BERLIN Mntag 27. Oktober 1930 10 Pf. Nr. 5v0 4 B 251 47. Jahrgang erscheint tiglich auberSonntag«. Zugleich Abendausgabe des.Vorwärts'. Bezugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, 3,80 M. pro Monat. Redaktion und Expedition; BerlinSWö8,Lindenstr.Z SficUaukgaSe xleb j�Joihfrafib Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeile 80 Pf., Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto: Vorwärts-Verlag G. m. b. H., Berlin Nr. 37530. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis 297 99 Opfer bei Saarbrücken Die Schlagwetterexplosion auf der Grube Maybach Das neue furchtbare Grubenunglück bei Saarbrücken hat nach den letzten Nachrichten KS Tote gefordert. 8Z Tote sind geborgen. Im Lazarett sind drei Verletzte gestorben. Unter Tage liegen an einer Stelle, die aber nicht zugänglich ist, noch vier Tote. Auster diesen i»2 Toten werde» noch sieben Bergleute vermißt, die sich ebenfalls in dem brennenden Stollen befinden und als tot gelten müssen. Iriedrichsthal, 27. Oktober. Wegen der bis zur Uncrträglichkeit gestiegenen Hitze in den Stollen"sind die Bergungsarbeiten zur Zeit eingestellt worden. Man vermutet noch etwa zehn verunglückte unter Tage, von denen indes keiner mehr am Leben sein dürste. Im Lause des heutigen Tages sind die Angehörigen der Verunglückten an die Bahren geführt morden, um die Toten zu identifizieren. Di« Beisetzungsfeierlichkeiten sind auf kommenden Mittwoch angesetzt. Paris. 27. Oktober. Der Generalsekretär der Dominialminen, Raspoil, hat der fron- zäsischen Presse eine Erklärung abgegeben, in der es u. a. heißt, daß die Schäden in Friedrichsthal sehr beträchtlich seien. Trotzdem könne man jetzt schon sagen, daß die Grube gerettet sei. Die genauen Ursachen der Katastrophe stünden zur Zeit noch nicht sest. Doch liege die Vermutung sehr nahe, daß man es mit schlagenden Wettern zu tun habe. Einer im Schacht beginnenden Feuer sbrunst sei eine schwere Explosion gefolgt. Wenn das Unglück nicht noch größeren Umfang angenommen habe, so sei das in erster Linie der Kaltblütigkeit des Chefingenieurs und de» höheren Personals zu verdanken. Man sei sosort bis zum Brand- h-rd vorgedrungen und hätte ihn mit Grubenwasser eingeschränkt. Zur Zeit der Katastrophe seien 700 Bergarbeiter in der Maybach-Grube beschäftigt gewesen. Das Unglück habe sich durch eine starke Rauchentwicklung aus dem Schacht angekündigt, während die Explosion selbst von außen her Vicht zu hören geweesn sei. Als dos Alarmsignal ertönte, seien die Bergarbeiter mit größter Be- rrvX7= SAARGEBIET' Kaisersteutern • itt/nfanch. Ingbert ZweibrückM schleunigung zu Tage gefördert worden, wobei man festgestellt habe, daß 110 Mann fehlten. Die Opfer seien in einem Stollen in bOO Alelec Tiefe beschäftigt gewesen. Der sranzösksche Außenminister Briand hat an den Präsidenten der Saarländischen Regierungs- kömniission. Sir Ernest Wilton,«in Beileidstelegramm gerichtet, in dem es u. a. heißt, die Regierung der sranzösischen Republik neige sich ehrfurchtsvoll vor dch Opfern der Katastrophe. Die Regierung bitte, den betroffenen Familien ihr lies gefühltes Beileid und den opfcrmütigen Rettern ihre lebhast« Anerkennung auszusprechen. Berichte von Geretteten. Einer der Kumpel fat seinen Kameraden eine Strecke m i t g e s ch l e i s t. eh« ihn giftig« Gase zwangen, seine Last ab- zuwerfen. Ergreifend die Szene, wie ein Fahrhauer seine gruben- lampe fordert; er will zurück in den Schacht, will vordringen in dos undurchdringliche Dunkel durch die zusammengestürzttn Gesteins- masien; denn er weiß, unten liegen sein Bruder und sein Schwager. Drei Bergleute, die man schon zu den Vermißten zählte, waren lange Zeit in den Schwaden umhergeirrt, bis ihnen frische Luft den Weg zum Iungwald-Schacht wies, aus dem sie dann ins Freie kamen. Di« Hitze und die Schlagwelterfchwaden machen die Arbeiten der Rettungsmannschaften außerordentlich fchwer, die mit ihren Apparaten nur langsam vorwärts dringen können. Es ist fo gut wie ausgeschlossen, daß auch nur einer von den Eingeschlossenen noch lebend geborgen werden kann. Die Schilderungen der zur Ruhe gezwungenen Bergungsmannschoften geben ein Bild von der Helden- hasten Arbeit und von dem furchtbaren Anblick, der ihnen in der •Das Unglück an der Saar Jn der Schadtlanlage lUay- hack bei Quierschied er cigtiele fielt am Sonnabend eine Sdt lagtreUerexp lofion. 'Unfer SBild seigl Jingc hörige und SanUäier, die im Eingänge des llngliidis fdiadils auf neue Trans porte Geborgener icarlen. Tiefe begegnet. Dauernd befinden sie sich im harten Kampf mit den Schwaden und trotz aller Anstrengungen begegnen sie nur Toten und Toten. Schauerlich ist der Anbli.ck verbrannter und er- stickler Menschen. Auf den Straßen begegnet man Überall weinenden Frauen, die, von Kameraden ihrer verunglückten Angehörigen gestützt, nur langsam den Weg durch den dunklen Wald in ihr Heim finden. Hoffnung hat niemand mehr und trotzdem verhaart die schwer geprüfte Menge die ganze Nacht bis zum frühen Morgen hindurch am Gitter der Eingangstore, wo viele Frauen ohnmächtig zusammensinken. Die Grube Maybach wurde das letztemal 190 7 von einer Schlagwetterexplosion heimgesucht, die 12 0 Bergleuten das Leben gekostet hat. Bisher haben zu dem Unglück ihr Beileid ausgesprochen der Reichspräsident an die Direktion der Maybach-Grube, der Reichsaußenminister namens der Rcichsregierung dem Präsidenten der Regierungskommission des Soargebtetes sowie der Oberpräsident der Rhcinprovinz und der Bischof Dr. Bornewasser. Zur Linderung der bittersten Not hat die Regierungskommission 200 0 00 Franken bewilligt. Bei dem Präsidenten der Regierungskommiision sind ferner Beileidstelegramme der französischen Regierung und des Ministers für öffentliche Arbeiten eingegangen. Die Bergungsarbeiten. Saarbrücken, 27. Oktober. Die Bergungsarbeiten aus Grube Maybach sind im Laufe de»' Nacht fortgesetzt worden. Bis jetzt sind 86 Leichen zutage gebracht. 2 Tote liegen noch unter Tage, 3 Bergleute werden vermißt. Von den Verletzten sind 4 schwer verwundet, 4 gestorben, 16 leicht verletzt und einer bereits entlassen. Was die Ursache des Unglücks betrisst, so kann nunmehr als feststehend angesehen werden, daß cs sich um eine Schlagwetter, und Kohlenstaubexplosion handelt, die dann durch Gesleinsrieselung lokalisiert worden ist. Völlig unzutresscnd sind die Gerüchte, daß am gestrigen Sonntag aus Grube Maybach eine neue Explosion stattgefunden habe. Diese Gerüchte erklären sich dadurch, daß gestern die brennenden Gase, nachdem sie berieselt und gelöscht worden waren, durch Wctterluken an die Oberfläche gesaugt wurden; bei dem diesigen Wetter fanden die Rauchwolken keinen schnellen Abzug. * „Petit Journal' läßt sich von seinem noch Maybach entsandten Sonderberichterstatter melden, die Annahm«, daß die Gruben- katastrophe auf Explosion einer Benzollokomotive zurückzuführen sei, treffe nicht zu. Technische Sachverständige betonten übereinstimmend. daß es sich bei der Katastrophe um nichts anderes als um S ch l a g- weiter handeln könne und daß erst im Augenblick der Explosion eine Preßluftlokomotive, die sich in dem betresfenden Schacht befand, aus den Weichen gesprungen und gegen die Wand geschleudert worden sei. „Petit Journal" Hot sich beim Sitz der Saorgrubenverwaltung in Paris über die näheren' Umstände der Katastrophe auf Grube Maybach unterrichtet, und will auch hier die Bestätigung erhalten haben, daß es sich um Schlagwetter handeln müsie, weil keine Benzol- lokomotive in Gebrauch gewesen sei. In der Maybach-Grube wurden, wie betont wird, nur Trecker mit Preßluft verwendet. Moiorradunglück: Vier Toie! Zwei Näder ineinandergerast.— Ohne Licht gefahren! R e u st r c l i h, 27. Oktober. vor dem Eingang zur Fasanerie in der Nähe von Neustrelil, stießen am Sonntagabend zwei Motorräder zusammen. Dabei wurden drei Personen sosort gelötet und eine vierte so schwer verletzt. daß sie aus dem Transport ins Krankenhaus starb. Bei dem Zusammenprall der Maschinen wurde noch eine Radfahrerin, die mit ihrem Fahrrod zwischen die Maschinen geriet, leicht verletzt. Das Rad wurde erheblich besihädigt. Die Schuldsrage ist noch nicht geklärt. wie verlautet, ist einer der Mokorradfohrer ohne Licht gr fahren. Ganze Familie verbrannt. Ehepaar mit fünf Kinvern in den Flammen umgekommen. Paris, 27. Oktober. wie aus Madrid gemeldet wird, forderte ein furchtbares Brandunglück aus einem Landgut in Soberbina in der Nähe von Olioares das Leben einer siebenköpsigen Familie. Aus dem Gut. das dem ehemaligen Torero Torres gehört, brach Feuer aus und dehnte sich mit ungeheurer Geschwindigkeit aus die Nebengebäude des Gutes aus. Das Dach des Wirtschastshauses, in dem ein Angestellter mit seiner Frau und seinen fünf Kindern wohnte, stürzte zusammen und begrub die Bewohner unter den Trümmern. Nach mehrstündigen Bemühungen koimten die Unglücklichen nur noch als verkohlte Leichen geborgen werden. Naziführer als Mörder. Den Gegner durch sechs Revolverschüsse getötet. Mainz, 27. Oktober. Am Sonnabendabend kam es zwischen dem auf Urlaub befindlichen Sohn des verstorbenen Altbürgermeisters Haupt in Bobenheim, einem Studenten, und dem bei der Familie beschäftigten 3vjährigen Dicnstknecht Arzberger, dem Führer der dortigen Hitler- Leute, zu einer Auscinandersehung, in deren Verlauf der Knecht einen Revolver zog und den Studenten durch sechs Schüsse tötete. Ter Täter wurde von der erregten Bevölkerung so verprügelt, dast er mit lebensgefährlichen Verle Hungen ins Krankenhaus eingeliefert werden mußte. \ Oer„Baden"- Kapitän verhastet. 27 Tote auf dem Hapag-Sampfer.- Sieben Deutsche tot und schwer verletzt. Rio de Janeiro, 27. Ottober.(Eigenbericht.) Die Beschießung der„Baden" durch die Batterie eines brasilianischen Forts hat nicht nur 20, sondern 27 Tote gefordert. Außerdem werden 25 Schwer- und etwa 30 Leichtverletzte gemeldet. Einer der Toten ist deutscher Staatsangehöriger. Es ist der Heizer Willi Müller. Alle anderen Opfer sind spamscher Nationalität. Der Kapitän der„Baden", Rollrn, ist von den brasilianischen Behörden verhaftet worden, da ausschließlich er für den Zwischenfall verantwortlich sein soll."Es wird darauf verwiesen, daß die Batterie des betreffenden Forts ausdrücklich Warnungs- signale abgegeben habe, die Rollin jedoch nicht befolgt hatte. So sei es zu dein bedauerlichen Mißverständnis gekommen. Hamburg, 27. Oktober.(Eigenbericht.) Die Hamburg-Ainerika-Linie teilt mit, daß sich unter den Schwerverletzten der„Baden" sechs Reichsdeutsche befinden. Davon sind drei Passagiere und drei Angehörige der Besatzung. Auch unter den Leichtverletzten befinden sich mehrere Reichsdeutsche. Hinsichtlich der Vorwürfe gegen den Kapitän der„Baden" ver- meist die Hamburg-Amerika-Linie daraus, daß Rollin»in alter erfahrener Schifssführer sei, der seit vielen Jahren die südamerikanische Route befahre und alle internationalen Regeln und Vorschriften durchaus beherrsche. -» Die deutsche Gcsandtschafl in Rio de Jantiro hat sofort nach Bekanntwerden der Beschießung des Hapag-Dampfers„Baven" ein» Untersuchung eingeleitet und zu diesem Zwecke eine deutsche Kommission an Bord des Dampfers geschickt. Zugleich hat sie sich mit den zuständigen brasilianischen Stellen in Verbindung gesetzt. Die brasilianischen Behörden haben ohne weiteres zugesichert, alles zur Aufklärung des Falles notwendige einzuleiten und schuldige Personen zur Rechenschaft zu ziehen. De Gesandtschaft ist angewiesen worden, auf Grund des festzustellenden Sachverhalt» an- gemessene Genugtuung und vollen Schadenersatz zu fordern. Feiertage der Metallarbeiter. Oer Lohnausfall im Dezember. Ein Betriebsleiter in der Metallindustrie schreibt uns: „Ein Umstand, der mindestens gegen sofortige Lohnkürzung spricht und den merkwürdigerweise weder Schiedsrichter noch Industrielle noch Gewerkschaftsführer würdigten, sei hier erwähnt. Nämlich: Der kommende Dezember bringt für die Metallarbeiter durch die eigentümliche Folge der Weihnachtstage, Silvester nüt Neujahr einen Verlust von mindefiens 10 Arbeil»logen. In dem Monat der größten'Ausgaben, in dem noch in«inigen anderen Berufen eine besonder« Gratifikation ausgezahlt wird, verliert der Metallarbeiter bis zu 40 Proz. seines Verdienste». Und den kärglichen Rest will man noch um 8 Proz. kürzen! Wenn man das arbeitende Volk nicht zur Verzweiflung treiben will, dann vertage man wenigstens die Lohnkürzung— oder ist im Herzen des deutschen Unternehmers jeder Fun?» von Menschlichkeit gestorben?"'-- Eine Lohnkürzung um 8 Proz. obendrein fehlte da gerade noch, um die„Feststimmung" in unauslöschlichen Haß zu verwandeln gegen ein System, das den ehemaligen Wochenlöhner zum Tage- lohner und Stundenlöhner machte, um ihn an den ch r i st- lichen Feierda gen und insbesondere zum Fest der Lieb« leer ausgehen zu lassen und ihm samt Frau und Kindern Stockprügel auf den Magen zu versetzen. Die Herren, die in den Arbeiter nur noch«inen Faktor ihrer Gestehungskosten erblicken, der ihnen außerdem soziale L a st e n verursacht, sie dürste» nicht ganz übersehen, daß„die Hände" denken nndempfinden. Nach dem Streik werden die Soldschreiber des Unternehmer- tum» den Arbeitern vorrechnen, welche Lohnsummen durch den Streit verlorengingen. Sie wollen dann nicht vergessen, daß die Unter- nehmer es waren, die der Berliner Metollarbeiterschast diese» Streit aufgezwungen haben. Der Handel, der schon jetzt in seinen Erwartungen aus das Weihnachtsgeschäft, ganz abgesehen van der riesigen Arbeitslosigkeit, stark enttäuscht ist, wird sich bei den „Kapitänen der Wirtschaft" für ihre Art der Ankurbelung bedanken m ästen, die die Kaufkraft vollends lahmlegt, Die Feier der Bauhütten. Glänzender Verlauf in der Voltsbühne. Der Verband Sozialer Baubetriebe hielt gestern zur Feier des geh n jährigen Bestehens der Bau Hüttenbewegung «ine festliche Veranstaltung in der Volksbühne ab, zu der die Reichs- rcgiernng, die Länderregierungen und die gemeinwirtschaftliche» Organisationen zahlreiche Bcrtreter entsandt- hnttkn. Nach einer Begrüßung der Anwesenden durch das Vorstands- Mitglied des Baugewerksbundcs Bernhard entrollte August E l I i n g e r in pnckendcr Darstellung die Kämpf« der gemein- wirtschastlichen Bauhüttenbeweoung in den letzten zehn Jahren, die trotz aller Anfeindungen und wirtschastlichen Schwierigkeiten bisher schon so greisbare Erfolge gezeitigt haben. Umrahmt von einem buntsarbigen Bühnenbild feierten Sänger und Rezitatoren die Arbeit des Lauhandwcrks, seine aufbauende Schasfenssreude und die Soli- darität der Werktätigen. Die unter Ewald S u h r s Leitung ge- brachten künstlerischen Darbietungen hinterließen in dem überfüllten Hause allgemein tiefen Eindruck. Nach der künstlerischen Feier beginnt heute mit der Eröffnung des 7. Bauhüttentages die ernste Arbeit. Der Bauhüttentag findet im Plenarsaal des Reichswirtschaftsrates statt. Massenbesuch beim»Gturmvogel�. Sonntag früh: Dunst liegt über dem Flughafen. Trotzdem haben sich hier etwa 1000 Jungbuchdrucker eingefunden, um die Anlagen und Maschinen des„Sturmvogels" zu besichtigen. Eine große Flugzeughalle und 0 betriebsfähig« Flugzeuge sind der Erfolg de» zähen Kampfes, den der.«turmvogel" gegen den Deutschen Luftsohrerverband zu führen hat. Der„Sturmvogel" hat gazeigt. daß es möglich ist, den Flugsport auch der werktätigen Bevölkerung näherzubringen. Achtung, Knorrbremje! Morgen. Dienstag, mittag» IZ Uhr. Zujawmenkunst der freigewerkschafrlichen Funktionäre bei Raßki. Gürtelstraße 28. Betriebsversammlung um 14 Uhr bei Schon ert. Kynaststraß«. Da» Fest der silbernen Hochzeit begeht heute das Ehepaar K. R a b e n st e i n in Berlin-Biesdorf-Süd, Heesestraße 77. Die Judilare, alte und treue„Vorwärts"-Freunde, begehen das Fest in voller Frische. Unsere besten Glückwünsche! Nazis verprügeln Pfarrer Hakenkreuzler als Bilderstürmer und pfaffenfreffer In einer Aünchancr Versammlung der Nationalsozialisten kani es zu einem Zwischenfall, der für den neuesten Kurs der Haken- kreuzler bezeichnend ist. Es sollte der bekannte Hetzer Streicher sprechen, der eben eine Gefängnisstrafe wegen'Aufreizung absolviert hat. Streicher begann damit, daß er der Versammlung einen im Ornat anwesenden katholischen Pfarrer denunzierte. Die Folge war, daß die SSl.- Leute über diesen Pfarrer herfielen, uin ihn zu verprügeln. Dem anwesenden Hitler, der sich seit dem Wahlausfall bc- müht, seine Partei regierungsfähig zu inachen, war dieser Zwischenfall furchtbar unangenehm. Trotzdem hatten er und sein Adlotus Ester die größte Mühe, ihre aufgeregten Söldling« zu be- ruhigen, die durchaus an dem Pfarre? ihr Mütchen kühlen wollten. Schließlich drohte Hitler die Bersammlung zu verlassen. Er leistete sich auch den bezeichnenden Satz: Kein Nationalsozialist dürfe sich an«inem Kleid vergreisen, das vielen Deutschen„ohne Berück- sichtigung der jeweiligen Träger dieses Kleides" als Ehrenkleid gelte. Schließlich wurde der bedroh.'e Pfarrer an den Vorstandstisch gebracht und die Versammlung konnte, nachdem Hitler sich noch über die Disziplinlosigkeit seiner Mannen ereifert hatte, ihren Fortgang nehmen. Die Nazibewegung, die ja ein großes Teil.ihres geistigen Rüstzeugs aus dem Mittelalter bezieht(Zinsoerbot, Stände- Einteilung!) hat glücklich auch den lnror protestanticus aus der Reformationszeit neu belebt(der nicht das mindeste zu schaffen hat mit moderner Freigeistigkeit und Aufklärung, sondern sich in einer wüsten Beschimpfung des Katholizismus und seiner Einrichtungen erschöpft). Bezeichnend hierfür Ist ein Flugblatt der Hakenkreuz- lerjschen Organisation„Blücher", deren Führer Privatdozcnt Rüg« einmal das schöne Wort geprägt hat: Jeder Blücher-Bündier müßte abends vor dem Schlasengchcn beten, daß ihm G o t t die Kraft ver- leihe, einen Juden u m z u b r i n ge n. Das jetzige, in ähnlichem Stil hetzend« Flugblatt richtet sich nicht so sehr gegen die Juden als gegen die Katholiken. Nachdem«s ausgesprochen hat, daß heutzutage jeder Deutsche das Recht hat, zu„stehlen, ohne sich ertappen zu lassen", wendet es sich also gegen die Negierung Brüning: Ein verpfasster Kanzler, der sich der Zentrumspartei und damit deren römifch-satanischen Slbkömmlingen, welche schon Luther als Erzfeind« Christi bczeichncic, mit Leib und Seele verschrieben, taugt nichtals Führer des deutschen Volkes. Er weiß, wie es in Rom zugeht: wie dort mit den Peterspfannigen der verblödeten Gläubigen des halben Erdkreises xejchwelgl wird. Er weiß, daß Pius IX. 66 Millionen Lire der Kirche, Kardinalstaatssekretär Antonelle zwei Jahre vorher 110 Millionen Lire seinen Verwandten hinterließ, und daß man dessen Bastarde gütlich abfinden muhte. Er»reiß auch, daß Leo XIU. beim römischen Bankkrach 30 Millionen und durch Einbruch 13 Millionen Lire einbüßte. Er kennt diese ps äs fische Höllenwirt- schast und Schwelgerei in Goldmillionen genau!... Aber bald werden nicht nur die Lebensmittelgeschäft« und Waren- Häuser, sondern auch die katholischen(heiligen) Kirchen von dem hungernden und wütenden'Volke gestürmt werden. E» wird ollen für das Seelenheil völlig wertlosen goldenen Flitter wegnehmen, einschmelzen, prägen und sich dafür Brot und Kleidung kaufen! Milliardenwerte stecken in diesen toten Stein- lirchen. Domen. Stiften und Klöstern! Heraus damit! Holt's euch, Ihr hungrigen Dölker und fürchtet keine Strafe des Himmels! Schlagt dl e elenden volksbetrügerischen P soffen, die euch daran hindern wollen, nieder! usw. usw. Dos ist fast getreu die Sprache der B i l d e r st ü r m c r oug dem 16. Jahriindcet. Die Religionskriege mit ihrer Krönung durch den Dreißigjährigen Krieg können wieder angehen, da unser Bedarf an Kriegen offenbar noch nicht gedeckt ist. Für die innere Entwicklung des Hakcnkreuzlertums jedensalls ein lehrreicher Beitrag. Kranzens Niederlage. Demonstration in Braunschweig gegen Willkürherrschast. Die Stadt Braunschweig stand am Sonntag im Zeichen Oes Protestes gegen das Willkürrsgmlcnt des Naziministers Franz«». Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold hatte eine ge- waltige Demonstrationsversammlung veranstaltet, in der Zlbgeord- neter K u t t ne r° Berlin,„die vom'Minister. F ranzen unterdrückte Wahrheit über den Fall Franzen" bekanntgab. Gleich zu Beginn der Rede erregt« es großes Aufsehen, als Kuttner mitteilte, daß Franzens Kollege, der braunschweigische Ministerpräsident Küchen- thal, persönlich nach Berlin gefahren ist und durch den braunschweigische» Gesandten Boden beim preußischen Justizministerium hat bitten lassen, die für Herrn Franzen so peinliche Angelegenheit aus der Welt zu räumen. Hierbei habe sich der braunschweigische Gesandte auf den Standpunkt gestellt: Franzen habe, als er auf der Polizeiwache den Guth fälschlich als Zlbgeordneten Lohse legitimierte, doch nicht wissen können, daß Guth einer strafbaren Handlung bezichtigt sei!(Offenbar meinte Herr Franzen, daß Guth in der Polizei eine Anstmidsoisite machen wollte.) Unter stürmischer Heiterkeit der Bcrisammllmg stellte Kutincr fest: In Braunschweig gebärd« stch Herr Franzen als der brüllende Löwe, in Preußen aber ver- wandelt sich der Löwe in«in zahmes Katerchen, dos Sammetpfötchcn gibt! Der Referent wies weiter nach, daß Minister Franzen, gegen den sogar sein Parteifreund Guth zeugt, in seiner Darstellung des Falles wissenllich die Unwahrheit gesagt habe. Seine Verbote, den wahren Sachverhalt in Braunschweig bekanntzugeben, kennzeichnen sich als Mißbrauch der Amts, gcwalt sür persönliche Zwecke. Wenn Herr Franzen den Mut habe, wegen dieser Vorwürfe zu klagen, so wolle der Redner selber — entgegen den feigen Nazimethodcn— die Aufhebung seiner Immunität beantragen, um vor Gericht den Wahrheitsbeweis zu erbringen. In Anschluß an die mit stürmischem Beifall aufgenommene Rede kam es zu einer spontanen Demonstration in die innere Stadt lieber 1000 Mämrer und Frauen beteiligten sich an dieser eindrucksvollen Demonstration, die in ihrer Form an die Wahlrechtstundgcbungen der Borkriegszeit erinnerten. Um der Polizei keinen Anlaß zum Einschreiten zu geben, wurden nur die Bürgersteige benutzt. Trutzige Frei-Heil-Ruse tönten aus den un- übersehbaren Zügen, als die Wohnung d e-s M i n i st er s Franzen passiert wurde. Trotz Sprengungsoersuche der Polizei, unter der sich zwei Naziosfizicr« hiensteisrig hervortaten. ü' konnte die wuchtige Demonstration geschlossen und diszipliniert zu Ende geführt werden. Sie hat in den Kreisen der Bevölkerung den besten Cindnick hinterlassen, beim reaktionären Bürgertum jedoch Wutgeheul ausgelöst. Vor neuen Verhandlungen Berhandlungsiermm noch unbestimmt Vis heule mittag war dem Metallarbelter-Vcrband noch keine Einladung zu neuen Verhandlungen im Reichsar beilsministerium zugogongeu. Es steht überhaupt noch nicht genau fest, ob sich heute noch die Parteien am Verhandlungstisch zusammenfinden werden. Sollte es heute noch zu Verhandlungen kommen, dann ist mit ihrer Ausnahme erst in den späten Rachmlttagsstunden zu rechnen. Die Berliner Metalliudustriellen sind heut« wieder um ein« Hosslmng ärmer geworden. Sie litten darauf spekuliert, daß h e u t e zu Beginn der neuen Woche eine große Zahl der Streikenden, besonders der Unorganisierten, aus der Streikfront ausbrechen und in die Betriebe strömen würde. Bei de» Verhandlungen im Reichaarbeitsministerium wäre eine solche Wendung im Streik ein netter Aktivposten für die Berliner Metallindustricllcn gewesen. Der Traum der Unternehmer ist nicht in Erfüllung gegangen, die Front der Streikenden steht heute noch genau so fest, wie am ersten Streik- tage. Ohne daß die Streikposten vor den Betrieben verstärkt wurden, Sein Trost Noch die Kah, die Käß ist gereitet! i!>«iimch deine hat sich kein Streikender gefunden,' der aus den Reihen der Slreiken. den desertiert ist. Selbst in den Betrieben des Siemens konzerns, auf die die Unternehmer ihre größte Hoffnung gesetzt hatten, hat stch die Streiklage nicht geändert. Lediglich bei der Knorr. bremse in Lichtenberg, dieser ehemals kommunistischen Hochburg, die jetzt von Faschisten stark durchsetzt ist, haben sich heute srüh 40„vaterländische" Streikbrecher der Betriebsleitung zur Verfügung gestellt, darunter auch das gelbe Arbeiterratsmitglied K a l k o w s k i. Diesen 40 Unternehmerlieblingen sind in den ersten Vomittagsstunden noch weitere 20 gefolgt.> Die übrigen drei vaterländischen Arbetterratsmiiglieder sowie die übergroße Mehrheit der anderen Anhänger der wirtschaftsfricd- lichen vaterländischen Arbeiterbewegung haben es abgelehnt, ihren streikenden Arbeitskollegen in den Rücken zu fallen. Äei den gelben Streikbrechern handelt es sich meist um Maschinenarbeiter, die ohne die Hilfe der streikenden Facharbeiter, Werkzeugmacher und Einrichter, keine produktive Arbeit zu leisten vermögen. Wie bedeutungslos hie Zahl der gelben Streik- brecher für den Gesamtbetrieb der Knorrbrems« ist, zeigt schon die Tatsache, daß bei Atisbruch des Streiks rund 1750 Arbeiter In diesem Werk beschäftigt waren, die auch entsprechend der Aufforderung der Gewerkschaften den Betrieb verlassen hatten. Die Verhandlungen im Reichsarbeitsministeriiim werden also durch diesen„Erfolg" sehr zum Leidwesen der Berliner Metall- industriellen nicht beeinflußt werden. Mehrarbeiiszeiiabkommen gekün digt. 3tn Kali- und im mitteldeutschen Braunkohlenbergbau. t halle, ä. S., 27. Oktober.(Eigenbericht.) Eine von über 500 Teilnehmern besuchte Konserenz der Ge- werkschastsfuirßttonär« beschloß om Sonntag nach einem Referat von Schmidt- Bochum einmütig, da? Mehrarbeitszeitablomwen für den Kalibergbau und den mitteldeutschen Braunkohlenbergbau z U rn 30. November zu kündigen, damit ab 1. Januar im mittel- deutschen Bergbau wieder die tarifliche Arbeitszeit gilt. Diese ist im Kalibergbau für die unterirdisch Beschäftigten auf 7-4 Stunden einschließlich einer halbstündigen Pause, für die Tagesarbeiter auf 8 Stunden ohne Pause sestgesetzt. Im Braunkohlenbergbau würde bei Wegfall des Mehrarbeitszeitabkommens im Untertagebau die Arbeitszeit 8 Stunden einschl. einer halbstündigen Pause und über Tage die reine Zlrbeitszeit 8 Stunden betragen. Die Beseitigung der Mehrarbeit bedeutet also eine Arbeitszeit- Verkürzung um eine halbe bzw. eine Stunde. Der Medensblock Berlin— Wien Lobe, Breitscheid, Crispien im österreichischen Wahltamps Wien, 27. Oktober.(Eigenbericht.) Die Wiener Sozialdemokratie veranstaltete am Sonntag in den zehn gröhten Sälen Wiens Massenkundgebungen sür den Anschluß- gcdonkcn. Es sprachen u. a. L ö b e, B re i t sche i i> und E r i? p i e n von der reichsdeutsclzen Sozialdeinokratie. Rcichstagspräsident Lobe wurde überall stürmisch begrüßt. Er führte u. a. aus:„Freiheit und Selbstbestimmung nach innen sür die Bürger des eigenen Staates ist untrennbar verbunden mit der Freiheit und Selbstbestimmung eines Volkes nach außen. Wer die demokratischen Rechte des eigenen Volkes verrät. wird vergeblich um Gleichberechtigung an die Welt appellieren. Nicht rückwärts den Kops gewandt zu Monarchie und chabsburgerherrschast, nicht seitwärts zu dem Faschismus, der die deutschen Brüder in Tirol unterdrückt, sonder» vorwärts zur Großdeutschen Republik, die von den Alpen bis zur Nordsee, von der Donau bis zum Rhein das Recht und die Freiheit des Bürgers wahren soll. Euer Heim- wehrsürst hat gedroht, daß die Köpse eurer Führer in den Sand rollen. Eure Führer schreckt die Drohung nicht: auch wenn es hart auf Hort geht, werden wir in der vordersten Reche des Proletariats stehen und nicht in das Ausland verschwinden, wie ander« Führer zu anderen Zeiten. Unsere köpfe können fallen, aber euch Tausende, euch kann man nicht enthaupte«. Auf eurer Arbeit ruht der Widersland Oesterreichs und Deutschlands, ihr verteidigt die Großdeulsche Republik der Zukunft. Breitscheid, ebenfalls stürmisch begrüßt, erklärte zunächst, daß die deutsche Sozialdemokratie keinen sehnlicheren Wunsch kenne, als daß sich die beiden Völker über ihre Grenzen hinweg d i e Hände reichen mögen:„Denn wir sind nicht zwei Völker, sondern ein Volk. Erst dann, wenn die Gewißheit besteht, daß Deutsch- land und Oesterreich im Herzen Europas einen Block der Freiheit, der Demokratie, des Sozialismus, einen Block des Friedens bilden, dann hat dieser Anschluß einen Sinn, wie wir ihn ihm gegeben haben. Sorgen wir dafür, daß am S. November auch in Oesterreich die Wahlen einen guten Ausgang nehmen." C r i s p i e n stellte mit Genugtuung fest, daß auch in Deutsch- land der Faschismus es nicht vermocht habe, die feste Front der Sozialdemokratie zu durchbrechen:„Wie bei uns, so kämpst auch hier die Sozialdemokratie gegenwärtig um die Erhaltung der Errungenschaften, die die Vorbedingung sind für die wirtschaftliche Befreiung des Proletariats. Die Reaktion wird auch hier nicht eure Errungenschaften vernichten können, weil sie zuerst das Proletariat vernichten müßten. Vielleicht können sie einige Proletarier meucheln, wie das in Deutschland und in Oesterreich schon so oft geschehen ist, aber das Proletariat selbst werden sie nicht überwinden. Es wird seine geschichtliche Aufgabe erfüllen und mit unerschrockenem Mut vordringen sür die unterdrückte Menschheit." Labour-Sieg in Tkeu-Süd-Wales. London, 27. Oktober.(Eigenbericht.) Bei den im Staate Neu--Süd-Wales(Australien) statt- gefundenen Partamentsncuwahlen errang die sozialistische Arbeiter- parte! einen überwältigenden Sieg. Di« bisherige nationalistische Regierung Bavin v«rlor ihre Mehrheit. Insgesamt stehen 650000 Arbeiterstimmen 520 000 bürgerlichen Stimmen gegenüber. Die Labour Party verfügt im neuen Parlament über 54 Sitze(bisher 40), die Nationalisten hoben 23(bisher 35) und der Bouernbund 13(13). Der Führer der Labour Party, Lang, wird die neue Regierung bilden. Das Schicksal der Berliner Opern Trennung der Städtischen von der Staatsoper? Der Aufflchtsrat der Berliner Städtischen Oper berät seit heute vormittag üb«r die Frage, ob die Arbeits- gemeinschaft, di« seit 1927 mit den beiden staatlichen Berliner Opern bestand, fortgesetzt werden soll oder nicht. Di«se Frage scheint aus den ersten Blick nicht von grundsätzlicher Bedeutung zu sein, aber in Wirklichkeit wird ihre Lösung die Zukunft uns«rer ganzen Opern- Verhältnisse entscheidend beeinflussen. Es ist klar, daß in der allgemeinen Wirtschaftsmiserc und der besonders schweren Situation, in der sich die Finanzen der Stadt Berlin befinden, jede Möglichkeit ausgenutzt werden muß, am Betriebe der drei Opern zu sparen.-(Ob die Kroll-Oper erhalten bleiben wird oder nicht, ist in diesem Zusammenhang zunächst unerheblich.) Jede Rationalisierung, die erträglich ist. ohne daß die künstlerischen Leistungen darunter leiden, ist dringend angezeigt, jede zweckmäßige Zusammenarbeit der zwei oder drei Opern ist un- umgänglich. Der küustlecischc Charaller der einzelnen Betriebe und ein edler Wettbewerb dürfen freilich nicht darunter leih«. Es ist zu hoffen, daß die Persönlichkeiten, bei denen die Ent- scheidung liegt, die Weit« des Blicks und zugleich das Verständnis für das praktisch Erforderliche haben. Wo die Ausgaben so klar umschrieben sind, muß sich auch ein gongbarer Weg finden lassen, der ihre Lösung ermöglicht. Arno-HolztKeier. Gedenkstunde im Rundfunk. Der groß« Revolutionär der Dichtung, Arno Holz, ist seit einem Jahre tot. Lange vorher war es still um ihn geworden. Denn Arno Holz war kein Dichter der Mode, leiner, der sich dem Zeitgeschmack anbequemt«. Er schuf nach seinem Gesetz, nach dem einzigen Gesetz, das ihm seine Bestimmung vorschrieb. Seine Werte, dieses lebendige Zeugnis eines starken, großen, kämpferischen Geistes, konnten ein« Zeitlang wenig beachtet sein: doch sie sind unsterblich, und der Name„Arno Holz" wird ein Begriff sein, wenn mancher heute vielgenannte und hochgerühmte Dichter vergessen ist. Die Funk stunde tonnte als Sprecher für die 2lrno-Holz-Gedcnkfeier keinen geeigneteren Geist finden als Alfred D ö b l i n: niemand hätte einsichtsvoller und tiefer in dieser kurzen Zeit das Wesen des Dichters beleuchten können, als Döblin es tat. Die Reinheit und die Kraft des dichterischen und menschlichen Wollenz von Arno Holz charakterisierte Döblin durch den sehr würdigen Vergleich mit Lejsing. Halz bekämpft« die dichterisch« Glätte der klassizistischen Dichter, weil er diesen Willen zur verhüllenden Oberfläche, diesen Willen einer verlogenen Zeit bekämpft«. Dieser Kampf machi« Holz berühmt— und er fand Genossen— Genossen, die sich wieder verloren, als sie anderswo neue Möglichkeiten zur Berühmtheit sahen. Holz blieb treu: sich selbst, seinem Werk, der kämpsenden Menschheit.— Einige Dichtungen von Holz wurden>m Anschluß an Döblins Rede leider völlig unzulänglich interpretiert: Else Beyer sprach sie mit der korretten, nichtssagenden Singsang- Betonung einer Lyzealmusterschülcrln. Tcz. proleiarische Kampslieder. Konzert des Bolkschors Moabit. Die Arbeiterschaft steht unter dem niederschmetternden Eindruck der Grubcniatastrophen von Lllsdorf und Friedrichsthal. In diesem Zeichen sang Sonntag der„Voltschor Moabit" im Konzertsaal der Hochschule sür Musik. Doch auch hier hieß die Parole: Nicht Toten klage, sondern Kamps! Das Pro- gramm: Arbeiterlieder, Freihcitslieder, proletarische Kampsgesänge. Üthniann, der westdeutsche Arbcüermusiker, der die Gattung des modernen Tcndcnzchorliedcs geschaffen hat, ma6)t den Anfang: ,(Der Freiheit mein Lied' für gemischten Chor,„Empor zum Licht"�und „Sturm" für Männerchor mit unterlegter Orcheslerbcgleitung von O. Gerster und von F. Bothe. Lendvai, Tiehen und ander« falgen, unter ihnen Mussorgski— Mussorgskis..Sonnenhymne" zu den Worten von Guttrnann und Schönlank, wie die meisten Stücke des Abends der Chorsammlung des DAS. entnommen. Den Schluß bildet, als Neuheit für Berlin, Wilhelm Knöchels Kantate„Mensch- heitssehnen" sür Chor und Orchester. Ein Werk von klarem Auf- bau, um eindringliche Einfachheit der Tonsprache und des Chorsatzcs mit Erfolg benncht und daher jw starker Wirdimz, die durch die geschickte Behandlung des begleitenden Orchesters glücklich, wenn auch freilich ein wenig äußerlich, unterstützt wird. Der Chor, der über gute Stimmen, vor allem im Tenor und Boß, verfügt, ist unter der Leitung seines Dirigenten Richard Gütte mit schöner Begeisterung bei der Sache: ui»d wenn es auch beim.A-arpel!»- Singen ein paar Schwankungen gibt, so ist doch das musikalisch« Gesamtbild recht«rfrculich. Der Konzertsaal wird zum Tribunal, als Karl Halm, der Leiter des mitwirkenden Sprech chors Niederschön hausen, der den Toten von Aledorf huldigt, dazu das Wort ergreift. Er verliest die vom„Vorwärts" zitierte Aeußcrung der„Deutschen Bergwerks-Zeüung", die sich beeilt, die Grubenaktionäre über die Zukunft ihrer Dividenden zu beruhig««, während unter der Anteil- nahm« Deutschlands und der Welt die 265 Opfer des furchtbaren Unglücks bestattet werden: die herausfordernde Roheit des Unter- nehmerblattes weckt laut« Empörung, und die Empörung zittert gleichsam iwch in den proletarischen Dichtungen, die der Sprechchor mit starkem Ausdruck zum Vortrag bringt. Die Hörer«rheben sich in respektvoller Ergrissenheit und stimmen mit ein, alz Karl Hahns „Die große Harmonie" im Gesang des Liedes„Brüder zur Sonne. zur Freiheit" ausklingt. Aber, so ernst die Stimmung des Abends, so bedrückend di« Ereignisse, die hereinkling«»: der Beifall bricht mit elementarer Gewalt aus, fast nach jeder Nlimm«r. Musik, wir er- fahren es von neuem— Musik, die sich mit Dichterwort verbindet, besitzt eine unvergleichliche Macht der Erhebung und inneren Befrei- ung, der Entfesselung gebundenen Lebensg«sühlZ. Es gilt, solche Mächte nicht ungenützt zu lassen in einer Zeit, in der alle Kräfte der Arbeiterschaft aktiviert werden müssen. Arbeiter, Arbeiterchöre, die singen, sollen heute proletarisch« Kampslieder singen, das ist keine Gcschmacksfrage, das ist ein Gebot der Stunde. Klauz Pringsbeim, Revolutionäres Theater. Nachtvorstellung per Gruppe junger Schauspieler. Werner Ackermann schildert in seinem Schauspiel „Flucht nach Shajigha>", das Im Lessingtheoter ausgeführt wurde, eine ausgeregt« Geschichte, wie sie Jack London nicht abenteuer- licher erfunden haben könnte. Ein paar russische Aristokraten über- reden den Kapitän eines Schmuggcldampscrs, ihnen zur Flucht vor den Bolfchewisten nach Shanghai zu verhelfen. Von da aus wollen sie Mütterchen Rußland von den roten Ketten befreien. Die Heber- fahrt wird für sie zu einem gräßlichen Martyrium. Zusanunen- gepfercht Hausen sie unter furchtbaren Entbehrungen im stickigen Lagerraum. Wochenlang dürfen sie sich niäst an Deck wagen, denn im letzten Augenblick vor der Absahrt hat der Kapitän drei Sowjet- � kommissare an Bord nehmen müssen. In diesem Elend fällt die hochgezüchtete aristotratische Kultur wie Tünche von den Emigranten. Sie verlieren jede Scham, Leidenschafton züngeln auf, die Bestie im Menschen erwacht, aber von ihren kleinlichen und lächerlichen Standesformsln können sie sich trotzdem nicht freimachen. Das Martyrium ist umsonst: die Kommissare entdecken sie kurz vor der Landung. Halten sie erbarmungslos weiter in ihrem schaurigen Gefängnis und schicken den Dampfer unter Sowjettommando wieder auf hohe See. Im Kapitän ist inzwischen das Mitgqjühl für di« unsäglichen Leiden der Flüchtlinge erwacht, ober sein Appell an die Menschlichkeit prallt an den starren Prinzipien der Revolutionäre ab. Für sie sind die Emigranten Schädlinge, die vernichtet werden müssen. Ihr Schicksal wiegt nichts. Wahre Menschlichkeit heißt Befreiung der Massen und nicht sentimentales Mitleid für einzelne. Noch eininol schimmert für die unglücklichen Gefangenen die Hoffnung auf. Ein englisches.Kriegsschiff stellt den Sowjeldampfer. Die Stunde der Befreiung scheint gekommen. Da ruft der Arzt der Flüchtlinge dem englischen Offizier verzweifclt zu:„Wir dürfen uns nicht befreien, hier herrscht di« Pest." Genau so erbarmungslos überlassen sie jetzt die Vertreter ihrer eigenen Kaste ihrem traurigen Schicksal. Ein grandioser dramatischer Stoff, der uns bis ins Innerste aufrütteln müßte. Ihn zu meistern fehlt dem Verfasser die gestaltende Kraft. Er charakterisiert nicht, sondern stellt Puppen aus die Bühne, die gesinnungssüchtige Flugblätter verlesen. Ohne Notwendigkeit zeichnet er in simpelster Schwarz-Weiß-Manier. Alles Licht fällt auf die Bolschewisten, aller Schatten aus die bürgerlichen Emigranten. Fast uninteressiert folgen wir daher dem Ablauf der Handlung und haben daher die peinlich« Empffntnmg, Parkamentsrednern zuhören ZU müssen, die zum Fenster hinaus sprechen. Ew Teil der Zuschauer faßte die Theatcrnacht auch als politische Versammlung auf. Bei dem mit Emphase hinausposaunten Schlagworten ertönte mehrfach ein überzeugtes„Sehr richtig!" Der Sinn des Schauspiels geht übrigens aus der Fülle der Geschehnisse durchaus nicht so eindeutig hervor, wie es nach der gedrängten Inhaltsangabe erscheint. Der Gedankengang ist verworren. Unwesentliches wird breit aus- gesponnen. Wesentliches bleibt unausgesproäicn. Vielleicht hat das Stück ein ganz anderes ethisches Leitmotiv als ich ihm unterlege. Den unbestiedigeichen Eindruck des Abends verstärkt die Gruppe junger Schauspieler, die mit wenigen Ausnahmen dilettantische Darstcllerleistungen bieten. Begeisterung, Gesinnung und guter Wille allein schasfens nicht. Dem Regisseur Max O p h ü l s scheint mehr an der Politik als an der Kunst zu liegen. Aber ohne etwas Illusion geht es auch im politischen Theater nicht. Prnst Oegner. „Schwarzwaldmädel." Theater des Westens. In einer Zeit schlimmster seelischer und wirtschaftlicher Nöte, nämlich während des Krieges, der Revolution und der Inflation war das„SchwarzwaldmäM" Berlins beliebteste Zerstreuung. Die Melodien dieser Operette werden, der augenblicklichen Schlager- Hochflut beinah« zum Trotz, bis auf den heutigen Tag gesungen. ebenso wie das„geflügelte" Wort:„Da stehst du machtlos vis-a-vis" noch nicht vergessen ist. Jetzt, nach langer Zeit, kehrt die harmlose Operet!« in ihre Vaterstadt zurück und wird wieder herzlich aufgenommen, von einem Publikum, das schon von vornherein mit dem festen Vorsatz sich begeistern zu wollen, in das Theater kommt. Die Wiedersehensfreude wird nicht vergällt: denn die temperamentvolle Elf« Müller ist ein ansprechendes Schwarz- waldmädel, während Carl M u t h geziemend zurückhaltend den Domkapellmeister gibt. Louis Kaliger und Hanns Deckner sind quicklebendig als Richard und Hans und da ferner Eugen Stefan und Carl Willi Vogt den Lachmuskeln hinreichend zu tun geben, ist der Erfolg gesichert. Wäre es nicht am Sonntagnachnnttag gewesen irnd hätte nicht die Zeit gedrängt, hätten alle Schlager wenigstens drei- oder viermal wiederholt werden müssen.___«. b. Marxismus. Von Thomas Mann. Der von dem Dichter Thomas Mann am 17. Oktober in Berlin öffentlich gehaltene Vortrag„Deutsche An- spräche— ein Appell an di« Vernunft" ist nunmehr im Druck erschienen.(Verlag von S. Fischer, Berlin, Preis 50 Pf.) Wir veröffentlichen aus diesem Vortrog einen Absatz, in dem sich Thomas Mann mit den Schlagworten „Marxismus und der„Novcmbeioerbrechcr" ausein- and ersetzt. Marxismus! Einer der jungen Reichswehroffiziere, die jetzt chre leidenschaftlichen Verfehlungen mit Strafen büßen sollen, die ihrer zeitvcrstörlen Ehrenhaftigkeit Rechming tragen, hat vor Gericht er- klärt, es fei die Jugend und die Arbeiterschaft gewesen, die wn Rhein den Kampf gegen den Separatismus geführt und ihn zurück- geschlagen hätten. Die Arbeiterschaft: was ist das? Es ist die Sozialdemokratie. Jedes Kind weiß, daß, wenn damals das Rheinland abgefallen wäre, es nicht beim Rheinland sein Be- wenden gehabt hätte. Wenn es die nationale Haltung der Sozial- demokratie war, durch die der Mißerfolg des Separatismus cnt- schieden wurde— und das ist die historische Wahrheit—. so hat die Sozialdemokratie das Reick) gerettet—, und nicht zum ersten Male geschah es danrals, daß sie das tat. Sic hat, als es mit uns zum Letzten gekommen war, als die Zügel der Herrschast und Selbstbeherrschung im blutigen Kote schleiften und niemand da war, sie zu ergreifen, sie hat diese herrenlosen Zügel aufgenommen, die tragische und namenlos undankbare Verantwortung für die Bereinigung des Krieges getragen und das Chaos, in dem ein ge- schichtlich geschlagenes und flüchtiges System das Land zurückgelassen hatte, in eine notdürftige Ordnung überführt. Sie hat ihm eine Verfassung gegeben, die so wenig das letzte Wort, die unantastbare Magna Charta für Deutschland zu sein braucht, wie der Versailler Vertrag es für Europa sein wird, unter der Deutschland aber immer- hin bis heute hat lel>en und die ersten Schritte zu seiner Befreiung und WIedercrhebung hat tun können. Das Wort voll ruchloser Ungerechtigkeit, das umgeht, dies vollkommen gewissenlose Wort von den„Nooemberverbrechern"— der ist in Wahrheit des rechtlichen deutschen Narneirs nicht wert, der es ohne Empörung zu hören ver- »mg oder gar über seine Lippen läßt. Ist es«in Verbrechen, d- Macht zu ergreifen in einem Augenblick, da die Geschichte sie einem aufdrängt und niemand sonst da ist, sie aufzunehmen? Was will der Nationalsozialismus heute anderes, als die Macht ergreifen? Freilich, die Sozialdemokratie wußte damals, als es einen rechten Weg für Deutschland überhaupt nicht gab, wenigstens doch einen gang- baren Weg. Wohin aber der Naiionalsozialismus uns führen würde, das wissen wir aus dem einiachen Grunde nicht, weil er es selber nicht weiß— weshalb denn auch an der Aufrichtigkeit seines Willens zur Macht die Zweifel sich täglich verstärken... Wenn ich der Ueberzeugung bin— einer Ueberzeugung, für die es mich drängte nicht nur ineine Feder, sondern auch meine Person einzusetzen—, daß der politische Platz des deutschen Bürger- tnms heute an der Seite der Sozialdemokratie ist, so versteh« ich das Wort„politisch" im Sinn dieser inneren und äußeren Einheit. Marxismus hin, Marxismus hcr—, die geistigen Uebcrlieferungen deutscher Bürgerlichkeit gerade sind es, die ihr diesen Platz anweisen: denn?mr der Außenpolitik, die der deuffch-sranzö�ischen Verständi- gung gilt, entspricht ein« Atmosphäre im Inneren, in der bürgerliche Glücksansprüche wie Frecheit, Geistigkcit, Kultur überhaupt noch Lebensmöglichkeiten besitzen. Jede andere schlösse eine nationale Askese und Verkrampsting in sich, die den furchtborsten Widerstreit zwischen Vaterland und Kultur und damit unser aller Unglück be- deuten würde. Erweiterung des Museums für Meereskunde. Am Sonntag wurde im Museum für Meereskunde«ine neue Abteilung eröffnet, in der die Ergebnisse und Instrumente der großen Tiessee- Expedi- tion gezeigt werden, die das deutsche Forschungsschiff„Meteor" In den Jahren von 1925 bis 1927 im Atlantischen Ozean unternommen hat. Viele Oriainalinstrumcnte dieser Forschiirigsfahrt werden tn betriebsfähiger Form vorgeführt. Die zum Teil bcweglich-n Modelle oermiticln dem Besucher ein anschauliches Bild von der Wirkungsweise der Mcßapparate, der Echolot« und der verschiedenen Tiefseeanker. Im Mittelpunkt des Raumes steht ein kleines Modell des„Meteor", das, mit allen Apparaten der Tieffeemcssungen aus- gerüstet, dos Vermessungsschiff in voller Forschungstätigkeit zeigt. Auf Ständern stehen große Gipsmodelle, die die Beschaffenheit des Meeresgrundes in 6000 bis 7000 Meter Tief« veranschaulichen und aus bunten Tafeln sind die Ergebnisse der großen Forschungsfahrt, insbesondere der Messung der Ozeantiefen und der Strömungen, der ilntersuchung des Meereswassers in den verschiedenen Moorestiefen, der Windverhältnisse usw. wiedergeben. Bon Dienstag vis Freitag finde» regelmäßig abends um 8 Uhr öfsentliche Führungen durch die neue Abteilung statt, die Dr. Wifft leitet. Äicht Dynamit, sondern Kohlenstaub Die Ltrsachen der Explosion von Alsdorf Ter Sachbearbeiter beim Verband der Bergbau- mdustriearbeiter Deutschlands, Genosse Karl Tchudy, schreibt uns über die Untersuchungen der Katastrophe von Alsdorf. Als ich gegen Zlbend des Unglückstoges noch Alsdorf kam, stand bereits fest, daß die Explosion eines unterirdischen Sprengstoff- lagers nicht in Frage kam. Auch hotte ich sofort Gelegenheit, zuverlässige Augenzeugen zu hören, die gesehen haben, daß eine schwarze Rauchwolke gemeinsam init einer Explosiansflammc aus dem Schacht kerzengerade gegen den Himmel geschossen war. Das ist die typische Er- scheinung einer Kohlenstaubexplosion. Diese schwarze Rauchwolke war nicht nur Rauch, sondern auch Kohlen- staub Augenzeugen, die in nordöstlicher Richtung vom Schacht gestanden haben, haben die Flamme nickst gesehen, sondern nur die hohe schwarze Rauchsäule. Das ist daraus erklärtlicki, daß nach dieser Seite hin der Wind ging, der den Rauch und Staub schon gleich, wenigstens teilweise, soweit mitnahm, daß die Stichflamme verdeckt wurde. Ich vertrat dann sofort im internen Kreis« unserer Kameraden die Ansicht, daß es sich um ein« unterirdische Schlagwetter, und Kohlenstaubexplosion hanidelt, die auch oben die Verwüstungen angerichtet hat. Ich hatte um so mehr Berechtigung zu meiner Ansicht, als mir bekannt war, daß in den ersten Nachkriegsjahren in der Tschechoslowakei«in ähnliches Unglück passiert ist, jedoch nicht mit so starken Zer- störungen der oberirdischen Anlage, wie im Falle„Anna IK. Ich habe dann nachträglich die Literatur über diesen Fall nach- gesehen und gefunden, daß es sich um dos Steinkohlenbergwerk Gabriele in Kavwin(Tsihechoslowokei) handelte. Dort wurde 1921 gleichfalls durch ein« unterirdische Erplosion das 35 Meter hohe eiserne Fördergerüst mitsamt de in Schacht» g c b ä u d« umgelegt. Der Verlust an Menschenleben war gering, weil die Belegschaft herausgezogen war. Einige Tage vorher mar nämlich im Grubenbau auch schon eine Explosion vorgekommen, d'e etwa 20 Tote und mehrere Verletzte zur Folge hatte. Aus diesen, Anlaß zog man die Belegschaft aus der Grub« zurück. Die Erplosion wurde durch einen Grubenbrand, der bekannt war, ver- ursacht. Ein Kamerad macht mich übrigens aus«ine Explosion aus- merksam. die sich im Dezember 1903 aus der Zeche„Werne"'(Ruhr- revier) ereignete. Die Explosion schlug aus der Grube und verursachte oben Zerstörungen am Schacht und Maschinen- gebäude. Allerdings überholt das Alsdorser Unglück an Zerstörung alles bisher Dagewesene und dürste mit seiner Gewalt als einzigartig in der vergbaugeschichtc gellen. Nunmehr steht fest, daß auch oberirdisch weder Sprengstoffe noch Benzin oder dergleichen als Cxplosionsursache in Frage tommcn. Festgestellt ist dagegen, daß ohne Zweifel große Mengen Schlagwetter und Kohlenstaub besonders aus der.36(1- und 460-Metex-Sohle explodiert sind.. Ob. aus der 2. Sohle gleichfalls noch Explosionen ausgetreten sind, ist mir bisher unbekannt. Mechanische Einwirkungen und Verletzungen sind dort jedoch festgestellt worden. Eine Entzündungsursache ist bisher nicht festgestellt. Als Haupt- Ursachen käme in Frag«: entweder Entzündung durch eine Gruben- sicherheitslampe oder durch einen Schuß. Ferner ist eine Benzol- lokomotive stets als eine große Gefahr im Bergbau zu betrachten. Aus der 3. Sohl« liefen acht Benzolloko Motiven. Sieben hiervon sind bereits festgestellt, während, eine noch fehlt. Man vermutet sie unter einem Streckenbruch in der östlichen Nicht- sireckc aus der 3. Sohle. In dieser Richtstrecke befindet sich auch der Lokomotivschuppen. Sollte die Explosion durch einen Schuß verursacht worden sein, dann wäre dies nach menschlichem Ermessen am leichtesten seststellliar. Man kann nämlich einigermaßen feststellen, wo die ein- zelnen Schießmeister sich während der Explosion aufgehalten haben lmd ob an irgendeiner Stelle bereits so früh am Schicht- ansang geschossen wurde. Schwieriger dürste die Feststellung sein, wenn die Entzündung durch eine Grubensicherheitslamp« lBenzinlampe) erfolgt wäre. Aus der Grube sind elektrisch« M a n n s ch a s t s l a m p e n eingeführt. Benzinilampen habeil nur noch die Steiger, die Wettermänner, die Schießberechtigten und die Betriebsausschuß- Mitglieder. Sollte eine der Sicherheitslainpei, die Urheberin sein, so dürste sie im späteren Verlaus der Explosion zertrümmert und dcsliolb eine Feststellung iiicht mehr möglich sei». Verwirrend wirkt folgende Tatsack)«: Ohne Zweifel steht fest/ daß aus der 4. Sohle die Explosion vom Schacht aus»ach allen Richtungen in die Baus hineingeschlagen ist. Die dort entwickelte Hitze und Flammenwirknng muß furchtbar gewesen sein. Es wurden mehrere Brände a u s g e l ö st, die aber nachher glücklicherweise von selbst erloschen sind. Die Brände wurden auch von Geretteten beooachtet und später unzmeiselhast festgestellt. Eigentümlich berührte es, als die Wahrnehmung der Bergleute von einigen Werks- und auch Bergbehördcnbeomten als I l l u- sion abgetan wurden. Ohne Zweifel hat auch aus der 3. Sohle in nördlicher und Midlicher Mchtung die Explosion gleichfalls vom S ch a ch l b a u in die Baue hineingeschlagen. Sehr zweiselhast erscheint die Sache in der nach Osten gehenden Richtstrccke, jener nämlich, wo sich der Lokomotivschuppen befindet und wo die gesucht« Benzol- lokomotive unter dem Bruch vermutet wird. Und gerade nach dieser Seite hin hat die Explosion am weitesten in die Baue h i n c i n g e w i r k t. Dagegen. konnte. man in allen Schacht.zugangsstrecken der 4- Sohle und den vorhin genannten aus der 3. Sohle feststellen, daß die Explosionsspur nach einigen Hunderl Meter verlauf aufhört. Die schwersten Zerstörungen findet man in Revier 10. Dieses bildet die Fortsetzung der erwähnten östlichen Richtstrecke in mehr als 1 Kilometer Entfernung vom Schacht. Dort sind auch noch Brand- spuren feststellbar. Die Explosion ist dort mit einer derartigen Kraft hineingeschlagen, daß sie sich buchstäblich den Weit erlauf durch Brüche der Strecken verstopfte und so einen Halt fand. Diese gewaltigen Brüche findet man sowohl in der Richtstrecke als auch in den beiden nach Süden und Norden ab- zweigende» Abteilimgsquerjchlägen bei Revier 10. Da jedoch vorher auch noch andere Strecken von dieser Richtstrecke abzweigen, bleibt es zunächst rätselhaft, warum die Explosion auch nicht dort hinein- geschlagen ist. Es zweigt dort auch ein Verbindungsquerschlag nach der Schwesteronlage„Anna 1" ab und eine andere Richtstrecke nach anderen Steigerrevieren der Anlage„Anna II*, wo verhält- n is mäßig wenig Opfer zu beklagen sind. Wie die Explosion eine derartig furchtbare Wirkung oben aus- lösen konnte, während der Schacht selbst verhältnismäßig wenige Zerstörungen zeigt, dafür gibt es eine einleuchtende Erklärung. Aus jeder Grube gibt es alte Hohlräume, die zur Schlagwetteransammlung Gelegenheit bieten. Die Bergpolizeivorschristen verlangen deshab auch, daß alte Räume möglichst wetterdicht abgedämmt werden müssen. Solche Abdämmungen sind aber nur dann möglich, ivenn die betreffenden Zugangsstrecken mit nassen Mauern oder Betonwänden abgeschlossen werden. Eine einfache Bergemauer genügt nicht, da sie nie vollkommen dicht abschließt. Die Abschlüsse erfolgen aber in den meisten Fällen eben durch solche n n z u l ä n g- l i che n Bergemauern. Gerade aus der 3. Sohle dieser Schachtanlage sind in nächster Nähe des Schachtes die Flöze alle abgebaut und dort also solche Schlagwetternester ohne Zweifel in großer Zahl vorhanden. Ein« Explosion, die fieretts ew« gewisse Stärke entwickelt, bkäft durch die feinsten Ritzen und in die verlassenen Grubenräum«(vom Bergmann„alter Mann" genannt) hinein. Die dort vorgefundenen Schlagwettermengen können wegen Sauerstoffmangel nickst olle an Ort und Stelle ausgezehrt werden. Sie werden zum Teil in die offenen Grubenräume(Schächte und Strecken) herausgepreßt, wo sie, mit Kohlenstanb vermischt, ein gefährliches Explosionselement abgeben. Weil sich der ganze Explosionsvorgang um die Schächte herum abspielte, ist es zu verstehen, daß dann die E x p l o s i o n s- well« zum Schacht hinausschlug gegen den einzieheirden Wctterstrom. Ein solcher Wetterstrom kann einer Explosion über- Haupt keinen nennenswerten Widerstand bieten, im Gegenteil, er begünstigt durch Sauer st osszusuhr die Entwicklung der Explosion. Di« nach oben zum Schacht hinausziehende Cxplosionswclle fand derart viel Nahrungsstoss, daß sie übersättigt war und im Schacht zunächst keine besondere Gewall entwickeln konnte. Sie trieb große Schlagwetter- und Kahlenstaubmengen vor sich her nach oben und fand oben im Schackstgebäude weiter ungeheure Staub- mengen vor. Der Austritt aus dem Schacht in die freie Außenluft brachte dann die Explosion zu einer Entwicklung, deren Auswirkung wir vor uns sehen. Vergrößert wurde die Wirkung oberirdisch dadurch, daß die Explosion in dem de» Schacht umgebenden ft arten Gemäuer großen Wider st and fand. Diesen Widerstand hat sie einfach gebrochen und dadurch so große Verheerungen angerichtet. Spionage in der Bahnpost Polen verleiten Postbeamten zum Landesverrat.— Er beging Selbstmord Sehl wird ein bereits einige Monate zurückliegender Spionagefall bekannt. Ein polnisches Spihelbüro. das seinen Sitz in ventschen hatte, versuchte in den Besitz der Post zu gelaugen. die vom Reichswehrministerium in Berlin an die I. kavalleriedivifion in Frankfurt o. d. Oder und umgekehrt gesandt wurde. Die Polen bedienten sich für diesen Teil der Spionage eines P o st b e a m t e u, der sich durch Geldangcbote verlocken ließ, seinen polnischen Austroggebern amtliche Schreiben auszuhändigen. Dieser Postbeamte hat dann, als er schließlich noch verhaftet wurde, nach Ablegung eines vollen Geständnisses im Moabiter Untersuchungsgefängnis am 13. Zuli d. 2. Selbstmord durch Erhängen oerübt. Heber die Angelegenheit erfahren wir von zuständiger Stelle folgende Einzelheiten: Das Reichswehrministerium steht mit der 1. Garde-Kavalleriedivision genau so wie mit allen anderen Truppen- teilen in brieflichem Verkehr. Durch die Post werden Anweisungen der Zentrale, die sich auf den Dienstbetrieb oder aus die Verwaltung beziehen, versandte, wobei man Kuverts mit dem Ausdruck des Reichswehr Ministeriums oder umgekehrt der einzel- nen Truppenteile verwendet. In diesen Briese» stehen durchaus keine mUitärtichen Geheimnisse, da man grundsätzlich, wie dies auch in früheren Zeiten schon geschehen ist, wichtige Dinge nur durch Offizterkuriere befördern läßt. Aber selbst diese Nachrichten untergeordneter Natur erschienen dem polnischen Agenten immerhin wichtig genug. Sehr wahrscheiittich wollte man vor allen Dingen gewisse Stempel in die Hand bekommen, und glaubt« sich auch eine tiefere.Personattenntnis der einzelnen Truppenteile verschassen zu können. Die Post, die von Berlin nach dem Osten des Reiches und nach Polen geht, wird im Eisenbahnzuge,. und zwar schon wenige Minuten nach Einladen der Postsäcke, aus den Berliner Stationen sortiert. Im Bahnwagen befinden sich drei Beamte, von denen der eine die beiden rechts und links an der Wand angebrachten sogenannten Stirnschränke zu bedienen hat, wo die Post nach den einzelnen Sta- tionen geordnet hineinkommt, während der zweite Beamte die Vorsortierung besorgt und der dritte im Packraum beschäftigt ist. In diesem Postwagen war auch der Sljährige Postassistent Christian •cchulz aus der Langhansstr. 4 in Köpenick tätig, der vor dem Krieg an der Ostgrenze des Reiches als Beamter beschäftigt war und später »ach der Abtrennung Posenz vom Reich nach Berlin oersetzt wurde. Schulz hatte in der Regel im Eisenbahnwagen die Post in die beiden Schränke einzusortieren und las dabei aus den Kuverts natürlich auch die Namen der Absender, und der Empfänger. An- sang vorigen Jahres hatte der Beamte nach seinem Geständnis einen Polen kennengelernt, der sich mit ihm anfreundet« und der Schulz dazu verleitete, ihm die Post ouszuhändigen, die zwischen dem Reichswehrministerium und der 1. Kavalleriedivision in Frankfurt gewechselt wurde. Schulz, der in durchaus.geordneten Verhältnissen lebte und Familienvater war, ließ sich, nach seiner Behauptung, durch wenige hundert Rlark im Anfang bestechen und händigte dem Mitglied des polnischen Spionagedienstes in Bcntschen die Briese aus, die für den Truppenteil Frankfurt bc- stimmt waren. In Bentschcn selbst unterhalten die Polen in einer Villa ein mit den modernsten Mitteln ausgerüstetes Büro, in dem d'i« Fäden der Spionage zum großen Teil zusammenlansen. Von hier aus geht der Kurierdienst nach Warschau, mit den Nachrichten, die von den Zlgenten aus Umwegen und verschiedene Vennitllungsslellen einlausen. In Ventschen befindet sich in dieser l Spitzelzenleale auch eine P a ß a b t e i l u n g, wo die Beauftragten Pässe mit allen Stempeln erhalten und serner eine photo- graphische Abteilung, die es ermöglicht, Dokumente in kürzester Zeit zu photographieren. In dieser Villa wurden die von dem ungetreuen Postbemntcn ausgelieierte» Briese photographiert und dann so sorgfältig wieder geschlossen, daß nicht zu bemerken war, daß die Schreiben schon einmal geöffnet worden waren. Bei der 1. Kavalleriedi oision mußte es jedoch nach einiger Zeit auffallen. daß die Berliner Briete mit Verspätung cinlrasen, und man vermutete m«t Recht, daß hier Spionage vorliegen mußte. Nach besonderer Verständigung mit dem Reichswehrministeriuin wurden nun Briese zu einer ganz bestimmlen Zeit zum Zuge aus- geliesert, und durch besonder« Beamte des Postamtes in Frankfurt wurde aus die Minute sestgeslelll, ob die Sendungen normal einkrasen oder nicht. So tonnt« man sehr schnell feststellen, daß Verspätungen bis zu einem halben Tage eintraten, und nun beobachtete man die Beamten der Postwagen sehr sorgfältig. Di« Bahnbeanuen selbst, die inzwischen schon gehört hatten, daß hier etwas nicht in Ordnung sei. beobachteten sich gegenseitig, und dabei konnte fest- gestellt werden, daß Schulz sich mit dem polnischen Agenten in Ventschen mehrmals in einem Cafe traf und mit dem Mann zusammen ins Hotel ging, wo dann in einem bestimmten Zimmer die liebergab« der Briese erfolgte, die in der Regel schon nach 30 bis 40 Minuten aus der oben geschilderten Villa zurückkamen. Schulz nahm die Briese wieder in Empfang, und aus der Rückfahrt nach Berlin schmuggelte er sie in den Postsack, der für Frankfurt a. d. Oder bestimmt war, damit sie an den Bestimmungsort gingen. Als die Kollegen des Schulz die Zusammenkünfte mit den Polen sestgestcllt hatten, machten sie ihrer vorgesetzten Dienststelle M e l- dung, und diese verständigte die Abteilung M. des Berliner Polizeipräsidium. Man sandte zwei Kriminalbeamte nach Beut- scheu, die den gegen Schulz geäußerten Verdacht bestätigt fanden. In dem Augenblick, als Schulz nichtsahnend die Grenze passierte, wurde er verhaftet und nach Moabit gebracht, wo er unter den gegen ihn zusammengetragenen Tatsachen zusammenbrach und ein umfassendes Geständnis ablegte. Wenige Tage später machte dann Schulz, gegen den ein Versahren wegen Landesverrats, Un- treue im Amt und Unterschlagung eingeleitet worden war, und der wußte, daß er eine lange Zuchthausstrafe zu erwarten hatte. seinem Leben freiwillig ein Ende. Inzwischen sind Maßnahmen getroffen worden, die eine Wiederholung derartiger Dinge nach menschlichem Ermessen ver- hüten werden. Die Beamten, die den Bahnpostdienst versehen. werden nicht nur aus der Bentschener Strecke kurzfristig ausge- wechselt, es sind auch Selbstkontrollen und andere nicht näher zu erörternd« Einrichtungen getroffen worden, die in Zukunft schon in kürzester Zeit zur Entdeckm� eines Landesverräters führen müssen. Diese Maßnahmen waren notwendig, weil sich ergeben hat, daß die Organe der polnischen Spionage nicht etwa cm Schulz allein mit ihren verlockenden Angeboten herangetreten sind, sondern daß man auch versucht hat, andere Post- und Eisenbahnbeamte zum Verrat anzustiften. , Verkehr hebt fich! Günstige Septemberzahlen der ÄVG.— Gesteigerte Einnahmen. Der Berkehr der BVG. ist im RIonat September 1930 gegen- über dem vormonctt von 91,ö Millionen aus 92,6 Millionen Fahrten gestiegen. Der Gesamtrückgang de» Berkehrs gegenüber dem Vorjahre hak sich— die Umsteiger einfach gezählt— von 21,2 Prozent im August dieses Jahres aus 20,6 Prozent im September vermindert. Es ist oljo eine leichte Besserung der Berkehrslage eingetreten. Die Einnahmen haben sich gegenüber dem September 1929 um 325 000 Mark gesteigert. Im„Vorwärts" wurde über die einheitliche Uniformierung des BVG.-Personals berichtet. Es handelt sich hierbei um eine Maß- nähme, die der Vereinfachung und der einheitlichen Kenn- Zeichnung dienen soll. Die Einkleidung erfolgt aber nur, sofern die bisherige Uniform durch neue Kleidungsstücke ersetzt werden muß. Schiebungen im Marinedepot. Lahrelang Diebstähle und Unterschlagungen. kiel, 27. Oktober. In einem Prozeß wegen der seit Jahren ausgeführten Schiebungen im Marinejperrdepot F r i e d r i ch s o r t : bei Siel, durch die die Reichsmarine um viele Tausende geschädigt wurde, beantragte der Anklagevertreter gegen die 14 Angeklagten, frühere Angestellte und Arbeiter de» Depots und S i e l e r Sauf- l e n I e, wegen Betrug», Diebstahls, Hehlerei, Unterschlagung und Urkundenfälschung Gesängnisslrasen von einem Monat bi» zu einem ' Jahr süns Monaten. Es handelt sich um rund 20 Malerialverschiebungen, die sich aus die Jahre 1925 bis 1929 verteilen. Die Verhandlung wurde zum größten Teil nnlerAusschlußderOessentlich- keit geführt. Die angellaglen Angestellten und Arbeiter zeigten sich geständig, während sich die Sausleule aus ihre Gutgläubigkeit beriefen und angaben, über die Stellung der Angeslclllcn getäuscht worden zu sein. „Stresemann-Akademie". Die Earnegie-Stiftüng verössentlicht die Namen der amerikanischen Persönlichkeiten, die die Vereinigten Staaten in der Friedensakodemie, die in Zukunft den Namen „Stresemann-Akademie" tragen wird, vertreten werden. Es sind dies der Präsident der Eolümbie-Unioersität, Butler, die ehemaligen Staatssekretäre Kellogg, Eolob und Root, die ehemaligen Botschafter Hill. Gerard und Houghton, serner der Oberst House und Owen D. Voung, der Vater des Reparation-planes. vezirkran-jchuß für Arbeiterwohlsahrt. 1 Kreis Mitte, 2. und 3. Abteilung. Heute abend l9J4 Uhr im Restaurant des Holzarbeiterverbandes. Rungestr. 30, Sitzung der Arbeiterwohlsahrt. Genosse Stadtrat Schneider hält das Reserat. Wetter für Berlin: Langsame Besserung, ober noch kühl— Für Deutschland: Im Südwesten und Süden ziemlich heiter, im Nordwesten und Mitteldeutschland Besserung. Im Osten allniähiiches Nachlassen der Regentälle. überall kühl. B-wntwartl. ntr die Rcdrftt'.irn: zra»,»liili», B-rlin: Anzeigen: Il> »erlin. Lcrlaa:»»rwärls Lcrlaa G. m. b. S.. Berlin,»ruck: B->,s> thoden Einwendungcp erheben oder gar ihre Zustimmung oer- weigern wallten, war auf einer kleinen Insel, Callao gegen- über, eine Freistätte errichtet, für di« man sehr leicht lebenslänglich« Unterkunft erwerben kannte und in der sich, durch eine merkwürdige Verkettung des Schicksals, Herr Leguia jetzt selb st befindet. Die Sozialgesetzgebung auch dieses Landes ist erschreckend rück- ständig, und sie mußt« die Mißstimmung, die das diktatorische Systew auch sonst auslöste, nur noch fördern. Diese war bereits anfangs dieses Jahres aus einen Grad gestiegen, auf dem auch die schärfste Disziplin den Ausdruck der öffentlichen Meinung nicht mehr zurück- zuhalten vermochte. Mag nun die in dem benachbarten Bolivien vorangegangene Revolution, die dem Präsidenten Siles sein« Stellung gekostet hat, den greifbaren Anlaß zum Ausbruch der Bewegung auch in Peru gegeben haben, jedenfalls hat der Diktator innerhalb weniger Stunden eine jahrzehntelang behauptele Position kampslos aus der Hand geben müssen. Daß die neuen Machthaber trotz hochtönender programmatischer Verkündigungen keinen System-, sondern nur einen Personalwechsel herbeigeführt haben, werden sie der enttäuschten Oessentlichkeit übrigens bald genug beweisen. Auch aus Chile, welches seit einigen Iahren unter der Militär- diktatur des GeneralsIbanez lebt, kamen gerade in den letzten Wochen Nachrichten über eine im Süden des Landes ausgebrachen« Ausstandsbewegung, und es wäre nicht verwunderlich, wenn auch Chile von der Revolutionswellc ergriffen werden sollte. Argentinien, mit den unendlichen Werdeslächen seiner fruchtbaren Tiefebenen, die Reichtumsquell« der Farmer und somit das erste in größeren Ausmaßen von europäischen Auswanderern besiedelte Land Südamerikas, hat infolge der hieraus sich ergebenden Rassenocrmischung seiner Bewohner gewisse europäische Traditionen übernommen, die sich in seiner politischen Struktur im Sinne größerer Freiheitlichkeit aussprechen. Die Politik der Regierungen konnte sich daher zu den Mitteln einer Diktatur nie vorwagen. Die zeichnerischen und literarischen Karikaturen, di« zum Ergötzen des PuMifurns in den Zeitungen higiich über Jrigoyen, bisher Präsident der Republik, erschienen, ließen an Deutlichkeit nichts zu wünschen. Als Führer der„Personulistas" und damit Befürworter einer Stärkung der Position des Staalsprüsideiuen, nährt« er die Stimmung, die sich immer mehr gegen ihn ausbreitete und deren Zlusbruch ihn vor wenigen Wochen endgültig zu Fall brachte. Es ist nicht a»zu- nehmen, daß«in Mann, der, wie er, auf sein Gehalt oer- zichtete, in einem bescheidenen Privathause wohnte und aussah wie ein alter Oberlehrer, dem die Pension gekürzt war, aus seiner Stellung persönliche Bereicherung erfahren hat. Was sich dagegen nach dem erfolgten Umsturz erwiesen hat, ist die Tat- lache, daß er den Bereicherungsgelüsten seiner Mitarbeiier aller- dings nicht gesteuert hat. und der Pensionssands der Republik ist mit einigen hundert Millionen argentinischer Pesos überzogen. Auch Brasilien befindet sich im Zustande vollster Gärung. Ehr« und geldsüchtigen Politikern, denen das Vaterland zwar dauernd Gegenstand patriotischer Ergüsse, niemals aber Ziel selbst- loser Arbeit ist, gilt die vernichtende Wirtschaftslage, in die das Land durch di« Kafseekrisis geraten ist, nicht �als Hindernis für di« ge- waltsame Durchsetzung persönlicher In�ressen. Die Ideenlosigkeit des Kampfes, der mit den Mitteln, aber nicht mit dem Willen der großen Masten geführt wird und zu dem gerade in diesen Stunden die Kanonen ausgefahren sind, kennzeichnet sich durch die rein machtpolitischen Beweggründe, aus denen die Parteien nicht den geringsten Hehl machen Einen Monat, bevor der neue Präsident sein Amt antreten soll, tritt sein früherer Gegenkandidat aus? neue mit Ansprüchen hervor, in denen der Süden des Landes ihn gegen de» Staat Sao Paulo, dem sein Gegner angehört, unterstützt. Noch läßt sich nicht absehen, wie und wann dieser Kamps enden wird. sfenmanä J. Maller. S.mOLF Copyrighi 1930 by..Der BUdicrkreis G. m. b. U.". Borliu SW 61. (18. Fortsetzung.) „Was kann der Lüffel, der in der Herde geboren ist, vom Diungcl wissen? Oder, was weiß der wilde Büffel von der Arbeit in den Reisfeldern? Ich bin sehr weit von hier, jenseits des Meeres, in Indien geboren. Ich war noch sehr klein, als wir nach Coloinbo in den Laden zogen, den mein Vater sich eingerichtet hatte. Er Hatto keine Angst, sein Dorf zu verlassen und über das Meer zu fahret» und er trug auch kein Verlangen, dorthin zurückzukehren. Er war ein reicher Mann. Ohe! Was ist dieses Eolombo für eine Stadt. Wir wohnten in einem großen Gebäude und rund um uns waren Häuser auf Häuser und Menschen auf Menschen: lein Djungel oder Schlangen oder wilde Tiere: nicht einmal ein Reis- feld oder eine Kokospalme. Ueberall sind Straßen, und auf den roten Dämme» koinmen und gehen Menschen, die man nicht einmal von Ansehen kennt, und Ochscnkarren und Wagen und Rikschas, hunderte und hunderte. Und es gibt dort große Häuser, so hoch wie der Berg in Beragama: die sind inimer voll von weihen MaHat- i'iaijQS und ihren Frauen, die von Schiffen kommen und auf Schiff« gehen. Wie häufig habe ich als Knabe davorgestanden und zu- gesehen, wie sie immer lachen und rufen uiid tanzen, Männer und Frauen zusainmcn. Und schön sind die Frauen, schon wie Lotos- blumen. wie es nn Sprichwort heißt, schön und schamlos/ „Ist es wahr, daß die Frauen der weißen Mahatmayas schäm- los sind?" unterbrach ihn Punchi Mcnika. „Jedermann in Coloinbo sagt, daß sie schamlos find, schön, toll und schanrlos. Sie haben Augen wie Katzenaugen. Das Sprickz- wort sagt:„Wenn die Augen einer Frau wie die Augen einer Katze sind, kommt Unheil über den Mann, der hereinschaut." Die Frauen der englischen Mahatmayas haben ganz Helles Haar, von der Farbe der lungen Kokosdlüte. Ja, sie sind toll Abends machen Männer, die ganz hoch unter dein Dache sitzen, nierkwürdige Musik: jeder Mahatmaya nimmt dann eine Frau in seine Arme, sieht ihr in die Augen und dreht sich ganz schnell mit ihr im Kreise herum." „Aiya, Aiya, ist das wahr, was ihr da erzählt?" „Warum sollte ich euch Lügen erzählen. Habe ich nicht zwanzig Jahre in Eolombo gelebt? Es ist«ine große Stadt. Morgens ging ich oft auf den Steindamni, der in das Meer hineiirgcbaut ist: da- hinter liegt der Hafen mit den Schiffen, ein jedes so groß- wie ein Dorf. Fortwährend kommen die weißen Mahatmayas in den großen Schiffen: woher sie kommen und wohin sie gehen, niemand weiß es. Sie sind alle sehr reich und bezahlen ohne weiteres fünf Schilling für etwas, das einen Schilling wert ist. Niemals sitzen sie still: si« gehen ganz schnell hierhin und dann dorthin und tun doch nichis. Viele Leute haben Angst vor ihnen, denn manchmal werden sie plötzlich sehr böse: dann wird ihr Gesicht rot und sie schlagen den ersten besten mit der geballten Faust." Fernando schwieg. Er war ganz aufgeregt geworden, als feine Jugendjahr« in Eolombo wieder lebendig wurden. Für den Augen- blick hat!« er feine Umgebung vergessen. Plötzlich sah er wieder, wo er war: in einem kleinen Dorfe,, fern von der Welt. Er sah den unwissenden, unbeholfenen Dörfler, der ihm zuhörte und hinter ihm die Frau, um derentwillen er zu der Hütt« gekommen war und an die er nicht mehr gedacht hatte. Eine Zeitlang wagte Babun das Schweigen nicht zu unterbrechen, dann fragte er mißtrauisch: „Aiya, wenn Coloinbo euer Dorf ist, wie kommt es, daß ihr jetzt in Kamburupitiya lebt?" Fernando lacht«.„Was redest du da von Dorf," sagte er. „Immer fragen die Leute hier, von welchem Dorfe kommt er her, und dann heißt es, er ist von Beddcgania oder Vogama oder Medagama oder irgendeinem Gama. Wer auf einem Dorfe lebt, der sagt, wie du es ja eben getan hast.„Wie könnte ich mein Gama verlassen?" Aber habe ich dir nicht erzählt, daß ich in kein Dorf gehöre? Das Dorf, von dem mein Vater kam, liegt jenseits des Meeres: ich habe es nie gesehen und den Nanien vergcssen. Ich wuchs in Eolombo auf und das ist eine Stadt, kein Dorf. Aiyoh! Und was für eine Stadt! Wie herrlich! Für Meilen die Häuser und der Lörni und der Geruch des Basars, und überall der Staub und die Menschen. Es ist ja«ine Narrheit, hier zu leben, wie«in Saniassi oben auf einem nackten Felsen. Vielleicht komme ich doch noch eines Tages wieder nach Eolombo und wohne, wie mein Vater, in einem großen Haufe. Mein Vater war reich, aber er spielte: das Geld blieb nicht im Haus«. Und ich gab viel Geld für Frauen aus. Da war ein Tanzmädchen aus Indien: ihre Augen hatten mich toll gemacht, und sie fraß�nüch auf. Da hieß es immer Rupien und Armringe und Fußringe und Seid«. Einmal war mein Vater sehr böse, weil alles im Spiel und für Schmuck draufgegangcn war. Er hatte kein Geld, um War« für den Laden zu kaufen, und, was ja schlimmer war. kein Geld zum Spielen. Mich aber hatte da» Mädchen aufgezogen, weil ich mit leeren Händen zu ihr ge- kommen war, und hatte gedroht, mich lächerlich zu machen, wenn ich si« noch einmal ohne Geschenk« besuche. Als ich nun meinen Vater um Geld bat, jagte er mich unter Flüchen fort. Da ging ich in den Laden, nahm von den Waren, verkaufte sie und warf *em Mädchen zwei Hände voll Silber vor die Füße. Mein Vater verfluchte mich und jagte mich mit Schlägen auf di« Straß-«: er drohte sogar, er würde mich der Polizei übergeben, wenn ich zurückkehrte. Ich ging sehr bekümmert fort, wegen des Mädchens. Außerdem war ich traurig, daß ich ihr beide Hände voll Silber gegeben und nicht eine für mich behalien hatte. So stand ich an einer Straßenecke und überlegte, ob es nicht besser wäre, nüch aus- zuhängen, ehe ich verhungerte. In diesem Augenblick ging ein Mohr aus Kalutara, Cassini mit Namen, vorbei, den ich oft im Laden meines Vaters gesehen hatte. Cr lachte, als er mich sah, und sagte:„Aha, ich seh«, die Füße des Mädchen- sind mit dem Oelde des Alten und mit dem Leben des Jungen davongetanzt" Da liefen die Tränen über niein Gesicht und- ich erzählte ihm alles. Er sagte:„Komm mit mir nach Kalutara. Du kannst in meinem Laden verkaufen." So kam ich noch Kalutara und blieb zwei Jahre bei ihm als fein Verkäufer. Später schickte«r mich als feinen Verkäufer nach Kampurupiiiya, und da lebe ich nun und habe mein eigenes Geschäft." Fernando schwieg einen Augenblick und fuhr dann fort: „Du siehst, ich habe kein Dorf. Ich bin immer unter fremden Menschen, aber Unglück hat mich darum nicht befallen. Ich ging ohne einen Cent aus Eolombo fort und jetzt bin ich reich. Es ist ja dumm, hungrig hockenzubleiben, wo man geboren ist, wenn man im Nachbardorfe Schätze holen kann. Aber jetzt will ich gehen." Babun begleitet« feinen Besucher bis zu dem Törchen im Hofzaune und verabschiedete sich von ihm mit den üblichen Worten: „Gut so, gehe jetzt und komm« wieder." Fernando war von seinem Besuche sehr befriedigt. Er glaubte, Babun durchschaut zu haben und erwartete bei ihm keine Schwierig- leiten; wie konnte das bei diesem einfältigen und stillen Menschen anders fein. Es war auch klar, daß sein« Person und sein Reich- tum auf beide, den Mann und die Frau, Eindruck gemacht hatten. Trotzdem wurde er nicht unvorsichtig: er beschloß, seinen Antrag durch seinen kleinen Diener machen zu lassen, auf den er sich ver- lassen konnte. Der Junge wurde sorgfältig instruiert. Er sollte wie aus eigenem Antrieb« an Punchi Menika herantreten. Sein Herr sei ein reicher Mann und«in großer Freund von Frauen. Er habe auch schon davon gesprochen, daß sie sehr schön sei, und wenn der Herr es auch nicht gerade heraus gesagt habe, so sei er doch sicher, daß er großes Verlangen nach ihr trage. Wenn sie einverstanden sei, so wolle er seinem 5xrrn sagen, daß sie ihn in der nächsten Nacht, in der Babun auf der Chena zu wachen Hab«, besuchen oder ihn in ihrem Hause empfangen werde. Sie würde dadurch ihrem Mann« und sich selbst große Vorteile bringen, denn sein Herr sei sehr gut und freigebig. Der Versuch mißlang völlig. Punchi Menika hörte sich an, was der Junge zu sagen hatte und gab ihm eine kräftige Ohrfeige, die ihn heulend zu seinem Herrn zurückjagte. Sie war sehr böse über die„Schlechtigkeit dieses Stadtjungen' und ahnte nicht, daß er von seinem Herrn geschickt worden war. Fernando prügelte den Jungen und ging eines Abends, als er Babun auf der Chena wußte, selbst zu der Hütte Punchi Menikas. „Weib," sagte er,„du hast meinen Jungen geschlagen. Was soll das heißen?" „Er ist hierhergekommen und hat schlimme Reden geführt, Aiya." „Er, schlimme Reden geführt? Ein achtjähriges Kind." „Ja, ja! Er ist hierhergekommen und hat schlimm« Reden ge- führt und gelogen." „Gelogen? Was hat er gesagt? Hat er dir gesagt, daß du schön bist und daß alle Männer hinter dir her sind?" „Aiya, Aiya! Sprecht nicht so. Schamlos hat er geredet. Ich kann nicht wiederholen, was er gesagt hat." „Unsinn. Du hast den Jungen geschlagen, und ich will wissen warum oder ich muß zum Acltesten gehen." „Aiya, warum zwingt ihr mich, diese Schamlosigkeiten zu er- zählen?" „Unsinn. Du bist doch kein Kind. Was kann an Worten schamlos sein?" „Der Jung« kam mit schamlosen Reden zu mir und sogt«, ihr hättet Verlangen nach einem Weibe. Er forderte mich auf, heim- lich des Nachts zu euch zu gehen, wenn mein Mann aus der Chena ist." Ferrnando sah Punchi Menika scharf an. Er lächelte, als sie die Augen niederschlug. „Nun, und wenn der Junge nicht gelogen hätte? Wenn er von seinem Herrn geschickt gewesen wäre?" „Still, Aiya, sprecht nicht so." „Warum? Bin ich so widerwärtig, daß das Weib des Dörflers Babun sich vor mir ekelt?" „Das ist es nicht." „Was ist es dann? Die Frauen in Eolombo und Kamburu- pitiya haben mich nicht widerwärtig gesunden. Oder hast du Angst?" „Ja, Aiya, ich habe Angst." „Angst, vor was? Was kann Schlimmes geschehen? Niemand braucht etwas zu erfahren. Und was kann Babun nwchcn? Er ist dumm. Er schuldet mir Geld. Was kann er machen?" „Ich habe Angst. Es ist schwer für mich, euch das zu er- klären, denn ich sehe, ihr werdet böse. Ich bin arm und unwissend. aber ich bin nicht das. wofür ihr mich haltet. Ich bin gern zu meinem Mann gekommen, sogar gegen den Willen meines Baters. Er war der Dater meines Kindes, Aiya, laßt mich sein Haus bc- sorgen und seinen Reis kochen wid bisher."(Fortsetzung folgt.) 'eBuck Abenlcuerlilcralur Halsey Füller, jener Junge aus USA., über den an dieser Stelle schon einiges Notwendige gesagt wurde, schildert in seinem neuen Band„Halsey durchzieht W e st i n d i e n" (Verlag Orell Füßli, Zürich-Leipzig)«in weiteres Stück seines Globctrotterdaseins: Cr wird tadellos eingekleidet, in St. Thomas lebt er in den besten Gesellschaftskreisen und hat nun all die Abenteuer, die ein Junge aus wohlhabender Familie auf ein«r Reis« in ein fremdes Land erlebt. Er ist ein aufgewccktitr amerl- 'konischer Junge, am Anfang seiner Welt steht Amerika mit seinen erfolgreichen Geschäftsleuten und Helden wie Lindbergh, dann kommt eine Weile gar nichts, und am Ende wird von oben herab festgestellt, daß auch die Schwarzen so etwas wie Menschen sind. Man hat natürlich nichts gegen den kleinen Halsey, der bestimmt ein netter Bengel ist, bloß gegen die Leute, die ihn dieses Buch schreiben ließen und es veröffentlichten, denn ihre Meinung ist Halsey Füllers Meinung... Joseph D e l m o n t s„20 Jahre Großtier-Fang" ist ein Buch über Abenteuer und Fahrten nach allen Erdteilen (Schlieffen-Bcrlag, Berlin). Delmont nennt sich selbst eine Aben- teurcrnatur und legt umständlich dar, warum und wieso er eine ist, er ist sehr eingenommen von sich sebcr und die ganzen Aben- teuer mit exotischen Tieren scheinen eigentlich nur erzählt zu werden, um das immer wieder zu belegen. Als Großtier-Fängcr hat er bestimmt eine Menge interessanter Abenteuer gehabt, aber er ver- steht nicht, davon zu-erzählen. Er will uns mit der Psyche der Tier« vertraut machen und ist überzeugt, uns das Rätsel des Tieres gelöst zu haben. Wir geben zu, daß wir immer noch vor einem Rätsel stchcn... S. Pcppcr. Jterr JünJ Alict Seren bs Kunst, den Alljag mit stillem Humor ZU durchleuchten, daß über allen Dingen und Menschen ein leises Lächeln zu liegen scheint, eint sich in ihrem neuen Roman„Herr Fünj"(S. Fischer. Berlin) mit hauchzarter, fast un irdischer Ramantik.„Herr Fünf", der Geiger Sck?röck, hat kindlich-tiefe, rätselvolle Augen, das ist eigentlich alles. Aber mit diesem wunder- baren Blau, mit dieser widerstandslose» Güte entwaffnet er schwarze Jazzmusiker und brummige Wachtmeister, greise Pfandleiher, groß- fprecherislhe Chefs und protzige Fabrikamen, trotzt er Zufällen und jeder Schicksalstücke, gewinnt er alte Frauen, schüchterne und hoch- gernute Mädchenherzen und wird, wer weiß, dereinst ein berühmter Komponist. Herzensreinheit im Trubel der Automobile, leibhaftiger Eichendorff, indes Brennscheren klappern und Saxophone schmettern, ein oerklingender Sehnsuchtsruf nach Stille und Unberllhrtheit mitten im Lärm des Heute—— denkt euch diese Motiv« zu Menschen und Situationen verdichtet, und ihr habt vor euch Herrn Fünf und den heiter-wehmütigen, lächelnd-abseitigen Roman seines Manderns und Träumens. Dr. Alired Klcinbcrg. WAS DER TAG BRINGT «Miiimii!mimiimnmmnmininmmiiiiuiiiiimiumim!iiinmiuiimuiiuifliiumiiumiiuiiimimiiniuiimuinminiuiiminmMiiwmiimnn»imuuimiiniiiuimm:iiiiimiii Druck mit Wassertarben In der graphischen Fachpresse wird über ein in Amerika ent- wickelte? Druckverfahren berichtet, den Druck mit Wasserfarben, über den vor dem Krieg.» auch schon in Deutschland Versuche angestellt wurden, die man später aber wieder aufgab. Während die heute gebräuchlichen Druckverfahren mit Fettverbindungen l>ergestellte Farben verwenden, werden die Farben des neuen Verfahrens nur mit Wasser, Glyzerin(das ja keine Fette enthAt!), Reistleister u. a. angerührt. Die Drucke sollen den besten Farbdrucken nach den bis- herigen Verfahren nicht nachstehen. Besonders wichtig ist, daß man auch Deckfarben verwenden kann, wie sie bisherige Druckverfahren nicht zuließen und daß die Anwendung des neuen Verfahrens ein- facher fein fall als der bisherige Farbendruck. � Erdöl in Deutschland Immer von neuem tauchen Meldungen über die Möglichkeit auf, auf deutschem Boden«ine Erdölindustrie von internationaler Bedeutung zu schasse». In diesen Tagen wird die Europareise des amerikanischen Oelmagnaten H. F. Sinclair mit solchen Plänen in Zusamnienizang gebracht. Tatsächlich wird in der Provinz Hannover und nahe- liegenden Gebieten seit Jahrzehnten Erdöl gefördert; in den Nach- kriegsjahren wurde die Förderung stark gesteigert und erreichte 1929 etwa 190 909 Tonnen— gegenüber einem Gesamtbedarf von jährlich 1,3 Millionen Tonnen. Di« Einfuhr von Rohöl, Benzin, Schmieröl usw. kostete im vergangenen Jahr fast 379 Millionen Mark. Es wäre also für die Handelsbilanz sehr erfreulich, wenn es wirklich gelingen sollte, durch stärkere Produktion die Einfuhr zu senken. Fred S. Bau mann will dies« Frage in seiner Schrift „Das Erdöl in Deutschland"(Carl Heymanns Verlag, Verlin 1939) beantworten und trägt hierzu interessante Angaben zusammen. Er .-ringt eingehende Unlerjuchüngsn über alle bisher bekannten Oel» 'eider. über die bisherige Bohr- und Fördertätigkeit und über bis Konzerne, die diese Produktion zur Zeit beherrschen. Größere Aus- sichten, die Fördermcngen wesentlich zu steigern, bieten einige T i e s b o h r u n g e n, die in der letzten Zeit vorgenommen sind und die darauf hindeuten, daß in größeren Tiefen(über 699 Meier) tatsächlich ergiebige Felder vermutet werden können. Gerade darin aber liegt«atürlich di« Schwierigkeit, da gerade ? Tiefbohrungen kostspielig sind. Fehlbohrungen auf den Rat von | Wünschelrutengängern haben in den letzten Jahren einige Millionen � Mark vergeudet. Mit Recht verlangt der Verfasser von den beut- schen Erdölunternshmungeu, über ihre Bohrungsergebnisfe di« Oefsentlichkeit besser zu unterrichten.„Es ist leichter, in Deutschland Einzelheiten über das Ergebnis einer beliebigen Erdölbohrung in einem entlegenen Teil von Nordamerika zu erfahren als über eine deutsche Bohrung." Der Verfasser würde ernstgemeinte ausländifche Kapitalanlagen zwecks gesteigerter Bohr- und Fördertätigkeit bc- grüßen, da sie deutschen Arbeitern Beschäftigung und der deutschen Erdöl-Handelsbilanz eine Besserung verschaffen könnte. A. Franke. Hei lewet noch l Auf einem Kleinbahnhof in der sogenannten mecklenburgischen Schweiz findet man folgendes Jnventarienvsrzeichnis: 3 Tische, 5)olz. 5 Bänke, Holz, 1 Waage, Dezimal, 16 Gewichte, Eisen, 7 Gewichte, Messing, usw. Ein Reisender Izatte das Verzeichnis veroollständ'zt und schrieb: 1 Schimmel, Amts. Ein kriegerischer Zaun Ander« Länder, andere Sitten! In der persischen Stadt Täbris hat sich der Regierungsoertreter um feine Villa einen Zaun bauen lassen, in dem sich statt einfacher Holzstaleten die Gewehre befinden, die der Gouverneur von den räuberischen Kurden erbeutet hat, oder richtiger, die seine Soldaten für ihn erbeutet haben. Augenzeugen bekunden, daß der Zaun der dortigen Bevölkerung nicht wenig Respekt einflöht— wenn der Gouverneur gerade um die Wege ist! Rundfunk überall Eine interessant« Neuerung bringt die Kraftverkehr Freistaat Sachjen A.-G. Si« hat zwei Groß-Autobusse für Ueberlandverkehr mit Rundsunkonlage ausgerüstet, um den Fahrgästen während der zumeist recht langen Dauer der Fahrten ein« Unterhaltung zu dielen. Die Anlage ist folgendermaßen gebaut: Ein um das Wagendach gespannter Drohi dient als Antenne, geerdet wird durch die Mast« das Wagens selbst. Empfangsapparat und Lautsprecher sind so auf- gehängt, daß sie möglichst wenig erschüttert werden. Ganz fern- halten lassen sich jedoch die Fahrterschütterungen nichl, daher können nur verhältnismäßig starke Leitungen, also nur die nächstliegenden Sender empfangen werden. Ob diese Neuerung Anklang finden wird, muß nachgeprüft werden. Es gibt sicherlich Fahrgäste, die Ruhe während der Fahrt vorziehen werden. Arbeitersport vom Sonntag Dia Bezirkswaldläufe gaben den Handballern wenig Spiclmöglichkeit, dann inochte der am Nachmittag einsetzende Regen auch noch ein Spiel der 1. Klasse unmöglich. FTEB.-Nordring- Turner, 1. Männermannschaft, und FTGB.-Wedding, 1. Männer« Mannschaft, konnten wegen Nichteignung des Platzes an der Schönhauser Allee nicht spielen. Das andere Spiel der l. Klasse FTGB.-Wedding, 2. Mäimermannschaft, und Frei« Turnerschast Hennigsdorf I fand im Volkspark Rehberge bei strömendem Regen statt. Beide Mannschaften trennten sich 2:2(2:2). Hennigsdorf war zum Anfang im Zusammenspiel schlecht, und dadurch gelang es Wedding schnell in Führung zu gehen, was Hennigstwrf ver- anlaßte, lebhafter zu werden. Zur Pause hatten beidc Mannschasten je 2 Tore geschossen. In der zweiten Halbzeit hielt sich Wedding viel in Hennigsdorfs Hälfte auf, doch das zerfahrene Spiel der Stürmerreche brachte keine Erfolg«: Hennigsdorss Torhüter klärte manche brenzlige Situation. Schließlich teilten sich beide Mann- schaften die Punkte.— Wedding 3. Männer und FTGB.-Spandau 1 trennten sich ebenfalls 2: 2, obwohl Spandau bis zur Pause 2: 0 führte.— Freie Schwimmer Groß-Berlin, Gruppe Siemensstadt, 1. Männer, gewann gegen Nowawes 3 mit 15: 2(6: 0). Wenn 'Siemensstadt auch technisch besser war, so hätte das Spiel nicht so hoch ausfallen dürfen. Die Nowawefer Hintermannschaft lieh die Siemensstädter oft ungehindert schießen, auch ein Wechsel des Tor« Wächters war zum Nachteil, denn der Ersatzmann war sehr leicht- sinnig. Im Regen durch den Wald Der Herbslverlauf im 1. Bezirk Trotz des ungünstigen Wetters wurde am Sonntagnachmittag der traditionell« H e r b st w a ld la u f der Arbeitersportler des 1. Bezirks(1. Kreis des Arbciter-Turn- und Sportbundes) unter recht starker Beteiligung durchgeführt. Weit über hundert Sportler stellten sich dem Starter. Zu einem Propagai�alauf, der leider durch die Witterungs- unbill stark beeinträchtigt wurde, traten 25 Sportlerinnen an. In kurzen Abständen machte sich dann das Gros der übrigen Kon- kurrentcn durch das herbstgcsärbte schöne Waldgebiet von Erkner auf den Weg. Wenn die Ergebnisse zum Teil hinter denen des Vorjahres etivas zurüctblieben, so muß berücksichtigt werden, daß der stellenweise stark aufgeweichte Waldbodcn eine volle Entfaltung der Läufer unmöglich machte. Eine kleine ileberraschung gab es im MOO-Meter-Lauf für Sportler, der gleichzeitig auch als Konkurrenz für die übrigen Sparten ausgeschrieben war. Die beste Zeit wurde von dem Rudower Geddat, Fr. R. V. 1913, erzielt, der die Strecke in 9,56 Minuten durchlies. Kittler von der Freien Turner- schast Groß-Berlin-Ostring ging als zweiter in 9:58,4 durchs Ziel. R»snltate: izvo.Mktcr.Laiif für Jugend: J. Herdmann und Speidel, beide von Nildau, 4:52,5; 2. Nrapp. Bonnsee: 8. Schiemrl. z'T ML.-Ostring.— Mann- schastslaufen: 1. Wildau: 2. �TKB.-Ostrina: 3. ZT.«Udersdorf.— SMo-Metcr. Lauf für Sprinter: U Steffan, Neukölln, 3:12,7; 2. Ziirftcr, Giche-Nopenick; S. Zepmcifel. ZTGB.-Osten.— Mannschaftslauf: I. gTa>B..Often: 2. ZT. Ruders- darf; 3. ZTSB.-Ostring.— WOO-Meter-Lanf: Zj für Sportler: 1. Nittler, ZWB.-Ostring,!>:5?,i: 2. Kriinner. ZTlSB.'Ostring, Vi Meter zurück; 3. Braun, ASC. b) für«onderspartcn: 1. Grddat, Zr. RB. 1»l3. 9:59: 2. Äolf, ZKU.; 3. Reumann, ZÄll.— Mannschaftslanf: 1. Füll. Freie Kanu-Union: 2. Fr. Ruder, pereinigung 1313.— öliov-Meter-Louf: 1. Rcinlc. Mldau. 18:52.1; 2. Böhm. FTGB.-Rordring: 3. Krüger, Fredersdorf.— 2dy0.Mcler.Lauf für iilterc Sportler: J. Franz Heller, Sildau; 2. Schmidt, RED. Rculölln; 3. Hoppe, ASD. Neukölln. Hodcex Tennis Rot 1 mußte sich in Stralau dem Sportverein Moabit mit 1: 5 beugen. Der etwas schlüpfrige Boden ließ ein frisches Spiel nicht zu. Moabit fand sich schnell und besser zusammen und konnte bis zur Pause 2: 9 führen. Nach Wiederbeginn hatte Tennis Rot sich umgestellt mit dem Erfolg, daß die Läuferreihe jetzt etwas stärker wurde. Sie tonnte das aber nur in einem Tor ausnutzen, da der Sturm nicht mehr die Durchschlagskraft hatte. Moabit war dagegen noch dreimal erfolgreich.— Der Bezirk Nordring 1 der Freien Turnerschaft Groß-Berlin gewann erwartungsgemäß 6: 0 gegen den Bezirk Pankow 1. Immerhin dauert« es geraume Zeit, che sie sich auf den ihnen taktisch und technisch nicht liegenden Gegner eingestellt hatten. Halbzeit 1:0. Es war im übrigen ein technischer Spaziergang. Pankow verbrauckste dagegen mit seiner Spielweijc viel unnütze Krast, da sie infolge der harten und zu weite» Borlagen zu lange und schnelle Wege machen müssen, um an den Ball zu ge- langen.— Nordring II gewann gegen Neukölln 1 verdient 3: 0. — Pankow II und Neukölln II trennten sich 8:0.— Die Frauen Nordring 1 spielten gegen Pankow 116:0 und Tennis Rot 1 gegen Neukölln 7: 0. Tennis Rot II und Pankow 1 0:0. Die Wasserhallserie - Lichtenberg 6:4 Am Sonnabend standen sich im Lunabad Möwe und Lichtenberg zum fälligen Serienspiel gegenüber. Lichtenberg spielt zuerst im Tiefen, Möwe wirft an. Beide Mannschaften sind reichlich nervös und finden sich nicht richtig zusammen. Möwe be- kommt gute Schußgelegenheit, der Ball geht aber übers Lichten- berger Tor. Der Lichtenberger Torwächter wirft ein, gibt den Ball zum Verteidiger, der ihn zum Berbindungsmann weiterleitet. Dieser wird bedrängt, kann den Ball aber doch nach vorn bringen, er gelangt zum Mittelstürmer, der trotz starker Behinderung durch schönen Rückhandwurf zum l. Tor sür Lichtenberg einsendet. Lichtenberg bleibt fchwimmerisch im Vocteil. Der Möwe- Torwächter bekommt stark zu tun, dreimal hintereinander hält er dem Ansturm Lichtenbergs stand. In der zweiten Minute gelingt dem linken Verteidiger von Möwe ein Durchbruch, der zum Aus» gleich 1: 1 führt. Eine Minute später bekommt Möwe Freiwurf, weil Lichtenberg den Ball unter Wasser gehalten hat. Der Ball gelangt zum freistehenden Mittelstürmer von Möwe und 2:1 sür Möwe ist geschcisst. Run verteiltes Spiel. Der Ball wird oft von beiden Mannschaften planlos geworfen, jeder hat nur das Bestreben, den Ball von sich wegzubekommen, wodurch fast immer der Gegner den Ball ereicht. In der sechsten Minute bricht Möwes rechter Verteidiger durch, der Lichtenberger Stürmer geht nicht nach, Möwe kommt mit dem Ball bis vors Lichtcnberger Tor, hier wird der Möwespieler angegriffen, der aber den Ball rechtzeitig zum Mittelstürmer gibt. Ein weiteres Tor(3: 1) ist da. Bald darauf Halbzeit. Lichtenberg stellt nun die Mcrmtschaft um. Trotzdem kann Möwe bald ans 4: 1 erhöhen. Ein folgender Durchbruch führt zum 5: 1, Lichtenberg kommt nunmehr auf. Möwes Derteidigung wird stark bebrängt; gibt den Ball zum Torwächter zurück, der ihn nicht halten kann und ein Selbsttor herbeiführt. Möwe macht sich wieder frei und kann zum 6:2 vorlegen Es sind noch 2'Ai Minute zu spielen. Lichtenberg reißt sich möchtig zusammen uird drängt Möwe zurück. Lichtenberg hat das Spiel jetzt in seiner Hand und erzielt kurz hintereinander 2 Tore. Möwes Torwächter ist besser geworden und verhindert weitere Erfolge Lichtenbergs. Es bleibt bei 6:4 Toren für Möwe. IVO Kilometer im Sportpalast Faudct-Pcix die Sieger! Bor sehr gut besuchtem Hause kam gestern im Sportpalost ein mit zwölf Paaren besetztes 1 0 0- K i l o m e t« r- M a n n s ch a s t s- rennen zur Durchführung, in dessen Verlauf die einen prächtigen Eindruck hinterlassenden Franzosen Faudet-Peix mit Runden- vorsprung sich an die Spietze des Feldes legten, um dann diese Position bis zum Schluß der langen Prüfung zu halten. Schon bald nach Beginn setzen die ersten Vorstöße, angezettelt vo« den Belgiern van Heoel-Debruyckcr,«in. Später versuchen die Franzosen Raynaud-Dayen, die im übrigen nur eine bescheidene Roll« spielten, vom Felde zu kommen Tietz-Ehmer jedoch, wunder- i bar aufeinander eingespielt, gehen sofort nach und führen das Feld nun wieder heran. 25 Kilometer sind zurückgelegt, die ersten Wertungen ausgefahren, da stoßen Schön-Stllbecke vor. Hart im Antritt und einen günstigen Moment abpassend, lösen sie sich leicht vom Felde und gewinnen unter dem Jubel des 5)auses eine Runde. Nun ist es aus mit der Ruh«, Vorstoß folgt auf Vorstoß, bis dann Kroll-Miethe aus sich herausgehen und zur Spitze aufrücken. Für kurz« Zeit geht es auf der Bahn ruhiger zu. Nach recht scharf um- kämpften Spurts in der öv-Kilomcter-Wertung versuchen Tietz- E h m e r dem Felde eine Runde abzunehmen und rücken nach einiger Arbeit zur Spitze auf. Während der 75.Kilomctcr-Wettung gehen die Franzosen Faudct-Peixernsthaft gegen das Feld vor, überrunden es und übernehmen, da sie in den Wertungsspurts dke mekstcn Punkte zu holen wußten, die Führung in der nun vier Mannschaften starken Spitzengruppe. Doch damit nicht genug. Roch einmal ziehen sie so stark los, daß von den Spitzen- Mannschaften keine folgen kann. Sie schaffen in Gemeinschaft mit zurückliegenden Paaren den neuen R u n d e n g e w i n n, den sie bis zum Schluß halten. Das den Abend«inleitende 1v0-Nu>id«n-Punkt«- fahren sicherte sich mit Rundenoorsprung Kedzierski. tz. etfltSniffc: 100-Rundcn.Puniicfahrc»: I. Kcdzicrfki. 7P.: rinc Runde suriirf: 2. Nickel, 13 P.: 3. Sictonfti, 10 P.; 4. Kaiitorowitt, 7 P.; 5. Corpus, 7 Punkte. — lYY-KlIometcr.Monnschoftsfobren: I. Faudct-Peir 2:17:31,2, 46 Punkte: 1 Runde surilck: 2. Ehmer-Tictz, 40 P., 3. Kroll-MIeihe. 25 P.: 4.?. van Serif!- Oebruncker, 19 P.: 5. Mantocu-Maezynsli. 18 P.: 0. EchSn-Stitbecke, 8 P.; 2 Rundin zurück: 7. Lehniann-Wissel, A P.; 8. Ecbrüdcr Walke, 8 P.: 3 Runden zurück: 9. Raynaud-Danen, 11 P.: 4 Rimden zurück: 10. O. Rütt-Stdpe!, 2 Punkte. Rufgegcbcn: Bonduel-van Russelberghe und Langardt-Mandelkoro. „Legalisiert!" Der DFB. übernimmt den Berufsfuijball Bon den Ereignissen gedrängt hat der Gcsamtvorstand des bürgerlichen Deutschen Fußball-Bundes in seiner am Sonnabend in Berlin abgehaltenen Borstandssitzung beschlossen, den Berufssußball in eigene Regie zu übernehmen. Die Entwicklung ist über den Borstand des DFB. hinweg- gegangen: das halb« Bcrufsspielertum, das sich von Jahr zu Jahr mehr im Deutschen Fußball-Bunde ausbreitete, ist offen gegen den Vorstand zur Rebellion übergegangen und hat Beruf ssußball« vereine und sogar einen Berufsfutzballverband gegründet. Nun- mehr will der Vorstand, um nicht jede Autorität einzubüßen, den Berufsfußball legalisieren. Wie lange es dauern wird, bis die wirk- lichen Amateurvereine sich Berufsfußballabteilungen zugelegt haben und wie lange die Amateurabteilungen finanziell im Schatten der Berufsspieler bleiben werden, ist, wie die Verhältnisse im deutschen bürgerlichen Fußballsport liegen, eigentlich nur noch ein« Frage der Zeit. Eine andere Frage ist allerdings auch, wie lange sich, noch dazu unter den gegenwärtigen schlechten wirtschaftlichen Berhältnissen, «in Berufsfußballsport in Deuffchland wird halten können. Oester- reich und seine Pleite gegangenen Berufssußballvereine sollten in Deutschland eine Warnimg sein. korsdmngsreisen im Auto Als den ersten seiner dieswinterlichen Bortragsabende ver- anstaltete der Automobilklub von Deutschland dieser Tage einen Lichtbildervortrag des Forschungsreisenden und Groß- Wildjägers Heinz Karl H e i l a nö.„Mit Auto und Büchse durch das Dschungel und die Ruinenstädte Ceylons" lautete das Thema. Heiland, schon vor dem Krieg« durch seine ausgedehnten Forschungs- und Jagdreisen bekannt, verstand es, seine Erfahrungen und Erlebniste auf seiner letzten Reise, die ihn über eineinhalb Jahr lang durch die Dschungel Südceylons bis nach Kaschmir im Herzen des Himalayagebietes führten, den Zuhörern darzubringen. Es ist nicht zuviel gesagt, wenn behauptet wird, daß Heiland einer der ersten war, der das Kraftfahrzeug Jagd- und Forschungszweckcn dienstbar gemacht hat. Er hat neben der jagdlichen Ausbeute wissen- schaftliche Eroberungen in den Ruinenstädten Anurat, Hapura und Polunaruwa gemacht. Für den Reisenden bot die Expedition recht erhebliche Anstrengungen; er war gezwungen, unter den primitivsten Lebensbedingungen seine Mistion zu erfüllen und mehr als einmal sah er sich in die Notwendigkeit oersetzt, das Trinkwasser über zehn Kilometer weit herbeizuschaffen. Es darf bei der Gelegenheit er- wähnt werden, daß die Reise mit einem gewöhnlichen Automobil deutscher Herkunft, das lediglich eine besondere Kühlung und ver- stärkte Federungen erhalten hatte, gemacht wurde. flut' l Am letzten Sonntag gaben sich die Teilnehmer der Ferienfahrten und Wochenendfahrten aus Einladung des Touristenvereins„D i e Naturfreunde" im Restaurant Rübezahl am Müggelsee ein Stelldichein. Fast alle Teilnehmer von den Fahrten, die der genannte Gelbe Raucherzähne.„Nach langem Suchen endlich das Nichtige für meine Zähne. Nach dreimaligem Gebrauch blendend weiße Zähne, trotzdem dieselben durch vieles Rauchen braun und unschön wirlten. 2ch werde nichls anderes mehr gebrauchen, als Chlorodont." SS., Horst Berg.— Man verlange nur die echte Chlorodont- Zahnpaste, Tube 60 Pf. und 1 Ml., und weise jeden Ersatz dafür zurück. Vorlriegspreise! 0■"%■. V\ ?***{ makedono�akei rtN Dertriumpf DER QUALITÄT! Millionen von Rauchern sind in kurzer Zeit treue An-7 rhänger der hochwertigen MAKE DON-Zigaretten# geworden. Dies ist der volle Beweis dafür, daß der! deutsche Raucher Qualität zu schätzen weiß, eine Tatsache, die ihm zur Ehre gereicht. Versuchen auch Sie unsere Marke ' y-'-v Ä WWW SOZIAL PERFEKT 5* k■ MAKE DON ZIGARETTENFABRIK G.M.B.H., MAINZ A. R H. KO N Z E RN fRE I Generalvertretung: Carl Sudel, Berlin NW6, Luisenstraße 30, Tel. D 2, Weidendamm 3354 Verein durchgeführt hat, waren gekommen, um ein paar Sdmden Im Kreise Gleichgesinnter zu verbringen. So steht zu hoffen, daß auch die Reisen in den nächsten Jahren den Naturfreunden den ge- wünschten Crsolg bringen werden. Auf eins soll schon heute hin- gewiesen sein: Auf die Reisen im Jahre 1931. Ostern führen die Fahrten durch die Oberlausitz und eine Städtefahrt durch die Mark. Für Pfingsten ist eine Reise ins östliche Erzgebirge und«ine durch das Eilangtal geplant. Die weiteren Reisen führen Ende Mar ins Weser- und Werratal, im Juni in den Schwarzwald und durch die Mark Brandenburg, ferner im Juli in die Hohe Tatra und nach Dal- inatien. Im August nach Bornholm und Kopenhagen, durch den Bayerischen Wald und nach Wien, durch Nordböhmen und zur Heide- blute in die Lüneburger Heide. Ende August bis Anfang September durch das Berchtesgadener Land, Tennengebirge und Dachstein- gebirge, nach Oberbayern und durch das Karwendelaebirge. Ferner durch die Stubaier und Oetztaler Alpen— und in die Dolomiten. Im September findet noch eine Ferienreise durch die Schwäbische Alb statt.__ Arbeiter-Schach Werbung an alle Interessenten Mit Beginn des Winterhalbjahres hat auch bei den Arbeiter- Schachspielern ein reger Betrieb eingesetzt. Die Mannschafts- wettkämpfe sowie das Meisterturnier haben bereits begonnen. Der Freien Arbeiter-Schachoereinigung Groh-Berlin gehören 18 Abtei- lungen an, in denen jeder Interessent am Schachspiel kostenlosen Unterrickst erhält.� Gäste sind jederzeit willkommen. Durch Vorträge, izreundschaftskömpfe und Blitzturniere bringen die Abteilungen in ihre Spielabende Abwechselung. Freunde des Schachspiels und solche, die es werden wollen, finden in nachstehender Ausstellung die für sie am günstigsten gelegene Abteilung. Der S ch a ch- L e h r k u r s u s für die Arbeiterjugend im Jugendheim Oberfchöneweide, Laufener Straße 2, hat-begonnen und wird jeden Montag, 19 Uhr, fortgesetzt. Teilnehmer können sich noch melden. Neue Schwimmrekorde In der neuerbautcn Düsseldorfer Schwimmhalle wartete der Düsseldorjeo-Schwiinmklub von 1999 mit einer internationalen Vor- f S/fätf'SVfa ......................................•xam/mm onSkvk Stern, fäuefSach, anstaltung auf. Dabei verbesserte im Rückenschwimmen über IVO Meter Elfriede Sasserath aus Rheydt den bisherigen deutschen Rekord von 1:28,2 aus 1:27,3. Der Schwimmklub Sparta-Köln erreiche in der 4XZ0-Meter-Erawlftaffel mit 1:54.4 ebenfalls einen neuen Rekord. ILampfrichler und Ordner zum Hallcmportfcst Morgen, Dienstag, 20 Uhr, in der Geschäftsstelle, Essosfer Straße 8(5/88, Sitzung aller Ordner und Kampsrichter. Tages- ordnung: Erledigung der letzten organisatorischen Vorarbeiten und Einteilung zum Hallenfest. Einen Jack-London-Abend veranstaltet die Freie Turnerschast Kroß-Berlin am Mittwoch 29. Oktober, Alfred Beierle, der be- kannte Sprecher revolutionärer Dichtungen, wird in den Musiker- Sälen, Kasser-Wilhelm-Straße 41, einen Lichtbilder-'Abend künstle- elsch gestalten, in dem das Leben Äack-Londons geschildert wird. Ausschnitte au«„Abenteurer des Schienenstranges" und„Der Sohn des Wolfes" sind die Themen. Beginn 20 Uhr, Eintritt 0,30 Mk. für Erwachene und 0,40 Mk. für Jugendliche. Erwerbslose Mit- glieder des Vereins erhallen in der Geschäftsstelle Eintrittskarten kostenlos. Karten find bei den Funktionären des Vereins, in der Geschäftsstelle, Berlin NO. 18, Lichtenberger Straße 3, und an der Abendkasse zu haben. Der Arbeiter- Sportverein Schöneberg-Friedenan 07 betreibt neben Gymnastik auch Leichtathletik, Händboll, Bewegungschor, Geräteturnen und Schwimmen, die hauptsächlich für junge Mädchen in Frage kommen. Uebungsabende für Jungmädchcn: Dienstags und Freitags in der Uhlandschule, Kolonnenstraß« von 20— 22 Uhr. Sonstig« Uebungsabende: Mädchen: Donnerstag, Gemeiirdeschul« Ebersstraße, 18—20 Uhr. obere Halle. Frauen über 25 Jahre: Donnerstag: Gemeindefchulc Ebersstraße, 20— 22 Uhr, obere Halle. Slbt. Linden Hof: Mädchen: Freitag: Turnhalle Lindcnhof, 18—20 Uhr, Frauen: 20— 22 Uhr. 3m Wiener Prater wird jetzt«in großes Sporfftodium gebaut, das 10 000 Sitz- und 45 000 Stehplätze haben wird. Freier«Srvertultsrlrei-«reuzbera. Dienstag, 28. Oktober, 20 llbr. Dicffen. bochstr. 0l, Zeichrnsaak, Vortrag Dr. Paul Krisch«:.Die Entstehung des 29. Oliober, 20'H Uhr, Badeabenh im Etodtbob Mittwoch, 29. Oktober, 20 Uhr, Rosmoo*.— Mittwoch, Kreuzberg. Freie Rnberer. und ZIanusahrer, t. ftitit. Spartenausschuhsihung. Kreisgeschiiftsstclle, Elsässer Str. 8K— M. Arbeiter. Trortoe rein Schöneberg. Fried« non 07. Miinncrabteilung Übt heute 30 Uhr Behigcr Strafte die Mnsilübungen zum Hollensportfest. Mittwoch treffen sich alle Teilnehmer l8 Uhr nor dem Sportpolast. Mitgliedsbuch mitbringen. Sportkleidung mitbringen. Fretllbungsturner 20 Uhr. FTSB.. Bezirk Pankow. Dienstag, 28. Oktober, im Jugendheim Görsch. strafte ll, Heimabend. hlootse, 27. Oktober. Berlin. 16.05 Dr. Siegfried Ncstriepke: Die modernen Wandcrbfihii«L 16.30 Unterhaltende Musik von Offcnbacb. 17.30 Dr. UcberaH erzählt, 17.50 Dr. med. Ernst Rothe: Seelische Kräfte im Lebenskampf. 18.15 Herbert Ihcrin«: Für das Theater. 18.40 Walter Hirschberg: Lieder(Adelheid Armhold, Sopran: Flügel: der Komponist).— 2. Kleine Stücke für Klavier, oo, 34(der Komponist).— 3. Lieder(Adelheid Armhold). 19.15 Arbeitsmarkt. 19.20 Zcitbcrichtc. Politischer Auftakt in Frankreich. 20.00 Stadttheater Stettin:„Tosca'*, Musikdrama von Giacomo Pucciirt. I. Akt. 20.55 etwa: Stadttheater Magdeburg:..Carmen'*, Oper von Georges Bizet. 2. Akt.— Stadttheatcr Kottbus:„Fra Diavolo", Komische Oper von Ander. Nach den Abendmeldungen bis 0.30 Tanzmusik. Königs Wusterhausen. 16.00 Joh. Kayscr und E. Guder: Sprachlehre w den VoIkssdwTen. 17.30 Hcli Rcipcrt-Melzcr: Lieder für Contra-Alt, 18.00 Dr. Ktincrt: Weißbrot oder Schwarzbrot? 18.30 Prof. Dr. H. Leisegang: Neue Mystik. 19.00 Englisch für Anfänger. 19.30 Landschaftsrat Fr. Unterberger: Schweinezucht und-haltung. 20.00 Leipzig: Gustav Mahler. 21,50. Wetter-,. Tagesr,. Sportnachjichten.___________ � T heaiev, Ltcldspiele usw. j Montag, 27. 10. Staats-Oper Unier d. Linden A.-V, 57 20 Uhi Neueinsfudierung: Der König Erstaufführung; Zierpuppen Ende n. 22 Uhr Montag, 27 10. staut, oper Bismarcksir. Geschl Vorstllg. 20 Uhr Tielland Kein Kartenverkauf Staats-Oper An PlaU der Repnbüli. V-B. 20 Uhr Fidelio Beflrntl. Kirtcgvirkiuf Ende n.22>/sUbr Staat). Sctiausph. (am Gendarmenmarkti. 9. R.-S. 20 Uhr Gesdiidite GotHrie- densvoo Berlidiingen mit der eisernen Hind Ende 23'/« Uhr Otfeoli. Rarieaverkaaf Itaati. Ithillet'Iheater.Cliarltiio. 20 Uhr NORA. Ende 23 Uhr pvAZa Tägl. 5 u. 815 SüOUl.2. S 0. 8" Alex. E 4. 8066 Sylvester Schäffer Charley-Williams-Bono u,W. Theater Ld.Behrenstr. 53-54 Direktion; Ralph Arihur Robcrlt ?. Das häOüche manchen Englisch— Kohens— Jansson. 6B0SS.(CHAIISPiElDAIJ*8 Nur noeb 1 Wocn e! Lustige Witwe ÜMterbergr. UajBMn, Arno, SchellweT, Jankahn.Schsefler*, Wlnkelskern, Oesnt. KEG1F,:< II A K K I, I, »'■' u>>r CASINO-THEATER vZ» Lothringer Strafe 97. Unwiderruflich nur bis 30. Oktober Hurrah, ein Junge! IIIUlUHIIIIieiMIIHIlllllIllllilllllllinilllllllllUMIIIIIIIluiiiiiiMI Am I. November(930 zum 1. Maler Arm wie eine Kirchenmaus Outschein 1—4 Pers. Fauteuil 141 M., S sei I.« M. �VmsOfle Pmi»« r folKsbtthne Theater im BOlowplatk, 8 Uhr Die Weber v. G. Hauptmann Regie: K. H. Martin. Theater am SchilfDauerdamm BVt Uhr Jud Süß I Staat). Sdiiller-Ili. 8 Uhr Nora Staatsoper Am Pl.d. Republik 8 Uhr* Fldelio Deotsdies Tbeater 8 Uhr Neueinstudierung Ein Sommernachtstraum Regit; Mai Reinhardt. Kammerspiele S-- Uhr Elga von Gerhait Hauiitmann. Regia; Gustae Hartüng. Bähr-Siiefel Wetterfest Wasserdicht braun, bis zum Knie z. Schnüren, Doppelsohle 24i75,2ü,50, 28—, 29,50 Schaflsllcfcl aus russisch Juchtcnlcder ca. 50 cm. hoch 49,— 56— aus einem StUck. mit Lederfuüer. handgenadeit mit Biese ZwiegcnÄhfc Herrenstlefel braun. Wasscrlasche 21,— 23.80 26.50 2 durchgehende Sohlen braun Watcrproof(LedcrfulterS,— Mk. mehr) Zwiegen. Damen Stiefel m. Wasserlasche braun Fettchrom 21,50 24.50 2 durchgehende Sohlen braun Waterbroof(Lederfutter 3.— Mk. mehr) Wetterfeste Herrensflcfcl, doppelsohllg 1U50, 12,75, 14,50, 16,75 19,— schwarz Rindleder, halbe Lasche desgl. braun............. 14,50 16,75, 18,50, 21.— Damcnstlcfcl doppclsohllg, braun wetterfest... 16,75. 18,75, ül.50 Reitstiefel schwarz Rindleder ca. 45 cm hoch i,... 25.50 29.50 Reitstiefel schwarz Rindbox 54,—, 58,—, braun Rindbox 56.—. 39,50 Reltstlefef för Damen schwarz R.-Chcvr..... 34,— braun 59,- schwarz Rindbox 59�50, braun Rindbox 44,— Mk. Halbslicfel schwarz Rindleder............. 15,50 Dreivlertelstlfefct schwarz Rindleder 17,75, 22,53 desgf. m. eingespannt. Kropf 26�53 Mki Skistiefel................. 19.75, 22.-, 23.—, 25.50 Helene Bähr, Berlin SW 19 S{3 litt dl 3113 Plfft 7(vor der Brücke) Die Komödie S>l> Uhr Der Schwierige nn Big« ru Hafnuaiillui. Regie: Mai Reinharit, WlieiMes Dönh 625,626. Täglich S Uhr Iliil codi tl Vorstellongen Alexander Moissi „Der Idiot" rneateram SötifiDauerdamm Täglich BVt Uhr Jud Süß! von Paul Kornfeld. Insu; lauft. JaSnar mit Ernst Deutsch metropoi-Ttieater Täglich BVt Uhr Sensationeller Operettenerfolg! Unter pers. Leitung des Komponisten Viktoria undlhrHusar Kleines Thea!. Merkur 1624 Täglich W» Uhr Wassersdieu leopoldine Rocstamiu. Ralpti, Chlud, Garta, Danke, Siegel de Kowa Rose■ Thealer fir.FranMatterSir.i32 Tel. Alex 3422 u 3494 SJO Uhr: Kukuli 315 Uhr: In der Johaimbnachf TheatJ. Westens 8>/. Uhr Brest Liiowsk von Hans J. Rehfisdi. Lessing-Theat. BVt Uhr Elisabeth, KSnigin von England vonLcnormand Höflidi, Rebmann. Ausschneiden! Zentral-Theat. Täglich 8'ia Uhr Sonnt auch SV. Uhr Eine Freundin so goldig wie du Operette v. Melsel. lorLfllr Parkett 1 statt!.- 11 nur I■" gültig vom Z5.-2B. Okt. Lustspiemaus Dir.; Hans lüftsdiütz Täglich BVt U h i Pleins Sciauesier und ich Musikvon Benatzk> Lorj Lcnx. Kurt tou MtUendorl Bemowsky- Bahnen Theater in der Siressmannsir. Täglich BVt Uhr Sturm im Wasserglas Komödie von Frank. Komödienhaus 8 Vi Täglich 8 Vt Konto X von Bemauer und Cesterreidier Neues Theater — am Zoo kmBalinli.Zoo.StpL 6554 Täglich r/. Uhr DerpBe Ladierfnlg! Max Adalbert in Hasenklein Komische Oper 8' 2 Uhr Das Hädel am Steuer Operette v. Gilben Deotsebes Kflnsller-Theal. Tel Barbarossa 3931 8V1 Uhr Jim und Jiil Grete Mosheim. Harald Paulsen. Renaissance- Theater Steinplatz 6780 BVt Uhr lorDDtersDdiDDg von Max Alsberg und O E. Hesse onginai- Betema Patentmatratzen/ Ruhenetten mit Betema- Federung Pafent-Drehbeii(D. R. 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Zh. 11263 Dönhoff- Brettl: Dasgr.Okl.-ftrtigf»mml Tun. Ilapolle Boos Siitiis Alexanderplatz Neue Königstr. 43 Biumenspemien jeder Art liefert preiswert Paul Gollatz «arsisls Rebsrt Maytr '■rlanmnstv.» FSOftf— mq Theater fDr Kinder: Kemmendsn Mittwoch, 5 Ohr ■ um letzten Mal« „Häusel und Gretel" Sonnabend. 4a Uhr: Peterchens Mondfahrt (Preise von 30 Pf. bis 1.50 M) Monteg, Dienst«?. Donnerstag und Freitag 5» Uhr: Famllian-Naclimittag Kukuli mit Tränte Rose in der Hauptrolle Preise»OB 30 Pf. bis 1.5011 Uarderobe u. Progr. je 10 Pf KaBee und Kuchen. Bier mit Salzbrot je 25 Pf. Wochentags 8« übrt In der Johanntsnaelil Sonnabende 2x(7 u. 10« ü.) Karten im Vorvcr- tft rfu® 8U baben ron ah«�TOrnL«o'1 ▼on 4-9 Ühr abends. Bniettkassa: Alex. 3424 u. 3494 Gro8e Frankfurter Straße 132. ROSE -Theater vemame| mo&ei i Röbellönser werfe Kredit und bar Mbbeldazor, «rofte An-wghl. «eine Preise! «eispielsweise: Schlafzimmer 4öö.—. SprisezimmerSl?,- � Herren, immerz89.—, Spiegelschränle N8,—. 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