BERLIN Zreitag ?. November 1930 10 Pf. Ar. 524 B 261 47. Jahrgang erscheiattiglich außerSoontog». Zugleich Abendausgabe de«.Vorwärts'. Bttug«prei< beide Ausgaben ssPf.»roWvche.Z.soM. rro Monat. Redaktion und Expedition; Berlin SW öS, Liudenßr.» Anzetgenoret«: Die einsxalttge Nonrareilleielle S0 Pf., Reklamejeile s M. Ermäßigungen nach Tarif. Poftscheekkonl«: VorwärtS-Verlag G. m. d. H., Berlin Nr. 37536. Fernsprecher: Döiibvss 2V2 bi« 20? Das Schiedsgericht tagt Die Endverhandlungen über den Berliner Metallarbeiterkonsiikt Oer polnische Wahlschwindel < Die kassierten Listen werden gewählt Heute vormittag um II}* Uhr begannen im Reichs- arbeitsministerium die Verhandlungen über die Vut- lohnung der Berliner Metallarbeiter, deren Ausgang von der gesamten deutschen Deffentlichkeit mit gröhter Spannung erwartet wird. Die Entscheidung über diese für die Arbeiterschaft wichtige Frage ist bekanntlich einem unparteiischen Dreimänncrkollegium übertragen worden, das aus dem früheren Reichsarbcitsministcr Dr. Brauns als Vorsihenden und Oberbürgermeister I a r r e s und Prof. Sinzheimer als Beifibcrn besteht. Dr. Brauns eröffnete die Verhandlungen mit dem Dank au die Parteien für das Vertrauen, das sie den Mitgliedern des Schiedsgerichts durch ihren Vorschlag entgegengebracht haben, ftein Mitglied des Schiedsgerichts habe sich zu diesem Amt gedrängt. will den ganzen Fragenkomplex nochmals genau prüfe«, um zu einem freien und objektiven Urteil zu kommen. Das Schiedsgericht hat entweder einstimmig»der mit Mehr- heit darüber bindend zu entscheiden, wie die L.ö h n e der Arbeiter und A r b si t c»i n n e n. in der Berliner M e t a l l i n d üst r i e festgesebt werden solle». Das Schiedsgericht musi seine Entscheidung innerhalb von zwei Tagen treffen; es hätte gern mehr Zeit zur Verfügung gehabt, doch war es vorher nicht möglich, die Verhandlungen aufzunehme«. Dr. Brauns schlug vor, keine gröstcren Plädoyers zu halten über die allgemeine wirtschastliche Lag«, weil diese Dinge den Parteien und den Mitgliedern' des Schiedsgerichts geläufig sind. Die Ausführungen der Partcivertretcr sollen möglichst darauf konzentriert wer- den, die Lage der Berliner Metallindustrie zu klären, ihre Gestehungskosten, ihre ftonkurrenz- fähigkeit, die Gntlohnungsmvglichkeiten, die Entwicklung der Löhne in den lebten Jahren usw. zu prüfen. In kontradiktorischen Verhandlungen soll die Eut- Wicklung der Lebenshaltungskosten, die Judexfrageu usw. geklärt werden. Die Reichstreuhandgesellschaft ist ebenfalls ersucht worden, diese Fragen zu prüfen und dem Schiedsgericht sowie den Parteien ei» Gutachten darüber zu erstatten. Mit dieser Art der Verhandlungsführung erklärten sich die Vertreter beider Parteien einverstanden. Die Unternehmer sind dabei vertreten durch Geheim» rat Ernst v. B 0 r s i g, Generaldirektor Dr. K ö t t g e n. Rechtsanwalt Dr. Oppenheim er vom VBMJ., Dr. Lüh vom t�esamtverband der Metall industriellen nnd Generaldirektor ltremmener, und außerdem nimmt diesmal an den Verhandlungen auch der Vorsitzende der Lohnkommission des VBMJ., Direktor Max Hasse, teil. Die Arbeiter sind wiederum durch den Bevollmäch- tigten de» Deutschen Metallarbeiter-BerbandeS Urich, den Vorsitzenden de» Ortsausschusses Berlin des ADGB. Bredow und eine Reihe anderer Funktionäre vertreten. Es begannen darauf die eigentlichen Verhandlungen vor dem Schiedsgericht, in denen im allgemeinen für bzw. gegen den Lohnabbau die Argumente vorgetragen wurden, die bereits in den Verhandlungen vor dem Ans- bruch des Streiks von den Unternehmern und Arbeiter- Vertretern vorgebracht worden sind. Gegen'�2 Uhr wurden die Verhandlunge« unterbrochen. Sic sollen nach einer kurzen Mittags- pause fortgesetzt werden. Indische Kämpfe. Warschau, 7. November. tOst-Expreß.j Der Hauptvorstand der polnischen sozialistischen Partei, die dem Zentrolinken Block der Bauern- und Arbeiterparteien angehört, hat die Wählerschaft aufge- fordert, in drei galizischeu Ureisen, in denen die Wahl- listen deS Blocks für ungültig erklärt worden sind, ihr« Stimmen dennoch dem Block zu geben. Ter Hauptvor- stand betont, daß diese Demonstration den später beim Obersten Gerichtshof zu erhebenden Einspruch gegen die Gültigkeit der Wahlen stützen werde. Unter diesen Wahlkreisen ist auch der von Krakau mil, dem Sejmmarschall Jgnaz Daszynski als Listensührer. Zeit 1897 uettritt er Krakau parlamentarisch— bis 1918 in Wien, seither in Warschau. 74 990 Stimmen erhielt voriges Mal allein die sozialistische Liste in diesem Wahlkreis— jetzt soll die vereinigte Linksopposition nicht einmal"199 Unter- schriften aufgebracht haben. Ein willfähriger Graphologe hat nämlich„aus Pflicht und �Gewiffen" bekundet, daß 55. Unterschriften— gefälscht seien. Die persönliche Erklärung aller 199 Unterzeichner, daß sie eigenhändig unterschrieben haben, gilt nichts. Wenn Pilsudfki seine 399 Mandate bekommt, werden diese„ungültigen" Stimmen, auch wenn man sie totschweigt, den schamlosen Rechtsraub hinausschreien. Ungültig sind nicht diese Listen— ungültig ist die ganze Schwindel- wähl, und infam kassiert werden wird schließ- lichdasRegimederGewaltundderGa u n e re i. das die Republik Polen zu einem nquen, ja schlimmeren Zarat macht. Die Verfolgung der Opposilion. Die Massenoerhaftungen unter Anhängen der O p p 0 f i t i 0 n s- Parteien und der Minderheiten dauern an. Wieder sind mehrere Politiker wegen„staatsfeindlicher Tätigkeit" verurteilt worden, in Lodz z. B. Zwei Redallcure zu je einem Jahre Festung, weil sie ihren Blättern einen Bericht über den Krakauer Kongrch der Linksopposition gesandt haben! In Drohobyez(Ostgalizien) ist dos ukrainische G y m- n a s i u m wegen„staatsfeindlicher Tätigkeit" der Schüler g c- schlössen worden. Nur die Schüler der untersten drei Klassen können vom polnischen Gymnasium übernommen werden, hin- gegen müssen die älteren Schüler ein Gesuch einreichen, um in Gymnasien anderer Städte änfgenomnien werden zu dürfen. Jenen Schülern, die in„staatsfeindliche Tätigkeit" verwickelt sind. ist auch verwehrt, ein solches Gesuch einzubringen. Kvapinski hastentlassen. Das Zlppcllationsgericht hat entsprechend dem Antrage der Verteidigung den vor kurzem zu einem Jahre Festung verurteilten Sozialistenführer Kwapinsti gegen 1999 Zloty Kaution aus der Haft entlassen. Kwapinskj war der eigentliche Führer der polnische» Kampsorganisativn zur Zeit des Zarismus— Pilsudski sah seit 19vä im sicheren Oesterreich. Die Rusien tonnten Kwapinsti fangen, er hat zehn Jahre als Ketten st räfling in Orel ver- bracht. Möglicherweise hat«s zu seiner Hastentlassung stark bei- getragen, hast er als Vorsitzender des Landarbeiterverbandes sich um weitere Zulassung polnischer Landarbeiter in Deutschland bemühen kann. pabfi-Empfang in Oesterreich. Zur rechten Zeit der rechte Mann am rechten Ort\ Die Verfassung der Republik Oesterreich bestimmt, daß der Nationalrat das souveräne Volk verlritt und Minister seines Vertrauens zur Amtsführung bedürfen. Auf diese Verfasiung sind alle Staatsdiener, vom Bundespräsidenten Miklas bis zum jüngsten Wehrmann vereidigt. Die Heimwehr will diese Verfassung stürzen. Zwei Heim- wehrführer sind Minister des Innern und der Justiz. Sie lassen jetzt alle Waffen beschlagnahmen, die nicht im Besitz der Heimwehr, des Bundesheeres und der Polizei sind. Zum Schutz dieser Aktion richtet Polizei und Bundesheer der Republik Maschinengewehre und Geschütze gegen alle, die an der Verfassung sesthaltcn wollen. Der 12. November ist Staatsfeieriag, denn an diesen: Tage ist 1918 die demokratisch-parlamentarische Republik Dcutschösterreich ins Leben getreten. Wegen Verschwörung gegen die Verfassung ist der reichsdeutschc Putschist P a b st aus Deutschösterreich ausgewiesen worden. Die Heimwehrregierung hat diese Ausweisung aufge- hoben. Am Staatsfeiertag. dem 12. November, trifft Pabst ans Italien wieder im Heimwehrzentrum Innsbruck ein, feierlich geleitet von den knatternden Motorrädern der Heimwehr. Seipcl ist als Bundeskanzler gewöhnlich verhindert ge- Bombay, 7. November.(Eigenbericht.) In Bombay dauern schwerc Kämpfe zwischen Dr- mouftrantcn und Polizisten fort. Am Donnerstag er- folgte ein Angriff gegen das Polizeitzauptquartier. die Polizei trieb die Massen mit Schüssen auseinander. SU Angreifer wurden verwundet. Oder MochwaUer bei grankfurl Äg« Mochiraffcr der Oder bei Frankfurt hal nunmehr dm bisher überhaupt be. ■ jnnfeii hlidtflen Stand feil lern Jahre 185a mil 5,38 m srreichL i)as gefamle'In- Juflriegebiet am Itinlci' 'mfen ifl überflutet, sber Verkehr in einer äteihe ron Straßen ist nur auf X'au? siegen möglich. toefen, am 12. November in- der Bundeshauptstadt Wien zu fei». Wir erwarten von der Regierung Baugoin-Starhem- berg, daß sie korporativ am Empfang des Pabst teilnimmt. Als Bundesregierung— noch besser als a. D.. wenn das Volk am Wahltag, dem 9. November, ihnen den Laufpaß gibt. Der Farmer entscheidet! Stimmengleichheit im USA.-Kongreß. Washington, 7. Nooember.(Eigenbericht.) Die neueste Zählung ergibt für den Buitdessenat 48 Republt- kuner und 47 Demokraten, so daß die Entscheidung theoretisch der einzige Farmer-Labor-Senator S h i p st e a d Hot. Der Sieg der Demokraten im Staat Indiana mit 3 Stimmen Mehrheit hat dies zur Folge. Tatsächlich liegt die Mehrheit bei den Demokraten und Unabhängigen Republikanern, die in wichtigen Fragen oft zusammen- gehen.' Aehnlich ist es im Repräsentantenhaus, wo der einzige Farmer- Labormann Kvall bei 216 Demokraten und 213 Republikanern das Zünglein an der Waage darstellt. Das Ergebnis aus zwei Distrikten steht noch aus. ,/�Dte Kahne" weist. Sie schweigt auf unsere Frage nach Margies Verbrecher- laufbahn. Zum Fall« ihres Cinbr«cher-Märtyrers Margies hatte uns die„Rote Fahne" vier Fragen gestellt. Wir haben am Donnerstag alle vier Fragen im vollen Wortlaut abgedruckt und imsere Antworten hinzugesetzt. Außerdem hatten wir unsererseits der „Roten Fahne" eine Frage gestellt. Die„Rote Fahne" wagt nicht, eine einzige unserer Antworten im Wortlaut wiederzugeben. Zu der gerichtlichen Feststellung, daß Margies aus Mordlust getötet hat. findet sie die Entgegnung, daß Margies— nach seiner An- gabc— in Notwehr drei Polizisten erschossen hätte. Nach seiner Margies Nachflg. „Geehrte KpS.! Biete mich Ihrer seehrten Partei als Ehrenmitglied für festliche Emfpänge an. Habe bisher mehrfach jeklaut und ein paar duste Binger ledreht. Verspreche, nach feierlicher Einholung durch SPB. drei Polizisten den IaS abzudrehen.. A n g a b e i Di« von der Kommunistenpress« gefeierten Massen- mörder Heidger und Raubmörder Hein haben„nach ihrer An- ficht" natürlich auch die Polizisten, die sie verhasten wollten,„in Notwehr" niedergeschossen. lieber die kommunistische Ansicht, daß jeder Verbrecher, der die ihn festnehmenden Polizisten erschießt, in Notwehr handle, zu debattieren, wäre zwecklos. Unsere Gegenfrage unlerschlägl die„Rote Fahne" ihren Lesern gänzlich. Sie erwähnt sie nicht einmal, geschweige daß sie daraus antwortet. Wir wiederholen unsere Gegenfrage: „Wagt es die„Rote Fahne" zu bestreiten, daß Rudolf Margies zehnmal durch gerichtliche Urteile, und zwar wegen Dieb- st a HI j, schweren Diebstahls, schweren Diebstahls i m Rückfalle usw. zu langjährigen Gefängnis- und Zuchthmis- sirafen im Gesamtbetrage von zwanzig Jahren Freiheitsentziehung bestraft morden ist? Wagt die„Rote Fahne" zu bestreiten, daß von den Verbrechcrtaten, die diesen urteilen zugrunde liegen(es I)andelt sich meistens um Serien von Einbruch s'dieb- stählen) auch nicht eine einzige politischen Cha» r a k t e r trügt, sondern daß es sich ausschließlich um ganz gewöhn- liche Taten eines Berufseinbrechers l)andelt? Will sie ciidlich ihren Lesern eingestehen, daß die KPD. Ihre fanatlsierten und nichts ahnenden Anhänger zum festlichen Empfang eines Schwerverbrechers kommandiert hat? Wir sind gespannt, ob und wann endlich die„Rote Fahne" wagen wird, ihren Lesern, wie wir es umgekehrt getan haben. unsere Frage im Wortlaut vorziilegen. Daß sie darauf nichts antworten kann, wissen wir im voraus, denn das Vor- strafcnregister des Herrn Margies steht amtlich Lest.___ Gastwiriestreik in Sachsen. Vor allem: Die Angestellten werden entlassen. Dresden. 7. November.(Eigenbericht.) Die Dresdner Gastwirte haben am Donnerstag in mehreren großen Protestoersammlungen gegen die Getränk« st euer beschlosion. den Angestellten zu kündigen. Nach Ablauf der Kündigungsfrist wollen sie die Angestellten entlassen und die Lokale solange geschlossen hallen, bis die Steuer abgeschafft ist. Der Verband des Gastftättengewerbes hat«ins Eingabe an das sächsische Jnenministeriun, gerichtet, worin gefordert wird, daß das Ministerium die Genehmigung zur Gemeindegetränkesteuerordnung der Stadt Dresden vom 27. Oktober mit sofortiger Wirkung zurückzieht. Sechzehnjährige Mordanstisterin Raubmord am Lthrmacher Ltlbrich aufgeklärt- Täter verhastet Der Raubmord an den» Uhrmacher U l b r i ch hat sich als eines der grausamsten und kalkblüligsien verbrechen heraus- gestellt, die in den letzten Jahren in Verlin verübk worden sind. Ein sechzehnjähriges Mädchen und zwei Burschen im Alier von etwa 20 Jahren halten sich verbündet, um den bejahrten Mann umzubringen und zu be- rauben. Die drei haben ihren plan mit beispielloser Roheit ausgeführt. Wie berichtet, wurden unter dem dringenden Verdacht der Täterschaft ein 22 Jahre aller Kutscher Richard Stolpe und ein 23 Jahre alter Zeitungsfahrer Erich Benziger von der Mord- lommisiion gesucht. Am Donnerstag nachmittag gelang es, die Verfolgten in der Ortschaft Redel bei Polzin aufzuspüren und f e st z u n e h m e n. Unter Bewachung von Kriminalbeamten trafen sie heute morgen um 7 Uhr auf dem Stettiner Bahnhof ein, wurden nach dem Polizeipräsidium gebracht und legten dort nach cinigeni Zögern ein umfassendes Geständnis ab. Als nach der Entdeckung des Mordes die ersten Ermittlungen einsetzten, wurde der Mordkommission bekannt, daß der Uhrmacher Ulbrich von einigen jungen Leuten erpreßt worden war. Unter den vielen Mädchen, die bei dem Uhrmacher aus und ein gingen und von ihm photographiert wurden, war auch die noch nicht 16 Jahre alte Liesa Neu mann, die bei ihren Eltern in der Sparrstraße wohnt. Ulbrich hatte für dieses Mädchen eine be- sondere Zuneigung, die er so deutlich zeigte, daß seine anderen Be- sucherinnen die N. für eine Verwandte, seine Nichte, hiellen. Das Mädchen wurhe an Hand des aufgefundenen Bildes ermittelt und eingehend verhört. Sie bestritt zunächst, von der Tat. irgend etwas zu wissen und leugnete auch, an dem Mordabend die letzte Be- sucherin nach 114 Uhr bei Ulbrich gewesen zu sein. In späteren Ver- hören war sie aber so in die Enge getrieben, daß sie zugeben mußte, sie und ihr Bräutigam Richard Stolpe hätten bereits im Sommer dieses Jahres von dem Uhrmacher Geld erpreßt. Bei der Hörigkeit, in der der ällere Mann zu ihr stand, hatte er ihren Forde- rungen zunächst auch nachgegeben. Später beschenkte er sie mit Uhren, als die Forderungen aber immer dreister wurden, gab er nichts mehr her. Da beschlossen die Neumann und ihr Bräutigam, sich das Gewünschte mit Gewalt zu verschaffen. Den finsteren Plan besprachen die beiden auf einem Rummelplatz, der in jener Gegend liegt. Wie der verhaftete Stolpe jetzt behauptet, ist er zunächst einem Gewaltstreich abgeneigt gewesen. Er erzählte aber von dem Plane seinem Freunde Benziger. Dieser schlug als Ausweg einen Ueber- fall vor, bei dem auch allerlei zu holen sei. Sowohl Stolpe wie Benziger sagen übereinstimmend aus, daß die Reumann unbedingt daraus bestanden hätte, daß der Uhrmacher ermordet werden müsse. Wie die Tat geschah. Am Abend des Mittwoch, des 28. Oktober, hatte die Neu- mann sich zu Besuch bei Ulbrich angesagt. Ihr zuliebe hatte er, wie schon einmal erwähnt, noch Teegebäck und Weintrauben eingekauft.. Gegen 114 Uhr kam sie und betrat durch die Straßen- -tür den Laden. Ulbrich schloß hinter ihr die Tür zu und.pe gingen .zusammen nach seinem Wohnverschlag. Stolpe und Benziger hatten das Mädchen bis m die Nähe des Ladens begleitet und gingen dann zusammen auf einen Rummel, um sich dort die Zell zu vertreiben Sie blieben bis gegen 9 Uhr, gingen dann aber nach der Dront- heimer Straße zurück und bezogen Beobachtungsposten in der Nähe des Geschäfts. Kurz nach 16 Uhr sahen sie, daß das Licht in dem Wohrwerschlag ausgelöscht wurde. Das war für sie das verabredete Zeichen. Die Nsumann hatte, ohne daß Ulbrich es merkte, heimlich die Tür wieder aufgeschlossen und so den draußen Wartenden den Weg geebnet. Als Ulbrich noch einmal nach der Tür sehen wollte, hinderte sie ihn daran und log ihm vor, sie habe bereits den Riegel vorgeschoben. Dabei beruhigte sich der Uhr- macher. Die auf der Lauer stehenden Burschen liehen noch einige Zeit verstreichen, bis sie annehmen tonnten, daß Ulbrich ein- geschlafen sei. So leise als möglich össneten sie die Ladentür und schlichen durch das kleine Geschöst. Dort war es lo sinster, daß sie beini Umhertappen einen Gegenstand herunterwarfen. Ulbrich, der das Geräusch hörte, wollte aufspringen und nach vorne eilen. Die Neumann aber, die die ganze Zell wach gelegen und das Einschleichen der FÄunde gehört hatte, beschwichtigte den Er- schrockenen wieder und veranloßte ihn, nicht nachzusehen. Wied«? warteten die beiden Burschen im Laden, bis hinten alles ruhig ge- worden war. Dann rissen sie den Aorhang beiseite und stürzten sich gemeinsam auf den Uhrmacher. Sie drückten ihm das Gesicht in die Kisten und hielten ihn fest. bis er erstickt war. Nach dem Geständnis der Burschen und des Mädchens mußten sie eine volle-Stunde mit Ulbrich kämpfen. Immer wieder gelang es ihm, sich frei zu machen. Er wollte um Hilfe rufen, wurde aber stets wieder heruntergedrückt. Den beiden Burschen versagte allmählich der Mut. Wenn«s nach ihnen gegangen wäre, so hätten sie Ulbrich losgelösten und er wäre vielleicht am Leben geblieben. Das Mädchen hatte aber ein Beil ergriffen und erklärte, sie werde mit der Waffe zuschlagen und Ulbrich den Schädel zertrümmern, wenn die Jungens zu feige wären Als Ulbrich sich nicht mehr regte und tot war, legten ihn die Täter in das Bett zurück, denn bei dem Kampse war er mit dem halben Körper hcrausgeglitten. Erst jetzt fiel den Tätern ein, daß ja die Tür noch offen stand. Siv schlössen rasch zu und machten Licht. Dann gingen sie auf die Suche nach Beut«. Dem Mädchen, zu dem Ulbrich grenzenloses Bertrauen hatte, waren alle Verstecke des Geldes und der Wertsachen bekannt. Sie wurden ausgeräumt und die Burschen steckten die Sachen ein. " Als dos Teilgeständnis des Mädchens vorlag, fuhren die Be- amten der Mordkomnristion sosort die Strecke nach Polzin in einem Auto ab, da man annahm, daß Stolpe die ihm bekannte Gegend wieder aufsuchen werde. In der Umgebung des Ortes wurden die Amtsoorsteher. die Landjäger und die Ortsinsassen von der Fahndung benachrichtigt und mit einer Beschreibung der Versolgten ver- sehen. Als nun Stolpe und Benziger am Donnerstag gegen 6 Uhr nachmittags in Redet ankamen, wurden sie v e r h a f t e t und nach Berlin transportiert. Nach den bisherigen Aussagen scheint dos Mädchen tatsächlich die Triebkraft zu der Tat gewesen zu sein. All« drei wollten durchaus in den Besitz einer größeren Summe Geldes kommen, die gleichmäßig an sie. verteüt werden sollte. Die gefundenen 86 Mark waren eine Enttäuschung, sie hatten an- genommen, daß Ulbrich mehr im Hause habe. Ar. liibbens„militärische" Wangen Die Verfehlungen des Regierungsrats vom Reichspateniamt Der Fall des Regicrungsraks Dr. Lübben vom Reichs- Patentamt— er verantwortet sich heute vor dem Schöffengericht Charlottenburg— hol seinerzeit in der Ocsfenllichkeit viel Staub aufgewirbelt. Die Angelegenheit begann mit einer Anzeige wegen sittlicher Versehlungen: sie komplizierte sich durch Aus» deckung eines Waffenlagers. Es ergab sich, daß der Regierungsrat mit den jugendlichen Mitgliedern des von ihm gegründeten deutschen Marinesportklubs Uebungen zweierlei Art betrieb: militärische mrd— sadistisch«. Wegen letzterer steht er jetzt vor Gericht, �as heißt: anfangs fehlte er im Gerichts- saal. Die Gründe für seine Abwesenheit erfuhr man aus dem Munde seines Verteidigers, Rechtsanwalt Dr. Niemann. Der An- geklagte finde in den vier letzten Tagen weder Schlaf noch Ruhe und sei seclrsch vollkommen zusammengebrochen. Ein vor- liegendes ärztliches Attest erkläre ihn für oerhandlungsunfähig, das Gericht möchte den Arzt und den Bruder des Angeklagten über desten Zustand vernehmen und den anwesenden Gerichtsarzt Dr. Mahren- holtz mit seiner Untersuchung beauftragen. Er beantrag« Vertagung der Verhandlung. Der Vorsitzende. Landgerichtsdircktor Schmitz, machte die Mitteilung, daß er den Bruder des Angeklagten gebeten haben, Dr. Lübben telephonisch zu ersuchen, an Gerichtsstelle zu erscheinen, da seine Wegeunfähigkeit nicht vorliege. Das Gericht würde die Sitzung unterbrechen und den Bescheid abwarten. Um 16 Uhr erschien Dr. Lübben im Gerichtsjaal. Dr. Mahrenholtz stellte nach kurzer Untersuchung seine VerHandlungsfähigkeit fest. Der Antrag des Verteidigers auf Vertagung der Verhandlung wurde abgelehnt. Dr. Lübben wird körperliche Mißhandlung mit gefährlichen Werkzeugen in sieben Fällen in Tateinheit mit Nötigung und«ine Reihe sittlicher Verfehlungen an ihm anvertrauten Minderjährigen vorgeworfen. Der Angeklagte hat im Jahre 1627 den deutschen Marinesporttlub ins Leben gerufen, dem ungefähr 86 junge Leute im Alter von 16 bis 26 Iahren angehörten. Dom„Jachtklub am Stößensee" hatte der Klub eine Steganlage gemietet. An diesem Steg lag der Kutter Wörth, der dem Angeklagten gehörte. Mit den jungen Leuten wurden auf dem Schiff militärische Uebungen vor- genommen. Es herrschte ein« äußerst straffe Zucht. Für die kleinste Verfehlung wurde gezüchtigt. Al, Züchtlgungswerkzeuge dienten eine Stahlrutc, der Antreibe. riemen eines Motorrades, ein Tauend« usw. Di« Züchtigungen waren oft von sexuellen Handlungen bogleitet. � Im Juli 1629 erstatttte einer der jungen Leute, der nicht nur Mit- glied des Sportklubs, sondern auch Praltilaitt in dem Ruirdfunk- laboratorwm des Angeklagten war, Anzeige gegen ihn. Im Verlaufe der Ermittelungen stieg der Verdacht auf, daß der Sportklub auch gewissen militärischen Zwecken gedient habe. Man fand tatsächlich sowohl in der Wohnung des Angeklagten als auch auf dem Boden des Hauses, in dem er wohnte Waffen verschiedenen Kalibers und Munition dazu. Einige Schußwaffen wurden auch auf der Jacht Wörth ermittelt. Der Prozeß wegen dieses Waffenlagers steht noch bevor. Zu der heutigen Verhandlung sind 24 Zeugen erschienen, alles junge Leute, und ehemalige Mitglieder des Deutschen Marine-Sport- klubs.'Aus Antrag des Verteidigers wird die Oeffeuillchkeik wegen Gefährdnung der Sittlichkeit ansgeschlosten, anwesend bleibt die Presse. Der Angeklagte erklärt, außerstande zu sein, sich ausführlich über die ihm zur Last gelegten Handlungen zu äußern. Der Antrag des Verteidigers auf Vertagung der Derhand- long wird vom Gericht zum zweitenmal abgelehnt. Der als erster vernommene Zeug«, der 21jährige Schüler des Technikums N., schil- dert fein Verhältnis zu Dr. Lübben. Er ist m:| Grund eines Brieses des Angeklagten als Praktikant in das funktechnische Laboratorium Dr. Lii&bens eingetreten. Anläßlich wirklicher und verimiittlicher Verfohlurrgen wurde«r mit einem Treibriemen ge- prügelt, bald darauf kam es auch zu sexuellen Beziehungen. Obgleich der Zeuge die Arbeit im Laboratorium hätte ausgeben können, blieb er bei dem Angetlagten. Aus welchem Grunde kann er nicht sagen. Erst nach einer ernsten Aussprach« mit Dr. Lübben Ansang Januar 1929 unterließ dieser seine sexuellen Handlungen dem Zeugen gegenüber. Ob der Angeklagte auch mit anderen jungen .Leuten etwas vorgehabt hat, kann der Zeuge nicht sagen. Cr wie auch die anderen Mitglieder des Sportklubs wurden aber sehr oft in der rohesten weise vei den Uebungen im Grnnewald mißhandelt. Die Züchtigungen fanden auch in der Kajüte der Jacht„Wörth" statt. Dr. Lübben entschließt sich angesichts dieser Aussage zu der kurzen Erklärung, daß der Zeuge die Unwahrheit sage; er habe sich ihm gegenüber keine Versehlungen zuschulden kämmen lasten; was er als Mißhandlungen auffaste, sei nichts anderes als Sport und Spiel gewesen. Das Gericht hat unter anderem die von der Vertsidigung beantragte Ladung des Sachverständigen Dr. Magnus Hirschseld und Prof. Strauch abgelehnt._ Diebstahl am Bankschalier. isoo Mark einem Kassenboten unter den Händen geffohlen. Ein dreister Diebstahl wurde am Freitag vormittag in der Depofitenkasse der Darmskädter und Rational. dank Unter den Linden verübk. Der 66 Jahre alle K a s s« n b o t e einer Schreibmaschinenfirma, der diesen Posten zur Zufriedenheit seit 26 Iahren aussüllt, hatte dort im Austrage 7666 Mark abgehoben und das Geld in einer Aktentasche verwahrt. Weil er noch eine Quittung über'den Empfang des Geldes auszustellen hatte, legte er die Tasche einen Augenblick beiseite. Als er sich wieder umwandte, war sie ver- schwunden. Obwohl die Ausgänge der Bank sofort besetzt wurden, blieb alles Suchen noch dem Diebe vergeblich. Es handell sich ohne Zweifel um einen Internationalen Pankdieb. Bei dem ständigen Aus und Ein, das am Freitag vormittag, de n Zahltag, in den Bank- räumen herrschte, hatte man keinen Berdtichttgen wahrgenommen. » gefl in Weßminfier Sine rote&ahne und drei rote'Melken Lonikn. Anfang November. Dae war am ZA. Oktober 1O30, als aus dem Werttag und der Wirtlichkeit ein Märchen wurde, wie kaum eine Sage aus Tausend- undeinernacht. Westminster, der weite und schöne Teil der weiten Hauptstadt des größten Reiches, verwandelte sich in eine Buhne: himmelhochragcnde Türine, gewaltige weiße und graue Mauern, uralte gotische Bogen, schwarze Gitter, Wiesen, Gärten, Bäume und Blumen, Brücken und Wasser, Kapellen, Dome und Denkmäler, die Straßen, der Asphalt, der Herbst, die Sonne und selbst der blaue Himmel wurden zu Kulissen. Wie zu einem Theater gab es Eintrittskarten in den verschiedensten Farben und zu den verschiedensten Rängen und Plätzen. Eine blauweißc Karte machte den Weg zur Galeric frei, zuni Bürgersteig vor dem Ober- haus, und so ging es fort, durch alle Streifen des Regenbogens, stufenmäßig, bis hinein und hinauf zum Blau der Lords und zum Rot der Logen des Thronsaales. Schon früh am Morgen begann es. Arbeitcrtolonnem warfen leuchtenden Sand über den schwarzen Teer des stolz gewölbten Straßenpflasters, lieber den Dächern, an den Fahnenstangen, kletterten die Flaggen hoch und wehten im Winde. Zu Tausend, zu Zehntausend und zu Hunderttausend säumten die Menschen wie ein schwarzer Rahmen die Ufer der Straßen. In den vielen Reihen standen Männer und Frauen hintereinander, und die Schutz- leute wavcn besorgt, holten die Kinder nach vorn und ließen die Großen zurückgehen. Regimenter von Soldaten zogen aus und .2)0 X" in Jlmßerdam Unser Bild zeigt das Riesenflugzeug Do X im Wasserflughafen von Amsterdam. Der Vergleich mit den Hafenmotorbooten läßt die Ausmaße des Flugzeuges erst richtig in Erscheinung treten. schwenkten ein, marschierten hierhin und dorthin, aus allen Ecken und Enden kamen Trommelwirbel, Pfeifentöne und Blechmusik. Pserdegetrappel. Bärenmützen, gezogene Degen, Kommandorufe, schottische Dudelsäcke, Farben, Farben, schworzlackierte Stulpen- stiefel, weiß« Hosen, rote Uniformröcke und kupfern spiegeln Helm und Brustharnisch. Unter den Bogengängen des Opernhauses sind Zeltdächer ge- spannt und Teppiche decken den Boden. Schwarzbefrockte Hiener, Diener in roten Fräcken und Perücken stehen an den Eingängen, öffnen die Wagcnschläge und führen die Ankommenden. Und st« kommen in endloser Folge. D.ie Baukunst van Jahrhunderten und Generationen ragt starr in Mauern und schaut auf die wie in Nußschalen geborgene Technik unserer Zeit. Klsin und winzig scheinen auf dieser Riescnbühne die blitzflink an- fahrenden und drehenden Automobil«. Es stoppt: immer dichter drängen die Wagen hintereinander, wie eine endlose Schlange, die sich lautlos voranschiebt und von der man nicht mehr weiß, woher ihre Bewegung fließt. Beifahrer springen vom Sitz, öffnen die Türen, es steigen die Lords aus mit ihren Damen, die Bischöfe, die Diplomaten in Uniformen, die Gesandten und Botschafter aller Länder und Staaten und Nationen. Orden und Sterne und Drei- Master, Perlen und Diamanten, da ist Japan, da ist Spanien, d» ist Deutschland. Italien, der Balkan, China, da ist Sowjetrußland, Amerika. Afrika, da kommeu die Ministerpräsidenten der britischen Uebcrseestaaten, die Vertreter der Dominien und der Kolonien, all« Rassen, all« Farben, alle Religionen. Die indischen Prinzen und Maharadschah fahren an, im lTurban, in weißen, grünen und vio- leiten Gewändern. Neben dem Steuerrad ihrer Wagen haben sie Diener in Nationaltracht sitzen, starr und unbeweglich, und nur die grünen Augen blitzen dolchschars nach allen Seiten. Drüben aber, auf der anderen Seite, ist ein Gardebataillon aus» gereiht. Nur der Soldat in der Mitte bleibt allein, in«incm kleinen Abstand von seinen Nachbarn. Es ist der Fahnenträger. Er preßt das untere Ende der Flagg« an den Schaft, und da» blutrote Tuch zeigt in goldenen Linien die Königskrone. Aus der Ferne kommandiert es, die Soldaten präsentieren das Gewehr,«in Wagen rollt an, die Fahne steht sest wie in die Erde gemauert, im Wagen rucken Köpfe, die Hände fliegen an die Dreimaster, grüßen ehrerbietig die Fahne, der Wagen ist vor- über und die Soldaten rühren sich wieder. Ein Prinz von Eng- land geht in das Haus. Generäle fahren an. Hofschranzen in sagenhaften Gewändern, Zrremonienmeister des Hofes, die Soldaten stehen still, es steht die Fahne und sieht die Verbeugungen. Eine Pause kommt. Kein Auto knirscht m«hr über den Sand. E» rennt kein Diener mehr und nur die Lonne spielt über den Türm«» von Westminster. Drei Generäle sprengen heran, halten die Zügel und steif stocken die Pf«rde. Mitten in die Stille schlägt hell«in« Turmglockc,«in einziges Kling, alle Köpfe drehen sich, das Gardebataillon steht still, präsentiert, bolzenstrack steht die Fahne, silbern« Glocken schallen in der Lust, die Musik spielt die erst« Zeile der Königshymn«, im scharfen Trab jagt«we schwarzgoldene Kutsche an, gezogen von vier Pferden, zwei Männer in roten Uniformen sitzen drin, grüßen die tak Fahne, iot Glocke» breche» ab, jäh jetzt die Musik aus, die roten Pagen, auf dem Hinterdeck der Kutsche stehend, springen ab: der Prinz von Wales geht in das Haus. � Dann ist nichts mehr, nichts als die Stille. Es ist aus diesem weiten, weiten Platz, als habe es tomman- diert: Sonne, stehe still zu Jericho I Und sie steht. Es rollt kein Sandkorn, es lebt keine Mauer, angewurzest find die Pferde der Generäle, gleich den Bronzen drüben, aus denen Richard Löwen- herz und Oliver Cromwell sitzen. Selbst die Zeit scheint zu ruhen und zu warien. B's sich plötzlich die Lust teilt und drei Schläge einer Glocke wie silberne Tropfen ins Ohr fallen. Kommando- rufe, die Gewehre präsentieren, die Glocken läuten, silberne Glocken, die Töne hüpfen, springen, leise setzt die Musik ein. Hochrufe dringen über die Brücke, di« Musik wird lauter, bunte Wagen mit Pferden kommen an, es folgt«ine Schwadron, Reiter in glitzern- den Helmen, und kupfern glänzen di« Harnische. Voller braust die Musik, die Glocken gehen in einen einzigen heftigen Wasserfall von Tönen über. Viermal zwei, links und rechts geführte, bunt gesattelte und gezäumte Pferde ziehen im Schritt, ziehen eine Kutsche aus Gold und Glas, eine bunte Leib- wache mit Krauskragen, breiten schwarzen Hüten und langen Beilen umgibt den Wagen, viele Reiter hinterher, und da geschieht es, daß sich die rote Fahne senkt. der goldene Knauf berührt die Erde und das Tuch legt sich tief in den Staub, tiefer, vor jenem Mann und jener Frau in dem Wagen, von denen man nicht weih, ob sie sich unauchörlich verbeugen oder unaufhörlich von den goldenen Sprungfedern hin- und hergerüttelt werden. Der König und die Königin betreten das Oberhaus. In den schwirrenden, mattbeleuchteten, rot und rotbeschlagenen Saal folgt die unheimliche Stille. Pagen trogen die Schleppen der Hermelinmäntel, Trompetensignale, grelles Licht überflutet die bunte Masse, wie Wassertropfen in der Sonne leuchten rcgenbagen- farbig die Diamanten und Edelsteine der Kronen, blitzen, glänzen und zittern. Würdenträger und Hofdamen kommen rückwärts gehend herein, halten still, der König und die Königin setzen sich, Pagen, Würdenträger und Zeremonienmeister reihen sich auf den Stusen, der König bittet seine Granoen und Lords, Platz zu neh» men und es setzt sich, rechts von ihm, in die Ecke, auf einen roten, rückenlosen Samtstuhl: der Prinz von Wales, als wäre er Lzamlet auf der Reinhardbühne. Und jetzt? Nimmt ein Zeremonienmeister ein schweres großes goldenes Zepter, zwei rotbefrackte Männer folgen-hm, öffnen die dem Thron gegenüberliegende Tür, gehen durch einen langen an- schließenden Gang und bleiben vor einer verschlossenen Pforte stehen. Pochen zweimal laut um Einiah, bis sich ein Glasschieber auftut und ein Pesicht erscheint, dem sie ihre Bitte noch einmal vortragen, bis endlich die Tür weit geöffnet wird und, genau dem Thron gegenüber im anderen Saal,«in gleich erhabener Thron sichtbar ist, ans dem ein Mann in Tolar und Perücke sitzt: der Präsident des Unterhauses und der englischen Votksvertretung. Der befiehlt einem roten Diener, ein gleiches Zepter zu nehmen, das neben dem anderen vorangetragen wird, der Präsident schreitet hintendrcin, begleitet von seinem Würdenträger, es folgt im Ab- stand der Ministerpräsident, den Führer der Oppositionsparteien an der Seite, es folgen Minister und einige Abgeordnete, in hellen und gewürfelten Anzügen, als sei dieser graue Haufen Menschen oben aus dem Autobus gestiegen. So gehen sie gleichgültig und gelangweist durch den Gang, in jenen Raum, der dem Märchen gleicht, wie es nie«ine Phantasie auf eine Bühne zaubern könnte. so bunt und zeitenfern. Die Minister der englischen Arbeiterrcgierung treten ein, setzen sich, die Stille ist dahin, vor den grauen und hellen Anzügen vor» blassen die Farben, die Juwelen in den Kronen verlieren ihren Glanz, keine Fahne sinkt mehr in den Staub, nur in den Rock- aufschlagen dreier Minister leuchten drei rote Nelken, und der König liest vor, van der Arbeitslosigkeit, von der Arbeitsbeschaffung, von der Erhöhung des schulpslichuge» Alters, von Agrarreform, Sied- lungsland und der Aufhebung des Antigewerkschaftsgesetzes... , Jalcod Altmaier. Konzertereignis in der Republikoper. Schönberg- Möhler« Abend. Die Republikoper, über deren künftiges Schicksal nun der preußische Landtag das letzt« Wort zu sprechen haben wird, hat einen großen Abend: Zweites Symphoniekonzert unter Leitung von Otto Klemperer. Bach Präludium und Fuge in Es» Dur in der orchestralen Bearbeitung von Arnold Schönberg, steht am Ansang. In einem Schreiben an den. Kapellmeister Dr. S-tiedry, das im Programmheft abgedruckt ist, verteidigt der Bearbeiter s«in kühnes Beginnen gegen Einwände, die sich gewiß dagegen erheben ließen. Die Frage ist von grundsätzlichem Interesse. Ein großes Wert der Vergangenheit wird für die Gegenwart mit ihren Mitteln gewonnen. Schon längst empfinden wir das Inskru- ment unserer Orgel al» unzulänglich für die Wiedergab« eines so komplizierten, klanglich anspruchsvollen Musikstück«: für unser Ohr vermag der Klangvision Bachs das moderne Orchester unvergleichlich besser gerecht zu werden. Aber man scheut sich begreiflicherweise. an die Meisterwerke der Vergangenheit zu, rühren: nicht jeder darf den Mut.haben, falsch« Pietät zu überwinden, nicht jeder kann falsche von echter unterscheiden. Der gewagte Versuch, mit dem strengen Verantwortungsgefühl und den künstlerisch- geistigen Kräften- Arnold Schönbergs unternommen, rechtfertigt sich durch sein Gelingen: die Orchesterliteratur und der Konzertsaal ist um ein grandioses Werk bereichert, das im Bereich der Kirchenorgel und in Musikbibliotheken für uns halb verloren schien. Als interessante Uraufführung erklingt ein neues Werk vou Schönberg:„Begleitmusik zu einer Lichtspiel- fjene*. Programm: Drohende Gefahr. Angst, Katastrophe. Seltsam-erregt« Klänge, beklemmend, ftjselnd, von unwiderstehlicher Eindringlichkeit. Der Film, zu der diese Musik gedacht ist. müßte erst gedreht werden: er könnte durch sie zu unerhörter Wirkung gesteigert werden: unerhört in der Tat. denn solche Filmmusik ist noch in keinem Lichtspieltheater gehört worden. Das Ohr der Film- industrie ist taub für solche Musik: die besten Musiker der Zeit müssen ihren Drang, das erbärmlich« Musikniveau unserer Film« zu heben, in Symphonietonzerten abreagieren. Den zweiten Teil des Abends beherrscht.Gustav Mahler. Rosette Anday von der Wiener Staatsoper singt die„Lieder eines fahrenden Gesellen" mit ihrer schönen gepflegten Altstimme: viel mehr srellich hat sie für dies« wunderbar zarten, innigen Gesänge, deren dichterische Situation«inen männlichen Interpraten erforderte, nicht einzusetzen. Und zum Schluß als Hau ptnummer: di« lV. Symphonie. In ihrer Art Mahlers persönlichstes Werk und vielleicht das begliickendfte, das er geschaffen hat. So wirkt es auf-die Hörer, so klingt dieser Abend aus, der den Dirigenten Klemperer und seine Mitarbeiter wieder au-s der bekannten Höhe gezeigt hat._ K.P. „Die blonde Nachtigall." Universum. Der Tonfilm scheint nur«rsundcn zu sein, um alle Astten der Bühnenstück« Revue passieren zu lassen. Macht es di« Operette w>-ht mehr, dann kommt eben das Volksstück mit Gesang und Tanz an die Reihe.„Di- blond« Nachtigall" läuft unter der Firm« Volksstück, ken Grund dafür kann man schwer angeben. Draußen, in einem Garteiretablissement. singt ein kleines, blondes Mädchen. Geschäftstüchtige Agenten wollen sie zu einem Star machen. Aber alles kommt dann ganz anders. Di« junge Dam«. die übrigens an einem liebeskran-ken Herzen leidet, reißt aus und erhält schließlich einen dollarfchweren Antrag nach Amerika. Der Wunschtraum vieler Zuschauer ist erfüllt. Uehechaupt sieht in diesem Film alles sehr gemütvoll und härm- los aus. Das goldige Herz sonnt sich in Großausnahme. Die Schlager von Willi Kollo sind neckische Liebchen, di« manchmal mit Saxo, phonunterhaltung auf Großmütterkiches zurückgreifen. Es sind die Ideals aus der guten Stube des Kleinbürgers. Der Regisseur Johannes Meyer arbeitet in dem Schema, das der Tonfilm schnell gefunden hat. Bei allen passenden oder un- passenden Gelegenheiten erblüht schnell«in Lied, denn im Tonfilm muß doch nun einmal gesungen werden! Dabei ist dieser Film besser als der größte Teil der Filmvpe- retten; er trägt wenigstens«ine gediegen« Haltung zur Schau, er kann ebenfalls mit pointierten Situationen aus warten, wenn sich auch einige Witze m ihrem vor Alter ergrauten Bart verwickeln. Die Darstellung ist in den kleineren Rollen gut. Else Elster erscheint in Stimme und-Geste zu blaß geraten, und Arthur Hell hat sich in die Stellungen des Operettentenors verliebt. F. 5ch. Eine neue Fi mrettung. Es hat sich eine„Deutsche Liga für unabhängigen Film" in Berlin gebildet, die einen Zusammenschluß aller ernstlich um eine Erneuerung des gefönten Filmbetriebs Kämpfenden erstrebt. 2 Millionen Menschen— heißt es in dem Ausruf der Liga— besuchen täglich in Deutschland das Kino. Sie sehen nur allzuoft sentimental« Belanglosigkeiten, verlogene Happy-end-Dtiick«, den Film als Thcatertonserv« gm lausenden Band.- An Stelle der Filmkunst tritt die Fabrikation von Kitsch und die Beeinflussung der öffentlichen Meinung durch Machtgruppen Der technische Fortschritt wird zur Reproduktion wesensfremder Schaubudenerzeugnisss miffbraücht Das Programm der Liga sieht vor: die Aufführung unbekannter, selten ausgeführter, aus merkantilen oder Gründen der Weit- Anschauung unterdrückter Filme. Vortragsabende über aktuelle Film- themen einrichten. Die Liga perfügt als Mitglied der Internationalen Filmliga Genf über die Programme der Avantgarde aller Länder. Für einen Mitgliedsbeitrag von 12 Mark jährlich(für Mit, gliedcr der Volksbühne und Arbeiterorganisationen, Künstler, Stu- dierende vierteljährlich 1,50 Mark) sollen 10 bis 12 Vorstellungen geboten werden. Es ist nicht da« erstemal, daß auf diese Weise— durch Vereine- grüntmng,,— versucht wird, dem unabhängigen und künstlerischen Film zu dienen. Leider sind bisher alle diese Versuck)« ergebnislos verlaufen. Man kann dem Film nur helfen durch eine ziel- bewußte Massenorganisation. Leider sind wir hierm noch nicht über Ansätze hinausgekommen. Lehrerausbildung in Berlin. Stadt und pädagogische Akademien. Zwischen der Stadt Berlin und dem preußischen Staat haben seit längerem Verhandlungen über die Errichtung' von pädagogischen Akademien in Berlin geschwebt. Wie der städtische Nachrichtendienst jetzt mitteilt, Hot die Stadt bei den Verhandlungen sich grundsätzlich bereitcrklärt, bei der Errichtung dieser Akademien sich an den Kosten für Grundstück und Neubau zur Hälfte zu beteiligen. Di« Verhandlungen bezogen sich auf eine in Köpenick zu errichtende große Akademie für Angehörige aller Konfessionen mit 5000 bis 6000 Studenten. Das preußische Kabinett hat vor kurzem aber den Beschluß gefaßt, neben einer katholischen Akademie, die in dem früheren staatlichen Lehrerseminar untergebracht werden soll, eine kleinere Akademie für nicht konfessionell gebundene Schulen in Köpenick zu errichten und im Jahre 1933 eine solche für evangelische Lehrer in P o ts d a m. Der Berliner Magistrat ist grundsätzlich der Auffassung, daß eine groß« simultane Akademie zur Ausbildung der Lehrer an sämtlichen Schulen erstrebt werden müßte. Da das nicht zu erreichen sein wird, hat er beschlossen, sich an der Aufbringung der Kosten nur unter der Bedingung zu beteiligen, daß die, Ausbildung der Lehrer für die Berliner Schul-« n auch in Berlin erfolgt. Das bedeutet also auch die Errichtung einer evangelischen Akademie innerhalb Berlins. In Frage käme nach diesem Vorschlag eine katholische Akademie in Spandau, eine evangelische Akademie in Köpenick und eine drille Akademie für nicht konfessionell gebunden« Schulen im Bezirk Wedding. Im Preußischen Landtag sollt« heut« die Frag« der Pöda- gogischen Akademie besprochen worden. Vor Eintritt in di« Tages- ordnung beantragte jedoch der Zentrumsabgeordnet« Baumhoff. sie abzusetzen. Die Abgg. Oelz«(Dnat.) und Sien bei(D. Vp.) erklären ihr Einverständnis, wenn die Anträge s p ä t« st e n s in der nächsten Woche zur Besprechung kommen würde. Abg. Le inert(Soz.) widersprach, da die Beratungsgegenstäntw für die kommende Woche schon festg«s«tz- seien..— Nach entgegenkommenden Erklärungen des Zentrums und der Demokraten wurde aber die Beratung des Gegenstandes aus nächste Woche vertagt. Die An- träge sollen am kommenden Mittwoch oder Donnerstag zur Be- ratung gelangen. Tragödie eines Landproletariers Bier Kinder ertvürgi, die Frau und sich selbst erschossen. Prag. 7. irovember. In Malinowa bei Rakonih crwürgle der 33 iZahre alle arbeitslose Maurer pitlermann seine vier kleinen Kinder, erschosj seine Frau und lötete Fich dann selbst. Pittermann, der mit seiner Frau in zehnjähriger glücklicher Ehe lebte, wurde vor kurzem arbeitslos. Das Zwang die Frau. bei einem reichen Bauern Dienst zu nehmen. Zwischen ihr und dem Bauern entwickelte sich ein Liebesverhältnis, dos Pittermann zu rasender Eifersucht trieb. Gestern abend erwürgt« er seine vier kleinen Kinder und begab sich dann in dos Haus des Bauern bei dem seine Frau weilte. Der Bauer ergriff die Flucht durch ein Fenster. Pittermann jagte s«ine Frau aus den Hof und schoß ihr eine Kugel in den Rücken. Er nahm die Sterbende in seine Arme, trug sie in die Wohnung und legte sie zu den erwürgten Kindern ins Bett. Dann schoß er sich eine Kugel in den Kops. Acht Prozent Gehaltsabbau. Im rheinischen Baugewerbe. Köln, 7. November.(Eigenbericht.) Das Tarifomt für das Rheinland, fällte einen Schieds- spruch, wonach die tariflich festgesetzten Mindestgehälter der technischcn Angestellten im Baugewerbe ab 1. November um vier Prozent und ab 1. Januar um weitere vier Prozent ermäßigt werden sollen. Der Bund der technischen Angestellten und Beamten und der Verband beut- scher Techniker hoben den Schiedsspruch abgelehnt. Die endgültige Entscheidung liegt jetzt beim Haupttarifamt Berlin. Gehaltsabbau in Oberschiesien. Gleiwitz, 7. November. ?n der Gehaltssrage der Angestellten der oberschlesischen Man- tanindustrio hat die Schlichterkammcr unter Vorsitz von Ober- Präsident z. D. Philipp am 6. November einen Schiedsspruch gefällt, der mit Wirkung vom 1. November eine Ermäßigung der Gehälter um 4 Proz. vorsieht. Ausgenommen hiervon sind die Gehaltssätze der Lehrlinge, der Angestellten bis zu 20 Jahren, so» wie Hausstands- und Kindergeld. Die neuen Tarife sollen un- kündbar bis 30. Juni 1031 laufen. Die Frist für die Annahme- erklärung beträgt eine Woche. Anders herum! Lohnerhöhung stärkt die Kaufkrast. London. 7. November.(Eigenbericht.) Der Nalionalral der englischen Elektrizitätsindustrie genehmigte eine Lohnerhöhung von drei Schilling pro Woche. Matrosen im Hungerstreik. Unruhen in Cherbourq. Paris, 7. November.(Eigenbericht.) Im Kriegshafen Cherbourg ist eine Meuterei unter den Matrosen ausgebrochen.. Es handelt sich nicht um Marinesoldoten. sondern um ein Spezialkorps, das zwar unter militärischer Autoritär steht, aber alle zivilen Freiheiten der Arbeiter genießt und sich u. a. selbst verköstigt. Hierfür bekamen die Leute sechs Fronken(SS Pf.) pro Tag. Diese Woche hat nun ein Ministerialerlaß angeordnet, daß die Matrosen sortan im Arsenal in der E i n h e i t s k ü ch e zu esien haben, wodurch> natürlich die sechs Franken fortfallen. Am Montag und Dienstag verweigerten 100 Matrosen das Arfenalcssen und traten in den Hungerstreik. Darauf wurden 21 Matrosen zu acht Tagen Gesängnis verurteilt. Dennoch setzten die Leute auch am Mittwoch den Protest fort, worauf drei Matrosen zu 1ä Tagen Gefängnis mit Strafarbeit und 24 zur Streichung von der Avancementsliste verurteilt wurden. Die Frauen der gemaßregelten Marinearbeiter haben für Donnerstagabend eine große Protestkundgebung an- gesagt, während die Matrosen beschlossen haben, den Hungerstreik unter allen Umständen fortzusetzen. Zusammenstöße in Bombay. Während einer Kundgebung g«g«n die Verhaftung eines der führenden Mitglieder des Allindijchen Kongresses kam es zu einem Zusammenstoß zwischen Manifestanten und Polizei. 113 Personen wurden verletzt, von denen 80 ins Krankenhaus gebracht wurden. Sinclair Lewis behält den Nobelpreis. Die Nachricht, daß der literarische Nobelpreisträger Sinclair Lewis seinen Preis für einen jungen amerikanischen Schriftsteller und dessen Famiile zur Ver- fügung stellen würde, ist durch Sinclair Lewis selbst richtiggestellt worden. Er gedenke den Nobelpreis für sich zu behasten. Mit dem „jungen amerikanischen Schriftsteller" habe er sich und seine Familie gemeint. Z>i« Verleihung des Nobelpreises an Sinclair Lewis rief in der amerikanischen' Presse Genugtuung darüber hervor, daß jetzt endlich auch ein Amerikaner den Literaturpreis erhält. In kon'er- vativen Blättern mischt sich in das Gefühl der Genugtuung eine gewisie Enttäuschung darüber, daß„ausgerechnet ein Satiriker, der das amerikanische Leben Herabzieht", zum Preisträger gewählt wurde. plAza Tljl. 5 i. 8« Sonnt2.Su. �_ Alox. E 4«06« I. Vorstelfung 50 Pf. bio 1 M II. und III. Vorot. 1 bio 2 M AFRA, UE8SEM8, KOHLBRANDTusw. sv« uhr CASINO-THEATEH Lothringer StraHe 37. Nur im Monat November die entzückende Komödie Arm wie eine Kirchenmaus Outschein 1—4 Fers. Fauteuil 1.25 M.. Sessel 1.75 M.— Sonstige Preise: Parkett 75. Rang 60 Pfg. Theater 1. d. Behrenstr. 53-54 Direktion: Ralph Artbor Roberts r. oas haffliche macchen Englisch— Roberls— Jansson. Volksbühne Theater am BOloviiIatz. 8 Uhr Oer tröhiiche Weinberg Ab 8. November 8 Uhr UrauflQhrung Die fflatrolen wen cattaro itaatüdiillsr-Tli- 8 Uhr Nora Staatsoper Am PI. d. Republik 7Vj Uhr Die laebeitlöte Th. im Adrairalspalast 8V4 Uhr: CtfrdasffintiD In PremlartnaeietzMg Sotnlai) 2 Torsi. 3 und SV« Uhr NkIm. dii ganze Vorsl. in haloeo Preisen Keine ürganisa- tlons-BIII. aber billige Preise: Parkett ab 3-.M. Rose• Theater fir.franRIurt«rStr.!32 Tel. Alex 3422u.3494 5.30 Uhr; Kukuii 815 Uhr: In der Johannisnachl 1 ROSSES SCHAUSPIELHAUS 3/n uteiMen ßiözst. Singspiel nach Blumenthal und Kadelburg von Hans Müller, Musik von Ralph Benattky Mnsik. Kint. Robert Stolz. Oesangstrxie Roberl Gilbert. Camilla Splra, Max Hansen. Trade Lieske. Otto Wallburs, Siea'r.Arno, Walter Sankuhn, Paul Hörbiser. Käte Lern. Willi Schaeffcrs, Winkelstern, Dcsni, Qustl Ostettenbauer. und das grosse Easemble. Gesamtaosat. Prof. Stern. Mut i.tg. Emst Hauke.| (Wegen Vorbereitung zurPrcinjcrcbi�einschri Lreitag geschlossen— Vorverkauf 10—6 Oeultdiet Theater 8 Uhr Elisabeth von England voikerd Bruckner Regie: Hein: Hilpert Kammersplele 8i* Uhr Letzte Aoffflhruogeg Elga voii Girhait Hauptmana. Regie; Gusto» Hartoog. Die Komödie 8<;i Uhr Der Schwierige rn Uoji na üifnnDstbtl. Regie; Mn Reinharit. Lustspiainaus Täglich SV« Uhr Kurl fiötz in. Hokuspokus Pilsator am Halleschen Tor >" % Inhaber: Willy Schwfirzel Die Gaststätte der guten Küche �tUSStost der vorzüglichen Löwen- Böhmisch-Biere Spez.: Pilsator-Bräu öS Zenlral-Theat. Täglich 8Vi Uhr Sonnt auch SV« Uhr Eins Freondin so goldig wie Du Operette v. Meisel. Tora. 18? Partetf M statt 1*. an I•" gUtig»om 5. bis i. He». Sonntags 3 Uhr Rotkäppchen Lichterfelder Festsäle Zcslmlendorfer Otfto Sdiillin� Dentsehes KOnsiler-Theal Barbar. 3937. 8'. Uhr Jim und Jill Grete Mesheim, Banld Pauken. 3.30St3.uii9ek.!ont|. Jini and Jill Originalbes i'aibR Preise Renaissance- Theater Steinplatz 6780 8V« Uhr Zum 25. Male: von Max Alsberg und O E. Hesse 3J0Stg.u(et.Toistg. TornntmaeMi) Origiaalbes. halbe Preise Telephon: Lichterfelde G 3 1445 Festsäle für 1580 Personell nrit modem ■ Veran- sfaltuiHien jeder drf/ Büdireitssäle/ tereinaimmer fOr 20 bis 300 Personen Oer sebattiger Natsrsarleo Famiiien- Naclunittade ROSE THEATER Gr. Frankfurter Straße 132 Billettkasse für den Vorverkauf: Alexander 3-122 und 3494 HEUTE uaebm. 5» Uhr Kukuii mit Traut«. Hans, Paul und Willi R«» Preise: Top väGPf.bial.SOV Garderob© u. Program™ je 10 Pf. ,20 Min. Kaffeepau�e: Kaffee mit Kuchen 2S Pf. Kinder haben Zutritt Sonnabend 4.15 Uhr PeierdieDs Mondlalul Das entzückende Weib nacht binär che n (Preise too 30 Pf. hl» 1.50 M) Wochentags 8's Uhr, Sonnabends Zu. 10 15 Uhr, via der Jobaonfsnacht" Soontag, den 9. November 2.30 Uhr elnmalioe Ulttaosieler Ludwig Hardt und Erstaufführung .Bif Uremm nil der TW 5.45 und t Uhr .,la der Johannisnachl". Reichshallen-Theater Abends[T] Sonntag nachm.|?| Stettiner sanger Das neue Programm! Nacfara. halbe Preise Dönhoff- Brettl: 10 groüc Nummern! Tanz.» Kapelle Hans Sixtus. nobel Tellsahluna Apeltf Adalbertstr.e Oantowsky- Buhnen Tbtaler In der Siresemannilr. Täglich 8V» Uhr Sturm im Ufasserglas üemödit tu Fraaii. Komödienhaus 8 Vs Täglich 8 Vi Konto X Ten RenuDii ud Otstorrtiditr Thealer am Sdiilfbanerdamm Täglich 8V« Uhi Die Biumenspenden jeder Art liefert preiswert Paul Golletz vormals Robort Keyer Marlanllonstr. 3 F 8, Oberbaum 1903 Theat. d. Westens 8V« Uhr Inpriüu Kigiintii Finden Sie, daB Cnnstance sich richligYertiält? Lessing-Theat. 8 Uhr Ein. WMIlM' traQie Regit; Hu RtisM von Brecht und Weil. Preise 1- bis 12- M 8 14 Uhr.— Zentrum 3819.— Rauchen erlaubt. „Ein ausgezeichnetes, überraschend gutes Programm, viele ganz neue Namen und Nummern, und zwar von allerbester Klasse..." B. Z. am Minao vom 8. It. SO. Sonnab. u. Sonntag* Ja 2 Voratallungan 4 Uhr und 8.15.— 4 Uhr kleine Preise. GARDINEN Stores Bettdecken Um unsere riesigen Läger zu räumen, haben wir sämtliche Waren zur Hälfte ermäBigt. Känttler-GanrUnr.... 1,75 Brttd ecken....... 2.40 Store«......... 1,25 1 Pötten Dekoration*- und TülUloffc p Mt.... I,»5 Wcrkstiiten tür cleg Dekorationen seit 23 Jahren im Hause, daher konknrreazlo. billig. Aeltcite« S�csUI�EtageageKhäft Speziil-Ganliseii-MstltteB S.Krüger, NeuKülln, Beroslr. 67 2. Stock direkt am Ringbahnhol Kein Laden— Gegründet 1907 Einheilsverhand d. Elsenbahner| Dentsiblands(omgnippe csritn) Der MilaiiedschaU jut Kenntnis bog unser Äollege, der Schlosser Klläolk 8terll8äorl Reich,bdiinausbesserung4werk Grunewald. am 4. November d I. verstorben ist. Ehre feinem Andenken! Die Eilläicherung findet am Sonn- abend, dem 8 November. 12>/z Uhr. im Krematorium Wilmersdorf stau Wir ermarien rege Beteiligung vi« OrisTcrwaltund. miesanßer Kottbusser Str. 6 F. 8. Oberb. 6070 Tägl.»'ALL, auch Sonntag S'.b Uhr Die hn« de Braun: „Vir ledKDinsliiiistr mit Lotte Werkmeister Musik von WilH Rnra. Villi feil: und Siajvait EiirM. Tsjesi. U-2, Undk. at( Kleines Theat. Täglich 8>.i Uhr Lioni£>eax in meine Schwester * und ich nadi TtneuO von Blum. Musik Hall BtiutzkL Dönh.625,626. Freitag. 7, Novemb. >.-8 Uhr Sektion Rahnstcltcn Gin GegeDTOtssgiel m turt ComHh. Neues Tkealer ■i am Zoo■ SmBihDliIoo. StpL 6554 Täglich S'k Uhr Der grofie UdierfD'g! Max Adalbert in Hasenklein Sonnabends 4 Uhr Sonntags 3„ Rndit Rupprtdils Fahrt ins HlrdKütoud. Komische Oper 8'b Uhr Das Mädel am Steuer Operette v. Gilbert zur Miete WSO.Ansbacherstr.l tnetropoi-Theater Täglich 8>;» sow«SoDalag4u.8'.< Dbr Seuattoneller OperettcBeriolg I Unter pers. Leitung des Komponisten Viktoria undihrHusar Bekleidung fertig und nach MaB für Damen und Herran bis 8 Monatsraten Scherzer ABPOhÄS.? Holte seit 1662 Das führende Variete W0 038 H3US P6dl698llGP MÖSlSj Berlin SO. Oraniensrr.12 Fernruf: Fl.Moritzpiafz 835 Verlangen Sie reichillusi-rierre Preisliste B .................................................... i i Schönhauser Allee 141 a Hochbahn Danzlger Strafie a Udlen. e Steckwerfee Auf Wunsch Teilzahlungen his zu 24 monatenl moderne Ulster In g?QBter Prelswurdlgkelt Beachten Sie unsere Schaufenster! Spezial-Haus für Herren- und Knaben- Bekleidung Neukölln, Berliner Str. 61 neben dam Rathaus Der moderne Anzug noch preiswerter denn je! m.Ktiickerbocker auf K.-Seide. AufWunsch Zahlungserleichterung I gSeilage Frcffag, 7. November 1930 LprÄbmö StiilauX�tdh-da to»WaW4 &erfönlich-wnperfönliclie lUuiik Sin Problem des'tllikrophons Schafft der Rundfunk grundsätzlich neue, nämlich neuartige Beziehungen zwischen der Persönlichkeit des Musikers und seinem Publikum? Zunächst ist klar: er verändert die gewohnten Bc- Ziehungen, er lockert sie, um nicht zu sagen, daß er sie aufhebt. Der Rundfunk hebt die gewohnten Beziehungen auf— richtiger, er läßt sie nicht von neuem zustande kommen. Und das bedeutet positiv die .Herstellung neuer Grundlagen im Berhältnis der Musik zum Hörer, bedeutet und bedingt eine neue Art des Musikhörens. Alle traditionellen Begriff« und Begriffsverbindungcn der Musikgemeinschaft werden illusorisch Eine Opcrnvorstellung, ein Konzert, das sind raumgebundene, gesellschaftliche Ereignisse; es ist sinnlos, deren Form in der Ungesellschaftlichkeit, Unräuinlichkeit des Rundfunks ansiedeln zu wollen. Weiter: zwischen jedem Stück Musik, das je geschrieben worden ist, uich den Mitteln seiner Berwirklichung, dem Raum, in dem es erklingt, und der.hörerzahl, die er faßt(und die ihn, so Gott will, füllt), bestehen in jedem Fall be- gründete Beziehungen, die sich nicht ungestraft ignorieren lassen. Zum großen Orchester einer Sinfonie gehört das große Publikum eines großen Saales; zur Kammermusik— sollte allemal Intimität der Bedingungen gehören, unter denen musiziert wird. Aber Monster- chor oder Lautengeklimper, Zartheit eines Schumanniiedes oder Nibelungcn-Kolossalität: eins ist dem Rundfunk so gemäß wie das andere, oder alles, wenn man will, gleich ungemäh. Tausend Sänger oder vier Streichinstrumente, zu der unübersetcharen Bielheit von Einzelhörern treten sie als Quantität in keine Art von Relation, die .Klangmasse an sich erlangt nicht den ihr sonst zukommenden reprä- sentativen Charakter. Und zugegeben auch, daß alle Stufungen der Tonstärke, alle dynamischen Klangverhältnisse im Mikrophon, ge- wisserinaßen wie in einem akustischen Mikrokosmos, wahrheitsgetreu gespiegelt werden können: dos physische Erlebnis etwa eines ge- waltigen Chor- oder Orchester-Fortissimo vermögen weder Laut- . sprecher noch Kopfhörer zu vermitteln, und ein veritables Pianifsimo wird allzu leicht als Laune des Apparats, als Minderung also oder Störung mißverstanden: der sinnliche Reiz oller feineren In- strumental-Koloristik bleibt einstweilen noch immer mehr Andeutung als Erfüllung. Vntpersönlichung.> hier decken sich, materiell-technisch bedingt, die natürlichen Gegebenheiten, das heißt Begrenzthelten der Rundfunkmufik mit Tendenzen, die in der heutigen Luft und auf der Straße der heutigen Musik liegen: in dem Streben nach„absolutem' Musizieren. Und noch auf anderem Wege kommt, automatisch, der Rundfunk heutigen Ideen entgegen, die mit jenem Streben nahe zusammenhängen: als Mittel zur E n t i n d i v i d u a l i s i e r u n g der Musik, zur Entpersönlichung des Musizierens zunächst. Die Perjönlichkeitswirkuvg, des ausübenden Musikers, das persönliche Änteresse. für ihn, ja, auch»das Urteil über sein« Leistung beruht mehr, als vielleicht mancher zugeben will, auf der räumlichen Verbundenheit beider Teile, auf dem Sehen und Gesehen- werden. Die chronische Unsichtborkeit, zu der ein für ollemal der Rundsunkmufiker verurteilt ist, und dazu dos tatsächliche Nichtwissen des Künstlers um sein Publikum, das seinerseits darauf beschränkt bleibt, das fertige Klongereignis hinzunehmen, passiv, unverpflichtet, unkontrolliert gewissermaßen, ohne höhere Verantwortlichkeit des unmittelbar teilnehmenden Konzertbesuchers—: all dies zusammen ist jener„Objektivierung" günstig, die heute, als Folge der Abkehr von der Romantik und ihrem Subjektivismus, zum Bild der musitalischen Gesamtsituation gehört. Der Kampf gegen die Persönlichkeit, gegen das Schlagwort „Persönlichkeit", ist auf der ganzen Linie entbrannt. Der Komponist hat es leicht, von seinem Platz diesen Kampf zu unterstützen; es genügt, daß er keine Persönlichkeit zeigt. In der Tat, wenn wir in typisch modernen Kompositionen dieses Jahrzehnts markantere Züge entdecken, scheinen sie— weniger einem, individuellen Profil als dem Kollektivgesicht der Generation anzugehören; so tut sich, wie von selbst, ein erster Schritt auf dem Weg zur Entsubjetti- oierung der Musik. Ein zweiter vollzieht sich im Bereich der instrumentalen Reproduktion. Wir kennen hier zwei Quellen des Subjektiven:„Auf- sassung' und„Stimmung" des Interpreten: jene Ergebnis seiner persönlichen Auseinandersetzung mit dem Werk, fixierter Bei- trag also eines schon abgeschlossenen Prozesses— diese Anteil des Augenblicks, der physischen und psychischen Verfassung, der musikanti- schen Intuition.(N i k i s ch s Leistung entschied sich am Pult, Mahlers bei der ersten inneren Berührung mit der Part'tnr.) Aber die konstruktive Musik der Modernen will nicht gedeutet, nicht aus dem Gefühl gestaltet, sie will nur präzis exekutiert werden.„Es war eine richtige Nähmaschine", soll Strawinsky nach einer Aufführung seines Concertino gesagt haben, und es ist das höchste Lob, da» er zu vergeben hatte. Eine persönlich-paradoxe Fonnulierung, gewiß, keine verbindliche Aeußerung heurigen Zeit- geistes. Aber dieser antiindividualistische Geist der„Nähmaschine", Geist und Ungeist der maschinellen Unerbittlichkeir, zu dem mit Strawinsky, doch ohne sein« innere Freiheit und Ucber- lcgenheit. sein« Nachahmer und Nachbeter sich bekennen, hat auch schon die Begriffswelt der reproduzierenden Musik durchdrungen: er bekämpft nicht nur Auswüchse des Jnterpreten-Subjektivisums, Wucherungen der Virtuosenlaune und illegitime Elgeiuvilligkeiten der Auffassung; er stellt schließlich das Recht der Interpret«nperjön. Iichkeit— das Recht des Interpreten auf Persönlichkeit schlechthin— in Frage. Kollektivität und Technik. Zeitgeist— oder Mode, die Abkehr vom Individualismus einer entartenden Romantik schien fürs erste, als Grundrichtung der „Neuen Musik", nur einer künstlerisch-ästhetischen Bewegung, sozusagen einer internen Bewegung unter Musikern, zu entspringen. Aber die Triebkräfte der Bewegung sind allgemeiner Art; dem über- lieferten PersSnlichkeitsbegriff des neunzehnten Jahrhunderts, ohne den und dessen Titel noch B u s o n i nicht hätte existieren können, stellt die Gegenwart ihre Begriffe entgegen: Kollektlvitätund Technik. Das ist ein Kampf nicht nur mit Schlagworten, sondern mit den stärksten Argumenten des Zeitalters; unvernünftig und ver- werflich nur, solang« er mit dem Ziel der Unterdrückung und Ber- nickmng des Gegners geführt wird: Kollektivkunst. Technisierung der Musik, beides würde absurd ohne die schöpferische Künsllerpersönlich- Uü ön chintergruild. Aber der Kampf hat seinen geschichtlichen Sinn M natürüch«. notwendig« Prozeß der Umformung, der Ren- gestaktung durch die produktiven Gewalten einer neuen Zeit. Es ist um die Musik bedenklich einsam geworden am Ende ihrer„romantischen" Epoche, die zugleich ihre bürgerliche Blütezeit gewesen ist. Die Rückkehr der Musik ins Volk ist nicht weniger als ihre Eroberung durch die Mächte des heutigen Lebens— durch die Mächte der modernen Technik—«in Gebot der gegenwärtigen Gesamtsituotion. In diesem Prozeß ist die pronüneiüe Rolle des Rundfunks klar vorgezeichnet: als technisches Mittel zum sozialen Kunstzweck; als unvergleichlich wirksames Instrument der Musikverbreitung und Phänomen der Technisicniirg; als ihr Produkt, doch das— nicht die Musik der Technik Untertan, sondern diese der Musik dienstbar macht. Produkt und Etappe der Technisierung— nicht eigent- l i ch, tun es genau zu sagen, der Mechanisierung. Anders als beim Schallplattenapparat wird beim Rundfunk— es fei denn. daß er Schallplatten übertrögt— der Tan nicht auf mechanischem Wege erzeugt, und zu seiner Uebcrmittlung bedarf es keiner Maschin«. Der Rundfunk verändert und vervielfältigt den Ort der Musik, das ist alles; er verlängert— im Effekt'— die Reichweite des Schalls oder, anders ausgednlckt, findet, indem er ihn v e r- kürzt, den Weg. zum Ohr des fernsten Hörers. Es ist veritable Musik, die der Rundfunkhörer vernimmt— nicht nur: zu vernehmen vermeint;' er weiß und fühlt sich als Zeugen tatsächlichen Musik- geschehens, und dies Gefühl von Dabeisein, sei es wenigstens Dabeisein mit dem Ohr, ist freilich das letzte, was ihm von den gewohnten Beziehungen zum ausübenden Musiker, und was für diesen von der ehemaligen Verbundenheit mit seinem Publikum geblieben ist. Komponist, Interpret, Nundfunk. Unterscheiden und trennen wir noch einmal die Gebiete des schaffenden und des nachschaffenden Musikers. Aus jedem Stück Musik, das wert ist, wiedergegeben zu werden, spricht irgendwie die Persönlichkeit seines Urhebers: des Komponisten. Ab«r es gibt, alle Fragen beiseite, die den Grad und Rang einer Per- sönlichkeit betreffen— es gibt von Grund aus gegensätzliche Mög- üchkeiten im Hervortreten des Persönlichkeitsmomentes und seiner Bedeutung. Eine B a ch- F u g e oder eine Chopin-Nocturne, das ist nicht wir ein Unterschied von Bach und Chopin, sondern ein äußerster Gegensatz van Gebundenheit und Ungebundenheit des persönlichen.Fühlens, von„objektivem" und„subjektivem" Ausdruck, ein Gegensatz vergleichsweise wie Epik und Lyrik, oder Bericht uick» Gedicht. Der Art-Gegensatz greift bestimmend in die Sphäre des reproduzierenden Musikers ein: des Interpreten. Die Fugs will von ihm vor ollem fachlich-klar gestaltet, die Nocturne eher vor-sich-hin-gefpiell, gleichsam, als entstünde sie unter seinen Händen, aus den Tasten geträumt werden. Bach oder Chopin— die Namen als Beispiele, als Typen, verstanden—, wie steht zu ihnen der Rundfunk? Oder anders gefragt, wie steht der ideale Chopin- fpieler vor dem Rundfunkhörer? Geradeheraus gesagt, er steht, viel- mehr hängt ein bißchen verloren in der Luft, nämlich wie im lust- leeren Raum. Der atmosphärische Kontakt van Individuum zu Individuum stellt sich nicht her, die unmittelbare und suggestive Persönlichkeitswirkung bleibt aus/ zu der Chopirl seinen Interpreten legitimiert, und jene ungreisbare, ober kostbare Sick stanz, die man. „Fluidum" nennt, verflüchtigt sich ungenützt— ein bedauerlicher und wahrhaft unwirtschaftlicher Vorgang; um nicht auch noch von dem technischen Mißstand zu reden, daß alle intime Nuancierung des Tones, nicht nur der Reiz der Nuance, van der Rundfunkapparatur verschlungen wird. Der Rundfunk hält es nicht mit denen, die träumend vor sich hin musizieren, und vor dem Mikrophon ist alle Musik fehl am Ort, bei der die Stimmung und Auffassung des Interpreten den Aus- schlag gibt.' Dos ist, negativ und summarisch ausgedrückt, eine Feststellung von grundsätzlicher Wichtigkeit. Wie aus Allgemein- Verständlichkeit kommt es auf Allgemeingültigkeit an. Das Allzupersönliche vermag sich nicht zu behaupten. Nur die Persönlichkeit, die— stellvertretend— ausspricht, was alle fühlen, und so, wie olle«s zu fühlen vermögen, besteht vor den Mächten Kollektivität und Technik und geht mit ihnen die Synthese der großen Gegenwartskunst ein. Klaus Lrineslieim. Siedlung sbawlen in Wien Sin Stück proletariicher Siulturarbeil Angesichts der Watgen, die am Sonntag in O-fterrei» Itattsinden, sei an dieser Slille rille. Ucbersicht über die Baupolitik des„roten Wttn' gegeben. flt Ntfr 10 Proz. der gesamten Baiitatigkeit der Staht Wien be- trefsen die' Herstellung van Siedlungshäusern. Zur Zot gibt es zehn Siedlungsbaustellen, die sich in den äußeren»e- zirken Wiens befinden. Für jede dieser Baustellen wird ein Arbeitsplan aufgestellt, der die jährlich zu leistende Arbeit bestimmt. Im ganzen wurden in Wien in den Iahren 1921 bis 1928 4678 Siedlungshäuser mit 893 dazugehörigen Wohnungen und 40 Geschäftslokckle» errichtet: In den Iahren von 1928 bis heute wurde entsprechend weitergebaut. Das System der Wiener Bautätigkeit ist dem unseren gerade entgegengesetzt:' zuerst wurden Klein st Mahnungen her- gestellt: erst jetzt geht man daran, größere Wohnungen herzustellen. Bei den Siedlungshäusern unterscheidet man niehrere Wohn- typen: Wohnungen mit 33 bis 64 Quadratmeter Inhalt. Diese Siedlungshäuser werden ganz oder nur teilweise unterkellert. Im Keller befindet sich eine Kombination von Waschkessel und Bade- osen. Die Anschaffung einer Badewanne muh aus Geldmangel dem Bervahner überlasten werden. Im Erdgeschoß ist ein kleiner Vorraum, ein Zimmer, di« Küche, das WC.; im ersten Geschoß ein Zimmer und das, was wir ein IMbes Zimmer nennen. Bei den größeren Wohntypen ist ein weiteres Zimmer im Bodengeschoß ausgebaut, das genau so groß, hell und hoch ist, wie die anderen Räume. Alle Häuser haben elektrisches Licht, fließendes Wasser und Gas und sind der städtischen Kanalisation angeschlossen'. Von den Gaswerken, die auch städtisch sind, wird ein Gasherd mit zwei Brennern gegen einen geringen Mietsbetrag gestellt. Außerdem steht in jeder"Wohnung«in Ofen, der von den Gaswerken gegeben wird, um Verwendungsmöglichkeiten für den bei der Gasherstellung als Nebenprodukt entstehenden Gaskoks zu finden. Die Mauern sind Ziegelhochmauern, die vom statischen Gesichtspunkt vollkommen ausreichen und eine große Material- «rsparnis bedeuten. Weitere Materialeinsparungen entstehen durch das Aneinanderreihen von Siedlungshäusern� die dadurch gemeinsame Mauern haben können. Zu jedem einzelnen Siedlungshaus gehört ein etwa 80 bis 200 Quadratmeter großer Garten. Die Gärten waren bei den in den früheren Iahren entstandenen Siedlungen größer. Es stellte sich aber heraus, daß es für den heimkehrenden Arbeiter und Am gestellten eine Ueberlastung bedeutele, nach die Gartenarbeit am Abend zu leisten. Außerdem beträgt der Grundbesitz der Gemeinde Wien nur knappe 23 Proz. des gesamten Grund und Bodens, der sich überdies in den äußeren Bezirken Wiens befindet und d e n Grund und Boden«mbegrerft, der aus städtebaulichen Gründen für e'men Wald- und Wiesengürtel um Wien bestimmt ist. In jeder Siedlung befinden sich einige Mehrsamillen- Häuser, in denen auch die notwendigsten Geschäfte, u.a. Der- kaufest ellen des Konsumvereins sind..Auch zu diesen Wohnungen gehören Gärten. Die Siedlungen sind stets so gelegen, daß man mit der Straßenbahn oder mit der elektrischen Stadtbahn in die innere Stadt kommen kann. Di« Durschnittsmiete— ohne den Garten— beträgt etwa 23 Schilling(18 Mark), das sind ungefähr 12,5 Proz. des Einkommens eines Arbeiters, der Arbeit hat; ein Vergleich mit unseren Wohnungsmieten, die oft über 25 Proz. des Einkommens betragen, zeigt die Notwendigkeit kommunaler Bautätigkeit. Die Müllabfuhr ist nachdem sogenannten Colonia-System aeregelt, das- vor einigen Iahren von der Gemeinde Wien eingeführt wurde. Früher fuhren große Müllwagen durch die Straßen Wiens. deren Fahrer di« Hausfrauen durch das Läuten einer Glocke auf- forderten, ihre Mülleimer zur Leerung zu bringen. Das Colonia- System, da» die Hausfrau von der Unregelmäßigkeit der Müllfahrer befreite, und das einen großen hygienischen Fortschritt bedeutet, öhneli hör Bertwer Müllabfuhr, nur das die hermetisch geschlossenen Müllkübel nicht überall sofort geleert, sondern teilweise ausgewechselt .wopden. Eine Müllverbremmngsanlagc soll übrigens gesSynt sein. In den ersten Jahren wurden'die Siedlungen größtenteils durch von der Stadt subventionierte Baugenossenschosten errichtet. An diesen Finanzierungen beteiligte sich auch der Bund der Länder; jedoch nur für kurze Zeit. Bald stellte es sich als rationeller heraus, das Siedlungswesen zu zentralisieren, und seit 1928 werden die meisten Siedlungsbainen von der G e m e i n w i r t s ch a f t l i ch e n Siedlungs- und B a u st o s fa nst al t„Gesiba" hergestellt, die eine von der Stadt gegründete Treuhandgesellschaft ist, im Auf- trage der Stadt baut und die Häuser der Gemeinde schlüsselfertig übergibt.,> Die Gestba baut außerdem auf städtischc-m Boden zu sehr günstigen Bedingungen oerkäufliche Häuser. Dies« Treuhand- gesellschaft vergibt die Bauarbeiten und die Baumaterialien durch Ausschreibungen an Privatunternehmer, soweit sie nicht eigene Fabriken hat, zum Beispiel für Türen und Fenster. Für die Pläne der Häuser werden auch Privolarchitekten zum Weit- b e w« r b herangezogen, um durch möglichst regen Wettbewerb, das beste an Arbeit zu leisten, wobei niemals zu vergessen ist, baß Oesterreich ein armes Land und vom Ausland abhängig ist und auch in Zeiten besserer Konjunktur schwer zu kämpfen hat..« Bestmögliche Arbeit bei größter Sparsamkeit läßt in dieser Stadt, die schon durch Jahrhunderte gegen Wohnungsnot zu kämpfen hat, in der bis zum Umsturz 19l8 niemals die proletarische Wohnungsiwt berücksichtigt wurde, Siedlungen entstehen, die mit de» hauptsächlichsten Errungenschaften moderner Technik ausgestattet sind und den Ansprüchen proletarischer Kultur gemäß sind. Die Inneneinrichtungen sind auch i» Wien noch sehr im argen; jedoch auch darum ist man bemüht. Es ist dem öfter- reichischen Verband für Wohnungsreform, dessen Generalsekretär der Genosse Dr. Ludwig Neuman» ist, eine Beratungsstelle für Innen- architektur angeliedert worden, die jedem behilslich ist. Im Frühjahr 1931 soll vom Werkbund eine Siedlung, die man demnächst zu bauen beginnen wird, für drei Monate vollständig ein- gerichtet werden, um durch das praktische Beispiel zu wirken. Auch in Wien bleibt noch vieles zu tun übrig, das weiß ma» auch dort. Aber mit großem Fleiß, emster Sachlichkeit wird gearbeitet und proletarische Kulturarbeit geleistet. Und wir, die wir jetzt erst beginnen, Kleinstwohnungen zu bauen, die Proletarier bezahlen können, erkennen den großen Wert der Kommunalistemng und kommunaler Aufbauarbeit. ihola Mayer-Grusemaan. Die Verteilung des Rundfunks Die Verteilung des Rundfunks auf dem Lande und in der Stadt ist grundverschieden. In den Gemeinden mit 2500 Einwohnern kommen durchschnittlich 7,4 Rundfunkteilnehmer auf 100 Einwohner; in den Gemeinden unter 2800 Einwohnern beträgt die Rundfunk- teilnehmerzahl nur 2,2 auf 100 Einwohner. Auf dem flachen Land« ficht es noch ungünstiger aus; in diesen reinen Agrargebieten rechnet man 0,3 bis 2,0 Teilnehmer auf je 100 Einwohner. Am günstigsten stelft in der Statistik die Stadt Wülfrath im Regiemngs. bezirk Düsseldorf da; dort entfallen auf 100 Einwohner 26,3 Rund- funtteilnehmer, auf Familien umgerechnet ergibt sich eine etwa lOOprozentige Anteilnahme der Bevölkerung an dieser Kultur- errungenschast. Unter den Großstädten wird an erster Stelle Solingen mit 53 Rundfunkhörern(einschließlich der Familien- ongehörigen) auf 100 Einwohnern genannt. Es folgen dann Hamburg. Flensburg und Düsseldorf mit je 50 Hörern, Altona mit 48 und Berlin mit 44 Hörern auf 100 Einwohnern. .'opjTifbt 1930 hy„Der BUdicrireii G. m. b. H.". BatUn SW 61. (28. Fortsetzung.) Der Mann hilft noch bei der Arbeit in der Chena, -ilt das linterholz und sät das Korn; aber sr tut sein» Arbeit ohne Denken und Fühlen, wie ein Tier oder ein« Maschine: wenn sie vorüber ist, sitzt er stundenlang in seinem chofe und starrt ins Leere, beivegungslos, bis er ciniml, wie ein Affe, einen langen, dürren Arm um sich selber windet, um sich auf dem Rücken zu kratzen. Die Frau geht noch immer mit dem Kruge zu dem lehmigen Wasscrloch: sie kocht noch im Hause das Essen. Solange sie sich aufrecht halten können, müssen sie arbeiten: sie essen und schlafen: sie murmeln häufig unverständliche Worte vor sich hin: aber niemals sprechen sie zu anderen und niemand spricht sie an. Sie leben in einer Dämmerung, in der man das Leid nicht spürt. Karlinohaini versank schnell in diesen Dämmer, zustand. Die Verhandlungen gegen Babund und Silindu, der Mord an dem Arachi und Fernando und jetzt der Verlust Silindus hatten ihr wenig bedeutet. Wohl hatte sie gemerkt, dotz sie vom Unglück vetfolgt wurden, die Ereignisse selbst aber hatten sür sie kein« Gestalt mehr. Sie holte wie früher das Wasser zum Kochen und rede mit sich selbst: zu Punchi Menika sprach sie nie, und diese wusite, daß es unmöglich war, sich mit ihr zu unterhalten oder zu beratschlagen. Ein Monat war seit der Verurteilung Silindus vergangen, und auf den ersten Vsick konnte es scheinen, als ob das Leben im Dorfe seinen alten Gang beibehalten habe. Tatsächlich war aber eine große Wandlung eingetreten. Es war schon vorher«ins von diesen kleinen Dörfern gewesen, die zu langsamem Verfall verurteilt sind und allmählich im Djungel vergehen. Jetzt verlor es mit einem Schlage«ins von seinen sechs Häusern und sieben von seinen fünfundzwanzig Einwohnern, denn Nanchohami beschloß nach dem Tod ihres Mannes das Dorf zu vorlassen. Ihre Kinder«varen noch zu iung, um in der Chena z» ar- beiten, und damit war es ihr unmöglich, in Beddegama ihre Nahrung zu finden. In Kotegoda, wo die Verwandten des Aeltesten lebten, gab es Reis und Kokosnüsse, und in jedem Jahr siel reichlicher Regen. Sie waren bereit, ihr eine Hütte und ein kleines Stück Land zu geben: sie konnte dort ihre Kinder ver» heiraten: sie hatte ja immer gesagt, daß Veddegama verflucht sei, ein armseliger und dem Verderben geweihter Ort. Sie packle ihre Habseligkeiten in einen Ochsenwogon, den ihr der Korala lieh, und zog nach Kotegoda. Das Haus de« Aeltesten wurde dem Djungel preisgegeben. Wer sollt« darin wohnen, und wer wäre auch wohl so tollkühn gewesen, hineinzuziehen? Es war verhert, verflucht und bald als Schlupswintel von Täufrsii bekannt Es wehrte sich lange mit Erfolg geizen den Dstmgel Der Zaun wurde, bald von dem anstoßenden Gestrüpp verschuckt und wuchs sich zu einer dichten Reil?e von kleinen Bäumen oue: die Warasträucher mit ihren d'cke«, hellgrauen Blättern und den lila Blüten geiles Gras und die grünen, dornbewehrten Sprossen des Feigenkaklus kamen aus den. Schatten des Zaune» l>eroor und krochen über den Hof bis an die Wand und die Tür des Hauses. Die Wände waren dicker und fester als bei den anderen Hütten: das Dach war aus Ziegeln, nicht aus geflochtenen Kokosblättern, die der«Südwest leicht auf- reißt und zerfetzt. So prasselten die Regen des Nordostmonsuns zwei Jahre lang vocgsblich gegen dit Lehniwände. ehe die ersten Stücke heraussiclen. Aber schpn wuchsen zwischen den Dochziegeln aus Samen, die Bogel oder der Wind hergetragen hotten. Kräuter und Sträucher heran. Ein seltsgm gefprmter Feigenkaltus lagerte sich über den First. Di« Dachziegel wmden von den Wurzeln vor» schoben und fielen zu Boden. Dann brach der Dsunqel zugleich von oben und von der Seite in das Hau» ein, die Wände zer- bröckelten und das Ziegeldach stürzt» ein. Gras und Untraut wucHen auf den Hopfen roter Scberben, und üppige Schößling« großer Dj�tgelbäume begonnen sich überall zu zeigen. Als die dtitts Regenzeit zu Ende ging, waren Haus und Hof vom Djungel verschlungen. Es mar, als wenn der Djungel jetzt mitten im Dorfe stand. Wenn früher Hütten ausgegeben, erdrückt und verschluckt worden waren, hatten sie immer am Rande des Ortes gelegen. Die Um- klammerung dos Djungels war nur enger geworden, er war nicht in das Dorf eingedrungen, das Dorf als solches war geschlossen geblieben D'eemal aber war der Djungel quer durch das Dorf gebrochen 'und riegelte Silindus und Bastian Appus Hütten von den übrigen ab. Die Dörfler wußten wohl, was das bedeutete: sie fühlten, daß die Ortschaft dem Verderben geweiht war.„Ee ist ein sterbendes Dorf," hatte Nanchohami gesagt, ehe sie fortging.„Es ist ein Un- gliicksdnrf, verseucht mit Teufeln. Es stirbt mit stinen Bewohnern, «ung und alt, denn Her werden keine Kinder mehr geboren. Ein ''öscr Ort! In zehn Jahren wird er verichwimden, von Clesanten ertreten sein." Diese Vorahnungen des kommenden Unterganges nzurden aller- ing» erst mit der Zeit im Dorfe allgemein. Nach den Aufregungen der Mordtaten und der Gerichtsverhandlungen schien das Leven sich '»nächst in sein alles Gleis zuriickzusinden. Punchirala wurde zum Aeltesten gemacht.!JKmchi Menika wartete auf Vabun Sie konnte sich keine Rechenschaft darüber geben, wieviel Zeit verftriihsr mar: für sie bedeutete eine Woche mehrere Tage und sechs Monate viele Monate: aber sie blieb sich jedes Tages, der dahin ging, bewußt und dacht« dabei unablässig an den einen, an dem Babun zurück- lehren mürdo. Einmal«zählte man im Dorfe. Silindu sei nun doch nicht gehängt worden: er werde für immer, für den Rest seines Lebens, eingesperrt bleiben, so sagten die Leute. Da« war kein �rost sür sie:«r war aus ihrem Leben fortgegangen und sie würde dn nie wiedersehen: machte es einen Unterschied, ob er tot oder im kesängnis war? Sie wariete Monat auf Monat. Das erste Gefühl der Anpst ing, ie mehr die Zeit dahinschwand, in einem dauernden Gefühl der Erwartung unter/ Sie mußte auch arbeiten, schwer arbeiten um sich und Karlinahami am Leben zu erhalten. Der'leine Vorrat von Kurakkan. den sie im Hause hatte, ging zu Ende. Sie mußte im Djungel eßbare Kräuter. Frücht« und Wurzeln suchen, die wilden Zwiebeln zum Beispiel, an denen sich die Wildschwein« mäste». Als die Chcnazeit kam, arbeitete sie in den Feldern der anderen, Valappus, Bastian Appus und selbst Punchiralis. Sie arbeitete schwer wie ein Mann, um einige Hände voll Kurakkan, die man ihr wie ein Almosen gab. Alle hatten sie gern imd waren auf ihre Art gut zu ihr; man schätzt« ihr ruhiges, sanftes Wesen und ihre stille Ergebung. Sogar Punchirala sagte von ihr:„Sie geht umher wie eine Hindin. Wir nannten den oerrückten Veddah einen Leoparden. Nun, aus der jungen Leopardenkatz« ist eine Hindu, geworden." Als die Monat« dahin gingen, wurde das Gefühl in ihr immer stärker, daß jeder Tag die Heimkehr ihres Mannes bringen müsse. Und als ein Tag nach dem anderen entschwand, rhire daß er kam, versuchte sie auszurechnen, ob die sechs Monats wirtlich herum sein konnten. Sie sprach nitt den anderen Dörflern darüber. Einig« meinten, es wären fünf, andere, sieben Monate seit der Ber- urteilung. Sie unterhielten sich stundenlang über diese Frage, zankten sich und schrien sich an. Er war zwei Monate— fast zwei Monate— vor dem singalesischen Neujahr verurteilt worden...Nein, es war ein Moiiat vor Neujahr."„Es kann nicht einen Monat vorher gewesen fem, weil die Chenaernte noch nicht herein war." „Herein war? Mann, sie war doch gerade erst gesät."„Es mutz drei Monate vorher gewesen sein."„Drei Monate, du Tropf? Steht denn eine Clienafrucht neunzig Tage wie der Reis?"„Tropf, wer ist ein Tropf?"„Hall deinen Mund! Halt deinen Mund! Zlus jeden Fall war es vor Neujahr, und es sind längst sechs Menat« feit Neujahr."„Aiyoh! Sechs Monate fett Neujahr! Es ist erst einen Monat her, fett ich meine Chena gesät habe. Wer hat das je gehört, daß man eine Chena fünf Monate nach Neujahr iö.t? Es sind noch kein« drei Monate seit Neujahr." Punchi Menika stand hinter ihnen und hörte zu, wenn sie Stunde auf Stunde das Thema hin und her wälzten. Sie sagte nichts und löste sich, wenn der Abend kam, unbemerkt von den anderen, um den Weg hinabzugehen, der von Kamburupitiya kommt. Sie hosfte, ja sie war sicher, daß sie ihn hier auf dem Wege wiedersehen würde. Dann würde alles gut werden, das Unheil gebannt fein, wie Silindu gesagt hatte. Aber mit der Zell verließ sie ihr« Sicherheit: selbst ihre Hoffnung begann zu schwanken und machte Ahnungen und Befürchtungen Platz. Es kam der Tag. an dem alle ohne Ausnahme meinten, daß die sechs Monate herum seien: irgend etwas mußte ihm zugestoßen sein: vielleicht war er krank, oder er war einfach vergessen worden. Man kann das nie wissen: alles ist möglich, wenn man in das Gefängnis kommt:„sie" haben einfach vergessen, ihn herauszulassen. Punchirala, der neue Aelteste, wurde um Rot gefragt.„Der Mann", sagte er,„ist wahrscheinlich tot." Punchi Menika schauderte. Ihre großen Augen, die jetzt den Ausdruck tiefsten Leides nie mehr verloren, hingen an dem Gesicht des Dederala.„Ja, ich glaube, der Mann ist tot. Sie sterben sehr bald im Gefängnis, besonders kräftige Männer wie Babun. Sie legen sich in eine Ecke hin und sterben. „Gegen Krankheiten gibt es Arzneien, aber gibt es eine Arznei gegen das Schicksal?" So sprechen sie, legen sich in ein« Ecke hin und sterben. Da kannst du nichts mehr tun. Rem. Ich kann dir auch keine Arznei gegen das Schicksal geben. Du mußt hier im Dorfe bleiben und einen jungen Mann heiraten— wenn du einen findest, und wenn nicht, vielleicht einen alte» Eh? Warum denn nicht? (Fortsetzung folgt.) £ Buch Stimbauds Werk Zu den faszinierenden Persönlichkeiten der neueren Literatur gehört noch immer der französische Dichter Arthur Rimbaud. Sein brennendes Wesen, sein aufpeitschendes Lebe», seine revo- lutionär« und traditionelle Gesinnung allen Dingen gegenüber sind durch die Zeit, die uns von ihm trennt, so wenig berührt, daß wir noch immer sein« Existenz fast als Schicksal unserer Tage empfinden. Wie wenig spürt man, daß Rimbauds Tod sich nächstes Jahr zum �0. Male jährt, und daß die Gedichte dieses großen Künstlers schon vor 60 Iahren niedergeschrieben sind! Man nmß es sich richtig ins Gedächtnis rufen, daß diese Revolten gegen die modern« Kultur viele Jahre vor Nietzsche hingeschrieben sind, um es glauben zu können. Um so bedauerlicher, daß es noch immer keine deutsche Gesamtausgabe seines an Umfang so kleinen Werkes gibt, und daß auch die neue deutsche Ausgabe die gesamte Prosa und die Briese Rimbauds bringt, aber nur etnen Teil der Gedichte. Die kurzen Prosastücke, die Briefe Rimbauds sind so erschütternd. daß wir Alfred Wolsenstein, dem Herausgeber und Ueber- setzer dieses neuen deutschen Rimbaud(Internationale Bibliothek, Berlin) für seine Arbeil wahrhaft zu danken haben. Es ist nicht mög- lich, Rimbauds Gedichte in Wolfensteins Ucbertragung anzuzeigen, ohne der vorausgegangenen Uebersetzer zu gedenken, in erster Linie Stefan Georges, der zwar nur drei Gedichte Rimbauds Uber- setzt hat, aber die ganz vollkommen, dann K. L. A m m e r s, dessen erste umfassende Rimbaud-Ausgabe im Jnsel-Verlag bahnbrechend gewirkt hat, und Uebersetzer einzelner Gedichte von großer Qualität. nämlich Opeln-Bronikowski und Paul Zech. Wolsensteins Ueber- sctzung versucht, den krassen Anarchismus Rimbauds rücksichtslos auszusprechen. Selbst George übersetzt Rimbaud manchmal noch mit mehr Klassizismus, als Rimbaud entspricht. Das, was Wolfenftei.r als Uebersetzer sehlt, ist dos Musikalische und eine wirtlich endgültig« Bescheidung, unpersönlich zu sein. Aus Rimbauds Gedichten tritt nicht fetten ein persönlicher Zug des Dichters Wolsenstein hervor, den wir als eigenen Lyriker zu sehr schätzen, um ihn an falschen Stellen hören zu wollen. Rimbauds Prosa ist ein Vulkan, platzend von Energien und Wildheiten, glühend wie am ersten Tag. Daß dieser Siebzehnjährige die Kunst aufgab, als Vagant, Stromer, Hauslehrer, reicher Afritahändler weiterlebte, außerstande, sich aus die Gestaltung de» Schönen zu beschränken, verbindet Ihn besonders stark mll unserer Generation und mit unserer geistigen Situation. So kommt diese Uebersetzung in einem Augenblick heraus, in dem Rimbaud über sein dichterisches Genie hinaus, durch fein Leben selbit wie ein Siebzehnjähriger unserer Tage erscheint. Ldix Stdf Singer. Studie über Bayern Ernst F. S. Hanfstaengl: Amerika und Europa von Marlborough bis Mirabeau, die weltpolitische Bedeutung des belgisch-bayerischen Tauschprojekts.(Süd-Ost-Verlag. Adolf Dresler. München lS2l>.)— Ein sehr sonderbares Buch mit einem seltsamen langen Titel, von dem wir nur ein Stück abgedruckt haben. Der Verfasser beschäftigt sich mll den Bestrebungen Oesterreichs im achtzehnten Jahrhundert, die Herrschaft über Bayern zu gewinnen. Dabei wollten die Habsburger das Haus Wittelsbach mit Belgien abfinden. Wäre dieses Projekt zur Durchführung gelangt, dann hätte Oesterreich einen großen Schritt vorwärts zur Einigung Deutschlands getan. Aber die Gegner des Hauses Kzabsburg, vor allem Preußen, haben damals die Selbständigkeit Bayerns gerettet. Der Verfasser, ein Anhänger der bayerischen Eigenstaatlichkeit, ver- folgt nun das belgisch-bayerische Tauschprojekt in alle» seinen Auswirkungen und gelangt dabei bis nach Amerika. Zlber bei allen seinen Wunderlichkeiten verfügt der Verfasser über eine hochachtbar« Sachkenntnis. Er hat eine Menge von entlegenem Materiol zu- , sammengetragen und wirklich ein« nützlich« Sttidie zur politislizen Geschichte des achtzehnten Jahrhunderts geliefert. Wer sich in die Einzelheiten der älleren europäischen Diplomatie versenken will, wird mit Jnleresse zu diesem Buch greifen auch wenn«r d>0 Begeisterung des Bersossere für die Geschichte bayerischer Eigen- staatlichkeit nicht teilen kamt.>rtltur k�osenborx. [VAS DER TAG BRINGT ominiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiimiiiiiiiiiiiiiuuiiHiiumiuuuniiiiuuiiuiniiiiiiuiiiiiiiiuiinimmiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiHiiiniiiiHiiiimuiiimiiiiiniiiiiiiniimiiui Das vertrustete Huhn Di« USA. haben>l Millionen lebende Hühner. Mehrere tausend Brutmaschinen brüten 200 Millionen Hühner aus einmal aus, und der Wert der Hühnerproduttion beträgt im Jahr über eine Billion Dollar. Kaliforniens sonniger, sandiger Boden mll dem ewig sprießenden Grünzsug ist ein Jdeallerrain für das Federvieh:' die Gegend von Petolumo lebt von Hühnerzucht en gros. Petaluma allein jetzt im Jahr 30 Millionen Stück Federvieh in die Welt und versendet im Jahr 230 Millionen Eier. Noch vor einige» Jahren, ehe Amerika vom Fordoutofieber erfaßt wurde, gab es drüben fast bei jedem Landhaus und bei jeder kleinen Borstadtvilla einen kleinen Hühnerhof: heute sind olle Hühnerställe in Autogaragen verwandelt. Man abonniert und läßt sich von einer Hühnersarm wöchentlich regelmäßig seinen Bedarf an Eiern und Hühnern zu- schicken: Standardpostpakete: zwei Dutzend Cier und ein gerupftes Huhn sind besonders beliebt und preiswert. Ein Riefenintubator, der oll« drei Wochen hunderttausend Hühner auebrütet, ist natürlich ein Wunderwerk rasfiniertester Technik: automatisch iunktionicrend. Die Temperaturregelung, Lüftung, da« Wenden der Eier, alles be- sorgt die Maschine. Maschinen stopfen auch die Mafthühner. Die Farmgchilsen stehen vor der automatischen Stopsmaschm«, Tausend« von Hühnern kommen nacheinander an die Reihe, werden bei den Beinen gepackt, die Hälse werden ihnen in die Länge gezogen, die Schnäbel ausgerissen, der Eiwschlauch der Stopfmaschine in den Hals hdruntergezwungen: ein Trllt auf den Knopf und ein« be- stimmt« Futtermeng« ergieß't sich in ihr Inneres. Dann liegen die geschlachteten, gerupften, auegenommenen Hühner in endlosen Reihen auf langen Brettern, der Kopf hängt hinab, und aus jedem Hühner- bauch liegt ein schwerer Ziegelstein, um ihm eine gefällige Form zu geben. Zu Hunderten in Fässern verpackt, rollen st« dann in die Frachtbahnhöfs. Das arme vertrustete»merikanische Huhn wird zur Cierlegemaschme. 3SO Eier in 365 Tagen ist der Rekord, den«in kanaiijches Huhn aufstellt«(nicht ganz freiwillig) Ein Mann kann mit seinem Brutapparat 15 000 Eier aus aimnal auebrüten. Die Tätigkeit der brütenden Henne gilt als Zeitoerschwendung. man steckt sie in kalte» Wasser und sperrt sie in einen dunklen Raum mit kaltem Boden, bis ihr die Brutlust vergeht. Einmal im Jahr ist großer Rummel in Petaluma: zur Zeit der Hühnerschau. Da kommen die Leute aus allen umliegenden Orten und Liebhaber aus allen Gegenden Amerltas zusammen. Prachtexemplare aller Hühner- gattungen iverden vorgeführt, Eierlegerekorde prämiert usw. Die beliebteste Hühnersort« in Amerika sind die weißen Leghorns: die sind die besten Eierleger. fiexenprozessfe.in Wildungen Jnteressante Mitteilungen über Hexen Prozesse in Wildungen oerdanken wir Professor Dr. C i ch l er(Geschichts- blätter für Waldeck und Pyrmont, 24. Land 1027.) Dort sind die ersten Hexenverfolgungen in den Jahren 1S32, 1557. 1589 und 1501 gewesen. Eine ununterbrochene Folge von Hexenprozessen in Wildungen begann im Jahre 1629 Bis 1632 gab es 29 Prozesse. Eine neue Hochflut von Hexcnprozessen setzte 1650 ein. Das„Pein- liche Gericht" erledigte bis 1664 insgesamt 38 Fälle. Vor dem Wildungcr Gericht sind ubechaupt 74 Hexenprozesse verhandelt worden. Die Zusammensetzung des Gerichts war folgende: 1. Der Stadtschullheiß als„Peinlicher Richter". 2. Der Fiskal als öffentlicher Ankläger. 3. Die Schöffen(früher 10, später 6 bis 7). 4. Der Stadtschrctber als Aktuar. Das Prozeßversahren ergab sich aus den sehr eingehenden Vorschriften der Peinlichen Halsgerichtsordnung Kaiser Karls V. Der Gang war folgender: Eintragung der der Zauberei verdächtigten Personen in das vom Richter geführte Geheimbuch.— Aerliastung der hinreichend Berdächtigen.— Gütliches Verhör durch den Fiskal und in sedsm Falle anschließend das peinliche Verhör vor dem Gericht. — Einholung des Gutachtens einer Iuristeniakullät, ob„Erkundung mittels Tortur" erfolgen solle.— Fast regelmShig Tortur.'-— End- urteil und Vollstreckung. Unter den Opfern der Wildunger Hexenprozesse befinden sich besonder, viele Personen, die nach W. hingezogen, also ortssremde Leute waren. vr. Seelinx. Stadt und Land Pon 100 Deutschen leben nur 35 auf dem' Lande. 24 leben In Kleinstädten, 14 i» WülSlstädten und 27 in Großstädten. Die Spiele am Sonntag knh- und Handball» Hockey, Wasserball Der kommende Sonntag wird in der ersten Klasse der Futz- ball er im 1. Bezirk eine grundlegende Entscheidung bringen: In der Wuhlheide stehen sich Oberspre» und Minerva 28 gegenüber Die Oberspreer haben in ihren letzten Spielen gezeigt, daß sie gerade gegen spielstarke Gegner um den Sieg kämpfen können. Minerva darf allerdings keinen Punkt mehr abgeben. In Tempelhof stehen sich Union 28 und Lichtenberg II gegenüber. Ob den Lichtenbcrgern auf dem Rasenplatz ein Sieg vergönnt sein wird, ist sehr fraglich. Weitere Spiele: Luckenwalde I gegen Weißensee. Trebbin gegen Brandenburg a. d. f)., Borussia gegen FTGB-Osten, Deutsch- Wusterhausen gegen Schweifsterne, Karow gegen Vorwärts- Wcdding, Lychen gegen Saxonia, Freie Scholle gegen Cintracht-Reinickendorf, Oderberg gegen Schiffmühle, Käthen gegen Neuenhagen, Alt-Ranft gegen Niedersinow, Freienwald« gegen Schwedt, Ciadow gegen Butab. Rathenow gegen Brieselang, Sotol gegen Werder 88, Nauen gegen Potsdam, Fords gegen Rathenow-Süd, Havelberg gegen Wittenberge, Pritzwall gegen Wusterhausen. Kyritz gegen Wittstock, Teltow gegen Mittenwald« I, Treuonbrietzen gegen Jüterbog, Nie- megk gegen Ruhlsdorf, Luckenwalde V gegen Brück, Friedenau gegen Schöneberg. 2. Mannschaften. Herzfeld« gegen Hoppegarten, Eiche- Köpenick Z gegen Osten, Wildau 1 gegen Britz 88, Friedersdorf l gegen Wacker- Storkow, Weißense« gegen Karow, Wansdorf 1 gegen Zehdemck l, Göthen gegen Neuenhagen, Freienwald« gegen Alt- Ranft, Alt-Glietzen gegen Oderberg, Grebs gegen Potsdam, Drewitz gegen Knoblau, Ketzin gegen Charlottenburg, Nauen gegen Pots- dam 3, Werder gegen Ketzin, Butab gegen Wilmersdorf, Warnsdorf gegen Pritzwalk, Kyritz gegen Wittstock. Havelberg gegen Witten- berge, Wittenberge 3 gegen Perleberg. Teltow gegen Luckenwalde 1, Nieniegk gegen Ruhledorf, Luckenwalde V gegen Belzig 1, Lücken- walde V Z gegen Woltersdorf, Hertha gegen Qöwcndorf 1. Iugendmannschaften. Borwärts-Wedding gegen Britz 88, Lichtenberg I gegen Wilmersdorf, Brandenburg gegen Lichtenberg 1 1. — Beginn der Spiele: 1. Männermannschaften 14'Uhr 30 Minuten, 2. Männermannschaften 12 Uhr 45, Iugendmannschaften 10 Uhr. Nach dem Spieloerbot am vergangenen Sonntag nimmt am 9. Nooenrber die Serie wieder ihren Fortgang. In der l. Klasse spielen in Abteilung A Köpenick gegen Mohlsdorf in Köpenick, Wendensdjloßstraß«(Bcreinsplatz), FTGB. Osten gegen FTGB. Nordring in der Bödikerstraße und Betten gegen Wedding 1 in Velten. Außer In Velten werden die Platzvereine die Sieger sein. In der Abteilung I! spielt FTGB. Neukölln gegen Hennigsdorf tm Neuköllner Bolkspe.rk. Schönebsrz empfängt FTGB. Süden auf dem Dominikusplatz. FTGB. Wedding 2 hat um 10?» Uhr Nowowes im Bolkspark Rehberge. Die übrigen Spiele beginnen um IS Uhr. In den beiden letzten Spielen ist der Ausgang ungewiß, hier stehen sich ebenbürtige Gegner gegenüber. Hennigsdorf wird die Punkte sich von Neukölln holen. Von den Frauen spielen ini 1. Bezirk in Gruppe A Köpenick gegen Mohlsdorf um 14.40 Uhr in Köpenick, Osten gegen Nowawes um 14.20 Uhr in der Bödikerstraße. In Gruppe Ü FTGB. Lichtenberg gegen Köpenick 2 um 10 Uhr in der Kynaststraße, Rehfelde gegen FTGB. Baumschulenweg um 14 Uhr in Rehfelde. Im 2. Be- zirk spielen die Frtiuenmannschaftcn Wedding 2 gegen Nordring um 11� Uhr im Volkspark Rehberge und Hennigsdorf gegen Tegel um 1-5 Uhr in Hennigsdorf. Im 4. Bezirk spielen bei den Frauen Neu- kolln gegen Süden um 14 Uhr im Lolkspart Neukölln. Luckenwalde 1. Abt. gegen Schöncberg um 1Z.S0 Uhr in Luckenwalde. Zehlendorf gegen Luckenwalde-Sporller um 14.10 Uhr und Wilmersdorf gegen Luckenwalde 1. Zldt. 2 um 10 Uhr am Fehrbelliner Plag. Die wich- tigstsn Männerspiel« sind: Erkner gegen Kaalsdors, Fürstenwalde gegen Baumschulenweg. Strausberg gegen ASC.. Fichtenau gegen Stralau, Friedrichsthal gegen Moabit, Nordost gegen Rosenthal, Pankow gegen Reinickendorf, Bernau gegen Nordring, Spandau gegen Bornstedt, Neukölln 2 gegen Wilmersdorf, Süden 2 gegen Frtedenau 1, Zossen gegen Friedenau 2, Trebbin gegen Berlin 12. Hodrey Am kommende» Sonntag fällt das Spiel in Mariendorf gegen Moabit I aus. Die Bezirke Oslring 1 und Pankow I der Freien Turnerschaft Groh-Berlin trefsen sich aus dem Platz Ost in Rummels- bürg, Laskcrstraße, um 10.30 Uhr. Nordring I und Neukölln I der Freien Turnerschaft spielen in der Schönhauser Allee um 15 Uhr. In beiden Spielen ist der bauende Nerein unbedingt der Stärkere. Weitere Spiele sind in der Schönhauser Allee: Nordring II und Pankow II um 12.30 Uhr und Nordring Frauen gegen Neuköllns Frauen um 14 Uhr. Auf dem Platz Ost spielen noch um 9 Uhr Ostting II und Pankow II. W asscrball- Y orschau Sonnabendabend um 21 Uhr stehen sich die A-Mannschaften der Vereine„Freie Schwimmer Berlin 12" und„ASV. Möve" zum Spiel uni die zwei Punkte im Lunabad gegenüber. Noch den bisher gezeigten Leistungen dieser Mannschaften rechnet man mit einem harten, ausgeglichenen Kampf und einem knappen, schwer voraus- zusagenden Endresultat. Möve stellt die schnellere, Berlin 12 die balltechnisch bessere Mannschaft. Das für Sonntag vorgesehene Spiel zwischen Hellas I und Lichtenberg fällt wegen ded Städtekampfcs in Magdeburg aus. Politik im Schwimmbecken Sie wittern Nazi-Morgenluft Der kürzlich im„Abend" besprochen« Artikel des Vorsitzenden des Deutschen Schwimoerbandes hat im Verbandsorgan eine aus- gedehnt« Debatte hervorgerufen. Herr G e i s o w sah sich bereits genötigt, au» seiner Fansare eine Schamade zu machen, ein Versuch, der angesichts der Eindeutigkeit seines ersten Artikels mißlingen mußte/ Seine Kritiker dürften völlig Recht haben, wenn sie be- haupten, daß der Deutsche Schwimm verband schon immer eine nationale Einstellung gehabt habe, wenn sie auch hinter dem Rckordstreben zurückstehen mußte. Darum brauchte also nicht soviel Geschrei gemacht zu werden. Ebensowenig war das nötig, wenn es sich ilur um einen engeren Anschluß an die Deutsch« Turnerschajt handeln sollte, denn das wäre ja schließ- lich eine organisatorisch« Frage. Herr Gestow strebt« nach Höherem: Er wollte den„nationalen Aufschwung", den nach seiner Meinung der 14. September gebracht hat und von dem auch die Ossizierejüngltnge im Leipziger Prozeß soviel zu schwärmen wußten, benutzen, um mit einein kühnen Salto mortale in das nationalsozialistische Fahrwasser zu gelangen. Dieser Tatbestand kann nicht durch allerlei Sophismen aus der Welt geschafft werden. Inzwischen ist auch Herrn Geisom klar geworden, daß die Hitlerschen Pferde vorläufig nicht aus Sieg trainiert sind, darum möchte er seinen Tip nicht wahr haben. Sieht man von der polttstchen Ungeschicklichkeit des ersten Artikel» ab, so hat Herr Gelsow gar so unrecht mit seinem Vorstoß nicht. Darum können wir ihm auch grundsätzlich zustimmen, wenn er seinen zweiten Artikel mit folgendem Bekenntnis schließt: „... Sport ist Nim mal ein Stück Politik, denn politisch ist alles, was unser öffentliches Leben bewegt Wenn unsere Weit- - tümpser ins Ausland gehen, haben wir materielle Unterstützung der politischen Stelle, des Auswärtigen Amtes, dankbar an- genommen und damit anerkannt, daß unsere Arbeit In politischen Diensten steht, und das zur Stunde dringend not- lvendige Bekenntnis zum deutschen Geist, das wir ablegen müssen, ist ein politisches. Diele Tatsache können wir nun einmal nicht ändern. In meinem Aussatz„Schwiminverband, erwache!" ist aber mit klaren Worten ausgedrückt, daß dieses polltische Bekenntnis kein parteipolitisches ist. Ich halle die Betonung politischer und religiöser Neutralität für«in« große Gefahr eines Sportverbandcs, denn man drückt etwas aiiberes aus als man sagen will. Man sagt:„politisch und religiös" und meint„parteipolitisch und konsesfionell". Wer jung und lebenskräftig bleiben will, mag es ein Einzclmenfch, ein Verein oder ein Verband sein, d a rf ii i ch t p o l i t i s ch n n d religiös indifferent bleiben. Gerade hierin muß er höchst« Akttvität entwickeln." In diesem Sinne sinh die bürgerlichen Sportverbänd« schon längst nationalpolttisch gewesen, doch wollten sie das bisher nicht offen eingestehen. Herr Geisom und sein« Anhänger aber wollen mehr, sie wollen die Kukttoierung des blöden National stolzes, von dem schon Schopenhauer sagte, daß er der Stolz derer sei. die nicht» weiter hätten, aus das sie stolz fem könnten Die Entsesselung dieses Nationaliemus hat uns 1914 in den Well- krieg gestürzt, und seine Anbeter klagen nun m ohnmächtiger Wut üb«r die Folgen. Di« friedlich« Politik der W i e de r a u f r i ch- t u n g ist ihnen zu schlapp, sie mächt«» wieder an die Gewall appellieren, können abdr in ihrer Blindhett nicht sehen, daß sie damit unser Land und Polt vollends ins Verderben stürzen,©ewst so olle Leute wie der Professor S t ü h m e r in Magdeburg können nicht anders als in nationalistischen Spiralen denken, schreibt er doch zur Lertcidigung Geisows: ..... Noch niemals hat ein Volk ohne pflegliche Behandlung der Erinnerungen seiner Vergangenheit es zu wirklichein Ausstieg gebracht. Und so haben schon unmittelbar in den wüste» Tagen des Zusammenbruchs kerndeutsch denkende Männer gewußt, daß die Zelt kommen würde, wo das Ausland uns zwingt, uns auf uns und unsere große Vergangenheit selbst wieder zu besinnen. So wurde denn in unserem Vaterlande etwa» groß, was anfangs als nebensächlich vielleicht von der herrschenden Meinung mißachtet wurde, was aber doch laugsam sich auswuchs z» der geballten Zusammenfassung sugendlichen Freiheitegeistes einerseits und inännlich-starken Wehrwillens andererseits. Diese beiden Fak toren st che» heute als unauslöschlich« Trieb- kräste in unserem innerpolitischen Leben, vor der deutschen Seele, und keine Machi der Wett wird«s zuwege bringen, daß sie etwa wiederum klanglos im Toben der Zeit verschwinden." Was da in„unserem Vaterlande groß wurde", das ist die Hitler-Partei und ihr teutonischer Nationalismus. Don dem „Sozialismus" der Hitlcr-Ideologie ist in allen die,«» Artikeln bezeichnenderweise mit keinem Wort die Rede, und an der Rüpel- haftigkeit dieser Bewegung nimmt keiner dieser alten und jungen „Edeldeutschen" den geringsten Anstoß. Für die republikanischen Mitglieder des Deutschen Schwimmverbandes und aller bürgerlichen Sportverbänd« gilt nun das Bibelwort: Wer Ohren hat zu hören, d«r höre! Heute„6-Tage"« Anfang 15 Mannschalten am Start! Für das am heutigen Abend beginnende S e ch s t a g«- rennen— das vierundzwanzigste in Berlin— hat die Leitung des Sportpalastes fünfzehn Paare verpflichtet, die in aus- geglichener Stärke am Srart«rscheinen. Sieben deutsche, sechs ausländische und zwei„gemischte" Paare werden auf dem l60-Mcter-Holzooal ihr Glück versuchen und sich mehr oder weniger Mühe geben, in hart«» Momenten ihren Mann zu stehen. Es sind ja fast alles Routiniers, die heut« abend Im bunten Trikot ihre beschwerliche Arbeit aufnehmen. Routinlers wilder Sechs- tagenächte, also gewaschen mit allen Wassern, gefeit gegen Schliche mannigfacher Art! Sie werden sich gegensettig beobachten, von Nacht zu Nacht das krästeoerhaltnis der gegnerischen Mannschaft einer klaren Prüfung unterziehen, um dann das Ergebnis der jeweiligen Prüfung jeweilig anzuwenden. So will man'» hoffen! Mühig erscheint es uns, am Beginn der 14.5-Stunden-Fahrt sich über die 6 Tage wester auszulassen, denn ihr Verlauf wird erst zu sogen haben, w a s zu schreiben ist. Die 15 Mannschatten:> Horder-Elder(Australien-Kanada). Dempsey-Walthour(Australien-Amerika). Lemoine-Peix(Frankreich). van Heoel-Debruycker(Belgien). Dinalc-Tonani(Italien). Pisnenburg-Braepenmng(Holland). Piet van Kcmpen-Schön(Holland-Deutschland). Jan van Kempen-Mandelkow(Holland-Deutschland). Rausch-Hürtgen �Deutschland). Ehmer-Tietz(Deutschland). Rieger-Kroschel(Deutschland). Lehmann-Wiisel(Deukfchland). Krüger-Funda(Deutschland). Manthey-Maczynski(Deutschland). Pelri-Stübecke(Deutschland).— u. Kleiner Sport von überall Zwei Iahte FTGV. Pantow. Auch in Pankow ist es der Freien Turnerschajt Groh-Berlin gelungen, für die bundestreu« Bewegung festen Fuß zu fassen. Immer weitere Kreise der Bevölkerung werden durch die ruhige, ober intensive Tätigkeit der dortigen Bundes- Mitglieder zum Arbeitersport herangezogen. Das wird in Erscheinung treten bei der 2. Gründungsseier des Bezirks, die am 8. November im Konzerthaus Lindner, Vfinkow, Breite Str. 34, stattfindet. Die Turner, die in Pankow gut bekannt sind, werden ihre Gäste mit einem abwechslungsreichen Programm, mit Vorführungen, Tanz und Humor angenehm unterhalten. Beginn 20 Uhr. Neuer Schnelligkeilsrekord mit Motorrad. Einen neuen Weit- geschwinvigkeitsrekord für Motorräder hat in Cork in Irland der bekannte englische Mowrrennsahrer Wright aufgestellt. Er durch- fuhr den Kilometer mit fliegendem Start mit einer Durchschnitts- aeschwindigkeit von 242.6 Kilometer und hat damit den bisherigen Wellrekord, den der deutsche Rennfahrer Henne mit etwa 220 Kilo- meter hielt, gebrochen. Sport im Rundfunk. Am Dienstag, 11. November, spricht im Rahmen der Jugendstunde von 5.30 bis 5.50 Uhr Pater Göldcl über das Thema:„Allgemeinausbildung oder Spezialistentum".— Am Mittwoch, 12. November, spricht von 4.05 bis 4.30 Uhr Hellmut H. Hellmut über das Thema:„«oll man gebrauchte Auias kaufen?"— Am Donnerstag, 13. Novembers übermittelt die Funtstunde ihren Hörern die letzte Stunde des 24. Berliner Sechs- tagerennens, nachdem auch an den Vortagen versucht werden wird, interessante Ausschnitte aus dein Rennen zu übertragen. Zweite Veranstaltung des Vreitensträter-Rings. Hans Breite»- sträter, dessen Debnt als Veranstalter von gutem Erfolge begleitet war, veranstaltet seinen nächsten großen Voxkampfobend Freitag. 5. Dezember, abermals im Spartpalast. M:t den Vorbereitungen ist bereits begonnen worden. Kundesveranstaltungen 1931 Der Technische Zentralousschuh des Arbeiter-Turn- und Sportbundes hat für die vielen sich im Lause des Jahres in den Bezirken abwickelnden Veranstaltungen im Reichsmaßstab«in Programm aufgestellt. Die an bestimmten Tagen im ganzen Bundes- gebiet durchzuführenden Veranstaltungen erhöhen die Werbekrast und damit die Erfolge. Die Veranstaltungen sind: Dorturnerprüfung am 19. April; Reichsardeitersporttag, Lorprobe zum Olympia am 28. Juni; Weltkindertag zum Olympia am 19. Juli; Allgemeine Rettungsschwimmerprüfung am S. August; Schwimmwarte- und Riegenführerprüfung am 30. August; Bundesalterstrefsen für Männer und Frauen am 6. September; Vorturnerschulungstag am 25. Oktober. * Wie der Vorstand des Akbeiter-Schützenbundes be- kannt gibt, findet am 7. Dezember das B u n d e s s ch i« ß e n zur Ermittluiig der Bundesmeister statt. Die Bundesmcisterschaften können nur durch Gaumeister errungen werden, und zwar durch 6 Schützen(eine Mannschaft), die alle derselben Ortsgruppe ange- hören. Die Wettbewerbe werden in den einzelnen Gauen durch- geführt und von unparteiischen Funktionären überwacht. Scheiben und Schießtabellen werden unmittelbar nach Abschluß der Vera»- staltungen der Bundeslcitung zur Feststellung der Meister über- mittelt. Vereint sind wir eine Macht Die vor Jahresfrist im österreichischen Arbeitersportlager durchgeführte Vereinigung der drei Kraftsportverbände hat sich bewährt. Vor der Vereinigung waren es insgesamt 110 Vereine, jetzt sind es 132. Di« Mitgliederzahl ist um mehr als ein Viertel des alten Bestandes gestiegen. Zwischen den A r b e i t e r- R a d- fahrerverbänden in der Tschechoslowakei schweben günstige Verhandlungen wegen Vereinigung der zwei tschechischen Verbände mit dem deutsch-tschechischen Arbeiterradfahrerverband. Der deutsch-tschechische Verband zählt nahezu 20 000 Mitglieder und seine finanzielle Fundamentierung ist sehr gut. Die beiden tschechischen Verbände sind wesentlich kleiner. Di« Vereinigung aller drei Verbände ergäbe eine einheitliche Arbeiterrodfahrerorganisation in der Tschecho- slowakci. Te»»i».Rot©to�-SSeiliit S. Abt. AnfiSn. JTcffrtt zum«frntir« farncn Besuch der St»»»liit>on»s«t»r V Ufte U-Bahn lies flaifttdaiurn, i'ordct- auMeng. Karten sind bei btn Parteifunkt'.onärrn zu haben. Magbcbnrgfahrcr. Treffpunkt Conntan. S'4 Uhr, Sauptportol Patsdamcr Bahnhof.— Schwimmperrin». Befondcrr Umftcnde voranlahtr» dir Bcrlraung des Nrldofchluffe» zum Cchwimmfcft der greien Cchwimtim TharloNrndurn auf irn 11. Novrmbrr. T»»rist«n»er->n.Di« Ratnrlreuat«-, gent'al« Wien, greita«. 7. Naixnibrr, 29 Uhr. Abt. Cfiorlotttnbutg: Eptttflt. 20. 12 Jahre noch der Arvolullon.-- Sumboldthain fIugendpruppel: Pank- Ecke Wicicnftrazc. Lchoiitrgcfchlcht?».— SValtboolaMciltinii: Br!h«r Sir. 27. tSefchiiftlichcs.— Abt. Sntt: Chauffr-- jirahe 48.««fchitttliches.- Abt. Südost: Briiirr Str. 27. tOeschWc clntt Revolution.— Abt. Treptow: SIsrnstr. 3. Polttischo Tagesfragrn.— Photo. armrinschast, Abt. Osten: grankfurtcr Altec 307.— Photoacmesttschaft. Abt. Reukölln: Bcritftr. 29.— Montag, 10. Roocmbcr, 2« Uhr. Photoacmcinsckhn't: gohanniostr. Id. Bom Bcrpröhcrn.— Malgcineinschaft: Wranaclstr. 128. zoichinttbunac».— Esperanto: Tilsilcr Etr 4. grct« Schwimmer Berlin Xll c. L, Mitgliedcrversammlung Sonnabend/ 8. November, 20 Uhr, hei Schult, Birkvuschstr. 90. Touriftcnverein„Die Raturfreunbr", Gruppe P««»,I»»«r Orr«. Sbnntaq, 0. Rovcmbcr, gahrt»ach Orantonburg-Kremmc». Srcstpunkt 7)4 Uhr Bahnhof Drsundbrunncn. frvits«, 7. November. Berlin. 16.05 Unterbaltnnesinusik. 17.00 Kclchcnbach: Naturuissenschailcn. 17.20 Prcgraroni der Akiilcllcn Ableiiung. 17.40 Dr.-Insr. O. Huppert; Koble und W'asserstaiF. 18.05 Oa« neue Buch. Heinrich Lettch:..Harnnierflliläse"(Adolf äpouholu. Hannover)(am Mikrophon; Bruno Scliönlauk). 15.15 Programm der nächsten Woclic. 18.30 Arbeltsmarlrt. IS.35 l/Dterhattungsinuslk. 10.45 G. BolUn; Fr Iii Reuter. 20.10 Philharmonie: Slnfoniekonaert. Dir.; Eruest Ansermet. Solist: Igor ftriwinsky. I. Kindel: Concetto gros»© Nr. b, G-Moll.—?. Haydn: Sinfonie C-Dur.— 3. Sirawmsky: Capriccio für Klavier und Oteheater. (Der Komponist. Flügel.)— 4. Strawinsky: 5 Orchestersludien(Urauffült- rang).— 5. Debaasy: Studie tür Orchester.(FunkorchcstCr.) Nach den Abendmeldungen Ms 0.30: Tanzmusik. Als Einlage: Sechstagerennen. Königswusterhausen. 16.00 Stnd.-Rat Dr. R. Dan: Der ErapUnger für den Schullunk. 16.30 Leipzig: Koniort. 17-30 Dr. Hans Welnert; Zickiackwcge in der menschlich*« Eiitwickliing, 18.00 Ol. Topl und H. Malier: Das neue Brotgesetz. 18.30 Prof. Dr. Q. Wegener: Vulkanismus und Erdbeben. 19M Englisch für Fortgeschrittene. 19-30 Wissenschaftiieber Vortrais tür Aerztc. Kommunisten in der Zange Abrechnung im Dachaus Die gestrige Stadtverordnetenversammlung hat, wie wir bereits im„Vorwärts" von heute früh kurz mitteilten, auch >ie kommunistischen Anträge zur U n t e r st ü tz u n g der streikenden Berliner Metallarbeiter beraten, Es war schon lange nach 10 Uhr geworden, als der Kommunist Wirsing eine große Agitationsrede für den neugegründeten „Roten Metallarb« iter-Derband" begann. Derselbe Mann, der sich in der Beschimpfung des Bevollmächtigten des Metallarbeiter-Ver- bandes, Stadtverordneten Urich, als„Streikbrecher" und„Kdpi- talsknecht" nicht genug tun konnte, mußte sich von dem sozialdeino- lratischcn Stadtverordneten Siegle in öffentlicher Sitzung sagen lassen, daß er, lvirsing, bereits vor Abbruch des Streits in seinen Betrieb zurückgelmisen ist. Wenn also jcmqnd in der Stodtveradnetenversammlung den Namen Streikbrecher verdient, so dieser kommunistische Phrasenheld. Siegle erklärte mit allem Nachdruck, daß die Führung und die Finanzierung des Streits selbstverständlich nur durch die freien Gewerkschaften erfolgen konnte. Die Gewerkschaften hotten es bei diesem Streik nicht nötig, irgendeine ßilfc in Anspruch zu nehmen und sie werden auch in Zukunft, unterstützt durch den Allgemeinen Deutschen Gewerkfchaftsbund und darüber hinaus durch den Internationalen Gerverkschaftsbund, chilfe von anderen Stellen » nicht nötig haben. Dos ilnterslützungsgeschrei der Kommunisten Hot den streikenden Metallarbeitern bei den Unternehmern ganz außer- ordentlich geschadet, es wurde der Anschein erweckt, als sei der Streit von Ansang an finanziell nicht sichergestellt. Siegle hielt den Kom- nw nisten dann unter der lebhaften Zustimmung der sozialdeino- kratsschon Fraktion vor, wie sie in ihren eigenen Betrieben Tarife kündigen nur zu dem Zweck, um einen Lohnabbau vornehmen zu können. Unzählige Mal« hätte die revolutionäre Gewerkschafts- Opposition den Slrcikbeginn verkündet, aber weder am 6. Oktober noch zu einem anderen Termin ist irgendetwas von Streik zu merken gewesen. Selbst als die NGO. die Zeit gar nicht mehr erwarten konnte und zwei Tage vor dem offiziellen Streikbeginn die Metall- arbeiter aus den Betrieben holen wollte, sind von den ISO 000 Be- jchäftigten in der Berliner Metallindustrie ganze 2000 dieser Parole gefolgt! So zeigt sich die ganze Bedeutungslosigkeit der kommunlstischen Gewerkschaftsbewegung und sie zeigte sich auch. als noch während des Streiks die Revolutionäre zum Reichskanzler Brüning liefen und um Verhandlungen bettelte»?. Sie kamen aller- dings über das Anmeldezimmer bei Brüning ebensowenig hinaus, wie beim Verband Berliner Metallindustriellen. Was die Kommunisten vor, während und nach dem Streik taten, war nach der immer noch gellenden lleberzengung der gewerk- schastlich geschulten Arbeilerschast glatter verrai: Aerrot und Streikbruch zugleich war es auch, als noch oor Beendi- gung des Riesenkampfes gerade die RGO.-Leute zuerst in die Betriebe Hefen. Der fozialdemolratischc Redner erklärte, daß sein« Fraktion all« Anträge der Konimumsten ablehnen wird. Die Abstimmung findet, weil inzwischen das Haus beschlußunfähig geworden war, am kommenden Donnerstag statt. Aenderung des postfinanzgesehes. Gemeinsamer Entwurf des Post- und Finanzministers. Der Verwaltungsrot der Deutschen Reichspost stimmte in seiner gestrigen Sitzung einem von? Reichspost- Ministerium und Reichssinanzministeriun? gemeinsam eingebrachten Entwurf zur Aenderung des Postfinanzgesetzes zu. Nach diesem Entwurf soll die jährlich« Barablieserung an das Reich nicht mehr wie bisher aus den Ueberfchüfsen der Deutschen Reichspost geleistet werden, sondern die Barleistungen an das Reich sollen künftig in genau festgesetzten Prozent- sätzen der Betriebseinnahmen bestehen. Diese Aenderung des Postfinanzgesetzcs dürfte gleichermaßen den Interessen des Reiches wie der Reichspost dienen. Für die Post ist«S sicherlich nützlich, durch die genaue Festlegung ihrer Bar- abgaben an das Reich einen klaren Ueberblick über die not- wendigen Uederweifungen zu erhalten und nicht mehr, wie in den letzten Iahren, mit erhöhten Anforderungen des Reiches rechnen zu müssen. Mußte doch die Post in den letzten drei Betriebsjahren l027/28 bis 1920/30 ihre Abgaben an dos Reich von 70 Millionen bis auf 151,5 Millionen heraufsetzen. Andererseits ist für das Reich der prozentuale Anteil an den Betriebseinnahmen eine in jeder Hi??sicht sicher« Ein- nahmequelle, während die Ueberweisungen vom Reingewinn für das Reich schließlich nur in den Jahren in Betracht kommen, wo ein Ueberschuß erzielt wird. Es kommt hinzu, daß die Betriebs- einnahmen der Reichspost fest Jahren eine steigende Tendenz auf- weisen, die ei?l« automatische Erhöhung der Ueberiveisungen an das Reich zur Folge haben. Im übrigen wird diese Neuregelung auch aus die nicht immer rationelle Ausgabewirtschaft der Reichspost einen heilsamen Einfluß ausüben, da sie nunmehr von den Betricbse?m?ahmen und nicht erst vom Reingewinn ihre Ab- gaben an das Reich zu leisten hat Verleumdung Wirths. Die Hakenkreuzler lägen frech drauf los. Bor dem crrveiterten Schöff«l?gericht Oberhausen wurde in zwei- tägiger Verhandlung der verantwortliche Redakteur der in Essen er- scheinenden nationalsozialistischen Zeitung»Die neue Front", Ru- i dolf Z i l k e n, wegen formaler Beleidigung des Reichs>n??en- Ministers Dr. W i r t h zu einer Geldstrafe von 200 Marks «nrrteai— Räch der Anklage hat ZWen w ed«r«aftmalfozt» listischen Versammlung in Oberhausen gesagt: Reichsmintstar Dr. Wirth beschäftige eine französische Sekretärin, deren Vater Sekretär bei der französischen Botschaft in Berlin sei. Der Angeklagte behauptet, seine Angaben nur aus Grund eines Artikels eines Hamburger Blattes gemacht zu haben, den er im Ausschnitt vorlegte. Noch dem Protokoll des Reichsinncnministers beschäftigt dieser weder eine Französin, noch eine Verwandte eines bei der französischen Bot- schaft Angestellten als Prioatsekretärin. Der Staatsanwalt hatte ein« Geldstrafe von 600 Mark beantragt. Ehrifien werden Sozialisten. Weil ihre Religion mißbraucht wurde. Wir lesen in der Wiener„Arbeiter-Zeitung": Intmer mehr gläubige Katholiken, die bisher der christlichsozialen Partei angehörte??, protestieren gegen den bei- spiellosen Mißbrauch der Religion in diesen? Wahlkomps. Täglich lausen bei dem Build religiöser Sozialisten viele Zus steiften ein, Z?lschriften gläubiger Katholiken, die angesichts der christlich- nationalen Kapitulation vor dem Hsimwehrfaschis- mus erNären, daß für sie am 9. November nur die Sozialdemokratische Partei u? Frage komm«. Es ist besonders bemerkenslvert, daß dieser Tage der b e- kannte katholische Schriftsteller Dr. Aurel K o l n o i der Sozialdemokratischen Partei beigetreten ist. Dr. Kolnoi mar jahrelang Redakteur der großen katholischen Zeit- schrift„Schönere Zukunft" u??ä Mitarbeiter vieler katholischer Zei- tungen und Zeitschriften. Roch in der letzten Nummer(Oktober 1930) der klerikalen Zeitschrift„Dolkswohl", die von einen? prominenten Christlich- sozialen, dem Dr. Hans Schmitz, herausgegeben wird, fil?dct m«in einen Beitrag Dr. Kolnais:„Geistig« und politisch« Voraussetzungen der Wirtscha stsdem okratie". Vor kurzer Zeit ist in dem streng katho- tischen Verlag Schöningh(Paderborn)«in„S y st e m der katho- tischen Serualethik" von Dr. Kolnai erschienen, eine Schrift, die sehr beachtet nmrde. Dieser aufrechte katholische Schriftsteller Hot aus dem Bündnis der christlichsozialen Parte? mit den? Heim- ?oehrsaschismus die Konseguenz gezogen: er ist Sozialdemo- trat geworden! Wetter für Berlin: Bewölkt, aber im ganzen trocken und et?Dfls nnldcr.— Für Deutschland: Auch in Mittel- und Ostdeutschland Bewölt?ingszunahn?e, in? Westen wieder Wetterbefscrung. „Volk und Zeil", unsere illustrierte Wochenschrist, und „Der Siuderfreund" liegen der heutigen Postauflage bei. Kallesch«, Ta«. Die fril�eren Pot-tawer Bicrliallen(ini unter i>«r Leituna i>«, für gute Rüche bciannten Kerrn Willy Schwär?«! als Pilsotar am Lallelchen Tor, Speiialausschan! der TSuren-Böhmischen Bierc, neu eräffnet worden. Zl-rdeii, Osten. Bon deute ab finden unsere Leser auch da, Programm der INora-Lichtspielc. Landsberger Allee 40, in unserer Rin.n'afel. V-rantwortl. für die Redaktion: Fean, RlLb», Berlin: Anzeigen: Th. cblock«, Berlin. Berlag: Vorwart» Verlag S. m. b. S.. Berlin. Druck: Vorwärts Buch- druckerei und Perlagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin£93 68, LindenstraKe Z. Hierzu t Beilage. PROGRAMM 1 Kyr H MM V MM EBB I PROGRAMM für die Zeit vom I DM JBBB AHB BHB) B für die Zeit vom 7. bis 10. November| gg gM HBB I 7. bis 10. November I ©lOia Potsdamer Strafe 38 W. 5,7,9 Uhr Stg ab 3 Uhr Kriminal-Tonfilm: Der Greifer mit Charlotte Sasa Rheinstraijc 14 kÄcW W. ab 5.15 Uhr Stg. ab 3.15 Uhr Pai nnd Palachon auf dem Palvcr- faH.— Vorsieht I Zwangsjacke I mit R. Talmadge— Jugendliche Zutritt Odeon, Potsdamer Sir. 75 W. 5. 7, 9 Uhr Stg. ab 3 Uhr IWc Drei von der Tankstelle Jugendliche haben Zutritt Turmstrahe 12 W. 3, 7. 9 Uhr Stg. ab 3 Uhr Die Drei von der TaatefeMe Jugendliche haben Zutrftt Alexandersh*. 39-40 (Pasiage) Kriminal-Tonfilm: Der Schah im Toninm-Alelier mit Gerda Maaros, Harry Frank 1 Wagten» Primus-Palast Potsdamer Str. 19 Ecke Margaretenstr. Nur hw Sonntag Aafa-Tonfilm: teatnant warst«tu «Ins» bei den Husaren mit Georg Alexasxler, Qmtav OlcHl d Srtcttrlchstaelt M Franziskaner cieorgenstraBe(Ecke Friedrichstraße) II. i 5, 8, 11 Uhr LobnbochhaUcr Kremke 12. 3. 9 Uhr Neuesie Kultur- und WoebeaadMU Tonfilm-Quarten Roger, Wolfe, Kalis* 12130, 3.30, 6 30, 9 30 Uhr Der Schachspieler Die Kamera?. jTäf9ehUhr fnter den Linden 14 Die Weber(Q Hauptmann).— Querschnitt durch versch. Rcrolatioaca loabit Artushof-Lichtspiclc Pcrleberger Straße 29 Film- und Bühnenschau Fudvogcl mit C Horn, P. Wegeoer Betpregramai- VartcMprograo d CbSrIottenoiira M Kant-Lidhtspicle Kamstr 54,(an der Wilmersdorfer Str.) W. 5, 7, 9.05 Uhr Stg 3, 5. 7. 9.65 Uhr Tonfilm-Revue: Nur Du 1 mit Ander, Jansen, Morgan.— Beiprogramm Lichtspiele Südwest Blücherstr. 12 W. 5, S0.3U. lOOpror Tonfilm: Der KorrettenkapUgn mit Harry Liedlke. Kampen.■— Fox-Ton woehe Schlüter-Theater Schlüters tr. 17 W. 5. 7. 9 Uhr Sonnt, ab i Uhr(Jugendvorstellung) Tonfilm: Die Linden wirtin m Dorsch, H, H. Bollmann— Tanzende Linien Atrium Beba-Palasl Sonnabends u. Sonntags 5, 7, 9,15 Uhr Kaiserallee, Ecke Berliner Straße Tonfilm: Fladumann als Erzieher mit Paul Henkels, Charlotte Ander W Kchanettera"b Titania Schönebg. Hauptstraße 49, Kriminal-Tonfilm: Der Greifer mit Harn Albers Flock u. Fllcky.— Tonwoche AlflAtnhrA Wchtgs 5 u.9 Uhr /VinamDra Stgs.ab3Uhr Hauptsir. 30 Tonfilm 1 Mach mir die Well zum Paradies mit Anita Dorris.— Beiprogramm Kronen-Liditspielc Rheinstr. 65 W. 7.9. So. ab 5 Uhr Tonfilm; Die Drei von der Tankstelle mit LUtan Harrer, WiUy Frttsch Tön. Belprogr.- Jugendliche Zutritt »thflllta h Titania-PalastJ.tÄ�; Stcglitr, Schloßstr. 5. Ecke Gutsmuths»$ir Tonfilrn: Pcnilon Schüller mit Jacob Tftedike, Kampers.— Tonbciprogr. >«uhlwnciorf-Mitt« � Wochentags 6.30, 9 Uhr ArCU Sonntags 5, 7, 9 Uhr Potsdamer Str. 30 Stg.zJO Jug-Vorst GroBtonfilm: Unter den DIehem von Parts.— T onttlmhal programm VI» f. Mariendort er Wochentg l ia— L,1 Lichtspiele ab 7 Uhr Chausseestralle 305 Tonlustspiel.Bockblerfesl m Ida Wüst Bühne:„Salon Venus' mit E.Schmidl Tivoli Berliner Str. 97 Revue Operetten-Tonfilm; Nur du I mit Chart. Ander---' Südwesten Fiim-Paiast Kammersäle Teltower Str. 1 w. 5, 7. 9, Stg. ah 3 Uhr Tonlustspiei; Pension Schöller mit I. Tiedlke, Kempers Mlcky Maus • SU*e" B Primus-Palast' Am Hermannplatz, Urbanstr. 72/76 Wochent 6.45, 9. Sonnt ab 3, 5, 7, 9 U. Farbentonfilm und Orchester! Der Jazzkönlg mit Paul Whftcman Tönendes Beiprogramm Auf der Bühne: Paul Corbnrg, der bekannte Komponistendarsteller mit elg- Orchester Th. am Moritzplatz Beg; Wtg 5, 630, 9 Uhr Stg. ab 4 Uhr Das Lied ist ans mit Liane Haid, Willy Forst Großes Beiprogramm Mercedes- Palast HermannstraBe, Ecke JSgerstraße Anfang: Wchtgs. 6.45, 9. Stgs. 3, S, 7.» U Tonlustspiei: Pension Schöll er mit Kampers, Elga Brink Große BWmenachan_ Wochen L 6,45, 9 U. nUKUK Sonntags 3, 5, 7. 9 U. Kottbusscr Damm 92 Letzte Tage! Kriminal-Tonfilm: Der Greller mit Hans Albers Mlcky bei der Feuerwehr Pwe-szlcirxi- Wochent 6-45, 9 U. cxceisior Sonnt 3. S. 7. 9 u. Kaiser-Friedrich-Straße 191 Tonposse: Laubenkolonie mit Kampers, Herrn. Pidm Beiprogramm_ Stern, Herrn annitrafje 49 Wochentags 6 45,9. Sonntags 3, 5,7. 9 U. Ton posse: Laubenkolonie mit Kampers. Herrn. Plcha Beiprogramm q SüdostncT��� Filmeck Skalitzer Straße, am Görlitzer Bahnhof Beginn Wochentags: 5J0 und 9 Uhr Sonntags: 3, 5, 7, 9 Uhr. Tonposse: Laubenkolonie mit Kampers, Kenn. Plcha Luisen-Theater Reichende rger Str. 34 Anf. W: 6 30 u.9 u. Stg. 3, 3. 7, 9 U. lOOproz. Toniilm! Die Undenwlrttn mit Käthe Dorsch, H, H. BoNma: Bübnenschao Stella-Palast Köpenicker Straße 11—14 Beginn der Vorstellungen; Wocmgs.6J0,9U. Sonnt 3, 5, 7, 9 U lOOproz. Tonlustspiel: Pension Schöllcr mit I. Tiedlke, Fritz Kampers Bübnenschao I Tw-nnizt Tonfilm- Varleti urania w 6 45, stg s u Wrangelstraße II(a.d. Köpenicker Str.) Skandal um Eya mit Henny Porten Die versunkene Flotte m. H. Albers Sternwarte- Treptow So.&, 4 u. S.U.: Eine Fnchsfagd anf Sehneesch oben durch» EngadimTilm) Stg. 9.. 3 U.: D. Sonne n. Ihre Kinder Vortr- m. Lichtbild. Dir. Dr. Archen hold Nordosten plvresism» Tön. Wochensch. «CiySlUm Prenzlauer Allee it W. 5.15. 7, 9.15, S. 3.15,3, 7.15, 9 15 Uhr JubllSums-Programmt Das Lied Ist ans m Liane Haid, Forst Bühne: Katja s Liliputaner Reyne ■ 0't*W> Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Beginn der ersten Vonstellungen; Wochentg. 6 30, Sbd.5, Stg 3 Uhr Der große Ufa-Tonfilm: Liebling der Götter mit Emil Jannlngs, Renale Müller, Olga Tschechowa. Ed. Wlntersletn Luna-Filmpalast wf /ü: Gr. Frankfurter Str. 121 Die fliegende Flotte mtt R, Norarro Bühne: Holunder Trto, raustkal. Bilderbogen- Beiprogramm Schwarzer Adler XiSSw Woch. 3. 7, MS. Stg. 3, 5, 7. 8.43 U. lOOproz. Tonfilm Bockbiet fest mit Ida Wüst. M. Kopfer, U StÄssel Beiprogramm_ Comenius-Lichtspielc Memeler Straße 67 W. 6 30. 9, S ab 5 U Achtung, Autodiebe 1 mit Harry Ptel Madame ün Schlafwagen_ Concordia-Palast Andreasstr. 64 W. ab SU., Stg. ab 3 U lOOproz Tonlustspiei; Laubenkolonie mit- BUumi Viktoria Li chthild Th. Frankfurter Allee 48 100 proz. Tonfilm Woch, 5. 7, ca 8.45. Stg. 3. 5. 7, 8.45 U. Bodcblerfesi mit Ida Wüst, Marg. Kapler, Ladw. SiüsseL Belprogr. Flora-Lichtsp. LAa,Ted«/4gr Tägl. 6�30, 9, Sonnab. ab 5, Stg ab 3 U. Die Drei von der Tankstelle mit Harrey, Willy Friiseh. Ab Dienstag: Oer blaue Eagcn AlhjftmhrA Woch. ab 6 30 Uhr. /\.inaniOra Sonnt ab 4 Uhr Koppenstraße 29 Bü.: CarUon-Quartett Pariser Unterwelt mit Carl Auen. Der ts. Geschworene. Tön. Woche M NGU-Llchtenberg Kosmos-Lichtspiele Lichtenberg, Lückstraße 70 W 5, 7, 9 U.. Stgs. 3, 5, 7, 9 U Revue-Operettentonfilm: Nor du mit Chart. Ander. Tonbeiprogramm ff ffriecf er.:» iH:;"'"j�j Kino Busch Alt-Friedrichsfeldc 3 Belpi ogramxn Delikatessen m. Harry Ltedtke. Ernst Vercbes.— Der Richer seiner Matter mit Fred Thomson W___ WRiPcmeR Schloßpark Film- Bühne Berliner Allee 206— 210 Stg.'/£ Jgd.-V. Tonfilm i Da. alle Lied m. LH Dago- ver, LIen Deyen.- BCbnencchau Bühne: Reyne « Horrten W Alhambra �seÄf' Tonlustspiel: Laubenkolonie mit Kampers, Plcha, Erika Glä�ner Beiprogramm Pharus-Liditspielc Müllerstr 142 W. 5, 7. 9 U Stg. 3 U. Jgd-V. Tönend: Dos Lied der Freiheit(Der Kapitän der Garde) mit Laura la Plante Beiprogamm Marga-Lichtspielc Schulstraße 29 100 proz. Tonfilm Der unsterbliche Lump mit Liane Hold, Gustav Frölich.— Kampf um Mitternacht m R. Talmadge. Bclpr. Pratcr-Lichispicl-Palast Kastanienallee 7-8 W. ab S. Stgs 3'/, U. Donna Juan. m. E. Bergner.— Die blaue Man, m J. Ingo, H. Halm. Bühne. Gastap. Oolynoti. 12 Jazziinf, Noack's Lichtspiele Brunnenstraße 16 Beginn 5 Uhr Zweimal Hochzeit.- Eine Woche ■atar Apachen mit B. PM. Casino-Liditsp. swusSuV; Brunnenstraße 154 lOOproz. Tonfilm. Oer keusche Joseph mit H. Liedlke. Bühne; Gro�e Kabarettrevue Mila-Lichtspiel-Pal ast Schönhauser Allee 130 W.5»/»t S. 3� 100 proz. Tonfilm Im Kampf mit der Unterwelt m. Carlo Aldlnl. Bühne: Verradct. aber nett. S �Jug.-Vorst. Filmpalast Puhlmann Schönhauser Allee 148 W. 5, S. 3l/3U. Tonfilm: Der Greifer mit Hans Albers. Belprogr. Bühnen schau Colosscum s�fibVühf Schönhauser Allee 123 Tonoperette: Das Lied der Freiheit(Der Kapitän der Garde) mit Laura Ia Plante Panko 5Z3 Palast-Theater Breite Straße 21 a W. 6.30, 9, Stg. 4, 6J0, 9 100 proz Tonfilm: Penzton Schöllrr m. Elga Brink, Fr. Kamper». Beiprogramm.— Bfibncnsdban Tivoli, Pankow Berliner Straße 27 VV 6�0. 9 U.. Stg. ab 4 U. lOOproz. Tonfilm; Liebling der Götter mit Emil Jannlngs, Renate Müller W WieGanchönhaMtaafc Film-Palast Blankenburger Str. 4 So 2lb Jgd.-V. Wochtg 6.30, 9 U., SO. 4 30, 6 45. 9 U Tonfilm: Dockbierfest mit Ludwig Stössel, M. Kupfer.— Mlcky Maus Filmpalast Tegel sua"e"?f' Stgs- 2 U Jgd.-Vorst W. 6, Stg. 4',, U. Camilla Horn und 36 Prominente. Tonfilm: Die große Sebnzodx Jugendi. Zutritt. Auf TobU-Apparal „Kosmos" Filmbühne Hauptstraße h Beg. 6 Uhr, ,30 Uhr lOOproz. Tonfilm: Küthe Dorschs Toniilmsieg: Die Lindenwiriln Beiprogramm Union-Theater Hauptstr.3 Stg. 2 Jgd.-V. W 0. ü'/a Stg. F/c. 6Va. OTc U. Lalla, die Tochter du Nordens In einer kleinen Kondliorei � Henr;iecceiori � Fiimpalast Stg. Berliner Straße 59 Stg. 2 U. lug.-Vorst. Tonfilm: Die CslkcMbaroneß mit G. Thetmer, E. Vercbes Lästiges KUngfllm Apparatur