Morgenausgabe 3lr. 511 A 252 47.Iahrgettge. druckte Wort 25 Pfennig(zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuch» da» trift Wort 15 Pfennig. iedes wertere Wort I'J Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Zeile 60 Pfennig. Familrenanzeigen Zeile 40 Pfennig. Anzeigenannahme imHaupl. oefchöft Lindenstraße 3. wochentägtich von S>/, bis 17 Uhr. Zentvalovgan der Gozialdemotrattsche« Oavtei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 fternlvrecher: Dönbot» 2Ü2—2S1 Telegramm-Adr So�albtmolrat Berlin. Vorwarts-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: Berlin 37 SSK.— Bankkonto: Bankder Arboitcr, Angestellten und Beamten, Wallstr KZ�Dt.B.u.Dlsc.-Gcs:,Deposilenkafse,JcrnsalemcrStr.ßö/ll6. Metallarbeiterstreik beendet. Mehrheit für Vereinbarung.- Die Lehren des Gim'ks. Die Urabstimmung der streikenden Metallarbeiter im Berliner Metall- konflikt hatte folgendes Ergebnis: An der Ab- fiimmung beteiligten stch 73 278; für Fortführung des Streiks stimmten 32 847 und für Annahme der Vereinbarung zwischen den Mctallindustricllcn und den Gewerkschaften stimmten 40 431. An der Ab- stimmung haben sich 62 163 Streikende nicht bc- tciligt. Damit ist der Streik beendet und die Wiederaufnahme der Arbeit sicher. * Festern abend waren die vblc»te der Streilleituiigen im Der- bandshaus der Metallarbeiter in der Linienstraße zusammengekom- wen. um auf Grund des Ergebnisses der Urabstimmung in den ABM!Z.-Betrleben die weiteren notwendigen Maßnahmen zu beschließen. Der Bevollmächtigt« des Metallarbeiterverband� Genosse ll r i ch gab zunächst das Abstimmungsergebnis bekannt. Die Abstimmung hat nicht die statutarisch notwendige Dreiviertelmehrheit für die Weiterführung des Streiks ergeben, auch nicht, wenn man die Betriebe außer Betracht läßt, die sich an der Urabstimmung nicht beteiligt hoben. Der Streik ist also be° ckndet. In der anschließenden Debatte kamen zwar verschiedene gegen- sätzliche Meinungen über die Taktik der Streikbeendigung zum Aus- druck. Ucberall stellten die Obleute jedoch die gewerkschaftliche Einig- kcit, mit der die Bewegung begonnen wurde und mit der sie auch beendet werden muß, wieder her. Genosse U r i ch betonte zum Schluß der Konferenz, daß jede Differenz, die wegen der Wiederaufnahme der Arbeit in den Betrieben entstehen sollte, so-fort der Organ isations- leitung mitgeteilt werden muß, damit sie unverzüglich in Verhandlungen zur Beilegung dieser Differenzen treten können. Urich erklärte weiter, daß über die Taktik der Strcikführung� sowie über die Frage der Urabstimmung noch in einer großen Funk- tionärkonserenz gesprochen werden wird, aber zu einem Zeitpunkt, an dem die Beivegung. die noch nicht abgeschlossen ist, nicht mehr zu ihren Ungunsten beeinflußt werden kann. Mit einer zündenden Ansprache, in der er die Notwendig- kcit des strafferen gewerkschaftlichen Zusammen- schlufses der Berliner Metallarbeiter zum Ausdruck brachte, schloß Urich die Obleutekonserenz. Die Betriebsräte müssen sich jetzt mit den Betriebsleitungen in Aerbindnng setzen, damit die Arbeit alsbald in jedem Betriebe wieder aufgenommen wird, so geschlossen wie sie am lä. Oktober eingestellt worden ist. * Achtung, Bergmann. Scestraßc! Arbeitsaufnahme am Montag, dem 3 November. Die Streikleitung. Dr. Paul Meyer. Die Arbeit wird heute Freitag um!Z Uhr wieder aufgenommen. Die Streikleitung. Achtung! Lorsig-Lelegschast! Arbeitsbeginn heute Freitag früh 7 Uhr. Der Arbeiterrat. Achlung, AEG. Hennigsdorf! Werk L. F. und J. F. nimmt heute. Freitag früh, 7 Uhr, die Arbeit auf.— Die Streikleitung. VEK- Blockweck! Kollegen, die nach nicht eingestellt wurden, melden sich am Sonnabend, dem l. Noocinäer, um 13.30 Uhr bei Lange, Siemensstadt. Der Arbeiterrat. AEG. Trepiow. Eine Bctriebsoersammlung sindet nicht statt. Die Arbeit wird heute zu den üblichen Zeiten aufgenommen. Der Betriebsrat. * Entsprechend den Beschlüssen des Metallkartells sind die Berliner Arbeiter und Arbeiterinnen der Metollindustrie, soweit sie in den Betrieben des Verbandes Berliner Metall- industrieller beschäftigt waren, am 1ö. Oktober in den Streik getreten. Dieses Ereignis hat deshalb in der Oeffentlichkeit so großen Eindruck gemacht, weil unter den Arbeitern und Arbeiterinnen sich eine große Anzahl von Unorgani- s i e r t e n befand, ja sogar von solchen, die den sogenannten Wirtschaftsfriedlichen angehören oder beim Stahl- Helm und den Nationalsoziali st en organisiert sind. In einzelnen Betrieben ist das Berhältnis zwischen Or- ganisierten und Unorganisierten besonders ungünstig. Dort haben die Unorganisierten oder die im gegnerischen Lager stehenden Arbeiter die M c h r h e i t. Trotzdem wurde überall die Arbeit fast restlos niedergelegt. Zwei Wochen standen die Arbeiter im Streik. Die Unternehmer hatten noch am Abend vor dem Streik hoch- mütig erklärt, daß der Mctallarbeiter-Verband ohnmächtig sei gegen den Schiedsspruch etwas zu unternehmen, weil noch nicht ein Drittel der Arbeiterschaft seiner Streikparole folgen würde. Die Arbeiterschaft hat aber nicht nur geschlossen die Arbeit niedergelegt, sie hat auch durch ihre Vertreter im Reichstag, durch die sozialdemokratische Reichs- lagsfraktion das Gewicht ihres politischen Einflusses in die Wagschale geworfen. Sie hat darüber hinaus durch die sozialdemokratische Presse die Oeffentlichkeit mobil gemacht, und es ist ihr gelungen, die Sympathien der Oeffentlichkeit für die Arbeiter und Arbeiterinnen der Ber- liner Metallindustrie zu gewinnen. Die gesamte Oesfentlich- keit ist sich darüber klar geworden, daß dieser Lohnabbau nicht gerechtfertigt ist und daß er, wenn er zur Wirk- lichkeit würde, ein weiteres Absinken der Kaufkraft und eine weitere Verschärfung der Arbeitslosigkeit zur Folge haben müßte., Obwohl die Unternehmer, sowohl hurch den Perbaud Berliner Metällindustrieller, wie durch den Gesamtverband der Metallindustriellen und die Vereinigung der deutschen Ärbeitgeberverbände, ihren ganzen Einfluß aufgeboten haben, um die Verbindlichkcitserklärung des Schieds- spruches zu erzwingen, obwohl vom Gesamtverband der Metallindustriellen mit Gegenmaßnahmen, d. h. mit'Aus- f perrungen, gedroht wurde, ist es dank der Disziplin der Arbeiter und Arbeiterinnen der Berliner Metallindustrie den vereinten Anstrengungen der Gewerkschaften und der Sozialdemokratischen Partei gelungen, die Verbindlichkeits- erklärung zu verhindern und den ersten Schiedsspruch zu b e s e i t i g e u. Es wird ein neuer Schiedsspruch gefällt werden müssen. Niemand kann heute voraussagen, wie er ausfallen wird, man darf aber wohl annehmen, daß diese geschlossene Aktion der Arbeiterschaft nicht ohne Einfluß auf ihn bleiben wird. Es wäre freilich besser gewesen, wenn eine neue Lohn- Vereinbarung noch v o r Wiederaufnahme der Arbeit zustande- gekommen wäre. Der Deutsche Metallarbeiter-Perband war sich aber bewußt, daß der Streik n u r d a n n erfolgreich ab- geschlossen werden kann, wenn er auf seinem Höhepunkt steht. Die sogenannten Wirtschaftsfriedlichen und der Stahl- Helm hatten beschlossen— vielmehr Anweisung b e- kommen—, die Arbeit wieder aufzunehmen. Außer diesem moralischen Druck von der Unternehmcrseite her standen die Unorganisierten unter dem materiellen Druck der wirtschaftlichen Rot. Auch für die gewerkschaftlich Organisierten ist ein Streik immer ein Opfer. Die Streikunterstützung ersetzt ihnen nur einen Teil des Lohnes. Die Streikunterstützung ist aber ausreichend, um die Streikenden über Wasser zu halten. Anders ist es Mit den Unorganisierten. Diese haben bei diesem Streik einmal erproben können, was es bedeutet, die Gewerkschaftsbeiträge zu„sparen". Sie haben auch erproben können, was es bedeutet, wenn man sich auf das„soziale Empfinden" der Unternehmer verläßt. Die im Metallkartell vereinigten Gewerkschaften mußten also voraussehen, daß die Widerstandskraft' der Unorgani- fierten bald ihre Grenze erreicht haben würde. Auch eine Sammelaktion hätte nur ganz notdürftig helfen können. Nichts zeigt besser als die Bcttelsuppen der koinmu- nistischen Partei, daß nur eine auch finanziell gut fundierte Gewerkschaftsorganisation in der Lage ist, erfolgreich den Kampf zu führen. Die Unorganisierten mögen diese harten Tatsachen im Gedächtnis behalten und danach handeln! Bei diesem Streik hat es sich auch gezeigt, was es de- deutet, eine Tageszeitung zur Verfügung zu haben, die von den Arbeitern gelesen wird und diesen die Beschlüsse der Organisation und der Streikleitungen zweimal am Tage Weltkampf gegen Arbeitslosigkeit. Oie Kölner Vefchlüffe der Amsterdamer und der Züricher Zniernationale. Köln, 30. Oktober.(Eigenbericht.) Die im Verlauf der Kölner Beratungen von einer gemeinsamen Kommission des Internationalen Gewerk- schaftsbundes und der Sozialistischen Arbeiter- .Internationale ausgearbeitete Entschließung zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit hat folgenden Wort- laut: „Die Wirtschaftskrise, die in fast allen Ländern mit ungeheurer Wucht wütet, hat mehr als 12 Millionen Arbeiter in Europa und in den Vereinigten Staaten Amerikas sowie weitere Millionen in den anderen Weltteilen, zur Arbeitslosigkeit verdammt; sie bedroht dos Ledensschickjal der gesamten Ar- beiterschaft in einem früher nicht gclannten Maße. Der Fluch des kapitalistischen Wirtschaftssystems, das periodisch neue Krisen erzeugt, die geringe Stabilität des Friedens, die Vorstöße des Faschismus und andere politische Störunge» sind die 5)aüptursachen des gegen- wärligen Notstandes der arbeitenden Massen. Die herrschenden Klassen tun nicht nur nichts, um die Krisenfolgen für die Arbeiter- schaft zu lindern, sonder» tragen durch eine tolle Politik der Schutz- zölle, durch ökonomiichen NaOanalismus und zahlreiche andere Maß- nahmen noch zur Vcrschärsung der Notlage bei. Die Unter- nehmerklasse versucht in Verkennung ihrer VcrantwortlichkeU die hohen Löhne als die Ursache der Krise auszugeben. Die Tatsachen widerlegen offen diese Behauptung: im Lause der letzten Jahre ist der Lohnanteil an den Produktionskosten gefallen, während gleichzeitig die Zahl der Arbeitslosen fast eine Verdoppelung er- fahren hat. Zynisch schlagen die Unternehmer eine Herabsetzung der Löhne und der Arbeitslosenunterstützung vor, ohne sich um das furchtbare Elend zu kümmern, das auf diese Weise für die Arbeiterkiosse entstehen würde Gegen dies« Angriffe des Unternehmertums muß die Ardeilerschast in allen Ländern durch die Gewerkschasten und die s o z i a l i st i s ch e n Parteien den Abwehrkampf mit aller Kraft sühren; mit der W-> wehr gegen die soziale Neaktion muß sie ihren Kampf um die Per- sorgung der Krise Nopfcr und um die Verminderung der Arbeitslosigkeit verbinden. Hier liegen die dringlichsten Gegenwartsaufgabe» im Rahmen des großen Kampfes der Arbeiter- klass« zur Ueberwindung des Kapitalismus und zur Berwirklichims» des Sozialismus. IGB. und SAI. genieinsam rusen die Arbeiter in ollen Ländern auf. die folgenden Forderungen mit Einsatz aller Energie zu vertreten, um den Druck der Krise zu überwinden iv5 die Leiden ihrer Opfer zu mildern: l. Abwehr jeder Senkung des Reallohns, da durch Der- Minderung der Masstntaufkrafl die Zahl der Arbellslasen w«ücr wachsen mühte. 2. Erhöhung der Mosscnkauskrafl und dadurch DermZn. derung der Arbeitslosigkeit durch Bekämpfung der Maßnahmen kapitalistischer wirtschastsverbönde. die die Anpassung der preise von Fertigwaren an die gesunkenen Rohstossprcise verhindern. Kampf gegen die künstliche hochhaltung der Kleinhandelspreise gegenüber den gesunkenen Großhandelspreisen. 3. Einführung, Erhaltung und Ausbau einer hinreichenden Sicherung der Lebcnsmöglichleiten der Arbeits- tosen. 4. Gerechtere Verteilung der Arbeitsgelegenheit während der Krise durch Verkürzung der Arbeitszeit. Zum Ausgleich der verschärften Anspannung der Arbeilskräste in der rationalisierten Wirtschaft ist die dauernde gesetzliche Verkürzung der Arbeitszeit international anzustreben. S. Um die politischen Quellen der Krisetioerschärsung zu ver- slopsen. gilt es. olle Kräfte für die Sicherung dcsFriedens unter den Völkern zu mobilisieren, durch die Internationale Abrüstung. durch die allgemeine Streichung der Kriegsschulden, durch die Bekämpsung des Faschismus und der Diktatur, in welcher Form sie immer austreten mag. durch die Sicherung der Demokratie, die die Grundloge jeder sozialen und freiheitlichen Politik ist." Regierungsvorlagen fertig! Am nächsten Dienstag vor dem Reichsrat. bekanntgidt. Es ist in der übrigen Tagespresse, in der kommunistischen wie in der bürgerlichen, während dieses Streiks viel Falsches veröffentlicht worden, welches das größte Unheil hätte anrichten können, wenn nicht die Streikenden gewußt hätten, daß nur der„Vorwärts" als Publikationsorgan der Gewerkschaften maßgebend für alle Streiknachrichten ist. In allen Streiklokalen vergewisserten sich die Streiken- den zunächst, soweit sie den„Vorwärts" nicht schon zu Hause gelesen hatten, ob Versammlungen einberufen, ob Verhand- lungen im Gange wären oder ob sonst irgendwelche wichtigen Nachrichten veröffentlicht sind. Nur dadurch ist es gelungen, allen Quertreibereien, die die Kommunistische Partei durch die sogenannte NGO. betrieb, von vornherein die Spitze ab- zubrechen. Nur so war es möglich, daß die schlecht oder gut gemeinten falschen Nachrichten in der übrigen Presse ohne jede Wirkung geblieben sind. Nur so war es möglich, daß trotz der Meinungsverschiedenheiten unter den Streikenden über die Bewertung der Vereinbarung zwischen den Unter- nehmern und den Arbeitern der Kampf geschlossen zu Ende geführt werden konnte. Auch diese Tatsachen mögen Unorganisierte wie Organi- sierte im Gedächtnis behalten! Der Streik in der Berliner Metallindustrie hat gewiß den Beweis geliefert, daß die Arbeiterschaft auch in Zeiten schwerer Krisen in der Lage ist, große Kämpfe zu führen. Aber sie kann das erfolgreich nur in dem Maße tun, in dem sie gewerkschaftlich organisiert ist und sich auf eine starke Sozialdemokratische Partei und eine oerbreitete sozialdemo- kratische Tagespresse stützt. Englische Kritik an Ltnternehmerpolitik Sin Bericht deS Handelsbeirats der englischen Botschaft in Berlin. London, 30. Oktober.(Eigenbericht.) Thalwall, der Handelsbeirat der englischen Bot- schast in Berlin, veröffentlichte soeben seinen Bericht über die wirtschaftliche Lage Deutschlands. Nach der Ansicht dieses englischen Gutachters haben die deutschen Kapitalisten ihre Preise viel zu lange in der alten Höhe gehalten. Anstatt die Preise herabzusehen, wie es die wirtschaftliche Lage Deutschlands läng st erfordert hätte, seien die Löhne in Deutschland erniedrigt worden und es sei kaum zu bezweifeln, dast diese Lohnverminderung und die dadurch bedingte Schwächung der Massenkaufkraft der wirtschaftlichen Lage weiten Abbruch getan hatte. Abrüstung und Oeuischnationale. Die Abstimmung im Auswärtigen Ausschuß. Bei der Abstimmung über den Abrüstungsantrag D a u ch im Auswärtigen Ausschuß des Reichstags wurde, wie schon berichtet, zunächst«in Amendement Westarp und dann der ganze Antrag gegen die Stimmen der Sozialdemo- kraten und Kommunisten bei Stimmenthaltung der Deutschnationalen angenommen. Ueber die Gründe dieser Stimmenthaltung teilt jetzt diö deutschnationale Presse- stelle mit: Dieser Antrag trug von vornherein den Charakter eines Ablenkungsmanövers, dazu bestimmt, die oortiegenden, zum Teil entscheidenden Reparationsanträge in der Ver- senkung verschw-inden zu lassen und doch den Mittelparteien und den ihnen angeschlossenen Splittergruppen der Rechten die Möglichkeit zu geben, ihr neues Versagen in der Reparationsfrage zu ver- ichleiern. Ein solches, rein innenpolitische» Spiel mit lebenswichtigen außenpolitischen Problemen machen die Deutschnationalen nicht mit. Der Antrag Dauch /Graf Westarp war darüber hinaus aber auch sachlich für die Deutschnationalen unannehmbar. Er stellte nichts anderes als eine leere Deklamation dar, die durchaus der bis- herigen Politik der Regierung in der Rüstungssrage entspricht. Es fehlt in diesem Antrag die rmzweideutig« Feststellung, daß Deutschland, falls die Dertragsinächte ihren Verpflichtungen weiterhin nicht nachkommen, in der R ii st ungs f ra g e auch wieder frei« Hand erhält und entschlossen ist, diese Freiheit des Vertrauens zu benutzen. Nur einer solchen positiven Erklärung härten die Deutsch- nationalen in Verfolg ihrer ans eine grundsätzliche Aenderung des außenpolitischen Kurses gerichteten Politik, unbeschadet des Ver- jagens der anderen Parteien, zur Reparationsfrage ihr« Zustimmung geben können. Diese Erklärung ist Schwindel. Denn über den Abrüstungsantrag wurde zuerst abgestimmt, das sogenannte „Versagen" der Mittelparteien in der Reparationsfrage konnte zu jenem Zeitpunkt gar nicht vorausgesehen werden. Die deutschnationale Stimmenthaltung wird wohl am rich- rigsten als ein Bosheitsakt gegen den Grafen Westarp zu er- klären sein. Was übrigens die Sozialdemokraten betrifft, so waren sie bereit, für den Antrag Dauch zu stimmen. Nachdem die Mittelparteien den Zusatzantrag Westarp angenommen hatten, stimmten sie gegen das Ganze. Vorbereitung für Genf. Nachdem der Auswärtige Ausschuß des Reichstags über die Ab. rüstung beraten, har gestern über die gleiche Frage unter Vorsitz des Reichskanzlers und unter Hinzuziehung der Chefs der Heeres, und Marineleitung«ine Besprechung zwischen den betelligten Reichsministern stattgefunden. Gegenstand war die von der vorbereitenden Abrüstungskommission zu befolgende Politik. Di« Führung der deutschen Delegation sst wiederum dem Botschafter a. D. Grafen Bcrnstorfs übertragen worden. Beruhigung in Paris. Paris, 30 Oktober.(Eigenbericht.) Die Ablehnung der nationali st ifchen Anträge im Reichstagsausschuß für auswärtige Angelegenheiten hat in Paris das beruhigende Gefühl verstärkt, daß nach dem katastrophalen Aus- fall der Reichstagswuhlen die V e r n u n f t i n Deutschland doch wieder die Oberhand gewonnen zu haben scheint. Man ist sich zwar vollkommen darüber im klären, daß Deutsch- iand deshalb noch nicht auf das Verlangen einer Revision der Ver- -rage verzfchtet habe, aber schon die Tatsache, daß mich der neue Das Reichskabinett brachte gestern in einer Abendsitzung unter Vorsitz des Reichskanzlers Dr. Brüning seine gesetz- geberischen Arbeiten zum Wirtschafts- und Finanz- plan zum Abschluß. Sämtliche zu diesem Gesamtplan gehörenden Vorlagen sind vom Reichskabinett nunmehr verabschiedet. Der Beginn der Verhandlungen mit dem Reichsrat ist auf nächsten Dienstag, den 4. November, festgesetzt. Diäten und plahverteilung. Beratung der Parteiführer/ Der Aeltestenrat des Reichstags setzte am Donners- tag für die Regelung der Diäten einen Unterausschuß ein, der das neu« Diätengesetz möglichst im Einverständnis mit dem P r e u ß i- l che n Landtag ausarbeiten soll. In dem Gesetz soll die Relation der Diäten zu den Ministergehältern aufgehoben und eine Kürzung der Diäten, wie sie schon provisorisch beschlossen worden ist, endgültig festgestellt werden. Strittig blieb die Frage, ob eine An- rcchnung von Beamtengehältern auf die Diäten oder ein Unterschied zwischen den in Berlin und außerhalb wohnen- den Abgeordneten oder eine Berücksichtigung der Privateinkommen m Betracht gezogen werden soll. Bei der Besprechung der Platzverteilung im Sitzungssaal auf die Parteien ergab sich wieder, wie schon früher, eine Differenz zwischen den Nazis und der Hugenberg-Partei. Diese verlangte mit der Begründung, daß sie die am meisten rechts gerichtete Partei sei, die einsprechenden Plätze. Die Nazis wollten dies nicht zugestehen, da sie radikaler oder— extremer seien. Eine Einigung war nicht zu erzielen, die Nazis bleiben äußerst recht». Nur erhalten die sechs Voltsnationalen(Iungdo) auf ihren Wunsch die Plätze zwischen der Deutschen Volkspartei und dem Christlich- sozialen Voltsdienst, während sie bisher ihre Plätze bei der Deutschen Stootspartei hatten. Ferner regten die Kommunisten und die Nationalsozialisten aufs neue die frühere Einberufung des Reichstags an. Di« Mehrheit des Aelteftenrots stellt« sich aus den Standpunkt. daß der bisherige Beschluß(Wiederzusammentritt am 3. Dezember, rechtsgültig gefaßt sei und nicht geändert werden soll. In der Frag« der Auslegung des Artikels 24 der Rcichsverfassung (Zusammentritt des Reichstags auf Verlangen eines Drittels der Mitglieder) wurde der einstimmigen Meinung der Verfassungs- juristen zugestimmt, baß dieser Artikel sich nur auf Tagung»- abschnitte bezieht, wie sie in den letzten zehn Jahren nicht mehr vorgekommen sind, da der Reichstag dauernd präsent ist und Sessionsabschnitte nicht mehr kennt. Der Geschäftsordnungsausschuß wurde um eine Durchsicht der Geschäftsordnung ersucht, durch welch« die Institution des Alterspräsidenten, die Praxis bei namentlichen Abstimmungen, bei Abstimmnn- gen über Mißtrauensantrüge sowie andere strittige Fragen geklärt werden sollen. Der Antrag, Tonfilme im Reichstag aufzunehmen, fand keine Sympathie. Dagegen soll mit dem Rundfunk nochmals ver- handelt werden, ob sich eine teilweis« Uebertragung der Reichs- tagssitzungen im Rundfunk ermöglichen läßt. Die preußischen Staatsratsdiäten. Der Preußische Staatsrat hat die Staatsregierung ersucht, inst wnlicher Beschleunigung einen Entwurf vorzulegen, durch den die Bestimmungen über die Aufwandsentschädigung der gegenwärtigen Notlage entsprechend abgeändert werden; zur Zeit sind es 37,50 Mark. Reichstag Deutschland nicht zum gefährlichen Störenftied in Europa ausarten lassen will, hat hier wesentlich zu einer Beruhigung der Gemüter beigetragen. Es wäre«in ungeheurer Betrug für einen der beiden Partner gewesen, schreibt der„Temps", wenn sich Deutschland jetzt den Lockungen Mussolinis angeschlossen hätte, der mit den Mitteln gröblichster Erpressung sofort greifbare Erfolge für den Faschismus herauszuschlagen versucht. In Berlin wisse man genau, was map wolle> fährt das Blatt fort, man wisse auch, daß Mussolini keinen Fänger, mehr für die Revision der Vertrage rühren würde, wenn er mit Hilf« eine» seinen Zwecken dienstbaren Deutschland die erwünschte Kon. Zessionen von Frankreich habe erpressen können. Revenilow dementiert sich. Er ändert da« Stenogramm! Die Zentrumsfraktion des Reichstages hat an den Reichstagspräsidenten Lobe einen Brief gerichtet, in dem sie über Korrekturen, die Graf Reoentlow an dem Stenogramm seiner Reichstagsrede vom 18. Oktober vorgenommen hat, Beschwerde führt. In dieser Rede hatte Graf Reoentlow, zum Zentrum ge- wandt, erklärt, die Jugend würde aus der Kirch« marschieren. In dem amtlichen Bericht über diese Sitzung hat er diesen Satz in folgender Weise geändert:„Ich möchte mein« Ansicht mit Besorgnis und Bedauern dahin aussprechen: die Jugend wird Ihnen aus der Kirche herausmarschiercn, was wir wahrlich nicht wünschen." Rcichstagspräsidem L ö b e sagt in seinem Antwortschreiben an die Zentrumsfraktion, daß der Zusatz„was wir wahrlich nicht wünschen" von Graf Reoentlow in dos amtliche Protokoll eingefügt worden ist. Daraufhin hat die Zentrumssraktton den Rcichstagspräfideiiten in einem wetteren Schreiben gebeten, Reoentlow zu veranlassen, daß. seiner Rede m dem arnttichen Protokoll eine Berichtigung noch§ 110 der Geschäftsordnung beigefügt wird. Was Reoentlow sich geleistet hat, ist«ine Fälschung. Aus agitatorischen Gründen hat er den Sinn �enrer Rede in das Gegenteil verkehrt. Nazizetten in der Schutzpolizei. Zum Erlaß GeveringS. Der Erlaß Seoe rings gegen den„Verband der Schutz- polizeibeamten" ist in freigewerkfchaftlichen Beamten- kreisen mst Genugtuung aufgenommen worden. Darüber wird uns geschrieben: Es handelt sich um den sogenannten I o s u p e i t- Verband, der mster Führung des deutschnationalen Landtagsabgeordncten B o r ck stark rechts eingestellt, nationalsozialistische Tendenzen verfolgt. Unverständlich erscheint es, wenn in einem demokratischen Blatt behauptet wurde, daß man m„p ol i t is che n K r e is en" Preußens allerdings über die Zweckmäßigkeit dieser Maßnahmen geteilter Ansicht sei. Durch die Verbandszugehörigkest wäre bisher jeder Schupo-Nazi den leitenden Stellen im Präsidium bekannt gewesen, und die ncstionolsozialfftischc Zellenbildung hätte kontrolliert und beobachtet werden können. Das fei jetzt durch die Auflösung des Verbandes erschwert. Im Gegensatz dazu ist man in freigewertschastlichen Polizei- kreisen der Ansicht, daß der Zugriff schon viel eher und viel rück- sichtsloser erfolgen sollte. Man hätte nicht bis jetzt warten sollen, wo man dort schreibt:„daß es aus fei mit dem politischen Wanzen- tum, das in der Sozialdemokratie und auch in gewissen Kreisen nationaler Färbung seine Brut- und Pslegestätte habe!" Nicht bis jetzt, wo man jchreibt, daß es„wohl h o f f e nst l i ch bald mit d«r marxistischen preußischen Regierung, mit dem Schieben und Rassen und dem Ausplündern des Voltes zu Ende gehe!" Wir aus dem sreigewcrkschafllichen Lager werden weiter mit ganz besonderer Aufmerksamkeit diese Dinge verfolgen. Wir wissen, daß wir von einer großen Zahl von Polizeibeamten hierbei mster- stützt werden. Es ist weit genug gekommen, daß nach Bekanntgabe der Wahlresulrole die. Nazi-Flogge o m Pol, z eisender in A Mershof gehißt werden konnte, ohne, daß es gelungen wäre, die Täter zu fassen.-. Bei allen Versuchen na iionals ozialistischer Kreise, die Republik zu stürzen und die Gewalt zu ergreifen, spielt gerade in Preußen die bewaffnete Polizei die Hauptrolle. Wer sie hat, hat die Macht. Wir begrüßen daher den Erlaß des Ministers des Innern und hätten nur den einen Wunsch, daß so weiter fortgefahren und endlich diesen, Spuk ein für allemal ein Ende gemacht werde. Oer„Ltntergang des Bourgeois". Kritik von links! Die neugebildet«„Vereinigung unabhängiger Demokraten" ocr- anstaltete eine Kundgebung, in der der frühere demokratische Abgeord- net« Georg Bernhard und der Jungdemokrat Burmeister sprachen. Enttäuschung. Protest, das war dt« vorherrschend« Stimmung der Versammlung sowohl wie der Redner. Die Zuhörer, Intellektuelle, Kleinbürgertum, Beamte und Angestellte, wohl■ fast ausnahmslos früher« Angehörige und Wähler der Demokrattsche", Partei, waren von den letzten Vorgängen in dieser Partei, ihrcr Vereinigung mst den Iungdeutschen und deren Verrat offenbar sehr verstimmt, und ihr Unmut machte sich in lauter Zustimmung Lust. wenn ein Redner das Verhallen der Demokraten, die durch Weg- werfen an die Iungdeutschen glaubten, selbst noch einmal jung zu werden, mit scharfen Worten geißelte. Der„Untergang des Bourgeois", so stellte Burmeister fest, besteht in der Selbst, aufgab« der Demokraten. Jetzt gilt es, den„Bürge r" zu retten, und dazu bedarf es den Zusammenschluß des sozial denkenden Bürgertums, das aktiv für die Demokratie eintritt und den sozialen Volksftaat bejaht. Di« Redner betonten beide, mit der Sozialdemokratie vorgehen zu wollen. Aber sie glaubten, die Sozial, demokratie krllisieren zu müssen, und zwar— von links. Was sie sich darunter vorstellten, wurde nicht ganz klar, und auch aus Georg Bernhards Worten, der dann die eigentliche Programm- rede hielt, ging es keineswegs hervor. Er entwickelte das Programm einer radikal-demokratischen bürgerlichen Partei, die politisch für den sozialen Volts st aat und wirtschaftlich ffir Wirtschaftsdemokratie— wie Georg Bernhard sie versteht— eintritt. Die „wirtschafts"führendc, verantwortlich« Stellung des Unternehmers soll nicht angetastet werden, aber die Arbeiter sollen ihre entseelte und entgeistigt« Arbeit mit dem Gefühl der Verantwortung für das Dolksganze ausüben. Bernhard wurde von vielen persönlichen Zwischenrufen unter» brachen, di« seine Stellung zur Staotspartci und zur Politik der„Possischen Zeitung" betrafen. Die„Vossisch- Zeitung", ant- wartet« er, interessier« ihn überhaupt nicht, und der Zwifchenrufer habe wohl die letzten Epochen der deutschen Geschichte verschlafen. Was aber feine Stellung zur Staatspartei angehe, so wisse man ja. daß sein« Kandidatur verhindert wurde, weil man ihn als aufrechten Demokraten kannte und wußte, daß er sich einer Rechts- entwicklung entgegenstemmen würde. Heut« befürworte er eine Polllik, die der Jugend wieder dos Ideal der Demokratie geben könne. Heute steht die Jugend bei den Faschisten, weil unsere Politik zu„vernünftig" war, daß sie im Lande nicht mehr verstanden wurde. Wir müssen wieder Politik aus dem 5) erzen machen. Zum Schluß der Versammlung, die von etwa tausend Personen besucht war. versuchte der Vorsitzeiide zu beweisen, daß man Mit per Gründung der neuen Partei keine Sektenbildung beabsich- tige. Aber die Verhandlungen mit den Demokraten seien geicheilert. und so müsse man versuchen, die Massen in einer neuen Partei zu sammeln, um die Demokratie zu retten. Aber die Demokratie kann heute nicht mehr pon einer ,wnab. hängigen Bereinigung" gerettet werden, und die wahren Demokraten, die auch die sozial« Demokratie bejahen, werden den Weg gehen müssen, den ihr früherer Kollegs Erkelenz bereits gegongen ist: zur Sozialdemokratie. Eine Cinigunq mit Bayern über eine Nachzahlung von 5,8 Millionen Mark für d'S Abtretung seiner Post an das Reich ist m einer Besprechung Brüning- Dietrich- Held erziell worden.' Dr. von Körner, der langjährig« Leiter der Handelspolstischen Abteilung des Auswärtigen Amtes, ist im Alter von 81 Iahren gc- starben. 1014 pensioniert, hat er noch lang« nachher in vielen wich- tigen Verhandlungen die deutschen IMeressen wirksam vertreten. Zwei Hokenkreuzbläkter verboten. Di« in Wiesboden er scheinend« nationalsozialistische Zeitung„Rhein wacht" wurde am Dienstag durch eine Verfügung des Oberpräside-nen der Provinz Hessen-Nassau auf die Dauer von vier Wochen verboten wegen Verstoßes gegen Paragraph 14 des Republikjchiitzgesetzcs, Diese; Verbot gilt auch für das in Frankffirt erscheinende Kopfblatt ..Polksblott". Oer Kampf um Kränzen. Debatte im braunschwetgifchen Landtag. Vraaaschweig. 30. Ottober. Minister Dr. F ranzen sagte im Landtag v. a.. er sei bisher der einzige gewesen, der versucht Hab«. Älarheii zu schaffen! Auf Grund der einseitigen Behauptungen und durch die presse- m e u t e, fuhr er fort, ist der Verdacht entstanden, daß ich in- korrekt gehandelt Hab«: ober dieser Verdacht besteht zu Unrecht. Man fordert nun, daß meine Immunität aufgehoben wird. Ich würde diesen Antrag schon selbst gestellt haben, ich weiß aber, daß er nicht angenommen wird. Der Minister erklärte dann weiter, daß er die Unterlassungsklag« gegen den„Voltsfreund" nicht seinetwillen, sondern im Imeresse der öffentlichen Ruhe und nicht zur Verdunkelung erhoben Hab«, sondern um der Berlin«: Polizei Gelegenheit zu geben, mit ihrem Material herauszurücken und ihre Zeugen den seinigen gegenüberzustellen! Wenn man ihm vorwerfe, daß er einen Ausnahmezustand in Braun- schweig Hobe schassen wollen, dann müsse er sagen, daß ein anderer angesichts der verleumderischen hehe des„Volks- freundes" wohl schon eher zu Gegenmaßnahmen gegrissen hätte. Als der„VolksfreumV die politische Leidenschaft aufreizte und ihm, dem Minister, berichtet worden sei. daß das Reichsbanner diese Gelegenheit zum Gegenstand einer großen Kundgebung machen wollte, habe er sich oerpflichtet gefühlt, das Verbot zu erlassen. Er würde es als erster begrüßen, wenn er diese Maßnahm« wieder zurückziehen könnte. Im übrigen werde am nächsten Mittwoch eine eingehende Klärung der Angelegenheit erfolgen, durch die allen weiteren verleumderischen Beleidigungen die Spitze abgebrochen werde. Fort mit Kränzen! Brauuschweig, 30. Oktober.(Eigenbericht.) In fünf überfüllten Massenversammlungen in Braunschwcig- Stadt sprachen am Donnerstag abend die sozialdemokratischen Land- tagsabgeordneten über den Skandal F r a n z e n. In allen Versammlungen wurde der Rücktritt dieses Ministers, der sich un- möglich gemacht habe und die Aufhebung oller gegen die So- zialdemokratie und gegen dos Reichsbanner gerichteten Aus- nahmebestimmungen und einstweilige Verfügungen verlangt. & Minister Franzen sagte in einer Presseerklärung, der Reichs- minister Wirth sei gerode der richtig«, der ihm Vor- schriften machen könne. Gozialdemokraiie und Vürgerium. Ein Nachwort zum Dortrag Thomas Manns. Die Ansprache, die Thomas Man» am 17. Oktober im Beethoven saal in Berlin gehalten hat. ist nunmehr im Druck er- ichienen.(Deutsche Ansprache von Thomas Mann, S. Fischer Derlog, Berlin.) Thomas Mann verwahrt sich ausdrücklich gegen die Rolle des Lehrmeisters, er nrmmt aus ehrlichster Ueberzeugung zu der Bedrängnis des Tages Stellung, weil ihn die politische Verwirrung und die Rot d«r anderen seelisch bedrückt, ihm zu unbeschwerten ge-.strgen Schaffen gleichsam den Atem raubt. Gewiß ein« edle Gesinnung! Thomas Mann ist der Ueberzeugung,„daß der politische Platz d«z deutschen Bürgertums heute an der Seit« der Sozial- d« m o k r a t i« ist..." Er hat diej« Ueberzeugung unaufgefordert ausgelprochen. Hören wir feine Begründung:„Marxismus hin, Marxismus her.— die geistigen Uaberlieferungen deutscher Bürger- lichteit gerade sind es, die chr diesen Platz anweisen-, denn nur der Außenpolitik, die der deutsch-französischen Verständigung gilt,«nt- spricht«ine Atmosphäre im Innern, in der bürgerliche Glucks- nnspruch« wie Freiheit, Geistigkeit. Kultur überhaupt noch Lebens- Möglichkeit besitzen." In unsere Sprach« übersetzt, heißt dieses Bekenntnis eines repräsentativen Geistes des Bürgertums, daß dieses Bürgertum feine„Glücksansprüche" aus eigener Kraft nicht mehr verteidigen kann, es heißt aber nicht, daß dies« Ansprüche unsere Ansprüche sind. Thomas Mann verkennt denn doch hie Ziel« der Sozialdemo. lratie, wenn er erklärt:„Der sogenannte Marxismus der deutschen Sozialdemokratie besteht heut« in der Betreuung einer dreifachen Aufgabe: sie bemüht sich erstens, die sozial« und wirtschaftliche Lebenshaltung der arbeitenden Klasse zu schützen und zu bessern, sie will zweitens die doppelt bedrohte demokratische Staatssorm er- lichten, und sie will drittens� die aus dem demokratischen Staats- geist sich ergebende Außenpolitik der Verständigung und des Friedens verteidigen.* Gewiß, das will die Sozialdemokratie. Aber in diesen Bestrebungen und Wiltensmeinungen erschöpft sich heute der Marxismus der deutschen Sozialdemokratie keines- we g s. Unser« Kämpfe im Tag und um den Tag stehen unter dem einzigen Gesichtswinkel der Gestallung einer besseren Zukunft. Wenn unsere Abgeordneten auch in den Parlamenten weniger vom Zu- tunftSstaat und der sozialistischen Gesellschaft sprechen, weil dort um die Dinge des Tages gekämpft werden muß, so ist doch unsere ganze Bildungs. und Erziehungsarbeit auf die Vorbereitung und Frei- legung eines neuen Menschentums ausgerichtet. Wären die drei Aufgaben, deren Betreuung in der Tat die ständige Leistung unserer Partei ist, nur ihre einzigen Ausgaben, dann hätten wir kein Recht, uns Sozialisten zu nennen, die die Well verändern wollen, sondern wir wären bürgerliche Liberole, deren Ende wir erst soeben konstatiert haben. Wir stehen durchaus nicht„Seite an Seit«*, wenn Thomas Mann den folgenden Satz bekunden kann:„Niemand kann be- streiten, daß ein öffentlicher Etat und im besonderen ein Sozialetat van der Ueppigkell(!) des unsrigen eine ökonomische Abnormität darstellt in einem armen und verschuldeten Volk-, er muß nach außen und Innen anstößig wirken." Endlich noch ein letztes.„Es ist wahr, sagt Thomas Mann, .de? bürgerliche Kulturgedank« entstammt geistiger Sphäre, während die gesellschaftlich« Klossenide« ihr« rein ökonomische Herkunft nicht verleugnen kann.* Nun, auch die Klassenlde« de« Proletariats ist geistiger Herkunft: nicht umsonst schrieb Engels 1882 in der Einleitung zu seiner Schritt„Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft": wir deutschen Sozialisten sind stolz darauf, daß wir abstammen nicht nur von Saint Simon, Fourier und Owen, sondern auch von Kant und Hegek." Gutes Vorzeichen. Ebenso wie letzthin in Graz haben jetzt auch in Wien die Sozialdemokraten bei den Handelskammsrivahlen der Gewerbktreibenden Mandate gewonnen. So sieht die„Em- pöning über den Rathaus-Marxisrnus" aus! Diätenkürzung in Württemberg. Dom Präsidium des württem- bcrgischen Landtags ist beabsichtigt, eine Kürzung der Tage- a c.l d e r für die Abgeordneten durchzuführen. Di« Fraktion des Bauernbundes hat eine Kürzung um 20 Proz. beantragt. Hugenberg brückt sich. „Das Rezept Hab ich noch vom Kriege her: Erst gehetzt, dann andere an die Front geschickt und selber volle Deckung genommen. Boldwins Sieg über die Presselords. Beaverbroo? in der konservativen Parteiversammlung ausgepfiffen. London. 30. Oktober.(Eigenbericht.) Die am Donnerstag in London stattgefunden« große konser- vattve Parteikonferenz endete wiederum mit einem persönlichen Erfolg Baldwins und mit einer schallenden Ohrfeige für die Zeitimgskönige Lord Rothermerc und Lord Beoverbrook. Der von der Oppositton veriangt« Rücklritl wurde mit 462 gegen 116 Stimmen abgelehnt. Tags zuvor hatte die konservative Presse«ine Art„Sinowje w- Brief* gegen den konservativen Parteiführer aufflattern lassen. der aus der gleichen Ecke kam wie seinerzeit die Sinowjew-Fälschung gegen die Arbeiterpartei. Der hinterhältig« Angriff hatte jedoch nur dos Gegenteil dessen erreicht, was er bezwecken sollte. Oppositionelle konservative Abgeordnete hatten sich am Dienstag zu einer Sitzung vereinigt, in der sie ihr« Taktik für die heutige Parteikonferenz besprochen und in einer Entschließung nieder- legten. Beoverbrook und Rothermere, denen es feit Jahr und Tag noch der Parteiführung lüstert. holten nicht? Eiligeres zu tun. als diese Entschließung in ihrer Presse zu verbretten und die Nomen der oppositionellen Abgeordneten zu verösferttlichen. Dabei wurden auch Leute genannt, die weder die Resolutton unterschrieben, noch in der Sitzung anwesend waren. Nichts kenn- zeichnet besser die S k r u p e l l os i g k e i t, mit der Beoverbrook und Rothermere nach der Macht streben. Die gesamte unabhängige englische Presse stand darauf«in- mütig gegen die Presselords auf und es war ein im- schätzbarer Dienst, den di« Zeitungskönig« ihren Gegnern erwiesen hotten. Wer m England von Rothermere und Beoverbrook bekämpft und angegriffen wird, dessen Sieg ist gewiß und es war auch Baldwin seiner Sache sicher, als er am Donnerstag die Konferenz eröffnete und erklärte, er werde sich jedem Beschluß fügen und gegebenenfalls aus der Politik ausscheiden. Als Richtlinien für die kommende konservative Parteitaktik erklärte Baldwin, auch in Zukunft eine Politik der freien Hand führen zu wollen, was der Parteitag einstimmig guthieß. Der prager Toufilmkrieg. Eine Erklärung des Neichsaußeumiuisters. MTB. verbreitet folgenden Bericht über die Donnerstagssitzung des Auswärtigen Ausschusses des Reichsrats. Der Reichsaußen- minister Dr. Curtius berichtete eingehend über di« Völkerbunds- tagung in Genf. Es schloß sich eine Diskussion über die Minder- heitcnfrage an., Auf ein« Anfrage des sächsischen Reichsratsbevollmächtigten Dr. Gradnauer über di« deutschenfemdlichen Kundgebungen in Prag und den Boykott deutscher Tonfilme gab der Reichsaußen- minister folgende Erklärung ab: Die Vorgänge in Prag hoben das deutsche Volk mit Recht errege und empört. Erfolge deutscher Tonfilme waren Anlaß zu wüsten Demonstrationen und Ausschreitungen gegen deutsch« Kunst, gegen das Deutschtum überhaupt. Die Boykottbewegung gegen den deut- schen Tonsilm ist vom Magistrat der Stadt Prag und dem größten Teil der tschechischen Presse gebilligt worden. Unmittelbar nach den ersten Demonstrationen hat der deutsch« Gesandte in Prag bei der dortigen Regierung interveniert. Ich Hab« in Gens den tschechoslowakischen Außenminister Dr. B e n« s ch aus die ernsten Folgen der Vorgänge hingewiesen. Mtt Genugtuung kann ich feststellen, daß die für die tschechi. stowaklsche Aühenpolittk verantwortlichen Stellen die Ausschreitungen vorbehaltlos mißbilligt haben. Dr. Benesch hat sie auch in seinen Erklärungen vor dem Auswärtigen Ausschuß des Prager Parlaments auf das schärfste verurteilt. Ich begrüß« diese Erklärungen im Interesse guter nachbarlicher Be- Ziehungen zur Tschechoslowakei. Leider ist ihnen nicht die Wiederaufführung deutscher Tonfilme in Prag gefolgt. Darin liegt eine schwere Benoch- t e i l i g u n g deutscher K u n st e r z e» g n i s s e. Dieser Zu stand hat selbstverständlich Rückwirkungen in Deutschland zur(folge. Gleich noch den deutschenfeindlichen Kundgebungen haben deutsche Künstler ihr Austreten in Prag abgesagt., deutsche Sportvereine ihre Mitwirkung an Sporteei ensteilttingzn abgelehnt, deutsche Darauf verließ der Parteiführer den Saal, um der gegen ihn gerichteten Debatte freien Spielraum zu lassen. Al» dann Beaverbrook am Rednerpull erschien, wurde er niedergeschrien, und nur mit Mühe konnte ihm der Vorsitzende Gehör verschaffen. Da? Ergebnis der Aussprache war der Sieg Baldwin». Die tlnierhausdebatte. London. 30. Oktober.(Gleicher, cht.) Da» Ilnterhouz setzte am Donnerstag die Debatte um die Thronred« fort. Aus einer von Macdonald abgegebenen Erklärung geht hervor, daß die Regierung weder einem Äntraz utf) Erhöhung des Ministerpräsidentengehalles zustimme, noch irgend- einem Vorschlag zur Göhottserhöhung für irgendeinen Minister. Hingegen sind die Gelder zur Beschaffung von Notstands-- arbeiten für weitere 160 000 Arbeitslose von Snowden be- willigt worden. Di« Konservativen haben gegen die Regie- rung ein Mißtrauensvotum eingebracht. Die Debatte setzte sich bis in die Nacht sort und wird da» Parlament auch bis in den Anfang der kommenden Woche beschäfti- gen. Wie Mosley am Mittwoch, so griff auch M o x t o n am Donnerstag in die Debatte«in, um gleichfalls seine der Regierung entgegengesetzten Ideen vorzutragen. Maxton sieht in der Thronrede nur Liberalismus und keinen Sozia- 1 i» m u s. » Ben Turner, der früher« Bergbauminister, dem es nicht gegeben ist, mit seiner abweichenden Meinung hinter dem Berge zu halten, sogt: Dies« unter der Arbeiterregierung zustande gekommene Thronrede sei die beste gewesen, die seil 100 Zähren gehalten wurde. Im Lauf« der Sitzung entwickelte dann Landwirtschostsmimstcr Addisson sein Agrarprogrannn in einer großen Rede. Der Minister fand stellenweise großen Beifall des gesamten Hauses. Kunstställen gegenüber tschechoslowakischen Künstlern,. die die große- ren Resonanzmöglichkeiten Deutschlands sür sich nutzbar zu machen wünschen, kühle Zurückhaltung geübt. Diese Haltung deut- scher Kunst- und deutscher Sporttreise war bei der ganzen Sachloge selbstverständlich. Sie wird solange weiterdauern, bis eine Aenderung in Vroq ,u beobachten Ist. In de,- Tat verträgt es sich nicht mit der Würde der deutschen Kultur, ihre Leistungen in einem Lande zu zeigen, in dem soeben aus Deutschenhaß ein« deutsche lhinftstätte,. wie da? Deutsche Theater in Prag, böswillig beschädigt worden ist. Es ver- trägt sich ebensowenig mit der Würde der deutschen Kultur, den Kunstwerken von Angehörigen eines Volkes besondere Förderung und Pflege angedeihen zu lassen, in dessen Hauptstadt di- Vor- ftthrung deutscher Künstlererzeugnisse durch Terrorakte verhindert wird. Es verträgt sich auch nicht mit der Würd« des deutschen Sports, sich in Wettkämpse init den Sportverbonden eines Volkes einzulassen, bei dem die Deutschenfeindlichkeit gewisser Kreise so offen zutage tritt. Solche Feststellungen sind schmerzlich Di« deutsche Außen. Politik muß«ine baldige Aenderung dieser Verhältnisse wünschen. Sie erwartet im Znteresse des kulturellen Austausches mit dem Nachbarvolk. mit dem wir gute Beziehungen weiterpslegen möchten. daß in Prag und der tschechischen Bevötkerung die Würde der deutschen Kultur und die Bedeutung des Deutschtums nicht länger o« r t a n n t werden. „Primator" Baxo und Proger Hetzblätter werden nun erst recht toben, ober di« große Mehrheit der vernünfttgen Tschechen wird sich der Erkenntnis nicht verschließen, daß die deutsch-tschechischen Beziehungen durch Straßenradau weder bestimmt, noch von seinem Gebot abhängig gemacht werden können. Aus polen ausgewiesen und abgeschoben wurde der Wirtschaft» und Proinzredakteur Otto Stroko vom„Posener Tageblatt". Er hat als oberschlefischer Optant Ausenthaltsrecht bis 1037, ober man bestreitet es ihm, da er in Lissa unangemeldet-gewohnt hätte. Die Lillaer Polizei hatte ihm aber gesogt, er brauche sich nichl oNzu- melden. WERTHEIM Leipziger Str.(Versand-Abt.) Königstraße Rosenthaler Str. Moritzolatz u. Scttnahvnd, aetvett(Vorrat Jßchensffiittei Fische, Obst u. Gemüse werden nicht zugesandt frisches fletsch {fCottservcn Kaljler mildgesalzuvPhincI 1.04 Rückenfeff bra«<*riigipfd. 0.84 Gehackfes u. Liesen 0.80 Kalbskamm u. Brust 0.90 Kalbsnierenbraten 0.94 Kalbskeule IfsVPuÄ* 00 Kalbsschnitzel. fwnd 2,00 Suppenfleisch■."und 0.88 Rinderkamm und Brut» 0.90 fische OorSCh•.- Pfund von an 0.10 Schellfisch Pfund von an 0.28 Seelachs Ä&V.« 0.32 RotbarS obno Kopf, Pfd.v.an 0.35 Kabeljau ÄT:' 0.44 Fischfilet- Pfund von an 0.50 Bratschollen.. Z"an 0.58 Grüne Heringe 3"an 0.62 Schmorfleisch 1.12� 1.24 Roastbeef m» Knod,.. Pfd. 1.12 Hammel-Vorderfleitdi 1.00 Schweinerüdcen""�0.90 Schweineschinken n OA und Kamm, mit Beilage VeVO Fr. Rinderzungen"6. 1.24 Fr. Bratwurst ipoiÄ 1.16 Nierentalg 0.55 Rinderkamm"'gt�olan 0.84 Jßtauchei'Mvafet» Fettbücklinge Pfd.v.an 0.38 Schelltisch Pfund von an 0.38 Makrelen Pfund von an 0.40 Kieler Bücklinge".n 0.48 Flundern Pfund von an 0.48 Aale v"an 0.28 vp,fn 2.30 Lachs In Stücken, Pfd. von an 1.30 Olsardinen.. 4 Dosen 0.90 Obst u. Scntuse Kochbirnen gr°� Pfund 0.20 Graubirnen noiu Pfund 0.24 EH« u. Kochäpfel 0.20 Tiroler Edelrot. Pfund 0.28 Amerik. Äpfel"-f.»■** 0.38 Ananas frische, Pld. von an 0.82 Bananen---- 3 Pfund 0.98 Rote Winterkartoffeln Rot«, Weih« kiT'pS: 0.03 Sellerie-• Pfund 0.07 0.10 Zwiebeln Möhr"und 0.20 Märk. Rübchen 3 p» 0.25 Grüne Bohnen 2 pm. 0.38 Rosenkohl...- 2 Pfd. 0.38 Kartoffeln-.■ lOPfd. 0.22 Zentner-D Zusendung in Crof;- Berlin Aawv per Ztr. 0.50. Sackpfand 0.50 V» Dose Bruchspargel mmeisiark 2.05 Bruchspargel«»»» stark 2.50 Stangenspargel Tta»' 2.40 Stangenspargel"ä'k 2.70 Apfelmus»/> Dose 2.75 0.58 Pflaumen 0.60 Ite"' 0.76 Senfgurken oöle 0.30 0.75 AprikOSen span, y, Frucht 1.05 Kalif. Pfirsiche z'�r 1-05 Erdbeeren....... 1.35 Vi Dose Spinat........... 0.45 Sehn.- u. Brechbohn. 0.39 Sehn- u Brechbohn. 1 0.65* Gemüse-Erbsen.-• 0.54 Junge Erbsen mittoifein 0.75 Junge Erbsen»«>».. 1.13 Kaiserschoten.... 1.45 Haushaltgemüse- 0.70 Gemiidit. Gemüse"Viln'l»00 Gemischt. Gemüse fair, 1.40 KonfitOre In 1 1 Elmern: Orange, Aprik.,lohannitb. 1.15 Kirsch, Erdbeer, Himbeer 1.30 (tDursttvarsn 0Case u,&ett Wien. Würstchen Paar 0.16 Dampf- u. Rotwurst 0.98 Fleisch wurst-.- Pfund 1 ,05 Schinkenpolnische 1.20 Landleberwurst Pfund 1.20 Mettwurst 1.20 Pökelfleisch gekocht, Pfd. 1,30 Kümmel- u. Jagdw. 1.45 Leberwurst �FiUtwun» 1-50 Teewurst 1.65 grob« 1.75 Speck t'an 0.95 mager 1.30 Gekochter Schinken q � Ramadou halbfett, Stüde Camembert säla(hiPSrtsö Limburger 0.48 Harzer oder Sp"l&.n Tilsiter Art„atf�Ä Tilsiter vo»f«N. Pfd. von an Dän. Schweizer Vtun" Edamer voiitett.. ptund Holländer voiitett. ptund Steinb usch er voiiteh.ptd. Schweizer Ä?d"Vn ohn. Schwarter geschnitt., �sPfd. Könlgstr«, Rosenthaler Str., Morltzplalp Sülze 0.50 Tpeckw. 0.85 Berliner Mettwurst 0.98 Margarine"und 0.48 0.58 Molkereibutter"und 1.38 Tafelbutter Pfund 1.56 1.66 Dän. Butter"d. 1.76 1.86 ' p,on« 0.20 Ptund 0> J4 0.22 0.35 0.90 0.52 0.70 0.82 0.84 0.90 0.90 0.90 1.18 dJCdottiattvaren Olympia«Mehl t 5-Pfund-Beutel, 1.50 1�5■•«5� Rauhreif-Mehl 1.50 Sultaninen pm. oj»,».so 0.32 Korinthen.. Pfund«.« 0.45 Mandeln Pfund s.u, i.«$ 1.60 Zitronat...... Ptund 1.40 Kartoffelmehl.- Pfund 0.1 8 Tafelreis..- Pfund«»0.21 Kalif: Pflaumen'«Ä 0.38 Vikt.-Erbsen]|[ Bohnen"»ii!«, � v. Linsen.... j 1[ 0.20 Makkaroni Brurc?,r"pfund 0.46 Suppen-Einlagen'«�0.55 dVeitt Prais« für' i Flasche, ohn« Olas 1929 Bergzaberner Letten 0.78 1929 Hainfelder Letten lieblicher Tischwein 0,85 1928 Obermoseler.... 0.95 Chile-Rotw.Dom.imperaterl ,00 1929 Trittenhcim. Riesling. sehr pikant 1.50 Halb u. Halb u. Weinbrand 3.70 Empfehlenswerte Kresieniwclnei 1928 MaikammererSchlan- gengässel Wachstum Erath UO 1925 Chät. La-Tour-Bardis Bordaaux 1 ,60 1927 Ruppertsbg. Graben Wachstum Deutsch I /O 1928 Rüdeth. Bischofsberg, Korkbr. Wachst. Winzerverein 2.20 1923 Bcrnkastl. Rosenberg Wachstum Herrges 2.30 OB Suppenhühner Irisch WH Q Pfund XX au von an" Ganse Oderbr. Ptund Q R von an Ww e# Pf. Enten Pouiets Kaninchen gestreitt u. ausgeworf. 98 Pt. Pfund ■ I gestreift u. fl c« 3» da ausgeworf. Pfund|y| von an" Hirschfleisch 48 Pf. Pf und von an Hipschblatt Pf. Pfund 85 Kaipfen � qo leb., Pfd.v.an V.OO Hechte leb. A Pfund von an■ Lebe Aale � mm starke, Pfd.v.an• Rollmops« Bis- marckhe.*ingo ,;«r 48 pt. Gehn. Kaffee eigene Rösterei a qq ffund von an■ Kahao Pfd. 0.58 — Große Trauring-Fabrik-t verkauft fugenlose Trauringe direkt an Private 1 R i n£ 333 cestcmpelt nur S bis 8 Mk 1, 585. leicht 8.S0. 1, 585. mittel 12.—. 1, 585, schwer 14.80 _ 1_ 900 leicht 16.80_ V 1 900, mittel 21.80 Kataloä statu i"t'ai«i(£er. JOhglings- und Knabenbekleidung gleichfalls zu Engros- Preisen. Unverbindlicher Lagerbesuch erbeten. Gewerbe-Hochschule Kothen Dos Vorlesungs-Verzöichnis für dos Winter-Semester 1930 ist erschienen und wird vom Sekretariat kostenlos versandt Preise nur Freitag und Sonnabendl 4 Leichtverderbliche Waren sind vom Versand ausgeschlossen!* Verkaui soweit VorratI* Mengenabgabe vorbehalten Butter u. Käse Obst u. Gemüse Frisches Fleischpid. Kolonialwaren Camembert vonteit. 2 stck 0.45 Alig. stangennase 20°/°. m o.48 Palmtett.... i m Paket 0.48 margarina.. o.se u. 0.48 Uiursiechmalz... m 0.54 Brie mager...... Ptd. 0.58 Tllslier Art-0°/.... pid.0.70 Illeliei' voiitett... PId. ab 0.82 dar. schweizer 30%. pm. o.84 Stelnbuscher vom-«. pm. 0.90 Bierhase vonteft,,. pid o»9S Bayr. Schweizer___ pidi.ie oamsche Butter. pm 1.76 Tateihuiter... pid i.so moihereibotter pid.i.38 Weine vom Faß Apfelwein Harb... Ur. 0.48 UJelBweln Rheinplalz l«,. 0.95 Tarragona..... ur.i.oo Samos.......ur 1.10 hiaiaga....... ur i.is PId. .» ,10 UleiBhohl- d. Rotkohl Gew. iflöhreo..., Sellerie....... Dauerzwiebeln,.-ptund RUbchen... lornalen... Reneiiein.. Salat..... s Kopf Kochülpnen...... Essaptei....... llal. Weintrauben.. Amerik. Aeplei..., Marmeladen uerschied. marrnelad p.gl 0.75 Gem. marmeiade. wr 0.78 Zweitrucht-niarmeiade. 0.88 Pliaumenmus..... 0.90 Pdaumen-Kontltllre.. 0.90 Rühensati...v.».-p». 0.95 Aprikose 0. Johannisbeer i.is Kirsch 1.25 Erdheer 1.20 0.03 0.04 0.10 O.IO 0.25 0.20 0.22 0.25 0.20 0.20 0.25 0.38 Bauch....... 0.92 Schinken u. Blatt 0.94 Kamm u. Schult. 1.08 Kotelett.....b 1.08 RiiCkenffett bratfertig. 0.84 Liesen....... 0.84 Kalbskamm... 0.88 Bug u. Brust... 0.94 K' Nierenbraten 0.98 KaSler.....dl. 04 Hammelvorderfl.0.98 Hammelkeule 1.24 Schmorfleisch 1.24 Suppenfleisch.» 0.88 Eisbein mit Spitze.. 0.74 Bratwurst..... 1.14 Rinderherz.... 0.68 Rinderbacken.. 0.58 Euter........ 0.38 Schweinekopffo. s 0.36 Harn melfflelsch geir 0.68 Rinderleber...1.18 Ptd. Burma-Reis....... o.ia Gohr. Gerste...... 0.19 Linsen......... 0.20 Bohnen......... 0.20 Ulktorla-Erbsen.... 0.22 Halerliocken...... 0.24 Weizengrieß 0.25 Eler-Bruch-maccaronl.. 0.45 Eier-Bandnudem.... 0.48 Pilrsicne getrocknet... 0.60 Aprikosen...... 0.75 Gebrt Rallen.»..... 1.90 Wurstwaren Konserven Hohlrahl In Scheiben Junge Erbsen.. Berliner Allerlei. Apfelmus.... Pflaumen mit stein V« Dose 0.35 .068 . 0.78 .. 0.58 .. 0.60 Sülzwurst..... Fleischrotwurst.. Hausmacherieberw. Berliner Klettwürsi Hielt wurst n.Br.-Arl Jagdwurst Knoblauchwurst. Schlnhenpolnlsche Feme Leberwurst. Feine Teewurst.. Bauern-mettwurst Salami od. Cerueiat schinkenspeck. Schinkenwurst... nuüschinhen Ptund 0.78 Pfund 0.95 Pfund 0.95 Pfund 0.93 Ptund 1»20 Pfund 1»1 5 Pfund 1.20 Pfund 1»20 Pfund 1.30 Pfund 1.40 Ptund 1»40 Pfand 1.58 Pfund 1»58 Ptund 1.70 Pfund 1 85 Sauerkirschen mits.ein. 0.90 Reineclauden..... 0.95 Ananas........ 0.95 Räucherwaren Hambg. Fetihückiinge pw-d 0.38 makreien...... �0.45 Scheitlisch..... �0.40 Scharbenllundern.. Pfund 0.48 Bundaaie...... Bund 0.25 Frisch« Suppenhühner Pid.>b S8 PL Jung« Gänse pid. ab 95 PL Jung« Enten pid. üb 98 pi. Gänse« Stückenfleisch pid. 98 pl Gänseklein mit Magen stück 135 pf*. Hirschfleisch pid. üb 48 pl Kaninchen ausgewotfeo ptd. üb 98 pl Hasen geGtreift Pfd. ab 1 00 Pi. AUSSERDEM: GROSSER Mit diesem Verkauf setzen wir infolge dem Rohsteffmarkt— dss allgemein« Verlangen nach Warenverbllllgung— weiter In dl« Tat um. Benutzen Sie diese günstige Gelegenheit schon Jetzt für Ihr« Weihnachts» Einkaufe I VER I�AcU F 7tr. 511- 47. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Zreiiog, 34. Okiober-1930 Wieder Krach im Rathaus Theater der Kommanisten** Sitzung aufgeflogen*** Vorsteher kündigt schärfste Maßnahmen an Systemagsche. immer wiederkehrende Siönmgsversnche einer tiandvoll unerzogener, skrupelloser Demagogen kann sich keine Versammlung aus die Dauer gefallen lassen. Es gehl nicht an. daß eine verantwortungsbewuhle, arbeilssreudige Mehrheit dauernd von einer kleinen, aber frechen Minderheit terrorisiert wird, wer gestern erlebt hat. wie die Kommunisten mitten in einer ernsten Beratung, nach dem Thealer zu Beginn der Sihung wieder ihren genau vorbereiteten Slam an k in Szene sehten und so die Weiterberatung zum Schaden gerade der arbeitenden Bevölkerung verhinderten, mutz zu der Erkenntnis kommen: Sogehtesnicht weiter! Der sozialdemokratische Vorsteher Hätz, dessen vornehme und objektive Geschästssührung auch gestern wieder Anerkennung verdiente, sah sich daher gezwungen, den Kommunisten in nicht mih. zuverstehender weise klarzumachen, dah man den Terror, wenn nötig, gleichfalls mit Gewalt zu brechen entschlossen ist. Das Matz ist übervoll! » Zu Beginn der gestern abgehaltenen Sitzung der Stadt- verordneten gedachte der Dorsteher, Genosse Hätz, der Opfer des Vergwerksunglücks auf Grube Maybach bei Saarbrücken. In Verbindung damit hatte die sozialderno- kratifche Fraktion in einem Antrag den Magistrat ersucht, eine Summe zur Unterstützung der Hinterbliebenen zur Verfügung zu stelle». Der Antrag wurde einstimmig an- genommen. Gegen einen Antrag der Deu ts ch na t i o n a l e n, in dem eine Revision der Werkstarise und der Fahr. preise aus den Verkehrsmitteln oerlangt wird, wurde von der sozialdemokratischen Fraktton Einspruch erhoben, so daß die Dringlichkeit versagt war. Stodtv. v. Zecklin(Dnat.) wandte sich scharf gegen den sozialdemokratischen Einspruch: Stadtv. Flatau(Soz.) konnte demgegenüber feststellen, daß solche und ähn- lich: Anträge in verschiedenen Ausschüssen bereits beraten werden. Der ganze deutschnationale Antrag sei daher überflüssig.(Bravo bei den Soz.) Schließlich forderten die Kommunisten, denen es offenbar wieder einmal auf einen Krach ankam, in einem neuen Dringlichkeitsanttag eine Unterstützung der streikenden Metallarbeiter in weitgehendem Umfange. Da schon ein ähnlicher Antrag, vor 14 Tagen von ihnen eingebracht, dem zuständigen Ausschuß vorliegt, so erklärte«tadtn. Alatav(Soz.), daß seine Fraktion nur dann der Dringlichkeit nicht widersprachen würde, wenn die Kommunisten mit der sofortigen Ueberweisung an den 5}ausl)aUsausschuh einverstanden wären. Herr Pieck als Fratttonsführer der Kommunisten lehnte das ab und so bestand der Einspruch der Sozialdemokraten zu Recht. Der Antrag wird jetzt also geschäftsordnungsmäßig auf die Tages- ordnung gefetzt werden. Run ging ein surchlbarer krach bei den Kommüiiisten los, die, von der Tribüne unterstützt, die Sozialdemo- traten Streikbrecher, Verräter, Lumpen nannten. Die Tribüne fragte im wohlorganisierten, von einem koarnmMischen �.�tadt- verordneten geleiteten Sprechchor:„Wer sie verraten hsbe.".-uni> die Kommunisten'im. Saale ergänzten den bekannten Vers. Ms Rot- Frant-Ruse und die Internationale erklang, vertagte der Vbr- steher die Sitzung auf 15 Minuten. Nach Wiederebginn der Sitzung ermahnte der Vorsteher Genosse haß die Tribünenbesucher, sich nicht an den Verhandlungen zu beteiligen, da er forest die Tribünen räumen lassen werde. Die Ber- bandlungen wurden bei völliger Ruhe fortgesetzt, die Komiministen hatten sich beruhigt. Die Verhältnisse bei den Unglückshäusern in der Arilsche- und hebbelstrasze in Eharlottenburg, die, vor dem Kriege auf moorigem Untergrund gebaut, soft unbewohnbar und schließlich vom Bezirksamt Char- lottenburg. saniert wurden, gaben Anlaß zu einer längeren Debatte. Die Nationalsozialisten hatten mit einer Anfrage die Frage ausgerollt. Die Kommunisten und die Deutschnationalen wetterten gegen die Sanierung der Häuser: Stadtrot Ezeminski legte die Maßnahmen des Bezirksamts dar, und als Stadtv. F edler(Dnot.) dos für die Sanierung verwandte Geld als verloren bezeichnete, erinnerte Stadtv. Charlinski(Soz.) Fedler daran, daß feine deutsch- nationalen Freunde in der Charlottenburger Bezirksversammlung anderer Meinung seien. Fedler war das sichtlich unangenehm, er rettete sich aus der Situation, indem er erklärte:„Meine Freunde? G o t t i o l l schützen!"(Stürmische Heiterkeit.) Stadtv. Beuster (D. Vp.> fordert eine Vorlage des Magistrats über die Stützung der Häuser.(Der„Vorwärts" vom 28. September hat die Angelegenheit erschöpfend dargestellt.) Stadtv. Katzenstein(Soz.) erinnerte daran, wie die Sensationspresse von rechts und links vor einigen Jahren die Stützung der Häuser durch das Bezirksamt verlangt habe, und wie dieselbe Presse für den Fall, daß es nicht geschehe, von Pflichtversäinnnis gegenüber den Bewohnern geschrien haben. Wären die Häuser nach dem jetzt geäußerten Wunsch der Kritiker abgerissen worden, so wären über 400 Wohnungen verloren gegangen. Schuld habe die frühere königliche Baupolizei, die, ohne aus die� Mahnungen der damaligen sozialdemokratischen Charlottenburger Stadtverordneten zu hören, den Vau genehmigte. Das Bezirksamt treffe keine Schuld: auf Anraten einer großen An» zahl von hervorragenden Sachverständigen— auch der zentralen Stadtbaubehörden— sei die Sanierung erfolgt. Alle Arbeiten sind im Einvernehmen mit dem zentralen Magistrat gemacht worden. Wer, wie Kommunisten und Deutschnationole, jetzt anderes be- hauptet, lügt. Selbstverständüch sind auch die benötigten Gelder nöllig ordnungsgemäß verwandt worden, wie mehrfach in Aus- schüsien festgestellt worden ist.. Ein Antrag, einen Unter- suchungsausschuß einzusetzen, wurde angenommen. Die Aufstellung von Automaten zur Abgabe von Verhütung». mltteln gegen Geschtechtskrankheiten wurde in einer Vorlage behandelt. Der Ausschuß hatte dem Abschluß eines Vertrages mit einer Firma zugestimmt. Dem Redner der Deutschnationalen war die ganze Sache nicht genehm, insbesondere fürchtete er, daß die Automaten an Stellen aufgestellt werden könnten, die dafür in* geeignet sind. Der Nationalsozialist Dr. Lippert meint, man habe dcxb wahrhaft andere«sorgen, als Automaten dieser Art aufzu- stellen. Mühsam liest er seine moralisierenden, lebensfreniden Phrasen vom Manuskript ab. Zinn Schluß fühlt er sich bemüßigt, Magnus hirfchfeld zu beschimpfen. Für das Zentrum sprach Frau Frohn. Die gesunde Jugend werde durch die Auf- stellung der Automaten bedroht(!). Es werde ein Anreiz zum außerehelichen Geschlechtsverkehr gegeben. Das Wort nimmt nunmehr der Stadtmedizinalrat Dr. Drigalski. Es handele sich um eine wichtige Maßnahme für die Volksgesundheit. Der Magistrat sichle sich verpflichtet, alle erlaubten Mittel im Kampfe gegen die Geschlechtskrankhetten anzuwenden.(Sehr gut!) Die Syphilis habe feit 1319 abgenommen, weil seit Kriegsende«in« intensive Aufklärungsarbeit geleistet worden sei. Die Stadt sei nicht da zu richten, sondern zu Helsen.(Bravo!) llttd wieder Klamauk. Pieck(Konun.) beantragt, die Beratung der Vorlage zu vertagen. Dafür stimmen nur die Kommunisten und Nationalsozialiften. Der nächste Redner Stadw. Faust(Dnat.) kommt nicht zu Worte, weil die Kominunisten immer wieder im. Sprechchor brüllen: Erwerbslosenanträge!.....«y•-••• Stadlverordnetenvorsieher haß zu den Kommunisten: 2Neine Herren, ich mache Sie darauf aufmerksam, wenn Sie hier die Veratungen mit Gewalt zu stören suchen, müssen Sie damit rechnen, daß auch Ihnen mit Gewalt entgegengetreten wird. Die Kommunisten vollführen durch Klappern mit den Tischpullen einen ohrenbetäubenden Lärm, dem ganzen Hause bemächligt sich eine immer stärker werdende Erregung. Der Vorsteher versuchl mehrfach vergeblich, sich verständlich zu machen. Schließlich gelingt es ihm aber doch, die Radaumacher zu überichreien. Er erklärt zu den Kommunisien gerichtet: Ich werde Ihnen noch beweisen, daß ich gewillt bin,, aus Ihrem Verhalten die Konsequenzen zu ziehen. Es gibt schon noch Möglichkeiten, die Versammlung auch gegen Ihren willen arbeitssähig zu erhalten. Für heute schließe ich die Sihung. Das ekelerregende Theater der Koiiimiimsteii ist damit zivangs- läufig beendet. Langsam lert sich der Saal. Truppen von Stadt- verordneten bleiben noch zurück und diskutieren lebhast über die neuen beschämenden Vorgänge. Schluß der Sitzung gegen 21 Uhr. « Zu Beginn der Sitzung hatten sich im Foyer des Sitzung»- saales zahlreiche„realutionäre Unorganisierte" eingesunden, die auch den Vorsitzenden der sozialdemokratischen Fraktion, den Genossen Fla tau, interpellierten. Während sie sich gegenüber dem Sozial- demokraten höchst oppositionell aufspielten, verhandelten sie wenige Minuten später in trautester Gemeinschaft mit dem Obernazi Engel. Für die Sozialdemolraten war es eine besondere Freude, die kommunistischen und nationalsozialistischen„Brüder" so oer- eint zu sehen._ Helln'egel geht nach Magdeburg. Als Kührer der dortigen Polizei. Der Kommandeur der Polizeigruppe Berlin- Süd, Polizeioberst h e l l r i e g e l, ist, wie der Amtliche Preußische Pressedienst rnil- kettl. als Polizeiführer nach Magdeburg versetzt worden. In Magdeburg wird hellrioges Nachfolger des Polizeiobersten Bethge, der wegen Erreichung der Altersgrenze in den Ruhestand tritt. Oberst hetlriegel. der aus der allen Polizei stammt, war fett einer Reihe von Iahren im Kommando der Berliner Schutzpolizei, zuletzt als ständiger Stellvertreter de» Kommandeurs, tätig: er war bei feinen Beamten sehr beliebt, gehörte früher der Demokratischen Partei an und trat später zur Sozialdemokratischen Partei über. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst weiterhin mitteilt, wird der Potizeioberst Hardt, der Leiter der höheren Pokizei- schule Eiche zum 1. Dezember sein Amt als Kommandeur der Schntz» polizei in Esten antreten. Berlin wird emen werteren Polizerobersten in der Perstw des bisherigen Polizeioberleutnants Wieland von der Polizeiverwattung Magdeburg erhalten. Der Bertiner Polizei- major Krötl ist zum Oberstleu tmmt befördert worden. Gertrud Frenzel aufttnwahrheit ertappt Or. Stappenbeck als Zeuge. Im weiteren Verlauf des Prozesses bekundete der Zarge W ü st e n f e l d noch, daß Gertrud Freuzel mehrmals von ihrer Mutter wegen Lügenhaftigkeit gescholten worden sei und daß Gertrud auch kleine Beträge des Wirtschaftsgeldes und beim Einkassieren unterschlagen und für sich behalten habe, eine Bekundung, die bekanntlich auch Frau Frenze! kürzlich gemacht hat. Dann wurde die Kinderarztin Fräulein Dr. T h u r n e u gehört, in deren Kinder- Heim Gertrird Frenze! 14 Tage nach dem ersten Prozeß gewesen ist. Die Zeugin schilderte sie als zuerst schüchtern und bedrückt, später sei sie aber etwas ostenherziger geworden. Unwahrheiten hat die Zeugin an Gertrud Frenzel nie beobachtet. Interessant war noch die Bekundung, daß Frau Pfarrer Schenk Gertrud in dem 5) e i m besucht hat. ' Den h öh e pu tz k t d e r Perhandlung bildete dann dick. Vernehmung des- jetzigen Vormunds.der Gertrud, Dr. Etappen- deck. Er gub auf Befragen �z». daß Frau Pfarrer S chenk zweimal mit der Gertrud gesprochen habe, solange sie bei ihm in Pflege ist. Er habe dagegen keine Bedenken gehabt, sondern habe es vielmehr für gut geholten, da Frau Pfarrer Schenk zu Gertrud immer sehr mütterlich gewesen sei. Sensationell wirkte die Bekundung Dr. Stappenbecks, daß Gertrud Frenze! ihm nach den aufregenden Vorfällen in der Sonnabendsitznng erzählt habe, ihr Vater habe sie im Gericht mit dem Revolver und mit Erschießen bedroht, eine Darstellung, die, wie das ganze Gericht bestätigen kannte, unzutreffend ist. Auch am Montag sei Gertrud zu Frau Pfarrer Schenk gegangen. Dr. Stappenbeck erklärte auch weiter, daß Gertrud die Zeitungsberichte über die Aus- sagen des Zeugen chöhne selbst gelesen und daß er sie ihr nicht vor- gelesen habe, wie Gertrud bekundet hat. Bezüglich des Charakters der Gertrud erklärte Dr. Stappenbeck, daß sie nach seiner Ansicht sehr feinfühlig und ehrlich[ei. Er halte sie für phantasiearm und phlegmatisch. „Nein— ich will nicht...* flüsterte Annie fast un- hörbar. Die Schwester, die noch immer mit Papieren raschelte, stand auf, strich ihren Kittel glatt und führte die Mutter, die ihr willenlos den Arm ließ, in den Garten. Einmal ging es nicht mehr weiter. Annies Füße be- wegten sich nicht, nichts bewegte sich, kein Gedanke, kein Wunsch und selbst ihr Gehör war für«ine Weile erloschen. Sie standen lange neben dem Torbogen des Ausganges, dann kam das Licht wie auf Ilmwegen wieder auf sie zu, nach folgte das Geräusch und endlich der Geruch des frühen Tages. Annie sah der Pflegerin ins Gesicht und wallte ihr die Hand geben, es war ihr leichter und besser geworden— dabei fand sie den Zettel, den ihr der Arzt beim Weggehen zu- gesteckt hatte, zerknüllt auf der Innenfläche der Hand. 5 Uhr, Kapelle 47. Die alten Züge der Schwester erschreckten sie, vorhin hatte sie nur fluchtig und von der Seite eine schlanke, junge Gestalt erblickt. Der alte Kopf stimmte nicht zu der Figur, zum Gang, zur Sprache der Fremden. „Sie tünnen noch froh sein... sagte die, langsam und hart,„ich hatte drei— erst kamen die ins Grab, ein Jahr später starb der Mann. Da mußte ich meinen früheren Beruf wieder aufnehmen. Drei!" „Das", sagte Annie und sie schrie es ungewollt laut gegen die Fensterreihen,„das haben Sie ausgehalten? Und Sie sind nicht wahnsinnig geworden, Schwester?" „Nein. Frau Werla—«s gibt noch Menschen, denen »na» helfen muß. Das hilft einem selbst..." „Wem aber soll ich helfen?" „Es gibt immer Menschen!" Annie ging am Portier vorüber, auf die Straße. Die. Schwester sah ihr lange nach. Ihr Gesicht war wie wachgerüttelt. Sie nickte ein paarmal, bestätigend, und fast war es wie Lächeln, so befreit kam sie über den Kiesweg zurück zu Doktor Paulsen. Bert hatte ja nun wieder Arbeit. In allem Schlimmen richtete ihn diese Tatsache auf und es hieß sogar, daß jetzt weder an Wirtschaftskämpfe noch an Einschränkungen gedacht werde. Man muß anderen Menschen helfen— hatte die seltsame Schwester erklärt. Wäre es eine Hilfe, wenn man ihn nicht erst von seiner Maschine fortholte, diese letzte Sache allein bewältigte? Gut, so wollte sie beginnen! Und dieser Vorsatz schon gib ihr Stärke für den Weg. Nervös stand sie neben dem Führer auf dem Perron der Bahn, stieg um in einen Autobus, verließ ihn vor dem stillen, scheinbar unendlichen Park der Toten. Die Sonne hatte sich verspätet aufgemacht und warf gelben Lichtstaub auf Bäume und Erde. Rings an den Wegen roch es abwechselnd dumpf und frisch. Herbstblumen leuchieten und verschwanden und sie ging leise, wie auf Teppichen, immer weiter. Ueber ihr rauschten die Baumkronen, das war das einzige Geräusch und sein zur Ruhe mahnendes Gleichmaß machte die Stille andächtig bedrückend. Eine rostbraune Mauer trat zwischen Tannen hervor, die hinter der Wegbiegung zu einer Kapelle wuchs. Am Seiten- «ingang packte ein ältlicher Mann an einem Schubkarren von eigenartiger Form herum. Nein, man tonnte sich nicht täuschen, dort standen drei Kindersärge,, und jetzt ging der Alte wieder in die Kapelle. Die Frau im Lodenmantel wartete. Zwischen diesen Särge» mußte auch der ihres Jungen stehen. Nun war die Stunde gekommen, ihre Stunde und seine, ein« andere Stunde, als die der Geburt. Die Mutter trug nicht und sie wollte nun doch hergeben, es kamen keine Wehen und die Welt war doch voller Schmerzen. Das Herz wollte sie mit wahnwitzigen Schlägen auf den Karren zu- treiben, aber eine schwere, körperliche Scheu hielt sie zurück. Nach Minuten, nach Qualen, erschien der Mann, unter beiden Arme» abermals«mev Sarg, in der geschweifte» Tür. Wolken flatterten, Pappeln tanzten, absonderlich ließ eine Trauerweide Zweige wehen. Aufgeschüttete Erde roch und vermoderndes Laub und Harz. Der Mann trat hustend über die Stufen— drehte sich halb zur Karre und sah sie. Er schob die Särge zu den anderen und sprach gleich- zeitig zu ihr hinüber: „Sind Sie Angehörige?" „Ja, Frau Werla..." Mehr konnte sie nicht sagen. Er zog aus seiner Rocktasche einen Zettel hervor, nickte und erklärte mit einer eckigen Armbewegung: „Nummer vier— dieser hier— der kleinste. Steht dra?i, können Sie sehen. Ja. Lauter Kinder. Die Grippe, wissen Sie. Darum wird einen Tag schneller bestattet." Seine wässerigen Augen richteten sich nachdenklich auf sie, als erwarte er von ihr Hilfe. Annie senkte den Kops... Der Mann setzte sich auf die Wagendeichsel. Sein Gesicht war zermürbt, der Hals stach weit aus dem Rock, gegen das Kinn, eigentümlich lang für seinen kleinen Körper. Ueber- groß hüpfte der Adamsapfel bei jedem Wort auf und ab. „Ja", erklärte er mit einer eckigen Handbewegung,„so warte ich jeden Tag eine Viertelstunde über die Zeit. Heute kommt wieder kein Mensch— nur Sie sind da. Sie wissen, was eine Mutter zu tun hat. Geh'n wir?" Mit einem Ruck stellte er sich vor den Karren, nahm den eisernen Griff in die Hand und zog an. .„ftalt—" ihre Worte kamen, trotzdem sie erschrocken foe- merkte, wie laut sie sich wehrte, gedämpft an ihr Ohr, ver- schluckt. „Was heißt: halt? Warum halt? Reden Sie ein ver- nünftiges Wort, Frau. Was wollen Sie? Sind Sie vielleicht gar nicht Frau Werla?" Sollte Sie jetzt verlangen, den Kleinen noch einmal zu sehen, setzt. Eine Minute war Zeit zum Ueberlegen. Die Operation, dachte sie, und vielleicht war es noch etwas anders?— sie suchte nach Worten. „Ja— gehen wir— mir war nur so..." Räder knarrten, ein gleichmäßig trauriges Geräusch, die Stiefel des Totengräbers klappten und klappten, da gingen Annie Werlos Füße mit, im Takt.(Schluß solgt.) Neue Hochwassergefahr! Tauwetter im Mesengebirge/ Schmelzende Schneemassen. Hirschberg, 30. Oktober. Zm Riesengebirge ist ein Temperaturumschlag eingetreten. Das Thermometer ist g e st i e g e n, und im Hochgebirge beginnen die ungeheuren Schnee- masse» zu schmelzen. Im(Gebirge und im Tal regnet »S, und es besteht daher erneut Hochwassergefahr. Nach dem dreitägigen Sturm- und Regenwetter war in Nieder- schlesien vorübergehend Trockenheit eingetreten, doch setzten bereits gestern mittag erneut stärkereRegenfälle ein, die auch zur Zeit bei leichtem Südwest und milderer Temperatur noch an- dauern. Hierdurch ist ein erneutes Ansteigen der Neiße zu verzeichnen, und zwar steigt das Wasser zur Zeit wieder stündlich um ein bis zwei Zentimeter. Auch von Zittau wird«in leichtes An- steigen des Hochwesscrs gemeldet. Di« Lag« im oberschlesischen Hochwassergebiet ist im großen und ganzen unverändert. Nach wie vor stehen große Flächen unter Wasser, besonders in der Nähe von R a t i b o r. Der etwas außerhalb Ratibors liegende Stadtteil Plania ist wie stets bei stärkerem Hochwasser ringsum von Wasser umgeben. Die Bewohner der eingeschlossenen Häuser werden zum Teil von der Feuerwehr mit Lebensmitteln versorgt. Einig« Zufnhrtstraßen nach Ratibor waren vorübergehend an einzelnen Stellen vom Wasser überswtet. Mit dem Rückgang des Wassers ist eine Besserung eingetreten. Der Kreis Sp rot tau(Regierungsbezirk Liegnitz) ist weithin überschwennnt. Das riesige S p r o t t e b r u ch ist ein ein- ziger großer See. Aber auch der Unterlauf der Sprotte ist weithin ausgeufert und hat stellenweise auch die Sproltauer Gasanstalt in Gefahr gebrach«. Der Bober ist soweit ausgeufert, daß Sprottau fast ringsum vom Wasser umflossen wird. Im Stadtt«il Eulan ist die große Boberbrück« stark gefährdet. In dem ganz am Bober gelegenen Stadtteil stand das Wasser nicht nur in den Kellern, sondern auch in den Stuben der Häuser. Oer Umfang de, Sachschadens läßt sich noch nicht über- sehen. Achiundneunzig Opfer von Maybach. Sprengkapselfunde am Schacht Anna II. Saarbrücke», ZV. Oktober. von den Verletzten de» Maybacher Grubenunglücks sind heute im krankenhause nochdreigestorben. Die Zahl der Toten beträgt jetzt SS. Aachen, 30. Oktober. Unter den Trümmern des zusammengestürzten F ö r d e r- g e r ü st« s am Schacht Anna l I ist ein Fund gemacht worden, der zunächst in Alsdorf einiges Aufsehen erregte. Man hat nämlich unter dein Schutthaufen des zusammengestürztcg Bürogebäudes Sprengkapseln gefunden. Die Nachricht verbreitete sich sehr schnell durch ganz Alsdorf und man glaubte«in neues Moment für die Ursache des Unglücks gefunden zu haben. Wie der Eschweiler Bergwerksoerein hierzu mitteilt, seien tatsächlich in dem zertrüm- merten Zimmer des Büros mehrere Hülsen und Kapseln gefunden worden. Es handele sich jedoch nur um Anschauung»- inaterial für Lehrhauerkurse. Bon allen beteiligten Stellen wird versichert, daß. es höchst unwahrscheinlich sei, daß dieses Material die Ursach« der oberirdischen Explosion war, denn dazu müßte» schon außerordentlich große Mengen von Sprengkapseln vorhanden gewesen sein. Di« U n t e r s u ch u n g e k o m m i s s i o n hat im übrigen die Ursache der Explosion noch nicht feststellen können. Es besteht nach wie vor die Möglichkelt der Explosionsursache über Tag« wie auch unter Tage, und zwar hier ini Bereich der östlichen Richtstrecke der 360-Meter-Sohl«, wo große Brüche gefallen sind. Ein« Schlagwetter- und Kohlen ltaubexplosion in dem Abbaub«tri«b der einzelnen Flöze, die inzwischen befahren worden sind, kann als ausgeschlossen angesehen werden. Unter den Brüchen liege» auch noch mehrere Tote. Weitere Feststellungen sind im Gange. R lOliOofumenie im Rinnstein. Llntersuchung der englischen Lustschiffkatafirophe. London, 30. Oktober.(Eigenbericht.) Einen a u.f s« h e» e r r e g« nd e n Fund, der gerade jetzt während der Tagung der Untersuchungskommission über die Ursache des Luftschiffes Ii 101 von größter Bedeutung sein dürfte, wurde in London gemacht. In einer S t r o ß« n r i n n e der Oxford Street wurden Dokumente über die Konstruktion des R 101 aufgefunden und der Polizei übergeben. Es handelt sich irm 30 Briese, die die Korrespondenz zwischen dem Luftfahrt- Ministerium und verschiedenen Firmen«nthallen und den Brenn- slofsvcrbrauch der Ii 101 während der Versuchsfahrt erörtern. Wie die Dukumenie aus dein Ministerium verschwinden kannten, steht »och nicht fest. Es fällt auch auf, daß die Abendblätter die )kachrichi über diese» Fund in ihren späteren Ausgaben unter- drückt haben. Gchwefelgas in belgischer Grube. Fünf Bcrgleut« erstickt. C h a r l e r o i. 30. Oktober. Auf der Zeche..Forte Taille" in ZNontiguy-le-Tilleul crsticklen süns vergarbciler— drei Italiener, ein Pole und ein Belgier— an unbemerkt ausströmende» Schwefel- gasen. Zwei Mitglieder der Retlungsmonnschafl gerieten selber in die Vesechr zu ersticken. Braun. Crispie», Nadbruch» Brandes spreche». Die Sozialistische Studentenschaft Deutschlands und Oesterreichs oeranstaltet heute Freitag, den 3l. Oktober, abends 8 Uhr. im Sitzungssaal de, ehemaligen Herrenhauses, Leipziger Str. S, eine Kundgebung der Sozialistischen Studentenschast für den demokratischen Sozialismus. Redner sind Otto Braun. Erispien, Brandes und Radbruch. Unkostenbeitrag 20 Pf. Einlaß abends 7.30 Uhr- Karten sind erhältlich im Iugendsekretariat der TAI. Erdbeben in Italien. Zahlreiche Tote und Verletzte, großer Sachschaden. Rom, 30. Oktober. M i t t e l i t o l i e n ist von einem setzweren Vrd- bebe» heimgesucht worden. Die Zahl der Toten und Verlebten ist beträchtlich, der Sachschaden bedeutend. Die telephonischen und telegraphischen Verbindungen sind unterbrochen. Aus weiteren Meldungen verzeichnen mir; 2n A n c o n a wurde Donnerstag morgen 8.15 Uhr ein heftiges Erdbeben verspürt, das wellenförnüg begann und dann den Charakter eines Stoß- b e b e n s annahm. Dem Beben ging ein unterirdisches Rollen voraus. Zahlreiche Häuser sind beschädigt oder gbge- deckt worden. Die Marmorfasiade des Palastes der Provinzial- Verwaltung ist auf die Piazza Roma herabgestürzt. Der Turm der Kirche der Heiligen Sakramente ist e i n g e st ü r z t. Die Seismo- graphen des meteorologischen Instituts in Rom haben um 8.13 Uhr das Erdbeden registriert, dessen Mittelpunkt etwa 250 bis 300 Kilo- meter entfernt ist. Das meteorologische Institut vernmtet den Mittelpunkt in der Adria, und zwar in der Richtung Ron,— Semgallia (nördlich von Ancona). Die Registrierung dauerte etwa 20 Minuten. Nach Mitteilungen des Instituts hat sich das Erdbeben von Ravenna längs der Küste der Marken ausgedehnt. Das Erdbeben hat auf dem Lande, insbesondere im Westen der Provinz Ancona, noch sehr viel größeren Sachschaden angerichtet. Bisher wurden 25 Tote und gegen 00 Verletzte festgestellt; e» steh« aber noch nicht fest, ob diese Zahlen endgültig sind. Es. bestätigt sich, daß der Mittelpunkt des Erdbebens bei Seni- gallia gelegen hat, wo etwa 20 Tote und schwere Sachschäden zu be- klagen sind. Das Erdbeben ist in mehreren Provinzen verspürt morden, besonders hefrig in den Provinzen Ancona. Pesaro und Mac e rata. In der Provinz Pesaro sind acht Verwundete aus der Provinzhauptstadt, sechs Verwundete aus Fano, 22 aus Mondolfo und einer aus Costanzo gemeldet. Das Erdbeben wurde auch in Trieft und Neapel verspürt, wo e, aber weder Schäden anrichtete noch Panik hervorrief. Das Erdbeben t» den Marken hat an Heftigkeit den 9. Grad der Skala Merkalli erreicht. Es war m Ancona und an- deren Küstenorten von einer Sturmflut begleitet, di« in Ancona einen am«rit.mjschen Dampfer vom Anker losriß und gegen den Hafendomni schleuderte. Der Damm bat zahlreich« Risse erhalten. J» Ancona blieb kei» Gebäude oerschont. Auch die solidesten Häuser haben mehr oder weniger schwer gelitten. Viele Häuser werden als unbewohnbar betrachtet. Der Iustizpalast. das Stadthaus und das Regierungsgebäud« weisen erhebliche Risse aus. Das Militäriazorett wurde sofort geräumt, um die Opfer d«S Erdbebens aufnehmen zu können, die nun auch pom Lande zahlreich eintreffen. Aus allen umliegenden Dörfern und Gemeinden werden ebenfalls Opfer gemeldet. Viele Landhäuser sind ganz eingestürzt. 50 Tote, �50 Verletzte? Rom, Z0. Oktober. Räch den letzten Meldungen au» dem Erdbebeageblet soll die Zahl der Talen 50, die der Verwundelen 150 betrogen. Eine weitere Nachricht spricht von der Elnlieferung von allein 100 Verletzten in das Sladlkrankenhous von Ancona. Zn dem koslenstödtchen Senegallia sind viele Häuser eingestürzt; die'Ausräumungsarbellen find außerordentlich schwierig, die Zahl der Opfer ist noch unbestimmt. Regen in der Großgarage. Keuerlöschprobe im Krastpostwerk Borsigwalde. Die Brandkatastrophe im Krastpostwerk Borsigwalde im Jahr« t9S« hat gezeigt, wie notwendig in einem derartigen Betriebe eine selbsttätige, zuverlässt g und zweckmäßig konstruierte Lösch- Vorrichtung ist. Diese Erkenntnis hat zum Einbau einer Sprinkler- anlag« in den am meisten gefährdeten Gebäuden des Krastpostwerks geführt. Die Anlage wunde kürzlich einem Kreis« von leitenden Herren der Behörden und der Feuerwehr praktisch vorgeführt. Die Sprintleranlage(Regenoorrichtung) übernimmt al» selbst- tätige Feuerlosch- und Meldeanlage d>e Lrandbetämpsung in dem Augenblick der Brandentstehung und erfüllt so die alte seuerwehrtechnjschc Regel, daß jedes Großseuer im Augenblick der Entsishuiu, durch«inen Eimer Wasser gelöscht werden kann. Der Sprinkler selbst ist ein Ventil, das durch ein Schmelz- lot von 72 Grad Celsius Schmelztemperatur verschlossen ist; jeder austretende Wasserstrahl, der durch einen Sprühteller m.Regensorm zerteilt wird, benetzt eine Bodeniläche von maxnnal etwa S-. Ouabrar- meter. Die Wassermenge beträgt etwa 100 Liter in der Minute. Die zu jeder Zeit verfügbare Wenge Läschwosser ist in einem Druck- luftkessel von 30 Kubikmeter Gesomtinhalt untergebracht. Ferner sind in einem Erdbehälter zu jeder Zeit etwa 300 Kubikmeter Wasser verfügbar. Eine Zentrifugalpumpe wirft in der Minute 3 Kubik- meter Wasser aus diesem Behälter auf den Brandherd. Die Sprinkleranlage kann also während einer Zeit von 100 Minuten bedient werde». Die durch Sprinkleranlag« geschlitzten Gebäude sind, der besseren Uebersicht halber, in drei Teile, d. h. drei Gruppen unterteilt, von denen jede an ein« Trockenventllstation angeschlossen ist. Jede Trockenventilstation ist mit einer durch Druckwasser der Anlage zu betätigenden Alarmglocke ausgerüstet, die gegebenenfalls weithin vernehmbar anschlägt. Da? Rohrnetz oberhalb des Trocken- oentils steht unter Luftdruck pon zweieinhalb Atmosphären, um ein Einfrieren während der kalten Jahreszeit zu vermeiden. Im Ernst falle spielt sich folgendes ab: Bei einem Brand strömt die hierbei erzeugte Wärme nach oben zur Decke. Wenn die Temperatur dort oben auf 72 Grad Eetsius angestiegen ist, öffnen sich die Sprinkler, die Druckluft strömt aus dein Rohrnetz aus und das Trockenvent'l öffnet sich. Jetzt ist der Weg für dos Läschwosser fret das vom Drucklustkessel aus mit vollen, Druck durch die Brausen auf den Brandherd geschleudert wird. Durch die Entnahme von Löschwasjer sinkt der Druck des Druckluftkessels. Ein auf 6,5 Atmosphären eingestelltes Kontakt wanomcter schließt einen zun, Antriebsmotor der Zentrilugalpiimpe führenden Stromkreis, wodurch diese anläuft. Jetzt übernimmt diese Pumpe die Wasierföcherung mit einer Leistung. die etwa 3 Kubikmeter in der Minute beträgt. Nach Oeffnen des Trockenoentilo ertönt gleichzeitig die Alarmglocke, die das Wach- personal pon de», ansgcbrochenen Brande unterrichtet. Bei Strom- störungen, die da? Anlosse» des Antriebsmotors unterbinden und somit das Pumpenaggregot ausschalten könnten, ist die Möglichkeit gegeben, daß die Feuerwehr von außen die Sprinkleranlage mittels Fever wehrdruckpun, pen mit Wasser versorgt.-Umgekehrt tanw die Feuerwehr über Anfchlußventile uud Schläuche hie Pumpaulggc in Anspruch nehmen, wenn ein Brand in einem durch Sprinkler nicht gedeckten Werksleile ausbrechen sollte. Ein Löschzug der Feuerwehr führte die Art seiner Mitwirkung an der Lösung des Problems den Zuschauern ebenfalls praktisch vor Augen. Zwei Vorträge im Rahmen der Iheaterwoche. Polizeipräsident Dr. Weiß erörtert das Thema„T h e a t« rz e n s u r". Aetspiete machen den Vortrag lebendig, und diese Beispiele zeigen die ganze Widersinnigkeit des ehemaligen Zensurbetriebes. So wären Gcrhart Hauptmanns„Ratten" beinahe oerboten worden, weil der Schmieren- direktor Hasselreuter erklärte, er sei ei» guter Bekannter des Polizei- Präsidenten Madai. Dieser Fall zeigt deutlich den ganzen Unfug der Zensur. Muffiges Puritanertuin, Blizantinismus und Angst vor den leisesten Angriffen politischen Charaktere sind die Merkmale dieser Emnchmivg gewesen. Die Theatervorzensur ist mit dem alten System gestürzt. Di« heutige Zensur steht anders; die Ber- liner Polizei bemüht sich in den meisten Fällen, Stücke gegen die Angriffe politisch Andersdenkender zu schützen. Weih wendet sich energisch gegen Fricks Verbote uud gegen die Radaiiszencn. die sich in den letzten Iahren bei Theateraufsührungen in Berlin ab- gespielt haben, cm kann der Vortrag fast als eine programmatische Erklärung angesehen werden. Dann spricht Dr. sTranz Ludwig Harth, der Direktor der Lindenoper, über„Die K u l t u r b e d e u- tung der Oper in der Gegenwart". Das Wertvollst« bei diesen Ausführungen liegt darin, daß Horch in der Zeit orchestraler Hochkonfunktur auf den Wert und den Reiz der Stimme hinweist. Der Sänger ist schließlich in d«r Opernaufsührung das stärkste Moment. Von diesem Staudpunkt aus wendet sich Horch auch gegen die Forderung des aktuellen Opernlibrettos. Di« Rücksicht auf das gsfühlsmäßige Moment der Singstimme läßt auf zeitentserntere Stoffe zurückgreifen. Mit dem Sänger sticht und fällt die Oper. Dazu gibt Horch einen kurzen und für alle verständlichen Ueberbllck ieber die Formen des Operngesanges und der Darstellung. Heitere Chorgesänge trägt die A-capella-iBewimgung des Berliner Volks- chars unter Leitung Dr. Zanders vor. Große musikalische Sicherheit perbindet sich mft einem schönen, geschulte» Stimmemnaterial. F. Sch. Die letzten Kousumbesichtiguugc«. Am Sonntag, de», 2-'November, gehen die letzten Konsum- hesichtigungen vvr sich, und zwar richtet sich diesmal vi« Einladung zur Teilnahme an den Führungen durch die k o» s u in g e n o s s e»- ! ch a f t l> ch e n Z e n t r a l a n l o g e n in Lichtenberg, Rittergutstroße 16/30, in erster Linie an die Verbraucher» s ch a f t der westlichen Vororte, also Friedenau, Lankwitz, Lichtenrade, Lichterseide, Mariendorf, Marienseide, Schmargendon. Schönebcrg. Steglitz, Südende, Teltow, Tcmpelhof, Wilmersdorf und Zehleiüiorf; weiterhin kommt in Betracht ber Südwesten Berlins(Kreuzbergpiertel). Der Beginn der Besichtigungei, ist aus 9 Uhr vormittags angesetzt; letzte Führung: mittags IL Uhr, „DoX" fährt nach Amerika. Das Dornier-Flugschiss„vo X* wird voraussichtlich schon Sonnabend oder Sonntag seinen Etappenflug nach Amerifa antreten. Der Flug soll zunächst den Rhein auswärts bis Amsterdam und von dort über Lissabon, die Azoren und Ber- mudas-Inseln nach New Jork führen. Dodrssturz einer Hansangestellteu. Gestern nachmittag ereignete sich in einem Haufe in Alt-Moabit ein schwerer Unglücksfall. Beim Fensterputzen verlor die 36jäl,rige Hausangestellte Anna Bachhaus plötzlich den Halt und stürzte k o p s- über in di« Tiefe. Dabei durchschlug die Unglückliche das Glasdach einer Veranda und wurde auf der Stelle getötet. Sport. Rennen zu Strausberg am Donnerstag, dem 30. Oktober. t. Rennen. 1. Lud!(Dficrmatm), Z. Stallicbling, 8. garetve. Toto: 41: 10. Plae: lö, klt. 54; 10. Ferner liefen: Redppv, Donar, Forno, Rand- gloss», Fronisolvat, iOinltj. Norjana, PerloudabM.«cppl. g. Renne n. 1. Barsug ltÄimvl), S, Zorndorj, 3. Slil. Toto: 37: tO. Platz: 22, 42, 37: JO, Ferpcr liefen: Ernain, Gero, Die KSnigüi, Stolzer Kämpfer, Enkel. 3. R c n n e n. 1. Annabärb(Piötfft), 2, Mark, 3. Friederike. Toto; 32: 10. Platz! 13. 15, 21: 10. Ferner liefen; Patronesse, Modeland, Sarlchen, Watdi, Fut&jos Nansen. 4. R e n II e N. J, MenuS(S. cchmidt), 2. Futurist, 3. Motzlem Tptp: 40:10, Platz!)7, 30, 27:10. Ferner liefen! Ratitbona, ParlagaS, Ost- srankc,©wrieston, C'nöfiit Minzi, Ca!». 5. Rennen I. Zill Euicnspieael(Kräiizleinl, 2. Eilig, 3. Gulbrand, Toto: 103:10. Platz: 24. 17.23:10. Ferner liefen: Ostsee. Neb-Idexc, Wonima, Wechseiburg, Pupee. Pslichitreuc. Gasrile, Fortiisiina. Schmeichlerin. S. Rennen 1. Gotdwächter(Gtadfch), 2. San Marco. 8. Lawine. Toto: 26: 10, Platz: 14, 17. 82: JO. Ferner liefen i Fwzholde, Maurus. Marketenderin, Trtanon. Fei reu«, Cb ikoi. Toto 7. Rennen. 1. Sigmar fUnUrHolzneiO, S. Katastrophal, J. Masisto. : 30; 10. Platz: 20, 19: 10. Ferner liefen? Aoldalma. gattnitza, TaunuS Ks??««»IST morgens, Kafffee Hag spAt as»en«to Mekka Nag nach Tisch- Hag bekommt immer BERLIN HÄMBUR© ALTONA KÖLN ESSEN OÜSSELOOaP WANNOVEtt 3a3i3cyan0 Ciewid.3MLei allen �reuiMieii. unseres und denen, die es-werden Copyright bu Kurt Lies�p�VBklame 1930 Und vergessen F>e nicht Sie.Haupt- fache! Ein flotter, fescher Hut gehört zu Ihrem Anzug ipie das Tipfelchen aufs Der Hut gibt Ilirer Erscheinung Pen letzten Schliff, aber natürlich muß er»richtig- sein. Wie fabelhaft wirlt z. B. diese entzückende Kappe mit dem neuen Kappen- topf! Wie gleich gut paß« sie zum einlache» iviantet und zum großen Pelztragen, wie reizend schmiegt sie flch«n, um die feschen Stirnlickchen um sa wirtungsvoller hervortrete» zu lassen. Und ist doch nur«in« von de» Tausenden. »nt«r denen Si« bei na» wühle» lünnea.— Und— um nun wirtlich dies»Hauptsach«�>zIcht zu vergessen: bei ollen diese»»»- streitbare» Reize» lostet si,»or Ist's nötig, dem kleinen Gedicht, das Sie am Kopf dieser Seite finden, noch viel hinzuzufügen? Es ist uns von einer jungen, begeisterten Kundin zugegangen, die scheinbar gleichen Sinn hat für die„Freude am Verdienen" wie für die sonstigen Freuden des Lebens. Anschaulich drückt es das aus, was so ziemlich uns alle bewegt, wenn Ultimo kommt und „wenn's Geld gibt". Die Sehnsucht. die Ergebnisse unseres Mühens in Freuden des Lebens umzutauschen, sitzt uns ja allen Im Blut, und nur die eine Mahnung ist vielleicht am Platze: »das Geld vernünftig ausgeben!" In erster Linie: kaufen Sie gegen bar, es gibt nichts Wirtschaftlicheres— dann: sehen Sie zu, daß Sie die Auswahl haben, die allein verbürgt, daß Sie auch wirklich das finden, was Sie suchen und nicht mit etwas anderem vorliebnehmen müssen, was Sie eigentlich gar nicht haben wollten—— und schließlich: Irsch ten Sie danach, daß Sie für jede Mark, die Sie ausgeben, den denkbar größten Werl bekommen----- mit einem Wort: Was Hegt da Wr Musike dHn— Da weift mau doch mal: die Arbeit bat Sinai Und was für Genüsse an diesem Tag winken: Zuerst da gebt man mal Kaffee trinken. Aber richtig! Und Torte wird auch gegessen, An die schlanke Linie wird heute vergessen. Denn Ultimo ist ja nur zwölfmal im Jahr«— (Leider Gottes!) Und das nimmt man dann wahr! Und so gestürkt und mit frischem Nut Zieht man los!- Und dann kauft man sich- den Hut- Den Mantel- den Anzug- das Kleid, Mit dem man doch schon ao lange Zeit Geliebäugelt bat! Und Ist das Gehalt ancfa bescheiden. Bei C.& A. vergibt man das Leiden. Denn was einem gefüllt und was man nimmt- Man braucht nicht zu rechnen- es reicht bestimmt) Wer das noch nicht weift, Ihr Damen und Herr'n. Der folg' unserem Rat wir bewetsee's ihm gern! Ein Mann— ein Wort-- Eine Frau-- ein Worterbuch Man könnt« es auch variiert ausdrücken:«in Mann ein Anzug— eine Frau ein Kleider- schrank. Dys soll durchaus kein Urteil oder gar eine Kritif sein, aber es ist doch nun einmal so> � Sin Mann wird mit den MoNfMfltn nie! schneller fertig als«in« Frau. Für ihn ge- «tilgt«s. wenn»r 1 oder 1 gut sitzende Anzüge und einen flotten Mantel oder Ulster hat. Für ihn ist aber darum auch die Neu. onschaffung einesdieser Kleidungsstück« immer noch«in Ereignis, und er muß, wenn er sich etwas Neue» kauft, natürlich ein Geschäft aufsuchen, wo ihm eine große Auswahl zur Verfügung steht, nicht nur in verschiedenen Formen und Mustern, sondern auch in ollen Preislagen. Nun. bei uns sind Sie an der richtigen Quell«! Sie können gewiß fein, daß Sie hier das finden, was Sie brauchen, was Ihnen gefällt, und was vor allem— Ihrem Etat angepaßt ist. Der»big« moderne Ulster aus schwerem, krlifttgem Cii-mot, mit angewebter Abseite, ans gesteppter Kunstseid« gearbeitet. M�stso kostet nur 9» Aber es gib» elegante Winter-UIster, mit schb- nen breiten Besätze» und modernem Rund- »ort schon Boroehmer. tles- schwarzer Winter-Pale. tot au» sestem Stöfs, mit elegaute«. kunst- seidene« Steppfutter und Samt. A Qso kragen nur Sie bekommen aber einen gut oerarbeitoten Winter- Paletot aus sestem Stosf, mit Samt- krage»* QfiO Wieviel schwerer dagegen Hot es die Frau. wen» sie— vor allem jetzt zur Feit der.Auf- erstßhung der Dame" immer richtig und passend gekleidet gehen will! Und doch— wie leicht ist e» auch für die Frau, sich immer richtig anzugiehen— ay, kleinen Finesse» der Mode mitzumachen— immer modern und elegant aüszu- sehen, auch bei geringsten Mitteln. Unsen Preis« werde» sa immer wieder bewundert und bestaunt Aber»tele wissen vielleicht doch»ach nicht, wie wenig de! uns dazu gehört, um sich oll da» zu schaffen, wovon«in« An diese« ganz gesSt. terten Peloursmantel wird Si« vor allem der herrliche, groß« Pelz» kragen und Aermelbe- satz entzücken', außer- dem ister imZiticken statt gesteppt und AOeo kostet nur äO Frau träumt, wenn sie on ihr« Kleidung denkt, Dazu ist'S halt nötig. daß Ei« einmal zu UN» kommen und hier Umschau halten. Ei» werden ent- zückt sein von der Diel- seitigkeit der Auswohl- Di« immer freundlich«, aber nie- mal« aufdringlich« De- dienung wird Sie an- genehm berühren. Und die Preis«— gnädig« Frau— dafür gibt's»nr «inen Ausdruck:.Mohren- köpf mit Schlagsahnel* ★ Den obigen eleganten Mantel au» setnsteni Duvetine, der ganz aus Kunstseiden. Duchess« ge- füttert ist. schwückt«tu groß», Kragen und Aer- mrl-Besatz au, echtem Opossum. Er ÄÄkoo toi«.' nur 07 Da» obige hübsche, praktisch« Kleid ist au» besonder, gutem Tweed — dem Liebliugs-Mo- «erial für da» modern, Kleid— grarbeitet, mit apart ausgesetzten Taschen und schönem Mnsotz garniert, und !£* 1S°° Nach allerletztem Schick ist diese» elegant««leid ao, gutem Köper- Belvet gearbeitet: es hat die moderne, durch' gehend« Tunika, die so sehr kleidsam ist. und schönen Pelzbesatz an Kragen und Aermel und kostet bei»»«DSO SM nur 9m Keimen Sie den? Sie;»Denk mal, Paul, Häuschen hak sich«Öl große» Loch in feine Jacke gerissen! Was soll ich nun bloß mit dem Anzug an- fangen?" Der zerstreutf Papa sin die Lektüre seiner Zeitung vertieft):.Ganz einfach! Laß ihn doch wenden!" Der gut«, liebe Papa! Sein Rat wird Muttern nicht viel helfen. Ader hier ist ein guter Rat. der wirkt radikal und ist nicht einmal teuer: Da kommen Sie zu uns! Und überzeugen Sie sich, daß flicken und ausbessern wirklich über- flüssig ist bei unseren fabelhaften Preisen, die es Ihnen so leicht machen, Ihrem Kind, ob Bub oder Mädel, ein schönes neues Kleid oder«inen schönen,«armen Wintermantel zu kaufen. Immer mehr und mehr benutzen kluge Mütter unseren Kindertag, Denn Erfahrung hat sie gelehrt, daß es an diesen Tagen immer«iwa« ganz Besondere» gibt, nicht nur besonder» Nette» und Hübsches, sondern auch ganz de- sonders Billiges. Und da» ist in diesen Zeiten wahrlich nicht zu verachten. All« in diese« Seit« enthalt«»«» Angebote stehen Ihnen ab Frei- tag früh bei nns zur Verfügung. Schriftlich« Bestellungen können nicht berücksichtigt werden! 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RctüappcJien Berliner Inh-Trio II•• k• 1 1•, w lAbantr, 74Z7dJ S'tinplaiz Ma>. — f��llübusuLi Keines Thcat.,.� Deulseoes I I Tk. In llnlnlipilut Täglich SV. Uhr I Kottbusser nstler-The»! i o uhr: I.oniLenx in" Csardäsittrstin meine Schuiests In PreniMMOeietrunj � oidi Itraeoil von Blair.. eanzel Ii"usik eoo BeiwhkL «omiscne Oper --— � 8-h Uhr Keine Organisa- n__«.kj— i tlons-Bill. aber DaS MaCiei billige P reite: aRf| SteUSr rnrkstt ab 3.- M. Pr-kt KursenteJef Operette v. Gilben Wbrkur 0901——— Hottk.1 Str. 6| ,6070 Sonnt| Etfie- Sän�er Präsident Runkel i fc kmwi»--!- 1 to.'slr Alsbcr, 1 0 E. Hesse In der liefert proiswert| Johannisn achk steii;'EF f™ s neue Proyrarnmi 'n/nr.! r*. L.IL— ' m; Dörth 625.626. Täglich a Uhr V/reiswerte, Dönhoff. ß io— D �lUI Kav� ftWi ret tl: Jänx���mern.' HOftlfSJJOhus «i«.«ertess, fM,» »««tatHastoäjj.'" HotfriOmml, »• Doetefewa, /( 7!r. 5ii* 42. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Freitag, ZI. Oktober 4930 Schadenersahklage gegen DMV. Die Nordwestlichen klagen wegen Abwehr von Lohnkürzungen. Sn den Nummern 473 und 475 des„Vorwärts" haben wir die von dem Arbcitgebervcrband der Nordwestlichen Gruppe der Eisen- und Stahlindustricllcn gcpcn den Deutschen Mctallarbeiter-Vcrband angestrengte Schadenersatzklage aus Zahlung von zunächst 7000 Mark eingehend geschildert. Das Arbeitsgericht in Berlin hatte sich jetzt mit dieser Lilagc zu befassen. Der für Nordwest geltende Tarifvertrag ist seinerzeit durch die sogenannte S e v e r i n g k l a u s c l dahin ergänzt worden, daß die Akkordlöhne nicht herabgesetzt werden dürscn. Diese Klausel ist später durch den für verbindlich erklärten Ocynhauser Schiedsspruch aufgehoben. Dadurch ist der ursprüngliche Tarif- vertrag von l0Z7 wiederhergestellt, der hinsichtlich der Akkordarbeit bestimmt, dah die Akkordlöhne 45 Proz. über dein Tarislolzn der bctrcssenden Arbeitcrgruppe liegen müssen, doh jede Aendcrung von Akkordlöhnen der Vereinbarung unterliegt und dah sie, wenn eine Vereinbarung nicht erfolgt, unter Einhaltung der K ü n d i g u n g s- frist festgesetzt werden können. Die Olordwcstliche glaubt, daß diese Bestimmung eine Handhabe zur Herabsetzung der Akkordlöhne bietet. Das ist dann auch in vcr- schiedcnen Betrieben versucht worden und d i e Ar beitcr haben sich durch Arbeitscinstellring dagegen gewehrt und sind darin vom Deutschen Mctallarbcitcr-Verband u n t e r st ü tz t worden. Die Essener Eisenhüttenwerke Schnuten- haus u. Linn mann haben den Akkordarbeitcrn gekündigt und die Akkordlöhne einseitig von sich ans herabgesclzl. Die Arbeiter haben nach Ablauf der Kündigungsfrist die Arbeit nicht fortgesetzt mtd sind vom Metallarbeiter-Verband unterstützt worden. Dos ist nach der Auffassung des Arbeitgebrrverbandes ein tarifwidriger Streik. Er soll der Firma einen Schaden von 7000 M. gebracht hoben, den sie an den Arbcitgeberverband abgetreten hat, damit er als Kläger gegen den Mctallarbeitcr-Berband austreten kann. Bevor das Arbeitsgericht in die Verhandlung eintrat, teilte der Vorsitzende, Amtsgcrichtsrat Dr. Bw g s, mit. daß nach der ord- nungsgemäßen Reihenfolge die Arbeitnehmerbeisitzer Cohen und Weiß bei dieser Sitzung mitwirken müßten. Da die Genannten als Mitglieder des verklagten Deutschen Mctallarbcitcr-Verbandcs an dem Ausgang des Rechtsstreits interessiert seien, sei deren Mit- Wirkung hei dem gegenwärtigen Prozeß nach iz 41 der ZPO. unzulässig. Nachdem Cohen und Weiß erklärt hätten, weder interessiert noch befangen zu sein, habe er einen K.a m m c r b e s ch l u h herbeigeführt, der die Mitwirkung der beiden Beisitzer für»nzuläss'ig erklärt. Er habe deshalb zwei andere Ärbeitnchmcrbeisitzer berufen, die nicht dem Deutschen Mctallarbeiter-Berband angehören. Hieraus trat das Gericht. in die sachliche Verhandlung ein. Grauerl, Geschäftsführer der Nordwestgruppc des Arbeitgeber- Verbandes begründete die Klage im wesentlichen mit der Auffassung. die Kündigung beziehe sich nur aus die Akkordlöhne, aber nichl auf bqß; Arbeilsvcrhältnss gls solches. Dieses�bseibs durch die Kündigung �Zlktzn e n w e i t c rrr fre rt e n müs-sen und wenn sie mit den Löhnen nicht zufrieden waren, hätten sie ihre Ansprüche im Klage- »vcgc geltend mächen können. Der Metallarbeiter-Verband habe einen tärif widrigen Streik unterstützt und sei für den daraus entstandenen Schaden haftbar. B ü h r i g vom Hauptvorstand des Deutschen Metallarbeiter- Verbandes führte demgegenüber aus, die Ausfassung des Klägers stehe mit dem Tarifvertrag im Wikicrspruch. Die Akkordpreife mußten vereinbart werden. Hier liege keine Vereinbarung, sondern eine einseitige Festsetzung des Arbeitgebers vor. Durch die Kündigung sei das Arbeitsverhältnis beendet, die Arbeiter seien nicht verpflichtet, dasselbe unter den ihnen diktierten Lohnverhältnissen fortzusetzen und der Verband habe das Recht, sie in ihrer berechtigten Abwehr zu unterstützen. Der Arbeitgeberver- band habe mit dem Arbcitskampf gerechnet. Das gehe aus dem Rundschreiben hervor, nach dem die Essener Eisenhüttenwerke gehandelt haben und was nach dem Willen des Arbeitgeberverbandcs ganz allgemein befolgt werden solle. Wenn die Auffasiung des Klägers anerkannt weiden sollte, dann würden die Arbeiter nie in die Lage kommen, Verschlechterungen der gellenden Löhne zu ver- hindern. Wenn der Metallarbeiter-Vcrband einen Streik unterstütze, der nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses ausbreche, so sei das keine tarifwidrige Handlung. Nach mehrstündiger Verhandlung und einstündiger Beratung des Gerichts gab der Vorsitzeitdc bekannt, daß das U rt ei l a m 6. N o- vernber vertünbet werden soll. AfA-Kunktionare der MetaNindustrie. Die auf Anweisung des BBMI. ausgesprochenen Masscnkündi- gungen der Angestellten— insbesondere der älteren bereits unter dos Kündtgungsschutzgefetz fallenden— haben nicht nur begrtiflicherweisc starke Unruhen in den Betrieben ausgelöst, sondern darüber hinaus lluklarheiteu.über die Rechtslage verursacht. wir erwarten, daß alle Gekünd'gten— ohne Rücksicht auf den Ablaustermin der Einzelarbeitsverträge sowie des Hinweises, daß es sich lediglich um„vorsorgliche Maßnahmen" handele— bestimmt Einspruch gegen die Kündigungen auf Grund des BRG. innerhalb der sünstägigen Frist erheben. Nähere Anweisung erhalten die Funktionär«, durch die unter- zeichneten Organisationen. AsA.Mclallkartell Zcntraloerbgnd der Angestellten. Gottfurcht. Lange. Bund der technische» Angestellten und Beamten Günther. Deutscher Werkmeister-Berbond. Jaeger. Nationalisierung am falschen Ort. Entscheidungen über Llntersiühung nach Schema k. Man schreibt uns: Der Vorsitzende des Arbeitsoints Prenzwu, Herr Dr. C r a m c r, scheint es sich zum Prinzip gemacht zu haben, Arbeitslose» die Erwcrbsloscnuntcrstiilzung zu verweigern, ohne Rücksicht auf gesetzliche Bestimmungen. Die Begründung der Ablehnung macht sich der Herr als Vor- sitzender des Spruchausschusses recht leicht. Seine ablehnende Ent- schcidung sür die Arbeitnehmer eines Betriebes wendet er nebst Begründung aus olle Arbeitnehmer dieser Bcrufsgruppe an, obgleich Arbeitgeber, Arbeitstätigkcit und Arbeitsgebiet, Lohn- und Arbeits- bedingungcn verschieden sind. Die Entscheidungen sind ver- v i c I f ä l i i g t und es wird rein fchematisch und summarisch ohne Prüfung des Einzelsalles verfahren. Als Beisitzer werden stets die gleichen Vertreter herangezogen, die mit dem Vorsitzenden die Entscheidung einstimmig fällen. Eine Nachprüfung durch die Spruchkammer des Landesarbcitsoniles ist aber nicht möglich. Bcrufskundige Beisitzer, die der Auffassung des Vorsitzenden nicht zustimmen, werden von ihm nicht geladen. Dieses Versahrcn und die ungerechten Entscheidungen bedürfen bringend der nötigen Abhilsc. Die Arbeitslosigkeit. Hauptunterstühungsempfänger und Wohlfahrtserwerbstose. Zur Beurteilung der Lage des Arbeitsmarktes genügen nicht allein die Zahlen der Hauptunterstützungsempsänger und der Kurz- arbeiter, die Ausgesteuerten, die Wohlfahrtserwerbsloscn, zählen mit. Die Zahl dieser von den Gemeinden unterstützten Wohlfahrts- erwerbslosen ist seit Eiibc 1928 ivescnllich, seit Mai 1930 ständig und in letzter Zeit in geradezu erschreckender Weise gestiegen. Aus unserer Graphik ist ersichtlich, wie auf die Haupwntcr- stlltzuiigsempsönger— in der untersten Zahlenreihe— die Wohl- fahrtserwcrblosen folgen, die zusammen die Zahl der verfügbare» Arbeitsuchenden— in den oberen Kurven— ausmachen. Das Bild zeigt dos Anschwellen des Heeres der Wohlsohrtsunter- stützten erst langsam, fast stagnierend, bis es seit dem Sommer 1930 ein gewaltiges Ausmaß annimmt. Die Eigenart des deutschen Arbeitsmarktes und die Bcrfchär- fung der Wirtschaftskrifis zeigen sich anschmilich in dem Verlans der Kurve der verfügbaren Arbeitsuchenden und noch mehr in dem der Hauptunterstützungsempfänger. Die Wohlfahrtserwerbslosen ergeben zedoch ein anderes Bild: zunächst ein fast beständiges, laug- sames Wachstum— die niedrigsten Zahlen sind 1927: 395,7, 1928: 483,1 und 1929: 585 Tausend. Mit der Verschärfung der Wirt- schaftskrisis ist jedoch die Zahl der Wohlfahrtscrwerbs- losen verhältnismäßig viel stärker gestiegen, als die der anderen Arbciisuchcndcn und nähert sich immer mehr der Zahl der Hauptunterstützungsempsänger in der Ar- beitsloscnversicherung. Die Zahl der letzteren betrug Ende September 1930 insgesamt 1492,8 Tausend, während die der Wohlfahrtserwerbslosen bereits 1205 Tausend erreichte. Das Los der Zlrbcitsuchendcn wird daher angesichts der schwierigen finanziellen Lage, in der sich die Städte und Gemeinden in Deutschland befinden, immer bedrohlicher. Die Arbeitslosigkeit in Verfli'llDare AploeibssucKextde ••••••••••••• Haupt urvters tützun�sempfän�er \V o"Kl f alnr t s e r w e r"b sl ose 3 35*9.9 D e vi t s elvi ein d 3185.0 091-,< 306�' ä536.3 1000 *391. Per semen 608.5� ! Stand am Ilona '1917.«,, 1900.ol965,s ft)1930.« 1061. '>'«... .l.> x -l_ L. I. I, I I, I I r 1 JMMJ SNJMHO 5 N J M H J SN«3MH0 615. F A 3 A0DFA3A0 DFA3 AO DFA3A 0 19Ä1 19*8 19*9 19�0 JUBILÄUMS-AN6£B0T NOCH BESSER 5% RABATT MARKEN ausscKI. ZUCKER IN | S UNI IVA PREISWERTER ISERS d.Pfd.Mk. 2�° 3.- 3.60 4.- l£f HK. 0.T5 50gr.PAKtT Kakao Schokoladen KAffEE-GESCHÄfT Benzinfusel. Die Foiwendigkeii einer Reform des Vranniweinmonopols. Dem Branntweinmonopol geht es ganz entschieden nicht gut. Wie es heißt, sitzt hie Verwaltung auf Lägern in Aöhe von 1.6 Millionen Hektolitern Spiritus fest, hi« sie nicht zu verkaufen weiß. Die Verwaltung war auch der Auf- fassung. das Brennrecht für das kommende Betriehsjahr a u f 51 Proz. festzusetzen. Nur auf Setreiben des Neichs- ernährungsministers Schiele Hot sich der Beirat bei der Reichs- monopolvcrwaltung für eine 76prozentige Airsnutzung des Brennrechts gegenüber einer Mprozentigen im Vorjahr ent- schieden. Außerdem wurde der Uebernahmepreis, also der Preis. den das Branntweinmonopol an die spritproduzierenden Landwirte bezahlt, von 63 auf 51 M. pro Hektoliter gesenkt. Durch diese Beschlüsse des Beirats beim Branntweinmonopol wird die Situation kaum geb essert. Die diesjährig« Sartoffelernte ist mit 44 Millionen Tonnen äußerst reichlich ausgefallen. Die ostelbifchen Großgrundbesitzer wollen auf Grund der Rekordkartoffelernte möglichst viel Sprit produzieren und nach den Beschlüssen des Beirats bei der Reichsmonopolverwaltung zwingt man das Branntwein- Monopol, beim Einkauf von Sprit über Bedarf hohe Preise an- zulegen und denselben Sprit aus der anderen Seite sozusagen zu verschleudern. Die Reichsmonopolverwaltung hat nach Auswegen aus diesem Dilemma gesucht und den Beimischungszwang gefunden. Technisch wäre dieser Weg gangbar— wenn Geld dabei keine Rolle spielt. Leider spielen aber die Preise eine sehr große Rolle. Der�Behmschungszaxmg geht auf den Reichs- ernährungsminister Schiele zurück. Nach den im Hochsommer 193g getroffenen Bestimmungen Haben die Benzinverkäufer von der Reichsmonopolverwaltung Sprit in einer Menge zu beziehen, die 2 ll Proz. ihres Benzinabsatzes ausmacht. Für diesen Sprit, der sich in gleicher Qualität zu einein Preis von 20 M. pro Hektoliter herstellen läßt, haben die Benzinverkäuser 80 M. zu zahlen. Bis vor einigen Tagen brauchten die Benzin- Verkäufer auch diesen Sprit nicht abzunehmen. Sie konnten ihn der Reichsmonopolvenvaltiing überlasten und bekamen dasiir 15 M. pro Hektoliter vergütet. Die differierenden 65 M. pro Hektoliter stellen also auf Kosten der Derkehrswirlschasl, eine glatte Liebesgabe an die Landwirtschaft dar, die pro Jahr 40 bis 50 Millionen Mark ausmachen dürfte. Jetzt haben sich die großen Beirzingesellschaften bereit erklärt, die noch dem Bei- meschungszwang in Frage kommende Spritmengen, etwa 400 000 bis 500 000 Hektoliter pro Jahr, wirklich zu übernehmen. Selbstverständlich werden die großen Benzingesellschasten ihr Benzin nicht restlos mit dem Sprit der Reichsmonopolverwaltung mischen. Dafür fehlen schon die technischen Anlagen. Möglicherweise werden sie eine Mischung von 85 bis 90 Proz. Benzin mit 15 bis 10 Proz. Monopälsprit herstellen und damit«inen Treibstoff sehassen, der dem Monopol in der Reichsmonopolverwaltung ziemlich ähnlich stin wind. Die Kostenfrage. An der ganzen Angelegenheit interessiert selbswechtandlich di» K o st e n s r a g e. Nach einer Verlautbarung de? Reich?- Verbandes der deutschen A u t o m o b i l i n dust r i e be- deutet ein IVprozentiger Beimischungszwang, wenn der jetzige von den großen Benzinfirmen zu zahlend« Uebernahmepreis von 80 M. pro Hektoliter Sprit beibehalten wird, eine Belastung des Kraftverkehrs in Höhe von 120 Millionen Mark pro Jahr. Bei einer Mischquote von 20 Proz. steigt die Be- lastung auf 240 Millionen Mark. Vorläufig beträgt die Misch- quotc 2,3 Proz. Aber nach den Erfahrungen, die man mit den Zwangswirtschastsmoßnohwen des Reichsernährungsministers Schiele gemocht hat, kann n>an da- mit rechnen, daß man die Beimischung bald auf 10 und auch auf 20 Proz. zu steigern versuchen wird. Hier liegt die große Ge- fahr für die Wirtschast. Die Beimischung muß zu einer Ver- teueriing unseres Verkehrs führen. Jetzt schon wird behauptet, daß sich die großen Benzingesellschasten zur tatsächlichen lieber- »ahme des Reichsmonopolsprits nur deshalb entschlossen haben, weil Ihnen das Reich hinsichtlich der Preisgestaltung frei« Hand lasten will. Eine eindeutige Antwort des Reiches ist darauf bis jetzt noch nicht erteilt worden. Wenn die Be- hauptung zutrifft, verzichtet das Relchswirffchaftsministerium auf die notwendige und mögliche Benzinpreissenkung. Gerade der Beimischungszwang beweist, daß die Dinge im Branntweinmonopol unhaltbar sind. Seit Jahrzehnten besitzt ein Teil der kartoffelbauenden Landwirtschaft, zumeist Großbetriebe, dos Vorrecht. Kartoffeln zu Spiritus zu brenäen. der ihr von der Branntweinmoruipolnermaliung unter besonders günstigen Bedingungen abgekauft wird. Da der Verbrauch von Trinkbranntwein noch dem Kriege immer mehr ab- genommen hat, müssen jetzt größere Mengen der Branntwein- erzeugung für technische Zwecke und als Motorentreibstoff abgesetzt werden. Der Absatz an technischem Spiritus ist ober b«- schränkt, so daß die Monopolverwaltung für jede- Jahr nur die Ausnutzung eines Teils des Brennrechts zuläßt und«inen A b- nahmepreis fest legt. Trotzdeni find die Verluste des Branntweinmonopols sehr groß und betragen jährlich 60 bis 80 Mil- lionen Mark. Um diese Summe werden die Reichseinnahmen aus der Branntweinsteuer vermindert, so daß andere Steuern erhöht werden müssen. Auf Kosten der Allgemeinheit erhalten also die grnßagrarischen Kartoffelbrenner eine nicht zu verant- wortende Subvention. Es wird Zeit, daß die Sozialdemokratie ihr« schon seit Jahren bestehende Forderung nach einer grundsätzlichen Neugestaltung der ganzen vrannlweinwirtschask wieder ausnimmt. Es muß endlich mit den Kartoffelspritstibocntionen ein Ende gemacht werden. Di« Behauptungen der Großagrarier, daß die Beibehaltung der Kortoffelbrennereien aus betnebswirt- schaftlichen Gründen unbedingt notwendig sei, ist durch die Der- öffenllichung des Enqueteausfchustes mit größter Deutlichkeit widerlegt worden. Aus ihr wird ersichtlich, daß«in großer Teil der Brennereigüter nicht auf ausgesprochen schlechten Böden liegt, di« nur Kartoffeln anbauen können und die infolge des Fehlens von Wiesen auf die Berfüttenmg der Schlempe an- gewiesen sind. Annähernd 50 Proz. des landwirtschaftlichen Brenn- rechts ist auf Güter verteilt, für die die Kartoffelbrennerei keine Existenzbedingung ist. Würde eine rationell« Reu- Verteilung des Brennrechts erfolgen, so brauchten n u r d i e Güter mit geringwertigen Böden und schlechtem Wiesenverhältnis berück- sichtigt werden. Diese könnten dann 100 Proz. ihres Brenn- rechts ausüben und infolge der besseren Au-nützung der Vorhände- nen Anlagung den Spiritus billiger herstellen. Der Preis für Kartosselspiritus könnte dann durch die Monopolverwaltung er» heblich gesenkt werden, wodurch das Reich in erheblichem Maß« sparen würde. Leichie Belebung im Güierverkehr. Der seit dem 2lugust last gän.ztich stagnierende Güterverkehr der Deutschen Reichsbahn hat in der Berichtswoch« vom 15. bis 18. Oktober erstmalig ein« Belebung erfahren. In der Berichtswoche wurden an sechs Arbeitstagen 862 400 Wagen in der vorhergehenden Woche gestellt. Dies ergibt für den Arbeits- tag eins Wagengestellung von 143 700 gegenüber 137 100 in der Vorwoche. Allerdings bleibt der Güterverkehr in der Berichtswoch« noch ganz erheblich hinter dem Verkehrs umfang der entsprechenden Zeit des Vorjahres zurück, die ein« orbeitstägliche Gütergestellunz von 167 900 Dogen aufwies. Starker Rückgang der kraftsohrzeugproduktion in, August. Nach „Wirtschaft und Statistik" ist tue Äraftsahrzeugproduktion im August (teilweise aus Saisongründen) weiter beträchtlich gesunken. Wenn der Monatsdurchschnitt 1928 gleich 100 gesetzt wird, ergibt sich für August gegenüber Juli ein Rückgang der Pers menwigen- erzeugung in den deutschen Fabriken von 70,8 auf 55,7 Proz. gegen 99,7 Proz. im August vorigen Jahre?, in den ausländ!- fchen Montagefabriken von 53,1 auf 42D Pro.;, gegen 76,0 Proz. im August 1929. Am stärksten ist die Abnahm« in der Erzeugung von Kraftfahrrädern. Sie ging im August gegen Juli von 44,2 auf 15 Proz., also auf ein Drittel, zurück, gegen noch 84 Proz. im August vorigen Jahres. Der Anteil der beut- fchen Auiofnbriken am Gefomtabfatz ist von 79,5 im Juli aus 79,0 Proz. im August gesunken. Rekorde im Gchuhexport. Prüfung der(Schuhzölle erforderlich. Jahrelang schien es so, als ob di« deutsche Schuhindustrie der ausländischen weit unterlegen sei: eine die Aussuhr stark über- steigende Einsuhr und di« wachsende Zahl von Konkursen unter- stützten das Geschreider Unternehmer nach erhöhten Zöllen. Eh« aber die Zollerhöhung kam, wandte sich dos Blatt über- r a I ch e n d: feit Anfang 1929 setzte sich ein soft unglaublicher Wandel des Schuhaußenhandels durch, der den großen Einfuhr- in«inen gewaltigen Ausfuhrüberschuß ver- wandelte. Diese Entwicklung setzte sich im Krisenjahr 1930 kräftig fort. Währeich im September 1929 die Einfuhr noch 81 101 Paar be- trug, wurden im September dieses Jahres nur noch 43 961 Paar eingeführt; die?l u s f u h r stieg aber von 317 162 auf 387 443 Paar, um nicht weniger als 20.5 Pro.;. Trotz dieser Steigerung ist die Ausfuhr leichter Schiche um 6 Proz. gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Auch gegenüber August dieses Jahres zeigen die Septemberzohlen ein« günstige Entwicklung, da einer Einfuhr- stcigerung um 14 506 Paar eine Aussuhrsteigerung um 66 580 Paar gegenübersteht, also eine weitere Besserung um 52 000 Paar eingetreten ist. Wie stark di« Besierung des Schuhaußenhandels in den Mo- naten Januar bis September gegenüber dem Vorjahr ist, zeigt folgende Tabelle: Außenhandel in Ledcrfchuhwerk(Ionuar— September): in 1CC0 paar in Millionen Mark 1929 1930 1929 1930 Einfuhr.. 1877 643 18.22 7.48 Ausfuhr.. 1869 2953_ 20,97 30,82 — 8+2310+ 2,74+ 23.34 Die Einfuhr ist also mengenmäßig aus ein Drittel zurückgegangen. die Ausfuhr um 58 Proz. gestiegen: wertmäßig ging die Einfuhr um 59 Proz. zurück, die Ausfuhr stieg um 54 Pro;. Der geringe Einfuhrüberschuß des Zahres 1929 von 7817 Paar verwandelte sich in den gewaltigen Ausfuhrüberschuß von 2,31 Millionen Paar. Der wegen des höheren werics der ausgeführten Schuhe s«l)on im vorigen llahr vorhandene wert- mäßige Ausfuhrüberschuß erhöhte sich auf mehr als das Achtfache. Bemerkenswert scheint uns folgendes. Wöhrend es früher die Einfuhr leichten und billigen Schuhwerks(meist t s ch e ch 1- fchen Ursprungs) war, der die deuffche Industrie nicht gewochicn war, scheint auch darin jetzt ein Wandel eingetreten zu sein: der durchschnittliche Wert eines eingeführten Paares von 11,70 Mark übersteigt nämlich den eines ausgeführlen Paares von 10,40 Mark nicht unbeträchtlich. Diese Entwicklung und die Tatsache, daß sie schon Anfang 1929 eingesetzt hat, beweist einwandfrei,»aß sie nur die Folge der jähre- lang unterlassenen Rationalisierung ist. Die im Dezember 1929 vor- genommene Zollerhöhung war und ist überflüssig. hat weiter kein« Wirkungen gehobt, als daß sich Schwierigkeiten auf handelspolitischem Gebiet ergaben, die sich bis zu Boykottdrohungen holländischer Wirffchast?kreffe verschärft haben. Bei der Glanzentwicklung de» deuffchen SchuHetpvrts und der damit bewiesenen Konkurreirzfähig- k»ü mit den ausländischen Fabrikaten ist«ine Revision d- r Schuh zöll« in Deutschlaird ein Gebot der Stund« Texiilakiionäre erhalien*2 Prozent. Wieder hoher Gewinnabschluß bei der Tuchfabrik Aachen. Wir hotten bereits kürzlich gemeldet, daß der Anffichtsrst d« Tuchfabrik A a ch« n, vormals Süßkind u. Sternan A.- G., beschlossen hat, für das Geschäftsjahr 1929/30 wieder dne sehr höh« Dividend« von 12 Praz. auszuschütten. Nunmehr sind Abschluß und Gefchästsbericht des Unternehmens veröffentlicht worden. Wie bei anderen Wollunternehmungen ist auch die Aachener Tuchfabrik von den Absatzschwierigkeiten in anderen Textilbranchen in Mitleidenschaft gezogen worden. Bei einem Roh gewinn von rund 1,1 Millionen Mark, der den des Vorjahres noch um mehr als 70 000 Mark übersteigt, wird bei höheren Abschreibungen ein um 10 Pro;, gestiegener Reingewinn von 242 000 Mark ausgewiesen. Nach Abzug der BESSER ESSEN» WENIGER DAFÜR AUSGEBEN DURCH KARSTADT-LEBENSMITTEL W m ?? fe 3 WURSTWAREN KONFITÜREN DELIKATESSEN WEINE#SPIRiTUOSEN KONSERVEN&ä Londleberv/. Housm. wj. 1.10, 0.95 Feine Leberwurst. Pfd. 1.28 Dampfwurst.. Pfd. 0.98, 0.73 SpecKwurst..... Pfd. 0.88 Sülzwurst...... Pfd. 0.88 Jagdwurst Pfd. 1,15 Flletwurst...... Pfd. 1.88 Streichmettwurst. Pfd. 1.20 Zervelat u. Salami Pfd. 1.66 Teewurst fein, grob Pfd. 1.65 Hoiist.Schiackw.i.Fettd.Pfd. 1,88 Schinlcenspeck... Pfd. 1.68 NuBschinken.... Pfd. 1.85 Gekocht. Schinken Pfd. 1,80 Gem. Aufschnitt an Pfd. 2.00 Rhein. Spekulatius Pfd. 0.50 Pfeffernüsse, weiß, Pfd. 0.50 Braune Nüsse.. Pfd. 0.60 Herrenkringel.. Pfd. 1.00 Spitzkuchen(Sehok.)Pfd. 1.00 Dominosteine.. Pfd. 1.20 Malzbonbon... Pfd. 0.50 Hustenmischung. Pfd. 0.60 Haushalt Kakao. Pfd. 0.58 Vollm.BruchSchok. Pfd. 1.00 Olsardinen...«n s d>. 0.98 Fileth«ring»i S/. Pfund 0.40 Bowlenwein 10 itr. Nittel. Leiterch. 10 Itr. Nierst. Domtal 10 Ur. Taragona. ioitr Malaga.. 10l.tr. Muskat.. iol.tr. Wermut.. 10». Rum-Verschnitt Weinbr.-Versehnitt Weinbr.-Cobinet 4.0« Llr. 0.85 t.tiltr. 1.10 euMUr. 1,25 . lOiWLtr. 1.05 IIJOLrr. 1.20 nsaitr. 1.20 ItMLtr. 1.25 m.FI.Ltr. 4.40 m. Fl. Ltr. 4,30 m. Fl. llr. 3,95 KARSTADT-LEBENSMITTEL WILD UND GEFLÜGEL KOLONIALWAREN FISCHE, RÄUCHERW. Jg. Erbssn mittelfein.. Ds. 0.75 Jg. Erbson m. Karotten,>/, Ds. 0,68 Gem. Gemüse faln..>/, Ds. 1.40 Gem. Gemüse.....>/, Ds. 0.70 Jg. Brechbohnen an>/, Ds 0.39 Spina? 3 Pfd Ds. 0.60, Vi Ds. 0.42 Sellerie in Scheiben... Vi Ds. 0.98 Pflaumen mit Stein... V, Ds. 0.60 Kirschen schw. m Stein, V, Ds. 1.00 Stachelbeeren...... Vi D* 0.80 Apfel-Aprilr.-Mar. co. 2 Pfd. Eim. 0.95 Pnaum.-Mar. co. i Pfd-Glas 0.50 OBST UND GEMUSE BUTTER UND K»SE MastsuppenhühneranPfd. 0,88 junge Enten frisch an Pfd. 0.98 g. Gänse Odb. fr. an Pfd. 0.95 Gänsestopftebsrf.Qual.Pfd. 2.40 Fasanen..... an Stck. 2.40 Hirschbiatt... an Pfd. 0.85 HirSChkeule e. Kr. 1.7S,m.Kn. 1.60 Rehblätter... �. Pfd. 1,30 Rehkeule...... Pfd. 2 30 Wiidschweinblatt. Pfd. 1.20 Wiidschweinkeule Pfd. 1.50 Hasen gestr. ausgew. Pfd. 1.00 Wiidragout... an Pfd. 0.48 Würfelzucker Bruchreis... Wiener Aunug Mew Victoriaerbs.«m» Linsen....... Eiermakkaroni. Eierschnittnudeln Tafelöl...... Korinthen.... Kalif. Birnen... Pfirsiche..... Mischobst.... Kaffee fri«di g.r6«t.f an Pfd. 0.32 . Pfd. 0.18 5 Pfd. 1.35 an Pfd Q.20 an Pfd. 0,20 . Pfd. 0.56 . Pfd. 0.48 .>!,«r 0.78 . Pfd. 0.45 an Pfd. 0.46 an Pfd 0.60 an Pfd. 0.46 an Pfd. 1,90 Kabeljau o. K-.. Pfd. 0.44 Seelachs o. K... Pfd. 0.32 Rotbars o. K.... Pfd. 0.36 Haifischfilet..., Pfd. 0.60 Dorsch..... 2 Pfd. 0.25 Zander frisch... Pfd. 0.60 Lebend.KarpfenanPfd. 0.95 Fettbücklinge. an Pfd. 0.38 Räucheraal.. an Pfd- 2.30 Bundaale... an Bund 0.25 Frischfleisch, allerbeste Qualität zu bekannt billigen Preisen BoscoopTafeläpfel Pfd. 0.40 Amerik.Tafeläpfel Pfd. 0.38 Kochäpfel..... 3 Pfd 0.58 Kochbirnen, große Pfd 0.20 Graubirnen... 2 Pfd. 0.45 Bananen..... 3 Pfd. 0.98 Zitronen.... an Dtrd 0.38 Rosenkohl.... 2 Pfd. 0.38 Maronen...... Pfd. 0.49 Tomaten..... 2 Pfd. 0.45 Rot-, Weiß-, Wirsingkl. Pfd. 0.03 Kartoffeln.... 10 Pfd. 0.22 Winterkortoff. IndutW., Blau», Ret. Molkeraibutter.. Pfd. 1.38 Tafelbutter... Pfd. 1.64, 1.50 Dänische Butter.. Pfd. 1.78 Margar. Pflanzenfett Pfd. 0.48 Bratenschmalz... Pfd. 0.76 Flnn. Schweizer.. Pfd. 1.18 Gehelmratskdse vollf. Pfd. 1.20 Dänischer Schweiz. Pfd. 0.84 Hollfinder 20". Butterkäse Alpenkr.-Kdse. Camembert. Harzerkäse. .. Pfd. 0.68 .... Pfd. 1.20 . Schachtel 0.25 .... Stck. 0.22 .Pfd.- Pack. 0.40 BESSER ES�EN» WENIGER DAFÜR AUSGEBEN DURCH KARSTADT-LEBENSMITTEL tZprej. Dividendenzahlung kann die Gesellschaft nach VXVO Varl in die Reserve stecken. Die hohen Verdienste des guten Geschäftsjahres toinmen auch in einer stark oerbesserten Nilonz zum Ausdruck. So sind die Schulden, die noch vor zwei Iahren 1,17 Millionen au?- machten und in der vorjährigen Bilanz noch mit ükler 800 OOi) Mark ausgewiesen wurden, bis auf rund SOO 000 Mark zurückgezahlt worden. Andererseits iverden Forderungen und Bankguthaben in chähs von fast 1,1 Millionen ausgewiesen. Bemerkenswert ist, daß auch im Krisenjahr 1929/30 die Gesellschaft ihre Lagerb« st ände in ziemlichem Ilmfang abbauen konnte, fo daß sie jetzt um fast 23 Proz. niedriger ausgewiesen werden als vor zwei Iahren. Verdvppelie Mafchmendividende. Glavbacher Maschinenfabrik Meer erhöht van 5 auf 10 proz. Die zum Mannesmonn-Stahlkonzern gelange Gladbacher Maschinenfabrik Meer A.- G. ist von der Inlandskrif« in, letzten Jahr durch die Bearbeitung größerer Reparationsaufträge »icht im gering st en berührt worden. Die Gesellschaft ist nn Gegenteil in der Lage, ihre Akftonärsacwinne von Z auf l 0 Proz. heraufzusetzen, also trotz schwerster Krise glattweg zu verdoppeln. Wie auch diese Gesellschast von der Rationalisierung noch besonders profitiert hat, geht daraus hervor, daß die Betriebs- gewinn«, die sich von 0,88 auf 1,21 Millionen Mark erhöhten, noch nicht um 40 Proz. gestiegen sind, während der Reingewinn trotz beträchtlich erhöhter Abschreibungen um rund 60 Proz. auf 283 000 M. gewachsen ist. Hierin zeigt sich, daß das Unternehmen im letzten Jahr seine Gestehungskosten ganz erheblich senken konnte. Die neue Krisenfürsorge. Auswirkung der DedürstigkeitSprüfong. Dj« neue Verordnung der Krisenfürsorge, die ab 3. November wirksam wird', nimmt durch die Bedürftigkeitsprüfung der Krisen- fürsarge den letzten Rest einer Versicherung. Nach der neuen Verordnung ist das Einkommen des Arbeitslosen und das des Ehegatten, der Eltern, der Boreltern und Abkömmlinge bei der Bewilligung der Unterstützung zu berücksichtigen, soweit sie mit dem Arbeitslosen im gleichcnHaushalt leben. Eigenes Einkommen des Arbeitslosen ist voll anzurechnen, soweit es in einer Kalender- wache 20 Proz. desjenigen Betrages übersteigt, den der Arbeitslose in dieser Kalenderwoche einschließlich der Familienzuschläge höchstens bezichen kann. Von dem Einkommen, dos ein Angehöriger des Arbeitslosen hat, ist der Betrag anzurechnen, um den das Einkommen 20 M. in der Kalenderwoche übersteigt. Der Betrag von 20 M. erhöht sich sür jede Person, die der'Angehörige des Arbeitslosen aus Grund eines familienrechtlichen Unterhalisanspruchs ganz oder überwiegend unter- hölr, um 10 M. Wohin das führt, sei an zwei Berspielcn gezeigt: In einer Fa> niilic von Bater, Mutter und Sohn arbeitet der Vater und verdient wöchentlich.87 M. Der Sohn ist arbeitslos und Haft« An- spruch auf Arbeitslosenunterstützung nach Lohnklasse 10. Nach seiner Aussteuerung aus der Arbeitslosenversicherung erhielt der Sohn nach der früheren Kriscnregelung unter Anrechnung des Berdienfte« des Vaters noch 7,50 M- wöchentlich Unterstützung. Nach der neuen Regelung erhäft der Sohn nicht». Ein anderer Fall: In einer Familie von Mann, Frau und fünf Kindern ist der Vater arbeitslos. Zwei Söhne arbeiten und ver- dienen wöchentlich 62 und 46 M. Nach der früheren Krisenregelung bekam der arbeitslose Daier unter Anrechnung des eben genannten .Verdienstes noch 8 M. wöchentlich Krtsenunterstutzung. Nach der neuen Regelung erhält er in Zukunft keine Unterstützung mehr. Was denkt man sich eigentlich bei dieser Art Regelung? Glaubt man wirklich, daß die beiden Söhn« ihren Arbeitsverdienst der Familie gänzlich zur Verfügung stellen werden? Die Verpflichtung dazu kann die Arbeitsfreudigkeit bei den jungen Leuten nicht steigern. Sic müssen schwer arbeiten und sollen keinen Pfennig sür ihren eigenen Bedarf zurückbehalten. In einem Erlaß über den Personenkreis und die Dauer der Krisenfürsorge wird ausdrücklich aus die große Bedeutung der Pflichtarbeit hingewiesen und die Arbeitsämter werden er> sucht, von dem§ 91 des Slrbeitslosenversichetungsgesetzes recht reichlich Gebrauch zu machen. Dieser Paragraph ist m der Iuli-Noiverotimung bereits soweit abgebaut, daß man für die Zukunft das schlimmste befürchten muß. Bei der Schaffung des Gesetzes hat es heiße Kämpfe um diesen Paragraphen gegeben und mit vieler Mühe und Not wurde für die'Arbeitnehmer eine Sicherung dadurch geschaffen, daß „etftiwr ...daß Kathreiner mit Mich jut schmeckt, wUtttwirlavA/ Ädeodaßmandie midltaMkmergemischkc Mich todttml CO lachtet verdaut als reine Milch -das dabaruusere Guühmugeftrschererll im vorigcuLahreuÄM/ man die Verordnung zur P s l i ch t a r b e i t nur einer Zipeidnttel. Mehrheit des Verwgltungsousfchuffes überließ. Durch die Notoer« Ordnung sind jetzt die einzelnen A rb e i t s a m t s v o rs itzend en berechtigt, von sich aus Pflichtarbeiten anzuordnen. Der Hinweis in der Krifenfürsorg« auf die Pflichtarb eii ist sehr bedenklich. Etwas Neues in der Sozialversicherung bringt dies« Dervrd- nung dadurch, daß auch all« laufenden Unterstützungen nach den neuen Sätzen umgerechnet werden müssen. Bisher war dies in der Sozialversicherung nicht üblich. Zufammenfasiend kann gesagt werden, daß auch diese Notoer- Ordnung für die Arbeitslosen kaum merklich« Verbesserungen bringt, den Kommunen aber nur Verschlechterungen. Sporen wird lediglich das Reich, und das ist der Zweck der Uebung. H. B. Krise und Löhne. »Kalter Lohnabbau" unter Auaschluß der Oeffentlichkeit. In feinen laufenden Wochenberichten hatte das Institut für Konjunkturforschung kürzlich festgestellt, daß die tatsächlich ge« zahlten Löhne in der Industrie unter dem Druck der Krise auf den Tarif st and zurückgeführt worden sind, d. h. mit anderen Worten, daß im Verlauf der Krise bereits e i n starker Lohnabbau durchgeführt worden ist. Ueber das Aus- maß dieses Lohnabbaus liegen keine Angaben vor. Die breit« Oeffentlichkeit, die man jeden Tag mit Argumenten für die Not- wendigkeit eines Lohnabbaues überschüttet, ist über diesen Lohn- abbaii kaum unterrichtet. Nun hat das R e i ch s st a t i st i s ch e A m t im September 1927 eine Erhebung über die tatsächlich gezahlten Textilarbeiterlöhne veröffentlicht. Ihr folgten Erhebungen Über die tatsächich gezahlten Löhne bei den Metall- und Holzarbeitern und bei den Buchdruckern. Seitdem scheinen diese Erhebungen eingestellt worden zu sein. Wenigstens ist uns keine weiter« zu Gesicht gekommen, obwohl es sehr interessant wäre festzustellen, wie sich z. B. die gegenwärtig gezahlten Löhne in der Textilindustrie gegenüber der Hochkonjunktur von 1927 verändert haben. Es ergibt sich also die eigenartig« Tatsache, daß in einer Zeit der Hochkonjunktur, wo naturgemäß die tatsächlich gezahlten Löhne hoch lagen, Erhebungen angestellt wurden, während in der Zeit der Depression, wo die tatsächlich gezahlten Löhn« niedrig liegen, diese Erhebungen eingestellt werden. Auf jeden Fall ist das Reichsstatistische Amt der O e f f e n t- lichkeit eine Antwort darüber schuldig, aus welcheiN Grunde man die Erhebungen nicht mehr fortsetzt. Bei diesen Er- Hebungen ist das Rcichsstatistische Amt auf die Angaben der Be- triebsverwaltungen angewiesen. Sollten sich hier Schwierigkeiten ergeben haben? Die Kaufkraft der Landwirtschast. Ungünstige Aussichien für industriellen Absah. In seinem letzten Wochenliericht kommt das Institut für Konsunkturforfchung bei der Untersuchung der Ernte- ergetmisse zu der Feststellung, daß die Kauskrast der Landwirtschaft gegenüber dem Borjahr einen weiteren Rückschlag er- litten hat. Der Umfang der verringerten Kaufkraft sei allerdings zur Zeit noch nicht zu übersehen, jckdoch könne van der gegen- wärt: gen Lage der deutschen Landwirtschaft keinerlei An- regung für den industriellen Absatz und damit für ein« Konjunkwrbesserung van dieser Seite her erwartet werden. Die diesstihrige Ernte an Getreide und Kartoffeln zusammen ergibt für das laufend« Erntejahr— Kartoffeln entsprechend chwm Futterwert in Getreide umgerechnet—«in Minder- ergebnis gegenüber dem Vorjahr von etwa 1.5 Millionen Tonnen. Andererseits ist eine Steigerung des Bedarfs an Futter» Mitteln infolge des größeren Schweinebestandes zu erwarten, die auf mindestens 1,5 Millionen Tonnen beziffert werden kgrn. Für die Schweinefütterung werden in der Hauptfach« Kartoffeln ver- wendet werden, ohne daß jedoch aus dieser stärkeren Nachfrag« von Kartoffeln zu Futterzwecken besser« Erlöse als jetzt für den Kar- toffelabsatz der Landwirte zu erwarten seien, da durch die über- reichliche Kartoffelernte dieser Mehrbedarf mit Leichtigkeit befriedigt wird. v An den Getreide Märkten ist ebenfalls kaum mit preis- verändernden Einflüssen zu rechnen. Das Institut stellt fest, daß in den ersten Monaten des laufenden Erntejahres die wichtigsten Ge- treidearten erheblich un t c r den Vorjahrspreisen lagen, so daß die Preisaufbesserungen im weiteren Verlauf schon sehr groß sein müßten, um für die Landwirtjchast einen höheren Gesamterlös her- bcizuführen. Hiermit fei aber kaum zu rechnen. Auch die Lage der Schweinemäfter habe sich infolge der stark gefun- kenen Schweinepreise verschlechtert, wobei hinzukomm«, daß die nachlassende Kaufkraft der st äd tischen Kon- sumenten trotz der Berbilligung des Schweinefleisches keinen Mehrkonfum aufkommen laste. Der neue Präsident der IAL. Am 10. Oktober wurde an Stelle des verstorbenen, langjährigen Präsidenten der Internationalen Artistenlog«, Kono- r ah, als dessen Nachfolger Alfred Fossil gewählt. Der neue Präsident, gleich seinem Vorgänger ein Mann„vom Bau", war Mitbegründer der Süddeutschen Artistengewerkschast in München, später deren 1. Varsitzender. Nach Verschmelzung der Süddeutschen Artistenorganisation mit der IAL. gehört« Alfred Fossil der Artisten. log« zehn Jahre als Vorstandsmitglied an und war außerdem Leiter des autmiomen Bezirksverbcrndes Süddeutschland der IAL. Als Präsident der Houptorganisation der internationalen Artistenschaft wird es sich Alfred Fossil vor allem angelegen sein lassen, auf dem Boden gewerkschaftlichen Zusammen» s ch l u s s e s die Interessen der Miigliederschaft zu vertreten und zu schützen. Gerade der artistische Beruf, der durch sein« Eigenart immer nach eine stark isolierte Stellung im allgemeinen Arbeftsgebiet einnimmt, bedarf eines ganz besonderen Schutzes zur Wahrung und Förderung seiner Rechte. tftreieGewerkfchasis-LugendVerlin Sqrten für d!e nächste Iueentworstellung der Bolksdithn« qm 9. 9 sänfeet int Zheatrr»in BüIownInZ �um Preise von 90 Pt. sind 9?«. W M„__________ I... der Zuzendjentrale erttSUIich.— Heute, greitag, l9iä Uhr. tagen hie Vnipv«»: Kgrdetng: Zugendheim, Echulc Eannenburger Str. 20. Unsere 3tzÜ«I> haben dos Wert.— Herwonnnlntz:®cuppf nheiät Sanderstr. U. ffrff Hshrechtstraße. Bortrag:.Pom gunftoesellen ,uin treien Arte! Südmest««» Kruppenhei» Wollertorstr.#. p. pt. Bortrog: Serutrinsl'.- ahorlottenburg: eilen mim freien?rtelt«r».— 9, t). pt. Bertrag:«Zupenb und Zugendheim Spreestr. ZV. Liederabend.— Zeppellnptxtz: Zngendheim Turtner Ecke Seestrab k i Eingang Turiner Strabe). .Meine ersten Eindrucke in der Werkstatt.».»edding:(bruppenheirn. Schule Pank Ecke Wieftnstreste. Pertrag:.Gewerkschaften im Aueland— Italien». Zuaendaruppe des'Zeniralverbandes ver Angestellten Heute. Freitag, finden feigende Beranstaltunaen statt: stäpeuick: Zu. gendheim Dahlwiher Str. 15 lGasanslalt am Bahndef stdpenick). Licht- bilderverirag:„(Efnc Reil« durch Finnland". Referent: sturt Meyer.— Süd. mest: Zngendheim Perckstr. U(2. Hof, Quergebnudi t Trepp«, Zimmer 51. Vnitier Abend. Rathen: Zugendbeim Lertnngskr. 19. Pertrag mit Schals. plattenmustk: ,.Ardeiterdi6)tung". Referent: Kurt Kdlpin.— Am 9. Zionember findet die nächste Iugeniworstellun, der Volksbühne statt. Karten hierfür stnd «M Susesdtekrctariat«rhättiich. O PREISE' helfe" ,, Ihnen iEß�l W VomefftÄcKSooNWSMllN oparteMofttolföarmhi? „form 29 Herren lack Halbschuh shapazierfähigeQualiltä* SCHUHHOF 1 üntiStf11*WümersdorterslTl17aTurrnstr.45 Hülleratt Uio«Soondou. SreitesftoaseM■ u -go aue/l bis zu S ff M JKonatäratsn �ffiadJafz ßcdlnj.eipziger' J/c Ui UL DoDlsdier Metallarbeiter-VerliaDd Venvaliuncssieile Berlin Todesanzeige Den Mitgliedern juc Nachricht, daß unser Kollege, der Schlosser Franz Kirschnick geb. 10. Januar 1878, am 29. Oktober gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet am Mon- tag. dem 3. November,!«>/- Uhr, im Krematorium Gerichlstraße statt. Rege Beteiligung erwartet Ola Ortsvervnltunx. Verband der Bndibinder nnd Papierverarbeiter Dealsdilands Ortsremallung Berlin Den Mitgliedern nur Kenntnis, daß unser Kollege, der Buchbinder Oskar Siebert Oderbruchstraßc, Kolonie Wilhelms- hähe, verstorben ist. Ehre ihrem Andenke«! Die Einäscherung findet am Freitag, dem ZI. Oktober, nachm. 2 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt. Um zahlreiche Beteiligung wird gedeten. vir Ortivenraitnng Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Tode meines lieben Mannes und Vaters Carl Bischoff sagen wir allen Freunden, Bekannten und dem Volts- Feuerdestattungs- Verein unseren herzlichsten Dank. Marie Bischoff nebst Kindern. V-rlin OR. Ebelingstr.10. av»otoel versende freibleibend ialUliiHer-Taieiäpiel in stabilen Hollkisten, sauber u frostsicher verpackt, SO Pfund Netto-lnhalt per Bahnnachnahme. Der Preis beträgt; Sorte I pro Ktste 17,50 marK Sorte Ii pro Kiste 12,50 MarK Zum Versand gelangen folgende Sorten: Kanada, Coldparmänen, Rambour, Reinetten; bei Sorte II gute Wirtschafts- äpfel. Zahlreiche Nachbestellungen u. Dankschreiben geben Zeugnis von meinem reellen Versand. max Oehmigen ODstuersandtiaus/ Stauchitz 28[.Sa. I veritöute| Linotenm. kszivat, Koloniestr.S. Marmorplatten, 801100, veickauft. Angebote: D. 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Oktober 1930 CtaftnbBBgtR fnt dies« Rubrik swd >» r l i» SS«8, Linde» itratze 3. parieinachnchten für Groß-Verlin stet, an bot Bezirk»sekret»riai Jos.> Treppe« recht». ,» richte» Achtung. Kassierer! Von den Eintrittskarten zur Revo- lntionsfeier am 9. November sind noch einige Hundert in der Äasse des Vezirkssekretariats zu haben.— Abteilungen, die noch Bedarf haben, muffen sich recht bald damit eindecken. I. A.: Alex Pagets. • 7. Ztrei» Tharlpttenbnrg. Bezirtsperordnetenfraltion niit sämtlichen Mirger- deputierten heute, 17 Uhr, Nathans Charlottenhiirg, Eitzungszimmer 1. 19. Ztrei» Panlow. Montag, 8. November, pünktlich 18'-» Uhr. Kreisvorstand?. sitzuna bei Mrqer..�Türkisches Seit", Breite Straße. Anschließend 20 Uhr Kreisdelegiertenversammlung. heule. Zreilag. Zl. Ollober: 2«. Abt. 19'n Uhr außerordentliche Funktionärsitzung hei Beinlich, Weißen- burzcr Eiraße l. Morgen, Sonnabend. 1. November: «3. Abt. 1S>4 Uhr Abrechnung bei Keller, Fürftenstr. 1. III. Abt. Parteigenossen, die Mitglieder des Haus- und chrunddesitzervereins sind, beteiligen sich an der Bersammlung um 20 Uhr im Lokal von Hei. mann, Waltersdorfer Str. 100. Referat:.Das Bezirksamt Köpenick und die Kleinsiedler". Referent: Herr Alfred Gohr. IZl. Abt. AiederschSnhauscn. Pünktlich 20 Uhr große Funktionärzusammcn. kunft bei Klindt, Am griedenspiatz. Wichtig« Tagesordnung. Jeder Funk- tionär muß erschtine". Sonntag. 2. November: 195. Abt. Adlershof. Alle Genossinnen nnb Genossen beteiligen sich am Kallen- sportfest des Ardeiter�nrn- und Gportdundes im Berliner Svortnalasi. Vezirksansschub für Arbeilerwohlfahrt. <. Krei» Pr«»zla»»r Berg. Heut«, 19',» Uhr, vor Beginn des Echulungs- kursus:.Sliadernc Erziehung" findet eine kurze, wichtige Besprechung mit den Abteilungsobleuten und den Borstandsmitgliedern statt. Um pünktliches Er- scheinen wird gebeten� Der Knrsu»»Plnchologic der Gegenwart»»d ihr« Anwendung>» de« SozialpSdagogik" beginnt heute um 20 Uhr in der Wohlfahrtsschul«, Linden. straße Z, II. Has z Treppen. Zungsozlalisten. «erbebetzirt Rordeu. Morgen, Sonnabend, 1. November, Wochenenhkursu» in Neu-Behlcsaitz. Tagesordnung om Eonnabend: Unsere Arbeit und Auf» gaben, und am Sonntag: Aufgaben der jungen Generation. Referent: Hans Waldmann. Treffpunkt am Sonnabend pünktlich uui 17>v Uhr Bahnhof Ge. flindbrunnen, Eingang Behmftraß«. Decke und Echlaffack sind mitzubringen. Unkosten etwa 2 M. Gruppe Güde». Heute, 20 Uhr, im Zugendheid Horckstr. U. Referat de, Genossen Klotz über Faschismus. Zntcreffterte Genossen stnd eingeladen. Gruppe Weddi»g�S«s»»dbr»n»e». Heute, Freitag, pünktlich Wt. Uhr, Gruppenabend in der weltlichen Schul« Pank- Ecke Wielensiroße. Genossin Tor. Horst spricht über:„Die geistigen Strömungen in der Arbeiterbewegung". Bor- her tagespolitisch« Feitungsschou. Kurzreferate. Zunge Partei» und SAZ.�He. nosscn werden um recht regen Besuch gebeten. Werbe bezirk Westen. Zm Rahmen des Werbemonats finden zwei Bcran- staltungcn statt: Heut«, Freitag, in Schöneberg, Hauptstr. ISm), wo die Genossin Dorn Fabian spricht. Morgen, Sonnabend, in Spandau, Lindenufer 1(Jugendheim), Genosse H. Seigewasser spricht über:„Die Auf- gaben der Zungsozialistcn". Musik und Rezitationen. Außerdem tritt die Spiel- trupp«„Rote Mäuse" auf. Beginn beider Veranstaltungen 19') Uhr. Di« EAZ. und jung« Parteigenossen stnd herzlichst eingeladen.— Mitglieder der Spieltruppe„Rote Möns«". Morgen Auftreten in Spandau. Treffpunkt 18!o Uhr Wilhelmplatz. tiiederschönhausc». Heut«, 20 Uhr, im Lokal von Greth. am Bisinarckplatz, Mitgliederversammlung. In Anbetracht der Wichtigkeit der Tagesordnung dit'en wir um vollzähliges Erscheinen. Gruppe Ritte. Heute. 20 Uhr. Heim Landsberger Str. so, Thema:„Der Orient erwacht!" Referent: K. Stechcrt. Gruppe Südost. Heute, 20 Uhr. im Jugendheim Wrangelstr. 128. Z. I. Vortrag:„Die polltilchc' Situation". Ausspracheabend. Jung« Parteigenossen und LAZ.Ier sind al« Miste. willkommen..... Gruppe Neukölln. Srcffpimkt zum Besuch des Zoologischen Gartens(Ein- tritt SO Pf.) Soniitao, 9 Uhr, Hcrmannplotz(Rollkrug). Gruppe Neinickcndorf. Sonnabend, l. November. Wcrdebczirksfahrt»och Bcltcn.Pelllcfanz(Wochenendlurfus). Wir fahre» mit dem Fuge 17.18 Uhr ab Gesundbrunnen, 17.88 Uhr ab Reinickendorf-Ost. 17L7 Uhr ab Reinickendorf- West. 18.01 Uhr ab Tegel. Alle, die diesen Zug benutz«», warten in Velten, da die Möglichkeit besteht, daß viele den 80 Minuten später folgende» Zug beiuiben weiden. Schlafdecken mitbringen. Fußgänger treffen sich Sonnabend, 18 Uhr, in Tegel, Berliner Ecke Hauptstraße lRormaluhr). Nächster Abend der Arbeitsgemeinsaiaft Gurland: Montag, 8. November, 20 Uhr, im städtische» Zugendheim Tegel, Echöneberger Straße 3. Gruppe Bohnsdorf. Sonnabend. 1. November. Werbeseier bei Maden. Bahn» hosstraße, bestehend aus Darbietungen der„Rote Reihe", Uebertragungen der„Reuen Truppe" fErnst Toller, Alfred Beierle, Großes Balalaika-Orchefter usw.). Ansprache: Genosse Schfert, Rezitationen usw. Beginn ISsh Uhr. Ein- tritt 30 Pf. Wir bitten um Beteiligung aller Genossen. Arbeiisgemeinschaft der kinderfreunde Groh-verlin. »reis Neukölln. Heute, Freitag, ist die Hauptprobe zu unserer Zeltlager- «eportage. All» Mitwirkenden sind pünktlich um IL?« Uhr im Eaalbau Berg» straße. Alle notwendigen Sachen sind dazu mitzubringen. Morgen, Sonn- abend, ist unsere Zeltlagerveransialtung. Um 18 Uhr für alle Kinder und um 20 Uhr für Eltern und Parteigenossen im Eaalbau Bergstraße. Für. Kinder 10 Pf., für Eltern 30 Pf. Unkostcnbeitrag. Genossen unterstützt die Sinderfreund«. Gruppe«eißensee. Sonntag, 2. November, pünktlich ll Uhr. Seifersitzung bei Fenselau, Rennbahnstr. 17». Anschließend ab 16 Uhr Spielabend der Hilfer. Hierzu laden wir die Helfer von Hohenschönhausen ein. Krei» Köpenick. Gruppe Vohusders. Sonntag, 2. November, 17 Uhr. Licht- bildcrvortrag im Jugendheim Wachielstraße. Krei» Friedrichshai». Die Helfer des Kreises Friedrichshain treffen sich am Sonnabend, dem 2. November, um 19 Uhr. om Wriezener Bahnhof zur Helferfahrt nach Tiefensee. Unkosten IM M. Bei Regen fällt die Fahrt aus. Geburlslage, Jubiläen usw. 7. Abt. Unserem liebe» Genosse» Zuliu» Kaphawmel, Bergstr. 23,»am Geburtstag« die heezlichfte» Glückwünsche. 17. Abt. Unserem Bezirkssührer, Genossen Franz Man und Frau, Samoo- straße 12,»u, Hochzeit herzlichen Sliickwunsch. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 90.«lt. Neukölln. 34. Bezirk. Am 25. Oktober verstarb unser Genosse Paul Bischoff, Donaustr. 128. Einäscherung findet im Krematorium Danmschulenweg am Freitag, dem 31. Oktober, 17 Uhr. statt. Vorträge, Vereine und Versammlungen. £\% Reichsbanner..Schwarz-Rot-Gold'. ÄSä»if- SefchSktsstelle: Berlin S 14. Eebastianstr 37—33. Hof 2. Freitag. 31. Oktober. Tiergarten. Zungbanner. 20U Uhr Heim, «k»» abend bei Beffel. Lichtenberg. Komcradfchaft Gustav Tempel. Per- fammlung bei Rodegast, Normannenftr. 38. Wichfig« Tagesordnung. Erscheinen Pflicht.— Sonnabend, 1. Rovemder. Ariedeichshain. Znngbanner. 21 Uhr Treffpunkt zur Fahrt noch Dubrow, Haupteingang Gärlitzcr Bahnhof. Fahr. geld l M. Grünes Hemd ohne Koppel und Mütze.— Sonntag, 2. November. Ritt«. 6. Komcradfchaft. 9 Uhr Kameradschaftsverfammlung, Elsasser Str. 86, bei Hundert. Krrnzbcrg(Ortsverein). Abfahrt nach Mahlow 8.01 Uhr Bahnhof Porckstroße mit Tambourkorps und Fahne». Angehörige 12 Uhr Lokal Schröder, Blankenfelde. Rückfahrkarten- löse». Wilmersdorf. 9 Uhr.Antreten bei»rmß, Gasteiner Str. 6, zur Fahrt noch Beelitz.— Gauvorstand. Wir machen auf das am Eonnlag. dem 2. November, 15 Uhr, im Berliner Sporipalaft statt. -findende Hallenfportfest des Arbeiter-Turn- und Svortbundes anfmerklam lind empfehlen den Besuch desselben.— Mitte. Freitag, 31» Oktober. 19% Uhr, Saalschutz im ehemaligen Herrenhaus, Leipziger Straße. Berein snr Bolksgcfnndheit t. B. Renlölln. Sonnabend. Spielabend im Heim. Sonntag Fahrt»och Hoppcgarten Pandsbcrg— Strausberg. Treffpunlt 7 Uhr Schlesischer Bahnhof. Ztrichskortell Republik. Köpenick. Sonntag. 2. November, ab 9!4 Uhr, im WilhelmÄof. Nähe Bahnhof Hirschgarte». Uedungsschießen. Typographische« Orchester. Dirigent Erich Sutzeit. lledungsstunden jsden §r«itag um 201- Uhr im„Ideal-Kaliiio", Neukölln, Beichfelstr. 8. Bisser und trcicher willkommen. Deutsche« Arbeiter.Mandoliuifteu-Bimd, Gruppe Moabit. AnfSngerkursno sür Kinder und Jugendlich«. Meldungen Eonnabend. 1. November, und Sonn- abend, 8. November, NW.. Bcrlichingenstr. 3, 16 Uhr. „Enelish Couvcrsatlonal Club iounded 1378." Meetings every FridayS r. Cafd König, Leipziger Straße 117/118 Lecturer: Mr. Zilinski on;„Dr flumour". Gucsts, Ladies& Qentlemen. are welcome. 'rish seit 1833 die führende Marke Hüte Zn haben in allen leistungsfähigen Hnt-Spezlalgesehäften 1 Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Serlw Ewfeudungen sttr diese Ztubltt no,«n da« Zvoendtekeetaelot ZZeeü»«72 6». Twdentteai«) Arbeitskreis Abraham: Sonntag. 2. November. Fahrt nach Mclchow. Treff- Punkt 8'b Uhr Stettinrr Frrnbahnhof. Für Teilnehmer, die Gesundbrunnen zusteigen, 7.50 Uhr ab Bahnhof Gesundbrunnen. Streichorchester Groß-Berlin: Morgen Pflichtprobc im Heim Willdeiunpstr. S lU-Dahn und Ringbahn Wedding). Abteilungokafsierer: Heute Ausgabe des Novembcrheste»„Jugend voran" und der Rovembcrnummer„Arbeitcr-Zugend". Arbeiter-Tura» und Sportbund: Soniitag. 2. Noveniber, 15 Uhr. Hallen. tnrnfest im Sportpalast. Eintrittskarten im Vorverkauf 50 Pf., an der Kasse 75 Pf. Revolutiouofeier der Partei am 9. November in den AutoHallen am Kaiser- dämm. Karten für Jugendlich« 30 Pf.(sonst 60 Pf.) sind umgehend von den Gruppen abzuholen. heute. Freitag. 31. Oktober. 19% Ahr: Arkonaplatz: Schule Elisabethkirchstr. 19.„Wie stehen wir zur Koalition?" — Kölluischer Part: Heim Waisrnltr. 18.„Die sozialen Einrichtungen."— Oranienburger Tor: Heim Tieckstr. 13.„Ursachen der Wirtschaftstrisr."— Rosen» thaler Dorstadt: Schule Elisabcthkirdistr. 19.„Die freien Gewertschaflen."— Zentrum: Heim Landsberger Str. 50.„Unsere Stellung zum modernen Theater." — Ha»sa: Heim Bochnmer Str. 8l>. Tagespolitik.— Moabit II: Heim Lehrter Straß« 18—19.„Einführung in den Sozialismus", ll. Teil.— Moabit IN: Heim Lehrter Str. 18—19.„Karl Marx."— Arnimplatz! Heim Eonnendurger Straß« 20..Lugend und Elternhaus."— Arnswaldcr Platz I: Heim Rasten. burger Straß ..■_ feger, Senefelderstr. 9.— Nordosten l: Heim Danziger Str. 62.„Das Mädel in der SAZ."— Weißensee: Heim Parkstr. 36.„Einführung in de» Eozia- lismus", rv. Teil.— Andreasplatz: Heim Brommnstr. 1.„Unternehmen der Arbeiterschaft."— Baltenplatz: Heim Tilsiter Str. 4—5.„Der neue Reichstag." — Frankfurter Viertel: Heim Frankfurter Allee 307.„Der neue Reichstag."— Stralauer Viertel: Heim Goßlerst. 6L„Moderne Kunst."— Warichauer Viertel: Heim Litauer Str. 18.„Heidelberger Programm."— Warschauer Viertel abend.— ckharlottenburg: Heim Rostnenstr. 4. Arbeitsgemeinschaft.— Sbrglitz (R..F.): Heim Fleimniilgstr. 14d.„Was ist Sozialismus?"— Tempeldof: Heimabend fällt aus. Treffpunkt zum Baden 19 Uhr Bahnhof Tempelhof.— Neu- löll» ll: Heim Steinmetzstr.»4. Funitionärsitzullg.— Reuköllu 17: Heim Schierkestr. 41. Hosemann-Abend.— Neukölln VI: Heim Treptower Str. 95. .Ftamevadschaftsehe."— Neukölln VII: Karl-Marx-Echule...Der proletarische Film."— Baumschulen weg: Heim Ernststr. 16. Tagesvotttik.— Zohannis- thal: Rathaus. Mitgliederversammlung.— Schö»e»»cid«: Schule Berliner Straße 31. lO-Mimiten-Referate— Treptow: Heim Elfenstr. 3. Tagespolitik. — Karl»Horst: Gymnasium Treskowallee.„Einführung in den Sozia''--nius", III. TeiL— Lichtenberg. Rordmeft: Helm Dosscftr. 22.„Arbeitsdienstpllicht."— TlirnhallengebSude. Uebungsabend.— Reinickendorf. Oft: J>eiin lindauer Straße.„Religion— Kirche— Sozialismus."— Buchhol,: Schule Berliner Str. 19..Bürgerlich« Gesellschaft und wir."— Pankow I»nt» N: Heim Görschftr. 14..Gegnerisch« Zugendovganifatwnen". II. Teil. Der gedeckte Tisch bei Wertheim. Bei aller wirtschaftlichen Höchst- leiswng soll die Frau von houti! doch immer im eigenen heim, als dem riihenden Pol in der Erscheinungen Flucht, einen Ausgleich, «inen Stützpunkt zum Sammeln ihrer Kräfte finden. Jene not- wendige Behaglichkeit, fei sie auch noch so anspruchslos, kann die Frau init wenigen Mitteln und wenigen Zeitaufwand schaffen. Und wie man heute wunderhübsche Handarbeiten, die jede Wohnung schmücken, leicht und billig Herstellt, das zeigt die Firma Werthcrm in diesen Tagen in einer interessanten Ausstellung der„gedeckte Tisch". Auch hier ist wieder betont, daß nicht die prunkvolle lieber- ladenheit von kostbarem Geschirr und ebensolcher Tischwäsche es macht, sondern daß bei ein klein wenig Phantasie und gutem Willen mit wenig viel geleistet werden kann. Ein buntes indanthren- gefärbtes Tischtuch, worauf hübsches Steingutgeschirr geschniackvoll angeordnet. ist. dazu-ein irischer Herbstblumcnstrauh u>id der Tisch strahlt Gemütlichkelt.und Wärme aus. In verschiedensten Spielarten: ist hier die Kunst des.Tischdeckons. gezeigt. Für jeden etwas, die.. Ausstellung bleibt bis zum fi. November bei Wcrtheim, Leipziger Platz, bei freiem Eintritt geöffnet. Alex am Alexanberplatz. Der lustige Alex Zaenickc von den Secterrassen in Tegel hat jetzt am AIrr.anderpIatz. in der Reuen Königftr. 26, eine Der-. gnügungsfiliale errichtet; bei zivilen Preisen und guter Musik kann wer Luft hat, ein paar fröhliche Stunde» verbringen, das Tanzbein schwingen oder den nimmermüde», megaphonbewaffneten Stimmungskanonen lauschen, die die neuesten«chlager einer fr öhtichk eitsbefl i sie»e n Menschheit ins Ohr hämmern. Die räumliche Ausstattung des neuen Lokales, wirkt geschmackvoll und gemütlich. Zwei große, in hellen Farben gehaltene ELI«, mit se einer Kapelle— die eine in stärkstem Fortissimo, die andere in stimmungsvollem Piano spielend— bieten angenehme» Aufenthalt.- Der Eröffnungsabend bracht« tänzerische Vor» führuitgen, ein wahres Riescnaufgehot von Stimmungskanonen und«in gut- besetztes, sröhlidies Haus. Der große Preisabbauverkauf, welchen das bekannte Warenhaus H. Joseph und Ca.. Reulöll», jetzt veranstaltet, verwirklicht die Idee und das Problem zur Ankurbelung und Besserung der allgemeinen Wirtschaftslage. Das bedeutet für die erfahrene Hausfrau, die ihre schmale Kasse mit den Forderungen des Haushaltes in Einklang bringen muß, durch die nunmehrige erhebliche Waren- verbilligung, Befreiung von ihren drückenden Sorgen. Di- hervorragend billigen Angeboi« im großen Preisabbauverlauf sollten Veranlassung geben, schon jetzt bei H. Joseph und Co.. Neukölln, Berliner Str. A— 55. sehr vorteilhaft« Weihnacht seinkäufc zu tätigen. Gin Spiegel de» Preisabbaue» ist der neue Herbst- und Winterkatnlog des bekannten SpeziaNraufcs für Scrrc»-, Jünglings- und Knabcnbelleidung Baer' Sohn A.-G.. Berlin R. 4, Chaussecftr. 29—30. Ein Vergleich zeigt deutlidi, in wie starkem Maße von dieser Firma in der Preisgestaltung der schlechten Wirtsdntftslage Rechnung getragen wird. Wie immer, ist aus beste Qualitätc», sorgfältigste Verarbeitung und Formenschönheit der neuen Modelle größter Wert gelegt. Bei Bedarf an Anzügen, Mänteln, Pelzen, Gesellschafts-, Sport. oder Wctterkleidung, Strickwaren, Trikotagen und Wäsche sollte unbedingt die Preisliste im eigenen Interesse angefordert worden. Z dann Reichels '—-' Huslenlropfen Flaache Mk. 0,80 und 1.50, in Apotheken und Drogerlen, sonst durch OTTO REICHEL, Berlin SO, Eisenbahnstraße 4, Verlangen Sie kostenlos das reich illustrierte Buch„Guter Rat In gesunden und kranken Tagen". HEUElöeiersWolff s- DA* ANGEBOT DER ZEIt „OU-\X vO� RENNUilO QBEßTRLfFI IURE mimUHQEüM HL/! StammtifchgefchicMen flacher sähll von 3t. Stemmer Die letzte Bulette JDcr gröhte Reinfall meines Levens", begann der bleiche, hagere C- S....„das war im letzten Frühjahr;... ich hatte mich müde und hungrig gerannt, und als ich an der Ecke der B... straße vorbei- kam, wo es herrliche, große Buletten gibt, trat ich in die Wirtsstube und bestellte für meine letzten 40 Pfennig« ein Glas Malzbier und, ach, eine schöne B u l e t t e." »Hat sie die Wirtin selber gemacht?" fragte ich das Töchterchen, die mir die letzte übriggebliebene Bulette aus der Glasglocke heraus- reichte. Das Mädchen sah mich unschlüssig an, ich wiederholte daher meine Frage mit Nachdruck; ob die Wirtin wirklich eigenhändig die Bulette hergestellt hätte, denn sie war Meisterin auf diesem Gebiet: die beste Bulettenmacherin von Grotz-Berlin. Betroffen reichte mir dos Mädchen mit der einen Hand den Teller, mit der anderen führte sie die Schürze zu den Augen, aus denen dicke Tränen herabkollerten. Dummes Ding, dachte ich, und mit dem Teller in der Hand vor der Serviertant« anlangend, die aus der Extrastubc trat, sagte ich schmunzelnd: die stammt wohl von der Wirtin, diese Bulette, was? Die Tante durchzuckte es bei dieser Frage, als ob ein Blitz in sie gefahren wäre. Dann faltete sie die Hände salbungsvoll, stöhnte und bctrachtste die Bulette voll inniger Rührung. Meschuggenc Person, dachte ich, und setzte mich an den Stammtisch. „Jetzt esse ich der Wirtin ihre letzte Bulette auf," sagte ich harm- los und stach mit der Gabel in die knusperige braune Scheibe. Die Gäste blickten wie entg«istert auf die Bulette, sahen dann einander bedeutungsvoll an und schüttelten traurig ihre bemoosten Wirtshaus- Häupter. „Man schmeckt's gleich heraus, daß das eine Bulette von Ihrer Frau ist", sagt« ich, den ersten Bissen bedächtig kauend, zum heraus- tretenden Wirt. Der Wirt oerdrehte die Augen und hob die Hände zum Himmel:„Die letzte Bulette." seufzte er. Jetzt wurde mir die Geschichte zu dumm, ich rannte zum Küchen- schaller und rief hinein: Die Wirtin macht wohl von nun an keine Buletten mehr.„Nee, nee," erscholl es drinnen im Frauenchor, „nimmer mehr..." „Wo ist die Wirtin eigentlich?" fragte ich den Wirt, neugierig, was das alles zu bedeuten habe. Der Mann nahm mich an der Hand, und wir gingen— die anderen Gäste folgten— durch die Extrastube in ein drittes Zimmer: da lag die Wirtin unter Blumen aufgebahrt, ihre Hände hatten sich zur ewigen Ruhe gefaltet. Wahr- haftig, sie machte keine Buletten mehr. Ich fühlte mich tief ergriffen. Irgendwie verspürte ich ein Würgen im Halse, als wir zum Stammtisch zurückkehrten, als sei mir der letzte Bissen Im Halse stecken geblieben. Ich ließ mich vor meinem Teller auf den Stuhl nieder: aller Augen waren auf mich gerichtet. Es war buchstäblich die letzte der berühmten Buletten der Wirtin, die vor mir lag: jetzt sollte ich sie mit der gebührenden Pietät verzehren. Ich konnte nicht. Der Hals schnürte sich mir zu... der Mund wollte sich nicht öffnen. der Arm nicht heben... ich ließ Messer und Gabel fallen, die in der herrschenden Totenstille laut aufklirrten und floh vor der letzten Bulette, auf die ich mich so gefreut hatte, ins Freie hinaus. Ein unerwünschtes Geschenk Ich Hobe diesen Sommer in Luzern verbracht, sagte der dicke, kleine Zahnarzt, und dort im Bahnhofshotcl gab es einen furcht- baren Reinfall, dem allerdings nicht ich, sondern mein Appenzeller Trschgenosse zum Opfer fiel. Wir aßen an einem kleinen Sellentisch zusammen table ck'bote, und der Landmann, lustig plaudernd, bestellte beim Kellner ein ebensolches Menü für seine Frau aufs Ziinmer, die des Babys halber nicht herunterkommen konnte. Am nächsten Morgen um 8 Uhr, als ich gerade die Telephonzelle betreten wollte, kam in größter Erregung der Appenzeller auf mich zugestürzt. Er hatte das Baby am Arm, ein Hosenbein war lang und das andere oberhalb des Knies abgeschnitten: so bat er mich mit bebender Stimme um Bortrllt. Ich konnte durch die Tür hören, daß der Mann die Polizei an- rief.„Was ist geschehen?" fragte ich, als er wieder zum Vorschein kam. „Die Frau ist mir davongelaufen," wimmerte er.„Was, Ihre Frau Gemahlin?" fragte ich erstaunt.„Ja... nein," sagte er nach einigem Zögern, meine Ehe frau nicht... es war eine andere Frau, die ich unterwegs kennengelernt." Der biedere Appenzeller hotte auf' der Luzerner Reife die Bekanntschaft eines ollerliebsten Babys ge- macht, has ihn ununterbrochen anlochte und in Gesellschaft seiner Mutter reiste, die mit der Zeit ebenfalls in freundschaftliche Be- Ziehungen mit dem Appenzeller trat; als man in Luzern anlangte, waren die Ding« so weit gediehen, daß die drei geineinsam ins Hotel fuhren und dort—„um zu sparen"— ein gemeinsames Zimmer bezogen. Di« Frau hatte am Morgen das Zimmer heimlich verlassen: die ganze Barschast war ebenfalls verschwunden, ein Hosenbein war ab- geschnitten und das Baby plärrte, denn es war hungrig. Was kannte der Appenzeller unter diesen Umständen anderes tun, als sich an die Polizei wenden. Und was konnte die Polizei anderes tun, als sich an die wirkliche Frau des Appenzellcrs wenden, die alsbald angerollt kam und ihrem Gatten gegenübergestellt wurde, der dos fatale Geschenk, das Baby, in den Armen hiett, aber das zweite Hosenbein irgendwie angenäht hatte. „Ist das Ihr Mann?" fragte der Sergeant die entrüstete Gattin. „Iawoll," antwortete diese,„aber nümin« lang!' Oh Mahekc „Oh Maheke," rief der Weltreiscndc;„schönste der Fidschiane- rinnen; auch sie war ein Reinfall, wie wohl, alles in allem, ein an- genehmer... auch so etwas gibt es." Maheke, die Häuptlingstocher, hatte mir das Haar gekraut, bis ich eingeschlafen war in der Hütte ihres Aaters. Ihre Hand fühlt sich an wie brauner Samt, und ihre Augen leuchteten wie zwei Sterne aus einer anderen Welt— aber ich bekam allmählich Angst vor diese» Augen: sie schienen mich zu oerzehren. Schätzt sie die Männer nach dem Maß, daß sie so an meinem Körper auf und ab sieht. Wo ist sie jetzt, Maheke? Ich war erwacht. Eine Holztrommel tönte dumpf und heil- verheißend, bald nah, bald fern. Man weckt das Dorf zu einer nächtlichen Feier. Sicherlich ist Maheke dabei, mit Kokosöl gesalbt und mit Blumen geschmückt. Auch diese Feier flößte mir Angst ein. Die Fidschi-Feste waren einmal etwas namenlos Grauenhaftes. Dieses Dorf, das mich be- herbergt, versammelt sich vielleicht, um einen Mitmenschen als Fest- braten zuzubereiten und zu verschniausen. Wer ist dieser Mensch. Ich schleppe mich zum Spalt hin... Man hockt um ein Feuer, über dem ein Bratspieß ausleuchtet und wartet. Wo ist der, auf den man wartet. Mahete erhebt sich, ihre Hand deutet in der Richtung nach der Hütte. Ein fürchterlicher Gedanke durchzuckt mich. Ich bin es, den sie holen werden. Das hotte der Blick der Häuptlingstochter zu bedeuten: was für«in feiner Braten bist du: zwei Meter lang! Oh Maheke!� Ich schoß wie ein Pfeil aus der Hütte. Ich rannte durch das Dorf. Ich werse mich in den Fluß. Starke Arme packen mich. Man zieht mich an Land, schleppt mich zum Feuer. Oh Maheke! Mich buchstäblich ausziisressen: das ist die wahre Liebe nicht. Man hielt mich nur ein Minütchen zum Feuer hin, wie ein schlecht gerupftes Huhn. Sie trugen mich wieder in die Hütte— etwa um mich auszuweiden? Nein, oh ewige Seligkeit, ich wurde auf dos Lager zurückgelegt, und Mahekc kam. Sie legt« mir nasse Tücher auf den Kopf, und Männer standen umher und schüttelten den Wufchelkopf. Sie dachten, ich sei wahnsinnig geworden, mich in den Fluß zu stürzen... wäh- rend sie zu meinen Ehren ein schwarzes Fidschiferkel gebraten hatten. Das Ferkel war der Braten, ich der G a st. Oh Mahekc! Jubiläum eines SEen/urverboles „3)ie fansse SMchfung paßl uns nicht" Er ist ein allzu schnurriger Geselle, unser ävjähriger Jubilar, als daß wir seiner vergessen sollten, er, der würdige Sohn eines über- heblichen Bürokratismus, der mit einem einzigen Federstrich einer ganzen, hoffnungsfroh ihr Haupt erhebenden Richtung den Garaus machen wollte. Und doch stammt er nicht aus dem vormärzlichen Wien, dieser hohen Zeit der Zensur-Schildbürgerei. Die Weltgeschichte war inzwischen um ein halbes Jahrhundert weitergeschrttten, aber eine hohe Behörde hatte dies scheinbar nicht zur Kenntnis genommen. Man schrieb das Jahr 1890. Der Naturalismus hatte seine ersten siegreichen Schlachten bereits geschlagen: Hauptmanns„Bor Sonnenaufgang", Sudermanns„E h r e". Halbes„I u g e n d" hatten einer neuen Epoche die Bahn gebrochen. Nun wollten die Bühnen auf dem einmal bettetenen Weg fortschreiten. Nach dem beispiellosen Erfolg der„Ehre" rüstete das Berliner L e s s i n g- Theater zur Aufführung des zweiten Sudermannschen Dramas „Sodoms End e". Da der Erstling ohne jeden Anstand durch die Maschen des Zensurnetzcs geschlüpft war, glaubte ein so gewiegter Theaterpraktiker wie der damalige Leiter dieser Bühne, Oskar Blumenthal, an keine Gefahr und setzte die Premiere unbedenklich fest, nachdem er vorschriftsmäßig das Textbuch dem Polizeipräsidenten von Richchofen eingereicht hatte. Doch die Mühlen der Zensur mahlen langsam. So kam es, daß während auf der Bühne des Lessing- Theaters fieberhaft an den letzten Proben des Stückes, das mit Kainz in der tragischen Rolle herauskommen sollte, gearbeitet wurde und das Haus für die ersten drei Dorstellungen schon völlig ausverkauft war, das Textbuch noch auf dem Tische des Polizeipräsidenten lag, der sich die Entscheidung— und zwar eine negative— in diesem Falle selber oorbehatten hatte. Als der auf das höchste beunruhigte Theater- direktor drei Tage vor der festgesetzten Uraufführung selbst im Polizei- Präsidium vorsprach und das beschlossene Unheil erfuhr, entspann sich hier auf seine ratlose Frage:„Aber warum das Verbot?" der folgende klassische Dialog, den uns Blumenthal wörtlich überliefert hat: „Weil es uns so paßt."—„Ich verstehe vollkommen, Herr Präsident... Sie wollen mir durch diesen Lakonismus in das Gedächtnis rufen, daß nach der polizeilichen Verordimng vom 10. Juli 1851 die Behörde nicht verpflichtet ist, für das Verbot eines Stückes Gründe anzugeben..."—„Na, da wissen Sie ja also Bescheid!"— „Vielleicht sind es nur einige gewagte Stellen, um die es sich handelt?" —„O nein!"—„Oder einzelne Szenen?"—„Auch nicht!"—„Aber was sonst?"—„Die j a n z e Richtung paßt uns nicht!" Daß ober selbst ein Königlich preußischer Polizeipräsident nicht die Macht besaß, mit einem einzigen Wort eine literarische Richtung auszulöschen, das bewies der Entrüstungssturm, der in der gesamten Presse gegen die schon längst überlebte Institution der Zensur los- brach, als ihr jüngster Mißgriss bekannt wurde. Es hagelte van allen Seiten ernste und satirische Angrisse in Vers und Prosa, darunter eine vom„Präsidenten von Dichthosen" unterzeichnete parodistische Verfügung, in der„das ganze öffentliche Dichtwejen, die gewerbliche Herstellung von Lust-, Schau- und Trauerspielen" von der Erteilung eines„Dichtscheines" abhängig gemacht wurde. Auch die an Stelle der verschobenen Premiere angesetzte Wiederholung von Sudermanns „Ehre" bot erwünschten Anlaß zu stürmischen Demonstrationen für den Dichter und gegen die Zensurgewalt. Inzwischen hatte aber Blumenthol alle Hebel in Bewegung gesetzt, um eine Aufhebung des Zensuroerbots durch den Minister des Innern, Herrfurth, zu erlangen, und damit nicht nur das Einzel- schicksal dieses Bühnenwerkes, sondern die Grenzverhältnisse zwischen der Freiheit des dramatischen Schaffens und der Machtsphäre der Behörde auch für die Zukunft zu bereinigen. Der Minister fühlte sich nach der Lektüre„der tiefernsten, wem, auch zum Tell gewagten Arbeit" zu einem persönlichen Eintreten für die Dichtung bestimmt. Nach einer von ihm geforderten„G e h e i m p r o b e" des Stückes, die nur in Gegenwart des Autors, des Regisseurs und dreier Mi- nisterialräte vonstatten ging, und über der„eine seltsam ehrfürchtige Stimmung lag, eine Art von befangener Andacht", konnte Suder- manns Drama, für das der Polizeipräsident in so liebenswürdiger Weise Reklame gemacht hatte, mit einigen kleinen Strichen und Milderungen am 1. November dem aufs höchste gespannten Publikum vorgeführt werden. Herr von Richthofen aber ist durch seinen klassischen Ausspruch in die Unsterblichkeit Gingegangen. ___ Dr. H.F. Das seltenste Metall. Unter allen uns bisher bekannten Mo- tollen ist dos Protaktinium das teuerste und seltenste; es Übertristt in dieser Beziehung sogar das Metall Rhenium. In der Tabelle der Elemente von Mendjelwe und Lothar Meyer besitzt es die Nummer 91. Das Protaktinium wurde vom deutschen Chemiker V. Grosse entdeckt. Die Menschheit besitzt etwa 400 Gramm Ra- dium, 200 Gramm Rhenium, aber kaum 20 Gramm Protaktinium. Besonders merkwürdig an diesem radioaktiven Element, das ebenso wie das Radium drei verschiedene Strahlenarten aussendet, ist die Tatsache, daß sein Atomzerfall etwa 25mal langsamer erfolgt als der des Radiums. Die Strahlungsenergie eines Gramms Radium ist rechnungsmäßig mit 2000 Iahren, jene des Protaktiniums jedoch mit 50000 Iahren bearenzt. Unter allen bis heute bekannten Stoffen des Kosmos ist das Protaktinium auch der lanqlebsgfte. Unsere Sonne und die unzählbaren Riesensonnen der Milchstraße mögen wohl sehr große Mengen von Protaktinium neben Rhenium und Radium enthalten. So führt man besondere Erscheinungen in den Sonnen-Protubcranzen auf gigantische Aktionen diejer drei Elc- ment« zurück. Qeorge Jt.lVilkins: Jiommen wir durch? Wahrend George H. Diliins seinen VorstOB Aurn Nordpol Im Unter. secbooi nortderettrt— die Liste der Teilnehmer steht fest, und dos U.Boot wird schon auogirststkt—. legt der Verlagcütie)L,PULw. 0.38 Dosenwürstdien Eavcnsbg., 4 St Inhalt, Dose 0,50 Hausmachersülze pm. 0,68 Rot- od. Leberwurst pm. 0,68 Sülzwurst........... Pfd. 0,78 Speck fett........ prd. von 0,95 Landleber-luVst��PM. 0,95 *Scheli|isch i. ganz., Pfd.*. 0,28 Seelachs o. ic,!. ganz., m 0, 32 'Goldbars___ pm.*on 0,38 'Kabeljau Lgz,o.K, Pfd. 0,44 'Kabeljaufilet....... pm. 0,70 *QrünGHeringe..3Pfd. 0,62 'Zander gefroren....PM. 0,60 »Lebende Spiegelkarpfen mron 0,95 Hirschfleisch 0,48 Pfd. von Pfd. von Stück von Seelachs geräuobei*. Pfd. 0,68 Goldbars gertaehertPfd. 0.52 Bundaale ger.,»und von 0,25 Stückenlachs...Pfd. von 1,30 Port.Oelsardinen4|�£"0,90 Felllieringei To»et,noeo 0,58 *) bi«heu Mnen autaar Andriaaetreoee KONSERVEN* Slangenspargelu. stark 2,60 Stangenspargel mittel 2,40 Stangenspargel»-«>2.15 Kaiserschoten__ 1,45 Zunge Erbsen........ 0,68 ]unge Erbsen sehr fein 1,39 Gemischl.Gemüsefein 1,40 Gemischtes Gemüse.. 0,70 Sellerie in Scheiben...... 0,98 Äpfelmus........._____ 0,58 Birnen halbe Frucht___ 1,10 Pflaumen mit Stein... 0,60 Pflaumen ohne Stein 0,76 Stachelbeeren.......... 0,80 Süsskirsdien m. Stein 0,95 Süsskirsdien o. Stein 1,10 Singapore-Ananas... 0,95 Tomaten geechiit....... 0,50 Hirschblatt 0,85 Hasen gestreift u.aus- 1 gewor|.,P{d.v. I jWW Fasanen 2,40 Frisches Fleisch Schweinebauch o. Beilage, pm. 0,92| Schweineschinken oder -Schulterblatt.......... Pfd. 0,96 J Schweinekamm od.sdiutt Pfd. 1 ,08 Schweinekotelett.... Pfd. von 1,08 Kassler mild............ Pfd. von 1,04 Rüdcenfett hratfert�a Schw�Pfd. 0,84 Eisbein mit Spitzbein, gepök., Pfd. 0,74 Kalbskamm................. PM. 0,83 Kalbskeule bis 9 Pfd. nchwer, ganz oder geteilt........... Pfd. 1,00 Kalbsroulade gerollt, pm. von 1,48 Gefrier Suppenfleisch....____ Pfd. von 0.68' Gulasch................... Pfund 0,98 1 Schmorfleisch ohne Knochen................. Pfd. 1,20 Kalbsschnitzel....... Pfd. von 2,00 Kalbskotelett......... Pfd. von 1,38 Hammelvorderflelsdi Pfd. ▼. 1,00 Suppenfleisch......... Pfd. von 0,88 Gulasch geraiecht......... PM. 1,08 Schmorfleisch Keule, ohne Knochen... Pfd. von 1,24 Rinderrouladen.......... Pfd. 1,38 Rinderbacken o. Knochen, Pfd. 0,58 Rinderherzen.......... Pfund 0,68 Euter...................... Pfund 0,40 Schweineköpfe mit Backe, Pfd. 0,48 fleisch Hammelvorderfleisdi pm. v, 0,66 HammelrDcken........ Pfund 0,78 Hammelkeulen........... pm, 0,98 Rinderleber............Pfund 1,18 Eimer ca. 2 Pfd. Pflaumen.....—............... 0,95 Aprikosen..................... 1,15 ]ohannisbeei*................. 1,15 KONFITÜRE Cimar ca. 2 Pfd. Erdbeer______________________ 1,30 Kirsch........................... 1,30 Hlmbeer....................... 1,30 Gute und billige WEINE VOM FÄSS Spezial-Apfelwein q iOLtr. JohannisbeerweiriA q* 5 Ltr. roter, sfisser....... Liter 4,00 Preise ohne Flasche Uhelnpfälz.WeissweinQ JJC SUr. vorzhRl. Bowlenwein, Ltr. 4,00 Deutscher Wermut � 2g 5 i rr. Liter' 5,76 Deutscher"'Weinbrand uueere SpezialitSt vor- a nr> T.. /» an zflgliche abgelagerte Qualität, 40fi;0............»/, Flasche'•jVckW Ltr. lose«frjDW l92SerOjer3iaardt. Maikammererod. 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Pfd. 0,48 Tilsiler voUfett....PM.Ton 0,82 Tilsilerohn«Emde,20«;o.Pld. 0,70 Edamer««,»......... ptd. 0,90 OBST UND GEMÜSE Dän. Schweizer 3o»(fcpfd. 0,84 Holländer 40»/o...... Pfd. 0,90 Emmenlhal.Artso'io.ptd. 0,98 Margarine... Ptd. 0,48,0,62 Bratenschmalz..... pm. 0,76 Molkereibutter.„.ptd. 1,38 Tafelbutter.... Pfd. 1,50 1,64 Dän. Butter......... Pfd. 1.76 llal. Tomaten........ ptd 0,24 Kochbirnen.........m 0,20 Musäpfel......... 3 ptd. 0,58 Amertk.Tafeläpfel pm. 0,38 Smyrna-Feigen...ptd. 0,32 Kranz-Feigen..-..pm. 0,38 Maronen............ pm 0.32 Meraner Wein.... Ptd. 0,24 Bananen......... 3 pm 0,98 Zitronen_____ vt-d. 0,38 Weisskohl...... Pfd. 0,03 KOLONIALWAREN Bruchreis............ pm 0.18 Palna-Reis.......... pm 0,28 Blue rose............ pm 0,34 Viktoria-Erbsen nene Bmte.............. Pfd. 0,20 Grüne Erbsen.„.pm 0,22 Linsen....,. neue Ernts..... Pfd. 0,2vt 0,30 N2ueRundbohnenpfd.0,26 Eierfadennudeln..pm 0,50 Eiermakkaroni„..pid. 0,56 Kalif. Backobst... jm 0,54 Kalif. Aprikosen...pm. 0,75 Kalif. Birnen........ pm. 0,68 Getrocknete Saure Kirschen...pm 0,48 Kakaopulver ios«..ptd. 0,58 Kaffee........... PMvon 1,90 Wirsingkohl______ pm 0,03 Rotkohl.............. pm 0,03 Möhren gr*»8ch««i...PM 0,04 Rote Rüben........ Pfd. 0,05 Grünkohl.....—„pm 0,10 Sellerie............. 3 pmO.25 Grüne Bohnen....Pfd. 0,20 Spinal...........- 3 PM 0.25 Mark. Rübchen..3Pfd.0.25 Kohlrüben——...pm 0.05 Kartoffeln....—..io pm 0,22 Enten frisch 0,98 Pfd. von Suppenhühner 0,88 (rlsdi, P|d v. Tauben gefroren 0,56 Stück von Ganse frisch PH. von 0,95