BERLIN Sonnabend s. November 1SZ0 10 Pf. Tir. 526 B262 4?. Lahrgang CrfcfielnttigHd» außerSonntaz«. Zugleich Abendausgabe des.Vorwärts". Beillgsprei« beide Ausgaben S.?Pf. rro Woche. 3.MM. vro Monat. Redaktion und expeditivn; BerlinSWöS.Lindenstr.s '' Bei nteigenxret«: Die einsraltige Nonrareillezejle Pf., Reklamejcile ö M. Ermäßigungen nach Tarif. stscheckkont«: Dorwürts-Vcrlag G. m. b. H., Berlin Nr. 37536. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis 297 Neue Hochwasserwellen Die Oderdämme brechen!- Neue Gefahr für Krankfurt Justiz gegen Gerechtigkeit ? r a n k f u r t a. d. C., 8. November. .Jm Laufe des freitags wurde im Qdergebiet an ver- schiedcncn Stellen ei« Bruch der Teiche befürchtet. wodurch mehrere Dörfer unter Wasser geseht worden tvärcn. Unter Aufbietung aller Uafte arbeitete man an der Verstärkung der Teiche, ohne jedoch die Eßefahr gänzlich bannen zu können. So entschloß»um sich am Freitagabend, wie der„Vorwärts" bereits meldete, ober- halb von Frankfurt an der Eilangmündung den Oder- deich zu durchstosicn und die Polder vollaufe» zu lassen. Dieser Turchstich wurde in den Abendstunden vorge- nommcn und brachte Frankfurt und dem Gebiet unter- halb von Frankfurt eine fühlbare Entlastung. Wen« auch ein Absinken des Wassers nicht zu bemerken war, fo wurde doch ein weiteres Steigen im Gebiet unterhalb von Frankfurt verhindert. Grosic Teichbruchgcfahr bestand bei Rimafch- llcba im kreise Guben. Ter Tamm lieh bereits das Wasser in armdicken Strahlen durch. Ter Amtsvorsteher liest sofort alle männlichen Per- sonen über lk Fahre aus sämtlichen umliegenden Dörfern alarmieren, ferner wurden sämtliche Ge- spanne zur Hilfeleistung herangezogen. Unter Aufbietung aller Kräfte gelang es den mehr als llllsi Helfern in zwölfstündiger Arbeit, den Teich so zu V e r st ä r k e n, dast die Gefahr als gebannt gelten konnte. Ta aus Dbcrfchlesicn eine neue Hochwasser- welle gemeldet wird, die die Höhe der jehigen Hoch- Westerwelle erreichen dürfte, und mit einem Ablaufen des Wassers vorerst nicht gerechnet werden kann, wird die Gefahr mit nächster Woche im märkischen Ddergebiet wieder zpnehmen. Diebstahl an Schuhbundwaffen Ueberführung in staatliche Werkstätten. V. Seh. Wien. 8. Nooember. fEigcnbericht.) Die angekündigte Ueberführung der sogenannten„Arsenal. wassen" vom städtischen Neugebäude in Simmering. einem ehe. m.aligen Pulvermagazin, in die staatlichen Werkstätten voo Kaiser- Eberodors. einige Kilometer weiter entfernt, ist heule vormitlag um H Uhr ohne Zwischensöllc durch eine Abteilung Bundesheer erfolgt. Don soziatdemokralischer Seite war Genosse Schubauer, der Kommandant der sozialdemokratischen Gemeindewache, erschienen, der schrisUich u»d mündlich gegen diesen ossenkundigen B e r l r a g s. b r u ch durch die Regierung Baugoin Protest einlegte. Es wurden überführt t4 OSO Gewehre und 240 Maschinengewehre. Darauf stichle noch die Polizei in den übrigen Räumen des Gebäudes nach sonstigen ve-mulclen Waffen, fand aber keine und zog wieder einmal blamiert ab. Im übrigen wächst die Einsicht, daß sich die Regierung mit dieser rabiaten einseitigen und obendrein ersolgiosen Wossensuche gründlich d i s k,r e d i t i e r t Hot. Gerade die Schober-Bläller rnachen sich über dieses Debacle der Vaugoin und Smrhemberg lustig. Auch in manchen Regierungskreisen ist man über das Vorgehen Vaugoms entsetzt, denn er mutzte ja wissen, datz die Sozialdemokratie die Zu- samittenhänge bezüglich der Jnnsbrucker und Simincringer Massen aufdecken und datz dabei herauskommen würde, datz die Bundes- regierung sich in diesen Fällen seinerzeit mit den Sozialdemokraten darüber verständigt hatte, datz man die Massen dem Zugriff der Entente entziehen müsse. Das ist nun insoige der Provokationen Vaugoins herausgekommen und dem Außenminister Dr. Seipel dürfte nicht sonderlich wohl zumute sein. Jetzt aber jammert Vaugoin i» seinem unaufrichtigen Dementi darüber, datz Julius Deutsch durch seine Abwehrenthüllungen eine Verpflichtung zum Schweigen durch- brachen habe. Höher geht die Heuchelei nimmer. Glaßbrenner in Naumburg gerechtfertigt Adolf Glaßbrenner, der politische«otiriker von 1848, hat das prachtvolle Wort geprägt' Gerechtigkeit ist ein schön Ding, aber es gibt auch— Ju st!z! Von solcher Justiz, die. im Nässenden Gegensatz zur Gerechtigkeit steht, haben wir in letzter Zeit wiederhalt aus dem Bezirk Naumburg berichten müssen. Die preußische. Londtagssrakrion der Sozialdemokratie hat wegen der politischen Rechtsprechung in 'jenem Winkel sogar eine Große Anfrage an die Regierung ein- gebracht. Aber gewisscrmahen als Antwort daraus liegt ein neues Urteil einer Naumburgcr Straftammer vor, dos geradezu wie eine Prämie auf Hakenkrcuz-Roheiten und wie eine Verhöhnung des Rcchtsgedankens wirken mutz. Vcrankworklich ist ein Dr. Albrechl, der als Landgerichtsrot und Vorsitzender der kleinen Straf- kammer Weihenfels am Landgericht einen einvxmdsrei über» führten nationalsozialistischen Rausboldfrcisprach und einer anderen Blüte des dritten Reiches die ernstinstanzliche 3)ie Wahl von morgen Morgen finden in Oesterreich die Wahlen zum Parlament statt. Nicht weniger als vierzehn Parteien werben um die Gunst des Wählers. Von links nach rechts: Oben: Der Christlich-soziole Bundeskanzler Vaugoin: Prälat Seipel, Autzenministcr. Unten: Nationalrat Dr. Otto Bauer, der Führer der öfter- reichischen Sozialdemokraten, und Starhemberg. Innen- minister der Hcimwehren. In der Mitte: Dr. Johannes Schober, der jetzt für Wirtschaftsblock und Landbund kandidiert. Straf««ruf ein Drittel herabsetzte! Dieser Dr. Albrecht ist der gleiche Vorsitzende, der den ha k e n k r c u z l« r is ch« n T he o l o gie- Stüde ntc n freisprach, trotzdem er durch eine Reih« einwandfreier Zeugen unzweifelhaft als derjenige fest- gestellt war. der mit einem Biberg las aus einen Polizei- bcamt«n losgeschlagen hatte. In dem neuen Fall Nouniburgischer Rechtsverweigerung handelt es sich um folgenies: Am 9, Mai hatte sich in einer ösjentlichen Versammlung ver Nazis ein junger Kommunist einen Zwischenruf erlaubt. Sosort fiel ein ganzer Trupp der SA. über ihn her und warf ihn zur Tür hinaus, nachdem er grün und blau geschlagen war. Dann stürzte sich die aus dem ganzen Saal zusammengeströmte Meute der SA. auf die wenigen übrigen Ädmmunlsten. Wie selbst die Nazis im Gerichtsverfahren zugaben, haben sich diese Konimunistcn immer ruhig benommen und keinerlei Versuch. einer Bersammlungsstöning geinacht. Aber die rauflustige Sturmabteilung war einmal im Schwung und veranstaltete gleich ein kleines Schlachtfest. Mit Stühlen, Koppelschlössern, Karabinerhaken und anderen Werkzeuge» wurde die ver- schwindende Minderheit zum Saale herausgedroschen. Ganz besonders hatte man es auf den kommunistischen Stadt- verordneten N e l k abgesehen. Mit einem Fausthieb ins Gesicht wurde dem kurzsichtigen Manne die Brille zerschlagen, ein hieb mil einem schweren Gegenstand über den Kops ließ ihn zusammenbrechen, und nun trampelte die viehische Menge aus ihn herum. Fünf der Nazibandiien hatten sich wegen dieser Gewalttaten vor dem Amtsgericht zu verantworten. Die Anklage lautete auf gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung(nicht etwa auf Land- friedensbruch). Drei wurden freigesprochen, einer zu drei Monaten, ein anderer zu sechs Wochen Gefängnis verurteilt. Wegen des sehr niedrigen Strafmatzes legt« die Staatsanwalt- schaft, wegen der Bestrafung überhaupt legten die Verurteilten Berufung ein, und so kam die Sache gestern vor die kleine Strafkammer und vor Herrn Dr. Uldrechl. Der Hauptangeklogte Hahn wurde von dem Kriminalbeamten Berg unter Eid als derjenige bezeichnet, der sich zuerst auf Nelk stürzte. Der unbeteiligte sozialdemokratische Arbeiter Grigarzcik erklärte ebenfalls unter Eid, Hahn habe dem Nelk die Brille eingeschlagen und damit das Signal zum lleberfall gegeben. Der andere Angeklagte, Meister, ist Führer der SA. Zeitz und vorbestraft wegen Kuppelei, Hehlerei, Lands riedcnsbruch, Hausfriedensbruch, gefährlicher Körperverletzung und Amtsanmaßung. Er war gerade in einer anderen Ecke des Saales beschäftigt und kam deshalb etwas später. So konnte er nur noch den Arbeiter Krause oerhauen und dem Nett als Abschluß nochmal tüchtig in den Rücken treten. Alle Entlastungss-ugen versagten kläglich. Nur der Nazizeuge Liebmann leistete sich eine Aussage, die einem Meineid verteufelt ähnlich sieht. Sein« Aussage stand in unvereinbarem Widerspruch zu allen a n d e»r e n, selbst den Nazi- aussagen. Er wollte genau gesehen hoben, daß Nelk überhaupt nicht geschlagen worden ist und seine Brille nur auf der Flucht verloreu habe. Auf diese offensichilich falsche Bekundung allein stützte sich dann dos Urteil. Der Oberstaatsanwalt erklärte, selbst die Angeklagten müßten ein- sehen, daß ihre Tat an Feigheit und Roheit kaum zu über- Hevclttiicnsieicp biete« sei. Er beantragte für Hahn sieben Monate für Meister itrei Monate und zwei Wochen Gefängnis. Fast zwei Stunden brauchte der Vorsitzende Dr. Albrecht, bis er das Urteil fertig hatte: Die Berufung der Staatsanwaltschaft wird verworfen. Hahn wird freigesprochen. Die Strafe Meisters wird von sechs auf zwei Wochen Gefängnis herabgesetzt! Unter solcher„Schutzpolizei" fühlen sich die Nazis in Raum- luirger Gerichtssälen zu Hause. In einer kurzen Verhandlung s- pause trat der'Angeklagte Meister an den sozialdemokratischen Presse- Vertreter heran und erklärte ihm unter dem Beifall der umstehenden Nazimeute:„Sieh dich bloh vor! Wenn du nochmal was über mich schreibst, weißt du doch, was für eine Handschrift ich mit meiner Hundepeitsche schreibe!"_ pariser Börsenpleite. ES hagelt Zusammenbrüche. Während Frankreich bisher von der internationalen K r i s e und damit auch von größeren wirtschaftlichen Ausammen. brächen so gut wie ganz verschont geblieben ist, hat jetzt die folgenschwere Bankpleit« der O u st ri c° Gesellschaft als Vorbote weiterer Krisenerscheiiwngen die Pariser Finanzwelt in hellst« Aufregung versetzt. Der Leiter der Oustric-Bank gehörte zu den bekanntesten und aktivsten Spekulanten der Pariser Börse und verfügte daher auch über ein Netz engster Geschäftsbeziehungen zu sämtlichen Wirt- fchaftskreisen. Die plötzliche Zahlungsunfähigkeit dieses bisher hoch angesehenen Bankunternehmens hat in Börsenkreisen wie der Blil; eingeschlagen und unmittelbar dm Zusammenbruch von fünf bekannten Maklerfirmen nach sich gezogen. Während die Großbanken diesen für die Pariser Finanz- irell höchst unerfreulichen Ereignissen völlig passiv gegenüber- standen, hat sich die Regierung zu einer sofortigen Stützungsaktion an der Börse bereit erklärt. Das Kabinett hat sofort mit dem Börsen- syndikat, den Großbanken und der Bank von Frankreich Derhand- langen aufgenommen, um die Technik der Stützungsaktion durchzu- beraten. Diese auffällige Aktivität hat auch ihre guten Gründe: heim H e r r T a r d i e n, d«r im vergangenen Jahre wegen der dauernden Prosperität des Landes den Mund reichlich voll ge- u o m m e n hatte und bei den schon vorhandenen Krisenanzeichen in Frankreich keine leichte Stellung gegenüber der Kammer- rpposition haben wird, hat danach alle Ursache, den ungünstigen Ein- druck, den diese Bankpleite mit all ihren Folgen nieder französischen Oeffentlichkeit hervorgerufen hat, möglichst zu oerwischen. Die Großbanken, die anfangs dem Börsenkrach mit offener Schadenfreude zugesehen haben, sind jetzt den schwersten Vorwürfen selbst streng kapitalistischer Kreise ausgesetzt. So erklärt der be- kannte Senator Billiet im„Avenier", man Müsse unbedingt gegen den„zynischen Kannibalismus" der Großbanken auf- treten, die keinen Finger gerührt hätten, ikm die Zufoimmenbrüche zu vermeiden. Eine schwere Krise ist in der Schistahrlsinduslrie in Boulogne ausgebrochen� ferner sind mehrere große Werke der französischen Schuh- und der Automobilindustric aufs schwerste bedroht, da ihre flüssigen Mittel durch die zusammengebrochenen Banken verwaltet würden. Nazi für Erfüllungspolitik. Enthüllungen aü« dem Auswärtigen Ausschuß. Im Auswärtigen Ausschuß des Reichstag« ist kürzlich ein konr- munistischer Antrag, die Poung-Zahlungen einzustellen, gegen die Stimmen der Antragsteller abgelehnt worden. Die Nationalsozia. listen enthielten sich, lieber diese Abstimmung und ihre Gründe schreibt nun Alfred Rosenberg im„Völkischen Beobachter": Nun hatte die KPD. noch den Antrag auf s o f o r t i g e E i n° st e l l u n g aller Poung. Zahlungen eingebracht. Bei der Beurteilung der KPD. dürfen wir nie einen Augenblick vergessen, daß wir es nicht mit einer deutschen Arbeiterpartei, sondern mit einer isektion einer auswärtigen Macht zu tun haben; ihre Anträge stammen also aus dem Jntereffenkreis Moskaus. Dieses wünscht nichts sehnlicher als ein blutiges Chaos in Deutschland, bewaffneten Einmarsch fremder Staaten, um aus den chaotischen Massen das heute ichon organisierte Verbrecher- tum an die Spitze zur Diktatur über das Proletariat zu führen____ 'Nach dem Ablommen vom 20. Januar 1030 ist der Fall vor- gejehen, daß eine deutsche Regierung den Willen kundtun könnte, den Young.Plun„zu zerreißen" Der Haager Gerichtshof würde dann zweifellos gegen Deutschland entscheiden, und die Gegner hätten„volle Handlungsfreiheit". Ganz abgesehen davon, wie ein kommender deutscher Staatsgerichtehof einmal über deutsche Mimstep urteilen wird, so ist der Antrag der KPD. nichts anderes gewesen, als ein prnvokatori scher Versuch, das deutsche Volk ans Grund der heutigen'Lage einer„de- rechtigten" Vergewaltigung preiszugeben, es von der ganzen Welt zu isolieren. Die Scharfe, mit der Rvsenberg gegen die KPD. als„Sektion einer auswärtigen Macht" eifert, ist erstaunlich. Man soll nicht mit Steinen werfen, wenn man im Glashaus sitzt, und man hat kein Recht, einer anderen Partei vorzuwerfen, sie sei russisch, wenn man selber italienisch ist. Den Antrag der Kommunisten hat Herr Rosenberg aber ganz richtig charakterisiert. Es handelt sich um einen jener provokato- rischen Versuche, das deutsche Volt zu isolieren und fremder Ber- geivultigung preiszugeben, die sonst da, A und O der u a t i 0 n fl t- iozialistischen Politik gewesen sind. Genau aus denselben Gründen, die jetzt Roseliberg für das Perhalten seiner Freunde an- führt, hat sich die Sozialdemokratie auch stets der provo- kniorischen Hetze der Nationalsozialisten widersetzt. Das deutsche Volk vor weltpolitischer Isolierung zu bewahren, es vor einer Vergewalli- gung zu schützen, die nach den bestehenden Verträgen sogar als„be- rcchiigt" gilt, war stets der Zweck aller Erfllllungspolitik. Mit ihrer �.Weigerung, für den kommunistischen Antrag zu stimmen, noch mehr mit der Begründung, die sie dieser Weigerung geben, sind die Nationalsozialisten in die Reihen der„Erfüllunas- Politiker" eingerückt. Rekord der Gemeinheit. Qie„Kott Fahne" für Faostkampf statt Politik. Die Zai eines verhetzten Kommunisten, der Zörgiebel von hinten ansprang und ins Gesicht schlug, hat bei der„Roten Fahne" einen wahren Freudentaumel verursacht. Nicht etwa nur einmal, sondern an drei verschiedenen Stellen ihrer Sonnabendausgabe feiert sie dieses„revolutionäre" Heldenstück unter Riesenüberschriften, deren Titel für sich sprechen:..Jungarbeiterfaust in Zörgiebels Fresse"—„Proletenfaust züchtigt Zörglebel"—„Der Mann, der die Öhrseigen bekam". Der Täter wird als großer Held(vom schlug« Ali Hohler») gefeiert,«s wird ihm bescheinigt, daß er „der populärste Mann Berlins' geworden sei(wird das der Ein- Vor der Entscheidung. Das Schiedsgericht bei der Beratung. Das Schiedsgericht, das über die Festsetzung der Löhne dft Berliner Metallarbeiter und-arbeikerinnen endgültig entscheiden soll, ist heuke vormittag im Beichsarbeitsminiskerium wieder zusammengetreten. Da die parteiverhandli�ngen noch gestern abend abgeschlossen wurden, beraten heute nur die drei Unparteiischen unter sich. Es sind lediglich von jeder Partei einige Vertreter ersucht worden, sich ab II Uhr im Reichs- arbeilsminislerium bereitzuhalten, um über Fragen, die das Schiedsgericht etwa noch zu stellen hat. Auskunft geben zu können. Dem Schiedsgericht ist von beiden Seiten ein umfangreiches Material unterbreitet worden. Es muß eingehend prüfen, um zu einer Enischcidnng zu kommen, die mit der tatsächlichen Loge in der Berliner Metallindustrie in Einklang steht. Das vertrauliche Gutachten, das den Unparteiischen von den Vertretern der Reichslreuhandgesell- s ch a s l über verschiedene Großbetriebe der Berliner Metallindustrie erstallet worden ist, muß von dem Schiedsgericht gleichfalls noch einer eingehenden Prüfung unterzogen werden. Infolge dieser umfangreichen Untersuchungen ist damit zu rechnen, daß der Schiedsspruch, dem die gesamte deutsche Oesfenl- lichkeit mit größter Spannung entgegensieht, erst in den späten Rachmillagsstunden verkündet werden wird. Die„Lustarmee" des Zahlmeisters „Verpflegte"Kompagnien,dienichiexistierien/Opserkran?hasterGemütszustände? Die kriminalgeschichle des Zahlmeisters der Berliner Kommandantur, Hermann Martin, mit seiner 900 000- Mark-Unlerschlagung ist in mehr als einer Hinsicht interessant. Er kam ins Unglück, weil alle Well ihn anpumpte und er angeblich niemals Rein sagen konnte. Der Fall selbst ist ebenso dramatcsch wie lustig. Der jetzt ößjÜhrlge Zahlmeister— neben ihm auf der Anklagebank sitzt der Oberinspektor Woitschach— ist von Beruf Kaufmann. 12 Jahre war er Kapitulant bei den Potsdamer Husaren, darauf Zahlmeister bei der Spandauer Fußartillerie und bei dem 2. Garde-Ulanen-Regi- Ment. Nach dem Kriege avancierte«r zum Obersekretär bei der Berliner Kommandantur. Er verwaltete die Kasse, hatte das Recht, bei der Reichsbank Gelder abzuheben. Die Quittungen wurden außer ihm von Woitschach unterschrieben. 1926 begannen die Ver- fehlungen des Zahlmeisters.„Was sollte ich tun?" sagte er heute vor Gericht.„Kam ich des morgens früh in mein Büro, so standen meine Kollegen bereits Schlange, um mich anzupumpen" Einer der ersten Gläubiger svll der Baurat B o ldt gewesen sein. Die von ihm entliehen« Summe betrug 10 000 bis 20 000 Mark, so behauptet wenigstens der Angeklagte. Als die Zurückzahlung nicht erfolgte, entstand ein Loch in der Kasse. Um dieses Loch zu decken, begann der Zahlmeister zu w e t l e n. Und verlor. Er pumpte neue Gelder aus, setzte hos Wetten fort, das Loch wurde immer größer. Damit di« Bucher nicht zu Verrätern würden, beging«r Fälschungen. Er„verpflegte" laut seinen Büchern Kompagnien, die gar nicht existierten. Im Lause der drei Iahre schuf er eine ganze„Luflarinee". Di« Verpflegung kostete Geld, die falschen Einschreibungen wuchsen in die Hunderttausende— die unterschlagene Summe betrug schließ- lich 900 000 Mark. Alle Welt durste ihn anpumpen. In der heutigen Verhandlung macht der Angeklagte einen eigen- tümtichen Eindruck. Bold spricht er so leise, daß er kaum zu ver- flehen ist, bald gerät er in große Erregung und muß vom Bor- sitzenden beruhigt werden. Er hat eben erst mit der Schilderung seiner Veruntreuungen begonnen, da bittet sein Verteidiger, die Sach- verständigen über die VerHandlungsfähigkeit und den Geisteszustand des Zahlmeisters zu hören. Als erster kommt Dr. P i n n e r zu Wort. Er kennt den Angeklagten seit Jahren. Ihm ist auch dessen phantastisches und größenwahnsinniges Wesen stets aufgefallen. Die Charakteränderungen des Angeklagten betrachtet er als Folge- erscheinungen einer Syphilis. Interessant ist übrigens, daß der Sachverständige, der im selben Hause wie der Angeklagte wohnt, ihn des öfteren sinnlos betrunken gesehen hat. In einer Kneipe hatte Martin seine.Fiauptgeschäftsstelle" eta- bliert. Hierher kamen die Leutchen, die ihn anpumpten, und er konnte selbstverständlich niemals widerstehen. Dr. Pinner gelangt zu dem Ergebnis, daß jedenfalls berechtigt« Zweifel an der Zu- rechnupgsfähigkeit des Angeklagten vorhanden sind. Anderer An- sicht ist Profesior Birnbaum, der Martin in der Irrenanstalt Herzberge beobachtet hat. Trotz der schweren erblichen Belastung. der N e r o e n s y p h i l i s und de- Alkoholmißbrauchs spricht er sich für di« Zurechnungssähigkeit aus. Allerdings befinde sich der An- geklagt« sozusagen an der Grenze der geistigen Gesundheit. Nych präziser ist das Gutachten von Professor Strauch. Er hat Zurechnungssähigkeit des Angeklagten gar keine Zweisel. Handlung geht weiter. i i.......... an der Die Der- Oesterreichische Waffensuche »Suchen Sie nach Waffenlagern— aber nur beim Schuhbund!" brecherkönig Rudolf M a rg ie s nicht sehr übelnehmen?), die„Rote Fahne" drückt ihm gerührt die Hand usw. Die Zuhältermethoden, mit denen die Kommunistische Partei nicht erst seit heute und gestern den Kampf gegen die Sozial- demokratie führt, erfahren dainit eine Bereicherung. Die KPD., die«inen Benifseinbrechrr Rudolf Margies mit Ehren empfängt, wie sie einem August Bebel oder Wilhelm Liebknecht zu Lebzeiten niemals zuteil geworden sind, wird durch die Verherrlichung dieser Faustmethoden zweifellos weiteren Zulauf aus dem Lumpenprole- tariat erhalten. Die heute noch zur KPD. zählenden Arbeiter aber werden eines Tages mit Entsetzen erkennen, wohin man sie geführt hat. * Wie das Berliner Polizeipräsidium mitteilt, ist die„Rote Fahne" wegen der Berherrlichung des Ueberfalls auf Zörgiebel auf acht Tage gemäß§ 13 und§ 5 Ziffer 4 des Republikschutz- gesetzes verbaten worden. Die Kommunisten werden jetzt natürlich Zetermordio schreien. Wir aber möchten eiimial wissen: was würde wohl in Rußland einem Nianne geschehen, der den Polizeigcwcrlttgen von Moskau ins Gesicht schlüge, und was dem Blatt, das diese Tat verherrlichte?! Rykvws Schicksalsgefährte. Oer Eowirtvizekanzler im Gefängnis. Wie dem„So z. Boten" mUgeteiit wird, ist S e y r z o w, de? Vorsitzende des Rates der Volkskommissare der russischen SowietrepudUk und Viz« Vorsitz ender der Regierung der Union soeben in Moskau verhaftet worden. Also Rykow ist oerbannt und sein nächster Mitarbeiter ist im Gefängnis. Kaffenboie niedergeschlagen! Gemeiner?iaubüberfall in der Kanonierstraße. Heute mitlag wurde der ZSjährige Soffeabole Wilhelm Strubel, der beim Lichlfpielsyndikat in der Friedrichslraße 223 angestellt ist, aus dem Treppcnslur des Hauses kanonierftraße 17/20 von zwei jungen Burschen überfallen und nieder- geschlagen. Die Täter raubten eine braune Atteniasche, in der sich 2870 M. befanden, und entkamen mit ihrer Beule. Strubel halte das Geld gegen 11 Uhr auf dem Postscheckamt in der Dorolheenslrahe ab- gehoben und befand sich aus dem Wege zur Bank für Montan- indufirie, deren Räume sich im ersten Stockwerk de» Hauses ftaiw- lüerflraßc 17/20 befinden. Zweifellos ist der Kassenbote bereits auf dem Postscheckamt von den beiden Tätern beobachtet war- den. Sie folgten dem Mann unanssällig, und als er ahnungslos die Treppe hinaufstieg, fielen sie über ihn her. ver Aeb-rfallenc hat erhebliche Kopfverletzungen er- litten, so daß er zur nächsten Rcltungssiellc gebracht werden mußte. Bürgerblock in Sachsen. Die Orewih-parlei als Einpeitscher. Die Wirtschaftspartei Sachsens hat am Freitag in einer Frak- ttonssttzung beschlossen, den Nationalsozialisten als der stärksten nichttnarxiftischen Partei das Landtagspräsidium, das bisher der Sozialdemokrat Meckel inne hatte, anzubieten.! Es sind Bestrebungen im Gange, einen Bürgerblock zu schassen, der aus 46 Stimmen der Rechten rechnen könnte. Es ist ober sehr zweifelhaft, ob sich die gesamten bürgerlichen Parteien auf einen Nationalsozialisten einigen können, und daher ist es nicht ausgeschlossen, daß Meckel doch wiedergewählt wird.' Keine Aniwort! Kommunistisches Geständnis tm Falle Margies. Die„Rote Fahne" hat auch ani Sonnabend auf unsere e r- n eute Anfrage, was sie zu dem von uns veröffentlichten B o r- strasenregister ihres„Märtyrers" Rudolf Margies zu sagen habe, eisern geschwiegen.* Dieses Schweigen ist auch«ine Antwort. Es bestätigt unsere Angaben. Es bestätigt aber auch, daß die kommunistischen Draht- zicher eine Heidenangst davor haben, daß ihre Schaslein von der wahren Gestalt de» Helden Margies Kenntnis erlangen könnten. Um so nrehr muß jeder Kommunist, der am Margies- Empfang teilgenommen hat, bei Gelegenheit danach gefragt werden, welche Ehre er dabei empstmdcn hat, für einen wegen Diebstahls zehnmal mit insgesamt zwanzig Jahren Zuchthaus und Gefängnis vorbestraften Einbrecher tönig untertänigst Spalier stehen zu dürfen! � Kurssturz in New �ork. New Park. 8. Rlovember.(Eigenberichk.) An der Freikag-Vörfe«Kicksten die Aklienprelfe bei einer starken Verkaufswell« einen Tiefstand, wie et feil drei Iahren nicht zu verzeichnen war. Die führenden Aktien büßten durch- schniltlich fünf bis sieben Punkte ein. Die gegenwärtigen Kurf? liegen weit unter dem Niveau der schwarzen Börsentagr des vor- johres. Zuriflische G.udienreform. Die preußische Vorlage vor öen wzia«demokrat»schenIuriflen Die juristische Studienreform in Preußen steht vor ihrer Vcr- wirklichung. Das preußisch« Kultusministerium hat am 13. Oktober 1930 dem preußischen Reichsrat eine entsprechende Vorlag« zugehen lassen. Am 1. April soll sie in Kraft treten. lieber die Grunaiat- fachen dieser Reform rcjcrierte bej den sozialdemokratischen Juristen Ministerialrat Dr. Lande. Die preußische juristische Srudienreform läßt die Stellung d«s liochschullehrers und die Stellung der Studie- renden im allgemeinen unberührt. Sie bringt nach Ansicht mancher einen Einbruch in die„Lehrsreiheit", indem sie bestimmte inecho- dische Vorschriften über den Hochschulunterricht macht und eine planmäßige Heranziehung von Praktikern vorsieht. Sie bedeutet einen Einbruch in die Lernsrcthcit, indem sie von dem Studierenden nach Absolvierung der ersten drei Semester die Vorlegung eines Zulassungsschcines zum weiteren Studium fordert. Der Zulassung?- schein wird von zwei Klausierarbeiten uno einer mündlichen Prüfung abhängig gemacht und soll auch«incr Auslese des Menschen- Materials dienen. Di« juristische Studienreform ist eine reine Un'erricht-reform. Es wird nun amtlich anerkannt, daß die Studenten der juristischen Fakultät nicht zu wissenschaftlichen Forschern, sondern zu Prak- tikern erzogen werden sollen. Erscheint«in« Trennung des Studiums ä)as Slugaseug im JCeUungsdrahl In der Nähe von Los Angeles fiel ein abstürzendes Flugzeug auf den Mast einer Hochspannungsleitung und blieb in den Drähten hängen. Erst nachdem der Stroni abgestellt worden war, konnten die glücklicherweise gänzlich unversehrten Piloten aus ihrer mißlichen Lage befreit werden. der Rechtswissenschaft vom Studium der Volkswirtschaft wegen der Fülle des Stoffes unmöglich, so sollen doch die wirtschaftlichen Institute mehr als früher berücksichtigt und gemeinsame Seminare beider Fakultäten durchgeführt werden. Ungelöst läßt die Vorlage das Verhältnis des Studiums der Praxi«. Es bleibt bei der srühsren Empfehlung, die Studenten bei den Amtsgerichten zu beschäftigen. Das entscheidende Problew des juristischen Studiums ist aber dio Unterrichtsmethode. Die Vor- läge macht einen Schritt auf dem Woge zur Aktivierung des Unter- richts, indem sie obligatorische Vesprechungsstunden einführt. Mit dem reinen Dozieren vom Katheder wird gebrochen w«den. Der Förderung der Allgemeinbildung sollen acht obligatorische Stunden in allgemeinbildenden Fächern während der ersten drei Semester dienen: bei den Prüfungen soll der Schwerpunkt nicht so sehr auf die Kenntnisse als auf das Verständnis gelegt werden. Van der juristischen Studienresorm im allgemeinen ist zu sagen: Sie kounte nur im Einverständnis mit den Fakultäten durchgeführt werden und mußte deshalb sehr bescheiden auefallen: sie verbaut nicht den Weg zu neuen großen Resormen, sie ist aber auch nicht derart? daß man sich beruhigen dürste. Der Vortrag des Ministerialrats Dr. Lande wurde von Dr. Ollendorfs ergänzt. Er jorderte in erster Linie«in» Resorm der Vorbildungsmöglichkeiten, Aufstiegsmöglichkelten für die arbeitende Bevölkerung zur Hochschule. In der Diskussion sprachen u. a. LandgerichtspräsideiU Sö l- l i n g und Senatspräsident Orgler. Letzterer gab seinem- Be- dauern darüber Ausdruck, daß bei dieser juristischen Studienreform Praktiker überhaupt nicht besragt wurden: von der Reform selbst müsse gesagt werden, daß in Kleinigkeiten nachgegeben worden sei, um es iin großen beim alten zu lassen. Laichgerichtsprösident Solling bezeichnete die Rechtswissenschaft als eine praktisch« Kunst. Ein guter Richter muß die Kunst der Tatsachenerforschung und die Kunst der Menschenkunde besitzen: der junge Mensch, der sich zum Richterberuf vorbereitet, in erster Linie Ehrfurcht vor den Tatsachen haben. Die Juristerei Ist die Kunst der Meyschcnbehand- lung. Deshalb ist eine Annäherung zwischen den Praktikern und der Universitätslchrtätigkeit unbedingt erforderlich. Der Kreuzberger Bürgermeister Dr. Herz unterzog die juristische Studienreform einer Kritik vom politischen Gesichtspunkt au«. Pom Standpunkt der Sozialdemokratie hat die suristische Fakultät technisch geschulte« Personal für den Kampf des Prole- tariats zu liefern. Deshalb ist es erforderlich, sovisl wie möglich sozialistisch» Juristen in den Lehrkörper einzuführen. Der Lehr- unt»rricht selbst wär« in doppelter Hinsicht zu reformieren: Einmal durch Erweiterung der Allgemeinbildung. Inebesander» auf soziologischem Gebiete, andererseits durch ein Studium des S f f e n t- tichen Recht» in ganz anderem Umfange, als dies bis jetzt ge- schieht. Eine richtig« Personalpolitik unter den Swal«- und Justiz« Professoren ist ein« Forderung des Tages.~ 3n Lrafilica herrscht jetzt V a r g a»/ der den Krieg gegen di« vorig« Regierung geleitet hat. Er verspricht u. a. Amnestie. Hochflut i „Klachsmann als Erzieher." Atrium. 1901, als der Hamburger Poltsschullehrcr Otto Ernst Schmidt gerade ein Jahr sein Lehramt aufgegeben hatte und als Otto Ernst ein vielversprechender Schriftsteller war, erschien sein«Flachsmann als Erzieher". Dieses Theaterstück, das sich viele Bühnen eroberte, wirkte ungemein frisch. Das war kein Wunder, konnte doch Otto Ernst, der 17 Jahr« ols Bolksschullehrer tätig gewesen war, viel aus der Schule plaudern. Leider wird bei ihm die Reinigung der Schule nur durch die Entdeckung eines Kruninalsalles ermöglicht: denn der schikanierende Rektvr stahl die Berechtigungspapier- seines verstorbenen Bruders. Inzwischen hat die fortschrittlich gesonnene Lehrerschaft, gemeinsam mit den Eltern, manches errungen. Da ober trotzdem noch viel«rkämpst werden muß, kann Otto Ernsts Stück noch heute Unterricht erteilen. Karl Heinz Wolfs nahm das Drama als Film in Regle. Er ließ wenig Film und sehr viel Theater spielen. Ein paar Längen und ein paar unklare Bilder stören, doch muß man dankbar sein, endlich einmal einen Inhaltsfilm zu haben. Gespielt wird hervorragend. Ganz groß ist Paul Henkels Flachsmann, dieser bösartige Menschen- quäler, der so elend klein wird, als es ihm selbst an den Kragen geht. Alfred Braun und Charlotte Ander sind in den dank- baren Rollen der jungen fortschrittlich gesonnenen Erzieher wahre, liebenswerte Menjchen. Gustav Rickelt ist das Beispiel für die rauhe Schale mit dem guten Kern. Karl de Bogt spielt in der ihm eigenen Lebendigkeit den Pogelsong. Ferner trugen Kurt Lilien, Rolf Weih, Wilhelm Krüger, Hans Sternberg, Mathilde S u f f i n und Hedwig W a n g e l das ihre dazu bei, daß der Film bei der Premiere mit Begeisterung aufgenommen wurde. e. b. „Das Lied der Kreiheii." Babylon-Loloss, um. Die französische Revolution, bearbeitet für amerikanische Hinter- wäldler zwischen Felsengebirgc und Mississippi. Einleitend wird allerdings bemerkt, daß hier weniger eine bestimmte Revolution gemeint ist, als die Revolution überhaupt. Am Schluß wird aber die Marseillaise, das Lied der Freiheil, gedichtet. Das Volk leidet, und dieses Leiden führt zum Aufstand. Nun bemühen sich ernste Männer darum, das Volk aufzurütteln, doch der richtige Schwung kommt erst hknein, als ein junges Mädchen die Sache in die Hand nimmt. Sie wird die richtige Freiheits- Heldin. Es braucht kaum bemerkt zu werden, daß sie«inen Offizier der Garde liebt, nämlich jenen Offizier, der später die Marseillaise komponiert. Dazu eine Serie von bekannten Intrigen. Es ist eine Revolution im amerikanischen Magazin-Geschmock. Die Lieb« ist und bleibt die Hauptsache. Alles wird verzuckert, ver- niedlicht und in Schwarzweiß-Zeichnung gegeben. Von den Vor- gängen der französischen Revolution scheinen die Autoren über- Haupt nichts zu wissen. Das mag für Amerika genügen, dem Europäer ist dagegen diele G-schichisklitterung. lächerlich. Der gilni muß ursprünglich ein Sprechsilm gewesen sein, denn die Szenen sind auf Dialog eingestellt. Da er hier in stummer Fassung läuft— nur die Musik ist synchronisiert—, wird die Handlung mit Texteinschaltungen überladen. Di- R-gi- Robert- s o n s schafft gute Massenszenen und zeigt Sinn für bildhafte Reize. Di« Schauspieler bleiben sich jedoch überlassen, versallen in pathetische Gesten und kommen über eine grobe Typisierung nicht hinaus. Selbst Laura La Plante hat fast all« Ursprünglich- keit verloren. F. Setz. „Olympia." v Gloria-palast. Der Tonfilm verkamt noch immer sein- Aufgab-, Film zu sein. Er übernimmt Theaterstücke, gibt ihnen etwas filmisches Beiwerk und ist womöglich stolz auf die Wiedergabe eines recht breit ang-- legten Dialoges. Will der Tonfilm bloß Reproduktionsmillel fein und etwa ein« gute Theaterauffühtunz eines interessanten Stücke» möglichst getreu wiedergeben, so läßt sich darüber reden. Der Ton- film Ist dann nur Mittel zum Zweck; bearbeitet er aber ein Theater» stück auf Filmwirkungen hin, so muh natürlich eine ganz andere Anlage erfolgen. Der französisch« Regisseur F e y d e r, dem wir io manche hervorragende Filme verdanken, hat versagt, als er M o l n a r s amüsantes und witziges Schauspiel für den Film über- nahm. Er hätte den Manuskriptverfassern klarmachen müssen, was «in Tonfilm will. So gibt er zwar eine geschmackvolle Arbeit mit recht guten Darftellern, aber os' ist eben Theater ,ntt ermüdendem Dlalog. Erst zum Schluß, wenn der Rittmeister bäuerlicher Ab- stammung, um sich für den Korb der Prinzessin zu rächen, sich als Hochstapler aufspielt und in dieser Maske zum Ziele kommt, wird die Handlung lebendiger und spannender, und auch das Auge kommt etwas mehr zu feinem Recht Di» schone Prinzessin Olympia, die ihrer hochnäsigen Sipp- schaft zuliebe verzichten muß. aber zu einem Abenteuer den Mut hat, wird von Nora Gregor nicht nur in der blendenden Er- scheinung, sondern auch in dem Gemisch ihres Wesens gut getroffen. Theo S h a l l bleibt bei aller Gewandtheit und kaltschnäuzigen DraufgÜngerei al» Liebhaber etwas trocken. Ausgezeichnet kommen die Nebenfiguren heraus. Karl Eklinger ist«Ine Nummer sür sich als Gsnoarmerisoberst, dessen Diensteifer mit seiner Dummheit wetteifert. Hans Junker mann, Julie Serba(als well- gewandte Prinzefsinmutter) und Arnold Korff(als überlegen- humorigec General) sind ganz am richtigen Platz« r. Verspätetes Zeittheater. Kurt Eorrinth:„Sektion Rahnstetten." Kurt Corrinth hat sich in seiner..Sektion R a h n st c t t« n" die absurde Aufgabe gestellt, den Femeoerbänden sozusagen ins Gewissen zu reden Die Femeorganisation Rahnsietten bestimmt ihr jüngstes Mitglied zur Exekution an dem verhaßten Minister. Ais der junge Mann mit gezücktem Revolver vor ihm steht, drückt et da» Schießeisen nicht ab. sondern hört sich erst eine länger« Red» an. in der ihm der Minister eräsfnet. daß auch der Andersdenkende feine Ideale habe. Und da er wegrennt, ohne seinen Auftrag erledigt zu haben, wird er vom Femegericht zum Tode oerurteilt. Eid ist Eid. Zur Vollstreckung meldet sich sreiwillig sein bester Freund, oder mit dem Hintergedanken, ihn in Sicherheit zu bringen, statt ihn zu töten. Er läßt sich nicht abtillen. sondern erschießt sich selbst, nicht ohne seinerseits eins größere Rod« vom Stapel gelassen zu haben, in der er den Tatverbünden mächtig die Leviten liest. >er Filme Der Vorhang senkt sich bei dem mit Verve hinpflsaunten Ruf:„Eine Tat der Liebe habt ihr nie getan", womit wahrscheinlich gesagt sei» soll, daß mit mehr Menschlichkeit gekillt werden soll. Es ist unfaßlich, wie dieser Mischmasch von geschwollenen Phrasen, dieses uncntichlossene Hin und Her von Gesinnungen, diese naive Konstruktion von dramatischen Konflikten vor einigen Wochen in der Provinz und gestern im„Berliner Theater" einen äußeren Erfolg erzielen konnte. Das Publikum stimmt während der Szene bei den schlimmsten Banalitäten begeistert zu, es fühlt sich in dem Meer von Edelmut wohl, von dem das sogenannte Gegen- wartsspiel übersließt. Es merkt nicht, daß der Direktor-Regisseur Joachim v. Ost an cbenjo unecht spielen läßt, wie das Stück selbst ist. Den verhinderten Mörder gibt Peter E l e h o l tz nill rührender Unbeholfenheit, seinen Freund Karl Ludwig Achaz-war mit' Routine, aber mit Theatermache. Di« einzig glaubhafte Figur von darstellersschem Können ist Lothar Körner(Ziahnstetten), dessen verhaltene Energie den Fanatismus überzeugend gestaltet, der bei Femeverbänden vorhanden sein mag. ckxr. George Gros; von heute. Oer Verhöhner des schlemmenden Bürgertums. Bei Bruno Cassirer stellt George Groß ein halbes Hundert seiner Federzeichnungen nebst einigen vortrefflichen Aquarellen aus. Es ist wohl nicht nötig, diesen ausgezeichneten Künstler und schärfsten Bekänipfer der„herrschenden Klasse" unseren Lesern nochmals vorzustellen: es ist ein Glück für Deutschland, daß es einen so unerbittlichen und begnadeten Darsteller seiner sozialen Dunkel- männerschast besitzt. Aber eins ist mit besonderer Genugtuung hervorzuheben: daß iiu» all diesen glänzend gezeichneten oder aquarellierten Blättern noch sein aller geschliffener Geist lebt, der das Nichtswürdige beim Namen nennt und den Heuchler mit Hohn und Spott entlarvt, daß weithin von der Abschwächung und lieber» feinerung, die in feine Malerei eingedrungen ist, nichts in den Zeichnungen zu spüren ist. Man hatte manchmal, wenn man einen formalistischen, durchaus französisch orientierten Geist in seinen Oelbildern sich ausbreiten sah, rechte Angst um seine Zukunft. Diese Blätter widerlegen solche Befürchtungen. Mag Groß sich, nach den künstlerischen Techniken, in zwei Teile spalte», auf der Leinwand gefälligen Forinspielen nachgehen, wenn er nur auf dem Papier, mit Feder und Tuschpinsel, der streitbare Kämpfer für Menschenrechte bleibt. Es gibt in der Cassirerschen Auestellung Blätter, in denen der Spieger, der Großbürgcr,„die Schmach, die Unwert schweigenden Berdienst erweist", die Unappetitlichkeiten gehätschelter sogenannter Laster mit derselben großartigen und un- bekümmerter Agressivität charakterisiert sind, wie vor 10 und mehr Jahren: größeres Lob kann man ihm nicht erweisen. p. f. seil. Lehrkanzel für Sozialismus. An der Universität Utrecht. Ein sozialistischer Lehrstuhl au der Univer» s i t ä t Utrecht wird auf Beranlassung des Niederländischen �ewartschaftsbundes und der Sozialdemokratischen Ardeiteipanei, demnächst errichtet werden. Di« Sozialistische Vereinigung zur Förderung des Studiums gesellschaftlicher Probleme ernannte ein Kuratorium, das Vorschläge zur Besetzung dieses Lehrstuhles machen soll. Dem Kuratorium gehören u. a. die Genossen Wlbaut und Professor Dr. Bonger an. ..Das keimende Leben", ein Film, der über das Wunder der Menschenbildung in ebenso gut aufklärender wie ernst-dezenter Weise berichtet, wurde Freitag vom„Deutschcn Institut für Frauenkunde" im Cecilieuhaus einem Kreise von Interessenten vorgeführt. Der Film ist von der Fitmprüfstell« sür Jugendlich« und öffentliche Aufführungen verboten und darf nur in geschlossenen Per- anstaltungen vor geladenem Publikum gezeigt werden. Die Film» prüfstelle hat dabei den ethisch und wissenschaftlich hochstehenden Film durchaus anerkannt. Der unter der Leitung von Prof. W. Liep- mann von der Ewald-Filmgesellfchaft hergestellt« Bildstreifen gibt «in« sehr spezialisierte Darstellung der Geschlechtsorgane, zeigt, wie ein« Befruchtung zustande kommt, und oerfolgt da» Wachstum des Keimes in sehr ausführlicher und anschaulicher Art Ein« normale Geburt und eine Kaiserschnitt-Operation bilden den dramatischen Höhepunkt. Abgesehen von einigen überflüssigen Bildern ist der Film sür seine Zwecke außerordentlich geeignet: die Bildwirkung ist hervorragend gut. Bon den vielen Aufklarungsfilmen dürfte dieser sein« Aufgabe am besten erfüllen. Zgor Strawinsky in Berlin. Igor Strawinsky, der berühmte russisch« Musiker, weilt seit ein paar Tagen in Berlin und hat hier für den Rundfunk seine Klavierfonate selbst gespielt. Gestern folgte, gleichfalls von der Funkstunde veranstallet, in der Phil- Harmonie(unter Leitung von E. Zlnsermet) ein großes Orchester- konzert, in dessen Rahmen er, als Pianist so bedeutend wie als Komponist, sein Capriceio am Flügel interpretierte und von dem Berliner Publikum mit wahrhaft stürmischer Herzlichkeit gefeiert wurde. Auch die Erstaufführung von vier Orchesterskücken fand lebhaftesten Beifall. Wie wir höten, wird Strawinsky morgen in der Republikoper der Darstellung seiner„Geschichte vom Soldaten" beiwohnen, die als einmalige Mittagsanfführung gegeben wird. vergleich im Banhauskcmsllkk. Zur Entscheidung des Streites zwischen dem früheren Bauhausdirektor Hannes Meyer und dem Magistrat der Stadt Dessau war ein Schiedsgericht, mit dem Reichskunstwart Dr. Redslob als Vorsitzenden, eingesetzt worden. Das Schiedsgericht machte den Parteien einstimmig einen Vergleichs- Vorschlag, der die Regelung der wirtschaftlichen Streitpunkte durch «inen Vergleich sür angebracht erklärt. Sowohl die Stadt Dessau wie Hannes Meyer haben sich mit der vom Schiedsgericht vorgeschlagenen Regelung einverstanden er- klärt. Inzwischen ist nach Durchführung organisatorischer und räum- licher Aenderungen di« Arbeit am Bauhaus wieder ausgenommen worden. Dem Studium liegt ein neuer Lehrplan zugrunde, der vor allem den fachlichen Erfordernissen Rechnung trögt und di« Zahl der Semester herabsetzt. Die Zahl der Anmeldungen hat sich gegen- über dem vorigen Semester erhöht. Eine Schanipleler Zkachtvoisicllung von»Bor Untersuchung« findet am N.. abends 12 Uhr. im Zt»naiiso»e»«Tb»ater statt. Dernd sriichcn westlichen Winden.— Für Deutschland: 3m ganzen Reiche stark wolkiges Wetter mit einzelnen Regeirfällen, allgemein ziemlich mild. Theater der Woche. Vom 9. bi« II. November. Volksbühne. Xbtaift»» Bil«w»lah: Bis 12. Tic Matrosen oon Cattaro. iz. ge. schioffen. Ab 15. Misfrsfippl. Staakstheater. Oper lluter den Lin.de»: und 14. �ürtt Iqor. Ii). CovaVeria rustieana und N. und 1«. Morqaxete. 12. Der König. Zierpuppen. 13. Rhein- flolb. 15. Di« WaMire. 17. Mapteftball. Oper am Platz der Rep»blik: 9. Salome. 13. Die Swmme von Portiei. 11. und 15. Der Zarbier von Sevilla. 12. und 17. Die tjerfaafte Bvsut. 13. Iphigenie auf Tauris. 14. Der fliegende Holländer. 16. Das Leben des Orest. 9. 12 Uhr. Matinee: Die Geschichte vom Soldaten. «Ktädtische Op�r: 9. Die Waililre. 19. Troubadour. 11. Carmen. 12. Simone Baccauegra. IS. Der Prophet. 14. Don Giovanni. 15. Tosca. 16. Tannhüuser. 17. Boheme. Staatliches Schauspielhaus: 9.. 14. und 15. Liebe auf dem Lande. 33 Minuten in Griinebcrg. 10. Wilhelm Teil. 11., 13. und 17. Geschichte� Gottfriedens von Berlichingen mit der eisernen Sand. 12. und 16. Bürger Schippel. SchiLer-Theater: 9. Kabale und Liebe. 10. und 13. Rora. 11. und 17. Clavigo. 12., 14. und 16. Herr Doktor, haben Sie zu essen? 15. Florian Geyer. Theater mit festem Spielplan: Theater am Schisfbauerdamm: Die Dreiqroschenoper. 11. Rächt Vorstellung. 231-3 Uhr. Wir find Kameraden.— Nelsou�Theater: Quick. 15. Nachtvorstellung. 23li Uhr. Quick.— Deutsches Theater: Elisabeth von England.— Kammcr- spiele:->lb 10. Die zärtlichen Verwandten.— Die Komvd-e: Der Schwierige. - Theater in bvt Stresemannstraftc: Sturm im Wasserglas.— Komödlcuhaus. Tas Konto X.— Großes Schauspielhaus: Im weißen Röss'l.— Theater des Westens: Bis 13. Finden Sie. daß Eonstanze sich richtig verhält? Ab 14. Gr- schüft ist Geschäft.— Lessing-Theatcr: Ein Sommer nachtstraum.— Komische Oper: Das Mädel am Steuer.— Deutsches Knnftlertheater: Jim und Zill. 16. 11. Iis Uhr. Goetheanum.— Renaissance Tbeat«: Bonintersuchung.— Theater in der Behrenstraße 53—54: Das häßliche Mädchen.— Zentral- Theater: Eine Freundin io goldig wie Du.— Metropol-Theatcr: Piktor'a und ihr Husar.— Berliner Theater: Sektion Rahnstettcn.— Neues Theater am Ivo: Bis 10. Hasenklein kann nichts dafür. Ab 11. Geld wie Heu.— Die Tribüne: Etienne.— Walhalla-Theater: Das Land des Lächelns.— Rose- Theater: Bis 16. In der Iobannisnacht.- Theater in de? Klosterstraße: Einbruch ailsgeschlossen. G. m. b. H.— Schloßpark- Theater Steglitz: Katharina Knie.— Theater im Admiralepalast: Tie Czardasfurstin.— Wintergarten, Blaza. Skala: Internationales Variete.— Reichehallen-Thcater: Stettincr Säuger.— Theater am Kottbusser Tor: Elite-Sänger. vachmillagsveranstaltungen: Volksbühne. ThenKr am Bülomvlah: 15., 16. Was Ihr wollt fenqlifch).— Rellon.Theater: S., 16. Quick.— Theater in der Strefemanustrahe: 16. Sturm im Wcsseraias.— Komiidienhaus: 16. Tos Monlo X.— Theater 6:3 Westens: I».. 16. 15 Uhr. Pelercheus Mnndfohrt. 17 Uhr. Schwarzwaldmädel.— Leiiinn- Theater: 15.. 16. Ein Eonrmcruachistraum.— ttomische Oper: 16.?oz Mädel am Sleucr.— Teutscki-S Zlunstlerthcater:rd ihr Husar.— Ren?- Theater am Zoo:».. IT. 1.'.. 16. Knecht Rurwrechto ffahrt ins zjiaräffuland.— D>« Tribüne: 9., 16. Etienne.— Walholla-Theatrr: 9. Schnec- winchen u. die flehen Zwerge. IS. Torurösäie». Roso.Thcatri:16.,ll.,l.'!.,Il,K>ituIi. 12., 15. VeterÄ>ens Mondfahrl. 16. 1I>�»ud I76t Uhr. In der Iohannisnacht. — Theolet in der Klostcrstrah«: 9.. 16. 15 Uhr. Ziotkarwchrn. 17 Uhr. Sansel und Srclcl. 12, 15. Schncemiltän:n. 1.9., II. Minna»an BarnhclM.- Schlost- park, Theater Steglih: 9. 15 Uhr. Der Zroschtönig. 17 Uhr.... Valcr iriu, dagegen sehr. 15.. 16. Pelercheus Mondfahrl.— Thealer im Admirnlspalast: 9., 16. Die EZardasliirstin.— Wintergarten: 9.. 15., 16. Internaliongles Variete._ Plaza, Skala: Internationales Variete.- Reichohastkn.Theatrr: !>.. IS. Slettiner Sänger.— Theater am«ottdnffer Tor: 9., 16. Elile-Eänger. Erstaufführungen der Woche: Montog. Kammerspiele: Die zärtlichen Verwandten.— Dienstag. Oper U n t« r den Linden: Margarete.— Neues Theate: am Zoo: Geld wie Scn.— Theater am Schiffbauerdamm(Macht, norstellungl: Wir find Kameraden.— Donnerstag. Kleines Theater: Ter Mann, der schweigt.— Freitag. Bolkshiihne: Mississippi.— Theater des Westen sj Geschäft ist Geschäft. Verantworte für die Redaktion: Franz Klüh», Berlin; Anzeigen: Zh. Glocke, Verlin, Verlag: Vorwärts Verlag G. m. d. H., Berlin. Druck: Bnrwärls Buch» druckerci und Berlagsanstalt Paul Singer(t Co.. Berlin SJS 68, Lindenstrahe z. Hierzu 1 Beilage. Die Ballkonlgin. an. und Gretchen Winter,«in junges Mädchen, war schlank und aenehm gewachsen; aus ihren Bewegungen sprach Grazie turtürlichc Anmut. Kein Wunder, daß Gretchen auch eine vorzügliche Tänzerin war und daß es sin besonderes Vergnügen bereitete, ihre schöne, geschmeidige Gestalt beim Tanzen zu beobachten. Ganz gleich, welchen Tanz die Musik spielte, immer entzückte Gretchen jeden Kenner durch ihre vollendete Tanzkunst. Aber trotzdem schloß für sie manches Ballvergm'igen mit einem Mißklang, denn zih ihrem großen Leidwesen blieb sie nur allzuoft auf Bällen sitzen. Für die Rolle des bescheidenen„Mauer- blümchens", das im Verborgenen blüht, hielt sie sich ober doch für zu gut, und es konnte ihr nicht genügen, daß nur ihre näheren Bekannten sie zu den üblichen Pflichttänzen aufsordertcn. Und sie tanzte doch so leidenschasttich gern. Sonnabend, 8.11. Slaais-Oper Unter d. Linden A.-V. 69 20 Uhr nadaine Bnßerfiy Enden. ZZVz Uhr Staats-Oper In Plitz dir binblik. 88. Rs-S. 20 Uhr Rigoietto kstntl.(irlnzirknl Ende(J,22V»Uhr Sonnabend�.!! Stadt. Oper Bismarckstr. Turnus III 20 Uhr Simone Boccanegra Ende 22% Uhr Staatl. Schaumh. (in Ginlimionintl. 60. A-V. 20 Uhr Gisdridlte CottfriV denskon Birlidiiioeo mitdueisenKiiHinil Ende 23'/« Uhr Wl.MN'MMMIA ia Uhr NORA. Ende geuen 23 Uhr Ttgl. S u.»V'j Uhr— B 5 Bart. 92SB Tigl. 1—« M— Koehm. htlto Prtlso Rastelli's S:,V'.rX2; Madini- usw. Matray-Ballett, Tlgl. 5 i. Sonnt.Z.S u.»" AI». E 4 806« t. Vorstallung 50 Pf. bl. 1 M II. und III. Vorst. 1 bis 2 M AFRA, UESSEMS, KOHLBRANDT usw. VolKsbiUmc Theater am BDiowplifz. 8 Uhr Uraufführung Die Matrosen von Gattaro Staad. Sdiillei-Di. 8 Uhr Nora Winker ★ CjorrGn* 8.13 öbr— UtadiCD eriaibt 24 Tiller« tte«. Carr's u. Betty Das TonphBnemen Linder usvt. Sonnabosd u. Sonnlts J« 2 Yorstollyngon 4 und 8»° Uhr. 4 Uhr Kleine Pr. Worauf war nun ihr Mißerfolg bei den Herren zurückzuführen? Sehr einfach! Ihr an und für sich recht hübsches Gesicht war grau und durch häßliche Pickel und andere Schönheitsfehler entstellt. Es mar wirklich eine aufrichtige Freundin, die unser Gretchen endlich auf den wahren Grund aufmerksam machte und chr auch den Namen des herrlichen Schönheitsniittels vsrriet, dem sie selbst trotz vorgeschrittener Jahre noch ihr juqendsrisches und amnutiges 2lus- sehen verdankte: der Marylan-Cremc. Gretchen folgte dem Rot, sie pflegte chr Gesicht mit der wundervollen Marylon-Ereme und hatte auch bald einen ganz überraschenden und beglückenden Erfolg erzielt. Wieder folgte sie einer Einladung zum Balle. Kaum hatte sie den Balksaai betreten, als sie auch schon das größte Aufsehen bei den Herren erregte. Auch diejenigen, die sie schon früher kannten, staunten über die Veränderung, die mit ihr vorgegangen war. Da waren keine entstellenden Pickel und horten Linien und Mitesser und keine graue Haut, sondern ihr Gesicht war glatt und sabimetweich und glich einem herrlichen Pfirsich. Theater Iii Die Herren rissen sich geradezu um si«. Bald hatte man auch einen Namen für sie geprägt; man nannte sie die„Vollkönigin". Dieser Name blieb ihr von da an für immer. Wallen Sie die gleichen Erfolge erringen, so benutzen auch Sie die köstliche Schönheit spendende Marylan-Creme. lieber 20 000 glänzende Anerkennungen(die Zahl ist notariell beglaubigt) bc- künden am treffendsten ihren Wert. Si« erhalten sofort kostenlos und portofrei eine Probe, sowie ein Büchlein über kluge Schönheitspflege, wenn Sic den unten- stellenden Gratisbezugsschein einsenden. Legen Sie ihn in einen offenen Briefumschlag und schreiben o»f dessen Rückseite Ihren Nomen und genaue Adresse, dann kostet er durch ganz Deutschlaikd mir 5 Pf. Porto. —......*v..................-.......................——"•••—.......—.......................-.....................— Grcitisbezugsscheiii: An den Mariilan-Vertrieb, Berlin 132, Friedrich- straße 24. Erbitte kostenlos und portofrei die Probe Marylan- Creme und das Schönheitsbüchlein mit Abbildungen. 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Elul. Robert Stolz. Gcsangsterte Robert Gilbert. Camilla Splra. Max Hansen. Trade Heike, Otto Wallburs, Siegfr.Arno, Walter 3ankuhrt. Paul H6rbiser. Kate Lenz. Willi Schaeffers. Winkelstern, Desni, Qustl Qstettenbauer. und das grosse Ensemble. Grssmtansat. Prof- Stern. Mus. Lt>f. Ernst HBUlC€. fteßig:&JA W.aM£C Komiscne oper 8-8 Uhr Das Mädel am Steuer Operette v. Gilbert Barnovsk}- Bohnen TUtuitr In dei SlresutuRstr. Täglich 8-/« Uhr Sturm im Wasserglas iimuSdi«»an Fmli. Komödienhaus 8 Vi Täglich 8V« X (ua Bernauer und Otsttmidur Konto Täglich SV« sowuSouitigdiLBV'niir Scnsstioneller Operetlenerfolg 1 Viktoria undihrHusar Cllle-sanoer Kottbusser Str. 6 F. 8. Oberb. 6070 Tägl. SV« U., auch Sonntag 3-/2 Uhr Die btoe dn Simon: „Wir lad)» uns kaputt" mit Lotte Werkmeister Musik von MI! RastD. Willi Rollo und Siojnrt EbHidi. Tizesk. 11-2. tondk. od f Dönh. 625, 626- Vj9 Uhr Sektion Rahnstelten Eis Cegeuvartupiil nu Curt Coruith. Zentral-Theat. 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Nach seiner Ansprache nötigte Hitler den Dr. Kohr und die gleichfalls anwesenden Lossow und S c i ß e r in ein Neben- zimmer, der vergötterte L u d e» d o r s s, eilends herbeigeholt, er- schien,«in schäumender Mahkrug— für den Führer!— wurde wie «in Gral hineingetragen, und abermals stand Hitler vor dem Zaal, um die Bildung der provisorischen Regierung mitzuteilen: an der Spitze Bayerns Kahr und Pöhner, Leitung der Reichs- Politik: ICH, diktatorischer Elzes der deutschen Nationalarmee: Ludendorff, deutscher Wehrminister Lossow, Reichspolizei- minister: Seitzer. Weihevoll redete Ludcndorfs einiges von einem„Wendepunkt in unserer Geschichte",' aber der Führer der imtiomilsoziotistischcn S.-A., Hauptiiiann G ö h r t n g, rief mit der ganzen Verachtung des geborenen Herrenmenschen in den noch nicht ganz überzeugten Saal: „Da unten hoben Sie ja Zhr Vier, seien Sie nur ruhig!" Die ersten Botschaften freilich, die im Bürgerbräukeller als dem Hauptquartier der„nationalen Revolution" einliefen, schmeckten sehr nach Hiobspost: weder die Kaserne der Pioniere noch des 19. Insantcriercgimcirts öffnete den Putschisten, ob sie gleich das Wehrkreiskommando besetzten, ihre Tor«, und als es Kahr, Lossow und S e i ß c r gelungen war, mit Bersprellping und Hand- schlag dem Bannkreis Hitlers zu entrinnen, ließen sie um 2.1? Uhr einen Funkspi-uch los, daß sie das Unternehmen mißbilligten und bekämpften. So gedieh der Aufbau d«s dritten Reichs nicht weiter als bis zur vandalischen Z c r st ö rü n g der„M ü n ch n e r P o st"-Redaktion, zur Erleichierung einiger Privatkassen um soundsoviel Billionen Papiermurk und zur W e g s ch l e p p u n g sozialdemokratischer Stadträte als Geiseln unter An- spucken, Beschimpsungen und Drohungen mit„Umlegen". Al, am Mittag des 9. November Hitler, Ludcndorfs und Genossen im Bewußtsein riesiger Pleite einen bewaffneten, aber völlig plan- und sinnlosen Umzug durch München versuchten, stießen sie in der Ärdwigstraße auf eine Abteilung Landespolizei, die Halt gebot. Schüsse antworteten, von beiden Seiten krachte es, hier wie dort lagen Tote und Verwundete auf dem Pflaster, zerstoben war der Spuk der„nationalen Revolution". Als Hitler am Abend vorher, wild mit der Pistole herum- fuchtelnd, auf Kahr samt Begleiter einredet«, sich ihm doch um alles in der Welt anzuschließen, hielt er sich das Schießeisen theatralisch an die Schläfe:„Wenn die Sache schief geht, habe ich vier Schüsse in meiner Pistole, drei für meine Mitarbeiter, cv- sie mich verlassen. die lchke Kugel für mich." Cr fügte hinzu:„Wenn ich nicht morgen Nachmittag Sieger bin bin ich«in toter Mann", und wiederum mit Emphase im Saal zu der Versamnilung:„Der Morgen findet entweder e>ne deutsche nationale Regierung oder un? tot!" Die Sache ging schief, Hitler war nicht der Sieger, der Morgen erblickte keine sogenannte nationale Regierung, aber wer auch nick tot war, sondern sich noch heute des besten Wohlseins erfreut physisch und leider auch politisch,' ist Adolf mit dem Hnkenkreli Denn überall tötet Läckerlickckeit. nur nicht bei denen, die selbe lächerlich sind, den deutschen Spießbürgern! Heruisaa Wendel Die Meisten gehen achtlos an dem stillen Leben der Bäume vorüber. Und doch gibt es unter ihnen ebensoviele eigenartige Wesen wie unter den Menschen und Tieren. Eine chinesische Sage erzählt von einem Gelehrten, der auszog, um die Seele der Bäume zu studieren. Er durchwanderte viele Jahre das Land und lernte so viel aus dem Wuchs der schönen Laubträger und aus der Sprache ihrer Rinde, daß sei» Ruf weit über die Grenzen feines Landes ging. Als er in seine Heimatstadt zurückkehrte, kamen ihm die jungen heiratsfähigen Mädchen entgegen, damit er sich unter ihnen seine Frau aussuche... Dieses Märchen ist typisch für die Ein- etwas schauerlich Menschliches, das durch das Knarren der Aest« und das Klappern der trockenen Zweige ins Unheimliche gesteigert wird. Geht man näher, so bleibt eine verdorrte Krüppelbirke. Wer selbst jetzt bleibt jener seltsame Eindruck der Menschenähnlichkeit. Vertiejl man sich in diesen Anblick, so wird einem manch ländlicher Aber- glaube und manche Spukgeschichte verständlich. Nachtmahr, Moor frauen und Irrwische, Werwolf, Kobolde und Tiere mit Feueraugen oerdanken sehr wahrscheinlich ihre Entstehung oft bizarren Baun,- fowrien und Sträuchern. Und dann die Weiden! Es gibt Feldwege, in denen stehen si wie eine Reihe uralter Männer; die Stämme verkrümmt, durch löchert und hohl, so daß man sich wundern muß, wie sie überhaupt noch leben können. Aber jeder Frühling läßt die alten Krüppel aufs neue Kätzchen treiben, und in kaum einem anderen Baum finde, man so oft Kinderstuben aller Art, wie in den hohlen Kopfwecdcii. Singvögel haben ihre Rester da. wo die Zweige aus dem Holz wachsen. Auch kommt es vor, daß eine Stockente ihr Gelege aus dem Kops der Weide ausbringt, obwohl sie im allgemeinen zu ebener Erde brütet. Im Stamm wohnt der Kauz mit seinen grauwolligcn Jungen, und in manchem solcher alten zähen Bäume hat eine wildernde Katze ihre Jungen untergebracht, oder gar ein Iltis zieht kein« Kleinen dort groß. Wenn dann der Abend kommt, fängt das morsche Holz an zu leben. Die merkwürdigsten Gesichter reißen ihre Mäuler auf und in dunstig-feuchten Mondnächten geht von dem faulenden Holz«in eigenartiges Leuchten aus. Die Bodenkultur läßt die alten Bäume von den Feldern ver- schwinden. Bruchs mit verwachsenen Hecken, unheimlichen, aber doch reizvollen, längst nicht mehr ertragreichen Torfstichen werden trocken- gelegt und riesige, jahrtausendealte Hünengraber gesprengt, um Bausteine und Platz zu gewinnen. Unsere Zeit ist real und unromaniisch. Und doch! Wieviel Reiz haben diese Dokumente vergangener Zeiten, wie öd ist eine Gegend ohne den Schmuck stiller Winkel und knorriger Bäume! Hat man schon vergessen, was. sich vor sieben Jahren begab? Am 'Abend des 8. November 1923 war der Münchener Bürger- bräukeller gestopft voll; blauweiße Patrioten, vaterländische Verbände, Sechundsbärte über stämmigen Moßkrügen. Freibier floß zur Entschädigung für den ledernen Bortrag, den der bayerische Generalstaatskonunissar Dr. Kahr über die Vernichtung des Marxismus dalzerrcdete, natürlich, was er, subalterner Kopf, so unter Marxismus verstand. Gerade hatte er pathetisch den geistvollen Satz hingelegt:„Unserm Volke kann nur ein Retter erstehen, wenn die nationale Hllfe aus dem Volke kommt", als ein Wirbel beim Saal- eingang aller Blicke dorthinzog. Schwerbeioaffncte drängten sich durch, inon sah Pistolen, Karabiner, Handgranaten, ein Maschinen- gewehr, und da stand auch schon am Podium Adolf Hitler auf einem Stuhl, knallte, sich Gehör zu verschaffen, wie ein Löwen- bündiger in der Menagerie seine Pistole gegen die Decke las und verkündete mit erregter Stimme, daß die nalionale Revolution ausgebrochen sei, und wcmr nicht sofort Ruhe herrsche, werde er«in Maschinen- gewehr auf die Galeric stellen lassen, und die bayerische Regierung sei abgesetzt, und die Reichsregicvimg sei abgesetzt und... Wie war es zu diesem Hairdstreich gekommen? Di« national- sozialistische Bewegung,»die sich damals fast nur aus Bayern be- (chränkte, war stets von Kopf bis Fuß aufs Putschen eingestellt,' ober da ihr die Miinchener Behörden immerhin auf die Finger paßten, .band sie ihrer blutdürstigen Fratze die Biedermannsinaske der Gesetz- lichkeit vor. Als im November 1922 der Jmiemmnister Dr. S ch w c y e r in einer Unterredung mit H i t l e r vor den Folgen zügelloser Demagogie warnte, schlug sich der Führer des National- sozialismus mit der Rechte» an die Brust und rief beschwörend: „Herr Mimster, ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, ich werde nie in meinem Leben einen Putsch machen." Aber ein Jahr später lzatte der vollkommene Zusämmeirbruch der deutschen Währung, Folge der Art, wie der Unheilskanzter C u n o die Ruhrabwehr führte, die Nerven der Massen so zerrüttet und einen solchen Fieberzustand der Oessentlichkeit erzeugt, daß den Putschlüsterncn die Zeit für den blödesten Putsch gekommen schien. Namentlich in d e r„O r d- n u n g s z« l l e" Bayern, die sich durch Ernennung eines General- staatskommissar geheißenen Diktators, durch Außerkrastsetzung des Republikschutzgesetzes und durch Vereidigung der bayerischen Division aus die Landesbehörden vom Reich schon halb getrennt hatte, ging es boch her. An jeder Straßenecke Miinckzens versicherten reattionäre Krasthuber, daß jcht mit dem..Saustall Berlin" aufgeräumt werde und daß d-e bayerische Faust in Berlin Ordnung schassen müsse. Aber nicht nur Putschverbände groß, und klein wie Bund Bayern und Reich, Organisation Ehrhardt, Rerchsflagge, Hermgnn- bund und dergleichen mehr spielten mit der Absicht, mit ihren Maschmengewehren in die Weltgeschichte hineinzuplatzen, sondern man traute auch den basiioarischen Triumvirn, Generalstaats- kommik'ar Kahr. Wehrkreiskommandeur General Lossow und Landervoli-e'ckef Oberst S e i ß e r umstürzlerische Pläne zu. Drückte nicht Kahr cnnen'winf.-md miraefotfchen Putschisten die Hand? Wartete nicht L o s s o kb lediglich auf Fl Proz. Sicherdeit des Ge- lingens, um sich für den Staatsstreich zu entscheiden? Fühlte nicht Seißer schon bei Gesinnungsgenossen in Berlin vor? Also galt es, oor Kahr-Lossow-Seißer, deren Putsch zu einseitig bayerisch sein würde, abzuspringen. Im Grunde war es ein Weit- laus zw-ischen Schwarzweißrvt und Blauweiß, Nicht nur die Eichen reden zu uns. An einem schmalen Psad, der von einem kleinen Walddorf durch ein Moor führt, steht eine Birke. Die Leute vom Dorf kennen sie, aber der Fremde, der diesen Weg des Nachts bei Mondschein und Nebel geht, erschrickt. Bon einem Busch halb verdeckt ragt sie plötzlich aus— ein Gespeirst. Verzweifelt greifen die Arme in die Luft, der Rumpf windet sich in Schmerzen und da, Zwaghaar stottert im Wind. Der Anblick hat stellung des Ostasiaten der Natur gegenüber. Auch bei uns liegt die Zeit noch nicht so lang« zurück, in der Künstler, Mensch und Natur eine Einheit bildeten. Großstadt und Industrialisierung haben allmählich die Naturverbundenheit des europäischen Menschen zurück- gedrängt. Selbst der Künstler blieb von dem Umwandlungsprozeß nicht unberührt. Und doch— auch heute noch vermag die Phantastik der Natur den tiefer Empfindenden in seinen Bann zu schlagen. Ich denke da an einen Baum, den ich im Zwitterlicht ersten Morgengrauens sah. Die Eiche stand einsam aus einer kleinen Anhöhe und ragte knorrig gegen den noch dunklen Horizont. Erst spater erfuhr ich, daß es eine Wendeneiche sei, der man ein Alter von libcr tausend Jahren gab. Im Dämmer jenes Morgens erschien si« mir wie ein Urbild des Lebens, das— bei ständig wechselnder Kulisse und einem ewigen Werden und Vergehen alles Seins— doch selbst etwas unvergänglich Dauerndes ist. � VW wu.moLF Copyright 1930 by„Der Büdicrkrei» G. u. b. II.", BotJio SW 61. (29. Vortsetzung.) Wenn die Schakal« auch am Ufer an den Knochen des Elefanten nagen, so bol>«n doch noch andere im Flusse. Und es find nicht alle Kühe. Nun, nun.� „Rolahami, wißt ihr wirklich efxzas Bestimmtes? Habt ihr gehört, daß er tot ist?"' ,Lch habe nickst- gehört. Von went lönnte ich etwas hören? Wenn du Genaueres wissen willst, mußt du zum Gefängnis gehen. Dazu brauchst du viele Tage— erst noch Kamburupitiya und dann drei Tage auf der großen Straß«, die nach Westen führt,»ach Tangalla, wo das Gefängnis ist. Du mußt im Gefängnis nachfragen. Da kannst du etwas erfahren." Punchi Menika sagte nichts mehr. Sic ging ganz langsam in ihre Hütte: sie war sich sofort klar darüber geworden, daß sie gehen mußte. An und für sich erschreckt« sie der Gedanke, allein in die unbekannte Welt zu wandern: aber sie fühlte, daß es nicht anders ging, daß sie es nicht länger ertragen würde, im Dorfe m Ungewißheit warten zu müssen. Sie buk einige Fladen von Kurakkan, band sie zusammen mit etwas Korn, das ihr Dörfler auf den Weg mitgegeben hatten, in ein Kopftuch und machte sich am nächsten Morgen auf den Weg nach Kamburupitiya. Der erste Teil der Reise, der Weg nach Kamburupitiya, war ihr wohlbekannt. Sie fürchtet« sich auch nicht, wie andere Frauen, allein im Djungel zu sein. Schwer wurde es erst, als sie nach Westen in di« große Landstraße nach. Tangalla einbog. Auf dem geraden, weißen Damm fühlte sie sich schrecklich einsam und verlassen. Große, mit Reis und Salz beladen« Ochscnwagen holperten fortwährend an ihr vorbei: von den Wagenführern wußte sie, daß sie eine schlimme Gesellschaft waren: man erzählte auf den Dörfern die tollsten Gc- schichten über sie. Die Unruhe der Landstrahe ängstigte ste viel mehr al» das Schweigen und die Einsamkeit des Djungels. Den kannte sie; sie gehörten zusammen. Der Strom von Wanderern aber, die unbekannten Gesichter und die Augen, die sie für einen Augenblick überrascht und fragend musterten und dann für immer vorüber waren, ließen sie so recht merken, wie gänzlich allein sie in der Welt stand. Nirgends hatte sie dieses Gefühl mehr, als wenn sie sich wie ein gehetzter Schakal durch die Ortschaften drückte. Es war überall dasselbe: Scharen von Männern standen vor den Buden und starrten sie an: Gruppen von Frauen schwätzten und lochten am Brunnen im Reisfeld: nickst ein bekanntes Gesicht war unter ihnen. Sie hatte nicht* einmal den Mut, um di« Erlaubnis zu bitten, in einer Bude oder Hütt« schlafen zu oürfen. Wenn die Nacht sich Herabsenitc, kroch sie lieber in ein Gebüsch am Wegrand«. Gänzlich erschöpft und ausgehungert kam sie nach Tangalla. In der Wirrnis der engen Straßen wurde ihre Beklommenheit noch orößer. Sie wanderte planlos umher, bis sie plötzlich auf dem Marktplatze stand. Es war gerade an einem Markttage, und mehrere hundert Menschen drängten sich in dem engen Raum um die Waren, die sie kaufen oder verkaufen. wollten: Früchte und Gemüse, Korn und Salz, gewebte Stoffe, Tücher und irdene Töpfe."Alles redst« und schrie zu gleicher Zeit. Entsetzt von dein Lärm flüchtete sie. Sie eilte eine Gasse hinab und fand sich am Fuße eines Hügels, der sich mitten in der Stadt erhob. Die Häuser hörten hier auf, aber oben lag ein gewaltiges Gebäude. Hier waren keine Mensch« Vnur ein alter Mann faß an dem kohlen Hang und hütet« fünf magere Kühe, die versuchten, auf dem-steinigen Boden«in paar dürre Grashalme �u finden. Glücklich in der Ruhe und der Einsamkeit nach dem Straßenlärm und dem Gewühl des Marktes, setzte sie sich. Man hörte keinen Laut außer dem Husten der Kühe und dem Gesumm, das hin und wieder von dem Markte herübergeweht wurde. Sie blickte zu dem großen Gebäude enipor, das in blendender Weiß« im Sonnenlicht lag: gerne hätte sie gewußt ab es das Gefängnis war. Dann sah sie zu dem alten Mann hinüber, der zwischen den halb- verhungerten Kühen saß. Er erinnerte sie ein wenig an Silindu, so ruhig saß er da und sah zu den Kokospalmen hinüber, die am Fuße des Hügels standen. Er war mager, wie die Tiere, die er betreut«: wie sich an ihren"Flanken, die in der Sonnenglut flogen, die Rippen unter dem räudigen Fell abzeichneten, so konnte man auch bei ihm sehen, wie sich beim Atmen jeder einzelne Brustknochen unter der welken, saltigen Haut hob und senkte. Das sreche, laute Stadtvolk hatte ihr Angst gemacht: dieser vertrocknete, alte Mann kam ihr ver- traut vor, wie ein alter Bekannter. Er sah aus, als käme er aus dem Djungel. Sie ging hinüber und blieb vor ihm stehen. Er sah sie einen 2Iuge«blick an— und heftete wortlos wieder seinen Blick auf die Kokospalmen. „Vater," sagte sie,„ist das das Gefängnis?" Der Alts hob das Gesicht langsam zu dem großen Gebäude auf, als erblicke er es zum erstenmal, und sah dann Punchi Menika an. „Ja," antwortete er mit trockener tonloser Stimme.„Warum?" „Mein Mann muß dort sein," sagte Punchi Menika und starrte die weihen Mauern an.„Er wurde vor vielen Monaten hingeschickt. Für sechs Monate. Es war eine falsche Anzeige. Dje sechs Monate sind vorbei, aber er ist nicht ins Dorf zurückgekehrt. Ich bin her- gekommen, um nach ihm zu"fragen— einen weiten Weg. Ich bin müde, Bater, so müde von alledem Aber er muß hier sein." Die Augen des alten Mannes wichen nicht von den Kokospalmen, cr rührte sich nicht. „Aus welchem Dorfe bist du, Weib?" fragte er. „Ich komme von Deddegama." „Beddegema kenne ich. Ich habe es schon vor langen Jahren gekannt. Ich komm? selbst aus der Gegend, aus Mahawelagama, noch hinter Beddegema. Du tätest besser, in dein Dorf zurück- zukehren, Weib." ..Aber mein Mann, Vater, was ist mit meinem Mann?" Der alte Mann wandte langsam den Kopf und blickte zu dem Gefängnis empor. Die Sonne schien in ein Gesicht, das von Alter und Elend zerquält und zerstört war. Seine Augen wanderten von dem Gefängnis zu einer von den Kühen. Sie stand mit weit vor- gestrecktem Kopfe und verdrehten Augen da und hustete in einem schweren Anfall. Cr wartet«, bis das Tier sich beruhigt hatte und wieder auf dem Boden nach etwas Frehbarem zu suchen begann. Dann sagte er, als ob cr mit sich selber redete: „Sie kommen nie wieder heraus.— Niemals, wenn sie aus dem Djungel sind. Wie können sie drinnen am Leben bleiben, wenn sie immer zwischen Mauern eingesperrt sind? Bei den Stadtleuten ist es etwas anderes,— ihnen macht das nichts aus, aber wir:— Jck> sollte das wissen, ich komme aus Mahawelagama, von drüben, aus dem Djungel. Ich möchte jetzt gerne dorthin zurückgehen, aber ich bin zu alt.- Wenn man alt ist, hat es keinen Zweck: aber du— kehre in dein Dorf zurück, Weib. Es ist eine Torheit, sein Dorf zu ver- lassen. Ich weiß, e- gibt dort Hunger und Not, ich erinnere mich sehr wohl: aber da steht die Hütts filr sich und der Hof liegt für sich und dahinter liegt der Djungel. Hier gibt es nur Lärm und Widrig. leiten und einen Haufen Häuser." „Ich muh aber erst im Gefängnis nach meinem Mann fragen. Warum halten sie ihn noch fest?" „Sie kommen nie wieder heraus. Ich sollt« dos am besten wissen. Meinen Sohn hatten sie«ingesperrt. Er ist nicht wieder Herausgekommens Er war hier in dieser Stadt vor dem Richter, und ich kam her und gab alles, was ich befaß für ihn aus. Dann dachte ich, ich will hier warten, bis er freigelassen wird: ich habe ihn nie wiedergesehen. Mit deinem Mann wird es nicht anders sein. Kehre in dein Dorf zurück, Weib." Punchi Menika weinte bei den Worten des Alten leise vor Er- schöpfung und Kummer. „Das Weinen hilft nichts," jagte er.„ich bin ein aller Mann. und ich sollte das am besten wissen. Sie kommen nie wieder heraus. Es ist besser, du kehrst in dein Dorf zurück." Punchi Menika erhob sich und stieg langsam den Hügel hinan: oben ging sie rund um das Gefängnis. Es hatte nur einen Eingang, ein gewaltiges Tor, dessen hölzern.- Flügel dicht mit eisernen Nägeln beschlagen waren. Sie klopfte schüchtern, so schüchtern, daß man drinnen keinen Laut vernehmen konnte Dann setzte sie sich an der» Mauer nieder und wartete D-e Stunden verrannen und nichts geschah: das Tor blieb verschlossen. Kein Laut kam aus dem Gebäude: sie hört« nichts außer dem Husten der Kühe, das von Zeit zu Zeit aus der Tiefs zu ihr empordrang. Geduldig wartete sie auf das, was komemn sollte, und rückte nur von Zeit, zu Zeit in den Schatten der Mauer, wenn die Sonne sie wieder mit ihren glühenden Strahlen erreichte. j. Endlich öffnet« sich die Tür und heraus kam ein Wann in einer Khakiuniform und einem Helm, einen Gummiknüppel in der Hand. Er sah Punchi Menika an und sagte in barschem Tone: „Was willst du hier?" Ich bin wegen meines Mannes gekommen, Aiya. Er ist vor langer Zell für sechs Monate hie-hergeschickt worden. Di« Zeit ist um, aber er ist nicht in das Dorf zurückgekehrt. Die Leute sagen, er sei tot. Ist das wahr, Aiya?" „Wie hieß er und woher kam er?" „Er war aus Beddegama." „lind sein Name?" „Aiya, wie kann ich seinen Namen aussprechen." (Schluß folgt.) e Buch Jm S>ichuugel der tfafanett William L c e b e e:„Im Dschungel der Fasanen" (F. A. Brockhaus, Leipzig). Ein amerikanische Naturforscher zieht mit einem Gefolge fchnerbepacktcr Tibetanerinnen und ihrer kein bißchen schwerer bepackten Gatten bergauf, bergab in die Tiefen und Höhen der Himalayawälder, die Geheimnisse ihrer Tierwelt zu beobachten. Die Flinte tritt gottlob seltener in Tätigkeit als Kamera und Forscherauge. Stunden, Tage, Nächte verbringt Beebee auf der Lauer: das Leben der gefiederten Himalayobewohner zu studieren, insbefondere feiner geliebten Fasanen. Schwarzrücken- fasane, Blutfasane, Keilschwanzfasanc, Satyrhuhn: Becbee stellt fest, daß die Fasanenhenncn auf Bürnnen nisten, indessen sich die prächtig gefiederten Männchen abseits im Dickicht vorm Adler verborgen halten. Und während er im Kometenlichte die Nester bcfckyleicht, beobachtet der Forscher die nllnächtlichen Tragödien der Tiere der kühlen Himalayadfchungeln. Ein Vauinmarder erlegt ein hilfloses Flughornjunges, eine unbekannte Riesenschnecke zermalt wie ein Tank die im Schleimpfad gefangenen Tiere, der Eispanther hat einen Waschbär erlegt, Affen sind auf Bogelnester aus. Weller geht'?, zwischen 12 Meter hohen Alpenrofenbäumen, Tannen- und Fichtentürmen, tilometerlangen Erdbcerfeldern über Höhen im Schnee- und Hagelsturm. Später dann wird unteck neuen Gefahren Bermas Wildnis durchforscht. Silberfasane, Psauenfasane und die von keinem Weihen vor Beebee lebend geschauten Scaterschen Glanzfasane vermehrm di« Aufzeichnungen des Forschers und die Sammlung seiner Bälge. Es folgen Hausbootfahrten am molayifchen Dschungel, den scheuen Pfauen nachzuspüren, und zu guter Letzt ward das Fasanenleben bei den Dojaks in Borneo ausgekundschaftet, bei welcher Gelegen- heit der Tierpart des unternehmenden und gemütlich plaudernden Forschers oermehrt wird durch Pelzflattercr, Schuppentiere, Bart- fofanc, Riesenkuckucke und regenbogenfarbcae Prachtdrosseln. Borneo ist das Land der fliegenden Tiere, außer Vögeln, Flsder- mausen, Eidechsen. Fröschen sah Beebee sogar Schlangen sich gelegentlich der dünnen Lust anvertrauen— Märchen der Wirklichkeit. Biele photographisch festgehalten. H. Hemmer� Line diuUurgeldiichle des SProlelarials In seinem Vorwort zu dem im Neuen Deutschen Verlag erschienenen Werk von Otto Rühle„Illustrierte Kultur, und Sittengeschichte des Proletariats" sagt Lunatscharfki, dieses Buch bringe über die kullurellen und moralischen Erscheinungen des Proletarierdaseins„sehr viel völlig Neues". Das ist zuviel behauptet. Es wäre schlimm, wenn die Lebensweise, das Elend, die Klassenlax« des Proletariats, wenn dos Milieu, in dem es steckt, noch nicht Gegenstand von Publikationen gewesen wäre.„Völlig neu" ist also gewiß nicht, was Rühle bringt: aber er darf für sich in Anspruch nehmen, ein umfangreiches Material nützlich gruppiert zu haben. Zunächst gibt Rühle, sich streng an die Gedankenführung der materialistischen Geschichtsausfassung hallend (und sie zuweilen wohl allzu mechanistisch interpretierend) einen Ueberblick über die Grundlagen der ökonomischen Gestaltung der letzten Jahrhunderte. Aus dem inittelatterlichen Feudalismus er- wächst, im Nacheinander, das bürgerlich« ZeiMrr, und dieses gebiert, im Nebeneinander, den Proletarier. Wie das Proletariat lebt, wie es ausgebeutet wird, wie es wohnt, wie es sich kleidet, wie es Krankheiten ausgesetzt Ist und in die Arme der Prostitution getrieben wird, wie es von Militarismus und Klassenjustiz geknechtet wird, welche Widerstände die proletarisch« Solidarität zu überwinden hat: das sind dann einige der tzauptthemen der Rühlesche» Unter- suchungen. Die Resultat< zu denen er gelangt, kann man nicht immer unterschreiben. Ost neigt er dazu, als typisch hinzustellen, was krasser Spitzenfall ist und in der Alkoholsrage beispielsweise stellt er an die Sozialdemokratie unbillige Sektensorderungen. Im ganzen ist sein Werk, dem ein zweiter Band folgen soll, aber«in« billigenswerte Durchleuchtung des Lebens und des� Leidens der Arbeiterschast. Besonders erfreulich ist die von Dr. Fritz Schiff besorgte Auswahl eines halben Tausends sehr wirtsamer und besten künstlerischen Geschmack oerratender Illustrationen. Hans Bauer. tt Rätsel-Ecke des„Abend «uuttiiuiuiuiiiiniiiiiiinuuiUUiuiiiiiiuiniiiniuiDiii:iinniiiiiiiiuiuniiiiiQuniuiiuiuuiumiuiiiiuiuiiuiiiuniiiuiiniiiiiiiir.iiiiiniitiiiniiiiiiiiiiiiiMiuiniiiiniuuii)unium2nm9 Kreuzworiratsel Waagerecht: 1. Tonart: 3. umstrittener moderner Schriftsteller: 7. englisch nein: 8. Euro- väer: 9. ein verstorbener deutscher Dichter. 13 Fop» perei: 14 inohammeda- nischer Name Jesu: 16. verstorbener italie- nischer Dichter: 18. abgc- kürzter Mädchenname: 19. Verhältniswort: 20. griechische Unterwelt: 24 ungebraucht: 24. hin- weisend Wort: ük. Grön- ländisch Apostel: 28 Er- srischungsspeise: 89 Prä- Position: 36. Blume: 3l. s. 22 senkrecht.— Senkrecht: 1. Hochtal d. Inn: 2 rö- Mischer Sonnengott: 4 Papst: 5 Mineral: 6. französischer Artikel: lü. Zahlwort-, 11. �konjugiertes Hilfszeitwort: 12. Schmuck des Pferdes: 15. durch Seniationsafsäre bekanntgewordener Bildhauer: 17. Verhältniswort: 18 franz. Artikel; 21 wellbekannte deutsche Firma; 22. in Verbindung mit Nr. 31 waogerecht: Fluß in Lettland; 23. Gefühlsregung: 23. Artike': 27. Sohn Jakobs: 28. Persönliches Fürwort." Gilbemäisel Aus den Silben a bern da hau kar leaux lo na nap ol pal pol rol rou sar ti sind K Wörter zu bilden, deren Anfangs- und End- buehstaben von oben nach unten aelesen die Namen eines antiken Zwillingspaares ergeben. Die Worter' haben folgende Bedeutung: 1. klein« Stadt bei Essen:'2 griechischer Gost: 3. aller assyrischer König: 4. Alpenland: S. Städtchen im Erzgebirge: 6. Fensterfchug. '( mh. Derwandlungsaukgabe In den Wörtern Harte, Ulm, Pickel, Tea, Ilse, Land, Lasso. Fanni, Enke, Matte, Adain. Aller, Lot. Wandel. Ulster, Rinde, Ehle, Damen, Tante. Inge, Segen. Ratte. Onkel, Mono, Kante sind die Anfangsbuchstaben durch neue zu ersetzen Die neu- gefundenen Buchstaben aneinandergereiht ergeben ein Zitat von Goethe.— kr,— Spiralenrätsel. Waagerecht: 1. Tier- produtt,2 Farbe, 4 Stück- zahl.S.Ostseeinsel,7 mittel- alterlicher kirchlicher Brauch. 8. Muscheltier 11. Tanzanordnung. 13 Autosührer. Senkrecht: 1. Persönliches Fürwort. 3. Titel, 4 italienische Stadt, 6 pflanzlicher Keimträger, 7 Erdteil, 9. winterliche Sportstätte. 16 drahtlos gesandte An- ficht, 12. Berggeist." Vorsehräisel Vor die Wörter Aal, As«, Ahn, Ran. Tom, Eber. Ohle, Sau, Eta, Ranke, Nute, Eger, Ida, Anne, Sokrates, Ger ist ein Buchstabe vorzusetzen. Die ixugefundenen Buchstaben aneinandergereiht nennen eine Kampfpartei. kr. (Auflösung der Rätsel nächsten Mittwoch.) _/ Auflösung der Rätsel aus voriger Nummer Kreuzworträtsel. Waagerecht: 1. Kehl: 5. Maat: 9. Oma: 11. Buo: 12. Nag: 14. er: 15. Posen: 17 Stein: 18. du: 26. Erz: 21. et: 22. Ort-.; 24. die: 2-5. Rita: 26. Madl.- Senkrecht: 1. Korridor: 2. Ems: 3. ha: 4. l: 6. ab: 7. Aue: ö. To- roniel: 16. Masern: 12. Not«: 1-3. Geiz; 15. PS: 16. nn; 19. Uri: 21. Eid: 23. st: 24. da. Silbenrätsel: 1. Terpentin; 2. Alma: 3. Dieb: 4 Euterpe: 5. Lederer: 6. Rabob: 7. Kanne: 8. ökolampadws: 9. Nantes: 16. Narkose; 11- Eichelhäher; 12. Nadum; 13. Amerika: 14. Lieb- frauemnllch: 15 Lanze: 16. Eichhörnchen; 17. londern: 18. Okull: 19. Reichenbach: 26. Eisenspat.—„Tadeln können alle Toren, aber besser machen nicht." Magisches Quadrat: 1. Wabe: 2. Ader: 3. Beil; 4. Erle. Buchstabenrätsel: 1. Lär, 2. Inn, 3. Leo, 4. vom. 5. Uhu. 6. Nil, 7. Gut. 3. Mal. 9.«Hr. 16. Eab. 11. Hof. 12. Tod. 13. je«, 14. Rad, 15. Elf, 16. Ida.—„Bildung macht frei." Sonnabend 8.Novembcrl930 Nr. 526 47. Jahrgang Wassersport und Technik. Wenn die Sportboote das Winterquartier bezogen hoben, dann ist es Zeit, neu« Pläne für das nächste Jahr auszuarbeiten. So sehr man es bedauern kann, daß der Motor seine Herrschaft auf dem Wasser erweitert, so kam, man doch an seinen Neuerungen und Verbesserungen nicht vorübergehen. Vor allem hat sich der Seitenbordmotor für kleiner« Fahrzeuge außerordentlich schnell durchgesetzt, weil sein Preis verhältnismäßig niedrig ist. ein nvusr Lsiisnboriimotor Neuerdings ist ein Seitenbordmotor mit umsteuerbaren Schraubenflügeln auf den Markt gekommen. Diese Einrichtung ge- stattet es, was bisher unmöglich mar, das Boot in gcsährli6)en Ansidit des Motors mit umsteuerbaren Schraubenflügeln. Situationen sofort zu stoppen, oder aber mit laufendein Motor den Bootssteg anzusteuern und rückwärts wieder zu verlassen. Auch die Geschwindigkeit des Bootes ließ sich bei verschiedenen Fabrikaten nur unbedeutend durch Verstellen der Zündung am Magneten des Motors oder unbequemes Abbremsen am Schwungrad vermittels eines Lappens vermindern. Dies fällt alles bei dem soeben heraus- So wird der Motor an Bord befestigt. gekommenen Seitenbordmotor der Roth-Büchncr A.-G. in Berlin- Tempelhof fort. Das Bemerkenswerteste an ihm ist, daß die Flügel der Schraube durch einen in jeder Stellung gesicherten Schalthebel— auf dem Bilde der rechts neben dem Motor heraus- stehende Griff— sich so verstellen lassen, daß der Motor bei Leer- laus in Betrieb gesetzt und dann, je nach Wunsch, aus Vorwärts- cder Rückwärtsgang, aber auch wieder auf Leergang geschaltet werden kann. Der Einzylindcrmotor arbeitet im Zweitakt und leistet mit 105 ccm Hubvolumen bei 1800 Ii. V/i PS. Der Zylinder liegt waagerecht und mit den anderen Bedienungselementen dem Steuermann so zugekehrt, daß eventuell«intretend« Störungen, wie Verölen der Zündkerze, bequem vom Sitz aus behoben werden können. Di« Kühlung des Zylinders geschieht durch Wasser, welch:- durch«ine mitlaufende Kolbenpumpe angesaugt und gegen den Auspufftopf geleitet wird, so daß auch dieser gekühlt wird. Ein gutgebautes Paddelboot mit zwei Personen erreicht eine Ge- schwindigkeit von zirka 16 Kilometern stündlich, was ungefähr der Fortbewegung eines Gigachters entspricht Dieser Motor ist unseres Wissens der einzige, welcher Stoppen und Rückwärtsgang dadurch bewirkt, daß durch den Schaltgrisf mechanisch die beiden Schrauben- flügel gedreht werden, so daß sie bei immer gleicher Drehungs- richtung der Motorwelle sich einmal nach vorn, das andere Mal nach hinten in das Wasser einschrauben oder auch im Uebergang die Flügel so stellen kann, daß überhaupt keine Schraubwirkung eintritt, also gestoppt wird. Aufmontiert wird der Motor seitlich auf dem Backborddeck unmittelb-ir vor denr Steuermann. Mit wenigen Handgriffen— nur durch Lösen von drei Schraubenmuttern kann der Motor entfernt und im Boot verstaut werden. Bss leichteste Faltboot der Welt In Deutschland hat neuesten- auch das leichte st« Folt- boot der Welt die Aufmerksamkeit der Facheute auf sich gelenkt. Es ist das Modell 1930 des Steinei�Leux-Meistersalt- bootcs, dessen Gerüst(Abb. 1) ganz und gar aus Duralumin wie VoHMift und Helzungsfrage Daß in tropischen Gegenden oder bei Bölkern, die auf medrigcr Kulturstufe stehen, die Frage der Heizung keine erheblich« Rolle spielt, ist verständlich. Aber selbst in kalten und gemäßigten Zonen ist man im allgemeinen geneigt, dieser Angelegenheit keine allzu große Bedeutung beizulegen. In Wirklichkeit wird sie sogar er- heblich unterschätzt. Denn auf Grund der Vcnnägensschätzungen von 1913 dürfte bei uns in Deutschland etwa 1 Proz. des gesamten' Nationalvermögens, das sind 2 bis 4 Milliarden Mark, für Hei- zungszwecke ausgegeben werden. Man erkennt daraus, daß diese Frage auch in wirtschaftlicher Beziehung keineswegs vernachlässigt werden darf, ganz abgesehen von ihrer hygienischen Bedeutung. Um so wichtiger ist es. wenn man bei solchen Dingen nicht nur den augenblicklichen Zustand in Betracht zieht, sondern auch für die Zukunft vorsorgt und vorausschauende Politik treibt. Das legt für all« Techniker und Wirtschafter die Pflicht auf, mit den vorhandenen Schätzen sparsam umzugehen, und sich mehr und mehr um die Wärmewirtschaft zu kümmern. Die Möglichkeit, durch Abwärmeverwertung bei Maschinen und Anlagen eine rationellere Ausnutzung der Kohlen zu erzielen, muß dahin wirken, daß Neu- anlagen sie auch restlos ausnutzen. Es ergibt sich als Aufgabe für die Zukunft, daß man alle Kohle möglichst nur oer- koken sollte. Damit ihre flüssigen und flüchtigen Bestandteile gewonnen und der Landwirtschaft und den Gewerben zugeführt werden können, dürste in Zentralheizungen und Heizkraftwerken in Zukunft nur noch Koks verbrannt werden. Möglich ist eine solche rationelle Wärmewirtschaft nur durch Zusammenarbeiten der Industriebetriebe mit den öffentlichen Kraftwerken. Man muß eine gewisse Dezentralisation dieser Werke anstreben, um zu einer solchen Zu- sammenarbeit zu gelangen. Ein solches Zusammenarbeiten kmnpli- ziert allerdings den Betrieb, aber man mutz darauf hinweisen, daß man auf der Welikrastkonferenz solchen Kopplungen große Be- deutung zugesprochen hat. Schon vor Iahren forderte der Schweizer Ingenieur Hott in- g e r eine Kupplung des Schweizer Elektrizstätsnetzes, das im Winter einen ausgeprägten Tiefstwert seiner Leistung ausweist, mit den mitteldeutschen Braunkohlen-Ueberlandzentralen. Leider sind wir noch nicht einmal so weit, daß innerhalb des eigenen Landes schon eine solche Zusammenarbeit möglich ist, focht würde die Ausnutzung der Abwärme von vielen industriellen Oefcn und Werken schon weiter gediehen sein. Schmiede-, Schweiß-, Schmelz-, Glüh- und Trockenöfen, Gas- und Dieselmotoren sowie Dampfmaschinen haben alle verwertbare Abwärme, ganz gleich, welcher Konstruktionsart sie sind. Auch bei Arbeitsmaschinen dieser Art wie Dampfhämmern, Walzenzug- und Fördermaschinen tritt Abwärme in reichem Maße auf. In dieser Beziehung gibt es schon lehrreiche Beispiele. Als solches sei ein Hüttenwerk angeführt, daß mit Hilf« der Abwärme seiner Walzenzugmaschine nicht weniger als 60 Gebäude heizt. Diese Abwärme entspricht dem Werte von 10 Millionen Wärmeeinheiten- stunden. Die Ausnutzung solcher gewaltigen Wärmemengen würde eine sehr große Kohlenersparnis herbeiführen und damit nicht nur in der Volks-, sondern auch in der Weltwirtschaft von erheblicher Bedeutung sein. Die aufsehenerregenden Mitteilungen und Vortrüge auf der letzten Berliner Weltkraftkonferenz über die deutsch« und die europäische Sammelschiene liegen alle ganz in derselben Rich- tung. Maßnahmen dieser Art stellen echte und richtige Rationali- sierungen dar, die Arbeit, Kapital und Naturschätze sparen. Wie mangelhast staats- und weltwirtschaftlich wir in solcher Hinsicht noch immer denken, geht schon aus unseren Bauweisen hervor. In einer Zeit, da wir arm sind, bauen wir noch immer viele Einzelsiedlungshäuser, jedes mit einer überaus mangelhaften Wärmewirtschaft. Denn jedes Haus strahlt die Wärme reichlich nach ollen Seiten aus, auch wenn wir jedes mit Zentralheizung ver- sehen. Aber nicht einmal das tun wir. Denn meist erhält jedes Zimmer seinen rauchenden und rußenden Einzelofen. Richtig wäre dagegen, große, gesunde Gebäudekomplexe zu errichten, die inr Mauerwerk die Wärme aufspeichern und die hineingesteckten Heiz- werte viel besser ausnutzen. Und erst, wenn olle in solchen Häusern notwendige Wärme von Fernkraftheizwerken geliefert wird, dann werden wir zu einer Wärmewirtschaft gelangen, die auch die hygie- nisch einzig einwandfreie sein wird, da sie Rauch, Ruß und damit viel Staub und Schmutz aus den Behausungen verbannt. Leider gibt es heute noch keine der Oeffentlichkeit bekannte Zahlen, die über die Betriebsergebnisse solcher Anlagen Auskunft erteilen. Es wäre sehr zu begrüßen, wenn die Verwaltungen von Fernhey- werken hierin eine größere Publizität üben würden. LinKc. Spanten und Steven jedoch Rundröhrcn verwendet worden. Dieses Boot weist noch eine Reihe sehr bemerkenswerter Einzelheiten auf. In die beiden Hautenden ist der patentierte Gummisteven?. (Abb. 2) eingeklebt, der niemals verfaulen, sich zersetzen oder undicht werden kann. Der Vollgummi wirkt zugleich als Stoßdämpfer, auf diesem erst sitzt dann der Gnmmistevenbesatz d so, daß also die Haut nicht durch das oxydierende Metall, das fast dauernd im Wasser ist, bald ruiniert wird. Die Verbindung von Oberdeck und Süllrand ist ebenfalls rvcisscrdicht. In das Oberdeck Ist ein Seil a Abb. 1; Das Alwniniumgerüst. m die Zeppeline besteht, da» völlig salzwasserbestöndig ist und somit auch unter den Witterungseinflüssen Nicht leidet. Es ist das leichteste Faltboot der Welt. Für die Längsleist«, sind eckige, für die Abb. 2: Der patentierte Gummisteven. genäht(Abb. 3); über den Stosfwulst, der dadurch am Oberdeck entsteht, wird dann der Metallsüllrand b gezogen, der dann den Stoffwulst niemals mehr von selbst herausrutschen läßt: die Spritz- decke ist auch verbessert, die Stosfkanten c werden mit Gummistoff oerstärkt und diese Kante wird mm von außen in den im Süll- rand befindlichen Falz ck(Abb. 3) gesteckt: die Spritzdecke läßt stch Abb. 5; Die Befestigung der Spritzwasserdedce. so leicht in, Falle des Kenterns lösen. Da Faltboothäute stch im Lause der Zeit ausdehnen, schloff am Gestell häng«» und dadurch Lauf und Form de» Bootes beeinträchtigen, kann da» Gestell, um die Haut wieder anzustraffen, verlängert werde», und zwar all- mählich bis auf 15 Zentimeter. Dies geschieht in der einfachsten Weise durch Einführung von Ueberschiebehülsen. Dipl.-Ina. Dr. HentucK Jeder seine eigene Schallplatte? Zu einer Zeit, da wir das noch etwas ferne Ferntoukino Im eigenen Heim schon im Geiste erlebt haben, ist es verständlich, daß man wenigstens Schallplatten selbst aufnehmen will. Wer seine eigene Stimme oder die seines Kindes, seiner Schwiegen- muttcr oder seiner singenden Freundin auf einer Platte verewigen will, möchte dabei nicht gern von einem Warenhaus oder von einer Schallplattcnfabrik abhängig sein. An dem Problem, jedermann SchaUplattenaufnahmcn im cigciKii Heim zu ermöglichen, wird schon seit Jahren gearbeitet. Nun kann dieses Problem als gelöst betrachtet werden. Di« beiden Erfinder, Professor Eugen Fischer und Chemiker Otto Z c ch a. haben dieser Tage ihr Verfahren ösfcntlich vorgeführt. Sie haben dünn« BlechplaUen mit einem Bezug versehen, dessen Zusachmen- setzung ihr Potent ist. Wird nun die Platte mit Alkohol befeuchtet, so ist sie aufnahmeberejt. Nach der erfolgten Ausnahme muß dies? Platte getrocknet werden. Das geschieht am schnellsten, wenn man sie über ein Spiritusflämmchen schwenkt. Es blieb nur»och, die Vorrichtung für die Ausnahme zu verbilligen und auch diese Frage, haben die Erfinder sehr einfach gelöst. Wer einen Radioappa- rat mit Lautsprecher besitzt und dazu ein beliebiges Granmio- phon, braucht außer den Platten, die verhältnismäßig billig sind, nur für die Führung der Nadel bej der Ausnahm? einen kleinen Führungsapparat, von de», die Erfinder behaupten, dast er gleicki- falls sehr billig sei, und die vollkommene Ausrüstung für die Schallplattenaufnahmen ist vorhanden. Der Radioapparat'«imöglicht das elektrische Aufnahmeverfahren. Es ist nur eine kleine Einschaltung notwendig. Der Apparat wird gewisserinaßen verkehrt geschaltet. Wo sonst der Lautsprecher angesteckt ist, wird die E l c k t r o s ch a l i- dose geschaltet. Der Lautsprecher funktioniert als Mikrophon. Nach der Ausnahme wird wieder auf die nor- male Schaltung umgesteckt, und die getrocknete Schallplatte kann sofort abgespielt werden. Was vor wenigen Minuten in de» Laut- sprecher hineingesprochen oder hineingesuiigen wurde, ist wieder ganz deutlich hörbar. Zwar war bei der ersten Pressevorführung in Wien die Wiedergabe sowohl in der Lautstärke wie in der Klangreinheit etwas vermindert. Solche Mängel hatte aber bis- her jede Form der Schaltübertragung im Anfang aufzuweisen. Im Laufe der Zeit wurden jedoch Verbesserungen erzielt, und es ist sehr wahrscheinlich, daß auch dieses Uebertragungsocrfnhren sehr bald verbessert wird. Die neu« Erfindung iiennt sich P h o» o s o»- Platte. Sie dürfte sich bald durchsetzen, weil Radla«mpfänger und Grammophon nun schon in vielen Haushalten zu finden sind und man mit diesem Verfahren nicht nur Stimmporträis auf- nehmen, sondern auch Robiosendungen festhalten kann. Auch siir die Aufzeichnung von Verhören bei Gericht für sogenannte sprechend« Briefe und ähnliche Zwecke kann die neue Erfindung sehr zweckmäßig verwendet werden. Jedenfalls ist das Ziel erreich!. Schallplattenaufnahmen im«igenen Hause zu ermöglichen. j. ,n. 150 Jahre Elektrizität. Dar 150 Iahren, am ß. November 1780 entdeckt« Golvani die Berührung selettrizität: Froschschenkel, die an einem eisernen Gitter aufgehängt waren, begannen zu zucken. Sein Zeitzenosse Aolla erkannte die Ursache und schuf die nach ihm be- nannte Batterie. Heute ist unser Dasein ohne die Ausnützng der elektrischen Kraft nicht mehr zu denken. Der Anfang der 6 Tage Horder-Elder 9 Runden zurück— Sonst alles im Lot! i Als heule morgen um 6 Ahr die roie Lampe am Stunden- Zähler aufleuchtete und so den Beginn der üblichen Vormillags- »cutralifatioa anzeigte, ging der erste Teil des Iahrerseldes in die kurze, doch wohlverdiente Ruhe, was brachte der Beginn, was brachte die erste Rächt dieser Sechskagefahrt? Zunächst sei der Vorstoß der Mannschaft Horder-Elder registriert. Die„Australier-Kanadier" versuchten, sich vor Beginn der ersten Wertung, die gestern um U Uhr stattfand, vom Felde zu lösen. Ihr hübscher Vorsprung ging flöten, da beide Fahrer die 'Ablösung nicht beherrschten. Dann war auch schon der Moment der ersten Wertung da: Piet van Kempen, der ja nun nicht mit seinem Bruder, sondern mit dem Wiesbadener Schön fährt, ist ehrgeizig genug, den ersten Spurt zu gewinnen. Gleich darauf ziehen L e h m a n n- W i s s e l los. Die Situation scheint bedrohlich, im Nu sind alle dreißig Fahrer aus der Bahn. Die Leidtragenden dieser Hetze sind oerdientermaßen Horder-Glder, die sich bei der Ab- lösung wieder höchst ungeschickt benehmen und nun«ine Runde ein- büßen. Die einzelnen Spurts werden von Peix, Rieger, van Hevel, c-chöii, Petri, Dinale, Piet van Kempen, Rieger und Chnier gewonnen. Oer Tanz nach Mitternacht Nach Erledigung dieser Vorpostengefecht« wurde es ernster! Die Zranzosen Peix-Lemoine— Peix gewann bekanntlich mit Fandet das liXt-Kilomeier-Rennen im Sportpalast—, geben das Signal zu einer neuen Jagd, die ihnen einen Runden gewinn einbrachte. Sofort waren Raufch-Hürtgen und Ehmer- ? i e tz da, um im großartigen Stile den Rundengewinn mitzumachen. Das Bild auf der Bahn ist unübersehbar! Verbissen kämpfen die Akteure um ihre Position, immer nur vorwärtshastend, dap Trikot des Partners zu erspähen, die Ablösung zu vollziehen und dann wieder mitzntun in dieser wild- wirbelnden Jagd. Vorstoß folgt auf Vorstoß. Mal sind es di« kleineren Fohrer, mal die„Prominenten", die auf Ruhe keinen Wert legen. So geht s bis zur Z-Uhr-Rachlwerlung. Zwei Mannschaften— Krüger-Funda und M a» t h e y- Maczynski— bilden die Spitze. Alles andere liegt ein bis— neun Runden zurück! Neun Verlustrunden für Horder-Elder, fürwahr ein Rekord, um den sie niemand beneiden wird, ein Rekord vollendeter Unfähigkeit. Die Spurts der Wertung sichern sich Lemoine, Peix, Dinale, Pijnenburg, Dinale, Peix, Ehmer, Stübecke, Petri und Schön. Der Stand des Rennens: Spitze: Krüger-Funda 13 Punkte, Manthey-Maczynski 3 Punkte.— 1 Rund« zurück: Ehmer-Tietz 23 Punkte.— 2 Runden zurück: Dinale-Tonam 27 Punkte, Rieger-Kroschel 21 P., Lemoine-Peix 21 P., Piinenburg-Braspenning 8 P., I. v. Keinpen-Mandelkow 8 P., Lehmann-Wissel 5 P., Rausch- Hürtgen 0 P.— 3 Runden zurück: P. v. Kempen-Schön 43 Punkte, Van Hevel-Debruycker 12 Punkte.— 4 Runden zur ü ck: Dempiey-Walthour 2 Punkte.— 5 Runden z u r ü ck: Petri-Stübecke 33 Punkte.— 9 Runden zurück: Horder-Elder 1 Punkt. Nach 8 Stunden— um 6 Uhr früh— sind 285,200 Kilometer zurückgelegt. * Das Ergebnis der ersten Nacht kann, wenn man sich in erster Linie die Mannschaft Horder-Elder wegdenkt, b e- friedigen. Die um vier Runden zurückliegenden D e m p s e y- Walthour müssen sich anstrengen, wollen sie nicht der gleichen Lächerlichkeit verfallen wie Horder- Elder. Von den deutschen Favoritenmannschaften wußten sich Ehmer-Tietz am besten zu behaupten, während bei den Ausländern an erster Stelle wohl Lemoin«-Pe!x zu nennen wären.— u. Es geht auch um die Olympiade Nationalratswahlen und Arbeitersport in Oesterreich Der 9. November, Tag unserer Revolutionsfeier, bringt für Oesterreich eine folgenschwere Entscheidung: die National- ratswahlen. Demokratie oder Reaktion, Heimwehrfaschismus oder Sozialdemokratie— darum geht die Wahl am inorgigen Tag. Hinter diesen großen Gesichtspunkten verbergen sich die kleinen realen Dinge, die in direktem, leider nur zu wenig erkanntem Zu- sommenhang mit den politischen Hauptfragen stehen. Es ist nicht zuviel behauptet, wenn wir feststellen, daß von dem morgigen Wahl- ausfall in Oesterreich aller Wahrscheinlichkeit nach auch das Schicksal der 2. Arbeilerolympiade in Wien c bhängt. Siegt der H« i m w e h r f a s chi s mu s und der reaktio- »äre christlichsoziale Klerus, dann ist wohl kein Zweifel daran, daß die nationalistischen Herrscher die für Juli 1931 geplante Heer- schau der Arbeitersportler nicht nur empfindlich stören und lneintrachtigen werden, sondern daß dann auch die Abhaltung des Festes überhaupt vielleicht gefährdet ist. Die brutalen Ilnterdrückungsmaßnahmen des Faschistenführers und Innen- Ministers Star Hemberg, die er seit seinem Amtsantritt gegen die Arbeiterorganisationen vornimmt, lassen das schlimmste be- fürchten— wenn die Reaktion siegt. Deutlicher als an diesem Beispiel kann die Lüge vom„politisch neutralen Sport" nicht entlarvt werden. Sport und Sportbetrieb schweben nicht— trotz aller bürgerlichen Beteuerungen— irgendwo in der Luft. Die Nationalratswahlen zeigen vielmehr die recht reale Beziehung zur Politik auf. Klär ergibt sich also für die reichsdeutschen Arbeitersportler die Lehre: die engste Verbundenheit zwischen den Arbeiterorganisationen ist das Gebot der Stunde! Sinnfällig beweist das österreichische Beispiel die Notwendigkeit engster Fühlungnahme zwischen Arbeitersport und Sozial- d e m o k r o t i e, die sich nicht allein in Sympathieerklärungen der Mitgliederversammlungen erschöpfen darf. Jedes Arbeiter- sportlers Pflicht ist es, aktiv in den Reihen der Partes den Kampf gegen den Faschismus zu führen. Es liegt in seinem, in unser aller Interesse. Wenn es über die Grenzen gebt Zur Regelung des internationalen Kraftwagenverkehrs 108 000 ausländische Kraftfahrzeuge haben in der Zeit vom 1. Juni 1929 bis zum 30.. Mai 1930 die deutschen Grenzen überschritten. Umgekehrt hat sich von den etwa 1,2 Millionen deutschen Fahrzeugen durchschnittlich jedes dreizehnte am internatio- nalen Verkehr beteiligt. Da ist es einfach selbstverständlich, daß zur Erleichterung und reibungslosen Abwicklung an den Zollstationen internationale Abkommen getroffen wurden und daß standig an ihren Verbesserungen gearbeitet wird. Der internationale Führerschein ist eine alte Forde- rung der Internationalen Transportarbeiter-Föderation. Als im Jahr« 1926 in Paris das neue interngtional« Abkommen über Kraft- iahrzeugverkehr beraten wurde, war u. a. der Vorsitzende der Reichs- fcktion im Gesamtverband, Reiß, an diesen Verhandlungen hervor- ragend beteiligt. Ueber das neue internationale Abkommen über Kraftfahrzeugverkehr vom 25. Mai 1926 und die deutschen 'Ausführungsbeftimmungen sprach nun gestern abend Ministerialrat Dr.-Jng. e. I,. Pflug vor einer größeren Zuhörer- schaft insbesondere über die historische Entstehung des Abkommens und die Unterschiede, die die neue Verordnung gegenüber der früheren bringt. Im einzelnen handelt es sich um te ch n i s ch e Vorschriften, um die Teilung des bisherigen internationalen Fahrausweises in einen internationalen Zulassungsschein für das Kraftfahrzeug und einen internationalen Führerschein, sowie um die internationale Klasseneinteilung der Führerschein« und die Gebühren für die Aus- stellung dieser Papiere. Die Kennzeichnung gefährlicher Stellen nach dem neuen Abkommen ist für Deutschland durch ein« Verordnung vom 8. Juli 1927 geregelt. Der Redner ging so- dann aus die Grundsätze des neuen Abkommens für die Gewährung der Rechtshilfe und auf die Uebsrgangsregelung ein, die dadurch nötig geworden ist, daß das Abkommen in den verschiedenen Ländern zu verschieden en Zeiten ratifiziert wurde. Er gab schließlich praktische Ratschläge zur Erlangung der neuen Ausweise. Interessant waren auch die Ausführungen über die Regelung bei der Einführung des Rechtsfahrens in Oesterreich, die«tappenweise erfolgt, und über die gleichen Absichten in der Tschechoslowakei. Sodann verbreitete sich der Vortragende über dieAusgabender Eurypäischen Konferenz für Straßenverkehr, die im März 1931 in Genf stattfinden wird. Es handelt sich dabei um die Beratung von vier neuen Abkommen. Mimsterialrat Dr. Pflug beschränkte sich hier jedoch aus«ine Darstellung der Problematik, ohne zu den einzelnen Materien Stellung zu nehmen. da die Entwürfe zum Teil noch nicht im Wortlaut vorliegen. Die Punkte, die in Genf behandelt werden sollen, sind Ver- einbarung über zolltechnische Erleichterungen(Triptiks), ein inter- nationales'Abkommen über die steuerliche Behandlung von Kraft- fahrzeugen, ein nationales Abkommen über Wegezeigen(Sperrun- gen, Geschwindigkeitsbeschränkungen, Parkverbote) und über Hand» und Annzeich«« der Polizeibeamten sowie Handzeichen der Kraft. fahrzeugführer. Als vierter wichtiger Punkt steht auf der Tages- Ordnung ein internationales Abkommen über den Verkehr mit Er- werbstraftfahrzeugen, wobei es sich um die Regelung des Transit- Verkehrs und um Inlandstransporie auf ausländischen Wagen handelt. Der ADAC, war der Veranstalter dieses Vortrages. ICIeiner Sport tür Sonntag Die Arbeitersporller hoben für morgen, Sonntag, größere Sportlressen nicht angeseht, sie nehmen geschlossen an der Revoluiionsseier der Partei in der neuen Antohalle am Kaiserdamm teil. Lediglich die 5uh', Hand», Wasserballspieler und die Hockeyspieler tragen ihre Serienfpiele aus, die aber bis zur Feier um 18 Uhr beendet find. » Arbeitersporller� zur Revolullonsseier der Partei! Die von den Vereinen: Freie Schwimmer Groß-Verlin lalle Gruppen), Freie Kanu-Union und Schwimmverein Möwe bestimmten Träger für die Sturmfahnen treffen sich am Sonntag. Xt'A Uhr, cor den Funk- Hallen, Bredischneiderstraße Ecke Känigin-Elisabeth-Straße(Normal- tihr). Sportkleidung: Rote Sportlerhose und weißes ärmelloses Hemd, Sonstige Vereinsfahnendelegationen der Sportler Groß- Berlins um die gleiche Zeit. Meldung bei Robert Oehlschlöger. Arbeit«r-Turn- und Sportbund.— gez. Schulz. Freier Sporwerein Lichtenberg l. Auf dem Platz jn der Kynast- straße(am Bahnhof Etralau-Rummelsbura) wird morgen, von 9—17 Uhr, schöner Sport gezeigt werden. Von 9— 12 Uhr werden die Handballer ihr Können zeigen im Anschluß daran kommt der Fußball zu Ehren. Lichtenberg I(2. Mannschast) hat Eiche-Köpenick -u Gaß Die erste Eli wird mit Hoppeaarten um den Erfolg rimten. Beide Vereine haben sich recht gut entwickelt, es ist daher guter Sport zu erwarten. Den Abschluß bildet ein Iugendspiel. Filmwerbeabend in Aanlsdorf. Heute, Sonnabend, veranstaltet der Turn, und Sportverein Berlin-KaulsVrs einen Filmwerbeabead in der Turnhalle der Schule Kauslsdorl-Süd, Ulmenstraße. Die auf dem Programm stehenden Film-„Die Arbeites-Turn- und Svort- schule, ihre Einrichtung und ifir Bürieb",„Lustiae Krmben bei Spiel und Svort" und„VGmpia 1931" sind Lehrfilme des Arbeiter-Turn- und Svortbundes Deutlich und klar genug werden die Filme von den fteKKingen und>11 großen Wolfen f,r Arbefterfpartler scef-cn. Durch Gymnastikvorfübrunnen und den Bewegnnaschor„Brüder nir Sonne, zur Freibeit" wird da? Programm v-rvollüändiat Jedem Partei- und Gewerkschaftsmitglied fei der Besuch empfohlen. Einlaß IS'A Uhr. Beginn 19 Uhr Emtritt 50 Pfennig. Bezirksri-genkc-mpf im Freien Segler-Bund. Die vier Bezirks- riegen des Gaues Verlin treten morgen, Sonntag, in der Sport- halle Beelitzhof zu einem 150 Kugellampf mit beliebigem Aufsatz zum Start an. Beginn der Kämpfe um g Uhr. Gleichzeitig finden die Kämpf« um den Kottte�Zrei, statt. Junge Athleten Um den Schülern und Jugendlichen wieder ein« Kampfmögknh, keit zu geben, oeranstaltete die„Freie Sportvereinigung Tegel 1899" gestern in der Oberrealschule in Tegel einen Ringkampf« abend. Die Gegner stellten die kampfstärksten Vereine Lichtenberg« Friedrichsfelde, Alt-Wedding, Tegel, Einigkeit und Sparta. In der zahlenmäßig am stärksten vertretenen Kämpferschar der Schüler des veranstaltenden Vereins gab«s durchweg bereits oft erprobte Könner der Ringkunst. Wenn auch die Alt-Weddinger ihr Bestes hergaben, um dem favorisierten Gegner den hohen Sieg zu ent- reißen, so konnten sie dennoch nicht verhindern, daß die Tegeler einen guten Punktvorsprung erkämpfen konnten. Jn den sieben Treffen der Jugendlichen stand bestes Kämpfermaterial auf der Kampfmatte: das flotte und technisch starke Können der startenden Mannschaften ließ das erste Treffen der beiden Mannschaften mit einem Punktgleichstand(12: 12) enden. Ergebnisse des Schiilerntanuschaftskampfe«: Den ersten Gang beendete Hersel(Spar a) mit Helmut Iohahn ergebnislos und erreichte im folgenden Ringen gegen Horst Iohahn das glciä'e Ergebnis. Kolbe(Tegel), als der bessere Techniker, besiegte Nowotnr(Alt-Wedding) in beiden Treffen in gleich- bleibender Ning�eit. Maier(Alt-Wedding) verlor qegen� Henning(Tegel) in bzw 3S Sekunden. A. Frit;(Tegel) unterlag ochütje(Alt-Wedding) beidemale in der 3. Minute.<5. ftcifc(Tegel) besiegte Mar�iniack(Alt- Weddinq) in beiden Kämpfen nach der ersten Minute. Radke(Tegel) siegte über Viebig(Alt-Wedding) nach 55 Sekunden, den Rotourkampf gewann Biebiq in eiwas kürzerer Zeit. Der Draufgänger Gaschke(Teae!) besiegte Ürbahn(Alt-Wedding) zweinial in kürzester Zeit, dasselbe Ergebnis erzielte Schill(Tegel) über Tcnske(Alt-Wedding). Im letzten Ringen sicherte sich der Tegeler Wiese über Brandenburg(Alt-Wedding) zwei schnelle Erfolge.- Resultate des Mannschaftsringens der Zugendlichen: Iefko(Tegel) triumphierte im ersten KaniPf über Röll(Lichtenberg-Triedrichsfelde OSh der in der Wiederholung den Ausgleich herstellen konnte. Gebe(Einigkeit) besiegte Dalae(Tegel) in 1.45 Minuten, wurde im zweiten Treffen aber distanziert. H. Binder(Lichtenberg-Fredrichsfelde 04) bezwang Oeltchcn(Tegel) in kürzesten Feiten. Der Alt-Weddinger Lorenz war über Behling(Tegel) gut zweimal erfolgreich, ebenso konnte Schmied!(Tegel) einen Doppelerkolg über Sieges- mund(Lichtenberg. f?riedrichsfelde 04) erzielen. Babbe(Tegel) bezwang Lau (Alt-Wedding) in beiden Kämpfen in der 3- Minute. Köhler ging k. o. Di« gestrige Veranstaltung des Ständigen Boxringes hatte nicht den gewohnten guten Besuch aufzuweisen. Der Beginn des Sechstagerennens hat ihr Abbruch getan. Im Kampf der Mittelgewichte zwischen Paul Vogel- Berlin und H e e s e r- Koblenz gab es zeitweise heftigen Schlagaustausch, m dem Vogel wiederholt die besseren Chancen hatte. Er verstand es jedoch nicht, sie voll auszunutzen, so daß er sich mit einem Unentschieden begnügen mußte. Ebenfalls unentschieden trennten sich die beiden Berliner Kern und L i e tz sowie die Leichtgewichtler R e p p e l- Herne und Ulrich- Hamburg. Als ein Fliegengewichtler von Rang entpuppte sich der Franzose Apell, der den Berliner Erich Kohler ständig beherrschte. Kohler wurde schließlich in der vierten Runde, nach- dem er bereits in der dritten Runde mehrmals mit dem Boden hatte Bekanntschaft machen müssen, ausgezählt. Willi S e i ß l e r- Berlin, in dem gu�e Anlagen stecken, erhielt die verdiente Punkt- entscheidung über seinen Landsmann E. Urban. Naturfreunde znm 9. Rzvember. Die Mitglieder des TB. nehmen am Sonntag um 18 Uhr an der Rcvolutionsfcicr der Partei in der Ausstellung 2- halle LI am Kaiserdamm teil. AbteilungMahnen WA Uhr in der BreM- schneidcrstraße. � Gchiedsr tchterve rei uiguug. Die angesetzte Sitzung Montag, 10. November, in der Kreisqeschäftsstelle fällt aus. Ruderer und Kauufahrcr. 1. Kreis. Dienstag. 11. November. 30 Uhr, Krelsgefchäftsstelle. Elsässcr Etr. 86—68. Borsitzendcnkonferenz. Porstand-ine Stunde früher ebenda. Kinder. urn warte, l. Bezirk, 2. Gruppe. Sonntag. 9. November. 9 bis 13 Uhr. Lchrstunde in Köpenick. 7. Volksschule(Dorolheen-Schnle). An der Freiheit. Solidarität. Sonntag, 9. November, beteiligen sich alle Abteilungen an der Revolntionsfcirr der Partei in den Aniohallen am Kaiserdamm. Jede Abteilung sorge danlr. datz ihr Bannerwart mit Banner um 16'/? Uhr auf dem Stellplatz in der Bredtschneiderstraße anwesend ist. Einmarsch in Sport. kleibung. Lonnobend, 8. dtovemher-. Berlin. 16.05 Dr. Pfeil: Trockenskilauf. 16.30 Unterhaltungsmusik. 17.30 Verlesung der Thesen der um 17.45 Uhr folgenden Diskussion. 17.35 Schallplattcn. 17.45 Thesen-Diskussion. Frhr. von Braun, Dr. fritr Demuth und Marie Juchacz, M. d. R.: Die Preisspanne der landwirtschaftlichen Erzeugnisse. 18.20 I. Bach: PräIndium und fuge, Cis-Moll(II. Teil).—?. Händel: Suite O-Dur.— 3. Schumann:„Gesänge in der E ruhe", fünf Klavierstücke, op. 133(Paul Lichtcnstcrn, Flügel). 18.50 Arbclf.smarkt. 18.55 Arno Nadel: Erzählung der Woche. 19.20 Zehn Minuten Film. 19.30 Königsberg: Konzert. 21.10„Seifenblasen", Hörspiel von Ossip Dymow. Texte Arm Erik Ernst Scluvahach. Musik von Allan Gray. Regie; Gerd Fridke. Nach den Abcndmeldungen bis 0.30: Tanzmusik. Als Einlage: Sechstagerennen. \ Königswusterhausen. 16.00 Hans Flesch und Heinz Monzel: Das ScballpIattenSrchlv als Quelle für den Staatsbürger- und Ichenskundlichen Unterricht. 16.30 Nachmittagskonzert von Hamburg. 17.30 Kurd Kißhauer: W ie weit ist die Kalenderrcform? 18.00 Französisch für Fortgeschrittene. 18.25 Prof. Dr. R. Saitschick: Goethes Faust. 19.00 Klara Bohm-Schuch; Klara Müller-Jahnke zum Gedächtnis(Rezitation; Karl Graek) 19.30„Im Qehäus.4' 20.00 Leipzig;„Tausend nnd eine Nacht". Sonntag, 9. November. Berlin. 7.00 Funkgymnastik. Anschließend: Frühkoi�—4 8.00 Für den Landwirt. 8.50 Morgenfeier. 10.05 Wettervorhersage. 11.00 Bach-Kartatc. 12.00 Leipzig Konzert. 14.00 Jugendstunde.„Feuerwehr. Kindheitserlebnis von Friedrich Wolf(gespielt von der Spielschar Hans Feuer und Lisa Tctyier) 14.40 Siegfried von der Trenck.(Sprecher; Charloite von der Trenck.) j 15.05 Lieder.(Roland Hell, Tenor. Flügel: Jul. Bürger.) I 15.20 Prof. Dr. A. Thienemann:„Forschongsrciscn auf Java, Sumatra uud Bali". | 15.40 Avus; Handball-Städtcspiel Berlin gegen Hamburg. i 16.10 Volkstümliches Orchesterkonzert. 17.30 Willi Schief fers und sein Studio. 18.30 Elisabeth Bergner.(Am Mikrophon; Elisabeth Bergner und Dr. Arllnjf Eloesscr.) :900 1 Beethoven: Sonate F Dur. op. 10.— 2a) Scarlatti Burlesca G-MoH; b) Sonate C-Dur.— 3. David-Liszt: Capriccio(Luba F'ugelV ] 9.30 Heinrich Schulz Zum 9. November. 20.00 Staatsoper Unter den Linden;..Fürst Igor". Gper 23.15 Wetter-, Fages- und Sportnachrichten. Anschließend bis 0.30: Fanzrausik. Als Einlage: Beim Sechstagerennen. Königswusterhausen. 11.30 Dr. H. Roeseier und Dr. B Klopfer: Kinder, die ihre Eltern erziehen. 18.00 Bori? Pilnjak: Erde au den Händen.(Friede! Hintzc.) 18.30 K. H Heiland; Als Filmregisseur in Kaschmir, 19.00 Julius Bah; Das Theater der Gegenwart. t&JQ Jakob Marthi Dölau liest etgeaa Dichtonfoo.