BERLIN Zreitag 2«. November 1930 10 Pf. Ar. 55S B2j6 42. Jahrgang Erscheint täglich außerSonntig«. Zugleich Abendausgabe des„Dorwärt«". Bezugsxreis beide Ausgaben SSPf. pro Woche, Z,«>M. pro Monat. Redaktion und Erredition-, BerlinSW6S,Lindenstr.3 SfuUauiQaße xilß& ff\£iWa4�6 Anzeigenpreis: Di« einspaltige Nonpareillezerle 80 Pf., Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. P oßscheckkouto: Vvrwärts-Vcrlag G. m. b.H.. Berlin Nr. S7S36. Fernsprecher: Dönhoff WS bis«>? Versammlungsschlacht in Eutin Nazi-Lleberfall auf eine sozialdemokratische Versammlung abgewehrt Eutin, 28. November.(Eigenbericht.) Am Tonnerstagnbenb kam es in einer sozial- demokratischen Versammlung, die hier im Zchlofchotel abgehalten wurde und in der Reichstag«- abgeordneter Leber- Lübeck sprach, zu einer schwere« Schlägerei zwischen Versammlungsteilnehmern und Nationalsoziali st en. Tie Polizei schätzt die Zahl der Verletzte« auf insgesamt 2 0, darunter 5 Schwerverletzte» die ins Krankenhaus übergeführt werden muhten. » Zu den sckzroeren Tumulten in Eutin wird weiter gemeldet: Eine halbe Stunde vor Beginn der Versammlung, die vom Reichs- baimer einberufen war, marschierten 280 uniformierte Hitler-Leu t« in geschlossenem Zuge In den Saal und stellten sich in langen Reihen an der Seite de, Saale» ans. Der Redner. der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Dr. Leber, hotte noch keine sechs Sätze gesprochen, als ein junger SA.-Mann laut durch den Saal schrie:„Denk an Schwartau, du Lump!" Saalschutzleute forderten ihn nach dieser rüpelhasten Beleidigung auf, sofort den Saal zu verlassen. Er weigert« sich, und die neben ihm stehenden Braunhemden standen ihm bei. Es entstand ein l)andgemenge, und noch einigen Sekunden war ein fürchterlicher Tumult im Gange. Aber die SA.-Leute, obwohl an Zahl dem Reichsbannersaal. schuh weit überlegen, wurden aus dem Saal gedrängt. Es hatte beiderseits einige Leichtverletzte gegeben, und die Ver- fammlung sollte wieder eröffnet werden. Die Nazitrupps— Eutin ist ihre Hochburg, und sie hatten ihre sämtlichen Sturmabteilungen von Stadt und Provinz Lübeck zusammengezogen— wollten auf keinen Fall die Versammlung weitergehen lassen. Sie versuchten deshalb, aus» neue in den Saal vorzustojzen. Run entwickelte sich Im Vorraum de» Saales ein schwerer Kamps. Die Nazileute, die immer mehr ins Gedränge kanien, griffen schließ- Uch zu Schuß- und Stichwaffen. Aber in dem furchtbare» Durcheinander konnten ihnen die Wösten weggenommen werden. Schließlich ergriffen sie panikartig die Flucht. Nicht nur das Versammlungslokal verließen sie in aller Eile, son- dem nach einigen Minuten hatten sie fluchtartig Eutin g e- räum t. Nach den Feststellungen der Polizei ließen die Nazi- sturmtrupps etwa 2Z Schmerverletzte zurück. Davon liegen siins in ernstem Zustand im Krankenhaus. Vom Reichsbanner sind fünf oder sechs Leute verletzt. Der eine davon durch Mesierstichc. Die Polizei war gegen den Fanatismus der Nationalsozialisten. die seit Monaten Eutin unter Terror hallen, völlig machtlos. Deshalb wurde die Reichswehr alarmiert. Aber als sie aufmarschierte, war längst alles ruhig. Die Nazis hatten die Stadt verlassen, dos Reichsbanner hielt die Ordnung ausrecht, und die Versammlung war, nachdem sie nach dem Tumult noch etwa eine halste Stunde ihre Fortsetzung genommen hatte, aus Wunsch der Polizei'geschlossen worden. Schießerei in Köln. Köln, 28. November.(Eigenbericht.) Am Donnerstagabend wurde ein Trupp von etwa 20 Nationalsoziati st en. der über die hohenzollerubrücke zur Messehalle marschierte, wo eine nakionalsozialistische Versammlung slatlsand. au, der Menge heraus beschossen, insgesamt wurden acht scharfe Schüsse abgegeben. Ein Nationalsozialist erhielt einen Cungenschuß, einer einen Schuß iu das Gesa h. und ein unbeteiligter Passant wurde am Kops schwer verwundest Dos Uebersallkommando der Polizei nahm sofort SO Verhaftungen vor. meist Jugendliche, die in ihrer Mehrzahl nach ihren eigenen Angaben Mitglieder der Kam- ,n u n i sti s ch e n p c r t: i sind. Das Eros der Kommunisten war jm vcjiß von Schlagringen und stehenden Messern. Hach 33 fahren: Andrees eigene Aufnahmen am dem ewigen Sife MWWS few . 1 / tg glückte, die von den Teilnehmern der Andree- Expedition gemachten Aufnahmen, die nun im Eis aufgefunden wurdett, an entwickeln. ä)ie Siilder zeigen: tränket, einen der beiden Begleiter Andrees vor dem von ihm erlegten erften Eisbären und den Transport des Schlittens über eine Eisfpalte Der Kampf um den Staat Ministerpräsident Otto Braun spricht in Bielefeld Bielefeld, 28. November.(Eigeubencht.) Der preußische Ministerpräsident Otto Braun sprach gestern abend auf Einladung der Sozialdeinokratischen Partei in der etwa 6000 Personen fassenden, überfüllten Ausstellungshalle in Bielefeld über das Thema„Kampf um den neuen Staat". Es lasse sich, so führte der Minsterpräsident u. a. etwa aus, heut« den not- leidenden großen Volksmassen nur wenig sie Befriedigendes jagen. Man könne nicht jo sehr an das Herz appellieren als vielmehr an den Verstand. wenn das Volk heute den Staat verantwortlich mache sür das wirtschaftliche Ungemach, so vergssse es, daß unser neues Staats- wesen unter sehr erschwerenden Umständen entstanden sei und eine so schwere Belastungsprobe habe aushalten müssen wie kaum ein anderer Staat vorher. Die Nationalsozialisten hätten, so«rtlärte Dr. Braun weiter, schließ- lich der Not der Zeit ihre Wahlersolge zu verdanken. Sie wollten jetzt die Immunität der Augeordneten dazu ausnutzen, um sich der Verantwortung vor dem Richter sür ihre vielen Beleidigungen zu entziehen. Das Abgeordnetenmandat dürfe aber kein Freibrief werden für die politischen und persönlichen Verunglimpfungen des Gegners. Bei dem Kamps um den'A o u n g- P l a u werde setzt draußen der Eindruck erweckt, als ob die Sozialdemokratie geradezu versessen darauf gewesen wäre, dem Gegner so viel wie möglich zu zahlen. Die Sozialdemokratische Partei habe aber den Voung-Plan als das kleiner« Uebel angesehen und ihn nur deshalb ange- Auhrfchiedsspruch verbindlich? Es bleibt bei der Achtslundenschicht. I« der Arbeitözeitstreitigkeit im Ruhrbergbau hat der Reiehöarbeitsminisker den Schiedsspruch vom 12. No- vcu-ber, der die Veibchaltung der gegcnlvärtigen Arbeits- zeitrcgelung vorschlägt, für verbindlich erklärt. uommen. Das sorsche Neinsagen bürgerlicher Regierungen habe Deutschland nur die Ruhrbesetzung gebracht. von den 132 Milliarden, die im Jahre 1921 von uns verlangl wurden, feien wir durch die versländigungspolilik schließlich doch bereits bis aus 32,5 Milliarden heruniergekommen. Die notwendige weitere Korrektur würde ganz von selb st ein-, treten. Wenn H u g« n b e r g, der fünffache Millionär, in seiner Rede in Bielefeld die heutige Wirtschastsmisere auf den Marxismus zurückgeführt habe, dann müsse er, Braun, schon sogen, daß er Hugenberg wohl für nicht gerade sehr intelligent, aber doch nicht für so dumm halte, an seine eigenen Worte zu glauben. Nicht der Marxismus habe die Misere verursacht, denn Deutschland habe doch gar kein marxistisches Mirlschastssyslem. sonder» der Privalkapitalismus habe völlig versagt. Di« Nationalsozialisten, die trotz ihrer großen Wahlersolge praktisch im Reichstage nichts anfangen könnten, hätten sich jetzt mit dem Stahlhelm zusammengetan, um, wie sie sagten, der marxistischen Herrschaft in Berlin ein Ende zu bereiten. In Berlin habe es aber niemals eine marxistische Herrschast gegeben. Herr Seldte hat im November i» Bremervörde am'zcs'ihrt: „Jetzt müsse man das preußische Problem au die Gurgol fassen, und endlich einmal dc.r roten Marxisienherrschast in Berlin ein Cr. c machen." Sie wollen durch«in Volksbegebren den Landlag cii- lösen. Herr Seldte will den Ansturm auf Preußen unternehmen. gemeinsam mit dem Stahlhelm, der � in würdeloser An'.nederunz Mussolini zum Ehrenmitglied gemach: hat. Seldte, Hüler u,-a Antisemiten betreibend das Volksbegehren mit solcher„jül'chen Hast, daß man annehmen muß, daß sie wenig Vertrauen zur Wem:- kraft ihrer Sache und zur Haltbarkeit ihrer Wahlersolge besitzen. L- e glauben nicht, bis zu den normalen Neuwahlen warten zu kö- ien. Lügen haben kurze Beine, daher die Haft der Herrschasten. Hakenkreuz, Stahlhelm und Sowjetstern, das ist das Drcigcitir das gegen. Preußen anstürmst Aber es wird« vergeblich no stürmen. Die Sozialdemokrakie kann mit den Erfolgen i konliauterlichen zehnjährigen Politik ruhig vor das deutsch. Miete darf nicht erhöht werden! Die neuen Nerliner(Steuern- Bürgerabgabe rückwirkend für das ganze Zahr Volt treten, vie kommunistischen, die nationalistischen Lügen. schlammsluten werden sich an dem Fels der deutschen Republik brechen. Die deutsche Republik hat jetzt den schwer st en Winter vor sich, den es in den Zwölf Iahren ihres Bestehens jemals gegeben iuu. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten lassen sich nicht mit leeren Phrasen meistern, sondern nur mit verantwortungsbewußter Arbeit. Man ruft nach einem Diktator, der mit einem Schlage Helsen soll. Was die Diktatur leistet, sehen wir in Rußland und in Italien. Die italienische Diktatur hat jetzt die Beamtengehälter, die viel niedriger sind, als die deutschen, um 12 bis 15 Proz. gesenkt. Auch wir halten eine Art Diktatur vor dein Krieg in Wilhelm und während des Krieges in Ludendorsf. Jetzt wird uns Hitler cii'psohlen. Zn ihm vereinigen sich die Eigenschaften Wilhelms und Ludendorsss. Der Reichstag steht jetzt vor sehr schweren Aufgaben. Er scheint wenig geneigt zu sein, sie zu lösen. Wenn er versagt, dann darf er sich nicht wundern, wenn die Regierung pflichtgemäß die Grenzen ihrer verfassungsmäßigen Zuständigkeit sehr weit saßt, um verantwortungsbewußt das Reich aus der schwierigen Lage her- auszuführen. Ebenso ist der Selbstverwaltung nicht gedient, wenn das > ch l e ch t c Beispiel einiger Städte Schule macht, die sich ihren Aufgaben nicht gewachsen gezeigt und das Eingreifen der Auf. sichtsbehördcn notwendig gemacht haben. In bezug auf die Groß-Bielefeldcr Gemeindewahl, die am 30. Naoeinber stattfindet, äußerte sich Braun abschließend: Die Frage lautet, ob die Wähler sich für Demokratie oder Diktatur entscheiden. Für uns gibt es nur die Entscheidung: Republik, Demokralle und Sozialismus zum Siege zu führen, damit de? Diktatur die Wege versperrt werden. Genosse Braun konnte unter brausendem Beifall der sehr stark brstichten Versammlung ferne Ausführungen schließen. Amalgam. Ramsin sagt man, Vuchann meint man. Amalgam— das ist eines jener Modeworte, die im bolsche- wistifchcn Parieijargon eine Rolle spielen, ohne daß der gewöhn- liche Sterbliche sie ohne weiteres verstehen kann. Das Wort stammt aus der Chemie, es bezeichnet die Verbindung des Quecksilbers mit einem beliebigen Metall. In einem Amalgam kann nian die nr- sprünglichen Bestandteile nicht mehr erkennen und auseinanderhalten. In der russischen bolschewistischen Partei bezeichnet nun das Wort eine niederträchtige Methode der politischen Diffamierung von innerparteilichen Gegnern. Diese Methode ivar bereits in der Zeil der großen Französischen Revolution be- kannt. Man brachte polltische G eg n e r zusammen mit Kri- minalverbrechern vor die Schranken des Gerichts, man verurteilte sie gemeinsam und ließ sie gemeinsam hinrichten. Der Z««k war, daß das Publikum den politischen Gegner für den lirimlnaiverbrecher nehmen, daß jede Unterscheidung zwischen dem gemeinen Verbrecher und dem politischen Gegner fallen sollte. Die Bolschcwisten haben diese Methode übernommen. Sie haben sie zum ersten Male gegen ihre eigenen Parteigenossen angewandt, als sie gleichzeitig mit Trotz ki angebliche weiß" g a r d i st i s ch e Verschwörer verfolgten und den Glauben her- vorzurufen suchten, als ob Trotzkisten und Weißgardisten eine ein- -ige Soße darstellten. Für dies niederträchtige System ist das Wort Amalgam geprägt worden. Eben jetzt machen die Bolschewiste» wieder Amalgam im größten Stile. Im R a m s i n- P r o z e ß hat der geständiiis- freudige Angeklagte Rainsin ausgesagt, daß das Austreten der Rechts- und L i n t s o p p o s i t i o n in der Russischen Koinmu- nistischen Partei die Schädlingsarbcit der Ingenieur- parte! direkt gefördert l)abe. Ramsin und die sogenannte Ingenien rpartei werden von der bolschewistischen Staatsgewalt als weißgardistische Lerschwörer, als choch- und Landesverräter, Söldlinge PoincarHs und Jnierventio- nisten hingestellt. Die Aussagen Ramsins, die ihm, wie alle so- genannten Geständnisse, von der Staatsanuxrltschaft vorgezeichnet sind, werden damit als ein Instrument des innerparteilichen Kampfes Stalins gegen feine Parteioppofstion enthüllt. Mit der Methode des Amalgam sollen Rykow, Buchariu, Syrzow und andere als Weißgardisten und Söldlinge Paincares diffamiert werden. Der Zweck des ganzen Prozesses tritt hier aufs klarste hervor: Ramsin sagt man, aber Bucharin meint man! Sie bitten, Henker sein zu dürfen! Die„Rote Jahn«" heult nach Blutnrteilen gegen Ramsin und Genosse». Nichts widerlicher als diese Burschen, die sich an ihren Berliner Schreibtischen an dem Gedanken an Massencrschiehungen in Moskau aufgeilen! Heute veröffentlichen sie folgende Zuschrift: „Der vsfentliche Kameradschaftsabend der 1. Kameradschaft des Roten Frontkänipferbundes, Gau Danzig, stellt mit Befriedigung fest, daß es der GPU. gelungen ist, diese konterrevolutionäre Bande dingfest zu machen, und verlangt, daß diese ebenso wie alle anderen noch in der Sowjet Union weilenden konterrevoln- tionären Elemente restlos vernichtet werden. Einstimmiges Urteil: Rest los erschießen! Die 1. Sameradschast möchte das Urteil gern selbst ehrenamtlich vollstrecken." Wer sich freiwillig als Henker anbietet, hat niemals«inen Funken vom sozialistischen Ideal in sich verspürt! Er ist reif fiir den Faschismus aller Schattierungen! Kranzens Komplize unier Anklage. Strafverfolgung gegen Kränzen. Die Staalsonwaltschaft hat Anklage gegen den Landwirt Paul Gath au» St. Annen-Osterfeld wegen Lavdsriedensbruch, Sannkreisverlehung, Führung eines falschen Ramca» den zuständigen Beamten gegenüber und Vorzeigen einer falschen Legiti- mation erhoben, vie Straftaten sind am 13. Oktober 1930, dem Tage der Eröfsnung des«eugewöhlten Reichstags, begangen worden. wie bereit» bekannt gegeben wurde, hat die Staatsanwaltschaft die Genehmigung des Reichstages zur Strafverfolgung gcgcn d:n Vrauaschweigischen Staatsminisier Dr. F ran z c n wegen Begünstigung nachgesucht. Die SIcuerverwaltung des Magistrats erläßt schon heule die Auesührungsbestimmungen zu den von den Staatskommissaren fest- gesetzten neuen Steuern für Berlin. Daraus geht hervor, daß die Bürgerabgabe rückwirkend für das ganze Etatsjohr 1330, das bis zum 31. März 1331 laust, erhoben wird. Alle Berliner Bürger über 20 Jahre sind steuerpflichtig. Der S t e u e r s a h beträgt bei einem Jahreseinkommen bis zu 5000 M. b M. sür das Jahr. Es tritt dann eine Staffelung ein, die bei einem Jahreseinkommen bis zu 25 000 M eine Abgabe von 12 M., bei einem Einkommen von 100 000 M. eine Abgabe von 100 M. und schließlich bei einem Jahreseinkommen von 500 000 M. und mehr eine jährliche Sonderleistung von 1000 M. vorsieh». Bei einkommensteuer- freien Personen ermäßigt sich der Sah für ein Jahreseinkommen bis zu 6000 M. aus die Hälfte. Die Abgabe wird erstmalig am -10. Januar 1931 und dann am 10. März 1331 fällig. Die Gemeindegelränke st euer tritt ab. 1. Dezember 1930 in Kraft. Räch der Verordnung ist die entgeltliche Abgabe von wein, weinähnlichen und weinhaltigen Getränken. Trinkbranntwein, Mineralwasser, künstlich bereiteten Getränken, sowie Kakao, Sassee und Tee. sosern sie in einer Gastwirtschasl verzehrt werden, mit 10 Proz. des Kleinhandelspreises zu versteuern. Der Besitzer der Schankwirtschast hat die Steuer zu erheben und an die Steuer- behörden abzuführen. Die Gefahr der bereits drohenden neuen Mietserhöhung ist glücklicherweise noch einmal abgewendet worden. Die Weimar, SR. November.(Vigenbericht.l Herr Frick hat das Reichsinnenministerium um seine Zustimmung zur Auflösung der Ortsgruppe l»era des Reichsbanners auf Grund der Ar- tikel 188 und 178 des Gesetze.s zur Durchführung des Friedensvertrages gebeten. Frick behauptet, die Orts- gruppe des Reichsbanners habe eine militärisch« Uebung abgehalten. Ais Agitationsmache gekennzeichnet. Aintlich wird mitgeteilt: Das in der Presse mitgeteilte Schreiben des thüringischen Ministenums des Innern in der Angelegenheit Oppeln, 28. Naoeinber. Reichsinnenminister Dr. Wirth und der preußische Staats- sekretör Dr. A b e g g, haben mit sämtlichen Parteien und Der- bänden, ausgenomincn Kommunisten, Fühlung genommen. Dr. Wirth wies auf den bedeutsamen Schritt der Reichsregierung beim Völkerbundsrat hin. Unter gar keine» Umständen dürfe. bei der oberschlesischen Bevölkerung der Gedanke entstehen, daß Wis oberjchlesisch« Land schutzlos dastehe. Der Minister gab seiner he- sonderen Freude darüber Ausdruck, daß trotz aller begreiflichen Erregung das oberfchlesische Volk so musterhast Disziplin und Ruhe bewahrt und vor allem die Rechte der polnischen Minderheit aus deutschem Gebiete nicht im geringsten antastet. Der Reichsinnennnnister erklärte, er nehme die Ueberzeugung mit, daß die oberschlesische Bevölkerung auch weiter besonnen und klug die Politik der Reichsregierung unterstützen wird. Staatssekretär Dr. A b e g g legte dar, daß Ruhe, Sicherheit und Ordnung in der Provinz unter allen Umständen gewährleistet seien. In der Aussprache wurden der Schritt der Reichsregierung begrüßt, der geeignet ist, die oberschlesische Bevölkerung zu beruhigen. Man war sich klar, daß Unbesonnenheiten zu vermeiden Grundvermögenssieuer betrug bisher 275 Proz. pro Jahr. Zu- sammengedrängt aus die Monate August bis April macht das den erhöhten Sah von 312 Proz. aus. Eine Mietserhöhung tritt dadurch jedoch nicht ein. Es bleibt lediglich bei dem bereits jetzt bestehenden Mietssatz. Die Radaubrüder bleiben ausgeschlossen. Die gestrigen beispiellosen Tumultszenen im Stadtparlament finden selbstverständlich in der heutigen Morgenprejje die größte Beachtung. In dem größten Teil der verantwortungsbewußten Presse wird das Verhalten der Stadtverordnetenmehrheit g e- billigt und erklärt, daß die Wahrung des Ansehens des Stadt- Parlaments und damit das Ansehen der Berliner Bürger- schaft das Vorgehen des Stadtverordnetenvorstehers voll recht- fertige. Die Ausweisung der kommunistischen Stadtverordneten ist, wie der„V o r w ä r t s" mitteilte, von der übergroßen Mehr- heit des Hauses, mit Einschluß aller deutsch nationalen Stadtverordneten, beschlossen worden. Lediglich die Nationalsozio- listen haben sich an der Abstimmung nicht beteiligt. Wir heben das noch einmal hervor, well der.Berliner Lokalanzeiger" davon spricht, daß nur die Sozialdemokraten und„die meisten übrigen Parteien" die Forderung des Vorstehers unterstützt hatten. Uebri- gens bleiben nach§ 48 der Geschäftsordnung der Stadtverordneten- Versammlung die ausgewiesenen Ruhestörer auch sür die n ä ch st c Sitzung ausgeschlossen. des Reichsbanners Schivarz-Rot-Gold in Gera ist heute morgen im Reichsministerium des Inirern eingegangen. Die Angelegenheit wird von der Reichsregierung geprüft werden. Im übrigen wird daraus hmgewiesen, daß schon gelegentlich andere Landesregierungen bei ähnlichen Anlässen sich mit der Reichsregierung in Verbindung gesetzt haben; aber i>och niemals ist es vorgekommen, daß vor der Klarstellung des Sach- verholtes und bevor die Reichsregierung Gelegenheit zur Prü- sting hatte, eine Landesregierung sich mit der Behauptung, daß ein Verstoß gegen de» Versailler Vertrag vorgekommen sei, u n- mittelbar an die Oeffentlichkeit gewandt hat. sind, die nur geeignet sein könnten, die von der Reichsregierung ein- geschlagene Politik zu stören. Oer Terror soll vertuscht werden. Warschau, 28. November. fOst-ExPreß.) Fn Tarnopol(Ostgalizien) hat die Polizei fünf ukrainische Rechtsanwälte verhaftet, darunter einen ehemaligen«ejmabgeordneten. Als Verhaftungsgrunt» wirb die Sammlung von Material über die bekannten polnischen Strafexpeditionen gegen die nkrainischc Bauernschaft Ostgaliziens angegeben. Liebermann enthafiei. Auch WitoS und Aembski. Nach Erlegung einer ftaution von 10 000 Zloty wurden die aus Brest-Litowsk in das Oiefänguis nach Grojec übergeführten früheren und wiedergewählten Abgeordneten Dr. Lieber mann, Witos und Dembski freigelaften. Z.H. Schmatfeldt 80 Fahr« alt. Bismarcks Gegenkandidat bei den Reichstagswahlen. Bismarcks sozialdemokratischer Gegenkandidat im 19. Hannoverschen Reichstagswahlkreis, der„kleine Zigarrenmacher" Johann Hinrich Schmalfeldt, von 1993 bis 1997 Abgeordneter für den Reichstagswahlkreis Bremen, begeht am 28. November in Bremerhaven seine» 8 9. Geburtstag.. Iii Schmalfeldt vertörpen sich ein Stück Parteigeschichte Nord- Westdeutschlands. In Neritz bei Oldesloe in Holstein geboren, lernte er als junger Zigarremnacher die Schriften Lassalles kennen, die ihn zum begeisterten Jünger und Propagandisten des Sozialismus machten: noch heute bekennt er sich mit Stolz als Lassallcancr. Auf Grund des Sozialistengesetzes wurde er 1881 mit seiner Familie aus dem Belagerungsgebiet Hamburg-Altona auegewiesen und siedelte nach Stade in Nordhannooer über, wo er von 1882 bis 1891 Werk- meister in einer Zigarrenfabrik war Bon 1892 bis vor einigen Jahren betrieb er eine kleine Gastwirtschaft in Bremerlzaoen, dem Zentrum des Untcrweser-Städtekomplexes. Als volkstümlicher Redner in ganz Nordwestdeutschland bekannt, hat Schmalfeldt in unzähligen Bersammlungen das Evangelium des Sozialismus ge- predigt. In Bremerhaven wurde er bereits 1894 ins Stadt- verordnctenkollegium gewählt, dem er bis heut« angehört. Seit der Revolution war er auch Mitglied der bremischen Bürgerschaft und deren Alterspräsident. In einem unerhört erbitterten Wahlkampf eroberte er 1993 das bremische Reichstags Mandat sür die Sozialdemokratie, nachdem er vorher im 19. hannoversch«,! Wahlkreis Gegenkandidat des Altreichskanzlers Fürsten Bismarck gewesen war. Wie in der Sozialdemokratie so ist Schmaljeldt auch in der Gc- werkschaflsbewegung von Jugend auf eifrig tätig gewesen Im Tabakarbeiteroerband, im Seeinannsverband. in den Kämpfen der Werftarbeiter an der Untcrweser und im großen Hafenarbeiterstreik 189S. immer war Schmalfeldt in vorder st er Reihe. Er ist ein Parteiveteran, von dessen Leben rund 69 Jahre dem Kampf sür die Interessen der Arbeiterklasse gewidmet waren. Partei und Gewerkschaften erfüllen nur ein« einfache Dankes- pflicht, wenn sie dem Alten an der Unterweser zu seinem 89. Geburts- tag« am Freitag ihre herzlichsten Glückwünsche darbringen. Frenze! soll schuldig sein. Im Frenzel-Prozeß hielt der Staatsanwalt die Anklage in vollem Umfang ausrecht. Er beantragte, es beim ersten Urteil zu belassen, das auf VA Jahre Zuchthaus lautete. Bergarbeiteriod. Zwei Häuer auf Zeche Vittor verschüttet. Eastrop-Rauxel, 28. Ravember. Aus der Zeche Viktor 1 und 2, klöckner-öonzerii. bei Habinghorst, ereignete sich heute morgen gegen 4 Uhr ein schwerer Unglücksfall. Im Flöz Geitling ging ein Strcbpseiler auf einer Länge von 30 Meter zu Bruch. Ein in der Strecke arbeilender Reparaturhouer konnte sich noch rechtzeitig retten. Die beiden Hauer wienpahl und Gahmcinn, die ebenfalls in der Strecke arbeiteten, dürsten jedoch nach Angaben der Geretteten verschüttet worden sein und den Tod g c» fanden haben. Die Bergungearbeiten sind im Gange. Der Ehes der Staateanwallschaslen im Kamniergcrichtsbezirk Berlin, Gencralstaatsanwalt R o h d e, hat dem Iustizminister sein Abschiedsgesuch eingereicht. Schon seit mehr als Jahresfrist ist der Generalstaatsanivalt kränklich. Als Nachfolger Rohdes wird Ministerialrat Dr. Wich- mann genannt. Wirth in Oberschlesien Mahnung zur Itahe und Disziplin Frick gegen das Reichsbanner Wirth sott eine Reichsbanner-Ortsgruppe auslösen Alte und neue Musik Konzertrundschau/ Von Klaus pringsheim Orchesterabende. Ein bißchen unvermittelt stehen sich un heutigen Konzert- repcrtoire alte und neue Musik gegenüber. Innere Jusammcnhängc werden in dem Programm offenbar, das Otto Kleniperer für das Dritte Sinfoniekonzert d'cr Repüblikoper aufgestellt hat. Drei Namen i Brahms, Strauß, chindemith. Sie schienen einst Antipoden zu sein, der junge Richard Strauß, der l89S die Tondichtung„Also sprach Zarathustra" schrieb, ein unerhört luhnes Werk, als es neu war— und der vergleichsweise akademisch- konservatioe Brahms, am Ende feines Lebens und seines Schafsens, das gewissermaßen die rückwärtige Verbindung mit der klassisch- romantischen Vergangenheit herstellte. Au» der Distanz betMchtet, die wir in der Entwicklung eines Menschenalters zu beiden Er- scheinungen gewonnen haben, sind sie einander erstaunlich nah« gerückt. So alt etwa wie damals Richard Strauß ist heute Paul Hindemith; so jung>md kühn, vorwärieweisend, bahnbrechc- risch— unter künstlerischen Zeitumständen freilich, die den Reiz clles Neuartigen mflatorisch entwertet haben. Doch die ruhige Stetigkeit, mit der er von Ansang an seinen inneren Kurs gehalten Hot, unterschied ihn früh von den Exponenten der saisonweise aus- gegebenen Fortschrittsparolen. Der Weg, der von Brahms und Reger zu Hindemith sührt, ist kürzer, nämlich geradliniger, als es zur Stunde nnmchein scheinen mag. Nun atfo spielt er zum ersten» mal seine neue„Konzertmustk für Solobratsche' mit Kanuner- orchester, spielt sie mit der Ueberlegcnheit und musikalischen Selbst- v«rsläi»dlichkeit, die den Komponisten und Jnstrumentalisten zu einer perfönlich-einheitlichcn Erscheinung unserer Zeit macht. Und Klem- pcrcr zeigt an diesem Abend, daß er keineswegs der einseilig ver- icsscne Un-Romantiker ist, zu dem kritiklose Feinde und Freunde ihn stempeln wollen: er gestaltet die Zweite Brahms-Sinsonic, personlich frei, mit hinreißender Leidenschaft und gibt das srühs Etrauß-Werk in all seiner berauschten Fülle des Klangs und eines lugcndlich stürmischen Tempera, nents. Welch ein Gegenfaß, Ton und Stil des jungen Strauß und des büjährigcn Pfißner. Sie kamen einst aus denselben Bezirken der Musik: aber chans Pfißner war Roinantikcr in viel tieferem, unoersälfchtein weltabgewandtem Sinn, undkist es geblieben, stark und echt in seiner rückwärts gerichteten Musikergesinnung, er ist es auch in seinem neuen Werk, das in einem Sonderkonzert de? Philharmonischen Orchesters unter Furtwünglers Leitung zum erstenmal in Berlin erklingt:„Das dunkle Reich. Eine Ehorphantasic mit Orchester, Orgel, Sopran- und Baritonsola." Gedichte von Michelangelo, Goethe, C. F. Meyer und R. Dehme!, durch die Musik zu zwingender Einheit zufammengeichlossen. Das dunkle Reich, Reich des Tode«, ein merkwürdiges Werk, dem Tage fern, iibcrzeugeird als Niederschlag tiefen Erlebens: der spröde Persönltchkeitsstil Pfißners, nie formelhaft erstarrt, ist darin mit leßtcr Konsequenz ausgeprägt. Eine Totenfeier, Veranstaltung des Totensonntage, der zweite Teil des Programms bringt Mozarts „R e q u i e n>'. Furtwängler erfüllt die Wiedergabe mit pcrsön- '.ichstcm Gefühl, ohne die rein«, beinahe schon heiter oerklärte Atmo sphäre des lcßtcn Mozart durch ein Zuviel zu trüben. Zun, Bruno K i t t e l s ch e n Chor, der auf gewohnter lhöhe ist, tritt ein aus- gezeichnetes Solistenquortett: geführt von dem sicher intonierenden Sopran Mia Peltenburgs, gestüßt auf den weichen vollen Bariton ch e r m a n n S ch e y s: der Tcnorpart, heikelste Stimme «n Vokalquartett, ist durch chans Fid«ffers Musikalität und jängcrischc Uebcrlegenheit gesichert. Ein schöner, ernster, hvir- monischcr Abend. Jüngste Gegenwart regt sich verheißungsvoll an einem Bor- tragsabend der Staatlichen ch o ch s ch u l e. Jugendlich- romantischer Ueberfchwong, der jahrelang verpönt schien, wird fühl- bar: bei Vladas Jakubcnas, der in einer Tripelfuge für Streichorchester, bei aller unverkennbaren Solidität der Arbeit, die formalen Grenzen der Fuge, die klanglichen Grenzen des Streich- orchestcrs beinghe sprengt, mW bei Victor B a b i n, der in seinem Älamerkonzert— er spielt es selbst mit eicksesseltem Un- gcjtiun— Phantasie und überschäumende, doch schon durch Können gezügelte Kraft zeigt. Vorher hört man Bachs Violinkonzert in U-Dur mit Roman Totcnberg als technisch reifem Solisten. Das Schiilerorchester, das unter Julius Prüwers Leitung wie ein Orchester von erfahrenen Musikern spielt, läßt erkennen, daß Her die Grundlagen künstlerischer Entwicklung sicher fundiert sind: Talent und zielsichere Arbeit. K avier- und Kammermusik. Unwahrscheinliches geschieht: Bach wird Mode. Mit dieicr Feststellung einer Oberslächcnerscheinung ist freilich nur die Kebc- leite einer Tatsache bezeichnet, die tiefer in die geistigen Zusammen- hänge und Untergründe der heutigen Musik führt: der heutigen Musik und der heutigen Einstellung zur Musik. Die polyphone In- itrumentalkunst Bachs— Musik der reinsten Vielstimmigkeit, der strengsten Form und des darin gebundenen Ausdrucks— erlebt aus dieser Einstellung eine Wiedergeburt, an der die besten Köpfe und Kräfte der Zest mitwirken. Was früher säst nur als Gegenstand des Studiums und Mittel der Musikerausbildung geschäht wurde, das„Wohltemperierte Klavier', wird für den Konzertsaal entdeckt. Und Bachs letzte« Wert, von Kennern als seine kunstvollst« Arbeit bewuirder!— doch wer kannte sie, der sich nickst ans beruf- lichem Interesse des Theoretikers, des Historikers, des Gelehrten damit befaßte?—, ist erst in unseren Tagen, fast zwei Jahrhunderte nach seiner Entstehung, als Musik zum Leben erweckt worden: die„Kunst der Fuge'. Dies Werk ist schöpferischer Jnbcgrisf von Wissenschaft und Kunst, ein Stück konzentnertester, größter Musik. Nun hat Hermann T i e n e r. der' Leiter des Collegium musicum, es mit feinem Kammerorchester in der Marren tirche zweimal zur Aufführung gebracht: dank einer klaren, stilreinen Wiedergabe ist der Eindruck tief und unmittelbar. Sämtliche Prä- Indien und Fugen des Wohltemperierten Klaviers, es sind 48, spielt der junge Jso Elinson an drei Abenden, ein Künstler von außerordentlichen Anlagen, der mit der Aufstellung und Bewälti- gung dieses Programms feiiren hohen Musikerrang erweist— auch wenn seinem Spiel wohl noch das Letzte an geistiger Konzentratio» fchlt. Für dieselbe Aufgabe setzt F r i d a K w a st- H o d a p p ihre reifere Meisterschaft ein. Alexander B o r o w s k y. Pianist der großen Klasse, widmet der Musik des 18. Jahrhunderts zwei Abende: auch hier stehen Teile des Wohltemperierten Klaviers im Mittelpunkt. Mit dem.Italienischen Konzert' eröffnet Leo nid Kreutzer, technisch in allerbester Form, den ersten seiner die»- lährigen Klavierabende. Und Wilhelm Kempff läßt ein Programm nur mit Werten von Bach ankündigen. Beginnt Beethoven im Konzcrthaus zu sinken? F r e d e r t c Lamond. der uns im Lause des Winters durch das Klaoierwcrk jährt, spiest verkauften Saal: seine Gestaltung der Ttppajsümata haftet als ganz große Leistung eines berufenen Beethoven-Interpreien. Die Kunst des Klavierspstls steht in unseren Konzertsälen auf sehr hoher Stufe, aber es ist wahrhaft deprimierend, wieviele wertvolle Darbietungen, gerade auf diesem Gebiet, nur einen kleinen Kreis von Hörern er- reichen. Als ungewöhnlich glänzende Pianistenerscheinung, ein Virtuose größten Stils, findet und entzückt Wladimir H o r o- miß sein Publikum. Und zwei Pianistinnen treten bedeutsam hervor: Lella Ftrle, Könnerin uich charaktervolle Musikcrin: und Edith Kraus, Künstlerin schon bekannteren Namens, die in Strawinskys.X-Dur-Serenade tiefes Verständnis für dos Heutige und technische Vollendung beweist., Für moderne Kammermusik wirbt dos Brüsseler P r o- A r t e- Quartett mit dem Namen, den es sich auf diesem seinein Spezial- gebiet erworben hat: doch zweimal ist der intime Raum des Bech- st e i n s a a l s weniger als zur Hälft« besetzt, ober was sie geben, vor allem in Strawinskys„Drei Stücken für Streichquarietk", ist von absoluter Vollkommenheit des Zufammenspiels. In ganz kleinem Kreis, im B r« i t k o p fsa a l, musiziert das ausgezeichnete „Mährische Quartett': mit besonderem Interesse lernen wir Janaceks„Vertrauliche Blätter' kennen, ein Werk von er- frischender Ursprünglichkeit und musikantischer Lebendigkeit.(Wann werden wir die versprochen« Erstaufführung seiner Oper„Aus einem Totenhaufe' erleben?) Aber die Singakademie, traditionelle Ställe der großen Kammermusik, ist überfüllt am ersten Abend des B u s ch- O u a r t e t t s, das in einem klassisch-romantischem Programm— Mendelssohn, Beerhoven, Schubert— seinen Rang und Ruhm bestätigt, oder an einem Abend des Wiener Rose-Quar- t e t t s. das den kammermusikalischen Stil der österreichischen Klassiker Haydn, Mozart, Beethoven, ihrer Welt und Atmosphäre auch durch örtliche Ueberlicserungen nahe verbunden, auf ein»aligc und beispielhafte Art lebendig hält. Rettung der Kroll-Opcr? Einig« Zeitungen berichten, daß neuer- Vings Verhandlungen stattgefunden haben, die die Erhaltung der Krcll-Opcr zum Gegenstand und Ziel haben. Den in Frag« kommen- den Instanzen ist von solchen Verhandlungen nichts bekannt. Das Ultimatum der Volksbühne, das am 20. ablaufen sollte, ist auf Wunsch des Kultusministeriums verlängert worden. Zu teure Wohnungen Lieber ein Drittel des Einkommens für Miete Das vorübergehende Leerstehen von rund 2 00 0 Reu- • bauwohnungen, die zum" Teil erst im Oktober fertiggestellt wurden, will gegenüber dem in Berlin vorhandenen Wohnungsbedarf wenig bedeuten, selbst dann nicht, wenn es zutrisst, daß 4000 bis 5000 Reubauwohnungen nach der privaten Bauwirtschaft lcersteheu sollten. Man muß bedenken, daß dieses Leerstehen von kaum% Prozent aller Berliner Wohnungen noch wie vor über 200000 Woh- nungssuchcnde gegenüberstehen, die bei den Wohnungsämtern eingetragen sind und schon seit Jahren aus die Zuweisung einer passenden Wohnung warten. Die Wohnungsnot in Berlin hat selbst in einem Rekovdbanjahre, wie das diesjährige mit 37000 Neubau- wohnungen, von ihrem ernsten Charakter nichts verloren. Dagegen muß das zeitweilige Lecrstshen von Wohnungen und die Tatsache, daß sie nicht Zug um Zug vermietet werden konnten, als ein An- zeichen beobachtet werden, das für den Wohnungsmarkt und die ganze öffentliche und private Bautätigkeit in Berlin nicht nur beachtlich, sondern richllmgsbestimmend sein muß. Es wird von keiner maßgebenden Seite in der Bauwirtschaft bestritten, das in Berlin ein Bedarf an Kleinwohnungen bis zu drei Zimmern besteht. Soweit diese Wohnungen nicht durch die gemeinnützigen Baugesellschaften mit Hauszinssteuerhypotheken gebaut werden, ist ihr Mietpreis so hoch, daß nur ein« verhältnismäßig dünne Schicht der einkommeirstärkeren Bevölkerung diese Beträge aus die Dauer ausbringen kann. Der Mietpreis in Berlin stellt sich bei den gemeinnützigen Bauten auf etwa 13,50 bis 14,50 Mark für den Quadratmeter Wohnfläche, bei den privaten, ohne Hauszinssteuer- Hypotheken auf mindestens 17 bis 18 Mark: es tostet also der übliche kleinste Wohnungstyck von 48 Quadratmeter Wohnfläche 648 bis 606 Mark Jahresmiete. Wenn dos Reichswohnungsbauprogr unm jetzt eine Verbilligung der Wohnungen durch eine weitere räumliche Beschränkung auf 33 Quadratmeter Wohnfläche anstrebt, so wird einmal damit ein Kleinwohnungstnp geschaffen, der den Berliner Verhältnissen nicht entspricht, der aber auch nicht erheblich billiger ist und nach fachmännischen Berechnungen ein« Jahresmietc von 3.30 Mark erfordert. Für Berlin kommt es bei jedem Wohnungs- bauprogramm in allererster Linie darauf an, daß seine 200 000 Wohnungssuchende'allmählich in Wohnungen untergebracht werden können, deren Mietzins von ihnen ohne Beeinträchtigung ihrer Lebenshaltung ausgebracht wird. Die billigsten Neubauwohnungen setzen aber ein Einkommen von mindestens 2000 bis 2400 Mark voraus. Wenn jetzt billige Neubauwohnungen von den Wohnungs- bedürftigen nicht sofort nach ihrer Fertigstellung im Sturm gc- nommen werden, so ist dies eins auffällige Erscheinung, die von den verantwortlichen Führern unserer städtischen Baupolitik unbedingt auf ihre tieferen Ursachen nachgeprüft werden muß. Es hat den Anschein, als wenn wir an einem Wendepunkt in unserer Berliner Bauwirtschaft angelangt sind, wo die finanziell Stärkeren unter den Wohnungssuchenden in den Besitz der zugewiesenen Wohnungen gc- kommen sind und der Rest übrigbleibt, für den die Mietpreise cincr, wenn auch durch Hauszinsstsuermittel verbilligten Wohnung nicht zu erschwingen sind, lieber 80 Prozent der Berliner Bevölkerung haben ein Jahreseinkommen unter 2400 Mark. Diese wirtichaitliche Schichtung ist die gleiche bei den Wohnungssuchenden. Es ist fast unmöglich, jchematisch für all« eine Wohnung nach ihren Einkommensnerhaltnissen zu beschassen, es wird immer eine größere Anzahl übrig bleiben, die sich den Luxus einer Neubau- wohnung überhaupt nicht leisten kann. Will man diese ziemlich breiten Volksschichten wohnlich unterbringen, so muh man billige Behelfswohnungen bauen, die als Notwohnungen mit kurzfristiger Lcbeiisdauer bis zum späteren Eintreten der freien Wohnungswirtschast ausreichen. Ob derartige Bauten, die in einigen Städten mit vielversprechendem Erfolge errichtet wurde», sich auch für die Berliner Verhältnisse eignen und von den Wohnungs- suchenden gesragt werden, müßte schließlich durch einen. Versuch praktisch erprobt werden. Die Tatsache läßt sich nicht aus der Welt. schaffen, daß selbst bei größter räumlichen Bejchncidung und Ver- billigung der Baukosten sich in Berlin keine Reubauwohnungen Herrichken lassen, die in ihrem TNielpreise sich den Aliwohnungen von der gleichen Größe angleichen. Anderseits sind jedenfalls Taufende von Wohnungssuchenden in Berlin vorhanden, die wirtschaftlich keine höheren Zlufwondnngen als Altwohnungsmieten machen können. Hier einen Ausgleich zu finden, ist nicht das kleinste Problem— aber eine dringende Zlufgabe— jür eine gemeinnützige Baiipolikik. Ostsiedlung. 3a der Ortsgruppe Berlin des Deutschen Republikanischen Reichsduadc» sprach SlaalssekretSr Genosse Krüger vom preußischen Londwirlschasksminisleriuw über die B e d c u- tnng der Ostsicdlung für die deutsche Republik. Di« Abwanderung vom Lande hat Ausmaße erreicht, daß man seit langem von Landflucht spricht, es gibt ländliche Bezirke, die heute eine geringere Bevölkerungszahl aufweisen als 1870. Die starke Abwanderung steht im engsten Verhältnis zu den sozialen und Bcsitzverhältnissen auf dem Lande. In Gegenden mit vorwiegend Klein- und Mittelbetrieben ist die Abwanderung längst nicht so stark wie in den Gebieten östlich der Elb«, wo der Großgrundbesitzer vor- herrschend ist. Ter Lohn des landwirtschaftlichen Arbeiters einschließlich Deputat ist zwar nicht geringer als der des Industrie- arbeiters, aber man will der Abhängigkeit und dem bis ins Privatleben spürbaren Druck des Grundbesitzers ent- rinnen. Verschärfend wirkt die Unmöglichkeit, jemals zu eigenem Landbesitz zu kommen. Landflucht kann also nur wirksam durch Be- scitigung ihrer Ursachen bekämpft werden, das soll durch die Sied- lungspolitit geschehen. In Preußen hat man In den Jahren 1910 K>is 1929 26 000 Siedlungs stellen geschaffen, 1930 waren es 6700»nd man hofft in den nächsten Jahren auf 8000 zu kommen. Daneben wurden 46 000 Landorbeiterwohnungen aus Mitteln der produktiven Enverbslosenhilfe gebaut. Das ist viel— aber noch nicht genug. Kleinsiedlungen müssen noch mehr als bisher geschaffen werden, damit auch dem Landarbeiter Siedlung erniög- licht wird. Die bisherigen Siedlungen haben sich absolut bewährt, sie habe» Krisenzeiten besser überstanden als der Großgrundbesitz. Ohne mit nationalistischen Schreiern übereinzustimmen, betonte der Redner zum Schluß die große nationale Bedeutung der Ostsiedlung der Erhaltung jener Gebiete, in denen nach den Worten Mar Webers der Großgrundbesitz der größte Polonisator ist. Ein Einbrecher niedergeschossen. Anglerverein sollte beimgesucht werden. In den letzten Wochen wurde das Grundstück des Anglcrvereins „Uktei", das auf Schmöckwitzwerdcr liegt, von Einbrechern mehrfach heimgesucht. Aus dem Grundstück stehen klein« Häuschen, die sich di« Vereinsmitglieder«rrrichtet haben und ein großer Zaun umschließt das G-länd«. Ein Mitglied de, Vereins. Otto K., wohnt zur Zeit allein draußen. In der vergangenen Nacht machte er gegen 12 llhr einen Rundgang auf dem Grundstück und traf dabei zwei fremd« Männer, die in eins der 5)äuschen eindringen wollten. Er r!«f ihnen zu„Hände hoch!' Nur cincr folgte der � Aufforderung, der zweite, der einen blanken Gegenstand in d«r seltener Anblick— am ersten Abend vor einem au«- I Hand hielt, machte Miene, sich aus K. zu stürzen. Dieser glaubte. daß der Einbrecher einen Revolver habe und gab aus seiner eigenen Waffe zunächst einen Schreckschuß ab. Als die Eindringlinge trotz- dem nicht weichen wollten, gab er einen zweiten Schuß ab und traf den Waffenträger in das Becken. Der Angeschossene brach zu- sammen und sein Helfershelfer flüchtete. Die Polizei wurde benachrichtigt und brachte den Verletzten nach dem Krankenhaus. Es ist ein 19 Jahre alter Schiffer Erich D., der ohne Wohnung ist. Was K. sür einen Revolver gehalten hatte, erwies sich später als ein Dolch. Billige Weihnachisfahrten. Wieder Oflpreußen-Sonderzüge. Die Reichsbahnhauptverwaltung teilt mit: Der Tarif stellt es den Eifenbahnverwaltungen frei, die B e r- günstigung für Gefells chastsfahrten mit 23 Proz. Ermäßigung zu Zeiten besonders gesteigerten Verkehrs, so z. B. zu Weihnachten, zu versagen. Um weiten Kreisen ein billigeres Reisen in den W« i h n a t s s« i e r t a g e» zu ermöglichen, ist einheitlich angeordnet worden, daß Im Bereich der Deutschen Rcichsbahngcsellschaft von einer Beschränkung der Geselli'chaftsreisen zu Weihnachten abzusehen ist. Sluch Schul- und Jugend- pflegefahrten sollen nicht beeinträchtigt werden. Zu der billigen W e i h n a ch t s- S o n d c r f n h r t nach Berchtesgaden vom 23. Dezember bis 2. Januar beginnt am 1. Dezember der Fahrkartenverkauf. Der Preis der gesamten Fahrt einschließlich Fahrgeld, Uebernachtungen und voller Lerpslegung mit täglich drei Mahlzeiten sowie Heizung, Bedienung und Kurtaxe be- trägt 85 Mark bei Eiscnbahnsahrt 3. Klasse und 104 Mark bei Cijenbahnfahrt 2. Klasse. Die Hinfahrt erfolgt am 23. Dezember ab Berlin Anhalter Bahnhof 17.33 Uhr, an Berchtesgaden am jol- genden Morgen um 9.10 Uhr. Der Zug fährt zurück am 1. Januar ab Berchtesgaden 15.45 Uhr, an Berlin 8.08 Uhr am 2. Januar. � Für die beiden billigen O st p r« u ß e n- S o n d e r zü g c am 22. imd 23. Dezember sind d!« Lestellkarten, die bei sämtlichen Fahrkartenausgaben erhältlich find, frühestens zum 1. Dezember an die Fahrkartenausgabe des Bahnhofs Friedrichstrahe, und zwar nur durch die Post, einzusende». Für die beiden Züge werden Fahrkarten ausgegeben nach Marienburg 24,40 M., ElMng 25,60 M., Braunsberg 28,60 M., Königsberg 32,00 M und Jnst»'- burg 36.60 M.__ Anschlag auf den v-Zug aufgeklärt. V r e n z l a u. 28. Roveniber. Zu dem Anschlag auf dem V.Zug Berlin— Stockholm wird ge- meldek, daß der am Donnerstag In Angermünde verhaftete Arbeiter Ernst Ladewig aus Berlin nach den bisherigen Unterfuchi�gs- rrgebniflen als vermutlicher Täter in Frage kommt. zum Weihnachtsfest Klubsessel von25.~< extra billige Preise Stuhle. Tische bequeme ZaMungswelse Sächsische Kiubsessel- ijj- � Fabrik Alexandrinenstr. 95/98. an derOranienstr. Genossen! Unterstützt Enre eigenen Detriehe! Deckr Euren Bedarf a. 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Scfalettow, ■ we.tan» Primus-Palast Z&tä Potsdamer Str. 19 Ecke Margaretenstr Lustspiel-Erfolg: Drei Tage Miticl- arreftt mit Lucie Englisch, Ida Wüst, Fritz Üchalz, Felix Bressart g friedrlchstadt W Franziskaner Georgensiraße(Ecke Friedrichstraße) Die große Leistung: 11, 2. 5, 8, 11 Uhr Hände hoch(Der schwarze Jack) 12. 3, 9 Uhr Tonfilm Operette; Da« Lied ist aas mit Liane Haid Tönendes Beiprogramm Die Kamera z. ubr Unter den Linden 14 Der Patriot mit E. Jannings Oswald, das Trickfilmwander Orgelsolo- Sonnt vorm. 11.30 Uhr: Matln�. Das Erwachen der Seele ■ Mo«».. m Artushof-Lichtspiele Pefleberger Straße 29 Film- and Bühnciudiao Wochent. ab S'lt, Sonnt ab 5 Uhr P«t und Patadion•!» Kaa»t>cfa(UzeD Don Mannet, d. BandU. O fihnentefa. Kant-Lichtspiele Kamstr 54,(an der Wilmersdorfer Str.) W. 5, 7, 9 05 Uhr Stg ab 6 Uhr Großer Tonfilm: Brand In der Oper mit Gnilav Fr6hU(b, G. GrSndgcn», A. Eneslröni— Gnle» Beiprogramm Schlüter-Theater Schlüterstr 17 W. 5, 7, 9 Uhr Stg. 3 Uhr; Jugend-Vorstellung Tonfilm t Komm' za mir zam Rendezvous mit F.'Scholz, L. Englisch Man schenkt sich Rosen mit L. Haid �_ WHmertdorg""fc Atrium ßeba-PaIa.t �"�uhr" Sonnabends u. Sonntags S, 7, 9.1 5 Uhr Kaiserallee, Ecke Berliner Straße Tonfilm-Uraulführung: Wer und Söhne mit Rltiner, Hinz, Herzberg Gron.u.— Die Marknrell» g SchanebTg Titania Sdiönebg. sigVbj Hauptstraße 49 Tonfilm; Die anvollkommene Ehe mit Basier Keaton— Beiprogramm Jugendliche haben Zutritt Alhambra Haumstr..k) lOOprozenL Tonfilm: Dollr madrf Karriere mit Dolljr Haa», Alfred Abel— Beiprogramm Kronen-Lichtspiele Rheinstr. 65 W. 7,9. Sbd„ 5, Stg 3 Uhr Tonfilm: Die blonde Nachtigall mit EUe Esther. A. Hell— Betprogramm W stcaiit« 1 Titania-Palast Jg-iÄ« u. Steglitz. Schloßstr. 5. Ecke Gutsmuthsstr Tonfilm: Susanne macht Ordnung mit Truas v. Aalten, Franz Lederer, Max Ehrlich, A. Paulig— Belprogr. > M Zehlgndorf-Mitte TT_|{ Wochentags 7, 9 Uhr »'CIl Sonntags 5, 7, 9 Uhr Potsdamer Str. 50 Tonfilm; Die Drei von der Tante- »teile mit LH. Harrey, Willy Fittich Tönende Woche— Jugend!. Zutritt g Marlendorf"fc Af- f c nartendorter Wochentg. I»a— Lei Lichtspiele ab 7 Uhr Chausseestraße 305 B&hnenschaa Pension Sdiöller mit Fritz Kampers Bühne: Hilfe, Ich werde Millionär mit Jobanna fcwald— Beiprogramm TlVOli Berliner Str. 97 Beg 5, 7, 9, Stg. ab 3 Uhr: Jug.-Vorst lOOproz Farbe, Revue, Ton Der Jazzkönig mit Panl Whitemann Jugendliche haben Zutritt Lichtspiele Südwest Blüchcrstr. 12 W. 5, So. ab 3 U. lOOproz. Tonoperette: Zwei Herzen im Dreivierteltakt mit Willy Forst Tonbeiprogramm— Fox-Tonwoche Film-Palast Kammersäle •Teltower Str. 1 W. 5, 7. 9, Stg. ab 3 Uhr lOOproz. Kriminalionfilm: Der Greifer mit H. Albers GroSo* Beiprogramm Primus-Palast Am Hermannplatz, Urbanstr 72/76 Wochent 6.45, 9. Sonnt 36 3,5,7, 9 U. Nur vier Tage! Fat nnd Patachon als Kunstschfitzen Beiprogramm— Gr. Orchester Auf der Bühne: Internationales VarieiS Th. am Moritzplatz Beg: Wtg 5, 7. 9 Uhr Stg. ab 4 Uhr Tonfilm; Die Drei von derTankslclle mit L. Hai vey.W. Frisch, O. Karl weif) Betprogramm Jugendliche haben Zutritt » HeuKailn B Mercedes- Palast Hermannstraße, Ecke Jägerstraße Anfang: Wchtgs. 6.45, 9. Stgs. 3. 5, 7. 9 U Tonfilm: Der Tanz gebt weiter mit Wilhelm Dleterlc Tonbeiprogramm Bühncnschaa Kf««Li«!* Wochent. 6,45. 9 U. 1VUHUK Sonntags 3. 5. 7 9 U. Kottbusser Damm 92 lOOproz. Tonfilm! Liebling der Götter mil Emil Jannings. Olga Tschccfaowa Beiprogramm E?« aI»H rw* Wochent 6 30, 9 U» EfXCclSlOr Sonnt. 3, 5, 7, 9 u. Kaiser-Friedrich-Straße 191 Tonfilm; Die singende Stadt mit Brigitte Helm, Jan Kiepura Belprogr.— Jugendl. haben Zutritt Stern» Hennanmtralje 49 Wochentags 6 30,9, Sonntags 3, 5,7. 9 U. lOOproz Tonfilm; Die singende Stadt mit Brigitte Helm. Jan Klepora Belprogr.— Jugendl. haben Zutri'.t Filmeck Skalitzer Straße, am Görlitzer Bahnhof Beginn Wochentags: 6.30 und 9 Uhr Sonntags; 3, 5. 7, 9 Uhr lOOproz Tonfilm: Leofnanf warst da einst bei den Hasaien m. Mady Christians Beiprogramm Bühncnschaa Luisen-Theater Reichenberger Str. 34 Anf. W: 6 30u. 9 U. Stg. 3, 5, 7, 9 U. Der KaS mit Greta Garbo Beiprogramm.— Bühnenschaa Stella-Palast K/ipenicker Straße 11—14 Wochtgs. 6.30,91). Sonnt. 3, 5. 7. 9 U. Fat and Patachon als Konstschflizen Stummfilm mit Orchesterbegleitung Auf der Bühne: Glaners welf- herühmte Lllipntanertnippe Jugendliche haben Zutiltt Urania Tonfilm Varlett W 6 45, Stg 5 U. Wrangelstraße II(an d. Köpenicker Str.) Kriminaltonfilm: Der Tiger mit Harry Frank, Charlotfe Snsa Sein Herzensfnnge mit Rndolf Schildkraal Sternwarte— Treptow Sbd. 4. 8. Stg. 4. 6. 8: Mittelbolzers Afrikaflug 1930— Die leichtaihlcf. Kämpfe Deutschland— Japan(Filme) |?|wrci««vvft'' Tön. Wochenschau SAUIRI Prenzlauer Allee 56 W. 5.15, 7, 9.15. S. 3.15. 5. 7.15, 9 15 Uhr Tonposse: Pension Sdiöller mit Jakob Ticdikc Grotze Bühnenschau Flora-Lichtsp. ÄÄ' Tägl. ab 5 U, Stg ab 3 U. Das alte Lied mit LH Dagover Fat a. Patachon als Knnstsch&tzen » o«t«n» Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Besinn der ersten Vorstellungen; Wochentg. 6 30, Sbd. 5. Stg 3 Uhr Das große lOOproz. Tonlustspiel: Pension Schöllcr mit Jakob Tiedike, Fritz Kampers Auf der Bühne: J. Fraen, Musical Exenlrics Luna-Filmpalast �.3 fr Gr. Frankfurter Str. 121 Tonfilm: Brand in der Oper mit Gustav Fröhlich Pat und Patachon in Sensation Bühne: Variete Schwarzer Adler Xtue« Woch. 5, 7. 8.45, Stg. 3. 5. 7. 8.45 U. lOOproz. Tonoperette: Diel von der Tankstelle mit Llllan Harvey. Willy F ritsch Belprogr.— Jugendl haben Zutritt Comenius-Lichtspiele Memeler Straße 67 W. 5, 7, 9. S ab 5 U Tonfilm: Der Korvetfcnkapitln mit Harry Uedlke Bob, der Bozercowboy Jugendliche haben Zutritt Concordia-Palast Andreasstr. 64 W. ab5U..Stg.ab3U. 100 proz Tonlustspiel: Bockblerfesl m M. Kapier, Ida Wüst. K. Lilien, v. ächleitow,— Bühne: Lock) Kiesc- wetfer, Orig.Tegernseer BauerntheaL Viktoria-Lichlbild-Th. Frankfurter Allee 48 Jugendl Zutritt Woch. 5. 7. ca 8.45. Stg. 3. 5. 7. 8,45 U. 100 proz. Tonfilm! Leutnant warst do einst bei den Husaren mit Mady Christians.- Tonbeiprogramm AUicATYiKrA Woch. ab 6 30 Uhr /�inamura Sonnt ab 4 Uhr Koppenstraße 29 Stg. J/23 gr Jugend-V Tönend: Die ungekrönte Königin Spiel um den Mann mit Liane Haid Bü.: Revuescherz:D. ncueWeltmeister W Neu-iichtenberg W Kosmos-Lichtspielc Lückstraße 70 W 5, 7, 9 U., Stgs. 5. 7. 9 U lOOproz. Tonfilm: Die Lindenwirtin mit Käthe Dorsch, Hans H. Bollmann Beiprogramm FriecfricVisFsild« Kino Busch Alt-Friedrichsfelde 3 Beiprogramm Lohnbachhalter Krcmke mit Herrn. Valentin.— Der König der Sensationen mit Harry Fiel W WnlQanse« W Schloßpark Film-BGhne Berliner Allee 206— 210 Bühncnschaa Tonfilm; Penston Schöller m. Jacob Ttedtke, Kampers, Elga Brink Micky Maus Im Urwald.- Tonbelpr. �""Herden � tz ülliAmhrzi Müllerstraße 136, ZLinamnra Ecke Seestraße lOOproz. Tonoperette: Die Llndenwiriin mit Käthe Dorsch AbMont:Tont Die zärtl. Verwandten Casino-Licfatsp.:Vch � ik Brunnenstraße 154 > Sbd S,St4U lOOproz. Tonlustsptel: Bockblerfesl m. v. Schletiow, M. Kapler, L Wüst BQ.; Zwei Altraktlonen.— Sbd. II1], Nachtvorst: Meine Frao. da» Fränletn Mila-Lichtspiel-Palast Schönhauser Allee 130 W.5�» 8. 4' 2 100 p 1 oz. Tonoperette: Das Rheinland- mädcl mit Lucie Englisch Bühnenschaa Filmpalast Puhlmann Schönhauser Allee 148 W. 5,S. ä'/sU. Tonfilm: Die Drei von der Tankstelle mit Harvey, Frilsck Bühnensdran__________ Colosseum V uU? Schönhauser Allee 123 lOOproz. Toniilm: Dolly macht Karriere m. Dolly Haas, Alfred Abel Tonbeiprogramm.— Bühnenschaa Palast- Theater Breite Straße 21 a W. 6J0, 9, Stg. 4, 6J0. 9 2 Großfilme: Fat nnd Patachon als KnnsfschOtzen Der Gr low.- Volle» Orchester Pharus-Lichtspiclc MüUerstr.142 W. 5,7.9 U lOOproz. Tonf.: En tz Lustsp; Susanne macht Ordnung mit Truus v. Aalten, F. Lederer.- fonbeiprogramm Marga-Lichtspicle Schulstraße 29 lOOproz Toniustsp.: Wien, du Stadl der Lieder mit S. Arno D. neue Weltmeister m. W. Fairbanks Prater-Lichispicl-Palast Kastanienallee 7-8 W. ab 5. Stgs 39, U- Die selige Exzellenz m Willy Fritsch Looping the loop m. Werner Krautz Funkrevue: Berlin, gib acbtl Noack's Lichtspiele Brunnenstraße 16 Beginn 5 Uhr Ein Walzer Im Schlafconpö mit Lact« Englisch.- Bühne: Noacks Lachbühne, I Std.Tanz,Gesang,Humor Tivoli, Pankow Berliner Straße 27 W.6J0,9U�Stg.ab4U. lOOproz. Tonfilm: Der Tanz geht weiter mit Wilhelm Dieierle, Llssl Arno.- Tonbciprogr. Film-Palast Blankenburger Str.■» So. 2lfcJgd-V. Wöchig. 6.30, 9 U., So. 4J0, 6.4a, 9 U Tonfilm: Liebling der Gfitler mit Emlt Jannings.— Ab Montag: Tonfilm Der Schaft im TonfUmatelicr • T'a" � Filmpalast Tegel Stgs. 2 U Jgd.-Vorst VV. 6. Stg. 41* U. Lust. Tonfilmposse: Laubenkolonie mit Kampers, Picha, Spira Tönendes Beiprogramm__ „Kosmos" Filmbühne Hauptstraße 6 Beg. 6 Uhr,«.30 Uhr lOOproz Tonoperelle: Die drei von der Tankstelle mit Lillan Harvey, Willy Frittch- Beiprogramm Union-Theater Hauptstr. 3 Stg. 2 Jgd.-V. W 6, e>tt, Stg. 4>/c. 6'/». 8'-, U. Geheimnis der Martha Lüders Krlmlnalieporfcr mit Jankeimann M Hennlflsaorf Filmpalast Stg. Ä Berliner Straße 59 Stg. 2 U. lug.-Vorsl. Tonlllmposse: Lanbenkolonte mit Kampers, Picha Gates Betprogramm OTAL Wegen Aufgabe 25-60 Proz. Rabatt HERREN- UND KNABEN• BEKLEIOUNGSHAUS Eckhaus Kottbusser Tor föetloge Freitag, 28. November 1950 SivÄbpnd StiJUoiiLciajße J�yuhxWIi BERLIN BERLIN PRAC'WIEN—RECENSBURC RANDCIrOtlEN ZU EINER BERUFLICHEN AUTOREItE/ vcn viktor schiff Es mag sein, eine Autofahrt Berlin— Wien auf der kürzesten Strecke, das heißt über Prag, vom nächsten Frühjahr ob ein Genuß fein wird: einstweilen kann man nur dringend davor warnen. Landschaftlich sind die ersten 200 Kilometer ziemlich ohne Reize, interessant ist nur der Anblick der riesigen Braunkohlen- gruben hinter Senftenberg, einer Stadt, die sich augenscheinlich erst in den letzten 25 Iahren um die Briketterzeugung herum mit amerikanischer Schnelligkeit und Stillosigkeit entwickelt hat. Erst hinter Dresden lohnt es sich, den Blick vom grauen Band der Chaussee abzuwenden, soweit die scharsen Kurven der ost auf- und niedersteigenden Straß« ein« solche Ablenkung zulassen. Durch die enge und malerisch« Schlucht von Dippoldiswalde erreicht man bald den Kamm des Erzgebirges und damit auch die tschechische �Grenze: Z i n n w a l d. Urber die tseheehoslowakiseste Grenze. Zollformalitäten, rechts in dem deutschen, dann schräg links in» dem tschechischen Grenzwächteramt. Dunkelgrüne Beamte, auf die Paul von Hindenburg aus seinem Rahmen streng herab- schaut, entlassen einen gratis aus dem eigenen Lande, während ihre khakifarbenen Kollegen auf der anderen Seit« unter dem skeptischen Lächeln von Thomas Malaryk den fremden Autofahrer willkommen heißen— indem sie ihm für 48 Stunden 40 Tschecho- krönen abnehmen. .Links fahren!" mahnt«in großes Schild an der Grenze. Ach, wenn das der einzige Unterschied wäre! Aber schon nach dreißig Metern wird einem das Steuerrad durch einen scharfen Ruck, dem ein zweiter, ein dritter, ein vierter sofort folgen, fast aus den Händen gerissen. Fünf Stunden hatte man das Steuer auf der vorzüglichen Chaussee kaum ernsthaft festhalten müssen, jetzt aber beginnt der Kampf und der Krampf. Löcher, Querrinnen, Pfützen, aus- geweichte Seitenstellcn, überdies ein recht steiler Abstieg nach der Ebene, so daß man sehr bald die Vorzüge und die Notwendigkeit der Handbremse kennen lernt, die man eigentlich in Berlin und Umgebung nur anzuziehen pflegt, wenn der Wagen schon hält. Reges Treiben in der Hauptstraße der uralten Industrie- und Kurstadt T e p l i tz- S ch ö n a u, die aber an diesem Spätnachmittag im November so düster und schmutzig aussieht, daß man ihr wohl die Fabriken, aber nicht die Thermalbäder anmerkt. Der Kurkapellen- musiker, den wir an der Grenze auf seinen Wunsch mitgenommen haben, verabschiedet sich von uns. mit der Bersicherung, daß hinter Teplitz eine ganzneugebauteChausseebis nach Prag führt/ Das. stimmt— nämlich für die ersten z w e i K i l o m et c r. dann ist die Straße im Bau und eine langwierige Umleitung durch recht ungemütliche, morastige Nebenstraßen bringt einen erst nach etwa 25 Kilometer zwischen Loboschütz und Theresienstadt zu der ver? hcißenen tadellosen Straße nach Prag. Theresienstadt, eine uralte, ausrangierte Festung aus dem Siebenjährigen ftrieg, war einstmals k. u. k. Garnison. Dort er- blickte ich vor vierzehn Iahren im. Militärlazarett einen aschgrauen kleinen Schatten, der unter doppelter Postenbedeckung seine tuber- kulösen Knochen zur ärztlichen Visite schleppte: es war Gavrilo P r i n c i p, der schußsicher« Attentäter von Serajcwo, der zuletzt dort seine lebenslänglich« Strafe verbüßte. Doch schon drei Wochen nach dieser flüchtigen Begegnung las ich die Nachricht seines Todes: vor ihm, nach ihm— und vielleicht auch durch ihn— sind viele Millionen Menschenleben vernichtet worden. Jetzt ist Theresienstadt zur Abwechslung— wieder Garnison. Die graublauen Uni- formen von ehedem sind durch khakifarbene ersetzt. Als wir aber in der Dämmerung an der uralten Kaserne vorbeifahren, rücken gerade die Rekrutenkompagnien von dem Ausmarsch ein. Im Hof marschieren sie genau wie einst auf, die letzten dreißig Meter im knallenden Paradeschritt, um„Frische" und„Strammheit" vor dem ehemaligen k. u. k. Hauptmann, dem jetzigen tschechischen Oberst- leutnant, zu demonstrieren. Ich tausche einen Blick mit meinem Mitreisenden, einem englischen Genossen und Kollegen. Auf unser« Lippen steigt gleichzeitig der gleiche Ausruf:„Genau so blöd wie ehedem!" Vielmehr: er sagte„geistreich", ich sagte„blöd", und wir meinten natürlich beide genau dasselbe. Fahrt durch die Nacht. Es ist Nacht geworden. Aber die Scheinwerfer leuchten auf eine fast kerzengerade, neue, erstklassig« Chaussee. Und doch muß man dauernd höllisch auspassen: trotz des recht starken Auto- verkchrs ist es anscheinend in der Tschechoslowakei noch nicht Vor- schrist, daß Pferdefuhrwerke in der Dunkelheit beleuchtet sein müssen. Die ersten zwei, drei Male erkennt man diese ungewohnte Gefahr mit einem kleinen Schreck im letzten Augenblick, dann fügt man sich fluchend dieser sonderbaren Landesunsitte und mäßigt eben-das Tempo: zumal es die Zuckerrllbenerntezeit ist und die Landstraße mit solchen unbeleuchteten Karren— und noch mehr mit den heruntergekollerten Rüben— übersät ist. Ein Lichtmeer taucht in der Ferne auf, das mit jeder Minute beller und breiter wird, der Straßenverkehr wächst, eine rote Straßenbahn steht an ihrer Endhaltestelle, die Häuser werden höher. Die Kleidung der Menschen wird großstädtisch, die Straße senkt sich von einem Plateau in«inen weiten Talkessel. Man ist in Prag! Die Schutzleute weisen einem aus deutsche Fragen mit auf- sollender Höflichkeit den Weg in die inner« Stadt. Seltsam, bei früheren Gelegenheiten hatte ich eine solche Bereitwilligkeit recht oft vermißt. Sollte sich das innerhalb von drei Jahren so weit gebessert haben? Ein Prager Deutscher, dem ich später diese erfreuliche Beobachtung mitteilte, erwiderte mit skeptischer Bitternis:„Damals gingen Sie eben z u F u ß und man hielt Sie für einen Deutsch- Böhmen: den läßt man gern fühlen, daß nur das Tschechische in Prag die Staatssprache ist. Aber an Ihrer Wagennummer erkennt man. daß sie Reichsdeutscher sind. Dem Deutschen von jenseits der Grenze gibt man gern und höflich Auskunft in seiner Sprache. Das ist der große Unterschied." Schade, daß man seine reichsdeutsche Wagennummcr nicht durchs Telephon zeigen kann. Das Netz Ist zwar i-tzt ontomatiich, aber die meisten-l.mm.rn si d qcörV. und stimmen zur Zeit nicht mit denen des Verzeichnisfes übereil!. Und bis inan un Tclepgou ohne, tlchtchisch» Sprachkeimtmss« verständlich gemocht hat, könnte man zu I Hause mindestens sechs Verbindungen absolvieren.„X e r o. s u ra y!" klang es stereotyp jedesmal durch den Apparat zurück, wenn ich mein Anliegen deutsch vortragen wallte, und dann das Schlußzeichen. Ich entsann nnch dunkel, daß„rosum" etwas mit „Verstand" zu hm hat. Das nächst« Mal beugt« ich vor und jagte gleich selber:„Xe rosumy!"„Ich verstehe nicht." Diese tele- phonische Reverenz vor der Nationalsprache wirkte Wunder: ich bekam nunmehr fast mühelos all« Verbindungen, die ich brauchte. Gin sonderbares Sestauspiel. Am nächsten Vormittag Begegnung mit den Genossen von der Deutschen Sozialistischen Partei, die gerade im Rudolsinum, dem jetzigen Parlamentsgebäudc, eine gemeinsame Fraktionssitzung ihrer Zlbgeordneten und Senatoren haben. Beim Mittagessen im Parla- mentsrestaurant mit unserem lieben Freunde Dr. C z e ch, dem Partcivorsitzenden und jetzigen Minister für soziale Fürsorge, erlebe ich ein sonderbares Schauspiel. Nicht«in-, nicht zwei-— sondern mindestens sechsmal während des Essens treten Besucher, teils allein, teils durch Abgeordnete eingeführt, an den Ge- »ossen Czech heran, tragen ihr Anliegen vor, diskutieren mit ihm und kümmern sich einen Teufel darum, daß das Essen. dabei kalt wird. Bei der Suppe fing es an: nach dem ersten Lössel erschien «in kommunistischer Abgeordneter mit einem Schützling. Er, der Abgeordnete, hätte sich diese Störung bestimmt nicht bieten lassen, aber dem„sozialsaschiftischen" Minister mutet er sie ohne weiteres zu. Der vorgetragene Fall ist aussichtslos, von den staatlichen Aerzten bereits negativ begutachtet, vom Minifterialreferenten ent- sprechend entschieden, der Mann hat das Geld für die Rückreise>'n die Heimat bereits ausgehändigt erhalten, hat es aber für seinen eigenmächtigen weiteren Aufenthalt in Prag verbraucht und ver- langt neues, unterstützt durch den kommunistischen Abgeordneten. Schließlich gibt ihm Dr. Czech das Geld aus der eigenen Tasche. Jetzt kann er wenigstens feine kaltgewordene Suppe aufessen. Aber beim Braten kam schon eine neue, und dann eine dritte Deputation. Die anderen deutschen Genossen lächeln über mein Erstaunen und zucken mit den Achseln: so wird eben die spnchwört- liche Gutmütigkeit des Brünner Rechtsanwalts ausgenützt. Ilm so mehr wird er freilich von seiner ganzen Partei verehrt. Wieder auf der Landstraste. Als ich mich von diesen gar zu patriarchalischen Regierungs- Methoden verabschiede, ist der Nachmittag bereits stark fortgeschritten. Mein englischer Freund hat inzwischen von der Präger Polizei- direktion die Erlaubnis erhalten, auf Grund seines Londoner Führerscheins und ohne besonderen internationalen Ausweis den Wagen zu steuern. Wir freuen uns beide, ich über die Ablösungs- Möglichkeit, er über die Beendigung feiner- passiven Mitfahrerrolle. Er wird sich aber nicht lange der leinen Freud« hingeben können. Schon die Ausfahrt aus Prag, durch einen südlichen Vorort, vorbei an dem prachtvollen neuen M a s a r y k- A l t« r s h e i m, ist in einem unwahrscheinlichen Zustand. Die Karosserie ächzt, die Federn drohen zu brechen. Dann wird es besser. Ich tausche den Führersitz mit dem Kollegen, und bald genieße ich als stiller Mitreisender, ohne die Nerven- und Muskelspannung des Steuerlenkers,«ine Vollgasfahrt auf schönem Asphalt, bei der der Geschwindigkeitsmesser auf 80, 90, 100 Kilometer steigt...„Tabor, 86 km", so lautete«ine Wegetofel am Ausgang Prags. Dann werden wir eben bei Anbruch der Dunkelheit den ersten Teil des Weges nach Wien zurückgelegt haben. Gegen 10 Uhr abends sind wir dann in Wien, können noch der „Arbeiterzeitung" einen Besuch abstatten, uns über den österreichischen Wahlkampf informieren. Schöne Illusion, die bald vorüber ist. Zwanzig Kilometer hinter Prag ist die Straße wieder im Bau und bleibt es, fast ohne Unterlaß, bis Tabor. Wie so eine im Bau befindliche tschechoslowakische Straße aussieht, davon macht man sich keine Vorstellung. Kilometerlong nur eine schmale Fahrrinne, die durch einen langsam voranschreitenden Bauernwage» versperrt ist. Manchmal muß man auch eine Viertelstunde warten, um der ent- gegenkommenden Polonase van Pferdefuhrwerken, Autos, Lastautos oder der nahenden Dampfwalze den Vortritt zu lassen. Ge- segnet sei die Dampfwalz«, wenn sie wenigstens ihr Pensum schon absolviert hat. Aber ost und endlos lang fährt man über grobe Schottersteine, die so spitz und kantig sind, daß man jeden Augen- blick damit rechnet, daß ein Knall signalisieren wird, daß die eine oder die andere Guimnidecke durchbohrt wurde.„Ich möchte gern wissen, nach welchen Grundsätzen die tschechische Straßenbauverwal- tung arbeitet", seufzte ich verzweifelt. „Vielleicht steckt sie mit einem R e i f c n k o n z e r n unter einer Decke", antwortet kaltschnäuzig der Engländer. Er hat leicht spotten— es find ja nicht seine Reifen. (Fortsetzung folgt.) DAS«ROSSTE«EBIR«E- AUF DEM«RUNDE DES MEERES In aller Stille ist vor kurzem ein« Expedition zurückgekommen, die unsere Kenntnis der Oberfläche unserer Erde in ganz ungcahn- ter Weis« erweitert hat. Unter Führung von Prof. D e s a n t. des Direktors des Instituts für Meereskunde vom geophysikalischen Institut Göttingen, hat eine Gruppe von deutschen Forschern, dar- unter Prof. Schulz von der deutschen Seewarte, und Professor W e i ck m a n n, in den Jahren 1929 und 1930 die große Expedi- tion des Vermessungsschiffes der Reichsmarine„Meteor" fortgesetzt und den nördlichen Atlantik in der Gegend zwischen Ostgrönland, Island und Irland durchforscht. Der„Meteor" hatte 1925 bis 1927 mit mehr als 60 000 Lo- tungen den Atlantischen Ozean zwischen der afrikanischen und der südamerikanischen Küste vermessen. Das Ergebnis war die genaue Festlegung eines ungeheuren Gebirgsrückens, der„Atlantischen Schwelle", die in der Antarktis ihren Ansang nimmt und sich fast genau in der Mitte zwischen den beiden Kontinenten Amerika und Afrika nach Norden erstreckt. Bis dahin war der Verlaus dieses Gebirges im Ozean nur sehr ungenau bekannt, und auch nach Be- endigung der„Meteor"-Fahrt nahm man immer noch an, daß die „Atlantische Schwelle" in der Breite der Eap Verdischen Inseln ihr Ende erreicht«. Weiter nördlich war ein« ander« Erhebung, der R e y k j a ne ß- Rücken, festgestellt worden, dessen Verlauf nun Pros. D e f a n t mit seiner Expedition untersuchte Mehrere tausend Echolotungen wurden auf der vorjährigen und der diesjährigen„Meteor"-Reise ausgeführt. Das sensationelle Ergebnis ist die Festlegung, daß der Reykjanesrücken und die Atlantische Schwell« zusammen- hängen, daß sich also auf dem Grunde des Atlantik das größte Gebirge der Erde von Island bis zur Antarktis hinzieht, dessen tiefst« Tiefe im Argentinischen Becken mehr alz 8000 Meter unter dem Meeresspiegel liegt und dessen höchste Erhebungen die Inselgruppen zwischen Europa und Amerika darstellen. Eine weitere wichtige Entdeckung ist die Tatsache, daß dieses Riesengebirge vulkanischen Ursprungs ist. Durch zahlreiche Bodenproben ist das einwandfrei bewiesen worden. Die Frage ist nun, wie dieses Gebirge zwischen den Erdteilen entstanden ist, insbesondere wie es sich mit der Kontinentalver- schiebungstheorie W egeners in Uebereinstimmung bringen läßt, nach der bekannllich die Erdteile Europa und Amerika ursprünglich eine Einheit waren und dann vor Jahrmillionen auseinandcrge- schwömmen sind. Prof. D e f a n t nimmt an, daß die Auffindung eines vulkanischen Gebirges, das sich in der ganzen Läng« zwischen den Kontinenten hinzieht, eher für als g«gen Wegeners Theorie spricht. Man könne sich vorstellen, daß durch das Auseinander- schwimmen der Kontinente ungeheure Zugkräfte entstanden sind, die schließlich zu einer solchen Aufwerfung geführt haben. Außerordentlich interessant und aufschlußreich sind auch die sonstigen ozeanographischcn Untersuchungen der Expedition. Sie hat u. a. festgestellt, daß zwischen dem warmen Wasser des Atlantik und dem kalten des Polarmeeres eine ähnliche Grenzlinie— eine ,.P o l a r f r o n t"— besteht, wie zwischen den warmen und kalten Luitschichten. An dieser Grenzlinie wurde ei» ganz ungewöhnlicher Fischreichtum festgestellt, der wiederdum durch groß« Mengen Meereslebewesen, de« sogenannten Planktons, verursacht wird. Das kalte Schmelzwasser des Ost- grönlandstroms, das die obere Deckschicht der Polarsront des Wassers bildet, ist naturgemäß außerordentlich arm an Nährstoffen, die dafür in den tieferen Schichten des Polarmceres um so reich- haltiger vorhanden sind. Dieses nährstoffreiche Wasser ist aber in- folge seiner großen Kälte arm an Lebewesen. Wo es sich nun mit dem planktonreichen, warmen Wasser des Atlantik mischt, finden die Kleinlebewesen reichliche Nahrung, weshalb der Reich- tum an Plankton gerade in der Nähe der Polarsront besonders groß ist. Die kleinen Meevesbcwohner ziehen aber die größeren nach sich und dies« Gewässer sind geradezu ein F i s ch p a r a d i e s, in dem sich von den Walen bis zu den Heringen zahllose Fisch- schwärme aller Arten tummeln. Die deutsche Fischerei, die schon ,eit einiger Zeit auch an der sehr fischreichen Westküste Grönlands fischt, ist durch die Feststellun- gen der ,.Meteor"-Expedition auf diese neuen Fischgründe aukmerk- sam gemacht worden: die Expedition hat also nicht nur der Wissen- schaft, sondern auch der Wirtschast Nutzen gebracht- Dr. A. Gunsleben. POLITISCHE PARTEIEN Der liberale Rechtslehrer van C a l k e r versucht in einer kleinen Schrift„Wesen und Sinn der politischen Parteien" zu ergründen(Mohr, Tübingen). Cr geht aus von dem, was ihm bei allen genieinsam erscheint: ihre Einwirkung aus die Gestaltung des Gemeinschaftslebens, dessen Ergebnis neue rechtliche Gestaltung ist. In diesem Sinne bezeichnet er die Politik als Funktion des Rechts, das Recht als Funktion der Politik: Sinn und Wesen der politischen Parteien glaubt er. indem er ihre Funktion als„Organe der Rechtsgestaltung" aufzeigte, genügend geklärt zu haben. Diese einseitig juristische Definition wird den politischen Parteien jedoch nicht gerecht und kann auch keine erschöpfende Erklärung geben, aber sie ist wenigstens aus einem Guß, mit Geist und Ueberzeugung — wenn auch nicht überzeugend— vorgetragen. Aber was Herr Dr. Hanssritz Röder in seiner Untersuchung über„Parteien und Parteienstaat in Deutschland"(Max Hueber. München) cigent- lich beabsichtigt, wird nicht ganz klar. Es sollte ein„System der politischen Partei und ihres Verhältnisses zum Staat in Rech: und Wirklichkeit" gegeben werden, aber als Frucht der gewiß fleißigen Arbeit ist ein Konglomerat fremder Meinungen entstanden, das vor lauter Einserseits— Andererseits die eigene Ansicht des Verfasiers kaum noch festgestellt werden kann. Er kommt schließlich unter vielen Wenn und Aber zu dem Ergebnis, daß der Staat unter dem Ein- fluß der„unverkennbaren Oligarchie der Parteiführer" zum Partelen- staat geworden sei, daß sich die Parteien von„idealen Welt» onschauungsparteien" zu„realpolitischen Jnteressenparteien" ent- wickelt hätten, und. da«s ihnen gelang, die staatliche Legislative und Exekutive in die Hand zu bekommen", der„alte Grundsatz von der Trennung der Gewalten praktisch beseitigt wurde". Aber wann ivar das je praktisch verwirklicht und wann find Parteien nicht„Inter- essenvarteien" gewesen? Bei beiden Autoren i't zu bemängeln, daß sie aus das Wesen der Parteien als Klassenorganisationen entweder gar nicht(wie van Caller) oder ungenügend eingehen. Richard Junge. SUevT* tv€i.g!&m mm Wir fnttcn, die Anfragen an �Bcilageredaktlo» des„Abend", Aüt. Elternderatung, Berlin Z'3 Äj, Lindcnstr. 3", unter genauer Angab« der Adresse de» Absender»(die naturlich als Ziedadtions- geheiiuni» betrachtet wird);u richten. Vom kindlichen Qehersam. 'Man kann wohl kaum«inen Snielplalg oder einen Park der Großstadt durchschreiten, ohne wenigstens einmal, wenn man aus die erziehenden Ermahmingen der Mütter und Kindermädchen achtet, die Worte zu hören:„Ein Kind hat aufs Wort zu gehorchen" oder so ähnlich. Abgesehen davon, daß dies meist zur Einschärsunz eines an sich schon unsinnigen Verbots geschieht, müssen wir uns als denkende Erzieher doch einmal die Frage vorlegen: Stimmt denn das? Muß ein Kind gehorchen? Es gibt Leute, die den Gehorsam aus der Kinderstube ganz verdammen möchten. Das dürste aber ziemlich unmöglich sein. Denn die Intelligenz des Kindes ist ja noch gar nicht so weit ent- wickelt, daß es schon aus eigenein Wissen und aus eigener Erfahrung unterscheiden kann, was ihm dienlich ist und was ihm schadet. Wenn wir dos Kind immer und in allen Dingen machen lassen wollen, was es gern möchte, so würde es leicht verunglücken, sich verletzen. sich vergiften oder auch andere schädigen. Ein gewisser leitender Einfluß der Erwachsenen ist also notwendig, um die fehlende kindliche Erfahrung zu ersetzen. Ergibt sich so die Uncntbehrlichkeit des kindlichen Gehorsams ou» der llnvollkommenhcit seiner Intelligenz, so folgt umgekehrt ans der Notwendigkeit, dies« Intelligenz zu entwickeln, daß der Erwachsene nicht unbedingten Kadavergehorsam vom Kinde verlangen darf. Die Kritik des Kindes an unseren Geboten und Verboten kann also nicht unstatthaft sein, so unangenehm sie vielleicht unserer Erwachsenenwürde vorkommt. Denn sonst müßte man ja zu dem unmöglichen Ergebnis kommen, daß ein Kind auch gehorchen soll, wenn seine Eltern ihm vielleicht befehlen, zu stehlen, zu morden oder sonst ein Unrecht zu tun. Es kann dagegen nicht nur die Intelligenz, sondern in hohem Maße das Gerechtigkeitsgefühl des Kindes gefördert werden, wenn wir uns smmer bemühen, bei allem, was wir von dem Kinde verlangen, diesem Rechenschaft über den Sinn und Zweck des gewünschten Handelns oder Unterlassens abzulegen. Gar nicht allzu selten werden wir freilich dabei die Erfahrung luacheu müssen, daß das Kind Einwände macht, die absolut berechtigt sind. In dieser unbequemen Situation müssen wir dann entweder unseren Wunsch sollen lassen oder das von-dem Kinde mit Recht ge- rügte Verhallen änderit, oder wir müsiftt dem Kinde erklären, warum sein an sich berechtigter Einwand nicht durchgreisen kann. Wenn das Kind nämlich aus mangelnder Erkenntnis eines größeren Zusammenhanges einen gescheiten Einwand macht, der aber prak- tisch undurchführbar ist, so ist es eben schon intelligent genug, auch diesen größeren Zusammenhang zu verstehen, wenn wir ihn ihm in angemessener Weise erklären. Wenn aber das Kind wirklich recht hat und wir ihm nachgeben, so wird es das kindliche Selbst- bewußtsein ungemein heben und.ihm zugleich den Glauben an die Möglichkeit einer Gerechtigkeit in dieser Welt stärken, wenn wir auch den Mut haben, ihm schlicht und offen zu erklären: Diesmal hast du recht gehabt! Zu solcher Erziehung, die das K i n d als ein gleichberechtigtes Wesen(wenn auch minderer Intelligenz und minderer Erfahrung) anerkennt, gehört natürlich, daß wir Erwachsenen als � Erzieher von dem hohen Sockel unserer Erwachsenenwürde her- untersteigen können, wenn dieser Sockel von unseren Kindern ins Wanken gebracht wird. Denn wenn das Kind uns überhaupt noch folgen soll, wenn wir ihm die ersten Regeln setzen, nach denen es dann bisweilen uns selbst korrigiert, dann muß das Kind u n b e- dingtes Vertrauen haben zu uns, es muß freiwillig gehorchen, nicht gezwungen. Deshalb ist es auch so lächerlich, wenn die Erzieher das Kind durch„energische" Befehle erst zum Gehorsam ermahnen müssen; sie stellen sich damit ja nur ein Armutszeugnis aus!, Dies alles hängt natürlich, wie die Leser schon längst gemerkt hoben, eng zusammen mit dem Problem der Autorität. Doch darüber ein anderes Mol. Her gefährliche Unschuldsengel Frag«; Ich habe linier anderen ein Kind zu erziehen, das. obwohl erst sechs Jahre, schon recht verschmitzt und gerissen ist. Das Kind ist immer ruhig und mustergültig artig, wenn ein Er- wachsener dabei ist. Doch wcnn man den Rücken kehrt, so macht es allen nur erdenklichen Unfug, richtet es aber sehr geschickt fast immer so ein daß die anderen Kinder gesaßt werden. Und wenn ich es einmal zur Rede stelle und ihm vorhalte, daß das doch nicht schön ist, so gibt es das alles ganz zerknirscht und traurig zu, richtet sich aber nicht danach. Das Kind wird immer gefährlicher. Was tut man nur mit ihm? 'Antwort: Dieser Frage wegen steht oben die Geschichte vom Gehorsam. Das. Verhalten dieses, ohne Zweifel besonders klugen Kindes läßt ganz deutlich daraus schließen, daß seine Eltern und Erzieher strengen und imbsdingten Gehorsam von ihm ver- langen, ohne dem sehr wissenshungrigen Kinde Rechenschaft über die Gründe, das Was und Warum, abzulegen. Das Kind erfährt von allein nur so viel: So und so-muß ich mich verhalten, wenn ich mit Erwachsenen zu tun habe, die mir was„zu sagen" haben. Es richtet sich auch danach, aber es versteht den inneren Sinn der Gebote nicht. Die nur äußerliche Tugendhaftigkeit des Kindes Ist geradezu das Spiegelbild des nur äußerlichen Gehorsams, den man von ihm verlangt. Warum soll es auch mehr als nur ein Lippen- diener sein, wenn man es ihm nicht anders vorgemacht hat? Es wird für Sie als Erzieher, namentlich wenn Sie nicht ge- ttügend van den Eltern unterstützt werden, außerordentlich schwer werden, das verlorengegangene Vertrauen des Kindes erst einmal wiederzugewinnen. Sie müssen sich deshalb unbedingt mit den Eltern in Verbindung setzen urch denen den wahren Zusammenhang vorsichtig, aber bestimmt klarzumachen versuchen. Und dann muß die Methode von Grund auf geändert werden. Man muh dem Kinde mehr Bewegungsfreiheit lassen und weniger an ihm herumnörgeln(damit es den groben Schabernack nicht als Ersatz für das Spielen braucht), man muß ihm aber vor ollem in Zukunft immer Begründungen zu allen Wünschen geben. Begründungen, die ihm auch einleuchten und die es nicht nur !o„einsteckt" Bei den Worten:„Das macht man eben so" oder ähnlichen beliebten nichtrsagenden Erklärungen wird es nur gleich- güttig mit dem Kspf nicken, damit die Geschichte bald ein Ende hat. — Es wird schwer werden, aber es geht. Versuchen Sie es! Unsere Heliesie wird launisch Frage: Unsere Aclteste, jetzt lll Jahre alt, ist in letzter Zeit ganz tornisch geworden. Sic ändert ihr Verlialtcn ganz plötzlich und . ohne ersichtlichen Grund Mol ist sie sehr lieb, wcnn man mit ihr spielt oder shr etwas erklärt. Und dann wird sie mit einemmal [ wieder ekelhaft und bockig, nörgelt immerzu herum, hat zu nichts recht Lust und spielt den Störenfried. Sie wird zu den i Envachsenen frech, was sie früher nicht getan hat, aber vor allem > hat sie es auf das jüngere Schwesterchen abgesehen. Vielleicht sind das die Flsgeljahre, denn es entwickeln sich schon etwas die Brüste und auch die Behaarung. Wir wissen gar nicht mehr, was wir mit ihr machen sollen; denn sie läßt sich nichts mehr sagen. Antwort: Zunächst einmal rächen sich hier alte Sünden. Die Unverträglichkeit mit jüngeren Geschwistern ist geradezu typisch, wenn, wie es leider meist geschieht, das erst« Kind, solange es noch allein war, mit gar zu großer Zärtlichkeit und mangelnder Kritik(„Distanzlosigkeit") erzogen wurde. Nun fühlt es sich durch die größere Sorge, die das Zweite in der ersten Zeit gemacht hat, zurückgesetzt,'und das gibt fiir Jahre hinaus«inen Haß gegen das kleinere Schwesterchen und auch gegen die Erwachsenen, die sich nun nicht immer nach seinen Wünschen richten.» Aber auch mir scheint doch augenblicklich das Bild der b e- ginnenden Reifezeit mit ihren körperlichen und seelischen Schwankungen mehr im Bortsrgrunde zu stehen. Sie müssen sich jetzt mehr auf„Pubertätserziehung" umstellen. Das Kind muß allmählich als ein s c l b st ä n d i g e s Wesen angesehen werden, dos mehr„für voll genommen wird". Bald wird auch die Zeit kommen, wo das Mädchen es nicht mehr gern hört, wenn man cs „das Kind" nennt. Achten Sie darauf und nehmen Sie daraus Rücksicht, aber bitte ohne Spott! Sie müssen aber unbedingt dem Kinde jetzt einen eigenen Interessent reis schaffen. Es kann sich vielleicht durch Hilfe im Haushalt nützlich machen, wobei es aber mit möglichst wenigen Anleitungen zugehen soll. Es muß ihm mehr indirekt Lust zu solchen Arbeiten gemacht werden. e Noch wichtiger ist aber, das ganze Milieu zu ändern, die Er- Ziehung mehr zu„entpersönlichen", damit die Launen des Kindes einfach„in die Luft schlagen". Dazu muh es stärker vom Elternhaus gelöst werden und mehr unter seinen Alters- genossen seinen eigenen Zielen und Aufgaben nachgehen. Die „K i n d e r f r e u n d e" sind hier sehr gute Helfer. Mit 10 Jahren wird sie in die„In n g f a l k e n" aufgenomm.m, und das ist eine sehr geschickt gezogene Altersgrenze, weil nämlich die Kinder in diesem Alter mehr als sonst ihren eigenen Weg gehen wollen. In der früheren Kindheit sind sie noch zu sehr von den Erwachsenen abhängig und brauchen die Anlehnung. In der Pubertät sind sie dann später(etwa von 14 an) schon mehr in die Welt der Erwachse- neu als Gleichberechtigte hineingewachsen. Aber gerade zwischen 10 und 12, in der Vorpubertät, im Lederstrumpsaller, da brauchen sie ihre eigene Welt mit dieser seltsamen Mischung von Phan- lasie und Realität. Also tun Sie diesen Schritt und meiden Sie die Tochter bei den Kinderfreunden an, oder geben Sie sie wenigstens in einen Hort! Nochmals: Hellnässen Von sachverständiger Seite werden wir darauf ausmerrsam gemacht, daß nicht nur die Psychoanalytiker, sondern auch der er- fahrene Nervenarzt imstande ist, Bettnässen erfolgreich zu behandeln. Er erreicht das durch Suggestiv- und Erziehungsinaß- nahmen in etwa 10 bis 15 Sitzungen von kurzer Dauer, Was die Kostenfrage anbelangt, so ist es ratsam, sich vor der Behandlung mit einem Ambulatoriumsarzt in Verbindung zu setzen. SSolichewiStiSdie 3)hiiurirU'diii}l? Der Fünfahresplan ist ein Schlagwort der russischen Propa- ganda, das gewöhnlich mit dem schmückenden Wort„gigantisch" auf- tritt. Im Gegensatz zu Reisenden und Zeitungskorrespondenten, die nur eine begrenzte Vorstellung von Rußland haben können und dem Fünsjahresplan etwas ratlos gegenüberstehen, bringt Paul H a c n s e l als Verfasser eines 200 Seiten starken, besonders inhalts- reichen Buches„Die Wirtschaftspolitik Sowjetruß- lands"(Verlag Mohr, Tübingen) eine besondere Kenntnis der russischen Wirtschaft als Ganzes in Gegenwart und Ver- gangenheit mit. Haensel war 25 Jahre Professor der Finanz- Wissenschaften an der Moskauer Universität und 7 Jahre, nämlich bis 1928 als Präsident im Institut für Wirtschaftsforschung dem Finanzkommissariat der sogenannten Sowjetunion beigeordnet. Es wird schwer hallen, ihm Fachkenntnisse abzusprechen, besonders, da er in der statistischen Vorbereitungsabteilung des Fünf- jahresplans maßgeblich mitgearbeitet hat. Trotzdem sich Haensels Buch von allen Polemiken fernhält, kann er doch nicht umhin, an den wenigen Stellen, an denen er rein wissenschastliche Darstellungen unterbricht, um aus dem vorgetragenen Material die K o n s e q u e n z zu zichen, ein vernichtendes Urteil über die angebliche Planwirtschaft der Bolschewisten zu füllen. Die russische Plan- Wirtschaft nennt er„einen Hohn auf den sozialistischen Gedanken". Haensel weist als ihr Wesen vollkommene Hilf- losigkeit nach. Die„Pläne" sind nichts als wohlgeordnete Kontrollzahlen, die aber keinen wissenschaftlich-statistischen Charakter haben, sondern höchstens als Schätzungen und- P r o p h e- zeiungen zu betrachten sind. Unter dem Vorwand eines Planes wird in Wahrheit nur versucht, den ungeheuren Bedarf des von Waren völlig entleerten Landes allmählich zu befriedigen, ohne daß es auch nur im entferntesten gelingt, dieses Ziel zu erreichen. Der „Plan" tut im Grunde nichts anderes als zu schätzen, wieviel wohl da und dort produziert werden dürfte, wenn man diese Produktion begünstigt, jene abschnürt. Mit Recht erinnert Haensel daran, wie viel leichter und schneller unter dem Zarismus die Produktion der Landwirtschaft in ganz wenigen Jahren steigenden Mehrbedarf oder steigende Perkausschancen durch Produktionssteigerungen von 30 bis 300 Proz. befriedigen konnte. In kapitalistischen Staaten gehen die Verluste auf Kosten der Unternehmer, im bolschewistischen System werden Milliarden Verluste durch indirekte Steuern aus dem Volke herausgeholt, die die h ö ch st e n der Welt sind. Auch die statistischen Darstellungen der Bevölkerungsbewegung sind bedeutsam und erschütternd. Keuchhusten ist gestiegen von 1924 bis 1927 von 14,5 auf 29,2 auf je 10 000 Einwohner, Jnjluenza von 127,9 auf 325,7, Lungentubextulose von 54,5 aus 88,1, Trachoma(eitrige Augenentzündung) von 36,9 aus 72,4! Das alles, bevor der Fünsjahresplan eine neue gewaltige Verelendung der Bevölkerung herbeigeführt hat. Nicht energisch genug können wir Sozialisten diese„Plan"wirtschaft ablehnen und ihre Existenz als ein Unglück für die Welt, als eine Tragödie des russischen Proletariats erklären. üelix Stössinger. Jnternaiionale SostialpolHik Die Schrift.Internationale Sozialpolitik" von Dr. F. S e t t e g a st, im Verlag von Julius Baltz(Preis 1 M.) gibt einen Ueberblick über Einrichtung und Ausgaben der aus Grund von Teil XIII des Versailler Vertrages ins Leben gerufenen„Jnter- nationalen Arbeitsorganisation", und im weiteren über die Jnstitu- tionen, die staatlich oder überstaatlich einen ähnlichen Aufgabenkreis haben, wie Regierungsstellen, internationale Verbände, private Ein- richtungen. Die Schrift soll dem Unterricht an F a ch- und B e- r u f s s ch u l c n dienen. In vorliegender Form bietet sie dem Lehrer manches, dem Schüler nichts. Soll durch diese Schrift zur politischen Erziehung der Jugend beigetragen werden, so kommt es darauf an. was der Lehrer daraus zu machen versteht. Es kommt darauf an zu zeigen, was eine internationale Organisation leisten kann und was nicht. Das Fundament der sozialpolitischen Arbeit Ist die«inzel- staatliche Gesetzgebung, d. h. die Annahme jener internationalen Vereinbarungen durch die beteiligten Nationen. Eine Aufzählung der durchgeführten Ratifikationen, wie sie sich am Schluß der Schrift findet, weist nicht ausreichend auf die politischen Probleme hin, die der Jugend aufgezeigt werden müssen, wenn nicht der Unterricht jede politische Erziehung vermeiden will. Der Schüler wird sich weniger dafür interessieren, welche Fragen Gegenstand internationaler Be- ratungen gewesen sind, als vielmehr dafür, warum daraus in diesen und jenen Staaten nichts oder etwas geworden ist. Gerade«n diese? Frage wird dem Lehrer, wenn er politisch nicht vorbildlich geschult ist, wenig geholfen sein. Zur-ersten Einführung jedoch ist die Schrift ausgezeichnet, weil umfassend, übersichtlich und billig. ' II vin? Atlant. «• «» PU/f DEN KLEINGÄRTNER •iuimuiiiiimiiniiiiiuiiiiiiiiuiiiiiuiiiiuiuiiiiiiMiiiiiimniiiiiiiniiiuiiiiiii:iimtiininniiitMiiMniuumnniiiniuiiiiiiiinHiiinimHunniiniiiiiuiimiiiHitiiiuiiiiuiuiiiiiininiiiiuuniiiMuiiui«iiiiiinimiu Wie man versteckte Legenester findet Gerade jetzt ist es sehr unangenehm, wenn Hühner und Enten ihre Eier verlegen: unter Umständen kann man Wochen und Wochen aufpassen, ohne das oersteckte Nest zu entdecken. Diese Zeitver- schwendung und Mühe erspart man sich jedoch, wenn man den betreffenden Hennen oder Enten eine geringe Menge Kochsalz vor den Steiß reibt und sie dadurch sofort legelustig macht. Die Tiere oermeinen legen zu müssen und suchen, von ihrem Drang getrieben, eiligst ihr Nest auf, ohne die sonst übliche Vorsicht walten zu lassen. Dadurch verraten sie dieses und der Geflügelhalter weiß, woran er ist. G. B. Bekämpfung der Blattläuse Nach dem Einbringen der Topfgewächse in das warme Zimmer oder Glashaus, in dem bei Sonnenschein sich schnell trockene Lust einstellt, treten bald die Blattläuse auf. Zur Bermeidung dieser Plage sorge man für feuchte Lust, was auch im Zimmer durch Be- spritzen der Pflanzen mit nicht zu kaltem Wasier möglich ist. Am besten erfolgt dies bei Sonnenschein, sonst In der Mittagsstunde. Haben sich aber Blattläuse eingestellt, so bespritze man die Pflanzen mit einer nikotinhaltigen Flüssigkeit unter Verwendung von mög- lichst weichem Wasser, wie Regenwasier. Empfohlen wird jetzt Rein- Nikotin, von dem 1— Iii Kubikzentimeter auf 1 Liter Wasser ge- nommen wird. Mistbeeterde durcharbeiten Wer ein Mistbeet besitzt und es nicht zum Einschlagen von Kohl usw. benutzt, sollte die Erde herausnehmen, damit sie im Winter durchfriert. Eine Zugabe von Kalk ist sehr zu empfehlen, es wer- den dadurch genau wie beim Kompssthaufen viele tierische und pflanzliche Schädlinge vernichtet. Landwirtschaftskammer für Obstvermittlung Die Niederschlesische Landwirtschaftskammer hat eine Obstvermittlung eingeführt, die sich wie folgt abspielt: Auf Obstangebotslisteu, die sie liefert, teilen die Obsterzeuget mit, welche Obstarten und Mengen sie verkaufen wollen. Diese Angebote wer- den den Verbrauchern übermittelt, die sich ans den Listen das ihnen Zusagende aussuchen und direkten Abschluß mit dem Erzeuger tätigen können. Da durch die früher bereits erwähnte„Merkblätter"« Tätigkeit der Kammer auf eine Beschränkung der Sorten aus wenige, dem Boden und Klima angepaßt« Elitesorten hingearbeitet wird, dürfte sich bald der Jdealzustand herausstellen, daß einigermaßen größer« Bezüge unter Ausschluß von Mittelgliedern direkt zwischen Erzeuger und Konsument getätigt werden und zwar in der Nähe, so daß sehr verteuernde Transportkosten nicht entstehen. Von der Landwirlschaftskammer wird nur eine Ein- schreibgebühr von 1,50 Mark je 500 Kilogramm angemeldeten Obstes erhoben. Krautfäule der Kartoffeln In einer Mitteilung der Berliner Konsumgenossenschast über Kartoffeln war darauf hingewiesen, daß in diesem regenreichen Jahre die Kartoffeln sehr unter der Kraulfäule(Lbz-topktltara m- lestans) litten, daß aber die von der Genossenschast bezogenen Liefe- rungen aus Gegenden stammen, die von der Erkrankung verschont geblieben sind. Gegen diese den Ertrag in hohem Maße schmälernde Erkrankung wird neuerdings«in energischer Kampf geführt, nachdem durch Versuche die Grundlagen der Be- kämpjung festgestellt worden sind. In Heft 38 der Mitteilungen aus der Biologischen Reichsanstalt für Land- und Forstwirtschast, Berlin-Dahlem, wird über zwei Versuchsreihen berichtet, die in Luisenhall(Hannover) und im Institut für Pflanzenkrankheiten in Landsberg a. d. W. ausgeführt wurden. An ersterem Ort wurden Kupserkalkbrühe und ein Stäubemittel einer Mainzer Firma ange- wandt, am anderen Ort gelangten zwei Spritzmittel und 13 kupfer- halt ige Stäubemittel zur Verwendung. Es zeigte sich, daß die Kupserkalkbrühe in 1 Prozent Stärke gute Dienste tat und daß von den Stäubemitteln das Präparat, das den größten Kupfergehalt auf- wies, sich ebenfalls am besten bewährte, wenn es auch hinsichtlich Haftfähigkeit und Resistenz gegen den Regen von anderen Mitteln übertrossen wurde Damit der aufgenommene Kampf nun zum vollen Siege über die Erkrankung gelangen kann, wäre es wün- schenswerl,' daß eine Verbilligung der Siäubepräpa- rate eintrete und geeignete Verstäubungsapparate konstruiert würden. Bei großen Flächen setzt die umständliche und teure Fortbewegung des Spritzapparates der Anwendung der Kupfer- kalkbrüh« Schranken. Für kleinere Flächen ist dagegen letztere vor- zuziehen. P. T). Arbeiter-Fuij-, Handball und Hockey Die Spiele am Sonntag Am kommenden Sonntag fmden folgenös Fußballspiele statt: Weißense« gegen Luckenwalde II im Stadion am Faulen See. Woltersdors gegen Luckenwalde I. Union 28 gegen Hoppe- garten. Neukölln-Britz gegen Schweisstern«. Eintracht gegen Pankow in Reinickendorf, Scharnweberstraße(10# Uhr)._ Lychen gegen Karow. Vorwarts-Wedding gegen Saxonia. Freie Scholle gegen Pankow. Freienwald« gegen Schiffmühle. Luckenwalde I gegen Friedenau. Brück gegen Schöneberg. Riemegk gegen Teltow. 2. Mannschaften: Kogel 1 gegen Schöneberg. Wildau 1 gegen FTGB.-Östen. Wansdorf gegen Karow. Pankow 3 gegen Achdcnick 1. Potsdam 3 gegen Butab, Kloster. Zinna 1 gegen Jüterbog. Niemegk gegen Teltow. Dahme 1 gegen Luckenwalde III. Luckenwalde II gegen Löwenberg.— Jugend Mannschaften: Lichtenberg II gegen Lichtenberg I(14 Uhr). Britz 88 gegen Borwärts-Wedding. ASV.-Neukölln gegen Minerva 2. Branden- bürg gegen Saxonia. Nowawes gegen Wilmersdorf. Werder gegen Nowawes 2. Minerva gegen Luckenwalde II. Dahme gegen Luckenwalde III. Beginn der Spiele: 1. Männermannschaften 14 Uhr, 2. Männermannschaften 12.42 Uhr, Jugendmannschaften 10 Uhr. Handball In der 1. Klasse spielen in Abteilung A Köpenick gegen FTGB- Osten um 12 Uhr in Köpenick, Wendenschlohstraße(Vereinsplatz). Zwei Mannschaften, die bis jetzt immer sehr ernstlich um den Sieg gekämpft haben, den immer Köpenick davongetragen hat. In diesem Jahre wird voraussichtlich Osten der Sieger sein. In der Gruppe& stehen sich um 12 Uhr Schünebcrg und FTGB.-Neukölln auf dem Dominicusplatz gegenüber. Hier wird die Punkte Schöncberg ein- heimsen. Von den Frauen spielen im 1. Bezirk: Osten gegen Köpenick um 10.10 Uhr in der Bödickerstraße. Bohnsdorf gegen Mahlsdorf um 10 Uhr in Bohnsdorf, Schulzendorfer Straße. Adlershof gegen Südost um 10 Uhr in Sadowa, Sportplatz der Gaswerke. Baumfchulenwcg gegen ASC. um 14 Uhr im Plänter- wald, Platz D. Jin 2. Bezirk: Wedding 2 gegen Reinickendorf um 13 Uhr im Volkspark Rehbergc. Im 4. Bezirk: Luckenwalde(1 Abt.) gegen Wedding 1 und Luckenwalde-Sportlcr gegen Luckenwalde 2 (1 Abt.) in Luckenwalde. Die wichtigsten Spiele der 2. Klasse: Köpenick 2 gegen Erkner. Adlershof gegen Fürstenwalde. Osten 2 gegen Stralau. ASC. gegen Fichtenau. Wildau gegen Oberspree. Moabit gegen Nordost. Norden 3 gegen Norden 1. Wedding 3 gegen Rathenow 1. Bornstedt gegen Charlottenburg. Luckenwalde- Sportler gegen Klausdorf. Schöneberg 2 gegen Friedenau 1. Zossen gegen Berlin 12. Schäneberg 3 gegen Teltow. In Gesellschaftsspielen stehen sich gegenüber: Bernau gegen Kanu. Schönow gegen Proles. Berlin 12 gegen Sozialistische Studenten. Ostring gegen Ruderverein Vorwärts. Potsdam gegen Wannses. Tegel gegen Reinickendorf. Frauen: Zossen gegen Hennigsdorf und Stralau gegen Kanu. Hockey In der Gruppe A treffen sich FTGB-Osten 1 und Marien- dorf 1 im Lichtenberger Stadion. Ostring ist Favorit, doch zeigten die Mariendorfer am letzten Spieltag, daß sie zu kämpfen verstehen. Es ist die interessanteste Paarung des Sonntags. Beginn 12# Uhr. Auf dem Platz Ost, Rummelsburg, Laskerftrahe, stehen sich Tennis- Rot 1 gegen FTGB.-Neukölln 1 gegenüber. Wenn auch die Neu- köllner am letzten Sonntag«inen schönen Sieg erkämpfen konnten, wird es nun gegen Tennis-Rot nicht ausreichen, da die Spielstärke von Tennis-Rot doch erheblich größer ist. Spielbegiim 14 Uhr. FTGB.-Pankow und der Athletik-Sport-Club treffen sich in der Schönhauser Allee um 14 Uhr, wobei die ASCer den Pankowern wohl keine Hoffnung auf Sieg geben werden. Gruppe B: FTGB.- Ostring 2 gegen ASC. 2, 12 Uhr. Lichtenberger Stadion Gruppe C: FTGB.-Ostring 3 gegen Mari endo rf 2, 9 Uhr, Lichtenberger Stadion. FTGB.-Pankow 3 gegen Mariendorf 2, 12# Uhr, Schön- hauser Allee. In der Frauengnippe spielen FTGB.-Ostring 1 gegen Tennis-Rot 2(Lichtenberg) mn 13# Uhr und Tennis-Rot 1 gegen FTGB.-Pankow 2 in der Laskerstraße um 13 Uhr. Arbeitec-Boxer unterwegs Eine kombinierte Berliner Arbeitcr-Boxmann- schaft weilte dieser Tage in Stettin beim Arbeiter-Box-Club27 zu Gast. Die Stettiner Staffel, die mit anerkennenswerten Leistungen aufwartete, vermochten gegen die Berliner Boxer ein 3:4- Ergeb- nis zu erzielen. Leider mußten die Berliner Kämpfer ohne Ver- tretungen im Baillam- und Federgewiäst starten, da die Boxer plötz- lich erkrankten. In den übrigen Treffen gab es sehr bewegte Kämpfe. Berlins Federgewichtler Hoffmann wurde von Putz in der 2. Runde zur Aufgab« gezwungen. Im Leichtgewicht holte Schröter die ersten Punkte im Kampf gegen Schmidt-Stettin für Berlin: er zwang seinen Gegner in der 2. Runde zu Boden. Hey-Stettin erkämpfte sich gegen Stadter in der 2. Runde die Punkte. Lossock-Berlin wurde gegen Will vom Ringrichter wegen Nachschlagens disgualifiziert. Stettins Halbschwcrgewichtcr Pasewald schlug Reimers in der dritten Runde k. o. Im Schwergewichtskamps wurden die Gegner Hilfen- stein-Stettin uickv Kirus-Bcrlin wegen ungenauen Schlagens ver- warnt, bis Hilsenstein schon in der 1. Runde disqualifiziert wurde. Vom Deutschen Arbeiter-Athletenbund weilten die Leipziger Boxer Breustedt(Bantamgewicht) und Mehnert(Leichtgewicht) beim Norwegischen Zlrbeiters portoer band zu Gast. Breu- stedt verlor gegen den Lettländer Drcnger und gegen den Nor- iveger Bauvitzcn. Mehnert schlug den Norweger Meyroold, unter« lag aber gegen dessen Landsmann Bryn. bin neuer ArbeitersportfHm Ein neuer Film der Arbeiter-Turn- und Sportschule„D i e Frau im Arbeitersport", kommt vom 0.— 13. Dezember in verschiedenen Stadtteilen zur Vorführung. Mit der Schaffung dieses Films versucht die Arbeiter-Turn- und Sportschille in volksbilden- dem und belehrendein Sinn« zu wirken. Der Film läuft: Sonn- abend, 6. Dezember, 19# Uhr, Levetzoivstr. 30 I.(Aula des Kleist- lgzeums): Sonntag, 7. Dezember, 9# Uhr, Linienstr. 197(Kultur« abtcilung des DMB.): Montag, 8. Dezember, 20 Uhr, Grünthaler Straße 2(Schulaula): Dienstag, 9. Dezember, 20 Uhr, Andreas- ftraße 21(Andreasfestfäle): Mittwoch, 10. Dezember, 20 Uhr, Schöneberg, Schwalbacher Straße 3/4(Aula der Rheingauschule): Donnerstag, 11. Dezember, 20 Uhr, Neukölln, Bergstr. 147(Städti- scher Saalbau): Freitag, 12. Dezember, 20 Uhr, Uorckstr. 11(Volks- bildungsamt): Sonnabend, 13. Dezember, 20 Uhr, Charlottenburg, Scharrenstr. 23(Sophie-Charlotle-Schule): Sonntag, 14. Dezember, 11# Uhr, Lichtenberg, Holtesstr. 7/9(Städtische Jugendbühne). Eintritt 50 Pfennig. Karten sind bei allen Funktionären zu haben. Kartenansorderungen für die Organisationen unter Weidendanrm 1)2 4726. Arbeiter-Theaierspiel im Aufbau Wir werden um die Aufnahme der folgenden Zeilen gebeten: Im Jahre 1906 wurde der Deutsche Arbeiter-Theater- Bund gegründet, um durch Wort und Bild für den Sozialismus zu werben. Eine beachtliche Organisation wurde geschaffen. Wie in ähnlichen Fällen wurde auch hier versucht, die Pewegung immer inehr ins kommunistische Fahrwasser zu bringen. Die bekannte Zellenbildung, wie in den Geworkschasten, bei den Frei- denkern, in den Sportorganisationen und anderen Kulturverbänden, wurde auch hier von den Kommunisten aufgezogen, und der letzte Bundestag zeigte, daß der Arbeiter-Theater-Bund nicht mehr war als ein Anhängsel der KPD. Der Bezirkstag des Bezirks Westfalen- Lippe beschloß daher, aus dieser rein kommunistischen Organisation auszuscheiden und eine neu« sozialistische Bewegung auszubauen. Der Bezirksvorstand übernahm die provisorische Reichsleitung für den„Arbeiter-Laienfpieler-Verband", und in wenigen Wochen haben sich über 1500 Mitglieder den: neuen Berband angeschlossen. Am 7. und 8. Dezember findet der 1. Derbandstog in Bielefeld statt. In Berlin merkte man wenig von dem Vorhandensein des Arbeiter-Theater-Bund. Jetzt sind Kräfte am Werk, die Bs- wegung neu aufzubauen. Gerade bei den Veranstaltungen der Partei usw. macht es sich bemerkbar, daß es an geschulten Kräften fehlt, um durch Ausführungen die Feste zu verschönern. Wir wollen unser« Mitglieder ausbilden zum Spielen von Allbeiterstücken sowie sie überhaupt mit der proletarischen Kunst vertraut zu machen. Die sozialistische Revue und das proletarische Kabarett sind Notwendig- keilen jür die Veranstaltungen der Partei. Wir wollen keine Schwarzarbeit der Berufskünstler betreiben. Aber bei den Neinen Feiern können die Arbeiterorganisationen aus finanziellen Gründen sich nicht immer Schauspieler engagieren. Besonders bei Wahlen usw. werden solche Truppen gebraucht, die ag.tatorisch für die gesamt« sozialistische Bewegung werben. Geeignete Kroste zur Aus- bildung stehen zur Aerfügung. Auskunst und Anmeldung bei der provisorischen Bezirksleitung Berlin-Brandenburg des Arbeiter- Laienspielcr-Verbandes, Heinz Wagner, Berlin- Mahlsdors, Markgrafenstr. 16. Arn der Industrie «ine erschSpf-nd- Ueberslcht übet die technischen Eigenschaften der Zahr- qestelle und der Aussührung der Ausbeuten gab eine 6 o u b e t f ch a u die von den Daimler.-B en.,-W-llen A.-E. veranstaltet wurde. Man sah dort die o-Tounen-Type. mit ihrem öb-vS-SechsgvIinder-Moior mit einem Regler versehen, der ein Uedertouren des Motors und ein Urderschrciten der zulässigen Marimalgeschwindigkeit von etwa 50 Kilometern verhindert. Be- nrertenswert ist. dasi sich in dem ü-lTonnen-Wagen ein Lasiwagenmotor Mit siebenfach gelagerter Kurbelwelle befindet. Die llZe-Tonnen-Tiipe weist einen Sa.?S-Z>w'or auf, Motor. Kupplung und fficltiebc in einem Bloa und der Aufbau mit einer Ladelirnge ron 3,30 Metern. Eine neu aufgenommene Tnoe ist der S ch n e l l- L a st w a g e n für eine Nusilasi von 2500 bis Kilo mit einem 70-I'L-Sochszylinder--Mo!or, zwei Vergasern. Luftpumpe sowie Veuzln und Zubringerpumpe. Neben diesen Tnpen zeigt die Eondersäm» ein schon durchkonstruiertes 1-Donner.-Fahrgestell mit dem 10/ä0.PS.9Kotot und Schneckenradantrieb der Sinterachse, serner dasselbe Fahrzeug karossiert alz schöner Lieferwagen und alsKombinationswagen für Personen, bzw. Lasten- transport. Auster diesen Schnell.Lastwagen.Tvpen sind in einer onschliesteiid n Halle der 4-Tonnen. Wagen mit dem KLO-I'ivM'Otor und, was besonderes Inter» esse erweckt, der Dieselmotor in einem 5.Tomlen.SchwerIastkraftwanen zu sehen. Wie von den Werken noch betont wird, sind sämtliche Preise erheblich reduziert worden..._. Auch die bekannten Ardie- Motorradwerke, deren Stammbaus sich in Nürnberg befindet, haben jetzt im Stadtinncrn eins Vertriebs. Niederlage eröffnet. Damit kömmt die Firma zunächst einmal den Wünschen vieler Ardie-Fahrer entgegen, die Ersatzteile von nun an sowri in Berlin beziehen könne». Austerdeni werden alle Reparaturen von Spezmi- Monteuren, die von Nürnberg nach Berlin gekommen sind, in kürzester Feit erledigt. Der Niederlassung, die sich in der W i l h e l m st r. 2g, unweit der Kochstraste, befindet, ist ein Ausstellungsraum angegliedert, in dem die neuen Ardie. Mo belle zu sehen sind. Besonders fällt ins Auge das Iubiläumsmodell „Silbermöwe", eins 34>PS,500.cbm.i01cfchine, die einen Iap-Motor hat und äußerst schnittig wirkt._ Xemeifleuwrem„Die R-tnrsreueede«, zentrale Wien. Freitag. 2«.«»»rm- der, 20 Uhr. Abt. Eheirlottenburg: Svreestr. 30:„Wie können wir die Arbeitslosigkeit steuern?" Sonntag, 30. November: Wannsee— Kladow. Abfahrt l'A Uhr Bhf. Eharlottenburg.— Iugentgruppe Hmnboldthaiii: Pank. Ecke Wietenstrosie:„Warum Naturfrermd?" Sonnabend. 30. Ziovember: 1. Tiefevsee. Tresspunit l8 Uhr. 3. Kremmen. Treffpunkt 18 Uhr.— Faltboatabtbilung: Bristcr Str. 27:„IuMapp". Sonntag, 80. November: Friedriäwhagen.— Adt. Britz: Ehausscestr. 48:.Fumpelleben" sLichtbilder).— Abt. Südost: Britz.-r Siraste 27:„Aus dem Bogllleben"(Lichtbilder).— Abt. Treptow: Elsenstr. S: Brcttsple ladend. Sonntag. SO. November: Bernau. Besichtigung der Bundes- schule.— Montag, l. Dezember, 2g Uhr. Foiogemeinschaft: Iohonnissir. 15: „Aufnahmen bei KunstlichL'.- Molgemeiuschast: Wtongeiste. 123:„Kompo sition-Wung". Esperanto: Dilsiter Str. 4.— Achtung, Bilbungsausschnst: Freitag, 28. November, 20 Uhr, Zohanuisstr. 15.— Fahrten Sonntag. 3». No- tember. Abt. Neukölln: Schmöckwitz, Burig.— Lugendgruppe Osten: Fang. schleiche— Petchfee. Treffpunkt TA Uhr Warschauer Strasse.— Abt. Wedding: »öpenick-Grotlewsszlsiitten. Treffpunkt 8Ze Uhr Bhf. Weddiug.— Abt. Norden: Borgsdors— Briese. Abfahrt 0 Uhr Bhf.(Sefundbrunnen.— Abi. Mitte: Dahle- Witz— Fosseu. Abfahrt 7.18 Uhr Potsdamer Rinqbhf.—?lbt. Tiergarten: Friedrichshagen— Erkner. Abfahrt 8 Uhr Bhf. Bellevue. „Solidarität". Touren der Radfahrer Sonntag, HO. November. 2. Ab- teilung: Adlershof, Fiege, Bismarckstraste. Start 13 Uhr Dieffenbachstr. 36.— 8 Abt.: Mohlsdorf-Süd, Seidekrug. Start 13 Uhr Mariannenplatz.— Abt. Friedrichshain: Abfahrt nach Ablershof, Fiege. Start 13 Uhr Petersburger Platz.— Abt. Eharlottenburg: Besuch des Ndifrums für Meerestunde. tSesrgen- siraste 84. Treffpuntt n Uhr vor dem Museum.— Abt. Weisteresee: Treff- puntt 9"4 Uhr vor Schlostkino. Besichtigung der Konsunchilm».— Rennfahrer abteilung Mitte: Jeden Montag, 20 Uhr. Etadrbad Gartenstraste. Fedeu Donnerstag. 30 Uhr. Turnhalle Käprnicker Sir. 126. Freier Sportverein Weistensee. Mädcke nadteilung: Herbslsahrt Sonntag. 80. November, nach Brieselang. Treffpunkt 8# Uhr Antonplatz. Spork im Rundfunk. Aus dem Programm der Funkst u u o e für die Sendewoche vom 30. November bis 6. Dezember sei auf folgende Veranstaltungen hingewiesen, die dem Sport gewidmet sind: Sonntag, 30. November, kommt die„M e i st e r- schaft der Zeitungssahrer" auf der Rütt-Arena zum Austrag. Di« Funkstunde bringt von 1,55 bis 2,10 Uhr eine Repor- tage von dem Beginn des Rennens. Dienstag, 2. Dezember, spricht von 5,50 bis 6,10 Uhr Dr. Reinhold Markhoff über das Thema: „Jugend beim E i s l a u f". Freitag, 5. Dezember, um 4,05 Uhr, spricht Peter von le Fort über Skisport, insbesondere über den Abfahrtslauf. »W».... W»W> 0, Drenp. I. Freie W-sierfahrer«Aufwärt»', e. B. Sonntag, 80. November, Arbeiis- dienst auf dem Gelände. Freie F-ltbootfahrer Berlia. Sonntag, 80. November, Wanderung durch den Brieselang. Abfahrt 8 Uhr Lehrter Bahnhof. 8.06 Uhr Puttlitzstraste bis Finkenkrug. Führer: Trommer. Gäste willkommen. Waifersportsparte. Alle Schwimm-. Ruder, und Kannvereine bringen bis Mittwoch. 8. Dezember, alle Bereinsfahnen, Tischbanner und Embleme in die Krei-geschästsstells sSchulz) zur Ausschmückung der„Neuen Welt". Znrnspaete. 1. Kreis. Kampsrichterpereiuigunq! Montag. 3. Dezember, 19'..'. Uhr, in der Kreisgeichäftsstelle, Elsässer Sir. 86—88, Jahresversammlung. Der»reisturnwart die Bezirksturnwartinnen und Bezirkstnrnwarte sind eingeladen. Kartellbezirk Treptow. Die Karicllvereine beieiligen sich geschlossen an der Kundgebung der Partei Sonntag. 80. November. Treffpunkt 18?» Uhr an drr Körnerschule. Lindenstraste. Köpenick. Montag. 1. Dezember, 20 Uhr. Sitzung bei Pamp. Niederschönewcide. Hasselwcrder- Eck« Fennstraste. FE. Oberspree 28. Freitag. 5. Dr-einber. Generalpersammlung bei Pomp. Niederschöneweide, Hasselwerder Str. 12. 19 Uhr. Zcden Freitag, 20 Ahr, Per- einssitzung. Aufnahme neuer Mitglieder. weller für Berlin: Beständig, zeitweise heiter und am Tage mild.— Für Deutschland: Größtenteils trocken und noch ziemlich mild. froitos 28. November. Berlin. 16.05 Günter Kummete: Eishoekey-Trarnlnpstehrt n»ch Entitnä. 16,80 Könlesbert:; Kontert. 17.45 Ein Blick ins Planetensystem»in Abenilhimmel.(Dr. Hermann Brflek) 15.05 Dr. W. Pohl: Sozialpolitische Umschau. 18.23 Das neue Buch. 18.35 Arbeitsmarkt. 18.40 Interview der WAiche. 19.00 Bunte Stunde. Dolos Szendy. Klavier-Parodist und De Busse, Bandonionvirtuose.* 19.40 Programm der nächsten Woche, 20.00„Die Schwätzerin von Saragossa." Operette, von Jacqnes Offer. br, eh. 22.15 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend bis 0.30: Tanzmusik.* Königswusterbausen. 16.00 Stud.-Rat Peter Brills: SchuKnnktechnik. 16.30 Leipzig: Konzert 17.30 Mersmann: Hausmusik. 18.00 Dr. Tänzler. Die Arbeitsdienstpilicht. 18.30 Prof. Dr. Wegener: Vulkanismus und Erdbeben. 19.00 Englisch(ür forlgeschrilttne. 19.30 Wissenschaftlicher Vortrag lür Tierärzte. 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Um die zehn Kollegen vor Entlassung zu schützen, beschlossen die Fahrer und Mitfahrer, der Direktion den Vorschlag zu machen, durch Einführung und stritte Durchführung der -l8stllndigen Arbeitszeit unter Fortfall der ipaufchal« für Ueberftunden die zu entlassenden Kollegen im Betrieb zu halten. Di« Direktion sagte erst auch zu, daß sie zu Berhandlungen bereit sei. lehnte abep am Dienstag jede Berhandlung ab mit den Worten:„Wie wir kalkuliert haben, so bleibt es." Darauf legte das Fahrpersonal, empört über diese BeHandlungsweise, die Arbeit nieder. Unter Berücksichtigung der heutigen wirtschaftlichen Berhältnisse ist diese Arbeitsniederlegung berechtigt. Die Arbeiter wollten unter Verzicht auf einen Teil ihres Verdienstes die zur Entlassung vor- geschlagenen Arbeitnehmer im Betrieb hallen. Die Berniittlung von Krastfahrern und Mitfahrern an die Firma Spindler ist daher zu unterlassen. plaza-preisausschreiben :>!. Wusch!-, ffl-rflstt. 15;<5. Schimpf, L-ustK-rstr.«5; 5t. PrclstrLgcr vom TS. November IgM sind; M. Ecelow, Borhaaener Straße ZZ; Manta. Strelitzer Str. g. Streik der Stettiner Metallarveiter. Stettin, 27. November. Bei der gestrigen Urabstimmung des Deutschen Metallarbeiter- Verbandes stimmte» SS Prozent der 4000 Mann umfassenden Be- legschast in den Betrieben für den Streik. Die Arbeit soll am Frei- tag niedergelegt werden. Die Ursache für den Streik ist ein vor einigen Tagen gefällter Schiedsspruch, nach dem die Löhne um un- gefähr 7,4 Prozent gesenkt werden sollen. Im Bielefelder Metallarbeiterstreik greift der Schlichter ein. Dortmund, 28. November. In dem Lohnstreik in der Bielefelder Metallindustrie, wo sich zur Aeit noch 5000 Arbeiter im Ausstand befinden, sind die Parteien vom Schlichter von Amts wegen zu Schlichtungsverhandlungen auf Montag, den 4. Dezember, vormittags 10 Uhr, geladen worden. Sechs Prozent Lohnkürzung. Für die Straßenbahner in Rheinland-Westfalen. Bochum, 27. November.(Eigenbericht.) Im Lohnstreit bei den rheinifch-westfälifchen Straßenbahnen wurde am Donnerstag abend in Dortmund folgender Schiedsspruch gefällt: Das zum 30. November gekündigte Lohnschema wird für die Zeit bis zum 31. Dezember 1930 unverändert wieder in Kraft gesetzt. Ab 1. Januar 1931 ermäßigen sich die Lohnsätze des Schemas um sechs Prozent. Dies« Regelung kann mit et» monatiger Frist erstmalig zum 31. März 1931 gekündigt werden. Die Tarifgcwerkschafien haben zum 4. Dezember nach Essen eine Konferenz einberufen, um zu dem Schiedsspruch Stellung zu nehmen. Sie werden voraussichtlich ablehnen. Schiedsspruch für die Geraer Metallindustrie. Lohnkürzung um 2 proz. in zwei Abschnitten. Im Tarifstreit der Gcracr Metallindustrie wurde heute vom Schlichtungsausfchuß ein Schiedsspruch gefällt, nach dem vom 4. Dezember an eine Senkung der Spitzcnlöhne um zunächst etwa 2 Pro?. und von Anfang Februar nächsten Jahres an um weitere 5 Proz. eintreten soll. Die Akkordbasis soll von Februar an gleich den Zeit- löhnen sein. Die Erklärungsfrist läus: bis 5. Dezember. Lohnabbau-Vorstoß im Hamburger Hafen. Acht Mark statt 9,20 Mark. . Der Hafenbetricbsverein hat die Tariflöhne.zum Jahresschluß gekündigt, um den Lohn fiir die erste Wcrktagsschicht, der die Grund- läge für all« sonstigen Lohnsätze bildet, von 9,20 auf 8 M. herunterzudrücken. Wenn dies gelingt, wollen die Herren ihr« Tarif« cnt- sprechend ermäßigen. Das darf sie nichts kosten, der Arbeiter soll bluten. Bcrantworll. Mr die Redattion: Franz Klüha, Berlin: Anzeigen: Th. Glocke. Berlin. Bering: Vorwärts Verlag G. m. b. S>.. Berlin. Druck: Vorwärts Buch» druckerei und Bcrlagsanstalt Paul Singer«e Co.. Berlin SW 68, Lindenstraße 3. Hierzu 1 Beilage. �(Befchäfis'Jht&igvr* (Bezirk Jlorden-Cften J. L. Lindenberg& Co. Q. m. O. 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