Morgenausgabe Nr 559 A271 ��-�ahrgang WöcheaMch SSPf. monatlich».«) M. tm voraus zahlbar Postbezug AJS2 M. «injchljeßltch 60 Dfg.Postzelwng«» und 72 Pfg Postbestellgebühren. Auslands- abonnement 6.— M. pro Monat. * Der.Vorwärt»' erscheint wochentäg- lich zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben sär Berlin und im Handel mit dem Titel.Der Abend' Illultrierte Beilagen.Volt und Zeit' und.Kinderfreund' Ferner „Frauenstimme' Technik'..Blick in feie Bücherwelt'..Iugend-Dorwärt»" und„Stadtbeilage� Vevttuev Vowsvlatt Sonntag 16. November 1930 Groß-Lerlin 15 Pt Auswärts 20 Pf. • DU einspaltige Nonpareillezeile 80 Pfennig. NeName.eile 5.— Relch-» mark.„Kleine Anzeigen' das ettge- druckte Won 2ü Pfennig(zulässig zwei fettgedruckte Worte), ledes weitere Wort 12 Pfennig Skellengeiuch» da» erste Wort l5 Pfennig, sedes wettere Wort *0 Pfennig Worte übe» lS Buchstaben sählen für zwe' Worte Arbeitsmartt Keil» 60 Pfennig. Familienanzeigen Zeile aOPfennlh. Anzeigenannahme im5iaupt- gefchäst Lindenftraße 3. wochentäglich von 8>/, bis 17 Uhr. Aentvawvgan der GozialdemokeaMchen Varrel Deutschlands Redaktion und B erlag Berlin SW 6L. Uindenslrä�e 3 klernlr>ii Sonoldemokra» Berlin. Vorwäris-Berlag G. m. b. H. Postscheckkomo: Berlin 37 636—Bankkontos Bank der Arbeuer, A ngestelllen und Beamten. Wallstr KS Dt B u.Diir.-Gel., Depositenkalle. JerulalemerStr KS, 66. polen am Wahworabend. Unerwünschte Zuschauer/ Verhaftungen bis zuletzt. Warschau. IS. November. sVigcubericht.j Sett Freitagabend weilen in Warschau drei frauzö- sische Genossen, und zwar der Generalsekretär der fran- zöfischen Gewerkschaften, Jvuhaux. der Deputierte und Vorsetzende der polnisch-französischen Parlamentarischen Union, Locquin. sowie der Deputierte Vidier. Sie wollen Augenzeugen der Scheinwahle« sei«, was die Pilsndski- Presse zu heftigen Ausfällen gegen die polnischen Sozia- listen veraulapt. Diesen wird Verrat am Vaterlande vorgeworfen, weil sie„Sendlingc der Internationale" herbeigeholt hätten. Tie französischen Gäste sind unaufgefordert nach Polen gekommen. Der sozialistische„Robotnik" weiß über das Loben der in Brest- Litowft eingekerkerten oppositionellen Politiker mitzuteilen, daß vor drei Wochen acht von ihnen erkrankt sind. Der Militärarzt hat hierauf gestattet, daß den Kranken eine zweite Decke verabfolgt wird. Hingegen ist den noch gesunden Häftlingen die Bitte um eine zweite Decke abgeschlagen worden. Die Pakete, die an die De- fangenen von ihren Verwandten bekamen, wurden ihnen nicht ausgeliefert. Auch Schreibpapier Zeitungen und Bücher er- hielten die Gefangenen nicht mit Ausnahme von Büchern„aus dem Bereich der H e e r e s g e s ch i ch t e", Sie wurden behaudell wie verurteilte gemeine Soldaten unter verschärfter Alilitärdisziplln. Die gefangenen Politiker mutzten ihre Zellen selbst reinigen, stch wegen jeder Kleinigkeit zum Rapport melden und jeden Militär. dem�sie begegneten, grüßen. Als es wegen eines solchen Grußes zu Meinungsverschiedenheiten gekommen sei. hat ein Offizer den wehrlosen Gefangenen g e o h r f e i g t I Unmittelbar vor der Wahl kommt die Nachricht, daß das „Parlamentarier-Gefängnis" in der Festung Brest- Litowsk semer Auflösung entgegengeht. Die gefangen gehaltenen Abgeordoelen des letzten Sejms sollen in den Gesängnisieu der zuständigen Bezirksgerichte unter. gebracht werden. Ms erste konnten fünf ukrainische Abgeordnete vom Militärgesängnis in Brest Abschied nehmen. Sie sind nach Lemberg übergeführt werden., In K u t n o wurde einem oppositionellen Politiker, der wegen lleberfllllung des Gefängnisses freigelassen werden mußte, von der Polizei Hausarrest diktiert. In Krakau hat die Polizei vier Sozialisten in Haft genommen, weil sie aus Anschlagtafeln einer anderen Partei Wahlaufrufe geklebt hatten! Bisher haben die Gerichte 13 gewesene Abgeordnete abgeurteilt. Unter diesen 19 Urteilen ist nur eine einzige Freisprechung. Es stehen noch über 60 derartige Prozesse bevor, fast alle wegen jahrelang zurückliegender Oppositionsreden in Versammlungen, ja selbst gegen die Regierung, die Pilsndski durch den Maiputsch 1926 gestürzt hat und deren Chef Witos er jetzt in Brest als rechtlosen Militärsträfling behandeln läßt. Zn Ost-Oberschlesien geht es toll zu Kattowih, 15. November. Die Kattowitzer Mag'stratsb«unten haben die schriftliche Auf- forderung erhalten, sich ain Sonntagvonnittag um 9 Uhr vor der Bank Polski zu versammeln, um von dort aus gemein schaft- l i ch iivdas zuständige Wahllokal g e f ü h r t zu werden, wo sie unter Aufsicht des Sanacja-Bürgermeisters K o c u r ihre Stimme für seine List« abzugeben haben. In Laurahütte wird den Geschäftsleuten unter der Drohung, daß ihnen die Schaufenster eingeschlagen werden, die Anklebung der Wahlaufrufe der Regierungepartei aufgenötigt In Schoppinitz wurde ein Wohitätigleitefest des polnischen Vincenzoereins von übereifrigen Aufständischen durch ein Bombardement mit Ziegeln gestört. Es stich wegen dieser Aueschreiwngen, unter denen auch die nicht deutsche Bevölkerung zu leiden hat, verschiedentlich Selbstschutztruppen im Entstehen. Graebe verurteilt. Gegen den Führer des Deutschtums in Polen, den ehemaligen Sejmabgeordneten Kurt Gräebe. fällte das Bromberger Bezirksgericht folgendes. Urteil: Der Angeklagte wird des Vergehens gegen tj 129 für schuldig befunden und zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Bon dem weiteren Borwurf des oorbereiteten Hochverrats wird der An- geklagte freigesprochen. Geoen das Urteil haben der Staats- anwalt und die Dertechigung sofort Berufung«ingelegt. Republikanische Kundgebung am Dienstag, dem 18. November, abends 8 Uhr, im Sportpalast, Potsdamer Straße Es werden sprechen: Preußischer Innenminister Severing Bundesführer Otto Horsing Professor Georg Bernhard-Berlin Parteigenossen, Republikaner! Gestaltet diese vom Reichsbanner Schwarz-Rot-Goid veranstaltete Kundgebung gegen den Faschismus zu einem großen Massenaufmarsch der republikanischen Bevölkerung Groß-Berlinsl Besprechungen beim Reichskanzler. Die Abänderunassorsterunoen der Sozialdemokratie. Die sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten Hermann Müller, Hilferding und Hertz hatten am Sonnabend eine Aussprache mit dem Reichskanzler Brüning. Gegenstand der Aussprache waren die Notverordnung und das Sofort- Programm der Reichsregierung. Die' sozialdemokratischen Vertreter legten dar, welche Abänderungen die Sozialdemokratie bei der Notverordnung und dem Sofortprogramm für notwendig hält. Bei der Notverordnung ist vor allem die Frage der Kopfsteuer strittig, im Sofortprogramm das Ausgabenbegrenzungs- gesetz, die Senkung der Realsteuern, die Aenderung der Wohnungsgesetzgebung und das finanzielle Verhalten gegenüber den G e m ei nd e n. Die Besprechungen werden in der nächsten Woche sortgesetzt werden. Am kommenden Dienstag wird der sozialdemokratische Fraktionsvorstand zu einer Sitzung zusammentreten. Dr. Kcholz beabsichtigt, die Parteiführung der Deutsche» Volks- partei niederzulegen Als sein Nachfolger nennt man den Abg. Dingel dey. Ein« endgültipe Klärung der Führerfrage ist je- doch erst von der Zentralvorstandssitzung der Partei zu erwarten. Stahlbelms Würdelosigkeii. Besuch beim..popalo d'Ita'ia". Die 25 Stahlhelmer haben gestern In Mailand, wo sie im Rathaus feierlich empfangen wurden, der Rodaklton des„P o p o l o d' I t a l i a" einen Besuch abgestattet. Der„Popolo d'Italia" ist jenes Blatt, das im Herbst 1914 mit französischem G e l d e, das der jetzige Kommunist Marcel C a ch i n dem damaligen Chesredakteur des..Aoonti", Benito Mussolini, persönlich überbrachte, zu dem Zweck gegründet, die Neutralitätspolitik der italienische:» sozialistischen Partei und ihres Zentralorgans zu bekämpfen und sür den Eintritt Italiens in den Krieg zur„Rettung der lateinischen Zivilisation vor der germanischen Barbarei" Stimmung zu machen. Mussolini lieh sich damals von Frankreich kaufen, wechselte förinlich über Nacht seine „Ueberzeugung". gründete den„Popolo d'Italia" und propagierte den Interventionskrieg fast noch rabiater als d'Annunzto. Zum Dank dafür haben gestern 25 Stahihelmer dem sauberen Blatte ihre Reverenz erwiesen. Das soll ihnen nicht vergessen werden! Der Deutsche Republikanische Reichsbund trat ani Sonnabend im Sächsischen Landtagsgebmche zu Dresden zu leiner diesiährigcn Reichstagung zusammen. Als Vorsitzende wurden wiedergewählt R�ichetaqspräsident L ö b e. Oberbürgermeister Dr. Luppe und Ministerialdirektor Dr. S p> e ck e r. Reallöhne und Wirtschaftskrisen Zwingende Beweise der Wirtschaftsgeschichte. Von Soorg Decker. Jeder Versuch, die Lohnentwicklung während der Vor- kriegstrisen genau und in Einzelheiten zu untersuchen, mutz leider an dem Mangel an brauchbarem statistischen Material scheitern. Diese Entwicklung läßt sich nur annähernd und nur in g r o tz e n Z ü g e n feststellen. Dann gewinnt man allerdmgs ein in so hohem Maße ein- deutiges Bild, daß die in Erscheinung tretende Gesetz- Mäßigkeit der Entwicklung nicht mehr auf irgendwelche Zufälle zurückgeführt werden kann. Es lann kein Zufall sein, wenn die— an sich ohne Zweifel sehr unvollkommene— Statistik der englischen Reallöhne in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zeigt, daß die Steigerung der Reallöhne in allen Fällen ohne eine einzige Ausnahme der Belebung der Wirtschaft nach einer Krise bzw. nach einer schweren Depression voran- gegangen ist..Es kommen folgende Krifenperioden in Frage: 1857/58, 1866/68, 1873/74 und 1892/93. In jeder dieser Perioden vollzog sich die Entwicklung der Reallöhne fol- gendermaßen: sl859= 100): Index der Reallöhne für 1866—68; llndex der Reallöhne für 1857— 58: 1856....... 96 1857....... 96 1858....... 102 1859....... 104 1865 1866 1867 1868 1869 117 116 109 110 115 Im zweiten Falle trat zuerst eine starke Senkung der Reallöhne ein, dementsprechend ließ auch die Erholung viel längere Zeit auf sich warten. Sie hat nämlich endgültig erst in den letzten Monaten des Jahres 1869 eingesetzt, als die Reallöhne schon stark gestiegen waren. 1872 1873 1874 Index der Reallöhne für 1873— 74. 122 128 133 In diesem Falle folgte allerdings einigen Ansätzen zur Erholung eine langjährige Depression, die ihren Tiefpunkt in der ersten Hälfte von 1879 erreicht hat Der Erholung ging wiederum die Steigerung der Real- löhne von 132 im Jahre 1878 auf 137 im Jahre 1879 voran. Index der Reallöhne für 1892— 93: 1891.............. 164 1892.............. 163 18W3.............. K67 1894.............. 170 Für Amerika läßt sich auch ein Vergleich der Entwicklung der Nominal- und Real v e r d i e n st e für die industriellen Arbeiter für die Krisenperioden 1893/94 und 1907/08 machen (Durchsckjnitt 1890/99= 100): Romlna'vcrdiensie Realverdienste 1892 Prosperität........ 106 104 1893 Krise........ 100 100 1894 Tiefe Depression...... 92 95 1895 Erholung........ 99 102 Und für die zweite Periode: 1907 Prolperität, in der zweiten Hälfte des Iabres Krise...... 124 99 1908 Depression........ 113 94 1909 Erholung........ 123 102 In allen angeführten Fällen wird das Bild der Ent- Wicklung dadurch etwas verschleiert, daß für die Höhne nur Jahresdurchschnitte berechnet worden sind. In den beiden amerikanischen Beispielen handelt es sich um die B er- d i e n st e, die wegen der geringeren Beschäftigung einzelner Arbeiter viel stärker als die Löhne sinken. Die Steigerung der Reallöhne findet aber darin ihren Ausdruck, daß die Nominal Verdienste wesentlich stärker als die Real- Verdienste sinken. So sanken 1894 die Nominalverdienste um 8 Proz. und die Nealverdienste nur um 5 Proz., 1908 die Nominalverdienste um 9 Proz. und die Realverdienste um 5 Proz. Man könnte auch durch direkte Angaben zeigen, daß die Reallöhne während der Depression in den beiden Fällen allmählich nicht unwesentlich g e st i e g e n waren. Der Ausbau der amerikanischen Statistik hat es ermög- licht, den Verlauf der Krise von 1920/21 und der nachfolgenden Erholung sehr genau und mit sehr vielen wichtigen Einzelheiten festzustellen. In diesem Falle läßt sich die Entwicklung von Monat zu Monat verfolgen. In einem Zeitungsartikel können natürlich nur zusammenfassend die Ergebnisse dieser Untersuchung wiedergegeben werden. Es muß dabei berücksichtigt werden, daß dem Ausbruch der Krise im Sommer 1020 ein Lnfschwi-ng voranging, der sich infolge der Besonderheit der Kriegskonjunktur durch eine außer- ordentlich starke Steigerung a»er Preise auszeichnete(von 100 im Iabre 1913 bis 247 im Mai 1020). Dem Zusammenbruch der Preise ist zuerst kein allgemeiner Lohn- Zwangsjacke für Gemeinden? Oer Gesehentwurf über die Ausgabenbegrenzung. a b b a u gefolgt. Die durchschnittliche Steigerung der No» minallöhne dauerte noch sechs Monate lang, so daß die durchschnittliche Lohnhöhe erst im März 1921 Wieder auf dem gleichen Niveau war wie im Mai 1920, das heißt zum Zeit- Punkt des Ausbruchs der Krise. Löhne Großhandelspreise 1913= 100 Mai 1920....... 212 247 Oklaber 1920...... 221 211 März 1921....... 212 155 Die Großhandelspreise sind also schon um 33 Proz. gesunken, als die Löhne wiederum ihren Stand vom Mai 1929 erreicht haben. Die Steigerung der Reallöhne mußte in dieser Zeit sehr stark gewesen sein. Dementsprechend waren auch die Real verdien st e im März 1921 etwas höher als im Mai 1929(115 gegen 114), so daß im Durch- schnitt die Verkürzung der Beschäftigung durch die Steige- rung der Reallöhne wettgemacht wurde. Sehr wichtig ist zu bomerken, daß die Konsumgüterind u st rien zum Teil( vor allem die Textilindustrie) schon seit Anfang 1921 wesentliche Besserungen aufzeigten. Die Entwicklung war auf die Steigerung der Realkaufkraft zurückzuführen und wurde in der Mitte des Jahres unterbrochen, als auch der Lohnabbau viel stärker und allgemeiner in Erscheinung trat. Endgültig setzte die Konjunkturbelebung erst im Frühjahr(etwa im April) 1922 ein, nachdem die Real- verdien st e wiederum gestiegen waren. Für die Eni- wicklung der R-alverdienste sind folgende Indexzahlen (1914— 199) kennzeichnend: Reawerdiensle! Reokoerdiensle März 1921... 115 � Dez. 1921.... Iii Juni 1921..,. 11?! Jan 1922.... 116 Jus! 1921.... 115 I März 1922... 117 Wir sehen also, daß zum Zeitpunkt des anfangs der Wiederbelebung die Real v c r d ie n ft e wieder ihren Höchst- stand während der Depression erreicht und ihre Höhe auf der Spitze des Aufschwungs um etwa 3 Proz. überschritten haben. In den ersten Monaten(im Februar) 1922 haben die No- minallöhne mit 181(1913— 199) ihren Tiefstand erreicht. Sie sind damit von ihrem Höchststand um 18,5 Proz. ge- funken, während die Großhandelspreise um 44 Proz. sanken. Es war also keinesfalls so, daß der Lohnabbau notwendig war, um den Anteil der Löhne an den Produktionskosten zu vermindern. Dieser Anteil ist im Gegenteil viel größer geworden. Bei einer weniger stürmischen Senkung des ge- iamteu Preisniveaus wäre also auch der Abbau der Nominallöhne gar nicht notwendig gewesen. Entscheidend war für die Entwicklung die S t e i- g e r u n g der Reallöhne, die im Jahresdurchschnitt 1921 um 7 Proz. Häher als im Jahresdurchschnitt 1929 lagen. Wir lassen nun die Entwicklung der Nominal- und Real löhne «Stundenlöhne) und der Nominal- und Real o e r d i e n st e ialso unter Berücksichtigung der Beschäftigungszeit) in Jahresdurchschnitten folgen: Alls allen diesen Beispielen, die wir hier nur mit wenigen Kommentaren angeführt haben, ergibt sich einwand- frei, daß eine recht beträchtliche Steigerung der Real- löhne immer dem Anfang der Wiederbelebung der Kon- junklur vorangegangen ist. Wenn wir diese Erfahrungen bei uns oerwenden wollen, so müssen wir berücksichtigen, daß bei uns die Höhe der Tarif löhne nicht mit der Höhe der Nominal löhne gleichbedeutend ist.' Wir haden schon durch den Abbau der übertariflichen Löhne einen Abbau der Nominallöhne gehabt, bevor im Index der Tariflöhne irgend- welcher Lohnabbau in Erscheinung getreten ist. Um so mehr erscheint es als höchst gefährlich, wenn jetzt von der Preissenkung„in gleichem Maß und Tempo, wie der Lohnabbau vor sich geht" ge- redet wird.'Dann werden wir noch sehr lange Zeit keine ausreichende Steigerung der realen Kaufkraft haben und sind zu einer sehr langen Depressionsperiode verurteilt. Wir haben uns bemüht, das' ganze verfügbare Ma- teriak aus der Geschichte der früheren Krisen zu berücksichtigen und bauen unsere Auffassung über die Bedeutung der Stei- gerung der Reallöhne für die Ueberwindung der Krkse auf diesem Material sowie auf theoretischen Ueberlegungen auf. Wenn man unseren Standpunkt wi d erlegen will, so sind wir berechtigt zu fordern, daß dies mit stichhaltigen kon- junkturtheoretischen und konjunkturgeschichtlichen Argumenten geschieht._ Krach bei der Preissenkung. Vorwürfe gegen Schiele. Wir lesen im„Deutschen", dem Blatt der christlichen(Semert- schasten: „Wie sehr man sich vor der Beseitigung von Mißständen fürchtet. zeigt die Wirkung der Meldung, die eine beabsichtigte Aus- dehnung der Kartellnotverordnung auf das Hand- werk mitteilt«. Schleunigst ist der Generalsekretär Herr- mann vom Reichsverband des deutschen Handwerks zum Reichs- «rnährungsminister Schiel« gelaufen und hat sich von ihm erklären lassen, diese Meldung sei in jeder Beziehung falsch. Wir wundern uns sehr über diese Erklärung Schieles. Seit wann ist�der Reichssrnährungsminister für das Handwerk zuständig? Wie kann ein Mitglied des Preisabbauaus« schusses der Reichsregierung ein«„verständnisvolle Unterstützung" der Preisabbauaktion durch das Handwerk bestätigen, ohne sich vorher mit dem zuständigen Ministerium über die wirkliche Sachlage zu unterrichten? Das Handwert setzt sich doch nicht nur aus Metzgern und Bäckern zusammen. Derartig« Eigenmächtigkeiten«in- zelner Kabinellsnntglieder sind geignet, die Einheitlichkeit der Preis. senkungsaktion zu gefährden." Das fängt gut on! Deutsch-finnischer Zusahantrag in Finnland angenommen. Der gegen die Sozialdemokratie im Reichstag« angenommene deutsch-'iemijche Zusatzvertrag, der Finnland gegen den Derzichr auf die Zolldindungen für Butter und Käse große Einfuhr- k o n t> n g e n t e und Zollerinäßigunqen für die finnische Eiusuhr nach Deutschland gewährt, ist vom finnländischen Reichstag ange- nommen worden. Einer der wichtigsten Bestandteile des Finanzprogramms der Regierung ist der Gesetzentwurf über eine Ausgaben- begrenzung in den Haushalten des Reichs, der Länder und der Gen, eindcn. Dieser Gesetzentwurs sieht vor. daß die öffentlichen Ausgaben in Reich, Ländern und Gemeinden in den Rechnungsjahren 1932 und 1933 nicht über den Stand des Rechnungsjahres 1931 hinausgehen dürfen. Nur für Schuldentilgung und Verzinsung und für etwaige Fälle der Ver- waltungsreform sind Ausnahmen vorgesehen. Gleichzeitig werden Reich, Länder und Gemeinden verpflichtet, etwa eintretende Sieige- rungen der Einnahmen in den Iahren 1932 und 1933 zur Steuer- fenkung zu verwenden. So kurz»der Gesetzentwurf ist, so bedeutungsvoll und folgen- schw«r ist sein Inhalt. Die Begründung weist darauf Hill, daß der Reichs Haushalt für 193l„unter dein Druck der Rot auf der Aus- gabenseite mit allergrößter Sparsamkeit aufgestellt" worden ist. Der Reichshaushalt 1931 ist also ein Rothaushalt, und der Sinn dieses Gesetzentwurfs besteht darin, daß dieser Notstand für die öffentlichen Finanzen auch für 1932 und 1933 aufrechterhalten bleiben soll. Nicht nur im Reich, sondern in Ländern und Gemeinden soll die äußerste Einschränkung der öisentlichen Ausgaben auch dann beibehalten werden, wenn die Wirtschaftskrise überwunden wird und einer guten Konjunktur Platz macht. Die Besserung der Konjunktur soll aus- schließlich der Privatwirtschaft, nicht dagegen der öffentlichen Wirtschaft zugute kommen. Aber mehr als das: Der Reichshaushalt für 1931 ist nicht nur mit allergrößter Sparsamkeit aufgestellt worden, es sprechen auch gewisse Gründe dafür, daß er nicht einmal die Ausgaben des Reichs voll umfaßt. Für die Arbeitslosenversicherung sind überhaupt keine Reichszuschüsse mehr vorgesehen, und der Ansatz für die Krisenfür- sorge, der auf 420 Millionen begrenzt werden soll, ist offensichtlich unzureichend. Hinzu kommt, daß in den nächsten Iahren eine Reihe vckn Ausgaden automatisch steigen Eine Oberbürgermeister- Gewerkschast. Herr ZarreS gegen Lohnabbau bei sich selber. Die Gehälter der leitenden Angestellten der preußischen Erwerbsgesellschaften sind vor einiger Zeit erheblich herab- gesetzt worden. Das preußische Beispiel hat Sichule gemacht, auch bei der Viag(der dem Reich gehörenden Vereinigten Industriewerke AG.) sind die Gehälter der Direktoren und höheren Angestellten herabgesetzt worden. Dagegen sind bis- her alle Bemühungen gescheitert, die Oberbürger- meister der Großstädte zu einem freiwilligen Verzicht auf einen Teil ihres Gehalts zu bewegen. Es besteht eine stille Vera redung zwischen den Oberbürgermeistern der Großstädte im Industriegebiet, keine Veränderung der chnen vertragsmäßig zustehenden Bezüge zuzulassen. Es bandest sich um die Oberbürgermeister von Köln, Herrn Adenauer, von Düsseldorf, Herrn Dr. Lehr, von Essen, Herrn Dr. Bracht, von Dort- mund, Herrn Dr. E i ch h o f f. von Duisburg. Herrn Dr. I a r r e s. v Diese Oberbürgermeister werden west bester besoldet als selbst der Reichskanzler. So bezieht Herr Adenauer neben seinem Gehalt von 69 999 M. noch Nebenbezüge von 69 999 M., so daß er insgesamt 129 999 M. erhält. Woh- nungsgeld und Dienstaufwaudsentschädigung sind ihm aus- drücklich als ruhegehaltsfähig anerkannt worden! Es ist selbstverständlich» daß zuerst bei den Oberbürgermeistern Aen- derungen eintreten müssen, wenn an eine Angleichuug der Gehälter in Reich und �Gemeinden gedacht wird. Herr Adenauer steht an der Spitze— Herrn I a r r e s aber steht der Widerstand gegen jede Neuregelung der Gehälter der Oberbürgermeister und die Teilnahme an dieser stillen„Gewerkschaft der Oberbürgermeister" schlecht an. Er hat„aus volkswirtschaftlichen Gründen" den Schiedsspruch mit beschlossen, der den Lohn der Berliner Metallarbeiter um 8 Proz. herabsetzt. Gelten diese volkswirtschaftlichen Gründe nicht auch für ihn, da er mit seinen Kollegen einen Abwehrkampf gegen die Lohn- senkung bei sich selbst organisiert? Oie Hakenkreuz-Ltniverfität. Hitler führt den ZtaffegSnther in Jena ein. Jena, 15. November.(Eigenbericht.) Heute morgen fand die feierliche Einführung des gegen den Willen des Lehrkörpers der'Universität Jena berufenen Rasse- Professors Günther an der Jenaer Universität statt. Günther hielt eine Antrittsvorlesung, die von den Nationalsozialisten zu einer nationalistischen Propagandaoersammlung aus- gestaltet wurde. Schon lange vor Beginn der Vorlesung war die Aula der Universität von Hakenkreuzstudenten und von Hakenkreuz- gästen dicht besetzt. Unmittslbar vor Günther erschien F r i ck und Hitler im Saal, sie wurden von den anwesenden Hakentreuzlern mit lauten HeilrufeN empfangen. Günther hielt einen in wissenschaftliche Form gekleideten Vor« trag über Zusammensetzung und Entwicklung der in Deutschland vertretenen Rassen im Stile der völkischen Rassenlehre. Ms am Schluß des Vortrages Hitlsr den Saal oerließ, ertönten wieder die Heilruf« der Nationalsozialisten. Der Rektor der Universität Jena hat vor wenigen Tagen die Anbringung politischer Plakate ohne seine Genehmigung verboten. Das Verbot richtete sich hauptsächlich gegen die Plakate der sozia- listischen Studentengcuppe. Hetr Hitler dagegen darf unter dem Protektorat des Herrn Frick in der Aula der Universität national, sozialistische Propagandaversammlungen abhalten! Kri«? wird verklagt. Weimar, 15. November. Der Gefchästssührer des Gaues Thüringen des Reichsbanners, Dr. Dietzel, richtete jetzt im Zusammenhang mit der Spitzel- angelegenheit an Staatsminister Dr. Frick einen offenen Brief. Der Borwurf, daß er, Dietzel, ein Spitzel, das Thüringer Reichsbanner eine Spitzelzentrale sei, treffen ihn nicht. Otichtsdestoweniger be- halte sich Dietzel vor, den Minister wegen der in dem Vorwurf ent- halten«, öffentlichen Beleidigung zu verklagen. müssen. Die Zahlungen nach dem Doung-Plan sind 193? um 53 Millionen höher als. 1931 und 1933 sogar um 126 Millionen höher. Die Invalidenversicherung und die Knapp- schaftsoersicherung werden wachsender Zuschüsse bedürfen. und die Ausgaben für die Beamtengehälter werden infolge der Altersaufrückung der Beamten zunehmen. Aus alledem ergibt sich, daß die Begrenzung der Aus- gaben praktisch einen Zwang zu fortschreitender Senkung der Ausgaben darstellt. Denn wenn bestimmte Ausgaben wie die Reparationszahlungen usw. unabwendbar steigen, dann niüssen— sotten die Gesamtausgaben dieselben bleiben— ordere Ausgaben vermindert werden. Die Negierung will diesen Zwang zur Ausgabensenkung aufrichten, um gleichzeitig einen Zwang zur Steuersenkung scizasten zu können. Daher die Vorschrift, daß Mchrerträge der Steuern in den nächsten Jahren nicht zur Finanzierung von Mehrausgaben, sondern crusschiießiich zur Verminderung der Steucrbelastung verwendet werden dürfen. Infolge der Wirtschaftskrise sind d,e Steuer- ertrage um rund 1% Milliarden gesunken. Wird die Wirtschaftskrise überwunden und Erreichen damit die Steuer- ertrag« wieder ihre normale Höhe, so müssen Steuersenkungen in großem Ausmaß durchgeführt werden. Dieser Zwang zur Steuersenkung ohne Rücksicht darauf, ob dringende Mehrausgaben gemacht werden müßten oder nicht, stellt vor allem für die Gemeinden eine sehr schwere Fessel dar. Gerade aufstrebende Gemeinden mit wachsender Bevölkerung, vermehrter Zahl der Schulkinder, gesteigerten Bedürs- Nissen des Verkehrs usw. werden aufs empfindlichste in ihrer Entwicklung gehemmt. Aber auch bei den übrigen Gemeinden mü'sen die schwersten Gefahren entstehen, je nachdem welche wirtschaftliche Entwicklung in den einzelnen Landesteilen und bei den verschiedenen Industriezweigen eintritt. Der Gesetzentwurf in seiner vorliegende., Fassung bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als daß d i? öffentliche Wirtschaft wenigstens auf drei Jahre hinaus in eine Zwangsjacke gesteckt wird. Hakenkreuz-Verleumder werden gesteltt. Sine Her-zuelforderung zum Tanz. Köln, 15. November.(Eigenbericht.) Unter der Ueberschrift:„Eine Herausforderung, die. nicht au- genommen wird" veröffentlichen in der Sonnabendausgabe � der „Rheinischen Zeitung" die Mitglieder der Sozialdemokratischen Partei Jean M e e r f e l d, Wilhelm Sn lt m a n n und Dr. Winkelkemoner eine Erklärung, in der folgendes gesagt wird: „Der„Westdeutsche Beobachter" hat am 8: November einen langen Aufsatz veröffentlicht:„Die Helden der Kölner Revolution". Der Schreiber des v e r l o g ene„Machwerks oersteckt sich hnrur dreifachem Schutz: 1. hinter seiner eigenen Anonymüät: 2, Htster der parlamentarischen Jinmunität des verantwortstchen Herausge§erz Dr. Robert Ley und 3. hinter dem klö glichen Bemühen, seine"Ber- leumdungen in der Form vm- juristisch schwer faßbaren Änderungen zu machen. Wir wollen d-'' r G-sellschast Gelegenheit oevschafssn. deutlich zu werhen und erki. m deshalb: Wenn die Mitarbeiter des „Westdeutschen Beobachter" und die Tchriftlsilung dieses Blattes behaupten wollen, die unterzeichneten ehemaligen Mitglieder dcs Arbeiter- und Soldatenrates oder diese Körperschaft selbst-Höste direkt oder indirekt oder aus sonst irgendwelche Weise ausländisches Geld oder sonstig« Zuwendungen erhalten, so erklären wir dcn Reichstagsabgeordneten Dr. Robert Lsy, den»HauptfchrifllAnr Heinrich Grohe, den Schriftleiter Martin Schwaebe, den Schrift- leiter Waltsr Marx, sämtlich in der Schriitlellüng des„Westdenstchs!, Beobachter", für ausgemachte Lumpen. Wir gebrauchen ab- sichtlich starke Wort? und nennen jeden der Verantwortlichen mck Namen, um ihnen ein Ausweichen unmöglich zu machen Da weder der miwnterzcichnete Beigeordnete Meerfeld noch einer der verant- wortlichen Schriftleiter der„Rheinischen Zeitung" durch parln- mentarische Immunität geschützt sind, steht einem gerichtlichen Aus- trag des Streites nichts entgegen als die Feigheit der national- sozialistischen Führer." Die Erklärung hat fh Köln großes Aufsehen erregt. Gegen die Rowdystudenien. — Vo»» 130/160 WaM gezeichnet auf gutem Halb- leinen,Kreuz- oder Spannstich Kissenplatten mit Rücken, 40/60 cm Tischdecke Ripsdekoration MoIr6- Musterung, mo- deme Form m. eleganten g Fransen In mod. 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Gern hätte er seine Bedenken Maria mstgeteilt. Aber er scheute sich Sie würde ihn sicher mißverstehen, würde seine Zaghaftigkeit als Feigheft auslegen und ihm höchstwahrfchein- lich den Laufpaß geben. Denn soviel war klar, konnte er ihren Wunsch nicht erfüllen, so waren sie geschiedene Leute Er kannte die Stufenleiter: Kaufmann, Gärtner, Doktor! Rein, nur das nicht! Dafür war er zu sehr vernarrt in das schöne Mädchen. Er mußte Maria besitzen! Um jeden Preis! Verdammt noch mal, wenn er wenigstens Geld gehabt hätte, da konnte er einen fix und fertig eingerichteten Betrieb kaufen oder, besser noch, irgendwo Teilhaber werden. Ja, dann war es leicht. Doch es hatte keinen Zweck, solch ver- messenen Gedanken nachzuhängen. Das Geld fehlte eben. Er konnte keines herbechexen, mochte er sich den Schädel zer- martern /wie er wollte. Das viele Grübeln machte ihn irre. Er gab kaum mehr Bescheid auf Fragen, wurde sehr in sich gekehrt und teil- nahmslos. Was sollte nur werden? Er hatte Maria versprochen, zum 1. Oktober eine Werkstatt zu mieten und jetzt war man schon tief im November? Zum Verrücktwerden war dasl Mordverräter irkanal vor der Aufklärung? nähme, daß es sich um einen Ausländer handelt, der besuchsweise in Berlin war. nicht von der Hand zu weisen. Der Mangel an Mitteilungen ist um so auffallender, als der Tote ein Mann von der ungewöhnlichen Größe von über 1,90 Metern war. Der Unbekannte hatte kräftige, jedoch schlanke Gestalt, war etwa 30 bis 40 Jahre alt. hotte ungewöhnlich breiten Kopf mit dunklen, vollen etwas melierten Haar, an der Stirn sogenannte„Geheimrats- ecken", längliches Gesicht und sehr gutes Gebiß. Gewisse An- zeichen deuten darauf hin, daß er wahrscheinlich der oberen Geiellschoftsschicht angehört hat. Das bemerkenswerteste an diesen' in mancher Beziehimg rätselhasten Fall ist der Umstand, daß der Täter sich die größte Mähe gegeben hat, das Gesicht der Leiche unkenntlich zu machen. Man muß daraus schließen, daß der Mörder zu seinem Opfer in nahen, anderen Personen bekannten Beziehungen stand und er sich sagen mußte, daß man bei Feststellung der Persönlichkeit des Toten auch sofort aus ihn als den Urheber der Tat kommen werde. Unter Hinweis auf die ausgesetzte Belohnung von 10 00 Mark werden nochmals alle, die zur Aufklärung irgendwie beitragen kömien, gebeten, ihre Mitteilungen der Mordinspekliou im Polizeipräsidium zukommen zu lassen. Siitlichkeitsaftacken auf Schulkinder. Die Zahl jener gefährlichen„Kindersreunde" die sich kleinen Mädchen unter irgendeinem Vorwand nähern, um ihren krankhasten Neigungen zu fröhnen, wird immer größer. Vor einigen Tagen oersuchte solch Unhold im Flurgang eines Hauses in der M e r s c- burger Straße, sich an einem siebenjährigen Mädchen, das eben aus der Schule kam, zu oergehen: er wurde nur durch das Hmzukommen von Hausbewohnern an seiner Schandtat verhindert. Das zarte, stark nervöse Kind kam ganz verstört nach Hause. Erst nach langem Zureden gelang es den Eltern, das Kind zum Sprechen zu bringen. Vielleicht wäre es möglich, bei Schulschluß an den Ausgängen der Mädchenschulen Polizeiposten aufzustellen, da sich diese Verbrecher für gewöhnlich in der Röhe der Schulgebäude aus- zuhalten pflegen. Majestät als medizinischer Sachverständiger! Die Red.)... Auf Besichtigung meiner Klinit durch Sie lege ich keinen Wert(Kur; vorher hatte der Hofarzt inständig darum gebeten.), da ich kein Interesse an der Behandlung von Juden und Iudengenossen habe. Ihr Brief stellt meiner Ansicht nach eme unglaubliche Unverschämt- heit dar. Der 14. September d. I. sollte Ihnen doch gezeigt habe», wohin derartig« Unverschämtheiten führen. Ich werde auf Ihren Brief in der Tagespresse noch zurückkomnzen." Diese Mühe ersparen wir dem Herrn Hofarzt. Wir vermfent- liehen den Briefwechsel als Warnung für olle„Juden und Juden- genossen". Einbruch in Hnbertusstock. Ein, Teil der gestrigen Abendpresse brachte in großer Auf- machung eine Meldung über einen Einbruch in das Herren- haus im Iagdvezirk H ub ertusstock, das früher dem König von Preußen zur Verfügung stand und jetzt Eigentum des preußischen Staates ist. Wie wir erfahren, handelt es sich nicht, wie in einem Teil der Presse gesagt wird, um das„Jagdschloß des preußischen Ministerpräsidenten", sondern um das Jagdschloß des früheren K a i s e r s. das im Parterre alsIagdmuseum benutzt wird. Im oberen Stockwerk sind lediglich einige Ueber nachtungs- z i m m e r für die preußischen Minister zur Verfügung gestellt, die dort gelegentlich das Wochenends verbringen. Gestohlen sind einige Betten, etwas Wüsche und zwei Jagdgewehre. Tafelsilbcr, von dem in Pressemeldungen die Rede war, tonnte schon deshalb nicht gestohlen werden, weil es dort gar nicht vorhanden ist. Deposikcnkasje der Arbeikerbank im Borwärlshaus. Die Bank der Arbeiter. Angestellten und Beamten A.-G. eröffnet am Man- tag. dem 17. November in der Lindenstrahe 3 (Vorwärtshau s) eine Depositenkasse, die sich mit der Er- ledigung aller Bankgeschäste. Annahme von Spareinlagen usw. be- faßt. Die Depositenkasse ist geöffnet von 9 bis 3 Uhr und von 4 bis 6 Uhr, Sonnabends 9 bis 1 Uhr. Schließlich kam Ludwig die große Erleuchtung. Er glaubte, einen Ausweg gestmden zu haben, und war so begeistert von seiner Idee, daß er sogleich von der Fabrik zu Marias Arbeitsstätte fuhr und sie dort abHolle. Er lief mit ihr den langen Weg bis zu ihrer elterlichen Wohnung, war lustig und guter Dinge und wiegte sich in den schönsten Zukunftshoffnungen. Wenn man ihn so reden hörte, gab es für ihn gar keine Schwierigkeiten mehr. Maria, die sonst so Besonnene, trank gierig seine Worte und geriet bald in den gleichen Taumel wie er. Schon sah sie ihre hochfliegenden Pläne verwirklicht. Liebeglühend sah sie ihn an und drückte zärtlich seinen Arm. Ihr Ludwig war doch ein ganzer Kerl, sie hatte sich nicht in ihm getäuscht. Zu Hause angekommen, erzählte sie aufgeregt und voller Freude ihrem Vater die seltsamsten Dinge mit einer solchen' Glaubwürdigkeit, daß der einfache, unerfahrene Mann aus der Verwunderung nicht mehr herauskam. Das eine begriff er: Maria würde eine schöne ungesorgte Zukunft haben, so wie sie sichs schon immer erträumt hatte. Maria würde reich werden, vornehm! Seine Phantasie galloppierte den Jahren weit voraus: er sah seine Tochter, die Kontoristin, bereits als reiche Dame. Am Morgen ging Ludwig eine Stunde später als ge- wohnlich aus dem Hause. Er fuhr mit der Bahn nach deni Moritzplatz. In dieser Gegend hatten sich die Engrosgeschäfte des Berliner Möbelhandels angesiedelt. Irgendeiner, Ludwig wußte gar nicht mehr wer. hatte mal zu ihm gesagt:„Mensch, wenn du meistericren und Aus- träge haben willst, so geh mal in die Prinzenstraße!" Nun war er da, guten Muts, und lief suchend die Häuser ab. � Es dauerte nicht lange, da hatte er gefunden, was er suchte. Ein kleines Schild in einem Hausflur zeigte an, daß hier drei Engrosmöbelhändler hinten im Fabrikgebäude ihre Lager und Kontore hatten, jeder eine ganze riesenhafte Etage für sich. Der eine handelte mit Schreibtischen, der andere mit Wohnungseinrichtungen und der dritte mit Luxusmöbeln oder Galanterie. Ludwig stutzte einen Augenblick.„Galanterie", er wußte nicht, was er sich darunter vorstellen sollte. Er ahnte wohl, was das für Dinge sein könnten, aber. na. er wollte schon sehen. Zuerst mal ran an die Firmal(Forts, folgt.) Um Weißenbergs Gottähnlichkeit Schilderungen der Sachverständigen Helden vom Gchaufenfierfiurm Weiterer Täter ermittelt und in Hast aenommen. Me die Zustizpresscsteilx miiteilk. ist am gestrigen Sonnabend der 25 Zahre alte Schneider Gurtz dem vcrnehmungsrichter unter der Beschuldigung vorgeführt worden, am 13. Ottober d. 3. Schaufensterscheiben in der Leipziger Strohe mit Steinen eingeworfen zu haben. Der Angeklagte, ein Mitglied der NSDAP, gibt zu. sich einem Trupp angeschlossen zu haben, der Schaufensterscheiben in der Leipziger Strohe mit Steinen einwarf und selbst einen Stein in ein Fenster einer Pelzhandlung geworfen zu habe». Die sonstigen, an der Zusammen- roklung Beteiligten will er nicht kennen. Es ist gegen ihn hast- beseht wegen des Verdachts des schweren Landfricdensbruchs erlassen worden. Tagung der Krankenkassen-Zahnarzte. Der im Januar gegründete Reichsverband der dcut- schen Kranken! assen-Zahnärzte hielt seine zweit« Vsr- sammlung ab. Der Vorsitzende Dr. Wexander Drucker beleuchtete in seiner Begrühungsansprach« die Schwierigkeiten, die sich jeder Organisierung von Akademikern entgegenstellen und betonte,. daß es sein»-, Verband im Gegensatz zu den anderen zahnarztlichen und ärztlichen Organisationen gelungen ist, reibungslos zusammen- zuarbeiten. Diese Ausammenarbeit dehnt sich jetzt, außer auf den Hauptverband Deutscher Krankenkassen, auch aus die Betriebs- und Jnnungskrankenkassen aus. Im Zusammenhang mit der Notverordnung forderte der Redner, daß von den Krankenkassen wegen der hohen Kosten, die«in vernachlässigtes Gebiß zu seiner W-cderher- stellung erfordere, ein Sonderfonds für vorbeugend« Zahnbehandlung geschahen werden müsse. Wie sehr die andere Zahnärzteorganisation die Zeichen der Zeit mißversteht, zeigt ihr Beschluß, von jetzt ab statt der preußischen Gebührenordnung die um die Hälft« teurere allgemeine deutsche Gebührenordnung für Kasienleistungen in Anwendung zu bringen. Der nächste Redner war der Hauptgeschäftsführer Helmuth Lehmann vom Haupt- verband Deutscher Krankenkassen. Er wies darauf hin, daß die Krankenkassen keine Kampfoerbände seien, daß sie aber die Treu- händer seien für die Sozialbeiträge, die von der Gesamtwirtschast aufgebracht würden. Die Notverordnung ist zum guten Teil der Einsichtslosigkeit des Leipziger Verbandes(der Aerzteorganisation) zu verdanken. Der Höchstpunkt der Leistungsfähigkeit war bei den Krankenkassen schon lange erreicht. Allein von 1924 bis 1929 verdreifachten sich die Kosten für die Aerzte und die Ausgaben für Zahnärzte erreichten das Sechsfache. Wenn auch dies« Erhöhungen durch den Ausbau der Leistungen bedingt wurden, so ist doch darauf hinzuweisen, daß die Sozialversicherung nicht weiter Ausbeutungsobjekt fiir eine privilegierte Schicht von Aerztcn und Zahnärzten sein könne. Die Gesetzgeber seien bis jetzt immer den Akademikern sehr entgegen- gekommen, aber jetzt habe auch das ein Ende. Letzten Endes seien die Honorarfragen nicht das Entscheidende für die Sozialversiche- rung. sondern die Arbeit für die Versicherten. Die planlos« Zunahme von Aerzten und Zahnärzten macht es unmöglich, daß allen ein entsprechendes Einkommen gewährleistet wird. An die mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen fchlossen sich die Wissenschaft- lichen Refer«'« an und es sprach zuerst Prof. Ernst F r a e n k e l über„Orale"(vom Mund ausgehende) Infektion und allgemeine Sepis(Bltitvcrgiftuuz). Er wies auf die engen Beziehungen zwischen Vereiterungen an den Zähnen und rheumatischen und sonstigen Beschwerden hin. Der nächste Redner war Dr. C h a i m, der über„Mundchirurgie- und Plastik" sprach. Schüsse auf de« eigenen Mau«. Im Verlaufe eines Streites feuerte gestern die 59 Jahre alte Martha Vier aus der S ch u l st r a ß e 53 auf ihren um einige Jahre jüngeren Mann drei Schüsse ab. V. wurde an der Brust und der linken Hand leicht verletzt. Nach Anlegung von Notverbänden im Dirchow-Krankcnhaus konnte er wieder ent- lassen werden. Die Frau wurde festgenommen. Wetter für Berlin: Zunächst stark wolkig mit Niederschlags- »eigung und sinkenden Temperaturen, später Bcwölkungsabnahme. — Für Deutschland: In Nord- und Mitteldeurschland unter Nieder- schlägen Abkühlung. Iin Süden noch mild, meist trübe mit Regen- fällen. Der Verkündungstermin für das Urleil im gestrigen Belcidigungsprozcß wcißenberg gegen den Redak- teur der„Zeilschrist für Voltsaufklärung, gegen Kurpfuscher- tum und Heilmittelschwindler" Preuß ist vom Amlsgerichtsral Dr. Bücherl für Sonnabend, den 22. November, l Uhr mittags angesetzt worden. Es war tatsächlich ein« Weißenberg-Schaustellung. Schon lange hatte man sich in Moabst nicht so gut unterhalten wie gestern. Ge- rade durch den außerordentliche!, Ernst, mit dem Amtsgerichtsrat Dr. Büchert selbst die komischsten Situationen behandelte, wurde das Absurde der Weißenbergschen Lehre ganz besonders augenscheinlich Da war z. B. die sogenannte T« u f e l s s ch n u r, die Weißenberg um den Hals der Frau eines der Zeugen legt« und sie derart zu- sammenzog, daß der Ehemann befürchtete, sein« Frau könnte er- würgt werden.„Die Geister sind so schwer", sagte der Prophet, „ich schaffe es nicht allein, beten Sie mit mir", und dann gab er dem Mann den Rat, tüchtig Sellerie zu essen. Dann der Ober- steuersekretär, den der göttliche Meister mit dem Weichkäse von einem Drüsengeschwür geh«ilt hatt. Weißenberg, deklamierte der Zeuge, sei die dritte Gottheit. Er sei der wiedergeborene Ehristus, seine Hände habe der Prophet Iesaia gezeichnet... Am interessantesten war aber das Gutachten der Sachverständi- gen. Selbst bei dem von Weihenberg geladenen Sachverständigen Dr. Richter schnitt er nicht besonders gut ab. Dr. P a n s e von den Heilstätten Wittenau gab zu, daß von dem göttlichen Meister eine suggestive Kraft ausgehe, die bei Funktionsstörungen, ins- besondere wenn es sich um hysterische Frauen handelte, Heilung bringen können. Dr. P a n s e hatte Gelegenheit, einer Weißenberg- Versammlung beizuwohnen. Zuerst wurde ordentlich Bier getrunken, dann im Chor gesungen; es folgte eine Ansprache Wcißenbergs. Gleich darauf meldeten sich die Geistfreunde. Die„Werkzeuge" versanken in einen Trancezustand und redeten mit verschiedenen Zungen, u. a. als Königin Luise, als Napoleon, Bismarck und sogar als der Raub- und Lustmörder Böttcher. Trotz dieser Buntscheckig- SeiirlusuzIeKiia ffir Arbeiterwohlfahrt Arn Montag, dem 17. November 1930, IS'�Uhr, in der Stadthalle, Stadthaus, Klosterstraße: Oeff entliehe KuneSgehuns Genosse Siegfried Aufhäuser, M. d. R., spricht üher: „Arbeitslosennot und Arbeitslosenhilfe" Parteigenossinnen und Genossen, Funktionäre der Arbeiterwohlfahrt, werbt für ein volles Haus. 3m Relchshallev-Thealer uuterhallen die S t c t l i n c r Sänger noch immer, wie von alters ber, ihr Stammpublikum mit Couvieis. CSbnn« fonS und Humoresken Zwilchenein singt da« Männerquartett mit guten Sttmmcn Lieder und Schlager auf eine besondere Ari. Auch ein bischen politische Sattte wird Ler.�opst� Zum lOV. Male gingen die lebenden Lieder „Laht Blumen sprechen" in Szene. ES fehlt da weder der gute GärlncrS« mann, noch der alle weißhaarige Professor, noch ein Sänger in der SchubertmaSke. Das holde Blumenmädchen mit züchtig niedergeschlagenen Blicken wurde von Georg Nubin dargestellt, stcrdinand und Kurt Meysfl haben dankbare Süsels in eine geschmackvolle Form gekleidet. Zum Schlnh kam eine wirklich lustige Burleske„Pepita vor Gericht' zur Anfsübrung. Wie in der Rathausstube einer Kleinstadt, in der sonst der Amtsschimmel regiert, die Tänzerin Pepita erscheint und ihre Jhinste den hohen Herren zur Begutachtung vorsührt, das geht durch alle Register der Komik. Vorträge, Vereine und Versammlungen. # Reichsbanner..Schwarz-Rol-Gold". GekchSktsstelle: Berlin E t«. Eebastianstr 37—38. lbok 2. Tr «anntag, l». Roaember. iteei» vftcn. Die IungbannerMbrer er. halten in der Ausstrlluna Informationen beMglich Buhlaa. Dubrow- fahrt wegen Sportpalast vertagt. Tiergarten lOrtsvcrein). Achtung! Der trch. nisch« Drenst am Sonntag fällt aus. Mitte. 9 Ahr. 3. ilameradfchas! und Spielmonnszug mit Instrumenien Generalappcll. Rungestr. 30. Alle akliuen und passiven tlamcradcn haben zu erscheinen. Bundcsklcidung.— Montag, 17. Roocmber. Sreuzberg. A> Uhr erweitert« Vorstandesthung bei Krepp, Plan- nfer 78. Tiergarten lOrtsvercin). Jeden Montaa von 29 bis 22 Uhr Tur». hall« Echleswiger Ufer 13. Pflicht für Iungbanner. Lichtenberg. Iungmann. schaft und Schutzsportlcr. Kursus in der Turnhalle Rummelsburgcr Str. 94, keit stimmte die sonderbare Gesellschaft darin überein, daß sie cvsl jenseits sehend geworden sei. Nun wußten sie es: Allein Weißen- berg ist der göttliche Meister auf Erden. Der Anwesenden bemäch- tigte sich eine fürchterliche Erregung, die Frauen kreischten, stürzten zum Meister, küßten ihm die Hände. Wenn einige von diesen Be- sessenen sich besonders toll gebürdeten, beruhigte sie der Prophet. Dann hieß es:„alle Geister raus", und die Berjaminwng war zu Ende. Und nun kam gewissermaßen der Höhepunkt des Gutachtens. Der Vorsitzende wollte wissen, ob Weißenberg subjektiv an all das glaube, was er vorbringe, oder ob er tatsächlich als Schwindler be- zeichnet werden könne. Der Sachverständige hielt aber zur Beant- wortung dieser Frag« ein« psychiatrische Unterslichung des Pro- pheten für erforderlich. Sehr bedenklich fei, meinte Dr. Pause, daß Weißenberg es duldete, wenn er als„wiedergeborener Christus" und als„dritte Gottheit" bezeichnet werde. Der Vorsitzende zu Weißenberg:„Halten Sie sich für einen göttlichen Menschen?" Weißenberg weicht aus und sagt nach langem Hin und Her: „Ich bin ein Mensch wie jeder andere Mensch." Vorsitzender:„Wcs- halb dulden Sie dann, daß man Sie Gottheit nennt, es muß Ihnen doch unangenehm fein." Weißenberg:„Das jagen ja die Geister, die Menschen sagen es ihnen nur nach. Was kümmert es mich, was die Menschen von mir sagen. Ich sag« niemals, daß ich ein« Gottheit bin. Ich habe nur die Gaben von Gott." Der Sachverständige stellte fest, daß Weißenberg ganz bewußt gegen die Behauptun- gen seiner Anhänger über sein«' Göttlichkeit nicht vpponiert. Er erklärte auch auf Grund seiner amtlichen Feststellungen sagen zu können, daß die Krankheit eines Teils der Frauen, die als Meißen- berg�lnhängerinnen in die Irrenanstalt gekommen sind— es waren deren im ganzen zwölf—, bestimmt in ursächlichem Zusammenhang mit der Weißenberg-Sekte gestanden habe. Als Weißenberg»ach Schluß des Plädoyers den Gerichtssaal oerließ, umringten ihn seine Anhänger..Menschen wollen ent- scheiden", so klagten sie.„Es wird noch alles anders kommen', entgegnete der göttliche Meister... linker Einganq, von IS'Z bis 2P» Uhr.— Dienst»«. 18. Rorember. Zu ber am Dienstag, dem 18. November. 29 Uhr. im Sportpalast stattfindenbm Kundgebung trete» b!e Ortsvcreine mit Spiclmannsüug unb fsahnen wie folgt an: Kreis Osten. 18'/- Uhr Borgarten Sportpolast. Mitte. 18'- Uhr Vorgarten Sportpalast. Krei, Norden. Ortsvcreine Prenzlauer Berg, Webbing, Sloi- nickcnborf, Pankow und Wetstcnsee. 19 Uhr Eteinmebstrahe. Svihe Bülow, strahe an. Die angetretenen Kameraden in Bunbeskleibung haben treten Eintritt. Tiergarten(Ottsocmnl. 19 Uhr Porhof Sporti-alast. Krcnzberq lOrtsvercin). l8ZS Uhr Wilow, Ecke Borckstrasie. Wilmersdorf. 19 Uhr bei Kroih, Holstiinifcks Ecke Gasteiner Strohe. Nachzügler Sportpalast. T�önegera» Stieben»,;. IS Uhr War'bnrgplah. Steglib'Ottbrcrci»). 18',/ Uhr Düppeiplab. Tempelhos. 19 Uhr Sportpalast. Nenkklln Brih. 19 Übe Svortpalasl. Gesehio leucr Rückmarsch. Treptow(Ortsvercin). Abfahrt vo» Ablcrshof IS% Uhr. Schone» weibc, 18.92 Uhr Bauipschulenwcg, 18.91 Uhr bis Schönebera. Dort Dressen mit Treptow. Kcpenick. Abfahrt Sriedrichshage». 18.93 Uhr. Köpenick 18.98 Uhr. Spinblersfrlb 18.99. GrUnou.Bohnsdorf 18.19 Uhr Jährt bis Bahnhof Schöne- berg. Lichtenberg lOrt-vereinl. lSZa Uhr Be-bnhof Biilowftrohe. Mit fpahnrii. Instrumente nicht mitbringen. Waffersportabtcilnng. Zug Obcrfpre. Die»or- gesehene Veranstaltung lallt wegen der Knnbgebuna im Sportpalast aus und wirb auf Sonnabend, 22. November, 29 Uhr, im Voolshaus verlegt. Die fiir de» 18. Noocmber gegebenen Zusagen gelten si!r den 22. November. Die Kameraden beteiligen sich an der Kundgebima im Sportpalast bei ihren Ortv- vereinen. Wintersporiabtcilung. Der jür Dienstag. 18. Novcmbrp. gsplantc Vortragsabend wird auf Donncrsläg. 29. November. 29 Uhr. in Cchng'dcrs.. Kotel, Konigstrahe, ocrlcgt. Pren, lauer Berg. Die Versammlungen der Käme» 'ädschaficn Ar.nswglder Vlati. Sumonn-rlgh. Srncfelbervlat! fallen am Dienstag wegen Sportpalgftkundgebung»US. Sriedrichshaw. Kameradschaft Stralau. Die aiigesehte Kamerabschoftsverlammlung fällt aus. Dafür am Donnerstag, dem 29. November, 20 Uhr. bei Wertalla. Lohenlohestr. 8. Erscheinen Pflicht. Lichtenberg. Die Iungmannschaft beteiligt sich geschlossen an der Sportpalast- knudgebung. Fahrt nach der Dubrow fäll! aus.— Mittwoch, 19. November. Fricdrichshain. Kameradschaft Petersburg. 19 Uhr Koincradschastsvcrsammluug bei Busch, Tllsiter Str. 27. Erscheinen Pflicht. Prenzlauer Berg. Iungbanner. Antreten an bekannter Stelle zum Pflichtausmarsch. Verhinderte Kameraden haben sich vorher beim Obmann abzumelden. Steallh fOrtsverein). Antreten 8 Uhr Breitenbachplah. Pflichlveranstaltiiug. Tempelhgf lOrtsvenün). Pflichtan- treien pünktlich 8 Uhr Straüeubnho halte stelle Kaiscrin-Augusta-Strohe zum Ausmarsch in Tempelhos Bundeskleidnng. Marievdors. 8 Uhr Etraheubahn- haltestell« Prüf, strafte. Lichtenrade. 8'/-- Uhr Bahnhof Lichtenrade. Rückkehr gegen 13 Uhr. Mitte. Kameraden, welche gewillt sind, dem Epielmannszug als Trommler beizutreten, melden sich beim Kameraden Eigner. Michaelkirchvlah 14. Prenzlauer Berg. Iungbanner. Alle Kameraden halten sich Bufttaa frei. Es findet ein PNichtousmarich statt. Nähere Anweisungen durch die Obleute.— Kreuzberg. Sounabeud, 22, November, Äerbstfekt im Konzerthaus Elou, Mauer- strafte, ssestredner: Kamerad Polizeiprästdent Grzesinsii. Karten zu 1 M. stnd bei den Suiiltionären und im Saubüro zu haben. «tuhlvcrstopfnng. Nach den an den Kliniten für innere Krankheiten gesammelten Erfahrungen ist das natürliche „Franz-Josef"-Bitterwasser ein äußerst wcchliuendes Abführmittel. IsitgsmSß! Vergleichen Sie p g ö n A Qualität Gesundheits Gewicht u. Preis E G O N A Reines Roggen Brot Brot Brot E G O N A Reines Roggen EIGENE BROT-, KUCHEN- UND KEKSFABRIK IN BERLIN UND MAGDEBURG EDUARD-GOLDACKER-HAdff Oinh. gusowski u.van groenenbergh:) g. m. b. h. Über 100 Filialen 1 Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Berlin Einsendungen für diese IftubrH«u? an das Ivgendsekretartat Leesw SW 6». �wdenffraSe 5 Zentraler Vortragsabend morgl», M-nta«, l»!� Uhr, pünktlich im sihung-i-iol bn Bezirks»« riammlunq, areuzbtrg, Kxrckstr.>l. Gcnosic Erwin Marquardt, Leiter der Boltshochfchnlc Berlin, spricht über da« Thema:„Biiduitqatncalichkeiteu der Junq-rberteischast�. Blle älteren(Scnassinaen und Genossen sowie alle Abteilungileiter müssen diesen Vortrag besuchen. Mitgliedsbuch dient ol» Ausweis. «- Internationale Kundgebung gegen de» ffaschisinu, am ssreitag, dem A. Nouembcr. 1!»>4 Uhr. in den AutoHollen am Kaiserdamm. Alle Gruppen. »eranstaltunaen sallen an diesem Abend aus. Srwerbslosenneranstaltung inilmvorfllhrungs am Donnerstag, dem 20. No. uwmber, lö Uhr, im ffilmsaol des Partcioorstande», Lindensir. 8, II. Hof, 2 Treppen links. Heule, Sonntag. IS. November: Ballon: Roter sTcIdaug. Körderwerbung. Treffpunkt lOVi Uhr Konsum, Karl-Legien-Hof.— Britz: IS Uhr Heimabeud. Chausseestr. 48.— Reuköll» XI: Heim Klughafenssr. 88. proletarisch« Feierstunde.— Sichienberg-Rordwest: Seim Dosscstr. 22. Werbevcranstaltung:..Hinein in die EAI."— Hermsdars: Turn halle ngebäudc Roonstratze. Wcrbcfeier.— Tegel: Stadt. Heim. Bunter Abend.— Pantow I. II und(R..K->: Seim Kisftngenstr. 48(nicht.(Sörsch. sirohc 14). 19 Uhr Heiterer Abend.— Kriedrichaseld«: Spreclnhorprobc um 19 Uhr im Heim Suntersir 44— Rculölln VI: Treffpunkt 8 V) Uhr Hertzberg. platz, Kiosk. Spielen Sportplatz Eonncnallee. 19 Uhr Heimabend in der Treptower Sirntzc 90 Instrumente mitbringen.— Kallenberg: 14 Uhr Aussen» spiele. Gemeinschaftshaus. Werbebezirk Prenzlauer Berg: 19% Uhr Altersheim Werbebczirksmitgliedcr. Versammlung. Werner Jörn spricht über:„Unsere politische Erziehungsaufgabe". Alle Gruppeuaeranstaltungen fallen aus. Wcrbebezirt Oberspree: Bildungskursus 10 Uhr in Treptow, Elsenssr. 3 lnicht Wildenbruchstrassc). Alle Kursusteilnchmcr müssen erscheinen. Schöneberg:. Treffpunkt zur Demonstration 13% Uhr Innsbruchcr Platz. Morgen, Montag, 17. November. 19>2 Uhr: Hansa: Heim Bochumer Str. 8d...Kreüörperkultur."— Moabit II: Heim Lehrler Str. 18—19. lO-Minuten-Reserate.— Westen: Heim in Schöiiederq, Hauptstr. lö.„Sozialistische Kleinarbeit in den einzelnen Staaten."— Arn». walder Platz II: Heim Rastenburger Str. IS...Die Verfafsung von Australien. England und Krankreich."— FaNplatz II: Schule Sonnenburger S!r. 20.„Ar- beiterjugend, her zu uns!"— gumannplatz: Schul« Scherenbergstr. 7.„Was soll die Internationale?"— Nordosten II: Heim Danziger Str. 62, B. 3.„Zweck und Ziel sozialistischer Erziehung."— Schönhauser Vorstadt: Schule Eonneu» burger Str. 20.„Staat und GesSlchast."— Ktanksiule- viertel: Treffpunikt zum zentralcn Vortragsabend 19 Uhr Baltenplatz.— Kriedrichahain: Heim Diestelinenerstr. ö— 6. Lichtbilder:„Die schöne Mark."— Stralaucr Viertel: Heim Gosslerslr. 61.„Einführung in das Schauspiel."— Hallesche» Tor: Heim Porckstr. II.„Die politischen'Parteien."— Köpentcker Viertel: Besuch des zentralen Vortragsabends. Treffpunkt 19 Uhr„Roter Treff",— Neukölln l: Besuch des zentralen Vortragsabends. Treffpunkt 19 Uhr Reuterplatz.— Re». lölln lX: Kunktioniirfitzung beim Genossen Braunsdorf, Knescbeckstr. 88, II. Erscheinen oller Kunktionärc ist Pflicht.— Kallenberg: Heimabend um 20 Uhr in Bohnsdorf, Wachtelftr. I.— Baumschnlcuweg: Heim Ernststr. 16. Kahrtcn, berichte.— Zohanalsthal: Rathaus 10-Minuten.Rcferat«.— Lichtenberg. Rorb. west: Rothaus. B. III. 19% Uhr ausserordentlich« Mitgliederversammlung. Er. scheinen ist Pflicht. Werbebezirk Wrddiag: Alle Spiclleute treffen sich pünktlich 20 Uhr zum Ucben Im Heim Seestratze 84, Barackenschule. Werbebezirk Schöneberg: Seimnachmittag van 13 bis 18 Uhr in der Haupt- sirasse 13, Werbebezirk Neukölln: Wanderleitersstzunq im Parteibüro, Kuldaftrasse. Alle Gruppen müssen vertreten sein.— Tombouickorps. Abt. n. lleben der Pfeifer und Trommler 20 bis 22 Uhr im Heim Lahnstrasse. Einige grössere Genossinnen können sich noch beteiligen. * Neukölln TU: Dienstag nahet. Treffpunkt 20% Uhr Bahnhof Kriedrich- strassc.— Buchholz: Dienstag Kahrt nach Kaikenberg in der Mark. Treffpunkt 18 Uhr Bahulwk Blankenburg. W E RT HEIM J�niebcte Leipziger Str.(Versand-Abt) Königstraße Rosenthaler Str. 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Beilage des Vorwärts Sonntag, 46. November 4930 Oer öffentliche Preisabbau. Die Senkung der Elektriziiats- und Verkehrsiarife. Das Relchswirtschoftsministerium hat in einer Verfügung nach der Ankündigung der Kohlenpreissenkung ab 1. Dezember auf die Notwendigkeit einer gleichzeitig vorzunehmen- den fühlbaren Senkung der Gas- und Stromtarife hingewiesen. In der Oeffentlichkeit ist Im Zusammenhang mit den Preisabbauforderungen eine Senkung aller öffentlichen Tarife, also nicht bloß der Strom- und Gastarife, sondern auch«ine Senkung der Tarife der R ei ch s b a h N'U n d der Postgebühren verlangt worden. Es entbehrt nicht einer gewissen Komik, wenn setzt die Großindustrie, die sich am erbittertsten gegen jede Preissenkung gewehrt hat, einen flammenden Appell an die öffentlichen Unter- nehmungen richtet, fühlbare Toriffenkungen vorzunehmen. Das tut z. B. auch der Syndikus der Schwerindustrie, Dr. Schlenker, in der .Deutschen Bergtverks-Zeitung*, besonders für die„Belange" der Schwerindustrie, obwohl sich die chochhaltung der inländi- fchen deutschen Eisenpreise auf 60— 70 Proz. über den Weltmarkt- preisen nachgerade zu einem wirtschaftlichen Skandal entwickelt hat. Die ösfenttichen gemeinwirtschafllichen Unternehmungen sind sicher verpflichtet, auch in ihrer Preispolitik vorbildlich zu wirken. Es ist auch anzuerkennen, daß die reichseigene deutsche Aluminium- industrie bereits den Aluminiumpreis ohne Vorleistungen der Arbeiterschaft um lOM Proz. gekürzt hat und daß ferner die öffentlichen Baustoffbetriebe bei der Senkung der Baustoff- preise mitgewirkt haben. Preußen hat nicht bloß in seiner Eigenschaft als Landesregierung, sondern auch als großer Bergbau- Unternehmer den Entschluß zur Senkung der Kohlen preis« stark mit beeinflußt. j 3n der oeffentlichkeit sind aber übertriebene Porstellungen über die Auswirkungen der Kohlenpreissenkungen für die Ver- sorgungsbetriebe verbreitet worden. Di« Kohlenpreis- senkung um 6 Proz. bedeutet für die Stromerzeugung«ine Senkung der Selbstkosten um etwa � Pf. pro Kilowattstunde. Soweit die Lieferungsverträge auf der Kohlenpreis- klaufel aufgebaut sind, kommt die Kohlenpreissenkung automatisch den Abnehmern zugute. Auch ist zu berücksichtigen, daß ein Teil der Großkraftwerke seinen Kohlenbedarf aus eigenen Gruben deckt, sich also bei diesen Werken höchstens oerrechnungsmäßig die ge- samten Selbstkosten verändern. Trotzdem halten wir es für not- wendig, daß sich die Ermäßigung der Kohlenkosten voll bis zum Abnehmer auswirkt, und daß auch der chaus- fhalts ström einen entsprechenden Abschlag er- fährt. Nun ist die Frage aufgetaucht, ob nicht die Elektrizitätswerke von sich aus über die Kohlenpreissenkung hinaus die Tarife ermäßigen sollen. Hier ist aber zu beachten, daß die öffentlichen Werke leider heute zu großen Einnahme- quellen der Städte geworden sind, die auf diese Einnahmen in ihrer finanziellen Notlage nicht verzichten können. Im Jahre 1927/28 warfen die kommunalen Elektrizitätswerte einen Rein- Überschuß von mehr als 2 00 Millionen Mark ab, die Gas- werke von rund 122 Millionen Seitdem mußten die Ab- führungen der Werke weiter erheblich gesteigert werden. So wird es in diesem Krisenwinter mit seinen riesigen Wohlfahrts- erwerbslofenlasten immerhin zweifelhaft, ob die Kommunen eine Revision ihrer Wertstarife vornehmen können, es fei denn, daß man ihnen andere Einnahmequellen oder Steuern zuweist. Die Politik der Regierung bringt ja noch neue Be- lastungcn der Kommunen. Skromverbilligung durch die Erzeuger. Eine andere Frag« ist, ob die Großkraftwerke und Ueberlandzentralen, und zwar auch die privaten, nicht die Strom- abgab« an die Verteilerwerke über das Maß der Kohlenpreissenkung verbilligen können. Gewiß ist zu berücksich- tigen, daß die Großkraftwerke als kapitalintensivster Industriezweig von dem Rückgang der Stromabgabe durch die Krise in ihrer Ren- tabilität besonders schwer betroffen werden. Trotzdem sollt« zum Borwärtstreiben der Preissenkung eine Verbilligung der Strom- preise für die Großabgabe eintreten, die die strombcziehenden Beb- t e i l e r w c r k e instandsetzt, auch die Haushaltstarife zu senken. Selbstverständlich können auch billige Reichsbahntarise und die Postgebühren zur Berbilligung des Preisniveaus und damit zur Wiederbelebung des Absatzes beitragen. Welche Aussichten bestehen hier? Für die Post liegen die Voraussetzungen wesentlich günstiger als bei der Bahn. Bei der Post ist zwar auch im ersten Halbjahr«in Rückgang der Einnahmen von insgesamt 16 Millionen Mark eingetreten, dem jedoch eine Ausgaben- erjparnis von über 20 Millionen gegenübersteht. Die Reichspost hat ferner für ihre Materialaufträge bereits 10- bis 12prozentige Preissenkungen durchgesetzt, die ihr bei vollcp Auswirkung beträchtliche Ersparnisse bringen dürften. Die Post hat ferner in den letzten Jahren ihre großen Investitionen zu einem erheblichen Teil aus laufenden Einnahmen finanziert. Sie könnte bei stärkevem Rückgriff auf den Kapitalmarkt Mittel für eine Gebührensenkung freimachen. Die Reichsbahn wirb von den Auswirkungen der 5trise wesentlich stärker betroffen. In den ersten acht Monaten des Jahres hat sie einen Einnahmenrückgang von nahezu �00 Millionen Mark erlitten. Dem steht allerdings auch schon bis- her eine wesentliche Verringerung der Ausgaben gegen- über. Immerhin wird für das laufende Jahr bei der Reichsbahn mit einem Defizit von annähernd 200 Millionen Mark zn rechnen sein. Die Reichsbahn hat das Recht, bis zu 50 Millionen auf ihren großen Reservefonds in Höhe von einer halben Milliarde zurückzugreifen. Sie verfügt ferner über einen Gewinnvor- trag von 170 Millionen Mark, so daß ihr die Deckung des Defizits aus diesem Krisenjahr möglich sein wird. Aus der Verbilligung der Kohlenpreise ergibt sich für die Reichsbahn in Zukunft eine jährliche Ersparnis von etwa 20 Millionen Mark, aber auch die Kosten für die sonstigen Beschaffungen lassen sich bei der Bahn noch wesentlich herabdrücken. Die Reichsbahn hat sich bisher viel weniger energisch als die Post um die Verbilligung ihrer grasten Sach- befchaffungeu gekümmert. Da- gilt insbesondere für den größten Posten, das Schienen- und sonstige Oberbaumaterial, das zu weit überhöhten Preisen geliefert wird. Auch andere Ersparnisquellen sind bei der Reichsbahn ge- geben; es sei hier nur aus den notwendigen Abbau der Riesen- g e h ä l t e r und die Aufhebung der Leistungsprämien ver- wiesen. Allerdmgs bliebe auch nach Durchführung dieser Ersparnis- maßnahmen der Spielraum für eine Tarissenkung bei der Reichs- bahn enger als bei der Post. Sollte jedoch die von der Regierung geplante 6prozentig« Kürzung der Beamtengehälter zur Durchjührung gelangen, so müßten unter allen Umständen hier- durch erzielte Ersparnisse voll zu Tarissenkuugen benutzt werden. Dabei wird darauf zu achten sein, daß diese Tarissenkungen nicht allein, wie es die Großindustrie wünscht, zu weiteren Vergünstigungen der Frachttarif« für Kohlen und Eisen usw. benutzt wird, sondern daß sie der gesamten Wirtschast zugute kommt, daß ferner auch bei den weit überhöhten Personentarifen eine Senkung eintritt und vorweg die unsozial« Erhöhung der Wochen- und Monatskarten für den Vi äffen- berufsverkehr rückgängig gemacht wird. Kupfer-12,30 Cent. Die Preissteigerung auf dem Supfermarkl hat sich gestern in ocrschärstcm Tempo sorlgeseht. Mit Wirkung vom IS. November wurde der Preis von 10, SO auf 12,30 Cent je Pfund erhöht. Damit ist in den letzten drei Togen der Supfcrprei, um rund 30 Prozent heraufgesetzt worden. Niemand, auch nicht das amerikanische üupserkartell, wird behaupten können, daß derartige Preigsprünge gesund sind. Trotz der beschlossenen Drosfelungs- mahnahmen bei den amerikanischen Kupferminen ist daher bei diesen überraschenden Preistreibereien mit Rückschlägen zu rechnen. Madel, Laura Denken Sie an Ihre Gesundheit! Schützen Sie Ihre Füsse wer Nässe und Kälte. Kaufen Sie letzt.... wir haben Sonderpreise! 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Immerhin aber weist trotzdem die Einfuhr eine nicht unbetröchtliche Steigerung auf, so daß die seit dem Sonnner ständig rückläufige Entwicklung des deutschen Imports vorläufig zum Abfchlus; gekommen zu sein scheint. Eine ganz beträchtlich« Steigerung hat im Berichtsmonat wieder die Ausfuhr Deutschlands zu verzeichnen, die um rund 72 Millionen auf 107? Millionen Mark gewachsen ist. Seit dem Juni, wo die Ausfuhr mit rund 910 Millionen ihren tiefsten Stand im Laufe dieses Jahres erreicht Hatto, ist Deutschlands Export um insgesamt 163 Millionen gestiegen. Auf Reparationen entfallen im Oktober 61,4 gegen 61,8 Millionen im September. Einfuhr 19S0 Ausluh- 1930 Warenzrupp o» Oktober Ian.-OIt. Oktober Jan-Okt. in Millionen M. � �2: j t%€m die Einfuhr der Rohstoffe und Halbfabrikate ist unter Berücksichtigung der vierteljährlichen Lagerabrcchnungen g e- stiegen. Besonders bemerkenswert ist die kräftige Erhöhung der Importe van Textilroh st offen mit 22,2 Millionen, wovon allein auf Baumwolle eine Mehreinfuhr von 19,3 Millionen entfällt. Da die deutschen Baumwollfpinncreiea für den Monat Oktober gleichfalls eine bemerkenswerte Besserung ihrer Wirt- schastslagc meldeten, dürfte diese Mehreiniuhr van Rohstoffen aus. schliehlich mit der Konjunkturbesscrung in der Baum- Wollindustrie zusammenhängen. Ob diese Besserung anhält, nmß die Entwicklung der nächsten Monate zeigen. Auch die Einfuhr von Fertigfabrikatcn ist um 10,8 Millionen gewachsen, jedoch entfallen hiervon allein 4.4 Millionen auf Pelze und Pelzwarcn. Bei der Steigerung des deuffchen Exportes entfällt der Löwen- an teil auf die Ausfuhr von Fertigfabrikaten, die ein- schließlich der Reparationslieferungen um 55 Millionen angewachsen ist. So weisen die Maichinenindustrie eine Mchrausfuhr gegenüber dem September um 9,4 Millionen, die chemisch« Industrie von 8,7 Millionen und Wasserfahrzeuge um 10,6 Millionen mff. Dagegen ist der Export der elektrotechnischen und der Eisen- industrie, wie auch die Aussuhr von Textilfertigworen, zurückgegangen. Bei der Lebensmittelausfuhr fällt besonders der vermehrte Export an lebenden Tieren auf, der hauptsächlich auf der Steigerung der Schweineausfuhr beruht. So notwendig eine st a r k e Ausfuhr für die deutsche Wirt- schaft ist, und so erfreulich auch die Entwicklung des deutschen Ex- ports in der schweren internationalen Krise bleibt, hat diese an- haltende Steigerung der deutschen Aussuhr doch auch ihr« Kehr- seit«. Ganz zweifellos handelt es sich für viele Industrien dar- um. unter allen Umständen ohne Rücksicht auf die Preise zu expor- tieren, um sich für den immer stärker spürbaren Ausfall im Inland« auf dem Auslandsmarkte schadlos zu hasten. Um die Berluste der deuffchen Exportindustrien auch in diesen Krisenzeiten auf einen möglichst niedrigen Stand herabzudrückcn, muß endlich zu einer wirksamen Preissenkung der überhöhten inner- deutschen Kartellpreis« gesckzritten werden. «V t e i l t werden kann. Bisher war Oesterreich, das leine eigenen Linoleumfabriken besaß, eine fette Wies« für den Trust. Dies sollte aber mit dem Bau einer trustfreien Fabrik anders werden. Die neue Fabrik, die dieser Tage ihren Betrieb aufnehmen sollte, hat ans Erhöhung der Linoleumzölle gedrängt, um die Konkurrenz des Linoleumtrusts auszuschalten. Hiergegen hat der Trust einen Gegenstoß unternommen und berefts Gelände und Gebäude für eine eigene neue Fabrik erworben, die sofort den Kampf gegen den neuen Außenseiter aufnehmen kann. Während also In Deutschland ein blühendes Werk nach dem anderen stillgelegt wird, werden im Auslande, in Frank- reich. Holland und fehl in Oesterreich kranke Werke aufgekauft oder neu gebaut, nur um dem Trust seine völlige Monopol- gemalt zu erhallen. Die Zeche zahlen die entlassenen Linoleum arbeiier und die Derbraucher, deren Aus- beulung dem Trust die notwendigen Gelder für seine userlose Macht- polilik liefert. Wenn auch die bereits stillgelegten Werke Delmenhorst und Hansa nicht mehr zu retten sind, so sollte die DeHörde den Slill- legungsanlrag für das Werk Maximiliansau unter diesen Derhält- nisjen mit äußerster Vorsicht prüfen. Das Reichs- wirls chaftsmini st erium aber hat die Psftchl, sich mit der 7prozentigen Abschlagszahlung des Linoleumtrusts nicht zn begnügen, sondern die Preisfrage für diesen wichtigen Artikel noch- knals und sehr gründlich auszurollen. Protest gegen die Erhöhung der Tabaksteuer. Die Betriebsräte von zehn Tabak- und Zigorrenfabriken in Bremen fordern die Ab- lehnung der geplanten Zoll- bzw. Banderolensteucrerhöhung und weisen darauf hm, daß die neue Besteuerung die Zigarren- und Tabakindustrie in ernstester Weise gefährde. Oer Gtädteiag warnt. Gegen Ueberbrückungskredite in der Zinanznot. Die Vorsitzenden und Geschäftsführer der Kreditaus. s ch ü s s e der Landes- und Provinzial-Stodtocrbände haben unter Vorsitz von Dr. Mulert die Feststellung getroffen, daß nach wie vor allerltjirkste Zurückhaltung in der Anleiheaufnahme der leitende Gesichtspunkt für die Arbeit der Kreditausschüsie ist. Im Interesse einer geordneten Wirischajt sei es unerläßlich, daß bei äußerster Beschränkung der Ausgaben sämtliche vorhandenen Ein- nahmcmöglichkcilen restlos ausgeschöpft werden, um das Gleich- gewicht im Haushalt herzustellen. Im Zusammenhang hiermit faßte die Bersamnckung folgende Entschließung!„In fast allen Städten hat die Zunahme der Zahl der W o h I s a h r t s e r w e r b s l o s e n den 5)aushaltsvor- anfchlag umgeworfen. Reue Steuereinnahmen sind unter diesen Umständen notwendig. Bei der schweren wirtschaftlichen Krise wird in vielen Städten unter der Einwirkung weiter Kreise der Wirtschmt zum Teil auch der amtlichen Berufsvcrtretungen, jede Steuer- bewilligung abgelehnt und als Ausweg die Aufnahme von Defizitanleihen oder Ueberbrückungskrcditen empfohlen. L i der Unvorhcrfehbarkeit der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung, der schwierigen Lage des Geldmorltes und der Einengung der komm»- nalen Finanzwirtschast kann vor der Aufnahme von lieber- brück ii ngskrediten nur dringend gewarnt werden, da sie keine wirkliche Lösung darstellen und geeignet sind, die Schwierigkeiten der Kemeindesinanzen nicht zu mindern, sondern in unerträglicher Weise zu verschärfen." Preissenkungen. Di« Reichsbahn hat die Frachten für den Stück gutverkehr von Kartoffeln herabgesetzt. Die Frachtsenknng beträgt nach einer Erklärung der Reichsbahn für Sendungen von 100 Kilogramm auf 150 Kilometer Entierrning 30 Proz., von 200 Kilogramm •25 Proz. und von 300 Kilogramm 22 Proz.• Diesem kleinen Zugeständnis müsien viel größere folgen. In Frankfurt a. M. hat sich das Bäckereigewrbe einschließlich der Brotfabriken bereit erklärt, den Preis für Mischbrot von 65 auf 63 und für Roggenbrot von 60 aus 56 Pf. herab- zusetzen. Die erste Strompreissenkung wird von den Ham- burgischen Elektrizitätswerken gemeldet. Der L i ch t str o m p r e i s wird ob 1. Januar um 6% Proz� das heißt von 45 auf 42 Pf. je Kilowattstunde herabgesetzt._ Wohnungsfürforge-Gefellfchasten erklären. Gtettungnohme zum Zleichswohnungsbau-programm. Der Reichsverband der Wohnungsfürsorge. G e s e l l s ch a s t e n begrüßt in einer Erklärung den Grundsatz der Reichsregierung, der össentliche Mittel nur Wohnungen mit trag- baren Mieten zugute kommen lassen will, wobei die ländliche und Landarbeitersiedlung besonders zu pst-gen ist. Di« richtig- Verteilung der Mittel könne nur durch übergemeindliche Instanzen erfolgen. Verkleinerung der Grundrisse und Einsachheit in der Ausstattung sei unumgänglich, wobei aber eine Grenze in den hygienischen Mindestforderungen und der Taffache gegeben sei. daß für kinderreiche Familien räumlich ausreichende Wohnungen geschaffen werden müsien. Unerträglich erscheine die geplante plötzliche Absenkung der öffentlichen Mittel ans die Hälste, die zu einer Katastrophe aus dem Baumarkt führen und neben den Unternehmern in erster Linie die Bauarbeiter und die Arbeiter der Hilfsindustrien treffen müsse. Die geplante Ausdehnu ng der Zinszuschüsse stelle eine Verschwendung von Volks- vermögen dar, und müsse auf Sonderfäll« beschränkt werden. Di« Senkung des Einzelsatzes bei öffentlichen Baudariehen müsse zu einer Verteuerung der Mieten führen,«ine unverftöniKiche und unerträgliche Erscheinung in einer Zeit allgemeiner Preissenkung. Da die erstrebenswerte allgemein« Senkung der Baukosten die Rentabilität der von 1924 bis 1930 erstellten Neubau» wohnungen gefährde, müßten rechtzeitig Maßnahmen zur Schonung des hier investierten Eigenkopitals getroffen werden, die in der Gewährung derselben Steuerbefreiung liegen könnten, die für den Wohnungsbau der kommenden Jahre in Aussicht genommen sind. Der Großhandelsindex ist in der Woche vom 12. November weit» von 120,8 aus 120,5 Proz. leicht gesunken. Dabei erhöhte sich der Agrariitder von 112,3 auf 112,9 Proz. Der Index für Roh. stoffe und Halbworen ging von 113,6 auf 112,9, der für industrielle Fertigwaren von 145,8 auf 145,1 Proz. zurück, wobei Konsumgüter von 153,0 auf 151,7 Proz. sanken, Produktionsmittel aber mft 163,3 Proz. unverändert blieben. Starkes Absinken des Zementabsalzes. Der Zementabsatz ging im Oktober um mehr als 10 Prozent von 510000 auf 453 000 Tonnen zurück. Er liegt damit um rund 50 Prozent unter den Abfatzziffern des Oktober 1920, Angesichts des rapiden Rückganges bei dieser wichtigen Baustoffindustrie muß man fragen, wo die Auswirkungen des sogenannten Arbeitsbeschasfungspro- gramms der Reichsregicrung bleiben, die in erster Linie den Baumarkt entlasten sollte. Setner Warenverkehr. davon Revarationen S, Gold und Silber.. 833,6 8977,7 10,0 441,0 1011,8 9338,8 61,4 602.8 407,7 338,2 Im einzelnen haben sich bei der Einfuhr die Lebensmittel- und Getränkeimporte um 52,5 Millionen erhöht. Infolge der schon erwähnten Lagerabrechnungen dürste jedoch die taffäch- liche Steigerung im Berichtsmonat nur 19 Millionen betragen. Eine starke Zunahme ist ferner bej der Ob st einfuhr(plus 12,9 Millionen) bei Südfrüchten(plus 8,3 Millionen) und bei Fischen mit einer Mehreinsuhr von 7,6 Millionen festzustellen. Die Weizeneinstihr hat sich dagegen um 5 Millionen verringert. Auch Linoleumpolitik! Stillegungen in Deutschland.— Werksgründvngen im Ausland. Die Politik des internationalen Linoleumtrusts, der unter dem beherrschenden Einfluß der deutschen Gruppe(Deutsche Linoleumwerke A,-G.) steht, wird immer toller. Der Trust besitzt auf dem europäischen Kontinent ein Mono- pol. In Deutschland existiert nur ein einziger Außenseiter, der ihn weiter nicht stört. Diese wirtschaftliche Machtstellung hat der Trust auch nach allen Regeln der Kunst ausgenutzt. Cr hat es fertig be- tommen, in, einer Zeit, wo P r e i s e i n 6� ll ch e auf den Rohstoff- nlärkten von enormem Ausmaß stattfanden und die Rationalisierung gewaltige Sondergewinne bracht«, die Preise im Laufe e.nes Jahres bis zum Februar 1930 viermal um insgesamt 15 bis 17 ProjHftraujzusetzen. Wir haben kürzlich bereits auf die Hintergründe dieser unverantwortlichen Preispolitik hingewiesen. Uni seine Monopol? stellung zu erhalten, hat der Linoleumtrust in Frankreich und Holland große Werke aufgekauft, die aber keineswegs sehr gesund waren, Di« Riesengewinne, die er aus den erstklassigen deutschen Werken herauszieht, benutzt er, um diese ausländischen Werke zu sanieren und auszubauen. Der deutsche Verbraucher inuh also dafür bluten, daß die Manopolmacht des Trusts ini Auslande unangetastet bleibt. Der Linoleümtrust hat auch versucht, sich von der Preis- f c n k u n g möglichst zu drücken. Erst Boykottdrohungen der Reichsbahn und Reichspost haben ihn veranlaßt, eine kümmerliche Abschlagszahlung' in Form einer 7prnzentigen Preissenkung zu leisten. Allerdings kann ein 7pcozeutiger Preisabbau nach vorher erfolgier 15— 17pro>entiger Preiserhöhung unmöglich als eine im Sinne der Preissenkungsakkio» liegende latsächliche Derbilligung an- gesehen werden. Noch übler aber als der breiten Masse der Berbniucher spielt der Linoleumtrust seinen Belegschaften mit. Aus Gründen der„Rationalisielung" hat der Trust in den letzten Jahren die beiden blühenden Werke Delmenhorst und Hansa stillgelegt. Jetzt soll auch als drittes Opfer das bayerische Werk Maxi- milionsau seinen Betrieb einstellen. In der gleichen Zeit aber, wo Tausende van der deutschen Stammbelegschaft aus das Pflaster geworfen werden, weil angeblich die Leistungsfähigkeit aller Be- triebe weit über das Maß der Absatzmöglichkeiten hinausgeht, er- wirbt und errichtet der' Trust neue Fabriten im Auslände. So plant der Linoleumtrust jetzt in Oesterreich eine Aktion, die an- gesichts der rigorosen Stillegungspolitik nickst scharf genug ve r- BezirKsaussdioO(Qr sozlaüstlsdie ßildnngsarlieit, Berlin Sonntag, den 33. November, morgens 8 Uhr, findet im Plenarsaal des Berliner Rathauses, Eing Kanlgsfr.,eine Kulturtagung statt mit dem Verhandlurgsihema: Feste und Feiern Referenten: Prof. LeoKesfenberg/Marf. Gleisner/ Wilh. Sdienk Danach Aussprache Alle an der Bildungsarbeil inleressierien Genossinnen und Genossen sind eingeladen. Parte imiigliedsbuch legitimiert. Wollplüsch-Icppiche -_ r-p. i reineKommqomwoiie seiUohr. D U B S r-K eehnkgn corobre MaiJeSkilmusler r u~ I9fi rnXO_ 300 -TCPP'Gfr® 1 79°*50"wo Z." Fl 36: 51: 69: .Iran eritcZJ «OSO Stf0 K2Dcr-Q£50 90*Clg& BV. V 4750 PÄrT?* WTEPPME , s�ltentrSchönhelt wöhnl.pr&sve.rr Brücken. TourrayVeiour Hervorragend bewährte Qvalitäl m. Fransen rtioctern«?»! u. PifoCty�yvoA Pgrsgrmutrcrn 16» K Boucle-Teppiche moderne Jacauordmusf. Si» flotter©Qttclmantet, sportlich- sesch. ou» modernem Fantosiestoss mit Ab- g 3''i0 feite. Der Kerrenrever, hoch schließbar �Schicke» Flatningo-aleid für fugend. liche Damen. Modern gemustert, mtt4Q7S • Falten und stunftfeiden Morocain geputzt M)Da» für jugendliche Domen deliebte, sportliche Tweed- Kleid aus gutem Alto Stoff. 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Danksagung POr die vielen Beweise herrlichster Teilnahme beim Heimgänge unseres teuren Entschlafenen Hugo Bürsdiel sagen wir allen Freunden, Kolleginnen und Kollegen, Genossinnen und Genossen, dem Herrn Redner vom Freidenkerverein, dem Vorstand der Konsumgenossenschaft sowie vom ZdA., dem Redner der 93. Abteilung der SPD. für den innigen Nachruf im Namen aller Angehörigen meinen herzlichsten Emma Bürschel geb. Schönburg Danksagung FSr die zahlreichen Beweise herz- iUbet Zttinahma beim chwfcheiien meined liebe» guten Mannes Otto Doil sage ich Hiermit ollen lieben?er- wandten. Befannten sowie dem Per- sanol der Borwärts- Buchbinderei meinen innigsten Donk. Amanda Doil, geb. Koppen tmuan solange worrng Sortimentpackung Pariser Rsmbour, Stettiner Calvin und verschiedene Reinetten. Preis einschließlich frostsicherer Verpackung ab Sorte 1 17.60\ pro Kiste nette sorts it iz.so} M PtuiM innait Station Stauchitz per Nachnahme. Max Oehmigen OQs!uersandhaus/ Stauchitz 28 i.Sa. 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Freunden und Bekannten metnen heizltchllen Dank Dorothce Westphal Echönederg. Innsdrucker Str. 85. Mdin Funktionäre acht"»9 1 Achtung I Umstündehalber kann die zum 17. November einberufene opasmiieii» ssnvpsivei'Lsmmiiiiis unserer vermalfnagasteUe erst am Montag, den, 24. Zlouemder, adda. 6'h Ahr, w den Sophiensälen, Sophtenftrahe. stattfinden. Tagesordnung: 1. Kassenbericht zum 3. Quartal 1930 2. Bericht der Revisoren 3. An die Verwaltung gestellte Anträge. 4. Neuwahl zur Engeren Ortsverwaltung Hisgen- und Karosserie-Ameiter Montag, den IT. Aovemder. abends 7 Ahr, In Bocfots Zeflsälen, Znh. Pohl«, wederstrohe 27 HoüVKNLSMMlllNg osr Uisgvil- iiNlt üsi'osäei'lesi'vvNei' Tagesordnung: Borieht non der Aarhandlung«or dem Schlichtnngoanafchnh Zu dieser wichtigen Versammlung find alle Kollegen verpflichtet zu erscheinen. Lpivlplsn unserer finllurableilung Z» der Sache vom 47. bis 23. November 1. Unter den Indianern Sild-Amerikas. 2. Achtung, tbesahr! 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Mrothe, sowre den Handwerkern des Neubau» Irenestr. 2/3. tzerzlrchcn Dant auch dem Polier-, Wert- und Schachtmeisteroerband und allen mrttrauernden Hausgenossen und Nachbarn. In tiefer Trauer: Berlin NW 2, den 18. November 1930. Theodor Grfihn BETTFEDERII aus erster Hand Draal 0.90, 0.75, 0.00 Wail« 5.-, 4,-, 3,50, 1.90 Daaaii 9.—, 7.—, 4— Otfrbett gefällt 12.-, 9.50, 7.53, 6.90 Klsin j«f.5.5 ,3.50,2.40 Dama-OtiMt.. st. so und andere Sorten in großer Auswahl hinpfTkiiiigung für iitnin Kunitn graüs. SACHSEL& STADLER BOlmlsdies B«ttlulen)-Speiial-Haus C.25, Land sberge rSf r.43/4'(BäteJUnanilerpl.) SPavx eilen und Wohnungen ............•• Ohne Anzahlung!� i i Kl. Monatsraten, qm». 1.2S a« Waldparzellen nahe dem arohe» Zcesenez See Siedlung„Waldesrub" b. Senzig 30 Minuten vom Bahnhof KSiilg»wu»tsrliQus«ii u. d. Hauptchaussee(kurz vor Dorf Senzig) a. Waldweg, der zur Sied- hing fiihrt: gr. Schild I Fahrzeit». 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Es ist auch nicht einzusehen, warum ausgerechnet der Arbeit- gcberverband für die deutsche Holzindustrie den Lohnabbau hassen sollte, wo alles ihn liebt und wo dieser Lohnabbau sich der beson- deren Förderung der Rcichsregierung erfreut. Es ist ja durchaus möglich, daß der Reichsarbeitsininistcr die Ueberzeugung hat, daß es mit dem von Staats wegen aufge- zwungenen Lohnabbau überall so glatt gehen würde, wie es, schein- bar wenigstens, bisher in N o r d w e st und in der Berliner Metallindustrie gegangen ist. Herr Stegerwald, vor noch nicht langer Zeit der Führer der christlichen Gewerkschaften, der diesen heute noch, wie man zu sagen pflegt, nahe steht, sieht offen- bar seinen Ehrgeiz darin, in die Geschichte einzugehen als der Minister de» Lohnabbaues. Bei Nordwest fing er mit der Derkoppelung von Lohn- und Preis- abbau an. Bevor er damals den Lohnabau von 7V4 Prozent durch die Berbindlichkeitserklärung des Schiedsspruches, öer die Sevsring- Klausel aufhob, ermöglichte, hat er den Schwerindustriellen das Versprechen abgenommen, daß in gleichem Ausmaße auch die E i s e n p r e i s e sinken müßten, die längst nicht mehr zu halten waren. Herr Stegerwald tonnte dies für die Metallindustrie Rhein, land-Westfalens um so leichter tun, well er wußte, daß die Metall- orbeiter dort schlecht organisiert sind, daß unter den Orga- nisierteu der Christliche Metollarbeiter-Berband einen erheblichen Prozentsatz zu seinen Mügliedern zählt, und. daß die Führer des Christlichen Metallarb riter.Verbände? sich für den Lohnabbau eingesetzt haben. Wir haben seinerzeit die einzigartigen Artikel, die der zweite Vorsitzende des Christlichen MetMarbeiter-Derbandes im„Deutschen" darüber veröffentlichte. kritisch beleuchtet. Infolge dieser Haltung des Christlichen Metall- arbeiter-Berbandes und der übergroßen Zahl der Unorganisierten mußt« die Aktion des Deutschen Metallorbeiter-Berbandes, die dieser trotz alledem gegen den Lohnabbau unternahm, scheitern. Nun haben wir den zweiten großen Schlag des Re:ch»arbeitsmmister» erlabt.. Diesmal ging es gegen die Berliner Metollarbeiter. Herr Stegerwald hat es nicht mehr für notwendig gehallen, den Metall- industriellen das Versprechen des Preisabbaues abzunehmen. Der „Deutsche"vom Sonnabend behaupte� u. a, daß der Deutsche Metall- orbeiter-Verbaird oder dessen Vertreter ursprünglich„ein in hohem Amt befindliches Mitglied des Christlichen Metollarbeiter-Verbandes als Vorsitzenden des Schiedsgerichtes hab-u wollten". Wir haben uns beim Deutsche» � Metallarbeiter-Verband erkundigt und sind zu der Erklärung ermächtigt, daß niemals vom Deutschen Metallarbeiter-Aerband oder seinen Vertretern ein Mitglied des Christlichen Metallarbeiter-Acrbandes oder sonst ein Mitglied der christlichen Gewerkschaftsbewegung zum Vorsitzenden des Schiedsgerichtes in Vorschlag gebracht worden ist. oder daß irgendein Fühler nach dieser Richtung ausgestreckt wurde. Wir wissen nicht, wer dem„Deutschen" dieic Information gegeben hat. Sie entbehrt jedenfalls der Grundlage. Dann schreibr der„Deutsche" aber weiter, daß das Reichsarbeitsministerium eine Aufschiebung de» Schiedsspruches vom 10. Oktober gewünscht habe, daß aber unser Genoste U r i ch, der Bevollmächtigte der Ber- lirer Ortsverwaltung des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes, dar- auf gedrängt habe,„daß noch am 10. Oktober durch den Schlichter Dr. Völkers die Angelegenheit zum Abschluß gebracht werde". Räch unserer Kenntnis der Dinge war der Verlauf der Schlich- tungsoerhandlung und der Verhandlungen, die nebenher gingen, ein umgekehrter. Wir zitieren hier, was in der nächsten Nummer der„Betriebsräteblätter" des Deutschen Mctallarbeiler-Derbondes. dessen Dorsitzender Genosie Reichstagsabgeordneter Brandes, darüber schreibt: „Herr Stegerwald war es, der beim ersten Schiedsspruch in dem Augenblick, als die Derhandlungskommission vor einer Ber- tagung der ganzen Streitsache stand und den bisherigen Tarifvertrag verlängern wollte, den Schlichter Völlers und die Unternehmer unterrichtet«, daß eine große'Flnanzaktion der Reichsregierung scheitern würde, wenn«in Schiedsspruch im Ber. tiner Lohnstreit nicht erfolge. Zwei Stunden später halte Herr Stegerwald den Schiedsspruch mit einem Lohnabbau, dessen höhe er bereits vorher auderen Personen mitgeteilt hatte. Auch beim zweiten Schiedsspruch scheint bei den drei Un- parteiischen sich«in ähnlicher Borgang vollzogen zu haben. Wie das alles mit der Unabhängigkeit der Schlichter zu verein- baren ist, beantwortet vielleicht Dr. Brauns, der diese Unab- hängizkeit noch am l8. Oktober im Plenum des Reichstages als unerläßlich für das Schlichtungswesen bezeichnete." Die große Finanzaktion der Reichsregierung, von der hier Ge- nasse Brandes spricht, war der U e b e r b r ü ck u n g s k r e d i t, den die Rcichsregierung aujnahin. Am 10. Oktober war der Kredit jedoch bereits sichergestellt und das Argument, mit dem Reichsarbeitsminister auf den Schlichter drückte, hinfällig geworden. Was erleben wir jetzt? Die Reichsregierung erläßt Sonnlagsprediglen an die Hausfrauen, damit sie die Preisoerbilligungsaktion der Reichs regierung unter- stützen mögen. Der„Deutsche" veröffentlicht dazu einige zwar harte aber zutreffende Worte. Man kündigt großartig die„Verbilligung" Untifaschisiisdie Kundgebung am Sonntag, dem 16. November, nachmittags 2'/« Uhr Treffpunkt; Albestraße am Friedrich-Wilhelm-Platz in Friedenau.— Redner: Artur Crispien, M. d. R. Alle Genossinnen und Genossen, SAJ., Sportler, Kinderfreunde und Reichsbanner beteiligen sich. Transparenfe und Fahnen mitbringeit! 11. Kreis Schöneberg-Friedenau. der Milch in Verlin um 1 Pfennig pro Liter an, und in dem Ausruf wird ausdrücklich nochmals rühmmd darauf hingewiesen. Wir wart«» aber immer noch auf di« Verwirklichung dieser wahrhast großzügigen Verbilljgungsaktion. So ist es auch mit den Fleischpreisen. Die 2 oder 4 Pfennig, die die Berliner Bäckermeister om Brot nach- losten wollen, oder die die Brotfabrikanten nicht nachlassen wollen, sind vorläufig zwar noch recht fragwürdiger Natur, sicher ist jedoch, daß die Bäckermeister dafür einen Lohnabbau, und zwar m dem bescheidenen Ausmaß vou 30 proz. fordern. Warum sollten die Berliner Bäckermeister sich auch genieren, wenn ein im Austrage des Staates amtierender Vorsitzender des Berliner Schlichtungsaussthnstes«inen L o h n a b d a u o o n IS b i s 20 P r o z. dekretiert, wovon etwa 10 Proz. sofort und bedingungslos tu Kraft treten, der Rest, falls die Lebenshaltungskosten— um 4 Proz. sinken sollten. Warum sollten die Unternehmer der Dextilindiistri« ihre Arbester nicht aussperren, wenn sie sich einen Lohnabbau nicht freiwillig beugen, da es doch einen Schlichter gibt, der am 13. November«men Schiedsspruch fällt, der die Löhne mit rückwirkender Kraft bis zum 1. Royember abbaut! Es sind ja nur Arbeiter. Angestellte, es find nicht Oberbürgermeister, die altderea die Löhne abbauen. sich ober ganz entschieden dagegen zur Wehr setzen, wenn man etwa ihrc Bezüge, die in fünfstelligen Zahlen zu nennen such, zu beschneiden beabsichtigt. Das Vorgehen des Reichsarbeitsministers wäre verständlich, wenn man die Dinge unter dem Gesichtspunkt des Klassenkampfes betrachtet. Aber hier Handell esstchnichtnurum«ineMacht. frage. Hier Handelt es sich um die Behebung der Wirt» s ch a f t s k r i s e, um die Eindämmung der katastrophalen Arbests- losigkest. Was die Reiäzsregierung hier»msrnimmt, läuft darauf hinaus, die Zahl der Arbestslosen noch ungeheuer zu vermehren und einen Zusammenbruch unserer Wirtschaft herbeiziisühren; denn die Grundpfeiler unserer Wirtschaft sind als Produzenten wie als Kon- sumenten di« Arbeiter, Angestellten und Beamten.-Man kann von ihnen bei Hungcrlöhnen weder ein« qualitative noch eine intensive Hochleistung erwarten, und man kann nicht erwarten, daß sie als Konsumenten mit ihren Hungeflöhnen die Wirtschast ankurbeln. Die Polstit Stegerwalds treibt zur Katostraphe. Bauschloffer gegen Schiedsspruch. Fast einstimmig abgelehnt. Die streikenden Bau- und Geldschraukschloster habe« gestern über den Schiedsspruch des Berliner Schlichlungsousschusses abgeslimml. der ihnen vom 1. Zonuar an einen Abbau der Tariflöhne und Akkorde om 3 proz. und bei einem Sinken der Reichsindcrziffer unter 140 om weitere ö proz. auferlegen will. Dieser Schiedsspruch ist von ihne«. wie gar nicht anders zu erwarten war. fast einstimmig abgelehnt worden. Bon den rund 1500 sich noch im Streik befindlichen Bau- und Getdschrankschlossern haben ganze 11 für die Annahme des Schiedsspruches gestimmt. Damit hat sich die out organisierte Branche für die W e i t e r s ü h r u n g des Streiks entschieden. Ob die Unternehmer den Schiedsspruch annehmen und eine Berbindlichkeitserklärung beantragen werden, steht noch nicht fest, da die Erklärnngxfrist erst am IS. November abläuft. Halbe Vernunft ist ganzer ttnsinn. Wie der Neichsarbeitgeberverband die Krise verscharst. Der Vorstand des NeichsveWandes kommunaler und anderer öffentlicher Arbeitgcberverbände Deutschlands«. B.(Reichsarbeit- geücroerband) hat sich in seiner heutigen Sitzung mit den Fragen der Lohnpolitik, und der Arbeitszeitverkürzung beschäftigt. l. Der Vorstand ist aus allgemeinen und sozialpolitischen Er» wägungen bereit, seinen Mitgliedern als vorübergehende Maßnahme dringend zu«mpschleii, daß sie zwecks Einstellung weiterer Arbeits- kräfte aus der �Zahl der Wohlfahrt serwc�bslosen eine Vor« kürzung der Arbeitszeit ohne Lohnausgleich überall da«inführen, wo die betriebstechnischen und wirtschaftlichen Derhältmsse solche ermöglichen. Wo infolge Arbeitsmangals«ine voll« Beschäftigung der Bc- l«gschaft nicht mehr möglich ist, wird von den einzelnen Verwaltun- gen erwartet, daß sie, soweit solches möglich, vor Arbeiterentlassun- gen eine Streckung der Arbeit vornehmen. Der Reick)»- verband wird mit den Gewerkschaften sofort die erforderliche» zen- tralen Besprechungen aufnehmen. Zugleich sollen die Reichs- und Staatsbehörden ersucht werden, in gleicher Richtung in ihren Betrieben vorzugehen. 2. Alle Bestrebungen auf Senkung der Preis«, besonder» auf dem Gebiet« des notwendigen Lebensbedarfs, sind nach- drücklichst zu unterstützen. Von den Mitgliedern des Reichsocrbandes wird erwartet, daß sie im Zusammenhang mit der in der öfsent- liehen Wirtschost und der Privatwirtschaft«intretendcn Lohn- e n t w i ck l u n z di« sich hieraus ergebenden Folgerungen ziehet» werden. * Das bedeutet; Der Lohndruck soll auch mitgemacht werden. Da- mit hebt der Reichsarbeitgeberverband feine sonst halbwegs vernünftigen Vorschläge wieder aus. Jeder Lohnabbau ohne vorherigen weit stärkeren Preisabbau muß die Krise verschärfen. Es geht auch ohne Lohnabbau. Sibe? erst muß ein großes Llngluck parieren. fi 5 l t, 15. November. Die Tarifporleien der Aachener Sleinkohlenbezlrke haben vor dem Schlichter für den Bezirk Rheinland in freier Verhandlung eine Vereinbarung gekroffen, in der zum Ausdruck gebrachi wird, daß die larispolilische Lage, die durch die beiderseitige Kündigung de>, Tarifoerhälluisse» geschaffen war. durch das Als- dorfer Grubenunglück gänzlich verändert worden fei. Unter dem Eindruck und der Auswirkung dieser außergewöhnlichen Katastrophe seien daher die parteleo übereingekommen, daß das zur Zeil gellende Abkommen über Loh» und Arbeitszeit über den 30. November 1930 hinaus verlängert wird. Die Lohnregelung endet am 31. März l93l ohne besondere Kündigung. Ueber die Neuregelung werde» die Parteien in der ersten März- wache verhandeln. Die Arbeitszeitregelung endet ebenfalls ohne besondere Kündigung am 3l. Oktober lgZl. Ueber ihre Neuregelung beginnen die parleiverhandlnugen in der ersten Okloberwoche. Eine Blüte der Lohnabbaupsychose. 22 26 Mark Wocheniodn für einen Arbeiier ist zuviel. Die Wollgarnfärberei Gebr. Meisch in Lieg Nitz hatte den Tarif gekündigt und Lohnabbau verlangt. Der Betrieb ist technisch sehr rückständig. Der Schlichtungsausschuß von Liegnitz unter dem Vorsitz seines stellvertretenden Vorsitzenden Herrn Pflege! fällte einen Schiedsspruch, der einen Abbau der Tarif- löhne von 5 Proz. vorsah. Herr.Pflegel, seines Zeichens HESS-WEISS-KREUZ GESUNDHEUSSCIIUHE JETZT IM PREISABBAU EINBEGRIFFEN Hess-Schuh-Verkaufsstellen in allen Stadlteilen: AJbrechtstr. 130(Steglitz)• Alexander«! r. 56• Bergstraße 22(Neukölln)» Berliner Str. 165(Wilmersdorf Berliner Str.133(Tempelhof).BIöcherstr. 6»Brunnemtr. 15 Friedrichstr.89;89a» Große Frankfurter Str. 1 44» Hauptstraße 20(Schöneberg)• Invalidenstr. 113. Jerusalemer Str. 15• Kottbuser Damm 76. 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November 1939, also in 45 Wachen, 1152,57 M., abzüglich Steuern und Sozial- beitrage 1924,21 M., pro Woche also 22.76 TR. Die Arbeite- rinnen schleppten in derselben Zeit durchschnittlich 14,68 TR. resp. 14,76 TR. nach Hause. , Wenn auch gar nicht daran zu denken ist, daß der Schlichter diesen Schiedsspruch für verbindlich erklären kann, so ist der Skandal schon groß genug, daß ein solcher Schiedsspruch überhaupt zustande kommen konnte. Broipreieabbau durch Tansbruch? Unwahre Angaben über die Löhne der Bäckergesellen. Die Brotfabriken inachen den Preisabbau nicht mit und be- kämpfen ihn. Sic haben durch eine Berliner Korrespondenz Nach- richten verbreiten lassen, welche grobe Unwahrheiten dar- stellen, indem sie behaupten, daß die Tariflöhne der Brot- sabriken 39 Pr o z. höher seien als für die übrigen Bäckereien. Wie wir jetzt erfahren, wollen sie die Broipreise nur dann herab- setzen, wenn die Reichsregierung die laufenden Lohntarife außer Kraft setzt und ans dem Wege des Diktats die Löhne herabdrückt. Die Brothabrikanten stellen die weitere Bedingung, daß für sie das Nachtbackverbot beseitigt wird. Beide Forderungen müssen als Gipfel der Ungeheuerlichkeit bezeichnet werden. Beträgt doch der Lohnanteil pro Brot noch nicht einmal'soviel wie die von den Bäckerkneistern zugestandene Preis- Herabsetzung. Durch die Beseitigung des Nachtbackverbots aber würde das Heer der arbeitslosen Bäcker weiter ver- mehrt. Es wii�d sogar behauptet, daß die Reichsregierung das Ansinnen der Brotfabrikanten nicht nur nicht zurückgewiesen, sondern„wohl- wallende Prüfung" in Aussicht gestellt hat. Preisabbau auf Kosten der Löhne zur Erhöhung des Profits der Brotfabrikanten, mit Hilfe des Zlrt. 48 der Neichsverfassung, das ist der Plan dieser Unternehmer. Die Ar- beiterschaft wird sich dagegen zu wehren wissen. Weiße Salbe. Bekämpfung der Schwarzarbeit im Handwerk. Die bayerisch« Staatsregierung hat vor einiger Zeit eins Ver- fügung über die Bekämpfung der nicht angemeldeten gewerblichen Nebenarbeit(Schwarzarbeit) erlassen. Mehrere volkspartelliche Landtagsabgeordnet« baten in einer Kleinen Anfrage das Staats- Ministerium um Auskunft, ob nicht im Interesse des notleidenden Handwerks für Preußen ein ähnlicher Erlaß herausgegeben werden könnt«. Wie de? Amtliche Preußische Pressedienst auf Grund der Antwort des Preußischen Handelsminister, mitteilt, sind die preußi- schen Regierungspräsidenten Und der Polizeipräsident in Berlin durch Runderlaß vom 28- Februar o I. aus die Notwendigkeit der Bekämpfung der Schwarzarbeit im Handwerk und Kleingewerbe hingewiesen worden. Dieser Runderlaß ist nunmehr erneut in Er- innerung gebracht worden. * Es ist möglich, daß die anfragenden Abgeordneten von dieser Antwort befriedigt sind. Der Handelsminister wäre zum mindesten unhöflich gewesen, wenn er anders geantwortet hätte, als er es getan hat. Aber abgesehen davon, daß irgendwelche wirksamen Wittel zur Bekämpfung der Schwarzarbeit dem Minister und den Polizeiorganen gar nicht zur Verfügung stehen, viel wirksamer wäre die Einführung der 49-Stunden-Woche. Was hier verlangt und zu- gesagt wird, ist weiße Salbe. Ltm die Siebenstundenschichi. Essen, 15. November.(Eigenbericht.) Der christliche Bergarbeiterverband hat beschlossen, den Arbeitszeitschiedsspruch für den Ruhrbergbau abzulehnen. Gleichzeitig wurde an den Reichsarbeitsminister dos Ersuchen ge- richtet, den Schiedsspruch nicht für verbindlich zu erklären. Zwei Milliarden Mark für Notstandsarbetten London, 15. November. Die Regierung veröffentlicht die Liste der Notstandsarbeiten, die zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit genehmigt sind und Gesamt- ausgaben von etwa zwei Milliarden Mark umfassen. Hiervon ent- fallen etwa eine Milliarde Mark aus Wege- und Brückenbauten, 299 Millionen auf Hasenanlagen, 229 Millionen auf den Ausbau der Londoner Untergrundbahn, 249 Millionen auf Elektrifizierungs- und den Rest auf sonstige Arbeiten. Man rechnet in England, daß durch eine Millionen Pfund rund 4999 Mann Arbeit finden. Wo die Faschisten herrschen. Rom, IS. November.(Eigenbericht.) Die neuesten amtlichen Ziffern über die Arbeitslosigkeit in Italien weisen nn Vergleich zu den Ziffern für September eine starke Steigerung auf. Vom 39. September bis 31. Oktober ist die Zahl um rund 42 999 auf rund 447 999 ge- stiegen. In Wirklichkeit gibt es jedoch in Italien weit mehr als eine Million Arbeitslose. Von den 447 999 amtlich gemeldeten Arbeitslosen erhalten nur 1Z9 999 Unterstützung von 1,59 bis 2,59 Lire pro Tag oder von 35 bis S5 Pfennig. Allgemeiner Generalstreik in Madrid. TN a d r i d, 15. November. Nachdem berolls die gesamte Bauarbeiterschafl wegen der blutigen vorgütige am Freitag In den Streik getreten war. ist nunmehr durch ehum Beschluß der Führer der organisierten Gewerk- schalten dar allgemeine Severalslreik ausgerufen worden. Er begann am Sonnabend am 17 Ahr und soll bis zum Montag um 1? Ahr dauern. Die iebenswichligeu Betriebe, wte Wasser- und ElektrizUälsmerke, die Bäckereien und verkehrseiurlchtungen solle» nur 24 Stund«» bestreikt werden. Die Souuabeud-Abend- zettuogen sind nicht mehr erschienen. Dle ersten Blätter werden erst wieder am Moulagabend zu haben sein. 3m Laufe des Soonabeudoormillag kam es in der Stadt viel- fach zu Zwischenfällen. An verschiedenen Stellen wurden Srast- droschken umgeworfen. Laslkrastwageu angegriffen und Straße»- bohnwagen mit Steinen bombardiert. Sämtliche Läden in der ganzen Stadt sind geschlossen. Die Studenten haben sich zum größten Teil mit der Arbeiterschaft solidarisch erklärt. Berliner Gewerkschaftsschule. ÄchüiNff! Arbeiter, und Angesielltenbetriebsräte! Nächster arbeitsrechtlichei Zssormatioarabeild für Betriebsräte am Dienetap, dem 18. November. 19 tlbr. im Sani Z de« Semerüchaftvha»-», Engcl»fer 24—25. Aktuell«, wichtig« vi- beitercchtliche Ziagen lleztiastgvzlich« Urteile de» Reich«arbeit»gericht,) werben behandelt urb durchgesprochen. Die Teilnehmer können auch Zölle an» ihrer Betri«b»prcxi, jnr Diakussta» stellen. Die Teilnahme ist kasteal»,. Vorherige Lnmcldnag nicht eriorderlich. Weiter« Abende am 2. und 18. Dezember. werbcausschuß der Post- und Telegraphenbeamleu und Anwärter.. Mantag.$«ti Uhr, bei Seile», Prenzlauer AI« 539. Ecke Mester Straß«. wichtige Lersamwlnug. Tagesordnung: Die beamte-palltilch« Loge. Neferent: Ministerialdirektor Dr. S. Nalenfell». zahlreicher vcsnch wird erwartet. Säfte willkommen. SDD�Arkxitsgemeinlchast, Arbeiter,«-gestellt« und«eamte de» Preußischen Statistischen Landesamte». Montag. 20 Uhr, Lokal Dresdener Garten, Dresdener Str. 4ö, Vortrag:.Die politisch« und wirtschaftliche Lage". Neferent. Otto Meicr. M. d. L. Vollzähliges Erscheinen aller Genossen und Genossinnen wird erwartet. Ardeiteamt ELd, SPD.-Zraltion. Dienstag. 19% Uhr. Lokal Arepp, . Planufer 75— 78. Vortrag:„Die faschistische Gefahr". Referent: Genosse =1 Wolfgang Schwarz. Roger Befuch wird erwartet. Ärbcat-amt Südost SPD.-Zraktwn. Die Genossinnen und Genossen des Arbeitsamtes Südost versammeln(ich vollzählig am Dienstag um lä Uhr in Neukölln. Weichselstr. 8 sIdealkastnos. Gcnoss« Professor Äbramoplitsch spricht über: Demokratie und Diktatur". Anschsicßend wichtige Zraktwnsangelcgenhciten. W MI �reieGewerkschasts-LuaenS Berlin Besichtigung der Zeuerwehrwachen Neukölln. Memel, Schillerpark. Oder- bcrg und Suarez. Die Gruppen treffen sich um 9% Uhr vor der jeweiligen Zeuerwehrwach«. Um 19 Uhr„öosemann-Abend" in der Schulaula Panksir. Ig. garten ausverkauft.— Morgen, 17. November. Achtung! Um 15% Uhr Einäscherung der Kollegin«äte Böhm im Kremawrium Gericht- siroße. Wir bitten um zahlreiche Beteiligung.— Um. 19% Uhr Wanderleiter- turfus:„Augen auf" im Saal III des Gewerkschaftshaufes, Engclufer 24—23. Tortrag:„Photo. Skizzen, Fahrtenbuch". 4?� 7»uaenSoruvve oss �entraiverbandes der Anaestellten sKf/ Heute, Sonntag finden die Sonntaasveranstalwngen in folgende» � Jugendheimen statt: Jugendheim des Ostens. Große Frankfurter Str. 18, van 18 bis 22 Uhr.— Jugendheim Neichenbergcr Str. 88, van 18 bis 22 Uhr. — Jugendheim Moabit, Lehrter Str. 18—19, von 19% bis 22 Uhr.— Jugendheim Nordost. Nastenburoer Str. 18, von 18 bis 22 Uhr.— Jugendheim Norden, Lortzingstr. 19. von 18 bis 22 Uhr.— Jugendheim Spandau. Linden. ufer 1, von IL bis 22 Uhr.— Jugendheim Reuiölln. Böhmische Str. 1—4, od 18 Uhr.— Heute, Sonntag, 18 Uhr. beginnt der VortragszuNuz:„Wie höre ich Musik? Bortragender: Dr. Herbert. Jugendheim Nordwest. Lehrter Straße 18—19.— Morgen. Montag, finden folgend« Veranstaltungen statt: Wedding: Jugendheim Turiner Ecke Eeestraße. Vortrag mit Lichtbildern:„WU- Helm Busch". Referent: Georg Seilbrunn.— Briß: Städtisches Jugendheim fRathaus).„Roch blüht der Flachs!"— Urban: Jugendheim Labrecht. Ecke Sanderstroße. Gruppe»Mitgliederversammlung. Zucker sparen, gru n d verkehrt! Der Körper braucht ihn— Z u c k e r n ä h r t! VJ i P fertfceo tlAgaat Anzüge untiHintei rn aitgebrichten ßtoffeu ateb cftS2U«B m für M. 39.- _ � elc«chli«ßl!ch unserer sämiUehen Zutaten— Tadelloser Sitz. RnRTiw*rwer»rt9fpr' Aus unseren Stoffen von 75 Mk.«N Ksrrenkieider- onieriigung Oegr. 1919 Zantrum t Klosterjreaße 65 Moobiti Solinger Straße 9 Osten: Frankfurter Allee 364 Westen: Augsburger Straße 43 Eingang Papiejjeschöft Norden; Chousseeotr. 4/(Laden) OSerscbäneweide: Siemensstraße 14 NeukSlln: Pflügerstraße 26 Schöneberg-Friedenou: Haupf»ff.99 Tegel: Brunowstrofle 49 Tempelhof: Kaiserin-Augusta-Str. 71 Teppich-Kauf ist Vertrauenssache! 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Illr Parkitt 49 rtattt- N.nr Va gültig na l5.bBl9.Nov. Sonntags 3 Uhr Rotkäppchen BuBtag. 19. Novemb. 8'/) Uhr Tagebuch einer verlorenen (Nur für Erwachs.) 6 Uhr Sdmecwil dien Programm der Reichsregtertmg: Preisabbau! Preise 40 PvVjeNt ermäßigt iu Sprechmaschineu Heine/ Schlafzimmer ab Fabrik direkt au Private ohne �wischenbandsl Hugo Heine, SÄ O 34, Warschauer Straße 58 gegr. 1910. Telephon: Summe Wir. E 8 Andreas 8051. Grohes SchsusVielhaus 7tn ukUsenßich4€ ßesie: Erik Chareii Brief STEFAN GROSSMANNS an Erik Chareii. Lieber Herr Chareii! Das„weisse Rössl" ist Ihre souveränste, berauschendste Inszenierung. Ich weiss nicht, wo in Europa oder Amerika jemand Ihnen ein so! bis ins Detail gelungenes Meisterwerk nachmachen könnte. Mit Dank für den lange nachleuchtenden Abend Ihr ROSE -Theater | Gr.FraBkrnrterStr.182 AI«*. 3422 und 3494. Heute tfl« änl l»tzt»n AuftOhningm „In der Johanmsnacht<( 2®6, 5« und R00 ühr ab morgen tftglleb S 5 Sonnabends 7» u. 10« Sonnlag« 2», 6* u. O» i„Der Diener zweier Herren" „Die schöne Galathee" „Erster Klasse" VoF»nselges Bnlltag �Feierstunde [ mit Irene Trlescb, Ivco| Scbfitscndorf und „Dar Ackermann und dar Tos." i e. ond»» jugend I mit Arthur KranOneck | Totensonntag 6« und Jugend ©00 In der BuStagswoohe fallen | die Familien- IV*ch- mittage aus und beginnen wieder: i Montag, den 24. Novbr, 5» j „Kukull" 1 Dienstag, 25, Donnerstg, 27-, | Freitag, 2S. November, B> j nfeaelastatlleraavi Familie Hann«rann | Preise von 0.30 bis I.SO M| Theater tür die Kinder: 6onnabend 4»* 1 Peterebea» Mondfahrt 1 AcSedundT• Schweilter-Festsäie vormals B i t t n e r, Sthivedter Straße 23/24 Wieder neu eröffnet durch Friedrich Bofien Telelon: Humboldt 1833. SonntassS Vortl,; 2,L5« 8'1-v. exd-tf-exe/f id die anderen ba und Circis berrorragenden i. Virlettsckiaqer! banarlen-Ausstellan� Verlosung von Kauarten- und anderen Vögeln vom 22.— 34 November im Den sdten Verelnshandp Landsberger Straße 89. 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Mon. tag, IglH Ubr, Sigung des erweiterten Kreisvorstandes bei Dobrohlaw, Swincmünder Str. 11. 3.«reis Wedding. Morgen, Montag, 19 Uhr, Kreisvoritandssihung mit de» Abteilungsleitern an betannter Stelle. «.«reis Prenzlauer«erg. Parteigenossen! Kommi zur Beranstolwng der Kinde rsreunde am Dienstag, dem is. November. Nitheres unter«tnder. freundeniitteilungen. «. Kreis«eeuzberg. Achtung, Ordner! Morgen. Montag, pllnktlich 1SV. Uhr, Ordnerdienst(Saalschuh in der Stadthall- in der KlosterstraKe).— Der Kursu-ab-nd des Genossen Dr. Sclilessnger im Geiundheitshau» fällt wegen der Sporwalast-Kundgebung am Dienstag, 18. gtovember, au». 8. Kreis Spanda». Montag, 17. Nouembee, 20 Uhr, in, Tnrm. zimmcr des Reuen Ratskeller« Kreisfuukti-nSrlsnserenl». Thema:.Partei, S»w-rksch-st-n, Wirtsch-ft-krisr.' Redner: Genosse Ort- mann, Borsstzenber de» Gcsamtvcrbandes. W g m_ W 18. 12. Kre» Siegt, h. Lichterfeld«, Lankwih. Bußtag, 19. Rovember, de- sichtigen wir unter fachkundiger Filhrunq das moderne, große Stadtbad Mitte, Gartcnstraße 5. Treffpunkt 8% Uhr Rathausplah Steglih. Dit Übrigen Teilnehmer find um»Ä Uhr vor dem Eingang des Stadtbades. Wir bitten um reg« Beteiligung. Der Bildungsausschuß. Kreis Köpenick. Bilbungsausschuß. Sonntag, 23. November, freihalten I Alle Mitglieder des Bildungsausschusses sind vcrvflichtet, an der Kultur- tagung des Bezirksausschusses im Plenarsaal des Rathauses, Berlin, KSnig- itraße, vorm. g Uhr, teilzunehmen. 17. Bezirk Lichtenberg. Dienstag, 18. November, 19% Uhr. findet die Fort. fchung des Kursus„Pinchoanolnse" in der Schul« Scharnweberstr. 39, Kim- mer 27. statt. Thema:.lleber schwererziehbare Kinder." Di« Teilnahm« ist fllr all« Ellernbeirätc. L«hr«r und Eltern kostenfrei. heute, Sonntag. 16. Ztovember: 21. Abt.«arten zur Kundgebung des Reichsbanners am Dienstag, 18. November. im Sportpalast sind in der Geschäftsstelle, Utrechter Str. 21, zu haben. 80. Abt. Schinebcrg. Die Mitglieder treffen sich heute um 14 Uhr zur Anti- faschistischen Kundgebung des U. Äreises in der Mbefiraßr am Friedrich- Wilhelm-Plaß in Friedenau. Morgen, Montag, 17. November: 32. Abt. 20% Uhr Funkt ionärssimng bei Ballenthin, Kranifir. 30. Der Bor- stand tritft sich bereits eine Stunde vorher. 77. Abt. Schöuebcrg. 20 Uhr Borftandssshung bei Kofchenz, Apostel-Paulus. Straße 27. 83. Abt. Tempelhof. 19% Uhr i«„Birkenwäldchen", Manituffelfiraß«, Kreis- Mitgliederversammlung. Dienstag, 18. November: 75. Abt. Wannsee. 20 Uhr im Lokal»Deutsche Eiche", Wannfee,«bnigfiraße, Mitgliederversammlung. Vortrag de« Genossen Carl Litke. M. d. R. All« Denoliinuen und"Genossen nillssen erscheinen:-.....-- �rMrAbt. Steglitz. Die- S-nonen.betciligen Lch an her Demonstration uiid Kuird- gebnng des Reichsbanners im Svortlmlast. Treffen und Abmarsch l8?l Uhr Marktplatz, Dllvpelstraße.— Die. Mitgliederversammlung fällt in diesem MvNat aus. Dafür Dienstag, 25. November, große Demonstration und öffentliche Versammlung gegcn die Nazi» in Steglitz. Haltet de» Tag frei! Pflichtveranstaltung! Nähere Mitteilung folgt noch. 92. Abt. Neukölln. Zusammenkunft der Jüngeren am Dienstag, 18. November, pünktlich 19% Uhr, im Sause Berliner Str. 64, 1 Tr.. Saal 1. Vortrag: ..Wehrmacht und Arbeiterschaft." Ref.: Genosse F. Z. Furtwangler. Znter- essierte Parteimitglieder willkommen. Frauenveranstaliungen. Die Abteilnngsleiterinnen für«gitetian werbe» gebeten, ,1«»»perkankten Karten fiir die Zrauenfeierstnude am 29. Rvvembee in»er„Volksbühne" fofert bei»er«reislelierin abzugeben, damit die«roisleiteeia in de« Lag« ist, die nicht»erkauften Karten»mgehenb im Feanensekrctariat abzuliefer». Das Frauensekretariat. 1. Kr. Ritte. Die für Freitag, 21. Nov., vorgesehene Franenkreisveran- staltung findet wegen der am gleich«» Tage stattfindenden internationalen Kundgebung der Partei später statt. Nähere Mitteilung erfolgt noch. Di« Genossinnen beteiligen sich dafür geschlossen a» der Kundgebung in der AutoHall« am Kaiserdamn:. 6. Kr. Kreniberg. Montag, 17. Nov., 19% Uhr, in Rabe» Festsälen, Fichtestr. 29. große bffcntltchc Frauenkundgebung. Referentin Klara Bohm-Schuch, M. d. R. Außerdem Mitwirkung des Ebert-Manz-Quar- teils. Eintritt frei! 19. Kr. Z-Hleuborf. Montag, 17. Nov., 19% Uhr. im.Linbenpark", Fchlendorf-Mitte, Berliner, Ecke Gartenstvaße, Lichtbildervortrag des Genossen Dr. med. Georg Löwenstein:„Nöte und Krankheiten der Prole- tariersrau". 15. Kr. Treptow. Donnerstag, 20. Nov., 16 bis 18 Uhr für die Funktio- närinnen Besichtigung der ständigen Ausstellung im Reichsorbertsmini- steriunl, Berlin NW 40, Scharnhvrsistr. 33. Treffpunkt 15% Uhr vor dem Dicnstgebäudc in der Scharnhorftstr. 35. Die Karten zur Frauenfeier. stunde am 29. Nov. in der„Volksbühne" find umgehend bei der Kreis. lciterin abzurechnen. 18. Kr. Weißensee. Dienstag, l8. Nov., 19% Uhr bei Nagel, Pistoriusstr. 27, Funktisnärinnen. und Hclferinnenzusammenlunft. Bortrag der Genossin Strotzen über-Kindererziehung". Morgen, Montag. 17. November: 2. und 3. Abt. 19% Uhr im Saal 5 des S-werkichoftshaufes, Engelufer, Bor. trag:„Ursachen der Arbeitslosigkeit und ihr- Bekämpfung". Referent Bernhard Göring. 16. Abt. l!>% Uhr bei Leufchner, Ackerftr. 119.„Ernstes und Heiteres". Bor. tragender Hans Bauer. 29. Abt. 19% Uhr bei Klug, Danzigcr Str. 71, Vortrag:„Alt-Berliner Humor". Referent Hanns H. Kamm. 31. Abt. 20 Uhr bei Eoldschmidt, Stolpischestr. 36, Dortrag:„Unsere Bor- kämpfer". Referent August Niemann. Ferner Rezitationen der Benossiii Edith Baumann. 193. Abt. Oberschöneweide. 19% Uhr in der„Schillerglocke". Schillerprornenad«, Vortrag:„Di- Frau im.Dritten Reich'". Refercniin Luise Köhler, M. d. L. 124. Abt. Mahladorf. 19% Uhr bei Anders, Bahnhofstraße. Vortrag:„Die Frau im.Dritten Reich'". Rcfcreutin Marie Kmiert, M. d. R. Dienstag, 18. November: 2S. Vbt„ WA Ahr bei Zache, Schul str. 71, Vortrag: �Arbeiterwohlfahrt�. Referent Georg Hartwick). 22»»ad 23. Abt. 19 Uhr Besichtigung des Frauenhinde« Museums in Char- lottenburg, Berliner Str. 137. Treffpunke 18 Uhr am U-Bahnhof See., Ecke RUillerstraße oder 18% Uhr vor dem Museum. 24. Abt. Pünktlich 2l) Uhr im Altersheim, Danziger Straße 62, �Heiterer Frauenwerbeabend". Vortvagende Friede! Hav. Femrer Mit. Wirkung des Quartetts der Freidenker und der EAZ. Eintritt 80 Pf. W Kaffee gratis, reichhaltiges Kuchenbüfett vorhanden. Karten sink» bei W allen Funkttonärinnen und an der Abendkasse zu haben. 28. Abt. 20 Uhr bei Bartclt, Wörther, Ecke Rykeftrasie, 2. Vortrag der Ge. nossin Dr. Luise Morgenstern:„Die sozialpolitischen Forderungen der Sozialdemokratie". 54. Abt. Eharlottenbnrg. Wegen des Bundestages findet diesmal der Frauen. abend am Dienstag, 18. Nov., pünktlich 20 Uhr im Jugendheim, Rosinen. ftvaße 4, statt. Vortrag:„Frauen bekämpft den Faschismus�. Referent Eduard Fächert, M. d. L. Krolle internstionsle Kundgebung Freitag, den 21. November, 19% Uhr, In der Autohalle am Kaiserdamm Es werden u. a. sprechen: Fritz Adler- Otto Bauer(Wien), Pletro Nenni(Verf. des Buches„Todeskampf der Freiheit") sowie Vertreter des Internationalen Gewerkschaftsbundes Arbeiter, Angestellte, Beamte! Erscheint in Massen! Bekundet Euern Willen zum Kampf gegen den Faschismus! Der Bezirksvorstand. 93. Adt. Neukölln. 19% Uhr fin.Bärwinkel". Siedlung Dammweg, Bortrag: „Einführung in die Wirtschaftspolitik". Referent Ernst Neumann. 99. Adt. Buckow. 20 Uhr bei Dietrich, Dorfstr. 1. Vortrag:.Brotwucher und Erwerbsloscnnot". Referentin Mathilde Wurm. 128.,'136. Abt. Pankow. 19% Uhr im„Türtischen Zelt", Breite Straß-, Bor. trag:„Frauenkrankheiten und Bevölkerungspolitik". Referent Dr. meb. Meyer-Brodnitz. Mittwoch. 19. November(Bußtag): 79. Abt. Schöneberg. 96 Uhr ausnahmsweise im Lokal Hönisch, Eathenstr. 60, Vortrag:„Tut Buße". Referent Ad. Hoffmann. Vi. d. L. III. Abt. Bohnsdorf. 19 Uhr bei Heimann, Waltersdorfcr Str. 160,„Bunter Abend". Bortragender Franz Hoscmann. Donnerstag, 20. November: Eharlottenbury. 53. Abt. 20 Uhr bei Hampel, Ufnau. Eck- Sickinqenftraße. Bortrag:„Ursachen der Arbeitslossgleit und ihr« Bekämpfung". Referentln Else Michaelis.— 58. Abt. 20 Uhr im Sitzungssaal Rankestr. 4. Vortrag: »Der Weg zum Sozialismus". Referent Sottlieb Reese. 79«. Abt. Schönederq-Lindenhoi. 20 Uhr bei Engel, Röplingftr. 16, Dortrag: „Die Fran im Recht". Referent Dr.'Seligsohn. Sl. Abt. Friedenau. 20 Uhr bei Klobe. Handierpstr. 60/61, Bortrag:„Sozial. hygienisch« Forderungen für die Prolctarierfrau". Referenttu Dr. Frida Alexander. 136. Abt. Ranickendorf-Ost. 20 Uhr in der Lintauer Straße Portrag:„Frauen und Faschismus". ...„.1.1.1 Jreitägi 21. November:-- � 77._Abt. Schättibers. iMTnasitzMlen«Kundgebung am 21. Nov. findet der 2. Kursusabend der Genossin Käthe Hern ifiäkcr statt. NIthere Mitteilung erfolgt noch. 116. Abt. Grüna». 20 Uhr bei Werner. Köpcnicker Str. 123, Vortrag:„Die orientalische Freihei'soewegunq". Rcicrentin: Erna Büsinq. 138. Abt. Kermsborf, 19% llhr im Jugendheim Roonstraßs Vortrag:„Kirche und Religion". Referent Genosse Oberüber vom Frridenlcr.Vcrband. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. 2.«reis Ziergarten. Der 2. Kursusabend am Dienstag muß verlegt werden auf Freitag, 21. November. Näheres wird noch bekanntgegsdsn. 3. Kreis Bedding. Montag, 17. November, pünktlich 19% Uhr, Kursus „Soziale Gerichtshilfe" im Verwaltungsgebäude, Müllerstr. 146/147, Zimmer 221. Leiter Genosse Dr. Essers. Um pünktliches Erscheinen wird gebeten. Die übrige» Genossen beteiligen sich geschlossen an der Versammlung des Genossen Aufhäuser in der Stadthalle. Klostcrstraßc. 6. Kreis Wilmersdorf. Donncrstag, 20. Ohwember, 30 Uhr, Im„Viktoria. Garten". Vereinszimmer, Sitzung der Arbeiterwohlfahrt. Genosse Steinhöfel spricht über:„Wie stelle ich mich zur Sauszinssteuer?" Alle Mitglieder der Arbeiterwohlfahrt werden gebeten, zu erscheinen. 16. Krei, fiehlendorf. Diejenigen Genossinnen und Genossen, die sich nicht an der öffentlichen Kundgebung der Arbeiterwohlfahrt, Bezirksausschuß Berlin, in der Stadlkalle, Klosterstraße, beteiligen können, werden gebeten, den Licht- bildervortrag der ssrauenabteilungen im Restaurant„Linde park" in Zehlen» dorf zu besuchen. 16. Krei, Köpenick. Dienstag, 18. November. 19% Uhr, Rathaus Köpenick, Schloßstraße, Sitzungszimmer, vierter Kursusabend über:„Geltendes Fürsorge- recht." Ref.: Genossin Paula Kurgaß. in! 26. Krei» Reinickenborf. Unser« Filmveranstaltung im Rahmen der "L Sozialpolitischen Woche,„Der Immenhof"»nd„Giftgas", läuft am Büß. -n tag, 19. November, 14% Uhr, im„Ala-Filmpalast", Rcinickeudorf-Weit, Scharnweberstr. 67. Genossin Loitc Lemke spricht dazlt über:„Fürsorge- i/V erziehung." Karten zu 0,30 M. sind bei allen Abtcilungslciterinnen der ä? Arbeiterwohlfahrt zu haben.— Alle Genossinnen und Genossen beteiligen sich am Montag, 17. November, an her Veranstaltung in der Stadt- i-Z Halle, Klosterstraße, an dem Bortrag des Genossen Aufhäuser. der Seminar für Wohlfahrtspflege. Montag, 17. November, 20 Uhr, in@ Wohlfahrtsichulc, Lindenftr. 3, 2. Hof, 3 Tr., Kursus:„Arbeits-.L? markt, Arbeitsloiiakeit, Ärbeitsloicnverstcherung." Leitung Gcn.Dr.Suhr. M— Wir weisen nochmals darauf hin, daß der Kursus„Bcrwaltungsrecht", W Leitung Genosse Dr. Günther Klein, fortfällt. Jungsozialisten. Gruppe Lichtenberg. Montag, 17. November, beginnt unsere Arbeitsgemein. fchaft unter Leitung des Genossen Iakubowicz mit dem Tbema:„Materialistische Geschichtsauffassung." Wir rechnen mit der Beteiligung aller Mitglieder und laden auch die Aeltcren der SAI. sowie andere interessierte Genossen ein, teil- zunehmen. Beginn 20 Uhr im Jugendheim Gunterstr. 44. Eharlottenburg. Montag, 19% Uhr:„Politische Umschau." Ref.: Genosse Mar Pottlitzer, Jugendheim Nosinenstr. 4. SAI.. und junge Parteigcupsscit herzlich willkommen. Bitte pünktlich sein! Wilmersdorf. Dienstag. 18. Zlavcmbcr, 20 Uhr,, im Jugendheim: Wichtiger Ausspracheabend.— Leute beteiligen wir uns an der Parteidemonstvatton. Gruppe Moabit. Dienstag. 18. November, findet' im Jugendheim, Lehrter Straße 18—10(nicht, wie vvrgeiohen, in der welllichen Schule), ein Werbe- abend der Moabiter Iungfozialiftcn statt. Genosse Dr. Kirchhcimer spricht über:. „Die nächsten Olufgaben des Proletariats und die Iungsozialistcir." Auftreten her„Roten Rebellen". Musik. Rezitationen. Alle Parteigenossen des 2. Kreises sowie die SAI. sind herzlichst«ingeladen. Unlostenboitrag 40 Pf., für Arbeitslose 20 Pf. Gruppe fichIendorf-Lichterfeldc-Steglitz. Unser Abend am Montag fällt ans. Dafür beteiligen wir uns am Donnerstag an der SAZ..Rcvalutionsfcicr um 20 Uhr in der Wahbschul« Ichlendorf am U-Bahnhof Onkel Toms Hütte. _ Reinickendorf. Montag, 20. llhr, Grnpvenabsnd im städtischen Jugendheim. Reinickendorf-Ost, Lindaurr Straße. Diskussion über:„Wirtschaftskrise und gegcnwärfigc politische Lage." Arbeitsgemeinschaft der ttinderfreunde. Der Wochenendtnrsus mit dem Genossen Draunthal findet statt am Bußtag in der Jugendherberge Rüdersdorf. Wir beginnen pünktlich S Uhr mit der Arbelt, nachmittags Tanz und Spiel. 16. Kreis Zehlenborf. Gruppe„Otto Braun". Die Heimabende finden letzt wie folgt statt: Rot- und Iungfolken jeden Mittwoch von 18 bis 20 Uhr. Nestfallen iedeu Donnerstag von 16 bis 18 Uhr in der Nordschule. Pols- damcr Straße. Kreis«eeuzberg. Gruppe Borwärts. Die Nestfalken der Gruppe treffen sich Sonntag um 8% Uhr vor dem Jugendheim Wrangelstr. 128 zur Fahrt nach Spandau. 50 Pf. Fahrgeld und Proviant ist mitzubringen.— Gruppe Görlitz« Straß«. Treffen am Sonntag, 13% Uhr. am Görlitzer Bahnhof juc Probe. Am selben Tag treffen wir uns um 17% llhr am Görlitzer Bahnhof zum Parteifest. Prenzlauer Berg. Werbeveranstaltung am Dienstag, 18. Nov., in der Danziger Str. 23. 18 Uhr für Kinder 20 Pf., 30 Uhr für Eltern und Jugend- liche 40 und 30 Pf. Wir spielen„Kehre wieder, Afrika" und„Muff und Jeff als Angler".— Gruppe Viktor Adler tagt Montag, Donnerstag und Freitag in der Danziger Straße 62. Rote Falken: Freitag 18 Uhr Bastelabend.— Gruppe Friedrich Ebert: Donnerstag Nestfalken. Liederabend. Freitag aemein- samer Bastelabend. Donnerstag, 20. Nov., um 20 Uhr Danziger Str. 62. Ar- beitsaemeinfchaft der Helfer: Besprechung d« Nestfalkenarbeit. Die Singefiunbe im Bezirk Mitte föllt am Montag abend aus. Der Ehor- kurfus am Freitag in der Schul« Kaifer-Friedrich-Straße findet statt. Krei» Neukölln. Morgen, Montag, ist Arbeitsstunde um 18 Uhr in der Barocke Kanahoferstraße. Abrechnungen sind vorzunehmen. Heiserkreis: Am Donncrstag ist wieder unser Helferschulungsiursus 2. Abend um 20 Uhr in der Korl-Marx-Schulo. Wir üben praktisch Schattenspiele. Neue Helfer können noch teilnehmen. Am Mittwoch Helferkursus Groß-Berlin. Genauer Abfahrtstermin wird noch bekanntgegeben.— Gruppe Jungvolk. Wir treffen uns am Sonntag 7% Uhr am Rathaus Neukölln zur Kreistrcffahrt. Alle Jung- und roten Falken beteiligen sich daran. Gruppe Tempelhos. Sonntag, 16., 16 Uhr, treffen sich die stelilaaetteil. nehmer zum Uebe», um 17% Uhr Keimabend aller Jung- und Rolfallen. Dienstag, 18., von 17 bis 19 Uhr Kastelabend der Roten Falken. Mittwoch, 19., von 17 bis 19 Uhr Basteln der Iungfalken. Hohenschönhausen. Montag, 17., sind wir von 17 bis 19 Uhr in der Schul- barocke Dingelftädt« Straße und spielen. Dienstag, 18., von 18 bis 20 llhr Turnen(FTGB.), Rvdernstraßc. Mittwoch, 19., Basteln wir wieder von 17 bis 19 Uhr bei Ann! Säjulz, Am Faulen See 3. Donnerstag, 30., sind wir im Jugendheim, ffreicnwaldcr Straße, von 17 bis 19 Uhr. Alle Falken müssen dort fein. Wir wollen wieder proben. Seid stets pünktlich. Geburtstage. Jubiläen usw. 19. Abt. Unserem Genosse« Karl Ritter, Bcllcimpnnstr. 92, zu seinem 65. Geburtstag« die herzlichsten Glückwünsche. Wir hoffe», ihn noch recht lange bei bester Gesundheit in unferer Mitte zu sehe». 72. Abt. Wilmersdorf. Unserer Genosfin Helene Schnell zu ihrem llöjahrigen Parteijutiläum die herzlichsten Glückwünsche. 86. Abt. Unserem lieben Genossen nnd Bannerwart Emil Becker, Friedena», Ruben-str. 31, ,» seinem Zzjähriqe« Parteijubiläum unsere herzljch- sten Glückwünsche!—„Dat. i« micn Faaba!" 97. Abt. Nenkölln. Unsere» Genossen Wilhelm Strobalm, Leine. straßc 51, und Albert«lein. Siegfriedstr. 36, zn ihrem 25jährigen Partei- jubiläum die herzlichsten Glückwünsch«. «2. Abt. Rahnsdorf. Unserem«cnoffe» Schott zu seinem Zöjährigeu Parteiinbiläum die herzlichsten Glückwünsche. 139. Abt. Tegel. Unserer lieben, treuen Genossin Domaschka zu ihrem morgige» 66. Geburtstage die herzlichste» Glückwünsche von allen»enossinne». (Zterbetasel der Groß- Berliner Partei- Organisation � 47. Abt. Unsere Genossin Charlotte Rieger, Oranionstr. lll. ifi ver> -fiorben.- Ehre.ihrem. Andenken.:'.Einiifchuüng. am Montag,.» IT. November. 13% Uhr, im Krematorium Baumschulcnweg. Wir bitte» um' rcgc"Beteil>gung. 77.. Abt.. 1. Bezirk.'Unser. Genosse jieinjtich E ch a r f-ist im Alter VM' 35 Jahren verstorben. Ehre seinem Andenken. ElnäschcrunZ Mvnläg; 17. Rv» vember, 16 Uhr, im Krematorium Wilmersdorf. 91. Abt. Neukölln. Am 1!. November verstarb unsere Genosfin Elise Siebert. Fontanestr. 29. Ehre ihrem Andenken. Einäscherung Dienstag. 18. Zdovcmber, 17% Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. Um rege D«. teiligung wird gebeten._______ Sport. Rennen zu Strausberg am Sonnabend, dem 15. November. 1. Rennen. 1. Baltle Eruiier(Rainin), 2. Inittnetur. 3. Stnani. Toto: 16:10. Platz: 11, 14, 11:10. Ferner Uesen: Antin, Prince os Tbule, Lori, Milterwurzer. 2. Rennen. 1. Bardenland(Schüller), 2. Maikrone, 3. Forno. Toto: 35:10. Platz: 2t. 50, 90:10. Ferner liefen: Schäferburg, Oruk, Holdrio, Mentor, Graphit. Fahrt), Sprekelia, Kurzichlusz, Lawine. 3. R e n n e n. 1. Thymian(Hauler), 2. Saalburg. 3/ Epbeu II. 4". fflnlon. Toto: 76:10. Platz: 18, 18, 18, 20:10. Ferner liefen: Firn!I. Die Saar. Amönenwarte. Spala, Fair Nalure, Trianon, Stalliebiing, Eidon, Lodi, Satan III. Komm voran. Heimatliche, Eminenz. 4. R e n n e n. 1. Rote' Nelke(Moritz). 2. Manöir, 3.'Zorndorf.'Toto: 139:10. Platz: SO, 19, 19:10. Ferner liefen: Baladtn, Koros, Rundfunk, Edu, Franzia. 5. R e n n e n. 1. Vigor(Unterholzner), 2. Martonius, 3. AmerSsoort. Toto: 30:10. Platz: 14. 14:10. Ferner tiefen: Sternkunde, Kermak. 6. Rennen. 1. Grane rKukmieZ), 2. Roxana, S. Slurindaube. Toto: 59:10. Platz: 20, 22, 38:10. Ferner liefen: Carlchen, Pirat, ASmene, Nordftiesland, Schmeichlerin, Hunding. 7. R e n n e n. 1. Marburg iUnIerholzner), 2. Großfürst, 3. Gulbrand. Toto: 136:10. Platz: 24, 30. 25: 10. Ferner liefen: Eilig, Till Eulcnfpiegel, Märchenland, Tongoia, Sonja, Wildlocke, LUiput, Frilhjos Nansen. Da» Deutsch« Teppichkau, Emil Lesdvr«, seit 48 Jahren nur Oränien- stvaße 158, Nähe Moritzplatz, hat stets Sonderangebot« zu außergewöhnlich billigen Preisen in allen Abteilungen seiner Riesenläger: Teppiche, Läufer- stoff«, Gardinen, Tisch-, Diwan- und Schlafdecken usw. Ferner ein herrlicher Fimmerschmuck. die Freude ieder Hausfrau, entzückende Kunstfeidenstepvdeckc n und Plumeaux in allen Preislagen. Auf Wunsch Fahlungserleichteruna ohne jeglichen Preisaufichlag. Beachtenswert ünd die Rundfunldurchiprüche Montag und Donnerstag jeder Woche. Spezialkatalog kostenlos. »reßer Preisnachlaß. Auf die � bedeutend herabgesetzten Preise gewährt die altbekaünte Firma Ernst Machnow, Berlin, Weinmeisterstr. 14. auf Fahr- rader. isahrradgummi, Fahrrad, und Motorradzubehörteil-,' Svrechmaschinen, Fudehörieile, Werke usw. einen Sonderrabatt von 10 Prozent. 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U; Aus Königsberg; Mittagskonzert. 12.40: Vor der alten Schönebercer Dorfkirche Enthüllung und Einweihung des Ehrenmals der im Weltkriege gefallenen Schöueberger. 13.30: Aus Königsberg: Fortsetzung des Mittagskonzertes. 14: Konzert. 14.30: Zeitgenössische Balladen. 15: Programm der Aktuellen Abteilung. 15.25: Konzert. 16: Jugendstunde. 16.30: Unterhaltungsmusik. 18.30: Schauspielerportrat. 19. Happy ends zur gefälligen Auswahl. 19.50: Sportnachrichten. 20: Orchesterkonzert. 22.05: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend Tanzmusik. Montag 17. November: 7: Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzert. 12.30; Wettermeldungen für den Landwirt 14; Schallplattenkonzert. 15.20: Die geistige Eigenart der Frau. 15.40: Einsamkeit in der Großstadt, 16.05: Was sind die sogenannten Blutgruppen des Menschen und worin besteht ihre praktische Bedeutung? 16.30; Alte Musik. Anschließend Violinvorträge. 17.30: Jugendstunde. 17.50: Selbsterlebtes im Reiche der Prohibition. 18.15: Kleine Philosophie, 18.40; Qskar Maria Graf liest eigene Erzählungen. 19.10: Unterhaltungsmusik. 20.30: Uraufführung:„Der Strich durch die Rechnung." Rennfahrer-Komödie von Anger- mayer. 22.15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach Tanzmusik. Dienstag, 18. November: 7: Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzert. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Cuxbavcncr Fischerinnen. 15.40: Am weißen Nil. 16.05: Französische Musik der Gegenwart. 16.30: Aus Leipzig: Rokoko-Musik. 17.30: Jugendstunde. 47.50: Cello-Vorträge. 18.20; Bücherstunde. 18.50: Orientalische Unterhaltungsmusik. 19.35: A, Artur Kuhnert liest aus eigenen Werken. 19.55: Drei Minuten vom Arbeitsmarkt. 20:. Lakme", Oper von Dclibes. 21.30: Programm der Aktuellen Abteilung. 32: Politische Zeitungsschau. Mittwoch, 19. November: 7: Funkgymnastik. 8.50: Morgenfeier. Anschließend Glockengeläut des Berliner Doms. 10.05: Wettervorhersage. II: Bach-Kantate. 11.30: Pommcrschc Dichter. 12: Orchesterkonzert. 14: Märchen von Hermann Hesse und Rainer Maria Rilke. 14.30: Willy Buschhoff spricht. 15: Musik für Bratsche und Cembalo. 16: Aus der Allerseelen-Kundgebung der Katholischen Aktion, 17; Konzert. 17.30:„Und das Licht scheinet In der Finsternis." Drama von Tolstoi. 19: Kammermusik. 20: Ans der Thomaskirche, Leipzig:„Missa solcmnis". Donnerstag, 20. November: 7: Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzcrt. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20; Altersnot und-hilfe. 15.40: Am Grabe Tolstois. 16.05: Programm der Aktuellen Abteilung. 16.30: Streichquartette. 17.30: Jugendstunde, 17.50: Der Wert der Kurzschrift. 18.15: Die Kleinhandelspreise als Ursache der Arbeitslosigkeit. 18.40: Drei Minuten vom Arbeilsmarkt. 18.45: Programm der Aktuellen Abteilung. 19.05: Chorgesänge. 19.30: Zeitberichte. 20.10: Tanzabend, 22.15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach Unterhaltungsmusik. .Ireitag, 21. November; 7: Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzcrt. 12,30: Wettermeldungen für den Landwirt 14; SchaJlplatfenkouzcrt 15.20; Die letzten Tage vdrf Job. Brahms. 15.40: Wohnungsbau und-finanzlerun� im Notprogramni. 16.05: Das Jahr des Pferdes- 16.30: Unterhaltungsmusik. 17.05: Romantik im russischen Kunstlied. Lieder- und Musikvorträge, 17.30:„Erwartung", Gedichte von Hans Friedrich Blunck. 17.50: Photographie bei künstlichem Licht. 18.10: Musikalische Jugendstunde. 18.35: Das neue Buch. 18.45: Programm der nächsten Woche, 19.10: Drei Minuten. vom Arbeitsmarkt.. 19.15: Unterhaltungsmusik. 20.30; Literarische Umschau. 21; Tages- und Sportnachrichten. 21.10: Sinfonie- konzert. Danach Tanzmusik. Sonnabend, 22. November; 7: Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzert, 12.30: Wettermeldungen für s Berliner Rundfunks. den Landwirt 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Jugendstunde. 15.40: Wie die Völker den Tod besingen. 16.05: Musik des östlichen Europa. Als Einlage: Zehn Minuten Film. 17.30; Die Erzählung der Woche. 18: Schutz vor Rundfunkstörungen. 18.30: Klaviervorträge. 18.50: Quer durch Australien. 19.15: Schubert-Konzert 19.40: Programm der Aktuellen Abteilung. 20: Zum Andenken an Conradio Kreutzer zum 150. Geburtstag. 21.15: Tages- und Sportnachrichten. 21.25: Aus Opern. Danach Unterhaltungsmusik. Königswusterhausen Sonntag, 16. November: Ab 7: Uebertragung aus Berlin. 18: Menschen im Beruf. 18.30: Johannes Kepler zum 300. Todestag. 19: Religiös-ethische Erzieher der Gegenwart. 19.30: Zum 20. Todestag Wilhelm Raabes. 11: Deutscblandsender: Konzert für Kinder. 13: Kammerkonzert. Ab 20: Uebertragung aus Berlin. Montag, 17. November: 16: Die Lichtbildsammlung in der Arbeitsschule einer Kleinstadt. 16.30: Aus Berlin: Nachmittagskonzert 17.30: Ouartettljeder. 18: Viertelstunde für die Gesundheit. 18.30: Gibt es zu viel oder zu wenig Menschen auf der Welt? 19: Englisch für Anfänger. 19.30: Stunde des Landwirts. 20: Deutscblandsender: Aus Leipzig: Faun- und Elfenreigcn. 20.15: Aus Nürnberg: Konzert. Anschließend Uebertragung aus Berlin. lieber ö«n Mang«! an musikalischer Vielseitigkeit konnten sich die Hörer am Abend nicht beklagen. Das Orchester«chmidt-Gentner spielt« Unterhaltungsmusik, ein garantiert sicheres, oft be- währte? Programm, das mit der Maritona-Ouvertiire begann und mit einem Walzer von Johann Strauß schloß und dazwischen der klassischen Operette und der volkstümlichen Oper huldigte. Der Deutschlandsender bracht« eine angenehme Ueberraschung: er übernahm aus Frankfurt ein Konzert von Leo Slezak: das Mikrophon übermittelte allerdings nicht nur die an- genehme Stimme des beliebten Tenors, sondern auch deren technische Mängel außerordentlich deutlich. Die Comedien Harmonists, musikalische Virtuosen ersten Ranges, beschlossen die Abendunterhaltung in Berlin mit einer„Heiteren Stunde".— lieber„Probleme der Boruntersuchung" unterhielten sich Rechtsanwalt Dr. Max Alsberg und Amtsgerichtsrat Dr. Astrad Nnger. Das Zwiegespräch unterrichtete über die heute vielfach umstrittene Farm der gerichtlichen Voruntersuchung. Dr. Alsberg zeigte, welche Aende- rungen grundsätzlich anzustreben sind, um die Gefahr der Fehl- urteile zu verringern.— Im Deutschlandsender sprach in der„Stunde des Arbeiters" Stadtrat Hermann Weiß über den„Gang ins Wohlfahrtsamt" Er entrollte eines der traurigsten Großstadt- bilden es zeigt Menschen, denen der wirtschaftliche Halt entsunken ist und die oft genug vom Wohlfahrtsamt die einzige Rettung vor dem Untergang noch erwarten. Das Wohlfahrtsamt hilft, soweit es kann, aber oft genug bleibt die Frage offen, ob eine wirkliche Rettung durch diese Hilfe möglich ist. Stadtrat Weiß betonte, daß der Einwand, der von manchen weiten gemacht wird, es käme die Hilfe des Wohlfahrtsamtes vielen Schmarotzern zugute, durchaus falsch ist. Gewiß sind auch unsauber« Elemente bemüht, vom Wohl- fohrtsamt Nutzen zu ziehen: aber sie bilden eine zahlenmäßig be- deutungslos« Minderheit. Tm. Dienstag, IS. November; 16: Das Spannunesvcrhiltnis der Generationen. I6.M: Ans Letpric: Nachmittagskonzert. 17.3#: Heizung und Warmwasserversorgung unserer Wohnräume. 18: Ouerschnllt durch deutsche Zeitschriften. IR.3#: Philosophie der Gegenwart. I#: Französisch für Anfänger. I#.3#: Die Arbeiterschaft in der Krise. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 2«: DeutscWandseuder: Aus Köln: Musikalisches Durcheinander. Anschlitüend Uebertragung aus Berlin. Mittwoch, 19. November: Ab 7: Uebertragung aus Berlin. 1*: Aus Breslau: Harmoniumkonrert. 17: Uebertragung aus Berlin. 17.30: Aus Köln: Vesperkonzert. 1»« Stille Stunde. 18.40: Das neue Geschlecht. l'.OS: Religiös-ethische Erzieher der Gegenwart. 19.30: Zum 20. Todestag Tolstois. 20: Aus der Thomaskirohe. Leipzig:„Missa solemnis". AnschlleBend Uebertragung aus Berlin. Donnerstag, 20. November; 15: Probleme einer deutschen Schule Im Auslände. 16.30: Aus Berlin: Nachmittagskonzert. 17.30: Hausmusik. 18: Aus dem Volksleben der Siebenbürger Sachsen. 18.25: Goethes Faust. 19: Lesestunde. 19.30: Stunde des Landwirts. 20: Deutschlandsender: Aus Leipzig: Bekannte Walzer 20.30: Aus Leipzig. Kleist-Abend. Danach„Robert Quiskard". Ein dramatisches Fragment von Heinrich von Kleist. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Freitag, 21. November; 16: Arbcitsgcrneinschalt für Funkpädagogik. 16.30: Aus Leipzig: Nach- rnittagskonzert. 17.30: Farbe und Pinsel im Gebrauch des Kaulmannes. 18: Binnenmarkt und deutscher Osten. 18.30: Vulkanismus und F.rdbeben. 19: Englisch lür Fortgeschritten«. 19.30: Wissenschaltlicher Vortrag ftir Aentc. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschalt. 20: Elendsviertel In DentschlanL 20,30: Deutschlandsender: Aus Stuttgart: Weihespruch zur Inbetriebnahme des Großsenders Dürrmenz-Mühlackcr. Anschließend aus Stuttgart; Aus Opern Richard Wagners. 21.30: Aus Stuttgart; Sieben schwäbische Dichter, 22.45: Aus Stuttgart: Tagesnachrichten. 23.15: Aus Stuttgart Acltere Tänze. 24; Aus Karlsruhe: Neue Tänze. Sonnabend, 22. November: 16: Das Scballplattcuarchlv als Quelle für den staatsbürgerlichen und lebcnskundlichcn Unterricht. 16.30: Aus Hamburg: Nachmittagskonzert 17.30; Die astronomischen Kultstätten der Inka. 18: Französisch für Fortgeschrittene. 18.25: Goethes Faust 19: Der Angestellte in der Literatur. 19.20: Zum Totcir- fest.— Konzert. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 20: Deutschlandsender: Aus Hamburg:„Ucbern großen Teich". Volksstöck mit Gesang von Adolf Philipp. Anscnließend Uebertragung aus Berlin. Vortrage, Vereine und Versammlungen. �rh Arbeiler-Samariter-Vund e. V., Kolonne Berlin. ecMäfUfttlc R. 24. 6c.»ombntflet®tt. 2». Kol.: v t Rothen 3340. Äuswei» Rc. 960 ist«eclorcn aeqanaen und wich hiermit fät uu» (tülttfl crfloct. 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November 4930 Stefan großmann: SDiiS ZKlCilCm Während das Publikum in dichten Reihen vor der Bühne stand und dem Schauspieler Friedrich Sonnen in singenden Chören hul- digte, stand der rauschend Gefeierte in einem halb beleuchteten Seiten' gang und las den unterfertigten Bertrag, den ihm Direktor Laube soeben durch den Theatersekretär zugeschickt hatte. Er hörte hinter dem herabgelassenen Vorhang die süße brausende Beifallsmusit der Zuschauer, die nicht fortgehen wollten, das heftige Geknatter der klatschenden chände und immer wieder von hohen Frauenstimmen gerufen seinen Namen:„Sonnen! Sonnen!" Direktor Laube hatte im chotel Sacher ein kleines Kabinett für den Abend gemietet, und da saß Sonnen ganz still da. trank diesem und jenem wortlos-freundlich zu, hörte von Zeit zu Zeit das Klirren der Champagnergläser, blickte auf, stieß mit seinem Glas an ein anderes, lächelte seiner Nachbarin etwas starr zu und spürt«, wie ihm die Wirklichkeit in dieser Wolke von Rauch, Müdigkeit, Sekt und nachklingendem Applaus allmählich entschwand... Plötzlich hörte er die Stimme des Direktors: „Nichts hat mich in Ihrer Leistung heute so gepackt wie dieses kurios« Kichern, das Sie dem Franz Moor gaben. Sie verwenden dieses unheimliche Gekicher sehr sparsam, aber jedes Mal, wenn Sie es brachten, wurde es totenstill." Der große Schauspieler beugt« sich angelegentlich über sein Schnitzel: ,Vch wußte, daß em Lob von Ihnen, Herr Direktor, ganz besonders sachverständig sein werde." „Woher haben Sie's denn?" fragte Laube noch einmal. Sonnen lächelte:„Ich könnte mir jetzt mit der Hand durch die Locken fahren, leider habe ich keine, und mit erstaunten Augen fragen: 5)ab' ich denn gekichert? Aber... in Wahrheit verdanke ich diesem Kichern meine ganze Schauspielerei. Ich habe es von meinem Mathematik- Professor in der Oberrcalschule! Dieser Mathematiklehrcr war der perfideste Mensch, der mir im Leben begegnet ist. Wenn wir zittern- den Schüler ratlos vor der schwarzen Tafel standen, mit der Kreide in der Hand, unfähig, ein Wort zur Lösung der ausgesucht schweren Aufgabe hervorzubringen, wenn uns in dieser gräßlichen Paus« der Angstschweiß auf die Stirn« trat, dann konnten wir von Herrn Pro- sessor Johannes Dechant, so hieß der Menschenquäler, dieses kurze unheimliche Meckern hören. « Sonnen saß bei der vierzehnten Probe von„Kabale und Liebe" in dem verfinsterten Zuschauerraum. Plätzlich hielt er es auf seinem Platze nicht länger mehr aus. Die Schauspieler auf der Bühne hörten, wie dort hinten, etwa in der sechzehnten Reihe, ein Sitz in die Höhe klappte, dann hörten sie die schnellen Schritte eines Rosenden, die gepolstert« Parkettür schwirrte, wütend aufgestoßen. eiliche Male auf und nieder. Mit zehn Sprüngen war Sonnen in der Direktionskanzlei. „Den Direktor!" schrie er den großen Dramaturgen an. „Bedaure", erwiderte der Dramaturg,„er ist aus der Probe!" „Holen Sie ihn!" „Nach dem Aktschluß, früher darf ich nicht." Da warf sich Sonnen in den großen Ledersauteuil. Erst als nach einer halben Stande Laube eintrat, fuhr er in die Höh« und sagte in drohender Kürze:„Ich bitte um fünf Minuten Gehör." Gelassen erwiderte Laube, während er die hohe Tür zu seinem Arbeitsraum öffnet«:„Bitte, treten Sie ein." „Zigarette gefällig?" „Danke, nein", sagte Sonnen dumpf. „Wollen Sie gefälligst Platz nehmen?" „Nein, ich bin zu erregt." „Warum?" „Fragen Sie nicht. Sie wissen es so gut wie ich. Sie sind im Begriffe, mich zu vernichten." „Wegen des Wurm? Sie werden alternieren?' „Ich werde nicht alternieren." „Dann nicht." Einen Moment blieb Sonnen ganz still. Dann trat er an Laube heran und sagte, am ganzen Leibe zitternd:„Sie haben mich bcstohlen, verstehen Sie wohl, Herr Heinrich Laube, Sie haben mich auf die schändlichste Weis« bestohien. Zwei Jahre lang sind Sie da unten gesessen und haben mich bei jeder Probe angestiert und mit ihren runden Glotzaugen aufgefressen. Sie haben meine Art zu gehen, mein« Art Pausen zu machen, mein« Stille und meine Steigerungen mir abgeguckt, und nun gehen Sie her und behängen damit einen elenden, mittelmäßigen Kerl, weil ich Ihnen vielleicht zu teuer bin oder weil Sie zeigen wollen, was«in Regisieur kann. Silber ich sag« Ihnen, das ist m c i n Gang, das sind meine Pausen, das ist meine Stimme, was Sie Herrn Wcssely gegeben haben. Das Frechste aber ist dieses Kichern, das Sic ihm aufsetzten, mit dem ich als Franz Moor Furore gemacht habe." Laube setzte sich hinter seinen Schreibtisch und jagte unbewegt: „Sonnen, Sie sind doch sonst ein vernünftiger Mensch. Es mag sein, daß Wessely unter'Ihrem Einfluß steht, aber..." „Einfluß hin, Einfluß her, ich kenne Wessely, das tut er nicht, wenn Sie es ihm nicht sagen. Dieses Kichern... haben Sie ihm eingegeben! Sie haben mich für ihn bestohlen." Sonnen schüttelte den Sessel in der Hind... Der Direktor erhob sich unwillig:„Herr Sonnen, bitte, über- legen Sie Ihre Worte. Ich weiß wohl, daß gerade die besten Schauspieler an der Grenze der Normalität stehen. Aber bleiben Sie an der Grenze!... Ich habe als Regisseur nicht nur das Recht, ich habe die Pflicht, meinen. Mitglied Anregungen zu geben. Ich stecke ihn in das beste Kostüm, ich kann ihm aus meinem inneren Fundus auch die beste Nuance geben. Dazu bin ich da." Sonnen starrte den Direktor an:„Sie geben also zu, mich ge- plündert zu haben?" „Bedaure, in diesem Tone können Sie mit Ihrem Direktor nicht sprechen... Was das Kichern anlangt, so hat es Herr Wessely wohl auf meinen Rat eingefügt, aber es ist durchaus nicht Ihr Kichern, sondern vielleicht meines!" „Sooo", schrie der Schauspieler,„dann werde ich Ihnen be- weisen, woher dieses Kichern stammt!" riß die Tür aus und stürzte die Treppe hinunter. Mit einem kleinen, fast nicht bemerkbaren Lächeln sagte der Landgerichtsrat zu Sonnen:„Wir haben Ihre Klage verlesen lassen und bis zu End« angehört, weil wir jedes Rechtsbeg-th--«!, mil>Ernst und Aufmerksamkeit aufzunehmen verpflichtet sind. Sie sind dem sKericht als«in weltberühmter Künstler bekannt, aber Künstlerlaunen sind ja nicht ganz auszurechnen, und so frage ich Sie noch einmal, ob Sie Ihr Klagebegehren, womit dem Charakterdarsteller Ignoz Weflely die Berwendung bestimmter schauspielerischer Nüancen, ins- besondere ein Kichern untersagt werden soll, wirNich aufrecht er- halten wollen?" Während Sonnen noch das Auditorium, in dem viele Theater- leute saßen, mustert«, war sein Rechtsanwalt Dr. Pfeffer schnell aufgesprungen: „Wir verharren bei unserem Klagebegehren, es handelt sich hier, wie wir zugeben, um einen neuartigen Rechtsfall, um den Schutz der schauspielerischen Urheberrechte." „Schön", unterbrach der Landgerichtsrat,„wir verstehen schon ... aber nun möchte ich an Sic selbst, Herr Sonnen, die Frage richten: Angenommen, das Gericht stellt sich im Prinzip auf Ihren Standpunkt, glauben Sie denn wirklich, daß Sie nachweifen können, daß das Kichern des Herrn Wessely identisch ist mit Ihrem Kichern?" Sonnen erwiderte schnell:„Ganz gewiß." Mit seinem kleinen, fast unmerkbaren Lächeln fragte der Land- aerichtsrat fast jovial:„Also, verehrter Herr Sonnen, wollen Sie uns gefälligst erklären, wie Sie dieses Kichern als das Ihr« nach- weisen können." Sonnen ging ganz nahe an den Richtertisch heran:„Ich be- antrage die Einvernahme des Herrn Oberrealfchulprofesscrs Johannes Dechant. Bei ihm habe ich dieses einzige Gekicher erlebt, nie wieder hat ein Mensch so tückisch gekichert, nie wieder wird ein anderer Mensch so verschmitzt das Elend eines anderen dekichern..." „Gerichtsdiener, rufen Sie den Zeugen Johannes Dechatit auf." Es erschien ein kleiner, magerer, zappliger, pomadisierter Herr in schwarzem Gehrock, der unruhig nach alle» Seiten guckte. „Kennen Sie. Herrn Sonnen?" fragte der Vorsitzende. „Ree, bedaure." „Erinnern Sie sich noch, Herr Professor, warum mein Mit- schüler Heinkich Kurz Selbstmord beging?" „Weil er durch Liebesgeschichtcn vom Unterricht abgelenkt wurde." „Aber hat er sich nicht gerade nach der Mathematikstunde er. schössen, kurz nachdem Sie ihn herausgeholt und vor allen Schülern blamiert hatten? Hat er nicht in seinem Abschiedsbrief ausdrück- lich gesagt, ein merkwürdiges Kichern von Ihnen habe ihn ganz aus der Fassung gebracht?" „Genug", rief der Vorsitzende,„ich dulde dieses Verhör nicht." Nach einem Moment der Stille sagte Professor Dechant, nachdem er sich vorher im Saale wie fassungslos nach einem Bundesgenossen umgesehen hatte:.„Herr Vorsitzender, ich mutz«ine Bemerkung machen. Es ist richtig, daß ich in Brünn und leider später auch in Wien mit einem wenig begabten Schüiermaterial, zu dem auch Herr Sonnen gehörte, arbeiten mußte. Aber immer habe ich es für die hehrst« Aufgabe des Lehrers gehalten, gerade dem gering Begabten nachsichtig zur Seite zu stehen...", hier kikste feine Ijohe Stimme vor Erregung.„Aber diese hämische Freude am Scheitern der werdenden Jugend, nichts liegt meinem innersten Wesen ferner. Ich bin einer so niedrigen Regung nicht fähig!" „Gewiß nicht", begütigte der Vorsitzende. Er beugte sich nach rechts und links, wechselte drei, vier Worte mit seinen Beisitzern und verkündete dann:„Die Klaae wird abgewiesen, über den Kläger Friedrich Sonnen wird die Mutwillenstrafe von LQO Kronen verhängt."« Während dieser unerwarteten Wendung wurde es ganz still im Saal. Plötzlich vernahm man von der Zeugenbank, auf der Professor Dechant saß, ein ganz deutliches, kurzes Kichern. Es waren drei, vier hingemeckerte Laute... Nach einem Augenblick Stille brach unter den Schauspielern«in tosendes Gelächter los. „Direktor", schrie Sonnen über die Bänke weg zu Laub«,„hören Sie?... Mein Kichern!" Im Lärm hörte man noch die ärgerliche Stimme de? Vor- sitzenden:„Die Verhandlung ist geschlossen, wollen die Herren den Saal verlassen!" Professor Dechant verharrte auf der Zeugenbank, bis der auf- geregte Schwärm sich verzogen hotte, dann stieg er etwas mißmutig hart an das Geländer gedrückt, die Treppe hinunter. 9n der freien Schwelm Jlus Qrillenbergers WandermeH Im Iukammcnbarui mit dem Ein tritt der„Sfräntifdicn TagcsvosI" — der nun Grillende rger gtütllnbc'en Niirnberaer Tageszeitung, die das ganze Lozialistengcsrd iiderstand— in iliceii 60. Ialirgang. bat <6 r a r g Gärtner ein uolistitmliches Lebensbild Karl Grillenbergees be rausgegeben.(Iränkilibe Berlagsanstalt und Buchbrueferei. Riirnberg: Preis kartoniert 3,50 5)1.). Es kommt zur reckten Zeit, um die Ittnger.'n Parteigenossen mit diesem kraftvollen Kiimvfer, dem berrlicke», frob» gemuten Menschen und dieser PersSnIickkeit au» einem Guft bekannt zu machen, die mir keine zweite geeignet ist, der Jugend ein Porbild zu sein. Gärtner zeichnet mit Liebe das Porträt seines verebrten Meisters, umreigt sein politische« Wirken als Eckopfer der fränkischen Sozialdemokratie, seinen sseabasten Aufstieg und sein all», friibes. traaische» End? mitten in den banerischen Wablrecktstämpfen(ISff!). Besonders verdienstlich ist die Wiedergabe der köstlichen Schilderung aus der l'andwerksburfckenzeit, die Grillenberaer für drn..Wabren Jakob" schrieb. Daraus geben wir rine Sckmelzer Episode wieder, ein' Beispiel für den vollstümlickien Lumor Srillrndergei». zwei- Da waren wir also in der Schweiz, auf wirklichem echtem Schweizer Boden, aus republikanischer Erde! Es war für mich, den jungen Schwärmer für Freiheit und Gleichheit, ein ganz eigen- artiges Gefühl, in einem Lande zu weilen, worin es— nach meiner damaligen Anschauung— keine andere Souveränität gab als die des Volkes. Daß es auch eine Souveränität des Geldfacks gibt, die noch weit schlimmer sein kann als die Souveränität der Potentaten, kam mir zu jener Zeit noch nicht so recht zum Bewußtsein, die spätere Zeit hat mir's gründlich genug eingetränkt. Es wandert sich herrlich am Bodensec. Mich, der ich»roch nie- mals an den Strand der See gekommen war, dünkte das Schwäbische Meer als etwas unendlich Großartiges, lind ich konnte meinen Reisekollegen, den Schweizer, nicht begreifen, der immerfort mir von Hamburg und seinen Herrlichkeiten erzählte und für die Reize seines Heimatlandes kein Auge zu haben schien. Er war aber dafür ein um so praktischerer Mensch. Nachdem wir kaum«in« Viertelstunde im Lande waren, hatten wir uns auf feine Ver- anlassung schon die zwanzig Rappen Ortsgeschenk in 5kreuzlingen geholt, ebenso im Laufe des Tages in Romanshorn und in Arbo». Weiter wußte unserer biederer Eidgenosse, daß die Zeit des Obst- keltern?, des„Moofchtens" war. In Württemberg, Hessen, einem Teil vo» Baden und der ganzen Borderfchweiz ivcrden unglaubliche Mengen von Birnen lmd Acpfeln verkeltert. Das daraus gewonnene Getränk, im Mainviertel„Aeppelwei" genannt, heißt hier kurzweg Moft(Moofcht gesprochen) und ist als Haustrunk beim Bauern und Handwerker gleich beliebt. Speziell im Kanton Thurgau, in dem wir uns befanden, ist die Obstweinkultur zu Haufe, und dieser Konton wird deshalb von den übrigen Schweizern scherzweise„Mostindien" genannt. Unser einheimischer Kollege hatte nun eine vorzügliche Rase, jeden Bauern- Hof ausfindig zu machen, in dein die Apfelpresse in Gang war. Sprach man in einem solchen Hof« vor, so gehörte gar nicht erst ein formvollendeter Fesbspruch dazu, um einen tüchtigen Schluck zu bekommen. Der„Bur" reichte vielmehr sofort nach Erscheinen der fechtenwollenden Gestalten ganz freiwillig das Krügli mit dem süßen Saft dar, und nur, wem? man eiwas Brot dazu wollte, war es nötig, besonders anzusprechen, denn das Brot ifh in den meisten Schweizer Kantonen ein gar kostbarer Artikel— was mich ganz erklärlich, da das Land nur zum kleinsten Teil die zur Ernährung seiner Bewohner nötigen Rrotsrüchte selbst hervorbringt. Biel lieber schenkt daher mancher Bauer dem Wanderburschen„äs Föifi" (ein Fünfgrofchenftück) als ein Stück Brot. Das war eine fidele Wanderschaft von Kreuzungen bis Rorfchach. Wir wurden„voll des süßen Weins", und als es von i Rorfchach bis St. Gallen noch kein Ende. nehmen wollte mit den am Wege liegenden Keltern, da war es auch kein Wunder, daß bei unserer Ankuirit in St. Gallen jeder einen„chaibe maß igen Rausch" hatte. Ein derartiges„Rüschli" ist aber gutartig. Der Dunst ver- fliegt bald, und wir spazierten auch selbigen Abend noch ganz stolz durch die bergige Stadt. Unsere Geldbeutel freilich blickten uns nicht vertrauenerweckend an, namentlich der ineinige. ilnfere Herberge hieß, wenn ich mich recht entsinne,„Zum go'.dnen Schuegken". und ich freute mich unbändig über die mir völlig neue Orthographie. Aber die„Oehrli",„Schnörrli",„Laber- wurfcht",.die uns die Herbergsmuttcr für sehr billigen Preis auf- tischte, schmeckten trotz der„chaibemäßigen" Schreibweise ganz vor- züglich. Was uns jedoch große Sorge bereitete, war das Verhältnis- mäßig sehr hohe Schlafgeld: fünfzig Rappen für die Nacht, und dreimal soviel, als man damals in Deutschland bezahlte. Nachdem wir bei den verehrlichen Meistern unserer Zunft „umgeschaut" hatten, ohne jedoch eine Einladung zum„Anfangen" zu erhalten, wanderten wir fürbaß nach dem herrlichen Appenzell, speisten in den Klöstern und holten fleißig die Ortsgeschenke. Wenn wir auch mitunter das„Gfrett" hatten, unser Schlafgeld zusammen- zubringen, es reichte schließlich doch immer, und Hunger litten wir nicht. So durchwanderten wir das Toggenburgtfche, kamen dann auf allerlei Querzüge durch einen Teil des„Kulturstaates" 21 argem, und eines schönen Abends, nachdem wir uns die Geschenkstempel von Rapperswyl, Stäfa, Meilen, Männedorf, Küßnacht usw. noch.' hatten ins Buch drücken lassen, lag die Metropole der schweizerischen Industrie und Intelligenz, Zürich, vor uns. Eine herrliche Stadt, dieses Zürich. Man nennt Zürich, wo sich mit Vorliebe die Deutschen festsetzen, das Schwabenparadies. Zur damaligen Zeit verdiente es diese Bezeichnung noch mehr als je: viele Hunderte von deutschen Handwerksburschen lagen in den Herbergen. Der Krieg hatte sie alle hcreingedrängt, aber nur der geringste Teil davon konnte Arbeit finden. Ich gehörte zu den Pechvögeln. So setzte ich denn meinen Stab weiter, wiederuiil südwärts. Schön wirr das Wetter und schön die Gegend. Mit leichtem Sinn und leichtem Beutel wanderten wir dahin und sangen dazu! Allweil fidel, fidel, sidcl,— Traurig sein lann ich uit— bei meiner Seel. Namentlich unser ungarischer Kupferschmied konnte diez Lied wunderbar singen: das Deutsch, die Stimme, es war wirklich groß- artig! Welchen Genuß bereitete es mir aber auch, wenn der edle Magyar„ansprach". Da hörte man nichts von der alten ab- gebrauchten Phrase„ein armer Reisender" usw., sondern Bruder ungarisches sagte immer kernig und so recht gutherzig, daß man ihm gar nichts verweigern konnte:„Mutterr, göbn's uns a Stück Brrrot, mir Horn Hungerr." Zwischen Aarau und Ölten gesellte sich ein Böhme zu uns; Der Schlosser aus Wahlen hatte uns seit ein paar Tagen verlassen. „Landsmann böhmisches" war seines Zeichens„Tailleur" und ein eingefleischter„Wenzel", der die Anjangsgründe der deutschen Sprache erst auf der Wanderschaft sich angeeignet hatte. Wen» wir uns erlaubte», ihn etwas zu korigieren, oder ihm gutmütig nach- helfen wollten, nannte er uns verächtlich„viercckigte deutsche Kupp", was uns stets in die unbändigste Heiterkeit versetzte. Wir waren min ein nettes Kleeblatt. Um unseren Wenzel ei» wenig zu soppen, erlaubt« ich mir einmal die nachstehende Anekdote zu erzählen: Drei Handwcrksburschen, ein Deutscher, ein Ungar und ein Böhm, waren in einer ungarischen Herberge über Nacht geblieben. In ihrer.Kainmer hing die Taschenuhr des Herbergsvaters. Am anderen Morgen, als sie wieder aus der Landstraße waren, sagte der Deutsche:„Das war eine schöne Uhr, die da tu unserem Zimmer hing." Woraus der Ungar meinte:„.Hätten mir soll'n steht'»', während der S&ähin kaltblütig erklärte: ,F)ob ich schon." Die Geschichte versetzte den Sohn des Wenzelreiches in eine solche Wut, daß er fein ganzes Lexikon von deiltschen und tschejchischen Schimpfwörtern auskramte und mich gewiß durchgeprügelt hotte, wenn ich ihm an Körverkräften nicht erheblich„über" gewesen wine. Auch der magyarische Kupferschmied war etwas in seiner nationalen Empfindlichkeit gekränkt, doch war er ein viel zu guter Kerl, als daß er niir die Geschichte nachgetragen hätte. Unseren Wenzel aber verdroß die Sache so sehr, daß er uns am anderen Morgen erklärte, nicht weiter mit un», salzen zu wollen, welchen Entschluß er auch sofort ausführte. Es war eigentlich schade um die verlorene Unterhaltung: wir i bekamen aber bald besseren Ersatz. Kurz vor Lenzburg im Kanton Bern, gesellte sich ein Münchener Bildhauer(Hclzjchnitzer) zu uns, ein fldeles junges Blut, ein Kerlchen mit köstlichem übersprudelnden» Humor,«in echtes.Münchener Kindt". Der Junge kam aus Frankreich herüber, hatte auch sonst ein schönes Endchen von der Welt gesehen und konnte erzählen wke nicht leicht einer. 3)ie AuUralier- un Torfahren? Ton 3)r. Colin Stofl HTn-'&iutllen fand