Morgenausgabe Nr 527 A 265 47.Iahrgang Wöchentlich SSPf� monatNch S.SV V. kn voraus zahlbar. Postbezug 4LZ Et einschließlich 60 Pfg. Postzeitung»' und 72Pfg. Postbestellgebühren. Ausland»- abonnement 6.— M. pro Monat. * Der„Vorwärts� erscheint wochentäg- lich zweimal. Sonntag» und Montag, einmal, die Abendausgaben für Berltn und lm Handel mit dem Titel.Der Abend". Illustrierte Beilagen.Volk und Zeit" und.Kinderfreund". Ferner .Frauenstimme" Technik".Blick in die Bücherwelt"..Iugend-Vorwürt»� und.Stadtbeilage-. Vevttner VvttSblatt Sonntag 9. November 1930 Groß-Äerlin 15 ps. Auswärts 20 pf. Die«taspaltig« Nonpareillezeil« 80 Pfennig. ReName�eile S.— Reichsmark.„Meine Anzeigen' das eUge- druckte Won 2S Pfennig(zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erst« Wort Iß Pfennig, jedes wettere Wort -0 Pfennig. Worte über Iß Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Zeile 60 Pfennig. Familienanzeigen Zeil« 40 Pfennig. Anzeigenannahme imHaupt. gefchäst Lindenstraße 3. wochentäglich von 8»/, bis 1? Uhr. Aenteawesan der GoziaSdemoSsatiftSen Vartei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenftrotze L s?ernlvr«lber! Dönbos» 292—297 Teleoromm-Adi: Sozialdemokra» Berlm. Vonvärts-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: Vcrlm37b3ö— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten mtd Beamten, Wallstr 65 Dt.B u.Disc.�Lcs.,D«posttenkasie,JerusalenlerSir Sö/KS. Oer Schiedsspruch Ein Schlag gegen die Arbeiter und das Schlichtungswesen. Das Schiedsgericht unter dem Vorsitz des früheren Rcichsarbeitsministers Dr. Branns hat gestern abend folgenden bindenden Schiedssprnch einstimmig gefällt: 1. Der zur Zeit geltende Lohntarif bleibt bis IL. November 1S30 vollinhaltlich in Kraft. 2. Die bisherigen TarifmindcstlLhne werden vom 17. November 1930 bis einschließlich 18. Zannar 1931 in allen Gruppen um 3 Proz. gekürzt. 3. Mit Wirkung vom 19Jannar 1931 vermindern sich die bis zum 1«. Stovember 1939 geltenden Tarifmindestlöhnc um weitere 3 Proz. für mann- liche und weibliche Augendliche unter 18 Jahren uud um weitere 5 Proz. für alle übrigen Gruppen. 4. Diese Regelung ist mit Monatsfrist kündbar, erst- malig zun» Schluß der Lohnwoche, in die der 30. Juni 1931 fällt. Dr. Brauns. Dr. Jarres, Prof. Dr. Sinzheimer. Oer Wortlaut der Begründung. Dem- Schiedsspruch ist folgende Begründung beigegeben: „Die Berliner Metallindustrie befindet stch ebenso wie die gesamt« deutsche Wirtschaft in einer schweren Krise. Di« Zahl der Arbeitslosen ist in Deutschland auf drei Millionen angewachsen und droht noch weiter zu wachsen. Daß diese Krise auch weltwirt- schaftlichen Charakter hat, befreit das deutsche Volt nicht von der Pflicht, olle seine Kräfte dafür einzusetzen, daß die Not nicht steigt. und alles zu tun, was eine Besserung erwarten läßt. Dazu bedarf es wirtsamer Preissenkung auf allen Gebieten. Wenn diese auch nicht allein von der Lohnseiie her geschehen darf, so ist das Lohnkonlo doch«in so wichtiger Bestandteil der Ge- stehungskosten, daß an ihm nicht vorübergegangen werden kann. Bon einer Lohnsenkung kam: allerdings eine wünschenswerte Belebung der Wirtschaft nur dann erwartet werden, wenn dadurch die Kaufkraft der Massen nicht dauernd gesenkt wird. Die Schlichter haben deshalb erwogen, ob nicht die Lohnsenkung in eine feste Be- ziehung zur Entwicklung der Preise, insbesondere der Lebensmittelpreise gebracht werden sollte. Die Verwirk- l i ch u n g dieses Gedankens scheiterte indes an der Unmöglich- k-it seiner allgemeinen technischen Durchführung. Wenn gleichwohl die Schlichter in vorliegendem Falle eine Lohnsenkung in ihrem Schiedsspruch für unvermeidlich hielten, sa geschah das in Kenntnis gewisser, bereits eingeleiteter Maßnahmen zur Senkung der Lebensmittelpreis« und in der sicheren Erwartung, daß die allgemeine Herabsetzung der Preise der gewerblichen Produkte sowohl wie auch der Lebensmiltel von allen verantwortlichen Stellen mit größter Energie auch weiter verfolgt wird. Dabei kommt es also darauf an, daß diese Preissenkung sich bis zum letzten Konsinnenten durchsetzt. In den Schlichtungsvcr- Handlungen erklärten die Bcrtreter der Berliner Metallindustrie, daß eine erhebliche Senkung der Preise ihrer Produkte bereits er- folgt sei und weiterc Senkungen bevorstehen. Was das Ausmaß der Lohnsenkung anbetrifft, so haben die Schlichter erwogen, daß die Senkung der Lebensmittel- kosten sich erst auszuwirken beginnt und der Arbetterschoft Zeit ge- lassen werden muß, um sich auf die Lohnkürzung in ihrer vollen chöhe einzustellen. Mit dieser Abweichung haben sich die Schlichter Inhalt und Begründung des ersten Schiedsspruches zu eigen gemacht. Die Schlicht« sind sich bewußt, daß ihr Schiedsspruck) eine über die Beilegung des vorliegenden Streitfalles hinausgehend« grundsätzliche Bedeutung hat. Damit soll jedoch nicht gesagt sein, daß die Einzelheiten dieses Schiedsspruches schcmatisch auf andere Fäll« übertragen werden könnten. Unter Berücksichtigung der oben dargelegten volkswirtschastlichen Gesichtspunkte wird viel- niehr jeder Fall nach seiner Eigenart zu beurteilen sein. Die Schlichter waren bei der Gestaltung an den Inhalt des noch kaufenden Manteltarifoertrages, in den ohne fest- stehende Einwilligung der Darifvcrtragsparteicn ein Eingriff noch einer bekannten Entscheidung de? Bei �Arbeitsgericht? im Eis-n- konsiikt Nordwest IliN nicht möglich ist, gebunden. Ans diesem Grunde mutzte es bei der im Manteltanf geregelten Festsetzung b«r Min de st löhne der Arbeiterinnen über 18 Jahre sei« Bewenden haben. Aus dem gleichen Grunde konnte auch die Frage der Arbeitszeit in diesem Verfahren nicht behandelt werden. Auf Grund dieser Erwägungen fällten die Schlichter ein- stimmig den Schiedsspruch »* * Dieser Schiedsspruch wird von niemandem oerstanden werden und zweifellos selbst die Unternehmer überraschen. Er ist der schwerste Schlag, der jemals gegen das Schlich- tungswesen geführt worden ist. Es ist um so bedauerlicher, daß unter den Schiedsrichtern sich zwei Männer befinden, wie Dr. Brauns und Professor Sinzheimer, die sich bisher so große Verdienste um das Schlichtungswesen erworben haben. Man kann jetzt schon mit Sicherheit voraussagen, daß die Lösung der Arbeitskonflikte vor den Schlichtungsinstanzen in der Zukunft viel schwieriger sein wird, als sie es schon bisher gewesen ist. Nicht nur die Berliner Metallarbeiter, die vierzehn Tage lang gegen den Lohnabbau im Kampf gestanden haben, werden sich durch diesen Schiedsspruch auf das schwerste enttäuscht fühlen. Die gesamte Arbeiterschaft Deutschlands wird dieses Empfinden mit den Berliner Metall- arbeiten: teilen. Darüber hinaus werden weite Kreise der Bevölkerung dasselbe Empfinden haben. Man bedenke folgende Tatsache: Die Reichsregierung nimmt aus fiskalischen Gründen einen Abbau der Beamtengehälter um 6 Proz. vor. Bei diesem Abbau bleibt eine Freigrenze von 1300 Mark. Wer von den Beamten ein Jahreseinkommen von weniger als 1500 Mark netto hat, soll selbst nach dem Vorschlag der Reichsregierung dem wir keineswegs zustimmen, fem Ein- kommen ungekürzt erhalten. Der Schiedsspruch aber senkt rücksichtslos alle Löhne um 6 oder um 8 Proz. vom 19. Januar ab, und er senkt sie schon von der nächsten Woche ab um 3 Prozent. Diese Lohnsenkung wird vorgenommen ganz ohne Rück- ficht auf die Entwicklung der Kleinhandelspreise. Er legt den Unternehmern auch keinerlei Bedingung auf für die Ge- staltung ihrer Verkaufspreise. Dem Akkordarbeiter, das heißt 80 Prozent der Berliner Metallarbeiter, dem schon die Löhne abgebaut worden sind, werden sie weiter abgebaut. Den Kurzarbeitern, den Arbeitslosen, die für einige Monate wieder in Beschäftigung stehen, wird ihr Einkommen weiter gekürzt. Die Schlichter erklären in ihrer Begründung des Schieds- spruchs, daß es zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit einer »suts, 6 Uhr abends RevolutSons-Feier in der Aussteilunsshalle II des Städtischen Messeamts Köniacn'EEisaEseth'Straße(Ant Kaiserdamm Eingang Bredtschneiderstr.) 99 Trotz alledem!" Festansprache: Tony Sender, MdR. Mitwirkende: Das verstärkte Berliner Sinfonie-Orchester Chöre des Deutschen Arbeiter-Sänger-Bundes(Lendvai- Chor/ Berliner Sängerchor/ Neuköhner Sängerchor Friedrich-Hegar-Chor), Leitung; Georg Oskar Schumann Sprechchor fUr proletarische Feierstunden unter Leitung von Albert Florath/ Einzelsprecher: Heinrich Witte u.Trude Daniel/ Eintrittspreis 60 Pf., Karten bei den Funktionären und Büro, Linöenstr. 3/ Saaleröffnung 17 Uhr/ Die Ordner kommen pünktlich 15 Uhr. Eingang Bredlschneiderstraße Soxialdäßiokratische Partei Deutschlands Bezirksverband Berlin wirksamen Preissenkung bedarf. Das Lohnkonto sei gleichfalls ein wichtiger Bestandteil der Gestehungskosten. Wohl könne man eine Belebung der Wirtschaft durch eine Lohnsenkung nur dann erwarten, wenn dadurch die Kauf- kraft der Masten nicht dauernd gesenkt wird. Die Schlichter erklären weiter, daß sie die Lohnsenkung nicht deshalb in eine feste Beziehung zu den Preisen, insbesondere den Lebensmittelpreisen, gebracht haben, weil dieser Gedanke an der Unmöglichkeit seiner allgemeinen technischen Durch- führung gescheitert sei. Sie hätten diese Lohnsenkung aus- gesprochen„in der sicheren Erwartung", daß die allgemeine Herabsetzung der Preise von allen verantwortlichen Stellen mit größter Energie bis zum letzten Konsumenten verfolgt werde. Im Hinblick auf diese erwartete Preissenkung habe man die Lohnsenkung nicht in ihrer vollen Höhe sofort aus- gesprochen. Dazu ist zu sagen, daß die Theorie, wonach eine Be- lebung der Wirtschaft eintreten würde, wenn die Löhne und dann auch die Preise gesenkt würden, die Theorie der Ber- einigung der deutschen Arbeitgeberverbände ist. Diese Theorie ermangelt bisher aber jeder wistenschaftlichen Beweisführung. Wenn die Schlichter es abgelehnt haben, die Lahnsenkung in eine feste Beziehung zu der Preissenkung zu bringen, so erinnern wir daran, daß dieser Notbehelf, der die Arbeiter- schaft vor einer Herabdrückung der Kaufkraft ihres Lohnes schützen soll, schon wiederholt angewandt worden ist, und daß erst dieser Tage für die sächsische Lederindustrie zwischen den Unternehmern und den Gewerkschaften eine Vereinbarung getroffen worden ist, die das praktisch durchfiihrt, was die Schlichter im Berliner Metallkonflikt für technisch nicht möglich halten. Für die Berliner Metallarbeiter steht jedenfalls die Tat- fache fest, daß ihre Löhne vom 17. November ab um 3 Pro- zent, vom 19. Januar ab um 8 bzw. um 6 Prozent gekürzt werden und daß diese Lohnkürzung in Kraft bleibt bis zum 30. Juni 1931. Was bleibt nun zu tun? Die Kommunisten und die Nationalsozialisten, denen die Schlichter einen unschätzbaren Dienst geleistet haben, werden triumphieren. Ihr ganzer Haß richtet sich nicht gegen die Unternehmer, sondern gegen die Gewerkschaften. Was sie aber als Heilmittel vortragen, das ist schlimmer als dieser Schiedsspruch, denn es läuft darauf hinaus, die Gewerk- schaften zu zerschlagen und die Arbeiterschaft nach Ablauf des Schiedsspruchs in die Unmöglichkeit zu versetzen, die Scharte wieder auszuwetzen. Das ist kein Ausweg, der für die Arbeiterschaft gangbar wäre. Wohl ist der Schiedsspruch bindend, doch ist deswegen die organisierte Arbeiterschaft ihm nicht hilflos ausgeliefert. Sie wird jetzt ihre ganze Kraft und ihren ganzen politischen Einfluß einsetzen müssen, damit die Lohnsenkung durch San- kung der Lebenshaltungskosten nach Möglichkeit abgewehrt wird. Sie wird gleichzeitig mit verdoppelter Energie daran gehen müssen, die U n o r g a n i s i e r t e n in die Gewerkschaften hineinzubringen, um zum Angriff des Schiedsspruchs, zum 1. Juli des nächsten Jahres, zum Kampf gerüstet zu sein. Nur wenn die Arbeiterschaft, ganz besonders die Berliner Metallarbeiter und-arbeite- rinnen, jetzt ihre ganze Willenskraft auf dieses doppelte Ziel konzentrieren und sich nicht beirren lassen von dem Geschrei der Besserwisser und Nichtskönner, wird dieser Schlag, der jetzt gegen sie geführt worden ist, abgewehrt werden! Der Deutsche Metallarbciter-Perband hat zum kommenden Dienstag eine außerordentliche Beiratssitzung einberufen, in der er zu dem Schieds- spruch Stellung nehmen wird. Wir wollen dieser Stellung- nähme nicht vorgreifen. Wir sind aber überzeugt, daß der Deutsche Metallarbciter-Berband alles einsetzen wird, um die unheilvollen Folgen dieses Schiedsspruches abzuwehren. Seine Organisation ist intakt. Das ist für die Berliner Metall- arbeiter die sicherste Garantie für die Zukunft. Sie müssen jetzt die Zähne zusammenbeißen und mit rastloser Energie an den Ausbau ihrer Organisation herangehen. Das ist die beste Antwort, die sie auf diesen Schiedsspruch geben könnenl Wahltag in Oeutschosterreich. Oer Rundfunk bn'ngt Ergebnisse. Woher und wohin? Bekenntnis eines Republikauers zum 9. Rovember. Von Vrotessor Dr. Ludwig Bergsträßer. Der bekannte Historiker und ehemalige demokratische Neichstagsabgeordnet« Prof. Dr. L. Bergsträßer, dessen Uebertritt zur Sozialdemokratischen Partei wir gestern meldeten, sendet uns folgende Betrachtungen: Gedenktage sollte man immer zum Anlaß nehmen, sich einmal zu lösen von der Hast der Gegenwart und den wechselnden Bildern des Augenblicks und sich dadurch frei zu machen für weitere Sicht. Nur so kommt man dazu, sich aus der gehäuften Arbeit des Tages heraus zu besinnen auf die großen Kräfte der Entwicklung und damit auf die breiten Grundlagen eben der Tagesarbeit. Der Zusammenbruch des 9. November war für den Augenblick das Chaos, aber er war auch die Geburtsstunde der deutschen Republik. Von vornherein war die Sozial- demokratie eine Stütze der Republik, sie war zahlen- mäßig immer die stärkste! sie war dem Elan, der Hingabe der Masse ihrer Anhänger nach die kräftigste: sie war zeitweise die selbstloseste, als sie, sogar in der Opposition stehend, die Re- gierung außenpolitisch unterstützte und damit überhaupt erst Dr. S t r e s e m a n n ermöglichte, den Weg der Außenpolitik folgerichtig und erfolgreich zu gehen. Neben die Sozialdemokratie stellte sich damals schon, in der Nationalversammlung, das Zentrum. Warum? Gewiß zu einem Teile, vielleicht hauptsächlich, weil es für die Kirche fürchtete, weil es hoffte, auf dem Weg der Mitarbeit die Interessen der Kirche am wirksamsten wahrnehmen zu können. Doch auch aus einer allgemeinen Einstellung heraus, weil es seiner religiös begründeten Staatsanschauung nach sich verpflichtet fühlte, die bestehende Regierung zu stützen: vor allem weil es alle Gewaltanwendung ablehnt. Das ist nicht unwichtig: nian wird es sich merken müssen gerade in unseren Tagen: der Zentrumsgeist des Friedens ist unvereinbar mit dem Nazigeist der Gewalt. Selbst durch allerlei Wirrnisie der bayerischen Politik hindurch hat die Bayerische Volkspartei in all den vergangenen Iahren diese Linie innegehalten. Auch wenn man das anerkennt, wird man doch feststellen, daß es Zeiten gab, wo das Bekenntnis der Zentrumspartei zur Republik freudig war, Zeiten wo es nur schüchtern von den . Lippen einzelner kam und lau klang. Zu den Wählern des Zentruins gehören Kreise, die stark nach der rechten Seite ziehen: das Zentrum kann sich mit der Rechten verbinden, wir wissen es aus mehrfacher Erfahrung: auch das Ministerium Brüning hat gute Freunde auf der Rechten. Damals, 1918 auf 1919 kam als dritte Stütze der Republik die Demokratische Partei hinzu. Sie war anfangs «ark, denn viele Verängstigte flüchteten sich zu ihr, hofften vor ihr, sie werde das Bürgertum retten. Ihr großes Verdienst an der Errichtung der Republik bleibt. Sie selbst wurde sehr bald geschwächt. Teilweise ohne Schuld. Da sie die glücklichen Zeiten nicht brachte, wandte ein Teil des Bürgertums sich von ihr ab und hoffte besseres»an anderen, von Stresemann etwa, der damals noch die Wiedererrichtung der Monarchie in großen Reden forderte. Damit beginnt das, was man den Zersetzungsprozeß der Linken innerhalb der bürgerlichen Par- teien nennen könnte. Er hat feinen Mfchluß damit gesunden, daß es gegenwärtig eine bürgerliche Linke in Deutschland eigentlich nicht gibt. Einmal ist sie zahlenmäßig so sehr geschwächt, daß sie für politische Kombi- Nationen kaum noch in Betracht kommt. Dann hat sie sich auch innerlich gewandelt. Die ständigen Verluste bei Wahlen drängten die Frage auf, wie man sie wettmachen könnte. Eine Richtung meinte/durch entschiedene linke Politik, eine andere, die im Lauf der Zeit stärker wurde, meinte größere Erfolge damit zu haben, daß man sich etwas mehr von der nächstlinken Partei, der Sozialdemokratie, distanziere, was im Wirtschaft- lichen ja nicht sonderlich schwer war, aber doch auf das eigent- lich Politische übergriff: es entstanden vielerlei Pläne einer Zu- sammcnsassung der sogenannten liberalen bürgerlichen Par- teien. die im Grunde auf eine Fusion der Demokraten mit der Volkspartei hinauslaufen sollten, wobei links gerichtete Demokraten, die diesen Plänen zustimmten, die Hoffnung hatten, der rechte Flügel der Volkspartei werde absplittern. Diese Umschichtung hat sich nun allerdings nicht vollzogen: vielmehr verfolgt gerade augenblicklich die Deutsche Volkspartei verstärkt ihre alle Methode, den Konkurrenten rechts von ihr sich parlamentarisch abnutzen zu lassen, und ist deshalb ersichl- lieh bestrebt, die Nationalsozialisten in die Regierung zu nehmen. Daß für sie selbst daraus der Zwang entstünde, chre eigene Politik mehr nach rechts hin zu halten— vielleicht gar außenpolitisch, ist ihr nicht so wichtig. Die Demokraten selbst machten, da sie sich ohne An- lehnung für die Wahlen hilflos vorkamen, den V e r- zweiflungsschritt mit dem Iungdo. Er lohnte im Ergebnis nicht, führte aber doch dazu, daß die Partei sich nun aufgibt und als Staatspartei umbildet. Wie allenthalben, nicht nur öffentlich, sondern im engeren Kreise gesagt wird, soll es eine Umbildung sein, die nun auch in gar nichts anderem bestehen kann, als einer Rechtswendung. Damit ist festzu- stellen, daß das liberale Bürgertum in demselben Augenblick an Energie und an Kraft einbüßt, Entschiedenheit ausgibt, in dem es sich gerade darum handelt, in einer gefährlichen Situation erst recht für die Staatsform der Republik einzu- stehen. Denn darüber werden sich alle Republikaner klar sein, daß wir im Kampfe stehen nicht nur und nicht eigentlich um den Ausbau der Republik, sondern wieder einmal um ihren Bestand. Wenn eine Partei in diesem Moment eine Schwenkung macht, so schwächt sie sich als Hilfstruppe und gerät in die Gefahr ins Schlepptau derer zu kommen, die die Republik überhaupt nicht wollen oder denen die Republik zum mindesten gleichgültig ist. Schon früher herrschte in der Demo- kratischen Partei eine gewisse Passivität, wenn es sich darum handelte, durch geeignete Verwaltungsmaßnahmen die Republik fester zu unterbauen. Das ewig Wirtschaftliche zog sie hinab. Gerade das führt nun dazu, daß die politisch aktivsten Elemente in der bisherigen Demokratischen Partei sich ver- ärgert abseits hallen und als Aktivposten im Kampf um die Republik gewissermaßen ausfallen, soweit sie nicht den Ent- schluß finden, nach links zu gehen, wo sie die Möglichkeit haben, sich in eine große Kampffront einzureihen. Man wird die seelischen, oft auch die aus wirtschaftlichen Auffassungen— viel weniger aus wirtschaftlichen Interessen— erwachsenden Hemmungen verstehen können, man wird sie gegenüber der größeren politischen Ausgabe bedauern müssen. Denn die Gegensätze sind heute stärker, der Feind ist für die Republik gefährlicher. Seit 1924 kamen, mit der Stabi- Unser Revolutionstag fft diesmal der Wahllag für Deutschösterreich. Unsere Genossen drüben erwarten einen starken Erfolg und die Tatsache, daß das sozialdemokratische Volksbegehren nach sozialpolllischen Fortschritten vor wenigen Wochen 60 000 Unterschriften mehr erhalten hat als die Partei bei der vorigen Wahl Stimmen, läßt diese Hoffnung berechtigt erscheinen. Der Wahlausfall wird auch zeigen, ein wie großer Teil des Volkes mit der Sozialdemokratie d i e demokratische Republik wiederhergestellt sehen will. Die Spannung, mit der nicht nur die sozialistischen Massen, sondern auch genug andere Leute im Reich diesem Wahlaussall entgegensehen, wird nicht allzulange auf die Folter gespannt werden: der Berliner Rundfunk wird am heutigen Sonntagabend die deutschösterreichischen Wahlergebnisse bis'-1 Uhr morgens bekanntgeben. Am Montagmorgen um 7 Uhr wird diese Berichterstattung fort- gesetzt. Bei der vorigen Nationalratswahl am 24. April 1927 erhielten Zusammen 3 636 712 100,0 165 Di« Zahl der Mandate ist st ä n d i g 165. Auf wieviel Stimmen ein Mandat kommt, richtet sich also nach der Wahlbeteiligung. Rest- stimmen werden mir jenen Listen angerechnet, die wenigstens ein Mandat sofort erhalten haben, das sog. Gnindmandat: dann aber bekommt diese Liste soviel Mandate, als ihren Reststimmen ent- spricht. R e i ch s l i st e n, wie bei uns, gibt es nicht. Die Er- rechnung der Mandate geschieht dafür in drei Skrutinien, erst im Wahlkreis, dann im Wahlkreisverband und schließlich im Staat. Gegen 1927 zeigt der Parteienaufmarsch weseiüliche VeräNde- rungen. Die Seipelsche Einheitsliste ist verschwunden: die Groß- deutschen sind im Schober-Block mit dem Landbund. Dies und die Kandidatur der Heimwehr(Heimatblock) und der Nazi bewirken eine weiter« Zersplitterung der Rechten. Damit sollen Schober und die Großdeutschen keineswegs als Anke bezeichnet werden. Wie der schmähliche Hinauswurs Schobers aus der Rogierung und die schaffe BekSnipsirng seiner List« durch die lisierung der Währung und der Außenpolitik, damit des Staates, die Feinde der Republik auf der Rechten in die ün- angenehme Lage, in einer leeren Defensive zu sein. Das monarchistische Ideal zog nicht mehr. Es ist heute längst er- ledigt. Dafür hat die radikale Rechte das neue faschistische Ideal übernommen. Die letzten Wahlen haben er- wiesen, wie viele von ihm dos Wunder erhoffen, daß unter neuer Staatsfonn plötzlich alles gut werde:„Wir führen euch herrlichen Zeiten entgegen!" Idealistische Festigung, dazu be- wußte, in den Kampforganisationen gezüchtete Aktivität, der Wille zur Gewalt; heute für den Augenblick verborgen, weil Großindustrielle und Bankiers, vielleicht auch Herr von S t a u ß von der Deutschen Bank, der gerne mit Hitler frühstückt, über die wirtschaftlichen Gefahren bei einem Putsch plötzlich sorgenvolle Gesichter machen. Was uns nicht darüber täuschen soll, daß sie einen Puffch im Herzen begrüßen und ihn mitmachen würden, wenn er käme: Folgerung: Wir stehen heute, nach 12 Iahren, mitten im ernstesten Kampf. Wenn wir in 13 Jahren, 1943, das 25jährige Jubiläum der Republik begehen wollen, müssen wir heute schon, gerade heute, arbeiten. Wir müssen uns jeden Augenblick bewußt fein, daß es um die große Frage des Staates geht, ob freie Republik oder faschistische Kaserne, wir müssen alle Einzelheiten demgegenüber zurücktreten lassen, müssen den Lauen und Schwankenden zu- rufen, in die Ohren brüllen, was die Stunde geschlagen hat, um sie zu stärken und zu uns zu ziehen. Immerwardie Sozialdemokratie die stärkste Stütze der republikanischen Front, heute ist sie der ein- zige Teil dieser Front, der eigenen Auf- trieb, wirklichen Enthusiasmus hat, treibende Begeisterung. Deshalb hängt alles an chr, denn von ihrem Elan wird ,es auch abhängen, wie groß die Energie und die Entschlossenheit derer ist, die neben ihr aus anderen Lagern zur gleichen Front halten, in ihr in gleichem Tritt marschieren wollen. Darum gehts, daran wollen wir denken, danach müssen wir handeln!___ Oer 9. November im Rundfunk. Im Berliner Rundfunk spricht am Sonntagabend, 7 Uhr, Ge- nasse Staatssekretär Heinrich Schulz über dos Thema: Der neunte November. Vegräbnis der Oemokraiischen pariei. Geht der Weg zur Deutschen Boltspartei? Hannover, 8. November.(Eigenbericht.) In der Hannoverschen Stadthalle wurde heut« die Demo- kratisch« Partei zu Grabe getragen. Bürgermeister Petersen-Hamburg und Finänzmi nister Höpker-Aschoff hielten die Grabrede. Höpker-Aschoff legte dabei folgendes Gestäiüims ab: Jvas Bündnis mit den Iungdeuffchen fft gescheitert an einem großen Irrtum: 1. Wir haben uns geirrt über die peffön- lichen Eigenschaften und die politischen Fähigkeiten der Führer der volksnotionalen Bemcoung. 2. Wir haben und geirrt über die vollsnatiouolc Bewegung selbst. Der Wunsch, eine große Bewegung zu entfachen, verführte die jungdeutschc Richtung zu > de» Methoden der Nationalsozialisten. Der Anti-. Ehrfftüchsozialen und schließlich auch Verfasstrngstrou« die Haftung dieser Gruppe im neuen Parlament bestimmt, wird sich bald zeigen. Das rote Wien am Wahlvorabeud. Wien, 8. November.(Eigenbericht.) Am Sonnabend hat der Wahlkampf in Oesterreich seinen Höhe- punkt erreicht. In Wien hat die Sozialdemokratie am Wahlvorabend mir noch wenige Veffommlungen in geschlossenen Räumen ab- gehalten, dafür aber 2 0 Riesendemonstrationen mit Fackelzügen veranstaltet, an denen Hunderttausende teil- genommen haben. Ein einziger von den 20 Zügen, der im Arbeiter- bezirk Favoriten, wies eine Beteiligung von über 25 000 Menschen auf, der Vorbeimarsch eines anderen dauerte drei Stunden. Halb Wien war auf den Beinen. Auch die Gegner organisierten mehrere Demonstrationszüge, z. B. der Schober- Block, der den früheren Bundeskanzler am Wfftbahnhos feierlich empfing, als er von seiner Wahlreise in Vor- arlberg eintraf. Die wiener Schuhmannschaft, die Schober gegen vaugom die Treue hält, inlhm zu Hunderten geradezu ostentativ au diesem Empfang teil. Die Hakenkreuzler haben sich Dr. Frick veffchrieben, der aller- dings nur eine einzige Versammlung, jedoch mit zwei Schilling Eintrittsgeld gleich 1,20 Mark abhielt. Ernstere Zusammenstöße haben sich zwffchen den gegnerischen Demonstrationszügen bis zum späten Abend nicht ereignet, auch aus der Provinz werden Zwischenfälle nennenswerter Art nicht gemeldet: mau hofft, daß der Wahltag ruhig und ordnungsmäßig verlaufen wird. Baugoin amüsiert die Wiener. Wien, 8. November.(Eigenbericht.) Am vorgerückten Abend wird in der Stadt eine Extranmnmer der christlichsozialen„Reichspost" mit einem Offenen Brief hes Bundeskanzlers an seinen Vorgänger und— Duzbruder Schober verbreitet. Darin beschwert sich der selbst kotzengrobe und ordinär schimpfende Herr Wogehsthin— wie die Arbeiter ihn nennen— über Angriffe Schobers, der wahrhaftig als Wahlredner an vor- nehmer Zurückhaltung kaum zu übertreffen ist. Baugoin schreibt, er habe van seinen Gegnern viel Unanständigkeit erlebt, aber solche Illoyalität wie von Schober noch nie. Wien lacht milleidig über dieses Gewermer des„General Scheibbs, welchen Namen der ehemalige Train-Rfferveoffizicr und jetzt martialisch-traditicmstrcu« Mehrminister nach dem Städtchen führt, in dessen Nähe er besonders gern die Parademanöver vom Feldherrnhügel mit den Damen der Generale usw. beobachtet. seinitisrims und die Zurückweisung sedes Wirffchaftsführers ab.. eines Plutokraten waren Zugeständmsse an Masseninstintte. ffb wir sie in der Nationalsozialistischen Partei beobachten können. Mahraun will letzten Endes der Hitler der Mitte sein." Nach diesem Geständnis klangen alle weiteren Sätze.zur Be- gründung der Uebefführung der Demokratischen Partei in die Staatspartei nur noch grotesk. Die Debatte war zuweilen sehr stürmisch, besonders als Dr. Braubach-Berlkn im Namen der unabhängigen Demo- traten eine ziemlich scharfe Oppositionsrede hielt. Er wurde wieder- holt stürmisch unterbrochen und konnte nur»ntcr größtem Widerstände sich durchsetzen. Er forderte in seiner Rede, daß die Führung doch klaren Wein einschenken solle. Die Deutsche Staatspartei würde ja nur deshalb gegründet, damit die Führer nicht ohne wasseu zur Volkspartei kämen. denn die Reise ginge zur Deutschen Bolkspartei. Das machten die unabhängigen Demokraten nicht mit." Die Regie klappte aber ausgezeichnet, denn hinter Braubach sprachen gleich Schüfe r-Köln und Handclskannneffekretär Meyer- Berlin, die sich beide warm für die Gründung der.Staaispartci einsetzten. Meyer erklärte gegenüber Braubach, daß die Führer nicht daran denken, mit der jetzigen Deuffchen Volkspartei, die so weit nach rechts gerückt fei, zusammen, zuarbeiten. Im Verlause der Debatte sprachen noch weiter H o f h e i f- Heidelberg, H e i l e° Berlin, von denen der letztere sehr starke Be- denken zum Ausdruck brachte. Er schilderte, daß er wegen seiner Tätigkeit für die interparlamentarische Union nicht als Keichstagskondidal der Deut- sehen Staalspartci ausgestellt worden sei. F a l ck, der Führer der Landtagsfraktion, und Frau Dr. B ä u m« r setzten sich aber stark für die Gründung der Staatsportei ein, wäh- rend Professor Quidde erklärte, daß er den Weg zur Staats- partei nicht mitmachen würde. In der Abstimmung stimmten dann von den 334 Delegierten nur 16 gegen eine Entschließung des demokratischen Parteioorstandes, die folgenden Worllaut hatte: �Der Parteitag möge cnffchließen:. 1. Die Deuffchc Demo- kratifche Partei wird aufgehoben. 2. Das Vermögen wird als Ganzes auf die Deutsche Ctaatspartci übertragen. 3. Den Orga- nisationen wird empfohlen, sich insgesamt der Deutschen Staats- parte! anzuschließen." Da die notwendige Dreioiertelmehrhcii erreicht war, hat die Demokratische Partei somit ihr Ende erreicht. Mit dem Ec- sang des Deutschlandliedes ging man auseinander. Sonntag vor- mittag findet die Gründung der Staatspartei statt. Die Reichslagssraktian der Deuffchen Volksparlei hielt am Sonnabend im Reichstag eine Sitzung ab. Heber das Ergebnis teilt sie mit, daß keines ihrer Mirglioder für die Arbeitzzeitverkürzung eintrete, ferner, daß die Fraktion dem Reichskanzler„nicht ohne Vertrauen" gegenübefftehe. Die doppelte Verneinung ist weniger als eine Bejahung— zum vollen Vertrauen langt es nicht. Die Vereinigten Ausschüsse des Relchsrats traten am Sonnabend unter dem Vorsitz des Staatssekretärs Schäffer vom Reichsfinanz- Ministerium zusammen, um die zum Finanzplan der Reichsregicrung gehörende Novelle zur Tabaksteuer zu beraten. Die neue Vrasilienregierung vargag und Genosse« hat die An- -crkennung der USA. erhallen, da mem sie als stabil ansieht. Freie Sozialistische Hochschule. Weltwirtschastskrise und Arbeitslosenproblem. Genosse Fritz Naphtali sprach am Sonnabend in der Freien Soziali st ischen Hochschule im Saal des Preußi- setzen Staatsrots über das Thema„W eltwirtschaftskrise und Arbeitslosenproblem". Die entscheidende Frage— so führte er ans—, von der auch die Lösung des Arbeitslosen- Problems abhängig ist, mutz so formuliert werden, ob die jetzig« Krise ein einmaliges untypisches Ereignis in der kapitalistischen Wirt- ichcst ist. Allerdings ist jede der früheren Krisen ein historischer Sonderfall, der nur gewisse typische Grundzüge mit allen anderen Fällen gemeinsam hat. Die typischen Erscheinungen— Preissturz, Rückgang von Pro- duktion und Verbrauch, Sinken von Kapitalzins und Aktienkursen und vor allem die Arbeitslosigkeit— sind auch für die Gegcnwarts- krise bezeichnend. Besonders auffallend ist die verblüffend« Gleich förmigkeit der Erscheinungen im Gesamtgebiet der heutigen kapitalistischen Wirtschaft, insbesondere in den wichtigsten Ländern Eng- lond, Deutschland und Amerika, während Frankreich in bezug auf die Arbeitslosigkeit außergewöhnlich Erscheinungen zeigt, die aber airschinend schon zu verschwinden beginnen. Selbst in den Arbeitswsenzahlen unterscheidet sich die heutig« Krise nicht wesentlich von den früheren Freisetzungen von Arbeits- kräften. Daß die Krise nur eine Folge der überstürzten Rationali- sierung der Nachkriegszeit sei, kann nicht zutreffen, weil die Rationalisierung ein ständiger Wesenszug der gesamten kapitalistischn Entwicklung ist und in der Zeit der großen technischn Erfindungen des vorigen Jahrhunderts noch viel schneller fvrtschritt als heute. Der Borwurf an die Gewerkschaften, die Rationalisierung zu sehr begünstigt zu haben, ist unberechtigt, denn die Rationalisierung wird von der internationalen Konkurrenz erzwungen. Wäre in Deutsch lond nicht rationalisiert worden, so hätten wir vermutlich heute eine viel höhere Arbeitslosigkeit, weil Deutschland dann nicht konkurrenz- fähig wäre. Die Behauptung nationalsozialistischer„Theoretiker", die Krise wäre durch die Reparationszahlung verursacht, ist ein wirtschaftlicher Unsinn. Von den Reparationen wird die regelmäßige Konjunktur- und Kriscnwiedcrkehr des Kapitalismus nicht erzeugt. Natürlich ist es richtig, daß die Wertoerschiebung außerhalb des regulären Waren- Austausches von Deutschland über die ehemals alliierten Schuldner- länder nach 2lmerika gewisse Sonderzüg« der Krise erzeugt, z. B. die ?cot der deutschen Staats- und Gemeindefinanzen. Aber die Kapital- vcrnichlung durch Produktionseinfchränkung und die Spckulations- verluste durch die Krise sind um ein vielfaches höher als die 2 Mil- liarden Reparationszahlungen! Besondere charalteristische Züge der Krise und der Arbeits- losigkeit werden durch den sogenannten organisierten Kapi- talismus erzeugt. Man hat srüher, für eine Zeit des Auf- schraunges mit Recht, geglaubt, daß die organisierte Produktion im Kapitalismus zur Abmilderung der Konjunkturschwankungen bei- tragen würde. Jetzt zeigt sich aber bei viel höherem Grad der Mono- polisierung der Wirtschaft ein« Krisenverschärfung, zu der der Grund schon in den Zetten der guten Konjunktur durch lieber- sleigerung der Preise für die Monopolprodukte und die dadurch er- - engte übermätztge Ausdehnung der Produktion gelegt wird. Die Kapitalverluste und die Preisstürze find dann, wie das Beispiel des Kupferkartells zeigt, um so katastrophaler. lj$u alledem kommt noch, daß neben den regelmäßigen,, etwa V- bis lüjdhngen, Konjunkturen noch größere Wellenbewegungen kapitalistischen Entwicklung,.Kbbe" und„Flut", in etwa Mjohriger Periode beobachtet werden. Unser« Krise scheint im Be- g'nn einer längeren Ebbeperiode zu liegen. Die Schlußfolgerungen aus dieser Untersuchung sind: Diese Krise üt weder die revolutionär« Endkrise des Kapitalismus, noch eine spezielle Reparations- oder Rationalisierungskrise, sondern«ine durch Mlimmte Umstände verschärfte normal« Krisenerscheinung. Für die Arbeiterbewegung ergibt sich die Folgerung, daß zwar im Kapi- talismus weder diese Krise noch überhaupt eine Krise verhindert werden konnte, aber daß der Klasientmnpf zugleich bewußte Konjunkturpolitik sein muß. Das bezieht sich besonders auf alle Fragen der Sozialpolitik, die Dank dem Machtgewinn der Ar- beiierschaft im demokratischen Staat jetzt mehr als früher im Border- grund politischer Auseinandersetzung steht und vor ollem auf den Kampf um die Erhaltung des Lohnniveaus. Es ist eine in jeder Krise beobachtete Erfahrungstatsache, daß das Mißverhältnis -wischen Produktion und Konsumsähigkett nur aufgehoben werden kann, wenn der Preisrückgang stärker ist als die Lohnsenkung, die in jeder Krise notwendi.g«r- folgt. So muß die Arbeiterklasse die Machtmittel zur Beeinflussung der Wirtschaftslage, die sie besitzt, rücksichtslos ausnützen, und in klarer Zielbewußtheit mit kühlem Verstand und eisernem Willen jeden Kampf um Sozialpolitik und Lohn als einen Kampf für das sozialistische Endziel, für die endgültige Beseitigung des kapitalistischen Konjunktur- und Krisenmechanismus führen. »» » Dieser Dortrag van Fritz Naphtali wird in wenigen Tagen beim Verlag I. S). W. Dietz Nachfolger in den Wortlaut als Broschüre er- scheinen. Pvcis1. H. X Ltrausführung in der Volksbühne. Friedrich Wolf:„Die Matrosen von Eaitaro". Friedrich Wolf sckilldert in sechs packenden Bildern das Aufflammen und die Niederwerfung der Matrosenrevolte der öfter- reichischen Marine aus dem Anfang des Jahres 1918. Die in Günther Sft a r k s grandioser Regie mit echter Begeisterung spielenden Darsteller entzündeten im Publikum revolutionäre Stimmung, die sich in erregten Zwischenrufen äußerte. Bon allen über die Bühnen gegangenen Matroseifftücken hat Friedrich Wolfs Schauspiel die stärkste und nachhaltigste Wirkung. Eine großartige und bewundernswerte Aufführung. Am Schluß ertönt« im Zu- fchouemrum die Internationale. Dy. mtt großer Energie für eine radikale Senkung der vielfach unge- heuerlichen Preisspannen zwischen den Erzeuger- und Kleinhandels- preisen ein. Es ist bei der Not der breiten volksmosscn einfach nicht zu vertreten, wenu in vrelau die Preisspanne de» Packers zwischen Mehl- und Brotpreis 11 Pf. betrage, in. Solu aber 26% Pfennig je Kilo Prot. Dies ergibt zwischen diesen beiden Großstädten eine Disscrenz der Preisspanne v o u 2 S 1 P r o;. Es sei ferner skandalös, wenn in Vcrliu allein Schwankungen dös Vrolpreifes in den verschiedenen Gegenden um 2 3 Ptez. festzustellen seien. Noch ärger liegen die Dinge bei den Kartosfclprcisen. Mährend der Landwirt in der Ümgebong von Lerlin die karlosseln zu 60 bis 80 ps. je Zentner verkaufe, zahle die Vcrtluer Bevölkerung 3.50 21t,, atso s o st das Sechsfache. Demgegenüber bestände in Köln zwischen Erzeuger- und Verbraucherpreis bei den Kartoffeln nur eine Differenz von 70 Pf. je Zentner. Um bei der preis- fenkung der lebenswichtigen Nahrungsmittel zu einem wirtlich greisbaren Ergebnis zu kommen, würden auch die Kommunen alle Kräfte einsetzen. In der Frage der G e h a l t s s c'n k u n g foi dert« Dr. Mulert von den Beamten Verständnis dafür, daß die GchaUsaufbesjerung vor drei Jahren von ganz anderen wirtschaftlichen Voraussetzungen ausgegangen sei, als die heutig« Lage aufweise. Der Städtctag muß aber fordern, daß die durch den Gehaltsabbbu erzielten Er- sparnisse den Kommunen in vollem Ausmaße zugute kommen. Das Besoldungssperrgesetz, das die Ungleichung der Kom- munalbeamtengehälter an die.Bezüge der Reichsbeamten vorsieht, wird dagegen vom Städtetag mit der nicht ganz stichhaltigen Bc- gründung abgelehnt, daß hierdurch nur neue Beunruhigung entstände und die finanzielle Bedeutung dieser Maßnahme nicht von Gewicht sei. - Gegen die Halbierung der H a u s z i n Z st« ue r m i t t e l für den Wohnungsbau mackst der Städtetag scharf Front. Es ginge nicht an, de» Wohnungsbau in derartigen Kriscnzeitcn ab- zu drosseln. Auch gegen die von der Reichsregierung vorge- sehen« schcmatische Senkung der Rcalsteuern wendet sich der Städtetag mit der Btgründung, daß in einigen Ländern, wie Sachsen und Bayern, gor keine U c b c r l a st u n g durch Realsteuern vorliege. Im Interesse einer geordneten Wetterführung der Gemeindefmanzwirtschast wird die volle Beweglichkeit der Einnahmegest alt u.ng gefordert. Die Gemeinden müßten in diesem Zusammenhang auf die Einführung des Zuschlagsrech's zur Einkommensteuer bereits zum 1. April 1931 dringen, während im Regierungsprogramm erst April 1932 als Termin festgesetzt ist. Das sogenannte P l a f o n d g e s e tz, das für die nächsten drei Jahre einen Zwangsetat vorsieht, sei einfach undiskutabel, denn dann müsse die Regierung auch die Zahl der Wohlfahrtscrwerbslosen un- veränderlich halten. hakenkreu, prozeß in Holstein. In dem Prozeß gegen die fünf Nationalsozialisten, die sich wegen einer umfangreichen Prügelei mit Kommunisten zu verantworten hatten, wurde der Hauptangeklagte Dr. Grantz mit einem zweiten Angeklagten freigesprochen und drei iveiiere Angeklagte zu je 100 Mark Geldstrafe verurteilt. keinen Goedbels-Vrdarj hat die Tschechostowakeff fie hat ihm das Auftreten in einer Prager Nazioersammlung(sie einzuberufen ist wahrhaftig ein« arg« Provokation!) verböte». Sturm auf pariser Danken. Der Oustric-Skandal. Kein Fortschritt der Abrüstung. Deutscher Antrag abgelehnt. Poris, 8. November.(Eigenbericht.) Der achttägige Waffenstillstand, der bis zur Diskussion der Inter- pellotionen über den Börsenkrach Oustric noch besteht, soll von der Regierung augenscheinlich eifrig zu Hausse-Manövern benutzt wer- den, um die Rückwirkungen an der Börse wieder gutzumachen. Weil sein Aeldzug gegen die Baisse nichts genützt hol. versuchte der Finanzminister am Sonnabend durch gütliches Zu- reden Wandel zu schaffen, nämlich durch eine Erklärung, in der er versichert, daß der Kroll, Oustric nur eine Einzeler fchei- n u n g sei, die irgendwelche Panik auch gegenüber den übrigen Banken nicht rechtfertigen könnte. Auch der Gouverneur der Bank von Frankreich sucht in einer Presseerklärung beruhigend zu wirken. Dos Publikum und die Börse aber scheinen das Vertraue n restlos verloren zu haben. Am Sonnabend waren wieder k a t a st r o p h a l e K u r s st ü r z c an der Börse auch in den besten Werten zu verzeichnen. Die Sparer suchen in Eile ihre Gelder aus den Banken zurückzuziehen. Der Credit Lyonnais soll seit Anfang dieser Woche weit über l M i l l i 0 n c n Franken an die kleinen Sparer ausgezahlt haben. Der CrLdit du Nord, der die zusammengebrochene Bank Adam zu übernehmen beabsichtigt hatte, erlebte ebenfalls einen riesigen Ansturm auf seine Kassen. Bielleicht wäre es besser gewesen, wenn am Freitag schon die parlamentarische Aussprache über die Hinter- gründe des Oustric-Skandals gepflogen worden wäre, schon um den zahllosen wilden Gerüchten ein Ende zu machen. Der Iustiznnnister Peret hat dementiert, daß er bis zuletzt Rcchtsbeirat der Bank Oustric gewesen sei. Er konnte aber nicht in Abrede stellen, daßerfrüherdochbci ihr inDicnsten war. Die nationalistische„Libcrte" behauptet, daß eine Reihe Parlamentarier ebenfalls mit Oustric in nahen Beziehungen gestanden habe. Oustric habe auch schon mit der Veröffentlichung der vollen Namensliste gedroht, falls man versuchen sollte, den einen oder anderen seiner politischen Freunde bloßzustellen. Selbstverständlich muß über die Hintergründe des Bankfkandols Klarheit geschaffen werden, denn niit Vertuschungsoersuchen wird man das verschwundene Vertrauen der kleinen Sparer nicht wiederherstellen können. Die hohe Obrigkeit wird moralisch. Paris, 8. November(Eigenbericht). Der Polizsipräfekt von Paris hat Moralvorfchriften erlösten, die neben einer gewissen Verärgerung große Heiterkeit erregt haben. Den Parisern ist nun an das Spazierengehen in den Pro- inenaden im Bois de Boulogne und ini Wäldchen von Vincennes im Sommer nur noch von füns Uhr morgens bis Mitternacht und im Mnter von sechs Ilhr morgens bis zehn Uhr abends gc- stattet. Automobile dürfen auch in diesen Zeiten in den stillen Alleen nicht parken, wie sich dies nach amerikanischem Muster stark eingebürgert hatte. Besonderen Zorn erregt jsdach die Verfügung, daß das Musizieren und Singen im Wald verboten wird. Das Vcr- g nü gen, das Grammophon zum Picknick spielen zu lasten, Drompeke zu blasen, �un Chor zu singen oder die Trommel zu schlagen, ist nunmehr uutevsagt, ebenso das vollkommen lautlose Kartenspiel. Genf, 8. November. lEigenbcricht.) Dentschlanb ist auf der Vorbereitenden Abrüstung�» tonferenz narch einer sehr scharfen Aussprache in der Frage der Einbeziehung der ausgebildeten Reserven in das Abrüstuugsprogramm wiederum nicht durchgcdrun- gen. Mit 12 gegen 6 Stimmen bei mehreren Ent- lMltungen wurde der Antrag Bcrnstorffs abgelehnt. Die Beratung begann mit einer Rede des Japaners S a t o, der sich gegen die Festsetzung der Rekrutenkoniingente wandte und keine Ausnahme für Länder mit allgemeiner Wehrpflicht wollte. Lord C e c i l bedauerte, daß Bernstorst seinen Antrag auf Festsetzung von Kontingenten mit der Frage der ausgebildeten Reserven verbunden l>abe. Doch unterstützte er den deutschen Antrag, bei dessen Ablehnung er aus Englands Dorschlag der allmählichen Verminderung bestehen müsse. Graf Bernstorfs sehte sich äußerst scharf nochmals für seinen Antrag ein. Die letzt« Entscheidung verbleibe zwar der Abrüstungs konferenz, aber hier sei doch die Möglichkeit gegeben, schon in der Vor- bcreitung zu zeigen, daß man wirklich zu einer nennenswerten Abrüstung koimnen wolle. Di« Staaten mit allgemeiner Wehr- Pflicht hätten in Europa den Zustand herbeigeführt, daß das ganze Volk bis zum letzten Mann dauernd kriegsbereit dastehe. Und nun wolle man«ine Konvention machen, die überhaupt keine Notiz nehme von diesem wichtigen Umstand. Vor der Abstimmung versuchte S a t o- Japan«in völlig unwirk- samcs Kompromiß zu erreichen. Wenn die Kontingentierung im deutschen Antrag gestrichen werde, könne Japan zustimmen. Darauf ließ sich die deutsche Delegation nicht ein. So kam es zuq A b- st i m m u n g. Rußland, China, Schweden, Holland und Norwegen stimmten m!k Deutschland, aber Frankreich, Zlollcn, Griechenland, Polen. Japan. Belgien, Rumänien. Türkei und vier weitere Staaten dagegen, England, Kanada und die Bereinigten Staaten von Amerika enlhielicn sich der Slimmc. Hierauf erklärte V e r n st o r f f, daß er kein Interesse habe an der folgenden Frage der D i e n st z e i t. Hier lagen zwei Anträge vor. Ein englischer Antrag will eine wesentliche Eindifferenzierung der Höchstdienstzeü für aktive und Reservetruppen in den ver- schiedenen Staaten, während Polen eine allgemeine für alle Staaten güllig« Höchst dienstzeit vorschlägt. Der Spanier E o b i a n und M a s si g l i- Frankreich verwiesen auf die Gefahren des polnischen Antrages. Dabei führte Massigli«inen großen Eiertanz aus, um die Bereitwilligkeit Frankreichs zur Herab- setzung seiner aktiven Dienstzeit zu beweisen. Er bezeichnete es als ein besonderes Opfer. L i t w i n o f f entschuldigte sich bei dem Präsidenten, daß er noch das Wort„Abrüstung� gebrauche. Er glaube, daß dies Wort hier verboten sei. Wenn die Komniission irgendeine wirksame Art der Abrüstung angenommen häll«, dann hellt« der polnische Antrag etwas bedeuten können. So aber köime er niemals zu einer Abrüstung führen. Die Oeffentlichkell werde sehen, daß hier eine T äu s chum g. vor sich gehe. Die Kominisston könne nur zu schlechten und gefährlichen Resullatcn kommen. Ohne Enlscheidong mußte die Aussprache aus Montag vertagt werden. Die Marinesachverständigen haben sich in zwei Sitzungen noch nicht einigen können über die Frage der unbegrenzten oder begrenzten Einstellung von Offizieren und Unteroffizieren in die Marine. Gnowden bleibt. Konservativen Manövern zum Trotz. London, 8. November.(Eigenbericht.) Mit sensationellen Ueberschriften haben am Somiobend vcr- schicdcne englische Morgenblätter von einer Umbildung der Labour-Regierung und von einem bevorstehenden Rück- tritt Snowdens und zweier anderer Minister beruhtet. Als Ursache wurden schwere Differenzen in der Regierung über die ArbeitSlosensrage angegeben. Hierzu erklärt Macdonald: Alle diese Meldungen sind unwahr. Das Kabinett ist sich in der Frage der Arbellslosenbekämpfung und in den hierzu erforderlichen Maß- nahmen einig. Bei all diesen, besonders in der konservativen Presse fest Monaten wiederkehrenden Meldungen über den Rücktritt Snowdens ist der Wunsch der Vater des Gedankens. Snowden, der den Besitzenden die Steuerschraube in einer Art angezogen hat, wie nie vorher ein britischer Finanzminister, dieser Snowden ist der bestgehaßte Mann des Bürgertums. Di« Hetze gegen ihn ähnelt sehr stark jenen Aktionen, die vor dem Kriege in Frankreich gegen E a i l l a u x betrieben wurden. Da aber Snowden bisher nicht von außen gestürzt werden konnte, vei> suchen es feine Gegner von innen, indem sie ihn ständig in Gegen- satz zu den übrigen Mitgliedern der Arbeiterregierung zu bringen versuchen. In Wayrhell werden alle Finonzmaßnahmen der Labour» Regierung nicht von Snowden direkt getroffen, sondern sie unterliegen stets einem Kabinettsbeschluh, und es ist in jeder Beziehung und in jeder Richtung ein törichter Versuch, den eng- lischen Finanzminister in Gegensatz zu seinen Mi niste rkollegen zu bringen. Gewerkschaftliches siehe 3. Beilage. Berantworllich für Politik: flictor Schiff: Wirischaft:®. Ali»A»l>>Sfe«: Geo.-rkfchaltsbewegung: 3. Steiner: sseuilleton: De. John Schikowiti: Lokale» und Sonsliac-, Kri» tkarNädt: Annciaen: Td Glocke: sämtlich in Berlin. Verlan: Vorwärtz-Verlon E. m b. S Berlin Druck: Lorwäris-Buchdruckerek und Lcrlaasanltalt Paul Singer». To.. Berlin SW k!i Lindenitraße i. Kier,» Z Beilagen und.Blick in die BLcherwelt". MZ.'Jl/nrtfffct? W'r.T&fpMilf tf A Seif BOJahr&y in fast oä nordd Apotheken>7.U5 Pf....... Man tvrizige imnerd fütenfschuti. ScbHrnanr fingen." nrankhe'fsl»ydL Gt/fanhfen oraff\ dt/reft' h. h wte r Oer/in SWOO.A/exondrJsiertsfjtZOa M**.>W» , i 1 � WM�-�onfuel, 022 Schlafanzug �90 »streift. Flanell W WN» Ii» ous gesi Unterzieh-Strümpfe für Damen rein« Wolle\Jmmm Bettgarnitur kräftig. Linon, 1 Deck- jef beitber ug, 1 30/ 200, 5 2Ki5s©nbezöge,80.'80 �*5* aB0V Uberlaken Linon, mit Hohlsaun und Lochsfickorei 150/269 cm Kuchenhandtuch welU, reinleinen, 48/100 cm 022„»422 Stubenhandtuch reinlein. Droll od. Jacq, 48.48/100 .022£422 Tischtuch reinleinen, vollwnift 180 I 225 I Steppdecke Oberseite Kunstseide Satin» ROckselte�e- I woschene Füllung, 150*200 cm Halbstore m. handgearbeitetem Fries und Spitze Filet- Tullgarnitur 822 Nachthemd££50 aus Köper-Fineti tes7*aa» M4ni«i.»ch*»ai oll« Modeiarb« IN DER NEUEN SPIELWARcN- abteilung; Abondforpon. Ca 100 cm Cx.ll WEIHNACHTS-AUSSTELLUNG BERLIN PL■&&&. C2'SPANDAUER STRASSE• KDNIGSTRASSE• GEGRÜNDET IRIS 7tr. 527* 47. Jahrgang Sonntage 9 November-1930 g.Mwiw. Schwartzkopff(Chausseestraß Heute vor zmölf Jahren verließen die MuniiionsarbeUer Berlins die Betriebe und besiegelten das Schicksal des Kaiserreidis. Um die Zeil der Frühstückspause formierten sich die Ärbeiterbataülone und begannen ihren denkwürdigen, ergreifenden Harsch in die Stadt.* v'ff/j* Am Mittag wehten rote Fahnen über Berlin. Die Revolution hatte gesiegt. Die großen 7 Akteure der Novemberrevolution haben in den nachfolgenden Jahren ihre Berichte über jene historischen Stunden erstattet. Es möge der Lokalbericht folgen, so, wie sich dieser ent- sdieidende Tag deutscher Arbeiterbewegung„im Kopfe eines seiner Mitspieler widerspiegelt." Eine Stadt bricht zusammen. Am 11. Oktober 1918 beschloß die Berliner Stadtverordneten- Versammlung, noch einmal 3iX> 090 M. bereitzustellen, um den Berliner Truppen an der Front Liebesgaben zum Weihnachtsfefte übersenden zu können. Bier Wochen später hatte die Geschichte diesen - Beschluß korrigiert: es gab keine Front mehr. Fast stündlich wuchs die Not. Allein am 13. Oktober meldeten sich bei der Allgemeinen Orktskrankenkasse 171Z Grippekranke, am 18. Oktober waren es 2117 Kranke, die sich an diesem einen Tag meldeten. Selbst die an Lungen- ider Gehirnentzülidung Erkrankten und mit Tode Ringenden konnten in den überfüllten Krankenhäusern keine Aufnahm« mehr finden. Trotzdem richtete sich die alte Obrigkeit für einen fünften Hunger- winter ein: drei neue fleischlose Wochen wurden beschlossen, vom IS. bis 24. Zkovember, vom Ib. bis 22. Dezember und vom 6. bis 12. Januar. Aber es ging nicht mehr. Am 21. Oktober mußte der Brief-, Paket- und Telegraphenoerkehr teilweise eingestellt werden, da von der Belegschaft des Bricfpostanrts in der Königstraße 691 Mann und von der Belegschaft des Haupttelegraphcnamts 331 Mann am Hunger krank daniederlagen. Drei Tage säter, am 24. Oktober, waren in Berlin 217 Schulen geschlossen, es war der gleiche Tag, an dem der Magistrot auf den Abschnitt 71 der Groß-Verliner Lebensmittelkarte 139 Gramin Kunsthonig verteilen ließ. Am nächsten Abend wagte der alte Militärstaat einen seiner letzten Streiche: der Oberkommandiercirde in den Marken, von Linsingcn, löste eine Wahl- Versammlung der Mehrheitssozialdeinokratie in Havellands Festsälen, wo Rudolf Wissell zur Nachwahl in Berlin I sprach, kurzerhand aus. Doch es half nichts mehr. Am 28. Oktober wurde der größte Teil der wenigen noch von Berlin verkehrenden Züge eingestellt, weil 43 999 Beamte der Kgl. preuß.-hess. Eiscnbahndircktion nicht mehr genügend Kraft besaßen, um auch nur einen 5)«bel regieren zu können. Der November begann mit der Verteilung von zwei Schachteln Streichhölzern, die zum Preise von 13 Ps. an die Berliner Bevölke- rung ausgegeben wurden und einen halben Monat reichen mußten. Für die Woche vom 4. bis 19. November kam pro Kops ein halbes Pfund Heringe zur Berteilling. Genau eine Woche vor der Erhebung der Berliner Arbeiter teilte der Reichskohlenkommissar dem damaligen Oberbürgermeister Mermuth mit, daß Berlin keine zusätzlichen Sohlenlieserungen er. hallen könne, so daß damit gerechnet werden muß, daß die Gas- anstalten nur an einigen Tagen in der Woche Gas abgeben können. Am gleichen Sonnabend gab die Stadt Berlin Notgeld aus: grüne Fünszigpfennigschein«, blaue Fünf- und rote Zwanzigmarkscheine. Das Ends naht. Am Montag, dem 4. November, übernimmt der Arbeiter- und Soldatenrat von Kiel die öffentliche Gewalt über den größten deutschen Kriegshafcn, in Lübeck, Hamburg, Bremen und Rostock laufen Kriegsschiffe unler roten Fahnen ein, die Revolution springt ins Land und erobert Hannover und Braunschweig, in Berlin bittet der Magistrat die hungernden Massen um Nachsicht, da die Manneladenfabriken wegen Kohlen- und Personalmangels nicht mehr liefern lönnen. Die Situation auf den Straßen, in den Be- trieben ist zum Zerreißen gespannt, rauh ist die Nooemberlust. Trotz- dem keine Zeitung über die Ereignisse an der Wasserkante berichten darf, sickert die Wahrheit auch nach der hermetisch abgeriegelten Reichshauptstadt durch. Es ist Ruhe vor dem Sturm. Oer letzte Tag des Kaiserreichs. Der letzte Tag des Kaiserreichs beginnt. Die Todesanzeigen der Berliner Gewerkschaften für ihre in den eben vergangenen Tagen gqaklenen oder gestorbenen Mitglieder beanspruchen eine ganz: Zeitungsseite. Außer an die kleinsten Kinder und die Schwerst- kranken kann keine Wilch mehr abgegeben werden. Sämtliche in Berlin auf Urlaub befindlichen Ossiziere erhalten den Befehl, sich mittags 12 Uhr feldmarschmäßig ausgerüstet in der Kommandantur am Schinkelplatz einzufinden. Der Zugverkehr nach dem Norden und Nordosten des Reichs wird eingestellt, die Bahnhöfe militärisch be- setzt. Di« Schutzmamischast erhält Karabiner, auf allen Brücken noch dem Stadtinnern und vor dem Polizeipräsidium werden Artillerie- und Maschinengewehrformationen postiert, die Munitionssabriken erhalten ebenfalls Militärwachen. An den Litfaßiäulen kleben knall- rote Plakate, auf denen das Oberkommando in den Marken die Bildung von Arbeiter- und Soldatenröten„verbietet". Und zur gleichen Abendstunde, wo die Naumburger Jäger in Berlin einrücken, beschließen die Bertraucnsleute beider sozialistischer Parteien für den morgigen Sonnabend den Generalstreik. Uebrigens verweigerten die Jäger um drei Uhr nachts den Dienst, gerade als sie Hand- granaten zur Niederwerfung der Revolution erhalten sollten. Oas Volk steht auf! In der Nacht sprüht feiner Regen ans das matt glänzend« Pflaster. Da und dort brennt eine Laterne. Wir nehmen Abschied. „Also morgen!" sagen wir. Die Frühblätter bringen den vorletzten Heeresbericht: Berlin, den 8. November, abends, amtlich. Bon der Westsront nichts Neues. Großes Hauptquartier, 8. November. Zwischen der Scheide und der Maas ist der Feind gestern unserer Bewegung über Bonsee— Leuze— St. Chisloin— Maubeuge, westlich von Charleville, gefolgt. Auf den östlichen Maashöhen und in der Ebene von Woewre wurden mehrfache Vorstöße der Amerikaner abgewiesen. Der 1. Gcneralquartiermeister: Grüner. Es iisterefsiert nicht mehr. Wir haben andere Dinge im Kopf. So oder so, um 1-9 Uhr wird marschiert. In der Scheringstraße nehmen die Schwartzkopss-Arbeitcr Ausstellung. Da niemand mehr im Wert ist, werden die großen Fabriktore geschlossen. An den schmutzigroten Ziegelmauern wedelt«ine vergilbte Ranke wilden Weins. Eine seltsame Stimmung, so still ist alles, so totenstill. Die Fahnenträger heben ihre roten Banner in die Wind, Schilder aus Pappe sind auch da, auf denen steht geschrieben:„Frieden, Freiheit. Brot!" Aus der Ackerstraße kommen ein paar Feldgraue und treten an die Spitze der düsteren, schweigenden Kolonne.„Alles fertig?" fragt jemand, zustimmendes Kopfnicken antwortet, da wird vorn cm riesiges Transparent entrollt: „Brüder, nicht schießen?" Langsam setzt sich der Zug in Bewegung. Es geht durch den tau- glänzenden Humboldthain, kleine in den Rasen gesteckte Tafeln mit verschnörkelter Schrift geben Auskunft über die Bäumchen, die un- mittelbar am Wege stehen. Es sind koreanische Kiefern und japanische Zaubernüsse, aber wichtiger ist die Frage: was macht die AEG., I)aben sie ihre Brocken schon eingepackt oder müssen sie erst heraus- geholt werden? Durch die Brunnensiraßc schiebt sich der Zug, be- dächtig, als ob die Revolution erst lausen lernen muß, und biegt in die Voltastraße ein. Nirgends ist ein Schutzmann zu sehen. Aus den Toren der Mietkasernen kommen die Frauen gelaufen, wieder- holen die Worte auf den Schildern:„Brüder, nicht schießen!" und „Frieden, Freiheit, Brot!" nicken oder seufzen, und dann weinen sie alle. Mit ihren blaugestreisten Kattunschürzen trocknen sie ihre Tränen, um uns schließlich zuzuwinken. Jemand fragt:„Warum weinen denn die Frauen?" aber niemand kann ihm Antwort geben. Da tritt einer aus der Reihe, läuft einige Meter dem Zug voraus, reißt seinen Hut von, Kopf und schreit, zu dem Zug gewandt, in die sttlle Stvaßenschlucht:„Die inkernalionale, völkerbesrciende Sozialdemokratie. sie lebe hoch, hoch hoch!" Und gewaltig, fast schneidend brandet der Dorniergruß der Demonstranten die hervorstehenden. dickleibigen Strebepfeiler der AEG.-Fabvikmauer empor und springt durch die kleinen, blinden Glasscheiben in die Maschinenräume. Do, da, da, erst vereinzelt, jetzt überall, öffnen sich die Fenster, Gesichter kommen zum Vorschein und staunen, was da unten wohl los ist, aber das dauert nicht long«, hier einer und dort einer/ zwängen sich zwei Arbeiter in ihren schmutzigen, ölbeschmietten Arbeitskleidern durch die Fensterlöcher, treten aüf den schmalen Sims und wlnkich, winken immerzu, daß sie verstanden haben! Unterdessen werdel, unten die Tore aufgestoßen, die AEG.-Arbeiter reihen sich ein: erst bittend, beschwörend kommen die Zurufe, dann wächst der Jubeln, i zum Orkan an: das Bolk steht auf, aus Hunderl Demonslranlen werden lausende, aus lausenden zehnkauscnde. schwarz sind die Straßen und Plätze. Irgendwo hat einer begonnen, jetzt singeir alle mit: „Schon jubeln des Sieges Signale, Empor, der Tag dringt ein. Die Internationale Wird die Menschheit sein!" Gleich einer Lawine marschiert die Revolution in die Stadt. Die ersten Toien des 9. November. Wir biegen in die Chausseestraße ein. Weit ausgestreckt ge- bietet die Maikäferkasernc: halt! Bon den Wachttürmen drohen Maschinengewehre. Und die Revolution hat nur ein Transparent: Brüder, nicht schießen! Aber Maschinengewehre können nicht lesen. Eine kleine Gruppe geht zu dem eisernen Kasernentpr:„Auf- machen!" Nichts rührt sich. Dumpf trommeln Fäuste gegen das Tor: „Macht auf, der Krieg ist vorbei!" Die Massen drängen nach, da blitzt»s auf, ein spitzer, blauer Feuerstrohl, einmal, dreimal, fünf- mal, her Militarismus kratzt und bellt noch mal, ehe er stirbt: Offiziere haben durch einen Torspalt geschossen. Drei Arbeiter wälzen sich in ihrem Blute. Und in zügelloser hast rennen die Massen in die schützenden Nebenstraßen. Aber das dauert imr einen Augenblick.„Arbeiter, Genossen, vorwärts!" ruft es schon wieder, die Revolution will zu ihrem ersten Sturmlernf ansetzen, da füllt die Enlscheidung: Aus den Zinnen der Wachltürme sind die Soldaten ausgeslandez, und schreien hinunter:„Wir schießen nicht!" und dann fliegt krachend ein Patronengurt nach dem anderen auf das Strahenpslaster. Im Nu sind auch die Tore auf, Arbeiter und Soldaten schütteln sich die Hände, nur in einer Ecke steht kreidebleich und fassungslos ei» haupttnann. Er war's, der geschossen hat. Er will etwas jagen, aber die Stimme versagt ihm, seine Lippen bebe», Hau fan Bie t lA**! 'afiten' Beit Bettfedern Fertige Betten Fertige Inlette Fertig. Oberöen 6rau8 Federn p. Pfd. 75m. Oberbetten 6.35 9.65 1 7.85 1 4.65' KiS"" m«. Weiße Federn Halbdaunen■ Schleißfedern Daunen... 1.?s 4.20 I.SO 5.75 Unterbetten 5.45 7.80 1 0.65 1 2.15 Kissen... 2.35 2.60 2.05 4.55 Prlnzso-Str. 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Es mag sich gesagt haben: die Angeklagte war bereits einmal mit 4 Jahren Zuchthaus bestraft. Obgleich Hebamme, hat sie bei ihren Manipulationen den elementarsten Forderungen der Des- infettion ins Gesicht geschlagen, hat sich nicht gescheut, eine Schwangerschaft selbst im 7. Monat zu unterbrechen. Ihr« Tätigkeit hat in einem Falle schweres Siechtum der Patientin, in einem anderen Falle den T o d zur Folge gehabt. Ihre Geschästsmethoden bedeuteten«ine Gefahr höchsten Grades. Sie inserierte in Berliner Zeitungen und Provinzblättern und Halle in ihrer Wohnung am Kursürstendamm großen Zuspruch. Das ausschlaggebende Motiv ihrer Handlungen war Geldgier und nicht der Wunsch, den unglüik- lichen Frauen zu helfen: für jeden Eingriff fordert« sie 75 M. Das alles zugegeben, trägt doch die unglückliche Fassung des§ 218 letzten Endes die Schuld für ein derarttges. die Gesundheit vieler Frauen gefährdendes Treiben. Die 7bjährige Frau wurde trotz ihres hohen Alters während der Verhandlung in Untcrluchungshaft genommen, Unwillkürlich zwingt dieser Fall zu einer Gegenüberstellung mit einem anderen. Der 74jährige Wunderdoktor und Kirchen- gründer Weigenberg erhielt 6 Monate Gefängnis, weil durch sein« Schuld ein Kind um das Augenlicht gekommen war. Di« fahrlässige Tötung konnte ihm nicht nachgewiesen werden. Gegen das Urteil von 6 Monaten wird- er Berufung einlegen. Sollte es bei der ersten Strafe bleiben, so wird die zweite Instanz schwerlich gegen den Mann einen Haftbefehl erlassen. Er wird es bestimmt verstehen, die Strafvollstreckung so lange wie möglich hinaüszu- zögern. Sein Treiben war aber bestimmt nicht weniger gefährlich als dasjenige der 76jShrigen weisen Frau.... nein, er zittert ja, doch die siegende Revolutton läßt ihn großmütig in feiner Ecke stehen. Jetzt wollen die Arbeiter Waffen haben. „Natürlich, soviel Ihr wollt!" Schnell sind die kleinen Schuppen, die nach dem Exerzierplatz zu stehen, geöffnet, armvoll werden Ge- mehre herbeigeschleppt, jeder hängt sich gleich drei Patronengurte um, einer, der kann gar nicht schießen, dem wird das schnell gezeigt, ach, da stehen ja zwei Maschinengewehre. Jemand ruft:„Wer am M.-G. ausgebildet ist, vortreten!" Nun, es sind genug da, die sind gleich geschäftig dabei und schreien nach Wasser für die Kühlschläuche. Irgendwer hat einen Schuppen voll Feuerwcrkskörper entdeckt, die wenden mit einer Art Kriegstanz angeschleppt, und nun freut sich alles, wie das zischt und knallt und brennt. Bis einer dazwiftlzsn- fährt:„Los, wir haben noch mehr zu tun!" Ein« Viertelstunde später rollten maschinengewehrgefpickte Militärautos nach dem Stadtinnern und ein kleines Regiment bewaffneter Arbeiter nahm, nein, übernahm die Artilleriekaserne in der Schornhorststraße. Als diesem Trupp dann um 1 Uhr mittags die Schlüssel für das Moabiter Zellengefängnis übergeben wurden, war die Republik schon seit mehreren Stunden weltgeschichtliche Tat fache. Fusel statt Asbach. Die Geheimnisse der Oomino-Bar. Im Sommer vorigen Jahres erschienen bei dem Generalvertreter der Kognaksirma Asbach. Uralt ein Herr und eine Dame, die sich als frühere Angestellte der Domino- Dar in der Marburger Straße ausgaben und mitteilten. daß dort mit der Marke„A s b a ch- U ra l t" großer Betrug verübt werde. Wenn„Asbach-Uralt" bestellt werde, so erhielten die Gäste einen nrinderwertigen Weinbrand vorgesetzt, der in Krügen bezogen werde. Dafür müßten sie aber den im Lokal üblichen Preis von„Asbach- liralt" in.höhe von 1, 5 0 M k. da s G l a s statt Ostltt Mk. zahlen. Der Generaluertrctcr»nachte darauf in Begleitung von zwei Kriminalbeamten einen Besuch in der Bar, die wie bei einer venezianischen Rächt in ein malerisches Dunkel gehüllt war. Sie setzten sich an einen Tisch in einer Ecke und bestellten drei As- b a ch. Deutlich war auch zu hören, daß der Kellner an der Bar drei Llsbach bestellte. Jedoch merkten sie schon am Geruch, mrd nachdem sie nur genippt hatte»?, daß es kein Asbach fein konnte. Die Beamten gössen das Getränk in mitgebrachte Fläfchchen, icnd es wurde noch einmal eine Lage bestellt, mit der man eben- falls heimlich genau so verfuhr. Das Ganze wurde der Firma zur Prüfung eirigefchickt und von dort kam dann die Nachrittst, daß es olles ander« sei, als Asbach Uralt- Als die drei Gäste dam? rwch ai? der Bar selbst einen Abjchiadsschnaps bestellten, sahen sie, daß der Mixer ihnen aus einer Originalstasche eingoß, und tat- sächlich erw?es sich auch dieses Geträick-als«iir echter Asbach. Der Jichabcr der Bar und sei??« beiden Mixer wurden wegen fort- gesetzten Betruges a??gok,lagt. Es hatte sich auch ergebe??, daß ast Stelle von Whisky-Soda Kognak mit Soda ausgeschenkt, daß die Coctalls mit Selterwasser an Stelle von Sekt gemixt urst» außer- dem den Gästen statt Münchener gewöhnliches Berliner Lager- bier zu einer Mark das Glas vorgesstzt worden roar. Alle drei Angeklagten hatten sich vor dem Schöffengericht Charlottenburg zu verantworten. Der Wirt bestrill, schuldig zu sein. Er bezeich?icte alles als ein Komplott entlassener AngesteMsr. Er behauptete weiter, daß nur, wenn gerade kein Asbach Uralt da war. den Gästen Weinbrand mit eii?em Schuß sranzösischsn Kognak, also etwas Gleichwertiges, verabfolgt worden sei. Daß statt Sekt Setter- masser zum Mixen benutzt werde, sei überall üblich. Das Schöffengericht verurteilte den Barwirt wegen Sc- iruges zu 3 00 M k. Geldstrafe, Ue beiden Mixer wegen Beihilfe zum Betrug zu je 80 Mk. Geldstrafe. Eine Halle voll Hahnenschrei. lim die Weihnachtszeit haben die großen Züchter schon ihre Küken im Brutofen für das nächste Jahr, so sagt man. Und so oder ähnlich wird es auch wohl fein: denn sonst könnte kaum derartig großes u?>d schweres Junggeflügel in der Ausstellungshalle am Funkturm zur Schau gestellt werden. Für diese Muster- misstellung zeichnet der Verein Berliner Geflügelzüchter E. V. „F o r t u n a" verantwortlich. In der kühlen halle, die eine niedere Temperatur haben muß, weil sonst das Geflügel.zu unrechter Zeit tö&S&sii:.. Der Alte sah den Frager böse an. „Aber ich habe ihm die Anleitung dazu gegeben! brüllte er wie von Sinnen. „Ich verstehe!" sagte der Kunde brüsk. „Was, soll nun werden, Meister?" fragte der Schuhmacher. Er wollte ein Ende machen: denn die Geiferei des Tischlers war ihm widerwärtig geworden. „Der Junge soll kommen, damit ich ihn abstrafe!" Der Meister nahm die Rauhbank aus den Spänen und fuchtelte wild damit herum. Kaum war er noch imstande, das schwere Werkzeug zu halten. „Und Abbitte soll er tun, der infame Bengel, Abbitte, sagen Sie ihm das, Schuster Eisermann!" Wieder mischte sich der Kunde ein: „Wollten Sie den Jungen mit diesem Stück Werkzeug da schlagen?" fragte er und schaute den Alten an, als ob er ihm an die Gurgel wollte. „Jawohl, und das tu ich auch noch, sobald mir der Strolch unter die Finger kommt! Ich werd' ihm beibringen, was es heißt, den Respekt olor dem Lehrherrn zu vergessen!" Da konnte der Kunde nicht mehr an sich halten. Alle Wohlerzogenheit verließ ihn. „Sie sind ein roher Narr, Meister!" sagte er scharf,„ein ganz niederträchtiger Lehrlingssthinder. Der Junge hat ganz recht getan, sich seiner Haut zu wehren. Wenn Sie meinen Jungen mit einem solchen Werkzeug geschlagen hätten, ich würde Sie zermalmt haben, Sie Henker! Kommen Sie, Schuhmachermeister, wir haben hier nichts mehr zu suchen." Die beiden schritten rasch über den dunklen Hof. Das Gefluche des keifenden Tischlers schallte hinter ihnen her. „Lassen Sie den Narren, Eisermann! Er ist zu alt und und zu versoffen um noch das mindeste an menschlichem Denken aufzubringen." Das war das letzte, was der Kunde sagte. Dann verschlang ihn die Nacht. * In der Stube saß Ludwig, bleich wie Wachs. mit der Mauser begimtt, sieht mon alles: Gänse, Enten, Puten, Hühner und Tauben von riesigen Ausnmßen, womit aber nicht ge- sagt ist, daß die beliebten Zwerghühner etiva die Konkurrenz zu scheuen brauchen. Di« Hähne beherrschen natürlich hörbar das Feld und die ganze Halle ist ersülll von Hahnenschreien. Da steht i?«be>? einen? Hahn aus Brandenburg der Rassekolleg« aus Münche??. Erst begucken sie sich und da???? geht der Kampf los, der hier auf der Aus- stcllung, dank der trennenden Gitter, unblutig verläuft. Als Neu- heiten sieht?nan diez???al lmter den Hühnern die W e l: u m e r, die ans Lnstung gezoge?? sind und zugleich ein anspruchsvolles Auge befriedigen. Ebenso versprechen sich einige Züchter viel von dein ursprünglich aus Holland gekommenen B a r e n f e l d e r Huhn. Es ist ein sehr gutes Legehuhn, das aber, wenn seine Legetätrgkeit erledigt ist,»ach einer Mast von ein paar Wochen reichlich Fleisch ansetzt. Ferner soll das„deutsche Reichshuhn" durchgezüchtet werden, das als besonderes Kennzeichnen, fleischsarbene Beine hat. Zweite Nacht der ,,6-T age" Rausch-Hürtgen führen mit Rundcnvorsprung Der gut besuchte Sportpalast muß sich in den Abendstunden mit Rundenspielereien allerersten Ranges begnügen. Da werde?? Runden gewon??«n und verloren. Da setzt man nach, wenn inan will, oder läßt den Ausreißer davonziehen! Wie's gerade paßt... Denn Piet van Kempen findet stets hartnäckige Per- folger! Das Publikum, das sich anfangs für diese„Aktton" interessiert, hat nur allzubald den„Bogen spitz" und geizt nicht mit P r o t« st- pfiffen. Van Hevel, der Senior des Rennens, gibt wegen Schlüsselbeinbruch auf. Debruycker bleibt Ersatzmann. I??- zwischen ist der Beginn der herangerückt. 652,800 Stilmneter sind nach 24 Stunden zurückgelegt. Die ersten Spurts sind nicht sonderlich scharf umkämpft. In der zweiten Hülste der Wertung wird das Spiel des Rundenver- schenkens fleißig lveiter ausgeübt... Stand des Rennens. Spitze: Raufch-Hürtgen 17 Punkt«, 2 Runden zurück: Dinole-Tonani 42, Machhey-Maczynstt 7 Punkte, 3 Runden zurück: Ehmer-Tietz 41 Punkte, Krüger-Funda 35 Punkte, 4 Runden Zurück: Rieger-Kroschel 50, Pijnenburg-Braspenning 27 Punkte, 6 Runden zurück: Lemoine-Peix 28, Jan van Kempen-Mandelkow 10 Punkte, 7 Runden zurück: Pettt-Stübecke 72 Punkte, Lehmann- Wissel 15 Punkte, 8 Runden zurück: Piet van Kempen-Schön 73 Punkte, 9 Runden zurück: Dempsey-Walchour 10 Punkte. Er hatte sich von Herzen ausgeweint; feine ungestüme Erregung hatte einer großen Niedergeschlagenheit Platz ge- macht. Als er den Pater eintreten hörte, schaute er auf und sah ihn mißtrauisch an, den einen Fuß wie zur Flucht er- hoben. Kein Wort fiel zunächst. Schweigend setzte sich Eisermann. Die Frau deckte still den Tisch. Unverwandt sah der Schuhmachermeister seinen Jungen an. Dann sagte er mit einem ganz veränderten, fast sachlichen Ton, den Ludwig an seinem Pater gar nicht kannte: „Ludwig, ich hahe dich vielleicht damals beleidigt, als ich deinen Wunsch, hier von dem Menschenschinder loszu- kommen, nicht erfüllte. Qirst jetzt, in dieser Stunde, habe ich den Mann richtig erkannt als das, was er ist: nichts weiter als ein brutaler Schwächling." Erstaunt sah Ludwig den Vater an. Der sprach weiter: „Wenn du nicht willst, brauchst du bei ihm nicht mehr lveiter zu lernen!" „Ich gehe nicht mehr in diese Werkstatt zurück, Vater, lieber in die Spree!" „Es zwingt dich ja niemand, Ludwig!" sagte begütigend die Stiefmutter und legte ihre Hand auf seinen zuckenden Arm. „Was willst du nun tun, Ludwig?" fragte der Vater weiter,„kannst du schon genug, um als Geselle zu gehen, oder willst du irgendwo anders weiterlernen?" „Vater, lernen, nochmal in eine solche Lehre gehen, nein, nein, ich kann genug, um anderswo unterzukommen." Eisermann sagte nichts mehr, sondern beschäftigte sich angelegentlich mit den in seinem Teller angehäuften Pell- tartoffeln. Ludwig lief nach dem Essen noch hinaus auf die Straße. Ziellos wanderte er umher, schwer mit den auf ihn ein- dringenden Gedanken kämpfend. Er verstehe genug vom Tischlerhandwert, um anderswo unterzukommen, hatte er zu seinem Vater gesagt. Das war ein kräftiger Mund voll. Aber ob's auch stimmte? Tausend Zweifel bestürmten ihn. Mehr Zweifel, als Menschen durch die lichtgeprügelten großen Straßen stoben. Je Am nächsten Tage blieb Ludwig zu Hause. Vom hinteren Zimmer aus beobachtete er heimlich die Werkstatt....- Aber nichts rühcte.sjch_driMv.hmler. der.nerschlosseneii Türe. Kein Sägegeächz klang heraus, kein Gehämmer, kein Hobelgeknirsch. Nur das junge Kätzchew miaute kläglich. Serpentinen in der Großgarage. Unterkunfi für 400 Autos in der Kantstraße. Im Westen Berlins, in der K a n t st r a ß e 126, ist vor einigen Tagen eine f uns stock ig c Großgarage eröffnet worden, die zweifellos die größte Berlins ist. Der Bau stellt eine gänzlich neue Art des Garagenhochhauses dar, denn die Automobile werden auf natürliche»? Wege über«ine R a m p e n st r a ß e, die sich serpentinenarttg nach oben windet, in die vorhandenen fünf Geschosse gefuhrt. Die Groß- garage, deren Bauzeit nahezu ei?? Jahr dauerte, hat die stattliche Summe von etwa einer Million Mark gekostet. Dafür ist das Ge- bände aber auch mtt allen moderne?? Mitteln der Technik ausgerüstet. I?? feuertechnischer Hinsicht ist alles restlos getan, um größere Gefahren sofort wirksam zu begegnen. In jedem Stockwerk schließen sich bei Ausbruch eines Feuers, sobald ein Hitzegrad von 70 Celsius erreicht ist, die Türen selbsttättg, so daß ein Brand niemals auf ein anderes Stockwerk übergreifen kann. 400 Wagen ko»n?en in Einzel- und Sammelboxen untergebracht werden. Die Garagenpreisc bewegen sich von 27 M. pro Monat auswärts. En? Hanomog be- kommt seinen„Stall" sogar schon für 25 M. Die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Aerzkc Deutschlands teilt mit: Die jüngst erfolgte Neuwahl zum Vorstand der Arbeits- gemeinschast sozialdemokratischer Aerzte hatte folger?d«s Ergebnis: Vorsitzender: Dr. Korach: Stellvertreter: Dr. Jasfe und Dr. Meyer- Brodnitz: ferner Dr. Birnbaum(Schristsührer, Berlin NO 55, Huse- landstr. 1), Dr. Schwiegt, Dr. Friedeberger, Zahnarzt Dr. Drucker, Dr. Sußmann, Dr. Kollwitz sei?., Dr. Graaz, Dr. Stülz Und Professor Knaack-Ha?nburg. Die Mttglieberoersamlnlung beauftragte den Vorstand, zu denjenigen Vorstandssitzungen, in denen Tagesordnungspunkte. die das parlamentarische Arbeitsgebiet berühren, be- handelt werden, die in den Parlamenten tättgen parteigenöffischeii Aertzt« �gelmißig hfajiqüziehKc"—■ Plaza. Las Varietö des Ostens bietet seinem Publikum in der ersten Novemberbälfte eil? ausgezeichnetes Programm Ein Rätsel bleibt die phänomenale Asra als Hellseherin, welche ihre Aufgaben slbnell ui?d ipielend leicht löste. Ans dem Gebiete der Eguilibriiilk leisten die Drei UcssemS Unglaubliches, ebenso die ZwillinqSbrüder Neumann. Kohlbrandt der rheinische Komiker erschien als Taxischaufieur und gab seine»scherze zun? Selten. Emen ausgezeichneten Radsabrakt aus dem Drabtsell zeigte das Hasson-Trio Nicht unerwähnt sollen Drei Musicalrlowns Priee, Cbas-Bulat- Tscherkessentruppe, Witt, Law und Rud, Jazz an drei Flügeln bleiben. In einem' Dressurakt gefielen die smaragdaS. Eine Revue um Riitternacht. Für den Palmensaal im.HauS Valeria??!?' hat Charles Amberg eine Revue geschrieben. Eine nette, launige Angelegenheit, zu der Karl M. Mal) einige schmissige Schlager komvoniertc. Unter geschickter Regie ziehen in ilolter Folge zwölf Bilder vorüber, die zum grossen Teil selbst sehr kritischen Augen standhalte?,. Unermüdlich tanzen die Vaterland-Girls in huschen Kostümen über das Parkett. Hugo Fischer-Köppk, Hertha Casani, Ruth Kulhan und das Orchester, die«id Kay'S Fellows, teilen sich in den starten Beifall. Noch ein Tag verging, ohne daß das Poltern des Alten hörbar geworden wäre. Doch das Kätzchen schrie kläglicher., „Wenn man nur das arme Tier aus der Werkstatt her- ausbekäme, Ludwig!" sagte die Stiefmutter. Ludwig schwieg. Es tat ihm leid, daß die Katze schrie. Die Stiefmutter hörte mitten in der Arbeit aus. „Hast du denn keinen Werkstattschlüssel?" fragte sie un- vermittelt. Da besann sich der Junge auf den großen Schlüssel, an den er gar nicht gedacht hatte, und langte ihn aus der Tasche. „I ch gehe aber nicht hinüber, Mutter!" sagte er, ab- wehrend die Hände vorstreckend. „Dann tu ich's eben selbst!" und schon schritt sie durch die Hintertüre über den Hof. Ludwig stand indessen am Fenster, sah sie mühsam die halbverfallene Tür öffnen, vorsichtig gucken und dann in die Werkstatt hineingehen. Plötzlich hörte er einen lauten Schreckensschrei, und gleich darauf kam die Frau verstört aus der Werkstatt gestürmt. Die Katze aber hatte sie nicht mit. Die war noch immer drinnen und miaut« kläglich weiter. Die Stiefmutter stand vor Ludwig Sie atmete schwer und hielt die Hand aufs jagende Herz gepreßt. „Er ist tot, Ludwig. Geh, sag's dem Vater! Grauen- Haft, die Katze fitzt ihm auf der Brust und klagt, ein häßlicher Anblick!" Doch bevor Ludwig sich in Trab setzen konnte, war sie selber an ihm vorbeigerannt, der Schuhmacherwerkstatt zu. Eisermann aber, der schon vorher ihren Schrei gehört hatte und sofort wußte, um was es sich handle, ging nun mit seinen Gesellen über den Hof in die Tischlerei. Da bot sich ihjren ein Bild des Grauens. Der Alte war tot. Gekrümmten Leibes lag er über der scharfen Spindkante,» das Gesicht in den halbfertigen Schrank vergraben. Auf seinem Rücken faß die miauende Katze. Die Brille war dem Alten im Sturz von der Nase ge- fallen. Weit offen, wie bei einem Erstickten stand der Mund, und ein wütender Zug in dem verwüsteten Gesicht verriet, daß der Mann mit einem Fluch auf den Lippen gestorben war. Das linke Bein zeigte Blutspuren. Es sah aus, als ob die Ratten daran gefressen hätten. Köpfschüttelnd standen die Männer um den Leichnam. „Der Teufel hat den Alten geholt!" sagte der Altgeselle und es klang wie Schadenfreude aus seiner Stimme. ,Nun kann er wenigstens keine Lehrjungen mehr quälen!" (Fortsetzung folgt.) t 0-llhr-Abendwektung.......-• iO Lahre Hochschule für Politik. Die Deutsche hachschule für Politik hielt anläßlich ihres zehnjährigen Bestehens eine akademische Jeier Im plenar. sitzungssaal des Reichstags ab. vertreier der preußischen und der Reichsregierung, Gesanütc und Botschaster aus vier Sttv teilen. zahlreiche Politiker. Wissenschaftler, freunde und Hörer der Hochschule wohnten"bet Arier bei. Der Präsident der Hochschule, Professor I ä ck h. erinnerte in seiner Erössnungsansprache an die Aufgabe, die'der Hochschule van einem Philosophen der Politik gestellt wurde: dazu beizutragen, den uralten deutschen Gegensatz zwischen Macht und Geist zu überwinden. Direktor Dr. Arnold Wolfers gab einen Ueberblick über die Tätigkeit, wie sie sich in den zehn Jahren gestaltet hat. Staatssekretär Z w e i g e r t sprach den Wunsch aus, die Hochschul« solle ihre Hörer nicht zu politischen Genies ausbilden, erst recht nicht zu politischen 5lannegieb«rn, aber sie soll Staatsbürger heranbilden, die sich zu dem Ethos von Weimar:„Der Staat sind wir!" bekennen. Auf das große Interesse, das die hochschul« im Ausland erregt, wies Professor Rappard- Genf hin. Was das Ausland vor allem an der hochschul« bewundert, ist neben den hohen Zielen der Geist, in dem hier gearbeitet wird. Es ist der Geist wissenschaftlicher Freiheit, politischer Verantwortlichkeit und zwischenstaatlicher Zu» sammenarbeit. Professor Schücting, Mitglied des Weltgericht«- Hofes im Haag, zeigte den tiefen inneren Zusammenhang zwischen dem haager Gerichtshof und der hochschul« aus. Die Politik soll die Fundamente legen für den stolzen Vau der Zukunft, in der die Völker in friedlicher Zusammenarbeit leben werden. Der Festredner, Professor Richard S ch m i d t- Leipzig, be- schästigte sich mit dem Problem der Führerauslese in der Demo- kratic. Viel« historische Beispiele dienten ihm zu dem Nachweis, daß in der Demokratie die weitesten Möglichkeiten zur Führerauslesc gegeben seien und daß auch die Gegner der Demokratie den Formen und Gesetzen der demokratischen Führerausles« unterliegen. Die Schule der Republik! Gemeinschaft zwischen Berufsjugend und Schuljugend. Die sozialistischen S 6)ül e r g c m e ins cha ft« n innerhalb der TAI., die sich erfolgreich bemühen, den republi» Ionischen und sozialistischen Gedanken, trotz reaktionärer Lehrer und Schulleiter, in den höheren Schulen Anhänger zu gewinnen, rief in diesen Tagen ihr« Funktionäre und Mitglieder in den Vortragssaal Lmdenstrotze 3, wo Genosse G a c d e, Oberschulrat im preußischen Kultusministerium, über„Die Schule der Republik' vor' überfülltem Saale sprach. Politisch« und wirtschaftliche Verhältnisse, so führte Genosse Gaede aus, müssen auch das Gesicht der Kultureinrichtungen de» Staates und der Schule der Republik prägen. Bei den höheren Schulen kommt noch hinzu, daß sie Standesschulen der Besitzenden seit Beginn der Republik geblieben sind. Sozialistische Schüler auf diesen Schulen sind Vorposten und Pioniere. Es gilt, die wenigen Errungenschaften auf diesem Gebiete zu verteidigen. Und wenn sich auch der höhere Schüler, der sozialistisch denkt, fremd in der höheren Schule fühlt, die sich vor den Forderungen des republi- konischen Staates hermetisch abgeschlossen hat, so muß er trotzdem ausharren. Es ist ein Verdienst, daß republikanisch und sozialistisch gesonnene Minister vor allein die reaktionären Einflüsse in den Schulen zurückdrängen. Diesen Kamps gilt es zu unterstützen. Und so kann die Aufgäbe sozialistischer Schüler nicht Rebellion sein, sondern bewußtes Ausharren und verteidigende Kampfstellung. Sich in die große Front der organisierten Arbeiterschaft eingliedern und aktiver Fuiiktianär der Massenbewegung sein, nicht Mitläufer, 'andern Mitarbeiter, wird wichtigstes Ziel sein. Die Schule kann in einer klasseiizerrissenen Gesellschaft nicht vollkommen sein, das wissen alle, die aktiv und verantwortungsbewußt an der republi- konischen Schule mitarbeiten. Der lebende Schul st aot mit einer freudig arbeitenden Schulgemeinde ist leider noch lange nicht Rormaitlip der republikanischen Schule. Dieser muß mit der Umgestaltung der Gesellschaft erobert werden. Eine lebhafte Diskussion brachte die Anerkennung, die die Aus- führungen des Genossen Gaede gefunden hatten, zum Ausdruck. Vor allem wurde immer wieder betont, daß es notwendig sei, gegen das Unwesen, das auf den höheren Schulen mit dem„Verein für dos Deutschtum im Ausland' getrieben wird, an- zugehen. Unter dem vereinendc» Banner der Sozialdemokratie in der sozialistischen Arbeiterjugend als sozialistischer Schüler für den Sozialismus auch an den höheren Schulen zu arbeiten, ist der Wille der sozialistisckzen Schülergemcinschaften. Diesem Willen zur Ge- nieinschaft zwischen Rerufsjugend und Schuljugend gab Genosse Gaede in seinem Schlußwort Ausdruck. ,Der nicht erkannte Schädelbruch.� Zu unserer Notiz„Der nicht erkannte Schädelbruch" teilt uns Herr FranzSchau folgendes mit:«Ich erlitt am 6. Oktober einen Unfall. Am folgenden Tage forderte ich'vom Arbeitsamt in der hermannstr. 29 einen Krankenschein Da ich jedoch nicht in der Lag« war, 50 Pfennig zu zahlen, wurde mir die Aushändigung des Scheines unter Hinweis auf die Notoerordnung verweigert. Mit ciner Bescheinigung, daß ich Arbcitzloscnunterstützungecmpfänger »nd Mitglied der AOK. bin, begab ich mich darauf zur Ortskranken- kasse. Auch hier lehnte der Schalterbeamte und der Vorsteher der Kasse eine Ausstellung des Krankenscheines ohne vorherige EnE richtung der 50 Pfennig ab.' Im übrigen hat Schau dann, wie berichtet, dos Urban- und Velhauien-Krankenhaus ausgesucht, bis er 24 Stunden später, als sich sein Zustand verschlimmert hatte, aus Anordnung des Ka>ssenarztes dem Buckower Krankenhaus zugeführt wurde. Das RelchsarbeitsmiNlsterium, das den �all sosort lintersucht hat, erklärt dazu: In dringenden Fällen ist ein .Krankenschein überhaupt nicht erforderlich Der Oeffentlickkeit ist das längst bekannt. Gegen die Lorschrift hat auch keine Stelle verstoßen, denn Schau wurde am 7. Oktober von den Rettungsstelle» des Krankenhauses am Urban und des Zentral» diakonissenhauses Bethanien und am tz. Oktober vom Kossenarzt be- handelt und dann sofort dem Krankenhause Buckow überwiesen: in allen Fällen aus Kosten der Kasse und ohne Zahlung einer Gebühr. Die nächste Stadtverordneteasihung findet am Donnerstag. dem 13 November, statt Beginn der Beratungen um lü'hl Uhr. Wetteraussichlen sür Verlin: Mild, überwiegend bewölkt, nur zeitweise etwas aufklarend mit einzelnen Rege»fällen, westlickie Winde.— Für Deutschland: Ueberall stark wolkiges und mildes Wetter mit einzelnen Regensällen. Der Berliner Ulhmanu Eher, Mitglied des Teutlchen Arbeitcr-Sänger- Sundes, veraniialtrt am Sonntag, dem 9 Nooemder, hn La-lbau Friedrich«- Boin ein Herbsllonzei t ES werden Tendenzchöre von ElSIer. lllbmann und Wetzl gesungen Die im Rheinland anläßlich der Uthmann-t�edöchtniS» seier vom berliner Ulbmann-llbor mausgeMbiten Wert- von Eisler werden in Berlin zum erstenmal ausgeführt, Auherdcm finden drei weitere Aus» führungen statt, davon zwei mit Orchester. Mitwirkung: Ernst Busch tVoltsbühnei. Balladen mit Orchester. Künstlerische Leitung: Joles Schmidt. Beginn IL Uhr. ��icrlxxj�trcux��rtwaßün. � «i./ 17** 9 rrtiL ctrtcm. l olss uru�ver von: je 6 MIUIONEN CIGARETTEN UW,«. l'ahrikatc W -Jkem. viertem Teil, �er Rorm-aicn, F is c,n L a hnt/ tur ts por f/hcit axuS okjne Fr kuiu tttcri �ultcL?ijrriLau*Vimxj eru au«. tltrcR. Bei*.ti'rnjrrüxiu| s o rt. So sorgen, wer cScuss je�er unserer 5T?xIl£oru?n Rounliei'frcunÄe stets in, fr Isclvcrn, Zustoun�e erfialt »eCne KLLTJTlCLrk/'G�arcziic;, jÄfä&C&Q. '•.• V ■:' WM WERTHEIM Leipziger Str.(Versand-Abt) Königetraße Rosenthaler Str. Moritzplatz et gj&rs tc jjte' 78pf 2.35 5.50 Struntp Weihnachfs-Ausstellung Leipziqer SfraPjo Hlffellldithof Roxenfhaler Straft« III. S/ock Morlljplalj III. Stock Könlgstrafje Einrichtungshaut Im 1 Weihnacht, I Ein lim wunderbaren Spieizeug-Reichj Weihnacht überall!| Winfermärchen| Puppenland Tweed der moderne Kieidertfoff, Meier Crepe Cald reine Wolle, Spezialqualif., ca. 100cm br.. Mir. Velour-Song reinwoll. Manfelqualifv ca. 140 cm br.. Mir. 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Es gibt vor allem kein einheitliches Bild der Entwicklung, man sieht in einigen Ländern und einigen Wirtschaftszweigen gewisse Merkmal- der Besserung, in anderen läßt sich dagegen eine weitere Vertiefung der Depression feststellen. Freilich bedeutet es an sich schon einen gewissen Fortschritt, wenn nicht mehr alles für die weitere Verschärfung der Krise spricht, fondern sich verschieden« Entwicklungsrichhmgen durchkreuzen. Aber es sind noch ernsthafte (Sefahrenquellen vorhanden. In erster Linie muh man wegen der Entwicklung der Wirtschaftslage in Arankreich besorgt sein. Längere Zeit blieb Frankreich von der allgemeinen Krise v e r- schont: es blieb ein« Insel der guten Beschäftigung und der starken Kaufkraft. Das war von großer Bedeutung für andere Länder, namentlich für diejenigen, die ihre Waren nach Frankreich einführten. Auch für Deutschland, und zwar mehr als für jedes andere Land, bedeutete die Erhaltung der starken Kaufkraft des sranzöfischen Marktes ein« Milderung der Lage, die man nicht unterschätzen darf. Nun ist das Bild der Konjunkturentwicklung in Frankreich in den letzten Monaten ziemlich ungünstig, und die Merkmale der Verschlechterung vermehren sich Der allgemein« Großhandelsindex gibt keine zuverläsiigen Anhaltspunkte für die richtige Beurteilung der Lage. Er stand zwar im September auf 538 gegen 623 im Durchschnitt des norigen Jahres(nach dem. ge- ivogenen Index 555 gegen 627), ist also um etwa 14 Proz. gesunken. Die französische Statistik gibt aber auch getrennt die Entwicklung der Preise für einheimische und für eingeführte Waren an. Der Index für die einheimischen Waren ist im Sep- tember(595) im Vergleich mit dem Durchschnitt des vorigen Jahres (635) nur um 6,3 Proz., feit März(666) bis September sogar nur um 1 Proz. gesunken, während der Index für die eingeführten Waren im September(428) 28,8 Proz. unter dem Durchschnitt des vorigen Jahres(662) und um 14,3 Proz. unter dem Stand vorn März(561) lag. Hier tritt also die Senkung der Weltpreise in Erscheinung, während die Preis« für die französischen eucheiinh schcn Waren im Durchschnitt außerordentlich fest blieben. Gewiß blldet die außerordcntlick) starke Preissenkung für Roh- stoffe eine Grundlage für die Herabsetzung der Preise für Fertig- waren. Die iliiiernehmcr pflegen aber nur dann die billigen Roh- stostpreise auch in einer Verbillig ung ihrer Fabrikate und nicht nur in höheren Gewinnen auswirken zu lassen, wenn sie ihren Absatz fördern müssen. Eine starke Preissenkung zeugt in diesem Falle von den Schwierigkeiten des» Absatzes. Dem- entsprechend entwickelte sich in der letzten Zeit der Inder der französischen industriellen Produktion(Mengen). Er stand zwar im September mit 139 auf der gleichen Höhe wie im Durchschnitt des vorigen Jahres, ist aber feit März(144) um mehr als 3 Proz. gesunken. In einzelnen Industrien ist die Produktion noch viel stärker als im Durchschnitt aller Industrien zurückgegangen. So ging z. B. der Produktionsindex der T e x t i l i n d u st r i e von 92 im Durch- schnitt des vorigen Jahres und von 85 im März dieses Jahres auf 86 im September.zurück, lag also im September schon um 13 Proz. unter dem Durchschnitt des vorigen Jahres. Holland— Skandinavien— Südamerika. Auch in einem ander«» europäischen Land, welches bisher verhältnismäßig wenig von der Krise betroffen war und als Absatz- markt für die anderen Länder große Bedeutung hat, in Holland, wird die Stimmung pessimistisch, namentlich weil die Kauf- kraft in Niederländisch-Jndien wegen der Senkung der Kautschuk- und Zuckerpreise in den vorangegangenen Monaten stark ge- litten hat. In der Schweiz und in den skandinavischen Ländern scheint sich die Wirtschaftslage in der letzten Zeit auch verschlech- t e r t zu haben. Außerhalb Europas ist noch nicht abzusehen, wie die Revo- lutionen in Südamerika die Aufnahmefähigkeit der dadurch getroffenen Länder für die ausländischen Waren beeinflussen werden. llngewisie Entwicklung in den Vereinlateo Staaten. In den USA. brachte dagegen der September eine gewisse Besserung der Beschäftigung. Die Zahl der Arbeitslosen in den Gewerkschaften ist zum ersten Male seit längerer Zeit etwas zurückgegangen. Dies war freilich eine saisonmäßige Erscheinung, da in den USA. mit dein End« des Sommers ein« Belebung des Geschäftsganges ein- zutreien pflegt. Es zeugt aber schon von einer gewissen Ab- schwächung der Kriseiüendenzen, daß die saisoinnößige Belebung nicht durch die fortschreitende Vertiefung der Depression überdeckt wurde. Nun hat sich diese günstige Entwicklung im Oktober, soweit man bis jetzt übersehen kann, nicht fortgesetzt. Nach den vorliegenden Nachrichten brachte der Oktober eher einen Rückschlag. Der Preisabbau scheint noch nicht abgeschlossen zu sein. Auf der New Dorker Börse soll sogar eine so starke pessimistische Stimmung herrschen, daß mit einer Ueberwindung der gegenwärtigen Krise nicht in Monaten, sondern in Iahren gerechnet wird. Demgegenüber wird allerdings betont, daß sonstige Wirt- schaftskrcise diesen Pessimismus der Börse n i ch t t e i l e n. Teilnmschwung in England? Sehr interessant ist jetzt die Entwicklung in England. Von dort kann man jetzt trotz der fortschreitenden Zunahm« der Zlrdeits- lofigkeit auch einige hoffnungsvoll« Töne vernehmen. Der September brachte eine klar ausgesprochene Belebung in der Baumwolle verarbeitenden Textilindu« st r i e, eine Belebung, die entschieden über die Grenzen der salson- mäßigen Besserung gegangen ist und die weiter anziihallen scheint. Besser ist vor ollem die indische Nachfrage geworden, es wird aber auch van der Zunahme der englischen und kontinental- europäischen Bestellungen gemeldet. Es wäre voreilig, irgendwelche endgültige Schlußfolgerungen zu ziehen; man muß aber diese englische Entwicklung sehr sarg- sältig verfolgen, da die Vermutung nahe liegt, dah sich in England schon der Preisabbau, der dort besonder» stark war. in der Steigerung der Massenkauskrast auszuwirken beginnt. Aus Japan, wo die Großhandelspreise im Laufe des Jahres (von August 1929 bis August 1936) um 26 Proz. zurückgegangen sind, wird sogar eine st ä n.d i g e Besserung der allgemeinen Wirtschaftslage berichtet. Wie gesagt, kann man jetzt noch nicht beurteilen, ob sich diese Aufwärtstendenzen durchsetzen und weiter verbreitern werden. Das wird wesenllich davon abhängen, in welchem Maße die Länder, die bis jetzt von der Krise verhältnismäßig wenig betroffen wurden, in Zukunft eine krisenhafte Entwicklung mit- machen werden, außerdem aber auch von der politischen Lage in Indien, Südamerika und China. Es ist ober sehr bemerkenswert, dah in den Ländern, in denen, wie in England und in ltapan, der* Preisabbau stark war. eine gewisse Belebung von der Seile des Massenverbranchs kommt. Wir haben allen Grund anzunehmen, dah eine solche Form der Ankurbelung der Konjunktur elne allgemeine Erscheinung sein wird. In den Iahren, die dem Slusbruch der Krise vorangegangen sind, ist der Produktivnsapparat fast überall so stark ausgebaut worden, es ist eine solche U-berkapazität. also in kopitali- IS1 Bei MICHELS. e._. wenden am- fabnkriHScne waren zu billigsten Preisen verkaufe. MICHELS' aroßef- Umsatz qibf Jhuaea die Gewähr, stets das Meueste zu finden.. CREPE MAROCAIM�VlO WOLL-CREPE DE CHINE �QO KunUseide.eleqante kleider.)TKJ reine wolle, der einfarbige J wäre, viele Farben, /iQO i Kleiderstoff in marineblauen � dopp. breif H". 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Uns dünkt, daß die Art der Ankurbelung der Konjunktur in den USA. nach der großen Krise von 1920/21 für die meisten industriellen Länder als Vorbild erscheinen wird. Damals kam die Belebung der Konjunktur unzweifelhaft von der Seite des des Massenverbrauchs. Im Jaimar 1922 hat der„Federal Reserve Board" (das amerikanische Zentralnotrirbankensystem) in seiner monatlichen Ucbersicht auch einen Rückblick auf das ganze Jahr 1921 gegeben und hat festgestellt, daß in desjenigen Industrien, die dem un- mittelbaren Bedarf der breite» Massen dienen, eine sehr be- sriedigende Nachfrage zu beobachten war und die Produktionstätig- keit ständig zunahm. Einen weiteren wesentlichen Schritt zum Umschwung stellte die Belebung des Wohnungsbaus im Frül>- jähr 1922 dar. Da man auch jetzt mit einein ähnlichen Gang der A n k u r b e- l u n g der Konjunktur zu rechnen hat, so ergibt sich daraus auch für uns in Deutschland die Schlußfolgerung, daß alles vermieden werden muh, was die Kaufkraft der breiten Massen weiter zu schwächen und die Bautätigkeit zu hemmen geeignet wäre. Zu- gleich aber erscheint es notwendig, endlich vollkommene Klarheit über das Problem des Preisabbaus zu schaffen. Das soll in einem zweiten Artikel geschehen. Bessere Konjunktur in der Textilindustrie! Der Arbeilsausschuh der Deutschen Baumwollspiuner- verbände meldet für den Monat Oktober eine bemerkenswerte Verbesserung der Gesamtlage. Gegen Ende Oktober habe in allen Zweigen der deutschen Baumwollspinneri eine lebhaftere Verkaufstätigkeil eingesetzt: die Auftragsbestände haben sich vermehrt. Ein Teil dieser Besserungen wird von den Baumwollspinnereien auf eine Erhöhung der Rohbaumwollpreise zurückgeführt. Gerade das aber wäre ein sehr bedeutsames Zeichen beginnender ftonstinkturverbesseruug in der Textilindustrie, denn die Vermehrung der Aufträge würde beweisen, dah die Garnvcrarbeiter wieder auf Vorrat kaufen und die Gewebeproduklion zunimmt, wir haben oben dieselbe Tatsache schonfür Englandvcrzeichnet. vlan wird der weiteren Entwicklung in der Textilindustrie die höchste Beachtung schenken müssen. Großhandelspreise sinken weiter. Im Monatsdurchschnitt Oktober stellte sich die Äroßhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamts mit 120,2 mn 2,1 Proz. niedriger als im September. Von den Hauptgruppen ist die Iirdexziffer für A g r a r st o f f e auf 109,3(113,5) und diejenige für industrielle Rohstoffe und Halbwarcn auf 114,2(116,3) zurückgegangen. Die Indexziffer für industrielle Fertigwaren ist weiter auf 116,9(148,4) gesunken. Billigere Lebensmittelpreise. Oer Kampf muß gegen die Preisspannen geführt werden. Der Reichsernährungsminister hat den Präsidenten des Deutschen Städtetages und mehrere Oberbürgermeister von Groß- st ä d t e n in der Frage der Verbilligung der Lebensmittel empfangen und ein gcmelnfanies und planmäßiges Vorgehen im ganzen Reich zur Senkung der Handesspanne, besonders bei Brot, Fleisch und Kartoffeln, nahegelegt. Im Reichsernährungsministerium laufen dauernd Verhandlungen mit Bäckern und Fleischern, um eine Brot- und Fleischverbilligung durchzusetzen. Ebenso laufen Berhand- lungen mit Vertretern der Berliner Milchversorgung, um die Handelsspanne für Milch zu verringern. Alle diese Berhand- limgen des Reichsernöhrungsministers Schiele zielen auf«in« Ver- ringerung der Handels- und Verarbeitungsspanne ab und wollen zu ihrem Teile, und zwar ohne Schädigung der Landwirtschaft, das Preissenkungsprogramm der Regierung unterstützen. Tatsächlich scheinen die Handels- und Verarbeitungs- spannen sich in den letzten Iahren noch beträchtlich erhöht zu haben. Für die Ernährungskosten wird darauf hingewiesen, daß der Handel sich insgesamt 1925 noch mit einer Spann« von 14,8 Proz. begnügt habe, die aber im Jahre 1929/30 sich auf 25 Proz. erhöht hat. Die R e i ch s f o rs chu ng z ste ll« für landwirtsckiostliches Marktwcsen stellt in eingehenden Untersuchungen bei Kartoffeln ein ununterbrochenes Anwachsen der Handelsspannen fest: habe diese im Durchschnitt der letzten sechs Jahre bxim Groß- und Kleinhandel 75 Proz. des Erzeugerpreises betragen, so seien im Ottober 1930 138 Proz. erreicht worden. Weitere Untersuchungen der selben Reichsforschungsstelle ergeben interessante Tatsachen für die Ueberhöhung des Brot- Preises infolge der zu großen Bäckerspanne. Im Verhältnis zu dem Durchschnitt der Preisspannen der Städte Breslau und Dresden dürften nach den Selbstkostenverhältnisien die Bäckerunkostcn in Berlin um etwa 3, in Köln um etwa 2, in München und Frankfurt um etwa l Pf. höher sein. Tatsächlich sind die Spannen aber um 6,9 bzw. 12 Pf. Hölzer als der Durchschnitt Breslau-Dresden. Dieser groß« Unterschied kann nur aus den bei den Bäckern er- zielten höheren Gewinnen erklärt werden. Einen Anhaltspunkt dafür gibt auch eine Brotpreisstatiftik des ZentralverbandesDeutscher Konsumvereine. Beim msistgekauften ortsüblichen Brot ergaben sich je Kilogramm im Durchfchmtt Januar bis September 1929 zwischen dem Bäcker- und dem Konsumbrot folgend« Differenzen: in Erfurt je Kilogramm 2 Pß beim Ladenpreis und 31- Pf. unter Einrechnung der Rückvergütung, in Berlin eine Differenz von 4 bzw. 5'A Pf., in Essen von 4 bzw. 61- Pf., in München von 8 bzw. 10 Pf. und in Köln von TA bzw. 9'A Pf. Es ist auch eine bemerkenswerte Tatsache, daß die Bäcker in den Städten mit verhältnismäßig hohen Brotpreisspannen vielfach stärker unter den Hausbesitzern vertreten sind als in Städten mit niedrigeren Brotpreisspannen. Im Reichsernährungsministerium nimmt man an, daß zwei Drittel der gesamten Backproduktion eine lieber- höhung der Preise um durchschnittlich 4 Pf. je Kilo Brot und Klein- gebäck ausweisen und daß mindestens um diese 4 P f. die allgemeinen Brotpreise gesenkt werden können. Wir sind der Ueberzeugung, daß«ine Verringerung der Brotpreisspannen möglich und notwendig ist. Die Ahnungslostgkeit der Käufer, vielfach auch ihre Bequemlich- keit, verhindern es, daß die Käufer selbst bei ihrem Einkauf nach dem Gesichtspunkt der größten Billigkeit verfahren, um auf diese Weise die Brotpreisspanncn durch Verschärfung der Konkurrenz zu ver- ringern. Um so notwendiger sind Matznahmen, die dem Käufer in dieser Richtung zu Hilfe kommen. Vor dem Reichsrat hat der Reichskanzler Brüning in den letzten Tagen erklärt:„Die Reichsregierung steht iminer noch vor der Lösung der schwierigsten Frage: der Senkung der Lebens- mittelpreise und der Kleinhandelspreise". Wir sind auch der Meinung, daß die Regierung noch vor der Lösung dieser Probleme steht. Es ist höchste Zeit für den Nachweis, daß ihr die Lösung des Problems gelingt! Arbeiislssigkeii wächst noch! Starkes Ansteigen der Arbeittuchenden. Die Zahl der Arbeltsucheuden ist nach dem Bericht des Lcmdesarbeilsamles Brandeuburgin der zweiten Oktober- hölsle um 22 464 auf 497 939 Personen gestiegen. Zugleich erhöhte sich öle Zahl der Unterslühungsbezieher um 17 110 auf 305 894 Personen. Aus Berlin allein entfielen 378 254 Arbeitsuchende, van denen 158 665 hauplunlerstühungscmpsänger und 70 380 krlsenunterskühle waren. Der Rest von rund 150 000 Erwerbslosen entfällt also größte nleils aus die städtische wohlfahrlesürsorgc. Der kauskrastverlust von fast 380 000 Erwerbslosen stellt sich in Berlin auf rund 40 Millionen Mark im Monat. In einer derartigen Situation auch noch die Löhne von 130 000 Metallarbeitern zu kürzen, ist ein wirtschaftlicher Unsinn, der zu einer weiteren Verschärfung der Krise führen muß. Gegen die SSllegung der Mansfeldschea Kupferbetriebe, die mit einer Einstellung der jetzigen Reichs- und Preußei�ubventionen zu erwarten wäre, wendet sich eine Entschließung der Industrie- und Handelskammer in Halle. 13 000 Arbeiter und An- gestellte, mit Familienangehörigen rund 32 000 Personen, würden durch die Stillegung dem Dauerelend preisgegeben, während gleich- zeitig die Volkswirtschaft mit neuen----"-------" � land und kostspieligen Aus würde. Trotz aller Gegnerst. eine Sonderbehandlung gerechtfertigt, so lange die Aussicht besteht, daß nach Ueberwirtdung der gegenwärtigen Preisbaisse und weiterer Senkung der Selbstkosten die Äupfererzeijtgung rentabel zu machen ist. M&L M fat andemWasseb a& BERUM Kennen Sie schon das jüngste Erzeugnis der Persilwerke;® Henkel s Aufwasch», Spüf» ansv,sise zu Rekord- -—:«an aus allen Abteilungen unseres Hauses «eh la R-tor Retor Rekor Rekord Rekord Rekord Rekord Rekord Rekord Rekord Rekord Rekord d" Rekord d� Rekord dt Rekord d«! Rekord de Rekord de Rekord Rekord der Rekord 1>«r Rekord der Rekord der Rekord der Rekord der Rekord der Rekord der Rekord der Rekord der Rekord der K Rekord der Ä Rekord der O Rekord der Rekord der Rekord der Rekord der Rekord der Qu Rekord der Lei, Rekord der Der Rekord der Käu Rekord der Au? Rekord der Qua Rekord der Leist Rekord der Rekord der Käufe Rekord der Ausr' Rekord der Ouali Rekord der Leist» Rekord der Verdi Rekord der Käufers Rekord der Ausw Rekord der Oualilii Rekord der Leistun Rekord der D-rbilliD Rekord der Käuserz» Rekord der Auswah Rekord der Qualität Rekord der Leistung Rekord der Verbillig! 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Linienstrahe 8Z.8ö: San- nn6 Veetutattlelelnonre, Ankrrwick- ler, Autogensda weiher, OrahiaibeUer, HiKimonienre, Elfktromontearr, Em«llllerer,B«uan»chUgcr, Indu.irie- .ehmiede, Kcwrlsch miede u. Kupier- rdtmlcde, Wagen- und Hnfschmiede, Wahlköroer II: Mittwoch, 12. Nov.. oormittags 1 11/. Uhr. lm Eltzungssaal des Verdandshaukes. Lintenftr. Sti-Sü: Liren- karutr nkttan.-» Auto, Maicfaloen-, Bau-, Sdiwarzbicdt- und KaroMcrie- •diloucr. Wahlkörper Nlt Donnerst. 13. Ron., mittags lü'/s Uhr, im«ttzungsiaat des Lerdond-Ahautes. Ltnlenstr W»8ä: lll.e»-, bletall-, Aerolver», Karo».eil- u.Bohr- werkidreber.SdiraDbeDdreber.Rand- sdilciicr, Einrichter, Aaiomatenciii- r ich er, Rohrleger a. Rahrlegerhelter. Wahlkörper IV: Freitag. 14, Ron, oormittags 9 Uhr. im Stsungeloot des -Serdandshauses, Linienstr. 83-8ö: tira- reore, ZUeleore, Gartier, Drücker, Srhleifer, Galvaniseure, Eisenformer, Metaltformer. Kernmacher, Arbeiterinnen. reUenhaner, Gteherei- und Hilfsarbeiter, Zlgarelienmascfaincn- fOhrrr, Betriebshandwerker, Kiao- vorföhrer. Wahlkörper V: Freitag, Ii. Rav, nachmittags 2 Uhr. IM Staiingssaa! des I Beritandshauses. Linienstr. 83-83 Hobler, Bohrer, Sioher, Fräser, Scfaniliarbt i. ter. Walawerkarbeiier, Gold- nnd Sliberarbelier, Mechaniker, Optiker, Uhi machcr.W erkrcuginacbcr. Schart- Schleifer, Arbeiterinnen, Tagesordnung: Beratung der Anträge nnd Wahl der Delegierten znr General. rr- sammlnng am 17. November 1930. Antritt hoben nur dicscnigen Mitglieder, die im Verbandsduch die Berufsbe.ietchi>ui:g haben, ntr welche die Vertammlungen ein- deiuien lind— Ohne Mitgliedsbuch und Arbettslosentattc lein Zutritt! 5pisie»isn unserer Ruiiurahleilnng Zn der Woche>>om iv. bis I«. Stoohr. 1. Der Aussiand der Rilstadoleu Z. Herstellung von Rohgas Zeetin. Zitni. Zn der Woche vom 17. bis 33. Rsvemder: t Unicr den Indianer» E>>d-A»>cri!os. S. Achtung, ivcjohrt Technischer ANnu' Zn der Woche oom 24. bi» 30. Rooemder t. Temdt sqroßcr Raudticr-Fitmi. L. Technischer giiw Zn dar Wache vom 1. bi» Dezember: I. Andreas Holer. 2. Hochtouren(Naturfitml. Antragen wegen Uedertolsung und B>. such der Abteilung s»id tetephonisch oder tchrifttich an die Auttnrabtcitung lA ilro Linienstr. 83.83, Zwinic: 2U) zu richten Montag, 10., Montag, 17 und Montag, 24. November, nur um fl Ahr Vorstellung; edentalls Montag, 8. Dezemder. Die Drtsverwaiiung. am». U-BAHNHOF HERMANNPLATZ DER KARSTADT-BAHNHOF MUfT SS/ i r ttogur Anzüge und hänte aus nitsebracBtei) StoUei, »»■-.h nn«jeni ,196 für tl.39.- 1 - � einscblieBIicb uasc.ei fiatliche« Zufalen— Tadelloser Sitz.— BoßbaarTerarbeitnns! Ans unseren"W C Mark Stoffen von# o# an Neu aufgenonunen! Damen-w0*»™ 39.- Anfertigung nach Ma| M. 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K Seide m plattiert mit Solitt-QC eohle--......... PearyoePt orio- en~li9ch. fior- Mou-- nr leide Jac- 3. Neilage des Vorwärts Ar. S2?» 4?. Jahrgang(I. IPiBl II? Sonniag, 9. November 4930 S'ii Millionen arbeitslos. Zunahme im Oktober eine Viertelmillion.— Sintflut der Verzweiflung. Amtlich wir!» gemeldet, ixtj? am 31. Qktober die Jaljl der bei de» Arbeitsämtern eingetragenen Arbeitsuchenden sich a»f 3 323 0«v belief, wovon etwa 3 2 5 3000 als Arbeitslose angesehen werden müssen. In der zweiten Oktoberhälfte ist die �ahl der Arbeits- losen um 137000 gestiegen gegenüber einer Zu> nähme von 112 000 in der erster Oktoberhälftc. Die Zunahute für den gesamten 2Ronat beträgt also rund eine Biertelmillwn. Tie Gesamtzahl der Hauptuntcr- stützungsempfänger in der Arbeitslosenversicherung beträgt 1561000, in der Krisenunterstühung 511000. « vie Sintflut der Verzweiflung steigt. Es ist kein Trost, wenn uns amtlich mitgeteilt wird, daß für die Winter- monate die Unterstützung für rund vier Millionen Arbeitslose durch die Arbeitslosenverstcherung. für die Krisen- und Wohlfahrtsfürsarge fichergestellt ist. Was bedeutet schon die Unterstützung, auch wenn sie höher wäre, als sie es heute ist, gegenüber dieser Katastrophe, die das ungeheure Heer der Arbeitslosen und ihrer Angehörigen zur Verzweisbing treiben muß. Der Telegraph meldet läglich Selbstmorde von Zugendlichen und Allen, verbrechen von halben Sindern, vor denen man fassungslos steht, wie jener scheußliche Mord, den die drei Jugendlichen im Norden von Verlin verübten. All« drei sind arbeitslos, und auch der Bater des lüjährigen Mädchens ist arbeitslos. Täglich erhalten wir Zuschriften von Arbeitslosen, die ein beredtes Zeugnis sind für die Verzweiflungssttmmung, die sich der großen Mass« derer, die arbeiten möchten, aber keine Arbeit finden, bemächtigt hat Die Verantwortlichen für unsere Wirtschost, die sogenannten Wirtschaftsführer im Unternehmerlagcr, die sich auf ihre Weisheit incht genug tun köinren. wissen angesichts dieser Sintflut der Pcrzrveisttmg keine andere Antwort zu geben, als das Verlangen noch einem weiteren Abbau der Löhne und Gehälter und einer Verlängerung der Ar- beitslofigkett. In Sachsen hat gestern der sächsische Arbeltsminister die Der- ireter der Unternehmerverbände und der Gewerkschaften zu sich geladen, um dieser den Vorschlag zu unterbreiten, eine verkürzende Arbeitszeit auf 10 Stunden eintreten zu lassen, imd die Unter- nehmer, die infolge dieser Arbeitsstreckung Neueinstcllungen vor- nehmen, aus den Müteln der Arbeitslosenhilfe, die durch diese Neu- cinstellimgen frei werden, zu unterstützen. Auch diesen Vorschlag haben die Unternehmer abgelehnt. Die deutschen Unternehmer haben sich daran gewöhnt, nur noch in Zahlen zu denken. Menschliche Imponderabilien sind ihnen unverständliche Größen. SS=BS i' Und doch ist es das Menschenleid, dos aus dieser Wirtschosts- latastrophe herauswächst, das schließlich für die Geschicke unseres Volke? d e st i nt nt e n d sein wird. Wer es nicht vermag, sich diese trockene Zahl von SU Millionen Arbeitsloser, mit ihren Familien von mehr als 10 Millionen Menschen vorzustellen in dem ganzen Ausmaß der t tw st l o s e n Verzweiflung, der ist fürwahr kein Wirtschafter, noch viel weniger ein Politiker. Diese Sintflut der Verzweislim-g erfordert endlich, daß Maß- nahmen getroffen werden, die diese Sintflut eindämmen. Und sie müssen getroffen werden mit jener Rücksichtslosigkeit, mit der unsere Wirtschaftsführer hinweggehen über das namenlose Elend, dos ihre Unfähigkeit geschaffen Hot. So geht es nicht mehr weiter! Die„Vereinigung" der Krisenfürsorge. Auf Kosten der Arbeitslosen. Mit dem Inkrafttreten der neuen Krise uuntcrstützungsverord- nung am 3. November kommen Arbeitslose, die die Anwartschafts- zeit in der Arbeitslosenverstcherung nicht erfüllt haben, aber wenigstens 13 Wochen in einer versicherungspflichtigen Beschäftigung standen, nicht mehr in Krisenunter st ütznng. Alle diese Arbeitslosen tun gut. wenn sie sich sofort an die Wohlfahrt um Unterstützung wenden. Es wäre verkehrt, wenn sie zunächst noch den Versuch zur Aufnahme in die Krisenunterstützung machen würden. Sie würden dadurch nur Gefahr laufen, in der Zeit, wo sie auf Bescheid warten, Schulden zu machen, die sie nach Auf- nähme in die Wohlfahrtsunterstützung nicht bezahlen können, weil die Wohlfahrt nicht rückwirkend zahlt. Für die neu von der Krifenunterstützung erfaßten Arbeitslosen gelten schon ab 3. November die neuen verschlechterten Unter st ützungssätze. Ab 24. November gelten für all« Krisen- unterstützten die neuen niedrigeren Sätze. Familienväter, die mit den neuen Unterstützungssätzen nicht mehr auskommen, sollten schleunigst bei der Wohlfahrt Zu s a tz u n t e rst ü tz u ng s- an träge stellen. Durch die neue Verordnung kommen wohl mehr Arbeits» l o s e in Kriseuunterstützung— wobei die Einschränkungen des Per- fonenkreises durch Ausschaltung der Arbeitslosen mit kurzer Anwart- schast, der„Arbeitslosen unter 21 Iahren, der Angehörigen der Gruppen Landwirtschast' und„häusliche Dienste' nicht übersehen werden dürfen— allein die Erweiterung der Krisenfürsorge geht scharf auf Kosten der Höh« der Unterstützung. Di« Schmälerung der Unterstützung ist empfindlicher als die Gehaltskürzung der Beamten um S Proz. Sie macht beträchtlich mehr als 6 Proz. aus. Front gegen Lohndruck! RGO. stänkert wie immer. In der Generalversammlung der Buchbinder am Donners- tag sollte anscheinend das Oppositionsspicl fortgesetzt werden, das in der letzten außerordentlichen Generalversammtung bereits zu widerlichen Szenen geführt hatte. Bor Eintritt in die Tagesord- nung beantragte die„Opposition' die Ocffnung der Galerien für die Mitglieder, die die Arbeiten der Generoloersammlung verfolgen wollen, d. h. noch dem Beispiel aus den Bezirksparlamenten ihr wirkliches Arbeiten durch Lärm unmöglich machen sollen. Es wurde weiter die Zulassung von vier kommunistischen Generalocrsamm- lungsdelegierten gefordert, die für ein Jahr ihrer Funktion enthoben worden sind, weil sie in der außerordentlichen Generalversammlung den Referenten Genossen Schliestedt mit den gemeinsten Schimpfwörtern belegt hatten. Die von etwa 000 Delegierten besuchte Gencralvcrsommlung ließ die Opposition gründlich abfahren. Der erst« Antrag wurde mit übergroßer Mehrheit durch Ilebergang zur Tagesordnung er- ledigt und der zweite nicht zur Abstimmung zugelassen, weil slir feine Behandlung die Generalversammlung nicht zuständig war. Der Bevollmächtigte Genosse Imhas gab dann den Geschäfts- bericht für das 3. Quartal, wobei er sich auf die Erläuterung des gedruckt vorliegenden Berichts beschränkte. Auch die Buchbinder werden von der Krise hart mitgenommen. Die Lage auf dein Arbeitsmarkt wird von Quartal zu Quartal schlechter. Die Zahl der Arbeitslosen hat sich im 3. Quartal von 4515 auf 1K19 erhöht. Diese katastrophale Arbeitsmarktlage versuchen auch die Unter- nehmer der popierverarbeitenden Industrie zum Lohndruck aus- zunutzen. Bor allem richteten sie ihre Angriffe auf die über- tariflichen Löhne; Erfolge waren ihnen dank des einheit- lichen Widerstandes der Arbeiterschaft jedoch nicht beschieden. Die schwersten Auseinandersetzungen stehen aber noch End« des Jahres und im Frühjahr bevor. So ist z. B. der Lvhntarif für die Luxuspapierbranche gekündigt imd«m ISprozentiger Lohnabbau gefordert worden. Die Abwehrbewcgung ist bereits vom Berbandsvorstand sanktioniert, wie er überhaupt die An- Weisung gegeben hat, allen Lvhnabbauversuchen mit der grötzte« Schärfe entgegenzutreten. Die Agitation war begreiflicherweis« nicht sehr erfolgreich, so daß der Mitgliederbestand ziemlich unverändert geblieben Ist. Der BestaiÄ in der Lokalkasse ist infolge der starken Inanspruchnahme der Unterstützungseinrichtungen zurückgegangen; er betrug am t Oktober rund 70 000 M. In der anschließenden Diskussion versuchte die„Opposition' vergeblich, ihre RGO.-Phrasen an den Mann zu bringen. Bczeich- nend für die Doppelzüngigkeit der„Opposition' war es, daß bei der Abstimmung über die Erhebung von Extramarken zur Unterstützung der Arbeitslosen zu Weihnachten unter den weni- gen Delegierten, die gegen diesen Antrag der Ortsverwaltung stimmten, sich die Wortführerin der.Opposttion', Hanna Schultz, und ihre Fraktionsgenosfln Frieda Teschow befanden, I die zudem noch als Bertreterinnen der Arbeitslosen I gewählt waren!, Fflr Ihre FQsse zu sorgen und Ihren Geldbeutel zu schonen-das ist der Zweck der Leiser-Wcche für den Herrn! Wir kennen die Mode und bringen die neuen, schönen Modelle. Und wir sind Schuh-Fachleute- daher können wir für unsere Schuhe garantieren. Lohndruck und Lleberfiunden! llnternehmertheorie in der Praxis.— Schläft die Gewerbeaussicht? 35»m ZentrawerbanÄ der Schi/Hmocher, OrtKvermoltmlg Berlin, wird uns geschrieben: Auf dem Arbeitsnachweis der Tchuhmocher rn Berlin sind zur Zeit rund 270(1 männliche und 1100 weibliche Arbeitsuchende eingetragen. Trotzdem werden in einigen Schuhfabriken, wie bei Reis, Landsberger Straße III, und I. cherfchthal, Paul« Singer-Straße 101, wochenlangUeberstunden verlangt und geleistet. Hierbei zeichnet sich besonders die Firma H e r s ch t h a l aus, wo der HirfchDunckersche Betriebsratsvorsitzend« Martin Hellmann, Neukölln, Mainzer Straße 59/60, amtiert. Hellmann wurde im Januar wegen Begünstigung des Streik- b?uchs aus der freien Gewerkschaft ausgeschlossen. Er wandte sich nun an den Hirsch-Dunckerfchen Verband, der ihn und seine Anhänger sreudig aufnahm. Seitdem herrschen bei Herschhal tolle Zustände. Die Löhne wurden, nachdem der Betrieb im August auf drei Wochen stillgelegt war, stark abgebaut. Hellmonn und der Hirsch- Dunckerscho Verband waitdten sich nicht gegen die Stillegung, sie unternahmen nach der Wiedereröffnung auch nichts gegen den Lohn- abbau. So konnte der Unternehmer die LShne bis zu 40 Pf. die Stund« kürzen. Langjährig tätige, erfahrene Stepperinnen und Vor« richterinnen mußten mit 25 Mark die Woche nach Hause gehen, obwohl der tarifliche M i n d e st l o h n 38,40 Mark beträgt! Die so um ihre Rechte betrogene Belegschaft muß nun noch obendrein ihre arbeitslosen Kollegen und Kolleginnen durch Leistung von Ueberstunden in den Rücken fallen. Bei Herschthal wird oft von früh 6 Uhr bis abends 6 Uhr gearbeitet, auch Sonntags. Am Sonntag, dem 2. November, mußten gegen Mittag die Nachbarn die Polizei anrufen, damit diese die Firma endlich zur Ein- stcllung der Arbeit veranlaßte. Ob die Polizei einen Straf- ontrog gegen die Firma gestellt hat, ist nicht bekannt.(Wir Höffen es.) Der Tarifvertrag verbietet die Sonntagsarbeit. Dies« ist somit nach dem Arbeitszeitgefetz st r a f b a r. Vielleicht kümmert sich das Gewerbeaufsichtsamt um diesen Betrieb. Wir rufen aber der Belegschaft von Herschthal zu: Wie lange wollt ihr euch von dem Hellmann und der Firma Herschthal noch zu diesen verbrecherischen Handlungen an euren Arbeitskollegen und Kolleginnen mißbrauchen lassen? Schließt euch zusammen in der freien Gewerkschaft! Dann ist es nicht notwendig, daß die Erwerbs- losen, wie dies am 7. November geschah, euch an eure proletarische Pflicht«rinnern müssen. Erhebt den Anspruch auf eure tarif- lichen Rechte, dann braucht ihr nicht Verräter an der Sache der Arbeiterklasse werden.... � Arbeitslosigkeit überall. Auch in der Nahrungsmittelindustrie Krise. 3n der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie ist die Beschäftigung genau so trostlos wie m den übrigen In- dustrien. Nach dem Geschäftsbericht des Vorsitzenden der Ortsgruppe Berlin des Verbandes der Nahrungsmittel- und Getränkearbeiter. Genossen H o d a p p. waren in Berlin im September 1920 insgesamt 1240 Mitglieder arbeitslos» im September 1930 dagegen 2 6 0 0. Kurzarbeiter gab es im gleichen Berichtsmonat des Vor- jahres in Berlin überhaupt kein«, im September 1930 jedoch 2 614. Auch in der Nahrungsniittel- und Getränkeindustrie scheint die Krise noch nicht ihren Höhepunkt erreicht zu haben. Weitere Eni- lassungen stehen im nächsten Monat bevor, und zwar in einem größeren Umfange, als er alljährlich nach der Erledigung des Weih- nachtsgoschäfts zu verzeichnen war. Die Organisationsleitung bemüht sich, die Entlastungen möglichst zu verhindern. So sind bereits mit Vertretern der Berliner Brauereien Verhandlungen geführt worden zwecks E i n f ü h- rung von Kurzarbeit, um dadurch über die Krisenzeit hinwegzukommen. Zu einem abschließenden Ergebnis haben diese Verhandlungen noch nicht geführt. Aus die T a r i s p o l i t i k der Organisation«st die Verschärfung der Arbeitsmarktkrise natürlich nicht ohne Einfluß geblieben. Lohn- erhöhungen konnten nur in ganz wenigen und dann auch nur meist kleineren Branchen durchgesetzt werden. In den meisten Branchen sind die Lohnabkommen entweder gar nicht gekündigt oder unvcr- ändert verlängert worden.» In der Mitgliederbewegung ist ein geringer Rückgang von 200 Mitgliedern gegenüber dem 2. Quartal ein- getreten, so daß die Ortsgruppe Berlin des Verbandes der Nah- rungsmittcl- und Getränkearbeiter am 30. September 18 372 Mitglieder zählte. Auf welcher gesunden finanziellen Grundlage die Organisation aufgebaut ist, bewies der B«.riebt des Kassierers, Gc- nassen Barth. Trotz einer geringeren Zahl von Beiträgen hat sich der Bestand der Lokalkasse im 3. Quartal noch um rund 7300 Mark aus 73 076 Mark erhöht. Die Generaloersammlungsdelegierten bekundeten ihr E i n o e r- ständnis mit der Tätigkeit der Ortsgvuppenleitung durch den Verzicht auf jede Diskussion über den Geschäfts- und Kastenbericht. Lehrsiellenvermittlung durch den ZdA. Für viele Eltern, deren Kinder nach der Schulentlassung einen kaufmännischen Beruf erlernen wollen, wird es von Interesse sein, zu hören, daß der Zentralverband der Angestellten durch seine Stellenvermittlung auch Lehrstellen vermittelt. Es empfiehlt sich, sich wegen einer Beratung s ch o n j e tz t an den ZdA. zu wenden. Das Verbandshaus befindet sich H e d e m a n n st r. 12 (Nähe Untergrundbahnhof Kochstratze). Sprechstunden sind jeden Tag von 10 bis 13 Uhr, Sonnabends von 10 bis 13 Uhr; außerdem jeden Montag und Freitag von 17 bis 19 Uhr. Achtung. Bau. und Getdschrankschlofier! Montag in de» Germamasälen. Berlin N., Ehausseestraße 110, nachmittags 3 Uhr, Funktionärverjammlung; um 7 Uhr dortfelbst Bronchevversammliwg. Tagesordnung: Bericht von den Nevhondlungen. Bestimmtes und pünktliches Erscheinen ist Pflicht. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Ortsverwaltung. BnuantMäaert Bei der Kiima Boa e l. Schön«' _______ Platz. B JT, gendorf. Mecklenburgische Straß«, Bau Richter u.«chädel, Baum- schulenweg, Fraueillobstraße Ecke Bronbrunner Straße.— Wir bitten die Belegschaften dieser Bauten, diese? besonders zu beachten. » Die Ortsverwaltung des DMP. Gesperrte Gastwirtsbetriebe. Wegen Differenzen wurden für die Mitglieder des Zentralverbandes der Hotel-, Restaurant- und Cafä-Angestellten folgende Gastwirtsbetriebe gesperrt: Norden: GroßdestUlation„Bauers a�, Inh. Sauerbier, Müllerstraße Ecke Seestratze und Krausenstraße 12; Großdestillation„M a r t i n i", Inh. Otto Martini, Badstraße 8a: Mitte: Engelhardt Bierausschank, Inh. G e i s l e r, Münzstraße 20; Osten: Tanzpalast „Möwe"', Inh. Helene Kindors, Große Frankfurter Straße 8?,' Palais des Ostens, Inh. Pfeilstifter, Warschauer Straße 35; Kerns F« st s ä l e, Inh. Agnes Hochmann, Rummelsburg, Türr- schmidfftraße 43; Süden: Bräustübl, Inh. Fritz N i e r h o f f, Oranienstraße 144; Restaurant„S p r e e h a ll c n", Inh. Frau Katharina Hubregtse, Brückenstraße 12. GPD.'F?a?tiim im Gcsawtverbaud. MimLag, 10V4 Ubr. in ben Kammersalen(großer Saal), Teltomer Sir. 3—4, Vollversammlung der a)..-i,. � s„„ ttl-tt________ ais;-i..-_______ w r,. stimmten Aufgaben der Betriebsräte genommen werden soll. Erscheinen aller drm Dcsamwerband angehörenden Parteigenosten, die Betriebsrat, -Angestelltenrat, Arbciteriat»der Betriebsobmann sind, ist unter allen Umständen erforderlich und unbedingte Pflicht. SPD.-Zrattio» im Gefamtnerband, Beriet Weihcafee. Montag, 19!4 Uhr. Weiftcnfee. Lehdcrstr. 122. Restaurant Gallas, Versammlung aller beim Bezirksamt Weißensee beschäftigten und der SPD.-graltion angehörenden Beamten, Angestellten und Arbeiter. Tagesordnung: 1. Kapitalkonzcntratio» und Rationalisierung. Referent Genosse Emil Barlb. 2. Bctrlebsangelegenhciten. Z. Verschiedenes. Erscheinen ist Pflicht. Sympathisierende können durch Mitglieder eingeführt werden. Der Fraktion-oorstand. Z. A.: Barz. Betricbssraktion b«r SPD. beim Bezirksamt Preazlaucr Berg. Dienstag, lk'.l Uhr. öffentliche Versammlung für die beim Bezirksamt Prenzlauer Berg beschäftigten Beamten. Angestellten und Arbeiter im Sitzungssaal Danziger Str.«4. Tagesordnung:.Welchen Einfluß hat die Politik auf die Wirtschast?" Referent Otto oisia._ Um rege Be. teiligung wird gebeten. Der Zraltionsoorstand. K m 0 m m Csi m i Z Z m k p AGO ziehi nichi. Di« Hallesche RGO. versuchte am Donnerstag, entsprechend den neuen Befehlen aus Moskau, in Halle einen Roten Metall- arbeiterverband zu gründen. Die Absicht schlug fehl. weil sich außer einigen Erwerbslosen Metallarbeiter nicht eingefunden hatten. Wie einflußlos die RGO. auch im Bezirk geworden ist, beweist die Tatsache, daß zu einer vor kurzem von der KPD. mit großem Tamtam angekündigten„großen" Mittel- deutschen Bergarbeiterkonferenz außer dem Referenten nur drei Mann erschienen waren. Genosic Müuluer, Darsitzender des Gesamtverbandes, schreibt uns: Aus Anlaß der Feier meines 60. Geburtstages sind mir so viele herzliche Glückwünsche und sonstige Kundgebungen aufrichtigster Freundschaft und Kollegialität aus allen Teilen des Reichs zu- gegangen, daß ich mich in die Lage versetzt sehe, allen Gratulanten aus diesem Wege für ihre Teilnahme herzlichsi zu danken. Sattler-, Tapezierer- und Portefeyilrrperbanb. Dienstag, 19 Uhr. im Gc- wertschaftshaus. Generalversammlung. Wichtige Tagesordnung. Zutritt nur gegen Vcrbandsausweis.— Sonnabend, 15. November, im Gcwerkschaftshaus, st-eft der Mitgliedschaft unb Iubilarjeier. �reieGewerkschaits-Zuaend Verlin Mm______......... y&Sf vlaiz. Zur Aufführung gelangt:.Die Matrosen von Cattaro". Um " 19 Uhr im Nordkreis, Jugendheim Pankow, Eörschstr. U. Lichlbisdcr. Vortrag:„Das rote Wien".— Montag, 10. November, um 1914 Uhr. Gruppen» leitungssißung im Sitzungssaal des Bnchbinderoerbandes, Eewertschastshaus, Eugelufer 21—25. Bortrag:„Statistik und Sewerkfchastcri". G Zuaendnruppe de6sZen>- °'7«,!irons»'>tion um o«Ü0 be-inNuv'' vab»' s-ir giossniügar rl*---» ssss MS Kow�srezeme« ümwl Ottomane-fAant®� Wofte, gz. a.Konsk*-» re mZwischenfutt®r u. m. warm. Zwi �5� Pelzkragen»n We gmppeZ Damen-I�änte� «ein« WoMe, gaoz aeföHert. mit Pelz- Srogea«nö Stolpe« Tamen-Mänte» � a m e � Wolle.»ets Öhr Stettinsr Singer Das neue Programm! (ödniL hilhe Pnisi, voBb Prajr.I Dönhoff- Brettl: 10 groae Nummern; Tanz.» Kapelle Hans Sixtus. ToiKsbtt&ne Theater-s BOlowplah. 8 Uhr Uraufführung Sie Matrosen von cattaro Staatl.Sdiiller-Tl!. 8 Uhr Kabale nnd Lebe Berliner Ratskeller C W. Schuler Berlin C 2, Könlgstraße 15-18 rornsprochar I 3 Kupfergraban 3017-3018 ERÖFFNET! Mittagsgedeck von RM. 1.75 bis RM. 2.50 Bier- und Weinabteilung— Ratsweinkellerei— Stadtkuche Abgeschlossene kleinere und größere Zimmer stehen zu Veranstaltungen jeder Art zur Verfügung Sonntags Tafelmusik von 12',— 2, Uhr/2 Kapellen Winfer ★(jarren* 8.1S imr- Raudiea erianbi 24 Tille rattes. Carr'a u. 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Vornaiersadumg Origiiiallus.lialliePreise Komische Oper »V- Uhr Das Mädel am Steuer Operette v. Gilbert gal und miiis T Nur aross- Berlin Aloxanderplat* EIN SPIEL toi dem Leben und Wirken de* HAUSDIENSTES MhnAdkenac« Zeit und Ort der Aufführung Wiederholung: Veransfaller: Emfriftfreil Eine Vortragende Eine Hausfrau Eine Berufs täfigu Ein» werktätige Frau Eine Hausangestellte Eine Haushaltungslehrerto Die Gasuhr Die.Pause* 10, .w. November 1930, Beginn 19 so Uhr Hackescher Hof, Rosenthaler Str. 40 11. November 1930, Beginn 19«» Uhr Deutscher Hof, Luckauer Straße 15 Oer Hausdienst der Berk Städt öaswarke Ar6. Verlosung I IbeaLlWestBos 8-/. Uhr Luftlilini Ronitmti« FindeD Sie, daB Constance sidi riAtigveitiält? Lessiog-Tbeat 8 Uhr Ein Riig!i:MaiReiiM Rennen zu Strambers Sonntag, 9. November nachmittags 1 Uhr Hontag, 1 10. 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Langgeftreckie Hügel ziehen sich zu beiden Seiten des Weges wie weite Waldkämm« hin. Aber dieses ganze Gebirge ist künstliches Menschenwerk. Es sind die Schutthllgel des zerfallenen Babylon, die unter dem Glanz der aufgehenden Sonne eine un- bestimmbare Größe annehmen. Ich schreite über'Sie höchste Straße der versunkenen Stadt. Man erkennt noch die schweren viereckigen Platten von weißem Kalkstein, mit denen der Weg gepflastert war. Es ist die breit« Straße der Prozessionen, die einst zu dem Tempel Marduks führte. Hoch über den Mauern der ausgegrabenen Gebäude läuft sie auf dem Kamme dieses toten Gebirges mitten im Himmel dahin, und man wundert sich, wie man ein« Straße bauen konnte, die sich nicht neben, sondern über den Häusern erstreckt. Die Könige Babylons waren von ständiger Baulust erfüllt. Da ihnen die Paläste ihrer Bäter nicht mehr gefielen, schütteten sie diese zu und errichteten auf den so gewonnenen Hochflächen andeye darüber. Da diese Erneuerung mehrmals hintereinander geschah, stiegen ihre Poläste immer steiler in den Himmel. Be- sonders Nebukadnezar hat während seiner drHundvierzigjährigen Rsgierungszeit nie aufgehört, seine mächtige Burg zu erweitern: „An der Ziegelsteinmaner gegen Norden trieb mich das Herz, einen Palast zum Schuf!« Babylons zu bauen", sagt er selbst in einer alten Zicgelinschrift darüber.„Ich legte mein Fundament an die Brust der Unterwelt.... ich erhöhte seine Spitze und ver- band sie mit dem Palast mit Crdpcch und Ziegelsteinen und machte ihn wie«in Waldgebirge hoch." Dieser Aufschüttung verdanken wir die unzerstörbare Erhaltung aller Gebäude, die sich unterhalb dieser Straße befanden und die man zu Beginn dieses Jahrhunderts sorgfältig aus ihrem tausend- jährigen Grabe befreit hat. Es war eine der großartigsten Ver- kehrestraßen der Welt. Auf Dämmen und Brücken erstreckte sie sich über einen Arm des Euphrat hinweg bis zum Tempel Esagila. Sie war mit quadratischen Kalkstcinplatten von einem Meter Seitenlänge gepflastert. Di« Steine zeigen keine Spuren von Wagenrädern, aber sie sind glatt, wie blank geschliffen von vielen weichen Sastdalen und nackten Fußsohlen: es sind die Steine, auf denen Daniel und Darius wandsllen und auf die der nächtliche Schein der Pechmckeln fiel, die man neben dem Wagen Alexanders des Großen bei seinem Einzug hertrug. Auf den Triimmern des alten Babylon. Plötzlich zögert mein Fuß. Das Ischtartor, Zwei mächtige Mauerblöcke erheben sich au- der Mitte der Schuttmassen bis zu einer Höhe von zwölf Metern wie viereckige Türme. Es ist ein Doppeltor mit zwei hintereinanderliegenden Torgebäuden. Ohne jeden Schnörkel und Vorspmng erinnern sie in ihrer würselartigen Form, ihren glatten Wänden an die monu- inentale Einfachheit der Betonbauten der Neuzeit. .Den einzigen Schmuck dieser Wände bilden die zahlreichen Neliesdarstellungen von stieren und�D rächen. Ihre wütend �ge- öffneten Rachen sind dem Eintretenden zugewendet. Sie stehen in Reihen übereinander. Jedes Tier hat eine Länge von zwei Metern, und ihre Gestalten sind prachtvoll erhalten: denn bei der tiefen Ver- chruna, die die Babylonier diesen Bildern entgegenbrachten, haben sie vor der Zuschüttung die merkwürdige Vorsicht beobachtet, alle Tiergestalten vorher mit Gips zu überschmieren, so daß sie fast unverletzt erhalten geblieben sind. Zwischen ihnen bewegen sich die unheimlich schlci.chenden Züge des Sirrusch, der gehenden Schlange der Babylonier. Wohin ich mich wende, überall erblicke ich an den 'Mauern die Gestalten dieser Stiere und Drachen. Es sind mehr als hundert und ihre Zahl muß, als die Mauern unzerstört waren, noch viel größer gewesen sein. Swinm, lautlos auf ihren Katzen- pfoten und Husen schleicht das Gewimmel der Bestien unter der glühenden Sonn« an den gelben Steinen auf mich zu. Folgt man der Straße weiter, so liegt dicht hinter dem Aus- gang des Jschtartores die Südburg. Hier befand sich der Thron- saal, in dem Belsazar sich im llcbermut des festlichen Gelages die goldenen Tempelgefoße tragen ließ, die Nebukadnezar aus Jerusa- lem geraubt hatte. Die Gäste sollten daraus trinken. Aber während sie tranken, erschien, wie von Menschenhand geschrieben, eine leuch- tende Schrift an der getünchten Wand. Weder Priester noch Stern- deuter, nur Daniel vermochte sie zu enträtseln.„Mene men« tekel upharsin".(Gott hat dein Königreich gezählt. Man hat dich in einer Waage gewogen und zu leicht besunden.) In der Nacht wurde Belsazar getötet. Ist es wirklich eine Sage? Einige Gelehrte behaupten, in den drei ersten unglückoerheißetiden Worten Münzwerte zu erblicken, die«in beim Mahl anwesender Perser nichtsahnend mit Kohle an die Wand geschrieben hatte, um seine Forderungen auszurechnen. In den Augen dez betrunkenen, von bösen Ahnungen gequälten Königs verwandelten sie sich in seine furchtbare Prophezeiung. „Gewogen und zu leicht befunden!" So spielen Wahrheit und Legende ineinander. Am Fuße der Trümmerhügel, hat an das Ufer des Euphrat gedrängt, liegt das kleine arabische Dorf Kmairisch. An seinem Ende erhebt sich das frühere Wohnhaus der deutschen Ausgraber, die hier im Auftrage der deutschen Orientgesellschaft vor dem Kriege die Reste der alten Stadt bloßlegten. Die Treppe zu den Wohn- räumen ist zerfallen, das Geländer eingebrochen. Totenstille, Staub und Verwesung auch hier wie in den Ruinen Babylons. Fast zwanzig Jahre hat Professor Knldewey, der deutsche Ent- hüller des wiedererstandenen Babylon, hier fern von der Heimat mit einem kleinen Stab von Mitarbeitern in der Einsamkeit zu- gebracht. Sein Zimmer glich einst einer Mönchsklause. Geheimnis- volles Dunkel erfüllte den Raum, dessen Fenster mit weißem und schwarzem Papier verhängt waren. Staub mischte sich mit dein Tabaksqualm der langen Pfeifen. Pavicre, Messer und Dolche, Karten und Pläne lagen umher, ganze Kisten voll kleiner, mit Keil- schrist bedeckter Tonzylinder, Werk? der Anatomie und Aftronomi?: denn da er alle Wissenschaften der Babylonier studierte, mußte er in den Erfahrungen der ganzen Welt zu Hause sein. Mitten in oll dem stand das verstaubte Bett, in dem der Gelehrte oft monate- lang an Fieber ohne jede ärztliche Hilfe völlig verlalscnGn der Ein- samkeit gelegen hat. Niemand wohnt heute mehr in den Räumen. Selbst die Netze der Spinnen, die alle Papiere und Pücher der Stube überzogen, sind verweht. Die Fliegen sind mager geworden und kehrten aus die Dunghauscn in den Dorsstraßcn von Kwairisch zurück. Als die Engländer 1917 Bagdad besetzten, mußte Koldewcy fluchtartig das Haus verlassen. Es P nie wieder a» die Statte feiner Mühen ijße im Mimmel und Hoffnungen zurückgekehrt. 1923 starb er in Berlin, einsam, wie er gelebt hatte, schon fast vergessen von einer Welt, die von wichtigeren Sorgen erfüllt war, als die Trümmer einer seit Jahr- taufenden entschlafenen Stadt sehcrhaft zu mächtigen Traumbildern in das Leben zurückrufen. Ich gehe durch das kleine ärmliche Dorf. Machmud, einst der treue Diener der Ausgraber, begleitet mich. Er zeigt mir seine Kinder, die inzwischen heranwuchsen. Sein weißes Gewand, seine gepflegte Art unterscheiden sich von denen der anderen Araber: aber er hat sein Deutsch fast vergessen. Knochen, vertrocknete Palmen- blätter auf der Straße, die fliegenbedeckten Gesichter zerlumpter Kinder. Und aus den Mauern der niedrigen Hütten, die die ara- bischen Dorfbewohner aus den Trümmern des alten Babylon er- bauten, schreien noch immer die Ziegelstempel Nebukadnezars die uralte Sehnsucht der Menschheit in die sonnendurchzittert« Dorf- straße: „Nebukadnezar, König von Babylon, Sohn Nabupolassars, bin ich. Marduk, erhabener 5)err... ewiges Leben gib zum Geschenk!" Am Ende des Dorfes läuft der Weg in die Sümpf« des Euphrat aus. Frauen, Tonkrllge auf dem Kopf, schrecken langsam zum Flusse hinab. Die schwarzen Büffel heben schnaubend die breiten Nüstern aus dem gärenden Schlamm. „Leben! Schenke ewiges Leben!" rufen die tausendjährigen Steine, rufen die Menschen, die Tiere, die Gräser in die blühende Landschaft. Ein Liebesbrief vor 5000 Jahren. Der Abend legt feine Schatten über die nahe Steppe. Ich schreite noch einmal auf der Höhe die Steinplatten der alten Pro- zessionsstraße entlang. Im Spiel der Abenddämmerung nehmen die Trümmerhaufen wieder die Linien ferner Hochgebirge voll erhabener Einsamkeit an. Die Schatten der Palmen unten werden länger. Vor zwei Jahr- zehnten standen noch keine Bäume hier; aber die Araber, die zu ■mihetm Mm-Tw dem Marren (£in hoch mit Hol; beladener Karren schwankt« auf der holprigen Landstraße einher. Zwei Knaben zogen ihn. Man sah sie kaum: denn sie verschwanden fast unter dem Karren. Ein dünner Regen rieselt« vom trüben Nooemberhimmel herab. Es ging zur Nacht. Lichter blinkten auf in weiten Abständen. Die Knaben sahen nichts, sie stenimten sich vornübergebeugt in ihre Taue, denn die Straße ging bergauf. Sie sprachen auch nicht miteinander. Sie keuchten nur. Der Regen lief über ihre erhitzten Gesichter. Immer langsamer ging es vorwärts. Der Karren knarrte, drehte sich bockig zur Seite und blieb dann endlich ganz stehen, als wollte er nicht mehr. Da setzten sich' die' Knaben entmutigt auf die Deichsel. Jetzt hörten sie den Rege»-rümw-ttud- iühtteii. ihn. durch ihr« nassen Kleider dringen. Frösteln bischlich sie.„Ich Hab' noch Brot", sagte Stephan. Er zog ein Stück knisternden Papiers aus seiner Tasche, wickelte lgngsam sein Brot heraus und sah es an. Dann brach er einen kleinen Kanten ab.„Da", sagte er,,„hast auch ein Stück". Franz nahm es und steckte es in den Mund. So hungrig war er, daß das Brot im Augenblick verschlungen war. Dann saß er da und sah zu, wie sein Bmder aß. „Waich doch: ich bin noch nicht so weit", sagt« Stephan. „Dann iß ein bißchen zu!" „Was geht's mich an, wenn du kein Brot mehr Host..." „Schmatz' nicht so, du!" schrie Franz ihn an. Da lacht« Stephan:„Du Knirps, was fällt dir denn ein! Was willst du eigentlich?" „Weitersahren will ich!" „Wenn du ollein ziehen willst..."— Stephan erhob sich von der Deichsel.„Dann meinetwegen. Ich Hab' noch Zeit." Franz hatte sich in den Strick gestemmt. Cr dreht« die Deichsel und zog aus Leibeskräften. Bon einer Seck« taumelte er nach der anderen: jedoch der Karren ging nicht vorwärts. Stephan sah ihm lachend zu.„Weiß wohl, was du im Kopfe hast", sagte er.„Bist neidisch auf mein Brot." Der Karren begann sich langsam zu bewegen: er knarrt«, holperte und rollte langsam vorwärts, ohne daß Stephan sich am Ziehen be- teiligte. Ganz schräg in seinen Strick gestemmt lag Franz. Einmal siel er fast aufs Gesicht: er rutschte auf dem schlammigen Boden hin und her. Er biß sich die Lippen wund in seiner Wut. „Bist neidisch aus mein Brot", hatte der Bruder gesagt. Ihm klang's noch in den Ohren. Er hörte es immerfort im Singen des Regens und, im Knarren der Räder:„Bist neidisch aus mein Broi." Gemächlich legte sich Stephan nun auch den Strick um die Schulter und zog mit an. Er lachte in sich hinein. Da tarf ihn ein Faustschlag ins Gesicht. Franz schlug wie ein Besessener auf ihn ein, finnlos, vor Wut. Im Nu waren beide Brüder ineinander verschlungen. Die Schlage hagelten. Franz, der jüngere, war Stephan nicht gewachsen. Er hörte die Schläge dunipf auf Kopf und Rücken trommeln, aber er gab nicht nach. Sie waren oerstrickt in ihren Tauen, kamen zu Fall, wälzten sich im Schlamm und schlugen immer weiter. Sie stießen mit den Köpfen aneinander und traten sich'mit Füßen Die Stricke aber ließen nicht los: die Brüder blieben eingespannt. Zuletzt erlahmten ihre Kräst«: sie konnten kaum noch schlagen. Beide waren ganz mit Schlamm bedeckt und glitten aneinander ob, nur von den Stricken gehalten. Da tönte eine hohle, alte Stimme:„He! Kinder! steht doch auf!" Ein alter Manu stattd da. zwei Stöcke an seine Knie gestützt, und faßte die Brüder bei den Schultern.„Was schlagt ihr euch?" sprach er mit rauher stimme.„Habt's schiver genug mit eurem Karren. Steht auf und fahrt nach Hause:'e ist Nacht.' Die Brüder ließen voneinander ab, standen aus und sahen verbissen vor sich hin. Schwarz standen die entlaubten Kronen der Bäume jenseits der Landstraße. Der Invalide zog«in dunkle» Tuch aus seiner Joppe und wickelte etwas aus.„Da", sprach er,„wollt ihr Brot? Ich ntog nichts essen." Er brach das Brot mittendurch, gab jedem eine Hülste. „Eßt und fahrt zu! Ich helf euch auf den Weg!" Die Brüder hielten das Brot in den Händen. Doch keiner biß hinein. Sie legten sich die Stricke um die Schultern und griffen nach der Deichsel. Der Alte ging nach hinten und schob an.„Fahr! zu!" rief er. Di knarrte der Karren weiter. Der Regen ricselle: der Wind heulte im Gehölz. Der Alte blieb zurück: er stand, mitten aus der Straß«. vielen Hunderten Erde und Stein« für die Ausgräber aus den zerfallenen Häusern hoben, hielten hier ihre Mahlzeit ab. Sie nähr- ten sich wie alle Arbeiter und Bauern Mesopotamiens fast aus- schließlich von Datteln, dem Brot des armen Mannes. Die aus- gespicnen Kerne fielen in den feuchten Usergrund, keimten und um- geben heute in einem dichten Palmenhain das Dorf. Meine Füße stoßen an die Steinplatten. Ich sehe im Zwie- licht wieder die Inschriften der alten Stempel mit dem Zeichen der Keilschrist vor mir, die mit ihren Strichen und ver- dickten Enden wie der Abdruck von Vogelkrollen im Ton zurück- blieben. Meine Sohlen knirschen auf zertretenen Scherben und den Resten zerbrochener Tonzylinder, in die einst Urkunden, Ver- träge und Briefe eingedrückt wurden. Wieviel Wissen aus dem Leben dieser Menschen verdanken wir nicht der Tatsache, daß d.ie Babylonier kein Papier kannten. Ganze Archive von Handelsver- trägen hat man in großen Tonkrügen verpackt und mit Asphalt verschlossen vorgefunden. Garantiescheine aus die Haltbarkeit mit Smaragden besetzter Ringe, Mietverträge. Ehescheidungsurkunden. Ein kleines zierliches Täfclchen mit einem Liebesbrief kommt mir wieder in den Sinn: „An meine Bibii Samas und Marduk mögen Dich um nieinet- willen ewig leben lassen. Wie geht es Dir? Schreibe mir doch. Ich bin nach Babylon gegangen, habe Dich aber nicht gefunden. Ich mar sehr enttäuscht. Benachrichttge mich, wann Du kommst und ich mich freue. Im Monat Marsche-wan sollst Du kommen. Mögest Du um meinetwillen ewig leben!" Immer tiefer sinkt die Dämmerung. Die Sterne treten am Himmel hervor, groß, strahlend über der weiten, in Nacht ver- sunkenen Ebene. Bis dicht an den Rand der Ebene kriechen sie hinab. Was hat sich eigentlich seit jenen Tagen geändert? frage ich mich im Weitergehen. Auch damals schon trug man Gold- plomben in den Zähnen, die Spazierstöcke waren ntii Aepfein. Lilien und Adlern als Griffen geschmückt, kunstvoller als die unseren. Die Technik ist«in wenig fortgeschritten: aber die Sorgen und Wünsche unseres Herzens sind die gleichen geblieben.... Plötzlich bricht die Straße unter meinen Füßen ab, als führte sie in den nächtlichen Himmel, mitten in die Sterne hinein. Als aber die Brüder oben auf dem Berge angekommen roaren und nun die Straße leicht bergab ging, da bissen beide in ihr Brot, das schon ganz naß geregnet war. Auch ihre Tränen fielen nun darauf. Sie weinten beide: doch keiner wußte es vom andern. Qerdland: Sin„3rackherru.. Um dies« frühe Morgenstunde sind die Straßen am Wedding schon belebt... Das Heer der Arbeiter und Angestellten ströml in die Fabriken und Kontore. Noch flackert das gelbe Licht hinter den Glasscheiben der Laternen, die Rolljalousien liegen noch vor den Schaufenstern der Geschäfte, und nur einige Friseure und Zigarren- Händler haben ihre Läden schon geöfsnöt. Aber die jungen Burschen und die srifch-koketten Mädchen, die alten Arbeiter und die Frauen in Umschlagtüchern, alle mit blauen Kafseepullen oder Aktenmappen versehen, hasten daran vorbei, hinein in die Schächte der Untergrund, in die Autobusse, die Straßenbahnen... Sirenen verkünden heulend und zischend den beginnenden Werktag. Um diese frühe Morgenstunde geht durch die Weddingstraßen ganz allein ein junger Mann im Frack. Er trägt einen schwarz- stumpfen'Abendhut, feine Lackschuh« funkeln, aber sein Gesicht ist verwüstet, abgelebt, veramüsiert, wie es scheint. Sein Gang ist torkelnd, und die weißen Lederhandschuhe an seinen Händen leuchten herausfordernd durch den grauen Morgen. Man starrt ihm nach. Höhnische Wort« durchschneiden die Luft, Eine alte Frau schreit ihm nach:„Oller Penner!" Aufgespeicherte Bitterkeit entlädt sich. Die jungen Burschen gehen ganz dicht an ihm vorbei und streifen ihn mit ihren Schultern. Leise und voll verhaltener Wut klingen die Wort«:„Na, Määnsch, haste dir ammesiert? Na, sind die Weiber auf dich geflogen? Dem hat der Sekt jcschmeckt!" und„Määnsch, valier man dein« Handschuhe nich... Sonst kannst« nich.... na du weeft schon!" In allen diesen spontanen Ausrufen, in diesen verächtlichen Blicken und Ge- bürden, den jäh ausbrechenden Schmähungen liegt die Berwunderung: Was will der hier? Was will der bei uns? Kann der Fatzke nicht auf der Tauentzien bleiben? Will der hier stänkern? Oder läuft er etwa Reklame für einen Schneider, der uns, Weddingmenschen, aus- gerechnet Frackanzüge machen will?„Hat dir deine Olle raus- jeschniissen?" ruft ein Junge von seinem Fahrrad. Und da ist plötzlich Stimmung da. Aus dem höhnischen, verbissenen Gelächter ergibt sich ein humoriges Lächeln: Kinder, Kinder, ihr könnt ja gar nicht wissen, was mit dem da überhaupt passiert ist! Die Anwürfe verstummen, brechen ab, die höhnischen Blick« weichen mitleidigen, denn der Herr im Frack hat vor einer Pfand- leihe Halt gemacht. Das Laternenlicht ist erloschen, und im grausam- grauen Tageslicht merken die Leute, daß feine Eleganz schäbig und auf neu gebügelt ist, daß sein Gesicht überanstrengt und müde, aber nicht veramüsiert, und daß sein Gang schlotternd, aber nicht torkelnd ist... Der Herr im Frack geht vor dem Haus der Pfandleihe auf und ab, immer auf und ab. Er wartet... Er wartet auf die Oeffnung des Pfandhauses. Mit einem harten Grauen nehmen die zur Arbeit hostenden Weddingmenschen jetzt die Fadenscheinigkeit des Fracks zur Kenntnis. Sie ahnen, daß der junge Mann da vor der Pfand- leihe ja nichts anderes ist als ein sogenannter„Frackherr" im Film, ein kleiner Komparse, ein armseliger Extra, der nur diesen Kleidungsstüc�n sein« Beschäftigung, seine miserablen Gagen ver» doiikt... Sie ahnen, daß der junge Mann während einer Nach!- ouinahme miese Statistinnen knutschen inußte, daß er müde ist, hundemüde... In ireftlichen Bezirken würden die Leute ihren Spott in sich hineinfressen, würden sagen:„Aha, ein Frackhcrr! Ja, richtig, der Stoa dreht ja in Bodelsberg einen Gesellsck)aftsfstm!" Di« Weddingmenschen ahnen das. lind— es ist ganz seltsam— der arme Komparse sehnt sich jetzt nach den bissigen Zurufen von vorhin, nach diesen Blicken und'dicsen Gebärden. Da steht vor einem Pfondhans im Viertel der Berliner Prosetarierquarticre ein..Frackherr", der daraus wartet.' seinen Alltagcanzug einlösen zu können, den er verletzt l>at. um i>°n Frack aufbügeln zu lassen, den Frack, in dem er besiere Zeiten erlebt hat, den Frack, der ihm über die schwersten Klippen Hinweggeholsen hat: als Kellner, als Filmkomparfe hat er ihn getragen, diesen Frack, der wohl bald vor'Altersschwäche den Dienst quittieren wird... Da steht im granenden Morgen«in„Frackherr", lind das Heer der Arbeiter und AngssteUtcn zieht an ihm vachci. Und zuweilen trifft ihn ein mitleidiger Blick.,, Jllexander r. Sacher ItlaSoch: ——— Und jetzt, Herr, will ich dir erzählen, wie Piplotsch den Traum hatte, Dein Schnaps ist gut und wärmt nieine alten Änochcn. Du weitzt, daß ich vieles erlebt habe auf»»einen Fahrten, als ich nach jung war. Ich habe ein langes Leben hinter mir. Mein Stamm ist ausgestorben, und niemand erinnert sich an den Tag meiner Geburt. Damals gab es noch keine Lahnen und Benzin- fahrzeuge, die heut« stinkend und hustend die Luft der Landstraßen verpesten. Und ich kam auf meinen Sohlen weit im Lande herum. Als Zwanzigjähriger sah ich die Schneegipsel oben im Koniitat Trencssn, später kam ich einmal an den steierischen Bergen vorbei, und noch später rief man mich in die südlichen Gegenden, und damals sah ich das Schwarze Meer Bei den alten, zerrissenen Stiefelsohlen, die du hier siehst(und die deine Großmut sicher bald lmt besseren vertauschen wird), schwöre ich dir's, es war schwarz wie Tinte.- Hier überall war ich und noch an vielen anderen Orten. Denn, wie d» weißt, bin ich ein großer Geiger, und der Ruf meiner Fiedel ging durch ganz Ungarn, so daß man mich an allen Orten zugleich hören wollte. Ich spieUe Joses Kandula, dem Betjaren, bei seiner Hochzeit auf und fiedelte oor dem Erzbischof. zu Preßburg. Einmal ließ mich der König rufen—---. Aber davon ein ander Mal. Und ich wurde so reich beschenkt, daß es vorkam, wenn ich auf der Straße ging, daß die Dukaten durch.meine zerrissene Rocktasche auf die Erde klirrten. Denn ich gab, zeitlebens nicht viel auf Kleidung. Aber alles Geld, das ich erworben hatte, floß durch diese meine durstige Kehle, und dgs war gut so. Denn wozu diente mir altem Zigeuner Hab und Gut.'Man kann nicht mit mehr als wer Pferden zugleich fahren und nur in einem Hmife wohnen. Säenii aber der düime Atem, der durch meine alten Lungen pfeift, sein schwaches Lied zu Ende'gespielt.hat, dann sind meine Knochen ebenso gut für die Erde, den Wind und die Bäume, wie die Knochen vekcher' Leute. Piele von uns hätten Viesen Traum, denn alle jene lockt der Besitz, dis. neben ihren Schuhen über diese Welt gehen. Aber' Piplotschs Traum haUc mich daran erinnert, daß wir ein fremdes, über die Erde versprengtes Bold sind und nicht dazu ge- macht, Reichtümer zu erwerben oder einzugehen in den Schah anderer Böller. Diesen Traum, den Piplotsch erlebte, erzählten die Mütter ihren Säuglingen und die alten Frauen ihren Söhnen, wenn sie hoch hinaus wollten. Es war ein besonderer Traum. lind wenn du mir noch einen Schnaps gibst, will ich beginnen... '--- Rupphaas schmieg, ich aber antwortete ihm: „Wenn ich die Gejchichke gehört habe, will Ich dir den Schnaps geben. Nicht einen Augenblick früher.'Denn du hast mir schon fast die ganze Flasche abgebetielt, du alter Säufer, und es ist nur mehr ein Fingerhut voll darin.* „Herr, belüge mich nichk. Denn ich weiß äciiaü, daß du noch eine zweite Flasche von diesen« herrlichen Getränk bei dir hast. Ich sah sie vorhin zufällig in deinem Rucksack. E» ist deiner unwürdig, zu lügen.'Gib wir also den Rest, und später kon.rft du mir noch ein Schliickchen aus der. neuen Flasche verehre?." „R.icht«jnc» Tropfen,. Rupphaas, eh' ich die Geschichte Hab«. Ich kenne dich. Wenn ich jetzt nachgebe, dann hast du hernach das Ganze vergessen. Ich aber mjll die Besch ich:« höron von Piplyljch? Traum.,.——— Rnpphda» war klein und dürr, die' Haut hing faltig über feinen breiten Backenknochen, die dichten Büschel,. seiner Augenbrauen f'.glterten hin und her. Er, hafte wenig Haare auf dem Kopse, aber diese wenigen waren kohlschwarz, trotz seines hohe» Älters, pein Kragen war aus Papier, und eine schiefe Smokingkrawatte hing daran. Wir saßen vor einem'Feuerchen, das Rupphaas vor dem Eingang seiner Lehmhütte. angebrannt hatte und siber dessen Glut «in Maiskalben briek. Ofi besuchte ich ihn,, um wunderlichc Ge-■ schichten Jti hören. Und immer hatte, ich noch eine zweite Flcksch« in Reserve. Mit seinen dürren, schwarten Fingern griff Rupphaas in die Glut und drehte den Maiskolben. um. Während er sprach, zischten und knackten die Maiskörner, und manchmal knallten sie lo laut wie Sprengkapseln. An diesem Abend stieg der Rauch hoch in den Himmel, ein leichter Wind legte ihn.wie ein« Fahne über den Fluß.-- Drüben-— aber in großer Ferne— wurde im Dorf das erste Licht angezündet.-i■• Rupphaas schielte bekümmert nach dem Schnaps, seufzte tief »md begann: -„Damals kam Piplotsch von einer seiner Fahrten zurück. Bor Wochen' hatten ihm die Verwandten Nachricht geschickt, sein« Groß- inutter sei mit einem Jungen niedergekommen, und das war für«ine Frau von sechzig Iahren immerhin eine Leistung. Piplotsch, der gerade irgendwo an der serbischen Grenze fiedeltt, hatte auch erfreut zugesagt, zur Feier des großen Ereignisses heimzukommen, um so mehr, als ihm noch nie erlebte Festlichkeiten in Aussicht gestellt wurden. Er ging denn auch noch in der gleichen Nacht auf und davon, und die verwaiste Kapelle blieb ohne Primgeiger zurück. Ich kann mir denken, Herr, wie sich der zweite Geiger gefreut hat. Denn naturgemäß rückte er jetzt an Piplotschs Stelle und wurde erster. ——„Zwei Wochen später war Piplotsch glücklich in der Nähe des Dorfes angelangt, in dem seine Sippe zurzeit wohnte. Hier &iplatfch träumt traf er auf der Landstraße einen Pjerdelzändier, bei dem«r sich über nähere Einzelheiten des freudigen Familienereignisses informieren wollte. Nach heftigen Kreuz- und Querfragen stellte er fest, daß die Niederkunst der alten Dame eine fingierte Sache war, und nur dazu erfunden, um ihn aus der Ferne heimzulocken. Eine gewisse Mira hatte Hekratsabsichten gegen ihn kundgegeben und genoß die oaile Unterstützung der ganzen Sippe. Die Folge war, daß Piplalschs Begeisterung aus den Gefrierpunkt sank, und er nun wirtlich nicht mehr wußte, ob er die restlichen vier Meilen zurücklegen sollte oder nicht. Um sich die Sache noch einmal zu beschlasen, näherte er sich nun zwar dem Dorf, begab sich jedoch in die alte, verfallene Mühle, die auf dem Türkenhügel steht, und die dein Großvater sicher noch gekannt hat, Herr. Inzwischen wurde sie abgetragen und eine Ziegelei hingebaut. Daß sie doch vom Schwein gebissen würden, ihre Erfinder! Denn, wie du weißt, leben meine Stammesbrüder, sofern sie nicht mit Erfolg, wie ich, den Fiedelbogen führen, vom Ziegel- brennen. Piplotsch hatte sich zur beoorstchenden Feier, mit der es nun Essig war, fein herausstafsiert. Er trug den abgelegten Rock eines Lehrers, die Hosen eines Kreisrichters und die ehemaligen Stiesel eines Gendarmeriewachtmcisters. Auch sonst war er, wie ich hörte,«in hübscher Kerl, und die Mädchen waren allerorts verrückt nach ihm. Aber was nützte ihm jetzt die seine Kleidung? Wo es doch den Anschein hafte, als schlüge das freudige in«in trauriges Ereignis um! m Die Mühle war etwas baufällig, das halbe Dach fehlte, dis Tür war aus den Angeln und mußte angelehnt werde». Hinter dem Türkenhügel kam die Dämmerung herauf. Die letzten Sonnenstrahlen glitten unruhig über den Bach»nd ein starker Wind pftss durch die Uferweiden. Piplotsch hing seine Stiesel vor die Tür auf einen rostigen Nagel, mit den Sohlen nach answäris, um die Gespenster abzuhalten. Dann fetzte' er sich noch eine Weile vor die Tür, aber so, daß ihn von der Landstraße niemand sehen konnte, denn wie gesagt, wollt« er unerkannt bleiben, diese Nacht. Er stopste sein Pfeifchen und zog daran, daß es eine Lust war, und während er so in den sinkenden Abend starrte, kamen ihm merk- würdige Gedanken. Fern slog eine Krähe aus, uud er verglich ihren schweren, weit ausholenden Flügelschlag, der sie jedoch nie in die Weite serner Länder zu tragen vermochte, mit seinem Leben. Alle sein« Fahrten und Abenteuer— und Piplotsch hatte ihrer viele bestanden— erschienen ihm klein und van geringer Bedeutung. Denn wo der Mond hinfällt, schlägt er Schatten. Und so war auch Piplotsch aus der Helle des Mondes immer wieder in den Schatten der Nacht getaumelt, fein Leben lang. Denw immer lockt« ihn, was er nicht befaß, und hott« er ferne Sache um der anderen willen erst aufgegeben, reute Um später dennoch der Verlust. So ist es mit uns allen, Herr, denn w'r find ruhelos, solange nur auf dieser Erde wandern. Unsere Lieder werden mck Geld bezahlt, aber das Geld rinnt uns durch die Finger wie Spreu und wir wissen nichts Rechtes damit anzufangen- Und niemals, Herr, schmeckten mir gelaufte Bouletten so gut, wie«in setics, ehrlich gestohlenes Schwein, so auch Piplotsch. Aehnliche Gedanken mochten durch seinen Kops gegangen sein, als er sich später im Innern der Mühle neben dem Kamin lang ausstreckte. Er jchtisf ein. Cr schlief und draußen ballten sich die Walten zusammen,«in Regenschauer fegte an der Mauer der Mühle entlang und der Wind psksf durch die Locher des Gebolks. Und da war es Piplatsch, als säße er wach und rpit offenen Augen in der Mühle neben dem Kamin. Es war finstere Nacht, und dennoch herrschte in der Mühl« ein gewisses, blaues Licht, das von nirgends kam und doch alles erhellte, und Piplatsch wußte gleich, daß es nicht mit rechten Dingen zuging. Er fuhr ouf und sah aus der Tür. Erschrocken gewahrte er, daß der Mond, einer roten, gedunsenen Kugel gleich, am Himmel entlongrollte, mit großer Schnelligkeit. Piplatsch spuckte gleich sieben- mal auf feine eigenen Füße, aber es half nichts, der Mond rollte weiter. Die Haare standen ihm zu Berge,»nd er flüchtete in die Mühle zurück. Nach eiwas beunruhigte ihn sehr. Er hatte genau gemerkt, daß der Nagel vor der Tür leer in die Nacht starrte. Die Stiesel waren verschwunden. Jetzt konnten die Gespenster nnbe- hindert' in die Mühle. Nun kauerte Piplatsch in der Ecke unter heftigem Zähneklappern. Denn durch die Türe kamen rote Flämmchen hereingesprungen, hüpften hin und her, vereinigten sich dann zu einem Flammenkreis, der sich drehte und in der Mühle umging, ohne je stillzuhalten. Aber Piplatsch sah wohl, daß die Flämmchen immer wieder in eine bestimmt« Eck« des Kamms zurück- kehrten, als wollten sie andeuten, daß dort etwas Besonderes oer- borgen sei.. Die eine Hälfte des Kammes fehlte ganz. Der noch vorhandene Rest des Mauerwerks wies handbreite Sprünge auf und hinten gähnt« ein tiefes Loch. Das alles hatte Piplatsch schon vorher bemerkt, aber nicht beachtet. Jetzt knallte es, und der Flammenkreis erlosch. Mur die unnatürliche blaue Dämmerung herrschte noch im Raum, und Piplatsch erhob sich zaghast, um nach- zusehen, was es mit den Flammen an sich hatte. Zögernd tastete er das bröckelnde Gemäuer ab, befühlte das Innere der Risse und griff dann beherzter hinten in das tiefe, schwarz« Loch. Er griff etwas Weiches, und es klirrte wie Metall.„Aba," dachte Piplatsch, ,cha bist du also!" Und ohne sich weiter mit Staunen aufzuhalten, zog er«inen mächtigen Lederbeutel aus der Oeffnung hervor, angefüllt bis an den Rand mit Goldstücken. Der Beutel war so schwer, daß er mit beiden Händen zulangep mußte, um ihn vom Kamin in seine Eck« zu schaffen. Hier strich er«in Streichholz an, um besser zu sehen, und begann zu zähle». Aber als er je»» letztes Streichholz verbraucht hatt-e, war er noch nicht mst dem zehnten Teil fertig. Soviel Gold war das. Und jetzt vergaß Piplatjich, daß es Nacht wa�, er schulterte den Beutel, trat aus der Hütte und ging schnür» stracks ans da� Dorf los. Kaum hatte er die kleine Brücke erreicht, hinter der die ersten Hütten des Ortes sichtbar wisden, ha sah er eine Gruppe von Gestalten auf sich zukommen. Merkwürdigerweise war es bereits heller Tag geworden, und er crkannbe die Ankömm- king« gleich. Born kam Mira, das verteufelte Mädchen, die ganze Sippe hinter ihr. Auch die Großmutter fehlte nicht. Scherzhaft drohte er der alten Dame, wegen der Fopperei mit der salsckxn Geburt, und sie verbarg ihr Gesicht verlegen in ihae Röcke. Die ganze Sippe verneigt« sich tief vor Piplatsch und— dar Teufel weih woher— aber sie wußten alle, daß er den Schatz gehoben hatte. In der Mitte des Dorfes erwartete ihn der Bürgermmfter mit dem Hute in der Hand. Seit die Welt besteht, waren noch keinem Zigeuner solch große Ehren widerfahren. Und meritwürdig, von diesem Augenblick an rollten die Tage wie die Bilder eines Panopti- kums an Piplatsch vorbei, so daß er kaum so recht zu Wem kam. Große Festlichkeiten wurden gefeiert, und als Piplatsch nach seiner sieben Tage währenden Hochzeitfeier mit Mira in ein neues, eigens für sie erbautes steinernes Haus einzog, bestellte er den alten Geigen- macher Petaki aus der nahen Kreisstadt und beauftragte ihn, fünf- undzwanzig Geigen für ihn anzufertigen, darunter ein« aus Eben- holz und ein« aus Kupfer. Denn das war schon immer sein Traum gewesen. Am gleichen Nachmittage mußten sämtliche Geigen'fertig sein, und Piplatsch wollte auch mit gutem Gold daßür bezahlen. Petaki macht« sich'gleich an die Arbeit und schuftete, was das Zeug hielt. Richtig fand Piplatsch am nächsten Morgen die Geigen oor. Nachdem er jedoch alle bis zur kupfernen durchgespielt hallte, sr»d er keine Freude mehr an ihnen und hängte sie der Reihe nach an die Wand. Und als er die letzte Geige am letzten Nagel beieltigl hotte, wandte er sich um und sah zu seinem Schrecken, daß die Tür weit aufgerissen wurde und vier Männer ein riesengroßes-5)immcl- bell hereinjchleppten. Hinter den Männern kamen Mira und seine Großmutter in bauschigen, seidenen Gewändern und sagten zu ihm: „Von heute ab mußt auch du in einem Bett schlafen, Piplatsch, wie all« reichen Leute." Da fuhr ihm der Schreck lähmend in die Glieder. Denn er �»atte noch niemals in einen, Bett geschlafen. Es war nun Abend, die Männer hatten sich entfernt, nur Mira und seine Großmutter standen da und forderten streng und unerbittlich, er solle sich nun die Stiefel ausziehen und in das Himmelbett legen. Er ober schrie und tobte, er würde niemals dazu bereit sein, denn er würde sicher ersticken vor Angst und überhaupt wäre«s gemein, sa etwas von ihm zu verlangen. Aber jetzt.zeigt« die Großmutter aufs Fenster, und oor dem Fenster stand der Bürgermeister mit den Leuten aus dem Dorf und sahen zu, ob Piplatsch nun auch ein richtiger, seiner Mann geworden sei, wie es sich zu so viel Geld gehörte. Und ob er in diesem Himmelbett' schlafen werde oder nicht. Da gab es leine Rettung. Er zog also.die Stiefel aus und legte sich unier eine Decke, die so dick war. wie zwanzig Pferdedecken übereinander gelegt. Hier lag er nun keuchend in der Dunkelheit und versuchte einzuschlafen. Aber es wollte ihm nicht gelingen, denn er schwitzte gottsjämmerlich und viele Teufel saßen auf seiner Brust, die ihn verhöhnten.„Piplatsch," riefen sie ihm zu.„was ist es nun mit der Freiheit? Was ist c? nun mit den Wiesen und mit den, Wald? Und was ist es mit dem Wind, der unbehindert und frei über die Ebene läuft, und mit den Sternen, hie darüber stehen?" Und Piplatsch dachte an seine fünfundzwanzig Geigen und an den Sack voll Gold, der noch fast bis an den Rand gefüllt war, und es ergriss ihn solch« Angst, daß er laut zu schreien begann, die Decke abwarf, so daß die Teufel auf beiden Seiten zu Boden kollerten, zum Fenster sprang und sich hinaus auf die Straße stürzte. Das Fenster lag.zu«bener Erde, aber es war, als öffnete sich die Erde unter ihm und er stürzte viele Klafter wett in die Tiefe. Dann schlug sein Kopf gegen etwas Hartes was gewaltig weh tat. Piplatsch brüllte',, och ein letztes Mal auf. Hier endete Piplotschs Traum. War er nicht von tiefer Be- deutung, Herr?" Rupphaas verstummte und sah den Nebeln nach, die der Abend über den Fluß hinübertrieb. Lange saß er so und sagte nichts. Und da erkannte ich, daß ihn die Geschichte, die er erzählte, tief ergriffen hatte. Denn noch nie hatte ich erlebt, daß Rupphaas den Schnaps vergoß, wenn er zu Ende war. Darum sagt« ich: „Ich werde Piplotschs Traum aufschreiben, damit viele Leute ihn lesen können." „Vergiß nicht, mich dabei zu erwähnen, Herr, und daß ich«in alter, versoffener Kerl bin, aber einst ein großer Geiger war. Und willst du jetzt dein Versprechen halten?" „Ja," sagte ich bekümmert und holte die Flasche hervor. Das Feuer vor Rupphaas' Hütte leuchtete kaum noch und die Dunkelheit verschluckt« Rupphaas. die Bäume, die Hütte, den Fluß und den Nebel, der über dem Tal lag. Nur die Sterne blieben noch und der Mond. WMPERSEK Wollplusch-Teppiche reineKommqomvwiieseitjohf. ______, tehnfCn eroroBfe Mai*e.Stirmuirer u.Onenh-Teppiche Fl 36: 5t- 69; garawqhalran O/.50 SCiiene��OH. Anaroi ögoer-OgSO Brücken&;v,s Vv. Täbris. Heris. �350 soW's Schiras|$£o 1 «osveir Vorr BrÖCken.Tournav-Vetour nervorragend bewährte Qualität m.Pranse19o32$0 .Adorf'- 9O1804-9.' � Vi 6/? 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Bölliz ungeklärt ist noch die Herkunft der an der Brandstätte gefundenen menschlichen Reste. Hierüber will Safsran nichts angeben. Da nun die Aerzte in Rastenburg einwandfrei festgestellt haben, daß es sich um Menschenknochen handelte, muß Sassron sich aws irgendein« Weise eine Leiche beschafft haben, um seine Flucht zu verdecken. Die Ltutef schleife bei der Kommandantur Zahlmeister Mariin unh Woiischak zu Gefängnis verurieitt. Das Schässengericht Berlin-Mitt« verurteilte den Obersekrelär bei der Berliner Kommandantur Hermann Martin wegen sortgesehker Unterschlagung und Urkundenfälschung im Amte zu einem Jahr sechs Monaten Gefängnis, den Ober- inspektsr woitfchak wegen Beihilfe zur sortgeseßten Unterschlagung des crfteren und wegen selbständiger Unterschlagung zu zehn Monaten Gefängnis. Mit diesem Urteil ist die Angelegenheit der Kommandantur nicht erledigt. Weder für das Gericht noch für die Oeffentlichkeit. Martin wird die zweite Instanz anrufen. Sein Verteidiger hat unmittelbar vor dem Plädoyer fein Aint niedergelegt. Er wollte sich mit dem widersprechenden Gutachten der Sachverständigen nicht zufrieden geben. Er forderte ein Obergutachten. Das Gericht lehnte den An- trog des Anwalts ob. Die Urteilsbegründung erkannte wohl an, daß Martin im jetzigen Augenblick vielleicht an der Grenz« der Geisteskrankheit stehe, vor fünf Iahren aber, als er feine Vergehen beging, sei er gesund gewesen: dafür spreche nicht zuletzt auch die„raffinierte" Art und Weis«, mit der er seine Unter- schlagungen zu verdecken verstanden habe... Auch für die Oeffentlichkeit ist die Angelegenheit nicht erledigt. Sie will wissen, wie es geschehen konnte, daß Martin im Laus« von drei Iahren unbehelligt DOOVOO Mark beiseite schassen durfte— 400000 Mark hatte er nach seiner Verhaftung zurückgegeben—, sie rvaren also nicht verwettet, sondern befanden sich in gutem Gc- wahrsam. Für den, der sich in der fast vollkommenen Kontroll- lastgkeit, mit der in der Kommandantur Tausend« verausgabt wurden, anskanitte, gab es eben nichts Einfacheres, als auf Kosten des Fiskus einen guten Tag zu leben. Die Kontrollo sigteit bestätigte vor Gericht auch der Sachverständige, zu dessen Obliegen- heitcn es gehörte, allmonatlich die Büchertontcolle auszuüben: sie war rein formaler Natur, erklärt« er. Wohlfahrtspflege und Politik. Als Aujtatt für die Winterarbeit veranstaltet« der Kreis Tiergarten in dankenswerter Weife ein« Wxhlsahrtskonfcrenz. Diskutiert wurde das Problem„Wohlsohrtspflege und Politik". Gc- «ossin W a ch e n h e i m, M. d. L., verstand es glänzend, in ihrem Referat zu diesem Thema das alte Vorurteil, daß ausgerechnet dies« beiden Gebiete sich nicht berühren sollen, zu zerstreuen. Die Wohl- fahrtspsleg« ist ein Teil der ösfentlichen Aufgaben der Kommunen und mithin selbstverständlich auch ein« politisch« Ausgab«. Durch die Wohlsohrtspflege hoben es die konfessionellen Verbände verstanden. sich einen großen Einfluß auf die Massen zu verschossen. Es ist natürlich, daß sj« jetzt, wo ihr« Machtposition aus diesem Gebiet wackelt, uns vorwerfen, wir oerknüpfen künstlich diese beiden Ge- biete. Uns kann dieser Porwurf nicht Hammen, wir hoben als Sozialdemokraten erkannt, daß Wohlfahrtspflege und Politik zusammengehören. Unsere Forderung muß lauten? Hinein in die Wohlfghrtspslege. Di« Erkenntnisse über die Auswirkungen unserer sozialen Gesetzgebung können wir nur dort erwerben, um dies« in der Praris erworbenen Erfahrungen theoretisch in der Politik zu verwerten, lind wer immer noch die Borstellung Hot, daß Wohl- fahrtspslege und Politik voneinander getrennt werden müssen, der kann«S täglich jetzt erleben, daß es die Politik der Regierung Brüning ist, an der die Wohlfohrtspsl«gc leidet. So leidet, daß lede Weitercittwicktlinz onshören muß. Entzieht man sich des politischen Einflusses, fo schwindet die Grundlage»nserer modernen Wcchlsährt,- psleg« in nichts zusammen! Revolutionsfeier» der Jugend. Mst einem gut zusammengestellten und wirksamen Programm feiert« die Charlottenburger Arbeiterjugend am Frei- tag in der Schulaula in der Pestaiozzistraße den Tag der Revolution. Die Feier, die einen ungewöhnlichen starken Besuch aufwies, wurde mit einem Kampflied eingeleitet. Dann sprach Ludwig D iede ri ch. Mitreißend und anfeuernd rief er die Jugend auf, sich unbeirrt von jedem Gejchrei der Radikalen zum Kämpfer für Demokratie und Sozialismus zu schulen. Wir wollen, rief er aus, den Mut und di« Ausdauer von Eroberern I>aben. Wir wallen ja auch die Welt für den Sozialisms erobern. Das„Rote Kollektiv", ein« Gruppe junger Genossen mit starker rhetorischer und schauspielerischer Begabung, führte dann eine politische Revue auf. Dom Bauernkrieg über die 46er Revolution, gingen die Szenenbilder zu den Weber- aufständen und zu den ersten Befreiungskämpfen der Arbeiterschaft. Besonders wirkungsoolljvcir eine kurze Sprechszene aus der französischen Revolutton. Der Stoff hätte straffer gegliedert sein können, auch war die Szene aus den Bauernkriegen zu long und dos Schlußbild nicht genügend ausgearbeitet. Die Leistungen der Mitwirkenden waren durchweg gut und fanden auch starken Beifall, und das Dorhoben des„Roten Kollektivs" kann nur gelobt werden. Mit dem öang der Internationale klang die Feier ab. Hakenkreuz-�owdy sreigefprochen. Ein nationalsozialistischer Provokateur. der die Porteikundgebung am 7. September zu stören ver- suchte und sogar zwei Polizelbeamte mit einem Revolver bedrohte, stand kürzlich wegen Nötigung vor Gericht. Er wurde merkwürdigerweise freigesprochen. Der NattonalsoMist Richter aus der G n e i f em a u st r. 27 hatte, als am 7 September ein größerer Reichsbannerzug durch die Gneistnaustraß« marschierte, sozialdemokratisch« Parteimitglieder angepöbett, und als diefe sich die Provokation verdaten, sie mit einem Revolver bedroht. Auch die herbeieilenden Schutzpolizei- beamten empfing dieser Held mit vorgehaltener Pistole, die er erst senkt«, als der eine Schutzpolizeibeamte gleichfalls seine Dienstpistole zog. Der Vater des jungen Burschen hati« die Heldentat seines Sohnes vom Fenster aus verfolgt und auch, um nicht ganz untätig zu sein, eine große schwarzweißrote Fahne auf dem Balkan ge-> schwenkt. Auch dem Bater wurde bei der polizeilichen Feststellung ein Revolver abgenom m e n. Bor dem Gericht bekundeten die beiden Polizeibeamten, daß sie von dem jungen Burschen nnt einem Revolver bedroht worden wären. Auch drei wei-- tere Zeugen bestätigten dies« Aussage. Der Staats« anwalt beantragt« jedoch nur'äO Ptark Geldstraf« und dos Gericht sprach den vielversprechenden Hitler-Buben frei. Di« Ausgabe der Polizei, für"Ruhe und Ordnung zu sorgen, kann nur dann wirksam durchgeführt werden, wenn die Justiz gleich, falls gegen da» politische Rowdytum ohne Mild« vorgeht. Ein llripil wie dos oben angeführte sabotiert di« Arbeit der Polizei und fördert die Provokationslust des politischen Rowdytums. Easino-Theoler. Ein reichhaltiges, dabei recht.schmockhofles Ragout serviert Direktor Berg seinen Novemdergästen. Im artistischen Teil des Vorprogramms zeigen Chili u. Challq Geschicklichkeitsproben im Jonglieren, Gerty u. Erick Caleen, das musik- begabte Tänzerpoar, beherrscht di« Technik von Balalaika und Akkordeon ebensogul wie die des Tanzes. Der Sketch„Eine er- träumte Idee", dos TUarcha» vom betrunkenen Dichterling, steht o»f etwas allzu schwachem Gebein. Zum Schluß spielte man mit Laune und Schmiß Ladislaus Fodors unverwüstliche„Kirchenmaus", die auf ihrer langen Reise über ein ganz Teil Berliner Bühnen nichts von ihrer liebenswürdigen Frische und Ursprünglichkeit eingebüßt hat. Traute Reimann spielte nett und natürlich die beHerste klein« Drausgängeri» Susie wachs, di« als se'.k macle sirl von der erwerbslosen Stenotypistin zur hundertprozentigen Bankpräsrdentin avanciert, Ewald Fister gab den Chefehemann mit der notwendigen präsidialen Wüvde, Viktor Litzek war ein licbenswürdig-verkolkter Herr Verwaltungsrat und Direktor Hans Berg dos urwüchsige Faktotum Schünzel: auch alle anderen Darsteller waren mit Lust und Lieb« bei d«r Sache. /Uts dem Orient Wie billig Anatol Jastik»»« mk. 1 9.�; Beloudjist.Jastik Mk! 25.� Anatol 6ebet von Mk. 34.is Beloudjistan.vonMk. 50.� Tfibris Vorloger. von Mk. 45. Karradja uautor von Mk.11 7 Schiras..... vonMk 65.ÖS Kelim...... vonMk. 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Hot, 2 Treppe» recht», zu richte» Die Ordner für die Rev�lulionsscier treffen sich pünktlich l5 Uhr (nicht 1ö Uhr> in der Autohallc. 2. Srci, Ticrzortc». Monwo, 20 Jlltt, NreiiSDorftonAüjifeutig mit den ersten Abteiiiingsleiteini bei 6a»dew, Zlcnsburgcr Str, Z. i.»r«,« Preusta»cr Leeg. Kiüiungixiusi-tmö Dicnstaz, 20 Uhr, Sitzung bei Klug, Danzigcr Str. 09. Ärbeilerwohiiahrt, Fraucnleituno, TAI., Jung. foziolisicn und Kinderfrcunde sind eingeladen. � M WWW 0. Breis Friedrlchohain. Montag, 10. Ropcmber, UV? Uhr, Brei». 1 funitionärsttzung in Schmidt-»cfeBftfwft-hcu«, Frnchtftr. 36n. Bortroa: M J»Unser Kampf gegen den Zaschi-mna." Referent Dr. Ott» Frleblönder. ! Distusston. Nrcieangeleqenheitcn. Mitgliedsbuch und Znnttionörlarte mitbringen. 9. Brei» ZSiimer-dorf. Bcanitennerfammlung Montag, 10. Nonernber, 20 Uhr, Biktoriaggrten, Biihelnioaue Iii:»Der Beamte und geistige Arbeiter in. OesterrciU)". Referent Dr. Barl M ischler, Syndikus de» österreichisch. deulschen Zolksbunde». 17. Brei, Lichtenberg. Montag, 10. Rooeniber, 19 Uhr, stzunktionärkonterenz an betannter Stelle. Engerer Breisoorstand und erste Adteiiungsleiter um lOtd Uhr ebendort. Freie Schulgemelnde Berlin.Lichtenierg. Freitag, 1». November, 20 Uhr, findet in Ergänzung unseres gille-Abenda der Filmabend»Mutter Brauses Fahrt ins SilieP' in der Aula des Eymnasiums, Packaue, statt. Eintritt 40 Pf. heule. Sonnlag. S. November. »1. Abt. StratäBn. tbemeinsamer Treffpunkt zur Z!evolution»feier M'A Uhr U-Bahnhof Hermaunplatz, unterer Bahnsteig. 129 120. Abt. Pankow. Revolutionsfeicr am Tonntag im Lokal Tanssonei, Oüedcrfchönhausrn, Baiser- Ali l Helm. Straße. Beginn l7fi Uhr. »1. Abt. Niederfchpnhansen. tbroße Revolutianrfoier»« Sonntag, dem 0. Roncmber, in den(tzesamträumen be« Restaurant».,®an»fonfi*, Nordend, 5taifcr.Bjlhelul.Stratze. Anfang pünktlich 17'. Uhr. Srotze, Programm:»Mannerchar, gemischter Thor, Sprechgemeinfchaft nnd Rufit. Kunftionärsihungen morgen, Monlag. 10. November, in nachsiehenden Lokalen. 7. Abt. lO'V Uhr bei BSrmalde, Echlegclstr. S. 14. Abt. 20 Uhr bei Lauritzen, Putlmsser Str. 11. 10. Abt. 19% Uhr bei Obtglo, Srralfunder Str. II. 16. Abt. uhr bei Sinzel. Uf-domftr. 22. <-■m-' 19V| Uhr bei Dose, N-rdhafen«. 17. Abt. 19. Abt. 19. Abt. lg% Uhr bei Schade, Bösliner Str. 9. Uhr bei Schrrpel, Gritnthal« Str. 12. schaftsmitaliebsbllche.r sind zur Bontrolle mitzubringen. Der Abteilung», vorstand triftl sich bereits um 19 Uhr ebendort. 29. Abt. 19% Uhr in der juristischen Sprechftundc Funktionitrsitzung. 40. Abt. 20 Uhr Abteilung»Versammlung bat Förster, Dreibundstr, 11. Vortrag: ..Die politische Lage." Referent Barl Litte. M. d. R. 41. Abi. 20 Uhr bei Livfert. Moriendorser Str. 0. 42. Abt. 20 Uhr bei Wiersdorfs, Ulbanstr, 0, 4t. Abt. 19% Uhr bei Brey?, Planufcr 75/76. 41.«bt. 19% Uhr bei Emald, Stalfhcr Str. 126. 45. Abt. 19 Uhr im Lokal Förster Str. 19(früher Ewalds Bereinshans). m. Bit. 90 Uhr bei Beller. Fllrflensir. 1. 70a. Abt. Tchaneberg. 19'» Uhr bei Ewald, Röblingstr. 16. t». Abt. Maiicnbori. 20 Uhr bei Görlitz. Ehauffcestr. 19. !9. Abt. Britz, Bnetow. 19% Uhr bei Sehilling(irilher RoibadV ikhausteestr, 99. 1'7. Abt. Reiniltenbart. West. 20 Uhr im Bolkshau». Lcharnnieberftr. 114. 111. Abt. Posenthal und Riederfchönhanfen-Best. 19'% Uhr bri Fische, Nieder- strotz«. Dienskag. 11. November. 9. Abt. 19% Wir Funktionärsibung bei Richert, Sieinmetzstr, Z6>. 24. Abt. 19% Uhr hei Böhler, Greifswalder Str. 8»d, Schweizerhäuschen,_ 56. Abt. Eharlottenburq. Achtung neues Lokall Restaurant Beutel, Berlin. Eharlotlenburg 4, Baiser.Frtcdrich.Str. 65. Dienstag, 11. November. 30 Uhr yiinltlich, Mitgliederverfanunlung. Tagesordnung:„Der Reichstag vom 14. September 1900.' Referrnt Dr. Paul Hertz, M. d. R. «9. Abt. Silmeesdors. 30 Uhr bei Bulla, Lauendurgcr Str. 20, Mitglieder- Versammlung. 65. Abt. Tempelbos. 20 Uhr fllr den 2. Bezirk Zahlabend im Lokal Pommcrenliig. Berliner Str. 100. Ivb. Abt. BZpeniik. Die MitqNedcrversmmnlung findet nicht Mittwoch, sondern bereits Dienstag, Ii. November, 19% Uhr, im Stadtthrater Böpenief, Fried richstr. 6. statt. Vortrag des Genossen Dr. Burk Löwenstcin Uder die politische Lage. Beschlutzsassung über die Teilmig der Abteilung. Fraueuveranstalkungen. 1. Brei» Mitte. Dienstag, u. November, pllnltllch 19 Uhr, diesmal im Lolal Dobrohlaw, Smin-müiider Str, 11, Funktionörinnensitzung, Antzerdein 1. Tagung der Arbeitsgemeii'.'chai! der Funktionsrinnen. Referate über Äcichsstatut und Etatut und Richtlinien des Bezirksverdandes Berlin. 9. Brei»»eddinq. Für die FunktionLrlnnen findet am Montag, 10. No- vember. 11 Uhr vormittags, eine Führung durch die stSndige Aiisstellung im Reichsardcitsministcrium. Berlin NW 40. Schanihorsiffr. 35, statt. Treff. Punkt lOtzj Uhr vor dem Dienltgebäude. Scharnhorststr. 35. 7. Brei» Eharlottenbnrg. Für die Funktionarinnen tindct am Dienstag, 11. November, vormittag» 10 Uhr.«ine Besichtigung der stöndigen Aus- licllung im Reichsarbeitsministcrium. Berlin RR 40. Scharnbarftstr. 95, statt. Trcffvunki 9V, uhr vor dem DienftgcdSude in der Scharnhorststr. 35. li. Brei» Spandau. Freitag, 14. November. 20 Uhr. Breisfrauenabend Im sturmzimmer de» Ra'skellcrs Spandau..Verfassunosfragen' 0. Abend). " Referentin Rost Graebcr. 9. Breis Wilmersdarf. Mittwach. 12. Nonenidee, mittags 12 Uhr. findet für die Funktronärinnrn die Bestchiigung der ständigen Ausstellung im Reichs- arbeitsmwisterium. Berlin NW 40. Scharnhorststr. 65, statt. Treffpunkt 110« Uhr vor devl Dienstgebäude, Scharnhorststr. 35. 9. Abt. Den Genossinnen zur Benntnis. daß der Frauenobend in diesem Monat ausfällt. Dafür deteiligen sich die Genossinnen am Mittwoch, 12. November, geschlossen an' der Mitgliederversammlung. R-ser-nlin Genossin Blara Bohm Sehuch. 20. d. R. Näheres f. allgemeine Partei- iicichnchtcn. Abt. und 42.«bt. Montag. 10. November. Besichtigung des Montessori- Biudergarlens und anderer Einrichtungen des Bezirksamts Brcuzbcrg unter FUHrung de» Genossen Stadtrat Zachow. Treffpunkt pünktlich 16 Uhr vor oem Amt, Porikltr. II. Abt. sharlottenbnrg. Moniag. 1(1 November. Ausflug noch Hakenfeld«. Teeffpunkt 13 Uhr. Leibniz. Echc Berliner Siratze. «dt. söpenrck. Montag, 10. November. 19% Uhr. im Stadttheater,.Lerterrr Abend'. Bortragendcr Hon» Fuhrmann. Abt. Peiniilendo rfssbst. Donnnerstag 15. November. 30 Uhr, in der Lindauer Strotze, wichtige Helscrinnensitzung. Abt. Tegel. Dienstag, 11. November. Besichtigung der ständigen Aus- ftelluTtg im Reichsarbei Ism in ifterium, Berlin NW 40. Scharnhorststr. 35. Treffpunkt 10 Uhr vormittags an der Eirbbaltestelle Tegel. 40. 108. 136. 139. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. 'r'•'''''"i � v-Via- Unsere Brcisleitnngen«erden daran erinnert,»atz bis znm 10.». Mt». die MitteXungen Aber die Veeanstaltungen innerhalb der '.-zioipalitrsehea««che eingereicht wer».» müssen. Die Basten dieser Per. anfialtrnaen«erden durch den«e,!r»»au»Ichr:tz in dee für die Latteric üblichen Weise getragen nnd neerechnet. 23. Abt. 20 Uhr bei Grunewald, Bameruv.er Str. 10, Funttionärsitzung. Der Abteilungsoorstond trssfft sich ebendort bereits um 16% Uhr. 23. Abt. 20 Uhr bei Bramer, Cotheniusftr. 3. 27. Abt. 19% Uhr bei Reetz. Sonnenburger Str. 1. 26. Abt. Montag, 20 Uhr, Fnnktionärsitzung bei Rcchenbeyg. Ghcrriner Str. 4». Berbondsbücher zur ilontrolle mitbringen. 29. Abt. 20 llbr bei Burg. Prenzlauer Allee 189. 31. Abt. 20 Uhr bei Golbsckimidt, Elolpische Str. 36. Partei- nnd Gewer?. 2. Brei» Tiergarten. Dienstag, sil. November, Ige; Uhr pünktlich. Im ve,!r?> amt Tiergarten, Alt.Mogbit 34, Sitzungszimmer, zweiter Bursusa bend. Theuio:„Soziale Eariästshilfe'. Leiter Genosse Otto Brcbs. 3. Brei» Webbing. Montag, 10. November, 19% Uhr pünktlich, Kursus Sozial« Gerichtshilfe' im Berwaitungsgebäudc. Müllerstr. 146—147, Zimmer 221. Leiter: Genosse Woiff. Um pünktliches Erscheinen wird gebeten. 16. Brei» Töpeniit. Dienstag, 11. November,- 19% Uhr. im Rathaus, Cöpeniek. Schlotzstratze, vierter Burfusabend über geltendes FUrforgorccht. Referentin Genossin Paula Buraasi. 19. Beei» Pantow. Dienstag, 11. November, 19% Uhr, findet im großen Titzungsiool des Rathauses Panlow, Breite Siratze, eine Demonstration ..Strofgerichtssitzung' statt. Leiter ist der Genosse. Dr. Essers. Alle Wohl- fahrtspfiegce(-innen) sowie alle interessierten Genossen(-innen) de» gc- samten Breises sind dazu eingeladen. 20. Brei, Reiniltendorf. Alle Funktionäre und Helfer in der Wohlfahrtspflege werden gebeten, zu der am Montag. 10. November. 30 Uhr. im Jugend- beim Tegel, Schöneberger Str. 3, stattfindenden Sitzung teilzunehmen. Jede Abteilung muß vertreten sein. 10. nnd t2. Brei» Zehl«nd»rf. Steglitz. Moniag. 10. November, 20 Uhr. Im Nathans Steglitz. Bursus„Soziale Gerichtshilse". Refcrcntin Genossin Gentz, Gcrichisrescrentin. Alle interessierten Genossen und Gc- nossinncn werden gebeten, daran teilzunehmen. Seminar für W»hliahrt»»fleg«. Arbeitsgemeinschaft Dr. Ott» Tnhr: „Arbeitsmarkt. Aröeitslosiakeit. Arbeitslosenversicherung'. Montag, 10. November, 20—21% Uhr. in der Wohlfahrtsschule. Linbenstr. 3, II. Hof, 3 Tr. Neue Teilnehmer können sich noch melden. si-j Arbeilsgemeinschafl sozialdemokratischer Lehrer. Orksgruppe Prenzlauer Berg. Di«n«tag. 11. Roaember. 19% Uhr, im Bioligie Zimmer der Binigstäb tischen Obcrrealschnle, Pastenrst«. 44/4«, Ritgliebernersammlnng. Iage«»rdnnng: t. Stellnngnahme zur«nsstrünnq Prenzlauer Berg, R'seeeni v. Michaeli». 2.„Reich-tagswahien nnd Zngcndprobl««'. Referent Dr. Sennigfen. 3. An- regungen und Wünsche. Sozialistische Studentenschaft Deutschlands und Oesterreichs. Ortsgruppe Berlin. Am Sonntag, 9. Ranmber. P«n»lnti»n»f«ier in den Fnnkhallen. 4 Rerbeabende ihrer missenfchofflich arbeitenden Fochfchaften. Es sprechen: Erich Butturr, M. d. über:„Richterliche Unabhängigkeit oder Absetzbarkeit'. am Montag. 10. November. 20 Uhr, im Stadthau». Stralau« Straße, Saal 339. — Bürgermeister Dr. Ostrowski über:„Gchultragen in der Bommunalvvlitik'. am Dienstag 11. November. 20 Uhr, im Stadtbaus. Stralau« Straße. Saal 330. — Oberbllrgermrister Dr. Saiomo» über:„Warum Gesundheitspolitik?' gm Dienstag, lt. November, 20 Uhr. im„Bund'. Albrechtftr. II, Garlenhous n Tr. — Burt Seinig, M. d. R.. über:„Reichsfinanzen und Hausholtsrecht', am Donnerstag, 13. November. 20 Uhr. im Saal 339, Stadthaus, Stralauer Straße. Sektion H. H. 14. November. Marristifche Arbeitsgemeinschaft. Genosse Bampsert: �äohnthcorien'.„Bund'. 20 Uhr. Jnngsozialisteu. Gruppe Zehlenborf, Lissiterselde. Si«alitz. Montag. 10, Nommber, 20 Uhr, Im Heim Zehlendorf. Bahnhoistr. 3(direkt am Bahyhos Zehlenborf.Mitte). E» spriäit Dora Fabian Uber:..Di« aeistigcn Strömungen im Sozialismus'. Jüngere Parteigenossen nnd Turner sowie ältere SAI.» Genossen sind willkommen. Grnppc Reinickendorf. Morgen, Montag, 20 Uhr. Gruppenabend sm Stöbt. Jugendheim, Reinickendorf.Ost, Lindauer Straße. Vortrag und Diskussion über: „12 Jahre noch der deutschen Revolution 19t8'. Rezitationen. Alle Parteigenossinnen und Parteigenossen sowie SRI.-Mitglieder sind hierzu ganz be» sonders eingeladen.— Die am Sonntag fällige Poiksbühnenvorstrllung kann am 10., 11. oder 12. besucht werden ohne desondere Umschreibung. Gruppe Mahlodoes. Nächst- Zusammenlunst om Dienstag, 11. November, 20 Uhr, bei Schmidt, Marienburger Straße 6. Genosse Sehn« spricht über die Lehren der russischen Revolution für das westeuropäische Proletariat. Parte'- genossen und SAI.-Mitgliedcr sind eingeladen. Um pünktliches Erscheinen wirb gebeten. Gruppe B«hn»d«rf. Dienstag, 11. November, 2» Uhr, spricht Genosse Fvancke im Jugendheim, Wachtelstr. 1. über:„Oelimperialisinnr.'. Die jüngeren Baineraden des Reichsbanners sowie Genossen der SAI. und anderer sympa- thisierenben Organisationen sind hiermit eingeladen. Lichtenberg. Montag, 10. November. Gruppenabend im Jugendheim, Guntersir. 44. Referat de» Genossen Imnailowitfch üb«:.Da« bolschewistische Diltatursystem'. Die Bezahlung der Barten zur lO-Fohresscicr mutz unbedingt an diesem Abend erfolgen. Gäste sind berzlich willkommenl Sharlottenbnrg. Achtungl Heute. 16 Uhr, Antreten zur Demonstration vor dem Jugendheim. Rosinenftratze. Montag, 10. November, Revolutionsfeicr. Redner Fritz Lew». Musik und Rezitationen. Beginn 19% Uhr. Junge Parteigenossen und SAI. sind«ingeladen. Gruppe Moabit. Heute treiien wir uns um 17% Uhr zur Revolutiousfeier vor dem Eingang. Dienstag. 11. November, Gruppenabend im Jugendheim, Lehrt« Str. 18'19. Vortrag des Genossen Burt Gtechert über das Thema:„Ena- land» Bampf um den Land- und Seeweg nach Indien'. Unbedingt vollzählig erscheinen, dg noch wichtige Vorbereitungen zur Werbeveranstaltung stattfinden. Sonberabtrilnngen der P»lk»bützae. Die Mitglieder der Abteilungen 366 und 567, deren Borstellung auf den 9. November v«lcgt worden ist. können auch dl« Vorstellungen am 10.. 11. und 12. November besuchen. Pflicht ist vor allem die Teilnahme an der Rcvalutionsse!« in den Ausstellungshallen. Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Sonntas, 9. November: 7; Funkey maastik. Ansch?ieß«nd: Frfllikonxcrt- S: Für den Landwirt. S.50; Morecnfeicr. Ansclilicßcud: Glockcneeläut des Berliner Doms. IÖ.W; Wettervorhersage. II: Bach-Kantatc. 11.30: Eltcrnstundc. 13; Aus Leipzle: Konzert. U: Juecndstunde. 14.40: Siegfried von der Trcnck. 15.05; Lieder. 15.30: Torschuresreiscn auf Java, Sumatra und Bali. 15.40: Von dem alten SCC.- Platz an der Avus; Handball-Städtcspicl Berlin zesen Hamburg. 15.10: Volkstümliches Orcbesterkonzert. 17.30: Willi Schacffcrs und sein Studio. 18.30: Schauspieler-Porträt, 19; Kjavlcrvorträgc. 19.30; Zum 9. November. 20; Aus der Staatsoper Unter den Linden:„Fürst Igor". Oper von Borodin. 23.15: Wetter-, Tuges- und Sportnachrichten. Danach; Tanzmusik. Montag, 10. November: 7: Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzcrt. 12: Eröffnung der Ausstellung:„Kult und Form". 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert, 15.20: Der neue Tanzstil, 15.40: Das Leben— ein Theater. 16.05: Verborgene Kulturstätten in Hinterindien. 16.30: Konzert. 17.30; Jugendstunde. 17.50: Die wirtschaftliche Bedeutung der Sozialversicherung. 18.15: Hygiene und Mode. 18.40: Eine halbe Stande Franz Grothc. 19.05; Drei Minuten vom Arbeitsmarkt. 19.10: Jo Hanns Rösler erzählt Anekdoten. 19.30: Konzert 21.15: Was sendet Deutschland? 22.20: Weiter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Tanzmusik. Dienstag. 11. November: 7: Funkgymnastik. AnschlieCcrd: Fruhkonzert. 13.30: Die Viertelstunde für den Landwirt 14: Schallplatlenkoiuert 15.30: Fraucnlebcn in den Vereinigten Staaten. 15.40: Die romantische Sfmöhie. 16.05; Die öffentlichen und gemeinnützigen Rcchtsauskunftsstellcii in Berlin. 16.30; Klavier-Quintette. 17.30: Jugendstunde 17.50: Deutsche Lande.„Schlesien." 18.20: Streit über Asien. 18.55: Drei Minuten vom Arbeitsmarkt 19: Tanzmusik. 20.30: Aus dem Herrenhaus: Josef Ponten liest eigene Dichtungen. 21: Tages- und Sportnachrichten. 21.10; Querschnitt:„Frau im Stein". Musik von James Simon. 22.30; Politische Zeitungsschan. Mittwoch, 12. November: 7; Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzert. 9: Von der Deutschen Welle: Schulfunk. 13.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20; Berlin als schöne Stadt. 15.40: Eine Viertelstunde Technik. 16.05: Soll Dr. Wolter Sonsomins Bortwg üb« die amcrrtanischon 3 p r it= s ch m u g g l e r, die„Lovtleqgers", wurde durch die«mierikanischen Wahlen ja in das Licht der Aktuali-dat geruckt, wenn auch der Vortragende dem schon oft behandelten Thema keine neue Variation zu geben wühle. Ganz unverständlich ab« war es, dah diesem, doch teinessalls für die Jugend besonders geergneten oder entsprechend gestalteten Stoff die Jugendstunde �eingeräumt wurde.— Eine Anfrage, die wir kürzlich ttu dies« Stelle brachten, blieb bisher un- beantwortet; wir müjicn uns deshalb noch einmal erkundigen: was stellen eigentlich die„l k> Minuten Film' dar? Die Aufzählung der Wachenjiremicren und die, soweit wir feststellen konnten, stets Mir rühmenden Besprechungen einzelner Filme haben eine peinliche Aehnlichkeit mit Rcklamedarbietungen.— E-ine reichliche Zumutung an die Funkhärcr stellte das Spiel„Seifenblasen' von Ossip Dymvw dar. Emen ähnlichen Kitsch hat man bisher kaum je er- lebt. Das graue Gesicht des Elends wurde im Zerrspiegel dieses „Volksstückes" zur grausigen Fratze verzerrt; der Verfasser schien da- bei die Vorstellung zu haben, dog er außerordentlich witzig sei. Die Musik von Allan Gray, auch die meisten Ehansontexte von Erik Ebnst Schwabach waren für das Machwerk viel zu schade, ebenso wie die Fähigkeiten der meisten Sprecher. Glücklicherweise haste Königs- Wusterhausen aus Leipzig inst der Operette„Tausend und eine Nacht" Strauhsche Wohlklänge übernommen, zu denen sich die chörer s Iii ästen konnten.— Ais erfreulicherc Darbietungen dieses Tages seien genannt die Klaviervorträge Paul Lichtensterns und das Konzert aus Königsberg, das Erich Seidler dirigierte; auch die von Arno biadel gebrachte„Erzählung der Woche", in der aus den Ueberschwerniniiiigskotastrophen der letzten Tage ein Einzelschicksal mit seine? kleinen Freuds n und Sorgenwclt herausgehoben wurde, gebärt hierzu. Diese„Erzählung der Woche" war aus ungefähr die- selbe Zeit- gelegt, in der K o n i g s w u st e r h a u s e n ein« Gedenk- Veranstaltung für die vor 25 Jahren verstorbene sozialistische Dichterin � Clara Miiller-Jahnke verbreitete. Clara Vohm-Schuchs Würdigung;} rede wie die Re.sttaiionen Karl Grätz— die, nach den letzten der vorgetragenen Prvsassticke und Verse zu urteilen, sehr gut gewählt waren— konnten deshalb nur zum Teil abgehört werden. Tcs. man gebrauchte Autos kaufen? 16.35: Aus GlcivHz Konzert. 17.30: Kunst und Publikum. 17.55: Jugendstunde. 18.30: Preise, Löhne und Arbeitslosigkeit« 19: Balzacs Panoptikum. 20: Cborgcsfinge. 20.25: Drei Minuten vom Arbeitsmarkt 20.30; Wovon man spricht. 21: Tages- nnd Sportnachrichten. 21.10s Sinfonickonzert. Danach; Tanzmusik. DonnerstAg. 13. November: 7: Funkgrmnastik. AnschlleBend: Frlftkonrert. 12.30; Die Viertelstunde füg den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20; Die Frau als Arbeitskraft 15.40: Herbst- und Wintcrkureo. 16.05» Kleine Fälle iv Moabit 16.30: Konzert, 17.30; Jugendstunde. 17.50; Bücherstunde. 18.20: Programm der Aktuelle* Abteilung. 18.55: Drei Minuten vom Arbeitsmarkt 19: Paul Apcl liest seltsame Geschichten. 19.30; Aus Königsberg: Konzert. 20.33:„Timon von Athen**» Trauerspiel von Shakespeare. 22; Letzte Stunde des Sechstagerennens. 23.05: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Tanzmusik. Freitat;, 14. November: 7: Funkgyranastik. AuzchlleBend: FrQhkonzert. 9: Von der Deutschen Welle: Schulfunk. 12�0: Wettermeldungen für den Landwirt 14: Schallplattcukonxcrt. 15.20: Die moderne Schwiegermutter. 15.40: Inllatio» des Geistes. 16.05: Programm der Aktuellen Abteilung. 16.30: Alte und neue Klaviermusik. 17: Jugendstunde. 17.25: Luftwege Cbcr verschneites Laud. 17.50: Interview der Woche. 18.15: Das neue Buch. 18.25; Programm der nächsten Woche, 18.45: Ungarische Volkslieder. 19.10: Hermann Eris Busse liest eigene Dichtungen. 19.30:„Der Vizeadmiral", Operette von Millöcker. 21.20:„Erst leben, dann aufschreiben", eine Plauderei von Alfred Mühr. 21.50; Konzert. Danach; UntefhaUupgstnusik. Sonnabend, 15. November: 7: Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzert. 12.30: Wettermeldungen lur den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert 15.20; Jugendstunde.- 15.45: Schach- stunde. 16.05; Zum 30rt. Todestag Johannes Keplers..16.30: Aus Königsberg: Nachmittagskorzcrt 17.45: Albert Hotopp spricht über sein Buch„Fischkutter H. F. 13". 18.20; Zehn Minuten Film. 18.30: Schutz vor Rundfunkstörungen. 19: Rnzcna Herlinger singt 19.30: Probleme der Voruntersuchung. 20: Orchesterkonzert. 31: Tages- nnd Sportnachrichten. Ein heiterer Abend der Comcdlan Harmonists. 22.30: Ans dem Sportpalast: Opernball der Städtischen Oper. 24: Aus dem Zoologischen Garten: Ball der deutschen Filmindustrie (Filmball). Könisswusterhausen Sonntag, 9. November: Ab 7; Ucbcrtragung aus Berlin. 18: Stunde des Landes. 18.30: Als Filmregisseur in Kaschmir. 19; Das Theater der Gegenwart 19.30; Jakob Martia Dolata liest eigene Dichtungen. Anschließend: Ucbcrtragung aus Berlin. Montag« 10. November: 16: Aufsatzunterricht der höheren Schulen. 16.30: Ans Berlin; Nachmittägs- konzert 17.30: Der Harr in Dichtung und Lied. 18: Viertelstunde für die Gesundheit. 18.30: Die deutsche Rcichsverfassung. 19: Englisch für Anwärter. 19,30: Stunde des Landwirts. Dcntschlandsendcr: 20: Ans Köln: Leichte Musik. Anschließend: Ucbcrtragung aus Berlin. Dienstas, II. November: 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Leipzig: Nachmittagskonzcrt. 17.30t Einführung in das Verständnis der neuen Musik. 18; Das Bild als Erzieher. 18.30: Philosophie der Gegenwart. 19; Französisch für Anfänger. 19.30: Kartellpolitik in der Krise. 19.55: W.etterbcricbt für die Landwirtschaft Deutschland- d-ender; 20; Unterhaltungsmusik. 20.25: Aus Mönchen: Volkstflmfiches Konzert 21.30: Aus Leipzig; Sinfonickonzert. Anschließend; Ucbcrtragung aus Berlin, Mittwoch, 12. November: 16: Vom Zeitgebundenen geschichtlichen Unterricht. 16.30: Aus Hamburg? Nachmittagskonzcrt 17.30: Musikernovellen. 18: David Caspar Friedrich und die deutsche Landschaft. 18.30: Das physikalische Weltbild der Gcgcnwarta 19; Finanzkrise und Berufsbeamtentum. 19.55: Wetterbericht für. die Landwirtschaft. 20: Neuer Nationalismus. Anschließend: Ucbcrtragung ans Berlin. Donnerstag« 13. November: 16: Die Bedeutsamkeit des Laienspiels. 16.30: Aus Berlin: Nachmittags«! konzert 17.30: Hausmusik. IS: Die neuen Anfwcrlungsgcsctzc. 18.25: Goethes Faust 19: Was halten Sic vom Völkerbund? 19.30: Stunde des Landwirts. Deutscblandseodcr: 20: Aus Frankfurt a. M.: Unbekannte Straußschc Tanzmusik. Anschließend: Ucbcrtragung aus Berlin. Freitag, 14. November: 16: Ans der Musikirbeit einer Päd.ie»:isdien Akademie!«..«: Ans Itiptisz N'achmitlaiskonrerl I7.J0: Zickzackwete in der mcnschlidien Entwlcklune. 18: Rohstoffmärkte und Weltkonjunktur. 18.3«: Vulkanismus und Erdbeben. 19; Ensltsch für Eortgcschritteue. 19.30: Wissenschaftlicher Vortrag für Zahn» ärzte. 10.35: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Dcutschlandsender: 2«: Aus Hamburg; Norddeutsche Komponisten. AnschlicGcnd; Ucbcrtragung aus Berlin. Sonnabend, 15. November: 16: Pädagogischer Punk. 16.3«: Aus Hamburg: NacHmittagskonzert. 17.31): 20 Jahre Salvarsan. 18: Pianeösiscli für Eortgeschrittene. 18.26: Qoethes Paust. 1«: Stuode des Arbeiters. DeolscWandscnder; 19.3»: Aus Prankfurt a. M.{ Volkstümliches Biciurd-Wagner-KooaerL 51: Uebertragung aus Berit«. JXL ■' m 1�| jL Vorkriegspreise! ■ moroaom � Arbeiksgemeinschast der Sinderfreunde. Ncstlü.'c»hclscr,Älirsus. Montan, A> Uhr. Wassertorstr. 9. L Helfirschunn do» Rreifes Montan, 10. Noveinber, 20 Uhr, im ilitdjftt. 19. focht nndnuic Taaesordnunz. Beruhtet bitte üb« Heim, Elisabethlirchstr. 19. focht midjtiiic Taaesordnunz. den Stand der vorarbeiten für unsere Ausstellung. ....... ung. JtreU fttenjbecg. Gruppe Betamannsiraße. Mittwoch, 12. November, 20 Uhr. im Jugendheim, Dorckstr. 11, wichtige Helferftgunz. Da, Erscheinen aller Helfet ist d rinnend notwendig. »reis Ariedrlchshaia. Sanntag treffen sich alle Faltengruppen 10 Uhr Friedenstrag«. Alle Gruppen treffen sich ,ur Friedhofskundgebung 0!h Uhr an ihren Sammelplätzen. Der Kreis trifft sich um 10 Uhr Loichsbewer Platz.— Kreishelferiursuo findet Dienstag, 11. November, im Jugendheim, Dieftelmever» strafte, 20 Uhr, statt. Kreis Prenzlauer Berg. Tressmintt zum Bestich der Gräber Im Friedrich». Hain SÜ Uhr D-nziger Ecke Greifowalder Strafte. Gruppe Freiheit: 9 Uhr Bahnhof Schönhauser Allee. Montag Revoluttonsfeier der Gesanttgrupve. Die Eltern sind herzlichst eingeladen. Dienstag genieinsame» Turnen. Mittwoch Fusaminentunft der Spielgemeinschafl, Donnerstag Fragebogenabend für Fung- kalten und Einfllhrungoabend für Nestfallen. Neichätagssttzuna der Roten Fallen sKindersreuirt, verbot!) Alle Veranstaltungen find 17—19 Uhr Sonnen. bürget Str. 30. Beachtet Verlegung der Turnabende und Roten.Fallcii.Ziisam. menlstnste.— Gruppe Viktor Adler: Rote Fallen Dienstag, 15—20 Uhr, Viktor. Adler.Gedächtnisfeiee. Dortesung. Freitag, 15—20 Uhr, Brett, und Gesellschafts. spiele im Zugendheim. Baracken Danztger Str. 52. Kreis Reddtag. Dienstag. 11. November, 18 Uhr. findet in der Schulaula. Wiesen. Ecke Panlstrafte, eine FallenooNversammluna statt. 20 Uhr ist im selben Raum eine Kreisellernversauunlung. Wir berichten über die Lager 1900 und nehmen zu den Ferienveranstaltungen 1931 Stellung. Am Sonnabend laufen die Filme..Bei d�n?exttlheunarbei tern" und.Mutier Krauses Fahrt Ins Glück" im Schullino. Wiesen. Ecke Bantstrafte. Zugendliche Hobe» keinen Zu. tritt. Karten stnd für 30 lind 30 Pf. bei den Helfern zu haben.— Gruppe Cchillerparl. Rcslfallen. Am Mittwoch haben wir einen Märchenabend mit Lichtdildir». Anfailg 18 Uhr. Gruppe Eogcwfer. Zum Besuch de» Friedhofs der Märzgefallenen treffen fich alle Falken heute. Sonntag, um 9 Uhr an der Falken-Eckc. Wimpel find mttziibrlitgcu. Kreis Tempclhof. Treffpunk! der Fahnendelegation zur Revolutionsfeier der Partei, lä.ftd Uhr Bahnhof Tempelhof. Kreis Reinickendorf. Die Abteilung Tegel hat die Kintterfreundegruppe wieder eräffnet. Die Gruppe tagt im Jugendheim, Schäneberger Strafte, wie folgt: Wontag, 10. November. Bastelabend: Donnerstag. 18. November, Bunter Abend: Sonnabend, 15. Novemder. Beteiligung an der Wcrbcveronstaltung der Geuvve Wittenau. Weitere Notizen folgen. Wir bitten die Parteigenossen, uns Ihre Kinder zu schicken. Kreil Weiftensce. Wir beteiligen un» heute restlos an dzr Revolutions. seier. Seid all« pünktlich um 10 Uhr auf dem Landsberger Platz. AohenschSuhauscn. Heute gehe» wir alle restlos zur Revolutionsfeier. Wir treffen un, pünktlich VllO Udr Berliner Ecke Werneuchener Straft«. 1Z Pf. Fahrgeld find mitzubringen. Montag, 10. Rovcmber, von 17 bis 10 Uhr Cmd wir in der Dingelftädier Strafte. Sckiulbaracke, und spielen. Dienstag, 11. Ro- nember, Turnen in der Roedernstrafte voit 17 bis 10 Uhr fFTSB.). Mittwoch, 13, November, Basteln wir wieder von 17 bis 19 Uhr bei Anni Schul,, Am Fanlensce g. Donuerstag, lg. November, stnd wir im Jugendheim, Freien. wgid-r Strafte, von 17 bis lO Ubr. Alle Falken, die In dem Welbnachisstück mitwirken, müssen destimmt erscheine». Lernt eure Rolle bis dahin auswendig. Kreis Köpenick, Sri-noe Dohaeborf. Flir die Note und Zungkalk-ngrunpe Montag, 10. Ztoveiiiber, Linoleuinarbelten. Dienstag, 11, November, Borlesungen au. Zack London unb dem Roten.Fasten.Buch. 171, Uhr im Zugendhcim. Kreis Neutölln. Der Treffount! zum Bei'uch der Gräber der Revolution». efallcne» Ist iiir den Kreis Iii» 0 Uhr am U-Bahnhof Rathau» Neutölln. Schön- .tedistrafte. Alte Gruppe» schicken ihre Wimpelträger zur Revolutionsfeier der Partei. Trrfspuntt»in 18 Uhr am Bahnhof Neukölln. Faltenrat: Morgen, Montag, tagt der Falkenrat um 18 Uhr in der Barocke, Sanghoferstraft«. Wich. tige Bcratiingen, alle Grnvoen mfisten vertreten sein. Gruppe Lichttiwpser! Achtung, Eltern! Morgen, Montag, ist um 30 Uhr, wichtige Elternoersammlung in der Baracke Gaiighoförftrafte. Genosse Appich svricht llber.Stelluna der Eltern zur Gruppe Kreis Neutölln". Wir bitten um Erscheinen aller Eltern! Geburlslage. Jubiläen usw. 18.«bt. Unserm»erehrten Genossen Karl Kücken,«ckerftr. 188. z» seinem »entineu«arteiiudUäum die beste« Glückwünsch«, wir ar-i-lierca-ab wnnsche» abermals 25 Jahr« Kampsgemeinschast. Dil«bteiluugolettuug. 85.«bt. lluseren Geuossen Robert Gocrtz. Willi Langer. Friedrich Lieft«. Sermaau Scheurel,«lieed Pisch-ret, Richard Praeftel, Ludwig Geschwinder zu ihrem 2'sädrigeo Varieiiubiläum die herzlichsten Glückwünsche. l'>. Abt. u-serm Genosse» Geora Fisch«, Ratidpeftr. 8, znm tzZISHrlge» Parteijnbilänm die herzlichste» Sliickwünschc. � Sterbetafel der Groh- Berliner Partei- Organisation 11. Abt. Uns« Genosse Karl Engeld recht ist am 1. Novemder verstorbr». Ehre seinem Andenke». Beerdigung hat bereits stattgefunden. 10. Abt. Unsere einstige Franc nleiterin Berta H-inp ist von langer, schwerer Kranthci' am 1. Nooimber durch den Tod erlöst worden. Sie war un» allen«in leuchtendes Borbild. Schon unter dem Sozialistengesetz arbeitet« sie gemeinsam mit unserer Vorlämpserin Ottilie Baader für die Berwirttichung de» Sozia- lismus. Di« Trauerseier, zu der wir reg, Beteiligung erwarten, findet am Montag. 10. Nooember. 13 Uhr, im Krematorium. Gerichtstraft-, statt. 15. Abt. Die Einäscherung unsere» verstorbenen Genossen Mar Selb, Reichenberger Str. 86. findet am Montag. 10. November, um IL Uhr, im Krernalomim. Gerichtstrafte. statt. Wir bitten um reae Beteiligung. gg. Adt. Nenköll». Unser Genosse Hugo Bürschel ist im Aller von 82 Zahrcn »ach dliSbrioer Parteimitalicdschast einem Herzschlage erlegen. Ehr« seinem Andenlen. Einäscherung am Dienstag, 11. November, um 1b Uhr, im Krema» torium Baumschulenweg. III. Abt. Bohnsdorf. Uiiler all« Parteigenosse August Nöhring ist om Freitag früh gestorben. Einäscherung Dienstag. 11. Nooember, lö Ubr, in Baumfchulciiweg. Nene Beteiligung wird erwartet. f. Briefkasten derNedakiion. Franz. Die zuständigen Stellen haben stch mit der Umgestaltung schon bc. schäftigt. Bei der schlechten wirtschaftlichen Lage ist i» absehbarer Zeit nicht damit zu rechnen, daft eine Acnderung eiuttilt. Stuhlverstopfuug. Nach den an den Aliniken für innere Krankheiten gesammelten Erfahrungen ist das natürliche ,,Franz-Josef"'Biticrwasser ein äußerst wohltuendes Abführmittel. Sie ftOzlalfcflMiie ftfndeiKensdian Berlin veranstaltet vom 10. bis 13. November 1930 4 Werbeabende ihrer wltsenschaftl. arbeitenden Fachschaftan Es sp seilen: Erich Kothicr, MdL. über Richterliche Unabhanaigheit oder Absabbarbait 8m Montag, dem 10, November, abend! 20 Uhr C. t, im Stadtbani, Stralauer Strafte. Saal 330 Bürgermeister Dr. Ostrowski Über SchuÜragen in dar Kommunalpolitik an: DiewUi;, dem 11. November, abends 20 Uhr e.1, im gleichen Saal Oberbürgermeister Dr. Salomen über Warum GesundhailspolltikT am Olenstag, dem II, November a>end( 20 Uhr c. t, im«Band', Albrechutrafte II, Gartenhaus II Treppen Kart iiieinig, MdR, über Reichsfinanxen und Haushaltsracbl am Donnerstag, dem 11. November, abends 20 Uhr e. t, im Stadt- bans. Stralauer Strafte, Saal 339 Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Berlin Einfendovgen stir diese R-deil am an da« Znaeab'ekretmlat | veegn ea 68. cindeaüraü« 5 Ale Gruppen bringe» hent« zur Rc»olution»fei« der Partes ihre Fahne» mit. Sie müsse»»m 1? Uhr in der»ntvhalle sein, st Streicharchester Eraft-Berlln: Treffpunkt SVi Uhr Ringbahnhof Stralau- Rummelsburg. Eingang Sauptstrafte. bzw. S>4 Uhr Bahnhof Erkner: 13 Uhr Volksbühne. Eingang Linienstraftc. Roienständ-r mitbringen. Boraazelg«! Versammlung der Berufsschnl. und Dertranrnsmännemblente Freitag, 11. November, 19% Uhr, im Zeichenlaal der Schule Kochstr. 18. heule Treffpunkte zur Volksbühne und zur Revolutioasfeier: Balkan: lO'o Uhr Konsum, Karl.Legien.Hof: Fördererwerbuug. lliL Uhr Danziger Ecke Prenzlauer Allee. 15'z Uhr Bhf. Weiftcnse«.— Falkplatz N: IftH Ühr Bhf. Schönhauser Alle«.— Schönhauser Porstadt: 3 Uhr..Sozialisten. Ecke" zur Probe. 161/» Uhr»Sozialisiet�Eckc.— Britz: Wi Uhr Bulchlrug.— Neukölln I: 8'rä Uhr Reuiervlatz: Funktionärfitzung des W.-B. 1114 Uhr Reuter. platz.— Neukölln II': 18 Uhr Bhf. Lermannstrafte. 17 Uhr Bhf. Hermann. strafte.— Pankow I und R. F.: 11 Uhr Marktplatz. 1014 Uhr Marktplatz.— SSG. Neukölln: 1814 Uhr KarsiadMick«.— Frankfurter«iertet: 1814 Uhr Baltenplatz.— Köpenicker Viertel: 19 Uhr Schlesssches Tor.— Neukölln Vlll: 814 Uhr am Treffpunkt: Funltionärstftuna de, W.-B. 17 Uhr am Treffpunkt. «erbebezirt S-lAnederg: 1014 Uhr Bhf. Schönederg. Weebebezirk Weste»! 10 Uhr Eliarlo'tenburg, Rossnenstr. L Werbe bezirk Neukölln: Funklionärpersammluna 9 Uhr. Heim Kanner Strafte. Thema:„Die soziale Lage und Aufgabe der arbeiieuden Zugend". Redner Ludwig Diedcrich. Morgen, Montag, 1g� Uhr. Haus«: Heim Bochumer vir. ftd:.Disziplin in der SAZ.-— Moabit TT: Seim Lehrter Str.:8-10:.Einführung in dir Politik". 3. Teil.— Moabit M: Seim Lehrter Str. 18—19:„Der 9. Rovemher 1918".— Westen: Heim Haupt. straft, 18:.Arbcttadiensr'.— Arnswalder Platz II: Heim Rastendurger Str. 10: Repoluttonafeier.— Falkplaft I und ll: Heim Sonnenburger Str. 20:.Der 9. November 1918".— Hnwanaplaft! Schule Scherendergstr. 7:„Reichsbanner und SAZ."— Rpedasteu II: Heim Danziger Str. 02. B. 3:„Was verlangen wir von der sozialen Reooluilov?"— Schönhanser Borstadt: Schule Sonnen. durger Str. 20:.Da» neue Ruftland".—«tralaner P'ertel: Schule Goftler. strafte Ol: Arbeitsgemeinschaft.— Hallesches Tar: Seim V/dctfftt. 11: Liedknecht. Luxemburg.Feicr.— Zobannlsthal: Rathaus: Rcvolutiansseicr. Werbebezirk Wedbkng: Ueden der Flötisten. Seim Barackevfchule, Seestr. 81. All« müssen pünktlich 20 Uhr erscheinen. Flöten und Rotendücher, die nicht mehr benutzt werden, sind schleunigst abzuliefern. Werbebezirk Schönederg: Borstandosstzung 20 Uhr. Heim Hauptstr. 15. Gr- werdslose: Zusammenkunft von 15— 18 Uhr cbendort. Weebebezirk Reinickend-rs: Borstandssitzung 20 Uhr. Tegel. Heim Bahnhos. 'Z- 15. Werbebezirk Tempelbaf:«rheiisg-m-insdwft.Sexuell« Fragen» findet nicht am Dienstag, sondern erst am Mittwoch, und zwar un Heim in Tempelhof, Götzstraftc, statt__ Vortrage, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Rol-Gold'. SsschäktONeli': Berlin S 11. Lebaltianstr 37-38 Hol£. Tr Sannsrflanb. Dienstag, 11. November, 20 Ubr. Schutzsportkurfu, in der Turndalle Albrechistr. 30.— Mantaa. 10. November. Frlebrich«- Hai». Zungbanner: 20 Uhr im Jugendheim Frankfurier Me« 307. Friedrich. Eberi-Zimmer. Bortrag de, Kameradin Hanke. Tempelhof sSrtsvereini: 20 Uhr rrwcitert« Borstandsfitzung bei Ma.Li. Nenköln.Britz, Zungbanner: 20 Uhr Mitgliederversammlung im Zdeal.Kafino. Wrichselstr. 8. Portrag de» Kameraden Pagets.— Dienstag. II. November. Prenzlauer Berg. Zungbanner: Di« Zugendabetch« finden umständehalber jetzt jeden 2. und 1. Dienstag in: Monat statt. Erstmalig Dienstag, 11. November, Sonnenburger Straft«. Zimmer 17. Schöneberg.FrUb«»«», Kameradschaft Nollendorf: 2014 Uhr Kameradsdmsisver- sammlung um 2014 Uhr bei Jürgens, Barbarossastr. La. Referent Kamerad Breuer.— Sonnabend, 22. November. Kreuzberg: Herbstfeft im Konzerthaus Elou, Mauerstraftc. Festredner Kamerad Paiizeipräfident Grzefinsti. Karten : 1 M. stnd bei den Funktionären und im Gaubüro zu baden. Abendkasse ndet nicht statt._ Arbeiter Rabso.Bund Deutschlands, t. P.. Ortsgruppe Groft-BerN». Unter. gruppe Prenzlauer Berg: Donnerstag. 18. Siopcinbcr, Lokal Krug, Danziger Straft« 71: Radtotechntk. Instruktionsabend.— Untergruppe Friedrichs Hain: Donnerstag. 13. November. 20 Uhr. Lokal Wertaller, Sohenlobestr. 3: Mit- glicderversammlung.— Untergruppe Lichtenberg: Freitag. II. November. 20 Uhr. Lokal Hämmerlein, Riga«r Sir. 50—51: 5. Abend de, Anfängertursus. «roft-Berliner Portragsbunb. Sonnabend. 15. November. 17 Uhr. im Haus der Technik, Film- und Lichtbildervortrag»on Adolf Holzapfel über.Deutsche Flugboote". « g Sport. Revuen zu hoppegarien am Sounobevd. de« 8. Ravember. 1. R e n n e n. 1. Marl(Printe»), 2. Khedwe. Z. Puppenspieler. Toto: 70:10. Platz: 18. IS. 23:10. gerner litjcn: Soradia, Frithjos Nansen, Saharet, Patrouefse. 2 Rennen. 1. Parzenländer(Narr). 2. ZNahdi, 3. Omphazil Toto: 17: 10. Platz: 11, 13: 10 Ferner lies: Giiberling. S. R e n n e n. 1. Fakir(Böhlke). 2. Garibaldi. Z. tat-ri. Toto: 72: 10. Platz: 25, 22, 33:10. Ferner iieien: Rhapsodie, tzelmbusch, Salvani, Radetzki. Walita. Lichtblick, Castor. Mola. Marlitta. 4. Rennen. 1. Faretra(Grabsch), L. Teutobod, Z. Hidigeigei. Toto: 14: 10. Drei lieftzn. 5. R e n n e n. 1. Strona(Ludwig) 2. Spinellh, 8. Bestina. Toto: 28:10. Platz: 13, 12: 10. Ferner tiefen: MuZlelier. Noxana, Bergangenhett. 6. Nennen. 1. Feldwebel iZachmeier), 2 Fände«. 3. Sopran. Toto: IS: M Platz: 15. 13, 14:10. Ferner liefen: Bereniee, Wigbert, Laret, Marbod, Kavalkade, Bienchen, Melisse. 7. R e n n e n. 1. Hellseherin(R Plfttfe), 2 Mongole, 3. Morgenwind. 4. Bernhard. Toto: S2:l0. Platz: 15, 14, 21, 29:10. Ferner liefen: Stolzenfels, Kurmärker. Nelkart, Hendill, Hochdruck, Malatesta, Nhdear, Radame», OuoS ego, Rote Nelke. Die BordereUnng der Wische ist«bcnso wichtig wlt die Wälch« selbst. Gut eingeweicht ist halb gewaschen, denn das Waschen geht viel schneller und leichter. wenn die Wäsche am Boradend richtig eingeweicht wurde. Am besten vcr- wendet man zum Bereiten der kalten Einweichlaug« die bekannt« Lenlo-Bleiät- soda. venko.BIeichsoda lockert über Nacht den Schmutz im Gewebe und er» leichtert dadurch die Reinigung der Wäsche ganz bcdeuletch. Beim Befrachten einer gebrauchten Henko-Lauge ist man erstaunt, wieviel Sdimutz sie aus. genommen hat. Im ollgemeinen rechnet man 1 Paket Heuko aus 4 bis S Eimer Wasser. und Arbciisraum reinlich und behaglich zu gestalten, ssoxoleum ist geschmact. voll, hngienllch, praktisch und vor allem billig und ist in sämtlichen Waren- Häusern, Papier-, Hauchtandswaren-, Drogen, und Topettnheuldlungen er- Hälttech. Da» gesamte Spielwarealager de» Darenbans», S. Iosevb n. Ca., Neu- kell», ist in eine Ausstellung der neuesten Errungenschaften auf diesem Gebiete umgestaltet. Hier ist«in grofter Tunnnelbau geschaffen, der von einer clet. irisch betriebenen Eisenbahn jüngster Konstruktion durch viel« Kurven und Windungen befahren wird, dort inieresstert eine elektrisch erleuchtete Maschinen. halle au, Walters Metallbaukasten„Stabil" oder«in« Hochofenanlag« in voll- endelem Aufbau. Die Technik in der Bvrfllhrung von Lehrfvielzeugen findet stecs«in dankbares Publikum. Durch blitzende Spiegelscheiben ficht man::: festlich beleuchtete Puppenhäuser, in denen das Meublemeni dem neuen Siit entspricht. Komplette Troufseaur für die Puppenmama und die Puvpsnlttider stnd in den verschiedensten Preislagen vorhanden. Den Clou bilden aber entschieden drei künstlerisch ausgeführte Szenerien: Ein �rirntbazar", „Prinzcsstn und Schweinehirt" und„Winterfreuden" und ganz besonder, noch dadurch, daft die Bilder stellenden Figuren neben ihrer der Wirklicbkeii sprechend ähnlichen Wiedergab« durch Mechanismus beweglich gestaltet find. Kiien unseren Frcnnden, Bekannten und Kollegen geben wir hierdurch die betrübende Nachricht, daft mein lieber, guter Mann, unser herzensguter Vater, Großvater, Bruder und Schwiegervater, der Lagerhalter Hugo Bürschel am Donnerstag, dem 6 November, plöttljch und unerwartet an Herzschlag verstorben ist D es zeigt tiefbetrübt und grenzenlos erschüttert an im Namen aller Angehörigen Emma Bfiracbel, geb. Scbönburg. Die Einäscherung linde: am Dienstag, dem 11 November, 16 Lhr. im Krematoiium Berlin-Baum- schuienwcg, Klefholzstr 221, statt Danksagung. Für die vielen Beweise herzlichster An- teilnabnio beim Heimgang meines unvor- geßlichea Manucs Franz Kabiizki sage ich allen Genossinnen, Genossen, Kollegen und Freunden, insbesondere dem Genossen Otto Lück als Vertreter des Bezirks Vorstands der Partei meinen innigsten Dank. Elisabeth Kabiizki, geb. Juppfn. Für die liebes lle Teilnahme bei der Einä cherunasfeter meine» lieben unoergeft.tchen Man: es Ott« Hanff sage id) aur diesem Wege meinen tiefgefühlten Dank. tfve. Frau MaiüUfle Hann. iiiiiimeniien jodor Art liefert preiswert Paul Gollotz vormals Robert Meyer Warlcnnanstr. 3 F8, Oberbaum 1308 B illige Gardinen! sssss=s~! illige Tisch- und Diwandecken! «ItSZtlgk'KSFlljlvFLII engl. Tüll.... Id.- ,2.- 8- engl. Tll» ext pr... 22� 24� 30.- Etamine..... 20� IS.- 10.- Für Küdiß n. 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November 1030 ab auf 5,3 o. H des im§ 16 angegebenen«rnnd oi,ns„stgesetzl. Berlin, den 7. Nooember 1980. Der Vorstand Richard Lenz. Botfitzender, Aiired Elsträ«, Schrimührer. SckiebzIlsziiliöiiliZW llei Stadt Berlin. Der IV. Nachtrag der Satzun i detreffend Arnderung de: ftZ 22. 60. 61. 67 und 70 Ist«otnvder.Perficherung-amt Berlin am 28. Orkoder i960 genehnng: worden. Hier. durch sind insdeionoere cie Beiträge aui L o. H. herabgesetzt worden. BerUu. den 27. oitoder>980. Oer Vorst tzandr. I�lsii Sprieiit soviel vom Rrsisaddeu! Sitte ükeFTeuxen Sie slcli von UNSST'ETT �i'eissn fllr(ZusIitStswsrsn P. Raddaiz& Co. Leipziger Str. 122-123 1 unverbinCi Jederzeit kostenlose Prüfung aller bei uns gekauften Apparate! VOLKSTECHNIK G. M. e. H. ALEXAN OERSTR 51-52 1 S�. ECKE PRENZIAUER AM telef; Et beroiina 34.12 Küchen Riesenauswahl ÄÄ; |«oa»? 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