BERLIN Freitag 14. November 1SZ0 10 Pf. Nr. 536 B 267 47. Jahrgang Lrscheillttisltchavß-rSeautazs. Zugleich Abtudauegab« de«.Vonrirtt'. Bquztprei« beide Ausgaben SöPf. pro Woche, 3,60 M. pro Monat. Redaktion und Expedition; BerlinSW«s,Lnd«nsir.3 Sfuilauigaße Jeh A»I«iße«prei»:Dit einspaltige Nonpareillevile «o Pf., Reklameteile S M. EnnSßiguogm nach Tarif. Posts cheekkouto: VorwärU-Verlag G.m.b.H., Berlin Nr. 37 536. Fernsprecher: Dönhoff 292 bi« 2S7 Krick und seine Polizei Wie er„zuverlässige" Hakenkreuz-Polizeibeamie suchen ließ Erpresser von der Rennbahn Unglücklicher Wetter wollte fich an Jockey Mills schadlos halten Bor dem Gisenacher Amtsgericht het der Prozess begorule«. de« Qberdürgcrmeifter Ianson gegen die „Eiserutcher Volkszeitung"««gestrengt hat. Ter Prozeß führt zurück in die Zeit der Amtsübernahme Fricks. Die Vorwürfe, die damals gegen Frick erhoben wurde«, er- fuhren plöhlith eine drastische Beleuchtung durch die Veröffentlichungen über eine Unterredung, die Herr Jausou mit dem Polizeikommissar Machts hatte.oz.): Di« große Not Ostpreußens ist«ine Folge der Gren.zziehung. Reich und Preußen haben durch Sonderhiiien berests beträchtlich« Opfer gebracht, und dos wind auch in Zukunft unerläßlich sein. Wenn wir diese Hilfsaktionen billigen, so können wir doch aber nickst die Art. wie sie«rsolgen, in jeder Weise unterschreiben. Die ?tut Ostpreußens ist n i ch t allein Agrarnot. In der Zahl gewerblicher Konkurse steht diese Provinz an der Spitze und an die Arbeiterichaft werden Elendslöhne gezahlt. Der Umfang der Arbeitslosigkeit ist riesig, und es ist notwendig, bei den Osthstssmaßnohmen auch diese leidenden Schichten zu berück- sichtigen. Die früheren und die jetz'gen Hilssmaßnahmin sind in ihrem Charakter reine Subventionspolitik. Schsn 1928 ist die Umfchuldung-aktion fast ausschließlich zugunsten des Groß- arundbesitzes erfolgt. Millionen sind sinnlos vertan und an Gutsbesitzer geflossen, deren Betriebe vollständig verschuldet und nicht mehr zu rcsten wckren. so daß volkswirtschaftlich diese Maßnahmen ein vollständiges Fiasko bedeuten.(Sehr wahr! links.) Wir verlangen Auskuust, wie sich die Hilfsmittel auf die einzelnen Kreise und Betriebegröhenklassen verteilen, dos heißt, wie Großgrundbesitz und wie die Bauern berücksichtigt wurden. Die Ostpreußisch« Landschaft unter Führung des Generalland- schaftsdirektors von Hippel macht eine planmäßig« und oer- nünftige Sanierung der ostpreuhischen Landwirtschaft gerade.pt i l l üs o r i s ch. Es ist gerichtsnotorisch, daß oft in geradezu be- trügerischer Weis« durch Kreditkommissionen Gutachten er- stattet wurden, die ausschließlich jenen Kreisen zugute kamen, die seit Jahrhunderten Volk und Staat ausplündern.(Sehr wahr b. d. Soz.) ISZS hat der Großgrundbesitz allein In Ostpreußen 73.? proz. der llmjchulduugxhypolhekeo. die Bauera ab« nur 214 proz. «hallen. Betriebe bis zu 40 Morgen haben 0,6 proz.. bis zu S0 Morgen 2.4 proz.. bis Z« 200 Margen 9,3 proz.. bis zu 400 Morgen 14.9 proz., bis zu S00 Morgen 19.7 prsz� bis zu 2000 Morgen 33.13 proz. und üb« 2000 Morgen 19,7 proz. der Umsthuldungsgelder erhalten! (Hört, hört! der Soz.) Erfreulicherweise hoben sich diese Zahlen nach der Einsetzung eines ostprcußischen Staatskommissar» etwas zugunsten der bäuerlichen Wirtschaft geändert. Wir vermissen, daß die Rechte, die sonst so große Freude an Ilntersuchungsausschüsien hat, nichts getan hak. um diese offen- sichtlich« Korruption auszudecken. Dabei sind die Emzelfälle durchaus nicht etwa Ausnahmen, und die entstandenen Derluste gehen in dir Willionen. Ein 2700 Morgen großes Gut Z i s l l c i m hat nach dem berichtigten Wehrbestragswert 737 700 Mark Wert, der allem maß- gebende Verkehrswert ist noch bedeutend niedriger. Es war vor der Umschuldung mit 337 Mark pro Morgen belastet, also mit über W) Proz. Obwohl ein« HUssaklion zwecklos war, nahm der krcislarator eine utopische Schätzung vor und setzte den Wert von 514 M. pro Morgen fest, so daß sich ein Gesamtwert von 1 4Z0 OCO M. ergab! Die verslechtung der Interessen in den kred'tausschüsien wird begreiflich, wenn, man weiß, daß in den kredstausschüsscn in«stet Linie Interessenten sitzen. 1920 wurde das Gut mit 625 000 M. versteigert. Von den 510 000 Mark staatlichen Geldern tonnten in diesem«inen Falle nur 125 000 Mark gerettet werden.(Hört! hört! links.) Herr von Hippel hat ein eigenes System der F irnüieniammm q erfunden. Danach bringt die Landschaft die Güter durch Zins- oerweigerung zur Berste germtg, weigert sich dann, die«st« Hypothek stehen zu losten für den Fall, daß di« staatliche Treu Hand- stelle das Gut zur Rettung der zweiten Hypothek aus der Ostpreußen- Hilfe erwerben will. Umgekehrt überläßt sie die erste Hypothek anstandslos dann, wenn d« in Konkurs gegangene unfähige Besitzer das Gut für seioca siebenjährigen Sohn«wirbt, wie im Falle Wandet- Knrtmedien. Bei der Londschdst genießt also der siebenjährige Sohn eines verkrachten Großgrundbesitzers mehr Ansehen als Staat und Reich. (Stürmische Entrüstimgsruse der Sozialdemokraten) Solche Prak- tiken sind offene Schiebungen. Der Herr von Weiß-Piauen hat viele Ehrenämter der Deutschnationalen und des Stahlhelms, besitzt«in Gut von 2500 Morgen, entwickelt aber auf winfchaftlichem Gebiete weniger glänzende Fähigkeiten. Auch fein Gut wurde übertaxiert, und er v«schwieg außerdem bei Angabe seiner Schulden 50 000 M., um die Ostprcußenhilfe zu«langen Obwohl hier die strasrechl- lichen Merkmale de» Betruges gegeben sind, bat sich bisher kein Stäolsanwall gefunden, der cingeschritteu ist. Aus der Ost- preuhenhilfe Hai der Manu uicht etwa seinen Betrieb in Ordnung gebracht, sondern 30 000 M. Erbschaftsgelder daraus gezahlt. (Hört, hört! b. d. Soz.) Insgesamt hat er 317 000 M.«halten. Da» sind die Leute, die ig demagogischer Weise die von ihnen bei der Ostpreußenhils« übers Ohr gehauenen Bauern gegen Staat und Regierung aufputschen, für sich selbst aber keinen Anstand nehmen. Hunderttausende einzuheimsen. Ein Rundschreiben des Landwirtschaftsoerbandes Ostpreußen fordert in geradezu verbrecherischer Weise zur snstematischen Organisierung von Konkurse» aus. Ohne Rücksicht auf Zahlungsföhigkeü will man künstlich Konkurs« herbeiführen, um den Staat zu zwingen, in allen Fälle» Gelder herzugeben, di« dann der Allgemeinheit ausgebürdet werden. Mau organisiert den Geueralkoukur». um dl« Gericht« lahm zu. legen uud die Durchführung d« Konkurse unmöglich zu machev. In dunklen Wendungen propagiert maa den Landesverrat, denn man stellt in Aursicht,«venu Reich uud Staat Ausgaben nicht ertragen tonnen, dann bliebe nichts anderes übrig, aus dem Reichsoerband auszuscheideo und in einen and«en Staatsverband einzutreten. (Stürmische Hört-Hörtl-Rus« links.) Auf solche Weise werbt man gegenüber dem Staat räuberische Erpresserpolitik. Wir wünschen gerecht« Verteilung der zur Verfügung stehenden Mittel und verlangen, daß die Regierung«ine solche Auzplünderungepalstit im Interesse der Landwirtschaft selbst und auch des deutschen, Balles verhindert.(Lebh. Beifall der Soz.) Bei Redaktionsschluß geht die Debatte weiter. Tardieu gegen Revision Vertrauensvotum der Kammer Paris, 14. November.(Eigenbericht.) Die große außenpolitische Dekatte der Kammer ist um 4 Uhr früh zu Ende gegangen. Mit 323 gegen 270 Stimme» hat die Kammer der Negierung das Aar- traue» ausgesprochen. Tie Kammer erwartet, daß die Regierung„weiterhin die Achtung vor de» Vorträgen, die nationale Sicherheit und die Organisation des Friedens sichern werde". Die Nachtsitzung begann mit einer scharfen Erklärung des Sozialisten Grumbach. Er verlangte von der französischen Regierung, daß sie in allen brennenden Fragen der Friedenspolitik, der Abrüstung und der Revision der Berträge die Initiative ergreife. Die Sozialistische Partei verkenne keineswegs die Gefahr der faschistischen Welle in Deutschland, aber weil schlimmer wäre der Aussoll der Reichslogswahl gewesen, wenn das Rheinland uicht geräumt worden wäre. Frankreich habe die Pflicht. Deutschland bei der Hebung der Wirtschaftskrise zu Helsen. denn durch die Krise sei die nationalistische Hochflut mit verursacht. Trotz aller nationalsozialistischen Paraden in Deutschland dürfe man nicht vergessen, daß Deutschland achteinhalb Millionen sozialdemokratischer Wähler habe, und daß die Sozial- demokratie gerade jetzt in Oesterreich wieder eine sofchistisch« Welle verhindert habe. Ministerpräsident Tardieu protestiert dagegen, daß man Artend gegen den Änbinettschef aus- zuspielen suche. Die Außenpolstit Frankreich» habe zwei Grundlagen. die Locarno-Verträge und die Hoager Vereinbarungen. Was die Revisionstampagn« angehe, so ermögliche allerdings der Artikel 19 des Bölkerbundspaktes eine neue Prüfung unerträglich geworden« Vertragsbestimmungen. Da er aber Einstimmig- k e i t verlange,„geniere er Frankreich weiter nicht". Die deutsche Reoistonskainpagne gehe von dem grundsätzlichen Irrtum aus, daß die Nöte, an denen die Welt leide, ihre Ursachen in den Verträgen hoben. Sie seien aber cm« Folge des Krieges. Wie groß auch da» polikijche Genie der Unterhändler in Versailles gewesen sei, sie hätten nicht die brutal« Tatsache au» der Welt schaffen können, daß der Krieg acht Millionen Menschenleben vernichtet habe. Die Röte der Nochkriegszeit durch eine Veränderung der Grenzen beheben zu wollen, sei absurd. Di« Revision bedeute Krieg oder Revolution! lieb« tzje Abrüstung äußerte sich Tardieu nicht minder ein- deutig. Er erklärte. Deutschland begehe einen zweiten schweren Irrtum, wenn es die Abrüstung aus Grund eines angeblich zweiseitigen Vertrages verlange. Der existiere nicht. V« Bersailler vertrag enthalte lediglich die Enlwassnung»- verpslichwng für die ehemal» feindlichen Läud« und spreche daneben von dem Willen der ehemaligen Wiierten, gleichfalls abzurüsten. Die vorbereitenden Abriistungsarbeilen hätten begonnen, bevor Deutschland angefangen habe, seine Eni- waffmmgeoerpslichtungen zu erfüllen. Frankreich habe seine MUitärkredite um ein Viertel, seine Militärdienstzeit um Zwei Drittel und das stehende Heer um 400 000 Manu herabgesetzt. Frankreichs Heer sei heitte um 183 000 Mann gering« als das Italiens und um 195 000 Mann geringer als das England». Tardieu sordcrte di« Abgeordneten auf. sich über die Grenzen dir Parte-en hinwegzusetzen und die Außenpolitik Frankreichs gutzuheißen. Er schloß mit dem Satz:„Stürzen Sie die Regierung morgen, wenn Sie es für notwendig haften, aber nicht heute, wo das nationale Interesse Frankreichs auf dem Spiele steht," Chinesische Piraten. Norwegischer Dampfer bei Hongkong überfallen. Hongkong. 14. Rooemb«. Eine Radiomeldung von dem norwegischen Vamps«„hirundo" besagt, daß d« Dampf« gestern nachmittag zwischen S w a k a u und Hongkong von Pirolen überfallen und nach der Mtrsbnchl gebracht wurde. Ein Mann der Besatzung würbe verwundet, und zwei chinesische kanfleute wurden von den Piraten fortgeschleppt. Die Lustizschande von Naumburg Offene Parteijustiz zugunsten der Hakenkreuzler Die Ars und Weise, wie in Nauviburg Recht gesprochen wird. ist zu einem grotzeo öffentlichen Skandal geworden. In Raumburg gibt es keine Rechtsprechung mehr, sondern nur noch eine Aus. Nutzung der Justiz für die Zwecke der hakenkreuzler. lieber einen neuen drastischen Zoll wird uns berichtet: Im Jahre 1926 wurde der Lehrer Paul Iinkler wegen- Geisteskranklieit aus dem Schuldienst entlassen. Da er zunächst nicht weiter gemeingesälirlich war, steckte man ihn in keine Anstalt. Der Arbeitslose ging zu den Nazis, heute ist er deren Gauleiter sür Mitteldeutschland und Mitglied des Preußischen Landtags. Am Donnerstag stand er wieder einmal, wie so oft,-vor einem Naum- burger Gericht. Aber diesmal als Zeuge. Er suchte Schutz und verlangte schreckliche Rache, weil ihm ein Kommunist zugerufen habe, er werde ihn totschlagen lassen. Es war am 24- August. In Freyburg an der Unstrut, dem Heimatort hinklers, wurde zur Stadtverordnetenversammlung gc. wählt, hinkler gijig zur Wahl. vor dem Wahllokal gab er seinem Chauffeur eio Taschenmesser und ließ ihn die wahllranspareale der Sommunisteu zerschneiden. In begreiflicher Erregung zogen nun Mitglieder der Anüfa vor das Lokal. Unter dem Schutze der Polizei stellte sich hinkler in die Tür. Die Kommunisten machten ihrem herzen in Zurufen Luft. Dabei soll der Arbeiier Roack gerufen haben:„Den Hund schlagen wir kol!* Wegen des Zurufs erstattet« hinkler Anzeige, und es kam auch zu einer Verhandlung gegen Noock wegen Vergehens gegen die§§ 119 und III(Aufforderung zu Gewalt chätig- leiten). Den Vorsitz führte der aus dem Euvelier-Prozeh be- kannte Landgerichtsrat Loh meyer. Zeugen waren außer hinNer ein zweiter Nazi und der Wirt, ein Stahlhelmer. hinkler selbst erzählte wahre Schauergeschichten von scharf- geschlissenen Dolchmessern, von Totschlägern, von Patrouilleo. aulos und anderen schönen Dingen. Als man endlich seinen Redefluh etwas abstopple und ihn an feinen Cid erinnerte, wurde er plötzlich ganz kleinlaul und sagte:„Das Hab' ich natürlich alles nur gehört!" Aon einem Geisteskranken kann man fa schließlich auch nicht mehr erwarten. hinkler beleidigte den Angeklagten. Sanft ermahnte ihn der Borsitzende:„Ich bitte Sie, solche Ausdrücke doch nicht wieder zu gebrauche n." Der Angeklagte sprach in seiner Verteidigungsrede von der„braunen Pest". Erregt sprang sofort der Borsigende aus und brüllte ihn an: ,.W enn Sie noch einmal etwas Aehn- Ilchcs äußern, lasse ich Sie sofort abführen! Verstanden?" Die Beweisanträge der Verteidigung, die beteiligten Polizei» beamten, die bezeugen konnten, daß der Ruf von ganz anderer Seite gefallen sei, als Entlastungszeugen zu laden, wurde als un- erheblich abgelehnt. Der Angeklagte ist kein unbeschriebenes Blatt, sondern schon mehrfach, auch kriminell, vorbestraft. Es war also vorauszusehen. daß er nicht mit der geringst zulässigen Geldstrafe von drei Mark davonkommen würde. Aber was sich nun abspielte in dem gleich«? Gerichtssaal, in dem so oft viehische Hakenkreuzverbrecher milde Richter fanden, dos ist so ungeheuerlich, daß man zunächst an einen Hörfehler glaubte. Der Staatsanwalt sah in den: Zuruf eine Aufforderung zur Tötung und erklärte, dafür seien drei Monate Gefängnis die gesetzliche Mindcststrafe. Er be- antragte dreieinhalb Monate Gefängnis. Tas Gericht ging noch weit darüber hinaus und sprach unter empörter Bewegung im Zuschauerraum das Urteil: Sechs Monate Gefängnis! Es fei gerichtsbekannt, erklärte Landacrichtsrat Lohmeyer zur Begründung, daß Kommunisten solche Aussprüche ernst zu nehmen pflegen und deshalb hätte das Gericht durchgegriffen. Das Gericht hat den Kommunisten, der zu Gewalttäliokeiken aussorderie, härter bestraft als jene hakenkreuzstrolche Scharr. die einem von Ihnen angepöbelken Manne den Schädel ei«. geschlagen haben! Die Naumburger Justiz scheint die Worte der Großen Anfrage der Sozialdemokratie im Preußischen Landtag noch nachträglich besonders uisterstreichen zu wollen: Es ist in Naumburg eine Ungleichheit vor dem Gesetz entstanden, die zum Himmel schreit! Studenten werben! Drei Kundgebungen der sozialistischen Studenten. Während die nationalsozialistischen Studenten das Ansehen des jungen deutschen Akademikers vor aller Welt b e» schmutzen, zeigen die sozialistischen Studenten in großen Werbekundgebungen ihren ernsten Willen, all« Kraft sür Republik und Demokratie einzusetzen. Landtagsabg. Gen. K u t t n e r sprach über„Richterliche Unab- büngigkeit und Absetzbarkeit". Er zeigte, ausgehend von Art. 192 der Reichsverfassung, der die richterliche Unabhängigkeit gewährleistet, die Möglichkeiten der Bestrafung des M i ß b r a u ch s der Unab- hängigkeit auf strafrechtlichem. zivilrechUichem Wege und durch das Disziplinarrecht. Ein geschichtlicher Ueberblick ergibt, daß Fried» r i ch II. mit Vorliebe in die Rechtspflege persönlich oder durch seine Militärs eingriff, daß Bismarck bei seinem öfteren Eingreifen nicht einmal die Abgeordnetenimmumtät schonte, daß der letzte Wilhelm auch gern die gesellschaftliche Achtung als Mittel der Be» einfiussung benutzte. Erst die R e p u b l i k hat die richterliche Un- abhängigkeit. vielleicht sogar in zu großem Ausmaß?, geschossen. Zu jordcrn sei von uns das wiederholt abgelehnte M i t b e st i m- mungsrecht des Ministeriums auf die Geschäftsoerteilung, außerdem eine Förderung des aus der Arbeiterschaft kommenden juristischen Nachwüchse». Vor den zukünftigen Lehrern sprach Genosse Bürgermeister Ostrowski über„Schulfragen in der Kommunalpolitik'. Aug: n- blicklich besteht bei dem schulpolitischen Berhältnis zwischen Staat und Kommune keine gesetzliche Regelung. Notwendig sei«ine Ve r- s e l b st ä n d i g u n g der gemeindlichen Regelung. Das lehre ein Vergleich des deutschen Schulwesens, dos von den Gemeinden ausgebaut würden sei, mit den schlechten Zuständen der fran- z ö| i f ch e n rein staatlichen Schulen. Die Verselbständtgung darf aber nur die größeren Kommunen«rfafsen, sür die rückständigen Landgemeinden ist behördlicher Einfluß des Staates gegeben. Am Bestpiel Berlins zeigt Genosse Ostrowski, wie sich die finanziellen Lasten zuungunsten der Gemeinden verschoben haben. Vor den Medizinern sprach Genosse Dr. G r o o z über modern« Siedlungsprobleme. Er beschästigt« sich, nachdekn er die jetzigen Riesenbauten, auch die Wiener, abgelehnt hotte, mit den Vorzüge der Außensiedlung. Sie sei ein Gegengewicht gegen die «institige körperliche und seelische Belastung des Industriearbeiters. In der regen Diskussion wurden besonders die wirtschaftlichen Schwierigkeiten betont. Kurtheinig zeichnete in seinen Ausführungen über„Reichs- sinanzen und haushaltsrecht" den Weg eines Etats au» all seinen kleinen Voranschlägen mit der Sammlung im be» treffenden Ministerium und der Uebergabe an das Finanzministerium bis zum fertigen Haushaltsgesetz. Er ging auf die man- gelnde Kontrolle vor dem Kriege ein. Die haushaltsrechnung wurde 3 bis 4 Jahre, die Nochprüfung durch den Rechnungsausschuß 8 bis 19 Jahr« nachher vorgelegt und ohne weiteres genehmigt. Jetzt haben wir als einzige Stadl in der Well es erreicht, daß, hauptsächlich durch die Arbeil des Genossen Hugo Heimann, die Rech. uungsleguug schon S Monate, die vorlegunq der amllichsn Rach- präfunz ein Jahr nach Ablauf des Haushaltsjahres erfolgt. Gm dummes Spkeßerffück, Kteincs Theater:.Oer Mann der sckweigt". Daß es Max Adalbert ist, läßt un« allen Schmerz ver» gejsen. Denn das Stück, von Fritz Friedmann-Frederich ausgesucht, übersetzt, deutsch bearbeitet, inszeniert und aufgeführt, ist so schwach, daß man fast um Hilfe schreit.„D e r Mann, der schweigt", dieser anspruchsvolle Titel, unter dem«in Edgar Walla» Millionenauflage erzielen würde, verdeckt hier eine völlig spannungslose, kaum geistreiche französisch« Koinödie, deren Hand- iiing wie ein geduldiger Esel zu Ende keucht. Ein Esel, der mit Gerümpel bepackt ist. Warum kann man sür Adalbert keine besseren Stücke finden? Ich glaube, dazu wäre nur nötig, daß gewisse Direktoren ihren Entdecker- und Autorendrong bezähmen, di« Augen ein wenig schließen, damit ein anderer sür sie sehen kann: der Dramaturg, der etwas vom Theater versteht. Frederich verdankt seine Siege und die vollen Kassen Max Adalbert. Dieses dmiun« Spießerslück wird durch den rührenden, großen Komiker menschlich geformt und veredelt. Der Heine Monsieur Durand, dieser bockbeinig«, verärgerte, kcmcrelosc Beamte wird plötzlich zur seltsam interessanten Type. Was er «riebt, die Wandelbarkeit menschlicher Beziehungen und ehelicher Treue, wird zum packenden Schicksal. Und daher locht man schließlich doch jenes Lachen, das höchste Komik auslöst, die der Tragik nahe vcrwaM ist. Fritz Kompers erweist sich als«in Kerl, der nicht nur im Film etwas zu melden hat. Groß, breitbeinig und ungehobelt steht er da, und so sieht cmch sein Piärre Boudin di« Welt an. Dagny S e r v a« z«ntzückt und fesselt durch Erscheinung und Spiel. Man sieht sie gern an. aber man hört ihr fast noch lieber zu. hier ist psychologisch« Einfühlung in die Rolle und echtes Feuer. Letzteres fehlt ganz der hölzernen Dina Faltenberg, die ihre Roll« besser mU der begabten Colette Corder getauscht hätte. Eine offen- bore Fehlbesetzung. Adalbert, Servaes, Kampers und die anderen hatten großen Beifall. �Icxauäer van Zsclter-dls-ocb. Zwei Fünsjahr-Filme. Brandenburg und Norwegen. Zazci Landschasts- und Kulturfilme, an denen je fünf Jahre gearbeitet wurde, erlebten ihre Urausstchrung. Im hause der Technik sah man„Die Provinz Brandenburg", einen Film, der unter dem Protektorat de» früheren Landesdirektors der Provinz Brandenburg und einem Ehrenkomitee von Oberbürger- meistern, Landräten usw. geschaffen ist. Diesen Nichtfiitmnenschen siel es, wie ihr eigener Vertreter berichtet«, sehr schwer, den Film fertigzustellen. Was gezeigt wurde, war eigentlich mehr Rohmaterial als beatcheiteter Film. Es fehlte nämlich jede Montage. So wurde nur alles gewissenhaft aufgezählt, was es in der Mark Brandenburg gibt, die trutzig ihre Eigenart bewahrt hat. Man rechnet auch bloß mit einem aktenweisen Verleih des Films. Auf diese Weise könnte sich zwar jeder aussuche», was er liebt, der«ine Potsdam mit seinen Soldaten und Schlössern und der ander« die Städte, denen das werktätig« Volt das Gesicht gibt. Trotzdem aber könnte der Film als Ganzes allergrößte Wirkung erzielen, wenn ein echter Film. msnsch Karl Wellerts Photographien, die teilweise sehr gut und zart stimmungsooll sind, geschickt und künstlerisch ordnet«. In der Sternwarte in Treptow sah man einen. Film ,�>as Wunderland Norwegen", den Dr. Adrian Mohr zu den verschiedenen Jahreszeitelt während mehrerer Reisen dreht«. Cr zeigt die großartige Landschast dieses langgestreckten, gebirgigen Landes. Sie wirkt stark unterschiedlich. Oft empfinden wir st« am uns dann wieder an Gegenden zu erfreuen, die wohl dazu angetan wären, gemütskranken, an unserer Zeit irr« ge» wordenen Menschen. Heilung zu bringen. Man erfaßt wohl die Wucht und die Lieblichkeit der Landschast durch den Film, jedoch nicht den etgenartigen Reiz der Farben Ükorwegens. Diese wurden darum in halchkolorierten Photographien gezeigt. Man genoß die eigentümliche Beleuchtung durch die Mitternachtssonne, das absonder- liche Formenspiel des Nordlichts und die Lichtfülle einer Polarnacht ohne Mondschein; denn der arktisch« Schnee trägt eine gewisse Leuchtkraft in sich.' So offenbart« nicht nur der norwegisch« Sommer, sondern auch der norwegisch« Winter.seine wundervolle Schönheit. ■■. e. b. Luftfahri und Meieorologie. Die goldene Georg-Neumayer-Medaille für Sckener. In einer überfüllten Sitzung der Deutschen Geographt- ichen Gesellschaft verlieh deren Vorsitzender. Geheimrat Prof. Albrecht Penck, die Goldene Georg-Neunulyer-Medaille an Dr. C ck e n e r. Er betonte, daß man zweifelhast sein könne, ob nach dem Wortlaut des Statutes die Verleihung der zur Erinnerung an den verdienten Gründer der Hamburger Seewartc gestifteten Medaille, gerechtfertigt sei. Aber nicht von der Geographischen Gesellschaft werde sie verliehen, sondern von einer Körperschaft, in welcher das preußische Meteorologische Landesinstitvt und die o«- schiedenen Gesellschaften vertreten seien, in denen Neumayer tätig gewesen ist. Und hier habe gar kein Zw�jsel geherrscht, daß sie Ecken« gebühre, d« durch seine Führung des Luftschtffes sich auch um die Meteorologie verdient gemocht Hab«: Auch sei das Luftschiff bereits in den Dienst der Erdkunde getreten durch photographisch« Aufnahmen noch unbekannter Gegenden. Nachdem Eckener den Vorsitz in der Aero-Arctic an Stell« von Nansen übernommen habe, werde das noch mehr der Fall sein. Penck schloß mit dem Wunsche: „Möge es Ihnen bald vergönnt sein, mit einem Zeppelin hinaus- zufahren, um unbekannte Land« und Meere zu entdecken, beseelt von dem Mute Nansens: Vorwärts!" In seineu Daukesworten betonte Eckener seine anfängliche unzläubige Ueberraschung bei der Kunde von der bevorstehe'tden verlechung. Denn in der geographischen Wissenschaft habe er ein vollkommen reines Gewissen. Etwas erleichtert fühl« er sich, nach- dem er jetzt vernommen, daß auch andere Gesellschaften als die Geographische, vor allem auch das Meteorologische Landesinstitut air der Verleihung beteiligt seien. An der Spitze der Aero-Arctic könne er die Medaille auch nicht in Anspruch nehmen, denn man pfleg« doch keine Pränumerändobelohnungen zu ertetieu. Aber er verspreche:.Mir werden das Luftschiss im Dienst der geographischen Forschung einsetzen und Ich Hofs« dann die Medaille, soweit die Geographische Gesellschaft beteiligt ist, zu erwerben, um sie zu besitzen." Es folgte der Vortrag des Abends, den Prof. Dr. A. Kühne» mann(Ploen-Holsteln) hielt üb«„Die deutsch« limno- logische Sunda-Expedition 1 9 23/29". Limnolvgie ist die Wissenschaft von den Binnengewässern. Sie beschäftigt sich mü der Erforschung ihrer physikalisch-chemischen, ihr« biologischen und ihr« Umweltbeziehungen. Die tropischen Binnengewässer sind noch wenig durchforscht, obgleich gerade in ihnen der Ursprung des Lebens zu suchen ist. Deshalb gingen die deutschen Forscher nach den Sunda-Inseltt, wo sie sich eis Monate aufhielten. Das gesammelte Material konnte natürlich noch nicht wissenschasllich verarbeitet werden, nur lebhafte Eindrücke des durchforschten Gebietes gab d« Dortrageade an der Hand«in« Reihe von lebensfrohen Lichtbildern. Theaterplähe sür ErwerbNofe. Offenbar von interessiert« Seit« wurde die Mitteilung v«breltet, die Piscotor-Vühn« habe sich ent» schloffen, täglich 299 F.eiplätze für Arbeitslose zur Versüzung zu stellen•— mit dem Zusatz, daß dem Vernehmen nach die Volks» b ü h n e diesem Beispiel zu„folge n" beabsichtig«. TatsSchl''ch stellt die Volksbühne aber schon seit dem Beginn der Spielzeit, genau: seit dem 29. September, jeden Tag 1S9 bis 299 Theaterkarten vollkommen kostenfrei den Erwerbslosen zur Verfügung. Herbstkonzert des Uthmann-Shors. Saalbau K'iedrichsbain. Josef Schmid hatte mit Ausnahme von 3 Uthmann- Ehören, die dem großen„Ahnherrn" zuliebe sich noch senriger und vsrinnerlichter hätten auswirken können, und ecnsm gutgelungenen und geschickt htngewarfenen„Zu Potedcsin unter den Euhen" von Kurt Weil! sein ganzes-Heil auf P a u l Eisler gestellt. Mit Recht und Unrecht. Hört man den Vergötterten unkrÄieP verlästerten sehr lange, so will die Originalität d« Erfindung, aber noch mehr die Variabilität in der Form und die Gestaltungskraft�, doch noch nicht zu einem vollen Schutzgott ausreichen. Am besten und überzeugendsten scheint er da zu wirken, wo« der leichten Form des Jazz sich bedient, wie in den von Ernst Busch fajnvs vorgetragenen(trotz wenig Gesangsschtile) und pointierten Chor- Balladen, eigentlich Jazz-Couplets, und dasselbe ü� vergrößerter Form bei der großen Chor. Tallad« mst Orchester versucht. Die Wohltätigkeit" und namentlich der in sein« neuen Mischung zwischen Tragik und Komik unwiderstehliche„Baumwollpfllicker" gehören hierher. Josef Schmid und sein stimmgewaltiger Chor waren ihnen ausgezeichnete Interpreten. II. dl. Geschichten der Liebe. Rezitakion�abend von Willy Buschhoss. Di« Zeit der Sorgen weckt die Sehnsucht nach festlichen Stunden. Das bewies auch der Reziiaiionsabcnd von Willy Vufchhoff', d« Künstler sprach auf Einladung der Volksbühne im Bürger- saal des Rathauses. Trotzdem heute für viele schon die S9 Pf. für den Eintritt viel Geld bedeuten, war der Abend er- staunlich gut besucht. Buschhosf machte seine Hörer mit d« Erzählungskunst Jens Peter Iaeobsens und Knut Hamsuns»«traut. Er rezitiert« nicht, er«zähste die Geschichten, die diese Großen ihm vorerzähst hatten. Mit leisem, geheimnisvollem Tonsall hielt er die Hör« im Bann. Nur manchmal, t» Hamsuns Geschichte von dem menschenscheuen Leu t na ist Glan, wurde die Stimm« schrill und laut. wenn er von dem bösen Liebeskamps zwischen Mann und Weib berichtete.- Iacobsens Erzählung vom Tode der Mutter Niels Lyhnes wurde in starken, verhallenden Tönen yingctupst. Allerdings hatte Buschhoff mehr Wert auf die Schilderung der Liebe zwischen Niels und seiner Mutter gelegt als auf das schmerzlich-süß« Auslöschen der unerfüllbaren Sehnsucht nach Schönheit, der die Sterbende nachjagt, und an diesen Stellen viel gekürzt. Aber der Bortragende hotte wohl Recht: das sind Zeilen, di« man nur leise vor sich hinlesen kann, und die in einem großen Saal fremd und leer klingen müßten. Der Beifall sür Buschhoff war groß..Des. Ciustjhrungen in die Premiere der Städtischen Oper. Es ist geplant, den Besuchern der S t ä d t t s ch» n Oper oor d« Auf- tührung neu« Werke an den der Premiere vorh«gehendsn Sonn- tagen eine Einführung in das Wesen der Dichtung und Musik zu geben. Bei Vorzeigung eines Abonncmentsatiswe.ises erhalten die Stammsitzinhaber und die Besucher der Premieren an den Kasten der Städtischen Oper unentgelllich Karten für diese Matineen. Di« erste findet am Sanntag, dem 16. November, mittags 12 Uhr, zur Einführung in das am 22. November zur Erstausführung gelangende Werk„Armer Columbus" von Dressel-Zweininger stall. Ts sprechen: Stellvertretender Jntendatü Dr. Kur:« i n g e r und der Tertdichter Zweininger; Rezitatio»: Walter F r an ck, Mitglied des Staatlichen Schauspielhauses: am Flügel: Kapellmeister Paul B r« s s a ch. Die Karten zu dies« Peranstastung sind von Dienstag bis Freitag im Stammsitzbüro d« Städtischen Oper«hälllich. teil Haloi. treibe' c iCaj von Oppenheim wird den Vötting über leine AÜegrabvncen auf d>m Tcll daiai. dcn er kilrgüch in der Berlin« Sil tiatodcini« vebalien bai. am 16.. vormiltapt Ith, Ubr. in der Aula der Weil endschule, Ehmlottenburg, Ecke Prcußen, und Oidenbura-elllee. wieder» holen. Sepler.?eler I« der kämet«. Im Rahmen der am 16., vormittags tl Uhr in der Kamera. Unier de» Linden. Naitündenden Sevier.,ee!er Iprichl Friedrich Wallcnstein Eedent-rorle zum 300. Todestage IobanneS Kepler«. Deiteres Programm:„Tankgefu-t" von Johannes Kepler.. Johann Kepler" von Eduard Moricke. und ene Mondi eise vor tbOO und 300 Jahren in Sutian« und SeplerS Phantasie. Außerdem wird der Film.Wunoer der Schöpjung" ooigesührt. Arbeiter, wer nimmt euch bieArbeit! Sparkasse wird nicht gebaut, obwohl Geld da ist.— Sabotage der Kommunisten! Ein Stück aus dem Totlhaus. Es nwh-c für die Berliner Arbeitslosen sehr lehrreich gc- v4cn, wenn sie der lchten Slhuug des Verrvallungsrols der Berliner Sladlbaok hallen beiwohnen können. Sic hätten dann mit eigenen Augen gesehen, wo ihre feinde stehen, die sich hier wieder einmal zusammengefunden hatten, um die Arbeitsbeschaffung der Stadl zu sabotieren. Heit langem ist der Bau eines neuen Hauptgebäudes für die Städtische Sparkasse drmgendes Bedürfnis. Die Stadt Berlin hat vor längerer Zeit zu diesem Zweck einen grögeren Bau- block am M o l k« n m a r k t erworben. Der soziatdemotmtisch« Stadtbaurat Dr. Wagner hat sich ganz bcscmders für die beschleunigte Erledigung der Vorarbeiten cingesetzl. Die Pläne sind letzt fertig, dos notwendige Geld ist auch vorhanden und es könnte jeden Tag mit dem Bau begonnen werden, wenn im vcrwalluags- ral die Kommunisten uud die Vcrlrclcr der bürgerlichen Parteien nicht der Meinung wären, daß es mit der Arbeltsbeschassung keine so große Eile hat. Sie stimmten gemeinsam gegen die Jnangriff- nahm« des Neubaus und beschlossen, gegen di« Stimmen der Sozialdemokraten, die ganze Angelegenheit bis zum April nächsten Jahres zu verschieben. Der Berliner Baumarkt liegt katastrophal danieder. Beim Berliner Baugewerksbund find augenblicklich mehr als 44-Siunden-Woche. Äei t>cr Hamburger Hafendampfschiffahrts A.-G. Hamburg. 14. November. Noch längeren Verhandlungen zwischen der Direktion und den Vertretern der Arbeiterschaft wurde von einer Betriebsversammlung de? Hafendampfschiffahrts A.-(g. die Einführung der 44-Stunde»,- Woche beschlossen, damit weitere Entlassungen vermieden werden. Wahrscheinlich wird die Gesellschaft, die wegen der um günstigen Beschästigungslage im Hamburger.Hasen einen großen Teil ihres Schiffsparks von 26 Schiffen, darunter 26 Frachtdampfer, Hot stillegen müssen, numiiehr noch einige Leute aus dem Bestand der früher entlassenen Mannschaften wieder einstellen. Lohndruck in Bayern. Im Erzbergbau- und Hüttenbetneb 5 proz Abzug. München. 13. November.(Eigenbericht.) In dem Streit um den Lohn- und Manteliaris für die bayerischen Erzbergbau, und Hüttenbctriebe hat der Landesschlichter nach drei- 26 666 Erwerbslose gemeldet, gegen 6366 Mann im Vorjahr. Der Wohnungsbau kurbelt sich mehr und mehr ab, so daß die Zahl der Arbeitslosen in der wichtigsten Schlüsjelindnslrte von Tag zu Tag ungeheuerlich wächst. Die Direktion der Sparkasse möchte bauen. Sic würde der städtischen Kömmereiverwallung für die Ueberlassung des Grundstücks sofort 4 Millionen Mark -ahlen: der Berliner Wirtschaft würden rund 4>- Million Mark zu- fließen. Wir glauben, daß das dem Kämmerer nicht ganz un- cngenchm wäre. Bis jetzt erwachsen der Stadt durch das Brach- liege» des Gesamtblocks jährlich rund IL Millionen Unkosten. Darüber hinaus müssen für Büros in Privathäusern, die später in dem Neubau mit untergebracht werden sollen, ungefähr 1,2 Millionen Mark jährlich Mieten gezahlt werden. Und in dieser Situation haben die Koinnrunisten die Stirn, mit den Bürgerlichen zusammen, die sozialdemokratischen Vertreter im Vcrwcrltungsrat niederzu- stimmen und dadurch den Neubau zu verhindern. Hunderlen von Arbetteru hülle Arbeit gegeben werden können. aber die Herren Kommunisten haben es nicht gewollt? Diese„Politik", die sich gegen alles richtet, was von der Kommune Berlin und der Sozialdemokratie kommt, ist ein Ver- brechen an der Berliner Arbetterschasl. tägiger Verhandlung einen Schiedsspruch gefällt, nach dein die bisl)cr gültigen Löhne im Durchschnitt um rundSProz. g e d r ü ckt werden. Außerdem werden durch den Spruch wesentliche Verschlechterungen im Manteltzrisvertrag vorgenommen, die eine erhebliche Entlastung der Unternehmer gewährleisten. -i- Infolge starken Umsatzrückgangcs haben di« Münchener Brauereien beschlossen, die tarifliche M i n de st a r b« it sz e i t von 48 Stunden auf 46 Stunden pro Woche zu kürzen, damit Arbeiterentlafsungcn vermieden werden können. Die Arbeiter- schaft ist zu Opfern bereit, sie hält aber die Arbeiiszeitkürzung in diesem Umfange nicht für notwendig und fordert einen gewissen Lohnausgleich. -/ Lohnkürzung in der belgischen Eisenindustrie. Brüssel. 13. November. Der paritätische Ausschuß der belgischen Eisenindustrie hat ein« Lohnsenkung um 2,2 Proz. ab 1. Dezember und um weitere 2L Proz. ab 1. Januar beschlossen. Siillegung aus Platzmangel. Die Gleiwitzer Grube hat di« Stillegung ihrer Koterei bean- tragt. Danach werden sechs Koks äse» außer Betrieb gesetzt werden. Durch die geplante Stillegung der Gleiwitzer Kokerei werden siebzig Arbeiter bctrosfcn. Als Grund jür den Stilleglingsantrag wird Platzmangel für Koksablagcrung an- gegeben, da infolge Absatzmongel nicht weniger als 124 666 Tonnen Koks auf Halden liegen. Am kommeirden Sonntag wird die Kokerei Glückauf in Hi«Idenburg, die dem gleichen Unternehmen gehört, mit 1 8 2 Arbeitern stillgelegt. Wetter für Berlin: Ziemlich mild, größtenteils bewölkt, ohne erhebliche Niederschläge.— Für Deutschland: Im Süden beständiges und ruhiges Wetter mit Nachtfrösten, im Norden größteneils bewölkt und weiterhin mild. krcltss. 14. November. Berlin. 16.0» Proeramm der Aktuellen Abieiluns. 16.30 Alte und neue KUviermusik. I. Vier*I«e Tiortt-wsen.— 2. BarlOk: Suite on. 14.— 3- Badi: Aus der Partita C-Moü.— 4. tlindeiniüi: Aus„Reihe kleiner Stflcke", op. 37, Nr. 2. ifntz Thön-n Piüiel.) 17.00 Naturwissenschalten.(Prot. Dt. H. Reichenbach.) 17.25 Dr. Heinz Oriovlus: Lultwese über verschneites Land. 17.50 Interview der Woche «6.15 Karl Kausky:„Der Bolschewismus in der Sacktnsse".(I. H. w. Dietz Nach!.. Berlin.) Hans von Cckardf:„Rußland",(Bibliosraphlsches Institut, Leipzig.) 18.25 Programm der nlcbsten Woche. 18.45 Ungarische Volkslieder. 19.10 H. E. Busse liest eigene Dichtungen. 19J0„Der Vizeadmiral". Operette. Mnsik von Carl Millöcker. Dir.: Mi US Bürger. Regie: Cornclis Bronsgecst- 21.30„Erst leben, dann aufschreiben." Allred Mehr. 21.50 Anton Dovräk: Konzert Iflr Violoncell mit Begleitrrag des Orchesters. op. 104.(Emanuel Fcuermann, Violoncell. Berl. Funk-Orcb- Dir.: Brunn Betdler-Wlnkler.) Nach den Abendraeldungen: Unterhaltungsmusik. KSnigswuster hausen.% 16.00 Dr. Hans Fischer; Ans der Musikarbeil einer pädagogischen Akademie. 16.30 Leipzig: Konzert 17,30 Dr. Hans Welnert: Tickzackwege In der menschlichen Entwicklung. 18.00 Hans Hirschstein: Rohstolfmärkte nnd Weltkonionktar. 18.30 ProL Dr. Oeorg Wegener: Vnlkanlsmns nnd Erdbeben. 19.00 Englisch für Fortgeschrittene. 1W5 Wissenschaftlicher Vortrag für Zahnärzte. 20.00 Hamburg: Norddeutsche Komponisten. 22.00 Wetter-, Tages- nnd Sportnachrichten. Vrranlwnitl. für hie Stboftiott; Franz Bläh«, Berit»: Uttzeigen: Ttz.»In de, Berlin. Serina; Sortnärts Setlna®. m. f>.!6., Berlin. Druck: Vorwärts Buch- druckerti unb Berlnzsanftalt Beul Singer& Cd.. Berlin 633 88. StithcnftMfte 3. 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Konzert» Kapelle Hans Sixtus Tolksbimne tatet in BOlotDbtz. 8 Uhr Mississippi von Geor« Kaiser Sta3tl.Siiiilier.Tb. 8 Uhr Herr Doktor, habes Sie zd essen? Tneater am schirroauerdamm 8 Uhr Staatsoper Ampi. d Republik 8 Uhr Oer fliegende Holländer Neues Theater mm/m am ZOO■* tRiBabn�Zoo. SljL 6551 Tätlich>Vt Uhr Geld, wie Heu millikil Uistspie! mit Paol Hcldcmapo a. Irene Ambro« Sonnabends 4 Uhr Sonntags 3„ KmiM Rimpredits falul 'ns Miiduülanl "'vhr CAS1N0-THEATER»'tri» Lothripj|er Sir ab« �7. Nor im Monat November die entzückende Komädie Arm wie eine Kirchenmaas Gutschein 1—4 Pers. Fatiteuil 128 M.. Sessel 1,75 M.— Sonstiee Preise: Parkett 75, Ran« 60 Pf«. Ti|l. 51.8» tonntz.Sn. i« AI«. E 4 SM6 I. Vorstellung SO Pf. kl» 1 M II. und III. Vorst. 1 bis 1 M AFRA, UES8EM8, KOHLBRANDTugw. Theater l.d.Behrensir. 53-34 Direktion: Rnlph Arihor Robcrft« v. Das haoiiche msdehen Sonntag nachm SVs Uhr kleine P, eise Arm wie eine Kirchenmaus Denlsebes (lastler-Theal. Baftur.3937. B'Aühi Jim und Jill Grtlt Mmliein. Bmld PiUlUD. Renaissance- Theater Steinplatz 6780 »>/. Uhr: TGrDDtenDdiDDg von Max Alsberg Ond O E, Hesse IM ona Wim T ßross"Berlin Al*xand*rplatz WWW ★ Garren� Uhr.— 2en um 2819.— Rauchen erlaubt Mangan's 24 Tlllerettes Das Tonphfinomen Mnder Carr's u. Betty» Sam Barton bw. Skladanowsky rSTÄ Sonntags J« 9 Verstellungon d 815.— 4 Uhr kleine Preise Sonnsb. Uhr und Das führende Variet6 Kleines Theai. räglich 8% Uhi Der gni}elißtspicl(rlglgl Max Adalbert Fritz Kompors Dagny Sorvaes in Derlstann.der schwelgt WmstM Dönh. 625,626. AM Uhr Sektion Raiin sielten ii« Cegiiwartapiel tu bvtCnrintti Rose- Theater fir.rranUsiterltr.iU Tel. Alex 3422 u. 3494 530 Zvn lititn Malt; Kukull 8.15 In der Jobannisnachi Singspiel in vielen Düdem. C»m. Spiro. Hausen, I.Uskp, Wallbnrir, Arn», Janhnlin. I'anl n&rbtcrr,(.»na, I SebaeKen. W Inkrlstcrn. Kall*. Drsnt, Starb• Gstet(»nbaunr. Original Tlrolt-r Wntsrhrniaorrr, I Original T'roler Jodlprlnnen-chnlntett, 1 J Hnoik-Trlo ans Sehllereee. | Zar» Band«Irl» n Boye. Grosse«hftro. J Oer Zelt entsprephend»Ind. trots des I riesigen Andränge«. MK 0/. er. |dl» KaasctipreUe nm /0 ntgsslgt, Itonntag�■ Q la wm Orlglnalbesetsnng I JTaelunltlag<8 Wrlr n 1 1 I I go Preise. wirksam sind die KLEINEN ANZEIGEN In der Gsaamtaullage des„Von» Art»- und IroUdem Ü! metropoi-itieater Täglich«>:, nvii Sonrtij Jv, Scasatioaeller_ Op er etlcii erfolg! Viktoria undlhrHusar Thea!, i Wsstras Heule geschlossen. Fnitit Premin Emil Jannlngs aesenan ist aesenan Lessing-TheaL 8 Uhr Ein imroaditS' üqiustilbiiidznll Zentral Theat. Täglich 8", Uhr Sonnt such 3'/, Uhr eins Fre:)ndin so goldig wie Du Operette v. Meisel. Im. ki Park?««g stallt- ll.ouf la* gQltij laai U.bisl4.Ho*. Sonntags 3 Uhr Rofltapnctien Mm Tteater 8 Uhr Elisabeth von England mF«rd Bruckner mit; Salin Bilptrt Kammerspiele 80» Uhr Die zArtlhhen Verwandten na Bodetidi Beaadii Regit: total CrSadgeas. Die Komödie 80« Uhr Der Schwierige ru Cigo ru KsfminniihjL Regie; Hai RtiiMt. lustspiBinaus Täglich W. Uhi Kurt Götz HOKUSPOKUS ineaieram Sditlfliaaer darain Täglich Sk, uhi Die s n„recht uad Well. Preise 1.bis 12- M Itrmüi-SSbBRi ThMter Ii tK StTUgBUlOltr. Täglich SV« Uhr Sturm im Wasserglas Xanöilli«18 FroL Komödienhau« 9 Vi Tigiich 8 Vi Konto X na Binaur nd OKtamito Homisctia oper 8% Uhr Das Mädel am Steuer Operette v. Gilbert filiieSfinöer Kottbusser Str. 6 F.8. Oberb.6070 Tägl.•'Ii U.. stich Sonntag S'v Uhi Ol« Bmt dn Kiaan: „Wirlatomskaiiiitr s» mit Jr Lotte Werh- B melsier Musik von Wt) WilDfere. Taa füll im, t k] und w" Sliprut artiik. Upat. 11-2. 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Ist man erst im Lande der süßen Wunichträume gelandet, da fallen alle Grenzen, Schwierigkeiten und Hindernisse: Weltrevolutionen vollziehen sich am lausenden Band«, der Kapitalismus platzt wie eine Seisenblaf«, es regnet weltumwälzende Erfindungen, Wüsten verwandeln sich binnen einiger Monate in Paradiesgärten, die Land- Wirtschaft wird zun> Sonmagsvergnügen erholungsbedürftiger Städter: dabei ist die benötigte Sobenf lache trotz verdreifachter Bevölkerungszahl so klein, daß ganz Europa in einen Vergnügungspark mit Spazieranlagen verwandelt werden kann. Ich weiß von einem Festnngsgefangenen. der sich die Qualen verhinderter Erotik nicht anders abzuleiten wußte, als daß«r feine angeblichen Liebeserlebnisse zu Papier kritzelte. Da wuchsen denn in der Phantasie aus etlichen sehr bescheidenen Beziehungen erotische Ungeheuerlichkeiten, vor denen einem Wüstling gegraut kokt«. Unser Traum-Müllcr will die Geschichte seit 1918 schreiben, wie sie sich nach seinen Wünschen hätte vollziehen müssen. Gegen seine Phantasie bleibt jener Festnngsgefangene oin Waisenknabe. Traum-Müller aber hat nicht die Entschuldigung, daß ihm die Mög- lichkeit aktiven Handelns gefehlt hätte. Nach Traumgott Müllers unerforschlichem Ratschluß beginnt die Weltrenolistion am 9. November 1918 mit der Besetzung des „Bor wärt-" durch koinnrunistische Bartcianhänger, genau zehn Jahre später ist sie durch die Kaplml-fflan des letzten kapitalistisch gebliebenen Staates, der Bereinigten Staaten von Amerika, sieg- reich beendet. Ein reckst flottes Tempo. Immerhin bietet der Zeit- räum von zehn Jahren einige sachliche Schwierigkeiten. Deshalb müssen unserem Traum-Müller selbst die Bäume den Gefallen tun. unter dem Bolschewismus erheblich schneller zu wachsen als bisher. Denn sonst könitte Traum-Müller nicht bereits im neunten Jahre der Wettreoolution hocherfreut berichten, daß die Wieder- a u f f o r st u n g der abgeholzten Gebirge Frankreichs und Italiens nuirmehr restlos durchgeführt fei. Ein wahres Glück, daß dos Buch im Jahre 1929 endet und nicht im Iahte 1939, sonst wären feine bolfchewisterten Trainnbäume bis dahin schon in den Himmel ge- wachsen. Sie würden damit keine Ausnahm« von dem übrigen Buchinhaft machen. Der einzige Dorwurf, der gegen Traiim-Müllcr vom linientreuen Komrniittern zu erheben wäre, ist der, daß «r UN» Ne des Mand.es, des Mars�Wd def Milchstraße voremhalt. Wo er schon einmal so schön im Phantasieren war. wäre das ein Aufwaschen gewesen. Sonst vollbringt Traum- müllcr ja Wunder genug. Di« paar Mißerfolge und Rückschläge der roten Repolution-armee, die bereits im Dezember 1918 den Fron- zosen und Engländern vernichtend« Schläge beibringt, hat Muller ja nur erfinden müssen, weil sonst seine Wellrevolution statt auf Seite 460 schon auf Seite 46 beendet gewesen wäre. Das hätte seinem Honorar geschadet. Sonst ist dieser herrlichen Wunscharmee nichts umnöglich: es kostet sie beispielsweise nur ein Siegestelegramm von zwei Zellen, um an cinein Tage(und zwar noch rm Dezember 1918!) nicht nur den Suezkanal, sondern dazu noch ,,halb Nord- o s r i k a zu besetzen. Geschwindigkeit ist, wie man sieht, keine Hexerei! Mißlingt wirklich einmal etwas, so brechen gottlob immer im entscheidenden Moment in den Heeren und Hauptstädten der gerade bekämpsten kapitalistischen Staaten die nötigen Meu- tereien und Reooinjmnen aus. In England siegt beispielsweise die Wcltrevoiiltion— entsprechend allen Gesetzen der Wahrscheinlichkeit — am Tage der E i n n a h in e von Berlin durch Ententetruppeu! Mtt diesem militärischen Siegcstempo lstllt natürlich das ge- steigerte Produktionstempo Schritt. Wenn beretts 1928 alle ofri- konischen Neger in W o h n p a l ä st e n wohnen und im gleichen Jahre die europäischen Proletarier so viel Flugzeuge, Autos und Motorjachten haben, daß sie den kapitalistischen Amerikanern einige zehn Millionen Flugboote geschenkweise anbieten können, so er- innert uns dos immer wieder lebhost an das bolschewistische Rußland, das bekanntlich auch nicht weiß, wie es seinen enormen industriellen Produktionsüberschuß loswerden soll! Aber noch viel mehr als produziert wird in dem Buche exerziert und Krieg geführt. Traum-Müller versäumt zum Beispiel nicht, uns m 32 Katalognummern genau die künftige Ausrüstung eines Jugend- Mitgliedes des proletarischen Wehrverbandes darzustellen, wobei Badehose, Notizbuch und Bleistift nicht vergessen sind. Welch uiri- versaler Kops, der inmitten einer Weltreoolution den Bleisttjt nicht vergißt! lftiin aber zum Schluß ein trauriges Geständnis: daß all diese Herrlichkeiten nur Müller sche Phaittasie geblieben sind, daran trägt einzig und allem die Schuld— der„Vorwärts", weil er ob 9. November 1918 die falschen Leitartikel geschrieben hat. Hätten mir statt, dessen die von Traum-Müller verfaßten Leitorkikel ge- schrieben, die uns der Bersaflcr in limstmidiicher Grausamkeit, ohne Kürzu.igen und Weglassungen, für zehn Jahre nachserviert, so wäre alles ganz anders gekommen. Wir hätten sogar noch vor einem Jahre den schönen AügenWick erlebt, wo die revoluttonäre Zentral- leitung an die amerikanischen Arbeiter ein drahtloses Ultimapim sendet, entweder Kinnen drei(genau drei!) Stunden den Kopi- talismus in Amerika abzuschassen— oder aber sie sähe sich mit leichtem Bedauern genötigt, aus einen gewissen Knopf zu drücken, wodurch innerhalb von zehn Minuten das Leben sämtlicher hundert Millionen N o r da m e r i k a n e r durch Gift- gas vernichtet sein würde!(Was auch uns als die praktischste Methode erscheint, den hundertprozentigen Bolschewismus rasch und relativ schmerzlos durchzuführen.) Daß diese für alle Sadisten, höchst erfreuliche Ausrottung von hundert Millionen Amerikanern durch bolschewistisches Giftgas unter- bleiben-mußt«,— auch das ist nur Schuld des„Vorwärts" und seiner falschen Schreibweise." Em« Gemeinheit von diesem„Bor- wärts", uns dies harmlose Vergnügen vorzuenthalten Traum- Müller, Mensch, fnnmten Sie zu uns, erklettern Sie unseren Redaktionsstuhl und nehmen Sie endlich die Wöltgeschicht« in ihre be- währte 5z and! Es ladet Sie sehnsüchtig ein Ihr Jonathan. P. S. Di« tollste Phantasie Traummüllers hätte ich beinahe vergessen: Er ttäumte, durch den Besitz eines sazialdemokrottschcn Mitgliedsbuches sich ein geistiges Alibi verschaffen zu können! Besndi in einer Paeblo* Reservation Eine halbe Fahrstunde von Taos in New Mexiko haben die Pueblo. Indianer ihre Wohnvurgen— indianische Wolkenkratzer. Unser guter„Pontiac" müht sich kräftig, uns durch den Staub hindurch zu ziehen. Er wackell wie ein Betrunkener durch die Löcher der ungepflaststten Straße im Indianerreservation, die tag- iich von einigen Dutzend Autos benutzt wird. Em gutes Barzeichen für die Ordnung in diesem Selbstverwaltungsstaat ist dieser Empfang allerdings nicht, und die Feder unseres Indianers auf dem Waiser- bebälter des Autos schüttelt unmutig hin und her. Da kommt uns ein Rotgesicht aizf ungesatteltem Pferd«ntgcgengesprengt. Man weiß nicht recht, ab es seinen Federschmuck den Fremden zuliebe spazieren führt oder ob es Staars- uniform trägt. Kriegführen ist den armen Rothäuten heute nicht mehr gestattet. Wenn Harvay und die ganze Reiseindustrie nicht wäre, würde wahrscheinlich der letzte Mohikaner längst seinen Feder- schmuck mit einem modernen Strohhut vertauscht hoben. Bruder Rochaut läckzelt uns so freundlich entgegen, als unsere Filmkamera läuft, als wäre er in 5zollywsod geschult worden. Sein .Honorar kassiert er sofort ein. Beim Fortreiten dürfe» wir ihn von hinten umsonst filmen. Wir lesen auf der Weiterfahrt eine andere Rothaut auf, die barfüßig, in der brennenden Hitze in ihre dicke Wolldecke gehüllt, dem Indianerdorse zustrebt. Zuerst weiß man nicht recht, hat man Mann oder Frau vor sich. Zwei dicke schwarze 5>aarslechten hängen zu beiden Seiten der Schultern vorn herab. Das stets hart- lose Gesicht(den Indianern wächst kein Bart) ist runzelig und weich wie bei vergrämten allen Frauen. Der gutmütige Fahrtgenosse spricht das Englisch wie ein Deutscher aus. Sem„th" klingt wie ,h" und erinnert an mein eigenes. Jetzt zeigt er noch rechts, wo aus den hohen Kornfeldern der Eingang zum Dorfe Hervorleuchtet. Hier am Eingang des Dories sind die primitiven Stecken- Umzäunungen für das Vieh. Ein paar schwarze Schweine sielen sich im ptaiib, Hühner gackern uns verwundert entgegen, und einige Pferde haben erstaunt die Köpf«. Eine rote Frau bemüht sich, die Ziege zu veranlassen, ihr ein wenig Misch zum Supper zu geben, und«in Junge dringt ein Pierd heim, das hinter sich einen vor- sintflutlich«» Holzpflug zieht. Als erstes am Dorfplatz treffen wir d i e K i r ch e. Es ist ein iatholisch-christliches Gotteshaus. Alle Pueblo sind roimsch-katha- tischen Glaubens: ihr Priester ist der oberste Machthaber im Stamm — er ist'auch der Leiter ihrer uralten heidnischen Tänze. Das Kreuz glänzt am Gotteshause aber der Pueblo betet die Sonne an und glaubt an die überlieferten Kräfte der Natur, die er in sainep heiligen Maskentänzen verehrt. Dos Auto hält auf dem großen runden Dorsplatz. Ein« Schar Kinder ist. im.Nu wie ein Fliegenschwarm um uns versamm-U. „Tatm? kor Kandy", betteln sie. Das süße Gelutsche schmeckt ihnen also wie unseren•Ognge» und Mädel» daheim. Hse ich sie photo- grgphieren will, ruft si�eibe" barsch«'Stllnme Zlttück. Zur Linken steht der indianische Wolkenkratzer, von dem die Stimme herüber- schollt. Sic fordert mich auf, hinüber zu komme». Der Lehmbau vor mir Hat vier unregelmäßige Stock- werke. Das unterste ist an, breitesten und längsten. Die höheren rücken sowohl in der Länge wie in der Breite ein, und die Treppsn find von außen angestellte Leitern. Ich steige über zwei brüchige Leftern ins zweite Stockwerk. Nirgends s i n d F« n st e r. Einige ossene Türen zeigen kahle Räume, gelegentlich mit Wolldecken belegt, die wahrscheinlich als Ruheloger dienen. In einem der Räume, an denen ich vorbei muß, (äugt eine Mutter ihr Kind. In der Mitte des zweiten Stockwerks erwartet mich der barsche Alle, des jetzt recht freundlich„guten Abend" sagt und mir die 5>and reicht. Ein Schild an der Tür meldet„Okiice". Das war also das Meldeamt oder die Bürgermeisterei. „Sind Sie der Bürgermeister?" frage ich den Sllten. Er nickt, indem er verlegen lächelt. So ganz wohl scheint cr sich in seiner Würde nicht zu suhlen. Er reicht mir«in gedrucktes Blatt, von dem ich erfahre, daß es 1 Dollar kostet, wenn man im Bereiche der Indianerreservation photo- grophiert. Ich reiche dem Alten-inen Fünsdollarschein. Er legt ihn in eine Zigarrenschachtel und klappt sie zu. ,.O nein", sage ich,„ich bekomme 4 Dollar zurück." Der Me zieht einen Dollar hervor und gibt ihn mir. Sooa-r der kann nicht rechnen! Ich hole"mir selber 4 Dollar ans der Kiste und stecke sie ein. Aus.iierksc'm schaut der Bürgermeister z». Ob et bloß so dumm tut? Der Mann wird von der ganzen Gemeinde gewählt. Einige außerdem gewählte ältere Männer Helsen ihm bei der schwierigen Kunst des Regierens. Di« Polizei wird auch gewühlt. Sie htt die Ordnung im Jndianerstaat aufrechtzuerhalten. Solange der Bürgermeister die Fremden noch selber zur„Okkice" hinaufrusr, wird die Polizei wahrscheinlich zum Pserdehüten verwendet. Ich ernte zum Schluß ein„Dankeschön" und«inen Händedruck und kann nun nach Herzenslust photogrophieren. Das Darf kümmert sich kaum um die Freindeb. Nur die Kinder haben sich wieder ciitgesündcn. FrqueN und Männer arbeiten auf den Feldern ringsum. Dos Land gehöst dem Stamm und wird dem einzelnen zur Bearbeitung zugeteilt. Er darf es nicht verkaufen, imr perpochten. So ist« i n e Art D o r f k o m m u n i s- m g s hier geschaffen. Eine junge Frau geht vorüber. Sie grüßt in Englisch. Das Kind Hängt ihr aus dem Rücken so in ein Tuch gewickelt, daß es aufrecht steht und nach hinten schaut. Man heiratet sehr früh bei den Indianern. Der Grund liegt vielsgch in der Wahnurigssragc. Die Frau erbt die Wohnung von der Mutter. Der Mann und sein« Söhn« sind nur Gäste in der Behausung. Will der junge Mann also selbständig werden, so muß er sich eine Krau nehmen. Sollt« die Wohnung seiner Schwiegermutler noch gebraucht werden, so baift ihm der Stamm«ine neu« Unterkunft. Die junge Frau geht zum Backöfen. Es sieht eine ganze Reihe dieser Halbkugefförnigen Gebilde vor der Wohn bürg. Sie sind aus Lehm gebaut und haben nur«in Loch, so ddh sie wie Hundehütten aussehen. Die Sguaw päckt dürres Reisig in den Ofen und zündet es an. Wenn«s ausgebrannt ist, wird sie dl- Käis- k u ch s u darin bockem Aus der Kirch« lS»t«t die Abendglocke. Im Westen geht glutrat hie Sanne unter und färbt die Lehmburgen des Dorfes rötlich. Die hohen Felsen dahinter find dunkel und bläulich. Es ist Zeit, daß wir abfahren. Man hat das leise Gefühl, unwillkommener Ein- dringling zu sein. Im weiten Bogen gehe» uns die heimkehrenden Frauen aus dem Wege. Sie gestatten es nicht, daß man sie photo- grophiert. Ohne ihre Erlaubnis ist jedoch die Ausnahm« verboten— wie in der Zlnweisüng des Bürgermeisters oder Präfekt«» zu lesen war. Die in den modernen Jndionerschulen ausgebildeten Knaben»nd Madchen verlassen zum großen Teil die Reservationen. Sie wallen Amerikaner sein und verstehen die Sprache der eigenen Väter nicht mehr. Wie lange wird der Nein« Rest der Puebkö und Apachen und wie sie olle heißen, noch seine Eigenart bewahren?— für Haroay und den Fremdenverkehr! Fritz. Ein Frauerdeben Bericht aber einen Roman*) Es ist so unendlich großes Massenleid über die Menschen ge- kommen, daß das Schicksal des Einzelnen dagegen zu verschwinden scheint. Und ist es nicht in der Tat so. besonders in der Host der Großstadt: Jeder mit seinem eigenen Schicksal so schwer bepackt, daß ,non es nicht einmal Hartherzigkeit nennen kann, wen» er vor- übereilt an der Not des anderen, vielleicht in einem Zlugenblick ihm die helfende.Hand reicht, um dann aber doch bald wieder von dem eigenen beängstigenden Kamps gepackt zu sein. Aber ist nicht manches, was Einzelschicksal nur zu sein scheint, typisch für die Leben sgestaltung in unserer Zeit? Denn es ist nicht wahr, haß wir in einer Well leben, in der gleich dem Kampf in der Natur, nur der Tüchtige sich durchsetzt. War sie nicht tapser, die Marie E z g m c i t a t, die, auf dem Lande groß geworden, alz armes Instteutckind-r der Dater ein Trinker, die Mutter fleißig upd abgehärmt und doch ein« gute Freuirdin der Tochter— sich als ganz blutjunges Mädchen an einen schwachen Mensche» verliert, der ihr zum Sckzicksal und Hauptursoche ihres Sckzetterns wird? Doch: wie ist sie tapfer, die Unerfahrene, die in der nächsten Stadt das unehelich« Kittd empfängt und trotz der Enttäuschung— d«r Mann ist verschwunden— mit vollem Lebensmut das neue Arbeitsleben in der sremdc» Stadt. Berlin, an- packt! Hg trifft sie ihn wieder, der sie verlassen und Ursache war so bitteren Schmerzes. Was Hilft ihr Widerstreben, da st« dem Mann versallen ist, ihn liebt, trotzdem sie nicht blind ist seinen Schwächen gegenüber. Als sie wieder«in Kind von ihm erwartet, bestimmen ihn Freunde, daß er Marie heiratet. Hat sie nun gesiegt? Ach. es ist nur ein kurzes Glück; 4 Kinder werden kurz hintereinander geboren— aber der Mann versagt, ist schwächlich und gerät schließlich in üble Gesellschaft gerät tn die Schlingen der Justiz, kommt heraus, versucht es mtt Maries Hilfe von neuem; doch da ist nichts mehr zu retten, immer tiefer sinkt er. Wie- viel mußte sie durchmachen, die tapfere Marie, die immer wieder von neuem anfängi, seit Jahren die Familie erhält, unendliche Geduld mtt dem einst geliebten Manne hat. bis sie keinen anderen Aus- weg mehr steht, als die Scheidung von dem wieder einmal In- hastierten! Dann aber erst tritt das Schlimniste ein: Cr wird frei- gelassen und überfällt sie in ihrer Wohnung, betrunken und oer- kommen, glaubt, sie Hab« ihn der Polizei verraten, vergewaltigt sie und verschwindet wieder. Wird sie sich von diesem Schrecklichen wieder aufraffen? Sie findet sich wieder, kämpft von neuem. Muß sie nicht sich ganz den Kindern geben? Bis dann die schreckliche Erkenntnis ihr fast die Besiniiung raubt: Sie ist schwanger, soll ein Kind hoben von dem verkommenen tranken und jetzt gehaßten Menschen. Nun findet sie keine Ruhe mehr. Wieviel vergebliche Zlersuchc, daß ein menschlicher Arzt ihr helfen möge! Trotz mancher freilndlichen Hilisberciischaft einfacher Menschen scheint alles ver- gebens. Bis sie schließlich den Weg findet zu einer„weisen Frau", die sie sofort nach dem Eingriff hinauswirft, empört dar- über, daß Marte chr zwei Monate der Schwangerschaft weniger an- gegeben. Was tun? Haid irrsinnig vor Schmerzen irrt sie schließlich in der Nacht in den Grunewald; was sollte sie auch tun. konnte sie doch nicht bei den Kindern bleiben? Als sie von der Last befreit, dos Totgeborene begraben will, überrascht sie die P o l i z e i. Man' muß sie abführen— das verlangt das Gesetz. Nun gibt Marie den Kamps verloren— Zuchthaus, die Kinder verlassen— ist nicht doch alles vergeblich gewesen? Alles wird stumpf in ihr, nur dazu noch findet sie Willen und Kraft: sich die Pulsodern zu öffnen, um de» Rest von Leben verströmen zu lassen. In der Morgcisstund« liest man in der Redaktion die ringe- laufenen Meldungen. Darunter ist tn dürren Worten des Polizei» bertchtes ein Schicksal gekündet.„Nichts von Bedeutung" stellt der Redolleur fest— und die Räder sausen- weiter, jeder hastet seinen Weg, als sei nichts geschehe«. Und doch ist ein 5) e l d e n e x o s abgeschlossen. Es ist nur eine unter vielen, hie mit stärkster Lebensbejahung das Ringen auf- nahinen, unendlichen Reichtum an Mütterlichkeit verströmten, sich nicht unterkriegen lassen wollten, ihre Aufgabe in der 5)jngab« er- kannten und darum tniitier wieder sich durchrangen. Aber dos Leben und unsere heutige Gesellschaft ist erbarmungslos und ver- nichtet grausam und sinnlos die Tüchtigsten, Warmherzigsten und Wertvollsten. Es ist Frank gelungen, das Schicksal dieser«infachen großen Frau schlicht, packend und wahr zu gestatten. Wenn man in der ersten Hälfte spxachlich nach manches reiner wünscht«, in der zweiten Hälft« ist auch die Sprache mtt dem gewaltigen Stoff zusammengewachsen. Gerade well das Buch nicht Tendenz ist, wirkt es um so erschütternder. Es ist settsam, daß«-in Mann so voll tiefen Der- stehe»? das Heldenlied der Mutter zu schreiben imstande war. ...... Tony Sender. •) Josef Maria Frank: Das Leben der Maria S z a m e i t a t.(Roman-Berlag Der Bücherkreis.) f$ez>lm sendet Cia Wert zur'Pvegratnmgestalluog Bor attuc acht Wochen sandte Dr. F l e s ch. der Ärteirdant des Aerlnisr Senders, an die Prasse Insonnationen über das kmn- niende Winterprogramm. Abgesehen von Details aus den Gebieten der einzelnen Nesiorts enthielten sie auch in großen Umrissen Ve- markungen über die Grundlinien des Gescuntprogramms. vor allem üb« die Zeiteinteilung. Was ist von diesen Versprechungen gehalten morden? Wie sieht zum Beispiel das Programm der lausenden Woche aus? Es ist hier oft darauf hingewiesen worden, dag die Programm- ge staltung im Rundfunk bedeutend schwieriger ist als die des Theaters oder des Films, da der Sender mit den Wünschen aller Be- völkerungs- und Gesellschaftsschichten zu rechnen hat, serner. da er nicht nur der Unierhaltuitg dient, sondern auch gleichzeitig informatorische Nachrichten des aktuellen Dienstes übernimmt und Bil- dungstendenzen vertritt. Ein Ideal in der Zchantmensegung des Programms kann also viohl nie erreicht»erden, es wird sich immer nur um einen Annäherungswert handeln. Em wichtiges Moment der Progrwnmgestaltung bleibt der Unterhaltungsteil, uird dieser Teil ist nicht nur u, Berlin einer der problematischsten. In den Informationen gab Flesch an, daß die Abendzeit von? bis S Uhr hauptsächlich leichterer Unter- haltt/ngsnrusik vorbehaltet! werden sollte, um auch dem Werktätigen, der früh zu Bett gehen muß, Tanzmusik und Unterhaltung zu vermitteln. Nur bei Uebertrogungen, Opernsendungen oder längeren HSrspielen müßte von der Regel abgewichen werden. Das hört sich sehr nett an. in Wirtlichkeit liegt aber der Fall anders. Ein Blick in das Wochenprogramm zeigt die Wahrheit dieser Behauptung. Sonntag:„Fürst Igor", Montag: Konzert aus der Singaka- demis, Donnerstag:„Tinion von?lth«n". Dienstag und Mittwoch hatten Spätprogramme:„Die Frau im Stein" und ein großes Sinfomekonzert. und dsrDienstag brachte vorher anderthalb Stunden Tanzmusik. Sonst jedoch war die Zwischenzeit keine?- wegs mit unterhaltenden Dingen ausgefüllt. Der Berliner Sander bringt eine Fülle von Darbietungen: tatsächlich ist das Programm bunter als das der meisten deutschen Sender, aber es fehlt die A u s b a l a n c i e r u n g, die DerteUung der Akzente innerhalb dieses Programms. Entweder läuft ein Tag völlig leer, oder er ist mit künstlerischen oder anderen bedeutsamen Dingen uberladcn, so daß kein chörer mehr aufnahmefähig ist. War- um werden, wi« ain Mittwoch, zwei Sinfoniekonzerte gesandt? Uebertrögt man aus Gleiwitz nachmittags Äonrpositionen von Dittersdorf, dann brwtchr nicht notwendigerwetje am Abend ein fchOMMS Orchestsrlonzert angescjzt zu inerden. Spielt man am Nach- mittag Älovierquintett«. so erübrigt sich abends schmierige Opernmusik. Das Programm des Rundfunks ist kein« künstlerische oder weltanfchaulich« Einheit, braucht es auch keineswegs zu fem, aber es muß versuchen, innerhalb eines Tages jeden' etwas zu bieten. So verlangen es die chörcr, und schließlich sind st« die Kon- smnenten. Auf ein« Desorientierung der Gesamtleitung läßt auch die Der- ieilung der Solistenkonzert« schließen. Früher wurden sie »«rnachlässrgt zugunsten der orchestralen Unlerhaltitnysnwsik. jetzl dominieren sie. jedenfalls in dieser Woche. Der Ausgleich lehlt. und dieser mußt« unter allen Umständen zu finden lein. Der Rundfunk -te hauptsächlich da» Instrument der werktätigen Bevölkerung, er bleibt in vielen Fällen für fle die einzige Vermittlung für künstlerisch« und geistige Ding«: die Wossz verlangt nicht nur Unter- Haltung, aber sie verlangt sie auch. Darauf muh Rücksicht ge- now'nen werteo. Worum ivcrde» die Linien des Prograwmentwurfes nicht klar durchgeführt? Es liegt nicht eimnol die Gefahr vor, in einen' Schema zu ersticken. Genug Spielraum bleibt für den Wechsel. Di« Abteilung„W o v o n man spricht" müßte srüher gelegt werden. Um SM Uhr abends haben die wenigsten*)ärer Neigung zu er- fahren, warum cherr choaver, der die amerikanische Prosperität ins Endlos« zu verlängern versprach, plöglich einer geknickten Lille gleicht, und auch die schöne Veranstaltung„Balzacs Panoptikum" würde sich zu«iner aitderen Zeit besser ausnehmen. Die Leitung de» Berliner Senders kömite sich endlich dazu entschließen, eine b«- stimmte Zeit des srühen Abends der Unierlialtungsmustk zu widmen. Zerreißung und Buntheit des Programms erscheint weniger wichtig als die Stabilisierung destinunter Zeiten. Andererseits könirte man, wenn der spätere Abend leichtere Unterhaltung bringt, die früheren Stunden mit ernsten, gewichtigen Darbietung«» ausfüllen. Jeden- falls verstimmt dl« auzenHickiich«, direttionslosc Art der Programm- bildung. Mit dieser Feststellung ist wcht» gegen das Niveau des Gc- bödmen gesogt. Einwände erheben sich nur gegen die unökanomiich« Art, das Programm aufzustellen. Anders dagegen verhält es sich bei den Leistungen auf dem Ge- biet der Hörspiel« und des Kabarett». Flesch sah damals bei der progrommatischsn Umgestaltung vor, hteN späten Abendstunden auch für künstlerische Experimente auszuwerten. Es ist bei dem lobenswerten Vorsatz geblieben. Ein paar kleinere Sachen etwa von Auditor, d'« sich in bewährten Gleisen bewegen, oder Sketche, weisen keine Weg« ins Neuland. Berlin hat Angst vor dem Erperiment. Der Fall liegt im Rundfunk ähnlich wie bei den Berliner Bühnen, nur ist das Verhalten der Theater veritäiAlicher. den» von einer Aufführung hängt manchmal ihre Existenz ab. Am genehmsten scheinen Berlin noch immer Funkbearbcitungen be- kannter Dramen oder reichlich verstaubter Lustspiele aus dem Atelier der Blunrenthale und Kadelburge zu sein. Di« Leitung erleidet hier katastrophalen Schiffbruch und gleichfalls, wen» sie einen kabaret- tistifcbe» Abend veranstaltet. Unter schlechter Disposition leiden auch die Vorträge und Diskussionen. Man darf nicht hintereinander, wie am Dien»- tag, einen Vortrag über Schlesien und anschließend daran einen Dia- log über Asien bringen, besonders wenn dieser Dialog ein Problem mit schönen Redensarten lösen möchte, ohne aus die speziiischen Sonderheiten einzugehen. Ueber die Vorträge des Berliner Senders soll ein andermal eingehend gesprochen werden. Vorläufig sei nur erwähnt, daß sehr viel Belangloses unterlauf das sich nicht an die Allgemeinheit wendet, sondern hauptsächlich an ein« kleine Schar mit Glücksgütern Gesegnater. Darüber täuscht auch nickst»er sehr gut« Vortrag„Preise. Löhne und Arbeitslosigkeit" hinweg, den Pros. Dr. Eduard.Feimann im Rahmen der Serie„Das Arbeitelosenprobksm" hält. Das Fazit der Woche, der letzten Wochen überhaupt? Trotz guter Einzelleistungen fehlt der leitend« Wille, die ordnende Fand Es steht so an», als ob die Füll« des Gebotenen nicht mehr beherrscht werden kann. In jedem Betrieb, gleichgültig, welchen Charakter er trägt, sind«ine Auswahl und ein System notwendig. D>« Neueinteilung des Winterprogramms sollt« Platz schassen für künstlerisch« Experimente. Sie find ausgeblieben. Die Um- gcstastung sollt« ferner einen bestimmten Teil des Tages der Unter- Haltung reservieren, auch dies ist nicht geschehen. ?. Sek. ßlfevn traLffen an Wir Sozialisten, die zur Menjchheitsidee und zur Verwirklichung einer gerechteren Gesellschaftsordnung beitragen wollen, müssen uns immer vor Augen halten, daß die menschliche Gesellschaft aus ein- zelnen Individuen besteht, an deren Erziehung jeder van uns, besonders aber natürlich die Eltern und Erzieher selbst, einen Teil der Verantwortung trägt. Der Mensch ist ein Produtt aus Anlage und Lage, uno so wie wir seine Lage, seine Um- gebung gestalten, so wird er sich mit seinen Anlagen entwickeln. Und in dem ewigen Kreislauf: Erziehung der Einzelmenschen— politisches Fandeln dieses Menschen und dadurch Beeinflussung der Gesellschost— Einwirkung dieser Gesellschaft auf die Erziehung der Einzelmenschen, ist die Erziehung gewiß derjenige Teil, den der einzelne im weitesten Maße selbst«ntscheidcnd beeinflussen kann (soweit ihn freilich nicht die Gesellschaft wieder daran hindert). Wenn wir nun in dieser Rubrik der Zeitung die Ausgabe gestellt haben, die Eltern in erzieherischen Fragen zu beraten und zum Verrieten ihres erzieherischen Denkens und Fandelns anzuregen. so ist dos ganz gewiß von besonderer Bedeutung für das Proletariat, dem noch immer von der Gesellschaft die geringst« Filfc sür die Erziehung seiner Kinder zuteil wird. Gedacht ist in erster Linie an die' Beantwortung bestimmt gestellter Fragen aus dem Leserkreise. die, jaweit sie zur Veröffentlichung geeignet sind, und soweit uns Raum zur Verfügung steht, zusammen mit der Antwort zun» Ab- druck gelangen werden. Andere Fragen werden den Fragestellern direkt beantwortet werden, und es ist deshalb notwendig, daß jeder Frage die genaue Adresse des Fragestellers beige- fügt wird. Die strenge Geheimhaltung dieser Anschrijt fällt sclbstoerständlich unter die Pflichten des Redaktionsgeheimnisjes, und nur auf ausdrücklichen Wunsch wird bei Veröffentlichung der Au- frage der Name des Einsenders genannt. Wird vom Einsender nicht gewünscht, daß der Text der Frage verössemlichr wird, so ist das ausdrücklich zu bemerken. Anderenfalls bleibt die Entscheidung über die Verpfsentlichung der Frage oder ihre direkte Beantwortung dein Ermessen der Redaktion überlassen. Es sei aber gleich auf gewisse«chwicrigkeiten hingewiesen: Viele Kragen können überhaupt nicht von uns aus be- antwortet werdcn, da wir ja die Beteiligten nicht sehen und ihre näheren Lebensumstände uns gewöhnlich unbekannt sind. Die Frage- ecke soll nicht in eine„briefliche Behandlung" ausarten. In sehr vielen Fällen werden also W Fragesteller an den Arzt oder an die Schule verwiesen werden müssen.— Ein« andere Schwierigkeit ergibt sich daraus, daß der einzelne sich mit seinen Erzlehungsinaßnahmen natürlich nach seinen Mitteln richten muh. Eine wirkliche Fllse wird also sehr oft auch der bestgemeint« Rat nicht dringen, weil die Eltern ihn einfach Nickst ausführen können. Fier liegen die natürlichen Grenzen der brieflichen Elternberatung. Im übrigen hangt die Möglichkeit einer befriedigenden Antwort aber durchaus vom Fragesteller selbst ab. Gewöhnlich genügt es nicht, daß nur eine äußere Erscheinung beim Kinde geschildert wird, sondern es einpfiehlt sich immer mindestens«ine kurze Andeutung der erzieherischen Einstellung der Eltern und ihres Fandqlns. Denn Kinderfehler find sehr häufig Elternsehler. und sie hören dann von selbst auf. wenn die Eltern ihr eigenes Verhalten ändern. Abgesehen davon ist es überhaupt am besten, wenn die fragenden Eltern nicht mir die sichtbaren Resultalc bei ihren Kindern angeben. sondern auch die näheren Umstände, unter denen diese Resultate zustande golommon sind. Trotz dieser Schwierigkeiten und Einengungen unserer Tätigkeit glauben wir doch, daß die Beantwortung von Elternfragc« keines- wegs nutzlos ist. Gar nicht selten kann«in Uebel völlig abgestellt. in anderen Fällen kann eine Bergrößerung des Unheils oerhindert werden. Manchmal kann den Eltern auch dadurch geholfen werden. daß man ihnen klar macht, daß die„Unart" des Kindes gar nichts „Schlimmes" ist. Jedenfalls ist Vorbeugen immer besser als Feilen, und manches Mal brauchten Arzt, Fürsorger oder Richter nicht erst in Tätigkeit zu treten, wenn die Eltern zur rechten Zeit guten Rat eingeholt und auch befolgt hätten. Evslck Böhm. Der ikengstlichc und da« Keben Frage: Mhln Junge, 7 Jahre alt. ist von Natur aus zart und ein wenig ängstlich und menschenscheu. Er hatte nun das Un- glück, in der Schule in ein« ganz besonders mild« und rüdige Klasse .zu geraten. Die Klassenkameraden lassen nun besonders gern ihre Kraftproben an diesem schwächeren Jungen aus, den st« in jeder Pause gründlich„v e r b o x e n" Es Ist schon soweit gekommen. daß der Junge A n g st hat, in die Schul« zu gehen, weil er sich vor der Pause fürchtet. Em Besuch beim Lehrer war ergehnis- las: er sagte nur, er könne nichts dagegen tun. Wir sind nicht mittel- los, wissen aber nicht, was tnn. Antwort: Es ist sehr traurig, daß diese? Lehrer nicht die Fähigkeit besitzt, aus die anderen Jungen der.Klosse einzuwirken. daß sie ihrem schwächeren Kameraden helfen, anstatt ihm den letzten Mut zur körperlichen Leistung zu rauben. So sind Sie vor die Not- wendigkeit gestellt, von sich aus dafür zu sorgen, daß dem Jungen das Vertrauen zu feinen Körperkräften wieder gestärkt wird. Das kann nur dadurch geschehen, daß man gleichzeitig Seele und Körper beeinflußt, seine Kräfte also technisch schult und ihn wieder Mut zu sich selbst fassen läßt. Am besten wäre es. Sie liehen ihn, da es ja Ihre Mittel gestatten, bei einem auch heilpädagogisch geschulten Sportlehrer im Boxen und noch besser im sapaui- scheu Ringkampf ausbilden. Diele Kunst, non den Japanern su.ck» genannt, d. h. die weiche Beweglichkeit, ist ganz ausgezeichnet geeignet, den ganzen Körper beweglich zu machen und gibt zugleich auch dem körperlich Schwachen die Möglichkeit, mit Stärkeren fertig .zu werden. Wenn der Junge dos erst einmal kennengelernt hat, so wird er bald seine Angst verlieren, und gleichzeitig werden seine Mitschüler wieder den notigen„Respekt" bekommen. � Buch ITtuUer und 9Und Zum oiertenmal erscheint in diesem Jahr der von Adele Schreiber Herausgegebens Kalender„Mutter und Kind"., Mütter und Kinder, die schon einmal einen Jahrgang dieses Kalenders hatten, werden bereits auf den neuen warten. Sie wer- den angenehm überrascht sein, wenn sie den Kalender für 1931 zu Gesicht bekommen. Er hat seinen Verlag gewechselt und erscheint in diesem Jahr im ZeMralnerlog. Berlin. Das ist dem Aussehen des Kalenders sehr zustatten gekommen. Da» Format ist größer geworden und das Papier viel besser. Dadurch ist die Wiedergabe der Bilder viel ausdrucksvoller. Teilweise sind sie zu kleinen Kunstwerken geworden. Eine feste Pappe als Rückwand des Kalenders trägt der Tatsache Rechnung, daß der Kalender den Kindern meistens zum beliebten Bilderbuch wird und beim häufigen Betrachten oft einer etwas derben Behandlung ausgesetzt ist. Im übrigen ist d«r Inhalt des Kalenders ungefähr der gleiche geblieben: Ein Abreißkalender mit knappen Betrachtunzen über Filgien« und Körperkultur. Ernährung und Kleidung. Erziehung im Fause. in Kindergarten und Schule, neuzeitliche Seelenkunde. soziale Fürsorg«, Berusswahl, Jugendbewegung. Vererbung, Mutterschaft u. a. Außerdem bringt der Kalender diesmal zwei Preisaus- schreiben. Das größere Format ließ auch mehr Raum für die Mutter zur Führung«ine» kurzen Tagebuches über ihre Kinder. Trotz wesentlicher Derbesserungen ist der Preis des Kalenders — 3 Mark— nicht erhöht worden. Anna Geyer. £iii modernes Wlärchen Es war einmal«in Bauernmädchen in einem polnischen Doxst Sic lebte harmlos dahin, bis eines Togez ein sehr schöner Edel- mann erschien, ihr erklärte, sie sei eine Pruizessin, die Tochter atnes entthronten, deutschen Potentaten.: sich in sie verliebte und mit ihr nicht nach Warschau fuhr, wie seine Order lautete, sondern in Lemberg ausgedehnte Liebesnächte seierte. Dann sollte. Marusia einen Fürsten heiraten, der nur ihr Geld wollte, aber das gnädig« Schicksal führt« sie schließlich nach Attentaten und anderen Unglücksfällen definitiv in die Arme des Geliebten.. h Ein Märchen,«in Stoff für Fedwig Eourths-Mahler, aber in der Gestaltung Alexander Lernet- Folenias«in reizender Roma», ein spielerisch liebenswürdiger Einfall, ein« witzige Arabeske. ein Buch ohne Problem aus reiner Lust am Erzählen und Erfinden emstanden. Lernet-Folenia jongkiert mit dem Stoff, spielt mit ihm. ironisiert ihn und freut sich über die Tänze seiner Phantasie, er orchestriert das Finale, die spukhaste Fochzeit in einer schmierigen. polnischen Dorfkirch«, mit allen bewährten Instrumenten des Schauen- ronmns und bleibt dock, auf dem Boden der Wirklichkeit, alles mit Freude an Ironie und Feitcrkeit gestaltend. «D i e nächtlich« Fochzeit" geht im modernen Polen in Szene, in einem fiktiven Polen allerdings, denn der Präsidsiü oder Diktator hat sich endgültig für die Königskrone entschledsn, eher Wc Landstraßen sind trotzdem noch immer nicht gepflastert. Polen, das Land der Schlachtschitzen, ist schließlich sür die mörchenhosten Bor» gange der beste europäische Boden, und Lernei-Folenia erfaßt die dekorative lind großzügige Geste dieser Menschen, die sich hinter grotesker Maske verbergen., Das Buch ist im S. Fischer-Verlag erschienen. Alfred Ar na. «» FÜR DEN KLEINGÄRTNER Schlingpflanzen. Di« Natur hat uns Nordeuropäern eine große Zahl von Pflan- zen und Strauchern gegeben, die bequem in einem Sammer Lauben- und Mauerhöhe gewinnen und überschreiten. Man hat sawohl einjährige Schlinggewächse, wie Schling st auden und Schling st räucher zur Verfügung. Die«injährigen Schlinggewächse sind entweder in Töpfen heranzuziehen, aus denen sie dann in der zweiten Falfte des Mai ins Land kommen, oder man sät sie gleich an Ort und Stelle. Beliebt sind in neuerer Zeit die Edel wicken(llatbyru,). aber auch die asten Schlinger habe ihre Stellung bewahrt. So die Trichterwindcn (Ipomsea), für sonnig« Lage, die ebenfalls von der Prunkwind« (dlina lobst,) gefordert wird, bei der aber der Boden nicht zu kräftig fein soll, die Glocken rede(Gobsea), mehr für Falb- schatten und kräftigen Boden geeignet, die Kapuzinerkresse (Trofiaeolum), die für alle Lagen, sonnige, halbschauige und auch im Schallen zu gebrauchen ist: sie erfordert«inen kräjtigen, nicht zu feuchten Baden. Dar Japanische Fopfen ist eine r.ilch wachsend« Schlingpflanze(bi, S Meter), die kräftigen Boden liebt, sich metst selbst wieder aussät. Wicken. Winden und die Kapuzinerkresse weisen die verschieden- stsn Farben auf: die Slockenrebe blüht oiolcttblau, die Prunkwinde hat arangsgeld« Blumen: in der gleichen Farbe blüht auch dl« Thunbergia. die sich aber nur für sonnig«, geschützte Lagen eignet: Sie hat eine Abart mit weißen Blumen(Tba'ata alba). Cm« der schönsten, reichblühenden Kletterpflanzen ist die Mau- r a" d i e, prächtig blaublühend, auch für halbschattig« Lagen passend. Sie ist für Balkonschmuck sehr geeignet. Ueber die als Schlinger geeigneten ZIerkürbtsse sei noch bemerkt: Sie gehören zu den stattlichsten einjährigen Lianen und zeigen in ihren Früchten die sonderbarsten Formen, weshalb man sie auch als Birnen-, Flaschen-, Eier-, Keulen-, Trompete» usw. Kürbisse bezeichnet. Alle Zierkürbissc verlangen wie ihr« eßbare Art einen kräftigen Boden und reichliche Wasserzusuhr, auch g> tegcntliche Güsse mit flüssigem Dünger. An S ch l i n g st a u d e n steht uns nur ein« slelne Anzahl zur Verfügung: Der Fopfen(Ilumulus lupulus) wird— im Eegm- fotz zu dem«injährigen Fopfen— wohl kaum als Dekoration?- schllnger. benutzt: er ist ein Nutzgewächs. Bärwind«(Calyjtegia pubesecns), Platterbse(Lathyrus Latifolius.) und Zaunrübe(Bryonia diotea) gehören hierher. Bei allen Schlingern— und dies gilt auch von den noch zu behandelnden Schlingsträuchcrn— ist es erforderlich, die den Schlinggewächsen notwendige Stütz« nach der Eigen- ort ihres Anklammern? und Mindens zu wählen. Winde und Fopfen lieben rund« Stützen, starke Stangen oder auch starke Schnüre. Die Gobaea dagegen will von der«inzelstehmden Stütze nichts wissen, sondern rechts und link» sich mit ihren Blattrankcn anklammern. Kürbisse lieben Gut er wert oder Spalier, und Wicken und Kapuzinerkresse bevorzugen Reisig. Wirkt Kienteer schSdiich? Auf Grund eingetretener Klagen au» der Praxi» üb« eins schädliche Einwirkung des Kienteers auf den Pflanzen» wuchs hat die Fauptstelle für Pflanzenschutz in Berlin Qeisuche aufgestellt, die drei Zierspargelpslanzen betrafen. Auf Brettstück«. die mit Kienteer bestrichen waren, wurden zwei Asparugus Spr it- gcri aufgestellt, die dritte Pflanze kam auf«m unbehandelt«? Brett. Abschluß noch oben erfolgte durch Glasglocken. Da nach einer Bcobachtungszeit von Wochen ein« Schädigung nicht beobachtet wurde, zeigt- dieser Versuch, daß der Kienteer.keine für die Pflanzen giftigen Gase abgegeben hatte". Wetden des(Xtßeiietspetis 2.(Hea&iien gegen ChßeUeUmnet Zu Beginn der Artikelserie„Werben des Arbeitersport»- schilderten wir am Mittwoch die„Zugendreii" der großen Arbeitersportbewe�ung. fjmfc spricht der Verfasser über die vorkriegsreaktiou gegen die Arbeiiertnrner. Der Arbeitersport schien den Behörden zunächst ungefährlich, nielleicht sogar vorteilhaft, denn die sozialistische Idee er- faßte iveite Massen der Arbeiterschaft, revoltierte die Kopie, die E c- werkschaften organisierten das Proletariat, inszenierten Streiks, vm Löhne und Arbeitszeit zu verbeisern. Die 5)errscheiidcn wurden oezWUNgen. sich mit sozialen Problemen zu beschästigen, der La- triebshygiene, dem Wohnungswesen usw. größere Aufmerksamkeit als bisher zu schenke». Der„vierte Stand- machte seine Menschen- rechte geltend. Das war der politischen Reaktion sowohl als auch dem mäckstig aufstrebenden Grohunternehmcrtum weit gcfähr- l i ch e r als das bißchcn Arbeitersport. Wer Sport lreibk, wird von der politischen und gewerkschaftlichen Aktton abgelenkt. das schien ein Trost! Auch in der Arbeiterschaft jelber ist diese Mei- rang mehrere Jahrzehnt« vertreten worden. Aber es kam anders. Aachdem der Arbeitersport erst einmal Fuß gefahl hatte, bemächtigte er sich das Jugend- und K i n d e r t u r n c n s. Und zwar Mit gutem Erfolg! Der Kampf um die Jugend begann. Di« bürgerlichen E portoerbände sahen sich gefährdet, weil ihnen der Nachwuchs eM- zogen wurde. Mit chilfe des amtlichen Apparates wurde der„Jung- Njmschhmd-Buiid- begründet, der Arbeitersport ober mit allen Fi- nissen gezwiebelt. 1S9Z wurde m Berlin die erste Lehrlingsabtei- lung begründet, der bald weitere folgten. 1907 waren bereits 1000 Zugendliche in„Fichte" organisiert. Auch in anderen Städten fand das Iugendwrnen guten Boden. Der preußische Minister v. Kölker gab 1894 als eine seiner ersten Rc- gierungshandlungen einen Erlaß heraus: Es sei bekannt geworden, daß die Anhänger der Sozioldcinokraiie neuerdings ihren Einfluß aus jugendliche Personen ausdehnten durch Griindung von Turnocr- einen. Die Regierungspräsidenten sollten über ihre Ersahrungen berichten und wie gegen den Arbeiter-Turnbund vorgegangen werden tonne! Inzwischen beschäftigten sich die Arbeiterturner auch mit den Ä i n d e r n. In den Somvrtemrien wurden Amderspiele veranstaltet, die immer größeren ilmfang annahmen. Später übernahm die Stadt Berlin selbst diese„F e r i e N s p i e l e-, die auch heute noch außerordentlich populär sind.' In„Ficht«- begründete Wildung 1902 den Airtrag, eine Schüler-Turnabteilung zu gründen. Das gab Sturm unter den Arbeiterturnern selber. Nach Annahme des Antrages verließ ein großer Teil Mitglieder die Versammlung, dann gingen auch die beiden Dorsitzenden, so daß der Schriftleiter die Dersammlung zu Ende führen mußte. Nun trat aber das Gegen- teil des Befürchteten ein, es gab einen riesigen Erfolg. Am ersten Turuabend der neuen ßnabenobleilnng erschienen 400 Zungen zum Turnen. Sa etwas hatte man für»mnöglich gehalten. Bald entstanden f ü u f K i n d e r a b t e i l u n g e n mit SOO Mitgliedern. Die heraufsteigende ..Gefahr- hatten die aufmerksamen DeHörden natürlich frühzeitig erkannt. Im Februar 1900 forderte der Berliner Polizeipräsident unter Berufung auf§ 2 des Bereinsgesetzez von„Fichte- Einreichung der Statuten und des Mitgliederver.zeichnifses, da der Verein auf „öffentliche Angelegenheiten- einwirke(Mitwirkung bei Arbeiter- festen). Die Beschwerde hiergegen wurde im Juli 1901 vom Ober- nerwallungsgericht zurückgewiesen. Diese Nadelstiche erreichten je- doch nicht ihr Ziel. Neue Wege der Anlerdrücknng wurden gesucht, (Ptnächsl gegen das Schülerturnen. Das preußische Unterrichts- msnisterimn(die Polizm schafft« es nicht) wies 1904 die Rektoren direkt(unter Umgehung der Stadtverwaltung) an. den SchAerab- miluagen des Arbeitervereins die Lallen zu entziehen. Dos .Kinderturnen mußte jetzt nur in Sälen abgehasten werden, die mit Turngeraten ausgestattet wurden. 1007 Holle die Schulverwallung zu einem neuen Schlage aus. Bon allen Leitern der Jugend- und Schülerabieilungen wurde ein behördlicher Unterrichts- Erlaubnisschein gefordert. Die Gesuäl« um diesen Schein wurden den Arbeiterturnekn natürlich verweigert. In Berlin reichten »ach iiitd nach 300 Turnwarte ein solches Gesuch ein, das Turnen ging inzwischen weiter. Da die sindige Schulbehörde chren Miß- erfolg deutlich erkannte, so ging sie zur Radikalkur über: im Ok- tober 1909 wurden auch den Lehrlingen die Hollen ent- zogen, so daß sie nun als Spielabteilungen in Tanzsälcn weiter üben mußten. Inzwischen hasteu der„Vorwärts- und die„Arbeiler-Turn- zeilung" öffentlich zum Ungehorsam gegen die Anordnungen � der Schulbehörden ausgesordcrl. um auf diesem einzig möglichen Wege eine Geri6)tsentscheidung her, beizuführen. Im Oktober 1909 wurden die beiden angeklagten Rc- daktanre vom Reichsgericht freigesprochen! Das Ge- richt ftriste fest, daß die Verfügungen ungesetzlich sind. Die Schul. beharden könnten nur über Schüler, nicht aber über Schulentlassene verfügen! Alle 14 Berliner Lehrlingsabteilunzen zogen daher noch einem Jahre Saalturnen wieder in die städtischen Turnhallen«it. Das war ein böser Reinfall für die Behörden und ein großer Triumph für die Arbeiterturner. Nun ging die Polizei wieder zum Sturm vor. I a g o w(ich warne Neugierige!) hoste sich seine ersten Lorbeeren beim Arbeiter- spart. Ihn April 1911 forderte er Einreichung de» Statuts und des Mitglicderoerzeichnisses. Diesmal auf Grund des§ 3 des Berems- gsfetzss. Die Arbeitertunmereine sollten politisch erklärt werden, um dadurch das gesamte Iugcndturnen mit einem Schlage zu täten. Aber auch der Schulkomps ging wester. Im Dezentster 1912 entschied eine Konferenz der Reichssenate(im Gegensatz zu 1909), daß auch für Jugendliche ein Erlaubnisschein erforderlich sei. Im Oktober 1913 mußten die Lehrliiigsabidlungen wieder die Hallen verlassen(19 Abteilungen mit 1100 Mitgliedern).— Die Politischcrklärung blieb in der Schwebe. Inzwischen kam der Krieg,„alle Deutschen waren gleich-, Kinder und Lehrlinge erhiellen wieder Turnhallen. Ein„Ruhmes« blast- preußischer Kulturgeschichte hatte seinen Abschluß gefunden. »i- In dem ersten, am Mittwoch erschienenen'Aufsatz:..Aus der Jugendzeit- muß es richtig heißen, daß der Begründer des Märkischen Arbeiter-Turnorbundes der Genosse G o a r tz ist. 8ed»stage4fclu-aus Das Rennen der verlorenen Runden Die Stärke der Kölner Rausch- Hürtgen war frappierend und wer da glaubte, daß die deulsch-hollä irdische Kombination Piet van Kempen-Schön gegen sie etwas ausrichten würde, wußte eine Enttäuschung hinnehmen. Piet fuhr, von wenigen Schwäche- Momenten abgesehen, stark und sein Partner Schon ebenfalls. Trotz- dem kamen die beiden an Rausch-Hürtgen nicht heran. Die Dritem des Endklassements, Rieger-Kroschel hinter- ließen nicht so einen guten Eindruck, wie die an vierter Stelle ein- gekommenen Manthey-Maezynski.die mit Herz und Bravour fuhren. Die sogenannten„Außenseiter" Krüger- F u n da, die nicht mehr als Außenseiter zu betrachten sind, haben sich Sechs« tageformat erworben. Sie belegten den fünften Platz, nachdem sie fast ununterbrochen vier Tage long die Spitze halten konnten. Die an sechster Stelle gelandeten Dinale-Tonani hielten sich, so gut sie es vermochten.„Toni" ist alt geworden und konnte den stärkeren Dinale nicht genügend unterstützen. Ehmer-Tietz hätte Artisten-Wettstreit des ArDeiter-Athletembiindes Sonnfagi den 16. November 1930, In der „Neuen Well", Hasenheide 108—114. man gern mehr vorn gesehen. Die vielen Stürze dieser Maimsch-:st dürften zu ihren Rundenverluften beigetragen haben. Bleiben noch Lehmann-Petri. die erst im Verlauf des Rennens gekoppelt wurden. Petri war ein einziger Versager, besser hielt sich Lehmann. Die Ausgeschiedenen: Da waren zuerst die Ueberseeischen Horder, Elder und Dempsey-Wollhour, deren Start besser unterblieben wäre. Dann die Franzosen L e m o n i e- P e> x. die für sich wohl den Westrekord im Riindenverlust in Anspruch nehmen können. Die anderen van Hevel, Braspenning, Jon van Kempen waren mehr oder minder Opfer der Stürze. Das Gcschäit: Dieses Sechstagerennen hat die Taschen der Direktoren wie selten ein Sechstagerennen gesülll! Zieht man hinzu, daß die Gagen der Fahrer— van einigen Ausnahmen abgesehen— sich in mäßigen Bahnen hielten, so wird dos Geschäft noch besser! "ARBEITER. TUSSBALL Vor wichtigen Entscheidungen Am kommenden Sonntag stehen die Krcisklasie sowohl wie der 1. Bezirk vor der Entscheidung um die Abteilungsmeisterschoftcn. Luckenwalde I. bisher die sührcnd« MannsklMft der Kreisklasse,' ntuß gegen Herta 11 antreten. Die Hertancr sind in der Lage, den Luckenwalder Turnern eine Uebcrraschung zu bieten.— Bon besonderer Bedeutung ist das im Neuköllner Stadion stattfindende Tressen zwischen Minerva 28 und Lichtenberg I. Beide Mannschaften haben bisher erst zwei Berlustpunkte, so daß das jetzige Spiel ausschlaggebend für die Spitze der Tabelle ist. Die Neuköllner haben ihre stärkste Masse in Sturm und Torwart, während br Lichtenberg I Läuferreihe und Verteidigung die ausschlaggebenden Posten in der Mannschaft sind. Aber auch Lichtenbergs Sturni weih im gegebenen Moment die Situation zu bewältigen. Weitere Spiel«: Luckenwalde II gegen Trebbin. Strausberg gegen Deutsch-Wustcrlzausen. Pankow gegen Saxonia. Karow gegen Freie Scholle. Eintracht-Remickendorf gegen Vorwärts- Wedding. Niederfinow gegen Oderberg. Neuenhageit gegen Freien- walde. Schwedt gegen Schiffmühle. Alt-Ranft gegen Cöthen Butab gegen Sokol. Wilmersdorf gegen Spandau 2S. Nowawes gegen Nauen. Potsdam gegen Cladow. Altbensdorf gegen Iescrich. Rathenow-Süd gegen Fohrdc. Wittenberge gegen Wusterhausen. Wittsiock gegen Perlcberg. Brück gegen Ruhlsdorf- Friedenau gegen Luckenwalde V. Jüterbog gegen Teltow. Luckenwalde I gegen Treuenbrietzen. Union 28 gegen Schöneberg, Dominikusplntz. Zweite Mannschaften: Minerva 28 gegen Lichtenberg 1. H'oppegarten gegen Eiche-Köpenick(14,30 Uhr). FTGB.-Osten gegen Wacker-Storkow Eiche 3 gegen Friedersdorf 1. Karow gegen Zehdenick 1. Saxonia gegen Weißensee. Pankow gegen Watts« darf 1. Freienwalde gegen Cöthen(13 Uhr). Neucnhagcn gegen Altglietzen. Nowawes gegen Spandau. Charlottenburg 1 gegen Drewitz 1. Grebs 1 gegen Ketzin 1(13,30 Uhr). Wllmsrsdorf gegen Werder. Butab gegen Nauen Potsdam-3 gegen Ketzin. Rathenow- Süd gegen Kremnitz 2. Jeserlch gegen Netzen(14,30 Uhr). Wsttstock gegen Perlcberg. P ritzwalk gegen Wittenberge 3. Warnsdorf 1 gegen Perleberg 3. Luckenwalde I gegen Luckenwalde V. Jüterbog gegen Teltow. Belzig 1 gegen Ruhledorf. Luckenwalde III gegen Luckenwalde V 3. Luckenwolde II gegen Wollersdorf. Löwendorf 1 gfegen Klauedorf 1. Dahme 1 gegen Trebbin. Jugend Mannschaften: Minerva gegen Luckenwalde Nowatves gegen Werder. Saronia gegen Wilmersdorf. Brands bürg gegen Lichtenberg I. Minerva 2 gegen Vorwärts-WeddiM (9,15 Uhr). Lichtenberg II gegen Nowawes 2. ti' Beginn der Spiele: Wenn nicht besonders angegeben: 1. Männennannschasten 14,30 Uhr, 2. Männermannschaften i2,45 Uhr. Iugendmannschaften 10 Uhr. Die deuhdie Futsball-Ländcrmanmchaft Die Fußball-Auswahlmannschaft des Deutschen Arbeiter-Turn- und Sportbundes hat nach dem end- gülligen Abschluß khrer diesjährigen Spiele insgesamt kil Spiele gegen internationale Gegner ausgetragen, davon 1930 allein 19. Neue Spielverbindungen wurden in diesem Jahre mit Lettland, Estland und Norwegen aufgenommen. Als stärkster Gegner zeigte sich Oesterreich. Die Spielergebnisse des Jahres 1930 sind, gegen Oesterreich 4: 5. 1: 1, 2; 2, 2: 6, 1: 3: gegen England 3:1, 2:3, 6:5, 4:4; gegen Finnland 1:3, 1:2, 4:0, 4:0; gegen den deutschtschechischen Verband 4:2, 4:3: gegen Belgien 4:4; gegen Estland 3:1; gegen Lettland 4: 2; gegen Norwegen 6: 2. Das sind 9 Siege. 4 Unentschieden und 6 Niederlagen mit 60: 49 Toren. tu»»«» 1 r.\, Mä1|POH' ***!> ojr- afr. Min/- Weil MAKEDON die einzige Firma ist, die den gesamten Werdegang der Zigarette, von der Aussaat des Tabaksamens bis zur fertigen Zigarette, in einer Hand vereinigt. Dadurch ist jeder Zwischenhandel beseitigt, und der MAKEDON- Raucher erhält sein Geld lOOprozentig zurück A K E D O N ZIGARETTENFABRIK MAKEOON G.M-B.H,, MAINZ AjRH. KONZERNFREI Fabrfknlederlog«: Makodon 6.m.b.H. Generalvertretung t Carl Sudel, Berlin NW 6, Luisenstr. 30, Tel. D 2, Weidendamm 3354 Kleiner Sport von Gberall Die Außballspielcr des Arbeiier�Sportv«re!ns Neukölln beab- sichtigen eine Iugenoadteilung zu eröffnen, wozu Jugendliche von ? i bis 18 Jahren willkommen find. Meldungen jeden Freitag 2Y Uhr bei Bergcr. Richardstraße 108, l: 2 2200. Erwachsene zur Verstärkung der zweiten und dritten Männermannschaften wie auch Passive! können sich ebenfalls im gleichen Lokal melden. Schach-Lehrkurjus. Die„Freie Arbciter-Schachvereinigung Groh- Verlin" veranstaltet für die Arbeiterjugend«inen Ansängerkursus. Beginn Montag, 1«. Noveniber, 20 Uhr, im Jugendheims Ebertiz- ftraßc 12. dann jeden Montag. I Die teure Suzanne. Der für Ende November vorgesehene Ber- liner Start der berühmten französischen Tennisspielerin Suzanne Lenglen ist bisher an den hohen finanziellen Ansprüchen der früheren Weltmeisterin gescheitert.„Suzanne verlangt für ein eintägiges (Kastspiel irk Berlin die Kleinigkeit von 50 000 Franken, ein Forderung, die untragbar erscheint, zumal die beiden anderen für das Dreierturnier in Ausficht genominenen Spieler, Roman Najuch und Äarl Kozeluh, sich nicht ganz umsonst zur Verfügung stellen werden. Ivintersport-Filmabciid. Einblick in den Wintersport soll der »tun Arbeitcrfportverein Neukölln, Sonnabend, 22. November, im Sgol-bau Neukölln, Bergstr. 147(E-Bahnhof Bergsir.) veranstaltete Filmabend in zwei Vorstellungen, um 18 Uhr und 20 Uhr, geben. Gezeigt wird ein Lehrfilm des Arbeiter-Turn- und Sportbundcs „Der SKneezchuhlaust' und der humoristische Winiersportfilm„Der große»prnng* mit Paul Graß Eintrittskarten sind zu haben: Kreisgefchäftsstelle, Eltäffer Str. 86/88. Sportzentrale, königsberger Straße 6. Geschäftsstelle der Naturfreunde, Johannisstr. 41. In Neukölln bei Kroll, Jägerstr. 67, und auf den Uebungsahenden Montags, Mittwochs, Donnerstags, Freitags, 20 Uhr, Boddinftraße (Walte r-Rarhcnau- Schule)._ s-hlbelichw-ge» und iljr«usgleich ist das Thema des heutigen Uebungs. abends(k: Arbeiter-ßolagildc, dcr um 20 Uizr im Jugendheim Linde nitr. 4 stattliridet. „cKolidarität-'. Ton reu der Radsahrer Tusrtag, lg. November, j.-xb'.: Vetuch des Pergomonmuseums(MufeumsinseO. Zreffpunit 10 Uhr vor dem Portal.— 2. Abt.: ötrriszüge durch den chrunewaid. Sndtiel.-.»Hiendorf. Karl. straf)« 12. Start 13 Uhr Dieffendachstr. 3v.— 3. Abt.: Streif, iigr durch den chrnnemald. crndziel Zehlendorf. Karlstr. 12. Start 13 Uhr Mariannen olah. Zsllkrioehrdenlmal.— Abi. ssrirdrichshain: Bernau— Schönwalde. Start S'e Uhr Pctersburgcr Plag.—«. Abt.: Ziel am Start 12 Uhr Kopenhagcner Straße 17.— Abk. Moabi:: Saatwinkel, Lokal irnodloch. Start 13 Uhr Wicleilir. 17. Kraftahrer: 8>r Uhr ,Zicl am Start ebenda.— Rennfahrer- adtcilung Mitte: Bicscnthal. Start b Uhr«öniaslor.— Abt.<> harlolten. bürg:'Zugenbtour Uetzdors. Start am 13. Ziovemoer. lö und 18 Uhr. Wilmers- iwrfer Str. 21.— Touren für Mittwoch, ,9. November. Abt. Friedricholmin: ssalke, Ihorst. Start 13 Uhr Petersburger Plah.— Abt. Tharlot'enburg: Ab- teilung-s-Schnikeljoab. Start 8 Uhr Wilmersdorier Ecke KanaMrahc— Per- lawmlll-gc« im Noocmber. l. Abt.: 21.. 20 Uhr. bei Rickört. St-inmch. straßk 3Ca.— 3. Abt.: 19., 18'« Uhr, bei Lock. Schönlcinsir. ö.— ii Abt.: 19., 17 Uli-, im B-reinsliaus. IZorstcr Straßc. 9.— Abt. iZriedrich-hain: 21.. 29 Uhr. gornbors«r Str. 9.— 9. Abt.: 29.,«op-nhagencr Str. 17.— Abt. Moabit: 20.. bei Schmih!. Wiclefslr. 17.— Nennfahrcrableilung Rbitte: 21.. 29 Uhr. Golbene Kugel, Kommandanten-stragc.— Abt. Charlottenburg: 19., bei Reimer, Wilmcrsborfer Sir. 21.— Abt. Kaulsdarf: 1. Tc�mber, 2V Uhr, h-i stra Geschäftsstelle.-- Be,Utk Rchrdeu Vit Piericliahresversammlung Sonnodehb. 13. Noormber, 29 Uhr, hei Zioewcr, Swinemiinbcr Gckc Rainlcrstrahe.— Lichtenberg: Sonntag, 16. November. Bellirtspartic uach Frebersdori. Treffnunlt 8 Uhr Bahnhof Slralau-Rummelsburg. Sonntogstrahc. Tonristenocrei»»Die Natursirnade", zentrale Wien. iZreitng, 14. Noncw- her, 20 Uhr. Abt. Cbarlottcnburg: Spreestr. 3V: Geschäftliches. Sonnabend. lö. November: Luchhlltte. Treffpunkt I7Z» Uhr Stettiner Porortbahnhok.— Iugendgruppe Sumbolbthain: Pank- Ecke ZZigsenZtrahe: Eruppcnfragen. Sonn- abend, lö. November: 1. Klein. ilöris—Sälrerner See Trckspunit 18 Uhr. II. Strausberg— Bluminlhal. Treffpunkt 18 Uhr.— ssaltbootabteAunq: Briger Slraßs 27: MuNkadend. Sonntaa. 1«. November: Radfahrt.— Abt. Britz: cihansserstr. 48:..Materialismus oder Ibcolismus*.— Abt. Südost: Lriher Strotze 27: Geschäftliches.— Abt. Treptow: cklscnstr, 3:„Indien. Land und Leute" l?r. A. Schutte) Sonnobenb. lö. November: fzahrt zum Ueberfee.— lpotogemeinschafr Abt. Osten: fZranbfurtcr Allee 397:..Die Blende und ihre Wirkung".— Fotogemeuifchaft Ab:. Neukölln: Bergstr. 29.- Montag, 17. Zio. »emder, 29 Uhr. Ta'vgemrinschaft: Zohanniostr. 13:..Unser« Ausstellung".— Malgemeinsälaft: Brangelftr. 128:„Karitatur des eigenen Mitglieder".— Sonntag, 16. November, gahriro. Abt. Neukölln: Äelten— Krämer— Iuacnd- oruppe Osten: Meitznershof. Tresspunkt 7'« Uhr.— Abt. sWedrichshmi:: Strausberg- Erkner. 7% Uhr Schlestfcher Bahnhof.— Abt. Webding: Briten. Trcrspunkt 5 Uhr Bahnhof Wedding,— Abt. Norden: RUtggerberge. Eroikrwitz. Hütten. Abfahrt 8'e Uhr Schönhoulcr Allee.— Abt. Gesundbrunnen: Rund UNI Potsdam. Anfahrt 7.27 Uhr Bahuhor Geiundbrunn-en.— Abt. Milte: Strausberg— Brands«. Abfahrt 7.26 Uhr Schlestscher Bahnhof.—. Abt. Tier- garten: Erkner— Hangelsberg. Trrsspunkt 8 Uhr Bahnhof Bellevue-— Achtung, önhrersektiou! Wanderung am 16. November Grotz-Beften— Gröbendors— Tudrow— Grotz-KrriS. Ab'ohrt 7.19 Uhr Görlitz« Bahnhof. Sonntaqskarte Grotz-Bestrn. Führer: Metach Bulan. Weglänge: 24 Kilometer.— Ortogrupv« Berlin: Mittwach(Butztagl. 19 November. Mustrer-Sälc. Kaiser-Wilhelm- Straße, Filmabend:„Ber Kampf ums Matierhorn". Beginn 20 Uhr. Ein» tritt 39 Pf., Jugendlich« 39 Pf. FTGB., Kindeiturnanaichutz. Sitzung Sonnabend. 13. November. 29 Uhr, Gractzstr. 1. Zöeaen des Terminkalenders müssen alle Bezirk« vertreten sein. Wassersporkahteilung de» SB. Moabit. Mitgliedervcrkammlung bei Brill. Birktnstr. ö8, Freitag. 14. November. 29 Ahr. »en 1SS2 Holte flas Haus gediegener Mödsl Schönhauser Allee 141a Hochbahn Danziger Straße 3 Läden. 6 Stockwerke Aul Dunsen Teilzahlungen Dis zu 29 Monaten! ■ Ljchterfelder FestsSie| Zurg M Kant'Lichtspiele Kamslr. 54,(an der Wilmersdorfcr Str.) W. 5, 7, 9.05 Uhr Stg 3, 5. 7. 9.05 Uhr Fat a, Patadion als KnnsischQfoen Gr. Beiprogramm, jugcndl. Zutritt Montag: Per Kafr mit Gr. Garbo Alexandersir. 39-40 (Passage) Den ganzen Tag geöffnet? Verlängert f Die Drei von der Tankstelle m Ltlian Harvey, Willy Frlisdi jugendliche haben Zutritt 4 Westen"fr Primus-Palast Potsdamer Str. 19 Ecke Margaretensir. Tonfilmschwank: Drei Tage MUtci- arrcsf mit Lncie Cnglisdi, Fr. Schuir, H. Adalbert, Ida Wüst, F. Brefcsarf, Paal Körbiger, Henry Bender, Greil Tbcimer, Vlcky Werkmeister Friedrichstadt W Franziskaner Georgenstraße(Ecke Eriedrlchstraßc) 71. 2. 5, 8, II Uhr Sbow'boat(Das Komödiantenschiis) 72, 3, 6, 9 Uhr Walzer Im Sdrlafeonpe, Tonfilm- schlager Tßnendcs Beiprogramm, neneste Wodicnochao Schlüter-Theater Schlüterstr. 17 W. 5, 7, 9 Uhr Sonnt, ab 3 Uhr(Jugendvorstellung) Der Greifer m II. Alber«, 100 proz Sprechfilm- TOn. Woche.— Bclpr. 4 WltmcrselorF""b Atrium Beb.-p� �w�uhr" Sonnabends u. Sonntags 5. 7, 9,15 Uhr Kaiserallee, Ecke Berliner Straße Tonfilm-Uraufisthtung! Flachsmana alt Erzieher tn. Paul Henkel», Charlotte Ander, Goal. RlckeU, K. Lilien, A. Braun. Regie: Carl Heins Wölkt W S«l»On«bcrg"b Titania Sdhöncbg. Hauptstraße 49 Pension Sdböllcr mit Ticdike, Kam- Krs, 100 Proz. Tonloslspiel.- Micky i Urwald.— Tonwoche Die Kamera g. 5TS7?"fUhr Unter den Linden 14 IMe eiserne Maske in. D. Falrbanks Katastrophe ant höh. See m Chaplin Jugendliche haben Zutritt q Moaait q Ai'tushof-LiditspleJc Perldberger Stsaße 29 Film- und BQhaenschau Wochent ab 5V», Sönrtt ab Z Lhi" Wiener Herzen, das Wäscheftnädel seiner Durchlaucht mit W. FüMerer, L. Eltis.— Beiprogramm.- Grohn Varieteschau Alhambra Hauptsir. 30 Rothanl(Todeskampf einer Rasse) mit Richard Dl*, Farbengroßfilm.— Beiprogramm. Jugendliche Zutritt! j Friedenau Kronen-Lichtspiele Rheinstr. 65 W. 7,9, Sbd� Stg 5, 7, 9 U. Tonfilm: Die Linden wirün m. KÄthe Dorsch, H. Heinz Bolimann a»lagiit« q Titania-Palast Steglitz. Schloßstr. 5. Ecke Gutsmuttissii- Uraufführung Drei Tage MitteUrresi m. Lncle Engllscfa, Schulz, Adalbert, Ida Wüst, Greil Thelmer, Tonfilm- schwank.— Tonbeiprogramm g itahlendorf-Hltte � Wochentags 7, 9 Uhr AeT-aa Sonntags 5, 7. 9 Ihr Potsdamer Str. SO Stg.2.30 Jug.-Vorst Tonfilm: Oer Greifer mit Haas Albers, Charlotte Snsa Tönende Woche 4 fiarlanaoiff W |Vf™ V S Marlendortcr Wpchentg ria-IUI Lidbtspiclc ab 7 Uhr Chausscestraäe 505 Das alte Lied mit LH Dogover, Igo Syra, lOOproz» Tonfilm— Micky Man«.— Bühnenschan g Tempelhof W Tivoli Berliner Str. 97 Beg. 5, 7, 9, Stg ab 3 Uhr: Jug.- Vorst WOpror Tönf'lm: Die Llndenwtrtin m. Käthe. Dond), H. Heinz Bollmann.— Beiprogramm SMwestcn Lichtspiele Südwest Blüchersir. 12 W. 5, So. ah 3 U. Sonnfeg 3 Uhr; Jugendvorstellung Tonooerette: Die Csikosbaronefc mit Grell Thelmer, Ernst Verches Fox-T onwoefae FUm-Paiast Kammersäle Teltowcr Str. 1 W. 5, 7. 9. Stg. ab 3 Uhr Tonfilm; O alte BnrsdlienhcrrUdikelt mit Werner kiltterer Beiprogramm • saaen B Primus-Palast Am ficrmannplatz, Urbansfr. 72/75 Wochent 6.45, 9. Sonnt ab 3, 5, 7, 9 U. Nur vier Tage! Tonfilmschwank: Pension SA(Hier mit Kampers» J.Tledike, Etga Brink, Scbnlz, Tr.y. Aalten, Heidemann Auf der Bühne: internationales Variete Th. am Morilzplatz Beg; Wtg 5. 6.30, 9 Uhr Stg. ab 4 Uhr Der große Toniilmerfolg; Zwei Kerzen im Dreivierteltakt Mercedes-Palast Hennannstraßc, Ecke Jägerstraße Anlang: Wchtgs. 645, 9. Stgs. 3, 5, 7. 9 U Oer blaue Exprch (Kampf zwischen Geld und W|(ß) Bfihnenscbnn Wochent. 6.45. 9 U. [\UKUK Sountags 3,5,7.9 U. Kottbusser Damm 92 IWpröz. Tonfilm: Lanhenkolonie mit Kampers, Pidia, Camilla Spira Beiprogramm Fwa-a-lcinr Wochent 6.45, 9 U. CXCCISlOr s0nnt. 3, S, 7. 9 U. KaiserrFriedrich-Straße 191 Tonfilm: Brand In der Oper mit Alt xa EngslrOm, Gustav Fröhlich Beiprogramm Stern, Hermannstra�e 49 Wochentags 645,9, Sonntags 3, 5,7, 9 U. Tonfilm: Brand In der Oper mit Aleza EngstrSm, Gustav Fröhlleh Beiprogramm A Süctosten � Filmeck Skalitzer Straße, am Görlitzer Bahnhof Beginn Wochentags: 6.3Ö und 9 Uhr Sonntags:' 3, 5, 7, 9 Uhr. Tonfilm: Brand tu der Oper mit Alexa Engström, Gnslav Fi Shlich Beiprogramm Bühnenschan Luisen-Theater Reichenberger Str. 34 Anf. W: 6 30 u. 9 U. Stg. 3, 5, 7, 9 U. Tonfilm: Brand In der Oper mit Alexa Engström, Gustav Fröhlich Beiprogramm Höhnen., chau Stella-Palast Köpenicker Straße II— U Wochtgs. 630, 9 ü. Sonnt 3. 5, 7. 9 U. Der blane Expreß (Kampf zwischen Geld und Weiß) Ein Russenfilm mit chinesischen Hauptdarstellern Beiprogramm Ausgezeichnete Bühnenschan Urania Tonfilm Varlett W 6 45, Stg 5 U Wrangelstraße II(an d. Köpenicker Str.) Der gewalt.ge Tonfilm; Polemkln Rhapsodie der Liehe mit V. Varconl Sternwarte— Treptow Sonnabend 8 Uhr, Sonntag 4, 6, 8 Uhr: 10 OOO Kilometer In Norwegen Vortrag m. Film,(arb. Lichtbildern und Schallplattenmusik; Dr. Adrian Mohr � Ho'rctoitwn'"k C1xrcvsvm<* Fox tön. Woche Prenzlauer Allee 56 W. 5.15, 7. 9.1 5, S. 3.15,5, 7.15, 9 IS Uhr Tonfilm; Brand in der Oper(Barcarole) Bühnenschan Flora-Lichfsp. kilÄr Tägl. 6 30, 9, Sonnab. ab 5. Stg ab 3 U. Bußtag geölfnet Tonlustspial: Pension Schöllcr mit Kampers, Jar.Tiedtke q Qste h a Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Beginn der ersten Vorstellungen: Wochcnig. 630, Sbd.S, Sig 3 Uhr Der große Ufa-Tonfilm: Liehllng der Götter mit Emil Jannlngs, Renate Möller, Olga Tschechowa, Ed. Wlnterstein Luna-Filmpalast Gr. Frankfurter Str. 121 Tonülm: Pcnflon Scböllcr m Ticdtkc, Kamper*,£lf« Br ck.— fJühne: Georg Erich SAmidi mit EnSemblp Schwarzer Adler Xn«« W6Ch. 5. 7. 8.45, Stg.d, 5. 7. 8.45 U. 106 proz. Tönoperette: Die Cslkos- boroneh m. Greil Thelmer, Vincentl Beiprogramm- lugcndl-, hab. Zutritt ComeniuS'Liditspiele Memeier Straße 67 W. 6'. 9, s ab 5 U TonUlm: Ein Tango tör Dich mit Willy Porst. Fee Malten Der Hauptgewinn Bühne; Wllh. 1' Concordia-Palast Andpeasstr. 64 W. ah 5 U.. Stg. ad 3 U. Dergr Russenfilm: Der blaue Exnretz (Kampf zun sehen Gelb und Weiß) Fondvogel mit C. Horn, P.Wegener Viktoria-Lichtbild-Th. Frankfurter Allee 48 Jugendl Zutrift Woch. 5. 7. ca. 8.45. Stg. 3, 5, 7. 8.45 U. lOOproz. Tonposse: Wien, dn Sfadl der Lieder m CharL Ander, Haissen ÄlkAmKrzt Woch. ab 6 30 Uhr. mnamora Sonm. ab 4 uhr Koppenstraße 29 Böhnenschao Drei Leidenschaften m lv. Petrovich in der Wildnis.— Tön. Wochenschau Meu-Hchlant>erg Kosmos-Liditspiclc Lichtenberg, LOckstraße 70 W 5, 7, 9 U, Stgs. S, 7. 9 U Kriminailonfilm: Der Greller mit Hans A Ibers.— Micky Maus hei der Fcoerwciir q PriaarichsßaW B Kino Busch Alt-PriedrfchRfeldc 3 Belpiogramra Schöner Gigolo(mit Gcsangscinlagie) mit I�o Syra, Oscar Marion Los, Harold, los! mit Harold Lloyd €aMMMMS2vaaaaRaaaMaHHaMN. Schloßpark Film- Bühne Berliner Allee JQh— 210 Stg. Vj3 Jgd.-V. Oer blane Expreß(Russcnfilm) Oer Detektiv des Kaiser« Beiprogramm Alhambra 160 proz Tonfilm: Das Lied Ist ans mit L. Haid, W.Forst Beiprogramm Pharus-Lichtspicle Müljerstr. 142 W. 5, 7, 9 U. Stg. 3 U Jgd-V. lOöproz Tonposse: Pension Schöller mit /acob Tledlke, Kampers, Brink, Sttn.z.- Beiprogramm Marga-Lichfspicle Sdhulstraße 29 IWpror Ton- u Sprechfilm Lampcnball m Kamp er s, A- Möller- Linke.— Im Schalten von Parts Prafer-Lichlspicl-Palast Kastanienallee 7-S W. ab 5, Stgs 39, U. Phantome des Glöaks Komm ant mein bihloh mit mtrl Bühne: Die grotze Ballett Revue Noack's Lichtspiele ErUnncnstraße 16 Beginn 5____ Der blaue Exprt A— Pal u. Palachor Im P raley.— Beiprogramm Volle* rer stärkte* Orchester Uhf Casino-Liditsp. sm Brannenstraße 154 lOOproz Tonfilm Westfront 191» mit Fritz Kampers Beiprogramm.— Böhnenschao Mila-Lichtspiel-Palast Schönhauser Allee 130 W-51fetS.4,2 lOOpror. Tonfilm: Der Korvetten- kapii An m i t Harry Lledllre# Kamper« BObnensdiaa Filmpalast Puhlmann Schönhauser Allee 148 W. S, S. 3'- U. Tonfilm; Die Czlkosbmronci mit Grell Thelmer Bühne; 50 Minuten Kabarett Colosseum Schönhauser Allee 123. Wtgs.S,7u 9Uhr Stgs. ab 3 Uhr Der blaue Exprctz(Kampf zwischen Gelb und Weiß) Beiprogramm.— Böhnenschan Pankow Palast-Theater Breite Straße 21 a W. 6J0. 9, Stg. 4. 630, 9 100 proz Tonfilm: Laubenkolonie (Lustige Musikanten) mit Kamperr, t'ldha.— Bühnenschan Tivoli, Pankow Berliner Straße 27 W 6J0.9U..Stg.ab4U. lOOproz Tonfilm: Drei von der Tankstelle mit Lil. Karver, O. Karl weih Beiprogramm H NteaercehöntiaMian"� Film-Palast— Blankenburger Str. 4 So 2Vi Jgd.-V. Wöchig. 6.30, 9 U, So. 4 30, 6 45. 9 U Tjcfisingspicl: Die Lindenwirtin mit Käthe Dorsch.- Midcy-Maos-Beipi. fl Taget Ü Filmpalast Tegel««Sei' Stgs. Z U JgtL-Vorst. W. 6 Stg. C'.c U Tantilm: Unlcr den Ddtbarn von Pari« mit A b. Prtfean. Pola lllcry Ab Montag; �ag'« mit Lledav» mit AI jjolson, Sonny bor De' program in.— Tobis-Apparat .Kosmos" F Ilmbühne Hauptstraße b Beg. 6 Uhr, �.30 Uhr Dar Kcb mit Greta Garbo.— öeipr. Bühne:£ln Tag In Moabit Union-Theater Hauptstri� Sig. 2 J gd.-V. W 6 b>», Sts. 4 Vc. 6"> 8*4 U Da* Komödianlensfhltt(Show-bO«*1 Grotzei Beiprogramm gj yC�Wnig•:• Fümpalast st«. cvÄ�/ui Berliner Straße 59 Stg. z Ij. Ipg.-Vorst. Tonfilm: Die grotze tzehnsneht mit Camilla Horn und SÖ Prominente* Klangfilm-Apparatur