BERLIN Sieastag 1«. November 193« Trsch eint täglich aaßerS»«nt«g«. Zugleich Abendauegabe de«„Vorwärt«*. Bezuzepreis beide Ausgaben Sä Pf. pro Woche, Z.60M. pro Monat. Redaktion und Trpedilion; Berlin SWS», LindenKr.S » SftcUauLQajße xki AnieigenpreittDie einspaltige Nonpareillezeile SS Pf., Reklameieile b M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto: Vorwärts-Verlag G. m.b.H.. Berlin Nr.»7536. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis 2S7 Die Krage an den Reichstag Im Dezember wichtige Entscheidungen/ Kein Kanzlerultimatum Ein Berliner Mittags blatt bringt unter der Usberichrist „Tanzler-Ultimatum an den Reichstag* Mitteilungen über die politischen Absichten der Reichsregierung. Von cinein UUimatum der Reichsregierung an den Reichstag ist in parlamentarischen Kreisen nichts bekannt. Aber dos Mittagsblatt widerlegt in seinen textlichen Dar- lcgungen seine Ueberschrist. Es heißt in dem Blatt: „Die To/tik der Regierung geht offenbar dahin,-urf normal- parlamentarischem Wege soviel zu erledigen, als auf dieseni ZLege zu erledigen ist.* Damit ist bereits gesagt, daß die Vorlagen ordnungs- Republikanische Kundgebung heute, um 20 Uhr, im Sportpalast- Es werden sprechen: Preußischer Innenminister Severing Bundesföhrer Otto Hörsing Professor Georg Bernhard-Berlin (Es wird ein Unkostenbeitrag von 50 Pfennig erhoben Reichsbannerkameraden in Bundeskleidung frei.) gemäß im Reichstag behandelt werden sollen und daß dem Reichstag Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben wird. Daß die Reichsregierung Wert darauf legt, daß ihr« Vorlagen in kurzer Frist, miäglichst noch vor Weih. nachten, erledigt werden, ist nichts Neues. Das hat der Reichskanzler Dr. Brüning bereits vor Wochen in seiner Rede vor dem Reichsrat angekündigt, dos ist unterstrichen worden durch die Haltung des Reichsrats, der die Vorlagen in knapp drei Wochen durchberofen hat. Aber dieses schnelle Tempo bezieht sich nur aus«lnen Teil der Regierungsvorlagen, nicht auf alle. So ist es z. V. nicht die Absicht der Reichsregierung. den Reichshaushalt noch vor Weihnachten durch den Reichstag erledigen zu lasten. Der Entwurf des Reichset.its für 1931 soll nur dem Reichstag An- sang Dezember vorgelegt werden. Seine Durchberatung wird dann bis zum 31. Dezember 1931«rsolgen. Es ist auch fraglich, ob sich der Wunsch der Reichsregierung nach sofortiger Erledigung ihrer Vorlogen auf alle Vorlogen bc- zieht, die sie früher einmal angekündigt hat und von denen einige Aenderungen der Verfassung bedingen und infolgedessen einer Zweidrittelmehrheit im Reichstag bedürfen. An den wichtigsten Vorlagen der Reichsregicrung sollen über- dies vom Reichsrat erhebliche Aenderungen vorgenommen werden. Das gilt z. B. von der Vorlage über die Erhöhung der Tabak- st e u e r und der Vorlage über die Senkung der R e a l st e u e r n. Die Aeuderungen, die an dieser letzteren Vorlage unter dem yinfluß Preußens im Reichsrat zustande gekommen sind, sind sehr erheblich und kommen einigen von der Qeffentlichkeit geäußerten Wünsche» sehr entgegen. Trotzdem ist das Schicksal der Rogicrungsvorlagen im Reichstag völlig ungewiß. Die gespannte politische und wirtschaftliche Situs- tion sollte aber alle Kreise veranlassen, nicht durch übertriebene und unrichtige Alarmberichte die Ocffentlichkeit zu beunruhigen! Ein Schlag gegen Frick Der(Schwindel von der Bespitzelung enthüllt Weimar, 18. November. Der Geschäftsführer des Reichsbanners Gau Groß-Thüringen, Dr. Dietzel, richtet an den nationalsozialistischen Minister Frick einen „Offene ü Brief", in dem Dietzel sag:, die Bezeichnung als Spitzel treffe ihn, aus Fricks Mund, nicht. Dann heißt es roeüer: „Sie hoben den erbrochenen Brief, der Fragen aufwirst, die mich als Republikaner interessieren, zum Anlaß genommen, bei mir eine Haussuchung zu halten. Sie haben dabei feststellen müsien, daß der von Ihnen beschuldigte Verwaltungssekretär Müller nur meine» Brief nicht beantwortet hat. Sic haben bei dieser Gelegenheit bei mir Pripatkorresponden.; beschlagnahmt, die mir Reichsbanner- sunktionäte zur persönlichen Information hatten zugehen lasten. Tch empfehle Thuen. wenn Sie den Mut dazu haben, dieses Material zu veröfsenllicheo. Sie werden damit freilich dem Herrn Reichsinueominisler nur weiteres wichtiges Material über die Arbeil der Nationalsozialisten in der Landespolizci ' i'' liefern. Sie sind aus Grund des Materials des Herrn Reichsinnenministers, das Zeugen aus den verschiedenen politischen Lagern für die Tätig- keit der Nationalsozialisten in der thüringischeil Landcspolizei an- führt, gegen Beamte, die Ihnen wegen ihrer republikanischen Einstellung unsympathisch sind, und deren Aussagen vor dem Staats- gerichtshof Sie glauben fürchten zu mästen, diszi p l i n a r i s ch vorgegangen. Nach Pressemittcilungcn haben Sie gegen diese Beamten Disziplinarverfahren eingeleitet, bzw. einen der Beamten entlassen, weil sie angeblich Dienstgeheimnisse verrate» haben sollen.* wenn Sie Herr Minister, die nalionalsozialistische Tätigkeit innerhalb der Landespolizei als Dienstgeheimnis ansehen, dann liefern Sie damit den Beweis, daß diese Tätigkeit auch gegen- über den Instanzen des Reiches dos Licht der Oeffenlllchkeit zu scheueu hat. Damit richten Sie Ihre Tätigkeit selbst. In Beröfsentlichungen der Presse, die von Ihnen herausgegeben worden find, ist behauptet worden, daß. der Herr Reichsminister des Innern bzw. die preußische Regierung durch den Regierungspräsidenten Freysing dem Reichs- Braunschweiger Zustizwaage Kränzen: wenn die ganze preußische Polizei gegen mich schwört- ich habe doch dasllebergewicht'." banner bzw. mir Auströge zum Sammeln von Materiol gegeben haben soll. Ich erkläre hiermit ausdrücklich, daß ich weder van: Herrn Reichs mini st er des Innern, noch von der preußischen Regierung einen Auftrag zum Sammeln von Material erhalten, noch an die genannten Stellen Material geliefert habe. Auch das Reichsbanner hat mit den Dingen nichts zu tun. Ich habe überhaupt keinen Auftrag erhalten. sonder» bei Aufkommen des Streites Reich— Thüringen es als meine Pflicht betrachtet, mir■ bekannten führenden Republitanexn von meinem Misten Nachricht zu geben. Wer das Gcgrnleil behauptet, lügt. „Nicht zuzutrauen." Oer Dreh der Hakenkreuzjustiz im Kalle. Kränzen. Die Justiz hat eine neue Methode gesunden, ungünstige Tat- sachenfeststellungen gegen Hateiikeiizler aus der Welt zu schaffen. Im Naumburger Bezirk(wo sonst?) wurde sie zuerst ausprobiert, und zwar im Fall des nationalsvzialistischen Thcologiestudcnten Giehle r. Neun einwandfreie Zeugen bekundeten, daß Gießlcr einen Gendarmen mit dem Bierglas in den Rücken ge- schlagen habe. Das Gericht aber sprach ihn frei mit der Bs- gründung: einem Studenten der Theologie sei derartiges nicht zuzutrauen. Im Fall Franzen hat das Braunschweiger Gericht genau die gleiche Methode zugunsten des i)errn Frarizen angewendet. Gegen die einwandfreien Aussagen dreier Polizeibeamten, erklärt es, daß bei Herrn Franzen„als ehemaligen Richter und Juristen* eine derartige Handlungsweise, wie die Zeugen sie schildern, ausgeschlossen sei. In den Auge» dieser Gerichte ist also jeder Nazi ein reiner Engel, dessen Unschuld von vornherein und unwiderleglich feststeht, was auch immer böse Zeugen über ihn bekunden mögen. Diese Gerichte wissen offenbar nicht oder wollen nicht misten, daß Lügen und Schwindel bei den Nalionastozialisien ein an- erkannles politische» Prinzip ist. Der Bruch des Ehrenwortes gilt in jenen Kreisen als erlaubtes politisches Mittel. So hat Hitler selber sein dem bayerischen Innenminister S ch w e y c r gegebenes Ehrenwort, nie in seinem Ütben einen Putsch zu machen, einige Monate später kaltblütig gebrochen. Sein Parteifreund Gregor S t r a ß e r hat sich tu össcntlicher Reichstagssttzung am 18. November d. I. des Bruche? fcines Ehrenwortes gerühmt und nach dem amtlichen Stenogramm ausdrücklich erklärt:„Diesem System gegenüber kenne ich kein Ehrenwort* und„Diesem System breche Ich mein Ehrenwort noch zehnmal, noch hundertmal". Aus die Frage des Abgeordnelen högner:„Ihnen ist also der Bruch de» Ehrenwortes ein politisches Mittel?*, hat Straßer geantwortet ryit einem lauten:„Jawohl!*. Zill das stellt das amtliche Stenogramm fest. „Nicht zuzutrauen", sogt das Gericht. Wir sagen: Diesen Leiüen. denen der Bruch des Ehrenwprtes politisches Prinzip ist, ist alles zuzutrauen. Ein objektives Gericht müßte zu der gleichen Ueberzeugung kommen. Geschwistertragödie! Sinundzwanzigjähnger erdrosselt seine Schwester. ckölu. 1». November.(Eigenbericht.) Zu der vergaugeuen Nacht hat der Zl Jahre alte Bergmanu Wilhelm Lyueu tu wuerselen seine 16 Zahre alle Schwester Josefa aus einer wiese erdrosselt. Der Täter stellte sich dann der Polizei, nachdem er vorher erfolglos uersuchl hatte. den Liebhaber seiner Schwester gleichfalls umzubringen. Er erklärte, er habe den liedersichen Lebenswandel seiner Schwestcr nicht wehr ml l ansehen können. Besorgte Ehrenmänner. Bor„rollenden Köpfen� zu warnen, gefährvetinneren Frieden Zw«! deutschnationale Landtagsabgcordncte, die Herren Schulze-Stapen«knd B o r ck, sind in helle Aufregung geraten über einen Aufruf, den der Einheitsverband der Eisen- b a h n e r, Ortsgruppe Stendal, an feine Mitglieder erlassen hat. In diesem Aufruf werden die Greueltaten des italienischen Faschis- nius gegen Sozialisten und Gewerkschaftler geschildert; es wird den Arbeitern darin klar gemacht, wa- sie von einem deutschen Faschismus zu erwarten hätten. Nach Ansicht der deutschnationalen Herren wird durch solch« Aufrufe„der innere Friede im Lande gefährdet", und sie fragen die preußische Regierung, was sie gegen derartige Aufrufe zu tun gedenke. Höchst merkwürdig! Wenn die Goebbels und Hitler davon schwadronieren, daß demnächst in Deutschland„Köpfe rollen würden", so hat noch kein Deutschnationaler darin eine Bedrohung des inneren Friedens gesehen. Wird aber von den Bedrohten aus diese Gefahr aufmerksam gemacht, dann sind diese Prachtexemplare von Ehrenmännern über die ..Störung des inneren Friedens" besorgt. Wir gedenken den „inneren Frieden" der Herren Borck und Schulze-Stapen" noch recht häufig zu stören! Berlins Krisenfürsorge. Die neue Verordnung des Arbeiisministers— Alle Berufsgruppen erfaßt Höchstdauer verkürzt Giaatspartei und Reichsbanner. Herr Winschnh gibt den Kurs an. Der staatsparteiliche Abgeordnete Josef W i nschu h. der Nachfolger des Demokraten Koch-Weser im Reichstag, hat anläßlich eines jungdemokratischen Tages in Potsdam demokratischen Reichsbannermitgliedern auf die Frage, wie er zum Rcichsbgnner steh«, die Antwort gegeben, dag er das Reichsbanner ablehne, weil es eine sozialistische Schutz- garde sei. Auf weiteres Drängen der demokratischen Reichsbanner- komeradcn sagte Wi>»schuh, daß, wenn die Deutsch« Staatspartei al s Partei ihren Mitgliedern den Beitritt zum Rtichsbanner empfehle, er und seine jungvolksparteilichen Freunde d i c Staatspartei verlassen würden und er sein Reichstags- mnndat zur Verfügung stellen werde. Ltm Scholz' Nachfolge. Bon Slrefrmann über Echolz auf OinaelSey. Der Führer der Deutschen Volksparte, Dr. Scholz, der zur Zeit zur Erholung in der Nähe von Locarno wellt und von dort auf Anordnung der Acrzte kaum Mitte Januar nach Deutsch- land zurückkehren dürfte ist von seinem Zlmt zurückgetreten Der Parteioorstand der Deutschen Volkspartei wird sich bereits heute mit de? Nachfolge von Dr. Scholz befassen. Aller Voraussicht nach wird zunächst der Rcichetagsabgeordnet« D i n g c l d e y bis auf weiteres die Führung der Partei übernehmen. Das Miliiär wird's schaffen. Starhemberg bleibt dem Parlament fern. Wien. IS. November.(Eigenbericht.) Der Sozialdemotralische Parleworstand hat den ursprünglich für Ende Oktober nach Graz einberufenen und wegen der Wahlen verschobenen Parteitag der österreichischen Sozialdemokratie für den 6. Dezeniber nach Wien einberufen. Aus der Tages- Ordnung stehen al» wichtigste Punkte die Besprechung der politischen tage, der Wirtschaftskrise und der Arbeitslosigkeit. Im bürgerlichen Lager herrscht angesichts des Wohl» a u s f a l l s vollkommen« Ratlosigkeit. Die Christlichsoziale Fraktion wird Mittwoch zusammentreten. Anschließend dürften dann V e r- Handlungen mit dem Schober-Block beginnen. Bis dahin sind alle Meldungen über die Person des neuen Bundeskanzlers und die Zusammensetzung der Regierung Kombinationen. Sicher scheint nur zu sein, daß Baugoin, der derzeitig« Bundeskanzler, zurücktreten und nicht mehr das Amt eines Bundeskanzlers übernehmen dürft« In der moderösterreichischen Heimwehr hat sich zwischen den mit den Christlichsozialen verbündeten und den im Heimatblock ver- einigten Heimwehranhängern eine Spaltu>»z vollzogen. Aber auch die den christlichsozialen treuen Heimwehrleute sind sehr ver- stimmt, well die Christlichsoziale Partei ihnen kein Mandat hat zu- kommen lasten. Biel, bemerkt wird auch eine neue Rede des Ministers S t a r h e m b e r g, in der er erklärte, daß die Hitler- beweg ung ein starker Bundesgenosse sei,„mit dem wir uns über kurz oder lang bestimmt vereinigen werden" Starhembcrg sprach dann gegen die Kompromißlerei und nannte das Parlament eine Quatschbudc. Zum Schluß erklärte er.»nicht im Parlament würde die Eillscheidung fallen, sondern die m i l i t ä r i s ch e n F o r- m a t i o n e n müßten sie herbeiführen. Wien, 18. November. Die„prominenten" Führer des Heimatblockes, dl« auf Grund ihrer R e st st I m m r n m a n d a t c in den Nationalrat einziehen' sollten, haben beschlosten, kein Mandat anzunehmen. Nach dem steierischen Landesführer Dr. Pfriemer und dem Tiroler Landes- führcr Dr. Steidle, hat heute auch Innenminister Starhcmberg er- klärt, keine Reststimmenmandate anzunehmen. Der Heimatblock wird also Im Nationalrat nicht durch seine prominenten Führer, sondern sozusagen durch die zweite Garnitur vertreten sein. Der Reichsarbeitsminister hak fehl die Neuregelung in der ürisensürforge verokduct, die der Magistrat zur Kenntnis der Stadtverordneten bringt. Danach soll die Kriseminterstützung in Zukunft wieder den An- gehörigen aller Berufe gewährt werden. Ausgeschlofsen oon der Krisenunterstützung sind: 1. Angehörige der Gruppe Landwirtschaft mit Ausnahme der landwirtschastl>chen Angestellten. 2. Angehörige der Berufs- gruppe ä u s l i ch e D i e n st e". 3. Arbeitslose unter 21 Jahren. Krisenunterstützung erhalten nur noch Arbeitslose, die den An- spruch aus Arbeite kosenunterstützung nach dem Inkrafttreten des neuen Erlasses— also nach dem 3. November 1930— erschöpft haben(Ausgesteuerte). Eine weitere Einschränkung betrifft die Dauer der Krisen- Unterstützung. Die Höchstdauer beträgt nunmehr 32 Wochen— bis- her 39 Wochen. Für Arbeitslos«, die das 10. Lebensjahr vollenöet haben, kann die Dauer der Unterstützung bis auf 43 Wochen— bisher 52 Wochen— verlängert werden. Magistratsrat über die Finanzlage. Bis in die späten Abendstunden beriet gestern der M a g l st r a r über die immer bedrohlicher werdende Finanzlage der Stadt. Zu Beschlüssen ist es jedoch noch nicht gekommen Die Beratungen werden am Donnerstag fortgesetzt. In dieser Sitzung dürfte auch über das Schicksal der vom Stadtparlament abgelehnten Steuern entschieden werden. Seefahrten der Gpritschmuggler Kommerzienrat Lindemann und seine Helfer vor Gericht Der Spritschwnggel de» Bankier» Lindemann beschäftigt die Oefsenllichkeil bereit» seit 4 Jahren, heute steht Linde- mann mit seinen beiden Brüdern und 14 Angeklagten vor dem Schösfengerlchk Berlin-Wedding. Hauptheld de» Monflre- Prozesse» ist eigentlich nicht er. und man tut dem Hamburger Ingenieur und stühereu werstleitcr Lauer unrecht, wenn man ihm gewissermaßen die zweite Rolle zuschiebt. Noch lange bevor Bankier Lindemann überhaupk an fette Gewinne durch Spritschmuggel dachte, war für jenen da» Schmuggeln„Lebensbedürfnis und Sport". So sagte er selbst von sich. Gemeinsam mit seinem Sohn, der bei ihm den Schiffsjungen'pielte, begann er im Jahre 1922 seine Schmuggelsahrlcn. Erst 4 Jahre später, 1g2b, kam Lindemann dazu. Die größte Zahl der Dauerschen Schmuggelfahrten sind nicht Gegenstand der Anklage. Von den 15 Seepartien hat er 9 ohne den Bankier unternommen. Und diese 9 muten abenteuerlicher an als die letzten 6. Sein erstes Motorboot Helgoland" verkaufte die Fracht, 5000 Liter Sprit, auf hoher See, In Helsingfors fror das Boot«in. Bauer erwarb ein anderes,% die „Schwalbe"; mit 1500 Litern ging es nach Dänemark. Bei der dritten Fahrt strandete die„Schwalbe" in G j e d s e r: an ihrer Stelle entstand„Nordland". Wieder ging es nach Däne- mark, diesmal mit 10 000 Litern. Dos Boot wurde beschlagnahmt und freigegeben. Dann kam die Inflation. Bauer mußt« sich be- scheiden. Mit einem 8 Meter langen Motorboot machte er einen Abstecher nach Malmö. Im Jahre 1924/25 war es der„Sirius", mit dem er in der Hauptsache Schweden unsicher machte. Da» Schisl strandet« be» der Insel Mven. Jetzt erwach Bauer zwei Schwestern- boote„Inge" und„Inge borg". Die.Ingeborg" strandete in Schweden: die„Inge" setzte ihre Schmuqgelfahrten fort; si« fuhr von Hamburg aus, nahm auf offener See vom Suiter„Lübeck" Sprit an Bord. Bei der neunten Fahrt hieß die„Inge" bereits „Nixe", bei der zehnten trat Lindemann in Szene An den nächsten fünf Fahrten nahm er in der Regel persönlich teil. Der Bankier hatte eine glückliche Hand. Die„Nixe" strandete nicht. Als sie ein- mal vom Reichswasierschutz beschlagnahmt wurde, bekam man sie doch fr«!. Lindemann erwarb auch den Dampfer„Pelikan" und von ihm nahm jetzt die umgebaut«„Nixe" auf hoher See den Sprit entgegen, bis eines Tages sowohl die„Nixe" als auch den„Pelikan" das Schicksal ereilte. So kamen die Behörden, dem Schmuqgelsport des Ingenieurs Bauer und den fetten Gewinnen des Bankiers Lindemann aus die Spur. Fett waren die Verdienste. Statt 40 Pfennig pro Liter bekam«r 4 Mark. Der Staat war um«ine immense Summe betrogen. Zur Berbandlung sind 58 Zeugen geladen.. Diellt weiterläuft wie das Leben, das nie stillsteht. Während politische Sorgen, wirtschafllichc Räte alles Denken und Fühlen bewegen, begibt es sich Abend für Abend, daß die Säle sich mit Menschen füllen, die kommen, um zwei Stunden Musik zu hören; wir misten nicht, kommen sie aus träger Gewohnheit, aus Interesse — oder aus Sehnsucht nach künstlerischer Erhebung, aber wir kühlen, daß die Institution dieser Konzerte den inneren Sinn, den sie allmählich verloren hat, heute nicht zurückzuerobern vermag. Orchesterabende. Die Macht der Uebcrlieserung. die den Organismus des Konzertlebens noch zusammenhält, behaupte: sich am sichersten in den großen S r n j o n i« k o n z e r t« n i in den chöhen ist von drohe»- der Auflösung wenig zu spüren. Aber ein Zufall der letzten Woche zeigt auch hier die Gefahren einer Bewegung sozusagen im Kreis, von der nicht weit zum Leerlauf der Erstarrung ist. Selbstverständlich, nur Zufall ist«», daß im Verlauf von acht Tagen zwei Pro- gramme der großen Sonntagmittag- und Montogabmd-Konzerle in der P h j l h a r m o n i e einander in der Anlage zum Verwechseln ähnlich sind. Programm de» zweiten Bruno- Walter- Konzertes: Beethoven-Ouosrtür«, Beethooen-Sfnsonic, Solisten- nummer, zum Schluß eine Orchesternovität von Ravel. Furt- w ä n g l« r s Programm für das dritte P h i l h a r m o n i I ch e nummer. zum"S� Ä'�r'""nec ihr. Anziehungskraft aus Jan K i«pur a. durch den Programmgestaltung bekundet sich der freie, persönliche Wille des vornUar aenmrden..rirfr.nt a..k b.m Vadium der Vbil. Dirigenten, aber wie gebunden Ist dieser Will« durch Gegeben- Helten. Bei Walter also Haren wir, in vollendeter Wiedergabe, das zugleich fesselnde und glänzende Orchesterstück, das der Franzose nicht sehr tief, aber der Dirigent bestätigt sich von neuem als über- legenen Orchesterführer und sein« starke Wirkung aus Spieler und Hörer ist unbestreitbar. Beim Berliner Sinfonieorchester gibt es nicht so glänzende Gäste; zum Glück gibt es überhaupt weniger Gastdirigenten als in den letzten Jahren, die künstlerischen Verhältnisse haben sich stabUistert, und damit, wie es scheint, auch das Interesse ihres Publikums. Ihr« Sonntagstonzert« bieten«in erfreuliches Bild. Letzthin, unter Ernst Kunwald« Leitung, hörte man dort als Uraufführung eine,„Deutsches Rokoko" genannte Suite für kleines Orchester, von Felix Günther nach alten, wenig bekannten Meistern bearbeitet. Deutsches Rokoko, das Klein» bürgerliche herrscht vor; auch eine„Aria", die Kaiser Joseph I. persönlich komponiert hat, fällt nicht aus dem Rahmen. Die hübsche Arbeit(des Bearbeiters), die keine hohen Ansprüche stellt, wird manchem Orchester willkommen sein. In der Singakademie setzt die Kammermusik-V�teinigung de» Deutschen Mustker-Derbandes, das B a ch- O r ch« st e r, unter der Leitung von Wolfgang Herbert sein« Bemühungen um alte Musik erfolgreich fort Der zweite Abend, mit knapperem Pro- gramm als der erste, bringt Jnstrumcntalwerke von Bach, Händ l, Dittersdorf, Vivaldi; im Zusammenspiel kft ein schöner Fortschritt wahrzunehmen. Gesangsabende. Berühmt« Sängcruamcn, das heißt berühmte Stimmen, üben Raoel aus Musiorgstys„Bilder einer Ausstellung" gemacht hat. dieser kühnen Folge dämonisch inspirierter Klangvisionen: vorher singt Sigrid O n e g i n Möhlers„Lieder eines fahrenden Gesellen", die wohl nicht ganz ihr« Sache sind. Bei Furtwängler, in hin- reißender Darstellung. Raoels„Bolero", ein Meisterstück moderner Orchestervirmosttät; vorher spielt Bronislaw Hubcrman, kurz gesagt, der größte Geiger der Gegenwart, Tschaikowsky»„Lioljn- konzeri". Furtwängler ist in der IV. Symphonie, wie selten, auf seiner Höh«. Walter musiziert di« Pastorole mit der Abgeklärtheit. Innigkeit und unbeschwerten Heiterkeit des Grundgefühls, durch die er diesem Werk wie kaum ein anderer nahe kommt. Zwei große Abende; aber, so verschieden di« beiden Musikerpersönlichkeiten und so verschieden die Grundlogen, auf denen die Institution der Philharmonischen und der Bruno-Walter-Konzerte ruht, hier wie dort fühlen wir die bange Frage lauern, von der heute keine Erscheinung de» Konzertlebens mehr ganz verschont bleibt, die Frage, wie lanee noch diese Formen und die darin angelegten Werte unangetastet bleiben werden. Am Pult der Philharmonie erscheint als Gast Sir Thomas Beecham, der berühmt« englische Musiker und Musikorganisator. Die Eindrücke, die er in einem bunten Programm vermütelt, sind Tonfitm populär geworden, erscheint aus dem Podium der Phil Harmonie; seine Tonsilmpopularität sollte sein« Kritiker nicht ver- führen, seine künstlerischen Anlagen zu unterschätzen: aber st« sollte auch chn nicht oerführen, die gewohnten Ansprüche eines Berliner Konzertsaales zu unterschätzen und sich auch hier nur auf den Zauber seiner Tenorstimme zu verlassen. Kurz nacheinander sind im Konzert Heinrich Knote und Leo Slezat zu hören; beide verteidigen alten Sängerruhm mit bewundernswert jugendlichen Kräften: erstaunlich der unzerstörbare Glanz dieser Stimme, die der Münchener Wagner-Sänger Knote sich im Kampf gegen das Wagner-Orchester bewahrt hat; und gewinnend, mitreißend bei Slezak immer wieder die Wirkung dieser herzlichen, echten Sänger- persönlichkeit. Und in der Erinnerung haftet ein Arien- und Lieder- abend des Russen Michael G i t o w j l y: ein imposante», auedrucks- fähige» Organ und eine Ueberlegenhest der Gestaltung, vor allem auf keinem soviel früh enttäuschte Hofsnungen. Mari:.LuIse Dön hoff, die in einem Einführungi-Kurzkonzert präsentiert wird, ist eine Hoffnung, die vielleicht nicht enttäuschen wird. N Abseits vom Betr'eb. Brecht- Hindsmiths Lehrstück, das eine neue Gattung begründet hat, ist in Berlin nie östentlich gehört worden, und aus Gründen privater Art soll es auch weiter nicht an di« Oejseiulichkeir kommen. Nun hat die Bolksmufitschul« der Musikanten gildc sich daran gemacht und bringt es in geschlosienem Kreise zur Aufführung.„Aufführung", das ist, wie der Leiter, Dr. R e r ch e n- dach, einführend erklärte, nicht das rechte Wort; denn das eben ist der Sinn eines solchen Werkes: es soll nicht, wie im Konzert, vor Hörern ausgeführt, sondern diese sollen zur Mitarbeit herangezogen. zu Mitwirkenden gemacht werden. Es war kein« Darbietung, es war ein künstlerischer Uebungsabend. Musizierabend einer Schul- gemeinschast, und für den Unbeteiligten war es eine Freude, festzu- stellen, daß mit Sinn, Verständnis und innerem Anteil gespielt und gesungen wurde. Und auch an eine Stunde Musik im R« ck e n d o r f- H a u s denkt man gern zurück—, eine Stunde unter der Parole„Kinder machen Musik". Aueführende: Kinder von der Uebungsschule des Hochschulseminars unter Leitung von Frieda Loebenstein und Mitwirkung von Lotte Schlesinger. Man sah und hörte musikalische Kinderspiele: darunter Paul Hösfers„Das schwarze Schaf"; zum Schluß Hindemithz„Wir bauen eine Stadt", in der Tat ein Stück von kindlich-supgestwer Lustigkeit:«ine scköpserische Leistung wo sie nach herkömmlichem Anspruch am wenigsten erwartet wird. „Das Land des Lächelns." Eopitol. Das Libretto dieser L«harschen Operette wird durch die Der- fllmung nicht geistvoller. Die Verkitschtheit tritt vielleicht noch klarer hervor als auf der Bühne, trotzdem die Bearbeiter— unter ihnen figuriert auch Anton Kuh— durch eine Rahmenhandlung den Stoff entwirklichen wollen. Leider ist diese Rahmenhandlung ebenso schlimm wie die Vorgänge in der Operette. Es wirkt wie eine Parodie, wenn der indische Fürst, der bei einem Gartenfest„Das Land des Lächelns" aufführen läßt, seiner Liebe zur Gesandtentochter Valet sagt, weil er, durch den Inhalt der. Operette bezwungen, erkennt, daß die eheliche Verbindung zwischen Asiaten und Europäer zu keinem guten Ende führt. Während der Fürst mit«cht asiatischer Weisheit resigniert den Mond und die Sterne betrachtet, sinkt die kleine entromantisierte Lieel in d>e Frackarme des gestrafften Bruno K a st n e r s. Sehr weit scheint es jedenfalls mit der asiatischen Weisheit nicht her zu fein. Ist di« Einkleidung der Operette verunglückt, so bietet die Regie Max Reichmanns«inen Ausgleich.„Das Land des Lächelns" soll auf einer Gartcnbühne gespielt werden, aber Reichinann durch- bricht diesen eng gespannten Rahmen, er gibt schließlich di« Illusion eines wirklichen Vorgangs. Rein szenisch wirken seine Bilder stark, sie sind auch dramatisch bewegt und filmisch empfunden. Das Beste bleibt jedoch die Musik, die diesmal ohne nenncns- werte Verzerrungen und Tonschwankungen herauskommt. Hat Lehar hier auch nicht mehr die sprühende Kraft der Melodie, so macht er aber eine sehr kultiviert«, vor allem in der Orchesterführung beachtenswerte Musik. Margit S u ch y und Tauber, beide dar- stellerisch Mittelmaß, singen prachtvoll. Georg John spielt einen Hundertjährigen mit grotesker Eindrinzlichkeit.?. Leb. Einakter-Abend. Ziose-Theater. Lang« Jahre war ich nicht in Berlins nordöstlichstem'Theater: bei Papa Rose. Man ist erstaunt, in der WeUstad" noch so ein Fa- milientheater zu finden Die Zuschauer kennen sich, in der Pause wird gepräpell und für 29 Pfennig ein Glas Bier oder sine Tässe Kaffee getrunken. Nachmittags gibt's Theater mit Kasseeplausch und oben auf der Bühne ist auch Familienbetrieb: vier Mitglieder der Familie Rose— Paul Rose(als Regisseur), Hans Rose(als dummpfiffiger Diener und schwadronierender Reisender) und T r a ut e Rose(als singende und tanzende Galathee) sind in den Hauptrollen t�schäftigt. Hier wird noch richtig Theater gespielt; richtiges altes Theater ist vor allem„Der Diener zweier Herr« n", Goldonis noch an die Stezreifkomödie mit stehenden Figuren erinnerndes Lustspiel. Zum Schluß des drei Stunden langen Abends Thomas' bayerische Posie„Erster Klasse", mit voller Drastik und Freud« am Klamauk vorgeführt. Dazwischen gar«in Operettchen: Suppös„Schöne Galathee" mit Tanz. einlagen. Alles klappt brillant, das dankbare Publikum amüsiert stch großartig, und der gestreng« Kritikus freut sich über so viel naive Theaterfreude._ D. Kreuzung von Leipzig und Nom. Otto Greiner in der Alademie. Die Akademie stellt in ihren vorderen Sälen, gegen den Pariser Platz zu. Handzeichnungen des 1916 gestorbenen Otto Greiner aus. Wenn man„Akademie" im alten Sinne meint, so gehören diese Blätter allerdings m besonderem Maß hierher;«» sind typische Produkte akademischen Könnens, technisch glänzend entwickelte Ab» schilderungen einer Wirklichkeit, die wie aus totem Stoff gebildet wirkt, auch wo sie das Lebendigste darstellt: blühendes Fleisch. Man kann nicht um die Feststellung herum, daß hier eine Kreuzung von Leipzig und Rom vorliegt, nicht bloß deshalb, weil Greincr sein Leben zwischen seiner Vaterstadt und Rom geteilt hat, sondern weil da wirtlich«ine Art sächsischer Aurgabe des„Deutsch-Römers" vorliegt. Uebrigens gilt das ja auch von Klinger, und in vev> schärstem Maße. Die zugespitzte Gedanklichkeit und blutleere Un- stnnlichkest der Phantasie tritt bei Greiner In etwas versöhnlicherer Gestalt auf als bei Klinger; er war sich der Grenzen seiner und der bildenden Kunst überhaupt deutlicher bewußt als sein Freund und Meister; er hat kamn über die Darstellung der unmittelbaren Sicht- barkcit ksinaurgestrebt. Das mackst den Wert seiner Zeichnungen aus. Es sind streng« und gewissenhafte Aktstudien, Akademie im besten Sinn. Ibr Nachteil liegt auf der Seit« des Phantasie- mangels. Es gehört schließlich auch zur äußersten Strenge akademischer Naturnachahmung ein bißchen Freiheit in der künstlerischen Vorstellung, und wo die fehlt, wird die Natur zum Wachsfiguren» kabinett. An dieses Negative streift Otto Greiner oft bedenklich. ?sal F. Schmidt. Reinhardts„Sommeraachsiraum" ist in seiner neuen Gestalt mit dem Einheitsbühnengerüst ins 2 e f f> n g° T h e a t« r über- in russischen Sachen, die an Schaljapin erinnert. Auf keinem Ge- gesiedelt und übt dort nun den gleichen Zauber au» wie zuvor im biet oibt es soviel„Nachwuchs", wie auf dem des Konzertgefinges.��ammhause. Es gibt einige neue Besetzungen, mit denen man '...............-- gerne zufrieden ist. Thimig ist jetzt der Weber Zettel. Weber, ein braver Bürger, der als Pyramu» stch mächtig fühlt. Roma» nowfki lispelt eine Thisb« auf di« kurioseste Art, und Tony von E y ck ist ein pausbäckiger, frischer und natürlicher Puck. tttlth Herrnslldt.o'»klnaen liest aiif Einladung der VolkSblidne am Tolenionnlag, abendS 8 Ubr. im Bihgersaal deS Natbanie?. Eingang .gänlgllratze. Auszüge au« jhiegSbrleieii und Dichtun en Gefallener. Ei», laßkarten(CSE''Wtj in den LerlausShellen der Volksbühne und am �aaleingang. Nachklänge vom Metallkonflikt Berliner Gewerkschastsfunktionäre schaffen Klarheit ■Die Bcrluwr Mewllarbeiterlxrvegung. die kommunlstrjche �ewerkschailsspaltung und di« Preissenkungzaktion der Reichs- restierung oeranlaßten den Ortsausschuß Berlin des ADGB. und das AsA-Ortskartell Berlin, die Funktionäre der Berliner Gewerkschaslen zu Montagabend im Gewerkschaftshaus zu versommein Der Vorsigende des Orts- ousichusses des ADGB- Genosse Bredow, schilderte noch einmal kurz die Urtachen und den Verlaus des Metall« k o n s l i k t s. Die Metallarbeiter wie die gesamte Arbeiterschaft waren nicht nur über den Inhalt des bindenden Schiedsspruches empört, sondern auch darüber, daß er e i n st i m m i g gefällt worden ist. Die Gewerkschaften haben gar kein« Veranlassung, den von ihnen vorgeschlagenen Unparteiischen trog seiner nachträglichen Erklärung in Schuß zu nehmen. Vor allem wäre es seine Pflicht gewesen, während der- Sitzung des Schiedsgerichtes mit den Unterhändlern der Metallarbeiter einmal Fühlung zu nehmen. Den Metallarbeitern, ihren gewerkschaftlichen Funktionären und den Organisatiansleitunge» können keine Vorwürfe gemacht werden, weil ihre Handlungen zwangsläufig waren. Daß dies keine leere Behauptung ist, hat die große Funktionärkonserenz der Metallarbeiter am Sonntag gezeigt. Für RGO.-Phrasen war in dieser Zlonserenz, in der die Betrieb so rbeit'er das Wort hallen, kein Raum. Genosse Bredow ging in di-�em Zusammenhang näher auf di« RGO und ihre neueste Gewerkschaftsgründung, den„Einheits- verband" der Metollarbeiter«in. Bei der Gründung dieses Verbandes hat die SPD. endlich zugegeben, daß sie seit zwei Jahren aus die Spaltung der freien Gewerkschaften hinarbeitet, diese Absicht aber„im Interesse einer allmählichen Ueberleituiig" solange oerschweigen mußte. Mit diesem Zugeständnis richtet sich der Vorwurf der KPD. und ihrer Mitglieder in den Gewerkschaften von selbst, daß die„Reformist«»" die Spalter der freien Gewert- schasien seien. Auch diesem neuen Gewerkschaftsgebilde dürften kaum Erfolge beschieden sein. Auch die kommunistischen Sonderbündler müssen Beiträge erheben Die Unorganisierten wsrden aber ebensowenig Beiträge in den„Roten Gewerkschaften" zahlen wie in den„reformistischen. Trotzdem müssen die Gewerkschaften solchen antigewerkschaftlichen Gründungen die größte Beachtung schenken. Bor ollem werden die freien Gewerkschaften sich noch schärfer als bisher dagegen wenden, daß in ihren eigenen Reihen Propaganda getrieben wird für die RGO und ihre eigenen Läden. Der neue„Emheitsverband" der Metallarbeiter zählt augenblicklich rund 3Sl)V Mitglieder sinfchließ- (ich der kommunistischen Sonderorganisationen der Former und Dreher. Reäst eigenartig ist, daß sich die.Richtlinien des„Einheits- Verbandes" von den verpönten Statuten der freien Gewerkschaften fast gar nicht unterscheiden. Nur in emigcn Punkten sind sie nicht so konsequent wie diese. So kann z. B. jeder Mitglied des.Ein- Heilsoerbandes" werden, ungeachtet seiner-politischen und religiösen Aufsflssung, also jeder Stahlhelmer und Nazi. Die„Bonzen" werden auch hier von einer Generalversammlung gewählt und nicht„von der breiten Masse".. Aupz Schluß bel.euchwtc Genosse. Bredow noch- die fragwürdige Preissenkuagsaklion. die aller Boraussicht nach genau so negativ verlaufen wird wie die ähnlichen Experimente in früheren Notzeiten. Di« G« w e r k» schaften setzen ledensalls in diese Politik der Wiederbelebung der Wirtschaft kein Vertrauen. Sie werden mit aller Kraft für die Verkürzung der Arbeilszeit eintreten. In der Diskussion, die sich begreiflicherweis« vorwiegend auf den Schiedsspruch in der Metallindustrie konzentrierte, wurde überein- stimmend die unbegreifliche Stellungnahme Professor Sinzheim ers scharf verurteilt. Mit der gleichen Entschiedenheit wandten sich die Funktionär« aber gegen die kommu- nistischen Gewerkschaftsspalier. Die von einem rechtsoppositionellen Kommunisten vertretene Aufsassung. jetzt dem Schlichtungswesen den schärf st en Kampf anzusagen, lehnten die Funktionär« ab. Sie brachten vielmehr zum Ausdruck, daß sich aus der Niederlage der Metallarbeiter nur die Konsequenz ergäbe, alle Kräfte zur poliiischeu Aufklärung der breilen Massen und damit zur Aendcrung der politischen Machtverhältnisse einzusetzen. Mit dieser verstärkten Aufklärungsarbeit müsse«ine inkenssvere gewerkschaslliche Agilationstäiigkeil cinhergchen, um die Unorganisserlen ihren Organisationen zu» zuführen. Denn nur durch geschlossene Organisationen können solche Schlappen oerhindert werden. SOkSSaatx(tteafex tm«offBnffer Taey. S* kBrern«»eveotSeB. Jpielpicm bimgin die Elite-Sänger in mehreren Bildern ein« ynt zus.immengescSIe Revue von Carl Bretschneidcr.Wir lachen uri-r lapul-'. man lacht sich auch bald kaput, wenn Schorch Rvsetli ali Lebrecht Beminchen uno Alfons Borne mann als leine Frau aui der Bühne erfchswen. Aber auch alle übrigen Singer boten ibr Bestes! Zwischendurch gab Lotte W er lm eiste r als Gast unier stürmifchern Beifall einige ihrer Couplets. Auch ein Musikalakt der vier Benves als lomiiche Saxopbonrpicler, ward flürmifch applaudiert; die trefilichc» Küniiler mutz'en mehrmals vor dem Vorhang erlchewen und einige Zu- gaben lpendreren. Großfeuer in Mariendorf. Zelluloid» und Gummiiaaer in Flammen. Durch ein verheerendes Großfeuer wurde heute früh ein großer Teil der Schirmstockfabcik und Gummidreherci von Lehmann u. Co. in Mariendorf zerstört. Das Fabritationsgebäude, ein langgestreckter einstöckiger Vau, liegt in der Straße 83 anf freiem Gelände. Di« Firma befaßt sich mit der Herstellung von Schirm- und Stockgriffen'owie Gummi- ortlkein. Als heute früh kurz nach �8 Uhr ein Lehrling den Pack- räum betreten wollte, schlugen ihm helle Flammen entgegen. Das Fsuer griff wie rasend um sich, und als die Feuerwehr unter Leitung des Branddirektors P o z d z i e ch cm der Brandstelle mit vier Zügen eintraf, brannte der größte Teil der Fabrik lichterloh. Die Flammen griffen auf die angrenzenden Räume, in denen sich die Lack- spritzerei. Zelluloid- und Gummidreherci befinden, über. Als die Wehren zum ersten Löschangriff übergingen, erfolgten im Innern der Fabrik plötzlich mehrere heftig« Detonationen. Große Vorräte von den sehr feuergefährlichen Rohmaterialien waren explodiert. Durch den Lusldruck wurden mehrere wände zum Ein- stürz gebracht. Erst nach zweistündiger angestrengter Löschtätigkeit tonnten die Flammen erstickt werden. Den Bemühungen der Feuerwehr ist es jedoch gelungen, die Fabrikationsräum« mit dein Maschinenpark, die eine Zeitlang äußerst bedroht waren, zu retten. Die Entstehungsursache konnte bisher noch nicht eiruoondfre. ermittelt, werden. Der Schaden ist beträchtlich. « Der zum Weihnochtssest in den Berliner Warenhäusern zu erwartenfre Andrang hat dem Leiter der Berliner Feuerwehr, Oberbranddirektor G e m p p, Veranlassung gegeben, heute vor- mtttog mehrere große Probealarme zu veranstalten. So wurden sämtliche Warenhäuser der Firma Hermann T i« tz ans ihre feuertechnischett Sicherunfzen g?prilft. Der erstä Probeälarm kam äus'dem Warenhaus Tietz am Dönhoffplatz. In knapp 3 Minuten waren drei Löschzüge zur Stelle und das für solche Gefahren- Momente besoftdeis geschulte'Personal trat zur vollsten Zu- sriedenheit des Berliner„Feucrgewaltigcn" in Funktion. Die Ma- näver in den übrigen Warenhäusern klappten ebenfalls aus- gezeichnet. Wetter für Berlin. Trocken und ziemlich Hefter, nachts Frost, auch am Tage kalt, ichwache Lustbewegung.— Zur Deutschland. Ueberau bestandiges Wetter mit verbreiteten Nachtfrösten. vleostns, 18. November. Berlin. 16.05 Prof. Henri Jourdan, Paris: Französische Musik der Gegenvarl 16.30 Leipzig: Rokoko-Musik. 17.30 Karl Gutsch; Geräteturnen. 17.50 Cellovor träge; l. Sammartini; Sonata. 2. Grazloli-Eiscnberg: Adagio. 3. Granados-Casais: Danse espagnole. 4. VlvaJdi: Largo. 5. Ravel: Habancra(Maurice Eisenberg; Flügel; Julius Bürger). 18.20 Böcherstunde. Polltische Romane.(Referent Dr. Kurt Wonnann.) 18.50 Unterhaltungsmusik. 19.35 A. Artur Kuhnert liest aus eigenen Werken. 19.55 Arbeitsmarkt 20.00 ,.Lakm6". Oper von Leo Delibcs. 21.30 Programm der Aktuellen Abteilung. 22.00 Dr. Räuscher; Politische Zcitungsschau. Anschlicßend Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Könlgsvnsterbaaaea. 16.00 Schulrätin Dr. Gertrud Roscnow: Das SpannungsvcrhSItnis der Gene» rationen. 16.30 Leipzig; Konzert 17-30 Dr. mg. Albrecht; Heizung und Warmwasserversorgung. 18.00 Dr. T raub: Querschnitt durch deutsche Zeitschriften. 18.30 Philosophie der Gegenwart 19.00 Französisch für Anfänger. 19.30 Dr. Franz Röhr: Die Arbeiterschaft in der Krise. 20.00 Köln: Musikalisches Durcheinander. Mittwoch, 19. November. Berlin. 8.50 Morgenfeier. 10.05 Wettervorhersage. 11.00 Bach-Kantatc. 11.30 Pom m ersehe Dichter(Sprecher: Kurt Puchelt). 12.00 Orchesterkonzert 14.00 Märchen von Hermann Hesse und Rainer Maria Rilke(Sprecher: Lotte Arndt). 14.30 Willy Buschhoff spricht 15.00 Musik für Bratsche und Cembalo. 1. Graun(1703—1759): Sonate B-Dur. 2. Marais.(1656—1728);. Fünf alte französische Tänze. 3. Couperin(um 1713): Suite G-Moll für Cembalo. 4. Colizzi(um 1780): Sonate C-Dur. 5. Nardlnl(1722-1793): Sonate P-Molf(Hildegard Heinitz. Bratsche; Dr. Eigel Kruttgc, Cembalo). 16.00 Sportpalast: Allerseelen-Kundgebung der Katholischen Aktion. I. Richard Strauß: Tod und Verklärung(Philharmonisches Orchester) 2. Sprechchor. 3. Ansprache des Bischofs von Berlin, Dr. Christian Schreiber. 4. Choral: Mitten wir im Leben sind. 17.00 Werke verstorbener Meister, von ihnen selbst gespielt L Reger: a) Huraoresqoc G-Moll. op. 20, Nr. 5; b) Intermezzo C-Moll, op. 45. Nr, 3, 2. Mahler. a) Ging beut morgen übers Feld: b) Feh ging mit Lüst durch einen grünen Wald. 3. Debussy: Pr61ades: a) Danseuses de Oelphes; b) La Cathidralc engloutic; c) La danse de Pnck(weite Mignon-Rcpro- duktloncn). 17.30„nUd das Liebt scheinet in der Finsternis", Drama von Leo Tolstoi. 19.00 1. Haydn: Streichquartett D-Dur, op. 64, Nr. 5. 2. Beethoven: Streichquartett E-MoII. op. 59, Nr. 2. 3. Brahms: Klavierquintett F Moll. op. 34 (Stciner-Ouartett). 20.00. Leipzigs. Missa.-solemnU". 22.00 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. � K 5 n f g k wustcfhaoscn. 16.00 BresIaiiifHarraonlumkonzert 17.30 Köln: Konzert 18.00„Der verlorene Sohn" von Andre Gide. 18.40 G. Neumann: Das neue Geschlecht 19.05 Pfarrer Engclbrccht; Religiös-ethische, Erzieher. 19.30 Dr. Hürwicz; Zum 30. Todestag Tolstois. Scrantroocfl. für die Redaktion: Franz«ILHa, Berlin: Änzeige«: Tb.«latfc, Berlin. Bctlaq: Vorwärts Bstiaa©• m. d. S.. Berlin. Drpck: B�nqärts Buch. druefmi und Verlaqsanstalt Paul Singer& Co. Berlin SW 68. Ltndenstrake 5. Hierzu 1 Beilage. I Theater. Lichtspiele usw. Dienstag, 18. Ii Staats-Oper Unter d. Linden A.-V. 79 19 Uhr Der Rosen- Kavalier Ende 23 Uhr Staats-Oper to Plitz dir RcnMik. V.-B. 20 Uhr Oer lliiWiie Holiäfliier Oiftntl. Kirtnuirtigl Ende 22'n Uhr Dienstag. 18. Ii staut. Oper Bismarckstr. Turnus l. 20 Uhr TerlaasdUe BoUen Ende 22'/j Uhr ItaatL Schauspti. um Dudinnnnirlrti. 68. A-V 20 Uhi Gssdiidite Oottfrie- densvon Berlidiiiigen miidirtiscnicBlliiid Ende 23% Uhr Mi.khiller-Ttiealer.Ciiarltbg 20 Uhr NORA. Ende nach 22% Uhr .13 ODi- iianflieR er nah 34 Tlllerettes. Carr's u. Betty Das TonphNnomen Linder J5"A Reichshallen-Theater iiiliii]|T| Diu, Soairts] nadunitta] mri W «sa halben Preisen! „PepUa vor vertäu" d. neueste Schlager d...Steuiner' D su zum'00 Male mLoB BSurnsn sprcdißn" Oü croSa neu« Sole-Programm1 Oönhoft. Brettl: 10 groBe Nummern: Tanr, Knnzert• st Spelle Hans Sixtus Tägl. Su.S'I.Uhr. u S Borb. 0236 Tägl. 1— 6 M.— Nachm. halbe Preise. Basteiii Matray-Ballett,'Ä'Ä Tägi. 5 u.«15 Soul. 2, S 1. 8» Alex. E 4. 8066 I. Vorstellumz SO Pf. bis I M. II. und III. Vorst. I Ms 2 M. Raubtierschau Trubka, e Slnglng Bebte», Kohlbrandt und we tera 9 Attraktionen jiniuiiliiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiimiittiiiiittimt« WW" Achtung I"WW \ Das 600.- War k- j 1 9reisrä1sel d. flasa f ZägL 20.- VL in bar.| - Nähens d. tägL Vorstellungen- MiiiiiifiiiiiiiniiniiiiminHniutiiiiiiiiiiMniiiiiitiitiiiT BuBtag geschlossen! VoiKsbUhne Thealtrsm BOiawDlalu 8 Uhi ata matrosan von cattaro Staatsoper \mPl.d Republik 8 Uh» Qsr Jiiegenöe Holls nfier niafl/dillir-ni. ' Uh> Nora insaisi' SIN ifftiflöBuertamm ■ iVt Uhr Oeotsmet IDeaiei 8 Uhr Md Boßtag n.TotBiisoiint. Elisabeth von England vooFonl ErucSner Regio: Htiiiz Siipvt Kammerspleie 8� üh. Die zärtlldien Verwandten ton RaJiraJi Benedit Btgit: ßnslal CrDnßgen». Die Komödie SViXht Der Schwierige in S»z> wo Holsuullni. Regit: Kai ReiehariL Sarnowsliy- Söhnen Theater In Ott simuraannsir. Täglich»Vr Uhr Sturm im Wasserglas Konidii»on Frank. Komtfdienhau« SVt Täglich 8 Vi Konto X ton Bwoauer und Oesterreidiw Neues Theater »m am Zoo— lliüßaholi.Ziio. StpL 6554 Täglich M/s Uhr Geld, wie Heu ouuikil. Uutspiil Mi! Paul Heidemann a. Irene Ambra« Plscator-Blliitwi (Wallner-Theater) »Vr Uhr■ Rradi am leatBant Blumeolhal ü mnwDdi. 1 lt. Nmnber dir Tfltwronrtig U r a u f f Q h ru ng de HrrgaitDiUTilnm» In 6 fiiiden Jeden tag a- von Ernst Oitwald. Enhir.HE-T.lla.tM2 Ttieat. d.Wesfjns 8'/« Uhr Emil Jannings eeschitt ist ßesenan Lessing-Theat. " Uhr Ein lotnoierDadit!- iniBin Regle: Max Reiokaidt Kleines iheat. Täglich«v, Uh' Der graSe lutsiiie�rfolgl M'/. Uhr von S\ax Alsberg und O E. Hesse Zentral-Theat. Täglich 8l/2 Uhr Sonnt auch SV« Uhr Eine Freundin so goldig wie Du Opereue v Meisel. (ort. fBi Parkett M statt*. M. nur I•" gültig«on il bis 13. Nov. BuBtag, lO.Novemb. 8", Uhr Tageeuon einer verlorenen Nur IQr Erwachs. 6 Uhr Schneewlt efaen GROSSES tagi.8 umr. r iMfaen Rose- Theater sr.rnuktnr.crsra.kaa Tel. Alex.3422 u.1494 8,15 Uhr Der Diener zweicrHerren Die»cböne Galathee Erster Klaust« Singspiel In vielen Bildern. [«'am. Spirs, Hansen.(.Irskr, Wallbnrc, Arno. Janknlin. Paul HOrblgn-, Lens, Sehacflcr». WlnkoUlern. Balls. IH-snl, Slark-(�stet fenbsuer. Original Tiroler Ifatsehrnlknser. Original Tiroler Jodlerlnnrn-Onlntett,| Mnsik.Trlo ans Sehlleisce. 1 Jass-Bond i Girls n. Bojs i«rosse Chöre. Der Zelt enlsprcrhend sind, trat» dos { riesigen Andranges. � g Q j | die Bassen preise um er- 0 massig*. Sonntag I Ikev original bosetsung Saebmlttag«9 WEir B 1 1 1 1 g e P reise. �egie'&uJ� fftedeß? Lustspiemaus Täglich 8>.9 Uhr Kurt Götz HOHUSPOKUS Berliner Theater Dönh. 625, 626. >-9 Uhr Sektion RabDStetten Ein Cegtowattsspiel von Cnrt Corriith Philharmonie 8 Uhr SiofODie-iU d.Philharmon.Orch. Dir. Prot, J. Priiwer Tid■■* VrrllSnit-Slnil. S. Stffnlt-TibiitantT. Eintritt 1 M Tuch-Peters Secltn. Botsfiamer otr 104,(Sing.> ur- llirftcnltrosic Steile tüi Anzüge. Mantel. Roflüme. Aul alle Stoffe 10 Pro enl Peetoaddau Ipemrsm Sdülfbauerdanii!) Tägliih 8'/« Uhr V-e Dreigrotdiegopet v n recht und Weil. Preise I- bis 12-M cltte-Sfinper Kottbusser Str. e 5.8. Oberb. 6070 Tägl. 81;» U.. auch Sonntag 3>, Uhi Dil Renn da Baiun: „WlrladteniuisksiNtr mit LotteWerk- melstcr Musik von Vili Rast. «iffi blb und Sijwui Ehrlidi Tajeit. 11-2, SktufL ab S CASINO-THEATER ■othnnRter ätraiie 17 Nor bis SD. November Arm wie eine Kircheotnaus und das erstklassige bunte Programm Tofcnsonnfag: Einmalige Aufführong Das verlorene Paradiec FOr unsere Leser; Outschein 1—4 Pets. Fauteuil 1.25 M Sessel 1.75 M.— Sonstide Preise; Parkett IS, Rang 60 Pfg. Komiscne oper 81.2 Uh! Das Mädel am S-euer Ooerette v. Oilben metropo.'-Ttieater Täglich S1/, sowie Sonntag t>8L8''< Sensationeller Operettenerfolg Viktoria undihrHusar Theater I. d. Behrenstr. 53-54 Direktion; Rslpb Artbar Robert, Zum letzten Maie; Das naaitcne wadchen Bußtag:».Die Sicbzehnflhxigen". Freitag zum 1. Male: BroBe Woche in Badm-Baden AcRbdunfkT Schwedter-Festsäle * vormals B i t t rj e r. Schwedter Straöe 23 24 Wieder nen erttffnet durch Friedrlcb Bo en Telefon: Humboldt 1833 Irtgu< Vorst— Id. weiacsoamra 3040 1 nachm. 4V, Uhr: 30 Ptg.- i.'.o Ms. t IbdUl,«v, Uhr: 30 Plg.- 3.- Mit| BuBtap geschlossen!! ROSE -Theater Gr.Frankfnrter Str. 132 AlK»422 und 3404. TkgUdh»w Sonrubtndt 7u> u. 10' Sanntag' 3», 5«» u. S" „Der Diener zweier Herren" „Die schöne Galathee" „Erster Klasse" Voransetffex BulJtng �Feierstunde mit' Irene Trleaeb» I e«» ■ Scbfltaendorf und „Dar Ackermann und der Tod." ei„od JUgend mit Arthnp KrauDorcU Totenoonqfflg 6® und Jugend In ddr Büßtn�lwoche fallet. die ramHlen-�acli- mittag* aus und beginnep wledpr: Montag, den 24. Novbr, B „KuKull" Dfeosiag. 21. Donq4r«tg. 27 FreiUg. Ja. November. 0" Bfeoelnstodleronsri Familie Hannemann Preise voo 0.30 bi, 1.50 M Thesler lür die Kinder; Sonnabend 4» Petercbess Mondfabrt « &ei1a£e Dienstag, 18. November 1930 torAtont ZiAlauiOaSa Ju\iy*v>ät4i Prof. Dr. Hans Much: Blphtherleschutz oder nicht? Ein offenes Wort zur Frage der Schutzimpfungen Da Mahnruf b»(Bmoflcn Dr. 3. Moses In Ztr. 506 des..Abend":..Vorficht bei Diphtherieschuhimpsungeu!" hat die Erörterung der Irage da Schuhimpsuugeu von neuem belebt, wir haben uns infolgedessen an Prof. Dr. Haus Much, den lchlen lebenden Schüler Behrings, mit da Bitte gewandt, fich üba das Problem zu äußern. Pros. Much war so liebenswürdig, uns die folgenden Ausführungen zur Verfügung zu stellen. Während die Wolken der Naturgerechtigkeit noch schwer über dem kecken anmaßenden Tuberkuloseschutzimpfungsverfahren Col� mettes geballt auf Lübeck hangen und die Welt erschüttern, kommt die geschäftige Unbelehrbarkeit oder die gelehrige Geschästigkett und preist neue Schutzimpfungen an. Man weiß ja, daß Skrupellosig- tett(nicht wirklich« Kühnheit) bisher immer am ehesten das Ziel erreicht hat. Die Wifienfchast dient gerade in der Diphtherieschutzimpfung als Deckmantel. Damals weigerte man Behring, der das Diphcherfc- scrum und später die Diphcherieschutzimpfung erfand, die ordentliche Professur; er mußte der Fakuttät von Staats wegen aufgezwun- gen werden(!); jetzt heben gerade feine früheren Gegner ihn und seine Ideen auf den Schild. Das muß das Volk wifien. Ich werde das alles in einem Lebens- und Zeitgenossenwcrk schildern. Gerade ich, der letzte der wenigen Schüler Behrings(denn ein Schüler Behrings zu fein, sperrte schon von der Staatskarriere ob), habe das größte Recht, hier über die von seinen früheren Gegnern propagierte Diphtherieschutzimpfung zu urteilen. Ich könnte mich ja freuen über den Umschwung der Gefühle. Aber ich habe eher Grund, ihn herzhaft auszulachen. Die Schutzimpfung ist von der unbefangenen Forschung abzulehnen. Man lasse sich vor allem nicht durch die Behauptungen be- einslufsen, daß viele sogenanMe hervorragende Aerzte in Staats- stellen sie befürworten. Denn sehr viele von diesen sind nichts weiter als hervorragend bestallt, während es um ihre Begabung nicht gerade hervorragend bestellt ist. Die staallichen Stellen werden sehr oft nach dem wissenschaftlichen Glaubensbekenntnis unter dem Terror einer Clique vergeben. Die Inquisition lebt noch heute. Was damals die organisierte Kirch« war, ist heut« die organisierte Wisien-, schast. Das muß die Gesamtheit wisien. Zur Diphtherie! Das Diphtherteserum Hilst als Heilmittel gewiß in manchen Fällen. Aber sein« Wirkung ist sehr begrenzt. Und das liegt an feiner ganzen Herstellungsart. Man muß als Arzt einmal folgendes am eigenen Leibe erlebt haben, dann gehen einem die Augen auf, nachdem sie einem vorher übergegangen waren: Man hat wie ich, einen hachbcgabtey Schwager, in den man als in seinen geistigen Sohn all s�ine. Hoffnungen setzt. Er ist der Enke des berühmtesten Klinikers seiner Zeit, der Sohn des seinerzeit berühmtesten Arztes Hamburgs, Schwager von lauter Aerzten, er ist Assistenzarzt des größten Krankenhauses Deutschlands(Eppendorf), betreut von all den großartigen Einrichtungen dort, und-- stirbt an Diphtherie! In der verheißungsvollen Blüte der Jahr«. Trotz Serum. Man spricht dann von Sekundärinfektion; doch das stimmt nicht. Das Diphtherieserum wird nämlich hergestellt mit dem tmrst- lichen Gift eines oder mehrerer bestimmter Diphtheriebozillenstäimn«. In diesem kurzen Satz ist seine doppelte Beschränktheit beschlosien. Wenn man einen bestimmten Diphtheriebazillenstamm in eine Rährflüsiigkett bringt, so bildet er. wachsend, ein Gift, das in die Flüssigkeit übergeht. Dieses Gift wird nun Pferden oder Rindern eingespritzt, und die Tiere bilden dann ein Gegengift. Das ist eine grandiose Entdeckung von vorher unbekannten Körperkräften. Bringe ich das Gift mit dem im Blute(Serum) des Tieres nachweisbaren Gegengift zusammen und gebe diese Mischung Meerschweinchen, so bleiben die Tiere mit mathematischer Sicherheit am Leben, während sie, mit Gift allein gespritzt, sterben. Aber die mathematische Sichcrhett trifft nicht ein beim Men- schen. Und zwar aus jolgenden Gründen� l. Das Giit, das der Bazillus in die Röhrflüffigkeit absondert. ist ein künstlich hervorgerufenes Gift; das sich nn lebenden Körper von selber bildend- hat so gut wie nichts damit zu tun. Das Gegengift richtet sich also gar nicht gegen das im menschlichen Körper wirksame Gift. 2. Das geht auch daraus hervor, daß nur ganz wenige Bazillen- stämnie, selbst nicht solche von tödlichen Fällen, im Reagenzglas ein nennenswertes Gift bilden. Die Bazille.chämme sind also nicht nur sehr verschiedenartig, sondern nur ganz wenige bilden auch das Gift im Reagenzglas; und dies künstlich erzeugte Kist ist dabei mit dem sich im Körper bildenden Gift in keiner Weise übereinstimmend! Run geht man bei der Schutzimpfung so vor: Man bringt das künstliche Gift in oder unter die Haut des Meisichen, aber nicht allein, denn sonst würde es schwere Schädigungen machen, sondern zusammen mit dem künstlich erzeugten Gegengift. Dadurch bleibt natürlich eine augenblickliche Schädigung aus. Run geht man von dem Glaubenssatz aus, dies Gift bilde, wenn auch gebunden, im Körper ein Gegengift, und das schütze dann. Das erst« stimmt, das zweite nicht. Gewiß, dos Gift crzeugt auch beim Menschen ein Gegengift. � Und das kann man nachweisen durch eine bestimmte Reaktion, die, großartig mit einem sonst unbekannten Eigennamen ausgestutzt, nichts weiter aussagt, als daß eben ein Gegengift in den Zellen und den Flüssigkeiten des Körpers vorhanden ist. Aber nun erinnere man sich an das vorher Gesagte: Das Gift ist ja«in künstliches, von einem oder wenigen Stämmen gewonnenes, das mit dem Im Körper entstehenden nicht gleichfinnig ist. Was soll also dem Körper dieses„Gegengist'. das er gegen ein ein- g- b r a ch't e s körperfremdes Gift bildet, nützen? Gar nichts. In der Tat beweisen die Stottftiken auch nicht das geringste. Ich würde mein Kind niemals auf diese Wels« impfen lassen. Nutzen bringt diese Impfung nicht; Schaden scheint sie allerdings auch nicht zu bringen. Doch nwh man da die Spätschäditzungen abwarten. Die Sache wird auch keineswegs anders, ivenn man statt des Giftes Bazillen nimmt, oder Gift und Bazillen zusammen. Dkeie Bazillen müssen natürlich tot sein. Denn lebende Bazillen mit ihrer Veränderlichkeit zu nehmen, wäre ein Verbrechen. Tote Bazillen können aber im Körper kein körpereigenes Gift, also auch kein körpereigenes Gegengift erzeugen. Läuter Spielereien, ein gefährliches Jonglieren, oft von solchen betrieben, die die wisien- schaftlichen Grundlagen nicht mr geringsten beherrschen. Man ahnt gar nicht, wie gering gerade in sogenannten„wissenschaftlichen" Kreisen das Wisien um die Diphtherieimmunität ist. Man bedenke dabei besonders die erwähnte Tatsache, daß die Diphtheriestämme sich untereinander so völlig verschieden verhalten! Und diese Verschiedenheit ist zudem nicht einmal fixiert an den einzelnen Stamm, sondern ändert sich je noch der Konstitittion des befallenen Körpers. Wir müssen ja in der ganzen Lehrc von den an- steckenden Krankheiten völlig umlernen und den Nachdruck auf den Körper des Einzelnen legen. Dieser macht in seiner Eigenart die sogenamtte Virulenz(Ansteckungssählgkeit)- des Erregers. Die Virulenz desselben Erregers ist für hochorganisierte Wesen(Mensch) ganz verschieden: selbst in schlimmsten Seuchen gehen Tausende und Hunderttausende unangefochten durch das Feld der Verwüstung. Warum? Weil der Bazillus, der für andere tödlich ist, für sie traft ihrer Konstitution völlig Harm- los, ein Nichts ist. Diese neue Aera der Forschung sollte der Staat herausführen helfen!! Aber ihm zuzumuten, die Diphtherieschutzimpfung o{ f i z i e U einzuführen, wäre eine Iln- erhörtheit, gegen die er sich gewiß gründlich zur Wehr setzen wird. Und wer behauptet, es sei Pflicht jedes Arztes, die Kinder impfen zu lassen, der ist sich seiner eigenen Pflicht als Arzt nicht bewußt. Weg mit allen Schutzimpfungen bei bakteriellen Krankheiten! Weg auch mit der Typhusschutzimpfung! Soll geimpft werden, dann nur unspezisisch. Das heißt, ein Einfluß, der die allgemeinen Kräfte auf harmlosem Wege fördert, denn diese allgemeinen (u n spezifischen) Abwehrkräfte sind die wahren Wohltäter des sich wehrenden Körpers. Am besten aber verläßt man sich auf soziale und diätetisch« Maßnohmen. Nichts lehrt das so sehr wie die Cal- Mettesche Impfung, deren Propagierung den größten Tiefstand ärzt- lichen Denkens anzeigte, und die ganz gewiß trotz aller Stützungs- versuche dem Friedhof der Wissenschaft versallen ist. Darüber ein nächstes Mal. Der Votentanz von Lüheck und ein Arbeitsausschuß Ein gewisser„Arbeitsausschuß zur Verfolgung der Lübecker Kindertötung" versendet folgendes Hand- schreibens: „Die furchtboren Zustände, die in den Familien der durch die Calmettefche Fütterung in Lübeck qualvollstem Siechtum entgegen- gehenden Kinder herrschen, zwingen uns, uns auch an Sie mit der herzlichen Bitte zu wenden, helfen Sie uns. Trotz Versicherungen der gesamten Presie, daß für die be- danernswerten Eltern der zur Zett noch kranken Kinder alle Hilfs- maßnahmen getrosten worden find, wird nichts getan. Es herrschen dort geradezu menschenunwürdige Zustände. Fast Sl> Proz. der betroffenen Eltern sind arbeitslos, von der gerrngen Unter- stützung muß sogar noch die Desinfektion der Kindsrwöfche bezahlt werden. Durch diesen Vorgang mit scharfen Mitteln tritt noch kurzer Zeit Zerfall der Wäsche ein. Die kranken. Kinder selbst bieten ein Bild des Jammers, auf- gedunsener Leib, die Rippen fast bloß, Eiter fließt aus Pfund, Nase und Ohren. ,...- Das«ndtich bewilligte Nährmittel„Kur, et" nehme» diese armen Kinder nicht, Nährzwieback wird ihnen verweigert. Dem Berliner Kassenarzt Dr. G e n t e r, der sich nach Lübeck zur Behandlung von 3Z kranken Kindern begeben hat, wird das Leben auf alle erdenkliche Art und Weise erschwert, durch Verzögerung der Gehaltszahlung sowie andere Schikanen ist er stark in der Ausübung seines Berufes behindert. Wir richten daher auch an Sie die herzliche wie dringende Bitte, helfen Sie uns durch geeignete Spenden, da ungefähr noch lütt Kinder in Lebensgefahr schweben. Wir sanimeln für diese Aermsten der Armen:(folgt Auf- Zählung). Allen Spendern sagen wir unseren ttesempfundenen herzlichen Dank.(Folgt Adresse und Unterschrift.)" Demgegenüber teill die Pressestelle der Stadt Lübeck mit: Die Lübecker Behörden haben zur Beobachtung der erkrankten Kinder seinerzeit sogleich medizmstche Kapazitäten herangeholt, von denen heute noch einige die Oberaufsicht über die ärztliche Versor- gung der kranken Kinder ausüben. Es wurde unter Mitwirkung des Lübecker Elternausschusses und der Krankenkassen Vorsorge getroffen, daß in erster Linie eine zweckentsprechende und zuverlässige arzlliche Behandlung eintrat, selbstverständlich wurden dauernd die erforderlichen Arzneien, Heilmittel und sonstigen Heilfürsorge- Methoden(Höheisionne usw.) gesichert, und zwar unentgeltlich. Darüber hinaus würden alle diejenigen Leistungen und Maßnahmen vom Staat übernommen, die zur Rettung und Heilung der Kinder notwendig sind. Mit nickst geringen Kosten wurde für die betreffenden Kinder und ihr« Mütter ein Erholungsheim am Timmen- dorfer Strande eingerichtet, andere Kinder, insbsfonder? Gefchnüster- kinder, wurden zur Vermeidung von Ansteckung dem Ferienheim Hamberge zugeführt. Schließlich wurde die Fürsorge auch ckuf die B« s cho f fu n g.g es u n d e r Wohnungen ausgedehnt. Die A u f w e n d u n g« n des Lübecker Staates betrögest b i s jetzt 6321 1 Mk. Das Reich steuerte für die Kosten, bejonders llinijcher Untersuchungen, Ittvttü M. bei und außerdem gab das Wohlfahrtsamt für die genannten Zwecke noch 2tt tttttt M aus. Besonders zu beachten ist dabei daß der nach dem erwähnten Vettelbrief des Berliner Arbeitsausschusses czngeblich so unwürdig behondelle Arzt Dr. G c n t e r aus Berlin, dem ein sogenannter „Sozialpolitikcr" assistiert, für seine Bemühungen vom 2 Juni bis Ende Oktober nicht weniger nls2S726 Mo. rkHonoro? ausgezahlt erhielt. Dr. Gitters Mcchodc soll angeblich Erfolg mit lütt Impfungen mit seinem Spezialmittel hoben. Nachdem nun cin« Reihe von Kindern diese Einspritzungen erhalten haben und Dr. Genter nach dem Erfolge seiner Behandlung gefragt wird, inüsien es angeblich lätt bis lött Einspritzungen sein! Hakenkreuz im Krankenhaus Wir erhallen zu unserem am 4. November erschienenen Artikel �Hakenkreuz im Krankenhaus" unter Berufung auf den§ 11 des Pressegesetzes vam Verein Friedrichsheim«. V.(Verein für Krüppelfürsorge) Frankfurt a. M. eine Richtigstellung. Wenn auch die Berufung aus den§ 11 in diesem Fall zu Unrecht geschieht, ein zwingender Grund zur Publikation der Zuschrift also nicht vor- liegt, oeben wir den Aeuherungen aus Loyalitätsgründen dennoch Raum. Sie lauten: .�Hakenkreuz im Krankenhaus.— Zu dem unter dieser Ueberschrift in der Beilage der Nummer vom 4. November lttZtt erschienenen Artikel, gezeichnet Nathan Gurdus, ersuchen wir unter Bezugnahme auf Z ll des Preßgesetzes um Ausnahme nach- stehender Berichtigung: Mit dem orthopädischen Krankenhause in Frankfurt a. M. ist offenbar die unserem Berein gehörige Krankenanstalt Friedrich-. heim gemeint, die gleichzeitig als chirurgisch-orthopädische Uni- versitätsklinik dient. Wir stellen zunächst fest, daß ein Nathan Gurdus nicht jetzt oder in allerletzter Zeit, sondern zwischen den Iahren 19 21 bis 1 924 im Knabenalter als Privatpatient 1. Klasse in unserer Anstall aufgenommen war. Der Fall« liegt also über 6 Jahre zurück. Inzwischen haben die sämtlichen behandelnden Aerzte, einschließlich der ärztlichen Leitung, gewechselt. Hin- gegen ist die Schwester welche den Patienten gepflegt hat, noch In unseren Diensten. Diese gibt an, daß der Pattent sich nie beschwert, sondern sich gerne in der Anstalt aufgehalten habe. Er sei ein sehr aufgeweckter Knabe gewesen mit Neigung zu phantastischen, der Wahrheit nicht entsprechenden Erzählungen. Abgesehen davon, sei er allgemein beliebt gewesen. E» kann ferner festgestellt werden, daß Hakenkreuze in der Anstalt nie getrogen wurden. Derartige Abzeichen wären viel- mehr sofort beanstandet worden, da die Anstatt als soziales Institut auf rein paritätischer Basis geführt wird. Dem Vorstand gehören sämtliche Konfessionen, einschließlich der jüdischen an. Mit dem„neuen" Oberarzt kann nur der vor«inigen Jahren verstorbene Professor Dr. Beck gemeint sein. Professor Beck war Bayer, hatte aber keine Schmiff«, da er als strenggläubiger Katholik Gegner des Zweikampfes war. Von einer antisemitischen Einstellung von Herrn Proscssor Beck ist nie etwas bekannt geworden. Ebenso wenig von einer Beschwerde des fraglichen Patienten oder seines Vaters gegen die ihm in der Anstalt zuteil gewordene ärzt- liche und persönliche Behandlung. Auch der erwähnte, damata leitende Anstaltsarzt, kann nur bezeugen, daß der Patient immer liebevoll gepflegt und ihm nie eine Beschwerde weder von seilen des Jungen noch von einer anderen Person vorgebracht worden ist." Demgegenüber hall der Autor des Artikels, Nathan Gurdus, seine Behauptungen im vollen Umfange ausrecht. Er sah absichtlich von der Nennung des Krankenhauses, des behandelnden Arztes und des Jahres ab. da es ihm nicht daraus ankam, ein Institut oder eine Person anzugreifen, sondern vielmehr an Hand eines selbsterlebten Falles aufzuzeigen, zu welchen R ü ck s ö l l e n in Barbarei politische Radikalisierung und politischer Fanatismus führen kann— Gesichtspunkte, denen sich auch die Redaktion nicht verfchloß. Hätte der Autor gewußt, daß Prosesior Dr. Beck in- zwischen gestorben ist, dann hätte er den Fall der Oesfentlichkeit nicht unterbreitet. Im einzelnen ist es dem Autor unerfindlich, wie die aus- sagende Schwester dazu kommt, seine Wahrhaftigkeit anzuzweifeln. Zum Beweis dafür, daß in der Zeit des Vorfalls Hakenkreuze im Krankenhaus nicht unbekannt waren, erinnert er an einen Patienten, der zum Ergötzen nicht weniger mit einem haken- kreuzgeschmückten Stahlhelm herumlief. Daß Professur Beck den Schmiß im Zweikampf erworben hatte, war nicht be- hauptet worden, daß der Arzt jedoch einen Schmiß halle und die antisemitische Einstellung des Arztes hält der Autor auch weiter aufrecht. Sehr erstaunt ist der Autor darüber, daß die Zuschrift es vermeidet, auf den Hauptpunkt der Tatsachenschilderunq einzugehen; Kann man sich nicht mehr daran erinnern, daß ihn Dr. Beck unter antisemitischen Anspielungen wegen eines Photos zum Auf st ehe» zwang und er sich dadurch zwei Bein- bräche zuzog, da er beim damaligen Stand seiner Krankheit (c)5te->ps»rtirokis) nicht auftreten durfte? Wenn damals kein« Beschwerde erfolgte, so deshalb, weil der Autor,- in diesen Iahren noch ein Kind aus Perlchüchteitiing schwieg, solange er im Krankenhaus(übrigens nicht als Patient 1. Klasse) lag, und weil seine im Ausland wohnhaften Eltern nach feiner Rückkehr infolge der Schwierigkeilen eines zwischenstaatlichen Ver- sohrens auf«ine Auseinandersetzung verzichteten. Wie fühlt d.ev HandLstveichev? O&wei Vagabunden übev ibve Einstellung zum Beben Die raube Witterung trieb uns zwei Vagabunden uif einmal ins Haus. Ueber ihre Einstellung zum Leben befragt, gaben sie folgendes zu Papier: Vagabunden durch Curepa flau könnte meinen, es gibt nur tn USA. Tramps und in Europa fehlt diese Erscheinung Dem ist ganz und gor nicht so; m den Ländern Europas gibt es Hunderttausende von Walzbrüdern, und von diesen sind es viele Tausende, die unseren Erdteil kreuz und guer durchstreissn. In der Technik des Reisens»nterscheidet er sich nur do-in von seinen amerikanischen Gefährten, daß er kein train-juwper ist und dah das kontinentale Reisen durch die vielen Pahvisa erschwert wird und durch dt« europäische Sprachenvlelfältigkett mehr Zeit erfordert. Diese Schwierigkeiten sind ein Sieb, das nur die Intelligentesten durchläßt. Bcstiinmt hat der amerikanische Tramp aus seinen Reisen nicht so viele Hinderntsse zu überwinden wie der europäische. Was veranlaßt diese Menschen, sich in der Welt herumzuschlagen. wenn sie doch bloß Arbeit suchen? Abenteuerlust, richtig! Aber eine andere Art als man es sich gemeinhin vorstellt und der erst« Antrieb ist meist anderer lllatur Iugendtrcgödien der Großstadl, ein schlimmes Liebeserlebnis vielleicht, Unlust zu einem aufgezwungenen Beruf, unrichtig« Behandlung der Eltern, geistiger Ehrgeiz, für den es keine Erfüllung gibt, ein gewisies Außenseiter- tum. das schwer Anschluß an andere Menschen findet, und... Und eines Tages ist«r dieses Treibens müde! Haß gegen seine Eltern, Haß gegen die Schusterei in der Fabrik Haß gegen d«n Steinhaufen von Weltstadt, gegen die herzlosen Gesichter der Mit- menschen. Hinaus! Hinaus um seden Preis! Der Tramp ist fertig, knapp lg Jahre alt. Ich weiß einen jungen Menschen, dem es so erging:«r kennt' heute mehr als halb Europa wie seine Westentasche, spricht fünf Sprachen und steckt jetzt irgendwo in Persien. A-hnlich geht es den meisten. Der eine ist uneheliches Kind, der andere Sohn eines reichen Restaurateurs und weggelaufener Student vieler ein abgestiegener Seemann und jener Sohn einer elsköpfigen Bergarbeiterfamilie Jedem ist es anders gegangen. lind doch ist die Wurzel fast immer dieselbe. Unlängst schrieb mir«in norwegischer Freund:„Der Mensch ist fertig, wenn er geboren ist. Es ist jetzt nur Aufgabe der Mit- mensä?en, dazu beizutragen, seine körperlichen und geistigen Fähig- leiten zu entwickeln. Wenn ihm verschimmelter Käse nicht schmeckt. so wird ihm dieser nicht gut tun und wenn man ihm unpassende g«> st i g e K o st vorsetzt, so wird diese nur seinen Verstand oer- biegen. Wenn inan dies unaufhörlich tut. so wird er ein Krüppel an Körper. Geist und Charakte, werden, weil man ihn nie seiner Anlage entsprechend behandelt hat" Hier liegt die Wurzel de« Uebels. Der jung» Mensch will nichts als ureigenes Er- leben. Wo es ihm nicht verpönnt ist. bricht er sich Bahn und stürzt sich in die Freiheit Abenteuerlust nennt man dann so etwas. Zur Ehre des deutschen Tramp sei's gejagt, daß er sich dann alsbald zu einem fidelen Gesellen entwickelt, der Freud« am Leben findet, gleich, wo Ihn die Erde trägt— auegenommen unter feinen Landsleuten. Fast immer habe ich gesunden, daß die Deutschen einander aus dem Wege gehen. Erst menn sie andere Menschen geworden sind, finden sie sich bisweilen wieder zusammen. Wenn ich euch nun vorgestellt habe, was«in europäischer Tramp i st— dieser Unbekannte und V e r kannte— und wie jemand einer wird, so setzt noch einige Bilder, wie ihn im Ausland« sc ine Landsleute, die keine Tramps sind, behandeln. Freund M. kommt nach einer katalanischen Stadt und will sich vom deuis-s-en Konsulat einen Stempel für sein privates Reisebuch holen„Was. schon wieder solch Vagabund?! Hier haben Sle«ine Ksseninarke." schnauzt ihn der Kanzleibeamt« an und«inen Stempel gibt es nicht. In der norwegischen Stadt R. Der Tramp F. hat sich bei einer winterlichen Ueberlandreise den rechten Fuß erfroren. Nach- dem er wieder einigermaßen hergestellt ist. bittet er den deutschen Konsul um Arbeitsvermittlung auf ein Schiff, das nach Deutschland fährt:„Sind wir etwa ein Arbeitsvermittlungsinstitut für umh erzielende Landstreicher? Sehen Sie selber zu, wie Sie wegkommen!" Zwei Stunden spoter erhält er durch Vermittlung des Konsuls eines kleinen westeuropäischen Landes eine Freikarte und kann vier Tage später als Freipasfagier nach Deutschland fahren. Ich habe etwas von einem Verein zur Pflege des Deutsch- tu ms im Ausland gehört Daß das hier die rechte Art der Deuischtumspflcge ist. will nicht in meinen armen Trampkopf hinein. V.. R. H erlin, du Stadl meiner Träume... Während der..bewußte" Vagabund nur auf das Genießen ein- gestellt ist und sich den Genuß durch einen möglichst geringen Auf- wand an Kraft und Intelligenz zu sichern sucht, treibt es den, von dem hier die Rede ist, von Ost nach West, von Nord nach Süd in der Hoffnung, daß irgendwo und irgendwie ein Glück auf ihn wartet, das ihn— seiner rotnantisckzen Einstellung entsprechend— aus die Höhen der Menschheit führen soll. Und dafür ist er gewillt, alles zu wagen, alles zu arbeiten. Mit solcher Hoffnung kommt er nach Berlin, das für ihn dasselbe bedeui« wie für den Auswanderer Amerika: das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Sein erstes Erlebnis ist die„P o l m«". wie in seinem Jargon das Berliner Astsi für Obdachlose heißt. Nachdem er di« polizeiliche Kontrolle passiert hat und gebadet worden Ist, erhält«r einen Schlaf- mantel und Pantoffeln und kann dann seine wegemüden Glieder auf den filzbeleglen Drahtpritschen ausruhen. Ani nächsten Morgen muh er für das Nachtlager und die Ber- pflegung zwei Stunden arbeiten, das heißt: Holz hocken. Das drückt feine gespannten Erwartungen von Berlin auf ein Minimum herab Er weiß>a. daß«r für den Staat Erzlehungsobjekt ist. er weiß daß er diese Arbeit leisten muß well man ihn daran erinnern will, daß in unserem Dasein olles auf Leistung und Gegenleistung beruht. Er fühlt aber auch, daß sein« zweistündige Arbeit niemals ein« Entschädigung für das gewährte Obdach mit dem Aufwand an Beamtenpersonal und Jnstandhaltungsarbeiten«ein kann. War ihm schon das Nachtlager nur die Musion einer menschen- würdigen Schlafgelegenheit, so erscheint ihm die Arbeit auch illusorisch, weil er für sich nichts Menschenwürdiges schafft und auch seinem Arbeitgeber keinen Verdienst erarbeitet. Er hat hierbei die- selben Empfindungen wie in einer Herberge zur Heimat, die ihm ebenso nur die Muston der Heimat bietet und niemal» das fein kann, was er verlassen hat: ein Daterhaus. obwohl gerade In jenen Häusern viel von einem gewissen Vater geredet wird. Darum haßt er die Wohlfahrksarbeit, weil sie nur scheinbar« Arbeit ist und drückt sich von ihr. wo er nur kann, obwohl es ihn in den Ruf versetzt, arbeitsscheu zu sein. So ist der erste Eindruck von Berlin durchaus ungünstig. Schließlich sind aber die zwei Stunden Arbeit herum, er wird vom Obdach entlasten und liegt wieder als Auswurs der Menschheit aus der Straß«. Was nun? Langsam schlendert er di« Danziger Straße hinter einigen Leidenskollegen entlang. Er blickt zu Boden. Ein Zigaretten st ummel wird erster Morgengenuh. Menschen gleiten an chm vorüber, die er nicht siehl: aus der Straße ist Lärm. den er nicht hört. Er lauscht nach innen und hört die Sehnsucht seiner Mogenwänd«. denn die Mo.gensuppe des Obdachs ist längst den Weg alles Irdischen gegangen Und so unterscheidet er sich von einem Boedecker-Reisenden Während dieser durch die Augen einen Eindruck von Berlin erhält, wird bei dem Landstreicher der Magen der Urheber seiner Meinung. Deshalb wird sein Urteil ganz subjektiv sein und hängt von der größeren oder geringeren Magenfüllung ab. Er denkt also an seine Sättigung und irrt durch die Straßen. bis er eine findet, die ihm zusagt. Häuser haben für ihn insofern ein Gesicht, als er nach ihrem Aussehen auf di« Menschen schließt, die in ihnen wohnen. Und er geht in die Häuser hinein, von denen er annimmt, daß in ihnen Menschen sind, die ihn verstehen. Trotz aller polizeilichen Verbote klingelt er an der ersten Tür und bringt seine Bettlerbitte vor. Treppauf und treppab wiederholt er sie, siehl Türen aus- und zugehen, hinter denen oer- härmte Frauengesichter und sorgenvolle Männermienen»ine viel eindringlichere Sprache reden als ied« Antwort. Wenn er nach vielstündigem Laufen die paar Stullen aufgegesten hat. die ihm das Mitleid reicht«, dann sieht er die Menschen auf der Straße mit anderen Augen an. Er beneidet sie nicht mehr, er weiß ja. daß jenes junge Mädchen dort vielleicht die einzige Lerdiencrm in der Familie ist, er weiß jetzt, daß Berlin nur ein« Fern- Wirkung hat in der Röhe aber alle Erwartungen zerschlägt, die man in es setzt«. So ist aber der Landstreicher der Mensch, dem sich Berlin gleichsam von Innen heraus erschließt. Er ist der einzige, der mit den Berlinern in Berührung kommt. Und er macht die Er- sahrung. daß ihn Berlin nicht sättigt, daß er woh! wieder ins Obdach gehen kann, um zu schlafen, und am nächsten Morgen zwischen Stein und Asphalt sein Brot zu suchen Aber er ver- zichlet daraus. Er will..Unter den Linden" mch> spazieren gehen, er mag das Schloß und dos Reichetagegebäud« nicht sehen für ihn ist Berlin plötzlich auch nichts anderes als eine Stadt, in der die Häuserreihen der Straßen durch Plätze, öffentitche Gebäude und Kirchen unter- brachen werden und die ihn ebenso hungrig entläßt wie er herein- gekommen ist... M. e Buch Sieinrich ttlann:„3)ie große Sache" Als„große Sache" bezeichnet Heinrich Mann eine Er- findung, die überhaup nicht existiert Aber dl« Nachricht von ihrem Vorhandensein genügt bereits, um eine scheinbar geordnete Welt um ein neues Zentrum schwingen zu lasten und merkwürdige Eigenschaften dieser Welt ans Tageslicht zu bringen. Große Trust- direktoren schrecken vor keinem Verbrechen zurück, ordentliche Menschen entdecken in sich abwegige Talente, alles wird aus den alltäglichen Bahnen gerissen Welcher Trust setzt stch schließlich in den Besitz des neuen Sprengstoffs? Wer zahlt das meist« Geld? Hier bei der Gestaltung der Kämpfe wird Heinrich Mann zum Kritiker des wirtschaftlichen und politischen Betriebes Der Generaldirektor Dr Schattich. ehemaliger Reichskanzler, der den Großindustriellen die Beträge au» der Ruhrentschädigung zufließen ließ, kennt keil» Begriffe wie Anständigkeit.' Geschäftsmoral oder Vaterland. Begriffe, mit denen er im öffentlichen Leben ständig operiert. Was gilt ihm Deutschland mehr als eine Gelegenheit, sich zu bereichern und Macht zu ge- Winnen? Ja, er kann wieder Reichskanzler, er kann sogar Reichs- bankpräsident werden, wenn die anderen Machthaber der Industrie die Situation reif finden. Er ist reich und versucht trotzdem jedes Mittel, um sich noch mehr zu bereichern. Warum? Hinter Ihm sitzt die Existenzangst, die ständige Furcht, Geld und Macht zu verlieren. Es ist eine namenlose Angst,«in Grauen. von dem alle geschüttelt werden, gleichgültig, welche wirtschaftliche Position sie einnehmen und wie hoch sich ihr Einkommen beläuft. Eine Krankheit der Zeit, dl« den Menschen die Ruh« raubt und der Motor, der ihre Kräfte sinnlos rasen läßt. Diese Angst höhlt die Menschen aus, macht sie blind. Nur einer ist sehend. Der alt? Oberingenieur Birk, der Freund Schattichs, der Mann, der die Erfindung gemacht haben will. Er wirkt wie der ordnende Geist. der seine Umwell zur Einsicht führen mächte, zur wahren Erkenntnis ihrer Kräfte und Veranlagungen durch die Jagd nach dem Phantom der Erfindung. Die große Sache ist ein Phantom, und bleibt schließlich nichl der ganze betrügerische Betrieb großindustrieller Schiebereien und � Korruptionen eine Illusion, die inhaltslos Ist, eine leere Jagd nach j Einfluß. Ein Nichts bringt die Welt in Unordnung und Nichts« sind die Menschen, wie Schattich oder der Freiherr von List, die sich einbilden, am Schaltwert der Kräfte zu sitzen Di« Kräfte werden jedoch nur zu einem sinnlosen Spiel ausgelöst Von diesem Gesichtspunkt aus wird das Buch zu einer Satire, aber der Venasser des„Untertans" verfügt heute nicht mehr über die federnde Feckter- geste. über die tödliche Stoßkraft, die den Gegner ins Herz grifft. Da» Buch wirkt wie«ine Konstruktion und manchmal sogar im« «ine verunglückte. Die Menschen ehemals saftig und ausladend in ihrer Vitalität und Cnergiespanmmg. sind jetzt fast zu gedanklichen Gerüsten geworden zu ileberspitzungen bestimmter Elgenichc'tcu. Ihnen fehlt die typische Bedeuttmg. Heinrich Mann baut sie von außen aus, durchdringt sie nicht mehr vom Kern aus Ein Vei-gleich zwischen Diederich Heßling aus dem„Untertan" mit Dr Schattich zeigt es Und dieselben Symptome weist die Sprache aus, die sich bewußt schwer und kompliziert gibt. „Die große Sache"(erschienen in Gustav Kiepenheuers Verlag) ist kein Zeitroman wie„Der Untertan" oder„Der Kopf" und gerade von Heinrich Mann hätten wir ihn erwartet, denn er sah einmal mehr als di/ Oberfläche, er gestaltete den geistigen Mechanis- mus dahinter. Felix Scherret. liät sei-Ecke des„Abend ............................................................................................................................................ Kreuzworirätsel W 2$ Wagerecht: 1. Europäische Hauptstadt: 7 Stadt in Finnland: 8 französisch. Dlphtong: S. sronzöstlcher Artikel: Ii. Eingang; 14 lat. zu: 16. veraltete Höflichteits- sormel bei Btiesan- schristen; 18 Beitim- murgswort: IS. Haus- tierir'.FlvIslgkeitsmaß: (abgekürzt: 2Z Erd- formetion: 24 Umlaut; 26. F ächenmaß; 28. ge- bräuchliche Abkürzung eines deutschen Stroms; 29 Donaustadt: 31. Fluß in Italien: 33 Schmerzensruk: ZS Artikel: 37 Figur aus der Ope- rette..Die Fledermaus"— Senkrecht:! Unterirdische Grabstätte: 2 russischer Fluß 8 Erdachse: 4 englisch.nein": 5 Kopfb deckung: 6 SignoUnstrumeiit aus Schissen: 10 persönliches Fürwort: 12. Kurs- bczeichnung: 13 Farve; lö vertrauliche Anrede: Ii Autokennzeichen einer Hansestadt: 20 durch eine» Mordprozeß bekanntgewordener Rechtsanwalt: 22. französischer Artikel: 23 arabischer Artikel; 27 Tele- trammvermerk bei Rückantwort: 30. englische Insel; 32. Dichtung: 4. gebräuchliche Abkürzung für die Bereinigten Staaten: 3V. Tier- Produkt.* Gtreilbrätsel Wenn du von einer Erdfrucht wirsi Den Kops und Hals wegstreichen, Dann bleibt ein Haufen Leute nur, Dem gut ist auszuweichen. Streichst du am Fuß zwei Zeichen noch Bleibt eine Farbe stehen, Die abends und auch morgens du Kannst oft am Himme. sehen. G ltenrSisel Aus den Silben a ar ba dein bo da dcsch de el cm en fen ge gel gern gra Haas hen ho li lu man nie men mi na na nen neu ni noid nor an ra ro ro sa sal schket see sei ta tai täl tau t« ti lochar um var ven weich zo sind 17 Wörter zu bildm. deren Ai.s ng,- und Endbuchstaben, beide von oben nach unten ge/sen. etncn be- kannten Sinnspruch ergeben(ae— ä. ch— 1 Buchstabe)- Die Wörter bedeuten: 1. Herabsetzung: 2. männlicher Vorname; 3 vorsätzliche Zerstörung: 4. Wetleranzeiger: 3. Metall: 6. Provinz im iwndlichen Spanien; 7. germanische Bewohner;>sklmdinavicns; 8. exotisches Tierprodukt: S. StaM:n Italien: 10. O-t im Erz» gebira«; 11 ungarischer Nationaltanz: 12. deutscher G schichls- schreiber. 13. Stadt im früheren Rosen: 14. See in Ob:-b'yern: 13. deutscher Fluß: 16 Landschaft im Schweizer Kanton B.rn; 17. Nichtteilnahme am Streit.— ekr.— Magisches Dreieck Die Luchstaben dieser Figur sind so zu ordnen, daß die einander entspreche. den senkrechten und waagerechten Reihen gleichlautende Wörter folgender Bedeu- tung ergeben: 1. Beruf, 2. Inneres Organ, 3. Deut- scher Astronom und Vhyiiker, 4. Ga» wässer, 5. Anrede, 6. Konsonant. Teleqrammrätsei An Stelle der nachfolgenden Punkte sind Lokale, an Stelle irr Striche Konsonanten zu setzen, so daß Wärter entstehen, welche 'edcuten: 1. Familien' lied: 2. Laubbaum: 3. Teil des Kopses; 4. Schwimmvogel: 3. Südfrucht: 6. Stacheltier: 7. Tischgerät.— Die Anfangsbuchstaben der gefundenen Wörter ergeben eine Stadt in Italien. Ke�enrZ�sel Aus nachstehenden 14 einsilbigen Wörtern sind 14 zweisilbige u bilden, so daß jedesmal die Endsilbe des einen Wortes die Infangesilbe des folgenden bildet: Geld— Maß— Tisch— Eck— Stab— Wort— Sock— Bruch— Stein— Band— Reim— Zahl— Bank— Stück.* (Auslösung der Rätsel nächsten Mittwoch.) Zl' Auflösung der Rätsel aus voriger Rümmer Kreuzworträtsel. Waagerecht: 1. Zoelibat: 3 Tripp: 8 Ae: 9. Roda: 10 Kuh: 11 11621; 12. Pola; 13 le. 14 Notar: 15. Eisarena.— Senkrecht: 1. Zitrulle: 2. Tschurda: 4. Rose: 3. Ida; 6. Po: 7. p: 6. Aula; 10 Kot; 12. Po. Silbenrätsel: 1. Dadaismus: 2 Eva: 3 SZiine: 4 M il«; 5- Else: 6. Natter: 7. Sc.ssonow: Ehevreau: 9. Hcil'genh'f.'n: 10 Einsiedeln; 11 Nogat: 12. 7V. lache!: 13. Zgumodon: 14. Liebenwcrda: 15 Lichterfeldc: 16. Eiton. Des Menschen Wille, das ist sein Glück" Nah und Fern: Erker— Erkner. Lisltenkartenrätsel: Seilermeister. �Verden de&(Xtßeitet&poH& Z. Hample der flaefißtieg&$eii/ J)er ffSpaCißapi£u&u Als Jotljeljung der Artikelserie„werden des Arbeitersports- bringen wir heute Lelrachlungcn des Verfassers über die Abwehr des ZZarteikommunismns durch die sozialdemokratischen Sportler. Der Krieg war zu Ende. Und damit die Macht der Reaktion. Die bisher als Umstürzler und Staatsfeinde verfemten Sozialdemo- kratei, wurden zu Rettern des Aaterlandes, niufzten die Regierungs- gefchäfte übernehmen Aber überall hatte der Krieg nichts als Trümmer zurückgelassen, alles mußte neu aufgebaut werden. Ein neues Staatswesen entstand untex der Devise: Die Macht geht vom Volke aus! In dieser kritischen Situation war die Einigkeit des Voltsganzen, insbesondere der sozialistischen Arbeiterschaft, das dringendste Erfordernis. Daran fehlte es aber vollkommen. Auch der Arbeitersport wurde in diesen Strudel hineingezogen- Der augenblickliche Erfolg verleitete viele zu der Annahme, daß sofort zur Errichtung einer sozialist schen Republik geschritten werden'önnte. Gleich in der erste» Nachkriegszeit ging der Berliner Arbeitersport zur politischen Aktion über, allerdings richtet« sie sich gegen die Regierung der Sozialdemokraten und gegen den werdenden Staat. Fichle-Milglieder beteiligte» sich an den Aktionen des Spartakusbundes»ad später der SPD. Führer dieser extremen Richtung war Lieste. Dieser wollte sich zum möglichst unabhängigen politischen Führer aufschwingen, die Turner sollten sein Sprungbrett und seine revolutionäre Tnippe werden. Schon in der Vorkriegszeit hatte Lieste, der in der Partei- bewegung nichts werden konnte, in einer Vorstandefilzung den Ge- danken propagiert, Fichte solle sich selbst als politischen Verein erklären(was bekanntlich auch das Ziel der Reaktion war). Damit war er abgefallen. In den Stürmen um 1919 aber hatte er Erf'lg' Die Unterdrückung in der Vorkriegszeit hatte bei allen Arbeitersport- lern In Deutschland große Erbitterung erzeugt, die sich nun Luft machte. Daran konnte die nunmehrige Gleichberechtigung in der Republik zunächst nichts ändern. So erhielt die extreme Richtung die Oberhand. Ja Fichte wurde den sozialdemokratischen Mitgliedern das Recht abgesprochen, vorstandeämler zu bekleiden. Der Bundesvorstand schickte eine Delegation nach Berlin, um die Aufhebung dieses Beschlusses zu erwirken. Aber L i e s k« trat aus die Bühne und sagte mit der ihm eigenen theatralischen Pose: „Bleibt dabei!" Und so kam es. Gegen«ine erhebliche Mindcrhett wurden die Sozialdemokraten als Mitglieder zweiter Klaffe erklärt. 49 Mitglieder traten darauf aus und begründeten die„Freie Turnerschaft Verlin" Die anderen blieben im Verein, sie hofften auf«ine bessere Zeit. Inzwischen war von Moskau der Befehl gekommen, wie in den Ge- werkfchasten so nun auch In den Sportvereinen Fraktionen zu bilden. Die offiziellen Sitzungen wurden dadurch zur Farce, alles Wefenttiche wurde bereits in den Fraktionrsitzungem festgelegt. Ms bei der 33°Iahr.Feier von..Fichte" der Rot-Frontkämpfer-Dund antrat und kommunistische Tendenz ganz klar Zutage trat, riß den Sozialdemokraten der Geduldsfaden. Sie traten zur Freien Turnerschaft über, sie wurde dadurch zum großen Zentralverein. Von Ficht? dehnte sich die kommunistische Sportfraktions- bewegung auf das Reich und die anderen Verbände aus. Auch heut« noch ist Fichte die Zentrale der sogenannten„Oppustlion". von der die Fäden in» Reich übergehen. Den Kommunisten gelang es, in der Provinz Brandenburg fast die gesamte Kreisleitung in die szand zu bringen. 1S2ö erzählte Lieske in einer Broschüre. was die Kommunisten tun würden,„wenn sie die R e g i e r u n g i n Leipzig(Sitz des Bundes) übernehmen würden" So weit kain> es aber nicht. Die Verbände sahen sich zum Ausschluß der destruktiven Elemente genötigt. Damit war den Spaltpilzen das Handwerk gelegt. Sie gründeten nun eine Zentralstelle für die„Einheit lm Arbeitersport". da es zu einem eigenen kominunistischen Verband nicht reichte. Wer sie haben ihre liebe Not, in den eigenen Reihen die„Einheit" auf- rechtzuerhalten. In„Fichte" liegen sich jetzt linke, rechte»nd linien- treue Kommunisten in den Haaren, es kriselt bedenklich. Die Ver- suche, aufs neue Zellen in den bundestreuen Vereinen zu bilden, icheiterten vollständig. Die Spalter sind jetzt ems isoliert«, bedeu- iiingelose Minderheit. Die Arbeiter-Sportverbände gingen erst zum Ausschluß de? Radaubrüder über, als das G e s a m t i n t e r« s s e auf dem Spiele stand. Der Spaltbazillus hatte teilweise bereits tief Wurzeln ge- faßt. Erst im letzten Jahre konnte die Krise als in der Hauptsach« llherwimden gelten. Die Verluste wurden fast überall eingeholt, teilweffe Ist die Mitgliederzahl bereits größer als vor der Spaltung. Der Arbeitersport bildet jetzt etne einige und geschlosfeae Front. die sich im Reiche wie international günstig auswirkt, lieber lue Reaktion wie über die Bolschewiki ist der sozialistische Gedanke Sieger geblieben— es geht vorwärts! Warum Arirntcrsport? Der Sport war nie Selb st zw eck, sondern immer Mittel zum Zweck. Im alten Rom war die Parole: Danen et circensc- (Brot und Spiele). Die Herrschenden veranstalteten große Volksfeste fnbel herrschte und dabei vergaß die Masse Rot und Stlnverei. Das Iahnsche Turnen hatte in seinen Anfängen als Ernndmotlv d'e Befreiung von der Fremdherrschaft. wurde später aber zur Hilfstruppe der Reaktion. Der Vorsitzende der„Deutschen Turnerschaft", in seiner Jugend Revolutionär, wetterte nun gegen die oaterlandslose Sozialdemokratie. Der bürgerliche Sport hat zwar die natwnalistische Enqstirn'gteit der „Deutschen Turnerschaft" durch internationale Wettkämpfe zu Fall gebracht, gleichzeitig aber den Individualismus zur krank- hotten Manie entwickelt, die zum halben und ganzen Berufssport geführt hat. Man sogt: Der Sport ist neutral! Das war er nie! Man sagt auch: Die Schule ist neutral! Auch das ist nur ein Schlag- rn-vt S+u'e nirn Sport sind Erziehungsinstrumente. Beide können gegenüber dem öffentlichen Leben niemals neutrat sein. Ihre Tendenz ist zu allen Zeiten von der herrschenden Kaste bestimmt worden. Des halbkämpft die sozialistische Arbeiterschaft� um Schule und Sport! Wer den Kamps gewinnt, erobert 1 damit gleichzeitig das Objekt von Schute und Sport: die! Jugend! I?de geistige Bewegung muß die Jugend in ihren Bann ziehen, sie mit ihren Idealen erfüllen. Es bleibt bei dem allen Spruch: Wer die Jugend hat. hat die Zukunft! Junge Stürmer haben den Arbeitersport begründet, der jetzt alz weltumspannende Bewegung vor uns liegt. Noch hat der Arbeitersport sein höchste» Kulturziel nicht erreicht. Im kapitatistffchen Zeitalter kann nicht von heut auf morgen eine neue Kultur entstehen. Auch der geistige Aus- stieg des Proletariats kann nur Schritt für Schritt den Wog zur Höhe erreichen. Aber die neue geistige und körperliche Kultur ist da» sicherste Fundament für ein freiheitliches sozialistische» Staatswesen. Ihre weitere gesund« Entwicklung sichert von unten heraus den Be- stand der Republik. Ein geistig und körperlich hochstehendes Volt nracht die Einleitung der Deutschen Rcichsversassung zur Selbst- Verständlichkeit: Die Macht geht vom Bolle aus! nicht unantastbar. Einige Schattenphotos sind gut gesehen, schmissig ist das Photo einer steil hochgehenden Luftschaukel. Genrephotos sind leider nur wenig vertreten, ebenso Körper, Köpfe und abstrakte Photos. Dafür sind aber Arbeitsbilder recht zahlreich: Schweißer, Fischer, Korbflechter und Straßenarbeiter fallen auf. Blütenausnahmcn zeugen von fleißiger Durcharbeitung: eine Groß- aufnahm? von Schilfrohr beweist Sehenkönnen. Weiter fallen auf ein Verkehrsbild aus Venedig(warum so sehr weich?), zarte Schnee- landschaften(besonders Spuren im Schnee), eine originelle Schwefel- tonung„Geformtes Gestein" Bei Architekturen sieht man kühne Perspektiven, das Wesentlichste der Architektur von heute ist photo- graphisch wiedergegeben. Ein Trcppenphoto, an und für sich gut. hätte gewonnen durch Tieferlegung der Kamera, so iehlt der Begriff der Treppe, des„Nach-oben-Führenden". Alles in allein: Die Aus- stellung zeugt von hohem technischen Können, von gediegener Arbeit und photographischem Niveau. Schade, daß Großausnahmen wenig, Photomontagen gar nicht vertreten waren. Wiesseicht genügt diese Anregung fürs nächste Mal. Di« Naturfreundephotogruppen lassen durch Zettel die Besucher über das best« Bild abstimmen. Diesmal wird sich das Urteil sehr zersplittern, weil fast olle Photos auf ihre Art gut sind, bei dieser Abstimmung wird wohl die persönliche Neigung zum Objekt maß- gebend fein. Der Besuch der Ausstellung, der natürlich kostenlos ist, kann jedem Interessenten nur empfohlen werden. Spori am Bufttag Den Bußtag benutzen aus aller Tradition die Arbellersport, vereine zur Werbung für den Arbeiterjportgedanten. Die weiblichen Mitglieder des Arbeitersportvereine Schöneberg- Friedenau 07 veranstalten in der Mittelschule Rätherstraße, am Stattpark, ein F r a u e n w« r b e f e st, das alle Abteilungen ver« einigt. Alles was zum modernen grauenturnen zählt, wird gezeigt werden. Die Kinderabteilungen werden sich bei Singspielen und Hindernisläufen tummeln, die Frauen zeigen zweckmäßige Gymnastik. Uebungen mit lern Medizmball und allerlei Turnerei, die dem Körper nützlich ist. Die Iungmädchen bringen Gymnastik. Vor- sührungen einer Laufschule und Tänze. Die Veranstaltung beginnt um Iß Uhr. In der großen Zentralturnhalle Prinzenstraße 79 ist am Buhtag die Frei« Turnerschaft Groß-Berlin zu einem Werbe- turnen versammelt. Auch morgen wird es dem Verein wieder gelingen, eine neue Note in feine Darbietungen zu bringen.' So werden neben den vielseitigen gymnastischen Uebungen der Männer und Frauen ein Vhusballspiel und von den Kintern ein KopfbuMviel gezeigt werden. Das dreißig Mann starke Musikkorp? der FTGB. musiziert. Beginn 16 Uhr. Eintrittspreis 49 Pf. und 29 Pf. für Erwerbslose und Jugendliche. Ein Unterhaltungsabend im Gewerk- schaktshaus wird sich anschließen. Die«Freie Arbeiter-Schachvereinigung Groß- Berlin" tritt am Bußtag, 14 Uhr, im Gewerkschaftshau». Engel- user, mit einer großen Werbeveranstaltung vor die Oeffent- lichkeit. Im Mittelpunkt steht der S t ä d t e w e t t t a m p s„Nord gegen Süd", an dem Berlin, Finow. Fürstebwolde. Luckenwalde, Nowawes und Potsdam beteiligt sind. Außerdem findet ein Gäste- ttirnier statt. Die Schachspieler Karl. Kmilfas und Knerlich gehen eine Simultanvorstellung. Di« Veranstaltung schließt mit einem großen Blitztun, Icr. Arbeiter-Fufc- und Handball Zun, seckssten Male stehe,, sich morgen die Repräsentativen Berlins und Luckenwalde- im StäNekamps gegenüber. Zwei Spiele konnten bisher die Berliner für sich entscheiden, während die Luckenwalder die anderen drei Spiel« gewannen. Wird es morgen der Berliner Mannschaft gelingen, für ihre Heimatstadt einen Sieg herauszuholen? Nach der Mannschaftsaufstellung zu urteilen, müßte es allerdings möglich sein. Der Stamm der Mann- schast hat seine Oualtsikarion bereits in früheren repräsentativen Spielen gezeigt. Die wenigen neuen Spieler dürften sich ebenfalls in den Rahmen eingliedern. Das Spiel findet in der Hctzheidc in Luckenwalde statt. Dl« Berliner Mannschaft trifft sich� um 8 Uhr »rm AnHolter Bahnhof. Weitere Spiel«: Saxonia gegen Pankow auf dem Exerzierplatz. Schönhauser Allee. Lychen gegen Freie Scholle. Reuenhagen gegen Schwedt. Oderberg gegen Frelenwalde. Cöthen gegen Niederfinow. Schiffmühle gegen Alt-Ranft. Karow 2 gegen Weißensee?. Zehdenick 1 gegen Saxonia 2. OdcriKrg 2 gegen Frelenwalde 2. Neuenhagen 2 gegen Alt-Raiist 2. Cöthen 2 gegen Altglietzen. Beginn der Spiele: 1. Männermannschaften: 14.39 Uhr. Zweite Männermannschaften: 12.4S Uhr. Iugend- mannschasten: 19 Uhr. Auch am Bußtag finden im 4. Bezirk der 2. Klasse einig« Handball- Serienspiel« stall. In der 1. Gruppe spieten Frei« Sportvereinigung Klausdorf-Rehagen 1 gegen Frei« Turner- schast Wilmersdorf 1 um IS Uhr in Klausdorf. FTGB.-Friedena» 1 hat um 9 Uhr in Friedenau, Offenbacher Straße Ss, FTGB.- Neukölln S als Gegner. In der 2. Gruppe stehen sich nur Frei« Schwimmer Berlin 12 1 und FTGB.-Friedenau 2 um 12.19 Uhr in Steglitz, Ringstraße, gegenüber.— An Gesellschaftsspielen finden statt: Verlin 12 1 Frauen gegen Freie Sportoereinigung Tegel 1 um 14 Uhr in Steglitz, Ringstrahe Auf dem Urbanplatz spielen um 10 Uhr FTGB.-Kanubszirt 2. Männer gegen Kanuoerein Schweiffterne und um 15 Uhr FTGB.-Süden 4. Männer gegen Schwimmvcrein Ncptun-Weißensec 1 Männer FTGB.-Neukölln 3. Männer hat um 9 Uhr aus Platz ß des Neuköllner Stadions ASB.-Neukölln 1. als Gegner. Naturfreunde stellen aus! Eine gelungene Pholosdiau Die Berliner Photogruppen des Touristenvereins„D t« Naturfreunde" veranstalten m ihrer Geschäftsstelle Johannis- straße 12 eine P h o t o a u s st e l l u n g, die bis zun, Sonntag täglich von 19 bis 29 Uhr geöffnet ist. Vor allem sind Landschaften vertreten, aber auch das soziale Motiv ist erfreulicherweise stärker als bei früheren Ausstellungen vertreten. Von-dem üblichen rechteckigen Format der Phows versuchte Hübner abweichende Beschneidungen. die aber etwas zaghaft blieben. Durch bestimmt« Formgebung kann hier bestimmt sehr viel Wirkungsvolleres herausgeholt werden, die Motiv« selbst sind doch Fünf Jahre Tennis Rot-Groß-Serlin am Sonnabend, dem 33. November, in den Kamraer*< en. Teltower Strebe 4(am Halleschen Tor).— Ansprache; FrHi Wlldung, Konzert- Kabarett- Ball- Tombola unter Mitwirkung von Alfred Braun. Alexander Flebburg, Resl Langer. Frieda W ber-Flefcburg. Priedel Hall, Theo Maret.- Beginn 30 Uhr. Karten ä 1.50 in der Verlagsbudihandl. J. H.W. Dielt, SWS«. Ltndenstr.3. Die Rin�kampfserie Ii, der Fortsetzung der Serienkämpse iin Ringen um die Kreismeisterschast der A-Klass« im Arbeiter-Athleten-Bund standen sich zwei alte kampferprobte Mannschaften in der Turnhalls Utrechter Straße gegenüber: ,.A l t- W e dd i n g" und„Tegel". Der Federgewichtler Anschütz(Alt-Wedding) vermochte den Tegler Iewko im ersten Kamps in der 7. Minute durch Eindrücken der Brücke ein« Niederlage zu beretten: im zweiten Tressen kam der Tegler schon nach 17 Sekunden zu einem leichten Erfolg, da Anschütz seine Schulterniederlage selbst verschuldete. Die beiden flotten Vantaingewichte Lorenz(Alt-Wedding) und Kraske(Tegel) wechselten in schneller Folge Stand, und Bodenkampf, die beiden gleichwertigen Gegne.r trennten sich in beiden Gängen mit einem Unentschieden. Die Kampfrouttne des Att-Weddinger Federgewichtlers Schlichten- berg errang über Reichel(Tegel) zwei eindrucksvolle Erfolge. Der Tegler erlog erstmalig nach 9,49 Minuten und verlor in der Rückrunde in der 4. Minute durch einen Hammerlock. Schröder (Tegel) erzielte Im ersten Ringen über Potzke(Alt-Wedding) nach flotten Kampf einen hohen Punktsieg, In der zweiten Begegnung gaben die Schiedsrichter nochmals den Punktgewinn an den Tegler. ?llte langjährige Rivalen der Kampfmatte standen sich im Leicht- mitielaew'cht gegenüber: Höhne(Tegel) und Eckert(Alt-Wedding). Nach 19 Minuten außerordentlich interessanten Ringens lautete das Urteil des Kampfgerichts unentschieden. In der zweiten Runde vermochte dann der Weddirger über den seit langem unbesiegten Höhne durch Eindrücken der Brücke zu trimnpbieren. Im Schwer», ittcl- gewicht kam der Ringsuchs Michael(Alt-Wedding) über den Jugend- lichen Tegler Babbe zu schnellen Erfolgen: er siegte erstmalig nach 27 Sekunden und in der letzten Runde in 1,54 Minuten. Der schwere Weddinger Rosenkranz, der in dem ersten Serienkamps recht viel- versprechend startete, vermochte Über Rosentteter(Tegel) nach 19 Minuten sebr aggressiven Ringens einen schönen Punktsieg er- kämpfen, begnügte sich leider im Schli'ßkampf mit einem Unent- ichieden. Endergebnis: 18 M:9H für Wedding. * In Fortsetzung der Serienkämpse um die Kreismeisterschast d«s 4 Kreises im AAB. findet Freitag, 21. November, 29 Uhr, in der Turnholle Fviedrichsfewe der fällig« Serienkamps der A-Mannschaften, der Vereine Lichtenberg. Friedrichsselde und Sparta 96, statt. Der Kampf hat für die Ringkampfinteressenten besonderes Interesse, zumal der letzte Kampf im Frühjahr 14: 14, also unentschieden endet«. ATbeiteTscbacb Bei starkem Besuch fand an, Sonntag in Ewalds Vereinshaus der Jugendwettkampf Ajchersleben— Berlin statt. Trotz stärkster Verteidigung mußten die Gäste den Berlinern mit TA:2Mi den Sieg überlassen. An weiteren vier Brettern mußten die Ascherslebener Iugendschachspieler die Ueberlegenheit Berlins anerkennen, sie verloren mit 0; 4 Gleichzeitig fanden die Mann- lchaftskämpfe der A-Gruppe statt, die folgendes Resultat krachten: Neukölln I— Friedrichshain I 1.5, 4 Hängepartien: Wedding 1— Mitte 1 4:2, 4 Hängepartien: Kreuzberg I— Weißensee I 3A: 3%, 3 Hängepartien. Da» Mitglied Karl spielte Simultan und gewann iiVi:1H. Der Touristen verein„Die Ratursreunde" vcranstaliet au> Bußtag. 29 Uhr, in den Mustkersälen, Kaiser-Wilhelm-Strahe, einen Filmabend:„Der Kampf ums Matterhorn". Eintritt 59 Pf., Jugendliche 39 Pf., an der Kasse erhältlich. Gäste willkommen. FTSB., Bezlrt aharlotkniurg. Alle Müqllekur nrb fftcunhc uurtrec By'.rt-, i>i« am Bußtag nicht«ur Prtn�nstraße gehen, t reiten sich 7% Uhr Bahnhoi Charlottcnburg, Laupteingang. Fahrt bis Epondau-W«!,(büftc willisinine». RB. JBoTJSärt»*. Dienstag. 18. November, 10 Uhr, Turnen in der Soltei- straße. MIt'woch. 19. November, Wanbrrunq. Treffpunkt s Uhr Stettiner Borortbahnho-f. 3;rl Bernau. ifwl* Ruberer-Drerinigung 1918. Walblanf am 23. November. Start und 3icl: Bootshaus Oberfchlincmeide, Sprssstr. 4(StranMchloß). Swrtnummrr- ausgabo ab 1» Uhr. Siart: Ii Uhr. Meldungen dl« 20. November an Sit-- mann Mai, sack, Dbctfrfdnenjeibe Eroßstr. Ä Jwi« Kärpetfulturtrit» Bußtag. 18 Uhr, Mttgliaderveriamm- Iima im Jugendheim Belle.Allianee.BIah 1. »tcU Schwimmer«h-rl-ttrnb-rg,«anvabteilung. Wanderung am Bußtag. Treffpunt- 8 Uhr Lulsenplah oder 9 Uhr Iohannisstift Znstrumcnte, Lieder- bilchrr. 28. November, 8 Uhr. Arbeitsdienst. ««, cksAegia. Bußtag Trsffpunk, 8 Ubr Adlershos. Ausgang Adteegestev. isw» galtb-stsaheer»erlin. Mittwoch. 19. Noveinber. g-ltbvvtsahrt ins Dacknvatsergebiet der Spree. 7.81 Uhr Schlesttcher Bahnbof bis Langelsberg. Donnerstag, 20. Nvvcmbee, N Uhr..Sackaicher Hof-, Rostnlhalce Str. Ii. Mi'alicdero-rsammlung. ATIS».,«poetabt-ilung«»rdring. Bußtag Tressahrt aller Abteilungen nach Bernau. 7Zb Uhr Bahnhof Nesundbrnnncn, Ausgang Ewlnemtlnder Straße louriftrn verein.Di« Natursrennde-, zentrale Wicn. vrisgrupve Berlin: Mitwoch«Bußtag). 19. Nooember. 2» Uhr, Mufikersäle,»alser-Wilhelm-Straßc. ssilmabend:.Der Kamps ums Mattertoni*.«inteitt 50 Df., Jugendliche 80 Bf — Dienstag, 18. N»»emd«r, 20 Uhr. Abt. Frtedriiiwbain! sseankfurtcr Alles 807. Lichtvildar:.Ein« Amerika, ahet".— Abt. Kriebeng»! Dfsenbacher Str. 5».— Abt. Nosdea: Sonnenburger Sir. 20. Lichtbilder:.sserienwanbcr.iiels durch verschiedene Landstrich«-'.—«dt. Weiching: Willdenowstr. 3. GeschtifMches.- «bt. Knmbaldhal», Schdnstedtstr. 1. Literarischer Abend.— Abt. Südost sJugendgruvp«): Wrangelstr 128. Etwa« ttbsr den NationalsOüialismus.— «atnsknrdlich» Abt«>Iu»g! Iohannisste. 15. Arbeitsabend.- Donnervtoa. 20. N-vsmbsr, SO ll»e. Abt. Essnndbrnnnon: Bank, ffi- Wisfsnstraßc.»er vorgeschtchlliche Mensch tSpiZ.— Abt. Li�teubera: istunteestr. 44. vTreifärwr- kultur.— Manbolinsvorckestes: Johann!- str. 15. 19 bis 21 Uhr.- Streich. »rchssteti 19 bis 21 Uhr b«i Weißcnbrrger. EreINgvathstr. 9. v. 1 Trv r— Bhotogsmeir schast.«bt. Aorbe«: Pank. Ecke Wies-nftraße.—«»t. Pren, lauer Berg, D-uulger Etr.«3, Baracke II Liederabend.— Abt. Südire st: Avick. straße 11. Liederabend.—»bt.«enkölln: Berastr. 29. Lichtbilder:..Die stunst als Splegsl der Entwicklung.-'— Abt. Tiergarten: Lehrter Sir. 18-19 Proletarisch««unstbetroch-ung«».— Abt. Spandau: Lindenufer 1.— Abt. Weißen. ie«: Biswrivssir. 21. ffTO».«ußtag-s-ie,. Ordnet troffen 1414 Uhr In ist Turnhalle, rechter Seitenetugana.— J5r«»S»»«riultnr»e,irt. Der für Dienstag. 18. November. angrssht« Absud der Ardritsgsmeinfch-st fällt wsnon Besuch der Bvlksbübn- aus. Donnerstag, 20. 91oo«mbsr. 1914 Uhr, Saststätt» der Ardeitor-Absuneirten. SaUdcr Str.«, erster Sruppruabrnd der Gruppe III. Verkürzt die Arbeitszeit! Eine Forderung der Kabrikarbeiier— Produktionssteigerungen troh Entlastungen Der Verband der Fabrikarbeiter Deutschlands hatte seine führenden Funktionäre zu einer Gaulriterkonferenz am 15. und Iß, November zusammengerusen, um Stellung zur Lohn, und Arbeitspolitik zu nehmen. Der Verbandsvorsitzeirde August Brey behandelte in einem groß angelegten Referat die wirtschaftspolitische>i Zeitprobleme. Er fand scharfe Worte gegkn die Lohnabbau- Politik, die zur Verschärfung der Wirtschaftskrise führen muß, Dem Fabrikarbeiterverband ist es bisher trotz der Krise im großen und ganzen gesungen, die Lohnabbauversuche abzuwehren Der Verband hat in diesem Jahre bis Ende September 258 Lohnbewegungen geführt, wovon 207 Bewegungen erfolgreich waren. In den Angriffsbewegungen konnten für Sßltl Beschäftigte Lohnerhöhungen, für 157 197 Beschäftigte sonstige Verbesserungen der Arbeits- bedingungeu erreicht werden. In den Abwehrbewegungen wurden für ßZ 116 Beschäftigte Lohnherabsctzungen, für 97410 sonstige Verschlechterungen erfolgreich abgewehrt. Gegenüber den Angriffen der kommunistischen Gewerkschaftszerstörer, die mit maß- losen Berleumdungen uird Verdächtigungen das Vertrauen der Mit- glieder zum Verband« zu umergraben suchen, sieht sich der Vorstand zu entschiedenen Abwehrmaßnahmen gedrängl. Nach der vom Tarifseiretär P a r tz s ch gegebenen Uebersicht über den Stand der Lohn- und Tarifbewegunzen sind die Tarif- löhne gehalten worden. Der Verband stellt der Parole der Unter- nchmer auf Senkung der Löhne die Forderung ans Verkürzung der Arbeitszeit entgegen, um ein« Verminderung der Arbeitslosigkeit herbeizu- fuhren. Darauf abzielende Schritte des Verbandes haben in der harburger SpeiseSlindustrie Erfolg gehabt. S t ü h l e r, Branchenlciter für die Gruppe Papier, betonte, daß in der Papierindustrie ein« wesentliche Preisverbilli- cung ohne Lohnherabsetzung möglich sei infolge des Rückganges der Rohftoffpreise(Papierholz usw.) und der produktionssteigernden Wirkungen der Rationalisierung. Haupt von der chemischen Industrie wies nach, daß der Lohngntsil infolge der Rationalisierung und der Verminderung der Beschäftigten bei gleichbleibenden oder gar gesteigerten Pro- duktionsmengen wesentlich gesunken ist. Die 3.<9. Farben Industrie hat in den letzten beiden Jahren in ihren Werken die Arbeilerzahl um etwa 25 000 verringert, während die Produktion im allgemeinen keinen Rückgang aus- weist. Für eine Reihe von Erzeugnissen liegen Produt- tionssteigerungen vor. Zu dem Hauptwerk der E o n- Mnentaleu Gummiwerke Hannover sank die Zahl der veschäfligken von etwa 14 000 im Jahre <927 auf 5 8 0 0 im herb st 10Z0. Die von der„Eanti- ncntal" aufgesogenen Betriebe„Peiers Union", Frankfurt a. Bi.. „Titan" A.-G., Waltcrshausen,„Mittelland" Gummiwerke Hannover, die früher etwa 2000 Arbeiter beschäftigten, sind stillgelegt. Auch in der„Excelsior", dem anderen großen Werke der„Eonlinenlal". ist die Zahl der Arbeitskräfte stark zurückgegangen, während ein Produktionsrückgang im Gesamtwerk gegen 1025 nicht eingetreten sein dürfte. Produktionssteigcrungen wurden auch von Vertretern anderer Branchen bestätigt. Die M a r g a r i n c l nd u st r i e stellt die gleichen Produktionsmengen mit der Hälfte der Arbeits- k r ä f t e von 1313 her. Die Vertreter der Gruppen Fein- k e r a m i k und Glas schilderten die Schwierigkeiten, denen sie bei den Unternehmern und bei den Schlichtungsverhondlungen im Rcichsarbeitsministerium begegnet sind. In ihrem Kreise ist das Vertrauen zu dem amtlichen Schlichtungswesen sehr gesunken. Als Willenserklärung der Konferenz wurde eine Entschließung zur Lohn- und Arbeitszeitfrage einstimmig angenommen, in der der Verband der Fabrikarbeiter Deutschlands schärfsten Protest gegen alle ans Lohnabbau gerichteten Be- strebuugen, insbesondere aber gegen die in letzter Zeit gefällten Schiedssprüche der staatlichen Schlichter erhobt: „Der Abbau der Löhne wird als geeignete Maßnahme zur )ebung der Wirtschaftskrise nicht anerkannt, denn er fübrt durch Herabsetzung der Kaufkraft der breiten Masten zur Verminderung Behebung der Wirt! nicht anerb denn er fübr, rmind durch des wareuverbrauchs und damit zur Verschärfung der Wirtschaftskrise. Die Wiederankurbelung der Wirtschost muß vielmehr durch herabsehung der Warenpreise erfolgen, die durch entschiedene Maßnahmen gegen die versehlte Preispolitik der Kartelle und Syndikate gegen die hohe Gewinnspanne des Handels zu be- schleunigen ist. Der verband der Fabrikarbeiter Deutschlands wird sich gegen alle versuche, den Lohn abzubauen, entschieden zur Wehr setzen. Die Rationalisierung der Wirtschaft and die gesteigerte Mechanisierung de» Arbeitsprozesses haben bei verminderter Ar- b?ilerzahl die Produktion in allen Industriezweigen ungeheuer gesteigert. Die freigesetzten Arbeitskräste sind al» Opfer der Rationalisierung und der strukturellen Wandlung der Wirtschast zu betrachten: Ne wiederum in den Produktionsprozeß einzureihen, ist die wichtigste Ausgabe einer fortschritllicheu Sozial- und wirt- schaftspollkik. Die Konferenz fordert als das geeignetste Mittel, die Arbeits- losigkeit und das daraus entstehende soziale Elend zu vermindern, «ine wesentliche Verkürzung de« Arbeit, zeit unter 48 Stunden. Der Verbandsvorstand wird alle geeigneten Maßnahmen tressen, um dieses Ziel zu erreichen." Eine Kundgebung tatkräftiger gewerkschaftlicher Solidarität be- deutet der einstimmige Beschluß der Konferenz. eine Million Mark für eine Sonderunterstützung der ausgesteuerten arbeitslosen Berbandsmitglieder auszuwerfen. Die Verbandsangestellten wurden verpflichtet, einen noch der Gehallshöhe abgestuften Sonderbeitrag, zunächst auf die Dauer von ß Monaten, zu entrichten. O. R. ocn- ixH4ue«n Vulag HmcluMtAi, , Kampf Haken Jortu#*" von, Adöif- ScMuclcS .Der Volksbetrug de� /�aHoncd�ciiaU�ten* um DES REICHSTAOSABEEORDNETEN SrAATSANWALT DR. HOECNEk, VORSITZEN DER. DES PARIAMENTARJSCHEN UHTERSüCHUNOS-AUSSCHUSSES /N MÜNCHEN• iuxjbcrv. rni wrvuitiuMhm htU-,(ü. duv TuJajIMX/ do. tfl u i tytitti*. Ht-idüxtuny und tiurnuiny ictnJZ dlt*- ü.rit.KbxküitttxJUtrk inwund/rU&l Tat lad J n>>,« r Q< Cdtix du-trüfan tyMlüMirTcUx d&tii und xi&l du.*nv /mjLurtfu Kinnxt<.f~h> unix tfa-nipn KiiAc �uXrtt•— /ntyndet S.ivtd''- c£rrAu.n.. Hit uuA Iren. 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Tonfilm: Brand In der Oper mit Alexa Engström, Gustav Fröbllck Beiprogramm_ Stern, Hermannstratze 49 Wochentags 6 45. 9, Sonn'ags 3, 5. 7. 9 U. Bußtag ab 6 Uhr Tonfilm; Brand in der Oper mit Alexa Engström, Gnstav Fröhlich Beiprogramm � � SOdosgürTj��� Filmcck Skalitzer Straße, am Görlitzer Bahnhof Beginn Wochentags: 630 und 9 Uhr Sonntags: 3. 5. 7. 9 Uhr Bußtag 6 U, Kas&enöffn. 5 U Verlängert! Tonfilm; Branu tu der Oper mi t Alexa Engström, Gustav Fröhlich Beiprogramm Bakncnsdtan Concordia-Palast AndVeaSstr. 64 W. ab5U.Stg.ab3U. Auch Bußtag 6 Uhr Der blaue Exnrech(Kämpf zwischen Gelb bnd Weiß).— Fundvogel(nach H Evers) mit C.Horn, P.Wegener Stella-Palast Köpenicker Straße 11-14 Wochtgs.6j\9ü. Sonn» 3. 5.7.9 U. Bußtag 6U, Kassenöffnung 5 U. Der blaue Expreb (Kampf zwischen Gelb und Weiß) Ein Russenfilm mit chinesischen Hauptdarstellern Beiprogramm Ausgezeichnete Bfibnenschau___ | r_~— Tonfilm-Variete urania w 6 45, stg s u Wrangelstraße II(an d. Köpenicker Str.) Auch Bußtag: Die Verföhrerln mit LIssl Ama Blockade.— BOnenschaa Viktoria-Lichtbild-Th. Frankfurter Allee 48 Jugendl Zutritt Woch. 5, 7. ca 8.J5, Stg. 3, 5.?. 8.45 U. Bußtag 6 Uhr lOOproz. Groß onfilm: Die letzte Kompagnie mit C. Veldl.— Bcipr. Sternwarte— Treptow Bußtag 4, 6, 8 Uhr: Port. Ein Film aas Tischen Busch dem afrika- Nordostcn Plwreziim'v Tön. Wochenschau —*--4y 91L1II1 Prenzlauer Allee>6 W. 5.15. 7. 9.15, S 3.15.5, 7.15, 9 15 Uhr Tonfilm: Brand in der Oper(Barcarole) BOhnensthau BußlagöU.: Brand In der Oper Flora-Lichtsp. �«4?' Tägl. 6 30, 9, Sonnab. ab 5, Stg ab 3 U. Heute letzter Tag: Pension Schotter Bußtag(ab 6 Uhr) bis einseht. Totensonntag: Brand In der Oper • o**»* m Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Beginn der ersten Vorstellungen: Wochentg. 6 3". Sbd. 5. Stg 3 Uhr Bußtag 6 Uhr Der blaue Ezprpk (Kampf zw. sebbn Gelb und Weiß) Beiprogramm Btlbnensihaa Luna-Filmpalast � Gr Frankfurter Str 121 Tontilm: Pension Schöller.- Bühne: Georg Erich Schmidt mit Ensemble Ab morgen, Bußtag: Zwei Welten mit E. A. Dnponl Bühne: ZI eunerkönigin Irene Bercsenr mit ihien KünsUern Schwarzer Adler AF,||?1£ Woch. 5, 7. 8.45, Stg. 3. i. 7. 8.45 U. Bußtag 6 Uhr lOOproz- Großtoniilm: Drevtos mit Fritz Kor tner, Grete Mosheim Betprogramm— jugendl. hah. Zutritt ComeniuS'Lichtspieie Memeler Straße 67 W. 6. 9. S ab 5 U roofiim: Bußtag ab 6 Es• Um cina Frau, diu dick vergißt m. LH Belprogr. It. Casino-Liditsp. sws.sui, ßrunncnstr�Be IM Bußtag ab b t'hr Der blaue Expreß.— Reidbh. Beipr. BQhncnsdbao.— Volles Orchester AlKAmhra Woch. ab 6» Uhr. /VlllalllOrci Sonnt, ab 4 Uhr Koppenstraße 29 B&buensdiaa Da» Hau» am Meer mit Asta Nielsen Das erwarb. Aegypten, lugdl Zutritt Bußtag 6 Uhr: Da» erwaob. Aegypten W Ney-il 6 Uhr Marga-Lichtspiele Schul Straße 29 Auch Bußtag I Großer Tonfilm: Da» Halsband der Königin mit Diane Carenre.- hin Mödel vom Ziraus,- Lustspieletni Prater-Lidilsplel-Palosl Kastamenallef 7-8 W. ab 5. Stgs 39, U- Sein großer Fall mit H. V. Schlcttow Oer Wl. derer mit C de Vogt Bühnemch.a Noack's Lichtspiele Brimnenstraße 16 beginn 5 Uhr Bußtag ab 6 Uhr Tonfilm: Zwei Welten mü Peler Voß Bctpi—----""--" Mila-Licfatspicl-Pal ast Schönhauser Alice 130 W. S1*, S. 4,l lOOprox. Tonfilm: Der Korrct'en- kapiiAn mit Harry Lied ke. Kampers BOhnens chau.- Büßt ab6U� Murm Ober Asien«— Neue BOhnens chau Filmpalast Puhlmann Schönhauser Allee 148 W. S, S. 3>- U. Auch Bußtag: Rosenmonta-CTonntm) mit Lien Deycrs.— Bühne: E. Hoter Colosseum Wtg5.5,7u 9Uhr Stgs. ab 3 Uhr Schönhauser Allee 123 Bußtag ab 6 U Der gewaltige Tonfilm: Hellelnla. Regie. King Vidor— Beiprogramm Pankow Palast-Theater Breite Straße 21 a W. bJO. 9, Stg- 4, 6.30. 9 lOOproz. Tonfilm: Dreyfus mit Frtfr. Kortner. H. George.- Beiprogramm BQbncn sehen.— Auch Bußtag Tivoli. Pankow Berliner Straße 27 W 6J0 9 U. Stg. ab t U. Bußtag ab 6 Uhr Der gewaltige Tonfilm: Hallelufa. : King Vidor.— Beiprogramm Regie: W HIcfiorichönNauTeirb Film-Palast N,eder Blankenburecr Str.< schönbausen So Zln Jgd-V. Wöchig 6J0, 9 U, So. 4 30. 6.45. 9 U strafbare Eben(Blutschande) mit Walter Rilla, Olga Tschechowa Port(Der Kampf im Urwald) ■'«««'■ Filmpalast Tegel z*" Stgs. 2 U Jgd.-Vorst. W.6. Stg. 4»/» U. ToTlIiltn;»ag* es mit Liedern mit Al toison, Sonny boy.— TobiSr-Appar Auch Bußtag „Kosmos" Filmbühne Hauptstraße c Beg. o Uhr..30 Uhr Der grpße Südseefilm Tön Weiße schallen(Monte Blue) Die II ScnU. sehen Utilaler'e. Haupt- dars. eller persönlich anwesend Union-Theater Hauptstr. 3 Stg. 2 Jgd.-V Wo,»1«, Stg. 40(. 6'', 8», U Das Komödiant enschttt(Show-boat) Gr Beiprogramm— Auch Bußtag c Hennlgsdorr Filmpalast c Berliner Straße 59 Stg. 2U.|ng.-Vorsi. Da* g«te Auch am Boßtag;