BERLIN Donnerstag 30. Oktober 1930 10 Pf, Nr. 510 O 254 ll.Zahrgang erfch ei«tti glich»«ßer Gönnt»,«. Zugleich Abendausgabe des.Vorwärts'. Bejugsprei« beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, Z,6oM.»ro Monat. Redaktion und exredition; BerlinSWS8.Lindenstr.» ffi/bwasfa Tnieigenorel«: Die einspaltige Nonparcillezeile 80 Pf., Zlcklameitile SM. Ermäßigungen nach Tarif. PoKscheekkonro: VorwärtS-Vcrlag G. m. b. H., Berlin Nr. 37536. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis 297 Abstimmung der Metallarbeiter Arbeitsaufnahme bei Siemens- Alle �GO.-Leute melden sich Entfprcchend dem Beschluß der Zentralslreitleitung de» Siemens- fon�erns, heute die Arbeit wieder auszunehmen, ein Beschluß, der gcsaßt wurde angesichts der Tatsache, daß ein nicht unerheblicher Teil der Unorganisierten die Arbeit schon gestern und vorgestern wieder aufgenommen hatte, wurde heute in allen Werken des Sicmcnskonzerns die Arbeit wieder aufgenommen. 3n einigen Abteilungen gab es Schwierigkeiten, weil den Arbeitern, die sich zor Arbeit meldeten, erklärt wurde, Arbeit sei nicht vorhanden. Auch in den Abteilungen und Werken, wo die sogenannt«„reoo- lutionäre Gewerkschastsopposition" eine mehr oder weniger groß« Anhängerschaft hat. ist die Arbeil restlos wieder aufgenommen worden. Man könnte sogar sagen, daß hier die Arbeitsmeldung besonder» glatt und pünktlich verlief. Damit steht keineswegs im Widerspruch, wenn die ,.?Rc>te Fahne" heute früh meldet, die„Belegschaft des Siemenskonzerns" Hobe gestern nachmittag im„Maabiter Gesellschaftshaus" eine Versammlung ob- Heim Airkenwerder städtisch. Die Oeutschnationalen wieder einmal blamiert. Heute vormittag hatte sich im Batl)aus«in Ausschuß mit einer, Stiftung der Fi ring Karstadt für stölstifchc öchulzmecfc zp be- fassen. Es handelt sich um das Heim'm B i r k c n we r d e r, das von einem Kuralarium für törpcrlich behinderte Berliner Schul- kinder eingerichtet morden ist. Die Gründung des.Heimes ging zurück auf eine Schenkung der Finna Karstadt, im Kuratorium befanden sich Stadtschulrat Nyduhl und Stadtbmirat Wagner. . Die Dcutschnationalcn hatten von Unregelmäßigkeiten gemunkelt und die Einleitung eines Disziplinarverfahrens gegen die beiden Magiftratsmitglieder gefordert. In der heutigen Sitzung erklärte der Vertreter der Deutschnationalen, Herr v. I e ck l i n, daß die Unter- suchung ergeben habe, daß keinerlei Anlaß zu Beanstandungen vor- liegt. Die Deutschnationalen zogen daraus ihren Antrag auf Ein- lcitung eines Disziplinarverfahrens zurück. Dos Kuratorium wird sich nun in nächster Zeit auflösen und die Stadt wird die Bewirtschaftung des Kinderheimes in Birken- werter in eigener Regie übernehmen. gehalten und einstimmig die Fortsetzung des Streiks beschlossen. Die Belegschaft des Siemenskonzcrns zählt in Berlin etwa ZOOOO Mann. Im..Moabiter Gcfcllfchoftshaus" haben etwas über 400 Personen Platz. Wieviel Personen in der Versammlung waren und wieviel davon bei Siemens beschäftigt sind— die Referenten waren jedenfalls B c t r i c � s s r c m d c— wissen wir nicht. So kommen die Beschlüsse der Belegschaften zustand:, von der die kommu- nistische Presse heute voll ist. Wohl standen Schreichöre vor den Siemeusbetricben, doch handelte es sich durchweg um betriebsfremde Arbeitslose, die von der KPD. dorthin beordert waren. Die Belegschaft selbst kümmerte sich nicht um diese Leute. In der AEG-Turbinensabrik, wo rund 3000 Arbeiter beschäftigt sind, ist die Arbeit heute früh nach einer Abstimmung, die ebenfalls eine Mehrheit für den Abbruch des Streiks ergab, die Areibt restlos aufgenommen worden. Dos gleiche ist in mehreren kleinen Betrieben der.Fall. In den Betrieben, wo eine Abstimmung erst heut« im Laufe des Tages erfolgt, dürfte das Ergebnis nicht zweifelhaft sein. Unter der Führung des Deutschen Metallarbeiter- Verbandes wird die Arbeiterschaft ebenso geschloffen die Arbeit wieder aufnehmen, wie sie vor zwei Wochen aus den Betrieben ging. Die Lugen und Ausschneidereien der RGO. erledigen sich von selbst. Für die Berichterstattung der Berliner Prawda nur ein Beispiel: Unter der Ucberschrlst:„SPD.-Bctriebsrot kommt zur RGO.", teilt es mit. daß der sozialdemokratische Betriebsobmann der Firma Rein u. Ruicker in Halensse am Schluß der gestrigen Belegschaftsversammlung seinen Eintritt in die RGO. erklärt habe. Der Betriebsratsobmann dieser Firma war totsächlich nicht Mitglied der Sozialdemokratischen Partei, sondern„sympathisierte" schon lange mit dir KPD. und ihrer Gewertschaftsfilial«. RGO. genannt. In dem Bericht, den dieser Obmann von der Obleute- konserenz gab, stellte er den wirklichen Verlauf dieser Zusammen» kunst völlig auf den Kopf. So verkehrte er die Ausführungen der Vertreter des Siemenskonzerns gänzlich in ihr Gegenteil. In im REO. ist jör solche.Sozialdemokraten" der richtig« Platz. Hitler-Gchmus in Wien Starhemberg preist den„Heimwehrstaat" Wien, 710. Oktober,(tkigenbericht.) Der Innenminister Ltarhemberg, der Bundesführer der Heimwehr, hat gestern abend bei einem Fackelzug der Heimwehr— der übrigens austerordentlieh kläglich ausgefalle» ist und an dem nicht mehr als Lkiv Menschen teilgenommen haben— eine ausgesprochene Putsch- rede gehalten.(?r sagte:„Wenn auch die Hehnwehr in einen Wahlkampf eingetreten ist, der ihr doch gar nicht liegt, so hat sie nicht die Absicht, aus kurze Zeit um die Gunst der Stimmenzuwendung zu bitten. Man hat die Heimwehr'gebraucht, darum ist sie in die Regierung eingetreten. Sie ist die einzige Macht, die den roten Terror brechen kann und gebrochen hat. Wahl- resultate können an dieser Macht nichts «eh« a über». Es wird der Tag kommen, wo nur »ehr Heute unsere» Sinnes die Regierung in der Hand habe» werde«,. denn. wir wollen die hundertprozentig« Lösung: de« H e i m w e h r st a a t." Und dann sagte er »och einmal:„Wir sind einmal daran(nämlich aus dem „bolschewistischen" Staatswesen halbwegs einen Staat zu machen) und moge die Wahl ausgehen wie immer, wir werden die Zügel nicht mehr aus der Hand geben." Gr versicherte zwar, daß daö Gerede von einem Putsch Unsinn sei, kündigte aber zum Schluß wieder da» Nahen des Tages, an dem das Schicksal Oesterreichs in die Hände der Heimwehr gelegt sein wird. Messerstecherei in Innsbruck. Innsbruck, 30. Oktober.(TU.) Nachdem es in der letzten Zeit wiederholt zu Störungen von Dählerversaminlungen gekommen ist, vermittelte die Tiroler Landesregierung einen Burgfrieden, den sämtliche Parteien von den Nationalsozialisten bis zu den Sozialdemokraten geschloffen haben. Trotz des Abschlusses dieses Burgsriedens kam es am Mittwochabend zu einem schweren Zusammenstoß. Nach einer so- zioldemokrotischen Versammlung zogen die Teilnehmer in ge- Femegericht gegenReichögericht „Ich hoffe, daß sich in dem 60-Millionen>Voll doch einige finden werden, die mit den System- richtern die diese Offiziere in die Gefängniffc geschickt haben,»in Ä o l k s g e r i ch t Halter (Goebbels im Sportpalast) werden/' „Zm Namen des dritten Neichs?— Wir, drei amnestierte Fememörder, haben siir Necht erkannt: Der Kopf des Senotspräsidenten X. am Reichsgericht wird jetzt in den Sand rollen.— Fertigmachen!" schlossenem Zuge noch H ö t t i n g, wo eine ch r i st l i ch s o z i a l e Versammlung stattfand. Dort kam es zwischen beiden Parteien zu schweren Zusammenstößen, bei denen auch Schüsse siclen. Drei christlichsoziale Persammlungsteilnehmer mußten schwerverletzt in die Klinik übergeführt werden. Sie miesen zuin Teil M c s s c r st i ch e auf. Zahlreiche ander« Personen wurden leicht verletzt. Die Gen- dormerie mußte mit gefälltem Bajonett vorgehen. Im Lause der Nacht wurde ein starkes Gendarmcrieaufgebot sowie eine Abteilung des Bundeshceres nach Hölting entsandt, die den ganzen Ort ab- sperrten. Mehrere Verhaftungen- wurden vorgenommen. Brünings Besprechungen Heute mit Bayern, morgen mit den andern In Verfolg der seit einiger Zeit im Gange befindlichen Bc- sprechungen der Rcichsregierung mit den Länderreoierungen faad heute«ine nochmalige Besprechung des Reichskanzlers Dr. Brüning und des Rcichsfinanzministers Dietrich mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Held statt. Zur Erörterung standen Fragen des Wirtschafts- und Finanzplans der Rcichsregierung und des Ausgleichs des bayerischen Haushalts. Aehnliche Besprechungen über den Wirtschaft?- und Finanzplan der Reichsregierung finden morgen in Berlin mit den mitteldeutschen Ländern und den Hansestädten und am Sonnabend, in Dresden mit der sächsischen Staatsregierung statt. Brasiliens Gtaatskrise. Unsicherheit und Inflation. Porto Alcgre, 28. Oktober.(Verspätet eingetroffen.) Die Revolution hat, mit Ausnahme der Beschießung des Schisses„Baden", bisher reichsdeutfche Personen oder deutsches Volkstum nicht geschädigt. Hier liegende deutsche Schisse sind unbeschädigt und fahren nächster Tage aus. Das Gcschästsleben stockt. Das Moratorium wird wahrscheinlich verlängert werden. Die Banken zahlen nur 10 Proz. der Guthaben aus. Devisen- verkehr gibt es überhaupt nicht. Städtisches Notgeld ist im Umlauf, staatliches Bonusgeld im Druck. Man spricht von der Einführung des Goldinilreis in der Art, wie Ende 1923 in Deutschland die Rentenmark. Die Arbeitslosigkeit ist groß. Die Zeitungen stehen unter Zensur. Der Revolutionsgeneral C a v o r a ist in Rio eingetroffen, der Revolutionsführer B a r g a s wird am Sonnabend dort erinartet. Aussehen erregt ein Zeitungsartikel des angesehenen radikalen Politikers Marceno Suarez, der eine glatte Absage an die provisorische Regierung richtet. Die Marine verhält sich noch abwartend. Tardieu streichelt Mussolini. Frankreich an die Spitze der Revisionsbewegung — will Daladier. Paris, 30. Oktober.(Eigenbericht.) » In seiner Festrede aus dem RegierungsbankeU zu Ehren der Ozeanflteger Cvstcs und Bellontc mochte der Ministerpräsident Tardieu eine diskrete Andeutung auf die letzte Hetzrede Muffo- linis.„Wir leben in einer verworrenen Zeit— erklärte er—, wo man nur allzu leicht mit großen Worten um sich wirft, die in keinem Verhältnis zu den praktischen Erfüllungsmäglichkeiten stehen. In diesen Fehler möchte ich nicht versallen und möchte nur betonen, daß Frankreich ein ruhiges, vernünftiges Land ist, das sich nicht dazu bestimmt glaubt, anderen Völkern gute Lehren geben zu muffen." Leon Blum betont im„Pnpulaire", daß Musfolinis Hetzrede wenigstens dos ein« Gute gebracht habe, daß die Revision der Friedensverträge offiziell erörtert und die Möglichkeiten zur Wiedergutmachung der darin enthaltenen Ungerechtigkeiten gegeben habe. Niemand könne behaupten, daß Europa in einem Jahr- hundert noch genau so wie heute aussehen werde. Man könne die Revision der Verträge n i ch l m e h r a u s h a l t e n, denn man könne Europa nicht wie ein« Mumie einschnüren. Wenn man also— w>: Oer Kampf der Metallarbeiter Oer Erfolg der großen Streikbewegung die» übrigens Herriol um Donnerstag noch einmal in der„Ere Nouvelle" tut— die Verträge von vornherein als unveränderlich bezeichne, kompromittiere man den Frieden auss gcsährlichstc. Die radikale„Republique" D a l a d i e r s erhebt heut« wiederum ihre Forderung, daß Frankreich unbedingt die Führung der R e v i s i o n s k a in p a g n e ergreifen muffe, um dem Ideal Muffo- linis von einem faschistischen Frieden in Europa das Ideal eines demokratischen Friedens, von dem einst Wilson geträumt habe, entgegenzuhalten. Niemand könne leugnen, das; der Versailler Vertrag ein Kompromiß und eine Improvisation sei, ein Werk, das unter Mißachtung der lebenden Realitäten am grünen Tisch zustande gekommen sei. Man könne sagen und tun, was man wolle, die Revision sei heute nicht mehr aufzuhalten. Es wäre daher das vernünftigste,«ine ruhigePrüfung der unhaltbar gcworde- neu Bestimmungen und der Grenzziehungen vorzunehmen, die den Frieden bedrohten, anstatt sich die notwendigen Konzesstonen durch einen neuen Krieg entreißen zu lassen. Heinz Neumann und der Bruderkrieg. Neue Auereden der„Noten Fahne'. Die„Rote Fahne" hat zweimal über das Austreten des Kommu- nistenhäuptlings Heinz Neumann in der Goebbels-Versammlung berichtet. In einem ersten Bericht in der Mittwoch-Morgenausgabe wurde behauptet, Neumann habe sich mit zehn Mann in die Nationalsozialistenvcrsammlung gewagt. Das war eine Lüge. Als Neumann das Podium betrat, wurde er von mindestens drei- hundert Mann, die alle in feiner— von der Bühne aus ge- rechnet— linken Ecke gesessen hatten, mit Rot-Front be- grüßt. Dies« dreihundert Kommunisten werden sehr genau wissen, daß de» Bericht der„Roten Fahne" unrichtig war. In der Donncr-tag-Morgenausgabe behauptet nun die„Rote Fahne", Ncumann habe nicht um Einstellung des Bruder- kricges gebeten, er habe vielmehr gesagt:„Er spräche hier als Vertreter einer feindlichen Partei»nd in einer feindlichen Ler» sammlung." Auch diese Behauptung stimmt nicht. Heinz Neumann hat seine Rede mit diesem Salz begonnen und den Solz von der Einstellung des Bruderkrieges hat er z u m Schluß feiner Diskussionsrede vorgebracht, und zwar sinngemäß so: Es wären eine ganze Reihe blutiger Auseinander- s e tz u n g e n zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten ge- schchcn. Wenn es eine Möglichkeit gäbe, diesen Bruder- krieg ei»zu st eilen, dann wäre er der letzte, der dazu nicht bereit wäre. Nach diesem Satz stand ein SA.-Mann im Saal auf und rief ihm zu: „Zelzl Einstellung des Bruderkrieges, nachdem du so viele von uns aus dem Gewissen hast." Wir können verstehen, daß die„Rote Fahne" mit aller Gewalt das ramponierte Ansehen Heinz Reumonns wieder aufbessern will. Die Koinmunistcn sind wirklich nicht zu beneiden! Sie haben mit dieser Versammlung den Arbeitern ihre Rolle als Vortrupp der F a s ch i st e n aufgezeigt und sind obendrein von den National- sozialistcn Lüge» gestrast worden! In den Rundschreiben der Konimünisten, In denen zum Besuch der VerfumNilung der Nationalsozialisten'aufgefordert wurde, war fett gedruckt zu lesen:„Die Nationalsozialisten werden zu feig« sein, einem K o m m n n i st e n das Wort zu gebe n." In der Aersaininlung erhielt Heinz Neumann vierzig M i n u t e n Redezeit und hat von dieser nur zwanzig ausgenutzt und ist dann freiwillig abgetreten. Obwohl er also seine Redezeit nicht erschöpft hatte, hat er, das stellen wir noch einmal ausdrücklich fest, mit keinem Wort auf die vielen Vorwürfe der Nationalsozialisten gegen die Sowjetunion geantwortet. Er hat lediglich festgestellt, daß in jeder großen Organisation einmal etwas vorkäme, und daß nicht nur bei ihnen, sondern auch bei den Nationalsozialisten manch- mal jemand mit der Kasse durchginge! Auch die Spree Hai Hochwasser. Aber kein Grund zur Besorgnis. Die Regenfälle der letzten Tage haben auch den märkischen Wasserstraßen einen anhaltend steigenden Wasserstand gebracht, und vor allem für die Spree lauten die neuesten Pegelmessungen, ins- besonder« bei Beeskow, auf Hochwasser hin. Irgendein Anlaß zur Besorgnis besteht deshalb für Berlin aber nicht, denn die zahl- reichen Schleusen im Stadtgebiet wirken so regulierend, daß auch ein sehr hoher Wasserstand nicht gefährlich werden kann. Lediglich das Steigen des Grundwassers kann zu Ueberschwemmun- gen von besonders tief gelegenen Kellern führen. Das Hochwasser der Spree wird sich erfahrungsgemäß erst im Gebiet der unteren H a v e l, vor allen Dingen in der Nähe der Einmündung der Havel i n d i e Elbe auswirken, und hier kann es tatsächlich, wenn Spree und Havel weiter so ansteigen, wie bisher, in den nächsten Tagen zu Uebersthmemmimgen kommen. Höhensteuerseil gerissen? Die ilrsache der Katastrophe R. 101. Vor dem Gerichtshof, der das englische Luftschiffunglück unier- sucht, äußert der Generalstaatsanwalt, daß er trotz eingehender Beratungen mit Sachverständigen nicht irgendeine bestimmte Theorie über die Ursachen des Unglücks aufstellen könne. Man hat in dem Wrack des„R. 101" ein Drahtseil gesunden, welches zur Bedienung des Höhcnsteuers diente und einen Bruch aufwies. Mag- licherweise kann die mikroskopische Untersuchung klarstellen, ob sich der Bruch des Drahtseiles vor oder erst nach der Kvtoftrophe ereignet hat. Das Funktionieren der Höhenmesser und des meteo- rologischcn Nachrichtendienstes sowie die Wetterlage bei Tag und Nacht müssen besonders nachgeprüft werden. Die Unierlagen für die Beurteilung der L u f t f ä h i g k e i t des Schiffes giht ein Bericht von früheren Fahrten des„R. 101", der sich sehr zufrieden- gestellt ausspricht. Es ist noch zu untersuchen, wieweit der Umbau des Schiffes einen Einfluß gehabt haben kann. Hierzu bemerkt der Generalstaatsanwalt, daß die ursprünglich beabsichtigte Tragfähigkeit nicht ausgereicht hat, da die Maschinen 17 Tonnen im Vergleich zu 9 Tonnen des„R 100" und 7 Tonnen beim„Graf Zeppelin" gewogen haben, so daß sich selbst nach dem Umbau die Tragfähigkeit auf nur 53 Tonnen stellle. Zur Nachprüfung tech- .nischer Einzelheiten ist dem Gericht ein umfangreicher Bericht überreicht morden. Die Theorie vom Entweichen des Gases aus den Bchcrlteriz wird als unwahr fcheinlich abgelehnt. Wohl aber Will man sich ein sachliches Urteil über den Ausgang der großen Streikbewegung der Berliner Metallarbeiter bilden, der größten örtlichen Bewegung, die Deutschland seit Jahr und Tag erlebt hat, so muh man sich vor allen Dingen vergegenwärtigen, daß es eine Abwchrbcw-giing war. In einer Zeit größter Erwerbslosigkeit und schwerster Wirtschaftskrise haben die Arbeiter der Berliner Metallindustrie, obwohl mir ein Teil organisiert ist, den Kampfgegendie mächtig st enGrohuntcrnehmcr Deutschlands aufgenomn>en, die ihnen einen Lohnabbau von 15 Proz. diktieren wollen. Für diese unerhörte Forderung fanden die Unternehmer zwar nicht einnial die Unterstützung des vom Reichsarbeitsminister gestellten Sonderschlichters. Aber der von diesem erlassene Schiedsspruch sah doch eine Lohnkürzung um 8 Proz. für die Erwachsenen und vonen, wie das zu machen sei: wir empfehlen ihnen, sich mit veritablen Musikern in Verbindung zu setzen. Klaus Pringsheira. „Einbruch ausgeschlossen. GmbH." Theater in der Klosterstraße. Unsere Welt lebt von ihrer Unzulänglichkeit. Daher das Be- mühen so vieler sonst sehr verschieden interessierter Menschen und Menschenklassen, die bestehende sogenannte„Ordnung" dieser Welt um jeden Preis aujrechtzncrhalten: sie gibt dem einen die Existenz- berechtigorng, dem anderen wenigstens den wichtigsten Teil davon: die Existenzmittel. Aus dieser Groteske des täglichen Lebens hat Otto Glösa keine Groteske für die Bühne gemacht: ober er hat daraus eine Groteske für die Bühne abgeleitet. Die sechs Bilder von der„Einbruch ausgeschlossen G. m. b. H." sind in dicken knalligen Farben hingehauen. Von Nuancierung ist nichts zu spüren. Die Hohlheit verschiedener Umwelten wird angeschlagen, aber.immer so lärmend, daß man kaum Ober- und Untertöne durch» hört, daß dieses ganze große Weltorchester von Hohlkugeln, genannt Interessensphären, sich kaum je im Mitklingen verrät. Und das ist schade. Denn dieses roh zusammengehauene Bühnenwerk zeigt ein« unzweiselhaste Begabung für bühnenwirksame Zeitsatire. Abgesehen von dem letzten Bild, das den Schluß zu breit hinzieht, ist icdes Ding scharf in sich gerundet, ist jeder Satz lebendig, weil er im richtigen Augenblick von dem richtigen Menschen gesagt wird. Dabei fehlt auch hier im Detail alle feinere Zuspitzung. Die etwas ungeschickte Handhabung wird vielleicht an falscher Stelle ein paar blaue Flecken verursacht haben, die nicht so bös gemeint waren. Da es soft den Anschein hat, als sei der Bcrfasser Jurist, so wird er sich hoffentlich aus der Affäre ziehen können, falls jemand es doch krumm nimmt. Das Theater in der Klosterftrahe Hot mit dieser Ausführung einen guten Spürsinn für zeitgemäße Bühnenkunst bewiesen. Hans Sondinger, Direktor, Regisseur, Darsteller, sei gerühmt, hoch gerühmt aber Friedrich Wilhelm Kaiser, der allerdings auch die dankbarste Rolle in diesem an dankbaren Rollen nicht armen Stück hat. Die Halleluja-Dame der Margot Schneider-Sling, die bürgerlich-höhere Tochter des Gauner- kausmanns Köppikus, Aenne v. Aster, und noch viele anders verdienen Lob. Die Bühnenbilder Peter Paul Ertens waren gut, mit Ausnahme der allerdings sehr verunglückten„Wohnung bei Köppikus". Das Publikum unterhielt sich sichtbar und hörbar vortrcfslich. Trude E. Schulz. Die Grammatik der Französischen Akademie. Durch ihre Satzungen war der Französischen Akademie im Jahre 1634 zur Aufgabe gemacht worden, der Sprache feste Regeln zu geben und sie rein, beredt uird fähig zu gestalten, Künsten und Wissenschaften zu dienen: dies sollte durch ein Wörterbuch, eine Grammatik, eine Rhetorik und eine Poetik geschehen. Seitdem ist die Schasfung und ständige Durchsicht des Dlctionnaire die Haupt- aufgab« der 40 Unsterblichen gewesen, die außerdem«Ine repräsen» tatio« Körperschaft bilden und zahlreiche Preis« zu verleihen haben. Zluf die Ausarbeitung einer Poetik, und Rhetorik hat man als nicht zeitgemäß seit langem verzichtet, nicht aber auf die Herausgabe einer Grammatik. Bor einiger Zeit wurde die Oeffentlichkeit mit der Nachricht überrascht, daß ein solches Werk von der Akademie vorbereitet werde. Wie jetzt Abel Hermant bei der jährlichen Fest- sitzung der das Institut de France bildenden fünf Akademien mit- teilte, wird die Grammatik demnächst erscheine». Die Kodifikation der grammatischen Regeln, für welche die Akademie mit ihrer Autorität eintritt, hat nur geringen Umfang: Namen einzelner Bearbeiter werden nicht gennant. Aru«-y»lz.Gedächlnl»feler. Freunde nud Verehrer des Dichters Arn» Holz veranitaUen am Soimran, U November In den gesamten Räumen de» Lvzcum-Mub eine Gedächtntöseier. Prof. Dr. O tt o>, Köpcnlckcr Stratzo 68, Marczell von Rcine». einer der bclaniitcsten Kuiistsammler unser, Zeit, ist in seiner uiigariichen Heimat«inein Krebeleiden erlegen. Er le' seit 1913 in München und hat ein Alter von 64 Jahren erreicht. Alle Tage Schwarzbrot und Fische Russennahrung in Leningrad— Beuffcher Arbeiter bittet um Lebensmittelpaket Ein Berliner Parteigenosse stellt uns den folgenden Brief aus Leningrad zur Verfügung, den wir ohne jede Kürzung oder Aenderung veröffentlichen.?tur Personen- und Ortsnamen haben wir durch punkte ersetzt, damit der Absender keine Schwierigkeiten bekommt. Leningrad, 12. Oktober. Lieber Paul! Wir wundern ui»s, daß wir von Euch noch keine Nachricht bekommen haben. Es find doch drei Wochen her, wo wir Euch ollen geschrieben haben. Der... schreibt jetzt weiter. Agathe hat den Brief angefangen, ich soll jetzt wcitcrschrcibcn: na, heute habe ich Sonntag, mir soll es gleich sein. Also wir sind jetzt in unsere Notwohnung eingezogen, die Möbel sind alle gut ange- kommen, nur ein Stuhl ist laputt gegangen. Da ich Schicht arbeite, bin ich oft zu Lzause, welches mir sehr gut gefällt, zumal, da ich vier Tage arbeite und der fünfte Feiertag ist. Hier ist eine schöne Gegend, einfach großartig, mitten im Park. Leider ist der Weg zur Arbeit sehr weit— 50 Minuten mit der Bahn und 20 Minuten mit der Straßenbahn— haben aber jetzt einen Zlutobus zur Verfügung, da brauchen wir keine Straßenbahn mehr zu nehmen. Lebensmittelkarten hoben wir noch nicht, bekommen aber in den nächsten Tagen imsere Karten, da hier ein Konsum ein- gerichtet wird. Die Lebensmittel, die wir jetzt bekommen, sind noch unentgeltlich, auch die Feuerung in den ersten Tagen, wo wir hier draußen wohnten, war es sehr schlecht bestellt. Da hat manches nicht so gekloppt; jetzt ist es schon besser. Fleisch haben wir in Fülle, auch Eier, Schwarzbrot und Weißbrot, kommen aber mit dem Weißbrot allein aus. Für Agathe ist es sehr schwer, wie für alle Berliner, da das Schweinefleisch gänzlich in Fortfall kommt; sonst helfen wir uns so durch. Der Fünsjahrcsplan hat der Bevölkerung viel Lasten auferlegt. Es gibt keine Einfuhr, nur für Maschinen, Textilwaren so gut wie gar nicht. Alle Geschäfte sind ausverkauft, was noch da ist, ist sehr teuer. Alle Geschäfte sind geschlossen, da leine Ware mehr da ist. Es wird auch in Zukunft nicht anders werden, denn für Geschäftsleute ist es für alle Mal vorbei, da der Staat alles vcr- staatlicht. Da nun die Wurst, Speck und dergleichen in Fortfall kommen, möchte ein jeder womöglich Schmalz hoben. Nun will man uns entgegenkommen und will uns Geld in Valuta nach Deutschland schicken. Aber das geht alles über Moskau und kann sehr lange dauern— ein bis zwei Monate. Nun ist uns gesagt worden, wenn wir verwandle haben, sollten sie uns doch ein Paket schicken. Lihr könnt es so lange auslegen. Macht es doch alle.zusammen, auch Voter. Wenn ein jeder etwas dazu gibt, dann wird es Euch nicht schwer fallen. Genau kann ich Euch noch nicht schreiben. Wenn Ihr alle könnt, dann macht mir doch ein kleines Paket zurecht mit Schnialz und Wurst, aber harte. Hier gibt es keine Wurst, und ich habe einen ordentlichen Giepcr darauf. Hoffentlich fällt es Euch nicht schwer. Ihr könnt mir vorher noch schreiben, ob Ihr für uns was übrig habt. Wenn es nicht geht, muß es eben auch so gehen. Wie... schon geschrieben hat, bc- kommen wir Eier und Rindfleisch; aber sonst ist olles EssiA.> Der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier. Ich muh mich daran ge- wohnen. Die Hauptsache ist: dgi»�... gefällt, die Arbeit. Firma will uns entgegenkommen wegen der Valuta; aber was wird, kann ich augenblicklich nicht sogen. Meine Lieben, wir können uns auch etwas im freien Handel kaufen. Da kostet die Butter 10 Rubel(20 Mark), Fleisch 8 Rubel. Ich habe unser Essen vom Iunggesellcnheim geholt, bis der Konsum aufgemacht wird. Wir holen uns alles allein ein. Anstehen brauche ich nicht. Die Russen stehen an wie bei uns im Krieg. So zerlumpt und zerrissen habe ich in Berlin keinen gesehen, und dreckig. Wie wir hier in... ankamen— so heißt das Nest, wo ich wohne—, da Hot uns ein Russe die Koffer mit dem Schubkarren hingefahren und sein Jackett ausgezogen. Aber ich habe einen Schreck bekam- men. Das Jackett war lebendig. Die Läufe konnte man gar nicht zälsten. Die Männer haben es ihm gezeigt; er hat dazu gelacht. So große Dinger sind nur in meinein Leben noch nicht begegnet. Meine Lieben, die Lebensweise von den Russen ist schreck- iich. Sie sind nur auf den Fünfjahresplan bedacht. Die essen nur Schwarzbrot und Fische, alle Tage. Ich kann schon keinen Fisch mehr riechen, viel weniger noch essen; denn die sind so tranig, daß es einem übel wird. Sie sagen, das ist der beste Fisch, den es gibt. Meine Lieben, die erste Zeit habe ich gedacht, ich muß gleich zurückfahren. Ob ich mich hier gewöhnen werde, das ist eine große Frage. Geheult habe ich wie ein Schloßhund. Denn solche Armut wie hier ist, habe ich noch nicht gesehen. Hier wohne ich in einem kleinen Borort wie Potsdam. Nach drei Monaten sollen wir in Leningrad in eincin lltcubau wohnen. Aber da grault mir schon. Die Straßen so unsauber. Du mußt bloß gucken, daß man sich keine Beine bricht, solche großen Löcher sind drin. Die Häuser alles kaputt. Die Gefchäite mit Brettern vernagelt, die Kneipen so d r c ck i g. Ich war einmal drin, aber nie wieder.'Auch viel Besoffene sieht man. Ein bißchen schleckst habe ich es mir vorgestellt; aber eine zu große Täuschung i?abc ich erlebt. Der... sagt immer:„Werde mir nicht krank," wegen des Heulens. Aber ich nchnic mich zusammen, damit ich gesund bleibe; denn ich habe hier eine Beerdigung gesehen, da ist mir der Berstand stehengeblieben. Der Sarg nur Bretter, ein Plan im Wagen. Die Leidtragenden gehen bis zur nächsten Ecke mit, dann gehen sie wieder zurück. Das ist die ganze Beerdigung. Ich Hab« schon zu dem... gesagt, sollte mir was passieren, bann soll er mich bloß hier nicht beerdigen, sonst komnic ich spuken, weil er mich hierher verschleppt hat. Aber soweit ist es noch nicht... Wie man Arbeiter nach Rußland lockt. ZaZsche Versprechungen. Nach den Enttäuschungen, die die Ruhrarbciter im kohlengcbict dem Sowjetunion im Donc-becken erlebt haben, meldet jetzt sogar die Sowjetprcssc, daß die vor einiger Zeit in Berlin angewor- denen hochqualifizierten Metallarbeiter jetzt in Moskau sehr unzufrieden mit den dort vorgcsundcncn Ar- beits- und Lebensverhältnissen sind. Das Organ des Obersten Volkswirlschaftsrats„Saindustrialisaziu" gibt als erstes Sowjet- organ zu, daß von den Sowjetagcnten den deutschen Arbeitern falsche Versprechungen bei ihrer Anwerbung gemacht wurden. Das amtliche Sowjctblatt schreibt am 24. Oktober:.Bei der Anwerbung der Arbeiter in Bcrlln hat der Ver- treter der Moggonbauvcreinigung Versprechungen gemacht, deren Erfüllung sich nach Eintreffen der Arbeiter in der Sowjetunion als unmöglich erwiesen hat." Eine amtliche Bestätigung, wie der Sowjetstaat Ar- bcilern gegenüber seine Verpflichtungen einhält! „Verbreiierung der Kampsfront" Lleberfall der NGO. auf organisierte Arbeiter. Die Firma Weise und Borchert, Spirolfedernfabrik in Treptow, gchöri nicht dem Verband Berliner Metallindustriellen an. Entsprechend den Beschlüssen des Metallkartells wurde also dort die Arbeit auch nicht niedergelegt. Trotzdem war die Belegschaft ständigen Drohungen der NGO. ausgesetzt. Heute früh wurden diese Drohungen verwirklicht. Ein Rollkommando der NGO. drang gleich nach Arbeitsbeginn in die Fabrikräume ein, nachdem es beide Ausgänge besetzt hatte, schlug alles kaputt,.tvgs chui unter di« Finger kam, verletzte mehrere Arbeiter und ergriff dann die Flucht, als die Polizei anrückte. Leider konnte keiner der Burschen gefaßt werden, die nicht zu den Streiken- den gehören. Es sind jene zweifelhaften Elemente, die bei jeder Schlägerei dabei sind und deren sich die KPD. deshalb bedient. „An derGeiie der faschistischen Oikiaiur" Gleiche Brüder, gleiche Kappen „Die deutsche Sozialdemokratie, alle von ihr geführten Arbeiter- Organisationen, jeder Minister und jeder Gewerkschaftsbonze— alle stehen... an der Seite der faschistischen Diktatur." So schreibt es die„Rote Fahne" in einem Artikel, in dem sie sich bemüht, ihren eigenen Schimpfrekord zu schlagen. Wer aber steht in Wirklichkeit„an der Seite der faschisti- schen Diktatur"? Heinz Neu mann, gegenwärtig der große Mann der KPD., steht neben dem Faschisten Goebbels auf der Rednerbllhne und biet et ein Bündnis an zwischen KPD. und Nazis. Das war nicht etwa ein„bedouerllches Versehen�; das tft in« „Linie" der KPD. Dafür ein anderes Beispiel. Dieser Tage fand in Leipzig eine Gaukonferenz des Berbandes der Nahrungsmittel- und Getränkearbeiter statt. Als der Gauleiter Riep! auf die drohenden politischen Gefahren hinwies und hinzufügte. daß wir in Deutschland, wenn es zu einer Diktatur käme, diese bestimmt keine bolschewistische, sondern eine faschistische Diktatur sein würde, rief der kommunistische Delegierte aus Halle, ein Mitglied der NGO.:„Wer der Träger der Diktatur ist. ist gleichgültig." Woraus jeder sehen kann, wer„an der Seite der faschistischen Diktatur" steht. Oer Tod des Lthrmachers. Einwandfreie Feststellungen noch unmöglich. Der Tod des U h r m a ch e r s 11 l b r i ch in der Dronthcime? Strnße 5, ist immer noch Gegenstand eifrigster Untersuchung durch die Moudkonmüssion. Eine große Anzahl bekannter Mädchen des Uhrmachers wurden im Laufe des Abends vernommen. Sie alle bestätigen, daß der Man» immer etwa 100 M. im Hause gehabt lzabc. Sic kannten auch die Stellen, an denen er dos Geld zu vcr- stecken pflegte. Daraufhin werden im Lause des Bormittaos Kriminalbeamte die Behausung noch einmal in allen Winkeln durch- suchen. Ulbrich hatte die Angewohnheit. Leute, die er mir ober- slächlich kannte, vorn im Loden abzufertigen. Zu dem hinteren Verschlag hatten nur seine intimeren Freunde Zutritt. Am Dienstag- nachniittag in der Zeit von 2 bis 7 Uhr hatte er B c s u ch v o n vier jungen Mädchen, die er auch photographierte. Dies« Mädchen sind ermittelt und der Polizei bekannt Für Iii Uhr erwartete der- Uhrmacher wieder Damenbesuch. Als die anderen Mädchen ihn verließen, war er mitgegangen und hatte Tee- gebäck und Weintrauben eingekauft. Wer der Besuch mar, für den die Vorbereitungen getroffen wurden, steht nach nicht fest. Möglich ist, daß er nüt seinem Abendbesuch überrascht worden ist und dos; es dabei zu einem Streit kain. * Zu der Auffindung der Knabenleiche am Tegeler See erfahren wir, daß es bisher noch nicht gelungen ist, den Nomen des Kindes festziistellen. Zu den als vermißt Gemeldeten gehört er nicht. Nach dem Befund kann die Leiche an der Stelle, an der sie entdeckt wurde, nicht angeschwemmt sein. Sie nmß aber ciwa 8 bis 10 Tage im Wasser gelegen haben. Die Kleidung des Knaben.zeigt jetzt, nachdem sie getrocknet ist, Abiveichliiigen von der ersten Beschreibung. Der Junge trug«inen Strickanzug aus einem grauen, grünen und blaiien Forbgcmrsch, di« Stiefel sind neu und lzaben noch die ersten Sohlen. An den Spitzen sind sie durch- gestoßen und tragen dort einen kleinen Riester. Die Hinierbliebenen der Maybach-Opfer. Auf die zahlreichen Anfragen wegen der Versorgung der Hinter- bliebcncn der auf der Grub«„Maybach" Verunglückten wird von der Pressestelle des Verbandes der Deutschen Berufs- genosscnschaften Folgendes mitgeteilt: Die Gruben im Saargebiet unterstehen der Kmappschaftsberufs- genossenschaft(Corporation des niincs et usines), deren einziger Unternehmer zur Zeit der französische Staat ist. Die Vcr- sorgungsgebühren entsprechen im großen und ganzen den Sätzen der Deutschen Reichsversicherungsordnung. Während in Frankreich die Sozialversicherung auf gon,z anderer Gnnrdlagc mit weikntlich geringeren Leistungen aufgebaut ist, mqßte aus tioheliegcnden Gründen in dem zeitweise französisch verbkicbenen deutschen Saar- gebiet die Regelung der deutschen Sozialversicherung beibehallen werden. Di« Renten werdcn ebenso wie di« Löhn« in Franken- Währung gerechnet. Da der ganze Lebensstandard im Saar- gebiet sich ans der Frankenwöhrung ausbaut, ist mithin für eine ausreichende Versorgung der Lzinterbliebenen gesorg! Wetter für Berlin: Roch ziemlich mild und größtenteils bewölkt, etwas Regen und westliche Winde.— Für Deutschland: Uebcrall mild und noch größtenteils regnerisch. Am 1. R»»embkr d. I. wir« das Nurbad Ostend, Berlin, Bordaacner Str. 17, Ecke Warschauer Strafte, unter Leituna des langjährigen Badefachmannes Erwin Freitag neu crSffnet. Dieses Bad ist mit den neuesten technischen Bade- einrichtungen versehen und verabfalgt in ausgedehnten ziäumlichteiten sowohl Wannenbäder wie auch alle Arten medizinischer Bäder. Die Leitung ist de, strebt, durch neuzeitliche Preisanpassung das Bad stir iedermann zugänglich zu machen. Die Anstalt ist als Lieferant für sämtliche Krankenkassen, zugelassen. Berantwortl. ftlr die Redaktion: Franz ZtlBh«, Berlin; Anzeigen: Zh. Glocke, Berlin. Verlag: Borwärts Berlag G. m. h. H.. Berlin. Druck: Vorwärts Buch. druckerci und Brrlagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin SW 68. Liiidenstrafti z. Hierzu l Beilage. Tliscrtsi', Lichtspiele usw. Donnerst., 30.10. Staats-Oper Unter d. Linden A.-V. 60 10 Uhr Tannhauser (Parisir Fassung) Ende g. 22% Uhr Staats-Oper An Pill: dir Republik. lOi/u Uhr Die ZauMii! Diffntt. Kirtnveiluul Ende n.Zv.s Uhr Donnerst, 30. 10. Stadt. Oper BisrnarcKstr. Turnus II 20 Uhr Mignon Enden. 221/2 Uhr Staat). Schausph. (an Cendarncnmaitt). 51. A.-V. 20 Uhr üesdiidilt doltfrie- densvon Beilidiingen mit der eiseroeD Hand Ende g. 23'/. Uhr Mj.MIet'Mtet.cWU 20 Uhr CLA VIGO _ Ende nach 22 Uhr Tagt. 5 u.S'f, Uhr. U 3 Bar». 9256 Pr. f— 6M.— Nachm. halbe Preise. Nur noch bis morgen! Crock and weitere AttrakUoiien. VolhsbUhne Tbeater am BQIowplalz. 8 Uhr Die Weber v. G, Hauptmann Regie: K. H. Martin. ineater am scninDauerdamm 8 Uhr Jud SÜD! Staat). Sdiiller-Tti- 8 Uhr Clavigo Qealsdtes Ibeater 8 Uhr leiite Möhiungenl Ein sommer- nachtstraum Regie; Mai Reinhanlt. Kammerspiele 8' 3 Uhr Heute zum 25. Male: Elga von Cerhait Hauptmann. Regia; Ousta* Härtung. Die Komödie Si'j Uhr Der Schwierige von Hugo ns Hofnuonstbii. Regie: Mix Reinhardt. Theater l.d.Belirenstr. 53-54 Direktion: Ralph Axihor Roberls 8i/. Das häBllche maflehen Englisch— Roberts— Jansson. Idealer für Kinder: Sonnabend. 4» Uhr: Peterchent Mondfahrt (Preise von 30 Pf. bis 1*50 M) Montag, Dianstag. Donnerstag und Freitag 5» Uhr; Famll/on-Nachmlltag Kukuli mit Traute Ro«e in der Hauptrolle Preise von 30 Pf. bis 1.50 M Garderobe u. Progr. je 10 Pf. Kaffee und Kuchen. Bier mil Salzbrot je 25 Pf. Wochentags 8« Chr: fn der«Tohanaisnacht •Sonnabends 2x(7 u. 10 s u.) Karten im 7tägig. Vorverkauf sind ru haben von 11-1 Uhr vorm. und von 4-9 ühr abends. Billattkasse: Alex. 3424 u. 3494 Große Frankfurter Straße 132. ROSE -Theater SBOSt. SCHAUSPIEL HAUS 8 Nur noch 4 Tage! Lustige Witwe Hesterberg, Hausen, Arno, Schollvrer, Jankulin,Schaeflers, Winkelsfcrn, l>csnl. K E(; I K: C* IT A R E f. E Ausschneiden! Zentral-Tlieat. Taglich 8,-2 Uhr Sonnt auch SV# Uhr Eins Freundin so goldig wie Du Operette v. Meise). fon. für Parkett d» statt!.- M. nur I■" gültig v. 30. Okt.- 2. Hov. lerlinet skatet inetropoMiteatar Täglich SV« Uhr Scnaalioneller Operetieiicrfolg! Unter pers. Leitung des Komponisten Viktoria undihrHiisar Dönh 625,526. Täglich S Uhr Kur nodi 9 Vorstelluagen Alexander Hoissi in „Der Idiot" t. Dofto/ewoktJ Saroowsky- Bühnen Tbsaier In der Stresemaeostr. Täglich 8'U Uhr Sturm im Wasserglas Komödie von Frank. Komödienhaus 8»/« Täglich 8 Vi Konto X von Beruauer und Oclirreidxr Neues Theater - am Zoo n" i- AmBabnli.Zao. Stpl. 655» Täglich S'U Uhr Max Adalbert in Hasenklein Deulsches XQustler-Thest. Tal. Barbaroua 3937 8i/, Uhr Jim und Jill Grate Masbeim. Harald Paulseu. Renaissance- Theater Steinplatz 6780. 8'/, Ulm von Max Alsberg und O E. Hesse Theater am Sdiiitbauerdamm Täglich SV« Uhr Jud Süß! von Paul Kornfeld Iusl: laug. JeOuer mit Ernst Deutseta Tlieat.d. Westens 8 V, Uhr Gastspiel Lnpoldint Kmtaitio rinden Sie, dafi Constance sith riitigvertiält? Uot. Sdutt. Battdur. Lessing-Theat. 8'/, Uhr Elisabeth, Kinigin van Euglan von Lenormand| Höflidi, Rehmann. Rose- Theater Gr.FriiaUnrterStr.i32 Tel. Alex 3422u.3t94 5.30 Uhr: Kukuli 8 15 Uhr; In der Jobannisnacht Kleines Theat Täglich 8V, Uhr I-oniLicnx ir meine Sctiuiester und ich nadi Verueuil von Blum. Musik von Binatikl Komische Oper 8' j Uhr Das Mädel am Steuer Operette v. Gilbert Lustspteihaus Hb Somabeud, 1. Xavtnb Täglich Kart Götz in HokuspoKus Gbtz. Mertens, Valentin, Sleinbedu Kuufmann. BETRIEB f KEMPINSKh Theater an Kottb. Tor Kottbusser Str. 6 F. 8. Oberb. 6070 rägl.ev, U., Sonnt au eli ZV, Uhr Elite- Sänger Präsident Zunkel Cr. Tmeniiil- birtaii Sdiorsdi Raselii ••.uhr CASINO-THEATEP s,'Lh' Lothringer Strafte 37. Unwiderruflich n u r bis 31, Okiober Hurrah, ein Junge! Hiiil�uineiaiuiiiininiaiiiiiiiiiiiniiiiiiiNimiiiniiiiinMimiiM Am 1. November 1930 zam I. Malet Arm wie eine Kirchenmaus Gutschein 1—4 Pers, Fauteuil 1,25 M., Sessel 1,75 M.— Sonstige Preise: Parkett 75, Rang 60 Pfg. | Tagt. 2 Vorst— Tel. Weldeodamm 3&4C R 1 nachm. 4', Uhr: 30 Pf.- 1 50 Mk.l i«»/, ühr: 30 Pf.— 3- Mlcg Reichshallen-Theater Abends|%| Soantag nachm.| 31| Stettiner sanger Das neue Prooramm! Nxkimttags balba Pitts«. Dönhoff- B rettl: 10 grolle Nummern! Tanz.» Kapelle Hans Sixtus. n Freitag, den 31. Vittoder nachmittags 3 Uhr ffietlage Donaersiagj 30. Oktober 1930 SppMpnd SrfiauWO* dä* Soziale WiMmjlchast! 4rin Aufruf an die Aotgemeinfchaft Die„Notge verlangen meine Frau von mir für den Mudolali. Ich habe mich gewehrt. Nun haben sie mir meine Chena genommen. Wenn der Agent Hamadoru das wüßte, würde«r eingreifen; jetzt wird es aber zu spät werden, bis ich mich beschweren kann. E? wird zu spät sein. Aiya!" Der dicke Mohr schüttelte fich�nr Lachen.„Dieser Hund! Dieser Hund! Dieser Hund! Gibt es etwa» wie diese Fischer, um überall Geld und Weiber zu finde». Allah! Wir Mohren sollen tüchtig und gerissen sein. Dos einzige, was ich in Beddegama ge- tunden habe, waren faul« Schuldner. Und dieses Schipein von Fischer findet dort nicht nur Säcke voll Korn und Säcke voll Rupien, sondern auch noch Weiber. Du tust nur leid, Babun. Du warst ein anständiger Kerl in dem verfluchten Dorfe. Komm herein! Ich will sehen, was ich für dich tun kann. Ich möchte dem Schwein das Spiel verderben. Es ist aber nicht leicht. Wir brauchen Zeit. Wir müssen eine Bittschrift einreichen; wenn der Agent Hamadoru Be- scheid wüßte, würde er eingreisen. Aber da sind immer die Boten und Schreiber und Vorsteher im Wege, bis man ihn erreichen kann. Cents hier und Cents da, Verzögerungen und Nachfragen. Die haben Zeit, und wir haben lcine. Aber die Bittschrift ist das einzige, »°) Fisch«: Sic Sasik der Fischer iNarava») ist bei de» Sin-wlescn«er. achlel. Worum Fernando, der ja aus Indicn stomml, Fischet«eiiannl wird, ist unverständlich. was UNS helfen kann. Komm, ich will sie seihst für dich schreiben, nur um diesen Hund Fernando zu ärgern." Der Mohr ließ sich von Bobun alle Einzelheiten erzählen, setzte die Bittschrift aus, klebte eine Mark« daraus und brachte sie zur Post. Er bestellte Babun auf zehn Tage später, um sich Nachricht zu holen. Er gab ihm auch zu essen und ließ ihn die Nacht über in seiner Veranda schlafen. Am nächsten Morgen machte sich Babun etwas getröstet auf den Heimweg. Als er in das Dorf kam, war cr sehr erschöpft: er hatte das Gefühl, als könne er Silindu und Punchi Menika sehr wenig als Resultat seiner Reise vorweisen. Sie glaubten ihren Ruin vor Augen zu haben, und unfähig, irgend etwas zu tun, sprachen sie nur über ihre Befürchtungen. Inzwischen waren Babehami und Fernando nicht müßig. Der schlaue Aelteste und der energische Städter mit seiner fruchtbaren Phantasie waren ein starkes Paar. An dem Morgen nach Babuns Heimkehr lief ein Gerücht durch das Dorf, daß in der Nacht in das Haus des Aeltesten eingebrochen worden sei und Babehami sich sofort aufgemacht habe, um beim Korala Slnzeige zu erstatten. Spät am Nochmittag kam der Korala mit Babehami an. Sie holten drei oder vier Dörfler herbei und gingen mit ihnen gerdezu auf Silindus Hof. Der Korala. ein eingebildeter, grober Geselle, ging voran und rief Babun, Silindu und Punchi Menika zusammen. Sie wurden Babehami» Bruder übergeben und mußten unter seiner Aufsicht In einer Ecke des 5)osez bleiben.(Fortsetzung folgt.) e Buch 3)er Sinn des QeUMeclilglebcus*) Zwei Bände, erschienen als Beihefte der internationalen Zeit- schriit für Individualpsychologie, die berufen zu sein scheinen, zum Verständnis des Geschlechtslebens und seiner Abirrungen beizu- tragen. Insbesondere der erste Band, der sich im Eingang mit dem . Alles-oder-Nichts-Prinzip" unserer Geschlcchtskuliur befaßt, und d!« Elemente der Individualpsychologie hineinbringt in die Die- kussion der Sexualproblein«— ohne in den(bei Alfred Adler gehabten!) bedenklichen Fehler eines gekünstelien Asexual is- m u s zu verfallen. Daß allerdings die Tl)ese, die Sexualität sei „eine Gruppe von physiologischen Funktionen und Funktions- bereitschaften, die sich um den biologischen Kern der ziveigeschlecht- lichen Fortpflanzungen gruppieren und mehr oder minder direkt mit dieser zusammenhängen", richtig pder auch mir wahrscheinlich ist, vermag Wexberg nicht über-- zeugend darzustellen: die Realität des Lebens lehrt, daß es nicht angeht, im Triebe als solchem seine möglichen Folgen alz wirkende Motive anzusetzen, ihn olsp gleichsam als Verrichtung aus(be- wüßter oder unbewußter) zweckhafter Ueberlegung zu rational,- sieren: Zeugung ist(wie Nietzsche einmal gesagt hat)„eine gelegentliche Folge des geschlechtlichen Triebes, nicht aber dessen Absicht". Im zweiten Band untersucht Adler die Möglichkeiten des „Trainings" als Entstehungsursachc(?) und als Medizin für den Homosexuellen: für ihn bedeutet die Homosexualität„ein Training de» entmutigten Menschen seit seiner Kindheit, um auf dem Wege der Ausschließung von Möglichkeiten einer Niederlage, im Falle der Homosexualität also auf dem Wege der Ausschließung des anderen Geschlechts, der normalen Lösung der Liebessrage auszuweiche»"...„In der Frage' der Beseitigung der Homosexualität seh« ich ein« Frage der Erziehung der Kinder zu einem wissenschastlichen Verständnis des Sinnes des Lebens." Ob diese These Schritt zu halten imstande ist mit den— schon heut«!— vorliegenden Ergebnissen der modernen b i o l o« zischen Forschung, muß zum mindesten als im höchsten Maße fraglich bezeichnet werden. Doch trotz aller Bedenken verdienen die beiden Bünde Beachtung. Dr. Helmut Klotz. *) Dr. Erwin werberg:„Einführung in die Psycho« logie des G e s ch sc ch t s l- b e n s" und Dr. Alfred Adler; „Das Problem d e r 5) o m o s e x u a l i t ä t". Verlag S. Hirzel, Leipzig: 19Zt). «» FÜR DEN KLEINGÄRTNER «iiiumiiiiiiiiiiiiiiniimiiiiiuimi geben werden sollte, möglichst trocken sein muh, ist klar; denn nichts trägt außer Wärme und gmem Futter mehr zum Wohlbefinden der Ziegen bei als ein trockenes Lager. Es ist also sehr wichtig, daß die Jauche schnell abfließen kann. Gelüstet sollte möglichst regelmäßig werden, aber an kalten Tagen bring« man die Tiere In eine» anderen Stall oder werfe ihnen warme Decken über. An milden Tagen können sie noch ein wenig ins Frei« gelassen werden. Nasses, bereiftes oder gefrorene- Futter dürfen sie natürlich inzwischen nicht fressen. Im Stall er- halten sie Heu, Grünfutter und stallwarmcs Gemenge. Trinkwasser muß frisch und verschlagen sein. Zuviel Rübenblätter sollten keines- wegs verabreicht werden. Sonst pflegt man die Tiere in der ge- wohnten Weife, indem man ihnen die Klauen beschneidet und sie öfter striegelt. Im Gegensatz zu den vierfüßigen Haustieren braucht das G e- flügel keine so warmen, wenn auch windgeschützten Stallungen'. Ist der Taubenschlag z. B. zu warm, so werden die Tauben zu brüten versuchen. Es genügt also, wenn der Taubenschlag mit Dach- papp« gut gegen den Wind abgedichtet wird. Gegen Ungeziefer ver- sieht man den Innenraum mit Kalkanstrich. Für die Ställe der Hühner, Enten und Gänse ist die Parole ebenfalls trocken und zugdicht. Sie dürfen jm übrigen nicht zu warm und nicht zu kalt fein. Di- Miiidesttempcraiur beträgt im Hühnerstall etwa 5 Grad. Solange als möglich bleibt das Ge- flügel im Freien, damit die Wintervorrätc gefchom werden können. Hauptsache Ist, daß die Tiere Bewegung haben. Daher sollte für die ganz kalten und unwirtlichen Tag« stets ein guter Scharraum vorhanden sein.___ G. U. Blühende Ziersträucher Daß auch in einem kleinen Garten einige Ziersträucher unier- gebracht werden können, lehrt die Erwägung, um wieviel freund« licher eine kahle Mauer oder ein leerer Zaun wirken, wenn das nüchterne Viereck durch wehende Zweige und farbige Blüten Leben erhält. Neben dem Flieder gibt es«ine ganze Slnzahl von Zier- sträuchern, die zum Teil sogar noch vor dem Flieder blühen. Einer der ersten Blüher ist der Seidelbast. Daphne, stark duftend und bis zu Hl- Meter hoch werdend. Die Forsythie ist mit ihren goldgelben Blüten ein sehr wirkungsvoller Frühjahrsblüher, der bis zu 2 Meter hoch wird. Goldgelb sind auch die bizarr gesonnten, im zeitigen Frühjahr erscheinenden Blüten der Zaubernuß. Hamamelis. Beliebt ist das Mandelbäum che»(prunus tri- loba), dessen rosa gefüllte Blütchen auf den Zweigen verteilt sitzen. Für Halbschatten eignet sich der g e u e r st r a u ch,«otoneaster. und noch besser verträgt Schatten der Pfeifenstrauch, auch wilder Jasmin genannt(piiiladelplius coronarius), dessen reiiiweiße Blüte» wohlriechend sind. Der Strauch wird bis 2!-- Meter hoch. Die japanische Quitte, Eydonia jap., hat feuerrote Blüten und wird 1'/» bis 2 Met-r hoch. W e ig el i e gedeiht in jedem Garten- boden. in sonniger wie halbschaitiger Loge. Der\Vi bis 2 Meter hohe Strauch ist wegen seines Blütenreichtuws zu empfehlen. Bc- tonnte sommerblühend« Sträucher sind die Deutzien und die Spiräen, deren Arten alle Ansprüche reichen Blllhens erfüllen. In weihen, rosa und roten Blütendolden und Rispen tragen sie zur Belebung des sommerlichen Aussehens eines Gartens in reichstem Maße bei. Ein bi�chcn Kommumstcn-,,Sport" Knebelung der Vereine durch die Zentrale Ms der Arbelter-Turn- und Sportbund durch eine bestimmtere Fassung seiner Statuten seine Vereine var Ueberrumpeiungen durch kommunistische Manöver zu schützen suchte, erhob die KPD.-Presse ein Geschrei über„Knebelungsstätuten" des-Bundes, über„Recht- lusrnachung der Vereine" und sorderte zur Ablehnung der Statuten unsere Vereine auf. Die Bestimmungen über die Sicherung des Vereinsoermögens waren Zwar Selbstverständliches und gar iiiel)t mal etwas Neues im Bundesleben und Statut, aber das war es gerade, was den Drahtziehern von Moskau nicht in den Kram paßte. Ihr ganzes Geschrei über die„Gellert-Dikiatur" war aber nur eitel Schaumschlägerei, denn auf der Erfurter I G.- R e i ch s- konserenz wurde ein Beschluß gesaßt, daß sich die örtlichen Vereine aller Sportarten zu einem Zentralverein zusammen. zuschließen haben. Das darum, weil einmal die von der ZK.-Ber- bänden abgesprengten Splitter zu lebensschwoch waren und mm wenigstens in neuen Vereinsrahmen etwas größeren Formats«r- scheinen sollten, des weiteren aber noch aus einem anderen Grunde, der ganz etwas anderes bedeutet als die Statutenfestlegung des Arbeiter-Turn- und Sportbundes in Köln. Die Vereinsvermögen der JG.. vereine müssen nämlich eingebracht werden und werden Eigentum des Zenlralvereins. Fällt es einmal einer Sparte eines solchen Zentralvereins ein, daß der parteipolitische Einfluß der KPD. für f nicht mehr tragbar sei, dann kann ja diese Sparte ob- wandern— aber vermögenslos, ohne Geräte und VcreinsHeime, ohne Sporlplah, der einstmals in ihrem Besitz war. Das olles ist Besitz des Zentralvereins geworden und bleibt Besitz. Auch wenn ein einheitlicher Beschluß der Sparte das Organisationsoerhältnis ändern will. Auf die p o l i t i s ch e F« f s e l u n g der Vereine kam es den Machern in Erfurt also an. Im Arbeiter-Turn- und Sportbuud kann ein Verein m i t seinem Gezaintverinögen ausscheiden, wenn in einer ordnungsgemäß einberufenen Generalversammlung neun Zehntel der Anwesenden für den Austritt stimmen. Die Diktatur in der JG. ist also noch ganz anderen Charakters, viel schärfer als im Arbeiter-Turn- und Sport. bund. Und da der Arbeiter-Turn- und Eportbund in die IG.-Ver, eine keine Viindcstreuen dirigiert, um umzustürzen, sondern alles einer gesunden Entwicklung überläßt, darum müssen noch andere triftige Gründe für solche IG.-Diktaturbcstiinmuirgen maßgebend sein. Und die gesunde Entwicklung fürchtet man, darum der Be- schluß von Erfurt, der von den JG.-Vereinen der kleineren Orte zmn Teil schon befolgt ist. Nur nicht von der Zentrale Berlin. Da hat man den Braten wohl gerochen und Bedenken bekommen. Das hat die Landesleitung sogar bewogen, in besonderen Beschwörungssormeln den Zusammenschluß zu einem großen Berliner Verein schmackhaft zu machen, aber zugleich auszusprechen, daß Nachsicht mit den Abseitsstehenden geübt werden soll(siehe „Sport und Spiel" Nr. 33). Der Erfurter Rol-Sporl-Rcoolulion». beschluß gilt bloß für die kleinen Land, und Stadtvereine. Der für den 19. Oktober von der westdeutschen Leitung des kommunistischen Sportverbandes einberufen gewesene 2. Westdeutsch« Landeskongreß ist— wie aus einem Rundschreiben derselben Leitung entnommen wird— abgesagt uwrden, weil seine Grundlage nicht gesichert war. Der Kongreß sollte den Beschluß der JG.-Reichskonserenz von Pfingsten zur Durchführung bringen, der die Zentralisierung aller IG.-Vereine in den Orten und die Uebereignung des Vereins- Vermögens an die JG. vorsieht. So stark ist die Liebe der west- deutschen Oppovereine zur JG. nicht, daß sie ihr das Vereins- vermöge», Geräte, Plätze usw. überlassen. Aus diesem Grunde zeigten sie für die Kongreßvorbereitungen kein Interesse und er siel ins Wasser. Reit für die Nazis! Es handelt sich um keinen Geringeren als um den kommu- nistischen ehemaligen Vorsitzenden des Bundesausschusses vom Arbeiter-Kegierbund mit Namen Kr« i- Halle. Auf dem Bundestag der Arbeiterkegier in Chemnitz wurde dem Krei vorgehalten, daß es zu einem Führer der„revolutionären Opposition" nicht passe, zugleich Mitglied bei der reaktionären Deutschen Turner- schaft zu sein. Krei verleugnet« seine DT.-Mitgliedschast und als seine oppositionellen Anträge keine Annahme fanden, verließ er mit seinem Anhang den Bundestag. Daraufhin enthob ihn der Bundestag feines Amtes. Die kommunistischen Blätter entrüsteten sich in der bekannten Art über die„Verdäclstigungen" der Reformisten gegen- über dem Opposührer Krei. In denselben Chor stimmte auch die „Arbeiter-Politik" von der KPD.-Opposition ein, und schrieb von einer„Lüge". Jetzt, kurz nach dem Chemnitzer Bundestag muß der kommunistische„Klassenkampf" in Halle zugeben, daß kr«! tatsächlich INilglied der Deutschen Turnerschast lsl! Ein seiner„Revolutionär", auf den die kommunistische Sportfiliale in Holl« besonders stolz fein darf. Spalter in der Sdmeiz Viel Geschrei um wenig Wolle! Am 3. Oktober wollten die unter der Führung der Kommunistischen Partei stehenden Spalter des Schweizer Arbeiter-Turn- und Sportbundes als Probe ihrer Organisationsstärk« einen Lauf Basel— Zürich durchführen. Fünf- hundert Läufer und Läuserinnen wurden auf Reklameplakaten an- gekündigt. Die Leitung des kommunistischen Sportoerbandes hat den Laus wegen Mangel an Teilnehmern absagen müssen, trotzdem sogar die kommunistische Parteijugend zur Teil- nahm« verpflichtet war. Für den 12. Oktober mußte der Lauf wieder abgesagt werden, weil eben keine Leule da waren. Das ist der kommunistische Sportverband. in der Schweiz. Gewitter im Sportpalast Eigentlich hatte man den Eindruck, als werde auf einer Theoler- bühno der Donner probiert. Nämlich gestern im Sportpalast, als man sich durch den Keller in den Innenraum schlängelte, wo am kommenden Sonnlog das große, riesengroße hallensporlfesk der Ilrbeilersporller an das Licht der Jupiterlampen gebracht werden soll. Es war aber ein ganz ungefährliches Gewitter da oben: hje Arbciierfporller trainierten nur zum Fest: das aber feste! Sprinter und Dauerläufer jagten üb«r den Bretterbelag, daß einem fast der Hut vom Kopf« flog. Das. war schon mehr als Theaterdouirer. Kräftige Frauen- und Männerbeine stampften den Holzboden, daß es nur so ein« Art hatte. Wenn man gewohnt ist, auf den sommerlichen Sportplätzen seine 190 Meter zu laufen, nun, dann ist die auf 50 Meter verkürzte Bahn der Halle eben— zu kurz. Start, Fehlstart, nochmal Start— der Fuß findet keinen Halt zum Abdruck wi« im losen Sand. Auf ein Neues, noch einmal! Aber ichließlich will stder heran,»ich die„Musikfreiübungsgymnastik- turner" stehen schon zappelnd um den Bandonionspieler herum, der beute noch die Kapelle markieren muß.„Sportpalastwolzer"? Meinetwegen! Dreihundert Junge und Alte, solche, ijst bald nach der Schulentlassung den Weg Zum Arbeitersportverein fanden, daneben welche, denen schon Band- und Fabrikarbeit den Körper zeichnet«, alle zeigen sie am Sonntag ihre Gymnastik, ohne die kei» Sport, aber auch schon keine Gesundheit nur möglich Ist... Aber nein, nur keine Furcht, bitte: es gibt auch Kampssporl zu sehen. Die schon erwähnten Läufer aller Arten, dann aber die Hoch- und Weitspringer, die großen und kleinen Lafetten, nicht zuletzt die Reimfahrer von„Solidarität" werden schon Leben in die Bud« bringen, und wenn der Kampfsport auch nicht Prinzip bei den Arbeitersportlern ist, Ihren Mann stehen sie deshalb doch. Ja, die Rennsahrrr— schon sind sie auf der Holzbahn und ziehen ihre Kreise. Sie sind am glücklichste», so eine ideale Sportgelegen- heil gibt es nicht alle Tage. Tüchtige Fahrer und gute Zeiten. „Solidarität" wird am Sonntag zeigen, daß es nicht immer Sechs- tagerennen sein müssen. Steckt doch noch Idealismus in diesen Jungs; ihn«» liefert keine Fabrik Räder und Reisen, und geht die Karre in Trümmer, nun, so muß holt wieder gespart werden. Das ist Sportbegeisterung! Und Sportbegeisterung muß auch die arbeitende Bevölkerung Berlins, die zu den bundestrcuen Arbeitersportlern hält, am Sonn- tag ausbringen. Sie muß hin nach der Potsdamer Straße, um lö Uhr beginnt das Fest._ Lehrer und Arbeitersport Auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft sozial- demokratischer Lehrer und des Freien Lehrer- Sportvereins hielt Fritz Wildung. der GcschästsfüHr« der Zentralkommisston sür Arbeitersport und Körpcrpslcge das Hauptreferat über„Die Leibesübungen im Dienste sozialistischer Erziehung". Er schilderte, wie die moderne Produttionsweise, die den Menschen an das laufende Band stellt, nicht nur eine ganz einseitige Körperbetätigung zur Folge hat, sondern auch der Arbeit Seele und Freude nimmt. Um den körperlichen Rückbildungs- prozeß aufzuhalten, fei oermehrte Pflege der Leibesübungen nötig. Darüber hinaus sollten Leibesübungen gerade unserer Jugend Lebensinhalt werden. Der Arbeitersport stehe im bewußten Gegen- satz zum bürgerlichen Sport, weil cr d:n Weitkampf als Prinzip ablehnt. Masstnformung. nicht Rekord sei der Grundsatz. Dazu käme die ungeheure Bedeutung sür die Erziehung zur Solidarität. Jeder parteigenössisch« Lehrer sollte sich an dieser Erziehungsarbeit beteiligen: 800 099 Jugendliche, 290 000 Schulpilichtige bieten ein dankbares Betätigungsfeld. Durch diese moderne Kulturarbeit werden Lehrerschajt und Jugend in«cht sozialistischem Geist« Mchj« ÜDÜ tritt mstnnmba« Gemeinschaft dstde». > Scgclfluftin den Alpen Dem Pilot E. Scheibe der Alpinen Segelflicgergruppe in Lermaos(Tirol) gelang es in einem Wettbewerb einen Segel- flnginden Alpen von 12>- Minuten Dauer durchzuführen, wobei er eine Höhe von 1920 Meter, d. h. 480 Meter über den Start erreichte. An dem Flugtoge herrscht« absolute Windstille, so daß das Flugzeug lediglich durch thermischen Aufwind hochgetrieben wurde. Unser Bild zeigt das Segelflugzeug „München I" beim Rekordflug in den Sllpcn. Der Revolver Erpressung als Sportmeihode Die Reichsarbeitsgemeinschost der FIrnrensportoerelne „RAG" führt tu ihrem gleichnamigen Amtsblatt seit jeher einen Federkrieg gegen alle drei, weich« behaupten, die Firmensportvereine seien nicht unabhängig, sie seien vielmehr abhängig von ihr«» Firmen, und besorgten für diese vi« Reklame. Die letzt« Ausgabe der„RAG" liefert selbst den Nachweis, daß Unternehmer und Flrmenoereine eine Gemeinschaft bilden.'Anlaß zu diesem Ein- gestttndnis ist der Aerger über mangelhaste Unterstützung durch den „Hamburger Anzeiger" und des„Hamburger Fremdenblattes" für ein Finnensport-Städtefußballipiel Hamburg— Bremen. Die„RAG" schreibt: ..E» wäre ein leichtes, Gleiches mit Gleichem zu vergellen. Wir könnten maßgebende Mikglieder unserer Bewegung billen. bei geschäslllchen Transaktionen sich dieses Vorfalle» zu«rinnern, und wahrscheinlich würde der Verlag dem kurzsichtigen Sport- redakleur den Kopf waschen." Mit anderen Worten: Der Reiclzsarbeitsgemeinschaft der Firmensportverein« ist es ein leichtes, durch die Chefs der Firmen ihrer Vereine, die Zeitungen, deren Redakteure die Wünsche der „RAG" nicht erfiiilen, durch Jnscratenentzug solange zu schädigen, bis die Zeilungsverlage die bezeichneten Redakteure auf die Straße gesetzt haben, oder bis sich die Redakteure dem An- sinnen der„RAG", unterwerfen. Das wäre die schönste Erpressung. Ein schöner Khmidal bei der FIFA Mit der in Montevideo(Uruguay) ausgetragenen Fuß- b a l l w e l t m« i st« r s ch a f t der Fifa(international« Organisation der bürgerlichen Fußballverbände) müssen sich nun auch noch die ösfentstchen Gerichte-in Amerika befassen. Nicht etwa deswegen, weil den Zuschauern an die 800 Revolver and eine ebenso ansehnliche Zahl Dolche abgenommen««den mutzten oder weil der uruguayscheu Gesandtschaft in der argeniini- scheu Hauptstadt wegen der Niederlage Argentiniens die Fenster eingeschlagen wurden, sondern weil sich Schiebungen ganz großen Formats zugetragen haben sollen. Die Schiebungen werden der Leitung des uruguayschen Fußballvcrbandcs nach- gesagt. Tausende von Einlaßkarten seien Wucherern überlassen worden, an deren Gewinn auch die V« r b a u d s l e i t u n g p r o s i- tiert habe. Mit den Reisespesen sei gewüstet worden. Die drei amtliche» Vertreter der„Fisa" sollen mehr als sechs Gastmann- schasten zusammen gekostet Haben und einer Schlaswagengesellschafl, die einen Teil der Spieler mit befördert habe, seien allein 123 000 Pesos gezahlt worden. Mehr kann man eigentlich nicht verlangen! Die deutsche Kit ßegen Oesterreich Die Fußballeitung des Arbeiter-Turn- und Sportbundcs hat für die Länderspiele gegen Oesterreich am 1. und 2. No- vember in Wien folgende Mannschaft ausgestellt: Bchne Hcldmonn Willmann Echmidt Sicrsigt (vurg b.Mxdbg.)(Frantfurt-M.) tZranilurl-M.)(Bielefeld)(Dllbern b. Forst) König(Weiden) Hinze(Dresden) Müller fCbemnist) Echudect(Pegau b. Leipzig) Crccelius(Leipzig) Mayer(Krrlsruhc-Grünwinkel) Im 2. Spiel wird an Stelle von Willmann, Schuieile(Slutt- gart) als Sturmführer spielen. Marke„Schleuderfrei" Kann man das Schleudern der Autos verhindern? Gestern führte die herstellende Firma einem großen Iutcr- essentenkreise und der Presse eine Konstruktion vor, die das Schleudern der Autos verhindern soll. Der Apparat„S ch l e u d e r f r e i" ist so konstruiert, daß er die Fliehkraft der Zentrifugalkraft, die das Schleudern der Autos bewirkt, ausHeft. Geht ein Auto in die Kurve, so wird das Haupt- gewicht des Wagens aus die in der Außenseite der Kurve liegenden Räder gedrückt, die Federn sind überlastet, der Wagen liegt schief. Durch den aus der Hinterachse ausmontierten Apparat wird das Wagengewicht auf beide Hinterräder gleichmäßig verteilt, so daß auch beide Räder die gleiche Reibung auf der Fahrbahn belzalten. Sie greisen also auch gleichmäßig lmd besördenr den Wagen in der durch den Steuernden gewünschten Richtung. Der Apparat selbst besteht aus zwei runden Stangen, die je mit der Achse und mit den gederköpfen fest verbunden sind. Zwischen den Stangen liegt eine Kreuzschere, deren Schenkel mit Leftmufsen auf den Stangen gleiten. Liegt dos Hauptgewicht des Wagens also nur auf einer Feder, so wirkt die ober« Stange auf die Kreuzschere, die ihrerseits wieder die untere, auf der'Achse be- festigte Stange drückt und die andere Feder ebenfalls belastet, respektive das Gewicht des Wagens verteilt. Der'Apparat wirkt also auch als Stoßdämpfer. Bei den angestellten Versuchen ergab der Augenschein, daß selbst in nassen Ajphaltkurven bei hoher Ge- schwmdigkeit der Wagen nicht schlenderte und daß er auch beim starken Bremsen in der Geraden die Fahrrichtung beibehielt. Für die Versuche war gestern gerade das richtig« Wetter, bei dem der Asphalt die so gefürchtcte Glätte hatte. Eine Stimme aus dein Zuschauertreise fragt« die Vorführer: „Was hätten Sie getan, wenn es nicht geregnet hätte?" Bescheiden« Antwort:„Wir Hab«n vorsorglich eine» Sprengwagen herbestellt: bitte, dort steht er!" Der republikanische Deutsche Wassersport-Verband feiert heute, Sonnabend, im„Ulap", Alt-Moabit 4/10, sein 3. Stiftungsfest.— Am 8. November veranstaltet die W i n t e r s p o r t a b t e i l u n g des Reichsbanners im gleichen Lokal einen Gesellschastsabend mit Ball. Abeitdlrabrennen zu INaricndorf. Nach einer kurzen Pause nehmen die Abendirabrennen zu Mariendars morgen, Freitag, chrtu Fortgang. Im Mittelpunkt des interessanten Programms steht das Groscurthrennen,«ine bedeutende Zuxijährigenprüsung im Werte von 10 000 Mark. Di« Rennen beginnen um 15 Uhr. Frei« UviB'Ution. Li Huna Freitag, 81. Dliober. fällt au?. Taaristrnverri».Die Ralurfrciinde", Zentrale Wie». Freitay, Ottott«, 20 Uhr.'SM. Chartottenburg: 20' e Uhr Badcabeud DtadNad Mitir, Kart'i:- ftrahr. Sonntag. 2. Ztopriubtr, Erkner— BUdrradorf. Abfahrt 7!Z Uhr Bahn- Hof Tlxirtattriikurg.— Ingenbgrnppr Humtoldthain I: Pank. Lltr Wirf.'»- iiraße: Frohsinn im Hriw.— ssalibooiavtcilnng: Driher SU'. 27:„Faih- simpelei".— Abt. Brih: Ehansserstr. 48:„Frrienerlebitisfc".- Abt. Siieosi: Vrihtr Str. 27:„Ursachrn der Reformatio»".— Abt. Trep'aw: Elsenstr. 2: Lichtbilderpprirog:»Durch Acgypien".- Foiogcincinschakt Abt. Osten: Frank- furicr Allee Sfi.— Fologemcinschaft Abt. Neukölln: Pcrgstr. A. Montag, z. November,'>» Uhr. Folageineinschafi: Iohannisstr. tä.— Ralaemcinslla!>: Wrangetstr. 12h:„Rabicrungen".— Efperanio-Arbritsgemrinschaft: Dilftirr Strafte 4. Frei« Waffrrlohre«„Ausmärte". Sonnabend, t. Novcmber. 20 Uhr. Sifcung ber Baukol»»lisston bei Von, Barfuastr. 0. Sonntag. 2. Rourmber, Teilnahme aller Spoetgenofseil am Hallenfportsest im Sportpalast. Freie T«r»»rschaft Wilmerobarf. Sonnabend, 1. November. 20 Uhr. her Uro ig, Bitrt«ljahrce.mitglicdcrpersa»»nlu»g. MItgtirdabllcher und Bechcr mitbringen. Donnerstag, Zv. Oktober. v 0 r I j n. 10.08 l>r. htax Oshorn:..Berlin", 16.30 Robert Ralleckc. Lum 100. Geburtstag am 31. v iiiober 1930.) 1. Kleine Stücke(Erwin Job. Bacli, Flügel).— 2. Lieder(Gern Ost, Sopran: Flügel: Jut. IJürgcr). 17.00 Teemusik. 17.85 l'olirei-V'lreprüsidcnl Dr. Weiß: Tliealcrzcnsur. IS. 20 Arbeitsmarkt. 18.25 Interview der Woche. 18.50 Georg Schumann. Dir.: Der Komponist. I. Ouv. Lebenstrende.— 2. Variationen und Gigue über ein Thema von lländet. 19.40 Prof. Dr. F. L. Hürth; Die Kulturbcdcutung der Oper. 20.05 Heilere Cborgeskngc. 20.30„Der Raub der Sabinerinnen", Schwank von Schöniban. Nach den Abcndmctdungcn bis 0.30 Tanzmusik. Kllntcs wüster hausen. 16.00 Dr. Oskar Gactz: Theater und Schule. 17.30 Mersmann: Hausmusik. 15.00 Maximilian Müller- Jabuseh: Weltpolitische Stunde. 18.30 Prot. Dr. E. Leschke: Leib und Seele. 19.00 Lothar Erdinaun: Arbeiterbewegung und Nation. 19.30 Dr. Schindler: Landwirtschaftliche Eindrücke in USA. 20.00 Köln: Meister der Operette. 20.30 Köln:„Mutter Erde".' RoteHLndo oder brennend rotes Gesicht wirlen unfein. Ein wirksantes Mistel dagegen ist die kühlende, reizmildernde und schneeig-wetste Cromo I.oodor. auch als herrlich duftende Puderunterlage vorzüglich geeignet. Uederrafchender Erfolg, Tube 1 Ml., wirksam unterstützt durch Leodor- SbtlMe,«aw 50 w. SftflOm QbicebMMledMMeB« S» d-de». Gemaßregelie Lehrlinge. Durch den Direktor Iereczek bei Stock-Marienfelde. D«r Herr Direktor Iereczek von der Firma Stock m Marie nfelde war früher Mitglied und Funktionär des Deut- scheu Mctallarbeiterverbandes. Das hielt ihn als Direktor nicht nd, am 18. Oktober 2 3 Lehrlinge f r i st l o s zu entlassen, weil er an diesem Tage erfuhr, daß sie f r e i g e w e r k s ch a f t l i ch organisiert waren und tags zuvor an einer Lehrlings- Versammlung des Metallarbeiterverbandcs teilgenommen hatten. Vor dem Arbeitsgericht, wo er sich zu verantworten hatte, fand er kaum Worte, um seiner Entrüstung über dieses„Verbrechen" Ausdruck zu geben. Er fei g a n z entsetzt gewesen, als er crsuhr, daß berevs so vkil Lehrlinge vom Metak?»rh«i!er- verband„verführt" worden seien, der sich übrigens seiner Auffassung nach nicht von der sogenannten REO. unterscheide., Herr Iereczek ist überhaupt ein sonderbarer Kauz. Den Eltern der entlassenen Lehrlinge gegenüber hatte er sich zur Wiederein st ellung oerpflichtet, wenn sie sich damit einverstanden erklärten, daß ihre Kinder für vierzehn Tage kein K o st g e l d erhalten, ein Vierteljahr nachlernen und aus dem ZNetallarbeilerverbond austreten müssen. Ein Teil der Eltern ist infolge Unkenntnis der Gesetzwidrigkeit dieser Verpflichtung und aus Sorge um das Wohl ihrer Kinder aus dieses unverschämte wuche- rische Ansinnen hereingefallen. Vor Gericht allerdings behauptete der Herr Direktor, daß er die Lehrlinge nicht wegen der Zugehörigkeit zum Metallarbeiteroerband entlassen hätte, sondern weil sie ihm nicht von dem beabsichtigten Eintritt in den Verband unter- richtet hätten, wozu sie nach dem Lehrvertrag verpftTchtoj seien. Mit den Eltern der Lehrlinge, die vor Gericht vom Jugend- sekretär des Metallarbeiterverbandes vertreten wurden, wollte sich der übereifrige Betriebsdirektor schließlich noch einigen. Von einer Einigung mit dem Verbandssekretär jedoch wollte er nichts wissen. Rundweg lehnte er aber die Wiedereinstellung eines Lehrlings ab, der unter seinen Lehrkollegen Einladungszettel zur Lehr- lingsversammlung des Mctallarbeiterverbandes verteilt hatte, und angeblich für den Verband als Werber aufgetreten sei, sich also„hetzerisch" betätigt hätte. Der Sühneoersuch des Arbeitsrichters mußte bei einer solchen Einstellung natürlich scheitern, so daß erst in einem Kammcrtermin dem Herrn Betriebsdirektor Iereczek klar gemacht werden muß, daß der Eintritt von Lehrlingen in den Metallorbeiterverband in der deutschen Republik kein Verbrechen mehr ist. �(Befchifk-Jbtjeiger � Bezirk Jtowden-Cften Ich offeriere. Ia frischeste Vollmilch in bester, fettreichster Qualität, die auf dem schnellsten Wege vom Erzeuger zum Verbraucher ohne Lagerung und Stapelung(dadurch 1—3 Tage älter) gebracht wird. Außerdem offeriere: I« ff. 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