BERLIN NieiMg 28. Oktober 1930 erscheivt tizlich avterSonstaz«. Zugleich Abendausgabe de«.Vorwärts". Bezugsprei« beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, Z.SOM. pro Monat. Redaktion und Expedition-, Berlin SWes.LindenSr.S 10 Pf. Nr. 506 B 252 47. Jahrgang fSitjeigeaptell: Die einspaltige Nonpareillezeile 80 Pf., Reklamejeile S M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto: Dorwärts-Verlag G. w. b. H., Berlin Nr. 37536. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis 297 Mussolinis Spiel mit dem Feuer Intrigen des internationalen Faschismus— Hände weg von Deutschland Di« Rodo, die Mussolini gestern in Rom vor seinen faschistischen Unterführern gehalten hat, ist ein schweres Symptom der Unruhe, die zwölf Jahre nach dem Ende des Weltkriegs noch immer Europa bewegt. Italien, unzufrieden mit dem Beuteanteil, den es erhalten hat, spielt ein großes irnd gefährliches Spiel, indem es den Anschein erweckt, als wolle es in das Lager der Besiegten von 1918 übergehen und diesen zu einem besseren Frieden verhelfen. In Versolg dieser Politik, die ihre Spitze gegen Frankreich und Jugoslawien richtet, hat das faschistische Italien nach allen Ländern der Besiegten von 1918 seine Fäden gesponnen; nach Rußland, nach Ungarn, nach Bulgarien— dessen König soeben seine Hochzeit mit einer italienischen Prinzessin gefeiert hat'— und nicht zuletzt nach Deutschland. Der Versuch, Deutschland in eine Kombination hineinzuziehen, die ihre Spitze gegen Frankreich richtet, ist schon wiederholt unter- nommen. Er ist aber immer zurückgewiesen worden. So hat selbst die sehr nationalistische Regierung Cuno-Rosenberg einen Abgesandten Mussolinis abblitzen lassen, der ihr während des Ruhr. kriegs die Sendung von Waffen aus Italien in Aussicht stellte. Es ist auch gar nicht schwer zu erraten, warum sich bisher jede deutsche Regierung weigerte, aus die freundlichen Angebote von jenseits der Alpen einzugehen. Weder das angebotene Geschäft an sich, noch auch der sich anbiedernde Partner waren geeignet, Ver» trauen zu erwecken. Das Risiko schien ungeheuer. Jetzt, nach deick Wahlsieg der Hakenkreuzler, glaubt Mussolini dem Ziel seiner Wünsche nahe zu sein. Er scheut sich nicht mehr, Moskauer Methoden anzuwenden, in die innere Politik fremder Staaten einzugreifen und für den Faschismus jenseits der italienischen Grenzen Propaganda zu treiben. Das hat sein Gutes, weil dadurch unserem deutschen Ucbernationalismus die i t a l i e n i s ch e F a b r i k- marke ausgedrückt wird, es hat aber natürlich auch seine sehr großen Gefahren in innerpolitischer wie in außenpolitischer Beziehung. Angesichts der offenkundigen Ermutigung, die der Rechts- p u t s ch i s m u s von jenseits der Grenzen her, en'ährt. ist ein« starke demokratische Führung im Reiche wie in Preußen notwendiger als je. Notwendiger als je ist aber auch eine starke und klare Führung der auswärtigen Politik. Mussolini glaubt, Deutschland zum Werkzeug des italienischen Imperialismus mißbrauchen zu können. Er spekuliert aus die leider unbestreitbare politische Unreife großer Teil« des deutschen Volkes, die bisher noch immer auf jeden„national" aufgezäumten Schwindel hereingefallen sind. Für den politisch einigermaßen Unterrichteten ist es Nar, daß Herrn Mussolini das Schicksal des deutschen Volkes voll» kommen gleichgültig ist. An denn Tage, an dem es ihm gelungen sein wird, Frankreich zu einem ihm genehmen Abkommen zu zwingen, wird von deutsch-italienischer Freundschaft keine Rede mehr sein. Bis dahin soll Deutschlands Cechzigmillioncnkraft ein Werkzeug in seinen Hände» sein, um auf Frankreich zu Italiens Gunsten zu drücken. Er will bluffen— aber hat die Politik des Bluffs und der machtpolitischen Drohungen schließlich nicht immer noch zum Kriege geführt? Die Rcichsregierung muß eine Politik treiben, die die klare Ablehnung aller verbrecherischen Abenteuer in sich einschließt. Für Demokratie und Frieden! Das heißt taub fein gegen alle Lockungen des nationalen und des internationalen Faschismus! pariser Echo. Paris. Z8. Oktober. Die Rede Mussolinis hat in der französischen Press« lebhaftes Echo gefunden. Pertinax zieht im„Echo d« Paris" aus den Aus- führungen des Duce die Schlußfolgerung, daß Italien sich heut« stark genug fühle, um seinem„Drang nach dem Osten" freien Lauf zu lassen. Der Rest seiner Erklärungen sei nur eine B e r- zierung des Kerns. Die letzten Zweifel, die man bisher fran- zösischerfeits gehobt Habs, feien nunmehr zerstreut. Zwischen Frank- reich und Italien tue sich ein Abgrund auf, den zu überbrücken der Diplomatie nicht leicht fallen würde. Frage man nach den Gründen, weshalb Mussolini gerade diesen Zeitpunkt gewählt habe, um seine Redeschlacht wieder zu eröffnen, so müsse man daran denken, daß am 6. Zdooember die letzten Vorbereitungen der A b r ü st u n g s- konferenz begännen und er daher noch einmal darauf hin- weifen walle, daß die Abrüstung solange eine Utopie bleibe, wie man den Forderungen Jtatieiis nicht stattgegeben habe. Durch die hestigea Worte des deutschen und österreichischen Faschismus onge- Das Hochwasser in Mederfchlesien Oammbruch bei Qegnih.— Dörfer unier Wasser L i e g n i h, 28. Oktober. Bei A l t- L e ck e e n ist am Dienslagvormittag der große Katzbachdamm durchgebrochen. Die Fluten setzten im Ru die in der Nähe gelegenen Gehöfte unter Wasser. Das Vieh kannte noch gerade rechtzeitig gerettet werden. Der Schoden, den das Wasser angerichtet Hot und noch anrichten wird, übersteigt alle Befürchtungen, ver Damm hinter der Schleuse, der den gewöhnlichen Wasserspiegel der Satzbach um etwa sechs Meter überragt, war bereits in der Rocht zum Dienstag überspült worden. Roch in der Rocht wurden die umliegenden Feuerwehren alormierl. Di« Risse wurden mit Sandsäcken ausgefüllt. Das Wasser spülte die Säcke jedoch rasch hinweg. Da, niedrig. gelegen« Klein- Beckern stand schon vorher säst vollsiändtg unter Wasser. Roch bi» zur letzten Stunde seht« man alles daran, um die katastrophalen Folgen eines vammbruch, zu verhindern. Man befürchtet jetzt den EinfturzderKahbachdrückc bei Bsasfen- dors. Neißegebiet stark gefährdet. Görlitz, 28. Oktober. Das Unwetter, begleitet von starkem Nordweststurm, dauert nunmehr bereits ununterbrochen 60 Stunden an. Das Wasser der Neiße ist seit Mitternacht um weitere 50 Zentimeter gestiegen, und der Stand betrug heute früh um 4 Uhr 25 Mm. 3,85 Meter. Dieser Pegelstand war um 5 Uhr 05 Min. früh unverändert, so daß man hofft, daß hiermit der höchste Wasserstand erreicht ist und ein all- Hugenberg-Redakteur cestehn UHt> MOUCEN HEUTE UHO UBERMCUEH „llnter Menschentum— pöbelrasse— aufsässiges pack- Tariffaulenzer- Rentenhysteriker!"' «Helden der Arbelt— unerschrockene Berg- arbeiter— Märtyrer der Pflichterfüllung." stachelt, habe Mussolini sich ausgerechnet, daß energische Er- klärungen seinerseits den politischen Weg vieUeicht bereinigen könnten. Dos„Oeuvre" betrachtet die Ausführungen Mussolinis in Rom als sehr viel gefährlicher als diejenigen in Florenz und Livorno, weil er in allen Einzelheiten bestätigte, daß der Faschismus heut« ein Aussuhrobjekt sei. Di« radikalsozialistische„Er« Nouvellc" wirst Mussolini vor, er vergesse, daß. wenn es eine Ungerechtigkeit in den Verträgen gebe, die italienische Regierung ihren Teil der Verantwortung darantrage. Im Gegensatz zu Mussolini, der den Weltfrieden von der Revision der Verträge abhängig mache, müsse nian französischerseits betonen, daß gerade diese Revision dos Ende des Friedens darstelle« würde. mähliches Abebben der Flut eintritt. Durch das Unwetter sind zahlreiche Störungen im Fernsprechverkehr entstanden. Inzwischen sind durch das Hochwasser außer unabsehbaren Wiesenflächen die Promenadenwege in den Neißeanlagen in Gör- l i tz sowie anstoßende Straßen und Stege unter Wasser gesetzt. Völlig überschwemmt sind auch die Bleichen, und die Fluten be- ginnen bereits die höher gelegene Prager Straße unter Wasser zu setzen. Die Anwohner der Neiße find inzwischen von der Polizei aufgefordert worden, ihre bewegliche-Habe in höher gelegenen Räumen unterzubringen. In M a r k l i s s a waren am Montagnachmittag die Neustadt und Teile von Oberschadewaldc von der übrigen Stadt vollkommen Kürzung der Riesengehälter! Herabsehung der Höchstsähe um fünfzig Prozent? Es ist ein verdienst der sozialdemokratischen Sladk. verocdnetensraktion, zuallererst die Forderung nach einem Abbau der bei einigen städtischen Gesellschaften bestehenden Riesen- gehäller der leitenden Direktoren erhoben zu haben. Der Erfüllung dieser Forderung standen meist sehr longsristig abgeschlossene Verträge der leitenden Persönlichkeiten entgegen. wobei besonders zu bedenken ist, daß die Stadt bei der kommunali- jierung wichtiger Betriebe oftmals Direktoren übernehmen mußte, denen long abgeschlossene Verträge außerordentliche Rechte zu- sicherten. Als größtes städtisches Unternehmen geht jetzt die Verkehrs- gesellschasl allen anderen Unternehmungen der Stadt mit gutem Bei- spiel voran, wie der„vorwärts" erfährt, wird der A u f s i ch t s- rat der BVG. bereits in seiner nächsten Sitzung am Freitag zu einer Entscheidung in dieser die ganze Berliner Oefsentlichkeit stark interessierenden Frage kommen. Auf Grund eines freiwilligen Uebereinkommens aller Direktoren gilt ein durchschnittlicher Abbau der Mammulgehäller um 50 proz. als sicher. Di« Verträge von vier Direktoren lausen an sich noch bis zum Ende des nächsten Zahres, während der Vertrag des höchstbezahlten Direktors Dutke mit Ende dieses Jahres abläuft.» Es ist anzunehmen, daß schon in Kürze weitere städtische Gesellschaften der Rot der Zeil Rechnung trogen und dem Beispiel der Verkehr-gesellschast solgen werden. abgeschnitten. Unterhalb von Marklissa ist dos Tal über- schwemmt, besonders auch durch die Zuflüsse vom Bnderbach und aus Gerlachshcim. Sehr hart betroffen find Erb« mannsdorf und Holzkirch, wo viele Häuser unter Wasser stehen und die Leute in die oberen Stockwerke slüchter, mußten. In Holzkirch wird erneut ein Dammbruch befürchtet, wie er im Jahre 1926 eingetreten ist. Auch in Laub an ist das Wasser bereits in die Häuser und Keller eingedrungen. In Berbelsdorf, Kreis Lauban, haben zahlreiche Familien die unteren Wohnräume räu- mcn müssen. Auch in den.weiter unterhalb des Wasserlaufes liegenden Ortschesten herrschen die gleichen Verhältnisse. Windstärke S über Verlin. Bei dem gestrigen Sturm über Berlin, bei dem eine Windstärke von 5 bis 8 mit starken Böen festgestellt wurde, sind an mehreren Stellen der Stadt, hauptsächlich in den westlichen Vororten, Aus- hängeschitder weggerissen, Koller überschwennnt und die Stukatur der Häuserfronten beschädigt worden. Größerer Schaden wurde in den Purkanlagen angerichtet. Durch den dauernd niederprasselnden Regen wurde der Straßeiiosphalt schlüpfrig, wo- durch zahlreiche Verkehrsstörungen und Autozusammenstöße vor- kamen, so in Steglitz, wo zwei Personen verletzt wurden. 30 Zentimeter(Schneehöhe im Isergebtrge. Seishennersdorf L Sa„ 28. Oktober.(Eigenbericht.) Auf den Höhen des L a u f i tz e r und Ifergebirges log schon am Sonntagvormittag bis zu zehn Zentimeter Schnee. Auf Jfergebirgspäsfen gab es an den Fahrtrinnen eine Schneehöhe von zwanzig Zentimeter. Der Schöberpaß zeigte am Sonmagabend stellenweise eine Schneedecke von fast dreißig Zcntirneter. Di« Bäche führen Hochwasser. In dem sächsischen Seifhennersdorf gleicht das Mandaugclände im Halbedorfe einem einzigen See. Die Seitenwege stehen unter Wasser. Der Sturm ist so stark, daß er den Kraftfahrzeugverkehr schwer behindert. Die Fahrzeuge sind ge- z wungen, zeitweise aus ebener Straße stärkere Gänge einzuschalten. Schneeverwehungen im Erzgebirge. Annaberg sSa.). SS. Oktober. Der Stadtrat des benachbarten I ö h st a d t hat am Montag mutlich die Sperrung dar Weiperter Straße verfügen müssen, da ein starkes Schneewehen den Fahrverkehr unmöglich machte. So mußte auch am Montag früh bereits ein im über einem Meter hohen Schnee steckengebliebenes Auto ausgeschaufelt werden. Der Fichtelberg(Erzgebirge) meldete am Montag drei Grad Kälte, Sturm, starke Schneewehen und eine durchschnittliche Schneehöhe tO bis 15 Zentimeter. Oer Schuß auf die„Baden". Brasilianer kannten keine Flaggensignale. Die deutsch« Gesandtschaft in Rio de Janeiro hat gestern noch- uiittag dem Auswärtigen Amt radiotelephonisch über die Beschießung der„Baden" eingehend berichtet. Die Untersuchung der Gesandtschaft hat ergeben, daß Kapitän Rollin keine Schuld trifft: auch die brasilianische Regierung habe einen Vorwurf gegen den Kapitän nicht erhoben. Die Darstellung der brasilianischen Ge- sandtschaft in Berlin ist hiernach unzutressend. Äie„Baden" hatte von der Hafenbehöcdc die Genehmigung zur Ausfahrt mit der Weisung, sich mit den Forts zu verständigen. Das Schiff hatte das Fort Santa Cruz zu passieren, kündigte sich durch dreimaliges Sirenensignal an, das nach Angabe von Zeugen auf dem Lands einwandfrei gehört worden ist. Dann entbot das Schiff den F l a g g e n g r u ß, der vom Fort erwidert wurde. Es ist also nicht wahr, daß das Schiff die Flagge nicht gezeigt habe. Kurz darauf wurde von dem Fort ein blinder Schuß abgegeben und ein Flaggensignal gezeigt. Dieses Signal lautet« noch dem inter- nationalen Code:„Mit Ruder nicht durchzukommen.� Da dies unverständlich war, bezog der Kapitän dos Signal nicht auf sich. Das Fort soll nun weitere blinde Warnungsschüsse und dann auch zwei bis drei scharfe abgegeben haben. Der Kapitän behauptet, nichts davon bemerkt, auch Einschläge nicht gesehen zu haben. Es war sehr windig. Das Fort war bereits durch den bekannten Zucker- Hut der Bucht von Ria de Janeiro verdeckt. Mit gewöhnlicher Fahrt kain der Dampfer auf die Höhe des Forts Copacabana, das bereits außerhalb der Bucht liegt. Um die Signale besser verstehen zu können, ging das Schiff auf 200 Meter an das Fort Hera«. Es war bereits Dämmerung. Die meisten Passagiere standen auf dem Deck. In diesem Augenblick fiel ohne jede Warnung der Schuß von dem Fort, der den Hintermast wegriß, 20 Menschen tötete, darunter 3 Deutsche, und über 40 verletzte, darunter 6 Deutsche. Der Dampfer ist noch gestern abend zur Weiterfahrt ausgelaufen. Der Kapitän ist nicht verhaftet. Das Begräbnis der Opfer erfolgte auf Kosten des b r a s i- lianischen Staates. Es nahmen teil: der deutsche Gesandte mit mehreren Gesandtschaftsmitglicdern, der Botschafter und der Konsul Spaniens, Kapitän Rollin, die Vertreter der Hapag-Agentur und zahlreiche Deutsche und Spanier. s Verhandlungen: 5 Uhr! Die Lage im Metallarbeiler-Kampf. Das Reichsarbeitsministerium hat zu dem Antrag der Bertiner Mctallindustriellen auf Verbindlichkcilscrklärung des Lohnabbau- fchiedsspruchs vom 10. Oktober immer noch nicht Stellung genommen. Wie wir aber erfahren, sollen heute um 17 Uhr neue B erhand. l u n g e n zwischen einem Vertreter des Reichsarbeitsministeriums und der sogenannten Zehnerkommission ausgenommen merden. Es ist zu erwarten, daß in dieser Verhandlung endlich Klarheit darüber geschaffen wird, wie sich das Reichsarbeitsminifteriuni zu dem Lohnabbauschiedespruch und überhaupt zu der Beilegung des Lohn- konflikts in der Berliner Metallindustrie stellt. Der Reichsarbeits- minister hat lang« genug mit seiner Entscheidung über den Schieds- fpruch zurückgehalten. Die Obleute der Streikleitungen kommen morgen» Mittwoch, 10 Uhr, in der Kulturabteituirg der Ortsverwaltung des Deutschen Metallarbeiteroerbandes, Linicnstr. 197, zusammen, um zu dem Ergebnis der heutigen Verhandlungen Stellung zu nehmen. �eichsregierung in Nauertagung. Finanzberatungen und kein Ende. Das Reichskabinett trat am Dienstagvormitiag um II Uhr zur Beratung der mit dem R e i ch s ho u s h a l t s p l a n für 1931 zusammenhängenden Fragen zusammen. Das Kabinett wird von heut ab täglich zufamnienireten, um nach Möglichkeit bis zum Sonn- abend das F i n a n z p r o g ra m m fertigzustellen, damit es am Dienstag, dem 4. November, dem Reichsrat zugeleitet werden kann. Der Neichsrat hält bekanntlich am 4. November sein« erste Sitzung ab. Der Reichshaushaltsplan bedarf zu seinem Ausgleich einer Reihe gesetzgeberischer Maßnahmen auf dem Gebiet der Steuer- reform, der Reform des Finanzsystems usw. Insgesamt sind etwa dreißig Gesetze erforderlich, die sich aus Einkommensteuer, Um- jatzsteuer, Vermögenssteuer und ben Finanzausgleich zwischen Reich, Ländern und Gemeinden, Tabaksteuer und Tabakzöll« beziehen werden.' � Am Freitag und Sonnabend sollen Besprechungen mit den Fmanzininistern der Länder über die die Länder interessierenden Fragen geführt werden. Zu den Beratungen des Reichskabinetts wird ergänzend be- richtet, daß die Reichsregierung den Länderministerien Beschleunigung. ihrer eigenen Arbeiten zugesagt hat. um dem Reichsrat Gelegenheit zu geben, zu dem Gesamtkomplex des Sa- nierungsprogramms Stellung zu nehmen. In unterrichteten Kreisen wird damit gerechnet, daß möglicherweise die Arbelten des Reichs- kabinetts am Mittwoch unterbrochen werden, da, wie bereits mit- geteilt, neben dem Außenminister auch der Rcichskanzler und der Reichsfinanzministcr an der Sitzung des Auswärtigen Ausschusses teilnehmen wollen. Am Donnerstag und Freitag werden aber trotz der auf Freitag anberaumten Besprechung mit den norddeutschen Ländern Kabinettssitzungen stattfinden. Donnerstag wieder Frenzel-Prozeß Landgerichisdirektor Hellwig informiert die presse Die Verhandlung gegen den Angeklagten Frenzel beHann heule mit andertholbstündiger Verspätung. Bereits am gestrigen Montagabend hatten nach der aufgeregten Sitzung die Mitglieder des Gericht» sich zu einer kurzen Besprechung versammelt, in der bereits bekannt wurde, daß Staatsanwalt Dr. Stargard den Antrag stellen würde, die Sitzung zu vertagen, um Zeit zu gewinnen. Di« Verteidigung selbst, die am Donerstag wieder im Saals erscheinen wird, hatte bereits gestern erklärt, daß sie das Mandat wieder übernehmen werde, falls Landgerichtsdirektor Dellwig ihr die Möglichkeit der Verständigung geben würde. Das ist durch die heutigen Ausführungen des Borsitzenden der Fall gewesen. Land- gcrichtsdivettor Hellwig, der zu Beginn dieses Prozesses die Presse ausgeschlossen hatte, sah sich heute dazu genötigt, die OessenIIlchkeit, wenn auch In beschränkter Form, herzustellen. Als das Gericht im Saal erschien, ließ der Borsitzende fünf Bertreter der Presse in den Saal bitten und verla» eine Erklärung, die den Extrakt der Besprechungen im Beratungszimmcr darstellt. Die Erklärung Dr. Hcllwigs hatte folgenden Wortlaut: Nachdem das Gericht vor Eintritt in die Verhandlung beraten hat und nachdem ich zunächst die beiden Laienrichter, dann die beiden Berufsrichter angehört habe, kann ich folgenden einstimmigen Be- schluß des Gerichts mitteilen, und zwar im Einverständnis nnt dem Angeklagten: Wir würden es im Intcresie des Angeklagten dringend wünschen, daß es dem Angeklagten gelingen möge, seine bisherigen Lcrteidigcr zu bewege», wieder die Verteidigung zu übernehmen. Es handelt sich um einen sehr schwierigen Pro- zeß, bei dem es besonders erwünscht ist, daß die Verteidiger vom Ansang bis zum Schluß der Verhandlung beiwohnen. Wenn der Zlngeklagte jedoch mit den Verteidigern nicht in Verbindung treten will oder wenn er sie zur Ucbcrnahme der Verteidigung nicht be- wegen kann, dann würde das Gericht es für seine Pflicht halten, obwohl ein« gesetzliche Vcrpslichtung nicht besteht, den Llngcklagten einen Potsdamer Offizialverteidiger zu stellen. Wir würden es diesem Offizialverteidiger selbstverständlich in jeder Weise ermöglichen, sich in den Prozeßstosf einzuarbeiten. Für den Fall, daß der An- geklagte einen Ossizialverteidiger nicht wünscht, haben wir uns allerdings entschlossen, was auch kommen möge, auf jeden Fall den Prozeß zu Ende zu führen aus folgenden Gründen: Ein« nochmalige wochenlangc Verhandlung mit den großen Aufregungen für alle Prozsßbeteiligten, besonders für den Angeklagten, ist untragbar. Deshalb halten wir es für unsere Pflicht, auf jeden Fall den Versuch zu machen, jetzt nach fünf Wochen die Verhandlung zu End« zu führen. Wir würden es aber lebhaft bedauern, wenn wir diesen letzten Schritt tun müßten. Wir würden es eher als erwünscht halten, die bisherigen Verteidiger wieder zur Uebernahme der Per- teldigung bewegen zu können. Der Angeklagte Frenzel hat erklärt, daß er einen Potsdamer Verteidiger auf jeden Fall ablehne. Da es aber unmöglich ist,«inen Berliner Rechtsanwalt als Offizialverteidi- ger zu bestellen, bedeutet das, daß der Angeklagte jeden Offizialoer- Leidiger ablehnt. Der Angeklagte erklärt, daß er ohne Verteidiger nicht weiteroerhandeln könne, und aus diesem Grunde hofft das Gericht/ daß die bisherigen Verteidiger ihre Aemtcr wieder über- nehmen werden. Nach dieser Erklärung, in der Landgerichtsdircktor Hellwig übrigens bemerlenswerterweisc auf die erregten Vorgänge am gestrigen Montag mit keinem Wort«ingegangen ist, wurde dann die Sitzung geschlossen und auf Donerstag morgen 9 Uhr vertagt. Polizei sammelt Geld für Arbeitslose. Die Lage der Arbeits- losen in New Bork ist so ernst, daß die Polizisten von New Pork eine Sammlung zu ihren Gunsten veranstaltet haben, um sie in die Lage zu setzen, sich Lebensmittel zu taufen. Di« Beiträge der Poli- zisten gehen von einem halben bis zu fünf Dpllar. Man nimmt an. daß diese Sammlung in drei Monaten 35 000 Dollar e'g:ben wird. Gestempelt— ungestempelt. Großer Briefmarkensäischungsprozeß gegen Siegel. vor dem Schöffengericht Bcrlin-BIitle begann unter Vorsitz von Amtsger Ichtsrat Scßner heute der große Bricfmarkensälschungsprozeß. den man in Philalelistcn- kreisen mit großer Spannung erwartet. Angeklagt wegen Betrüge» ist der Schriststeller und Bricfmarkenhändter Rudolf Siegel, ein Mann im Alter von 5b Jahren, der bisher unbestraft ist. Siegel ist in Philatelistenkreiscn als Briefmarkentcimer be- lannt und kann auf ein« lange Tätigkeit auf diesem Gebiet zurück- blicken. Schon in den Iahren 1911 und 1912 halte er als Amateur größere Sammlungen aufkaufen und in Paris versteigern lassen. Bereits damals tauchten unter seinen Briefmarken Stücke auf, derem Echtheit stark angezweifelt wurde. 1913 siel es in den Fachkreiseir auf, daß die„H a 1 b g r o s ch e n m a r k e B r a u n s ch w e i g" mit Durchstich sehr häufig vorkam. Dies: Marke war nämlich erheblich wertvoller als die. üblich geschnittenen. Ein Komitee des Inter- nationalen Postwerthändlervercins, das sich mit dieser auffälligen Tatsache beschäftigte, stellt« fest, daß der D u r ch st i ch Nachtrag- lich beigebracht war. Es ließ sich aber in all diesen Fällen nicht nachweisen, daß Sieget die Fälschungen selbst verübt oder von ihnen gewußt habe. Seit 191b beirieb Siegel in Berlin eine Brief- nwrkenhandlung und aus seinen Auktionen tauchten wieder viele Fälschungen auf, die hauptsächlich in Stempelsälschungen be- standen. Er wurde wiederholt von Sachverständigen daraus auf- merksam gemacht. Das vom Angeklagten lietriebenc Marken- und Ganzsachenhaus ging im Jahre 1925 in Konkurs. Bald darauf brachte Siegel neu« Marken in den Verkehr. Er ließ in London, München und Köln Sammlungen versteigern, deren Absender ein gewisser Schmidt war, der ursprünglich mitangeklagt gewesen ist. In dem Begleitschreiben wurde mitgeteilt, daß die Marken aus einen: Nachlaß stammten. Schmidt hat sie nach«igencir Angaben von Siegel erhallen. Die Anklage nimmt nun an, daß diese Marlen alle von Siegel gefälscht worden waren und daß die Fälschungen aus folgende Weise zustande kamen: Er nahm Photo- graphicn von echten Briefmarken, legte Pauspapier darunter und pauste den auf der Photographie abgebildeten Stempel aus die darunter liegende ungeflempelke Marke ab. Die Konturen wurden dann mit einem feinen Pinsel»achgemalt. Aus diese Weise gelang es, den Anschein einer„echt gestempelten" Marke zu erzielen, die«inen viel höheren Sammelwert besitzt. So sind die Thurn-und-Taxis-10-Sgr.-Marken. ungebraucht 50 Pf. und gebraucht 75 M. wert. Die Bergedorf-3-Schilling-Marken kosten mit Stempel 300 bis 509 M. Um den Schein der Echtheit noch zu erhöhen, waren viele der gefälschten Marken noch mit dem Stempel „Äster" versehen. Thier war eine als Briesmarkenkenner aner- kannte Zlutorität, der die von ihm als echt befundenen Marken ans der Rückseite mit seinem Namenszug stempelte. Für den Brief- markcnsammler bot eine solche Marke eine starke Gewähr sür die Echtheit. Bei den Durchsuchungen in Siegels Wohnungen in Berlin in der Sophienstraße und in Pößneck in Thüringen wunde umfang- reiches Material beschlagnahmt, das zur Fälschung geeignet erschien. So fand man Farbentubrn, Pinsel und Photographien,. nach denen die Durchpansungen vorgenommen sein konnten. Der Angeklagte ist nun angeschuldigt, im Jahre 1925 in zahlreichen Fällen Briefmarken verfälscht zu haben. Er bestreitet sein Schuld. Zu der Verhandlung sind zahlreiche Zeugen und Sachverständige aus Philatelistentreisen geladen. Gtadtverordneienwahl in der Kleinstadt Reppen, 28. Oktober.(Eigenberichi.) Die hiesige Stadtverordnetenversammlung mußte wegen Un- regelmäßigkeiten. die bei der Wahl vorgekommen waren, aufgelöst werden. Ilm Sonntag"hoben die Peuwahlen stattgefunden. Dabei ergab sich sür unsere Partei ein« wenig ersreuliche Lage. Bei der vorigen Wahl hatte die Sozialdemokratie fünf Stadtverordnetensihe erreicht. Inzwischen aber ist«ine Spaltung in der Parteiorganisation eingetreten, so daß etwa«in« Woche vor der Reichstagswahl der sozialdemokratische Wahlverein aufgelöst werden mußte. Trotzdem erzielt« die Partei bei der Reichstagswahl S44 Stimmen. Bei der jetzigen Stadtverordneteravahl trat«in aus der Partei aus- geschloffen«? Kleinmeister gemeinsam mit einem ehemaligen Kommu- nisten mit einer eigenen Liste hervor. Die persönlichen Gegensätze waren so stark geworden, daß die sozialistische Stimmenzahl sich geradezu halbierte. Auf die Parleiliste entlielen 342, auf die Liste der Abgesplitterten 337 Stimmen, jede Lifte erhält 2 Mandate. Sieht man die Wähler beider Listen als sozialistisch nn, so wäre noch ein' Stimmengewinn gegenüber der letzten Reichstagswahl eingetreten. Die Kommunisten, die bei der Reichstazswahl 470 Wähler zählten, sind auf 272 zurückgegangen. Die Nationalsozialisten erzielten 999 Stimmen. Die unerfreulichen Zustände in der sozialistischen Bewegung sind aus örtliche Differenzen und persönliche Häkeleien zurückzuführen. Es wird Zeit, daß sich auch in Reppen endlich wieder gesunde Verlstiltnisse herausbilden. Margies. Ein„ausrechter und standhafter revolutionärer Kämpfer". Den Kommunisten ist großes Heil widerfahren. Einer ihrer Besten. Rudolf Margits, ist aus dem Gefängnis in Bochum entlassen worden, wo er wegen Mordes, begang en an drei Schutzleu ten, etwa sieben Jahre zugebracht hatte. Dieser Margies wurde von einer offiziellen Abordnung der Kommunistischen Partei mit Blumen empfangen. Die„Rote Fahne" versichert, daß er„als aufrechter und standhafter revolutionärer Kämpfer" zurückkehre und in den nächsten Tagen bereits in großen Bersammlungen im Ruhrgebiei sprechen werde. Wer ist dieser„revolutionäre Kämpfer" eigentlich? Man er- innere sich, was wir schmr- gelegentlich hier mitteilten: Margies ist in Wirklichkeit ein sünfzchnmal wegen schiverster Eigentumsdelikte vorbestrafter gewerbsmäßiger Einbrecher. Er hol bis zur Revolution über zwanzig Jahre in Gesängnisieu und Zuchthäusern gesessen. Seine höchste E i n z e l st r a fe betrug zehn Jahre Zuchthaus wegen zivölssachen bewaffneten Einbruch- diebslahls im Rückfalle. Seine„revolutionären Taten" bestanden darin, daß er bei drei Gelegenheiten, um seinen Rachcinstinkten zu frönen, Polizisten niederknallte. Margies Hot sogar schon vor 30 Iahren mit seiner Be r- brecherlaufbahn angefangen. Nach seiner letzten Groß- serie von Einbruchsdiebstählen wurden dann samt- lich« gegen ihn erkannte Strafen in 15 Jahre Zuchthaus zusammengezogen, die er ziemlich restlos verbüßt hat. Während dieser Zeit konnte er nicht einbrechen. Unmittelbar nach seiner Entlassung hatte er dann als„Kommunist" in drei Fällen Schuhleute niedergeschossen und kam sofort wieder ins Gefängnis. Wenn die Kommunisten diesen gewerbsmäßigen Einbrecher als ihren Kameraden begrüßen, so müssen wir ihnen das Vergnügen lassen. Jeder sucht sich die Gesellschaft, die zu ihm paßt. Wenn Herr Margies aber als Kämpfer für das Proletariat gefeiert wird, so müssen wir dagegen Einspruch erheben im Namen der Millionen von organisierten Arbeitern, die mit den Methoden des Verbrechens nichts zu tun haben und zu tun haben wollen! Kaligestetti. Hessen läßt sich Hitler-Zünger nicht bieten. Darmstadt, 23. Oktober.(Eigenbericht.) Der hessische Kultusminister hat den F o rt b i ldu n g s- schullehrer Weber aus Lampertheim seines Dienstes enthoben und ein Disziplinarverfahren ans Dienstentlassung ohne Pension gegen ihn eingeleilet. Weber, der der Rational- sozialistischen Partei angehört und dessen Verhalten in der Gemeinde schon öfters zu unliebsamen Auseinandersetzungen führte, hat in einer nationnlsogialistischcn Versammlung den Staat und den I n n e n rn i n i st e r aufs schwerste beschimpft. Zusammengebrochener Schwindel. Oie Mär von den polen, die Fenster einwarfen. Die polizeilichen Ermittlungen(iber die Behauptung der„Deut- scheu Zeitung", wonach an den Demonstrationen in der Leipziger Straße am Tage der Rcichstagserösfnung Angehörige der polnischen G e s a indt s ch a f t oder des polnischen Konsulats teilgenommen hätten, sind jetzt abgeschlossen. Sie haben. wie amtlich mitgeteilt wird, ein vollkommen negatives Ergebnis gehabt. Vluiarbeit der Hasenkreuzler. Lleberfall auf das Reichsbanner. Frankfurt a. AI., 28. Oktober.(Eigenbericht.) In Nierstein kam es zwischen Reichsbannerleuten und Nationalsozialisten zu einer blutigen von den Nazis provozierten Schlägerei, in deren Verlauf fünf Reichsbannerleute schwer verletzt und«in Ladengeschäft schwer beschädigt wurde. « Oer Betriebsfaschismus in Berlin Aazi-Personalchefs bei der Mitropa/ Ehemalige„Revolutionäre" bei der BVG./ Ausgeschiedene Nazi-Mitglieder im Postamt NW?/ Zu der Commerzbant unbehelligt wir haben bei einer Reihe Berliner Großbetriebe Um. frage gehalken, wie es mit den Betriebszellen der Rational- sozialiflen bestellt ist. Die Antworten sind teilweise über- rafchcnd. Auf jeden Aall aber können sie einige hinweise dafür geben, wo der Hebel zur Bekämpfung des Betriebs- saschismus anzusehen ist. wir beginnen: Mitropa. Größe der Velegfchasl: Berlin~ 2 600; Deutschland— 4 890. Stärke der Razizelle: 40 bis 60 wann. Im August dieses Jahres trat die Nazizelle bei der Mitropa (Mitteleuropäische Schlafwagen- und Speisewagen-A.-G.) zum ersten- mal mit einer öffentlichen Versammlung an die Oeffent- lichkeit. Die Mitglieder der Zelle sind in der Mehrzahl junge Leute; ungefähr vier Fünftel rekrutieren sich aus den Kreisen der An- gestellten, 8 bis 10 Mann sind Arbeiter. Ausfällig ist, daß verschiedene in letzter Zeit eingestellte Speisewagenaufseher Nationalsozialisten sind. Zwei weitere Naziherde sind die Abteilung Reisetissen und die Betriebstrantenkasse. Ueber ihre Leule in der Betriebskrankenkasse können die Razi» leicht an das Adreffenmakeriol der Belegschaft herankommen. wenn sie dessen überhaupt noch bedürfen, da ihre Beziehungen zu den Spitzen der Personalabteilung die denkbar besten sind. Ebenso stehen zwei P r o k u r i st e n der NSDAP, zum mindesten sehr nahe. Der wirtschaftliche Druck, den diese oberen Angestellten auf die übrigen Kräfte ausüben, ist recht beträchtlich, daher gruppiert sich um die organisiert« Nazizelle noch ein Kreis von S y m p a t h i- s i e r e n d e n. Ueber deren Stärke werden die bevorstehenden Be- triebsratswahlcn bei der Mitropa Aufschluß geben, wo zum erstenmal eine Noziliste eingereicht werden wird. Wie sich der Druck auf das Personal auswirkt und wie schwankende Leute ihre Stellung halten können, dafür ein Beispiel: In der Abteilung Charlottenburg arbeitet ein Angestellter B. Er trat aus dem Deutschnationalen handlunzs- gehilfenverband aus, bezeichnete sich fortan als Kommunist und sucht« Anschluß bei einer freien Gewerkschaft. Er sollte entlassen werden. Seitdem er aber die Versammlungen der Nazis besucht und in der Zellenversammlung der Nazis neben der Stenotypistin des 'Personalchefs gesessen hat, ist er über Nacht zu einer„guten Kraft" geworden. Da 93 Pro.z. der Mitropa-Tlktien im Besitz der Deutschen Reichs- bahn find, ist die Reichsbähnverwallung unlängst bei der Mitropa wegen der Zellenarbeit der Nazis vorstellig geworden. Seit- dem beschränken sich die Nazis auf geheime Wühlarbeit. Berliner Verkehrs- A.-G. Größe der Belegschaft: 26 600 Arbeiter und Angestellte. Stärke der Razizelle: 2 Zellen mit etwa 70 wann. Bei der BVG.(Berliner Verkehrs-A.-G.) bestehen gleich zwei Nazizellen. Das Derkehrslokal für den Norwesten befindet sich Kirch- straße 13 und das für den Südosten Wiener Straße 10. hier kommen die bei der BVG. beschäftigten Nazis täglich zusammen. Auf den einzelnen Betriebshöfcn bestehen kein« besonderen Zellen. Die Zahl der eingeschriebenen Mitglieder der NSDAP, schwankt zwischen 60 und 70 Mann bei den Arbeitern, unter den Angestellten sind sieben Mitglieder der NSDAP, bekannt. Um diesen Nazikern gruppiert sich noch ein Kreis von Sympathisierenden, im Betriebsrat sind die Nazis durch einen Mann vertreten. Die ersten Nazis tauchten Januar/Februar 1929 im Omnibusbetriebe auf; bei allen handelt es sich ausschließlich um jüngere Leute. Interessant ist, daß acht der heutigen Razis ehemalige Anhänger der„revolutionären Gewerkschaftsopposition" find, die übrigen Nazis sind früher« Gelbe oder Unorganisierte. Bemerkenswert ist, daß die Nazis für die BVG.«ine eigene Zellen- zeitung, den„Derkehrspranger", herausgeben. Der Kamps gegen die Nazis liegt in Händen des Gesamt- Verbandes und der Betriebsvertretung, die beiöe in Betriebs- Versammlungen die Nazis zur Diskussion herausfordern. Jedoch tritt kein Nazi in den Betriebsoersaminlungcn als Redner auf, sie be- schränken sich auf die Propaganda von Mann zu Mann. Postamt AW. 7. Größe der Belegschaft: Schwankend um 800 wann. Stärke der Razizelle: Ungefähr Z0 wann. Die Geschichte der Razizelle des Postamts NW 7 ist sehr lehr- reich. Im Jahre 1929 bestand der Betriebsrat aus vier Links- gerichteten und drei Rechtseingestellten, diese drei gehörten dem gelben Reichsbund Deutscher Arbeiter an. Der Vorsitzende des Betriebs- rats war ein K o m m u n i st. Die Rationalisierung des Post- betriebe? verbunden mit einer Reihe von Entlassungen unter den Posthelsern gab den ständig mehr hervortretenden Nationalsozialisten den nötigen Agitationsstofs. Die Betriebsratswahlen vom Mai 1930 stellten die„revolutionäre Front" gewissermaßen auf den Kopf. Das Ergebnis der Wahl waren 178 Stimmen für die Lifte des Reichs- bundes Deutscher Arbeiter und S Sitz« und 109 Stimme» für den freigewerkschaftlichen Gesamtoerband und 3 Sitze. Dieser Sieg stieg den Nazis in den Kopf; als sie begannen, linksgerichteten Kollegen einfach Backpfeifen anzubieten, brachte die Amtsleitung zum zweiten- mal den Erlaß des Reichspostministers über staatsfeindliche Be- tätigung im Betriebe der Reichspost zum Anschlag und ver- warnte die Nazis, den Bogen nicht zu überspannen. Dos wirkte insofern, als die Beamten, die der NSDAP, angehören, nunmehr zu ihrem Gaubüro liefe» und sich bescheinigen ließen, daß sie seit dem und dem Tage nicht mehr Nazi Mitglied sind. Dieses „heldenhafte" Eintreten der Nazis für ihre Ueberzeugung hat viel zu ihrer Diskreditierung unter der Belegschaft beigetragen trotzdem ist die Nazigefahr auf NW 7 immer noch eine groß«. Commerz- unö privai-Bank. Größe der Belegschaft: 2600 Angestellte. Stärke der Razizelle: 40 wann. Neben vereinzelten älteren Angestellten bekennen auch in diesem Betrieb in der Hauptsache jüngere Leute sich zum Nationalsozialis- wus.- Von dem 14 Mann starken Betriebsrot haben die Nazis z Eitze Uwe. Im Gegensatz zu linksgerichteten Angestellten, die bei jedem Abbau dabei sind, läßt die Diretiion die ihr bekannten Ratio- nalsozialisten unbehelligt. Neben Zellensitzungen veranstalten die Nazis auch öffentliche Betriebsversammlungen, die allerdings keinen nennenswerten Zulauf haben. Gegen die AfA-Fraktion im Betriebsrat gaben die Nazis ein Flugblatt heraus, das von den AfA-Kollegen scharf zurückgewiesen wurde, worauf die Nazis sich in Stillschweigen hüllten. Von den 3 Nazi-Betricbsräten gehören zwei zum G c d a g und einer zum Sewertschafts- r i n g. Allianz, Versicherungs-A.-G. Große der Velegschasl: 1800 Angestellte. Stärke der Razizelle: Zelle jetzt in Bildung. 20 Razis. Acht Tage vor der Reichsiagswahl traten die Nazis erstmalig öffentlich mit einer Versammlung hervor. Nach der Wahl hielten die Nazis zwei weitere Versammlungen ab, zu der zweiten war kein Redner erschienen. In der letzten Versammlung waren 66 Person«, anwesend, die zu 80 bis 90 Proz. dem Betrieb der Allianz an- gehörten. In der Diskussion traten 4 Redner aus, die sich alle gegen die Nazis wandten. Die Versammlung war eine glatte Nieder- läge der Nazis. Fast kein Nazi ist über 30 Jahre alt; bei der Direktion sind sie weiter nicht angesehen. Um die Abwehr der Nazi- bestrebungen sind die sozialdemokratisch orientierten Angestellten un- ablässig bemüht. Kaufhaus 7l. Israel. Größe der Delegfchasl: 926 Angeslellle. 693 Arbeiter- 1618 wann. Stärke der Razizelle: 100 bis 120 wann. In diesem Kaufhaus sind die Nazis schon seit drei Iahren an der Arbeit, konnten aber nur bei Lehrlingen und jugendlichen An- gestellten Einfluß gewinnen, allerdings in beträchtlicher Stärke. Der Tefchäftsleitung ist die Stärke der Nazis bekannt, sie will jedoch keine Märtyrer schaffen und überläßt den Abwehrkamps dem frcigewerkschaftlich zusammengesetzten Betriebsrat. Unlängst stellt« sich ein Verkäufer, mit einem großen Hakenkreuz behangen, hinter den Ladentisch. Auf Veranlassung des Betriebsrats mußte er das Ding wieder abmachen. Darauf bestellte sich ein anderer Nazi abends seine SA.-Lcute vor die Tür, worauf wieder die Arbeiterschaft beschloß, mit diesem Nazi nicht mehr zusammenzuarbeiten. Dieser Nazi ist inzwischen gekündigt worden. Krastag-Oroschkenbetrieb. Größe der Velegschasl: etwa 2000 Krastdroschkensahrer Stärke der Razizelle: keine, aber 20 Razis. Die Nazis bei der„Äraftag" propagieren ihre Ansichten ungesähr seit einem halben Jahr. Unter den Arbeitern haben sie 20 Mit- gliedcr gewinnen können, wozu noch etwa 60 Sympathisierende kommen. Die einzelnen Nazis haben wöchtenliche i n t e r ne Zu- sammenkünste in verschiedenen Lokalen des Berliner Westens. Wie nirgends anders, sind es jüngere Fahrer. Bemerkenswert ist allerdings, daß in diesem Betrieb einmal nicht frühere„Revo- lutionäre" zu den Nazis übergelaufen sind, sondern umgekehrt, der ehemalige Nazipropagandist ist heute Führer der Betncbsgruppe der „NGO.". * v In einem zweiten Artikel werden wir über die Nazibewegung bei den Berliner Städtischen Elektrizitäts-Werken, bei Peel und Cloppenburg, Leineweber, Biktoria-Verficherung, Schultheiß-Patzen- hofer, Wittler-Brotfabrit und der Berliner 5?äuteverw«rtung be» richten. Für die obengenannten Großbetriebe steht fest, daß die Nazizellen eine beträchtliche Stärke erreicht haben. Besonders, wenn man die Nazizellen mit denen der Kommunisten vergleicht, die selbst in ihrer Blülezeil nie derart hohe Mitgliederzifsern bei ihren Zellen aufzuweisen hatten. hinzu kommt, daß ja die Zelle immer nur den festgefügten Kern darstellt, um den sich jeweils ein Kreis von Sympathisierenden und Schwankenden gruppiert. Weiter steht fest, daß die Nazizellen überall da schnell wachsen, wo sie von den Direktionen toleriert werden, oder wo gar Personalleiter, die selbst der NSDAP, an- gehören, einerseits für Zuwachs von Nationalsozialisten sorgen und andererseits linksgerichtete Arbeiter und Anzestellt« entlasten. Greifen dagegen die Leitungen von vornherein energisch durch, dann schrecken die Nazis außerordentlich behende zurück. Fast überall finden sich in den Nazizellen ehemalige„r e v o- lutionäre Oppositionelle": ein Beweis, wieviel Flug- fand die nationalsozialistische Bewegung enthält. Trotzdem muh die freigewerkschaftlich organisierte Zlrbeiter- und Zlngestelltenschaft der Vorbereitung der nächsten Betriebsratswahlen die denkbar größte Aufmerksamkeit widmen, zumal die Agitationsmethoden der Nazis skrupellos sind. Theater und Tanz „Die Zierpuppen." Lindenoper. Der Novität des Abends, Felice Lattuadas einaktiger Oper„Die Zierpuppen", geht Umberto Giordanos „Der König" voran, dessen deutsche Erstaufführung vor gerade einem Jahr die Lindenoper herausgebrocht hat. Ein heiterer Opern- abend des heutigen Italien; zwei Werke derselben Gattung, durch eine gemeinsame Idee verbunden. Ein romantisch verschwärmtes Kind vom Land, dem es die glänzenden Kleider des Herrschers angetan haben, wird durch einen drastischen Komödienesfekt von ihrer eingebildeten Liebe geheilt: der König, noch dem die Oper heißt, steht plötzlich als dürrer, kahlköpfiger Greis vor ihr. Und die „Zierpuppen", das sind zwei alberne, hochmütig verstiegene Bürger- mädchen, die von den Männern ihres Standes nichts wissen wollen und durch eine grausame Verkleidungsposse— die abgewiesenen Liebhaber haben sie angezettelt— gründlich kuriert werden. Moliercs ewige, weil ewig aktuelle, Komödie liegt zugrunde, ewig aktuell, weil sie im Leben immer wiederkehrt, diese Komödie des S n o b i s- m u s— um dieser lächerlichsten Gesellschastskrankheit, die vor einem Vierteljahrhundert der französische Dichter und Gesellschaftskritiker seinen Zeitgenossen schonungslos vor Augen geführt hat, einen zeit- gemäßen Namen zu geben. Umberto Giordano, Altersgenosse etwa von Strauß und Puc- dni, bemüht sich um Anschluß an die Musik der jüngsten Gegen- wart, ohne seine innere Verbundenheit mit den Grundlogen seiner musitalischen Erziehung zu verleugnen. Der jüngere Lattuada hält sich als Musiker von allem heutigen fern; er treibt den Fortschritt nur bis an die Grenze des„Rosenkaoaliers", an dessen satten Orchesterklang und flüssigen Komödienstil wir uns erinnert fühlen. Daß dieser Komponist ein Musiker von persönlichem Profil sei, läßt sich nach dieser Oper kaum sagen; aber stine Musik hat Lustspieltempo und Lustfpieleinsälle, sie ist mit sicherem Können, mit Stil- gesühl und parodistischcm Witz gemacht, und die Sänger, vor allem die Sängerinnen, sindert darin dankbare Ausgaben. In der Linden- opcr unter Richard Lerts überlegener Leitung eine hübsche, saubere Aufführung; aus dem einheitlichen Ensemble ragen Jar- m i l a N o v o l n a und Marcel Wittrisch hervor; sehr reiz- voll das Bühnenbild Emil Pirchans.„Der König" erscheint in teilweis« neuer Besetzung: in den Hauptrollen Margueritd' P e r r o s und Leonhard Kern. Ki.L. Komische Oper. »Venus im Mondschein." Man sollte glauben, daß so ein gediegener, alter Schauspieler wie Hugo Döblin beim Fabrizieren eines Opcrettentextcs kaum in Verlegenheit käme. Aber von der Unmasse der schon verarbeiteten Motive hat er nur die ältesten, abgebrauchtesten und platlesten über- nommen. Selbst, wo er literarisch wird,„Nora" und„Kaufmann von Venedig", schreibt er nur wie ein kleiner Kaufmann ab. Humor dünn und gesucht. Etwas besser die Musik von Will F a n t a, der persönlich dirigiert, wenngleich in ältesten Gleisen sich bewegend. Zwei gute Schlager sollen ihm die Unsterblichkeit von 6 Wochen eintragen. Oskar Aigner, der. lustige" Onkel Mikosch, mehr Neulallner als Budapcster, hätte als Regisseur vor allem oie nur an den Höhepunkten ins Zeug gehende, gut repräsentierende M a r a h a n s ch k e(Mila) energischer heranziehen müssen. Der übcrleiden. schoflliche, unglückliche Rosji-Gmeiner, der düstere Liebhaber Eduard Nickel, die niedliche, temperamentvolle Margot Witter und der blasierte Fürstcndiener Ernstpaul hcmpel legten sich mit all ihren Kräften für die verlorene Sache ins Leug. Das Matinee-Publikum war so zufrieden wie sonst das abendliche. II. M. Vaneieakrobatik als Tanz. Valleitmatince im Vottendorftdeater. Im Theater am Nollendorfplatz führte E u g« n i e Eduardowa ihre Ballettschule vor, Kindcrklasse und Erwachsene; man muß diese Zweiteilung betonen, denn sie ist für die Beurteilung der Darbietungen mesentlich. Die K inderdarbietungen wirkten trotz— oder gerade: infolge— der tadellosen Ballettechnik als fürchterücher Ketsch: süßestes Girllächeln, schmachtender Augenrnii schlag, Gesten geziertester Koketterie begleiteten die Bewegungen dieser 8. bis löjährigcn Tanzmaschinchen, die so erschreckend unkindlich wirkten. Dia Erwachsenen waren erfreulicher: das Körpertroining der Balleit- schule ist bei ihnen bis zu akrobatischer Körperbeherrschung gesteigert; scheinbar spielerische Bewcgungsfreude produziert Darbietungen, die feinste Präzisionsarbeit find und schärfste Aufmerksamkeit— selbstverständlich neben tadellosem Können— fordern. Bühnenwirksame Regie mangelt Frau Eduardowa völlig, ebensosehr wie Farben- und Kostümgeschmack. Was man da zu sehen bekam, schien von einem bösartigen Parodisten entworfen; es roch geradezu nach den Mottenkugeln eines halben Jahrhunderts. Eine erfreuliche Aus- nahm« blldet« eine ganz aufs varietlhaite gestellte Szene„Sonne", getanzt von Marcelle Baum und Franz Nadasi; von wem die witzig« Dekoration staminte, wurde nicht verraten. Tänzerischer Rhythmus beherrschte Tita Moros spanische Solo- tänze, die schon die Grenzen echter Kunst berührten.— Ir.* »• 3m„Reuen Thealer" am Zoo gaben der Tänzer Otto P o l e m a n n und die Tänzerinnen Helga Richter und Jonny Ahemm Sonntag eine Matinee. Was sie boten, war im Grunde mehr rhythmische Gymnastik als eigentlicher Tanz, das heißt als die Kunst, Seelisches durch rhythmische Körperbewegung auszudrücken. Bei Polemann sah man gute Armschwünge, die an die Klamt-Schule erinnerten, korrekt ausgesühn, aber ohne Temperament und ohne inneres Erleben. Die Kompositionen aus Einzel- stücken zusammengesetzt, meist des organischen Zusammenhangs, der organischen Gliederung und der pointierenden Steigerung entbehrend. Seine Partnerin Helga Richter matt, physiognomielos. ohne selbständige Gestaltungskrast. Jonny Ahemm zuweilen Ansätze persönlichen Formwillens zeigend, aber eben nur Ansätze. Das Sympathische an den Vorführungen der drei war der Verzicht aus jede Effekthascherei, die schlichte Bescheidenheit, niit der man sich gab. Tatjana varbakosf produzierte sich im Bach- Saal. Keine eigentliche Tänze, sondern mehr pantomimische Szenen. Aon der Art, wie man sie vor zehn Jahren auf mittleren Varietes sah. heute nicht mehr genießbar. Aufsollend die unsichere Fußführung und der Mangel an klarem kompositorischem Bau der Szenen. Sehr schon« Kostüme._ J. S. vr wo fibelin zeslorben. Ter Mufikkritiker und Veifafier zablieichev sikwisl«! schastlichcr jlrbeüen, Dr Werner Wolffdeim, ist im älter von .">!! Iahren �csioibcn. Di« dleeiährige zweite Tanzmalinee der Volksbühne E v., die am Tonn, iao. dem 2 November, vo mittags lt'/. Uhr im Theater am Büiowvlatz stall- findet, bringt Einzel- und Krupventänze der„ArbeilZgemcinschaft junge' Tänzer", in ihrem Mittelpunkt eine Zanzdichlung.Salewvn" von Li Nen, mit Mulik von Woifgang Erben. Einlaßtartcn tür Mitglieder, die' Teilnahme an der Platzvcrlowng berechtigen. l.Zt) Mark, Karten sin Plätzet dieser im ganzen Lande überraschenden und Polemik erweckenden Fanfare wirklich mehr gesagt als gesagt werden sollte? Schon in der Zeitungspolcmik wurde betont, daß es sich keineswegs um einen wirklichen Wandel des Regimes handeln könne, die Oberherrschaft der faschisti- schen Partei bleibe eine Grundtatsache, die Verbreiterung der Basis bedeute nur«ine Stärkung des Regimes. Nur mit äußerster Skepsis darf man jene Nachrichten aufnehmen, die den Wunsch zum Vater des Gedankens haben. Symptome, Cinzeltatsachen sind richtig, die Folgerungen daraus aber falsch. Man muß sich vor gefährlichen Täuschungen hüten. Es wurde z. B. behauptet, daß Mussolini sich darum bemühe, den früheren Finanz- minister M e d a im Kabinett Giolitti in die Regierung auszunehmen. Der Vatikan stehe mit seinem Einfluß dahinter, denn jener Mann gehöre der Partei der„Popolari" an. Es handelt sich hier aber in Wirklichkeit nicht um den Mann, sondern um die Partei, die dem äußersten linken und streng demokratischen Flügel des deutschen Zentrums etwa entspricht. Um die Partei zu gewinnen, müßte man sie aber erst völlig neu aufbauen. Sie ist zerschlagen und zersplittert, wie die sozialistischen Parteien, wie alle anderen Parteien in Italien. Der Führer der„Popolari*, der Priester Don Stürza, lebt als ein von den Faschisten gehaßter Mann, als Flüchtling im Ausland. Er würde nie mit den Faschisten paktieren. Es kommt hinzu, daß an den moralischen Druck des Vatikans auf frühere Führer der „Popolari" nicht recht zu glauben ist. Auch nach dem Verföhrnrngs- vertrag blieb der Kampf um die. katholischen Jugendverbände und Organisationen immer noch erstaunlich stark. Ueberhaupt ist es der politischen Führung des Vatikans, die erst jüngst im Amtsorgan die deutschen Faschisten und Hakenkröu.zlcr als Leute erklärte, die keine Gemeinschaft mit der katholischen Kirche haben könnten und dürften, nicht ohne weiteres zuzutrauen, daß sie dem ihrer Geistesort doch wesensfremden Faschismus die Kastanien aus dem Feuer holen hilft. Man hat zwar ein großes Geschäft mit ihm gemacht, aber erstens weiß man noch nicht, wie weit man dabei betrogen ist, zweitens vermeidet man jede Bloßstellung. Trotzdem sprechen die Symptome dafür, daß in Italien etwas Neues vorgeht. Die Unternehmer, die den Marsch aus Rom finanzierten, haben Undank geerntet und keineswegs das Paradies gefunden, das sie erwarteten, sie ihren Abgesandten aus- schickten, damit er die unbequem fordernden sozialdemokratischen Gewerkschaften zerschlage. Sie stecken jetzt in den Zwangssyn- di taten des Karporotivfystcms und haben ihr« frühere Hand- lungsfreiheit verloren. Sie sind von Gesetzen bedroht, wie dem neuesten, das ihre Geschaftspraxis, bei den von ihnen kontrollierten Gesellschaften je nach Bedarf Anleihen aufzunehmen, mit Gefängnis bedroht hat. Sie fürchten sogar, daß der Mann, der den Sozialis- mus verroten hat, in ein neues Extrem verfallen könnte. In Wirklichkeit wird der Faschismus dem Kapital nie etwas antun. Nur die Methoden sind bolschewistisch, der Inhalt nie. Immerhin kann die italienische Wirtschaftskrise, die immer neue Opfer fordert und die Mussolini dieser Tage zum erstenmal zugeben mußte, in einer Diktatur, in der alles bis zum letzten Moment ver- heimlicht wird, weit größere Katastrophen st im mung erzeugen als in einer Demokratie. In diesem Augenblick würde sich die Frage ergeben, ob die Macht des Faschismus wirklich groß genug ist, dieser Stimmung mit den alten Mitteln zu begegnen. Die Wahrheit muß man sehen: alle materielle und politisch« Macht ist in den Händen des faschistischen Regimes. Alle Waffen stehen, zunächst einmal bedingungslos, zu seiner Verfügung. Auf der Gegenseite gibt es nicksts, keine Waffen, keine Organisation, keine zentrale, sammelnde Kraftquelle. Alles zerschlagen und zcr- splittert. Niemand kann sich rühren, ohne daß er beobachtet wird. Es ist gar nicht daran zu denken, daß irgendeine gewaltsam« Erhe- bung möglich ist, wenigstens solange Mussolini lebt. Niemand darf sich da falschen Illusionen hingeben. Der Faschismus steht in Italien nicht vor seinem Ende, genau so wenig wie der Bolschewismus in Rußland wirklich erledigt ist. Dennoch wird der Faschismus, wenn er klug geführt wird, zu Konzessionen kommen. Wie diese Konzessionen, zu denen jene Zeitung selber aufforderte, am Ende aussehen werden, darüber steht noch nichts fest. Auf keinen Fall so, daß die Macht des faschistischen Regimes wirklich ernsthaft erschüttert wird. Borläufig wenigstens nicht. Die große Hoffnung auf ein „faschistisch" werdendes Deutschland darf sich freilich nicht er- füllen. Denn ein« faschistische Diktatur in Deutschland bedeutet für die in Italien innenpolitisch wie außenpolitisch den größten Triumph. Ein Triumph, der nicht allein in Italien, der in ganz Europa die schwersten Rückwirkungen haben müßte. Ein Triumph, der zum Kriegsgeheul in Europa würde... �peierchens Mondsahri." Theater des Westens. Alle Jahre wieder wird mit sich stets gleichbleibendem Erfolg „P e t e r ch c n s M o n d f a h r t" auf den Spielplan gefetzt. Diesmal ist das Märchenspiel in das Theater des Westens eingezogen, wo gleich bei der ersten Ausführung eine große Kirrderschar sichtbar und hörbar köstliche Stunden verlebte. Die Dekorationen der Himmels- und der Weihnachtswiese und der Empfang bei der Nachtfee sind auch dazu angetan, alle Märchen- seligkeit aufleben zu lassen, lind allen, welche wünschen, daß auch heute noch ihr« Kinder Märchen im alten Gewände sehen, bietet gerade dieses Spiel sehr viel, da es fern jeder Brutalität ist, die man leider gar. zu oft in anderen Märchen findet. Ruth-Jris W i t t i n g, das kleine Mädchen mit der ganz großen Begabung füs Theater, spielt wieder die Anneliese. Es ist erfreulich, wie natürlich und unbefangen dieses Kind bleibt. Ein ihr ebenbürtiger Partner ist Horst T e e tz m a n n. Alle übrigen Mit- wirkenden taten das ihre, um die Kinder zu erfreuen, was natürlich in erster Linie dem Maikäfer gelang, um dessen Schicksal so manches Herzchen bangte. Und Gerhard Witting mit seiner ulkigen Neugier und seinem drolligen Mienenspiel stellte sich auch ganz vor- züglich auf sein« kleinen Zuschauer ein. e. b. Negative Untersuchung. Ursache i>er Maybach-Katastrophe bisher nicht festzustellen. Saarbrücken, 2S. Oktober. Z« den späten Abendstunden des Montag war es gelungen, weitere drei im Schacht eingeschlossene Bergleute zu bergen, so daß jetzt nur noch ein Toler in der Tiefe ist, und zwar der Fahr- Hauer Meissel. Die Zahl der Toten wird mit KZ und die der verletzten mit 21 angegeben. Alle Namen der Talen konnten bis auf vier festgesiellk werden. Die erste amtliche Untersuchung, zu der auch die Per- treter der beiden großen Bergarbeüerorgamsationen hinzugezogen mären, verlief ergebnislos. Die Arbeitervertreter vermuten, daß sich der Explosionsherd in einem Aufbruch der Grubenstrecke nach Bremsberg I Ost befindet und nicht an der Umbruchstellc zu den Grundstrecken nach Abteilung 3 und 9. Die ganze Belegschaft dieses Bremsberges hat den Tod gefunden. In einem Teil des Bremsberges wurde durch die Explosion ein Brand entfacht, der zur Zeit noch anhält. Für Mittwoch, den Tag der Bei- f« tz u n g der Opfer von Maybach, hat die Reglerungskommission im ganzen Saargebiet alle Lustbarkeiten verboten. Auf allen Gruben des Saarreviers wird am Mittwoch die Arbeit ruhen. Im Laufe des heutigen Tages läßt die Bergwcrksdirektion als erste Unterstützung an die Familien der Opfer je 10M Fronken und an die Verletzten 399 Franken auszahlen. Außerdem erhalten die Witwen von der Berufsgenossenschaft ebenfalls je 1990 Franken und die Angehörigen der Ledigen je 399 Franken als Vorfchußleistung. Paris, 28. Oktober. In einer Havasdcpesche aus Saarbrücken werden die möglichen Ursachen der Berg werkskatastrophe besprochen. Es heißt darin, man könne die Annahme nicht ausrecht- erhalten, die anfänglich vorgebracht worden sei, daß nämlich die Explosion durch eine Benzollolomotive hervorgerufen wurde, wie sie in gewissen Soarbergwerken Verwendung finden. In Maybach gebe es keine Brnzollokomotiven, sondern nur Prcßluftlokomotiven. Auch müsse man die Annahme ausschalten, daß sich in den letzten Tagen in den Stollen eine anormal große Menge Stein- kohlcngas angesammelt habe. Die Bergleute, die mit besonderen Erkennungslampe» die Grube vor dem Einfahren der Belegschasr auf Kohlengas prüfen, hätten bei ihrem damaligen Rundgang inchts Derartiges feststellen können.__ Das Gireikziel der KpO. „Es lebe der politische Massenstreik!" In einer drei Spalten langen Entschließung nimmt die Berliner Bezirksleitung der KPD. Stellung zum Metallarbeiterstreik. Daraus geht eines mit aller Deutlichkeit hervor, daß die KPD. diesen w i r t- schaftlichen Kampf zu ihrer politischen Agitation mißbrauchen will. Alle Kräfte sollen eingesetzt werden für „Berbroiterung des Streiks auf das Reich", in die kommunistischen Streikleitungen sollen sozialdemokratische und christliche Arbeiter einbezogen werden, die Frauen der Streikenden und die Lehrlings sollen mitstreiken, die Erwerbslosen noch mehr mobilisiert und das Sammeln nicht vergessen werden. Zum Schluß:„Es lebe der politische Massenstreik!" Die streikenden Mekallarbeiler müssen diesen politischen Gefchäsle- machern, die ihren Kampf gegen Lohnkürzung für die KPD. aus- zuschlachlen suchen, aus die Finger sehen und sie beiseite schieben. Laßt die Quertreiber unter sich! � Zoses Ponten und Armin X. Wegner lesen auf dein zweiten Dichter« abend des Verbandes Teullchcr Erzähler am 11. November, 29 Ubr im Plenarsaal des ehemaligen Herrenhauses aus ihren Werten. Karten bei Bote& Bock und A. Wcrthcini. Firma Fermasil. Nächste Versammlung morgen, Mittwoch, 19 Uhr vorm., bcijSchrödcr, Reinickendorf-Ost, Residenzstrahe Ecke Friedrich-Wilhelm-Straße. Deller für Berlin: Kühl und ziemlich trübe, nur unbedeutende Niederschläge.— Für Deutschland: Ueberall kühles und stark wolkiges Wetter mit etwas Regen. Verantwortl. fite die Redaktion: isranz jUiiho, Berlin; Anzeigen: Zh. Hloetc, Berlin. Berlag: Vorwärts Verlag Ä. m. b. L>., Berlin. Druck: Vorwärts Buch- druckerci und Berlagsanstalt Paul Eingcr&' Co., Berlin CW KZ, Lindenstrage 3. Sicrz» I Beilage. IliscrtSi', Lichtspiele usw. Dienstag, ZZ. 10. Staats-Oper Unter ct. Linden A.-V. 58 19V* Uhr kürst Igor Enden. 22'/* Uhr Staals-Oper tim Pltli der Republit. V-B. 20 Uhr DerBarliira Sevilla Oetfentl. UirteBtiriwf Ende 22'fr Uhr Dienstag, 28. 10. StädL Oper Bismarckstr. Turnus II 19 Uhr Walküre Ende g.23',ü Uhr Staat!. Schansph. (am Gemtannnmarlct). 50. A'-V. 20 Uhr Bürger Schippel Ende g. 22� Uhr Staati.Scüiilei-Mer.Oiarlttio. 20 Uhr Herr Doktor, haben Sie zu essen? Ende 22V« Uhr SCjtl-A Tägl. S u S1/, Uhr. H 5 Barti. B238 Pr. 1— 8 M.— Nachm. halbe Preise. Crock und weitere Attrokllonen. Q BOSS. SCHAU SPIEL BADS 8 Nur noch 6 Tage: Lustige Witwe llesterberg« llanscu, Arno..ScIioSIwer, jfen kn HiiYtSeliae fie r«, VI inkel&tern, JDesDi. ItEOIE: C H A R II 1« fy «a 8.13 Uhr— Rasdien erlaubt Tlffany Twin«. Dora Kasan u. 1 Master. Prof. Pallos S slnaon. I deLadies. Brown u.LaHart usw. I VolKsbttiine Theater am asiovplatz. s Uhr Die Weber v. C. Hauptmann Regie; K. h. Martin. Tiieator am SciltUDauerdamm 8 Uhr Jud Süß! StaalLSdiillei-ni. 8 Uhr Herr Doktor, Haben Sie zu essen? Staatsoper Am PI. d. Republik 8 Uhr Der Barbier von Sevilla Tbeater am Kottb. Toi Kottbusser Str. 6 5.8. Oberb. 6070 rägI.8V«U, Sonnt. auch 3Vs ühr EUie- Sänger Präsident Zankel Cr. Inumspiel- burlrsk! Sdiorsdi Buselli WM meatei 8 Uhr letzte Julfübrangeii! Ein Sommernachtstraum Regie; Max Reiohardt. Kammerspiele «Vs Uhr Elga m Gerhail Hauptmann. Regie: Gustav Härtung. Die Komödie 8V* Uhr Der Schwierige von Hugo von Hofmannstiu! Regie: Max Reinbarilt. Deutsches KGnstler-Theal. Tel Barbarossa 3937 8 V« Uhr Jim und Jill Grete Mosheim. Harald Paulsen. Renaissance- Theater Steinplatz 6780 »Vi Uhr; von Max Alsberg und O. E. Hesse Theat. d. Westens SV« Uhr Brest Litowsk von Hans J. Rebfisdi. Lessing-Theat. m Uhr Elisabeth, Königin von England von Eenormand Hnflidu Rehmann. Theater am SUiiffhauerdamm Täglich»>/« Uhr Jud Suß! von Paul Kornfeld. Insz.; Lenp. JeOner mit Ernst Deutsch WmsttM Lustspiemaus lb Sonnabend. I. Hovemb. Eröffnung durch die Direktion Kurt Götz mit HOKUSPOKUS Götz. Mertens. Valentin. Steinbedi. metropot-Theater Täglich»V* Uht Sensatioocllcr Operetten erfolg! Unter pers. Lcitunjz des Komporristen Viktoria undihrHusar Dönh 625,626. Täglich 8 Uhr Kur notb 11 Ynrslelliingen Alexander Moissi in „Der Idiot" v. Dostofcwskif Rose• 1 heater Gr.ITBiiUHrterSir.i32 Tel. Alex 3422 u. 3494 5.30 Uhr: Kukuli 8 15 Uhr: In der Johannlsnachl Bantowsky- Bohnen Theater In Bar SUisenaanetr. Täglich ZV« Uhr Sturm im Wasserglas Komödie von Frank. Komödienhaus 8V« Täglich 8 Vi Konto X von Berianer und Oeslerreidier Komische Oper 8V- Uhr Das Mädel am Steuer Operette r. Gilbert Kleines Theat. Merkur 1624 Täglich ZV« Uhr Wasserstfieu Leopoldine Konstantin, Ralph. Chlud. Garbo, Oumhe. Siegel, de Kowa Philharmonie 8 Uhr SiDfonie-Koßzert d.Pbilharmon.Orch. vir. Prof. J. Priiwer ntni-lnterl O-diu-TsAii- tsvsky(Holst) Siotuii (SiMlsititl NtiOtlssohn. Eintritt I M. »v.uhr CASINO-TflEATER Lothringer Strafe 37. Unwiderruflich nur bis 30. Oktober Hurrah, ein Junge! ifiiMiiiiHiiiiiiaiiiaiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiieiMiiiiiiiioitH Am I. November 1930 zum I. Male: Arm wie eine Kirchenmaus Gutschein 1—4 Pers. Fauteuil 1,25 AV, Sessel 1,75 M.— Sonstige Preise: __ Parkett 75. m Regie: J. Trauberg Ein stummer Russenfilm mit chinesischen Hauptdarstellern Edmund Meise) dirigiert seine Originalmusik. Orchest.:LewisRuthBand Wilder Erfolg, Beifallsstürme der MitgerlfTenen G. F. Salmony in d«r B. Z. am Mittag MOZARTSAAL am Nollendorfplatz. B 7 Pollas 7051 Vorverkauf 12—2' Wochentags 715 915 Sonnob., Sonntags 51571- 9 lb Neues Theater am Zoo■ AmBahnb.Zoo. Stpl. 655Ö Täglich SV« Uhr DeigroBe ladiarfolgl Max Adalbert in Hasenklein Ausschneiden! Zentral-Theat. Täglich 8V2 Uhr Sortnt auch 5V« Uhr Eine Freundin so goldig wie Du Operette v. Meiscl. forz. für Parkett«W statti- M. nur I■* göltig vom 25.-28, übt. JUE BETRIEB/ KEMPIMKlV Xss.6 Alexanderplatz Neue Königslr.43 IIS gl. 2 Vorst— Tel. WeideoUamm 3844) nachm. 4V, Uhr: 30 Plg.- 1.50 Mk. abend« 8V, Ubr: 30 Plg.-3.- Mb. Cubanos Ihr Erlebnis— Ellen Sie- Har nocli 3 Tage"! Reichshallen-Theater Abends j s j Sonntag nachm.| 3 1| (Zu halben Preisen) Stettinei* Sänger Zum Schluß; Wir ollen Berliner" TiHCUI-;. ttwft.abi. ZU. UZ 61 __ Dönhoff- Brettl: 03sgr.Bkt.-Programml Tanz. Kapell» Hans Sixtus Theater «ir Kinder: Theater l.d.Behrenstr. 53-54 Direktion: Ralph Artbar Roberts sv* Das häBilche Waflchen Englisch— Rodens— Janssen. Kemmcnden Mlttwech. S Uhr enra letzten Male „Hansel and Gretel" Sonnabend, 4'e Uhr: Peterchens Mondfahrl (Preise von 30 Pf. bis 1.50 M) Montag. DJanstag. Donnerstat und Freitag 5» Uhr: Familien-Nachmittag Kukuli mit Traute Ro*e in der HauptroUe Preise von 30 Pf. bis 1.50 A Gard erobe n. Progr. je 1 0 Pf Kaffee nnd Kochen, Bier mit Salzbrot je 25 Pf. Wochentags S15 Uhr: fn der Johannlanaoh i Sonnabends'2X(7 n. 1Q»U.) Karten im 7 tÄgig. Vorverkauf sind zu haben von 11-1 Uhr vorm. und von 4-9 Uhr abends. Billettkasse: Alex. 3424 u. 3494 Große Frankfurter Straße 132. tettamlROSE rküivarVioTTiiiiwI � er—____ Fach ine ütat G. Naeckci, Berlin, Dahlmannstraße 24, Ecke Kur fürstendamm. Sprechst. 3—7. Prosp. frei. -Theater ffietfage Dienstag, 25. Okiober 1930 SlVÄbimd StuLLuiXQaäe da myh&ärC. Diphtherieschutzimpfungen?! Ein Mahnwort— Von Dr. Julius Moses Die Lübecker Talmette-Katastrophe, die bis jetzt 80 Kindern das Leben gelostst hat, Hot den Beweis erbracht, wie vorsichtig man der heute üblichen maßlosen Propaganda für Schutz- impfungcn gegenüberstehen muß, auch wenn sie von Gesundheits- behörden und hervorragender ärztsichcr Seite betrieben wird. Das gilt insbesondere von der Diphtherie-Schutzimpfung. In den letzten Iahren hat die Diphtherie in viele» Gegenden Deutschlands, u. a. auch in Berlin, stark zugenommen. Diese Zu- nähme sowohl der Erkrankung wie der Sterblichkeit an Diphtherie glaubt man mit einer gesteigerten Propaganda für die Diphtherie- Schutzimpfung bekämpfen zu können. 5)ierg.'gei» kann nicht energisch genug Stellung genommen werden. Seit langem schon wendet sich neben anderen Forschern einer unserer hervorragendsten Immunitötsforscher, der Direktor des Forschungsinstitutes für Hygiene und Immunitätslehre in Berlin- Dahlem, Prof. Dr. E. Friedberger gegen die überschäumende Diphthcrie-Schutzimpfungspropoganda. Die Arbeiten Friedbergers sind grundlegender Natur und lassen die heute zur großen Mode gewordene Schutzimpfuirgskampagne in einem derart bedenklichen Lichte erscheinen, daß es notwendig ist, sie in ihren Grundzügen der All- gcnieinheit mitzuteilen. Friedberger stellt die Frage(„Deutsche Medizinische Wochen- schritt", 1930, Nr. 9 und 10): Sind die theoretischen Grundlagen und die Ersolg« der aktiven Immunisierung gegen Diphtherie wirklich derartig, daß sie die Propaganda, die für diese Art der Impfung in bisher nicht üblicher Weise auch bei uns gemacht wurde, rechtfertigen? Ist es wirklich„ärztliche Pflicht", sie im weitesten Umfange anzuwenden, wie es beispielsweise Prof. S e l i g m a n n- Berlin verlangt? Die Antwort, die Friedberger erteilt, lautet klipp und klar: Nein. Prof. Friedberger befaßt sich ausführlich mit den drei Kriterien, die für die Beurteilung des Erfolges der Schutzimpfung wesentlich sind: 1. den theoretischen Grundlagen, 2. dem Austreten der„Anti- körpcr" und 3. der Statistik. Die theoretischen Grundlagen. Die aktive Schutzimpfung geht von der Voraussetzung aus, daß die Diphtherie ein« Infektionskrankheit ist, welche durch ein von den Bazillen ausgeschiedenes Gift verursacht wird, das identisch ist mit jenem Gift, das manche„Diphtheriebazillenstämme" in Nährbouillon von ganz bestimmter Zusammensetzung produzieren. Der tierische Körper bildet durch Einspritzung des Reagenzglasgiftes und durch die Einspritzung von Bazillen„Antitoxine", die im Tierversuch so- wohl die Wirkung von lebenden Bazillen wie des Reogcnzglasgiftes zu neutralisieren imstande sind. Bei der menschlichen Diph- tbcricerkrankung versagen allerdings diese „Antitoxine"(Heilserum) nicht selten, besonders in schweren Fällen auch bei jrühzcitigster Anwendung. Friedberger stellt fest, daß es gar nicht richtig ist, daß Menschen mit ausreichenden Antitoxinen im Blut wirklich gegen Diphtherie geschützt sind. Eine Reihe von Forschern haben ausgesprochene Diphtheriecrkankung gesehen, ob- wohl Antitoxine im Blut reichlich nachweisbar waren. Umgekehrt bedeutet ein völliges Fehlen des Antitoxins in Wirklichkeit noch kcineswegs Empfänglichkeit gegenüber Diphtherie. Es wurde von Aerzten eine Reihe von Diphthcriefällen untersucht, bei denen ohne die Einverleibung von Heilserum die Infektion auf natürlichem Wege zum Ablauf kam. Bei zwanzig derartigen Fällen ist bei drei Vierteln spontane Heilung eingetreten, ohne daß Antitoxin im Blut nachweisbar wurde. Friedberger stellt fest: Die Diphtherie heilt spontan aus, ohne daß in bei weitem der Mehrzahl der Fälle Antitoxine im Blut Nachweis- bar werden. Di« Ursache der Genesung ist also keineswegs sicher, vielleicht überhaupr nicht in den Antitoxinen zu suche n. Woraus die natür- liche Heilung bei Diphtherie beruht, wissen wir nicht. Was sagt die Statistik? Trotz einer falschen theoretischen Begründung kann natürlich das«chutzimpsungsverfahven an sich nützlich sein. Aus dem vor- handenen Zahlenmaterial ergibt sich aber, daß dies bei der Diph- therie-Schutzimpfung n i ch t d e r Fall ist. Höchst anfechtbar ist die Statistik, die in Amerika, wo die Diphtherie-Schutzimpfungen in noch größerem Umfange durch- geführt werden als bei uns, über die„Erfolge" durchgesührt wurde. Die amerikanische Propaganda ist mit den Mitteln der ch e m i- schen Industrie in ausgedehntem Umfange unterstützt worden. Erfolg: In Chikago ist trotz der vorausgegangenen ausgezeichneten Impfung die Erkrankuiigsziffer imJahrelö27um50Proz., dieSterblichkeitszisser gleichfalls enorm gegen die Vorjahre gestiegen. (1923: 3,9 Proz., 1927: 10,7 Proz.) Friedberger hat das amerika- nifche Zahlenmaterial bereits im Jahre 1928(„Klinische Wochen- schrist", Nr. 31)«ingehend veröffentlicht. Daraus geht hervor, daß trotz der aktiven Immunisierung in Amerika die Diphtherie zwar an einzelnen Stellen abzunehmen scheint, an anderen Stellen aber umgekehrt eine Zunahme zu verzeichnen hat. In 37 amerikanischen Staaten haben sich die Diphtheriefälle folgendermaßen gesteigert: 1925: 69 642. 1926: 68 668, 1927: 80 152. Also Steigerung trotz größter Reklame für die Schutzimpfung! Und in Deutschland? Für 48 Großstädte mit 100 000 und mehr Einwohnern liegen die Zahlen für das dritte Vierteljahr 19 29 vor. Die Verhältniszahl der an Diphtherie Gestorbenen betrug: 1927: 0,03, 1928: 0,07, 1929; 0,08. Also mehr als eine Verdoppelung der Todesfälle im Jahre 1929 gegen 1927, trotzdem in den Großstädten ausgiebig geimpft churde. Nach einer Mitteilung des Berliner Hauptgesundheitsamtes wurden im Jahr« 1928 5910 Diphtheriefälle mit 550 Todesfällen gezählt. In den ersten neun Monaten des Jahres 1929 allein schon 3994 Fälle mit 396 Todesfällen, trotz der Impfung von einem Sechstel aller Berliner Kinder. Daraus ergibt sich ein st a r k« s Ansteigen der Quote der verstorbenen Kinder: in den fQfeo deck fowrWfli ttSfe 10,1« tat gleichen Zeit- t Periode des vorhergegangenen Jahres nur 8,7 Proz.„Man kann einwenden", schreibt Prof. Friedberger,„ohne Impfung märe die Letalität 1929 noch höher gestiegen. Aber immerhin sollten doch solche Zahlen Anlaß zur Besinnung geben." Die Diphtheriesterblichkeit hat in Berlin von 1917 gegen 1927 von 6,9 Proz. auf 11,5 Proz. zugenommen. Diese hohe Sterblichkeit hat die Einführung der Schutzimpfung veranlaßt. Dank der Propaganda der Stadtverwaltung wurde im Jahre 1928 ein Sechstel aller Kinder bis zu 15 Iahren, d. h. von 604 315 Kindern über 100 000 geimpft. Ergebnis: Die Zahl der Erkrankungen ist namentlich bei den zweimal Geimpften etwas zurückgegangen, die Zahl der Todesfälle ist un- gefähr die gleich« geblieben.„Haben wir", fragt Friedberger, „irgendeinen Beweis dafür, daß die Morbidstätsabnohm« wirklich eine Folge der Impfung war?" Er antwortet mit Nein. Die Differenzen sind teils Zufallswcrte, teils erklären sie sich aus den sozialen und anderen Unterschieden zwischen Geimpften und Nicht- geimpften. Er kommt zu dem Resultat: Eine Abnahme der Sterblichkeit wird durch die Schutzimpfung in keiner Weise erzielt. Nicht nur die Letalität, sondern auch das klinische Bild wird durch die Schutzimpfung nicht gemildert; aus der Berliner Statistik geht hervor, daß die Schwere der Fälle durch die Impfung kaum beeinflußt wurde. Bei 151 geimpften Kranken wurden 22,5 Proz. schwere und 57 Proz. schwere und mittelschwcrc Erkrankungen festgestellt. Sind die Diphthcric-Schutzimpfungen ungefährlich? Ueber diese grundlegende Frage äußert sich Prof. Friedberger u. a.: höchst bedenklich erscheint es, wenn es danach als „ärztliche Pflicht" bezeichnet wird, die Impfung weiter im weitesten Umfang anzuwenden. Man hätte«her erwarten sollen, daß an» gesichts der schwachen Zahlenbelcge, die auch für den angeblichen „Erfchg" in Berlin bezüglich dieses„Fcldzuges" nur zur Verfügung stehen, hier zum Rückzug geblasen worden wäre... Die Aerzte werden auch ihrerseits durch die Propaganda geradezu zu dieser„freiwilligen Impfung" moralisch gezwungen, aber die Per- antwortung, die ihnen scheinbar die Wohlfahrtsbehördcn abnehmen, tragen sie doch immer dem Publikum gegenüber selbst, namentlich bei Mißerfolgen, di e nicht ausbleiben. Die Aerzte misten andererseits auch zu gut, daß bei dem geringen Kontagions- (Anstcckungs-)index der Diphtherie das Nichtbefallenwcrdcn von der Krankheit nicht eine Folge der Impfung zu sein braucht, wie das der kopfscheu gemachte Laie glaubt..... Man könnte die Empfehlung Seligmanns nöch verstehen, wenn die Unschädlichkeit des Verfahrens über jeden Zweifel erhaben wäre... Es ist'richtig, daß die von verschiedenen Seiten mitgeteilten Todesfälle zum Teil wenigstens sicher aus un- geeignete Präparate- zurückzuführen sind, und daß diese Gefahr bei den geprüften Impfstoffen nahezu wegfällt. Auch die allgemeinen und lokalen Reaktionen scheinen in der Mehrzahl der Fäll« gering zu sein; ober wir dürfen doch nicht vergessen, daß wir ein«, sei es auch noch so genau neutralisierte Mischung von Antitoxin mit Toxin einspritzen, eine Verbindung, die ein« nicht unbeträcht- liche Zahl von Gifteinheiten enthält. Es ist ober aus Ossinowjkls Impfungen bekannt, daß von 15 Kindern, die ver- schentlich 100— 200 Gifteinheiten(Meerschweinchen) erhielten, zehn starben. Nun ist allerdings in dem Gemisch das Gi f t durch das Anti- toxin neutralisiert, also nzomentan unschädlich. Wir misten aber, daß in der Vereinigung Toxin-Antitoxin das Gift keine Ver- änderungcn erfährt, sondern aus dieser Verbindung wieder in Freiheit gesetzt werden kann, z. B. durch schwache Säure und Alkali, auch schon in der Kälte. Wir wissen, daß im Körper gleichfalls eine Sprengung der Toxin- Antitoxinverbindung bis zu einem gewissen Grade eintritt, da ja die Antikörperbildung auf dem Freiwerden des Toxins beruht. Wir wissen aber nicht, in welchem Umfange das der Fall ist und wie weit andere Momente dos Freiwerden des Giftes be- schleunigen können... Man darf die Unschädlichkeit nicht aus dem Umstände schließen, daß inomcntane Beschwerden nach der Impfung meist ausbleiben." Friedberger zitiert,„im Gegensatz zu dem Optimis- mus bei den Impf Methoden überhaupt", eine Aeuße- rung von Opitz, der aus der Czernyschen Klinik schreibt:„Und wenn auch angeblich zahllose Impfungen die Unschädlichkeit erwiesen haben, wird man doch gut hin, das Augenmerk auf etwa auf- tretende Spälfchödigungen im Sinn« einer Begünstigung von Nerven-, Herz- und Nierenleiden zu richten." Deshalb: Friedberger kommt zu dem Schluß: „Di« sogenannte Diphtherie-Schutzimpfung ist wissen- schaftlich nicht genügend begründet. Di« sesther gegebene Begründung trifft nicht zu, die Statistik läßt einen Erfolg der Impfung nur insoweit erkennen, als nach ihr die Schick-Reaktion häufig negativ wird. Es ist ober kein Beweis dafür vorhanden, daß diese Schick- Nega- tivität vor Diphtherie schützt. Im Gegenteil: Die schweren Formen der Diphtherie bei den Geimpf- teil und doch Erkrankten, die gleichbleibenden Lcta- liiätszohlcn bei gcimpsten Kindern im Vergleich mit den un- geimpften oder der Gesamtzahl der Kinder, läßt keinen Nutzen erkennen. Die nachgewiesenen Differenzen in der Morbidität könne» auf andere Momente zurückgeführt werden.— Di« Impfung verläuft zwar in der Mehrzahlt der Fälle ohne bedrohliche akute Symptome, doch schlicht das eine allmähliche Schädigung durch das eingespritzte Diphtherie- gift. dos im Körper in ciner von uns nicht kontrollierbaren Weife freiwerdcn und in Aktion treten kann, nicht sicher aus. Es kann also keine Rede davon sein, daß es nach den Ergebnissen in Berlin Pflicht jedes Arztes wäre, die Kinder impfen zu lasten." Die Feststellungen Friedbergers, eines Forschers auf dem Go» biet der Immunitätslehre von europäischem Ruf, müssen jenen ärzt» lichen Stimmen entgegengehalten werden, die für die Schutzimpfung gegen Diphtherie in breitestem Umfange eintreten. Es ist ein« eigenartige Erscheinung in der Medizin, daß, wenn eine Schutzimpmng nicht den vorausgesagten Erfolg zeirigt, man zunächst di« Methode zu ändern versucht, wie das Prof. K o l l c, Direktor des Instituts für experimentole Therapie in Frankfur: am Main, mit einer von ihm ausgearbeiteten neuen Methode tut. Aber nicht die Mcchodc ist das Unbrauchbare, sondern das ganze Versahren. Auch da? Kollesche Verfahren berechtigt nicht, die ernsten Warnungen Prof. Friedbergers in den Wind zu schlagen. Um so unbegreiflicher ist es, daß der Preußische Landesgesundheitsrat, der im Dezember 1927 die Schutz- impfung empfohlen hat, diesen Beschluß noch nicht revidierte, ob- gleich Prof. Friedberger gleich nach Veröffentlichung des Protokolls der Sitzung sein« Bedenken ausgesprochen hat. Unbegreiflich ist die Propaganda des Berliner HanptgesundHeitsamtes für die Schutzimpfung, obgleich es aus den zahlreichen Veröffentlichungen Friedbergers und anderer Forscher über die Bedenklichkeit seiner Propaganda nicht im Zweifel gelassen wurde. Unbegreiflich ist schließlich die Haltung des Groß-Berliner Aerztebundes, der sich der Propaganda des Berliner Hauptgejundhcitsamtes an- schließt. Es ist wichtig, daß di« über die Diphtherie-Schutzimpfung durch deren Anhänger bisher einseitig ausgeklärte Oesfentlichkeit erfährt, daß auch hier die Verhältnisse nicht viel anders liegen als beim Calmette-Mittel. Es fragt sich, ob ein die Verantwortung tragender Arzt trotz oller Empfehlungen durch die Medizinalbehörden und durch die Anhänger der Schutzimpfung «z mit seinem Pflichtbewußtsein vereinbaren kann, Kinder zu impfen mit einem Mittel, gegen das derartig« schwere Bedenken erhoben werden. Ist das nicht der sicherste Weg, einen zweiten Fall Lübeck heraufzubeschwören? Kleine Notizen Die Ansicht, daß das Ei nur in rohem Austand seinen vollen Nährwert habe, und daß es nur in diesem Zustande am leichtesten verdaulich sei, wird von dem Berliner Biologen Rubner als irrig bezeichnet. Seiner Meinung nach sind sowohl die hart- gekochten als auch die weichgekochten Eier leicht verdaulich. Wichtig ist es aber, daß die nicht frischen Eier an ihrem Nährwert verlieren, nicht dagegen die gekochten, ober frischen Eier. Außer Eiweiß und Fett enthält das Ei noch«inen weiteren Nährstoff, das Lezithin, das für den Aufbau d«r verbrauchten Neroenfubstanz von größter Bedeutung ist. Lezithin ist' eine phosphorhastig« Substanz, die im Gehirn, in den Nerven, Blutkörperchen, in Haf«r- keimlrngen, in der Milch, in Erbsen, im Hering usw. vorkommt, nirgends aber in so großen Mengen wie im Eidotter. Seine biologische Bedeutung ergibt sich unter anderem daraus, daß der von neugeborenen Tieren mit auf di« West gebracht« Lezithin vorrat um so größer ist, je unentwickelter das Neugeborene ist, und daß er sich um so rascher vermindert, je schneller die Tiere heranwachsen. Der Dotter der frischen Vogeleier«nthäll etwa 8,5 Proz. phos- phorhalliger Substanz oder Lezithin. Für unseren Organismus ist das Lezithin von derselben Bedeutung wie die Bitamin«. Nun enthält das Ei wohl sehr viel Lezithin, leider aber nicht in' einem beständigen Zustand. Am sechsten Tag«, nachdem das Ei gelegt wurde, enthält sein Dotter nur noch geringe Spuren Lezithin. Da ein Ei üblicherweise erst noch 10 bis 14 Tagen in den Handel kommt, ist darin keine Spur mehr vom L«zithin vorhanden. Wohl sind die anderen wichtigen Bestandteile unvermindert bewahrt gcblieben, Bestandteile, die für den Körper und seine Entwicklung von erster Bedeutung find, di« ober auf das Nervensystem und auf die tat SefririMigtait teuua einstufe hoben, s» muß daher verlangt werden, daß das Reichsgesundheitsamt darauf dringt, die Eier mit einem Datum zu versehen, das den Tag anzeigt, an dem sie gelegt wurden. * Der Direktor der ärztlichen Beratungsstelle für Arbeiterinnen in Neapel, Prof. Palmieri, hat 379 Arbeiterinnen genau darauf untersucht, ob und in welchem Umfange sie in ihrer Gcnitaljphäre Störungen aufweisen. In 50 Proz. aller Fäll« lagen Störungen und Anomalien der Menstruation vor. Die entsprechenden Krank- hellen traten vornehmlich bei jüngeren Arbeiterinnen ein. Bei HZ Frauen mit Menstruationsanomalien lagen gleichzeitig andere Erkrankungen vor. Bon diesen Frauen arbeitet«» 82(also 75,4 Proz.) länger als acht Stunden am Tag«. Von den unter- suchten Frauen zeigten 80 Entzündungensvorgänge am U-terus bzw. seinen Anhängen(Eileiter). Häufig war mit dem Ausbleiben der Menstruation Weißfluß(?luc>r albus) verbunden. Aus den Unter- suchungen ergab sich, daß die Frau aus biologischen Gründen weniger widerstandsfähig ist als der Mann. >» An der Medizinischen Universitätsklinik in Münster in Westtalen sind erfolgreiche Versuche gemacht worden, rheumatische Erkrankungen durch einen relativ hohen Wärmegrad zu heilen. Man benutzt dazu dos Paraffin. Es hat den Vorteil, daß es auf der Haut trotz Erhitzung bis auf 70 oder gar 75 Grad vertragen wird. Man verfährt dabei so, daß die Haut- stelle über dem schmerzenden Muskel durch Alkohalätherabreibung getrocknet und kurze Zeit darauf mit flüssigem Paraffin von der an- gegebenen Wärniestufe bepinselt wird. Darauf kommt ein« dünne Wattejchicht, die nun ihrerseits mit noch heißerem Poraffin durch- tränkt wurde. Dann wird wieder Watt« darübergewickeli und das gl»z, mk einem Maaellverbata» sestgcholten. J.WOOLF Copyright 1930 by„Der Büchorkreis G. m. b. H.", Berlin SW 61. (19. Fortsetzung.) „Warum auch nicht? Ich verlange nicht von dir. dah du als meine Frau mit mir noch Kaniburupitiyo gehst. Es ist nicht di« Rede davon, daß du deinen Mann verlassen sollst. Jll) bin reich und kann dir Geld und Schmuck geben. Du wirst deinem Mann große Bortclle bringen, denn ich werde sein« Schulden streichen und chm Anteil an den anderen Ehenas geben, wie ich ihm ver« sprachen habe." „Ich kann nicht, Aiya." „Närrin! Was ist denn dabei. Die Häuser stehen dicht bei- einander und nur der Zaun trennt sie. Niemand wird es er- sohren, wenn du iin Djungel durch den Zaun zu mir kommst. Wenn ich sage:„Komm, ich will dich," genügt das nicht. Soll ich vor dir auf die Knie gehen und dich bitten?" „Genug, genug, Aiya. Verzeiht inir, ober ich kann nicht." „Willst du denn deinen Mann zugrunde richten?" „Ich versteh« euch nicht." „Was, sie versteht mich nicht? W« dumm dieses Volt ist! Steht Babun nicht etwa in meiner Schuld? Soll er nicht einen Anteil von meinen Chenas haben?" „Ja, Aiya, ich habe gehört, daß ihr das gesagt habt." „Nun, bekommt man irgend etwas umsonst? Gibt man dir im Basar Reis oder Kurakkan oder Tücher umsonst? Tut man das? Närrin, was stehst du da und siehst mich mit deinen Kuh- äugen an. Du— dein Mann— erzähl« ihm, daß ich hier gewesen bin und was ich gesdgt habe. Ob er dich mir wie einen Sack Kurakkan verkaufen will. Tut er es nicht, so. ist er ebenso dunim wie du, ein Hund, ein Schwein; tut er es nicht, so bekommt er keinen Anteil an der Ernte von mir, und er soll sehen, wie er seine Schuld und die Zinsen bezahlt. Ich kann ihn zugrunde richten. Er — ich werde ihn auch zugrunde richten. Hörst du? Nun? Was sagst du jetzt?" „Was ist da zu sagen, Aiya? Ich kann nicht. Wenn wir heimgesucht werden sollen, was können wir machen. Ein Unglück nach dem anderen kommt in dieses Haus— mein Bater sagt, aus dem Djungel. Erst hatten wir nichts zu essen. Dann kam Unglück über mein« Schwester und ihr Kind und über mein Kind. Die Kinder starben; sie schlugen Punchi Appu tot; sie brachten ineine Schwester um. Und nun dieses neue Unheil." Punchi Menika hatte sehr leise und sehr langsam gesprochen. Fernando sah sie an. Für«inen Augenblick war«r von ihrem Kummer und ihrer Ergebung gerührt. Dann fiel ihm ein, daß er nicht klug gewesen war, sich gehen zu lassen und so ossen zu drohen. Aber wie sollte man dieses Weh anders anfassen? Er regte sich schon wieder aus, sah dann aber ein, daß es nutzlos und gefährlich war, noch mehr seinen Aerger und seine Enttäuschung zu zeigen. Ohne«in Wort zu sagen, kehrte er in sein Haus zurück. Es war über seinen Mißerfolg viel mehr erstaunt als ver- ärgert. Zuerst dachte er daran, mit Babun selbst zu sprechen. Wahrscheinlich hatte das Weib Angst vor ihrem Mann, und gewiß würde dieser die Vorteile besser erkennen, die ihm sein Einverständ- nis bringen würde. Fernando war aber etwas unsicher geworden; er hatte das Bedürfnis nach einem Ratgeber und Helfer. Es konnte nicht schaden, wenn er den Aeltesten um Rat fragte. Auf keinen Fall könnt« Babehami es wagen, ihm entgegenzutreten, und«r hatte Gründe zu der Annahme, daß er nur zu gerne die Gelegen- heit wahrnehmen würde, etwas g«gen Punchi Menika und Babun zu unternehmen. Am nächsten Tage blieb er nach dem Nachtmahl im Hause des Aeltesten, und während er beielkouend mit Babehami im Hofe saß. begann er: „Ich habe vor, euren Schwager zum Aufseher über mein« Chenas zu machen. Ich glaube, er ist der richtige Mann dafür." Babehami spie aus.„Was wollt ihr ihm bezahlen?" „Ein Zwanzigstel der Ernte. Er ist ein tüchtiger Mann." „Er ist sehr fleißig. Sein« Chena ist immer die beste; aber er ist«in Narr. Er hat uns Schande gebracht." „Ist er mit dem Weib verheiratet?" „Nein. Er zoeuzu ihrem Vater und lebt dort mit ihr." „Es wäre nicht schlecht, wenn man ihn von da wegholte. Ist er ihrer noch nicht leid?" „Er war verrückt nach ihr. Er wollte keine Vernunft an-' nehmen." „Ach, da- war im Ansang, vor langer Zeit. Es heißt, daß der Mann seine Seligkeit zuerst in einer Frau, dann in einem Feld, und zuletzt in einem Tempel findet. Möchtet Ihr ihn nicht in Euer Haus zurückhaben?" „Ja." „Nun, und warum nicht?" Fernando rückte naher an Babehami heran und dämpfte seine Stimme.„Ralahami, ich muh einige Monate hierbleiben. Ohne eine Frau ist keine Bequemlichkeit iin Hause. Das Weib ist nicht garstig, und sie könnte das Essen für mich kochen. Ich hatte das schon einige Tage lang überlegt und schickte meinen Diener zu ihr. Sie ließ sagen, sie wolle gerne kommen, nur habe sie Angst vor ihrem Manne. Dann dachte ich. mit dem Manne zu sprechen, aber das ist für etnen Fremden nicht leicht. Besser ist es, wenn seine Freunde mit ihm reden. Wahr- scheinlich ist er des Weibes überdrüssig und heiratete gerne ein Mädchen aus einem anderen Dorf«, die ihm Land als Mitgift zubringt." Babehami schien mit großer Aufmerksamkeit den Boden vor sich zu betrachten; von Zeit zu Zeit spie er mit großer Ucberlegung aus. Es war unmöglich, ein« Andeutung auf seinem Gesicht zu lesen, welchen Eindruck Fernandos Anregung auf ihn gemacht hatte. Sein Schweigen reizte Fernando Diese Dörfler sind doch Schweine, dacht« er. „Run", sagte er endlich,„was sagt Ihr?" Hat sie das gesagt, daß si« zu Euch kommen will, wenn Babun es ihr erlaubt?" „Jawohl. Warum fragt Ihr so. Welche Schwierigkeiten kann es geben, wenn der Mann einverstanden Ist." „Vielleicht keine, vielleicht keine, ober wer kann das wissen; �es« Leute find verrückt. Das kommt manchmal bei Leuten vor, die wie wir im Djungel leben. Man sagt, daß die Geister der Bäume in eine Familie fahren, sie verrückt machen und das Dorf in Aufruhr bringen. Wer weiß, wessen solche Leute fähig sind?" „Weiter?" „Was ist da weiter zu sagen?" „Ist mein Plan gut?" „Ja." „Aber werdet Ihr mir helfen?" „Der Plan ist zweifellos gut. Aber ich stehe schlecht mit meinem Schwager. Wir haben uns wegen des Mädchens gezankt. Wie kann ich da helfen?" „Indem Ihr jetzt mit chm redet, Ralahami. Ihr habt euch gezankt, als er heiß hinter dem Mädchen her war. Das ist lange her und ein Mann wird einer Frau bald überdrüssig, wenn sie ilnn Kinder geboren hat. Dann gibt es auch viele Wege, ihn zu überreden, Ralahami, wenn Ihr mir helfen wollt. Da sind die Schulden und die Clzenas und manches andere. Was kann«in Aeitester nicht alles tun? Es ist unsinnig, wenn er ruhig zusieht. wie Schande über chn und seine Familie gebracht wird. Habt Ihr ihm schon den Erlaubnisschein für die Chena gegeben?" „Nein, noch nicht." „Nun, Ihr könnt ihn zurückbehalten. Wie sollen sie ohne die Chena leben? Dann sind die Gerichte da. Da kann ich Euch helfen, denn die Wege der Gerichte kenne ich genau. Es wird Anzeigen gegen ihn geben, Schwierigkeiten für ihn und die anderen." Babehami ließ sich nicht treiben. Er überlegte den Vorschlag einige Minuten lang. Diese Art, jemanden zu verfolgen, lag ihm. Er konnte zu gleicher Zeit denen schaden, die er haßte, dem einen Gefallen tun, in dessen Schuld er stand, und sich selbst«in« Genug- tuung verschaffen. Soviel er sehen konnte, war wenig zu verlieren und viel zu gewinnen. „Gut, Aiya", sagte er endlich,„ich will Euch helfen, soweit ich es kann. Ich will mit Babun reden. Soll es bald sein?" „Ja. sofort. Laßt ihn holet». Es wird nicht schaden, wenn ich dabei bin. Wir haben kein« Zeit zu verlieren, wenn ich das Weib bekommen soll." Babehami war zuerst wenig geneigt, mit solcher Ueberstürzung zu handeln:«r überlegte gerne sorgfältig jeden seiner Schachzüge. Er wurde jedoch von Fernando, der seine Ungeduld nicht meistern konnte, mitgerissen. Man benachrichtigt« Babun, dah der Aelleste ihn zu sprechen wünsch«. Cr war.über diese.Mitteilung sehr erstaunt, noch mehr ober über die Art, wie er empfangen wurde. Babehami bot ihm Betel an und hieß ihn willkommen. „Bruder", sagte der Aelleste,„es ist nicht gut, wenn Feindschaft zwischen Blutsverwandten ist. Das meint auch dieser Mahatmaya, der große Stücke auf dich hält. All das ist lang« her, und es wäre gut, lvenn wir es vergaßen." „Ich habe es vergessen. Ich bin dir niemals böse gewesen, Bruder." „Recht so. Ich dir auch nicht, Bruder, wirklich nicht. Nun, und wie geht es dir sonst?" „Die hellere Zeit des Mondes kehrt wieder. Dieser Mahatmaya gibt mir Arbeit auf seinen Chenas für einen Anteil an der Ernte." (Fortsetzung folgt.) eBuch 1000 Jahre ütheinland*) Johannes Hall er ist ein angesehener, konservativer Historiker, der weiteren Kreisen inehr als Biograph Philis denn als Forscher mittelalterlicher Geschichte bekannt ist. Auch der modernen Geschichte, der russischen und französischen, hat er wissenschaftliche und politisch« Werke gewidmet. Der Gefahr, die geschichtlichen Dingo zugunsten des politischen Glaubens zu ändern, hat sich Hallcr ritt- zogen. Nicht aber der Gefahr, seine politischen Meinungen im Widerspruch zu seinen eigenen historischen Erkenntnissen auszu- sprechen. Das ist dos«igenlliche Kemrzeichen dieses Buches. Es stellt 1000 Jahr« deutsch-französischer Beziehungen, besonders was die ersten 800 Jahre betrifft, richtig, zum Teil bedeutsam dar. Aber Haller zieht aus seiner Darstellung nicht die Konsequenz, die sich dem Leser ausdrängt, sondern die seiner Willkür. Haller hat sich in seiner Jugend zur deutsch-sranzösischen Ver- st ä n d i g u n g bekannt. Heute, wo sie die eigentliche Schick- s a l s s r a g e der beteiligten Böller und Europas selbst geworden ist, erklärt er sie für einen leeren Traum, der nun„für immer zu spät" ist! Dabei zeigt Hallers Werk dem unbefangenen Leser mit vollkommener Klarheit, daß die Kriege zwischen Deutschland und Frankreich im Laufe von 1000 Jahren die verschiedensten Gründe gehabt haben, keineswegs aber einen einzigen, immer- währenden, den man sozusagen als ewigen und bleibenden Grund deuisch-fronzösischer Kriege bezeichnen müßte. Dies ist aber dos Entscheidende. Daß in diesen Kriegen der Kampf um das Rhein- l a n d«ine Rolle spielte, war die Folge feindlicher Spannungen, aber nicht ihr Grund selbst. Im übrigen stellt ja Haller selbst un- bestachen dar, daß mindestens vom 13. bis 18. Jahrhundert die sranzosischcii Kriege gegen Deutschland, auch wenn es militärische französische Offensiven waren, politische Defensivkrieg« gegen die Habsburg isch« Umklammerung Frankreichs von Spanien her, der Schweiz und Burgund(das ist das Gebist, das sich wie ein Bogen von der Schweiz bis nach dem heutigen Belgien hinauf um Frankreich legte), waren. Habsburg war eben das Unglück der deutschen, der französischen, der europäischen Geschichte. Obwohl das Haller genau weiß, tut er aber so, als ob die Hausmachtkriegs Frankreichs gegen Habsburg ein Beweis dafür wären, daß sich auch das deutsche und französische Volk weitere 1000 Jahre bekriegen müßten! Die Darstellung der Napolec-nischen Kriege ist leider völlig falsch und berücksichtigt nicht die heute doch schon unbestreitbaren Erkenntnisse von Kurt E i s n e r und Professor Lenz. Ebenso irrig ist Hallers Annahme, daß der Weltkrieg im wesentlichen ein deutsch-französischcs Duell gewesen ist. Mit dieser Deutung steht Haller gewiß allein. Mag er als Greis resignierend die deutsch, sranzästsche Berständigung für unmöglich erklären, die junge Gene, ration wird sich von der Belastung der Vergangenheit nicht abhatten lassen zu erkennen, worin ihre Ausgabe besteht und zu beweisen, daß sie die Kraft hat, mit dem triegerischen Getümmel der letzten 1000 Jahre Schluß zu machen. ssellx Stossrnser. ♦) Johannes Hasser: 1000 Jahre deutsch-fran-. öfi- scher Beziehungen.(I. G. Eortasche Buchhandlung Rachs., Stuttgart.) WAS DER TAQ BRINGT 9iiHiiiiiiiiiiitiiiiiiiiininiumiuiiiiiiiiiuiHiim!iuiiiiiiiuiiu!:niiiiiiiiiiiii>iiiumiuuunmiiiiiiiiiiiiiiiiiuii!iiuiiiiiiuiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimuiiuinimimiiiuiiuiiuiiiiiniimuiiiiu Flugzeugauf nahmen des Mississippi Die gewaltigen Ueberschwemmungen des Mississippigebietcs im Jahre 19Z7 haben eine völlige kartographische Neuaufnahme der van dem damaligen Hoclpvasser betroffenen Gegenden notwendig gemaäst. um durch Kanalisation und Dommbautcn derartigen Katastrophen in Zukunft nach Möglichkeit vorzubeugen.- Während aber solch« Aufnahmen bisher von Geomct-rn in mühsamer Arbeit gemacht werden mußten, die mit ihren Instrumenten vcn Ort zu Ort zogen, hat man sich dieses Mal dazu der photographischen Kamera und des Flugzeugs bedient, lieber die bis jetzt gelieferten Aufnahme» ist kürzlich«in amtlicher Bericht erschienen, der die Vorzüge der modernen Arbeitsweise hervorhebt. In diesem Bericht wird zunächst die außerordentliche Zeitersparnis betont, die mit den phoiographtschen Ausnahmen verbunden ist. Für die 8000 Quadrat- mellen, die pon 17 000 auszunehmenden bis jetzt fertiggestellt worden sind, waren nur Monat«, vom 30. Januar bis 13. Juni, erfordeo- lich, während die frühere Art dieser Arbeit auf schwierigen Wände- lungen wenigstens 10 Jahre in Anspruch gcncmmen haben würde. Während sonst ganze Schoren von Verntessungsbeantten nötig waren, ist die jetzig« Arbeit von zwei Flugzeugen geleistet worden, die mit j« einem Piloten und einem Photographen bemannt waren; außer- dem war für beide Flugzeuge noch ein Mechaniker bestimmt. Dazu kommt, daß die Luftaufnahmen um ein Drittel bis zur Halste billiger sind als die Erdattfnahmen, und schließlich gibt die photo- graphische Platte viel« Einzelheiten wieder, die sich bisher auf keiner Karte fanden, und das, was sie wiedergibt, ist viel genauer, als es jemals ein Kartenzeichner aufzunehmen vermochte. Die weiße Farbe der USA,- Schiffe Wie wir einem jüngst erschienenen Bericht über die amerika- nische Handelsflotte entnehmen, gehen die amerikanischen Schiffahrts- gesellschnfien stets mehr dazu über, ihre überseeischen Dampfer, die bisher einen dunklen oder mehrfarbigen Anstrich hatten, gleichmäßig weiß anzustreichen. Sie tun dies nicht nur deshalb, weil weihe Schiffskörper schon von außen den. Eindruck peinlicher Sauberkeit auch im Innern des Schiffes machen, sondern auch wegen des vor- züglichcn Anblicks, de» weiß angestrichene Schiffe, besonders wenn sie von der Sonne beleuchtet werden, in fremden Häfen bieten. Wenn auch die Kosten der weißen Farbe beträchtlich höher sind, als die jener anderen, so fallen doch solche Erwägungen nicht ins Gewicht. wenn es sich um den Eindruck handett, den amerikanische Schiffe im Ausland hervorrufen. Ein hellgrauer Anstrich ist nicht nur deshalb abgelehnt worden, weil es. wie die Erfahrung gezeigt hat, nicht leicht ist, bei einer etwa nötig gewordenen Erneuerung des Zlnstricho in auswärtigen Häfen die gleiche Farbenmischung herzustellen, wie auf den amerikanischen Werften, sondern mehr noch, weil-die amerika- Nischen Kricgsschifs«, die vor dem Kriege«ine weiße Farbe hatten, während des Krieges grau angestrichen worden sind. An diese Zellen wollen ober die Amerikaner nicht mehr erinnert werden, und di« graue Kriegsfarbe nicht bei Schissen sehen, die friedlicher Völker- Verbindung dienen. Deutsche Hochschule in China E- dürste nur wenig bekannt sein, daß es im Auelande neben den deutschen Hochschulen in Donzig, in der Tschechoslowakei(Prag) und in Lettland(Riga)«ine deutsche Hochschule in China gibt und zwar in dem 16 Kilometer von Schanghai entfernten Wusung. Die Gründung erfolgt« im Jahre 1907 durch Aerzte des deutschen Hospitals in Schanghai als deutsche Medizinschule für Chinesen. Im Jahre 1911 wurde von deutscher Seite auch eine technische Hoch- schule i» Schanghai errichtet und bald darauf mit der medizinischen unter dem Namen Tttng-chi-Hochschule zusammengeschlossen. Bis 1917 befand sich die Hochschule aus dem Boden der französischen Konzession in Schanghai. Als dann die Franzosen unter dem Ein- druck des Krieges die Schule schließen ließen, wurde sie nach Wusung, dem Vorhafen von Schanghai, oerlegt. Zur Zeit besteht dort auch eine sechsklassig« Mittelschule, wo die Chinesen die deutsche Sprache erlernen, um dem Unterricht in der Hochschul« folgen zu können, der auf beiden Fakultäten von deutschen Fachleuten ausgeübt wird. Ein aus angesehenen Chinesen bestehendes Tung-chi-Komitee fördert zusammen mit dem Verband für den Fernen Osten das Bestehen der Hochschule. Einwanderungsmuseum in Brasilien In der Stadt Blumenau(Staat Santa Eaiharina in Brasilien) fand kürzlich di« feierliche Grundsteinlegung des Deutschen Einwan- derungsmuseums statt. Das Museum verdankt seine Verwirklichung dem einer deutschen Einwandererfamilie entstammenden Verkehrs- minister Dr. Victor Äönder, der die betr. Bemühungen der führen- den Kreise des Deutschtums in Brasilien sehr gefördert hat. Die Bedeutung des Museums liegt auf der Hand. Es soll den Ein- wanderern die Wege zeigen, die einzuschlagen sind, und die Be- dingungen klarmachen, unter welchen ein Erfolg erreicht werden kann. Da ständig Deutsche nach Brasilien auswandern, so ist eine derartige Beratungsstelle am Platze von bleibendem Wert. Die Einwanderung von Deutschen nach Brasilien stellt sich zahlenmäßig wie folgt. Die Gegenüberstellung der zunehmenden japanischen Einwanderung dürfte wegen der andersartigen Nachbarschaft und der Kolonisationsfähigkeit der Japaner nicht ohne Interesse sein, 1820-1920: Deutsche 131.441 1921—1923:„ 30.550 1926-„ 7 674 1927:. 4 878 1928:. 4.228 Japaner 29 306 11.963 8.407 9.048 , 11.169 - dnj�rjnjoloJflLei■ Verstärkter Wasscrballbctricb im Arbeilersporf. // Neptun— Neukölln 7:1 Nachdem die.�-Klasse der Arbeiterwasserballer auf zehn Mannschaften erhöht worden ist, reichen die Sonnabendspieltage für die Austragung der Serieirspiele nicht mehr aus. Es finden daher im Lunabad Sonnabends und Sonntags Wassorballspiele statt. Am Sonntag trafen N e p t u n- Weihensee und Neukölln aufeinander. Neukölln spielte zuerst im Tiefen und wirst an. Der Ball wird weit oors Neptuiltor vorgelegt, doch Neptuns Ber- teidigung ist zuerst am Ball und wirft ihn wieder zurück. Neukölln bleibt vorerst im Angriff, kann jedoch keine zahlbaren Erfolg« anbringen. Wieder ist Torwächtercinwurf, der Ball kommt zum rechten Verteidiger Neptuns, der dem rechten Stürmer eine schöne Bor- läge gibt, die dieser zum ersten Tor ausnutzt. Gleich darauf ist der- selbe Spieler zum zweiten Male erfolgreich. Zwei Schiedsrichter- balle, die vorm Neuköllner Tor eingeworfen werden, kann Neuköllns Verteidigung erfolgreich abwehren. Nach der fünfte» Minute ist wieder der rechte Stünner Nepkms in guter Position, und 3:0 ist geschafft. Neukölln verlegt sich jetzt nur auf Durchbrüch«, die aber unterbunden werden. Kurz vor dem Abpfiff kommt noch der rechte Verteidiger Neptuns mit dem Ball vor das Neuköllner Tor und mit 4:0 für Neptun werden die Seiten gewechselt. Neukölln, jetzt im Flachen spielend, läßt sich nach der Paus« eben- falls zurückdrängen. Neptun kann durch seinen linken mrd den Mittelstürmer zwei weiter« Tore schaffen, das sechste Tor fiel an- schließend an«inen Schiedsrichterball. Neukölln stellt jetzt seine Mannschaft um, der Verbindungsmann wird Verteidiger, wodurch Neukölln«iwas aufkommt. Der Neuköllner Torwächter legt dem rechten Verteidiger den Ball vor, der mit ihm bis oors Neptuntor kommt, hier greift Neptuns Verteidigung an, der nunmehr frei- gewordene linke Stürmer erhält den Ball und erzielt das erste Tor für Neukölln. Den Anwurf nach Wiederbeginn fängt der recht« Verteidiger Neukölln ab, wieder geht er mit dem Ball auf und davon, der linke Stürmer Neptuns kann dem Neuköllner Verteidiger nicht jolgen, er kommt bis auf ein Meter an Neptuns Tor heran und das zweite Neuköllner Tor ist erzielt. Eine fchöne Leistung. Eine Minute ist nur noch zu spielen. Neptuns Verbindungsmann gelingt ein Durchbruch und es steht 7:2 für Neptun. Gleich darauf ist Schluß. Neuköllns Mannschaft, konnte beim Spiel gegen Spandau besser gefallen. *RBam WSSBALL Die letzten Ergcbuissc Der Sonntag brachte im Fußballager keine Verschiebung in der Tabelle, dagegen ober einige sehr hohe Resultate. So konnte Lichtenberg I gegen Union-Tempelhof mit 10: 1 siegreich bleiben.— Werder 2 schlug Brieselang sogar mit 12: 0 und Minerva 2 Neukölln-Brilz mit 13: 1— Minerva 1 konnte gegen Lichtenberg II mit 5: 1 gewinnen. Die Neuköllner waren wohl stets die lieber- legenen, trotzdem die Lichtenberger ihnen einen sehr harten Wider- stand enigegensetzten.— Einen wenig erfreulichen Ausgang nahm das Treffen zwischen VKicker-Storkow gegen FTGB.-Osten. Nach tü Minuten Spielzeit mußt« das Spiel beim Stande von 1:0 für Storkow vom Schiedsrichter abgebrochen werde».— Spandau 25 sicherte sich durch einen 3: 0-Sieg über Werder 88 den weiteren Vrr- bleib in der Spitzengruppe.— Herzselde konnte gegen Strausberg einen sicheren 3: 0-Ersolg buchen.— Im Gesellschaftsspiel schlug Borwärts-Wedding die sie besuchenden Oberspreer mit 5: 1. Weitere Resultate: Butab gegen Brieselang 2: 2. Neu- kölln-Brig gegen Britz 88 6: 1. Charlottenburg gegen Knoblauch 2: 0. Weißensee 2 gegen Pankow 4: 0. Pankow 3 gegen Saxonia 2 1: Wilmersdorf 2 gegen Ketzin 1 2:4. Borwärts-Wedding 2 gegen Wansdorf 11:1. Wilmersdorf-Jugend gegen Nowawes-Iugcnd 8: 1. Neukölln 2 gegen Britz 88 1:0. Minervr 2 gegen Neukölln 13: 1. Butab 2 gegen Nauen 2 1:2. Lichtenberg I 2 gegen Kogel 18:1. Lichtenberg I-Jugend gegen Britz 88 4:2. Werdet-Jugend gegen Saxonia 0; 3. Auswärtiger Fußball. Der Kreismeister Aussig-Nord gewann dl« Fußballmeisterschaft des de u tf ch- ts che chif che n A r b e i t e r s p o r t v e rb a n de s im Aussiger Stadion nach slotlem, fairen Kampfe gegen ASK. Eger tnit 3:2. Die guten Leistungen beider Mannschaften wurden durch den Regen stark beeinträchtigt. * Zum zweiten Male mußten die Thüringer Kreis- nieifterschastsspiele in diesem Jahre bei starkem Regen ausgetragen werden. Der Besuch der Spiele war deshalb nicht gut. Durch taktisch richtigere Spielweis« gewann Blechhaminer gegen Heinrichs mit 5: 3 die Meisterschaft der Gruppe Steinach. In der Gruppe Erfurt gab es insofern eine Ueberraschung, als der Favorit Spielvereinigung Bad Salzungen gegen Ballspiel- verein Eisenach 0: 3 verdient verlor. Der hohe Sieg 6:1 der Freien Turner Erfurt über„Eintracht" Sonderhausen kam erwartungsgemäß. Freie Turner Erfurt haben»och zwei Spiele auszutragen, jedoch ist stark mit ihrer Gruppcnmeisterschaft zu rechnen. �Vaküarrf des 4. Bezirks. Regen behinderte Lauter und Spieler. In L ö we n d o r f bei Trebbin trafen sich noch einmal die Leichtathleten und Turner des 4. Bezirks im 1. Kreise des Arbeiter- Turn- und Sportbundes zum Waldlauf. Sie wollten Abschied nehmen von der Sommersaison. Pünktlich, wie vorgesehen, gingen als erste die F r a u e n st a f e t t e n vom Start. Die kräftigen Luckenwakder Sportlerinnen und bi« Schvneberger belegten die Plötz«. Beim zweiten Lauf 10X300 Meter Männer gab es einen scharfen Kampf zwischen den Luckenwalder Sportlern und Turnern. Der Schlußläufer der Sportier konnte den Sieg stcherstcllen. Umgekehrt zeigte es sich bei der Jugend: hier stellten die Turner den Sieger. Der 2000.Metcr-Mannschaft»laus, der mit Spannung erwartet wurde, bracht« ein« Enttäuschung. Unkenntnis der Strecke ließ die Teilnehmer nur 1000 Meter durch- laufen: die Frei« Turnerschaft Groß-Berlin- Süden stellt« den Sieger. Es folgten Lankwitz, Friedenau und ASL. Schöneberg. Nun folgten die Einzelläufe. Die 1000 Meter für Frauen konnte SSV. Schöneherz durch Mcstiszyk jür sich buchen. Mit 40 Meter Abstand folgte Papke- FTGB.-Süden. Der 2000-Meter-Lauf der Jugend sah ein großes Feld am Start, doch all« passierten das Ziel. Ein Außenseiter machte hier das Rennen, Kurth-Treuenbrietzen, ihn: folgte Mendt- L. T. III, Zander- Ruhtsdorf und Naumann- L. T. I. Di« schwierige Strecke des. 3000-Meter-Laufes— sie führte zum Teil durch Eandgelände, außerdem war ein reichlich steiler Hügel zu nehmen— sah 23 Läuser am Start. Der außer Konkurrenz laufend« Huwe- ASE. erreichte mit 60 Meter Vorsprung als erster das Ziel, um die Plätze ergab sich ein scharfer Endkampf, der schließlich Geisler- L. T. I., Schulz- L. T. III. und Hirth- Trebbin auf den Plätzen sah. Im Anschluß daran fanden Auswahlspiele im Handball und Fußball statt. Leider litten alle Spiele unter der Witterung. Die Fußballspieler boten ein äußerst flottes Spiel, di« Südvereine konnten 5:3 auf Grund längerer Spielerfahrung gewinnen. Das Auswahlspiel der Handballer zeigte ebenfalls«ine kleine Ueberlegen- heit der Südmannschaft, die sich im Resultat mit 4: 2 ausdrückte. Darher spielten die Frauenmannschaften von Luckenwalde gegen ASV. Schöneberg unentschieden. Aui zum 6~Ta$>e~Karussell Die ersten 6-Tagc- Verpflichtungen Für das am 7. November beginnende 24. Berliner Sechs- lageren nen sind jetzt die ersten Engagements abgeschlossen worden. Es ist dem Sportpalast gelungen, die Sieger der letzten großen internationalen Rennen zu verpflichten. Neue Gesichter für Europa sind die Sieger des ersten Sechstagerennens in dieser Saison, der Zlusrrolier Horder und der Kanadier El de, die in Montreal noch am letzten Tage das ganze Feld überrunden und so ihren Sieg sicherstellen konnten. Ein weiterrs Siegcrpaar, und zwar das der„Bteslauer Zwei- Stunden", Pijnenburg-Braspenning, die sich bereits am Eröffnungsrenntag in Berlin vorzüglich bewährt haben, werden Am 2. November Sportfest der Arbeitersporllcr Zu einem großen Hallenlurn- und Spoctsesk laden die Arbeiter- spöttlet des l. fverlin-Brandenburger) kteises im Atbeiter-Turn- und Sportbund die sporiliebende Bevölterunq Verlins wieder ein. Am 2. November soll im S p o r i p a l a st, ähnlich wie im Januar dieses Jahres, eine grstße Schau aller Sportarten gezeigt werden, lieber lausend aktive Teilnehmer werden Turnen. Leichtathletik und Rodrennen vorführen, aus Hamburg. Leipzig, Stettin. kottbus, Guben, Forst, Gardelegen und aus dem kreisaeblel au« Rathenow. Brandenburg. Luckenwalde. Fürstenwalde. Eberswalde sind Teilnehmer gemeldet. Allein für die Kurzstreckenläufe haben sich über hundert Sprinter eingeschrieben, und zu den Staffeln werden etwa hundert Mannschaften antreten. So ist also alle Ge- währ geboten, daß Zuschauer und Sportler aus ihre Kosten kommen werden. Der Vorvertavf hat bereits begonnen. ebenfalls am Sechstagerennen teilnehmen. Gerade von dieser gut eingefahrenen, kräftigen Mannschaft ist viel zu erwarten Besonders ist serner der Start von P i e m o n t e s i zu begrüßen. Der Italiener, als Straßen- und Bahnfahrer erste inteneationale Klasse, hat iu letzter Zeit durch zwei große Siege die Ausmerksmnkeit aus sich ge- lenkt. In Mailand hat er gegen erste internationale Konkurrenz das „Kriterium der Asse" gewonnen und am letzten Sonntag seine groß« Befähigung als Sieger der Rundfahrt durch die Lombardei, vor Weltmeister Binda und den bekannten Gucrra erneut unter Beweis gestellt. Neu für den Sportpalast ist der hochbegabte Franzose Lew o ine, der am vergangenen Sonntag in Paris gegen erst- klassige Konkurrenz sich siegreich durchgesetzt hat. Lemoin« ist in Amerika groß geworden und zählt mit Recht zu den koinmenden Männem seines Landes. Auf Grund des siegreichen Debüts am »ergangenen Sonntag hat der Sportpalast Lemoines Landsmann P e i x verpflichtet, von dessen ersten deutschen Sechstagestart man mit Recht sich viel versprechen darf. Zu diesen hervorragenden Ausländern werden sich in den nächsten Tagen noch einige weitere gesellen. Deutscherseits sind selbst- verständlich E h m e r, T i e tz und M a n t h c y bereits verpflichtet. Die boxende Polizei und ibre Meisterschatten Der Polizeibcamle soll jede Log« mit eisernen Nerven und im Gefühl unbedingten Vertrauens auf eigene Körperkraft beHerr- scheu. Ein sehr wichtiges Mittel zur Erreichung dieses Zieles sind Körperschulung und Sport: deshalb werden von den leitenden Dienststellen der Polizei Körperschulung und Sport verständnisvoll gefördert. Der Sport, der von den Polizeibcamten während ihrer Freizeit im Derein betrieben wird, erhält seine Förderung durch Ausschreiben von Polizeimeisterschaften in den einzelnen Sportzweigen. Besonders die Berliner Polizei hat in dieser Hin- ficht viel Verständnis aufbringen können, denn die bisherigen Polizeihallensportfeste und Polizeimcisterschasten waren stets Höhe- punkte der Berliner Sportsaison und zeigten die gute und viel- seitige körperliche Durchbildung der Polizeibeamten. Besonders der Boxsport erfreut sich innerhalb der Polizei- beamtenschaft einer großen Beliebtheit. Kein Wunder, daß die Polizei über«ine ganze Anzahl guter Amateurboxer— besonders in den schweren Gewichtsklassen— verfügt. Papstein, Domke, Pautz, Thörey, Schiene, Surma, Kilter, Büntig, Daniel und die beiden vorjährigen Polizeimeistcr Gaikowski und Michaelis sind im Lager der Amateurboxer gut bekannt. Zu den diesjährigen Polizei- box Meisterschaften haben sich in den Klassen vom Leicht- bis Weltergewicht insgesamt 22 Teilnehmer gemeldet. Die Schwer- gewichtsklasse ist durch 6 Bewerber besetzt. Erst die stattfindenden Bor. und Zwischenkämpfe sollen entscheiden, wer an den End- kämpfen um den begehrten Titel eines Berliner Polizeimeisters, die amMontag. 10. November, 20 Uhr. im Saalbau Friedriche- Hain, zur Durchführung kommen, teilnehmen wird. Teani, Borussia gegen Hertha BSE. Di« beiden alten Rivalen um di« Berliner Fußballmeisterschaft, Hertha BSC. und Tennis Borussia, haben für den 16. November ein Freundschajtsspiel oer- einbart. Drei Tag« später, am Bußtag, empfangen die Tennis Barlissen den norddeutschen Meister Holstein-Kiel und am 23. No- vembcr spielen sie gegen den 1. FE. Nürnberg. Klemer Sport von überall Der Jack-London-Abend der Freien Turncrschast Groß-Bcili» muß wegen plötzlicher Berhiederung des Sprechers Alfred Beierle ausfallen. Die bereits gelösten Karten werden zurückgenommen. Der Acbeilcr- Sportverein Moabit hat für Frauen über 25 Jahr« eine neue Turn- und Gymnastikabteilung eingerichtet, die jedeir Dienstag, 20 Uhr, in der Turnhalle Quitzowstrahc 115, unter fach- kundiger Leitung nach Musik Uebungen abhält. Der Freie Fußballverein Minerva 28— Neukölln beabsichtigt, eine zweite Jugendabteiluna zu eröffnen, wozu Jugendliche von 14—18 Iahren willkommen sind. Meldungen jeden Freitag, 19 Uhr, bei Schröder. Steinmetzstraße 52. Erwachsene zur Verstärkung der ersten und zweiten Männermannschaften wie mich Passiv« können sich ebenfalls jeden Freitag. 20 Uhr, im gleichen Lokal melden. Reichsbanner-Marineschule. Wie in jedem Jahr, so eröffnet die Reichsbanner-Marineschule, Abteilung Berlin, ihre W i n t e r k u r j e Mittwochs, 20 Uhr, in der Turnhall« Albrecht- straße, wo Mitglieder von 14 bis 19 Jahr«», die gesund und kräftig sind, aufgenommen w«rd«n. Der Winterkursus douert bis zum 31. März. Er best«ht iu Turnen, Sport, Mannschaftsübungeu, Blinken, Winken und in all«n Fächern der Seefahrt. Der Sommer- kursus beginnt am 1. April im Bootshaus in Tegel, Uferstr. 1. Hier wird Schwimmen, Segeln, Turnen, Rudern, Sport gelehrt. All« jungen Leute, die auf dem Boden der Verfassung stehen und Interesse an der Sache haben, sind eingeladen. Meldung beim Leiter: Wilhelm Vanselow, Tegel, Berliner Str. 88, Tel. Tegel 188. Die DRU. im Sportpolost. Die Ortsgruppe Berlin der Deutschen Radfahrer-Umon bringt ani Dienstag, 20 Uhr, ihren zweiten Oktober-Rcnntog im Sportpalast zur Durchführung. Das für diese» Tag ausgestellte Programm bringt ein Ommum, das dem Andenken Adolf Hulchkes gewidmet ist, ein Verfolgungsrennen und ein Jagd- rennen über 12 Runden, während für die Jungmannen ein Ein- Runden-Zeitfahren vorgesehen ist. Weiter steht ein 30-Runden-Punktc- fahren mit 20 Startern auf dem Programm und als Schlußgalopp wird ein Maimschaftsrennen über 300 Runden mit sechs Doppel- Wertungen gefahren, an dcni 12 Mannschaften teilnehmen. Rekorde, Rekorde! Die neue Stadionbahn in der nordafrikani- schen Hauptstadt Algier scheint in Mode zu kommen. Der Welt- rekordoersuch Michards über den Kilometer mit stehendem Start war von bestem Erfolge begleitet, denn der Franzose konnte seine eigene Bestleistung aus 1:11,8 herabdrückcn.— Eine Sensations- Meldung kommt aus der französischen Provinzstodt Poitiers. Dort soll es dem bekannten Diskuswerser Noel gelungen sein, die Scheibe nicht weniger als 51,29 Meter weit zu tverfen,«ine Leistung, die dem erst vor nicht allzu langer Zeit aufgestellten phantastische» Weltrekord des Amerikaners Jujsup von 51,735 Meter bedenklich nahe kommt.— Der italienische Meistergel?er Volonte verbesserte in Genua den Weltrekord im Gehen über 20 Kilometer, den sein Lands- mann Paoesi mit 1: 37: 32,2 hielt, recht beträchtlich, indem er die Strecke in 1: 36: 34,2 zurücklegte. Rciseerleichterungen für Molorradsahrer. Bei Motorradreisen nach Frankreich wurden laut einer Verfügung der sranzäsischen Gcneralzolldirettion Triptyques für Motorräder ohne Beiwagen nicht anerkannt. Die Folge hiervon war, daß Motoradfahrer nicht mehr die Vergünstigung des Triptyques genießen konnten und jeweils den Einfuhrzoll Iftnterlegen mußten. Der Automobilklub von Deutschland hat sich nun im Interesse der inoiorradfahrenden Automobilisten mit Erfolg bei der französischen Zollverwaltung dafür eingesetzt, daß den Besitzern von Motorrädern ohne Beiwagen die Möglichkeit gegeben wird, ohne Zollhinterlegung nach Frankreich einreisen zu können. Die französische Zollverwaltung hat cnt- gegenkommenderweise dem Automobilklub von Teutschland die Ge- mhmigung erteilt, Identitätskarten für Motorräder ohne Beimagen zur zollfreien Einreise nach Frankreich auszugeben. Die Identitüts- karte gilt jeweils für ein Kalenderjahr und wird sowohl an die Mitglieder des Zlutomobilklubs von Deutschland als auch die Mit- gliedcr der dem Automobilklub von Deutschland angeschlossenen Klubs abgegeben. Mit dieser Einrichtung ist ein Ersatz für das Triptyqu« geschaffen und ein weiterer Schritt in der Erleichterung des Internationalen Grenzverkehrs getan. Z'«i« Wefferfehrer Köpenick t»Z<. PursUjudsfikuiifl Mittwoch, 29. Oktober, ivionatssitziing Freitag, ZI. Oktober. Bride 20 Uhr bei Heene, Köpenick, Garten strafte»>. Tnnristenperei»»Di« Ratnefrenndc", Zentrale Wien. Dienstag, 2«. Oktober, !« Uhr. Abt. griebrichobain: Frankfurter Allee Z97: Lichtbilbervortrag.- Abt. Friedenau: Offcnbachcr Etr. Z»:„Tageopolitischeo".— Abt. Mitter Zohanniostr. tö:„Sine Alpenwanberung" tLichtbilder. Genosse Krämer).— Abt. Norden: Sonncnburger Str. 20: Geschäftlichem und Singsang.— Abt. Zieukälln, Iugendgnippe: Fliighafenstr. 88:„Bon London bis Trauen".— Abt. Wedding: Türmer Ecke Seestrafte:„Fcrienfahrtcn"(Epidiaskop).— Abt. üum- boldthain: Orthstr. 10.— Abt. Südost. Iugendgruppe: Wrangekstr. 128:„Alkohol und Nikotin".- Miltwo». 29. Oktober, 20 Uhr. Iugenbgruppe Osten: Frank» furler Allee 307: Geschäftliches.— Fotogemeinschaft Abt. Mitte: Johannis strafte Ib.— Zugendgrupor Äuinboldlhoin II: Turiner Ecke Seestrafte:„Frist Reuter".— Donnerstag, W. Oktober, 20 Uhr. Abt. Lichtenberg: Gunterstr. it. Geschäftliches.— Abt. Lichtenrade: Uhr bei Dehlai», Bahnhof. Ecke Golst- stiaftc: Geschüstlichco.— Fotagenieinschaft Abt. Norden: Bank- Ecke Wiesen. strafte.— Nalnrkundlichc Abteilung: Iohannisstr. Ib:„Frankenland".— Musit- gvmeinschaft: Iohannisstr. 13.— Abt. Prenzlauer Berg: Danzigcr Str. 82: „Dichtung und Drama uaii heute".— Abt. Südwest: Borckstr. 11: Vortrag (Dr. M. Schütte).— Abt. Neukölln: Bergstr. 20:„Durch Wald und Heide".— Abt. Tiergarten: Lehrter Str. 18—19: Mo notsoersammlung.— Abt. Spandan: Linbenuscr 1.— Abt. Weiftcnsce: Pistoriusstr. 24. Frei« Kanu-Unio». Heute, Dienstag, 2S Uhr, Bolloersammlung im Dresdener Gartrn, Dresdener Str. 43. RB..Borwarts". Donnerstag, 30. Oktober, 19 Uhr, Vorstandsststnng. 20 Uhr Frauenixrsaininlung. Dienstag, 28. Oktober. Berlin. 16.05 H. A. BernaUik, Wien: Unbekanntes Land in Zcntralamka. 16.30 Leipzig: Stimmungsbilder. 17.30 Gertrud Eysoldt; Die Schauspielerin. 17.55 Volkstümliche Kammermusik aus Rußland. 1, Olculn: Ländliche Präludien für zwei Oboen, Violine und Klavier, op. 30.—?. Zwei russische Volkslieder für Violine und Klavier.— 3. Zwei Volkslieder für zwei Oboen und Violine.— 4. Rußkaia, Tanzlied für Violine und Klavier. 18.40 Arbeilsmarkt. 18.45 Friedrich Kayßler: ,,Dcr Schauspieler". 19.30„Junge Dramatiker der Spielzeit"(Sprecher: C. Th. Bluth, H. Carsch, C- W. Möller, H. Rchbcrg u. a. Ltg.: Edlcf Koppen). 50.30„Donna Juanita", Operette von Suppe. 22.15 Dr. Jos. Räuscher: Politische Zeitungsschau. Königswusterhausen. 16.00 Stud.-Rat Dr. P. Hartig: Studienreise nach England. 16.30 Leipzig: Konzert. 17.30 Dr. Margot Rieß: Weibliches Künstlertum. 18.00 Min.-Rat Schlüter; Die Organisation der katholischen Kirche in Preußen. 18.30 Prof. Dr. Dessoir: Philosophie der Gegenwart. 19.00 Französisch für Anfänger. 19.30 Dr. Hans Roeselcr: Vorschau auf das Novemberprogramm. 20.00 Uebertragung von Hamburg. 20.45 Königsberg: Festvortrag. 21.20 Köln: Volk musiziert. 22.00 Schallplatten. Aufbau der Massen-Organisation Aeichskonferenz der Handels- und Verkehrsarbeiier Hamburg. 28. Oktober.(Eigenbericht.) Am Sonntag wurde im Gewcrkschaftshaus die Reichskonferenz der Handels- und Verkehrsarbeiter des Gcsamtverbandes der Arbeit- nchmer der öffentlichen Beiriebe und des Personen- und Waren- Verkehrs eröffnet. Vertreter des Senats, der preußischen Behörden, der ausländischen Bruderorgamsation, der Konsumgenossenschaften, der Sozialdemokratischen Partei und der Hamburger Gewerkschaften waren als Gäste erschienen. Der Verbandsvorsitzende, Genosse Schumann, Berlin, wies ans den Zweck der Tagung hin und schloß seine Ausfuhrungen mit eiriein starken Bekenntnis z u r Republik als dem Kampsboden für den weiteren Aufstieg der organisierten Arbeiterschaft. Ziach einer Ehrung der Todesopfer der Bergwertskatastrophen in Alsdorf und in Quierschied wurden einige geschäftliche Formali- täten erledigt und damit mit der Tagesordnung begonnen. Der Vor- sißende der Reichsabteitung, August Reiß, Berlin, berichtete ein- gehend über den gegenwärtigen Stand der Organisation»nd de» Ausbau der neuen Rcichsableilung C., der soweit vorgeschritten ist, daß man mmmehr an die Durchführung weiterer gewerkschaftlicher Ausgaben herangehen kann. Der Dortrag fand bei den Delegierten allgemeine Zustiimnung. Es' wurde dann folgende Entschließung einstimmig ange- nommen: Die erste Reichskonsenenz der Reichsabteilung„C* nahm Stellung zu den Fragen: Arbeitszeit, Arbeitsbereitschaft, Ladenschluß und Sonntagsruhe im Handels-, Transport- und Berkel) rsgewerbe. Die Konferenz fordert die Schaffung eines Arbeitsschutzgeietzes, das die Arbeitszeit auf höchstens 8 Stunden täglich, beziehungsweise 48 Stunden in der Woche festsetzt, eiaschließ- lich Vorbcrcitungs- und Crgänzungsarbeiten. In Anbetracht der jetzigen schweren Wirtschafiskrife, die sich in den hier ausgeführten Berufszweigen außerordentlich stark auswirkt, ist zunächst die vierzigstündige Arbeitswoche einzuführen, um.dadurch die Möglichkeit zu schaffen, eine größere Anzahl Erwerbsloser wieder in den Arbeitsprozeß einzureihen. Als Arbeitszeit hat die Zeit zu gelten, in der der Arbeitnehmer den Arbeitgeber zur Verfügung steht. Es ist ein allgemeines V e r- bot der Ueberzeitarbeit zu erlassen. Die Arbeitszeit des Fahrpersouats darf in keinem Fall 8 Stunden täglich beziehungs- weise 48 Stunden in der Woche überschreiten. Um die Voraus- setzungcn für das Ueberschreiten der geforderten Arbeitszeit zu ver- bindern, ist der Ladenschluß aus 18 Uhr festzusetzen, ebenso der Post- und Bahuschtuß. An den Vortagen der Sonn- und Feiertage stnd diese Schlußzeiten um 17 Uhr festzusetzen. Das Ausfahren und Aus- trage» von Waren nach Geschäftsschluß ist zu verbiete». Für das Handelsgewerbe ist die vollständige Soimtagsruhe vorzuschreiben. Gefordert wird femer ein weitgehender Schuh der jugendlichen Arbeitskrast und Ausdehnung bis zum 18. Lebeusjahrc. Nachtarbeit ist für jugendliche und weibliche Arbeitskräfte zu untersagen. Ausnahme- bestimmungen sür das Handels-, Transport- und Verkehrsgewerbe sind niclst zuzulassen. Di« Reichskonfercnz ersucht den Verbands- vorstand, bei den gesetzgebenden Körperschaften darauf hinzuwirken, daß sie diesen, durch die Verhältnisse bedingten Fordeningen zur Durchführung oerhelfen. Das Verhalten der Gewerkschaften im Reichstagswohlkampf wurde gebilligt. Sodann wurden ohne Aussprache die Richtlinien für die Sondersotzung der Reichsabteilung für die Kraftfahrer ange- nommen. In der Nachmittagssitzung hielt Fritz N a p h t a l i einen Vortrag über den Welthandel und seine Bedeutung für die deutsche Volkswirtschaft. Am Montagmorgen hielt Präsident P a« t s ch vom Institut sür Verkehr und Technik beim preußischen Innenministerium einen Vor- trag Über die Rcllftsverhältnissc im Straßenverkehr. Der Redner ging sehr ausführlich auf alle Vcrkehrsproblcm« ein und forderte zum Schluß die Kouferenzteiliwhiner auf, zu ihrem Teil dazu bei- zutragen, daß die Erziehung zur Unfallverhütung immer weitere Fortschritte macht. Das sei um so mehr notwcndig. je stärker der Automobilverkehr zunehm«. Aller Straßenverkehr und seine reibungslos« und richtige Funktion müßten ans die Auffordenmg ausgerichtet sein, vor ollem die Sicherheit des Verkehrs zu gewährleisten. Der Vortrag fand allgemeinen Beifall.— Damit wurde die Konferenz geschlossen._ Theaier-Abbau. Die Buhkngenossenschast schwer bedrängt. Franksurk a. M.. 28. Okiober.(Eigenbericht.) Der Bezirksverband Rhein-Maui der Genossenschaft der Bühnenangchörigen hielt hier eine Tagung ab, zu der das gesamte Präsidium mit Wo ll a u e r- Berlin an der Spitze erschienen war. N e r t i n g- Frankfurt erstattete den Verbandsbericht, der wenig Erfreuliches brachte. Das Städtische Theater in Heidelberg konnte nicht gehalten werden. In Mainz mußte von einer ganz- jährigen Spielzeit abgesehen werden. Man spielt dort nur neun Monate. In Wiesbaden bestehen Bestrebungen, die Oper durch Zusammenlegung mit der Frankfurter Oper zu beseitigen. Diese Zusammenlegung sei nur auf Kosten des künstlerischen Per- sonals möglich. Das Erwerbslosenelend sei furchtbar und werde noch oermehrt dadurch, daß Künstler, um einen Der- dienst zu haben, Schüler und Schülerinnen ausbildeten, die den Stellenmarkt überlasten. Das wilde L c h r e r t u m sei ein Br»- brechen an der Allgemeinheit. Es liegen jährlich 4 0 0 0 P e r- s o n e n a u f der Straße. Präsident Otto von der Bülhnengcnossenschast wandte sich scharf gegen die radikalen Adbaumaßnahmen an zahlreichen Thea- tern im Reich. Die W o h l f a h r t s k a s s« n der Genossenschoit seien vollkommen erschöpft. In der Aussprache wurden namentlich die Theaterverhältnisse in Hanau gekennzeichnet. Dort würde eine Wonderbühne betrieben, das Personal ausgebeutet. Es erholte Hungerlöhn«, und nach Abschluß der Spielzeit müßte den Künstlern das Fahrgeld nach Berlin gegeben werden. In Kassel seien bewährt« Kräfte abgebaut oder ihre Gagen erheblich verkürzt worden. Fünf Sängerinnen seien als Volontärinnen angestellt worden, lieber den Antisemitismus an den Theatern wurde Klage geführt. Der Bezirksverband von Erfurt teilt mit, daß er die j ü d i- scheu Kollegen gegen nationalsozialistisch« Kollc- gen schützen müsse. Es wurde ein Antrag angenommen, noch den, die Frage nach Alter und Religion im Fragebogen des Bühnen- Nachweises nicht beantwortet werden darf, da in ihrer Bcantwor- tung eine schwere Gefahr für die Stellensuchenden liegt. PROGRAMM für die Zeit vom 23. bis 31. Oktober IC I ü O-T A F E L PROGRAM M för die Zeit vom 28. bis 51. Oktober Od Potsdamer Strafe 38 Verlängert Die Lindenwirttn m. Käthe Dortdi. Hans Heinz Bollmann, Ida Wfist, Oscar Sabo, Fritz Sdinlz W. 5, 7,«) Uhr Stg ab 3 Uhr Rheinstrafje 14 Älciie) W. ab 5.15 Uhr Stg. ab 3.15 Uhr Ledige TÄdhtcr(6 lustige Akte) mit Jenny Jngo, Charlotte Ander, Ernst Vcrebes Das edle Blut m. E. Burg, H. Ralph Odcon, PotsdamerSir.75 W. 5, 7, 9 Uhr Stg. ab 3 Uhr Der Sohn der weisen Berge mit Luis Trcnker Jugendliche haben Zutritt Turmstra$e 12 W. 5, 7, 9 Uhr Stg. ab 3 Uhr Die Lindenwirtin m Käthe Dorsch, Hans Heinz Bollmann, Ida Wüst, Oscar Sabo, Fritz Schulz Alexanderstr. 39-40 (Passage) Den ganzen Tag geöffnet: Verlängert Die Lindenwirtin in. KUhe Dorsch, Hans Heinz Bollmann, Ida Wüst, Oscar Sabo, Fritz Schulz 0 W.sten j Primus-Palast Potsdamer Str. 19 Ecke Margaretenstr. Uraufführg. d lust Agfa-Tonfilms: Laubenkolonie (Die lustigen Musikanten) mit Fritz Kämpen, Camilla Spira, Hermann Pidia, Erika CK�ner g FrleOrlchztncH M Franziskaner üeorgenslraße(Ecke FriedrichstraBe) 3-Stiinden-Programm: Ii. 2, 5, 8, II Uhr Die seUtamc Vergangenheit der Thea Carter 12, 3, 6, 9 Uhr Nenerte Kultur- u. Wodiensdian Tonfilm: Benjamlne Gigli singt die Uebesweise ans der Oper La Gioconda: Ohne Geld durch die Well 1. 4, 7, 10 Uhr Abwere m. Brigitte Hehn Die Kamera Unter den Linden 14 Täglich 3. 5, f. 9 Uhr loTage, die die Well erschütterten Regie: S. M Eisenstein Jenselt* der Strache mit Lissi Arna, S. Arno ■ Hoao.t j Artushof-Lichtspiele Perleberger Straße 29 Film- und Bübnedsdsan Mossulina(Gr histor. Sittenfilm) Beiprogramm Grobe Varieiestban IV�sU US'nn W 6.45, 9.00. U W elt-mno s„ stg. ab 4 45 U. Alt-Moabit 99 lOOpror, Tonfilm Dm alle Lied mit L. Dagovar, U Dcpan, L äpm Kant-Lichtspiele Kantstr. 54,(an der Wilmersdorfer Str.) W. 5, 7. 9.05 Uhr Stg 3, 5. 7, 9.05 Uhr Die drei von der Tankstelle mit Lklian Horvey, Willy Frftsch und O. Karlweis Beiprogramm jugendliche haben Zutritt Schlüter-Theater Schlüte rstr. 17 W. 5, 7, 9 Uhr Sonnt, ab 3 Uhr{Jugendvorstellung) Der große Tonfilmerfolg: Unter den Dächern von Parts Fox iSnende Woche M WllmaridorF M Atrium Beha Palart �"g�SUhr' Sonnabends u. Sonntags 5. 7, 9,15 Uhr Kaiscrallee, Ecke Berliner Alice Uraufführung: Tonfilmpossc: Pension Schüller mit Kampe. Schulz. Heidemann, Tr. Berliner W Schöneteerg Titania Schönebg. Hauptstraße 49 1 00 proz. Tonoper.; Die Drei von der Tankstelle m. L. Harrey, W, Fritsch Tonwoche Alhambra �»'3� Hauptstr. 30 Tonfilm! Panzerkreuzer Potemkin Der Mann, d. das Gedächtnis verlor > Frletlofiaii> Kronen-Lichtspiele Rheinstr. 65 W. 7,9, So. ab 5 Uhr Tonfilm: Die Lindenwirtin m KStbe Dorsch u. H« H. Bollmann Tönende Woche m sfantz» Titania-Palast Steglitz, Schloßstr. 5. Ecke Guismuthsstr. 100 proz. Tonfilm: Das Lied Ist aas mit Liane Haid, Willy Forst Ton woche. Mittwoch: Tonfilm• Uraufführung: Leutnant warst da einst bei den Husaren m Mady Christians Zehlendorf-Mitte Zeli Wochentaps 6.30, 9 Uhi Sonntags 5, 7, 9 Uhr Potsdamer Str. 50 Stg.2.30 Jug.-Vorst Schwel«. Im Walde m. W. Dieterle Oer lalle OzeaafUeger Jugendliche haben Zutritt W WartcndorF M M- I: Mariendorter Wochentg l Ja— l»I Lichtspiele ab 7 Uhr ChausseestraOe 305 ItOproz. Tonfilm: Krimlnaltonfilm: Oer Greilei mit Hans Albers Beiprogramm TempelhoJ Tivoli Berliner Str. 97 100 proz. Tonfilm: Das Ued Ist aus mit U Haid. W. Sm* fi. Sttdwestsn Lichtspiele Südwest Blücherstr. 12 W. 5, So. 3 U Jonny braudii Geld mit Rod la Roquc Küsse, die man nie vergibt mir Maria Paudler Tönende Wochenschau Füm-Paiasi Kammersäle Teltower Str. I W. 5, 7, 9, Stg. ab 3 Uhr lOOproz.Tonfilm: Die Liudeuwirti» mit Käthe Dorsch Beiprogramm ■"■ Primus-Palast Am Hermannplatz, Urbanstr. 72,76 Wochent. 6.45, 9. Sonnt 36 3,5,7, 9.15 U. Die Spoliansky-Tonfiim-Opcrette; Wie werde ich reich u. glfiddtch? mit Georgia Lind, Ilse Korse ck, Paul Hürbiger, Hugo Schräder Die gnle BQhnensefaan Th. am Moritzplatz Beg: Wtg. 5. 6.30, 9 Uhr Stg. ab 4 Uhr Liebe und Champagner m Iran PetrorUh, Agnes Csierbazy Der Anwalt des Herzens mit L. Dago ver Beiprogramm ■ WyköHil 1 Mercedes- Palast Hermannstraße, Ecke Jägerstraße Anfang: Wchtgs. 6.45, 9. Stgs. 3, 5, 7. 9 U. Tonfilm; Das Lied Ist ans mit Liane Haid, Willy Forst Bühne; Revue: Jazzfieber Dienstag: Liane Haid, Willy Forst persünlich anwesend k*,slml- Wochent. 6,45. 9 U. IVUiCUK Sonntags 5, 5, 7, 9 U. Kottbusser Damm 92 Tonoperette; Die Drei von der Tankslelle mit Llltan Harvey, Willy Frftsch Beiprogramm Jugendliche haben Zutritt F-rre»l«irtr Wochent 6.45. 9 U. ErXCCISiOr sonnt 3, 5, 7. 9 U. Kaiser-Friedrich-Straße 191 Kriminal-Tonfilm: Oer Greifer mit Hans Alben Micfcy bei der Feuerwehr Stern, Hermanmtrafze 49 Wochentags 6 45, 9. Sonntags 3, 5.7. 9 U. Kriminal-Tonfilm: Der Greller mit Hans Albers Mldcy bei der Feuerwehr Filmeck Skalitzer Straße, am Görlitzer Bahnhof Beginn Wochentags: 6 30 und 9 Uhr ' Sonntags: 3, 5, 7, 9 Uhr. Verlängert Dtc Drei von der Tankstelle mit Uli an Harvey JagaodliclM baban Zutritt Luiscn-Theatcr Reichenberger Str. 34 Anf. W; 6 30 u. 9 u. Stg. 3,3,7,1 U. Die g röche Sehnsucht mit Gamllla Horn u. SO Filmstar» Bübueoschau Jugendlich« haben Zutritt Viktoria Lichtbild Tb. Frankfurter Allee 48 Tonfilm I Woch. 5. ca 7. 8.45, Stg. 3, ca. 5, 7, 8.45 U. Tonlustspiel; Der Korvettenkapitän mit Fritz Kampers.- Jugdl. Zutr. Stella-Palast Köpenicker Straße 11—14 Beginn der Vorstellungen: Wochtgs. 6.30, 9 Ü. Sonnt 3, 5, 7, 9 U Verlängert Bockbierrummel (Eine Nacht in der Haseaheide) GroHe Bflbnenscban I Ir-aniA Tonfilm-Variete uraiuci w. 6 45, stg s u Wrangelstraße 1 1(a. d. Köpenicker Str.) Der Fleck auf der Ehr' Der Wolkenkratzer mit Will. Boyd Bflhnenschaa Sternwarte— Treptow Di. 2S. 8 Uhr; Gibt es ein Leben auf dem Monde T(Vortrag mit Lichtbildern von Dir Dr. Archenhold) Mi. 29. 8 Uhr: Das nabekannte Spanien (Vortrag mit Lichtbildern von Kurt Hilscher) Do. 30. 8 Uhr: Wunder schubs. Film de« Schnee NordestM FlvMllir»*r Tö"- Wochensch „CiySlUm Prenzlauer Allee 56 W. 5.15, 7, 9.15, S. 3.15, S, 7.15, 9 ,5 Uhr Tonfilm; Oer Greifer mit Hans Alben, Cb. Sn«a Gr» che B&hncnscbau Osten■ Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Beginn der ersten Vorstellungen: Wochentg. 6 30, Sbd.5, Stg 3 Uhr lOOproz Tonfilm: Der große Tonfilmerfolg Der mit Marlene blaue Engel Dietrich, Emil Janniags Auf d. Bühne: Georg Erich Schmidt In seiner lustig. Szene: Salon Venns Luna-Filmpalast w.g ju; Gr Frankfurter Str. 121 Tonfilm: Das Lied Ist ans mit Liane Haid. Willy Fortf Bühne: ProL Mendel»oo u. seine 10 Cello-Solisten Schwarzer Adler Xiim« Woch. S. 7. 8.45, Stg. 3. 5. 7. 8.45 U. Tonlustsplel: Komm m mir sc Rendezvous I mit Ralph A. Roberts Beiprogramm Comenius-Lichtspiele Memeler Straße 67 W. 6 30. 9, S ab 5 U Goldmine von Santa Pazl mit Tom Mix Hochzeitsreise mit M. Banks Tflnendes Beiprogramm Coneordia-Palast Andreasstr. 64 W. ab 5 U., Stg. ab 3 U. 100 proz Tonfilm: Zweimal HocbseU mit Uana Bald Rtvaiem Ixt W A 1 L, m VkVSS Woch. ab 6 30 Uhr /Vindmora Sonnt ab 4 Uhr KoppettStraßc 29 BChnensdiau Broadway DerSalansreiiermil KenyManard TSnende Wochenschau U Neu-ilchtenberq M Kosmos-Lichtspiele Lichtenberg, l.Ockstraße 70 W 5. 7, 9 U., Stgs. 3, 5, 7. 9 U lOOpror. Tonoperette. Nur 3 Tage Zwei Herzen Im Drei viertel-T akf, Tonendes Beiprogramm Jugendliche haben Zutritt Kino Busch Alt-Fricdrichsfclde 3 Beiprogramm Quartier Latin mit C« BonU Pe trovlcli Zeichen 1. Sturm mit WhiL Holl. Stuart W WIORMtRR W Schloßpark Film. Bühne Berliner Allee 206—210 Stg.«/«» Jgd.-V. Liebe u. Chambagoer mit Iwan Petrovids Die Flieger von Calitornicn Revue; Rund um die Liebe Dflhncnschan Norden ÄlliAmhrz* Mßllerstraße 135, Ainamora Ecke Seesiraße lOOproz. Tonfilm Die vom Rnmmelplatz m.A.Ondra bUfanenschau Pharus-Lichtspielc Müllers tr. 1 42 W. 5, 7, 9 U. Stg. 3 U. Jgd V. lOOproz. Tonposse: Lurapcnball mit A. Müller-Linke« Kempers Betprogramm Marga-Lichtspielc Schuibtraße 29 100 Proz. Tonfilm Der gewaltige Tonfilm; Ailanilc In die Falle gelockt m. Jack Perrlc Pratcr-Lichispiel-Palasl Kastanienallee 7-8 W. ab S. Stgs 3'/, U. Die Sache mit Schorrslegel » Musketiere m. Oougl Fairbank, Noadk's Lichtspiele Brunnenstraße 16 Beginn 5 Uhr Der große Tonfilm: Welche Schallen mit Mome Bluc Beiprogramm- Bfihnenschan Metro-Palast Ä � Chausseestraße 30 lOOproz. Tonfilm Mach* mir die Welt zum Paradies mit Anita Dovris Casino-Lichtspielc Brunnenstraße 154 Beginn 5 Uhr Kriminaltonfilm. Der Greifer mit Hont Albert Beiprogramm Mila-Lichtspicl-Pal ast Schönhauser Allee 130 W.S1/», S. 3*4 Die Warschauer Zitadelle Pai and Patachon alt Kannibalen Bübnentchaa Filmpalast Puhlmann Schönhauser Allee 1 48 W. 5, S. U Tonfilm: Die»örtlichen Verwandten mit Cbarl. Ander, H. PaoUen Vorietötcbau Colosseum ab Schönhauser Allee 123 Tonfilm Wel�e Schatten m. Monte Blue Bühne: Tribollo und Smilet �___ Pankow W Palast-Theater Breite Straße 21 a W. 6-30, 9, Stg. 4. 6.30, 9 100 proz. Tonfilm! Der Greller mit H. Albert Bühne: Waller Böbrmann, Humor Tivoli, Pankow Berliner Straße 27 W.6J0,9U.,S»g.ab 4U lOOproz. Tonfilm: Die Linden wirtfa m Käthe Dorsch Beiprogramm— BtUsneosdian Film-Palast ESÄme- Blankenburger Str. c So 2>/, Jgd.-V. Wöchig 630, 9 U, So. 4 30, 6.45, 9 U Tonfilm; Die Drei von der Tankstelle mit Willy Frllsch. L. Harvey TOnendes Beiprogramm Jugendliche haben Zutrift 1 Tegel j Filmpalast Tegel®fanehof' Stgs. 2 U Jgd.-VorsL W. 6. Stg. 4!« U Tonfilm: Der Walzerkönig mit Ci&rc Eommer, H. Slüwe tastiges Beiprogramm Toblt- Apparat «Kosmos" Filmbühne Hauptstraße 0 Beg. 6 Uhr,*,30 Ufn t 00 proz Tonlustspiel: Bodcblerfesl mit Trade Brioune Auf der Bühne: Grelel Hartmann mit Ihrem Wunderpferd Union-Theater Hauptstr. 3 vV o.Sbs Stg. 2 Jgd.-V. Stc-l'/i. 5'r 8S»U Der KrtmiaUtl von Scotland Yard nsuslou mit Conrad Vcldt W Hennlgidwrf Filmpalast Stgr v. Berliner Straße 59 Stg. 211. jug.-Vorsi. Mi NW. Do.: Daa Donknaalssnllc d D. Karawancrnffthrer v, Oklahoma