BERLIN Mittwoch 5. Äovember 1930 10 Pf. Nr. 520 B 259 47. Jahrgang erschelattSslichaußer Sonntag«. Zugleich Abendausgabe de«.Vorwärts'. Bezugspreis 'beide Ausgaben 85Pf. pro Woche, Z.koM. pro Monat. Redaktion und Expedition; BerlinSWes.Lindenstr.s SficUauigaSe de* fr\£iWasd6 Anzeigenpreis: Die einspaltige Nvnrarcillczcil« 80 Pf., Reklamezeile S M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto: VorwärlS-Verlag G. m. b. H., Berlin Nr. 37526. Fernsprecher: Dönhoff UOL bis 207 polnisches aus Oesterreich Der Heimwehrfürst läßt Arbeiterführer verhaften V. Scli'. Wien, 5. November.(Eigenbericht.) Tic Hcimwehrrcgierung greift zu immer stärkeren Mitteln, um die sozialdemokratische Arbeiterschaft zu provozieren. Heute früh ist der Genosse Paul«chle- sing er, Abgeordneter von Wicncr-Neustadt und Per- traucnsurann der dortigen Metallarbeiter, wie man so- eben erst ersährt, festgenommen worden. Gestern abend hatte der Rechtsvertreter des Repu- blikanischen Schutzbundes in Wien der Wiener Polizei- dircktion Waffenlagcr der Heimwehr in Wien und Wiencr-Neustadt mit genauen Angaben der Adressen usw. angezeigt, der Polizeikommissar jedoch erklärte, daß er diese Mitteilungen nicht entgegennehme. Wien, 5. November. Die Haussuchungen noch Waffen wurden heule in den Arbeiter' Heimen und sozialistischen Parteihöusern f o r t g e s e h t. In B r u ck an der Muhr hat cme große Abteilung Militär, von (gendarmerie unterstützt, die sozialistischen'Parteilokalitätei, und auch einzelne Privathäufer der Parteijunkiionüre durchsucht. Die Stadt zeigt ein starkes militärisches Aussehen. Unter-der Arbeiterschaft herrscht große Unruhe, doch ist es zu ZwischensäUcn bis jetzt nicht gekommen. Im ganzen Industriebezirk von Wicncr-Neustadt wurden P r o t e st o e r s a m m l u n g e n der Arbeiterschaft gegen die 5)aus- suchungcn abgehalten. „Arbeiterzeitung" mit weißen Stellen. Nsue Beschlagnahme in Wien. Wien, 5. November. Die wiener„Allgemeine Zeitung" ist gestern wegen ihrer Kritik an den Haussuchungen bei der Sozialdemokratischen Partei wieder beschlagnahmt worden. Die zweite Auslage erschien mit zah>- reichen weißen Stellen. Die„Arbeiler-Ieitung" bezeichnet in einer Extraausgabe die Haussuchungen in ganz Oesterreich als einen von Vaugoin und Slarhemberg versuchten Wahlschlager, der angesichts de» Ausgebots der bewaffneten Staatsgewalt gegenüber einem geradezu kläglichen Ergebnis daneben gegangen sei. Dos Blalk ermahnt die Parteigenossen erneut, jede Unbesonnenheit zu vermeiden, die Anl- war! vielmehr am 9. November mil dem Stimmzcticl zu gebcn. Brückner organisiert Keilerei. Eine perle des„Dritten NeicheS". Schweidnitz, S. November. fEigenberichl.) 3it einer nationalsozialistischen Versammlung in Z o b t e n. in der am Dienstag der berüchtigte Gauleiter und jetzige Reichslags- abgeordnete Bruckner sprach, kam es zu schweren Zusammenstößen zwischen Nationalsozialisten und einigen Arbeitern. Lrücker hatte in seinem Referat die Führer der Sozialdemokratie und des Zentrums in der infamsten weise verleumdet und beschimpft, von Reichskanzler Brüning sprach er mir als von der„Z e n t r u m s- S r i l l e n- schlang c".„Lumpen. Landesverräter, vcrbrechergefindel"— das waren die politischen Argumente des nationalsozialistischen Reichs- logsabgeordnclen. 3n der Diskussion trat ihm der sozialdemokrotischc Parteisekretär Hoppe entgegen. Die Nationalsozialisten versuchten ihn mederzu- schreien, als er das wahre Gesicht der Nalionalsoziakisten zeichnete. Ein Arbeiter hatte sich am Saalende aus einen Stuhl gestellt, um besser verstehen zu können. Diesen harmlosen Vorgang benutzte der überempfindliche Versammlungsleiter, um den sich vollkommen ruhig verhallenden Arbeiter aus dem Saale zu weisen. Der Arbeiter kam der Ausforderung nicht sofort nach. Die Polizei hatte wegen des keinerlei Störung verursachenden Vorfalls keinen Grund cinzu- schreiten. Da übernahm Brückner die versommlungsleitung und gab der SA. den Befehl zur Räumung des Saales. Auf den Ruf„SA. kehrt!" schlug diese mit Gläsern und Stühlen auf die vollkommen ruhigen verfammlungsbesucher ein. Zn dem nun enl- stehenden Kampfe gab es zahlreiche verletzte auf beiden Seiten. Zwei Nationalsozialisten muhten ins Krankenhaus übergeführt werden. Die Verantwortung für den blutigen Vorgang trägt einzig und allem der nationalsozialistische Hetzer Brückner. Franzen überfiihrt! Berliner Polizeibeamte vor dem Braunschweiger Gericht: Kränzen gab Guth für Lohse! vor dem Landgericht in Braunschweig fand heute die ver- Handlung gegen den sozialdemokratischen„Volksfreund" statt, gegen den der Dr. Fronzen eine einstweilige gerichtliche ver- f ü g u n g erwirkt hatte, dahingehend, daß dem„Volksfreund" untersag! wurde, beleidigende Behauptungen gegen Dr. Franzen auszustellen und weiter zu verbreiten, bi» der Hauptprozeß eine endgültige Entscheidung brächte. Der„Volksjreund". vertreten durch den früheren sozialdemokratischen Ministerpräsidenten. Rechteanwalt Dr. Jasper, stellte gegenüber der einstweiligen Verfügung den Antrag, sie auszuheben und die kosten des Versahrens dem Minister v'r. Franzcn auszuerlcgeu. Die Verhandlung, die unter Leitung des Landgerichtsdirektors Boss« im Großen Schwurgerichtssaal stattfand, war von Publikum und Presse außerordentlich stark besucht. Dr. Franzen, der am Tage vorher im Braunschweigischcn Landtage erklärt hatte, daß er nicht beabsichtige, die Verhandlung auf das Vorhandensein der formalen Beleidigung zu beschränken, sondern daß er den größten Wert auf die tatsächliche Feststellung lege, daß sich die Beleidigungen auf falsche Behauptungen stützten, hatte eine Reihe von Zeugen geladen, um den„Fall Franzen" möglichst zu klären. Außer den vom Gericht geladenen Zeugen, dem Polizeimajor Heinrichs aus Berlin, dem preußischen Landtageabgeordneten L o h s e(Ratsoz.) und dem Landwirt Guth aus Schleswig-Holstein, waren vom Antragsteller Dr. Franzen geladen: die n a t i o n a l i st i s ch e n Reichstagsabgcordneten Thor- wählen und Mcyer-Quadde mit dem Polizeihaupt- mann a. D. Migge aus Berlin. Vom Antragsgegner waren gc- laden: Polizeiwachtmeister W e h r in a n n und Kriminal- a s s i st e n t Graf aus Berlin. Franzen mar auf Anforderung des Gerichts selbst zur Bcr- Handlung erschienen. Er wurde unterstützt durch den Rechtsanwalt Ruftenbach. Neben dein Rechtsanwalt Dr. Jasper waren vom „Voltsfreund" der verantwortliche Redakteur, brmnischweigischer Landtagsabgeordneter Thielemann und der Geschäftsführer des „Voltsfreund" erschienen. Rechtsanwalt R u st c n b a ch gab zunächst bezüglich der im „Bolksfreund" erschienenen Artikel«ine ausführliche Darstellung der Hitler bei Weißenberg .Sehen Sie, Herr Hitler: Wenn das Hakenkreuz nicht mehr zieht, dann versuchen Sie es ruhig mit meinem weißen Käse— es ist genau das gleichel" Vorgänge am Tage der Reichstagscröffnung in Berlin, die zu dem „Fall Franzen" geführt hätten. Das Ganze sei ein hormloser Vorgang gewesen. der zu einer wüsten Presschetze gegen Dr. Franzen vom sozial- dematratischen„Bolkzsreund" aufgebauscht worden sei, und zwar nicht nur von ihm allein, sondern auch von anderen iitt Freistaat Braunschweig erscheinenden sozialdemokratischen Kopsblättcrn dieses Verlages. Es seien in diesen Zeitungen Behauptungen talsächlicher Art ausgizstelli worden, die die Person Dr. Fpanzcns in der öffent- ' lichen Picinung herabsetzten., Dr. Franzen habe' zunächst geschwiegen, da der Mond ja auch nichts'dafür tonne, wenn der Hund ihn anbellt. Dann aber habe er' nach reiflicher Uebcrlegung die Zivil- t l a g c erhoben, weil es sich beim„Voltsfreund" um«ine offene Handelsgesellschaft handele, gegen die eine Beleidigungsklage ein juristisches Unding sei und weil der verantwortliche Redakteur Thiele-, mann als Abgeordneter den Schutz der Immunität genieße, eine Klage gegen ihn also, wenn nicht unmöglich, so doch schwer durch- zufechten sei. Rechisanwalt Dr. Jasper behauptete dagegen, daß die Tal- fachen, die zu den Beleidigungen geführt hätten, erweislich seien. Dann gab Dr. Franzen eine Darstellung der ganzen Vor- fälle am Abend des 13. Ottober auf der Polizeiwoche am Pots- damer Platz in Verlin. Diese unterscheidet sich nicht von dem. was er darüber bisher behauptet hat. Dr. Franzen erklärt, daß er den verhafteten Landwirt Guth nicht gleich identifiziert habe, polizcihauplmann Wehrmann als Zeuge gab eine w e s e n t- l i ch a n p e r e D a r st« l l u n g der Vorgänge auf der Wache. Bor allem sagte er aus, daß Dr. Franzen den Landwirt Guth unzweisel- hast als den Abgeordneten Lohse idenlisiziert Hobe. Aus die direkte Frage:„Erkennen Sie den verhasteten, ist das der Abgeordnete Lohse?" habe Dr. Franzen ohne Zogern geantwortet: „Za!" Bei dieser Behauptung bleibt der Zeuge auckz aus energischem Vorhalt von Dr. Franzen. Dieselbe Aussage macht ungefähr der folgende Zeuge, der Kriminalassistent Graf. Aus die direkte Frage, ob der verhaftete der Abgeordnete Lohse sei, habe Dr. Franzen gesagt:„Ja. das ist der Abgeordnete Lohse. Er ist ein Parteifreund von uns!" Erst später habe Dr. Franzen ihm persönlich gesagt- „Ich wollte den Guth nicht bloßstellen auf der Wache vor allen diesen Menschen. Es ist nicht Löhs e." hierauf trat eine Pause«in. Mißtrauensantrag abgelehnt. Labour-Mehrheit 31 Stimmen. L o n t» o n.!>. November.(Eigenbericht.) Der konservative Mißtrauensantrag gegen die Ar- beitcrregicrung wurde nach einer erregten Nachtsitzunq mit Ä81 gegen 250 Stimmen abgelehnt. Tarauf wurde die Thronrede gutgeheißen. Tic Labourpartei stimmte völlig geschlossen ab, auch die Opposition der Partei stimmte für die Regierung. Von dext Liberalen stimmten sechs Abgeordnete für die Regierung. Texiillohniai'if gekündigt. Die Llniernehmer bei der Abbauaktion. Köln, s. November.(Eigenberichl.) Der Arbeitgcberoerbond für die oberbergische Textilindustrie hat den Lohntaris und das Arbeitszeilabkommen sür die Textilindustrie im oberbergischen Bezirk zum Jahresende ge- kündigt. Das Ziel der Unternehmer dürfte eine Herabsetzung der ohnehin erbärmlichen Löhne sein. Gehaltskürzung ab Neujahr? Die Absichten der Zieichsregierung. In der gestrigen Verwaltungsratssitzung der Reichspoft hat Mimster. Schätze! von einer Kürzung der Beamten- g c h ä l t e r ab 1. Januar I9Z1 gesprochen. Er hat damit die Katze aus dem Sack gelassen und einen Plan enthüllt, der schon seit längerer Zeit die Reichsregierung beschäftigt. Urspriinglich war eine Gehaltskürzung von 6 Prozent, bei den Atinistergehältern und Abgevvdnetendiäten von 20 Prozent, ab ]. April 1931 vorgesehen. Inzwischen ist auf sozialdemokratischen Antrag die Kürzung der Diäten und diesem Beispiel folgend durch Kabinettsbeschluh auch die Kürzung der M i n i st e r g e h ä l t e r sofort eingetreten. Die sich daraus ergebenden Summen sind natürlich im Ver- hältnis zum Gesamtetat winzig, eine ernsthafte Ersparnis kommt dabei nicht heraus. Also kani nian aus den Gedanken, angesichts der großen Finanznot auch die Gehaltskürzung schon 3 Monate früher eintreten zu lassen, als ursprünglich vorgesehen war. Zur Ausführung dieses Planes bedarf es jedoch eines Reichs- g e s e tz e s. Der Reichstag tritt erst am 3. Dezember wieder zu- sammen: er müßte das Gehaltskürzungsgesetz in großer Eile erledigen, wenn es zu Neujahr schon in Krast treten soll. Einstweilen läßt sich aber noch in keiner Weise übersehen, ob und in welcher Form der Reichstag dieses Gesetz erledigen wird. Sowohl seine endgültige Gestalt wie der- Tennin seines Inkraft- trctens sind noch unbestimmt. Die sozialdemokratische Reichstags- fraktion wünscht eine sozialere Gestaltung durch Hinauf- setzung der Freigrenze und Staffelung der Abgabe nach der Ge- haltshühe sowie stärkere Heranziehung der großen Einkommen und Vermögen aus der Privatwirtschaft. Sie wird bestrebt sein, den Beamten, besonders den unteren und kinderreichen, all« Lasten fern- . zuhalten, die tragfähigeren Schultern auserlegt werden können. Die sozialdemokratische Rcichstagssraktion hat natürlich auch nicht deshalb den sofortigen Diätenabzug um 29 Prozent beantragt und durchgesetzt, weil sie etwa einer verfrühten Gehalts- kürzung Vorspanndienste leisten wollte. Man kann eher sagen, daß ihre Absichten die entgegengesetzten waren. Die Regierung hatte Diätenkürzung und Ministergehallskürzung um 20 Prozent und sonstige Gehaltskürzung um 6 Prozent zu ein und demselben Termin, dem 1. April 1931, in Aussicht genommen. Der Reichstag hat sich nun durch den Beschluß, den er auf sozialdemokratischen Antrag faßte, selber aus diesem Zusammenhang herausgelöst. Er hat seinen eigenen Mitgliedern die ihnen zugedachten Lasten sofort auf- erlegt, und er kann jetzt zur Frage der Beamtengehälter Stellung nehmen, ofjne daß gleichzeitig auch Privatinteressen der Abgeordneten berührt werden. Der Reichstag wird zu beschließen haben, was aus den ge- planten Abzügen wird und von wann ab sie erhoben werden sollen. ZMchsrai und Finanzprogramm. Die Ausschüsse beraten. Die R e i cchs r a t s a u s s ch ü j s e beginnen heute vormittag um 10 Uhr die Beratung des Finanzprogramms' der Reichsregierung. An der heutigen Beratung werden auch der Reichskanzler, sowie andere Kabinettsmitglieder wieder teilnehmen. Aus, Vorschlag der Reichsregierung wurde einstimmig ein Arbeitsplan für die Erledigung des Wirtschasts- und Finanz- planes- darckf den Reichsrat beschlossen. Mit der sofortigen Cinzelberatung der verschiedenen Vorlagen ist bereits heute begonnen worden. Der Rcichshaushaltsplan 19Z1 wird im Laufe der nächsten Woche beraten werden.. Die Verabschiedung des ge- samten Wirtschasts- und Finanzplanes ist für eine Vollsitzung des Reichsrats am 20. November vorgesehen. Di« Andeutung deutschnationaler Organe, daß die Regierung die Erledigung des Programms durch Notverordnung in Krast setzen wolle, wird von Regierungsseite als völlig unzutreffend bezeichnet. Die Dorlagen, so heißt es. werden aus dem Reichsrat den ordnungsmäßigen Weg in den Reichstag gehen. Aktionäre fordern Preisabbau. BrikettpreiSdebatte auf der Generalversammlung der Bubiag Auf der Generalversammlung der Braunkohlen- und B r i k e tt i n d u st r i e A.- G.(Bublag) in Berlin kam es auch diesmal wieder wie schon in den letzten Jahren zu sehr deftigen Auseinandersetzungen zwischen Aktionären und der Di- rettion. Während in den, früheren Jahren die übertriebene Gewinn- a n h ä u f u n g bei der Bubiag, die neben der Ilse einer der , Mächtigsten Braunkohlenkonzerne im»stelbischen Revier ist, die Ursache der Unzufriedenheit bei den Aktionären blldete, kam diesmal inmitten der Preissenkungskampagne eine neue Note in die Debatte. Unter Hinweis auf die riesigen Halden- bestände der Braunkohlensyndikate und die anhaltende Absatz- st o ck u n g rechnete«in Aktionär der Verwaltung vor, daß in der Vorkriegszeit ein Zentner Briketts 90 Ps. bis 1 M. kostete, während der jetzig! Briketlpreis 1,75 bis 1,78 Mark je Zentner betrage, während also der Lcbenshaltungsinder bereits bis aus 140 Proz. gegenüber der Vorkriegszeit ermäßigt werden konnte, Halle sich der Preisindex der Briketts immer noch aus der enormen Höhe von 180 Proz. gegenüber 1914. Der Aktionär forderte im Interesse der notleidenden Bevölkerung und natürlich mich im Interesse der Absahverbesserung bei den Lraunkohlenunlernehmungen eine freiwillige wirksame Preissenkung. Die Entgegnungen des Aufstchtsratsvorsitzenden Dr. Oppen- Heim e r und des Generaldirektors Büren waren äußerst inter- cssant. Die Herren rechneten der Generaloersammlung vor, daß die Braunkohlenwcrke selbst bei einem Brikettpreis von 1,7S Mk. nur 65 Pf. je Zentner erhielten. Die Differenz entfalle auf Fracht, Abfuhr und Zubringung. Die Herren vergaßen, hierbei nur zu erwähnen, welche Prosite bei den Syndikaten mit ihren eigenen Werkshandelsfirnicn und den verschiedenen Instanzen des Zwischenhandels hängen bleiben. Der Hinweis des Borptzenden, daß die Syndikate die Preise festsetzten und nicht die Werke, ist natürlich insofern Unsinn, als die Syndikate sich aus den Per- Iretern der einzelnen Werke zusanimensetzen, so daß die Zlnregung einer weiteren Preisvekbilligung natürlich sehr gut von einem so einflußreichen Werk, wie der Bubiag, ausgehen kann.% Sehr bezeichnend für die„O�ferbereitschast" in lluiernehmer- kreisen war die Beanlwortung der Aktianärsforderungcn aus Abbau der hohen Aufsichtsratslantiemen. Der Vorsitzende des Aussichlsrates erklärte rund heraus, daß vor einem Lohnabbau an elne Senkung der Austichtsratslanliemen überhaupt nicht zu denken sei. Dieser vergleich der schwer erarbeiteten kargeu Bergarbeiterlöhne mit dea im Zlebenverdiensl mühelos erworbenen fetten Aufsichtsrals- taniiemen kann nur al� eine freche Herausforderung der Braun- kohlenarbeiter bezeichnet werden. Wieviel Opfer g, Viele Kragen ul Von unterrichteter Seite werden wir um die Aufnahm« des folgenden gebeten: Am 21. Oktober ereignete sich das Alsdorfer Grubenunglück. Seitdem sind vierzehn Tage vergangen und die genaue Zahl der Todesopfer steht immer noch nicht fest, wie den verschiedensten Meldungen zu entnehmen ist. Di« Abendausgab« der„Kölnischen Zeitung" vom 31. Oktober meldete u. a. folgendes: „Von den Verletzten des Alsdorfer Grubenunglücks, die im Eschweiler Krankenhaus lagen, ist wieder einer gestorben. Bei den Auf- räumungsarbeiten ist noch ein Toier unter Tage geborgen. Es war ein Bergmann, der hier keine Verwandten besitzt und insolgedessen auch nicht als vermißt gemeldet worden war." Hat denn dieser Bergmann nirgends gewohnt? Das Nicht- wissen des Vermißtseins wird zu dumm entschuldigt, als daß es glaubhaft erscheineir'konnte. Das Rätsel über die Zahl der Todes- Opfer ist nach einer anderen Meldung aber noch größer geworden. Es wird zunächst festgestellt, daß die Zahl der Toten 265 beträgt und noch weitere 17 Bergleute ver in ißt werden und dann fortgefahren: „Die Verwaltung glaubt, daß die 17 Bermihten nicht unbedingt als tot zu betrachten sind. Es kann vielmehr angenommen werden, daß einige von ihnen nach Hause gegangen sind und sich bisher bei der Verwaltung noch nicht gemeldet haben. Zweifellos befindet sich aher ein Teil dieser 17 Bergleute noch tot im Bergwerk." Das klingt sonderbar.„Nur" noch 12 Bergleute werden ver- mißt, über deren Schicksal die Grubenverwrltung nichts Genaues zu berichten weiß. Was ist das für eine Verwaltungsordnung? Jeder Bergmann erhält beim Betreten des Grubengeländes, also vor der Arbeitsäufnahm«, eine Kontrollmarke mit be- stimmter Markennummer. Mit dieser Nummer begibt er sich vor der Sinsahrt zur Lampenausgabestelle, wo er die Kontrollmarke abzugeben hat und dafür die Grubenlampe, die mit der- England zwischen Rom und Paris Anschluß an den Flottenpakt gescheitert. Paris, 5. November.(Eigenbericht.) Die am Dienstag stattgesundene Unterredung zwischen Briand und dem englischen Botschafter in Paris soll, wie die Presse be- richtet, der Flottenabrüstung gegolten haben. Entgegen seiner bis- herigen Haltung scheine England jetzt plötzlich Wert darauf zu legen, daß Frankreich auch ohne Rücksicht auf Italien der Londoner Flottentonvention zwischen England, Amerika und Japan beitrete. Briand habe diese Forderung abgelehnt, da damit jede Aus- ficht auf eine Verständigung mit Italien unmöglich würde. Frank- reich sei entschlossen, während der Genfer Abrüstungskonferenz noch einmal einen letzten Versuch zur Einigung mit Italien zu unter- nehmen—, einen Versuch, von dem das„Echo de Paris" sagt, er sei„nach den Provokationen Mussolinis beinahe übertriebene Lang- mut, die schowin Schwäche auszuarten drohe" Die Vermittlung des amerikanischen Botschafters Gibson zwischen der-fra«zösischeu und der italienische» Regierung soll, nach übereinstimmenden Mitteilungen der Pariser Presse, mit dem Vor- schlag geendigt haben, daß die beiden Regierungen unabhängig von- einander offiziell« Erklärungen veröffentlichen, in denen sie das Höchstmaß ihrer bis.1936 in Aussicht genommenen Flotten- rüstungen bekanntgeben. Das„Echo de Paris" nennt das einen Mißerfolg, denn entweder werde- sich Italien darauf be- schränken, die von Frankreich angegebenen Ziffern sich einfach zu eigen zu machen, womit das Abrüstungsproblem unverändert bleibe, oder aber es gebe niedriger« Ziffern an und gestehe damit ein, daß es nicht imstande sei, die Parität mit Frankreich durchzuführen. Die zweite Möglichkeit sei jedoch außerordentlich unwahrscheinlich. Stalin stürzt und ernennt. Handelskommtssar Frumkin beseitigt. Moskau, 5. November. Nikolaus Jans on ist zum stellvertretenden Vorsitzenden des Rats der Volkskommissare der RSFSR.(Jnnerrußland) ernannt worden mit Belassung in seinem Amte des Iustizkommissars. Andrei Lefchawa wurde von seinen Amtspflichten des stellvertretenden Dorsitzenden des Rats der Volkskommissare der RSFSR. entbunden und zum Mitglied des Kollegiums des Handelskommissariats der USSR. und zum Direktionsoorsitzenden des Fischsrusts ernannt. Moses Frumkin wurde von seinen Amtspflichten eines Mitgliedes des Kollegiums des Handelskommissariats und des Direktwnsvor- sitzenden des Fischtrusts entbunden. „Kridericus" in der Reichswehr. Merkwürdige Verfügung Groeners./ Hakenkreuzblätter hatten sich darüber beschwert, daß der Wehr- kreiskommandeur I in Königsberg, General von Bonin, in Anbetracht der Zeitumstände die Weisung erteilt hatte, Reichswehr- k a p e l l« n sollten bei Konzerten die Märsche„F r i e d e r i c u s Rex" und„Die Flagge Schwarzweißrotl nicht spielen. Der Reichs w ehr min lster hat jetzt diese Anordnung ausgehoben, so daß bei Reichswchrkonzerten die beiden Monarchistenmärsche„selbstverständlich" gespielt werden dürfen.- Reue Razilüge zerstört. Wie republikanische Beamte verleumdet werden. Die nationalsoziali st ische Fraktion des Preußischen Landtags machte sich in einer Kleinen Anfrage schwere Vorwürfe der„Lausitzer Lairdeszeitung" zu eigen, in der behauptet worden war, Regierungspräsident Dr. F i tz n e r in Frankfurt a. d. O. habe von angeblichen Unregelmäßigkeiten in der Kassenführung des Ar- beitsanckes in Eisleben gewußt, ohne dagegen einzuschreiten. Das Staalsministcrium wurde gefragt, ob ihm diese Vorwürfe gegen Dr. Fitzner bekannt seien. Wie der preußische Minister des Innern in Beantwortung der Anfrage mitteilt,„e n t b e h r e n die in der„Lausitzer Landeszeitung" gegen Regierungspräsident Dr. Fitzner in Frankfurt a. d. O. er- hobenen Vorwürfe jeder Begründung. Dr. Fitzner hat in seiner Eigenschaft als früherer Landrat des Kreises Eisleben, obwohl ihm ein Aufsichtsrecht sibcr das dmnals bereits zur Reichs- Behörde gewordene Arbeitsamt an sich nicht zustand, bei der ersten Nachricht von angeblichen Unregelmäßigkeiten in der Kassensiihrung des Arbeitsamtes in Eisleben sofort schriftlich eine R e v i s i o u der b es in Alsdorf? ) keine Antwort selben Nummer versehcn ist, e m p s ä n g t. Somit ist auf einem ordnungsgemäß geleiteten Bergwerk eine doppelte Kontrolle über die Ein- und Ausfahrt der Bergleute. Oder ist das beim Eschweiler Bergwerksverein, mit seiner bis 1942 garantierten 14prozentigen Dividende für die Aktionäre, aus Sparsamkeitsgründen nicht der Fall? Wenn dem so sein sollte, dann hätte nicht nur die Gruben- verwallung, sondern auch die aussichthabende Bergbehörde ihre Pflichten gröblichst verletzt. Nun ist bekannt, daß die furchtbare Katastrophe auch einen Teil der Tagesanlagen zerstört hat. Da entst.'ht die Frage, ob die Kontrollmarken- und La in penausgabe stelle ge- m einsam durch die Explosion vernichtet wurden. Wenn ein« dieser Stellen erhalten blieb, dann mußt« nach dem Un- glück sosort festgestellt werden können, wieviel Bergleute und welche zur Arbeitsaufnahme eingefahren waren. Im höchsten Maße zweiselhaft erscheint ,die Annahme, daß von den Vermißten welche nach Hause gegangen seien und sich in diesen vierzehn Tagen noch nicht gemeldet haben sollten. Das wäre ein unerklärliches Verhalten, das mit keinem Grund entschuldigt werden könnte. Es muß nach allem, was man so über die Katastrophe von Alsdorf hört, angenommen werden, daß die noch vermißten 17 Berg- leute nicht mehr zu den Lebenden gehören. Damit würden sich die Todesopfer dieses Unglücks auf 282 erhöhen: „Sie wurden verbrannt, erschlagen, Im Schachte sie erlagen Der Elemente Wut. Wer aber hat's verschuldet? Hat die Gefahr geduldet? Auf wen kommt dieses Blut?" Das sind Fragen, die neben der Ungewißheit über die Zahl der Todesopser bisher auch noch unbeantwortet blieben. Kasse gefordert, die— wie in dem Strafverfahren festgestellt wurde— auch tatsächlich vorgenommen worden ist. Die dem Regierungspräsi- deuten Dr. Fitzner in den Mund gelegte, auf eine Vertuschnr.z der vorgekommenen Unregelmäßigkeiten abzielende Aeußerung ist frei erfunden." Der Waschlappen. Eine vielsagende Antwort des Abg. Kube. Es gibt eine Frage, auf die der Nationalsozialist Kube sehr ungern Antwort gibt: nämlich wo er, der im Jahre 1887 geborene Sohn des Sergeanten Richard Kube, sich während des Krieges aufgehalten hat. Als Kube sich am Dienstag im Landtag erdreistete, in der Art der Nazis gegen den.Landesverrat" der Sozialdemokratie zu zetern, erscholl aus der Sozialdemokratis i en Fraktion wiederholt die Frage:„W o waren Sie denn im Kriege?" Herr Kube versuchte diese peinsjche Frage erst zu übe- hören. Sie wollte jedoch nicht verstummen. Da glaubte Herr K-;-;-. wie das keiner Gepflogenheit entspricht, sich.mfist einer SchltLW lest aus der Verlegenheit zu helfen, indem er zurückrief: ,.D a hat: ich Severings Windeln gewgschen." Den Sinn dieser geistreichen Antwort begriff erst niemand. Dann aber erscholl die stürmische Antwort:„Also W a s ch l a p p e ni" Denn nichts anderes hat dieser Nachkriegsheld ofsenbar ausdrücken wollen, als daß sein Heldenmut während des Krieges der eine Waschlappens gewesen ist. Selbstkritik. Bekenntnisse einer schönen Geele. Ein Glück, daß der„Angriff" Tageszeitung geworden ist. Nun "kann man sich doch wenigstens täglich der völkischen Scherze cr- freuen, die um so besser sind, je ungewollter ihre Selbstironie zutage tritt. In der Fortsetzung eines biographischen Romans „M i ch a e l", der in schwülstigen Tiradcn„ein deutsches Schicksal" tagebuchartig zu schildern sich abmüht, heißt es wörtlich:„Was studiere ich eigentlich, alles und nichts. Ich bin zu träge und, glaube ich, zu dumm für Fachwissenschaft." Wir haben dieser Selbstkritik wenig hinzuzufügen. Der Verfasser dieser Biographie heißt Joseph Goebbels. Do X-Kahrt nach Amsterdam. Gesamtlänge SSV Kilometer. Allenrhein, 5. November. Das Flug schiff Do X ist heute vormittag 11.30 Uhr gestartet. Die Maschine machte zunächst einige Schleifen über dem See und setzt« dann ihren Flug in Richtung Konstanz fort Die Flugroute wird sein: Konstanz, Basel, weiter voraussichtlich Karlsruhe und den Rhein abwärts. Der Flug nach Amsterdach wird ohne Unterbrechung durchgeführt. Die Strecke Altenrhein bis Amsterdam beträgt etwa 880 Kilometer. In Köln wird versucht werden, aus Welle 850 mit dem Westfunk eine Unterhaltung zu führen. Außer der Besatzung sind keine Fahrgäste an Bord. Güterzug fährt m Arbeiter-Krastwagen. Zehn Bergarbeiter verleht. Köln, 5. November. In der vergangenen Nacht fuhr ein G ü t« r z u g mit geringer Geschwindigkeit beim Haltepunkt Grebben(Kreis Heinsberg) an einem Uebergang in«inen mit Bergarbeitern besetzten Kraftwagen. Zehn Bergleute wurden verletzt, davon fünf schwer. Neun Verletzte wurden in das Krankenhaus in Heinsberg eingeliefert. Zuchthaus für einen Schlachthofdirektor Wegen Urkundenfälschung, Bestechung und Betrug. Sleikin, 5. November. In dem seil einigen Tagen verhandelten Prozeß gegen den früheren Schlachthofdirektor Dr. Basel wurde jetzt das Urleil verkündet. Dr. Basel wurde wegen forkgesehter'llntreue. schwerer Urkundenfälschung. Bestechung und Betrug zu 3 Iahren Zuchthaus veruleill. Außerdem wurde auf Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechlz auf die Dauer von 3 Iahren erkannt. Die Bestechungsgelder wurden als dem Staat verfallen erklärst Neuwahlen in Amerika Niederlage der Republikaner und„Nassen"- Nemokratischeparlamentsmehrheit? New Jork. S. November. lEigenbericht.) Im Slaaie New Jork errangen die Demokralen einen überwältigenden Wahlsieg. Gouverneur N o o s e v e l t wurde mit einer Nlehrheit von SZ0 000 Stimmen über den republikanischen Kandidaten T utile wiedergewählt. Sämtliche demokratischen Wahllisten im Staate New Dork sind siegreich. Der demokratische Sieg übertrisst die kühnsten Erwartungen und wird von den republikanischen Gegnern als eine Sturmflut bezeichnet. Die Wahlbeteiligung oerlies trotz des den ganzen Tag anhaltenden strömenden Regens lebhaft und geordnet. Die republikanische Partei war durch die Prohibitionssragen und die Aufstellung trockener und nasser Kandidaten gespalten. Roosevelt war selbst in den absolut sicheren republikanischen Wahldistrikten siegreich. Die Gesamtergebnisse für das Abgeordnetenhaus und den Senat im Staate New Jork stehen noch aus. jedoch ist der Sieg der Demokraten und die eventuelle Eroberung der Parlaments- Mehrheit kaum zweiselhoft. Aehaliche Erfolge der Demokraten sind im ganzen Lande zu verzeichnen. Die absolute demokratische Mehrheit im Sundesparlamenl erschein« nach den Erklärungen des demokratischen parteivorsitzenden Shouse gesichert. Die Senatswahlen zeigen eine ähnliche Richtung, wobei die Republikaner nur mit Mühe die zuverlässigsten Wahldistrikte halten. Der Ex-Dotschaster M o r r o w wurde mit beträchtlicher Mehrheit zum republikanischen Dundessenator für New Zersey gewählt. New Park. S. November. Nach den um Z Uhr morgens vorliegenden Ergebnissen haben die Republikaver lOS. die Demokraten 141 Sitze im Repräsentantenhaus errungen. Obwohl die Sozialisten die grötzte Sllmmenzahl seit ISM erhielten, ist keiner ihrer vier Kongretzkandidatcn in New Park gewählt worden. New Jork, 5. November. Nach den bis 11 Uhr MEZ. vorliegenden Ergebnissen haben die Demokraten bei den Wahlen zum Repräsentant nhaus 17?. die Republikaner 1S5 Mandate erhalten. SZ Ergebnisse standen noch aus. Im Senat haben die Republikaner 47. die Demokraten 45 und die Farmer 1 Sitz errungen: zwei Mandate sind noch unentschieden. Die„Nassen" marschieren vor. Amerikawahl gegen Vi- proh bition. New Pork, 5. November. Die demokratische Presse feiert Rooseoclts Sieg mit einer Mehr- heit von über einer halben Million Stimmen als„L a n d s l i d e". Tatsächlich erzielte Roosevelt eine Rckordmehrheit. Soweit die Ergebnisse aus dem Lande vorliegen, hat sich eine starke Mehrhest für die Aufhebung der staatlichen Prohibitons- gesetzgebung in Illinois, Massachusetts und Rhode Island ergeben. In Illinois unterlag die republikanische Senatskandidatin, die bekannte Millionärin Ruch Anna MeCormick, gegenüber denk früheren langjährigen demokratischen Senator James chamilton Lewis/ der mehr als die doppelte Stimmenzahl erhielt. In New Jersey siegte der republikanische Senatskandiat M o r r o w mit großer Mehrheit. In den Kongrehwahlen kommt gleichfalls, abgesehen von den S ü d st a a t c n, die Abneigung gegen die Prohibition zum Ausdruck. Sogenannte nasie Kandidaten wurden ohn�i Rücksicht auf ihre Parteazugehörigkeit wiedergewählt. Um Mitternacht waren von 435 Wahlkreisen 184 Ergebnisse bekannt, und zwar sind 75 Re- publikaner und 109 Demokraten gewählt. In Wisconsin wurde Phil. F. L a f o l l e t t c, der jüngste Sohn des verstorbenen Senators Robert Lasollette, mit großer Mehrheit als republikanischer Gouverneur gewählt. Berlins Spende. Hilfe für die Opfer von Alsdorf und Maybach Die Stadtverordnetenversammlung hotte durch Annahme eines sozialdemokratischen Antrages den Magistrat ersucht, eine Summe zur Unterstützung der vom Alsdorser Bergwerks- unglück Betroffenen zu bewilligen. Inzwischen hat sich das neue Unglück aus der Maybacher Grube ereignet. Der Magistrat hat deshalb in Erweiterung des Dorschlages der Sladtverordenten- Versammlung beschlossen, für die von den beiden Grubcnkakastrophen betrossenen Hinterbliebenen einen Betrag von 20 000 Mark aus gemeinsamen Borbehaltsmitteln zu bewilligen. Der Betrag soll an die Reichsregierung zur weiteren Verfügung gezahlt werden Der Magistrat bittet die Stadtverordnetenversammlung in einer Dringlichkeitsvorlage, dem Beschluß beizutreten Schlechtes Fleisch im Handel? Fünfzig Zentner Aleischwaren beschlagnahmt. Braunschweig. 5. November.(Eigenbericht.) In der Fleischwarenfabrik Otto Struck in Gliesmarode, die dem Karstadt-Konzern angehört, ist der Leiter von Beamten der Staatsanwaltschaft und der Kriminalpolizei verhaftet worden. Bei der etwa zweistündigen Kontrolle wurden durch die Sach- verständigen Fleisch- und Wurstwaren der verschiedensten Art im Gesamtgewicht von 48 bis 50 Zentner beanstandet und be- schlagnahmt. Das Vorgehen der Polizei sfiitzt sich auf eine Anzeige, wonach minderwertige Fleischwaren hergestellt worden seien. Die Leitung der Fabrik nimmt an, daß es sich um den Racheakt eines ehemaligen leitenden Angestellten handelt. Zwei bekannte braunschweigische Nahrungsmittelchemiker, von denen einer im Vertragsverhältnis zu der Firma steht, haben erklärt, daß die Waren keineswegs verdorben, sondern sür den menschlichen Genuß geeignet seien. Trotzdem wurden die beschlagnahmten Fleisch- waren einer Abdeckerei überwiesen. v Max Held gestorben. Eine Enie vom Niederwald. Aufgelegter„nationaler� Schwindel. Durch eine Reihe bürgerlicher Blätter geht mit wechselnden Ueberschriften und Angriffen auf die Sozialdemokratie folgende Notiz, die wohl zuerst in der„Schlesischen Zeitung"(Breslau) veröffentlicht wurde:' „Nicht etwa... oder„Nationale verlumpung". In der Zeitschrift„Die Gemeinde", herausgegeben vom Parteivorstand der Partei des preußischen Ministerpräsidenten wird über eine sozialdemokratische Kommunal- t a g u n g am Rhein, zu der auch Franzosen eingeladen waren, derichtet: „Man stieg die hänge des Niederwaldes empor Ab r an- gesichts des(deutschen National-) Denkmals sang man nicht etwa: „Sie sollen ihn nicht haben, den. freien deutschen Rhein", sondern die Hände schlössen sich zu einer Kette zusammen und fremde und deutsche Delegierte sangen brüderlich ver- eint die Internationale." Pfui Teufel über solche nationale Verlumpungl hätte sich in Wirklichkeit ein solcher Vorfall zugetragen, wir hätten nicht den geringsten Grund, ihn zu verheimlichen oder uns seinetwegen zu entschuldigen. Wie aber steht es mit den Tatfachen? Dazu ist festzustellen, daß in den bis jetzt vorliegenden sieben Jahrgängen der Zeitschrift„Die Gemeinde" auf keiner Seite ein solcher Bericht gedruckt wurde. Ja, es ist nicht einmal im Rheinland eine solche sozialdemokratische Kommnnalkonferenz be- kannt, bei der' mit ausländischen Delegierten ein Aufstieg zum Niederwalddenkmal unternommen wurde. Die Geschichte ist einfach erfunden! Pfui Teufel über solche nationalistische Verlumpung! Brandkaiaflrophe im Filmlager TS Personen in den Flammen umgekommen Bangkok, 5. November. Bei einem Brande in dem Lager einer Filmgesell» schuft sind acht Frauen und sieben Kinder ums Leben gekommen. Tic Getöteten befanden sich in einem Naum, in dem eine größere Anzahl Filme gelagert wurden. Tie Ursache des Brandes ist noch unbekannt. Entscheidungumdze„T)reigroschenoper" Ein Sieg der Autoren. In dem Prozeß Brccht-Weill gegen die Nero-Filmg.jell- schaft ist die Klage von Bert Brecht abgewiesen worden. Der Kläger Brecht wird zur Tragung der Kosten des Rechtsstreites ver- urteilt. In Sachen des Komponisten W e i l l ist die Beklogte ver- urteilt worden, es zu unterlassen, die„Dreigroschenoper" von Brecht und Weill, auf Grund des von der Nero-Filmzesellschaft hergestellten Manuskripts durch Necfilmung zu vervielfältigen, vorzuführen oder vorführen zu lassen. Der Nerofilm wird ferner verurteilt es zu unter- lassen, bei der Tonverfilmung der„Dreigroschenoper" neue Kompo- sitionen und Bearbeitungen von Melodien der schon vorhandenen Musik der„Dreigroschenoper" zu verwenden, die nicht von dem Kläger Weill Herrübren. Auch als stummer Film darf das Werk des Nerosilms nicht laufen. Dieses Urteil ist urheberrechtlich von weittragender Bedeutung, denn dadurch wird endlich— was eigentlich selbstverständlich sein sollte— das Mitbestimmungsrecht des Autors betont. Das Urteil mag für die Nero-Filmgefell- schaft, die bereits hunderttausende tn den Film gesteckt hat, eine Katastrophe heraufbeschwören, wird aber für die übrige Industrie eine sehr ernste Warnung sein, in Zukunft die Rechte der Autoren mehr als bisher zu achten. Die palucca konzt in par!». Die Tänzerin Palueea wurde eingeladen, am 5. Dezember in Paris ein Gallfpicl zu geben. Die Künstlerin wird dieser Einladung Folge leisten. Allerlei Musik für denHausgebrauch SchaNplatienfchau/ Von K'aus pringsheim Genosse Max Held, der langjährige Anzeigenacquistteur des „Vorwärts","ist bei einer plötzlich ausgetretenen Herzschwäche einem h e r z s chl a g erlegen. Seit 1894 war Max Held in unermüdlichem Eifer für unser Blatt tätig. Bereits in lungen Jahren war er zur Partei gekommen. Bis zu seinem letzten Tage hat der KZjährig« für seine Idee gekämpft. Dar„Vorwärts" betrauert lebhaft den Tod des treuen Mitarbeiters. Orchester. Ein großes Werk der symphonischen Literatur,«ins der be- deutendsten des Jahrhunderts nach Beethoven, erscheint bei DG."): die vierte Symphonie von Brahms, gespielt von der Berliner Staatskapcll« unter der Leitung von Max Fiedler, der als Repräsentant der alten'Brahms-Tradition in hohem Ansehen steht. Manche Nüance, vor allein des Tempos und der Phrafierung, scheint freilich«in bißchen lehrhaft unterstrichen, und es zeigt sich auch, daß der erfahrene Konzertdirigent niit den Klangocrhältnisfen des Mikrophons nicht genügend vertraut ist. Doch alles in allem eine schöne Bereicherung unseres Bestandes. Einen interessanten, dankenswerten Versuch unternnnmi IT: die Ucbertraguirg von Bachs> Es-Dur-Präludium und-Fug« in der Instrumentierung von Arnold.Schönberg. Erich Kleiber bringt mit den Philharmonikern das Wssenttiche klar zur Geltung: aber «s gelingt noch nicht ganz, den Proportionen des'komplizierten Riesenorchesters gerecht zu werden. Glücklicher ist von demselben -Dirigenten di« freilich leichtere Aufgab« gelöst, Saint-Saens' äußerlich wirksamen„Totentanz", ein glatt gemaltstes, doch in der Verteilung und Schattierung der Klangfarben vorbildlich gearbeitetes Stück, mikrophongerccht wiederzugeben: eine ausgezeichnete Orchester- jllatte(U.). Karl Muck gibt Wagners„Siegfriedidyll" in meisterhafter Darstellung, klar gegliedert, in subtiler Feinheit des Aufbaus und mit deutlichster, doch höchst unaufdringlicher Differenzierung des Klapgs.(E.). Das„Tristan"- Borspiel interpretiert Richard Strauß in seiner persönlich freien, doch zwingenden Art(DG.). Das orchestral« Glastzstück der„Salome"-Parlitttr, den Tanz der sieben Schleier, bringt Bruno Walter mit den Philharnwnikern zu hinreißender Wirkung(C.). D e b u s s y s zart hingeträumte Tondichtung„Prelucke ä l'apres-miäi ä'un laune" erhält durch Leopold Sto k o wsk i und die P h i la d e l p h ia» Symphoniker allen Klangzauber des impressionistischen Orchesters(E.): und des- selben Komponisten Rachtftück„Fetes", gespielt vom Mailänder Symphonieorchester, erscheint auf einer cho.-Platt« von bemerken?- wert lebendigem, ausgeglichenem Orchesterklang. Aus der Reihe neuer Veröffentlichungen fei vor allem noch Smetanas„Moldau" empfehlend genannt, in der liebevollen Ausarbeitung Z e m- linskys(11.); dazu die Polka aus Weinbergers„Schwanda", di« auch vom Berliner Sinfonieorchester unter Fritz Zweig zu hören ist(cho.): die beiden„Traviata'-Borfpiele in ausgezeichneter Wiedergabe(Ho.): die Ouvertüren zur„Stummen von Portico"(C.) und zur„Schönen Galathea"(Tr.). Und nicht zuletzt zwei Strauß- Walzer in großer Konzertform(C.):„Rosen aus dem Süden" von Johgnn Strauß(Dirigent: Bruno Walter) und„Sphärenklänge" von Josef Strauß(Dirigent: Felix W e i n ga r t n c r). Und bei U. der„Kaiserwalzcr". Znstrumentalisien »Zwei geigerische Höchstleistungen und Spitzenleistungen der Schallplatte: Bachs Partita in O-Moll, von Adolf Busch— und Bachs Sonate in E-Dur, von Jehudi M e n u h i n gespielt: je drei E.-Platten, in denen sich meisterliche Vollendung des Spiels und Vollkommenheit der Reproduktion verbinden: Bachs Violinmustk ist hier vorbildlich-gü'Irig niedergelegt. Josef S zig �t i bestätigt sich in Belo B a r t o k s Ungarischen Volksweisen als Geiger und Musiker von hohem Rang(C): Tossy Spiwakowsky spielt Sarasates .Lntroduction und Tarantella" mir bewundernswerter Virtuosität (P.): Vasa Prihoda bringt kleine Stücke von Kreisler und Simonetti mit spielerischer Eleganz(DG.), und auch Max Rostal kann sich in Webers„Rondo brillante" hören lassen(Tr.). Arnold F ö l d c s y leiht seinen schönen Celloton melodiösen Bagatellen von der. bekannten Art gesühlooll-gefälliger Salonmusik(Ho.). Eine reizvoll« Spezialität: eine Sonate des alten Italieners Marcello für Cello und Cembalo, von Rudolf H i n de m i t h und Alice Ehlers mit feinem Stilgefühl interpretiert(Ho.). Aehnlich wie den kurzen Ton des Cembalo, dessen Saiten nicht angeschlagen, sondern gerissen werden, gibt den der Gitarre die Schallplatte besonders glücklich wieder. Wußte aber Pasguale Taraffo, Birtuose dieses Instruments, nichts Passenderes zu finden als Bellinis„Normo"- Ouvertüre(Ho.)? Der schwingende Klavierton, vor dem bisher die Schallplatte versagte, scheint zum ersteninal in einer U.-Platte ganz eingefangen: Moritz Rosenthal spielt die Zweit« Ungarische *) Abkürzungen: C.— Columbia; DG._ Deutsche Grammophon; E.— Etecrrola; Ho.= Homocord; O.— Odeon; P.— Parlo- phon; Tr. Triergon; IL Ultraphon. Rhapsodie von Liszt, eine großartig« Pianistenleistung. Wir hören ihn auch in der Berceuse(U.) und in Walzern(P.) von Chopin. Wir hören Ehopin-Walzer— darunter immer wieder den bekannten in Lis-Moll— auch von Alfred Eortot(E.) und von Leonid Kreutzer(DG.), und die berühmte„Fantaisie impromptu" von Alexander B ra i l o w s k y gespielt(DG.)— bekannt« Pianistennamen, die keiner Empfehlung bedürfen. Beethovens„Apafsionata" spielt Harold Bauer mit sicher beherrschter Technik, doch ein wenig trockenen Tons(E.). Bei zwei Choralvorspielen von Bach glauben wir uns in dem Raum, in dem die Orgel erklinnt—--- die Orgel des Pariser Doms(O.). Edö r Bei C. erscheint eme außerordentlich schöne Platte mit russisscher Kirchenmusik: der Chor der Donkosaken(Dirigenl: S. J a r o s s) singt zwei Psalmen mit intensivem Ausdruck und in feiner bekannten Virtuosität der raffinierten Klangmischung. Alte Kirchenmusik hören wir auch vom gemischten Chor der Cathedrale zu Fribourg(U.). Und eine neu« Erscheinung bei U„ auf die besonders hinzuweisen ist: der tschechische Bakule-Chvr— Waisenkinder und verkrüppelte Kinder, denen der Gesang Lebensfreude gibt, und die in ernsten und heiteren Volksliedern ihrer Heimat höchste Thorkultur erreichen. Dxr Chor der S t a a t s o p« r ist im Gebet aus „Caoalleria" und im Glockenchor aus„Bajazzo" mit bewährten Leistungen vertreten(E.s, und auf einer Tr.-Platte von ungewöhnlich gutem Chorklang zeigt die Berliner Liedertafel in deutschen Liedern ihr Können Seit längerer Zeit vermissen wir aber in der Schallplattenproduktion neue Aufnahmen aus dem Bereich unserer Arbeiterchöre. Es scheint, daß man sich bei Ho. nicht mehr dafür interessiert; wir hoffen, daß di« Industrie ihre Pflichten auf. diesem Gebiet nicht länger versäumen wird. „Kurzoper" DG. setzt die Reihe der von ihr eingeführten„Kurzopern" mit Puccinis„Boheme" sort. Es handelt sich um den Versuch, ganze Opern im Raum von wenigen Platten zusammenzudrängen. Nach manchem mißglückten Experiment ist diesmal«ine verhältnismäßig glückliche Lösung gelungen: der Puccini-Stil, der große, breit aus- ladende Formen kaum kennt, kam ihr entgegen. Nur hie und da sind gewaltsam« Uebergängc und allzu rigorose Kürzungen peinlich zu spüren: aber pie wichtigsten Szenen und wertvollsten Teile kominen durchaus zur Geltung. Die Hauptpartien sind vorteilhaft besetzt; Felicie Hüni-Mihacsek als Mimi und Helge R o*- w a e n g e als Rudolf bieten gesanglich überragende Leiü'i'--v 40 Iahte Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft. Am 8. und 9. November d. I. feiert die deutsche Pharmazeutische Gesellschaft ihr 49jähriges Bestehen. Sonnabend findet eine ordentliche Hauptrer- sammlung statt. Sonntag, 11 Uhr, findet die Festfitzuna im großen Hörsaal des Hofmnnn-Haufes, Berlin W. 19, stall Professor P. Walden hält den Feftvorirag„Der Apotheker als Kulturträger" Ein Fontane-Raum in der Unioersitälsbsbliolhek. Der vor zwei Jahren in Verlin gegründete„Foniane-Abend" hat mit staatlichem Zuschuß«ine der bedeutendsten Fontane-Sammlunzen erwerben� können. Sie wird der Berliner Universitätsbibliothek geschenkt, die die Fontane-Sammlung in einem besonderen Räume aufbewahren wird. Natlonalstifiung„Schiller in Banerbach". Die Genehmigung zur Gründung einer Nationalstiftunq„Schiller in Bauerbach", die das Bauerbacher Schiller-Haüs in seinem alten Zustand erhalten, «>>> Schaus p i. le rerhol macheini einrichten,«i-'-n Un!e:stiitz:i!'noi!ds für jüngere deutsche Dichter schaffen und in Meiningen und Bauer- bach Schillersäi« Werke als Festspiele zur Aufführung bringen will, ist von der thüringischen Regierung erteilt worden. Die Gründungs- seiet findet am 9. November im Landestheater zu Meiningen statt. v. halsern endgültig Oberpräsiden» von Pommern. Das preu- fisch« Kabinett ha! in seiner Dienstagsitzung den bisherigen kam- missarischen Oberpräsidenten von Pommern, v. Halfern, endgültig zum Oberpröstdenten von Pommern ernannt. -Alaria Zvogün ficht sich gezwungen, ihr Konzert vom 8. Novcmver zu verlegen. In dem Konzert de» Betlifcer Voltschor», das Sonntag nachmittag 4 Uhr in der Hochschule für Musik stattfindet und„SO Jahre Arbeiterdich t un g in Ton und Wort" betite!« ist, wird Klaus Pringsheim seine Berlonungk» ietbit dirigieren. Als Sprecher wirkt Ernst Bringols mit. Einlaßkarten(75 Ps.) an der Tageskasse. 2m vlufenm liir Naturkunde, Jnvalidenftr. 40 sinde» beute folgende Vorträge statt: 6 Uhr:„shellowiionepark und andere amertfarnichc Nationalparks"(Pros. Zimmer). Sicht:„Aus dem Reich der Krebse"(Pros. Schellenbergs. Forderungen des putsch-Kapitäns Schadenersatzansprüche des Geichs aus dem Kapp-Putsch. Leipzig, 5. November. Unter dein Rubrum„Deutsches Reich gegen Ehr- Hardt" fand am Dienstag vor dem 3. Zivilsenat des Reichs- gerichts unter Vorsitz des Senatspräsidenten O e g g die Rcvisions- Verhandlung in dein bekannten Rechtsstreit um die Schaden- crsatzfordcrung des Reiches gegen Aapitän Ehrhardt aus dem Käpp-Putsch statt. Der Vertreter des Reichs, Gcheimrat Wilbhagcn, legte dem Senat zunächst den äußeren Sachverhalt dar. Danach sei Kapitän Ehrhardt nach d c in Z u s a m m c n b r u ch des K a p p- P u t f ch c s im Jahre 1920 noch eine Zeit lang von der Rcichsregierung zum Abtransport und zur Auflösung s e i» er M a r i n c b r i g a d c bis zum Mai 1!»2b oerwandt worden, worauf man ihn beurlaubte, um ihn dann auf seinen Antrag im Oktober ktt2f> zu pensionieren. Bis zu diesem Zeitpunkt habe Ehrhardt noch sein Gehalt bekommen, dann aber sei ihm wegen des inzwischen eingeleiteten Hochverrats- Verfahrens die Pension gesperrt morden und auch, während er sich im Ausland befand, fein Vermögen b c f ch l og- nahmt worden. Nach Einstellung des Hochvcrratsocrfahrens auf Grund der Amnestie im August 1923, sei Ehrhardt durch Verfügung des Reichsarbeitsministcrs die Pension vom 1.'August 1923 an wieder ausgezahlt worden. Eine Zahlung der Pensions- betröge für die vorherige Zeit wurde jedoch abgelehnt. Dann kam ober ein Urteil des Rcichsvorforgungsgerichts in Sachen des General von Lüttwitz, das diesem auch für die Zeit vor dem August 1923 die Pension zusprach. Daraufhin beschloß das Reichskabineti im Juli 1927, also'das Kabine» Marx— hergt— Schiele— üeudell— Koch, die Schadenersatzansprüche des Reichs gegen die Führer des Kapp-Putsches gegen ihre Penskonsanfprjiche auf- zurechnen, was Kapitän Ehrhardt in einem Schreiben des Reichswehrminifters mitgeteilt wurde. Darin hieß es, daß dem Reich ein erheblicher Schaden durch den Kapp-Putsch erwachsen sei, für den er, Ehrhardt, in voller Höhe verantwortlich gemacht werde, und zwar gemeinsam mit General v. L ü t t w i tz und Major B i s ch o f f. Zunächst wurde der Schaden aus der Erhöhung der Reichswehrzulagcn durch'den General v. Lüttwitz geltend gemacht in Höhe von 100 Millionen Papicrmark, aufgewertet zu 6,3 Mil- lionen Goldmark. Gegen diesen Bescheid strengte Ehrhardt die Fcststellungsklage an, wonach dein R»ich kein Schadenersatz gegen ihn zustehe. In- zwischen hatte das Reich auf Ansprüche, die über die Pension hin- ausgingen, verzichtet. Das Landgericht I in Berlin halte in seinem Urteil festgestellt, daß eine Schadencrsatzfordcrung gegen den unpfändbarcn Teil der Pension Ehrhardts nicht bestehe, im übrigen wurde aber der Standpunkt des Reichs als berechtigt anerkannt. Da- gegen stellte sich das K a»i m e r g c r i ch t in der Berufungsinstanz auf den Standpunkt, daß das Verhalten des Reichs, das erst sieben Jahre noch dem Kapp-Putsch feine Forderungen geltend gemacht habe, erkennen ließ, daß es von dieser Forderung keinen Gebrauch habe machen wollen. Damit sei der Anspruch verwirkt, um so mehr, als man Ehrhardt zunächst noch weiter in seiner Stellung belassen und sich seiner bei der Auflösung der Brigade bc- dient habe. Der Verzicht des'Reiches auf eine Schadenersatz- forderung sei auch aus der anfangs ungekürzten Aus- Zahlung der Gebühr nisse zu entnehmen, denn man könne doch nicht annehmen, daß die verschiedenen Regierungsstellen über die Rechtslage nicht im Bilde gewesen seien. Außerdem habe der damalige Reichstogsabgeordnetc, jetzige Rcichsminiftcr Treviranus als Zeuge angegeben, daß die früheren Rcichskabinctte keineswegs die Absicht gxhabt hätten, Rcgrcßansprüche gegen die Teilnehmer im Kapp-Putsch gellend zu»lochen und daß erst noch dem Urteil des Reichsoersor- gungsgerichtes in Sachen v. Lüttwitz das damalige Reichskabinett auf Grund von Forderungen der öffentlichen Meinung sich zu diesem Anspruch aus politischen Erwägungen heraus entschlossen habe. Der Vertreter des Reiches trat diesem Standpunkt des Kammer- gerichts mit dem Hinweis entgegen, daß es ein Gebot der Staatsklughcit und Staatsnotw«.ndigkeit gewesen sei, wenn sich das Reich nach dem Zusammenbruch des Kapp-Putsches noch der Dienste Ehrhardts bei der Auflösung seiner. Brigade bedipnt habe, weil big Brigade keinem anderen gehorcht haben würde.'Aber aus dieser Tatsache könne man keinen Verzicht aus Schadenersahforderungen gegen Ehrhardt herleiten. Bis zur Amnestie im Jahre 1923 sei eine solche Forderung auch nicht notwendig gewesen, weil man ja keine Pension gezahlt habe. Wenn dies« Pension nach der Amnestie vom Reichsarbeitsmiuisterium ge- zahlt worden sei, dann sei das nur auf Grund der gesetzlichen Pen- S)ie SSriicke kommt gewackelt S)ie neue Cft rücke ron Jteissersreer(Molland) wurde mil 9tilfc ron gro lien JCaUkähnen an ihren Meftimmungsorl Iransportierl. Sie hal ein fje Wiehl ron 930 000 kg. sionsoorfchriften geschehen, ohne daß dieses Ministerium davon Kenntnis gehabt haben muß, daß die Reichsregierung noch Schaden- ersatzsordcrungen Hobe. Als Vertreter des Kapitäns Ehrhardt trat Rechtsanwalt Dr. Ax- Hausen auf. Dieser stellte sich auf den Standpunkt, den das Kammer- gcricht in dieser Sache zugunsten Ehrhardts eingenommen hat. Die Entscheidung wurde aus den 2. Dezember vertagt. Oer Volksbetrug derAationalsozialisten Oie �eichstagkireDe des Genossen Hoegner. Der Dictz-Bcrlog hat die Reichstogsredc des Genossen W i l- Helm Hoegner gegen die Nationalsozialisten als Broschüre herausgegeben. Die Rede Hocgners ist die wirksamste Widerlegung jener dummdreisten nationalistischen Politik, die sich aus die mangel- hafte politische Erziehung unserer Jugend und auf das kurze Gc- dächtnis vieler unserer älteren Volksgenossen verläßt. Mit der Hokgncrschcn Rede eröffnet der Verlag I. H. W. Dietz eine Schriftenreihe, die der politischen Schulung der Massen gc- widmet ist. Jeder, dem die politische Er, Ziehung des deutschen Volkes am Herzen liegt, wird für die Massenverbreitung der Rede Hoegncrs sorgen. Die gut ausgestattete Volksaufklörungsbroschürc ist zu dem geringen Preis von 2 0 P fg. zu erstehen. „wellwirtschaflskrife und Arbeitslofcnproblcm."— Freie Sozialistische Hochschule. Der nächste Vortrag findet am kommenden Sonnabend, dem 8. November, 19H Uhr, im Plenarsaal des ehemaligen Herrenhauses, Leipziger«traße 3, statt. Genosse Fritz Naphtali, Berlin spricht über das Thema „W eltwirtschaftskrife und Arbeitslosenproblem". Korten zum Preise von 50 Pi.(inkl. Garderobe) sind bei den bekannten Stellen und bei der Buchhandlung I.H.W. Dietz Nachf., Lindenstr. 2, bei der Arbesterbank und an der A b o n d k a s s e erhältlich. 2. kreis Tiergarten. Heute, 18 Uhr: B ez i r k s v e r sa m m- lung Tiergarten, Aula Friedrich- Werderschcs Gymnasium, Bochimier Straße 8. Wetter für Berlin: Trocken und zeitweise heiter, mit kalter Nacht.—•" Für Deutschland: In den meisten Gegenden beständiges Wetter, auch im Süden Besserung. Mittwoch, 5. November. Berlin. 16.05 Dr. H. Budzislawski: Orient in Europa. 16.30 Leipzig: Opern-Duette. 17.30 Landgerichtsrat v. Holten: Geläuterte Strafrechtspflcrc. 17.55 Friedrich Wolff erzählt sein Leben. 18.20 Lieder(Else A#alhc Hölzer, Sopran; Flügel: J. Bürger). 18.40 D. G. Erdmann und L. Schwarzschild: Verkürzung der Arbeitszeit? 19.30 Wanderung durch das musikalische Wien. Manuskript: Dr. Fortner. tEmmy von Stetten, Sopran; Dr. Erich Fortner, Rezitation; Dr. Wilhelm Grosz und, Waller Kaufffiann, auf zwei Flügeln).) 20.30 Programm der Aktuellen Abteilung. 21.10 Alte Kammermusik.(Kammertrio: Or. V. Emst Wolff, Cembalo; Reinhard Wolf, Viola d'amore; Eva Heinitz, Viola da üamba.) Nach den Abendmeldungen bis 0.30: Tawzmusik. Als Einlage: Sportpalast: Jubiläumsfest der Sportpressc.(Am Mikrophon: Alfred Braun.) Königswusterhausen. 16.00 Prof. E. Baar: Praxis der Berufsschule. 16.30 Hamburg: Konzert. 17.30 Selten gespielte Trios.(Meinhardt-Petschnikoff-Trio.) 18.00 Dr. Else HMdebrandt und Partner: Warum besuche ich die Volksiioch- schulc? f 18.30 Reichenbach: Das physikalische Weltbild der Gegenwart, 19.00 Günther: Deutsch für Deutsche 19.30 Dr. Völler: Die wirtschaftliche Lage der Beamten. 20.00 Dr. W. Groll: Der Lebensraum des deutschen Volkes. 20.30 Breslau:„Zu Unterhaltung und Tanz". Das bekannte Großdetail-Schuhlokal Bchrndt. Münzstr. 25, veranstaltet eine große November,Messe und dringt von den riesigen Lagerbeständcn eine groge Anzahl lächerlich billiger Angebote in guten Damen-, Herren- und Kinder. schchhen. Dem Zuge der Zeit entsprechend hat sich die ssirma, die die größte Ldnihausstellungsfront Deutschlands hat, zur radikalen Senkung der Preise ent. schlössen. Verantwortl. fllr die Redaktion: Franz ttlüh», Berlin; Anzeigen: Th. Glocke, Berlin. Verlag: Vorwärts Verlag G. m. b. H.. Berlin. Druck: Vorwärts Buch» druckerei und Verlagsanstalt Paul Singer 6c Co.. Berlin SW 68, Lindenstraßc 3. Hierzu 1 Beilage. M.Miller-Tlieater.btlig. 20 Uhr NORA. Cnde Rege» 23 Uhr KMi 18.15 Übt— Hauüico eriauöi I 24 Tillerettes. Carr's u. Betty I Das Tonphänomen Linder usw. rheater 1. d. Behrenstr. 53-54 Direktion: Ralph Arthur Roberts i". Das häBllche madchen Englisch— Roberts— Jansson. Tägl. 5 Ii. 815 Sonnt.2, 5 u. 8" AI». E 4 8066 I. Vorstellung 60 Pf. bis 1 M II. und III. Vorst. 1 bis 2 M AFRA, UE8SEM8, KOHLBRAN DT usw. "-vi" CÄSINO-THEATER"-u-. uolhringer Strafte 37 Nur im Monat November die entzückende Komödie Arm wie eine Kirchenmaus Gutschein 1—4 Pers. Fameuil 1.25 M.. Sessel 1.75 M.— Sonstige Preise; Parkett 75. Rang 60 Pfg. BßrEiner lilhTrlO II« U fc» 1 1•," Lahnstr. Tinu VolKsbUlnte Theater am Bülowplal?. 8 Uhr Der treuliche Weinberg ItaatLSdiiller-Th- S Uhr Nora Theater am Sthlllbauerdamtn M'i Uh' Jud Süß I Staatsoper Am PI. d. Republik 7V2 Uhr Carmen fleutsöm Tlieatei 8 Uhr Elisabeth von England von Fem Bruckner Regie; Riioz Hilpert Tlieat. d. Westens 8V< Uhr Leopoldii» Konstantin Finden Sie, daß [onstance sidi richtig veihSIt? Lessing-Ttieat. Mittwoch u Donnerstag geschlossen Ab Freitag: Snimoadits- trauin aitjieiMailleiglianlt ZentralTheat. Täglich S'/aUhr Sonnt auch 5V< Uhr Heute zum SO. Male; Eine Freunüln so goldig tute ou Operette v. Meisel. Kurz, für Parkeil uf statt i- M-eu; I■" lültig vm i Iiis L Um. LICHT Die Sehenswürdigkeit Berlins— Die führende Variete- und Filmbühne Direktion: Luis Gutman Berlin* Gesundbrun nen Von Dienstag, 4. November bis Montag, 10. November Im Bühnenteil: Nur 7 Tage Gastspiel Nor 7 Tage Ludwlfl Manfred Lonunel| in zwerchfellerschütternden neuen Szenen aus seinem Runxcndorfer Kabarett— im Filmteil: Der große Ton- u Sprechfilm-Hrfolg Anny Ondra in Siegfried Arno „Die vom Rummelplatz" Lichtburg-Orchcsier Franco Fcde i und der aktuell Hiiderd.enst der l.ichibure Wochentags: 4. S1,«, 81.« Uhr Sonntags: 3, Stza, 8V» Uhr Eintn tspreise: RM 1,—, 1,20, 1.50 (Logen 2,—), Sonmags3Unr Einheitspreis RM. 1,— Vorveikautab 12 U. ununterBrochen für 7 Tage im voraus Reichshallen-Theater Abends 8, Sonntag nadwi. Zu, ühf StBttiner sanger Das neue Prourarani! Nachm. halbe Preise Oönhoft- Brettl: 10 grobe Nummern Tanz.» Kapelle HansSixtu$. Lusispieinaus täglich Uhr Kurl ßötz HOKUSPOKUS Die Komödie 1 8� Uhr Oer Schwierige von Hugo von Kclnanjistne.! Begit; Hu fiemhanlt. I Familien- Natiunitlage im ROSE THEATER Or. Frankfurter StraÜe 132 Billeltkasse für den Vorverkauf; Alexander 342j2 und 3494 Donnerstag u.Freitag nach nu 5�0 Uhr Kukuli mit Traute. Hans, Paul und Willi Rose Preiee: von 30 Pf. bis 1.50 M Garderobe u. Programm je 10 Pf. 2CMin. Kaffcepa uf-e Kaffee mit Kueben 25 Pf Kinder haben Zutritt Mittwoch 5 Uhr und Sonnabend 4's Uhr Pelercte Moßüialui Das entzückende Weihnachtsmärchen (Preise von 30 Pf. bis 1.50 M) Wochentags 6U Uhr, Sonnabends Tu. 10,5Uhr „In der Jobannisnaclii4' Sonntag, den 9. November 2. 0 Uhr elnmalise Ulttaosleier Ludwig Hardt und Erstaufiührung „Der IdiennaDD und der Tod" • 5.43 und 9 Uhr ..In der Jobanniinacht", Elite Sänger Kottbusser Str. 6 F. 8. Oberb. 6071) Tägl.« Vi U., auch Sonntag 3Vs Uhr Die üeriM des Humors: „Wir ladieniuiskipiiU" mit Lotte Werkmeister L Musik von Willi Rosen, Willi Rollo und ' Siegsnrt Ehrlidi, Tajesli. 11-2, Alendlt. ah 6 dQQQBüi Th. im Ad(nira!spalast Sy4 Uhr: Csärdflslörslin In Premlerenbesettunt Keine Organisa- tions-Blil. aber billige Preise: Parkett ab 3- AU SOQtEiE? meiropoi-Tiieater Täglich 8'k thr Sensationeller Operetten er folg I Unter pers. Leitung des Komponisten Viktoria undihrHusar Neues Theater ■ am Zoo i ! Am Bahsh. Zoo. StpL 5554 Täglich 8»/« Uhr Oer groSs Laierfo'g! Max Adalbert in Hasenklein Heute 4 Uhr ünedit Sanpredits fahrt Iis MärdieiiM Deutsches Kanstler-Theal. Barbar. 3937. B» Uhr Elga von Gertiart Hauplmaan. Regie: Gustav Bartung. Striimple wasche Gardinen Kaoftiaus Emil Moses Nadil. Birkenstr. 29(Eike Pnilltzstr.) eisu ÄBetten i?:», Kinderb.. Polster. Chaisel., an jeden. Tellz. Kstalog freL EUenmöheUabrik Suhl(ThilrJ Berliner Fahnenfabrik Fischer& Co., WalEstr.84 U-B.lDsclDrücke.ie Merkur 4380-32 (Beilage Mittwoch, 5. November 1930 SwlHmrä Sthulauknalh dst* iuy*u>tir& Bezwingung des Katschgar Dag Die Lasistan-Expedition mm Ziel Wider alles Erwarten bringt uns der letzt« Marschtag wunder� schönes Wetter. Die Erwartimg der Bergsteiger steigert sich zur l!nget>uld. Zwei von ihnen rennen voraus, um sich den Katschgar Dag(3700 Meter), dessen emporgehobene Pyramide das ganz« Bergland Lasistan überragt, von der Nähe anzuschauen. Der übrige Trotz wird nur langsam sertig. In Hemshin, wo wir übernachtet haben und das der letzte Ort vor unserem Standlager im Hochgebirge' ist, werden noch langwierige Einkäufe gemacht. Die Tragpserd« müssen sich für den letzten Tag eine Extralast langer Holzscheite gefallen lassen. Die Treiber brummen über die Anordnung unseres Leiters, das Lager so nahe wie möglich an den Futz d«s B a r s a m b e k, wie derselbe Berg mit einem anderen Namen heißt, heranzubringen. Aber schließlich freuen sie sich auch auf die Ruhetage und ziehen mit den letzten Glückwünschen ihrer Landsieute los. Nur der Dorf. b i r t« begleitet uns noch mit einem seiner herrlichen Kaukasier- burade, weil er uns einen�Hammel von der in den Bergen weidenden Herde verkaufen soll. Wir folgen dem Zimag-Bachtal auf- wärts in einen breiten Kessel, wo früher gewaltige Gletscher ge- wcscn sein müssen. Das letzte Stück bis zu dem See, von dem uns der Hirte er- zählt, daß er direkt am Berge liegen soll, ist sehr steil und für die Tiere gefährlich. Die Treiber laufen fluchend hinterher und ziehen die Pfende am Schwanz zurück, wenn sie über eine allzu gefährliche Stell« gehen wollen. Im allgemeinen finden die Tier« allein am besten den günstigsten Weg. Aber hier verirren sie sich doch in den Steinhalden. Zum Glück sind es nur ein paar hundert Meter, dann stehen wir plötzlich an einem Plateau mit zwei über- elnandcrllegenden, grünschimmernden Seen und dicht vor uns steigt das„Matterhorn" Lasistans empor. Hier, in einer Höhe von 2870 Metern wird unser Stand- l a g« r für die nächsten schweren Tage der ausgesprochenen Hochtouren aufgeschlagen. Auspacken der Pserdelasten, Einrichten der Zelte, Graben des Schutzwallcs gegen die Regengüsse und Bauen cines windsicheren Kochplatzes, das alles ist in weniger als einer balbcn Stunde getan. So langsam weiß jeder, wo er anzupacken hat, um aus einer geringen, persönlichen Anstrengung einen größt- möglichen Erfolg für die Gemeinschaft zu erzielen. Die Einteilung in Neinc Gruppen, die für bestimmte Aufgabe» einzeln verantwort- lich sind, hat sich bewährt und über allem steht die Kraft und Er- fahrung des Leiters der Exkursion, der auch in allen Kleinarbeiten helfend-einspringt, so z. B., wie man ans nassem Holz bei heftigem Bergwind ein anständiges Feuer zurechtbringen kann. Nur durch diese wahre Kamerodschost aller Beteiligten konnte unsere spärlich ausgerüstete Gruppe die Erfolge erzielen, die geleistet worden sind. Der Plan lieber den vor uns liegenden Paß weht ein heftiger Wind aus dem Innern Kleinasiens. In einer geschützten Felsennische surrt und bnnnmt der PetroleumbrciMer mit dem Teewasfer wie ein kleiner Flugzeugmotor. In den Zelten sitzen debattierende Gruppen, deren Meinungen stark auseinanderzugehen scheinen. Man streitet über den Feldzugsplan, wie dem Berg am besten bei- zukommen sei. Schließlich wird sich auf zwei Partien geeinigt: die eine bricht heute Nacht um zwei Uhr aus und besteht aus unseren beiden besten Bergsteiger» aus München. Die andere Dreierpartie wird zwar erst am Morgen aufbrechen, dafür aber für drei Tage Proviant und ein H v h e n z c l t für Biwaks mitnehmen. Die übrigen sollen sich zunächst auf die umliegenden, niedrigeren Gipfel zerstreuen und von dort aus Beobachtungen vornehmen. Im trüben Kerzenlicht werden die letzten Vorbereitungen ge- troffen: Schuhe benagelt. Seile nachgesehen, Proviant eingeteilt, der in der Hauptsache aus Schokolade, Käse und Dauerbrot besteht. Inuner wieder werden die Rucksäcke durchgesehen, ob auch nichts vergessen ist, denn dos Fehlen einer unbedingt notwendigen Kleinig- kcit, wie Mauerhaken oder Höhenmesser, kann das ganze llntcr- nehmen gefährden. Schon um acht Uhr liegt das Lager in voller Ruh«. Der Wind rüttelt an den Zeltwänden. Kr ist nicht gewöhnt, auf diesen langen Hochflächen auf einen Widerstand zu stoßen. Die Treiber liegen in ihre Ziegenhaordccken verkrochen bei den Pferden. Sie haben uns ein schlechies Ende prophezeit: der„heilige Berg" wird uns alle abwerfen. Der geblich glänzende Mond scheint gespensterhaft über das Grün der Seen und das farblose Dunkel der Bergwände. Wie ein dumpfes Grollen der Geister schollt ein ferner Steinschlag herunter. Kein Wunder, daß die primitiven Bergvölker sich dieses unheimliche Leben in der Natur von persönlichen Göttern geleitet denken, die man durch Opfer und Gebete besänftigen muh. Ansturm... Hundert Meter über unserem Lager beginnen die Geröllhalden und im fahlen Morgenlicht tasten wir von Stein zu Stein aufwärts. Langsam kommt das Licht über die Berge. Erst nur ein scnier, heller Streifen am Horizont, bis die ersten Sonnenstrahlen die höchsten Gipfel treffen un>d dann plötzlich ein kckarblauer Tag angebrochen ist. Der Himmel glüht in allen Farben, weihe Wölkchen spielen um die Spitzen der verwitterten Berge und tief unter uns liegen die Seen, das Lager und das weite Hochtal. Wir müssen jetzt von Block zu Block hüpfen, denn unter den Steinen gurgelt und braust es von einem unterirdischen Gebirgsbach. Ueber«in kleines, übriggebliebenes Schneefeld traverfieren wir einen breiten Hang und nehmen in immer kleiner werdenden Serpentinen den letzten, steilen Anstieg von 300 Metern bis zum Sattel am endgültigen Einstieg in das Massiv des Varsembek. Es ist eine mühselige Arbeit von über einer Stunde bei scharfem Tempo. Jnuner wieder täuscht eine �vorgeschobene Welle die letzte Anhöhe vor. Ip der Oed« des Steinmeers überrascht eine wunderbar« Blumenpracht, die nur hier möglich ist, wo noch keine Menschenhände den Schmuck der Natur geraubt haben. Vergißmeinnicht, Enzian, bunte Glockenblumen und eine unbekannte, sternförmige»Blüte, die wir deshalb asiatisches Edelweiß genannt haben, lenchten zwischen braunem Moos im kahlen Gestein. Oben in der Scharte' langes Ausruhen, Frühstücken, Beraten. &ta A nst i« gz«tt«l der zwei in der Rocht aufgebrochenen U» ermüdlichen zeigt, daß sie gut diese Stelle passiert haben und sich nun irgendwo in den Felsen hängend, beim Aufftieg befinden müssen. Unser Höhenmesser zeigt an dieser Stelle 3200 Ni e t e r Das letzte Stück bis zum Gipfel, so schwierig es klettertechnisch ist, kann doch kaum noch S00 Meter Differenz von unserem Stand- punkt haben. Diese Annahme hat sich später bestätigt, denn nach den Messungen dürfte der Gipfel nur �ölX) Meter hoch sein., ... und Sieg Mit dem Fernglas entdecken wir die beiden, kühnen Kletterer. Sie hängen am oberen End« des langen Kamins vor dem Gipfel- plateau. Deutlich kann man die Gestalten erkennen: während der eine einen festen Standpunkt gefunden hat, stemmt sich der andere mit beiden Füßen gegen die parallel stehenden Felswände und drückt seinen Körper nach oben, unterstützt von seinem über ihm stehenden Freund, der das Seil, mit dem der aufwärts Steigende verbunden ist, nach oben zieht und vor allen Dingen sichert. So müssen sie sich Meter für Meter an Höhe erobern. Winzige Menschlein in den Klauen eines gewaltigen Berges. Eine tlein« Laune des Riesen, ein leichter Steinschlag, ein.e brüchig werdende Sicherung im Fels, ein unerwarteter Ueberhang kann ver- derblich werden. Wenn auch die Technik des Klctterns und die Hilfs- mittel so ausgebildet sind, daß bei dem nötigen Training und der entsprechenden Erfahrung die Möglichkeiten einer Katastrophe sehr herabgemindert sind, so ist es in einem fremden, unbekannten Gebirge doch noch ein erhabenes Wagnis. Hier gibt cs keinen bekannten Anstiegsweg, kein Zeichen, wie es weiter geht, wenn man plötzlich vor einem Hindernis steht und nicht mehr weiter weiß, keine angelegten Mauerhaken und Siche- rungen, wie selbst beim Matterharn. Hier ist der Mensch allein mit seinem Feind: dem Berg, der erst zum unwiderstehlichen Freunde wird, wenn er bestiegen ist, wenn die Gefahren über- wunden sind. So schaut unsere Gruppe gespannt und erregt hinauf, wie die Beiden sich an den Fels klammern, erschauernd, wenn ein donnerndes Getöse von herabsaufenden Steinen von einem neuen Abbruch der verwitterten Gcsteinsniassen zeugt und freudig erregt, wenn der erste hinter einem unübersichtlichen Hindernis wieder auftaucht. Nun verschwinden sie vor unseren Blicken auf die O st s e i t e d e s G i p f e l s. Es können höchstens noch 50 Meter bis zur Spitze fein. Eine Viertel st unde vergeht, nichts i st zu sehen. Die Minuten schleichen, ungeduldig reißt einer dem anderen das Glas aus den Händen. Unheimliche Stille. Da schallt ein mächtiger Jodler van oben, das ausgemachte Zeichen, daß das Ziel gut erreicht ist. Aus fünf Kehlen ertönt zu gleicher Zeit die Antwort: Hooleridieh... Selbst unten im Lager sind die Zurückgebliebenen aufmerksam geworden und im jubelnden Geschrei dieses friedlichen Sieges muß sich der„heilige Berg", das Matterhorn Lasistans, der stolze Katschgar Dag, geschlagen ergeben. Nun sehen wir auch die winzigen Gestalten, den wcktzen Leinenhut. Sie laufen auf dcm schmalen Gipselrücken aufgeregi hin und her, immer wieder zum selben Platz zurückkehrend. Da er- kennen mir die Absicht: eine kleine Erhöhung wächst über einer breiten Platte, der S t e i n m a n n mit den Namen der Bezwinger. Beobachtend kreisen Adler und Lämmergeier über diesen Höhen, wo sie noch nie eine lebendige Gestalt gesehen haben... .Karl MocIIcr. Bus di Wahre Geschichte Das B e r n e r Arbeitsvermittlungsbüro für die Landwirtschaft hatte einem Manne Arbeit zugewiesen. Als Saisonarbeiter während der �Erntezeit.„Weil Sie uns als fleißiger, zuverlöfsiger Arbeiter bekannt sind, schicken wir Sie nach diesem Platze. Nebermäßig- schweß werden Sie nicht zu arbeiten haben. Einen Lohn erhalten Sic, der weit über dcm Bundcsdurchschmtt steht. Daß die Verpflegung ausgezeichnet ist, wird Ihnen jedermann' sagen können. Cochem, soweit wäre alles out, aber ich halte cs für meine Pflicht, Ihnen mitzuteilen— ganz im Bertrauen natürlich — die Leute dort sind etwas komisch... manchmal sogar ein bißchen s e h r k o in i s ch... Sie sind... Na, Sie werden sich bald selbst informieren können. Beim Ortsobcrhaupt melden Sie sich an. Der wird Sie weiter instruieren... Psüat!" So sagte der Arbeits- Vermittler. Dann war der Mann hinaufgefahren ins Dorf, das oben in einer Iurasenke liegt, in der Nähe des Moni I u r r a s, 1000 Meter hoch, im Kanton Waadt. Bom Thingplatz hat man einen wunderbaren Blick auf den tief unten liegenden blauen Genfer See, auf die Berg« des Bcrner Oberlandes und des Mant-Blanc-Stockes und, wenn man sich umwendet, auf die lange Kette der Iurakalkfelse i, die sich in leichte Hügelketten verlieren. Die Häuser des Dorfes, das einen reichen Eindruck macht, sind bogig-giebelig mit breiten butzcn- scheibigen Schiebefenstern. Entgegen der üblichen Waadtcr Art sind sie in einem Rundling um den Thingplatz gebaut, die Düngerhaufen nach der Straße. Der Mann war beim Ortsobcrhaupt eingetreten. Er war überrascht, im Bürgermeister einen sehr jungen Mann zu finden, der obendrein Tcssincr Dialekt sprach. Der Bürgermeister musterte ihn eingehend von oben nach unten, als wolle er sein Inneres durch- forschen. Hernach erst bot er ihm Gruß und lud ihn ein, Platz zu nehmen. Und unvermittelt sagte er: „Sie wollen uns also bei der Ernte hellen. lieber die Arbeit reden wir später. Ich hoffe, daß Sic in der Landwirtschaft Bescheid wissen. Es heißt tüchtig die Händ« rühren. Bom frühen Morgen bis zum späten Abend. In vier Wochen wollen wir das Heu unter Dach und Fach haben. Mir ist mitgeteilt worden, daß Sie Ihre Arbeit verstehen! ich weiß auch, daß Sie zupacken, und ich sehe, daß Sie groß und stark sind. Aber dennoch muß ich Sie fragen: Ihre Nerven sind wohl in Ordnung?... Bei uns muß man Nerven wie Stricke haben. Mann!... Wissen.Sie etwas über unser Dorf?... Nein?... Man hat Ihnen gewiß gesagt, daß hier die Leute etwas komisch sind?!... Komisch ist wohl nicht das rich- tige Wort dafür. Die Bauern hier find mehr als komisch... Hm... wissen Sie... es wird das Beste fein, wenn ich Ihnen reinen Wein einschenke... Ja, es ist besser so... Kurz gesagt, die Leute hier sind fast ausnahmslos geistig nicht... nun, wie soll man da sagen... sie sind nicht normal! Sie sind etwas beschränkt! Unser Dorf ist das Dorf der Beschränkten! Die wenige» Normalen wandern nach und nach ab. Man kann das verstehen... Wie das gekommen ist?.. Sehen Sie, das ist so eine Sache, deren Grundwurzel Jahrhunderte zurückliegk... Nach den Kämpfen zwischen den Helvetiern und den Welschen siedelten sich hier oben geflüchtete W tische an. Anfangs ging alles in Ordnung. Land wurde urbar gemacht und bebaut. Der Boden war fruchtbar. Die Ernten fielen gut aus. Nach und nach wurden die Siedler wohlhabend und reich... Unser Dorf ist heute noch eins der reichsten des Iura... Da brachen die R d l i o i o n s- kämpfe aus. Dos ist Ihnen ja bekannt: Die Kalvinisten waren die Sieger. Die Altrömischen wubden verdrängt nach den südlichen Kantonen, und die Neukatholischen setzten sich hier und dort fest. Zwischendrein tauchten einige Sekten auf. die Baptisten, die Wieder- täufer, die Neuapostvliker, die Leute vom weißen Kreuz und andere mehr. In unser Dorf verloren sich einige welschsprechende Zlnhänger einer dieser Sekten. Welcher Sekte sie angehörten, liegt heute nicht mehr fest. Jedenfalls ist das sicher: Sic gewannen die Bauern für sich. Es gelang ihnen aber nicht, andernorts Fuß zu fassen. Dos hatte zur Folge, daß sich unser Dorf, das schon wirtschaftlich dank seiner ungünstigen geographischen Lag« abseits stand, auch gesell- schastlich isolierte. Infolge der technischen Entwicklung ist Dummen aus der Jurasenke zwar die wirtschaftliche Isolierung weggefallen, aber die gcsellschaft- liche ist geblieben bis heutigen Tages... Sehen Sie, damals begann cs... Das war der Anfang der Kette unangenehmer Ereignisse, das war der Ausgangspunkt des Niederganges eines Dorfes, das wohl wirtschaftlich mächtig und reich blieb, aber gesellschaftlich mehr und mehr zerfällt und schließlich sowohl ökonomisch als auch gesellschaftlich der Auslösung entgegen- geht, wenn nicht... Das Schicksal unseres Dorfes ist nicht beispiellos. In Frankreich, in Italien, in Holland sind manche blühende Orte demselben Schicksal entgegengegangen... Mich hat die Regierung nun hierher geschickt, damit ich unter Wahrung der Bundesgeseize alles dranwende, u m das Dorf vor dcm Untergang zu bewahren. Das ist keine leichte Aufgabe... Doch das gehört jetzt nicht zur Sache... Hören Sie weiter: Die Sektierer hatten einen Prediger mitgebracht, und der herrschte wie ein Despot, wie alle die Feudalherren des Glaubens. Er nutzte den blinden Glauben der Bauern und brachte alles Land unter die Fittiche feiner Kirche. Er verbot die Heirat mit Anoersoläubigen. Das hatte zur Folg«, daß nunmehr über den Misthaufen geheiratet wurde. Bald war das ganze Dorf miteinander verschwägert und verwandt. Schon in der zweiten Generation zeigten sich Merkmale einer bc- ginnenden D e g e n i e r u n g. Die Mehrzahl der aus den Ber- wandtenehen hervorgehenden Nachkommen war entweder mit irgend- einem körperlichen Gebrechen behaftet oder geistig nicht normal. Es gab Epileptiker, Ncurasthenikcr und krankhafte Ncurotiker in großer Zahl. Auffällig blieb nur die Erscheinung, daß alle Kranken von besonderer Arbeitslust waren und unter dem Einfluß der Prediger neue Berwandtenehcn eingingen. Früher trugen die politischen Wirren viel dazu bei, daß die Regierung diesem Treiben nicht Einhalt gebieten konnte. Und ipäter hatte man wichtigeres zu tun. als sich um dies kleine Iuradorf zu kümmern. Heute, nachdem di« Sache sich zu einem Skandal ent- wickelt, möchte man gern gcsctzcsmoßig einschreiten, es fehlt aber die Handhabe dazu. Wir haben kein Gesetz, das geistig Armen die Heirot untersagt. Wir können auch Berwandlcnehen dieser Art nicht verbieten. Wir können nur aufklärend und vorbeugend arbeiten. Und das ist sehr schwer: denn diese beschränkten Bauern haben einen harten Schädel... Jetzt sind die Sektierer ausgestorben� Die Bauern sind römisch- katholischen Glaubens. Jeder Bauer sitzt aus seinem Hos. Er ist so reich, wie die Berner Bauern, die bekanntlich die reichsten des Bundes sind... Aber das Prinzip der M i st h a u f e n h e i r a t e n wird weiterhin hochgehalten! Sie sind so konservativ... Vielleicht ist der Konservativismus ein Privileg der Beschränkten?... Nun ist Ihnen wohl verständlich, warum wir nur zuverlässige, intelligente und nervenfeste Leute gebrauchen können. Bei uns ist es umgekehrt als anderswo: Nicht die Herren gebieten über die Knechte, sondern die Knechte übe: die Herren! Das aber darf nicht plump und ungeschickt gemacht werden, sondern gcsühl- voll und mit Derständnis für unsere kranken Bauern! In unserer Gemeinde ist mit einem demokratischen System nicht weit zu kommen. Hier kann nur einer bestimmen, soll Gutes für die Bevölkerung herausspringen. Früher war der Geistliche der Hüter des wir!- schaftlichen Wohls: seit einem Jahre bin ich es! ... Vermeiden Sie Streitigkeiten und Auseinandersetzunoen. Lassen Sie den Bauern angeben, und handeln Sie nach Gutdünken. Lohn erhalten, Sie von mir... Sie kommen zum Bauern G,... Eine st ramme Tochter hat der, sage ich Ihnen! Sie ist gesund und fleißig, nur etwas träge und umständlich... Sie sind u n- verheiratet... Wie gesagt, der Bauer ist reich, und das Mädel ist sein« einzig« Tochter... Verstehen Sie?... Nun Glück zu, Mann!"'.- Nach vier Wochen stand der Mann wieder vor dem Schalter des Arbeitsocrmitllungsbüros für di« Landwirtschaft in Bern.„Sie können sagen was Sie wollen, es war einfach nicht zum Aus- halten dort oben. Nein, ich erzähle nichts! Geben Sie mir andere Arbeit.. sagte er zu dem Beamken.„Ich verstehe", nickte der.„Sie sind nicht der einzige." Und er wies ihm uoue Arbeit an. Bei einem Bauern im Kanton Basel-Land. Herbert RemhoM. _ � VON WUMOQLF Copyright 1930 by„Der Büdierkrcis G. m. b. H.", Berlin SW 61. (26. Fortsetzung.) „Babun geschieht nichts. Ich habe«s ihm aud) gesagt. Hier tötet man nicht. Sie werden ihn dorthin bringen"— Silindu zeigte nach Osten—,„da ist ein großes Haus. Später wird er wieder in das Dorf zurückkehren— aber dann wird die Jagd vorüber sein." Punchi Monika sah, daß es unmöglich war, im Augenblick mehr aus ihm herauszubekommen. Sie gingen schweigend hintereinander. Als sie zu Hause angekominen waren, wählte Silindu in seinem Hofe einen Platz, von dem aus er das Haus des Zleltesten sehen konnte und wartete. Er beobachtete das Haus den ganzen Tag hin- durch, und als er abends den Zleltesten heimkehren sah, lächelte er. Am. nächsten Morgen schien er sehr ruhig und nachdenklich: wer ihn aber genauer beobachtet hätte, würde die außerordentliche Erregung bemerkt haben, die in ihm steckte. Nach dein Frühmahl nahm er seine Flinte und ging auf den Hof des Aelteften hinüber. Zum großen Erstaun«» Pabehamis und seiner Frau trat er in das Haus, stellt« seine Flinte in die Ecke des Raumes und fetzte sich nieder. Vabehami beobachtete ihn einige Augenblicke lang: ihm war unbehaglich zumute: der Ausdruck von Wildheit in Silindus Augen war drohender denn je. „Nun, Silindu. was gibt es?" fragte er. „Arachi, ich komme wegen der Chena. Ich kann ohne die Ehena nicht leben. Ihr müßt sie mir zurückgeben." Vabehami schwieg. Er haßte es, getrieben zu werden. Auf der anderen Seit« war es ihm nicht unangenehm, wenn diese Aegc legen- heit aus der Welt geschafft wurde. Die Chena machte ihm Sorgen. Er wußte, daß die Vittschrift eingereicht war, und es war durchaus ungewiß, ob er bot einer Untersuchung ebensogut wegkommen würde wie vor dem Gericht. Auch erschien es ihm zweckmäßig, Silindu dadurch, daß er ihm die Chena zurückgab, zu binden und so zu verhindern, daß er stch wegen des Mudalalt und Punchi Monikas anders besann. Er sträubte sich noch ein wenig und machte einige lahme Einwendungen gegen Silindus Drängen. Endlich gab er nach, und sie machten sich auf den Weg zu der Chena. Sie folgten einem schinalen Pfade durch den Djungel, der erst kürzlich gesäubert worden war. Auf beiden Seiten stand wie eine Mauer eine Wirrnis von abgeschlagenem Dornengestrüpp, Unterholz und Bäumen. Der Aelteste ging voran, und Silindu folgte mit seiner Flinte in der Hand. Die erste Meile legten sie schweigend zurück, bis auf einige Worte, die der Aelteste Silindu zurief, ohne sich dabei umzuwenden. Silindu war etwas zurückgeblieben: er beschleunigte seine Schritte und holte den Aeltesten ein. "„Was sagst du?" fragte Vabehami. „Was? Habe ich etwas gesagt? Ich weiß nicht, Arachi. Man sagt, daß die Jäger im Djungel mit sich selber sprechen. Das ist einmal so. Seid ihr jemals ein Jäger gewesen, Arachi?" „Nein. Das weißt du auch sehr gut." „Ich weiß. Ihr seid kein Jäger. Wer wüßte das bester als ich? Aber ich, was nieint ihr, bin ich ein Jäger, Arachi, ein schlauer, ein gewandter Jager? Bin ich«in guter Fährtensucher, Arachi?" „Natürlich. Jeder weiß, daß du der best« Jäger int Distrikt bist." „Aiyoh, der beste Jäger im Distrikt! Und wißt ihr auch, Arachi, daß ich Angst vor dem Djungel habe?" „So sogt man. Vor was hast du Angst?" Silindu begann sehr aufgeregt zu sprechen. Seine Stimme wurde immer lauter und überschlug sich: sie zitterte vor Angst und leidenschaftlicher Wut. „Ich habe vor allem Angst, Arachi: dem Djungel, den Teufeln, der Finsternis, am meisten aber davor, daß auf mich Jagd gemocht wird. Seid ihr jemals gejagt worden, Arachi? Nein, natürlich nicht, denn ihr seid kein Jäger und könntet auch nicht gejagt werden. Aber ich kenne das. Dem geschicktesten Jäger kann das vorkommen. Manchmal ist es der Elefant, so sagt man; aber das habe ich nie erlebt. Von einem Bussel aber— das habe ich gesehen— hier— auf diesem Pfände— ehe er geschlagen war— vor vielen Iahren. Der Büffel ist dumm, nicht wahr, kleiner Arachi? Sehr dumm, er sieht nichts— er hört nichts— er wälzt sich in seiner Suhle. Jahr für Jahr sind sie hinter ihm her— Jahr für Jahr— er wittert sie nicht— er sieht sie nicht— er hört sie nicht. Kenitt ihr das? Ich kenne dos— weil ich ein Jäger bin. Dann— wenn sie nahe genug herangekrochen sind— schießen sie Hier ganz in der Nähe war das. Mit einem Male— krach!— bricht er durch den Djungel— blutend. Er hat Angst— � große Angst— und Schmerzen. Aber mit den Schmerzen kommt die Wut. und mit der Wut, mit der Wut, Arachi, kommt die Tücke. Jetzt beginnt das Spiel, Arachi, ein gefährliches Spiel. Die jungen Leute lachen darüber, der er» sahreite Jäger aber nimmt es sehr ernst. Dort stand er, dort— seht ihr— bei dem Mayillltanbrnmi, ganz still, den Kopf zu Boden gesenkt. Und der Jäger der Tor, der Tor— kroch durch das Unterholz hinter ihm her: damals war.der Pfad noch nicht da. Oh, das war ein Dickicht: er sah nichts als Dornengestrüpp: er sah nicht die roten Augen und den großen, gesenkten Kopf hinter sich. Denn der andere war jetzt hinterlistig, hinterlistig und wütend. Und als der Jäger etwas weitergekommen war— gerade wo ihr jetzt seid, Arachi—, da, hört ihr, kleine Arachi?— da— krach!— ging er los, ging er los— so—." Vabehami hatte.zuerst kaum zugehört, aber endlich mochte ihn die tolle Erregung Silindus doch stutzig. Als Silindu die letzten Worte sprach, blieb er stehen und sah sich um; er konnte noch gerade die flackernden Augen Silindus und den Schaum in seinen Mundwinkeln sehen: in demselben Augenblick fühl» er, wie die kalt« Mündung gegen seinen Rücken gepreßt wurde. Silindu zog ab, und Vabehami sick vorwärts auf sein Gesicht. Das gehackte VI« hatte ein großes Loch in den Rücken gerissen, und die Haut ringsum war versengt und geschwärzt: der. Körper wand sich zuckend eine Mirntte lang auf dem Boden und blieb dann still liegen. Silindu stieß ihn mtt dem Fuß« an, um zu sehen, ob noch Leben darin war Nichts rührte sich. Er lud die Flinte wieder und ging den Weg zurück Seine Erregung war verschwunden: schon befiel ihn wieder die alte Gleichgültigkeit,» Er merkte das selbst- und ging schneller. „Noch sind wir nicht sicher", murmelte er.„Es waren zwei. Noch .ist der zweite da." Als Silindu wieder im Dorf« ankam, stand Fernando im Hofe des Aeltesten am Zaune. Er rief Silindu, der auf ihn zukam, entgegen: „Wo ist der Aelteste? Er soll mit dir fortgegangen sein?" Silindu ging bis an das Pförtchen und log!« auf den Mudalali an. Fernando trat zurück, fein Mund stand offen, di« Augen waren weit ausgerissen, das ganze Gesicht war von Angst verzerrt. Er kauerte hinter dem Pförtchen nieder, streckte die Hände abwehrend durch die Stäbe und schrie: „Nicht schießen! Nicht schießen!" Das Pförtchen bot keinen Schutz: Durch die Gitterstäbe konnte Silindu den Bauch und di« feisten Beine des Mudalali sehen. Er zielte sorgfältig zwischen den Stäben durch und feuerte. Fernando fiel auf den Rücken und wand sich unter gellenden Schreien auf dem Boden. Silindu trat vor und sah über das Pförtchen: in demselben Augenblick stürzte Anbehamis Frau aus dem Haufe. Aber er hatte genug gesehen: Blut strömte aus dem Leibe des Mudalali: beide Beine und eine Hand waren zerschmettert.„Der Verdruß hat ein Ende", murmelte er. Ganz Langsam ging er zu seiner Hütte hinüber. Er stellte die Flinte in die Ecke, dachte«inen Augenblick nach und verließ dos Haus wieder. Er sah, daß sich schon Menschen in dem Hofe des Aeltesten sammelten: die Weiber jammerten laut. Silindu schlug sich hinter seinem Haus« in den Djungel und stand, einen Richtpsad benutzend, bald an dem Wege, der nach Kamburupitiy-a führte. Drei Tage später war er verhastet. 8. Kapitel. Silindu blieb drei Wochen im Gefängnis. Nur einmal wurde die Eintönigkest seiner Tage unterbrochen. Er sah einigen Ge- fangenen zu: In ihrer blau und weiß gestreiften Gefangenenkleidung sahen sie einer wie der andere aus. Sie standen ganz nah bei seiner Zellentür und füllten den Badetrog mit Wasser Plötzlich erkannte er-unter ihnen Babun. Er sprang auf, saßte das Gitter t er Tür und rief: „Ohe. Babun! Babun!" Babun sah sich um. In keinem Gesicht zeigte sich keine Spur von Ueberaschung oder Interesse, als er Sllindu iah. Di« wenigen Wochen, die ex in dem Gefängnis zugebracht hatte, hatten ihn sehr verändert. Die Fülle seiner Muskeln war verschwunden, und eine krankhaft gelbe Haut bedeckte den abgemagerten Körper: sein Gang war schleppend und vornübergebeugt: seine Augen lagen tief in den Höhlen; ein Ausdruck von Stuinpsheit und Gleichgültigkeit lag auf seinem Gesicht. Er blickte Silindu finster an. Silindu tanzte aufgeregt hinter dem Gitter hin und her. „Erkennst du mich, Babun?" rief er.„Erkennst du mich? Warum siehst du mich so an? Alles ist in Ordnung. Alles ist in Ordnung. Ich habe den.Arachi und Fernando erschossen: sie sind tot. Deshalb bin ich hier. Ich werde gehängt. Aber meine Füß« sind auf dem Pfade. Ich habe Verdienst erworben." Ein Wärter rief ihm über den Hof zu. den Mund zu halten. „Und die Frau," fragte Babun mit leiser, tonloser Stimme. „Wo ist die Frau?" „Sie ist tm Dorf« und wartet auf dich. Ich sage dir ja, alles ist in Ordnung. Sie sind tot: ich habe sie erschossen. Das war der einzige Weg. obwohl es eine Sünde war. Alle sagen, daß ich gehängt werde: aber alles ist in Ordnung, ich bin aus dem Pfave. Und du— du wirst ins Dorf zurückkehren. Punchi Menika wartet dort auf dich. Das Unheil ist gebannt." Babun starrte ihn finster an. Sein Gesicht hatte ganz und gar den offenen, fröhlichen Ausdruck von einst verloren. Endlich sagte er langsam: „Du bist verrückt. Ich verstehe dich nicht. Wenn du die beiden getötet hast, bist du verrückt, du Narr. Was hilft denn das? Ich werde das- Dorf niemals wiedersehen. Ich werde hier sterben. Und du? Man wird dich hängen, wie du sagst. Und was hilft das? Du bist verrückt, verrückt— du bist immer verrückt gewesen." Er wandte sich ab, hob langsam den' Eimer und leerte das Wasser in den Trog aus. Silindu sah Babun noch oft in dem Hofe, sprach aber nie mehr mit ihm. Babun vermied es offensichtlich, in die Nähe seiner Zelle zu kommen, und wenn er dazu gezwungen war. hafteten seine Augen am Boden. Der Tag des Schwurgerichtes kam heran. Am Morgen wurde Silindu aus seiner Zelle geholt und mit vier anderen Gefangenen einem Polizeilommando übergeben Man legte ihm Handschellen an und führte ihn durch die Straßen zuni Gerichtsgebäude. (Fortsetzung folgt.) Buch tnglifchc ArbeUerbildwig Dr. Marie Hoerners Wert„Die Heimschulen in der englischen Arbeiterbildung"(Derlag von Quelle und Meyer, Leipzig) stellt den wohlgelungeivn.Persuch dar. aus dem umfangreichen Gebiet des englischen Arbeiterbikdungswesens die Heimschulen gesondert einer eingehenden Betrachtung zu unter» ziehen. Die englische Arbeitcrhcimschule bedeutet diejenige Art der Arbeiterbildnng, bü der die Aibeiter für eine bestimmte Zeit ihre Arbeitsstätte und fhre Häuslichkeit verlassen, um sich an besonderen Orten in einer Arbeits- und Lebensgemeinschaft unier Leitung geeigneter Kräfte �geistiger Arbeit zu widmen. Die Heimschulen bilden die direkte Spitze der Arbeiterbildungsorganisation, denn ihr Ziel ist es, sowohl Führer und Funktionäre herauszu- bilden, als auch ihre Schüler zur Bildungsarbeit als Lehrer an den Abendklassen der Akbeiterschulcn zu befähigen. Ziel der Bildungsarbeit soll sein,„für die Bildung der Arbeiterklasse zu sorgen, um den Arbeitern die Möglichkeit zu geben, ihre Fähig- leiten zu entwickeln und sie für gewertschaftlichc, genossenschaftliche und politische Mitarbeit auszurüsten, letzten Endes für die Herbei- führung der sozialen und industriellen Befreiung." Eine radikale Richtung iimerhalb des Arbeiterbildungswescns lehnt jegliche finanzielle und geistige Unterstützung durch den Staat und die Universitäten ab, um ein Hinüberwechseln gerade der besten Kräfte der Arbeiterschaft ins bürgerliche Lager zu verhüten. Von den drei Zweigen der Arbeiterbewegung, Partei, Gewerk- schaft und Genossenschaft, sind nur die Gewerkschaften(mit ihrer Zentralinstanz, dem Gewerkschaftskongreß) und die Genossenschasten beteiligt. Die Labour Party hat wenig direkten Anteil an der Arbeiterbildnng im Bergleich zur deutschen Sozialdemokratie mit ihrem ausgedehnten Bildungssystem.>lorxa(Zuacke. J(rHik und Scftline£ileralur Im Verlag« Ernst Rowohlt, Berlin, erscheint soeben ein Büchlein von Bernard v. Brentano, das unter dem Titel „Kapitalismus und schöne Literatur" eine Reihe ein- dringlicher Berichte über zeitgenössische Literatur vereinigt. Im Zentrum von Brentanos Anajysen steht dos Verhältnis des Roman- schnststellers zum Kapitalismus. Jakob Wassermann, Alfred Töbiin und andere werden in ihren gesellschaftlichen Voraussetzungen bc- stimmt. Der durchschnittliche Roman vermehrt die wirklich« Welt uin eine erfundene Welt, die dem Leser die wirkliche Welt nicht verständlicher macht, woraus es jedoch allem ankommt. Rur wenn wir von der gesellschaftlichen und notwendigen Beränderung der Ding« erfahren, können wir selbst die Dinge verändern. In diesem Satz lassen sich die klugen Einsichten Brenianos wohl zusammen» fassen. Es sollte— das zeigen Brentanos Arbeiten unwiderleglich— keine freischwebende ästhetische Kritik mehr geben. Der Kritiker mutz der verantwortungsbewußte Mittler zwischen Autor und Leser sein. Brentano erfüllt diese Forderung. /. Mayer. 55 Rätsel-Ecke des„Abend sumj]iiuiiiiiii:iiii(niiimuuu.,iiuuniiUiiiiiiinn{iiiiuiiii!iiiiiiiinuiiiiiiiiiiiiiiiuuuuiiiiniiuiiuniiiuiiiu:iiii]niiiimtniiniuiiuiininnin:mn(!iniuinu:!iiiniminiHiuuiuiiuuiiv Kreuzworträtsel Waagerecht: 1 Stadt am Oberrhein: 5 Schifssmann: 9. kindlicher Ausdruck für Groß- mutier: 1l. bayerisch Ausdruck sür Junge: 12. deutsche Auto- mobilfabriksabgekürzt): II per- sönliches Fürwort: l5. ehem. deutsche Stadt: 17 Freundin Goeches; 18, vertrauliche Anrede; 20 Mineral: 21. lateinisch und; 22. geographische Be- Zeichnung: 24. Artitel; 25. weib- licherVorname: 26. bayerischer Ausdruck für Mädchen.— Senkrecbt: 1. Durchgang: 2. deutsches Bad: 3 Hektar(abgekürzt): 4. Konsonant: 6. Gegenteil von aus: 7. Wiesengrund: 8. Spinne: 10 Kinde-krankheit: 12. Musikzeichen: 13. schlechte Eigenschaft: 15. Pferdestärke: 16. Doppeikonsonant: 19. Schweiler Kantons 21. Schwur; 23. Doppelkonsouant; 24 hinweisendes Fürwort. ♦ Magisches Quadrat Die Buchstaben sind so zu umstellen, daß waagerecht und senkrecht Wörter folgender Be- dcutung entstehen: � Teil des Bienenstocks; 2 Blutkanol: 3. Handwerkszeug: 4. Baum.* Silbenrätsel Aus den Silben o al dach bob chel chen chen de dem di dieb ei ei eich en eu stau hä her hörn hum ta tan ko ko tu lau tarn le Ii lieb ma nie milch na na nan mir ne ö o pa pe pen rci rer ri so sen spat ter ter tcs tin ton us ze find 20 Wörter zu bilden, deren Anfangs- und Endbuchstaben, beide von oben nach unten ge- lesen, einen bekannten Sinnspruch ergeben,(ch— 1 Buchstabe.) Die Wörter bedeuten: 1. Reinigungsmittel: 2. weiblicher Vorname: 3. Verbrecher: 4. Muse: 5. deutscher Bildhauer; 6. ein in Indien Reichgewordener: 7. Gefäß: 8. Schweizer Reformator: 9. Stadt in Frankrcichi 10. Betäubung; 11. Vogel; 12. Prophet; 13. Erdteil; 14. Weinsorte; 15. Waffe; 16.?iogclieri 17. Stadt in Schleswig: 18. Fastensonntog; 19.©ladt in der Tchechoslowatei; 20. Mineral. kr. Ruchstabenrätsel Aus de» Buchstaben aaaaaäbbcddddeceefffg h h h i i i l l l l in m ii n n o o o o r r r t t u u u sind 16 Wörter von je drei Buchstaben zu bilden, deren Zlnstnasbuch- stoben oneiiiandergerciht einen Wahlspruch ergeben. Die Wörter bedeuten: 1. Raubtier: 2. Nebenfluß der Donau; 3. Papstname: 4. Bauwerk: 3. Nachtvogel: 6. Fluß in Afrika; 7. Landsitz: 8. Er- tennungszeichen: 9. Nebenfluß des Rheins: 10. Abkürzung für Kabriolett: 11. Stadt in Bayern; 12. Lebensende: 13. Märchen- gestatt; 14. Teil des Wagens; 15. Zahl; 16. weiblicher Vorname. kr. (Auflösung der Rätsel nächsten Sonnabend.) Auflösung der Rätsel aus voriger Nummer Kreuzworträtsel. Waagerecht: I.Aal: 3. Ebro: 6.Opal: 8. Otto; 10. Ehe; 12. nie; 13. neu: 16. Ali: 17. Oper; 19. Ambo; 20. Auto: 21. Los.— Senkrecht: 1. Atom; 2. Lot; 4. Blei: 5. Ode; 7. Po: 9. Tank: 11. Hefe; 14. Etat: 15. Eros; 16. Ana; 17. Ob; 18. Pol. Silbenrätsel: 1. Saturn: 2. Champagne: 3. Utrecht; 4. Semiramis; 5. Tolstoi: 6. Equipage; 7. Rasfael: 8. Bift- Berlin, Wintgen° Verlin, Michaelis- Berlin� und Surraci- Bcr'ckn an dein Turnier teil. Aus London kommen u. a. Egon, Titmus und Jackson, di« der Berliner Sportgeineinde bereits bekannt sind. Ferner wird der englische Leichtgewichtsmeister Mcllish gegen Donner-Dcrlin antreten. Der letzte Mochenrennlag in Mariendarf. Donnerstag, 6. No- vember, 15 Uhr, wird in Mariendors der letzte Wochenrenntag abgehalten. Gegen den Aukodiebslahl! Der vom Automobilclub von Deutschland veranstallete Wettbewerb zur Förderung des Baues von Diebstahlssicherungen für Kraftfahrzeuge hat«inen starken Erfolg auszuweisen. Nicht weniger als 75 Bewerber, darunier auch solche aus dem Ausland, haben Sicherung sapparate eingesandt. Es war notwendig, dieses umfangreiche Matevial nach Klassen und Gruppen, in denen sich die verschiedenartigsten Vorrichtungen vor? der Zündungsstcherung bis zur R« s er ve radsi chern n g befinden, zu sichten. Der Arbeitsausschuß ist mll der Prüfung der eingereichten November Von unseren lächerlich billigen Angeboten hier nur einige Beispiele: Moderne lDamvn Lpongsn ä£9o Moderne lleberschuhe /890 Med* Herren-Halbschuhe A90 Schuhe Lack oder braun jetzt �(mit Reißverschluß 7.90)...... Gute Qualität Echt Boxrind, moderne Formen....... 7.90 Med. Damen-Luxusschuhe A90 Warme Umschlagschuhe 175 Elegante Lack-Halbschuhe �80 Bindepumps od, Spangen m. Louis XV. Abs 7.90 0(bess.Sort. 2.75, 2?5) Dicke Filz- u.Spoltledersohl. 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