Morgenausgabe Donnerstag umAtr a. al 30 Dffo6er1930 �m\m Jf s-oß.s«ll° 10 pf. ÄSÄU-Ä'Ä■ iü«M WT■ I 1«lU»W�LW elnschlitßllch«0Lfg.PoItzewmg� und_�KE Ir�K tlH En BH M MB BS BB SP SB H/ BB HB -2PfS- Bl!std«?l«llgebühr-N. Auslands» Mi BH— MH 185|H| 181 �8 M) 89 WB Jr/ Sir clnfpalttg« IRanpanillejeili oiomtemrm s.— M. pro SKonot[ BHk BH BB WM HB W8 B| 89 fH BD—J Mf MI ÄL 80 Pfennig. SRctlameicilt i.— Reich? * ▼-BM MH W IBa DM GM HH BB Wz BD SM mark...Älsiue Ar.zeigcu- das iettge See Z*.,. e...&&* M?> Dg BB 88V jEg&X BSV B'i, HB MW �8N??NM dnickle Marl!S Pfennig Izuläfsig zwe erfchebu Wochentag. W8 BW � WM. i HM�RWEpi��� �CERIv'TC�V.' JH8V ES] �PAnW i f-Itaedrulkl« Woriei. i-des w-tter- War und Montog? DW WF. W»>7 W ,2 Pfennig. Slellengeiu». da? eri, einmal, die M>-ndau,gab-nfw Berlin BIL Ori-. �P/'>/ 8g i SBort 15 Pfennig, i-des weitere»°r Z.'? W«�I � HWM> // UM\ 10 Pfennig«orte übel 15'Buchfladr. s./e» Beilagen.La» �W/ V»äEty�E_A»ihlen für zwei Worte. Ardeitsmart »mo Zelt�ull0»5ll»�ersreuno.Ferner IM � f» M � sr m mm.* Zeile 60 Pfennig. FamilienanZeigen Zeil «s»»- � WevißsseV VoWsKlatt»iW?«- Aentealovsan de« GszialdemoKsaMsSen OasSei De«t5chSands ��8>>BMW8WW>>»M88>�W8WM88W88BB889888>88»88>>8W8r8W8!888I>8U8»8>W88»888�8»»888WW»8I89888W88I�HW>W»88WIMU?Z8W»8888W>>�8>8H899WWI8I88I�MIBW8»98>�WW88>>WW>W>H8W8iMWW>WW8G888WI8>W>WI>88WWM8IMW8>9888WW8I898I>I88WW88>8>8I99W99H88H Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindensiraße 3 Fernfvrechcr: Dönbosl L92— L97 Telegramm-Adr.: Soztaldemokral Berlin. Die Verhandlungen des Reichswirtschaftsiniiuslcriums in den beiden letzten Tagen mit dem Ostelbischen und Mitteldeutschen Vrannkohlensyndikol haben dazu geführt, datz die Syndikatspreise van lS aus 14 Mark je Tonne, also um etwas mehr als S Prozent gesenkt werden. Dieses Abkommen gilt zu- nächst für die Monate November und Dezember. » Das preußische charchelsministerimn führt zur Zeit im Anschluß an das Rundschreiben des Reichswirtschastsministeriiims wegen der Durchführung der Preissenkung bis zum letzten Verbraucher Verhandlungen mit dem Berliner Briketthandcl, die eine Die britische Reichskonferenz. Ein weiterer Schritt zur vollen Autonomie. London. 29 Oktober. lEiacnberickt.l Das Derfossungskomitee der britischen Reichskonserenz beschloß, dem Plenum des Kongresses folgen d« Dorschlöge zu unterbreiten: 1. Die Ernennung der Generalgouvenieur« durch die Domi- nions sowie eine weitere Reform der gesetzgebenden Bcrsammlungen der ileberseestaaten. 2. Einen britischen R«ick>sgerichtshaf zur Schlichtung aller zwischen dem Mutterland und den Uebcrseestaaten schwebenden Streitfragen. 3. Ein« in der nächsten Zeit auszuarbeitende Reform, um die diplomatischen Beziehungen zwischen den Dominions und den aus- wärtigen Mächten neu zu regeln und auf neu« Grundlagen zu stellen. Diese Borschläge, von denen man annehmen muß, daß ihnen auch England zustimmt, bedeuten in der Praxis einen weiteten grißcrcn Schritt der Ueberseestoaten zur vollen Autonomie. Wahlboykoit in Palästina. Ein Aefchluh der Arbeiterpartei. Jerusalem, 29. Oktober.(Eigenbericht.) Ein« außorordentliche Parteikonferenz der Arbeiterpartei Pa- iästmas verwarf die neue Palästinapolitik der Regierung und lehnt «S ab, sich an der Wahl einer künftigen gesetzgebenden Per- Jojmnlrmz zu beteiligen. Der Boykott gegen diese gesetzgebende Vorwärts-Verlag G. m. b. H. Senkung der Kleinhandelspreis« in dem Umfang des Preisabbaues der' Syndikate zum Ziele haben. Aus die Kleinverkaufspreise müßte sich danach die Preissenkung der Syndikate mit 5 Pf. je Zentner Kohle auswirken. Die Verhandlungen des preußischen tzandelsniinisteriums zielen aber noch weiter und wollen eine noch kräftigere Senkung der Kleinverkaufspreise durch eine Verringerung der chandelszwischen- gewinne durchsetzen. Der positive Abschluß dieser Verhandlungen ist«rsrculich. Das Reichswirtschaftsminlstcrium hätte aber bei weiterem Widerstand des Ostelbischen Braunkohlensyndikats auch Machtmittel genug gc- habt, um die Lzalsstarrigkeit der Braunkohlensyndikote zu brechen. Versammlung wurde auch von dem Gcneralrat der Araber ausgesprochen. Wahlkampf in Oesterreich. MassenkonfiSkotion in Wien. Wien, 29. Oktober.(Eigenbericht.) Das Organ des Landbnndes, das„Extrablat t", wunde am Mittwoch wegen Abdruck eines P u t j eh p l a n e s, den die Heimwehr im Sommer aufgestellt hatte, b eschlag- nahmt.. Auch die Mittagszeitung wurde wegen'Abdrucks eines Artikels, den Leon Blum im Pariser„Populaire" über Öi£ öster- rcichischc Gefahr geschrieben halte, konfisziert. Das gleiche Schicksal blühte der„Wiener Allgemeinen Zeitung", die eine Statistik über die starken Kursrückgänge der österreichischen Aktien seit dem An- tritt der neuen Regierung veröffentlicht hatte. Christlichsozia'e Sehe. Ein chrisllichsozioles Wahlplokat stellt drei JugeMlche in der Tracht der Sozialistischen Arbeitersugend, blaue Blusen und rote Schlipse, dar. die ein Kruzifix mit Steinen bewerfen und dadurch bereits einen Arm der Statue abgebrochen haben. Wegen dieser gotteslästerlichen Beschuldigung eines Verbrechens hat der Verband der sozialistischen Arbeiterjugend die Beleidigungsklage«ingebracht und die Beschlagnahme des Plakats beantragt, was vom Gericht auch verfügt wurde. Postichcckkomo: BcrIin37öSm«r ausländische Wanderarbeiter ohne Rücksicht auf das ihnen zugebilligte Kontingent einstellen. Das ist um so mehr zu kritisieren, als viele taufend ostpreußische Landarbeiter seit Wochen und Monaten arbeits- los sind und dem Staat und den Gemeinden zur Last fallen. Unter den ausländischen Wanderarbeitern, die in der ostpreußi- schen Landwirtschaft schwarz beschäftigt werden, befinden sich viele. die unkontrolliert über die Grenze gekommen sind und sich ohne Papiere und ohne Aufenthaltserlaubnis in Deutschland aushalten. Es ist beobachtet worden, daß sich die Landwirte im Falle einer Anzeige oder behördlichen Kontrolle sehr geschickt aus der Situation zu ziehen wissen. S-ie versteckendieausländlschen Wanderarbeiter kurz entschlossen in Schonungen, oder schieben sie schleunigst über die Grenze ab, um sie nach einigen Tagen erneut einzustellen. Es hat den Anschein, daß zwischen den einzelnen Gütern ein geheimes Rachrichke«. wesen geschaffen worden ist. um in jeden» Falle vor Ueber- raschungen sicher zu sein. Es gelingt jedenfalls nur in den seltensten Fällen Feststellungen zu treffen, die zu einer Bestrafung ausreichen. Di« Bestrafungen sind ein Kapitel für sich. Es wird auf die betreffenden Landwirte in stärksten, Maße Rücksicht gcnomnien. Ein deutlicher Beweis für die UnHaltbarkeit der Situation und für die Ohnmacht, mit der ihr die Behörden und die Polizei gegen- überstehen, ist ein Schreiben, das der Lan d ra t des Kreises Osterode der Bauleitung des Deutschen Landarberter-Perbandes in Königsberg auf«ine Beschwerde üdernnttelt hat. Inden, Schreiben heißt es unter anderem: „Was nun die gewünschte Abschiebung der bestirnrnungs- widrig beschäftigten Polen betrifft, so bin ich zu meinem Bedauern hierzu außerstande, was ich auch bereits dem hiesigen Leiter des Verbandes bekanntgegeben habe. Praktisch sieht die Angelegenheit gan.; anders aus als in der Theorie. Tatsache ist. daß die' polnischen Arbeiter ohne jede Aus- weispapiere über die Grenze kommen, und zwar in einer beängstigenden Menge, wie ich bereits in Berichten zun, Ausdrück gebracht habe. Eine zwangsweise Wiederabschiebung dieser Leute nach einer Zeitdauer von 24 Stunden ist ausgeschlossen, da die polnischen Behörden die Polen mangels Re i f e p a pi e r« n nichl übernehmen. Eine Abschiebung über die Grenze ohne In- ansvruchnahme der polnischen Behörden ist z w e ck l o s, da die Polen in ganz kurzer Zeit wieder im Inland sin d." Unter solchen Umständen bleibt nichts aiüZercs übrig, als daß schnellstens und in rücksichtslosester Weise von oben eingegriffen wird. ?e rücksichisloser und konsequenter es geschieht, um so größer wird der Erfolg sein. Besonders müssen sich die Regierungspräsidenten, das Landesarbeits- amt in Königsberg und die Hauprftelle der Reichsanstalt der Sache annehmen. Bon dem preußischen Justizminister erwarten wir, daß er sich um die Art bekümmert, in der von ostpreußisäien Gerichten bei Verstößen der Landwirte gegen die Kontingenticrungsvorschriften Recht gesprochen wird! Iranzen-Oebatte am Dienstag. Oer Raziminister Hai Zristverlängerung. Jraunschweig, 2g. Oktober.(Eigeaberichk.) 2a, Aeltcstenrat de» Braunschweigischen Land- tage? erklärte der Borflhende des Slaaksminifleriums, Minister Dr. Suechenlhal, am Mittwoch, daß er die große Anfrage der Sozialdemokratie wegen der Versehlungen des Minister, Dr. F r a n z e n am Donnerstag noch nicht beantworten könne, da er die Unterlagen von Berlin noch nicht erhallen habe. Die Anfrage wird deshalb erst am kommenden Dienstag begründet und beantwortet«verde». Allmählich rücken auch die bürgerlichen par. teien von Dr. F r a a z e n ab. Es ist anzuaehme». daß er noch vor der Gerichtsverhandlung, die am S. Ikone mb er im Großen Schwurgerichtssaal in Brauafchwelg stattfinden und in der über die einflweillge Verfügung gegen den sozialdemokratischen „volkssreund" verhandelt werden wird, zurücktritt. Er würde vor Gericht eine klagliche Rolle spielen! In der Mittwochs, hang des Landtags hol kuschen thal nur eine nichtssagende programmatische Erklärung verlesen, die sich im allgemeinen gegen die Sozialdemokratie richtet. Außerdem wurden Anträge auf Einführung einer Maren- hau»- und FUIalsteuer und cinc Steuer zur Erfassung der Konsumvereine begründet. Oer Mißbrauch der Justiz. Di« einstweilig« Verfügung, durch die dein Vraunschweiger „Volkssreund" die wahrheitsgemäße Darstellung des Falles Fraqzen untersagt wird, ist von der IV. Zivilkammer des Landgerichts, und zwar den Richtern Boss«, Grotrian und Greiffenhagen erlösten worden. Diese Kammer hat es nicht einmal für notwendig geholten, sich die Behauptungen des Ministsrs Fronzen. daß>e Darstellung des„Volksfreund" falsch sei, durch cidesstottliche Erklö- rungen oder ander« Beweismi'ttel glaubhaft machen zu lassen, obwohl die Zivilprozeßordnung ausdrücklich eine Glaub- haftmachung des strittigen Klageanspruchs vorschreibt. Vielmehr hat die Kammer unter dem Vorwande, daß der Artikel des„Volkssreund" den formal beleidigenden Ausbruck.Lüge" entHalts, rnch, etwa mar die Wiederholung dieses Ausdrucks, sondern die gesamte sachliche Darstellung des Falles Fronzen verboten. Dies Verfahren kennzeichnet sich und fein« Urheber zur Genüg«. Lohn- oder Preissenkung? Siegerwald zur Wirtschastskrise. Der Reichsarbeitsminister Dr. Siegerwald hat sich oom Chefredakteur der..Germania" über die Fragen �der Arbeitslosigkeit, der L o h n- unt» Preispolitik iriteroiewen lassen. Der Reichsarbeitsminister verwahrt sich in dem Interview gegen die Vorwürfe zu großer Nachgiebigkeit gegenüber den Unternchnwrn. Die deutsch« Wirtschastskrise könne nur auf zwei Wegen behoben werden: 1. durch eine vernünftige wirtschaftliche Regelung der Kriegsschulden und 2. durch«in« verstärkte Kaufkraft im Innern. Diese verstärkte Kaufkraft sei nur zu erreichen durch«ine ertrag- bringende landwirtschaftliche Erzeugung und durch eine Verbilligung der industriellen Produktion sowie vom Mastenverbranch her. Die Verbilligung der Produktion will der Reichsarbeitsminister nicht nur durch eine Senkung der Verteilungskosten erreichen, son- dern auch durch«ine Lohnsenkung. Das Problem laufe auf die Frage hinaus, ob in der Privatwirtschaft 18 Millionen Arbeit- nehme? 31 bis 33 Milliarden Mark Löhne und Gehälter beziehen, um davon 3 Millionen Arbeitslose mit jährlich 3 Milliarden Mark zu unterstützen, bder ab 21 Millionen Arbeitnehmer in den Pro- duktionsprozeß gebracht werden, um vorübergehend ebenfalls nur eine ähnliche Gesamtlohnsumme zu beziehen. Wieso.3 Millionen Arbeitslose in die Produktion eingereiht werden können, wenn den Arbeitenden um 3 Milliarden die Löhne gekürzt werden, hat der Reichsarbeitsminister leider nicht verraten. Ganz richtig bemerkte Herr Stegerwald jedoch, daß ein« Lohn- s e n k u n g von 1 Proz. in der Berliner Metallindustrie etwa eine Lohnersparnis von 3 Millionen jährlich ausmache, während eine Preissenkung von 1 Pro,}, eine Verbilligung der Er- Zeugnisse von 10 bis 12 Millionen Mark ausmache. Woraus auch hervorgeht, daß mit einer Lohnsenkung auf keinen Fall eine Verbilligung der Produkte— erst recht nicht«ine Steigerung der Kmifkrast— erzielt werden kann. Zum Schluß sagt Herr Stegerwald: Arbeiter und Angestellte haben im letzten Jahre bereits die größten Opfer gebracht. Daher darf die Preisumstellung keines- wegs auf die Arbeiter und Angestellten abgestellt werden. Wenn nicht eine Preissenkung für die Gegenstände des tägl-ichen Bedarfs, beim Kleinverkaufspreis wichtiger Lebensmittel in absehbarer Zeit erreicht wird, können Schiedssprüche mit Lohn- Kürzungen seitens des Reichsarbeitsministeriums nicht mehr für verbindlich erklärt werden. Nicht nur von Kartellen und Preis- konventionen, sondern auch vom Lebenxmittelhandel und Per- arbeitungsgewerbe muß Preissenkung gefordert werden, da die Reichsregierutzg jede Politik entschieden ablehnt, die eine«inseitige und dauernd« Senkung des Lebensstandards der Arbeitnehmer zur Folge haben würde. Rauscher in Warschau verleumdet. Deutsche Beschwerde über amtliche Indiskretionen. Die Verleumdungen eines Krakauer Blattes, des„Kurjer llodzienny", haben des, Auswärtigen Amt Veranlastung gegeben, den deutschen Gesandten in Warschau zu bemiftrogen, bei der pol- nischen Regierung nachdrücklichst gegen die sich) hausenden Zl n- griffe und Demonstrationen gegen das Deutsch- tum und deutsche Vertretungen in Polen zu protestieren, denen der oben erwähnte Artikel mit seinen persönlich zugespitzten Ver- dächtigungen der deutschen Gcsaridtschaft die Krone ausgesetzt hat. Der Gesandte hat bei seinen Vorstellungen besonderen Nach- druck daraus gelegt, daß einzelne der unwahren Vch'.uptungen des Artikels nur dadurch möglich geworden sind, daß die den Ent- stellungen zugrunde liegenden einwandfreien Vorgänge dem Blatt durch Indiskretionen amtlicher Stellen bekannt ge- worden sind.____ „Richier" Heines. Hageaberg läßt den Richterberuf beschimpfen. Die Herrn Hugenberg gehörend«„Telegraphen-Union" kündet «ine Sportpalast-Kundgebung der Nationalsozialisten an. In dieser Meldung kann man wörtlich lesen: Das Thema lautet:„Weg mil der roien Preußemegierung!" Zu diesem Thema wird außer Dr. Goebbels, der Führer der preußischen Landtagsfraktion der NSDAP.. Abgeordneter Kub« sowie der aus den Fememordprozessen bekannte Richter Heines M. d. R. sprechen. „Richter Heines" ist natürlich kein anderer als der wegen Fememordes oerurteilt« Leutnant. Daß«in brutaler und hinterlistiger Meuchelmörder in einer für die Oeffentlichkeit bestimmten Notiz kurzerhand als„Richter" bezeichnet wird, ist ein Faustschlag ins Gesicht des gesamten Richterstandes. Der Preußische Richter- verein hat in früheren Zeiten wegen weit geringerer Angriffe auf den Richterberuf öffentlich protestiert und Klage angestrengt. Wir sind gespannt, ob seine Mitglieder sich jetzt von deutsch- nationaler Seite den Schimpf bieten lassen werden, daß der Beruf des Meuchelmörders mit dem Beruf des Richters kurzerhand gleichgestellt wird.____ Einschreiten gegen eine Razizelle. Minister Severing gegen den.Verband der Schutzpolizei- beamten Preußens". Der preußische Minister des Innern gibt folgenden Erlaß be- tannt: „Die Zeitschrift des„Verbandes der Schutzpolizei- beamten E. V.",„Die Preußische Schutzpolizei" dringt in Nr. 19/20 vom 1. Oktober 1939 einen Leitartikel„Der Reichstag" von dem verantwortlichen Schriftleiter und Verbandsoorsitzenden R» I o- f u p« i t, der in feiner gehässigen und herabsetzenden Art weit das Maß besten überschreitet, was den gewerkschaftlichen Vereinigungen der Beamtenschaft in der politischen Vertretung chrer Forderungen zugebilligt werden kann. Verfasser, Ort der Veröffentlichung und die Art des Auffatzes zwingen mich dazu, obwohl es sich nur um eine Organisation mit unbedeutender Mitglied er zahl handelt, die Betätigung sür den.Lierband der Schutzpolizei- beamten Preußens" während des Dienstes und in den Unterkünften ebenso wie die Verbreitung der Zeitschrift„Die preußische Schutzpolizei" in den Unterkünften zu untersagen. Ein amt- licher Verkehr mit dem Verband« ist ebenfalls auszejchkosten." Hitlers Alpdruck. Wie die„Münchener Post" festsiellt, hat der Soldat Kitler sich im Frühjahr 1919 zur MehrhektSsozioldemokrotic bekannt. „Adolf, denkst du manchmal noch an Adolf? Die Abwehr des Faschismus. Internationale Beratungen in Köln. Nichigehaliene Leichenrede. Auf 250 Tote. Erschüttert stehen wir olle 01» dieser endlosen Reih« von Särgen. Die Trauer tarnt kein« Porteiunterschied«. Mit uns trauern Deutschnationole, Ratwnalsozialisten, Stohlhelnrer und Werwölfe über die Opfer der Arbeit. 2Z0 Tote! Das größte Bergwerksunglück seit Jahrzehnten. Stände nicht diese mahnende Reih« der Särge vor uns, unser« Vorstellungskraft allein reichte nicht hin. uns einen Begriff dieser ZaU zu liefern. Fünf Finger zählt unsere Hand. Fünfzig Hände müßten sich emporreckcn. daß wir ein« Fingerzahl sähen, die der unserer Toten gleichkäme. Und doch muß ich Sie bitten, Ihr« Vorstellungskraft zu steigern. Ich muß Sie bitten, daß Sie sich im Geist« die Reihe dieser Särge verfünffacht, noch viermal gespiegelt, hinter der Wirklichen vorstellen. Nehmen Sie also an, das Unglück von Alsdorf wäre nicht einmal, sondern gleichzeitig an füns ver- ichiedcnen Stellen, in fünf auseinanderliegenden Bergwerken geschehen: statt der 250 Toten lägen alsdann 1250 Tote zu unseren Füßen. Diese Zahl von 1250 Toten als Beute eines einzigen Tages bitte ich Sie nun. fest in Ihrem Gedächtnis zu verankern. Und bitte Si« weiter. Ihr Inneres mit der grauenvollen Vorstellung vertraut zu machen, daß diese 1250 Toten nicht an einem besonders durch Unglück ausgezeichneten Tag gefallen wären, sondern daß fünf Unglücksfälle von der Größe des Alsdorfer Unglücks a l l t ä g- l i ch bei uns geschehen würden, am Montag, am Dienstag, am Mittwoch,— den Sonntag nicht ausgenommen. Wie oft und wie lange hintereinander? Es wird Ihnen gewiß die Annahm« unerträglich sein, daß solches auch nur zwanzig, auch nur zehn Tage hintereinander ohne Pause, ohne Lücke geschehen könnte. Und doch inuß ich Sie auffordern, Ihre Vorstellungskraft über alles menschenmögliche anzuspannen und sich damit vertraut zu machen, daß das verfünffachte Alsdorfer Unglück nicht etwa nur an 100, nicht nur an 1000 Tagen, daß es an eintausend- undsechshundert Tagen Tag für Tag und Nacht für Nacht ohne Aufhören und ohne Ermatten geschehen ist. An eintausensechshundert Tagen hintereinander täglich eintaüsendzweihundertundfünfzig Tote. Wissen Sie, was das ist? Das ist die Zahl der deutschen Toten des Weltkrieges. Nur der deutschen. Um Ihnen ein Vorstellungsbild ikr Gesamtheit oller Toten zu geben, der Deutschen, der Oesterrcicher. der Russen, der Franzosen, der Belgier, der Engländer, der Italiener, der AmerHäner, der Türken. der Bulgaren, der Serben— dazu reicht auch meine Darstcllungs- kraft nicht aus. Bleiben wir bei dem Bild: fünfmal täglich dos Alsdorfcr Grubenunglück vier Jahre und drei Monat« lang. Und überlegen Sie, meine Heren Nationalsozialisten und Deutschnational«, Stahl- balmer und Werwölfe, die Sie mit uns trauern, ob Sie dann noch den Mut heben, von neuem Rrie g« zu reden! � S. K— r. Hugenberg-Redakieure verurieilt. Hvgenberg erfreut sich seiner Immunität. Im Hugenberg-Prozeß verkündet« gestern dos Schöfengericht Berlin-Mitte nach«ineinhalbftündiger Beratung folgendes Urteil: Der Redakteur des.Lag", Flemming. und der Redakteur der .Deutschen Zeitung", Schwendy. werden wegen öffentlicher Beleidigung zu je 150 Mark Geldstrafe und zu den Kosten des Verfahrens verurteilt. Der Redakteur des„Lokal-Anzeiger", John, wird auf Kosten der Staatskasse freigesprochen. Dem Ministerpräsidenten Braun, dem preußische» Minister des Jnnern usw. wird Publikationsbefugnis zugesprochen.— Der Staatsanwalt hatte gegen jeden der drei Angeklagten 300 M. Geld- straf« beantragt. « In der sehr eingehenden Urteilsbegründung führte Landgerichtsdirektor Rücker unter anderem aus: Dos Gericht Hot sich den Ausfßhrungen des Staatsanwalts angeschlossen. Di« An- klage erblickte eine öfsenttiche Beleidigung in dem Satz des beanstandeten Artikels:„Ist die Schlacht gewonnen oder verloren, der sozialistische Reichsinnemmmster will es uns am 6. November verroten. Hoffentlich wird inzwischen nicht allzu sehr„r e t u- schiert'." Der beleidigende Inhalt dieses Satzes wurde noch unterstrichen durch einen zweiten:„Wir haben den Kampf auf- genommen, wir hoffen Gutes von ihm für unser Land und Volk, einerlei, was die Organe des Reichsinnenministers bei dem Volksbegehren herausrechne n.." Retuschieren konnte in diesem Falle nur soviel heißen wie diese Ergebnisse ändern, ste vorsätzlich verfälschen, einerlei durch welch« M a n i p u l a- tionen, statt richtig« Resultat« unrichtige hineinschreibcn. Run steckt in der Aeußerung„retuschieren", selbst wenn sie als „Wunsch" und„Warnung", daß keine Unregelmäßigkeiten vor- kommen sollen, von den Angeklagten aufgefaßt worden ist— dies ist die Interpretierung der Verteidigung— bereits«ine Beleidigung. In Wirklichkeit steckt aber in diesem Worte mehr, nämlich eine Behauptung und Unterstellung verletzender Akt. Aufruhrprozeß in Zrankfuri. Ein kommunistischer Landiagsabgeordneter unter AnNage- Fraakfvrt a. ZIL. 20. Oktober.(Eigenbericht.) In Frankfurt a. M. begann am Mittwoch ein Prozeß gegen 10 Kommunisten, die des Aufruhrs a n- geklagt find. Hauptangeklagter ist der kommunistische Ab- geordnete des Preußischen Landtags. Müller. Dem Prozeß liegen Ereignisse zugrunde, die sich am 17. Dezem. ber 1929 während einer kommunistischen Demonstration abspielten, an der«rwa SOOO Personen teilnahmen. E» kam zu Zusammen- stoßen mit der Polizei, in deren Verlauf die Beamten mit Steinen bombardiert wurden. Di« Anklage wirft dem Landtagsobgeordneten Müller Aufforderung zum 21 u s r u h r durch Verbreitung einer Druckschrist unter dem straferschwerenden Umstand vor, daß diese Slufsorderung von Erfolg begleitet gewesen sei. Der Preußische Landtag hat die Genehmigung zur Strafverfolgung Müllers erteilt. Für den Prozeß find mehrer« Tage in Aussicht genommen. Köln, 29. Ottober.(Eigenbericht.) 3m Kölner Balhaus tagte am 27. und 2S. Oktober die ge- weinsame Kommission des Internationalen Gewerkfchaftsbnndes und der Sozialistischen?lrbeiler.Znternationale. In den zweitägigen Beratungen wurden die wichtigsten Probleme der gegenwärtigen wellwirtschaftlHchen Lage und die Arbeitslosigkeit erörtert. Man beschloß einstimmig ein Kampfprogramm, das die wichtigsten unmittelbaren Forderungen zur Linderung der Rot der Arbeitslosigkeit enthält. Außerdem wurde ein Arbeits. Programm für weitere Maßnahme« zur Bekämpfung der Wirtschaftskrise aufgestellt. Zur Vorbereitung der Beschluß- sasfung über diese Fragen wurden Kommissionen und Bericht- erstatter gewählt, die ihre Beratungen unverzüglich aufgenommen haben. Die Vollkommission wird Ansang Dezember nochmals zu- fammenlreten. Zm Anschluß an die Tagung der gemeinsamen Kommistion der beiden Internationalen fand am 29. Oktober eine gemeinsam« Beratung der Vorstände der beiden Internallo- Llm das Ephraim-Palais. Oas Kultusministerium greist ein. Aus Äsm Kultusministerium wird uns zu den städtischen Beschlüssen über das Ephroim-Httus geschrieben: Der Beschluß des Unterausschusses, den Stadtverordneten im Zusammenhang mit dem Umbau der Mühlendamm-Staustus« den Abbruch des Palais Ephraim zu empfehlen, gibt Anlaß, erneut daraus hinzuweisen, daß nach den gesetzlichen Bestimmungen jede wesentlich« Veränderung des im Eigentum der Stadt stehenden her- vorragenden Baudenkmals der Genehmigung des Staates bedarf. Die Auffassung, daß das Bauwerk infolge einer früheren Teilumgestaltung oder Auswechslung einzelner Teile seinen Cha- rakter als Denkmal im Sinne dieser Bestimmungen eingebüßt habe, kann ernstlich nicht vertreten werden. Wie bereits früher mitgeteilt, ist die Genehmigungzur Veränderung oder Nieder- legung ausdrücklich vorbehalten und die Vorlage der Pläne gefordert worden. Es ist in Aussicht genomtne», sie durch die Slkadcmic des Bauwesens eingehender Prüfung unterziehen zu lassen. Die Notwendigkeit des Abbruchs oder der Verschiebung und Hebung des Baudenkmals, dieses künstlerisch bedeutendsten Bürger- Hauses Wt-Berlins, kann noch in keiner Weis« als erwiesen gelten. Vielmehr ist zu erwarten, daß ein« Lösung möglich ist, die unter unberührter Erhaltung des Baues allen berechtigten Anforderungen oemigt, hinsichtlich der Sparsamkeit vielleicht sogar in höhcrem Maße, als die empfohlene. Zu der Kostenberechnung der Magistratsvorlage ist u. a. zu bemerken, daß der?lbbruch des Cphraim-Haufes zwangsläufig auch noch die nicht berücksichtigte Frei- legung des Thors der Nikolaikirche bedingt. Für die Arbeitsbeschaffung ist bei dem Umfang der gesamten Bauausgade die Frage der Behandlung des Baudenkmals ohne Bedeutung. Paris verordnet Schweigen. Pressesturm gegen Mussolini abgeblasen. Paris. 29. Oktober.(Eigenbericht.) Am Mittwoch ist es nach dem wütenden Pressssturm, den die Hetzrede Mussolinis hier ausgelöst hat. im Poriser Blätter- wall» vollkommen still geworden. Die französische Regie- rung scheint also ihre alt« Politik des systematischen T o t f ch w e i» g o n s auch jetzt gegenüber dem Duce fortsetzen zu wollen. Ob da- hinter irgendwelche konkrete Absichten stehen, ist bisher nicht er» sichtlich geworden. Bielleicht will sich Tardieu die große außenpoli- tische Aussprache in der Kammer zum Beginn der Herbsttagung nicht noch durch eine Polemik über die Alpengrenze hinweg erschweren, vielleicht hegt auch Bria>rd immer-noch die Hoffnung, die Verhand- lungen mit Italien befriedigend zum Abschluß zu bringen. Rur die radikale„Republique" Daladiers wagt es am Mittwoch der nisiziellcn Porole zum Trotz, zu erklären, daß die französische Außenpolitik unter der Rcchtsmehrheit Tardievs jede Kraft und j ede Richtung verloren habe. Zwar versuch« Briand die alte nalen statt. Deutschland war durch den Vorsitzenden der SPD., den Reichstagsabgeordnelen Otto Wels, verlrelen. In der Sitzung erörterte man die Vorstöße des Faschismus in Europa und besprach insbesondere die Lage in Polen. Oesterreich. Deutschland und Finnlaad. Eine ausführliche Entschließung, die einstimmig beschlossen wurde, zeichnet die gegenwärtige politische Situation in diesen vom Faschismus augenblicklich am stärksten bedrohten Ländern und die Aktionsmöglichkeilen zur Abwehr der Gefahr. An den polnischen Sozialisten kwopioski, den Vorsitzenden des Freien Gewerkschaftsbundes Polens, und Zerbc, den Führer der denstchen Sozialdemokraten in Polen, die auf Gruod lächerlicher Anklagen zu schweren Freiheitsstrafen verurkeUt worden sind, wurden Sympathietelegramme abgesandt. Die Tagung nahm schließlich oach dm Bericht über die bisherigen Arbeiten der gemein- famen Kommission der beiden Znternattoualen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit entgegen und hieß sie einstimmig gut. Ferner wurde einstimmig eine Prolestmtschließung gegen die. Vlassevhin- richtung In Sowjetrußland angenommen. Linie sortzusetzen, aber er werde bei jodem Schritt von der Rechts- Mehrheit der Regierung gehindert und gehemmt. So komme es, daß Frankreich den gewalligen Geschehnissen in der europäischen Politik hilflos gegenüberstehe und sich darauf beschränke, Zeit zu gewinnen und abzuwarten. Kriegsnebel über Zndustriestädie.. Paris, 29. Oktober.(Eigenbericht.) Jni nordfranzösischen Industriegebiet von Roubaix-Tourcoing sind groß« Luftjchutzübungen vorgenommen worden, die den Zweck hatten, di« künstliche Verncbelung großer Gelände nach den neuesten Methoden auszuprobieren. Die Versuche scheinen bc- friedigend ausgefallen zu fem Es gelang, im Laufe weniger Minuten dichten Nebel zu erzeugen, der ungefähr eine Stunde lang anhielt. polenblätier gegen Friede Verlin-Paris Anklage gegen den Berliner französischen Botschaster, Warschau, 29. Oktober. Der Berliner Vortrag des französischen radikal-sozialistischen Abgeordneten Pierre Cot über die Voraussetzungen einer deutsch-französisch«!, Verständigung und die Revision der Friedens- vertrage hat bei bei mehreren polnischen Blättern starkes U n- behagen hervorgerufen. Slm weitesten geht in ihren Protest- öußerungen die„Polonia", die sogar die A b b e r u f u n g des französischen Botschafters Morgeric aus Berlin verlangt, da er durch feine Anwesenheit beim Vortrag« Cots die politische Bedeutung dieses Austritts«rhöht höbe. Das Blatt erhebt sodann Einspruch dagegen, daß Cöt von der französischen Regierung als Delegierter zu verschiedenen Völkcrbundsverhandlungen entsandt werde. Ins- besondere auffallend sei seine Betätigung im Elfer-Ausschuß gc- wesen, der die Angleichung der Völkerbundssatzung an den Kellogg- Pakt vorzubereiten hatte. Damals Hobe Cot„Seite an Seite mit dem deutschen Delegierten v. Bulow" die Einführung der obligoto- rischen.Schiedsgerichtsbarkeit nicht nur für rechtliche, sondern auch für politische und territoriale Streitigkeiten befürwortet Kopfjäger köpfen 200. T o r i o. 29. Oklob-r. lieb« da» von den Sopsjägern aus Formosa angerichtckc Blutbad werden jetzt furchtbare Einzelheilm bekannt. Di« Zecht der Opfer übersteigt 200. In vlusha drangen etwa 2000 Eingeborene in eine Schule ein, in d« gerade ein Turnfest flaltfoud. Sie schnitten sämtlichen Anwesenden. 100 Japanern und 20 jungen wädchm, die Freiübungen vorführten, dir köpfe ab. Zn dem Orlc wurden außmdem 2Z Frauen. 38 Kinder und 25 Männer, darunter 13 Polizisten, gelötet und mit abgeschnittenen köpfen ausgesunden. In der benachbarten Polizeistatton, die von den Kopsjägern überrumpelt wurde, sind gleichfalls sämtlich« Polizisten und ihr? Angehörigen niedergemetzelt worden. Offiziell schätzt man die Z?l,! der ermordeten Polizisten aus 140. Donnerst. 30.10. Unter d. Linden A.-V.«0 19 Uhr TannnausBP (Ptristr tami) Ende 8-32»/» Uhr Donnerst�o. 10 staut. Oper Bismarckstr. Turnus II 20 Uhr Mignon Enden. 221/j Uhr Staats-Oper Ao Platz il4 Uhr Der Schwierige rag»»za tag Balmanotlhal. Regit; Mu Remimdl. •v* uhr CASlNO-THEÄTEtt•'•m» Lothringer Strafe 97. Unwldcrmllich n a r bis 51. Oktober| Hurrah, ein Junge! nainiieuaiuiiiiiiuniiiiiiiiiiiuiinBtueuuuiuuiiuiMiiuiMuuii An 1. November 1030 mm 1. Male: Arm wie eine Kircbenmans Gutschein 1—4 Pers. Fauteuil l�S M.. Sessel 1,75 M.— Sonstige Preise: Parkett 75, Rang 60 Pfg. Theater I. d.Behrenstr. 53-54 Direktion: Ralph Arihor Roberts 8-4 Das naenctie wadetten I Englisch— Robens— Janssen. Theater fQr Kinder: tonnahssd, 4» Uhr; Peterchens Mondfahrt (Freie« von 30 P(. die 130 II) Montag. Dtenatee, Donnerstag und Freitag 5» Uhr; Famlllen-Haehnilttag Kukuli mit Traute Rose in der Hnuptrolte Freie« tod 30 Pf. b!»1J50M Garderobe n. Progr. je 10 Pf. Kaffee und Kuvden, Bier mit Saizhroi je 25 Pf. 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Linienstratze 83/85 Sitzung der onieute der streiKieitungen. Streikkarte« und die für diese Sitzung besonders ansgestellkeu Ausweise find am Eingang zur Kontrolle vorzuzeigen. Verwaltungsmitglieder 9 Am Frei lag, dem 31. Oktober, abends 7 Ahr. Sitzung der Mittleren Verwaltung. vi« Ortsverwallung. Bamowskj- Bohnen TDeoter in du StrMHUDUtr. Täglich 8»/, Uhr Sturm im Wasserglas KooSiilt in Frank. Komödienhaus 8 Vi Täglich 8 Vi Konto X von Stnuutr rad OcstttRldNl Thßateram Sdiiniiaußrdamm Täglich 81/, Uhr lud Süßl von Paul Kornfeld. Ina.: Lup. JeSstr mit Brust Deutsch Nomisens oper 8-» Uhr Das Hadel am Steuer Operette v. Gilbert Oeoisehes lautlir-Theat. Tel Eubanua 3337 8i/, Uhr Jim und Jill Grete M«d«m. Barald PaalHL Renaissance- Theater Steinplatz 6780. 8'/, Uhr: von Max Alsberg und O E. Hesse Kleines Theat. Täglich 8'/, Uhr LomI,eax in meine Schwester und ich mdi teraeaü nio Bkn. Musik toi BenatikL Sgwftotei Dönb 625,626. 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HeilstättefürLupuskranke/SOOOOOpfer der Hauttuberkulose Mitten im schönsten märkischen Hochwald, S» Kilomeler weg von Verlin. ist bei M ü n ch e b e r g ej» mustergültiges Haus erstanden, das schwergeprüften, durch eine tückische Krankheit ent. stellten und geächteten Menschen schützende Heimstätte sein will. In Deutschland gibt e? zur Zeit über 50000 Opfer der fressenden Hauttuberkulose, der I�upus vulx�ns, jener entsetzlichen Krankheit, die nach und nach das Gewebe des Körpers bis in die Tiefe zerstört. Diese armen, entstellten Menschen vor den mitleidigen oder gor verletzenden Blicken der Gesunden zu schützen und ihnen Hilfe und Rettung zu bringen, hat sich die von dem Deutschen Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose (Lupuskommission) errichtete Heilstätte zur Ausgabe geseht. Sie ist die erste Anstalt ihrer Art in Rorddeutschland und das modernste Lupusinstitut im ganzen Reich. Der Lupuskranke hat unter seiner Erkrankung besonders schwer zu leiden, weil die Seuche in den meisten Fällen das Gesicht des Befallenen vollkommen entstellt. Obgleich seine Arbeitskraft durch die Krankheit durchaus nicht unmittelbar beeinflußt zu sein braucht, verliert er seine Arbeitsstätte und seinen Wirkungskreis. Er betrachtet sich als geächtet und sinkt zum hilflosen, auch seelisch schwer erkrankten Wesen herab, hinzu tritt, daß in Laienkreisen über die A n st e ck u n g s s ä h i g k e i t des Lupus und seinen ursprünglichen Zusammenhang mit der Tuberkulose meist irrige Vorstellungen verbreitet sind, die zur Verwechslung mit anderen ansteckenden Hautkrankheiten, speziell der Syphilis und der Lepra Anlaß geben. In Wahrheit ist aber die Ansteckungs- aesahr aller Fornxn der hauttuberkulose so gering, daß sie in der Praxis keine Rolle spielt. Verzweifelten Menschen neue Lebensfreude. Wie bei einer schlichten Erössnungsseier, bei der Dr. 5? a m e l, Präsident des Reichsgcjundhettsamtes die Anstalt ihrer Bestimmung übergab, der Chefarzt Dr. Funk mitteilte, sind besonders proletarische Vevölkerungskreise von der Seuche bedroht. Bei der Bekämpfung der Krankheit sind örtlich« Eingriffe mehr in den Hintergrund getreten. Man legt heute besonderen Wert auf die Erziehung zur hygienisch- diätettschen Lebensweise und die Um« stimmung des Organismus durch allgemein« Abhärtung der haut. Das wird erreicht durch Abhärtungskuren, Freiluftgymnastik und vor allem durch ausreichende Sonnenbäder. Di« Wirkung der natürlichen Sonnenbestrahlung kann durch Ganzlichtbäder gesteigert werden. Ein ideales Ziel der Anstalt ist es, die Schwer- erkrankten in Arbeitsgemeinschaften zusammenzufassen, um Ihnen durch eigen« Lebensführung und Lcbenszestaltuug neue Lebensfreude zu geben. Unter Mtthilfe des Reichsarbeitsmmisteriums, des preußischen Minisferiuins jür Lolkswohlfahrt, der Reichsversicherungsanftalt sür Angestellte und der Landesversicherungsanstalten ist unter Leitung des Architekten K es che r c n �rn gediegenes, freundliche� und zweck- mäßiges Haus in L n f t u n d S o n n« erstanden.'Man ist- vielfach vom herkömmlichen abgewichen, der ganz« Bau präsentiert sich, in einstöckiger, aufgelockerter Bauweis« erstellt, als der Typ des modernen Krankenhausbaues. Man mußte gewaltsam sparen, so daß unter Vermeidung von jedwedem Luxus olles auf Gediegen« heit und Schlichtheit gestellt wurde. Das Institut kann 90 Krank« aufnehmen, für deren Betreuung 25 Angestellte zur Derfügung stehen. Wie die Kranken wohnen. Die Krankenräume sind nach Geschlecht, östlich— weiblich. westlich— männlich, und nach Lebensalter, Erwachsen« mit größeren, Kinder mit kleineren Freiflächen davor, sämtlich in Süd« läge, aufgeteilt in den Frauen-, Mädchen-, Männer- und Knaben- slügel. Alle Krankenräume schließen sich zusammen in den für Frauen. Kinder und Männer getrennten und mittels Klapptüren zu vereinigenden Speiseräumen in bester Lage mit Blick über den Südpark. An die Speiseräum« schließen sich die Küchen- räume, die mit der vorerwähnten Durchfahrt und den Wäscherei« räumen den Wirtschaftsslügel bilden. Beiderseitig von ihm liegen die zur Erweiterung dieses Wirtschaftsflügels geschaffenen Jnnenhöf«, die eingerahmt werden von Verbindungsgängen. Noch außen laubengangähnlich geöffnet, nach innen gegen Einblick schützend, ermöglichen sie den Kranken, getrennt nach Geschlechtern. die im Behandlungsflügel angeordneten Behandlungsräume und Büroräum« zu erreichen. An diesen fügen sich, den Vorhof mn- rahmend, die Wohnflügel, westlich sür Schwestern und Aerzte, östlich für weibliche und männliche Angestellte. Jeder Gebäudeteil ist so erweiterungsfähig, daß sich schließlich einmal jede Gebäudegruppe entweder zusammenschließen oder Vetter ausdehnen kann. Die Bauart ist ebenbürtig der wirtschaftlich und methodisch durchdachten Bauform. Isolierungen schützen sowohl den Fußboden wie auch die Decken gegen auffteigende, beziehungsweise absteigende Temperatur und Feuchtigkeit. 25 Zentimeter starke Außenwände mtt Jsolierplatten schaften die Wirkung doppelter Wandstärken. Allen sonstigen selbstverständlichen Erfordernissen ist vollgültig«nt- sprachen, wobei diese auf die schlichteste Formel zurückgeführt sind. v-Zugunglück in Krankreich. -16 Personen getötet, viele verletzt. Paris, 29. Oktober.(Eigenbericht.) In der Nacht zum Mittlvoch ist auf offener Strecke der Expreßzug Genf— Lyon— Bordeaux, der n. a. 299 rumänische Auswanderer transportierte, zwischen Ligneux und Negrondes, 23 Kilometer von Perigneux entfernt, e n t g l e i st. Bis Mittwoch abend wurde« 19 Tote, viele Schwer- und Leichtverletzte aus den Trümmern geborgen. Tic Verbindung mit den Nachbarstatiouen gestaltete sich äußerst schwierig, da die Lokomotiven, die aus den Schienen sprangen und sich vollkommen umlegten, die Telegraphenstangen mitgerissen haben. Infolgedessen konnte der Hilfszug aus Perigneux erst 114 Stunden nach der Katastrophe an der Unglücksstelle eintreffe«. Da die Führer der beiden Lokomotiven tot find, wird die Ur- fache der Katastrophe wahrscheinlich nur sehr schwer fest- zustellen sein. Man glaubt jedoch, daß sich infolge des anhaltenden Regens der Boden gesenkt und die Schienen unterhöhlt waren. Der Sachschaden ist sehr groß. Die Ursache des Unfalls steift noch nicht fest, doch glaubt man, daß ein Fremdkörper auf den Schienen die Entgleisung verursacht habe. Anderersells wird dem„Jntronsigeant" gemeldet, daß es sich um eine durch Regengüsse verursachte Senkung des Bahndammes gehandelt hat. Zwanzig Minuten vor dem ver- unglückten Zug passiert« der Schnellzug Paris— Agen die Unfallstätte. Bei der Ankunft in Perigneux erklärten die Reisenden dieses Zuges, einen heftigen Stoß genau an der Stelle, an der der nachfolgende Zug entgleiste, verspürt zu hoben. Drei Todesopfer der„Baden"- Besatzung. Hamburg, 29. Oktober. Wi« die.Hanrburg-Amerika-Linie jetzt mitteilt, sind inzwischen zwei weitere deutsche Mitglieder der Besatzung, nämlich der Soziaiisiische studeniensciiatt oeuiscniands und Oesterreichs Arn Freitag, dem 31. Oktober 1930, abends 8 Uhr Im Sitzungssaal des ehemaligen Herrenhauses, Leipziger Str 3 Kundgebung der Sozialistischen Studentenschaft für den demokratischen Soziaiismus Redner: Crlsplen• Otto Braun Unkosten beltrag 0,20 Mark Brandes• Radbruch Einlaß abend» 7 30 Unr Maschinenwärter Wilhelm A h r b e r g und der Matrose Heinrich O st e r t a m p, an den schweren B e r l« tz u n g e n. die sie bei der Beschießung der„Baden" vor Rio de Janeiro erlitten haben, g e- st o r b e n, so daß also drei Todesopfer unter der deutschen Besatzung zu beklagen sind. Zur Oberbürgermeisterwahl. Ministerium bestätigt/ Gesetzentwurf muß beachtet werden. In einem Tell der Presse waren verschiedentlich Zweifel ge- äußert worden, ob das Ministeriu-m die Bestätigung des jetzt neu- zuwählenden Stadtkänimerers und Oberbürgermeisters nicht bis zur Verabschiedung des neuen Gesetzes Groß-Bsrlin aus- setzen würde. Das Innenministerium gibt jetzt zu dem Erlaß über die Wiederbesetzung freiwerdender Stellen besoldeter Mitglieder des Mogistrats und der Bezirksämter eine Erläuterung. Der Ober- Präsident hat dem Magistrat dies« Erläuterung in dem folgenden Schreiben zur Kenntnis gegeben: „Der Erlaß gehl davon aus. daß bei der Ausübung des De- stätigungsrechts der Entwurf eines Selbsiverwaltungsgefehes für die Hauptstadt Berlin nicht unberücksichtigt bleiben darf. Daher konnte und kann nicht in Bekrachl kommen. Neuwahlen, die jetzt etwa vorgenommen werden, ohne weiteres zu bestätigen. Mit dieser Feststellung wollte der Herr Minister jedoch seine Entschließungsfreiheit nicht beengen, behält sich vielmehr vor, mich zur Erteilung der Bestätigung zu ermächtigen, wenn bei der Neubesetzung einer Stelle die Siadt Berlin solche Vereinbarungen treffen kaan, daß damit dem Gesetzentwurs Rechnung getragen wird." Da derartige Vereinbarungen schon im Interesse der Stadt er- forderlich sind und unschwer zu treffen fein dürften, so ist damit der Weg Zur alsbaldigen Wiederbesetzung der freien Stellen im Magistrat geebnet......... Disziplinarverfahren gegen Schenk. Das Konsistorium greift ein. Pfarrer Schenk hat sich am letzten Sonntag während feiner Predigt in der Kirche zu Bonn auch mit dem F r e n z e l- Prozeß und mit den Zeugenaussagen beschäftigt, soweit sie ihn selbst betrafen. Wie wir erfahren, ist dem« v a n g e l i s ch e n K o n- sistorium der Provinz Brandenburg von diesem Vorgang durch Mitglieder der Kirchengemeinde Mitteilung gemacht worden. Im Konsistorium selbst hat man sich mit der Angelegenheit des Pfarrers Schenk bisher noch nicht beschäftigen können, da Landgerichtsdirektor h e l l w i g auch den Vertreter des Konsistoriums, der darum gc- 291 Der Arzt ging niit erstaunlich kleinen und schnellen Schritten an ihr vorbei, die Hände in die Taschen seines weiß wehenden Mantels geschoben— einmal schien es, als tausche er mit der Schwester heimlich einen Blick, aber dann war wieder nichts. Der Mann schien erregt und über irgend etwas erzürnt, das mit ihr in Zusammenhang stehen mußte. War ihr Verlangen nach ihrem Kinde, war ihre Art. Recht zu fordern ohne Rechenschaft, war ihr« Liebe und nur diese — war das ein Verbrechen? Plötzlich hielt der Wandernde inne und schob sie an den Tisch heran, auf dem das For- mular lag. „Sehen Sie sich das an. haben Sie so eins bekommen oder nicht?" Gehorsam sahen die übermüden Augen auf das Papier. , Nein. Herr Doktor— ich kenne es nicht. Gestern früh hat man mich fortgeschickt, weU ich nicht vor elf Uhr ge- kommen bin. heute bin ich zeitiger hier..." „Sehen Sie...", der Doktor wandte sich an die Schwester,„das System, Schwester Martha, das System! Man sollte diese Dinge wirklich bei der Aufnahme erledigen. Einfache Menschen denken nicht an Post, oder sie sind zur Arbeit, wenn der Vriefrräger kommt— und am Abend ist es zu spät.— Gut, Frau Werla, warten Sie. Und Sie, Schwester Martha, bleiben hier, bitte!" Die Mutter stand unveränderlich an ihrem einmal ein- genommenen Platz in der Mitte des- Zimmers, auch noch, als sie allein mrt der Schwester blieb. Eine gerade, schlecht ge- kleidete, arme und rührende Gestalt, ohne Hut. Ihre Hand drehte heiß das Paket mit dem hemdchen für Ferdinand, und lckngsam vcrschmutzte und riß das Papier, in das es so sorgsam verpackt war. Draußen sprach heftig ein Mann, dann kam der Arzt zurück. Er ging an den Schrank, kramte in einem offenen Fach, als habe er vergessen, was er eigentlich erledigen wollte. Annie ging auf ihn zu, er blickte groß und unruhig in erbarmungslose Augen, und nicht ihr Wille, eine Gewalt, die mehr als menschlich war, ließ ihren Mund reden:„Jetzt bringen Sie mich zu meinem Kinde, Herr Doktor! Sie haben es mir versprochen!" Wollte die Schwester nicht hören, was hier vorging? Sie sortierte überlaut einen Aktenstapel. Auf dem Kies, draußen, rollte mit knirschenden Rädern ein Auto vorbei. Jemand, vermutlich der Chauffeur, fluchte. hier aber forderte eine Frau ihr Recht Ein klares, ein- faches Recht, soviel war zu sehen, aber der Zettel, den Doktor Pausten vor derTür in dieTasche geschoben hatte, sagte genug. Er konnte die Mutter nicht in die Leichenhalle führen— der Transport mußte jede Minute abgehen— und was dann geschah, war ihm gleich, jedenfalls war das Kind abgefahren. Diese Fälle— er kämpfte mit allen Mitteln dagegen— häuften sich erschreckend. Laxheit im Formularoersand, fast wirkte es wie Absicht... Professor Barsch schien einer re- volutionierenden Entdeckung aus dem Gebiet der Kinder- krankheiten auf die Spur zu kommen— das Fieber des Forschens ließ ihn alle Hindernisse beiseite schieben und nur gezwungen gab er, wenn die Angehörigen, erregt durch die Benachrichtigung, kamen, einen schon zurechtgelegten„2lb- gang" vom Seziertisch h?r. Die Messer lagen fertig, das Kolleg war versammelt— und dieses unverständige Volk trieb Gefühlsdusel, wo es um wissenschaftliche Erkenntnisse ging ohne die vielleicht später tausend Kinder sterben würden! Wie sollte er Krankheiten bekämpfen, wenn nicht jede Einzel- «rscheinung ihm offenbar wurde? Wehe, kam ihm an diesem Tage das geringste Versehen einer Asslstente oder die Be- schwerde eines Kranken in die Quere! Und tausendmal weh« dem Hilfsarzt, der wagte. Kritik zu üben! „Schön—" sagte Dr. Paulsen wie gedankenlos,„es hilft nicht, junge Frau. Setzen Sie sich mal ganz ruhig zu mir, ich will Ihnen die Sache so gut erklären, wie es geht. Aber geben Sie mir die Hand darauf: Sie hören mir still und nett zu, und nachher sagen Sie mir ruhig Ihre Meinung. Ich kann in den Gang der Dinge so wenig eingreifen wie Sie." Annie jctzie sich. Das Paket blieb in ihrer linken Hand, die Finger hatte» sich ins Leinen gebohrt— diese Kleinigkeit sah der Doktor und sie brachte ihn aus der Fassung. Er mußte wegblicken. „Sehen Sie, die Fenster dort drüben können Sie zählen, es find mindestens hundert und das ist nur das Hauptgebäude. Mehr als tausend Menschen sind ununterbrochen krank. Wir müssen helfen und wir müssen deshalb an jedem einzelnen Kranken lernen, nur so läßt sich unsere Ausgabe erkennen. Und dieser Betrieb schiebt alles weiter— auch die Ueberreste eines kleinen toten Kindes. Ihr Kleiner liegt wohlgeborgen in der Leichenhalle, ich war drüben und kann Sie nur deshalb nicht hineinbringen, weil die Transportleute schon dort sind, deren Wagen zum Friedhof fährt— nein, nein, Ihr Kind wird nicht zur Erde gebracht ohne Sie— Frau Werla— tun Sie's mir zuliebe, bleiben Sie ruhig! Ich bitte inständig — sehen Sie, auf mir ruht all dies Entsetzliches ich soll immer wieder Erklärungen geben— nun also, ich wußte, daß Sie eine tapfere Frau sind— ich kann Ihnen auch schon sagen, daß heute nachmittag um fünf Uhr von Kapelle 47 aus die Bestattung stattfindet. Ja, schon heute. Die Grippe füllt wieder alle hallen und Kapellen, es muß Platz geschaffen werden. Und da draußen wird sich, wenn Sie es wirklich wollen, Gelegenheit und Zeit finden, Ihr Kind noch einmal zu sehen. Wenn ich als Arzt Ihnen raten darf: das Kind hat, wie Sie vielleicht wissen, eine Operation durchmachen müssen und ist an deren Folgen«ingegangen— ich würde Ihnen nahelegen, den Sarg nicht nochmals öffnen zu lassen. Wünschen Sie es unbedingt— nun— ja— dann muß mau es tun." Sie unterbrach den Arzt: „Aber, aber— wieso operiert? Niemand hat uns um Erlaubnis gefragt?" „Solche operativen Eingriffe sind zuweilen ganz plötzlich durch den Gang der Krankheit bedingt, Frau Werla. Man würde das Leben manches Patienten geföchrden, wollte man dann erst noch die Angehörigen zu Rate ziehen. Und so war es hier. Der Professor mußte wenige Stunden vor dem Ab- leben die Operation anordnen, weil er hoffen konnte, durch dielen Entschluß das Kind zu retten. Leider mißlang der Ver- such. Die Krankheit war unheilbar— sehen Sie, liebe Frau, der Junge wäre nie ein ganzer Kerl geworden. Sollte er sich sein Leben lang quälen? Nächstes Jahr haben Sie wieder einen � und der wird kräftiger.. (Fortsetzung folgt.) Mten hatte, her Verhandlung beiwohnen zu dürfen, de» Aufenthalt im Saal verweigert hatte. Wie weiterhin oerlautet, wird dos Vorgehen des Pfarrers Schenk nach Abfchluß des Frenzel-Prozesses durch das Konsistorium auf dem Wege der Disziplinaruntersuchung klargestellt werden. Das Konsistorium will das Gericht um Ueberlaffung der Prozeßakten und um Ausfertigung einer Urteilsbegründung ersuchen, um seinerseits zu den Angriffen, die gegen Pfarrer Schenk erhoben worden sind, Stellung nehmen zu können. Erweiterung des Oetekiorempfangs. Vortrag von Arvennes in der Herh-GeseNfchaff In der Technischen Hochschule sprach vor der Heinrich-Hertz- Gesellschaft und dem Eloktrotechnischen Verein Manfred von Ardenne über eine Methode zur Schaffung guter F e r n em pf a n g s ve r h ältni ss e für den Rundfunk in der Großstadt. Der Fernempfang ist gerade in der Großstadt am meisten durch Störungen beeinträchtigt ein einwandfreier Empfang ist hier, und besonders den Besitzern kleinerer Geräte, eigentlich nur vom Orts- scnder möglich. Der Bortragende machte nun«inen bemerkens- werten Vorschlag, um einen besseren Fernempfang zu ermöglichen: die Feldstärke der fernen Sender soll soweit erhöht werden, daß die Störungen dadurch„übertönt" werden. Es handelt sich dabei um«ine Uebertragung des Hochfrequenzfeldes mit dem günstigen Störverhältnis von, freien Lande ins Zentrum der Groß- stadt. Gelingt es, in der Stadt einen Sender laufen zu lassen, der das Außenfeld auf genau der gleichen Wells wieder ausstrahlt, so könnte man die Fernstationen schon dann zehnmal besser hören, wenn dieses Sekundärfeld nur die gleiche Stärke hatte wie das Außenfeld. Der Vortragende, der die technischen Einzelheiten seiner vor- geschlagenen Methode noch im einzelnen erläutert«, glaubt damit die Empfangsmöglichteiten so weit heraufzusetzen, daß auch einfache Gerät« die Auswahl unter" fünf oder sechs Stationen hätten. In der Diskussion freilich wurde von verschiedenen Fachleuten, unter anderem auch vom Rundfunkkommissar Bredow, auf die Schwierigkeiten des Vorschlages hingewiesen, und man gewann den Eindruck, daß es mit den bessern Aussichten des Fernempfangs noch gute Weil« hat. Kindesleiche am Tegeler See. Am We stufer des Tegeler Sees machten Spazier- ganger am Mittwoch nachmittag einen grauenhaften Fund. Di« Leute sahen unweit des Forfchaufes am„Schwarzen GrunST im Schilf die Umrisse einer Gestalt. Als sie näher hinzutraten, ent- deckten sie die bereits stark in Verwesung übergegangene Leiche eines kleinen Knaben. Wie die polizeilichen Ermittlungen ergeben haben, muß die Leiche schon längere Zeit im Wasser gelegen haben. Ob sie von den Wellen»angetrieben worden ist, oder an dieser Stelle vom Lande aus ins Wasser geraten ist, kann noch nicht gesagt werden. Bisher konnten Spuren, die darauf schließen lassen, daß an dem Kinde ein Verbrechen oerübt worden ist, nicht festgestellt werden. Die Nachforschungen haben aber ergeben, daß in der dortigen Gegend ein Kind bei der Polizei als vermißt nicht gemeldet ist. Zur weiteren Klärung des Fundes ist Kriminalkommissar Dr. Bern- d a r f s von der Inspektion A mit den Ermittlungen beaustragt worden. Der Junge kann erwa fünf bis sechs Jahre alt gewesen fern. Er war mit einer schwarzen Sammetkniehose und nur mit einem gestreisten Hemd bekleidet. Cr trug schwarze Schnürstiefel. Selbstmord eines ungetreuen Angestellten. Der 24jährige Korrespondent Willi H. aus der Pestalozzi- straße 70, verübte Selbstmord durch Erschießen. Er war bei einer Oelsirma am Reichskanzlerplatz angestellt. H.. der das volle Ver- trauen seiner Kollegen besaß, hatte nach und nach etwa 1000 Mark veruntreut. Gestern nachmittag wurden die Unterschlagungen ent- deckt. Als man den ungetreuen Angestellten wegen seiner Ber- sehlungen zur Red« stellen wollte, begab er sich in den Keller hinab, wo er sich eine Kugel in die Schläfe schoß. * In einem Anfalle von Gcistesgestörtbelt erhängte sich gestern die 71jährige Frau Wilhelmin« Sprenger in ihrer Wohnung in der Bergstraße 11. Kommunistischer RohheitSakt. Gestern nachmittag wurde der Zeitungsausträger des„Bor- wärts", Genosse Klapp, aus dem Laubengelände in der Nähe des Bahnhofes Schönholz von einem Kommuni st«n nieder- geschlagen und schwer verletzt. Genosse K. fand im Reinickendorfer Krankenhaus Aufnahme.— Klapp, ein schwächlicher Mann, befand sich mtt seinem sugendlichen Sohn auf dem Wege zur Borwärtssiliale, um die Abendblätter abzuholen. Dabei wurde der junge Klapp von dem Kommunisten ohne jeden Grund belästigt. Es kam zu einem Wortgesecht, in dessen Verlaus der Kommunist tätlich wurde. Klapp wurde von dem Rohling furchtbar zu- Oer Freispruch von Nachterstedt. Äur aus Mangel an Beweisen? Halberstadt, 29. Oktober.(Eigenbericht.) Die Urteilsbegründung durch den Gerichtsvorsitzenden Landgcrichtsdirektor Dr. Pfanne kam einer moralischen Ver» urteilung des Angeklagten gleich. Man hätte den Eindruck, daß das Gericht sich lediglich dem Spruch der Mehrheit der Geschworenen gefügt hat. Der Angeklagte Koch sei, so heißt es in der Urteils- begrünidung, nur auf Grund mangelnder Beweise frei- gesprochen worden. Nach wie vor laste der schwere Verdacht des Mordes auf dem Angeklagten. Das Gericht sei von seiner Schuld- lostgkeit nicht überzeugt. Die belastenden Aussagen der Frau Koch halt« das Gericht für durchaus glaubhaft. Koch habe den Direktor Kramer mit drohendem Haß verfolgt und diesen Haß wohl auch in die Tat umgesetzt. Die Aussagen der Familie Brandt, wodurch das Alibi des Angeklagten bewiesen wird, würden für das Gericht völlig ausscheiden. Der Alibibeweis sei nicht einwandfrei erbracht. obgleich andererseits auch nicht genau festgestellt werden könne, ob Koch nicht doch zur Zeit des Mordes in seiner Wohnung war. Deshalb müsse der Angeklagte freigesprochen werden. Während der Gerichtsvorsitzende der Ehefrau Koch, der ein« zigen Belastungszeugin alles glaubt, kommen die Eni- lastungszeugen weniger gut weg. Den Sachverständigen Dr. Rauschen- dach, der als Hausarzt nichts NachteUiges über Koch aussagen konnte, nennt er einen„Gönner des Angeklagten". Dann fühlte sich der Bor- sitzende auch noch verpflichtet, den Verteidiger Rechtsanwalt Braun nachträglich deshalb zu rügen, weil dieser in seinem Plädoyer zum Ausdruck gebracht hatte, daß Koch nicht die geringste Ursache gehabt hätte, den Direktor Kramer zu ermorden, denn den einzigen ma- tcriellen Borteil von dem Morde habe nur die Witwe Kramers gehabt, die 190000 Mark aus der Versicherung bekommen habe. Der Vorsitzende brachte zum Ausdruck, daß er erwartet hätte, daß der Verteidiger auch des schweren Verlustes der Frau gsdenken würde. Nicht der leiseste Schatten eines Verdachtes der Täterschaft falle nach Ueberzeugung des Gerichtes auf Dr. Kaeding, der als einziger bei der Tat zugegen war. Der Haftbefehl wurde sofort ausgehoben und der An- geklagt« in Freiheit gesetzt. Vor dem Gerichtsgebäude warteten Tausende, um den Freigesprochenen zu sehen urk> zu begrüßen. prügelpolizisien werden nicht geduldet. Fristlos gekündigt und diszipliniert. Zu der Verurteilung der beiden Polizeiwachtmeister Ullmann und Havenstein wogen Uoberschreitung der Amtsgewalt, Nötigung und schwerer gemeinsamer Körperverletzung, wird von zuständiger Stelle mitgeteilt, daß die beiden Beamten schon vor Be- endigung des Gerichtsverfahrens durch den Polizei- Präsidenten vom Dien st suspendiert und die fristlose Kündigung in die Wege geleitet worden ist. gerichtet. Das Gesicht war über und über mit blutunterlaufenen Stellen bedeckt, der Mittelfinger der rechten Hand wurde bis auf den Knochen durchgebissen. Plötzlich tauchten noch vier bis fünf jugendliche Kommunisten auf, die den Schwerverletzten verhöhnten. Nach den bisherigen Feststellungen handelt es sich um einen ver- abredeten Ueberfall, der wohl in erster Linie dem jungen Klapp gelten sollte. Gegen den Täter, dessen Wohnung bekannt ist, wurde inzwischen bei der Kriminalpolizei Strafanzeige erstattet. Selbstverwaltung an den Aufbauschulen Seit einiger Zeit ist man bemüht,«inen zentralen Ausschuß der Schüler-Selbstoerwaltungsapparate an den Berliner Aufbau-■ schulen zu schaffen. Die Vertreter der Schülerschaften kamen zu-' lammen und berieten über aktuelle Fragen, die an den Aufbau-! Ichulen gelöst werden müssen. Bor«Iniger Zeit führten dies« Ver« 1 Handlungen tatsächlich zu einem positiven Ergebnis. Der zentrale Ausschuß trat zusammen, ist aber bald darauf kommunistischen; Spaltungsmanövern zum Opfer gefallen. Jetzt ist wiederum ein! Versuch unternommen worden und es haben die Aufbauschulen am! Köllnischen Gymnasium, an der Käthe-Kollwitz-Schul« Neukölln und � am Friedrichshain einen zentralen Ausschuh gebildet, dem hoffent- � lich die noch fehlenden Anstalten in nächster Zeit beitreten werden.' Es ist zu wünschen, daß es dem zentralen Ausschuß gelingen möge, Störungsversuch« im Keim« zu ersticken und praktisch« Arbeit zu leisten die der gesamten Aufbauschülerschaft, die sich zum größten Teil aus Arbeiterkindern zusammensetzt, zugute kommen würde.» In einem Dreiqespräch erörtern Dr. Hans Flefch, Alfred Braun und Hans Meißner, der Intendant des Stettiner Stadt- theaters, das Problem„Theater und Rundsunk" innerhalb der Tbeater-Werbowoche des Berliner Senders. Kann det Funk dem Theater eine Konkurrenz sein? So lautet die Frage Brauns: Meißner verneint. Im Gegenteil, der Funk regt durch feine Darbietungen den Theaterbesuch an. Man will auch das sehen, was man eben gehört hat. Das Theater bringt den Menschen als lebendiges tünst- lerisches Ausdrucksmittel, der Funk dagegen nur das Wort. Darum kann der Funk niemals Ersatz des Theaters sein. Ein paar Be- merkungen über das Hörspiel sagen nichts Besonderes, und die ganze Unterhaltung plätschert zu sehr an der Oberfläche. Es wäre besser gewesen, wenn einer der drei Hetren ganz scharf die Unterschied« zwischen Hörspiel und Bühnendrama formuliert hätte. Man ver- mißt«ine entschiedene Stellungnahme. Das Schlußwort des Dr. Flesch, der Rundfunk könne junge Dramatiker zur Mitarbeit heranziehen, und sie dadurch einem großen Publikum präsentleren, klingt verheißungsvoll, müßte aber auch öfters Wirklichkeit werden. Sonst zwei lehr schöne Konzerte. Schuberts Forellen-Ouintett erfährt eine ausgezeichnet« Aufführung, und abends singt SigridOnegin in einem Symphoniekonzert Lieder von Brahms, Reger und Strauß. Diese edle und klangschöne Stimme kommt im Rundsunk zu starker Wirkung. Immer wieder bewundert man die kultiviert« Art des Vortrags. Das Konzert unter Seidler Winklers Leitung steht in bezug auf Ausführung und Programm auf hohem Niveau. Sek. Netriebsfraqen der Reichsbahn. Der dritte Vortragsabend der vom Reichsbund Deutscher Techniker veranstalteten Vortragsreihe„Verkehr und Industrie" war den Betriebssragen der Reichsbahn gewidmet. Nach Begrühungs- warten des Vorsitzenden, Oberbaurats Brüggemann, und einem Gedenken der Opfer der beiden letzten großen Vergwerkskata- strophen sprach Professor Dr.-Ing Gerstenberg von der Tech- nischen Hochschule Braunschweig über das Thema des Abends: er führte u. a. aus: Die Eisenbahnen seien früher neben der Schiff- fahrt das einzige Verkehrsmittel für Massentransporte und Trans- parte auf große Entfernungen gewesen. Heut« werde ihnen durch den Kraftwagen- und Luftverkehr ein erheblicher Wettbewerb be- reitet. Dieser Wettbewerb habe aber vielleicht dos«ine Gute, daß er den Bestrebungen der Eistnbahnen, ihren Betrieb zu verbessern, erneuten Ansporn aeb«. Beim Personenbetrieb seien Schnelligkeit, Pünktlichkeit und Wirtschaftlichkeit die Hauptforderungen des Tages. Der Fahrplan sei besonders berufen, diesen Anforderungen zu dienen. Die Höchstgeschwindigkeiten betrügen heute für v- Z ü g« 10 0 Kilometer in der Stunde, für?D-Züge aus bestimmten Strecken 110 Kilometer, für Eilzüge 95 Kilometer und für Derson'n- züg« 75 Kilometer. Im allgemeinen seien die Reisegeschwindig- leiten der Vorkriegszeit wieder erreicht und zum Teil überschritten worden. Die Einführung der Kunze-Knorr-Bremse habe bedeutende Ersparnisse gebracht und es dabei ermöglicht, die Geschwindigkeit bedeutend zu erhöhen. Von ganz besonderer Bedeutung sei natürlich die Sicherheit des Reisebetriebes. Hier könne festge- stellt werden, daß die Sicherheit der Reisenden auf keinem Verkcdrs- weg« so groß sei wie auf den Eisenbahnen. Selbst im ungliickl'ch- sten Jahr«(1926) seien erst aus 27,5 Millionen Reisende ein bei einem Eisenbahnunfall Getöteter entfallen. Umfangreiche Signal- und Sicherheitseinrichtungen sorgten für die Sicherheit der Reism- den. In neuester Zeit würden Einrichtungen erprobt, die es ge- statteten, auch schnellfahrende Züge an Haltesignalen mit automa- ti|ch«r Sicherheit zum Stehen zu bringen. Im Anschluß an den Vortrag gelangten drei Filme der Reichsbahn:„Alarm",„Unfall- Hilfsdienst" und„Der Verschiebebahnhof Hamm" zur Aufführung. Kunstabend Verlin-Mittc. Einen Abend von hohem künstlerischen Niveau bot das vom Bezirksamt Mitte in der Singakademie veranstaltet« Konzert des Berliner Sinfonieorchesters unter Leitung von Ewald Gebert. Das Programm brachte erlesenste Musik: als Austakt Webers„Freijchütz-Ouvertüre", dann die prächtig« Us-Dur-Sinfonie von Mozart, und zum Schluß Tschaikawskys E-Mall-Konzert(V. Sinfonie), dieses gewaltige musikalische Erleben, das alle Eefühlsstalen durcheilt, um am Schluß im Andante maestoso in gigantisch ausstrebender Höhe ouezuklingen. Mit gut geschultem, schön ge|ärbtem Alt bracht« die Solistin des Abends, Agnes L e n b a ch, Brahms- Lieder in der Instrumentation van Max Reger zu Gehör.„Auf dem Kirchhos"(Liliencron), die Sapphische Ode und„Immer leiftr wird mein Schlummer" von Hermannn Lingg. Das Fest der Goldenen Hochzeil feiert am 30. Oktober Jean O r t e l mit feiner Frau Emma, im Nordosten, Zelterstr. 24. Wir freuen uns, den jetzt 78 Jahre alten Sozialisten und Freidenker, der schon unter dem Sozialistengesetz seinen Mann gestanden hat und 1890, als er seine Existenz als Uhren- und Goldwarenhändler ver- loren hatte, als Aqnisiieur im„Vorwärts" tätig war, zu diesem Festtag beglückwünschen zu können. Genosse Wilhelm Ball, Gunterstr. 5, wird heute 70 Jahre alt. Er ist seit dem 20. November 1897 Mitglied der Partei und heute noch in der Konsumbewegung aktiv tätig. Drei Serien-Iage Donnerstag bis Sonnabend Winter-Ulster 24.- 35.- 53.- 68.- Winter-Paletots 29.- 39- 54.- 75.- Damen- Winter- Mäntel 19.- 27.- 36.- 45.- Sakko-Anzüge 27.- 42.- 59.- 75.- Abend-Anzüge 55.- 75.- 98.- 118.- Sport-Pelze 78.- 118.- 148.- 175.- Sport-Anzüge 37.- 46- 62- 72- Winter- Loden- Joppen 12.- 17— 22.50 29.- ea Herren Loden- Mäntel h"" 16.50 25— 33— 42. # Haus j Oppen 12- 18- 24- 28. Lederjacken 49- 59- 72- 83. Hosen 2.50 6.50 9.50 14.50 J ünglings- Winter- Ulster 22.50 29- 37- 47- Knaben- Winter- Ulster Größr 0—3 OrtiE-! 4—8 OrEBe 7—12 9,5» 16.- 19- 24- Jünglings- Anzüge 25- 34- 42- 52- Knaben-Anzüge GrüB. 3—6 GrüBe 7-12 M 9.50 12— 16.50 19.50 Verlangen Sic kottenlo» unteren neuen Winterkatalog Daer Soim Ä-CL Berlin N4, Chausseestraße 29-30, U.-Bahn: Stettiner Bahnhof Clnfcnbungen für diese Rubrik sind >« r l I» SB«». Liildenilrabe 3. parieinachrichten für Groß-Berlin stet« an da» Bezirtesekreiariai 2. Hot. 2 Trennen recht», ,u richte» 1. ltrei- Mitte. Heute. Donnerstag. SO. Oktober, 19H Uhr. im Sitzungssaal des Bezirksamtes Mitte, Klostcrstr. W, 2. Aursusabend der Arbci'crwohl. fahrt. Kerichtsassessor Esser spricht Uber:„Soziale Eerichtshilfc". Reger Besuch wird erwartet. Ich Kreis Rentölln. Heute, Tonnerstag, IS'4 Uhr. Sitzung des engeren Kreis- Vorstandes und der Abteilungsleiter im Parteibüro. Heule, Donnerstag, 30. Oktober: 22. Abi. Die Bezirksführer holen sofort dos Material vom Genossen Seidel, Llllticher Strasse, ab. Morgen, Freitag. 31. Oktober: 12. Abt. 20 Uhr ssunktivnärsttzung bei Schmidt, Wiclofstr. 17. 8«. Abt. Schöneberg. 20 Uhr bei Eltrlich. Begasstr. 1. lsunktionärsttzung. 102. Abt. Baumschnlenweg. 1914 Uhr Borstandsützung mit den Mitgliedern des Weihnachtsfeicr-Ausschusses im Lokal Hass, Baumschulenstrasse. TPD.-Fraktiou beim Bezirksamt Pankow. 20 Uhr im„Türkischen stelt", Pankow, Breite Str. lt. Genosse Max Heydemann spricht über!„Die politische Lage". Düste willkommen. Sozialistische Studentenschaft. Ortsgruppe Berlin. Freitag, ZI. Oktober, 20 Uhr, Kundgebung der Sozialistischen Studenten. schaft im Sitzungssaal des ehemaligen Herrenhauses. Leipziger Strasse. Redner: Genosse Erispien. M. d. R., Genosse Otto Braun, Brandes, Radbruch Karten bei den Funktionären und in beschränktem Umfange an der Abendkasse. Ein. tritt 20 Pf. Iungsoziallsten Groß-Berlin. Prenzlauer Berg. Gruppenabend fällt aus. Wir beteiligen uns am Kursus Schlesinger:„Faschismus und Bolschewismus" im Bezirksamt. Bitte den Eonn. tagabend freizuhalten. Gruppe Frkbrich-hain. Wir tagen heute wieder pünktlich 20 Uhr im Zu- 'heim Tilsiter Str. 4—5, I, Genosse Ahlfeld spricht. Pünktlich erscheinen. oruppe Pankow. Am Donnerstag, dem SO. Oktober, 20 Uhr, im Zugend. Thema: Am WWW. WW WWWWWWWWWWWWWWW________ Norden in sseu-Bchlefanz. Treffpunkt 1714 Uhr Bahnhof Pankow-Rorbahnhof. Unkosten ' 50 M. Arbeitsgemeinschaft der Hinderfreunde. Krei» Friedrichshain. Morgen, Freitag, 31. Oktober. Krciselternverfamm. tung um 20 Uhr im Jugendheim Litauer Strasse. Tagesordnung: I. Weltliche oder religiöse Erziehung. 2. Diskussion. Z. Verschiedenes. 17. Kreis Lichtenberg. Heut«, 1914 Uhr, Kreishelscrsitzung in den Baracken, Rathausstrasse, 14. Kreis Neukölln. Dir Arbeitsgemeinschaft der kindeofreunde ladet alle Parteigenossen zu einer Feltlagcrrejwrtage am kommenden Sonnabend um 20 Uhr im Saalbau Bergstrasse ein. Karten sind erhältlich bei allen Falken und Helfern zum Preise von 30 Pf. Genossen, unterstützt die Kinderfreund». Gruppe Marieudors. Heute, 20 Uhr, bei Görlitz, Ehausseestr. 19, öffentliche Versammlung. preis Zoiisiistiscks Hochschule Sonnabend, den 8. November 19, 2 Uhr, im Plenarsaal des ehemaligen Herrenhauses, Leipziger Straße 3 Vortrag des Genossen Friiz Naphtall- Berlin über „uieltwirtsciialtsKrlse und ArbeüslosenproDienr :d>ul»nftr. 37. Ehre seinem Andenken. Einäscherung heute, Donnerstag, 31. Oktober. 17 Uhr, im Krematorium Baumfchulenweg. Wir bitten um rege Beteiligung. 103. Abt. Köpenick. Unsere Genossin Emma Schultz«, Flemmingstr. 14. ist im Alter von 64 Jahren am 27. Oktober verstorben. Ehre ihrem Andniken. Einäscherung am Freitag, dem 31. Oktober. 17>4 Uhr, im Krematorium Baum. schulcnweg. Wir bitten um rege Beteiligung. W Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Verlin ains-ndtmgen für diese Rudeit nur an da« Znaendfetrelartat Jlfffln GW 60. JChrbenOro«* 5 Nevolutionsseier der Partei am 9. November in der AutoHall« am Kaiser. dämm, karten für Jugendlich« 30 Pf., sonst 60 Pf., müssen umgehend von den Gruppen abgeholt werden. Erwerbslose gegen Lorzeizung der Stempelkarte Eintritt frei. Polksbühnen-Sonberporftellung für Jugendliche am 9. November. Einig« Karten zu 30 Pf. sind noch ZU haben. D«r Bericktsbogen vom 3 ii-er'-r MUS vtn-'Vrd nWTi«trrf werden. Arbeiter Tnrn- und Dportbnnb: Hallcnturufeft am 2. November im Sport. Palast um 15 Uhr. Karten im Vorverkauf 50 Pf., an der Kasse 75 Pf. heuke. Donnerstag. IQ'A Uhr. Falkplatz 1s Schul« Eonnenburgcr Str. 20.„Was will die SRI.?"— Nordosten II: Heim Danziger Str. 62. Bunter Abend.— Schönhauser Vor. stobt: Schule Sonnenburger Str. 20. Mitgliederversammlung.— Hasenhcide: teim Wasscrlorstr. 9. Schallplattenabcnd.— Kottbusser Tor: Heim Britzer trassc 27— 30.„Unsere Stellung zur Reichswehr."— Südwest: Heim Linden. strassc 4.„Genossenschaftswesen."— siehlendors-Tahlem: Schule Lanzstrasse. Mit» gliederversemtmlung.— Britz: Echnle Porchimer Allee. Arbeitsgemeinschaft.— Neukölln III und XI! Heim Eteinmetzstr. 114. Arbeitsgemeinschaft:„Kultur. politische Fragen".— Zobannisthal: Rathaus. Funktionärvcrsammlung.— Neinickendors.West: Heim Eeidrlstrasse. Mitgliederversammlung. SSG. Westen: Heim in Charlottenburg, Rofinenstr. 4, 17 Uhr.„Die Aus. ficht der akademischen Berufe." SSG. Lichtenberg: Heim Scharnweberstr. 29. 20 Uhr Mitgliederversammlung. Werbebczirk Prenzlauer Perg: Treffpunkt zur Probe des Spreehchor» für Proletarische Feierstunden pünktlich 19 Uhr im Bezirksamt. Beteiligung aller Genossinn«» und Genossen, die keinen Gruppenabend haben, ist Pflicht. Tarn- bourka pelle. Beben im Heim Danziger Str. 62. Erscheinen aller ist notwendig. Werbebezirk Wedding: Iüngercnkursus im Heim Willdcnowstr. 5 pünktlich 20 Uhr. Redner: Engelbert Graf. Fror« Arbeiter. Esperanto. Bereinigung. Gruppe Osten. Donnerstag. 30. Ok- tober, Gruppe und Kursus im Zugendheim, Am Ostbahnhof 17, Zimmer 1. hpt. „Cociet-Ludoj." 1914 bis 21 Uhr. Gruppe Zentrum. Freitag. 31. Oktober, im Metallarbeiterverbandshaus, Linicnstr. 83—85, Portal I, Gruppe und Kursus. ..Parolados mallongas." 20 bis 22 Uhr. Eonntaa, 2. November, Streifzüge durch den Grunewald. Treffpunkt 8 Uhr U-Bahnhof Krumme Lankc. „Sturmvogel", Bezirkogruppe Treptow, veranstaltet am 6. November, 20 Uhr, einen Werbcabcnd. Portrag:..Paketen, und Stra'olphärcnflug". Referent: Dr.. Zng. Otto Steinitz. Di« Versammlung findet statt im Restaurant„Sur Hütte" (3i. Günther), Berlin.Trep'ow. Lohmühlen- Eck- Kraetzstrasse Licktenberger Verein für Einh»!t»knrzschrist. Knaben-Mittelschul«, Markt- strasse 10. 20 Uhr Anfängerlehrganq. Deutscher Arbeiter.Abstinenten.Bnnd. Bez-rksgrupve Norden. Am Don, nerstag, dem 30. Oktober, 20 Uhr, im Jugendheim, Gerichtstr. 12—13. Unter- Haltung und Spiele. Rricksvereinignag ehemaliger Kriegsgesangener«. V. Grupve Norden N. Sitzung jeden 1. Sonnabend im Monat um 20 Uhr bei Semperich. Bornholmer Ecke Malmöer Strasse. Nächste Sitzung Sonnabend, 1. November, 20 Uhr. Spracskinb..The E: rllsh: peakers" Meetings or every Thursday at 8 o'clock 0 m in Ihe restaurant„Stcphanpiatz". NW 21, Stendaler Str 12— Topic.- and debates of general imerest Quests— Ladies and Gentlemen— are. cordialiy welcome(Der Verein wird von einem Parteigenossen geleitet D Red) 1Z. TNuseumowanderung Sonntag, den 2. Nvbember: Besuch der nalur- wissen' chafllichen Rbteiluna des Märtischen Museums unter Führung von Herrn Dr. Mag Hilzheimer, Direktor der naturwissenschaftlichen Rbteilung. FlnSbefonder«: Besichtigung der neuausacstelltcn»esch'ebe- lammlung. sowie der NuSstelliing van Boael'chutzneräten der Städtischen Stelle für Naturdenkmalvssege. Tressdunkt donnittagS 10 Uhr am MuseumS» cingang. Mitglieder frei, Gäste B SV Mark. Eine Pilzexkursion zum Sammeln und zum Studium der Serbstdilze beranst'Itet die Deutsche Mesellschaft sür Pilzkunde am Sonntag. 2 Nobember. in die Kieserbeiden, südlich WünSdors. Abfahrt: Anhalter Bahnhos g.t7 bis Neuhof. Führung: Studienrat Hennlg. Oesterreichtsche lotrngedenkseier la verlln. Die österreichssche Kolonie feiert auch in diesem?labr das Gedenken an die ölterretchtlchen Soldaten, die als Opfer des Weltkrieges in Berlin gestorben und beerdigt ssiid. in einer besonderen Totenfeier om Allerieelentag Aul dem Garniionlriedbof am Tempelbafer �eld, wo über vst österreichische KriegSgräber sind, werden sich die Angebörigen aller österreichischen landS» mannlchastlichen Verein« am Sonntag, dem 2. Naoember. ll'/, Uhr vor- mittag? verlammeln. Der österreichische Gesandte, Nmister Frank, wird die Gedenkrede halten.__ Sport. Rennen zu hoppegarlen am Mittwoch, dem 29. Oktober. 1. Rennen, t. Geselle fBöhlke), 2. Gerald. 3. Dixi. Toto: S0:lB. Platz: 15, 22, 13: 10. Ferner liefen; Wildlockc. Gawan, Flnftructar, Octava. 2. R e n n e n. l. Richtlinie fBöblke). 2. PalraS, 8. Malatesta. Toto: 54:10. Platz: 15. 16:10 Ferner lief: Erinnerung. 3. R e n n« n. 1. NeguS(Müschen), 2. Eaprivi. Toto: 14: 10. Zwei liefen. 4. Rennen. 1. Meermädchen(O. Schmidt), 2. NordfrieSIand. 3. Loretta. Tolo: 27:10. Platz: 16, 15: 10. Ferner liefen: Puppenspieler, Jnnocenzia, Prievlusa. 5. R e n n e ii lDamenrennenl. 1. Tauperle(Fräulein L. Schläske), 2. Slmplars, 3. Achmed. Toto: 22: 10. Platz: 14, 15: 10. Ferner liefen: HuSdent. Mahadäh, Floreftan. 6. R e n n« n I. Amönenwarle fKnkulieSl. 2. Delifee, 3. Spheu II. Toto: 26: 10. Platz: 17. 24, 25:10. gerner liefen: Hoidrio, Schlagbaum. Oruk, Blocksberg. Partie. 7. Renne n. 1. Bardenland(Ludwig), 2. Heimatliebe, 3. Histotia. Toto: 29: 10. Platz: 12,11,14:10. Ferner liefen: Sonate, Edler von Lorch, Kurzfchluss, Minty, Sternkunde, Lori. 23. 0kt. 432!). abds. 0 wolkenlos, O heiter, Ohalbbedeckt »wolkjg,»bedeckt*RegenstiGraupeln «Schne6=ffebel,TGewittec®Windstille Mitteleuropa wird zur Zeit von milden ozeanischen Lustmassen üderslutet, die namentlich in den Gebirgen eine beträchtliche Temperaturzunahm« bückten. Selbst aus der«chneekoppe ist wieder Tauwetter eingetreten. Infolge der großen Luftfeuchtigkeit kam es zu verbreiteten, aber meist leichten Regenfällen. Da sich über Süd- west- und Südeuropa hoher Luftdruck befindet und andererseits über dem Atlantischen Ozean«ine Reihe von Depressionen nach Osten ziehen, dürften die milden Westwinde von Bestand sein. Durch diese Lustdruckverteilung ist auch die über Island ausfließende kalte arktische Luft gezwungen, wieder nach Westen zurückzufließen. * Wetterauksichlen sür Berlin; Meist stark wollig bis trübe mit etwas Regen, mild: südwestliche bis westliche Winde.— Zur Deutschland: Allgemein mildes und trübes Wetter, verbreitete Regenfäll« namentlich im Gebirge. Aufbaumöbel bei Wertheim. Die neuen Siedlungs-Massenwohnungen bedingen eine eigene Struktur von Möbeln, die im kleinen Raum bei aller Zweckmäßig- keit auch noch das Gefühl des Behaglichen und Schönen vermitteln sollen. Es ist ein Problem, das wenige Möbelarchitetten restlos ge- löst haben, aber von diesen stnd die von Professor Schuster, Frankfurt, entworfenen, die zur Zeit in einer besonderen Aus- stellung in der Möbelabteilung bei Wertheim, Leipziger Straße, gezeigt werden, ganz besonders beachtenswert. Diese Möbel haben die Eigentümlichkeit, daß man ste anbauen kann, d. d., sie bestehen aus schlichten gefälligen Grundformen, die man schon einzeln als fertiges Möbelstück, als Schrankfach, Teil eines Bücher- schranke? u. a. aufstellen kann und die man nach wachsendem Be- darf dann vergrößert, indem man ähnliche Teil« danebenfügt oder auf den Unterbau aufstellt. Aus solche Art wird es auch dem kleinen chaushatt mö'lich gemacht, die Frag« der Beschaffung geschmack- voller Wohnungseinrichtungen zu lösen. Auch die sonstige Anord- nung des Jnnenraumes, wo Schuster den Dreiklang der Farben- Harmonie bevorzugt, zeigt viel Neuartiges und Interessantes. Kaisers Kasseegeschäfl, dessen Stammhaus sich zu Viersen im Rheinland befindet, begeht in diesen Tagen das Jubiläum seines 50 jähr igen Bestehens. Das Haus zählt zu den größten deutschen Importfirmen und unterhält ISOO Filialen. Kommerzien- rat Kaiser. Sohn des Gründers und gegenwärtiger Chef des Hauses, hat eine Stiftung zugunsten der Angestellten und Arbeiter seiner Firma errichtet, die mit einem Kapital von 200 000 Marl dotiert wurde. W i(ot FAHREN SIE ADLER, dann FAHREN SIE SICHERI Elastisch wirkende hydrau- lischeSandbremson mitServo- wirkung und automatischer Nach- stellungdurchhydraulischenDruck- ausgleich— schmutzsicher verkapselt— gute Wärmeabführung C2)äs �Moment der ist letzten Sndes entscheidend! 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Fr./ LEIPZIG/ MÜNCHEN/ NÜRNBERG/ STUTTGART Da«'Der dun von heute iSin Nergmann aus Alsdorf hat einen französischen Sonder- torrespondenten über die Unglücksstätte geführt. Der Franzose war erschüttert. Tränen traten ihm in die Augen. In diesem Augen- blick- ergriff der Bergmann die Hand des einstigen Feindes, wies mit der Linken aus das Chaos, auf die Särge, auf die Toten, und sagte:„Berdun... Verdun...1" So berichtet es ein« große IPariser Aeitung. Es ist gleichgültig, ob dieses Wort wirklich gefallen ist oder nicht. Was jedoch nicht gleichgültig ist, das ist die Folge- rung, die die Menschheit am Allerseelentag, am Totensonntag zu ziehen hat. Millionen von Männern, Millionen von Frauen sind aufs tiefste ergriffen in Erinnerung an die Toten von Alsdorf. An die Toten von Maybach. An die fünfzehnhundert Toten in Süditalien, die Opfer des Erdbebens. An die zweihundert Toten, die der Sturm an der bretonischen Küste unter dem werktätigen Volk erraffte. An die fünfzig Opfer der Katastrophe de- englischen Luftschiffs ,.K 101". Millionen von Frauen, Mllionen von Männern trauern um diese dreitausend Menschen, di« höhere Ge- walt aus ihren Reihen riß. Aber was find dreihundert, was fünf- zehnhundert, was gar dreitausend Leben in einem modernen Kriege? Verdun... Verdun... Gehen wir einmal, wie jener Arbeiter von Alsdorf es in Gedanken getan haben soll, den Weg von den Gräbern der unbekannten Toten der Arbeit zurück zu den unbekannten Toten des Krieges! Verdun 1930.... Man kommt heute mit dem Schnellzug an und sieht gleich zuerst einen Friedhof(Faubourg Pavö). Aus dem Nebel tauchen neu« rote Häuser auf, Straßenbahnen, Automobil«, geschäftige Passanten, unter den Schirm geduckt: Noch ist nicht olles wieder aufgebaut in der Stadt. In den Vororten sind die Manoeau-Kaserncn immer noch wegrasiert vom Boden. Das ist nicht das Schlimmste, denkt man. Draußen in der Nähe schon roieder ein Friedhof. Fünftausend Tote, sieben unbekannte Solda- ten darunter. Rechts der Taoannes- Tunnel, unter dem ein ganzes französisches Bataillon verschüttet wurde. Ein Stückchen weiter das berühmt« Fort V a u x. Fünf Tage und fünf Nächte Trommelfeuer, um wenige Menschen zu zerschmettern. Die unter- irdischen Gänge und Kasematten blieben im Zustande der Zerstörung erhalten. Ein Führer weist an die Wand: Spuren deutscher Flammenwerfer. Dort der Schalter, durch den der französisch« Ltommandant R a y n a l die Brieftaube davonfliegen ließ, und durch den er schließlich nach hundertzwanzigstündiger Belagerung seinen Degen herausreichte, den er später als Zeichen besonderer Achtung zurückerhielt. Während sich die französischen Chauvinisten von diesem Orte nicht trennen können, gehen wir«in Stück weiter. Neben der Straße, mitten im Feld«, steht eine Tafel. Ein Weg- weiser? Nein. Ein Grab! Kein gewöhnliches. Auf der Tafel steht in großer Hchrift:„5) i e r lag da- Dorf F l c u r i e." Fleurie, auf deutsch: Stätte der Blumen. Restlos verschwunden, zerstampft in Blut und Geschützhagel, wie die acht anderen blühen- den Dörfer an der Front von Verdun. Ein Denkmal... Ein verwundeter Löwe, der zum Angriff vorspringt. Er soll die französische Offensive unter M a n g i n versinnbildlichen. Und dann... Douaumont... Oder, was von ihm übrigblieb. Oder der Preis, den es kostete: ein Friedhof mit fünf- zehntausend Gräbern. Und nebenan das Erschütterndste, was ein Mensch sehen kann, was jeder der 03 Millionen Deutschen sehen wüßt«: Das Beinhaus mit den Resten von dreißigtausend unbekannten Kriegern... Hier.ruhen" sie, die namen- losen Söhne und Männer deutscher, französischer und britischer Frauen, die n i e erfuhren, was, mit ihren Lieben geschah, wo sie starben, wo sie endeten.„Vermißte"... Auf den Feldern rund- wn fanden die Bauern noch in diesen! Herbst menschliche Knochen unter dem Pfluge, noch heute Granatsplitter und Uniformknöpfe. Der Bajonett-Graben... So genannt, weil hier ein« ganze Kompagnie fiel, Gewehr im Anschlag, Kamerad neben Kamerad, aufrecht, Bajonett neben Bajonett, wie eine Hecke au- Fleisch und Eisen. An dieser Stelle hat im vergangenen Somni«r ein Amerikaner eine große Gedächtnishallc erbauen lassen. Sie ist gekrönt von einem Scheinwerferturm, dessen Licht nachts über die Friedhöfe geistert. Weiter, weiter! Die„D a m e n- S ch l u ch t", aus der der Krieg eine„Todesfchlucht" machte. Dann die Stellungen von Bros, Bell« ville, S o u v i l le, B o i s B o u r r u, wo für jeden Quadratmeter Hekatomben von Soldaten geopfert wurden. Wer kennt noch die Namen? Z«rschmettertes Leben, vernichtete Jugend, lehmiges Chaos. Hier sieht man keine Gräber mehr. Hier ist man mitten drin im Grabe. Man geht buchstäblich auf Toten. Verdun... Verdun... � Die Schatten von Verdun anzurufen, diese Pflicht bringt uns der Totengedenktag des Katastrophsnjahres 1930 ganz besonders deutlich ins Bewußtsein. Dreitausend Menschenleben, dem Moloch Unglücksfall geopfert, beklagt die Welt. Das ist viel, das ist erschütternd, das ist unendlich traurig. Sie fielen im Werktags- kämpfe mit einer höheren Gewalt. Aber allein üb' er hundert- tausend Menschen, von denen nur zwei Drittel ein eigenes Grab besitzen, entriß uns dieses Verdun... Auch höhere Gewalt? Nein! Krieg ist Menjchenwerk. Und vergänglich, wie Menschen sind. Wann können wir das Totenfest de- Krieges feiern? Wann? E. M. Vofeel. Itach 296 Jahren vollenden Der 25. Oktober 1930 wird in den Annalen der französischen Akademie als ein denkwürdiger Tag verzeichnet werden. An diesem Tage konnte Abel Hermant den vereinigten fünf Akademien des „Institut de France" die offizielle Mitteilung machen, daß die Grammatik der Akademie, an der die Akademiker feit dem Jahre 1033 arbeiteten, endlich abgeschlossen vorliegt. Man könnte annehmen, daß ein solches Werk, dessen Fertigstellung fast drei Jahrhunderte gedauert hat, viel« Bände zählen müsie. Dem- gegenüber führt der Sekretär der Akademie aus, daß es sich nur um einen dünnen Band handele, der zwar nicht für den Schuluntec- richt bestimmt sei, in seinem Umfang und Aussehen aber einem Schulbuch gleiche. Der Scharfsinn vieler Generationen der„Un- sterblichen" ist hier immer und immer wieder destilliert worden, bis sich der gewünschte grammatisch« Extrakt ergab. Jetzt endlich, noch 296 Iahren emsiger und tiefsinniger gedanklicher Tätigkeit, deren Dauer für die Schwierigkeit des behandelken Gegenstandes zeugt, hat die Akademie beschlossen, daß der Drucker dos letzte Wort zu sprechen Hab«. Es wäre ein Irrtum, anzunehmen, daß diese Grammatik die ganze Aufmerksamkeit der vierzig gelehrtesten Männer Frankreichs ausschließlich gefesselt habe, seit dem Tage, an dem.Richelieu den Gedanken verwirklicht«, die Akademie ms Leben zu rufen. Ursprünglich bestand vielmehr der Plan, daß ein Wörter- buch der französischen Sprache, eine Grammatik sowie ein rhetorisches Werk aufgearbeitet werden sollten. Von diesen Arbeiten ist noch wiederholten Verschiebungen nur das Wörterbuch und jetzt die Grammatik zustondsgekommen„Es gibt manche Leute", erklärte Abel Hermant,„die sich für gebildet und gut unterrichtet halten. Der einzige Zweck, den die Akademie mit der Veröffentlichung ihrer Grammatik verfolgt, zielt darauf ab, diese Leute eines Besseren zu belehre und ihnen zu helfen," ü)as häßlichfie Wer Von R. Trance Während die Meinungen der Menschen über di« meisten Dinge überaus geteilt find, wird wohl darüber nur eine Stimme fein, daß das abscheulichste Geschöpf der ganzen Tierwelt di« Bettwanze sei. Warum? Die häßliche, an geronnenes Blut erinnernde Farbe, der abschreckend üble Geruch der von ihr ausgeht, die Gestalt, in der der Unterleib alles ist, würden das Urteil erklären, selbst, wenn nicht jeder schon einmal, und wäre es nur in der Kriegszeit oder auf der Reise im Osten Bekanntschaft mit etwas gemacht hätte, was die einen als Wanzenstich, die anderen als Wanzenbiß bezeichnen. Will man den Höhepunkt dieses Erlebens für mich kennen lernen? Eine Reise im östlichen Ungarn vor dem Kriege. Im heutigen„Russinsko", Spät abends Ankunft in einer kleinen Herberge. Das schlecht ge- lüftet«, 3«ige nicht bewohnt« einzig« Zimmer wird geöffnet. Schon beim Schein der Kerze auf dem kärglichen Abercdbrottisch kriecht ein« Wanze zwischen den Speisen umher. Trotzdem legt man sich todmüde mit Insektenpulver besträubt ins Bett. Aber dann wird man ge- weckt von dem Gefühl, mit Feuer übergössen zu sein. Fängt beim Licht Dutzende, entdeckt bei Untersuchungen des Betts, an dessen Wänden ein Saum der trübglänzenden Tiere, Hundert«, die dumpf durcheinander wogen, sich in Bewegung setzen nach dem lang- erwarteten Opfer. Dann verbringt man di« Nacht angekleidet bei Licht und kann selbst die oft angezweifelte Beobachtung machen, daß die vor Hunger scharfsinnig gewordenen Tiere aus die Decke kriechen und sich wie die Blutegel im Urwald von oben auf den Kopf ihres Opfers fallen lassen. Und auf einer Reis« durch die Tropen oller fünf Erdteile: Nicht ein« einzige Bettwaiye! Sonst die Musterkollektion oller erdenklichen Quälgeister des Menschen: Küchenschaben groß wie die Hirichkäfer und so zutraulich, daß sie an den Speiseteller kommen und mitessery Moskitos in Wolken, Flöhe und Sandflöhe, Läufe auf den Krausköpfen der Melanesier, Zecken, Landblutegcl, Wurmer genug, aber nicht eine Wanze. Schon das mag beitragen, die noch völlig ungeklärte Frage nach der Her- kirnst dieser„Menichenfreund«" etwas zu beleuchten. Di« Be- houptung, daß sie aus Ostindien, also einem heißen Land stammen, wird dadurch unwahrscheinlicher. Meiner Ueberzeugung noch ist die Bettwanze ein Tier, halbknlter Länder. Sie erträgt auch Kälte un- beschadet. So wie sie ein Meister im Hungern ist. Nach nicht wisien- schaftlich nachgeprüften Angaben bis zu zwei Jahren. Nichtbewohnen einer Wohnung schützt also vor Wanzen nicht: eigene Reinlichkeit ist kein zulänglicher Schutz, wenn die Nachbarn sorglos sind. Die Tiere kriechen an den Hausmauern von Stock zu Stock, von Fenster zu Fenster. Tatsache ist, daß sie keine Europäer sind. Wenigstens im Europa des Altertums hat man sie kaum gekannt. Die Griechen lernten sie erst in der zweiten Heimat Iphigeniens keimen, lieber- einstimmend wird berichtet, daß Straßburg im Elfah den Ruhm Hot, di« erste Bettwanze beherbergt zu haben. Dort tauchten sie im 11. Jahrhundert auf. Also können sie nicht«ine Ervungenschaft der 5kreuzzüge sein, wie man ebenfalls bebauptet bat.?lndere Ge- schi cht-angaben verlegen ihr« Heimat zur Dürerzeit noch Breslau: ein deutscher Naturforscher beschreibt sie von dort ganz ahnungslos als neue Art der Läuse. Die Engländer wieder bedanken sich bei den Hugenotten, als den Gästen, die die ersten Wanzen mit ihrem Hausgeräi nach London brachten. Alles aber deutet auf einen Mittelpunkt, und das ist schon der Orient, aber der kalt«, nämlich Polen und Rußland, von.wo das liebliche Tier noch überall kam. Zu dieser„Verbreitung" ist das Wanzenzeug aber auch ganz hervorragend ausgerüstet. Viermal im Ial?r legt die„Wanzin" je 50 kleine weiße Eier in Tapetenritzen, Wandlöchcr und in die Fugen der Bettstellen. Nach elf Wochen ist jede Larve, die sofort der Mama ähnlich sieht und sich nur mehrmals häutet, wieder bereit zur Fortpflanzung, wobei sie dieses üble Tun bis sechs Jahre fort- fetzen kann. Man nelnne den Rechenstift und man wird finden, daß aus einer einzigen Wanze im Jahr 6400 Millionen Bettgäste hervorgehen können. Da ist es denn kein Wunder, daß zu ihrer Er- nährung das Menschenblut iricht mehr genügt, sondern auch Tauben, Schwalben und Fledermäuse von ihnen beiallen werden. Und doch ist dieses widerwärtige Tier als Studicnobjett eine Quelle merkwürdigster Erkenntnisse. Da ist zunächst schon der Bau ein Wunderwerk von Anpassung. So flach zusammengedrückt, daß sie papierdünn werden kann, ist die Bettwanze ihren Verwandten, den oft prächtig gefärbten Baum- und Rindenwanzen, darin ganz unähnlich, denn die sind stattliche, oft kugelrund«, käfergrohe Tiere, in den Tropen oft riesig und edelsteingleich in den herrlichsten Farben schimmernd. Dieser flache Bau ist Anpassung an die Ritzen. in denen das Haustier aus- und einschlüpft: er ermöglicht, daß die Tiere sogar unter den Tapeten sitzen können, und gerade das er- fchwert den Kampf gegen dieses Ungeziefer ungemein. Ein« bc- sondere Merkwürdigkeit ist auch die übelberüchtigie Duftdrüfe, die im letzten Brustring liegt, zwiscl�n den Hinterbeinen am Bauch mündet und Oel absondert, das sich in einer Blase sammelt und von dem Tier willkürlich ausgespritzt wird. Der widerliche Genich entsteht erst bei der Verdunstung dieses Oels. Es handelt sich also hier um ein« richtige Stinkdrüse, wie bei den Zibethkatzen oder dem Stink- tier, nur daß dieses Oel auch noch giibig ist, also die Feind« der Wanzen— unter natürlichen Verhältnissen waren das wohl andere Insekten, Lurche, Vögel— nicht nur abschreckt, sondern auch tötet Die Russen, zu deren gepflegten Haustieren die Bettwanze ja ge- hört, wissen das schon längst und ein russischer Zoolog« erzählte, daß er in Ermangelung anderer?Riltel zum Abtöten der in Gläsern gesammelten Insekten lebende Wanzen mit bestem Erfolge verwende. Giftig ist auch der Speichel, den die Wanze beim Stich— sie sticht nämlich und beißt nicht— in die Wunde entläßt und sie hat dazu gleich einer Schlange besondere Giftdrüsen. Der unwiderstehliche Juckreiz nach einem Wanzenstich ist also eine Vergiftungserfchemung, und reichlich« Wanzenstiche haben auch schon Vergiftungskrankheiten erzeugt. Das Giftige der Wanzen erkeimt man besonders an der schrecklichen„fiotwanze", die in ganz verwahrlosten Häusern lebt und ausgerechnet auf Bettwanzen, Fliegen und Spinnen Jagd macht, sie auch regelrecht totsticht, sich allerdings manchmal auch an den Menschen vergreift und dann wahrhaft lähmend sticht. Die Bettwanze ist somit ein richtiges Giittier, eine winzige iechs- füßige Schlange unserer Behausungen und jeder Komps gegen sie ist geboten, sogar notwendig, denn sie ist auch Krankheitsüberträger ersten Ranges. Sie werden denn auch verfolgt, nicht mehr mit Feuer, sondern seit Herstellung des Petroleums mit bestem Erfolg mit dem aus Petroleum und Benzin erzeugten Vertllgungsmitteln. ?lUe„Wanzentinkturen" gehen auf diesen Ursprung zurück: sie helfen aber auch, sachgemäß angewendet, absolut. Jedenfalls besser als die „Insektenpulver, deren Hauptbestandteil immer pulverisierte Blätter der Pyrethrumpslanze sind, und die mehr die Flöhe und Küchen? schaben bedräuen. äOerVodeskampf um die ichwar sse 8rde Ton Maus gifcher Haben Sie schon einmal vom Dreihundertjährigen Krieg gehört9 Heute noch tobt er mit der gleichen Crbitrerung, mit der gleichen Zähigkeit wie zur Zeit seines Ausbruchs, tobt um ein Stück bäum- lose, sandige, brennheiße Erde. Aber dies« Erde birgt, worum Menschen seit je gekämpft haben und gestorben sind— Gold, unermeßliche Mengen von Gold. Es ist der südlichste Teil von Afrika, das Kvpland. Ursprünglich waren es drei Parteien, die diesen mörderischen Krieg um das Goldland sührten: die Buschmänner, denen das Land von Ansang an gehörte, die Bantuneger, die von Norden her«in- drangen, und— die Weißen. Di« Buschmänner sind bereits unter- legen, der Kampf hat sie ausgerieben und zerstveut, und heute leben nur mehr spärliche Reste dieses einstigen Herrenvolkes zurückgezogen im Innersten Afrikas. Aber zwischen den Weißen und den Bantu- ncgern geht der Kampf unverändert weiter, nur die Waffen und die Methoden hoben sich im Lause der Jahrhunderte geändert. Von allen schwarzen Stämmen der Erde sind die Bantu die einzigen ebenbürtigen Gegner der weihen Herren. Von ihnen sagte einmal Peter Neilson, der beste Kenner Afrikas, in seinem Buch „ITie black rnan's place in Africa*(Die Stellung der Schwarzen in Afrika), im Bantu schlummere derselbe Genius, mit dem die Natur den weißen Mann ausgerüstet hat. Wo immer sonst weiße Eroberer mit Farbigen zusammentrafen, war das Schicksal der Far- lügen besiegelt: sie wurden van ihrem Boden verdrängt und starben aus.* Nur die Bantu hielten stand. Sie gaben keinen Fußbreit Boden preis, sie vermischten sich nicht mit den neuen Herren und vermehrten sich von Jahr zu Jahr. Heute übertreffen sie die Bevölkerungszahl der Weißen in der Süd- afrikanischen Union bereits um das Dreifach«. Dabei sind die Bantu mit einer erstaunlichen Intelligenz begabt, gucken den Europäern jeden Handgriff ab und sind sich vollkommen bewußt, daß sie den Weißen gewachsen sind. Schwarze Arbeiter— weiße Lumpenpro?e�arier Seit langem schon stellen die Bantu alle ungelernten Arbeiter Südafrikas. Sie schürfen das Golderz in den Bergwerken, sie bauen die Straßen, di« Wasserleitungen, Kanäle und Eisenbahnen. Die schwere Arbett ist ihre Domäne, in der sie den Weißen immer empfindlicher besiegen. In den letzten Iahren aber hat die Aus- bildung der Bantu ungeheure Fortschritte gemacht. Es gibt eigene Bantuschulen, von einfachen Dorfschulen bis zu richtigen Neger- Universitäten, und mit steigender Bilduno und Zivilisation haben die Bantu auch �ie qualifizierten Arbeiten immer stärker an sich ae- risien. so daß heut« der Konkurrenzkampf zwischen Schwarzen und Weißen in Südafrika in ein entscheidendes Stadium tritt.„Schwarz oder W-iß" heißt di« schicksalsschwere Parole. Die Besiegten in diesem Kampf bilden bereits eine furchtbare Sorg« der Regierung. Denn die meisten Weißen, die das Kapital zu einer eigenen Unter- nehnring nicht besitzen oder es in einem der wilden Spekulations- geschast«, die dort üblich sind, verloren haben, sind viel zu stolz, den Konkurrenzkampf mit den„Kaffern" aufzunehmen und sinken in kürzester Zeit zu zerlumpten Nichtstuern herab. Nach verläßlichen Schätzungen gehört nicht weniger als«in Achtel der weißen Be- vötkenmg der Südafrikanischen Union diesem Lumpenproietariat an. Die„armen Weißen" kommen immer tiefer herunter, ver- größern immer zahlreicher die endlose Reihe dunkler Existenzen und gehen schließlich am Suff zugrunde. Piele von ihnen heiraten schließlich Schwarze. Es ist, als ob sich hier, auf einem einzigen Fleck der Erde, die farbige Rasse für olles rächen wollte, was die Weißen ihr feit Jahrhunderten angetan haben. Im Jahre 1926 machten die Weihen einen letzten Versuch, den Vormarsch der Farbigen auszuhalten: Es wurde die„Colcrnr bar bill"(dos Farbenfchrankengefetz) beschlossen, das die Befchäfligung von Eingeborenen für qualifizierte Arbeiten verbietet. Aber d e drei Jahre feit dieser Zeit haben gezeigt, daß mit Eeietzen gegen den verzweifelten Mut, mit dem ein« Rasse um ihre Existenz kämpft. nicht aufzukommen ist. Trutz aller gesetzlichen Bestimmungen wird euch die gelernte Arbeit in Südasrika von Jahr zu Jahr mehr zur Domäne der schwarzen Bantu. Aber nicht nur die Arbeit, sondern auch das Arbeitsrecht haben die Neger den Weißen abgezuckt. Sie haben begonnen, sich in Gewerkschaften zu organisieren, um gemein- sam ihr Recht besser durchsetzen zu können. Afrika— den Afrikanern Bantuneger kommen ständig nach Europa und Amerika, um hier den weißen Feind näher keimen zu lernen, viele der Lehrer an den Bantuschulen und Universitäten haben auf europäischen Hoch- schulen studiert. In seiner Heimar lernten sie den weißen Mann kennen und— verachten. Sie sahen, daß nicht alle weißen Leute mächtig und gerecht und unbesieobar sind, wie sie es die dummen Neger glauben macheu wollen. Sie sahen, daß die Weißen einander knechten und bedrücken und bcstehlen und morden Damit war der Nimbus geschwunden, der Bann gebrochen. Di« Bantuneger waren erwacht, sie wollten auf ihrem eigenen Boden nicht länger die Sklaven der Weißen sein.„Afrika den Afrikanern" wurde als neue Losung ausgegeben, und in ungeheuren Mafien folgten die Schwarzen dem Ruf. Sie wollten es sich nicht länger gefallen lassen, daß drei Viertel der Bevölkerung ihres Landes von aller politischen Macht, vor allein vom Wahlrecht, ausgeschlossen bleiben. Die Weißen aber wissen, daß es in dem Moment, in dem sie d-n Bantimegern das Wahlrecht gewähren, mit ihrer Herrscizaft im Goldlond vorbei ist. Di« Entscheidungsschlacht in diesem dreihnndertjäbrigen Kri.-g um dos Goldlond ist noch nicht geschlagen, aber sie läßt sich nicht mehr vermeiden. Und ihr Ausgang ist gewiß.„Es mag sein, daß 'vir Furcht haben", sagte General Herzog im Jahre 1925,„und daß diese Furcht unsere Politik gegen die Schwarzen diktiert. Aber unsere Furcht ist Weisheit, denn was wir fürchten, ist eine böse Zu- kunft L-r-ntworilich Mr Politik!«Uto? Schis»! Wirt»»-»«:®. fllinqoNiöfct; S-verklchaslsdew-aung! Z. El,«»»»! geuilleton! Dr. Zolin SAilomfi; Lokali« und Sonftioc« Sri* Äorflöbt: An'ciakn: SS iSloife: länitlich in Berlin Bitlaa: Borrnätts-Berlae® n, b. S Berlin tnirf: Borwärto-Viichdruckeret und Bfrlaasanllalt Boirl Sinacr u Co. Berlin SW«8, LinSengreiÜ l Hierzu 2 Beilage» und.Zuzend-Porsärt,-. Jtr 509• 47. Jahrgang 3. Beilage des Vorwärts Donnerstag. SO. Oktober-1930 Heute Abstimmung der Streikenden. NGO. will ohne Befragung der Arbeiter Katastrophenpolitik treiben. Als Antwort cmf die großfpuriAen Ankündigungen der söge- nannten„revolutionären Gewertschastsopposttion-, das heißt der ZlPD., sagte II r i ch gestern zu den Obleuten der Streitleitungen, daß keine andere Organisation als der Deutsche Me- tallarbeiter- Verband und die mit ihm im Metall- k a r t e l l zusammengeschlossenen Organisationen den Schiedsspruch und sein« Berbindlichteitserklärung b es e i ti g t hat; daß keine andere Organisation den Streik geführt hat und auch zu Ende führen wird, als der Deutsche Metallarbeiter-Verband. Wenn in der kommunistischen Presse so getan wird, als stünden die Massen der Streikenden hinter der RGO„ so wird sich sehr schnell erweisen, daß hinter der NGO. gor nichts steht als die KPD., die für ge- werkschaftliche Kämpfe nicht in Frage kommt. heute stimmen die Streikenden ab. Die sogenannte RlSO. will die Arbeiterschaft daran verhindern, zu dem Verhandlungsergebnis Stellung zu nehmen, wie sie auch stet», ohne die Arbeiter zu befrageu, zum Streik aufruft. Für die KPD., die sich nur sehr schlecht hinter der RGO. ver- birgt, ist der Streik der Metallarbeiter nur eine Gelegenheit, politische Agitation zu treiben. Nichts kommt ihr dabei mehr ungelegen, als die Tatsache, daß es gelungen ist, die Verbind! ichkeikserkläcung zu verhiaderu und den Schieds. spruch zu beseitigen. Jeder gewerkschaftliche Erfolg ist eine Niederlage für die KPD. Wenn die kommunistische Preste jede Gelegenheit wahrnimmt, um gegen die Gewerkschaft en zu Feß>« zu ziehen, so ist es im„Vor- wärts" Tradition, stets mit den Gewerkschaften zu gehen. Die Mitteilung, die der„Vorwärts* gestern über den Abschluß der Ver- Handlungen im' Streik der Metallarbeiter gemacht hat, ist im Ein- vernehmen mit dem Deutschen Metallarbeiter-Verband veröffentlicht worden. Das versteht sich eigentlich von selbst. Der„Vorwärts* handelt in allen gewerkschasllichen Dingen stets tu Uebereinstimmuug mit den Gewerkschaften und verteidigt die gewerkschaftlichen Forderungen der Arbeiter. Die Streitenden werden heute in dem Bewußtsein abstimmen, daß ste in jedem Falle den Schutz ihrer gewerkschaftlichen Organisation, der sie angehören, genießen und daß sie dabei auf die Unterstützung des„Vorwärts* zählen können. Sie werden sich aber auch bewußt sein, daß die so- genannte RGO. wil ihnen Schindluder treibt und fle zu einer Koka- ftrophenpollkik benutzen will. Warum Hiiler den(Sireit gestattet. Llm ein politische«! Geschäft zu machen. Der sächsische Landesoerbond der Metallindu- st r i e l l e n hotte zu einer Aussprache über den Metallarbeiter- streik auch den Führer der Nationalsozialisten, Herrn Hitler, eingeladen. Hiiler sagte ledoch in letzter Stunde ab und schickte seinen politischen Mitarbeiter Major Wagner noch Dresden. In der Aus- spräche wurden gegen die nationalsozialistische Parteileitung heftige Vorwürfe erhoben, well sie ihren Mitgliedern die Beteiligung am Metallarbeitcrstreik gestattet habe. Auf diese Vorwürfe antwortete Hitlers Stellvertreter, es sei der Führung der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei nicht m ö g- l i ch gewesen, ihren Mitgliedern die Teilnahme am Streit zu ver- bieten, denn sonst wären die Arbeiter in Massen aus der Partei ausgetreten und zur Sozialdemokratie abgewandert. Diese Entschuldigung der Nazis vor den Industriellen b e- stätigt nur, was jedem denkenden Arbeiter längst klar ist: die „Arbeitersreundlichkeit*- Hitlers und seiner Kumpane hat nur den Zweck, Dumme zu fangen. Herr Goebbels markiert in den Volksversammlungen den großen Proletaricrsreund, und hinter den Kulissen erklären die Vertreter Hitlers, ihre zur Schau getragene Arbeiterfreundlichteit sei nichts anderes als Mittel zuni Zweck, auf deutsch: Schwindel. Gpekulatton auf Dumme. Die„Welt am Abend* muß wissen, was sie ihren Lesern außer pornographischen Romanen noch bieten kann. Während die RGO. zum Reichskanzler lief, um mit ihm zu verhandeln, erzählte das kommunistische Abendblatt, zwischen dem Deutschen Metallarbeiter- Verband und Herrn Brüning sei ein„Geheimabkommen" getrosten worden. Während die RGO. zum Verband Berliner Metall- industrieller lies, um sich diesem anzubiedern, erzählte das tom- muniststche Abendblatt, Eggert, der Sekretär des ADGB., habe mit Borsig verhandelt und sich diesem gegenüber zum Stillschweigen verpflichtet. Als Verhandlungen infolge der ablehnenden Haltung der Unternehmer überhaupt nicht stattsinden konnten, erzählte das kommunistische Abendblatt seinen Lesern, es fei im Reichsarbeits- Ministerium zwischen Unternehmern und Gewerkschaftsvertretern verhandelt worden. Run ist schließlich am Dienstagabend verhandelt worden, und diese Verhandlungen haben auch zu einer Vereinbarung geführt. Worauf die„Welt am Wend* triumphierend ausruft: sie habe doch Recht gehabt, wenn sie von Geheimverhandlungen und Geheim- abkommen gesprochen habe. Man muß wirklich staunen über die— Nachficht der Leser dieses Blattes. Llrabstimmung. Die Abstimmung erfolgt heute früh S Ahr in den Strelklokolen. wo jedoch zu einem anderen Zeitpunkt Betriebsversammlungen an- beraumt waren, bleibt es bei diesen Abmachungen. AEG. Ackerstraße. Urabstimmung in der Zell von 9 bis 3 Uhr, für die drill« und viert« Ctag« im Lokal Kurkowski, Feldstr. 3: für Parterre, l. und 2. Etage Lokal Leuichner, Ackerstr. 110. Ver- kehrsarbeiter im Lokal Neumann, Hermsvorser Str. 8. Mix und Genest. Betriebsversammlung vormittags 11 Uhr, Schloßbrauerei Schönebero. Ohne Betriebsausweis keinen Zutritt. Di« organisierten Ko liegen treffen sich um 9 Uhr an derselben Stelle. Arbeiterrat, gez. Galle. Streikleitung Loewe Radio. Sämtliche Kollegen melden sich heute um 3�12 Uhr im Lokal Borchmann, Steglitz, Rheinstr. 49, gegenüber der Koiserallc«. Bergmann, Seestraße. Betriebsoersammlung 10 Uhr im Pharussaal. Di« Streikleitung. Bergmann, Rosenthal. Betriebsversammlung in den Hubertus- söleu, am Bahnhof Schönholz. Um 19 Uhr: Großmaschinenbou, Apparatebau, Kabelwerk, Drahtsabrik. 13 Uhr: Trafo, Bahnbau, Allgemeines, Metallwerk, I-Presi«, 7. Abteilung. Ludwig Loewe-Gessürel A.-G. Um 11 Uhr Funktionär- konserenz bei Sturz, Lilltenstr. 9.— Um 13 Uhr im Moabiter Gesellschastshaus, Wiclesstr. 23, Betriebsversammlung. Gebrüder Arendt, Fennstrahe. Betriebsversammlung heute 14 Uhr im Streiklokal. Askania-Werke, B erlin-Friede narn Versammlung der Streik- lelluna 9 Uhr bei Klabe, Handjerystr. 69/61. Betriebsversammlung und llrabstimmung 11 Uhr in den Hohenzollernsälen, Handjerystraße. Orenstein u. Koppel, Spandau. Die Versammlung findet stall um 11 Uhr im Paradiesgarten, Seegefelder Straße, Spandau. An- schließend Urabstimmung, Belegschaft A. Borsig, Tegel. Heute in der Zeit von 9 bis 12 Uhr Urabstimmung in den Stempelstellen über Annahme oder Ablehnung des Verhändlnngsergebnisses. Die Streikleitung. Belegschaft R. Frister II.-®. Di« Urabstimmung findet heute in der Zeit von 19 bis 2 Uhr im Lokal Sachs, Schillerglocke, in Lberschöneweide, Schillerpromenade, statt. Di« Streikleiwng, Belegschaft Osram D. Heute vormittag 10 Uhr Betriebsversammlung im Lokal von Schonert, Stralau. Tagesordnung� Bericht und Urabstimmung. Ausweise sind mitzubringen. Die Streikleitung. Belegschaft Fripuwerkc. Heute vormittag 9 Uhr Versammlung im Streiklokal.Hvchbahnrestourant*, Warschauer Platz. Tages- ordnung: Urabstimmung. Die Streikleiwng. Belegschaft Deutsche Telephonwerke. Betriebe Berlin und Lichtenberg. Heute vormillag 11 Uhr Streikversammlung und Ur- abstimmung im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/23, Großer Saal. Die Streikleiwng. Belegschaft Schworhkopfs und Massei. Schwarhkopss. Werke Wildau. Heute vormillag Uhr findet im Kasino gemeinsame Betriebsversammlung und Urabstimmung statt. Die Streikleiwng. Belegschaft Zeih-Tkon, Goertz-werk. Die Betriebsversammlung findet nicht, wie angegeben, am Frellag, sondern heute Donnerstag 19 Uhr im Lindenpark, Lichterselde-West, Unter den Eichen, stall. Im Anschluß an die Betriebsoersammlung Urabstimmung über das Verhandlungsergebnis. Es ist Pflicht aller Kolleginnen nnd Kollegen, zu dieser Versammlung pünkllich zu erscheinen. Die Streikleitung. Tagung der Werkzeugmaschinen-Industrie/ Kartelle werden gestreichelt. Der Verein Deutscher Werkzeugmaschinen- f a b r i k e n trat gestern zu seiner diesjährigen Haupttagung in Berlin zusammen. Die Tagung stand im Zeichen der Wirtschasts- krise und der Arbeitskämpfe. Der bekannte Betriebsreorganisator Professor Schle- s i n g e r von der Technischen Hochschule in Eharlottenburg erstalleie nach einleitenden wirtschaftspolitischen Ausführungen des Verbands- Vorsitzenden das Hauptreferat über die Zukunft des deutschen Werkzeugmaschinenbaues. Der Redner wies darauf hin, daß die Rationalisierung besonders im Werkzeugmaschinenbau wesenlliche Ergebniste gezeitigt hätte. Bon den 459 Fabriken, die nach Beendigung des Krieges noch in Deutschland arbeiteten. existierten jetzt nur noch 259. Die Belegschaft sei von 89 999 auf 37 999 Mann gesunken. Der Export, der im letzten Vorkriegs- jähr 100 Millionen betragen habe, sei im letzten Jahr bis auf 249 Millionen Mark gestiegen. Der Anteil der Löhne an den herslellungskoslen sei in sehr starkem Umfang gesunken. Bei der Behandwng des Problems der industriellen Produk- tionslosten äußerte sich Schlesinger eingehend über die wachsend« Last der sogenannten„fixen Kosten", die sich besonders in den rationalisierten Betneben bei. sinkendem Beschäftigung s- grad schwer auswirkten. Der Werkzeugmaschinenbau müsse zur Gemeinschaftsarbeit gelangen, wie es auch in anderen Fertig- industrien, besonders dem Waggonbau, mit großem Erfolg durch- geführt worden fei. Es wäre'ein Unding, wenn bei gleichen Offerten ein« Fabrik die Lieferung zum Preise von 39 999 Mark, ein« andere Fabrik dagegen zu 169 900 Mark anbiete. In solchem Falle läge auf der einen Seite ganz zweifellos Schleudere! und auf der anderen Seite grobe Fehlkalkulation vor. Der Werkzeugmaschinenbau müsse dazu kommen, wie in der Waggonvereinigung, einen Lertrauensausschuß als Sach- verständigen zu bilden, der die Kalkulationsunterlagen, Gruppen- eintellung der Fabrikate und die Gewichte prüfe sowie die Er- fahrungen für die gesamte Werkzeugmaschinen-Industrie gemein- schaftlich auswert«. Diese Forderung wurde von dem Präsidenten des Reichsbahn- zentralamtes, Dr. Hammer, lebhaft unterstützt. Unter Hinweis auf die greifbaren Erfolg« der Gemeinschaftsarbeit im Waggonbau wies er nach, daß die Gillerwogen heute für die Reichsbahn billiger feien als vor' dem Kriege, woraus ein» jährliche Ersparnis von 600 000 Mark für die Reichsbahn sich ergebe. Erst bei Gemein- schaftsarbell und Prüfung der Kalkulationen durch Außen- stehende würden die Quellen falscher Betriebskosten aufgedeckt werden können. Danach polemisierte Dr. Metzner von der Kartell stelle des Reichsverbaudes der deutschen Industrie gegen die Untersuchungen des Instituts für Konjunkturforschung über die Entwickwng der freien und gebundenen Preise, Dr. Metzner erklärt«, daß die Untersuchungen des Instiwts für Kon- Lvißue«? Seife LUXseifenflocken 'h Pfund Oopp«IstOdc... r�Q�Pfg., jebU 30 Pkg. D«f groß« Würfel......-S�Tpfg., JetU 25 Pfg. Da« praktisdie Handstüdc•4'5"Wgv jeM 12 Pfg, Die große Doppel padcongT� �Trfg« feit 50 Pfc OieNerrnalpadaing....■",4r0' Pfg„ /eörf Pfg. Die Handpa deung......"25°Wg.. jeUt 20 Pfg SUNÄ dot«honende Seifenpulvar % Pfund Paket..-�S�Pfg., jeta* Pfg, SUNUCHT GESELLSCHAFT AG. MANNHEIM- BERUH imMurforschung irreführend seien, da sie freie Weltpreise und ge- bundene innerdeutsche Kartellpreise einander gegenüberstellte. Wenn die deutschen Kartellpreise sich gegenüber dem Preisabbau so starr oerhielten, so sei dies nicht die Schuld der Kartelle, sondern einzig und allein ein Ausdruck der unmöglichen wirtschasls-, Cohn- und Sozial- potitik in Deutschland. Daß solche Behauptungen auf einer Tagung der unter dem Diktat der Schwerindustrie siehenden verarbeitenden Industrie ohn'e st ü r m i s ch c n P r o t e st aufgestellt werden dürfen, stellt dem wirtschaftspolitifchen Niveau der Versammlung kein gutes Zeugnis aus. Allerdings nahm das Norftandsmitglied des Per- euis Deutscher Maschinenbauanstolten, Dr. Lange, sofort das Wort zu einer ziemlich scharfen Entgegnung. Unter Hinweis aus die Preissenkungen in der verarbeitenden Industrie, die seit August im größeren Rahmen bereits 10—1(5 Pro.;, betrugen, warnte Dr. Sang« davor, daß die Preispolitik der deutsch«» Kartelle Deutschland weltwirtschaftlich isoliere und damit der verarbeitenden Industrie die Möglichkeit nehme, die Preis- revolution auf den Weltrohstoffmärkten auszunutzen. Im übrigen ist auch Herr Lange von der Cohvsenkungspsychose derart befallen. daß er sich für einen allgemeinen Lohnabbau einsetzt. Herr Lange behauptet hierbei, daß die vom Maschinenbau seit einem Jahr durch- geführten Preissenkungen weitgehend alz Borleistungen bei dem jetzigen Preis- und Lohnabbau bewertet werden müßten und daß ohne die Senkung der Löhn« an einen Ausweg aus der Krise nicht zu denken sei. Also auch Herr Lange setzt im Grunde seine gesointe Energie für die Drosselung der Kauf. traft ein, während die konjunkturschädliche Preispolitik der Monopole, die der Maschinenbau doch seit Jahr und Tag schwer zu fühlen bekommt, nur ganz vorsichtig gestreist werden kann. Kampf um den Preisabbau. Kartette bleiben widerspenstig. In der Frage der Äohlenpreissenkung scheint die Regierung zu einer Verständigung mit den Interessenten gelangen zu wollen. Dem R e i ch s w i r t s ch a s t s r a t ist die Möglichkeit geboten, hier ein? Grundlage zu schassen. Wenn sich die Unternehmerverlreter im Reichswirtschaftsrat dagegen wehren, ver- setzen sie selbstverständlich die Regierung in die Zwangslage, die Preise festzusetzen. Denn man wird angesichts der Notwendigkeit, mit allen 5uäften die Wirtschaftskrise durch einen weitgehenden Preisabbau zu liquidieren, nicht daran vorbeikommen, gerade die Kohlenpreissenkung bis zum letzte» Verbraucher durchzuführen. Das- selbe gilt auch für die E i s e n p r e i s e. Die im Verein Deutscher Maschinenbauanstalten organisierten Verbraucher stehen allerdings auf dem Standpunkt, daß sich das Avi-Abkommen, wonach die eisen- produzierende Industrie den exportierenden Maschinenfabriken usw. gewisse Rückvergütungen vom deutschen Eiseninlandpreis zugestehen, bewährt habe. Dieselben Kreis« lasten aber auch dar- über keinen Zweifel, daß die Eisenpreisezuhoch sind. Gerade die Kleineisenindustrie in Rheinland und Westfalen hat das noch vor kurzem ganz eindeutig und in aller Oeffentlichkeit betont. Mit größter Spannung werden wohl in der Oeffentlichkeit Be- schlüste des Ausschusses für die Markenartikel erwartet. Hier handelt es sich in erster Linie darum, zu einem ganz radikalen Abbau der überhöhten Preise zu kommen. In den letzten Wochen hoben namhafte Markenartikelfabrikanten ihre Preise auch ermäßigt. Sie haben damit gezeigt, daß der von der Oeffentlichkeit und von der Regierung geforderte Abbau der Markenartikelpreise durchaus mög- lich ist. Leider stehen die Fälle einer Verminderung der Marken- artikelpreise immer noch vereinzelt da. Es zeigt sich, daß die Ueber- höhung der Martenartikelpreise aus eine ganz bestimmte g r u n d- sätzliche Regelung, aus die Struktur des Verkaufs- g e s ch ä f t e s zurückgeht. Andererseits ist die Zahl der Marken- artikel, etwa 50 000, so groß, daß die Regierung hier in ihrem Be- streben, zu einem Preisabbau zu kommen, auf die Freiwilligkeit der einzelnen Fabritanten bzw. der Verbände angewiesen ist. Sollte sich hier di« Regierung täuschen, dann muß sie die ganze Angelegen- holt wohl oder übel grundsätzlich anfassen, dann muß sie dos Der- kaufssystem eben durch Aufhebung der Preisbindung ändern. Wir hoffen, daß das Gutachten des Reichswirtschaftsrats. das vor der Vollendung steht» die Dinge eindeutig bezeichnet und so der Regierung die Plattform gibt, ganze Arbeit gegen den Marken- artitelwucher zu machen. Diesen Standpunkt hat u. a. der Reichs- arbeitsminister Stegerwold immer eingenommen. Wir hoffen, daß d«r Reichsarbeitsminister seinen Einfluß in diesem Sinne auf das Kabinett geltend machen wird. Es geht nicht an, daß auf Kreise des Mittelstandes eine unwirtschaftliche Rücksicht genommen wird und daß man diese Kreise durch Behauptung der überhöhten Marken- artikelpreise gegen die Wirtschaftskrise versichert, während andere Kreis«, vor allen Dingen die Arbeitcrschost, eine solche Versicherung nicht hat. Bericht des Kohlensyndikats. Das Rheinifch-W« st sälisch« Kohlensynditat hat jetzt den Bericht über den Abschluß des am l. April beendeten Geschäftsjahres 1920/30 veröffentlicht. Da die Wirtschaftsiris« im Bergbau erst weit später als in anderen Industrien fühlbar wurde, gehört das Berichtsjahr 1929/30 zu einem der besten Kon» j u n k t u r j a h r«, die der deutsche Bergbau j« gesehen hat. Dies geht schon daraus hervor, daß die Steinkohle nförderung mit 163,4 Millionen Tonnen im Kalenderjahr 1929 den höchsten Stand in der Nachkriegszeit erreicht hat und um mehr als 16 Prozent über der Dortriegsförderung lag. Der arbeitstägliche Versand des Kohlensynditats stellt« sich im Durchschnitt des Berichtsjahres auf 250 810 gegen 242 871 Tonnen im vorhergehenden Jahre, also um annähernd 7 Prozent höher. Bemerkenswert ist hierbei, daß das unbestritten« Gebiet fast 3 Prozent weniger Kohlen aufnahm, dagegen auf dos be st ritten« Gebiet ein Mehrabsatz von 18,3 Prozent fiel. Den Rekord der arbeitstäglichen Versandziffer wies der No- vember 1929 mit 285 785 Tonnen auf. Bon diesem Monat an setzt« der Rückschlag ein, der bis zum März, den letzten Monat des Be- richtsjahrcs, bereits einen Tiefstand von 206 882 Tonnen arbeitstägkcher Absatzmengen weiterhin zurückgegangen und haben arbeitstäglicher Absatzmengen auswies. Die Frage, ob das jetzt in Kraft gesetzte englischeKohlen- g e s« tz zur Förderung einer internationalen Kohlenverständigung beiträgt, wird vom Ruhrsyndikat vorläufig noch nicht beantragt. An den Beteiligungen des Syndikots hat sich bei den Kohlen- quoten im letzten Jahre wenig oerändert. Auch di« Koks- beteiligung rst nur um 2,74 Prozent heraufgesetzt worden. Da 1928/29 die Kotsbeteiligungen um über 28 Prozent erhöht wurden, scheint der gering« Zuwachs im letzten Jahr daraus hinzu- deuten, daß der Neuanlagenbau von Koksbatterien vorläufig sein Ende erkeicht hat. Der sonst sehr ausführliche Bericht des Rheinisch- Westfälische» Kohlensyndikates hüllt sich über di« dringend st en Gegen- wartsprobleme in eisiges Schweigen. In allgemeinen Redewendungen wird davon gesprochen, daß die Rot der Zeit ge- bieterisch ernste Maßnohmen erfordere, jedoch wird weder die Preissenkung für Kohle noch dos Lohnproblem am- geschnitten. RGO. würgt Streik ab. aus die Kartoffel— rin in die Kartoffel. Aachen, 29. Oktober. Der wilde Streik im Wurmrevier kann im allgemeinen als beendet betrachtet werden. In verschiedenen Orlen hielten die kam- mvnisten am Mittwoch Versammlungen ab. in denen sie selbst zur Miedrrausnahme der Arbeit aujsorderten mit der Begründung, daß der Karren verfahren sei.(kein Wunder, wenn di« R(BO.„führt".) An den meisten Plätzen wurde die Polizei wieder zurückgezogen. 3n einer kommunistischen Versammlung in M a r i a d o r s wurden die Arbeiter veranlaßt, die Arbelt wieder auszunehmen, jedoch erging gleichzeitig die Aussorderung. am Donnerstag erneut in den Streit einzutreten. Diese Nnterbrechung des wilden Streik» wurde angeregt, weil ein Streik. der länger als drei Schichten dauert, die sofortige Entlassung der beteiligten Bergarbeiter zur Folge hall „proletarische Abreibung." Der Vorsihendt der graphischen Hilfsarbeiter überfallen. Di? Ortsverwaltung Berlin des Verbandes der graphischen Hilfs- arbeiter hat!« zum Sonntag«ine Berjoimnlrmg der Rotations- Tagschicht der Ullstein A.- G. einberusen, um den Fall Pflanz zu schildern und eine Neuwahl der Vertrauensleute dieser Abteilung vorzunehmen. Die Neuwahl mochte sich notwendig, weit di« bisherigen Vertrauensleute aus der Organisation ans- geschlossen sind. Zu dieser Versammlung erschienen auch die Aus- geschlossenen und der ebenfalls ausgeschlossene Vorsitzende des Ar- bcitcrrots, M e y« r. Vorhaltungen der Ortsverwaltnng beant- worteten die Ausgeschlossenen mit einer Erklärung, von Nemitz verlesen, daß sie nach Rücksprache mit dem Vorsitzenden G l o t h davon absehen, zur Versammlung zugelassen zu werden. Sie ver- ließen auch den Nersoinmwngsraunr. Trotzdem brachten die An- Hänger der„Opposition'«inen Antrag auf Zulassung der Aus- geschlossenen ein und verlangten Abstimmung. Di« Dersammlungs- leitung lehnt««in« Abstimmung über diesen Antrag ab. Darauf das übliche Geschnnpi« und Toben. Da an ein« Fortführung der Versammlung nicht zu denken war, wurde sie geschlossen. Oer größere Teil der aus gewertschastiickiem Boden stehenden Verfommlimgsteilnehmer, 58 Personen, fand sich dann zu einer Aussprache über die Vorgänge zusammen. Di«„Opposition' suchte sich Zutritt zu dieser Zusanuncnkunft zu verschaffen mit Hilfe eines Rollkommandos, dos sich im Vorraum des Lokals die Zeit mit Johlen und Singen vertrieb und schließlich mit dem Einschlagen von Glasscheiben. Als unsere Kollegen auseinandergmgen. fiel da s Roll- kommando über die zuletzt im Fordgehen begriffenen Sollegen her, wobei es insbesondere den Vorsitzenden, Genossen G l o t h, einer„proletarischen Abreibung' unterzog, so daß er blutüberströmt nach der Rettungswache gebracht werden mußte. Die Telephonleitung war schon vorher durchschnitten. Bis das Ueberfallkommando erschien, waren die„revolutionären Prole- tarier' verschwunden. Der Kamps mit geistigen Waffen ist diesen lmmmmistlischen Helden offenbar zu riskant (Sparkassen in der Krise. Ständiges Absinken des Einlagezuwachses. Di« Gesamtsumme der Spareinlagen bei de» deut- jchen Sparkassen belies sich Ende September auf 10 148 Mit- lionen Mark. Seit Mitte 1929 zeigt sich der E i n f l u h d« r K r i s e immer stärker; das Tempo der Einlagenzunahm« ist merklich langsamer geworden. Die 6. Milliarde war im Juli 1928«r- reicht: bis Mai 1929 setzte sich die Steigerung auf di« 7. und 8. Milliarde nach je s ü n s Monaten fort. Zum weiteren An- wachsen aus 9 und schließlich 10 Milliarden(Juli 1930) waren j e sieben Monate nötig. In diesem Jahre ist ein ständiger Rückgang des Einlagen- Zuwachses gegenüber dem Vormonat festzustellen, wie di« folgende Tabelle zeigt: Einlagenzuwachs gegenüber Vormonat sin Millionen Mark): 1930 1929 Mai........... 109,7 40,2 3onl........... 75.7 191.2 Zu»........... 96,5 125,9 August.......... 85,9 149,7 September......... 54,1 129,3 Der Zuwachs im September mit 54,1 Millionen ist der niedrigste feik 1925 mit Ausnahme des Mai 1929; damals wirkte sich die I n f l a t i o n s p s y ch o s e anläßlich der Pariser Per- Handlungen und der Hugenbergschen Hetze in einem ko- tastrophalen Rückgang des Einlagenzuwachses aus, der allerdings im folgenden Monat ziemlich korrigiert wurde. Der Rückgang im Jahre 1930 gegenüber 1929 ist«ine Folge der sich verschärfenden Krise, nicht zuletzt der stets wachs-/.- den Arbeitslosigkeit, die den einen Teil der Kunden der Sparkassen(die Arbeitnehmer) direkt, den anderen Teil (die von der Kaufkraft der Arbeitnehmer abhängigen Gewerbe- treibenden) indirekt in Mitleidenschaft zieht. Maschinisten undHeizerzumMetallstrei? Quartalsbericht der Bezirksleitung Die Generalversammlung der Maschinisten und Heizer des Per- waltungs- und Wirtschaftsbezirks Brandenburg fand am Sonntag im Berliner Gewerkschaftshaus statt. Den Kassenbericht für den Per- waltungsbezirk erstattete Genosse R u ck st u h l, der auf die S t e i g e- rung der Mitgliederzahl hinwies, um pünktlichere Bei- tragszahlung ersuchte und auf die von der Organisation heraus- gegebenen Weihnacht? marken hinwies, die restlos geklebt werden müssen, um den rund 1000 Arbeitzlosen im Wirtschaftsbezirk Brandenburg zu Weihnachten eine Cxtraunterftützung zukommen zu lassen. Den Geschäftsbericht gab R e i n« f e l d. Notwendig ist. daß alle freigewerkschaftlichen Kräfte sich eng zusammenschließen, um den Ansturm der Gegner abwehren zu können. Nach Besprechung der wirtschaftlichen Lage sowie der Einwirkung der Notverordnungen in bezug auf die Arbeitslosen- und Krankenverstcherung und deren Auswirkung auf die Erwerbslosen und Kranken, der Maßnahmen des ADGB. gegen die Arbeitslosigkeit legte Reineseld den Stand des Streiks der Berliner Metallindustrie«ingehend dar und schilderte die Abbaumaßnahmen bei der MEW. und Kraftwerk Finken- h e e r d. Die Diskussion war sehr rege. Es wurde folgender Antrag ein- stimmig angenommen: „Die heutige Delegierten-Generalversammlung der Maschinisten und Heizer des Wirtschaftsbezirks Brandenburg, Sitz Berlin, nimmt von dem Stand des Metallarbeiterstreiks Kenntnis. Die Generalversammlung erkennt an, daß die im Metallkartell vereinigten freien Gewerkschaften sich die größtmögliche Mühe geben, den Raubzug der Berliner Metallindustriellcn abzuwehren. Di« versammelten Delegierten sprechen den kämpfenden Metallarbeitern ihr« volle Sympathie aus. Die Delegierten rufen den streikenden Metallarbeitern zu: „Hallet die freien gewerkschaftlichen Organisationen hoch; laßt euch nicht mißbrauchen durch gewerkschaftsfeindliche Elemente oder Gruppen, deren Taktik dahin führen muß, die gewerkschaftlich« Maä;: der Arbeiter zu zerstören und di« Arbeiter der Willkür des Unter- nehmertums auszuliefern.' Baustoffkrise hält an. Der Zementabsatz hat im September nicht die sonst eintretende saisonmäßige Belebung erfahren, sov- dern ist gegenüber einem A u g u st v e r s a n d von 512 000 Tonnen sogar noch um 2000 Tonnen gesunken. Er fft damit u m 4 0 P r o gegenüber dem September 1929 zurückgegangen. Unter diesen Un'- ständen kann eine nachträgliche Belebung des Laumarktes im Spä> herbst kaum noch erwartet werden. Europa» Auckcrernte. Die Internationale Vereinigung fü' Zuckerstatistik veröffentlicht jetzt die voraussichtlichen B«trieb?erg b- nisse für 15 europäische Staaten im Betriebsjahr 1930/31. Di« Rüben Verarbeitung wird sich aus Grund der Umfrag- von 33,2 auf 39,09 Will. Tannen belausen, was einer Steige- rung um 8,7 Proz. entspricht. Die Zuckererzeugung wird aus 5,5 Mill. Tonnen geschätzt, hält sich also auf dem Ste.ni des Vorjahres. Di« Rübenoerarbellung in Deutschland allein dürfte sich nach d«n Erhebungen von 11,9 auf 14,1 Mill. Tonne i und di« Zuckerorzeugung von 1,98 aiff 2,20 Mill. Tonnen e r- höhen. SPD..«-lchSr>uIcr itt«ejitl» 8«tuBUn,$onnob«ii>, 30 Ufir,(m P't Lokal von klutzki. Hormannftr. 7ö, wichtige Zusammenkunft. CtnihtinM, aller Porteie-nossen Pflickn. Der Zr-Z Übt, tagen di« Gruppen? SSpeni«: Srupp'''. beiin Grünauer Etr. 5. Liederabend.— Geiuadbrnnnen: Zugendbeim Slot« Schul«. Gotenburger Str. 2.»Bei uns ipukt's." Stcgreifabend- SSdsstra:»ruppcnheim Reichenbcrger Str. 66(sseuetwedtbousi Sotlra-. „ffeuetschufcootticfiluitfleii im Sbcolec*.— Tempelhos: Gruppenheim. La,«um Germaniastr. 4—6. Vortrag:„Was kann uns der neue Reichstag bringe»?"— Itsabit: Jugendheim Lehrter Sir. 18— lS. Vortrag:„Was erwarten wir vom terger Platz: Jugendheim Diestelmeverstr. z. Vortrag:„Die Bedeutung»'S Reiallarbiitertonililt»".— Karten kür die Jugendvoriielluirg am!>. Nooemocr zum Preis« von SO Pf. sind in der Zugendzentrale ,u haben. Zur Aufführung gelangt:„Die Matrosen von Cattaro". Iuaendaruppe Ses�Zentralverbandes der Anaestellten �„ Heute, Donnerstag, folgende Veranstaltungen: PanIow-RieAerschSn- haus«»: Jugendheim Giivschflr. It sgrvtzes Zimmer). Vor.-rag:„Tagrs- voliiische Rundschau". Rcserent: Heiirz Hohaus.— OstMl! Jugendheim d!r Schute Litauer Str. IS. Vortrag:„Die Gewerkschoftru und die voiiiisch-» Parteien". R-serent: Heinz Lowi._ Treptow: Iugcirdheim der Schule«iltzen. druchstr. SS(Zugang von der Sraetzstratze in Treptow). Vortrog:„Eines Menschen Weg- ffriedrich Eberl". R«f-r-nt: Aviur Rochow.- Am». November findet die nächste Iugrndvorttelwns der Bollsbühne statt. Karten hierfür find un Zugondfetrstarrat erhältlich. Sportler verlangt nur Der beste Wflindverbändf zuhabeninApothjiJ)mg.inPdckyon20f25u30Ply. '' M ■:€ an: