Nr. 104. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 M., für das übrige Ausland 3 Mt. pr. Monat. Eingetr. in der Post Beitungs Preisliste für 1896 unter Nr. 7277. = H Vorwärts S 13. Jahrg. Jnfertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20$ 3fg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 1hr abends, an Sonn und Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Fernspredjer: Amt 1, Nr. 1508 Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Bentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Der zweite deutsche GewerkIchafts- Kongre Dienstag, den 5. Mai 1896. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. " den gegen sirten Gewerkschaften organisirten Arbeiter Deutschlands er-| Daten über die Stärke und Leistungsfähigkeit der Organisationen gehen, wir wollen uns auch im jezigen Zeitpunkte jeder und der Streits. Kritik enthalten. Wir sind überzeugt, daß der gesunde Bestimmungen über die Aufnahme von Statistiken über die Sollte der Gewerkschaftskongreß für die Zukunft nicht andere ist am Montag in Berlin zusammengetreten. Zirka andert Sinn und die Erfahrung der Delegirten das treffen wird, Lohn- und Arbeitsverhältnisse treffen, so würde nach wie vor die halbhundert Delegirte aus fast allen Gewerben und fast aus was der deutschen Arbeiterklasse frommt und nutzt. Thätigkeit einer zentralen Rörperschaft, wie die General allen Gegenden des Reiches haben sich versammelt, um Wir wollen uns daran genügen, herzlichste Wünsche tommiffion, auf statistischem Gebiete sich darauf beschränken, Rückschau zu halten über das, was seit dem Halberstädter dem Kongresse zum Gelingen der Arbeit zu entsenden Statistiken über die Organisationsverhältnisse und die Streits zu Kongreß geleistet wurde, um ihr Urtheil abzugeben, ob und die Mahnung an ihn zu richten, daß er über führen, sowie die einzelnen Organisationen bei ihren statistischen die dort vorgeschlagenen Organisationsformen die Er das viele, was die Arbeiter der einzelnen Industrien nach Aufnahmen zu unterstützen. In der Erscheinungsweise und den Bezugsbedingungen des wartungen erfüllt haben, um auch zu berathen, was Beruf, Entwicklung der Technik, nach Ausbildung der fünftighin zu Nuz und Frommen der Gewerkschafts- Organisation, Höhe der Beiträge trennt, nicht das alle Correspondenzblattes" ist im letzten Jahre eine Menderung nicht bewegung zu geschehen habe. Die Fragen der Lohnstatistik verbindende: das allgemeine proletarische Interesse vergesse. eingetreten. Die Auflage beträgt auch gegenwärtig 5800. Der schriftliche Verkehr mit der Gewerkschaftskommission und Arbeitslosenstatistik, der Arbeitslosenunterstügung und Arbeitsvermittlung werden erörtert werden. Aber das fommission über ihre Thätigkeit in der Zeit vom 1. Januar 1895 Durch den Besuch, welchen der jetzige Vorsitzende der„ American Aus dem gedruckt vorliegenden Bericht der General Desterreichs" und dem Bundeskomitee des Echweizerischen Gesammtinteresse wird sich auf die Stellungnahme des bis 31. März 1896 fönnen wir des beschränkten Raumes wegen Federation of Labour" von Amerita der Generalfommiffion nach Aber das kommission über ihre Thätigkeit in der Zeit vom 1. Januar 1995 Gewerkschaftsbundes" war auch im letzten Jahre ein ziemlich reger. Kongresses zur Generalkommission der Gewerkschaften nur das folgende mittheilen: Deutschlands konzentriren. Am 31. Dezember 1894 schloß die Generalfommission ihre dem Stattfinden des englischen Trades Unions- Kongreffes machte, Die Generalkommission kam durch die Beschlüsse des Rechnung mit einem Kassenbestand von 18 456,41 m. ab, während die Gewerkschaftsbewegung auszutauschen und die freundschaftlichen war es möglich, auch im persönlichen Verkehr die Meinung über M. Halberstädter- Kongresses in eine eigenthümliche Lage, der Kassenbestand am 31. März 1896 mit 35 720,44 M. angegeben Beziehungen enger zu knüpfen. Das Board of Trade" in es wurden ihr fast alle Machtbefugnisse genommen, ist. Die Rechnung für die Zeit vom 1. März 1892 bis 31. März England wandte sich mehrmals an die" Generalfommission be 1896 balanzirt mit 128 139,16 M. An Einnahmen werden ihr Bestand aber formell sichergestellt. Der Thätigkeitstrieb verrechnet: Staffenvortrag 8739,58. M. Duartalsbeiträge 94629,93. üglich Auskunft über in Deutschland aufgenommene Statistiken. ihrer Mitglieder konnte keine Befriedigung in dem ge- Von Ebenso wurde dem„ Womens Industrial Council" Vereinen und Privaten 1086,96. zogenen Rahmen finden; an der Ungunst der Umstände a) An Broschüren: England auf Anfrage" Auskunft über die ArbeiterinnenOrganisationsfrage 712,78. b) Protokolle 1024,91. bewegung Durch in Deutschland gegeben. scheiterten andere Aufgaben, so die auf sozialstatistischem c) Anleitungen zum Vereins und Versammlungsrecht seitigen Austausch der Organe der verschiedenen Länder Gebiete. 1530,03. d) Rechenschaftsberichte 121,-. An Maifeier- war es möglich, den Vorgängen im Auslande folgen zu Die Generalfommission will sich nun durch den Gewerk- resten 258,50. Zur Deckung des Defizits 9187,27. fönnen. Mit den beiden zentralisirten französischen Gewerkschaftsschaftskongreß neue Aufgaben übertragen lassen, während Abonnement für„ Correspondenzblatt" 167,27. Zinsen 655,40. organisationen Fédération nationale des Bourses du Travail in ein Theil der Gewerkschaften die Existenzberechtigung der Burückgezahlte Darlehen 7220,- Diverse Einnahmen 2806,33. Paris und Syndicats et groupes corporatifs de France in Troyes, Generalkommission in Frage stellt. So sind über die An Ausgaben stehen in Rechnung: Für Agitation sowie mit dem Trades Union Congres Parlamentary Committee Hauptaufgabe des Gewerkschaftskongresses, über die künftige spondenzblatt 9785,75, b) Flugblätter 4165,78, c) Proto- dürfte auch hier mit der Zeit eine regelmäßige Berichterstattung 30 375,86, für Anwaltsgebühren 75,25, für Drucksachen: a) Corre in England sind in neuerer Zeit Verbindungen angeknüpft und Stellung der Generalfommission, die Meinungen fo tolle 1960,- d) Anleitungen zum Vereins und Ver getheilt, daß ernste, vielleicht auch erhitzte Debatten sammlungs Recht 1688,-, e) Rechenschaftsberichte 787,-, über wichtige Vorgänge eintreten. fich taum Im lezten Jahre hat die Generalfommission nur zu den Das den f) Diverse 1889,70; im lassen. ganzen 19 726,23 M. Porto: Generalversammlungen und Kongressen der Gewerkschaften einen ersten Gewerkschaftskongreß beherrschende Streben, der a) Correspondenzblatt 3478,82. b) Broschüren und Flug Vertreter gesand, für welche der Vorstand der Organisation um Generalkommission allgemeingiltige Formeln für sämmt- blätter 992,32. c) Briefe 2c. 670,09; im ganzen 5141,23. Gehalt eine Delegation ersuchte oder wenn diese der Generalkommission liche Gewerkschaften zu empfehlen, um dadurch Einheitlich des Vorsitzenden 7630,-. Vertretung des Vorsitzenden 688,- wünschenswerth erschien. feit in die Bewegung zu bringen, tommt auch diestommt auch dies- Versendung des Correspondenzblatt( Expedition) Auch in dem vorstehenden Bericht nimmt die Schilderung mal in einem Antrage der Generalkommission zum Bücher und Schreibmaterial 304,30. Verwaltungskosten 1900,03. Kongreß Delegationen 2879,20. der agitatorischen Thätigkeit der Generalfommiffion den größten Zurückgezahlte Darlehen Raum ein. Ausdruck. Nächst der Stellungnahme zur Generalkommission 17 730,-. Kongreßunkosten( Halberstadt) 771,05. Sizungen der wird die Debatte über das Regulativ für einen Streit- Kommission 835,10. Zurückgezahlte Beiträge 5,10. Diverse AusEinen Auszug aus diesem Theile des Berichtes lassen wir folgen. Reservefonds der Gewerkschaften Deutschlands das meiste gaben( Uebersetzungen, Expedition von Flugblättern 2c.) 3344,52. Interesse auf sich ziehen. Bei der im allgemeinen ablehnenden Unkosten des Kassirers Dammann 313,35. Kaffenvortrag 35 720,44. Haltung der maßgebenden Gewerkschaftsorgane und Blos 14 Organisationen haben die Quartalsbeiträge an bei den trüben Erfahrungen, die die englischen und die Generalfommission bis zum Abschluß der Abrechnung voll schweizerischen Gewerkschaftsverbände mit ähnlichen Ver- bezahlt: Bildhauer, Buchbinder, Fabrik- und gewerbliche HilfsBerlin, 4. Mai. suchen gemacht haben, ist auf die Annahme dieses Vor- Kupferschmiede, Kürschner, Dialer, Metallarbeiter, Plätterinnen, arbeiter, Glasarbeiter, Holzarbeiter( Verband), Korbmacher, Den Reichstag beschäftigte heute die Interpellation schlages kaum zu rechnen. Schiffszimmerer, Vergolder und Zimmerer. wegen der verfassungswidrigen Verhaftung Die Thätigkeit der Generaltommission auf statistischem Ge- des Abgeordneten Bue b. Als Begründer der biete befchränkte sich auch in den letzten Fünfvierteljahren auf Interpellation legte Abg. Stadthagen in flaren, erdie Zusammenstellung der von den Gewerkschaften eingelieferten schöpfenden Worten dar, daß weder die Voraussetzungen werden vermeiden Doch wir wollen uns nicht in Vorhersagungen über die Beschlüsse des in Berlin zusammengetretenen Arbeiter Parlaments, der Versammlung der Vertreter der in zentrali17 Tene. ( Nachdruck verboten.) Roman von Nicolaus Krauß. = 700, Lene so scharf an die Brüstung, daß sie Mühe hatte, nicht aufzuschreien. Politische Nebericht. äußerst schwer. Und als im Herbste Kaspar in die Stadt gebracht wurde, um die letzte Klasse der Unterrealschule zu Seit diesem Tage hatte Lene das Singen fatt. Aber absolviren, trat fie an ihre Tante mit der Bitte heran, in der Lehrer wollte von seinem Plane nicht lassen. Den Dienst gehen zu dürfen. Die Lehrerin brach in Thränen längere Zeit währenden Streit entschied ein Machtwort der aus. Nein, das ginge nicht. Sie könnte es bei Gott und Lehrerin; die Lene würde nie im Leben das Kirchenjingen ihrer todten Schwester nicht verantworten, deren Kind in so brauchen, zu was sollte sie sich also anstrengen und ab- jungen Jahren schon in die Welt hinauszustoßen. Aber Lene quälen, meinte sie. Und in der Stille setzte sie hinzu: Und gab nicht nach mit Bitten und Betteln. Endlich that mau ich kann sie doch in der Wirthschaft viel besser gebrauchen." ihr den Willen. Und das war nur die Wahrheit. Lene half ihr beim Anfang Oktober trat die Tochter des Bachschusters beim Brotbacken, beim Wäschewaschen und Stubenscheuern und Schneider von Zettenberg, der zugleich auch einen Bierhütete, wenn die Rosel frank oder verhindert war, die Kühe. schant betrieb, als Kindermädchen in Dienst. Ueber vier Jahre lebte die Tochter des Bachschusters " 5. Da warf ihm das Mädchen noch eine hin, faßte die Echachtel mit beiden Händen und begann zu laufen. Lene, Lene, so wart' doch.... Ich hab fein' Athem mehr. Lene, ich fall' um!" feuchte er hinter ihr, aber die Lene hörte nicht. Sie lief und lief; durch Katzengrün, an den Teichen und der Ziegelhütte vorbei. Erst fnapp vor Mühlessen blieb sie stehen, um Kaspar herankommen zu lassen, der jetzt um schönes Wetter immer wieder bat, damit Lene nur ja nichts seinem Vater sage. Lene lernte in Mühlessen alles, was man in einer Dorf im Echulhause zu Mühlessen. Sie ragte über alle ihre Schneider!... Thoma Schneider!... Schneidersschule lernen kann, nur zum Singen in der Kirche verstand Altersgenossinnen empor, war dabei kräftig und gewandt. gmäck verdammter!... Wennst net außaschaust, hau' i Dir sie sich nicht. Ihr Onkel hatte auch in dieser Beziehung Ihr ernſtes, gesetztes Wesen hatte sie behalten, es ließ sie älter d' Fensterscheib'n eini!" mit ihr hoch hinaus gewollt, er meinte, sie hätte eine kräftige erscheinen, als sie thatsächlich war. Im dritten Jahre ihrer An- Aber kein Gesicht zeigte sich in einem der nach dem Stimme und ein gutes Gehör. Aber mit der Lene war nichts wesenheit, als im Dorfe eine Blatternepidemie ausgebrochen war, Sträßchen oder nach dem Fußsteige blickenden Fenster, und auch anzufangen. Im Anfange verkroch sie sich immer hinter zeigte sie auch Broben eines nicht gewöhnlichen Muthes. Die im Hause blieb es still. Erst als der junge Bauer sich der den Ofen, wenn abends die halb und ganz erwachsenen Schule war geschlossen, die Leute hatten sich in ihre Häuser ver- Thür näherte, trat in dieselbe ein junges Mädchen, daß ein Mädchen aus dem Dorse kamen, um die nächste Sonntags- trochen und die Eingänge verrammelt. Tag für Tag Kind auf dem Arme trug. messe einzuüben. Und so lange sie sangen, weinte sie; bimmelte das Bügenglöcklein, oft zwei bis dreimal, und" Js schon emats da, Lena?" fragte der Bauer. ste mußte immer an den Gesang denken, den ganze Familien starben aus. Kein Bub war mehr zu haben, " Ja. Sie spielen grad", sagte das Mädchen und gab man auftimmte, als man ihren Vater zu Grabe da ergriff Lene das kleine Glöcklein und machte mit dem den Eingang frei. Der junge Bauer stieß seine Stiefelabsäge getragen. Nur ein einziges Mal ließ sie sich herbei, Kaplan die Versehgänge". Fünf Personen lagen oft in einigemal scharf auf die Steinplatten des Vorhauses und auf dem Chore mitzuthuen. Es war Sommer, und einer Stube, und die Hitze, der Dunst und Brodem war trat dann in die kleine Stube, die dem Schantzimmer gegenihre Kolleginnen im Sopran waren von der an- faum zum Aushalten; aber Lene blieb gesund. über lag. An einem Fenster, das auf die Wiesen der Egerstrengenden Feldarbeit stockheiser. Die Alt singenden Im nächsten Frühjahr fuhr das Sterben in die Bienen niederung hinabsah, saßen an einem Tische fünf Bauern und Buben schrieen wie die Zahnbrecher, und der Baß war mit des Lehrers. Wenn er früh aus dem Garten kam, mit der junge, wohlgenährte Wirth und spielten Hoppen", einem alten Zimmermann besetzt, der überhaupt keine zitternden Händen und erloschenen Augen, die aussahen, als" Bierzehn und Sieben". Einen Augenblick ruhten Aller Augen Stimme mehr hatte. Lene strengte sich an, daß sie krebs- wären sie gefroren, dann hob immer wieder das Klagen und auf dem Anfömmling, aber feiner verlor ein Wort. Der letzte roth im Gesicht wurde, und wenn sie glaubte, endlich hätte Jammern an, und so lange weinten die Kinder, bis sie der Mitspieler hatte vor wenigen Minuten mit der Faust, in sie die Führung, dann fistelte der Lehrer, welcher die erste taum mehr aus den verschwollenen Augen sehen konnten. welcher eine Karte stat, auf den Tisch geschlagen, Hopp!" Geige spielte, als erster Tenor drein, oder die Hörner, und alle Bienen starben, nur der Stock, der Lene gehörte, gerufen und den ganzen Juhalt der Bant gegen gesezt. Jetzt deren Bläser stets bei den Bausen sich verzählten, fielen an blieb gesund. Und jetzt brannte auf einmal der Neid gegen kam der Wirth, welcher die Bank hielt, zum Abheben. Langsam, der unrechten Stelle mit einem wahren Gebrüll ein. Das die Fremde lichterloh in allen Kinderherzen, und selbst die ganz langsam schob er die neue Karte über die, welche er Musikchor war außerdem äußerst flein; bald stieß die Lehrerin mußte sich mehr als einmal auf die Zunge beißen, schon in der Lage" hatte, um zu gustiren". Plöglich im linken spizen Winkel Stehende von hinten Kaspar um nicht ihren Unmuth in Gegenwart des Kindes zu äußern. erschienen seine Augen, als hätten sie ein Loch bekommen. mit dem Fidelbogen unter die Haare, bald lehnte sich von Lene empfand diese Gesinnung, die ihr aus den ver- Ter Gegner wußte sofort, was das zu bedeuten hatte. dem Seitenchor ein zuhörender Bauer weit über und drückte schiedensten Aeußerungen und Handlungen entgegentrat, i ( Fortsetzung folgt.) " für die Zulässigkeit einer Verhaftung überhaupt vorlagen, daß die Regierungen auf einen wirksameren Schutz gegen den russischen Ministerium zu, weil es ein Geldjad und noch das weitere spezielle Erforderniß für die Verhaftung Mißbranch des Koalitionsrechts verzichtet hätten. Und daß durch Panamaministerium ist. hohe eines Reichstags- Abgeordneten: daß er bei Ausübung eine solche Ueberzeugung die Lust zum Terrorisiren nur gefördert Die Gemeindewahlen sind gestern in ganz der That oder im Laufe des nächſtfolgenden Tages werden kann, liegt auf der Hand. Wir dächten, es wäree nude Frankreich vorgenommen worden. Eine Uebersicht des Beit, daß jene Ueberzeugung einmal durch eine unzweideutige Ergebnisses ist noch nicht möglich, was begreiflich erscheint, ergriffen wird." Daß die leztere Verfassungs that widerlegt würde." bestimmung lediglich die Strafentziehung eines ver- Dieser Vorstoß gehört augenscheinlich in das Angriffs- wenn man bedenkt, daß in 36 144 Gemeinden ungefähr brecherischen Reichstags= Abgeordneten verhindern soll, system hinein, das sich die extremen anti- sozialistischen 700 000 Personen zu wählen waren. In Paris that Abg. Lenzmann dar, der heute eine seiner besten Reden Kapitalsinteressenten, deren Hauptwortführer Fürst Bis- ist das das bisherige Verhältniß der Parteien wenig hielt. Er zeigte die starke Unwahrscheinlichkeit der polizei- marck und Herr v. Stumm find, für die Gegenwart zurecht verändert feinde sich so auf der ganzen Linie demastiren. Der Pulverring. In welchem Maße der seiner Zeit von uns näher kritisirte Pulverring die Ausplünderung des Reichs, d. h. der Reichssteuerzahler betreibt, geht aufs neue hervor aus den Geschäftsabschlüssen, die zwei der Unternehmungen des Pulverringes in den letzten Wochen veröffentlichten. worden. Im ganzen ift aber eine von dem Warum lichen Behauptung, daß eine Beschlagnahme des Flugblattes gelegt haben. Gegen den Arbeiterschutz für Arbeiter Bunahme nach links mit entsprechenden Verlusten stattgefunden habe, betonte die vorgekommene Verlegung unterdrückung ist ihre Parole. Herrn v. Berlepsch muß rechts zum Ausdruck gekommen. Die konservativen des Rechtes nicht eines einzelnen Abgeordneten, sondern des sonderbar zu Muthe werden, wenn er sich so plöglich und gemäßigten" Blätter enthalten nicht das am Tag nach Reichstags als solchem und damit des Volkes, wies nach- angerempelt fühlt, als wäre er ein Viertelsozialist oder doch einer Wahl sonst übliche Triumphgeſchrei über die Niederdrücklich auf die Zunahme eines unge jeglichen. Sinnes unter wenigstens ein ganzer Christlich- sozialer. Daß er nicht völlig lage der Sozialisten. Jest steht, daß diese sich in Marſeille, den Polizeibeamten hin und kennzeichnete endlich die un- in das Horn des blindwüthigen Arbeiterhassers hineinstößt, Carmaux, Roubaix, Tette, Narbonne und den anderen ausbleibliche erbitternde Wirkung solcher Willkürlichkeiten auf genügte der Firma Bismarck Stumm u. Co. schon zur Recht Städten, die sie bisher inne hatten, behauptet, und daß sie die Gemüther der Elsaß- Lothringer. Unbezahlbar war der Anblick fertigung eines Vorstoßes. Das ist natürlich auch Wasser das sehr wichtige Calais erobert haben. Und da der verlegenen Gesichter am Bundesrathstische während der auf die Mühle der Agrarier. Das Bundesorgan stimmt dem die Petite Republique", wie wir telegraphisch erfahren, Rede Lenzmann's. Und der Staatssekretär Nieberding, Bismarckorgan zu mit den Worten: die Wahlen als einen Sieg der Sozialisten der vorher eine Reihe von Gründen für die Verhaftung ge- ,, Auch wir sind der Meinung, daß eine Sicherung gegen die und Radikalen bezeichnet, so haben wir Grund, habt hatte, zog sich jetzt auf den einen zurück, daß ein Schreckensherrschaft der Ausstandsmacher und Hetzer viel noth- an einen günstigen Ausfall zu glauben. Die Ruhe ist etwaiger Versuch Bueb's habe verhindert werden sollen, wendiger sei als der unglückliche Maximal- Arbeitstag im Bäckerei- nirgends gestört worden ein paar Straßentumulte in „ Spuren der That" zu verwischen. Einer„ That"- Ver- gewerbe und der nicht minder unglückliche schablonenmäßige Paris, St. Denis und St. Quen werden fafferschaft und Verbreitung des Flugblattes, die Bueb Achtuhr- Ladenschluß." von vornherein frank und frei zugestanden hatte, und Wir finden es durchaus erfreulich, daß die Arbeiter- Telegraph selbst für unbedeutend" erklärt. aber sie dann melden? An sehr vielen Orten Spuren", bestehend in einem Flugblatte, das sich in den ist teine Majorität zu stande gekommen. Händen von tausenden von Lesern und auch in denen des haben in diesen Gemeinden also Sonntag über acht Tage Staatsanwaltes befand! Der Staatssekretär legte dem Stichwahlen stattzufinden.( Nach dem französischen Zentrumsmann Lieber geradezu die Worte der Wider Gesez, das alle Wahlen auf einen Sonntag verlegt, find legung in den Mund. Auch dieser Abgeordnete tadelte die Stichwahlen stets 14 Tage nach den Hauptwahlen.) scharf den geschehenen Verfassungsbruch und verlangte namens Ein Wolff'sches Telegramm meldet: feiner Fraktion Bestrafung der Schuldigen. Ihm schloß sich Paris, 4. Mai, Nachm. 2 Uhr 30 Min. Bisher sind Rickert an, dagegen erstand der Mülhäuser Polizei ein Bei der Aktiengesellschaft Ludwig Löwe u. Co. in Berlin 295 Ergebnisse von 359 Munizipalrathswahlen in den Haupteinziger Vertheidiger in Herrn v. Stumm. Der Urheber weist der Geschäftsabschluß für 1895 einen Gewinn von orten der Arrondissements bekannt. In 152 Hauptorten fiel die 10 manches berüchtigten Dementis" erkühnte sich, die 2 955 284 M. auf( gegen 2 643 000 m. in 1894), wovon Majorität den Republikanern zu, in 37 den radikalen Republi Wahrhaftigkeit Bueb's in Zweifel zu ziehen. Abg. Bueb nach dem Vorschlage der Direktion 974 610 m.( gegen 1309 000) fanern, in 11 den sozialistischen Radikalen, in einem den selbst gab eine genaue, eindrucksvolle Schilderung der Vor- zu Abschreibungen verwendet, 100 000 m.( gegen 171 000) dem Ralliirten, in 10 der Rechten. In den anderen Hauptorten, aus gänge und Bebe I erklärte, nachdem er dem Staatssekretär Spezialrefervefonds und 50 000 M.( wie 1894) der Ludwig Löwe- denen die Ergebnisse bekannt sind, haben Sichwahlen flattStiftung überwiesen werden sollen. Aus dem verbleibenden zufinden. Die Republikaner haben der Rechten und dem Freiherrn v. Stumm treffend erwidert hatte, daß Reingewinn soll eine Dividende von 20 pet. wie für 1894 ver- bisher 4 Hauptorte abgenommen. In einzelnen die sozialdemokratische Fraktion nothwendigenfalls d. h. theilt werden. Der Aufsichtsrath der deutschen Metallpatronen fleinen Ortschaften des Departements Aube fanden Handgemenge wenn die Oberstaatsanwaltschaft sich zur Verfolgung der fabrik in Turlach hat beschlossen, der Generalversammlung die statt, bei welchen die Urnen nebst den Stimmzetteln fortgenommen Echuldigen weigert dem Reichstag einen Antrag zur Vertheilung einer Dividende von 25 pCt. für 1895 vorzuschlagen, oder zertrümmert wurden. Herbeiführung der Bestrafung vorlegen werde. nachdem die Abschreibungen so hoch bemessen werden, daß Aus diesen Ziffern sind keine Schlüsse zu ziehen. Die die Kosten der im Vorjahre nöthigen Neueinzige Thatsache ist, daß, wie wir oben schon feststellten, einrichtungen dadurch gedeckt erscheinen. Der die Rechte", also die reaktionäre Ordnungspartei gesetzliche und der Spezial- Reservefonds sollen durch Zuweisung Boden verloren hat. von 381 000 m. bezw. 850 000 m. auf je 600 000. erhöht werden. Transvaal und die Chartered- Company. Wie aus Taß der Reichstag es in der Gigung vom 20. Februar Pretoria gemeldet wird, ist das Urtheil gegen die an den durch den herbeigeführten Schluß der Debatte ablehnte, Jameson'schen Aufstande betheiligten Mitglieder des Reformauf die Denunziationen Bebels gegen den Pulverring ein- fomitees dahin abgeändert worden, daß gegen die Rädels zugehen, wird dem Reichstag nicht ersparen, sich in der nächsten führer statt der Todesstrafe auf fünf Jahre Gefängniß und Session abermals mit dieser Angelegenheit zu beschäftigen. Es ist gegen die übrigen Verurtheilten auf Verbannung erkannt zweifellos, daß es in den verschiedenen bürgerlichen Parteien wurde. Ferner sei die Beschlagnahme des Eigenthums der des Reichstages eine größere Zahl einflußreicher Mitgefangenen Mitglieder des Reformkomitees aufgehoben glieder giebt, die persönlich lebhaft dabei worden, ausgenommen im Falle Charles Leonard und interessirt sind, daß die Plünderung, Dr. Wolff. Gleichzeitig mit diesen Nachrichten, die von der Verdes Reiches durch den Pulverring nicht zur Sprache tommt. Das ist für unsere Genoffen söhnlichkeit der Burenrepublik zeugen, ist hier der Text der aber nur ein Grund mehr, mit Nachdruck auf die Unter- bei Jameson und seinen Leuten vorgefundenen Geheimsuchung dieser Angelegenheit zu bringen. depeschen, die zwischen Jameson, Johannes " Damit war der Gegenstand erledigt, der durch die Schuld elsässischer Behörden dem Reichstag einige Stunden weggenommen, der Sozialdemokratie aber unzweifelhaft zum Nuzen gereicht hat. Der folgende Punkt der Tagesordnung, Gesezentwurf betr. Abgabentarif für den NordostseeKanal, rief nur eine kurze Erörterung hervor; die zweite Berathung wird im Plenum stattfinden. Morgen: Margarinegesetz. machen Das preußische Abgeordnetenhaus überwies am Montag zunächst die Rechnungen der Kasse der Oberrechnungskammer an die Rechnungskommission und beschäftigte sich hierauf mit dem von den nationalliberalen Abgg. Dr. Kruse und Dr. Martens gestellten Antrag auf baldige Vorlegung einer Medizinalreform. Nach demselben sollen insbesondere die Verhältnisse der Kreisphysiker dahin geregelt werden, daß dieselben unter Beschränkung ihrer Privatpraxis und entsprechender Erhöhung ihres als penfionsfähig festzusehenden Gehaltes in höherem Maße als bisher den Aufgaben der gerichtlichen Medizin und der öffentlichen Gesundheitspflege sich widmen können. Die hier erhobene Der Leiter des Pulverringes, der vor einiger Zeit ge- burg und dem Premierminister des Kaplandes Cecil Forderung ist nicht neu, schon seit 20 Jahren wird im Landtage adelte Geheime Kommerzienrath v. Dullenhofer in Rhodes vor dem Einbruch in das Transvaal gewechselt Das Verlangen laut, aber die Regierung hatte bisher nur Ber: Rottweil hat neuerdings das Gut des verstorbenen Staats- worden waren. Es geht daraus unwiderleglich tröftungen auf die Zukunft übrig. Nach der Begründung des Antrags durch Dr. Kruse hielt in Vertretung des am Erscheinen verhinderten minifters Freiherrn v. Linder zu Neunhausen in Württem- die Mitschuld nicht nur der Johannesburger, sondern Kultusministers der Ministerialdirektor Dr. Batsch) eine Rede, berg angekauft. Die horrenden Einnahmen, die dieser Herr auch von Rhodes hervor, die bislang in England die lebhaft an die Beiten des seligen Herrn v. Köller erinnerte. aus den Geschäften des Pulverrings jährlich bezieht, ermög- bestritten worden war. In England haben diese EntDer Regierungsvertreter hielt sich für berechtigt, den Uebergang lichen es ihm, nicht nur fortgesetzt neue Gutsanfäufe zu hüllungen einen niederschmetternden Eindruck gemacht. Die zur motivirten Tagesordnung zu empfehlen, da die Regierung betreiben, er giebt auch für die verschiedensten Liebhabereien Aufhebung des Freibriefes für die Chartered Company bereits mit der Regelung der Frage beschäftigt, die Materie aber so sehr große Summen aus und veranstaltet große Fêten und wird in der Presse gefordert und man erwartet auch, daß schwierig sei, daß sie reiflich erwogen werden müffe. In scharfen Vergnügungen, zu denen die„ Edelsten der Nation" sich die liberale Partei im Parlament nunmehr die Entfernung Worten wies der Redner die in der Presse aufgestellte Behaup= drängen. von Cecil Rhodes aus dem Staatsrath fordern werde. tung, daß der Finanzminister die Reform aus SparsamkeitsrückAber nicht genug mit der Mitschuld von Cecil Rhodes, sichten verhindern wolle, zurück. Meline ist nur ein Name- ähulich wie in Deutschum zu erklären, daß er für den Vorwurf der Kurzsichtigkeit oder eigentliche Ministerchef und die leitende Seele des neuen Pariser, Temps" unterm 29. April telegraphirt, die TransvaalDr. Miquel ergriff dann selbst noch einmal das Wort, land Hohenlohe nur ein Name ist und eine Etiquette. Der es wurden Stimmen laut, die auch die Leiter der englischen Regierung der Mitschuld zeihen. Aus Pretoria wurde dem Engherzigkeit, der ihn von Journalisten oder politischen Gegnern französischen Ministeriums ist Herr Hanotaur, Minister Regierung könne beweisen, daß Sir( jezt Lord) Henry gemacht wurde, nur ein Lächeln übrig habe und den hierin des Auswärtigen. tage tretenden Grad von Dreiftigkeit bewundern Herr Hanotaur war schon früher Minister des Aus- och, der damalige Gouverneur der Kapkolonie und Obermüsse. Wie fann man auch einen solchen Vorwurf gegen einen Minister erheben, da erst im vorigen Jahre anläßlich der Vor- wärtigen und als solcher zeichnete er sich durch eine kommissar für Südafrika, im Jahre 1894 dem Reform= gänge in Mariaberg ganze 9000 Mt. für die Reform des Frren- Eigenschaft aus: stlavische Abhängigkeit von Komitee einen Einbruch in Transvaal vorgeschlagen und wesens bewilligt hat. Sämmtliche Redner standen dem Antrage Rußland. Aus der russischen Gesandtschaft in Paris gefragt habe, ob Johannesburg sich 6 Tage halten könnte sympathisch gegenüber; namentlich übte Abg. Dr. Langerhans erhielt er seine Befehle; mit Herrn v. Mohrenheim und wie viel Waffen man habe, ausschließlich 3000 zugefagter eine scharfe Kritik an den Maßregeln der Regierung, und Abg. mar er in fortwährendem Verkehr, und stieß irgend Gewehre; er, Loch, werde mit Truppen kommen, und wenn bereit Johannesburg sich in 6 Monaten Schmidt: Warburg( 3.) wies treffend darauf hin, daß eine Frage auf, für für die er eine Marschroute Johannesburg bis tönne, dahin die bereits 1851 in der Thronrede die Medizinalreform angekündigt gebrauchte, so eilte er sofort zu seiner Egeria in der Verhandlungen über die war, daß aber der Gefeßentwurf dann einfach ad aeta gelegt russischen Gesandtschaft. Dieses Verhältniß" war ein so London zufolge hat Loch im englischen Unterhause Swaziland- Konvention, hinziehen, Einer Depesche aus sei. Der Antrag wurde schließlich der Budgetfommission über daß cs sogar Am Dienstag stehen die zweiten Berathungen des inniges, viesen. von anständigeren franzö diese Behauptungen des" Temps" in Abrede gestellt. Doc Richtergehälter- Gesetzes und des Gesetzes über die Erhöhung sischen Chauvinisten des Kapitals der Zentral- Genossenschaftstasse auf der Tages Als nach dem Kriege zwischen Japan und China das giebt er zu, eine Deputation englischer Einwohner Tages- Als französisch deutsche Wettkriechen vor Rußland Johannesburgs im Jahre 1894 gefragt zu haben, wie Bismarck kontra Berlepsch. Die gegenwärtig ein- seinen Höhepunkt erreichte, suchte Herr Hanotaur seinen viel Waffen fie in Johannesburg befäßen, und die mal wieder gründlich verkriselte politische Situation deutschen Konkurrenten, der in das ostasiatische Zickzackbündniß Antwort erhalten, sie hätten tausend Gewehre und höchstens wird von dem Organ des Sachsenwaldes zu einem mit Rußland und Frankreich hineingesprungen war, durch zehn Patronen pro Gewehr. Er habe hierauf hervorgehoben, Borstoß gegen den Handelsminister von Berlepsch aus- das Aufrollen der egyptischen Frage auszustechen, aber nicht um sie zum Widerstand zu ermuthigen, wie nutgenutzt, der ja bei der jüngsten Reichstags- Debatte sich welche glorreiche Wettkriech- That er mit solchem Eifer los es sein würde, wenn sie durch irgend einen Schritt das in den Augen aller Millionärszüchter unverzeihliche betrieb, daß die Beziehungen zwischen England und Frankreich Unruhen und in der Folge einen Angriff auf JohannesVerbrechen hat zu schulden kommen lassen, für einen wirt- momentan start gelockert wurden. Und das ist das Hauptziel burg herbeiführen würden. Das Bedenkliche bei der Sache jamen Bäckerei- Arbeiterschuh einzutreten. Das Organ der der russischen Diplomatie, für welche das Deutsche Reich ist, daß Herr Loch hiermit zugesteht, sich bereits im Jahre Familie Bismard sucht den Handelsminister bei seiner Ver- erst in zweiter Linie fommt, weil es ihr gegen England 1894 mit den englischen Johannesburgern über die Rathsicherung zu packen, daß die Regierung jene Schutzmaßregel ja boch nichts nühen kann wenigstens nicht, so lange die famkeit einer bewaffneten Erhebung unterhalten zu haben. Ferner liegen noch folgende Depeschen aus Kaps in Konsequenz ihrer 1891er Erklärung ergriffen habe. Luftflotte mit christlich germanischen Riesen Windbeuteln stadt vor: noch nicht erfunden ist. Die Londoner SaturdayDa hallt es nun aus der Sachsenwälder Stabstrompete Review", das Hauptwochenblatt der Konservativen, das Rede des Gouverneurs eröffnet worden, in welcher das Das Parlament des Raplandes ist mit einer heraus: aber in der Transvaal- Angelegenheit entschiedene Gindringen einer bewaffneten Wacht in Transvaal als dem Wenn der Minister einen so großen Werth auf die Konsedie Buren nimmt, sieht bereits neue Völkerrechte widersprechend bezeichnet wird. Die Regierung des quenz legt, so wird man erwarten dürfen, daß er von derselben Stellung für Kaplandes werde im Vertrauen auf die englische Regierung einen allseitigen Gebrauch zu machen für seine Pflicht hält. Unter Frittionen" als sicher bevorstehend an. diesem Gesichtspunkte möchten wir ihn an den Standpunkt er- Gewiß ist, daß das neue französische Minifterium Schritte thun, um eine Wiederholung derartiger Vorgänge zu innern, welchen er vor fünf Jahren bezüglich der Verschärfung unter russischen Auspizien zur Welt gekommen ist. verhindern, durch welch lettere die freundschaftlichen Beziehungen des§ 153 der Gewerbe- Ordnung bebuss wirksamer Bestrafung Und gewiß ist, daß Herr Faure, Präsident der zwischen der englischen Kolonie und den benachbarten Staaten des Zwanges zum Streifen und der Aufreizung zum Kontrakt- französischen Republik, die Bildung des Ministeriums Meline start gefährdet würden. bruch eingenommen Nach einer Meldung aus Bloemfontein hat der Volks Herr von Berlepsch ist, reista at den mit der Chartered Company abgeschlossenen. Auslieferungsvertrag auffündige, da der Bolksraad es ab. lehne, die Chartered Company als Regierung anzuerkennen. ordnung. bat. entweder " = " als würdelos getadelt ward. " gestützt auf die Kommission für Arbeiterstatistik, unerschöpflich in ermöglicht hat. Denn von Rechtswegen, nach allem raad des Oranjefreiftaats die Regierung aufgefordert, den Oberrepublikanisch- parlamentarischen Brauch hätte er, nachdem bei deren näherer Prüfung die Thatsache der Schußbedürftigkeit die Kammer sich am vorvorigen Donnerstag abermals für nicht selten sehr zweifelhaft erscheint. Auf dem Gebiete der Bourgeois gegen den Senat ausgesprochen hatte, die Streits aber ist die Schußbedürftigkeit der ruhigen, ordentlichen Demission des Kabinets nicht annehmen dürfen. Arbeiter absolut unbestritten, und es ist ein geradezu schreiender Freilich, wenn Bourgeois ein Mann wäre, und vor Uebelstand, daß dieser Schuh garnicht oder den sozialistischen Konsequenzen seines Handelns nicht Chronik der Majestätsbeleidigungs- Prozeffc. nur sehr ungenügend gewährt wird. Es ist unmöglich, zurückgeschreckt wäre, hätte er seine Demission überhaupt egen Beleidigung des Kaisers und der Kaiserin daß Herr von Berlepsch dieser Thatfache gegenüber die nicht gegeben. ist vom Landgerichte in Beuthen D.- 2. am 11. März der Augen verschließt. Wie aber kommt es dann, daß er Wie dent nun sei, das neue französische Ministerium ist verurtheilt worden. Auf die Revision des Angeklagten, Bergmann Johann Dobrainsti zu Gefängnißstrafe bei seiner Vorliebe für Konsequenz seine Verheißung ein deutschfeindlich- russisches Ministerium über welche in nichtöffentlicher Sigung verhandelt wurde. 1891 noch nicht wahr gemacht und den Reichstag heute der vierte Straffenat des des Reichsgerichts von neuem vor den§ 153 gestellt hat? In der Sozialdemokratie und unsere deutschen Prozentpatrioten, denen der Geldla bob verwies auf und tann dadurch doch nur die Ueberzeugung hervorgerufen werden, über das Vaterland geht, jubeln diesem deutschfeindlich- sas Urtheil bie Sache Sache au von เน den oder Gepräge. Das geräumige Etablissement Landgericht zurück. In der unfläthigen Neußerung über die geringer, als bei den früheren Wahlen; irgend ein ernster I stimmungsvolles den letzten Platz besetzt und unter Kaiserin sei zwar mit recht eine Beleidigung erblickt worden, das Zwischenfall ist nicht vorgekommen. Nach den nunmehr voll- war bis auf gegen sei nicht ohne weiteres erfindlich, in wiefern in den ständig vorliegenden Resultaten der hiesigen Wahlen wurden zahlreichen Festtheilnehmern erblickten wir manchen guten Worten, die auf den Kaiser bezug hatten, eine Beleidigung des 8 progressistische Republifaner, 11 Konservative, 20 alten Bekannten, der seit Jahrzehnten mit Eifer für die selben zu erblicken sei. Da nur eine einheitliche Handlung vom Sozialisten und 15 Radikale gewählt. Außerdem haben gewerkschaftliche Bewegung gewirkt; Freunde und Bekannte, die Landgerichte angenommen worden sei, habe das Urtheil seinem 26 Stich wahlen stattzufinden. Der neue Muni gemeinsam in schwerer Arbeit manchen harten Strauß ausgefochten zipalrath wird dem ganzen Umfange nach aufgehoben werden müssen. früheren völlig ent hatten, tauschten Erinnerungen vergangener Tage aus 1112 sprechen. Nach den bis gestern Abend Uhr ventilirten die zukünftigen Pläne, über die an den nächsten Tagen An den nächsten Internationalen Arbeiterkongreß gemeldeten Resultaten siegten in Calais die Sozialisten entschieden werden soll. über die gemäßigten Republikaner; in Marseille wurden Eingeleitet wurde die Feier nach einigen Piecen der gut werden sich voraussichtlich mehrere Gewerkschafts- die Sozialisten wiedergewählt; in Carmaux befeßten Musikkapelle durch den seiner trefflichen Leiſtungen wegen tongresse anreihen. Wie uns heute mitgetheilt wird, brang ebenfalls die Liste der Sozialisten durch, sehr bekannten Gesangverein" Typographia", der in vorbeabsichtigt die englische Allgemeine Müllergewerkschaft dagegen unterlagen in mehreren Gemeinden in der Umgegend züglicher Weise unter der Leitung seines Dirigenten Herrn Bölke ( Millers' National Union), einen internationalen von Carmaux die bisherigen sozialistischen Mitglieder der Ge- den Morgenzuruf von Scheu zum Vortrag brachte. Kongreß von Arbeiterbelegirten des Müller- meinderäthe. und Bäckergewerbes zu veranstalten. * * * Deutsches Reich. - Begnadigung. Der Rittergutsbesitzer Mikulski, der vom Landgericht zu Posen in der Duell sache GroegerMikulski zu 300 M. Geldstrafe verurtheilt worden war, ist durch Gnadeneriaß vom 4. d. M. von Kosten und Strafe befreit worden. - In Bayern wurden durch die anläßlich der Gedenkfeier des Deutschen Reichs ergangene Amnestie insgesammt 17 069 Personen Freiheitsstrafen erlassen. An Geldstrafen wurden 477 225 M., zu denen 29 351 Personen verurtheilt waren, niedergeschlagen. Schweiz. Der Ronservatismus der Demokratie, von dem unsere deutschen Reaktions- und Polizeipolitiker so gar teine Ahnung haben, ist gestern im größten Kanton der Schweiz, in Bern, wieder einmal handgreiflich bewiesen worden. Bei einer Voltsabstimmung wurde dort der Antrag, den gefeßgebenden Körper und die Regierungsmitglieder nach Proportionalsystem statt nach dem bisherigen MajoritätsTofteni zu wählen, mit 32 000 gegen 28 000 Stimmen abgelehnt. Nun der Antrag wird wiederkommen. Die Schweizer Landesausstellung wurde am 1. Mai in Genf eröffnet. " zum Abgeordnetenhaus. Am Ministertische: Finanzminister Miquel und Kommiffarien. B wurde. Unter stürmischer Begeisterung hörten alsdann die An wesenden den sehr stimmungsvollen und formvollendeten Prolog des Genossen Preczang, der vom Genossen Massini gesprochen. Wir wollen uns nicht versagen, die Schlußverse der schönen Dichtung zum Abdruck zu bringen: 62. Sigung vom 4. Mai, 1 Uhr. Eingegangen ist( als Nachtrag zum Richterbesoldungs- Gesetz) Wir grüßen Euch, Gesandte aus West, Ost, Süd und Nord! eine Uebersicht über die dienstlichen Verhältnisse Tragt dieser Tage Früchte in alle Winde fort. der Anwärter für das Reichsamt in den größeren Es muß ein frischer Odem von Sturm und Sonnenglühn deutschen Bundesstaaten. Durch staubige Fabriken, durch jede Werkstatt ziehn. und wo sich bückt ein Nacken in feiger Demuth noch, Wo sie geduldig beugen sich in das harte Foch, Antrag Kruse Martens( natl.) auf baldige Vorlegung Wo noch die Menschenwürde todt in der Seele liegt, eines Gesetzes über die Medizinalreform, welches besonders Da zeigt hinauf zur Höhe, wo unser Banner fliegt! die Verhältnisse der Kreisphysici dahin regelt, daß Ein Wort vom Troy, vom Rechte, ein Wort von Kraft und Macht diese unter Beschränkung ihrer Privatpraxis und entsprechender Sei mit in Eure Heimath, in jedes Haus gebracht. Erhöhung ihres pensionsfähigen Gehalts in höherem Maße als und wenn der Ruf zum Streiten den letzten Träumer wedt bisher den Aufgaben der gerichtlichen Medizin und der öffent- und jede Hand zum Schwure sich in die Lüfte reckt; lichen Gesundheitspflege sich widmen können, steht zur Berathung. Wenn der Gewerkschaft Fabne an jedem Ort man hißt, Abg. Kruse( natl.) begründet den Antrag. Es scheine in der Dann wird die Arbeit fühlen, daß sie ein Riese ist. Nachdem noch Genosse Deisinger eine wirkungsvolle Ans That, als wolle man abwarten, bis die Zustände erst völlig unerträglich geworden sind, oder bis irgend ein gewaltiges Ereigniß, sprache gehalten und einige andere Delegirte durch Vorträge Inhalts zur Abwechselung des zwanglosen Proetwa eine Cholera, die Unhaltbarkeit der heutigen Verhältnisse ernſten gelangte auch deutlich erkennen läßt; alles sorgt ängstlich für die Freiheit unschuldig gramms ihre Beiträge geliefert hatten, Angeklagter; für die Gesundheit aller zu sorgen, ist nicht weniger der Humor zur Geltung, für den die Herren Scheuer wichtig.( Sehr richtig!) Der Finanzminister hat sich zu der Zeit, und Bröse in trefflicher Weise sorgten. Gegen 12 Uhr lichteten als er noch Abgeordneter war, in lebhafter Weise für die öffent- sich langsam die Reihen, da man so ziemlich am Schluß des liche Gesundheitspflege interessirt und wird deshalb auch für die Festes angelangt war und mancher nach langer Eisenbahnfahrt Medizinalreform die Mittel nicht verweigern; denn fein Geld ist das Bedürfniß nach Ruhe empfand. Im großen und ganzen besser angelegt als für die Förderung der öffentlichen Gesundheits- hatte das Festkomitee gewiß das Arrangement zur Zufriedenheit pflege.( Beifall.). aller getroffen. * Berlin, den 4. Mai 1896. In dem großen Saale des Etablissements Keller hat heute hier der zweite Kongreß der Gewerkschaften Deutschlands seine Verhandlungen begonnen. Der Saal ist festlich geschmückt, gegenüber der Bühne weht von der Gallerie die rothe Fahne der Berliner Gewerkschaften, in goldenen Lettern die Worte Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit zeigend, an beiden Seiten der Bühne wehen ebenfalls rothe Velarien herab mit den Inschriften„ Ginigkeit macht stark". Zwei alte weißseidene Fahnen der Brauer und Steinmetzgewerkschaft sind an den beiden Längsgallerien angebracht. reichen. Frankreich. Paris, 1. Mai.( Eig. Ber.) Was ist das neue Ministerium? Mehr als alle Erklärungen und Worte geben darüber Auskunft dessen Ursprung, Zusammensetzung und Regierungskommissar Geheimer Rath Bartsch: Der Antrag Majorität. Seine Entstehung verdankt das Kabinet Meline dem ist in seinem zweiten Theile nicht unbedenklich. Einer besonderen verfassungswidrigen Widerstand des reaktionären Senats gegen Anregung aber bedurfte die Förderung der Medizinalreform nicht. das demokratische Kabinet Bourgeois und dem ebenso ver- Freilich ist dieser Begriff etwas schwankend. Die Regierung versteht fassungswidrigen Doppelspiel des Präsidenten Faure. darunter in erster Linie die Organisation des ärztlichen Standes. In Das Verhalten des letzteren während der siebentägigen dieser Beziehung ist gerade in letzterer Zeit ganz erhebliches Ministerkrise hat vollauf die gegen ihn von sozialistischer und geleistet. Es ist eine tendenziöse Legende, daß der Finanz radikaler Seite erhobenen Beschuldigungen gerechtfertigt, wonach er minister wegen der erforderlichen Mittel ein Gegner der Reform selbst den Senat zur Kreditverweigerung gedrängt hätte mit der fei. Die Gehaltsfrage der Physici ist keineswegs der HauptVersicherung, das Kabinet Bourgeois werde in diesem Falle un- punkt der Medizinalreform; es würde Gedauerlich sein, ihn ganz bedingt demiffioniren. Die meiste Schuld an der Demission des von der ärztlichen Praxis loszulösen, denn dann würde er Gefahr Kabinets Bourgeois trifft zweifelsohne den Präsidenten. laufen, ein unpraktischer Theoretiker zu werden. Die HauptFür die Zusammensetzung des neuen Ministeriums schwierigkeit der Medizinalreform liegt nicht, wie vielfach anLegien Hamburg eröffnet den Kongreß und begrüßt die find die Namen: Meline, Barthou, Cochery und genommen wird, in der Lokal- Instanz, sondern in der General Billot bezeichnend genug. Me I i ne ist bekanntlich der Provinzial- Instanz, wo bedeutende Geldmittel für laboratorische Delegirten, die etwa 150 Mann start an der Versammlung theilnehmen. Er weist darauf hin, daß nach dem Beschlusse des lehten Urheber des gegenwärtigen Hochschußzzoll- Regimes, das für die und andere Zwecke nöthig werden würden; auch für die Zentral: Kongresses nur die zentralisirten Organisationen und diejenigen Großgrundbesizer und Großindustriellen ebenso vortheilhaft, wie es Instanz würde eine Reform höhere Ausgaben bedingen. In der Lotalorganisationen, in deren Gewerkschaft keine Zentralfür die Voltsmasse in Stadt und Land verderblich ist. Barthou, Psychiatrie sind unsere Physiker schon längst examinirt Organisation besteht, zum Kongreß eingeladen worden sind und ehemaliger Minifter der öffentlichen Arbeiten im Kabinet Dupuy worden, es ist nicht verständlich, daß man das jetzt giebt in furzem Zuge ein Bild der Gewerkschaftsbewegung in und gegenwärtig Minister des Inneren, ist als wüthender als etwas Neues fordert. Unter dem Ministerium Deutschland. Die Bewegung sei gewachsen, aber man habe noch Sozialistenhaffer bekannt. Die„ Gallentasche"( poche à fiel), wie Bosse ist viel für die Medizinal- Reform geschehen; wir haben teine Ursache besonders stolz zu sein. Ein Abgeordneter habe er von den Sozialisten genannt wird, rühmte sich dieser Tage, über unsere Kräfte gearbeitet und es ist zu hoffen, daß es uns einmal gesagt: 50 Abgeordnete, 50 000 politisch organisirte Genoch vor dem definitiven Zustandekommen des Kabinets, sein gelingen wird, die Frage zu lösen Hand in Hand mit dem nossen und eine Million Gewerkschaftler und der Achtstundentag Eintritt ins Ministerium bedeute:„ Krieg den sozialistischen und Landtage. revolutionären Rotten!" Er hat sogar bereits das Glück Abg. Graf Douglas( ft.): Die Nothwendigkeit einer besseren ist errungen. Die Million Gewerkschaftler fehlte noch, bei dem gehabt, eine ordnungsretterische That nach dem Vorbild Organisation des Medizinalwesens hat sich bei der Cholera- nöthigen Selbstvertrauen werde man dieses Ziel aber noch erfeines politischen Lehrmeisters, Dupuy, zu vollbringen. Epidemie in Hamburg gezeigt. Die Verluste bei solcher Seuche Bon den österreichischen Gewerkschaften ist ein Delegirter in Gestern Nachmittag, ehe noch die Kammer ver- find wirthschaftlich auf hunderte von Millionen anzuschlagen. der Person Hueber'3- Wien entsandt worden, den Legien faffungswidrigen Ministerium Stellung wurde Nach den Erklärungen der Regierung dürfen wir hoffen, daß die herzlich begrüßt, außerdem verliest er mehrere Begrüßungsgenommen, am Quai d'Orsay, unweit des Palais Bourbon eine Bombe" Reform nunmehr ernstlich in Angriff genommen werden wird. von einem Polizisten gefunden". Es war allerdings die höchste Finanzminister Dr. Miquel: Wenn mir ein Journalist oder schreiben, die von schweizerischen und französischen GewerkschaftsZeit, bis zum ersten Mai blieb ja nur noch ein Tag und politicher Gegner Engherzigkeit und Kurzsichtigkeit vorwirft in organisationen eingegangen find. Hueber Wien hält eine kurze Begrüßungsansprache, in das Ministerium Bourgeois hatte es versäumt, für Bombenfunde meiner Stellungnahme gegenüber der Medizinalreform, so kann der er besonders betont, daß die österreichischen Geau sorgen. Cochery, bisher Vorsitzender der Budget- mir das angesichts meiner Stellung zur öffentlichen Gesundheitswerkschaften das erste Mal vereint einen Deletommission, wird als Finanzminister die von der Kammer pflege feit 30 Jahren nur ein Lächeln abgewinnen. Ich habe girten gu einem Gewerkschaftskongreß entsandt haben. im Prinzip votirte allgemeine und progressive Ein- in Frankfurt a. M. als Oberbürgermeister einen ärztlichen vorgeschritten, wie Sie die deutschen. tommensteuer durch irgend eine Scheinreform nach dem Beamten in das Magistratskollegium berufen und mich auf den Die österreichischen Gewerkschaften seien noch nicht so weit fönnten infolge Herzen der Großbourgeoisie ersetzen. Trat er doch Städtetagen bemüht, andere Städte zu gleichen Maßnahmen zu dessen aber das schlechte, was sich in der deutschen Bes nebft feinen Kollegen Meline und Turral in der heftigsten und bewegen. Berlin hat einen derartigen Beamten bis heute noch wegung zeige, weglassen und nur das gute nehmen.( Heiterkeit.) gehässigsten Weise gegen die Einkommensteuervorlage auf. nicht. Mir sind im Juli v. J. Grundzüge für ein Gesetz vor Troydem gehe man in Desterreich, wie es ihm scheinen wolle, General Billot, der neue Kriegsminister, ist nicht nur gelegt. Aus dem Umstande, daß dies Gesez nun noch nicht dem mit größerer Begeisterung in die Lohnbewegungen hinein, rechne unabsehbarer Senator, d. h. also der Erwählte der monarchistischen Hause vorliegt, zu schließen, daß ich diese Borlage aus eng nicht so ängstlich wie in Deutschland mit den Geldmitteln. Nationalversammlung. Er hatte auch im Januar 1883 seine herziger Kurzsichtigkeit befämpfe, das beweist ein Maß von Obwohl die österreichischen Gewerkschaften ganz anders Demission als Kriegsminister eingereicht aus Protest gegen den Dreijtigkeit einerseits und Unwissenheit andererseits, daß ich dar- zentralisirt find, als die deutschen, würden sie eine AufAusschluß der Prinzen aus der Armee. Und die Majorität des neuen Ministeriums? Die Abg. v. Tiedemann- Labischin( ft.) ist für die Medizinal- lösung der Generalfommiffion bedauern. gefirige Rammerfihung hat gezeigt, daß das Ordnungsministerium reform, hält aber die Regelung der Thätigkeit der Phisici und diesem Schritte, denn er würde eine fatale Rückwirkung auf die auf die Gnade der monarchistisch Klerikalen Rechten an ihres Gehalts für besonders schwierig. Ueben die Aerzte Privat österreichische Bewegung äußern. Er tönnte unmöglich der Berathung weiter beiwohnen, wenn von einer Zentralisation abgewiesen ist. Ohne die Stimmen der letzteren hätte das neu- praxis, so tommen fie leicht, z. B. als Fabrikärzte, in gefehen werden sollte. In diesem Sinne begrüße er den Kongreß geborene Ministerium den ersten Tag nicht überlebt. Die eine bedenkliche Lage; entzieht man ihnen die PrivatMonarchisten find indeß höchst unzuverlässige bezw. gefährliche praris, so tönnen sie den Fortschritten ihrer Wissenschaft nicht herzlich.( Beifall.) Bundesgenossen. Macht ihnen die Regierung feine Zugeständnisse, folgen. Die Frage bedarf näherer Erwägung und aus diesem dann werden sie, was bereits manchem Ordnungsministerium Grunde scheint Kommissionsberathung des Antrages nöthig. passirte, über furz oder lang die selbstlose Unterstügung der Re- Abg. Bandelow( f.) befürwortet ebenfalls Kommissions gierung überdrüssig werden. Sollte sich aber das Ministerium berathung. Meline- Barthou( trotzdem dieser, nebenbei gesagt, mitten in Abg. Dr. Langerhans( frf. Vp.) bemängelt die Berufsder Ministerkrise in einem Zeitungsartifel schrieb schrieb, eine organisation der Aerzte, wie sie von der Regierung geplant ist. republikanische Regierung müsse, um existiren zu tönnen, Solche Organisation wird ohne Aenderung der Gewerbe- Ordnung eine ausschließlich republikanische Mehrheit haben) auf nicht durchführbar sein; diese aber hängt vom Reichstage ab. einen politischen Kuhhandel mit der Rechten einlassen, Wichtiger als die Organisation der Aerzte sei die gute Ausschickung des Kongresses abgelehnt, weil er sein Verhältniß zur dann würden feine Tage erft recht gezählt sein: bildung der Aerzte; dem Antrage Kruse stimme er zu. der linke Flügel seiner Mehrheit würde ihm sofort, aus Abg. Dr. Martens( natl.): Die Versprechungen einer Furcht vor den antiklerikalen und republikanischen Wählern, den Reform sind nun schon so alt, daß ein Nachdrängen nöthig erscheint; alle Jahre heißt es, die Vorlage kommt; aber wir Die reaktionäre Regierung wird ein um so türzeres Zwischen- warten seit 10 Jahren vergeblich. Nehmen Sie deshalb unseren spiel sein, als die radikal- sozialinische Opposition sich anfchickt, Antrag an. in der Kammer wie im Lande einen unerbittlichen Kampf gegen Abg. Schmidt Warburg( 3.) hat eine Thronrede vom das verfassungswidrig gebildete Ministerium zu eröffnen. Das Jahre 1850 gefunden, in welcher schon die Einbringung eines geftrige Kammervotum hat zwar zunächst den Verfassungskonflikt Medizinal Gesetzes angekündigt wurde, auf das ,, Bei namentlichen Abstimmungen ist nicht die Zahl der für beigelegt. Die vom Senat herausbeschworene Revisionsbewegung noch immer warte. Hoffentlich einigen sich die im Ministerium oder gegen einen Antrag stimmenden Delegirten, sondern die wird jedoch darum nicht stehen bleiben. Im Gegentheil das in betracht kommenden Herren und wir bekommen endlich die ge- der von ihnen vertretenen Mitglieder der Organisationen entbeschämende Votum, wodurch die Kammer vor dem Senat abdankte, wünschte Vorlage. scheidend." treibt dieser Bewegung alle aufrichtig republikanischen Glemente Damit schließt die Debatte. Nach kurzen Schlußbemerkungen Die Verhandlungen werden von 8 Uhr früh bis 12 Uhr Und was dem Schwindelgeneral Boulanger, der die des Abgeordneten Kruse geht der Antrag an die Budget- mittags und nachmittags von 2 bis 6 Uhr dauern. Revisionsidee für Jahre hinaus fompromittirt hatte, nicht ge tommission. Nach dem noch die Tagesordnung nach dem Antrage der lungen war, das muß der vereinigten Thätigkeit der sozialistischen Morgen 11 Uhr: Richterbesoldungsgesetz und Novelle zum Generalfommission festgestellt ist, tritt die Mittagspause ein. und radikalen Partei gelingen. Zentralgenossenschafts- Rassengeses( beide in zweiter Lesung). Die Tagesordnung wird wie folgt festgestellt:" Schluß 4 Uhr. Rücken tehren. zu. über weiter fein Wort verliere. B Bweiter Kongre man Ich bemerke bei dieser. Gelegenheit, daß unsere Genossen gegenüber der unter Léon Bourgeois' Borsiz gebildeten Liga zur Vertheidigung des allgemeinen Getrennt 38 a hire ch 13" Bereitschapitree Tatti bez marschirens und Vereintschlagens" beobachten. Auf den ihr der Gewerkschaften Deutschlands raditalerseits gemachten Vorschlag, einige Mitglieder in den Aus Zu Ehren der Delegirten des Gewerkschaftskongresses hatte schuß der Liga zu wählen, antwortete die sozialistische Fraktion, die Berliner Gewerkschaftskommission am Sonntag in dem Lokal fie zöge es vor, parallel mit der Liga für die Verfassungsrevision von Keller, Koppenstraße, einen Kommers veranstaltet. Sehr zu wirken, ohne im Ausschuß vertreten zu sein. zahlreich hatten sich bereits die Delegirten der einzelnen GewerkEr warne vor Die Verlesung der Präfenzlifte ergiebt, daß 57 Organisationen vertreten und 142 Delegirte inkl. der fünf Mitglieder der Generalfommission anwesend find. Zum ersten Borsitzenden wird Legien Hamburg, zum zweiten Vorsitzenden TimmBerlin gewählt. Zu Schriftführern wurden gewählt: Deisinger, Zürt, Fraaß, Leipart, Breder, Ströhlinger, Henter und Holm. Der Unterstützungsverein deutscher Tabatarbeiter hat die BeGeneralfommission löst. Ein großer Theil der Mitglieder ist mit diesem Schritte nicht einverstanden und eine größere Anzahl von Bahlstellen hat zwei Vertreter zum Kongreß entsandt, einen aus dem Norden und einen aus dem Süden. dem Norden und einen aus dem Süden. Thomas Altona giebt eine dementsprechende Erklärung ab. Die Geschäftsordnung wird nach den Anträgen der Generaltommission angenommen. Bemerkenswerth ist folgende Bestimmung: 1. Rechenschaftsbericht der Generalfommission und Berathung der Anträge, welche auf den Fortbestand bezw. die Auflösung der Kommission bezug haben. Berichterstatter: G. Legiens Hamburg. 2. Die Aufgaben der Generalkommission. a) Agitation. b) Lohnstatistik und Arbeitslosenstatistik. c) Streitunterstügung und Streifstatistit. Ref.: A. v. ElmHamburg. d) Korrespondenzblatt. 3. Die Arbeitslosen- Unterstützung. Referent: E. Eichler. Leipzig. Korreferent: Fr. Fricke= Dresden. Paris, 1. Mai. Die internationale Konferenz schaften eingefunden und auch die hiesigen im Vordergrund stehenzum Schuße des literarischen Eigenthums hielt den Vertreter der Organisationen waren vollzählig erschienen. Da heute ihre Schlußfißung ab. Die nächste Zusammenkunft wird das Arrangement mehr im engeren Kreise der Betheiligten bekannt nach Verlauf von 6 bis 10 Jahren in Berlin abgehalten war, so zeigte das Fest nicht jene Fülle und jenes beängstigende Ge- 4. Die Arbeitsvermittlung als gewerkschaftliche oder tom. dränge, das sonst bei derartigen Veranstaltungen in der Groß- munale Einrichtung. Referent: C. Legien Hamburg. Paris, 4. Mai, früh. Die Betheiligung an den Gemeinde- ftabt allgemein üblich ist. Dem Feste gereiche dies entschieden rathswahlen in Paris war allgemein bedeutend. Die Zahl der zum Vortheil, denn es trug mehr den Charakter der Gesellige Frau Kähler- Wandsbek. und des ungezwungenen gab jenigen Wähler, welche den Mahlen fernblieben, war wesentlich I feit, dem Herzen ein werden. W 5. Die Agitation unter den Arbeiterinnen. Referentin: 6. Die Hausindustrie, Schwißsystem und die Bestrebungen J. Timm= St Berlin. " der Arbeiter für Ginführung von Betriebswerkstätten. Referent joder einen Generalsekretär einzusehen. Ich meine, ehe Ansicht, daß die Aufhebung der Generate Sie diesen Antrag annehmen, lassen Sie die Generalfommission tommission die Dezentralisation bedeutet. Im 7. Berathung der nicht unter den vorstehenden Punkten er bestehen. Ein solcher Korrespondent braucht auch Mittel und Gegentheil, es könnten sich noch viele kleinere Organisationen ledigten Anträge. soll er mehr leisten, braucht er noch mehr Mittel als die General- den größeren anschließen und mehr erreichen. Aber gerade hierin Ein Antrag: Die Feier des 1. Mai" auf die Tagesordnung kommission.( Sehr richtig.) Ein Antrag der Metallarbeiter will hat die Generalfommission so gut wie gar nichts geleistet. zu sehen, wird mit knapper Majorität abgelehnt. einen Verein der Vorsitzenden der Zentralverbände bilden und Die Unterschiede zwischen den einzelnen Berufen sind nicht der groß, Rastengeist muß nur Mit großer Majorität wird der Antrag abgelehnt: dieser Verein soll einen Beamten anstellen. Ich halte die Bildung so nicht künstlich werden. E3 wäre Die Sozial- und Vereinsgesetzgebung" auf die Tagesordnung, eines solchen Vereins nicht für ausführbar, weil die Wohnfiße der gezüchtet Pflicht der General zu setzen, nachdem verschiedene Redner betont haben, daß die einzelnen Vorsitzenden zu weit auseinander liegen. Die Stutt kommission, hier helfend einzugreifen. Sie hat das aber nicht Erörterung eines sozialpolitischen Themas nicht angängig fei, garter verlangen einen Gewerkschaftsbund. Es fragt sich, ob gethan und so sehe ich nicht ein, weshalb wir eine Inftitution wenn man nicht die Behörden zum Einschreiten provoziren wolle. die Vereinsgefeßge bung da nicht hinderlich im Wege unterstützen sollen, die diesem Kastendünfel eher Vorschub leistet, Auch ein Antrag auf Erörterung der Bewegung der Arbeiter steht. Ich meine, eine solche Institution wie die General- als ihm Abbruch zu thun bestrebt ist. Ich bitte Sie deshalb, und Arbeiterinnen der Konfektionsindustrie wird mit geringer fommission sollte, wenn sie nun einmal gegründet ist, unsern Antrag auf Aufhebung der Generalfommission ernster Majorität abgelehnt. nicht wieder beseitigt werden. Die Mitglieder haben Erwägung unterziehen zu wollen. In der Nachmittagssigung wird zunächst ein dring dabei fein persönliches Interesse, die Generalfommission aufrecht Ehe sich der Kongreß hierauf bis Dienstag früh 8 Uhr licher Antrag Brey- Hannover:" Dem Verband der Fabrik, zu erhalten. Ich bin allein besoldetes Mitglied, aber Sie werden vertagt, wird eine Resolution Ro03- Altona, in welcher Land-, Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen ein Darlehen von mir zugeben, daß ich mir noch auf andere Weise 160 M. monat- der Kongreß ausspricht, daß er in dem über die gegenwärtig 5000 Mart zu gewähren", angenommen, nachdem ihn der An- lich verdienen fann. Die Generalfommission auf von Streitbrechern in der Mohr'schen Fabrik hergestellte Mar. tragsteller unter Hinweis auf verschiedene Lohnkämpfe, die diese heben heißt die Dezentralisation aussprechen garine verhängten Bontott eine berechtigte junge Organisation gerade jetzt zu bestehen habe, begründet hatte. und das wäre verhängnißvoll. Es hieße, die Abwehr erblickt, einstimmig angenommen. Ein Begrüßungstelegramm ist von den streifenden Schefflern Verbindung zwischen den einzelnen Gewerkschaften beseitigen. Schluß 614 Uhr. in München eingegangen. Nennen Sie das Ding, wie Sie wollen, zerstören Sie aber nicht Sillier Berlin giebt den Bericht der Wahlprüfungs- das Bindeglied zwischen den einzelnen Organisationen. Das Kommission, wonach 136 Delegirte und 5 Mitglieder der General- Schreiben gegen die Generalkommission hat wunderliche tommission anwesend und 56 Organisationen vertreten sind. Die Blüthen gezeitigt. Eine Artikelreihe im Grundstein" propagirt Mandatsprüfungs- Kommission empfiehlt, auch die Organisationen, geradezu die Dezentralisation. Das eine will ich Ihnen sagen: Am 20. April traten die Maurer Berlins in den Streit. bie ihrer Beitragspflicht nicht oder nicht voll genügt haben, zu Mögen Sie hier die Aufrechterhaltung der Generalfommiffion Die Forderungen, die hauptsächlich in der Verkürzung der Ars zulassen. beschließen, dann behandeln Sie sie wenigstens anständig.( Sehr beitszeit auf 9 Stunden und in einem Stundenlohn von 55 Pf. Wollmann Berlin beantragt, erst einen Beschluß des richtig.) Ich will wünschen, daß es unseren Nachfolgern nicht bestehen, sind bis 2. Mai auf 348 Bauten mit 4117 Kollegen Kongresses darüber herbeizuführen. so schwer gemacht wird, wie uns. Kritifiren Sie, aber denken bewilligt. 1500 Kollegen befinden sich noch im Streit, Von anderer Seite wird an den Kassenbeständen der Sie immer daran: Hier handelt es sich darum, gemeinsames zu die Zahl derer, die noch zu die noch zu den alten Bedingungen einzelnen Gewerkschaften nachgewiesen, daß die meisten Dr- schaffen, alle Kräfte zusammenzufassen, und denken Sie daran, arbeiten, läßt sich nicht genau feststellen; es werden ungefähr ganisationen wohl in der Lage waren, ihren Zahlungs- daß auch das kleinste Mittel benutzt werden muß, dieses große 1500 fein. Am 3. Mai beschloß eine Versammlung, den verpflichtungen nachzukommen. Ziel zu erreichen.( Beifall.) ändern und der bisherigen Form Der Kongreß beschließt über den Antrag Wollmann zur Leipart Stuttgart bemerkt zur Geschäftsordnung, daß über einzelne Bauten die Sperre zu verhängen. Wir ersuchen also alle Tagesordnung überzugehen und beschließt im Sinne der Mandats- der Antrag der vereinigten Gewerkschaften Stuttgarts zur Parteigenossen, den Angaben der gegnerischen Preffe, der Streit der prüfungskommission. Generalkommission von den Stuttgarter Gewerkschaften nicht Maurer in Berlin sei beendet, nicht Glauben zu fchenten. angenommen worden ist, daher hier nicht zur Verhandlung Der mit den falschen Angaben der bürgerlichen Presse verfolgte Zweck fommen kann. ist wohl durchsichtig genug. Wir ersuchen vielmehr die Kollegen allerorts, uns noch einige Zeit mit Zuzug zu verschonen, dann werden wir auch im stande sein, einen vollständigen Sieg zu erringen. Mit Gruß und Handschlag: Die Lohntommission der Maurer Berlins. J. A.: H. Silberschmidt, Neue Friedrichstr. 44, Restaurant Röllig. # " Der Antrag wird aber von Steinbrenner- Stuttgart wieder aufgenommen und findet genügende Unterstützung. Es werden folgende Anträge genügend unterstützt und zur Generaldiskussion gestellt: Die Metallarbeiter Dresdens beantragen, die Generalfommission aufzuheben und an ihre Stelle einen Sorrespondenten für Deutschland zu wählen. 5. Der Ge Streit in Gewerkschaftliches. An die Arbeiter Deutschlands! zu nur Achtung, Präger und Prägerinnen! Wegen Lohn reduktion haben die Arbeiterinnen der Firma Wundsch u. Lange in Berlin, Fennstr. 49, die Arbeit niedergelegt. Zuzug ist fernzuhalten. Näheres in der morgen Mittwoch, den 6. Mai, bei Gründel, Brunnenstr. 188, stattfindenden öffentlichen Versamm lung. Der Vertrauensmann. Verbandes. Legien Hamburg giebt hierauf den Rechenschaftsbericht der Generaltommission: Es mag richtig sein, daß die Generalkommission nicht das geleistet hat, was sie hätte leisten sollen; das liegt aber nicht an ihrem guten Willen und schließlich werden Sie zugeben müssen, daß das, was geleistet ist, nicht unbeträchtlich ist. Die Generalfommission verfügt über nur einen Beamten, während die österreichische Gewerkschaftsleitung drei Beamte besitzt. Die Generalfommission aber hat sich gefagt, ehe nicht eine solche Einrichtung eingewurzelt ist, wollen wir uns nicht auf einen tostspieligen Verwaltungs- Die vereinigten Gewerkschaften Stuttgarts apparat einlassen. Auf dem diesmaligen Kongreß wird es sich beantragen: 1. Die Gewerkschaften Deutschlands treten zu einem entscheiden, ob die Institution eine dauernde sein wird oder Gewerkschaftsbund zusammen. 2. Zugelaffen find sämmtliche nicht. Bis jetzt stand sie im Anfangsstadium, wird sie nicht Zentralorganisationen, sowie Lotalorganisationen solcher aus Bosheit oder Mißverständniß weiter angerempelt, dann Berufe, für welche keine Zentralisation besteht. 8. Aufgaben des wird sie zeigen, daß sie mehr leisten fann. Bielleicht Bundes find: Agitationen in rückständigen Gegenden, statistische Gebr. Südtke i Berlin, Brizerstr. 8, haben Achtung, Tischler! Die Kollegen in der Werkstatt von 20 Mann tommt dann ein oder der andere und sagt: Das war ein Fehler, Aufnahmen über Streiks, Herausgabe eines Zentralorgans, Ihr hättet uns zeigen sollen, was sich mit einem größeren Ver- Unterstügung von Streits in solchen Fällen, wo die Organisation stark die Arbeit niedergelegt, weil sie an der beschlossenen waltungsapparat leiſten läßt. Ich halte das aber für unrichtig. allein den Kampf nicht siegreich zu Ende führen tann, An- 52stündigen Arbeitszeit festhalten wollen, während die UnterWir haben in rückständigen Gegenden wie Ost- tnüpfung internationaler Beziehungen. 4. Die einzelnen Drgani- nehmer glauben, für sie sei jezt der Zeitpunkt gekommen, wo den und Westpreußen Organisationen mit einigen fationen zahlen an den Bund pro Mitglied und Quartal 5 Pf. Beitrag. Arbeitern das Errungene wieder streitig gemacht werden kann. Wegen Feierns des 1. Mai wurden 7 Kollegen in der Werkhundert Mitgliedern geschaffen. Dhne die Thätig. Die Abrechnung hierüber erfolgt vierteljährlich und sind dabei teit der Generalkommission wäre das nicht möglich sämmtliche Bundesmitgliedschaften mit denen von ihnen ge- dürfen weiter arbeiten. Die Ortsverwaltung des deutschen Holznicht statt von Kretzmann, Sebastianstr. 36, gemaßregelt. 3 Mann gewesen. Wir haben uns an Ort und Stelle Leute ausgesucht, zahlten und restirenden Beiträgen aufzuführen. arbeiter Verbandes. die die Organisationen begründet und weiter ausgebaut haben. werkschafts- Kongreß wählt einen aus 9 Personen bestehenden In der Metallarbeiter- Zeitung" ist in einem Bericht aus Bundesvorstand. Achtung, Metallarbeiter! Die Schlosser der Firma Danzig die Thätigkeit der Generalfommission auch anerkannt Der Deutsche Metallarbeiter Verband beantragt Auf- 3immermann in Stegliz, Lindenstr. 40, wurden wegen Feierns des 1. Mai gemaßregelt. Zuzug fernzuhalten. Die worden. Dieser turze Bericht wiegt viele lange Artikel auf, die hebung der Generalfommission. gegen die Generalfommission geschrieben worden sind. Der Verband der Zimmerer( Altona) beantragt: Der Ortsverwaltung des Deutschen Metallarbeiter Wir haben ferner Agitationstouren für die Generalkommnission sind die früheren Rechte wieder einzuräumen Nahrungsmittelbran dhe infgenirt. Solche Agitationen und sie hat Streitunterstützung und Agitation zu regeln. Achtung, Zimmerlente Berlins! Die Firma Simon, verursachen eine Menge Arbeit. Die Generalfommission hat Die Generalversammlung des Deutschen Holzarbeiter- Ver- Haideftr. 55-57, bei der eine Anzahl von Zimmerern am 1. Mai versucht, so gut wie möglich zu operiren. Wer das zu be bandes beantragt, unter Aufrechterhaltung der Generalfommission entlassen wurde, hat per Postkarte beiden entlassenen Leuten jetzt urtheilen vermag, wird die Größe der Arbeitsleistung zugeben den Beitrag auf 2/2 Pf. pro Quartal und Mitglied herab- angefragt, ob sie nicht gewillt sind, für 30 Pf. zu arbeiten. Möge müffen. Nicht minder schwierig war die Agitation zusetzen. fich fein einziger Zimmerer verleiten lassen, darauf einzugehen. unter den Arbeiterinnen. Es war die erste wirklich Verschiedene Anträge lauten auf Aufrechterhaltung der Solche Machinationen werden wohl noch mehrmals angewandt große Agitation unter den Arbeiterinnen und es sind auch Generalfommission. werden. Zeigen wir, daß wir uns nichts entreißen lassen. mehrere Tausend für die Organisation gewonnen worden. Wir Der Verband der Fabrikarbeiter( Bahlstelle Halberstadt) be- Außerdem haben die Firmen Schulze, Brückenstr. 13, und Nietsche, haben in bezug auf Statistiken nicht viel leisten können, aber antragt, daß jede Zentralorganisation auf den folgenden Gewert Gitschinerftr. 107, ihr gegebenes Wort wieder zurückgezogen. An die einzelnen Organisationen haben mit geringen Ausnahmen selbst schaftskongressen nur durch einen Telegirten zu vertreten ist. dieser Stelle sei nochmals auf die heutige Playdeputirten- Sigung noch nichts auf statistischem Gebiet geleistet. Wir haben Der Verband der Brauer( Zahlstelle Hamburg) beantragt aufmerksam gemacht.( Siehe Annonce.) Die Lohnfommission. nur eine mangelhafte Streitstatistik aufstellen können, weil wir für je 3000 Mitglieder einer Organisation einen Delegirten zu Achtung, Bauhandwerker, Arbeiter! Hierdurch theilen au wenig unterstützt worden sind von den einzelnen Organi- wählen. wir Euch mit, daß die Parkettbodenleger Berlins in eine Lohn fationen. Beschlüsse nach dieser Richtung sind zwar gefaßt, aber Der Vorstand des Verbandes der Bauarbeiter beantragt: bewegung eingetreten find. Bur genauen Kontrolle werden Arnicht gehalten worden. Das„ Korrespondenzblatt" ist zwar nur Der Generalfommiffion bleibt das Recht, sich auf den Verbands beitsberechtigungs- Karten ausgestellt. Wir ersuchen Euch, uns ein kleines Blättchen, aber es ist von der Gewerkschaftspresse tagen der einzelnen Berufsorganisationen durch ein Mitglied ver- in unserem Vorgehen zu unternüßen. Die Wertstatt. fehr eifrig benutzt worden. Wird das Blatt vergrößert, so wird treten zu lassen. Kontrolltommission der Parkettbobenleger es auch mehr leisten können, denn die Beziehungen Als Korreferent wird vom Kongreß hierauf Schlice: Berling. zum Auslande haben sich befestigt. Das sind die Ergänzungen Stuttgart bestellt. Redner meint, ein Rorreferat zu dem Bericht Die Scheibentöpfer Berlins und Umgegend find gezwungen. zu dem schriftlichen Bericht. Legien's könne er nicht geben, er könne höchstens hier den AnSie werden sich vielleicht wundern, daß von dem Streit und trag des Metallarbeiter- Berbandes auf Aufhebung der General- worden, die Arbeit niederzulegen, da ihnen auch die bescheidenen der Spannung zwischen dem Parteivorstand und der General- tommiffion etwas ausführlicher begründen. Redner führt aus: Forderungen: Einführung eines einheitlichen Lohntarifs mit ganz. tommission, den dunklen Plänen der Generalfommission, Nicht Animosität gegen die Mitglieder der Generalfommission geringfügigem Auffchlag, ferner 91/2 stündige Arbeitszeit, rund dem Austritt der Tabatarbeiter in dem Bericht feine hat uns zu unserem Antrag veranlaßt, sondern die Thatsache, weg abgelehnt wurden. Der Streit vertheilt sich auf die einzelnen Rede ist. Die Generalfommission hält diese Dinge nicht daß die Generalfommission zu wenig Unterstützung bei den Gewerk- Fabriken wie folgt: Krüger, Schönhauser Allee, mit 16, für wichtig genug, um fie im Druck zu verewigen. fchaften gefunden hat. Die Gewerkschaften haben mit dem inneren Lilienthal, Pallisadenstraße, mit 6, Schleinig, Weißensee, Was geht der Parteivorstand die Generalfommission an? Ber- Ausbau noch sehr viel zu thun und ich glaube, es ist besser, erst mit 6, Ecardt, Friedrichsberg, mit 3, Müller, Frankfurter möge der Vereinsgefeßgebung dürfen beide nicht in Verbindung nach Vollendung dieses Ausbaues ein so kostspieliges Institut Allee, mit 4 Mann. Der Töpfermeister Schmidt, Charlottentreten. Wenn der Auer und die Generalkommission Verburg, hat gestern die Forderungen bewilligt und den Tarif untererrichten. Die der Legien sich in Köln wie Die auswärtigen Scheibentöpfer wollen hiervon auf dem Parteitage zanken und der eine vom andern bindung zwischen den einzelnen Organisationen fann auch schrieben. sich nicht moralisch ohrfeigen läßt, sondern seine Liebenswürdig auf andere Weise unterhalten werden. Legien hat sich auf die Kenntniß nehmen und durch Fernhalten des Zuzuges feiten erwidert, so plazen eben persönliche Gegenfäße aufein- Bahlstelle unseres Verbandes in Danzig berufen, die den Fort- den Streikenden den Kampf erleichtern helfen. Der Vorstand ander, aber die Gewerkschaftsbewegung geht das nichts an. bestand der Generalkommission fordert. Ich kann ihm die Zahlstelle des Allgemeinen Vereins der Töpfer und Berufsgenossen Noch ein paar Worte über die dunklen Pläne der Königsberg entgegenhalten, die sich gegen den Fortbestand erklärt Deutschlands. J. A.: Ferd. Kaulich. Seneraltommission. Ueber diese dunklen Pläne bat. Die Anforderungen der Generalfommission an die Gewerk- Achtung Tapezirer! Bei der Firma Leo Meyer, Belle es handelte sich um die Einberufung dieses schaften sind zu hoch, als daß die Organisationen sie alle Alliancestr. 84, haben am Montag sämmtliche Kollegen die Arbeit tönnten. Kongresses als Ein Hundsfott giebt mehr waren 300 Personen unterrichtet worden und erfüllen er niedergelegt, da in bezug auf Arbeitszeit und Lohn Differenzen trozdem sprachen die Handschuhmacher von einem Geheimniß. hat. Der Metallarbeiterverband war nicht dazu in der ausgebrochen sind. Die Werkstatt ist als gesperrt zu betrachten. Ich be Zuzug daher streng fern zu halten. Näheres in der öffentlichen Der Plan der Generalfommission ging dahin, daß neben diesem Lage und Legien hat das selbst anerkannt. Kongreß ein anderer Kongreß von dem Lokalkomitee ein- streite nicht, daß die Generalfommission viel die Generalfommission viel zur An- Versammlung. Allgemeiner Deutscher Zapezirer. berufen werden sollte, zu dem die Mitglieder in öffentlichen Ver- tnüpfung der internationalen Beziehungen gethan hat. Aber die Verein( Filiale Berlin.) sammlungen gewählt werden sollten. Ich kann das jetzt ganz einzelnen Gewerkschaften haben ja selbst internationale Beziehungen Achtung, Buchdruckerei Silfsarbeiter und Hilfsoffen sagen, denn dadurch, daß die Sache so reichlich besprochen angeknüpft. Ich erinnere an den internationalen Bergarbeitertag arbeiterinnen! Unsere Forderung auf Einführung der neun worden ist, ist uns auf lange Zeit hinaus die Möglichkeit, diesen und den internationalen Handschuhmacherkongreß. Auch hier stündigen Arbeitszeit muß nunmehr am Mittwoch, den 6. Mai, Plan auszuführen, genommen. Der Staatsanwalt würde jetzt rechtfertigt sich nicht der fostspielige Verwaltungsapparat der an diejenigen Prinzipale gestellt werden, welche sich zur Sache scharf einschreiten. Der ,, Vorwärts" druckte sofort er ist sonst Generalfommission. Die sogenannten dunklen Pläne der noch nicht geäußert haben. 62 Druckereien hatten bis gestern nicht so schnell- den Artikel aus dem„ Handschuhmacher" ab Generalfommission waren in der That sehr bedenklich und Abend dewilligt. Ani Mittwoch Abend findet eine öffentliche die Kritik heraus. Sie hat die Bedenklichkeit Versammlung statt. Näheres siehe morgen im Vorwärts" unter und stellte die Frage: Was geht vor? Man hätte sehr leicht forderten fönnen, auch erfahren eingesehen. wohl zwei Mitglieder ihres Vorgehens Ich Zur Buchdruckerbewegung. Wie uns von dem Bureau was in vorgeht, denn gu = " der Generalfommission fizen im Reichstage, Redat die Entrüftung in den einzelnen Gewerkschaften sehr wohl be Berjammlungsanzeigen. J. A.: Fiesel und H. Jahns. teure des ,, Vorwärts" fizzen auch da. Eine einfache greifen. In der Generalkommission glaubt man jetzt das Gegen des Vereins Berliner Buchdrucker und Schriftgießer mitgetheilt Frage hätte genügt und die Aufklärung wäre erfolgt. Der gewicht gegen den Parteivorstand zu besitzen, dem die GewerkHandschuhmacherverband verweigerte die Beiträge. Bald aber schaftsbewegung ein Dorn im Auge sein soll. Ich meine, sollte das wird, ist in Berlin die Verfürzung der Arbeitszeit in mehr war wieder Friede über den Wassern. Die Angelegenheit der wirklich beim Parteivorstand der Fall sein, so werden die Gewerk als 100 Buchdruckereien seit gestern eingeführt worden; darunter Tabatarbeiter steht mit dem Vorgehen der Handschuh- schaften selbst start genug sein, alle solche Angriffe abzulehnen. befinden sich alle größeren Offizinen. Die übrigen Geschäfte bemacher in Zusammenhang. Er erließ eine kurze Erklärung Mir wurde einmal der Einwand gemacht: Hat die General- finden sich mit ihrem Personal noch in Unterhandlung betreffs im Gewerkschaftler, der die Verweigerung der kommission uns auch noch nichts genügt, so hat sie uns doch der Regelung der Arbeitszeit. Von den ersterwähnten Firmen haben 52 die gleiche Arbeitszeit für das gesammte Pers Zahlungen angekündigt wurde. Hatten wir den Hand- auch nichts geschadet. Ich weise noch einmal auf die materiellen sonal eingeführt. Schuhmachern gegenüber feine Veranlassung zur Kritik, so mußten Opfer hin, die die Generalfommission fordert. Die Gewerkschaften wir den Tabalarbeitern ordentlich die Wahrheit geigen. Wir brauchen ihr Geld, um ihren Mitgliedern materielle Vortheile noch nicht beschafft worden waren. Herr Junge in Bremen, der befferungen bei günstiger Ronjunktur ist den Arbeitern nicht geLeipzig, 4. Mai.( W. T. B.) Das Verfahren in dem jezt noch Vorsitzender des Zabakarbeiter- Verbandes ist, versicherte dient. Jede Gewerkschaft soll vor allem die eigene Organisation dann wird auch die Agitation leichter sein. Landesverraths Prozeß gegen den Ingenieur Ancillon aus mir noch 1892: Was die Generalfommission jetzt für die stärken, haben bei Dem jezigen Stande Tabatarbeiter thut, werden wir ihr nie vergessen." Dieses Statistiken der Be Urgeville ist dem„ Leipziger Tageblatt" zufolge nunmehr durch wegung nur einen zweifelhaften Werth. Die Selbstkräftigung Beschluß des Reichsgerichts wegen mangelnder Beweise eingestellt " nie" hat gerade drei Jahre gedauert. Ich kann Ihnen versichern, nur die Ueberzeugung, daß eine fann ohne Generalfommission erfolgen. Das Interesse an der worden. Prag, 4. Mai.( W. T. B.) Hier ist Hochwasser eingetreten. Institution wie die Generalkommission für die gedeihliche Ent- Generalfommission ist, wie der Bericht ausweist, bei den einzelnen wickelung nothwendig ist, fann mich bestimmen, Ihnen den Fort Gewerkschaften nicht sehr groß. Der Zeitpunkt für den Kongreß Die Vororte Lieben, Bodbaba, Kaisermühlen, ebenso ein Theil bestand der Generalkommission zu empfehlen. Noch ein ist angesichts der zahlreichen jetzt schwebenden Lohnkämpfe schlecht der Insel Kampa sind überschwemmt. Die Meldungen von den paar Worte über die vorliegenden Anträge: Dresden be- gewählt, doch soll der Generalfommission tein Vorwurf daraus Userorten Eüdböhmens lauten bedrohlich, das Wasser steigt schnell; werden. Ich bin durchaus nicht der die Wasserkommission ist unausgesetzt thätig. antragt, statt der Generalfommission einen Korrespondenten gemacht haben Mittel für den Tabakarbeiterstreit beschafft, wie sie vordem von Dauer zu bieten. Mit kleinen vorübergehenden Auf Depeschen und lehte Nachrichten. M Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Truck und Berlag von Mag Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen. 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 104. Reichstag. Dienstag, den 5. Mai 1896. M 13. Jahrg. den schnurrigen Gedanken, daß nun gar ein sozialdemokrati-| diesem letzteren gegenüber keine andere Darstellung anerkennen, scher Reichstags- Abgeordneter sich der Strafe durch die Flucht selbst wenn sie von einem Reichstags- Abgeordneten ausgeht. Die entziehen könnte, wird wohl die Staatsanwaltschaft selbst nicht schriftliche Erklärung eines vereideten Beamten ist von größerer 83. Sigung vom 4. Mai 1896. 1 Uhr. gekommen sein. Eine Verdunkelung der festgestellten Delikte: Bedeutung als die Erklärung eines Betheiligten. Man hätte Am Tische des Bundesraths: v. Bötticher, Nieber- Rolportagevergehen u. s. w., fonnte nicht mehr erfolgen. Ver- also zunächst abwarten müssen, wie dieses Mißverständniß sich ding. haftungen sollen nur vom Richter, nicht von der Staatsanwalt- aufklärt. Wenn die Sache von allen juristischen Tifteleien und Auf der Tagesordnung steht zunächst die Interpellation fchaft vorgenommen werden; das ist die einzige Garantie, die juristischen Motiven losgelöst wird, so steht sie so: das Auer und Genossen:" Jit dem Herrn Reichstanzler bekannt, wir für die Freiheit noch haben. Die gesetzwidrige Verhaftung Flugblatt ist beschlagnahmt worden und nach wenigen daß der Reichstags- Abgeordnete Bueb am 25. April 1896 abends wird doppelt frevelhaft, weil sie sich gegen einen Reichstags: Stunden find die beschlagnahmten Ballen verschwunden. in Mülhausen i. E. verhaftet worden ist? Ist der Herr Abgeordneten richtet. Welches der vier Delikte den Anlaß Darin liegt eine Beseitigung der Spuren. Ob das Vorgehen Reichskanzler geneigt, diejenigen Beamten, welche die Verhaftung zur Verhaftung gegeben hat, ist nicht bekannt. Es müssen der Polizei und Staatsanwaltschaft zweckmäßig war, liegt auf unter Verlegung des Artikel 31 der Reichsverfassung veranlaßt also alle vier Gründe in betracht gezogen werden. Das einem andern Brett. Wenn ein Nicht- Reichstags- Abgeordneter oder vorgenommen haben, die erforderliche strafrechtliche Ver- Flugblatt war früher als 24 Stunden vor der Verhaftung ver- auf grund dieser Thatumstände hätte verhaftet werden können, folgung zu veranlassen?" breitet worden; damit war die Verächtlichmachung und die warum soll ein Reichstags Abgeordneter frei ausgehen? Es Nachdem Staatssekretär v. Bötticher sich bereit erklärt hat, Beleidigung auch schon 24 Stunden vollendet. Es kann alio ist als die Aufgabe des Reichstages hingestellt worden, sofort zu antworten, erhält das Wort zur Begründung der Inter nur die Beseitigung der beschlagnahmten Drucksachen in betracht seine Würde zu wahren. In dubio ist das richtig. Aber pellation tommen. Ich behaupte aber, daß keine Beschlagnahme erfolgt in bezug auf die Befolgung der Gesetze sollten die Abg. Stadthagen( Soz.): Es handelt sich nicht um ein ist, daß Herrn Bueb von einer solchen nichts bekannt geworden Reichstags- Abgeordneten dem Bolte mit einem guten BeiPrivilegium des Abg. Bueb, sondern um die Wahrung ist, wie Ihnen vielleicht Herr Bueb nachher feierlich selbst spiele vorangehen.( Zuruf: Duell! Heiterkeit.) Wenn Herr der Rechte des Reichstags, damit der Reichstag in Vollzähligkeit versichern wird. Das Wort des Herrn Bueb ist mir werth- Lenzmann die Beleidigung des Reichstages mit Majestätsfeiner Pflicht nachkommen kann, ohne Rücksicht auf die eigen voller als das Wort eines Polizeibeamten in Elsaß beleidigungen auf die gleiche Stufe stellt, so ist das bei einem thümlichen Anschauungen der Beamten, daß daher der Reichstag Lothringen, der seine gesetzwidrige Handlung entschuldigen Juristen verwunderlich; denn das Strafgesetzbuch stellt die beiden allein das Recht hat, zu bestimmen, ob seine Mitglieder ver will. Beschlagnahmte Ballen Drucksachen hätte man Herrn Dinge nicht gleich, auf die monarchische Gesinnung brauche ich haftet werden sollen. Es hat eine Untersuchung und Ver- Bueb nicht zur Verfügung gelassen; so schlapp ist die Polizei mich nicht erst zu berufen. Die Abgeordneten, welche nach Haftung stattgefunden, ohne daß der Reichstag befragt worden ist. im Elsaß nicht.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Art. 32 der Verfassung zu unrecht hier fißen, welche eigentlich Die bevorstehenden Gemeinderathswahlen haben wohl die Nerven Herr Bueb hätte doch geradezu verrückt sein müssen, wenn nicht berechtigt sind, hier zu sitzen( 3uruf der Sozialdemokraten: einiger Beamten erregt. Ein ganz harmloses Flugblatt, welches er bei der Kreisdirektion noch die Kolportage= Erlaubniß blos Sie sind dazu berechtigt!) können sich nicht auf die Reichsder Mülhausener sozialdemokratischen Zeitung am 24. April bei für beschlagnahmte Drucksachen nachgesucht hätte. Wenn verfassung berufen. Die Sozialdemokratie breitet sich in Elsaß gelegt war, wurde als gefährlich betrachtet. Redner verliest das die Beschlagnahme stattgefunden hat, so besteht sie heute Lothringen unter dem Schuße der deutschen Verwaltung immer Flugblatt, welches von dem Wahlrecht, der Eintragung in die noch, warum ist denn die richterliche Bestätigung nicht nach mehr aus; zur französischen Zeit war sie vollständig unbekannt. Wählerliste 2c. handelt. Am 25. April wollte der Abg. Bueb gesucht worden? Wie wenig berechtigt die Verhaftung war, Ich muß dagegen protestiren, daß hier im Hause immer wieder das Haus verlassen, wurde aber von einem Schuhmann auf- beweist die Entlassung, die doch nicht erfolgt ist, weil er den der Versuch gemacht wird, die Autorität der Behörden herabgehalten, bis der Kriminalkommissar tam, welcher von der Eisen- Fluchtverdacht beseitigt hat, sondern weil er die Papiere heraus zusetzen.( Widerspruch links.) bahn her Kenntniß von der Ankunft einer Drucksachensendung gegeben hat. Man hat ihn durch diese moderne Tortur zu Abg. Bueb( Soz.): Am 25. April nachmittags sollte ich zu haben behauptete und diese Drucksachen mit Beschlag be- einer Handlung genöthigt, 81 der er gesetzlich nicht mich zur Kreisdirektion begeben, um die polizeiliche Kolportagelegen wollte. Da Bueb die Flugblätter nicht herausgeben verpflichtet war. Mit Art. 31 der Verfassung ist Miß erlaubniß für die übrig gebliebenen, nicht der Zeitung beigelegten wollte, wurde er verhaftet, ohne daß ein Grund angegeben brauch getrieben worden. Ich schließe mich dem zweiten Flugblätter zu erhalten. Ich wurde von einem Schuhmann answurde. Er fandte Telegramme an den Präsidenten des Reichs- Theil der Interpellation nicht an; ich fordere Herrn Bucb auf, gehalten, fügte mich seinen Anweisungen und blieb zu Hause, bis tages und an Bebel. Der Staatsanwalt tam am nächsten Tage bei der Staatsanwaltschaft Denunziationen einzureichen gegen der Kriminalkommissar tam. Ich gestand, daß die Beilage der und sagte, der Grund der Verhaftung sei ein vierfacher: Ein den Staatsanwalt und die Polizei; wir werden abwarten, ob Flugblätter bei der Zeitung von mir herrühre. Von einer BeKolportagevergehen, wohl wegen Beilegung der Flugblätter zur die Antlageerhebung abgelehnt wird. Ich hoffe, daß selbst in schlagnahme und von einem strafbaren Inhalt der Flugblätter Zeitung; Verächtlichmachung der Staatseinrichtungen, Beleidi- Elsaß- Lothringen sich noch Richter finden werden, welche inbezug war dabei gar keine Rede, sondern nur von der Kolportage. gung und schließlich Beiseiteschaffung beschlagnahmter Druck auf die Freiheit des Bürgers und der Reichstags- Abgeordneten Ich erklärte, daß die noch vorhandenen Flugblätter nicht eher sachen. Eine Beschlagnahme der Flugblätter hatte aber gar- anderer Meinung sind als der Staatssekretär des Reichs- Justiz vertheilt werden würden, als bis die Genehmigung ertheilt nicht stattgefunden. Am Freitag Morgen wurden die Flug- amts. Der Polizeibeamte tann freigesprochen werden, weil worden sei. 1893 wurden aus Basel eingesandte Flugblätter von blätter verbreitet; wenn bis Sonnabend Abend keine richterliche unsere Polizeibeamten so erzogen sind, daß sie keine Achtung vor der Staatsanwaltschaft in Verwahrung genommen, bis die GeHandlung erfolgt war, fonnte also nicht Gefahr im Ver- der Freiheit des Bürgers haben. Die Polizei ist nicht mehr die nehmigung zur Verbreitung erfolgt sei; dasselbe glaubte ich, sollte zuge fein; ein Grund zur Verhaftung lag nicht vor. Alle vier Gule, welche im Pferdestall die Mäuse wegfängt; fie hat die jetzt wieder geschehen; ich wollte aber diesmal die Flugblätter Verbrechen sind nicht erfolgt und feineswegs derartige, daß eine Rolle des Pferdes selbst übernommen, welches nach hinten und nicht in die Verwahrung der Behörden geben. Ich weigerte Verhaftung, wie sie Artikel 31 der Verfassung im Falle der Gr- vorn ausschlägt.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) mich, mein Eigenthum herauszugeben; hätte der Kommissar sie greifung auf frischer That zuläßt, zu rechtfertigen ist. Solche Glauben Sie, daß wir die Elsaß- Lothringer dadurch gewinnen, beschlagnahmt, dann hätte er sie doch nicht als mein Berhaftungen ohne Grund werden bei Beamten mit einer schweren daß die Geseze verlegt werden, daß ihr Abgeordneter in seiner Eigenthum gelten lassen, dann hätte ich doch auch nicht die Strafe bedroht Wenn statt des Abg. Bueb der Reichskanzler persönlichen Freiheit nicht geschützt wird? Die Elsässer werden Kolportageerlaubniß für ein strafbares Flugblatt nachgesucht! von diesen Maßnahmen betroffen worden wäre, würden dadurch nicht zu der Ueberzeugung kommen, daß sie einem Rechts- Beim Vorgesetzten des Kriminalkommissarius babe ich die Geda die Bestimmungen des Strafgesetzes auch außer staat angegliedert sind. Es wäre besser gewesen, wenn die Ver- nehmigung nachgesucht. Um 2 Uhr war der Kriminalkommissar Anwendung geblieben sein? Der Polizeibericht des Mühl- treter der verbündeten Regierungen erklärt hätten, ea ist ein in meiner Wohnung. Ich wandte mich um 4 Uhr an den hausener" Expreß", welcher der dortigen Polizei sehr nahe Unrecht begangen und es sell gefühnt werden, wenn man nicht Polizeipräsidenten und er theilte mir nicht mit, daß die Beschlagsteht, suchte das unrechtmäßige Handeln der Beamten durch feine juristische Deduktionen das entschuldigt hätte, was nahme erfolgt sei, sondern daß ich mich nach Kolmar begeben zu rechtfertigen durch eine falsche Darstellung des Sachverhalts. nicht zu entschuldigen ist. müsse. Ich theilte dem Kriminalkommissar mit, daß ich deshalb Redner fragt den Reichskanzler, ob er geneigt sei, einzuschreiten Staatssekretär Nieberding: Der Reichskanzler würde sicher nach Kolmar reisen würde; troydem sprach er wiederum nicht gegen die Beamten, die so umspringen mit der Freiheit der fein Bedenken tragen, zuzugestehen, daß eine gefezwidrige Hand- von der Beschlagnahme. Es ist mir so viel beschlagnahmt Reichstagsabgeordneten. lung vollzogen ist, wenn das wirklich der Fall wäre. Herr worden, aber noch niemals hat man mir das Vertrauen geStaatssekretär Nieberding: Die Frage, um welche es sich Lenzmann hat zwar mit großer Entschiedenheit behauptet, Art. 31 fchenft, beschlagnahmte Dinge mir zu überlassen.( Heiterfeit.) handelt ist die: Ist bei der Verhaftung des Reichstags- der Verfassung sei verlegt, aber seine Deduktionen bezogen sich Nach meiner Berhaftung sende ich zwei Telegramme ab, in Abgeordneten Bueb Artikel 31 verlegt worden, wenn ja, ist der auf die Verletzung der Strafprozeßordnung, über welche zu welchen ich die Ursache der Verhaftung als unbekannt bezeichne; Reichstanzler bereit, gegen die Beamten vorzugehen? Der Reichs- urtheilen dem Reichstag jezt das Material fehlt. Die beschlag- warum sagte man mir dann nicht den Grund der Verhaftung. fanzler hat sich mit der Regierung von Elsaß- Lothringen in nahmten Drucksachen sind beseitigt worden; das ist eine Beseitigung Die Telegramme wurden nicht abgesandt, trotzdem ich sie bezahlt Verbindung gesetzt, um die thatsächlichen Aufklärungen zu er der Spuren der That. Daß eine Beschlagnahme erfolgt sei, wird hatte; am folgenden Tage wurden mir die vier Gründe der halten. Am 25. April kam es zur Kenntniß der Polizei und allerdings von Herrn Bueb bestritten. Das Protokoll des Beamten Verhaftung angegeben. In dem Protokoll, welches der Staatsdes Staatsanwalts, daß in Mühlhausen ein Flugblatt kolportirt spricht von einer Beschlagnahme, die Herrn Bueb auch mündlich anwalt aufgenommen hat, habe ich ausdrücklich bestritten, daß werde, welches in größeren Massen in die Stadt eingeführt sei. mitgetheilt worden ist. Herrn Bueb's Wort in Ehren, aber mir von der Beschlagnahme etwas bekannt war. Ich werde Herr Stadthagen hat das Flugblatt als harmlos bezeichnet, er kann sich irren.( Widerspruch bei den Sozialdemokraten.)| jetzt den Weg, den Herr Lenzmann mir angerathen hat, eins während die Staatsanwaltschaft mehrere Stellen beanstandet hat, Ein Reichsgerichts- Erkenntniß besagt, daß eine besondere Aufschlagen und Beschwerde gegen die Verhaftung erheben. Ich 3. B. die Stelle, daß Armuth im Wahlgefes als eine Schande zeichnung über die Beschlagnahme nicht zu erfolgen braucht, daß bedauere, daß meine Person Anlaß zu dieser Debatte hat, aber erklärt sei, daß derjenige, welcher Armenunterstüßung empfängt, die Bezeichnung der beschlagnahmten Drucksachen vollständig ausgegeben gur Kennzeichnung der Zustände vom Landesausschuß noch besonders geächtet worden ist. Darin reicht. Ob die Beschlagnahme aufrecht erhalten ist, weiß ich in Elsaß Lothringen war die Interpellation nothwendig. erblickt die Staatsanwaltschaft den Thatbestand des§ 131.( Lachen nicht; ich habe darüber feine Information eingezogen. Die Be- Wenn die Mitglieder des Reichstags mit gutem Beispiel voranbei den Sozialdemokraten.) Es wurde nach den Flugblättern ge- schlagnahme ist in Gegenwart und mit Zustimmung des Be- gehen sollen, wie Herr v. Stumm meint, so habe ich kein schlechtes forscht und im Haufe des Herrn Bueb zwei Ballen davon gefunden. troffenen erfolgt; da bedarf es der richterlichen Bestätigung nicht. Beispiel der Gesetzesverletzung gegeben wie andere Leute.( Bu Sie wurden beschlagnahmt, wovon der Staatsanwaltschaft münd- Herr Bueb wurde freigelassen, als das verschwundene Material rufe: Duell!) lich und schriftlich Mittheilung gemacht wurde. Als die Beamten wieder in die Hand der Polizei gelangt war; seine Entlassung Staatssekretär Nieberding: Es freut mich, daß der Vordas mit Beschlag belegte Material abholen wollten, fanden mußte also stattfinden. Es zeigt sich doch, wie mißlich redner den Weg der Beschwerde betreten will. Da wird sich ja sie das Material nicht mehr vor; Herr Bueb lehnte es ab, den es ist, solche Dinge unter Präjudizirung der höheren Instanz der Widerspruch lösen, der jetzt besteht zwischen den Aussagen Verbleib anzugeben. Die Staatsanivaltschaft erblickte darin den einer Würdigung zu unterziehen. der Beamten und des Herrn Bueb. Daß der Polizeipräsident Thatbestand des§ 187 des Strafgesetzbuchs. Auf grund der Ich lehne eine Würdigung der Thatsachen ab. Ich bin der von der Beschlagnahme nichts wußte, ist selbstverständlich; denn Thatsache, daß der Abg. Bueb unmittelbar auf der That be- Ansicht, daß man vorgegangen ist unter voller Beachtung der die betreffenden Beamten handelten auf Anordnung des Staatstroffen war, daß er weiterhin die Beseitigung des Materials be- Gesetze. anwalts; daß die beschlagnahmten Sachen bei Herrn Bueb gelassen wirken würde, um die Spuren des Vergehens zu verwischen, Abg. Lieber( 3.): Wir wollen die dem Reichstage ver- wurden, erklärt sich daraus, daß er erklärt hatte, die Sachen wurde die Verhaftung verfügt auf grund der Strafprozeßordnung. liehene Jmmunität nicht um ein Jota verkümmern lassen; denn ständen zur Verfügung der Polizei( Widerspruch des Abg. Bueb). Am nächsten Tage wurde Herr Bueb verhört und erklärte fich tua res agitur, paries cum proxismus ardet. Der Staats- Der Grund der Verhaftung war, daß die Gefahr der Beseitigung über den Verbleib der Sachen, die denn auch gefunden wurden. sekretär hält sich bezüglich der Beschlagnahme an die Berichte der der beschlagnahmten Drucksachen vorlag; der Verdacht nach dieser Darauf wurde Herr Bueb wieder in Freiheit gesetzt. Die Behörden, aber nach unseren Erfahrungen fann er uns Richtung hat sich ja auch als nicht unbegründet ergeben. Verhaftung hat sich vollzogen in unmittelbarem Anschluß nicht zumuthen, daß wir ihm ohne weiteres folgen. Abg. Lenzmann: Ich habe nicht die Majestätsbeleidigungen an die nicht abgelenguete Strafthat, also unter Beachtung Mindestens müssen wir müssen wir sagen: non liquet. Die Ver- der Beleidigung des Reichstages gleichgestellt. Mein demokrader Vorschriften des Artifel 31 der Verfassung. Daß fassung ist mindestens mittelbar verlegt worden. Die tisches Gefühl verlangt, daß die Verletzer der Majestät der Artikel 31 nur die Fälle treffe, wo der Thäter sich der Ver- Verhaftung muß an sich gerechtfertigt werden. Fluchtverdacht Volksvertretung auch gestraft werden. Den Sozialdemokraten haftung entziehen wolle, ist unzutreffend. Jeder Thäter kann liegt nicht vor. Es sollte die Möglichkeit vorliegen, daß die gegenüber habe ich oft die Warnung ausgesprochen, daß verhaftet werden, ob das Vergehen ein schweres oder leichtes ist. Spuren der That verwischt würden. Herr Bueb hat sich als fie bei Angriffen gegen Beamten vorsichtig sein sollten. Wird die Verhaftung nicht sofort aufgehoben, so muß für ihre Verfasser und Verbreiter des Wahlflugblattes bekannt; nach Wenn ich scharf gesprochen habe, so habe ich die persönliche Berlängerung die Befragung des Reichstages erfolgen. Die Ver- diesem Zugeständniß war es nicht mehr möglich, die Spuren der Ueberzeugung von deur falschen Verfahren des Beamten gehabt. haftung des Herrn Bueb ist innerhalb der Zeit erfolgt, inner- That zu verwischen.( Heiterkeit bei den Soz.) Die Ver Daß der Polizeipräsident keine Kenntniß von der Beschlagnahme, halb welcher der Staatsanwalt berechtigt ist, die Verhaftung haftung war gesezwidrig und daher einem die bei dem Reichstags- Abgeordneten Bueb erfolgt war, haben zu vollziehen. Eine Verlegung des Art. 31 liegt nicht vor; die Reichstags- Abgeordneten gegenüber eine Ver- wollte, glaube ich nicht. Dann müßte er sehr gleichgiltig sein Beantwortung der zweiten Frage ergiebt sich daraus von selbst, fassungsverlegung. Wir müssen unser lebhaftes Be- gegen solche Vorkommnisse. Der Staatssekretär hält darau fest, ganz abgesehen davon, daß es nicht Sache des Reichskanzlers ist, dauern und unsern Widerspruch aussprechen. Ich wundere mich, daß es sich um die Verhütung der Beseitigung der Spuren eines Beamten einer Landesbehörde wegen eines Vergehens zu ver- daß Herr Lenzmann den zweiten Theil der Interpellation so Bergehens handelle, während das Vergehen schon zugestanden folgen. Solange der Instanzenzug nicht erschöpft ist, hat der ganz verworfen hat. Soll denn der Reichstag über die Ver- war. Der Richter hat die Beschlagnahme vorzunehmen, nicht Reichskanzler feine Veranlassung, sich mit der Sache zu befassen bütung fünftiger Fälle der Verfassungsverlegung gar nichts sagen? Polizei und Staatsanwalt. Der Reichstag muß energisch Stellung und auch dieses Haus hat es abgelehnt, eine vorzeitige Würdi- Mit den Einzelregierungen haben wir nicht zu verhandeln; wir nehmen. gung solcher Dinge eintreten zu lassen. haben als einzigen verantwortlichen Beamten den Reichskanzler Abg. Bebel( Soz.): Erst nachdem wir volle Aufklärung Auf Antrag des Abg. Singer tritt das Haus in die Be- vor uns, der veranlassen muß, daß die Beamten der Einzel- von unserem Kollegen erhalten hatten, sind wir mit der Inter sprechung der Interpellation ein. staaten bestraft werden. Das muß ich ausdrücklich gegenüber der pellation vorgegangen. Auf die Aussagen eines Beamten auf Abg. Lenzmann( fri. Bp.): Was der Staatssekretär des Antwort des Staatssekretärs feststellent. Der letztere hat gemeint, seinen Diensteid hin legen die Gerichte nicht mehr den Werth Reichs- Justizamts vorgebracht hat, hat mich nicht überzeugt von es fehle dem Reichstag das Material zur Beurtheilung der Frage; wie früher. Der Herr Staatssekretär hätte erkennen müssen, daß der Berechtigung der Verhaftung. Der Reichstag hat das aller. ich hätte erwartet, daß er wenigstens dem Reichstage das große Widersprüche zwischen den beiderseitigen Aussagen vorgrößte Interesse daran, zu dieser ungerechtfertigten gesetz- Material in Aussicht gestellt hätte; ich behalte tuir mit meinen liegen; er hätte seine Erklärung aufschieben müssen, bis er beide widrigen Verhaftung Stellung zu nehmen, wenn nicht Freunden das weitere in dieser Sache vor. Theile gehört hatte. Der Staatssekretär hat sich aber lediglich der Respekt vor dem Reichstage verschwinden soll. Jede Abg. Rickert( frf. Vg.) schließt sich dem Vorredner an; der auf die Berichte des Beamten berufen. Bei den Beamten, welche Verletzung der Majestät, der Krone, wird mit den schwersten Reichstag darf sich bei der Erklärung des Staatssekretärs nicht eine ungesetzliche Handlung begehen, findet der Richter niemals Strafen belegt, aber der Frevel an der Majestät der Volks- beruhigen. Die Stellen des Flugblattes über die Armuth, die die böse Absicht, die bei einem Gesetze zuwider= ohne vertretung, die mindestens ebenso heilig sein sollte, wie die eine Schande sei, soll ein strafbares Vergehen enthalten. Das handelnden Arbeiter weiteres vorausgesetzt wird. Majestät des anderen Faktors der Krone, der Frevel an der Volk wird das nicht verstehen; denn man ist durch die Kost des Mit dieser Debatte ist die Sache noch nicht abgemacht. Wir Majestät des Voltes, wird entschuldigt. Es lag tein Grund Bundes der Landwirthe und der Antisemiten an ganz andere werden untersuchen, welche anderen Schritte noch zu thun sind, zur Verhaftung vor, weder Fluchtverdacht, Dinge gewöhnt. um die Rechtsverlegung zu fühnen. Herr Bueb wird die ihm noch die Möglichkeit der Verdunkelung der Abg. v. Stumm( Rp.): Die Verfassung muß beobachtet gerathenen Schritte thun, und wenn die Anklage gegen die Be= Thatsachen. Die Sozialdemokraten haben im allgemeinen werden allen Abgeordneten gegenüber. Für mich ist entscheidend amten nicht erhoben wird, dann werden wir an den Reichstag das Martyrium für ihre Ueberzeugung auf sich ge die Frage der Beschlagnahme. Wenn die Aussage des Herrn mit einem Antrag kommen. nommen, um dadurch ihre Sache zu fördern. Auf Bueb gegenüber steht dem amtlichen Bericht, dann kann ich = : Dem Abg. Lieber( 3.): Es handelt sich jetzt nur noch um den Bruch der Beschlagnahme, und auch dieses Vergehen ist festgestellt,[ Die günstigsten Verhältnisse wurden aus Köln berichtet. I die Behörde, die doch auch ein Wort mitzureden hat, die gegen. denn Herr Bueb hat dem Kriminalkommiffar gesagt: ich habe Dort wird die ungestärkte Wäsche auch in einer Fabrit her- wärtig beliebte Arbeitsmethode finden. die Drucksachen weggebracht, weil ich sie für mein Eigenthum gestellt. Eine Fabrik, welche 70 Arbeiterinnen beschäftigt, hat Der warnende Magistrat. Im Gemeindeblatt wird halte". Danach war also die Verhaftung gar nicht mehr 9 Lehrmädchen. Die Lehrmädchen erhalten in den ersten sechs offiziell bekannt gegeben: Durch Erkenntniß des Schöffengerichts gerechtfertigt. Wenn aber eine Beschlagnahme überhaupt Monaten feinen Lohn. In den folgenden sechs Monaten wird ist ein hiesiger Einwohner wegen thätlicher und wörtlicher Benicht vorlag, dann konnte auch ein Bruch derselben nicht er- ihr Tagelohn von 50 Pf. bis 1 M. gesteigert. Sie erhalten nach leidigung eines Gemeindelehrers bezw. Rektors, sowie wegen folgen. Nach dem Grundsage in dubio pro reo muß also um vollendeter Lehrzeit von 1,20 M. pro Tag bis 3 M. täglich. Hausfriedensbruches zu drei Monaten Gefängniß verurtheilt so eher der Artikel 31 der Verfassung in Anwendung kommen. In dieser Fabrit sind 10 Näherinnen beschäftigt, welche den worden. Ferner ist ein hiesiger Einwohner wegen öffentlicher Q18 1871 über einen Antrag des Herrn Schweizer ebenfalls über höchsten Lohnfah erreicht haben. Auch Heimarbeiterinnen wiesen Beleidigung eines Armenkommissions- Vorstehers zu einer Woche eine Verhaftung eines Abgeordneten verhandelt wurde, da erklärte durch ihr Lohnbuch nach, daß sie in den letzten neun Wochen Gefängniß vernrtheilt worden. Man weiß, daß namentlich die Fürst Bismarck, der gefeierte Lehrer des Herrn v. Stumm, daß einen Durchschnittslohn von 18,40 M. pro Woche erzielt hatten. Beleidigungen gegen Armenkommissions- Borsteher vielfach als Ver. die Interessen des Reichstages den Interessen der lokalen Polizei Sie hatten aber, um diesen Lohn zu erreichen, täglich 15 Stunden zweiflungsfälle zu betrachten sind, in denen Arme ihrem Mißvorangehen.( Heiterkeit.) gearbeitet. behagen darüber Luft machen, daß auch die legte Hilfe ihnen vorenthalten wurde. Staatssekretär Nieberding: Ich bin nicht in meinen Erflärungen zurückgewichen, sondern halte meine ersten Erklärungen aufrecht. Tamit schließt die Besprechung der Interpellation. E3 folgt die erste Berathung des Gefeßentwurfes betreffend den Abgabentarif für den Kaiser Wilhelmtanal. vollen Gebrauch machen können. Die Kommission für ArbeiterStatistik Lokales. Zur Lokalliste: In Nieder- Schönhausen steht den Barteigenossen das„ Klubhaus Sanssouci", Lindenstraße 25 ( früher Thieme) wieder zur Verfügung. fei. " " = die ent. Der erste Sonntag der Gewerbe Ausstellung ist total verregnet; die 50 000 Besucher, die sich trozdem hinausgewagt haben sollen, waren am Tage über die Unfertigkeit und am Abend über die mangelhafte Beleuchtung des Unternehmens unAbg. Hammacher( natl.) verweist darauf, daß die Eingehalten. Ein schlechtes Geschäft machten natürlich nahmen aus den Kanalgebühren sehr gering gewefen sind, daß Freund, Inselgarten, Pichelswerder, nachzutragen. In der Lokallifte für Spandau ist noch das Lokal von Restaurateure; fie wollen, wie es heißt, vorgeblich wegen des fie nicht einmal die Verwaltungskosten decken. Als internationale Mangels an Licht der Verwaltung mit Entschädigungsansprüchen Verkehrsstraße hat der Nord- Ostseekanal bisher eine sehr geringe Ferien für die Gemeindeschulen ist nun durch einen fehrs hat sich der Stadtbahnbetrieb am Sonntag durchaus Aus Lehrerkreisen wird uns geschrieben: Die Frage der aufs Dach steigen. Trotz des durchaus nicht bedeutenden Ver Bedeutung gewonnen. Soll er diese gewinnen, so muß der Tarif abgestuft werden nach der Größe der Schiffe. Beschluß des Provinzial- Schulkollegiums auf längere Zeit ent- unzulänglich gezeigt. Der dort eingeführte 3 Minutenverkehr Es muß danach gestrebt werden, eine mäßige Herabschieden. Bekanntlich haben laut Bestimmung der Berliner wird dadurch vollkommen gestört, daß die Züge 2 bis 4 Minuten fegung der Tarije herbeizuführen. Da aber jetzt Schuldeputation die Ferien der Gemeindeschulen zum theil eine auf den Bahnhöfen halten, ehe sie Ausfahrt bekommen, und die noch nicht zu übersehen ist, wie die Tarife gestaltet werden andere Lage, als die der höheren Schulen. Zugleich besteht noch Fahrgeschwindigkeit der Züge um das Doppelte gemindert wird. müssen, so wird es am zweckmäßigsten sein, die gefeßliche Re- eine Differenz darin, daß letterer Schulgattung im Jahre eine So gebrauchte ein zug vom Bahnhof Börse bis Ausstellung, gulirung noch einige Jahre hinauszuschieben. Redner bittet um feitens der Lehrer bei der städtischen Verwaltung um Beseitigung nicht weniger als 52 Minuten, und dabei waren die Züge fast alle leer. um 3 Tage längere Pause gewährt wird. Jahrelang ist nun welche Strecke er fahrplanmäßig in 21 Minuten zurückzulegen hatte, weiteres statistisches Material und empfiehlt eine schnellere dieser Berschiedenheiten petitionirt worden. Der Lehrerverein ist In nicht sehr glänzender Männlichkeit zeigt sich zum Theil die Durchfahrt durch den Kanal zu gestatten. Geheimrath Jonequières stellt fest, daß das statistische der Ansicht, daß das Kind des Arbeiters hier nicht anders be- Berliner Presse. Gin größeres Blatt bringt einen langen Sermon Material erweitert sei, daß eine schnellere Durchfahrt schon jetzt Lehrer der Armen eine Erholung von seiner Arbeit ebenso nothwendig darüber, wie er am Gröffnungstage trob seines Frackes und handelt werden soll, als das des Wohlhabenden, und daß dem seines Berichterstatters. Der Herr flagt in rührenden Worten frattfinde. Abg. Molkenbuhr( Soz.) hält eine Regelung des Tarifes und dienlich sei, wie demjenigen, der Kinder aus„ besseren" Ständen seiner Einladungskarte von einem Subalternbeamten der Kolonialim Interesse der fleinen Schiffe für nothwendig, nicht für unterrichten hat. Bislang vermochte die Schuldeputation aber Ausstellung angeschnauzt und von der Thür gewiesen worden große Schiff folle eine Ermäßigung der Abgaben eintreten. Diese Ansicht nicht zu der übrigen zu machen. Auch in diesem Als ihm einer der Direktoren schließlich wohlwollend Die höheren Abgaben werden erhoben wegen der großen foft- Jahre hat fie nach langer Berathung festgestellt, daß die bis- gestattet hatte, sich hinter die Büsche zu stecken, der Gute, spieligen Anlagen, von denen aber die fleinen Schiffe feinen herige Verschiedenheit weiter zu wahren sei. Ein Gesuch des hat statt auf diese Beleidigung die Lehrervereins an das Provinzial- Schulkollegium, diesem Beschlusse sprechende Antwort zu geben, ruhig von der Gnade Gebrauch Geheimrath von Jouequières erklärt, daß die Kleinschiff der Schuldeputation die Bestätigung zu versagen, ist in den gemacht. Ja, er rühmt sich, daß er als freier Mann(!) und im fahrt mit dem Zarif zufrieden sei; es fehlt eben der Verkehr der letzten Tagen ablehnend beantwortet worden. Auch dort Bewußtsein feiner Pflicht dann auf denselben Wegen gegangen großen Schiffe. hält man, wie nicht anders anzunehmen war, den bestehenden ist, die die Ehre hatten, von den Füßen der KolonialausstellungsAbg. Graf Udo Stolberg( t) widerspricht der Ermäßi- Dualismus für das richtige. Veranstalter betreten zu werden. Der Fall ist vielfach charaktegung der Tarife für die größeren Schiffe, weil dadurch den ohne den Ferien schon erkennen kann, daß es einer besonderen Berichten über Fefteffen, bei denen ihre Vertreter dabei sein So bleibt es also dabei, daß jedes Proletarierkind auch an ristisch. Im übrigen schwelgen die Blätter immer noch in hin bedrängten fleinen Schiffern Schwierigkeiten bereitet werden. Abg. Hammacher: Wenn die Tarife nicht herabgesetzt Gesellschaftsklasse angehört. Das ist für die frühzeitige Regung dürfen. Das Geschlecht der Schmock ist noch lange nicht im werden, können die großen Schiffe den Kanal nicht benutzen. geringem Vortheil. Besonders lehrreich wird die endgiltige und Stärkung des Klassenbewußtseins vielleicht nicht von Aussterben. Deshalb ist eine allgemeine Herabsehung der Tarife nothwendig. Lösung dieser Frage aber für die Voltsschul- Lehrer sein. wir lesen, ein österreichischer Kalligraph für die Berliner Gewerbe Wozu? Ein Wunderwerk der Schreibkunft" bereitet, wie Eine Kommissionsberathung wird nicht beliebt. Schluß 5 Uhr. Nächste Sigung Dienstag 1 Uhr.( 3weite Noch eine große Zahl unter diesen glaubte, daß die freisinnigen ausstellung vor. Er hat die Geschichte Berlins nach Strecjuß' Berathung des Margarinegeseges.) Berather des Berliner Gemeindeschulwesens einer solchen untergeordneten Angelegenheit, wie die Feriensache es ist, einer reinen bekanntem Werk Vom Fischerdorf zur Weltstadt" auf einen Zweckmäßigkeitsfrage gegenüber sich auf den Standpunkt der Karton von der Größe eines gewöhnlichen Zeitungsblattes zusammengedrängt zu schreiben begonnen. Die Buchstaben Betenten stellen werden. Man meinte, die drei Tage Ferien- werden mit freiem Auge zu lesen sein. Die Kalligraphie in allen verlängerung, die, wenn man die Ferien der höheren Schulen Ehren, aber uns will dünken, daß der Desterreicher der Mensche nun einmal nicht verkürzen will, dabei allein in betrachtheit entschieden mehr von Nutzen gewesen wäre, wenn er, statt beschäftigte sich am Dienstag und Mittwoch mit den Erhebungen man geize ja bei anderen Gelegenheiten, wie Königsbesuchen, seine zwecklose Künſtelei zu üben, auf der Berliner Gewerbefommen, fönnen unmöglich eine Ablehnung motiviren; denn über die Verhältnisse in der Wäschefabrikation und Wäschekonfektion. Es sind 32 Auskunftspersonen geladen, wovon in Baraden, Kircheneinweihungen u. f. w. nicht mit Freigebung ausstellung Erde gegraben hätte. der Schulstunden. Diese Vertrauensseligkeit hat aber durch den In der alten Urania in der Jnvalidenstraße 57/62 wird diefen beiden Lagen 28 verhört worden sind. Die Auskunfts- Beschluß der Schuldeputation und die Entscheidung des Provinzial- heute Herr Franz Görke einen Projektionsvortrag Ueber Bornpersonen waren aus Berlin, Bielefeld, Aue in Sachsen, Breslau und Köln. Nach den bisherigen Erhebungen liegen die Verhältnisse schulkollegiums einen argen Stoß erlitten. Besonders hart fühlen bolm", illustrirt mit photographischen Aufnahmen, der von Tou günstiger als in der Kleiderkonfektion. Zum theil dürfte die günstigere fich diejenigen getroffen, die Kinder auf höhere Schulen schicken. risten wegen ihrer Naturschönheiten so viel besuchten Insel, Lage der Arbeiter darauf zurückzuführen sein, daß in dem Wäsche bruck kommen, daß es doch vergebliches Bemühen ist, für sich Jmmer und immer wieder hört man die Ueberzeugung zum Aus- halten. Eine neue Nacht Omnibuslinie hat die Omnibuss geschäft die Saisonmoden die Arbeitsperioden noch nicht auf so und die anvertrauten Schüler von dem jezigen Bürgerthum eine Kompagnie Berlin auf der Strecke Alexanderplatz- Potsdamer furze Zeitabschnitte zusammengedrängt haben, wie dieses in der gleichmäßige Behandlung zu erlangen. Man wird des fnechtischen straße( Gcfe Bülowstraße) seit gestern in Betrieb gefeßt. Zunächst Kleiderkonfektion der Fall ist. Aus einer großen Wäschefabrik Bittens endlich müde und blickt immer mehr zu der Partei, die fahren 6 Wagen von 10 Uhr 30 Minuten bis 2 Uhr in Zwischen. svurden die Löhne der geübten Arbeiterinnen, d. h. von solchen auf grund der allgemeinen Menschenrechte derartige Differenzen räumen von je 15 Minuten und von 2 bis 5 Uhr in Zwischens die mindestens 2-3 Jahre auf diese Sachen gearbeitet haben, ausgleicht, und sieht täglich flarer, daß die jetzt degradierte räumen von je 20 Minuten. Der erste Wagen fährt vom wie folgt angegeben: Näherinnen pro Woche 13-16 Mart, Bolksschule nur durch diejenigen zum Aufblühen und zur Be- Alexanderplatz um 10 Uhr 30 Min. und der legte um 4 Uhr; Arbeiter an der automatischen Knopflochmaschine 17 bis deutung gebracht werden kann, welche ein wirkliches Interesse von der Potsdamerstraße der erste um 11 Uhr 15 Min. und der 18 Mark, wovon bei gewöhnlichen Arbeiten 6-7 p& t. bei Schaunäthen 10-12 pet. und bei Knopflöchern noch etwas an ihr haben; und das sind die Angehörigen des vierten Standes. legte um 5 Uhr ab. mehr für Garn in Abzug gebracht werden muß. Wäscherinnen Der Lehrer im Intelligenzstaat". Vom Genossen Auf dem Auswanderer- Bahnhof Ruhleben bei Spandau, verdienen im Durchschnitt 13 M. Plätterinnen erhalten für ein Sonnenburg aus Friedrichshagen erhallen wir der allen von Rußland kommenden Auswanderern als Durch Duhend Manschetten 45-70 Pf., für Kragen 221/ 2-40 Pf. Der folgende Zuschrift: Zu der unter obiger Stichmarke in der letzten gangsstation dient, sind, wie gemeldet wird, die schwarzen Stolz der Berliner Wäschefabritanten sind aber die Parias des Sonntagsnummer enthaltenen Notiz bemerke ich zur Ergänzung Bocken ausgebrochen. Mehrere Mitglieder einer Familie find Geschäfts. In der ganzen Welt wird die Berliner feine Herren- noch folgendes: Der Lehrer Rossow, der aus Kirchhofen, einem erkrankt; die ganze Familie wurde zurückbehalten und isolirt. wäsche bevorzugt, weil diese mit der Hand genähte kleinen Orte des Kreises Storfow nach Friedrichshagen versezt Die Sanitätsbehörden von Spandau und vom Kreise Teltow Knopflöcher hat. Eine Knopflochnäherin erhält, wurde, hatte an den Gemeindevorstand den Antrag gestellt, die haben scharfe Absperrmaßregeln getroffen. Der direkte Posts fie in der Fabrik ohne Maschine Knopflöcher näht, ihm bei seinem Umzuge nach F. entstandenen Kosten für den verkehr nach dem Auswanderer- Bahnhof ist eingestellt. für 36 Knopflöcher 50 Pf. In den meisten Fällen wird Transport von Kartoffeln, Koblen und Holz, zusammen zirka diese Arbeit als Hausarbeit ausgegeben. In Berlin und Um- 38 Bentner, zurückzuerstatten. Die Forderung lautete auf 15 M. der Strecke Dönhoffplag- Treptow und der Pferdebahn der Linie Ein Zusammenstoß zwischen der elektrischen Bahn gegend, selbst bis Brandenburg, beschäftigen sich Frauen und Als der Antrag des R. in der hiesigen Gemeindevertretung zur Mädchen mit Knopflochnähen, fie erhalten 35 Pf. für 36 Knopf: Debatte stand, verhielt sich die Vertretung dazu vollständig ab- Demminerſtraße- Kreuzberg erfolgte Sonntag Nachmittag furz Löcher. Eine fleißige geschichte Arbeiterin fann nach Aussage der lehnend. Es wurde angeführt, daß der R. die betreffenden nach 2 Uhr an der Ecke der Ritter- und Prinzenstraße. Der Fabrikanten 8 Pf. pro Stunde bei dieser Arbeit verdienen. Gegenstände sehr gut in feinem früheren Wohnorte verkaufen elektrische Wagen fuhr mit solcher Gewalt gegen den PferdebahnUngünstiger als in Berlin sind die Lohnverhältnisse in Biele- tönnte. Der Antrag müsse deshalb abgelehnt werden. wagen, daß dieser schwer beschädigt aus den Schienen gehoben feld, wo für ein Dugend Einfäße 35--50 Pf. bezahlt wird und mit demselben Recht hätte R. ja einen ganzen Kohlen- wurde. Er mußte nach dem Depot geschafft werden, während die Näherinnen einen Wochenlohn von 6-11 m. erzielen plaz auf Kosten der Gemeinde Fr. transportiren lassen können. der elektrische Wagen seine Fahrt nach etwa 20 Minuten forttönnen. Ein Fabrikant aus Bielefeld berichtete, daß Näherinnen Ich war der einzige Gemeindevertreter, der energisch dafür sehen konnte. Ein Fahrgast der Pferdebahn wurde vom Hinter 1,50-2,50 M. täglich verdienen tönnen. eintrat, dem Lehrer Rossow die fünfzehn Mark zit beplatz auf die Straße geschleudert, fam aber mit dem Schrecken Aus Aue wurde berichtet, daß dort die Zuschneider 3 Jahre willigen. Bei dem Verkauf der Kartoffeln, Holz und Kohlen davon, während ein dem elektrischen Wagen entsteigender dreizehn fernen müssen und im ersten Lehrjahre 100 m., im zweiten feinem früheren Wohnorte hätte R. unbedingt zu seinem jähriger Knabe anscheinend eine starte Berlegung der Hand erlitten hatte. 200 M. und im dritten 300 M. gezahlt werden. Gelernte Zu- Schaden verkaufen müssen; übrigens gehörten diese Gegenstände zu In Johannisthal tödtete sich am Donnerstag Abend ein schneider erhalten 12-24 M. Wochenlohu. Stemplerinnen er sum Haushalt und sei die Gemeinde verpflichtet, die Umzugs halten dort 6-12 M. Wochenlohn und Näherinnen verdienen losten zu tragen. Trotzdem wurde der Antrag gegen meine Mann in den vierziger Jahren durch einen Revolverschuß. Der 6-18. In Aue werden die Wäsche Arbeiter einer Stimme abgelehnt. Der Lehrer Rossow ist verheirathet Todte blieb an der Stelle, wo die That begangen war, faum großen Fabrik zum Sparen angehalten. Ein Fabrikant erzählte, und bezieht nach dem Etat 1896.97 ein Jahresgehalt von fünfzig Schritte vom Bahnhof Niederschönweide entfernt, bis daß er den im feften Lohn stehenden Arbeitern nur dann Lohn- 900 M.; dazu kommt ein Wohnungsgeldzuschuß von 150 m, zum Montag Mittag anscheinend unbewacht liegen. Allerlei zulage bewillige, wenn diese sich verpflichten, die Lohnzulage macht pro Jahr 1050 Mart. Jedenfalls wird der Lehrer Gesindel hatte bis dahin Unfug mit der Leiche getrieben; die regelmäßig zur Sparkasse zu bringen. Durch Zufall ist es ge- Rossow aus Vorstehendem ersehen haben, von welcher Seite seine Rocktaschen der Kleider waren umgekehrt, der Hut, den der Selbstmörder getragen hatte, war mit einem alten Deckel verkommen, daß sämmtliche Auskunftspersonen aus Aue aus einem berechtigte Forderung befürwortet wurde. und demselben Geschäft sind. Es konnten deshalb die Verhältnisse Einer überaus gemeingefährlichen Ansuuhung ihrer tauscht, auch war die Leiche schamlos entblößt worden zum Arbeitskraft sind, wie uns berichtet wird, die Wagenführer der ergerniß der vielen Spaziergänger und der Arbeiter und Arbeiterinnen der Fabriken, welche ihre Pausen vielfach im Mehr als bei der gestärkten Wäsche hat sich bei der un- elektrischen Bahn in Spandau unterworfen. Die gestärkten Wäsche das Zwischenmeistersystem eingebürgert. Hier Arbeitszeit dieser Angestellten dauert bei 75 M. Monatsgehalt Freien zubringen. Wie fam es, daß die Behörde nicht für recht haben die Zwischenmeister Nähstuben und geben gleichzeitig Arbeit gemeinhin von morgens 6 Uhr bis gegen Mitternacht. Sit die zeitige Fortschaffung oder wenigstens für entsprechende Bewachung der Leiche sorgte? an Hausarbeiter. Während in der feineren Konfettion für Damen- letzte Fahrt beendigt, so hat der Führer noch den Wagen abzuhemden 3 M. bis 6 M. pro Duhend bezahlt wird, kommen bei den liefern, so daß es oft 1 Uhr wird, wenn er endlich nach Eine heftige Explosion hat am Montag Morgen auf dem billigen Sachen unglaublich niedrige Löhne vor. Es wurde berichtet, Haufe fommt. Es ist im Publikum allgemein aufgefallen, alten Viehhof an der Usedom- und Hussitenstraße eine Feuers. daß Parchend- Hemden pro Dhd. für 1,20 bis 1,40 M. genäht werden. daß der elektrische Bahnbetrieb weit mehr Unglücksfälle ver- brunst verursacht. Auf der sogenannten chemischen Versuchs Bon diesem Lohn muß die Arbeiterin noch das Garn bezahlen. ursacht als früher der Pferdebahnbetrieb. Dies ist wesentlich stelle explodicten, wahrscheinlich durch einen elektrischen Funken Der Unternehmer, welcher so niedrige Löhne zahlt, flagt noch eine Folge der Ueberanstrengung, die es dem Arbeiter schließlich entzündet, mehrere Ballons mit Acetylen. Erheblich verletzt darüber, daß er nach Schlesien, Ost- und Westpreußen, sowie unmöglich macht, sein Augenmerk überall hin zu richten. Es wurde der Arbeiter Lehmann an den Augen, Dhren und Händen. einzelnen Theilen des Rheinlandes nicht liefern tönne, weil giebt weder Frühstücks- noch Vesperpause, die Mittagspause, die Der Verlegte wurde auf der Unglücksstelle verbunden und dann dort diefelben Sachen für noch niedrigere Löhne gemacht werden. Dieser Tage endlich eingerichtet worden ist, beträgt 40 Minuten; in seine Wohnung gebracht. Die Feuerwehr, die zuerst uni Aus Breslau waren nur Auskunftspersonen erschienen, welche mit dieser einzigen Ausnahme geht die Arbeit ohne Unterlaß 5 Uhr 28 Minuten und dann noch zweimal gerufen wurde, nur feine Waaren herstellen, es legte eine Arbeiterin, welche weiter. Der Wagenführer hat ferner nicht allein auf das zu achten, was arbeitete mit drei Dampfsprigen und fünf Drucksprißen bis um mit ihrer Schwester zusammen arbeitet, ihr Lohnbuch vor, aus vor ihm geschieht, sondern muß auch in Grmangelung eines Schaffners 8 Uhr. In das Innere des Gebäudes vermochte sie nicht einwelchem hervorging, daß die beiden Schwestern im Jahre 1895 im Wagen kontrolliren, ob jeder Fahrgast seinen Fahrgroschen opfert. sudringen, sie mußte vielmehr das Feuer von allen Seiten von 1042 M. ausgezahlt erhalten hatten, wovon ca. 50 M. für Aus- Außerdem leiden die Wagenführer infolge der schnellen Fahrt der außen angreifen. Als die Hauptwache antam, explodirte noch Tagen in Abzug zu bringen sind. Um diesen Jahresverdienst von Wagen neuerdings weit mehr als früher unter der Zugluft; ein Ballon. Die Aufräumungsarbeiten, die ein Bug besorgte, Der Schaden läßt sich noch nicht 500 M. zu erreichen, hat die Näherin nach ihrer Aussage oft namentlich stellen sich Erkrankungen an den Augen überaus dauerten mittags noch fort. bis 11 Uhr abends arbeiten müssen. Ein Fabritant gab die häufig ein. Tritt unter dieser unerhörten Ausnutzung ein übersehen. Wochenlöhne der Handnäherinnen auf 6 bis 7 n. an Unglücksfall ein, so wird der Wagenführer selbstverständlich ver- Wie in einem uns später zugegangenen Bericht noch ge. während die Maschinennäherinnen es einem Wochen antwortlich gemacht; soweit uns bekannt, ist es bislang noch meldet wird, ereignete sich der Unglücksfall in dem Gebäude John bis 12 Mart bringen. Derselbe Fabrikant schilderte nicht dem Staatsanwalt eingefallen, für die Opfer, die der Nr. 15, einem langen massiven Bau, der der Gesellschaft für die sogenannten Nothstandsarbeiten. Dort wird die Betrieb bei einer derartigen Ausbeutung der Arbeitskraft flüssige Gafe von Raoul Pictet u. Ko. als Arbeitsraum dient. Noth armer Frauen und Mädchen ausgebeutet, indem man ihnen fordern muß, die Mitglieder der Direktion als die eigentlich In dem großen Raum, der ausschließlich durch elektrisches Arbeit giebt, womit sie sich vor dem Verhungern schüßen sollen. Schuldigen verantwortlich zu machen. Bemerkt sei noch, daß die Licht erleuchtet wird, befinden sich Destillationsapparate. aller Maschinen Art. Bei der Diese Wohlthäter" zahlen für ein Dutzend Hemden 90 Pf., wovon Spandauer Straßenbahn durchaus gut prosperirt; das Unter- Röhren und die Näherinnen noch das Garn bezahlen müssen. Derselbe nehmen ist bereits zweimal mit erheblichem Nußen für den Ver- waren heute Morgen zunächst drei Mann, die Arbeite: Fabrikant sprach die Befürchtung aus, daß diese Ausbeuter fäufer in andere Hände übergegangen. Namentlich in legter Lehmann aus der Usedomitraße Nr. 16, Neubauer aus der durch ihre Schleuderkonkurrenz das ganze Geschäft an sich reißen Beit hat sich unter der neuen Direktion der Verkehr ganz be- Bernauerstraße und Adolf Siegert aus der Schwedterstraße, ein beutend geboben. Um so sträflicher, sollte man meinen, müßte junger Mann von achtzehn Jahren. Kurz vor 5½ 1hr er aus anderen Betrieben nicht besprochen werden. werden. wenn Arbeit Ju Strausberg steht der Arbeiterschaft nur das Lokal von Franz Magnus in der Wilhelmstraße zur Verfügung. Die Parteigenossen wollen dies beachten. Spandau überwiesen worden. D Gerichts- Beifung. ausdes tönte plöglich ein furchtbarer Knall, und zu gleicher Zeit neu zu galvanisiren, ist vergebene Mühe. Nicht einmal die Mummerei, wie ein Mastenspiel ohne Inhalt. Er gab eine Zeit, da ftieg eine Feuersäule zu einem der Fenster heraus. Naiven im Schauspielhause wollten darauf eingehen; und auch die Künstlerschaft gerne durch äußerliches Gehaben sich von der Siegert und Neubauer hörten Hilferufe und Siegert sah der treffliche Vollmer, Seidenhändler und Volksmann, wie profanen Menge abhob. Das war die Zeit der Sammtjacken gleich darauf, daß Lehmann im Feuer lag und Neubauer an Herr Grube, der den allwissenden Diplomaten spielte, und der langen Haare. Gerade aber in den Tagen diefer geDie Wand geschleudert war. Zum Glück verlor der junge Mann fonnten teine heiter- lebendige Stimmung auftommen lassen. fuchten Künstlerromantik war die Kunstarbeit durchaus nicht nicht den Kopf, sondern eilte beherzt auf Lehmann zu und entriß Leffing Theater. Waldmeister, Operette von Johann original; die Künstler zehrten vorzugsweise von Nachahmung, von ihn den Flammen. Der Arbeitsraum ist vollständig ausgebrannt, Strauß. Nachdem die letzte Saison, wie an anderen Bühnen, lassizistischen Steminiszenzen. Man sollte meinen, für einen die Apparate sind zum größten Theil vernichtet. Das Dach ist so auch im Lessing- Theater unfruchtbar wie felten eine frühere ernsthaften Mann, der etwas Tüchtiges tann und in straffer vollständig zerstört, das Gebält hängt verkohlt in dem öden gewesen, hat der Monat Mai mit einem abseits vom gewöhn- Arbeit etwas für die Welt geleistet hat, müßte jede Raum herab. Der erste Knall war so heftig, daß Lehmann start lichen Spielplan liegenden Stück noch so etwas wie einen Vermummung, jedes Posiren in fremdartigem Kostüm, und schwerhörig geworden ist. Erfolg gebracht. Die Aufführung von Johann Strauß' Operette wäre es die foftbarste Toga, in gewissem Sinne unangenehm sein. Arbeiterrifiko. Am Sonnabend Mittag verunglückte der Waldmeister, die der Komponist persönlich leitete, fand am Sonnabend Derlei überlasse man doch den Schranzen oder übe es auf bei den Abpuyarbeiten am Schloffe Bellevue befchäftigte Maurer ein beifallsfreudiges Publikum, das ohne Opposition alles, was beiteren Kostümfeften! Wenn man nun hört, daß selbst ein Liersch, indem eine Sprosse der von ihm benutzten Zeiter brach ihm geboten wurde, in einer beinahe festlichen Stimmung hinnahm. Menzel sich in die violette Toga steckte, was foll man dabei und er etwa 5 Meter tief zur Erde fiel. Er erlitt einen Rippen- Gewiß war etwas Gemachtes in dem fast lärmenden Empfang denken? Der Mann ist werthvoller als eine ganze Schaar bunt. bruch und einige Verlegungen am Kopfe. des berühmten Wiener Operetten- und Walzerkomponisten, aber besternter Exzellenzen rings um ihn; und dennoch fand er nicht die Beifallsfucht, die anfangs nur eine rührige Klaque ergriffen Männlichkeit genug, dem Kostümaufzug fernzubleiben. hatte, theilte sich bald dem ganzen Publikum mit. Dieser Erfolg fällt um so mehr auf, als bei Licht betrachtet weder die Musik paul Harte Strafe. Der Kanonier May Angreß, der sich unter Sandlung ist so schwach, wie nur je in einer Operette; ja es läßt noch das Textbuch hervorragend genannt werden kann. Die Der große Betrugsprozeß gegen den Kaufmann dem Vorwande, daß er als Einberufener in dem Stücke Deutsch- ich im Grunde von einer solchen überhaupt garnicht ernsthaft reben. Pauls und Genossen wurde gestern nach viertägiger Verlands Heldensöhne" bei der Kaiser Geburtstagsfeier seiner Eine bunte Jagdgesellschaft mit einer frischen Opernfängerin an bandlung zu Ende geführt. Der Staatsanwalt batte eine Batterie die Hauptrolle spiele, sich einen bürgerlichen Anzug er der Spike nimmt im Gewitterfturm von einer Mühle Besitz und Anzahl Fälle als nicht genügend erwiesen erachtet und schwindelte und darin desertirte, ist für den Betrug und die treibt allerlei Verkleidungstünste. Die Sängerin foppt als wegen der übrigen Fälle gegen Pauls drei Jahre Fahnenflucht zu acht Monaten Festung verurtheilt, in die zweite Müllersfrau einen Oberforstrath, an dem die Forsche echt und Gefängniß und fünfjährigen Ehrverlust, gegen die heKlasse des Soldatenstandes versetzt und der Arbeitsabtheilung zu die Sittenſtrenge geheuchelt ist; außerdem giebt ein närrischer frau Pauls sechs Monate, gegen Helene Pauls Profeffor zu diversen Verwunderungen und Mißverständnissen drei Monate und gegen die Angeklagten Schuster Eine Jagd nach Einbrechern wurde Sonntag Abend auf Anlaß. Wenn nach dem Finale der Vorhang wieder in die und Voigt je einen Monat Gefängniß beantragt. Die einem Grundstück der Französischen Straße unternommen. Die Höhe geht, neckt die Opernfängerin eine aus dem Amts Vertheidiger, Rechtsanwälte Dr. Schwindt und Löwy, wollten faft Verbrecher waren auf das Dach des Hauses entkommen und hauptmann und dem Schultheiß bestehende Sittentom alle Fälle gegen Den Hauptangeklagten Pauls konnten dort von der Polizei nicht verhaftet werden. Der elfte mission in einer niedlichen Szene; und des zweiten Auf geschieden wiffen und plädirten in betreff der übrigen AnZug der Feuerwehr aus der Mauerstraße wurde zu Hilfe gerufen zuges zweite Hälfte schließt im lieblichen Walzerrhytmus mit geklagten auf Freisprechung. Das Urtheil rechtfertigte diese Anund es wurden nunmehr mit Fackeln alle Dächer abgesucht. einen ziemlich unflar motivirten Maibowlenrausch, der im träge, denn der Angeklagte Pauls wurde nur Der Vorsprung, den die Einbrecher inzwischen erlangt hatten, Verein mit der ebenso unflaren Kaprize einer alten Dame nach Betruges in 2 Fällen für hinreichend überführt erachtet, während und die Dunkelheit hatten inzwischen ihr Entkommen erschwarzem" Waldmeister dem Stück ja wohl auch seinen Namen in 17 Fällen Freisprechung erfolgte. Das Urtheil gegen ihn möglicht. geben muß. Der dritte Akt bringt nichts als Kouplets und drei lautete auf neun Monate Gefängniß, wovon 6 Monate Ueber einen Schiffsunfall, der sich am Sonntag auf der Operettenverlobungen banaler Sorte. Die recht gefchickte Mache durch die erlittene Untersuchungshaft für verbüßt erachtet Savel ereignete, bringt Wolff's Telegraphenbureau aus Potsdam und ein flottes Spiel helfen dem Zuschauer fiber solche Arm wurden. Alle übrigen Angeklagten wurden freigesprochen. folgende Meldung: Ein Vierer des Potsdamer Ruderklubs seligkeit hinweg, und die Musik besorgt das übrige, obgleich Vineta" schlug gestern Nachmittag infolge des plötzlich ein- auch fie des zündenden Feuers entbehrt. Meister Strauß ist Versammlungen. fegenden orfanartigen Windes auf der Havel zwischen Templin auf feine alten Tage gereifter geworden, aber auch steriler. und Tornow um. Drei der Insassen ertranken. Giner rettete Seine Arbeit ist fein ausgefeilt, und es soll ihr nicht zum Die Angriffe des Freiherrn v. Stumm auf die Christsich durch Schwimmen, ein zweiter hielt sich am Boot fest und Nachtheil angerechnet werden, daß forsche Schlager in ihr gänzlich- Sozialen wurden am Donnerstag in einer christlich- sozialen fonnte von einem andern Boot gerettet werden. Die Erlich fehlen. Aber mit Wehmuth gedenkt man beim Anhören des Versammlung von Professor Hüpeden einer scharfen Kritik trunkenen sind Potsdamer. Die Geretteten wurden nach Templin milden Waldmeister" und seines gewiß wonnigen, aber gleich unterzogen. Der Redner führte zunächst aus, daß die Trennung gebracht. sam mit Sorgfalt von allen Seiten zur Schau gestellten Walzer von Konservativen und Christlich- Sozialen ihre Ursache in der Ein wahnsinniger königlicher Forstbeamter in vollster Hauptmotivs der Tage, in denen die geniale" Fledermaus" im verschiedenen sozialen Anschauung beider Richtungen habe. Jagdausrüstung, der ohne Billet in Luckenwalde mit der Bahn Fluge der ganzen Welt den Ruhm des jungen Kompo- Diese Meinungsverschiedenheiten seien schon bei der Benisten verkündete. Frägt man weiter nach eintraf, wurde dort festgenommen. Dem Ge- rathung des Umsturz Gesetzes und neuerdings bei den heimniß des netten Erfolges, den das letzte Wert Reichstags- Verhandlungen über die Duellfrage und den MagimalEine Reihe Unglücksfälle durch Ueberfahren sind auch des Altmeisters trotz des Mangels an Ursprünglichkeit errang, Arbeitstag der Bäcker hervorgetreten. Wie nothwendig eine Ver von Sonntag zu melden. Nachmittags wurde in der Manteuffelist mit Anerkennung noch des flotten Auftretens kürzung der Arbeitszeit gerade im Bäckergewerbe fei, brauche Straße die 21/2 Jahre alte Tochter des Schneiders Schober, während der im grunde gar nicht überaus hervorragenden Gesellschaft des nicht erst bewiesen zu werden. Das Geschrei der Bäckermeister gegen fie auf der Bordschwelle des Straßendammes faß, durch einen Hamburger Direktors Ferenczy zu gedenken. Ein Hauptantheil die Verordnung des Bundesraths erkläre sich aus der Furcht vor Geschäftswagen erfaßt, überfahren und schwer verlegt. Ebenfalls am Siege gebührt der Soubrette Julie Kopaczy- Karczag, die dem Fabrik- Inspektor, den fie nicht in ihren Räumen sehen möchten. durch Ueberfahren, aber infolge von eigener Unvorsichtigkeit, verun- durch ein lebendiges und schelmisches Spiel die Mängel ihrer Der tonservative Antrag auf Zurückziehung der Berordnung, glückten die Schüler Kadisch und Goldmann. K. fuhr auf der Stimme fast vergessen machte. Vollauf brav im Gefange waren sowie überhaupt die rückläufige Bewegung auf sozialem Gebiet Kreuzung der Niederwall- und Roßstraße mit seinem Zweirade die Damen Niemann und Lienhardt; auch die vier ja nicht un- fei zurückzuführen auf den Freiherrn v. Stumm. Dieser habe in gegen eine ordnungsmäßig fahrende Droschte, G. lief in der bekannte Frau Ilka Paulet zeigte sich von ihrer besten Seite. letzter Beit mit dem Fanatismus eines Propheten zum Kreuzzug Grenadierstraße gegen eine Droschke. Beide wurden schwer ver Tüchtige Tenöre sind die Herren Monti und Bausewein; in gegen die Chriflich- Sozialen gepredigt und aufgefordert, fie legt. In der Nacht zum Sonntag gerieth vor dem Hause der komischen Rolle des Professors schoß der vom Lindentheater ebenso entschieden zu bekämpfen, wie Bebel und Liebknecht. Der Langestr. 88/89 der 35jährige Schreiber Gustav Schmidt unter her bekannte Herr Steinberger den Vogel ab. Redner berührt die Angriffe Stumm's auf die christlich- sozialen die Näder eines übermäßig schnell fahrenden Poftwagens, erlitt jedoch anscheinend keine Verlegungen, so daß er sich nach seiner Wohnung begeben konnte. Dort stellten sich aber so heftige Dort stellten sich aber so heftige innere Schmerzen ein, daß er in das Krankenhaus am Friedrichshain gebracht werden mußte. Stationen. reduzirt auf Barometer stand in mm, d. Meeressp. Windrichtung Windstärke Wetter Temperatur nach Celsius ( 50 G. 4° R.) so unvereinbare in Bes Im Schillertheater wurde am Sonnabend das Drama Pastoren, namentlich den Lic. Weber, als derfelbe an die GrünAntigone des griechischen Dichters Sophokles in dung eines christlichen Bergarbeiter Vereins im Dortmunder deutscher Bearbeitung aufgeführt. Es ist immer ein Wagestück, Revier ging. Herr v. Stumm sehe in jeder Arbeiterorganisation einem modernen Publikum das Wert eines griechischen Tragiters ein Kampfmittel gegen die Unternehmer, und daher sei ihm jeder vorzuführen. Denn von einer ganz anderen Weltanschauung war Busammenschluß der Arbeiter zuwider. Stumm wolle zwar, daß Verschwunden sind zwei Personen aus Charlottenburg: das Griechenthum erfüllt, eine andere scenische Kunst nannte es es seinen Arbeitern gut gehe, aber nur, wenn sie unbedingt ge der Briefträger Georg Ecke und der Zimmermann Richard Peter. sein eigen. Eine deutsche Zuschauerschaft muß deshalb nicht nur horchen. Er sei noch in der patriarchalischen Anschauung Man vermuthet, daß dieselben verunglückt sind. und Dergeffe, daß die Arbeiter an fremde Formen sich gewöhnen, an den Chor, der mit lyrischen befangen Von einem Aschinger- Wagen wurden gestern Nachmittag und moralischen Betrachtungen die Handlung begleitet und unterziehung auf das Arbeitsverhältniß ein mit dem Untereine Frau mit einem Kinde an der Hand überfahren, als sie an bricht. Es muß auch von der zeitlich bedingten uns fremden Form der nehmer gleichberechtigter Faktor seien, daß die Arbeiter der Ecke Dönhoffplatz Leipzigerstraße Jerusalemerstraße den sich abspielenden seelischen Konflikte Abstand zu nehmen verstehen, um das allgemeine Wahlrecht haben und also auch politisch Damm überschreiten wollte. Der Kutscher des Wagens, dessen sich von ihrem rein menschlichen Inhalt ergreifen zu lassen. In der mündig sind, genau jo, wie Herr v. Stumm. Herr Pferd scheute, wurde durch den veftigen Anprall an der Bord- Antigone ist dieser rein menschliche Kern der Kampf eines höheren v. Stumm thue so, als ob die Chriftlich- Sozialen und die schwelle vom Bocke geschleudert und durch seinen eigenen fittlichen Prinzips gegen die brutale Macht und das formale Sozialdemokraten fast dasselbe wären. Dabei seien aber doch Wagen ebenfalls schwer verletzt. Alle drei Personen mußten Recht. Trägerin jenes höheren sittlichen Brinzips fittlichen Brinzips ist beide Richtungen durch eine breite Kluft getrennt. Was mag nach dem Krankenhause geschafft werden. Das Pferd des Wagens Antigone, die dem Verbote ihres Oheims, des Despoten nur die Sinne des Herrn v. Stumm derart umnebelt haben, wurde beim Fallen so schwer beschädigt, daß seine Tödtung wahr Kreon, zuwider ihren eigenen Bruder Polyneifes begraben daß er diese Stluft nicht sieht? Unfinn sei es, wenn Stumm scheinlich erforderlich ist. Gegensäge, hat. Polyneikes war im Kampf gegen seine Vaterstadt Theben behaupte, chriftlich- sozial feien das Christenthum die Liebe, Der Sozialismus Ein schwerer Unfall trug sich Montag Nachmittag beim gefallen. Kreon hatte deshalb die Beerdigung seiner Leiche bei weil Neubau der Garde- Kürassier- Kaserne auf dem Tempelhofer Felde Todesstrafe verboten, was den Griechen als die größte Schmach aber der Haß sei. Herr v. Stumm sei nicht tompetent, Er sollte seine chriftzu. Der 30 Jahre alte Maurer Wilhelm Globig aus der Sedan- galt. Antigone erfüllt nun unbekümmert um des Despoten zu beurtheilen, was chriftlich ist. Straße 69 zu Schöneberg, der auf einem Gerüste arbeitete, stürzte Gebot thre Schwesterpflicht. Sie beerdigt den Bruder, wird liche Gesinnung dadurch bekunden, daß er mal ein fräftiges aus beträchtlicher Höhe herab und blieb bewustlos liegen. ergriffen, vor Kreon geschleppt und von ihm, dem des Wort gegen das Duell reden würde. Statt deffen habe er vor Auf die Unfallstation I, wohin Wille das den Verunglückten Herrschers Wille man höchste Gesetz ist, trozdem fie einem Jahre den Professor Wagner gefordert, in der Absicht, zunächst brachte, stellten sich seine Verlegungen an der Wirbel- Die Braut seines Sohnes ist, in wildem Zorn verurtheilt, lebendig ihm eine Kugel in den Leib zu jagen. Das sei teine Bekundung Geradezu gemeingefährlich sei es, wenn fäule, am Kopfe und an den Armen als so schwer heraus, daß eingemauert zu werden. Sieht man von der Aeußerlichkeit des christlicher Gesinnung. man es gerathen fand, ihn mit einem Krantenwagen in die uns unbegreiflich barbarischen Verbotes und der noch barbarischeren Herr v. Stumm sein Treiben mit der faiserlichen Flagge zu Charitee zu bringen. Wie der Unfall veranlaßt wurde, weiß Todesstrafe ab, so muß auch eine moderne Zuhörerschaft decken suche. Damit erweise er der Monarchie und der monarchider Mann, der lange Zeit bewußtlos blieb und durch Blut- die Szene gewaltig packen, in der Antigone in edlem schen Gesinnung einen schlechten Dienst, weil dadurch dem Volke verlust sehr erschöpft ist, bis jetzt selbst nicht anzugeben. Stolz dem Macht haber es in die Zähne schleudert, daß die Hoffnung auf eine friedliche Lösung der sozialen Mirren und er durch sein die heiligsten Gefühle verlegendes Gebot als Under Glaube an die soziale Mission des Königihums verloren gehe. Witterungsübersicht vom 4. Mai 1896. mensch gehandelt habe. Zerschmettert durch den Tyrannen, stirbt Eine öffentliche Maurerversammlung tagte am Sonntag sie doch als moralische Siegerin. Durch ihren Tod bricht dann im Feenpalast. Ueber die gegenwärtige Lage des Streits theilte - das ist nach griechischer Auffassung die Sühne für das Ver- Silberschmidt folgendes mit: Die Forderungen sind be gehen Kreon's für seine Hybris", den Zäsarenwahnsinn willigt auf 348 Bauten, wo 4117 Kollegen arbeiten. Die Zahl der das Verderben über Kreon's Haus herein. Streifenden läßt sich annähernd auf 1500 schätzen. Abgereist Jin wesentlichen hielt sich die Darstellung, besonders die sind etwa 250-300 Kollegen, von denen 100 Reisegeld er Darsteller einen persönlich starken Eindruck hervorrief, auch die befinden sich die von den größten Firmen ausgeführten größeren Antigone der Frau Clara Meyer nicht. In das Geheimniß Bauten, der Dom, die Reichspost an der Mauer- und Leipziger10 der griechischen Kunst, die stete Beherrschung des schönen straßen- Ecke und andere. Besonders günstig ist das Resultat Maßes waren fte nicht eingedrungen. Die Südosten, 100 alle Bauten bewilligt haben. Die schienen der start, auch Sonst wirksame Kreon wenigsten Bewilligungen sind im Westen und Süden 3( Herr Pategg). Am auffälligsten wich von maßvoller erfolgt. Unterſtüßungsgelder wurden am Sonnabend 10 000 m. Kunst der Bote( Herr Froböse) ob, der glaubte die Botschaft an 1500 Streitende ausgezahlt. Zu diesen Geldern vom Selbstmorde des Königssohns Haemon und der Königin haben namentlich die Zimmerer, Pußer und der Zentralverband mit halbgebrochener Stimme und winselnden Geberden in der der Maurer beigesteuert. Hinsichtlich der ferneren Maßnahmen rührfeligen Manier eines sein eigenes Unglück bejammernden schlug Silberschmidt im Namen der Kommission vor, die bisWerthers vortragen zu müssen, was ihm aber gerade hobe herige Tattit des Kampfes nach der Richtung zu ändern, daß der Anerkennung bei den Kritikern unserer bürgerlichen Blätter allgemeine Streit aufzuheben und an stele dessen die Sperre eingetragen hat. Was auch heute noch die Antigone einzelner Bauten durchzuführen sei. Da nunmehr auf 4/5 aller zeitgemäß macht, haben sie nicht empfunden. Ein Kritiker des Arbeitsstellen der Neunstundentag bewilligt ist, so gelte es jetzt Tageblatt" z. B. höhnt über das unmoderne Zeng. vor allem, das Errungene festzuhalten. Daher empfehle sich die Kunst und Mummenschanz. Mit höfisch- feierlichem Pomp, vorgeschlagene Aenderung. Man möge nicht einwenden, daß wie es jezt Brauch ist, und mit steif- akademischer Würde wurde es ein Zeichen von Schwäche sei, schon nach vierzehnam Sonnabend das Jubelfest des 200 jährigen Bestehens der tägigem Kampf den Streit aufzuheben, wohingegen ber Berliner Akademie der Künste und am Sonntag die Eröffnung der Streit im Jahre 1889 sieben Wochen gedauert hat. Kunft und Wissenschaft. Jubelausstellung in Moabit gefeiert. Was vom Präsidenten der Das Verhalten der großen Firmen lasse darauf schließen, daß Das Schauspielhaus brachte noch zum Schluß der Saison Akademie, dem Architekten Ende und dem Kultusminister hierbei ge- ihnen die Zeit zur Fertigstellung der Bauten von ihren Auftragam Sonntag eine neu aufgewärmte Komödie von Eugen Scribe. sprochen wurde, ist im ganzen bedeutungslos. Es sind die üblichen offi- gebern( es fommen hier hauptsächlich von Behörden aufgeführte ist, weshalb diese Bor Jahrzehnten war sie unter dem Titel„ Minister und ziellen Ansprachen, in denen die byzantinische Anschauung vorherrscht, Bauten in betracht) verlängert worden Seidenhändler" Repertoireſtück der deutschen Bühne, jetzt daß die Kunst von den Gnaden fürstlichen Mäcenatenthums lebe Unternehmer mit Ruhe dem Verlauf des Streits entgegensehen wurde fie Arel Delmar umgearbeitet und Der und ihm unterthan sei. Herr Ende ging hierbei so weit, daß er Nach eingehender Erwägung aller einschlägigen Verhältnisse, und Staatsstreich" betitelt. Auch in Form gehört die Ansicht äußerte, der regierende Fürst werde für unsere nach reiflicher Ueberlegung habe die Kommission den einstimmigen sie einem völlig verblichenen Genre an, dem Intriguen gäbrende junge Runftbewegung eine Läuterung herbeiführen. Beschluß gefaßt, der Versammlung die Bausperre zu empfehlen, Lustspiel, in dem große geschichtliche Vorgänge durch Noch andere merkwürdige Curiosa tauchten in diesen Jubeltagen die in der Weise zu handhaben sei, daß die Kommission nur lächerlich fomödiantische Ränke erklärt werden. Im Staats: berlinischer Kunft auf. Die Vorliebe, alten romantischen Glanz folche Bauten zur Sperre vorschlägt, wo alle bort arbeitenden streich" ist es ein feiner Diplomat, der Boltsbewegungen mit neu heraufzubeschwören, hat unserer Künstlerschaft ein befonderes Kollegen willens sind, die Arbeit niederzulegen. In der Dis. den Standläppischen Personen und noch läppischeren Mitteln anzettelt; Brunfkostüm geschaffen und zum ersten Male erschienen die Mit- fussion vertraten zunächst mehrere Redner das nennt man dann eine Satire gegen Volksaufstände und Volks- glieder des akademischen Senats in purpurvioletten lang herab- punkt des Referenten. Dann sprachen Schulz, Knöppchen Schach mit großer Entschiedenheit für Weiterführer. Mit Hilfe dieser Volksbewegungen rettet der Diplomat, wallenden Gewändern, in einer Tracht, die dem altvenetianischen und Sie waren der Meinung, der alles weiß und alles tann, den Staat Dänemark Dogenkleid nachgebildet ist. Was dereinst aber im Dogenpalaft führung des allgemeinen Streiks. vor den verderblichen Einflüssen Struensee's und seiner am Markusplat wie der Ausfluß natürlicher Würde im Charakter daß erit zu wenig erreicht sei und bei energischer Agitation auch Ramarilla. Solche Komödie und solche Kleinkinder- Geschichten jener Zeit begründet war, das erscheint heute leicht wie etne die großen Firmen zum Nachgeben gezwungen werden tönnen. Berlin ( 1-1) BALB22113 7 Swinemünde Hamburg 765 M 7 bedeckt 769 NNW 764 N 5 • Wiesbaden 767 MSM 4 wolfenlos bedeckt wolfenlos 7 10 München 764 NW 4 Regen Wien. 760 Q Regen 5. Haparanda. 773 wolfenlos 2 Petersburg 770 DND bedeckt 8 Cort. 775 NW 774 GO 770 N heiter heiter wolkenlos 11 12 Aberdeen. Paris. • 8 Wetter Prognose für Dienstag, den 5. Mai 1896. Kühles, vorherrschend wolkiges Wetter mit geringen Niederschlägen und frischen nordöstlichen Winden. Berliner Wetterbureau. von " zu meisten im ift Arbeit Vermischtes. Nachdem Kater die Kommissionsvorschläge nochmals eingehend wärtigen Stand der Lohnbewegung" entgegen, der von| Maschinenwesen fajt ausnahmslos ben Neunstundentag erhielten. Sie begründet hatte, wurde folgende Resolution gegen etwa Hammacher gegeben wurde. Nach dessen Schilderungen ist bewilligt forderte deshalb die An 45 Stimmen angenommen: die Situation nach dem achttägigen Kampfe für die Aus- wesenden auf, nicht eher zu ruhen, bis auch für die 1. Die Lohnbewegung der Berliner Maurer ist in der bis- ständigen eine sehr günstige, so daß man annehmen könne, daß Hilfsarbeiter die Verkürzung der Arbeitszeit errungen ist. herigen Form zu ändern. Auf den noch nicht bewilligten Bauten der augenblickliche Ausstand binnen einer Woche sein Ende in reger Diskussion befundeten die nachfolgenden Redner ihre averden unsere Forderungen durchzuführen gesucht. 2. Diejenigen erreicht haben wird, wenn die Arbeiter wie bisher fest Uebereinstimmung mit dem Referat und gelangte folgende Kollegen, welche sich bisher am Streit betheiligten und bis Mitt zusammenhalten. Dringend nothwendig aber sei, überall Resolution zur Annahme: Die Versammlung beschließt, daß woch keine Arbeit erhalten, sich jedoch täglich im Zentral- dort, wo die Forderungen bewilligt werden, dem Unternehmer am Montag Morgen sämmtliche Hilfsarbeiter und Hilfsbureau zur Kontrolle melden, fönnen an obengenanntem Tage den Lohntarif zur Unterschrift vorzulegen, was in etlichen Fällen arbeiterinnen in allen Druckereien die Forderung der neuneine Unterstützung für drei Tage nach Maßgabe der unterlassen wurde. Für eine weitere Nothwendigkeit hält stündigen Arbeitszeit stellen; wird diese nicht bewilligt, soll Resolution vom 27. April beanspruchen. 3. Bausperren können Redner auch für die Folge die Werkstatt- und Vertrauens die mittags 12 Uhr niedergelegt werden. aur dann in den Versammlungen beschlossen werden, wenn die männer- Konferenzen. Laut Liste der Streitkommission haben be- Hierauf wurde mitgetheilt, daß bereits folgende Firmen bewilligt Rommission die einschlägigen Berhältnisse auf dem in Frage willigt 18 Geschäfte mit 100 Arbeitern, im Ausstand befinden haben: H. S. Herrmann, Hartwig, Fräntel. tommenden Bau geprüft hat und die Durchführung der sich 400 Arbeiter aus 38 Geschäften. Christensen ver- Stroh, Denter 11. Nikolas, 0011 Holten, Sperre für möglich hält. 4. Jeder von der Bausperre direkt in weist darauf, daß die Arbeitgeber die verzweifeltsten Oldenburg, Kroll, Rosenbaum u. Hart, Union, Mitleidenschaft gezogene Kollege erhält vom ersten Tage Anstrengungen machen, um Arbeitskräfte von auswärts zu be- Eyck u. Friedländer, Horn, Schäfer u. Rosens an eine Unterstützung von 3 M. pro Tag, jedoch hat ziehen, die sie aber zugestandenermaßen für ihre Betriebe nicht feld, Dudeck u. Co., Strauß, Deutsche Sport. sich jeder dieser Kollegen der Kommission stets zur Verfügung zu gebrauchen können. Redner theilt weiter mit, daß in verschiedenen welt, Mittler u. Gobu,' Albert น. Behrend, stellen; im anderen Falle hat er feinen Anspruch auf Unter- Werkstätten zwischen Arbeitern und Unternehmern Kompromisse Kühn Söhne, Mosse, Felgentreff, Ahrens, ftügung. 5. Jeder arbeitende Kollege hat bis auf weiteres pro geschlossen wurden, die dem Inhalt des Lohntariss nicht ganz Prinzessinnenstraße, UIIst ein. Wie zum Schluß vom VorTag 25 Pf. zum Streitfonds zu zahlen. 6. Jeder zu den neuen entsprechen. Eine eingehende Beleuchtung erfuhr der Bericht der sigenden mitgetheilt wurde, ist das Resultat der Verhandlung Bedingungen arbeitende Kollege hat die Pflicht, am Neunstunden- letzten Versammlung der Schuhmacher- Innung aus der„ Bolts- 3tg.", sofort nach dem Arbeitsnachweis zu übermitteln. Ausgebrochen tag unter allen Umständen festzuhalten. Jeder unter den alten Be- in welchem von rigorosem Vorgehen der Arbeiter die Rede ist und die ist der Streit bei den Firmen Rosenthal, Schent, dingungen in Arbeit tretende muß mit ganzer Kraft dafür eintreten, daß Behauptung aufgestellt wird, daß die augenblicklichen Preise für Guttenberg, Ashelm und Bensch. auch auf diesen Bauten unsere Forderungen bewilligt werden. Echuhwaaren sich auf 6 pet. für Arbeitslohn, 3 pCt. Material und Auf Anregung einer früheren Versammlung hatte Silber- faum 1 pet. als Verdienst der Meister belaufen, so daß eine schmidt erklärt, daß die Kommissionsmitglieder sich mit der Erhöhung der Löhne zur Unmöglichkeit werde. Eine Reihe von Hälfte der ihnen am 8. April zugebilligten Besoldung be- Rednern beweist das unwahre dieser Anführungen, zugleich klar gnügen. In der Kommission find deswegen Meinungsverschieden. legend, daß die Unternehmer, welche in betracht kommen, mit heiten ausgebrochen. Die Versammlung beschloß, nachdem Kater horrenden Ueberschüssen und Profiten zu rechnen haben. Die erklärt hatte, daß er bei der unzureichenden Besoldung an den Drohungen, die Betriebe ganz zu schließen, hält die Versammlung Rommissionsarbeiten beim besten Willen nicht mehr theilnehmen für Schreckschüsse, vielmehr hält sie das Bedauern der Meister, tönne, die Aufrechterhaltung der diesbezüglichen Beschlüsse vom daß ein Theil der sogenannten guten Arbeiter bereits Deutsch 3. April. land verlassen hat, für ein Zeichen der Kalamität, in der die Die Lohubewegung der Musikinstrumenten- Arbeiter. Herren sich augenblicklich befinden. Die Angehörigen dieses Berufes hielten am Sonntag Vormittag Nachdem Markus( Erfurt) und Reichelt( Gräbsch) in eine gut besuchte Versammlung ab, in der über die gegenwärtige längeren Ausführungen unter dem Beifall der Anwesenden zum Situation des Streits eingehende Verhandlungen gepflogen Ausharren und festeren Zusammenschluß gerathen, wurde bekannt wurden. Arendt erstattete im Namen der Kommission den gegeben, daß die Arbeiter der Firma Lodischewsky die Bericht. Bom Ausstand betroffen find 96 Fabriken mit Arbeit wieder eingestellt haben, da man ihnen Reverse, deren ca. 2500 Arbeitern und Arbeiterinnen. Da sich in Berlin Bedingungen unhaltbar, aufoftroyiren wollte. Von der Firma ungefähr 120 Fabriken dieser Branche befinden und 21 Herzberg wurde mitgetheilt, daß sie den Arbeitern, die eine die Forderungen bewilligt haben, so ist der Streit ein Unterhandlung nachsuchten, schnöde die Thür gewiesen habe. allgemeiner geworden. Es ist daraus ersichtlich, daß die Forde: Die Versammlung nimmt hierauf folgende Resolution an: rungen ganz berechtigte sind, sonst hätte der Streit nicht so große Versammlung der streikenden Schuhmacher beschließt, in jeder Dimensionen angenommen. Die noch arbeitenden Kollegen der Beziehung an den gestellten Forderungen festzuhalten; weiter Branche waren speziell zu dieser Versammlung eingeladen und auch spricht die Versammlung ihr Bedauern darüber aus, daß wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( zwei Buchfiaben oder eine Baht) aum theil erschienen. Im Interesse dieser wurden folgende Beschlüsse Kollegen sich auf Kompromisse mit dem Unternehmerthum eingefaßt: 1. Die Fabriken von Schwechten, Schmidt u. Sommerfeld, ließen." Röhler u. a. der Kommission zu überlassen. 2. Wer sich bis Die Unterstüßung an Streifende wird im Restaurant Frei Montag Mittag nicht der Bewegung anschließt, oder vom gang, Schüßenstraße, ausgezahlt. Am Donnerstag Vormittag Fabrikanten ausgesperrt wird, ohne Forderungen gestellt zu findet eine weitere Versammlung statt. Faidjah. Schicken Sie das Manuskript. Es darf aber haben, wird nicht anerkannt und hat keine Unterstüßung zu er- Stellungnahme zu dem Neunstundentag. Mit dieser nicht länger sein, als Sie in Aussicht stellen. Und ich muß mir warten. Die Lohnkommission wurde durch Wustrow verstärkt. Tagesordnung beschäftigte sich am Sonntag Vormittag eine öffent- die Entscheidung vorbehalten. Gruß M. 2. Die außerordentlich gut besuchte Schuhmacher- Ver- liche Versammlung der Buchdruckerei Hilfsarbeiter Y. 3. Besten Dank für Ihre Mittheilung. Für regelmäßige fammlung( Schoßarbeiter), die am Montag vormittag in und Arbeiterinnen. Die Referentin, Hilfsarbeiterin Berichterstattung aus Ihrem Lande fehlt es an dem nöthigen Cohn's großem Saal tagte, nahm den Bericht über„ Den gegen- l& iesel, wies darauf hin, daß die Setzer und das Personal im Interesse unserer Leser und an dem Raume. Für denZuhalt der Juferate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung Theater. Dienstag, den 5. Mai. Opernhaus. Carmen. Schauspielhaus. Die Nibelungen. Erste Abtheilung: Der gehörnte Siegfried. Zweite Abtheilung: Siegfried's Tod. Deutsches Theater. Nora. Leffing Theater. Waldmeister. Berliner Theater. Der verlorene Sohn. Hierauf: Ich heirathe eine Tochter. Neues Theater. Tata- Toto. Reßdenz- Theater. Fernand's Ehefontraft. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Hungerleider. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Dienstag, abends 8 Uhr: Die Stüken der Gesellschaft. Mittwoch, abends 8 Uhr: Antigone. ( Antigone: Frau Clara Meyer a. G.) Alt- Berlin unter dem Großen Kurfürften. Täglich: Nachmittags 3 Uhr: Wendischer Jagdund Beutezug. Abends 8 Uhr: Wendischer Brautzug. Drei Musikkorps. Gemischter Chor d. Theaters Alt- Berlin. Boltsbelustigungen. Seiltänzer. Wahr fager 2c. Irrgarten. Diorama 2c. 2c. Eintritt: 25 Pig. ohne jede weitere Nachzahlung. Theater Alt- Berlin. Täglich 2 Vorstellungen. Schiller Theater. Die Stützen der Nachmittags 3/2 Uhr u. Abds. 7/2 Uhr: Gesellschaft. Belle- Alliance- Theater. Die Reise um die Erde in 80 Tagen. National Theater. Fauft. Theater Unter den Linden. Die Chansonnette. Die schwere Noth. Von Ernst Freiherr von Wolzogen. Musik von Adolf Mohr. Märkisches Ringelstechen. Die zwanzig Pferde aus dem Reitinftitut der Gebrüder Beermann. Billetverkauf in den Niederlagen von Urania. Taubenstr. 48/49. Taubenstr. 48/49. Naturkundliche Ausstellung täglich geöffnet v. 10 Uhr vormitt. ab. Eintritt 50 Pf. Wissenschaftl. Theater abends 8 Uhr. Invalidenstr. 57/62, Lehrt. Stadtbahnh. Sternwarte täglich geöffnet v. 7 Uhr abends ab. Eintritt 50 Pf. Wissenschaftl. Vorträge abends 8 Uhr. Näheres die Tagesanschläge. Passage- Panopticum. Echter Harem aus der afrikanischen Stadt Kayrowan. Haremsfrauen und Kinder, Tänzerinnen, Sängerinnen, Eunuchen und Stlaven. Adolph Ernst- Theater. Das flotte Löser& Wolff und in der Bentral Castan's Panopticum. Berlin. Alexanderplatz Theater. Die tleinen Lämmer. Borher: Bantteufelchen. Reidahallen- Theater. SpezialitätenBorstellung. American Theater. SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten- Borftellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. National- Theater. Große Frankfurternraße 132. Direktion: Max Samst. Volks- Vorstellung zu bedeutend ermäßigten Preisen. Gastspiel des Frl. Clara Leno vom Berliner Theater und des Herrn Richard Treu vom Stadttheater zu Konstanz. Fault. Tragödie in 6 Abtheilungen von Wolfgang v. Göthe. Regie: Fritz Schäfer. Morgen: Gastspiel des Herrn Hans Hertzog: Die Räuber. Adolph Ernst- Theater. Bum 29. Male: Das flotte Berlin. Große Ausstattungs- Gesangsposse in Buchhandlung( Rudolf Engländer), Zentral- Hotel. Alcazar. Variété- u. Spezialitäten- Theater. Dresdenerstr. 52/58( City- Passage). Neu! Aurora, Neu! Bosse mit Gesang in 1 Att. Miss Galuba, die reizende Taubenkönigin, bas berühmte Barno Duo. Anf. Wochent. 8 u. Entree: 30. " Sonnt. 7 " R.Winkler. " 165 Friedrichstrasse 165. Das Bärenweib phänomenales Naturspiel Die In Altona ist in der Nacht zum Montag der Polizei beamte Ramm von vier Personen überfallen und verwundet worden. Die Thäter wurden gefaßt. Bei einem Neubau in Bad Nauheim stürzte das Gerüst zusammen und begrub 18 Arbeiter, von denen zwei schwer verletzt wurden. Die andern tamen mit ungefährlichen Verwundungen davon. ist, wie aus Gera gemeldet wird, am 2. Mai in Koestriz ge= Der Theologe und religiöse Dichter Julius Sturm storben. strecke der Aachener Kleinbahn fuhr ein führerloser Motorwagen Aus Aachen wird vom Montag berichtet: Auf der Waldeinen Berg hinab gegen einen anderen Motorwagen. Vier Personen wurden schwer, sieben Personen leicht verlegt. Materialschaden ist nicht unbedeutend. Briefkasten der Redaktion. Der anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Die juristische Sprechstunde findet am Montag, Dienstag, Freitag und Sonnabend, abends von 6-7 Uhr statt. Kaufmann's Variété- Theater Königstraße, Colonnaden. Das neue Programm mit 22 Nummern Die Perle aller Clowns Willy Agoston Barna als Rattenfänger v. Hamelu. 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Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin Druck und Verlag von Max Bading in Berlin. 2. Beilage zum„Vorwärts" Berliner Volksblatt. Die Feiev des 1. Msi. Ueber den Verlauf des Weltfeiertages liegen unZ weiter folgende Nachrichten vor: Provinz Brandenburg. JnPankow-Nieder-Schön- Hausen fand vormittags eine gutbesuchte Versammlung statt, >vo Frau Ihrer referirte. Die von der Berliner Gewerkschafts- kommission empfohlene Resolution wurde einstimmig angenommen. Als besonderen Maiengruß erließ die Behörde ein Verbot der Tellersammlung, was aber den Vorsitzenden nicht hinderte, zur Sammlung aufzufordern, um die Unkosten zu decken. Dieser Aufforderung kamen die Anwesenden freudig nach und eine doppelte Einnahme war die Anwort auf die be- hördliche Verfügung. Abends war ein gemüthliches Znsammen- sein unter polizeilicher Bewachung, was aber die An- wesenden nicht in ihrer frohen Stimmung störte.— In Strausberg vereinigten sich die Genossen am 1. Mai, morgens 6 Uhr, zu einem Ausflug, woran sich 7S Personen betheiligten. Um 11 Uhr vormittags fand eine Volksversammlung statt, die von 30—100 Personen besucht war. Das Referat hielt Albert Pöckelmann. Von nachmittags 4 Uhr ab war Konzert im Magnus'schen Lokal. Die Ansprachen hielten hier Bruno Koch und Alb. Pöckel- in a n n. Die Betheiligung war recht zahlreich und die Feier wurde durch nichts gestört.— Die Genossen von Johannis- t h a l und Niederschönweide hatten sich in Schaller's Lokal in Johannisthal zusammengefunden. Der Vortrag Lit« sin's wurde von der stark besuchten Versammlung beifällig auf- genommen. Leider mußte die Feier infolge der Maßnahmen des Herrn Amtsvorstehers v. Oppen schon um 11 Uhr geschlossen werden.— Spandau. Weit regere Betheiligung als im vorigen Jahre. Morgens war Ausflug nach Gatow, Theilnehmer 00 Personen. Nachmittags 4 Uhr fanden sich die Ge- nossinnen und Genossen im Lokale der Pichelsdorfer Brauerei ein. Die Zahl der Theilnehmer betrug am Abend gut 1000. Den hiesigen Verhältnissen entsprechend war die Feier glänzend.— In Luckenwalde war die Versammlung am Vormittag von ca. 400 Personen besucht. Nachmittags wurde unter großer Betheiligung ein Ausflug gemacht. Die Abendfeier war von 1300— 2000 Personen besucht. Abgesehen davon, daß die Polizei Ausweisung der Kinder verlangte, ist alles gut ver- laufen.— In Berlinchen wurde die Maifeier von einer An- zahl Genossen durch halbtägige Arbeitsruhe und einen Ausflug nach dem Eichwald begangen.— Bernau. Die Maifeier ist gut verlaufen. Die Vormittagsversammlung(Referent Arthur S.tadthagen) war von 300 Personen, das Konzert im Schützenhaus, wo der Gesangverein„Freiheit" mitwirkte, von 450 und die Abendfestlichkeit im Elysium von 550 Personen besucht.— In W i t t st o ck konnte keine öffentliche Feier ab- gehalten werden, da dort kein Lokal zu bekommen ist und eine Versammlung unter freiem Himmel nicht genehmigt wurde.— In Gassen in der Lausitz war am Freitag ein Kommers und am Sonnabend eine stark besuchte Versammlung, wo Jahn aus Berlin referirte. Schlesien. In S a g a n, wo zu politischen Versammlungen kein Lokal zu bekommen ist, haben die Textilarbeiter die Mai- feier durch Veranstaltung einer öffentlichen Fachversammlung ermöglicht; sie wurde am 3. Mai in der sogenannten neuen Forstkolonie abgehalten. Trotz des �stsindigen Weges und obwohl schlechtes Wetter war, hatten sich doch 300 Frauen und Mädchen eingefunden, um an der Maifeier theizunehmen. Das Referat hatte Jahn aus Berlin. Provinz Sachsen. Staßfurt. In Ermangelung eines Lokals am Orte machten die Parteigenossen am I. Mai einen Ausflug nach Neundorf.— Halberstadt. Die Versammlung früh war von 300, die am Abend von 1200 Personen besucht. Adler referirte.— Weißensels. 200—250 Personen be- theiligten sich an der Tagesseier. Thiele aus Halle referirte. Die Abendfeier war von 500 Personen besucht. Alles verlief überaus würdig.— Quedlinburg. Mittags war Ausflug in geschlossenem Zug und mit Musik, unter Betheiligung von zirka 250 Personen. Am Festzug Abends nahmen weit über 1000 Personen theil; der Festzug wurde in der Stadt photographisch aufgenommen. Beim Kommers im Nestau- rant Vorwärts war ebenfalls großer Andrang. Die Festrede hielt Trautewein. Ganz Quedlinburg war in Aufregung über den großartigen Verlaus der Feier. Keinerlei Störung ist vorgekommen.— Stendal. Die Betheiligung übertraf alle Erwartungen. Es feierten ziemlich 200 Arbeiter ganz, andere den halben Tag. Der Ausflug nach Werderburg war vom schönsten Wetter begünstigt. In der stark besuchten Versammlung am AbendsprachHinze. Alle Veranstaltungen verliefen ohne Störung.— O st« r w i e k a. H a rz. Nachmittags' war Umzug durch die Stadt, dann Konzert im Weißen Roß, abends Hauptfeier im Schwarzen Adler.— Schkeuditz(an der sächsischen Grenze, bei Leipzig). Früh Ausflug von 50 Arbeitern, eine für den kleinen Ort beträchtliche Zahl. Abends Versammlung.— Aschers leben. Die Versammlung am 1. Mai hatte schwer unter der hier herrschenden Ardeilslosigkeit zu leiden. Die An- wesenden folgten den Ausführungen des Referenten Keßler aus Berlin mit großer Aufmerksamkeit. Die gestellte Resolution wurde einstimmig angenommen. Mecklenburg. Rostock. Beim Ausflug morgens gute Betheiligung. Abendfeier in zwei Lokalen, beide überfüllt. Redner Erdbeer und Kandt. Vorzüglicher Verlauf der Feier.— Güstrow. Maifeier in gewohnter befriedigender Weise verlausen. Am Ausflug morgens nahmen 30 Genossen theil.— Schwerin. Beim Morgenausflug schwache Belhei- ligung, bei der Festlichkeit am Abend war das Lokal vollständig besetzt.— Crivitz. Ziemlich guter Ausfall der Maifeier. Schleswig- Holstein. In Kiel, dessen gut besuchte Vor- mittags-Versainmlnng schon erwähnt wurde, waren bei der Abend- feier, wo die zahlreichen Werftarbeiter mit ihren Frauen er- schienen waren, die Lokale sämmtlich überfüllt. Alles verlief ohne jeden Mißton. Tie Zahl der Maimanifestanten war diesmal, trotz der insbesondere durch die Staatswerften verursachten Abhängigkeit der Arbeiter bedeutend größer als im vorigen Jahre.— A l t o n a- O t t e n s e n. Die Betheiligung an der Arbeitsruhe war weit größer als in den srüheren Jahren. Holzarbeiter. Metallarbeiter, Schneider. Schnhinacher. Zigarren- arbciter ic. hatten in großer Anzahl die Arbeit ruhen lassen. Vormittags fanden in Altona und Ottensen je eine Versammlung statt, welche von 1500 resp. 600 Personen besucht waren. Tie Betheiligung am Nachmittage an dem von den Altonaer und Oltensener Genossen gemein- schaftlich arrangirten Kommers in Bahrenfeld war groß- artig Am Abend fanden wiederum sehr stark besuchte Versamm- lungen statt. In Altona sprach F r o b m e vor gut 3000 Per- sonen und in Ottensen v. Elm vor 2500 Personen.— Preetz. 00 Personen ließen die Arbeit vollständig ruhen. An der Ver- sanirnlung abends nahmen 160-170 Personen theil. Alles zur Zufriedenheit verlaufen.— W i l st e r. Gut besuchte Versamm- lung(300 Personen); Referent W e i n h e b e r aus Hamburg. Keine Störung vorgekommen.— H e i l i g e n h a f e n. Mehreren Fischern gebot die Polizei— im Gegensatz zu früher— die Ent- sernnng der rothen Fahnen, die sie an den Masten ihrer Fahrzeuge aufgehißt hatten. Wenn nun die Sozialdemokratie in Heiligenhasen nicht vernichtet ist. hilft garnichts mehr.— Lauen bürg. Bester Verlauf. Maurer. Zimmerer, Holzarbeiter und Metallarbeiter ließen die Arbeit nachmittags ruhen. Das Konzert und die Volksversammlung am Nachmittag war von 140—150 Personen, die Abendfeier von über 500 besucht. Referent war L e s ch e aus Altona.— Uetersen. An der Maifeier betheiligten sich 400 Personen.— Itzehoe. Zirka 100 Mann, doppelt so viel als im vorigen Jahre, ließen die Arbeit ruhen. Abends wurden zwei Versammlungen abgehalten, die von mehr als 300 Personen besucht waren. Ein großes Lokal steht uns in Itzehoe leider nicht zur Verfügung.— B a r m st e d t. 60 Personen ließen die Arbeit ruhen. Die Feier verlief ohne Störung.— Hohen- w e st e d t. 45 Theilnehmer. Guter Verlauf.— T o n d e r n. Gut besuchte Versammlung; Referent H. K oen en aus Hamburg. Hannover. Bramsche bei Osnabrück. Das Volksfest am Nachmittag war von 250— 300 Personen besucht. Ein größerer Theil von Arbeitern als früher ließ die Arbeit seit Mittag oder Nachmittag 4 Uhr ruhen. Oldenburg. In der Stadt Oldenburg sprach Junge aus Bremen vor 200 Personen über die Bedeutung des 1. Mai. Westfalen. Lüdenscheid. Da hier am 1. Mai der halb- jährliche Mielhszins zu zahlen ist und der Wohnungswechsel vor sich geht, übertraf es alle Erwartungen, daß die Versammlung am 1. Mai, die abends abgebalten wurde, von über 300 Per- sonen besucht war. Festredner war Theiß aus Dortmund. Gegen früher ist die diesjährige Maifeier ein großer Fortschritt.— Witten. Beim Ausflug früh starke Betheiligung, Abend- Versammlung für Witten eine großartige Demonstration. 700 Männer waren anwesend(Frauen waren polizeilich ausgeschlossen). Redner Stohr und König. Entsprechende Resolution ein- stimmig angenommen. An die Versammlung schloß sich ein gemüthliches Beisammensein mit Damen, wobei Musiker und Sänger ihr bestes leisteten. Infolge des Pastorenstreiks dämmert es auch in Witten, denn eine solche Demonstration halte dieses Städtchen an einem ungelegenen Wochenlage noch nicht erlebt. — Die Abendversammlungen in Dortmund waren, wie die schon erwähnten Vormittagsversammlungcn ebenfalls gut besucht. Die Ansprachen dielten Lorenz aus Hamburg, Block, E r d- mann. Bunte. In einer Versammlung wurde der Gesang verboten, in anderen wies die Polizei die Frauen hinans und verlangte nach Beendigung des Vortrags den freiwilligen Schluß der Versammlung und sofortige Räumung des Lokals. Alles ist dennoch ruhig verlaufen.— In Hörde abends gut besuchte Versammlung. Referent Carl R a u e aus Iserlohn.— Hagen. Beim Nachmittagsausflug bessere Betheiligung als im vorigen Jabre. Abendversammluug im großen Feilhauer'schen Saale überfüllt. Referat des Genossen Lande, Reichstags- Kandidaten des Kreises Hagen-Schwelin, mit Enthusiasmus auf genommen. Rheinland. In Ronsdorf war die Betheiligung am Morgenausflug geringer, als man erwartet hatte; dagegen er- freute sich die Hauptfeier, die im größten Lokale Ronsdorfs afr gehalten wurde, zahlreicher Betheiligung.— Krefeld: früh Versammlung von 200 Personen; K ö l l e aus Hamburg referirte. Bei der Fest-Versammlung am Abend war das Lokal brechend voll; es waren sicher 1200 Personen da.— Essen: Die Mai- feier war bedeutender als im vorigen Jahre. Nachdem morgens lausende von Flugblättern vertheilt worden waren, wurde nach- mittags lililer Polizel„schutz" ein Ausflug unternommen, an dem sich ca. 200 Personen betheiliglen. Die Versammlung am Abend war sehr stark besucht. Hofrichter aus Köln referirte.— Kalk bei Köln. Versammlung stark besucht, etwa 500 Theil- nehmer. Gilsbach aus Köln referirte. Entsprechende Resolution angenommen. Etwa 100 Arbeiter ließen die Arbeit ruhen; eine Fabrik feierte gänzlich. Begeisterter Verlauf der Feier.— Duisburg. Maifeier glänzend verlaufen. Nach- mittags Ausflug, Betheiligung viermal so stark als im vorigen Jahre. Abends gutbesuchte Versammlung in Hochseld. In der Stadt waren uns alle Lokale abgetrieben. Begeistert aufgenommenes Referat des Genossen H e n g st b a ch aus Köln.— Düsseldorf. Bedeutend mehr Betheiligung als im vorigen Jahre. Frühmorgens machten gegen 300 Personen einen gemein- samen Spaziergang. Mittags gings, umschwärmt von Gesetzes- Hütern, zurück zur Stadt. Abends waren im Schwarz'schen und Heckhausen'schen Lokale Versammlungen mit Festrede, nachher Abendunierhaltung; das letztere Lokal war vollgepfropft von ca. 800 Menschen.— Solingen. Die Maifeier am Sonntag ist glänzend verlaufen. Der Besuch stark. Schumacher hielt unter großem Beifall die Festrede. Thüringen. Apolda. Theilnebmerzahl beim Ausflug nachmittags: 150, beim Kommers, abends: 400. Die Festrede hielt Leber.— S o n n e b e r g. Tie Versammlung war von 200 Personen besucht. Landtags-Abgeordueter W e h d e r hielt die Rede. Umzüge mit Musik wurden in letzter Stunde verboten. 1750 Maisest-Zeilungen sind in Sonneberg und Umgebung ver- breitet worden. Die Hauptfeier wurde am Sonntag abgehalten. — Jena. Arbeitsruhe und theilweiser KommerS am Abend von 300 Personen besucht; mehr kann das uns dort zur Verfügung stehende einzige Lokal nicht fasseu. Die Festrede hielt L entert aus Apolda.— Gotha. Die diesjährige Maiseier übertraf an Großartigkeit die vorjährige. Der große Saal zu den 4 Jahres- zeiten in dem nahe gelegenen Orte Siebleben erwies sich abends viel z» klein. Nachmittags war die Betheiligung schwach. Nur zirka 60 Genossen und Genossinnen machten einen Ausflug. Da uns zur Zeit in Gotha kein großer Saal zur Verfügung steht, ist geplant, den diesjährigen Parteitag in dem eben erwähnten Lokale abzuhalten.— Pößneck. 200 Theilnehmer; Maifeier, weil auf den Tag gefeiert, etwas schwächer als srüder, wo Sonntag vor oder nach dem 1. begangen wurde. Die Festrede hielt A. H o f f in a n n aus Saalfeld. Konzerlmusik von der gesammlen Sladtkapelle im Saale des Schützen Hauses. Offizierverein und Mililärvereine haben Saalschmückung hinler- trieben. Die 24 rothen Fenstervorbänge genügten.— Nord- Hausen. Glänzender Verlauf.— A r n st a d r. Der erste Ver- such, hier den 1. Mai durch Arbeitsruhe zu feiern, ist von be- friedigendem Erfolg gewesen; es konnte nachmittags ein gemein- famer Ausflug unternommen werden. Abends war die Ver- fammlung so gefüllt, daß das Lokal abgesperrt werden muhte. Redner war Güldenberg aus Erfurt. Der Verlauf der Feier zeigte, daß es auch hier vorwärts geht. Königreich Sachsen. In Glauchau ist weder zu Ver- sammlungen noch Festlichkeiten ein Lokal zu haben, trotzdem ist der 1. Mai würdig verlaufen. Mehrere Hundert ließen die Arbeit theils schon am Vormittage ruhen und fanden sich am Nachmittag im Gasthof des Reichstags-Abgeordne'en Stolle in Gesan zn einem Konzert ziisammen. Auch die Fabrikarbeiter strömten erfreulicherweise am Abend noch verhältmäßig zahlreich dorthin, trotzdem mancher 3/4 Stunde Wegs hatte, was beim Kleinstädter schon in betracht kommt.— M i t l w e i d e. 1000 Theilnehmer. Festredner S u st aus Chemnitz.— L ö b a u. 400 Theilnehmer.— Bautzen. Am 1. Mai gut besuchte Ver- fammlung, begeisternder Verlauf. Sonntag Ausflug nach Grubsch- witz.— M e e r a n e. Glänzender Verlauf. � In zwei überfüllten Lokalen Festlichkeiten.— Meißen und Cölln. In mehreren Fabriken und kleineren Betrieben war Arbeilsrnhe. Besonders feierten die Töpfer und Metallarbeiter. Am Frühschoppen und am Ausflug nachmittags nahmen mehrere hin dert Personen theil. Abends war im„Goldenen Schiff" eine Volksversammlung, wo Thiepold das Referat hatte. Eine Resolution, worin auch der Forderung des allgemeinen gleichen Wahlrechts für den sächsischen Landtag gedacht ist. wurde einstimmig angenommen. Im Thurmhaus wurde dann ein gut besuchter Kommers abgehalten.— Chemnitz. Am Nachmittag sprach Schippe! vor 1300 Per- sonen. Die Abend-Versammlungen waren überfüllt und wurden polizeilich abgesperrt. Es sind etwa 10 00 Menschen beisammen gewesen. Hessische:c. Distrikte. H ö ch st a. M. 40 Mann, meist Tischler, ließen die Arbeit ruhen. Abends am 1. Mai stark be- suchte Versammlung mit W. S ch m i d- Frankfurt als Referenten. — Kost heim. Diese hiesige Filiale des Metallarbeiter-Ver- bandes beschloß, den 1. Mai durch Arbeitsruhe zu feiern.— Gießen. In drei stark besuchten Versammlungen wurden dem Tage entsprechende Resolutionen angenommen. Referenten waren Krunim, Orbig und Beckmann.— Marburg. 300 Theilnehmer. Referent John aus Kassel. Sehr würdiger Verlauf.— Mühlheim am Main. Imposante Maiseier. 300 Theilnehmer. Festredner Heil mann aus Offenbach.—- Kassel. Großartige Versammlung am Morgen, alle Branchen waren vertreten. Abendversainmlungeii überfüllt. Entsprechende Resolution einstimmig angenommen.— Mainz. Am 1. Mai nachmittags Ausflug mit Musik nach Marienborn, abends groß- artig besuchte Versanimluiig. I ö st referirte. Der Versammlung wohnten auch viele Frauen bei. Baden. Karlsruhe. Da am I. Mai Genosse Schaufel- berg er bei der G e m e i n d e w a h l mit 700 Stimmen Ma- jorität über den Gegner gesiegt hatte, wodurch die Zahl der sozialdemokratischen'Mandate im Stadtverordnetenkollegium auf 12 gestiegen ist, wurde die Maifeier mit um so größerer Be- geisterung begangen. Der Zudrang war so stark, daß Hunderte keinen Platz landen. Geck aus Offenburg hielt die Festrede.— Lörrach. 65 Mann ließen die Arbeil ruhen und betheiligten sich an dem Demonstrationszng in Basel. Die Zahl der Theil- nehmer an der Festversammlung betrug 350. Manns aus Zürich referirte.— D u r l a ch. Masseuspaziergang von 500. Festbankett von 750 Personen. Redner D o l i n s k i. In Grützner'L Nähmaschinenfabrik war der halbe Tag freigegeben. Nirgends ist ein Mißton vorgekommen. Rheinpfalz. Neustadt. Die Arbeitsruhe war diesmal größer als früher. In gut besuchter Versammlung referirte Schlau de l.— Frankenthal. Beim Festbankett erwies sich der Saal zu klein. Die Zahl der Theilnehmer betrug 500. Viele mußten wegen Platzmangels umkehren.— Pirmasens. Am Ausflug betheiliglen sich 124 Personen. Auch die Versanim- lung am Abend war gut besucht. Bayer» rechts des Rheins. R e g e n s b u r g. Würdige Maifeier. Die Versammlung am I. Mai war von 400 Personen besucht. W i e m e r aus Nürnberg hielt die Rede.— Schwein» f u r l. Der Besuch des Kommerses übertraf den im vorigen Jahre bedeutend. Festredner war Lock aus Würzburg. Be- geisterte Stimmung. Keinerlei Störung. Elsaß- Lothringen. M ü h l h a u s e n. Stark besuchte Feier in zwei Lokalen; trotzdem die Behörde das Anschlagen von Plakaten betreffs Ankündigung der Maiseier verboten hatte. Auch Reden durften nicht gehalten werden. Arn 27. April waren noch zwei Stunden vor ihrem Beginn die Versammlungen der Schneider und Schubmacher durch den Bezirkspräsidenten in Kolmar vertagt worden. Auf wie lange, das wissen— wie man uns schreibt— die �Götter in Mülhausen selbst nicht. Oesterreich. Der Verlauf der Maifeier war ein großartiger. Auch außerhalb Wiens wurde die Arbeil in weitestem Umfange ruhen gelassen. Das leitende Organ der österreichischen Groß- bourgeoisie, die„Neue Freie Presse" muß von der Arbeitsruhe in Wien sagen:„In den Privatindustrieen stand gestern die Arbeit mit geringen Ausnahmen vollständig still." Zum bedauerlichen Konflikt, über den wir in unserer letzten Numuier schon telegraphisch berichtet haben, schreibt das gleiche Blatt, sicherlich der denkbar unverdächtigste Zeuge: Aus einer Aufforderung, die vielleicht»ur ein Ausfluß des Selbstgefühls war, welches die jungen Leute am gestrigen Tage beherrschte, die in unberechtigter Ueberhebung sich zum Vollstrecker eines von der besonnenen Arbeiterschaft gewiß nicht gewollten, noch weniger aber erlheilten Befehles gemacht hatten, entstand ein ernster Konflikt. Nach der Wiener„Arbeiter-Zeitung" sind die Vorgänge im höchsten Maße mysteriös. In dem Lokale Swoboda, gegen das sich die Hauptwuth gerichtet hat, wurden 80 Fensterscheiben mit Steinen eingeworfen. Nun finden sich aber in weiter Um- gebung des Lokales überhaupt keine Steine. Merk- würdig ist auch, daß schon Ende April dem Telegraphen» burean Herold aus Wien telegraphirt wurde, daß Unruhen an- läßlich der Maiseier befürchtet würden. Auch Polizei- Organe haben sich in ähnlicher Weise vor dem I. Mai geäußert. Somit erscheint der Verdacht nicht unberechtigt, daß gewissenlose Hände hierbei mit im Spiele sind. Die Wiener Parteigenossen haben alles daran gesetzt, die Ruhe wieder herzustellen und ihnen ist es ge- lungen. die Ausbreitung der Unruhe über den ganzen Festplatz zu verhindern. Von den berufenen Organen der Ordnung, den Polizeibeamten, kann das gleiche nicht behauptet werden. Prag, 1 Mai.(Eig. Ber.) Auch hier wurde der Weltfeiertag zu einer großartigen Kundgebung der Proletarier, zu einem Fest- tage, der den bürgerlichen Parteien und insbesondere den natioiialeii Chauvinisten, die ja leider gerade in unserem doppel- sprachigen Laude ein weites Wühlfeld haben, in Erinnerung brachte, daß der Zeitpunkt der Völkerbefreiung immer näher und näher kommt. Der vormittägigen Volksversaminlung auf der Schützcniusel, auf deren Programm die Verkürzung der Arbeitszeit und die Bedeutung der Maifeier standen, wohnte eine nach tansenden zählende Volksmenge bei, welche die einzelnen Redner mit lautem Beifall lohnte. Nachmitlag fand auf demselben Versamnilungsplatze ein Volksfest stall, dessen Theiluehinerzahl mehr als v i e r z i g t a u s e n d betrug. Zn bemerke» wäre noch, daß die Versammlungen, welche die Ali- archisten und die extrem-radikalen Juugczechen(Forlfchriltler) ein» berufen hatten, verboten wurden. Von einer Veröffentlichung weiterer Berichte aus Oesterreich müssen wir des Raummangels wegen absehen. Ungarn. B u d a p e st, 2. Mai.(„Arv.-Ztg.") Die gestrige Maifeier führte bedauerlicherweise an mehreren Stellen der Hauptstadt, insbesondere in Steinbruch, zu blutigen Kon- s l i k t e n. Die Arbeiter zogen schon morgens in großen Kolonnen nach verschiedenen Ausflugsorten. wo sie sich, da die Abhaltung von Versammlungen verboten war, auf verschiedene Weise nnterbielten. Ein großer Theil der aus- marschirenden Arbeiter trug rothe Kappen mit der Aufschrift: „Es lebe der Achtstundentag! Es lebe das allgemeine Wahlrecht!" In der Gutuiann'schen Ziegelbren nerei weigerten sich sämmtliche Arbeiter, die Arbeit aufzunehmen, und wollten die Fabrik demonstrativ verlassen. Daraufhin bewaffneten sich die Wcrkführer und Aufseher sowie einige treu gebliebene Arbeiter, um den Auszug zu verhindern. Es kam zu einer Schlägerei, bei welcher die Ausseher den Kürzeren zogen. Die Arbeiter begaben sich nun in die benachbarten Z i e g e I w e r k e und zwangen die dort beschäsligten Arbeiter, die'A r b e i t einzustellen und mit ihnen zu seiern. Die von dein Vorfalle verständigte Polizei entsendete eine starke Abtheilung Wache dahin. Die Arbeiter hatten sich inzwischen in den umliegenden Wirthshäusern angesammelt. Die mehrmalige Aufforderung der Polizei, die- selben zu verlassen, wurde von ihnen nicht befolgt. Schließlich schritt die Polizei mit blanker Waffe ein und vertrieb die Arbeiter. Dieselben versammelten sich jedoch und begannen sich energisch zur Wehre zu setzen. Die Polizei wurde mit Steinen beworfen, woraus berittene Polizisten eine Attaque auf die Masse ausführten. Dabei wurden mehrere Arbeiter schwer verletzt; viele geriethen unter die Hufe der Pferde. Ein schwer bedrängter Polizist feuerte mehrmals aus seinem Revolver und verletzte einen Arbeiter lebensgefährlich. Wie bisher festgestellt wurde, sind etwa dreißig Personen verwundet. Zehn Rädelsführer find verhaftet. In der Ziegelei Virava kam es zwischen ungarischen und slovakischen sozialistischen Arbeitern zu einem blutigen Zusammenstoß«, wobei viele Arbeiter schwer verletzt wurden. Auch hier wurden zahlreiche Verhaftungen vorgenommen. Die Polizei verweigert jede Auskunft über die gestrigen blutigen Vorfälle. Schweiz. Bern. Unter strömendem Regen zog der Demonstrationszug, 1700 Mann zählend, in den ersten Nachmittagsstunden durch die Hauptstraßen der Stadt und nach dem eine halbe Stunde entfernten Wabern. Die dort statt- gehabten Fe st Versammlungen zählten weit über 2000 Theilnehmer. Die Genossen Scherz und HeinrichSchmidt und ein italienischer Redner hielten die Festreden. Basel. 2. Mai. Die diesjährige Maifeier war eine der imposantesten, die Basel je gesehen. Zwar war die Witterung nichts weniger als günstig, aber dessen ungeachtet war die Zahl der Feiernden eine sehr große. Die Mehrzahl der Arbeitgeber erklärten, daß sie den 1. Mai zwar nicht als Feiertag anerkannten, daß sie es aber jedem Arbeiter anHeim stellen, den Tag zu feiern auf feine Kosten, ohne Ent- lassung und Maßregelung zu befürchten. Aus diesem Grunde war die Theilnahme der Arbeiter eine sehr große. Bereits am Morgen fanden sich 400 Arbeiter zur Tagreveille ein. Und am Nachmittag war die Betheiligung eine geradezu großartige. 32 Vereine mit ihren Bannern und drei Musikkorps bildeten den Zug; bürgerliche Zeitungen selbst, denen man nichts weniger als Arbeiterfreundlichkeit zutrauen kann, gaben die Zahl der Theil- »ehmer auf über 2000 an. Ueberall, wo sich der Zug zeigte, wurde er von der Bevölkerung sympathisch begrüßt. Polizei war fast nirgends zu sehen; sie mußte sich auf Anordnung des Polizei» Präsidenten auf den Posten aufhalten. eine Anordnung. die allenthalben begrüßt wurde. Die Burgvogteihalle, wo die Feier stattfand, erwies sich als viel zu klein, es konnten nicht alle Platz finden. An stelle des Reichstags-Abgeordneten B u e b- Mülhausen sprach Genosse Z'graggen, General-Staatsanwalt in Bern, über die Bedeutung des Tages und schlug den An- wesenden die Annabnie einer Resolution vor, worin Festhalten am achtstündigen Arbeitstag gelobt und Ausbau der Arbeiter- schütz- Gesetzgebung verlangt wird. Abends fand ein Fackelzug statt, an dem sich diejenigen betheiligten, die tagsüber arbeilen mußten. Die Zahl der Theilnehmer ist mit 3000 nicht zu hoch geschätzt. Nach Auflösung des Zuges in der Festhalle hielt Genosse Z'graggen die Festrede, in der er auf die Nothwendig- keit des politischen Kampfes hinwies; ein italienischer Genosse hielt darauf an seine Landsleute eine kurze Ansprache, worauf die Feier mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie geschlossen wurde. In Zürich wurde am Vormittag die neue rothe Fahne der italienischen Sozialisten eingeweiht, wobei die Mit- gliedschaft der deutschen Sozialisten Pathenstelle vertrat, und italienische sowie deutsche Ansprachen vor etwa 1000 Personen im Kasino Außersihl gehalten wurden. Ueber die Bedeutung des 1. Mai sprach Lang. Der Nachmirtags-Umzug zählte 4000 Theil- nehmer, worunter auch Frauen und Kinder, und er führte zirka 40 Fahnen sowie sechs Mufikkorps mit. In der Ver- sammlung unter freiem Himmel hielt sodann Seidel die Festrede. Abends war das Kasino Außersihl voll besetzt und wurden Hauptmann's„Weber" mit vielem Beifall und Begeisterung aufgenommen.— Nach den vorliegenden Berichten waren die Feiern in den meisten Orten bedeutender als in früheren Jahren. In Genf zählte der Zug 2000 Theil- uehmer, es sprachen Dr. W a s f i l i e f f und Moriaud; in Chaux-de-fonds sprach Heritier. In Bern zählte der Zug 1200 Theilnehmer. Redner: Müller und Schmidt. — Luzern. Der Demonstrationszug zählte trotz strömenden Regens ca. 3ö0— 400 Theilnehmer. Im Saale des Löwengartens waren über S00 Personen anwesend. Genosse M ä r t e n s von Zünch hielt die Festrede, welche oft durch lauten Beifall unter- brachen wurde. Die von uns in der letzten Nummer veröffent- lichte Resolution wurde begeistert angenommen. Ebenso das Verlangen nach eidgenössischer Kranken- und Unfallversicherung. Die Maifeier halte einen schönen Verlauf und kann sich ihren Vorgängerinnen ebenbürtig zur Seite stellen. Italien. Arbeitsruhe wird ferner aus Venedig, Turin und Bologna gemeldet. Paris, 2. Mai.(Eig. Ber.) Die akute politische Krise und die Gemeiirderathswahlen haben der diesjährigen Maifeier in Frankreich bis zu einein gewissen Grade Abbruch gethan. In Paris beschränkte sich die Kundgebung auf Versammlungen, die zum Theil im Laufe des Tages abgehalten wurden. Am Vormittag tagte hier der zweite Jahres-Kongreß der„Liga für die Verfassungs- revision durch das Volk", der sich, angesichts der gegenwärtigen poli- tischen Lage, zu einer wirkungsvollen Kundgebung gestaltete. Es wurde unter anderem beschlossen, in Paris sechsVolksversammlungen zu gunften der Revision zu veranstalten. Die erste wird am 10. Mai stattfinden, d.i. am Jahrestage des kläglich gescheiterten Mac Mahon'schen Staatsstreiches von lS77. Der Pariser Lokalvorstand der Gewerkschaften, die der„Nationalen Gewerkschafts-Föderation" isozialdemokratischen Richtung) angehören, hielt eine Vormittags- Versammlung ab, ebenso wie die Bauarbeiter-Föderation. Am Machmittag fanden zwei große Versammlungen statt, die eine aus Initiative des Revolutionären Zentralkomitees, die andere im Volkshause der sozialdemokratischen Partei. Außerdem ist «ine Anzahl Versammlungen in den einzelnen Stadtvierteln zu verzeichnen. Neben den Maiforderungen wurde kräftig die Noth- wendigkeit der Verfaffungsrevision betont und der Senat nebst dem Präsidenten Faure und dem Ministerium hart mitgenommen. Unnütz zu sagen, daß die Regierung abends umfassende wie zwecklose„Sicherheitsmaßnahmen" angeordnet hatte. Seltsamer- weise aber wurde keine einzige Bombe„gefunden". In der Provinz wurde der Maitag vielfach durch Ar- beit�niederlegung gefeiert, und zwar nach den bisher vorliegenden Berichten in folgenden Orlen: in Lyon(fast all- gemeine Arbeitsruhe), R o a n n e(in den meisten Werkstätten), o u r m i e s(in 0 Spinnereien), C a r m a u x(Kohlengräber, laspascha Ressöguier gab natürlich de» Tag nicht frei), Montluyon (Glashütte). In Fourmies fand, wie alljährlich, eine Kund- gebung am Grabe der Maiopfer von 1891 statt, in L i m o g e s wurde die Arbeitsbörse eingeweiht, in Toulon blieben die Bureaus des sozialistischen Gemeinderathes den ganzen Tag ge- schloffen, in R o u b a i x wurden am Mittag die Delegirten der Gewerkschaften im Sradthause empfangen, am Abend sprach Jaurös im Theatersaal, in Bordeaux legte eine Delegation die Maiforderungen in der Präfektur nieder. In B a st i a (Insel Korsika) wurde der Weltfeiertag durch ein Banquet gefeiert. In ganz Frankreich verlief der 1. Mai, zum Leidwesen des Ordnungsministeriums, ohne die geringste Ruhestörung. Belgien. Im ganzen Lande wurde die Maifeier festlich be- gangen. Viele Orte, so die Arbeiterquartiere Brüffels machten am 1. Mai den gleichen Eindruck wie an großen Festtagen. Vielfach wurde die Arbeit ruhen gelassen, wenn auch der Freitag, nls ein Tag am Ende der Woche, wo den meisten Arbeitern das r&elb au�ewngen ist, sich vielfach fühlbar machte. AuS den einzelnen Orten ist erwähnenswerth, daß in Jemappes ein Fackelzug stattfand. AuS Antwerpen wird uns geschrieben: Der Maifestzug versprach imposant zu werden. Er wurde aber durch den Bürgermeister verboten. Die Manifestanten mietheten nun eine Anzahl Omnibusse und manifestirten auf diese Weise. Die Be- theiligung der Arbeiter an der Feier war eine sehr rege. Aus Charleroi wird uns geschrieben: Die Maifeier verlies hier großartiger als jemals vorher. Genosse Vandervelde sprach im„Maison du Peuple du Nord" mit flammenden Worten:„Ueber den 1. Mar". Eine Menge von ca. 10 000 Ar- bester bildete den Zug. Die Häuser vieler Straßen find beflaggt. Viele Frauen betheiligen sich an der Manifestation. Eine Anzahl Bergwerke und großer Fabriken feiern. Alles ist im Festtags- kleide. Nachmittag sprach Genosse Pastur in Templ de la Lience. In M ar ein elle sind die Schulen geschlossen. Am Abend findet Theater im Maison du Peuple statt, serner Konzerte und Bälle in den angrenzenden Ortschaften. Kein Unfall ist vor- gekommen. Holland. Amsterdam, 1. Mai.(Eig. Ber.) Die Arbeit ruhte nur in einigen Diamantfabriken und unter den Bauarbeitern in A m st e r d a m, wo das Verbrüderungsfest für den„verkürzten Arbeitstag" der 30 Gewerkschaften und Sozia» listenbündler mit Musik und Gesangchöre im Volkspalast mehrere tausend Besucher zählte. Die sozialdemokratische Arbeiterpartei hielt mit den Diamantarbeiter-Gewerkschaften ein Meeting für den gesetzlichen Achtstundentag ab, wo die Redner sich dahin aus- sprachen, daß nur Verbrüderung in der Sozialdemokratie möglich sei und wo der revolutionäre Charakter der Forderung des Normalarbeitstages gegenüber jener des verkürzten Arbeitstages hervorgehoben wurde; fie zählte 000 Besucher. In Utrecht eine Straßendemonstration mit Fackeln, Umzug durch die Stadt unter allgemeiner Theilnahme der Arbeiter, nachdem eine Volks- Versammlung für den gesetzlichen Achtstundenlag mit 1300 Be- suchern glänzend verlaufen war. Rotterdam, Haag, Haarlem, Arnheim, Greningen, Maastricht und in mehreren kleineren Orten Volksversammlungen, eine Straßenkundgebung im Jndustriedistrikl Twenthe. England. London, I. Mai.(Eig. Ber.) Der Himmel meint es schlecht mit dem Arbeiterfeiertag in London. Die Vertreter der Idee, dem ersten Mai auch auf Englands Boden Bürgerrecht zu erobern, haben nicht nur mit dem konser- vativen, an gewohnten Formen zäh festhaltenden Geist der Arbeiterschaft zu kämpfen, sondern auch mit merkwürdig zäher Ungunst des Wetters. Jahr für Jahr hat es am 1. Mai ge- schneit, geregnet, gestürmt, und wenn man bedenkt, daß dem Londoner Arbeiter, der von den Jndustriequartieren und den Bororten der Metropole nach Hydepark pilgert, keine gastlichen Biergärten mit gedeckten Räumen offen stehen, so kann man sich auch vorstellen, von welchem Einfluß das Wetter für das Gelingen oder Mißlingen der Demonstration sein muß. Kalt, windig, regnerisch— so war das Wetter heut Vor- mittag. Zeitweilig nur schien die Sonne die Regenwolken ver- drängen zu wollen, aber dann kam auch sofort wieder ein Regen- schauer nach, gerade wie eine Warnung, sich nur ja nicht nach dem Park zu wagen, es werde doch nichts nützen. Aber London hat eine wachsende Schaar von Sozialisten, die kein Wetter von der Bethätigung ihrer internationalen Gesinnung abzuschrecken vermag, und ihre Schaar wurde verstärkt durch einige besonders radikale Ge- werkschaften und eine Anzahl der in Ausstand getretenen Bauarbeiter (nur die Maurer, denen die Meister in der letzten Stunde die Forderungen bewilligt, sind nicht in Ausstand getreten). So war es immerhin ein der Rede werther Zug, der sich am Viktoria Embankment(das nördliche Themseufer in der Nähe von Westminster) aufstellte, und nach Hydepark zog. Wie im vorigen Jahre gaben ihm eine ganze Reihe von festlich geschmückten Wagen mit Kindern in Fest- kleidung, bei der das Roth eine große Rolle spielte, emen anmuthigen stimmungsvollen Charakter. Von den Gruppen, die mit ihren Bannern aufmarschirten, war die des, gewissermaßen die deutsche Sozialdemokratie repräsentirenden kommunistischen Arbeiter- Bildungsvereins eine der bestbesetzten. Noch einmal, gerade als der Zug in Hydepark einschwenken wollte, gab es einen Regenschauer; aber er verzog sich schnell, und von da ab spielte der Himmel den Klügeren und gab»ach. Das Meeting konnte ohne Unterbrechung zu Ende geführt werden. Nur die Redner hatten von dem ziemlich scharfen Winde zu leide». Die Liste der Redner umfaßt 42 Namen, und dies allein ent- hebt mich wohl der Aufgabe, über die Reden zu berichten. So- weit ich dieselben gehört, ließen sie an sozialem Radikalismus nichts zu wünschen übrig. Alle Gruppen und Richtungen der vorgeschrittenen Arbeiterbewegung waren auf den Tribünen ver- treten. Die deutsche Sozialdemokratie war unter den Rednern durch Fr. Leßner und E. Bernstein repräsentirt. Den Anarchisten halle das Organisationskomitee eine besondere Plattform ein- geräumt. Im ganzen wird die Zahl der Theilnehmer an der Demon- stration IS 000 betragen haben. Für London nicht sehr viel, aber jedenfalls erheblich mehr als an irgend einer der vorher- gegangenen Feiern des 1. Mai. Heute Abend halten die Sozialdemokratische Förderation und die Unabhängige Arbeiterpartei zur Feier des Tages Fest- lichkeilen ab, bezeichnend für England beide in Sälen, die Lokal- Verwaltungen gehören: die Föderation in der Halle des Kirch- spiels von St. Martin, die Arbeiterpartei in der des Kirchspiels Holborn. Die im Hydepark auf den fünf sozialistischen Tribünen zur Abstimmung gebrachte Resolution besteht aus zwei Theilen und lautet: „1. Diese Arbeiter-Massenversammlung sendet den an diesen Tagen versammelten Kameraden allerorts die brüderlichen Grüße und bekräftigt mit ihnen den festen Entschluß, auf den Sturz des Lohnsystems und des Kapitalismus hinzuarbeiten und durch ver- eintes Bemühen jene internationale genossenschaftliche Gemein- schaft zu errichten, in welcher alle Produktionsmittel von organisirten Gemeinschaften geeignet und kontrollirt werden und allen Angehörigen gleiche Möglichkeit geboten wird, ein gesundes, glückseliges, menschenwürdiges Leben zu führen." 2.„Dieses Meeting erhebt sernerhin die Forderung auf unverzügliche Ein- führung des Allgemeinen Stimmrechts für alle Erwachsene, des Slichwahlsystems, der Bezahlung von Diäten und amtlichen Wahlkosten, eines gesetzlichen Achtstundentages und der unentgelt- lichen Speisung aller die Gemeindeschule» besuchenden Kinder. als Mittel zur friedlichen Durchführung ihrer ökonomischen Be> freiung und zur Gegenwirkung gegen die schreckliche physische Verkünimerung unserer Klasse." Dänemark. Kopenhagen. I. Mai.(Eigener Bericht.) Die Mai-Demonstrationen in Dänemark waren sehr umfangreiche. Die Theilnahme war überall groß und die Siimmung begeistert. Das Wetter war während der Demonstrationszeil schön. Es wurde demonstrirt in Kopenhagen und in IS der größeren Städte der Provinzen, sowie auch in vielen Landdistrikten. Die Hauptdemonstration in Kopenhagen wurde auf dem „Nörre Folled"— ein großer im Freien belegener Exerzierplatz, dicht bei der Staat— abzuhalten. Um 4 Uhr versammelten sich auf dem großen Platze ca. 00 Fachvereine mit ihren Bannern, und als die Festreden ihren Anfang nahmen, waren 30 000 bis 40 000 zielbewußte Arbeiter aus dem Platze anwesend. Von zwei Redneriribünen sprachen die Parreigenoffen, Oberhaus- nütglied und Präsident der Sozialdemokratie in Däne- mark, P. Knudsen, Tischler M. Olsen, Unterhaus-, Mitglied und Präsident der Gewerkschaften in Dänemark- I. Jensen und Unterhausmitglied Ohsen. Dw vor gelegte Resolution wurde einstimmig angenommen. Die Reso- lution hat folgenden Wortlaut:„In Ueberelnstimmung mit dem Programm der Sozialdemokratie und den Beschlüssen auf den internationalen Kongressen in Paris 1889, Brüssel 1891 und Zürich 1893 fordert die Versammlung, daß die erhöhte Produktivität, welche die menschliche Arbeit jetzt im Berhältniß gegen früher leistet, den Arbeitern zu gute kommen soll durch einen durch Gesetz bestimmten Maximal- Arbeitstag, der in den ökonomisch fortgeschrittenen Ländern auf acht Stunden innerhalb 24 Stunden festgesetzt werde» muß. Zur Begründung erklärt die Versammlung folgendes: Die gegenwärtige längere Arbeitszeit bewirkt in einer großen Menge von Fächern, daß die Arbeiter überangestrengt werden, ihre Gesundheit zu gründe gerichtet und daß der Ar- beitslohn infolge des erhöhten Angebotes freier Arbeitskraft ver- mindert wird. Im Gegensatz hierzu bringt der Achtstunden- Arbeitstag folgende Vortheile: Der Achtstunden-Arbeitstag vermindert die Arbeitslosigkeit und schafft durch die erhöhte Nachfrage nach Arbeitskraft Bedingungen für eine Erhöhung des Arbettslohnes. Der Achtstunden-Arbeitstag erhöht die Kaufkraft der Arbeiter und ruft dadurch erhöhte Produktion und erhöhten Umsatz hervor. Der Achtstunden-Arbeitstag schafft den Arbeitern die noth- wendige Zeit zur Ruhe und Erholung, sowie zur Entivickelung ihres Familienlebens. Der Achtstunden-Arbeitstag verschafft den Arbeitern Gesund- heit und fördert ihre Arbeitstllchtigkeit und geistige Entivickelung. Die Versammlung betrachtet fer n'e r de« Achtstunden-Arbeitstag aus folgenden Gründen für durchführbar: In mehrere» Staaten und Gemeinden ist er bereits durch- geführt, theils bei allen Staats- und Gemeinde-Arbeiten, theils als allgemeine Regel in den betreffenden Gebieten. Er ist ferner in vielen Arbeitsfächer» im Auslands durch private Bestrebungen durchgeführt. Das Prinzip einer Begrenzung der Arbeitszeit auf gewisse Stunden täglich ist in fast allen Ländern und in den meisten Arbeitsfächern durchgeführt, und die Erfahrung hat bewiefen, daß die Fächer, die mit der kürzesten Arbeitszeit arbeiten, in der Regel den Arbeitern die günstigsten ökonomischen Verhältnisse bieten. Endlich ist die Forderung nach dem Achtstunden-ArbeitStag international. Sie wird von den Arbeitern in allen ökonomisch vorgeschrittenen Ländern gestellt, und wird darum der Kon- kurrenztüchtigkeit des einzelnen Landes nicht Hinbernd in den Weg treten. In bezug auf die angeführten Gründe schließt die Ver- sammlung sich dem von den Repräsentanten der Sozialbemokralie im Reichstag vorgelegten Gesetzentwurf betreffs des Achtstunden-Arbeitstages an und richtet eine energische Aufforderung an die Regierung und den Reichstag, sobald wie möglich diesen Vorschlag durchzuführen. Der Parteigenosse, Advokat Meyer aus Christiania, brachte einen Gruß von den norwegischen Brüdern. Um 4 Uhr bewegte die mächtige Demonstrationsoersammlung sich wieder nach der Stadt, wonach abends 8 Uhr sechs große Versammlungen in unseren drei Versammlungsgebänden und in drei der größeren privaten Etablissements abgehalten wurden. Auch hier wurden von unseren Parteigenossen unter großem Enthusiasmus Reden geHallen. Telegramme von den Provinzen konstatiren, daß auch überall außerhalb der Hauptstadt die Demonstrationen unter großer Theilnahme stattsande» und ausgezeichnet verliefen. Schweden. Landskron, 1. Mai.(Eig. Ber.) Die Maifeier ist hier großartig gefeiert worden. Nach einer guten Rede bewegte sich der lange Temonstrationszug mit vier rothen Fahnen unter der Begeisterung der Masse durch die Stadt. Rumänien. Bukarest, 1. Mai.(Eig. Ber.) Die Bukare st er Parteigenossen veranstaltete» am Sonntag, den 3. Mai(21. April a. St.) einen Umzug mit Fahnen und Musik vom Garten„Cismagiu" aus durch die belebtesten Straßen der Stadt nach dem Festlokale. Vor 2 Jahren betheiligten sich ca. 9000 f ersonen an der Manifestation. Im Vorjahre wurde jedwede traßenkundgebung durch ministerielle Verfügung untersägt. Bei der diesjährigen Maiseier hingegen wirkte sogar eine— Militär kapelle mit. Vevprnmnlungen. Tie Parquetbodenleger waren am Sonntag bei Zubeil, Lindeuftraße, versammelt, um über die in Aussicht genommene Lohnbewegung Beschluß zu fassen. Der ausgearbeitete Tarif, der bereits vor einigen Wochen den Fabrikanten zugesandt wurde. zieht alle vorkommenden Arbeiten m betracht und weist in den einzelnen Posten nur minimale Forderungen auf. Außer den geringen Lohnzuschlägen wird gelordert: 1. für Lohuarbeiten pro Tag 6 M.; 2. bei Bedarf von Parquetboden- legern ist der Arbeitsnachweis der Holzarbeiter Berlins, Annenstr. 39 zu berücksichtigen; 3. der Arbeitgeber ist verpflichtet, sämmtliche Fuhren zu übernehmen, sowie die erforderlichen Nägel zu liefern. Mit der letzten Forderung will man den llebelstand beseitigen, daß die Parquetbodenleger die nothwendige» Werkzeuge, wie Hobelbank u. s. w. auf eigene Kosten nach dem Arbeitsplatz zu schaffe» haben. Dies fällt umsomehr ins Ge- wichl, als es häufig vorkommt, daß die betreffenden Arbeiter vorher wochenlang arbeitslos gewesen und mittellos sind. Wie verschiedene Redner anführten, haben ein Theil der Fabrikanten in der geineinsamen, sowie in der Fabrikanten- Versammlung erklärt, sämmtliche Forderungen zu beivilligen. Die reellen Firmen glauben, durch dielallgemeine Durchführung der gestellten Forderungen die Schmutzkoukurrenz beseitigen zu könne» und stehen daher der Sache sympathisch gegenüber. Nach kurzer Diskussion gelangte folgender, von den Vertrauens- männern. vorgeschlagene Antrag zur einstimmigen Annahme: „Die Versammlung verpflichtet alle Parquetbodenleger, über- all wo der neue Tarif nicht bezahlt wird, die Arbeit ruhen zu lassen. Weiter verpflichtet sich die Versammlung. die Kollege», welche gezwungen sind die Arbeit niederzulege», moralisch und finanziell zu unterstützen" Außerdem wurde be- schlössen, daß diejenigen, welche bewilligt erhalten und arbeiten. pro Woche mindestens 1 M. an die Kommission abzuliefern haben. Das Streikbureau befindet sich bei Schöning, Köpnicker- straße 68. Dortselbst sind die Vertrauensmänner verpflichlet. Bericht zu erstatten und können die Arbeitsberechlignngs-Karten. für diejenigen, welche die Forderunge» bewilligt erhatten, in Empfang genommen werde». Fricdrichsberg. I» der Generalversammlung deS Arbeiter- bildnugsvereins, die am 21. April tagte, unterbreitete der Vor- stand die Abrechnung vom ersten Quartal. Danach betrug die Einnahme 334,60 M., die Ausgabe 302,25 M. Die hierauf voll- zogene Wahl des Vorstandes ergab folgendes Resultat: Jacobi. Vorsitzender; Krail, Schriftführer; Günther, Mönch und Weiß- flug Beisitzer; Schulz. Mix und Pamann Revisoren. Ard»itrr.Silduno»schu>-. Dienllag Abend von 9— 10X Uhr: Süd' o N- S ch u I e Wald-marslr. 14: Oeffcnlltche B esund h e ttsp sleg° INahrunps- und EenubmiUel, Wohnung und Gesundheit, ösfenllicher Kinder' schuh, SchulgesundbeaSpflege, Fabritgesehgebung, yürsorge für Arbette- rinnen.) Herr Dr. Gustav Heylnaiin.— Nordfchule, Müllerstrave>?oa: Nalur-Srkenntniß.(Antike und modern« NaturbeNachlung. Revo- lution durch KopernikuS. Galilei und Newton. Erperimemelle Forschung. Vhiiosvphie und naturwistenfchastlich- Forschung. Innerer Zusammenhang der Naiurlräfte. Rod. ffliotjer, Heimholh. Gesetz von der Erhaltung der Kraft und des Stoffes. Sinheillichleit der Malert«. Grundzüge des Darwinismus.) Herr Dr. T. JoA. Bei allen Unterrichtsfächern werden neue Theilnehmer, Damen und Herren, jeder Zeit aufgenommen. Arbeiter- Kantzerdun» Herlin« und Zln>a-g»ud. Vorsitzender Ad. Neumann, Paiewallerstrahe 8.— Alle A-nderungen im Vereins- kalcnder sind zu richten an Fried. Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 9 Tr. Arbeiter zin»ich»rb»»»d Herlin» und Zlingegend. Aenderungen im vereinskalender sind zu richten an Otto Schulz, Kottbuser Damm 7z. Kamaritrrilnrsn» für Arderter»»d Arbeiterin»«,� Beginn de» Sommerkurfus. Sonntag, den lo. Mai, nachmtltags: Sptelauiflug mit prall. Uebungen nach Junafernbatde(Waldkatcr). Montag.»SN II. Mai, abends sü Uhr, in Sohn's F-stsäle», Bcuthstr. so: Gtuleitsnder Vortrag über den weck und die Ziels des SamarUerlursuS. Aufnahme neuer Mtiglieder. äst- stild willkommen. Theater»»»»!«„Tata Sat»", Heule, abends 8 Uhr, bei O. Rvllig, Neue Friedrichs»!. 44; Sitzung. 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Mai, abends 8½ Uhr, in Meier's Festfälen, Müllerstr. Ja. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen F. Schlicke( Stuttgart). 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Südosten( Görlitzer Viertel). Mittwody, 6. Mai, abends 8 Uhr, im Märkischen Hof, Admiralstr. 18c. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen Karl Breder( Nürnberg). 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. In allen Versammlungen Ausgabe der neuen Adressenverzeichnisse, desgleichen der Urania- Billets( Taubenstraße) zum 25. Mai. Die Ortsverwaltung. 113/9 Berein der graphischen Arbeiter u. Arbeiterinnen Deutschlands ( Filiale der Chemigraphen). Donnerstag, den 7. Mai, abends 812 Uhr, im Lokale des Herrn Zubeil, Lindenstraße 106: Mitglieder- Derlammlung. Zages Ordnung: Trauerhause Rydestr. 7 aus nach dem Bartholomäus- Kirchhof statt. Um stille Theilnahme bitten 1293b Familie Bartel. Willy Kühne. Orts- Krankenkasse der Buchbinder Allen Mitgliedern die traurige Nach1. f. iv. richt, daß am 2. d. M., abds. 101/2 Uhr, 1288b der frühere Rendant Franz Suter im 66. Lebensjahre nach schweren Leiden sanft entschlafen ist. Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Mittwoch, den 6. Mai, abends 8 Uhr: Vertrauensmänner- Versammlungen. Osten. Im Lokale des Herrn Thiele, Fruchtstr. 36a, oberer Saal. Westen und Westen und Südwesten. Im Lokale des Herrn Frik Zubeil, Lindenstraße Nr. 106. Moabit, Im Lokale des Herrn Holzbücher, Thurmstraße Nr. 84. Zages Ordnung: Besprechung über Lohn- und Arbeitsverhältnisse. Die Rollegen werden ersucht, aus allen Werkstätten Delegirte zu entfenden. Die Ortsverwaltung. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 6. d. M., nachmittags 5 Uhr, von 277/20 der Leichenhalle des Georgen- Kirchbofes, Bandsberger Aile, aus ftatt. Achtung! Lithographen, Steindrucker, Präger, Um rege Betheiligung ersucht Der Vorstand. Danksagung. Für die rege Theilnahme der RolPrägerinnen v. Berufsgenossen Berlins. Mittwoch, den 6. Mai, abends 8, Uhr, legen, sowie dem Blätterinnen- Berein in Gründel's Lokal, Brunnenstr. 188( am Rosenthaler Thor): 1. Vortrag des Kollegen Berold über:" Die Photographie und ihre für die foftbare Kranzspende bei der Berwendung in der Chemigraphie." 2. Diskussion. 3. Ausgabe der Mitglieds: Beerdigung meines Bruders sage ich 1285b allen im Namen meiner Mutter, bücher. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Schwester und meines Schwagers den besten Dant. 1294b Rudolf Pulk. Zinkgießer. Der Vorstand. Stürzer. Ordentliche General- Versammlung am Dienstag, 5. Mai, abends 81, Uhr, bei Schumacher, Pücklerstr. 49. Zages Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Bericht des Kassirers. 3. Neuwahl des Borstandes. 4. Abrechnung vom Mastenball. 5. Gewerkschaftliches. 6. Verschiedenes. 260/5 Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen bittet Der Vorstand. Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend. Christus in der deutschen Kunst. 9 Gemälde, soeben vollendet von den Prof. F. Skarbina in Berlin, Marr, Max, Stuck, v. Uhde und Zimmermann in Hans Thoma in Frankfurt a. M. Deffentliche Versammlung. Zages Ordnung: 102/9 1. Die Lohnreduktion in der Prägerei, sowie die Zustände in der Steindruckerei der Firma Lange u. Wundsch. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. NB. Die Kollegen der Firma Lange u. Wundsch, sowie die Kollegen der Firma Wilh. Böhme sind hierzu besonders eingeladen. Der Einberufer. Bekanntmachung. München, Brütt u. Kampf in Düsseldorf, Orts- Krankenkasse für den Gewerbebetrieb Im alten Reichstag, Leipzigerstr. 4 der Kaufleute, Handelsleute und Apotheker. Rechnungs- Abschluß. Formular II. Eingang Portal 4. Eröffnung bevorstehend! Brautlente. H* Wohnungs- Einrichtung, ertra bestellt gewesen, ist wegen Aufhebung der VerDienstag, den 5. Mai, vormittags 11 Uhr, bei Henke, lobung sofort mit größerem Berluſt zu Naunynstraße 27: Dersammlung der Arbeiter von Schaeffer& Oehlmann, Chausseestraße, 278/13 und Frister, Lindenstraße 23. Der Vorstand. Achtung! Zimmerlente! Achtung! Dienstag, den 5. Mai, abends 8 Uhr, 288/3 verkaufen( auch einzeln) Dresdenerstraße 33, vorn 2 Tr. 1292b Händler verbeten. Besichtigung v. 3-7 Uhr nachmittags. Möbel- Ausverkauf des Möbelspeichers Rosenthalerstr. 13. Wegen ganz bedeutender Vergrößerung meiner Räumlichkeiten vertaufe ich mein Waarenlager zu noch nie dagewesenen Preisen vollständig aus. Sum Umzuge und für Brautleute ist somit die einzig reelle Gelegenheit gegeben, Ausstattungen, sowie einzelne Stücke gediegen und billigst einzutaufen. Man laffe sich nicht sondern besichtige fich die Möbel, welche man taufen will, genau und vergleiche diefelben mit meinen nur gediegenen Möbeln und anerkannt billigsten Preisen. Durch Eintauf von 9 großen im Lokale des Herrn Buske, Grenadierstraße Nr. 33: burch unmögliche Anpreiſungen blenden, Oeffentliche Platdeputirten- Sikung. Das Erscheinen aller ist nothwendig. Die Lohnkommission. Achtung! Maurer! Achtung! Mittwoch, den 6. Mai, abends 8 Uhr, in Cohn's Festfälen, Beuthstraße Nr. 20-22; Große öffentliche Maurer- Versammlung Tages- Ordnung: 133/20 1. Borschläge der Lohnkommission über vorzunehmende Bausperren. 2. Diskussion. Die Lohnkommission der Maurer Berlins und Umgegend. Groke Versammlung des deutschen Schneider- und Schneiderinnen- Verbandes am Dienstag, den 5. Mai 1896, Abends 8, Uhr in Feuerstein's Parterre- Saal, Alte Jakobftr. 75. Zages- Ordnung: 1. Die gegenwärtigen Aufgaben unserer Organisation. Referent: Rollege Holzhäuser Flensburg, Vorsitzender des Verbandes. 2. Abrechnung vom I. Quartal 1896. 3. Statuten- Berathung. Bahlreiches Erscheinen der Mitglieder ist Pflicht. Gäste sind willkommen. Die Bevollmächtigten. Achtung! Gürtler! Achtung! Mittwoch, abends 8% Uhr, im Lokale des Herrn Mekner, Oranienstr. 184: Vertrauensmänner- Sitzung der Gürtler. Jede Werkstatt muß vertreten sein. 282/1 Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vertrauensmann. Große öffentliche Schuhmacher- Versammlung Mittwoch, den 6. Mai, abends 8½ Uhr, im Lokale des Herrn Rautenberg, Oranienstr. 180. Zages Ordnung: 170/4 1. Die Entwicklung der Großproduktion und deren Einwirkung auf die Lebenshaltung der Arbeiter. Referent: Simon, Offenbach. 2. Diskussion. Die Agitations- Kommission. 3. Verschiedenes. Bur gefälligen Kenntnißnahme! Ich bezahle schon seit Jahren den tarifmäßigen Lohn. Aus Versehen fehlte mein Name in der Sonntagsliste. 1288b Cigarren- Fabrik A. Paulick. Berlin, Kastanien- Allee 33. Möbellagern zu günstigen Bedingungen vertaufe ich ganze Einrichtungen, sowie einzelne Stücke ganz bedeutend billiger als jeber andere Möbel: händler. Auch größtes Lager gebrauchter und verliehen gewefener Möbel zu wahrhaften Spottpreifen. Kleiderspind 15 Mart, Nußbaumtleiderspind 30, Muschelkleiderspind35, Kommode 9, Sopha 16, Bettstelle mit Sprungfedermatraße u. Keillissen 18, Spiegel 9, Stühle 2, Nußbaumtrumeaug mit Stufe 60, Plüschgarnitur 50, neue, hochfeine Plüschgarnitur 105 Mart. Hochfeine Nußbaum- und Mahagoni- Möbel spottbillig. Auch gebe ich Einrichtungen auf Theilzahlung. Brautleute, welche thre Möbel bet mir taufen, erhalten ein hochzeitsgeschent gratis. Kein Abzahlungsgeschäft. Eigene Tapezieru. Tischlerwerkstätten, vier große Möbelspeicher. Getaufte Möbel tönnen tostenfrei auf meinen Lagerspeichern 3 Monate stehen bleiben und werden dann durch eigeneGespanne fauber transportirt und aufgestellt, auch nach außerhalb Sonnabend: Rester- Verkauf. Anzug- Valetotftoffe Brenner& Cie. Alte Jakobstr. 5759. Hanke's Brot- Bädereien liefern das größte Roggenbrot, welches 1. Kaffen- Rechnung für das Kalenderjahr 1895. a) Einnahmen. 1. Baarer Kaffenbestand am 1. Januar 2. Zinsen von Kapitalien und sonstigen belegten Geldern, sowie Erträge von sonstigen Vermögenstheilen. 3. Eintrittsgelder. 4. Beiträge 5. Ersayleistungen Dritter für gewährte Krankenunterstüßung nach Krankenversicherungs- Gefeß§§ 50, 57 Abfat 4, Unfallversicherungs Gesetz vom 5. Juli 1884§ 5 Absatz 8 und 9, §8, Unfallversicherungs- Gesetz vom 5. Mai 1886§ 10 Absatz 4, § 11,§ 136 Absatz 5,§ 137 Absatz 3. V 6. Ersatzleistungen von Berufsgenossenschaften, Unternehmern, Versicherungsanstalten, für gewährte Krantenfürsorge, Unfallrenten, Unfallzuschüsse. 7. Aus verkauften Werthpapieren und zurückgezogenen Rapitalien, Sparkassen- oder Bankeinlagen 8. Aufgenommene Darlehne, Vorschüsse des Rechnungsführers und sonstige Vorschüsse 9. Sonstige Einnahmen. • • a 10. Summe der Einnahmen( Biffer. 1-9)... b) Ausgaben. 1. Für ärztliche Behandlung 2. Für Arznei und sonstige Heilmittel 3. Krankengelder: a) an Mitglieder . Mart 39 588,38 5 120,10 15 978, 612 626,89 5735,82 12 917,72 86 816,48 2487,88 781 221,17 97 677,85 • 93 251,88 289 585,91 7 561,05 4 909,65 18 033,75 85 158,03 b) an Angehörige der Mitglieder nach§ 7 Absatz 2 des Gesetzes 4. Unterstützungen an Wöchnerinnen 5. Sterbegelder 6. Kur- und Verpflegungskosten an Krantenanstalten. 7. Ersatzleistungen an Dritte für gewährte Krantenunterstüßung nach§ 57 Absatz 2 des Gesetzes,§ 16 des Gesetzes vom 28. Mai 1885 8. Zurückgezahlte Beiträge und Eintrittsgelder 9. Für Kapitalanlagen( Ankauf von Werthpapieren 2c.), Anlagen bei Spartassen oder Banken 10. Zurückgezahlte Darlehne( der bei den Einnahmen Biffer 7 bezeichneten Art). 11. Verwaltungsausgaben: fächliche 12. Sonstige Ausgaben a) b) 13. Summe der Ausgaben( Biffer 1-12). c) Abschluss. Summe der Einnahmen( 3iffer a 10) Summe der Ausgaben( 3iffer b 13) 4712,26 283,88 36 244,88 39 220,76 7 091,85 1914,08 685 594,83 781 221,17 • 685 594,88 45 626,34 Ergiebt einen baaren Raffenbestand am 31. Dezember von II. Dermögens- Ausweis nach dem Bestande vom 31. Dezember 1895. A. Das Gesammtvermögen der Raffe( ausschließlich des Werthes etwaiger Grundstücke setzt sich wie folgt zusammen: b) in Hypotheken, Werthpapieren, Sparkassenbüchern, Banteinlagen. 1. Attiva: a) der Baarbestand am 31. Dezember 1895. 45 626,34 a 164 613,52 c) sonstige Forderungen Summe • 210 239,86 2. Passiva fehlen. 210 239,86 204 637,52 5 602,34 3. Hiernach beträgt das Gesammtvermögen der Rasse Nach dem vorjähr. Abschluß betrug das Gesammtvermögen Ergiebt gegen das Vorjahr an Gesammtvermögen mehr 1. Stammvermögen fehlt. seit Jahren in verschiedenen Stadt- B. Das Gesammtvermögen vertheilt sich wie folgt: theilen Berlins durch Größe und besonders schönen Geschmack anerkannt worden ist. Außerdem auffallend große Stollen und Napftuchen, welche nur mit reiner Naturbutter gebacken werden, sowie Backwaare 5 St. 10 Pf. 1. Bäckerei Alte Schönhauserstr. 39/40. Röpuiderstr. 23. Dresdenerstr. 104. Greifswalderstr. 12. 2. 3. " 4. " 5. Gollnowstr. 8-9, " 6. " Grünerweg 63. 7. Gartenstr. 194. " 8. Kolbergerstr. 1. " 9. Holzmarktstr. 20, " 10. " Jakobstr. 174. 50278* Kostenfreie ärztliche Behandlung Minderbemittelter. Täglich 3-5 Uhr. Neue KönigIftraße 22, L 47082* 2. Zum Refervefonds gehören nach den stattgefundenen Ueberweisungen( Entziehungen) Nach dem vorjähr. Abschluß betrug der Reservefonds Ergiebt gegen das Vorjahr an Reservefonds weniger 3. Als Betriebsfonds verbleiben der Kasse von dem Betrage unter A 3 nach Abzug der Beträge unter B1 und 2: a) baar 159 310, 493, 45 626,34' 5 303,52 b) im Sparkaffenbuch, Bankeinlagen 2c. Ergiebt einen Betriebsfonds von 50 929,86 Daß Formular I und II übereinstimmend mit den Verzeichnissen, Büchern und der Kaffe aufgestellt sind, bescheinigt Berlin, den 27. Februar 1896. Der Vorstand. Barnewit, Vorsitzender. Papte, Schriftführer. Schnur, Rendant. Vorstehenden Rechnungs- Abschluß haben wir geprüft, wir haben denselben richtig und mit den ordnungsmäßig geführten Büchern übereinstimmend gefunden. Berlin, den 4. März 1896. Buttel. Jul. Jaeger. Herm. Rieger. Herm. Wirth. Berth. Streituer. Herm. Werth. 90/1 7 Verantwortlicher Redakteur: August Jacobeh, Berlin. Für den Inferatentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin.