Richtig ist, daß es sich nicht um einen befinitiven Lohntarifs; da dieser Tarif im Wege eines Ver- diese Herren gutwillig zahlen, denn nur in feltenen Fällen hat Lohnzuschlag von 25 pet. für Ueberstunden handelt, sondern um gleiches nicht zu erhoffen sei, so erachteten sich die Konfektionäre man Stenntniß davon, was der Puhmeister für die Arbeit be- einen Zuschlag von 25 Pf. pro Stück. Die Arbeiter werden an die Vereinbarungen vom 19. Februar nicht mehr gebunden fommt. Da die Berliner organisirten Kollegen bei solchen deshalb gebeten, den Zuzug nach wie vor fern zu halten. und erklärten dieselben ihrerseits für hinfällig." Zwischenunternehmern nicht mehr arbeiten wollen, wenden sich Der Vorstand des Berliner Metallarbeiter- Verbandes. Durch diesen Beschluß haben die Unternehmer der Herren- die Puzmeister nach anderen größeren Städten, um und Kinderkonfektion die von ihnen am 19. Februar vor dem Puzzer als Streitbrecher nach Berlin zu locken. Die Lohn- Depeschen und lehte Nachrichten. Einigungsamt des Berliner Gewerbegerichts übernommenen Ver- fommission hat sich zwar nach den uns bekannten Städten pflichtungen offen gebrochen. Das Einigungsamt wurde damals be brieflich gewendet und den dortigen Kollegen vom wahren Leipzig, 27. April.( W. T. B.) In dem„ Leipz. Tagebl." auftragt, über die Feststellung eines spezialisirten Minimal- Lohn Stand der Dinge Kenntniß gegeben. Doch bleibt es veröffentlichen mehrere hervorragende Verlagsfirmen eine Kundtarifes weiter zu verhandeln und die erforderlichen Grundlagen durch vor allem Aufgabe der Berliner Kollegen selbst, ein wachfames gebung, in welcher diefelben in bezug auf die Abmachungen umfangreiche Beweisaufnahme zu beschaffen. Noch ehe diese Auge auf derartige Putzmeister zu haben, und unter feinen zwischen dem Deutschen Buchdruckerverein und der GehilfenErhebungen abgeschlossen, werden die unter Umständen bei denselben zu arbeiten. Können die Putzmeister vertretung erklären, daß sie sich von wirthschaftlich berechtigten nehmer vertragsbrüchig! die Bauten nicht mit genügend Berliner Putzern besetzen, so sind Gründen von einer Erhöhung des Druckertarifs nicht hätten Diese treulose Haltung des Unternehmerthums, das seine die Bauunternehmer gezwungen, sich unseren Bedingungen zu überzeugen können. Der Buchhandel sei nicht in der Lage, Versprechungen nur während der Saison aufrecht erhält, muß fügen und die Arbeiten an die selbst fertigenden Puzzer zu ver- höhere Löhne zahlen zu können. Unter diesen Umständen alle anständigen Menschen, gleich viel welcher geben. Gelingt es den Puzern, die Buzmeister zu isoliren, so hätten sich die betheiligten Firmen entschlossen, den von ihnen Barteirichtung, zur vollsten Unterstützung der Arbeiter, werden sie in turzer Zeit vouständig verschwinden. Dazu bedarf beschäftigten Druckereien, gegenüber jede Erhöhung des Druckersowohl im Lohnkampf als auch hinsichtlich der nothwendigen es aber der Mitwirkung fämmtlicher Buzer Berlins und tarifs abzulehnen. Am Schluffe werden die anderen Firmen Einwirkung auf die Gesetzgebung, veranlassen. Umgegend. Die Lohnkommission der Putzer Berlins und Um- aufgefordert, sich dem berechtigten Vorgehen der Leipziger Firmen Einigungsamt des Berliner Gewerbegerichts. In der gegend. anzuschließen. Herren und Knaben Konfektionsbranche wurden Zur Lohubewegung der Tabatarbeiter Berlins. Wie Wien, 26. April.( B. H.) Die Polizei verbot die von den gestern eine Anzahl bei Zwischenmeistern beschäftigte Gesellen schon in der Sonntagsnummer erwähnt, hat die Firma Karl Sozialdemokraten geplante Heranziehung von Schulkindern zur vernommen. Die Ermittelungen ergaben ein ungemein trübes Martienzen sich den gerechten Forderungen der Tabat Maifeier. Zuwiderhandlungen sollen streng bestraft werden. Bild der wirthschaftlichen Verhältnisse dieser Arbeiter. Ein Geselle arbeiter ebenfalls nicht verschließen können und hat für ihre Wien, 27. April. Die Angaben über den neuen antigiebt an, daß er durchschnittlich die Woche nicht mehr als 12 bis fämmtlichen Arbeiterinnen und Arbeiter den Tarif anerkannt. semitischen Bürgermeister- Kandidaten schwanken zwischen den Ge14 M. verdient. In der letzten Woche erreichte er bei täglich Es sind dort beschäftigt 12 Arbeiter und 97 Arbeiterinnen, in meinderäthen Kupte und Strohbach und dem Abgeordneten 12stündiger Arbeitszeit einen Wochenlohn von 11,80 M. von dem Summa: 109 Personen; die Angabe in der Donnerstagnummer Professor Schlesinger. Lueger würde angeblich zum ersten Vizenoch 1,10 M. für Unkosten abgehen. Ein anderer Arbeiter hat des Vorwärts", worin von ca. 50 Personen die Rede war, war bürgermeister gewählt werden. in der letzten Woche 16 M. verdient, wovon 1,08 M. für Un- durch einen Frrthum veranlaßt. Von den größeren Firmen, die Bsurnemouth, 27. April.( W. T. B.) Cornelius Herz toften abgehen. Um diesen Lohn zu erreichen, wurde die ersten im Laufe der letzten Stunden nachgaben, ist noch die Firma Laser, wurde heute in seiner Wohnung von dem Londoner Richter Sir Das Verhör, dem der Vertheidiger drei Tage der Woche von morgens 6 bis abends 9 Uhr, die Gollnowstraße, zu nennen, die ca. 40 Personen beschäftigt. Augen- John Bridge vernommen. andern Tage von morgens 6 bis abends 12 Uhr und blicklich wird noch bei 37 Firmen gestreift; die Zahl der Aus- Herz' und Vertreter der englischen und der französischen Hedie Nacht von Freitag bis zum Sonnabend vollständig durch ständigen beträgt 226. Zu dem tarifmäßigen Arbeitslohn sind gierung beiwohnten, dauerte eine halbe Stunde. Es wurde vergearbeitet. Der betreffende Arbeiter giebt an, daß die jetzt befchäftigt: 407 männliche und 444 weibliche, in Summa: einbart, daß die beiderseitigen Hechtsvertreter die Untersuchung Arbeitszeit im allgemeinen so üblich sei. Der günstigste Fall, 851 Personen. Diese Angaben beziehen sich jedoch nur auf die am nächsten Sonnabend im Bowstreetgericht fortseßen sollen. Verantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen. Boziale Meberlicht. O 100 er Versammlungen. Von der Firma Moosdorf u. Hochhäusler geht uns in " einer erividern: 1. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 99. Reichstag. 77. Sigung vom 27. April, 1 Uhr. Am Tische des Bundesraths: von Bötticher, von Berlepsch, Reichsbank- Präsident Koch. Dienstag, den 28. April 1896. Marseillais e", staatsgefährlich wäre. Dies Bild hat schon vor zwei Jahren, als es in der Märznummer unseres Volts blattes" erschienen war, der Polizei mißfallen; in der gerichtlichen Verhandlung wurde das Kunstwerk jedoch freigegeben. " 13. Jahrg. Ueber Mangel an ragenden Kirchen wird nicht allein im preußischen Heimathlande der Duellbrüder und des Galgens peters geklagt, sondern auch im fernen deutschen Afrika. Dort eriftirt irgendwo ein Ort Namens Windhoek, an welchem, daß Militär eingeschlossen, etwa 400 Deutsche wohnen. Die dortigen Zur Umwandlung des Pferdebahn- Betriebes in einen Ansiedler" haben vom Heimathlande herüber ein föstlich Gut Auf der Tagesordnung steht zunächst die Wahl des Abg. elektrischen. Die städtische Verkehrsdeputation hielt am Sonn- gerettet, das in der schneidigen Gegenwart besonders viel gilt: Böhlmann( 6. Elfaß- Lothringen). Die Kommission beantragt die abend eine Sigung ab, in welcher die von der eingefeßten Sub- Die Dreistigkeit. Durch Vermittelung eines Bremer Handlungs Ungiltigkeit und Beweiserhebung über die Protestbehauptungen. fommission gemachten Vorschläge berathen wurden. Die letzteren hauses verlangen sie in einem hier verbreiteten Flugblatt von Nachdem Abg. Guerber( Elsässer) über die Wahlvorgänge lauten dahin: 1. Die Konzession wird um acht Jahre, also den Freunden des Reiches Gottes" daheim nicht mehr als im Reichslande und besonders über die offiziellen Kandidaturen bis 31. Dezember 1919, verlängert; ein Erwerb des Unternehmens 100 000 m. weniger 3272 M. gesprochen hatte, erklärte Letzteren Betrag haben die BeStaatssekretär v. Bötticher, daß es offizielle Kandidaturen ausgeschlossen. 2. Beim Ablauf des Vertrages geht das ständnißvolles Zeichen, daß die Windhoeker mehr der„ Hilfe feitens der Stadtgemeinde während der Dauer des Vertrages ist wohner der Kolonie selber zu geben die Güte gehabt; ein ver in Elfaß Lothringen nicht gebe; der Vorredner denke dabei gesammte bewegliche Inventar einschließlich der Streckenausrüstung Gottes" als der eigenen schwachen Kraft vertrauen. Hundert. wohl an die Vorgänge in seiner Jugend. Ferner wandte fich auf die Stadtgemeinde nach Maßgabe des§ 31 des neuen tausend Mark! Ob die kühnen Kolonisten für diese respektable der Staatssekretär dagegen, daß die Wahlprüfungs- Kommission Vertragsentwurfes unentgeltlich über; sämmtliche Grund- Summe nicht schon ganz Windhoek losschlagen werden? die Zeugenvernehmung bemängelt habe, weil Zeugen vernommen ftücke verbleiben den Gesellschaften. 3. Die Gesellschaften sind, deren Vernehmung nicht der Reichstag, sondern der Abg. sind verpflichtet, das Betriebsmaterial stets in gutem Ein Stück preußischer Armenpflege schildert die Nr. 90 Böhlmann beantragt habe. Herr Pöhlmann hätte das in der Zustande zu erhalten. 4. Die Konzeffionen, wie sie in des hier erscheinenden„ Teltower Kreisblattes". In dem Protokoll Kommission anregen fönnen, er hat es bei der Regierung an den Vorschlägen der Subkommission zu Position 2, 3 und 7 der über die Kreisausschuß- Sigung vom 14. April findet sich folgende geregt, um die Wahrheit zu ermitteln. Die Regierung hat die ersten Berechnung der Pferdebahn Gesellschaften enthalten sind, Stelle: Beschwerde des Landarmen- Verbandes der Provinz Cache dem Präsidenten des Oberlandesgerichts überwiesen, der tommen in Fortfall. 5. Die Gesellschaften sind verpflichtet, Bommern, vertreten durch den Landeshauptmann der Provinz teine Bedenken batte, die Zeugen vernehmen zu lassen. Abg. Gamp( Rp.) zieht im Interesse der schleunigen Gr- spätestens nach Ablauf von 5 Jahren seit Abschluß des neuen Bommern, wider die unverehelichte Hedwig N. zu Behlen Bertrages den zehnpfennig- Tarif Landarmen Verbande bezieht auf sämmtlichen, dorf. ledigung und mit Rücksicht auf die Besetzung des Hauses den dem Bertrage unterliegenden Strecken einzuführen. 6. Die Vater der Verklagten, welche sich als Dienstmädchen Antrag auf namentliche Abstimmung über die Wahl Pöhlmann Anbringung von Reklameschildern an den Wagen in einer Familie zu Behlendorf befindet, monatlich 15 M. zurück und stellt in Aussicht, daß auch die namentliche Abstimmung fenstern und über die Wahl des Abg. Holtz zurückgezogen wird. außerhalb an den Wagen ist nicht ge- Unterstügung. Da die Hedwig N. jährlich 150 M. Lohn erhält, Redner stattet; indessen sollen die bereits abgeschlossenen Verträge mit soll sie zur Unterstüßung ihres Vaters monatlich 1 M. beitragen." wendet sich eingehend gegen die Behauptungen des Proteftes, die den betreffenden Firmen respektirt werden. 7. Die Gesellschaften Ob die Herren, die diesen Beschluß gefaßt haben, sich wohl ein fich sämmtlich als unwahr herausgestellt haben. Er greift einen sind auf Verlangen des Magistrats verpflichtet; jebe neue Bild davon machen fonnten, was für ein Mädchen, das feine bei der Wahlagitation besonders betheiligten Bürgermeister Spieß Linie zu bauen. In solchen Fällen wird den Gesellschaften Bedürfnisse für Kleidung u. f. w. mit wöchentlich noch nicht 3 M. heftig an und tritt für die Giltigkeit der Wahl ein. zu vereinbarenden Grundsägen gewährt. 8. Die Höhe der deutet? feitens der Stadtgemeinde eine Entschädigung nach noch decken muß, ein Abzug von 8 pet. seines Arbeitslohnes be vorgefehen. Abgabe wird so festgesetzt, wie im§ 8 des Vertrags- Entwurfes Die Deutsche Gesellschaft für volksthümliche Naturfunde veranstaltet am Dienstag, 28. April, abends 8 Uhr, im monftrationen. Herr Professor Jätel wird über die„ Entwickelung Bürgersaale des Rathhauses einen öffentlichen Vortrag mit De der Thierwelt" sprechen. Abg. vou Marquardsen( natl.) tritt ebenfalls für die Giltigkeit der Wahl ein. Abg. Spahn( 3.) erklärt, daß die in dem Schreiben des Herrn Pöhlmann an die elsässische Regierung enthaltenen Be hauptungen bezüglich mehrerer zur Zentrumspartei gehöriger Mitglieder der Wahlprüfungs- Kommission unwahr feien. Der Bürgermeister Spies fei vom Staatssekretär v. Buttkamer im Landesausschuß in Schuß genommen worden. Redner tadelt es, daß der Staatssekretär v. Bötticher das Verfahren der Gerichte gebilligt habe. Die Legitimation seiner Mitglieder prüft der Reichstag, nicht die elsässische Regierung; der Reichstag bezeichnet die Zeugen, welche er vernommen sehen will.( Sehr richtig! links.) Der Reichskanzler wird ersucht um die Vernehmung der Zeugen; nicht über den Kopf des Reichstags hinweg ist verfahren worden, sondern über den Kopf des Reichskanzlers hinweg, dessen Anordnungen allein au folgen ist. Der Reichstanzler hätte also alle Ursache, hier einzugreifen, nicht der Reichstag.( Beifall links.) Abg. Beckh( frs. Vp.) schließt sich diesen Ausführungen vollftändig an. Von dem D ber bahn- Gesellschaften angefeßten Positionen II und III( über 7 Zu Punkt 4 sei daran erinnert, daß die von den Pferdebezw. 41/4 Millionen Mark für unter- und oberirdische Leitungen) von der Subkommission auf zusammen 5 735 000 Mart und zwar für durchweg oberirdische Stromzuführung herabgefeßt Duellrüpel zu sein gegenüber der allgemeinen Verurtheilung ihres Kein Tag ohne Knalleffekt. Das scheint die Losung der worden sind, weil sich noch nicht übersehen läßt, für welche Treibens. Ein Pistolenduell fand, wie ein Lokalreporter Strecken die Polizeibehörde die unterirdische Stromzuführung meldet, abermals am Sonnabend zwischen dem Hauptmann verlangen wird; Pof. VII( 31/2 Millionen Mark für Rabel) wurde F. S. v. B. und dem Fabrikanten, Lieutenant der Reserve S. von der Subkommission gänzlich gestrichen, weil die Betriebskraft bei Groß- Lichterfelde statt. Nach dem ersten erfolglosen Kugel. von der Stadtgemeinde selbst oder aus der von derselben zu wechsel revozirte der Fabrikant S. und die Parteien verließen bezeichnenden Quelle zu beziehen sei. ausgeföhnt den Kampfplay. Die Veranlassung zu dem Duell lag S. über die Familie des Gegners. 21 in einer geringschäßenden Aeußerung des Lieutenants der Reserve werden, da eine Einigung über die Vorschläge der Subkommission Die gestrige Sigung der Verkehrs- Deputation mußte vertagt noch nicht erzielt werden konnte. Anscheinend hatten verschiedene Stadtväter Angst, daß das Vorschläge zu kurz tommen fönne. Interesse der Pferdebahngesellschaft bei Durchführung dieser Als Fälscher wurde der Engros Schlächtermeister Emil Hilpert aus Friedrichsberg entlarot. Hilpert, der Millionen Hilpert" benannt, hatte ein Rind nach der Markthalle VIII eingebracht, welches total tuberkulös war, aber auffälligerweise den Der Betrieb der Personen- Dampfschifffahrt auf der städtischen Stempel der Untersuchungsstation I trug. Das Fleisch Spree wird künftig durch eine Polizeiverordnung dahin geregelt wurde sofort tonfiszirt und dabei wurde, wie die Allgemeine werden, daß alle Personen- Dampfschiffe, wenn es die Dertlichkeit Fleischerztg." mittheilt, festgestellt, daß das franke Fleisch von erlaubt, rechts fahren und stets rechts ausweichen müssen. Kein Hilpert selbst mit einem nachgemachten Stempel abgestempelt derartiges Schiff darf ein anderes in derselben Richtung worden ist. Das fonnte um so leichter festgestellt werden, als fahrendes überholen oder neben einem solchen herfahren; es muß der Stempel der Untersuchungsstation I seit der entdeckten vielmehr stets ein Abstand von mindestens 125 Meter von einem Fälschung der Meister Burmeister- Lewin abgeändert worden ist. zum anderen eingehalten werden. Diese Bestimmungen sollen Wie sich ferner ergab, hat Hilpert derartige Fälschungen seit auch für Motor- Boote aller Art, welche zur Beförderung von längerer Zeit betrieben. Hilpert, der noch auf freiem Fuß be Personen dienen, gelten. Uebertretern der Polizei- Vorschriften lassen wurde, versuchte dann in seiner Wohnung sich zu erschießen. kann neben der angedrohten Geldstrafe auch noch der Fahrschein Er soll sich aber nur leicht verlegt haben. entzogen werden. " Abg. Simonis( Cisäffer) bezweifelt, daß Herr Pöhlmann Freude haben werde an der Vertheidigung seiner Wahl durch die Herren Gamp und Marquardsen. Dem auf der Tribüne nicht verständlichen Redner ruft Abg. Gamp, der dicht neben ihm steht, dreimal zu: Unverschämtheit!, worauf er von dem Bizepräsidenten Schmidt zur Ordnung gerufen wird. Redner bleibt dabei, daß die Wahl des Herrn Pöhlmann eine erpreßte gewesen ist, wenn auch eine offizielle Kandidatur nicht aufgestellt ist. Von Regierungsbeamten sei ausdrücklich anerkannt worden, daß die Gemeinden, welche regierungsfreundlich wählen, staatliche Zuschüsse eher empfangen würden, als andere Gemeinden. Abg. Gamp bedauert, daß er sich zu der Bemerkung habe hinreißen laffen. Den regierungsfreundlich stimmenden Gemeinden feien nicht unter allen Umständen Zuschüsse in Aussicht gestellt, Häufigere und gründlichere Reinigung der Gemeinde: abgespielt haben soll, berichten verschiedene Blätter. In der Ueber einen Skandal, der sich in der Ausstellung Kairo fondern die betreffende Aeußerung ging dahin, daß unter gleichen schul- Turuhallen hatte der Ausschuß der Berliner Turngaue Bolts- Zeitung" lesen wir u. a. folgendes: Als einige Vertreter Verhältnissen" Zuschüsse eher den regierungsfreundlichen Ge- in einer Eingabe an die Schuldeputation gefordert. Hierauf der Berliner Presse, welche die Gewerbe- Ausstellung besucht meinden zugewandt werden. Man wolle den Bürgermeistern hat die Schuldeputation kürzlich erwidert, daß sie der Frage der hatten, die Hauptstraße erreichten, zog ein Trupp Beduinen das Wahlrecht nehmen, weil sie für Pöhlmann eingetreten seien. Reinigung der Schulräume und Turnhallen fortgesetzt ihre Auf- vorüber, aus deren Mitte plöglich ein europäisch gekleideter Die Beamten, auch die in diesem Hause sitzenden, werden sich merkinmfeit zuwende und bereits angeordnet habe, die Turnhallen Mann auf die Gesellschaft losstürzte und sie in brüstem Tone schönstens dafür bedanken, daß sie zu Staatsbürgern zweiter Klasse täglich zu reinigen, sowie die Matraßen wöchentlich einmal zu gemacht werden sollen.( Lachen links.) Nach den gemachten Klopfen und abzufegen; auch würden die Matratzen neuer Turn- anfuhr, die Ausstellung" sofort zu verlassen. Da der Erfahrungen könnte man wirklich die Frage aufwerfen, ob es hallen jetzt mit Leder bezogen, um Staubablagerung möglichst zunächstſtehende Herr mit mit Recht annehmen mußte, daß nicht richtig wäre, die Wahlprüfungen einem unparteiifchen vermeiden. Es hat etwas sehr lange gebauert, bis diese nicht des Unternehmens sei, fragte er ibn ruhig nach seiner ungehobelte Geselle ein untergeordneter Angestellter Gericht, vielleicht dem Reichsgericht zu überweisen.( Gelächter blos von Turnern, sondern auch von Gemeindeschullehrern of Legitimation zur Ertheilung eines solchen Befehls, indem er sich lints.) Denn in der Politif giebt es fein positives Recht; erhobene und von Aerzten unterstützte Forderung endlich erfüllt gleichzeitig vorstellte. Darauf schrie der unbekannte, Mensch den Legitimation zur Ertheilung eines solchen Befehls, indem er sich wer die Macht hat, hat das Recht.( Lebhafter Widerspruch wurde. links.) Der Bahnhof Gewerbe Ausstellung ist am Montag als die anwesenden Kollegen des Brutalisirten gegen diese Art, Herrn an: Raus mit Ihnen! Sie haben hier nichts zu suchen!" Abg. Preik( wild, Elsässer) bezweifelt, daß die Bertheidigung, Morgen dem öffentlichen Verkehr übergeben worden. Der erste mit dem Berliner Publikum zu verkehren, protestirten, brüllte der welche der Vorredner Herrn Pöhlmann hat angedeihen lassen, Bug traf 2 Uhr 41 Minuten früh ein. in Elsaß- Lothringen wirksam sein werde. Die Entlassung des Mann unter wilden Bewegungen:„ Raus mit dem Gesindel! Bürgermeisters Spies am 29. Juni, nachdem die Wahl am 15. Juni Von dem Andraug zum Ausstellungsterrain am Sier bin ich Herr!" Gleichzeitig umringten die Beduinen unter stattgefunden hatte, wurde allgemein als eine Folge der Wahl. Sonntag wird berichtet: Schon vom frühen Morgen strömte Geschrei und drohenden Gesten die Gesellschaft, welcher unterdeß thätigkeit deffelben angesehen. Redner führt aus, daß eine eine gewaltige Menschenmenge, die sich stündlich vergrößerte, befannt geworden war, daß der rabiate Mensch mit dem„ Direktor" öffentliche Wahlversammlung in Elsaß- Lothringen nur stattfinden dritten Nachmittagsstunde ihren Höhepunkt Möller identisch sei. Schließlich sei die ganze Gesellschaft von Vor dem einem Gendarmen notirt worden. tann, wenn 7 in der Gemeinde domizilirte Personen dieselbe ein- erreichte, die Treptower Chaussee entlang. berufen und das Gesuch der Genehmigung bei der Behörde Eingang I stauten sich die Massen derartig, daß für die die Ausstellung Wegen Mißhandlung eines Pfleglings der Anstalt für deponiren. Nach drei Tagen darf dann die Versammlung statt geöffnet werden mußte. Gegen 41/2 Uhr mochten nach ungefährer Untersuchung bei der städtischen Verwaltung beantragt. Bei einem Berlassenden ein eigener Ausgang Epileptische in Biesdorf baben die Angehörigen desselben eine finden. Für die Kandidatur des Herrn Pöhlmann seien aber die Wähler durch Trommelschlag ohne weiteres zur Versamm überschritten haben, als die Thore, wie üblich, für die Besucher in einer bejammernswerthen Verfassung; der Kopf war mit Beulen Schäßung 70 000 Personen die Portale des Ausstellungsgeländes neulichen Besuche fanden sie den 40 jährigen epileptischen Mann lung berufen worden, während die Gegner alle geseglichen Be ftimmungen beobachten mußten, widrigenfalls fie der Strafe geschlossen wurden. Doch immer noch strömten neue Wienschen- und Wunden bedeckt, von denen eine größere vom Arzt vernäht war, verfielen. mengen heran, welche sich vor dem Haupteingang ausammelten, und außerdem klagte der Verletzte über Schmerzen im Leibe, zu Die Wahl des Abg. Pöhlmann wird gegen die Stimmen und es entstand hier ein beängstigendes Gedränge, welchem die deren Linderung ihm Sitzbäder applizirt wurden. Nach den Anber Konservativen, Nationalliberalen und Antisemiten für unließ denn auch, um Unfälle zu vermeiden, das Portal noch dadurch zugezogen, daß er den Wärtern entgegentrat, als diese Ein gangsthüren kaum noch stand hielten. Der Arbeitsausschuß gaben des Verletzten hätte er sich diese schweren Berlegungen giltig erklärt; ebenso wird die Wahl des Abg. Ho1B, einmal öffnen und gestattete den Zutritt noch bis 6 Uhr, jedoch einen alten Wann zum Aufstehen aus dem Bett nöthigen wollten, über die am Freitag verhandelt war, für un giltig erflärt, nur stimmen die Antisemiten nicht in diesem Falle für die Giltigkeit. Arbeiterfarten, wenn sich der Inhaber derselben nicht als fahren als ein unberechtigtes bezeichnete, habe er plöglich von 11ur gegen Vorzeigung Don Ausstellerfarten, während indem sie ihn mit Wasser zu begießen drohten. Als er dies Ver Auf Antrag des Abg. Spahn wird an stelle des aus der Arbeiter legitimiren fonnte, für ungiltig erklärt wurden. Auf hinten einen Schlag gegen den Kopf erhalten, und als er auf den Kommission für Arbeiterstatistit ausscheidenden Abg. Rrober pats check der Fraktionsgenosse desselben, der Abg. Jacobs: der Ringbahn folgten die stets überfüllten Züge in Abständen Schläger losging, verfette ihm dieser einen heftigen Tritt vor von 5-10 Minuten und außerdem verkehrten direkte Nord- und den Leib, so daß der Getroffene besinnungslos zu Boden fiel; tötter, gewählt. Schluß 4% Uhr. Nächste Sigung Dienstag 1 Uhr. Pferdebahnen und Omnibusse wurden sofort nach ihrer Ankunft stande der Bewußtlosigkeit zugefügt sein. Aus einem epileptischen An Südringzüge, für welche der neue Bahnsteig freigegeben wurde. die weiteren Mißhandlungen am Kopf mußten ihm dann im Zu ( 3weite Berathung des Börsengeseges.) an den Endstationen von den dort Harrenden gestürmt und im falle sind die Verlegungen nicht zu erklären. Von den Kranten Augenblick besetzt; auf der elektrischen Bahn verkehrten je zwei werden in diefer Beziehung oft schwere Anschuldigungen erhoben Wagen in Abständen von fünf Minuten. und es wird deshalb die Grmittelung nach dem Schuldigen eine Lokales. und in der 1 Die Sänger, welche am 1. Mai im Schweizer. Soldatenarbeit auf der Ausstellung. Die Auf- um so eingehendere sein, als diesen Unglücklichen, wenn sie be garten( 5. Wahlkreis) mitwirken, werden dringend ersucht, räumungsarbeiten auf dem Gelände der Berliner stimmte Angaben machen, nicht immer Glauben beigelegt werden heute Abend 9 Uhr zur Probe im Restaurant Straußberger Gewerbe- Ausstellung und innerhalb der Gebäude werden nicht kann, da sie infolge ihres Leidens als geistig nicht intalt gelten Straße 3 zu erscheinen. am 28. d. M. von Mannschaften der Berliner Feuerwehr, und ihre Angaben häufig der Ausfluß falscher Vorstellungen sind. sondern von zwei Bataillonen des 3. Garderegiments Die Zeitungsspedition für Wilmersdorf befindet sich am 29. d. M. besorgt, weil es angeblich nicht möglich war, geherbergt seit vorgestern einen Fahnenflüchtigen, der nach Tas Militär Arrestgebäude in der Lindenstraße bee bei den Frauen Rubler, Sigmaringenstr. 34, und Heimann, nügende zuverlässige Hilfskräfte noch heranzuziehen. Uns will 31/ 2jährigen Irrfahrten freiwillig zu seinem Truppentheit Sigmaringenstr. 35. Dafelbst ist außer dem Vorwärts" die gebedünken, daß für einen anständigen Lohn immer noch Arbeits zurückgekehrt ist. fammte übrige Parteiliteratur zu beziehen. Der Gardeküraffier Czerwinski, der das fräfte zur genüge zu haben wären. Tischlerhandwerk erlernt hat, wurde bei der dritten Schwadron, Die österreichische Maifest- Zeitung ist am Montag aber Der Verein zur Fürsorge für die weibliche Jugend hat bei der er stand, mit allerlei in sein Handwerk schlagenden mals beschlagnahmt worden, nachdem von Wien eine neue innerhalb des Ausstellungsgeländes zwischen dem Pavillon der Arbeiten beschäftigt. Nachdem er bereits 1%, Jahre gedient hatte, Auflage, in der die zuerst tonfiszirten Stellen ausgemerzt worden Stadt Berlin und dem Gebäude, für Chemie ein Erholungshaus betrant er sich eines Tages dermaßen, daß er außer stande war, find, hierher gelangt war. Dabei ist wohl nicht ohne Interffe, für weibliche Angestellte, die in der Ausstellung thätig sind, die ihm übertragenen Arbeiten auszuführen. Aus Furcht vor daß die Polizei fast gleichzeitig mit dem Boten, der die Steuern errichtet. Das Haus ist ausschließlich für diese gebaut, um ihnen Strafe defertirte er. Er überschritt die böhmische Grenze und durch= vom Hauptzollamt holte, in unserer Expedition eintraf. Wer ein gutes, billiges Mittagessen und für die kurzen Augenblicke irrte 3/2 Jahre lang ruh- und raftlos die österreichischen Länder. mag die Polizei wohl so prompt von dem Eintreffen der der Ruhe einen behaglichen Aufenthalt und gute Erfrischung zu Kaum hatte er Arbeit gefunden, so wurde er, da er feine Ause Sendung unterrichtet haben? Auf die Frage, was denn bieten. Werden denn die Unternehmer nicht gegen folche falsche weispapiere besaß, von seiten der Behörden gezwungen, aufs nunmehr noch fonfiszirliches in dem vervehmten Blatte Humanität" rumoren? Wir denken, die Aussteller werden es neue den Wanderstab zu ergreifen. Endlich wurde er über die entdeckt worden sei, erwiderte der Beamte, daß das darin schon einrichten, daß von Augenblicken der Ruhe bei den Ber- preußische Grenze abgeschoben und nun begab er sich, des rubeenthaltene bekannte Bild Don Gustav Doré. Dieltäuserinnen überhaupt keine Rede sein wird.' lofen Wanderns müde, in seine Heimath im Posen'schen. In Begleitung seines dort ansässigen Bruders begab er sich vor- gestern zu seinem Regiment zurück. Er wurde zunächst neu ein- gekleidet und sodann als Unterfuchungsgefangener zu„Vater Philipp" gebracht. A» städtischen Steuern sind, wie der Magistrat bekannt macht, für das Jahr 1836/97 97�/2 v. H. der Einkommensteuer, b°/lo v. H. des Grundstück- Nutzungswerlhes Grundsteuer und 146 v. H. Gewerbesteuer zu zahlen. Grober Unfug. Am Sonnabend Abend um 7l/2 Uhr erfolgte, wie ein Berichterstatter meldet, in dem Hause Schön- hauser Allee 40 eine Explosion. Die bestürzt herbeieilenden Hausbewohner fanden in dem Hausflur Theile eines zersplitterten Bleirohres, welches zu Gasleitungen benutzt wird. Dieses Rohr war niit Pulver gefüllt gewesen, welches dann wahrscheinlich mittels einer Zündschnur zur Entzündung gebracht ,var. Durch die umherfliegenden Bleistücke wurden die Hausthüren und der Hausflur stark beschädigt; Personen sind jedoch glücklicherweise nicht verletzt worden. Der That verdächtig ist ein etwa siebzehn- jähriger Bursche, welcher wenige Augenblicke vor der Explosion im Hausflur beobachtet worden ist. Wegen eines ungliilklichen Liebesverhältnisses hat sder „Volks-Zeilung" zufolge der Flügelmann des Königin Augusta- Regiments in Spandau Selbstmord begangen. Am Sonnabend ist seine Leiche nahe der Kaserne aus dem Festnngsgraben gezogen worden. Der Unglückliche hatte ein Liebesverhältniß mit einer adligen Dame, das deren Angehörige nicht billigten; auch das junge Mädchen soll verschwunden sein. Der Todte erfreute sich großer Beliebtheit bei seinen Vorgesetzten, Erschossen hat sich am Sonnabend in einem Gasthofe in der Luckauerstraße der Student Fritz R., weil er bei einer Prüfung, durchgefallen war. Ueber seine Person gaben seine Visitenkarten Ausschluß. Auch hatte er an einen Bruder, der hier Arzt ist, ein Schreiben hinterlassen. Von Herrn Baumeister G. Wohlgcmuth erhalten wir. den Unglücksfall in Kairo betreffend, über den wir vor gut acht Tagen berichteten, eine Darstellung, nach welcher der zu Schaden gekommene Tapezirergehilfe von einem Ort aus abgestürzt ist. an dem niemand etwas zu suchen hatte, am allerwenigsten aber der Verunglückte. Es sei überhaupt während der ganzen schwierigen Bauausführung nur dieser einzige Unglücksfall vorgekommen, ein Beweis dafür, daß jede mögliche Fürsorge zum Besten der Arbeiter getroffen worden sei. Wir bemerken noch bedauernd, daß diese Richtigstellung, die schon vor einigen Tagen bei uns »ingegangen ist, durch ein Versehen unsererseits erst heute hat zur Aufnahme gelangen können. Dem Selbstmord des Fabrikanten Schönebeck, über den wir vor einigen Tagen kurz berichteten, lag der Umstand zu gründe, daß er, der reiche Mann, bei einem Betrug ertappt wurde, der ihm 66 M. einbrachte. Die Furcht vor einer Be- strasung der That hat den 42jährigen Mann zum Selbstmord getrieben. Mit sechs Messerstiche» ist der 23 Jahre alte Kellner Bürger aus der Alveuslebenstr. 19 am Sonntag Morgen von dem Schneider Siebert aus der Steinmetzstraße niedergestreckt worden. Polizeibeamte aus dem Revier in der Kursürstenstraße brachten den Verwundeten in ein Krankenhaus; der Messerstecher wurde nach dem Alexanderplatz transportirt. Hinter der Badeanstalt des Vereins der Wasserfreunde auf dem Grundstücke der Haupt-Feuerwache in der Linden- straße 40/41 hat man beim Ausschachten für einen Neubau eine Menge menschlicher Gebeine zu tage gefördert, die auf eine frühere Begräbnißstätte schließen lassen. Von der Feuerwehr überfahre» und erheblich verletzt wurde am gestrigen Sonntag Mittag gegen 1 Uhr der Pferde- bahnschaffner Wilhelm Schmidt. Der Unfall ereignete sich in der Leipzigerstraße, wo in dem Hause 102 ein unbedeutender Brand entstanden war. Schmidt gerielh unter eine Spritze und trug einen komplizirten Bruch des Unterschenkels davon. Der Ver- unglückte wurde mittels Mannschaftswagens nach der Unfall- statwu in der Wilhelmstraße gebracht. WitterungSiibersicht vom 27. April 1896. Wetter-Prognose für Dienstag, den 28. April 1896. Ziemlich warmes, veränderliches, vorherrschend wolkiges WeUer mit leichten Regenfällen und mäßigen westlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Gevichks-Ieikung. Die Geschäftsführung der Unfallstationen bor Gericht. Bor dem Schöffengericht stand gestern eine Beleidigungsklage der Geschäftsführer des Kuratoriums der Berliner Unfallstationen, Brauereidirektor Bernhard Knoblauch und Direktor Mar Schlesinger gegen den Chirurgen Dr. L e v y zur Ver- Handlung. Derselbe hat bei Gelegenheil eines schiedsmännischen Sühneversuches Beschuldigungen gegen die Kläger erhoben in bezug aus die Geschäftssührung der hiesigen Unfall- st a t i o n e n. insbesondere gegen den Direktor Schlesinger. Der Beklagte beabsichtigte einen umfangreichen Beweis der Wahrheit anzutreten; das Gericht glaubte diese Anträge nicht ablehnen zu können und gab dem Vertreter des Beklagten auf, die Beweis- antrüge schriftlich zu formuliren. Voraussichtlich werden diese Verhandlungen dazu führen, daß für die Oeffentlichkeit gerichtlich festgestellt wird, ob die Beschuldigungen begründet sind, welch« feit längerer Zeit sowohl seitens der Krankenkassen, als auch eines großen Theils der Berliner Aerzte gegen die Unfallstationen erhoben sind und die in der Berliner Aerztekamnier durch hervorragende Vertreter der Berliner Aerzteschast zur Sprache gebracht wurden. Wir werden über den Verlauf der Angelegenheit berichten. Im Prozesse Hammerstein war auch die Uebernahme der „Landwirthschafts-Ztg." durch Frhrn. v. Hammerstein zur Sprache gekommen. Die„Deutsche Landwirthschafts-Ztg."(Dr. Theodor Waage) bittet uns nun mitzutheilen, baß die in dem Prozeß erwähnte„Landwirthschafls-Ztg." nicht etwa die Fortsetzung der „Deutschen Landwirthschafts-Zlg.» sondern ein Konkurrenzunter- nehmen war, das unter Benutzung fast genau übereinstimmender Ausstattung von Herrn v. Hanimerstein ins Leben gerufen wurde und bereits nach wenigen Monaten wieder einging. Die „Deutsche Landwirthschasts-Ztg.« besteht noch heute und steht im 40. Jahrgange. „Tie NorSke Kredit-Bank sucht Kassirer, Kass-nboten und Bureau-Arbeiter, sowie junge Mädchen zum Briefschrnben"— so ähnlich lautete eine Annonce, welche Ende Juni v. I. in der „Vossischen Zeitung" stand. Natürlich meldeten sich Bewerber genug und es waren auch solche darunter, die eine geforderte Kaution von 800 Mark zn zahlen vermochten. Diese Herren wurden bevorzugt und erhielten die gut besoldete Stellung. Fünf junge Damen wurden angeuounne» und sogleich fleißig mit dem Schreiben von Adressen und Offerten- briefen beschäftigt. Ungefähr 8 Tage waren vergangen, als der Inhaber der„Norske Kredit- Bank" unter Mitnahme der Kautionen, die ihm inzwischen eingehändigt waren, auf Nimmer- wiedersehen verschwand, und nun erst stellte sich heraus, daß die „Angestellten" einem äußerst frechen Schwindler in die Hände gefallen und um ihre sauer erworbenen Ersparnisse be- trogen worden waren. Der raffinirte Gauner blieb ver- schwanden, bis zu Anfang dieses Jahres genau dasselbe Schwindelmanöver in Frankfurt am Main ausgeführt und der „Herr Baukdirektor" in der Person des vielfach vorbestraften Wäschefabrikanten Albert Richter festgenommen wurde. Man erkannte in ihm denjenigen wieder, der auch in Verlin das Be- trugsmanöver ausgeführt hatte. Nachdem Richter in Frankfurt zu zwei Jahren 6 Monaten Gefängniß verurtheilt worden war, hatte er sich jetzt hier vor der 7. Straskammer am Landgericht I zu verantworten. Er erhielt dem Antrage des, Staatsanwalts gemäß noch zwei Jahre Zusatzstrase sodaß er im ganzeil 4'/» Jahr Gefängniß zu verbüßen hat. Der Streik der Zimmerer von Stiebitz n. Köppchen, welcher in, letzten Sommer vor sich ging, hatte für die Zinimerer Fischer und Eisbrenner ein Nachspiel vor dem Strafrichter. Eis- brenner sollte groben Unfug dadurch verübt haben, daß er in der Umfriedigung des Arbeitsplatzes der genannte» Firma Plakate mit der Aufschrift befestigte:„Der Platz ist gesperrt", und Fischer wurde vorgeworfen, den berühmte» ß 153 der Gewerbe-Ordnung verletzt zu haben. Er soll nichtstreikenden Kollegen gegen- über die Worte gebraucht haben:„Ihr verfluchten Hunde verderbt den ganzen Kram; ihr solltet acht Tage mit einer blutigen Nase herumlaufen." Schöffengericht und Strafkammer erklärten dies für festgestellt und verurtheilten Fischer. Ersteres erkannte auf drei, letztere aus 14 Tage Gefängniß. Eisbrenner wurde vom Schöffengericht freigesprochen, weil grober Unfug in der inkriminirten Handlung nicht gefunden wurde, von der Strafkammer aber zu einer Geldstrafe verurtheilt, und zwar auf grund der Polizeiverordnung vom 26. Januar 1880, wonach öffentliche Anzeigen nur an den Anschlagsäulen erfolgen sollen. Rechtsanwalt Dr. H e r z f e l d legte für die Verurtheilten Revision ein und bestritt hinsichtlich der Bestrafung des Eis- brenner die Rechtsgiltigkeit jener Polizeiverordnung. Der tz 6b des Polizei-Verwallungsgesetzes. auf grund dessen dieselbe er- lassen sei, rechne zn den Gegenständen ortspolizeilicher Vor- schriften die„Ordnung, Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs auf öffentlichen Straßen. Wegen rc."; was hier- mit das Ankleben von Bekanntmachungen zu thun habe, wäre nicht leicht einzusehen. Der Strafsenat des Kammergerichts nahm indessen an. es könnten unter Umständen durch sensationelle Plakate soviel Menschen angelockt werden, daß eine Verkehrsstörung eintrete. Demgemäß beließ es der Senat bei der Vorenlscheidung. Aber auch bezüglich Fischer's wurde die Revision zurückgewiesen. Die Drohung Fischer's genüge an und für sich vollkommen, seine �Bestrafung ans§ 153 zu rechtfertigen. „Halte» Sie de» Mund V Diese Anrede hat den Kauf- mann Theodor A b r a h a in veranlaßt, eine Privatklage gegen den A in t s r i ch t e r Ludwig anzustrengen. Der jetzige Kläger war in einer vor dem Beklagten am Amtsgericht l verhandelten Streitsache Partei und fühlte sich dadurch beleidigt, daß der Amtsrichter, dem es während der Verhandlung zu unruhig im Sitzungszimmer war, ihm zugerufen habe:„Halten Sie den Mund!" Er meinte, daß ein solcher Zuruf schon an sich be- leidigend sei, hier komme aber noch hinzu, daß er in schroffem Tone ausgestoßen worden und an einen den gebildeten Klassen angehörigen Mann gerichtet gewesen sei, der seit langen Jahren ein Engrosgeschäjt betreibe. Infolge der letzteren Anregung stellte der Vorsitzende des Schöffengerichts, vor welchem die Privatklage gester» verhandelt wurde, den Bildungsgang des Klägers fest und es ergab sich, daß derselbe eine Realschule bis zur Unter- seknnda besucht, das Einjährigenzengniß aber nicht erlangt hat. (War der Kläger ans diesem Grunde nicht gebildet? D. R.) — Aus der Beweisaufnahme ging zweifellos hervor, daß der Amtsrichter Ludwig sich durch die Gespräche, die der Kläger mit seinem Anwalt führte, gestört fühlte und die Ordnung im Sitzungszimmer gefährdet erachtete. Der' Gerichtshof erkannte daher auf Freisprechung des Beklagten, da er der Ansicht war, daß dieser berechtigte Interessen vertreten habe, ohne die Absicht oder das Bewußtsein einer Beleidigung gehabt zu haben. Die Koste» des Versahrens wurden dem Privatkläger auferlegt. Hochstapeleien iu großem Umfange, die sich vorwiegend auf dem Gebiete des Häuserschwindels bewegten, wurden vier Personen zur Last gelegt, die heute vor der 3. Strafkammer des Landgerichts I zn erscheinen hatten. Angeklagt sind: 1. Der Kaufmann Max Pauls, zuletzt zu Charloltenburg wohnhaft; 2. dessen Ehefrau Valeska Pauls geb. Vogt; 3. dessen Schwester Helene Pauls, gleichfalls zu Charloltenburg wohn- hast; 4. der Schlächter Johann Friedrich Karl S ch u st e r zn Friedrichshagen; 5. der Rentier Karl Vogt, Schwiegervater des ersten Angeklagten. Der erste Angeklagte betrieb früher unter der Firma Scbnster u. Panls ein Handschuh- und Kravattengeschäft in Moabit. Wenn sich die von der An- klagebehörde zusammengestellten Thatsachen bewahrheiten sollten. müßte man annehmen, daß Pauls nach Aufgabe seines Geschäfts im Jahre 1893 sich ausschließlich dem Schwindel in die Arme geworfen habe, denn er soll es unter Beihilfe der Mit- angeklagten verstanden haben, eine Reihe von Geschäftsleuten über seine Vermögenslage zu täuschen und sich ohne irgend welche eigenen Mittel in den Besitz einer llieihe von Häusern, sowie Möbelausstaltungen und Geschäftseinrichlungen zu setzen. Die Anklage zählt zwanzig verschiedene Fälle ans, in denen durch die Machenschaften der Angeklagten Personen um ganz erhebliche Beträge geschädigt sein sollen, so ein Stadt- reisender Vorrat um 19 000 M., ein Maurermeister Eberl um 4000 M., ein Schloffer Claus um über 4000 M., ein Rentner Kiesel um 2100 M., zwei Malermeister Wiegmann sen. und zun. um mehrere tausend Mark, ebenso ein Steinhändler Klakow um mehrere tausend Mark, ein Kaufmann Rosendorff um 19000 Mark zc. je. Die Geschäftsverbindung zwischen dem An- geklagten Pauls und dem obenerwähnten Rentner Kiesel ist schon einmal Gegenstand eines Wucherprozesses vor dem Landgericht II gewesen, der damit endete, daß Kiesel wegen Bewucherung des Pauls zu 6 Monaten, Frau Kiesel zu 3 Monaten Gefängniß verurtheilt wurde. In dem damaligen Prozeß halte der Schwiegervater des Pauls, Bärmehünvler Karl Vogt, der seinerzeit Besitzer des Hauses Waldemarstr. 42 war, bekundet. daß er durch die Häuserspekulationen seines Schwiegersohnes enorme Summen verlören habe, völlig verarmt sei und gar nicht mehr zur Steuer veranlagt werde. Pauls selbst hat kein nennens- werrhes Vermögen durch die Heirath erlangt, er ist völlig mittel- los und hat mehrmals den Öss-nbarungseid geleistet. Dasselbe hat Frau Pauls und der Angeklagte Schuster bereits gethan. Trotzdem soll Pauls es verstanden haben, den reichen Mann zu spielen. In verschiedenen Fällen soll er so gethan haben, als ob sein Schwiegervater ein halder Millionär sei, seine Frau ihm reiche Mittel in die Ehe gebracht habe und Geld bei ihm keine Rolle spiele. Manchmal sprach er auch von„seiner Villa" bei Königs-Wnsterhausen. Der Angeklagte Vogt soll bei der Ableistung des Offenbarungs- eides fahrlässig etwas verschwiegen haben. Die Angeklagten bestreiten sämmtlich. betrügerische Handlungen begangen zu haben, namentlich stellt sich das Paüls'sche Ehepaar selbst als Opfer falscher Vorspiegelungen hin und behauptet, daß bei ver- schiedenen der in Frage kommenden Hausgeschäfte ihnen über den Zustand der Häuser, den Ertrag der Miethen, den Stand der Hypotheken ec. falsche Angaben gemacht worden seien. Der alte Vogt versichert seinerseits wieder- holt, daß er durch die Hausspekulationcn seines Schwiegersohnes vollständig an den Bettelstab gebracht sei, da er auf sein Haus Hypolheken auf Hypotheken aufgenommen habe, bis alles zu- sainmengebrochen sei. Frau Pauls betont, daß sie allerdings die Villa in Zeuthen cigenthümlich besessen habe, dieselbe ist aber schließlich subhastirt worden.— Den Vorsitz im Gerichthof führt Landgerichtsdirektor R ö s l e r, die Anklage vertritt Staats- anmalt Schmidt, die Vertheidigung führen die Rechtsanwälte L e v y und Dr. S ch w i n d t. Es sind über 50 Zeugen geladen. Kricgskameradschaftliches.„Kennst Du Deinen früheren Feldzugs-Unteroffizier nicht mehr?" Mit diesen Worten trat auf dem am 13. Dezember v. I. bei einem in Altona ab- gehaltenen„Kriegsjubiläumsfest" des dortigen Regiments der jetzige Gendarmerie- Oberwachtmeister Kuhlmann in Wittburg auf den Fabrikanten Leppert aus Lüneburg zu und wollte diesen in Gegenwart vieler ehemaliger Kriegs- kameraden, die von weit und breit zum Feste herbeigeeilt waren, umarmen. Der Herr Fabrikant, der sich plötzlich vieler Liebenswürdigkeiten seines ehemaligen Vorgesetzten erinnert haben mochte, antwortete kühl:„Gewiß. Sie waren ja der größte Sckw....... der Schwadron." Auf diese allerdings wenig liebenswürdige Antwort hin schrumpften die kriegskameradschaft- lichen Gefühle des Oberwachtmeisters für seinen gewesenen„Unter- gebenen" derartig zusammen, daß er gegen diesen Strafantrag wegen öffentlicher Beleidigung stellte. Im öffentlichen Interesse verfolgte die Staatsanwaltschaft die Angelegen» heit. Der Angeklagte machte zu seiner Vertheidigung geltend, daß er über die Duzerei des K. so verdutzt gewesen sei, daß ihm die inkriminirte Aeußerung entschlüpft wäre. Eine Beleidigung des K. habe ihm ferngelegen; die von ihm gebrauchte Redensart sei unter Husaren eine landläufige. Er sei früher Einjähriger gewesen und habe im 15. Husarenrcgiment den Jeldzug von 1870/71 mitgemacht. Da Kuhlmann nicht beliebt und ei» chikanöser Vorgesetzter gewesen sei, so sei er frappirt gewesen über dessen Anrede und durch die Duzerei zuerst beleidigt worden. Selbst der frühere Rittmeister Schrumpf habe den K. ignorirt. ein Zeichen, daß K. wenig beliebt gewesen sei. Außerdem könne sich K. gar nicht so beleidigt gefühlt haben, denn er habe mit ihm am nämlichen Tage angestoßen, später habe ihn K. in Lüneburg besucht. Deshalb müsse er sich über die Anklage wundern. Der kommissarisch vernommene Zeuge K. will„streng aber gerecht" gewesen sein, niemals Leute mißhandelt haben, aber zweimal gezwungen gewesen sein, den Leppert wegen kleiner Vergehen zu melden. Der Amtsanwalt hält die Beleidigung nickt für erwiesen und beantragt Freisprechung. Das Glicht verurtheilt den Angeklagten wegen öffentlicher Beleidigung zu einer Geldstrafe von 20 M. I» dem Prozeß gegen den Freiherrn v. Schorlemer- Alst in Großenhain, der sich seit etwa drei Monaten wegen Wechselsälschungen im Dresdener Untersuchungsgefängniß be- findet, ist die Voruntersuchung in den letzten Tagen abgeschlossen und die Erhebung der Anklage beschlossen worden. Der Prozeß wird bereits in nächster Zeit vor der ersten Strafkammer deS Landgerichts Dresden stattfinden. Die Wechselfälschungen des Freiherrn belaufen sich ans etwa 80 000 M., während sich seine gesammte Schuldenlast auf über 200 000 M. beziffern soll. Seine Gattin befindet sich mit ihm im Scheidungsprozesse; dieser dürfte in kurzer Zeit zur Entscheidung gelangen. DaS Posencr Militärgericht verurtheilte. wie der„Reichs- böte" meldet, den Jntendantursekretär Becker, der vor 5 Monaten in Untersuchungshaft genommen wurde, wegen Urkundenfälschung und Unterschlagung zu 21/2 Jahren Gefängniß und 3 Jahren Ehrverlust. Der damals mitverhaftele Jmendantur-KanzUirath Kruppka hatte sich bald darauf iu seiner Zelle erhängt. VevscumnUmgen. Die Zcntral-Kraukenkaffe der Maurer. Stuckateure. Gipser u. s. w.(Grundstein zur Einigkeit) hielt am 26. April eine Generalversammlung ab. Die Kasse hatle mit einem Be- stand von 1276,59 M. eine Einnahme von 36 979,31 M. und eine Ausgabe von 33 210,69 M. Davon sind 3000 M. an die Haupikasje abgesandt, mithin bleibi ein Bestand von 3763,22 M. Zur Generalversammlung wurden folgende Anträge gestellt und angenommen: 1. Die Wochenbeiträge sind um 5 Pf. zu erniedrigen. 2. Während der Dauer der Krankheil eines Mitgliedes ruht der Beitrag. 3. Mitglieder, welche noch einer anderen Kasse an- gehören, dürfen nur der 2. Klasse angehören. Bei Besprechung der Kassenangelegeuheiten wurde beschlossen, die Zahlstelle im Norden, Swinemünderstr. 140, nach der Stralsunderstr. 63 bei Bißke zu verlegen. Am 1. Mai bleibt das Kassenlokal geschlossen. Vermischtes. Eisenbahnunglück. Die königl. Eisenbahn-Direktion Kassel giebt bekannt: Am Sonnabend, den 25. April, nachmittag? 5 Uhr, sind in Guntershausen bei der Einfahrt von dem nach Frankfurt fahrenden Personenzuge 104 die beiden letzten Wagen entgleist. Der letzte Wagen, besetzt mit heimkehrenden Hand- werkern, schlug um, und sind dabei von den Reisenden 1 getödtet, 1 schwer, 8 leicht verletzt; ärztliche Hilfe war sofort zur Stelle. Die Verletzten sind, nachdem sie verbunden waren, in ihre Heimalh geschafft. Der Betrieb war nicht gestört, die Aufräumungsarbeilen um 8 Uhr beendet. Die Ursache war muthniaßlich Umstellen einer Weiche unter dem fahrenden Zug». Ans Hildcsheim wird berichtet: Beim Kahnfahren ans der Innerste ertrank Sonnabend ein junger Justizbeamter; Somilag Vormittag schlug ein Kahn mit acht Tucharbeiter» um. von denen vier ertrunken sind. Aus Palermo wird berichtet: In der Kaserne Quattro» venti schob ein Soldat mit seinem Gewehr auf seinen Korporal und gab dann noch etwa 20 Schüsse gegen herbei- geeilte Offiziere, unter denen sich der O b e r st l i e u t e n a n t befand, ab. Es wurde niemand beschädigt. Der Soldat, der sich weigerte, sich zu ergeben, wurde durch zwei von seinen Kameraden aus ihn abgegebene Schüsse tödt« lich verwundet. Sittlichkeits-Vandaleu. Aus Erfurt wird berichtet: Das Kolossalgemälde im Treppeuflur des Rathhauses, die„Sage" dar- stellend, ist von Bubenhänden schwer beschädigt worden. Das Bild zeigr eine nackte Frauengestalt, die dem sie umgebenden Volk der Gnomen und Elfen die lustigen Erzeugnisse der Volks- Phantasie erzählt. Irgend ein„Sittlichkeitswütherich" scheint nun daran Anstoß genommen zu haben. Vielleicht ist es sogar derselbe, der vor längerer Zeit das Wandgemälde, die Doppel- Hochzeit des Grafen v. Gleichen darstellend, besudelte. Der Magistrat hat auf die Ermittelung des Thäters eine Belohnung von 200 M. gesetzt. Heftiger Schneefall in Nord« und Süd-Ungarn hat große Verkehrsstörungen verursacht. Auch in ganz Nieder- Oesterreich, Steiermark und Salzkammergut fällt seil Sounabend Schnee. Nach einer Depesche ans El Paso(Mexiko) fturzte das Dach einer Gallene des Chihuahua-Vergwerks ein. 64 Per- sonen wurden verschüttet. Bis jetzt sind 7 Tobte und 13 Ver- mundete geborgen worden. Von einer FeuerSbrnnst auS einer merkwürdigen Ursache wird aus N e w- I o r k telegraphirt: In Eripplecreek(Kolorado) warf im Theater»in« Frau in Wuth ein» brennend» Lampe ach einer anderen Person, die Lampe explodirte, und wertheten, in schärffter Weise in der Preffe angegriffen und sie es entstand eine Feuersbrunst, die schließlich 150 Häuser des zur Klage gegen ihn herausgefordert, um den Beweis für die Ortes in Asche legte, Der Schaden beträgt eine Million Unrichtigkeit der Anschuldigungen zu erbringen. Kein Blatt Dollars. für Sie aufgeklärt. die dieses nahezu unter Ausschluß der Deffentlichkeit erscheinende Blättchen nach feiner Richtung hin verdient. Es genügt Ihnen daher wohl vollständig, wenn wir wie hiermit geschieht einfach feststellen, daß der Sozialist" über die von Ihnen und vom Genossen Hübsch in der legten Kottbuser Bersammlung gea Bischoff und G. B. 88. Wir haben darüber nichts haltenen Reden falsch berichtet hat. houerfahren. Es scheint sich um ein leeres Gerücht gehandelt zu B. S. 30. Die dem Bunde Berliner Buchdruckereibesitzer haben. nicht angehörigen Buchdruckereibefizer können Lehrlinge halten, Paris. Die Adresse des Leseklubs finden Sie in der heutigen müssen dieselben jedoch bei der Junung zur Prüfung der körperlichen Die juristische Sprechstunde findet am Montag, Nummer des Vorwärts" unter Vereinskalender. Zur Frantatur Beschaffenheit und Schulbildung, sowie zur Eintragung in die Dienstag, Freitag und Sonnabend, abends von der Rückantwort legen Sie zwei 10 Pfennig Marten dem Lehrlindsrolle anmelden. Nach Beendigung ihrer Lehrzeit haben 6-7 Uhr statt. Briefe bei. E. Wald. Die Antlagen sind ausnahmslos falsch. A. hat sich diese Lehrlinge einer nochmaligen Prüfung durch die Organe G. Schöpflin, Frankfurt a. O. Die Veröffentlichung der Innung zu unterziehen. die Zeitungen, welche H.'s Broschüre gegen die Partei ver: Ihrer Erklärung hieße dem ,, Sozialist" eine Bedeutung beilegen, R. Schebe, Breslau. Nicht angängig. immszaladgalisomable wagte es, gegen A. zu tlagen. Damit ist die Sache wohl auch Briefkasten der Redaktion. Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chie( zwet Buchstaben oder eine Baht) anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Für den Juhalt der Juserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Dienstag, den 28. April Opernhaus. Bajazzi. Cavalleria rusticana. Schauspielhaus. Das Wintermärchen. Deutsches Theater. Liebelei. Bu Hause. Leffing Theater. Das Glück im Winkel. Berliner Theater. Rönig Heinrich. Neues Theater. Der Hüttenbefizer.. Residenz- Theater. Hotel zum Freihafen. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Hungerleider. Schiller Theater. Durchs Ohr. Unter Brüdern. Der Bankapfel. Belle- Alliance- Theater. Die Reise um die Erde in 80 Tagen. Theater Unter den Linden. La Belle Hélène, ansible Central Theater. Cafimir und Jidor. Gin blauer Teufel. Adolph Erunt- Theater. Das flotte Berlin. " Alexanderplat Theater. Theater. Die Musketiere im Damenstift. sen Reichshallen- Theater. Die fleinen Lämmer. Vorher: Die Balletschule. Hierdi National- Theater. Die Moralisten. American- Theater. SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten- Bor ftellungsta Baufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Schiller- Theater. ( Wallner Theater.) Dienstag, abends 8 Uhr: Durchs Dhr. Unter Brüdern. Der Bankapfel. Mittwoch abends 8 Uhr: Die Stützen der Gesellschaft. Central- Theater. Alte Jakobstraße 30. Gastspiel des Conr. Dreher- Ensembles vom Gärtnerplatz- Theater in München. Conrad Dreher als Gast. Bum 2. Male: Cafimir und Skidor. Poffe in 3 Atten. Vorher: Zum 2. Male: Ein blauer Teufel. Genrebild mit Gesang in 1 Aft. Anfang 128 Uhr. Mittwoch: Der Schwiegervater. Adolph Ernst- Theater. Bum 23. Male: Das flotte Berlin. Große Ausstattungs Gesangsposse in 8 Aften von Leon wound Ruplets und Quodlibets von G. Gör ß. von G. Steffens. Matt: Ait Berlin." 2. Anfang 71, Uhr. Morgen: Dieselbe Borstellung. od Urania. Taubenstr. 48/49. Taubenstr. 48/49. Naturkundliche Ausstellung täglich geöffnet v. 10 Uhr, vormitt. ab. ..Eintritt 50 Pf. Wissenschaftl. Theater abends 8 Uhr. Invalidenstr. 57/62, Lehrt. Stadtbahnh. abends ab. Eintritt 50 Pf. Wiffenschaftl. Vorträge abends 8 Uhr. Näheres die Tagesanschläge. Sternwarte täglich geöffnet v. 7 Uhr Passage- Panopticum. Echter Harem aus der afrikanischen Stadt Kayrowan. Haremsfrauen und Kinder, Tänzerinnen, Sängerinnen, Eunuchen und Stlaven. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. edot Direktion: Max Samst. Volks- Vorstellung zu bedentend ermäßigten Preisen. Gastspiel des Herrn Hans Edmund. Die Moralisten. Schauspiel aus der Gegenwart in drei Aufzügen von Friedrich Pastor. Regie: Fritz Schäfer. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Eden- Theater. Welt- Restaurant 97. Dresdenerstr. 97. Jm vorderen Saal täglich: Weltberühmte Tyroler Sänger- Gesellschaft Almenrausch u. Edelweiss. Direktion: Alois Ebner. Entree vollständig frei! Apollo- Theater Friedrichstr. 218. Dir. J. Glück. Nur noch bis 30. dieses Monats in das erfolgreiche April- Programm. Rasseneröffnung Uhr. Auf. 8 Uhr. Am 1. Mai 1896: Gröffnung der Sommer- Saison und des Concert- Gartens. Vollständig neues Programm. Kinematograph ( lebende Photographien) Entree 50 Pf. Von morgens 10 bis abends 10 Uhr. Unter den Linden 21. Kaufmann's Reichshallen Variété- Theater Königstraße, Colonnaden. Wache Tehte, ame vorzügl. Aprilprogramms. Der geniale Rudinoff Rudinoff macht alles!!! Baron's dressirter Löwe. Bayer's neuest. Schlager! Albertina, d. Luftwunder. Nimrods, die stärkt. Männer Ferner 22 Nummern. Donnerstag: Baron's Benefiz. 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Heute, Dienstag, bei Nieft, Weberstr. 17, Die Beerdigung unseres Genossen und Große öffentliche Versammlung Albert Sommer. Achtung! 6. Wahlkreis( Moabit). der Tabakarbeiter u. Tabakarbeiterinnen Berlins. Zages Ordnung: Berichterstattung über den Stand der Lohnbewegung. findet am 28. April, nachmittags 4 Uhr, Sozialdemokratische Partei- Versammlung von der Leichenhalle des Neuen Thomas- am Mittwoch, den 29. April, in der Kronenbrauerei, tirchhofes, Higborf, Hermannstraße, aus statt. Um rege Betheiligung der Genossen und Kollegen bitten Die Lohnkommission der Tabakarbeiter Berlins. J. A.: C. Butry. 49352 Seine Mitarbeiter. Nachstehende Cigarren- Fabrikanten zahlen den Todes- Anzeige tarifmäßigen Lohn an ihre Arbeiter: S. Börner, Ritterstr. 15. Bräuer, Gräfeftr. 7. Lochmann, Waffer thorstraße 49. Ley, Urbanstr. 65. Vogel, Admiralstr. 23. Wohldorf, Wasserthorstr. 20. SO. Abert, Pücklerstr. 6. Böhlert, Mariannenstraße 5, Hammacher, Röpnickerstr. 155. Krähner, Mariannen- Platz 15. George, Mariannen straße 35. Göcke, Wrangelfiraße. Dinslage, Kottbuserstraße 4. Sanpe, Rottbuserstr. 6a. Keßler, Mariannenstr. 37. Nagel, Mariannenstraße 11. Uber, Mariannenstr. 50. Mertens, Cuvrystr. 34. Mundt, Schlesischestr. 9. Kunze, Grünauerstr. 34. Wienicke, Wrangelftr. 61-62. 0. J. Gaus, Posenerstr. 12. Heck, Frankfurterstr. 4. Jer, Frankfurterstraße 132. Jacobi, Frankfurterstr. 69. Kaboth, Königsbergerstr. 19. Lehmann, Memelerstr. 42. Motes, Posenerftr. 17. Peters, Koppenstr. 94. Ries, Münchebergerstr. 23. Sack, Langestr. 38. Schreiber, Blumenstr. 51c. Schulze, Friedrichsfelderstr. 21. Unterlauff, Frankfurter Allee 117. SW. Ahlers, Mariendorferstr. 17. Gottwald, Dranienstr. 128. Schröder, Kreuzbergstr. 15. Schulze, Friesenstr. 23. Thieme, Alexandrinenstr. 126. C. Genserowsky, Steinstr. 16. Horsch, Gypsstr. 27. Hempel, Hirtenstraße 9. Schimmelmann, Gr. Hamburgerstr. 39. W. NW. Keller, Dennewigstr. 13. Böning, Beuffelstraße. Bösenberg, Beuffelstr. 64. Kern, Stromstraße 47. Maltsch, Luisenstr. 22a. Tilefins, Beusselstraße 53. Werner, Marienstr. 24a. N. Den Parteigenossen des 4. Berliner Reichstags Wahlkreises hiermit die traurige Nachricht, daß am Donnerstag = = Alt- Moabit 48-49. Tages Ordnung: 1. Bericht der Kommission betr. der Zeitungsspedition. 2. Diskussion. 3. Wahl des Spediteurs. Der Vertrauensmann. Metallarbeiter! Nacht der Parteigenosse, Maschinen Freitag, den 1. Mai, vorm. 10 Uhr, im Feen- Palast, meister 2165 Albert Sommer, plöglich verstorben ist. Ehre seinem Andenken! mittag, 3 Uhr, auf dem Thomas- KirchDie Beerdigung findet heute Nach hof von der Leichenhalle aus statt. Um rege Betheiligung bittet Der Vertrauensmann. Todesanzeige. Den Mitgliedern des sozialdem. Leseund Diskutirklubs„ Aug. Geib" hiermit die traurige Nachricht, daß unser treues Mitglied, der Maschinenmeister Albert Sommer • am Donnerstag nachts plötzlich verstorben ist. Die Beerdigung findet heute Na chmittag 3 Uhr von der Leichenhalle des Thomas Kirchhofes aus statt. Bist Du auch ein Opfer der Rache geworden, Dein Andenken wird geehrt Die Mitglieder treffen sich 1/22 ur werden! 100/20 Burgstr. 22: Oeffentliche Versammlung. Tages- Ordnung: Die Bedeutung des 1. Mai. Die Kollegen werden ersucht, pünktlich zu erscheinen. 281/14 Laut Beschluß hat jeder Kollege, welcher verhindert ist, den 1. Mai durch Arbeitsruhe zu feiern, 50 Pf. zum Agitations- und Unterstüßungsfonds der Berliner Metallarbeiter zu zahlen. Zu diesem Zweck werden Maimarken à 50 Pf. ausgegeben, welche bei den Vertrauensleuten zu erhalten sind. Achtung! Mechaniker. Bei der Firma Keiser& Schmidt, Johannisstr. 20 fireifen 68 Kollegen; bei Krause, Marienstr. 28, 4 Kollegen; bei Jenisch& Böhmer, 4 Mann; bei Weinert, Mariannenstraße, 4 Mann; bei Kressmann, Admiralstraße, 18 Mann. Zuzug ist fernzuhalten. in Das Streikburan befindet sich bei Schönemann,[ Staligerstr. 7. Der Vertrauensmann der Berliner Metallarbeiter. Otto Naether, N., Anklamerstr. 44. Feen- Palast, s 22. BurgStrasse Nur noch 3maliges Gastspiel der Türkenringer. Internationale Ringertruppe Uhr im Lokal Naunynftr. 86. Der Vorstand. 11936 Danksagung. Blanc, Ackerstr. 119. Brall, Swinemünderstr. 4. Buffe, Adolfstr. 27. Dechand, Ruheplatstr. 24. Diet, Pappel- Allee 2. Drescher, Veteranen- Allen Freunden und Bekannten für ftrafe 28. Götting, Gerichtstr. 72. Gefelle, Ruppinerstr. 19. Döring, die herzliche Theilnahme beim Begräbniß Ruppinerstr. 21. Görk, Lothringerstr. 24. Göße, Chorinerstr. 82. Gogel, meiner lieben Frau, unserer einzigen Streligerstr. 58. Göppner, Fennstr. 1a. Goriwoda, Dunderstr. 90. Hain, Tochter, Schwester und Schwägerin, der Ryfeftr. 28. Sinze, Pankstr. 14. Hirthe, Swinemünderstr. 67. Huber, Blumenbinderin Louise Klein, geb. Swinemünderstr. 124. Janson, Zionstirchstr. 9. Kürten, Badftr. 56. Klof, a hn, unseren tiefgefühltesten Dant, Echönh user Allee 35. Nice, Saarbrückerstr. 7. Paul, Brunnenſtr. 84. insbesondere Herrn Th. Megner und Pinner, Tres fowstr. 32. Richter, Weißenburgerstr. 7. Pflug, Reinicken- dem Gesangverein Moabiter Liederdorferstr. 39. Roske, Lychenerstr. 1. Smital, Griebenowstr.18-9. Schrader, tranz" für die trostreichen Worte und Müllerstr. 155. Sperber, Prenzlauer Allee 216. Schöne, Swinemünder- Lieder am Grabe der Verstorbenen. straße 18. Thiele, Prinzen- Allee 29. Walter, Usedomstr. 14. Weidner, Die tiefbetrübten Hinterbliebenen. Hochstr. 46. NO. Flatauer, Landsbergerstr. 72. Hillow, Pallisadenstr. 34. Heyde manu, Danzigerstr. 10. Lafer, Gollnowstraße. Lewy, Marienburgerstr. 87. Longard, Danzigerstr. 16. Martienzen, Weberstr. 5. Mirak, Georgentirchstr. 12. Möwus, Höchsteftr. 48. Reul, Barnimstr. 42. Richter, Lands: berger Allee 145. Rose, Barnimftr. 17. Wittenberg, Barnimftr. 15. Friedrichsberg: W. Richter und Reich. In Pankow: C. Hoffmann. In Weissensee: Edenberg. Rummelsburg: Loffe und Ulbrich. In Rixdorf: Barth, Herrmann. Koberstein. Prillwit und Schuster. Arbeiter! Genossen! 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Preiskourant Der Abgeordnete Felisch hat auf unsere Veröffentlichung, ,, in welcher wir dargelegt haben, dass er von der Tribüne des Parlaments eine von Anfang bis zu Ende erfundene Geschichte verbreitet hat, trotzdem für deren Mittheilung ein Redakteur auf unseren Antrag rechtskräftig verurtheilt ist, und fast alle Zeitungen ausführlich über die Gerichtsverhandlung berichtet haben", in der Sitzung des Abgeordnetenhauses vom 25. April nicht etwa sein Bedauern darüber ausgesprochen, dass er eine erfundene Geschichte verbreitet hat, sondern statt dessen erklärt, ,, seine Gewährsleute hätten ihm die Namen der betreffenden Firmen nicht mitgetheilt, so dass für uns in seinen Ausführungen gar kein Anlass lag, dass wir uns getroffen fühlten." Diese letztere Behauptung ist wiederum unwahr. Wir mussten uns getroffen fühlen, denn die von dem Abg. Felisch mitgetheilte Geschichte war in Verbindung mit unserem Namen öffentlich verbreitet. Ein anderer Name war niemals in Frage gekommen. Der Abg. Felisch hat ferner selbst in seiner Rede ausweislich des stenographischen Berichtes gesagt: „ Ich kenne grosse Warenhäuser in der Nähe des Moritzplatzes, der Leipzigerstr. und des Hackeschen Marktes. Es giebt keine andere Firma in Berlin, welche an diesen drei Stellen grosse Warenhäuser hat. Es bleibt also dabei: Wir mussten uns durch die vom Abgeordneten Felisch behaupteten Thatsachen getroffen fühlen. Die vom Abgeordneten Felisch behaupteten Thatsachen sind von Anfang bis zu Ende erfunden. Herr Felisch, Mitglied des Hauses der Abgeordneten und des Arbeitsausschusses der Berliner Gewerbe- Ausstellung, findet kein Wort der Entschuldigung, nachdem ihm der Nachweis erbracht ist, dass die von ihm unter dem Schutze parlamentarischer Unverletzlichkeit verbreiteten ehrenrührigen Thatsachen von Anfang bis zu Ende erfunden sind. Wir haben lange genug zu all den Märchen und Lügen geschwiegen, die über unsere Firma fortwährend in Umlauf gesetzt sind, in dem Bewusstsein, dass unsere auf strengster Reellität beruhenden Geschäftsprinzipien den Sieg über Neid und Schmähsucht davon tragen. Nachdem aber die Tribüne des Parlaments zu Angriffen benutzt ist, erachteten wir uns der Oeffentlichkeit gegenüber verpflichtet, nicht länger zu schweigen. Berlin, den 26. April 1896. Warenhaus A. Wertheim. 52 Berantwortlicher Redakteur: August Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin, 4937L 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 99. Gewerkschaftliches. Achtung, Steinarbeiter! Die Streits in Hannover, Hamburg und Rostoc dauern unverändert fort. Außerdem haben in Riesa 17 Kollegen die Arbeit niedergelegt, weil sie für eine Hamburger Firma, wo die Kollegen streifen, Arbeit machen sollten. In Stuttgart wurden 250 Kollegen mit den Maurern und Zimmerern ausgesperrt, weil die Zimmerer die zehnstündige Arbeitszeit verlangten. Die Unternehmer haben uns mit diesem Gewaltatt einen großen Dienst geleistet. Was 20 Agitatoren nicht erreicht hätten, das hat diese Aussperrung fertig gebracht, denn sämmtliche in Stuttgart wohnende Kollegen ließen sich in die Organisation aufnehmen. Infolge der Aussperrung in Stuttgart ist die Zahl der von uns zu unter ftützenden Kollegen auf 515 geftiegen. Wir ersuchen deshalb Sämmtliche Steinarbeiter Deutschlands, uns finanziell thatkräftig Dienstag, den 28. April 1896. Versammlungen. 13. Jahrg. rathen. Für die Durchführung und Aufrechterhaltung des Tarifs foll dann die so zusammengesetzte Kommission Sorge tragen. Willner weist darauf hin, daß gerade die Junung, die sich Eine gutbesuchte Drechsler Versammlung tagte am aus dem Kleinmeisterthum refrutire, den Arbeiterforde 21. April im Englischen Garten in der Alexanderstraße. Jost rungen am schroffsten gegenübersteht. Hammacher, Nauer, gab einleitend einen Ueberblick über die Lohnbewegungen in der Christensen und Menzel erörterten in eingehender Holzindustrie. Redner schildert, wie in den letzten Jahren die Weise die überaus traurigen Bustände in sanitärer Beziehung, Löhne in der Drechslerei bedeutend herabgesetzt sind, und Uebel- die lange Arbeitszeit bei schlechten Löhnen und die unwürdige stände im Beruf Eingang gefunden haben, wie man sie in feiner Behandlung seitens der Meister. Sie wiesen darauf hin, daß anderen Branche der Holzindustrie in ähnlicher Weise vorfinde. Die den Meistern genug Gelegenheit geboten wurde, eine gütliche Befestigung solcher Zustände seien aber durch den Indifferentismus Ginigung herbeizuführen. In den zahlreichen Versammlungen, der Drechsler möglich gewesen, er hoffe deshalb, daß sich die die feit geraumer Zeit stattgefunden haben, in denen die MißDrechsler nun endlich fation wirken als Giananmen und eifriger für die Organi- stände erörtert und Abhilfe gefordert wurde, haben es die Meister man einen bisher verschmäht zu unterhandeln. Es liege folge dessen fein günstigen Ausgang der Lohnbewegung im Herbst erwarten. Die Grund vor, jest, nachdem die Arbeiter nicht mehr gewillt sind, sich Agitation soll so eingeleitet werden, daß an einem bestimmten Tage die in der bisherigen Weise ausbeuten zu lassen, in weitere Verhandlungen jezt noch in Berathung stehenden Forderungen allen Fabrikanten mit der Innung einzutreten. Die günstige Konjunktur, die zur Zeit werden. Die Diskussionsredner erklärten ich vorhanden ist und das gefchloffene Vorgehen der Schuhmacher, wie dies jetzt zu tage tritt, Hierauf erörterte der Referent, Reichstags Abgeordneter in R. Schmidt in seinem mit regem Interesse aufgenommenen sämmtliche Redner für den Streit und gegen den Vorschlag ber Vortrage, wie der Arbeiter sich gegen die kapitalistische Aus- Innung aus, indem nach den gemachten Erfahrungen auf gutbeutung zu schüßen vermag. Nachdem ein Antrag, am Schlußlichem Wege nichts zu erwarten sei. Die Abstimmung ergab die buje ryttarbeitern überweisen, den beschik ben ottdie Tellersammlung fortzusehen und den Ueberschuß den Kott- einstimmige Annahme eines Antrages, wonach in allen Geschäften buser Textilarbeitern zu überweisen, allgemeine Zustimmung ge- die Forderungen sofort zu stellen sind und da, wo der Tarif nicht funden, bekundeten die Anwesenden in einer Resolution ihr Ein bewilligt wird, die Arbeit niederzulegen ist. Mit einem be verständniß mit den Arbeiten der Kommission und verpflichteten geisterten Hoch auf die moderne Arbeiterbewegung wurde hierauf sich. für den Anschluß an den Holzarbeiterverband zu wirken. Die Versammlung gefchloffen. zum Schluß wurde ein Borſchlag a‍zeptirt, das Werkſtatt- Ver- Der Verein der Bauauschläger hielt am 12. d. M. ſeine trauensmännerfystem einzuführen. Hiernach hat jede Werkstatt monatliche Versammlung ab. Bunächst wurden mehrere Vereinseinen Vertrauensmann in die Vertrauensmänner-Sizung zu ente angelegenheiten erörtert und erhielt hierauf Bergau das Wort, senden. In Werkstätten, wo nur ein Drechsler arbeitet, gilt dieser als Vertreter. Die Sigungen werden im um für die Verschmelzung beider Vereine zu plädiren. Die Ver„ Borwärts bekannt gegeben. Am 1. Mai betheiligen sich die Drechsler an der Versammlung stimmte den Vereinbarungen zu, die von der Kommission Alsdann wurde wieder die große Konkurrenz, festgesetzt waren. sammlung der Holzarbeiter. welche unter den Kollegen herrscht, getadelt. Den Textilarbeitern zu Rottbus bewilligte die Versammlung eine Unterstützung von 30 Mart. Die Geschäftsleitung der Steinarbeiter Deutschlands. J. A.: im allgemeinen mit der Thätigkeit der Kommission einverstanden. die Bewegung. weiteren Diskussion sprachen sich 19 eine Ph. Thomas, Rigdorf( Berlin), Bergstr. 162. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. Die Steinarbeiter Hannovers haben ihre Forderungen von sieben Meistern unterschriftlich bewilligt bekommen, von eben so vielen noch nicht. Die Maurer Hannovers haben ihre Forderungen bei Die Maurer Hannovers haben ihre Forderungen bei 96 Meistern durchgesetzt, bei 30-35 noch nicht. Im Ausstand befinden sich noch zirka 150 Mann. Es ist leider ziemlich viel Zuzug von auswärts gekommen; die Ursache liegt wohl in der Hauptsache daran, daß die Maurer Hannovers in legter Zeit wenig oder nichts über ihre Lohnbewegung in der Presse per öffentlichten. Wegen des Vergleichs, den die Lohnkommission der streifenden Kaffeefortiterinnen ber Firma Stucken u. Andresen in Altona mit dieser zustande gebracht hat, war gegen die Lohnkommission der boshafte Vorwurf erhoben Die Musikinstrumenten- Arbeiter der Mechanik- Klaviatur worden, sie habe sich bestechen" lassen. Eine von 1500 Per und Klavierbranche waren am Sonnabend zu einer ungemein fonen besuchte Versammlung der Kaffeefortirerinnen besprach die stark besuchten Versammlung es mochten etwa 2000 Personen Sache und drückte der Kommission einstimmig ihr Vertrauen aus. anwesend sein im Keller'schen Saale zusammengekommen, um 15. d. M. bei Hente, Naunynstr, 27, statt mit der Tagesordnung: Eine Branchenversammlung der Gürtler fand am In Harburg streifen die Arbeiter der Thörl'schen Del über ihre an die Fabrikanten zu stellenden Forderungen Beschluß Wie stellen sich die Gürtler zur allgemeinen Forderung einer fabrit. Die Preffer hatten verlangt, daß die zum 1. Mai an zu fassen. Wie der Referent Arendt ausführte, hat die in den neunstündigen Arbeitszeit?" Kollege Heinrich legte den An gedrohte Lohnkürzung bei den Leinölpressen nicht eintrete, daß einzelnen Fabriken durch Fragebogen vorgenommene. Erhebung wesenden die Nothwendigkeit einer verkürzten Arbeitszeit klar, ferner den Arbeitern an den Palmölpressen für ihre mörderische gezeigt, daß mehr als die Hälfte der Klavierarbeiter sich für die da es nur dadurch möglich sei, die Reserve- Armee, die von Jahr Arbeit statt 3 M. nun 3,20 M. gezahlt werden, und endlich, daß Forderung des achtstündigen Arbeitstages und entsprechender zu Jahr wächst, zu verringern. E3 sprachen noch die Firma die Gaiser'sche Fabrit, wo ebenfalls ein Ausstand Lohnerhöhung erklärt haben. Es wäre jetzt an der Zeit, auf dafür die Kollegen Quibow, Winter und Cohn; ausgebrochen ist, nicht durch Waarenlieferung unterstüße und die die Aussperrung der Klaviaturarbeiter und den bekannten Mai- es wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: provokatorischen Maßregelungen der letzten Zeit zurücknehme. Utas der Fabrikanten die Antwort zu ertheilen, diese Forde Die versammelten Gürtler verpflichten sich, in Da dieſe Forderungen abgelehnt wurden, jo legten die Arbeiter, rungen zu stellen, und, wenn dieselben nicht bewilligt würden, Agitation für den Neunſtundenlag einzutreten, und mit allen airta 170 Mann, einmüthig die Arbeit nieder. Die übrigen Ar- die Arbeit niederzulegen. Es fei jest um fo eher zu empfehlen, zu Gebote stehenden Mitteln denselben zur Durchführung zu beiter der Fabrit sollten, nun die Breſſer erlegen, wofür man in der gedachten Weise vorzugehen, als infolge der Aussperrung der bringen. ihnen einen Schichtlohn von 4 M., also 80 Pf. mehr als die Klaviaturarbeiter auch den Klavierarbeitern bald die Arbeit mangeln Für den 1. Mai verpflichten sich alle Anwesenden, wo es Presser fordern, geben wollte. Die braven Leute ließen sich würde und die Fabrikanten bei der angenblicklich herrschenden günstigen möglich sei, den Tag durch Arbeitsruhe zu feiern, und die an darauf nicht ein, sondern legten Gruppe, um Gruppe, gleich Geschäftslage wohl nachgeben müßten. Es wurde eine Resolution diesem Tage stattfindende Versammlung im Feen- Palast zu befalls die Arbeit nieder. In der Fabrik blieben nur etwa ein zur Diskussion gestellt, welche die Kollegen verpflichtet, am Mon- suchen. Die Arbeitenden verpflichten sich, von ihrem Werdienst Dugend Arbeiter. tag, den 27. d. M., die Forderung des Achtstundentages und 50 Pf. für den öffentlichen Unterstüßungsfonds zu zahlen. eine Lohnerhöhung von 12-20 pCt. für Klavier- und Klaviatuv arbeiter, eine solche von 15-25 pet. für Mechanitarbeiter zu stellen und bei Ablehnung dieser Forderungen die Arbeit niederzulegen. Hierüber entspann sich eine etwa zweiftündige Debatte, Der Streik bei der Konfektionsfirma Sernau in Halle in der mehrere Redner entschieden für die Resolution einist nun gleichfalls beigelegt, nachdem Herr Sernau die Forderung Andere glaubten die Zeit zu einer allgemeinen aufgegeben hat, die Arbeiterinnen sollten über die im Volks- Lohnbewegung noch nicht gekommen, da das Interesse für dieblatt" gegen ihn veröffentlichten Artikel ihr Bedauern aus- felbe namentlich unter den Arbeitern der großen Fabriken noch sprechen. Herr Sernau stellt sämmtliche Arbeiterinnen sofort gar zu gering sei, und nur ein kleiner Bruchtheil dieser Kollegen wieder ein, drei derselben nehmen ihre persönlichen Bemerkungen fich einem Streit anschließen würde. Wieder andere Redner über Herrn Sernau und dessen Angestellte Fräulein Schöne hielten die Forderung des achtstündigen Arbeitstages als zu weit zurück; Herr Sernau gewährt 15 pet. Lohnerhöhung und nimmt gehend und erklärten sich für eine wöchentliche Arbeitszeit feine Lohnänderung ohne Einwilligung einer aus Arbeitern ge- von 52 Stunden. Die Resolution wurde endlich mit bildeten Kommission vor; jedes Warten, was länger als eine schwacher Mehrheit abgelehnt und das Abstimmungsresultat Stunde dauert, wird den Arbeiterinnen mit 30 Pf. vergütet; mit lebhaftem Bravo seitens der Gegner der Resolution begrüßt. Herr Sernau erklärte ferner, daß er den Vergleich seiner Nachdem man noch eine weitere Stunde debattirt hatte, wurde ftreitenden Arbeiterinnen mit seinem Zigarrenftummel" zurück: folgender Antrag gegen 6 Stimmen angenommen: Die Musiknimmt, und die Lohukommission erklärte, daß sie die im Volts- instrumenten- Arbeiter fordern eine wöchentliche Arbeitszeit von blatt" gegen Herrn Sernau erschienenen Artikel weder verfaßt 51 Stunden und 10-15 pet. Lohnerhöhung. Diese Forderungen noch veranlaßt hat. Der Frieden ist durch die Vermittelung des Konfektionärs Siegmund Lewin zu stande gekommen. Mit dem Streit bei Sernau sind nun sämmtliche Au 3. stände in den Hauptsißen der Konfettion Nordund Mitteldeutschlands erfolgreich beendigt. instrumenten- Arbeiter schloß. Eine öffentliche Versammlung der Bauarbeiter, die Genosse F. Bastian, Köpenick, Gartenstr. 19, zum 2. Raffirer In Eupen in der Rheinproving streifen seit Montag bei am Sonntag tagte, beschäftigte sich mit der bevorstehenden Lohn- Genosse Gärtner, Berlin, Rügenerstr. 12, gewählt. Unter Verder Firma Wilh. Peters u. Cie. 30 Tuch stöpferinnen bewegung und dem partiellen Streit der Maurer. Wie in voriger einsangelegenheiten wurden den Rottbuser Textilarbeitern als wegen Lohndifferenzen. Knöpferinnen der Fabrik weigerten sich, die Arbeit der Aus- Ansicht, daß die Maurer vor dem Eintritt in die Bewegung sich ich, die der Bersammlung, fo waren auch diesmal einzelne Redner der ameite Rate tht, recht lese unier den Stouge ou agitizen, ersucht, rege Kollegen zu ständigen zu verrichten. mit den Bauarbeitern in das Einvernehmen feßen mußten, um damit die Fernstehenden endlich erwachen und sich ihrer erbärm Im Schuhmacherstreik in Elmshorn hat sich der Bürger verein von 1896 zur Vermittelung zwischen den beiden Parteien erboten. Die Vermittelung ist beiderseits angenommen worden. traten. der Bau- und gewerblichen Hilfsarbeiter Berlins hielt am Der Kranken- Unterstützungs- und Begräbnißverein 19. April seine Generalversammlung ab. Es wurde fonstatirt, daß sich die finanziellen Verhältnisse des Vereins gebeffert haben. Borhanden sind 1621,70 M., verzinslich angelegt 1400 m. In Weißenfee tagte am 18. April die Generalversammlung des sozialdemokratischen Arbeitervereins. Der Kaffenbericht, der zur Berlesung gelangte, weist mit einem Bestand von 199,25 M. eine Einnahme von 314,45 M. und eine Ausgabe von 88 M. auf mithin blieb ein Bestand von 226,20 M. Wie von den Revisoren mitgetheilt wurde, sind dem Kassirer durch den bei ihm verübten Einbruch 87 M. entwendet; bis auf diese Summe wurde dem Rassirer Decharge ertheilt. Hierauf wählte die Versammlung die Genossen Elsholz, Barthelt und Eschbach zu Revisoren. Köpenick. Hier tägte am Sonntag, den 19. b. M., nachmittags 22 Uhr, die statutenmäßige Generalversammlung des Fachvereins der Appreteure, Defateure, Färber, Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen Berlins und der Umgegend. Nachdem der find am Montag den 27. d. M. zu stellen, und wenn dieselben Bericht des Vorstandes entgegengenommen war, wurde zur Wahl nicht bewilligt werden, ist sofort die Arbeit niederzulegen. desselben geschritten. Zum Borsigenden wurde Genoffe B. Lietsche, Allseitiger Beifall folgte der Annahme dieses Antrages, worauf Köpenick, Grünauerstr. 49, zum Schriftführer Genosse E. Ring, die Versammlung mit einem Hoch auf die Bewegung der Musit: Köpenick, Glienickerstr. 86, zum Beisiger Genosse G. Müller, Köpenick, Rudowerstr. 9, wiedergewählt; zum 1. Kassirer wurde ein gemeinsames Vorgehen zu ermöglichen. Durch die Bewegung lichen Lage bewußt werden. Charlottenburg. Ain Sonnabend beschäftigten sich hier Am In Posen sind die Maler, Anstreicher Maler, Anstreicher und Ladirer in eine Bewegung für Verkürzung der Arbeitszeit der Maurer seien die Bauarbeiter bedeutend in Mitleidenschaft gezogen und waren und Erhöhung des Lohnes eingetreten. theilweise gezwungen, die Arbeit die streifenden Maurer in einer gut besuchten Versammlung mit ruhen zu lassen, trotzdem die Periode feine günstige dem Stand der Lohnbewegung. Maurer Schulz und Kater Die in der Ersten Ungarischen Schriftgießerei- Aktien- und Arbeitslose zahlreich vorhanden waren. Rater, schilderten den bisherigen Verlauf der Bewegung und bezeichneten gesellschaft in Budapest zwischen Personal und Geschäfts- Mitglied der Lohnkommission der Maurer, legte die Gründe die Situation als eine äußerst günstige. In der Diskussion erleitung entstandenen Differenzen sind auf gütlichem Wege aus- dar, welche Veranlassung gaben, so frühzeitig in die suchte Schulze die jüngeren Arbeiter, von Berlin abzureisen, aber geglichen. Bewegung einzutreten, ohne daß eine Verständigung mit den auch die Städte zu meiden, wo gegenwärtig die Maurer gleichDie Bauarbeiter Pilfeus in Böhmen haben in Zahl von Bauarbeitern in der kurzen Zeit angebahnt werden konnte. Der falls im Ausstand find. Wie ferner mitgetheilt wurde, haben mehr als 1000 Mann die Arbeit eingestellt. Den Anstoß zum günstige Verlauf der Bewegung, bei der auch die Bauarbeiter mehrere Firmen für ihre Bauten eine Verlängerung der festStreif gab der Bezirkshauptmann Ritter v. Hansgirg, der Bortheile zu verzeichnen haben, beweise, daß durch das Vorgehen gefehten Frist erzielt. Mit der ernsten Mahnung, die Beschlüsse Den Bauarbeitern, ohne das Gutachten der Gehilfenversammlung der Maurer keineswegs ein Fehler begangen wurde. Der Redner zu halten, sowie für den Anschluß an die Organisation zu wirken, einzuholen, eine nachtheilige Arbeitsordnung aufzwingen wollte. räth den Anwesenden, eine rege Agitation zu entfalten, ins- schloß die Versammlung. Jm vorigen Jahre hatten die Bauarbeiter die Forderung besondere eine Einigung und Stärkung der beiden bestehenden Dr Steglit. Am 23. d. M. tagte eme öffentliche Versammlung gestellt, es möge die Arbeit um 7 Uhr früh beginnen. Die ganisationen anzubahnen, um so gerüstet zu der beabsichtigten Aktion der Zimmerer für Steglis, Friedenau und Umgegend im Lokal Bauunternehmer lehnten die Forderung ab, mit der Ausflucht, zu sein. Die Maurer, deren Solidaritätsgefühl durch die Bewegung von Schellhase mit folgender Tagesordnung: Der letzte Streit es wären die Verträge bereits abgeschlossen, sie würden erheblich gesteigert, würden es an der nothwendigen moralischen und feine Erfolge. In treffender Weise schilderte Ob it ben Obst große Berluste erleiden 2c. Sie versprachen, in der neuen Bau Unterstützung nicht fehlen lassen. Nachdem Krüger, Rennthaler, Verlauf der Lohnbewegung und ermahnte zur strikten Innehaltung ſaiſon die Forderung zu berücksichtigen, vergaßen jedoch dieses Heidmann u. a. die Gleichgiltigkeit eines Theiles der Kollegen Beg auf der Lohnbewegung und ermahnte zur firikten Innehaltung Errungenen. Nach einer unwesentlichen Diskussion wurde Versprechen. Der Bezirkshauptmann erließ eine Arbeitsordnung, gerügt und zum Anschluß an die Organisationen, sowie zur ein- über die Geschäfte von Kosinsti, Sinnig und Wehner, sämmtlich welche die Arbeitszeit von 6 Uhr früh bis 6 Uhr abends festheitlichen Agitation aufgefordert hatten, wurde die Lohnkommission in Stegliß, die Sperre verhängt. Zum Schluß gelangte eine sezt, und als sich die Arbeiter dieser Willkür widersetzten, wurde beauftragt, ein Streikbureau einzurichten, in dem das Resultat Resolution zur Annahme, in der sich die Anwesenden zum Anihnen bedeutet, fie tönnten nach Hause gehen. Das war die über die zu stellenden Forderungen entgegengenommen wird. Die schluß an die Organisation verpflichten und die Durchführung Veranlassung zum Bauarbeiter- Ausstand auf der ganzen Linie. Sammlungen zum Streitfonds sollen von jetzt ab durch Listen, ihrer Forderungen in allen Geschäften erstreben wollen. Die Bildhauer Prage stehen in einer Bewegung um Gin. welche mit dem Stempel der Lohukommission versehen sein müssen, ihrer Forderungen in allen Geschäften erstreben wollen. führung des Neunstundentages, 10 pCt. Lohnerhöhung und Abschaffung der Akkordarbeit. Die Meister haben bis zum 2. Mai Frist, sich darüber zu äußern; lehnen sie die Forderungen ab, so soll die Arbeit niedergelegt werden. übermen Ursache des Schuhmacherstreiks in Prag ist übermensch liche Arbeitszeit und ungenügende Entlohnung. fortgesetzt werden. Ungefähr 1500 Schuhmacher( Schoßarbeiter) waren gestern Vormittag im Feen Balast versammelt, um über den Eintritt in die Lohnbewegung Beschluß zu fassen. Der von der Agitationstommission ausgearbeitete Tarif weist ungefähr 350 Posten auf, die einen Zuschlag zu den früheren Preisen von 15 bis 20 pCt. bedeuten. Für die Wartezeit, die im allgemeinen eine sehr lange ist und von jeher als Uebelstand bezeichnet wurde, wird 50 Pf. Die Arbeiter der städtischen Gasanstalten Prags find, wie schon in einer Depesche mitgetheilt wurde, an den Stadtrath per Stunde gefordert. Als Minimallohn ist 20 M. pro Woche mit einem Gesuch herangetreten, worin sie ihre gegenwärtige festgesetzt. Sonntags und Nachtarbeit soll in allen Fällen verweigert werden. Nachdem Hammacher in seinen Auszwölfftündige Arbeitszeit, teine Sonntagsruhe und führungen die Verhältnisse, wie sie sich gegenwärtig in diesem niedriger Lohn darstellen und eine Ausbesserung in allen Gewerbe gestaltet haben, geschildert und die NothwendigPunkten verlangen. feit der sofortigen Proklamirung des Streits der Versammlung flargelegt hatte, ergriff im Namen der Innung der zweite Obermeister Schuhmann das Wort und forderte die Anwesenden auf, bevor sie in den Ausstand treten, eine Kommission zu wählen, die gemeinsam mit der Kommission der Innung den Tarif be= Situation Der Bildhauerstreif in Basel hat wegen Uneinigkeit der Arbeiter mit einer Niederlage geendet. Ein vom Regierungsrath Reese unernommener Bermittelungsversuch ist gänzlich erfolg Los geblieben. Oranienburg. Hier sprach am 19. April Genosse Mehner in einem befällig aufgenommenen Vortrag über das Thema: Die sozialdemokratische Partei und ihre Gegner. Eu lebeis Nordschule, Müllerstraße 179a: Arbeiter- Bildungsschule. Dienstag Abend von 9-10% Uhr: Süd= o ft Schule Waldemarfir. 14: Deffentliche Gesundheitspflege ( Nahrungs- und Genußmittel, Wohnung und Gefundheit, öffentlicher Kinderfchus, echulgesundheitspflege, Fabritgefezgebung, Fürsorge für Arbeiterinnen.) Serr Dr. Gustav Heymann. lution durch Kopernikus, Galilei und Newton. Natur& rtenntniß.( Antike und moderne Naturbetrachtung. RevoPhilofophie und naturwissenschaftliche Forschung. Innerer Suſammenhang der Naturträfte. Nob. Mayer, Helmbols. Gefeß von der Grbalmung ng Kraft und des Stoffes. Einheitlichkeit der Materte. Grundzüge des Darwinismus.) Herr Dr. C. Joël. Bei allen Unterrichtsfächern werden neue Theilnehmer, Tamen und Berren, jeder Beit aufgenommen. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender Ad. Neumann, Pasewalterstraße 3. talender find zu richten an Fried. Kortum, Manteuffelftr. 49, v. 2 Tr. Alle Neuberungen im VereinsArbeiter Raucherbund Berlins und Amgegend. Nenderungen in Vereinstalender sind zu richten an Otto Schulz, Rottbuser Damm 72. Deutscher sozialdemokratischer Lesehlub in Paris. Rue St. sonore 314, Cafe du Lion de Belfort. Seven Sonnabend öffentliche Berfan nug; reiche Bibliothet, Beitungen, französischer Unterricht. Achtung! Maurer! Am Freitag, den 1. Mai, vorm. 10 Uhr, in der Unionsbrauerei, Hafenhaide, Große öffentliche Versammlung der Maurer Berlins und Umgegend. Referent Otto Antrick. Die Lohnkommission der Maurer Berlins und Umgegend. Achtung! Vergolder! Achtung! Freitag, den 1. Mai 1896, vormittags 10 hr. Große öffentliche Versammlung 227/19 bei F. Ewald, Schönleinstr. 6, der Vergolder und Berufsgenossen Zages Ordnung: Die Bedeutung des 1. Mai. Referent Kollege Ferd. Ewald. Die Agitationskommission. Allgemeiner [ Deutscher Tapezirer- Verein. ( Filiale Berlin). Mittwoch, 29. April abends 81/2 Uhr, bei 3ubeil, Lindenstr. 106: General- Versammlung. Tagesordnung: Achtung! Achtung! Muffinstrumenten- Arbeiter! Dienstag Abend 62 Uhr im Konzerthaus Sanssouci, Rottbuserstr. 4a: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Bericht der Ortsverwaltung. 4. Ergänzungs: 144/17 wahl der Ortsverwaltung. 5. Vereinsangelegenheiten. 177/17 Deffentliche Versammlung. Zagesordnung: Der Ausstand der Musikinstrumenten- Arbeiter. Die Lohukommission. Die Crisverwaltung. Achtung! Zimmerer! tung! Achtung! Schrifthauer Berlins! Den Tarif haben bis jetzt die In: Mittwoch abends 8 Uhr bei Buske, Grenadierstraße: Oeffentliche Plakdeputirten- Sibung. Kameraden, die Nothwendigkeit bedingt es, daß Ihr alle in dieser Die Lohnkommission der Berliner Bimmerer. haber folgender 30 Firmen unterzeichnet: Bersammlung vertreten seid. 1. Zabel, Schönhauser Allee 163. 2882 2. Sipperling, Blücherstr. 1, 3. Haacke, Hafenhaide I'u. Rixdorf, Hermannstr. Achtung! 4. Pfaffenberg, Liesenstr. 15. 5. Schulz Ww., Prinzen- Allee 21 b. 6. Kramer, Landsberger Allee 17. 7. Schober, Maifeier Achtung! für Stralan- Rummelsburg Kollegen! Agitirt recht kräftig für Ruhenlaffen der Arbeit und erscheint Neue Königstr. 4. 8. Schneider, Linien- am Freitag, den 1. Mai 1896, nachmittags 3 Uhr, im Lokale Mann für Mann in dieser Versammlung. Achtung! straße 228. 9. Bierschröder, Landsberger Chauffee. 10. A. Schleicher u. Co., Lühowstr. 82. 11. Mallwig, des Herrn Schröder( Alte Taverne) Großes Vokal- und Instrumental- Konzert Achtung! Bücherstraße. 12. Albrecht, Bergmann Entree 10 Pf. Große öffentliche Versammlung für alle in der Hutbranche beschäftigten Arbeiter traße 58-60. 17. Mücke, Rheinsbergerund Arbeiterinnen = am Freitag, den 1. Mai cr., vormittags 10 Uhr, 21. Bader, Liesenstr. 10, 22. Röfeler, im Schweizer- Garten am Königsthor. Tages- Ordnung: unter Mitwirkung mehrerer Gesangvereine. Abends 7 Uhr: Entree 10 Pf. Große öffentl. Volks- Versammlung. straße 52. 13. Perschke, Bärwaldftraße 40/41. 14. Dructs, Saarbrückerstraße 32. 15. Braun, Bergmannstr. 53. 16. Stahl u. Herzog, Nixdorf, Hermannstraße 78. 18. Krause, Ackerstr. 38. Vortrag über:" Die Bedeutung des 1. Mai." Referent Gen. Millarg. 19. Schneider, Bergmann- Straße. Nach der Versammlung gemüthliches Beisammensein. Um zahlreiches Er20. Bronicki, Greifswalderstraße 219. scheinen ersuchen 223/13 Die Vertrauenspersonen. Weißenfee. 28. Peglow Ww., Berg- TOS Zur Maifeier mannstraße. 24. Höfling, Rixdorf, Bortrag über die Bedeutung der Feier des 1. Mai. Referent Peus Hermannstraße, und Berlin, Ackerstr. 28. empfehle Büsten von Marx, Lassalle und Engels, 68 cm hoch, 8 Mart pro Stück. Einrahmung aller Arten Bilder. Dekoration, Stoc 42812* Dessau. Der Beschluß der Feen- Palast- Versammlung vom 19. April cr., 25. Janetty, Bergmannstraße. 26. Neu- 8 Mart pro Stück. " Eine Urabstimmung über das Ruhenlassen der Arbeit am 1. Mai vors mann u. Co., Frankfurter Allee 5/6. laternen 2c. Bestellungen bitte zeitig aufzugeben. Max Richter, Berlin O., Grüner Weg 65. 27. Wienicke, Friedenstr. 20 und Neuzunehmen", ist nunmehr erfolgt. Es haben fünf Sechstel der Kollegen Weißensee. 28. Zache, Rottbuserund Kolleginnen für die Arbeitsruhe am 1. Mai gestimmt. Demzufolge Streng reelle Bedienung. machen wir fämmtlichen Kollegen und, Kolleginnen es zur Pflicht, sich der Damm 85. 29. Scherhaf, Schöneberg. großen Majorität anzuschließen, und damit die Feier des 1. Mai eine ein- 30. Lewi u. Pohl, Lothringerstr. 83. heitliche wird, in der Versammlung vollzählig und pünktlich zu erscheinen. Die Vertrauenspersonen. Achtung! 88/11 Achtung! cr., Binkgießer und Stürzer! Maifeier. Freitag, den 1. Mai, Familien- Ausflug nach Restaurant zur Pferdebucht bei Köpenick. Treffpunkt am Schlesischen Bahnhof früh 9 Uhr. Abfahrt 9 Uhr 40 Min. Metallarbeiter. 1190b Die Tarif- Kommiffion. M.Schulmeister J. A.: A. Meyer, Solmsstraße 51. Achtung! Bimmerleute, Maurer, Arbeiter, Fuhrleute. Wer hat Herbst 1892 od. Früh jahr 1893 Achenbachstr. 4 gearbeitet? Meld. erb. an Monteur Gutowski, NW., Klopstodstr. 34. Spesen w. reichl. ersetzt.[ 1087b Möbel- Ausverkauf bes Möbelspeichers Rosenthalerstr. 13. Wegen ganz bedeutender Vergrößerung meiner Räumlichkeiten vertaufe ich mein WaarenHeute, abends 8, Uhr, in Keller's Fettsälen, Koppenstr. 29: lager sit noch nie dagewefenen Preifen vollGr. öffentliche Versammlung. Zages Ordnung: 1. Das Rundschreiben der Berliner Metallindustriellen, Referent Rollege Faber. 2. Diskussion. Kollegen! 278/10 Um das Gebahren der Kühnemänner einmal gründlich zu kennzeichnen, scheinen. ständig aus. Bum Umzuge und für Brautleute ist somit die einzig reelle Gelegenheit gegeben, Ausstattungen, foivte einzelne Stücke gediegen und billigst einzutaufen. Man lasse sich nicht durch unmögliche Anpreisungen blenden, sondern besichtige sich die Möbel, welche man taufen will, genau und vergleiche diefelben mit meinen nur gediegenen Möbeln und anerkannt billigsten Preisen. Durch Einkauf von 9 großen Möbellagern zu günstigen Bedingungen verkaufe ich ganze Einrichtungen, sowie einzeine Stücke gang bedeutend billiger als jeder andere Möbelverliehen gewefener Möbel zu wahrhaften Spottist es Pflicht aller, zu erleberspind 30, Muschelkleiderſpind35, Kommode Die Agitations- Kommission des Deutschen Metallarbeiter Verbandes. Verband der in Buchbindereien, der Papier- u. Ledergalanteriewaaren- Industrie beschäftigt. Arbeiter und Arbeiterinnen. Ordentliche General- Versammlung am Mittwoch, den 29. April, abends 812 Uhr, bei Herrn Th. Boltz, Alte Jakobstr. 75. Tages- Ordnung: 1. Geschäfts- und Kassenbericht. 2. Erfahwahlen zum Vorstand. 3. Berathung über den Antrag Hannover und Antrag zur Erhebung einer Lokalsteuer. 4. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimirt. 2612 Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Täschuer und Koffer- Arbeiter! Filiale III des Verbandes der Sattler und Tapezirer Deutschlands. Versammlung am Mittwoch, den 29. April, abends 8 Uhr, Alte Jakobstraße Nr. 88. Tages- Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Wahl des Gesammtvo rstandes. 4. Verschiedenes. Neue Mitglieder werden aufgenommen. 1187b Der Vorstand. An die Maurer Charlottenburgs! händler. Auch größtes Lager gebrauchter und preisen. Kleiderspind 15 Mart, Nußbaum= 9, Sopha 16, Bettstelle mit Sprungfedermatrage u. Steiltissen 18, Spiegel 9, Stühle 2, Nußbaumtrumeaug mit Stufe 60, Plüschgarnitur 50, neue, hochfeine Plüschgarnitur 105 Mart. Hochfeine Nußbaum- und Mahagont- Möbel spott= billig. Auch gebe ich Einrichtungen auf Thellzahlung. Brautleute, welche ihre Möbel bei mir faufen, erhalten ein Hochzeitsgeschent gratis. Rein Abzahlungsgeschäft. Eigene Tapezier u. Tischlerwerkstätten, vier große Möbelspeicher. Getaufte Möbel fönnen tostenfrei auf meinen werden dann durch eigeneGespanne sauber transportirt und aufgestellt, auch nach außerhalb 2agerfpeichern& Monate stehen bleiben und Hanke's Brot- Bädereien liefern das größte Roggenbrot, welches seit Jahren in verschiedenen Stadttheilen Berlins durch Größe und besonders schönen Geschmack anerkannt worden ist. Außerdem auffallend große Stollen und Napftuchen, welche nur mit reiner Naturbutter gebacken werden, sowie Backwaare 5 St. 10 Pf. 1. Bäckerei Alte Schönhauserstr. 39/40. Röpnickerstr. 23. Dresdenerstr. 104. Greifswalderstr. 12. 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