10 Pf. Nr. 512 B 255 47. Jahrgang BERLIN Freitag 31. Ottober 1930 erscheinttSglichauSerGonstag«. Zugleich Abendausgabe des.Vorwärts'. Betugsprei« beide Ausgaben 8� Pf. pro Woche, S,60M.»ro Monat. Redaktion und Lmditi»NiDtrlinSWS8,LindenKr.3 SfuUauitfaße xitßi Ani«izen?rtit; Die elnsxattlge Vonrarcillezeile 80 Pf., Reklameieile b M. Ermäßigungen nach Tarif. Pogscheckkonto: Vorwärts>Verlaz G. m. b. H., Berlin Nr.S7SJ«. Fernsrrecher: Dönhoff M bis 29? Laöendorff-Bank und Aerzpelz Geheimnisvolle„Enifchädigungsgelder" an Hausbesih-Abgeordnete Mochtvaffer bei Sierlin Der Orkiieil Bohnsdorf bei Berlin- Grünau wurde infolge des starken Regenfalles der letzten Nacht von einer groben Ueberschwem- m u n g heimgesucht, die ron der Kamera festgehalten wurde Oderdamm gebrochen In SO Meter Breite- Oer Ort Gcheidelwih vottständig unter Waffer Bei der Erledigung des Vertrages zwischen dem Lande Anhalt und Preußen über die Verpachtung der anhaltischen Kaliwerke an die Preuhag hat sich herausgestellt, daß zwei onhaltische Landtagsabgeordnete, die als Hausbesitzer gewählt waren und der Wirtschastspartei nahe stehen, eine„Entschädigung" im Betrage von 10 000 und 12 000 Mark von der Berliner Bank für Handel und Grundbesitz A..G. erhalten haben. Diese Bank steht dem wirtschastsparteitichen preußischen Landtogsabgeordneten Ladendorss, dem Führer der deutschen h a u s a g r ar i e r. so nahe, daß er Aufsichtsratsvorsitzender dieser Attiengesellschast ist. Die Auszahlung der sogenanten„Entschädizungsgelder" ist in Anhalt als eine Bestechung von Abgeordneten aufgesaht worden. Fälschlicherweise hat man sogar die Preuhag bezichtigt, diese Entschädigung veranlaßt und vermittelt zu haben. Der Landtag von Anholt hat nun einen Untersuchungsausschuß eiugesetzt, der die Sadze nachprüfen soll. Inzwischen hat Herr Ladendorss, dessen Rolle bei dieser Affäre im„Vorwärts" zum ersten Male in der Oeffentlichkeit angedeutet wurde, durch eine „Berichtigung" im„vorwärts" die Angelegenheit einigermaßen zu vertuschen gesucht. Ietzt ober kommt aus den Verhandlungen des Antersuchungsausschustes eine Meldung, die sowohl Herrn Ladendorss wie seine Bank in einem noch merkwürdigeren Licht er- scheinen läßt. Destau, 31. Oktober. In der gestrigen Sitzung des Untersuchungsausschusses weigerte sich derBankdirektorSeiffert, dem Dessau« Düchcrsachverstairdigen die Einsicht in die Bücher der Berliner Bank für Handel und Grundbesitz(Ladendorss-Bank) zu gestatten, und zwar wegen Gefährdung des Bankgeheimnisses. Seifsert erklärte sich aber bereit, sich in Desiau vernehmen zu lassen. Das Staotsministerium lehnte ab, vor dem Untersuchungsausschuß auf Grund von bloßen Vermutungen Erklärungen abzugeben. Im weiteren Berlauf der Sitzung wurde festgestellt, daß weder ein anhaltinischer Minister noch ein anhattmisch« Beamter irgendwelche Zuwendungen erhalten habe, weder von der Dessauer Realkreditbank noch von der Berliner Bank für Handel und Grundbesitz. Direktor Seisscrt gab allerdings zu, an die Abgeordneten Günther und Marzahn 10 000 bzw. 20 000 Mark gezahlt zu haben, das Geld sei aber von diesen, wie er bekundete, nicht angefordert worden. Bei den tclegraphisch angewiesenen 12 000 Mark habe es sich um den beabsichtigten Kauf eines Rnzmantcls gehandelt, der Kauf sei jedoch unterblieben. Der preußische Fraktionssührer der W i r t s ch a s t S p a r t c i, Abg. Ladendorss, hat bekanntlich in seiner„Berichtigung" an den„Vorwärts"(Nr. 508) ausdrücklich erklärt, daß die beiden Haus- besitzcrabgeordneten„auf ihren Antrag und nach Vorlegung von Unterlagen" die Geld« erhallen hätten. Wer sagt nun hier die Wahrheit— der Bankdirektor Seissert oder sein Aus- sichtsratsvorsitzender Ladendorss? Brüning korrigiert Wirth. Die Polizeigelder für Franzen werden weiter gezahlt. In der Frage der Weiterzahlung der Polizeigclder an B r a u n s ch w e i g hat der Reichskanzler folgendes Telegramm an das Staats Ministerium in Draunschweig gerichtet: „Der Herr Reichsminist« des Innern hat mir von dem Inhalt des Schreibens Kenntnis gegeben, das er am 27. Oktober an die braunschwcigische Regierung gerichtet Hot und in dem er zum Aus- druck bringt, daß er sich die Entscheidung über die weitere Auszahy lung d« auf das Land Braunschweig entfallenden Zuschüsse zu den Polizeikosten zunächst vorbehalten müsse. Rachdem die Angelegenheit zum Gegenstand einer Aussprache innerhalb der Reichsregierung gemacht ist, beehre ich mich mitzuteilen, daß auch das Reichskabinett sich die endgültige Entscheidung vorbehält. Für die Regelung des Zwischenzustandes ist der Herr Reichsminister des Innern zuständig. der bi«über gleichzeitig besondere Mitteilung macht." Wie wir vom Reichsminister des Znn«n erfahren, tritt in d« Zwisihenzeit in der Auszahlung der Polizeigclder eine Unterbrechung nicht ein, vielmehr ist die Auszahlung für Rovembcr inzwischen bereits erfolgt. Dies« Meldung bedeutet nichts Geringere-, als daß der Reichs- in newm nister durch sein« Kadinettskollegen eine blamable «nstsckeu wußtet CHIau, 31. Oktober. Zu der Nähe von Scheidelwitz ist heute morgen der O serdamm auf dem rechten Oderufcr zweimal gebrochen, und zwar einmal in der Nähe der Försterei Scheidelwitz, etwa zehn ßtilomctcr oberhalb Oh lau und zum anderen etwa einen tlilometer weiter Strom- abwärts, und zwar in einer Breite von etwa 1�0 Meter. Tie Wassermasten ergießen sich in die anliegenden Forsten. Scheidelwitz steht völlig unter Wasser und ist von jedem Verkehr abgeschnitten. Auch die tele- phonischen Verbindungen sind unterbrochen. Zwischen Kahbach und Queiß! Während die Mehrzahl der Berliner Sommerfrischler, die Schlesien aufsuchen, sich auf die höhen des Ricsengebirges und des Jsergebirges verteilen, lockt Niederschlesien vcrhäitnismäßig wenige Touristen an. Bald hinter Görlitz beginnt mit Lauban die Reihe größerer und kleinerer Städte, die in dem Dreieck Lauban- Hirschberg-Liegnitz liegen. Zweigbahnen führen von den beiden schlesischen Hauptlinien überall hin, so daß es wohl nur größerer Initiative bedürfte, um auch nach den entzückenden kleinen Städten Niederschlcsiens die Touristen in starkem Maße zu locken. Ein« kurze Charakteristik dieser Orte, deren Namen setzt durch das hoch- wasscr in aller Munde sind, ein Hochwasser, das selbst die groß- artigen Talsperren bei Marklissa und bei Mauer(Queiß und Bober) nickst zu brechen vermochte, wird zeigen, wie reich Natur und Kunst diese Gegend gestaltet haben. Lauban, die bekannte„Stadt der der Taschentücher", ist fast als Bergstadt anzusprechen. Ihre An- lagen haben sich diesen Gebirgscharakter vortrefflich zu Nutzen gemacht. Greiffenberg ist ein alter, durch den Leinwand- Handel einst in Blüte gewesener Ort. Seinc stillen Patrizierhäuser muten den an Betrieb gewöhnten Großstädter melancholisch an. Ein Blick in das ticfgegrabcnc Bett des Queiß läßt ahnen, wie ge- waltig hier das Wasser sich austoben kann. Von Greiffenberg rechts geht eine Bahn über Friedeberg a. d. Queiß noch Flinsbcrg. Die Romantik des hier vor den Blicken des Talwandercrs aufsteigen- den Jsergebirges verdient mehr als bisher genossen zu werden. Die Verhältnisse sind hier noch einfacher als in den südlicher gelegenen Zentralen des Kletter- und Wintersports. Nach links zieht sich ein Schienenstrang über das mit seinen Laubenhäuscrn und seiner nur einmal durch den Taubenmarkt unterbrochenen friedlichen Stille dem ermüdeten Großstädter Balsam bietenden Städtchen L i e b e n t h a l nach Löwenberg, dessen umfangreiches und geschmackvoll erneuertes Rathaus zu den architektonischen Glanzpunkten Schlesiens zählt. Die Bahn stößt in Bad hermsdorf auf die K a tz b a ch t a l b a h n, die von Merzdors, hinter Hirschberg, ausgehend, die Orte Ober- und llkiederkaufsung, Alt-Schönau und Schön a u, 5z c r m s- darf Bad und Goldberg, einst durch Goldbcrgbau berühmt,. nach Licgnitz führt. Nennen wir nun noch die Bahnlinie von Hirschberg über Bolkenhain nach Iaucr sowie die Bahn Hirsch- berg— L ä h n— Löwenberg, so ist der Ring in dem genannten Städtedreieck voll geschlossen. Neiße, Bober, Queiß und Katzbach spotten noch immer der Bändigung durch den Menschen. Der Sommergast lernt sie freilich meist in bescheidenem Ausmaße kennen. Schneeschmelze im schlesischen Gebirge. Niederschlefien von Odekflutwelle bedroht. � Breslau, 31. Oktober. Die am Donnerstagmorgen einsetzenden Regenfälle haben in den letzten 24 Stunden in den Sudetenländern gesahrdrohenden Umfang angenommen. In den Mittelgebirgsorten, wie Bad Rcincrz, Ober schreiber hau und F l i n s b e r g, ist die gestern morgen noch 10 bis 25 Zentimeter hohe Schiteedecke fast restlos verschwunden. Außerdem sind starke Rcgcnfälle niedergegangen, die meist 25 Zentimeter erreichen. Den Gebirgs- flüfsen werden daher große Mengen von Schmelzwasser zugeführt, zumal das Tauwetter sich bis in die höchsten Logen der schlesischen Gebirge erstreckt. Die Schneekoppc hat auch heute morgen noch plus 2 Grad, Weststurm und auch Regen. Die Gefahr einer neuerlichen hochwasscrkatastrophe besteht aber nicht nur vom Gebirge her. Die Wasser st ands Meldungen der verschiedenen Oder-Pegel-Stationen mit Ausnahme des Aus- gangspunktes Ratibor zeigen noch immer st e i.g e n d e Ziffern. ein Zeichen für die von Ober- nach Niederschlesien hereinbrechende Flutwelle der Oder. Prälat Schoser gestorben. Wie die„Freidurger Tagespost" meldet, ist der Führer der badischcn Zentrumspartei' Prälat O. Dr. Schoser in der Nacht zum heutigen Freitag einem Herzschlag erlegen. Das Erdbeben an der Adria Schwere Verwüstungen bei Senigallia Kampf den Lleberfiunden. Eisenbahnerverbände kündigen die Arbeitszeitverträge. Die verlragschliehenden Eisenbahnerorganisalionen hoben am Freitag der hauplverwaltung der Reichsbahn die Arbcitszeil- bestimmungen des Lohniarisverlrages zum 30. Rovember!gZ0 auf- aekündigl. Die Reickzsbahiiarbeiier haben nach den tarifverlragijchen Le- Kimmungen noch immer Z— 6 lleberfiunden in der Woche zu leisten. Zeht nimmt der Einheitsverband den Kampf gegen das Ueberstundenuiiivefen auf. Die Zahl der Arbeitslosen ist ins Riesenhafte gewachsen, und die Reichsbahn selbst entläßt täglich noch Arbeiter, trotzdem die Eisenbahner- organisationen altes getan haben, um dem Abbau zu begegnen. Rur zögernd solgle die 5)auptver,valtung den Vorschlägen der Gewerk- schastcn zur Vermeidung weiterer Entlassungen. Zunächst wurden nur Feierschichten und Verkürzung der Arbeitszeit slir eine Gruppe, nämlich die Reichsbahn-Ausbesserungswerke, vereinbart; später folgten Feierschichten und Kurzarbeit für die Vahnunterhallung»- arbeiter. Die Ausdehnung dieser Maßnahmen aus alle Arbeiter wurde immer wieder unter fadenscheinigen Gründen abgelehnt. Der jetzige Zustand, wonach ein Teil der Eisenbahner kurzarbeitet. ein anderer dagegen regelmäßig lleberstunden zu leisten hat. muh durch eine Neuregelung für alle Gruppen schleunigst geändert werden. Sorge um die Finanzen. Die Verhandlungen mit den Ländern. Der Reichskanzler und der Reichsfinanzmini st er empfingen am Freitagvormittag die Vertreter der nard- und mitteldeutschen Länder zu einer eingehenden Besprechung des Finanz- und Wirtschaftsprogramms der Reichsregierung. Es wurden Vertreter der Länder Thüringen, Oldenburg, Braunfchwe'g, Mccklcnburg-Schwerin, Mecklcnbura-Strclitz, Anhalt, Lippe und Schaumburg-Lippe empfangen. Die Vertreter der drei Hansestädte werden am heutigen Nachmittag cmfangen werden. Der Zweck des Empfanges ist eine grundsätzliche Aussprache über den Inhalt der großen Gesetzesoorlagen, die die Reichsregierung am späten Donnerstagabend verabschiedet hat. Es handelt sich hierbei bekanntlich u. a. um das Gehalts- kürzungsoesetz, das Gesetz über die Einschränkung der Personalaufwendungen in Ländern und Geineinden,«ine Novelle zum Tabak st«uergesetz, die Vorlage über Ver- cinsachunz und Vereinheitlichung des Steucrwesens, die Vorlage über die Senkung der Real steuern, Ueber. gangsbestimmungen für den Finanzausgleich,«ine Vorlage zur Sicherung des Haushalts in Ländern und Gemeinden und endlich den Entwurf eines Gesetzes über die Zuschläge zur Ein- kommensteuer im Haushaltsjahr 1331. Für das Gesetz über die Einichränkung de? Personalauf- Wendungen von Ländern und Gemeinden und die Vorlage über die Senkung der Realsteuern ist eine qualifizierte Mehrheit in Reichsrat und Reichstag erforderlich. Ob die Länder-Regierungen die Vorlag« in allen Einzelheiten billigen werden, ist zur Zeit noch ungewiß. Das Bestreben der Reichsregierung geht dahin, nach Möglichkeit zu sichern, daß von den Ländern im Reichsrat kein« oder nur kleinere Abänderungsanträg« gestellt werden. Die betrübten Lohgerber. Eine neue Spaltungskonferenz soll helfen. Während des Metallarbeiterstreiks verkündete die KPD. tagtüg- lich:„Die RGO. führt!" An den Plakatsäulen ließ sie es an- schlagen, um die Unwissende» zu täuschen, um Stimmung zu machen für ihr« politische M a s s e n st r c i k p a r o l e. Jetzt gibt sie diese Vorspiegelung völlig preis, um auf die„reformistische Gewerk- schaftsbllrokratie" schimpfen zu können, die tatsächlich gcsührthat. Doch trotz aller Anstrengungen, trotz der schmutzigen Unterstellung, die Streikleitung habe wie gekaufte Söldlinge der Kapitalistenklasse gehandelt, kann sich die KPD. nicht mehr überschreien. Nachdem sie sich heiser geschrien und ihre Unfähigkeit und Ohn- macht so offen mz den Tag gelegt hat, zeigt sie sich i n i h r« r n a ck- tcn Arbeiter- und Gewerkschaftsfeindschaft. Mit großen Tönen verkündet sie die G r ü n d u n g einer Sonder- o r g a n i s a t i o n in der Berliner Metallindustrie, eines„roten Metallarbeiterverbandes in Berlin", um zum Schluß sich selber „leben" zu lassen samt ihrer RGO.,„die einzige gewerkschaftliche Fiihrerin eures Massenstreiks". Der KPD. sollen die Gewerkschaften lediglich als Mittel zu ihren politischen Zwecken dienen. Jeder gewerkschaftliche Erfolg ist ihr deshalb verhaßt, jede gewerkschaftliche Schwächung ist ihr will» tvimiien. Sie ist durch und durch g e w e r k s ch a f t s f e i n d l i ch. Gewerkschaften und KPD. scheiden sich wie Feuer und Wasser. Will nun die KPD. mit ihrem Anhang eine neue Sonderorgani- sation schaffen, zu den bedeutungslosen Gruppen, die sie schon auf- gezogen hat, dann muß sie entweder die Unterstützungseinrichtungen der„Gcwerkschaftsbürokratie" nachahmen, entsprechende Beiträge er- heben und gewerkschaftliche Arbeit leisten oder aber, iveit das bei ihr nicht als„revolutionär" und„klassenbewußt" gilt, sich auf«ine Stoßtruppe geg«n den Metallarbeiterverband verlegen, die sie bisher schon im Verband gehabt hat. Die wichtigste Lehre des TNetallarbeilerstreiks: Anschluß der Un- organisierlen an den Deutschen Metallarbeiterverband, sucht dl« KPD. ins Gegenteil zu verkehren. Sie muß sich g c w e r k s ch ä f t s. feindlich betätigen wie bisher, Ihre Vorgesetzten in Moskau verlangen es. Es kommt jedoch weit weniger darauf au, was die KPD. will und was sie treibt, als vielniehr darauf, was die Arbeiterschaft in ihrer großen Mehrheit will. Die Mitglieder des Deutschen Mctallarbeiteroerbandes brauchten in diesem Kampfe nicht zu'hungern, auch wenn er noch weit länger gedauert hätte. Die Unorganisierten ober tonnten von den Bettelstippen der IAH.-Filiole der KPD. nicht satt werden. Gleich ihren organisierten Kollegen müssen die Unorganisierten für künftige Kämpfe sich die nötige Rückendeckung sichern, durch An- schluß an ihre Organisation. Nicht Uneinigkeit, wie sie die KPD. betreibt, mocht stark, sondern Einigkeit macht stark! Wie die RGO.„führt". Ein sprechendes Beispiel dafür, wie die RGO.— lies KPD.— die Führung des Metallarbeiterstreike an sich zu bringen suchte, war die Streikvcrsammlung aller bei der Julius Pintsch A.-G. be. ichäftigten Arbeiterinnen und Arbeiter am 3st. Oktober in den Andreas-Sälen. Gemäß dem Beschluß der Obleutekonserenz vom Mittwoch wurde iu dieser Versammlung die geheime Urabstimmung über Beendigung oder Weiterstihrung des Streiks durchgeführt. Schon während der Abstimmung wurde mehrmals von den in großer Menge draußen Mailand, 31. Oktober. Die heutigen Morgenblätter bestätigen, daß während des gestrigen Erdstoßes in den Marken 25 Personen getötet und 300 verwundet wurden. Gegenüber diesen Mailänder Meldungen heißt es in einer amtlichen Bekanntmachung, daß die Zahl der Toten in Senigallia elf und die der Verwundeten 275 beträgt, darunter 23 Schwerverletzte. In A n c o n a beläuft sich die Zahl der bisher festgestellten Toten auf drei, die der Ver- letzten auf 54. In den 5 8 G e m e i n d e n der Provinz P e s a r o sind bisher einschließlich der Provinzhauptstadt 33 Ver- wundete zu verzeichnen, darunter vier Schwerverletzte. Die Zahl der in Senigallia eingestürzten Häuser wird auf etwa hundert geschätzt. Senigallia inacht einen traurigen Eindruck. Die Stadt liegt im Dunkel, die elektrischen Leitungen sind unterbrochen. Man arbeitet bei Kerzenlicht und Taschenlampen. Die Bevölkerung mußte aus Anordmmg der Behörden ihre Wohnungen verlassen und wurde in Barocken untergebracht. Die Leichen hat man in die Kirche gebracht. Der Kirchturm hängt nach einer Seit« und wird abgetragen werden müssen. Die Erdbebenverwüstungen in Italien. Ueber die Ausdehnung und die Gewalt des Erdbebens an der Adriaküste werden nunmehr nähere Einzelheiten bekannt. Wie Augenzeugen berichten, wurde das starke Erdbeben von der Be- rölterung zuerst als eine schwere Katastrophe aufgefaßt. Selbst feste Grundmauern schwankten. Das Beben war vor- wiegend stoßartig und dauert« 10 bis 15 Sekunden. In Anco na sind in der Bio Leopardi und den umliegenden Straßen ganze Stockwerke eingestürzt. In d«r socb«n fertiggestellten Mietskaserne wartenden Anhängern der KPD. versucht, In den Saal einzudringen, trotzdem vorher die Bersommlung eindeutig beschlossen hatte, die Anwesenheit von Betriebsfremden nicht zu dulden. Nun, was schert einein waschechten Kommunisten, der nur gewohnt ist, den Befehlen Moskaus zu gehorchen, der Beschluß einer Bcr- sammlung von Arbeitern. Die Slroßlrupps der Erwerbslosen und der RGO. überrannten die Tiirkonlrolle und drangen in den Saal ein, gerade als die Urabstimmung vorüber war. Darauf wurde von dein Vorsitzenden des Streikkomitees die Versammlung geschlossen. Nach der Schließung bemächtigte sich die RGO. der Leitung. Die Saalcingänge wurden abgeriegelt und eine„Agitproptruppe" voll- führte ihr„revolutionäres" Theater. Dunach sprach ein Vertreter der RGO. Die Abstimmung über die übliche Resolution ergab ungefähr 20 Stimmen für ihre Annahm«, während die restlichen 2 0 0 Kollegen»s ablehnten, für die Parolen Moskaus auch mir einen Finger zu rühren. Nach dieser großen Pleite erklärte der Führer der„Agitprop", aus Grund des Abstimmungsergebnisses, d i e „reformistische" Streikleitung im„Nainen d«r Erwerbslosen" für abgesetzt. Welches Vertrauen dies«„abgesetzte" Streikleitung bei der Belegschaft genießt, beweist die Tatsache, daß die überwiegende M«hr- heit der Kollegen sich nach Schluß der„Theatervorstellung" im Streit- lokal bei Zange, Langcstr. 90,«infand, um sich nähere Jnforniationcn zu holen. Oas Siaiistische Reichsami bedroht. Die Angestellten gegen ihren Abbau. Das Sparprogramm des Reichsfinanzministers will den Etat des Statistischen Reichsamtes um Millionen kürzen. Die Folge sind 500 neue Kündigungen der Angestellten, zum Teil sehr lange beim Statistischen Reichsamt Beschäftigter mit langfristigen Ver- trägen. Der Abbau wird sich infolgedessen bis zum 31. März 19?>l, in einzelnen Fällen sogar bis zum 30. Junl hinziehen. Unmittelbar bewirkt dieser Abbau die Auflösung der Abteilung für Finanz und S t« n e r st a t ist i k, die mit der verminderten Angest«llt«nschaft nicht mehr aufrechterhalten wevden können. Der Gesamtabbau wird bis zum 30. Juni rund 1450 Angestellte crsajsen. Die Angestellten wandten sich durch ihre Organisationen an den Minister Dietrich, um in einer Aussprache nach Auswegen zu suchen, um die neue Massenkündigungen und die Lahmlegung der genannten Abteilung des Statistischen Reichsamtes— zu vermeiden. Räch reichlich drei Wochen kam vom Rcichsfinanzminister die Ant- wort, in der u. v. ausgeführt nnrd: „Ich verkenne nickst die Bedeutung des statistischen Dienstes: aber nur, wenn auf allen Gebieten der öffentlichen Verwaltung die Ausgaben gesenkt werden, läßt sich ein« fühlbare Entlastung des Etats erzielen, die wiederum der Wiederbelebung der Wirtschast und damit des Arbeitsmarktes dient. Nach Lage der Dinge lassen sich bei der Durchführung d«r unverm«idlichen Sparmaßnahmen Härten nicht umgehen. Ich bin jedoch mit dem Herrn Reichswirtschaftsminister darüber einig, daß versucht werden muß, im Einzelfalle besondere Härten möglichst zu vermeiden und daß im Bedarfsfälle auf die entlassenen Angestellten zurückgegriffen werden soll. Wenngleich auch eine mündliche Aussprache an der Notwendigkeit, die vorgesehenen Spar- maßimhnien zu treffen, nichts zu ändern vermöchte, wäre ich an sich gern bereit, Ihre Vertreter zu empfangen. Ich bin jedoch zu meinem Bedauern zurzeit mit Rücksicht auf die Geschäftslage meines Ministeriums hierzu nicht in der Lage, zumal es sich nicht uin einen einzelnen Fall handelt, und bitte, von der beabsichtigten Entsendung von Vertretern Abstand zu nehmen." Dieser Bescheid steigerte die Erregung der Angestelltenschaft aufs höchste. Von allen im Statistischen Reichsamt vertretenen An- gestelltenorganisationen wurde deshalb eine gemeinsame Betriebs- Versammlung In die Splchcrnsäle einberufen. Der Saal war über- stillt. Die Vertreter der Organisationen beleuchteten nacheinander die Sachlage. Auch die Antwort, die der Generalsekretär des Gewerk- schaftsringss, L e in m c r, seinem Parteifreunde Dietrich gab, ließ an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Er rief gegen diese witzlose und verhängnisvolle Sparpolitik die Oeffcntlicksteit auf, die den Reichstag zum Einschrelten veranlassen müsse. AZZ Millionen, betonte der Redner, seien mit Sicherheit und ohne daß Familien dabei geopfert werden müssen, de' der Reichswehr und dem Verkehrsmlnisterium allein durch kaufmännischere Führung der Geschäfte einzusparen. Ueberwinden wir nicht diese Arbeitslosen- krise, rief Lemmer aus, so könnt« der Tag kommen, wo eine Tages alles unter Trümmern zugrunde geht. Die Behörden sind nicht die allein Schuldigen: das rücksichtslose Hinweggehen über den Menschen zeigt sich in der Gesamtwirtschast. Der Gehaltsabbau im Staat ist aber oft nur«in« Vorbereitung für der Staatsbeamten sind große Risse entstanden. Ebenso wurden in zahlreichen anderen Neubauten schwere Beschädigungen festgestellt. Senigallia bietet das Bild einer verlassene» Stadt, da die Bewohner aus Furcht vor Nachbeben nicht zurückzukehren wagen. In d«n mit Schutt angefüllten Straßen halten Militärpairouillen Wache. * Kaum ein Vierteljahr ist vergangen, seit Italien von einer Erd- bebcnkatastrophe heimgesucht wurde. Damals lag das Zentrum des Bebens in Unteritalien: der Mittelpunkt war die Provinz B a- silicata, von wo aus sich das Beben bis Neapel herunter er- streckte. Auch damals sprachen die ersten Meldungen von nur ver- hältnismäßig wenig Toten und Verletzten, später stellte sich heraus, daß rund 3000 Menschenleben und etwa 3000 Ver- letzte zu beklagen waren. Das Unglück geschah fast zu gleicher Stunde wie der Brückeneinsturz in Koblenz, in der Nacht vom 22. zum 23. Juli 1930. Bei der gestrigen Kotastrophe liegt der Herd des Bebens in M i t t e l i t a l i e n. A n c o n a, die Hafenstadt am Adriatischen Meer, ist Provinzialhauptstadt der gleichnamigen Provinz und der Landschaft Marken, deren Gebiet sich vom Hauptkamm des Appenins östlich über das stark zertalte Bergland allmählich zur Adriatischen Küste herabsenkt. Die Provinz ist sehr dicht bevölkert: die Be- wohner treiben neben Landwirtschaft und Fischerei auch Industrie. Außer der Provinz Ancona sind auch die nördlich und südlich am Ostabhang des Appenins gelegenen Provinzen mitbetroffen. Schon diese weite Ausdehnung des Bebens läßr leider bestirchten, daß die Zahl der Opfer größer ist, als die bisherigen Zahlen be- sogen. Hierauf läßt auch die Tatsache schließen, daß die Verzeichnung des Bebens nicht weniger als zwanzig Minuten währte. den Abbau in der Privatwirtschaft. Beamte, Angestellte und Arbeiter haben das gemeinsame Schicksal, Lohn- und Gehallsempfänger zu sein. Nurder gemeinsam«Kampf kann sie vor dem Unter- gang bewahren. Auf den Abbau in der Steuer- und Finanzstatistik durfte man aber schon deshalb nicht verfallen, weil sich eine gute Statistik gerade dieser Gebiete sür das ganze Wirtschaftsleben des Staates von größter Bedeutung ist. Durch diese Statistiken wird der Wirtschaftsorganismus durchleuchtet, und die Verschleierung von Einnahme- und wirklichen Erspornisquellen im Staate verhindert. Ein Vertreter des Gesamtverbandes schloß sich den Aus- fuhrungen der Vertreter der Angestelltenorganisationen an. Ein. stimmig wurde eine Resolution gefaßt, in der es l)eißt: Die Betriebsvollversammlung erwartet von der Regierung, daß die Etatsmittelstreichuna im Statistischen Reichsamt einer nochmaligen Prüfung unterzogen wird, daß die Statistiken aufrechterhalten und die geplanten weiteren 500 Entlassungen vermieden werden. Einbrecher in poisdam erschossen. Feuerkompf zwischen Polizei und Geldschranktnackern. m Zu einem schweren Feuerkampf kam es in der ver- � gangenen Nacht zwischen Kriminalbeamten und überraschten Geldschranteinbrechern in Potedain. In der Nacht zum 30. September diosee Jahres wurde ein Geldschrankeinbruch in das V e r s o r g u n g s a in t in Potsdam ausgeführt. Di« Täter erbeuteten etwa 1000 M. und entkamen. Zeugen, die die Flüchtigen gesehen hatten, konnte eine oberflächlich« Beschreibung geben und danach erkannte das Sonderdezernat B 0 des Polizeipräsidiums, daß wahrscheinlich«in« ihm bekannte Berliner Kolonne für den Einbruch in Betracht kam. Die Bordüch- tlgen wurden auf Schritt und Tritt beobachtet und aus ihrem Ver- halten ließ sich schließen, daß sie zum Monatsende einen neuen Streich in Potsdam planten. Diese Beobacl-tui�en wurden d«r Potsdamer Polizei mitgeteilt. Es zeigte sich, daß sie das Richtig« getrosten hatten. Di« Verlagsanstalt von Bonneß u. H a ch'f c l d In der Hohenzollernstraße, in der Nähe des Neustädter Tores, war in der vergangenen Nacht das Ziel der Kolonne. Sowohl lm Border- wie im Hinterhaufe hatten Potsdamer Kriminal- bcamte Beobachtungsposten bezogen. Um 1 Uhr nachts ging Plötz- lich die Tür zu den Bureauräumen, in denen zwei Beamte warteten, auf und es erschienen drei Knacker. Den Zuruf„Hände hoch! Polizei!" beantworteten sie sofort mit Revolvcrschüssen. Die Beamten erwiderten das Feuer. Unter ständigem Feuern zogen sich die. Einbrecher langsam aus dein Raum zurück, verfolgt von den Beamten. An der Treppe, die zum Kassenraum führt, fanden die Beamten«inen der Ueberraschten tot daliegen. Die anderen waren in den Lagerraum hinabgelaufen, hier durch ein Fenster auf die Straße geklettert»nd so entkommen. Ob auch sie durch Schüsse verletzt sind, weiß man noch nicht. Die Suche nach ihnen, die sofort aufgenommen wurde, ist bis zur Stunde ergebnislos. Das Sonderdezernat in Berlin, das von dem Zusammenstoß in Kenntnis gesetzt worden ist, hat Beamte ausgeschickt, um nach» zuforschen, wer von ihren„Bekannten" in der letzten Nacht unter- wegs gewesen und vielleicht verletzt nach Hause gekommen ist. Die Person des Erschossenen steht einwandfrei noch nicht sest. Ende des Bombenleger-prozesses. Vor dem Urteil, das heute gesprochen wird. Altona, 31. Oktober.(Eigenbericht.) Im Bombenlegerprozeh waren zur heutigen letzten Sitzung die Angeklagten vollzählig erschienen. Der Angeklagte Henning, der in der letzten Verhandlung gefehlt hatte, wurde noch Rirauf hingewiesen, daß die ihm zur Last gelegten Straftaten als drei selbständige Handlungen angesehen werden können. Erklärungen hierzu werden nicht abgegeben. Die Angeklagten wurden dann noch- mols einzeln gefragt, ob sie noch irgend etwas zur Sache zu sagen haben. Sie verzichten olle auf das Schlußwort und antworten mit Rein. Das Gericht zog sich zur Beratung Zurück. Di« Urteils- verkündung ist gegen 18 Uhr zu erwarten. Der Vorsitzende ermahnt« sämtliche Angeklagte, pünktlich zur Urteilsverkündung zu«rfchsinen. da das Gericht andernfalls gezwungen ist. entsprechende Maßregeln zu ergreifen. Der Beichslagsobgeordnele Dr. Rhode- Frankfurt a. M.(Wirt- schast-partell hat sein Reichstagsmandot niedergelegt, um sich ganz der Tätigkeit»n Preußischen Landtag zu widmen. Stille Lustizreform. Aus der Arbeit des preußischen Lustizmimsteriums. Menschen, die einig Kinder bleiben, sei die ljnidschrist noch unouf- gebaut. Die ausgebildete Schrifi werde zunächst geläusig und korrekt. Beim höher entwickelten und gar beim genialen Menschen bekomm« die chandschrist erhöhten Ausdruck, es zeige sich die Fähigkeit, Formen zu wählen und zu variieren. Eine hochdifserenzier»« Schrift scheine das hervorragende Zeichen für Intelligenz, Pl>antasie und schöpfe- rische Persönlichkeit zu sein. Die Schrift hebe sich also im Lause des menschlichen Lebens. Sie erreiche ihren Höhepunkt und verfalle normalerweise im Alter oder lose sich aus infolge von Unfällen, Krankheiten oder seelischem Berfall. Im Anschluß an die Eröffnung des Jnstiturs fand in den Räumen der Deutschen Gesellschaft ein Begrüßungsabend statt, den die Lessing-Hochschule zu Ehren des französischen Gastes veranstaltete, und zu dem eine Reihe von Bertrctern der Diplomatie, der Wilsen- schaft und Kunst sowie des öffentlichen Lebens erschienen waren. „Oer Widerspenstigen Zähmung." Theater am Nollendorsplah. Ein Filmmanuskript hat wohl das Recht,«in bekanntes Buhnen- lustspiel frei zu gestalten, doch ist deshalb kein Autor berechtigt. Shakespeare derart oberflächlich zu behandeln. Sam Taylor nimmt einen Kostümfilm aus der Hochrenaissance in Opernregie. Hin und wieder glitzern ein paar nette Einfälle, doch entspringen sie weit mehr der Handlung als der Regie. Mary Pickford enttäuscht. Wie rührend und lebenswahr kann sie mißachtete und gedrückte Menschen darstellen. Diesmal ist sie nur «ine schön geputzte Puppe, die Theater spielt. Sie versteht sich hier einzig und allein auf die lächerliche Wirkung, die eine hestige Bc- wegung auslöst, wenn man ein Schleppkleid trägt. Douglas F a i r b a n k s ist der akrobatisch ausgebildet« Liebhaber. Ein Kerl, in sich verliebt und so trunken von Siegesgcwißheit, daß er eine«in- geschüchterte Umgebung in seinen Bann zwingt. Edwin Max- well ist gut in der undankbaren Rolle des Vaters. Es handelt sich um einen stummen Film, der uns als tönend angepriesen wird. Das heißt also, daß kein vollwertiges Orchester spielt, sondern man sich mit Konservenmusik begnügen muß.«. b. „Gnistaatlichung" des Schilleriheaiers. Wie wir ans sicherer Quelle hören, beabsichtigt der Staat das S ch i l l e r t h e a t e r, das bekanntlich seit einigen Jahren zu den staatlichen Bühnen gehört, aufzugeben. Der Termin steht noch nicht fest. Das Theater soll dann übrigens nicht geschlossen, sondern von der Schillertheater-A.-G. weitergeführt werden. Sinoskandol in Wien. Bei der Erstaufführung des Dupont-Films „Zwei Welten" kam es im Wiener O p e r n k i n o zu wüsten Skandalszencn. Di« Radaubrüder glaubten in dem Film Kränkungen der österreichischen Ossiziere zu sehen. Die Polizei griff ein und vcr- hastete etwa 20 Personen. ver Jtofcflprel» für Medizin und Physiologie stir 1030 wurde dem Professor Karl 2 a n d st e i n e r vom Noikescllcr-Jiiltitllt in New Fort verliehen. Landsteiner ist gebürtiger Oesterreicher. Die Milglieder de» Slaallichcn Schauspielhauses veranstalten am 2. November, ll'/t Uhr, eine Vorstellung der„(Ätschichle ÄottsricdenS v o n B c r I i ch I n g c n" in der Lnszenicruiia dcS Jniendanieu Ernst Legal mit Heinrich Gieorge in der Titelrolle, deren Gesamterlrag sür d!« Hinte rb llcbenen d er SllSdarser Katastrophe bestimmt ist. D ia Eintrittspreise betragen 1,50 M. bis 6 M. wohltötigkeiisvorfiellung der Nheiahardt-Vühnea sür die Hinterbliebenen van iillsdors. Sonnlag. de» 2. November, sindet 16 Ubr in der Komödie eine rininaiigc Sondervorstellung von HosinannSilmlS Lustspiel»Der Schwierige" in der vollständigen Abendbisetzung statt. Preise M. 3.—. bis M. 10,—. Die Gesaintedmahme fließt der Sammlung sür die Hinterbliebenen zu. �_ Jüngere Staatsanwälte? Vor kurzein fand unter dem Vorsitz des Justizministers Dr. Schmidt im preußischen Justizministerium die diesjährige Besprechung mit den G c n e r a l st a a t s a n w ä l t e n bei den Oberlandesgerichten statt. Es wurden zunächst neue Wege für eine weitere E i n s ch r ä n- k u n g d e r kurzen Frciheits st rasen geprüft, deren Vollzug bekanntlich aus mannigfachen kriminalpolitischen und wirtschaftlichen Gründen Bedenken unterliegt. Erörtert wurde insbesondere eine Erweiterung des Anwendungsgebietes der Geldstrafe über das bis- hcrige Maß hinaus, die Vermeidung der Vollstreckung kurzer Ersatz- frcihcitsstrafen und die Ausdehnung der bedingten Strafaussetzung, die bisher nur für Freiheitsstrafen zugelassen ist, auf Geldstrafen. Zlls weiterer Punkt der Tagesordnung wurden die P e r s o n a I- Verhältnisse bei der Staatsanwaltschaft behandelt. Nachdem der früher bei der Staatsanwaltschaft zu beklagend« Noch- wuchsinangcl behoben ist, kann an«ine Verjüngung der gegen die Vorkriegszeit im Durchschnfttsdienstallcr der Beamten gealterten Staatsanwaltschaft herangegangen werden. Diese im Interesse der S ch l o g l r a s t der Staatsamvaltschast erwünschte Vcr- jüngung wird durch Herabsetzung des Anstellungs- dien st alters und durch Versetzung älterer Staatsanwaltschasts- rälc in Stellen anderer Dicnstzweige erstrebt. Im weiteren Verlauf der Besprechung wurde sodann erörtert, wie auf dem Gebiete der Strafrechtspslege Ersparnisse sich erzielen ließen. Verbesserung des Strafvollzugs. Weiter fand eine Besprechung mir den Präsidenten der Preußischen Strafvollzugsämter statt. Gegen- stand der Beratung wor«n insbesondere organisatorische Maßnahmen, die eine Perbesscrung des Strafvollzugs und gleich- zeitig durch Zusammenfassung von Behörden und bessere Ausnutzung der Gcfangciienonstalten ein« Verringerung der Ausgaben herbeiführen sollen. Weiterhin wird geplont, die vor einem Jahr im Kammergerichts- bezirk versuchsweise eingeführten neuen Bestimmungen über den Strafvollzug in Stufen auf ganz Preußen auszudehnen und hierbei eine neue Einteilung der Gefangenenanstalten vorzu- nehmen. Der Plan ist so gedacht, daß die neueren und guten An- stalten so weit als möglich ausgenutzt und dafür älter« Anstalten entbehrlich gemacht werden. Auch hierdurch würden zugleich mit einer Verbesserung des Vollzuges wesentliche Einschränkungen der Ausgaben erreicht werden. Auf dem Gebiete des A r b e i t s w e s e n s wird ein« Bekämpfung der Arbeitsnot angestrebt, unter der auch die Straf- anstaltcn heut« zu leiden haben. Dies soll u. a. durch Erweiterung der staatseigenen Betrieb«, die für öffentliche Behörden arbeiten, erreicht werden: auch Maßnahmen zur Verbesserung der landwirt- schaftlichcn Betriebe bei den Gesanaenenanstalte.i wurden erörtert. Schließlich kamen noch Maßnahmen gegen die- Eni- weichungen aus den Anstalten und Pläne für eine bessere Aus- mahl und Fortbildung der Strafvollzugs- b c a m t« n zur Sprache. Kommunistische Juristen. Eine Dereinigunz unter falscher Flagge. Eine„Internationale Juristische Vereinigung(Deutsche Landes- gruppej" hatte dieser Tage zu einer Aussprach« über da» Schnell- verfahren eingeladen. Der Eintritt in die Oesfentlichkeit wurde von dieser Vereinigung erst vor kurzem durch die erste Nummer ihrer Zeitschrist angekündigt. Schon der Inhalt dieses ersten Heftes ließ ein kommunistisches Unternehmen vermuten. Schilderungen der Vcrsolgungcn des Anwalt st andes in verschiedenen Ländern, die das Heft brachte, machte ausgerechnet vor dem Lande Halt, wo diese Verfolgungen vielleicht am stärksten Wissenfchast und Praxis. Kundgebung der Notgemeinfchast der deutschen Wissenschast. Ailläßiich der 10. Wiederkehr ihres Gründungs- tages veranstaltete die Notgemeinfchast der deutschen Wissenschaft ein? Kundgebung im Plenarsaal des ehemaligen Herrenhauses. Durch Borträge wurde auf einige Arbeitsgebiete der Notgemeinschaft hingewiesen. Geheimer Regierungerat Professor Dr. Straub, Professor der Medizin an der Universität München, sprach über„Bttamine, Hormone und Volks- gcsundhcit". Die Darlegungen.zeigten erfreulich deutlich, daß hier kein« zcitfremdc Gelehrsamkeit, sondern verantwortungs- »e wußte, sür das wirtliche Leben schaffende wissenschaftliche Forschung am Werke ist. Der Vortragende gab einen Ueberblick über die Be- deutung der Vitamine und Hormone. Die Erkenntnis der Rot- wendigkeit der Vitamine zur Erhaltung des Lebens und der Gesundheit besitzen wir, seitdem die Beri-Vcri-Krankheft, ihr« E»t- stchungsursache und ihr« Heitung erforscht wurde. Sehr neuen Datums ist aber die Feststellung, daß Vitamine dem Körper auch schädlich werden können, wenn sie nämlich im Ucbermaß zugeführt werden. Das zu wissen ist wichiig, nachdem heute bereits das anli- rachitische Vitamin rein dargestellt und in der Medizin verwendet wird. Rur der Arzt kann also eine besondere Bitominezusuhr für teil Körper richtig dosieren: die Eigenschaft des antirachitischen Vitamins, durch welche die Knochenbildung begünstigt wird, kann nämlich auch zu einer sehr unerwünschten Kalkablagerung in den Blutgefäßen führen, die dadurch spröde und brüchig werden. Auch die Anreicherimg der Kunstbutter mit Vitaminen, die heute angestrebt wird, um den gesundheitlichen Wert der Margarine den der Natur- bulter nahe zu bringen, wird infolgedessen nur unter genauer staatlicher Kontrolle der Margorincherstellung möglich werden, um Schädigungen für die Konsumenten zu vermeiden. Aus dem Gebiete der Hormönsorschung berichtete Geheimrat Straub ebenfalls über neueste Forschungsergebnisse. Besonders interessant dürften sür den Laien die Erkenntnisse sein, die die Wissenschaft über die vom Hirn- anhang produzierten Hormon« neuerdings gewonnen hat. Es zeigte sich, daß diese Hormone in engstem Zusammenhang mil Schwanger- schaft und Fruchtbarkeit stehen. Bei Schwangerschaft werden sie in größerem Maße vom Körper ausgeschieden und gestalten dadurch mit Sicherheit die Frühdiagnose der Schwangerschaft. Gleichzeitig trift aber bei der Ilederschwemmiing des Blutes durch diese Hormone sür gewisse Zeit Sterilität ein, so daß sich hier«in neuer und sehr vielversprechender Weg sür die Geburtenregelung auftut. Heber die Arbeiten für einen volkskundlichen Atlas berichtete Projeg« Dr. Irin«» von der Unioersuät Leipzig in seiaa» Bor- sind— vor S o w j e t r u ß l a n d! Als Mitglieder des Vorstandes dieser Vereinigung wurden aber die Sozialdemokraten Dr. Gumbel, Dr. Bcndix und Dr. Werthaucr genannt! Der Ausspracheabend über das Schnellgericht bestätigte oll« Er- Wartungen. Die„Internationale Juristische Vereinigung" ist zweifellos ein kommunistisches Unternehmen. Davon zeugte die Zusammensetzung der Teilnehmer des Aussprache- abends, die Persönlichkeiten der Referenten und Dis- kussionsredner und sckzließiich auch die Vorlegung von Sammellisten der JA H., die Auslegung von Ankündigungen eines kommunistischen Satirischen Abends und dsrgleichen mehr. Wenn die Kommunisten ihre„Internationale Juristische Vereinigung" haben müssen, warum bedienen sie sich dann der verhaßten Sozial- demokraten als Vorspann, um eine nicht vorhandene Ueberparteilickz- keit vorzutäuselzen? Wenig erfreulich war die Aussprache über das Thema„Schnell- nerfahren". Der Referent und ein Teil der Diskussionsredner zeigten sich von Sachkenntnis wenig getrübt. So wußte z. B. der kommu- nistische Rcchtsanwolt Dr. Löwenthol nicht, daß der Schnellrichter jedesmal, wenn ein Verbrechen zur Aburteilung steht, den Ange- klagten auf sein Recht hinweist, Im ordentlichen' Verfahren vom Schöffengericht abgeurteilt zu werden, und der al« Kommunisten- anwalt bekannte Dr. Apfel verstieg sich gar zur Behauptung, daß es wohl kein Staatsanwalt würde wagen, im Schnellgericht die Zlnwendung des 8 153 zu beantragen, der die Einstellung des Ver- fahrcns wogen Unbedsutendheit des Schadens vorsieht. Eigentümlich, daß die Kommunisten ihre Abneigung gegen das Schnellverfahren erst in dem Augenblick entdeckten, als die p o l i- tischen Rowdys vom Schnellgericht abgeurteilt werden sollten. Während der fünf Jahre, da die kleinen Leute zu Taufen- den vor dieses Gericht kamen, war es ihnen ganz schnuppe, wie es da zuging— höchstens, daß sich in den letzten Jahren hin und wieder in die Dircksenstraße einer ihrer Gerichlsberichterstatter verirrte. Sie sollten aber einmal die Angeklagten selbst befragen, wie diese über das Schnellverfahren denken— natürlich nicht die Kommunisten oder Nationalsozialisten. Da bekämen sie vielleicht zu hören, daß ?. B. die R ü ck s ä l l i g e n. deren Verurteilung sowieso unaus- blciblich ist, es vorziehen, anstatt in der Untersuchungshaft zu sitzen, ihre Strafe von, Schnellrichtcr zu bekommen: daß die w o h n u n g S- losen Angeklagten gleichfalls nichts dagegen einzuwenden haben, anstatt in Untersuchungshaft zu bleiben, sofort abgeurteilt«nd unter Umständen zu Händen der Sozialen Gerich tshilse entlassen zu werden: und daß die erstmalig wegen Vergehens und sogar wegen Verbrechens vor Gericht Stehenden bestimmt damit einvcr- standen sind, unter Zubilligung einer Bewährungsfrist sofort auf freien Fuß gesetzt und die Unterstützung der Sozialen Gcrichtshilsc zu genießen, deren Vertreter stets der Verhandlung beiwohnt. Die Frage, ob politische Vergehen vor das Schnellgericht kommen und unter welchen Voraussetzungen dies geschehen soll— das ist eine Frage für sich und soll in«inen, anderen Zusammenhang ausführlich erörtert werden. Unsinnig ist es aber— verschiedene Mängel des Schnellgerichts ohne weitere» zugegeben—, seine Aufhebung unter allen Umständen zu verlangen. Das Richtige wird wohl an jenem Ausspracheabend der Referent Dr. Fritz Löwenthal getroffen haben, als er im Bewußtsein, daß das Schnellgericht doch nicht mehr abzuschaffen sei, gewisse Forderungen aufstellte. Und sieh« da! Es waren dieselben Forderungen, deren Erfüllung der„Vorwärts" bereits vor mehr als fünf Jahren, sofort nach Einführung des Schnellgerichts, als unbedingt notwendig bezeichnet hatte— nämlich die Stellung eines Verteidigers nach Möglichkeit bei sämtlichen vor dem Schnellgericht abzu- urteilenden Fällen, erschöpsend« Rechtsbelehrung des Ange- klagten, Berücksichtigung seiner persönlichen Verhältnisse, Nicht- behinderung in der Verteidigung usw. Das Schnellgericht hat sich grundsätzlich bewährt. Es bedarf allerdings des weiteren Ausbaues im Interesse des Angeklagten wie der Allgemeinheit. trag„A u l dem Forschungsgebiet der Volkskunde". Cr zeigt« in Lichtbildern einige Kartenbläiter aus dem geplanten Atlas, der zum Teil recht überraschende Aufschlüsse über das deutsche Volkstum, feine Zusaimnenfetzung und sein« Verbreitung geben wird und der, wie der Vortragende betonte, geeignet sei» wird, Der- ständnis für die Gemeinsamkeit und die kulturelle Eigenart der einzelnen Volksgruppen Im deutschen Votk« zu wecken. Die Aus- führungen von Professor Dr. Konen- Bonn„A u s d e in G r e n z- gebiet von TechnitundForschung" zeigten in der Haupt- suche, aus welchen Gebieten des Bergbauwesens die Notgcmeinschaft ihr« Forschungsarbeit und Forschungsmitarbeit erstreckte. Diese Fragen, die gerade durch die letzien furchtbaren Katastrophen be- sonders aktuell wurden, wurden von dem Vortragenden allerdings nur sehr vorsichtig und rein wissenschaftlich berührt, ohne daß er irgendwelche neue» grundlegenden Ergebnisse oder wichtige praktische Neuerungen prophezeite. Charakter und Handschrift. Zentralinstitut sür wissenschastliche Graphologie. Am Mittwochabend fand in der Le ss i n g- H o ch s chu l e die Eröffnung des Jentralinstituts sür wissenschaftliche Graphologie statt. Der Direktor der Lessing-Hochschule, Dr. Ludwig Levin, begrüßte die Erschienenen. Die Lessing- Hochschule sehe, so führt« Dr. Leoin aus, ihre Ausgabe darin, den geistigen Strömungen der Zeit Ausdruck zu verleihen. Aus diesem Grunde habe sie den Wandlungen und Umwälzungen in der Psycho- logie und Eharakterologie Rechnung tragen wollen durch die Ein- richtung eines Instituts für die wissenschaftliche Forschung auf diesem Gebiete. 5)icraus sprach zur Einleitung sowohl des Instituts wie des ersten Kursus der 72 Jahre alte Grapholog« E r« p i e u x- I a m i n aus Roucn, dessen Werk„Handschrift und Charakter" schon im Jahre 1888 erschien und der als der Altmeister der Graphologie gelten kann, dessen gründlicher Vorarbeit die deutsche Graphologie den größten Teil ihres erfahrungsmößig gesunden«» Wissen» ver- dankt. Daran schlössen sich Ausführungen der Graphologin Frau Anja Mendelssohn, auf deren Anregung hin d!« Lessing-Hochschule sich zur Schaffung des Instituts enischlossen hafte. Den ersten Dortrag im Rahmen des Anfangskursu» hielt Erepieux-Iamin über das Thema:„Der erste praktisch« Unterricht in der Graphologie und die Entwicklung der Schrifi und des Charakters in den verschiedenen Altersstufen." An einer Reihe von Lichtbildern führte der Redner Beispiele der Entwicklung der Hand- jchrijt im Lause to menjchllcheu Löbens vor. Beim Kmde und bei j Flucht über die Alpen. Im Schnee verschwunden. Paris, 31. Lktobcr. Noch immer überschreiten italienisch« Flüchtlinge heimlich die Grenze und werden von den frnnzöstschen Grenzposten in Gmpfang genommen. Am Sonntag gelang es wieder vier italienischen Staatsangehörigen. den St. Bernhard zu überschreiten. Drei kamen glücklich bis zum französischen Hospiz, etwa drei Silo» metcr hinter der Grenze, während der vierte unterwegs vor Ermattung zusammenbrach und unter dem Schnee umgekommen sein dürfte. Am Dienstag trafen 30 Flüchtlinge ein, die denselben Weg zurückgelegt, aber keine Spur von ihrem verschollenen Landsmann entdeckt hatten. Da der letzte Schub der Italiener keine Arbeitsstelle in Frankreich hatte, haben ihn die französischen Grenzbehörden noch am gleichen Tage wieder über die Grenze zurückgeb rächt. Aazi-Blätter verboten. Schamlose Verhöhnung der Republik darf nicht straflos bleiben. Durch Verfügung des Obervräsidenien Haas in Kastel ist das nationalsozialistische„Frankfurter Voltsblatt" und die als Kopfzeltung ln Wiesbaden erscheinende„Rheinwacht", die beide seit dem 1. Ottober täglich herausgegeben werden, wegen Verstoßes gegen§ 13 des Rep»blikschutzg«s«tzes auf die Dauer von vier Wochen verboten worden. In der Begründung heißt es, daß diese Blötler vom Beginn des Erscheinens ab die republikanische Staatsoersastung und ihre Repräscmanten in heftigsten Formen angegriffen hätten. In er- höhtem Maße sei dies in den Ausgaben vom 15. Oktober durch deck Artikel„Volk und Führer" geschehen, der eine Verächtlichmachung der verfassungsmößig festgestellten republikanischen Staatsform des Reiches bedeute. Mit welch maßloser Frechheit diese Blätter die Republik be- geiferten, mögen die folgenden Eätz« aus dem oben erwähnten Artikel bezeugen: „In einem Löwen kann nicht das Hirn einer Ziege stecken, in einem Fisch nicht das Blut eines Bogels: ein arisches Volt kann keinen jüdischen Kopf haben. Der sogenannte Deutsche Staat, die Nooeinbsrrepublik, hat es sertiggebracht, diesen widernatürlichen Zu- stand zu schaffen. Unter dein Einfluß fremdvölkischer und fremd» rassiger Element« hat er einen Parlamentarismus ins Leben gerufen, der selbst in einem Lande von Zulukaffern und Buschmännern sür unmöglich gehalten würde." 3n Barcelona ist es zu einem blutigen Zusammenstoß zwischen Sozialisten und Kommunisten gekommen. Ein mit sozialistischen Ar- beitern besetztes Lastauto winde von einer Bande von Kommunisten mit Revolverschüssen überfallen. Der Chauffeur und ein Arbeiter wurden getötet, mehrere Arbeiter erlitten Verletzungen. Freitag, ZI. Oktober. Berlin. 16.05 Aktuelle Abteilun?. 16..30 Leipzig:: Konzert. 17.30 Prof. Dr. H. Rcichenbacli: Naturwissenschaften. 17.55 E. J. Aufriebt unj H. Fischer: Echtes und falsches Zcitthcäter. 18.20 Romantische Lieder nach Gedichten Lenaus, für Gesane und Klavier, op. 23, von Manfred Gurlitt(Uraufführung:).(Maria Hartow, Sopran. Flügel: der Komponist.) 18.35 Aewrlek» tersch:..TTtirnn erschlage*4(MdB SptWhaTte, ffMnwver�(tm Mikrophon: Bruno Schönlank). 18.55 Artur Wolff und E. Otto: Die wirtschaftliche Lage des Theaters. 19.10 Arbeitsmarkt. 19.15 Programm der nächsten Woche. 19.35 Chansons nach Texten. von Robert Schiftan.(Mitw.; Erika Helmke, Bruno Fritz, Flügel: Hans Sommer). 20.00 Wovon man spricht. 20.30 ,, Funkhaus in Berlin.4* Tcilübcrtracungcn aus; Deutsches Theater:..Der Sommernachtstraum"; Metropol-Theater:„Viktoria und ihr Husar"; Mallcr-Revue:„Die Csardasfyrstjn"; Deutsches Künstler-Theater:„Jim und Jili"; Nelson-Theater:„Quick". Nach den Abendmcldungen Abendunterhaltung. Königswustcrhansen. 16.00 Ob.-Stud.-Dir. Dr. Bolle; Die Pädagogische Arbeit des Preußischen Philologenverbandes. 16.30 Leipzig: Konzert. 17.30 Franz NabI liest eigene Dichtungen, 18.00 Wafmanur Die treue«featwfce Sfeenden Kapitalismus Izat er seinen„P a l a n g"(Stuttgart, Union, Deutsche Verlagsgesellschaft, 234 Seiten, Leinen 6 M.) er- sunden— einen Menschen, konzentriert aus Willen und Intellekt, kalt spielend mit Menschen, Konzerne� und Weltteilen, über Leichen hinschreitend und endlich aus einem Flugzeug in die leere Luft ausbrechend, auf der Suche nach einem Spruch des weisen Heraklit... Wi« aus Rebeln taucht auf, was einer erlebt haben mußte, um so zu werden, wie aus Rebeln, was die Welt nach ihm zu erwarten hat, und erzählt wird alles mit spitzen, knappen Worten, voll Geist, Witz und Einsicht. Höchstens, daß Herr Palang von sich selbst etwas zu viele große Worte macht,, weil ihm(oder dem Autor?) Mussolini allzu sehr imponiert, oder daß über Gewerk- schasten und Parlmnentarisimis gar zu überlegen abgesprochen wird, aber die bedeutende Konzeption des Buches wird dadurch nicht nennenswert geschädigt, es ist gescheit mrd unterhaltsam vom ersten bis zum letzten Wort. vr.-Mlreck KIcinberg. ßistimrck und der UorfldeulfrJie SSund Auf dem Wege zum Bismarckschen Deutschen Reich des Jahres 1871 ist der Norddeutsche Bund eine wichtige Station. Karl Lange unternimmt es, in semer Abhandlung: Bismarck und die Norddeutschen Klein st aaten im Jahr« 1866" (Carl-Heymanns-Verlag, Berlin 1936, 239 Seiten), gestützt auf sorgfältige Ouellenstudien, die Einfügung der norddeutschen Klein- staaten in das neue Gefüge des Norddeutschen Bundes darzulegen. Es zeigen sich olle Schwierigkeiten in der Lösung der„deutschen Frage", die Bismarck beharrlich und klug seiner Lösung ent- gegenführt. Die Verfassung des Norddeutschen Bundes mit dem allgemeinen und gleichen Wahlrecht war für di« Ansänge der deutschen Arbeiterbewegung gewiß«in Fortschritt. Andererseits trug die Bundesverfassung mit dem autokratischen Amt des Bundeskanzlers und der übermächtigen Stellung des Bundesrates die Keime der Auslösung bereits in sich. Die gesellschaftlichen Kräfte waren durch Bismarcks Konstruktion gehemmt. Ihr Durch- bruch war nicht hintanzuhollen. j. P. Mayer. Martin Andersen Ncxiis Roman„S t i n e Menschenkind", dcr seinerzeit im Romanteil des„Vorwärts" erschien, ist soeben im Berlag der Düchergilde Gutenbcrg zu einem Preise von 4,50 Mark erschienen. WAS DER TAG BRINGT aiMniiHiiiii:nniniiiiiinniiiuuiuiiiiiii:iiimiiiiiiiiimiuuii!;iniiiiuu!iiiminiiimiuiiiiuin/ WINTER. ULSTER guter reinwollener Cheviot in dunkler, bhugraucr und S Q dunkelbrauner Farbe„ M. Oy" WINTER- ULSTER aus blaugrauem, rcinwoR. 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Anny Ondra Die heiligen drei Brunnen mit Lais Trcnkcr Jugendliche haben Zutritt Odcon, Potsdamer Sh*. 75 W. 5, 7, 9 Uhr Stg. ab 3 Uhr Die große Sehnsucht mit Camilla Horn und 36 deutsche Filmlieblinge Jugendliche haben Zutritt Turmstraße 12 W. 5, 7, 9 Uhr Stg. ab 3 Uhr Das Lied ist aas mit Liane Haid, Willy Forst Alexanderstr. 39-40 (Passage) Den ganzen Tag geöffnet Der Korvettenkapitän m. Harry Licdtke, Maria Paadlcr, Fritz Kampers Jugendliche haben Zutritt j Westen j Primus-Palast Potsdamer Str. 19 Ecke Margaretensir. Uraufführg. d lust. Agfa- Tonfilms: Lanbenkoionie (Die lustigen Musikanten) mit Fritz Kampers, Camilla Spira, Hermann Picfaa, Erika Gläßner g frledrichstadt Franziskaner üeorgenstraBc(Ecke Friedrichstraße) II, 2, 5, 8, 11 Uhr Mein Himmelreich(Lustspiel) 12, 3. 6, 9 Uhr Neueste Kultur- n. Wochenschau Tonfilm: Ben|amine Gigli 12.30. 3 30, 6 30, 9 30 Uhr Tonfilm: Die große Sehnsucht i Horn I N O-T A F E L mit Camilla Die Kamera Unter den Linden 14 Täglich 3. 5, 7. 9 Uhr Im Sdhaflen d. Yonhlv«ra(Echter Japanfilm)— Die Wunder Adens j Moalslt 1 Artushof-Lichtspiclc Perleberger Straße 29 film- und BOhnensdiaa Madame Dobarry mit Emil Jannlnifs. Pola Negrl Bü.: 1 Std. Revue Wettlauf der Liebe Beiprogramm Wr>U Kinrv W 6.45, 9.oo. U. W eil-nmo s U. StF. ab 4 45 u. /Ut-5)oabit 99 IDOpror. Tonfilm Das alte Lied mit L. Dago»aa, ��Charlottenburg��p Kant-Lichtspiele Kant str. 54,(an der Wilmersdorfer Str.) W. 5. 7, 905 Uhr Stg 3, 5. 7. 9.05 Uhr Lust Tonfilmschlager: Bockbierfest Micky Maus Beiprogramm Schlüter-Theater Schlüterstr. 17 W. 5, 7, 9 Uhr Sonnt, ab 3 Uhr(Jugcndvorstcllung) Lumpenball mit Lilien. Kampers. A. Müller-Linke Tönende Wodientcban Atrium Beba-Palast T�/iRr' Sonnabends u. Sonntags 5, 7, 9,15 Uhr Kaiserallee, Ecke Berliner Allee Uraufführung: Pat nnd Patadbon al> Kunstsdiützen, ein stummer Film m.verstärkL Atrium-Ordiriter (Fieitag: Fat u, Patachon persönl. anwesend) Tonfilm: Kindcr-Rerne Jugendliche haben Zutritt W Schftneteurs Titania Schöncbg. stg5'.« Hauptstraße 49 lOOproz. Tonoper.; Die Drei von der Tanksiclle m. L. Harvey, W. Fritsch Tonwoche Alhambra Hauptstr. 30 Tonfilm 1 100 Tonfilm: Ein Barschenlied aus Heidelberg mit Betty Bird, Will Forst Beiprogramm W FrieciRnau W Kronen-Lichtspiele Rheinstr. 65 W. 7.9. So. ab 5 Uhr Tonfilm: Die große Sehnsuchi m. Camilla Horn u. 36 Prominenten Beiprogramm a stugiit«» Titania-Palast 5K4Ä.9U. Steglitz. Sqhloßstr. 5. Ecke Gutsmuthsstr. Tonfilm-Uraufführung; Leutnant warst du«tust bei den Hutaren m. M. Christians, Georg Alexander, Hermann Picba, Gustav Dieftl Tonwocfae. g ZettlcnHorf-Mlttu fc Zell Wochentags 6 30, VUhr Sonntags 5, 7. 9 Uhr Potsdamer Str. 50 Stg.2.30 jüg.-Vorst. Tonfilm: AfMrc Oreyfus m. Kortner, George, Gr. Mosheim Mä_ I i Marlendorter Wochenlg. 1 la- 1.1 Lichtspiele ab 7 Uhr ChausseestraBe 305 lOOproz. Tonfilm: O alte Burschen- herrlldikelt mit Werner FDilerer Bühnenschau Tempelhor Tivoli Berliner Str. 97 100 proz. Tonfilm: Das Lied ist ans mit U Haid W. Fant. L Südwesten Lichtspiele Südwest Blüchcrstr. 12 W. 5. So. 3 U lOOproz. Tonoperettc: Ein Tango für Dich mit Willi Forst, Ernst Verebes Fox-Tonwochc FUm-Paiast Kammersäle Teltower Str. 1 W.5, 7,9, Stg. ab 3 Uhr Tonlustspiel: Bodebierfest mit Ida Wüst, Micky Maus Sbd. 3. Stg.%12 Uhr: Auf Tigerjagd in Indien ■«■ Primus-Palast Am Hermannplatz, Urbansir. 72/76 Wochent 6.45, 9. Sonnt ab 3, 5, 7, 9.15 U Der erfolgreiche Stummfilm mit großem Orchester: Der Kuß mit Greta Garbo Auf der Bühne: 30 Minuten Internat. Variete Th. am Moritzplatz Beg: Wtg 5, 6 30, 9 Uhr Stg. ab 4 Uhr Kriminal-Tonfilm: Der Andere mit Kortner, George, K. ▼. Nagy Mldel ans U. S. A. mit A. Ondra N*uk«lin Mercedes- Palast Hermaqnstraße, Ecke Jägerstraße Anfang: Wchtgs. 6-45, 9, Stgs. 3, 5, 7. 9 U. Tonfilm; Das Lied ist ans mit Liane Haid Bühne; Revue: JazzBeber Ifs.lessle Wochent. 6,45, 9 U, IkUKUK Sonntags 3, 5,7,9 U, Kottbusser Damm 92 Kriminal-Tonfilm: Der Greifer mit Hans Albers Micky bei der Feuerwehr pY«.«>lclni. Wochent 6.45, 9 U CXCCISlOr sonnt 3, 5. 7, 9 U Kaiser-Friedrich-Straße 191 lOOproz. Tonfilm! Rosenpionlag mit Llen Deyers, M. Wlemann Beiprogramm Stern, Hermanmtralje 49 Wochentags 6.45, 9. Sonntags 3, 5, 7, 9 IL lOOproz. Tonfilm: Ein Walzer Im ßchlafconpö mit Lncle Englisch, Fritz Schulz Beiprogr. SOdonf w Filmeck Skalitzer Straße, am Görlitz er Bahnhof Beginn Wochentags: 6 30 und 9 Uhr Sonntags: 3, 5, 7, 9 Uhr. Das Lied ist an» mit Luisen-Theater Reichenbergcr Str. 34 Auf. W: 6 30 u. 9 U. Stg. 3, 5. 7. 9 U Das Lied ist ans mit Liane Haid, Willi Forst Bühnenscban -■-" 1*'-' � Stella-Palast Köpenicker Straße 11—14 Beginn der Vorstellungen; Wochtgs. 6.30, 9 V. Sonnt. Z. 5, 7. 9 U. Zu Jedem kommt einmal die Liebe mit Lil Degorer Bühnenschan Urania Wrangelstraße II T onfllm Variete W. 6 45, Stg 5 U. (a. d. Köpenicker Str.) lOOproz. Tonfilm: Westfront 1918(4 von d. Infanterie) Ohne Geld dnreh die Well Sternwarte— Treptow Sonn. 8 U und Sonntag 4, 6, 8 Uhr: Lalle, die Tochter des Nordens (Film) d_r-C.,_—«» Tön. Wochensch. «EriySlUm Prenzlauer Allee 56 W, 5,15,7.9,15. S. 3.15,5, 7.15, 915 Uhr Der große Kriminal-Tontilm: Oer Greifer mit Hans Albers Foxtönende Wochenschau Micky Maus bei der Feuerwehr Auf der Bühne: Georg Erl dt Schmidt in seiner neuen lustigen Szene ■ 0't*"■ Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Beginn der ersten Vorstellungen: Wochenig. 6 30, Sbd. 5, Stg 3Uhr lOOproz. Tonfilm: Rosenmoniag mit Llen Deyers, Math. Wlemenn Auf der Bühne; Zigenncrkönlg Bcrcseny, Cymbal-Vlrtnosln Beiprogramm Luna-Filmpalast wr Gr. Frankfurter Str. 121 Sig. 3 U. 5 U. Tonfilm: Das Lied Ist aus mit Liane Heid, WUly Forst Bühne: Prof. Mendelson n. seine 10 Cello-Solisten Schwarzer Adler Woch. S. 7. 8.45, Stg. 3, 5, 7, 8.45 U. lOOproz. Großtonfilm: Die Linden wlrttn m. Käthe Dorsch Beiprogramm � Comenius-Lichtspiele Memeler Straße 67 W. 6 30, 9. S ab 5 U Tonfilm: Mach mir die Well»am Paradies mit Anita Dorris, Güsia Ekman Flock und Flicky als Gladiatoren Concordia-Palast Andreassir. 64 W. ab 5 ü., Stg. ab 3 U. lOOproz Tonfilm: Die z örtlichen Verwandten mit Ralph A. Roberts Vikforia-Lichtbild-Th. Frankfurter Allee 48 Beiprogramm Woch. 5, ca 7, 8.45. Stg. 3, ca 5, 7. 8.45 U. 100 proz, Tonfilm: Das Rhcinland- mädel mit L. Englisch, W. Füiterer Jugendliche haben Zutritt AlKArnKfA Woch. ab 6 30 Uhr /vinamDra Sonnt. ab 4 ütrr Koppenstraße 29 Bühnenschau Die seltsame Vergangenheit der Thea Carter— Ton-Woche RÜhnc: Gr. Rcmc: Die Nacht der Nächte Kosmos-Lichtspiele Lichtenberg, Lückstraße 70 W 5. 7, 9 u., Stgs. 3, 5, 7, 9 U. lOOproz. Tonfilm: Die zärtlichen Verwandten mit Charl. Ander— Tonbeiprogramm Jugendliche haben Zutritt Kino Busch �.1» Alt-Friedrichsfelde 3 Beiprogramm Kehre zurück, alles vergeben mit Dina Gratia. Albert Faulig Falschmünzer mit Oskar Marion Schloßpark Film. Bahne Berliner Allee 206—210 Stg. V»3 Jgd.-V. Ton Operette: Die Csikosb&roneß Flick a.Flocky. Bü.: Opercttenrevae Bühnenschau ■■ AlllAmhrA Müllerstraße 136, /VinamDra Ecke Secsiraße lOOproz. Tonfilm Die vom Rummelplatz m.A.Ondra Beiprogramm— Bühnenschan Pharus-Lichtspiele Müllers tr. 142 W. 5. 7, 9 U. Stg. 3 U Jgd-V, lOOproz. Tonoperette: Die Drei von der Tankstelle mit Willy Friisch, L. Harvey Bciprogamm Marga-Lichtspiele Schulstraße 29 100 Proz. TonBli Oreyfus mit Kortner, George Der Kampf um die Frau Bühnenscban Prater-Lichispiel-Palast Kastanienallee 7-8 W. ab 5. Stgs. 3'/, U. Leutnant Ihrer Majestät mit Petrovlch Liebelet mit Evelyn Holl— Bühne Operette: Dte Mühle L Schwarz Waid Noack's Lichtspiele Brunnenstraße 16 Beginn 5 Uhr Tönender Großfilm: Die fliegende Flotte Der Doppelgänger— Bühnen schau PROGRAM M für die Zeit vom ZI. Okt. blt 3. Nov. Casin o-Lichtspiclc Brunnenstraße 154 Beginn 5 Uhr lOOproz Tonfilm; Die zärtlichen Verwandten mit Cbarl. Ander, H. Pauls en Bühnenschan Mila-Lichtspicl-Palast Schönhauser Alice 130 W. S1/», S. S1»» Nixchen mit H. Liedtke Die Nacht vor dem Tode BObnenschau Filmpalast Puhlmann Schönhauser Allee 148 W. 5, S. SVa U. Die große Sehnsucht mit Camilla Horn und 36 Prominente Bühne: Revue Colosseum sA ab V Lbr Schönhauser Alice 123 Tonhlmoperettc: Die Drei von der Tanksiclle mit Lilian Harvey, Willy Friisch Beiprogramm ■»»""«w■ Palast-Thcrtcr Breite Straße 21 a W, 6-30, 9, Stg. 4, 6.30, 9 100 proz. Tonfilm! Ein Bursdienlicd aus Heidelberg mit Willy Forst Beiprogramm- Bühnenschan Tivoli, Pankow Berliner Straße 27 W.6J0.9U., Stg.ab 4 U lOOproz. Tonfilm: Rosenmoniag mit Llen Deyers, Mathlas Wieraann- Tonbeiprogr. U Nledcrtchanhauien k Film-Palast TÄ;«.» Blankenburger Str. 4 So. 2'� Jed.-V. Wöchig 6 30, 9 U, So. 4 30, 6.45. 9 u Tonfilm: Der Greifer m. H. Albers, Ch. Susa Reichhaltiges Beiprogramm • TC9«'* Filmpalast Tegel Äf Stgs. 2 U Jgd.- Vorst. W.6, Stg. 4'.4 U Tonfilm; Csikosbaroncß mit G. Theimer, E. Verebes lugendliche haben Zutritt Lustiges Beiprogramm Tobls- Apparat «Kosmos" Filmbühne Hauptstraße 6 Beg. 6 Uhr, 8,30 Uhr 100 proz. Tonlustspiel: Bockbierfesi mit Trade Brionne Auf der Bühne: Gretel Hartmann mit ihrem Wanderpferd Melro-Palast tSilt Chausseestraße 30 100 proz. Tonfilm IMprBbFsrbe— lOOproz. Ton: Union-Theater Hauptstr W 6.8-/- Stg. 2 Jgd.-V. Stg. 4-/>. 6-ü. 8-, L Drama: Opfer seines Berufs Der Mann, der nicht Hebt Beg. W. 6. 8.3 l Stg. 4V«, 6>,. 8-< U. Berliner Straße 59 Stg. 2 U. Jag.-Vorsi. Tonfilm: Die vom R— ilslsli mit Anny Ondzn Filmpalast Nennenswerte Anhänger hat sie nur im Bezirk D r o n t h e i m und B e r g e n, wo sie die Arbeitersportbewegung spaltete. In beiden Gebieten ist eine neue und bundestreue Bezirksorganisotion aus- gebaut worden. Insgesamt hat der kommunistische Sportverband höchstens 140(1 Mitglieder, der Arbeitersportbund dagegen zählt 3 00 00. Die vor wenigen Wochen beim deutschen kommunistischen Sportverband ausgetretenen norwegischen Arbeiter- schwimmer waren nicht vom Arbeitersportbund, sondern vom kommunistischen'Verband. Nach übereinstimmenden Berichten der deutschen kommunistischen Presse waren die genannten Schwimmer große Versager. Der deutsche kommunistische Sportverband hat die Nachricht verbreitet, daß bei einem Auftreten von deutschen Kommunisten- sportlern in Oslo von Mitgliedern des norwegischen Arbeitersport- bundes die Polizei gegen die Deutschen geholt worden wäre. Das ist eine gemeine Lüge. Tatsache ist, daß die norwegischen Leicht- athleten des Arbeitersportbundes es ablehnten, mit den Kommu- nisten gemeinsam zu starten. Daraufhin wurde die vorgesehene Ber- anstaitung abgesagt. Als die deutschen Kommunistensportter mit ihrem norwegischen Anhang vor dem geschlossenen städtischen Sportplatz eintrafen, sprengten sie die Tore. Der städtische Verwalter des Stadions Hot die Polizei gerufen, die das Stadion wieder schloß. Am Schlüsse des Berichtes heißt es: In Norwegen steht man treu zum Verband. Es erübrigt sich, uns von feiten des deutschen kommunistischen Sportoerbandes einen„Dr. Ingenieur Friedmann" von Berlin im Luxusauto als Kommissar zu schicken. HaticO für Arbeitersport upb Kijrperpslrge. Bewirf Webdin». Montag. 3. November. 30 Uhr, Kartrtlsitzung,„gut Liude", Ufcrftr. 13. Bericht über Verüoudlungen. ZTSB. Bezirk Rruköltn: Treffpunkt zum Hallensportfest Lonnlag, Z. Ro- vrmber, 13-- Uhr, U-Bahn'Rathaus Neukölln.— jkanu-Bezirk: Beteiligung am Hallenspor'fest am z. November. Tourtstenvereti,.Dt« Natursrenobe", ehrnpve Prenzlauer Bora. Sonntag. 2. November. Zahlt nach Birtenwerder und weiter. Treffpunkt 8 Uhr Stettiner Borortbahuhof/ Achtung, Arbeiter-Fotoqitde! Der turnusmäsiig heute siattfindenbe Bor- trag„Optik" mutz umständehalber auf nächsten sZreiiag verlegt werden Nähere Bekanntmachungen im Dieustog.„Abend". Freie Rnderer-Berrinigung 1(113. Sitzung Freitag. 31. Oktober. 20 Uhr. im„Faletensteiner". Faltkensteinstr. 49. Bäfsinrudern jeden Btontag von 20 bis 22 Uhr in der Ruderanlage des Realgvmnaiiums Treptow. Nene ürug- aüee 14—16. Badeabrnd jeden Mittwoch, ab 20si Uhr, im Stadtbad Mitte, Sartenstratze. » Ccmssima Edeikoffi Wiekend Rheinland-Mischung hell und kandier; Prävaal feiner Brasilkaffee Brasil-Kaffee 15 Nur am Wochenende �(2" OsQS Weilere Preislagen: MK. 3.- 3.20 4-.- A.20 440 p. tb '•liPfd.Pakel. 1.90 mk. 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