Morgenausgabe Nr. 541 A 272 4?.Iahrgang WS»«aÄ» SiPs. moxaM«».««. Im oorau» zahlda� Postblziig 4LZ M. einschliehNch 6QPfg.Poftz,irunss- und 72 Pfg Postbeflellgedühren- Ausland»« adonneme« 6.— M. pro Monat. » Z!«.Lonndn»' erscheint wochentiz. lich zweimal. Sonntag- und Montag, einmal, dl» Abendausgaben litt Berlin und im Handel mit dem Titel.Der Abend". Jllirftnerte Beilagen.Volt und Zelt" und.Älnderlreund". Fern«, .Frauenstimme" Technik".Blick in dt» Bücherwelt". Jugend. Borwärt»� und.Sladtbeilag«". �G>-w Verlinee SolkSdiatt Dienstag 1.8. November 1930 Groß-Äerlin Ii) Pf. Auswärts 15 pf. Tie e t a f p alttge Nouporeillezetl« 80 Pfennig. Reklame'eile 5»— Reichsmark.„Jfletnc Rnsclgen' dos ettge- -rückt» Wo« 2S Pfennig(zulässig zwei !?ttoedruckt» Worte), zedes weitere Wort Pfennig. Steüengeluch- das erste Wort.. 15 Pfennig, ledes weitere Wort, -0 Pfennig. Worte übe» 15 Buchstaben zählen sür zwei Worte. Arbeitsmorkt Zeile 60 Pfennig, gamilienanzeigen Zeile 40 Pfennig. Anzeigenannabme imiiaupt» acfchäsi Lindenftrasie 3. wochentägiich von 8>/, bis 17 Uhr. Äentealovgan der GozialdemoSraMche« HSaetei Sttslfchkands 'liedaktion und Vertag: Berlin SW 68, Lindenslratze 3 Rernidtedict: Tonbnlt 292—297 Telegramm-Adi: Eozialdemokra» Berlin. Vorwäris-Verlag G. m. b. H. Poltichecklomo: Berlin37öZL— Bankkomo: BankderArbeiler.Ängeslelltenund Bcaurten.Witllstr KS. Dt B.u.Mie..Ecs..T«»osi!enlas!e.JttnlalemerS<, KS, LS. Der Sejm des Terrors. Jedoch keine Mehrheit für Verfaffungsänderungen. Warschau, 17. November(Eigenbericht). Der polnische Sesm wird sich noch dem am Wonlagabend vorliegenden vorläusigcn Endergebnis wie solgl zusammensetzen: ÄcgierongsbloS 245(bisher 113). Regicruvgrsozialiskeu 0(10), Linksblock(einschl. Sozialisten) SO(154), Nalioaaldemocralen(Rcchlsopposilion) 64(37), Christliche Demokraten 16(18), Ukrainer und weistrussca 20(47), Deutsche 5(19). ?udeo 9(13). Kommunisten 5(9). Vilsudski hat also die absolute Wehrhcil vou insgesamt 444 Sejmsihen„erobert", jedoch nicht die zur versassungs- ündcrung notwendige Zweidrittelmehrheit. Selbsiverstäad- Uch kann der neue polnische Sejm mit seiner> aus wahlrechteraub, Mischungen, schärfstem Terror und Druck aufgebauten Wehrheil teineewegs als Volksvertretung im demokratischen Sinne gewertet werden. Es genügt, auf die Verluste der nationalen Minderheiten. vor allem der Deutschen, hinzuweisen, die z. B. in gauz pommerellen kein ein'izcs Mandat erringen konnten, um die Wahlnrethodeu der Pilsudfti-Regierung zu charakterisieren. ...* Ans einer Warschauer Meldung des MTB. entnehmen wir: 3n zahlreichen Kreisen des Ostens in geschlossenen ukrainischen und weitzrussischen Grachglebietett sind, sämtliche Mandate»dem Regierungsblock zu- oefalleq. Die Nationaldemokraten haben gewonnen und der oppc- sitionelle Block der Zentrolinken hat sich, wenn man die ll n> gültigkeitoerklärungen von elf wertvollen Listen und die Gefangennahme der Führer und Agitatoren bc- rücksichtigh recht gut gehalten. Den chauptdruck haben die nationalen Minder» betten ausgehallen, die auch demgemäß die stärksten Verluste er- litten haben. Die Deutschen haben sämtliche Mandate in Kongreßpolen und in Pommerellen, drei in Oberschlesien, zwei in der Vrovinz Posen und eines in Lstgalizien verloren. Die deutsche Vertretung wird somit im kommenden ocsin von 19 aus 5 Sitze zu- sannnenschmelzen. Aehnlich stellt sich das Verhältnis für die ukrainische und wcißrussische Vertretung. Cinmütig gegen den pilsudski-Terror! Die deutsche presse m den polnischen Wahlen.— Oer Völterbundsrat hat das Wort? Die gestrige Berliner Abendpresse bot ein seltenes Bild: das Bild der E i n i g l e i t. Von der„Deutschen Zeitung" bis zur„Welt am Abend" gibt es in der Beurteilung der Me- thoden. mit denen Pilsudski seinen„Wahlsieg" erfochten hat, keine Meinungsverschiedenheit. Das Wort„Terrorwahlen' wird in a l l e n Blättern ohne Ausnahme gebraucht. In dieser Verurteilung der Gewaltmcthodeu, mit denen sich der polnische Diktator eine Mehrheit im neuen Sejm erzwungen und erschwindelt hat, liegt ein B e k e n n t n i s zur parlamentarischen Demokratie, das ww mit Genugtuung registrieren, obwohl es'anscheinend von manchen Organen ungewollt und unbewußt abgelegt wurde. Wenn Blätter der äußersten Rechten, die sonst nicht genug das demokratische System verspotten und ver- unglimpfen könsien, in diesem Falle ihre Entrüstung über die brutale Verfälschung des Volkswillens bekunden, so ge- ichieht das offenkundig nur, weil die deutsche Minderheit in Ostoberschlesien, Pommerellen, Posen und anderen polnischen Gebieten in unerhörter Weise drangsaliert wurde, so daß sie schließlich nur 5 von ihren früheren 19 Mandaten behaupten konnte. Wäre disser Terror nur gegen die ukrainische Minderheit ausgeübt worden, die ihn womöglich noch bru- taler zu spüren bekommen hat, dann hätte in der nationa- listischen Presse kein Hahn danach gekräht. Gäbe es in Polen keine deutsche Minderheit und hätte der Wahlterror Pilsudskis nur die Sozialisten getroffen, dann hätte die deutsche Rechtspresse es wahrscheinlich noch fertig gbracht, über diesen Sieg des„Antimarxismus" zu sroblocken. Aber weil Deutsche ihrer demokratischen Rechte beraubt wurden, er- hebt auch sie ihre Stimme. Wir begrüßen diese Bundesgenossenichast im Kampfe gegen die faschistische Unterdrückung der demokratiscben Frei- heiten. Wir erwarten, daß die deutsche Rechte wenigstens so konsequent sein wird, ihren Abscheu gegen den P i l s u d s k i- Terror auch auf den M u f s o l i n i- T e r r o r zu über- tragen, der in Bergangenheit und Gegenwart nicht weniger grausam, sondern noch viel blutiger und zynischer die Volks- Mehrheit unterdrückt und aus einer Minderheit der Wähler ein« Mehrheit«rschmlndelt hat.(Wobei nicht zu vergessen wäre, daß auch innerhalb der italienischen Nachkriegsgrenzen iwben einer slorenischen auch eine deutsche Minderheit unsäglich leidet!) Wir erwarten die Unterstützung der gesamten deutschen Presse, wenn wir heute von der Reichsregierung fordern, daß sie die politische Entrechtung der Deutschen in Ostoberschlesien vor dem Forum des Völkerbundsrates zur Sprache bringt. Dazu ist sie berechtigt und verpflichtet, denn die Entente hat seinerzeit der Abtretung deutschsprachiger Volks- teile an Polen nur unter der Bedingung eines besonderen Minoritätenschutzes zugestimmt. Dieser Schutz ist soeben gröblich verletzt worden. Es ist zu erwarten, daß Polen gegen eine solche Er- örterung in Genf Einspruch mit dem famosen Argument der „Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten" eines sou- veräncn Staates erheben wird. Das wird es nur tun können, indem es sich darauf beruft, daß auch die übrigen nationalen Minderheiten, die den gleichen völkerrechtlichen Schutz nicht genießen, sowie die rein polnischen Oppositionsparteien die gleiche Behandlung bei den Wahlen erfahren haben wie die Deutschen. Nun gut— dann wird es das ganze faschistische Terrorsystem Pilsudskis sein, das im Genfer Rat direkt oder indirekt zur öffentlichen Erörterung stehen wird. Dann wird es sich auch zeigen, ob die französische Demokratie. die es bisher unterlassen hat, der Raserei Pilsudskis Einhalt zu gebieten, ihre Hand schützend über dem polnischen Faschio- mus halten wird. Dann wird es sich zeigen, ob die i t a l i e n i- s ch e Regierung, die sich gegenwärtig in Bekundungen der Svmpathie für den deutschen Nationalismus förmlich über- schlägt, die Vergewaltigung der deutschen Minderheit in Polen deckt. Die polnischen Sejmwahlen sind als i n n e r p o l i t i- fch es Kapitel Polens einstweilen abgeschlossen. Ihre int er- nationale Erörterung als Folge der krassen Verletzung völkerrechtlicher Verpflichtungen zum Schutze der nationalen Minderheiten steht noch bevor! Gehaltskürzung ab 1. Februar. Kompromiß zwischen Neich und Landern. Amtlich wird mitgeteilt: pnler dem Vorsitz des Rclchekanzlers verabschiedeten die ver- einigten Ausschüsse des Reich srats in der heutigen Rach- mittagssihung in zweiter Lesung das h a u s h a l l s g e s e h und den Reichehauehattsplan 1931. Räch schwierigen Verhandlungen erklärte sich die Reichseegie- rung einverstanden, den Ländern für die Kürzung der Ileber- Weisungen um 100 Millionen Mark, die im Hinblick aus die Einschränkung des Dersovinlauswandes in der öffentllchsn Verwaltung der Länder und Gemeinden vorgesehen ist. einen Aus- gleich zu gewähren. Für einen vclcag von 50 Millionen Mark werden ihnen im Reichsbesitz befindliche Reichsbahnvorzugs. o k l i e n übereignet. Die Tragnng der restlichen 50 Millionen Mark soll ihnen dadurch ermöglicht werden, daß die für drei Zahre vor- gesehene sechsprozentige Gehaltskürzung der Beamten schon mit dein 1. Februar beginnen und dementsprechend mit dem 31. Januar 1924 außer Kraft treten fall. Die Relchshisse der Beamten wird aus die Gehallekürzung angerechnet. Republikanische Kundgebung heute, um 20 Uhr, im Sportpalast E$ worden sprechen: Preußischer Innenminister Sevsring Bundesfuhrer Otto Hörsing Professor Georg Bernhard-Berlin (Es wird ein Unkostenbeitrog von 50 Pfennig erhoben Reichsbannerkameraden in Bundeskleidung frei.) Parteigenossen, Republikonerl Gestaltet diese vom Reichsbanner Schwarz- Rot- Go!d veranstaltete Kundgebung gegen den Faschismus zu einem großen Massenaufmarsch der republikanischen Bevölkerung Graß-Berlins! Blick voraus? Die Lehren der letzten Wahlen. Die Nachrichten von den Gemeinde wählen in Baden und Mecklenburg sind keineswegs erfreulich. Es wäre töricht, wenn man das leugnen wollte. Denn es kann nicht gleichgültig lassen, wenn am gleichen Tage im Norden wie im Süden die rechtsradikale Welle ein westeres Ansteigen— zum Teil noch über den Stand vom 14. September hinaus—< aufzeigt, während die sozialdemokratischen � Ziffern stillstehen oder gar einen nicht unbeträchtlichen Rückgang zeigen. Es. kann nicht gleichgültig lassen— es darf aber auch nicht überschätzt werden! Die alten bürgerlichen Parteien— wenn mau vom Zentrum in Baden absieht— sind fast überall in Auf- lösung begriffen. Ihr Stimmcnrückgang ist nun bereits zur ständigen Erscheinung geworden. Der natürliche Zuwachs aus ihren Gesellschaftsschichten wendet sich fast ausnahmslos den radikalen Strömungen zu, die er in der nationalistischen und mit �„sozialistischen" Ornamenten geschmückten Hitler- Bewegung zu finden glaubt. Der Bestand der bürger- lichen Parteien ist inneklich morsch geworden. Ihre Ideologie fußt noch auf den liberalistischen Epochen vergangener Jahr- zehnte. In die Periode zunehmender Kollektivität der Ge- danken und der Wirtschaft ragen sie nur noch als Ruinen einer versinkenden Ideenwell hinein. Dieser Untergang geht nicht stürmisch, aber ganz unverkennbar regelmäßig vor sich. Daß die Partei des Hakeilkreuzes sowohl die„liberalen" wie die konservatio-christlichen Elemente des Bürgertums aufsaugt, ist eine Erscheinung, die für diese Uebergaugszeit charakte- riftifch ist. Wie aber steht es um die S o z i a l d e m o k r a t i e.? Der starke Vorstoß der Nationalsozialisten bei der Rejchstagswahl unter gleichzeitigem Stocken des fozialdenwkratischcn Wachs- tums hat überall aufhorchen lassen. Den nächsten Wahlen— also denen, die am letzten Sonntag vor sich gingen— wurde mit begreiflicher Spannung von links und rechts entgegen- gesehen. Ueberall die Frage: Wird die faschistische Welle ab- ebben? Oder ist sie bereits unaufhaltsam geworden? Heute sind beide Fragen zu verneinen. Der von ihren Führern selbst in seinen Ausmaßen nicht erwartete Erfolg der National- sozialisten bei den Reichstagswahlen hat die natürliche psychologische Auswirkung aller Masseneffekte. Er hat dos Interesse für die Hstler-Bewegung zunächst in noch weiteren Kreisen geweckt. Und die Propagandaleiter der Hakenkreuzler haben überall ihre Aufgabe richtig erkannt: Das Eisen schmieden, so lange es noch glühend ist! Sie haben nach dem Wahlsieg vom September nickst ausgeruht, sondern nach- gestoßen. In Massenversammlungen aller Art suchen sie das Interesse warm zu erhalten. Daß ihr Propagandamittel zum großen Teil die Lüge ist, daß es ihnen auf einen Scheffel innerer oder äußerer Unwahrheiten nicht ankommt, das werden ihre Wähler erst später merken. Einstweilen stehen sie noch im Banne eines überraschenden Erfolges, einstweilen reißen sie in der Hoffnung auf schnellen Sieg noch andere Schichten mit. In deni knappen Zeitraum von zwei Neonaten, die zwischen der Reichstagswahl vom 14. Septcnrber und den Ecmeindewahlen vom 16. November liegen, ebbt eine solche Welle politischer Hysterie nicht ab. Dazu bedarf es längerer Perioden. Dazu wird auch erforderlich fcim daß die Wähler sich von der sachlichen Unfruchtbarkeit der Hstler- Bewegung erst selbst überzeugen. Es hieße nun aber den Kops in den Sand stecken, wollte man verkennen, daß der nationalsozialistische Ueberraschungs- erfolg vom September auch in den sozialdemokratischen Reihen peinliche Gefühle ausgelöst hat, die n i ch t n u r von der Sorge um die. p�» l i t i s ch e n Auswirkungen diktiert waren. Und es läßt sich gleichfalls nicht leugnen, daß das Ergebnis der letzten Gemeindewahl diese peinlichen Gefühle nicht gerade gemildert hat. Aber— und da heißt es, einmal ganz offen sein: es besteht für die Sozialdemokratie zwar aller Grund zu ernster Selbstprüfung, jedoch keiner zum Pessimismus. Seit den Februarwahlen des Jahres 1889, also seit vierzig Jahren, ist die Sozialdemokratie die stärkste Partei Deutschlands! Ihre ziffernmäßige Ausdehnung und ihr politischer Einfluß wären heute Zweifel- los noch wesentlich größer, wenn nicht die Spaltung der Arbeiterbewegung gercde in einer Zeit erfolgt wäre, die ihre Einheit notwendiger denn je machte. Trotz ihrer numerischen Stärke vor dem Kriege, während de« Krieges und nach dem Kriege ist die Sozialdemokratie weiter ge- wachsen und innerlich fester geworden. So zwar, daß viele ihrer Anhänger sich die Möglichkeit eines Rückschlages kaum noch vorstellen konnten. Deshalb war man im September so Reichsrat und Mnanznöte. Die Ausschüsse lesen zwei- und dreimal. Die vereinigten AusfchSsse des Reichsrats traten orn Montagoormittag wieder zusammen, um die zweit« Lesung der bis- her beratenen Gesetze vorzunehmen. Zunächst wurde die Tabak- st euer in zweiter Lesung behandelt. Aus diesem Anlaß hatte sich eine große Zahl von Interessenten des Tabakgewerbes und Tabak- Handels im Reichstage angefunden, so daß die Ausschußsitzung fSrm- (ich umlagert wurde. Die Tabak st euernooelle wurde in zweiter Lesung a n- genommen, ohne daß materielle Aenderungen vorgenommen wurden. Die Hauptstreitpunkts, die eine angebliche Begünstigung der Zigarette gegenüber der Zigarre betreffen, sind allerdings noch un- geklärt geblieben. Die Tabaksteuernovelle wird daher in den Aus- schüssen«ine dritte Lesung erfahren, die noch vor Donners- tag stattfinden soll. Die entscheidende Plenarsitzung des Reichsrats zur Ver. abschiedung der Frnanzreformgesetze und des Haushalts für 1931 soll auf jedem Fall am Donnerstag stattfinden.» Nach der Erledigung der Tabakstcuernooelle wandten sich die Ausfchüsie der zweiten Lesung des Realsteuergesetzes und der Vorlagen über die Wohnungswirtschaft zu. Das Gefetz über die Realsteuersenkung wurde in zweiter Lesung angenommen. Die Senkungsvorschläge der Regierung wurden grundsätzlich aufrechterhalten, jedoch wurde das Gesetz im Einvernehmen mit der Regierung mit Rücksicht auf die Verschiedenartigkeit der Verhältnisse in den einzelnen Ländern etwas beweglicher gestaltet. Di« Reichs- ratsausschüsse erledigten in ihrer Nachmittagssitzung weiter die drei Gefetze, die die W o h nu n g s wirt schaf t betreffen, ebenfalls in zweiter Lesung. Dann begann die.zweite Etatsberatung. Der größte Teil der Etats wurde, da Streitfragen nicht vorlagen, in kurzer Zeit erledigt. Die strittigen Fragen, zu denen in erster Linie der Haushalt des Reichswehrministeriums und die Kürzung der Länderüberweisungen um 100 Millionen Mark gehören, wurden fn Gegenwart des Reichskanzlers und des Reichswehrministers be- handelt. Für Preußen ist noch Finanzmimster Dr. H ö p k« r- A s ch o f f zu diesen Verhandlungen erschienen. Arbeiiswsennot und Arbeiiskosenhilfe. Vortraq AufhäuserS vor der Arbeiterwoblfahrt. Der Bezirksausschuß für iArbeiierwohlfohrt veranstaltete gestern m der Stadthalle eine öffentliche Kundgebung, in der Reichstags- abgeordneter Genosse Siegfried Auf Häuser über„Arbeitslosen- not und Arbeitslosenhilfe" sprach. „Die erste Tat der Volksbeauftragten 1918 war die Einführung der staatlichen Erwerbslosenfürsorge. 1930 stehen wir im Mittelpunkt der Sozialreaktion: Der Kampf um die Arbeitslosenversicherung sprengte im März das Kabinett Müller, es wird auch weiter stärkstes politisches Faktum bleiben und den Gradmesser für die positive Stellung jeder Arbeiterpartei bilden. Die Erwerbslosennot ist eine Welterscheinung, die in Deutschland noch verschärft wird durch die Defizilwirtschast der bürgerlichen Parteien, durch hohe Schutzzölle und eine arbeiterfeindliche Kartell- und Steuerpolitik. Während Lebensmittel in Fülle vorhanden find, besteht eine Absatzkrise. Di« Landwirtschaft beispielsweise Lnftigt sich geradezu vor einer guten Ernte und greift sofort zu künstlicher Verteuerung. Brutal führt das internationale Kapital die Menschen an die Grenze des Hungers. Der Kampf gegen die Arbeitslosenhilfe bezweckt, widerstandslos« Menschen rücksichtslos ausbeuten und so Lohndruck ausüben zu können. Verteidigung der staatlichen Arbeitslosenhilfe ist deshalb Abwehrkampf gegen Angriffe auf das Leben des arbeitenden Volkes. Die Sozialdemokratie führt diesen Kampf, aber tausend« Erwerbs- lose verloren das Gleichgewicht und fielen verzweifelnd politischen Abenteurern in die Hände. Mögen heute bürgerliche Kreise die Schwächung der Sozialdemokratie durch den Faschismus begrüßen: Die Waffe wird auf sie zurückschlagen. Das ungelöst« Erwerbs- losenproblem wird schließlich das herrschende Mrtschaftssystem zer- brechen. 1927 wirkten wir entscheidend an der Schaffung der Arbeits- losenversicherung mit; wir verteidigten sie bis 1930. Die erste ver- fassungswidrig« diktatorische Tat war dann die Iuli-Notoer- ordnung Brünings gegen die A r b e its l o se n ve r- s i ch e r u n g. Bruch der Demokratie ermöglichte den Gewalthabern diesen Erfolg gegen die Arbeitsstzsenversicherung. Deshalb ist Kampf für die Arbeiterrechte und Kampf für die Demokratie eins! In der Verordnung vom 3. November hat die Regierung die Krisenfürsarge Zwar auf all« Benife ausgedehnt, aber die Sätze gesenkt, die Er- werbslosen unter 21 Iahren ausgeschlossen und die Höchstdauer be- grenzt. Die Zweiteilung in Krisenfürsorge und gemeindlich« Unter- stützung ist unhaltbar geworden. Die Not der Gemeinden namentlich erfordert die Vereitstellung weiterer Reichsmittel, die durch Kampf gegen die Kapitalflucht und eine Sonderabgab« auf dieIndustrie zu beschaffen sind. Unsere Politik wird eine Um- stellung der Wohnungspolitik und die 40-Skmden-Woche zur Arbeits- beschofsung erstreben müssen. Die Sozialdemokratie versucht, die Erwerbslosennot zu überwinden. Darum wenden wir uns gegen die Gewissenlosigkeit der sogenannten„Arbeiter- Parteien", denen die Erwerbslosennot die Quelle ihrls Agitations- bedürfmsses ist." In einem Schlußwort forderte Genosse Kurgaß.zu aktiver Tätigkeit in der Arbeiterwohlfahrt auf. peinlich überrascht, daß der Wahltag nicht einen als selbstver- ständlich erwarteten weiteren Zuwachs, sondern gar eine stimmen einbüße gebracht hatte. Und deshalb haben auch die Gemeindewahlen vom November den Eindruck von 'damals noch nicht verwischen können. Aber die Presse der Rechtsparteien— die von der natio- nalsozialistischen Welle zunächst unterspült und zum Einsturz gebracht wurden— befindet sich auf dem Holzwege, wenn sie glaubt, daß der Sozialdemokratie oder dem„Marxismus" jetzt bereits das Sterbeglöcklein läute. Das Bibelwort:„O ihr Kleingläubigen, warum seid ihr so furchtsam?" findet bei Sozialdemokraten keine Anwendung. Denn es gibt bei ihnen keine Kleingläubigen und noch weniger das Gefühl der Furchtsamkeit. Sie wissen, daß es noch in keiner Epoche der Weltgeschichte eine von Ideen getragene Bewegung gegeben hat, die ohne Stockung und ohne gelegentlichen Rückschlag in einem einzigen großen Rennen zum Siege gelangt wäre. Sie wissen, daß auch die umfassende Gedankenwelt des Sozialismus abhängig ist von den wirtschaftlichen Grundlagen politischer Entwicklungsstufen, daß Wirtschaftskrisen von der Schwere und den Ausmaßen der gegenwärtigen auch eine fast gesetzmäßig soziologische Entwicklung unter- brechen und behindern können. Ueber diese geringen Erschütterungen der Gegenwart hin- weg bleibt jedoch wirksam der Zukunftsglaube und die Zukunftsarbeit der sozialistischen Partei. Es ist be- tannt, daß der Bergsteiger die erste Hälfte des Weges zum Gipfel schneller zurücklegt als die zweite. Die schwedische Sozialdemokratie stand wiederholt dicht vor der Erreichung der Mehrheit in ihrem Parlament. Bei der letzten Wahl fehlten ihr nur wenige Mandate, um in der zweiten Kammer die Majorität zu haben. Aber die Anhänger wurden nicht wundergläubig angesichts des vermeintlich nahenden Enderfolges. Sie sagten, es fei leichter, die ersten sieben Man» date zu erobern, als die letzten fehlenden sieben. Sie waren deshalb sicher auch nicht zu Tode betrübt, als die Wahlen statt einer Mehrheit sogar einen Mandatsrückgang brachten. Die letzten schwedischen Gemeindewahlen zeigen, wie recht unsere Freunde hatten, als sie sich bei ihrer Reichstagswahl wicht aus dem Gleichgewicht bringen ließen. Auch für die Sozialdemokratie Deutschlands kapn die Lehre dieser Wahlzeiten nur sein: Die Reihen geschlossen, den Blick voraus! Eine Bewegung, die wie die unsere Aus- druck einer tiefen gesellschaftlichen Umge- st a l t u n g ist, kann zwar vorübergehend aufgehatten, aber nicht beseitigt werden. Ihre geschichtliche Aufgabe ist es— in Vergangenheit und Gegenwart— die demokratischen Grundlagen zu schaffen und zu erhalten, auf denen das Gebäude des wirtschaftlichen und kulturellen Gemein- schaftslebens emporwächst, das wir als das f o z i a l i- stische Zukunftsziel erkämpfen und gestalten werden — trotz alledem! O guie Niederlage! Zum Kapitel„Rationale Erziehung.� Im„Berliner Lokalanzeiger" treibt Friedrich Hnssong nationale Erziehung. Nach einigen Zitaten aus dem„Militär- Wochepülätt" über die unwahrscheinlich« Unbildung unserer Reichs- wehrrekruten zitiert er eine Dialogstslle aus Romain Rollands „Johann Christoff" in der es heißt: Dem Deutschland hat uns viel Leid zugefügt... Aber das Gute, das es uns, ohne es zu wollen, zugefügt hat, ist größer als das Bös«. Ihr habt unseren Idealismus neu entflammt, die Glut unserer Wissenschaft und unseres Glaubens neu belebt, ihr wurdet die Veranlassung, daß unser Frankreich mit Schulen übersät wurde, ihr wäret es, die unsere Dichtkunst, unsere Malerei und Musik zu neuem Leben erwecklen... O gute Nieder- läge! Gesegnet sei der Zusammenbruch! Wir werden ihn nie verleugnen! Wir sind seine Kinder. Herr Hussong meint, das sei doch viel schöner als„Locarno- geschwatz und Thoirygesäusel". Aber so etwas könne man eben von dem„annoch regierenden Marxismus" nicht erwarten. Es ist allerdings ein Glück, daß kein deutscher„Marxist" so etwas geschrieben hat. Hätte er nämlich das getan, so wäre jetzt überall in den Hugenberg-Gazetten zu lesen, die Sozialdemokratie habe sich zum Dolchstoß bekannt, denn einer von ihr habe geschrieben:„Q gute Niederlag«! Gesegnet sei der Zu- sammenbruch!" So wird es nämlich hierzulande gemacht, und s o treiben die um Hitler und Hugenberg„nationale Erziehung" �Votlblutjud". Ein Schimpfwort und ein Wahrheitsbeweis. Ii» einer LIegnitzer Versammlung hatte der nationalsozialistische; Hauptmann a. D. Wilhelm S a p p k e nach allerhand Schimpfereien gegen den verstorbenen Stresemann den anwesenden polizeilichen Stenographen zugerufen: ,La, berichtet das Eurem Ober- Präsidenten Lüdemann, dem Vollblutidioten I" Wegen dieser Beleidigung des Oberpräsidenten vor Gericht ge- stellt, suchte sich Herr Sappl« in der üblichen Nazimamer heraus- zureden: es läge ein Hörfehler vor, er habe den Oberpräsidenten nickst als„Vollidiot", sondern als„V o l l b l u t j u d" bezeichnet. Der Staatsanwalt meinte mit Recht, dies sei Jacke wie Hose. In der von dem Angeklagten geäußerten Form und Absicht sei auch der Aus- druck Vollblutjud eine Beleidigung, wegen derer der Angeklagte zu destvasen sei. Das Gericht schloß sich jedoch einem Beweisantrag des Verteidigers an, den Oberpräsidenten Lüde mann als Zeugen über fem« Rasse zu vernehmen, und vertagte die Sache. Das Gericht behandelt« den Ausdruck„Vollblutjud" nicht als Beleidigung im Sinne des§ 185, sondern als„Behauptung einer nicht erweislich wahren Tatsache" im Sinne des§ 186 des Strafgesetzbuches. Der Oberpräsident der Provinz Schlesien wird also demnächst vor Gericht zeugcneidlich über seine Rassezugehörigkeit vernommen werden. Wenn er dann aussagen wird, daß er aus einer christlichen Lübecker Bürgerfamili« abstammt, so wird die Verteidigung des Herrn Sappl« vermutlich mit Hinweis auf die dunkle Haarfarbe des Präsidenten Blutproben und Schädelmessungen beantragen. Wir zweifeln nicht, daß das Liegnitzer Erweiterte Schöffengericht auch auf diese Anträge eingehen wird, denn man kann doch dem An- geklagten für sein Schimpfwort„Vollblutjud" nicht den Wahrheits- beweis abschneiden. Eins möchten wir freilich wissen: was wohl unter dem kaiserlichen System dem Angeklagten passiert wäre, der einen Oberpräsidenten von Moltke oder von Zedlitz-Trütschler als «Zeugen über seine Rassezuyehörtgkeit vor Gericht zitiert, und erst recht, was dem Gerichtsvorsktzenden geschehen wäre, der einen solchen Bewe-isantrag stattgegeben hätte l Agrarier organisieren Z)roiesisiürme. Reo« beweise dafür, wie es gemacht wird. Wir haben kürzlich den dokumentarischen Nachweis dafür ge- bracht, daß der Reichslandbund systematisch zu Telegramm- stürmen auf die Behörden aufgefordert hat, um die vom Reichs- landbund entfesselte Notpropaganda zu unterstützen. Wir haben jetzi dafür zwei neue dokumentarische Beweise, die wir im folgenden wörtlich wiedergeben: C i l t k e h r! An die Kreisgruppen des Pommerschen Land- bundee. Vetrifft: Wechselprolongation. Nach Mitteilung des Grafen Kalckreuth müssen die- jenigen Landwirte, welche ihre Wechsel nicht«inlösen können, jetzt �sofort einen schriftlichen Verlängerungsantrag 'an den Gläubiger richten, für dessen Forderung der Wechsel gegeben ist, also an den Händler, Ein- und V«rkaufsver«in usw. Von diesem Antrag ist Abschrift an die Prooinzialgeldstelle(Pommern- kasse, Hauptgenossenschast) und möglichst auch noch an die Preußen- kasse zu geben, damit dies« Stellen sofort über den Antrag unter- richtet sind. Hierbei muß man die Stellen ausfordern, den nach- eordnetenGläubigerndieMöglichkeitzugeben, i« Wechsel zu prolongieren. Die Anträge sind zu b e- gründen, unter anderem damit, daß derLandwirt?u den augenblicklichen Preisen nicht sein letztes Getreide auf den Markt werfen kann, daß Kartoffeln überhaupt nicht anzuwerfen sind usw. Wenn die Mpglichkeit besteht, T e i l zn h l u n g« n au- verhandenen Mitteln zu leisten, so ist ein entsprechender Teilantrag zu stellen Di« Hauptsache ist schnelles Handeln jedes einzelnen. Der Geschäftsführer: Mit vorzüglicher Hochachtung gez. Frhr. v. Bothmer. gez. v o n R o h r. Noch interessanter ist das zweite Schriftstück, das vom Branden- burgischen Landbund an sämtliche Mitglieder versandt wurde. Es lautet: An unsere Mitglieder! Di« märkische Landwirtschast befindet sich heute im Zustand völliger Zahlungsunfähigkeit. Trotzdem wird von uns im November gefordert: 1. Di« großen Steuerverpflichtungan zu erfüllen, 2. gegebene Kredite aller Art in erheblichem Umfange zurückzu» zahlen. Zu beiden ist die märkisch« Landwirtschaft nicht in der Lage. Der Reichslandbund kämpft bei der Regierung darum, auf steuer- und kreditpolitischem Gebiete umfangreiche Maßnahmen zur Milderung des Katastrophenzustandes durchzusetzen. Bis ein« Eni- scheidung getroffen ist, fordern wir die b r a nd« n b u r g i- ichen Landwirte auf, um Zwangszahlungen aus der Substanz zu vermeiden, 1. sofort begründete Swndungsanträge auf alle Kommunal-, Staats- und Reichssteuern an die in Frag« kommenden Steuerbehörden«inzureichen mit dem Ziel der Nieder- schlagung, 2. sofort Prolongationsonträge für fällig werdende Kredite bei den in Frage kommenden Kreditinstituten zu stellen. Brandenburgischer Landbund. Nicolas. Gauger" Bethge. Lechler. So wurde und so wird's gemacht! Der Reichelandbund hat es soweit gebracht, daß den Klagen der Landwirtschaft überhaupt kein Glaube mehr geschenkt wird, dank solcher unmöglichen Methoden. Der Landwirtschast hat er damit nicht gedient. Reichsarbeiksminisier Skeaerwald, Ministerialdirektor Sitzler und drei weitere Herren des Reichsarocitsministeriums sind pestern abend 9 Uhr in London eingetroffen. Sie wurden auf dem Bahn- hos vom englischen Arbeitsminister Miß Bondfield, in deren Bs- gleitung sich vier Herren ihres Ministeriums befanden� begrllßt. In Lern und Brüssel demonstrierten groß« Massen der sozia- listischen Werktätigen gegen die Rüswngssorderungen ihrer Regie- rungen, Fensieremwerfer— Nationalsozialist! Oos Ende der Legeade von den Lock piheln. Im Hugenbergschen.Lokal-Anzeiger", doch sicherlich nicht der Feindschaft gegen die Nazis verdächtig, las man am Sonntag folgendes: Gestern wurde dem Bernehmungsrichter der 25 Jahr« alt« Schneider Curtz vorgeführt, gegen den wegen des Verdachtes de» schweren Landfriedensbruches Haftbefehl er- lassen wurde. Der Verhaftete, der Mkglled der NSDAP, ist, soll am 13. Oktober Schaufensterscheiben in der Leipziger Straße ein- geworfen haben. Er selbst gibt an, sich einem ihm im übrigen unbekannten Trupp Demonstranten angeschlossen zu haben und auch selbst einen Stein in ein Schaufenster geworfen zu haben. Der„Lotal-Anzeigei" gehörte zu jenen Blättern, die sofort noch dem Schaufenstersturm die Legende aufbringen halsen, daß nicht Nationalsozialisten, sondern kommunistische„Lockspitzel" und„Pro- ookateure" die Scheiben in der Leipziger Straß« eingeworfen hätten, Jetzt muß das gleich« Blatt melden, daß der einzige Steinwerfer, dessen Verhaftung bisher geglückt und der selber der Tat geständig sst, eingeschriebenes Mitglied der National- sozialistischen Partei ist. Unter dem sehr ungünstigen Eindruck, den die national- sozialistischen Exzesse auf die OeffenUichkeit machten, hatte Herr Hitler damals erklärt:„Jeder Nationalsozialist, der sich an solchen Handlungen beteiligt hätte, würde„innerhalb von zehn Minuten aus der NSDAP, herausfliegen". Innerhalb zehn Minuten.— Damals schrieb man den 13. Oktober, heute schreiben wir den 15. November, und Herr Curtz ist noch immer Mitglied der NSDAP.l Aach Madrid Barcelona. 24 fiöadiger Sympathiestreik. Madrid. 17. November. Zu allen ledenswichligeu Betrieben ist die Arbeit am Nonlag- morgen wieder aufgenommen worden. 3a sämtlichen anderen Betrieben erfolgt die Wiederaufnahme der Arbeil im Laufe des Tages. Die sozialistische Streikleitung hat einen Aufruf veröffentlicht, in dem den Arbeitern der Dank für den Leweis der V l s z i p l i n und des Zufammengehörigkei'sgpfühls aus- gesprochen wird. Die Arbeiter werden oufgefoldert. sich durch keinerlei fremde Elemente(womit die Kommunisten gemeint sind) cm der Wiederausnahme der Arbeit hindern zu lasien. Zu Barcelona wurde am Montagmorgeu ein Z 4 st ü n- diger Geueralsireit erklärt als Sympathiekundgebung sür die Madrider Streikgenossen. Streikende Arbeiter bewarfen Tram- bahnen und Autobusse mit Steinen, so daß der verkehr eingestellt werden mußte. Starke Polizeiaufgebote patrouillieren durch die Stadl._ Lustizminister über Nord. pöret durch El.'6rou erseht: Rochträglicher Erfolg der sozialistischen Intel peilation zum K»nanzjkandal. Paris, 17. November. Justizminister Pöret hat heute abend dem Minister- Präsidenten Tardieu seinen R ü ck t r i? t überreicht. Er begründet« seinen Entschluß mit den Angristen, die anläßlich der O u st r i c- Affäre in der Kammer und in der Presse gegen ihn gerichtet wurden. Der Ministerpräsident Hot daraufhin dem ehemaligen, Finanz- minister Eher an das Justizministerium übertragen. Tardieu und Cheron begaben sich sofort zum Präsidenten der Republik, mit dem sie eine kurz« Unterredung hatten.. Zournalifiensireit in Paris. Korrespondenten deutscher Blätter klagen vor deutschem Gericht. Test«,, fand vor dem Amtsgericht BerNn.Mtt« der Pveite Termin in emer Beleidigungsklage statt, die e i n Harifer Korrespondent„nationaler" Blätter gegen einen anderen angestrengt hatte. Der Pariser Korrespondent der„Dienaze't"(Dienst nationaler Zeitungen), ein gewisser H i r t h, soll eines Tages an den P a r i f e r Korrespondenten des Echerl-Berlages, von jseim. bürg, herangetreten fem und ihm. wenn auch in gewundener Form, so doch in nicht mißzuverstehender Weis« angedeutet haben: ..Mildern Sie Ihre Schreibweise gegen die antideutsche Politik Poincarts, sonst könnten Sie noch ausgewiesen werden." Bei einer Versammlung der deutschen Journalisten in Paris wurde dieses Gespräch zwischen Hirth und von cheimburg zum Gegenstand der Erörterung gemacht: Hirth wurde als französischer Spion, Polizeispitzel and Verräter bezeichnet. Auch Dr. Leo Stahl betätigte sich in dieser Angelegenheit, und von cheimburg weihte den deutschen Botschafter in die Affäre ein. chirth stand seit diesem Augenblick in Paris isoliert da. Am 1. August 1928 erschien in der.Leipziger Volkszeihrng' ein Brief des Separatisten Matthe s, in dein chirth als Spion gebrandmartt wurde. Die„Leipziger Neuesten Nachrichten", die an die„Disnazeit" angeschlossen sind, also von dem Hirth ihre „nationalen" Berichte bezogen, machten den Ecschäftssührer der „Dienazeit", Direktor Robens, auf den Brief au-snrerksam. Robens fragte bei von Helmburg als Vorsitzendem der Vereinigung deut- scher Journalisten in Paris an, was die Sache aus sich habe. von Heimburg wiederholte in seinem Antwortschreiben die Vor- würfe gegen Hirth. Darauf erfolgte dessen Entlassung. Hirth beschloß, ein französisches Gericht anzurufen. Um das zu vermeiden, berief der Vorsitzende des„Dienazeit"-Koi�«rns, Reismann-Grone,. der Verleger der„Rheinisch-Weftfälischcn Zeitung", im September 1928 eine K o n f e r en z nach Essen, um die Angelegenheit aus der Welt zu schaffen. Auch Hirth, von Heim- bürg und Stahl waren erschienen. Ein Vergleich kam nicht zustande, man beschloß, daß die Vorwürfe gegen Hirth in einer deutschen Zeitung wiederholt würden, damit der Beleidigte die Möglichkeit erhalte, seinen Prozeß vor einem deutschen Gericht auszutragen. In der gestrigen Verhandlung wurde die Aussage von Reis- mann-Grone verlesen und Direktor Robens gehört. Nach längerer Verhandlung sah das Gericht sich veranlaßt, einen neuen Ter- m i n anzuberaumen und von Heimburg sowie Stahl per- lönlich zu laden. Von Heimburgs Verteidiger erklärte für seinen Mandanten, daß dieser den Nebenkläger niemals einen Spion ge- iwrnri, sondern ihm nur den Versuch der Beeinflussung seiner Be- richterstattertätigteit vorgeworfen habe. Es wird sicher nicht un- interessant sein, in dem späteren Termin Näheres über die„natio- nale" Berichterstattung, des Herrn Hirth zu erfahren. Seine Auf- iätze haben den allerdeutsch« st en der Blätter an nationaler Kraft Genüge geleistet. Es wäre peinlich, wenn diesem.Deutschen Manne" nachgewiesen würde, daß er mit Poincaristen gegen seine deutschnationalen Sollegen konspiriert hätte. In einer Gerichtsoerhandlung zu München, in der über den Vorwurf angeblich separatistischer Neigungen des bayerischen Mi- nisterprästdenten verhandelt wurde, erfolgt« übrigens die Mitteilung, daß Matthe- vor 14 Tagen gestorben sei. Weg mit den Tanks. Oeuifcher Antrag au? Verbot aller Angriffswaffen. Genf. 17. November.(Eigenbericht.) Mit 15 Stimmen nahm die Borbereitende Ab- rüstungskommission am Montag gegen die Stimm- Ruß- lands bei Enthaltung Deutschlands, Italiens, Amerikas und fünf U-insren Staaten zum Text des Konventionsentwurfes einen fran- zösischen Vorschlag zur budgetären Begrenzung für Unter- Haltung, Ankauf und Herstellung von Landkriegsmaterial an. Graf Bernstorff erklärte dazu, daß er sich unter Aufrechterhaltung feines allgemeinen Vorbehalts nur enthalten habe in der Hosfnung, daß die Allgemein« Konferenz sobald als möglich zusammentrete. Mit einem Zusatz des Spaniers Cobian. derdieverschiedeneKauf- k r a f t des Geldes bei der Budgetkontrolle berücksichtigt wissen will, wurden dann die beiden ersten Abschnitte der französischen Cnt- schließung über die Durchführung der Begrenzungsmethode an- genommen. Danach soll ein Ausschuß aus Budgetsachverständigen die Ausführungsbestimmungen der budgetören Landrüstungs- begrenzmigen ausarbeiten. Da dieser Ausschuß schon über drei Jahre nicht mehr zusammen war, wird er vom Büro der Kom» Mission neu berufen werden. Graf Bernstorff erklärt«, daß die Arbeuen der Sachverständigen keinesfalls die Einberufung der Allgemeinen Konferenz verzögern dürsten. Er verwies noch einmal auf einen deutschen Antrag auf Tierbot der ausgesprochenen Angriffswasfen für Landkrieg. der später beraten werden soll. Dieser deutsch- Antrag soll verbieten: 1. außerhalb von Festungswerken Kanonen über 77 Millimeter und Haubitzen über 105 Millimeter. 2. innerhalb von Festungswerke» Kanonen über 159 Millimeter und Hauhitzen über 210 Millimeter. S. Mörser und Minenwerfer über Mil- iimeter, 4. all« Arten von Tanks. W- nicht diesen Be- �stimmungen entsprechenden Wosfen sollen zerstört werde«. Auch Herstellung und Einfuhr dieser Waffen sollen verboten werden. Da sämtliche Militärmächte stets behaupten, ihre Armeen nur zur Verteidigung zu hatten, ist der deutsch« Antrag sehr wirtungs- voll gestellt. Die Konferenz ging dann zun, Kapitel Seerüstung über und legte ihren Beratungen die Vereinbarungen der Londoner See- abrüstungskonserenz zugrunde. Die Aussprache wird in einer stnterkommission fortgesetzt, in der außer Belgien, das sein« Flotte abgeschafft hat, alle Delegationen vertreten sind. Marinis-Jtalien machte wieder seinen Sleichheitsvorbehalt mit Frank- reich, während Litwinoff seinen Antrag auf prozentuale Tonnagen- begrenzung wiederholte. Am Nachmittag zerstob die Beratung-n heilloser Verwirrung, da bei jedem Versuch zu einer Abstimmu tg Proteste und Vorbehalte gemacht wurden. Litwinoff zog semen Antrag zurück, weil er ihn durch einen genauer detaillierten Antrag ersetzen will. Trotzdem ließ Laudon über den zurückgezogenen Antrag abstimmen. Er wurde einstimmig abgelehnt. heimgefunden hat der Starhemberg mit seiner Heimwehr. Jetzt, wo die Wahl vorbei ist, tun sie sich offen mit den Nazis zusammen. Am Sonntag forderte dieser„Versassungs- minister" seine Faschisten wieder ans. die militärische Tätigkeit voranzustellen, denn damit, nicht im Parlament, werde die Eni- t-hetzunni herbeigeführt werden! Dem Verdienste fein Abzeichen. Eine Stahlhelmdepniaiia» überreichte Mussolini feierlichst das Stahlhelmabzeichen. „Zitdettt, daß Sie, verehrter Herr Sttce, durch die von Ihnen betriebene Kriegserklärung Italiens im Iahre'ISIS die Zahl unserer ge» fallenen Helden so erfreulich vermehrt haben.. Der Skandal um. Kränzen. Aach dem Kall des Lustizministers der Kall der Justiz! Rraunschweig. 17. November.(Eigenbericht.) Das Braunschweiger Landgericht hol in dem Streitfall Kränzen gegen den sozialdemotrallschen„volksfreund" eine geradezu unglaubliche Begründung gegeben. Die ciudrucksvollea klaren Ausführungen der Berlluer Polizeibeamteu werden als nicht glaubwürdig hin- gestellt, während die Zeugen Franzens, die überhaupt nicht auf der Polizeiwache waren, als wichtigste Anskansls. Personen angesehen werden. Es heißt in der Begründung: „Die Berliner Zeugen haben zwar auch die Behauptung des . Volksfreund", daß Franzen den festgenommenen Guth als Löhs« legttimrert hah bestätigt, trotzdem kann das Gericht es nicht als glaubwürdig gemacht ansehen, daß die vom„Bolksfreund" dehaup- teten Tatsachen der Wahrheit entsprechen. Zunächst erscheint es als durchaus unwahrscheinlich und unglaubwürdig, daß die Polizeibeamten, insbesondere Gkhrmann und Graf, welch letzterer noch besonders betont hat, daß er im Er- kennungsdienst ausgebildet ist, irgendwelche Zweifel gehabt haben. cb das Bill» in dem Lohseschen Ausweis sowie das Lohsesche Bild von Guth dieselbe Person darstellt, und insbesondere ob Gnth die auf dem Ausweis Lvhfes dargestellte Person s-i. Denn bei der Betrachtung und beim Vergleich der Gesichtszüge des Guth mit dem Bild auf dem Ausweis Lohfes ergeben sich derartig« Abweichungen und Unterschiede, daß eine Identität über- Haupte nicht in Frage kommen kann. Dies fft auch dem Polizeib samten auf dem Potsdamer Platz sofort aufgefallen, der im Außendienst sogleich gemerkt hat, daß der Festgenommene nicht der auf Mm Bild des Ausweises Dargestellte sei. Dieser Um- stand allein läßt die Aussagen Gehrmanns und Gras, von vornherein als nicht zur vollen Glaubhaslmachung geeignet erscheinen. Es kommt hinzu, daß es durchaus unwahrscheinlich ist, daß sich Franzen so verhalten haben soll, wie es von den Polizeibeamten geschildert wird. Franzen war mit Löhs« zusammen apf die Polizeiwache gekommen, stand in der Nähe des Tisches, an dem sich die Polizeibeamten befanden. Es muß als ausgeschlossen gellen, daß Franzen. der al» Jurist und bisheriger Richter über die Bedeutung seiner Handlungsweise sehr wohl im klaren gewesen sein wird, de» zwang»- gestellten Guth als Lohse bezeichnet hätte. obwohl die Beamten den Ausweis mit dem Lohseschen Big» m der Hand hatten und der wirkliche Lohse in unmittelbarer Näh« de» Franzen und der Beaniten stand, so daß jederzeit die Möglichkeit bestand, daß er als Löhs« erkannt wurde Hierdurch gewinnt d i e Darstellung Franzens wesentlich an Glaub- Würdigkeit, wonach er nur in Beziehung auf das Bild gefragt worden ist, ob das der Abgeordnete Löhs» sei. Diese Darstellung wird in vollem Umfange, soweit die Verhandlungen mit Gehrmann und Graf in Frage kommen, durch den Zeugen Lohie bestätigt, dessen Aussage weiter durch die Angaben Thormählens und Meyer-Lluadcs gestützt wird.(Diese beiden Zeugen sind über- bc.upt nicht aus der Polizeiwache gewesen.) Der Aussage des Zeugen Guth glaubte das Gericht mit Rücksicht auf den Eindruck keiner Persönlichkeit und seine widersprechenden Angaben«ine Beweiskraft weder für noch gegen die Darstellung Franzens bei- messen zu können. Im übrigen erscheint auch ein Mißverständnis insofern möglich, als die Beamten vielleicht wirtlich die Frag« auf den Zwangszestelllen, der Antragsteller(Franzen) jedoch auf das Bild bezogen hat. 5)ierbei ist zu berücksichtigen, daß an dem frag- lichcn Abend auf der Polizeiwache ein ziemliches Durcheinander geherrscht hat." In der Urteilsbegründung heißt es dann weiter:„Unter diesen Umständen liegt bei dem bestimmten B« st reiten Franzens trist, der Aussage de« Zeugen Heinrich kein begründeter Aalatz für die Annahme vor, daß Franzen diesem gegenüber den Gnth fälschlich als Lohse bezeichnet hat. Au» dem Umstände, daß Heinrich Erörterungen über die Immunität von Abgeordneten angeknüpft hat, braucht keineswegs gefolgert zu werden. daß Franzen den Guth als Abgeordneten Lohse legiti- mnert hat, da Guth sich auch selbst al» solcher aus» gegeben hat. Im übrigen kann nicht angenommen werden, daß Franzen, nachdem er den beiden Polizeibeamten gegenüber eine falsch« Legitimierung Euch» nicht' vorgenommen hatte, dieses Heinrich gegenüber getan haben soll. Der Zeug« Regierungsassessor Dr. Schacht vom Berliner Polizei- Präsidium hat die Behauptuna des..Dolksfreund", daß gegen Franzen ein Strafverfahren eingeleitet sei, b e- ftätigt. Trotzdem konnte nicht festgestellt werden, daß gegen Franzen ein Strafverfahren eingeleitet sei." In ähnlichem Stile geht die Begründung 34 Schreibmaschinen- feiten lang weiter: ->° - Der Vater dieser Urteilsbegründimg macht- aus seinem Herzen kein« Mördergrube. Man stelle sich vor: Die Berliner Polizei» beamten, zwei ehrenwerte, lange Jahre im Dienst stehende Männer, bekunden übereinstimmend, daß Franzen seinen Parteifreund Guth wider besseres Wissen als Landtagsabgeord- neten Lohse legitimiert hat. Die beiden Beamten bekundeten ihre Eiickirücke und Beschuldigungen gegen Franzen u n t e r E i d. Alles das bedeutet für den Richter in Braunschweig nicht». Maßgebenider als alles, was die Berliner Polizeibeamten unter Eid erklärten, waren ihm die Re d e n s a r t e n Franzens vor Gericht. Er deckt den Nazimini st er, obwohl an dessen Schuld nach dsm Verlauf des Braunschweiger Prozesses nicht der geringste Zweifel bestehen kann. Wenn es ein Gericht gibt, dos Wert darauf legt, daß man ihm feine Unbefangenheit nicht mehr vorwerfen kann, so hat das Braunschweiger Kollegium dieses Höchstziel der Wünsche bereit? er- reicht. „Er ist Franzose.. Das ist bei Ludendorff keine„Deleidigung". Hamburg. 17. November. Der Strafsenat des halrseatiichen Oberlandesgerichtes verlvars heute die Revision in der Prioatklage der Photographen Heinrich Sparr in Cuxhaven gegen den General a. D. Ludendorsf wegen übler Nachrede. Ludendorff bleibt frei- gesprochen. Das Cuxhavener Amtsgericht hatte am 27. März 1929 Ludendorff zu 800 Mark Geldstrafe verurteilt, während die Hamburger Strafkammer III am 20. Juli 1930 ihn frei- gesprochen hatte. Der der Klage zugrunde.liegende Tatbestand ist kurz folgender: Ludendorff brachte vor«inigen Jahren die bekannte Kroschüre heraus:„Vernichtung der Freimaurer durch Eni- hüllung ihrer Geheimnisse." Darin befindet sich u. a. ein Bild, das zwölf Personen— elf Feldgraue und einen Zivi l i st e n darstellt, die im Text als„Mitglieder der frei» maurerischen Weltloge zum aufgehenden Licht an der Somme" bezeichnet werden. Auch sind die einzelnen Personen, mit Ausnahme des Zivilisten, namentlich benannt, während es von letzteren heißt, er sei ein Franzose. In dem Text wird weiter hierzu ausgeführt,„so wurde Landesverrat ge- züchtet" und„so wurde feindliche Spionage erleichtvt". In Wirklichkeit war der abgebildete Zivilist der Privatkläger Sparr. der sich durch die textlichen Angaben zu dem Bilde beleidigt fühlte. Sparr war im Iahre 1915 durch Fürsprache von Logen- brüdern die Genehmigung ertellt worden, in St. Quentin«in photographisches Atelier zu betreiben. Die erwähnten Angaben in Ludendorsfs Broschüre betrachtet Sparr als öffemlich« unwahr« Behauptungen. Die Strafkammer kam seinerzeit zu einem Freispruch, weil auf dem Bilde der Zivilist als Franzose d e z e i ch n« t sei, und das sei nicht als Beleidigung an- zusehen, auch mcht, wenn Ludendorff es sagt.. Französische Skrafrechtsresorm. Im Pariser Iustizpalast tritt eine Kommission zusammen, um eine tiefgreifende Reform des französischen Strafgesetzbuches in Angriff zu nehmen. Die Hauptaufgabe der Kommission besteht darin, die meist auf den Code Napoleon zurückreichenden Strafrechtsbestimmungen, nach denen in Frankreich zur Zeit noch Recht gesprochen wird, der Gegenwart anzupassen WERTHEIM Fisch«, Obst und G«rr.use w«rdan nicht zugesandt frisch, fleisch Suppenfleisch.Pfuno0.88 Gehacktes u. Liesen 0.85 Kalbskamm 0.86 Bruit 0.92 Kalbsschnitzel Pfund 2.00 Schweinerücken Bauch 0.92 Fr. Bratwurst t.16 Hammel-Vorderfleisch 1.02 Rückentett-»-«ifig. pn SfQdcen, Pfd. von an 1»30 (tVursttvai'er» Dampf- u. Rotwurst 0.98 Landleberwurst fun-- 1.20 Mettwurst �rnsdlpwfun9d 1.20 Leberwurst �Fuetwun» 1 50 Teewurst 1.60 ob. 1.75 Schinkenspeek1"?p,und 160 Gekochter Schinken n.« onn. Schwarte, gacchnitt., ViPid."" Tägl. 5 u.SV, Uhr.■> S Barl). 8256 Tägl. 1— 6 M.— Naehm, halbe Preite. Rastelli"Der Me?der'Uer MatraHall8tt,CaroMed,Di Jongleure** :ar o-Med Trappe usw. Tiql, 5 u. 815 sonai. 8. 5o. 8 15 Alex. E 4, 8066 I. Vorstellnn" SO Pf. bis I M. II. and III. Vorst, I bis 2 M. 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November, 5» Neueinstudierung; Familie Hannemann Preise von O.SO bis l.BO M Theater für die Kinder: Sonnabend 4« Petcrehens Mondfahrt rfolg ba&ai InfQf 3tG ba Vorwärts Allgemeine Orkskrankenkasse Berlin- Jlotben 17. 50. 60 g Sie. 77. 81, 83. 96 und 98, Ist oom Oderversicherungsaott Berlin genehmigt w rden Druckilllele des SatzungSnachtraaes lind in den nächsten Tagen IM Kassenloial Berlin. Oranieubur.-er Str. 54, und m den AweigsteHen erhälilich Berlin, den ,8 Ronernber 1330. vor vorstand Neubecker, beengender. S«-ioö/3, Beglaubigte Abschrift. Prwalllagekacho des Gewerlichallsange. bellten Paul Eckiulz ,n Müdlenbeck dei Berlin, Lindenallee 38, Prioalkläger« aeaen de» Schrlstletter Erich Bednke. nalle e, d Saale. Halderitädter Straße 5. Anaeklaqien. weiten Beleidigu g Das Amtsgericht, Abt 8 k> Halle a d S. hat am 27 Oftober 1330 llir Re-tn erkannt Der Angeklagte wird wegen Beleidigung »>i einer Eeldilraie v n 60— sechzig— Neichsmark. hil sweise sllr se S— Illnf Reichsmark zu einem Tage Hast uerurleist. Die Köllen des Verfahrens hat der An g» lagt- zu tragen. Dem nerlegten Eewerkkchastsangestellten Paul Schulz in Milhlenbeck bei«Berlin, Lindenallee 38 wi'd die Beinini« zuoe- sprachen, binnen 2 Wochen nach Eihall der UrleilsaiissertL'NNg den entscheidenden Teil d> S UitetI» in den Halleichen Heilungen .Vollsblall" und„stlalsen'nmv,- und in der Berlwer e!ei ung„Vorwärts'* a Köllen de» Angenagten zu verSffentl'chen Di- vorNihende Adschrtst der Urteile- soruie' wnd deglanbigt Da« Urteil ist vollstreckbar. Halle a b. 6. den 4. November 1930. I. s. gez Holm, Aktuar als Urkund sbeomler der SeschSitsstelle de, Amtsgericht«__ OMeillalUiMiliariii fichtun?. Betriebsrate der Hauptgruppe 6, Untergruppen 18 und 19 Otcnalan. den 18 Jtopembcr, abends Z Ahr. im llhnngssaal des verboubshonse» cinsenstrost« S4 85 BnipvSh-versemmtuhg. Tagesordnung: t. Vortrag Die Nowerordnung llbei da» Arbeil-- lasenverstcherung»- Gesetz Neierent: Kollege Bernhard striiger 2. Srnnpenangelegenheilen. stahlreicher Besuch wirb erwartet. Ohne Mitgliedsbuch lein ffutrilt. Die Ol iivcrw.ltnnö. Kapitän- Kautabak schmeckt mir doch am besten! WM iüeiailar&elter Veraand Verwaltun">stelle Uerlin Todesanzeigen De» Mitgliedern zur Rachrichl. daß unser Kollege, der MechanUer öeriiligrü Mililer am 15. November an Herzschwäche geslordea ist Die Beerdiguug findet In Dessau statt Am IS. November starb an Schlag» anfall unser Koileg«. der Silberarbeuer Nermallv Zfcuge geb 5. September 1851. Die Sinäschermia findet Donner«. lag. den 20. November, I7>, Uhr, im Krema orinm Baumschulenweg. stieshoizstraße. fiatt. Rege Beleiligung wird erwartet. VRacbrut Am 8. November starb unser st vi» lege, der Arveiter Heinrich Lauschfee geb 20 Oktober 188L Hm 7 November starb unser Kollege. der Fräser ?aul Kretschmer geb. 2. Znnl 1830. Die Be ,attung«n habe» bereits stattgeiundeit. Ehre ihren» Andenken! Die Ortsverwaltung. Danksagung Fiir die herzliche Teilnahm» bei der Einäscherung meine« lieben Mannes. unseres guten Batert August Möhrlng sagen», raUenPerwandllN.F unden und Genossen un eren Heeziichsten Dank.' p, an Mehring nnd Kinder. Danksagung. Zllr die vtelen Beweise herzllcher Tetlnahme bei der EiaSicherung unsere« Neben Bruders Adolk Czauderna sagen wir allen flreunden und Be» lannien sowie den Rednern vom Frei. deukerverdaud und Metallardetter- vetdand sllr ihren innigen Nachruf unseren herzlichsten Dank. GescbwUier Czauderna. Berlin. Diepholz, Pforzheim. Buckikster freissbbau! iiamenspenfier, Echter'ltal. Vino-Vertnoulh.... Feinster süßer Samos....... Feinster echter Tarragona..,. 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Die Bedeutung des Wassertransports auf unseren Flüssen und Kanälen geht am besten daraus hervor, daß die Versorgung Berlins unendlich mehr Schwierigkeiten böte, wenn kein Wasser- verkehr möglich wäre. Etwa 50 OW Kähne kommen jährlich nach Berlin, und jeder einzelne befördert die Last eines vollbeladencn Güterzuges. Man wird daher begreifen, daß der Ausbau der Wasserstraßen und ihrer Schleuse» eine wichtige Rolle spielt. Desgleichen die Herstellung großer Hafenanlagen, tt« Berlin sie im West- und im Ost- Hafen besitzt. Wer sie aufsucht, wird ein Bild empfangen, das an das lebhafte Treiben eines Grohschiffahrthafens er- innert. Die Berliner Zille hat etwas Gemütliches— schon die Oderkähne sehen selbstbewußter aus. Und wer an einem schönen Sonnentage, vielleicht Sonntags, so manches Idyll auf einem Kahiwerbeck beobachtet hat, mag bei sich denken:„Muß doch eigent- lich eine nette Arbeit fein!" Daß sie schwer und voller Gefahren ist, daß sie Entbehrungen aller Art mit sich bringt, ficht man der Festvertäut am Ufer der Havel Zille am Sonntag nicht an... Wer aber aus einem oollbeladenen Kahn bei schlechtem Wetter, wenn der feine Regen einen Nebel- schleier über die Erde breitet, die Fahrt stromauswärts oder in einen Hafen hinein mitgemacht hat, weiß, daß nur kluge Ueberlegung und eine feste Hand verhindern können, daß die schwere Kohlen- oder Ziegelsteinlast auf den Grund zu liegen kommt. Gewiß ist die Arbeit des Staakens, der Fort- bewegung durch lange Stangen, vielfach durch die Anbringung eines Motors oder durch Zusammenstellung mehrerer Zillen zu einem Schleppzug ersetzt worden, aber so mancher Kahm eigentümer steuert den alten Kurs muh in aller Weise. Das heißt: das Steuer führt gerade in diesen„Kähnen noch alter Art"' die Frau, der die Doppel- aufgäbe: Wirtschaftsführung und Kahnlenkung, zufälll. Und noch ein Drittes: die Sorge um das Kind... Von früh auf lernt die Kahnjugend die nicht leichte Kunst, sich auf dem schwankenden Bretterboden zu bewegen... Im Winterhafen kehrt die bürgerliche Ordnung ein— aber aus leicht begreiflichen Gründen des Verdienstes er- sehnt man doch den Augenblick so rasch wie möglich herbei, wo es heißt: Anker gelichtetl Vier von der„Großhandlung." Gchnürsenkelhändler als„Großkaufmann".- Oas Geschäft ging fabelhast. Durch ein Berliner Schwindelkoasortium ist eine Reihe von chemischen Fabriken schwer geschädigt worden. Betroffen sind in erster Linie auswärtige Firmen, deren Schaden sich noch vorläufiger Schätzung auf etwa ZOO 000 Mark belauft. Im Hause Potsdamer Straße 80 a wurde vor einiger Zeit von einem Arthur Riedel, einem Manne von 30 Jahren, der sich großspurig Großkaufinann nannte, eine„Chemische Großhandlung" gegründet. In Wirklichkeit handelte es sich um einen kleineu Sj.»ab«Händl«-» itH w...einer ÄwWüjh«„Hj.- dxr„ KguMrxiße'"ffi SMneberg sein yuHrtier hat. Sein Geldgeber tnadtfi die. Bekanntschaft zweifelhafter Elemente, mit denen er nach-eimm geuau oor- bereiteten Plan Betrügereien in großem Maßstabe ver- übte. Der„Geldgeber" war ein gewisser Schmidt aus der Kanistraße und seine weiteren Mitarbeiter ein Bruder dieses Schmidt, ferner ein Alfred Abraham sowie ein Willy Hauke. Das vierblätlrige Kleeblatt ist zur Zeit„verreist" und die Kriininal- polizei ist bemüht, ihren Aufenthalt zu ermitteln. Nur Riedel konnte festgenommen werden. Wie er angibt, war ihm versprochen worden, daß man ein Laboratorium zur Her- stellung von Schönheitsmitteln einrichten würde. Er will von seinen Kompagnons hinters Licht geführt worden sein. Aon Groß- lieseranten bezogen die Vier Rohmaterialien— natürlich auf Kredit. Di« eingehenden Waren wurden jedoch sofort ver- schleudert. Der Festgenommene gibt zu, daß er von Buch» führung nicht die geringste Ahnung habe. Gute Bekannte aber hatten die wichtige Ausgab«, stets für glänzende Auskünfte über die famose„Chemische Großhandlung" zu sorgen. Fünfzig Opfer in Lyon? Achtzehn Leichen noch unter den Trümmern. ... i.<-■■■.'.,'..... i.v... Pa rj.s, l?. Rovember. Die Zähl der Todesopfer der Einslurzkolastrophe in Lyon wird nunmehr aus etwa fünfzig geschäht. ZZ Opfer stehen bisher fest: neunzehn Feuerwehrleute, fünf Polizisten, sechs Frauen und zwei Kinder. Bicrn hat jedoch Grund zur Annahme, daß unter den Trümmern noch etwa lS Leichen liegen, darunter Algerier, die in einem der Hotels wohnten. Die nächste Stadtoerordnelenversammlung findet am kommen- den Donnerstag statt. Beginn der Beratungen um 16?� Uhr. Auf der Tagesordnung steht u. a. der Nachtrag zum Haushalts- plan, der voraussichtlich ohne Aussprach« an den Haushalts- a u s f ch u ß überwiesen werden wird. Auf den Leim geführt! Die Einbrecher von Hubertusstock kamen im Auto?— Mit langen Gesichtern zogen sie wieder ab. Di« polizeilichen Ermittlungen über den Einbruch im allen Jagdschloß Hubertus stock fmben nunmehr ergeben, daß es sich bei den Dieben um eine Bande lzandelt, die von auswärts im Automobil gekommen war. Den Herren Dieben sind bekanntlich in dem sogenannte» „Jagdschloß", das nur ein einfacher Holzbau ist und in dessen wenigen nickst als Museum benutzte» Zimmern es außer- ordentlich schlicht aussieht, nur geringe Habseligkeiten in die Hände gesallen. Nach den aufgebauschten Tendenznachrichten in der Rechtspresse hatten die Banditen allerdings glauben müsse», daß dort im Walde ein richtiges Schloß steh«, in dem der Ministerpräsident Braun ein Leben führe wie Gott in Frankreich. Die Diebe sind durch die Berichte der Rechtspresse, die sozialdemo- kratische Minister in Mißkredit bringen sollten, erbärmlich auf den Leim geführt worden. Eberksbrücke gesperrt! Der gesunkene Kahn noch nicht gehoben.— Schwierige Bergungsarbeiten. Gestern tonnten an der Ebertsbrücke die Bergungsarbeiten an dem Lastkahn, der am Sonnabend plötzlich untergegangen ist, auf- genommeii werde». Zunächst versuchte ina», den Rumpf des Schiffes, das mit mehreren tausend Zentnern Kies beladen ist, mit Ketten zu um- spannen und von zwei Schleppdampfern über einen quergestellten leeren Lastkahn an die Oberfläche zu ziehen. Der Versuch ist miß- glückt und es wird wohl weiter nichts übrig bleiben, als zunächst einmal den Kahn auszubaggern. Ein zweiter Plan ist, de» Kahn unter Wasier mit Hilf« von Tauchern in der Mitte zu durchsägen und dadurch zur Entleerung zu bringen.— Die Ebertsbrücke ist wegen der Schäden an den Brückenpfeilern nun auch für de» Fußgängerverkehr gesperrt worden. Die Straßen- bahnlini« 9 wird über den Hackeschen Markt umgeleitet. Tödliches Serum. 17 Kinder an Antidiphtherieferum gestorben. Rem Dork. 17. November. In einem Krankenhaus der S i a d i Rl e d e l l i n in der Republik Columbia sind 17 Kinder nach Einimpfung eines Aniidiphiheriefmims gestorben. 32 Kinder schweben in Lebensgesahr. Spartassen bis abends geöffnet. Di« Sparkasse der Stadt Berlin wird demnächst in 20 ihrer.. G�jchastsstelley,..die, in den All?Ver!iner Bezirken, in Lharlollenburg, und Lichtuiberg liegen, die Kojsenstunde» auf die Zeit von 9 bis.'19 llhr, Sönnabends von 9 bis 16 Uhr«lsdchnen. Damit soll den Sparern Gelegenheit gegeben werden, auch itr den Nachmiitagsstunden Einzahlungen und Abhebungen vorzu- nehmen. Für die Sparkasse selbst ergibt sich durch die Verlegung der Kassenstunden die Möglichkeit, ein« Anzahl von A n g e- stellten, die sonst hätten entlassen werden müssen, in wirtschafi- licher Form weiter zu beschästigen. 500 000 Felle verbrannt. In Wattleros bei Lille brach in einer Großgerberei ein Feuc, aus: 500 000 Felle verbrannten. Als Ursache des Brandes nimmt man Kurzschluß an. Der Schaden wird auf etwa 4 000 000 Franken geschätzt. Von der Neugierde getrieben, stieg er an den Stockwerken der anderen Händler vorbei bis in die vierte Etage und trat in das Galanteriewarenkvntor ein. Der kleine Raum sah nicht gerade vertrauenerweckend aus. In der Mitte stand ein alter, abgewetzter Schreibtisch. Ballen Packpapier lagen unordentlich in einer Ecke, der Boden war unsauber und ein kleiner, verwachsener Mensch guckte ihn aus tiesticgenden Schlitzaugen an. Solange er einen Kunden witterte, war der Kleine die Zuvorkommenheit selber. Als er aber erfahren hatte, was Ludwig wollte, fiel das Lächeln aus seinem gelben Chinesen- gesicht wie ein Rolladen, wenn das Band reißt. Er wurde grob. „Der Chef ist nicht da", sagte' er.„Der kommt erst in einer halben Stunde. Uebrigens, wo. Herr, haben Sie Ihre Augen? Können Sie nicht lesen? Hier!" Er riß die Tür auf und tippte mit sqinem ausgedeinten Zeigefinger auf ein Lack- schild:„Hier, groß und deutlich: Offerten werden nur Montags und Dienstags angenommen! Na, und was ist heute, Herr? Sonnabend, nicht wahr? Heute ist also keine Zeit für solche Sachen, ein andermal wieder!" Ludwig schritt geknickt durch die ofsengehalleue Tür. Das war ein Schlag ins Kontor! All seine Freude von gestern war dahin. Grau und wie bespuckt lag das Treppen- Haus da. Lautlos stieg er die Treppe hinunter, zählte die Stufen, um sich abzulenken, und sagte in einem fort vor sich hin:„So ein grober Klotz von einem Kerl ist mir noch nicht vorgekommen!" Als er aber eine Etage tiefer vor der Tür des andern Kontors stand, wo nur Schreibtische gehandelt wurden, faßte er wieder Mut und ging ohne langes Zögern hinein. Gegen oben war das ein Unterschied wie Tag und Nacht. Das repräsentierte sich wirklich als Konior und nicht als ausgediente Rumpelkammer. Alles blitzte vor Sauberkeit, und eine hübsche junge Dame fragte nach seinem Begehr. Er brachte auch hier sein Anliegen vor. Sie hörte ihn ruhig an, und als er ausgesprochen hatte, lief sie zu einer Tür, auf der„Prioat-Kontor" stand und rief einen Nainen. Ein elegant gekleideter, jüdisch aussehender Herr kam auf den Anruf hin, gab Ludwig freundlich die Hand und lud ihn ohne weiteres zum Sitzen ein. Das ging alles so schnell und so unzeremoniös und selbst- verständlich, daß Ludwig aus dem Staunen nicht herauskam. „Also Tischlermeister sind Sie, Herr... wie war doch der Name bitte?" „Eisermann..." sagte Ludwig tonlos und hatte das Ge- fühl, als Deliquent seinem Inquisitor gegenüber zu sitzen. „Bitte, Fräulein, notieren Sie: Eisermann." Das Fräulein notierte. „Was, Sie haben noch keinen eigenen Betrieb, wollen aber anfangen? Auch gut, Herr Eisermann, das freut mich sehr. Wenn Sie tüchtig liefern können und saubere Arbeit machen, kann ich Ihnen sehr große Aufträge überschreiben. Wo wollen Sie sich denn etablieren? Bitte, Fräulein, schreiben Sie... Berlin Osten... Gürtelstraße... die Nummer bitte, Herr Eisermann?!" Ludwig kdurde es abwechselnd kalt und heiß. Einmal vor Freude über die Aussicht, hier anzukommen, das andere Mal, weil er dem ihm fremden Geschäflsinaun etwas vorlog. Nach einigem Drucksen nannte er die Nummer seines Vater- Hauses. „Also achtunddreißig, Fräulein... Was ich sagen wollte, Herr Eisermann, billig müssen Sie liefern, billig. Doch das werden Sie selber wissen. Fräulein, schreiben Sie... nein, halt!" Der Herr stand auf, holte aus dem Privatkontor eine Photographie und zeigte sie Ludwig. Verschiedene Schreibtische waren darauf abgebildet. Der elegant gekleidete Herr, Schreibtische engros, tippte mit dem kleinen Finger auf einen einfachen Tisch und fragte: „Was würde dieser Tisch bei Ihnen kosten, Herr Eisennann?" Ludwig mochte in aller Eile einen Ueberschlag, rein ge- fühtsmastig' und nannte dann seinen Preis. Der Herr, der sich inzunschen gesetzt hatte, um Ludwig Zeit zur Ueberlegung zu lassen, sprang auf:„Nein! um des Himmels, willen, Herr, wo denken Sie hin?! Es wäre ja eine sckiön? Sache, wenn man für so einen einfachen Tisch so viel Geld geben könnte. Sehen Sie doch noch mal genauer hin. Liebster, Bester! Solch ein schlichtes Möbel. Es ist ja eigentlich gar nichts dran. Ein großer Kasten, zwei Türen. Die Etagere ist auch ganz einfach gehalten. Nur etliche Säulchen. Aber Herr— Herr... überlegen Sie sich das bitte. Nein, wenn Sie auf Ihrem Preis hartnäckig sitzen bleiben, töimen wir keine Geschäfte miteinander machen.. Unruhig saß Ludwig auf seinem Stuhl, Wahrhaftig, er schwitzte. Der Mann Schreibtische engros merkte das und drängte noch mehr:„Ueberlegen Sie sich die Sache, Meister. Wenn Sie vernünftig sind, erhalten Sie jetzt schon einen größeren Auftrag. Aber runter mit dem Preis, runter, runter!" Ludwig gab sich einen Ruck. „Nun, was wollen Sie denn eigentlich für einen solchen Tisch anlegen?" Schreibtische engros, der merkte, daß der ins Gam ge- gangene Fisch nach dem Köder schnappte, nannte einen äußerst niedrigen Preis. Ludwig zuckte bei dieser Zahl zusammen, als hätte ihn ein Peitschenschlag mitten ms Gesicht getroffen. � Aber er kam nicht dazu, zu antworten. Schreibtische engros klopfte ihm auf die Schulter, leise und zärtlich, wie bei einem Kranken, der durch Handauslegen beruhigt werden soll, und sagte:„Beruhigen Sie sich! Herr, ich bestelle bei Ihnen sofort zweihundert Stück. Volle zwoo- hundert: haben Sie verstanden? Da können Sie ein Geschäft bei machen!" „Zweihundert Stück?" Ludwig sprach die Zahl so verwundert aus, als ob es sie gar nicht gäbe. „Jawohl, Herr Eisermann... bitte, Fräulein schreiben Sie den Bestellzettel aus... zweihundert Stück also, Nuß- bäum, genau nach Zeichnung und Vorlage, das Stück zu 65 Mark." Das Fräulein schrieb. „Aber bitte, schnell liefern, Herr Eisermann! In vierzehn Tagen komme ich mal bei Ihnen vorbei, um nach der Arbeit zu sehen... Brauchen Sie einen Vorschuß?... Na, Sic sind ja Anfänger und können Geld brauchen... Also, bitte, Fräulein, zahlen Sie Herrn Eisermann dreihundert Mark n conto aus... Jawohl, dreihundert. Fräulein... Auf Wiedersehen, Herr Eisermann..." Schreibtische engros verschwand schnellschrittig hinter der Tür seines Privatkontors. Drinnen machte er einen Satz wie ein Springkünstler, und rieb sich lachend die weißen, wohlgepslegten Hände. (Fortsetzung folgt> Schneeflocken tanzen... . Lustig tanzen die Schneeflocken. Seht ihr es Äiiider? Dli sie es sehen; schaut ihnen nur in die Augen! Die Schlittschuhe , werden geprüft und die Rodelschlitten hervorgeholt. Es ist zwar noch viel zu früh, aber, was schadet es, vielleicht hält der Frost doch an. . Die Sperlinge, die Berliner Straßenjungen der Vogclwrit, randalieren und zanken sich um die paar eingefrorenen Krümchen. Ach, könnten auch sie einen Winterschlaf halten. Aber nur sie? Ach»ein, armes nichtsahnendes Kind, auch dein Brot wird verdeckt, wenn dein Bater am Bauzaun steht und nicht arbeiten kann, wenn Frost und Kälte ihm die Schaufel und Hacke aus der Hand genommen haben, wenn keine Kelle klingt und keine Art erschallt. Wenn die Rammerkolonnen nicht im Takt ihre schweren Stumpfen niedersaufen lassen können. Auch ihr Brot ist verdeckt. Es wird noch düsterer in der Arbeiter st u b e. Es verschwinden die dünnen Wurstscheiben von der Stulle, bald fehlt die Margarine, und wie lange wird noch das Geld für das Brot reichen? Drüben steigen schwer bepelzte Herren mit ihren Damen in das Luxusauto.— Es geht in's Gebirge!— Ja, es ist eine Lust zu leben! Wissenschaft � Presse Die Aufgabe des Deutschen Instituts für Zeitungskunde Meineid für zehn Mark. Eil» Zahr Zuchthaus wegen Verleitung zum Meineid Ein Gastwirt in einem Vorort Berlins lebt mit seiner Frau in Unfrieden. C r hat eine Vorliebe für Straßenmädchen. Auch l ie Frau kann sich keiner ehelichen Treue rühmen. Daß aber der Maim Straßenmädchen ihr vorzieht, wird für sie mit der Zeit unerträglich. Also reicht sie die Scheidungsklage ein. Im Ehescheidmigsprozeß erscheinen drei Dirnen als Zeuginnen. Alle drei bestreiten, mit dem Gastwirt überhaupt je irgendetwas Ehewidriges vorgehabt zu haben. Zwei von den Mädchen worden vereidigt, die dritte nur informatorisch vernommen; sie bleibt unver- eidigt. Die Scheidungsklage wird abgewiesen Die Ehefrau wurmt dieser Ausgang; sie brütet auf Rache und tut, was immer in solchen Fällen getan wird, sie erstattet Anzeige wegen Meineides gegen sämtliche drei Mädchen. Das; eine von den dreien überhaupt nicht vereidigt wurde, hatte sie übersehen. Aber gerade diese gerät in die größte Aufregung. Daß sie gar kernen Grund dazu hat, weil eine Meineidsanzeige gegen sie gegen- standslos ist, merkt sie nicht. Sie läuft zuni Staatsanwalt und legt ein Geständnis ab: Sie habe tatsächlich die Absicht gehabt, einen Meineid zu leisten. Der Gastwirt habe ihr f ü r eine g ü n st ig e A u s s a g e zehn Mark versprochen. Das Geld hatte sie nicht erhalten, einen Eid auch nicht geleistet: das Gericht hatte auf ihre Aussage verzichtet. Die beiden vereidigten Mädchen bleiben bei ihrer ursprünglichen Aussage, sie hätten mit dem Gastwirt nichts zu tun gehabt; Das Verfahren gegen sie'wird eingestellt; aegen das dritte Mädchen kann überhaupt keines eröffnet werden. Dagegen wird der Gastwirt wegen Verleitung zum Meineid, unter Anklage gestellt. Vor Gericht bekennt sich die Zeugin zur Wahrheit. Der Gast- wirk hatte mit ihr etwas zu tun gehabt, er hatte ihr zehn Mark versprochen für einen Meineid und sein Versprechen nicht geholten. Sie weint, denn das kann sie ihm heute noch nicht verzeihen. Das Urteil gegen den Gastwirt lautete auf ein Jahr Zuchthaus vich zwei Jahre Ehrvechtst.' Seine Ehefrau durfte- jetzt mit der Scheiknmgskiage Erfolg--'W�a j-fff-i'!" j1"""■ \~.........- Naziradau in der Technischen Hochschule Rüpelszenen bei 0er Antrittsvorlesung von Prof. Terres. In der T e ch n i s ch e n H och schule sollte gestern die Vorlesung von Professor Terres stattfinden. Professor Terres ist auf den Lehrstuhl für chemische Technologie der Fakultät für Forstwissen- schaft an der Technischen Hochschule Charlottcnburg berufen worden und gilt als Republikaner. Auf einem Flugblatt, das heute morgen verteilt wurde, protestierte der Nationalsozialistische Studcntcnbund gegen die Berufung von Professor Terres mit der Begründung. daß er Luxemburger sei und die deutsche Reichsangehärigkeit nicht besäße. Die Vorlesung wurde jedoch vom Rektor der Technischen Hochschule, Ärencker, eröffnet, der Professor Terres warm begrüßte und die Studentenschaft mahnte, die akademische Würde zu bewahren nnh in Ehrfurcht vor der Ueberzcugung des anderen den Burgfrieden zu halten. Als Professor Terres darauf begann, setzte ohren- betäubender Lärm ein. Der Rektor erhob sich nochmals und ersuchte als Hausherr um absolute Ruhe. Als die Nationalsazia- listen sahen, daß sie nicht durchdringen konnten, verließen sie unter Schmäh rufen den Lnrlesunossool. Daraus konnte Professor Terres seine Antriltsvorlesung über die Erdölwirtschaft zu Ende führen. Unter den zahlreichen Zuhörern bemerkte man den Asien- sarscher Dr. Filchner und den Dekan der Fakultat Professor Vollmers. In dem Alten ZNarstall in der Breiten Straße hat jetzt in einem der bedeutendsten Alt-Berliner Häufer das„Deutsche Institut für Zeitungstund e", das bereits feil ö Jahren an der Universität arbeitet, würdige Lehr- und Arbeilsräume erhalten. Bei einer schlichten Eröffnungsfeier sprachen der Vorsteher der Deutschen Gesellschaft für Zeitungswissenschaft, der preußische Minister Grimme und als Vertreter der Reichsregierung Alinistcrialdirektor Dr. Z e ch l i n. Die neuen Räume wurden durch den Direktor des Instituts Uinverfitätsprofessor Dr. D o v i s a t übernommen. Das ! Institut hat es sich zur Ausgabe gestellt, dem Gesamtbereich des Zeilungswesens zu dienen. Es ist als zcitungswisienschastliches Seminar unter Leitung Professor Dovisats an der Universität Berlin im Rahmen der akademischen Arbeit eine Stätte der Z e i l u n g s- sorschung. Die Lehrtätigkeit des Instituts soll den Zeikungs- teufen selbst dienen. Darüber hinaus soll versucht werden, das Wissen über das Wesen der Zeitung in die breiteste Ocsfenllichkeit zu tragen, Staatsminister Grimme erklärte, hier sei ein Wert erstanden, an dem Reich, Staat und Presse gemeinsam beteiligt seien. Schon in dieser Tatsache zeige sich, wie ganz anders Herne die Einstellung des Staates zur Presse ist, als es die war. die sich in dem Wort Bismarcks kennzeichne, daß ein Journalist ein Mensch sei, der seinen! Berus verfehlt habe. Jetzt ist lebendiges Bewußtsein, daß sich der Staat nicht nur in seiner Regierung verkörpert, daß viclinchr jed.r ein Glied des Staatskörpers ist, daß der Staat das ganze Volk' ist, daß der Presse als dem Werkzeug der öffentlichen Meinung dar- um ober auch eine zwiefache Sendung zukommt: sie verleiht der Stimmung des Landes gegenüber der Regierung Ausdruck, und sie ist umgekehrt zugleich dazu da, die Ucberlcgungcn zur Kenntnis der Bevölkerung zu bringen, die eine Regierung bestimmt haben, zu. dieser oder der Entscheidung zu gelangen. Wer die Aufgabe des Journalisten auch nach dieser zweiten Seite hin bejahe, habe er- kannt, daß Journalist sein heißt; Erzieher des Volkes zur eigenen Urteilsbildung fein, damit aus dem Untertan eines fremden Willens ein felbstenlscheidender Mitarbeiter im Reich der freien Staatsbürger Gertrud Krenzels unglückliche Liebe. Wiederum Ausschluß der presse beschlossen. .Vor Beginn der gestrigen Verhandlung beriet das Gericht über die Frage, ob die Presse bei den Gutachten der Sachverständigen zugelassen werden könne oder nicht, und kam bemerkenswerterweise abermals zu dem Beschluß, die Presse auch in diesem Stadium des Prozesses nicht zuzulassen, und zwar wurde dies mit—„Gefährdung der Sittlichkeit" begründet. R.-A. Dr. Blumenhein protestierte gegen diesen Beschluß. Die Ocffentlichkeit habe ein großes Interesse an dem Prozeß und es liege im Ansehen der Justiz, die Oeffentlich- te,it wenigstens durch Zulassung der Presse wieder herzustellen, damit eine gerechte Kritik erfolgen könne. In der Nachmittagssitzung wurde der Zeuge Otto Clemens aus Niedergörsdorf vernommen. Nach seinen Angaben ist er mit Gertrud Frenze! wiederholt auf Tanzvergnügen zusammen gewesen. als sie in Maltershausen auf dem Zimmermannschen Gute alz Haus- tochtcr tätig war. Beim Rachhausegehcn von einem Fest hohe er ihr einmal einen Kuß geben wollen. Gertrud habe sich aber ge- sträubt und erklärt:„Ich kann und darf das nicht." Schließlich habe sie, als er in sie gedrungen sei, etwas von einem Pfarrer und Verkehr gesprochen. Er habe geglaubt, daß es sich um intimen Verkehr handele. Jetzt sei er allerdings anderer Meinung, da er wisse, daß Pfarrer Schenk ia verheiratet sei. Der Zeuge wurde sodann Gertrud Frenzei gegenübergestellt und der Vorsitzende richteie an sie die Frage: Kennen Sie den Zeugen?, vwrauf Gertrud zur allgemeinen Ueberroschung mit„Nein" antwortete. Dorf.: Ballte Ihnen nicht jemand mal einen Kuß geben? Gertrud FreHfzel: Ja,«r wollte mir einen geben, als wir aus dem Auto stiegen und da'hat er von mir e*«« Ohrfeig« bekamme».(Große Bed werde. Wer so in der Zeitung die Fortsetzung der Volksschule mit anderen Mitteln für alle Schulentwachsenen sieht, der weiß zugleich, daß au diesem Hochziel der Arbeit der deutschen Presse zum Ver- r ä t e r wird, wer in seine Tagesarbeit nicht jenes Ethos der llnvoreingenommenheit und der llnbeengcheit und der Freiheit vom Vorurteil hineinträgt, das zum Wesen der Geisteshaltung des Witzen- schaftlers gehört. In diesen Räumen möge lebendig sein die Trias von' Staat, Wissenschast und Presse. Die Bahn muß srei werden für die'Verwirklichung des dringendsten von allen nationalen Zielen; für die Vcrsachlichung der Kämpfe um die Macht im Staat. Die Wünsche der Reichsregierung überbrachte Ministerialdirektor Dr. Zechlin. Womit, so fragte er. soll sich die Wissciischaft in aller Welt beschäftigen, wenn nicht mit der Zeitung, der Zeitung, die für den größten Teil des Volkes nach Verlassen der Schule die einzige Quelle der Weiterbildung bietet. Das Verhältnis Regie- rung und Presse sei allerdings keine Wissenschaft, sondern eine K u n st. Dann übernahm der Direktor des Instituts, Professor Dr. D o- v i f a t, die Räume. Er dankte der Reichs- und Staatsregierung und allen einzelnen Süftern. In bewegten Worten gedachte er besonders des Lorkämpfers einer wissenschaftlichen Erforschung des deutschen Zeitungswesens Karl Bücher. Ministerialdirektor Dr. H ä n tz s ch e l als Leiter der Pressercchtsabteilung des Instituts gab einen kurzen Ucberblick über diese Seite der zeitungswissen- schaftlichen Arbeit und ihren Zusammenhang mit der modernen Rcchtsschöpfung. Für den Verein Deutscher Zeitungsverleger begrüßte und beglückwünschte Dr. Martin E a r b e das Institut, für den Reichsverband der Deutschen Presse dessen gcschäftsführender Vorsitzender Gustav Richter, der auf die innige Verbundenheit zwischen dem berufstätigen Journalismus und dem Institut hinweisen konnte. Die Feier, die von Quartettmusik umrahmt war, wurde durch eine Besichtigung der Jnstitutsräume abgeschlossen, Bitteres von ,, süßer Kunst In der Werkstatt der U eher raschungen ii Im vorigen Jahr beschäftigle die Berliner Süß-, Back- und Teigwarenindustrie noch gegen 11 000 Arbeitnehmer in der Weihnachtsaison, die allerdings von Weihnachten ab schon aus etwa 7800 zusammenschmolzen, in diesem Jahre jedoch sind es gleich zu Ansang knapp 7500 Berussangehörige, die, nach einer ebenfalls kleinen Osterfaison sür die Weihnachtszeit Arbeit erhielten. Wenig Bestellungen liegen vor, später als sonst hat die Saisonarbeit eingesetzt; auch aus der Provinz und dem Ausland lassen die Aufträge sehr zu wünschen übrig. Und wie immer, wenn die Gcschäste flauer werden, ist nur Rachfrogc nach ganz jungen, das heißt billigen Arbeitskrästen, möglichst solche unter 20 Jahren und all die älteren sitzen noch zu Wejhnaiihten ohne Arbeil auf den Rachweisen herum. Marzipan mit Schminke. Ein bunt-lcbendiges Bild bietet der Besuch des Fabrikolions- betriebcs einer der ältesten Berliner Schökoladenjabriken während der Weihnachtssaison. Bon Anfang Oktober bis zum Heiligabend wird an der Wcihnachisware gearbeitet. Was gibt cs da alles für schöne, leckere und drollige Dinge. In großen Sälen stehen Frauen dicht bei dicht, den Pinsel in der Hand, das Farbentöpfchen neben sich und„schminken" die Marziponfrüchte. Da kriegt die Schatkcnmorclle rubinrote Bäckchen, die Erdbeere.zartes Carmin auf gelblichem Untcrton, die Pflaume ein bereistes Lila, ein zartes Grün der Rosenkahl, ein kräftiges Rot die Karotte. Und weil doch jede-Frucht bekanntlich am Stiele wächst, der aber in der süßen Marzipanmasse keinen rechten Nährboden fand, so werden die im Sommer gesammelten und getrockneten �Fruchtstiele jetzt fein säuberlich Stück für Stück eingesetzt; eine Arbeit übrigens, für die auch Blinde und sonstwie Schwerbeschädigte verwendet werden. Und nebenbei ist dann die„Wursterei" mit Schinkenknochen und Hausnracherwurst, mit Würstchen und Mortadeller, die, um ganz echt zu wirken, denselben komplizierten Herstellungsgang durchzu- machen haben. Im„Schlachthof" werden feiste Schwcinchen und zarte Kälblein mittelst großer Stanzmaschinen aus der Marzipan- rnasse„geboren"— hier also statt zum Tode, zum Leben be- fördert. Herzen werden ausgestochen und wieder geht es auch hier an die Schminkerei, denn was ein richtiges Glücksschweinchen ist, das muß rosenfarbene Ohren, Schnäuzchen und Pfötchen, dunkle Aeuglein und ein opalsarben schimmerndes Bäuchlein besitzen. Aber die Schweinerei ist damit noch lange nicht zu Ende, denn dem Dickwanst fehlen ja jetzt vor allem seine glückbringenden Zlltribuie» wie Geldjack und Dukatenregen. Da ist wieder ein anderer Raum, in dem es von Gliickesjegcn nur so strotzt. Da wird überhaupt nur„Glück" fabriziert. 'Alle Pantoffeln, aus deren Löchern Dukaten waässeu, Hufeisen, die schon das leuchtende Glück tragen, Muscheln mit Geld gcfülll,, kurzum alle Requisite,� deren sich Fortuna laut lleberliejerung bei ihrem sympathischen Tun l-edixnen soll. Dann koiinnen die Saison- schlager, denn überall, auch bei der süßen Run, h gibt es MöLe- artikel. Auf einem kleinen Tablett steht die Musterkollektion 1931; Sie steht im Aeichen des Sportes; Boote, Rodelschlitten, Aeroptane, Autos, in minuziösester Weise hergestellt. Auf die Karosserie wird der Firmenname gespritzt, kleine Stanniolfenstcrchen werden ein- gesetzt, ein richtiges'Verdeck wird ausgeklebt, die Räder kriegen Pneumatik und Speichen und Vierradbremse. Eine' seidene Spring. schnür mit Schokoladengrifs gibt es auch, daneben Sektslaschcn, Plättciscn, Laubsrösche, Schwcineschwänzchen und Leberwurst,„lind immer noch ist unseren Reisenden die Kollektion wcht reichhallig genug", meint leise stöhnend der Spiritus rector all dieser süßen Phantasien� In der Honigkuchenabteilung ist ebenfalls Hochbetrieb und Hochgebirge von hcrbduftendem Gebäck liefern acht R i e f e n b a ck ö f e n. Interessant geht's auch bei der Herstellung des feinen Konfektes zu, das, von der fertigen Schokolade gerechnet, etwa noch zehn Arbettsgänoe umfaßt; Das Forme», Füllen, Bestreuen, Beschriften, in Stanniol wickeln, das wiederum mit den verschieden gefärbten Spiritusfalben bemalt wird, um dann erst dekoriert in seinen schönen Karton zu wandern. Mo Masclstnen- arbcit möglich ist, geht's»atürkich rascher, denn eine Wickelinajchine liefert unter der Bedienung einer Arbeiterin täglich vier Zentner Bralinös, während die Handwicklerei je nach ihrer mehr oder weniger mühsamen Beschaffenheit, 49, 29 bzw. 12 Pfund täglich herstellen kann. Am lausenden Band werden die Kartons dann ge- füllt und wandern in den Lagerraum, vctzi hier zur Expedition, dann zum Verbraucher. wegung.) Zeuge Clemens(erregt): Das ist ja nicht wahr! Wir waren doch gut befreundet. Der Zeuge Höhne, der dann hereingerufen wurde, erklärte,' daß er sich freiwillig gemeldet habe, um sein Zeugnis abzulegen.' 'Auch dieser Zeuge hatte Gertrud Frenze! einmal bei einem Tanz- vergnügen gefragt, warum sie einen so bedrückten Eindruck mache, worauf sie ihm von einer unglücklichen Liebe zu einem Pfarrer erzählt habe. Lindemanns Gpriischmuggel. Ein Riefenprozeß von zwei Wochen. Heute beginnt vor dem Schöfsengericht Berlin- Mitte der Prozeß gegen R ö s l e r und Genossen. Gegenstand der Verhandlung bilden die berüchtigten Sprit- s ch m u g g e l s a h r t e n des Kommerzienrats Lindemann. Auf hoher See wurde seinerzeit aus dem L'ndemann gehörigen Kutter„Pelikan" in das Moiorboot„Nixe' Sprit übernommen und nach Berlin und anderen Orten geschmiiggelt. Eines Tages wurde aber in Schwedt a. d. O. die„Nixe" beschlagnahmt. Sa kam die Polizei hinter eine ausgedehnte Spriljchlir'ggelorganisation Angeklagt sind jetzt 17 Personen Kommerzienrat Lindemann, neben dem aus de, Anklagebank auch seine beiden Brüder sitzen, wurde, wie erinnerlich, zusammen mit einem seiner Brüder vor nicht allzu langer Zeit wegen Betruges zu VA Jahren Gefängnis verurteilt. Er hatte die wertlosen Aktien seines Umernehmens durch raffinierte Manipulationen in die H-öhe get-r-ieb-en-uied sie-an den Mann gebrachi. Der«teile Prozeß wird voraussichtlich zwei Wachen donern. Ozsanflieger als Falschmünzer? Wien, l?. ZkovCTnber. Der bekannte Ozeanflieger Eharles L e v i n e wurde heute auf dem Semmering verhaftet. Er steht im verdacht der Falsch- in ü n; e r e i. Er soll zusammen mit einem österreichischen Graveur sranzofisches Geld hergestellt'haben. Einen politijch-satirischen Abend veranstaltete die'Ver- einigung der Freunde von Religion und Völker- frieden am Sonntag, dem 16. November, im Türkischen Zell in Charlottenburg. Die munteren Vorträg: des Gen. Puggi Muck bildeten de» Mittelpunkt der Veranstaltung. Umrahmt wurden diese Vorträge von Gesang- und Tanzeinlagen. Daran schloß sich ein gemütliches Beisammensein mit Tanz. Die ganze Veranstaltung machte enien außerordentlich erfreulichen Eindruck. Mitglieder und Gäste äußerten sich voller Freude über den schönen gelungenen Abend.— Am Bußtag, dem 19. November, abends 6 Uhr, findet eine religiöse Feierstunde in der Trinitatiskirche, Eharlolte»- bürg, Karl-August-Platz, statt.— Gen Pfarrer B l e i e r spricht am Toteiijonniag, nachmittags VA Uhr, in der Friedhofskapelle in Stahnsdorf. Frau Johner-Rößler wird durch Gesangsvorträge diele Feie, stund: umrahmen. Es ist weiter geplant, den gesamten Fr d« Hof zu besichtigen. Die Teilnehmer versammeln sich Ytl Uhr vor dem Hauptportal des Friedhofes. » Das ideale Abführ-Kon fekf Autobus vor 25 Jahren. Das Publikum stürmt die Wagen und verläßt sie nicht mehr. Am 19. November ist seit der Eröffnung der ersten öffentlichen Autobuslinie in Berlin ein Vierteljahrhundert vcr- floffen. Lereils vor 2ö Jahren begann also die M o l o r i s i e r u n g des Wogenparks der 1868 gegründeten Allgemeinen Berliner Omnibus- (Sosellschaft(unter der Abkürzung A b o a g bekannt gewordenl, die jedoch infolge des Weltkrieges erst 1923 mit der Einstellung der legt'» Pferdcomnibusnachtlinie Ringbahnhof chalcnscc— Potsdamer Platz beendet werden kponnte. Der Verkehr mit Autobussen wurde am lt>. November 1905 zunächst aus der L i n i e 4(Hallejches Tor— Fricdrichstraße— Chausseestrahe Ecke Liesenstraße) mit zwei Daimler- Wogen aufgenommen. Sie verkürzten die Fahrzeil von 33 ouus 24 Minuten, obwohl in der ersten Zeit auch der Bcnzin-Bus auf Wunsch, genau wie der Pfcrdc-Bus, jederzeit auf der Strecke zum Ein- oder Zlussteigcn holten inußie. Erst einige Tage nach der Er- össnung wurden wandelnde Haltestellen, niarkiert durch Beamte der Omniousgcscllschaft, eingerichtet. Der„Vorwärts" schrieb damals über das bemerkenswerte Ereignis im Berliner Verkehrsleben:„Beide Autobusse liefen ohne Zwisch.'nsall bis 12 Uhr nachts. Auch der schlüpfrige Boden, der gegen Abend infoige des Regens eintrat, beeinträchtigte die Lenk- barkcit in keiner Weise. In beiden Wagen wurden an dem einen Tage bereits 3900 Personen befördert. Dabei blieb die Mehrzahl der Fahrgäste von Ansang bis zu Ende sitzen, um vielsach auch noch zur Rückfahrt im Wogen zu bleiben. Obgleich die Wagen nur 37 Plätze haben, wurden bei einzelnen Fahrten bis zu 75 Per- sanen befördert. An beiden Endhaltestellen wurden die Wagen bis Mitternacht von Hunderten van Menschen erwartet, die sich einen Platz erobern wollten." Uebrigcns hatte die Aboag schon im März 1 900 auf der Linie Zlnhalter Bahnhof— Stettiner Bahnhof probeweise elektrisch angetriebene Atkumulatorenomnibussc in Dienst gestellt! sie muhten jedoch wegen der zahlreichen Störungen Ende 1900 wieder aus dein Verkehr gezogen werden. In den crten 25 Jahren stieg die Zahl der Berliner Autobusse von 2 aui 677. Interessant dürste auch sein, daß gleichfalls vor genau 2o Jahren, am>8. November 1905, die städtische Vertchrsdeputation über den W e i t e r b a u der Untergrundbahn voin Potsdamer Platz über den Spittelmarkt und Zllexandcrplatz bis zur Schönhauser Allee, den Bau der städtischen N o r d- S ü d b a h n und über ein Schwebebahnprojckt beriet. Am 2. Novcinber 1905 hatte auch die Berliner Feuerwehr mit der Motorisierung begonnen, in- dem sie die erste Automobilseucrspritze in Dienst stellt«. Gelbst die Flöhe besteuert! Auf was mau alles bei der Geldsuche kommt. In der„Gemeinde", dem Piiblikai�oi, sorgen, der sozialdemokratischen Zentralstelle für Kommunalpolitik, wird aus folgendes Ztcuerturiosum hingewiesen: 'Aus Groß-Poley bei Bcrnburg ist eine W a s se r s l o h st e u« r > ingcführt worden. Die Entnahme von W a s s c r s l ö h c n aus. dem Doriteich muß bezahlt werden, und zwar erhielt ein Einwohner das Fongrecht gegen eine jährliche Pacht von 100 Mark verliehen. So ulkig die Sache auch klingt, sie ist ein Symptom für die schlechte finanziell« Lage der Gemeinden, die gezwungen sind, alle erdenklichen Einnahmequellen aufzutreiben, Kuliurpolitik in Gowjetrußland. Ein Vortrag von Or. Barsen. Im Rahmen einer Portragsreihe über Sowjet, ußlaiü), die von der„Deutschen Atadcmie für soziale und pädagogische Frauen- arbeit" neronstrttet wird, sprach Oberstudicndircktor Fritz Korsen zur sawictrussischen Kulturpolitik. Anlinmrristen gebrauchen das Schlagwort vom Äulturbolfche- wismi's, her von einer Kaste dem Volke aufgezwungen wird. Gewiß. Alles muß vernichtet werden,»m Neues aufzubauen, und der Komps richtete sich im Anfang gegen r eji g i ö f e i, G I, u b e n und Aberglauben. Aber in den drei Stadien, die Son jetrußland durchmachte---- denk' Knegskommunisinus, dem Rep und den, Fünfjahresplan—, lassen sich bestimmte Richtlinien er- kennen Es hieß zuerst, de» neuen Glauben an Lenin und an die roten Fahnen schaffen. Dann ivarci, die wirtsckwstlichen Codecs gelernter'Arbeiter ,zu bilden. Der Fünfjahresplan will i un i» gegenseitiger Durchdringung Kultur und Oekonomie, Kultur und Fabrik endgültig vereinigen. Bertikal, in, Anschluß au die ketre'iende Industrie, wird die Schicke, d'e Kultur anfgebwck. Man iagt� Ist denn solch Ungeheurer Plan durchführbar� Schon die Ausstellung dieses Plnnes aber ist eine Tat, und gerade wir, die mir oft der Planlosigkeit gegenüberzustehen meinen, sollten dies an- erkennen Zentrum aller Dinge ist in der sowjetrulsifchei, Kulturpolitik die Fabrik. Werkschulen, die nicht mit den in Deutschland eingerichteten, von jedem Marxisten bekämpften Werk- schulen zu vcrgleickien sind, vervollkommnen diese Eingliederung und Verbindung. Ost ist der Vizedirektor der Fabrik, ein früherer Arbeiter. Leiter der Schule. Die NPscnl?ostigkeit des Problems erkeimt man daran, daß die Zahl der Techniker und Pädagogen vcrdreiiacht. die der Architekten verzwanzigfächt werden ioll. Wer nach Rußland kommt, hat den Eindruck, daß allen dieselbe kulturelle Nahrung verabreicht wird, wenn auch wenig, so doch etwas. Anzuerkennen ist der ungeheure Wille, den, vielleicht oft die materiellen Mittel fehlen. Volksiheaier oder Kaschemme?! Man schreibt uns: Mit welchen unglaublichen Mitteln die Kommunisten den Mit- gliedern der Volksbühne den Theaterbesuch verekeln, muß einmal •n aller Ocsfcntlichkcit gegeißelt werden. Die beschämend würde- losen Szenen, die sich bei der letzten Ausführung oon Friedrich Wolfs„Matrosen von E a t t a r o" wieder abspietteN, waren ein wirklich charakteristisches Sittenbild moskowitischcr Geistesverfassung. Das hinreißend gespielte Erinncrungsstl!?' an die Pioniertat der österreichischen Matrosen in der � Bucht'wn Eattaro wurde duxxh das wüste und hysterische Gebrüll der kom- munistischen Sprechchöre um jede Wirkung gebracht Zahlreich- Besucher verließen, empört und angewidert, vorzeitig das Theater. Dieser„revolutionäre" Mob, der von einer Clique in, oberen Ring dirigiert wurde, entblödete sich nicht, bc, Speelmnnns Auftreten: „Do kommt der dick« Halunke Urich!" Zu ichfeien. In einer Kaschemme geht es bestimmt weit gesitteter zu ai? im tlriUreis dieser Rowdys, die mit Worten wie:„Arbeiterschlächtsr Seoermg".„Res v rmistens chwein",„schwarzrotgotdeii? Verräter" nur so uen sich spuckten. Die Leitung der Volksbühne muß im Jnterefsc der überwiegenden Mehrzahl ihrer Mitglieder und Freunde, die zum Kunstgenuß und nicht zu Rüpelszencn das Haus am Bülowplatz besuchen, Mittel und Wege finden, um diesen spektakel- sllchtrgen Gesellen, die den Ehrennamen„Proletarier" nicht vor- dienen, das traurige Handwerk zu legen. Der stolze Thsaterbau im Herzen Berlins, den sich die opferbereite Arbeiterschaft aus ihren Sparpfennigen schuf, ist viel zu wertvoll, um sowjctstcrn- geschmückten Gossenkavalieren als Tummelplatz zu dienen! Wie einstudiert und wie wenig„spontan" die widerlichen Krawalle übrigens waren, beweist die Tatsache, daß am Sonntag und Mittwoch an genau der gleichen Stelle der blöde Zwischenruf kam:„Das ist Noskcs Werk!" Was hatte eigentlich Noskc mit den„Matroser. von Eattaro" zu tun'? Hier heißt es, schleunigst ganz energisch durchgreifen. Tumult im Sportpalast. Bei einer Kundgebung, die unter dem Titel„Für Kultur und Glauben gegen die Weltrevolution" vom Deutschen Bund zum Schinz der abendländischen Kultur im Sportpalast veranstaltet wurde, kam es Sonntag zu lebhaften Zufammenstößen zwischen Gegnern und 20, hängen, der Sowjets. Die Redner der verschiedenen gottgläubigen Bekenntnisse, vor allem der russische Bischof Seraphim, wurden wiederholt von Zwischenrusern umerbrochen, die Bersamm- lung ging zeitweise in Lärm und Schlägerei unter. In den Saal gerufene Polizei entfernte einen Teil der Opponierenden. Der Tumult setzte sich auf der Potsdamer Straße fort. Es wurden verschiedene Sistierungen vorgenommen. Die Ausstellung 1930 der Phokogemenuchask(Settion der Orts- gruppe Berlin e. V. des Touriftcnocreins„Die Naturfreunde") findet bis zmn 24. November 1930 in den voreinscigcncn Räumen, Berlin N. 24, Iohannisstraße 15(Laden), statt. Die Ausstellung ist werktags von 10 bis 20 ilhr, Bußtag und Sonntag von 10 bis 18 ilhr geöffnet, Der INännergesavgverein der BVG.(Mitgl. d. DA SB.) gib! am DicnS- tag. dem lk. November im Saalbau Fricdrichshain anläßlich seines djäbrigcn Bellebens, ein Konzert m,tcr der Leitung lciucS EliormcisterS Ehrhart Mühloer g. Zum Vorkrag kommen u, a. Chöre»o» Nthmann, Scherchcn und Büttner AIS Gaitverein wirken mit. der Männcrgcsangnerein der Slratzcnbahner>>allc a. d.S., Straßenbalm Bbf.'24 Lichtenberg und der Svandaver BoliSchor. Änichlichend iZcilbaU. Jazz-Synhhonikcr All! Hoff- mann. Eintritt 1 Mark. Anfang 20 Nbr. Vorträge, Vereine und Versammlungen. if* a Reichsbanner„Schwarz-Rol-Gold". Geschäktsttelle: Berlin C 14. SebaManftr 87—38. Hol 2. Zc. Dienstag, 18. Rovcmber. Prenzlauer Berg. Kameradsck)ast Robert M-A«» Blum: Zur Äunöyebunir im Sportpalast Treffpunkt 18 ITftr Restaurant Kluge, �riedrichshain: Zur Sportpalast-Kunügebung fahren, die Äamerab-- schatten geschlossen bis Srortpalast. Treffpunkt IfiM? Mhr. rechte Gerte lm Sorten vom Sportpalast. Säurtliche Kameradschaftsfahnen sind mitzubringen. Äameradschaftcn Stralau. Memel und Warschau treffen sich um �18 Uhr aur Kochbehnhos Stralaucr Brücke. Treptow(Ortsverdn): Zum Sportpalast Aö. fahrt von Adlershof 18.43 Uhr. Schönemeide 18.32 Uhr. Baüyt-fckpllenVeg 18.54 Uhr bis Schöneberg. Dort Treffen mit Treptow. Tambourkorps fah'st 7?.54 Uhr. ssahnen und Wimpcl zur Stelle. Reinickendorf'Weft<»awerav- fchaft): Treffpunkt zur Sportpalast--Aundgebung um 18 Uhr Berkührs/loka� .19 Übe Steinme� Ecke Bülowstraße. Kameraden in Uniform Eintritt' frei. Pflichtveranstaltung.— Mittwoch. 19. November, greis Osten: Die Jung- bannerabteilungen stehen um 9 Uhr am Bahnhof Grünau. Gepäck. Mitte; Jungbanner-A n treten 1% Uhr Bahnhof Börse, mit Gepäck. Prsxzlauer Berg. Jungbanner: Antreten an bekannter Stelle zum Pflichtausmarsch. Verhinderie Kameraden haben sich vorher beim Obmann zu melden. Wintttsportabteilung: Herbstmanderung. Treffpunkt 8'� Uhr Stettiner Vorortbahnhof.— Donnas-- tag, 29. November. Prenzlauer Berg: Äanieradschaftsverfammlungen um 29' Uhr: Kam. Robert Blum bei Klug. Dan�iger Str. 71; Kam. Wörther Matz bei Zundel. Kastanienaklee 2S— 39. �ricdrichshaiu. Kameradschaft Stralau: 29 Uhr .staMeradschaftsversammlung bei Wertalla. Hal>enlohestr. 3. Erscheinen-Pf/iö':. Eharlottenburg, Kameradschaft Stuttgart: 29 Uhr bei Beutel, Kaiser.s?r.iedr'ch. Straße K._ Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kmgerhmter- bliebenen, Gau Berlin, Ortsgruppe Norden 14. Donnerstag, 20. illovemhrr, 20 Uhr, Mitgliederversammlung in den KgsinoZestsäleü. Pappolaste« 1.,. Referentin ffrau Klara Bohm-Schuch,. M. d. R. Thema:„Die sozialen Auf» gaben des neuen Reichstages". Landsmannschaft der Schlcswig-Holsteiner zu Berlin— 1892. Mittwoch. 19. Ztovcmber lBuß�ag). 19 Uhr. im Dresdener Garten. Dresdener s5tr. 4\ Vortrag und Heimatabend. Geschäftliches. Abrechnung. Bsrickste. Aufnahme neuer Mitglieder. Heimatliches. Vortrag der Trau Emmn Häußerer:„Reue Wege zur Gesundheit, Schönheit und Jugend". Landsleute. Damen und Herren, sind willkommen. Bund entschiedener Eckulreformer. Oefsentliche Versammlung am Dien?� lag. 18. November, 191£ Uhr, in der Aula dea: Holieirzollernschule. Oberreol- abteilung, Bcrlin-Schöneberg. Velzigcr Str. 48(Ecke Eisenacher Str-aßel. Thema:„Montesfori.Erziehunq— Erziehung zur Gegenwart". Ein Versuch einer Eingliederung in das wissenschaftliche Denken der Gegenwart. Referen- ten: Prof. Dr. Hans Reichenbach. Prof. Dr. Kurt Lewin, Eva von der Dunk. Männerchor �riedrichshain. Mittwoch, 19. Novem1>er. 19 Uhr, Gesangs- konzert, unter Mtwirkung des Elternchors der weltlichen Schule. Danzfgee Straße, sowie der Neuköllner Musikvereinigung, 191-2 Uhr. Eintrittskarten ein- schließlich Programm 89 Pf. an der Abendkasse. Der Ausweg aus der Krise. Im Rahmen eines Sonderavends. der am Treitag, dem 21. November, 29' z Uhr. im Plenarsaal des ehemaligen Herren- Hauses, Leipziger Str. 3(Nähe Potsdamer Platz), stattfindet, erörtert die „Deutsche Liga für Menschenrechte" u. a. das Thema„Der Ausweg aus der K r i s e". Hierzu werden das Wort nehmen: Rudolf W i s s e l I u.'d der Chefredakteur von der amerikanischen Zeitschrift„Tin? Nation". O. G. Billards New Porck. Karten durck) die Goschäftsstellr der Liga, Berlin N. 21, Moi�biiouplatz 19. Telephon: v 2, Weidendamw 2870. Iva» sagt der Bär? ««MSp 0'/. V/- Vy &£% "M. "-m \/ p'rW M -- m ■/.-'"V /■ Von Jean Nicot bis zur Cigapefte isl ein weite? Weg.- De? primitive Rauch genuß, wie ihn die Ureinwohner Amerikas; kannten, hat sich im Laufe der Jahrhunderte so verfeinert, daß Technik und Tabakkultur heute als Spitzenleistung präsentieren können-. »Moseiii Jimste Berlins meisigerauchte Jj-S Cigareite Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Verlin Sius-ndunzvi lür dies« Ttudrl! nur a» da« Zagendieittiaisae Sali» SD«. �indexiieate z FUurverirllstaltuag für eewarbrlas« Seuasfiua«, tutb©euofic» am»onaaratag, t». Aorembe», »Laitllch U Uhr, im V-rtraftasaal de- P..«., iwde-str. z, z. Kos, 2 Trepmm liak». Alle er»crb»l-Ie» Henosfiuae» und Seuossen sind herzlichst ein«« loben. 4» Zuteruatronolc Buniflebunq„«geu de« Zsaschi-«u- am Zsreilog, 21. Nooem- der, IWj Übt, in den Aiitoixlllen am Kaiserdamm. Wir beteiligen uns an dieser Sundgebuna. Alle Gruppenabende fallen aus. Di« Fahnen her Gruppen müssen bereits um Wt Uhr in der Au'ohalle sein. va»a»h«iAe: Dienstag, 25. November, Beruf»« ruppeupersammtuuiten:»Die Aufgaben der SAI.�Mttglieber in Beruf und Schule". Wauderleiterlouserenz Atontag. 21. November, im Vortragssaal de» D.-V. heule. Dienstag. 13�4 Uhr. Urlvuaploh: Gruppenabend füllt aus. Treffpunlt zur Fahrt nach Zossen 20 Uhr Votsdamer Bahnhof lEinaana der U.Bahn).— sslli'itchcr Barl: Keim Waikenstr. IS: Koalition oder Opposslion?"— Zi-fenthaler«vrsiadt: Schule Elisabethtirchstr. IS:.Gefchlechtslranlheiten".— Brunncuplah: Schule Wiesen. Ecke Vantstrastc:„Tagespolitil".— Gesundbrunnen I: Schul« Gotenburacr Straße i:„Diktatur oder Demokratie?"— Schillerport: Schule Echöningstr. 17: „Zugcndschutlsraacn".— Wedding, R. F.: Keim Willdenowstr, 5:„Tivvel- bericht".— Wedding-Nord: Keim Turiner Ecke Scestraße: Humoristischer Abend. —»ruimplafi: Fahrt nach dem V-chsec. Treffpunkt Ig?i Uhr Bahnhof Echo». Käufer Alle«.—«rn, walder Plah l: Heim Raftenbnrger Str. 1«:„Kamerad- schaft, Freundschaft� Liebe".— Balkon: Schule Mondelstr. 2;„Soztalversichr. runa", 1. Teil.— Kelmholssplotz: Keim Donziger Str. 02. B, 2:„Sozialismus". -- Nordosten I: Fahrt nach Zossen. Treffpunkt 1901 Uhr Bahnhof Weihensee.— Wörther Ploh: Schule Kastanicnollec 82:„Die llungordnerbewcaung".— Kosenheide: Keim Wafsertorstr. g: Glaßbrenner-Abend.— Schiineberg l: Seim Kauptstr. 15:„Sozialistische Arbeiter.Fnternationale: Frankreich". Referent Erich Ollrnhauer.— Schiineberg II: Krim Kauptstr. 15:„Neue russische Litera- tue".— Gchöneberg lV: Beteiligung am Vortragsabend der Gruppe I.— Schöneberg V: Fahrt nach Werder. Treffpunkt ISlb Uhr Bahnhof Schiineberg.— Westend: Keim auf dem Eportplah: Volks!»», abend.— Britz: Rathaus, Ehousseestr. IS:„Revolutionserlcbnisse".— Neukölln II: Leim Eteimnctzstr. St: Rdamson-Lichtbilderabend.— Neukölln Iii: Seim Ziethenstr. 58:„120 Minuten fmntot".— Neukölln IV; Keim Kanner Straße: Rußland".— Neukölln VI: Heim rreptpwee Str.%:..Arbeitsrecht".— Neukölln VII: Fahrt. Treffpunkt Z0>4 Uhr Bahnhof Kaiser. Friedrich. Straße sbei jedem Wetter).— Neukölln Vlll: Schule Rütlistraße, Z. 28:„Nationalsozialismus, Tagesfraaen".— Neukölln IX: Seim Schicekestr. 11:„Gemerkfchaften".— Neukölln X: Fahrt nach Tiefcnsec. Treffpunkt 18 Uhr Ringbahnhos Neukölln. ILll M.— Köpenick II: Seim Dahl. wißce Str. 15: Lichtbilder:„Kamburg".— Karl»horst: Keim Trcskowallee 11: „Einführung in den Sozialismus".— Kermsdoef: Keim Roonstroße,„Unsere Vorkämpfer: August Bebel".— Buchholz: Schule Berliner Str. ,0: Fahrt nach Falkenberg in der Mark. Treffpunli 18 Uhr Aahnhof Blankenburg.- Bonlo« I und II: Keim Görschstr. 11:„Gegnerische Jugendorganisationen", 3. Teil.— Pankow,«. F.: Keim Görschstr. 11: Politisch-falirifchcr Abend. ««rb-bezirk Westeu: Keim Rostnenstr. 1: W..B..Vorstanbssttzung. Erscheinen unbedingt erforderlich.— Margen W.-B.-Milgliederversammluitg ebcndort. Anschließend offen« Ei IM stunde. Werbe bezirk Teltowkaual: Zleginn des Bildungskursus AU Uhr im Keim Ltchtenfclde, Albrcchtftr. 11». Es spricht Genosse Graß über„Warum bin ich Sozialist?" Morgen, ZNiktwoch, Fahrlenkreffpunkte. Baltenploß: 7 Uhr Bahnhof Weißensee.— Kelmholtzplatz: Schnißelfahrt: Ritdersdorf. 7 Uhr Bahnhof Prenzlouer Allee.— Knmonnplatz: Miidel«ihf Uhr, Burschen 1% Uhr Bahnhof Prenzlauer Allee. Unkosten U0 Pf.— Fronlfurtcr Viertel: Schnißelfahrt. 7 Uhr Baltenploß.—«ottbiisser Tor: Burschenfahrt fällt aus. Besuch der Sternwarte. 15 Uhr Kottbusser Tor.— Südwesten: Bernau. 7V4 Uhr Belle. Allioncc.Plciß.— Lichterfelde: Michendorf. 7V4 Uhr Hönde lplaß.— Iehlendors-Dahlem: Schnißelfahrt. 9 Uhr Bahnhof Onkel-Toms- Kütte. Neukölln I: Klb Uhr Reuierplaß.— Neukölln IX; Finkenkrug. 7 Uhr Bahnhof Kermannstraße. Unkosten 70 Pf.— Lichtenberg-Rord: 7 Uhr Bahnhof Etralau-Rummelsburg.— Pankow, R. F.: Schnißelfahrt. 7 Uhr Rordbahn. die älteren Genossen fahren um 8 Uhr. Fahrgeld 55 Pf. Vartabazirk Naiuickendors: Bezirksfahrt in den Krämer. Wir fahren mit dem Zug« 7.oi von Tegel. Bälle mitbringen.— Die für Freitag angesetzte Mitgliederversammlung fällt au». zirkssahrt 6 Uhr Ecke Ludwigslust. Gruppe Kcrm»dvrs: Treffpunkt zur Bc- SxC � dann Reichels *—' Huslenlropfen PlMCh» MIc 0.80 und 1.50, in Apotheken und Drogerien, sonet durch OTTO REICHEL, Berlin SO, Eisenbahnstraße 4, Verlangen Sie kostenlos das wich Illustrierte Buch„Guter Rat in gesunden und kranken Tagen"» Reiseteil nehmertreffen heute, OiesataM, tun 20 Uhr, veranstaltet vom ReichsausschuB für sorialistische Bildunpsarbeit, im Böhmischen Brauhaus. Landsberger Allee 12-13. Lichtbildervortrag des(ienosaes Wagper-MOndieB über den Orient.- Mtuik.— Geselliges Beisammensein mit Tanz. Eintritt 50 Pfennig. Karten sing an der Abendküsse zu haben. Man sollte sich endlich einmal entschließen, auf die Sonn- (agsbedürfnisse der Hörer etwas mehr Rücksicht zu nehmen. Es genügt nicht, Darbietungen zu geben, die einem künstlerischen Maßstab standhallen l sie müssen vor allen Dingen geeignet sein, vielen arbellsmüden Menschen an ihrem einzigen Ruhetag in der Woche Unterhallung und Freude zu bringen, Di« Uebertragung des anspruchsvollen Orchesterkonzertes aus dem Bach- Saal am Abend wäre zu begrüßen gewesen, wenn ein Parallel- Programm leichtere, vergnügliche Kost zur Auswahl angeboten hätte. Leider war die Uebertragung aber die einzige Abendveranstaltung für die Hörer des Berliner und Königswusterhausener Senders. Sind für solche„Programme' eigentlich hochbezahlte Leiter, künst- lerische Abteilungen notwendig?— Die„Happy ends zur gefälligen Auswahl", von Kurt Behrend zusammengestellt, waren auch nicht gerade„happy". Für eine Lizealklasse, die durch solche Zitate ihre literarische Bildung beweist und festigt, wären sie gewiß eine ganz fleißige und amüsante Schulveranstaltung gewesen Den Funkhörern liegt glücklicherweise und mit Recht an solcher Auffrischung ihrer Kenntnisse wenig. Am Montag las Oskar Graf eine seiner„Kalender- g e s ch i ch t e n". Graf ist kein gewandter Sprecher: aber man erlebte in den langsamen und stockend fließenden Sätzen mit dem Dichter seine bayerischen Dörfler und ihre kleine Welt und fühlle sich von den Schicksalen gepackt.— Artur Kahane unterwies eine halbe Stunde lang in praktischer Alltagsphilosophie, die er„Kleine Philosophie" nannte; er bot eine kluge, liebens- würdige, gehaltvolle Plauderei— aber eine etwas zeitfremde. Alles, was Kahane sagte, war gut und richtig, aber nur für Menschen, die eine— wenn auch noch so kleine— sicher« Lebensbasis in der Gegenwart haben. Kahane forderte das Bekenntnis zum gegen- wartigen Augenblick, die Ablehnung jedes Provisoriums, jedes Gedankens, der die Gegenwart verneirrt und sie nur als Brücke zwischen einem Gestern und einem Morgen betrachtet. Natürlich ist es richtig, daß der Mensch, der von„Morgen" das Bessere erhofft, Gefahr läuft, ewig sein» Gegenwart zu versäumen. Aber wie mancher kann heut« nur dadurch die ihm beschiedene Gegenwart ertragen, daß er eben auf das bessere Morgen hofft.— Als Abendveranstaltung sandte Berlin die Rennsahrerkomödie„D e r Strich durch die Rechnung" von Fred Anroine Angermayer. Wer«ine Fachsimpelei befürchtet hatte, erlebte ein« angenehm« Enttäuschung: es war eine unterhaltende, mit einem Schuß Sen- timentalität abgeschmeckte Liebeskomödi«. Andermoyer zeigt darin keinen literarischen Ehrgeiz, aber er stellt ein paar sehr lebendig gesehene Typen hin. Die Funtstund« hatte für gute Besetzung und im allgemeinen auch für gute Inszenierung Sorge getragen. Sehr empfehlenswert wäre es nur, wenn sie bei ihren Ausführungen die Geräufchwirkungen einmal mit dem Kopfhörer kontrollierte. Sie könnte dann sehr leicht selber feststellen, wie unmöglich die bisher in solchen Fällen üblichen Geräuschstärken sind. T-s. Allgemeine Weiterlage. WNöv. OwelkMiofcOheitnr.ehalbbedeclcr ®vwlWg,®bede(�«RegeaÄ6f3up«ln »SdM»t=Kebe�TG«wfltbc@Windslille Zwischen einem Hochdruckgebiet, das sich von Grönland über die britischen Inseln hinweg bis Nordfrankreich erstreckt, und einem Tief über Nordrußland, dauerte am Montag die Zuiuhr arktischer Lust nach Deutschland fort. Infolgedessen war das Wetter überall un- beständig und sehr kühl. Oestlich der Elbe, wo am Tage vielfach Schneefälle vorkamen, wurden mittags nur 2 bis 3 Grad erreicht: in Westdeutschland stiegen die Temperaturen aus 5 Grad, am Main und im Südwesten des Reichs wurden sogar 7 Grad erreicht. In Nordwestdeutjchland fielen geringe Niederschläge und zwar meist in Form von Regen, stellenweise von Erauveln. Der Süden blieb meist trocken. Bei der langsamen Verlagerung des nordweileuropäischen Hochs nach Osten, dürste sich bei uns das Wetter allmählich bessern. Eine Störung, die in der Westküste Frankreichs in Bildung begriffen ist, wird wahrscheinlich nach Süden altgedrängt werden. -t° Wetteraussichten für Verlin: Zeitweise etwas stärker bewölkt, sonst ziemfich heiter, nachts Frost, am Tage Temperaturen nur wenig über Null.—.Für Deutschland: In den Küstengebieten noch unruhig und namentlich an der östlichen Oslseeküst« einzelne Schauer: im übrigen Reich sortschrritend« Beruhigung des Wetters, nachts überall kalt. Verantwortlich für Politik: Bietoe Schiff: Wirtschaft: S. Slingelhöfee: G-v.rrkfihastsbewegung: Z. Steiner; Feuilleton: Dr. Zahn Schilvwsti; Lokales nnb Sonfliots: Fritz üscilöbt; Anzeigen:'Tb. Glocke: sämtlich in Berlip, Lerlna: Borwarts Pcrlaa G. m b. K,. Berlin. Druck: Vorwgrts-Budibruckeret unb Verlagsaustslt Paul Singer u. Co. Berlin EW. 88. Lindenstraße(. Kierzu 2 Beilagen. = s# 1 M'Venif&mtden CUiiaiz amXannen Mit® geht es ganz leicht in halber Zeit. Bequem und ohne große Mühe lassen sich mit© Fett-, Saucen- oder Schmutz- ränder abwaschen und abspülen,-©gibt im Augenblick Glanz und Frische. Richt ein Schmutzteilchen, nur Kunkeln und Leuchten bleibt zurück.© ist vollkommen in der Wirkung und sucht seinesgleichen. Henke/'s Aufwasch-, Spül- und Reinigungsmittel für Haus- und JOichengeräf Tlr. 541» 47. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Dienstag. 15. November 1930 Wirtschast und Arbeitsmarkt. Nimmt das Tempo der Verschlechterung ob? Die Monatsberichte der Urbeiterverbände weisen ein« wertere Berschiechterimg der Lage ans dem Arbeitsmarkt nach: die Arbeits- lofigkeit sowie die Kurzarbeit sind nicht nur in der Saisongrupp«, fondern auch in der konjunkturgruppe gestiegen. Im Vergleich mit den Vormonaten scheint aber in der Konjunkturgruppe eine Verlangsam ung eingetreten zu sein, deren Bedeutung noch dadurch gesteigert wird, daß tn der Reget im Oktober«in« saisonmäßig« Belastung des Arbeitsmarttes eintntt. von 100 Gewerkchsaftsmitgliedern»voren arbeitslos oder standen in Kurzarbeit: Unter Umr«d)nunH der Kurzarbeit auf Voll- arbeitslos igkeit läßt sich die gesamte Arbeitslosigkeit unter den Gewerkschaslsmitgliedern für End« Oktober aus 2S,4 Proz. schätzen und liegt dem HSchslen Stand der Arbeitslosigkeit während der kurzen RationaUsiernngstrise in den ersten Monaten l92b nahe. Der Unterschied ist jedoch der, daß damals die Verkürzung der Arbeitszeit«ine weit größere Anwendung als heutzutage fand, die Arbeitslosenzahl dagegen niedriger blieb. Der Rückgang der Beschäftigung in der Saisongrupp« entspricht der saisonüblichen Entwicklung der Bauarbeiten, die ün .ftcrbst allmählich eingestellt werden. Es ist ober vorauszusehen, daß in diesem Jahre die Belastung des Arbeitsmarktcs von dieser Seite aus hinter dem saisonüblichen Maß zurückbleib«« wird, da die Baubetriebe bereits jetzt nur ein« sehr geringe Zahl der Arbestskräste beschäftigen und ihre Tätigkeit auch im Winter nicht vollständig aufhören wird. In der Konjunkturgruppe macht sich noch deutlicher als im Vormonat der Unterschied in der Entwicklung d«r Beschäftigung «inzelner Produktionszweige und Beruf« fühlbar. Ein andauernder Rückgang der Beschäftigung ist iroch im Bergbau, in der Metollindustrie, Glas- und Porzellan» iistuistrie, in der Chemie, sowie im Bervielfälligungsgewerde zu verzeichnen. Es waren arbeits'os Es standen in Kurzarbeit Ende des Monats Ende des Monat« Juli Aua. Sept. Oft. Juli Aug. Eept. Okt. in Prozent in Prorcut Bauarbeiter.-.-stj 7,3 7.6 8.6 22.9 19ch 19,8 22,0 «-eHbttallorb-iter.. l9.ä 21,4 22,1 23.9 21,8 22,4 24,4 24.0 tölasindustric.. 26,6 28,0 29,1 30,3 9,2 9.1 7,3 8,4 Porzcllanindustric 18,4 21,8 20,9 22,2 32,3 36.? 29,8 26,6 Chemie.... 3 5,6 16,5 16,8 18,3 13,9 10,0 17,5 18.4 Buchdrucker... 15,6 18,1 19.8 20.6 1.8 2,6 4,0 4,9 Lithographen.. 17,2 20,1 21D 23.3 7,8 8,3 9,2 10.4 Besonders beachtenswert ist die Entwicklung in der Metallindustrie: der gesamte Ausfall an Arbeitsgelegenheiten(unter Umrechnung der Kurzarbeil) ist hier von 30,4 Proz. Ende September auf 31,5 Proz. angewachsen. Nichts destowemger könnte hier die Steigerung der Zirbeitslofenzaht durch die Verkürzung der Arbests- zeit der Beschäftigten verhindert werden. Die Kurzarbeit in der Metallindustrie ging aber sogar etwas zurück, dafür aber wurden neue Taufende entlassen. In der Textilindustrie kam der andauernde Rückgang der Beschäftigung zum Stillstand. Es waren arbeitslos Es standen i» Kurzarbeit Ende dos Monats Ende des Monat» Juli Aug Segt. Okt. Juli Aug. Sept. Okt. tn Prozent in Prozent Textilarbeiter.. 15,4 17,3 18,2 18,2 34,0 36,9 38.1 38.0 darunter: Seide u. Kunstseide 17,3 17,9 18,2 18,6 30,6 32,5 31,1 32,0 Wolle..... 170 17,9 19,5 19.3 16,5 20,6 24,5 24.1 Baumwolle... 13.2 15,7 16,2 16,6 44,0 48,4 50,8 49,6 Leinen..... 17,5 22,8 22,8 26,1 61,1 60.6 61,2 58.9 Jute..... 16,1 17,6 18,4 17,2 67,4 68,2 61.1 66,8 Wirkerei u. dgl.. 13,2 14,6 15,8 14,5 33,8 30,8 26,2 32,3 Auch im cholzgewerbe und in der Ta ba k i n d u st r i e ist die Lage unoerändert geblieben, leider aus einen sehr tiefen Stande Unter den Holzarbeitern waren Ende Ottober 35,9 Proz. arbeitslos und weitere 13,3 Proz. standen in Kurzarbeit; für die Tabatindustrie lauten die entsprechenden Zalsten 17,3 Proz. bzw. LSI Proz. In der Schuhindustrie ging die Zahl der Arbeitslosen von 23L Proz. auf 22.1 Proz. zurück. Dagegen stieg die Zahl der 5hirzarb«it«r von 41,7 Proz. aus 47,4 Proz. Auch hier ist also die Beschäftigung insgesamt so gut wie unverändert geblieben. Eine nennenswerte Erholung ist in der Lederindustrie zu oerzeichnen, wo die Arbeitslofenzahl von 20,5 Proz. auf 18,4 Proz., und die Zahl der Kurzarbeiter von 21,6 Proz. auf 13,7 Proz. zurückgegangen ist. Sichere Anzeichen dafür, daß die Krise den Tiesstand bereits überschritten hat und die Arbeitslosigkeit nunmehr zurückgehen wird. liegen leider noch nicht vor. vielmehr ist in diesem Winter noch mit einem weiteren Rückgang der Beschäftigung zu rechnen. Der Arbeitsmarkt kann bei dieser Lage nur durch Arbeits st reckung. d. h. durch die Verkürzung der Arbeitszeit der veschästigtcn. in sllhlbarem Maße er.ilostet werden, wie dies der Allgemeine Deutsche Gewcrkschastsbund fordert. WI. Woytinsky. Verschmekzunq an der �uhr. Der choesch-Konzern(Stahlwert choesch A.-E.). der In enget Interessengemeinschaft mit dem Köln. Neuessener Bergwerksverein steht, wird nach zuverlässigen Nachrichten aus Esten eine völlige Verschmelzung mit diesem Unternehmen vor- nehmen. Die Gründe für diese Aktion sind hauptsächlich ir» der Ersparnis von Steuern imd Verringerung, der Verwaltung zu juche». Sturm gegen den Cifenwucher. Eisenverarbeiier in voNer Revolie.- Wann endlich wird gehandelt? Seit Monaten führen wir den fchärfften Kampf gegen die un- erhörten inländischen Monopolpreise der Eisenindustrie. Die Miß- stimrnung in der eisenverarbeitenden Industrie ist jetzt zur offenen Kampfansage an die Schwerindustrie geworden. Die Untätigkeit der Reichsregierung in der Eisen- Preisfrage wird dadurch in einer Weise unter Anklage gestellt, die nur der voll würdigen kann, der die bisherige k n e ch t s e l i g e Furcht der Eisenverarbciter vor der Schwerindustrie der Ruhr kennt. Wir geben im folgenden nur ein Zitat aus einer in der vorigen Woche gehaltenen Rede des Vorsitzenden des Verbandes der märkischen Klcinindustrie, Herrn Peddinghaus, wieder, wie wir es in der„Deutschen Bergwerkszeitung* finden, die als Quelle in diesem Falle gewiß völlig unverdächtig ist. In der Rede heißt es: „Bei den Verhandlungen vor dem Reichswirtschaftsrat hätte die Schwerindustrie zugegeben, daß die Inlands- preise zu hoch seien, sie hätte aber eine Ermäßigung mit der Begründung abgelehnt, daß die stark eingeschränkten Betriebe seit Mitte des Jahres bereits mit Berlust arbeiteten. Im Laufe der Derharrdlungen hätte sich dann herausgestellt, daß ein erheblickzer Teil dieses Verlustes daher komme, daß auf Grund langfristiger Abkommen mit schwedischen Gruben und Reedereien die gleichen Mengen Erz abgenommen werden müßten wie in guten Zeiten. Mit Nachdruck habe die weiterverarbeitende Industrie darauf verwiesen, daß wir durch die hohen Inlandspreise es der Schwerindustrie inög- lich sei, den Wettbewerb der deutschen weiteroer- arbeitenden Industrie mit Preisen zu bekämpfen. die durch keine Kalkulation gestützt werden könnten. Man sehe, die Absicht gebe dahin, den Weiterverorbeiter in Deutsch- land erst zu schwächen, um dann für ein geringes Geld ihn sich an- gliedern zu können. Peddinghaus wies mit Nachdruck daraus hin,' daß die Verhält- nisse der märkischen Industrie nicht auf schlechte Einrichtungen und Arbeitsmethoden und nicht auf die Unfähigkeit der Leiter zurück- zuführen seien, sondern sich dadurch erklären, daß die Konzern- werte im allgemeinen Gas und Strom zu Konzernpreisen bezögen, daß sie für das Rohmaterial nicht die Preise bezahlten, welche die weiterverarbeitende Industrie bezahlen müsse. Cr zog daraus die Schlußfolgerung, daß man nicht etwa ein« Auflösung der Roh- ftahlgeineinschast zu fordern brauche, wohl ober eine Einschränkung oder eine Aufhebung des Gebictsschutzes, dem, die Liebe zur Schwerindustr!« könne nicht so weit gehen, daß man die eigene Existenz opfere. Wenn die Schwerindustrie mit den in Generationen gewachsenen Wellerverarbeitern in Weit- bewerb treten wolle, so solle sie normale Verhältnisse zugrunde legen. Wenn sie aber durchaus sozialisieren und sich die gesamte Fertigindustrie angliedern wolle, so solle sie wenigstens die Werke zu Preisen kaufen, die sie wert seien... Peddinghaus wies darauf hin, daß es nur möglich fei, das Zlvi-Altommen zu tun- digen, wenn eine Zollherabsetzung vorangegangen wäre. Er betonte nachdrücklichst, ein Versuch, diese Zollherabsetzung zu er- reiche� müsse nur die ultima ratio sein, zunächst müsse alles ge- jchehen, um ailf dem Verhandlungswege zur Beseitigung der bisherigen Mißstände zu kommen. Sollten aber diese Berhand- lungen ergebnislos verlaufen, so bliebe keine andere Wahl, als den Kampf um die Existenz aufzunehmen. Dieser Äämptz müsse dorm auch mit allen erlaubten Mitteln geführt werden.* Wir haben unsere Meinung, daß die inlöndischen Monopol- preise der Eisenherren Deutschland ruinieren, immer deutlich genug gesagt. Wir haben keinen Anlaß, zu diesem echten Aufschrei der Eiscnverarbeiter, die unter der Preizknut« zusammenbrechen, heute noch einen besonderen Kommentar zu schreiben. Wir fragen heute nur die Reichsregierung, wie lange die Zerstörung Deutschlands unter den Augen der Regierung, die sich besondere Vollmachten gegen diese Gefahren hat geben lassen, noch weiter- gehen soll. ■14 Prozent Stahldividende. Der Aussichtsrat der Eharlotten Hütte A.» G. in Bieder' scheiden(Ruhr) hat beschlossen, der Generalversammlung wieder 14 Proz. Dividende, wie im Vorjahr, vorzuschlagen. Die Gesellschaft, die bei der Gründung des Stahltrusts ihre sämtlichen ftochofeu., Hütten, und Walzwcrkbetriebe in dieses Unternehmen einbrachte, unterhält heute keine weiteren Betriebe mehr, sondern ist eine relue Verwaltung zgesellschast, die von den Dividenden ihrer Aktienpakete lebt. Allein an Stahltrnslokticn(Vereinigte Stahlwerte 2L-CL. Düsseldorf) besitzt sie ein Paket von 20 Millionen. An der hohen Dividende von 14 Proz. geraefleu, scheint es auch heute in der schweren Krise noch eine reine Freude, Stoht- und Eisenaktionär z« sein. Aufwärts im Berliner Konsum. QerGefchästsberichi für-1929/60.-TrvhKrise neuellmsahsteigerung um�Tproz. > Wie für die ganze Arbeiterklasse, ist das Jahr 1929/30 auch für die Konsumvereine eines der schwcrstenIahre seit derStabUisierung der deutschen Währung gewesen. Es steht ganz außer Zjrage, daß eine Bewegung, die so untrennbar mit dem Wohl und Wehe der Arbeiter- schaft verbunden ist, wie der Konsum, auch am eiMcn die Nacken- schlüge zu spüren bekommt, die in so schweren Krisenzeiten wie den gegenwärtig?« die Arbeiterschaft treffen. Wenn trotz der kata- strophalen Arbeitslosigkeit, trotz Stcuererhöhung und Lohnabbau- tendenzcn die Konsumgenossenschaft Berlin ihr am 30. Juni beendetes Geschäftsjahr 192S'30 mit weiteren Erfolgen ab- schließen konnte, so ist dies der glänzendste Beweis für die innere Stärke, die der konstimgenosssuschastlichen Bewegung innewohnt. Die Konsumgenossenschaft Berlin erzielte gegenüber dem Ge- schästsjahr 1928/29 eine Steigerung des Gesamtumsatzes von 68, Z auf über 80 Millionen, also um 17,2 Proz. Auf die Lebens in ittelabgabe st«llen entfällt hierbei ein Mehrumsatz von 13,2 Proz., auf die Waren- Hausabteilung eine Steigerung um 9,1 Proz. und auf die Fleischabgabe stellen die Rekordsteigerung um 71,9 Proz. Die glänzende Entwicklung.der konsumgenossenschaftilchen Fteifch- verteilung wird dadurch gekennzeichnet, daß trotz der großen Schwierigkeiten, die der Neuerrichtüng von Fleischabgabestellen In den Berliner Innenbezirken gegenüberstehen, die Zahl der Fleischabgabestellen insgesamt von 33 auf 57 erhöht werden konnte. Eine einzige Abgabestelle wurde geschlossen. Die Fettworenabteilung war mit 23,4 Proz. am Ge- samtumsatz für Lebensmittel beteiligt. Di« Butterabgabe stieg um 1,23 aus rund 5,8 Missionen Pfund, das sind 27,2 Proz. Der Um- satz an Margarine und Schmalz wies mit 3,67 Millionen Pfund eine Steigerung um 8,7 Proz. auf Dem Geldwerte nach stieg der Umsatz der Fettworenabteilung um 14,2 Proz., von 12,6 auf 14,4 Millionen Mark. Die Preis« der K o n s u m f l a s ch e n m i l ch lagen im Berichtsjahr stets 4 Pfennig je Liter unter den Preisen des Kleinhandel», wozu noch die Rückvergütung für die Mitglieder tritt. Der Milch- Umsatz erreichte 1929/30 fast 2,2 gegen 1,87 Millionen Liter. Auch im Kartoffelabsatz war«ine bedeutende Steigerung von 175 297 aus 237 841 Zentner festzustellen. Eine ganz besonders erfreuliche Entwicklung hat der jüngste Produktionsbetrieb der Genossenschaft, die W u r st f a b r i t, zu verzeichnen gehabt. Gegenüber dem vorhergehenden Jahr erhöhte sich die Produktion an Fleisch- und Wurstwaren um fast 42 Proz. auf 5,89 Millionen Pfund. Der Anteil am Gesamtumsatz der Fleisch- und Lebensmittelabgabestellen erreichte im Berichtrsahr bereits 14,1 Proz. Trotz der in Berlin besonders starken Kaufkraftdrosselung der Massen, waren auch bei dem Durchschnikteumsatz je Mitglied weiter« Fortschritte zu verzeichnen. Gegenüber einem Durchschnitts- umfatz von 177,76 M. im Jahr« 1924/25, war der Durchfchnittsumsatz 1628 29 bereits bis auf 399 M. gestiegen und erreichte im Berichts- jähr 425,39 M. Die vierprozentig« Rückvergütung vom Umsatz stellt sich für das letzte Geschäftsjahr auf 3,21 gegenüber 2,67 Millionen im vorhergehenden Jahr«. Di« gesamt«'Rückvergütung in den letzten sechs Gefchäftsjahren erreicht damit rund 10,8 Millionen Mark. Das seit Juli begonnen« neue Jahr wird, da die Krss« sich ungeheuer verschärft Hot, eine Belastungsprobe für die Leiftungs- und Anpassungsfähigkeit der KG B.- Leitung sein. Die Mit- glieder erwarten das H ö ch st m c ß au Billigkeit und gutem Kunden- dienst. Die Augen der Oessentlichkeit sind gespannt auf die Führer- funktion der Konsumvereine in der B e r b i l l i g u n g der Lebenshaltung gerichtet. Niemand wird dabei die lieber- legenheit vergessen, die die Konsumvereine in der Vergangenheit schon gegenüber dem Privathandel bewiesen haben. Ihre Ver- antwortung ist aber heute größer als je; der Oeffentlichkeit muß schlagend bewiesen werden, ein wie unerhörtes Unrecht die Sonderbe st euerung der Konsmnvereine darstellt. Möge sich auch die KGB.-Leitung dieser Verantwortung im höchsten Maße bewußt zeigen. Scharfe Kritik der rheinisch-westfälischen Konsumvereine. Eine in Düsseldorf abgehaltene Konferenz der. Vorstands- und Aufstchtsratsmitglieder der im Verband« der.Konsum- genossenfchaften Rheinland und Westfalen zu- sammengeschlossenen Konsumvereine nahm zu der Preis- sentungsattion der Regierung Stellung. In einer non der Versanunlung angenommenen Resolution heißt es u. a.: Die Re- gierung setze sich für einen Lohnabbau der Arbeiter und Beamten, für Preisabbau denn Kleinhandel ein, schon« aber offensichlllch die Großindustrie und insbesondere die preisverteuernden Kartelle und Syndikate, die fast ausschließlich von der Großindustrie beherrscht würden. Gegen diese habe man bis jetzt so gut wie gar nichts unternommen, obfchon gerade diese Kreise es feien, die durch ihr« Kartell Politik eine« wirklichen Preisabbau verhiyderten. Die Konferenz weist zum Schluß daraus hin, daß aber auch die Regierung selbst durch ihre Zoll- und Steuerpolitik den Preis- abbau für viele Lebensmittel am meisten verhindere und' daß unter der jetzigen Regierung die Ausnahme st euer« gegen die Konsumvereine beschlossen und durchgeführt würden. Die Konferenz verlange deshalb den Abbau der preisverteuernden Zölle und sofortige Beseitigung der ungerechten Ausnahmesteuern gegen die Konsumvereine. Ltfa nach der Llmstellung. Kleiner Gewinn nach hosten Abschreibungen. Auf der gestrigen Aufsschtsratssitzung der Universum- Film A.- G wurde der Abschluß für das am 31. Mai abge- fchlossene Geschäftsjahr 1929/30 vorgelegt. Das letzte Betriebsjahr stand im Zeichen der Umstellung vom stummen zum tönenden Film, die bei dem Abschluß in sehr hohen Abschreibungen zum Aus- druck kommt. Der Betriebsgewinn wird mit 22,28 gegen 23,1 Millionen Mark nur unwesentlich verringert ausgewiesen. Auch die Handlungeunkosten mit 2,41 Millionen Mark und die Steuern mit 4,28 Millionen Mark weisen keine besondere Veränderung auf. Die Abschreibungen, die besonders für die alten Film« hohe Be- träge beanspruchen, bleiben jedoch mit 14.1 Millionen Mark nach sehr hoch. Gtegerwalds große Tat. Arbeitsbeschaffung und Preissenkung in der Praxis. Vor reichlich fünf Monats« tündigte die Reichsvegisrung ein Llrbeitsbeschasfllngsprogramm an, das tSDlM Arbeits- lose in die Produttion wi-cher einreihen sollte. Gesetzentwürs« wurden angekündigt oder sogar ausgearbeitet, Verordnungen wurden erlassen, und die Reichsregierung konnte nicht genug des Lobes voll sein über ihre große Tat. Die Reichsbahn, die Reichspast sollten zusätzliche Aufträge vergeben, die hunderttausende Arbeiter wieder in Arbeit bringen sollten. Eine aus Reichsmitteln gespeiste Gesell- schaft sollte für die Ausführung von zusätzlichen Notstandsarbeiten die notwendigen Maßnahmen treffen. Wie Milch und Honig im gelobten Lands sollte die Arbeit fließen. Schwarzseher wurden nicht mehr im Reiche Stegerwcllds geduldet. Was ist davon verwirklicht worden? An anderer Stelle ver- öffentlichen wir«ine Uebevsscht über die Entwicklung des Arbeit smarktes in den letzten sechs Monaten und einen Ne r- gleich der Arbeitslosigkeit Ende Oktober 1930 mit der Arbeitslosigkeit Ende Oktober 1929. Aug diesen Zahlen kann man ersehen, wie gleich einer Sintflut von Aloual zu Zftowll die Arbeitslosigkeit stieg,» trotz der Sommermonate, die sonst ein Abslauen der Arbeitslosigkeit dringen, trotz der 420000 Arbeiter, die die Reichsregierung wieder in Arbeit zu bringen versprochen hatte. Und wenn wir die Arbeits- lofenzahlei, von Ende Oktober 1929 vergleichen mit der Arbeitslosenzahl von End« Oktober 1919, dann machen wir die erschreckende Feststellung, daß sich in diese,» Zeitraum die Arbeitslosigkeit mehr alsverdoppelt hat. Es hat wohl noch memals ein R«gi«rungs- Programm gegeben, das von den Tatsachen so widerlegt worden ist wie dieses Arbeitsbeschafsungsprogramm der Regierung Brüning- Stegerwald. Gleichzeitig mit den Psingstoeeheißungen der Arbeitsbeschaffung hat Herr Stegerwald den anderen Teil des Programms verkündet, der den Rest der Arbeitslosen wieder in Arbeit bringen sollte, die nach dem Arbeitsbeschaffungsprogramm noch als Arbeitsuchende aus den Arbeitsämtern eingetragen sein könnten. Dieser zweite Teil war die Preissenkung durch Lohnabbau, «ingeleitet durch den am 9. Juni vom Reichsarbeitsminister für o e r- Kindlich erklärten Schiedsspruch von Oeynhausen, der die Löhne in der nordwestlichen Schwerindustrie um 7 l, Praz. abbaute. Lohn- obbau ist auf Lohnabbau'erfolgt. Hie und da tröpfelte es auch Preissei, langen im Großhandel, die aber bis zum Kleinhandel so gut wie vollständig versickerton. Wo aber ist während dieser fünf Monate die Beseitigung, ja auch nur der Stillstand der Wirtschaftskrise ein- getreten? Bon Ende Juni bis Ends Oktober ist bte Zahl dar bei den Arbeitsämtern eingetragenen Arbeitslosen von 2 6)6 000 aus 3253000. also um 617000 gestiegen. Dos ist der Erfolg der Preissenkungs- und Arb«itsb«schaffungsakLion des Herrn Stegerwald! Jedes Wort der Kritik würde die grausam« Brutalität dieser Zahlen nur abschwächen. Man kann wohl sagen, ohne sich irgend- einer polemischen Uebertreibung schuldig zu machen, daß es gerade das Eingreifen des Reichsarbeitsministers In den Arbeitsmarkt ge- wesen ist. das zu einer so tatostrophalen Verschlechterung der Arbeits- Marktlage geführt hat. Wir stehen aber keinewegs am Ende der Katastrophe. Den Unternehmern sst der Appetit beim Essen gekommen. Ermutigt� vom Reichsarbeitsminister selbst, dessen eigentliche Funktion ja der Schutz der Arbeit ist. haben die Unternehmer überall die Akkordlöhne abgebaut und gleichzeitig Massen- entlossungen vorgenommen. Der Reichsarbeitsmimster hatte ja versprochen, zusätzliche Arbeit zu beschaffen und Hunderttausende und aber Hunderttausende von Arbeitslosen wieder in Arbeit zu bringen. Die Reichsregierung selbst gibt das Beispiel: von rund 2600 An- gestellten des Statistischen Reichsamts sind nahezu zwei Drittel abgebaut worden oder vom Abbau ummttelbar bedroht. Die Abteilung für S t e u e r st a t i st i k ist vollständig stillgelegt. Wozu brauchen wir auch ein« Steuerstatistik, da doch die Reichen sich zu den Steuerkassen nur so drängen? Es gibt gewisse regierungstreue Blätter— trotz alledem gibt es dies« auch noch—, die sich bei jeder Nachwahl darüber wundern, daß die radikale Flul noch nichl abgeebbt ist. Angesichts der Lohn- und ArbeitsmarktpÄitik der Reichsregie- rung muß man sich nur wundern, daß dies« radikale Flut nicht noch viel stärker gestiegen ist. Ein leerer Bauch hat keine Ohren, sagt ein französisches Sprich- wort. Verzweifelnden und Hungernden kann man nur sehr schwer eine Politik der Vernunft predigen. Damit soll keineswegs gesagt sein, daß die Politik des Reichs- arbeitsministers etwas mit wirtschaftlicher Vernunft zu tun hat. Sie ist das gerade Gegenteil davon. Es ist der schlimmste Dilettantismus, der wie das Kalb im Porzellanladen immer wieder alle Ansätze zur wirtschaftlichen Besserung zerschlägt. Die Lohnabbau, das heißt der Abbau der Kaufkraft der großen Käufermassen in Deutschland, be- deutet nichts anderes als«ine Wirtschaflskatastroph«, wie wir sie noch nie gehabt haben. Oer Me Lohnabbau. Er beträgt bis zu 50 Prozent bei de« Textilarbeiter«. Gerade zur rächten Zeit kommt ein« Ei«gab« an die Reichsregierung des Deutschen Textilarbeiterverbandes über „die Rotlag« der deutschen Textuarbeiterschast", begleitet von um- sangreichen Berichten„über die Lohnabbaumaßnahmen der Unter- nehmer in der deutschen Textilindustrie". Das sind Kulturdokumente von erschütternder Wirkung. Sie beleuchten aber auch blitzartig die eigentliche Ursache unserer Wirt- jchaftskrise. Denn so wie diesen 800 000 Arbeiterinnen und Arbeitern durch systematischen Abbau der Akkordlöhne die Kauf- kraft beschnitten wurde, so ist das UnUrnehmertum seit Jahr und Tag überall am Werte, um die Kaufkraft der Arbeiter auszu- höhlen. Zu diesem stillen Lohnabbau kommt jetzt noch der offizielle. Denn die Akkordlöhne sind so tief gesenkt, daß sie oft schon unter den Tariflöhnen liegen und also ohne den Abbau der Tariflöhn« nicht weiter gesenkt werden könne. Am besten aber geben wir dem Deutschen Textil- orbeiteroerband selbst das Wort. In der Eingabe heißt es: „Nach der amtlichen Erhebung von 192? betrug der durchschnitt- Vdje Wochcnverdienst eines männlichen Facharbeiters in der Textil- industri« 42.22 Al.. der Wochenverdienst eines weiblichen Facharbeiter 30.35 2R. Der Wochenverdienst des ungelernten männlichen Zeitlohnarbeilers betrug nach der amtlichen Erhebung von 1927 33,78 Zill, der Wochenverdienft des ungelernten weiblichen Zeitlohn- arbeiter� 23,40 Dk. Nach der Erhebung des Deutschen Textilarbeiteroerbavdes vom Dezember 1929 bis Mai 1330 betrug der Durchschnittswochenverdienst der männlichen Facharbeiter 37,67 M.. also weniger 10,8 Proz„ der weiblichen Facharbeiter 26,67 M., also weniger 113 proj. Der durchschnittliche Woche nverdianst der ungelernten männlichen Zeitlohnarbeiter betrug 23,34 M., also weniger 11,4 Proz„ der weiblichen ungelernten Zeitlohnarbeiter 20,78 M.. also weniger 7.2 pro). Seit dieser Erhebung sind die Durchschaittswochenoerdienst« trotz ver- mehrte r Arbeitsleistung, die der Textilarbeiterfchast aufgezwungen wurde, noch weiter gesunken. Die Textiliitaustriellen behaupten, daß die Textilarbeiterlöhne in den letzten drei Jahren um etwa 16 Praz. gesteigert worden sind. Demgegenüber steht in Wirklichkeit die Tatsache, daß bis heute nicht nur die Wochenverdienste sehr heruntergegangen sind, sondern auch die S t u n d e n v e r d i e n st e der Facharbeiter, die fast restlos im Akkord arbeiten, durch Herabsetzung der Zlkkordstücklöhne ge- funken sind. Aus einer umfangreichen Erhebung, die der Deutsche Textil- arbeiterverband, olle Teile der deutschen Textilindustrie umfassend, gemacht hat. ist ersichtlich, daß> die Akkordstücklähne zum Teil bis zu 50 praz. und darüber in der letzten Zeil gekürzt worden sind. Beweis: Die als Anlage beigefügte Aufstellung„Be- richte über dl« Lohnabbaumaßnahmen der Umernehmer in der deutschen Textilindustrie". Diese enorm« Kürzung der Akkordstiicklöhn« hat zur Folge, daß der im Akkord arbeitende Facharbeiter in der Textilindustrie kaum noch nennenswert über seinem tariflichen Akkordrichtsatz verdient. Erschrecke, ider kann d« Herabdrücken der deutschen Textil- orbeiterschaft in den Berelendungsprozeß nicht dokumentiert werden. Hierin liegt der Schlüssel, warum sich die Unternehmer gegen die längst fällige amtliche Erhebung der Effektivverdienst« der Textil- orbeiter zur Wehr setzen. Von geradezu ungeheuerlicher Tragik ist, daß«eben dem katastrophalen Abbau der Verdienste der deutschen Textilarbeiterschast in den Jahr«n�1327 bis 1930 dieser eine ungeheure Arbelksmehrleistung auf Grund sogenannter Roklonalisierungsmaßnahmen aufoktroyiert worden ist." Die Eingabe führt dann äst geradezu phantastisch anmutende Beispiele dieser„Rationilisierung" an. Da werden Betrieb« angc- führt, wo eine Spinnerin statt bisher 480 Spindeln, 640 Spindeln bedienen muß. Eine Spinnerin! Die Drosselspinnerinnen einer Fabrik bedienten vordem 456. 520 und 576 Spindeln, heute dagegen 684. 650 und 720 Spindeln. In einer württembergischen Spinnerei aber bedieni jetzt eine einzige Spinnerin 1000 Spindeln» Das geht so seitenlang weiter! Und diesen Arbeiterinnen, die «in« neroenzerreibends Arbeit mindestens 48 Stunden lang die Woche verrichten, wurden die elenden Löhne noch weiter abgebaut. Sie verdienen die Woche oft noch nicht 20 M., für eine Arbeit, gegenüber der die Zaubergeschichten unserer Märchen verblassen. Und nun konunt zu ollem Ueberfluß noch Herr Stegerwald mit seinem Stab von Schlichtern und will diese Schandlöhn« noch weiter abbauen. Um die Wirtschaft anzukurbeln! daß fick einige Borsitzende der Arbeitsämter und Landesarbeits« ämter weit stärker mit den laiÄtwirlschastllchen Unterneh-« mern als mit den Arbeitern verbunden fühlen. Weiter behauptet die.Deutsche Tageszeitung", daß ausländische Wanderarbeiter nur für diejenigen Betriebe bewilligt werden, die Zuckerrüben bauen. Davon kann keine Rede sein. Gewiß werden Betriebe mit intensivem und umfangreichem Rübenbau in erster Linie berück- sichtigt. Tatsach« ist aber auch, daß auch solche» Bettieben aus- ländische Wanderarbeiter bewilligt werden, die Zuckerrübe nien nicht betreiben. In der Altmark sind solche Arbeiter beispiels- weife für Arbeiten im Spargel bau beantragt und zmn Teil genehmigt worden. Die Verwendung der ausländischen Wander- orbeiter für andere Dinge als für den Zuuckerrübenbau ist besonders bei den ausländischen Wanderarbeitern zu beobachten, die nach Be- endigung der Saisonbeschäftigung nicht in ihre Heimat zurückkehren. Sie oerrichten in sehr vielen Fällen dieselben Arbeiten, die ein landwirtschaftlicher Deputatarbeiter zu verrichten hat. Im übrigen sind noch immer nicht die Feststellungen des Diplomland ro ris Locher widerlegt, wonach in den Kern gebieten des Zucker- rübenbaues wesentlich weniger ausländische Wanderarbeiter pro 100 Hektar beschäftigt werden als dort, wo der Zuckerrübenbau nur eine untergeordnete Rolle spielt. Ltnl die Siebenstundenschichi. Die?tuhrbergarbeit«r lehnen Mehrarbeit ab. Die Bezirtsvcrtreter des Verbandes der Bergbaulndustriearbeiter haben auf einer Konferenz in Bochum den Schiedsspruch für den R uhrbergbau. nachdem die bisherige Arbeitszeit bis Ende September 1331 s o r l- bestehen soll und die Forderung der Gewerkschaften nach Beseitigung der Mehrarbeit unberücksichtigt bleibt, auf das ent- schiedenste abgelehnt und an den Reichsarbeitsminister den dringenden Appell gerichtet, den Spruch nicht für verbindlich zn erklären. Ihre Stellungnahme haben sie in einer einmütig gefaßten Entsästießung folgendermaßen begründet: „Die Bergarbeiter waren und sind der Meinung, daß im Hinblick auf die gewaltig« Arbeitslosennot— nn Ruhrkohlenbezirt sind in diesem Jahr allein über.80 000 Bergarbeiter entlassen worden— die Mehrarbeit sinnlos geworden ist. Die Ruhrbergarbeiter vertreten ferner die Ansicht, daß die Mehrarbeit längst ihre wirt- schastliche und soziale Berechtigung verloren hat, nachdem der ursprüngliche Zweck des Mehrarbeitsabkommen-, die Erreichung des Förderanteils von 1913, nicht nur erreicht, sondern um 46 Proz. überschritten ist. Die von den Unternehmern angesichrien Gründe, der Fortfall dir Mehrarbeit führe zu einer unerträglich'«» Steigerung der Gestehnngstosten, können die Bergarbeiter nicht anerkennen, nachdem man in den Verhandlungen ein« Noch- Prüfung der betrieblichen Kostenlage abgelehnt hat. Nachdem die Ruhrbergarbeiter in den letzten Monaten zahlreiche Feierschichten in Kauf nehmen und gleichzeitig auf einen Teil ihres Einkommens verzichten mußten, um weitere Masssnentloisungen zu vermeiden, konnte von den Unternehmervertretern und vom Schlichter eine andere Haltung erwartet werden. Im Vordergründe aller Erwägungen hat in der gegenwärtigen Notzeit nicht die Sicherung einer angemessenen Kapitalrente, sondern die Beseiti- gung der Arbeitslosigkeit zu stehen." Es lebe Stegerwald! Die Aranksorter Metollindustrietten machen mit. Frankfurt a. Pta 17. November. Der Verband der Metallindustriellen hat, wie verlauset, heut? den Lohntarrf für die Metallindustrie für den hiesigen Bezirk zum 31. Dezember 1930 gekündigt. Der Arbeitgeberverbond svtderr mit Wirkung vom 1. Januar 1931 ab einenLohnabbou von 15 Proz. U.Bob».Verk«he. fftoltionSMrfommlijn« beut« 10 Uhr und IS'-j Ufit bei»churU». Sudeutrairer_ Str. 11 ifle Scnerimrnu uni> Genosse» müssen m(feilte rt Tee Rtaltioneretftanb. ateblnfler-ftDajetD. Mittwoch, 10 USr. bei©tflnMet, gimmerftt. 90, SPD-ffricktionzversaimnIunsi des afäiinset-Äoitjcrns. Nur SPD.-Rit- mitalieder und besonders Geladene haben Autritt. Ter Fraltionsoorstand. S AI 13 W i .�reie Gewerkschafts«Lugend Berlin Brauchen wir ausländische Wanderarbeiter? Wer sie verlangt und wozu sie gebraucht werden. Unter dieser Ueberschrist bringt die.Deutsche Tages- Zeitung" Nr. 529 einen Aufsatz, der geeignet fft. falsche Auf- sassungen über die Auständerbeschäftigung in der deutschen Land- Wirtschaft entstehen zu lassen. So wird in dem Aufsaß unter anderem behaMet, daß die Ein- stellung und Beschäftigung ausländischer Wanderarbeiter in der Landwirtschaft nur mit Genehmigung des für die betreffen- den Arbeitsstellen zuständigen Arbeitsamts erfolgt. Dann heißt es wörtlich:.Da die Arbeitsämter eine staatliche Einrichtung und der Regierung gegenüber für ihre Handlungen voll verantwortlich sind, wäre es doch abwegig, anzunehmen, daß die verantwortlichen Stellen, wenn sie brauchbare inländische Arbeits- kr äste stellen könnten, Ausländer bewilligen würden." Dazu wird uns vom Deutschen Landarbeiterverband geschrieben: Der Außenstehend« kann nach diesen Ausführungen der Meinung sein, daß für die Beschäftigung ausländischer Wanderarbeiter in der deutschen Landwirtschaft einzig und allein die Arbeitsvermitt- lungsbehörden, nicht aber die landwirtschaftlichen Unterneh- m« r verantwortlich zu machen sind. Oberflächlich gesehen, scheint es auch so. E« läßt sich nicht bestreiten, daß der Vorsitzende des Arbeitsamts und der Vorsitzende des Landesarbeitsamts bei den Be- ratungen über die Antrage der landwirtschaftlichen Unternehmer auf Genehmigung der Beschöftigung ausländischer Wanderarbeiter den Ausschlag geben. In der Praxis liegen die Dings jedoch so, daß die Borsitzenden der Arbeitsämter und. der Londesarbcits- ämler in der Frage der Ausländerbeschäfligung sehr oft G e- fangen« der Situation sind. Di« landwirtschaftlichen Unter- nehmer und ihre Vertretungen setzen sie derartig stark unter Druck, daß es ihnen gewagt erscheint, sich den Standpunkt der Arbeiter in jedem Falle restlos zu eigen zu machen.» Hinzu kommt, Heute, Dienstaq. IDU Übt, tagen die Gruppen: Zeeptou,: Gruppen- beim Schule Wilbcnbruchstr. 33—54< Hort, immer). Bunter Abend.— Spandau: Stadt. Jugendheim Lindenuier 1. Probeab.'nd Mr den Glternadend.— Iftcutfuttee Allee: Städt. Zugendbeim Litauer Str. 13. Bor- trag:„Arbeiterführer— Zlarl Legten".— Lichtenberg: Iugeitdbeim Tasse- ftraße 22. Vortrag:»Tie Frau in Tomjetrublaud".— Reu. Lichtenberg: Sugcndbeim Gunterstr. 44. Reibe nportrag:»Die Stellung der Israu in der Gesellschaft".— Pankow: Gruppenheim Pankow. Nissingenftr. 48. Dietufssons- abend: Grundbegriffe der Wirtschaft".— Schönewe-de: Zugendboim Nieder» schöneweide. Berliner Str. 31 lMädchenschul«. im«eller). Vortrag:»Rechte und Pflichten der Berufsschulen".— Geweickschastebnn»: Jugendheim Gewert» schaftsbau,, Gngelufer 24— 25, Saal 11. Lichtbildernortrag:„Der Wald und seine Bewobnei".— Achtang, Pbot-amatenre! Am Dienstag. IL. Ropember, um 20 Ilbr, und am{frei tag. 21. Rpvemider, um 20 Übt, findet für unsere Pboteamaleutc eine Benchtigung See Aussielluna der Pbotogruppr des Touristennereins„Die Naturfreunde" in der Iobannisstr. 14—13 statt. Treffen um 13% llbr vor dem Haufe Iobannisstr. 14—13. Iuoenvorupve ves�erlrairertandes Se? Anoeffellten tK« Heute. Dienstag, finden folgende Beranstaltnngen statt: Rnrdweft: Iuaendboim Lehrte? Str. IL— 1». Bortrag:„Wesensarten des kap'ta» listischen Wirtschaftssnsteins". Referent Erwin Suiucl.— Lichtenberg: fugend. beim Gunterstr. 44. ArdeilSgemeinschaft:„(Sinfübning in den Lo-ialiemns". Leiter Wilhelm Lerninski.— Sprech, nnd Bewegnng-chor: Uebirngsabend pünrt- lich 20 Übt in der Turnhalle der Schule Bamber Str. 20. Leitung Ol>o Polemann. Oer Kaffee rciSt zur(BshmSall&n Nidit Obcrall find die Wege für Autos fahrbar. Oft leistet der primitive Odiscnkarrcn dem Fazcndeiro, dem Farmer, wertvolle Dienste, besonders auf den Gebirgspflanzungen, wo die wertvollen Hedigewldisc geerntet werden. Für Kaffee Haj, den ceffeinFrcicn, editen Bohnenkaffee, werden aller- feinste, auserlesene Hodigcwjchse verwendet. Daher der unübertreff- »die, feine Gesdimack des Kaffee Hag, der jeden Kenner begeistert. Dabei Ist Kaffee Hag frei von Coffein und vollkommen unsdildlieh- Audi Kindern darf man ihn unbedenklich geben. Mehr Genuß und gute Gesundheit durch Kaffee Hag w. Appell- Sächtitche Qelclilehlen 3)ialekie ÄH. gehnss wr weg mibn B«r!lnern! W«nm«r da under- weg», m«mner fr'reest iß, jnol sen drifft, da hadr een schon de Laun« frdoxin. Ich wonigzdens, ich habb da ollemal de Rose soll. Di wissen doch denken, se sinn alleeiw off dr Welt. — Ja, ä bisscl anschbruchsfall sinn fe schon, das schdimmt. Unn da sinn die frweent. weil da alles fiel großbobliger ist als wie in unfern klecn Nesdern. Awr deswegen brauchen se doch nich so unfrschämt zu schbrechzn. — Wieso dn unfrschämt? Nu, geheert sich denn das filleicht, enne Schbroche zu jchbrechen, die kee anschdändjer Mensch frschdehn kann? Da heeßds egal, miSr Deidschen sinn ä Falk fon Briedern, un Schdammesunderschiede unn alles, war mr frieher hadden, das gibbds nich mehr. Awr fr de Berliner scheint das nich zu gelden. Anschdadd dasie dächden, wo fe de chaubdschdadt Hamm, mißden se erscht recht guhde Dcidsche sinn... — Awr jetzt iewrdreim Se! Wieso denn? — Nu, nemmse mal de B a y e r n an. Die reden ooch ganz scheen komisch. Da wissense Hinderher meist ooch nich. was die gc- sagt Hamm oder gemeent. Das is doch awr kee Frgleich midn Berlinern. Bein Bayern, da warn mier doch damals froh, dasie sich an deidschen Reich be- delligt Hamm, wegen Vier unn wegen Allgeier Käse. Den Hamm mier doch sogar guhde Wörde gegähm, dasse bei dr Schdange blie- den. Awr de Berliner, die muhden froh sinn, daß mier se off- genomm Hamm. Leider Goddes blieb uns ja allerdings wcider nischt iebrig. Wemmer se schon hädden zu Bohln schlagen wolln oder ans Furfchdenduhm Lichdenschdein abdreden— da- war doch bratdisch gar nich gegang. Weil sc nu eemal so midden drinnc wohn under uns. — Awr de S ch w a h m Hamm ooch ihrn Dialekt fr siech... Das kenn ich ooch. Das iß wieder kee Frgleich midn Bcr- linern. De Schwahm, die machen das nämlich wegen Fremden- srkehr. Wer meindwegen in Schwarzwald fährt unn er lernt ä Schwarzwaldmädel kenn, der kann ooch fr'lang, daß die red't, wie in dr Oberedde. Das sinn heehere Grinde, sozusagen. — Ach so. Awr wie schdehdn das da mir unfern f ä ch f'f ch c n Dialekt? Mit was? — Mit unfern sächsischen Dialekt? Was isin das? — Nu, unsre Schbrache... Die nenn' Sie«nn Dialekt? — Nu, was isses denn sonst? Ja, wissen Sie denn icwrhoubt, was ä Dialekt eejendlich iß? — Godd sei Dank. Nee, scheinbar wissen Sies ahm nich. Ae Dialekt iß, wenn ä Folksschdamm oder ä Landschdrich enn« Schbrache andersch aus- schbricht als wie se geschriem werd. Ilnn wenn Wärder drinne sor- komm, dies in der betreffenden Schbrache eejendlich gar nich gibbt, unn die die andern dadrum nich srfchdehn. Das ist Dialekt! — Nu ja, also. Was dn, also? Wolln Sie filleicht behaubden, daß das off uns Sachsen zuirifft?"7-—''—' — Ich weß nich.... Awr ich? Un mir kennse» gloom. Was mr dn sächsischen Dialekt nennt, das erisdiert nämlich in Wahrheet iewrhaubt nich. Das Hamm bloß de Witzblädder«rfundsn, als Lickenbieß-r, wenn se mal nischt andres wissen. Da heeßds nachher, mier dähden egal ei frbibbch jagen, unn Goddschdrammbach, unn oh du griene Neine, unn Jrjerr» jehwerschnee, unn weeß Knebbchen. Iß denn da filleichi ä wahres Wort dran? Nee!— Awr was isies? Dr Neid! Weil ses uns nich genn, daß mier so ä reenes unn unfrfälschdes Deidfch reden, da dichden fe uns een Dialekt an, den je sich felwcr zurechde gedifdclt Hamm. Unn mier in unfrer Guhdmiedjkoet. mier laffens uns fchdill- schweigend gefalln.'s fehlt bloß noch, daß mier aus laudcr End- gegenkomm den andern ooch noch den Gefalln duhn unn wärNich so reden, wie ses immer fon uns behaubden.... ider Sfaub/auger Iß da- brakdifch, mit so enn Schdaubsauger? — Brakdifch isses schon. Awr ä Awr iß drwegen ooch drbei. Der kost wohl viel Schdrohm, wennr in Bedrieb iß? — Ich weeß nich. Micr Hamm erscht cene Rechnung gekriegt, seit mier den Schdaubsauger Hamm. Da missen Se doch wissen, ob die heeher war. — Nadierlich war die Hetzer. Fiel heeher sogar. Awr da hadden mier doch de Nacht mal s Licht nich ausgeläscht in dr Schduhwe. Ach so. Awr was Hamm Sie dn da forhin gemeent, was bei den Schdaubsauger fr ä Awr drbei wär? — Das mit den Feng. Mit was dn fr enn Feng? — Da war unser chorschÄ mal enn Weg gegang, fr unsre Ziach- brschfrau, bloß nähman in das Grienworngeschäft srn Fimfer Bederflelje holn, an de Kardoffelsubbe, unn da hat die den enn Feng gegähm. Unn well das gloowich sei erschdes selwer frdiendes Geld war, da war der Junge nu gans schdols, unn hat sein Feng«egal bei sich in dr Dafche gehabbt. Unn haddn alln Leiden gezeigt, unn haddn scheen blankgebutzt, unn hadn ossn Disch rollern lassen— bisr off eemal weg war. Schburlos frrschwunden. Nadierlich macht mr sich bei enn dreijährjen Kind allerhand Gedanken, unn da sinn mier under andern ooch osf die Idee gekomm, der kcnndn cmende frschluckt Hamm. Da hädden Sn doch bloß fragen brauchen. — Das Hamm mier ooch. Awr da hat der uns keens Andword gegähm. Der hat bloß«egal geheilt unn gejammert:„Mei Feng, mei Feng! Weder Hamm, wieder Hamm!" Unn da Hamm miern Kordoffellirei zu essen gegähm, unn nachher nach ä Abfiehrmiddel, unn hawm'n uffn Dobb gesetzt— na, das brauch ich-Ihn wohl nich ausfiehrlich zu«rzähln. Genutzt hads awr alles nischt. Dil den Wege iß der Feng nich wieder zum Forschem gekomm. Unn iewr- haubt hädden mier uns das alles schbahrn kenn. Wo mier nämlich s nächste Mal dn Schdauublauger reene gemacht Hamm, da war ä Feng drinne. Sehnse, das meen ich mit den Awr! Das sinn öhm d« Schaddenseiden fon der neimodschen Erfindung. Das seh ich drwegen nich ein. Nu sinn sc doch wenigstens die Sorge los. — Woher denn?> Nu, weil der Feng wieder da iß. — Das hat unsre Sorgen nich frdriem. Wer garandiert uns heitn, daß das unfern chorfchdl sei Feng war? Das kann doch ooch I gen» andrer gewesen sinn..,. S>as Uleerfchweinchen Menschenskmd, was Hamm Sie dn fr ä Loch in ihrn Scharm? Da hat wohl dr Blitz neingefchlogen? — Nee, das hat unsre Budde neingefressen. Was unser Meer- schweinchen iß. Das heeßt nämlich Bubbe. Hamm Sie denn ä Meerschweinchen? Iß das r.ich bloß was fr Kinder, zum Schbieln? — Eegendlich ja. Awr mier ham drwegen ccns. Unn da schbieln Sie drmit? — Nu, abb unn zu schlrcicheln duhn mrsch, wenns jchdillc hält. Awr mecrschdendeels reiht; doch aus. Weiss immer kee reenes Gewissen hat. Schdellt mr«nn Rägcnschärm zum Drocknen hin, da strißds Lacher nein. Oder wemmer ahmds seine Echdrimde fors Bedde legt, da iß an andern Morgen manchmal iemrhaubt nischt mehr drfon da. Unn son dn Schuhn de Schniersenkel, das scheint enn« ganz besondre Delikadesse fr das Luderchcn zu sinn. Was glauin Sie denn, was mr da for Acrrger hat! Awr warum duhn Sies denn da mch weg? Da kenn Se doch bloß Geld schbahrn, unn Hamm wenjer Offrägung. � Ja, das hängt andersch zusamm. Das war so ne fixe Idee fon mir, daß ich gern« so ä Dier Hamm wollde. Da hadd« ich mal wo so«ens gesehn unn das haddc mir gefalln. Awr wo ich zu meiner Frau s erschde Wort drfon gesagt habb. da hat die kadde- garisch erklärt: Aus kein Fall! Under kein Umschdändcn! So ä Dier kommt mir nich in mei Haus!... Was habb ich gemacht dadroffhin? Ich bin fort unn habb«ens gekooft. Nu grade, erscht recht! Der zum Schur! Da hat s« zwar erscht geschimft, awr nach- her hat se sich an das Dier gcweent. Der Name Bubbe, der fchdammt sogar fon meiner Frau. Da hadde nämlich die Sache fr mich schon lang« wieder dr Reiz frlorn, unn fon mir aus hädden mrsch jeden Dahch wieder wegduhn kenn. Awr da schdellde sich meine Frau off den Schdandbunkt: Nee, nu grade nicht! Nu b«< Halden mrsch erscht recht— den zum Schur! Das iß nämlich bei uns immer so, in jeder Sache. Awr da baun Se doch wenigstens enn Käsig oder enn Schdall, daffcs nich so an de Sachen kann unn Lächer neinfressen! — Das is genau dasselbe wie mit den Koosen unn den Vc- Halden. Ich wollde glei damals in Anfang enn Käfig baun. Awr da hat meine Frau gesagt, das gäbs nich, der dähdr'bloß dn Blatz frschberrn in dr Kiche oder wo mrn hinschdelln dähden. stun jetzt, wo die Bubbe alles zrfrißt, da gibbdse mir jeden Dahch gud« Wörde, ob ich nich enn Schdall baun wollde.... Unn nu wolln Sie nich mehr? — Ja. Weil die das sagt. � Nu sogen Se mr bloß mal, was das da bei Ihn' fr n« Ehe iß? Sowas habb ich doch iewrhaubt noch nicht geheert. — Ach, mier lähm drwegen gans glicklich midnander. Bloß, daß ahm jedes sein Kobb offletzb Awr da geweent mr sich midr < Weht mehr abergläubifch Was, Sie sinn awergleiwifch? Mso. nemmse mrsch nich iewl, awr da dicht ich mich schäm' an' Ihrer Schdelle. — Das habb ich doch fon diheeme Hä uns jinu je. alle awergleiwifch. Das kriegen.de Sttdeb glek midic Muddermilch.ein- gefildrierd. Unn wennses merken, da isses zu schbähd. Da kenn se een ja freilich lced duhn. Das weeß ich nämlich aus Erfahrung, wie das iß, atperglei wisch zu sinn. Da denkt mr fon frieh bis ahmds bloß:'s werd dr doch kenne Kotze iewrn Weg loofen? De werfcht doch nich edwa midn linken Been zuerscht ofsgeschdanden sinn? Um Goddeswilln keene Schbinne an Morgen sehn! Nr ja nich s Beschdeck iewrsch Kreiz offn Dcllcr liegen lassen! Unn lauder solches Zeich. — Ja. daß mr njch nochmal umkehrt, wemmer enn wichdjen Weg forhat. Unn Freidahchs nich heiroden oder bei obnehmden Mond. Gas weeß ich alles. Ich habb doch frieher selwer dran gcgloobt. — Awr jetzt' gloom Sie nich mehr dran? Nee. Das habb ich mir abgeweent. — Wie Hamm Sie dn das gemacht? Kenn Se mir das Middel nich frraden, daß ichs ooch mal browicrn kann? Warum dn nich? Also das habb ich so gemacht. Da habb ich mir fest forgenomm, fon jetzt an gloobste eefach nich mehr an den olwcrnen Bleedsinn. Du bist doch ä Kuldurmensch, da werschdc doch nich an Awergloom gloom. Unn dos habb ich ooch jchdrikde durchgefiehrt. Wenn mir meindwegen«nne Katze iewrn Weg ge- loofen is, da habb ich gedacht: Was, soll das Ubglick bedeiden? Woher wolln du die das wissen? Das kann doch öhmsoguhd Gsick bedeiden! Unn«nne Schbinne an Morgen, die soll Kummer unn Sorgen bring? Wer sagdn das? 2lls ob die nich ooch Freede bring kennde. Unn bei dreizn Berfohn an Dische soll ecne schderm? Aus was dn fr enn Grunde? Die hat doch niemandn was gedahnl Grade so guhd kenn doch die dreizn in nächsder Zeit eens mehr wem anschdadd eens wenjer. Sehnse, unn so hat sich das bei mir nach mm nach immer fesder gesetzt. Unn jetzt, da siehl ich mich grade «rscht richdj wohl, wenn ich weeß, daß ich frieh midn linken Boen ofsgeschdanden bin ausn Bedde, unn wenn ich ahmds ä Keizchen rufen Heer, da schlaf ich de Nacht nochmal so guhd. Unn wenn ich enn wichdjen Gang forhabb, da kehr ich absichdlich erscht nochmal um, weil das mir Frdraun gibbt. Unn was besondersch bedeidungs- foll iß, das mach ich bloß noch Freidahchs, an liebsten, wenn gleich- zeidj ooch noch abnehmder Mond iß. Sehnse, so habb ich mir mein Awergloom grindlich abgeweent. Das missen Sie ooch machen! Gummischuhe. Die erste Betanntschait mit dem Gummi machten die Europäer zu Kolumbus' Zeiten. Einer der Gefährten des Eni- deckers sah die Eingeborenen von Haiti mit Bällen spielen, die aus dem Gummi eines Baumes gemaclst waren, und hielt diese Tatsach« in seinen Berichten fest. Später benutzten die Spanier Mexikos den Gummi, um ihre Mäntel wasserdicht zu machen, aber keiner von ihnen dachte daran, sich dieses Versahren patentieren zu lassen. Gummischuhs wurden in Brasilien von den Indianern schon vor mehr als 150 Iahren anpef-rt'ot. Da sie au- einheimischem Gummi hergestellt waren, pflegten sie bei Hitze weich zu werden Als man im übrigen Zlmerika darauf aufmerksam wurde, daß diese Fuß- bekleidung wasserdicht war. wurde vor jetzt hundert Jahren die Fa- brikation von Gummi'chuhen in Eingriff genommen. haulalmen. Daß der Mensch nicht nur Lungen-, sondern in ebenso großem Maße auch Hautatmer ist. aeht daraus hervor, daß der Tod eintritt, sobald drei Viertel der Hau« aus irgendwelchen Gründen nicht mehr atmungssSbig sind. Beispielsweise sind Verbrennungen gerade aus d'efem Grunde bcsonde"- gefürchtet. Aber auch Bestreichungen der Haut mit lustundurchlässigen Stoffen, wie zum Beispiel Teer, führen ganz rasch den Tod herbei, da der Mensch gewissermaßen wegen Luftmangel einerseits und mangelnder Stick- stoffentweichung andererseits erstickt,.. JCuri Sehine ILzer: 3} f C dGßCffcJCfWifW? Wir vergessen ja so gern und so schnall— denkt ihr noch daran, wie das damals war, vor rund einem Dutzend Jahren, mit dem Schlangeftehen, mit dem Hintenrumlaufen, dem Bezugsscheinunwesen, wenn ihr. heute die nollgepfonpsten Läden seht?— Man lächelt, denkt: unmögliche Zeit--- Aber damals? Es war bliters Wirklichkeit. Ich, als ich aus dem Felds kam, nichts als frclh, dem Schlamassel entronnen zu sew, fand zu msiner Ueberrafchuug an Schuhen nur sin Paar ausgedienter Lackschuhe, die zufällig in«wem Wülfel, stehen geblieben waren. Mitbrachte ich meine Infanteriestiesel, Öle Schnürschuhe hatte ich, weil sie mir auf dem Rückmarsch kästig waren, stacht- sinnigerweise einem Russen verkaust. Wer wollte auch wohl in der Heimat in allen MMtärtretern laufen? Du kaufst der ein Paar neue, dachte man sich, feine, elegante, und freute sich darauf. „Du mußt dir einen Bezugschein für Stiesel besorgen", sagte meine Frau, als ich lächelnd vor meiner kümmerlichen.Habe an Fußbekleidung stand..Liehe nur deine Langschäfter an und sage, weiter hast du nichts." Ich sah erstaunt auf:„Bezugschein?" „Ja, ja." sagte meine Frau,„anders kriegst du keine." Ich tat dann also und steckte auf dem Bezugscheinamt für Stiesel zunächst einen Verweis der amtierenden jungen Dame ein, well ich um 12 Uhr kam. Um 12 Uhr schließe nämlich das Bezugscheinamt. Ich lächelte milde, ich dachte daran, daß wir im Felde zu jeder Tages- und Nachtzeit hatten bereit sein müssen, sagte wohl auch etwas Derartiges, jedenfalls erhielt ich nach einigem Hin und Her den gewünschten Schein und freute mich, daß die Stiefelkalamität so schnell behoben war. Da kam aber noch der Nachsatz:„So, Ende April, Anfang Mai wird Sie eine©chuhfirma benachrichtigen, dann können Sie die Stiesel abholen." Wir hatten Anfang Januar. „Und bis dahin?" fragte ich betreten. Die junge Dame zuckte die Achseln. Ich trug abwechselnd die Langschäfter und die zerrissenen Lockschuh, je nachdem das Wetter war, und wartete auf den April. Da sah ich eines Tages in einem Schuhladenfensier, denn ich interessierte mich jetzt ausnehmend jür die Branche, ein Paar Ersatz- stiesel. Was man sonst Oberleder nennt,'war aus Papierstoff, die untere Einfassung aus Kunstleder und die Sohl« aus Holz. Das Gebilde war ganz lustig anzusehen, vor allen Dingen bezugschein- frei,— ich ging in den Laden und taufte, zog sie auch gleich an, lleß mir die kümmerlichen Lackschuh einpacken und ging freudig bewegt heün. Meine Holzsohlen klackerten wunderbar auf dem Straßen- slasier, die Dinger hiellen tvarm und sahen mindestens originell aus— ich war zufrieden., Ich war leider nicht mehr zufrieden, als ich nach Hause kam. denn meine Füße brannten wie das höllische Feuer. Beim Nachsehet: konnte ich bereits Blasen entdecken, aber ich zog am nächsten Tage die neuen Sriesel doch wieder an. Hätte ichs nur nicht getan! Denn was ich an diesem Vormittag für Qualen ausgestanden habe, ist mir heute nach zwölf Jahren noch deutlich in Erinnerung. Berzweiseit schmetterte ich den Ersatz in den Ofen und kehrte reumütig zu Lock- schuh und Langschäfter.zurück. Es war inzwischen Februar geworden und der berühmte Paffch der Berliner Straßen in vollster Blüte, wenn ich so sagen darf. Bei den Lacksclnchen lies ich bereits auf der Brandsohle, denn auch Sohlenleder war nicht zu haben, und es gab leider hie und da Wege, die ich doch nicht in Langschäftern antreten konnte, sondern trotz kaller und nasser Füße in den Lackschuhen erledigen mußte. Wo kriegt man- Sohlenleder her? war die brennende Frage jede? neuen Tages,.— da brachte mir ein wahrer Freund ein Paar Crsatzsohleft. Sie waren schwarz, sähen stabil und kräftig aus und Vater Lötz« nagelte sie mir mit Drahtstiften auf die durchlässige Unterselle der Lackschuhe. Herrlich? Ich ging warm und trocken durch den Patsch und war restlos glücklich. In der Zell mußte ich ein« Geschäftsreise nach Nürnberg an- treten. Es war eine wichtige Reise und ich bekam eine Fahrlartc zweiter Klasse in die Hand gedrückt. Sie nützte nicht viel, denn da ob des Kohlenmangels der Zugverkehr eingeschränkt war, fand ich auch die zweite Klasse so vollbesetzt, daß ich nur auf dem Korridor ein Plätzchen fand, wo ich meinen Koffer und darauf mich anbringen kannte. Wir saßen wie die Heringe im Faß und froren wie die Schneider, denn wegen besagten Kohlenmangels fiel auch die Heizung aus. Zu allem Unglück trat der Lokomotivführer muten auf der Fahrt in Streik und fuhr erst weiter, als Stunden nachher eine Lohnerhöhung telegraphisch zugesagt wurde.— Er hatte ja Recht. denn die Löhne waren kümmerlich bei der Geldentwertung, aber er hatte es warm vorn auf seiner Maschine, wir unglücklichen .Passagiere hingegen froren was das Zeug hiell die ganz« Fahrt hindurch, zumal ich in meinen traurigen Lackschuhen. In Nürnberg strahlte in dem Hotelzimmer eine siiberbrvnzierte Heizung wonnige Wärme aus. Ich rückte einen Sessel in ihre Nähe und stemmte meine armen zerfrorenen Füße dagegen. Ach, tat dos wohl, als mir die Wärme allmähliä) au den Beinen emporkroch! Aber o Schreck! An den silbernen Röhren flössen langsam schwarze Bächlein herab— meine Ersatzsohlen aus Pech waren in der Auflösung, denn sie waren leider nur auf Kälte eingestellt. Ich säuberte die silberne Pracht mit meinem Taschentuch, über das meine Frau später beim Waschen blutige Tränen vergoß. Die Ersatzsohlen hielten nicht ewig, wenn sie auch die Hitzeattacke leidlich überstanden hatten. Ich erinnere mich noch lebhaft an die Zeit, als sie zerbröckelten und die Drahtstifte, mit denen sie Vater Lötz« sorgsam befestigt halle, über Gebühr herausstehen ließen. Wir hatten damals noch Läufer auf den Treppen und beim eiligen Steigen pflegte ich mich darin festzuhaken, die Läuser mitzunehmen und die Stufen herauf oder hinab zu fallen, je nachdem ich mich auf dem Fort- oder Heimweg befand. Aber dann kam ja endlich doch der Frühling und mit ihn, der ersehnte Brief der Schuhfirma, daß meine neuen Stiefel zum Ab- holen bereit stünden.- Nun halle es ja möglich sein können, daß ich entweder kein Geld gehabt oder den Bezugschein verloren hälle.— Aber nicht? von alle dem: beides war zur Stelle und gewissermaßen zur Belohnung für mein« Leiden durfte ich ein Paar tadelloser Stiefel kaufen. Das ist eins buchstäblich wahre Geschichte, ein kleines tragikomisches Anhängsel an die große Kriegstrogödie. an das mich jeder neue Winter hartnäckig erinnert, denn die Frostbeulen, die ich dabei erwarb, sind geblieben. Und, ohne bösartig zu fein, wünsche ich jedem, der geneigt ist. den Krieg zu vergessen, so etwas wie meine Frostbeulen, ihn von Zeit zu Zeit nachdrücklich daran zu erinnern. „Lebenslängliches Zuchthaus" kennt man in der Türkei nicht Die längste Zuchthausstrafe beträgt 101 Jahre, was unserem „lebenslänglich" gleich kommt, denn bisher Hot noch niemand lOI Jahre im Zuchthaus gesessen oder nach lOljähriger Haft das Zuchthaus wieder oerlassen. Auch bei uns ist„lebenslänglich"{ein Urteil, sondern tritt nur an di« Stelle einer verwirkten Todesstraie ' im Fall« der Begnadigung. Die längste Zuchthausstrafe, auf die bei uns erkannt wild, beträgt 15 Jahre. Freitag, den 21. November, ISVa Uhr, in der Autohalle am Kaiserdamm Arbeiter, Angestellte, Beamte! Me ickriMM Runlgeliui! Erscheint in Massen! Es werden u. a. sprechen: Frftr Adler— Otto Bauer(Wien), Pletro Nennl(Verf. des Buches„Todeskampf der Freiheit") sowie Vertreter des Internationalen(�ewerkschaftsbundes. Bekundet euern Willen zum Kampf gegen den Faschismus! Der Bezirksvorstand. parieinachnchten für Groß-Bertin Uins-nvunge» fiit diese Rubrik sind stets a» Das Vezlrkssekret-rio! ettlln 633*$, Stnbcnfttafe 3, Z. Hos. 2 Treppe« reibt», zu richte» Zum Notopfer für die Wrwerbülosen wurden von den Mitgliedern der Verliner Töpfcrhüttc, Bnustclle Tegel, 8l M. und von den Vertretern der früheren 5. Abtei! ung der Zitonsum- Kenossenschaft Berlin und Umgegend 26,30 M. an die Bezirks- koffe abgeliefert.— Allen Spendern hierdurch besten Dank. ■3. A.: Alex Pagels. * 2. Strei» liotgntsn. Werbriundgebunq der Ziutasoiiialistr»! Die für beute. �icns'ao, Ui, November, fesiueieblc Ztuuditcbuuo findet nicht in der Bcltlielien Schule, Kaldeniersieaftc, sondern im Zuoendbeim Uedrter Sirage 18— 1» um 20 Mir ffott.— Xo'inetstnfi, CO. November, um 20 Uhr, Ztrel-mitgliederversammluna in den Armininehnlien, Bremer 6tr. 72--72. Thema:»Soziaidemotratic und Micimucher�. Refcreni cheuosse Sroihaus. & X Sttch Deddinp.' Donnerst»!,, 20. November, um>»!<> llhr, i» ffg den Atlontir'Siilen, Bchmstrage, am Bahuhos Desuud'.runncu, Kreis, mitnliedervcrsammlnnq. Vorlra»:..Das Zirbcitslosrnproblcm". Refcrrvt l' Kurt Heini», M. d. R. Alle Genossinnen und Genossen neiisscn mracn der wichtigen Tageso'.dnung erscheinen. f: --- W 12. Kre!» Tteglih, Lichter: elde. Lanlwih. Bussiag. l!>. Nopember,° � Besichtigung des grSsstcn Berliner Hollenbades. Stadtbad Mitte, Ü . Gartenstr. 5. Trefkpuntt Uhr Naihauoplah, Steglitz. Die übrigen(' H Teilnehmer 9% Ahr rot dem Augaua des S'adtbaches. Um rege Be» S ieiligungnbittet der Dildungsausschutz. 5? Heute, Dienstag, 18. November: 20. Abt. 20 Übe bei?ole. Kolonieltr. tZ, ssortsctzung des ssinfilhrungs. und Ausspracheabends. Thema:„Das- Heidelberger Programm". M. Abt. Lonluitz. fficnof'imun und Genossen, die Nock, an der Bellchtigunq de? Landerzichungsheimes Struveshof am Sonniag. 23. Novernder. teil- nehmen wollen, uterden gebeten, ssch beim Genossen Kaiser, ssrobenstr. 20, umgehend ju melden. ZNorgen. Mittwoch. 19. November(Bußtag): 17. Abt. IS Uhr gnsammenituuft der sungen Varteunitgliedcr im Lokal Lijsk.u, Tegeler Str. SO. 23. Abt. Die Zusamnmnikunft der jüngeren Parleigeiwssen findet doch heute bei Grunewald, Kameruner Str. 19. statt, und nick>t. wie angosaat. erst am ssreitag. 21. November. Es werden Referate Über autzenpolitische und wirtschaitliche Probleme Englands gehalten. W 49. Abt. Schwerhörig«. Um 13 Uhr im Zngendheim Lindcnstr. 4. s? : vorn 1 Zr., Mitgliederversammlung. Vortrag der Seuolliu Stadtuer- ordneten Todeuhage» über»Krautenoersichernna in der Notverordnung". cLi Alle Gcuo'jinne» und Genosscn sowie„Vorwärts"-?«?«! und Shmpathl»- i sscrend« find freundlichst eingeladen. r:J 5�5� »">. Abt. Neukölln. Um 10 Uhr bei Erleger. Lelstngstr 9. wissenschafllicher Vor. trag. Arbeitsgemeinschaft. Rr'erent Genosse Dr. Maense» spricht über „Die Entliehnng der modernen Arbeitcrbewegnng". Alle jugendlichen Se, Nossen sind ringelodcm. 101. Abt. Treptow. Siabmittog« gemütliches Vel'anvmenlcin mit Tan., bei ssalkcnhage»..Tivoli", Reue Seng all er. ssiir Strne: find 10 Pl. ru cnt- richten. Donnerstag. 20. November: "M. A'bt. 20 Uhr �UNkLionLrsitzunf' sri�ftsstnude» icftt regelmäßig fcden Donnerstag und ssreitag von I6V2 bis 19 ITTjr. Abrechnungen ufin. nur in dieser rfcit. S reise Kreuzberg. Tempelbof. Acinickevdors: Kvm Helserkurfus treffen sich aUe Helfer 8 Ubr Schlesischer Bahnhof. Unb�ingtä Teilna.bms. Arcis Krcnzberg. Gruppe Bergmonustrasic. Note �aUlen: Wir treffen uns �ur Fahrt nach Bernau am Dienstag. 18. Ziovembcr, um%5 Uhr an der Vorck- Ecke Belle-All ance-Straße.— Südwest: Am Sonnabend. 22. November, 20 Uhr, finde! im Jugendheim Horckstr. 11 ein Elte rnaus'prachea band der Gruvve statt. Wir bitten alle Eltern und freunde, zahlreich und pünktlich*u erscheinen. Kreis Tewpclhof: Die Zusammenkunft der Jung falten fällt Mittwoch aus. Nesifalken trcffcn sich Diensiag, 18. Rvocinber, 1a Uhr, Jugendheim Tnnpcl- Hof. Eiermaniaftraße. Ho henschSr. Hanse«: Mittwoch, 19. November, fäll! dos Basteln aus. Wmßenfee: Donnerstag. Ai. November. 20 Uhr pilnftlich. Arbeitsgemein» fcheft der Seifer bei Genossen ll. 7renselau. Nenubabnstr. 17». Kreis Neukölln. Specchck'vr: Heute. Dienstag, um 17� Uhr. kommen olle Zung- und Note Taiten. die Znteresic für Sprechchor haben, zur Eangbofcr. strasie.— Helfs-rkreis: De?' Treffpunkt?ium. Kuri'ns Braunthal in Rüdersdorf ist für unseren ttreis morgen, Mittwoch, um 7 Uhr am Bahnlwf Reukölln (Fahrschein).— Am Donnerstag um 20 Uhr findet in der KarlrMarr.'Sckmle der Z. Abend des Helfer sch: Uu n g skurs u 3 statt. Wir üben Schattenspiele. Die Helfer nvm Kreis Trepio-r bitten wir. zu erscheinen. Gruppe EiNgelufe?. Rote fallen: Der Treffpunkt für unsere Busitcoskah?! durch den Bluwenthal ist um Uhr an der fialtenede. Jeder Rote nalic musi erscheinen, da wir sonst keine Tahrpreisermäsiigung erlangen können. Fahrgeld 1.20 M. Geburtslage. Jubiläen usw. >3. Abt. Unserem Genossen Theodor Sander z» seinem 30. E«. burt»t»gr hie herzliEstcn GlüiiwüuiEc. tob.«bt. Adlcrshos. Unser Eevosse Ernst IänsA, hegrht hellt« seinen 00. Sebuitreag. As» Bezirkssähree urd Sassserer hat er der Partei lange Zahle tr«»« Dienste geleistet. Sir übermitteln ibm unser« berzliehsten Glückwünsche in de. Hosinnng, ihn nach reckst lange siir die Partei tätig zu sehen, Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 24. Abt. Unsere lleb« Genasssn Berta Bülicke ist nach langeni, Mut» rem Leiden verstorben. äscherung hat vereits stattgesunden. Merlcnburaer Stv. 34. Ehre ihrem Andenken! Die Ein. ckreis»»vr llloiistvg feizcdez fieizcd Kalbskamm<>.v»ii»e..i>kck. 0,86 Kaldsbriisl°ö.-»o-i>°o, m. 0,94 Kassler miid....... mVonljOS Eisbein ni.spitsbejn,gep,Pfa. 0,78 Sch weinebaudioB�Fid. 0,92 Schweinekamm oder.Schuft, ohne Beilage, Pfd. 1,14 RQckenfettgchmart�m 0,86 Bratwurst BerUiierArt,P{d. 1,08 Roastbeef o.Kn, m«VN 1,58 $chweineköpfem.BKit«.pt!>>>! Hteine Anzeigest wirkun�svgU und MUiß UberschrHtswort 25 Pf., Textwort 13 Pf./ Wiederholungsrobott: 10 mal 5%, 20 mal oder 1000 Worte Abschluß 105!, 2000 Worte\S%, 4000 Worte 20% Stellengesuche: Uberschriftswort 15 Pf., Textwort"SO Pf. Annohme durch den Verlag, Lindenstr. 3('i9 bis 5 Uhr), und sämtiiehe Vorwerts Filialen u. 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