Morgenausgabe 7!r. 547 A 225 4?.I Katastrophenpolitik. Vernichtendes Llrteil über das �egierungsprogramm. Die Reichsressierung hat ein Programm aufgestellt, in dem ein wesentlicher Punkt die Lohn» und Preissenkung ist. Mit der Preissenkung auf Grund der Regierungsaktion Hot es vorläufig noch gute Weg«. Anders aber steht es mit den Löhnen. Darüber find der Reichsregierung auf der Jahrestagung des christlichen Deutschen Gewerkschaftsbundcs am Donnerstag und Freilag einige bittere Wahrheiten gesagt worden. Der Dorsitzendc de» Deutschen Gewerkschaftsbundcs, der Rcichstagsabgeordnete I m b u s ch, sagte u. a. bei Eröffnung der Tagung sehr deutlich dem Reichskanzler und dem Reichsarbcitsminifter, die beide der Tagung beiwohnten, daß die christlichen Gewerkschaften.weder eine Regie- rungsschuhlruppe noch ein Instrument der Parlcipolilik" seien. Der Hauptredner Dr. Jahn, der über Wirtschaftspolitik in der Wirtschaftskrise sprach, führt« nach dem.Deutschen" u. a. aus: .Die Tendenz zur Preis- und Lohnsenkung war schon vorhanden, ehe die R«ichsrcgierugn ihr Programm verösscntlichle. Di« Unter- nehmer haben es so ausgelegt, daß eins allgemeine Lohn- fenkung stattfinden soll.... Da es nicht m«hr in vollem Um- fange gelingt, eine künstliche Rentabilität durch überhöhte Kartell- preise zu erhallen, oersuchen es die Unternehmer durch Lohn- fenkung.... Problematisch und zu bekämpfen ist Preissenkung durch tohnfenkung. Dadurch wird die Krise nicht behoben. Mehr Lohnabbau als Preis- fenkung führt lediglich zu einer anderen und unerwünschten Verteilung des Volkseinkommens. Die wesentlichen Gewinner sind alle Zinsbezieher. Dazu kommt, daß bei gleichmäßiger Lohn- und Preis- fenkung, also bei Crlzaltung des Reallohnes, der gleiche Zustand wie norher besteht. Wir rechnen dann lediglich mit kleineren Ziffern. Wie ober dadurch eine Konjunkturbelebung hervorgerufen werden soll, ist völlig unklar. Das Senken der Weltmarktpreise bezieht sich in erster Linie oi»f Rohstoffe und Agrarprodukte, gilt aber viel weniger für Fertigwaren. Wir hoben den Anschluß an den Weltmarkt nicht verloren. Die außerordentlich günstige Entwicklung unseres Außenhandels zeigt, daß von dieser Seite her keine P r e i s s c n k u n g n o t- wenhig ist. Preissenkung durch Lohnsenkuna mit dem Ziel« der Exportsteigerung bringt viel mehr Gefahr oinor Dum- pingabwehr des Auslandes mit sich. Außerdem besteht dann die Gefahr, daß der Lohnabbau Exportartikel wird, die anderen also ebenfalls die Löhne senken, so daß wir auf diese Weise kein« Exportsteigerung«rreichen. Eine offiziöse Er- klärung, die leider wenig beachtet worden ist, sagt übrigens, daß der Lohnabbau kein Dumping, sondern lediglich eiiie U in f ch i cht u n g im Innern Deutschlands herbeiführen soll. Eine derartige ilmschich- tung der Einkommcnsoerhästnissc muß aber von den Gewerkschaf- ten bekämpft werden." Gegenüber diesen durchschlagenden Argumenten sahen sich sowohl der Reichskanzler wie der Reichsarbcitsminifter veranlaßt, das Wort zu nehmen,.(jcrr Brüning behauptet« u. a.,' die Lohnsenkung in Deutschland wäre keine Folge des Regierungsprogromms. Andere Länder feien Deutschland vorausgegangen, eine sehr kühne Behauptung, der in der Diskussion widersprochen wurde. Dann sagte Herr Brüning:„Die Regierung denkt gar nicht daran, fchematische Lohnkürzungen durchzuführen. Die Preissenkung lasse sich nicht von heute aus morgen durchführen." Ob der Reichskanzler die durch verbindlich erklärte Schiedssprüche herbeigeführten Lohnsenkungen„fchematische" nennt, darauf kommt es wirklich nicht an. Die Benennung ändert nichts an der Tatfachel Dies« Lohnsenkungen find„von heute auf morgen" durchgeführt worden. Wenn der Reichskanzler dann erklärt, daß es bei den Preisen nicht so schnell geht, so ist das die stärkste Verurteilung der Re- gierungspolitik, die man sich denken kann; denn das bedeutet das Vngeständnis einer weiteren Senkung der Kaufkraft der Arbeiterschaft und damit ein« weiter« Verschärfung der Wirtschaftskrise. Unglaublich klingt es, meim der Reichskanzler sogt, daß bei den Textilien die„unterste Grenze" der Preise erreicht s«! und daß der.Läufer streik bald beendet werden müsse". Also, die Arbeiter konnten schon kaufen, trotz der abgebauten Löhne, wenn fie nur wolltenl In der Diskussion wurde u. a. hervorgehoben, daß das Re- gierungsprogramm zu einer Generaloffensioc gegen die Arbeitcrnehmcrschaft auf den Plan gerufen Hobe. Das verantoßte den Reichsarbeiisminister das Wort zu nehmen. Er behauptete, daß in Deutschland 7S Proz. aller Gehälter und Löhne gesetzlich und durch Tarifvertrag gebunden wären. Das gebe es sonst nirgends in der Welt. Andere Länder zeigten deshalb auch«ine stärker« Nachgiebigkeit der Preise bei Wirtschaftskrisen. Es sei weder der Wille der gesamten Reichsregierung noch des Reichs- arbeitsministers, die deutschen Löhne allgemein und schcmatisch zu senken. „Dementsprechend seien auch die Schlichter angewiesen worden." Wir glauben' Herrn Stegerwald, daß er den Schlichtern nicht die An- Weisung gegeben hat, die Löhne„s ch e m a t i s ch" zu senken. Aber daß er den Schlichtern. die Anweisung gegeben hat, die Löhne zu senken, gesteht er nunmehr selbst ein. Und darauf kommt es an! Dr. Jahn erwiderte sehr treffend dem Reichsarbeitsminister, daß die Lohnsevkung von der Regierung verkündet wurde, was in anderen Ländern nicht geschehen ist. Hinzu- gefügt werden muß, daß 75 Proz. der Industriearbeiter in Deutsch- iand in Akkord arbeiten und da diese Akkordlöhne bereits ganz erheblich gesenkt worden sind, unabhängig von der Höhe der Tarif- löhne. Dies ist eine der wesentlichsten Ursachen, die zur Der- schürfung der Krise geführt hat. Nun kommt Herr Stegerwald mit seiner Anweisung an die Schlichter, die Löhne noch weiter zu senken!' Wie dieses Regierungsprogramm auf die Unternehmer wirkt, dafür ein Beispiel: Bor uns liegt ein Rundschreiben des„Verbandes zur Wahrung der sozialwirtschofllichen Interessen des Tuchgroß- Handels" vom l-t. November. Da heißt es wörtlich: Sehr geehrte Herren! Strengvertroulick>.NurfürdenInhaberbe stimmt! Betrifft: Tarisabbau. In Verfolg de» sich seht immer stärker geltend machenden Ab. baue» der Tarislöhne, hat auch unsere Gruppe die verp stich. tung. diese Frage einer eingehenden Prüfung zu unterziehen. In der kürzlich abgehaltenen Sitzung des Groß-Berliner Arbeit- gcberverbandes des Großhandels ist eine einheitliche Stellungnahme wegen der in diesem Gremium vertretenen verschiedenen Gruppen nicht erzielt worden. Die Gruppe wird deshalb von sich aus die Frage klaren müssen. Einmütigkeit bestand jedoch darüber, daß bei der heutigen schwierigen Lage der Unternehmungen eine Uebcrtorifbezah- l u n g nur in wirklichen Ausnahmefällen oerantwortet werden kann, und daß insbesondere in den Gruppen, in denen die Tarifgehälter an sich nicht sehr hoch sind. zunächst der Abbau bei den übertariflichen Bezahlungen vor- genommen werden müsie.. Hier haben wir mit unwiderleglicher Deutlichkeit die Wirkung des Regierungsprogromms auf die Unternehmer. Sie fühlen sich einfach verpflichtet, obwohl sie zunächst vielleicht selbst gar nicht daran gedacht hatten, einen Lohnabbau vor- zunehmen. Es gab aber offenbar sogar unter diesen Groß- Händlern ziemlich viel weiße Raben, so daß man nicht einig werden konnte. In dem Rundschreiben wird das Geständnis gemacht, daß die Tarisgehälter so niedrig sind, daß an einen Abbau zunächst nicht gedacht werden könne. Dann solle man aber wenigstens die ubertarislichen Gehälter abbauen. Schärfer als in diesem Rundschreiben einer Unternehmer- organisation kann die Lohnpolitik der Reichsregierung nicht vcr- urteilt werden. Diese Lohnpolitik führt direkt in die Wirtschasts- katastrophe. Der Kampf mit dem Tod. Bergarbeiier und Grubensicherheit. Die Reichskonferenz des Bergarbcitcrvcrbandes beschäftigte sich am Freitag mit den neuesten Bergwcrkskatastrophen und den Fragen der Grubensichcrheit. Der Sachbearbeiter S ch u d y, der sich ins- desondere mit dem„Rätsel von Alsdorf" befaßte, kam zu dem Schluß: Das heutige System der Vcrgpolizei ist überaltert und resorm- bedürftig. Den unteren Ausführungsorganen(Bergrenierämtern) sind viele Befugnisse eingeräumt, mit denen oft Mißbrauch getrieben wird. Di« Untergebenen der Bergrevierbcanücn können noch so gewissen- hast sein, sie sind machtlos, weim der Bergrcvierbcomt« anders handelt. Reichhaltiges Material steht dem Bergbauindustrie- arbeiteroerband zur Verfügung, aus dem einige markante Fäll« vorgetragen wurden, die insbesondere die„UiNcrsuchungen" und „Feststellungen" der Bcrgrcvierömtcr beleuchten. In der Sprengstosfwirtschast und Sprengorbeil wird mit einer allgemein bekannten Unehrlichkeit gearbeitet. Der Bergbauindustriearbeiteroerband ist bereit, mit allen Körperschaften an der Hebung der Grubensicherheit mitzuarbeiten. Die Kritik ist notwendig nicht nur im Interesse der Berg- arbeiter, sondern des gesamten Bergbaues. Als Ergebnis der Beratungen wurde eine Entschließung an- genommen, in der im Interesse einer besseren � Grubensicherheit folgendes gefordert wird: k. Ein Rcichsberggefetz und Reform der Bergpolizci. 2. Vereinheitlichung der bergpolizeilichen Vorschriften für den gesamten Bergbau. 3. Grubcnkoutrolleure für alle vergbauarlen uud-revtere. 4. Einführung van Fahrbüchern bei den Bergrevierämtern. die fortlaufend an die Oberbergämler zur Prüfung einzureichen sind. S. Im Steinkohlenbergbau: Ausdehnung und gründliche vurchsührung des Gesleinstauboersahrens. auch in den Bcrg- baubetriebeu mU schwer entzündlichem Kohlenstaub. 6. vorgeschriebene und unter dauernde Urbermachung flehende fefaadere Fluchtwege in allrn Abbanabtetlnngen. Di« Belegschaften der Abbauableilungen sind jährlich mehrmals über Art und Zweck der Fluchtwege zu unterrichten. 7. Schuh der wetterkontrolleure gegen Benachteiligung und Entlassung. Tägliche welterkonlrolleure auch in Ivetterslrecken und Strecken mit gebröchem Gebirge. Wctlerkonlrolle auch vor drei- schichtigen Betriebspunkten. 8. Beseitigung der Benzollokomokiven aus den unterirdischen Betrieben. Verbot der elektrischen Lokomotiven ans Schlagwettergruben in Strecken mit gebröchem oder durch Abbau in Bewegung gekommenem Gebirge. Ihre Zulasiung darf nur ersolgen. wenn die Strecken im festen Gebirge stehen oder ouszementiert find. 9. Für das Saarreoier fordern wir Einrichtung einer Grnbenficherheitskommisiion und Einführung von Grubenkontrolleuren nach preußischem Muster. Ueberhaupl Einrichtung aller gegenüber dem anderen deutschen Bergbau dort nicht vorhandenen Sicherung gegen llnfallgesahrcn. Der Bergarbeiteruerband wird seinen ausgesteuerten Mitgliedern zu Weihnachten eine besondere Unterstützung gc- währen. Die Mittel für diese Ausgesteuertcnuntcrstützungen werden vor allem von den Ange st eilten des Verbandes auf- gebracht, da diese schon seit Monaten freiwillig auf 10 Proz. ihres Gehalis verzichtet haben. Ferner steuern all« diejenigen Mitglieder des Verbandes zu dein Unterstützungsfonds bei. die als Vertreter in den verschiedensten Körperschaften(Syndikaten, Knappschaften) tätig sind. i Ltm Lohn und Arbeitszeit. Die Nachoerhandtungen über den Arbeitszeitschieds- spruch für den Ruhrbergbau finden am kommenden Dienstag im Reichsarbeitsministerium statt. Die Verhandlungen über die Neuregelung der Arbeitszeit im mitteldeutschen Braukikohlenrevier beginnen am 29. November in Halle. Im ob erschl« fischen Grubenrcvicr hat der Arbeit- geberverband den Mantel, und das Ueberarbeitsab- kommen gekündigt. Die Kündigung der Ueberarbeit märe van den Gemerkschoften auf alle Fälle vorgeiwirnium worden. Vetn'ebsuvfall bei der VGO. Vorzeitig veröffentlichte Rede. Heber die ganze Breite der„Roten Fahne" war am Mittwoch zu lesen:„SPD.-Arbeiter antworten aus den Verrat an den Metall arbeitcrn:„Jetzt rennt alles zum REO.!" Unter dieser Verheißung»- vollen Ueberschrift waren angebliche Acußerungen von Mitgliedern unserer Partei zu lesen, die in Ableilungsversanunlungen gemacht worden sein solleir. Auch wenn diese oft handgreiflich sinnlosen Aeußerungen g:- fallen wären, so würden sie nur beweisen, daß es in der Sozial- demokratischen Partei etwas gibt, was es in der KPD nicht gibt: Meinungsfreiheit. Aber w i« diese Aeußerungen zustande- kommen, das beleuchtet folgend« Zuschrift des Leiters der 86. Abteilung(Manendors): „In der„Roten Fahne" vom 19. November 1930, Hauptblatt 4. Seite, wird eine angebliche Aeußerung eines Diskussionsredners in einer SPD.-Verfammlung in Mariendors zum Metallarbeiter- streik bzw. über Sinzheimer zitiert. Ich bemerke dazu, daß feit der Fällung des Schiedsspruchs eine SPD.-Persammlung in Mariendorf noch gar nicht stattgefunden hat. Die nächste Versammlung.ist erst am Mittwoch, 26. November. Ob dort«in Diskuisionsredner die in der„Roten Fahne" abgedruckte Rede halten wird, kann ich heute noch nicht sagen." Verfrühter Abdruck einer in Auftrag gegebenen Rede eines Spitzels? Wahrscheinlich. Die Methode,„SPD-Arbeiter" austreten zu lassen, ist nicht neu? Es handelt sich also um einen Be- triebsunfall._ Tkazis bei der Miiropa. Ihre Lille zur Äetriebsratswahl. Bei den kommenden Betriebsratswahlen wird nun auch neben der freigewerkschastlichen Liste eine Liste der Hitler- Jünglinge erscheinen. Nazis bei der Mitropa! Das klingt eigentlich paradox, wenn man berücksichtigt, daß ein i n t e r- nationales Verkehrs unternehmen wie die Mitropa eigentlich ein ungeeignetes Objekt für die Tätigkeit der Hitler-JLng- linge ist. Die Wagen der Mitropa laufen von der holländi- scheu Küste bis noch Oesterreich, von Skandinavien bis zur italicni- schen Grenze. Wie verträgt sich das mit der Parole der Haken- kreuzler:„Jude n und Ausländer raus!" Wenn die roten Wagen der Mitropa keine Juden und Ausländer mehr bewirten, sondern nur reinraisigc„Edelgermanen". dann wird der größte Teil der Belegschaft der Mitropa stempeln gehen müssen. Schon deswegen darf die Mitropa nicht verhitlerv. Es muß Aufgabe der Belegschaft sein, dafür zu sorgen, daß diese Maulhelden keinen Sitz im Betriebsrat bekommen. Die gastwirtschaftlichsn Arbeitnehmer, Insbesondere die der Mitropa, stehen im Dienste des internationalen Berkehrs. Ueberall im Ausland sieht man die schönen Plakate der großen deutschen Berkchrsbüros:.Lamm nach Deutschland!— Deutschland wünscht dich zu sehen!" Aber die Leute aus dem„Dritten Reich" mollen gar keine Ausländer sehen. Das mögen sich insbesondere auch die Herren Bllroangestcllten bei der Mitropa sagen lassen, die während des Krieges als Hosenmätze herumliefen und heute ihre überschüssige Kraft in Hitler-Versainmlungen abreagieren. Jedenfalls haben die Nazis bei der Mitropa nichts zu suchen. Alle vernünftigen Arbeitnehmer wählen daher die srelgewerkschast- liche Bctriebsratsliste 1._ Beiriebsraiswahl in der Reichsdrucke rei Freie Gewerkschaften aus dem Bormarsch. Zu der am 20. November erfolgten Neuwahl der Betriebs- Vertretungen in der R e i ch s d r u ck er e i waren vier Vorschlagslisten«ingereicht worden. Der Liste der freien Gewcrk- schaften standen eine Liste der christlichen Gewerkschaften und eine Liste der„revolutionären Gewerkschastsoppösition" gegenüber. Trotz aller Anstrengungen haben die NGO.-Leute nur die Mandate des Vorjahres retten können. Sie erzielten für ihre Liste 964 Stim- men und bekommen damit vier Sitze im Betriebsrat und ein Ersatz- Mitglied für den Arbeiterrat. Die christliche Liste erzielte 330 Stimmen und erhält sonnt einen Sitz im Betriebsrat. Die Liste der freien Gewerkschaften erhielt 1845 Stimmen und bekommt neun Sitze im Betriebsrat und ein Ersatzmitglied Im Ar- beiterrat. Die freien Gewerkschaften haben gegenüber dem Vor- jähr ein Mandat erobert. Von den Angestellten der Rcichsdruckcrei wurde nur e in« Liste der freien Angestelltenverbände aufgestellt. Da keine Gegenliste eingereicht wurde, galt die AngcstelLtcnliste als gewählt. Von dieser Liste bekommen drei Bewerber je ein Betriebs- ralsmandat, während fünf als Crgänzungsmitalledcr in den Ange- ftclltcnrat gewählt sind. Die freien Gewerkschaften haben also ihre Vormachtstellung trotz der Verleumdlingspropaganda der NGO. gegen die„Gewerkschaftsbürokratic und SPD." siegreich behauptet. Hier ist der schematische Lohnabbau! Köln. 21. November.(Eigenbericht.) Der Arbeitgeberverband der Metallindustrie Köln hat den Arbeitnehmervcrbänden mitgeteilt, er beabsichtige, am 30. November zum 3i. Dezember den Tarifvertrag zu kündigen. Der Zweck der Kündigung ist natürlich Senkung des Lohn«-. Bisher versuchten die Mctallindustriellen be- tricbs weise die Akkordverdienft« entgegen den Bestimmungen des Tarifvertrages herabzusetzen. Dagegen wehrten sich die Metallarbeiter. Jetzt hat nun der Deutsche Metallarbeiterverband in Köln in Verbindung mit anderen Arbeitcrvcrbändcn wegen dieses Vorgehens der Unternehmer Klag« gegen den Arbeitgeberosrband der Metallindustriellen wegen Verletzung der Friedens- Pflicht eingereicht. t Freie Gewerkschafts-Jugend Berlin ««Itctcnlnrlm ob 19 Ufic im Schal räum bet G«»crIschoftss ckml«, Berlin SO. 1«!. engelufte Iii 25.— Mäbchrnlnrin»:„ftraucitrnirtrn— grai-enschaffe»". Gruppe 1: Tressen um 19 Uhr am Bahnhof Alexander. ploh, Eingang Eonlardstrasic. Gruppe N: Treffen am Sonntag 7 Uhr am Bahnhof Aleronberplah. Eingang Gontarbstraße.— Bollobiihne:«arten für bio uäch sie Iugenbvorstcllung der Boffobilhne sind schon jetzt in der Jugenbzcutral« erhältlich. Verantwortlich fftr Politik: Victor Schiff; Wirtschast:». lUtngrlhöser; Eevorkschastobewegung: z. Steiner; Feuilleton: Dr. Zoha Schikowoki; Lokale, irnb Sonilwes ffri»«orftädt: Aniemen: Th. Glocke: sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwärts-Berlag G. m b. s.. DerNn Druck: Vorwärt-. Buchdrnckerel und Leriagsaustalt Paul Singer u. Eo. Berlin SW. HS, Liud.ustrase 8. Kieps» 2 Beilagen. ploza-preisausschreiben. Blesdors-Sab, Srabenfpraitg 30; 2. Schneier.»atzkoivftr. t; 39. Achter, SU.» Nr. 54?-» 47. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Sonnabend, 22. November 1930 Preise rings um Berlin Je weiter, desto billiger Es ist ein« bekannte Vorstellung der Berliner Hauxsrnuen, daß di« Lebensmittelpreise in den Städten und Städtchen der weiteren Umgebung Berlins niedriger sinlx Zumal diese Orte inmitten der Erzeugergebiete liegen, die die Reichshauptstadt mit Waren de- liefern. Diese Auffassung ist jedoch ein großer Irrtum. Di« Lebens- mittelpreise in den einzelnen Orten der Provinz Brandenburg sind genau so unterschiedlich wie in den verschiedenen Stadtteilen Groß- Berlins. Die nachstehende Tabelle gibt darüber Auskunft. Es kostet in: Unterschied von 8 Pfennigen(!). Ein Unterschied allerdings, der im umgekehrten Verhältnis zu der Entfernung zwischen Velten und Bernau steht. Das gleiche Bild beim Brotpreis, in Frank- f u r t a. d. O. können die Bäcker das Pfund für IS Pf. backen, in Velten aber erst für 20 Pf. Es kommt eben überall auf dasselbe heraus: die enormen Unter- schied« zwischen den verschiedenen Preisen stnd«ins der stärksten Hemmnisse für einen wirklichen Preisabbau. Wird uns doch auf Anfrage aus Frankfurt a. d. O. mitgeteilt, daß fast jeder der sechs Stadtteile einen anderen Preisstand hat! Wenn wir übrigens die Preise aller angegebenen Waren zu- sammenrechnen, dann mußt« man in Frankfurt dafür 6,21 M. ausgeben, in Eberswalde 6,33 M.. Rathenow und Luckenwalde 6,40 M., Velten 6,43 M., Bernau 6,59 M. und in Zossen 6,73 M. Letzten Endes setzt sich also doch die Tendenz durch: je näher ein Ort bei Berlin liegt, desto teurer die Preise. Man sieht, ein Preiswirrwar, gegen den der in Berlin dn Kinderspiel ist. Obwohl die oben genannten Preise schon Durch- schnittspreise sind. Und was die Prcishöhc anbetrifft, so hält sie durchaus einen Vergleich mit dem Preisniveau Berlins aus. Wenn die Preis« nicht gar noch höher sind. So wird uns aus dem 50 Kilo- meter vor Berlin liegenden Luckenwalde berichtet, daß die Händler dort ihre Waren ans der Berliner Zentralmarkthallc beziehen, so daß zu den Berliner Preisen noch der Transportkostenzuschlag Berlin— Luckenwolde kommt. Ebenso beziehen die Luckenwalder Fleischer zum größten Teil dos Fleisch vom Berliner Zentralviehhof. Am auffälligsten sind die Gemüsepreise in den Klein- und Mittel- städten der Provinz Brandenburg, der Zossener Wirsing- kohl preis von 15 Pf. pro Pfund stellt unbestritten einen Rekord dar. Desgleichen der Luckenwalder Kartoffelpreis von 40 Pf. bei 10 Pfund und der VeltenerMilchpreis von 32 Pf. pro Liter. Dabei kostet die Milch in Bernau nur 24 Pf., also ein Rord-Süd und BVG. Nach dem Beschluß der Stadtverordnetenversammlung vom 1Z. November 1928 sollte der Aktienbesitz der Nordsüd- bahn- Aktiengesellschojt gelegentlich der Gründung der BVG. in diese eingebracht werden. Zugleich mit dem Aktienbesitz wäre auch der große Grund st ücksbesitz der Nordsüdbahn-Aktiengesellschasl aus die BVG. übergegangen. Da die Stadtverordneten» Versammlung aber über den Verbleib und die zukünftige Verwendung der zahlreichen Grundstücke noch nicht entschieden halte, ist mit der Einbringung bisher gewartet worden, um unnötige kosten(Grund. crwerbssteuer usw.) zu vermeiden. Der M a g i st r a t ersucht nunmehr die Stadtoerordnetenver- sammlung, sich damit einverstanden zu erklären, daß der Aktien- besitz der Nordsüdbahn-Aktiengesellschast überhaupt nicht in die BVG. eingebracht wird, sondern an Stelle des Aktienbesitzes ein Barbetrag von 200 000 M., der gegen schwebende Schulden der BVG. auf- gerechnet werden soll. Di« Nordsüdbohn-Aktiengesellschaft soll als reine Bau- und Grund st ücksgesellschaft, und zwar getrennt von der BVG., weiter bestehen bleiben. Durch beide Maß- nahmen wird einerseits dem Wunsche der Stadtoerordnetenversamm- lung auf Trennung der Nordsüdbahn von der BVG. Rechnung ge- tragen, andererseits werden der Gesellschaft wie der Stadt ganz erhebliche Kosten erspart. Mißglückter Naubüberfall. Mit Maske und Nevolver in einer Konsumfiliale. Gestern abend wurde aus die Sonsumsiliale in der An- tonien strafte 38 in Reinickendorf-west von einem 20jährigen ein lieberfall versucht. Kurz vor Gcschäftsschluß drang ein jüngerer Mami, der sein Gesicht durch eine chalbmaskc unkenntlich gemacht hatte, mit vor- gehaltener Pistole in die Verkaufsräume ein und forderte unter Drohungen die Herausgabe der Kasse. Die Angestellten der Filiale ließen sich jedoch nicht einschüchtern. Sie drangen auf den Täter ein, schlugen ihm die Waffe aus der 5zand und brachten i h n z u F a l l. Der Räuber, der sich heftig wehrte, wurde dann solange am Boden festgehalten, bis die Polizeibeamten des zu- ständigen Reviers zur Stelle waren und den Täter abführten. Er wurde ins Polizeipräsidium cingeliescrt, wo er als ein 20jährigcr Arbeitsloser aus der Augusta-Viktoria-Allee in Reinickendorf-West ermittelt wurde. Wie von den Beamten an Ort und Stelle fest- gestellt wurde, war die Waffe, womit er die Angestellten einzu- schüchtern versucht hatte, nicht geladen. 15 Grad Frost in Ostpreußen. Königsberg, 21. November. Die mit dem Schneefall Ansang der Woche einsehende Kälte hat gestern ganz erheblich zugenommen. Nach Mitteilung der Wetterwarte in Königsberg sank das Thermometer in der Nacht zum Freitag auf minus 15,4 Grad Celsius. Billiger Sonnabend im Zoo. Am heutigen Sonnabend kostet von 14 Uhr ab der Eintritt in den Zoologischen Garten für Erwachsen« 50 Pf., für Kinder 25 Pf. Dieselbe Ermäßigung gilt für das Aquarium. Vom Berg begraben. Zwei Arbeiter Opfer eines Erorutsches im Braunkohlenbau. Köln, 21. November. 3n dem der horremer BrikettsabrikG. m.b. h. gehörenden Braunkohlentagebau Fischbach bei Horrem ereignete sich ein schweres Unglück. Ein Teil des südlichen Kohlenstoßes brach ans und wurde durch nachrutschendes Deckgebirge in den Tage- ban der Grube gedrückt. Zwei Bergleute, die gerade an der Unglücksstelle arbeiteten, gerieten unter die zusammenbrechenden Massen. Sie konnten bisher noch nicht geborgen werden. Die abgestürzten. Erdmassen werden auf etwa zwei Mit- l i o n e n Kubikmeter geschätzt. Es handelt sich um eine Strecke von neunzig Metern, die abgestürzt ist. Auf etwa 350 Meter ist die Wraumbahn unterbrochen. Alles Material auf der Absturz- strecke wurde mit in die Tiefe gerissen, so u. a. ein schwerer Gruben- bagger. An einer Stelle sind Tannenbäume, die auf dem höchsten Gipfel des Abraumes standen, hundertzehn Meter tief abgestürzt. Inmitten der Absturzstrecke ragt ein mehr als 60 Meter hoher und 200 Meter breiter Kohlenstoß in seiner kompakten Masse hervor. Durch den Absturz wurden zwei Pumpen der Grubenanlage verschüttet, jedoch sich weitere vier Pumpen in Betrieb, so daß«ine Gefahr des Ersaufens der Grube nicht besteht. Die Ursache des Erdrutsches ist noch nicht bekannt. Man ver- mutet ober, daß infolge des anhaltenden Regens die Tonschicht unterspült wurde. Es muß als ein großes Glück bezeichnet werden, daß zur Zeit des Unglücks mir die zwei verschütteten Arbetter an der Unglücksstelle weilten. Zehn Mann. die sich in der Nähe aufhielten, konnten sich in letzter Minute in Sicherheit bringen. Versammlungsruhefiörer straflos! Der Amlsgerichtsrat Kyser-Schönebcrg fällte ein Urteil, das zu der Reihe jener Sprüche gehört, die das Vertrauen zur Justiz aus eine bedenkliche Probe stellen. Am 10. April fand im Werner-Siemens-Gymnasium eine von der Demokratischen Partei einberufene Versammlung statt. Land- tagsabgeordneter Nufchke und Reichstagsabgeordncter Freiherr v. Richthofen sprachen zum Thema„Die Nationalsozialisten als Feinde jeder nationalen Politik". Die Nationalsozialisten, in großer Anzahl zur Stelle, versuchten wiederHoll die Versammlung zu sprengen. Als dem Vorsitzeirden die Sache zu bunt wurde, beaus- tragte er den Generalsekretär der Partei, Liebig, für Ordnung zu sorgen und nötigenfalls vom Hausrecht Gebrauch zu machen. Liebig forderte einige besonders bösartige Ruhestörer auf, den Saal zu verlassen. Die dachten gar nicht daran. Der herbeigerufene Polizei- Hauptmann setzte einen der schlimmsten Schreihälse, den National- sozialisten Heide mann, an die Luft. Die Störungen hörten, nicht auf, die Nationalsozialisten stürmten das Podium, es kam zu einem Handgemenge, der Borsitzende fiel hin, auch Nuschk« kam schlecht weg, einer der Rowdys, ein gewisser Raikowski, wurde Zwangs- gestellt. Beide Nationalsozialssten erhielten wegen Hausfriedensbruch Strafbefehle in Höhe von 30 M. Sie legten Berufung ein. Amis- gerichtsrat Kyser sprach gestern beide Angeklagten frei. Den Angeklagten Heidemann— weil er von einer nicht dazu befugten Person zum Verlassen des Saales aufgefordert worden fei; der Vorsitzende sei nicht berechtigt, sein Hausrecht auf andere zu über- tragen. Den Angeklagten Raikowski— weil ihm nach erfolgter Aufforderung, den Saal zu verlassen, keine Zeit gelassen worden sei, den Vorsatz zum Hausfriedensbruch zu fassen. Also: in Zukunft haben sich derartige Dinge in Versammlungen folgendermaßen abzuspielen: Werden Ruhestörer allzu laut, so hat der Vorsitzende zuerst für Totenstille Sorge zu tragen, etwa wie bei Studentenkommersen„Silentium" zu rufen, sodann von seinem Platz aus in den Saal hinunterzufchreien:„Der Herr in der Ludwig wehrte ab. „Lassen Sie Ihr Scheckheft stecken. Ich werde Ihnen am Sonnabend liefern, ohne daß Sie jetzt einen Vorschuß schwitzen. Ich bin ehrlich, Herr Himmelsbach, und meine Ar- beit ist einwandfrei, das haben Sie gesehen, aber..." Aber, was haben Sie für ein„Aber", Meister Eiser- mann?" „Ich komme nicht zurecht mit dem Preis. Die ersten fünfzig Tische liefere ich Ihnen wie ausgemacht. Bei den andern aber, Herr Himmelsbach, müssen Sie was zugeben." „Was Sie nicht sagen! Fünfundsechzig Mark ist doch ein ganz annehmbarer Preis für so'n einfaches Möbel. Mehr kann ich auf gar keinen Fall ausgeben, Meister. Ich bin so schon Ihnen gegenüber bis an die Grenze meiner Leistungs- fähigkeit gegangen. Aus Sympathie, verstehen Sie, weil sie ein junger Anfänger sind. Ich sehe ja, Sie haben sich redlich Mühe gegeben. Passen Sie auf. die zweite Partie wird Ihnen schon besser von der Hand gehen. Reden wir beim nächsten Auftrag mal über einen anderen Preis. Aber die restlichen hundertfünfzig müssen Sie mir noch zum alten Preis machen." Ludwig konnte seinen aufgespeicherten Zorn nicht mehr zurückhalten. Er nahm eine Schraubzwinge und schmetterte sie m die Ecke. „Ich mache nichts mehr!" Himmelsbach ließ sich diesen Ausbruch nicht anfechten. Seine Stimme war noch genau so schmeichelnd wie vorher bei seinen Lobsprüchen. „Na, was sollen denn die neuen Tische nach Ihrer Kal- kulation kosten?" „Zehn Mark mehr das Stück, Herr.." „lim Gottes willen!" Himnielsbach verzog sein Gesicht. „Meister, Liebster, Bester, zehn Mark mehr, wie stellen Sie sich das eigentlich vor? Wenn ich das zahlte, ging ich ja morgen schon bankerott. Sie scheinen ja gar keine Ahnung zu haben, wie weit die Preise herunter sind. Und dann die vielen billigen Angebote, die ich täglich erhalte!" „Lassen Sie sich doch die Arbeit von den billigen Jakobs machen!" antwortete Ludwig trockenen Tones. Himmelsbach sah ihn scharf an. „Na, Sie werden sich die Sache noch mal überlegen, Meister. Wenn Sie mir den Auftrag prompt liefern, können Sie von mir Arbeit kriegen, soviel Sie wollen. Stellen Sie doch Gesellen ein, schaffen Sie sich Maschinen an, damit Sie vorankommen. Ich bürge Ihnen für dauernde Aufträge!" „Danke!" sagte Ludwig scharf, hob die Schraubzwinge auf, die er vorhin in die Ecke geschmettert hatte, und fuhr in seiner Arbeit fort, als ob Himmelsbach nicht da wäre. Schreibtische engros trippelte indessen hierhin und dort- hin und hätte gern weiter gesprochen. Aber instinktiv spürte er, daß in diesem Moment ein Wort zuviel alles verderben würde. Dieser Meister Eisermann war mit Zorn gefüllt bis zum Rand, noch ein Tropfen und er floß über. Also eine Weile gewartet, bis das Gröbste verraucht war. Als ihm der richtige Augenblick gekommen schien, hörte er mit dem Hin- und Herlaufen auf, zog umständlich die goldene Uhr, ließ den Sprungdeckel springen und sagte, während er der Äarussellfahrt des kleinen Zeigers zusah, so nebenher:„Also das erste Dutzend Schreibtische liefern Sie mir Sonnabend. Und was ich noch sagen wollte, Sie könnten auch Bücherschränke für mich machen. Ich habe verschiedene Muster da. Sic können sich aussuchen, was Sie davon am liebsten inachen wollen. Meister, Liebster, Bester, es liegt mir wirklich daran, daß Sie vorwärtskommen. Ueberlegen Sie, was ich Ihnen vorhin gesagt habe. Mieten Sie größere Räume!- Fabrizieren Sie mit Gesellen.. Und vor allem: kaufen Sie Maschinen. Maschinen sind heutzutage die Haupt- fache. Die senken die Unkosten, und es bleibt dann mehr für Sie hängen. Der Maschine gehört die Zukunft! Hören Sie auf mich, ich sage Ihnen das als ehrlicher Mann!" „Ja, als Gauner und Halsabschneider, der bu bist!" dachte Ludwig und schwieg. Schreibtische engros ließ den Sprungdeckel einschnappen. „Ich habe schon manchem Anfänger geholfen, hochzu- kommen. Warum nicht auch Ihnen, Meister Eisermann..." „Damit du mich noch mehr ausplündern kannst, Spitz- bube. Bin ich erst ganz drin in deiner Vorschußwirtschast, dann drückst du mir vollends die Gurgel zu, Freundchen!" dachte Ludwig bei Himmelbachs Worten und setzte sein Schweigen beharrlich fort. Die schöne goldene Glashütter Taschenuhr war wieder in chrem Futteral, wohl geborgen unterm schweren Pelz- mantel in der warmen Westentasche. Der Möbelhändler stocherte jetzt mit seinem Stock in den Hobelspänen, als ob er da Silbertaler aufstöbern könne. „Na, wie ist's, Meister, habe ich Ihnen nicht ein glän- zendes Angebot gemacht?" „Werd's mir überlegen!" knurrte Ludwig. „Endlich! Das ist ein Wort, das mir wenigstens Hoff- nung macht. Na, adjüs, Meister! Also am Sonnabend!" Himmelsbach streckte zum Abschied die wohlgepflegte Hand hin. Ludwig tat. als sähe er sie nicht. Er schaute erst auf, als die Werkstattür ins Schloß fiel. Wütend sah er den Möbelhändler über den Hof schreiten. „Was das verdammte Schwein sich überhaupt einbildet. Reißt die Fresse auf, als könn' er die Welt kaufen, dieser Blutsauger!" Jetzt konnte er seiner aufgespeicherten Wut freien Lauf lassen. Wie ein Berserker putzte er mit der Ziehklinge auf einem Schreibtischblatt. „Der soll mich nicht weiter hereinlegen!" An der Art, wie die Ziehklinge knirschte, ließ sich er- kennen, daß es dem jungen Tischlermeister bitter ernst war mit diesem Vorsatz. Allmählich beruhigte er sich. Schließlich hörte man nur noch das Ratschen des Schleif- korks, den er mit dem eisernen Griff seiner großen Hände um- klammert bielt und so lange übers Holz führte, bis es glatt war wie Spiegelglas. * Es hieß wie wahnsinnig schuften, wenn er bis Sonn- abend die versprochenen Tische lieferfertig haben wollte. Ludwig schaffte es. Aber er mußte dazu die halben Nächte zur Hilfe nehmen. Sonnabend borgte er sich einen Planwagen und lud die Möbel auf. Vater Eisermann, strahlend vor Stolz, half ihm dabei. Ja, er brachte seinem Sohn sogar das Opfer, den schwerbeladenen Wagen mit bis zur Prinzenstraße zu ziehen. Himmelsbach rieb sich die Hände, als er die Fuhre sah. Er floß über vor Freundlichkeit, klopfte Ludwig ein paarmal auf die Schulter und sagte:„Sie sind doch ein Prachtmensch, Eisermann!" (Fortsetzung folgt.) 20. Reihe, auf dem 3. Platz links, hat den Saal zu verlassen!" Oder der Borsitzende hat sich höchstpersönlich zu dem Ruhestörer hin- unter zu bcgedcn und ihn zum Verlassen des Saales aufzufordern. Unter allen Umständen mutz ihm ober soviel Zeit gelassen werden. dasz er auch den Vorsatz zum Hausfriedensbruch in Ruhe fassen kaim. Gutachter im Krenzel-prozeß. Erklärungen Or. Leppmanns. Der Sachverständig«, Sanitälsrat Dr. Friedrich£ e p p- mann, erstattete gestern sein Gutachten über die Glaub- Würdigkeit von Hilde und Gertrud grenzet. Bei Hilde Frenze! sei Wahrheitsliebe nicht zu erwarten. Lm allgemeinen sei sie nach allem eine unzuverlässige Z e u g i n. Der Sachverständige ging sodann aus das Zustande- lonnnen ihrer Aussage ein und äußert« sich dahingehend, daß»ach keiner Richtung die Zuverlässigkeit ihrer Aussagen, durch die sie ihren Vater später entlastet hat, gewährleistet sei, ebenso weitig aber die der früheren Anschuldigungen. Weder ihre Aussagen vor der Zu. sninnxnkunst in Fehmarn, wo sie ihre Beschuldigungen bekanntlich widerrufen hat, noch die früheren Behauptungen über ihren Vater wie die späteren entlastenden Aussagen seien als zuverlässig zu werten. Von Gertrud Frenz«! gab Dr. Leppmann zunächst ein ausführliches Pcrsönlichkeitsbild. Sie sei weder geisteskrank noch geistesschwach, keine Phantasielügnerin, aber auch keine schlichte, ein- deutig«, durchsichtige Persönlichkeit, sondern«in etwas verschlossener Mensch. Unkontrollierbare Einflüsse der Reifezeit auf das Seelen. leben seien nicht ausgeschlossen. Hinter der betonten Ablehnung aller Liebesgedanken könne sich sehr wohl ein« unterdrückte Leidenschaft verbergen. Gertruds Persönlichkeit sei weder so genau erkennbar, noch so frei von Widersprüchen, daß ihr« Aus- sagen auf Grund des Gesamteindrucks ihrer Persönlichkeit im wesent- lichen zuverlässig sein müßten. Was die Beschuldigungen gegen ihren Bater betresse, so seien Gertruds Schilderungen derart, daß man wohl die Möglichkeit zugeben müsse, ober doch im Ver» oleich zu den Schilderungen anderer Mädchen in ähnlicher Situation ein viel weniger deutliches Bild gewinne. Schließlich ging Dr. Leppmann auf die Gegensätze zwischen den Aussagen Gertruds und der anderen Zeugen ein und kain zu dem Ergebnis, daß auch inhaltlich die Aussagen Gertrud» nicht be- d e n k e n s r e i seien. Di« Verhandlung wird am Sonnabend früh fortgesetzt, wo der Sachverständige Dr. Rtarcusc sein Gutachten abgeben wird. Ein Mensch der Halbheiien. Leben und verbrechen eines Lustizsekrekärs. Das Schöffengericht Verlin- Mitte verurteilte den Z7jöhrigen Justizsekretär K. wegen Aktenunterdrückung und Körperverletzung, begangen an seiner Ehefrau, zu fünf Monaten Gefängnis. Es war frühmorgens am IS. Juni d. 3. Die Ehefrau des Juftizsekretärs K. hatte soeben ihr einjähriges Kind besorgt und wusch sich nnt entblößtem Oberkörper am Waschtisch. Der Justiz- sckretär K. erhob sich von seinem Bett, holte aus der Küche«in kleines Messer, obgleich das große Küchenmesser nebenan lag, um» faßte von rückwärts feine Frau, rief'chr noch schnell zu:.K ä t h i, w i r müssen gleich sterben, ez dauert nur einen Augenblick, ich und Bubi kommen nach!" und versetzte ihr einen Stich in die Brust. Die Frau entriß dem Mann das Messer und warf es zum Fenster hinaus. Am nächsten Tage war sie von ihrer Verletzung bereits wiederhergestellt. In Haft genommen,«rklärte der Justiz» sekretär, daß er beabsichtigt habe, seine Frau mit dem Messer zu töten, sein Kino mit Gas zu vergiften und sich seibst in di« Spree zu stürzen. Es lag also augenscheinlich versuchter Totschlag vor. Die Anklage gegen K. lautete aber auf Körperverletzung. Der psychiatrische Sachverständig« war der Ansicht, daß der Justizsekretär ini letzt«» Augenblick trotz des Ausspruches kein« ernsten Tötuugs» absichten niehr gehabt Hab«. Der Angeklagte, wiederholt« der Sach- oerständige vor Gericht, sei«in Mensch, der überhaupt niemals irgend etwas zu Ende führ«, sowohl im Guten wie im Schlechten. Eine gewisse Schlaffheit und Willenlosigkeit seien die entscheidenden Charaktereigenschasleii dieses Menschen. Das mag es auch gewesen sein, daß dein Justizsekretär K. noch eine zweite Anklage dieser Aktenuiiterdrückung eingebracht hatte. Tatsächlich stritten sich in diesem Justizsekretär verschiedene Empfindungen. So kam er zu seinem Doppelleben: er liebte sein« Frau innig und holte sich Straßenmädchen. Er galt nach außen hin als korrekter Beamter und vernachlässigte seine Akten: er führt« seiner Frau fast das ganze Gehalt ab und machte Schulden. Diese Schulden sind ihm schließlich zum Verhängnis geworden. Bei seinem Verlassen des Finanzministeriums betrugen sie 2200 Mark: 1000 Mark wurden von Verwandten gedeckt. Es blieben noch 300 Mark übrig. Um sie los zu werden, machte er nun in seinem Justizdienst bei seinen Kollegen neue kurzsristig« Schulden und legte sich sogar aufs Wetten. Seine Gedanken waren immer weit weg, er nahm Akten mit nach Haus« und ließ sie unbearbeitet. Schließlich häuften sich bei ihm Vorgänge aus der Zwangsoollstreckungsabteilung, aus der Vormundschafts» abteilung usw., im ganzen 34 8 unerledigte„Sachen". Jetzt glaubt« er, daß das Dach über ihm zusammenstürzen würde. Die Schmach, aus dem Dienst entlassen und bestrast zu werden, wollt« er seinem Vater nicht antun. Also faßte er den Entschluß, mit Frau und Kind aus dem Leben zu scheiden. Am nächsten Morgen geschah da» harmlose Messerattentat. Feiern am Totensonntag. Auf dem Garnison friedhof am Totensanntog Gedenk. feier des Rcichsbundcs der Kriegsbeschädigten, Gau Verlin, C. 2. An der Stralmicr Brücke 6, für die gesällenen Kanieraden. Treffpunkt zum Abmarsch mit Musik und Banner um 11.30 Uhr Reichenberger Hof, Reichenberger Str. 147. Die Gedenk» rede hält Reichstagsabzeordneter Karl Litte. Die Ülrbeitsgeineinschaft der Bereinigungen ehemaliger Kriegs- gefangener, Landesgruppe Brandenburg, veranstaltct am Soimtäg, dem 23. November(Totensonutig),■1/i3 Uhr, auf dem Anstalts» friedhof Buch ein« Gedenkfeier, gewidmet den in fremder Erde ruhenden Kameraden aller Nationen. Trcsfpunlt 2 Uhr am Bahnhof Buch. Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Ortsverein Neukölln- Britz, hält, wie alljährlich, so auch am diesjährigen Totensonn» tag, 11.15 Uhr, auf dem G« m e i n d« f r i e dh o f, Marien« dorfer Weg, eins Feierstunde ab. Die Feier findet mit einer Kranzniederlegung ihren Abschluß. Auf dem Friedhof en Britz, C h a u s s e e st r. 14ö. veranstaltet die Britz« Kameradschaft, 9.45 Uhr, eine kurze Trauerseier. lieber die Bedeutung der Ostsiedlung sür die deutsche Republik wird Staatssekretär Krüger im preußischen Landwirtschafts- Ministerium auf einem Vortrogsabend sprechen, den der Deutsch« Das Eid-Durcheinander. Streit um das Kreibier zweier Schupobeamten. „Die Verhandlung ergab ein trauriges Bild von den Zuständen in einem Polizeirevier. Die Polizeibeamten haben sich nicht korrekt benommen, sie haben während ihres Dienstes gelrunten." So faßte der Staatsanwalt gestern vor dem Einzelrichter Berlin-Mitte dos Ergebnis einer Verhandlung zusammen. Er beantragte, den An- gcschutdigten von der Anklage verleumderischer Behauptungen gegen die Schupobeamten K. und F. freizusprechen. Das Gericht kam auch zu einem Freispruch. Der Angeklagte S. war aus dem Polizeidienst wegen eines schweren Disziplinarvergehens entlassen worden. Er hatte bei zwei verschiedenen Gelegenheiten in trunkenem Zustande zu dem Schupo- Wachtmeister K. gesagt:„Gib doch nicht so an, Du hast ja mit mir mährend des Dienstes im Tschako getrunken", und zu F.:„Aber eine Flasche Bier beim Eisenbahnpförtner schmeckt doch ganz gut." Beide Beamten fühlten sich durch diese Aeußerungen beleidigt. S. erhielt einen Strasbcfchl in Höhe von 30 M., er legte da» gegen Einspruch ein. Bor Gericht erklärte er, für die Richtig- keit seiner Behauptungen Beweis führen zu wollen: K. habe mit ihm im Lokal Frante mehrer« Mollen und ein ander« Beamter F. im Räume des Eisenbahnpförtiiers des Stettiner Bahnhofs je eine Flasche des von ihm spendierten Biers getrunken. Trotz dringender Ermahnungen des Richters, nun die Wahrheit zu sagen, bestritten beide Beamte unter Eid, mit dem Zliigeklagten während des Dienstes getrunken zu haben. Der Eisenbahnpförtner des Stettiner Bahnhofs bestätigte aber gleichfalls unter Eid die Behauptung des Angeklagten: er könne nur nicht sagen, wer der ander« Schupo- beamte gewesen sei. Der andere vom Angeklagten bezeichnete Schupobeamte B. erklärt« wiederum unter seinem Eide, tatsächlich das von dem Slngellagteii spendierte Bier getrunken zu haben— er nannte nur einen anderen Zeitpunkt—, er entsinne sich aber nicht, wer der andere Schupobeamte gewesen sei. Da aber S. in der Eisenbahnpförtnerloge nur einmal Bier spendiert hatte, so konni« dieser andere Schupobcamte nur F. gewesen fein. Aehntich lagen die Dinge mit dem Eide des Schupobeomten K. Drei Zeugen be- kündeten, daß K. tatsächlich mit dem Angeklagten einige Mollen getrunken habe. Der eine der drei Zeugen, die Frau M., behauptete mit aller Bestimmtheit, daß sie auch den anderen Beaniten, der gleichfalls dabei gewesen sei, wiedererkeaine— entsprechend der Bekundung des Angeklagten. Auch dies« Bconite G. bestritt dies unter seinem Eide. Der freigesprochene S. drohte im Korridor des Ge- richte, gegen K. und F. Anzeige wegen Meinyids erstatten zu wollen. Wer weiß, wie es ihnen dabei noch ergehen mag. Denn eine der beiden Parteien hatte in diesem Falle wissentlich falsch ausgesagt. Welche nun?_ Typ des Razi-Verbrechers. Mit Attentat auf Bürgermeister Seih fing er an. Als politischen Fanatiker bezeichnete in ein« Verhandlung vor dem Erweiterten Schössengericht Köpenick der Staatsanwalt den Angeklagten, Maler Stefan S t a f a, feit 1028 in Berlin wohnhaft. Der jetzt 23 Jahre alte St. hat bereits«ine Gefängnisstrafe von 2 Jahren 6 Monaten verbüßt, zu der er in Wien wegen eines Revolverattentats auf den dortigen Bürgermeister Seitz verurteilt worden war. Diesmal war ihm ein Verstoß gegen die Verordnung des Reichspräsidenten über den Waffe nm iß- brauch, sowie gemeinschaftliche Körperverletzung zur Last gelegt, weil er ani 14. September, dein Tage der letzten Reichstags- wähl, in Köpenick den Arbeiter Wilh. Brüdtncr auf der Straß- überfallen, vom Rade gestoßen und mit dem Revolver bebraist hat. St. gehörte dem Sturmtrupp Nordosten der National- sozialistischen Partei an und war mit etwa 15 anderen Nazis nach Köpenick gerufen worden, wo an diesem Tag« mehrfach Zusammenstöße zwischen politischen Gegnern stattgefunden hatten. Der Angeklagte leugnet« hartnäckig, wurde aber durch verschiedene Tatzeugen überführt und zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt. Von der Zubilligung mildernder Umstände sah dos Gericht ab, angesichts der vielen Exzesse politischer Art, durch die zur Zeit die Bevölkerung ständig beunruhigt wird. Republikanische Reichsbund, Ortsgruppe Berlin, am Donnerstag, dem 27. November, 20 Uhr, im«aal des Demokratischen Klubhauses, Bittoriastraße 24. veranstaltet. Anschließend geselliges Beisammen� fein. Eintritt frei! Gäste willkommen! Geschäftsstelle: Bernburger Straß« 18, III(Telephon: Kurfürst 5490). Einschränkung des Karnevals. Verordnung des Kölner Regierungspräsidenten. Köln, 21. November. Der Regierungspräsident von Köln hat angeordnet, daß tarne- valistische Sitzungen, Bälle, Treiben in öffentlichen Lokalen usw. grundsätzlich nur in der Zeit von vier Wochen vor Karnevals- sonnabend an, an den drei Karnevalstagen selbst sowie am 11. November eines jeden Jahres, Silvester und Neujahr Zugelassen wcrden sollen. Die Zeit, in der korncva'liftische Bcr- anstaltungen stattfinden können, beginnt also in disseni Winter am 17. Januar. Die Ortspolizeibehörden sind aber ermächtigt worden, sür alle bereits jetzt vorgesehenen und mit den Saalbesitzcrn ob» geschlossenen Festlichkeiten, insbesondere für die bereits jetzt fest- stehenden Veranstaltungen der Karnevalsgesellschaften, Ausnahmen für den Zeitraum vor Beginn der Karneoalszeit zu genehmigen. Dieselben Einschränkungen gelten für den gesamten Regierungsbezirk Köln. Die übrigen Regierungen der Rheinprovinz sowie die von Wiesbaden haben zugesagt, entsprechende Anordnungen zu tressen. Helft der Jugend! Der Zlvbeitskreis der Z u g s ch a r e n hat in den elf Jahren seines Bestehens schon ein gut Stück Arbeit geleistet, und sein Grundgedanke, keinen Unterschied zwischen Helfer und Betreutem zu machen, hat einer großen Zahl junger, verirrt« Menschenkinder Selbstvertrauen und Zuversicht wiedergegeben. So lautete der er- freuliche Bericht des Lorsitzenden der Zugscharen, F. G. L e n h o f f, im Rahmen eines Werbenachmittags im Hause des Staatssekretärs Weismann. Und die Hilfsarbeit von Jugend zu Jugend geht Hand in Hand mit dem Dienst an der Station, in deren Reihen man all diese seelisch Gesundeten und Gckräftigten wieder einzureihen bestrebt ist. In eindrucksvollen Worten sprach Staatsminister Genosse Seoering von der Jugend als der stärksten Hofsnunq in unserer arg bedrängten Zeit, und es sollten sich noch viel niehr Herzen, aber auch Taschen öffnen, ihre Not zu lindern. Nickt jener Jagend sei dabei gedacht, die traumverloren am besseren Gestern hängt, son- der» jener schwer und hart kämpfenden, die mit beiden Füßen fest in der Gegenwart wurzeln, um mit eigenem Mut und aus eigener inkißii, Wieder eine Programmvorschau, d!« man mit Nutzen hörte. EUeff Köppen besprach sehr sachlich und übersichtlich gruppiert die Programmpunkte, und der Hörer wurde in die Lage versetzt, seine Auswahl unter den Darbietungen zu treffen. Mehr noch: Sobald die Zeit es zuließ, erläuterte Köppen, warum diese und jene Veranstaltung geplant sei und weshalb gerade in dieser Form. Die oft so sehr notwendige richtige Einstellung des Hörers für manch« Darbietungen wurde damit hoffentlich geschaffen.—„Die letzten Tage von Johannes Brahms" nannte sich ein Bericht, den Professor Richard Specht-Wien gab. Der Vortrag stützte sich auf persönliche Erinnerungen, aber er war völlig frei von persönlicher Eitelkeit. Professor Specht berichtet« nur von Brahms, auch wenn er von sich selber sprach. Der Hör« durchlebte in lebendiger Gemeinschaft mit dem großen Meister die letzte tragische Zeit vor seinem Ende.— Das wichtige Problem„Wohnungsbau und Finanzierung im Notprogramm" behandelte Dr. Marie Elisabeth Lüders. Sie stellte knapp und sachlich die Tatsachen zusammen: In der Hochsaison des Baugewerbes zähtt« man in diesem Jahr 1 400 000 arbeitslose Baufachleute: die Hälft« ker Haus» zinssteuer soll künftig allgemeinen Finanzzwecken zugeführt werden: Kleinstwohnungen werden geplant, um erschwingliche Mietpreis« zu schaffen. Die Vortragende, die nach Möglichkeit die Stellungnahme zu den einzelnen Fragen den Hörern überließ, konnte bei diesem letzten Punkt ihre Kritik nicht ganz unterdrücken. Hat es wirklich Sinn, fragte sie, primitive, allen Kulturforderungen widersprechend« Wohnungen zu schassen, die nicht nur sür ihre Bewohner«ine Schädigung bedeuten, sondern die auch in wenigen Jahren kiek einigermaßen gebesserten wirtschaftlichen Verhältnissen völlig wertlos werden müssen und also einen Kapitaloerlust bedeuten? Tcs. Kraft ihr Leben verbessernd zu gestalten. Eine vonLuei«Höflich mit beseeltem Vortrag wiedergegebene Erzählung aus den Elends- winkeln der Großstadt sowie klassische Mujikoorttägc beschlossen den Nachmittag.«___ Heilsarmee im Zirkus. Zirkus Busch sah am Bußtag ein ungewöhnliches Publikirm in seiner großen Halle, alte Männer, aber auch jüngere Leute, denen man Not und Entbehrung ansah. Fast all« ärmlich gekleidet, nicht wenige der Alten trugen ehemals solide gewesene, jetzt ab« ver- blichene und verschlissene Kleidung aus besseren Tageil. DerproleM- risierter Mittelstand, Krieg und Inflation haben die paar Ersparnisse vernichtet: es geht ihnen offensichtlich nicht gut. sie suchen, wenn sie schon keine Hufe finden können, wenigstens Trost. Die Heilsarmee hatte ihre Truppe beordert. Nachmittags fand ein geistliches Kon- zert statt, am Abend eine.�heilsver�mmlung, gelestet non�Kmn- mandeur H. E. Whatmore, begleitet von Stabs-, Feld, und Sozial- offizieren, den Kadetten mrd der Stcrbsmusit". Es geht nach ein« durchaus militärischen Rangordnung zu. Kommandeur Whatmore sprach sehr im Sinne des sozialen Ausgleichs, die reichen Leute sollten sich doch ihr« Pflichten erinnern. Aiff der Galerie sagte eine Frau, und es war viel Enttäuschung m ihr« Stimm«:„Bön den Reichen, nee, da kriejen wa nischt", welche Meinung offenbar von anderen geteilt wurde, denn num nickte zustimmend in der Umgebung. Aber am Schluß fanden sich doch einige Seelen, die gerettet werden wollten---> der Lohn für di« Deranstaltung, die, wie immer bei d« Heilsarmee, mit viel Geschick und Sinn für Majsenpsychologie aufgezogen war. Kepler-Gedenffeier. Der 300jährige Geburtstag Keplers wurde vo» der Trep» tower Sternwarte zum Anlaß einer würdigen Feier ge- nommcn. Dr. Bruno B o r ch a r d t umriß in der Gedächtnisred« das Leben und die Leistungen Keplers, der als Naturforscher zu den Wegbahnern der neuen Zeit gehört und der Lehre des Kopernikus recht eigentlich erst den Boden bereitet und so die moderne Astronomie und ihr Weltbild begründet hat. Dabei war er doch, wie ja selbst- verständlich, durchaus ein Kind seiner Zeit und blieb sogar noch in manchem mittelalterlichen Vorurteil, wie dem Glauben an die Mög- lichkeit von Hexerei und Zauberei befangen, der eben mit seinem frommen Kirchenglauben unlöslich verknüpft war. Auch von der Einwirkung der Sterne auf irdische Geschehen war«r fest über- zeugt, wenn er auch die landläufigen Wahrsagungen der Astrologen als„Possen" und„Aberwitz" oerspottet. Um so glänzender treten seine mathematischen und naturwissenschaftlichen Leistungen hervor, die, aus den Zeitverhältnissen entstanden und zu begreifen, doch zu den wenigen gehören, welche Ewigkeitswert besitzen. Ein Abend Berliner Humors. In der Gemeindeschule Niederschöne weide veranstaltete die Kunst gemeinde Treptow kürzlich einen volkstümlichen Berliner Abend. Käthe Pirsche! sang zu Ansang launige Alt-Berlin« Volksweisen, darunter das Lied vom heiratswütigen Julchen und seinem allzu anspruchsvollen Freiersmann, dem nicht einmal die„knorkeste"'Aussteuer mit Chignon und Pleureusenwedel, Redicule und Federhut das Jawort entlocken kann. Hierauf hielt Dr. Schmolle einen humorvollen sprachwissenschaftlichen Bortrag, der sich aber weniger mit der toten Theorie als der quicklebendigen Praxis befaßte. Zum Schluß fang Käte P i r s ch e l moderne Ber- liner Operettenschlager, und das überfüllte Haus spendete den er- heiternden Darbietungen herzlichsten Beifall. Tragödie im Rose-Iheoker. Am Nachmittag liest Irene Triesch mit schönem, wohlgepflcgtem Organ Vibelstellen und aus Tolstois Werken, singt Leo Schützen darf Arien aus der „Jüdin" und„Zauberstöte". Am Abend geht Halbes„Jugend" in Szene, di« Tragödie der beiden jungen Menschen, die am ewigen Sündenfall und seinen menschlichen Rächern zugrunde gehen. Es wurde gut und natürlich gespielt. Traut« Rose halle für das freud- und leidvoll erbebende Aennchen ein« reiche Gefuhlsskala aufzu- weisen, Willi Rose gab den Herzensknicker Hans Hartwig mit der notwendigen Forsch«: prächtig Artur Krausneck als der ollvcr- stehende Pfarrer Hoppe, ebenso Paul Rose als düsterer Zelot vchigorski. Der Halbidiot Amandus war bei Hans Rose, nicht gut aufgehoben: derartig« Episoden erfordern mehr als im Rollenheft steht. Das vollbesetzte Haus folgte tellnahmsooll-ergriffen den Vor- gangen auf der Bühne und belohnte die Darsteller mit Blumen- spenden. Llm das Tor der Hoffnung. Llebergang zur planmäßigen Wohlfahrtsarbeit? Es war vor vier Zähren, im herbst iSZö, als in h u b e r l u s- höhe die Schauspielerin Hedwig wangel ihr heim sür straf. entlassene Frauen eröffnet. Sie wollte etwas ganz Zleucs schaffen. Den Unglücklichen nicht nur Unterkunft und Verpflegung bieten, sondern sie auch durch Berufsausbildung für den fpaleren Existenz- kämpf brauchbar machen. Frau Wangel hat bisher den gröstlen Teil der Unterhaltungskosten durch eigene und aus privathand gesammelte Mittel bestritten. Das heim erfreute sich der stillschweigenden Anerkennung der zuständigen Behörden. Wurden dem Tor der Hoffnung doch regel- niäßig Strafentlassene überwiesen, für die dann auch der ordmings-. mäßige Verpflegungssatz bezahlt wurde. In einem sehr tempera- mentvollen Briefe schreibt sie zu diesem Punkte:„Es handelt sich um die Kernfrage, ob ich wirklich in dieselbe Butterform der üblichen Wohlfahrtspflege inich hineinqustfchen lassen m u ß, da ich doch alles andere beabsichtige, als diese Wege einzuschlagen und niemanden darüber im unklaren gelassen habe! Nie in meinem Leben hatte ich die Hedwig-Wangel-Hilfe begonnen, wollte ich diese ausgetretenen Gleise verfolgen.* Welche Ereignisse liehen das Schreiben solcher Briefe mit der- artigen Bekenntnissen im Moment notwendig werden? Es wurden Frau Wangel Bedingungen gestellt, wie z. B. in ihrer Geschäftsstelle eine ausgebildete Fürsorgerin zu tarismähigcn Vereinbarungen ein- zustellen, als Heimleiterin eine Aerztin mit 4l)0 M. monatlich zu beschäftigen u. o. in. Die jetzig« Leiterin des Tors der Hoffnung bezieht z. B. SO M. bei freier Station,„weil sie eben ein selbstloser Mensch ist und weder aus feste Anstellung, Pension, noch Ersparnisse für die Jutunst rechnet", schreibt Frau Wangel. Bei dieser Ein- stellung zur Wohlfahrtsarbeit, die einerseits die üblichen Formen der Fürsorge umgehen will und andererseits den in diesen Berufszweig Tätigen keinerlei Sicherheiten zugesteht, muhten die Reform- bestrcbungen scheitern. Der preußische Wohlfahrtsministec Dr. hirtsiefer, der die Resormbestrevnngcn angeregt hatte, weil ihni Klagen über das Tor d� Hoffnung zu Ohren gekommen waren; zögerte nun nicht länger, seinen Dienststellen mitzuteilen, daß er eine weitere U n t e r st ü tz u n g aus öffentlichen Mitteln nicht befürworte. In dem Rundschreiben, daß das Datum der letzten Oktobertoge trägt, heißt es wörtlich:„Von einer plan- mäßigen mit den Grundsätzen moderner Wohlsahrtspjlcge in Einklang zu bringendem Betrieb des Heimes kann nicht die Rdde sein." Auf Grund dieses an ihn gerichteten Erlasses hat dann der Bürgermeister Scholtz am 4. November 1930«inen Antrag Frau Wangels auf 10 000 M. Unterstützung aus kommunalen Kasten abschlägig b« s ch i e de n. Der Bürgermeister antwortete sehr diplomatisch und nmging es, sich direkt auf das Schreiben des Ministers zu beziehen. Das selbe Schicksal erfuhr auch ein Antrag der Hedwig-Wangcl- Hilfe an dos Bezirksamt Kreuzberg um Erstattung von Pflege- geldcrn für eine in' hubertushöhc niedergekommene Frau. Dr. haeckcl, der diesen vom 6. November 10ZO datierten Brief unterschrieb, erwähnt wörllich den sür ihn bindenden Erlaß des Ministers. Was tut Frau Wangel, nachdem sie die beiden Absagen erhalten hat? Sie wendet sich in einem offenen Brief an den Bürger- meister Dr. Scholtz. Sie gibt darin eine ausführliche Beschreibung der Inneneinrichtung des Wohlsahrtsministeriuins. Bringt unzählige Zlussagen bekannter Persönlichkeiten über ihr heim. Glaubt ihr eigenes Werk durch. Sabotageakte gqährdet. Macht feinsinnige Bemerkungen über die Aufgaben der StraseNtlasteneNfürsorge. Und Nellt Mängel(die auch wir oft genug erwähnt haben) in der jetzigen Handhabung sest. Soviel Sympathien die eigenwilligen Gedanken- gang« der Bricsschreibcrin auch erwecken mögen, bestätigt der offen« Brief doch nur, daß die Wege der Frau Wangel mit denen der fach- lichcn Wohlsahrtspslcge nicht parallel laufen. Bewunderungswürdig ist die Eindringlichkeit, mit der Frau Wangel ihr Werk verteidigt und wie sie aus überzeugtem herzen nur ihre Arbeitsmethoden als die richtigen anerkennt. Für die Weiterführung des Tors der hosfnung bestehen noch allerlei Aus- sichten. Den einzig richtigen Weg: den der Verstaatlichung, weist Frau Wangel weit von sich._______ Kursus für Äerufsfchullehrer. Der Reichsausschuß für loz. Bildungsarbeit ver- onstaltet gemeinsam mit der Arbeitsgemeinjchast sozialdemokratischer Lehrer und Lehrerinnen Deutschlands vom 14. bis 20. Dezember im Haus des Volkes in Probstzella einen Kursus sür Beruss- s ch u l l« h r e r mit solgendem Programm: 1. Bildung-elenicnte des Berufs und die heutige Berufsschule. (Referent Prof. Geiger, Braunjchweig.) 2. Beruisjchulung der ungelernten Arbeiter.(Rcferentin Dr. Adelheid T o r h o r st, Hamburg, und Joh. Schult, Hamburg.) 3. Rationell« Gestaltung des Berufsschulwesens und die heutige Wirtschaftslage.(Refercntin Prof. Anno S i c in s e n.) Die näheren Bedingungen sind durch den Reichsausschuß für sozialistische Bildungsarbeit, Berlin SW. 08, Lindcnstr. 3, zu erfahren, an den auch die Anmeldungen zu richten sind. „Der Hofarzt bettelt und schimpft." Zu unserer Mitteilung über den Briefwechsel zwischen der Braunschweiger Kasse und dem„Hofarzt" Bürger erhielten wir verschiedene Zuschrifren. Es wird Wert daraus gelegt, sestzu- stellen, daß es sich um den Arzt handelt, der sich im Telephonbuch wie folgt ankündigt: Bürger, Leopold, Dr. med., Kgl. hosarzt, Vriv.-Doz. a. d. Universität, Nervenarzt(3— 4, außer Do.), W. SO, Passauer Str. 1. Bürger, derselbe. Inst, sür Versicherungsmedizin. Poliklinik, 9— 7, NW- 6, Luijcnstr. 42. Do mehrere Kassenärzte den Namen Bürger siihren, geben wir dieser Klarstellung gerne Raum. Das Schild des hosarztcs in der Luisenstraße ist übrigens so groß, daß er in Kollegenkreisen den Namen„Schildbürger" führt. Korso-Kabarelt. Star des Abends: Claire W a l d o f f. Wenn sie des Mädchens Klage über Paule, der getürmt, oder jenen Schubiak, dem zu Liebe sie ihr« scheene Stellung bei Tietzcn aus- gegeben, ertönen läßt, packt sie alle herzen. Mit ihr auf gleicher höhe ein Kollege derjiktuell-satirischen Fakultät, der sympathisch geistreichelnde Willi«chaefscrs. Eine Diseuse von Format, wie man ihr ach so selten am Kabarett begegnet, Juliska N e m e t h. Für den Humor sorgen noch Kurt Karsten, der witzige Parodien liefert, Fischer-Köppe als Napoleon und der launige Ansager hell- rnuth Krüger. Ein Geschicklichteitsakt die tänzerische Leistung von Soea Larsson. die es auf einer wohren Puppenbllhne fertig bringt. anmutige Walzerschritte, �flotte Pirouetten und Fußspitzentechnik zu vollführen. Marcella Salz er bringt mit allzu routinierter Naivität gewogte Sächelchen. Beratung bcrusslöliger Linzelvormünder. Das Bezirksstigend- omt Lichtenberg hat zur Beratung und Unterstützung berufstätiger Einzeloormünder eine wöchentliche Abendsprechstunde eingerichtet, die durch einen beauftragten Stadtvormund abgehalten wird. Di« Sprechstunde findet Donnerstags von 15— 17 Uhr(erstmalig am November d. I.) im Stadthaus Lichtenberg, Türrschmidtstr. 26, Zimmer 38, statt. Antifaschistische Kundgebung am Dienstag, dem 25. November 1930, 19>/« Uhr, im Viktoria-Garten, Wilmersdorf, Wilhelmsaue 114/115 Redner: Landtagsabgeordneter Erich Kuttner Erscheint in Massen! 9. Kreis, Wilmersdorf parteinachnchten fürGroß-Bertin «altnbangcn für diese Rubrik sind S 1 1 1 i a es&S. Lindenltraße 3. stet» an da» Bezirkesekretorioi *. Hot, 2 Treppen recht», zu richten Das Mitgliedsbuch des Genossen� Walter Biirklein, Weberstraße 10, ist gestohlen worden. Sollte es irgendwo als Ausweis benutzt werden, dann ist es anzuhalten. Die Sammelliste für das Notopfer Nr. 403 ist in der 19. Abteilung verloren worden. Sollte versucht werden, darauf zu sammeln, dann ist die Liste anzuhalten und an das Büro einzuseizden. I. A.: Alex Pagets. * 6. Rtfi» Rtoijbctfl. Wir enrpfekile», dir am Taiuitaa. 23. Nourmbrr, IS'/j Uhr. in d«i Schulau la Dirffenbachsir. 60—«1 siattfindrndc Brrou- ftattunfl der Arbritrrjugcud ,u drsuche»..Rrzitationcn unstrer.Vit." Milunrkende: THeo Maret. Streichauarictt. Eintritt 25 Pf. 7. sirei» Eharlotteubura und Spandau. Juristisch- Sprcchstund« findet am Sannabrnd, 22. Ziovembrr, von 17—13 Ulir im Iugcndhrim Rosinrnstr. 4 statt., Ballett. Borsübrnngen i�i . Mch"----■ ff g f i aller 15. WWWW»_______ WM.__ M der Zreir» Turncrschaft. Tan, di» 3 Uhr. Eintritt 6« 78. Abt. Schöneberg. Weil sich»ur Besichtigung des GgfSngnisses Tegel whi- reich« Genossen gemeldet habe», künnen unangemeldete Genossen ad heute leider nicht mehr dcrstikstchtigt werden. Die Besichtigung wird aber spätrr wiederholt. 123-. Abt. A-nlsdarf-Süd. Leute 20 Uhr Mitgliederversammlungen mit wich. tigcr Tagesordnung i» de» bekannte» Lokalen. ZNorgen, Sonntag. 23. November: 82. Abt. Steglitz. Di« Genossen werden gebeten, sich»ahlreich an dem Saal» sportfcst des Kartells für Arbeitersport und Körperpflege. 12. Kreis, um 18 Uhr in den Licksterfelder TeftsLlen. Lichterfelde, Zehlendorfer Strohe,»u beteiligen. 83. Abt. Lichterfetde. Alle Genossen treffen sich»ur lslugblatlverbrettunq um 9 Uhr: im Westen bei Ouandt. Molikestr. 31! im Osten bei Buberick. Lorcn»slr..56: im Süden bei ssritsch«, Berliner Etr. I23-i. 84. Abt. Lanlnntz. Die Genossen und(benossinnen, die an der Besichtigung des Landergiehungsheims Strnveshof teiinohmen, treffen sich um g': Uhr Bahnhof Lichterfeldc-Ost.— Keule nachmittaq wichtiqc Tliigblatlvr'rbrei. tung. Ausgabe derselben in der Zeit von 1«>h bis 16 Uhr bei Lehmann, Kaiier-Wiihslm. Str. 29—31. 108. Abt. Kunstabend des Turnverein,„Eiche" im Stadlthrater. Friedrich, strafte 8. Die Genossen und Senpsstnnen werden qedctrn. sich daran ,u he» tciligen. Beginn 18 Uhr. Bezirksausschuß für Arbeikerwohlfahrk. Kreisleitungen. Wohlfahrtslottcrie. Es ist noch ein starker Bedarf an Losen vorhanden: wir bitten deshalb, unverjüfllich Lose, mit deren Unterbrtnguiig die Genosstnnen nicht mehr rechnen in der.Geschöstsstelle.ab»ugebe>i. Ahrechnungen und ftkoiVozalzluiigeu bitten ipir bis.»um.3t)..Ztonemörr vorzunehmen. Zungsozialistcn. Werbebczirk Rarben: Am Sonntag. 21. November, spricht Genosse Kairo Seigcwasser Uber.Warum Iungsosialisten?" aus der Ausstellung der Kugen». grvppen im Bc»Irk Mitte, Grünste. 19. an der Waitstrafte. pünktlich ,9 Uhr. Die Beteillgung aller Gruppen ist unbcdingt crsordrrlich. > Gruppe Wedding-Gesnnbbrunnen: Morgen, Sonntag, um 9 Uhr. treffen sich alle Genossen am U-Bahnhof Nciniitcndorfer Strafte. Wir besuchen dos.anpfer» stichkabinett. Genosse Pondura wird cinleiteude Worte Über die Technik dieser Kunst sprechen. Sonntagabend«che» interessierte Genossen»um Zugendheim der SAZ.. Willdenowstrafte Gruppe Retnickendorf! Heute. Sonnabend, Treffpunkt 19' Z Uhr Park» Ecke Wiesen strafte. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. »erichtianng! ScschSftsstellc ist Montags und Treitags von IS'/- bis 19 Uhr geöffnet. Kreis Fried richihain. Gruppe Skralnuer Biertel! Dienstag. 25. November, lO'.o Uhr, Echuiaula Goftlerstrafte, siaikenadend anlüftlich des sicbcniährigcn Be- steheng der Gruppe. Wir bitten um rege Beteiligung der Genossinnen und Genossen. Untostenbeitrag 29 Pf. Die Gruppen des Kreises wrrdrn gebeten, IZahnen und Wimpel mit»ubringtn. Kreis K»c»,bcrg: Der letzte Gnmnastikabend mit Marti» Gleisner findet nicht am 28. Nooemder, sonder» am 5. Dezember, 20 Uhr. in der Turnhalle Böckhstr. 19 20 statt. Tiergarten! Jung» und Rote Zalkcn machen a!» Sonntag. 23. Novembcr, nur bei klarem und trockenem Wetter gemeinsam eine Schnitzcifahrt. Jung. falke» treffen sich 8 Uhr, Rote ssalke» um 7'tz Uhr Bahnhof Beusselstrofte.— Rote Falken: Dienstag- 23. Nooemder. Bunter Abend Liederbücher nicht ocr» gesse».— Zungfalte»: Dienstag ebenda Lustiger Abend. Licderbliittcr. Papirr und Blristift mitbringen.— Restfatten.5: Mittwoch, 2«. November, Bunter < Luftiger) Abend.— Nestkalten n ebenda Heiina bend. Icmpelhos: Sonntag Schnitzeliagd mit den Wannsecatcn»ach dem Hirten» graben. 8 Uhr Dorfstroftc. 30 Pf. Fahrgcld. Dienstag. 17—19 Uhr, Keim» «bend der Noten ssallin. Basteln. Mittwoch, 17—19 Uhr, Krimabrnd dcr Iungfalkrn. Wir lest» vor und singen. Geburtslage, Jubiläen usw. 9. Abt. Unser treuer Kümpscr. dcr»enossr August Rosen» Hayn, Wilsnacker Str. öS,»ollenbet beut« lein 89. Lebensjahr. Schon »ur 3«it de» Sozialistengesetzes war er lange Jahre sür unsere Sache tätig. Wir wünschen unserem alten Kämpen einen rnhiqen Leben,. � abend und senden ihm die herzlichsten Glückwünsche. Möge er sür UN» � allen al» leuchtendes Beispiel wirken. Der Abteilung«»orstand.> 1 Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 49. Abt. Am 18. Novenlber starb Infolac Herzschlages unser langjähriger Genosse August Richter. Monumenten str. 19, im Alter von.57 Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Bcerdigunq l>at bereit, stattgefunden. 81. Abt. Friedenau. Unser lieber Genosse und Freund Robert Sa hm, Südwesttorso 17, wurde uns entrisse». Ehre seine»! Andenken! Die Ein» dicherung findet am 22. Nooemder, 18' j Uhr, Keematorium Wilmersdorf. Brr» Ii»er Str. 121, statt. A Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Berlin «Zinfeodunqen kür diese 5tobrW nur an( «rfta G!W 6Ä. ClndenftraSe, l Zuaendsetretariat Wandcrleitcrkonfcicnz. Msntag. 24. Rivcmber. pünktttch 19'h Uhr, im Heim Linbenstr. t.». 1 Tr.» Erkssnung der Warder»u»tunst,stelle. Referot de« Genossen siri» xisti.Da, Wandern ol» Kultursaktor unserer Bewegung'. Mitgliedsbuch mitbringen. -t- Streichorchester»ratz. Berlin: Bilichtprobe 18 Uhr im Heim Dilldenowlte. 3 (Bahnhof Webding). Arbeltikrei, Abraham: Arb«!t»fahrt Jug-ndh-rbera« Brieselang. Treffpunkt heut« IS'.e Uhr Lehrter Bahnhof. Nachzügler morgen Treffpunkt 7% Uhr, Abfahrt 8.(U Uhr Lehrter Bahnhof. heute, Sonnabend. Luisenstabt: Heim Wassertoestr. 9: Bunter Abend.— Schöneberg l: Morgen Tabrt nach Erkner. Treffpunkt Uhr«WB. 83 Pf.— Lichterselbr: Wir hellen den Kindersremiden bei ihrer Wcrbeleicr, Lichterfelde-Ost. Berliner Ecke Olsdorfer Strotze. Restaurant.Äeitzcr Hirsch".— ffriedrichsseld«: Besuch de» Elternabends der Gruppe Karlshorst.— Sarlshorft: Gymnasium Trestowalte«: Jahresfeier mit besonderem Programm.— Pankow. R. F.! Rabfahrerpro po- gando. Treffpunkt 18 Uhr„Roter Kreis".— Kallesche» Tar: Morgen Jährt nach Dubraw-Berg. Treffpunkt TA Uhr„Rate Ecke". Unkosten 1 M. Wcrbebczirk Osten: Schulungokursus in RLdcr-dovf. Treffpunkt 19 und 29 Uhr jZruch:. Ecke Madaistrafte tSchlesischer Bahnhof). Werbebezirk Reukälln: Sitzung des EWBB. mit den AbteilungsleLern, Parteibüro, Tuldastratze.— Morgen 9 Uhr Generalprobe im Saolbau. Alle Sprechchorteilnehmer und Einzeisprccher müsse» bestimmt crsckieiiic». -t- Wcrbebczirk Krruzbrrg: Morgen, Schulaula Dicssenbachstr. 89-8!,„Rezita. tionen unserer Zelt". Theo Maret— Streichguartctt. Beginn 19',! Uhr. Ein» tritt 23 Pf.— Der letzte Gymnastilabenb mit Martin Gleisner findet»ickit am 28. November, sondern am 3. Dezember, 29 Uhr. in dcr Turnhalle Böckh. stratze 19—29 statt. Werbebezirk Reukölln: Morgen, Stodtsaal Bergstr. 147,„Proletarische Ikcier» stnabe". Musik, Rezitationen, Sprcch6>örc, lZiimvorführunge». Beginn 29 Uhr. Eintritt 39 Pf. Vorträge, Vereine undBersammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Rol-Gold". Geschäftsstelle: Berlin E 14. Scbastianstr 37—38 Lok 2. Tr Sonaabenb, 22. Rooember. Lichlcnbcrg sKomcrodschaft Mahlsdorf): Versammlung bei Ander». Steglitz fOrtsvercin): 18 Uhr Antreten Steglitz, Ahornstr. löa. bei Schellhafc.— Sonntag, 23. Rooember. Stcgtitz (Ortsvereln): Antreten IS Uhr Dllppejplatz. Nachzügler 14 Uhr Zchlsndort. Potsdamer Etr. 25, bei Schneider. NeuIelln»Britz: Kameraden der Neuköllner Kameradschaften sowie Musik- und TauHourkorps trete» 19 Uhr Echillcrprome. nade Ecke Steinmetzstrafte an mit Ortsvereins, und Kamcradschasksfahnen. D'e Britzcr Kamerode» Ol) Uhr vor dem Einaang des Jricdhofcs Ehausscestr. 14-5. Treptow fOrtsvercin): 13 Uhr Totcngedctlkseirr. Antreten 14 Uhr Baumichulc». weg. Baumschulen. Ecke Scheiblerstrafte. Pflichtveranstaltung. Köpenick fOrto. verein): 9 Uhr Antrete» auf dem ssriedrich-Wilhelm-Platz zur Kranznicdrr Icgung mit ssahnen und Tambourkorps. Wedbing: 8 Uhr Treffpunkt dcr Echufo-Abteilung in Zivil a» hctanntcr Stelle.— Montag, 24. November. Steglitz fOrtsvercin): 19 Ijhr wichtige Besprechung bei Schulz. Birkbnschstr. 99. Köpenick fKamerodschaft): 29 Uhr Vorstandssitzung t» Köpenick, Schioftftr. 27. Wedbing, Zungbanner:'29 Uhr TnrniRlle Gotenburg.a: Str. 2. Lichtenberg, Inngmannschafl und Schutzsportlcr: 19Ztz— AZH Uhr Trainingsabend Turnhalle Rummrlsburgcr Etr. 8t. Dienstag, 23. Rovcmber. Steglitz fOrtsvercin): Antreten zur antifaschistischen Demonftration um 18')) Uhr Steglitz, Marktplai',, Diippelttratzc. Anschlicftend öffentliche Versammlung in den Lichtcrfclder Jcsi. sälcn. Lichtcrfclde, Zehlcndorscr Str. 3. Referat des Kam. Polizeipräsident Grzestnski:„Kampf um Dcmolratic und Republik".— Lichtenberg fOrtsvercin): Der Kamerad Heinrich Schmidt, Berlin-Kaulsdorf, ist verstorben. Ehre seinem Andenten! Einäsäierung Sonnabend, 22. Zfovemder. 18 Uhr. Baumschulenwtg. Alle abkömmlichen Komerade» habe» sich zu beteiligen. Deutscher Tierschutzoercin zu Berlin. Hauptgeschäftsstelle: W. 9. Potsdamer Strafte>2i>. Winterfest am 28. Novembcr. 29 Uhr, im Lanbwehrkasino, am Bahnhof. Zoo. Isreireligiöse Gewrirbe. Sonniaq. 11 Uhr. Pappclallee 13, Bortroa de» Herr» Dr. H. Hall':.-Z-itvrobicmc in Schiagwortcn". 18 Uhr: Herr A. Tomde»: „Wir gedenlen". Gäste willlommen. B-rcin Berliner Kausleut« und Industrieller. Mittwoch, 28. Ronember, 17>! Uhr. Im Plenarsitzungssool des Reichswirlschoftsrats, Bcllevuestr. 13, Diekussionsabend. Regierungspräsident Zaenickc(Potsdom) wird über dos Thema.Wirttchaftliche und poiitikchc Eindrücke von einer Jndienreisc" fmit Lichtbildern) sprechen. AUgememe Wetterlage. Di« warmen supiropijche» Lustmassen, die am Donnerstajs bc- reits das Wetter in Süd- und Westdeutschland bestimmten, sind weiter nach Nordosten vorgedrnngc». Bis zur Oder hin sind die Temperaturen auf ZO Grad Wärme gestiegen. Am Niederrh-in wurden abends sopar 17 Grad gemessen. Nur im Nordosten hat sich noch das Frostwcttcr gehalten. Dort wiederholten sich auch die Schneefälle. Da die Slldwestwindlage anzuhalten verspricht, wird der größte Teil Deutschlands weiterhin von sehr milden Lustmassen ans niedrigen Breiten überflutet werden. Es ist daher damit zu rechnen, daß die Temperaturen in unserem Bezirk ihre abnorme höhe behaupten werden. Weiteraussichten sür Berlin: Meist rrübe und regnerisch, weiter- hin sehr mild, vorwiegend südwestliche Winde.— Für Deutschland: Auch im Nordosten allmählich ansteigende Temperaturen, im übrigen Reiche Foribestand des s«hr milden Wetters, vielfach Regenfälle. Die bekannte, seit 35 3ahren bestehende Möbelfabrik Bob. Seelisch, die ihr« Möbelpreise stark herabgesetzt hat, veranstaltet in diesem Jahre von, 1. bis 15. Dezember zwei W«ihnachtswocl)en. In dieser Zeit kann man die guten Seelisch-Möbel zu besonders billigen Preisen kaufen. Ein Rundgang durch die Ausstellunzisräuine, Rigaer Sir. 71—73.9 und hackescher Markt 4, dürste wohl jeden von der Leistungsfähigkeit� der Firma Seelisch überzeugen. Man sieht gediegene echt eich. Schlafzimmer mit Drellanslagen für mir 040 M. Wundervolle«cht eich. Speisezimmer mit Tisch und Stühlen schon sür 025 M. Ein solides eich. Herrenzimmer kostet komplett 445 M. ii Iii) die entzückende Küche„Martha" bekommt man schon mit 170 M. Auch in Einzelmöbeln verfügt die Firma Rob. Seelisch über ein besonders reichhaltiges Lager. Unverbindlicher Besuch der Perkaussräumc, Rigaer Str. 71— 73a und hackcschcr Markt 4, wird erbeten. Der Harzer Bintersportplatz Braualage bringt soeben sein dicsiäiiriges Wintersportprogromm in völlig»euer gorm heraus. Es finde» drei Brau». lagcr Sportwoche» statt, und zwar vom 28. bis 3l. Dezember, vom 19. bis 24 Januar 1931 und vom 9. his 14. Tcbruar 1931. Zwiiäien lind»ach den drei Svortwoche» finden säst täglich t-ondcrvcraiistaliungen, wie Eisdocken. Rodclichlonge». gemeinsame Schliltenfohrten. Stitöuren. nächtliche SUwande» rnngen und Weütämpic im Tischtennis statt. Reben den guten Dahnver. dindunaen über Wernigerode und Walkenried besteht während des ganzen Winters de, jeder Schneelaqe Aulobiisverkchr von Bad Hgrzburq nach Braun. lazc.«e. Reiiebüros«eben kostenlos das Braunlager Wintersportvrogramm ab. Für Weihnachten und Neujahr cmptichlt sich rechtzeitige Borausbestellun» der Quartiere. Die Direktion de«„Srala" und„Plaza" weist daraus hin, daft am Sonntag, 23 November die erst« Vorstellung anstalt um 17 Uhr erst um 18 Uhr und die zw'!'« Vorstellung anstott um 20'a Uhr rcsp.'20U Uhr um 21 Uhr beginnt. Di- 14- Uhr, Vorstellung der>.PIaza" fällt-u». C&& führt ab, es wirkt sehr milde, versuch es, und wM9? Du bist im Bilde © Slaati.Sctiiller-TliBaler.Ctiarlllig. 20 Uhr Der Traum ein Leben Ende 22 Uhr Tägl. S u.S'lo Uhr. U 3 Bard. 823B TägM— 6 M.'— Nachm. halbe Preise. Rastelli"Der,onÄ"a"er Ma tray-Ballett, cTrru0ppeeüsw. Margen ausaabnisweise Beginn um 6 und 9 Uhr Tägl. 5 u. 819 Sonni. 2, 5 u. 8 18 Alex. E 4, 8056 1. Vorstellune 50 Pf. bis I M. II. und III. Vorst. I bis 2 M. Raubtierschau Trubka, 6 Slnglng Rabies, Kohlbrandt und we.tsre 9 Attraktionen XiiiiniuiiiHiiiiuiiiiiiiiiiiiiuiiiiitiiiiiiiiiMiiiitfiiHiiii� SV Achtung l'WM 1 Qas 600.- Mark- j I{Preisrätsel S. 9la}a I I tägl. 20.- tu. in bar, I = Näheres i. d. tägl. Vorstellungen= TiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiMiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiaiiiiT Morgen ausnahmsweise nur 2 Vorstellungen um 6 und 9 Uhr CASINO-THEATER _ Lothringer Strafe 37. Winter * Ci orten* 8.13 Ubr— Ramnen eriaubi 34 Tillerettes. Carr's u. Betty Das TonphHnomen Linder usw. Heute 2 Vorstellungen 4 und 8" Uhr. 4 Uhr Kleine Pr. Täglich 8". Uhr nur bis 30. Nordndhdr N;.-' Arm wie eine Kirchenmaus und das erstklassige bunte Projfrämnl Totensonntag: Einmalige Aufführung Das verlorene Paradies " Für unsere Leser:■ Outschein 4—4 Pcrs. Fauteuil 1,25 M.. Sessel 1,75 M.— Sonstige Preise: Parkett 75. Rang 60 Pfg. Reichshallen-Theater stettiner Singer Pepita vor Gertditi" und das groHe neue Programm! Aofang|T||jhr. Populäre Preise I Parkett l-UO. Zentrum 11283. Dönhoff-ßretli: D. gtofie Variete-Prograrain VolKsbfiline Theater am BDIowplatz. 8 Uhr Die matrosen von cattaro StaatLSdiiller-Hi- 8 Uhr Derlranm ein Leben QüDlsdies Tbeater 8 Uhr titttli Tolensonniag Elisabeth von England von Fern Bruckner Regie: Heinz Hilpert Kammerspiele 8>Ä Uhr Die zärtlidien Verwandten von Roderidi Benedix Regie: Custaf GMgeas. Die Komödie S':. Uhr Der Schwierige von Hogo von Hofmannsthal. Regie: Mai BeiDliardt. Qailtangs-.Rabült- u.Reklamemarken gegen Nachahmung gesetzl. gesch. fertigt seit 43 Jahr als Spezialität Conrad Hfiller Leipzig--Scbkeuditi Deutsches KOnstler-Theal. Barbar. 3937. B'/.Hbr Utrti 10 Iiffühmnitn! Zum 75. Male: Jim undJill Grete Mosheim. Uaralä Paolsen. 3.30 Uhr täglich bis inkl. 23. Nov. Saint Joan Renaissance- Theater Steinplatz 6780. »Vi Uhn von Max Alsberg und O E. Hesse TDeateFam- Sdiifldauer flamm Täglich 8Vi Uhr Die Dreigrosdieooper von Brecht und Weil.{ Preise l.-bisl2-M Heute 4 Uhr: Emil und die Detektive Sonntag S'/i Uhr WirMameraJen ElUeSänoer Kottbusser Str. 6 F. 8. Obcrb. 6070 Tägl. S'/i U., auch Sonntag 3Va Uhr Dil Ulm da Kumori: „Wiriadieounskoputt" mit Jf LotteWerk- S[— melster Musik von KuTJ Willi Bk«». UU Willi Kollo AN und �."Sitjwirt Ehrlidi. li�Iwmc�i Iogosk.1 Fheatetl. d. Behrenstr. 53-54 Direktion: Ralph Arthur Roberts Heute und ab Montag: DroBe Woche in BadoR-Baden Lustspiel In 3 Akten von Hans Müller SONNTAG: Die Siebzehnjährigen. LSi 5CHAUSPIEL- 1 HAUS Ä3« Singspiel in vielen Bildern. ["»ra. Splra, Hansen, Lleske, Wallbarg, Arno, Jsnbnhn, Pnnl H«rbiger, Lenz, Sebaefiers, Wlnhelstern. Rolls, Desnl, Stnrk- Gstettenbaner, Original Tiroler W atsch entänzer. Original Tiroler Jodlerlnnen-Qntntett,{ Hnslh-Trio ans tSetallersee. 1 Jan-Band I Girls n. Boys/ Grosse ChSre. Oer Zelt entspreehend sind, trotz des | riesigen Andranges, O'q er- ■Hlr" | die Kassenpreise um [Sonntag llkp l Nachmittag«9 1 mässig-t. Orig-Inalbesetzung: Billige Preise. ROSE -Theater Gr. Frankfurter Str. 132 Alsx. 3422 und 3494. TIgUdi 8U Sonnabends 7« u. 10« Sonntags»». S« u. 9» ,�)er Diener zweier Herren" „Die schöne Galathee" „Erster Klasse" Totensonntag 6® and 900 Jugend In der Bußtagswoche fallen die Familica-Nach- mittagre aus und heginnen wieder: Montag, den 24. Norbr� 5» „Kokuli" Dienstag, 25„ Donnerstg,27� Freitag, 28. November, 5» Neueinstudierung: Familie Hannemann Preise von 0.30 bis 1.50 M Theater für die Kinder: Sonnabend 4« Peferchens Mondfahrt Piscalor-Bühne (Wallner-Theater) 8Vi Uhn Uraufführung des Bergarbciterdreiis in 6 Bilden) Jeden Tag- 4• von Ernst Ottwald. Preise«. I-EK.-T.IUil159Z WmWi Dönh. 625, 625. Täglich»Vt Uhr Ein Valzertraum Musik von Oskar Straus. Rose- Theater er.FraiiklDilezSir.i32 Tel. Alex 3422 u. 3494 7 Uhr und 10.15 Uhr Der Diener zweierHerren Die schöne Galathee Erster Klasse ffletropoi-TheaiGr Täglich ZV« ScnsatioDcller Operettenerfolg I Viktoria undihrHusar Sonntag 8V« Uhr DerEvaDgelimaDD Oper von Kicnzl Zentral-Theat. Täglich 8»/e Uhr Eine Freundin so goldig wie Du Operette v. Meisel Totensonntag6 Uhr SchneewitfAen m Uhr TageDuch einer verlorenen fon. für Parkett 4» statu.- M. nur I■' gültig vom 22.bis25.llov lustspieinaus Täglich 8V. Uhr Kurt Götz in HOKUSPOKUS fotensonntag 8"? lohannisleuer Neues Theater w am Zoo—■ llmBahob.Zoo. Slpl. 6554 Täglich 8V< Uhr celd. wie Heu mosikal. Lustspiel mit Paul Heidemann«z Irene Ambras Sonnabends 4 Uhr Totensonnt 6„ Koedit Ruppredits Fabrt ius Märdieolani Totensonntag SV: Flamme Tbeat.il.W8stens 8V« Uhr Emil Jannings Gesehen ist Gesehen Lessing-Tlieat. 8 Uhr Ein traoi Regie: Max Reiobanlt ab Lager u/eiiDiecn- und siainbauten jeder Art. Angeb. u. Prosp. kosten!. Gebr. Adtenbadi G.m.ö.H., Weldenan Sieg Elsen- und Wellblechwerke— Postfach 389. Rennen zu Strambera Sonnab., 22. November nachmittags 1 Uhr Robert Pommerening Kartoffelhandlung Heidestraße 30 tlt5 Harrt bura-Lehrter Güterbahnhof Komische Oper SV: Uhr Das Mädel am Steuer Operette v. Gilben Bantowsky- Söhnen TBcaier In der siresemannstr. Täglich 8V« Uhr stürm im Wasserglas Komödie von Frank. Komödienhaus 8 Vi Täglich SV* Konto X von Bernauer und Oesterreidier Kleines Theat. Täglich 8% Uh» Der groBe lusispielerfolg! Max Adalbert Fritz Kampers Dag ny Servaos in OerMann.der schweigt das des! bewährte Heilbad- Ab I. Oktober Kurpauschale, für 23 Tage SO Mark. HS. und 20. D ezember ZIEHUNG Arbelter- Wkhl&hff 50t Doppellose RM. Porto und Ust« 30 Pfg.«xtra 13® e7d G«wlnne und 2 Prämien im Gesamtwerte von RM. Höchstgewinn auf ein DoppeK- los Im Wert# von RM. 70000 Höchstgowlnn auf ein Einzel» los Im Wert« von RM. 3 Hauptgewinn« Im Werte von Je RM. 2 Hauptgewinne Im Werte von}e RM. 1SOOO mit 10 mit 20 Losen 5 RM. Losen 10 RM. Sämtliche Gewinne werden auf Wunach mIi»OProzent ausgezahtt. Los© zu haben bei den Kreisleitern der Arbeiter-Wohlfahrt, bei der Buchhandlung Dietz, Vorwärts- Expedition, Lindenstraße 3. bei Wertheim und In allen Geschäften der Konsumgenossenschaft. iuc Nachricht, daß �' mied- ilellsiibek Metallarbeitgr-lleM Verwaltungsstelle Berlin Todesanzeige Den Mitglieder» unser Aollege, der Friedrich Seglow geb. U.gcbtuat 1878. am 18. November an Blutvergiftung gestorben tjL Ehre seinem An deuten! Die Einäscherung finbet Eonnabend. den 22. November, 8 llhr. Im Arematorwm Berlin, fficrichtftt., statt. Rege Beteiligung wirb erwartet vle Vri, Verwaltung. Beglaubigte AdschrifL 147. B. 377. 89. 12. In der Privatklagesache August Max in Arbeiter- I. de, Reichstageabgeorbneten A a r st e n. » be» Berbanbsvorschendrn Matthe-, beide in Blrn-EchSneberg, Salser-Frlebrich- Straße S. Privatlläger. vertreten durch die Rechtsanwälte Dr. Beradt. Dr. Ruß und Dr. Aaß, in Berlin W. 15, Ioachimsthaler Str. 30, gegen den Redalteur Willi Bahn. Hannover bei der„Neuen zeitung". Angeklagten, wegen Beleidigung, hat das Amisgericht Berlin-Mitte. Abteilung 147, in Berlin NW. 40, Alt- Moabit IL am 28. Ottober 1930 für Recht erfannt: Der Angeliagle wirb wegen Ubier Nach. rede, begangen durch die Presse, zu einer Geidstrase von 300,— RM., im Nichk- beitreidungsfalle zu 1 Monat Desängnis und in die Kosten de» Bersahrens verurteilt. Den PrioatNSgern wirb die Befugnis zugesprochen, den erfennenben TeU des Urteils innerhalb eines Monats nach Rechisfrast je einmal auf Kosten de« An- geklagten in folgenden Zeitungen zu ver- üfienutdgn: a) im„Vorwärts", dl in der .Meuen Arbeiterzeitung", Hannover. Die Richtigfeit der Abschritt der Urteils- forme! wird beglaubigt und die Rechts- krast des Urteils bescheinigt. Berlin NW. 40. den IS. November 1830. Aii-Moabit It. Fernsprecher: C 6 Hansa 7701—7740. iL. S.) gez. Sanglitz, Instizobersefretär. Urkundsbeamter der Geschäftsstelle des Amtsgerichts Berlin-Mitte, Abk. 147. Die Richtigfeit wird bescheinigt. Berlin, den 20. November 1230. Dr. Ernst Käß, Rechtsanwalt. Gewinnausztig 2. Ätoflc 36. Prclchisch-Suddeufschr SttaRtn-Sotterie. Obn« Gewähr Nachdruck verbvfeit Ans jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinn« gesallen, und zwar je einer aus die Lose gleicher Rümmer in den beiden Abteilungen 1 und II 1. Ziehungstag 21. November 1930 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 300 M. ,..... gezogen....... 4 Etlviai«»« 3000 a£ 236527 280222..... 4 Bewhrt« 2000 9JI. 59519 370014 20 Gewinne ,n 1000 M. 209714 2 158 10 215847 233517 258908 257639 309110 352719 360647 368840 43 Gewinne ,u 300 M. 3543 14710 33051 53806 59574 115184 123436 144567 169209 192412 215617 258000 267009 269944273119 273559 299640 3I394I 32143S 332728 359272 359649 391421 393091 46 Gewinne ,n 500 M. 1577 5133 24454 34233 37167 37952 64134 102223 103233 130560 152391 162338 174731 133961 164920197513 228335 249516 258056 303710 342647 377363 3371 14 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen 2 Gewinne zu 100000 M. 194449 4 Gewinne ,» 10000 M. 57344 148134 3 Gewinne,- 5000 M. 81240 32294 145807 219988 12 Gewinne«n 3000 M. 37583 52738 136208 145367 167588 207404 10 Gewinne ja 2000 M. 42416 54664 84975 324367 341671 18 Gewinne«u 1 000 M. 17045 84439 116571 121134 156544 278727 329887 349123 373236 38 Gewinne ,n 800 M. 1193 57021 62707 76658 114089 125204 139242 144904 143534 169544 229993 231015 232919 250760 263234 263616 352009 364775 37791 1 42 Gewinne ju 500 M. 4737 15720 47634 50822 63425 64946 66671 80128 83598 117644 132012 134018 164456 204653 209601 238833 275198 292450 296156 331117 331395 WS» Hieme tmrkunQSv&U und btUtg* Uberschriftswort 25 Pf., Textwort 12 Pf./ Wiederholungsrabatt: 10 mal S%, 20 mal oder lOOO Worte Abschluß 10%, 2000 Worte 15%, 4000 Worte 20% Stellengesuche: Uberschriftswort 15 Pf., Textwort TO Pf. Annahme durch den Verlag, Lindenstr.a(,'s9 bis 5 Uhr), und sämtliche Vorwärts Filialen U.Ausgabestellen Tapeten. Szillat. Kolonie- straße g.__• Restbeftonde, Kurzwaren. Haenß- Te, Haqelberger. straße U)._ ffi Staniof verlauft Lawrenz. Müllerftraße 1S3a. Kinderwagen. groß, vertäust billig Jolle», S. 11, Neu- källn am Wasser 8. | HlsidungsstucHe. maserig usu.'. Wenig getragene Iackettanzüg«. Pale. tot,. Ulster. Pracht- volle Kammgarn- auzüge. Smolingan. zstge. Gelegenbeiis- läufe in neuen Herrengarderoben. Brillanten. Uhren, Goldwaren zu Spot'- preisen. Leihhaus Rosenihaler Tor. Linienstraße 2081204. Ecke Rosenthaler. Keine Lam- Wenig getragene Kavaliergarderobe von Millionären, Aerzieu. Anwälten. Fabelhaft billige Preise. Empfehle TailleiimäiiieLPale- lois. Fracks. Cmo- liugs, Gehrockan- züge, Hosen. Sport-, Gehpelze. Gelegen- heitsfäufe in neuer Garberobe. Weitester Weg lohnend. Lothriugerstraße ZU, 1 Treppe. Rosen- thaler Plah_* Wenig getragen, teils auf Seide ge- ardeitele.erstllassige Jackeltanzllge, Frack- anzüge, Smolingan- züge.Gehrockauzüge, Bauckanzüne. Ulster und Paletots. hod>. elegante neue Gar- derobe zu stau- nend billigen Prei- sen. Gelegenheits- i lüufe in Herren. und Damenpelzen. Leibhaus Lowick!, Prinzenstraße lüs. eine Treppe. Keine Lombardware.' straße.«ei dardware. Verleih hocheleganier Gesell- schafis-Anzllge. Leih- hau« Lowick!, Prin- zenstraße IllS. Von Kapafieeen wenig geiragene und neue Iackeiianzüge, Emofinganzllae, Frackanzüge. Bauch- anzüge. Ulster, Va- ieiols. jede Figur pgssend.Herren- und Damenpelze enorm billig. Leihhaus Friedrichstraße 2. HalleschesTor. Keine Lombard wäre. Wenig getragene Winlervaletols, Winterulster. Bur. schenulster. Frack- anzüge. Smolingan- Züge, Gehrockanzüge, Iackekkanzüge, für jede Figur passend, Spezialität Bauch. anzüge. Spottbillig. Halpern, Rosen ihalerstraße 4. eine Treppe. c (TidtSl Billig: Eichen-Büfett 230,—, Schreibtische 90,—, Bidliothefen 140,—, Anfleideschrank 105.—. Riesenans- wähl. Innung,- meister Pohl, Acker- straße 130. Mübelfäuser merke Kredit und dar Mäbeibazar, große Auswahl, kleine Preise! Beispielsweise: Schlafzimmer 45>3,—. Speisezimmer 317�-. Herten jimmet389,— Epiegelschränke 118,—. Dielengarnitur 38.—. Anrichie- füdic, 99,—, Messing. bctlftelle 66,—, Klei- derschränte 48,—, Ehaiselougues 28,—, Metallbe:tstelle18,—. Auflegematraße 13,—. Sonstige MS- bei angemessene ! Preise. TeiUahluno aufschlagfrei Wo- chenraten. Monats- raten. Kassarabatt > bis zehn Prozent. auch auf Anzahlun- gen. Kredite bis zwei Jahre Mäßi- ger Zins. Katalog frank- Kauvtge- Ichätt: StegUl), Schloßstraße 107: 2 Geschäft: NeutBlln Sermannplah 7: S Geschält: Belle. Allianee-Straße 93. llnlergrundbahn: 4. �Gefchätt: Kottbusser ! Straße 23, gegen- lüber Elitesänger.• P-tentmatrahen „Primissima", Mc loübetteu. Auflege matraßen,<£[)aifc- iongues. Waller, StargarberftröSc achtzehn. KeiuLa den Mödel-Kamerling. Kastanienallee 56. Nußbaum, Wasch- kominoben, englisdie Bettstellen. Nachttische. Niesenaus- mahl. Plülchsolas. Spottpreise./ ssah- lunstserleichtcrung� 1». Schlafzimmer- Werbetage. Serie I in Eiche mit Nußbaum. Ma- hagonl. Malassar abgeseßt, voll ge- arbeitet nur 640 Marl. Serie II. Birke. Nußbaum. Madagoni. Birn- bäum nur 890 M. Berliner Möbel- bau, SirTchowik. Südosten. Skalißer- straße 25. Hochbabn Kottbusser Tor._ Möbel-Kamerling, Kastanienallee 56. Nußbaum- Büfetts, Kreben»n. Schreib- tische, öotaumbaue. Riesenauswabl. Spottpreise. Kah- lungserleichterung. Riesenauswahl! Wichtig für jeder- mann. Täglich werden per- kauft: guterhaltene Kleiderspinben, Vertikos 24,—, Bett. stellen 22,—, Flur. schränke. Waschtoi. lellcn 24,—, Chaise. Iongues 24,—, Kom- moden 19,—, Bücher. spiuden. Eckireib- lische 32,—. Büfetts 75,—, Trumeaus 29,—, Standuhren 68,—. Große Auswahl in Klubtesseln, Flügeln, Pianos. 300 Teppiche. KU- cheneinrichtungen 48,—. Riesenaus, wähl, alles spott. billig. Speisezim. mer, guterhalteu, komplett 225—/ Herrenzimmer, fast neu, kompl. 225,—, Speiseztmmer,wenig gebraucht. Drei- Meter-Büfett, kom. pfeif 590,-, Schlaf- zimmer, fabrikneu, komplett 268,—. Wohnsalon, wenig benußt, l9Z,— An. fileMöbel. darunter Biedermeier-, Barock- und andere! Stilmöbel, sowie komplettes Bieber- meierzimmer spott-! billig, 100 Küchen, entzückende Modelle. Gebrauchte 48.—. Stargarbts Möbel- i>. Loinbarbspeicher, Prenzlauerstr. sechs, Ecke Linienstraße, am Prenzlauer Tor. Straße ubahiil in ieu 1. 2, 60, 61. 62, 71, 72, 73, 74. 174, Aufobus 8, 12, 14, 30. Unter« ruubbahn Schönhauser Tor.* Preissturz, 30 Prozent Herabgesekt. Riesenauswahl in Mahagoni. Maser- birle, Kirschbaum, Bublnga. kaukasisch Nußbaum- und � Birke- Schlaszim- mern, komplett 755 I Mark. Speisezimmer mit runder Vitrine, Anrichte, aroßem Ausziehtisch. Stüh. len mit Polster 395 Mark. Einzelmöbel billigst. Möbel-Al- �pern-Havigeschäft: Alle Schönbamer- straße 32. Filiale: Neue Schönhauser straße 7._* fflUSlK- instrumsnts ®Ieifet, 800 ftinunet am Lager. Alexander» plaß. Linlpianos, Überaus preiswert. Pianofabrik Link. Vrunnenstraße 35.' Piano»— Flügel. Riefenlager. Bech- stein. Blüthner Steinwav. Schwcch- ten. Salonpianos 275,—. 390.-. 425,-. gebrauchte Abend- roth. Potsdamer- straße 74. »aiimiL ssahngebisse, Platinadtälle. Lötzinn, Blei, Queck- siiber.Silberschmelze IGoldschmelzereiChri- stionat. Äövenicker- straße 39 IHaltestelle Walbertstraße).• Grammophons-«- ranl ohne Werk, billig. Kalfowsfi. Neu- källn. Tlughafen- straße 42. G Piano, kreuzsaitig. 200,—, Teilzahlung. Piano- Haus Alt-Moabit S6c..Vorwärts"- Leser Rabatt.' 1?2kIFFSlZLF Gebrauchte Fahrräber 15,— 20,—. 25�-. 30,—, 35,—. M--chiinw, Beinmaisterstr. 14. vlMMl Technische Privatschule von Ludwig Barth, In- Haber und Letter Dipl.-Zng. Hermann Laase. N 4. Chaussee- straße 1 lOramen. bürget Tor). Ma- schinenbau. Eleftro. technik. Tages-, 'Ilbenbfchufe. Be- ginn Oktrder. Rackows kaufmännische Pri vatschule. W. und Dr. A. Rackow, WiT helmsttaße 49, nahe Leipzigerstraße: Taucnßienstraße l! Alexaiiberplaß 50.- Oftober beginnen Pier'eljahres-.�alb- lahres- und Iahres- Lehrgänge zur Aus- bildung in Buchhal- iungs-, Korrelpon- denz- bzw. Sekreta- riatsarbeiten oder für allgemeine Büro- tittigkeit.— Wahlfreie Einzelfächer für Erwachsen». Beson- tereAbendlehrgänge. — Deutsche und aus- ländische Sprach- lehret.* Technische Privatschule Dr Werner. Regie. rungsboumeister. Berlin. Neander- tttaße 3 Maichincn. bo». Elekttotechnil, Hochbau. Tiefbau. Steinmehlchule. Heizungstechnik.' ivszcRsFsieii Preisabbau. Wäfchereibettieb Erna Bukke, Köpe nick. Parristusstr. 24 Telephon: F. 4 1516, liefert tobel- lose Haus- u. Leib- wälche. Schonende Behandlung. im Freien getrocknet. lein Vertausch, Wäsche versichert Bezug 28. Damen. leibwäsche 15, Hand- tuch5. Oberbemd55. Abholung Mit'woch, Donnerstag. Auto. Waschen, Plätten, Spannen. Nordenwälcherei, Feldstraße 10. uer- mietiincen Immer noch keines Führerschein? Vergrößern Sie Ihr« Chaneel Wir bilden Sie in kurzer stett zum perfekten Krntt- fahrzeugführer au»! Günstige Bedingung. Ratenweise Zahlung des Honorars. For» dem Sie Angebote! Landhausnenban. AutofahrschnIeBurg-T-Zinuner-Wohnung, aaller, Bismarck-! Bad. elektrisches straße 84, Steiiiploh Licht. Berlin-Sarow, 0647.»>Lön-straße».» WRNIIIlgSN j Leerzimmer mitKüchenbenußung für Ehepaar zum 1. Dezember. Liefe. Sparrttraße 22 II.' Leere». tellmäbliertes stim- mer, Koichgelegen- hell. Cachsendamm 51 I. Sütte. ffi Iftmeiismarmj | SiaiiensssuciiTj Siran« Arbeitersportler. gelernter Schlosser. zulegt als Rohr- legerhelfer tätig. sucht Beschättigunt gle-ch welcher Ar«. Off«ten unter P. 5 an.Borwärts�. Prinzenstraße 63.® s tellnge&cte J fiodei im Vorwärts J Ar. 542"• 47. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Sonnabend, 22. Aovember 4930 Spekulationsgewinne. Sozialdemokratie fordert scharfe Besteuerung. Von �eil, M. ct. R. Die sozialdc in akratisch« Reichstags fraktion bat einen I n i t l a t i v g c s e tzc n t w u r f eingebracht, der Zwei Aeitdcrungcn des Einkominensteuergesetzes bezweckt. Erstens sollen Mc Spekulationsgewinne uneingeschränkt zur Einkommen- neuer herangezogen werben, zweitens soll die B c st e u e r u n g nach dem B c r b r a u ch erfolgen, wenn der Verbrauch jährlich mindestens 8000 Mark beträgt, nicht erst, wie das geltende Gesetz bestimmt, wenn er lZ 000 Mark beträgt. Die Besteuerung der Spekulationsgewinne ist eine alte Streit- irage. Es handelt sich dabei, im wesentlichen um die Gewinne aus der Spekulation mit Wertpapieren und Grund- s! u ck e n. Die Sozialdemokratie hat stets den Standpunkt vertreten, daß die Spekulationsgewinne uneingeschränkt der Besteuerung zu unterwerfen seien. Im Erzbergerschen Einkommensteuergesetz von 1920 hat sie diese Forderung auch durchgesetzt. Alle durch Ver- äußerungsgcschostc erzielten Gewinne waren nach diesem Gesetz jieucrpslichtig. Aber das Gesetz war kaum in Kraft getreten, da iibtc der neu in den Reichstag gewählte deutschnationale Führer Dr. ch« l f f e r i ch gemeinsam mit dem volksparteilichen Unter- nehmcrlyndikus Dr. Becker und dem Zentrumsindustriellen i e n ch o m p e l auf die soziolistenreine Regierung Fehrenbach einen io starken Einfluß aus, daß schon 1921 eine Acnderung durchgesetzt iHirde, wonach die Gewinne aus Veräusjerungsgeschästert nur dann üeucrpflichtig waren,„wenn der Erwerb des veräußerten Gegen- siandcs zum Zweck gewinnbringender Wieder- Veräußerung erfolgt ist". Es mußte also den Spekulanten die Absicht der Spckulaiion nachgewiesen werden, was in 99 Proz. der Fälle nicht möglich war. Bei Beratung des heute noch geltenden Einkominensteuergesetzes von 1920 ließ sich die Regierung Luther ihren Ursprung-, lichen Entwurf, der eine gewisse Verbesserung brachte, von den Jntcressentenhaufen in ihrem Lager wieder in der Weise verschlech- lern, daß Spekulationsgewinne nur dann als steuerpslichtig galten, wenn zwischen Kous und Verkauf bei Grundstücken weniger als iivci Jahre, bei Wertpapieren weniger als drei Monate liegen. Wer also in den Jahren der großen Kurssteigerungen Wertpapiere nach > irrer Besitzsteuer von drei Monaten und drei Tagen veräußerte, blieb mit seinem Gewinn völlig steuerfrei. Dieser Rechtszustand gilt heute noch. Die Sozialdemokratie beantragt nun, jede Ein- ichränkung in der Besteuerung der Spekulation s- gewinne auszuheben. Gewiß kommt dem Antrag zur Zeit sür die Reichskasse keine große Bedeutung zu, da bei den im letzten Jahr stark gesunkenen Kurien nur in seltenen Fällen Spekulationsgewinne gemacht morden sind. Die hunderte von Millionen, die ein nationalsozialistischer Richtswisser kürzlich im Reichstag aus dieser Quelle glaubte schöpfen zu können, sind daher Traumgebilde. Wenn nun bei der trostlasen Finanzlage des Reiches zur schärfsten Belastung mühsam erworbener kleiner Einkommen geschritten wird, so ist es eine selbstverständlich« mordlisch« Verpsljchrung erster Ordnung, an den mühelos crwor- l cncn Spekiiiotionsgcwinnen nicht vorüberzugehen. Den N a- t i 0 n a l s a z i a l i st e n, die der Sozialdemokratie die Forderung der Besteuerung der Spekulationsgewinne zu Agitationszwecken a b- geschrieben heiben. wird nun Gelegenheit gegeben, vom Mund- ipitzen zum Pfeifen übcrzugel)en. Der zweite Teil des sozialdemokratischen Gesetzentwurfs ist cbeniomohl begründet wie der erste. Die Zahl der Steuerpflichtigen, die erklären, daß sie kein steuerbares Einkommen baben und trotzdem gut leben, oder die ein Einkommen angeben, das einker Berücksichtigung der Lebensverhältnisse in einem offenbaren Mißverhältnis zu ihrem Verbrauch steht, ist nicht klein und mächst in der Zeit der Krise fartgesetzi. Es gilt dies besonders von reichen Grundbesitzern. In diesen Fällen kann nach dem geltenden Recht der Verbrauch an Stelle des Ein- lammen? der Bestenerung zugrundegelegt werden, jedoch nur dann, wenn der Verbrauch mindestens Ii 000 Mark jährlich beträgt. Diese Verbrauch-grenze war schon bisher viel zu hoch gezogen. Nun müht sich ober bekanntlich die Regierung mit der Preissenkung ab. Da ist es doch wohl selbst- verständlich, daß auch dies« Grenze herabgesetzt, d. h. der Besteuerung räch dem Verbrauch ein weiterer Spielraum gewährt werdcn muß. Warum soll ein Stenerpflickstiger, der 10 000 Mark verbraucht und mir.9000 Mark Einkommen angibt, nicht nach dem Verbrauch be- steuert werden? Der sazioldemokrotische Gesetzentwurf verlangt ober weiter, daß die Besteuerung nach dem Verbrauch in solchen Fällen erfolgen v»ii ß. er will also die Anwendung dieser Bestimmung dem freien Belieben der Steuerbehörden entziehen. Der Reichskasse wird eine solche Acnderung des Einkommensteuergesetzes nur zum Borteil gereichen. Abbruch von ZoNmauem— in Großbritannien. In einer Zeit, wo der Weizen oller Schutzzollner in der Welt blüht, hat die Labourrcgierung in England einen Zollabbou bc- schlössen, der angesichrs der scharfen Widerstände in der englischen Industrie sensationell wirkt. Nach den Erklärungen des chandelsminifters Graham wird die Regierung am IS. Januar dos berüchtigte Farbstossgesctz(Dyestutl Act) außer Kraft setzen. Dieses Gesetz sah oor, daß nur solche Farbstoffe nach England eingeführt werden durften, die von der einheimischen Industrie überhaupt nicht oder nur zu einem Preise fabriziert werden, der den Weltmarktpreis in einer bestimmten flöhe überstieg. Für olle anderen Farbstoffe bestand also e i n glattes Einfuhrverbot, dos die deutsche Chcmicindustrie besonders hart traf. Die Konservativen haben dieser Maßnahme des Labourkabinctts schärfsten Kampf angesagt. Zugleich Hot Snowden im Unterhaus mitgeteilt, daß eine Berlängerung der Schutzfrist für verfchiedcne Industriezölle nicht mehr in Frage käme. Es werden daher im nächsten Monat die Schutzzölle für Handschuhe, verschiedene Stahlwaren und Glüh- strümpfe außer Kraft gesetzt. Erzwungene Kohlenpreissenkung. Sie geht über die angekündigten 6 Prozent hinaus. Der preis für F e t l f ö r d e r k o h lp ist in der gestrigen Mit- glicdcrverfammlung des Rheinisch-Westfälischen kohlcnfyndikats um 1,50 IN. für die Tonne mit Wirkung ab 1. Dezember ermäßigt worden, das sind rund g Proz. Die Preissenkung sür die übrigen Sorten erfolgt in Anpassung an die Marktgängigtcil der einzelnen Sorten differenziert. Die Preissenkung sür Fettsörderkohle geht damit über das beabsichtigte Maß von 6 proz., da» sich auf den Gesamterlös des Syndikats bezieht, hinaus. Die jetzt beschlossene Senkung der Kohlenpreise war längst fällig. Immerhin ist sie ein Ereignis von weittragender wirtschaftlicher Bedeutung. Die Kohle ist«in Rohstoff, der auf allen Stufen der industriellen Produktion, auf allen Stufen des Verkehrs gebraucht wird und auch eine ganz besonders große Rolle als Hausbrand im Haushalt der breiten Massen spielt. Ihre Verbilligung an der Quelle wirkt sich deshalb für alle Fertigfabrikats, auch für oll« im Lebenshaushalt der arbeitenden Massen wichtigen Gegenstände aus. Die jetzt endlich erfolgte Senkung der Kohlenpreise ist aber keineswegs«in Verdienst von irgend wem, weder der Zechenherren, noch der Rcichsregierung, der der Kanzler bei der Reichstagseröffnung die fechsprozentige Kohlenpreissenkung als Ver- dienst anrechnete, noch auch eigentlich der öffentlichen Meinung. Die Senkung der Kohlenpreise ist erzwungen worden, er- zwungen worden durch die für die deutschen Zechenherren bei den jetzigen Kohlenpreisen unerträglich gewordene Marktlag« und die diese aus das schärfste beeinflussende ausländische Konkurrenz. Bei der Kohl« gibt es im Gegensatz zum Eisen keinen G e- b i e t s s ch u tz. Infolgedessen kann ausländische Kohle nach Maß- gäbe der Frachtkosten ins Inland eindringen, wenn die inländischen Preis« und Frachten der ausländischen Konkurrenz keinen Widerstand entgegensetzen können. Diese ausländische Kon- kurrenz, besonders die englische, ist in den letzten Monaten un- erträglich geworden. Der englische Import betrug von Januar bis September d. I. bereits 5,2 Millionen Tonnen, hat sich seit September noch ganz bedeutend erhöht, gegenüber ö,4 Millionen Tonnen im ganzen Jahr 1929 und nur 4,6 Millionen Tonnen im ganzen Jahr 1928. Die Wwehr des anAändiichen Imports war bisher schon nur möglich durch eine die Enderlöse sehr drosselnde Erhöhung der sogenannten Umlagen. Es ist in den letzten Wochen soweit gekommen, daß englische Kohle sogar bis nach Sachsen und Schlesien vorgedrungen ist. Auf der anderen Seite haben sich die Zins Verluste durch die massenhaft auf Halde geworfenen, nichtabsctzbaren Kohlen ganz außerordentlich erhöht. Kein« Rede ist also davon, daß irgendwer die jetzige Kohlen- Preissenkung sich als Verdienst anrechnen darf. Am nachdrücklichsten wird das auch dadurch bewiesen, daß man sicher nicht über die vorgesehenen 6 Proz. hinausgegangen wäre, wenn nicht der bitterste wirtschaftliche Zwang vorgelegen hätte. Man muß im Gegenteil sagen, daß di« Kohlenpreissenkung sowohl viel zu spät vorgenommen worden ist, als auch wahrscheinlich jetzt noch in einem zu geringen Aus maß. Man muß sich erinnern, daß die jetzigen Kahlenpreise festgelegt wurden in einer Zeitz als die allgemeine Wirtschaftskonjünktur schon bie ersten Anzeichen des Rückgangs aufwies. Man hat im Jahre 1928 die Kahlenpreise im Durchschnitt um je 2 Mark pro Tonne erhöht, man I>at nnverantwortlicherweijc mit dem Abbau dieser über- höhten Preise bis jetzt gezögert und auch in der ernstesten Abfatznat beseitigt man noch nicht einmal voll die im Jahre 1928 oorgenonimenc Erhöhung. Es ist also alles weniger als wahrscheinlich, daß die jetzige Kohlenpreissenkung, die vielen überraschend günstig erscheinen mag, angesichts der bestehenden Marktverhältnisse ausreichen wird. Billigere Kohlen öffnen den Weg für P r e i s s e n k n n g c» in größerem Maßstab in der gesamten übrigen Nohsto'i- Produktion, besonders für Eisen, für die meisten Banstoffc, den Verkehr, die Stromerzeugung, be! allen Fertigerzeugnissen. Selbftvcr- jtändlich, daß di« Kohlenverbilligimg nicht auf dem Weg zum Kau- jumentcn hängen bleiben darf. Die Wirkung der Verbilligung kann aber noch verschärft werden, wenn die Konzern- und Großhändler- spannen abgebaut werden, wie es der Rcichswirtschastsral gefordert lzat. Darum muß sich die Reichsregierung ernstlich kümmern. Man übertreibt nicht mit der Behauptung, daß die jetzl durch die Tatsachen erzwungene Kohlenpreissenkung den Z u s a m m e n b r n ch der bisherigen deutschen Kohlcnpreispolitik dar- stellt. Die Dinge liegen hier nicht anders wie beim Eisen. Tie Eisenindustrie wird in den nächsten Tagen vor derselben Situation stehen wie die Zechenherren, nur daß die Lage trotz des Gebiets- lchutzes volkswirtschaftlich noch viel trauriger und gefährlicher ist. Regierung und Ocsfentlichkeit müssen daraus den Schluß ziehen, wie grundvcrkehrl es gewesen ist. so lange mit der Anwendung des schärfsten Druckes auf die monopolistischen Rohstosfindustrien und ihre Karlelle zu warten. Monopolistische Kartelle verdienen kein« Echo- nung. Werden sie geschont, so rächt sich das an der Gesamlwirt- schast. Noch«ine weitere Lehre muß gewonnen werden: die Eni- Wicklung der Löhne hat mit einem Zwang zur Hochhaltnng der Preise nicht das allergeringste zu tun. Das van der Regierung Brüning verkündete Prinzip, Lohn- und Preissenkung zu verkoppeln, ist eine valkswirtschastliche Torheit. Dieses Prinzip muß preisgegeben werden. Daraus werden auch die nötigen Konsequenzen zu ziehen sein, wenn über die Bergarbeiterlöhnc ver- handelt werden wird. Staffelung der Strompreise! Können die Berliner Elettriziiätsiarife gesenkt werden? Abfchlnß der Bamog-Megvin. Di» Berlin-Anhalter Maschinenbau A.- Etz in Berlin-Moabit lBamag-Meguin A.-G 1 schließt ihr GsschöftSlohr 1929/30 wieder ohne Dividende ab Nach Absetzung von 0,63 gegen 0,75 Millionen Mark Abschreibungen nnfc 1.13 gegen 1PZ Millionen Unkosten, vmb«in R.nngeunnn von LGPKS nrnft 270000 M. mr Boriohr ausgewiesen. Wir erhalten zur Berliner Slromprcisfrage folgende anregende Zuschrift: Vor kurzem richtete das Relchswirtschaftsministerium an die Ländcrregierungcn ein Schreiben, worin gebeten wurde, auf die öifentlickzen Verforgiingsuntcrnchmui'gcn(Etektrizitäts-, Gas- und Wasserwerke) einen Druck zur Senkung der Toris« auszuüben. Vis- her ist auf diesem Gebiete noch wenig geschehen. Kahlenpreise und Stromtosten. Es ist zuzugeben, daß die Kohlenpreissenkung um 6 Proz. nur von geringem Einfluß auf die Höhe der Elektrizitätstarife fein kann. Auch der„Vorwärts" hat hierauf bereits hingewiesen. Ein paar Zahlen zur Veranschaulickzung: Die Bewag hatte 1929 eine eigene Stromerzeugung von 1118,2 Millionen Kilowattstunden. Für die Erzeugung dieser 1118,2 Millionen Äilowottswndcn wurden 786 000 Tonnen Kohle verfeuert, teils in Form van Steinkohle (Grisskohle usw.), tells in Form billiger Staubkohle. Der Breis stellte sich im Durchschnitt auf über 10 Mark(ohne Fracht) je Tonne. Die Kvhlenkostcn stellen sich also auf etwa 0,7 Pfemiig je Kilowattstunde. Eine Senkung der Kohlcnpreijc um 6 Proz. be- deutet eine Verminderung der Herstellungskostei, um 0,042 Pfennig je Kilowattstunde. Es wäre natürlich sinnlos, den Tarifsatz je Kilo- Wattstunde von 20 auf 19,958 Pfennig zu senken. Immerhin betrogt für die Bewag die Ersparnis an Kohlcnkaften, aufs Jahr gerechnet, etwa 470 000 Mark.(Wurde der Kohlenpreis um 10 Proz. gesenkt. wie es heißt, so wäre die Ersparnis entsprechend höher. D.Red.) Es ist selbstverständlich, daß diese Ersparnis den letzten Abnehmern auf irgendein« Weife zugute kommen muß. Sie würde sich bei Senkung der Frachtkosten durch die Reichsbahn um einige 100 000 Mark vergrößern. Gleichwohl ist eine Senkung der Elektrizitätskosten für den Massenhausholt unbedingt erforderlich: aber der Schwerpunkt liegt wahrscheinlich mehr in einer besseren Erfassung des Verbrauchs. Zur Zeit kostet in Bertin eine Kilowattstunde 20 Pf., wozu noch ein Teil der Grundgebühr z» rechnen ist. Von diesen 20 Pfeimig behält die Bewag ober mir 14 Pfennig. Den Rest erhall die Stadt Berlin als Abgabe. Wollte man diese 6 Pfennig zur Senkung der Strompreise streichen, so müßten neu« Steuern als Ersatz crhc>l>cn werden. Die Ausgaben der Bewag sind zum großen Teil nicht laufend«, bewegliche Kosten(Kohlen- kosten, Löhne und Gehälter, sonstige Betriebsmittel), sondern s e st e K o st« n(Zinsen, Zlbschrcibungen usw.), die von keinem Preisabbau betroffen werden. Das folgend« anschauliche �BUd gilt sür ein mittleres Dampf- kraftwerk und zeigt, wie die Stromkosten bei höherer Ausnutzung der Anlogen auf einen kleinen Bruchteil zusammenschrumpfen. ZSlirlidie Etrom'osten je kWh Benlitzungsdauer in Pfennig 300........... 60,6 1 000........... 20,0 2 000........... 11.3 4 000........... 6.9 Di« Ziffern der Bewag mögen niedriger liegen, doch dürste das BerHaitnis ebenso sein: Infolge des überragenden Anteils der festen Kosten ist die Kiloivattstunde dann am billigsten, wenn der Stromkäufer seine Anlage so stark wie möglich ausnutzt. 3m Durchschnitt verbraucht ein Berliner Haushalt etwa 150kil«- wotlflunden jährlich, d. h. 12 Kilowattstunden im TUannI. Der Hauptteil dieses Verbrauchs fällt in die Abendstunden, wo alle Klcinvcrbrouckzer ihre elektrische Beleuchtung benutzen. Nachts und den größten Teil des Tages stehen die Maschinen, die diesen abend- lichen Lichtstrom erzeugen, teilweise still, das ganze teure Ver- tcilungsnetz wird nur zu einem Bruchteil ausgenutzt. Wenn es z. B. möglich märe, den Umsatz zu verdoppeln, und zwar so, daß die Erzeugungsmaschinen, die Transformatoren, die Vcrteileronlaacn länger als bisher benutzt werden, so kann die Kilawattstunde zu einem wesentlich niedrigeren Preis abgegeben werden als bisher. Man sollte daher die Elektrizitätstarife nicht in ihrer jetzigen Starrheit belassen, man sollte sie vielmehr, entsprechend der erwähnten Kasten- Zusammensetzung, staffeln, um einen Vichrvcr- brauch zu erzielen. Man kam, hierzu folgende Rechnung machen: Der Strowvcr- brauch beträgt monatlich im Durchschnitt je Haushalt 12 Kilpwatt- stunden. Würde ein Mehrverbrauch erzielt werden, so verteilen sich die festen Kosten(wozu ja auch die Abgaben an die Stadt gehören» auf einen entsprechend höheren Umsatz. Um den erwünschten Mehr obsatz zu erzielen, müßte di« Kiloipattstunde bei einem Verbrauch von monatlich mehr als 15 Kilowattstunden auf 10 bis 12 Pfennig gesenkt werden, bei einem Derbrauch von mehr al» 30 Kilo Wattstunden monatlich vielleicht auf 6 bis 8 Pfennig. Der Ver brauch er von monatlich 40 Kilowattstunden Ihttte also zu zahlen: für die 15 ersten Kilowattstunden je 20 Pfennig, für die 15 nächsten Kilowattstunden je 10 bis 12 Pfennig, für die 10 weiteren Kilawatt- ftunden 6 bis 8 Pfennig, zusammen also 5,10 bis 5,60 Mark stalt nach dem bisherigen Tarif 8 Mark. Wahrscheinlich würde es sieh empfehlen, diese Staffelung in ein bestimmtes Verhältms zum Anschluß wert(nach dem sich die Grundgebühr richtet) zu setzen, damit sich bei vermehrtem Elektrizitätsvcrbrauch die Stasselung sür den kleineren. Verbraucher in demselben Maße ausgewirkt wie iür große Haushaltungen. Wenn die gegenwärtige Krise nur von der Verbronchsseiie her überwunden werden kam,, so gilt dies für die Elektrizitätswirtschast in einem noch stärkeren Maß als für andere Industrien. In einem gesteigerten Umscitz liegt der Schlüssel zu einem radikalen Abbau der Elcklrizilätskostcn. Eine sechsprozentige Kohlenoerbilligung bedeutet für di« Bewag, wie wir sahen, eine Ersparnis von nicht ganz einer halben Million Mark. Wie wäre es, wenn die Bewag diese Summe benutzte, um versuchsweise eine radikale Staffelung zu riskieren? Für den Ver- braucher und die Bewag könnte sich dieser Versuch gleichermaßen bezahtt machen. Nachdem zahlreiche Elektrizitätsgesellschaften der Vereinigten Staaten und Englands, mit solchen Staffeltarifen durchschlagende Erfolge verzeichnet baben, würde es nicht mit rechten Dingen zugehen, wenn es in Deutschland anders sein sollte. Andreas llagy: 3>ie lltmienkäferchen (SckMß) Mit hervorquellenden Augen starrte ich hinein und sah, Höllen- quälen erduldend, wie weißgekleidete Kellner zwischen elfenbein- farbenen Wänden kleine vernickelte Wägelchen vor sich her schoben, auf denen Schüsseln mit gebratenen Kapaunen und Lachsmayon- naiscn aufgetischt waren. EZ wäre weiter kein Wunder gewesen, wenn ich bei dem Anblick in diesem Zustande den Verstand ver- loren hätte. Im nächsten Augenblick glaubte ich wirklich, verrückt geworden zu sein. Stellt euch vor, während meine gierigen Blicke die Fahrt des Kapauns oerfolgten, sah ich den Redakteur vor einem der Tische sitzen. In blühender Gesundheit saß er dort mit einer weißen Serviette im Kragen und legt« gerade ein großes Stück Kapaun auf seinen Teller. Wahrhastig, er sah weder wie ein Toter noch wie ein Geist aus. Natürlich hätte ich meinen flimmernden Augen allein nicht getraut, aber auch er bemerkte mich und winkte mir freundlich zu, hereinzukommen. Ist stürzte mir solcher Freude hinein, daß ich in einem großen Kristallspiegel fast mit mir selbst zusammenstieß. Der Redakteur empfing mich freundlich, aber un- gezwungen, ohne die geringste Verlegenheit. Mit keinem Worte versuchte er mir seine wunderbare Auferstehung zu erklären. Er bat mich, Platz zu nehmen und sagte höflich: „Ich hoffe, du hast noch nicht diniert?* „Weder heute noch gestern. Seit du gestorben bist, trauere ich noch in einemfort!" „Nun, dann bist du hier am rechten Platz! Ich muß bezeugen, daß die Küche hier ganz erträglich ist, es ist übrigens am besten, wenn du dich davon selbst überzeugst.* Er war wirtlich«in nobler Gastgeber. Mit freundlichem Großmut sprach er mir zu, mich so recht hineinzuknien. Freilich hatte ich keine übertriebenen Hemmungen. Ich aß ein fürstliches Menu herunter, agefangcn von den Artischockenbäden bis zum Calville- apfcl, und nach dem Mokka bot er mir eine Havanna an. Glücklich lehnte ich mich zurück und sagte freundlich zwinkernd: „Na, du mußt ja ordentlich mit Gold bepackt sein!" Der Redakteur erwiderte unvermindert freundlich: „Nicht«inen roten Heller habe ich in der Tasche!" Der blumige Dust der Havanna blieb mir fast in der Kehle stecken, aber ich«rnmnterte mich noch matt, er säserze vermutlich nur. „Nana, Freundchen, ohne einen Sous kann man nicht so dinieren.", „Wie blöde du bist! Ich lebe ja nur darum so gut, weil ich kein Geld habe. Wenn man nichts hat, ist es gleich, ob es sich um einen oder um hundert Franken handelt. Und wenn es schon mit der Rechnung Konflikte gibt, dann sind hier die Kellner immer noch angenehmer als in einer schmutzigen, kleinen Vorstadttaverne.* Gegen dies« Logik war ja nichts einzuwenden, aber das groß- ortige Menu drückte mich jetzt so im Magen, als hatte ich Kiesel- steine diniert. Ich bin selbst ein abenteucrlicbender Mensch und schätze sensationelle Begebenheiten, aber die Sensation, von einem Hausknecht auf die Straße befördert zu werden, mochte ich nie besonders. Den Redakteur rührte meine mitleiderrcgendc Miene, und er sagte zum Trost: „Kümmere du dich uin nichts, du gehst jetzt schön fort, das übrig« werde ich erledigen." Das war ein Wort nach meinem Herzen. Ich konnte meine Freude kaum verbergen und fragte ihn teilnahmvoll: „Und was soll mit dir geschehen, alter Kumpan?" Mit überlegener Freundlichkeit erwiderte er: „Um mich brauchst du keine Angst zu haben. Wenn es zum Zahlen kommt, sterbe ich sowieso." Ich schnitt eine so idiotische Fratze, daß er fröhlich auflachte. „Nun ja... Du erlebtest es doch gestern im Boisl Ich sterbe vnd dann kann mir nichts mehr passieren. Beqveifft du denn nicht?" Natürlich begriff ich nicht. Der Redakteur füllte zwei Gläschen mit schönem Ehartreuse und stieß mtt mir an. „Ich will es dir gleich erklären, aber zuerst trinken wir einen. Nach einem guten Diner gibt es kein angenehmeres Getränk als Ehartreuse.... Also... Ich erwähnte bereits, daß einer meiner Ahnen ein maunscher Fürst war. Er hatte einen hochgelehrten arabischen Leibarzt, und von diesem erbten wir eine wunderbar« Pille, die er erfunden hat. Diese Pille wirkt so, daß man unver- züglich scheintot wird, wenn man eine davon schluckt. Einen Tag lang ist man ein so vollkommener Toter, daß es auf der ganzen Welt keinen Leichenbeschauer gibt, der einen für lebendig hielte. Du sahst es ja gestern im Bois. Meiner Meinung nach ist dieses Wundermittel die allergrößt« Wohltat. Denn, überlege es dir richtig: man kann sich zu den größten Tollkühnheiten entschließen, wenn man daran denkt, daß man gleich danach sowieso stirbt, also alles egal ist. Auch du hattest sicherlich schon jene angenehme Art von Träumen, in denen dich allerlei schreckliche Gefahren umgaben. Du aber wußtest, daß alles nur ein Traum sei und kichertest still in deinen Bart. Wenn es dir zu bunt wurde, erwachtest du einfach. Dies könnten alle lebenden Menschen empfinden, wenn sie nicht durch ihre blöde Erziehung vom Gedanken des Todes entfremdet worden wären. Nun, diese Pille verschafft mir alle Vorteile des Todes, ohne daß ich wirklich sterben müßte. Und jetzt zum Beispiel habe ich gut gegessen, und wenn man mir dann die Rechnung vor- legt, werde ich statt zu zahlen einfach sterben. Sie selbst werden mich noch mit der Rettungsgesellschaft abtransportieren lassen, ich schlafe mich gut aus und dann setze ich mein Leben wieder fort, wo ich damit aufhörte. Das ist doch großartig! Ich muß bemerken, daß der arabische Arzt diese Idee aller Annahme nach aus der Tierwelt plagiierte. Du selbst hast Mis ganz« sicherlich schon oft erlebt, wenn du ein Marienkäferchen in die Hand nahmst. Plötzlich legte er sich auf den Rücken, streckte die Beine aus und du warfst ihn von selbst voll Abscheu fort, wie einen Leichnam. Dann aber spannte er seine Flügelchen aus und schwirrte davon wie der Blitz.... Das ist«ine herrliche Erfindung, Freundchen* Mein Kinn fiel herab vor Staunen. Aber dann fiel mir etwas ein. „Und was geschieht, wenn sie dich sezieren?" fragte ich ihn. Das Antlitz des Redakteurs erbleichte, seine schwarzen Augen sahen mich voll furchtbarem Entsetzen an und seine Stimnie ver- wandelte sich plötzlich in leises Röcheln. „Der Schlag soll dich treffen!" stotterte er. „Aber weshalb? Was tat ich denn?" „Der Teufel hat dich mir nur darum in den Weg geführt, damit du mich daran erinnerst?! Ich habe an diese Möglichkeit bisher noch nie gedacht.... Jetzt ist es also aus... aus für immer!" Er sah mtt bitterem Ekel auf die Reste des großartigen Mahls nieder und wiederholte vor sich hinstarrend todernst: „Aus... jetzt ist es zu Ende!" Ich erschrak bei dem Gedanken, daß jetzt vermutlich die ganz« Geschichte mit der Rechnung mir auf den Hals rückte. Wozu leug- nen, es war häßliche Selbstsucht von mir, ab�r ich sagte bereits, daß ich gerade diese Art von Sensation nicht mehr schätze. Ich sprach ihm also zu, er möge noch dieses eine Mal ruhig sterben, ich würde draußen auf der Straße auf und ab schlendern und mich dann als sein Angehöriger melden. Und wer Angehönge hat, wird ja nicht seziert.» Darin einigten wir uns, ich ging hinaus auf die Straße und ivartete erregt auf das Kommende. Zwischendurch frischte ich in meiner Erinnerung die fürstliche Mahlzeit aus und dachte gerührt an den edelmütigen Freund, dem ich das alles zu verdanken hotte. Ich schwor mir zu, ewig treu neben ihm auszicharre». Aber der Mensch ist ein Spielball des Zufalls. Als ich dort mit geröteten Wangen und erfrischtem Bluttreislauf, mit allen neu er- wachten Sehnsüchten des Lebens, einen qualmenden Havanna- stummel zwischen den Zähnen, stand, kam gerade Pauline vorbei, die süße, niedliche, kleine Paulin«. Sie war eine Polin, angebliche Gebrauchsgraphik««» und pflegte in den Nächten die Vergnügung«. statten von Clychy zu durchschwärmen. Sie empfand gleich die suggestive Kraft des Wohllebens in mir und war noch nie so freund- lich zu mir gewesen wie gerade jetzt. Sie sagte, sie ginge eben h«im und fragte mich, ob ich denn keine Lust hätte, sie zu begleiten. Ich will ja nichts sagen.... Es war eine Gemeinheit von mir. Aber wer sich schon in einer ähnlichen Lage befand, nach einem reichhaltigen Mahl, in Gesellschaft«ines schlanken kleinen Mädchens mit lächelnden Auge», der wird vielleicht nach ein paar mildernden Momenten suchen, che er den ersten Stein auf mich wirft. Ich habe den Redakteur nie wiedergesehen. (Hier endet« Milosch Lokitsch seine Erzählung. Einer der An- wescndcn bemerkt«: „Das mit den Pillen glaub« ich dir ohne weiteres, aber daß sich in ganz Paris ein hübsches stinges Mädchen fand, di« dich ein- geladen hätte, sie heimzubringen, kannst du deiner Großmutter er- Zähl«».*) fllcbersctzi von Alcrander von Sacher.Mosoäi.) Qerharl Jiei rmann llloflar: Mannes Manien, der Murplulcher „Sitzt sich doch gut hier auf unserem Balkon, wie? Es ist ja auch beinahe der einzige im ganzen Dorf— bloß das Rittergut hat noch einen. Stört Sie etwa der Lärin aus dem Krug nebenan? Nicht? Na schön. Das ist natürlich nicht alle Tage so. Aber heute versaufen unsere Bauern die Haut vom Onkel Studio. Seit di« fortschreitend« Zivilisation den oll«n, ehrlichen Leichenschmaus als pietätlos beseitigt hat, ist man zum Leichentrunk übergegangen: der ist auch nicht pietätvoller, aber ausgiebiger. Uebrigens hat Onkel Studio die zehn Halbe auf sein jenseitiges Wohl verdient. Erstens hat«r selbst so viel konsumiert, und das täglich— und zweitens «st«r recht beliebt gewesen. Sogar bei mir war er so beliebt, ais es der Konkurrent bei seinem Gegner, der Kurpfuscher, beim Arzt nur sein kann. Allerdings hat er im letzten halben Jahr das Herum- doktern eingestellt. Sie brauchen mich gar nicht zu bitten: ich er- zähle gern, wie das kam. Er hieß eigenttich Hannes Hansen und war der Bruder von Heinrich Hansen, und der ist der angesehenste Bauer im Dorf, wenn auch nicht d«r reichste. Onkel Studio nannte man ihn, weil er mal studiert hatte, Medizin studiert, in Halle: acht Semester sogar, glaube ich. Weshalb er plötzlich aufhörte mit dem Studium und in ver- blüffendem Tempo versumpfte, weiß ich nicht: im Dorfe sagt man, er hätte Lena Kleevoigt geliebt, und es hätte ihn umgeschmissen, daß sie ihm sein Bruder wegheiratete und zur Schwägerin gab, während er in Halle war. Ich selbst glaube das nicht mehr, seit ich die Ereignisse kenn«, die sich vor einem halben Jahr abspielten: die Zusammenhäng«, die sich ergeben würden, wären mir zu romanhaft. Auch wäre«r wohl nicht ausgerechnet nach Haus« ge- kommen, an den Kochtopf derselben Frau, die er verloren hatte: aber er kam und blieb. Seine ärztlichen Instrumente wanderten in d«n Schrank und wurden mit mitteldeutscher Bauenizähigkeit sargsam aufbewahrt und nie benutzt: die studentischen Trintsittcn hin- gegen pflegte er steißig. Tag für Tag war er im Krug, seine Part- ner wechsellen, weil sie sich tot soffen oder sich besannen, aber Hannes blieb.- Bei der Feldarbeit half er seinem Bruder fast ni«: worum er ihn nicht hlnauswarf, bleibt»nklar. Außer Trunk und Kartenspiel trieb Onkel Studio allerdings noch etwas, was mich damals zu seinem Gegner machte: er doktert« herum. Heute sehe ich die Sache leichter und klarer an als damals: er hat wohl nur bei harmlosen Erkrankungen oder in sehr armen Häusern Arzneien und Salben angegeben, und auch das bestimmt nicht eines Derdienste wegen und noch weniger au Lust und Liebe zur Sache. Denn geistig war er vollkommen herunter. Jedem Gespräch über Medizin oder der- gleichen ging er beinahe ängstlich aus dem Weg«. Er sielte sich in Zoten und Alltäglichkeiten. Mit den Iahren kam es so weit, daß er kaum noch die Karten halten konnte. Abend für Abend kam er betrunken nach Hause; dann lärmte er übrigens nicht, war auch weder lustig noch rabiat, sondern einfach�stur; oft kam er nicht bis in sein Bett, sondern blieb am großen Tisch in der Diel« des Hansenschen Hauses sitzen und schlief da. Cr behielt diese Angewohnheit auch bei, als Lena Hansen end- lich, nach fast zwanzigjähriger Ehe, das heiß ersehnte Kind bekam. Es wurde, wie nicht anders zu erwarten,«ine schwer« Geburt, Zange; das Kind, ein Junge, blieb schwächlich und kränkelte zwei Jahre so hin, die bisher kräftige Mutter kränkelte mit. Auf Onkel Studio schienen diese Ereignisse nicht den geringsten Eindruck zu machen: er trank ruhig weiter. Er hatte jetzt schon den Tatterich «in ganzen Körper, und die von ihm Beratenen verlangten in der Apotheke oft die unsinnigsten Medizinen, weil er die lateinischen Namen nicht mehr richtig aussprechen und nur mit zittrigster Schrift schreiben konnte. Wie dos im Dorfleben und wohl im Leben überhaupt so ist: jahrzehntelang passiert nichts, gor nichts und plötzlich drängt sich alles in wenige Tage zusammen. Jahrzehntelang habe ich eine viel zu ruhige Praxis, die kaum ihren Mann nährt— und vor sechs Monaten kommt plötzlich die Diphtherieepidemi«. Ich habe mit eincmmal wie irrsinnig zu tun, ras« mit meinem an so viel Arbeit und Tempo nicht gewöhnten Gaul umher, komme oft zurecht und manchmal zu spät; denn die Bauern hier holen den Zlrzt ausschließlich zu Wettläusen mit dem Tode. Auch der kleine Jochen Hansen hat di« Diphtherie, nach mir wird nicht geschickt; und Onkel Studio, meine Konkurrenz, mischt sich nie in Eheangelegcnh«iten seines Bruders und mischt sich auch hur nicht ein, sondern säust. Lena Hansen, die ebenfalls bettlägerig ist, möchte zwar den Arzt haben, aber der Bauer will sparen und kuriert mit Hausmitteln. Nach zehn Tagen kommt, was zu er- warten war: das Kind hat Atemnot. Der Bauer heuchelt Ruhe und schickt nach mir. Ich bin nicht da; bin in einem Nachbardorf: es gibt genug solche Fäll«. Wo es eins von vielen Kindern trifft, geht es ohne großes Zetern ab: das Land ist dem Tod« gegenüber nicht sentimental: aber wo es um«inen, nach zwanzig Jahren zitternder Erwartung wie durch«in Wunder bescherten Stammhalter eines uralten Geschlechts geht: da ist das anders. Als der Knecht zurückkehrt, ist der Atem des Kindes schon fast röchelnd, die Mutter schreit in hilfloser Verzweiflung: der Bauer befiehlt dem Knecht, anzuspannen, er soll ins Nachbardorf fahren und mich holen: im letzten Moment springt der Vater selbst mit auf den Wagen, um mich bestimmt zum sofortigen Mitkommen zu veranlassen; die Frau bleibt mit dem Kinde und einer Magd allein. Was nun kommt, kann ich mir nur aus Erzählungen der Magd, der Bäuerin, des Hannes Hansen zusammenreimen. Er, Onkel Studio, kommt nach Hause, während sein Bruder mich holt. Er ist betrunken und unbeteiligt wie immer; heute vielleicht noch«In bißche» mehr als sonst. Am Tisch in der Diele schläft er wie ge- wöhnlich ein. Schreie aus dem Schlafzimmer wecken ihn nicht. Die Magd rüttelt ihn hoch. In ihrer Ratlosigkeit ist sie in die Diele gestürzt, hat ihn gefunden, zerrt, ihn an das Bett: das Kind ist schon blau auf den Backen, seine Augen quellen bläßlich aus dem gedunsenen Gesicht, di« Geschwulst hat ihm bereits den Luftweg verschlossen. Die Mutter sieht den Schwager, eine letzte, sinnlose Hoffnung brennt in ihr hoch, strahlt in ihrem gestammelten jSafe; „Hannes, du bist doch auch sowas wie'n Doktor— hilf doch!" Und nun geschieht etwas Tolles, beinahe Unwirkliches, Un- heimliches. Da steht also ein oersoffener Mensch, der schon fast das Delirium, der bestimmt schon den Tatterich hat, der vor zwanzig Iahren zum letzten Mal« einen Oerationssaal gesehen hat. Dieser Mann sieht das erstickende Kind, hört die Frau— und ist plötzlich nüchtern, vollständig nüchtern: hat plötzlich fest« Hände, festen Grssf; ist plötzlich zwanzig Jahr« jünger. Eine Erinnerung verläßt die Tiefe seines Bewußtstins und wird Wissen, gegenwärtiges Wissen: die Erinnerung an die Tracheotomie, den Kehlkapffchnitt. Das ist ein« früher bei Diphtherie in der höchsten Not viel angewandte Dperation: in die Kehle wird an einer bestimmten Stell«, die nicht verfehlt werden darf,«in Einschnitt gemacht, der die Luftröhr« öffnet; dahinein wird dann«ine Kanüle geführt, durch die der Kranke atmen kann. Dieser eben noch betrunkene Mensch also geht aus der Kammer und an seinen Schrank, holt sei,» seit.zwanzig Iahren vergessenen Instrumente heraus, wählt zielsicher ein geeignetes Messer, findet auch eine Kanüle. Als er nach einer Minute wieder vor dem Bett steht mit dem Messer in der Hand, wirft sich die Magd ihm in den Arm: sie glaubt an Mord oder Unfug eines Trunken«». Er schleu- dert da» Mädchen mit einem Foustschlag beiseite, der es ohn- möchtig macht. Die Mutter betet zu ihm mit gefalteten Händen. Das Kind hat schon zu atmen aufgehört. Er stößt ihm das Messer in die Kebie, genau an der richtigen Stelle, er führt ohn« eine Se- künde Zeitverlust die Kanüle«in.«ein Tropfen Blut kann ein- dringen und das Werk gefährden— die Luft stürmt in die Lungen durch den neuen, silbernen Weg, das Kind beginnt wieder zu atmen, atmet tief und bald ruhiger und lebt. Das all«s hat drei Minuten gedauert. Eine halb« Stund« später rast der Wagen d«; Bauern heran, in dem auch ich sitze. Ich finde da? Kind operiert, einwandfrei operiert und mit Gewißheit gerettet, find« di« Mutter weinend vor Glück und unfäb'g. klar« Auskunft zu geben, und d«n Onkel Studio — schlafend! Jawohl, schlafend, vor ihm. liegt das Operattons- messer und schimmert silbern und friedlich. Als ich ihn wecke, ist er schon wieder nichts als ein Alkoholiker, der zittert und seinen Rausch ausschlafen muß und glaubwürdig erklärt, sich an nichts zu erinnern. an gar nichts.... Woher dann ich die Vorgänge in feinem Innern weiß, wollen Sie fragen? Das kommt jetzt und das ist eigenttich das Merk- würdigst«. Den» drei Tage später erscheint in meiner Sprech- stund« Onkel Studio. Nein, sagt er, er will mich nicht konsultier«». Er will mir nur sagen, daß er mir nicht mehr ins Handwerk pfuschen wird. Er bittet mich, rücksichtslos gegen ihn vorzugehen, ivenn er sich verleiten lassen sollte. Jawohl, gerade well das vor drei Tagen passiert ist, gerade darum hat er eingesehen, daß ein Säufer nicht Arzt spielen darf. Es ist gut gegongen, gewiß, aber er selbst weih am besten, daß e« ebensogut hätte schi«f gehen können— denn er weiß, wie betrunken er war. Er kann sich das ganze nur durch di« besonder« Deutlichkeit der Erinn«nmg gerade an die Tracheotomie erklären. In jedem Fall war es keine Leistung, son- der» eine Gnade— ja, hm, eine Gnade. Und«r empfiehlt sich, ohne meine Stellungnahme abzuwarten. Und er hält fein Wort. Er läßt das Kurpfuschen, und er läßt sogar etwas anderes: das Trinken: Er geht in den Feldern spa- zieren, er macht sich sogar im Hof« nützlich, ab«r er meidet den Krug. Und das bekommt ihm nicht: er erkrankt an Entziehungs- erscheinungen. Zusehends wird er dünner, kränker, todnäher. Es kommt so weit, daß ich ihn anspreche und ihm rat«, doch täglich wenigstens«twas zu trinken. Er lächelt nur. Als ich vorgestern seinen Tod feststellte, 5)crzschlag. lächelte er noch immer so. Die Geschichte mit dem Kehlkopfschnitt hat an- scheinend seinem verpfuschten Leben einen allzu späten und allzu großen Sinn gegeben, und an der Wucht dieser Sinngebung ist er gestorben. Ich wenigstens erkläre es mir so....* Lange Augenwimpern als Zeichen von Krankheit? Durch Be- obachwnqen, die mehre''e Jahre in englischen Kliniken angestellt uwrden find, wurde festgestellt, daß die meisten Kinder, die lange Wimpern haben, schwächlich sind. Bei tuberkulösen Kindern werde» di« Wimpern zweimal so lang als bei gefunden. Bei diesen wackäsen die Wimvern im ersten Lebensjahre etwa um 3 Millimeter, während sie bei skrofulösen Kindern die doppelt« Läng« erreichen Bisher .st es der Forschung noch nicht gelungen, eine hinreichende Er- llärung dafür zu sinden. Das wort Gulasch, das unserem Ohr so pikant wohlschmeckend lkingt, stammt, als Nationalgericht der Ungarn, natürlich aus dem Ungarischen, schreibt sich eigentlich Eulyas und mar der Name eincs ungarischen Kuhhirten, der auf diese Weise in der Küche aller Länder unsterblich geworden ist. Die Fluroerteilung in Rußland Ist mitunter so ungünstig, daß es Güter gibt, bei denen die Felder bis zu 70 Kilometer vom Bauernhaufe entfernt sind. „Arbeit" Mühsal. Not. Anstrengung. heißt althochdeuffch„orebeit", wörtlich übersetzt: Das lateinische labor heißt ebenfalls Not, Mühe, .■!?. �'�lierrcpublif Liberia(Afrika) haben die Weißen keine politischen Rechte. Rur die Nachkommen der amerikanischen Rück- wanderer sind wahlberechttgt. Da» Gebiet de, jetzigeu New York wurde von einem deutschen Auswanderer von den indianischen Eingeborenen für Stz Gulden abgekauft.