BERLIN Sienstag U. November 1930 10 Pf. Nr. 530 B 264 47. Jahrgang erscheint täskich außer Zugleich Abendauegabe de«.VorwirtS'. BezugSvrei« beide Ausgaben SS Pf. pro Woche. S.ROM, vre Monat. Redaktion und Exoedition; Berlin SWRö.Lindenßr.Z SftaJaatyajSe xlel n}Jotu>a4�6*• Lnileigenorei«: Die einspaltige NonpareiHeteil« Pf.. Reklame- eile 6 M. Ermäßigungen nach Tarif. üscheckkon»»: DvrioSrtt-Verlag G. m. b. H.. Berlin Nr. 87536, Fernsprecher: Dönhoff 292 bis aar? Wirds billiger oder nicht? Was sagt die Regierung? Brotsabrikanten bestreiten ihre Zusage pilsndstis Llniersuchungsrichier Die Bereinigung der Berliner Brotfabritanteu verörfentlicht folgende Erklärung: Die Mitteilung in der heutige« Morgenpresse, daß die Brotfabrilante« Groß-Berlius sieh dem ErnahrungS- Ministerium gegenüber bereiterklürt habe», de« Brotpreis von 30 Pf. auf-tK Pf. z« senken. entspricht nicht den Tatsache«. Die Zusage geht lediglich dahin» den Brotpreis von 30 Pf. auf 48 Pf. herabzusetzen auf die Tauer von zwei Mongten. Treten innerhalb dieser Zeit die vom Ernahrungs» Ministerium in Aussicht gestellten Prod«ktio«s> verbilligungen nicht ein. so behalte» die Brot- fabrikanten sich vor. ihre Preise entsprechend z« andern. Die Preissenkung, die heute früh durch eine amtliche Veröffentlichung angekündigt wurde, wird hier von einem der nächstbeteiligten Faktoren schon wieder zu SS Praz. abgeleugnet. Daß die Fleischermeister etwa bereitwilliger seien, als die Brotfobrikanten, Ist kaum anzunehmen. Es bleibt also in« Frage, was von der ganzen Preisabbauaktion übrig bleibt als die Lohnkürzung. Die Arbeiter werden so gewaltsam in die Stimmung hineingetrieben, die sie an keine Zusagen mehr glauben läßt, von welcher Seit« immer si« kommen mögen. Wenn die Regierung, die die 'Lohnsenkung mit allen Mitteln betrieben hat, jetzt nicht die Kraft und den Mut findet, die Preissenkung mit aller Intensität herbeizuführen, so darf sie über die Entwickelung sich nicht wundern, die die Folge dieses Versagens sein wird. Ein Arbeiterhaushali. Vor der Verschlechterung durch den Lohnabbau. Ein Leser schreibt uns: Ich habe mit meiner Frau«inen Wochenetat für unseren aus sechs Köpfen bestehenden Hausholt ausgearbeitet, der zur Zeit fol- geudermaßen aussieht: Miete tür 2'/. Zimmer....20-» 2 Pfund Fleisch............. 2.60 1 Pfund Wurst............. ILO Brötchen je 2 für 2 mal Kaffee--- 168 Stück d 2 Pf. S 04 10 Pfund Kartoffeln täglich--- 7 X 10 d 3S Pfg.. 2 4ö 3 Pfund Gemüse d 10 Ps täglich=- 7 X 3 d 10 Pf 2.10 4 Arote d 50 Pf.............. 2— 31/« Liter Mitch d 30 Pf'......... 1 05 5 Pfund Margarine zum Ausstrich und Kochen.. 4 50 1 Psund Zucker............—.30 Salz. Pfeffer und Gewürz.........— 20 V, Psund Malzkasfee und V« Pfund Bohnenkaffee.—.78 1 Päckchen Tee..............—.15 Schuhkrem...............—.10 Seife, Persil, Sil und Ata......... 1— Elektrisches Licht und Gas......... 2.50 1 Zentner Briketts(z Z)........ 1 65 Zusammen 47.92 Wieviel mühte ich verdienen, um außer den aufgeführten Aus- gaben auch noch die Ausgaben für Kleidung und Schuh- zeug bestreiten zu können? Da bleibt kein Pfennig für irgend- welche Kulturbedürsnisie, auch nicht für Vier und ein« Sonntags. Zigarre. Das heißt, ich rauche wöchentlich für 30 Ps. Tobak--- ein Päckchen der billigsten Sorte. Mißgönnt mir einer der Herren Generaldirektoren, die gewohnt sind, täglich ihre Havan.nas zu rauchen, diesen Genuß? Will mir Herr Stegerwald verraten, wie ich meinen Lebensstandard noch weiter herabsetzen kann oder soll? Ich kann ihm aber verraten, biß wir trog Verbrauchs von 10 Pfund Kartoffeln täglich zun» Magensüllen noch nicht voll» gesättigt ins Bett steigen und nur im Schlafe den Hunger überwinden. Vielleicht berechnet ein Wissenschaftler, wieviel Ka- lorien in unseren Rationen überflüssig sind, denn 2 Pfund Fleisch, 1 Pfund Wurst und 21 Pfund Gemüse wöchentlich für sechs Personen im Ziller von 10 bis 54 Iahren ist vielleicht gar noch Ver. schwendung wertvollster Nährstoffe. Ich will noch hinzufügen, daß von den* Familienangehörigen nur der älteste Sohn als Lehrling 7 Mark wöchentlich verdient, wovon 3 Marl für das Fahrgeld draufgehen. Wer meinen Etat aufmerksam prüft, wird finden, daß darin nur das nackt« Leben auf sein« Kosten kommt. Unberücksichtigt sind Fahrgeld. Kleidung. Schuhwaren und— verzecht den Luxus— alljährlich ein Ausflug nach Wannsee zu Pfingsten geblieben. Der Preisabbau elltl R. Gowjetkommiffar Demant— Die Wahrheit wird beschlagnahmt Warschau, 11. November.(Eigenbericht.) Der heutige �tobotnlt" veröffeutlicht die sensationelle Tatsache, daß der Uulersuchungsrichler Demant, dem die gefangenen vppo- sikionsabgeordnckea von Drest-LIlowsk unlersielll sind, und der mit seinem Namen da» unerhörte vorgehen der Pilsudski-Negierung gegen diese Gefangenen deckte, bis znm llahre 1921 kommunisti. scher Kommissar in Sowjetruhland gewesen ist und nach Polen erst nach dem polnlsch.sowjetrusflschen Kriege, uaterstülzt von etnem der Führer der polnischen Kommunistischen Partei, zurückkehrte. Diesem ehemaligen Sowjelkommissar ist die llnlersuchung gegen dir Prester Gefangenen anvertraut worden, unter denen stch der Premierminister, und mehrere ZNilglieder der ehemaligen polnischen Regierung befinden, die gegen Rußland Krieg geführt, ebenso zahlreiche Osslziere. die gegen die Bolschewiken gekämpft haben. Der polnische Zustlzmluister Cor war über diese vergangenheU des Untersuchungsrichters Demant genau informiert. Der heutige»Robotnik", der eine öffentliche Klärung dieser Angelegenheit forderte, wurde beschlagnahmt. 81 Abgeordnete verhafiet. Warschau. 11. November. In den Kreisen der Opposition wird die Zahl der in letzter Zeit oerhasteten Personen auf etwa 5000 beziffert, wobei allerdings die wegen der Unruhen in Ostgalizien verhafteten Ukrainer mitgerechnet sind. Die Zahl der verhafteten ehemaligen Sejmabgeord- neten und Senatoren beträgt 81, eine Ziffer, die auch von der Regierungspress« bestätigt wird. Das Wahlgeheimnis wird beseitigt. Die polnischen Wähler sollen öffentlich für den Zlegierungs- block stimmen. Warschau, 11. November. Der polnische Hauptwahlkommissar Gizycki hat ein Rundschreiben an die Vorsitzenden der Bezirksrocchlkommissionen erlassen, worin et behauptet, daß das Wahlgeheimnis nicht vom Wähler, sondern nur von der Wahikon, Mission verletzt werden könnte. Die Wahl- ovdnung enthalt« k e i n V c r b o t für den Wähler, seine Absicht, für irgendein« Liste zu stimmen, im Wahllokal bekanntzugeben; vom Wähler werde nur gefordert, daß er im Wahllokal Ruhe be« wahr« und keine Agittrttonsreden halle. Hingegen bedeute«s keine Vergewaltigung des Wahlgeheimnisses, wenn der Wähler laut erklär«, daß er sein« Stimme für diese oder jene Liste abgebe. Der rechtsstehend«„Kurjer Warszaiuski" nennt diese Anweisung des Generalkommissars eine Ueberrajchung. Der von der Regierungs- Kaffenrapport Acht Mandate- und dafür das ganze Theater? parte! empfohlene Verzicht auf das Wahlgeheimnis gebe doch die Möglichkeit,»inen Druck auf die Wähler auszuüben, was gerade auf dem Dorfe bei den heutigen Bedingungen eine ungeheure Rolle spielen müsse. Die Propaganda zur offenen Wahl bezwecke in Wirk« lichkeit eine Vereitelung der Wahl. Hingegen begrüßt der im Regierungslager stehende„Expreß Poranny" dos Rundschreiben des Hauptwahlkommissars. Di« polnisch« Presse in Oberschlesten fordere die Wähler auf, den Wahlzettel vor dem Einlegen' in den Umschlag den Anwesenden zu zeigen und gleichzeitig zu sagen: „Ich stimme für den Regierungsblock/ Aussperrung in Bielefeld. lleber 8000 Metallarbeiter auf der Straße. Bielefeld, 11. November. Der Arbeitgeberverband der Bielefelder Metallindustrie hat am Montag die Aussperrung der in de« angeschlossenen Betrieben be. schäsllgleu Metallarbeiter beschlossen. Die Aursperrung beginnt am heutigen Abend. E? werde« von ihr etwa 8000 bis 9000 Arbeiter betroffen. Dem Arbeitgeberverband der Metallindustrie sind außer der Firma Baeru.Rempcl und den Bielefelder Miele- werten alle gröherea Unternehmungen angeschlossen, von der Aussperrung sind Lehrlinge und Wochenlöhner auegenommeu. Das Relchsarbeitsminislerium ist schon von den Tarifstreitig. keilen benachrichtigt worden: auch die Stadtverwaltung Bielefeld soll um ihre Vermittlung angegangen werden. Ein Minister wird durchs Los bestimmt! Für die Landesregierung von Steiermark. Graz, IL November. Die künftige Landesregierung in Steiermark wird sich nach den Wahlen aus drei Christlich-Sozialen, drei Sozialdemokraten, einem Vertreter des Nationalen Wirtschaftsblocks und Landbundes und einem Vertreter des Heimatblocks zusammensetzen. Ueber das noch unbesetzt« neunte Regierungsmandat wird zwischen den Christlich- Sozialen und der Sozialdemokratischen Partei gelost werden. Starhemberg auf Neststimmen. Wien, 11. November. Nach Mitteilung der Verbandswahlbehörde wird aus den R e st« stimmen des Heimatblocks im dritten Wahlkreisverband der jetzige Innenminister Fürst Slarhemberg(Ooerösterreich) ein Mandat. ein zweites Justizminister H u« b« r(Satzburg) erhalten. Das einzige Grundmandat des Heimatblocks erhiell der Arbeiter der Alpinen Montangesellschaft Lengauer in Donawitz. Ianson abgeblitzt. .Das Reichsbanner läßt grüßen...!� Eisenach 11. November.(Eigenbericht.) Vor der Strafkammer des Eifenacher Landgerichts fand vor einigen Togen die Beleidigungsklage des Oberbürgermeisters Dr. I a n f o n gegen die„Eisenacher Dolkszettung' statt. Die Zeitung hatte den Bericht einer Reichsbannerkundgebung in Weimar wieder» gegeben, nach welchem der Bundesführer des Reichsbanners. Hörsing, in bezuz auf das Gespräch des Oberbürger« meisters Dr. Ianfon mit dem Polizeiiommisiar M o ch ts im Hotel„Crcelsior" in Berlin geäußert hatte:.Lanfon will auch einmal ein großer Mann werden, das Eisenacher Rerchs- banner lasse Ianson grüßen, er solle seinen Schnabel halten". Der verantwortliche Redakteur der„Eisenacher Dolkszettung" Schroot erhiell einen Ärafbesehl von 400 M. Das Große Schöffen» gericht ermößigte die Strafe auf 100 M. und betonte, daß die be- wußte Hervorhebung der Ausführung Hörsings m Fettdruck als eine Beleidigung des Oberbürgermeisters aufzufassen sei. Staotsanwall und Derurteilter hatten gegen dieses Urteil Be« rufung eingelegt. Die Strafkammer wies die Berufung des Staats» anmalt« zurück, gab dagegen der Berufung des Angeklagten statt, „Haustochter bevorzugt!" Die„Herrschasten" nutzen die Konjunktur- und die Hausangestellten verhungern! Eins der Folgen katastrophaler Wirtschaslstrise ist die Bs- r u f s n o t der Hausangestellten. Ueberall überfüllte Arbeits nach. weise und ein rapides Sinken der schon immer niedrigen Löhne— ei» trostloses Zukunftsbild! Ganz schlaue„Herrschasten" haben die für sie günstige Konjunktur erkannt und erfunden, wie man sich für wenig oder gar kein Geld in den Besig einer Arbeits- traft setzen kann. Die„Haustochter* ist jetzt«in überaus be- gehrtes Objekt im Haushalt geworden! Was ist eigentlich eine Haus» tochter? Ein junges Mädchen, das unter Anleitung der Hausfrau die Wirtschaft erlernen soll, um später den eigenen Haushalt fach- gemäß testen zu könnend Oftmals bezahlen die Estern für diele „Haustöchter* noch obendrein ein Lehrgeld— manchmal handelt es sich auch um befreundete oder verwandte Familien, die ihre Töchter gegensestig austauschen. Die„sparsame Hausfrau* engagiert sich also jetzt stall einer Hausangestellten eine„Haustochter*, die für die groß« Ehre, mit am Tische effen zu dürfen stall eines Lohnes nur ein kleines Taschen- gcld erhält, dafür aber die ganze Hausarbest zu verrichten hat. Da der Hausangestelltenmarkt augenblicklich durch die allgemeine Berufs- not ganz besonders überfüllt ist— Arbeitslose aus allen möglichen Berusskategorien versuchen hier unterzukommen— ist das sehr leicht durchzuführen Gegenüber anderen Berufsange, j hörigen ist die Hausangestellte vielfach im Nochteil: sie hat im Verhältnis ihres kleinen Arbeitslohnes eine demgemähe niedrige Arbeitslosenunterstützung. Bei vielen erreicht die Unlerstühung noch nicht einmal!0 HI. pro Woche. Hier muß wieder einmal die schon so oft aufgegriffene Frage der Schaffung von Hausange» stelltenheimen erörtert werden, wo diese für billiges Geld unterkommen können und so nicht der Straß- und ihrem Elend preis- gegeben sind. Die Stadt Berlin besitzt nicht ein einziges Hausange, stclltenheim, die wenigen Unterkunftsmöglichkeiten in den Arbeits« nochweisen wurden aufgelassen, die Mädchen drücken sich bei mit- leidigen Portierleutcn oder Bekannten herum und w o landen sie schließlich? Lleberall kauern Schwindler. Aber auch in anderen Berufen ist das Lehr fräu lein bevor- zugt, sei«z im Berkaufsfach, im Kontor, im Fabrikbetrieb. Ueberall muß die Anzulernende eine fertige Arbeitskraft ersetzen und was ihr an der nötigen Routine und Fertigkeit fehlt, das spart der.Herr Arbestgeber an Lohn ein. Beim kaufmännischen Beruf schließlich, der ja mit am schlechtesten dasteht, muß sich die Sekretärin cder Tipp- dame nur zu oft ihr Geholt aus eigener Tasche bezahlen, wenn sie unterkommen will. Unter dem Lockruf einer„überaus interessanten, aussichtsreichen und angenehmen Tätigkeit, mit hohem, steigendem Gehall* wird den Anwärterinnen eine möglichst hohe.Interessen- einlag« oder Kaution* abverlangt, wodurch sich der Herr Ehes in den Besitz einer gratis arbeitenden Kraft setzt, mit dcren mühsam ersparten Groschen er„wirtschaftet*. Uitd es ist nicht erst einmal vorgekommen, daß der Herr Chef samt dem Geld« verschwand, oder die Betreffende mit der Rückzahlueig und Lohnzahlung sonstwie hinters Licht führte. erkannte auf Freisprechung unter Auferlegung der Kosten des Verfahrens zu Lasten der S.'aatskasie. In der Urteilsbegründuno wurde ausgeführt, daß es sich hier um eine grundsätzliche Angelegenheit handest, nämlich inwieweit ein« Berichterstattung über Aeußerungen Dritter straf- bar sei. Zweifellos könpe nur die wahre Berichterstallung über eine öffentliche Versammlung nicht bestraft werden. Auch in der Tatsache der Verbreitung der Hörsingschen Aeußerungen eben durch die Wiedergabe in der Zeitung könne keine Ehrentränkung für den Oberbürgermeister gesehen werden. Aus diesen Gründen müsic das Gericht auf Freisprechung erkennen. Die Verleumdermethode. Zwei charakteristische Beispiele. Die„Deutsche Zeitung* halle sich vor kurzem in einer Notiz ein- mal wieder an den Bezügen gerieben, die Genosse Löbe als Reichs- togspräsident bezieht, obwohl längst öffentlich bekannt ist, daß erstens di« Entschädigung des Reichstagsprästdentsn, während Löbe sich im Krankenurlaub befand, von allen Reichstagsparteien einstimmig(also mit Einschluß der Deutschnationalen und Nationalsozialisten) beschlossen wurde, und daß zweitens Genosse Löbe seit jeher auf die Hälfte dieser Bezüge v e r z�s ch t« t hat. Eine von Genossen Löbe eingesandte Berichtigung abzudrucken, weigert sich das hochanständige Blatt, da es nicht nur unan« ständig, sondern gleichzeitig zu feige ist, vor seinen Lesern seine unsauberen Kompfesmethoden einzugestehen. Stall der Berichtigung bringt es einen gewundenen Tratsch. Es Hobe gar kein Interesse, in welcher Zlrt Löbe sein« Einkünfte aus der Reichskasse ausgebe, sondern nur. was er tatsächlich beziehe. Eben das ist der springende Punkt: Genosse Löbe bezieht das hohe Einkommen nicht! Da er von vornherein auf die Hälfte verzichtet hat, gelangt diese gar nicht in seinem Besitz. Salbungsvoll fügt dann das Verleumderorgan hinzu, daß eine derartige„private Wohltätigkeit* nicht der Rode wert fei. Die „Deutsche Zeitung* predigt: Wir sind der Auffassung, daß jeder Mensch, namenllich mit einem so hohen öffentlichen Einkommen, heute für eine mehr oder minder große Zahl von hllssbedürftigen Personen zu sorgen Haft und daß das eine selbstverständliche nationale Pflicht ist, deren sich niemand rühmen sollte. Wir nehmen hiervon Kenntnis und fordern die„Deutsche Zeitung* öffentlich auf, uns nunmehr die Namen der Generäle des alten Systems zu nennen, die in Gemäßheit der von der „Deutschen Zeitung* proklamierten selbstverständlichen„nationalen Pflicht* auf die Hälfte ihrer fürstlichen Pensionen zugunsten anderer verzichtet haben?! Wir fordern ferner auf, die Namen der ehemaligen deutschen Fürsten anzugeben, die auf Grund der gleichen„selbstverständlichen nationalen Pflicht" aus einen Teil der Alillionenadsindungen verzichtet haben. die ihnen durch Urteil oder Vergleich zugesprochen wurden. Wir erbillen den Nachweis, auf welchen Test ihrer Ein- kommen der Reichsbankprästdent a. D. Schacht. Reichsbank- Präsident Luther, die Reichseisenbahndirektoren usw., deren Gc- Halter in die Hunderttausende gehen, ireiwillig verzichtet baben. Wird dieser Nachweis. nicht geführt,, so muß testgestellt werden, daß die von der„Deutschen.Zeitung* proklamierte„selbst- verständliche nationale'Pflicht* bisher nur von Sozialdemv- traten erfüllt worden ist— aber nicht von den Leuten, die für sich die Bezeichnung„national* in Erbpacht genommen haben. ♦ Eine zweite Verleumdung— und zwar gegen den Genossen S« v e r i n g— hat sich das gleiche Rcchtsorgan zusammengebraut, aus dem es selbstverständlich die kommunistisch« Münzenberg- Presse mit freudigem Behagen abdruckt. Severing soll danach bei feinem Amtsantritt als preußischer Innenminister, obwohl fein Amts- Vorgänger erst ein neues Dicnstauto angeschafft habe, sich, schon wieder ein neues Dienstauto geleistet»nd den kaum benutzten Wagen verkauft haben. Die Sache ist gerade umgekehrt! Bei seinem Anllsantritt fand Severing einen neben Waybach-Wagen und einen alten Scrienwaoen als Dienstwagen des preußischen Innenministeriums vor. Er erklärte darauf, daßihnifürseinen Bedarf der alte Serienwogen genüg« und hat den neuen Wagen in Tausch gegeben— aber nicht gegen ein neues Dienstauto, sondern bei der Anschassung eines Beamtentrons- p o r t w a g e.n s für d i e S ch u tz p o l i z e i, wodurch dessen Preis erheb lichverbilligt wurde. Es ist charakteristisch, daß eine wirtlich« Sparmoß- n a h in e eines Ministers von den Verleumdern in«inen Akt der B e r s.ch Wendung umgebogen wird!' Langeweile im Zorns-Prozeß. Oer Angeklagte muß wieder mal teilnehmen. Im Jörn s- P r vzeß, der bisher in langweiligem Einerlei eines Frage- und Antwortspiels zwischen dem Borsitzenidcn und dem Nebenkläger Jörns verlief, trat heute ein« geringe Belebung ein. Aüf' Anordnung des Gerichts war der Angeklagte er- schienen. Seine Teilnahme am Prozeß gestaltete diesen jedoch nicht wesentlich interessanter und für den Nebenkläger nicht günstiger. Tntsprechend der Bedeutung dieser für die Oefsentlichkeit erledigten Angelegenheit ist die Berhandlung aus dem Schwur- gerichtssaal in einen kleinen Nebensaal verlegt. Oberstaots- anwalt Köhler hat angeregt, im Eden-Hotel, dem- seinerzeitigen Stabsquartier der Gardeschützen-Diviiion, einen Lokaltermin abzn- ballen. Das Gericht hat sich feine Stellungnahme dazu vorbehallen. Die Hit�r-Lünger von Frankfurt. Zwei edle Krüchtchen. Frankfurt a. M.. 11. November.(Eigenbericht.) Am Mvntognachmittog wurden die beiden rohen Burschen, die dm Sonntag den.Führer der Frankfurter Sozialistischen Arbeiter- jugend Ernst Longendorf in viehischer Weise'durch Fußtritte ins Gesicht mißhandelten, aus der Polizeihaft vor das Schöffengericht geführft Es handelt sich um den zwanzigjährigen Schlosser Mar .Hahn und den gleichaltrigen Helmut Ernst. Hahn ist derjenige, der dem bewußtlos auf den Straßenbahnschienen liegenden Longendorf mit den Stiefeln ins Gesicht trat, er war in Nazi- kleiöung. Aintsgerichter« Nathan bezweifelte, ob man diesen Fall im Schnellverfahren erledigen könne. Er ließ Im Kranken- haue anfragen' und es wurde ihm mitgeteilt, daß Emst Langeodors mit einer G e hlr n s r f chü tt» ru ng i» ichwerem Fieber « lieg«. Daraufhin beschloß das Gericht, die Sache zu vertagen, well man nicht weiß, ob der Fall Langeichorf, der sich jetzt nach dem Bericht als Körperverletzung darstelle, zu einem schworen Delitt auswachfen könne. Die beiden Rowdys wurden wieder in Polizei- hast abgeführt. Der Staatsanwalt hch nun die Sache in Hynden. Einer der beiden, der Nationalsozialist E r n st, ist wegen Diebstahls mit einer Woche Gefängnis vor dem Jugendgericht 1927 vorbestvafft Roch ein zweitesmal hat dieser Naziheld vor dem Iugendgerickst ge- standen. Weil er ein Mädchen geschlagen, war er wegen Mißhond- lung angeklagt. Mit Rücksicht auf seine Jugend erhielt er hierbei nur eine Benvantung. Die verbotene Versammlung. Verlegenheitsausflüchte der Hakenkreuzler. Ueber dasVerbotdernationalsozialistifchenPer- s a m m l u n g, die am Montag im Restaurant Wurzbachcr am Bahnhof Grunewald statifinden fallt«, werden von notioiwlfozinti- stischer Seite aus begreifllchen Gründen falsche Darstellungen in Umlauf gesetzt, die das Verbot als nicht gerechtfertigt erscheinen lassen sollen. Wir erfahren dazu folgende nicht uniilleressante Einzelheiten: Zu der Versaiimllinig waren Handzettel oerteilt worden. ciuf denen als Thema angegeben worden war:„Die korrupten Schweinereien der preußischen Slaaksregierung* Dies« asfenkundig grobe Beschimpfung gab den Anlaß zum Lerbot der Der- fammlung. Wenn der gestern noch erschienene„Angriff* behauviet, das Thema der Versammlung habe gelautet:„Die Korruption in Preußen*, so ist das unwahr und eine erhebliche Entstellung des wahren Sachverhalts. Die groben Beschimpfungen, in denen die Nazis sich zu über- treffen suchen, sollten diesmal nicht einfach durchgehen. Deshalb mußte es zum Verbot der Versammlung kommen. Die heuchlerische Abmild« nrng des Verfammlungsthemos spricht wohl für sich selbst. Die stärkste Partei derVölkerbundsstadt. Sozioliflkn überflügeln alle Parteien. Genf, 11. November.(Eigenbericht.) Bei den durch die Schaffung der Stadt Groh-Genf notwendig gewordenen Wahlen zum Großen Rat des Kontons Genf erzielten die Sozialisten einen bemerkenswerten Erfolg. Sie gewannen fünf Sitze und wurden damit die stärkste Partei. Bisher standen 32 Sozialisten 68 Bürgerlichen gegenüber, jetzt sind es 37 gegen 63. Frankreich wird„gereinigi". Llnerwünschte Ausländer abgeschoben Die Entdeckitng des komtmiliistifchen Zentrums in Sartrouville fcheini eine neue Kampagne der jranzösijchen Presse gegen Sowjet- rußland im Gefolge zu haben. Der„Paris Midi* teilt mit, daß die in den Geheimkammern von Sartrouvill« gefundenen Dotumeille nachweisbor ans Paris, Berlin und Moskau stammen, was auf eine intime Zufammeiiarbeit dieser Stellen schließen lasse. Die mit der Aiifklürung des Falles von Sartrouvill« beauftragten Polizei- innktionäre sollen dem Ministerpräsidenten persönlich über den Gang der Untersuchung Bericht erstattet haben. . Als sichere Folge der.Ereignisse in Sartrouvill« steht, wie der Direktor der politischen Polizei des Innemninifteriums, R o q» e r«, im.Vnttansigeanr* mitteilt, jedenfalls schon fest, daß die Kon- trolle der Grenzen in Zukunft auf das Höchstmaß ver- schärft werden soll, um die Einwanderung zweifelhafter Subjekte abzuschnüren. Der Uebertritt über die Grenze soll überhaupt nur zwei Kategorien von Reisegästen gestattet werden, und zwar einwand- freien T o u r i st e n und Arbeitern, die Arbeitskonttakte vor- zuweijen haben. Leute, die auf gilt Glück nach Frankreich komme», irm- hier Arbeit zu suche», sollen keine Möglichkeit mehr haben, über die Grenze zu kommen. Außer diesen Maßnahmen soll aber noch«ine„Reinigung* in Frankreich selbst vor- genommen werden. Zu diesem Zweck sind sämtliche Staats- a n w ä l t e Frankreichs angewiesen worden, alle Ausländer namenllich festzuhallen, die von sranzosischeii Gerichten abgeurteilt werden. Auf Grund dieser Statistiken behält sich das politisch« Büro des Innenministeriums vor, Ausweisungen oder sonstige Anordnungen zu treffen. 20.Umstürzler" vor dem Jaschistengericht. Unter der Anklage«nes Anschlages gegen den faschistischen Staat wurden W„Umstitczler* in Rom verhaftet. Eine ganz kurze Meldung gibt da» bekannt. S» heißt dann folgendermaßen: In den Tagen vor der Feier des Marsches auf Rom wurden m verschiedenen Ortschaften Oderitaliens 26 Perjonen! verhaftet, di« im Zuscmmienhang mit den antifaschistischen Elementen in Paris verbrecherisch« Handlungen gegen das faschistische Regime vorbereiteten. Sie wurden wegen chrer hochverräterischen Umtriebe verhastet und dem Tribunal zur Verteidigung des Swotes übergeben. Weller« Untersuchungen sind im Gange. Oer Musikmeister als Spion. Im Dienste der französischen Nachrichtenstelle. Leipzig, 11. November. Vor dem 4. Strafsenat des Reichsgerichts unter Vorsitz von Reichsgerichtsrat Dr. Baumgarten begann am Dienstagoormittag der Prozeß gegen Obermusit meist er Peter Adam vom Feldartillerieregiment 6 in Minden, der der Spionage be- schuldigt wird. Nach dein in der Voruntersuchung ermittelten Tatbestand, hat Adam gemeinschaftlich mit seiner Ehefrau in der Zeit vom November 1928 bis zu feiner im Juni 1930 auf dem Bahnhof in Minden«r- folgten Verhafwng S ch r i f t e n und Befehle militärischer Art, die geheim zu hallen waren, gegen Entgelt einem aus- ländlichen Nachrichtendienst zukommen lassen. Die fraglichen Schrift- stücke' und Befehle waren Adam im Abieilungsbüro des FAR. 6 in Minden leicht zugänglich. Der Angeklagt«, der früher Musik? mekfter beim FAR. 7<> in Metz war, Hot sich zunächst persmllich- mit einer Nachrichtenstelle in Mainz in Verl'indung gesetzt und ihr das ihm zugängliche Material angeboten, Di« Rolle, die feine Frau in dem Spionagefall gespielt hat, ist noch ungeklärt. Moratorium und Vüstungsgleichheii. Was Frankreich an deutschen Forderung'«« erwartet. Paris, 11. November.(Eigenbericht.) Die ani Montag stattgehabt« Unterredung zwischen Briand und dem deutschen Botschafter von Hoesch soll, wie Pertinax im „Echo de Paris* behauptet, vor allem der Frage gegolten haben, welches unmittelbare Ziel die Reichsregierung'hinsichtlich der Durchführung des Paung-Planes wie auch der„mehr- jach geforderten* militärischen Gleichberechtigung zwischen Deutschland und Frankreich zu verfolgen gedenke. Reichs- kanzler Brüning habe die'Absicht, sofort nach der Dnrchführiing der Finonzsanierung das im Nvung-Plan vorgesehene Moratorium in Anspruch zu nehmen in der Hofsniing, daß das dann einzu- berufende Sachnerständigsnkomllee- erneut die Zahlmigssähigkeit Deutschlands' prüfen' werde. Was die inilitäriicheii Forderungen Deutschlands angehe, so liefen sie auf nichts Geringeres hinaus als auf die volle Gleichhell in den Heeresrüftungeii sowie Aushebung der EntMilitarisierung der Rheinlondzone oder Schaffung einer gleichen entmilitarisierten Zone aus französischer Seite in Elsaß. Lothringen. Daß Pertinor gegen diese angeblichen Absichten Deutsch- lcmds mit aller ihm zur'Serfügung stehenden patriotischen Entrüstung protestiert, versteht sich von selbst. Er bält es auch für notwendig zu betonen, daß Briaird oufz schärfste im Interesse Frank- reickzs überwacht werde. Gerirud Frenze! vor ihrer Muiier. Dramatische Szenen im Frenzel-prozeß, Zm Frenze!- Prozeß erfolgte als Höhepunkt der heutigen Der- Handlung die Gegenüberstellung Gertrud Freüzels, die einen sehr niedergeschlagenen Eindruck machte, mit ihrer Mutter. Diese Konfrontation gestaltete sich stellenweise äußerst dramalisch, da Gertrud Frenze! ihre belastenden Aursagen gegen ihre» Doter wie bisher aufrechterhielt und ihrer Mutter ins Geöcht wiederholie, die jedoch all dos. was Gertrud im einzelnen vsrbrachie, als Lügen und Phantastereien bezeichnete. Bei der Vernehmung Gertrud Frenzcls und ihrer Mutier drehte «s sich auch um die Bekundungen von Frau Frenzes, daß Gertrud Diebstähle ani Wirtschaftsgeld sich habe zuschuld m kommen lassen und auch sonst des öfteren wegen Unwohrheiteu gescholten worden sei. Gertrud Frenze! bestritt mll großer Emichiedenheift daß sie jemals fremdes Geid sich angeeignet hoe< und daß man sie der Unwahrheit in verschiedenen Fällen überführt hätte. Der Verteidigung hielt dann Gertrud Frenzel vor. daß sie über die angeblichen Verfehlungen ihres Vaters ganz verschiedene Einzci- hellen im Verlaus des Prozestes und auch anderen Personen gegen- über erzähit habe. Gertrud erklärte darauf nur, daß sie tmrn die Dinge wohl durcheinandergebracht hätte, da sich derartige- sehr oft ereignet Hab». Gertrud Frenze! wurde hieraus ihrer Kocblehreftn Frau P. gegenübergestellt, der sie seinerzell auch gestanden hat, daß ihr Bater sich an ihr vergangen habe. Durch die Tzzenüberst-'ll"ng sollen einige Widersprüche in der Aussage gellärt werden. Preußen und das Hochwaffer. Aussprache im Hauptausschuß des Landtages. Der Hauptausschuß d«? Landtages verhandelte heute über die vielen von fast allen Fraktionen vorliegenden An» träge zur H o ch ivo s s e r ka ta st r o p h e in Schlesien und in den angrenzenden Gedieten� Der Berichterstatter, Abgeordneter M c tz e n t h i n, gab ein umfassendes Bild der Schaden, die in fast ollen Kreisen Schlesiens eingetreten sind, und begründete einen Antrag zur Behebung der unmittelbaren Not und zur Vor- bengung gegen künnige Ueberfchlvemmungskatastrophen. Abg. S i m o n- Neusal; sprach für die sozialdemokratisch« Fraktion. Wenn in diesem Fahr nicht wie IllOZ Hunderte von Menschen umgekommen und ganze Dörfer weggerissen sind, dann ist das der Wasser bau Politik des Freistaates Preußen und der Deutschen Republik zu danken, die aus dem Gebiet der Verbesserung der Hochmasser-, Deich- und DorflutoerhAtniss«, der Flujzreguiierungen und des Baues von Hochwasserschußbecken die Aibeitcn der Vorkriegszeit planmäßig und energisch s o r t g e s e tz t hat. Bei einem Pegelstand von 7 Meter in Ratibor, den Sturmkatastrophcn und Schneeverheerungen in den Gebirgs- kreisen, den übervollen Zuflüssen rechts und links der Oder und bei einem wochenlangen Dauerregen hätte menschlichem Erwarten nach die Katastrophe noch umfangreicher sein können als IM. In den Gebirges reisen ist durch die Sturmkatastrophe(Windstärke 12) eine ungeheure Verwüstung der Walds l ä che n einge- treten. In der Grafschast Glatz, im Eulengebirg«, im Riefen- und Isergebirge sind über 1 Million Festmeier holz Opfer des Sturme» geworden. Der Schnee lag Über IM Meter, teilweise sogar wie im Eulengebirg« zeigten sich Z Meter hohe Schneewehen. Die rasche Schneeschmelze steigert« die Katastrophe in der Niederung, so daß furchtbare Verwüstungen schon in den Gebirgskreisen u; a. auch Laubau, Löwenberg, Görlitz und Reichenbach entstanden sind. Schon Oberschlesien brachte ungeheure Wassermengen. Ratibor und über 40 Dörfer waren vom Hochwasser eingeschlossen. In Breslau seldst haben sich die Regulierungsarbeiien bewährt. Das Wasser konnte in geordneten Bahnen weitergeleitet werden, besonders ozich durch die in neuerer Zeit entstandenen U m f l u t- kanäl«. Doch sind im Landkreise Breslau große Schäden ent- standen. Im Kreise Mielitsch ist das Land von der Bartsch meilen- weit überflutet. Di« obere Bartsch ist van den Polen großzügig reguliert worden. Da keine genügend« Porslut vorhanden ist, muß die Regulierung auch in Preußen vis zur Landesgrenze bald durchgeführt werde». Die größten Schäden sind im Regierungsbezirk L i e g n i tz entstanden. Di« Katzbach war ein reihender Strom, die Umgebung von Liegnitz ein See, der bis ins Stadtinnere hineinreichte. In Dutzenden von Straßen standen die Keller unter Wasser. Katastrophal wirkte sich hier der Dammbruch der Katzbach bei Altbeckern aus. In Hainau stieg das unscheinbare Flüßchen Deichsa das erstemal vier Meter über den normalen wasierspiegel. Ganze Straßenzüge waren überschwemmt, da« Wasser stand in den unteren Stockwerken. Di« Schäden an Chausseen und Straßen im Kreise Goldberg-Hainau werden allein auf 120 000 Mark beziffert. Di« Hochwasserkatastroph« wirkt« sich ebenso in der Ober- und Niederlausitz, im Flußgebiet der Spree, der Schwarzen Elster, der Neiße und der Löbau aus. Sie erstreckt sich auch auf die mittler« und untere Oder in der Gegend von Frankfurt, Küstrin und Stettin. uird au r den Obra-. und Warthebruch. Hund« rix von Städten und Dörfern waren wochenlang unter Wasser. Der Redner begründet« zum Schluß die erforderlichen Maßnahmen. Bor allen Dingen muß ein einheitlicher Plan auf lange Sicht zur Vermeidung künftiger Hochwösser aufgestellt werden. Bei den Notstandsarbeiten sind besonders auch die geschädigten Arbeiter und die Arbeitslosen der betroffenen Gegenden zu berücksichtigen._ Novembergewiiter. Wolkenbruch und Hagelschlag über Berlin. heute früh kam über Berlin eins der typischen Miuter- gewikker zur Entladung, das von eioem kurzen, aber heftigen Wolkenbruch uad Hagelschlag begleitet war. Kurz nach 7 Uhr zog von Westen her ein- schwere schwarze Wolkenwand heraus, die in geringer Breite über die Hauptstadt binwegzog. Grell« Blitze zuckten aus dem unheilverkündenden Wolkenmeer, schwere Donnerschläge ertönten. Bei einem Temperaturstand van 3 Grad Wärme erfolgte ein heftiger Wolken- bruch, der dann in Hagel überging. Wie uns der amtliche Wetterdienst hierzu milteilt, handelt es sich keineswegs um eine seltene Wettererscheinung. Ge- witter dieser Art, die in der Hauptsache auf überraschend« Koltluft- embrüche zurückzuführen sind, treten sogar noch im Jomiar und Fe- bruor in Erscheinung. Der Kaltlufteinbruch erfolgte innerhalb eines breiten und kühlen westlichen Luststromes, d�r langsam über das Reich hinwegfließt. Innerhalb solcher Kaltluftströme bilden sich bchisig Kaltluftstafieln. die sehr schnell die wärmere Lust vorstoßen und an ihr ousglesten. Für die nächste Zeit ist mit weiterer Ab- kfthlung zu rechnen. Großfeuer durch Blitzschlag. Apenrade. 11. November. Heber Apenrad- und Umgegend ging heute nacht ein furcht- bares Aniveller, verbunden mit starkem Gewitter, nieder. Ein. Blitzschlag traf in das Gebäude der..Nordichleswigfäien Zei- tung". Die von mehreren Familien bewohnten beiden oberen Stock- werke des Hauses brannten völlig nieder, das ontcre konnte durch die Feuerwehr gerettet werden. Stürme über dem Ozean. New York, ll. November. Der Lloyddampser„B e r l i n" ist mii einer zwcilägigen Berspätung hier angekommen. Der Dampfer hatte während dreier Tage schwere Stürm« z» bestehen und war sogar gezwungen, acht Stunden lang beizudrehen. Zahlreiche Fenster und Türen sind eingedrückt und einige Ventilatoren weggerissen worden. Bremen, 1l. November. Eine Meldung der Rettungsstation Horumersiel der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger zufolge konnten von- dem aus Mellum gestrandeten Motorsischkulter.Diana" süns Personen durch dos Beltungsboot der Siation gerettet werden. „Die niairoU'n von CaUaro" Unter SBild gibt eine bewegte S&ene aus der neueften dra- matifchen-Darbietung der 'Volksbühne wieder:»Die ITtatrofen von CaUaro." Eine Parodie? „Die zärtlichen Verwandten" in den Kammerspielen. Echte, launische, lebenswarme Heiterkeit war das nicht. Es war nett, amüsant, ulkig, aber nicht so richtig, so aus dem Herzen hetter. Man sagt zu so etwa?: Gut gebrüllt, Löwe! Was hier soviel be- deuten will wie: Gut gebrüllt Gründgens! Gründgens, der Regisseur folgt weiter den ausgetretenen Spuren seines Borvaters Reinhardt. Dabei ist er recht begabt im Aufbau kleiner szenischer Nebensächlichkeiten. Dieses Stück nun,„Die zärtlichen Bor- wandten", baut er auf solchen Nebensächlichkeiten ans. Ist das jenes Familienstück des guten B c n c d i x, der leichtgeschürzten Humor wie Flaunisedern ins Publikum blies? Ein durch und durch ernst gemeintes Stück?(Ob es ernst zu nehmen ist, ist freilich die Frage.) Rem,— kann man nur sagen. Gustav Grüichgens inszeniert hier sich selbst.. Einen heiteren, leicht besohlten Grllndgens, der seine Schneiderrechnungen bezahlt hat und über dessen Haupt keine Gewitterwolken hängen. Er inszeniert hinter, neben und um das Stück herum, das, was er sagen will. Er scheint hier eine Parodie auf Bcnedix, aus sich selbst, auf Reinhardt und auf das Deutsche Theater machen zu wollen. Das ist sehr lustig, und das Publikum geht amüsiert nach Hause. Man sieht altertümliche Jäckchen und Röckchen, Spitzcnhöschen und Wollstrümpfchen und einen hisiorisch originell gestalteten Benedix. Handlung: die übliche, die Tücke lauert, das Gute siegt: in diesem Haus gibt es drei ältliche, mißgünstige Frauenzimmer, drei junge, niedliche Frauenzimm-rchen und die zu den letzteren gehörigen drei zukstpsiigen Gatten.(Ein viett-r versucht noch, eisten Blumen- lopf zu erhaschen, ober er fällt ab. Di« schauspielerischen Leistungen waren bemerkenswert. Georg August Koch als reckenhafter Teutone, van der Weltreise soeben heimgekehrt, Old Shatterhand persönlich, zeigte viel Sinst für Humor. Wilhelm B e n d o w als Freund des obigen und Überreiser Jüngling, mußte den Gelehrten mimen, der dem Leben fremd ist, und zwar begeisternd komisch. Walter Lieck, der ellenlange, zart besaitete, verliebte Arft schuf einen Typ den wir nicht vergessen werden. Hubert o. Vi e y c r i n ck als weitgereister, protziger Sohn reicher Ellern spiell fein und temperamentvoll. Die Damen sind ein einziges Vergnügen: Maria K r o h n, Ida W ll st, Maria Bord, Johanna Termin, Lore'Anne Mosheim oder Blondine E b i n g c r, man darf keine vor der anderen loben, denn alle waren sprühend und lustig. Noch einmal: Das Stück hätts nicht aufgeführt werden müssen, denn es ist ein unwichtiges Stück. Es ist auch kein Sillenstück. wie vielleicht das Deutsche Theater glaubt- Es ist auch keine Parodie, aber es ist ein« gute Inszen-erimg non Grllndgens. �Icxeiiäer von Sadicr-Masoch. „Öo* gestohlene Gesicht." Llfa-Kurfurstendamm. Man Hot nie daran glauben können, daß Detektive»der Per, brecher so geschickt Maske zu machen nerstanden, um jemand tage- lang zu täuschen, dazu noch die nächsten Verwandten oder die Arbeitskollegen. Dos gab es nur bei Doyle, Elvestadt oder Walloce. Es war ein notwendiges Requisit, das rm Film bereits problematisch wurde.„Das gestohlene Gesicht" lebt hauptsächlich von dieser Idee. Ein Musiker, den es aus pekuniären Gründen zum Kabarett treibt, spielt ivn Polizeikommissar, der einen mysteriösen Bilderdieb- stahl aufklären soll. Der Raub der„Monna Lisa" hat scheinbar noch immer nicht an Reiz verloren. Hinzukommt die Verwechslung von Original uich Kopie und das glückliche End«. Also kein besonders neuartiges Sujet, aber Durchführung und Ausarbeitung zeigen viel Geschick. Die Situationen sind witzig poim.ert, und den Regisseuren Erich Schmidt und Philipp M a y r i n g fällt etwas ein. Besser würde sich dieses Spiel für den stummen Film geeignet haben, denn die Dialoge hemmen den schnellen Ablauf der Handlung, aus den es ankommt. Das Ganze könnte noch mehr durcheinander gewirbelt werden. In einer kleinen Rolle Max Adalbert als Museumsdiener. Wundervoll, wenn er durch die Räum« schlürft und vor sich hin- brabbelt. Er hebt die Episode zum Rang einer Hauptgeswlt. Henckels spiell scharf skizzierend den Museumsdivektor. Mit«in paar Gesten umreißt er diesen Menschen, und Hans Otto oerfügt Über Bcroe, Temperament und Ausdruckskraft. 21, ich dieser Film tlobt nach szenenlang an dein Vorbild bühne*- nwßiger Dialogführung, aber immerhin kann eine Annäherung an silmische Bewegungsvorgänge festgestellt werden. Bor allem fehlen diesmal die üblichen Schlager, unddies bedeutet schon ein Plus.»— t. D�r Kommumsmus M Dar Untersuchunasausschuß des Repräsentantenhauses, der sich mit der kommunistischen Beweaung in den Bereinigten Staaten besaßt, gibt bekannt, daß die Zahl der organisierten Kommunisten l?000 betrage, und daß die Kommu- nistische PorlÄ elf Tageszeitungen in oerichieoenen Spracken und außerdem zwölf Wochendlauer mit einer durchsckmittlichen Aus- iagenzifser mm 170000 vuöfsentliche. „Drei Tage Miiielarrest." O welche Lust,(Soldat zu sein! Sowohl im„Primuspalast" wie in der„Tilamo" feierte ein Militärschwank aus der Borkriegszeit seine ilrairfsührung. Die Ver- msser gehen offenbar von der Meinung au-, daß das deutsch« Boll, gutmütig und vergeßlich, wie es ist, bereits wieder Sehnsucht hat nach dem bunten Rock, um so mehr, da es ihn'heute nicht mehr.zu tragen braucht. Sie zeigen Bilder aus einer kleinen Garnison, die Karl B o e s« mit einem einer besseren Sache würdigen Eifer auf- gebaut l>at, in dem das Bürgerturn eine ungewollt lächerliche Rolle spiell und das Militär natürlich obekaus ist. Freilich wird auch ein wenig Kritik geübt. Die Kampagniemuller schnautzt nach Noten und schleift auch mal, daß es eine Art hat. Aber dafür sind den Trägern von zweierlei Tuch alle möglichen Freiheiten gegenüber dem Bürgertum und besonders gegenüber den„Dienstmädchen" ein- geräumt. Die gtinze Handlung dreht sich um ein uneheliches Kind, das die Köchin des freisinnigen Bürgermeisters bekommen hat. Umsonst wird der Bater in der Kompagnie gesucht, weil der Schuldige sich gerade in den Arrest hat stecken lassen. Dafür wollen mehrere bürgerlich« Beamte dem Bürgermeister zuliebe die Vater- ichast übernehmen» aber Sieger in dem Wettiaus bleibt doch ein Soldat, der etwas dußlige aber gutmütige Rowotni. Das Ganze endigt mit einem solennen Kompagnieba», aus dem das Bürgertum sich der militärischen Ordnung wieder unterwirft Das uneheliche Soldalentind— und es bleibt keineswegs bei dem«inen, sondern im Standesamt drängen sich die unehelichen Mütter— ist für unseren Film ein Gegenstand des Humors. Und die Köchinnen scheinen nur dazu aus der Welt zu sein, um den Soldaten Liebessieuden mit und ohne"Folgen zu bereiten. Die Kaserne ist sozusagen das Borzimmcr der Liebe. Gespielt wird ausgezeichnet. Mar Adalbert und Ida Wüst gcbert das Bürgermeifterpaar.. Fritz Schulz ist der gerissene und Felix Bressart der sentimentale Soldat, Luci« Englisch ist ganz die Köchin nach dem Geschmück gewisser Leute, die alles geduldig hinnimmt, auch da» Kind von einem unbekannten Mann und sich schließlich mit dem Polacken begnügt weil er gut zu ihr ist. Nochmal»: schade um die viele gute Arbeit, aber so läßt sich diises Thema nicht anfassen. Wir wollen weder eine Derherrlichung der.Kajernenzeit noch eine Bagatellisierung des Problems unehelicher Müll«.—r. Oer Zauber des Kindes in der Kunst. Ausstellung des Vereins Berliner Künstlerinnen. „Das 5kind" als Thema: es Hölle«ine äußerst reizvolle Aus- stellung werden kömien: es ist zu einem Bruchteil eine charmante Ausstellung oeworden. Der Fluch solcher Seporatveranstollungen von Kllnstlervereinigungen mit einer guten Idee ist dos Komplette. die Nötigung, die liebe Mitgliedschaft nicht vor den Kops zu stoßen, die unvermeidbare Zluslese mit beschränktem Borzeichen. Hier ist es nur deshalb nicht schlimm geworden, weil die Malerinnen zugleich auch Frauen, also Kindcrliebhabcniinei, und oft Mütter sind und alle eingeborenen guten Instinkte, sich dem einzig liebenswerten, nämlich dem werdenden Menichenexemplor zuwenden. Es gibt sehr reizvolle Kinderporträts in der Herbstschau des„Vereins der Künstlerinnen zu Berlin": nicht nur die Nomen bürgen dafür, sondern auch die speziell« Qualität der ausgestellten Bilder, vor allem von Earvollo-Schülein, Annot, Charla Okonouye (ein sehr starkes neues Maltolent, das besondere Beochwng verdient), dann Salo Schwarz, M. S ch w i ch t e nb c r g, A. o. Zitze- witz, Haensgen-Dingkuhn. Merkwürdigerweise tritt dos Kinderspiel nicht ebenso lebendig heraus: Ima Breusing. Else M, ch a e l s o n. viel schwächer schon F. R e m o k sind zu erwähnen. Da» soziale Moment stummer Anklage gegen die Der- nochläjsigitnz der Kreatur vertreten mit Zldel und Nachdruck Käthe K o U w i tz in einigen Lithos und Erna Schmidt-Earoll mit kunftnoll choraklerisierenden Federzeichnungen. Gute plastisch« Darstellungen des Kindhaften sind schließlich von Milly Steger, Sophie Wolfs. I. Wiegmann und der ausgezeichneten Horrict von Rathlef- Keil mann ausgestellt. Taul Fcrck. Schmidt. Abbau der hohen Opcrngogen. In einer Berwallungsrats- sitzung des Deutschen Bühnen-Vereins wurde beschlossen, daß in Zukunft an den deutschen Opernhmisern keine Jahresverträge mit mehr als 27 000 Mark Gage abgeschlossen werden dürfen. Bei Gtstspielverträgen dürfen nicht mehr als 630 Mark gegenüber bisher 1000 Mark für die Vorstellung gezahlt werden. Diese Beschlüsse, die aus eine Verringerung der hohen Goqen hinauslausen, sind für alle Bühnen verbindlich und stellen nach Ansicht des Bühnenocreins ein« notwendige Maßnahme zur Erhaltung der finanziell schwer bedrohten deutschen Opernbühncn dar. Freitarten sür Arbeltslose in der Piscator-Bühne. Nach dem Vorbild van Königsberg und Mannheim werden jetzt auch in Berlin Freikarten für Arbeitslose in den Theatern aus- gegeben werden. Den Ansang macht die Piscator-Bühne mit einer Ausgabe von täglich etwa 200 Freikarten an'Arbellsloje. Die Der- teilung liegt in den Händen der zuständigen Organisationen. Wie verlautet, werden sich auch die Berliner Bolksbühne und das Schillertheoter diesem Borgehen anschließen. Die Städtische Oper pstt bekannt, daß sie künitig die General- droben zu ibren lirslauhübiungen und Neueinstudierungen den EiwerbS losen— gedacht ill vor allem an ftellungtlote Musiker— zugängig mache, wird. Benachrichtigung ersotgt durch die zuständigen Organtlationen. Ein« Führung durch da, Dergamsa-Museum und die vorderasiultsch, Abtrilung, Vera,, stalle, aui Einladung d»r VoltSbühne Dr fftrifc Hch ts am 12., nachm. L ßiJ 1 Uhr Teilnehmerkarten P,iO Mark In der Geschäft« stelle der Vvllidübne. L 23. Linienstr. 227. im Kd2ö.. Tauentzieute. S1-2t und m der Bsllöbühnan-Buchhavchilmq. SO 16k tSbcrite Sin 66. Oer Kaiser von Messinien Krönungsrummel und Kolonia Politik Adis-Zlbeba. im November. Wohl noch nie Hot ein exotisches Land zur Krönungsseier seines Herrschers einen so großen Austrieb von Vertretern großer euro- päischer Möchte. Aegyptens und selbst der USA. gesehen, wie Abessimen. Groß-Britannien schickte den Herzog von Gloucester. Italien und Schweden einen Prinzen, Frankreich den Marschall Franchet d'Esperey(der 1518, als ihm unter den Mitgliedern der ungarischen Waffenstillstandsabordnung der Vertreter des Arbeiter- und Soldatenrates vorgestellt wurde, den Abordnungsführer fragte: „So tief seid ihr schon gesunken?!"— Red. d.„V."), Aegypten war durch zwei koptische Kirchenfürsten, Belgien, Deutschland und noch einige Länder durch ihre Gesandten vertreten und Amerika entsandte, ein ungewöhnlicher Vorgang in seiner Geschichte und ein Beweis für sein großes Interesse an dem alten christlichen Kaiserreich, das wie eins riesige Festung aus einem bis zu 4000 Meter ansteigenden Bergplateau liegt, sogar einen Vertreter des Stoatsdepartemens für Aus- wältige Angelegenheiten und einen General. Die Krönungstutsche Wilhelms. Am 8. November wurde in der Kathedrale von Adis Abeba nach dem uralten Zeremoniell der toptisch-orthodoxen Kirche der bisherige Ras Tafari zmn Negus Negefti(König der Könige) HUlie S e lla s ie I., König von Aethiopien, Iuda und Aion gekrönt. Als Vertreter moderner Anschauungen hat sich der neu« Negus nicht damit begnügt, sckne Thronbesteigung nach der herkömmlichen Landessilte zu feiern. Als besondere Attraktion für die Veranstaltung ist die K r S n u n g s k u t s che Wilhelms II. für Alt erworben worden. Sie wird von sechs Hengsten aus dem ehemaligen Marstall der k. und k. österreichisch-ungarischen Monarchie gezogen. An böse Vorzeichen scheint man in Abesstnien nicht zu glauben: hoffentlich geht die Regierung des neuen Herrschers nicht mit einem ähnlichen Eklat zu Ende wie die solner Kollegen, die sich bei ihren? Regierungsantritt dieses Kulissenzaubers bedient haben. Es hat immerhin einig« Zeit gedauert bis der ehemalige Stainmes. Häuptling zum Negus Tafari hat avancieren können. Er hat mehrere Jahre politischer Jntrigien und gewalttätiger Akte gebraucht, um sein Ziel zu erreichen. Erst im vorigen Jahre ist es Tafari geglückt, die bisherige Kaiserin Zauditu(Judith), als deren Stellvertreter er bis dahin funktionierte, von dem f a st 3000 Jahr« alten Thron Abesstniens zu stoßen und sie in ein Kloster zu stecken, hinter dessen Mauern sie im April dieses Jahres gestorben ist. Einige Mordanschiäge sehr„hoher" Herkunft wurden durch die anständige Gesinnung eines armenischen Hof- a r z t e s vereitelt, der sich weigert«, der Kaiserin Gift zu verabreichen und dafür ins Gefängnis geworfen wurde. Nur die Intervention eines amerikanischen Diplomaten und eines amerikanischen Forschers haben den Ehrenmann aus einer Haft, die lebenslänglich dauern sollte, gerettet. Das Interesse des Auslandes. Im Alleinbesitz der offiziellen Macht, will Negus Tafari sein Land herrlichen Zetten entgegensühren. Leicht wird ihm das nicht fallen, denn Abesstnien besteht immer noch aus einer Reche fast unabhängiger Provinzen, deren Verhältnis zum Herrscher durch die Stärke der milttärischen Machtmittel und die Rücksichtslosigkeit ihrer Anwendung gegen die unbotmäßigen Vasallen bestimmt wird. Das Programm des'neuen Herrschers gleicht in seiner Idee und seiner Ausführung sehr stark dem der Diktowren der Türkei und P erstens. Das von Ackerbauern und Hirten bewohnte Hoch- plateau, in dem kne Sklaverei noch die Grundlage der Wirtschaft bildet, soll zu einem modernen Militär- und Industriestaat genwcht werden. In der Praxis wird der Usbergang des Landes zu modernen Formen durch das Machtwort eines Despoten erfolgen. Das heißt, auch für Wessimen wird ein ungeheurer Apparat von Maschinen hauptsächlich aber von modernen Kriegsmitteln mit riesigen Kosten und mit Hilfe von der Bevölkerung abgepreßten rtesigen Summen geschaffen werden, der wie wo anders auch hier zum Leerlauf verurteilt fein wir!», weil er in die Wirtschaft des Laiches nicht mst einem Schlage organisch eingefügt werden kann. D?e Grundlage des auf diese Weise ent- stehenden Zwittergebildes wird wie in der Türkei und in Persien ein Heer und Bruchstücke von Fabritanlagen. Radiostationen und irgendwelchen anderen technischen Spielereien bilden, deren Wirkung darin bestehen wird, daß die Entwicklung des Landes in«inen Zustand gerät, der dem arabischen Qandesnamen„Habefch", d. h. auch„Ver- wirrung", olle Ehre machen wird. Das auffallende Interesse der europäischen Mächte an der Feier ist wahrlich nicht eine Wirkung der in der skurrilen abessinischen Schrift an die Teilnehmer des Völkerbundes versandten Einladung. Ihre Teilnahme wird als erstes durch die Aussicht wachgcriifen, daß die Modernisierung des Landes ihnen die Möglichkeit geben wird, sich an der Lleferung von Maschinen und an der Stellung von Sachverständigen zu beieiligen. Weiter hoffen alle Beteiligten etwas von den Konzessionen zur Ausbeutung der Bodenschätze zu profitieren, an denen das Land sehr reich ist. Der allgemein« Appetit darauf ist so groß, daß auch der Eintritt Abessiniens in den Völkerbund kein Schutzmittel gegen fein« künftige Rolle als Zankapfel der Mächte sein wird. Dos Land ist durch seine geographisch« Lage förmlich dazu prädestiniert, denn es ist zwischen den Besitz der drei großen europäischen Kolonial- mächte eingeklemmt u«d vom Zugang zum Meere abge- schlössen. Im Nordosten stoßt Abesstnien an Italienisch-Erythräa, im Süden an Englisch-Kenia und Uganda, im Slldroesten an den Sudan und im Osten an Französtsch-Dschibuti. Oer Tsana-Staudamm. Der vor zwei Iahren entstandene und zunächst durch langwierig« Verhandlungen zwischen England und den USA. begrabene Konslikt um den Bau des Staudamm» am Tsana-See, zrigt,»ie groß die Reichweite der politischen Erschütterungen in der abesst- nischen Erdbeben, Zone ist. Der Besitz des Sees ist von der aller- größten Wichtigkeit für die Entwicklung einer Bswässerungswirtschoft im Lande und seiner Nachbarländer. Die Vereimgten Staaten, die durch einen politischen Abenteurer im Dienste des Negus auf die Bedeutung des Landes aufmerksam gemacht worden sind, wurden bis jetzt noch von England daran gehindert, sich an der Grenze der afrikanischen Einflußsphäre Englands festzusetzen Auch die Italiener sind nicht müßig. Sie haben von SanraUland her eine große Autostraße über das Gebirge hinweg in das Innere bis nach Adis Abeba in Angrifj genommen und sich auch an wichtigen Punkten des Landes wuttschaftlich festgesetzt. Meichzettig bemühen sich Kapitalisten aus den verschiedensten Ländern bei den Prooinzgouverneuren um Konzessionen zur Ausbeutung von M i n e r a l s ch ä tz e n, die nur zu gern gewährt werden, weil sie den machllüsternen Satrapen die Mittel in die Hand geben, sich für den Kampf um die Alleinherrschaft im Lande zu stärken. ZukunstSauöficht. Alles in allem: an eine ruhig« Enttrncklung von Abesstnien wird selbst dann schwer zu glauben sein, wenn die Reformen mst Geschick, Verständnis und mst schnellem Erfolge durchgeführt werden könnten. Noch ist schwer vorauszusehen, ob der Anschluß an den Völker- b u n d die Störungen dieser Emwicklung aufzuhallen vermag und ob nicht die Gäste an der Tafel des Negus sich sehr öald in die Teilnehmer einer Konferenz verwandeln roerden, die sich am grünen Verhandlungsiffch mst ebenso großen, Appetst Teste des Landes zu Gemüte führen werden wie die kulinarischen Genüsse des festlichen Krönungsmahles. Zug zerirümmert Autobus. Acht Personen getötet, sieben schwer verletzt. Bukarest. 11. Roveurber. Ein furchtbares Berkehrsuuglück. das acht Mrnscheu- leben forderte, ereignete sich auf der Strecke von P l o e st i nach Slanic-Prachova. Ein Personen- zng fuhr bei eine?» Bahnübergang gegen einen Autobus, der vollkommen zertrümmert wurde. Bau den 20 Insassen wurde» 8 auf der Stellegetötet» 7 andere schwer verletzt. Der Ort des Unglücks bietet einen furchtbaren Anblick. Köpfe und einzelne Körperteile, die vollkommen vom Rumpf abgetrennt wurden, liegen zerstreut umher. Die Mehrzahl der Per- unglückten sind Angestellte der Petrolenmwerke. Wetter für Berlin: Wettere Abkühlung, abwechselnd heiter und wolkig, ohne erhebliche Niederschläge, auffrischende Winde.— Für Deutschland: Ueberall kühl, im Nordosten noch unbeständig und windig mit Schauern, im übrigen Deutschland Beruhigung des Wetters und strichweis« Nachtfröste. Berantwortl. für die Redaktion: Franz Klfil)«, Berlin: Anzeigen: Zt.«lacke, Berlin. Berlag: Borwärt» Leriag S. Ol. b. S>.. Berlin. Druck: Barwärt» Buch. druckerei und Derlagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin EW SS. LlndenilraZe Z. pierzn l Beilage. für die Zeit vorn 11. bis 13. November KINO-TAFEL tflr die Zeit Tom 11. bis 13. November Potsdamer Strafe 35 W. 5, 7. 9 Uhr Sta ab 3 Uhr Verlänsert Kriminal-Ton lilm: Der Greller mit llan, Aiber». Charlotte Sota Midcr Man» bei der Feuerwehr _ ChBrlottönbura- Tb Kant'Llchtspiele Kamstr 54,(an der Wilmersdorfer Str.) W. 5, 7, 9.05 Uhr Stg 3, 3 7, 9.05 Uhr Fat n. Fe'ach on al» KnnstadbOtzen Gr. Beiprogramm. Jugendl. Zutritt Rheinstrafjc 14 k�Äv W. ab 5.15 Uhr Stg. ab 3.15 Uhr An der»cfaftnen binnen Donau mit Lya Mara, H. Uedilce, J.Falkrxuteio, E. Vercbcs.— Die«iraoft t. Daalen- hof, ein Schwedenfilm in 5 Akten Jugendliche haben Zutritt Odeon, Potsdam erSir. 75 W. 5, 7. 9 Uhr Stg. ab 3 Uhr Verlängert Die Drei vod der Tankstelle m UUan Harvey, W, Fritsch, O. Tubediowa, O. Kariwelt. Toniilmooerette lagendliche haben Zutritt Turmstrage 12 g�'u. Verlängert Die Drei von der Tankitellc m Llllaa Har.cy, W. Frtticb, O. Tadtecbowa, O. Karlwelt. Tonfiimoperette lugendliche haben Zutritt Alexanderstr. 39-40 (Pastage) Den ganzen lag geöffnet I Die Drei von der i ooIcileUe m UUan Hai.ey, W. Fritsch, O. Tscbediowa, O. Kar, weih, Tonfiimoperette Jugendliche haben keinen Zutritt j Wösten» Primus-Palast oVsVi'i's Potsdamer Str. 19 Ecke Margaretenstr. Utauflührungdes Tonfilms Drei Tage Mittelarrest(ein Militärschwank aus der Vorkriegszeit) mit Lncie EuglUcfa, Theimet, Ada.bert, Schuir, Bressarr g Frlaarlcmtadt T) Franziskaner GeorgensiraBe(Ecke FriedrlehstraBe) 11. 3. 5.«. II Uhr Warschauer Zitadelle U 3, ,9 Uhr Der seltsame Fall eine* Arztes mit Conrad Veidt T, 4. 7. 10 Uhr Rhapsodie der Ucbe Neueste Kultur- and Wasbcnsdusu Schlüter-Theater Schill terstr 17 W. s, 7, 9 Uhr Sonnt ab 3 Uhr CJugendvorstellung) Der Greller m H. Alber», I0O proz Sprechfilm— Tön. Wodxc,— Betpr. Atrium Beba-PaleM Sonnabends n. Sonntags 5. 7, 9,15 Uhr Kaiserallee, Ecke Berliner Straße Tonfilm: Flachsmann als Erzieher mit Paul Henkels, Charlotte Ander y«chflnebwra"b Titania Schöncbg. Hauptstraße 49 letzter Tag; Der Greifer m H. Albers, Kriminal- Tonfilm.- Flock n. Fllcky.- Ton- wochc.- Abmorg.: Pension Schöller Die Kamera 4 W Unter den Linden 14 Die eiserne Maske m. D. Fairbacks Katastrophe auf hob. See m Chaplin Beiprogramm • Moabit■ Artushot-Licfatspicle Perleberger Straße 39 Film* and Wochent ab SV«, Sonnt ab 5 Lhr Das Geheimnis von Iiapos Belpregiamm.- Grones Variete- pragramm Alhambra Wc�l�i[jhh; Haupcstr 30 Tonfilm! Die fliegende Floife m. R. Novarro Gnies Beiprogramm W Frfdanau"b Kronen-Lichtspiele Rheiustr. 65 W. 7.9. Sbd., Stg 3, 7, 9 U. Tonfilm: Die Drei von der Tankstelle mit UUan Harvey, Willy Fritsch Tön. Beiprogr.- Jugendliche Zutritt • steallt« B Titania-Palast IwÄm Steglitz. Schloßstr. 5. Ecke Gutsmuthsstr Uraufführung Drei Tage Mllteiarrest m. Lncte EngUsds, Schulz, Adalbert, Tonfilmschwank.— Tonbciprogr. g«ehf wdorf-Nltte O 7*]s Wochentags 630, 9 Uhr Sonntags 5, 7, 9 Uhr Potsdamer Str. SO Stg.it30 Jug-Vorst Tonfilm: Bosenmontag mit Ucn Deyer», Math. Wiemann Tönnende Woche Mm T■ Marlendortcr Wochemg l Id-1*1 Lichtspiele ab 7 Uhr Chausseestraße 306 Tonlustspiel: Bockbier lest rp IdaWfisl rogramm__ Bült: Georg Erich j.d Lach revue. Salon Venus" TivOÜ Berliner Str. 97 Beg 5, 7, 9, Stg. ab 3 Uhr: Jug.-Vorst 100 proz Tonfilm; Die Lindenwirtin m Kölne Dorsch, H. Heinz Boll mann Beiprogramm Südwesten Lichtspiele Südwest BIflcherstr. 12 W. 3, So. ab 3 U. Messallna, das große historische Sittengemä de Beide Teile in einer Vorstellung.— Belprogra FUm-Paiast Kammersäle Teltower Str.> W.3,7, 9, Sfg. ab 3 Uhr Tonlustspiel: Pension Schöller mit J. Tiedtke, Kampers Micky Maua ■"—»■ Primus-Palast Am Hermannplatr, Urbanstr. 72(76 Wochent MS, 9. Sonnt ab 3, 5, 7, 9 U. Das Lied Ist ans mit Willy Ferst, Uane Haid Auf der Bühne; Revue Jazzfieber, mit großem Jazz- Orchester Stella-Palast Köpenicker Straße 11—14 Wochtgs.630.9U. Sonnt. 3, 3, 7, 9U 100 proz. Tonlustspiel: Pension Schöller mit Jakob Tiedtke, Fritz Kampen, Fritz Scholz, Elga Brink, H. Wange 1 Ausgezeichnete Böhnensdsan Th. am Moritzplatz Beg: Wtg 3. 6 30. 9 Uhr Stg. ab 4 Uhr Wolgamldchcn mit EveUne Hott Aufruhr des Blutes O Neukölln"fr Mercedes- Palast hermannstraße. Ecke Jägerstraße Anfang: Wchtgs. 6.45, 9. Stgs. 3. 3. 7.» U » Tonlustspiel: Pension Schöll er mit Kampers, Elga Brink Grote Bflhnenschan Wochent 6,45, 9 U. Sonntags 3, 5, 7, 9 U. Kukuk Kottbusser Damm 92 Lanbenkolonte mit Kampen. Plcfca, rawllla Splra Beiprogramm___ Pvr-s-Icirsi- Wochent 6-45. 9 U. LcXCeiSlOr Sonnt 3. 5. 7. 9 U. Kaiser-priedrlch-Straße 191 Kur 3 Tage! 100«/» Toniilm: Unier den Döchern von Parts Micky Maos Stern» Hcrmannstrahe 49 Wochentags 6 45, 9, Sonntags 3.5,7, 9 u. Lanbenkolonte mit Kampers. Ptcha, ftamllla Splra Beiprogramm Filmeck Skalitzer Straße, am Görlitzer Bahnhot Beginn Wochentags: 630 und 9 Uhr Sonntags: 3, 5. 7, 9 Uhr. Tonfilm; Laubenkolonie mit Kampen. Ptdia, Camilla Splra Beiprogramm Luisen-Theater Reichenberger Str. 34 Anf. W: 630 u. 9 U. Stg. 3, 5, 7, 9U. 100% Tonoperetie; Die Drei von der Tankstelle mit Lllian Harvey, Willy Fritsch Beiprogramm Jugendliche haben Zutritt ITwania Tonfilm Varteit urania w 6 45, stg s u Wrangelstraße U(an d. Köpenicker Str.) Herzen In Not mit Grit Haid Oer ßtrahensönger von Venedig Internationales Varleft Sternwarte- Treptow Donnerstag, 8 Uhr: 30 000 Kilometer In Norwegen Vortrag mit Film, Lichtbildern und Schallplattenmusik � HordaztoeT��'h Plvaiiim" Fox tön. Woche SS»-'"'*""! Prenzlauer Allee 56 W. 5.15. 7. 9.15. S 3.15,5, 7.15, 9 15 Uhr Jubiläums-Programm I Das Ued Ist aus m Uane Haid, Forst Bühne: Katja'» UUpnianer Rcvne � Ostan B Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Beginn der ersten Vorstellungen: Wochemg. 6 30, Sbd. 5, Stg 3 Uhr Der große Ufa-Ton Ilm: Liebling der Götter mit Emil Jannlngs, Renate Mittler, Olga Tschecfaowa, Ed. Wlnlerileln Luna-Filmpalast Gr. Frankfurter Str. 12) Unter den Oöchem von Paris Bühne: Kammersönger Goltz mit Quartett Schwarzer Adler Xiite 99 Woch. 5. 7. 8.45. Stg. 3. 5. 7. 8.45 U- IDOproz. Tonfilm: Der keusche Josef mit Harry Llcdfke, Paul Heidemann Beiprogramm Comenius-Lichtspiele Memeler Straße 67 W. 6.30, 9, S ab 5 U Aufruhr des Blutes Erpresser Concordia-Palast Andreasstr. 64 W. ab 5 U-, Stg. ab 3 U. 100 proz Ton'ustspiel: Laubenkolonie mit Kampers, ptcha Bühne: Aston macht alles Viktoria-Lichtbild'Th. Frankfurter Allee 48 lOOproz. Tonfilm Woch. 5. 7. ca 8.45. Stg. 5. 5. 7. 8�5 U. Der Walzerkönig mit CL Rommer, Hans Stfiwe.- Beiprogramm Flora-Liddsp. k'««r4ir TägL 6 30, 9. Sonnab. ab 5, Stg ab 3 U. 100 proz Tonfilm: Der blaue Engel mit Karl Dietrich, Emil Jannlngs Beiprogramm AlhsimKrit Woch. ab 6 3ö Uhr. mnamDra Sonnt, ab 4 Uhr Koppenstraße 29 Böhnenschaa Wegen Graosamkeli geschieden Ein schwerer FalL— Ton �iMeu-lfehteBOerB�J Kosmos-Lichtspiele Lichtenberg, Lückstraße 70 W 5, 7, 9 U, Stgs. 5. 7. 9 U Kriminaltonfilm: Der Greifer mit Hans Äthers.— Micky Maat biet der Feuerwehr » FrledrlcrisFuldT" Kino Busch«-«.M Ait-Friedrichsfelde S.5. 7 u. 8.45 Uhr Beiprogramm Erprcssnng mit Anny Ondra Moderne Piraten mit Siegtr. Arno, Jade Trevor ����Watfiengea��B Schloßpark Füm. BOhne Berliner Allee 206—210 Stg-'/»Z Jgd�V. Tonfilm; Wie werde ich reich und gödcUcfaT ternatlonale Böhne.- Beiprogr. ■ Horte»» Alhambra lOOproz Tonfilm: Das Lied ist am mit L. Haid, W. Forst Beiprogramm Pharus-Lichtspielc Möllers tr. 142 W.S.7,9 U Stg.3 U Jgd-V. lOOproz Tonposse: Penston Sdrölt er mit Jacob Tiedtke. Kampers, Brink, Sctru z.- Beiprogramm Marga-Lichispiele Schulstraße 29 lOOproz. Tonfilm Sprecbfilm: Skandal tun Eva mit Henny Porten Falsdtmflnzer mit O. Marlon Prater-Lichlspiel-Palast Kastamenallee 7-8 W. ab 5. Stgs 3% U. Oer Mongole nnd die Tfnzerln The pllgrun mit Ch. ChapUn Variete Noack's Lichtspiele Brunnenstraße 16 Beginn 5 Uhr Moral am Mtilernachl m Com. Horn Opfer seines Bernts.- Böhnenschaa Volle» verstärktes Orchester Casino-Lichtsp. Brunuenstraße 154 lOOproz. Tonfi.m: Westfront UMS mit Fritz Kampers mWRBCfii"--"" Mila-Lichtspicl-Palast Schönhauser Allee 130 W-Sh�S. 4Vj lOOproz Tonfilm: Ea war einmal ein Fifinlingstranm(Das lockende Ziel) mit Richard Tauber.- Flock und Flldrys Liebesfahrt.— Bühne: 4 gr, Attraktionen.— Tonfilm» Böhneusch. Filmpalast Puhlmann Schön hauser Allee 1 48 W. 5, S. 39t U. Tonfilm: Oer Greller mit Hans Albers. Beiprogr.— Böhne nschan Colosseum Wtgs. 5,70.9 Uhr Stgs. ab g Uhr Schönhauser Allee 123 Der große Tonfilm: Mich Europa mit Louise Brook*.— Beiprogramm Pankow Palast-Theater Breite Straße 2) s W.630.9,Stg.Aö3D.9 lOOproz Tonfilm: Laubenkolonie (Lustige Musikanten)— f" Tivoli» Pankow Berliner Straße 27 W 630. 9 U- Stg. ab 4 U. lOOproz- Tonfilm: Uebllngder GöUer mit Emil jannlngs, Renate Möller Beiprogramm Film-Palast Blankenburger Str. c So. 21a Jgas ist das Ergebnis der vierten Nacht: Eine Zlveiswndenjagd . n 10 bis 12 Uhr. 120 Minuten ausgefüllt mit Vorstäßen, die nicht �ii enden. scheinen Weit über 70 Nundengewinne werden registriert, doch der bisherige Stand des Rennens verändert sich fast gor nicht. Spitze: Krüger-Funda, 107 Punkte. 1 Runde zurück: Ehmer-Tietz, 95 Punkte; Manthey-Moczynski, 77 Punkte. 3 Runden zurück: Van Ke.npen-Schön, 185 Punkte; Rieger-- Kroschel, 110 Punkte. 4 Runden zurück: Rausch-Hürtgen, 70 Punkte. 5 Runden zurück: Pijnenburg-Vraspenning, 100 Punkte. 7 Runden zurück: Dinale-Tonani, 109 Punkte; Lehmann-Wissel, 57 Punkte. 13 Runden zurück: Pein- Stübecke, 157 Punkte. 17 Runden zurück: Lemoine-Peix, 67 Punkte. 19 Runden zurück: Debruycker-Mandelkow, 52 Punkte. Bevor es zu diesem Standergebnis kam, ging es auf der Bahn toll zu! Die Rundengewinne und Rundenverlust« überstürzten sich. Ilm UH Uhr erfuhr man für wenige Momente einen Stand: Arüger-Funda, Manthey-Moczynski und Ehmer- Tietz in der Spitzengruppe. Alles andere lag 2 bis 17(!) Runden zurück. Den Dsrlustrekord hielten Peix-Lemoine mit 21 Runden Rückstand. Trotzdem werden sie nicht aus dem Rennen genommen! >>- Gegen �12 Uhr hatten Manthey-Moczynski allein die Spitze. Doch die Freude hielt nicht lange an. Krüger-Funda, diese Außen. seiter, die sie gar nicht mehr sind, lagen bald wieder allein vorn. Ehmer-Tietz überboten sich zeitweilig in ihren Leistungen, Piet van Kempen aber hatte oft schwache Momente, die jedoch sein Partner Schön oft wieder auszugleichen wußte. An Stürzen mangelt« es nicht. Als Ehmer und Lehmann-Wissel zu Fall kamen, mußte das Rennen neutralisiert und damit die Jagden abgestoppt werden. Nach etwa 30 Minuten— in welcher Zeit die Bahn auf herausstehende Nägel abgesucht wurde— war die Neutralisation beendet. Ernstere Vorstöße blieben dann aus. Auch die 2-Uhr-Nachtwertuna zeigt« nichts sonderliches! * Die Scchstagefahrt geht bergab! Heute morgen um 6 Uhr hatte das Feld 79 Stunden hinter sich und 1975,040 Kilometer zurückgelegt. Die finanzielle Seite des„Vierundzwanzigsten" dürfte.zur vollen Zufriedenhett der Veronstaller geregelt sein, ob es mit der sogenannten sportlichen ebenso steht, soll dahingestellt sein! Denn diese?lrt Rundengewinne, die schließlich den Stand des Rennens doch nicht ernstlich zu verändern vermögen, können auf die Dauer nicht befriedigen.— tz. Po!izei~Boxme!sierschaftcn Neue Titelhalter Berlins Polizeisportler trugen gestern abend im Saal- bau Friedrichshain ihre diesjährigen Meisterschaften aus. Es gab einige Ueberraschungcn; die größte war zweifellos die Nieder- läge des bisherige»! Titelhalters im Schwergewicht Michaelis. Noch zwei weitere neue Meister wurden ermittelt: Papstein im Leichtgewicht und D o m k e im Weltergewicht. Die Polizisten verstehen es immer ausgezeichnet, ihrer Sache einen würdigen Rahmen zu geben. Die Kampfstätte war wieder festlich geschmückt, und zahlreiche prominente Ehrengäste harrten bis zum letzten Gongschlag interessiert aus. Im ersten Meister- fchaftskampf startete der talentierte P a p st e i n(Polizeischule) gegen F c h r(Pol.-Jnsp. Köpenick). Fehr, der sich im vergangenen Iichrc im Federgewicht noch den Titel eines Polizeimeisters holen konnte, erlitt gestern eine geradezu katastrophale Niederlage. Nach knapp einer Minute wurde er von Papstein am Seil gestellt und mit einem Haorgemiu gelandeten Rechten auf die Kinnspitze über die Zeit zu Boden geschickt. Völlig benommen mußte Fehr in seine Ecke getragen werden. Auch der zwette Meisterschaslskamps im Wetter- gewicht zwischen Domke(Polizeischule) und Schrefeld(Pol.- Ber.-Insp. Nord) nahm ein vorzeittges Ende. Domke, der zuerst «inen reichlich defensiven Eindruck machte und sich treiben ließ. schnellte plötzlich vor und deckte den überraschten Schrefeld mit. einer Serie von Kopftreffern ein, die ihn bis.,8" zu Boden zwangen. In der zweiten Runde versuchte Schrefeld den ungestümen Angrisfen seines Gegners auszuweichen, mußte aber, bevor der Gong das Ende der zwecken Runde verkündete, völlig erschöpft aufgeben. Von Domke, der einen guten Eindruck hinterließ, wird noch einiges zu erwarten sein. Im Mittelgewicht standen sich zwei alte Rivalen gegenüber: Pautz(Kdo. K. Reserve) und Thörey(Pol.-Ber.- Insp. Nord). Nach drei wenig aufregenden Runden gaben die Punktrichter den Sieg an Pautz. G a i k o w s k i(Pol.-Jnsp. Przl. Berg) mußte alle Register seines Könnens aufdrehen, um Schiene (Pol.-Ber.-Jnsp. Nord) nach Punkten abzufertigen. Schiene machte einen untrainierten Eindruck. Gaikowski kann sich demnach noch auf ein weiteres Jahr Polizeimeister im Halbschwergewicht nennen. Die große Ueberraschung brachte dann der Schlußkamps um- die Schwergewichtsmeisterschaft. Michaelis(Pol.-Jnsp. Przl. Berg) hotte seinen Titel gegen den jungen vielversprechenden Surma(Pol.-Jnsp. Tiergarten) zu verteidigen. Surma nutzte seine überlegen« Reichweite geschickt aus und brachte durch genaue Treffer Michaelis mehrmals in arge Verlegenheit. Leider fehlte Surma noch die Ringerfahrung, der es Michaelis zu verdanken hat, daß er nicht entscheidend geschlagen wurde. Surma wurde Punktsieger und Meister. EM« nächsten Veranstaltungen im Arbeitersport Nachdem nun das große Hallensportfest der Arbeckersportler vorüber ist, rüsten die bundestreuen Arb-eiter-Athleten zu chrem am Sonntag, 16. November, in der Neuen Welt, Hasen- Heide, stattsindenden großen Kreis-Ärtistenwettstreit. Da die Arbeiter-Artisten sich bei den Partei-, Gewerkschafts- und Kartellsesten stets zur Verfügung stellen, erwarten sie ebenfalls die Unterstützung. Der Vorverkauf der Billetts hat begonnen, Eintritts- karten sind in der Geschäftsstelle bei Frohne, Gubener Straß« 59, sowie bei Rudolf Brüll er, Neukölln, Kaiser-Fxiedrich-Stroße 77, und im Vereinsheim des Arttstenvereins Emigteck. Neukölln, Kirchhof- slraße 42, erhältlich, außerdem beim Portier der Reuen Well. Ii, der Werbung für den Arbeckersport tritt am Sonntag, 16. November, in der Zentralturnhalle, Prinzen- st r a ß e(an der Dresdener Straße) eine Veranstaltung der beiden Vereine ASV. Neukölln und P r o l e s V. f. K. besonders hervor. Hier an der besten Stätte für das Hallenüben zeigen die beiden Vereine ihr Tun und Treiben: Gymnastik mit und ohne Geräte, Uebungen in Spiel und Tanz auf der Grundlage Neuzeit- lichcr Bewegungsformen und vieles andere. Die Vorführungen be- ginnen um 18� Uhr und werden anschließend mit einem geselligen Abend in den City-Sälen, Dresdener Straße, bejchlosien. Meiner Sport von überall Erweiterung des Uebungsbetriebes bei der JTG?. Nach längeren Bemühungen ist es der Freien Turncrschast Groß-Berlin gelungen, eine Turnabteilung für Frauen über 25 Jahre in der Gneisenaustraße 7 zu«rösfnen. Die Uebungsftunden finden an jedem Dienstag von 20 bis 22 Uhr statt. Aufnahme neuer Mit- glieder in der Turnhalle. Der Bezirk Stralau konnte ebenfalls seinen Betrieb erweitern. Seine Turnabende sind jetzt Mittwochs von 1914 bis 214- Uhr für Männer und Jugend, Freitags zur selben Zeit für Frauen und Iungmädchen in der Halle Alt- Stralau 35. Arbeiter-Wasserrettungsdienst. Der Arbeiter-Samariterbund ver- öfsentlicht in seiner Zeitschrift„Der Arbecker-Samariter" eine Sta- tistik über die geleistete Tätigkeit des Arbeiter-Wasierrettunasdiienstes für dos Jahr 1929, nach der der Bund über 200 Rettungswachen verfügt, auf denen im vergangenen Jahre 81 836 Stunden Wach- dienst geleistet wurden. In 3508 Fällen leisteten die Mannschaften Hilfe bei allgemeinen Unglücksfällen; 772 Lebensretwngen mit Cr- folg konnten festgeftelll werden. Die Zahl der Rettungsversuche, bei denen die angestellten Wiederbelebungsversuch« erfolglos waren, beläuft sich einschließlich direkter Leichenbergungen auf 51. Ski-Trockenkurse veranstaltet auch in diesem Winter wieder der Berliner Tennis- und Wintersportklub Schwarz-Rot-Gold. Kursus- gebühr einschließlich Leihskier 4 M., für Jugendliche bis 20 Jahre 2 M. Der Kursus beginnt mit einem Einleitungsvortrog Mittwoch, 12. November, im Klubheim Israel, Poststr. 26. Der Klub ver- anstaltet außerdem in diesem Winter mehrere Reisen und prakttsche Skikurse. Anmeldungen und Auskunft beim Vorsitzenden Martin Schneider, Berlin C. 2, Königstr. 39, Tel. Kupfergroben 3851, sowie beim Einleitungsvortrog. ARE. boxt in der Hasenheide. In seiner neuen Kampfstälte, dem Wintergarten des Etablissements„Zum Schultheiß"(früher Unionsbrauerei), Hasenheide 22— 31, veranstaltet der Amateurboxclub Neukölln Mittwoch, 12. November, 20 Uhr, seinen nächsten Kampsabend, der eine Reihe erstklassiger Kämpfe zu bringen ver- spricht. Internationales Zubiläums-Loxlurnier. Zu dem vom 2. bis 5. Dezember in Berlin vor sich gehenden internationalen Jubiläums- Boxturnier des Deutschen Reichsvcrbandes für Amateuvboxen haben bis jetzt folgende Nationen ihre Zusage erteilt: Norwegen, Däne- mark, Polen, Italien und Holland. Wintersport in Berlin Kreuzberg gibt die Anlagen trei Im Verwaltungsbezirk Kreuzberg wird wie alljährlich auch in diesem Winter ein Teil der Wege innerhalb der öffentlichen An- lagen sowie«in Teil der Promenaden zur Ausübung des Wintersports für Kinder freigegeben, soweit der Fuß- gängerverkehr dadurch nicht behindert wird. Diese Wege werden bei Schnee und Glätte nicht mir abstumpfendem Material bestreut. sie sind besonders gekennzeichnet und für den Fußgängerverkehr ge- sperrt. Wer dies« für den Verkehr nicht unbedingt notwendigen Wege trotzdem begeht, tut dies auf eigene Gefahr. Im Viktoriapark sind alle Wege sreigegeben, soweit sie sich zur Ausübung des Winterfporls eignen. Ferner sind für diesen Zweck vorgesehen: Die Promenaden in der Gneisenaustraße, Porck- stroße, Hornstraß«, Grimmstraße, Bevernstraße, Baerwaldstrohe, Belle-Alliance-Straße mit Ausnahme dcr Strecke zwischen Baruther- und Dorckstraß«,- sowie die Fontanepromenade und die folgenden Plätze: Belle-Allionce-Platz mck Ausnahme des Durchgangsweges im Zuge der Friedrichstraß«. Platz ain Urban, Mariannenplag, Lausiger Platz, Hohenstäusenplatz und Waldeckpark. Fußgänger werden zur Vermeidung von Unglücksfällen vor dem Betreten dieser Wege und Plätze bei Schnee und Glätte gewarnt. Die Benutzung der Rodelbahnen geschieht aus eigene Gefahr, die Stadt lehnt jede Haftpflicht ob. Die Aussichtsorgane sind angewiesen, gegen jedes unbefugte Rodeln energisch einzuschreiten. Gleichzeitig wird ge- beten, den Anordnungen des Parkaufsichtspersonals in bezug auf Ordnung, Sicherheit, Ruhe und Sauberkeit in den Parkanlagen im Interesie der Allgemeinheit unbedingt Folge zu leisten. 'gntid&yimmrn für Wie«. Heute, Dienstag, 1S61 Mir, stntien an©fcobibcb Schöneberg die Ausscheidungsschwimmen. für den Rückkampf Wien— Berlin in folgenden Lagen statt: Männer-Crawlschmimmen Meter und �rauen.Irust- Ichwinunen 100 Meier. Freitag, 14. November, 20 Uhr. werden an gleiche» Stell« die Ausscheidungen für ZOO-Meter-Crawlschwimmen, lOO-Mlier-Brusl- schwimmen und lOO.Mcter-Rückanschwimmen für Männer vorgenommen. KT««.,«Cftirl Pankow, veutc. Dienstag. 20 Uhr,„Zille. Abend" im Jugend- heim SSrschstr. 14. Donnerstag. lZ. November. 20 Uhr. Abteilungstechnitcr. llhung im B-r-inslskal.—»cstri Lichtenberg: Donnerstag, lZ. November. 20 Uhr. Kunktionärfitiun» im Bereinslokal...... � «««., Kacke qabteilunq. Sitzung Mittwoch. 12. November, 20 Uhr. bei fUlMv tot. Sohlet- Ecke Koh-nloheftratze. Zntcressenien des Sockepsports willkommen. Nnderoerein.Eollegia". Borftandssitzuna Mittwach. 12. Nooember. 20 Uhr. bei Thunai. Waldlauf jeden Donnermaq im Volkspark Nchberg«. Treffpunkt 19% Uhr am Brückenhaus. Sonnabend» tzosrenrudern für Anfänger bei Ruder. verein..Vorwärts", Baumschuienweg. von 19— 22 Uhr und für Mannfchgften in der städtischen Ruderanlage Tiergarten(unterm Stadtbohnbogen) von 20 bis 22 Uhr. Freitag, l4. Nonemher, hält Duck einen Bortrag über.Di« Stellung des Bundes tue augenblicklichen Lage". Kceitag, 21. November, hält Stügel- meier einen Vortrag über.Die(linderer und Kanufahrer im Arheiter-Turn- >:nb-Sportbund". Neuaufnahmen jeden Kreitag im Bereinslokal Tdunak, Tbar- loltenburg, Wielandftr, 4. ob 20 Uhr. Arbeiter. Lichtbild. Bund. Arbciter-ssoiogilde: 14. November, 20 Uhr, tzuqenb- heim Lindenstr. 4, Uebungsobend:„gchlbelichtuna unb ihre Ausgleichung".— tzilniabteilung: Mittwoch, 12. November. 20 Uhr, Besprechung bei Erich Schind- ler, Iungftr, Z2(Ningbohnlfof frankfurter Allee!.— Kotogruppe« de» TB..Di« Natnrkrennde". Stammgrupve: Mokitaa, 17. November, 20 Uhr, Iohannisftr. l.i, Diskussion:„Unsere Aussiellung".— Abt, Osten: Kreitaa. 14. November, 20 Ub-, Jugendheim stsronkfurter Allee 207, Kriebrich-Ebert-Saal:„Die Blende und ihre Wirkung".- Abt. Norden: Donnerstag. 12. November. 20 Uhr, Vhvstkjimmer der Weltlichen Schul«. Bank. Ecke Wiefenstrast«: Seiteres, Geselliges.— Abt. Neukölln: Kreitag. 14. November, Bergstr. 29..Zimmer 1.— Abt. Mitte: Dienstag, 11. und 18. R-vembcr. 20 Uhr, Iohannisstr. 12.— Arbeiter-Licht. biwne, Spanbau: Montag, 17. November. 20 Uhr. Jugendheim Lindenufer. l. Nuderverei»„Borwärt»". Heut«, Dienstag, 19 Uhr, Turnen, Turnhal!: Hvlteistratze, untere Hall«. Freie Schwimmer Eharlottenburg 04, e. B. Dienstag. 11. November. 30 Uhr, Monatssttzung bei Äriesche, Taifer-Friedrich-Str. 13. Prole», Bf«. Geschäftsstelle: Sari«ienbaum, SO. 2«. Raungnstr. 8, Alexander 2SZS. Die Mtglieder werden aufgefordert, in der letzten Woche vor der Beranftaltung«m 10. November die Uebungsadenb« pünktlich ZU besuchen. Tradition der Firma. Auf Treu und Glauben gibts nichts. Fräulein U«. war 51 Jahre in der Berliner Wäsche- sabrik A.-G. bzw. bei deren Vargängerin Gebr. Ritter als Direklrice beschäftigt. Treu und brav hat sie während dieser langen Zeit im Interesse dcr Firma gearbeitet. Bor einem Jahr, als sie ihr 50jShriges Dienstjubiläum feiert«, ließ ihr die Finna ein Kuvert mit 200 M. überreichen. Ein Vertreter dcr Firma ge- dachte in einer Ansprache dcr unermüdlichen Tätigkett der Juki- larin und küßte als besonderes Zeichen der Anerkennung die Hände der alten Dame.— Ein Jahr verging. Dann wurde der Direktrice gekündigt. Sic ist 75 Jahre alt. Die Firma bra»ht eine jünger« Kraft. Fräulein Ue. fühlte sich durch die Kündigung nicht gerade schmerzlich berührt, denn K a m m e r z i e n r a t Ritter, der frühere Inhaber dcr Firma und nachheriger Direktor der A.-G., hatte ihr schon vor langer Zcit versprochen, sie würde, wenn sie nicht mehr arbeitsfähig sei, eine Altersrente von der Finna er- halten. Im Vertrauen auf diese Zusicherung hat Fräulein Ue. soinerzett einen sehr günstigen langjährigen Arbeitsvertrag, den ihr eine andere Wäschefabrit anbat, abgelehnt. Als aber die alte Dame pnach ihrer Entlassung ihren Renten- anspruch bei dcr Firma geltend niachte, wurde die Zahlung rundweg verweigert. Direktor Ritter ist schon vor«inigen Als aber die alte Dame mich ihrer Entlassung ihren Renten- versprechen nichts wissen. Fräulein Ue. klagte beim Arbeitsgericht.. Ein ehemaliger Direktor der Firma und der jetzige Prokurist traten als Zeugen gegen sie auf. Sie erklärten, Direktor Ritter Hobe gelegentlich zu jeder Angestellten gesagt, sie würde es nicht bc- reuen, wenn sie bei der Firma bleibe. Aber von einem bindenden Versprechen könne keine Rede sein, ein solches müßte doch schriftlich abgeschlossen sein, aber in den Akten der Firma sei der- artiges nicht zu finden. Eine frühere Direktrice der Finna bekundete dagegen, sie habe im Auftrage des Direktars, dessen rechte .Hand sie gewesen sei, allen Angestellten sagen müssen, daß sür ihr Alter gesargt werde. Als die Firma in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde, habe die Zeugin Herrn Ritter gefragt, wie es denn nun mit der Versorgung der alten Angestellten gehalten werde und Direktor Ritter habe geantwortet, die A.-G. über- nehme alle Verpflichtungen der alten Firma, die Rentenversorgung sei geregelt, dafür habe er gesargt. Unter Berücksichtigung dieser Aussage oerurteilte das Gericht die Firma, der Klägerin eine monatlich« Rente von 75 M. zu zahlen. Ein schriftliches Abkommen sei nicht erforderlich, denn es handle sich nicht um eine Schenkung, sondern um ein« Zuwendung für geleistete langjährige Dienste. 75 M., das ist ein Drittel des Gehalts der Klägerin, halte das Gericht für angemessen. Abschied von der ZU$£). Beschluß der Posthelfer. „Pasthelser treten kollektiv der RGO. bei." Mit dieser Überschrift brachte die„Rote Fahne" Mitte Oktober den Beschluß einer Betriebsversammlung der Heiser des Postamts W. 35 vom 6 Oktober, der gegen Entlassungen protestierte, den Siebenstundentag mit vollem Lohnausgleich forderte und den Anschluß an die RGO. verkündet«. Die falsch beratenen Posthekfer wurden aufgeklärt und haben am 7. November beschlossen, der RGO. den Rücken zu kehren.� Nur drei Stimmen waren dagegen. Der unüber- legte Beschluß vom 6. Oktober ist damit erledigt. Lohnabbau. üöln. 11. November.(Eigenbericht.) Die Schuhfabrik Frankenjtein in B u r s ch e i d hat ihren 500. Arbeitern gekündigt. Die Kündigung bezweckt ein« Her- absetzung der Löhne. Metallarbeiterstreik in Madrid. Poris. 10. November. Wie Havaz aus Madrid berichtet, sind die Metallarbeiter der Gegend von Madrid heule in einen Generalstreik eingetreten, da die Unternehmer es ablehnen, die durch dey Schiedsspruch zu- erkannten Lohnsätze innezuhalten. Die Giillegungskunst blüht. Für die rund 120 Betriebe der Kölner Metallindu- str i« waren im vergangenen Jahr 90 Stillegungsanträge «ingerichtet worden, in denen die Entlassung van rund 4500 Arbeitern angezeigt worden ist. Etwa die Hälfte danon ist tatsächlich durchgeführt worden. Im lausenden Jahre habe:? di» Stillegungsanträge eine«hebst che Steigerung erfahren. Dienstag, II. November. Berlin. 16.05 Magistratsrat H. Sonnenbarn:: Die öffentlichen und gemeinnützig: eu Rechtsauskunltsstcllen in Berlin. 16.30 I. Miklös Rosza: Klavierquintett, op. 2.— 2. Armande de Polirnac; Klavicrquintctt.(Lambinon-Ouartctt.) 17.30..Allgemeinausbildung und Spezialistentum.*'(Peter Qoeldel.) 17.50 Prof. Dr. H. Aubin, Breslau:„Schlesien". 18.20 Dr. L. Matthias und Dr. R. Huclsenbcck: Streit über Asien. 18.55 Arbeitsmarkt. 10.00 Tanzmusik. 20.30 Herrenhaus: Josef Ponteu liest eigene Diebtungen. 21.10 Oucrschnitt:..Frau im Stein". Dichtung von Rolf Lauckner. Musik von James Simon." Dir.: Maximilian AI brecht. 22.30 Dr. Josef Räuscher: Politische Zeitungsschau. Nach den Abendmeldungen: Beim Sechstagerennen. König»Wusterhausen. 16.00 Dr. W Günther: Film- und Bildarbeit In der Schule und Jugendpflege. 16.30 Ueipztg: Konzert 17.30 Mersmann: Einführung in die neue Musik. 18.00 Willy Sticwe: Das Bild als Erzieher. 18.80 Dessotr: Philosophie der Gegenwart, 19.00 Französisch für Anfänger. 19.30 Dr. Kurt Neu: Kartellpolitik in der Krise. 20.00 Prof. Dr Oost Cassel, Stockholm: Kapitalflucht wv.! WcltwirtocbaftpliTiie. 26.30 München: Unterhaltungsmusik- 21«30 Leipzig; Sistoue-KoszerC