Morgenausgabe Nr. 549 A 226 4l.�hrgang WSchevtUch SS Pf� monatlich Z.tzO W. im voraus zahlbar, Postbezug 4L2 W. einschließlich 60Pfg.PostzeiwngS' und ?2 Pfg. Postbestellgebühren. Auslands« obonnement 6.— M. pro Monat. * Z�r.�VorwSrts' erjcheint Wochentag« lich zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel.Der Abend". Illustrierte Beilagen„Volt und Zeit" und„Kinderfreund". Ferner »Frauenstimme". Technik"..Blick in die Bücherwelt",.Iugend-Borwärts" und»Stadtbeilage". Vevttnev Vswsbßatt Sonntag 23. November 1930 Greß-Äerlin 15 Pf- Auswärts 20 pf. Die einspaltige Nonpareillezeile 80 Pfennig. Reklamexeile 5,— Reichs« mark.„SUeine Anzeigen� das.ettge- druckte Wort 85 Pfennig(zulässig zni ei setigedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuch« das erste Wort 15 Pfestnig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zahlen für zwei Worte. Arbeitsmarlt Zeile SV Pfennig. Familienanzeigen Zeile 40 Pfennig. Anzeigenannahme imHaupl- gefchäft Lindenstraße 3. wochentäglich von bis 17 U dr. Iletttvaloegan der«SozialdemoSvatischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstr. 8 flcrnspKckcr: Töichosf?!i?—?�kgrainm-Ädr:: Eozialdcmokrat?-rIin. Vorwäris-Verlaa G.m.b.H. Postscheckkonti!: Pcrlin375JK.— Bankkonto: BankdcrArbeitcr.Anoestcsttenunt! Beamten, Lindenstr. 3, Dt B Tisc-Ges., Depositens., Jenisalcmer Strke'/stK. Herunter mit den preisen! Ein Aufruf alter Gewerkschaften. Die gewerkschaftlichen Spihenorganisalionen erlassen folgenden Ausruf: Die schwere soziale Krise der Gegenwart bedrohl immer weitere Kreise des deutschen Volkes mit Hunger und Elend. Sie erfordert gebieterisch den nachdrücklichsten Einsah aller Abwehrkräste. Neben die von den Gewerkschaficn verlangte Verkürzung der Arbeitszeit und die anderen Mahnahmen zur Entlastung des überfüllten Arbeitsmarktes muh die Sorge um die Erhaltung der Massenkaus- kraft treten. Nur auf diesem Mege kaon die weitere Verschlechterung der Konjunktur verhindert und eine Wiederbelebung der Wirtschast erfolgreich vorbereitet werden. t?in scharfer Druck auf die Löhne und Gehälter alter Arbeitnehmcrschichtcn hat bereits eine empfindliche Senkung der Lohn- und Gchaltseinkommen herbei- geführt. Das Preisniveau dagegen hält sich immer noch auf einer nicht zu rechtfertigenden Höhe. Tie von der Regierung eingeleitete Aktion zur Senkung der Preise muh wirksamer gestaltet werden, ins- besondere für die Lebensmittel und Gegenstände des notwendigen Massenbedarfs. In Erkenntnis der Bedeutung dieser Aufgabe fordern die »nterzeichnclen Spihenverbände alle ihre llnterorganisationen im ganzen Reich bis hinab zur kleinsien Gemeinde auf. sich an ihrer Durchsührung tatkräftig zu beteUigcn. Das Zusammenwirken aller geiverkschastNchcn Kräfte von Nord bis Süd. von Ost bis West kann den erhofften Erfolg bringen..Darum ergeht unser Ruf an olle unsere Mitglieder in Stadt unh Land, in Industrie und Landwirt- schoft, in Handel und Verkehr, in den Setrieben und Verwaltungen: Organisiert eine gemeinsame Bekämpfung der unberechtigt hohen Lebenshaltungskosten! Stell, euch den Behörden zur Verfügung! Arbeitet zusammen mit den Genossenschaften der Erzeuger und Verbraucher! Fördert die direkten Beziehungen zwischen der Landwirtschaft. die die Lebensmittel erzeugt, und der Bevölkerung, die sie verbraucht! Sicherl euch gegen llebervorleilung durch ständige Kontrolle der preise von Laden zu Laden, von Stadt zu Stadt! Vergleicht die Einkaufspreise mit den Verkaufspreisen, damit die Zwischenhandelsspannc verringert wird! Stellt die preise der Konsumvereine, der Warenhäuser und des Einzelhandels gegenüber! veröffentlicht die billigsten preise mitsamt Ihren Bezugsslellen, damit die Hausfrau weiß, wo sie om wohlfeilsten einkaufen kann! Ruft die Hausfrauen auf. doh auch sie sich in den Dienst der Sache stellen! Seid wachsam und regsam! Angesichts der furcht- baren Not ist jede tatkräftige und umsichtige Mitarbeit notwendig und willkommen. Beteiligt euch an dem grossen Werke, unseren Brüdern und Schwestern zu Helsen und der deutschen Wirtschaft wieder die Grund- läge zur Gesundung zu bereiten! Berlin, den 22. November 1930. Allgemeiner Deutscher Gewerkschastsbund. Allgemeiner freier Angeflelltenbund. Deutscher Gewerkschaftsbund. Gewerkschaftsring deutscher Arbeiker-, Angestellten- und Beamteoverbände. Allgemeiner Deutscher Beamlenbund. Deutscher Beamlenbund. Kartellpreise für Brot verboten. OaS preußische Gtaotsministerium greift Durch. Das preußische«taatsministerium hat die Preisvereinborungen zwischen den Brotfabriken Groß-Berlins durch eine im„Deutschen Reichs- und prcußisäzen Ttaalsanzeiger" bekanntgegebene Anordnung Vorboten. Eg wird untersagt, die Satzungebcstimmungen der Vereinigung der Brotfäbri kanten Groß-Berlins so durchzuführen, daß für die Mitglieder der Bereinigung verbindliche Preise für den Verkauf von Brot' festgesetzt werden. Ebenso werden alle Handlungen uistersagt, die den gleichen Erfolg herbeisiihren sollen. Der preußische Handelsminister Dr. Schreiber hat bei der Uebersendung dieser Anordnung der Vereinigung der Bratfabrikan- ten Groß-Berlins. mitgeteilt, daß bei Zuwiderhandlungen Ord- n u n g s st r a f« n festgesetzt werden können, deren h ö ch st m a ß unbeschränkt ist. Gleichzeitig oerlangt der Handelsminister vorläufig für die nächsten drei Monate von der Vereinigung die Mitteilung aller Beschlüsse oder Abstimmungs- c r g e b n i s s e, die über den Vertrieb von Brot gefaßt werden. Das Eingreifen des preußischen Staatsministeriums ist erfreulich scharf und eindeutig. Die Bereinigung der Brotfabrikantm ist ein Kartell zur Hochhaltung der Preise, ein Kartell wie jedes andere, das den leistungsfähigsten Fabriken Uebcrgewinne sichert und das noch in den letzten Tagen die beiden Firmen G o l d a ck e r und Koppen aus dem Verband ausgeschlosscn hat, weil sie die Verbandspreise unterboten. Rachekrieg in Ostoberschlesien. polen schweigt— Calonder untersucht. A« Hohenbirken in Palnisch-Oberschlesten sind in der Nacht zum Sonnabend Führer der deutschen Wnhl- Gemeinschaft schwer mißhandelt worden. Calonder be- gibt sich nach Hohcnbirkcn und hat den deutschen Per- tretcr, Fürst Pleß. und den polnisllzcn Staatsvertreter ersucht, an der Untersuchung des Terrors der„Aufständischen" teilzunehmen. Am heutigen Sonntag ist in Polen der S«n»t und in Ostober- schlesicn außerdem der Provinziallandtog zu wählen. Wir haben vor kurzem«ine Schilderung der schändlichen Zustände verösfeirt- licht, unter denen die deutsche Minderheit in Ostoberfchlesien trotz Minderheitcnschutzvcrtrag zu leiden hat. Die Aufsicht des Völker- bundskommissars Calonder kann Immer erst in nachträglicher Unter- suchuiig und Berichterstattung wirksam werden. Die Äorgänge in Hohenbirken stellen sogar Ii# der Terrorserie«ine Art Rekord dar. Dort wurde ein Vertrauenzmamr der Deutschen Wahlgemeinschaft nachts aus seiner Wohnung geholt und mit einem Kraftwagen auf die Chaussee hinausgefahren. Hier befahl man ihm. auszusteigen und sich fünf Schritt« vom Kraftwagen �entfernt aufzustellen. Man erklärte ihm, daß er jetzt« r f chaff e n' wurde. Nach fünizehn Minuten mußte der Deutsch- sich mit dem Gesicht nach dem Auto drehen, da man ihn von vorn erschießen wolle. Nach einer weiteren Zeit qual- vollen Wartens zwang man den Unglücklichen/ sich vor den Kraft- ««gen zu legen, mit dem die Aufständischen ihn/ wie sie angaben, überfahren würden. Schließlich schleppt« man den Mann auf das freie Feld und wollte von ihm Angaben üb»r deutsche Propa- gandagelder, über Wafseuverstecke usw. erpressen. T>a er solch« An- gaben gar nicht machen konnte, zogen die Peiniger ihm Schuhe und Strumpfe aus und schlugen ihn mit einem Gummiknüppel auf die Fußsohlen. Dann ließ man ihn hilflos liegen. Ein Deutscher namens INandrysz ist so zugerichtet worden, daß er nicht sprechen kann und die Aerzte an seinem Auskommen zweifeln. Selbst Kinder wurden von den Ausständischen nicht geschont. Bei dem planmäßigen Vorgehen der Banditen wurden zahlreiche Schüsse abgegeben. Die heimgesuchten Häuser bieten ein Bild m ü st« st e r Zerstörung. Die Polizei, die in der Nähe der Überfallenen Häuser untergebracht ist, will weder die Schüsse, noch die Schrei« der Mißhandelten, nach das Klirren der Fensterscheiben gehört haben! Das Ergebnis des Wablbetruqs. Warschau. 22. November. Di« Bezirkswahlenausschüsse haben ihre Arbeit beendet. Dem- nach ist das endgültig« Ergebnis der Sejm-Wahlen: Regierung?- block 24(1, Narionaldemokraten 65, Sozialisten 21, Ukrainer 21, Bauernpartei 18, Wyzwolenie 16, Piast 16, Christliche Demokraten 14, Nationale Arbeiterpartei 9, Juden 7, Deutsche S, Kommunisten 3. Die sechs Parteien der Zentrolinken haben zu- stimmen 80 Mandate errungen. Europa unter Anklage. Die Mächte sind mitschuldig am pilsudski-Kurs. Alarmierende Nachrichten sind im Laufe des gestrigen Tages aus Ostoberfchlesien eingetroffen. Am vorigen Sonntag fanden aus dem ganzen Gebiet der Pilftldskl-„Republir" so- genannte Abgcordnetenwahlen statt. Niemand in der Welt gibt sich irgendwelchen Illusionen über den wirtlichen Charakter dieser angeblichen Volksbefragung hin. Heute wird diese Tragikomödie in ganz Polen wiederholt,'da sich der Diktator auch eine gefügige Senats Mehrheit verschaffen muß. Außerdem wird aber auch der O st o b c r s ch l e s i s ch e Sejm neugewählt, der kiirzfich aufgelöst wurde, weil eine erdrückende Mehrheit von Deutschen und von oppositionellen Polen— Sozialisten und Korsanty-Gruppe— gegen die Will- kürherrschaft des Wpiwoden Grazynskl, des Vertrauens- mannes Pilfudskis und der„Aufständischen"-Verbändc an- kämpfte. Bereits am vorigen Sonntag hat die deutsche Minder- heit infolge der administrativen Schikanen, der glatten Rechts- bräche und des offenen Terrors dreiviertel ihrerpar- lamenta tischen Vertretung verloren. Um nun den Sieg Pilfudskis und Grazynskis im oberschlesischen Sejm zu sichern, haben die„Aufständischen" ihre Gewaltinaßnahmen dermaßen gesteigert, daß verzweifelte Hilferufe aus diesem ehemals reichsdeutfchen Gebiet herüberschallen. Sie sollen nicht ungehört verhallen. Als erste haben wir an dieser Stelle die Forderung erhoben, daß die politische Entrechtung der deutschen Minderheit Oberschlesiens, die mit ihrer kulturellen Gefährdung unzweifelhaft ver- bundcn ist, vor das Forum des Völkerbundsrates gebracht werde. Gerade weil wir für eine Verständigung zwischen Delstschland sind Polen.über alle strittigen Fragen eintreten, weisen mir auf die Möglichkeiten hin, die der Völkerbund zumindest in bezugaufOstoberschlesienbietet, heben wir die Rechte und die P f lichten der Ratsmächte gegenüber der dortigen beutschost Minderheit heroors Es ist eigent- lich ein Glück, daß dieser Weg offen steht, denn sonst wäre die Gefahr noch viel größer, als sie es' ohnedies ist. *« Hat man sich in den europäischen Kanzleien schon Ge- danken darüber gemacht, welche unabsehbaren Komplikatwncn entstehen können, wenn im Grenzgebiet auf deutscher Seite Elemente, die ebenso nationalistisch verhetzt sind wie drüben die Rollkommandos Grazynskis, auf eigene Faust beschließen, lokale Strafexpeditionen in benachbarte Grenzdörfer zu unternehmen? Die bloße Möglichkeit eines solchen Handstreiches ist so ernst, daß sie ins Auge gefaßt werden muß: zwanzig oder dreißig Mann können ungeheueres politisches Unheil anrichten. Dieser Gefahr kann und muh rechtzeitig vorgebeugt werden, indem die Regierungen ihre Pflicht gegenüber der deutschen Minderheit erfüllen. Im Notfall muß sogar, satzungsgemäß, wenn Gefahr im Verzuge ist und wenn auch nur einer der 50 Völkerbundstaaten die Initiative dazu ergreift, der Rat un- verzüglich einberufen werden. Wir hoffen, dpß die Dinge in Oberschlesien, obwohl sie an sich schon schlimm genug sind, sich nicht weiter zuspitzen und eine sofortige Einberufung des Rates nicht erforderlich machen werden, so daß man bis zur nächsten regulären Ratssitzung imIanuar wird warten können, um die Vorgänge in aller Ruhe zu prüfen. Aber diese Beratung muß kommen, wenn nicht der Schutz der Minderheiten in Genf zn einer bloßen Komödie herabgewürdigt wird, wie es leider das offenkundige Be- streben der meisten Staaten ist, denen nationale Minderheiten durch die Friedensverträge von 1919 zugeschanzt wurden. # Wir bedauern aufrichtig, daß wir durch unsere Forderung und durch ihre Begründung den Anschein erwecken könnten, als liege uns nur das Schicksal der deutschen Minderheit am Herzen. In Wirklichkeit geht es der ukrai- nischen Minorität am anderen Ende des polnischen Staates nicht besser, sondern sogar noch viel schlechter als der deutschen. Was sich gestern in einzelnen deutschen Dörfern Ostobcr- schlesicns an Bluttaten ereignet hat, das hat sich hundertfach in einem riesigen, überwiegend von ukrainischen Bauern be- wohnten Gebiete seit Wochen in ungeheurem Ausmaße ereignet. Das führende englische liberale Organ „Manchester Guardian", das seiner Tradition treu bleibt, ein Hüter des europäischen Gewissens zu sein, hat sich ein großes Verdienst erworben, indem es einen Sonderbcricht- erftaücr nach Ostgalizien und Woihynien entsandt hat, dessen Schilderungen jener Grausamkeiten, die die Soldateska Pilfudskis verübt hat, sogar in unserem durch den Weltkrieg abgehärteten Zeitalter ausrüttelnd wirken. Kampf dem Der Ortsverein Berlin-Kreuzberg des Reichsbanners schwarz- Rot-Gold veranstaltete gestern abend sein diesjähriges Üerbstfest. Polizeipräsident Staatsminister a. D. G r z e s i n s k i hielt die Festrede. Er sagte: Sie sind zusammengekommen, um einige Stunden des Frohsinns, der Freude und der Erholung miteinander zu verbringen, und Sie werden überrascht sein, wenn ich sage, daß ich ausdrücklich zu dem Zweck hierhergekommen bin. um Sie alle an den Ernst der Lage zu erinnern: denn es gibt leider der Anzeichen dasür genug, daß manche Kreise in Partei und Reichsbanner sich keineswegs über die Situation klar sind, die der 14. September in Deutschland geschaffen hat. Ich bin kein Mucker und Leisetreter, der der republi- kanischen Jugend in dieser schweren Zeit ein Vergnügen ver- derben will; aber ich würde vor Ihnen und vor mir verantwortungslos handeln, wenn ich heute nicht offen aussprechen würde, daß Gefahr im Verzuge ist. Ich verstehe dabei unter Gefahr nicht das übliche. Geschwätz von Putsch und Staatsstreich. Denn ich kann auch van dieser Stelle aus noch einmal versichern, was Kamerad S e v e r i n g als Minister des Innern neulich schon im Sportpalast versichert hat: die preußische Polizei, und speziell die Berliner Polizei, ist ein starkes und zu- verlässiges Instrument der Republik, und wer es wagen sollte,. die Hand gegen die Staatsgewalt zu erheben, der wird sie zk spüren bekommen. Ich halte auch die Nazis, so wie sie heute vor uns stehen, großsprecherisch, radaulustig und verworren, keineswegs für eine große Gefahr, für die sie manchmal gehalten werden Eine sehr viel größere Gefahr für Volt und Staat sehe ich darin. daß große Teile des Bürgertums, aber auch Teile der Arbeiterschaft, von einer Art Panik befallen sind, die sie zu unbewußten und doch wirksamen Helfershelfern der saschistischen Konter. revolution macht. Ich spreche von den Helfershelfern des deutschen Faschismus und möchte dabei die Kommunistische Partei nicht un- erwähnt lassen. Was diese Partei in bald 12jähriger Verhängnis- voller Tätigkeit an Schwächung und Zersetzung der republikanischen Front, und speziell der Front der Arbeiterklasse geleistet hat. gehört zu deck übelsten Kapiteln politischer Geschichte. Immer wieder muß man feststellen, daß die Kommunisten den faschistischen Gegnern das Material für ihre Propaganda ge- liefert haben. Faschismus! spricht zum Reichsbanner. Wir wollen aber auch die anderen Helsershe1s«r de» Faschi«nus nicht vergessen, wie wir sie in jenen Teilen des deutsch«» Bür- gertums finden, die aus hemmungslosem Haß gegen die Sozial- demokratie lieber politischen und sozialen Selbstmord begehen, als sich mit der Sozialdemokratie als der politischen Vertretung der deutschen Arbeiterklofle in vernünftige Verhandlungen über die Lebensbedingungen des deutschen Arbeiters einzulassen. Der deutsche Faschismus birgt die Gefahr einer nationalen Katastrophe in sich, denn anders als in Italien liegen die Verhält- nisse in Deutschland, und der deutsche Fasctsismus wird ganz bestimmt nicht eine Diktatur nach der Art Mussolinis ausüben können. Er wird dazu keine Gelegenheit haben, er wird überhaupt nicht dazu kommen. Leider wird er in der Lage sein, etwas ganz anderes her- vorzurufen, nämlich fürchterliche Erschütterungen, die unter llmstän- den Bürgerkrieg und sogar nationalen Zerfall nach sich ziehen können. Schon heule hat der Faschismus Deutschland unsäglich geschädigt. seineu Kredit erschüttert, da» vertrauen des Auslandes auf deutsche Kraft und deutschen Lebenswillen gefährdet, unsere Außenpolitik lahmgelegt und unsere Innenpolitik den abscheulichsten Auseinandersetzungen preisgegeben. Deutschlands guter Name ist in Gefahr, aus der Reihe der zim- lisierten Völker zu verschwinden. Mit alldem muß endlich einmal Schluß gemacht werden, und eure Aufgabe, Kameraden vom Reichsbanner, ist es, so rasch als möglich und so gründlich als möglich dafür zu sorgen, daß dieser Schluß bald eintritt. Wir müssen daher unsere Aktioität verviclsachen. Wir brauchen öffentliche Kundgebungen, Kundgebungen nicht nur im Sportpalast, sondern auch in kleinen und kleinsten Sälen, wir brauchen solche in der Stadt, wir brauchen solche mehr noch draußen auf dem Lande. Wir brauchen Aufmärsche, Demonstrationen in Massen. Wir brauchen nicht nur wirksame Referenten, sondern auch geschulte und geschickte Debatteredner, frisch-, draufgängerische Leute. die es an Kenntnis und Redsgewandtheit mit jedem aufnehmen müssen. Wir brauchen Flugblätter und Broschüren, lind dazu müssen wir alle schwere materielle Opfer bringen. Unser Kampf gilt den Gegnern der Republik, unser Kampswille muß stärker sein als alle Hindernisse. Die» wollen wir in dieser Stunde aufs neue geloben, und darum fassen wir dieses Gelöbnis zusammen in den Ruf:„Die deutsche Republik, sie lebe hoch!" Ebenso wie die politisch« Entrechtung der Deutschen in Oberschlesien verdiente also die Verfolgung der Ukrainer so- wie der Litauer und Weißrussen, in den östlichen und nörd- lichen Gebieten Polens eine Untersuchung des Völkerbunds- rates. Ob ein solches Eingreifen des Völkerbundes zugunsten dieser Minderheiten— sowie der Deutschen in dem nicht- oberschlesischen Teile Polens— juristisch ohne weiteres mög- lich sein wird, etwa auf Grund der allgemeinen Minderheiten- schutzverträge, muß noch geprüft werden: und wir hoffen, daß diese Abrechnung nicht an völkerrechtlichen Zwirnsfäden icheitern wird. Aber bei dem Genfer Abkommen bezüglich Oberschlefiens besteht diese Schwierigkeit nicht und deshalb muß zumindest und jedenfalls zugunsten der dortigen Deutschen eingegriffen werden. s Mag sich Pilsudski oder sein Sprachrohr in Genf darauf berufen, daß seine Wahlmethoden keine Ausnahmebehandlung der Minderheiten bedeuten, sondern auf alle, auch rein polnischen Oppositionsparteien Anwendung gefunden hätten, dann wird er damit nur seine eigene Schande dokumen- tieren, aber der Rat wäre dadurch nicht seiner Pflicht des Minderheitenschutzes entbunden. Indessen ist nicht Pilsudski allein schuldig— Europa ist mitverantwortlich, voran die Mächte, die das selbständige Polen ins Leben gerufen haben. Wir gehören gewiß zu denen, die Polens Existenzberechtigung als selb- ständiger Staat entschieden bejahen. Wir erkenüen sogar an, daß es bei der Schaffung des unabhängigen Polens unvermeidbar war, auch größere nationale Minder- Helten in den neuen Staat einzuverleiben. Aber dann war es die Pflicht der Großmächte, die Polen schufen, sich um das Schicksal dieser Minderheiten auch ernst- haftzukümmern. Es geht nicht an, daß man den Polen sagte:„Wir überlassen euch 4 Millionen Ukrainer, über 2 Millionen Juden, fast 1,1 Millionen Deutsche und ebensoviel Weißrussen— tut mit ihnen, was ihr wollt." Gewiß, man hat ihnen das nicht gesagt, man hat ihnen sogar gewisse feierliche Verpflichtungen auferlegt— aberwiehatman sich um die Einhaltung dieser Verpflichtung gekümmert? Allein die ziffernmäßigen Ergebnisse der Pilfudski-Wahlen geben auf diese entscheidende Frage eine vernichtende Antwort! * Die Großmächte, die Polen geschaffen haben und die schon aus dieser Tatsache ein m o r a l i s ch e s Recht her- leiten sollten, das schwerer wiegt als alle sogenannten Souveränitätsrechte, hätten die Pflicht und die Macht gehabt, die Pilfudski-Schande zu verhindern, und weil sie es unterlassen haben, prallt diese Schande auf Europa zurück. Insbesondere Frankreich, das als der eigent- liche Schutzpatron Polens seit jeher gilt und das sich mit diesem Titel gerne selbst schmückt, hätte schon seit langer Zeit Polen energisch daran erinnern müssen, daß in Persailles eine demokratische Republik Polen geschaffen wurde, und kein absolutistisch-faschistischer Staat, und daß die demokratisch- republikanischen Grundsätze sogar die selbstverständliche' Vor- aussetzung waren, unter der Polen von seinen Schöpsen: auf der Pariser Friedenskonferenz ins Leben gerufen und ihm so üarke nationale Minderheiten anvertraut wurden. Aber die Erfahrung der letzten elf Jahre hat bewiesen, daß Frankreichs Interesse an Polen ein vorwiegend mili- t ä r i f ch e s, ja, um das Kind beim rechten Namen zu nennen, ein antideutsches war. Polen sollte nach dem Abfall und dem Zusammenbruch des Zarenreiches die Rolls des östlichen militärischen Bundesgenossen im Rücken Deutsch- lnds spielen, das einst Rußland als Partner in der Entente übenwmsnen hatte. Deshalb ließ Frankreich Polen gewähren, sah es untätig, vielleicht sogar ermutigend zu, wie es zu einem militärischen, ja militaristischen, das heißt reaktionären. minderheitenfeindlichen, später sogar faschistischen Diktatur- staat wurde. Es hat eine Periode gegeben, zwischen Locarno und Haag, in der Zeit der engsten Zusammenarbeit zwischen Briand und Stresemann, in der führende Kreise Frankreichs stch langsam der Erkenntnis zu nähern schienen, daß eine deutsch-sranzösische Freundschaft wichtiger, nützlicher und auch sauberer sei als diese Verbundenheit auf Leben und Tod mit dem unheimlichen Staat des Marschalls Pilsudski. Da- mals z. B. empfand Briand Polens Einspruch gegen die frühere Räumung des Rheinlandes als querulantenhafte Ein- Mischung und ließ es auch deutlich durchblicken. Diese erfreuliche und notwendige Entwicklung ist durch die Reichstagswahlen vom 14. September jäh unterbrochen worden. Daran tragen weite Teile djts deutschen Volkes die Schuld. Solange man in Frankreich auf die 107 Hitler-Abge» ordneten als auf die Vorboten des Revanchekrieges wird hin- weisen können, ist zu befürchten, daß Frankreich mit jedem Polen, wie es auch innerpolitisch aussehe, durch dick und dünn gehen wird. «- Darin liegt eine Gefahr für den Frieden in Europa. Gegenwärtig muß sich die französische Demokratie die Feststellung gefallen lassen, daß zwei ihrer wichtigsten militärischen Alliierten im Osten Europas, Polen und Jugoslawien, zwei Diktatur stallten sind, die nicht nur die eigenen demokratischen Volkskreise und die Ar- beiterorganisationen verfolgen und drangsalieren, sondern auch ihnen anvertraute nationale Minderheiten entrechten. Es ist kein Zufall, daß. je demokratischer ein Regime ist, desto besser die Minderheiten behandell werden, und daß erst der Faschismus das Leben dieser Minderheiten zur Hölle macht. Die Süd tiroler hatten sich unter Nitti mit ihrem Schick- sal abzufinden begonnen, ihr Elend hat unter Mussolini be- gönnen. Die Lage der Deutschen und Ungarn in Ju g o- llawien war zwar niemals rosig, denn dieses Reich ist bestenfalls eine Baltandemokratie gewesen, ober seit der Ein- richtung der Militärdiktatur Zjwkowitsch hören die Klagen namentlich der Banatdeutschen über Verfolgungen und Grau- 'amkeiten nicht auf. In Polen endlich schien sich eine Vefserimg anzubahnen m den Zeiten, in denen die Links- Der Kaiser von Deutschland. Oskar, der Rückschlag auf den Urgroßvater. Die„Nachtausgabe" des Herrn Hugenberg preist ein Buch über die deutschen Nationalisten an, in dem die Frage untersucht wird, welcher Hohenzollernprinz der geeignete künftige Kaiser von Deutschland wäre. Das Los ist auf Oskar gefallen. Er wird bei Hugenberg wie folgt angepriesen:: „Der g egeöe n e Pratendernr märe somit zweiiellos Prinz Oskar gewesen, in dem sich in glücklichster Weise«in aus- gesprochen soldatisches Empfinden mir regem politischein Interesse verbindet, und der dabei gleichzeitig auch in seinen ungewöhn- liehen Persönlichkeits werten alle Voraussetzungen für eine solche Spitzenstellung geboten hätte. Zwei Eindrücke sind«s insbesondere, die schon die flüchtigste Bekanntschaft mit dem Prinzen vermittelt: die vorbildliche Weise, in der hier die bekannte, ernste Mahnung de? Grafen Schliefsen: „Mehr sein, als scheinen!" gelebt wird, und die frappant« Aehnlichkeit seines Charakters mit dem kaifer« lichen Urgroßvater Wilhelm l. Es ist ein Glück für die Republik, daß Prinz Oskar strenger L e g i t i m i st und frei von persönlichem Ehrgeiz oder abenteuerndem Tatendrang ist. Lebte in ihm etwas von dem unruhigen Geist eines Albrecht Achilles oder des Saakfcldcr Louis Ferdinand, so stünde die„Stabilität"' der Novemberrepublik vermutlich aus sehr schwachen Füßen...!" Wilhelm von Doorn ist den deutschen Nationalisten zu unbedeutend, als daß sie ihren Prätendenten als Sohn seines Äaters anpreisen könnten. Sie müssen schon den Rück- schlag auf den Urgroßvater zu Hilfe nehmen, wenn sie für ihn Stimmung machen wollen. Auch ein Dolch- stoß gegen den Vater! Den Prätendenten hätten sie nun glücklich, nun will er leider nicht, weil der Herr Papa noch nicht gestorben ist und dieser als erster Anspruch auf die Rolle de« kommenden Kaisers von Deutschland hat. Sonst, wehe der Republik! Sie lebt nur noch, weil Herr Oskar nicht vor seinem Vater Kaiser werden will— so sagt es uns Hugenberg. Wo sind die Zeiten, da Herr Hugenberg selbst noch der Prätendent war, der große Mann, der Retter Deutschlands? Sie sind dahin, und Oskar ist Trumpf! Was wird aber Herr Hitler dazu sagen? Der hat die eigentliche Erbschaft von Hugenberg angetreten— und nun soll er von dem Hohenzollern-Prätendenien beiseite- geschoben werden? Es ist ihm schon einmal geschehen, baß die Prinzen und Herren ihm klargemacht haben, daß er ein ganz munterer Junge zum Trommeln sein, daß er jedoch als einfacher Mann sich klar darüber sein müsse, daß er mit den Herrschaften nicht konkurrieren könne, wenn es um die Posten gehe! Außerdem hat er selbst seinen Prinzen, den Herrn A u w i. Da werben die Herren Söhne Wilhelms sich erst noch untereinander äuseinändersetzen müssen, und die Herren Hitler und Hugenberg auch, ehe der Kaiserthron von Deutsch- land besetzt werden kann und der Herr Prätendent an der Republik wackelt! Hiiler soll Rede stehen! Sein Verhältnis zu GüWirol und zum Faschismus Mogbeburg. 22. November.(Eigenbericht.) Wie von nationalsozialistisck�r Seite mitgeteilt wird, spricht am 18. Dezember Adolf Hitler in Magdeburg in einer öffentlichen Versammlung. Ortsverein und Gau Magdeburg des Reichs- banners Schwarz-Rot-Gold haben beschlossen, Hitler in der Diskussion entgegenzutreten. Die Anbiederungsversuche der Nationalsozialiften und des„Stahlhelm" an den italienischen Faschismus seien vom nationalen Standpunkt aus so befremdlich. daß darüber«in« öffentliche Auseinandersetzung herbeigeführt werden müsse. Auch die Begleitumstände der Annäherung der beiden deutschen nationalistischen Organisationen an den Faschismus de- dürsten nach den verschiedenen Seiten hin einer restlosen Aufklärung. Ein kurioses Bündnis. Zentrum und Kommunisien Arm in Arm. Stuttgart. 22. November.(Eigenbericht.) In dem Dorfe Schluchtern bei Heilbronn haben di« Kommu- nssten aus fanatischem Haß gegen die Sozialdemokratie bei den am letzten Sonntag stattgefundenen Gemeindewohlen ihre Stimmen der Zentrumspartei zugeleitet und ihr damit einen weiteren Sitz im Rathaus verschafft. Der Sozialdemokratie fehlten zur Erlangung eine? weiteren Sitzes n»r drei Stimmen. Am Mon- tag veranstaltet« die Zentrumspartei«ine Siegesfeier, zu der die Kommunisten eingeladen waren. Parteien und die Sozialisten direkt oder indirekt Einfluß auf die Warschauer Regierung hatten und ihre demokratisch-ver- fassungsmäßigen Rechte ausüben konnten. Seitdem sich aber die.�Obersten-Regierungen" ablösen, seitdem der Säbel Pilsudskis herrscht und die vulgäre Beschimpfung des Parka- ments zu einem rituellen Regierungsakt geworden ist, werden die Minderheiten der Soldateska ausgeliefert, der regulären Armee in der Ukraine und den ,.Aufständischcn"-Formationen in Oberschlesien. Noch wäre es Zeit für Europa, einzugreifen, dieser eige- nen Schande Einhalt zu gebieten, im eigenen Interesse und bevor es zu spät wird. Da wir auf Frankreich nicht rechnen können, das wie hypnotisiert auf die nationalsozialistische Springflut schaut, appellieren wir an die englische Ar- b e it« r r c g i e r u n g, die bereits bei verschiedenen Gelegen- hciten zu verstehen gegeben hat. wie sie über die Begleit- erscheinungcn der Pilsudski-Wahlen denkt. Wir wissen, daß die Arbciterrcgierung gegenwärtig mit schweren Sorgen über- häuft ist und Probleme zu meistern hat von einem Ausmaße, wie vielleicht keine britische Regierung je zuvor. Aber was sich in Polen abspielt und was daraus zu werden droht, ist kaum weniger wichtig. Man achte beizeiten darauf, daß nicht aus Europas Schande noch eines Tages aufs neue Kuropas Unglück entstehe! England und die ilkrainerverfolgung. London. 22. November. Ein Mitglied der Arbesterpartei fragte im Unterhaus, ob die Regierung, als Mitunter Zeichner der Minderheiten. pexträge, der Behandlung der Ukrainer in Polen ihre Auf- merksamkeit geschenkt habe. Ukrainisch« Bauern seien von Soldaten Mlßhanbell worden, wobei mehrere ums LebGn gekommen seien. Läden de» Konsumvereins seien gepkünbert und wertvoll« Büchereien in Asch« gelegt worden. Der Abgeordnete fragte die Regierung, ob sie beabsichtig«, d>« Angelegenheit dem Völkerbund M unterbreiten. Der Unterstaotssekretär für Aus� wärtig« Angelegenheiten D o l t o n sagte, die Regierung sei aus diese Nachrichten bereits aufmerksam geworden und der britische Botschafter in Warschau sei ersucht worden, einen Bericht darüber zu liefern. Unmögliches Gerichtsverfahren Der Sittlichkeitsprozeß von Potsdam. Seit Wochen plätschert in Potsdam die Verhandlung gegen den Amtsoorftehsr und Schornsteinsegenneister Frenz«! dahin. Der Mann ist angeklagt— und in erster Instanz deswegen auch ver- urteilt—, an zweien feiner Tochter Blutschande verübt zu lioben.- Deshalb Hot ihn das erst« Gericht ins Zuchthaus schicken wollen. Man Hot ihn aber gegen Kaution auf freien Fuh gesetzt, da- mit er seine Verteidigung ungehemmt vorbereiten könne. An sich ist dieser Prozetz nicht von größerer Bedeutung, als tausend andere, die sich täglich vor deutschen Gerichten abrollen. Aber er hat in der Berufungsinstanz eine besondere Not« erhallen durch den Beschluß des Gerichts, die O e f f e n tl i chk e it einschließlich der Presse für die ganze Dauer der VerHand- lung auszuschließen. Alle Versuche der Verteidigung, diesen Bc. schluh zur Aufhebung zu bringen, sind gescheitert. Eine Zeitlang lalle der Vorsitzende chcllwig gar den abenteuerlichen Plan ge» faßt,„offiziöse" Berichte von sich aus unter Mitwirkung von Staats- onwalt und Verteidiger herauszugeben. Der einmütige Wider- 'pruch der Press« und ein zarter Wink von oben haben ihn von dem Plr.n noch rechtzeitig Abstaird nehmen lassen. Jetzt aber hat sich ein Zustand herausgebildet, der noch u n- möglicher und noch unerträglicher ist, als der frühere. Angesichts der Personenkreiso. die aus der Umgegend von Potsdam in den Prozeß verwickelt sind, angesichts des Aufsehen», das die erste Verhandlung erregte, ist die Oeffentlichkeit an dem Gang dieser neuen Erörterung stark interessiert. Da aber die Pressevertreter ausgeschlossen sind, kam, ein« ernste und absolut zuver- lässig« Berichterstattung nicht«rfolgen. Trotzdem erscheinen räglich Berichte üb«r Phasen dieses Prozesses. Lokalkorrespoichenzen versorgen die Zeitungen mit lausenden Berichten, die abgedruckt werden müssen, weil der eigene Nachrichtendienst unterbunden ist. Keine Zeitung aber, auch der„Vorwärts" nicht, kann für die Richtigkeit und Zuverlässigkeit dieser Bericht- erstattung hasten. Sie wird gespeist aus unkontrollierbaren Quellen, aus Erzählungen einzelner Prozeßteilnehmer, und dann von wendigen Journalisten in Form von lesbaren„Berichten" durch die liokolkorrespondenzen in die Zeitungen geliefert. Die Oeffentlichkeit hat ein Interesse daran, daß niemand unschuldig verurteilt wird. Sie will deshalb die Verhandlungen des Gerichts selbst kontrollieren können. Das geschieht sonst durch«ine sachliche Gerichtsbrrichterstattung, die dem Leser die Möglichkeit gibt, die Tatsachen selbst nachzuprüfen. Die Methode der Hel.lwig-Kamn, er von Potsdam aber hat dazu geführt, daß die Oeffentlichkeit einseitig und möglicherweise falsch unterrichtet wird, da sie unter solchen Umständen ein hartes Urteil gegen den Angeklagten überhaupt nicht begreifen würde. Diese Methode Hellwig ist eine Katastrophe kür d'« Rechtspflege und für das Vertrauen zur Rechtspflege. Sie leistet unkontrollierbarsten Gerüchten Vorschub und I ürdert nicht, daß später auch ungerechte Urteile gegen Richter gefällt werden, die an dem Urteil in Potsdam teilnahmen. Deshalb sollte mam von Potsdam lernen, wie es im Intcresie der Rechtspflege nicht gemacht werden darf! Dem Totenheer des Weltkrieges. Sozialdemokratie und Reichsbanner. Der Derliner Zwischenfall. Zu den bedauerlichen Vorgänzen, die sich am Freitagabend bei d� mi-rnationalen. Kundgebung am.Kaiserdamm obzeipiÄt. haben. --rbätt das„Berliner Tageblatt" einen Bericht, in dem behauptet wird, im Oktober hatte eine knapp« Mehrheit der Berliner sozial- demokratischen Parteifunktionäre entgegen dem Borsitze»- den Künstler d«n Beschluß gefaßt, amNeichsbanner fest- z u h o l t e n und«inen neuen Ordnerdienst nicht anzuerkennen. Künstler und seme Gruppe hätten aber trotzdem einen besonderen Saalschutz als Konkurrcnzoroanisation gegen dos Reichsbanner zu bilden versucht. Dementsprechend Hölle Künstler auch den Aufmarsch eines sogenannten„Iungproletarifchen Ordnerdienstes" gebilligt.— Dazu wird uns aus dem Berliner Bezirksvorstand .mitgcteill: „Im Ottober wurde aus Lorschlag des Bezirksvorstandes von -wer Bersommlung der Kreis- und Abteillingsleifer mit rund 500 gegen 5 Stimmen beschlossen, daß ein Ausbau des Ordnerdienstes nur im Einverständnis mit den Kreis- und Abteilungsleitungen vorgenommen werden dürfe und daß die Sozialdemokratische Partei Berlins das Reichsbonner unterstütze. Dieser klare, gegen jede Sonderbündelei sich richtende Beschluß wurde vom Genossen Künstler auss nachdrücklichst« unterstützt. Somit ist es auch falsch, daß nur die Gesomtpartei am Reichsbanner festhält, die Berliner Partei aber«ine Konkurrenz- organisotion zu bilden versucht. D i« Berliner Partei nimmt in dieser Angelegenheit k-einc andere Stellung«in als die Gesomtpartei. Genosse Künstler bot auch nicht den Aufmarsch des sogenannten„Iungproletorischen Ordnerdiensses" gebilligt, sondern diesem im Gegenteil untersagt, -irgendwelche Ordnerdienste auszuüben." MaT" Nie wieder! Oer Landbund gegen Gtarhemberg-Daugoin. Wien. 22- November.(Eigenbericht.) Bundespräsident Mitlas hat heute die Vertreter der Ehrist. lichsozialen empfangen, die ihm Bericht erstatteten über die Der- Handlungen ihres Frakttonsführers Dr. Buresch mit den Ver- tretcrn der anderen Fraktionen. Aus Einladung des Bundespräsidenten erschien auch der gewesene Bundeskanzler Dr. Schober bei ihm. Dagegen hat Mitlas die stärkste Fraktion, nämlich die der Sozialdemokraten, bis jetzt nicht zu einer Besprechung eingeladen! Allerdings sind es noch keine richtigen Besprechungen zur Regierungsbildung, dem, die Regierung ist noch nicht zurückgetreten.' Das„Extrablatt", Organ des Landbnndes, schreibt heute abend, die Vertreter des Kursus Starhcurbcrg-Vaugoin mögen endlich zur Kenntnis nehmen, daß der S6)ober-Black mit ihncu nicht zusammenarbeitet rnrd daß er sich nicht selbst ins Gesicht spucken, sondern daß er gegen jede Regierung des de» Kursus Starhemberg-Vaugoin in der ersten. Sitzung Nationalrates den Mißtrauensantrag einbringen werde-, Entgegen den Mitteilungen der amtlichen Staatskorrespondenz über den bisherigen Gang der Verhandlungen stellt heut« her Schober- Block fest, daß von eigentlichen sachlichen Voraus- setzungen für eine Zusammenarhoit noch nicht die Red« gewesen sei. Sa sei besonders ein Arbeitsprogramm, das doch die selbst- verständliche Vorbedingung für die Bildung einer parlamentarischen Mehrheit darstellt, ü b e r h a u p t nicht erörtert worden. Als Voraussetzung für eine sachliche Zusammenarbeit hätten die Bcr- trcter des Schoder-Blocks den Rücktritt der gegenwärtigen Regierung verlangt. Demnach schlössen die Verhandlungen gestern ergab nislbs ab und die weller«- Behandlung der Angelegenheit ist an den Bundes- Präsidenten übergegangen. Die ,.A r b c i t e r- Z e i t u n g" schreibt: Wir Sozialdemokraten können diesem Treiben mit Ruhe zuschoucn. Deutscher Parteikrieg. Siraßenfampf in Hindenburg.— Ein Toter, ein Lerlehtcr. I hindeaburg. 22. November. In chindenburg kam es gestern abend kurz vor Mittcruacht zu einem Zusammenstoß. zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten, aus dem sich ein regelrechter Straßen- kämpf entwickelte. Ein Mann wurde getötet, die Personalien stehen noch nicht fest. Ein zweiter, ein Nationalsozialist, erhielt einen Schentelschuß. Orei Schwerverletzte in Württemberg. Stuttgart, 22. November.(Eigenbericht.) Auf der Straß« zwischen F e l l b a ch und Waiblingen kam es zu einem schweren blutigen Zusammenstoß zwischen Ratio- nalsozia listen und Kommunisten. Zwei Nazileute und ein Kommunist wurden schwer verletzt. Insgesamt wurden 32 an dem Zwischensoll-beteiligte Persopcn in Waiblingen verhaftet. Die politische» Empfänge de» Reichskanzler, Heiden chren Anfang genommen. Nachdem Brüning am Fxsitag den Abgeordneten Per- litius vom Zentrum empfangen hatte, hatte«r am Sonnabend ein««ingehend« Besprechung mit dem stellvertretenden Vorsitzenden der Bolkspartei, D i n g« l de?. Dr. koch, der früher« Dorsigende der weiland Demokratischen Partei, ist zum ersten Vorsitzenden de» Bcamtcnwirtschasts- b un des gewählt worden. Di« Bevölkerung der USA. einschließlich aller Nedeniändsr, jedoch m» Ausnahm» der Philippinen, beträgt»ach dem Schlußergebm» Der Rußland-Alarm. kkreml-llmaebuug abgesperrt.— Telephonstörung nur Wetterfolge. Wir erfahren, daß mindestens noch t>or zwei Tagen die zum Kreml führenden Moskauer Straßen abgesperrt waren. Dieser äußerst ungewöhnliche Zustand begünstigt natürlich das Entstehen aufregender Gerüchte, wie das bereits dementierte von der Ermordung Stalins. Die vielbesprochene Störung des Fernsprechver- k c h r s mit Rußland verliert stark an Sensation, wenn man hcht, daß auch mit Kowno, Riga und Reval zu sprechen nicht möglich war. Das Fernsprechamt führt diese(Störungen auf atmosphärische Vorgänge zurück. Funk-, Telegramm- und Briefdienst sunttiomeren. Das Auswärtige Aint hat Sonnabend früh«in Telegramm aus Moskau erhalten, dos am Freitagabend Z-slO Uhr in Moskau aufgegeben ist. Der Inhalt des Telegramms läßt n ich t auf besondere Vorkommnisse in � Sowjetrußland schließen. Manches seltsame Vorkommnis der letzten Tage hat ohne „Armer Columbus." Premiere in der Stadtischen Oper. Eine. OperNdichtung von empörender Minderwerngteit, dazu Musik des jungen Erwin Dresjel. Vielleicht eine Talentmobe, aber Acußerung einer noch völlig unreifen, unentwickelten Person- lichkeit. Als Ganzes ein Werk von peinlicher Unzulänglichkeit, das de» Aufwand dieser Berliner Ausführung keinesfalls rechtfertigt. Zum Schluß' Applaus nnd Pfiffe, K. P, Zweifel zur Gerüchtbildüng beigetragen. So erscheint z. B- das Blatt der Roten Armee„Krasnaja Swesda" seit dem 16. November nicht mehr unter verantwortlicher Redaktion von G am a r n i k (Leiter des politischen Ausklärungsdienstes der Armee). Eide- in a b>r(Direktor der Kriegsakademie) und D e g t j a r c w(Gehilfe Gamarulks), sondern unter Leitung eines gewissen Lande, der sich bisher in keiner Weise hcrvorgctan hat. Da dieser Redattwns- Wechsel ohne sehe Zlir gäbe von Gründen vorgenommen wurde, so ist begreiflich, daß die Absägung so prominenter Person- lichkeiten auf militärpolitischem Gebiet zur Gerüchtbildüng führen mußte. Nazibluitai im Westen. Schüsse in einen Tanzsoäl.- Drei Schwervekletztc. kurz vor Mitternacht wurde von einer natioualsozio llsthchen Bande aus die Feslsäle„(Eden- JJalasr in der Kaiser. Friedrich. Sirahe in Eharlollenburg. in denen der Arbeiter-Dandercr. und Gesclligkeilsverein„Falke" eine» Unker- halkungsabend abhielt, ein gemeiner, offenbar vorbereiteter Feuer- Überfall verübt. Drei Mitglieder de» Verein» wurden von den hakenkreuzlern niedergeschossen. Die Verletzten wurde» mit Bauch- und Rückenschüssen ins Westendkraukenhaus eingeliefert. Mie noch festgestellt werden konnte, hatten die gakenlrouzler in ihrem verkehr»lokal in der Kebbelstraße eine Zusammenkunft, von wo sie gegen Uhr in Stärke von 25 Mann noch dem„Eden- Palast" zogen, in die Festräume eindrangen und randalierten. Als einige Mitglieder des Vereins„Falke" die Ruhestörer hinausweisen wollten, zogen die hakenkreuzler ihre wosse» hervor und feuerten in den Saal hinein. Bisher konnie« drei der Revotverhetden fest- genommen werden. Oer abgeänderte Mnanzplan. Wesentliche Verbesserungen der Entwürfe durch den JUichsrot. Der Reichsrat hat die Finanzpläne der Regierung in wesentlichen Punkten umgestaltet. Diese Abänderungen beziehen sich fast aijlf a?« Desetze. Nur der Gesetzentwurf über die Zuschläge zur Einkommensteuer, der dos Natopfer der höheren Einkommen, die Ledigensteuer und die Aussichtsrotssteuer umfaßt, ist unverändert geblieben. Noch nicht btkannt sind die Abänderungen beim Steuer- ogreinsachungsgesetz und beim Finanzausgleichszesetz, die erst in der nächsten Woche verabschiedet werden sollen. Die Umgestaltung der übrigen Gesehe liegt, abgesehen von der Vorverlegung der Gehaltskürzung, im allgemeinen in der Richtung der Srilik. die insbesondere von der Sozialdemokratie an den vorlagen der Regierung geübt worden ist. Die Abänderungen des Reichsrats tragen dieser Kritik wenigstens soweit Rechnung, daß die s ch w e r st e n Bedenken, die gegen die Regierungsvorlage in ihrer früheren Gestalt erhoben werden mußten, abgeschwächt werden. Das gilt in erster Linie von dem Ausgabenbegrcnzungsgescg. Wahrend die Regie» rung von der strikten Begrenzung der Ausgaben in Reich, Ländern und Gemeinden für die Jahre 1931 bis 1933 so gut wie keine Aus- nähmen zulassen wollt«, hat der Reichsrat diesen Grundsatz für wlchtige Fälle ausgehoben. Zunächst soll die Ausgaben- btgrenzung keine Anwendung sinden auf sogenannte durch- laufende Ausgaben, wie z. B. die Steucrübcr Weisungen, dt«. Ausgaben auf Grund der Lex Brüning usw. Weiter dürfen die außerordentlichen Ausgaben erhöht werden, soweit es sich um werbende Anlagen handelt, die durch langfristig« Anleihen finanziert werden.' Wichtiger noch ist die Gencralllausel, die die Länder für sich und die Gemeinden eingefügt haben. Mit Zu- simnnung der Landesfinanzmioister können nämlich Länder und Gemeinden dann über die Ausgabengrenze hinausgehen,„wenn i n- folge besonderer Verhältnisse Ausgaben entstanden sind, die in dem betreffenden Rechnungsjahre� i m Rahmen der Aus- gabenbegrenzung nicht ausgeglichen werden können". Ebenso bedeutsam ist die Abänderung des Gesetzentwurfs hin- sichtlich der Einnahm eoerwendung� Während nach der Vorlag« der Regierung Cinnahmcüberschüße säst ausschließlich zur Steuersenkung verwendet werden mußten, hat der Reichsrot diese Beschränkung nahezu völlig aufgehoben. Nach seinen Abände- rungen können die Mehreinnahmen verwendet werden entweder zur Deckung der zulässigen Mehrausgaben öder zur Verminderung des Anleihebedorfs oder zur Schuldentilgung oder schließlich zur Steuer- senkung. Alle diese Verbesserungen kommen insbesondere den Gemeinden zugute. Allerdings sind die Gemeinden trotz der Acnderung noch sehr stark von den Lande sstnanzministern abhängig. Aber diese Abhängigkeil ist doch viel weniger folgenschwer und verhängnisvoll. als die ursprünglich vorgesehene rücksichtslose Ausgabenbegrenzung und Erzwingung von Steuersenkungen. Hinsichtlich der Gehaltskürzung hat der Reichsrat— mit einer willkürlichen Begründung und im Zusammenhang mit einem sehr anfechtbaren Handelsgeschäft zwischen dem Reich und den Landern— den Zeitpunkt des Inkrafttretens vom 1. April auf den 1, Februar vorverlegt. Dafür soll die Rsichshilfe qußer Kraft treten. Beim P e.rso na lau fwaii dsge fetz(Besoldungssperrgesetz), besten einzelne Bestimmungen sehr umstritten sind, hat sich der Reichsrat ein Verdienst dadurch erworben, daß er auch die Ober- b ü r g e r m c i st e r in das Gesetz einbezogen hat. Auch ihre Be- züge sind nunmehr neu zu regeln,„wenn sie ossensichtlich unonge- mesfeä hoch sind", und für die Zukunft können die obersten Landes- behörden für die Festsetzung dieser Gehälter Richtlinien ausstellen. Bon besonderer Bedeutung sind die Aenderungen, die der Reichs- rat bei dem Gesetzentwurf über dieSenlungderRealsteuern vorgenommen hat. Ursprünglich war vorgesehen, daß all« Länder dyr halben Wohnungsbauanteil der Hauszinssteuer für die Real- steucrsentung verwenden sollten. Auf Antrag Preußens ist in das Gesetz folgende Verbesserung aufgenommen wordene Für Länder mit besonders hohem Wohnungsbedarf kann der Reichsfinanzminister aus Antrag zulassen, daß weniger als die Hälfte, mindestens aber ein Drittel des Wohnungsbauanteils der Realsteuer- senlung zugutekommt. Unter dieser Bedingung kann die Landes- rcgierung die Senkung auf die Fäll« beschränken, in denen die Realsteuerbelastung den Landesdurchschnitt übersteigt. Da die Voraussetzungen dieser Vcstimmungen nicht nur in Preußen, sonder« In fast allen Ländern vorliegen, wird man sogen können, daß tolsächlich nicht 400 Rlillionen. wie es die Regierung gewollt hat, sondern nur etwa 270 Millionen aus der Hauszinssleuer für die Realsteuersenkung entnommen werden. Für eine Reihe anderer Länder, darunter Bayern, ist eine weiter« Sondervorschrift eingefügt wprdcn: Länder, in denen die Realsteuerbelastyng seit 1936 nicht wesentlich erhöht worden ist und die gleichzeitig durch schwebende Schulden besonders belastet sind, können mit Zustimmung des Reichsfinanzministers die Mittel ans der Hauszinssteucr nicht zur Realsteuersenkung, sondern zur Verminderung der schwebenden Schulden verwenden. Bei den Gesetzentwürfen über die Neuregelung des Wohnungsbaus und der Wohnungswirtschast Hot der Reichsrat verlangt, daß ein Wohnungsbauprogramm für fünf Jahr« aufgestellt wird. Er hat wester die Aushebung der Woh- nuagszwangswirtschast im Lahre 1S86 an die Bedingung geknüpft. daß bis zu tüefem Zeitpunkt die mietrechtlichen Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches unter sozialen Gesichtspunkten aus- gestaltet sind. Zufolge der Aenderungen des Rcalstcucrsenkungsgcsctzes ist schließlich damit zu rechnen, daß in Zukunft wenigstens 530 Millionen jährlich aus der Hauszinssteuer für den Wohungs- bau verwendet werden können. Eine Umgestaltung hat auch die Erhöhung der Tabaksteuer im Rcichsrat erfahren. Während die Regierung den Tabakzoll von 80 auf 250 M. je Doppelzentner erhöhen wollte, hat der Rcichsrat die Erhöhung auf 20Ö M. beschränkt. Ebenso hat er die Banderolen- steuer der Zigarre von 20 auf 23 Proz., statt 25 Proz. nach der Regierungsvorlage, erhöht. Umgekehrt ist dafür die Materialsteucr der Zigarette von 500 je Doppelzentner nur auf 450 M. statt auf 350 M. ermäßigt worden. Damit ist zwar die vermehrte Belastung der Zigarre etwas gemildert, aber die Bedenken, die gegen die ganze Borlage vom Standpunkt des Tabakgswerbes, der Tabakarbester und der Verbraucher sprechen, sind immer noch außerordentlich schwer. Auf alle diese Veränderungen, die das Regierungsprogramm erfahren hat, wird noch näher einzugehen sein, sobald die Gesetz- entwürfe in ihrer neuen Gestalt vorliegen. Gewiß ist der Reichsrat in erster Linie stets auf die Wahrung der Interessen der Länder bedacht. Aber die Jnteresicn der Länder verbinden sich zugleich nnt den Interessen der Gemeinden und die Interessen der Gemeinden sind in stärkstem Maße die Interessen der werktätigen Bevölkerung. Oer Staatskommissar für Berlin. Staatsaufsicht und Selbstverwaltung.— Ein Rundfunk-Vortrag. Zm Berliner Rundfunk sprach gestern in der Aktuellen Stunde der Pressechef der Stadt B«r"n. LandlagsabgSordneler Genosse Dr. Lohmann, über.Staalsaufsicht und Selbstverwallung". Er führte au«:„Eine kurze Presseschau zeigt uns, daß die Frage der Einsetzung«nes Staatskommissars tn deutschen Kom- munon seit mehreren Wochen im Bordergrund steht. Die Zeitungen meldcten am 29. Oktober die Einsetzung von Staatskommissaren in A l t e n b u r g und Delitzsch, die gleiche Nachricht kam am 31. Oktober aus Gladbeck und Wiesbaden und in der Woche darauf erlebten wir dasselbe in Königsberg, Dortmund, Altona und Oppeln. Jetzt drohte die Maßnahme für Berlin. An der Wcichbildgrenze aller Städte steht das Verhängnis, daß der. ein Jahrhundert alte Tempel städtischer Selbstverwaltung angetastet wird. Die Frage ist, ob der Staat als Freund oder Bermchter der städti- schcn Selbstverwaltung naht. Die Ilngewohntheit und Plötzlichkeit läßt die Vermutung eines Gegensatzes zwischen Staat und Gemeinde auftyuchen und eine Gefährdung des Prinzips der demokratischen Selbstverwaltung befürchten. Liegt eine Gleichgewichtsstörung vor oder erstreben beide Kräfte Ergänzung und Hilfe? Di« Wohlfahrtslasten haben die Etats über den Hausen geworfen und ein ungeheures Defizit herbeigeführt. Staat und Gemeinde hoben das gemeinsame Interesse, daß eine NeuregelungderKrisensürsorge eintritt. Die Notweizdigkeit häherer Ausgaben erweckt bei den gemeindlichen Körpern ein Grauen vor der Notwendigkeit der Erhöhung der Ein- nahmen. Sollen in einer Zeit wie der gegenwärtigen die Tarife erhöht werden? Soll durch Ausbau der Grundsteuer der Miet- satz gesteigert werden? Soll die Steigerung der Gewerbe- steuer weitere Belastung bringen? Di« Selbstvcrwaltungskörper zögern. Erhöhung der Biersteuer, die Schankverzehrsteuer und die Bllrgerabgabe lassen ihnen Möglichkeiten, aber keine dieser Ein- nahmequellen besitzt Volkstümlichkeit. S o sucht die Kommune nach einem Ausschub, ohne einen Ausweg zu fin- den. Der Staat aber verordnet und durchhaut dadurch den gordi- scheu Knoten. Hierbei Konflikte zu meiden und ergänzendes 5)an- dein herbeizuführen, ist die Ausgabe. Die Notlage der Städte zwingt zur stillen Aufforderung an den Mann mit den größten Stiefeln, den Staat. Der Appell an die Gesetzgebung war bisher ergebnislos. Aber die Augenblicksnot darf uns nicht vercmlossen, die Substanz zu verschleudern. Tie am Horizont drohenden Wolken dürfen kein Grund sein» die Versorgnngsbetriebe, vor allem die elektrischen Werke, ans de» Händen der städtischen Selbstverwaltung zu geben. Eine solche Veräußerung würde uns tausendfach so teuer kommen wie der augenblickliche Vorteil ist. Die kommunalen Betriebe müssen den Kommunen ungeschmälert erhalten bleiben. Der einmalige unwillkommene Eingriff muß letzten Endes dem Sieg der Selbstverwaltung dienen, jedem Konflikt muß durch d i e Gemeinsamkeit der Ziele der Stachel genommen werden. In der Oeffentlichkeit aber hat man sich über die Befug- nisse eines Staatskommissars phantastische Vor- sie Hungen gemacht. Er soll Befugnisse haben zur Zwangsetati- sierung, zur Ablösung des Magistrats und zur Auflösung der Sladi- verordnetenversammlung, kurzum zur Ausübung einer Diktatur. Grundlage aber seiner Tätigkeit ist die bewußte Achtung vor der Selbstverwaltung der Städte. Nur wenn im Interesse der Selbst- Verwaltung der Städte seine Einsetzung notwendig ist, darf sie vor- genommen werden. Zwei Fälle sind maßgebend: einmal, wenn ein« Kommune ihre Derpflichwngen gegenüber Reichs- und Landes- gesetzen nicht erfüllt und zum zweiten, wenn die Verpflichtungen aus Z 59 des kommunalen Abgabengesetzes nicht eingehalten werden. Diese Beschränkungen besagen, daß«in Staatskommissar nicht ohne Not«ingesetzt werden kann. Die, Durchführung steuerlicher Verord- nungen zum Ausgleich von Ausgaben und Einnahmen machte niernandem eine Freud«, aber man fragt sich: warum muß der Staat hier eiugreifep, warum handeln die Städte nicht selber. Es ergibt sich aus dem Selbstoerwaltungsrecht«ine Vernnt- wortung, es ist sür beide Teile maßgebend das Interesse an der Gesamtheit. Für Staat und Stadt ist D o r b e d i n g u n g die Anerkennuno der Selbstverwaltung, und das Ziel ist: Im demokratischen Staat die demokratische Gemeindest' vjfö0? dann Peichels ELECTRICUM FU Mk. 1.25, 2.— und 3.50, dl© neue Tubonpackung In Apotheken und Drogerien erhältlich sonst durch Otto Reichel Berlin SO, Eisenbahnstr. 4. fhm ÜBCi tModsrner Wollstoff Flamingo ks infarbig. raU kunst- � seidenen£ff iea. 100 c Tttx curuf- ffekten, jß m breü Jmmwmm mit modere gewebten Effekten, in neuen Farbm ca. 96 c« br bten-- bnn. 445 e i t%0mmm l Crepe Marocain schwere, kunstsei' | dene Qualität, reue 445 i Farben, ca. 100 cm Crepe Satin reine Seide, modarne 25 Farben, ca. 100 cm breit WM» [M i i| |im i(m|i'il 1 Crepe schweb Nachthemd aus Ballst, mit Einsatz und Spitze reich garniert 322 Cachener rata- 3eid.Cr«pe Solln farbig tarnen- Schlafanzug aus Flanell, schöne Streifenmuster 52 422 Echt* Japandacken bedruckter Krepp ca. iss/iasi 2.45 �sO.90 Küchenhendtücher. reinleinen Miiiiär es/K» 0*75»oft. 4.25 Frottiar- handtüchar waiS, mit Udeaikran Konten, ee. 34/110 Battgarnitur gnstreiftar Sptin, I Deckbetlbejug, 130/200, 2 KUunbazüge. 50/00 125 852 miM Effek� marin# c«. 1( «122 Tweed-Kleid f I otte Sportform, mit heiler Garnitur 925 Nachmittagskleid aus gutem Flamingo mit hellem Kragen mmmmmmmmmmmmammmmmmmmmmmm Unterziehhoschen für Damen, reineWoIle feingerippt.wciO od. rosa Q 5 Damen- Handschuhe ieder-Noehahmung. 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Die Gräber bekannter Verstorbener werden besonders gepflegt, Abordnungen legen Kränze nieder, würdige schwarzgekleidete Herren Auf einem der Kreuze steht kein Name, ein paar Worte nur, und an vielen Orten werden ähnliche Kreuze stehen:„Hier ruht ein un- bekannter russischer Soldat, gestorben am-- Vergessene Gedenksteine. Ein paar Schritte abseits vom Leben der Erossstadt steht irgendwo ein Stein,«in Name darauf, ein Datum,„Ehre seinem Andenken", aber wer weiß etwas von ihm, wer gedenkt seiner noch? Da steht«in Kreuz, ohne Inschrift, mit allen Zeichen des Alters und Verjalls. Was kündet es uns, welcher Name ist in unsichtbarer Schrift auf dieses Kreuz geschrieben? Wir gehen täglich vorüber, aber wir achten nicht darauf, die Gewohnheit des Alltäglichen stumpft unseren ersten Blick des Interesses und der Neugierde ab. Was kümmert uns Vergangenes, haben wir nicht selbst unsere Sorgen? Aber eines Tages blicken wir doch voll Interesse auf diesen Stein, zu den uns der Zufall eines sonntäglichen Spazierganges gesührt hat. Do steht im Tiergarten, der Lärm der Autos verhallt in der Ferne, an der Lichlensteinbrücke ein Gedenkstein, etwas Efeu rankt sich herum, und in feine abgeschliffene Vorderseite sind Worte eingemeißelt.„Bei mutiger Rettungstat ertrank unweit dieser Brücke am 21. Februar 1904 der Füselier Hermann Fricke. 11. Komp. 2. Gardereg. z. F. Ehre seinem Andenken." Der brave Füselier sprang ins Wasser, um eine Frau vor dem Tote des Ertrinkens zu retten und fand dabei selbst den Tod. Er war Soldat, und sein Handwerk hieß ihn sonst nicht, Menschen zu retten. Er ist auf einem friedlichen Feld« der Ehr« geblieben. Gegenüber, an der Zoomauer, steht ein anderer Stein, darauf liest man:„Constantin Doppelmair, 27 Oktober 1871." Der russische Oberst Doppelmair, Das Kreuz an der Marienkirche kommen schweigend, ein« Schleife mit Erinnerungsspruch zu be- � festigen. Sie wissen eigentlich nichts von dem, der do»Nim liegt, ober sie suchen ihre Gleichgültigkeit hinter einer Miene geschäsrigcr Rührung zu verbergen. Ehre den Toten-- Die dem Leben eniflohen. Aber wer denkt-an sene, die unbekannt starb.m?' Wo. liegen sie, die Verzweifelten, die in den Tod flüchteten aus Angst vor dem Leben? Unbekannt starben sie. wie sie unbekannt gelebt hatte». Draußen im Grunewald ist ein« Ruhestätte der namenlosen Toten. Mitten im Walde, nahe bei Schildhorn, befindet sich eine eingefriedete Stätte, der„Selbstmördersriedhos". Vor über Sl> Jahren wurde«r seiner Bestimmung übergeben, im Lause der 3ahre sind etwa 400 hier bestattet worden, die von der Havel an die Ufer gespült wurden oder die man im Walde fand. Be' inanchen tonnte die Persönlichkeit festgestellt werden, dann steht wohl ein Stein auf dem Grabe, ein paar Worte darauf. Aber die meisten liegen hier unbekannt. niemand weiß, woher sie kommen, vielleicht hat irgendwo ein« Mutter aus den Sohn gewartet, aber vielleicht waren sie auch einsam im Leben wie jetzt im Tode. Die Erdhügel sind grasbewachsen, an einer Stelle wächst eine schlank« Tanne aus dem Grabe heraus. Aber kein« Blumen, keine Kränze liegen hier, sie find einsam, unbekannt und vergessen. Seit drei Iahren werden hier keine Selbstmörder mehr beigesetzt, es ist ein Genreindefriedhof gc- worden, aber noch lange wird er im Volksmunde von seiner ursprünglichen Bestimmung erzählen. Aus fremden Landen— in fremder Erde. Aber auch auf anderen Friedhöfen Berlins befinden sich Gräber, die wohl nie von Freundeshand geschmückt werden. Es sind die Gräber der hier während des Krieges gestorbenen Kriegsgefangenen. 185 fremde Soldaten sind hier begraben, auf verschiedenen Fried- Häsen Berlins verteilt liegen sie, die übergroße Mehrheit, 149, ist auf einem Friedhof in Spandau bestattet, auf anderen Friedhöfen Berlins liegen je drei oder vier. Ein einfaches Holzkreuz mit Namen und Daten, soweit sie festzustellen waren, machen ihre letzte Ruhe- stätte kenntlich. 185 nur, wie verschwindend ist die Zahl unter den Millionen Toten des Weltkrieges. Die Masse der Zahl hat uns abgestumpft gegen den Schmerz der Wenigen. Aber 185 Familien haben Jahre gewartet auf die Rückkehr des Vaters oder des Sohnes, sie haben vielleicht schon geglaubt, daß die Gefangenschaft tk sicherste Rettung vor der totbringenden Front sei. Doch wie causam wurden ihre Hoffnungen getäuscht. Di« fremdartigen Schriftzeichen auf den Kreuzen lassen den Vorübergehenden auf- schauen und veranlassen ihn, eine kurze Zeit nachdenklich davor, stehen zu bleiben. Franzosen, Russen und wohl all« Nationalitäten der am Kriege beteiligten Staaten sind vertreten. Da liegen sie, die „Feinde", sie kannten uns nicht und wir wußten nichts von ihnen. Gedenkstein im Tiergarten an der Zoomauer der wohl hier bei der russischen diplomatischen Vertretung tätig war und an dieser Stell« auf irgendein« tragische Weis« den Tod fand. Seine Freunde setzten den Gedenkstein. Wenn man Unter den Linden über den Schloßplatz entlanggeht, dann sieht man vor sich schon auf größere Entfernung den Turm der Marienkirche. Die Marienkirch« ist wohl«ine der ganz alten Berliner Kirchen, und«in Denkmal aus alter Zeit steht auch neben ihrem vorderen Eingang. Links der schweren Tür fleht ein eltva iVi Vieler hohes kreuz aus grauweißem Sandslein. Nachts, wenn nur das fahl« Licht der Straßenlampen scheint, bildet es den einzigen hellen Fleck an der Kirch«, und schon von weitem sieht man es, wenn man über den Neuen Markt g«ht. Das Kreuz ist Zeuge einer merkwürdigen und so recht mittelalterlichen Geschichte. Es war iin Jahre 1320, der letzt« Markgraf zu Brandenburg aus dem Hause Albrecht war gestorben, den fürstlichen Grenznachbarn, die sich von oen Strauchdieben oft nur durch eine souveräne Großzügigkeit im Nehmen unterschieden, wurde die Mark ein Objekt des Raubes. Herzog Rudolf von Sachsen-Weißenberg glaubte, da er der nächste Verwandte des Verstorbenen war, besonderes Recht auf das Streit- objekt zu besitzen und suchte mit List und Gewalt sein Ziel zu erreichen. Unter dem Adel und der Geistlichkeit hotte er Bundes- genossen, und einer seiner eifrigsten Anhänger war der Probst Nicolaus Cyriax zu Bernau. Aber der Probst stand sich mit der Bürgerschaft schlecht. So kam es 1323 wegen feiner Anforderungen zu„einigen Schwierigkeiten", wie der Chronist vorsichtig bemerkt, und in der Heftigkeit des Streites belegte der Probst die Wider- strebenden sogleich mit dem Bann. Die erbitterten Anwesenden drangen nun auf den Probst ein, und, wie besagter Chronist, ein Berliner Stadtrat, der im Jahre 1819 ein kleines Heftchen über die Marienkirche geschrieben hat, weiter sagt,'„nöthigten ihn, auf seine Sicherheit zu denken". Der Probst wurde dann draußen von der Menge erschlagen, sein Leichnam herumgeschleift und auf dem Neuen Markt verbrannt. Viele Verwicklungen folgten daraus, der Bannfluch wurde über die Städte Berlin und Kölln verhängt, und erst 1345 wieder gelöst. Es kam zwischen der Stadt und der Kirche zu einem Vergleich, der Bischof Ludwig von Brandenburg erhielt 750 Mark Silber und die Swdt mußte ein Kreuz und«inen Altar an der Mordstell« errichten. Ein ewiges Licht brannte auf deni Kreuz, die Löcher, die man noch daran sieht, dienten wahrscheinlich dem Befestigen der Lampe. 1726 kam das Kreuz auf seinen jetzigen Platz. 600Iahre Berliner Beerdigungswesen. Zu den Alt-Berliner Bräuchen der Pietät gehören die Be- erdigungsordnungen, die Magistrat und Stadt zu den verschiedenen Zeiten erlassen hoben. Schon vor 600 Jahren, 1331, ordnen die beiden regierenden Bürgermeister in einem von ihnen ausgestellten „Knappend rief" an, daß den Wollen- und Garnwebcrn ge- stattet ist, vier große Wachskerzen bei der T r a u e r f e i e rl ich- keit eines Gesellen und vier kleine beim Begräbnis eines Burschen zu brennen. Zwölf Personen sollten die Feier leiten und dafür aus der Gemeindekvsse bezahlt werden. Wie sorgfältig die Be- Hörden über die Ordnung bei den Begräbnisfeierlichkeiten wachten, beweist der Erlaß der Ratmannen zu Berlin von 1399, nach welchem jedes Mitglied der Altschuhmacher(oltschomekere), welches der Leiche eines Angehörigen der Gilde nicht folgt, auch bei der Trauervigllie und Seelenmesse nicht zugegen wäre, zu einer Strafe von 3 Pfennigen verurteilt wird. Solcher nachdrücklichen Aufforderungen, bei Leichen- kondukten zu erscheinen, bedurfte es aber nicht, wenn der Ver- storbene mit Prunk beerdigt und ein Leichenschmaus gegeben wurde. Daß unsere Altvordern auch in dieser Beziehung der Mode und dem Luxus huldigten, geht aus einer im„Berliner Stadtbuch" «nthallenen Bestimmung hervor:„Sunder schrin sal man dy doden grauen, sy sint arm oder rycke, by der stad broke": danach waren kostbare Särge(denn so muß wohl„schrin" sschreins genommen werden) oerboten. Die Kosten für das Begräbnis an sich waren nicht bedeutend. Das Landbuch setzte die Taxe für den Totengräber mit 2 Groschen für ein großes Grab zur Winterzest, mif(2 Pfennig zur Sommerzeit und 1 Groschen für ein Kindergräb fest. Trotz aller Verordnungen schkichert sich' jedoch' mit der Zeit manche Un- regelmäßigkeiten ein, die de» Rat zu Köln im Jahre lütZ'zür Feststellung einer„Ordnung, wie es mit den Leichenbestattungcn und der Gebühr hinfüro solle gehalten werden", bewogen. Eine weitere Regelung erfuhren die Verhältnisse 1722, wo ein Sohn des Totenmal an der Lichtensteinbrücke im Tiergarten Hofpredigers Brunsenius zum ,T« i ch e n- C o m m i f f a r i u s" be- stellt wurde. Derselbe hatte die Leichenbitter und-träger(bei der Kirche acht) anzustellen, deren Gebühren auf 6 bis 8 Groschen taxiert waren. Den achten Teil ihres Einkommens inußten diese Leute an den Leichen-Commissarius abgeben, wogegen diesem wieder sein Privilegium gegen ein Canon von 400 Taler überlassen wurde. Das Geschäft muß wenig gewinnbringend gewesen sein, denn Brunsenius gab es nach kurzer Zeit auf. Zum langen Kleid— die schlanke Form! \ Elegant und schlank wirkt der Fuß in diesem Modell. Verschiedene Farben-zum Abendkleid passend- Hess-Schuhe müssen Sie befühlen wie einen Stoff- denn nur dann kann man beur- teilen, wie edel das Leder ist. Und man muß Hess- Schuhe probieren, um selbst zu wissen, wie gut sie passen. Verlangen Sie den neuen Katalogl M.& L Hess Schuhfabrik A. G. Erfurt. ...sie verlfe� / 'chuhe "bht.... Iht* form emg-r Die Hausfrau auf dem Posten Das Echo unserer Preiskritik— Tempelhof der teuerste Bezirk. Unsere Feststellungen vom vergangenen Sonnlag„was kostet..?. in denen wir den Preiswirrwarr in Berlin einer gründlichen Kritik unterzogen, hat ein vielfaches und zustimmendes Echo gefunden. Es sind un» eine Reihe Zuschriften zugegangen, die aus weitere Rlihstönde im Berliner Lebensmittelhandel hinweisen. So wird uns von einem Tempelhofer Leser unseres Blattes ge- schrieben:„Tempelhof dürste der teuerste Bezirk Berlins sein. Bei uns kosten Fettbücklinge so Pf. pro �albpfund, Eier 17 bis 22 Pf. das Stück, Schweinekotelett 1,70 bis 2 M. je Pfund, ganz zu schweige» von den Fisch-, Geflügel- und Gemüsepreisen. Die starke Bautätig- keit und die Verkehrsverbesserungen haben aus dem stillen Tempechof eine Wohngroßstadt gemacht mit Preisen— von den hohen Neu- baumieten ganz zu schweigen—, die hoher liegen als die sogenannten vornehmen Gegenden von Schöneberg und Charlottcnburg, teurer auch als Lichterfelde und Halensec. Der Raubzug der Tempelhoser Einzcchändler gegen die Bewohner ist so stark geworden, daß man bei einem Einkauf von 5 M. außer dem Fohrgeld noch gut 1 M. „verdienen" kann, wenn man ins Stadtinnere fährt und dort ein- kauft. Muß zum Beispiel der gleiche Schellfisch, der in den Waren- Häusern der Stadt einige Groschen kostet, in Tempclhof 85 bis 98 Pf. pro Pfund kosten?..." Eine andere Inschrift, und zwar aus Rerikölln, wendet sich gegen die hohen Preise für die sogenannte„weihe Backware". Diese Hausfrau schreibt uns:„Wir begrüßen den Preisabbau für das Brot, doch möchten wir Hausfrauen darauf hinweisen, daß die Schrippen viel zu teuer sind. Immer haben die Schrippen 4 Stück 10 Pf. gekostet, bis sie im vorigen Jahr auf 12 Pf. für 4 Stück er- böht wurde. Damals wiesen die Bäcker auf die erhöhten Mehlpreise hin, aber diese sind, wie jeder weiß, inzwischen wieder gefallen, nur der hohe Preis für Schrippen ist der alle geblieben. Warum kostet auch«in« Schnecke ö Pf. und ein Sechserstück gleich 10 Pf.? Beim Brot sparen wir jetzt 4 Pf. bei einem Einkauf von 50 Pf., würden aber die Schrippenpreise auf ihren allen Stand herabgesetzt, dann könnten wir schon 10 Pf. bei einem Einkauf von SO Ps. sparen. Das toäre ein Preisabbau, den auch unser Portemonnaie einmal merken würde.. Ein dritter Brief behandelt eine sehr wichtige Sache, von der auch wir der Auffassung sind, daß sie einmal mit aller Deutlichkeit gekennzeichnet werden muß. Die mangelnde Solidarität der Haus- srauen untereinander, die so vieles verschuldet. So schreibt uns ein Leser:„Ich wohne im Osten Berlins, einer reinen Arbeitergegeird. Ich gehe zum Schlächter und frage: Was kostet ein halbes Pfund Suppenfleisch? 80 Pf. lautet die Antwort. Ich sage darauf, nein. das ist mir viel zu teuer, lind was geschieht nun? Die Frauen neben mir und der Schlächter tun ganz erstaunt und lächeln sich alle verständnisinnig an. Und das waren Frauen, die durchaus nicht auf Rosen gebellet sind. Ebenso im Buttergeschäst. Die Frauen kommen in den Laden und verlangen: ein halbes Pfund Buller, von der besten! Selten fällt es einer Frau ein, erst einmal noch dem Preis zu fragen. Wenn dann jemand kommt, der erst nach dem Preis fragt und nicht einfach„beste Butter" verlangt, sondern wo- möglich eine geringere Sorte, der wird auch hier scheel angesehen. Das Verderbliche unter den Hausfrauen ist nämlich der lieb« Nach- bar. Hauptsache ist, der weiß, wir können uns beste Butter leisten Auf diese Art und Weise erziell man natürlich keinen Preisabbau, die Hausfrauen sollten lieber geschlossen auftrumpfen, die Preise in dem und dem Laden sind ihnen zu hoch, das wird sich der Händler schon hinter die Ohren schreiben. Wer stall dessen werden den Männern abends die Ohren vollgestöhnt, daß das Geld nicht reicht." Fehlende Qualitätsgarantie im Lebensmittelhandel behandeln andere Zuschriften. In einer heißt es:„Niemand wird die unerhört hohen Preise für Markenartikel, die in keinem Ver- hällnis zum Erzeugerpreis stehen, verteidigen, aber man weiß bei ihrem Kauf immerhin, was man hat. Doch wo soll man eigentlich bei den Lebensmitteln eine Qualitätsgarantie verlangen, wenn nicht einmal eine Qualität da ist? Die einzige Ausnahme macht hier die Margarine, bei der jedes Paket die Firmenbezeichnung trägt und damit die Herkunft bekannt ist. Aber wer weih, wo die Butter, die Eier oder der Zucker herkommen?" Zum Schluß noch eine Mit- teilung. Eine Leserin schreibt:„Der Sechser scheint in unseren Tagen ein etwas verachtetes Ding geworden zu sein. Früher gab es überall für einen Sechser Suppengrün aber heute wird man aus- gelacht, wenn man für einen Sechser Suppengrün oerlangt, immer muß man gleich für einen Groschen kaufen, ob man sür einen Groschen braucht oder nicht. Mit Sechsern scheinen die Händler gar nicht mehr gern zu rechnen..." Soweit die Zuschriften. Wir unsererseits möchten noch eimnol auf die Preistabcllc zurückkommen, die wir am vorigen Sonntag ver- öftentlichtcn. Wir hatten ursprünglich die Zlbsicht, die Tabelle mit den notwendigen Korrekturen über die im Lause der Woche er- folgten Preisrückgänge noch einmal zu veröffentlichen. Wir können uns die Miche sparen. Di« Tabelle hat noch cheute Gültigkell Gekochter und roher Schinken ist wohl pro Viertelpsund um 5 Pf. billiger geworden, aber Schinken stand nicht mit auf unserer Tabelle. Sonst sollen die Preise für Elektromotoren und Staubsauger um einige Prozente nachgelassen haben. Leider spielen Elektromotoren und Staubsauger in dem Budget einer Arbeiterfamilie keine Rolle. Was soll für Gemüse bezahlt werden? lieber die Senkung der Obst- und Gemüsepreise wurde am Frei- tag zwischen der Reichssorschungsstelle für landwirtschaftliches Markl- wesen und den beteiligten Handelsverbändcn verhandelt. Das wich- tigste Ergebnis ist, daß in Zukunft für Berlin täglich eine Kommission ermitteln soll, welche Kleinhandelspreise unter Zugrunde- legung der Großhandelspreise angemessen sind. Die angemessenen Preise sollen dann durch Rundfunk bekanntgegeben werden. Die Kommission arbeitet unter Leitung der Reichssorschungsstelle sür landwirtschaftliches Marktwesen und unter Mitwirkung der städti- schen Morkthallendirektion. Nach den sür die Arbeit dieser Kom- Mission festgelegten Grundsätzen wären bei Gemüse folgende Laden- preis« pro Pfund als angemessen anzusehen: Weißkohl..... Wirsingkohl.... Rotkohl..... Mohrrüben, gewaschen Kohlrüben..... Rote Rüben.... 5-0 Pf. 5-7„ 5-7. 5-6. 5— 6» 5—6„ Die Reichssorschungsstelle wird ihre Prcisbeobachwngen fort- setzen und beim Deutschen Städtetag dahin wirken, daß in anderen Großstädten ebenso verfahren wird.— Und wie wäre es mit einer Bekanntgabe der angemessenen Ob st preise? Erdbeben in Aibanien. 30 Tote unter eingestürzten Häusern. Tirana sAlbanienle 22. November. In mehreren Dörfern der Präfcktur B a l o n a wurde ein heftiger Erdstoß verspürt, durch den mehrere Häuser zum Einsturz gebracht und andere stark beschädigt wurden. Die Zahl der Todesopfer bc- trägt etwa 3 0. Zahlreiche Personen wurden verletzt; die Bevölkerung kampiert im Freien. Gefängnis für Mißhandlung eines Lehrlings. Weil er seinen löjährigen Lehrling, der unter seiner Fürsorge stand, körperlich mißliandelt und an der Gesundheit geschädigt hat, stand der bisher ilnbcstrofte 53jährige Tischermeistcr Wilhelm Hennig aus B e lzi g vor dem Potsdamer Schöffengericht. Der Junge war mit dem Zuschneiden einer Sargleiste beschäftigt gewesen und rutschte dabei mit der Säge auf einen Nagel. Wutentbrannt entriß der Meister dem Lehrling die Säg« und schlug ilim mit derselben mehrere Male so schwer Weißenberg gemeingefährlich. Seine Tätigkeit konnte für schwindelhast gehalten werben. Der„Prophet" Weißenberg Hot wieder eine böse Schlappe erlitten. Sein Gegner, der Redakteur P r e u ß, ist von der Anklage der Beleidigung, wie bereits gemeldet, freigesprochen worden, da der angetretene Wahrheitsbeweis als geführt vom Gericht angesehen wurde. Das Gericht, hieß es in der Urteilsbegründung, sei zu der Ucberzeugung gelangt, daß welßcnbergs Tätigkeit als gemeingefährlich anzusprechen sei. Er ordnet die Behandlung der Patienten ohne jeglich« Untersuchung an. Das tat er selbst im Genchtssaal. Was den Ausdruck schwindelhast betrifft, der gleichfalls von dem Angeklagten gebraucht worden war, so sei dieser Ausdruck sinngemäß als bewußte Irreführung zu verstehen. Dieser Vorwurf hat sich nicht voll erweisen lassen. Das Gericht hat den Eindruck, daß Weißenberg, ein ungebildeter und untntelligenter Mensch, selbst von seiner heiligen Sendung und von den angeblich ihm innewohnenden Gaben überzeugt ist. Dem Angeklagten stand 8 103(Wahrung be- rechtigtcr Interessen) zur Seit«, da er nicht annehmen konnte, daß Weißenberg bei Ausübung feiner Heiltätigkeit im guten Glauben gehandelt habe. So die Urteilsbegründung. Es ist schließlich für die Oeffentlich- keit ohne Bedeutung, ob der„unintelligent«" und„ungebildete" Weißenberg im guten Glauben handelt oder nicht. Wichtig sür sie ist die Feststellung seiner Gememgefährlichkeit. Man sollte dem Manne jetzt endlich das Handwerk legen. Marineklub-Lübben verurteilt. Drei Monate Gefängnis. Der Regierungsral vom Reichs Patentamt, Dr. Lübben. wurde vom Schäffengerichk Eharlollenburg nach zweitägiger Verhandlung wegen Verstoßes gegen das Sprengstosfgeselz und wafsenschulzgescß zu Z Monaten Gefängnis ver- urleilt. Die bei ihm aufgefundenen Waffen und Munition (l 9Ser Gewehr. S Pistolen, Z Revolver. 1600 Stück Munilion, 1 Slielhondgronalc, 4 Eicrhandgranqlen usw. usw.) werden eingezogen. Die Verurteilung des Marineklubvorsitzenden Dr. Lübben war vorauszusehen. Auch der letzte Verhandlungstag brachte keine Entlastung für ihn. Der auf feine Veranlassung aus Breslau geladene Zeuge, das frühere Mitglied der Schwarzen Reichswehr, von Schirr- meifter, bedeutet« für die Verteidigung eine Enttäuschung. Dieser Herr konnte nur bestätigen, daß er mll Wissen Dr. Lübbens einen Teil, der bei der Einwohnerwehr eingesammelten Waffen und Munition, damit dies« nicht in der Wohnung herumlägen, in eine Kiste verpackt habe. Einen Auftrag, dieses Waffengerät an die Behörden abzuliefern, habe er von Dr. Lübben nicht erhallen. Das aber hatte Dr. Lübben behauptet. Die Sachverständigen, Pro- sessor Brüning und ein Vertreter des Chemischtechnischen Reichs- instituts, erklärten die Verwendungsfähigkeit der Eierhandgranaten. Unter solchen Umständen war der Antrag des Staließ sich auch zu keinem längeren Gespräch verleiten. Sobald er sein Geld hatte, fuhr er mit dem Vater nach Hause. Unterwegs kehrten sie in eine Destille ein, um die erste Lieferung und den vielen Aerger, der damit verbunden ge- wesen war, hinunterzuspülen. Der Schuhmachermeister wäre gern sitzen geblieben. Doch Ludwig drängte zum Aufbruch. Ihm schmeckte das Bier nicht. Es hingen zu viele schlaf- lose Nächte daran. * Nun war Weihnachten da. „Das Fest der Liebe", wie die Stiefmutter sagte. Ludwig mußte höhnisch lachen, als er das hörte. Sein Mißmut war grenzenlos. Ohne Zweck und Ziel lief er umher und ärgerte sich über die freudigen Gesichter der Menschen, die von Laden zu Laden eilten, um für ihre Angehörigen Geschenke zu kaufen. Er fluchte. Seine Taschen waren leer. Er hatte gedacht, sPiria eine Weihnachtsüberraschung bereiten zu können, hatte stch danach gesehnt, ihre lieben, lachen- den Augen beim Empfang des Geschenks zu sehen, hatte wochenlang geschuftet, um dies Ziel seines Herzens zu er- reichen, und nun xvar doch wieder nichts daraus geworden. Nicht einmal ein paar lumpige Mark hatte er übrig. Von dem Himmelsbachschen Geld hatte er seine Schulden beim Holzhändler und beim Drechsler bezahlt, seinen Vater und Maria die Darlehen zurückgegeben, ein paar unbedingt notwendige Anschaffungen für'die Werkstatt gemacht und nun war es bei ihm wie ausgefegt. Er war nicht einmal imstande, der Stiefmutter das Kost- geld zu geben und mußte auf Pump essen. Das würgte ihn ganz besonders. Die Frau, die seinen guten Willen sah, unterstützte ihn, wo sie konnte. Sie hatte sich sogar von ihrem kleinen Haus- Haltgeld etwas abgeknappert und beschenkte Ludwig am Weihnachtsabend mit einigen nützlichen Dingen. Auch Maria kam am ersten Festtag mit vollgepacktcn Armen. Doch Ludwig freute sich nicht über die Geschenke. Am liebsten hätte er sie zurückgewiesen. Es beleidigte ihn, kein Gegengeschenk machen zu können. Das Mädchen war enttäuscht und wie aus allen Himmeln gefallen. Sie konnte es gar nicht fassen, daß Ludwig in all den harten Wochen nichts vor sich gebracht haben sollte. Da sie in einem Unternehmen war, das sehr viel Geld abwarf, und einen Chef hatte, der das viele Geld mit vollen Händen aus- geben konnte, war sie der Meinung gewesen, jeder Betrieb habe goldenen Boden. Ihre Enttäuschung wurde aber noch größer, als ihr Lud- wig bei der Kaffeetafel sagte:„Weißt du Maria, das mit der Meisterschaft ist Mumpitz. Ganz auf den Hund bin ich damit gekommen. Wäre ich deinem Rate nicht gefolgt, hätte ich mich nicht selbständig gemacht, sondern ruhig als Geselle in der Fabrik weitergearbeitet, dann wäre heute ein prachtvolles Weihnachtsgeschenk sür dich dagewesen. So aber, als Meister, wie du ihn dir immer gewünscht hast, tonn ich augenblicklich nichts austeilen als schlechte Laune. Zum Teufel mit der verdammten Meisterschaft! Sie hängt mir zum Hals heraus! Wochenlang geschuftet, und was ist das Resultat? Wenn ich alles überschlage, kommt für mich ein Stundenlohn von acht- undzwanzig Pfennigen hetaus. Da mag ein anderer den Meister spielen!" Maria hörte schweigend zu und biß sich auf die Lippen, um ihn nicht durch eine Antwort noch weiter zu reizen. Vater Eiscrmann glaubte, er höre nicht recht. Dissen Burschen sollte doch der Affe lausen. Hörbar stellte er die noch dreiviertclvolle Tasse auf den Untersatz, daß das Ueber- gelaufene auf die schöne weiße Tischdecke spritzte, und sagte: „Hör auf, Ludwig! Das ist doch alles Unsinn, was du da redest! Die paar Wocben machen dir nichts aus. Du wirst noch viele Wochen und noch viele Viertelfahre zu arbeiten haben, bis du so weit bist, auf Ueberschuß rechnen zu können." Ludwig kriegte einen roten Kopf und schwieg. Maria ging früher als gewöhnlich. „Das Fest der Liebe" hatte einen recht hörbaren Knacks gekriegt. Im.übrigen oerschlief Ludwig die Feiertage und tat keinen Schrift über den Hof und in die Werkstätte. Nicht einmal sehen wollte er sie, so verhaßt war ihn: die Bude. Nach Weihnachten lies er einmal spazieren, um auf andere Gedanken zu kommen. Die herbe, kalte Winterluft tat seinen Lungen gut und trieb ihm wieder Farbe ins Gesicht. Die Welt sah hier doch anders aus als in der verräucherten Werkstatt. Jetzt wußte er auch, wie er die Zukunft anzupacken hatte. An Himmels- dach würde er auf keinen Fall die restlichen Schreibtische liefern. Er konnte anstellen, was er wollte. Lieber würde er die Meisteret an den Nagel hängen und betteln gehen. Aber etwas anderes wollte er ausprobcn. Er nahm sich vor, gleich nach Neujahr mal bei Hundskötter vorzusprechen, Hundstötter, Galanteriewaren engros. * Gegen Schluß der ersten Januarwoche hatte er sich end- lich soweit erholt, daß er nicht mehr so unsäglich müde war. Wieder zog er seine besten Kleider an und fuhr mit der Bahn nach dem Moritzplatz. Und wieder stieg er in dem Fabrikgebäude in der Prinzenstraße an Himmelsbachs Kontor vorbei bis in die oberste Etage und lief bei Hundskötter ein. Es hatte sich nichts geändert seit seinem letzten Besuch. Der gleiche abgewetzte Schreibtisch stand da, die gleichen Ballen Packpapier lagen unordentlich in der Ecke, und der Fußboden sah noch immer so schmutzig aus, als sei er seit einem halben Jahre nicht gefegt. Wieder� stand der kleine, verwachsene Buchhalter da, ver- zog seine Schlitzaugen zu freundlichem Grinsen und fragte: „Was wünschen Sie, mein Herr!" Und wieder wurde er, als er gehört hatte, um was es sich handle, grob wie das erstemal und versuchte den Trick mit dem Türaufreißen und dem kategorischen Offertenschild. Doch Ludwig ließ sich diesmal nicht einschüchtern. „Halten Sie mal für'ne Weile die Luft an, kleiner Mann! sagte er,„und machen Sie sich auf die Stiefel, holen Sie den Chef her! Ich habe ein Recht, ihn zu sprechen!" Der chinesengesichtige Buchhalter schob eine Rolle Pack- oapier zur Seite, wischte mit seinem Aermelaufschlag not« dürftig den Staub von einem wackligen Stuhl und stellte ihn vor Ludwig Krachend auf den Fußboden. „Setzen Sie sich!" sagte er beleidigender Art, machte ab�r keine Miene, den Chef zu holen, sondern beschäftigte sich mit seinem Federhalter, dessen Schreibfeder er umständlich mit einer Hasenpfote reinigte.(Fortsetzung folgt.) Hochwasser Wein, Saar und Mosel dro Köln, 22. November. Die ersten Folgen der gewalligen Regengüsse in den lelzlen Tagen haben sich bemerkbar gemacht. Der Oberrhein zeigt bi» Dingen, soweit sich bisher übersehen lüjzl, ein durchschnittliches Steigen des Wasserstandes von SS Zentimeter an, während Wittel- und Niederrhein gegen gestern im Durchschnitt u m 70 Zenlimter gestiegen sind. Die Saarschif fahrt ist völlig zum Erliegen gekommen. Das starke Ansteigen der Mosel. die gestern früh um 43 Zentimeter und nachmittags uni S Zentimeter stieg, machte auch hier das vollständige verbot der Schiffahrt erforderlich. Bei Trier ist die Mosel gestern um annähernd zwei Meter gestiegen: auch Koblenz zeigt ein Steigen über einen Meter an. Gestern nachmittag um l7 Uhr stand der Pegel aus 4.l6 Meter gegen 3,39 Meter gestern früh um S Uhr, so dafz die Schiffsbrücke auf beiden Seiten verlängert werden muhte. Zum dritten Male im kaum begonnenen Winterhalbjahr ist gestern für den Rhein das verbot der Flohschissahrt erlassen worden. Da bei dem stündlichen Steigen des Wasserstandes damit zu rechnen ist, dah noch heute die hochwasserlinie überschritten wird, von der der pegelstand heute früh um S Uhr nur noch 43 Zentimeter entfernt war. rechnet die Rheinstrom-Vauverwaltung damit, dah sie den hochwasserdienst eröffnen muh. Kassel, 22. November. Infolge der anhaltenden Niederschläge der letzten Tage führen die Äebirgsbäche aus der Rhön und dem Kniillgebirg« große Wassermassen. Die Geis Hot bereits dos ganze Geistal überschwemmt. Vereinzelt liegende GeHöste sind abgeschnitten. Stellenweise steht das Wasser schon aus der Straße.hersseld— hom- im Westen. |en mii Lteberschwemmungen. berg. Auch Fulda und W e r r a führen seit gestern mittag 5?och- wasser. Gestern abend war das Fuldatal auf der Strecke von Hers- feld bis Bebra fast völlig überschwemmt, stellenweise spült das Wasser bereits über den Damm der Bebra— Frankfurter Bahn. Auch einzelne Gehöfte im Fuldatal wurden vom Berkehr abgeschnitten. Das Wasser war in der Nacht auf heute noch im Steigen. Z�iesenüberschwemmung in Belgien. Brüssel, 22. November. In der Gegend von Charleroi ist die Sambre über ihre User getreten und hat die Ströhen und Häuser in den Gemeinden Marchienue. Montignies, Eouillet und Chatelet überflutet. Die Zementfabriken von Eharleroi stehen unter Wasser. Taufende von Säcken Zement sind vernichtet. Die Straßen, an denen die Zu- gänge zur Grube ,La Providence" liegen, sind unpassierbar. In Montignies sind einige Fabriken durch das Wasser von jedem Ver- kehr abgeschnitten: ihre Mauern sind zum großen Teil eingestürzt. In Charleroi sind einige Straßen überschwemmt, das Wasser hat die Maschinen der Gasanstalt erreicht. In Eouillet überflutete das Wasier die Karbidfäsier der Fabriken für flüssige Luft und rief eine starke Explosion hervor. Das ganze Stadtviertel mußte daher ge- räumt werden. Zn Dinant ist die Maas in die Stadt eingedrungen. Zwischen Dinant und Namur hat die Maas das gesamte Gelände und die am Fluß liegenden Häuser überflutet: auch die Lesse und die vemois sind über ihre Ufer getreten. In Lüttich steigt die Maas unaufhörlich. Mehrere benachbarte Gemeinden stehen gänzlich unter Wasser und sind von jedem Verkehr abgeschnitten. über den Arm, daß ein Knochenbruch eintrat. Das Gericht unter Lorsitz von Landgerichtsdirektor Warmuth erkannte auf 2 TU o wate Gefängnis, dem Angeklagten wurde aber Strafaufschub auf die Dauer von drei Iahren bewilliat mit der Aufgabe, daß er 3 0 0 Mark Buße zahlt. Das Gericht erkannte weiter, daß dem Angeklagten drei Jahre lang untersagt wird, einen Lehrling auszubilden. 2500 Meter Meerestiefe. Im neuen„Meteorzimmer� des Museums für Meeres- künde wird den Besuchern u. a. die Art des Arbeiiens eines modernen Echolotes vorgeführt. Auch sieht man dort die eigen- tümliche Gestaltung des südatlantischen Meeresbodens in einem überhöhten Relief dargestellt, van der afrikanischen und südameri- kanischcn Küste schnell bis zu bOOll Meier Tiefe abfallend, aber zwischen beiden Becken eine an höhe den Alpen gleiche, jedoch breitere Erhebung nachweisend, an einer Stelle mit einer Bertiesung, geradezu einem Loch von 7Sl1l) Meter Tiefe. Die eigentliche Tiefenmessung der Ozeane ist noch recht jungen Datums. Erst im 19. Jahrhundert gelangte man zur Messung größerer Tiefen, zuerst der Nordpolfahrer und Entdecker des magnetischen Nordpols, John Roß, der an seiner Leine sechs Zentner hängen hatte und im Jahre 1818 in der Baffinbai eine Tiefe von 1970, also fast 2000 Meter maß. Seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts benutzte man Drahtleinen, die man über Trommeln laufen ließ und in mannigfacher Weise abänderte. Auch versuchte man es indirekt durch Bestimmung des Wasserdrucks in der erreichten Tiefe. Zu jeder derartigen Messung brauchte man ge- räume Zeit, wezhalb das Schiff veranken werden mußte, was bei den großen Tiefen im offenen Meer keine einfache Arbeit war. Wie selten ein solches Instrument daher angewendet werden konnte und wie wenig man dadurch über die Gestaltung de- Meeresbodens unterrichtet wurde, ersieht man daraus, daß in den 85 Jahren von 1840 bis 192.Z insgesamt noch keine 300Y Tiefjcclotungen vorgenommen worden sind. Das änderte sich mit einem Schlage, als der jetzt 50 Jahre alt gewordene deutsche Physiker Dr. Alexander B e h m eine ganz neue Methode zur Messung der Meerestiesen mittels seines Echolotes erfand. Auf die Idee dazu kam er zuerst durch die Katastrophe der„Titanic", die durch Zusammenstoß mit einem Eisberg unter- ging. Bor nunmehr 18 Iahren stellte er damals die ersten Ver- suche in der Kieler Förde an, die xecht gut gelangen. Die Methode beruht darauf, daß ein Ton sich im Meereswasser bis zum Boden sortpjlanzt, von dort zurückgeworfen wird und wieder zum Schiffe als Echo gelangt, und zwar selbst bei den größten Tiefen in wenigen Sekunden, da die Fortpflanzungsgeschwindigkeit des Schalles im Walser fast 1500 Meter in der Sekunde beträgt. Die Zeildifserenz zwischen Erregung des Tones und Empfang des Echos ergibt dann sofort die gesuchte Tiefe, llebrigen- ist das Echolot auch zur Höhenbestimmung bei Luftfahrten ausgebildet worden und Hot bei den großen Fahrten des„Graf Zeppelin"-nützliche An- wcndung gefunden. In neuester Zeit ist es gelungen, es auch bei Flugzeugen zur Anwendung zu bringen. Hausklaisch suchi einen Mord. Und was sich dabei heraussiellte. In der Weltstadt'Äerlin lebt mit seiner Familie ein Bau- a r b e i t e r, den die lieben Hausnachbarn mit Gewalt zu einem Mörder machen wollten. Der Mann hat drei Söhne, von> denen der eine, der jetzt 21 Jahre alte Johann, seit vier Jahren die Wohnung der Eltern verlassen hat. Der Grund seines Ver- schwindcns-lag darin, daß ihn der Vater, als der damals Siebzehn- jährige eines Nachts sehr spät nach Hause kam, für die Bummelei bestrastc. Dem Jungen paßte die väterliche Zucht nicht, er ging aus Berlin fort und ließ auch nichts mehr von sich hören. Die Nachbarn munkelten nrzp, daß der V a t c r s c i n e n S o�h n erschlagen und die Leiche oerscharrt habe. Sie wußten auch anzugeben, wo das geschehen sei. Der Bauarbeiter hat vor seiner Wohnung ein Stückchen Garten, auf dem er früher Kartosfeln zu pslanzen pflegte. Als er die Bebauung einstellte, raunten sich die Leute zu, er täte das mit gutem Grunde, weil er befürchten müsse, beim Graben auf die Leiche seines � Sohnes zu stoßen. Einer dieser Superklugen ging sogar zur Kriminalpolizei und erstattete bei der Mordinspektion Anzeige. Das Gartenslück' wurde umgegraben, man fand aber keine Leiche. Jetzt kam einer der anderen Söhne mit der Wahrheit ans Licht. Sein Bruder hatte Arbeit beb einem Bauern bei D r o f je n gefunden und ihm das mitgeteilt, ihn aber ver- pflichtet, den EUern nichts von seinem Aufenthalt zu sagen. Nach- forschungen ergaben, daß der Bauer in der Tat den jungen Mann beschäftigt. Auch andere Arbeitsstellen, an denen der Ausgerückte vorher tätig war, konnten festgestellt werden. Lüsten über die Wärmehallcn. Die„Rote Fahne" hatte sich durch ihren Redakteur Haus- wirt wieder einmal wegen öffentlicher Beleidigung zu oerantworten. Am 12. Februar d. I. hielt gegen die Mittagszeit in Abwesenheit des Leiters vor der Wärmehalle Ackerstraße 3 das Ueberfall- kommando. Am nächsten Morgen erschien in der„Roten Fahne" ein Artikel mit der Ueberschrift:„Erwerbslose werden von Polizei- konmiando niedergeknüppelt. Leiter der Wärmehalle schließt wegen lleberfüllung die Wärmehalle." Ain 14. Februar brachte die„Rote Fahne" einen weiteren Artikel, das Eingesandt eines Erwerbs- losen. Darin hieß es: Der Kerl, der Leiter der Wärmchalle, läßt lieberfallkommandos auf Erwerbslose los. Es wurde ferner dem Leiter der Wärmehalle, Nevi, vorgeworfen, daß er Handelscliquen dulde, daß jeder, der ihm nicht anoenehm sei, fliege usw. Nevi erstaltete daraus Anzeige wegen össentlicher Beleidigung. In der gestrigen Nerhandlung erklärte sich der Redakteur der„Roten Fahne", 5)auswirt, aus Anregung des Borsitzenden bereit, d i c Beleidigungen zurückzunehmen, falls der Nebenkläger sich verpflichte, über den Termin zu schweigen. Außerdem sollte er die Hälfte der Prozeßkosten tragen. Derartige Bergleichsbedingungen lcbnlc Nevi selbstverständlich ab. Eine bis ins einzelne gehende vier- stundige Beweisaufnahme erbrachte die vollkommene halt- l o s i q k c i t sämtlicher von der„Roten Fahne" ausgestellten Bc- bauptnngen. Das Gericht verurteilte Hauswirt zu 150 M. Geldstrafe, im Nichteintreibungsfollc tritt für je 10 M. ein Tag Gefängnis. Außerdem erkannte das Gericht auf Püblikations- beiugm« im„Vorwärts" und in der„Roten Fahne". Der„Irrtum im Objekt". Er wollte seine Braut schlagen und prügelte eine andere. Dieser Angeklagte komiie von Glück sprechen: Weil das Gericht gewisse Zweifel zu seinem Gunsten auslegte, erhielt er bloß wegen gefährlicher Körperverletzung 9 Monate Gefängnis. Weniger wohlwollende und vorsichtige Richter hätten ihn höchst- wahrscheinlich, dem Antrage des Staatsanwalts gemäß, wegen ver- suchten Raubes zu 1 Jahr 9 Monaten Zuchthaus ver- urteilt. Es geschieht nicht olle Tage, daß man einem Sechsund- zwanzigjährigen mit 13 Borstrafen Glauben schenkt— einem jungen Menschen, dessen Verhalten auch vor Gericht nicht besonders vertrauenerweckend schien. Sohn eines Alkoholikers, auch der Bruder Trinker, von dem Vater schwer mißhandelt, wegen früher Verwahrkofung in Fürsorge gebracht, fiel er schließlich von einer Gefängnisstrafe in die andere... Der Zlngeklagte V.>var am 8. Oktober d. I. einer Frau in den Flur des Hauses Friedrichstraße 124 gefolgt, hatte ihr zuerst einen Schlag mit einem Meißel über den Kopf, und, als sie sich mit dem Gesicht ihm zuwandte, einen zweiten Schlag mit einem Hammer verfetzt. Das Opfer brach blutüberströmt zusammen. Der Uebel- täter ließ den 5)ammer sollen und stürzte davon. Bon der Polizei gesucht, stellte er sich freiwillig und erklärt«, er habe sich iui O bj e k.t geirrt, er sei im Glauben gewesen, seine Braut vor sich zu haben. Auf diese sei er schlecht zu sprechen. Gewisse Ilm- I stände schienen dem Angeklagten recht zu geben. Als zum Beispiel der Bursche unmiitelibar nach der Tat im Auto zu Hause ankam, sagte er zu seiner Mutter: Du hast mich nicht gesehen. Die Frau ahnte Schlimmes und hatte sofort den Verdacht, daß er mit seiner Braut Klara etwas angestellt habe. Auch seinem Bruder gegenüber, mit dem er kurz vor dem Ilebcrsall zusammen gewesen war, hatte er sich geäußert:„Ick will mich an ihr rächen." Um die Zu- sanimeichängc verständlicher zu machen, müssen a» dieser Stelle die Ereignisse des 8. Oktober in gewisser Reihenfolge dargestellt werden: Der Angeklagte hatte an diesem Tage seine Arbeitslosenunterstützung erhalten. Er forderte den Schwiegervater seines Bruders auf, mit ihn, ins Lokal zu gehen, hier tranken beide bis zur Besinnung?- losigkeit. Nachbarn fanden den Sechsuiidzwanzigjährigen beirunken auf der Treppe, sie brachten ihn in die Wohnung des Bruders. Anderthalb Stunden später tras ihn dieser hier in noch ziemlich benommenem Zustande an. Er machte ihm den Borschlag, ihn nach Hause zu begleiten. V. nahm einen Hammer und einen Meißel und folgte dem Bruder. Unterwegs in der Karlstraße versuchte er zuerst ein Schaufenster, dann ein anderes Schaufenster einzuschlagen. Der Bruder hinderte ihn daran. V. entschädigte sich für die Störung, indem er von einer Auslage eine Birne, von einer anderen eine Psundbüchse Marmelade entwendete. Beides verzehrte er sofort auf der Straße. Gleich darauf folgte der Angeklagte der Frau Ä., die das Haus Friedrichstraße 124 betrat.„Ich glaubte", sagte er, „es sei die Klara. Jetzt habe ich sie." Aber sie war es nicht und das Verhängnis nahm seinen Lauf. Kanarien-Ausstellungen. Wie alljährlich, so finden auch in diesem Jahre die mit großer Liebe zur Sache vorbereiteten Dogelausstellungen statt. In ihnen sieht man nicht nur Kanaricn-, auch Waldvögel und große und ileine Exoten, vom winzigen Finken angefangen bis zu»! riesigen Aras. Unsere Waldvögel sind in Deutschland geschützt, nun fängt man Stieglitze usw. in der Tschechoslowakei und führt sie von dort ein. In den Tropen liebt die Natur bekanntlich grelle Farben, und was dort die Natur aus sich heraus schafft, das schafft hier die Zucht. Die Farbenzucht ist nach wie vor bei uns in Mode, wenn auch die Preise, die früher für besonders schön gefärbte Tiere gezahlt wurde», stark zurückgegangen sind.. Trotzdem sieht man iveiße, isabellfarbene oder stahlblaue Kanarienvögel und kobaltblaue Sittiche. Die Züchter haben ihre Freude am Farbwunder und find stolz, wenn sie ohne Hilfe vom färbendem Futter beim Kanarien- vogel beispielsweise ein reines Naturorange herausbekommen. Unter all den hochgezüchtete» Tieren sieht man hin und wieder echte Wildlinge von den Kanarischen Inseln. Sie sind unscheinbar im Federkleid und durchaus keine bcqabien Säuger. Ist doch das Schönsingen den Vögeln erst von den Menschen mühevoll angezüchtet worden. Und die glückliche» Züchter, denen es gelingt, die goldene Medaille zu erringen, werden berühmt in ihren Kreisen. Beim BereinderZüchtcredlerKanaricnoögel kamen in der Selbstzuchtklasse die große goldene und die kleine goldene Medaille noch Berlin N. Die erste«sangen die Zöglinge von Auguit Rawc und die zweite von August Miersch, während beim Dcrein Konaria, der bereits 1882 gegründet wurde, in der Selbstzuchtklasse die goldene Medaille E. Uderstadt, Berlin-Schöneberg, errang, und die silberne Medaille A. hauptstein, Berlin O. 17, bekam.(Die Aus- ftellung der Äanaria findet im Deutschen Bereinshcms, Landsberger Straße 89, bis zum 24. November statt.) Totenfeiern der Freidenker. Am heutigen Totensonntag werden in den Krematorien B a u in s chu l c n we g<13 bis 15 Uhr) und Gericht st raße (16 bis 18 Uhr) Totengedöchtnisfeiern des Deutschen Freidenkerverbandes stattfinden. Musikalische Darbictnugen werden die Bcronstaltung würdig umrahmen. Wohnstadt Carl Legien. Die im gestrigen„Abend" erwähnte Mieterversammlung ist zu m o r g c n,> Ai o ii t a g abend, einberufen, nicht zu heute, Sonntag abend. Polizeipräsident Grzcsinski spricht zu dem Thema: Kampf um Demokratie und Republik am Dienstag, dem 25. November, abends 8 Uhr. in einer öffentlichen Versammlung des Reichsbanners Steglitz in Berlin-Lichlerfeld«, Zehlendorfer Straße 5, Lichtcrfelder Fcftfäls.;,■ Kirchenaustrille— Kreis Neukölln. Jeden Dienslag, von 18 bis 19 Uhr, im Krcisbüro, Fukdastraßc 55/56, Iedal-Paffage. Auf- gang 5. Notar anwesend. Gebühr 2 M. Legitimation ist mit- zubringen. Die Vhotoausslellüng des Touriflenvereins„Die Nalurfreundc". Berlin W. 24, Iohannisflr. 15(Laden), erfreute sich bisher eines so regen Besuches, daß sich der Bcrein genötigt sieht, die Ausstellung bis zum Sonntag, dem 30. November, zu verlängern. Die Ausstellung ist geöffnet bei freiem Eintritt von 10 bis 20 Uhr. ver veulsche Arde>ler-!ilbst>n«vtenb»nd veranstaltet sür die in der illkohollrankcnsiirsorgc Inligen lo.üalillischen Helfer und die Genossen, die e-Z werden wollen, einen KursnS. Ter Lehrgang unisaht siins Abende. Die Teilnahme ist»» e n I g e I t l i ch. IfZ werden folgende Vorträge gehalten: Am L7. November San.-Rat Dr. I u I i u S b u rg e r: „Die körverlichcn und Icelüchen Schäden des AlkoboliSmuS." Am 1. De- zembcr Dr. H a a s e:»Die Behandlung des Alkoholkranlen." Am 4. De- iicmber Mag.'- Rat Dr. Adle r und Sladtarzt Dr. Drucker:.Die Ausgaben des Helfers und des Fürsorger?.' Am 11. Dezember Fürsorgerin: Meia Kaalch:.Fürsorge iür die Familie." Arn 18. Dezember: W. H o b e i l e l:„Warum treiben wir sozialistische Alkobolkranten'llrsorge?' Sänilliche Abende werden in der nlkoholsrejen Gaststätte Skalidcr Str. 6 nbgchailcn. Beginn 20 Uhr. Meldungen Nimmt die GcschäsiSstelle deS Aibciler-Abstincnlenbundcs. SO 10. Cngeluser"24/25, Aufgang O IV(Fern- sprccher: Jännoioitz F 7 0281), cnlgegcu. Sport. Rennen zu Strausberg am Sonnabend, dem 22. November. 1. Nennen. 1. Jnstruclor(Bes.), 2. Die Saar, 3. Hol' Gulden. Toto: 23:10. Platz: 14, 17:10. Ferner liescii: Sprckelia. Kurzlchluh. Lori. 2. Nenne n. 1. Fascist 1.60 Fesion mit Goldrand Kompotteffer...... 0.45 Dessertteller...... 0.70 Speisetelfer«ach u.«et 1.00 Beilageschale..... 1.75 Safatieren.... von an 1.95 Bratenplatten von an 2.55 Weiß Porzellan 0.50 0.95 Saiatieren sea. 2 tauig Zalatisrsn Zak. ztemz mit Fehlern lassen rt'1* 0.20 denn Kompofteller..... Dessertteller..... Speiseteller«ad... Bratenplatten von an Sauclere........ Kartotfeischüssei mit Deckel Salatschalen 0.25 0.12 0.22 0,28 0.95 0.85 1.25 0.75 Emaille Kasserollen ohn*von9an 0.45 Kasserollen Rvon an 0.85 Schmortöpfe ohnvon'Sn 0.65 Schmortöpfe""von'n 1.10 Waschschüssef�ap,"' 0.95 Scheuergarnitur.... für Send, Seife, Sode Konsol mit Mais...... 0.90 Wanne ca.zaem..... 1.10 Wasser-Eimer ca. jsem 0.85 Aluminium Maschinentöpfe v. an 1.00 KasserolIentSr.vTn 120 Milchkannen.. von an 1.70 Wasserkessel laTOnBiia9n 2.15 Zinkwasch�efä�e Waschfässer. von an 8.25 Waschfässer i n 7� m. umgebog. Wulsfrd., v. an 1 v/a i � Zober........ von an 9.75 Steingut-Vasen 0 sortiert. Fond, von an Blumenschalen �25] Glaswaren Sefterbecher...... 0.07 Kompotteffer gepreßt. 0.07 Teebecher gia«..... 0.12 Grogglas auf fu%.... 0.16 Römer mit grOnam Stial.. 0.22 Butterdose gap.av... 0.25 Portweingfas'"uHI" 0.28 Rotweingfas...... 0,38 Sdileifglauervice„Oliven" Kompotteffer..... 0.48 Kompottschalen a"" 0.70 Butterdose....... 1.45 Käseglocke...... 1.45 Preljölasscrvicc «Oliven" Kompotteffer..... 0.20 Kompottschalen v. an 0.28 Kuchenteffer...... 1.35 Steingut Kochtopf FiSChform fauarfod Kakaokanne bunt mit Oeckei, A ACT feuerfest 0.95 0.95 Kakaokanne md�Sai"' 165 MifchtÖpfC Satz 6 Teila 2.95 Engl. T eekanne braun 1.25 Tafelgeschirr 23 Teile, tür 6 Pi Waschgarnitur mit Gold 23 Teile, tür 6 Personen � 4.50 elfenb. O filZ von an Emaille- u. 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M o o n e y. der Präsident der General Motors(Opel), der gerade von Europa zurückkam, findet, daß es eigentlich in Europa gar nicht so schlecht sei, und der junge Ford teilt mit, daß die Ford-Werte in diesem Jahr die größte Erweiterung der Weltgeschichte vorgenommen hätten, und der alte Ford ver. kündet für das Jahr ISSV Sv-Dollar-Löhne. Was man freilich dann für öl) Dollar kaufen kann, vergißt er mitzuteilen; augenblicklich kann man seine Indexzahlen so berechnen, daß man einen Auf- stieg bemerkt. Die kritischen Betrachter ober, die nicht eine Kauf- welle suggerieren wollen, müssen zugeben, daß man von wirk- licher Besserung nicht reden kann, solang« 29 proz. unbeschäftigke Zlrbelker Im Dekroik-Induslriegebick sind; in Chikago Sä Proz., in New Fork 2,? Proz. Die kaufmännischen Zusammenbrüche sind 35 Proz. höher als der September- durchschmtt der letzten fünf Jahre, die Stahlerzeugung 35 Proz., die Autoerzeugung 40 Proz. niedriger. Der Amerikaner wehrt sich gegen den Sozialismus; jetzt in der Arbeilblofenfrage ist man dennoch für staatlich« Lösung. In der Tat bewirkt das, daß in New Bork und Chikago Fonds geschaffen werde», wo Angestellte und Arbeiter von ihren Löhnen abgeben, wo Wohltätigkeitsseste veranstaltet werden, um die Arbeiter zu unterstützen. In M i l w a u k« e wird ein Fonds aufgebracht, der den Arbeitslosen einen Dreitagelohn sicherstellen soll. Ab«r man sieht dabei noch nicht ein, daß da» veraltete Wohltätigkeit ist, daß die Verantwortlichkeit der Gesellschaft weiter geht, daß die Arbeitslosigkeit im System liegt. Aber dagegen ivehrt sich der Amerikaner, wenn auch die einsichtigen Stimmen, unter den Gebildeten besonders, zunehmen. Da sagt ein Mann von dem Rang Simpsons lieber Weis- Heiken der Art, daß durch die Erhöhung des Alkoholgehalts (lprozentiges Bier) alle Arbeitslosen beschäftigt werden könnten, oder Shumaker, der Präsident der Victor Co.(Radio), meint, daß es keine Ueberpraduktion, nur einen Unterverbrauch gebe. Dennoch ist die Slrbeitslosenlage auch hier schon soweit vor- geschritten, daß man sich von Regierung? wegen damit besaßt. Zwar� geht es nicht, wie einige Menschenfreunde vorschlugen, daß der Formboord da, in Stützungskäufen erworbene Getreide zur Verteilung bring« und den Arbeitslosen ihren Laib Brot sichere, iveil dies Getreide„wirtschaftlich" verwendet«erden muß. Aber der Staat kann auf dem Weg produktiver Arbeit wirken, und das bedeutet hier den Bau von Autostraßen.-- Auko und Eisenbahn. Die Autobusse haben sich von 1925 auf 1330 um 75 Proz. vermehrt, die Autostraßen mit Autobusoerkehr um 40 und 48 Proz. (erstklassige und zweitklassige Straßen). Das ist die Entwicklung des Automobils, und parallel läuft die Entwicklung der Oelproduk- t i o n. Das Auto nimmt den größten Teil der Stahlproduktion auf, die Eisenbahn kommt erst in Zweiter Linie. Der Bau von Autostraßen heißt also streng betrachtet nichts anderes als Rückgang der Eisenbahn. In der Tot haben 51 Gesellschaften in den e-sten dreiviertel Jahren zusammen 17 Proz. niedrigere Einnahmen als letztes Jahr, nur wenige Gesellschaften konnten besseres Ge- schäft melden, wenn auch ganz zuletzt da» sehr schlecht« Frachten- geschaft sich- zu bessern begann. Die Eisenbahnen haben dem durch Iis thitze geschädigten Farmer durch Verbilligung der Frachtsätze geholfen und sich so einen größeren Umsatz sichern können; die Ocl- preise und damit die Gasolinpreise gingen aber ebenso herab und erlauben billigeren Zlutobetrieb. Dennoch kommt man nicht darum herum, dag im September 1b29 304 422, im September 1930 nur 180 754 Autos verkauft wurden, von denen übrigens 67 000 auf Ford und 42 000 auf Chevrolet sielen. Auf die lllnschossung von 3 Millionen Auto» in 1923 kommen in 1929 nur 500 000; Ersatz an Stelle Ne ikauf»; und wenn auch eine energische Propaganda jedem ein zweitc> und drittes Auto auf- reden will, vorläufig unterstützt der Amerit ner sein« Industrie so nicht zu bereitwillig. Er beginnt das Geld ms die Bank zu legen und die Prooinzbanken haben höhere Depositen als zuvor. So kam es schon zur Diskussion, ob man das Vrinztp.Dienst am Kunden" ausgeben solle und weniger gute und dauerhaste Ware herstellen s?lle, uni eincn schnelleren Verschleiß nd Umsatz zu erzwingen. Aber die Konkurrenz treibt in tie andere Richtung: 1313 inachte man in einer Stunde inen Autoroisen, heut« zehn, damals lief man damit 3500 Meilen heut« 15 000, damals kasteie er 22,95 Dollar, heute 9,70. Kein M.nder, daß die Gummioerwendung nicht Schritt halten kann, daß wir 665 000 Tonnen brauchen und 830000 Tonnen erzeugen. Der schlaue alle Ford. dessen Plantagen in Südamerika heranwachsen, beginnt schon daraus hinzuweisen, daß man ja den Gummi ausgezeichnet zu der im In- dustriezeitalter so nötigen Schalldämpfung verwenden könne— und, der Amerikaner lacht verständnisvoll über diese Menschenfreundlichkeit. Die Stahlproduktion ist in den letzten 10 Jahren um 134 Proz. gestiegen, ober heute arbeiten die Fabriken mit 5 2- bis 58prozentiger Kapazität. Im Zusammenhang mit dcn Straßenbau Plänen der verschiedenen Staaten sind Anträge für Baustahl in die Industrie gekommen, besonders für die nö.tgen Brücken; das hat vor ollem in Chikago die Kapazität auf 58 Praz. gehoben. Di« Verwendung des natürlichen Gase» hat auch den Röhrenwcrten Aufträge gebracht; trotzdem die niedrige Aus- nützung der Industrie und die damit wachsenden Ueberkosten! Die Schuhindustrie arbeitet mit 33 Proz. ihrer Kapazität, im Kohlenbergbau, dem das im Verhältnis zur cheizkraft billig« Oel schadet, werde» von 750 000 Tonnen nur noch höchstens 500 000 gebraucht. Ueberall Ueberproduklion oder nicht ausgenützte Kapazität. Das heißt aber null, daß das investierte Kopital sich nur noch t«ll»eise verzinst, daß die Ueberkosten einen Teil der Zinsen fressen, daß für Neuinvestierung in Amerika nicht zu viete günstige Gelegen- Helten sind. Deshalb arbeitet man mehr und mehr in Europa. N« ß l a n d nnd China. Der Kapitalst,»?, prm Teil mit«? den Buchwert erscheint also wirtschaftlich nur zu begründet. Und daß am 22. Oktober die Aktienkurse noch tiefer gingen als am 13. No- vember letzten Jahres, daß 200 Aktien ihren tiefsten Stand hatten, beweist, daß die Börse gegen den oft ausgesprochenen Ausstieg sehr skeptisch ist. Nur Elektrizitätkompagnien haben große Neuanlagen gemacht, so hört man von der 100-Mlllionen-Dollar- inv-stion der Pensylvania Power und Light und von 60 Millionen der Columbia Gas and Electric. Auf das Kupfergeschäst halte das bis jetzt so wenig eine Wirkung wie die Tatsache, daß die Filni- Industrie ein Fünfundzwanzigstei der Silberförderung ausnimmt, auf den Silberpreis. Kupfer ist seit 1896 aus seinem niedrigsten Punkt, die Vorräte dagegen seit 1921 am höchsten. Saisonniäßige Verbesserungen weist die T e x t i l i n d u st r i e auf, und man kann es so rechnen, daß die Besserung über- durchschnittlich erscheint. Immerhin arbeiteten in den ersten drei Vierteljahren 28 Proz. Spindelstunden weniger als im Vorj.ih Heuer ist das erst« Jahr, daß Slmsrika weniger als die ljalbe Welternte stellt. Im Baumwollengeschäft bewirkt die starke Konkurrenz, daß die Preise so tief sind, daß man bis auf 1903 zum Vergleich zurückgehen muß. Ebenso im Tabakgesclstift. Der Verbrauch von 5 Cent-Zigarren hat sich dank guter Reklame um höchstens 1 Proz. vermindert, während die teueren Marken starke Einbußen erlitten. 5)«ute nimmt der Farmer 8 Proz. mehr sin als in Fricdenszeiten, während sein« Ausgaben um 50 Proz. ge- stiegen sind. Die neuen Zollgesetze haben ja in der Regel den Schutz des Farmers zu bedeuten. Die Lage des Farmers ist im ganzen aber günstiger al« die der Industrie, so daß die Zlrbeitslosenfroxe z. B. im ganzen Süden keine Rolle spielt. Freilich darf man nicht vergessen, daß, mit deutschen Verhältnissen verglichen, die Reserven der Industrie überall enorme sind. daß die Belastung durch Steuern und Sozialabgaben nicht vergleich- bor ist, daß die politische Belastung wegsällt, daß die Auslands- Verzinsung nicht nötig ist. So ist es erklärlich, daß von den Gesell- schaften mit geringeren Einnahmen dennoch die alte Dividende häufig verteilt wird. Die Auslandsbeziehungcn Amerikas werden jetzt viel erörtert Man weih ja, daß der innere Markt entscheidet. Zum Beispiel nur 5 Proz. der anierikanischen Stahlproduktion geht unmittelbar ins Ausland, ab- wohl Amerika 58 Proz. der Weltproduktivn bedeutet. Aber bei der Schwäch« des inneren Marktes bietet das R u ß l a n d g e s ch ä f t gute Chancen, besonders da man sich gegen das Risiko durch beträchi- liche Preise schützt. Und die Anleihen an Deutschland sind keine Freundschaft, sondern Geschäft. Es hat viel zur Klärung bei- getragen, wenn man die hiesigen Berichte verfolgte, daß Schacht ganz nüchtern die Lage der deutschen Zinsentilgung im Zusammen- hang mit der Reparation und Moratoriumfrage erörterte. Der Rückgang der deutschen Papiere an der New Dorker Börse im Gefolge des radikalen Wahlergebnisses in Deutschland hat sich dank der Festigkeit Brünings wieder geivendet. Auch Severings Ernennung in Preußen wurde von der Wirt- schast mit unverhohlener Sympathie erwähnt. Man sieht in der damit angezeigte» Politik eine Sicherung der wirtschastlichen Be« ziehungen. Sollten einmal die Zahlungsschwierigkeiten untragbar werden, so würden die Gläubiger mit sich reden lassen müssen und wollen. Vorher ist«ine Erörterung von Moratorien unan- gebracht. Gelöstes Elekirorätsel. Die preußische 6lektn'zitäts-AG. hat sich an der Thüringer Gas-AG. beteiligt. Monatelang hat sich die bürgerliche Finanzpresse den Kopf dar- über zerbrochen, aus welchem Grunde die Börsenkurse der Thü» ringer Gas A.-G., neben der Dessauer Gas die größte mitteldeutsch« private Gas- und Elektrogesellschaft, in die Höhe gegangen sind und wer als Käufer hinter diesen Kursbewegungen steht. Da sich eine Zeitlang amerikanische Finanzgruppen um die Thüringer Gas bemüht haben, vermutete man lange Zeit amerikanische Käufer. Das Rätsel ist jetzt gelöst. Von der Preußischen E l e k t r i- zitäts A.-G., dem Elettrotrust des preußischen Staates wird folgende Mitteilung vorbereitet; „Zur Förderung der Bestrebungen, eine engere Zu- s äni mens a s sun g zwischen den Großimiernehmungen dir Stromerzeugung»- und der Berteilungsgesellschasten zu erreichen, hat die der Preußischen Elektrizitäts-A.-G. nahestehende Kontinentale Elektrizitäts-Union A.-G. in Basel«inen 2l k t i e n- p o st« n der Thüringer Gasgesellschaften in Leipzig erworben, und die Preußische Elektrizitäte-A.-G. hat sich weiter ein Aktien- paket dieser Gesellschaft aus dem Besitz eines Konsortiums ge- sichert. Bekanntlich hat die Preußische Elektrizitäts-A.'G. an mehreren Stellen ihres Arbeitsgebietes Berührungspunkte mit dem Leipziger Unternehmen. Verhandlungen, die mit der A.-G. Sächsische Werke und der Verwaltung der Thüringer Gasgesellschoft geführt worden sind, haben zu dem Resultat geführt, daß eine Generalversammlung der Thüringer Gasgesellschaft einberufen wird, in der die Zu wähl von Vertretern der Preußischen El-kinziiäts-A.-G. und der A.-G. Sächsische Werke in den Zlussichisrat vorgeschlagen wird." Die Thüringer Gas A.-G. Hot ein Aktienkapital von 30,8 Mil- lionen Mark, von dem nach unserer Kenntnis etwa ein gutes Drittel sich unter Kontrolle der Preußischen Elektrizität» A.-G. befinden. Der Konzern der Thüringer Gas produzierte 1929 in 53 Gas- werten 155 Millionen Kubikmeter Gas und ln 36 Krastwerken 250 Millionen Kilowattstunden elektrischen Strom. Der Konzern ist an der Versorgung von 4009 mittel- und westdeutschen Gemeinden beteiligt, die 3,17 Millionen Einwohner haben. Die Thüringer Gas hat 1929 eine Dividend« von 10 Proz. verteilt und in den beiden vorhergehenden Jahren 9 bzw. 8 Proz. Man wird das Vorgehen der Preußische,, Elektrizitöts A.-G. als vorsorgliche M a h n a h m e betrachten müssen, um die planmäßige Vereinheitlichung der deutschen Elektrowirtschaft, soweit sie von Preußen beeinflußt werde» kann, zu sördern. Die von der Thüringer Gas beherrschten Beteiligungen grenzen in sehr vielen Fällen an preußisches Elektrogebiet. Da die anderen an dem Plan der Vereinheitlichung beteiligten Stellen ein« ungenügende Initiative entfcllten, ist das Vorgehen der Preußischen Elektrizität» A.-G. bzw. des preußischen Staates zu begrüßen. Der preußische Staat wirkt mit der Verstärkung seines eleklropoiitischen Einflusses der von uns oft dargestellten Privatisierungsgefahr der deutschen Krastwirtschaft entgegen. �95v für 2 Milliarden weniger gebaui. Ottoberbericht des deutschen Baugewerksbundes. Im Oktober haben sich die Beschüftigungsverhältnisse w e s c n t- ! j ch st ä r k« r verschlechtert als in den srüheren Monaten Die Arbeitslosigkeit ist von 33,86 Proz. zu End« September aui 42,47 Proz. zu End« Oktober gestiegen. Don dieser Verschlcchterung ivurd« das flache Land schwerer betroffen als die Städte. End« Ottober war die Zlrbeitslosigkeit auf dem Lande wesentlich größer als in den Städten, nachdem Ende September kaum wesentliche Unterschiede zutage getreten waren. Der B e s ch ä s t i g u n g s st a n d log Ende Oktober um etwa 35 Proz. unter dem des Vorjahres und um einen noch größeren Satz unter dem des Jahres 1928; einen ähnlich niedrigen Beschäfti- gungsstand Hot es seit der Stabilisierung nicht ge- geben. ver Ausfall an Bauvolumen, der feit Monaten in i»NU ni erbrochenem Wachsen ist. hat sich im Berichtsmonat weiter vergrößert. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich nunmehr ein Rückstand von mehr als 25 Proz. ergeben, im Vergleich zu dem durch Wittcrungsverhältnisse weniger beeinflußten Jahr 1928 sogar um etwa 30 Proz. Der diesem Satze entsprechende Aussall a it Umsatz ist au f etwa 2 Milliarden Mark zu beziffern- Der neue Montanblock. 441 Millionen Hoesch-Kapital. Aus der geslrigen Sitzung der Aussichlsräle des hoesch- Konzern und des KSln- Reuessener Bergwerks« verein standen die Verschmelzung der beiden Konzerne und die Gcschäslsabschlüsse zur Beratung. vi« Abschluhzifsern der beiden Gruppen lassen die Einwirkungen der Krise in keiner Weise erkennen. Reingewinn und Ab- schreibungen der Znleressengemcinschasl ergeben zusammen ZV.S gegen 20, k Millionen Mark im Vorjahr. Der Reingewinn allein ist infolge starker Erhöhung der Abschreibungen ans S.5 gegen 10.2 ZNillionen Mark gesunken, so daß auch die Dividende bei hoesch von 7 aus ö proz. und bei Reuessen von 7Vi aus ö'A JJcoz. ermäßigt wird. Der Aufsichksrai beschloß sodann, den beiden Generalvcrsamm- lungey die Verschmelzung derart vorzuschlagen, daß 5) o c s ch die Veiriebe de» Söln-Reuessener Vcrgwcrksverein ausnimmt und einen Aklienkansch mit Reuessen im Verhältnis 1: 1 vornimmk. Zu diesem Zweck wird das Hocsch-Kopital um Dl, 4 Millionen Mark erhöht und erreicht damit 142 Millionen Mark. Der Rom« des neuen Konzern wird..ho esch-KLIn-Renessen A.-G. f ü r Bergbau und hgkkrnbelrieb" tanken. Der Großhandelsindex. Die auf den Stichtag des 13. N o» vember berechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen Reichs- amts ist mit 120,1 gegenüber der Vorwoche um 0,3 Proz. zurückgegangen. Die Indexziffer für die Hauptgruppen lauten: Agrar- st o ßf c 111,3(Rückgang 1 Proz.), Kolontalwaren 107 4 (— 1,1 Proz.), indu st riefle R o h st o f f e und Halbwaren 113,3(ff- 0,4 Proz.) und industrielle Fertigwaren 144,5 (— 0,4 Proz.). Tagung de» Deutschen Beamlen-Wirtschaflsbunde». Im Reichs» wirtschaftsrat fand gestern die Jährest igunq des Deutschen Beamten- Wirtschastsbundes statt, in deren Mittelpunkt die Fragen der Gehalts. senkung und des Preisabbaus standen. In einer Entschließung wurden schörfstc behördliche Maßnahmen gegen Unternehmer und Verbände gefordert, die durch Preisabreden, Liefersperre usw. den Preisabbau verhinderten. Das Hauptreserat hielt Prof. Julius Hirsch, dessen Kern gleichfalls der Lohn- und Preisabbau bildete. Der Lohnabbau sei nur dann vertretbar, wenn die Kauskrasi der Mark durch Preissenkung mindestens in dem gleichen Verhältnis steige. Die Vorwegnahme der Lohnkürzungen sei im konjunkturellen Interesse gefährlich. Das entscheidende Problem liege jetzt nicht bei der Produktion, sondern beim Vertrieb. Hier liegen enorme Ersparnismöglichkeiten sowohl in der Lagerhaltung wie in der gleichmäßigen Verwendung von Kapital und Arbeitskräften vor. Reichsanleil,« A.-G.— Die Spetülalion in Rcubejikanleihen. Die Reichsanleil»« A.-G., Berlin, deren Kapital von 2 Millionen Mark sich im Besitz des Reichs befindet, weist zum 30. August 1930 einen Ueberschuß von 560 000 M. aus. Die Wertpapierbcftände laben sich von 27,49 Millionen auf 18,93 verringert, Barguthaben sind dadurch von 70 000 M. auf 3,79 Millionen gestiegen. Inzwischen hat die Gesellschaft durch größere Anleihekäuse zu Stlltzuiigszwecken ihre Wertpapierbestände wieder erhöht. Es scheint, als ob die Tätigkeit der Gesellschaft im Interesse der deutschen Anleihe wirk- sam u nterstützt werden könnt«, wenn der starken Spekulallon in der sogenannten Neubesitzanleih« entgegengewirkt würde, die auch den Kredit de» Reichs alle, weniger al» fordert. Dazu wäre es möglich, den Zeitpunkt der Tilgung und Verzinsung der Neubesitz- onleihe bereits jetzt festzusetzen. Amerikanische Industrie im Ausland. Noch einer Untersuchung der omerikanischcn Zeiffchrist„Der Index" bestehen im Ansiand über 2000 Fabrik Unternehmungen amerikanischer Konzerne, in denen etwa«ine halbe Million Arbeiter beschäftigt werden. Die Geister, die Gtegerwald rief. Lohnabbau und Wirtschastskämpse überall. Frankfurt a. Vi., 22. November.(Eigenbericht.) Infolge der Lohndiffereqzeu im Mainz-Wiesbadener Wirtschaftsgebiet der Metallindustrie, die zu einem Schiedsspruch führten, der eine» Abbau der Löhne entsprechend der Anweisung des Reichsarbeits- Ministers an die Schlichter vorsieht, traten zunächst die Klempner, Schlosser und Elcktromonteure in den Streit. Heute beschlossen auch die übrigen Metallarbeiter, die Arbeit niederzulegen. Fn Betracht kommen etwa 3000 Arbeiter. Ein übereifriger Oomänenpächter. Er steckt den Lohn der Arbeiter in seine Tasche. Ein Prachtcxsmplar von Unternehmer ist der Pächter der staatlichen Domäne Mose im Kreis Wolmirstedt, ein A m t s r a t Truckenbrodt. Dieser Herr, der alle Aemter der Gemeinde einschließlich des Amtes des Gemeindevorstehers be- kleidet, leidet anscheinend an dem Ehrgeiz, eine Art Lohndruck- retard auszustellen,' denn auf der Domäne Mose wird den Arbeitern der ihnen zustehend« Lohn systematisch vorenthalten. So hat z. B. der Arbeiter F. allein in der Zeit vom ZO. Februar bis 20. August d. I. 306,40 M. Lohn z u wenig erhalten. Mit den Entlohnungsmethoden des Amtsrats Truckenbrodt hat sich der Schlichtungsausschuß Magdeburg beschäftigt, der ihm klar machte, daß er nicht ohne Zustimmung der gesetzlichen Arbeitervertretung unter Tarif zahlen darf. Truckenbrodt wurde zur Nach- Zahlung der Beträge, um die er die Arbeiter geprellt hotte, verurteilt. Bei der Berhandlung über seinen Einspruch gegen das Urteil stellt sich heraus, daß dieser Musterunternehmer seine Arbeiter gezwungen hatte, einen Revers zu unterschreiben, in dem es u. a. heißt: „Die Kläger sind mit dei�untertaristichcn Löhnen durchaus zu- frieden, und dem Gewertschaftssekretär D. wird das Recht abgc- sprachen, die Klag« weiter zu vertreten." Bei der Erpressung der Unterschriften bedient« sich der 5)crr Amtsrat in erster Linie seines Rechnungsführers, des stellvertreten- den Gemeindevorstehers Thiele. Dieser Menschenfreund erklärte bei den Verhandlungen vor dem Schlichtungsausschuß:„Wer seinen tariflichen Lohn fordert, fliegt auf das Straßenpflaster." Auf der staatlichen Domäne Mose herrschen reizend« Zustände. Das preußische Landwirtschaftsministerium wird umgehend da ein- mal nach dem Rechten sehen müssen. Mansfelder Verhandlungen vertagt. Die Vergarbeiter wollen keine neue Lohnkürzung. ' Das Reichsarbeitsministerium hotte die am Mansfelder Tarif- vertrag beteiligten Parteien gemäß der im Juli getroffenen Verein- barung aufgefordert, in Verhandlungen über die Neuregelung der Löhne ab 1. Januar 1931 einzutreten. Am 18. No- vember waren die ersten Verhandlungen zwischen den Parteien in Eislebcn. Generaldirektor St a h l von der Mansseld A.-G. legte in längeren Ausführungen die heutige Lage der Mansfeld A.-G. dar. Es müsse alles darangesetzt werden, um die Selbstkosten der Betriebe herabzusetzen. Man dürfte aus der augenblicklichen Preissteigerung keine allzu günstigen Schlußsolgerungen ziehen, da aus dem internationalen Kupfcrmarkt die Loge noch äußerst undurchsichtig und pessimistisch sei. Gegenüber den Behörden- stellen müsse die Mansfeld-Verwaltung immer wieder betonen, daß in erster Linie durch ein« Selbsthilfe eine Verringerung der Selbst- kosten erzielt werden müsse. Bei dieser Selbstkostensenkung wäre erforderlich, daß alle Beteiligten Opfer bringen. Die Gewerkschaftsvertreter betonten, daß infolge der enormen Lohnkürzung nach der Stillegung der Betriebe im Som- mer dieses Jahres man der Arbeiterschaft nicht schon wieder einen neuen Lohnabzug zumuten könne. Vor allen Dingen verlangten die Gewerkschaftsvertreter genauer« An gaben über das Re- suliat der Untersuchungen des Mansfelder Kupferberg- baues. Gleichfalls fei die jetzige Preisentwicklung auf dem Kupfer- markte so unübersichtlich, daß deren zukünftige Entwicklung noch nicht zu übersehen sei. Auch müsse abgewartet werden, wie sich die Aktion der Reichsregierung bezüglich eines Preisabbaues ge- stalte. Am Schlüsse der Verhandlungen wurden dieselben auf A n- fang Dezember vertagt. Auch in Krisenzeiten stark. Gesamtverband Berlin im 3. Quartal. Der Bevollmächtigte der Berliner Ortsocrwaltung des Gesamt- Verbandes, Genosse Schaum, war in der Generalversammlung am Freitag in der beneidenswerten Lage, noch für dos dritte Quartal über eine erfolgreich« Tätigkeit auf lohn- und tarif- politischem Gebiet berichten zu können. Das dritte- Quartal stand auch für den Gcsamtvcrbond im Zeichen der Abwehr des Lohnabbaus und der Ägfsencntlofsungen. Der Organisation ist es fast in allen Fällen gelungen, den Lahn-" abbau abzuwehren und darüber hinaus noch teilweise Lohnerhöhungen und Verbesserungen der Arbeits- bedingungen durchzusetzen. So wurde bei neun Angriffsbewegungcn in 64 Betrieben mit 1336 Beschäftigten eine wöchentliche Lohnerhöhung von rund 1600 M. und außerdem noch für 157 Arbeiter ein« wöchentliche Arbeitszeitverkürzung von 1122 Stunden je Woche erwirkt. In 207 Betrieben mit 2899 Beschäftigten wurde durch den Widerstand der Organisation der Abbau der Löhne vcr- hindert. Für die Gcmcindearbcitcr wurde der achte Rcichstarif- vertrag mit einigen Verbcsserungen der Ilrlaubsbestimmungen neu abgeschlossen. Der, Lohnvertrag der G ü t c r a r b e i t c r wurde ohne Verschlechterungen, für die schlecht bezahlten sogenannten Frei- nrbcitcr noch niit einer geringen Lohnerhöhung neu vereinbart. Bei den Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerken, wo die Tarifverträge noch laufen, hatte die Organisation olle Mühe, die in großem Umfange geplanten Cntlassungen zu ver- biitdern. Da der Lohnabbau sich zuerst auf die ü b« r t a r i f l i ch e n Löhne konzentriert, war die Ortsverwoltung bemüht, die nicht tarif- iich verankerten Sondcrzuschläge bei den Städtischen Gas- werken tariflich zu vereinbaren, was ihr auch gelungen ist. Die Mit- glieder der Sektion Gesundheitswesen sind durch die Ollis- Wirkung der Notverordnung, die in Berlin zur teilweise» und gänzlichen Stillegung von Krankenhäusern geführt hat, ebenfalls von Masscnentlassungen bedroht.'Di« Ort?- vermaltung setzt auch hier olles daran, die Entlassungen zu ver- hindern und bei nicht zu umgehenden Entlassungen Hörten aus- zugleichen,,.'» Für die seit kurzer Zeit zum Gesamtoerband gehörende Gruppe der Masseure ist es gelungen, die seit 31 Jahren bestehenden Richtsätze für ihre Entlohnung endlich in die Form des Tarif- Vertrages zu bringen bei einer gleichzeitigen Erhöhung dieser Richtsätze um 20 P-oz. Di« bereits vor zehn Jahren(!) aufgenommenen Ver- Handlungen für das Krankcnpflegepersonal, die auf die Zlnerkennung der weiblichen Pflegerinnen als Schwestern und den damit per- bundcnen Rechten hinzielten, sind im dritten Quartal gleichfalls e r- folg reich beendet worden. In den anderen Sektionen und Branchen war die Tätigkeit der Organisationslcitung in der Ab- wehr von Verschlechterungen größtenteils ebenso erfoigreich. Genosse Schaum ging zum Schluß seines Geschäftsberichtes am die große L o hn a b b a u a k ti o n ein, die jetzt mit verstärkter Kraft einsetzt und auch die Mitglieder des G-samtverbondes zur größten Abwehrbereitschaft zwingt. Es stehen in nächster Zeit ernste Auseinandersetzungen bevor im Spedition?- und S ch we r s u h r g e we r b e sowie bei der Meierei Bolle. Der Gesamtverband erklärt heute schon in oller Oessentlichkeit, daß er kein Mittel unversucht sein lassen wird, um die Angriffe aus die Löhne abzuwehren. Die Or- ganisation erwartet aber auch von den'Mitgliedern fetzt eine ver- stärkte Agitation in den Betrieben. . Dar voin Genossen B r e tz k e gegebene Kassenbericht.zeigt auch die starke finanzielle Anspannung des Gesamt Verbandes durch die ungeheuren Unterftützungssumwen infolge der Krise. Trotzdem ist der Bestand der La k allasse im dritte» Quartal noch um etwa 44000 Mark auf rund 1 Million Mark angewachsen. Freudige Zustimmung fand seine Milleiiung, daß von der Haupt- und Lokalkassc zu Weihnachten etwa 230 000 bis 300 000 211. Extrauntcrstühung an die erwerbslosen Verhandsmitglieder gezahlt werden sollen.; "' In der Diskustton würde? chie Äitigkeil der"Ort?verumlm!.t vollauf anerkannt. Den Abschküß der Generalveisaminliing bildete ein Referat des Bevollmächtigten, Genossen Ortmann, über den Metallarbesterstreit, in dem er die gegen ihn und die übrigen Führer dieser Bewegung gerichteten Vorwürfe der„Opposition" an reichem Tatsachenmaterial als völlig unbegründet zurückmies und als kam- munistisches Lockmittel für den„roten" Metallarbsitervcrband und die gesainte REO. brandmarkte. Er fand die voll» Zustimmung der Generalversammlung, als er neben der verstärkten g o m e r k. s ch a f t l i ch e n auch die politische Aufklärungsarb eit als logische Konsequenz des Ausganges dieser Bewegung hinstellte, die mit aller Deutlichkeit gezeigt Hobe, daß die Entlohnung der Arbeiter heute in erster Linie von den politischen Machtverhält- nissen abhängt. Lausiher Tuchindustrie sperrt aus. Llnternehmerabsolutismus der iVorkriegSzeit. Kattbu«. 22. November.(Eigenbericht.) In der Lausitzcr Hutindustrie herrscht in der Frage der Arbeits- zeit sowie in allen anderen Fragen, die im Manteltarif gekegelt sind, seit dem 3l. März ein t a r i f l a s e r Z u st a n d. Die Hulfabrikanten haben nunmehr am Donnerstag durch Anschlag allen Arbeitern zum 26. November gekündigt. In dem Anschlag heißt es dann wörtlich weiter: „Diejenigen unserer Arbcikcr, die mit der nachstehenden Rege- lung der Arbeitsbedingungen nicht einverstanden sind, können am 26. November 1930 bei... ihre Papiere in Empfang nehmen. Fortsetzung der Arbeit über den 26. November hinaus gilt als Einverständnis mit den nachstehenden im einzelnen auf- geführten Arbeitsbedingungen. Vom 27. November 1930 ab gelten für die Mehrarbeit und für die B e t r i e b sft dr u n g e n sowie Arbeits st örun- g e n für die in unserem Betriebe beschäftigten Arbeiter folgende Arbeitsbedingungen:" Dies« Bedingungen besagen, daß es im Belieben des Unter- nohiners steht, Heber st rinden anzuordnen, daß bei Betriebs- starungcn der Arbeitsansfall unr gezahlt wird, wenn es dem Unter- iichmer beliebt, daß die durch Betriebsstörung ausfallenden Arbeits- stunden nachgeholt werden müssen usw. Die Gewerkschaften haben am Sonnabend zu dem Vorgehen der Unternehmer Stellung genommen und folgende Entschließung gefaßt: „Die am 22. November 1930 in Kottbus tagende Konferenz der Funktionäre der am Tarifvertrag beteiligten Gewerkschaften sind e instimm ig der Ansicht, daß die Textilarbeiter der Nieder- lausitz die anqeboicnen Arbeitsbedingungen strikte a b l e h n en müssen. Die Betriebsrate werden ersiichl, ihren Betriebsleitungen diesen Beschluß mitzuteilen. Das Vorgehen der Unternehmer bedeutet die Frontmachung gegen kollektive Zlrbeitsvcrträge und Herbeiführung des Unternchmerobsolutismus der Vorkriegszeil." Man muß damit rechnen, daß es in der Lausitzcr Hutindustri« infolge des Vorgehens der Unternehmer zu einem scharfen Komps kommt. Die Arbeiterschaft ist entschlossen, sich dem Diktat der Unternehmer aus keinen Fall zu beugen. Reichskonferenz für Post und Telegraphie Die dem Gesamwerband angeschlossene Rcichsobteilung Post und Telegraphie— früher Allgemein« deutsche Postgewerkschast— hielt dieser Tage in Dresden ihre prste Reichskonferenz ob. Vertreten waren.über. 114 Delegierte der Mitgliedschaften und w Berbondsfuutoznüre, serner Ahvrtmuuge« der tschechischen und französischen Bruderorganisationen segln e der In- ternationol« des Poftpersonols. Auch die Postbehörden des Reichs und Sachsens waren oertreten. Vom Allgemeinen Deutschen Be- amtenbund war Falkenberg erschienen. Die vom Vorstand vorgelegte Sondcrsatzung für die neue Ab- teilung wurde mit nur geringfügigen Aenderungen angenommen. In die Reichsabtcilungslcitung wurden gewählt Bender, Kloß, V a l l e n t h i n und Schmidt, zu Beisitzern je sechs Beamte und Lohnbezicher.-_ //Zusahliche Arbeit" der Reichsbahn. Aber nicht für die Arbeitslosen Die Verhandlungen der Eisenbohncrgcwerkschaslen mit der Rcichsbahnhauptverwaltung wegen Arbeitszeitverkürzung, die am Sonnabend wieder ausgenommen wurden, blieben ergebnislos. Die Vertreter der Hauptverwaltung hielten an ihrem Standpunkt fest. d. h. sie wollen in keiner Beziehung den Forderungen der Gcwcrk- schosten aus Arbeitszeitverkürzung cnlgegenkomnien. Unier diesen Umständen sind die Verhandlungen zunächst noch einmal, und zwar aus den kommenden INiltwoch. vertagt worden. Die Gewerkschaften werden alles versuchen, um trotz des Widerstandes der haupl- verwaltung endlich einmal die noch immer bestehende Uedcrzeiiarbcit der Reichsbahnbetriebe zu beseitigen. In dem Regierungsprograinm war u. a. angekündigt worden, daß die Reichsbahn„zusätzliche Arbeit" für über 100 00!) Arbeiter beschaffen wolle. Allgemein hatte man angenommen,«S handle sich um zusätzliche Aufträge, die die Reichsbahn vergeben würde. Das war ein bedauerliches Mißverständnis. Es handelt sich offenbar um die A u f r e ch t e r h a l t u n g des'Neun- st u n d e n t a g c s des Personals der Reichsbahn, während Millionen stempeln gehe». Das ist die„zusätzliche Arbeit", die gemeint war. Im Lichte dieser Tatsache wird überhaupt manches Uar, was bisher an der Politik der Reichsbahn dunkel und unverständlich blieb. Mitten in der schwersten Krise, als die Regierung den Preisabbau aus ihre Fahne geschrieben hatte und selbst in der Prioatindustri« die Preise zu wackeln begannen, erhöhte die Reichsbahn die Pcrsonentaris«. Einer. Herabsetzung der Glhenarise widersetzt sich die Reichsbahn gleichfalls. Sie ließ sich wohl ver- nehmen, daß sie durchaus bereit ist, den Lohnabbau' mitzu- machen, aber nicht soweit die Riesengehälrer der hohen Bürokratie in Frage kommen, oder die ans Grund der Leistungen des Personals derselben Bürokratie in den Schoß fallenden Leistungszulagen oder gar die„Entschädigungen" der Mitglieder des Berwailungsrats. Man sieht, die Politik der Reichsbahn ist durchaus logisch und konsequent wirtschasts feindlich und reaktionär bis auf die Knochen._ Betriebsraiswahten bei der Krafiag. Bei der Krastag, dem größten Krastdroschkenunternehmcn Berlins mit weit übör 2000 Beschäftigten werden in diesen Togen die Arbeiter- und Angestelltcnratswahlcn vorgenommen. Bisher hatte die REO. die Führung im Betriebsrat. Bon 14 Sitzen waren 10 von ihren Anhängern besetzt. Die bekannten Vorkommnisse der letzten Monate gaben der Firma die Möglichkeit, sämtliche. RGO.-Betriebsratsmil- glieder zu entlassen. Auf Antrag der sreigewerkschastlichen Mitglieder stellte der alte Betriebsrat seine Aemter zur Verfügung und schrieb Neuwahlen aus. Außer(einer Liste de r, freien Gewerkschaften haben noch�die �Wirtsihaftsfricdlichen"' und die?täzis- Kisten'''eingereicht. Von der R'G'O. ist nichts eingelanfen.- Scheinbar haben ihre. An- Hänger nach den von ihren Führern vollbrachten Heldentaten nicht mehr den Mut aufgebracht, eine eigene Liste einziireicheii.' Es muß erwartet werden, daß die- B-'legsch.iit aus dein, was sie mit den RGO.-Leuten erlebt hat, die Nutzanwendung zieht und restlos der Liste der freien Gewerkschaften ihre Stimme gibt. In Bulgarien— ganz wie bei uns. Sofia, 22. November.(Eigenbericht.) In der Stadt Hoskowo, einem der südbulgarischen Tobak- Zentren, sind über 1000' Arbeiter der Oricnttabakgesellschaft in den Streik getreten, da die Unternehmer ohne jede Ankündigung einen Lohnabbau von durchschnittlich 33 P r o z. vorgenommen haben. Da auch die übrigen Tabakindustriellen eine entsprechend« Lohnsenkung beabsichtigen, muß mit einer wcilercn Ausdehnung des Streiks ge- rechnet werden. In Südbulgarien sind gegenwärtig insgesamt gegen 20 000 Arbeiter in der Tabakindustrie beschäftigt Das Vorgehen der Fabrikanten ist ebenso schändlich wie un- menschlich, da die Tabokarbeitcr bereits schmachvolle Hvngcrlöhne erhälten. So beträgt der S p> tz e n l o h n für einen gelcriite» Arbeiter täglich 80 Lewa gleich 2,40 M„ der nunmehr auf 30 Lewa gleich 1,50 M. herabgesetzt werden soll. Wenn man dagegen hält daß ein Familienvater mit drei Kindern ein Existenz in i n i m u in non nahezu 130 Lewa benötigt, so kann man ermessen, wie grauen- hast bereits die Not der ausgepowerten Tabakpr.oietarier ist. (=1 �9 ßz' Jlritioisfialiiti«(XT-511 T1.. Urteitti, NnarfKUtc u»» Seanrft»r» Gj-PuirfMmis«VulottrnbiJt«. Iinntoa. 1!>>? Mir. I'üi Sübtiift. C bar.-z 0 lolfciibura, Schllchsti-.»crfontnüunfl. loffcrorenunfl: 1;„SMirtert. lä (S tum ichb ftafAi-ani)*".«ffmetit Yenelse KettfiNM. 2. Tniniahl für ä S Dtleutf. Cs ist 7 flicht eine, jeben Sevolscn. su erschein«". Düste S? S TnintmmnfTi. Der yraftumswitstoni». ei jg Statte ntmaffer,»-,. Montau. Ukie. im iackeschen Hot. am N Z Harfctchcn 3?arlt SraftionMJCrtommluns. Wir bitten um bestimmtes S ra nnb oitnktliches Crftteincit. Ter Stalttoitsscrfianh. Ir? sz s. Loren» s.,«.. Straftlhnf. Tienstaa. 17 Mir. bei Zuno. Irriebrich. Wilhelm. Ecke Molik-straßc. wichtige Kraktionsnersammlung. W p- Ter zraltionsnorstan». f . SPD.-Scnoffen von Deiqmann, Rosenthal. Dienstag, IG Uhr, bei fei m Saufen, Lindenallee 40, wichtige sZraktionsversammluno. Der zraliion, vorstand. �reie Gewerkschafts-Iuaend Berlin Heute folgende Veranstaltungen: Müdchenbirsue in Nowawes. Treffen um 7 UfK Bahnhof Älcranderplat;. Eingang Gontardstrafte. Unkosten. Iicitrag W) Vf.— Ostkrcis: Um 19 Uhr im Inaenhheiin Diestelmencr- strafte ö. �Buntes Monatsende."— Nordwesttreis: Um 19 Uhr im Iugeui». heim Turiner Ecke Ecestrafte.„Obr-igkeit und Militär in der„guten" alten �r!cd''Nivzeit".— Rordkr«is: Um 19 Uhr im Jugendheim Wciftcnsec, Parkstr. 36. Literarischer Abend:„Up ton Sinclair". @.iuaenk>oruppe öes �entraiverbandes der Anaestellten Heute findet hie Sonntagsveran staltung im Augendheim Lichtenberg. chunlerstr. 44, von 18 bis 22 Uhr. statt.— Morgen. Montag, finden folgende Veranstaltungen statt:—»edding: Jugendheim Turiner Ecke ö«. stüafje.""""""'' deutung Hobrecht- Ecke Sanderftraße. Portrag-.Heii, d-r arbeitslosen.tug-nd". Refe- rentin Martha Drews.—«arten für die Zugcr.dvorstellung der Pockobsthn« abt 1.?anugr lüfll»um Presse von HN Pf. sind Im?i,gendsekretarigt»u haben. Mucker nährt— >.S,-./-■,:'..-r-rV-Z' V• und ist billig! DORTMUND DUISBURG MAGDEBURG FRANKFURT WUPPERTAL BREMEN Jahr�aTi� 1930 G.ewid.m.ei: allen freunden unseres Ha.ixses und denen, die es-werden-wollen. Copuripht bu Kurt Lisser Reklame 1930_ Nachdruck von Wort und Bild verboten1. Die Geschmäcker deTPübli- kümmer sind verschieden! So lautet eine alte Berliner Redensart, und wir werden allen „den vielen Geschmäckern" gerecht durch eine riesengroße Auswahl und zwerghaft kleine Preise. Als emen Beweis unserer Leistungsfähigkeit zeigen wir Ihnen hier fünf Wintermäntel. Jeder einzelne modern bis zum letzten i-Tüpfelchen, aber grundverschieden in Machart und im äußeren Bild, dabei aus gutem, tragbarem Stoff, von guter Paßform und vollendetem Schick, und jeder zu dem gleichen Preis von 33 Mark Dieser Preis ist phantastisch niedrig. So niedrig. dab, wenn Sie sich die Mäntel anschauen, Sie sich wundern werden, wie es möglich ist, solche Mäntel für diesen Preis zu verkaufen. . In der Tat! Was sind-33 Mark im Vergleich zu einem solch berückend schönen Mantel! Wohlig in ihn eingekuschelt, trotzt man der Kälte und läßt sich- ach, so gern!- von jedem Spiegel bestätigen. wie entzückend fesch und elegant man ausschaut. Und— natürlich- in unseren anderen Abteilungen sieht's genau so aus. In der Kleider-Abteilung ebenso wie in der für Herren- Kleidung; in unserer Abteilung Damen-Hüte ebenso wie in der für Kinder-Kleidung. 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Rohrleger und Heiter Tagesordnung: J. Dranchenangelegrnhelt-n. 2. Verlchiedenes. Ohne Milglirdsduch und Stnnpelkarle kein Zuiiilt Zahlreiche» erscheinen Wird erwartet. ag, da» 36. Jtoeembec. Uhr. In Smolb» verein» . Stall«»» Straft« 12« Branchen•Versammlung der RietaildrccKer und Pollerer Tag e«Ordnung: t Bericht Z«erbandsangelegenheiten und Verschiedene». Ohne Milgliedtduch kein Zutritt! Wegen der WichiiqseU der Tagesordnung erwarten wir, daß alle Sollegen erichetnen. Di« Dertrauensiente sind«erpflichtet, ftjr -»I«n guten Besuch Sorge zu tragen. Siaeefai nachrn, S hau» Achtung, Zlgarettenmaschinen- tOhrer u. Bctriehshanduierker! Die am Rontag. dem 24. Slonemder sillige Branchen. Versammlung sällt aus. Der Termin der neuen Versammlung wird durch Inserat im„BorwSrto" und durch Anschlag ans dem Arbeitsnachweis detanntgegeben. Spielplan ua|«»rr»allurobieilung In der Woche vom 24. bis 30. 2l»»emb«r t. Tenldi tgroher Naudtier-Film). 2. Technischer Film In der Wach, vom t. dt» 7. Dezember: 1. Andreas Hoser. L. Hochtouren(Naturfilm). In der Boche vom«. di»>4. Dezember: I. Ohne Seid durch die Welt. 2. Technischer Film Antragen wegen Ueberlassung und Br- such der Ableitung sind teiephonisch oder ichristiich an die Sultnrodtejlung (Viiro LtnienlirchZ/SS. Zimmer 20) zu richten. Die Ardeitslosru-Voritellung am 3. De- »ember fällt au»: am 20. Tlaoamboc ist Ardeilslosen-Vorftellung. Außerdem ist am Montag, dem 24. November und am Montag, dem S. Dezember, nur um v Ahr Vorstellung. vt« vrtevsrHroltnng. illige Gardinen!»»»-> illige Tisch- und Diwandecken! Köazllei'Ksfalliiren engl. Tüll.... 16.- 12.- 8.- 4.- engl. Tüll ext pr... 2i- 24.- 30.- Etamine.... 20.- 15.- 10.- Fiir Küflie u. 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Aovember 1930 12 Uhr:«ilhelmstr. 110 ISO 1 Papierschneidemaschine(ManSseld), 1 Schreibmaschine Vonnerstag, 27. Aovember 1930 lOUHrr Slaotl. Psandtommer Zägerstr.«! 1 Oelgemäide(». Jensen)/ Glas- und Sriftallwareit 8 Schreibmaschinen sTor- pedo. Adler. ASD.). I Schreibtischstuhi 11 Uhr: Alezenderstr. 6«(tiaseruo) 1 Protos-Licserwagen(500 kg) 12 Uhr: Slaall. Pfandtammer Elsässer- stroß« 74 Verschiedene neue MSbcl(Kleiderschrank. Nachttische. Friesierloilellc mit Gpiegri, Stühle, eich. Bücherschrank u. Schrridiisu, ungedritl. serner 2 Slaoiere, eich. Büsel:- umbau. DIpIoviol u. a. 1 Gasofen. Schreibmaschine(Rtgnon), Ftltrieravpn. rat. Stehieiler. Biiroustr. eieitr. Zug» iampen. Sochcr.»iektr. Ptattc. 2 große Scheren, Leder, u. Zuvimaschine. 40 Dhd. Sragen, 1 gr. Posten Gurtdand stir Tapezierer. � VaIUtr«dnreeut«llea der FlBaozämlcr im Bezirk de» LGadesfianzcmt« Berlin 7tr. 549* 47, Jahrgang 3 Beilage des Vorwärts Sonntag. 25. November 1930 Vorträge, Vereine undVersammlungen. Reichsbanner..Schwarz-Rok-Gold'. SeschSftslIell«: Berli» S 14.®«boftianflt. ST— 38. S»f 8. St. Moutag. 24, Siaatmbct. ReilTöla.Btitz, 1. Kamerabschaft, 3. Run: 30 UTic nuaocrfammluna bei Iachn, SBcfetftc. 41.(Jtfchcincn Vfticht. 4 SlcrafrnbWnft; 30 llbr Knmeradschaftovrrsammluiqr in Echillina» sststfälen ssoilhrr Zl'abdali). Chaujireslr. Rnferat:„PoiiiVN im Valksslaat�.— Di«»»- tag, 33. Ranrmbcr. Pran,>ai,ai Pcrq. Kavieradschaft SencfeldcrpIaS: 20 Uhr Bersammliing Nci Heil«., Reger Leraße Ecke Prenglaner?IIlee. Iunahanner: 20 lli>r Iugtnbheim Soiinenlniraer Straß«:„Rechtsfraacn". Referent Kamerad Dreßler. Erscheinen Pilicht. Friedrich, Hain. Kamerabschaft Andreas: ISth Uhr Kämeradschailsnersammiuna dei Schmidt, ssrnchtstr. 30,. Wichttat Tages arhnung. Reueinteiluna. Kreu�berq sOrtsvereini: lOs-t Uhr Antreten mit Tamhourkorrs ahne Fahnen Lankwig. Darfaue. alt« Kirche. Pfiichweran. flaltutta. Straßenbahn«6 und 06. Stnü'ß fOrtmierein): Antrrten ,ur anti. faschistrfck>en Demanstratio» l8?4 Uhr Stealiß. Marttplag. Diippeistraß«. An- schließend»kfentlickie Bersamniluit« in Lichlerscldc. Fchlendavier Str. 3. Lichter. feider Isestslile. Reserat des Kameraden Paliieiriijsident Grxsinsli: stampf um Demotratie und Republik". Tempelhof sQrtsverein): l8ip Uhr Pflicht. antreten Bhf. Maricndorf. RcuTölln-Brig: 20 Uhr ssunttianiirßßuna bei Elias, Iägersir. 77. Tiergarten: Antreten 19 Uhr Stegliß. Marttplaß. Diippelitraße, Tambour lZ Uhr hei R-ssel. Schöneberg-Friedenau: l8?i Uhr-Antrete» Sicalib. Düpnelitrrße. PflichtveranswUung. Pankow, Kameradschaft Nord: 30 Uhr Kameradschäftsversammlung in: Tilrfischen Felt. Breite Str. 14. Kamerad. ichaiten Buch. Puchhol?. Dlontenhurg. Karow: 20 Uhr Kameradschaktsoersamm lung bei Pausegrau, Buchhol?. Bahnhosstraße.— Zllittwoch. 2«. Nooember. -ichlcndors: 2N Uhr Mitgliederocrsamwlunq im Cafe Brumm sam U-Bahnhof Ontel-Toms-SiUte). Prenzlauer Berg: Zrden 1. Mittwoch im Monat erweitertc Borstanildsißung bei Klug._ Republilanisch« Redneroereinigunq. Montag, 20 Uhr, ATtrr Aeckanier. Andaltstr. u, spricht Herr tboam? über �Preisabbau". Diotuffion. Gaste will. lammen. Albeiter.. Radio-Bund Deutschland«, e. B., Hrtsgruppe Groß-Berlin. Unter, gruppe Prenzlauer Bei«: Dannerdwq. 2!7. Noveurber, 20 Uhr, Lotal Krug, lanziaer Str. 71: Technische Aussprache Uber Kurzwellen.— llntcrgruppc Friedrichshai»! Donnerstag. 77. Nonrntber. 20 Uhr. Lokal Wertaller, Hohe». lohcstr. 3: Prüfung der aebauten Geriite.— Untergruppe Lichtenberg: Freitag, 28. November. 20 Uhr, Lotal Hämmerlein. Rigaer Str. 50—51. Kursus: AechsclstroMaZweier. Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Serliv Sinimdung» für diese Rubrit mir an da« Ivgrntsellrtart«. Hallo SD«. LÄdenllraür 8 Beritssversammlungen. Drenntag. ZK. Nooember, pünktlich 1#<£ Uhr, Thema:.Die Aufgobeo der SA. �.Mitglieder t» Berus rnd Schiilr". Angrstcllic: Schul« Kochstr. 13. SW. 68 (Feickieusaali. Referent Ludwig Diederich.— Salzindustrie: Seim Linden. »raße 4.?W. 68. vorn, l?r. Referent Kurt Mattlck.— Retalliiiduftr'-: Sitzungssaal der B-zirlsversammlung Prenzlauer Berg. RO..Vi. Danzigcr Straße 64. Referent Theo Thiele.— Ungelernte Arbeiter: Schule Sonnen» burger Str. 20, 91. 5S. Referent Guiiav Weber.— Graphische» Gewerbe: Heim Waliertsrftr. 9, cO, Referent Wikln Kreßmann.— Textilarbeiter: Heitn Zßilldenowllr. 3 9?. 65. Referent Georg Albiccht.— Bangrwcrb« und restliche Berpie: Seim Warsenstr. 18, C. 2. Referent Theo Wiechert.— All« Gruppe». »erauftaltungc» fallen an». Mitgliedsbuch norzeigen. Wonderleiterkooseren? morgen, Montag, pllnktlich 19V: Uhr. im M iZ Heim Linbenfir. 4. Eröffnung aus der Wände rauskurftsstellc. Bor. e s irag.des Genossen Friß Lift:„Das Wandern als Kulturfaktor unserer po =3 Bewegung". All- Gruppen müssen vertreten sein. Heule. Sonnlag. Arnimplasn Keine Fahrt. Heimabend Schön sließer Straße.— Ballon: Roter Feldzug. Trefspui-kt lO'i Uhr Konfirm, Karl.Segien.Hos.— Schönhauscr Barstadt: 9 Uhr„Sozialistrn�cke". 19 Uhr Heimabend Sähinslicßer Str. 7. 20 Pf— Aruswotder Plag II: Hei mähend Rasienburger Str. 18.— Helm. bolgplati! Heim Danziger Str. 61, Baracke XI.— Rardosten I: Heimabend Danziger Str. 62. Baracke Z.— Rorbostcu N: Heimabend Fmmauuellirch. straße 24.— Hallcschea Tor: Heim Porckstr. Zl: Literarischer Abend.— Reu- Irlln l: Treffpunkt zur proletarischen Feierstunde 19 Uhr..Reiiierplaß.— Lichicnderg Rord: Wir gehen zum, Friedhof. Treffpunkt 10 Uhr Bilk. Lichten- b�rg'�ri-drich�sel�e.-...... ...... 1' s Werbet ezir? fttcmbcra:(Edmlaulo Dieffcnixichstr. 60-�)1:.Rc�ita. g ! tatfotttn unserer Zeit". SVo Maret— Streichquartett. Beqänn R 14 lau mit. eintritt 25 Pf. � IfÄ �. I j Werbebcziek«eitlölln: Stadtfaal, Bcrqst?. 147: mV-oletarische �e,er. g R stunde". Musik. Rezitationen, Spr-chchcire,<7ilmvoriührungen. Beginn R m 20 Uhr. Eintritt 50 Pf. ü R —; WM Rtorgcn, ZNonlag, 19H Uhr. Hansa: Sehn Bochumcr Str. 8b:„Moderner Strafvollzug".-»rnawalder Plaß'll: Heim Rasienburger S«r. 16:„Pan�urova".— Falkpl-ß I: Sämle Sonuenhurger Str. 20:„Scruelle Fragen".— Folkplati.ll: schul« Sonnen» burger Str. 20: lO-Minuten-Referate.— Humannplah: Heim e-chercnberg. straße 7:„Tagespolitil".— Rardosten II: Seim Danziger Str. B/B. 3: „Alkohol und Nikotin".— Schänhanser Borstadt: Schule Eoiin-nburgrr Str. 20: „Wirtichait und Gesellschaft".— Stralauer«iertel: Seim Goßlerstr. 6l: Arb-:2'gem-ins»gst.- Sollcsche» Tor: Seim Porckftr. 11, R. 4;„Sexuelle Fragen".— Schöncberg I; Fahrt. Treffpunkt 7Vii Uhr KWP, 80 Pf.— Westend! Heim auf dem Sporiplaß:„Aktuelle GewerkschaftsfragenS- Kehlen. darf. Dahlem: Beteiligung an der Äranzniederleaung des Reloie-aanners. 76 Uhr auf dem Friedhof.— ReuISll» I: Treffpunkt zum Insormatlousabciid 19 Uhr Rcutetplaß.— Rnckölln III: Hclm Ziethenstr. öS: Funktionärfißung.— Baumfchulenwcg: Heim Ernftfir. 16: Humoristifäl'cr Abend. Wcrbebczirl Neukölln: Heim Kanner Straße: Tagespolitischer Inforniations- abend «erbeb«, irk«cfte». R. F.! 9ioles Fallenparlament, Heim Rossnenitr. 4, 20 Uhr. Erscheinen aller Bertreter ist Pflicht. Um bem allgemeinen Bedürsni» nach guter und gleichzeitig billiger Winter» kleidung naäMckommen, veransialtrt die Firma S. Adam, Leipziger Ecke Frietrichstraße, vom 24. bis 29. November eine„billige Woche", während weicher sie auf ihre bereits den Kettperhältnissen ongevoßten niedrigen Preise noch eine Ermäßigung von 10 Proz. auf alle fertigen Waren gibt.» Wochenprogramin des Berliner Rundfunks. Sonntag, 23. November: 7; runktyninsstlk.>: Cin Gang über Berliner llrleäbvke. 8.59: Morgcn- rcler. Anschließend: CHackcngcläut des Berliner Doms. 19.05: Wetfervorber- sage. II: Eiternstund«. IU0: Bach-Kantate. 12: Ans Breslau: Konzert. 14: Jugendstbnde. 14.39: Orgelvorträge. 15: Kontert 15.39: Schubert— Schumann. Konzert. 14: Das Vermächtnis Gefallener. 14.30: Schallplattenkonzert. 17.30: Robert MasH liest eigene Plchlnngen. 18: Aus Dresden: Kirchenkonzert. 19: ..Kränze einem Kinde gewunden", eine Sprcchkanlalc von Hans Franck. 20: Gedenkstunde für die Gefallenen. 21: Tages- und Sportnacliriclitcn. 21.19: „Stebal maier" von Haydn. Konzert. 22.50: Kammermusik. Montag, 24. November: 7; Fanksymnastik. Anschließend: Frühkonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.30: Was einer Deutschen in CnzUnd und was einer Engländerin inw Deutschland auffällt. 15.45; Medizinisch- hygienische Plauderei. 16.05: Am Südrand der Sahara. 16.30; Untcrbaltunjs- musik. 17.30; Jugendstunde. 17.50: Deutsche Lande. Die drei Manscstädtc. 18.15: Wissenschaft und Mystik. I8.i5: Konzert 19.10; Programm der Aktuellen Ahtcilun;:. 19.30; Orchcstcrkonzcrt. 20.30: Uraufführunx:..Die vier Teufel*4. Hörspiel von Katz. 22.15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Tanzmusik. 0.30; Nachtmusik. Dienstag, 25. November: 7: Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzert. 12.30; Die Viertelstunde für den Landwirt. 14; SchallplatteDkonzcrt. 15.20; Lohnender Obstbau Im Kleingarten. 15.40: Die WcltauschauiinKskrisc der üexenwart. 16.05: Klaviervorträge. 16.30: Jngcndstundc. 17; Tanz-Tee-Musik. 18; Bücherstundc. 18.30; Konzert. 19; Heiteres und Nachdenkliches aus Oosterreich.• 19.30: Zur UnterhaJtpng, 20.30: Wovon man spricht. 21: Tages- und Sportnachrichten: 21.10: Konzert. 22.18: Politische Zeltungsschau. Mittwoch, 26. November: 7: Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzert 9: Von der Dentscheu Welle: Schulfunk. 12.30; Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schaliplatteckonzcrt. 15.20: Mit Hocbseefischern im Nordatlantik. 15.40: Eine Viertelstunde Technik. 16.05: Altersversorgung der berufstätigen Frau. 16.30: Konzert aus Königsberg. 17.30; Reformideen in der Pjjyatvcrsicherung. I7.5Ä: Jugendstunde. 18.26: Pro- gramm der Aktuellen Abteilung. 18.45: Das Problem der Staatenlosen. 19.05: Klaviermusik. 19.30; Drei Minuten vom Arbeitsmkrkt. 19.35; Alte Tanzmusik. 21; Tages-, und Sportnachrichten. 21.10: Efne Stunde um Gottfried Keller. Danach; Unterhaltungsmusik. Dooocrslag, 27. November: 7: Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzert. 12.30: Die"Viertelstunde für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Vom Waldenburger Revier zur Heimat VVallensteins. 15.40: Die Welt des Blinden- 16.05: Programm der. Aktuellen Abteilung. 16.30; Prlsca-Onartett. Konzert. 17.30: Jugendstunde. Dr. C o l i n R o ß. d« bcfnnntc Schriftstellcr und Wrltreiseiide, spricht über seine Reisen durch Australien. Es ist der Versuch, einen gedrängten II eberblick über charakteristische Mcrlmale des oustreckischcn Lebens und der Landsäiast zu geben. Photographie der Oberfläche soll sich mtt einer Darstellung der formenden Kräfte, die dahinter stehen, verbinden. Das gelingt Roß nicht. Vielleicht liegt dies an der Ueberfülle des Stoffes. Roß will zuviel geben, er drängt historische, kulturelle und ethnographische Bemerkungen zusammen und er besitzt die Fähigkeit, plastisch zu schildern. Aber es bleibt bei glänzenden EinMheiten. Eingehend setzt sich„Roß m?t den kirchlichen Angelegenheiten Australious auseinander, doch daraus erwächst noch nicht ein Bild von der fozialeu Struktur dieses Erd- teils. Damit ist nicht gesagt, daß wirtschaftliche Dinge nicht ermahnt werden. Besser wäre es aber gewesen, wenn mich im allgemeinen die Lebensbedingungen behandelt worden wären. Das Jnterviev» der Woche bringt den ungarischen Ministerpräsidenten Bei hl« n vor das Mikrophon. Er gibt u. a. die Erklärung ab, daß sich Ungarn vorläufig noch nicht von dem kleinen Habsburger Otto bc- glücken lassen möchte. Von den Kon.zerten des Tages sei Schuberts „W i n t e r r e i s e" erwähnt. Der Barftmi Oskar. Jolli, kein gewaltiger Stimmheld, fingt die Lieder mit schönem Ausdruck. Der Abend gilt dem heute zu Unrecht vergessenen Kanradin Kreutzer. Sein« Ouvertüre zum„Nachtlager von Eranada" wirkt noch so frisch wie ehedem. Seh. 17.50-. AnOevsestee der GeselUchäft 18.10: Arbeitslahn, Ratlnnalisierung»nd Arbeitslosigkeit 18.40: Peter Scheer erzählt Anekdoten. 19; Aus Brandenburg: Chorgesänge.' 19.20: Drei Minuten vom Arbeitsmarkt. 19.25: Erich KSstner mit Musik. 20: Unterhaltungsmusik. 21: Tages- und Sportnachrichten. 31.10: Orchcstcrkonzcrt Danach: Tanzmusik. Freitag, 28. November: 7; Funkgymnastik. Anschließend; Frühkonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt 14: Schallplattenkonzert 15.20: Frauentypen im Film. 15.40: Die Berliner Gerichtsorganisation. 16.05: Eishock cy-Trainingslahrt- nach England. 16.30; Aus Königsberg: Konzert 17.45: Jugendstunde. 18.05: Sozial- politische Umschau. 18.25: Das neue Buch. 18.35: Drei Minuten vom Arbeitsmarkt. 18.40: Interview der Woche. 19; Bunte Stunde. 19.40; Programm der nächsten Woche. 20:„Die Schwätzerin von Saragossa." Operette von Offen- bacb. 23.15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Tanzmusik. Sonnabend, 29. November: 7; Funkgymnastik. Anschließend; Frühkonzert 12.30: Wcticrmdldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert 15.20; Jugendstunde. 15.40: Maria Theresia zum 150. Todestage. 16.05; Tänze aus aller Welt Als Einlage: Zehn Minuten Film. 17.30: Zehn Jahre Preußische Verfassung. 18: Schutz vor Rund- funkstörungen. 18.30; Das Funkporträt Thomas Mann. 18.55: Konzert 19.25: Drei Minuten vom Arbeitsmarkt. 19.30: Aus Frankfurt a. M.: Wiedereröffnung des französischen Parlaments. 20: Ein- heiterer Abend von vier Sendern. 22. Wetter-,. Tages- und Sportnachrichten. Danach: Tanzmusik.•• Königswusterhausen Sonntag, 23. November: Ab 7: Uebertraguug aus Berlin. 18: Der Cedanke der ewigen Wiederkunft im Spiegel der Gclstesgcschlchfe und der Dichtung- 18.45: Stille Stunde. 19,30: Arno Nadel liest eine eigene Novelle. Deutschlandsender: 20: Aus Köpigs- berg: Konzert, 21.15; Aus Stuttgart: Biblische Gesaften in der Dichtung. An-. schließend: Uebertragung aus Berlin. Montag, 24. November: 16: Neuzeitliche.Musik im Unterricht der höheren Schule. 16.30: Aus Berlin: NaChraittagskouzert. 17.30: Ungarische Musik. 18: Vicrtelsbjn.de für die Gesundheit 18.30: Weshalb Berufsbeamte? 19: Englisch für Anfänger. 19.30; Stunde des Landwirts. Deutschlandsender: 20: Aus Leipzig; Militirkönzcrt. 21: Aus Hamburg: Bunter Abend. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Dienstag, 25. November: 16: Die neue Schulordnung. 16.30: Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30; Einführung tn das Verständnis der neuen MuSik. 18: Das Koloniälmandat. 18.30: Jenseitsglaube und Diesseitsethik. 19-: Weltpolitische Stünde. 19.25; Lohnsenkung und Preisebbau. Anschließend: Wetterbericht für die Landwirtschaft.; Deutschiandscoder: 20; Aus Köln: Vortragsabend Rudolf Rieth. Ansebiießend: Uebertragung aas Berlin. flltttwoch, 26. November: 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Hamburg: Nachmittagskonzert. 17,30: Selten gespielte Trios. 18: Die deutsche und die österreichische Verfassung. 18.30: Jenscitsglaube und Diesseitsethik. 19: Deutsch für Deutsche. 19)0: Aus dem Leben, eines Eisennabners. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 20: Die deutsche Wirtschaft ün Urteil des Auslandes. Deutschlandscndcr; 20.30: Aus Breslau:„Spiele der Völker". Hörbilder von, Hägemann. 21.45: Unterhaltungsmusik. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Donnerstag. 27. November: 16s Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Berlin; Nachmittajgskonzert. 17-30: Stunde des Kaufmannes. 18: Bücherstande. 18.25: Goethes Faust 19s Aus der Praxis des Arbeitsrechts. 19.30: Stunde des Landwirts. 19.50: Eine Vorschau auf das Dezetnberprogramm der Deutsches Welle. Anschließend: Wetterbericht für die Landwirtschaft, Deutschlandscndcr: 20; Uebertragung aus Berlin. 20.30: Aus Danzig: Ein Abend in einer alten Stadt.. Anschließend: Uebertragung aus Berlin,_ Freitig, 28. November:.. zC- 16»'PSdagogfsebor' Funk. 16.30:' Aus' Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30: Hausmusik. 18: Die Arbeits dl cnstp flieht. 18.30; Vulkanismus und Erdbebdiu 19; Wissenschaftlicher Vortrag für Tierärzte, 19.25: Verminderung der Arbeitslosigkeit durch Verkürzung der Arbcftszell?. Anschließend: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Danach: Uebertragung aus Berlin. Sonnabend, 29. November: 16: Berufsdasein und Lcbcnswelt des Industriearbeiters. 16.30: Aus Hamburg: Naebmittagskonzert. 17.30: Maria Theresia zum 150. Todestage. 18: Französisch für Fortgeschrittene. 18.25: Goethes Faust. 19: Vom Metallarbeiter zum Diplomingenieur. 19.30: Stille Stunde. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Deutschlandscndcr: 20: Aus Würzburg: Volksliedcrabend. 20.45: Aus München: Unterhaltungskonzert. 21.35: Aus München: Schallplattenkonzert., Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Die Verteidigungsrede Zolas auf der platte. Die ll l t ra p h o n° M u s i k p lat t« n p r o du kt i o n des Küchenmeister-Konzerns feiert bereits in ganz Europa Sieges- triuniphe durch ihre ganz hervorragende Ultraphon-Aufnahmetechnik. Aus der großen Fülle des Ultraphon-Repertoires sei ganz besonders die soeben herausgebrachte Platt«? 626 genannt: Duett aus„Die verkaufte Braut"„Weiß ich doch eine, die hat Dukaten". Ferner der „Trauermarsch" aus der„Gotterdömmerung", gespielt von den Philharmonikern unter Generolinusitdirektor Erich Kleiber, Bestell-Rr. E 612.— Ein« neue Entdeckung von Ullraphon. der weit- berühmte Kinderchor des-Professor Bakule, singt deutsche Volks- lieber(Leftell-Rr. B 589).— Ganz besonders sei noch die ch e i n r i ch- Gevrge-Platt« E 570 genannt, aus der Heinrich George aus .Llsfaire Jjreyfus" die Verteidigungsrede des Zola spricht, und das povuläre Iulian-Fuhs-Orchester spielt aus Charells ,�Zm weißen Rössl„Es muß was wunderbares fein" und„Mein Liebeslied muß ein Walzer fein". �(Bestell-Nr. A 681). Die llltra- phon-Musikinftrumenten-Produktion bat sich der heutigen Zeit eben- falls angepaßt, und der Ultraphon-Koffer für 58 M. konu wirklich als der Volkskoffer bezeichnet werden, llnverbindliche Vorführungen in allen Musiksachgeschäflen werden bestätigen:„llltraphon bringt mehr Lebensfreude".__ Set seinen ktindet» schon setzt ein« proße Weihnachteltende beteite» will. der Mint« mit ihnen das«rößte Spielwarenpeschäst der Welt, die altbekannte Firma Bernhard Kellich, Berlin R.. Große Kamlur�er Str. II— llZ, Ciff Dranienduraer Straße, nahe Hackeschen Markt und Bahnhof Börse, und zrisst ihnen all die Herrlickikeiten, die Knecht Ruppreckit dort wieder zuiaurme», aetrogen hat. Da» ssroße Eckhaus mit seinen ständig mit Spielwaren steftilltr'N ischamenstern macht auf die Iuaend einen aewaliiaen Eindruck und dicht ftf- driinzt stehen die aroßen und kleinen Anwärter tagsüber davor. sjHrcoweisVorraM Wollplüsch-Teopiche reine KammqomttiDiit seitJohr. zehnten ernrobre narkeAnlmuiW 00 Pa Velou r-Teppich« aihbewöhule Hörne oin u 250«uw�05'/! V J- ca.g§ä.§5»oenen/�. Smyrna-Teppiche Jremechdn.reinw.Qo�g Knüpf-Teppiche |l W?Bm-268: 36: 51: 69: Brücken. Tou rnay:Velour nervoirogend bewährte Qualität m. Franse fz-en Härkß. KdSdk'ca QOtlbOlO. .Heris'• M&O Adorf'- 90'18o49.' öerrvorlaqen WollpiÜSCklMotnedOÖÄ ca.60«120 Z.03 Bouci4 modJdCQuärö-/ AC muster, ca.60«12O T". Steppdecken Kur»tseide.5ohn RücMQQft seite co. ISO«200 ID. KunsKeid.Damoir.feine HCQ Faroeakienricn.iiiMrto« If. Bettumrandungen Smyma-Velour-Teppiche bewährt Qualirär.düS reiner Kammoamwoile. hervor ragend. Persermuster 250£/ «SUS- M;-- -°Ä 92."Si109: �Ivanöccken fflÄÄÄS?5 ■»"«SÄ12» Marke Smyrna schweres, oopoeiscitiges SSSä.M.Äa. MmmiditMJQ* Boucle-Teppiche moderne Jacquardmusk. mm:m CO. 3S9 350 Läuferstoffe Boucle. mod.Schattenstrei fen. reines Maargarn ca.65OACta.90/t,5cai20- brt. brt»iL dar" Jeco ua rd- Boöcle, mal Musk. ffliyrnä-Velour, HaiDmond. marKe. moä.u.Pers.- Musr U.TO hS�iÖ25c: �t5Ü bitjirtj, bn- brr.mJV). Reisedecken ReineWolie.m.eand-'l/ac emfassung ca.1Z0-IKjU. PaTo u rnay- Velour-Tepp. bcsheKammqamwolle, Marke •Heris'qute Persermuster, de- währle Qualitäh m. 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Ä»p*m,:u&r.ä« Marauitettarrr2 relchoe» aale sropren Filereins.uJrame m.||/- yerJLcn/f nur QäJSpa.rLdo v er«5 tr. 32 Mehr Lebensfreud« durch ULTRAPKOm Oer Ultraphon*Volksk vi j � ��WWW�M /f54�' (IJheafer/ ijcf)7~�l. � M'e Us vv// ,,""«'S'' Sßh'msU j,.. J KAI■ II §j«- F"/'?'---/ w.t-«M i-41il r&l wL�-g AWMMMMMtMMfc ttWil /.hCZBbm»a. k*'~ß.*.ü ifso-:" Ultraphon Bestcll»Nr. F 626 1, IL�Vl,'«WM � vuett sus..vi« verksutte Srsut«.„VTeiü f/Ärm„ /L.� l JuaeLitm ich doch eine, die hat Dukaten".. Preis T 50 fvJtö*°***�— BtstehtSz. I/ El]Q!ihi%4i� 1 I H Tm GVit I £612 Berliner Philharmoniker unter QeneraN■�We/ y T M�n rff�/ �s«,/(Wan„er_rhnL' y /u�""n-a««■:/ musikdirektor Erich Kleiber„Trauer. ff ��te�tH.F marsch",„Götterdämmerung"....... Preis 5.00/ /'Äfc F 534 Wilhelm Rode mit großem OrchesterTorerolied/ ff«w*r s. ff ��SDißlci. f'eu'e«'/, von Erns�' aus„Carmen" und„Hei. Adamastor" aus/°Ä� „Die Afrikanerin".................. Preis 7.50 /.__ B 589 DerweltberOhmte Kinderchor des Prof. i,)|,>l||........... Illlf Uli n/ j>"/ �rirauw BakUle„Jahrestag der Seheerder"(Deuh/»f°-� aches Volkslied)................... Preis 5.00/-"««»tOSSf II //*?"*•».-» 0.,//»?!?« /<>... £570 fßelnrlch«eorge spricht aus.Affare Ijjff tof/ffl]/'*' 8 Vbrlp��L� Qjr-yf?,�3 Dreyfus" die Verteidigungsrede des Zola, Preis 5.00/ Kiah ff� �äSS/llto]��ll 3nys�rZlris A 681 Julian Fuß und sein Orchester aus Chatells„Im � //fr �' Weißen Rößl"„Es muß was Wunderbares SChU/m r~Jl�-- sein". Tango, J�lein LiebesHed muß ein BliAl/ I III? ll II IW/ /;l°rs'e°'""?C �I�ateF�& llSbPMfrtfn Walser sein". Walser.............. Ereis3.50 MM// U fPjLi�S,» IS? 1 Verlangen Sie unverbindliche Zusendungen der ausführlichen Ver. 7 �//'.'/ MÄk mUSnta/ reichnisse des großen UltraphonaRepcrtoires und Vorführungen w den ao., 1 1 S»t�IJhr- I von taJ?™«tc-v/ Sperialhäusern: ULTRAPHON«MUSIK G. M.B.IL, Berlin W50. 1�»'« A»/rf. 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Am Freitag, dem 2l., abends 8 Uhr, nerschied nach kurzem Krankenlager im 67 Lebensjahre meine innigst- geliebte Frau, unsere herzensgute Mutter, meine liebe Großmutter und gute Schwiegermutter, Frau Llsra Cyrus, O. LEtunana Dies zeigen tiefbetrübt an Julius Cyrus liustav Bock und Frau, geb. Cynt» Franz nieblke und Freu, geb Cyrns Bruno Cyrus und Frau, geb. Trlnks Willy Krafft und Frau, geb. Cyrus Cbarlctte Orofl als Enkelin 3! e u IB 1 1 n, Frl-delstr. 57 Die Einäscherung findet, Mittwoch, den 26. Ronemder, nachm. 5 Uhr. im Krematorium Baumschulenweg statt. Ibmi ksesganig Für die große Beteiligung bei der Beerdigung meine, lieben Manne», unsere» guten Vater» Paul Wolf sagen wir allen Bekannten, sowie dem Vorstand, den Angestellten, Kolleginnen und Kollegen der Konsum- Genoffenschaft Berlin- Lichtenberg unseren herzlichffen Dank Emma Wolf and SSbne. Orts-RraMuse für die Gewerbe derTisAIer radPiaDofortearlieiter n Berlin. Die Vertreter der Arbeitgeber und d« Versicherten werden hierdurch zu der ordentlichen AusschußffZung am Donner,- tag. dem 4. Dezember 1330. 17 llhr. im ..Kassenlokal", OranienftraßeSL, vorn 1 Tr., eingeladen. Tagesordnung: 1. Berawng und Festsetzung de» Bor- anschlag» für das Rechnungsjahr ISSL 2. Wahl des Rechnungetansschuße» siir die Prüfung der Rechnung des Jahres ILM 3. Satzungsänderung. 4. Verschiedenes. Anfragen, zu denen die Einsichtnahme in den Büchern erforderlich ist, müssen drei Tage vdrher im Kossenlokat schriftlich -ingereicht werden. Berlin, den ZZ. November 1330. Der Vorstand: St. meetsbod) H. Ehrlich Vorfitzender. Schristssthrer. s- Aiich bei alteo OalleiisteioeD> Cillenblasenevtiündung, Gel bsttr bt,Leber.,Ma- gen-, Nieren• Krankb. HSmorrbolden empf. ■wirden seit 30 Jahren bestens bewährten Slern-Enfiel-Tce Nur in Apotheken erhiltl,, bestimmt in der Simons-, Engel- u. 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November 1930 3n der heutigen Vvrmittaggziehung wurde» Gewinne über 300 M. gezogen Z CMHsn« in 5000«. 166232 3000 Ot- 210390 10«««Ibme ja 2000 M. 23339 170965 1B9015 303643 311356 24«»Winne»» 1000-Et. 36196 63590 92445 105641 121908 129976 142973 1970S2 284720 311498 334747 387841 28 Gewinn« 800 M. ZSOS 8055 33181 148602 198812 2S34S4 564009 281055 313243 314975 315068 335621 348773 392139 --- in 600 El 84252 66046 66066 88770»1224 68 Gewinne M. 54262 66046 122835 124192 136884 14282« 150496 163107 181089 186546 189114 -03017 215869 223208 223836 239071 274325 278092 284493 291666 300851 313113 322188 333263 339234 381288 387760 388672 389957 88770 100450 In der heutigen NachmittagAziehung wurden Gewinn« über IM M. gezogen 2 Gewinn« tu 60000 Et. 38778 2»«Winne|u 10000 Et. 389197 2 Gewinne ja 500Q Et. 3442.1 3 2««Winne ju 3000 EL 265763 .161________ 353201 353484 367248 385488 36 Gewinne«n 800 EL 4784 7447 143899 164634 186485 217261 244233 2 385865 372449 393354 44 Gewinn» ,n 500 Et. 9423 44209 57884_________ .161357 170645 173405 173650 232514 244852 251981 278411 313059 --------- 395 364993 386461 393945 461 85 48551 66568 122967 290464 283487 288250 362828 97884 111641 142510 322988 323 Die. (262. Preuß! statt. 77 347329 354595 jung der 8. Klasse der. Kiassenlvtterie findet am 17. und Am 20. dt Mts. starb naoh. kiu'zeui, schivoreti Leiden meine liebe, gute Schrvester und Schwägerin Anna geb. Voigt im Alter von 58 Jahren. Um stilles Beileid bitten Alfred Voigt und Frau Martha Berlin N. 31, Swinemünder Straße 76. Die Einäsohemnf? findet am 25. November, 17', /2 Uhr, im Krematorium Gerichtstraßo statt. Von Montag, den 24. November, bis Sonnabend, den 29. November äilli�Wxhe bdAMM kCt Ermäßigung _ 1�1 auf samtliche mit"ferhqen Waren Perren- Xndöen- Junglings- u Sport- Kleidung S. ADAM, BERLIN W LEIPZIGER STR.27/28 Zum WeUmadifsfesl rerftaultnroBeTrauring-Falirik direkt an Private fugenlose Träiiriii�c �" n" r s bis* Mk. 583 385 585 WO WO 000 leicht 8.50. mittel 12.—.. schwer 14.80_ leicht 16.50_ mittel 2t.50 schwer 28.—.. Mandziselierte Trauringe erstklassige Ausiührung enorm billig Ges. geschützt' Uermann Wiese N, Artllieriesirafig 30 W. Possattor Str. 12 S. Kotnusser Danm 2 ihr. 1930 Bernhard Keilich 19 Schaufenster nur Spielwaren . 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Selbst wer Ceylon und die Südsee gesehen, mag in Ekstase geraten: edler sind die Berge, reicher die Täler Javas, und die groß« Sundawelt ist nicht wie die einsamen dampfergebundenen Südseeparadieschen durch das Meer isoliert, sondern im Gegenteil durch diese- verbunden, verschmolzen. Das.war ihr Schicksal. Die herrschende Meeresstille und gleich- mäßige Winde, primitiven Eingeborenensahrzeugen schon seit dem Mittelalter den Verkehr nach den umliegenden Inseln und sogar dem Festland gestattend, haben Java zu einem solchen Völkerschmelz- ticgel gemacht, daß die Anthropologen bei ihren neuerdings recht forcierten Analysen vor ein, nein, vor hundert Rätsel gestellt sind. Bereits 7nd v», wir-sben ausbauen, wird von uitten wieder ver- Nlchtet. lieber ihrer korkenden Schönheit sehen wir weder die Macht noch vorerst die lltilisierung javanischer Natur: drei-, viermal muß man die(auch klimatisch) abwechslungsreiche Wundertour gemacht haben, um zu verstehen, daß Java vor allem anderen von West bis Oft ein großes in Kaskaden abfallendes, mühsam erhaltenes Reis- feld ist nicht eine Sammlung von Lotusteichcn. Flaminenbäumen, Kratern und Palmen. Alles ist industrialisiert auf Java(es gibt allein 186 Zucker- fsbriken), mit Ausnahme vom Reisbau: der befindet sich vollständig und ausschließlich in den Händen der eingeborenen Bevölkerung. Die Regierung beschäftigt sich nur mit der Wasserrechtkontrolle und lieber- und llntersührung großer Wasserläuse: indessen sind die Rcismühlcnbesitzer,-Händler und Finanzlcute Chinesen. Für den noch nicht angepflanzten Reis nimmt der leichtsinnige Malaienbaucr bereits Vorschuß vom kalkulierenden Himmelssohn. Und wo ist c- hingekommen, dos einst so leicht beschwingte, sanfte, freundliche, von ästhetischen Fürsten geführte Volk der Sudanesen? Sie rebellieren ein wenig, jetzt nach dem Krieg, haben eine kleine sozialistisch-kom- munistische Volksbewegung, ein(Kellner-)Junge, wenn Sie zu viel verlangen, kann so schnoddrig werden wie ein Berliner, und nur auf wenigen Gebirgsplantagen ist der Kotau noch üblich. Aber was ist der ganze modrige Hofstaat mitsamt seinen Schattenspielen, Marionettentheatern und Tempeltänzerinnen, was ist dieses sterbende Märchen gegen die höchst lebendig« Macht reicher Chinesen, die in üppig umgrünten Marmorvillen ein Luxuslcben führen und auf deren leisesten Wink eine Kulischar lauert. Man muß die chine- fischen Fest« aus Java miterlebt haben, wie die Sundanesen vor buddhaartig dasitzenden fetten Chinesen tanzen und singen, wie sie Gametan spielen und sich zur höheren Ehre der Chinesen die Seele aus dem Körper jubeln. Wenn sie noch eine haben: ist nicht die Seele Javas gestorben? Und die weitbehosten und knappbejackten Chinesenfrauen muß man sehen, mit Billanten an Hals und Ohr, Brillanten an den silbernen Haarpfeilen, Brillanten an den feinen Fingern. Sie sitzen neben den Europäern in den von bunten Glüh- birnengirlanden eingefaßten zahlreichen Kinos, sie gelten als Euro- päer, die Javachinesen, sie halten sich manchmal sogar europäische Angestellte. Und sie sind ansässig, während die Europäer ihre fünf oder zehn Jahre absolvieren und wieder nach Haus« fahren zu ihren Windmühlen. Nur vereinzelt« Holländer und wohl auch eine An- zahl Deutscher ziehen es bei diesen miesen Zeiten vor, ihren Lebens- abend auf der lieblichen Hochebene von Preanger zu verbringen, einer tropischen Sommerfrische, wo des Nachts ein ganz europäische- Lüftchen von den idyllischen Bergen niederweht. Der Europäer rechnet: vor dem Kriege hat er es in 3 Jahren geschafft, heute braucht er mindestens zehn, um sein Schäfchen auf dem Trockenen zu haben. Ein Jahr, für Idealisten zwei, dauern die Illusionen. Ach Java: Geld, eventuell viel Geld(wenn auch keinesfalls leichtes Geld) zu verdienen, dort, wo es solch gazellcn- leibige schlangenarmigc, heitcr-anmutige, schelmisch-kokette und(vor- erst wenigstens) freundlich entgegenkommende, wenn auch betel- kauende, rotausspeiend« braune Frauen gibt. Und die Wosserkastelle, Tuberosenbäume, das tropische Sanssouci mit der schönsten Gewächs- sammlung der Erde, die Welt des Tees und der Bambuswälder, einige letzte abschießbare Tijkorai-Tiger und 14 alte und 45 junge Vulkane mit und ohne Rauchsähnchen— schade, daß dies und so manches andere nicht standhält und zum Schluß nichts übrig bleibt als harte Arbeit und die Sosieteit. Als ich das erstemal in- Garoet-Hotel trat, das damals noch klein und unansehnlich war, bedankte sich gerade eine Dam« über- schwenglich bei dem deutschen Hotelier für seinen guten Rat, sie statt allem anderen auf den Papandajan geschickt zu haben. Sie war entzückt und als ich sie ansah, lachte sie hell auf, es war meine Landsmännin in Konkurrentin Alice Schalet. Ach Java: einmal auf den Papandajan zu reiten, ist ein« Sensation, oben zu bleiben auf der offenen Wunde der Erde ist(fragen Sie den russischen Gc- lehrten, der dort haust)«in Schrecknis. Nicht anders ist es mit dem größten Kraterboden der Erde, der Sandsee, aus der wie Urwald- riefen napskuchensörmig'e Vulkane ragen. Vom Sanatorium Tosari- gefehen,: wo die.Rh sim blühen und die blcrueü. Kelch« der Dnturs- blume, ist das fabelhast: ein Stück Mond. In der Nähe und auf die Dauer wird das Schauspiel grausig und man. fühlt sich als armer Wurm. Auch die schöne Natur mag nicht dauernd zu fesseln, und was die freundlichen Sundanesinnen betrifft, damit verhält es sich auch bei näherem Zusehen etwas anders' als. man denkt. Dies« heiteren anmutigen Dämchen kann man, wenn eine Zeitgrcnze über- schritten ist, zwar wegschicken, aber e- kann dann passieren, daß sie einem vorher heimlich di« bekannte Pastille Nr. 11 versetzen. Dann kommt der Arzt und konstatiert, daß Sie am Herzschlag oder so ge- starben sind— das Gift ist nicht nachweisbar. Auch die Bambus- fasern, die durch Darm und Magenwände dringen und nach 6 bis 8 Monaten den Tod herbeiführen, sind nicht nachweisbar. Der Wirt vom Hotel Garoet hat sich auch mit so einer anmutig-heiteren Iavanesin eingelassen, die ihm allerhand ins Ohr geflüstert hatte. Eines Tages versuchte er seine Frau zu töten. Lange war er «ingesperrt. Jetzt gehört das Hotel seiner Frau. Er will versuchen, ein neues zu gründen: ach Java! Die Chinesen aber lächeln rätsel- hast: sie haben ihre häuslichen Angelegenheiten in Ordnung. 3*aul fflampSfmeyei': S&um 80. Qeburtsiag Stöbert Seidels zweck ist die harmonische Ausbildung des Menschen. Bereits im Jahre 1883, also vor 43 Iahren, erschien in dem Verlage H. Laupp, Tübingen, seine erst« große Arbeit über den Arbeitsunterricht. Ein Vierteljahrhundert vor Kerfchensteiner, dein Münchener Schulrat, trug Seidel die Forderung des Arbcitsunterrichts in die breiten Massen hinein. Im geistigen Kampfe mit Kerfchensteiner entstand die Schrift Seidels: Die Schule der Zukunft— eine Arbeitsschule, Kritik und Ergänzung des Vortrages von Stadtschulrat Dr. Kerschen- steiner. Die Tätigkeit des Politikers Seidel in der Schweiz ist umfassend und vielseitig gewesen. Seidel war Mitbegründer des ersten Schwei- zerischen Arbeiterbundes, und er wirkte«rfolgreich für die Annahme des eidgenössischen Fabrikgesetzes. Der Schweizerische Gewerkschasts- bund und die Sozialdemokratische Partei der Schweiz beriefen 1896 Robert Seidel zum Redakteur der„A r b« i t e r sti m m e" und 1898 zum ersten Redakteur des„Volksrecht'". Von 1893 bis 1923 gehörte Seidel dem Züricher Kantonsrat und von 1911 bis 1917 dem schweizerischen Nationalrat an. Sehr am Herzen lag ihm die intensive staatsbürgerliche Schulung eines jeden Menschen, und, von diesen: Gedanken getragen, verfaßte er sein vielgeimnntcs und vieldiskutiertes Werk: Sozialdemokratie und staatsbürgerliche Er- Ziehung. Dem großen Revolutionär auf pädagogischen Gebiete, Pestalozzi, wurde Seidel in seiner Schrist über den Sozialpädagogen und Sozialpolitiker Pestalozzi gerecht. Als Kampf dichter ist R. Seidel in die breite Masse des arbeitenden Volkes gedrungen. Viele seiner Lieder sind vertont worden. Der Verlag I. H. W. D i e tz, Berlin, gab 1923 zum 73. Geburtstag Seidels die„E r st a u s g a b e der g e s a m in e l-' t e n Gedichte" des Volksdichters heraus. Viele Feste der auf- steigenden Arbeiterschaft sind durch die Kampfgesänge Seidels ver- schönt und gehoben worden. Möge der Sozialpolitiker, Sozialpädagogc und Dichter Robert Seidel noch lange das Feuer der Begeisterung für Demolratie und Sozialismus schüren, das er vor mehr als einem halben Jahrhundert angefacht hatte. 3)as Stälfel des Whüerlchlafs Es ist allgemein bekannt, daß allerlei warmblütige Tiere die wunderbare Fähigkeit haben, beim Eintritt der kalten Jahreszeit ihre Bluttemperatur auf wenige Grade über den Nullpunkt herab- zusetzen und im Zustand äußerster Lcbensverminderung den Winter zu überdauern. Sie hallen es wie die Pflanzen, die ja ebenfalls erst wieder munter werden, wenn es draußen lenzt. Nun ist es auf- fallend, daß der wirkliche Gang der Jahreszeiten, wie er sich vor unseren Augen als periodischer Wechsel von Sommerwärme und Winterkälte, Nahrungsfülle und Ncchrungsknappheit abspielt, ohne jeden sichtbaren Einfllih auf die Bestimmung des besonderen Zeit- Punktes ist, an dem sich Igel und Haselmaus, Ziesel, Siebenschläfer, Murmeltier und Fledermaus Jahr für Jahr zur Wintcrruhe begeben. Mag draußen das Wetter noch so sommerlich sein, das Feld van Früchten noch so voll liegen und die Luft den dichtesten, für Fledermäuse so wichtigen Mückentanz sehen, sobald die Stunden- uhr des Jahres sich einem gewissen Monat oder Monatszeitpunkt genähett hat, der für die«ine Tierart kalendermäßig früher, für die ' andexe später'liegt, tritt si« unbekümmert um die zusälligen Be- -dingi>l1g«lt' des. tircheren Wb ensramns�mis dem tätigen Dasein ab, sucht ihr- Winteroersteck und gilrüt dort rasch und unaufl>altsain in jenen Zustand, in dem sie sich wie ein Kaltblüter der Außenwelt gegenüber verhält. Der Siebenschläfer z. B. beginnt seinen Winter- schlaf schon im August, also mitten im Sommer; ebensowenig kann herbstlicher Nahrungsüberfluh das Murmeltier zu längerem Ausharren im tätigen Leben bewegen. Unaufhaltbar schlafen zum fest- gesetzten Jahreszeitpunkt die Tiere auch ein, wenn sie in geheizten Räumen und bei bester Verpflegung gehalten werden. Umgekehrt ist es ein Ding der Unmöglichkeit, unsere Winterschläser während des Soimners durch künstliche Zufuhr von Kälte in einen Zustand zu versetzen, der dem Wintcrschlafzustand entspricht. Das bedeutet, daß der Winterschlaf, genau wie die Gewohnheit der Zugvögel, uns an einem bestimmten Zeitpunkt zu verlassen und, unbeküinmert um das zufällige Wetter, zu einem bestimmten Frühlingszeitpunkt zurückzukehren, ausschließlich durch Norkommnisse geregelt wird, die sich im Innern des Körpers abspielen und von außen nicht lenkbar sind. Man hat zwar die Schilddrüse als Winterschlasorgan angesprochen, aber es ist nachgewiesen, daß auch andere innere Drüsen einen Einfluß ausüben können, und so ist die Frage noch nicht rest- los geklärt. Wir können nur mit ziemlicher Sicherheit annehmen, daß ehedem Winterkälte, Nahrungsnot und die übrigen Unwirtlich- leiten der beginnenden rauhen Jahreszeit die wirklichen Antreiber zum Rückzug aus dem tätigen Dasein gewesen sind, während es heute so weit ist, daß die äußeren Umstände den Tieren nichts mehr anhaben können, weder in der einen noch in der anderen Richtung. Am 23. November 1936 feiert Robert Seidel, der sozialdemo- kratische Politiker, der bahnbrechende Sozialpödagoge und der begeisterte Volksdichter, seinen 86. Geburtstag. Deutsche Arbeiter sind in der Schweiz in den Iahren 1876 bis 1896 die wirksamsten Pioniere des demokratischen Sozialismus gewesen— wir nennen hier nur Hermann Greulich, Carl Manz, E. Beck usw.—, aber von allen Wegbahnern des neuen Bcfreiungsevangeliums hat Robert Seidel sich am universellsten ausgewirkt. Wenn in den Zeiten des fluchwürdigen Sozialistengesetzes die Partei die opferfreudig« Unter- stützung schweizerischer Sozialdemokraten fand, so hat R. Seidel die Herzen und Köpfe dieser Genossen erobern helfen, die sich für unsere Partei, als sie in Zürich die sozialistische Sturmfahne auszog und den„Sozialdemokrat" in die Welt hinausflatlern ließ, mit fester Energie und großer Uneigennlltzigkeit eingesetzt haben. Ein blei- bcndes Verdienst um den Sozialismus erwarb sich Seidel durch feine großzügigen Vermittlerdienste zwischen den deutschen und schweizerischen Sozialdemokraten.. Und diese Rolle war nicht leicht durchzuführen: denn ein enger Kantönligeist warf sich oft dem enthusiastischen Propheten Seidel entgegen. Dos war ein recht massiver Widerstand, den ich noch sehr deutlich empfand, als ich 1886, also 16 Jahre nach der Uebersiedlung Seidels nach der Schweiz, in Zürich studierte und mich dort ain sozialdemokrati- schen Parteileben beteiligte. Auf dem Eifenacher Kongreß 1869. der zur Gründung der .SozialdWnokratischen Arbeiterpartei Deutschlands führte, war auch «in ganz junger sächsischer Arbeiter erschienen, der in der Dele- oiertenliste so eingetragen wurde:„226. Seidel, Robert, Crimmitschau, Consumverein, 326 Auftraggeber." Unser Robert Seidel hatte als Buckfkinweber im Arbeiterbildungs- und Konsumverein in Crimmitschau die Werbetrommel für den demokratischen Sozialis- mus gerührt.� Seid«l�hot also an der Wiege der Bebel-Liebknechtschen Partei, der-„Eifenacher Sozialdemokratie", gestanden. Die Eifenacher Richtung, der sich die intelligeillesten und rührigsten Lassalleaner wie W. Bracke. Th. Nock, August Gerb angeschlossen hatten, über» wand den noch vielfach in den Reihen der Sozialisten herrschenden Scktengeist und brach Bahn für die große geeinte sozialdemokratische Massenpartei. In Seidel war sehr frühzeitig das Verständnis für die drei großen Aufgaben des Sozialismus geweckt worden: für die Organisation der politischen sozialdemokratischen Partei, d«r Produzenten(Gewerkschaften) und der Konsumenten (Konsumvereine). Man erinnere sich, wie lange die deutsche Sozial- demolratie mit sich rang, um eine befriedigende Stellung zur Ge- nassenschasts- und Gewerkschaftsbewegung zu gewinnen, und deslfalb verdient unsere ganze Anerkennung die frühzeitige dreifache Be- tätigung Seidels, der 1876 bereits die Crimmitschauer Konsum- gcnossenschaft leitete, der in demselben Jahre aus dem 1. Kongreß der internationalen Manusaktur-, Fabrik- und Handarbeiter als Referent auftrat und der zugleich Vizepräsident des im demokratisch- sozialistischen Sinn« geleiteten Crimmitschau«« Arbeiterbildungs- vereins war. Seidel verließ nach der Schlacht von Sedan und nach der Pro- klamation der französischen Republik Deutschland, da sich damals eine alldeutsche, die Annexion von Elsaß-Lothringen stürmisch for- dernde Richtung machtvoll regte, und er nicht gegen die junge fron- zösische Republik kämpfen wollte. In der Schweiz arbeitete Seidel zunächst drei' Jahre als Hand- weder in der Woll-, Baumwoll- und Seidenindustrie. Dann be- tätigte er sich fünf Jahre in kaufmännischen Branchen. Jede freie Stunde widmete er seiner Fortbildung, und als er dann zu seinem eigentlichen Beruf, dem pädagogischen, überging, da bedurste er zur Erlangung des Priman-Lehrerpat«nts nur ein«s Jahres. In diese seine pädagogisch« Tätigfeit fällt hinein: die epochemacheicki« Tat seines Lebens: die Begründung des Arbeits unter- richts als einer pädagogischen und sozialen Not- wendigkeit. Der Arbeitsunterricht ist in den Aufsätzen und pädagogischen Werken Seidels kein fachgewerblicher Unterricht, son- dern eine allgemeine Vorbereitung für praktische Bildung, wi« es der Schulunterricht für die theoretisch« Bildung ist. Sein Haupt- Jnüuprie der UeberSlüffigkeil Bei gewissen Negerstämmen Westafrikas ist«s Gewohnheit, sich bei jeder Gelegenheit mit einer bestimmten Holzart die Zähne zii reiben, auf Hölzchen herumzukauen usw. Teilweise mag«s sich dabei um eine ähnliche Nervenberuhigung l>andeln, wi« bei dem mit dem Tesbih, dem Rosenkranz, Spielen der Türken, dem Kauen auf der Holzzigarette und anderen Dingen. Tatsache ist aber, daß diese Neger über f«hr gesunde Zähne verfüg««. Ob trotz oder wegen dieses Holz- kanens, kann dahingestellt bleiben. Den Amerikanern aber blieb es vorbehalten, als neuesten Kultursortschritt den Kaugummi cinzu- führen, der auch bei uns eine Zeitlang Eingang zu finden drohte. Üluch di« Vankses berufen sich, ohne es zu beweisen, darauf, daß das Gummikauen die Zähne erhalt«. Die Kaugummi-Industrie der Vereinigten Staaten ist allerdings schon alt. Sie schreibt sich bis zuni Jahre 1866. zurück, beschäftigt heute nicht weniger als 16 666 Angestellte und Lohnempfänger und erreicht einen jährlichen Umsatz im Wert« von 62 Millionen Dollar, also etwa ein« Biertelmilliarde Mark. Als Rohstoff verwendet man im allgemeinen den Milchsaft eines in Mexiko, im englischen Honduras und in Guatemala wild wachsendes Baumes. Die Masse wird zum Gerinnen gebracht und für den Versand zu Broten von 26 Kilogramm Gewicht verknetet. Die modernste Kaugummifabrik ist die American Chicl« Co. in New Pork, die 566 Personen beschäftigt. Dort werden die Brote zunächst getrocknet. Dann wird die Masse in dampsgeheizten G.emßcn geschmolzen und in Filt«rprcssen unter Luftdruck gereinigt. In be heizten mechanischen Rührwerk«» mengt man einen Duftstoff bei, läßt die Masse erkalten und hart werden und schafft sie zur Form- presserei und Verpackung. Wie auch in der modernen Zigaretten- und Zigarrenfobrikation und in einigen anderen Jndustnezweige» kommt es dabei aus außerordentlich genau« Einhaltung bestimmter T«inperal»r- und Fcuchtigkeitsgrod« der Luft an. Man erhält daher in dem fünf Stockwerk großen Gebäude das ganze Jahr, Soinmer wie Winter, hindurch«in« gleichmäßige Temperatur von 21 Grad. Otto Zriedländer: Trübungen des i Der Kapitalismus schafft die Klassenlage der Arbeiterschaft, ihre Bewegung oermag erst das Klassen b e w u ß t s e i n zu erzeugen, und dieses Klassenbewußtsein treibt auch sie wieder vor- wärtS. So besteht eine enge Wechselwirkung zwischen Arbeiter- bcwegung und Klassenbewußtsein— eine Wechselwirkung, die sich auch deutlich bei allen Trübungen des Klassenbewußtseins offenbart. Derartige Trübungen entstehen dann, wenn die Klasse sich in ihrer Struktur wandelt oder wenn sie in eine Situation gerät, in der ein eindeutiges Handeln taktisch entweder nicht erforderlich oder nicht möglich ist. Für die bürgerliche Klasse besteht ein Klassenbewußtsein nur zeitweilig und stets in einer mehr oder weniger durchsichtigen Berhüllung. Die Scinslage des Bürgertums ist sast nie so diznamisch, daß der Entwicklungsprozeß den von ihm Betroffenen klar vor Augen treten könnte. Sic erkennen— bildlich gesprochen— ihre Bewegung nur so, wie der unmerklich auf einem Fahrzeug Dahingleitende die Fahrt am Wechsel der Landschast abliest. Ihre Ideologie ist nicht auf Scinstatsachen, sondern auf deren sozialem Spiegelbild, auf Ideen aufgebaut. Am stärksten erscheinen diese Ideen seinsmäßig dann verankert, wenn das Bürgertum sich zu einer handelnden Gemeinschaft geeint sühlt, die allemal eine Genieinschast gegen andere Klassen ist. Solche Erlebnisse stehen am Beginn der bürgerlichen Emanzipation, also in der Epoche des Kampfes gegen den Feudalismus, und auch in der spättapita- listischcn Epoche, in einem Augenblick, in dem jenes labile Gleich- gewichtssystcm der Klassen, wie es juristisch etwa auch stellenweise die Weimarer Versossung einsängt, in Erschütterung gerät. Dann antwortet das Bürgertum durch die Errichtung diktatoriolcr Herr- schaftssystemc, die überall dort ihm zur Notwendigkeit werden, wo Majoritätsbeschlüsse mangels jeglicher gemeinsamen Willensbasis scheitern. Den Schichten� die sich in der Klassenloge der Bourgeoisie be- finden und unter den gekennzeichneten Umständen auch an einein bürgerlichen Klassenbewußtsein teilhaben, sind außer den Unter- nehmern selbst auch all jene Kreise zuzurechnen, die soziologisch durch unternehmerartigc Funktionen festgelegt sind, z. B. Angestellte, die andere anzustellen und zu entlassen vermögen, soziolo- gisch oder möglicherweise auch nur sozialpsychologisch am Schicksal der Unternehinertlasse interessierte Angehörige der sogenannten „freien" Hcrusc und des Handwerkerstandes, sowie bestimmte, nicht nur ideologisch und sozialpsychologisch mit ihr verbundene, sondern auch oft soziologisch von ihr abhängige Beamtenschichten. Die Frage, ob und inwieweit das Bauerntum heutzutage als eine gesonderte Klasse anzusprechen ist, soll in diesem Zu- sammcnhang nicht erörtert werden. Die Bewußtseinslage des Bauerntums wird nicht zuletzt davon bestimmt, ob die eigenen Pro- duktionsverhältniss« noch die handwerksartige Unabhängigkeit ge- statten, ob sie unter dem Druck grohbctrieblicher Konkurrenz stehen oder ob die genossenschastliche Organisationssorm sich bereits weit- gehend und auch für das Denken dominierend durchgegsetzt hat. Gerade im letzteren Fall« ist unter Umständen sogar eine wohl- wollende Neutralität des Bauerntums gegenüber einem Wechsel der Klassenherrschaft durchaus möglich, da der Bauer nicht direkt an dem Privateigentum über industrielle Produktionsmittel interessiert ist, sondern lediglich an der Chance, unter Wahrung der eigenen Selbständigkeit die Produkte möglichst billig zu erhalten. Ist also das Bürgertum von vornherein nur von einem oerhüllten Klassenbewußtsein erfüllt, so ist das Klassenbewußtsein des Bauern überhaupt nicht dynamischer Art, sondern lediglich statisch und reflexiv. Ganz ander« Möglichkeiteir sind für eine Trübung des Klassen- bewußtseins beim Proletariat gegeben. Die Ursachen können sozio- logischer, sozialpsychologischer und ideologischer Art sein. Die soziologischen Faktoren sind von verschiedenster Art. Im Bordergrund steht jene U m g l i e d e r u n g der Arbeiterschaft, die gewissen Wandlunge» im Arbeitsprozeß selbst zu danken ist. Die Mechanisierung der Arbeit schafft einen sich ständig steigernden Unterschied Zwischen gelernten und ungelernten Arbeitern. Sic schasst zugleich den proletarisierten Angestellten und Handwerker. Zu der wachsenden Differenz zwischen gc- lernten und ungelernten Arbeitern tritt eine in ähnlicher Bruchfalt« verlausende Differenzierung zwischen Organisierten und U n° organisierten und in Zeiten wirtschaftlicher Dauerkrise eine weitere zwischen diesen beiden Kategorien und den Arbeits- losen. Ist der ungelernte Arbeiter im Gegensatz zu dem Ge- » lernten zu einer unkomplizierteren Betrachtungsweise Wirtschaft- licher Zusammenhänge geneigt, so wird der Arbeitslose bei der peinigenden Aussichtslosigkeit seines Schicksals oft zum Erlöjungs- gläubigen. Neben diesen, technischen und wirtschastlichen Faktoren zuz»- schreibenden Einwirkungen schafft auch die Wandlung der Staats- sonn und der Staatsaufgoben gewisse Aendcrungen in der Bewußt- setnslag« der durch sie in ihrem Sein und Handeln bestimmten Menschen. Die moderne Sozialpolitik bringt von seiten der Sozialversicherung, des Tarifwesens, der Betriebsverfassung ebenso wie von feiten der gewerkschaftlichen und politischen Organisation sowie durch die Tätigkeit des Arbeitnehmers als ösfenllichcr Funk- tionär in Gesetzgebung, Verwaltung und Rechtsprechung«ine ganz außerordentliche Beeinflussung der Bewußtseinslage mit sich. Sie hemmt manche Methoden der Gegenwehr, und sie schafft zugleich ein Verantwortungsbewußtsein nicht nur gegenüber der eigenen Klasse, sondern auch gegenüber der durch das eigene Handeln mit- betroffenen Schichten im anderen Klassenlager. Der einzelne wird so, ohne den eigenen Boden zu verlassen, gewissermaßen mit einem Teil seines Selbst neu angesiedelt. Das kann insbesondere bei solchen Funktionären öffentlicher Körperschaften, die auf die Dauer der Arbeit in der Klasse ferngehalten werden, zu der Illusion führen, sich gewissermaßen als dritte überparteiliche Eonderinstanz zu fühlen und die Macht des Büros aufrichten zu wollen: Die Wendung des Funktionärs zum Bürokraten. Auf der anderen Seite kann diese stärkere Anteilnahme eines Teils der Arbeiterschast und vorzugsweise der in gehobener Lebens- läge Befindlichen all jener durch den technischen, wirtschaftlichen und im weitesten Sinne sozialen Prozeß gänzlich„Ausgesteuerten" zu einer Verneinung führen, die in ihrem bis zur Anarchie über- steigerten Radikalismus zeitblind wird. Zu diefest soziologischen Ursachen treten nicht minder wichtige sozialpsychologische Reflex«. Entscheidend für ihre Stärke und Art sind die Lebensverhältnisse des einzelnen Arbeitnehmers. Beispielsweise ist seine Einstellung von vornherein unterschiedlich, je nachdem, ob er eine Wohnung, ein Heim oder eine„Bleibe" sein eigen nennt. Sie ist ferner unterschiedlich je nach der A r t seine- Haushaltsetats. Von der Erfüllung sämtlicher kleinbürgerlicher Bedürfnisse und der Anpassung an die damit verbundenen Lebensgewohnheiten und Anschaffungen senken sich die Möglichkeiten seines Etats bis zu dem aufreibenden Kampf um die tägliche Existenz. Der Spielraum seines Etats bedingt auch das kulturelle Sein des Proletariers. Es schwankt in seiner restlosen Nachahmung bürgerlicher Kultur zwischen den beiden Polen: des gehobenen Arbeiters, der sich restlos im Klein- bürgertum akklimatisiert(Sternhcims Bürger Schippe!) und des ungelernten Arbeiters oder gar des Arbeitslosen, der zu selbständiger Kulturbereitschaft materiell und ideell nicht frei steht und sich unbesehen die Brocken von der geistigen Tafel des Bürger- tums hascht(der kritiklose Kinobesucher, der Schundromanleser usw.). Mißglückte Versuche, aus diesem polar entgegengesetzten, aber im Effekt ähnlichen Situationen herauszukommen, find aus der einen Seite ein aus den Händen gewisser Hornbrillen-Intellektucllen un- besehen in Empfang genommener, expressionistisch verzerrter „Proletkult". Zu den Möglichkeiten, die aus einer unklaren soziologischen Situation und aus ihren nicht minder verschwimmenden sozial- psychologischen Reflexen herrühren, tritt«ine dritte, die allemal dann entstehen kann, wenn die soziale Erfahrung geistig zur I d e o l o- g i c verarbeitet wird. Typische F e h l l e i st u n g e n bei der Schaffung solcher Ideologien können erwachsen aus einem T r a d i- tionalismus des Denkens, aus seinem Schematismus und seiner Indifferenz. Traditionaliomus des Denkens bringt es mit sich, daß überkommene Vorstellungen kritiklos zum Maßstab neuer Situa- tioncn genommen werden, in denen die dauernde Bewegung des sozialen Seins das Bewußtsein zu andersartigen Schlüssen sühren müßte. Ein Schematismus wird dann Platz greisen, wenn eine Vereinfachung und unzulässige Verkürzung sozialer Entwick- lungsveihcn im Bewußtsein vorgenommen wird, um sie so gewöhn- tcn Denkmöglichkeiten anzupassen, anstatt das Denken der neuen Seinslage elastisch anzugleichen. Di« Indifferenz, d. h. die Außerachtlassung neuer Bewußtseinstatsachen, ist stärker als Tradi- tionalismus und Schematismus, die beide mehr der Gewohnheit als einer selbständigen Stellungnahme entspringen, einem Wille n sakt negierender Art zu danken. Man stößt mit einer gewissen Schuldhaftigkeit die Möglichkeit beiseite, den Schein» werser des Bewußtseins auf bisher unbekannte Tatsachen zu lenken, ganz einfach deshalb, weil man zu bequem ist, die so fürs erste entstehende Verwirrung zu meistern. Alle drei Faktoren: Tradi- tionalismus, Schematismus und Indifferenz trüben so aufs stärksts die Bewußtwerdung sozialer Erfahrungstatsachen in dem Augen- lick, in dem sie zu geistigen Gesamtzusammenhängen, zu Ideologien verarbeitet werden sollen. So kommt es, daß innerhalb der Arbeiterbewegung heute drei Ideologien Platz haben, die jeweils mehr oder weniger den genann- te» Faktoren ihr« Existenz zu danken haben: die V o l k s g e m e i n- fchaftsideologie, der Vulgär Marxismus und jene Momente ini Leninismus, die am besten mit Neu-Bakuninis- m u s bezeichnet werden, die also den Glauben an die äußere Ge- malt dem typisch marxistischen, ökonomischen Denken gegenüber- setzen. Diese Einstellung ist verständlicherweise ebenso dem un- gelernten Arbeiter, der unkompliziert und daher im Grunde auch mechanistisch denkt, verhältnismäßig nahe und mit einem bestimm- ten religiösen Untertan(die Weltrcvolution!) auch dem Paria der modernen Wirtschaftsordnung, dem dauernd Erwerbslosen heilig wie ein Erlösungsglaubc. Die Polksgemeinschaftsidcologie trägt typisch kleinbürgerlichen Charakter und ist ja auch die Verbrämung aller korporativen und faschistischen Gedankengänge, die lctzlich darauf hinausnründen, die Pyramide des sozialen Seins auf der Basis der heutigen Herrfchafts- ordnung zu stabilisieren. Der vom Kleinbürgertum zum Proletariat nur langsam Vorstoßende bringt die Reste solcher Ideologien noch mit. Der im Kleinbürgertum akklimatisierte Proletarier verfällt ihnen allzu leicht.(Beispiel: jene erste Arbeiterstudenten, die glaubten, den Klassenkampf durchs Abitur zu überwinden und ihren individuellen Aufstieg mit dem Ausstieg ihrer Klasse verwechselten.) Bei ihnen entsteht ein ungerechtfertigter Optimismus, der vergißt, daß Konzessionen, die man erhält, keine Eroberungen sind, die man e r k ä ni p f t. Die dritte und verhältnismäßig verbrcitetste Form, in der das getrübte Klassenbewußtsein sich zu einer Ideologie zu gestalten sucht, ist der Vulgärmarxismus, ist ein Fatalismus, der die etwas billige Auskunft gibt, daß olles schon von selbst irgendwann und irgendwie so werden müsse, wie es zum Besten und zur Bc- freiung des Proletariats notwendig sei. Dieser Fatalisniiis hindert aber gerade jene Aktivität, die unter Anpassungen an die jeweiligen Bedingtl>«iten wirksam jene ungeheuer vielfältigen Aktionen in die Wege zu leiten vennag, deren Gesamtheit rückschauend als Funktion und Erscheinung eines dauernden Klassenkampfes zu erkennen ist. Alle Strömungen des Klassenbewußtseins, mögen sie aus der soziologischen Situation bestimmter Prolctarierschichtcn, aus ihrer sozialpsychologischen Einstellung— wobei gewisse Völker- psychologische Differenzen nicht übersehen werden sollen— und auch aus der ideologischen Verarbeitung der Bewußt- scinstatsachen fließen, haben eine gemeinsame Folg«: Sie vcr- zerren die Perspektive des Lage Hildes. Eine Bcwegung, die ein von allen Trübungen freies Klassenbewußtsein zum Ausdruck bringt, muß demnach zweierlei sein: seinsgebunden und zielklar. Seins gebunden heißt: niemals von Ort und Zeit abstrahieren, sonder» innerhalb der jeweiligen historischen Situationen versuchen, die für den Besreiungskampf des Proletariats günstigsten Vorbedingungen zu schaffen. Zielklar sein, das heißt: wissen, wofür die Vorbedingungen zu schassen sind, nicht also eine Utopie vor Augen haben, sondern ein Korrektin der Gegenwart. Politik ist die Kunst des Möglichen, ihr Ziel allemal das noch nicht Mögliche, nicht das Ii n in.ö gliche. Zeitgefühl. Daß der Durchschnittsmensch e!n sehr geringes Gefühl für Zeit hat, wurde kürzlich wieder durch ein Experiment bewiesen. Man rief nämlich einige Männer zusammen und stellte ihnen die Ausgabe, nach Ablauf einer Minute die Hand zu heben. Es zeigte sich, daß die meisten schon bei zweiundzwanzig Sekunden die Minute abgelaufen glaubten, während die richtigste Schätzung bei sicbenundoicrzig Sekunden stehen blieb. Der„Baum der Reisenden". Der Pisaiusstrauch, der die Ba- iiancn liefert, kommt auf Madagaskar in einer besonderen Abart vor. An der Stelle nämlich, wo sich die mächtigen Blattscheiden treffen, sammelt sich in der Regenzeit Wasser an, das sehr wohl- schmeckend und erfrischend ist. In früheren Zeiten pflegten Reisende, die des Weges kamen, ihren Durst mit diesem Wasser zu löschen. Daher nennt man diese Pisangpflanzcn den„Baum der Reisenden". Die neueste Rümmer de» Radioprogramms In Amerika ist eine Verbreitung des Getöses, das der Niagarafall verursacht, durch Rundfunk. £aßt Preise sprechen! Aber nicht allein; denn, wenn nicht|£ute Qualitäten vorhanden sind, sagen sie gar nichts! Die ausgezeichneten Qualitäten der heutigen Serien-Angebote machen denVerkauf zu diesen Preisen zu einerSensation«raten Ranges! Benutzen Sie daher die seltene Qelegenheit, für sich und Ihre Lieben prächtige wr Weihnachis-Ge schenke-M> zu erstehen. 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Lindeustraße Z, stet, an da,«e»irt«fe!rrtari<» 2. Hos. 2 Treppen recht», i» richten Zu», Notopfer für die Erwerbslosen wurden von der Belegschaft der Konsumgenossenschaft Groß-Berlin u. Umg. 400 M. auf Listen gesammelt und als dritte Note an die Bezirks- kaffe abgeliefert.— Von der Betriebsfraktion der SPD. des Bezirksamts Wedding 200 M.— Allen Spendern hierdurch herzlichen Dank. I. Zt.: Alex P a g c l s. Bezirksausschuß für sozialistische Bildungsarbeit. Heute, Sonntaa, ü Uhr, im Berliner Ratba»». Ejaoana jtSniastra�e, stnltnr. taflima mit dem Tdcma:.lteftc und gciern". Alle iqmpathifiercnbcn Sc. nossinncn und Genossen sind eingeladen. -l- 2. Kreis Tiergarten. Achiung, SPD..SoI�>rbeiier! Miliwoch, 2S. November, 2» llbr. Froktionüsigung der SPD..Sol�rbcitcr der lt.. 12. und 12. Gruppe in der 52. und 5.1. Abi. bei Bessel. Bremer Sir.«b. z. strei, Wedding. Diensing, 25. November,»rrisvcrsainmlmig der altern- dcirälc.Schulanfbau". Vortrag:.Dem gebört das«indt" Bier Mächte sind es, die um da» Äi»d ringen: Staat,.girche. Schule, Familie. Wie sollen inncrlialb de« Schnlbetriebes die stompetenzen dieser Mächte gegen. einander abgegrenzt werden? Versammlungsart: Lolai von Eorgag, Ufer. sirasie 12. Anfang 20 Udr. Sompaldisierende Elter» willkommen. t. Ztrei, Pantow»nd«risiense-! Reue Kiechcnausirittgclegrnheit jeden Montag von ld bis 20 Uhr, Rodenberqstr. lsi, bei Reinhordi. Ausweis. Papiere sind miUubringen. Genossen nllsti die Gelegenheit, das Stcuerjahr geht zu Ende. e.«reis streuzbcrg. Montag, 21. November, Vollversammlung de« Ordner. diensles Ztrcuzbcrg im Lokal Look, Schönlcinstr. ll, Mitgliedsbücher mit» bringen. lZ.»rei, Steglisi. Montag, 2t. November, pünktlich 18,30 Uhr, Fraktlons. sisiung im Rathaus Stcglih. l«,«rei, ReukSIn, Heute. Sonnlag. 23. November: Die Sozialist!se Arbeiter. tiugend. Wcrbcbezirk Nculölln, veranstailel im Siodisaal. Berasir. 14?, eine Proletarische Feierstunde mit Musik, Rezitationen, Sprechchörcn und Filmvorführungen, Einlast Istli Uhr. Beginn 30 Uhr. Eintritt 0,50 M. — Sitzung de,»rei»»orstanbc, am Dienstag, 25. November, um lü Uhr, im Barteibüro. ltz.«rei» Eöpcnitk. Montag. 24, November, um 18 Uhr, im Raihaus CSpeniek, Zimmer 52, wichtige gemeinsame Sitzung der Fraktion mit dem«reis. vorstand. 1?.«rei, Lichtenberg. Montag, 24, November, Fraktionssitzung der Bezirks. verordneten»nd Bürgcrdeputicrten, um 18 Uhr, Zimmer 28. Rathaus, Mollendorfstr. 8. Kunktionärsihungen morgen, Monlog, 24. November, in nachstehenden Lokalen: K. �bt. 20 Ufte bei Dobroblow, Swinemünder Str. 11. LI. Abt. 10'-� llbr. Sitzung des-Abtcilungsvorstandes in der Geschäftsstelle, Utrcchler Str. 21. 28. Abt. iDVfc Uhr Sitzung der Zcitungskommisston bei Rechenberg, Cboriner Stroßr-10. 29.' Abt. Äb]0 Uhr,» eonto-gahlung der Bezirksführer bei Burg. Prenzlauer Allee 180. Die noch ausstehenden Bezirke müssen umgehend ihre arbeits- losen Mitglieder melden. 31. Abt. 10U Uhr, ffnnktionärsitzung bei Goldschmidt, Stolpische Str. 36. 42. Abt. Abrechnung der BezirksfüHrer Montag. 24. Nsvember, bei AähUe, Bergmann str. 89. 45. Abt. 19 Uhr, �unktionärsitzung bei Tlorkowski, Grünauer Strasse Ecke Ufer. F4b. Abt. Zehlendorf.Süd. 20'. 2 Übr beim Genossen Zilmann..�arlstr. U, wichtige Funktionärsstzung. Der Abtcilungsvorstand und Festausfchuss treffen s«6) zu e.iner kurzen Besprechung um 19% Uhr bei Bruno«, Karl- strafte 15 lGesellschoftshaus).— Dienstag, 25. November, Besichtigung mit Vortrag de» Kaufes Kinderschutz, Wilhclmstr. 14. Treffen um 19 Uhr daselbst. 89. Abt. Mariendorf. 29 Uhr bei Görlitz, Chausseestr. 19, lsunktionärsitzung. 194. Abt. Niedcrschöneveide. Am Montag(nicht am Mittwoä), 26. November), um 29 Uhr. bei Tomalla. Berliner Str. 38, Porstandssitzung. 198. Abt. Köpenick. Die Arbeiter-Zentralbücherei ist jeden Montag von 19 bis 29 Uhr geöffnet.— Montag, 18% Uhr. Bücherei-Auaschuß. 128. 139. Abt. Pankow. Jeden Montag und Freitag Turnen der Mädchen- obteilung in der Turnhalle, Reue Schönholzer Strafte, von 18 bis 29 Uhr. — Mittwoch. 26. November, Mitgliederversammlung im Türkischen Zelt. Achtung, Elternbeiräte! Montag, 24. November, um 19 Uhr, in N der Aula der 24. Volksschule, Hinter der Garaisonkirähe(Nähe Bahnhos H Börse), Bollversammlung der ASL. Thema:.Gestaltung des 9. Schul- p Es sprechen die Genossen Panlsen und Nydohl. Die Eltern- tahre«�... beiräte haben Zutritt gegen Vorlegung de» Pa"tei»itglied«buches. [.iäRN Dienstag, 25. November. ». vnd 13. Alit.«cmcins.mc auster-rdentlich« Miialiel>er»«rs»>»mluna i» de» Remini»«h«lle». Brcmce Straste. Alle P-rtciacnvsscn der Nächbor- •Steilunpcn(«wie.VorwSrt-".Leser sin»»inpelade», P-rteibnch und.B»r- märt,-. Quittung leaitimiert. Rciere»t Rud.Ii Breitscheid. M, d. R, 18.«dt. Itzi�. Uhr, Miigliederversomnilunii dei«rüger. Hussiicnstr. 34 Ecke Säierinästraste.«vrirag:„Bolitischc Tagesfragen", Referent Mar Brinitzer. 40. Abt. 20 Uhr, wichiige Zusammenkunft aller Funttionärc bei Keufncr. Hagclderger Sir, 241:, 82. Adt. Steglitz. Graste Demonstratio» gegen hie Faschisten in Steglitz. Treffen pünktlich i» Uhr. Marktplatz Dllppclstraßr, Anschliestend äffenttiche Versammlung. Lichterfelde? Fcsrsäik, Zehlendorfer Straste, Referent Polizei. Präsident Genosse Grzesinski.«einer darf zur Demonstratio» fehlen. Pflicht. Veranstaltung, Bezirksführer, einladen! 83. Abt. Lichterseld». Große Demonstration gegen den Faschismus mit an. fchliestcnder ösfenilicher Persammlnng in den Lichterfeidcr Festsälen. Zehlendorfer Eir. 5, Refcrent Polizeipräsident Genosse Grzesinski. Treff. punkt um IS Uhr am Sändelplatz,«ein Genosse darf fehlen. Millwoch, 2ö. November. 34. Adt. Die Bezirksführer laden zur Abieilungsperfammlung am 28, November ei», Referent Albert Falkenberg._ 34. Abt, Eharlottendurg, Die Bezirksführer werden gebeten, zur Mitglieder. verfammiung am 28. Rovemder, um 20 Uhr, im Jugendheim, Rasinenstr, 4. bestimmt einzuladen. Vorirag:.Unsere Arbeit im Siadwarlament-'. Referent Stadtrat Dr. Kurt Lilwenslein, 1»l. Abt. Trept»w. Die ursprünglich sür Miiiwach, 26. November, vorgesehene Zufammcnkunft der füngeren Porteimilglicdcr wird umstäiidehalber bi» auf writcre» verschoben. Frauenveranstaltungen. 2.«rei» Ilergirte». Montag, 24. November, UH» Uhr. bei Berger, Levetzdw- siraste, Vortrag des Genossen Karl«rüger. 11.«rei, Schäaeberg. Dienstag, 25, November, 20 Uhr, im Gesellschaftshans des Westens, Echöneberg, Hauptstr. 30,„Frauen bekämpft den Faschismus". Referent Betriebsfciretär«arl Dresses, ZNonkag, 24. November. 4. Abt. Den Genossinnen znr«cnntnis, daß der Fraucnabend auf Montag, 1, Dezember, verschoben wird. Nähere Mitteilung erfolgt noch. 5. Abt. 20 Uhr im Rol-nIH-icr Sof. Roscnlhaier Str. 11112,„Die Frau im „Dritten Reich", Reserenlin Gertrud Hanna, M. d. L. 7. Abt. 20 Uhr bei Petra», Schlegelftr, 9,„Die Frau von gestern und heute'. Rcfercntin Margarete Hartig. ch | yg 14. 13. 17. 18. 19. 23. 8.»dt. IS'i Uhr bei Ri-kert, Sieinmctzstr. Werbeabenh: D „Herunter mit den Preisen". Refcrrniin Mathilde Wurm, M, d, R, � i Adt. in1- Uhr im Swinemünder Grsellslhafishaus, Swinemündrr Sir. 4r, „Poliiifch.salirisäier Abend", Referent Alfred Guiheit.. Abt. 19� Uhr bei«uriowsli, Fcldstr. 3,„Ernstes und Heiiercs". ülcfe. rrnti» Leonic Lrockman».„, Abt. 19'.- Uhr bei Klinge, Sellcrstr. 14,„Der hilft den Arbritslosrn? Refcrrnt Wilhelm Mieihke,_. Abt. 30 Uhr bei Sorgatz, Ufrrstr. 12,„Proletarische Dichtung". Referent Artur Reichardt., Adt. IS'.J Uhr in der Rolrn Schule. Goirnburger Str. 2,„Die Frau im „Dritten Reich". Rcierent August Niemon». �, Abt. 13' e Uhr bei Heinze, Rarfus. Eck» Slasgowrr Straste,„R»Ilg>on und Sozialismus". Referent Genosse Mager. Gtuhlverstopfung. Nach bon an don Äliniken jür inncco Krankheiten gesammelten Erfahrungen ist das natürliche „Franz»Josef"»Bitterwasser ein äußerst wohlluendes Abführmittel, SM visnstsg, dem 25. November 1930 12. KrcU Sieglitz/ Lankwitz/ Uchierfelde, 20 Uhr. in den Lichfertelder-Festsalen, Liditerfelde, Zehlendorfer Slrafee 5./ Thema: Kampf um Demokratie und Republik. Redner: Polizelprüsldeni Albert Grzesinski Die Abteilungen treffen sidi vorher zur Demonstration um 19 Uhr, In Steglitz, MarkipIafz-DOppelstraSe; In Lankwitz, Rathaus; in Llcfaterfelde, Hfindelplatz. 9. Kreis Wilmersdorf, 19'/, Uhr, im Vikforia-Garien, Wilmersdorf, Wilhelmsaue 114/115./- Redner: Landtagsabgeordneter Eridi Kuttner. Erscheint in Massen! 26. Abt. 20 Uhr im Lokal Reche, Mcster Str. 28,„Ursachen der Arbeitslosigkeit und Ihre Vetämpfung", Refcrent Hans»Bauer. 27. Abi. I!» Uhr bei Reetz, Eonnenburqer Sir, 1..Ernstes»nd Heiteres". Dar. Iragcndrr Paul Hoffmann, Anschliestend qemütliches Beisammensein. 38. Abi. 19'„ Uhr bei Seisert, Pappclollcc 45,„Ernstes und Heiteres". Bor. tragende Fricdrl Hall. 32. Abt 13!., Uhr dei Schlüler,«ranistr. 34.1 snahc Grostk Frankfurter wirastc),„Die Ursachen der Arbeitslosigkeit und ihre Bekämpfung". Refe. renk Otto Dach. 33. Abt. 10 fä Uhr bei Werialla. Kohrnlohcstr. 3,„Frauen, bekämpft den ,,asch>smus". Referent Max Brinitzer. 34. Abt. 19'ch Uhr bei Nrumon», Gubener Str. 43,„Ursachen der Arbeits. losigkcii und chrr Bekämpfung". Referent Dr. Hans Cohn. 33. Abt. 19'i Uhr Im Lokal Boigtstr. 38,„Alt-Vcrllncr Humor". Vortragender Hanns H. Ramm. 38. Abt. lg'.d Uhr bei Busch, Tilsitcr Sir. 27,„Ernstes und Heiteres". Bor. iroaendc Elfriede Dollmann. 37. Abi. 20 Uhr im oberen Saal der Patzenhofer Brauerei, Landsberger Allee 24/27, Fritz.Rculcr.Abend. Bvriragender(tzenosse Mar Hrgdemann. Austerdem Mitwirkung der«inderfrrundc und der SAF. 38. Abt. 19'„ Udr bei Barllisch, Frikdrnstr. 88,„Erziehung zum prolciarifäien Menschen". Referent Goltiiel, Reese. kZ � iN 39. Abt. 19'!. Uhr In der Znrlstiscknn Sprechstunde, Lindenstr. 3, l ,'„Wcliwirischoft und Arbciislosigkeii". Refereniin Dr. Helene Lrroi.Fürst. i-' 40. Abi. Der für den 24. Rovemder vorgesehene Frauenohend wird wegen Beehinderung der Rekcrcniin aus Montag,, 1. Dezember, verlegt. Nähere Miitciiung erfolgt noch. 41. Abi. 20 Uhr hei Erdinonn, Belle-Alliance-Sir. 74»,„Die Frau und die Arbeiier-Spori. Bewegung". Referrni Heinz Wagner. 42. Adt. 19',., Uhr bri Hählte, Bcrgmannstr. 89,„Die Frau im Dritten Reich". Reserenlin Luise«ählrr, R, d, L. 43. Abt. 19',3 Uhr bri«rcpp, Plauufer 73/78.„Fraucn und Faschismus". Referent Gustav Mrrsu, 44. Abt. 19'', Uhr bei Ewald, Skolitzcr Sir. 12«.„Neue Fcstkuliur". Rrfcrent Kurt Siccherk, 48. Abt. 19'� Uhr dei Adam, Lübdener Ecke Gärlitzer Straste.„Die Frau im „Dritten Reich". Referenl Mai Gillmeister. 48. Abt. I91i Uln bei Tezlasi, Ritiersir. 33,„Weltwirtschaft unb Eivkauf«» kvrd", Refereniin Emma Bogtinfki. Ehariottenburg. 85. Abt. 19'i Uhr bei Reimer, Wilmersdorscr Str. 21,„Bunter Abend". Portragcnde Gcnosstn Eichendcrg,— 87. Abt. 30 Uhr dei Arndt, Ranistr. 31,„Frauen und Faschismus". Refereniin Herta Gotthelf. 87. Abi. Grunewoid. 20 Uhr im Bahnhvfsrcstanrant Wurzbachcr,„Der Humor In der Musik". Referent Dr. Wolfgang Herberih. 89./72. Abt. Wilwer»doef. 20 Uhr bri«Ulla, Lancnburgcr Sir. 21,„Die Rai der Groststadtingcnd". Resereni Gustav Bnchhirrl, 82. Abt. Steglitz, 20 Uhr bei Echcllhask, Ahvrnstr, 13», Ausspracheabend. Bor. schlögc für die Reuwahie». 83. Abt. Lichterseld». 20 Uhr hei Schmidt, Hindendurgdamm Eck« Roonstraste, „Fntcrrssanies aus England", Referenti» Jon Jackfen, Nculölln. 89. Abt. Pünktlich 19>» Uhr bei Grsnuneck, Sandersir. 10,„Ernste, und Heileres von Müttern und Kindern", Boriragende Schauspielerin Martha John.— 91. Abt. 19',-7 Uhr bei Grimm, Boddinstr. 10(11,„Unsere Barkämpfer Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht", Referent Dr, Max Schütte,— 98. Abt. 19'.. Uhr in der Lesehall« Rogat. Ecke Iisestraste, „Frauen und Faschismus", Referent Eduard Fächert, M. d. L, 03. Abt. Reukälln. 19'tz Uhr bei Friedersdorr. Iägcrstr, 3. Licht-\ blldrrvortrag.'Anschliessend gcrnütlndjcfl Beifammen-sein. Musik. R 101. Abt. Treptow, m' j Uhr int„Else neck". Kiefholz- Ecke Eisenstrafte. �Sozial. hygienische Forderungen für die Proletarierfrau". Äeserent Tr. Norbert Marx. 104. Adt. Niederschöneweide. lOH Uhr bei Tomalla. Berliner Ecke Fennstrafte, ..Ernstes und Heiteres". Vortragender Hans Fuhrmann. 108. Abt. Johannisthal. Uhu bei Botha, Stnbenrauchstr. 12,1?,«Reform des Ehereck)tes". Refcrent Dr. Walter Gotthardt. 108. Abt. Köpen-ick. Illlh Uhr im Stadttheater, kleiner Saal,„Die Ursachen der Arbeitslosigkeit und ihre Bekämpfung". Referent Max Tolksdorf. 109. Abt. Friedrichshagen. 29 Uhr im Stadttheater am Marktplatz„Tiroler Abend". Vortragender Franz Hosemann. 114. Abt. Lichtenberg. 19H Uhr bei fiötzcl, Wüh lisch' Ecke Gabriel-MoxStrasse, „Die Fron im Dritten Reich". Refereniin Äennq Iadnczynski. 120. Abt. Friedricksfelde. 29 Uhr bei Tempel. Prinzenollee 45,„Die Frau im Dritten Reich". Referentin Marie Kunert. M. d. R. 125. Abt. Weisscnfee. 191� Uhr bei Gallas. Lehderstrafte Ecke Berliner Allee, ..Die Reform des Eherechts". Refereniin Margaxete Schenkalowski. 132. Adt. Blankenburg. 29 Uhr bei Klng. Dorfstrafte...Sozialbvgienische Forde. rnngen für die Vroletarierfrou". Rcfercntin Dr. Frida Alexander. 139. Abt. Tegel. 191* Uhr im Jugendheim, Schölt eberg er Str. 3,..Ursachen der Arbeitslosigkeit und ihre Bekämpfung". Referentin Frida Licht vom KdA. 14V. Abt. Borsigwalde. 19'.4 Uhr bei Wo Uschach. Ernststr. 1,„Die Frau int Dritten Reich". Rcfercntin Stadtverordnete Ella Key. Dienstag. 25. November. 25. Abt. Der Frauenabcnd findet erst am 1. Dezember statt. Nähere Mitte!. I»ng erfolgt»och,_ 43. Ab». 19', 4 Uhr bei Winzler, Rcichcnbcrger Sir. 104,„Fritz-Reuter-Abend". Referent Max Hegdemann,'*... 47. Abt, 20 Uhr in der Schule, Waldemarstr. 77,„Frauen bekämpft den Faschismus", Referent k»rt Lücke,........ «horlottcnbutfl. 51.«dt, 19-, Uhr bei Schellbach. Königln-EIisabeth�Etr. 8, 2. Borirag des Genosse» Lehrer Hans«unstmann,„Eltern und Rind.— 58. Abt. 19' i Uhr bei Liersch.«anisti, 82.„Rommen wir ohne Demo. Iraiic zum Sozialismus?" Refereniin Genossi» Tarhorst. 73. Abt. Waunsee. 20 Uhr im. Reichsadler",»önigfirastc,„Fraucnrrwerds. arbeit", Refereniin Elfe Michaelis.» 102. Abt. Baumschnlenwca. 19's. Uhr bei Last. Baumschulenstr. 72,„Die Frau im Dritten Reich". Refcrent Otto Most, 118. Adt. Lichtenberg. 19'/» Uhr bei Henseler, früher Albrecht, Box.- s � Hagener Str. 82. Lichibiidervorirag des Genossen Dr. Georg Löw'enstein, i Räte und Rrankheiicn der Proletarierfrau". 131.?lb». Nieberichönbanfen. 19V4 Uhr in der Gemeinschaftsschule, Bismarck. straste 11,„Die Sozialversicherung und ihre Schädigung durch die Rotver. ordnung", Rcfercni Genosse Sccder,.. 137. Adt. R-inickendorf-West, 20 Uhr im Boltshaus. Schornwebersir. 114,„Die Frau' im Drittrn Reich", Referent Georg Raihle, 140.,. Abt, Wittenau. Pünktlich 20 Uhr im Lokal Sckiulz am Bahnhof, Borirag der Genossin Grete Schwcdlcr über„Gnmnostik", Alitiwoch. 26. November. 84. Abt. Laniwitz. 20 Uhr in Lehmanns Festsälen.«oiscr-WUHelm-Sir. 29/31, „Unser Kampf geqe» die Arbeitslosigkeit", Referent Georg Roiblc, Neukölln. 90. Abt.' 30 Uhr bei Schodeiko. Wcichselstr 5.„Die onierikanisike Frau", Referent Genosse F.«eiaeit,- 94.«dt, 19'., Uhr ber Sell, Schillcrproineuaoc II,„Die Ursache» der Arbeiislosigtcit und ihr« Be- kämvfung". Referent Gertrud Ellert vom ZdA,— 98. Abt. 19', Uhr bei Teich,«nesrbeckstr. 13',„Miiiiersämtz", Refereniin Schwestkr Edith Rosen. 122. Abt. Biesdorf. 20 Uhr bei Porath. Marzahner Str. m,„Die sozial- hngienischen.Forderungen für die Prolciaricrfrau". Refereniin Dr. Frida Alexander. Donnerstag, 27. November. 52. Abt. Eharlotteuburg.>9'4 Uhr hei Bode. Kaiserin-Augusta.Alle« 52, „Fraucn und Frieden". Reserenlin«lara.Maria Schuck. 88. Abt. Halensee, 30 Uhr be! Sandmann, Westfälische Sir, 42,„Die Frau im Dritten Reich". Referent Ot:° Most, 99. Abt. Britz, Britz-Siediung»vd Buckow. 20 Uhr in der Schule Britz, Parchimer Allee,„Die Rnliurpolilik des Zentrums". Referent Siadlrat Dr, Rnri Löwenftcln, M, d. R. Die Einladungen für die All-Britzer Genossinnen liege» hei der Genossin Sabina bcrci!, I4t. Abt. Rosenthai, 20 Uhr bei Hoffmann, Edclwcistftr, 3,„Bibeistundc". Referent Ad, Hoffmann, M. d. L, Freitag, 28. November. 77. Abt. Schönebcrg. 20 Uhr bei Jürgens, Barbarossastr, 5,,, zweiler Abend des Kursus der Genossin RiiiHe Rcr»,„Der organisatorische Aufbau der Partei". Bezirksausschuh für Arbeiterwohlfahrt. -. Pr-4 j m r f. f-ü ) 14 4 4.1 4 1 1 t-1 Wir machen die Genossinnen und Gcnossc» aus de» Bortrog«m s 1 8. Dezember 1938, 19'. Uhr, im Picnarsaai de» ehemaligen Herren,-! ;, Hauses, Berlin, Leipziger Str. 3, von Proscssor Ernst von Aster-Gicstcn' über„Karl Marx»nd die Gegenwart" aufmerksam,«arten zum Preise i >'»an 30 Ps. sind im Sekretariat der Ardeitcrwohlsahrt, Lindenstr. 3,' ' II. Hof, 2 Treppen, zu haben. m* r m t?-*--! tu. � t fiQ:'| 2. Kreis Tiergarten. Dienstag. 25. November, vierter Kursusabend im Sitzungszimmer des Bezirksamtes Tiergarten, Alt. Moabit 94, 19'�. Ilftr. pllnkt. lich. Genosse Otto Krebs spricht über„Soziale Gerichtshilfe". Vorher um 19 Uhr AbteilUngsletterinnen Abrechnung der Lotterielose im selben Zimmer. 3. Kreis Wcdding. Dienstag, 27.. November, 18 Uhr, Verteilung der Akten im Jugendamt Wedding. Alle Abteilungsleiter müssen erscheinen, außerdem wichtige Materialausgabe. 10. Kreis?.chlendorf und 12. Kreis Steglitz. Montag. 24. November, 29 Ubr, im Rathaus Steglitz, Zimmer 5, Kursus über„Soziale(öenchtshtlfe". Refe- rentin Genossin Gentz. Alle interessierten Genossen und Genossinnen werden ge- beten, daran teilzunehmen. 14. Kreis Neukölln. Die städtischen Tagesheime werden Montag, 24. No- vember, 19 Uhr, geöffnet. 16. Kreis Köpenick. Dienstag, 25. November, Rathaus Köpenick, Schlaft. strafte, Sitzungszimmer, fünfter Kursusabend„Geltendes Fürsorgerecht". Refe- tenttn Genossin Paula Kurgass. Fl Fürsorger, Fürsorgrrjancn, Seminar für Wohii»hrl«psl»ge. Der erste/> fraft brr 91nrlrrtn.ir*ihpit hpr hrg:"j ■ 27. November, 20 Uhr, im grossen Sitzungszimmer der Stadthalle, ii! l 7 Vortrag der Vortragsreihen..Die Reform der Fürsorgeerziehung" des sjJ > 7' Genossen Stadtrat Walter Friedländer� findet statt am Donnerstag, 7 27. Novembc MMM" M Klosterstraßc. W__ N�f7rtT>7T=f �... Jungsozialisten. Wilmersdorf. Dienstag, 25. November, fällt der Gruppenabend aus. Wir treffen uns um 20 Uhr vor dem Jugendheim und gehen geschlossen zur öffent- licheu Versammlung der Partei in den Viktoriasälen. Gruppe Moabit. Dienstag, 25. November, Gruppenabend im Jugendheim, Lehrter Str. 18/19, politische Rundschau. Gruppenangelegenheiten. SAI. und junge Parteigenossen sind herzlichst eingeladen. Gruppe Lichtenberg. Montag, 24. November, 29 Uhr, im Jugendheim. Gunterstr. 44, Gruppenabend mit dem Thema:„Tagespolitische Aussprache". Interessierte Genossen sind eingeladen. Gruppe Reinickendorf. Sonntag, 15 Uhr, Zusammenkunft im Städtischen Jugendheim Tegel. Schöneberger Str. 3. Um 19 Uhr besuchen wir die Ausstellung der Iugendgruppen Mitte in der Grünstrasse. Genosse Seigewasser spricht:..Warum Iungsozialisten?"— Morgen, Montag, 29 Uhr, Gruppenabend im Städtis6>en Jugendheim Tegel. Schöneberger Str. 3. Genosse Max Pott- litzer spricht über:».Die gegenwärtige weltwirtschaftliche Lage". Partei- und Iugendgenössen sind eingeladen. Gruppe Mitte. Sanntag, 23. November, 19 Uhr. findet im Rahmen der Ausstellung des Jugendamts Mitte, Neue Grünstr. 19, eine Kundgebung der Iungsozialisten statt. Thema:„Was wollen die Iungsozialisten?" Referent Genossin Anna Hartoch. Rezitationen und Lieder. Parteigenossen, SAI. besucht die Veranstaltung. Eintritt 19 Pf.— Wir treffen uns Sonntag, 2?. November, in der Ausstellung um l8Vj Uhr, Neue Grünstr. 19. Iehlendorf, Lichterfeloe, Steglitz. Montag, 24. November, 29 Uhr. m Zehlendorf, Bahnhofstr. 3. Genossin Dora Fabian spricht über„12 �ahre Republik". Junge Parteigenossen, Turner und SAI. sind eingeladen. Lrbeiksgemcinschaft der kinderfreunde. Bezirk Mitte. Heute Schluß der Ausstellung in der Neuen Grünstrasse 19 (Petri- Gemeindehaus). Von 17 bis 22 Uhr geöffnet. Eintritt 19 Pf. Morgen, Montag, Helfcrsitzung im Heim. Elisabethkirchstr. 19. Wichtigste Tagesordnung. darum darf keiner fehlen. Am Freitag. 28. November, Faltenratositzung im Heim, Waisen str. 18. von 17� bis 19�. Uhr. Kreis Friedrichshain. Die Kreishelfersitzung findet nicht Dienstag, sondern Donnerstag. 27. November, statt. Wir beteiligen uns am Dienstag an der Gruppenveronstaltung Stralauer Viertel.— Montag, 24. November: Die Gruppen schicken mindestens ie zwei Helfer zum Bastelkursus. 29 Uhr, Jugend- beim. Diestelmenerstr. 5 6.— Dienstag. 25. November, Gruppe Stralau er Viertel feiert ihr siebeniähriqxs B.e-stchen. Eiptritt 29.Pf. Alle Gruppen schicken Fahnen und Wimpel. 18�, Uhr, zur Schulaula, Gosslerstraße m 3.80, 6.00. 6.40 Hauen...«»»»»- iLO. 7.oo, 8.40 KtSSen, gefüllt.... 2.00, 3.80, 4.55, 5.40 OnlerdeN. gek., 195cni lang 4.50, 9.15, 10.75, 15.25 OBertelt gef-, 2 m lang 5.50. 9.90, 13.35, 16�5 Steppdechen S I Dounendecbe 36" ANNEMANN v?nc Ä-'i�e�uBd g««"* Kottbus er Damm M.Turmstr. 71, Rosenthaierstr. 9 Spar', wo's am Platz, wie's unsere Zeit begehrt, Doch beim Friseur zu sparen ist verkehrt! Reichswerbewoche des Bundes Deutscher Friseure vom 24. bis so. 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