BERLIN Sonnabend 25. Oktober 1930 10 m. Ar. 502 B 250 47.IahrKang erscheint tSgltch aneerSonntaz«. Zugleich Abendausgabe des.Vorwärts'. Bezugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, 8,60 M. pro Monat. Redaktion und Expedition; Berlin SWes,Lindenstr.S SptUaulQaße Soieisenprets: Die einspaltige Nonpareillezeile 80 Pf., Reklamezeil« S M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto: Vorwärts-Dcrlag G. m. b. H.. Berlin Rr.S7536. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis 29? Der Weg des Todes Bestattung der Grubenopfer von Alsdorf/Deutschland flaggt halbmast Alsdorf. 25. Oktober. Unter grauvcrhangenem Himmel pilgerten om frühen Morgen die Angehörigen der Opfer der Grubenkotaftrophe und mit ihnen fast alle Einwohner von Alsdorf und den schwer- betroffenen Hachbargemeinden Kellersberg und Schaufenberg zu den Trouerfeiern, die mit Seelenämtern und Trauergottesdienflen be- ganncn. Die Häuser haben halbmast geflaggt: schwer und steif hängen die durchnagten Jahnen herab. Geistliche treffen von aus- wärts ein. Am Kasino der Grubenverwaltung sind die Bergknappen in ihrer schwarzen Tracht mit Barett und Jederbusch, die brennende Grubenlampe in der Hand, angetreten. Sie werden den Toten das letzte Geleit geben. Bon auswärts treffen viele Kraftwagen ein. Die mit einem Ausgebot von 500 Mann anwesende Schutzpolizei hat Mühe, die umfassenden Absperrungsmasznahmen aufrechtzuerhalten. Auch Lastkraftwagen, mit Tannengrün aus- geschlagen, die die Toten vom Verwaltungsgebäude zum Jriedhos bringen werden, treffen ein. Einfache weihe Kreuze werden auf Magen geladen: sie tragen nur den Bamen des Toten und haben alle die gleiche Jorm. In des Verwaltungsgebäude werden unaus- hörlich Kränze und Blumen getrogen und vor den Särgen niedergelegt. Vor den(Särgen. Zu der Traucrfeier in der Waschtaue, im Verwaltungsgebäude und in den anschließenden Hallen hatten sich nebe» den Angehörigen der Opfer viele Vertreter von Behörden und Verbänden eingefunden. Man sah nebe» den Ministern den Oberpräsidenten und die Regierungspräsidenten der Rheinprovinz, Vertreter des in- und ausländischen Bergbaues. Vor den Särgen und überall an den Wände» sah man Kränze, deren Schleifen die Farbe» vieler Länder und Städte trage». Der Trauerschmuck wurde durch zahlreiche Lorbeerbäume vervollständigt. Als erster sprach Generaldirektor Dr. Westermann. Daraus nahm Reichsarbeitsministcr Dr. Stegerwald als Vertreter des Reichspräsidenten, des Reichskanzlers und der Reichsregierung das Wort. Unendliche Trauer, so führte er unter anderem aus, liegt über ganz Deutschland, und mit unserem Volke trauern fast alle Völker der Welt um die Helden der Arbeit, vor deren Särgen wir aus? tiefste erschüttert stehn. Die Regierungen von Frankreich und von Südslawien haben besondere Vertreter zur heutigen Trauer- feier entsandt. Namens der Rcichsregierung danke ich für die da- durch zum Ausdruck gebrachte Teilnahme a» unserem deutschen Unglück. Unser herzliches und aufrichtiges Mitgefühl gilt vor ollem den Hinterbliebenen und Verletzten. Was irgend getan werden kann, um ihr Leid zu lindern, sie vor Rot zu Utewahren, soll und wird geschehen. Im Namen der preußischen Stalsregierung drückte Handels- minister Schreiber den Angehörigen der Opfer die wärmste Anteilnahme aus. Tief erschüttert stehen mir, so erklärte er unter anderem, a» den Särge» all der brave» Bergleute, die mitten in friedlicher Arbeit von furchtbarer Katastrophe überrascht, so jäh dem Leben und ihren Lieben entrissen wurden. Den seelischen Schinerz der Anghörigen können wir nicht lindern, so wollen wir wenigstens die äußere» Lasten erleichtert» und ihnen dadurch über die schwerste Not himvegl�elfen. Dr. Schreiber sprach dann die Hoffimng aus, daß es der Untersuchung gelingen möge, die Ursache der Katastrophe zu klären und neu« Mittel und Wege zu finden ziir Abwehr der Gefahren, die immer noch den Bergbau i'Mlquern. Alles werde geschehen, was irgend in Menschenhänden liege, um die Wiederkehr' ähnlicher Katastrophen zu verhüten. Der Minister schloß mit Wünschen sür die baldige Genesung der Vcr- mundeten und herzliche» Danlcswortcn an alle, die npscrmutig ihr Leben für die Bergung der Verunglückten einsetzten. In dem Dunkel dieser Traucrtage ist hie Tat der Rettungstruppen ei» leuchtendes Zeichen bergmännischer Kameradschaft. Den Toten ober weihen wir als Abschiedsgeruß zur letzten Grubenfahrt den alten Bergmannsgruß: Glückauf. Im Namen der Arbeiterschaft sprach das Betriebsratsmitglied Wacker: Tief erschüttert stehen wir an der Bahre unserer toten Kameraden. Gestatten Sie mir als Vertreter der. Belegschaft, ihnen ein letztes Gedenken zu widmen. Grausame Ernte habe der Tod s gehalten. Wohl keiner von den getöteten Bergleuten Hab« ani 21. Oktober, als sie wohlgemut zur Arbeit einfuhren, daran gedacht, � daß diese Schicht ihre letzte sein würde. Nach Wünschen für die baldige Genesung der Verwundeten schloß Wacker: Mögen alle Stände das schwere Los des Bergmai, es erkennen und mit uns danach streben und dahin wirken, daß der Bergarbeiterschutz weiter «rusgebaut wird, damit wir in Zukunft von solchen Unglücke» ver- schont bleiben. Ihr toten Kameraden, Glückauf, auf Wiedersehen. Es folgten die Ansprachen der Geistlichen der drei Konfesstonen, die Trostworte an die Angehörigen der Verstorbenen richteten. Dann nahmen die Vertreter der verschiedenen Gewerkschaften das Wort. Auch sie versicherten den Angehörigen die tiefste Anteil- nähme und gaben dem Wunsch Ausdruck, dag alles getan werden möge, um in Zukunft solche Katastrophen zu verhindern. Im Namen des Verbandes der Bergbauindustriearbeiter, des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes und der in der Berg- bauinternationale zusammengeschlossenen Gewerkschaften sprach der Borsitzende des Bergarbeiterverbandes, Reichstagsabgeordneter H u f e m a n n. Er forderte im Namen der Toten all« Anftrengun- gen, die Frage der Ursache des Unglücks zu klären, und wenn Schuldige ermittelt würden, sie zur Rechenschaft zu ziehen. Im Namen der Lebenden forderte er die Untersuchung, damit in Zukunst alle die Fehler vermieden werden, die zu solchen Unglücken führen könnten. Es müsse noch viel mehr als bisher getan werden, um das Leben der Bergarbeiter zu schützen. Zum Schluß überbrachte ein Vertreter des holländischen Roten Kreuzes die Beileidsgrühe Hollands. Noch einem Choral setzte sich dann der Trauerzug in Bewegung. In Alsdorf selbst werde» 1Z7 Tote, davon 77 Alsdorser, beerdigt, in Kellersberg S7 und in Schauffenberg 10.' Vie Totenfeier im Rundfunk. Um Uhr begann die Uebertragung der Totenfeier für die 262 Opfer von Alsdorf auf den Berliner Rundfunk. Man hörte zunächst eine Reihe Trauerreden— Worte schmerzlichsten Abschieds, tiefen Mitgefühls, bewegten Gedenkens. Auch Vertreter der Kameraden aus der Grube sprachen, offenbar christlich-religiös Deutscher Dampfer beschossen. New Aork, 25. Oktober. Der Hapag-Dampfer„Bade n" wurde vom Fort Eopacabana unter Feuer genommen, als er den Hafen van Rio verlassen wollte. Die„Baden" kehrte sofort nach Rio zurück und landete 18 Per- fönen, die durch das Artilleriefeuer getötet oder ver- w u n d e t worden sind. Der deutsche Dampfer war mir P a s s a- gieren und Post an Bord von Hamburg nach Buenos Aires gegangen. Der Justizminister der neuen Regierung hat sein Bedauern über den Vorfall ausgesprochen und die W i e de r g n t m o chn» g versprochen. Der veugewähltc Präsident von Brasilien, P r c st c»(links), dessen Amtsübernahme durch den Militärputsch verhindert wurde, und der jetzt gestürzte Präsident Washington Luis Perreira de Snfa(rechts), der infolge der Revolution zurücktrat. gläubige Männer, die Opfer des immer gefahrdrohenden Stein- kolstenbcrgbaues beklagend. Während der Rede des preußische« .Handelsministers hört« man eine Frauenstimme ausschluchzen. Zlußer den christlichen Priestern sprach, da auch ein Jude unter den Toten ist, ein Rabbiner, er unterließ religiöse Worte, mahnte aber, daran zu denken, daß hunderttausende Arbeiter in Deutsch- land ständig von Lebensgesahr bedroht sind. Nach der Einsegnung trug man die 262 Särge ins Jreie. Orgelspiel überbrückte die lange Zeit, die diese traurige Arbeit be- anspruchte: Oratorien-, Fugenmusik, Chopins Trauermarsch. Nach längerer Zeit war das Heraustragen der Särge aus der schwarz- verhangenen Waschkaue, dem Reinignngsraum der Kohlenhäuer» beendet. Wieder Orgelmusik. Zu den wehmütigen Weisen, die die Bergmannskapelle spielt, werden dann die kranzbedeckten Särge unter dem Geleit der Angehörigen, der Kameraden, der Geistlichen beider christlichen Kirchen abgefahren—, die aus Alsdorf und die aus Schaufenberg und aus den anderen Orten, der Umgebung. Die schluchzende Menge der Trauernden drängt herzu, macht wieder Platz, die Motoren der Totenwagcn springen an. Dieses langwierige Abfahren der Särge muß furchtbar er- schütternd gewirkt haben, man merkte das der Stimme des Ansagers wohl an. Drei Hekatomben schwerarbeitcndcr Kumpels sind wieder da- hin, gefolgt den Toten so vieler Bergwerkskatastrophen: Courrieres, Radbod, Dorstfeld, Neurodc—, ein paar Namen. Endlos ist die Reihe. Das alte Kampflied des sozialistischen Proletariats klingt uns in Ohr: Wer schafft das Gold zu Tag«.... Bei der Hapag in Hamburg ist bis heute mittag keine weitere Nachricht«ingegangen, als daß die„Baden" gestern nachmittag um 3 Uhr brasilianischer Zeit Rio de Janeiro angelaufen und um 7 Uhr abends den Hafen in Fortsetzung ihrer Reise nach Buenos'Aires wieder vorlassen habe. Ob die Meldungen, die von 18 Toten und Verletzten durch die Beschießung des Dampfers spreche», zutreffen, bleibt daher abzuwarten. Das Programm des Diliators. Rio de Janeiro(über New Port), 25. Oktober. Die neue Regierung hat ein längeres Manifest über ihre Politik verössentlicht, in dem sie die Auslösung des Paria- ments ankündigt. Es soll ein neuer Kongreß eine neue Per- iassung ausarbeiten. Weiter ist die Einführung einer Ein- heitssteuer und anderer politischer Reformen geplant.-Die neue Regierung will solange die Macht in Händen behalten, bis die unmittelbaren Ziel« der Revolution erreicht seien. Die i n t e r n a t i o- nolen Verpflichtungen würden eingehalten werden. Haupt- ausgäbe der Regierung sei vorläufig die Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung sowie der nationalen Einheit. Der Staatsstreich ist in der Hauptstadt nicht ganz so u n- blutig verlausen, wie man annimmt. Bei den Aus- schreitnngen in der Stadt sollen mehrere Personen getötet und etwa 60 verwundet worden sein. Für annähernd 20 Millionen Pesos Sachschaden soll durch Zerstörung van Gebäuden und Druckereien sieben antirevolutionörer Zeitungen an- gerichtet worden sein. Oer neugewählte Präsident geflüchtet. TXexo Port. 25. Oktober. Der neugewähli« Präsident, Dr. Julia Prestes, der am 15. November sein Amt antreten sollte, scheint aus Brasilien ge- flohen zu sein und sich vom politischen Leben zurückziehen zu wollen. Die Revolution ist vor allem infolge der Unzufriedenheit über die Methoden bei der Wahl Prestes' ausgebrochen. Es dürften Neuwahlen erforderlich sein, denn es ist nicht anzunehmen, daß di- Revolutionsregierung ihrem politischen Gegner trotz des Sieges der revolutionären Bewegung die Macht überlassen wird. Der Umsturz in Brasilien Deutscher Dampfer beschoffen.- 16 Passagiere getötet Die Streikfront steht! Auszahlung der llnterstühungen. Was zu dem Konslikk in der Berliner Melallinduslrie zu sagen ijl. ist bereits gesagt worden. Kombinationen zu knüpfen und Vermutungen anzustellen ist zwecklos. In Erwartung der Aort- scszung der Verhandlungen am Montag und der Entscheidung sind die Streikenden natürlich gespannt, jedoch Zuversicht- lich Im vertrauen aus den Erfolg ihres Kampfes, der ihnen ausgezwungen wurde und den sie nun zu Ende führen müssen. Der VBMZ. mag sich drehen wie er will, er Hot diesen Kamps vom Zaune gebrochen. Er hat eine starke Macht hinter sich, er hat den Schiedsspruch für sich, allein die össcntlichc Meinung steht längst nicht msehr aus seiner Seile. Die kann er nicht kaufen. Zn einer Zeit, in der alles aufgeboten werden mühte, um der Wirt- schaslskrifc zu steuern, die Lasten der Arbeitslosigkeit zu mildern, die brachliegende Kauskrasl zu heben, mühten die Interessenten der Wirtschast ihre Dwidendenwünsche schon ein wenig zurückstellen. An den Berliner M e t a l l i n d u st r i e l l e n, die diesen Kamps heraufbeschworen haben, liegt e». ihm bald ein Ende zu mache n. Sie verlieren beim Bachgeben nichts, ihre Existenz ist gesichert. Anders steht es bei den Arbeitern, die ihre nackt« Existenz mit Frauen und Kindern zu verteidigen haben. Die Herren haben den Bogen überspannt. Boch haben sie Zeit sich zu besinnen. Im Laufe dieser Woche wurden den streikenden Mitgliedern des Metallarbeiterverbondes die ersten Unter st lltzungen aus- gezahlt. Irgendwelche Spekulationen in dieser Beziehung sind von vornherein verfehlt. Denn der Kampf gegen den Lohnabbau ist nicht nur eine Angelegenheit der Berliner Metallarbeiterschaft, der Metallarbeiter im Reiche, sondern Sache der gesamten deutschen Arbeiter- schaft und ihrer Oewertschasten. Aber nicht zuletzt auch eine Sache der Allgemeinheit, die noch größere Störungen des wirtschaftlichen und politischen Lebens nicht ertragen kann. Wie man Rußland belügt. �Zn einer Art, die man nur als irrsinnig bezeichnen kann, schwindeln die Sowjctorgane das russische Volk über den Ber- liner Metallarbeiter st reik an. Der mssische Rundfunk hatte in seinem vorgestrigen Nachrichtendienst über Arbeiter- unruhen in Berlin berichtet, bei denen es zu einigen Toten ge- kommen sei. Das Gewerkschaftsblatt„Trud"(„Die Arbeit")„berichtet" am k8. Oktober:„Jetzt, auf dem Höhepunkt des Streike, beschloß die Bourgeoisie Berlins, zum offene n weißen Terror überzugehen. Die erste Arbeilerdemonstration unter der Leitung der KPD., an der zehntausende Metallarbeiter teilnahmen, wurde von ber Polizei auseinandergeschossen. In den Straßen Berlins ist wieder Arbeiterblut ge- flössen! Daran sind die durch das Gespenst der kommunistischen Revolution eingeschüchterten Industriellen, ihre Angestellten in der Regierung Brüning und auch die S o z i a l f a s ch i st e n schuld." Oeutsch-französische Kasperliade. Herve an Hitler.— Hitler an Herv6. Der größte politische Hanswurst Frankreichs, Gustaue h e r o e, bat durch Herrn Zlrnold Rechberg an den größten politischen Hanswurst Deutschlands folgendes Telegramm gelangen lassen: Adolf Hitler,„Bölkischer Beobachter" Schellinastraße 39, München. G u st a v e Herne, Herausgeber der französtsch-nationalen Zeitung„La Bictoire", bittet mich, bei Ihnen anzufragen, ob Sie d c u s ch- f r a n z ö s i s ch e B e r st ä n d i g u n g zu von hervS in seinem Blatt umrissenen Bedingungen grundsätzlich annehmen. Diese Bedingungen sind: 1. Streichung der deutschen R e p a- r a I i o n s l a st e n, sobald Dereinigte Staaten von Amerika sich mit Anulllerung der von den Alliierten an sie geschuldeten Summen einverstanden erklären. 2. Rückgabe des Saar- g e b i e t s an Deutschland ohne Volksabstimmung. 3. Ebenso stimmt Frankreich dem Anschluß Oesterreichs an Deutschland zu. 4. Togo und K a m e r u n werden an Deutschland zurückgegeben. 3. Deutschland soll gegen ein d e u t s ch- s r a n- z ö s i s ch e s Militärbündnis das gleiche Militarstatut wie Frankreich und Effeltivbestände in Stärke der im französischen Mutterland stehenden Truppen erhalten, b. Freundschaftliche Intervention Frankreichs bei Polen für Rückgab« des Korridors an Deutschland. Diese Bedingungen sind in der Ausgabe der Zeitung„La Victoire" vom 16. Oktober dieses Jahres verössentlicht. Gustave Herne telegraphiert mir, daß von Ihrer Antwort Erfolg der Aktion abhängt. Ich möchte auch meinerseits die Wichtigkeit Ihrer Antwort betonen. Erbitte Ihre Drahtnachricht zwecks Weitergabe an Gustave herve. Ergebenst Arnold Rechberg, Berlin, Große Oucrallee 1. Der größte politische Hanswurst Deutschlands erteilt nun dem größten politischen Hanswurst Frankreichs im.�Völkischen Beobachter" eine Antwort, in der es heißt: Gustave herve erwartet von mir eine Stellungnahme zu einem Gesamttoniplex van Borschliigen, die ihre Krönung erhalten ' sollen durch den Abschluß eines französisch- deutschen Militär- l'ündnisscs. Dazu muß ich zwei Fragen st?llen: 1. Warum soll dieses französisch- deutsche Mililäröundiiis abgeschlossen werden? 2. Gegen wen soll sich dieses Militärbündnis richten? Das deutsche Volk hol die ernstliche Absicht, mit allen gesilleken Kulturnationen und Mächten in Frieden und Freundschaft zu leben. Dieser Frieden der kulturell gesüteten Welt wiro Herne durch das ungerechte Derhalten Frankreichs gegen Deutschland unendlich bedroht. Wenn Frankreich dieses Derhalten Deutschland gegenüber aber zu ändern beabsichligt, ist nicht einzusehen, weichen Zweck etwa ein Militärbündnis zwischen den beide» Rationen haben soll, außer, es löge irgendein aggressiver Gedanke gegen andere europäische Nationen vor. Das von mir geführte und in der nationalen Bewegung seinen Ausdruck sindeudc lunge Deutschlaad hat nur den sehnlichsten Wunsch zu einer sreundschastlichen Verständigung mit den anderen europäischen Bationen, aber nicht den Wunsch nach Militärbündnisseni Wenn Frankreich sich tatsächtkch bereit erklären würde, auf sein« Rüstmigsübcrinocht gegenüber Deutschland Verzicht zu leisten. dann scheint es mir weniger wichtig zu fein, daß Deutschland aufrüstet, als daß Frankreich abrüstet. Es ist schwer zu sagen, welcher von diesen neuen„Staats- Männern" humoristischer wirkt: herve, der alte Dcutschenfresser, als deuksch-französischer Bündnisapostel oder Hitler, der Trommler znm Reoanchekrieg, als neubekehrter Pazifist. Hermann Müller oder Breitscheid hätten sich mit einem herve sicher nicht auf einen„Notenwechsel" eingelassen: hätten sie es aber getan, so hätten sie kaum ein Wort anders wählen können alz Adolf Hitler. Mit Entsetzen werden die nationalistischen Heilbrüder bemerken, was für ein schlapper Kerl ihr Wolf Hitler geworden ist. Beinahe schon reif für das Auswärtige Amt! Eure zionistische vroteslkundgebung gegen die Erklärung der britischen Regierung ist am kommenden Donnerstag, 36. d. M., 20Vii, Uhr. Eintritt gegen Karten zu 30 Pfennig. Herr Ladendorff hat gezahlt. Oer wirtfchastsparteiliche Korruptionsfall von Anhalt. Die„Deutsche Bergwerks-Zeitung". deren verantwortlich zeichnender Ehefredakteur, Dr. Schmidt-Haepke, wirtschaftsportei- lichcs Mitglied des Preußischen Landtags ist, erhebt in einer ihrer letzten Nummern schwere Vorwürfe gegen die öffentliche Hand, die sich angeblich unlauterer Mittel bediene, um im Wettbewerbskainps die Privatwirtschaft auszuschalten. So habe die Preußische Bergwerks- und Hütten A.-G. in ihrem Kampf um die anhaltischen Kaliwerke zwei anhaltische Abgeordnete in unzweideutiger Weise mit je 16 666 M. gekauft, da- mit dies« für den Preußag-Vcrtrag stimmten. Das seien zwar Ge- schüftsmethoden, aber bestimmt keine vorbildlichen. Wie durch den Amtlichen Preußischen Pressedienst bekannt wird, hat die Preußische Bergwerks- und Hütten A.-G. diese Behauptung in einer Berichtigung an die„Deutsche Bergwerks-Zeiwng" energisch zurückgewiesen und festgestellt, daß sie mit einer Geldhcrgabe an anhaltischc Abgeordnete weder direkt noch indirekt das mindeste zu tun habe, und daß sie auch kein Wissen von den Anhalter Borgängen habe. Interessant ist nun besonders die Tatsache, daß nicht die Preußag, sondern der Fraktionsvorsitzende der Wirt- s ch a f t s p a r t e i im Preußischen Landtag, Herr Abgeordneter Ladendorfs, in seiner Eigenschaft als Aufsichtsratsvorsitzender der Hausbesitzerbank, und sein Bantdirektor Seissert Urheber des Korruptionsfalles sind- Die Haus- bofttzerbank hat in Dessau eine Filiale, die sogenannt« Real-Krcdit- dank, der durch die Bemühungen der Wirtschaftspartei das Recht der Pfandbriefausgabe verliehen worden ist. Die beiden an- haitischen Abgeordneten haben nun von Laden- dorfs und Seissert je 16 666 M. bekommen, nicht etwa raeil sie für den Preußag-Vcrtrag stimmten, sondern weil sie sich für die Verleihung des Pfandbriejrechts b e- sonders eingesetzt habe» sollen. Herr Ladendorff be- streitet auch gar nicht, die Zuwendungen an die beiden anhaltischen Abgeordneten gemacht zu haben. Um so infamer wirkt der Angriff der„BergwerksZeitung", der unter dem Schutz der Immunität ihres verantworUich zeichnenden Chefredakteurs die Preußag einer Hand- lung beschuldigt, die sein ihm persönlich sehr nahestel>endcr Fraktions- Vorsitzender begangen hat. Die Splitterrichtcr sind also noch nicht ausgestorben. Vielleicht bemüht sich der lim die wirtschaftliche Moral sa besorgte Chefrcdalteur der„Deutschen Bergnxrks-Zeitung" ein- mal ernstlich um den Balken in den Augen des Herrn Ladendorfs! Einsetzung eines Staatsgerichtshofes. Dessau. 33. Oktober. Das Staatsministerium hat dem Landtag einen Gesetz- entwurf über die Bildung eines Staatsgerichts» Hofs in der Bestechungsaffäre der beiden Landtagsabgeordneten Marzahn und Günther vorgelegt. Das Staatsgericht besteht aus Mitgliedern des Reichsgerichts, die zur Ueber- nähme des Richteramts im Staatsgericht bereit sind. Den Borsitz führt der Reichsgerichtspräsident. Zlls Beisitzer werden auf Vorschlag des Reichsgerichtspräsidenten vier Reichsgerichtsräte vom Staatsministerium ernannt. Das Staatsgericht kann den schuldigen Landtagsabgeordneten seines Mandats für ver- l nstig erklären, die Bestechungssumme kann dem Staat für Versalien erklärt werden. Hugenberg, der Erwachte. Heimkehr ins Dritte Reich. Schon in den ersten Sitzungen des Reichstags hat sich gezeigt, daß die Deutschnationalen hugenbergscher Richtung mit den National- sozialisten fraternisieren: ein Unterschied war da überhaupt nicht mehr bemerkbar. Nun hat hugenberg selbst auf dem deutschnationalen Landesparteitag in Stettin seine vollkommene Solidarität nnt den Nationalsozialisten zu erkennen gegeben. Den Ruf„Deutsch- land erwache!" habe der Alldeutsche Verband schon im Jahre 1896 erhoben. Jetzt hätten die Wahlen bewiesen, daß auch mit den Waffen der Demokratie„das Dritte Reich" erkämpft werden könne. Zu den 14 8 Stimmen der Deutschnationalen müßten sich, wenn sie nicht zerrieben werden wollten, Landvolk und Wirtschaftspartei mit 43 Stimmen und die Volkspartei mit 36 Stimmen hinzugesellen. Der dann noch fehlende Rest von 76 Stimmen könne entweder durch„ein ehrliches Bündnis mit Zentrum und Volkspartei" oder durch Neuwahlen gewonnen werden. Wortlaut und Argumentation der Rede lassen darauf schließen, daß sich der Vorsitzend« der Deutschnationalen Partei schon ganz als Nationalist fühlt. Nur über dl« Enteignung der„Bank- und Börsenfürsten" hat er sich nicht ausgesprochen. Schiele«Mittel. Das Reichskabinett stimmt zu. Ueber die Beratungen der Rcichsregierung, die sich mit den Vorschlägen Schieles über Bcimahlungszwang usw. beschäf- tigen, wird folgende amtliche Meldung ausgegeben: Das Reichskabinett beschäftigte sich in seiner heutigen Sitzung in Fortsetzung der gestrigen Beratung erneut mit der über- aus ernsten Lage der Landwirtschaft. Der Reichs- minister für Ernährung unid Landwirtschaft hat dem Reichskabinett Vorschläge unterbreitet, die den innerdeutschen Absatz von landwirtschaftlichen Erzeugnissen unter allen Umständen stcherste'lcn und einen entsprechenden Mehrverbrauch, insbesondere von Reg ien und Kartoffeln, herbeiführen solle. Das Reichskabinett stimmte diesen Vorschlägen zu. Es herrschte lieber- emstimmung darüber, daß diese dringendsten Maßnahmen lcschleu- »igt in Kraft treten mühten, insbesondere war m an sich auch darüber einig, daß die W i e d e r h c r st e l! n n g der Rentabilität die Voraussetzung für alle weiteren Maßnahmen zur Milderung der Notlage im Osten darstellt. Im weiteren Verlaus der Sitzung beschäftigte sich das Reichs- kabinett mich mit der Frag« des Hausbrandes. Die Reichsregierung wird dasür Sorge tragen, daß die im Bereich des mitteldeutschen und ostel bischen Braunkohlensyicknkats vorgesehene Preissenkung gleichmäßig auch dein Hausbrand zugute kommt, wie dies im Bereich der übrigen Kohlensyndikate bereits sichergestellt ist. Krawall in Dortmund. Hakenkreuzler und Kommunisten im Feuergefecht. Dortmund, 25. Oktober. Am Freitag spät abends kam es im Norden der Stadt zu schweren Zusammenstößen zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten, die von Versammlungen heimkehrten. Als die Polizei anrückte, waren die an den Zusammenstößen Beteiligten bereits verschwunden. Zehn durch Schüsse zum Teil lebensgefährlich Verletzte mußten ins Krankenhaus ein- geliefert werden. Wer die Schuld an den Zusammenstößen trägt und auf welcher Seite scharf geschossen worden ist, steht noch nicht fest. Noch einmal Gertrud Frenze!. „Du hast wohl ein Verhältnis mit dem Pfarrer Schenk?" Bach den gestrigen aussehenerregenden Bekundungen de» Land- wirt» höhne und de» Gulsinspektor» Pieper, welche die Glaub- würdigkeil der Gertrud Frenze! in einem ganz neuen Licht erscheinen lassen, hatte da» Gericht beschlossen, diesen beiden Zeugen Gertrud gegenüber zu stellen, gleichzcing aber auch Pfarrer Schenk und seine Gattin noch einmal zu laden. Geclrud erschien heule morgen al» elne der ersten Zeugen. Da» junge Mädchen sieht sehr blaß und sichklich erschüttert au». Auf dem Korridor saß sie teilnahmslos und weinte still vor sich hin. während Frau Pfarrer Schenk darum bat, daß ihr und ihrem Gatten ein Wartezimmer angewiesen werde. Als erste Zeugin wurde dann die älteste Tochter des Auge- klagten� Else Frenze!, vernommen, die bekundete, daß ihr Vater ihr niemals zu nahe getreten fei und daß sie auch nie eine Beobachtung gemacht habe, welche die Angaben ihrer Schwester Gertrud stützen könnte. Auf Befragen des Vorsitzenden schildert Else Frenze! dann das Familienleben und die Freundschaft der Gertrud mit dem Ehe- paar Schenk.„Ich fand es nicht in der Ordnung", so erklärte die Zeugin,„daß Gertrud mehr im Hause der Pfarrersleute lebte, als im Elternhause. Meine Schwester schwärmte zudem so stark von Herrn Schenk, daß ich sie eines Tages allen Ernstes fragte: „Du hast wohl ein Verhältnis mit dem Pfarrer Schenk?" Gertrud war über diese meine Aeußerung sehr erregt und drohte mir, sich beim Vater über mich beschweren zu wollen. In Wirklichkeit hat meine Schwester jedoch nichts gegen mich veranlaßt." Franzens Gewaltherrschast. Sozialdemokratische Zeitung mit Zensurlücken! B r a u n s ch w e i g. 25. Oktober.(Eigenbericht.) Der braunschweigische„volksfreund" ist h e u l e m i l Zensur- s l e ck e n e r s ch i e n e n. Er ist n i ch k in der Lage, den amtlichen Derichk, den das Berliner Polizeipräsidium im Falle Franzen neuerdings herausgegeben hat, abzudrucken, wenn er sich nicht strafbar machen will. Minister Franzen hat nämlich eine einstweilige Verfügung gegen den.Volksfreund" und seinen veronl- wörtlichen Redakteur Thielemann erwirkt, nach der die Behaup- tungen, die sich in den Berichten des Berliner Polizeipräsidiums befinden, nicht wiedergegeben werden dürfen. In Brannschweig ist es also jetzt soweit gekommen, daß der amtliche Bericht des Berliner Polizeipräsidiums, der durch das amtliche Wolssiche Telegraphenbüro verbreitet und gestern im„Vor- ivärls" verössentlicht wurde, der von allen Zeitungen Deutschlands abgedruckt werden kann, im Braunschweiger„Voltssreund" nicht verössciittichl werden darf! Die Beklagten haben selbstverständlich richterliche Entscheidung gegen die einstweilige Verfügung beantragt. Termin ist aller- Vings erst auf den 6. Bovcmber angesetzt. Bis dahin ist unser Parteiorgan durch den Baziministcr Franzen geknebelk. Vilsudfkis Wahlterror. Oppositionskandivaten verhastet! Warschau, 25. ektobcr. In B i a l i st o k ist der frühere Abgeordnete der Polnischen Vauernpartei„Piast", Los, verhaftet worden. Otleichzeitig wurden in Wolhynien zwei Wahlkandi- baten der ukrainischen radikalen Bauernpartei und in Lomza ein Wahlkandidat und Bevollmächtigter des Zentrolews festgenommen. Auch aus anderen Gebieten Polens werden Verhaftungen von Wahlkandidatcn der Qppositionsparteien gemeldet. Krau erschlagen und verbrannt. Ein furchlbare» verbrechen ist gestern durch das Geständnis eines Schulvorstehers bei Rouen aufgedeckt worden. Dieser hat am Sonnlagabend seine Frau, die ihm Vorwürfe wegen ehelicher Untreue machte, durch einen Faustschlag aus den Kopf gelötet. Um einen Unfall vorzutäuschen, fuhr er mit seinem Auto zweimal gegen einen Telegraphenmast und zündete das Auto an, so daß die Leiche seiner Frau vollkommen verbrannte. Der Schnl- vorsteher. der ein Geständnis abgelegt ha«, beging gestern S r I b st- m o r d. Selbstmord im Tiergarien. Im Tiergarten, zwischen der Charlottenburger Chaussee und der Friedensalle, wurde in der vergangenen Nacht in einem Seitenweg ein jüngerer Mann mit durchschossener Schläfe t o t aufgefunden. Nach vorgefundenen Papieren handelt es sich um den 23jährigen Hilfsarbeiter Albert F a st n a ch t aus der Prenzlauer Straße 23. Die Gründe, die zu dem Verzweiflungsschritt des jungen Arbeiters führten, find völlig unbekannt. Weihnachtslose der Arbeiterwohlfahrt. Der Minister für Volks Wohlfahrt hat im Elnver« nehmen mit dem Finanzminister— unter Einschluß der übrigen deutschen Staaten— dem Hauptausschuß für Arbeiter» Wohlfahrt in Berlin die Genehmigung ertellt, zur Erfüllung seiner Wohlfahrtsausgaben eine Werllotterie mit einem Spielkapi» tat von 1 666 666 Mark zu veranstalten. Die Zahl der Lose betragt 3 266 666 Stück. Preis je Los 36 Pfennig. Ziehunostage sind der 19. und 20. Dezember 1930. Löf: sind zu haben bei den Kreis- leitern der Arbeiterwohlfahrt. bei der Buchhandlung Dietz,„Bor- wärt s"- Expedition, Lindenstraßc 3, bei Wertheim und in allen Geschäften der Konsumgenossenschast. SEehn Jahre fflockfchule für Politik. Am 8. Ilorember begehl die 3)eulftite fflochfchule für ZPoIflfh die Seier ihres sehttjährigen Steflehens.'Unfer Stild •zeigt das Qebäude der äbeutfchen Jtochfchule für Politik am Schin- kelplalx in Stertin. Oben links das Porlr&l des Direktors der Moch fchule, S)r. Arnold Wolfers Ermordete Kommunisten In Nußland und Hannover- Neddermeyers Giegesberichie Hannover, 24. Oktober.(Eigenbericht.) Beim hannoverschen Arbeitsamt wunde kürzlich der frühere K o m in u n i st Erich Schmidt von einem Kommunisten ermordet, dem es zu flüchten gelang. Der„Dolkswille" brachte diese Ermordung in engsten Zusammenhang mit der Enthüllung über die Ermordung des deutschen Kommunisten Bartels in Sowjet- Ruhland, die kurz zuvor im„Volkswillc" erschienen war. Die kom- munistischc Presse schweigt teilweise oder, wo sie darüber berichtet, lügt sie, daß Bartels noch leb«. Dabei ist die Frau des ermordeten Bartels im Besitz eines sowjetamtlichcn Totenscheines. Der„Volkswille" bringt nun heute neue aufsehenerregende Enthüllungen über das verbrecherische Treiben der KPD. und ihrer Führer, die zugleich auch zeigen, weshalb Bartels und Schmidt ermordet wurden. Der„Volks- wille" schreibt: Im Spätsommer 1923 begann die KPD. auch in Niedcrsachsen mtt dem Auf- und Ausbau ihrer militärischen Organ isa- tion, der sogenannten OD. An der Spitze dieser Organisation in Ni«i>ersachl,?n stand damals der spätere Reichs- und Landtagsabge- ordnete Robert Neddermeyer(der auch jetzt wieder zum Mitglied der kommunistischen Reichstagsfraktion gewählt ist) und der braunschroeigische Landtagsabgeordnete Gmein er. Beide traten End« November ihre Stellung in Hannooer an. Von dieser Zeit an begann die systematische Beschaffung von Waffen und Sprengstoff in Niedersachsen, und zwar teilweise durch Ankauf, teils durch Heber- fälle und Diebstahl. Die beiden letzteren Arten waren bevorzugt, weil niemand bei Dollars sparte, die damals allgemein als Zahlung?- mittel bei den ZkPD.-Führern kursierten. Auf dar anderen Seite „schulte" man damit, wie Neddermeyer an das Zentralkomitee be- richtete, die OD. für die angeblich bevorstehenden Kämpfe. So kam es im weiteren Verlauf des �herbstes 1923 zu zahlreichen Ueberfällen im Bezirk Niedersachsen. Di« bekanntesten davon waren Viele- seld-Brackwede, wo ungefähr 5 bis 6 Zentner Sprengstoff gestohlen wurden, in Hardegsen, wo ebenfalls über 4 Zentner Sprengstoff gestohlen wurde, Lohme, wo mittels eines bewaff- rieten Ueberfalles 23 Kisten Maschinengewehrmunitwn geholt wur- den, und Schwarmstedt, wo man gleich einen ganzen Lastwagen Pulver holt«, dazu zahlreiche kleine Wafsendiebstähle. Ueber jeden einzelnen Uebersall wurde vcn Neddermeyer, der zwar in jedem Falle der Urheber war, es aber jedesmal vorzog, sich nicht tätlich zu beteiligen, schwungvolle Siegerberichte vsr- saht. Diese Bericht« wurden zahlreichen Angehörigen der KPD. zum Verhängnis, denn allein über 139 Jahre Gefängnis und Zuchthaus wurden über 49 medersachsische kommunistische Arbeiter allein auf Grund der Neddermeyerschen Siegerberichte ver- hängt: denn Herr Neddermeyer hatte die von ihm teils Handschrift- lich angeiertigten Berichte nicht an das Zentralkomitee gesandt, son- dern sie schön gesammelt in Hannover aufbewahrt wo sie bei einer Haussuchung der Polizei in die Hände sielen. Damit Neddermeyer, der schon damals als eine der Stützen der jeweiligen Zentralkomitees durch Bekanntwerden dieser Dinge nicht unmöglich werde, wurde jeder, der ihn deswegen angriff, als Spitzel bezeichnet und innerhalb der Partei unmöglich gemacht. Bei Leuten wie Bartels, die nun etwas zu viel wußten, ging das nicht so leicht, deshalb kamen sie nach Rußland. Bartels war mit den Kommunisten Klüver, Bottländer, Thoben und Ringle ff beteiligt an einem Sprengstoffanschlog in Einbeck, und zwar auf Anweisung Nedderineyers. Bartels flüchtete, die anderen vier wurden auf Grund der Neddermeyerschen Berichte mit vielen Jahren Zuchthaus bestraft. Bartels wurde in Rußland das Opfer eines Verbrechers. Die vier Verurteilten beschuldigten nach ihrer Begnadigung im Jahr« 1928 Neddermeyer als den schuldigen Anstifter, mit Ausnahme Bottländers, der da- mals eine Stellung als Redakteur des kommunistischen Organs in Hannover hatte und diese Stellung nicht in Gefahr bringen wollte. Neddermeyer beschuldigt« darauf Thoben des Verrats. Als die Amnestierten nun erfuhren, daß Bartels in Rußland ermordet worden sei, oerlangten sie, daß Neddermeyer nach Hanno- ver käme und sich seiner Berichte wegen ver- antworte. Neddermeyer lehnte wegen angeblichen Zeitmangels ab und das deswegen angerufene Zentralkomiteedeckteihn. Bartels ist also ermordet worden, um zu verhindern, daß die Partei- Mitglieder Nedderineyers verbrecherische Dummheit erfuhren. Der Kommuni st Schmidt aber wurde vor wenigen Wochen in hun- nover von einem Kommunisten ermordet, weil die KPD. annahm, daß er dem„Volkswille n" die Berichte über die Er- mordung des Bartels in Rußland zugestellt hatte. Es scheint demnach in der KPD. eine richtig organisierte Feme oder Tscheka zu bestehen, die mißliebige Parteimitglieder oder solche, die von den Verbrechen der Führer wissen, um die Ecke zu bringen hat. Es ist übrigens bezeichnend, so schreibt der„Volkswille" zum Schluß, daß der kommunistisch« Landtagsabgeordnete Abel im Kreise von Parteigenossen offen zugibt, daß Bartels ermordet wurde oder, wie Abel sich ausdrückt,„verunglückt" wurde. Da Abel seit Jahren im Bezirk den kommunistischen geheimen Nach- richtendienst leitet, dürfte er der Bcswnterrichtete sein. Zwei Künstler der Gegenwart. Gert Wollheim und Gustav H. Wolff. Zwei Künstler haben zu gleicher Zeit ihr Werk ausgestellt, die zu den stärksten und chraktervollsten Zeugen des deutschen Kunst- willens von heute gehören: der Maler Wo ll he im bei Hartberg und der Bildhauer G. h. Wolfs bei Flechtheim. Beide in einem Grade schöpferisch, daß nur ein Ausschnitt aus ihrer letzten Pro- duktion gezeigt wird; beide ungewöhnlich bezeichnend für das ernst- hafte Suchen unserer Zeit nach künstlerischer Ueberwindung des un- gewissen und experimentellen Zustandes durch entschiedene Forin: Wolfs nach der Seite absoluter Plastik, Wollheim nach der Seite absoluter Malerei. Wahrscheinlich wird man zunächst das Unruhige und Suchende bei Gert Wollheim ebenso in seinem ungemein interessanten und vielseitigen Inhalt wie auch in der malerischen Form als vorherrschend empfinden. Es ist nicht zu leugnen, daß er die Be- rührung mit der großen Kunst der Vergangenheit sucht. Dies ober geschieht in einem ganz anderen Sinne als bei den Eklektikern des 19. Jahrhunderts. Er sucht, und findet oft bereits, die Grundlagen und das Gemeinsame einer großartig darstellenden Malkultur, d. h. die Einheit des interessanten Gehalts und d,:s absolut deckenden Malerischen. All seine Bilder, selbst seine Porträts, sind fast ohne Kontrolle der Wirklichkeit aus seiner Vorstellung geboren und haben dennoch das überzeugeirde Aussehen von Wirklichkeitsschilderungen. Wollheim also unterniimnt das ungeheure Wagnis, ein Abbild unse- rer Gegenwart oder vielmehr Zukunft aus seiner Vorstellung heraus, als Einzelner, neu zu schassen. Es macht wenig aus, ob manches bedenklich, manches gelungen und hcrzerfreuend gemalt ist: wichtig scheint mir, daß hier ein wirklicher Deuter unserer Sehnsucht nach künftiger festgefügter und vertrauenerweckender Daseinsform vor uns steht. Es ist nicht.einmal nötig, daß er sich selber seiner Sendung bewußt ist. In gleicher Linie bewegt sich das Schaffen von G u st a v Sj. Wolff. Bei Flechtheim ist seine eigentliche Aufgabe, die archi- tcktonische Monumentalfigur, nur durch Photographien angedeutet; man sieht hier überlebensgroße Bildnisköpfe und Kleinplastik, beide allerdings von dem unbedingten Gtfühl für das Erhabene erfüllt. Auch in den kleinsten Bronze- und Terrakotlasigürche» lebt das Emxjindeu jür euw alles umj�umeude, Meltbejahende, lcbens- «rhöhende Monumentalität. Einheit von Gesinnung, Ausdruck und Daseinsform ist dies.es Sehnsuchtsziel: über die Zerrissenheit unserer wahrhastig nicht großen Gegenwart steht diese absolute Größe der Empfindung, die im Menschen und seiner Tätigkeit das Endgültig« und Befreite sucht. Die Baukunst ist aus einer schon volkstümliche- ren und überzeugenderen Etappe dieses Weges angelangt Die Un- gleichheit der Erdbewohner ist In Wolffs Skulpturen künstlerisch überwunden, das Kollektive einer künftigen Menschheit hat Form gewonnen in ihrer Allgemeinheit und Monumentalität, die auch das Individuum(das Porträt).einbezieht in die Gemeinschaft aller, ins Urmenschliche. Paul F. Schmidt. „Veriaufchte Nolle«." Städtische Oper. Daß die geseierte Berliner Opernsängerin iienriclt« Sontag von einem leibhaftigen Gesandten geheiratet wurde, als Gräfin Rosfi in die Höhen der großen Welt emporstieg, das war vor hundert Jahren Sensation genug, um auch noch einen nach dem Bedürfnis des Publikums zugeschnittenen Opernstoff zu liefern. Der erfolg- reichste, thcaterkundigste Librettist des Zeitalters, Eugene S c r i b e, hat das Buch, die Musik dazu hat D. F. E. A u b« r geschrieben, damals schon berühmt als Komponist der„Stummen von Portici" und des„Fra Diavolo". Trotzdein, ein bedeutendes Werk ist das nicht geworden. Die Handlung, mit herkömmliche» Spielopern- motiven ausgeschmückt, bleibt wirkungslos; und in der Partitur. die freilid) die leichte Hand ihres Meisters, aber aud) seine Ron- tinierthcit nicht verleugnet, überwiegt das allzu Gcwichtlose, die Grenze der Operette wird mehr als«imnal gestreist. „Ob Aubers„Gesandt in" schon jemals in Deutschland auf. geführt wurde, vermag ich nicht zu sagen", schreibt P. A. Merbach in den weißen Blättern der Städtischen Oper.„Die erst« deutsd)« Auf- sührung fand am 15. Oktober 1837 im Königlichen Opernhaus in Berlin statt", antwortet ihm der verantwortliche Schriftleiter der gelben Blätter, Dr. L. K. Mayer. Die Herren hätten sich lieber vor der Drucklegung miteinander aussprechen sollen. Aber nun also wird die„Gcsandtin" in der Städtischen Oper zum ersten Male auf- geführt— zum erstenmal unter de», veränderten Namen„Wer- tauschte Rollen" und in der neuen Fassung, die Zllfred Gutt- mau« chr gibt. Mit Max Barrhel hat«r de« jnmzöjstcheu Text in flüssiges, musikalisches Deutsch gebracht, das sich von der hergebrachten Ucbersetzunassprache vorteilhaft unterscheidet. Szenisch hat vor allem der letzte Akt gewonnen: hier ist ein ganzes Theater und in diesem eine ausgewachsene Opernvorstellung auf die Bühne gebracht, unter unseren Augen springt die„Gesandtin" für ihre einstige Rivalin ein, doch die sitzt, gerade ihr gegenüber, als ehe- malige Geliebte beim Gesandten in der Loge— das ist als Situation witzig gesehen und gewiß von erheiternder Wirkung. Die gefeierte Bühnenkünstlerin als Opernheldin—: die schillernde, blendende Persönlichkeit, deren es dafür bedürfte, hat Lotte Sdzönc nicht«inzusetzen: aber sie befriedigt als kulti- vierte Sängerin höhere Ansprüche. Sie und allenfalls Margret Pfahl. Alles übrige bleibt gesanglid) durchaus unzulänglich, Josef B u r g m i n t e l wird gezwungen, in der läd)crlichen Rolle des Gesandten unmöglidie Figur zu mad)cn. Otto K r a u ß' Regie hält sid) in ihren Vorstellungen von 5)umor und Komik an pro- vinzielle Opcrntradition. Das Musikalische hält Paul Brei- s a ch in Ordnung, und für den Theaterakt hat Gustav Bargo ein hübsches Bühnenbild gesdzaffen. Aber das ist keine Opernaufführung von Berliner Niveau. Schade um diese„Vertauschten Rollen", die uns als erholendes Intermezzo zwischen künstlerisch ernsten Taten willkommen sein könnten. K. P, �Oolly macht Karriere." Ufa-Theater Kurfürstendamm. Ganz nett werden in diesem Film die Retlamemanieren ironi» sicrt, mit der neue Stars geschaffen werden Der Film trifft sich selbst auch damit. Um den neuen Star Dolly Haas, den man hier lanciert, wird drinnen und draußen«in Theater aufgeführt, das schon nach Karikierung schreit. Es ist das übliche Milieu: Bo- Heme und Theaterwelt vor und hinter den Kulissen und dazwischen natürlich ein Herzog, der sich von dem jungen Dings an der Nase herumführen läßt, aber seinen Zweck als Vorspann für die Reklame bestens erfüllt. A. Litwa k, bisher noch unbescholten in der Film- regle, versucht allerhand Neues, wobei er sich von den„Dächern in Paris" inspirieren läßt. Manches ist leicht und witzig, ja sogar bc- schwingt. Aber das Manuskript arbeitet doch mit einer Welt, die nur im Film und in der Operette ihr Dasein findet. Technisch macht der Tonsilm seinem Genre gerade keine Ehre, vieles bleibt unver- ständlich und die Stimme der neuen Diva wirkt bedenklich blechern. Dolly Haas, die bisher nur in kleineren Rollen Aufmerk- semkeit erregte, hat allerlei Talente. Die Skala ihres Ausdrucks ist reid), sie kann sehr sanft und melancholisch dreinichauen. sie kann sehr drollig sein und behält in aller Keßheit immer einen gewissen Charme. Aber es fehlt noch dos einheitliche Band Auf eine nette und feine Art findet sich Alfred'Abel mit der nun schon vor- sintflutlichen Figur des Theaterherzogs ab. Ganz in feinem Fahr- wasser ist Kurt G e r r o n als Theaterdirektor, er kann sich hier nach Belieben ausspielen als ein Mann, der wirklich alles macht. Auch Oskar Karlweis als Schlagerkomponlst und siegreicher Liebhaber ist durd)ous am Platze. Man wird von den beiden De- bütanten Dolly Haas und Litwak noch Besseres erwarten können, wenn sie aus dem Experimentieren ganz zu sich selber gekommen sind. r. „Laubenkolonie." prtmus-palost. Der Welterfolg des„Blauen Engels", die herzliche Aufnahme der Zille-Filme, der allgemeine Schwann fürs Wochenende und die Liebe der kleinen Leute zur Laubenkolonie waren den Verfassern wohlbekannt, als sie das Manuskript zu ihrem Filin schrieben. Er soll durchaus Eindruck machen und kommt zu gar keiner Wirkung. Im„Blauen Engel" erleben wir eine große, uns erschütternde Tragödie eines Menschen. In der„Laubenkolonie" taumelt ein alter Mann, als er gerade von einer ordinären Soubrette erläst ist, in die weit geöffneten Arme einer liebenden Witwe. In manchen Zille- Film«» verspüren wir das starke soziale Empfinden Zillcs. In der „Laubenkolonie" hat der Zuschauer das Gefühl, daß inan die steinen Leute mehr als einmal lächerlich macht. Die Massenszenen gelingen Mar O b a l nidst, aber die einzelnen Darstellungen spielen gerade nicht schlecht. Hauptsächlich gefallen Fritz K a m p e r s als handfester, frischer und zugleich grober Lieb- Haber und Hermann Piche als komsschsr Alter. Camilla Spira ist eine nette jugendliche Liebhaberin und Erika G l ä ß n e r ist außerordentlich keß als Rita Vineta. Die Singstimmen der Darsteller geben nicht viel her. trotzdem wird immer gejungen. Wenn die Entwicklung des Tonfilms die gleichen Weg« weiter geht, wird nächstens wohl an das Pubiistim die Aufforderung ergehen, entweder die Produktion durch eigene Schlager zu unterstützen oder durch Mitsingen des Refrains die Schauspieler zu entlasten. e.b. Tänzerisdier Nachwuchs. Ein« Palucka- Schülerin und«ine Klamt- Schülerin tanzten im S ch w e d) t e n s a a l. Beide gleich fertig in technischem Können und zielsicherem Kunstwollen. Grund- verschieden in äußeren Mitteln und tiefster Wesensart. Lotte Goslar,«in starkes, aber stets vom Intellekt geleitetes Tempera- ment, raffiniert im Finden origineller, überraschender Motive, in tausend Farben schillernd, trotz ihrer Jugend nicht ohne Anflug von Hautgout, des Publilumersolges stets sicher. Ellinor Bahrdt. schlichter, zarter, inniger, aus Seelentiefen schöpfend, von seiner, bis- treter Nuancierung, rein wie frischer Frühlingswind, in Jubel, Ver- srnnenheit und Sehnsucht an die naturgewachsen« Lyrik des deutschen Volksliedes anklingend. Die Goslar, trotz der Patucea-Schul« zu- weilen mit stark pantomimischen Akzenten, die Bahrdt alles in rein abstrakter Linlensprad>e gestaltend. Beide stärkste Hofsnungen für die Zukunft des modernen Tanzes. J. S. ver Zilm-Zriedevspreis. MaNuskribtentwürfe. auch von bercii« ausgo- lübrten Filme», die jür den Filmsriedenspreis iahungSgemäß in Betracht komme», lind bis zum tv. Nov. an den„lkandejausichuh für den Filmsrie- densprecs" zu Händen von Herrn Direktor Dr. Bagier, Tonbild- ZyndikatA.-G. einzusenden. Aübrcmgen und vorlräze in den Slaailichcn Museen. Sonniag, g Udr: Der GigantcnfricS im Pergamonmuseum(Dr. von Massow). 10 Uhr: Nnndgang durch das Denlschc Museuni(Dr. Banges, tl.JII Uhr: Der Alt- peruanische Kullurtreis(Dir. Lehmann im Pölkertiindcimlseicni Is, M i t t- wach, 11 Uhr: Rcurs Muieum, Die Sonnenverehrung in der ägyptischen Religion cDr. Zipperis. Sonnabend, den I. Nov., 2,30 Uhr: DcuischcS Museum. Dürer und sein Umkreis(Dr. Aerresl. Die Große veriiner Kunstausstellung im Schloß Bellcvuc schließt die xl. Abteilung am Sonnlag, dem 26. Oktober nachmittags. VI« SIrg.Akodeml« bringt Montaa, in der Philbarmonic als I. Abonnne- mentskonzert Handels„Israel in Aegypten". Doraussührung Sonntag, 11'/. Uhr. Der volkschor Moabli. veranstallet Sonntag, 20 Uhr. in der Hochschule sür Musik fein Herbslkonzert. Das Konzert-Moiio laiitei:.Freiheitslieder!' AlS Erstaufführung ist die Eborkantalc:„Menschyeitssebnen" von Wilhelm slnöchel angezeigt. Eintriltskarten 1 Mark bei den Mitgliedern und abends an der Kasse. Die Pl-icalorbühnr. die ibr beabfichligtes Tbürinoer Kastjpicl vorläujiz ausgeben mutzte, hat neuerdings da? Wallner. Theater gepachtet. Das Theater wird am 20. Oktober mit einer Wiederholung der Porjtellmig v«»i 218* eroßnck werden. Nr. 502 47. Jahrgang Sonnabend 25. Oktober 1930 Der fkitlomcbilmclcv H«ute, da bos Automobil immer mehr Tingang in breitere Volkskreise findet, dürften einige Einzelheiten über das Wesen, die Arbeitsweise und die Entwilklung des Automobilmotors von Jnter- esse fein, zumal die Mehrzahl der Selbstfahrer sich aus Laienkreisen zusammensetzt. Wie das Herz Mensch und Tier Leben spendet, so nimmt diese Funktion beim Automobil der Motor ein. Wir legen unserer Be- Irachtung hier lediglich den Benzinmotor zugrunde. Dieser gehört zu der Klasse der Verbrennungskraftmaschinen(Explosionsmotoren), denn die Kraftentfaltung geschieht durch die einzelnen Explosionen. Ihrer Arbeitsweise gemäss unterscheidet man zwei Gruppen, den Virtakt'- und den Zweitaktmotor. Wie schon aus der Bezeichnung Amangrair FK! ' Prischfds 1. Tum ye�DmirUNQ und ExPLOUON 2. Tarn Ruj-«u Ein Ltm / y,> � VN'y»/.*( - � f. T*KI Saug hub 3 ruirr li*0fCHrv/¥6SnUB 3 TAKT BxBtlTiHUB l'£m»ssv£HnL fl' AunAHucNnL 1• Iümokiaic l>eroorg«ht, benötigt der Biertakter zu ssiner Arbeitsleistung vier Takte. Diese sind: 1. Takt(auch Saughub genannt): Das Auspuff- oentil ist geschlossen und das Einlaßventil geöffnet: der Kolben geht nach abwärts und das Brennstoffgemisch wird in den Zylinder ge- saugt. 2. Takt(auch Verdichtungshub genannt): Beide Ventile sind geschlossen: der Kolben geht aufwärts und dewirkt auf diese Weise eine Verdichtung(Kompression) des Brennstoffgemifches. 3. Takt(auch Arbeitshub genannt): Hier wird die eigentliche Arbeit geleistet. Es sind cbensalls beide Ventile geschlossen. Der an der Zündkerze überspringende Zündfunke entzündet das komprimierte Gas-Luftgemisch(Explosion) und stoßt den Kolben nach unten. 4. Takt(auch Au-puffhub genannt): Der Kolben bewegt sich auf- wqrts und die verbrannten Gas« entweichen durch dos nunmehr ge- öffnet« Auslaßventil. Gemäß dieser Arbeitsweise benötigt die Kurbelwelle für alle vier Takte zwei Umdrehungen und erst auf jede zweite Umdrehung der Kurbelwelle erfolgt eine Explosion. Anders beim Zweitakter. Hier wird dieselbe Arbeit bei nur einer Umdrehung der Kurbelwelle geleistet. Während der Kolben aufwärts geht und das im Zylinder befindliche Brennstoff- gemisch verdichtet(komprimiert), wird durch den von der Unterkonte des Kolbens gesteuerten A n s a u g s ch l i tz frisches Brenn st off- gemisch in das Kurbelgehäuse angesaugt. Vor Erreichung des oberen Totpunktes erfolgt die Entzündung und die durch das entzündete Gemisch hervorgerufene Expansion(Ausdehnung) treibt den Kolben abwärts. Als besondere Vorzüge des Zweitakters gelten geringeres Gewicht, größere Einfachheit in der Herstellung, daher billiger, sowie der Fortfall einer Reih« von Einzelteilen wie beispielsweise Nocken, Ztihnrader, Ventile u. a., die sonst natürlicher Abnutzung unterliegen. Dem hingegen ist der Breunstossoerbrauch ein größerer und auch die Erhitzung schreitet rascher voran als beim Viertakter. Im Automobil ist der Zweitakter bisher nach verhältnismäßig wenig anzutreffen. Es wird jedoch immer weiter an der Entwicklung und Vervvllkoinmnung des Zwei- toktmotors gearbeitet, so daß es völlig verfehlt wäre, sich schon heute ganz gegen diese Motorenart auszusprechen. Die Krastbezeic>nung erfolgt bekanntlich nach Pferdestärken. Eine zweckmäßige Klossisizierung der Motoren geschieht noch ihrem Zylinderinhalt, der ja auch der Besteuerung zugrunde gelegt ist. Für diese Errechnung des Zylinderinhaltes(V) lautet die Formel kosten ausdrückt. Mit Rücksicht auf sein geringeres Gewicht und seine bessere Wärmeleitfähigkeit gelangt Leichtmetall im Motorenbau immer mehr zur Verwendung. Für die besonders hoch- beanspruchten Teile wie Kurbelwelle, Zahnräder usw. darf nur bester Chromnickelstahl verwendet werden. Hier darf nicht etwa an der Qualität des Materiols gespart werden, da dies lediglich auf Kosten der Leistungsfähigkeit und Lebensdauer ginge. Besonderes Gewicht muß auch auf Sparsamkeit am Brennstoff- verbrauch gelegt werden, um den Betrieb so wirtschaftlich wie möglich zu gestalten. Ruhiger, gleichmäßiger und geräuschloser Lauf, gutes An- und Durchzugsmomcnt, hohe Elastizität sind weiterhin Faktoren, die man heute von jedem modernen Automobilmotor verlangen muß. Deshalb ist man immer mehr zum Sechs-undAchtzylinder- motor übergegangen, da der Vielzylinder diese Eigenschaften in weit größerem Maße in sich vereinigt. Der Vierzylindermotor ist dagegen zahlenmäßig stark zurückgegangen und erstreckt sich nur noch auf kleine und einige Wagen mittlerer Leistung. Dominierend ist heut« vor allen Dingen einmal der Sechszylinder, der bei Liter Hubvolumen angefangen, bis zu den größten Ausführungen zu finden ist. Gleichzeitig hat aber auch der Achtzylinder groß« Verbreitung gefunden, dessen Hauptfeld bei etwa 4 Liter Zylindcrinhalt beginnr. Es gibt auch Achtzylinder mit kleinerem Hubvolumen, die jedoch weniger als Notwendigkeit angesprochen werden können. Darüber hinaus sind aber auch Motoren mit 12 und 16 Zylinder entstanden. Gewiß kann bei ihnen die Elastizität noch gesteigert werden, sie sollen aber in erster Linie«ine ganz be- stimmte Käuferschicht befriedigen, die etwas ganz Besonderes ver- langen, denn man darf nicht vergessen, daß durch die ständigen Ver- besierungen die Grenze zwischen der guten Mittelklasse und den teuren Wagen teilweise verwischt worden ist. Beim Vier- und Sechszylinder sind die Zylinder fast durchweg, beim Achtzylinder zu einem großen Teil in einer Reihe geordnet. Hier beginnt aber schon die V-förmige Zylinderanordnung, d. h. die Zylinder sind in zwei Reihen V-förmig zueinander gestellt, wo- durch sich eine kürzere Baulänge ergibt. Besondere Sorgfalt hat man den Ventilen und ihrem Antrieb ongedeihen lassen. Durch h ä n- gendeVentile kann der t h e r- metische Wirkungsgrad erhöht werden, weshalb diese immer mehr in Aufnahme kommen, besonders aber bei Hochleistungs- motoren. Noch verhältnismäßig wenig angewendet wird die Lage- rung der Nockenwelle über den Zylindern. Sie wird zumeist noch im Kurbelgehäuse untergebracht. Die lange Jahre verwendete Magnetzündung ist vielfach von der verbesserten Batteriezündung abgelöst worden, weil diese eine größere Intensität der Funken- bildung gewährleistet. Durch die großen Geschwindigkeiten, mit denen sich die ver- schiedenen Motorteil« bewegen, durch die Erhitzung und die Rei- düngen verdient die Schnnerung des Motors besonders Augenmerk. Von einer sorgfältigen Schmierung hängt in hohem Maße die Lebensdauer des Motors ab. Von gleicher Wichtigkeit ist aber auch die Kühlung. Vorwiegend ist beim Kraftwagen die Wasserkühlung anzutreffen, während sich die Lustkühlung, soweit sie überhaupt zu finden ist, beinahe nur auf leichte Motoren erstreckt. Zum Zwecke der Luftkühlung werden * TA/rr fliri/rfNUB die Zylinder mit einer Anzahl dünner Kühlrippen versehen, d!« die Wärm« nach außen ableiten. Die Kühlwirkung kann dadurch noch erhöht werden, daß man einen Ventilator einbaut. Beiiu wassergekühlten Motor sind die Zylinder mit einem Mantel versehen. in dem sich das umlaufende Kühlwasser befindet, das die Zylinder ständig umspült. Dieses Wasser wird naturgemäß durch die Wärme- abteilung der Zylinderwände erhitzt und bedarf stetig der Abkühlung. Es muß zu diesem Zweck dem dem Fahrtwind ausgesetzten Kühler Motorblock mit Getriebe zugeleitet werden. Dies geschieht entweder durch die sogenannte Kühlwasserpumpe oder auf dem Wege des natürlichen Umlaufes; letztere Ausführung ist im allgemeinen nur bei billigen Wagen vor» zufinden. Das Getriebe hat den Zweck, die Geschwindigkeiten zu regulieren. Allgemein hat sich die Bauart herausgeblldet, Motor und Getriebe zu einem einheitlichen Block zu vereinigen. Um ein««lastische Ver- bindung zwischen dem Motor einerseits und der Kraftübertragung Kurbetwelle eines 8-Zylindermotores mit Pleuel' stangen und Kolben andererseits herzustellen, bedient man sich der Kupplung. Hier ist zu bemerken, daß die sogenannte Einscheibenkupplung heute am meisten Verbreitung gefunden hat. Es ist natürlich nicht möglich, im Rahmen dieses Aufsatzes näher auf alle Einzelheiten«inzugehen. Zusammenfassend kann gesagt werden, daß der Motorenbau gerade in den letzten Jahren gute Fort- schritte gemacht hat, die nicht zuletzt dazu beigetragen haben, das Automobil immer mehr als Gebranchsfahrzeug einzuführen. Aber auch auf dieser Entwicklungsstufe wird die Motorentechnik nicht stehen bleiben, sondern immer weiter vorwärtsschreiten. I�ritz Wittekind. flcrs ßfxelw&vh n• h• d2* TT 4" Hierbei bedeutet n die Zahl der Zylinder, t> der Kolbenhub, d die Zylinderbohrung und für n ist die Zahl 3,142 ein- zusetzen Di« Entwicklung des Auto mobilmotors hat im Laufe der Jahre manche Wandlungen durchgemacht. Bei der Be- deutung, die dem Motor zukommt, ist es klar, daß diesem die Kon- strukteure ihre besondere Aufmerksamkeit gewidmet haben. Di« Tendenz ging dahin, den Motor immer mehr zu einem o r g a- Nischen Ganzen zu gestalten. So wurden die Zylinder zu einem Block gegossen. Die Bearbeitimg der Zylinder ist dadurch einfacher, was sich wiederum in geringeren Herstellungs- Die Schweizerischen Bundesbahnen bauen zusammen mit den Nordostschtoeizcrischen Kraftwerken ein neues interessantes Wasser- kraftwerk. Die Sihl, ein Fluß mit stark veränderlicher Wasser- führung, der in Zürich die Limmat. nach deren Anolrut aus dem Zürichs«« erreicht, laust östlich von Einsiedeln etwa 16 Kilometer lang durch eine sumpfige Kegend. Durch Aufstauung der Sihl bei Sihlboden wird ein See von rund elf Quadratkilometer Flache und gegen Hunderl Millionen Kubikmeter Wasserinhalt gewonnen. Die verloren gehende Bodenslache ist geringwertig, Dörfer kommen nicht unter Wasser, nur einzelne unbedeutende Ställe und einige Straßenzüge werden in den Fluten verschwinden. Die größte Höhe des neuen Sees wird beiläufig 46 Meter betragen, die Höhe des Seespiegels liegt bei maximal 893 Meter. Nördlich des 16 Kilometer langen und maximal 2 Kilometer breiten Sees erhebt sich der 1106 Meter hohe„Hohe Etzel", der dem Projekt den Nomen gab. Ein 3 Kilometer langer, in den Berg gehauener Stollen führt dos Wasser vom See weg. An den Stollen schließt sich ein« freiliegende Druck- leitung an, die das Schlwosser weiter bis zum Zürichsee leitet, wo beim idyllisch gelegenen Altendorf das Kraftwerk erbaut werden soll. Es wird also aus diese Weise das Sihlwasser direkt in den Zürichsee geleitet, dessen mittlere Höhe dadurch freilich nur um Millimeter vergrößert wird. An das alte Sihlbett werden ver- traglich regelmäßig 2,3 Kubikmeter Wasser obgegcden, wodurch gegenüber dem Heutigen Zustand eine wesentliche Verbesserung er- reicht wird. Denn für Zürich sind sowohl die gelegentlichen hohen Wasserstände wie auch namentlich die wochenlangen trockenen Epochen der Sihl, lin die zahlreiche Abwässer münden) unbequem. Für die Ableitung noch dem Zürichsee bleiben noch 1,8 Kubikmeter- Sekunden, die im wesentlichen aufgestaut werden, um als Winter- referve-Werk zu arbeiten. Die Jahresproduktion wird rund 146 Millionen Kilowattstunden betrogen, die mit etwa 166 666 Kllowatt ausgebaut werden. Da die Baukosten auf 36 Millionen Mark geschätzt werden und man in der Schweiz mit einem ge- samten Aufwand von etwa 9 Proz. für Verzinsung und Bewirt- schaftung— ohne Kleinverteilung— rechnen kann, so ist der Eigenpreis der Kilaw.ittstunde mit etwa 3,5 Pf. anzusetzen. Das Werk ist also, trotzdem Kohlekosten dabei keine Rolle spielen, teurer als ein« deutsche Kohlekrastanlage, bei der die Kilowattstlinde in neueren großen Werken einen Eigcnpreis hat, der»venig über 1 Pf. pro Kilonwüstunde liegt. Immerhin ist das Etzelwerk bedeutend rentabler als das be- reits 1923 in Betrieb genoinmcne Wäggitalwerk, das 8 Kilometer östlich liegt und einen Eigenpreis von fast 5 Pf. pro Kilowatt- stunde hat. Alle diese Werke wären, trotzdem der Transport von Kohle in die Schweiz teuer ist, billiger als Kohlekraftwerke denn als Wasserkraftwerke zu erstellen. Aber man will in der Schweiz vom Bezug der landfremden Kohle unabhängig werden und baut daher lieber teurere, ober unabhängige Wasserkraftwerke. Zudem können diese Anlagen auch der allgemeinen Waiserwirtschast(Re- gulierimg der natürlichen Schwankungen der Wasserläufe) dienen. Dieser Gesichtspunkt ist auch für die neuere Entwicklung der deut- schen Waisertroftanlagen van Bedeutung. Dadurch, daß Wasser- werke nicht nur für die Energiewirtschaft, sondern auch für eine Reih« anderer Zwecks in Dienst gestellt tverden, wächst ihre B« deutung und sie werden zu Trägem.umfangreicher Volkswirtschaft- licher Ausgaben— wie sie es einst im Altertum waren, wo die Kultur ganzer Laiidstriche mit den Wasserwerken stand und mit ihnen fiel. Trinkwasser und landwirtschaftliches Wasser, Aufbesse- rung van Kanälen, Kläranlagen. Bode- und Sportgcbiete ent- stclnnt so neben der energiewirtschaftlichen Ausnützung, und dadurch erfährt die Wasserwirtschaft auch dort eine große Anregung und wird sür die Allgemeinheit wichtig, wo der Energiegewimt unwesentlich ist. düellagc Sonnabende 25. Oktober 1930 SiVÄbimd S/uILuiigaSe jin totiifärA BERLINER KRAFTWERKBAUTEN � Der kulturelle Fortschritt und die Verbesserung der allgemeinen Lebenshaltung zeigt sich nirgends dcutli6>er als in dem erhöhten Verbrauch von Elektrizität. Als Beleuchtungsfaktor hat diese noch junge Kraft nicht nur das Gas aus Haus und Straße fast vollständig verdrängt, sondern auch in Form von Lichtreklame, Bestrahlung, Scheinwerfer u. a. ganz »reue Möglichkeiten geschaffen.— Schon wird in vielen Haus- Haltungen die mechanische Energie des Stroms verwendet; die meisten Fabriken nehmen ihre Antriebskraft aus dem Netz: neben Straßen- und Hochbahn sehen wir jetzt auch die gesamte Stadt- und Ringbahn in Berlin elektrisch betrieben. Die Befriedigung dieser großen Nachfrage nach elektrischem Strom war gerade in Berlin nach Ileberwindung der Inflation zu is.iicr wichtigen Tagesfrage geworden, da die alten Werk« bei weitem i! icht ausreichten, den Bedarf zu deikcn. Es hieß also, neue Kraft- in cr k« zu schaffen; der Zwang zu größtmöglicher Wirtschaftlichkeit führte zur möglichsten Konzentrierung der Stromerzeugung. In gewaltigen Ausmaßen sahen wir in der Peripherie der Stadt ganze lg,'bäudekomplexe entstehen; schon lange vor Beginn meldeten die Zi-itungen von den märchenhaften Energiemengen, die dort erzeugt u od von den Maschinen, Apparaten und Vorrichtungen, die hier zum erfiten Male verwendet werden sollten. Schon die äußere Form des neuen Kraftwerks läßt die Funktionen klar crkemien, die die einzelne» Teile zu erfüllen haben und zeigt ihren inneren Zusammenhang. Ein eigener Hafen ermöglicht die bequeme Anfuhr von Kohle, die mittels Laufkronen, Bahnen und Becherwerken auf Lagerplatz cd er Bunker aufgehäuft und auf gleiche Weise dem Verbrauch zu- geführt wird. Dominierend in seiner Größe mit den phantastischen Aufbauten von Schornsteinen, Entlüftern und Reinigungsapparaten ist das Kesselhaus. In engster Verbindung damit steht dos M.aschinenhaus, in dem die Danipfturbinen aus den Gesieratoren den Strom heraustreiben, der dann weitcrgcleitet wird zum Schalterhaus. Während zu Beginn der Starkstromtechnik noch die Möglichkeit bestand, die Energiemengen gleich in der Form zu erzeugen, in der sie oerbrmicht wurde, zwingt die Konzentrierung der Erzeugung jetzt erst zur Umformung des Stroms, bevor er weitcrgeleitet wird. Dies geschieht im Schalthaus, in dem die Transformatoren stehen, die großen Schaltapparatc und Sicherungs- Vorrichtungen eingebaut sind und der Strom auf das Netz der Stadt verteilt wird.— Schalthaus, Maschinen- und Kesselhaus, Neben- gebäude und Verwaltung, alle diese Einzelheiten sind zu einein liarmonischen Ganzen zusammengefaßt; Architekten und Ingenieure haben Hand in Hand gearbeitet und in klaren Zwecksormen eine neue Art von Monumentalität geschaffen. Als erste Schöpfung dieser Art entstand das Werk Klingen- b e r g. Nachdem sich die Wirtschaft wieder einigermaßen stabilistert hatte, wurde im Jahre 1924 der Plan entworfen und unter mancherlei WMWÄWHh-M' h y.'!;'-*:-.. I* - WsWM & h.i -■ T>' 5; i-j v.>. j.-*~***'.•£ r-■" ■•■'-'mr u r.■- r.jmkäm -J /./ x--- ■'#'»»»DW WMKMW 5*3''®� r?r- «Sikmai Schwierigkeiten— auch Menschenleben hatte die schwere Konstruktions- arbeit gefordert— in den Jahren 192ö bis 1927 ausgeführt. In großen Aaren Linien baut sich am Wasser dos Schalthäus auf, durch die Köpenicker Chaussee vom Maschinen- und Kesselhaus getrennt, das jenes malerisch überragt. In einem besonderen Gebäude wird die Kohle zu Staub zcrmahlen, der pneumatisch den Kesseln zugeführt wird. Die technischen Einrichtungen sind so vollkommen, daß nur wenige Personen notwendig sind, die sechzehn Kessel zu bedienen. Zwei Gruppen von Dampfturbinen erzeugen einen Strom von je 99 900 Kilowatt, ein« Leistung, die in Deutschland bisher nicht erreicht worden war. Im Jahre 1928/29 erfolgte die Erweiterung des Kraftwerks Charlottenburg. An Stelle der alten Blechschornsteine wurde die neue Esse in der gewaltigen Höhe von 126 Metern und einem oberen Durchmesser von 8 Metern gebaut, die schon zum Wahrzeichen von Charlottenburg geworden ist. Es entstand ferner die Ruths- Speicheranlage. jene gewaltigen Behälter in der Qucdlin- burger Straße, die durch ihre Größe und Form auffallen. Genannt nach dem Erfinder: Ingenieur Ruths, dienen sie als Dampfspeicher. In der Zeit geringen Stromverbrauchs wird hier der überschüssige Dampf konserviert für die Zeit des Höchstbedarfs, etwa in den Spat« nachmittags- oder Frühstunden im Winter. Wohl sind solche Anlagen schon früher geschaffen worden, aber stets als horizontal liegende Behälter. Hier in Charlottenburg find sie aus Platzmangel zum ersten Male vertikal aufgestellt. Sechzehn riesige Thermosflaschen von 3 Metern Durchmesser und über 29 Meter hoch stehen dort und sind zur Zeit die größte Anlage ihrer Art in der Welt. � Aber der Elektrizitätshunger der Stadt Berlin wuchs ständig, und schon waren Anzeichen vorhanden, daß die geschaffenen Er- zeugungsstälten bald wieder nicht ausreichen würden. Aufs neue muhte Vorsorge getroffen wenden. So entstand in den Iahren 1929 und 1939 bei Siemensstadt als Gegenpol zu Klingenberg das Kraftwerk West, das jetzt seiner Vollendung entgegengeht. In der stattlichen Höhe von 59 Metern erhebt sich direkt am neu- geschaffenen Hasen das Kesselhaus, überhöht von zwei etwa 69 Metern hohen Schornsteinen..Maschinen- und Schalthaus, allmählich in die Ebene abklingend, schließen sich daran an. Im Gegensatz zu Klingen- berg ist das Stahlgcrippe der Konstruktion überall cingemauert: doch wird durch die großen, gut abgewogenen Flächen eine starke architektonisch« Wirkung erzielt. Neuartig ist auch die B e l e u ch» tung des Maschincnhauses durch den umlaufenden Fenster- kränz unter der Decke. Die maschinelle Leistung des neuen Werks aus acht Turbogeneratoren beziffert sich auf 228 999 Kilowatt und stellt damit einen Rekord auf. Durch diese Werke hofft die Berliner Elektrizitäts- w e r k e A.- G. für längere Zell auch noch so gesteigerten Ansprüchen genügen zu können. Bei der rapiden Entwicklung der Technik aber ist es vielleicht nur eine Frage der Zeit, ob wieder neue Kraft- zentralen notwendig werden. Vielleicht werden sie einen ganz anderen Charakter haben und dadurch in der Lage fein, den Strom weiter so zu verbilligen, daß auch der kleinst« Mann in vollstem Zlusrnaße Nutznießer sein kann. flext und Zeidmungen von Uugo G. Müller.) WtJAfmLF Copyrighl 1930 Ly„Der Diidicrkreis G. m. b. II.". Berlin SW 61. (17. Fortsetzung.) Punchi Mcnika erregte bald Fernandos Aufmerksamkeit. Ihr Gesicht und ihre Gestalt würden selbst in einer Stadt ausgefallen lein: er war überrascht, so etwas unter den schmutzigen Üikibern eines so elenden Dorfes zu finden. Er wollte ein Weib haben. das ihm Gesellschaft leistete: er mußte immer ein Weib haben. Es war ja auch viel bequemer, seine Mahlzeit im Hause bereitet M Haben, als immer zum Aeltesten zum Essen zu gehen. Er erwartete keine Schwierigkeiten: sie mar ja nur«ine Dorsdirnc und ihr Mann ein Dorftölpel, der in seiner Schuld stand. Aber trotz dieser Zuver- sichtlichkeit beschloß Fernando, vorsichtig zu handeln. Er wußte wenig von dem Leben auf den Dörfern, aber er kannte Sprich- wörter, in denen die Wörter„Weiber" und„Unglück" vorkamen: er hatte manch« Geschichte von Mord und Totschlag gehört, hinter denen Weiber gesteckt hatten. Er war ganz allein unter Menschen, die er ni6)t verstand, fern von den Kaufläden und den Polizei« geeichten, von der lebhaften kleinen Stadt, in der er sich auskannte und wo er sich allein geborgen fühlte. Er war furchtsam und haßte den Djungel: trotz seiner Verachtung für die Menschen, die darin lebten, fühlte er sich unter ihnen nicht sicher. Als ersten Schachzug versuchte er, von dem Aeltesten etwas über die Familie zu erfahren. Er war mit dem Resultat sehr zufrieden. Es war eine schlechte Gesellschaft, so sagte der Aeltcste,— Veddqhs, Zigeuner, Uebeltüter, Huren, Vagabunden. Durch bösen Zauber hatten sie Babun auf ihren Hof gelockt, und jetzt prahlten sie damit, daß des Dorfältesten Schwager Punchi Menita geheiratet habe. Gefährliche Leute waren es, die Unglück und Tod über das Dorf-gebracht hatten. Auf Fernando machte die Erzählung von den Zaicherkünsten keinen großen Eindruck: wie es sich für einen Mann aus der Stadt gehört, war er etwas von einem Freigeist: das aber war ihm klar geworden, daß der Aelteste die ganze Familie haßte und daß sie auf keinen Fall von ihm Sympathie oder Hilfe zu erwarten hatten. Diese Feststellung war wertvoll und willkommen. Eines Tages überraschte er Vabun, indem er zu ihm auf den Hof kam und mit ihm redete wie mit leinesgleichen. Es war am Abend, gerade um die Zeit, wenn die Lanipe im Hause angezündet wird, wenn die Lust kühl wird, der Wind sich legt und das Abendrot am Himmel glüht. Die Arbeit war getan, für den Mann in der Ehena, für die Frau im Haufe. Babun hockte an der Hauswand auf dem Boden und Punchi Menika stand, an den Türpfosten gelehnt, hinter ihm. Bon Zeit zu Zeit fiel«in Wort, ober sonst waren sie es zufrieden, sich der Abendstille hinzugeben, während sie versonnen die Lichter am Himmel oergehen sahen. Punchi Meiuka brachte den hölzernen Mörser, in deni das Reiskorn gestoßen wird, drehte ihn um und stäubte ihn nnt einem Stück Tuch ab. „Wollt ihr euch nicht fetzen, Aiya,"") sagte Babun. Fernando setzte sich. Babun hockt« ihm gegenüber nieder, und Punchi Menika stand dahinter, an den Türpfosten gelehnt. „Nun, Babun," sagte Fernando,„meinst du, daß die Ehena- ernte gut wird?" „Wer weiß, Aiya, wer weiß? Ein Tor, der sein Korn mißt, che es auf der Tenne liegt." „Und dos tun sie alle im Dorfe, denn sie sind alle töricht. Aiyoh! Was ist das für ein Pack! Was für eine Last hat man mit ihnen." „Wir sind arm, Aiya, und unwissend." „Ich meine dich nicht, Babun, sondern die anderen. Es ist überhaupt nur ein Mann im Dorfe: das sagen sie alle, und ich sey? es selbst. Aber die anderen! Sie werden nilch ins Elend bringen. Was schulden sie nur nicht! Nur eine sehr gute Ernte kann das wettmachen, aber ihnen ist das gleich. Sie zäunen die Ehenas nicht em und bewachen sie nicht, sie sitzen und schlafen in ihrem Hofe, und die wilden Schweine und die 5)irsche tragen meine Rupien in ihren Bäuchen davon. Stimmt das nicht?" „Das stimmt, Aiya." „Und wie kann ich, ein Mann aus der Stadt, mit all diesen Ehenas fertig werden? Ich müßt« einen Gambaroya haben." „Ja, ihr mühtet einen Gambaraya haben." „Dos dachte ich, und ich dachte auch: dieser Babun ist der einzige Kerl im Dorfe, warum sollte er nicht mein Gambaraya sein? Nun, was sagst du dazu? Du könntest die anderen Ehenas beaufsichtigen und deine eigene zur gleichen Zeit bearbeiten." Babun schwieg erstaunt: das war ein Glück, wie er es nie zu träumen gewagt hätte. „Ich dachte, ich wollte dir ein Zwanzigstel der Ernte geben, nachdem das Fünftel an die Bebauer bezahlt ist)" fuhr Fernando fort.„Würdest du es dafür tun?" „Ja, Aiya, dafür will ich es gerne tun." „Gut, das ist also abgeniacht. Du bist jetzt mein Gambaraya." Fernando seufzte und dehnte sich.„Dieser Djungel ist eine schreckliche Gegend. Ein vernünftiger Mensch kann da nicht leben. Aber was sollten diese Dörfler machen, wenn sie anderswo wären, diese Ochsen. Sie können Ost und West nicht auseinanderhalten, wie mcn so sagt. Wenn sie in den Basar komnien, haben sie Angst und lausen umher wie scheu gewordene Büssel. Aber du, Babun, du bist jung und kräftig: und du bist nicht dumm. Warum hungerst du pich hier durch, wenn du anderswo Reis essen könntest und dick werden?" „Das sagten auch meine Schwester und ihr Mann, Aiya. Sie hätten gerne gesehen, menn Ich fortgegangen wäre und mich nach einem anderen Dorfe verheiratet hätte— nach drüben hin: es regnet dort, und e? wächst dort Reis. Aber es ist ein großes Unglück, an einem fremi-sn Orte und unter fremden Menschen zu leben." Fernando lachte,.�tin Unglück nennst du das? Wie viele, die in die Fremde gegangen sind, sind dadurch reich und glücklich gewoidcn. Hast du nicht von Maha Potcma gehört? Vor vielen Jahren gab es dort nichts als Bäume, Djungel, wie hier, und kein Mensch lebte dort. Dann wurde im Djungel das große Staubecken gebaut, und aus allen Dörfern im Westen zogen die Leute hin— arme Leute, aus Dörfern wie diefts hier. Jetzt steht dort eine Stadt, und alle sind reich und essen Reis." „Ich weiß, Aiya, ich weiß. Der Staudamm wurde zu meines Vaters Zeit gebaut, und der Korala Mahatinaya und der Rots- mahotmaya kamen ins Dorf und sprachen genau wie du jetzt. Sie sagten, daß jeder, der hinginge, Land bekäme und Wasser, um Reis zu bauen. Es hatte in dem Jahr— so erzählte mir mein Vater— nicht geregnet— genau so wie in diesem Jahr—, und im Dorfe war großer Mangel. Sie drängten meinen Vater, zu gehen, weil sie wußten, daß er ein tüchtiger Mann war. Aber mein Vater jagte— so Hot er mir erzählt—:„Wie kann ich an diesen sreniden Ort ziehcn? Wie kann ich meine Frau und das Kind dahinbringen? Ich habe dort kein Haus und kein Geld, um im Basar einzukaufen. Wenn man unter fremde Menschen und an fremde Orte geht, bleibt das Unglück nicht aus. Hier hat mein Bater gelebt und vor ihm sein Vater, hier in diesem Haus: sie bauten ihre Ehenas an und von Zelt zu Zeit, wenn es geregnet hatte, pflanzten sie Reis hinter dem Staudamm. Ich wäre doch dumm, wenn ich niein Haus, mein Feld und die Ehena aufgäbe, um in der Fremde dem Unglück in die Arme zu laufen." Das sagte mein Vater den Herren, und alle Männer im Dorfe weigerten sich zu gehen, nur einer nicht— Appu hieß er. Er ging mit seiner Frau hin und bekam bei Maha Potana Land. Für viele Monat« hörte man nichts mehr von Appu, und schTießlich ging sein Bruder, der hier geblieben war, nach Mahq Potana, um sich zu erkundigen. Als er dort ankam,«rzöhllcn ihm die Leute, Appu sei am Fieber gestorben und seine Frau sei fort« gegangen, niemand wisse, wohin." „Aber in Beddcgama sind auch Leute am Fieber gestorben." „Gewiß, Aiya, natürlich sterben hier auch viele am Fieber. Aber sie sterben doch bei ihren Verwandten und Freunden und in dem Hause, in dem schon ihre Väter gelebt haben. Sicher ist es bitterer, in der Fremde zu sterben. Ich bin arm und unwissend und kann euch das nicht besser erklären, aber es ist so. In der Fremde gibt es immer Schwierigkeiten und Unglück: selbst wenn unsereiner auf eine Reis« nach KaiiibimipUiya oder Mahn Potana oder auf eine Wallfahrt nach Beragama geht, immer quält und fürchtet er sich, Aiya,— die unbekannten Menschen aus der Straße, in den Basaren und den Gasthäusern— und immer nmß er an sein Dorf denken, an seine Hütte, an den Staudamm und an die Djungelpsade, die er dort kennt, und die Leute, die im Dorfe leben. Das ist der Grund dafür, daß teiner sein Dorf verlassen will, selbst wenn die Ernte mißrät und er nichts zu essen hat, nein, auch nicht, ivcnn die Herren kommen— jedes Jahr kommen sie jetzt— und sagen:„Ihr könnt da und da schönes Land umsonst haben, an der und der Straße oder in dem und dem Dorfe gibt es Arbeit, warum hungert ihr denn hier?" Ich habe sagen hören, daß es weit im Westen große Städte gibt, Colombo und Kalutara und Galle, wo jedermann immer sein Essen und noch obendrein Geld hat: ja, Aiya, und selbst in diesen Städten werdet ihr niemals einen Mann sehen, der aus einem Dorfe geboren und aufgewachsen ist." „Lebe ich jetzt nicht unter fremden Leuten? Was könnt« mich mahl für ein Unglück treffen?" „Mögen die Götter euch davor bewahren, Aiya. Wie kann ein Mensch wissen, welches Unglück ihm noch bevorsteht? Aber ihr seid kein unwissender Dörfler wie ich, und außerdem werdet ihr ja, wenn die Eldenas abgeerntet sind, in euer Haus zurückkehren." Fernando schwieg eine Weile. Als er endlich zu reden begann, zog er leine Zuhörer in ganz merkwürdiger Weise in seinen Baun. Seine leise, sanfte Sprechweise, das gebrochene Singalesisch, dos Schmiegsame und Weiche in seinem Wesen foszinierle sie noch mehr als seine Worte.(Fortsetzung folgt.) *•) A»yae tiafoäfte itt•imebe. 'gMuäk JCüU du didi verlaufen? Man kennt Georg Fink von seinem Erstling„M i ch hungert" her als virtuosen Schildcrer der Berliner Unterwelt: ihren Kellerlöchern und Dachkammern, ihren Elendshöfcn und Spelunken. Diese Gassen, Winkel und Menschen aus Berlin O bilden auch die farbenbunte Umrahmung des neuen Romanes „H a st du dich verlaufen"(Verlag Bruno Eassierer, Berlin), die„Wasch- und Plättanstalt von Amalie Lüdecke", der dreizehnjährige Krüppel voll Weltwissen, zynifcher Gottverzweiflung und Dichter- sehnsucht, die verhutzelte, zwergenhafte Großmutter und die greise Hur« Elli sind echteste Zillebildcr in Worten Aber sie und das tosende, Unzucht und Verbrechen ausdünstende Hamburger Hafen- viertel der letzten Kapitel stehen nicht um ihrer selbst willen hier, sondern um aus dieser Welt anderer Wertungen und anderer Reaktionen seltsame Menschen und absonderliches Geschehen als ganz natürlich, ja als notwendig hervorwachsen zu lassen. In anderer Umgebung würde das Dreiblatt Paul, Peter und Anna als dichterische Auegeburt erscheinen, hier in der schrecklich wahren Märchenwirklichkeit des unterirdischen Berlin, nimmt es nicht weiter wunder, wenn sich der gute, doch reizlose Klavierfabrikant Peter Boß aus der Bourgeoiswelt„verläuft" und in die schöne, rätselvolle Anna verliebt, wenn dies« Anna rein und unschuldig aussieht wie ein Engel und doch hemmungslos jedem ihrer Triebe Untertan ist, und wenn ihr Liebhaber Paul, das Urbild eines schönen, starker, Manntieres, in plötzlich ausbrechender Freundschaft für Peter sicki zum Schicksal über beiden auswirst, bis Mord und Irrsinn da-s bittersüß«, so aberwitzig« wie natürlich« Spiel enden. Es ist eine Vision der Hölle, von. heute, ans der Großstadt Berlin, und sie wirilt stark und unheimlich, weil Phantastik und Wirklichkeitsbesitz ihr gleicherweise Pate gestanden sind. Dr. Alfred Kleiubcn«. „Durdi Qeiil stur VladW A r. Poulimenos'„Durch Geist zur Macht" (Europa-Verlag G. m. b. H., Leipzig: löZU) ist der Versuch eines über den Wolken schwebenden I�l t r a i n d i v i d u a l i s in u s, der dem„Willen" des einzelnen Menschen alle Möglichkeiten(und lln- Möglichkeiten!) zu crössnen wähnt und den Weg zur„absoluten Wahrheit", die den Relativismus überwindet: die„Persönlich- feit* losgelöst von seiner menschlichen und sachlichen Umwelt, und über alles und alle himmelhoch erhaben. Der Verfasier schwelgt in Superlativen, in Gedankengängen des(mißverstandenen) Herren» Menschentums eines Nietzsche,— eine typische Krankheit der Epoche des verfallenen Bürgertums und seiner„Wissenschaft": er redet in Be- griffen, die— vor einigen Jahrzehnten vielleicht einmal diskutier- bar gewesen sein mögen. Bekannt geworden ist Poulimenos durch feine„Europäische Politik", die berechtigtes Aufsehen er- regt hat: er ist Paiieuropäer„aus Ethik" und hat als solcher weder mit Sozialismus noch mit Pazifismus etwas zu tun. Mit diesem seinem politischen Hauptzweck, dessen Grundlagen und Tendenzen wir allerdings nicht in vollem Umfange zu teilen vermögen, können feine philosophischen Experimente nicht im geringsten Schritt halten. Dr. Helmut Klotz. 56 Rätsel* Ecke des„Abend iiiUiiiuuininintiiiuiiiiiuiuuuuu:;iiiL':mmu:niinuiniin]iuintuiuuiiuinMnuiiiunuuuuiniinuiuiiUinunmuninii:iinniiiiniinimintuinni::iiuimii!n:niin!!J2iin!inuuu9 Spiralenrätsel Waagerecht: 2. Flä-! chcnma(j;4 Auszeichnung:! 5. biblische Figur: 7 nicht gesund; 8. Masse: 10. In- sel im Atlantischen Ozean: 11. Wiener Ausstcllungs- gcbäude— Senkrecht: 1. französischer Artikel: 3. Trinkstube: 4. russischer Fluß: 6 elektrische Draht- leitung:? Blume:S.Zeug- haus: IE. Diplomat" Z-üllräisel Die Buchstaben: aaaaaaabdd eeefgiiikkkllmmosttt sind so in die freien Felder nebenstehender Figur einzusetzen, daß die waagerechten Reihen Wörter folgender Bedeutung er- geben:! Name eines Sonntags: 2 Nord- polgegend: 3. Erdteil: 4. Stadt in Spanien: S. Männlicher Borname: 6. Vermittler. n. s. Ooppelwortratsel Der Name einer deutschen Stadt Bestehst aus zwei Stücken, Einem Juwel vom Meeresgrund Und einem Höhenrücken. Die Lösung, lieber Leser, wird, Do hoff' ich, schnell dir glücken. � GUbemäisel Aus den Silben a bahn bar bcr bürg chet ei ei ei ein el cn eng er ge gen ger ha hä» hie jo ju il in is ist kon kro la lond lei len ler ma mies inu ne ne ne nel ran rha rei ri ei« ro jch?l se see j scn sol fon stein te te ti« Ire venz man win zi sind 23 Wörter zu bilden, deren Ansangsbuchstaben und die dritten Buchstaben beide von oben nach unten gelesen ein Zitat von Miller ergeben(ch— ein Buchstabe).— Die Wörter bedeuten: 1. jüdischer Prophet: 2. Verkehrsmittel: S, Haumejzer: 4. männlicher Vorname 5- Prieftsv- herrschaft: 6. Tanzart: 7. Schneegipsel der Berner Alpen: 8. Oper von Wagner: 9. deutscher Komponist: 19. Fluß in Frankreich; 11. Ort im Harz: 12. Nordseeinsel: 13. deutscher Physiker; 14. Muschelart: 13. griechisches Heiligenbild: 19. Vorort von Berlin: 17. Gartenpflanze: lft.«uropuiscbcr Staat; 19. Tnrnerabtcilung: 20. Stadt in Westfalen 21. Zahlunasunsöhiqkeit: 22. päpstlicher Palast in Rom: 23. Nebenfluß der Aller: 24. englischer Seeheld: 23. Nebenfluß der Donau.— ekr.— Besuchskartenraisel PAUL RORMEIER Welchen Berus hat dieser Herr? Abiä�lräisel H. S. Gun, so, ben, nicht, der, mö, gen. gro. was, wie, di, gen, er, ßen, das. der, plo, die, run, an� volk, vcr, ma, fe, gen, streu, mit, der, ten, dern. hat.— Vorstehende Silben sind durch eine zu ermittelnde Zahl abzuzählen, aneinandergereiht ergeben dieselben einen Ausspruch Blüchers. kr. isngewiß ..Eines' ist nicht wenig,.Zwei" nicht schwer, Du fragst, ob es zu raten wär?— Vielleicht mein Freund, vielleicht auch nick' Das Ganze ist hier klar im Licht. kr. Zweierlei Mit r ein Werkzeug, mit l ein Tier, gebraten mundet's dir und mir.— ekr.— tAuslösuiig der Rätsel nächsten Mittwoch.) AnklS'ong der Löffel aus voriger Nummer Silbenkreuzworträtsel: Waagerecht: 2 Bucks«: 4. lila: 5. Termin: 7. Kamille. 9. Sude en. II Derby: 13. Schumann: 14 Chemie.— Senkrecht: 1 Wiese: 2. Buchhalter: 3. Kola; 4. Libelle: 6. Minka: 8. Milliarde: 9. Sudermann; 10. Tender; 12. Bigamie: 13. Schul«: 14, Ehester. Silbenrätsel: 1. llrfulä; 2 Schonzeit: 3. Lazaroni; 4. Spiritismus: 5. Laach: 9. Koldmarie; 7 Haderlump: 8. Kr- v 9 Samowar: 10. Großmut: 11 Lokomobile; 12 Marcos Kapselrätsel: Nach« ist neues Unrecht. Aus- und Inland:(Arg)ent(ii!i>cn. Kapselrätscl: Schwalbe— Wal. Bijlte»tart«»ratsel: ZLamersims»«. Deutsche Automobile im Prager Salon F. W. Prag, 24. Oktober. Mari bürste vom Praoer Automobil-Salon, dem 22. seines Zeichens, naturgemäß nicht mehr viel erwarten, nachdem schon Paris nicht wesentlich Neues brachte und die Londoner Olympia- Show die berühmte„splendid isolatiou" Englands auch wieder ihre volle Gültigkeit hatte. Man sieht auch in Prag wieder, daß der Standardbau so ziemlich am Ende angelangt ist. Wirklich Neues zu bringen. roird künftig aber nur auf ganz anderen konstruttiverr Wegen möglich sein. Die Schwingachskonstruklionen von Röhr, Tatra, Sieyr, Austro- Daimler sind wohl Ansätze dazu wie auch der Vorderradantrieb von Cord und Tracta. Wir misten heute noch nicht, welchen Entwick- lungsgang das Automobil nehmen wird; Ansätze allein genügen nicht. Solche grundlegend neue Versuche kosten aber Zeit und vor allen Dingen viel Geld, das heute überall, nicht nur bei uns in Deutschland, knapp ist. Der Uebergang zum ausgesprochenen Kleinwagen ist hier nicht in dem Maße vorzufinden wie in Paris. Der kleinste ist der Aero mit seinem tv FL Einzylinder-Zweitaktmotor. Mit 18800 Kronen gilt dieser Wagen hier als sehr billig, denn man darf nicht außer acht lassen, daß die tschechische Industrie ziemlich teuer fabriziert. Ein VMW. ist mir aber bestimmt tausendmal lieber. Und das wird nicht nur mir so gehen! Gewiß ist das hier auch die Frage des Preises, aber auf den schlechten tschechischen Straßen wird man mit den 10 FL des kleinen Aero nicht sehr weit kommen. Deutschland ist in Prag wieder sehr gut vertreten. Mercedes-Benz vornweg mit seiner reichen Typenauswahl. Vom kleinen„Stuttgart" über den„Mannheim" und„Nürnberg" hinweg zu der neuesten Schöpfung, dem„Großen Mercedes", aller- dings nur für solche, denen es auf 40 000 Marler nicht ankommt. Aehnlich liegen die Dinge ja beim großen Zwölfzylinder Maybach, dessen vorzügliche konstruktiv« Durchbildung aber immer wieder hohe Anerkennung verdient. Horch ist hier schon ein alter Be- kannter, erstklassige Arbeit, einfache, aber trotzdem— oder vielleicht gerade deswegen— hohe Eleganz. Das gleiche gilt auch für Wanderer, deren Wagen hier zweifellos für sich werben. Dann der Wagen für den„kleinen Mann", der BMW mit den ver- schiedensten Aufbauten; Röhr in vollendeter Ausführung, nicht minder Adler mit seinen drei Standard-Modellcn und schließlich noch Audi. Aus Oesterreich Steyr, Austro-Daimler und Graf n.Stift. Letztere sowie der neue 8 Zylinder W i k o v init in der Limousine eingebauter Radioanlag«. Die zahlenmäßig starke deutsche Beteiligung ist nicht nur eine schöne Geste, vielmehr haben im Lauf der Jahre deutsche Kraftfahrzeuge in der Tschechoslowakei steigenden Absatz gefunden. Im Jahre 1329 gingen 10,6 Proz. des deutschen Gesamtexports an Personen- und Lastwagen nach der Tschecho- slowakischen Republik; Unter den Lastwagen und Omnibussen sehr viel gute Ausführungen, deutscherseits NAG und Mercedes-Benz darunter, die NAG.-Wagen erstmals mit dem jetzt von ihr ver- wendeten Deutz-Diefel-Motor. Da die Motorradfcha» im Frühjahr gesondert stattfindet, sind hier nur einige wenige Motorräder zu finden. Neu eine SSO Kubikzentimeter Praga mit Äönigswellenmotor, Stahlblech- rahmen und Kardanantrieb, deutscherseits lediglich A r d i e. Sport sm Sonntag Der erste Bezirk im ersten Kreise des Slrbeiter-Turn- und Sport- bundes hat morgen seinen H e r b st w a l d l a u f in Erkner. Aus- geschrieben sind ein SOOO-Meter-Einzcttauf, ein 2000-Meter-Sprintir- Cinzellauf. daneben noch ein auf 3000 Meter verkürzter Einzellauf sowie Läufe für ältere Sportler und Sportlerinnen, für Schwimmer, Turner, Spielermannschaften und für die Jugend. Der Start ist um IS Uhr an den Löcknitz-Terrassen, eine Abendveranstaltung in diesem Lokal wird den Waldlauf beschließen. Für den vierten Bezirk im ersten Kreise hat der Turn- und Sportverein Borwärts-Trebbin die Durchführung des Wald- laufes übertragen erhalten. Annähernd 2000 Teilnehmer werden sich dem Starter auf der herrlich gelegenen Woldlaufftrecke am Löwendorser Berg, um 10 Uhr, stellen. Der Nachmittag bringt die Bezirksauswahlmannschaften in Fuß- und Handballspiel auf den Sportplätzen in Trebbin am Neuen Schützenhaus zusammen. Bei den Arbeiter- F u ß b a l l-, Handball- und Hockey- Spielern nehmen die Kämpfe um die Punkte ihren Fortgang. Die Freien Schwimmer Berlin XII begehen das Fest ihres lOjährigen Bestehens am heutigen Sonnabend, 20 Uhr, in den Lichterfelder Festsälen, Zehlendorfer Straße S. Di« Freunde des Arbeitersportes find dazu herzlich eingeladen. * Der Bund deutscher Radfahrer hat om heutigen Sonnabend ein Hallenfest im Berliner Sportpalost angesetzt, bei dem rodfohrsportliche Wettbewerbe aller Art ausgetragen werden.— Am .f.' Sonntag findet im Sportpalast ein von 11 Mannschaften bestrittenes 100-Kilomcter-Mannschaftsfahren der Berufsfahrer statt, in dem I. van Hevel-Debruycker, Donduel-van Rysselberghc, Ehmer-Tietz, Raynaud-Dayen, Lehmann-Wissel und Schön-Stübeck« gute Zlussichten geltend machen können. Bor dem Mannschaftswett- bcwcrb findet ein 100-Runden-Punktesahren mit Kantorowicz, Nickel, Koch, Schwemmler, Corpus, Kuhn, Sieronfktz Kedzierski u. a. statt. Beginn 20 Uhr. tieisterschakten im Gewichtheben Deutschland Sieger im Länderklas&croent Im Mlluchener Löwenbräukeller wurden om Freitag die E u r o p a>n e i ft e r s ch a f t e n im Gewichtheben der bürger- lichen Schwerathletikoerbände zum Abschluß gebracht. Auch am Schluhtagi: gab es ausgezeichnete Leistungen, wenn auä) neue Rekorde nicht aufgestellt werden konnten. Das Hauptinteresse richtete sich naturgemäß aus die Begegnung der Schwergewichtler Stra ß be r ge r°München, N o s f e i r-Aegypten und Schilberg- Oesterreich. Der ägyptische Olympiasieger hatte schon im Training so ausgezeichnete Leistungen erzielt, daß mit seinem Siege gerechnet werden mußte, und in der Tal gelang es ihm, seine beiden großen Widersacher um 5 Kilogramm aus die nächsten Plätze zu verweisen. Nosseir brachte es auf insgesamt 375 Kilogramm, Schilberg und der Münchener aus 370 Kilogramm. Durch sein leichteres Körpergewicht kam Schilberg auf den zweiten Platz. Aus dem vorausgegangenen Kampf der Mittelgewichtler ging der deutsche Olympiasieger Kurt H e lli i g- Plauen mit der sehr guten Leistung von 337,3 Kilogramm als Sieger hervor. Dadurch fiel auch der Sieg im Länder- k l a f f e in e n l an Deutschland vor Oesterreich und Frankreich. Kelblo-Ploukn 337,5 kjr(icibarmta _______ Ut> k?); 2. O'xiUmbom.JltoUcn .._, aer-Oeiterreich 303 kff(80,«2,5, 132,5); ; n f t o n t-Mennkieim 303(S.i, 65, 123); 5. Hrblibta-Oesterrcich 300 k? (90, 93, 12«)). Lchw-rgewich!: 1. Ziossüir-Akayptcn 375 k?(103, 120, 150); 2. Schilder«. Oesterreich 370 k«(127,3. 107/), 133): 3. ----- Eiozeleraebnisse! Vi i t t e I g e w i ch j: 1. Keldlo-P DrUcke il 92,5 kf, Neiden 105 kg; Stoßen 140 k?); :'.22,5 kg(100, 9 7, 5, 123)*' s 4. R« i n f r a n k-Monnsto (90, 90, 12«»). Schwergewicht: 1. Nosseir-Aegyi_____ W... 2. Schilberg. Oesterreich 310 kg(127,5. lü7/>, 135): 3. Stragb-rger-Mtnihen 370 kg(I2w, 110, 140); 4. Slodla-Ttchechoslowairi 835 lg(ic6,r>, 107,3, 143); 5. Nieß.Bonn 353 kff(93, 115. 1 Länderklassement: 1. Zeutsch. 23 Punkte; 2. Oesterreich 20; 3. Frankreich 12; 4. Sfitjcchofloroatd 7; lonb C. Italien(j; i». htcgijplcn 3 Punkte.' Im Boxring des Westens Vogel- Lauer unentschieden Im Boxring in den Spichernsälen gab es gestern abend recht wechselvolle Kämpfe. Gleich vorweg sei der Kampf Paul Bogel- Berlin gegen Otto Lauer- Saarbrücken genommen, in dem der talentierte Bogel wieder bewies, daß er sich weiter in aufsteigender Linie bewegt und in Zukunft wieder mit ihm zu rechnen sein wird. In allen Runden gab es heftigen Schlagwechsel. Bogel hotte zum Schluß kleine Borteil«, die zu einem Punktsieg ober nicht reichten. Eine etwas schwache Leistung zeigte der frühere deutsche Amateur- Schwergewichtsmeister Horst H i n z m a n n, der gegen den keines- wegs mehr auf der Höhe seines früheren Können, stehenden Dort- munder B i s ch o f f antrat. Hinzmann gelang«s nicht, den schon in der ersten Runde schwer angeschlagenen Dortmunder entscheidend abzufertigen. Als Hinzmann zu Beginn der sechsten Runde stürmisch angriff, erlitt sein Gegner eine Echulteroerrenkung, so daß der Kamps abgebrochen werden mußte. Fritz Kühn- Hirschherg zwang den tapferen, ober noch reichlich unerfahlenen Brilta-Hamburg in der fünften Runde zur Aufgabe. In einem wenig aufregenden Treisen erhielt G e b st ä d t- Leipzig die Punkteutjcheidung über Wd.Uer Ließ- Berlin. «tzlicßlich treonten{ich Boguhn und Volkmar unentschieden. Volkmar hatte wiederholt schwer nehmen müssen; in der ersten und letzten Runde machte er sogar mit dem Boden Bekannt- schaft. Wenn er trotzdem noch ein Unentschieden erreichte, so waren dafür einige Runden, in denen Volkmar dominiert«, bestimmend. Bleibt zum Schluß noch übrig festzustellen, daß die Kampfstätte wieder sehr gut besucht war. Training zum Hallensportfest An folgenden Tagen steht der Sportpalast den Arbeitersportlcrn des 1. Kreises zum Training zur Verfügung: Montag von 18 bis 20 Uhr nur Rennfahrer, Leiter: Schreiber. Mittwoch von 18 bis 20 Uhr Leichtathleten, von 20 bis 21 Uhr Turner, von 21 bis 22 Uhr Rennfahrer. Als Legitimation dient das Bundesbuch. Kleiner Sport von überall kein Geld für die Olympischen Spiele. Die trostlose Mrtschnsts- läge wirkt sich auch aus die Vorbereitungen für die Olympischen Spiele 1932 in Los Angeles aus. Die Reichsregierung hat den Deutschen Neichsausschuß für Leibesübungen bereits in Kenntnis gesetzt, daß sie für die Borbereitung der Olympiakämpfer diesmal keine Mittel 8ur Verfügung stellen kann und daß der Reichs, Zuschuß für die Expedition nach Los Angeles erheblich geringer fein wird als seinerzeit für Zlmsterdam. Der DFB. zur Prosisrage. Die sich immer mehr zuspitzende Lage im Fußballfport hat den Deutschen Fußball-Bund veranlaßt, eine neue Sitzung des Gesamtvorstandes einzuberufen, die am Sonnabend in Berlin stattfindet. Worüber hierbei gesprochen werden wird, ist unschwer zu erraten. Hoffentlich rafft sich der DFB. nun endlich zu einer vernünftigenJEat auf. Allerdings scheint es schon beinahe so, als ob ihm die Situation in der Profifrage über den Kopf gewachsen ist. Der Republikanische Molorrad-Elub E. v., der dein Dentischen Auto-Club angeschlossen ist, bietet neben Beratungen in technischen und juristischen Angelegenheiten auch einen äußerst günstigen Ber- sicherungsschutz. Sein Sportprogramm umsaht gemeinsame Fahrten, Gefchicklichkcitvprüfungen, Fuchsjagden u. a. Zusammenkünfte jedeii ersten Donnerstag im Monat in„Kleins Festsälen", Bliichcrstr. öl. An die Vcicinsbcrichtcrstattcr! Wir sehen uns veranlaßt, erneut daraus hinzuweisen, daß Berichte von Arbeitersportveranslaltungen unter allen Umständen sofort, bei Sonnkagsfesten am darauffolgenden Montag bis 10 Uhr vormittags eingereicht sein müssen. Später einlausende Berichte gesährden die Aktualität de» Blattes; eine Bearbeitung kann dann nicht zugesagt werden. Unbearbeitet bleiben in Zukunft auch Ankündigungen und Vorschauen mit ungenauen oder fehlenden Terminangaben. Rückfragen der Redaktion bei den Einsendern finden in keinem Falle mehr stall. Sporlredoklio» des„Abend". Kartil>«Bc,irI: Schönebcrq. Friedenau. Alle Mitolieber besuchen morgen, Sonntag, die Alatince ber SAI. im Titaino.Palaft, Hauptstr. 49. Vom»artell wirb ber Rastfilm gezeigt. Eintritt«0 Pf. Einlaß 11 Uhr. Beginn 11.30 Uhr. Wasscrfrortsparte(Schwimmer und Baffcrsahrer) 1. Krei«. Sonnabcnb. 23. Oktober, 19 Uhr, in ber Kreisgeschiisisstelle, Elsiisser Str. 80—88, Wichtiste Konferenz sämtlicher Funktionär« gemeinsam mir den Vercinovorsttzruden bzw. Gruppen ober Abteilungsleitern. Tagt öer Bär? 1 VJ IwiilltH. Iii.1 im al/e Berlin dient die MühlencLammschleuse seif 4(0) Jahren der Schi f fahrt Jhr fösi gleich* alt r ig ist Jene Cigareiten m apkep die bis auf den heutigen Tag alle Ansprüche des Kenners zu erfüllen wußte: •tosetäi Jtuno Berlins meistgerauchte Cigarette Empfehlung atsBeiriebsrat verdachtig. Llnzulä�iger Vermerk im Abgangszeugnis. Ein Unternehmen hatte einem Angestellten in Frankfurt a. M. bei dessen Austritt in einem sehr guten Zeugnis bemerkt, daß er es nicht nur verstanden habe, sich das Vertrauen der Kundschaft zu erwerben, sondern daß ihm das Vertrauen seiner Kollegen auch in den Betriebsrat berufen hatte und daß er später sogar der Vorsitzende des Betriebsrats gewesen sei. Da der Angestellte trotz seiner guten Zeugnisse keine andere Stellung erhalten konnte, ersuchte er um ein anderes Zeugnis ohne die Bemerkung über seine Zugehörigkeit zum Betriebsrat. Auf die Weigerung des Prinzipals hin klagte er bei dem Arbeits- gcricht auf Aenderung des Zeugnisses. In der Verhandlung vor dem Arbeitsgericht lehnte der Beklagte die gewünschte Aenderung mit dem Bemerken ab, daß es in der heutigen Zeit jedem Arbeitgeber nur angenehm sein könne, wenn er wisse, daß er mit dem Bewerber einen Gehilfen erhalte, der in Bctriebsfragen den ihm auferlegten Pflichte» des Betriebsrätegesetzes in vollem llmfange Rechnung trage. Wegen der prinzipiellen Be- dentung der Klage beantragte der Beklagt« auf jeden Fall die Zu- lassung der Revision gegen das Urteil des Arbeitsgerichts. Das Gericht verurteilte die beklagte Firnia zur A b ä n d e- rung des Zeugnisses gemäß dem Wunsch des Klägers. Im HEB. Z 73 sind die Grenzen, in denen sich ein Zeugnis hallen muß, genau vorgeschrieben. Das Zeugnis muß eine Bescheinigung über die Art und die Dauer der Beschäftigung ent- halten und muß auf Verlangen des Angestellten auf dessen FL h rung und Leistung ausgedehnt werden. Nach der Einstellung mancher Arbeitgeber konnte der Kläger an- nehmen, daß die Bemerkung über die Augehörigkeit zum Betriebsrat im Zeugnis für ihn einen Nachteil bedeutet. Nach der Fassung des £ 73 HGB. mußte die Beklagte oerurteilt werden. Aus dem gleichen Grund gab das Gericht dem Antrag auf Zulassung der Berufung gegen das Urteil nicht statt. Gegen Auslieferungen. Protest der ftanzöfifchen Gewerkschaften. Paris, 25. Oktober.(Eigenbericht.) Der sozialistische Eewerkschaftsbund der CG?, hat in einer Ein- gäbe an die französische Regierung gegen die geplante Ausweisung des antifaschsttische» Professors B e r n i e r i aus Frankreich Pro- t c st erhoben. Auch gegen eine Auslieferung der beiden spanischen Revolutionäre P o n s und B l a n c o, die nach siebenjähriger Zucht- haushaft aus Spanien nach Frankreich fliehen konnten, hat der Gewerkschastsbund Einspruch erhoben. kinderfreunde, kreis Friedrichshain, Gruppe Landsberger Platz. Morgen. Sonnlag, Gruppenfahrt nach Wuhlheide lSadowa). Treffen 8 Uhr früh Falkenecke. Kosten für rote und Jungfalken 20 Pfennig. Nestfalken 10 Pfennig. Ende der Fahrt 16 Uhr. Wetter für Berlin. Veränderlich und kühl, zeitweise etwas auf- frischende westliche Winde.— Für Deutschland. Im ganzen Reiche Fortdauer des kühlen Wetters, tagsüber einzelne Schauer, nachts vielfach leichter Bodenfrost. „Volk und Zeit", unsere illustrierte Wochenschrift, und „Der kinderfreund" liegen der heutigen Postauflage bei. Somisbeiich 25. Oktober. Berlin. 16.05 Unterhaltung&imisik. 18.05 Arbeitsmarkt 18.10 Dr. Guido Bagicr; Die europäische Tonfilmproduktion. 18.35 C. I. Hoffer-Reichcnau: Der srehciinnisvolle Sudan. 19.00 Vflraa Mönckeberj: Spukgeschichten. 19.30 Populäres Orchcsterkonzcrt. 21.10 Kabarett. Nach den Abendmcldungen bis 0.30 Tanzmusik. Königs Wusterhausen. 16.00 Rektor Friedrich Buchholz: 50 Jahre Berliner Lchrervcrcin. 16.30 Reckendorthaus, Berlin: Anläßlich der Ausstellung: Kinder wollen spielen: Kinder machen Musik, ausgeführt von den Kindern der Uebungs- schule des Seminars der Hochschule für Musik. Ltg.: Frida Loebcnstcin. Mitw.: Lotte Schlesinger. 17.30 Ob.-Reg.-Rat Pactsch: Verhalten der verschiedenen Wcgebenutzer untereinander. 18.00 Französisch für Fortgeschrittene. 18.30 Dr. K. W. Wagner: Schwingungen und Schwingungsforschung. 19.00 Das Arbeitslager(ein Zwiegespräch). 19.30„Gute und getreue Nachbarn." 20.00 Hamburg;„Die bunte Kuh." Anläßlich der Trauerfeier für die Opfer der Alsdorfer Grubenkatastrophe wird das heutige Programm Acnderungen unterworfen sein, die durch Rundfunk bekanntgegeben werden. Sonntag, 26. Oktober. Berlin. 6.30 Furkgymnastik. 7.00 Hamburg: Hafenkonzert. 8.00 Für den Landwirt 8.50 Morgenfeier. 10,05 Wettervorhersage. 10.30 Arno-Holz-Feicr.(Sprecher: Alfred Döblin, Flsc Beyer.) 11.00 Volksbühne: Jubiläumsfeier zum zehnjährigen Bestehen des Verbandes sozialer Baubetriebe. 1. Beethoven; Weibe des Hauses, op. 124(Berliner Sinfonie-Orchester, Leitung: Dr. Hellm. Thierfeldcr).— 2. Lendvai; Ban- hütfenlied(Uraufführung).— 3. Vorspruch des Maurers und Zimmerers. (Maurer: Ernst Karchow; Zimmerer: Paul Kaufmann).— 4. Gerstcr: Schafft Freiheit und Freude den Menschen der Erde, daß sie euch endlich zur Heimat werde.— 5. Mussorgsky, bearbeitet von Alfred Guttmann: Sei gepriesen, du strahlend helle Sonne.— 6. Nikol. Bernhard: Begrüßung. 12.30 Königsberg: Konzert. 14.00 Adele Procßler: Geschichten von Kindern und Tieren. 14.30 Mary Wurm.(Zum 70. Geburtstag.)(Mary Wurm-Mcisenberg, Sopran; 15.00 Blasorchester-Konzert. Flügel: die Komponistin.) 16.00 Aus dem Senderaum:..Der Schwierige", Lustspiel in drei Akten von Hugo von Hofmannsthal. Regie: Max Reinhardt. 18.00!. Haydn: Streichquartett G-Dur, op. 77, Nr. 1.—?. Dvorak; Klavier- quintett, op. 81(Karl Steiner, 1. Violine; Willy Steiner. 2 Violine; Fritz Steiner, Viola; Adolf Steiner, Cello; Heinrich Steiner, Flügel). 19.00 Schauspiclcrporträt. I. Werner Krauß.(Am Mikrophon: Werner Krauß, Alfred Braun.) 19.25 Felix Holländer: Theater-Erlebnisse. 19.50 Sportnachrichten. 20.00 Bach-Saal: Volkstümliches Orchesterkonzert. 22.10 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten, Anschließend bis 0.30 Tanzmusik. Königswusterhausen. Hclbig-Hahn: Acrztlichc Ratschläge für das Entwicklungs- 18.00 Dr. Plcister: Spiele auf der Dorfbühne._— � 18�30 Dr. Q. Vcnzmer: Meereswogen. 19.00 Julius Bah: Das Theater der Gegenwart. 19.30 Adalbcn-Stiftcr-Qedenkstundc. Einführung: Wilhelm Conrad Qotnoll, Rezitation: Karl Graes. 20.00 Hamburg:!. Operettenabend.— 2. Hinter den Kulissen ein« Operettentheaters.— 3. Konzert. Theater der Woche. Vom 26. Oktober bis 3. November. Volksbühne. Bis 2. Sic Weber. 3. Stt fröhliche Weinbern. Thester am Bülow»latz: 5. 11 Uhr: 2on.imatir.ee. Skaalslheaker. v»er Unter bcn Linden: 27. u. 1. Der König. Zierrmvven. 2S. u. 31. Fürst Igor. 29. Trovinta. 30. Tonnhäuser. 2. Mcisterftnger von Nürnberg. 3. See Uiebestronk. Oper om Plnh der Zierublit: 20. Die Stumme von Poriiei. 27. Fidolio. N. u. 3. See Borbier von Sevilla. 29. Neues vom Tage. 30. Sic Zouberflöie. 31. Nigolrtto. l. Carmen. 2. Sie verkaufte Braut. Stadtische Over: 38. Ter Propue!. 27. Tiefland. 28. Sie Walküre. 29. und 1. Bertauschte Nolle». 30. Mignon. 31. Simone Bveeanegra. 2. Lohengrin. 3. Sie Entführung aus dem Sera it. Stootstheater: 28. Prinz Friedrich von Homburg. 27., 29., 30., 1. u. 2. Sic Geschichte Gottsriedens von Berlichingen mit der eisernen Hand. 23. u. 3l. Bürger Echipvel. 3. Weh' dem, der lügt. Schiller-Theater: 20.. 27., 29., 1. u. 2. Nora. 2«. u. 31. Herr Doktor, haben Sie zu essen? 30. u. S. Elavigo. Theaker mit festem Spielplan: Theotee am Schiffbouerdawm: Iud Süß.— Tentsches Theater: Bis 31. Ein Sommernochtstrouni. Ab 1. Elifobeih von England.—»lommerspirle: Elgo.— Di« jtomidic: Der schwierige.— Theater in der Strcsemovnproße: Elurm im Wasserglas.— ftomädienhaus: Das ssonla S.— Gr. Schousvielhaus: Bis 31. Die luftige Witwe.— Theater des Westens: Breft.Liwwsk.— Lrssing.Theoter: Elisa. beth, flöniain van England.— klomische Oper: Das Mädel am Steuer.— Deutsche»«Lnftler-Theater: Jim und Iill. 28. llsh Uhr:. Hamlet" in engl. Sprache.— Rcilaissanec-Theater: Darunlrrsuchung.— Berliner Theater: Der Idiot.— Zentral-Theater: Eine Freundin so goldig wie Du!— Theater in der Behrenstraße»3—34: Das häßliche Madchen.— Metropol-Thrater: Bikloria und ihr Husar.— Neues Theater am Zoo: Hasenklein kann nichts dafür.— Die Tribüne: Etienne.— Nelson. Theater: Quitt. 1. Nnchtvorft. 23% Uhr: Quitt. — Walhalla. Theater: Sie Gartenlaube.— Rose-Theaier: In der Iohannisnacht. — Eaftno-Tbeater: Bis 31. Hurra ein Junge. Ab 1. Arm wie eine Airchenmaus. — Theater i. d. Mosterstraße: Bis 23. Spiel im Schloß. Ab 29. Einbruch aus- aeschlossrn.— Schloßpart.Theoter Stegliti:... Bater sein, dagegen sehr.— Theater im Admirolspelist: Sie Czardasfllrstin.— Wintergarte», Plaza. Seala: Internationales Barittt.— R ei chsholle» Theater: SteUincr Sänger.— Theater am Kottbusser Tor: Elite Sünger. VachmillaZsvcranstallungcn: Volksbühne, Theater nm Dnlowplat;: 26., 2.$ic Debrr.— Theater am Sd'iftbaucrbannn; 26., 2. Tie Dreigroschenoper.— Die Komödie: 26., 1., 2. Ter Tiene? zweier Serren.— Theater in de? Stresemannstraße: 2. Winneton.— Komödienhaus: 2. Tos Konto— Theater des Besten«: 26. 15 Uhr: Peterchens Mond fahrt. 17 Uhr: Ediwarzwoldmödel.— Lefsina-Theater: 2. 15 Uhr: Weihnoditswunder. 17 Uhr: Mein Leopold.— komische Oper: 26., 2. Tos Model om Steuer.— Deutsches künstlertheatcr: 26. Jim und InÜ.— Renaissance. Theater: 2. Ivette Gilbert.— Berliner Theater: 2. Ter Vetter ous Dinqzdo. — Zentral Theater:- 26.. 2. 15 Uhr: Rotkäppchen. 17� Uhr: Eine Freundin so goldig wie Du!— Relson�Theatcr: 26., 2. Quick.- DalhallaeTyeater: 26., 2. Tischst in deck dich.— Rose-THeoter: 27., 28., 80.. 31. Kukuk. 29. Honsel und Gtetel. 1. WA Uhr Peterchcns Mondfahrt. 22lfi. Uhr: In der Iohonrnsnoiht. 2. 14'.? Uhr und 17'/» Uhr: n der Iobounisnocht.— Theater in der Kloster- strafte: 20. 16 Uhr und 2. 14 Uhr: Rotkäppchen. 1. 16 Uhr und 2. 17 Uhr: Honsel und Gretes. 26. Büchse der Pondoro.— Schloßpark.Theater Steglitz: 26. Honsel und Gretes. 2. Ter Froschkönig.— Theater im Admiralspotast: 26.. 2. Tie Csorbasfürstin.— Aintergarten, Plaza, Seala: 26., 1., 2. Inter- nationales Variet�.— Reichshallen-Theatcr: 26., 2, Stettincr Sänger.— Theater am Kottbusser Tor: 26., 2. Elite-Sänger. Erstaufführungen der Woche: 12.00 Schulärztin L. alter. Mouiaq. Etaatsoper: Der König. Zierpuppen. Mittwoch: Theater in der Kloster st raße: Einbruch ausgeschlossen. Sonua&ettd. Deutsches T h e o t e r: Elisabeth von England.— Lu st spielhaus: Hokuspokus. Beranttvortl. für die Nedaktion: Franz Klnhs, Berlin; Anzeigen: Th. Glocke, Berlin. Verlag: Vorwärts Verlag G. m. b. H., Berlin. Druck: Vorwörts Buch- druckeret und Berlagsanstalt Paul Singer Co.. Berlin SW 68, Lindenssrafte 3. Hierzu 1 Beilage. Die Hilfe gegen Gicht, und Rheumatismus. Sie wissen kein sicheres Mittel geg«n diese Plagegeister? Einreibungen, Packungen, Bäder, Salben usw. lindern meistens nur für einige Zeit die Schmerzen, aber sie packen nicht immer das Uebel an der Wurzel. Ich empfehle Ihnen ein wirklich erprobtes Mittel, und Sie sollen es selbst versuchen, ohne daß«s Sie etwas kostet! aber ehe ich Ihnen mehr sage, lejen Sie die folgenden Briefe: Teile Ihnen mit Freuden mit, daß ich von dem Erfolg Ihrer Gichtosint-Tabietten direkt überraschr bin. Mein Gichtleiden besteht seit 38 Jahren, und trotzdem verspürte ich schon nach der zweiten Schachtel von Ihren Tobletten eine ganz bedeutende Besserung. Habe jetzt einen festen gesunden Schlaf, was vorher infolge der Glieder- und Rückenschmerzen ganz unmöglich war. Fühl« mich überhaupt wie neugeboren. Für Ihre überraschend« Hilfe in meinem 38jährigen Leiden bin ich Ihnen jederzeit zu Dank verpflichtet und zeichne hochachtungsvoll I. U. in Th. Trotz meines hohen Alters von 72 Iahren hat Ihr Präparat Gichtofint ausgezeichnet gewirkt und mich von meiner jahrelangen Gicht und Rheuinatismuskrankheit vollständig befreit. Ihre Gichtasint-Tablette» verdienen den besten Ruf, und werde ich nicht versäumen, jedem Leidenden diese ams beste zu empfehlen. Ich jage Ihnen vielmals meinen herzlichen Dank und empfehle mich Ihnen hochachtungsvoll Frau M. E. in F. Solche Briefe besitze ich tausende, und nun hören Sie weiter: Gicht und Rheuniatismus können nur vo» innen heraus wirklich kuriert werden, durch Entgiftung des Blutes. Dieses ist verunreinigt durch zurückgebliebene harnfaur« Salze, und dieie müssen heraus, sonst nützt alles Einreiben und Warmhalten nichts. Zur Beseitigung der Harnsäure dient das G i ch t o j i n t. Sie können das glauben oder nicht, ober Sie sollen keine» Pseimig dafür ausgeben, ehe Sie sich überzeugt hoben. Teilen Sie uns Ihre Adresse auf einer Post- karre sofort mit und adressieren Sie diese an: Generaldepot der Bittoria-Apotheke, Berlin A 275, Friedrichstr. 19; es geht Ihnen dann vollständig kostenfrei eine Probe Gichtofint mit weiteren Auf- kiärungen und genauer Gebrauchsanweisung zu. Tltealer, LicJtlspiele usw.| Tägl. 5 ii. SIS Sonnt. 2. Sa. 8" Alex. E 4. 8066 Sylvester SchSffer Charley-Willianis.Bono usw. roiKsbttluie Theater an Bölowplall. 8 Uhr Die Weber v. G. Hauptmann Regie: K. H. Martin. »aatLMilier-Tli. 8 Uhr Nora ThGateram SdHifbauerdamm Täglich 8>t, Uhr Jud Süß! von Paul Kornfeld. lau.: leop. JeSaer mit Ernst Deutsch Sonntag 3'h Uhr Deatidies Ibeater 8 Uhr Neueinstudierung nacMstraum Htpie: Mai Reinhardt. Kammerspiele 8>', Uhr Elga voa Cerbart Haoptmann. Regie; Gustav Härtung. Die Komödie 8»/2 Uhr Der Schwierige >03 Hggo von HofmannsIhoL Regie: Max Reinhardt. Rose-Theater 6r.FninKluilsrStr.i32 Tel. Alex 3422U.3494 4.15 Uhr; Dornröschen 7 und 10 15 Uhr In der Johannhnachl inetropoi-meater Täglich 8'/« Uhr Sensationeller Opcrcttenerlolg I Unter pers. Leitung des Komponisten Viktoria undihrHusar Sonntag 2'b Uhr Das Land des Läcbelns Sonntag 5 Uhr FrlederlHe. Kleine Preise. Deutsehes KOnstler-Tbeil. Tel. Barbamssa 3937 S'U Uhr Jim und Jiil Grete Mosheim, Harald Paulsen. Renaissance- Theater Stcinplatz 6780 8V. Uhn von Max Alsberg und O E. Hesse CHans Ros«} „Ii Ii!! MUMM' Stürmiiehes Lachen! Entzückende Musik! Traute, Hans u. Willi Hoso! Wochentage 8� Uhr: Sonnabends 7 und 10» Uhr. Preise von 50 Pf bis 3.— M. Programm u. Garderobe Je 25 PI (kein Zwang). Theater fflr die Kinder; Kommemlan Mltlwoch S Uhr: „BAnael und Grctcl'* Jeden Montao. Dienstao. Donnerstaa und Freitag 5. SO Uhr Familien-Nachmittage Da« Lnataplal„Kukull" mit Truate Roa* Preise von 30 Pf die 1.50 M Garderohe und Programm Je 1 0Pt. Kaffee mit Kuchen 25 Pf. Kommenden Sonnabend-t'Uhr; „Dornrif ecben" Bllleltltaue: Alex 3422 u. 3494 Gr.FrunkfnrterStr.ias R O S Theater iheaterl. d. Behrenstr. 53-54 Direktion: Ralph Arihnr Roberts b/s Das hSBiiche manchen Neues Theater — am Zoo— AniBalmh.Zoa. Stpl. 655i Täglich 8"/s Uhr Dergrofie Ladierfo!gl Max Adalbert in Hasenklein Komisdis Oper S'M Uhr Das Mädel am Steuer Operette v. Gilbert Englisch— Roberls— Janssou. Thsat. i. Westens SV» Uhr Brest Litowsk in Hans J. Rehfisdi. Sonntag oadundülit Pelerdiens Hondfahrt 5 Uhr Sdiwarzvaldinidel Lessing-Tbeat. 8V» Uhr Elisabeth, Hönigln ton England von Lenormand HdflidL lehnunn. So. UV» Uhr: HaditYiifstenung Gruppe junger Schauspieler Fludil nadi §dtaiidhal Barnovsky-SObDtH Tnecier In der Stresemannsir. Täglich 8V< Uhr Sturm im Wasserglas Hnnödic ton Frank. Komödienhaus 8V» Täglich SV» Konto X tun Bernaatr und Oestmeidmr Lostspieihaus Dir.; Hans LDpsdilllr Täglich 8V» Uhr meine Scfiuiester und Ich Musikvon Benatzky Lory Leux. Kort von Mdllendorl Sonntag 5 Uhr Meine Sfflwester und im BETRIEB t KEMPINSKlS erlliiMüi Dönh 625,626. Täglich 8 Uhr Alexander Moissi in „Der Idiot" t. Doetosevski) Ausschneiden! Zentral-Theat Täglich 8Va Uhr Sonnt auch 5V« Uhr Eine Freundin so goldig wie Du Operette v. Meisel. fori.(Dt Paikett dB itattA.- H. nur I■" gOltig m IS.-ll Bkt. Sonntags 3 Uhr RotHflpiichen Kleines Thea!. Merkur 1624 Täglich 8V« Uhr Wassersdien leapoldine Konstantin, Ralph. Chlud. Garbe. Segel, de Rova. Ibeater am Knttb. Tor Kottbusser Str. 6 F. 8. Oberb. 6070 Tägl.«'/» U., Somit amil 3'k Bkt Elite' Sander MF Präsident TTtl Zunkel S fit hr. Triasui;»!- kulnki Sdiorsili ßnselii wv* CAS1N0-THEÄTER Lothringer Strafe 37. Unwider railich nnr bU 30. Okiober Hurrah. ein Junge! iiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiikiiiiiitiiiiiniiuuitiiiiiiiiiiiiiiDiiiiii'» Am 1. November 1930 zum 1. Male: Arm wie eine Kircbenoiaiis Qulschein 1—4 Pers. Fautcuil 1.25 M.. Sessel 1.75 M.— Sonstige Preise; Parkett 75, Rang 60 Pfg. enOSLSCHAUSPIELBADSS Nur uo cb 1 Wocnel Lustige Witwe Hesterbcrff. Hansen« Arno. SclioIIvrcr, JanKuhn.ScIiaeflers, Winkelstern» DesnL H E G 1 E: GHAREI.Ia 8.1 s Ohr— Bandico nrlanbi Tlffany Twin«. Oora Kasan u. Nester. Prof. Pallos B singen. deLadies. Brown u. La Hart jsv», Sonnabend u, Sonntag]o 2 Varatsllungen 4 und 8" Uhr. 4 Uhr kleine Pr. isgk» dorn,- l«. neidtau. Socntags 3 Vofsiellmigen: 1 24 Uhn 30 PfB, I.SO Mk Su.S» Uhr: so Pfg.. 3.- Mk. BT Bei«Uesen Freisen; 1 Alle Kinder in den Circns!! Reichshaüen-Theater Abends[7| Sonniac* nachm. j 3' o| (zu halben Preisen) Stetlmer Sänger Zum Schluß „Wir ollen Berliner" Tagck 1 1-2. iktndt.«h 6. Itr.inSl Oönhotr- Brettl: llasgr.Olrt.-Priigraiiiiiil Taaz. SanelleHansShtiB Berliner fflk-TfiO N C U k 0 1 1 ü. w Lahnstr. 74/76.1 Die einzige Ersatzkasse für sämtliche Berufszweige ist die MrcuiBcen- aincl Sierl>el Jataros«0S4 gSccaSründ«;« die Versicherungspflichtigen und Nichtversicherungspflichtigen ausreichenden Krankenversicherungsschutz bietet Berlin MS4, Oranienburger Sir. b? und 300 Verwaltungssteilen im Reich