BERLIN Freitag 5. Sezemder 1930 Nr. 510 B 284 42. Jahrgang Srscheiut täglich außer Ssuutag«. Zugleich Abeudaukgabe de«.Donrärt«'. Deiuzsprei« beide Ausgaben 3üPf. pro Woche, 3.60 M. pro Monat. Redaktion und expedition; Berlin SW 68, Lindeustr. 3 V // u Anzetgenprei«: Die einspaltige NonpareiUezeile 80 Pf., Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto: Vorirärts-Verlag G. m. b.H., Berlin Nr. Z7SZ6. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis 297 Brüning als Mahner Preissenkung und Kinanznot im Reichstag Auch am zweiten Tag der Haushaltsdabatt« des Reichstags sind auf der Straße noch Vorsichtsmaßnahmen gegen Ansammlungen getroffen. Starte Polizeitröste sind dazu aufgeboten, die Straßenbahn darf am Reichstagsgebäudc nicht halten Bon Ansammlungen ist nichts zu bemerken. Di« Beratung beginnt mit einer Rede des christlichsozialen Ab- geordneten R i p p e l gegen die neu« Tabaksteuer. Er verlangt aber, daß die Zigaretten noch höher belastet werden als geplant ist. Den Notverordnung«» werden die Christlichsozialen vorbehaltlich ihrer Äerbesserungsoorschläg« zustimmen. Diese Ankütchigung erregt laute Entrüstung der äußer- ste» Rechten, woraus der Redner erwidert, die Sanierung habe den Zweck, uns tüchtig zu machen für den großen Freiheitstampf. Darüber lachen die Nazis. Schließlich spricht Nippel gegen hohe Gehälter der Gemeinden und verlangt Preissenkung der kommunalen Werke. Dann bemüht sich der Wirtschaftsparteiler Drewig durch ein« ziemlich ruhig«, aber auch rocht nichtssagende Rede zu zeigen, daß er nicht„oerriickt spiel«'. Er beruft sich darauf, daß die Wirtschaftspartei fchbn vor Iahren Sparsamkeit und Gehaltskürzung gefordert Hab«. Er wirft einer Vcamtsnorganlfatian vor, daß sie die Gewiffensfrechcit bedrohe, da sie ihre Mitglieder auffordere, nicht bei den Anhängern der Parteien zu taufen, die den Gehaltsabbau befürworten. Entgegen dem„Vorworts" betont er, daß er nicht dia ehrlichen Absichten der Preisobbauaktion bestritten habe. Zum Fall Bredt erklärt Drewitz,' die Wirtschaftspartei könne nichts dafür, wenn die Regierung die Presse falsch informiere. Der Bayerisch« Voltsporteiler Rauch spricht für Vero essen mg der bäuerlichen Existenzbedingungen und gegen die neu« Tabaksteuer. Nach dem Bayern Rauch wurde dem Staatsparteiler Dr. Weber dos Wort erteilt. Als dieser beginnt:„Im Namen der Fraktion der Deutschen Staatspartei" ertönen rechts höhnische A h- R u f e. Weber verliest eine Erklärung, die die Notwendigkeit der Notverordnungen anerkennt, sie bedauert und für eine ruhigere Zell die Ausbesserung der Mängel vorbehält. Nun ergreift das Wort Reichskanzler Dr. Brüning: Am Schluß der ersten Rednerrech« einige Bemerkungen. Wenn Abg. Drewitz gesagt hat, die Reichsregierung habe die Presse in der Angelegenheit Bredt falsch informiert, so sage ich, daß die Reichsregierung von diesen Informationen kein Wort zurück- zunehmen hat. Alles, was die Reichsregierung darüber gesagt und mitgeteilt hat. mar vollkonnnen der Wahrheit und Wirk- l i ch k« i t entsprechend.(Hört, hört! in» Zentrum— Zuruf: Arme Wirtschastspartei!) Zu einer Bemerkung des Abg. Rauch teil« ich mit, daß die Kürzung bei den Mitgliedern des Rcichsbankdirektoriums genau so hoch ist wie bei den Ministergehältern, nämlich 20 Proz., ebenso bei den Vorstandsmitgliedern der Reichsbahngesellschaft und bei den Leistungszulagen. Auf Ersuchen der Reichsregierung hat eine ganze Reihe Spitzenorgamsationen der deutschen Wirtschast die entsprechend« oder eine noch weitergehende scürzung der Gehälter durchgesührt. Zu meiner Freude kann ich feststellen, daß in sehr starkem Maße in dieser Frag« freiwillige, cpserwillige Mitarbeit zur Unterstützung der Aktton der Reichsregierung von vornherein festgestellt war.(Aha-Rufe äußerst rechts und links.) Die Not- wendigkeit der Preisfenlung hat eine ganze Reihe Organisationen, deren Mitglieder selbst dadurch betroffen wurden, von vornherein anerkannt und nur den berechtigten Wunsch ausgesprochen, daß die Preissenkungssrag« möglichst schnell zu dem Punkt durchgeführt werde, den sich die Reichsregierung zum Ziel gesetzt hat._(Rufe rechts: Steuererhöhung.— Rufe äußerst links: Mietenerhöhung!) Würde die Preissenkungsaktion sich auf noch länger« Zeit aus- dehnen, dann wäre die Gefahr nicht zu leugnen, daß das Publikum mit seinen Einkäufen wartet in der Hoffnung auf noch weitere Preissenkung: das würde zu einer Unterbefchäfti gung der Industrie und zu einem unternormalen Umsatz im Einzelhandel führen(Rufe rechts: Ist schon da!) und damit die Arbeitslosenzahl erhöhen. Die Reichsregierung wird darum, wenn die Pieissenkung in dem Maße erreicht ist, dos für«ine öffentliche Beeinflussung in Betracht kommt, öffentlich sagen, daß ihr Ziel in diesem Punkt ereicht ist. Natürlich ist fehl dieser Punkt der Preikscnkung noch nicht erreicht. < Hellere Zustimmung.) Aber es gibt eine Rech« Waren beispiels- weise im Textilgroßhandel, wo ich schon erklären kann, daß eine weitere Preissenkung nicht wahrscheinlich ist. Di« Reichsregierung hat nie ein Hehl daraus gemacht, daß ihr Finanz- und Wirtschaftsprogramm und die in den Notverordnungen enthaltenen Gesetze ein Anfang für weitere Maßnahmen sind. Leider ist hier in der Diskussion sehr wenig gerade über diese � Dinge gesprochen worden. Ich glaube, daß es meine Pflicht ist. in: dieser Stunde darauf hinzuweisen, daß der Reichstag und die Par- teien sich doch mit den Problemen in erster Linie beschäftigen möchten, zu deren Lösung der Weg der Notverordnung beschritten worden ist. Die Reichsregierung hat sich dabei bemüht, die Gegensätze OeffeitiSldie BMgemingeii 5. Kreis Friedrichsbein; Am Montag, dem 8. Dezember. 20 Uhr, im Saalbau Frledridishaln. Am Friedrichshain. R ferent: Reidistagspräsidenl Paul LöDe. 3. Kreis Wedding: Am Dienstag, 9. Dezember, t9,/jUhr. im groben Saal der CermahlasSle, Chausseestrafte HO. Referent: Reidis agsaftg-Erust Bellmann." Tagesordnung: „Dnser Kampf gegen den Fasdiismos" M a n n e r und Frauen, erscheint in Massen, zeigt, dab Ihr gewillt seid, mit der Sozialdemokraiie gegen den Faschismus zu kfimpfen. auszubalancieren und die Parteiwünsche zu berücksichtigen. Ihre hundertprozentige Verwirklichung ist weder aus diesem noch auf dem normalen parlamentarischen Weg möglich.(Zuruf äußerst rechts: Was ist der Preis?) Verstehen Sie denn nicht, daß die Forderungen der Parteien, auch Ihrer Partei, nicht zu 100 Proz. zu erfüllen sind?(Ledhaste Zustimmung in der Mitte.— Ein Ruf rechts: Jetzt denkt er nach!) Ja, machen Sie mir«inen Vorwurf daraus, daß ich nachdenke?(Sehr gut und wiederholte lebhafte Zustimmung.) Der Reichskanzler weist dann noch, wie unberechtigt gerade vom Slondpunkt der Landwirtschaft di« Kritik des Abg. Gcreke an der Notverordnung ist. Einzeliorderungen am weüere Zollerhöhungen gehen dem Grundproblem der Laiidwirtschoftskrise nicht zu Leibe. Wir haben wirklich genug Zollerhühungen gemacht und wir sind dos Land mit der erfolgreichsten Politik zugunsten der Landwirtschaft. (Lärm und Widerspruch rechts.) Wenn Sie sich darüber aufregen, dann wollen Sie offenbar auf die Dauer die früheren Preis« für Agrarprodutte erhalten. Es ist aber«ine nicht wegzuleugnende Tatsache, daß di« Weltmarktpreise für landwirkschoslliche Produtte in«inem Maße gesunken sind, wie wir es soft niemals erlebt haben.(Zuruf rechts:„Her mit der V t e u e r a m n« st i e!") In Deutschland bemüht sich jeder Teil des Volkes nach seinen Kräften, die Folgen des Krieges zu beseitigen und d!« Kriegslasten erträglich zu machen.(Geschrei der Nazis:„T r i b u t k n« d) t e!") Wenn Sie aber hinler jeder Frage immer wieder nur das Tributproblem sehen(Zuruf rechts:„Das ist di« Hauptfrage"), dann können Sie sich nicht darüber beklagen, wenn S!« in weiten Kreisen nicht mehr ernst genommen werden.(Zwisd>enruf des Abg. St ro tz e r:„Man nimmt Sie schon lange nicht mehr ernst!) Herr Straßer, ich bin der festen Ueberzeugung, daß Sie allerdings der geeignetste Mann zur Lösung dieser Frage sind.(Allgemeine Hellerkell.) Der Reichskanzler verspricht dann von Regierungsselle die tat- kräftigste Förderung und Unterstützung der Beredelungs- Wirtschaft.(Zuruf der Nazis: Veredeln wir doch mal die Re- gierungl) Ich habe nichts dagegen, daß die Parteien einmal dar- über einig werden, die Regierung zu veredeln. Wenn Sie die in Notverordnungen enthaltenen Hilfsmaßnahmen für die Landwirtschaft zu Fall bringen, dann ist der Landwirtschaft aud) mit Zöllen nicht mehr zu helfen. Warum sich landwirtschaftliche Organisationen gegen die Einheitssteuer für die Landwirtschaft wehren, b«- greise ich nicht. Denn hier wird zum erstenmal«in steuerfreies Existenzminimum von 6000 Mark für die Landwirte ge- schaffen.(Zurus der Komm.: Von der Not der Arbeiter sprechen Sie überhaupt nicht!) Wenn Sie nicht begreifen, was es bedeutet, daß wir in diesem Jahr« die Ausgaben für Arbeitslosenversicherung und Krisenfürsprge ständig erhöht und die Arbeitslosenverstche- rung vor dem Zusammenbruch gerettet haben, dann muh ich Sie fragen: Was ist denn überhaupt Arbeiterpoliiik? Ist dasf vielleicht keine Arbeiterpolitik? Zch warne die Parteien zum letzten Mate davor, zu glauben. daß an den Ilolverordnungen noch viel geändert werden kann, oder daß in dieser Stunde überhaupt noch Aendecungeu angebracht werden können. Die Regierung ist bereit, nach gelungener Sanierung berechtigte Verbesserungswünsche der Par- teien zu erfüllen. Jehl ist eine Zlenderung unmöglich, sie würde das Werk der Sanierung zerstören. Ich rufe sämtliche Parteien aus, sich ihrer furchtbaren Veront- wortung bewußt zu sein, wenn sie ihre Stimme für oder gegen die Notoerordnung abgeben. Ich spreche die Hoffnung und die Bitte aus. daß sich die Parteien der Stimme der Vernunft nicht verschließen und mit der Annahme der Notverordnungen das Werk der Sa- nierung möglich machen.(Lebhafter Beifall bei den Regicnings- Parteien.) » Bei Schluß des Blattes spricht der Nationalsozialist Rosen- berg. Während der Rede kommt äs zu einer bemertens- werten Szene.� Er verlangt nämlich— sogar unter Berufung auf Ebert, der erklärt' hat. Deutschland werde den Verlust Ost-Ober- schlesiens nie verschmerzen—, daß die Reichsregierung wegen Vsr- letzung des Minderheitcnschiflics di« Rückgabe O st- O b« r- schlesiens fordern soll. Er fragt, was denn nod) geschehen müsse, bannt die Reichsregierung eingreife oder ob man zusehe» wolle, wie das Deutschtum drüben ausgerottet werde und ei» künftiger Reichsaußemninisier schließlich achselzuckend erkläre, es seien keine Deutschen mehr drüben. Bei diesen Worten schlägt Außenminister Dr. C u r t i u s erregt auf den Tisch, worauf Rosenbergs Parteigenossen in Händeklatschen für ihn ausbrechen. In Fortsetzung der Debatte wird für die Sozialdemokraten Abg. Lille zu Wort kommen. Bluttat in Brieg. Autobanditen ermorden Theaterkassiererin. Brieg, 5. Dezember. Am Donnerstagabend wurde die 42jährlgc Kassiererin des Brieger Stadtthealcrs. Wally Dietrich, vor ihrer Wohnuvg überfallen und durch einen Kopfschuß gelötet. Die Toter raubten 1530 Work und entkamen in einem Kraftwagen. Von der PoNzei sind 1000 Mark Belohnung für die Ergreifung der Täter ausgesetzt worden. Als die Kassiererin am Donnerslagabend kurz vor 10 Uhr sich mit der Theaterkasse nach Hause begab, wurde sie vor ihrem Hause in der Lindenstraße in Brieg von einem Auto aus angc- schössen. Zwei oder drei Banditen sprangen darauf aus dem Wagen, streckten die laut um Hilse Rufende durch zwei Schüsse in den Kopf nieder und raubten ihr eine Aktentasche mit Inhalt. Die Täter entkamen in der Dunkelheit unerkannt mit dein Auto, obgleich ein Motorradfahrer sofort die Verfolgung ausnahm. Die Breslauer Mordkommission ist zur Untersuchung des Falles in Brieg eingetroffen. Arbeitsbeschaffung in Bayern. Auf sozialdemokratische Anregung. Wüncheu. 3. Dezember.(Eigenberichr.) Auf Grund«mes sozialdemokratischen Antrages befaßte sich am Donnerstag der Haushaltsausschuß des Landtages mit einem Arbeitsbeschaffungsprogramm, wonach die ungeheure Arbeitslosigkell wirksam bekämpft werden soll. Die Regierung er- klärte sich bereit, fünf Millionen auf dem Anleihewege zur Vcr- fügung zu stellen, wozu weitere zehn Millionen von der Deutschen Gesellschaft für öfsenlliche Arbeiten und vom Reich kommen. Diese insgesamt 15 Millionen werden zum größeren Teil für all- gemein« Straßenbauten und für W e g e b a u t e n in den staatlichen Forsten verwendet. Außerdem übernimmt der Staat eine Zehn-Millionen-Ausfallbürgschaft für Lieferung bayerischer Firmen nach Rußland. Mit der Durchführung dieses vorläufigen Arbcttsbeschoffung'- Programms können fast 6000 0 bis 70000 Arbeiter d-:n Winter üb«r in Bayern beschäftigt werden. Aufruf zur Hilfe! Severins und Hirisiefer appellieren an die Hilfsbereiien Roch keine Echuldenrevifion. Amerikanischer FinanzministerbrauchtevropäischeMillionen. 1!ew Bork, 5. Dezember.(Eigenbericht.) Das Schatzamt in Washington erklärt auf die Rede von Owen ?)oungs über ein« mögliche Revision der finanziellen Verpflichtungen ans dem Krieg, daß„bisher keine auslandische Regierung zwecks einer Revision der ÄLiegsschulden an die Vereinigten Staaten heran- getreten" ski, und daß der„augenblickliche Zeitpunkt für eine solche Revision als ungeeignet angesehen werden müsse". Nie Wirischast für Gchuldensenkung. Rem Aork. ä. Dezember. Die gestrige Sitzung des Aussichtsrats der Federal Reserve Bank, die die erste Aussichtsratssitzung nach der Rückkehr Harrisons und Lbven D. Youngs war, wird in der gesamten New-Dorter Presse als hoch bedeutsam hervorgehoben. Seitens der Finanzkrerse wurde dieser Sitzung größtes Interesse entgegengebracht, um so mehr, als der Gouverneur des Federal Reserve Board, Eugen N e y e r, eigens aus Washington zur Teilnahme an der Sitzung eingetrosfen war, und I. P. Morgan, der gleichfalls in den letzten Tagen aus Europa zurückgekehrt war, während des Verlaufs der Sitzung im Bankgobäude vorsprach. Ergebnisse der Beratungen sind bisher nicht bekanntgegeben worden, es wird aber allgemein angenommen, daß die in der letzten Zeit wiederholt erörterten internationalen Finanz- Probleme Gegenstand der Konferenz gewesen sind. Diese Mei- nung kommt namentlich in den Leitartikeln der„New Uort Times" und der„World" zum Ausdruck, die sich beide auch überaus zu- stimmend zu der Red« äußern, die Owen Joung kürzlich zur Frag« des Kricgsschuldenproblems gehalten hat.„New Dork Times" meint, wenn es schon bei privaten Schuldverhältnissen oft ratsam für die Gläubiger wäre, den Schuldnern gegenüber Nachsicht walten zu lassen, so dürften solche Erwägungen unter Umständen auch bei öffentlichen Schuldverhältnissen angebracht sein. Diese Er- wogungen hätten auch Bankiers und Volkswirtschastler in der letzten Zeit stark beschäftigt. Die„Times" pflichtet den Aoungschen Ausführungen bei, daß das politische Denken meist hinter dem wirt- schastkichen zurückgeblieben sei. Zollunion Oeutschlanö— Krankreich. Le Troquer süf Sie wirtschafiliche Vereinigung. Gestern abend sprach bei Kroll auf Einladung der Deutsch- Französischen Gesellschaft der französische Senator Aves l e Troquer, Berkehrsminister unter Clemenceau und Poincare, über die wirtschaftliche Bereinigung von Frankreich und Deutschland. Herr le Troquer ist, wie schon aus seiner Zugehörigkeit zu de» Kabinetten Elcnicnceau und Poincare hervorgeht, ein, wie es hier- zulande im politischen Jargon heißt,„national zuvcr- lässiger" Mann. Auch sonst ist er ein Reaktionär. Als Minister führte er immer Krieg gegen die Arbeiterorganisationen, was ihm den Spitznamen„Napoleon" eintrug. Wollten wir ihn in Deutschland llassifizieren, dann müßten wir ihn etwa zur Gruppe des Herrn. Treviranus rechnen. Dieser nationale Manu predigt Nicht gegen den„Erbfeind", sondern er geht nach Deutschland und predigt über den deutsch- französischen Zollverein. Natürlich weiß er— und er zitiert ja ausdrücklich dieses Beispiel aus der deutschen Geschichte— daß ein Zollverein auch nur eine Etappe ist. Für ihn ist der deutsch- franzosische Zollverein die Etappe auf dem Wege zum euro- päischen Zollverein, oder vielmehr zur europäischen Wirtschafts-- cinheit. Er will diese Etappe, weil sie ihm leichter realisierbar und natürlicher erscheint: Ergänzung von französischem Eisenerz und deutscher Kohle, Ergänzung der deutschen und der französischen Landwirtschaft, die auf der«inen Seite Frühgemüse, Wein, Käse, auf der anderen Kartoffeln, Roggen, Rüben und Zucker erzeugen. Herr le Troquer spricht ganz nüchtern. In Zahlen und Tat- fachen. Zu nüchtern und sachlich. Er vergißt, daß große Dinge des mächtigen Hebels bedürfen, der Begeisterung heißt. Er spricht nüchtern, weil er von dem letzten Wahlausfall in Deutschland fühlbar ernüchtert ist. Trotz alledem hält er. hallen alle Franzosen fest an dem Gedanken, daß Frankreich und Deutschland nur zusammen leben und gedeihen können, wenn sie einander nicht verderben wollen. Drohbriefe eines Erpressers. Ein fRennreiter fälschlich der Schiebung beschuldigt. Der bekannle Trabrcnnreiler 3 o n u y Zstlll» erhielt vor einiger Zeit Drohbriefe, in denen ihm mit dem Tode gedroht wurde, wenn er nicht dem Schreiber der Briese öM0 Mark auszahle. Er wurde in dem Briefe beschuldigt, daß er seine Pferde schlecht trainiere und durch Schiebungen stets andere Traber ans Ziel gelangen ließe, so daß die Wetter ihr ganze» Geld verlören. viachdew Mills und sein« Frau durch mehrere solcher Briefe aus das Aeußerste erschreckt wurden, da in ihnen immer wieder 'betont wurde, daß der Schreiber, der durch seine Wettverluste völlig ruiniert sei. erst die Familie Mills und d a wn sich selbst umbringen würde, gelang es schließlich der Kriminalpolizei, den Schreiber in dem oftmals vorbestraften Fritz P. zu ermitteln, der nun vor dem Schöffengericht Charlottenburg wegen schwerer Erpressung zu einem Jahr Zuchthaus verurts-.lt wurde. .Fn der Verhandlung versuchte Rechtsanwall Weimann die Straftaten seines Mandanten aus seinem eigenartigen Lebenswandel zu erklären. P. hatte einen der reichsten Männer Berlins zum Stiefvater, der ihn, kaum daß er erwachsen war, in die Bars und Spielsälc mitnahm. P. wurde einmal beim Falschspiel entdeckt und, da er Offizier war, d e g r ar- d i e r t. Später wurde er fahnenflüchtig und beging von da an eine Straftat nach der anderen, so daß er schon zu insgesamt lö Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Der Berteidiger führte an. daß sich der Angeklagte seit dem Jahre 1924 straffrei geführt hatte, da er damals geheiratet hatte. Rur um sein schlecht gehendes Geschäft und dadurch auch seine Familie zu stützen, habe er versucht, mit Rennwetten Geld zu' verdienen und dabei durch verschiedene Versager von Jonnq Mills Pferden sein gosamtes Geld verloren, so daß er sich schließlich zu dem Verzweiflungsbrief ent» fchkoß. Das Gericht sprach aber m seinem Urteil aus, daß Milde m diesem Fall nicht am Platz« wäre, da die Gesellschaft por derartigen Leuten geschützt werden müßte. Die südslawische Diffakur hat den ehemaligen kroatischen Ab. geordneten Wilder in Bjelopolje(Montenegro) interniert. Seine Verhaftung steht im Zusammenhang mit dem Erscheinen einer zessiemngsjein blichen Broschüre w Esssg. Die Rot der Berliner Erwerbslosen und die Massen Verelendung breiter Bevölkerungsschichten der Reichs- Hauptstadt hat den preußischen Innenminister S e v e r i n g und den Wohlsahrtsminister Hirt fieser veranlaßt, neben der städtischen Wohlfahrtssürsorge eine zusätzliche Hilfsaktion der Bevölkerung, insbesondere der Berliner Wirrschaftskreise anzuregen. Zu diesem Zweck hatte der preußische Innenminister heute vor- mittag neben Vertretern der Stadt Bertin Vertreter der führenden Wirtschaftskreise, der Presse sowie den verschiedensten Wohlsahrts- organisationen zu einer Besprechung geladen. Seoering leitete die Konferenz mit knappen, aber tressenden Worten ein: Di« Radikalen beider Richtungen hätten um ihn, den Polizeiminister, eine Gummiknüppetlegende gebildet, als ob er Freud« daran hätte, den Polizeiknüppel springen zu lassen. Ja, er walle Hilsstruppen für die Polizei �in diesem harten Winter, aber diese Hilfstruppen sollen n i'ch t mit Knüppel und Gewehr, sondern mit warmen Küchen, Lebensmilteln und Heizmaterial antreten, um die Härten der Zest ein klein wenig zu mildern. Jeder weiß, daß Reichs- und Staatsmittel hierfür nicht vorhanden sind. Die Etats sind begrenzt. Di« preußischen Minister der zuständigen Ressorts, die für die Reichs Hauptstadt besonderes Verantworlungs- gefühl aus staatspolitischen Gründen empfinden, haben sich daher an die Oesfentlichkeit und die W i rt s chas t gewende», um eine konzentrische zusätzliche Hilfsaktion zur Steuerung des Massenelends in Berlin einzuleiten. Wohlfahrtsminister H i r t j i e s e r ergänzt« Severingz Aus- führungen sodann in der Hinsicht, daß Unterstützungen als warm« Mahlzeiten, als K o h l e n l i e s e r u ng« n für Notleidende mit eigenem Heim und warme Aufenthaltsorte für Not- leidend« ohne Heim in Frage kämen. Für die Stadt Berlin führte sodann Stadträtin W e y l au?, daß in den letzten Jahren die Kohlenbcihilsen der Slodt jeden Winter etwa 5 Millionen Mark erfordert hätten. Auf den Unterstützten entfielen etwa zwei Zvtter Briketts im Monat. Es sei diesmal fraglich, ob üb«r sechs Monate hinaus diese Kohlenbeihilfen gewährt werden könnten: eventuell sei es nur auf fünf Monate möglich. Die Stadt Berlin unterhatte Kö Wärme- hallen, darunter auch die groß« Wärmeyalle in der Ackerstraße für 1200 Personen. Man müsse aber sagen, daß diese Hallen nicht voll ausgenutzt würden, da in der Bevölkerung gegenüber diesen öffentlichen Hallen eine gewisse und wohl auch sehr verständ- liche Abneigung bestehe. Dasselbe gelte auch für die ö f f e n t l i ch e u Meiallschiedsspruch in Oorimund. Oer Manteltaris unverändert verlängert. In dem Streit über den Rahmentarifvertrag für die Metall- industri« im Bereich des Regierungsbezirks Arnsberg wurde unter dem Borsitz des Schlichters für Westfalen folgen- der Schiedsspruch gefällt: Der bestehende Mantettarifvertrag wird unverändert verlängert. Er läuft bis zum 30. November 1931. Die Erklärungsrist läuft bis zum 11. Dezember 1930. Metallarbeiterstreik in Hannover. Hannover, 3. Dezember.(Eigenbericht.) Der Metallarbeiterkamps in Hannover wird mit strengster Disziplin durchgeführt. In den Betrieben sind nur die Notstandsarbeiter und die über 65 Jahr« alten Leute, die Genehmigung der Gewerk- Ichasten haben. Lediglich bei der hackekhal A.-G. sind einige Nationalsozialisten als Streikbrecher tälig. In der Betriebsversammlung am Bormittag hatten sie zum General st reikausig«fordert und nachmittags um 2 Uhr gingen sie zur Direktion des Werkes und boten ihre Dienste zu den Löhnen des Jndustrirtuklates an. Da es sich aber durchweg um die schlechte st en Arbeiter des Betriebes handell, haben sie schon beträchtlichen Schaden angerichtet und verschiedene Maschinen entzwei gemacht. Die RGO. oersucht krampfhast Einfluß aus die Bewegung zu gewinnen. Es ist aber nichts davon zu verspüren. Selbst kommu- Küchen der Stadt. Wenn die Kommune Berlin in den schlechten Zeiten dieses Winters gezwungen würde, für«tma 300 000 Hilfs- bedürftige Mahlzeiten auszugeben, so müßte die Kommune einen täglichen Zuschuß von 75 000 Mark beanspruchen. Die W i r t s ch a f t s ve r t r e t c r der verschiedenen Richtungen erklärten sich zur Hilfeleistung grundsätzlich berett, warnten jedoch vor übertriebenen Erwarttingen im Hinblick auf die ein- gehenden Gelder, da gerade jetzt Sammlungen bei den Mitgliedern der wirlschastlichcn Verbände ganz zweifellos auf Schwierigkettcn stoßen würden. Man dürfe nicht vergessen, daß auch bei den Unter- nehmungcn die Wirtschaftskrise in Groß-Berlln besonders schwere Folgen gezeitigt habe. Trotzdem würden sich die Verbände unbedingt für diese zusätzliche Hilfsaktion einsetzen. Von einem Vertreter der Berliner Arbeitgeberver- bände wurde die Gewähr gefordert, daß keine besonderen Der- wattungsausgaben entständen, sondern die bestehenden Organisotio- nen der Stadt Berlin und der freien Wohlsahrts- pflege in Anspruch genommen würden. Diese Zusage wurde von Minister Hirisiefer sofort gegeben. Genosse Graßmann als Vertreter der freien Gewerkschaften erklärte, daß beim besten Willen die Gewerkschaften ihre notleidenden Kameraden bei dieser Aktton mit Geldmitteln nicht unter die Arme greifen könnten. Die Ausgaben der Gewerkschaften für Arbeitslosenunlerstüßuag bei ihren Milgliedcra seien schon im vergangenen 3ahr von 28 ans 45 Millionen Mark gestiegen. 3n diesem 3ahr würden sie an 90 Millionen herankommen. Um nur einige Fälle aus dieser katastrophalen Arbeitslosigkeit her- auszugreifen, weise er auf die Baugewerkschaften hin, deren Mit- glieder über 50 Proz. seit einem Jahr arbeitslos seien; im Musikei- oerband seien es sogar 70 Proz. der Mitglieder. Es sei gar kein Zweifel, daß heute Unruhen nicht mehr allein durch den Janhagel entständen, sondern daß die Verbitterung und die V e r- z w e i f l u n g in weitesten Kreisen der disziplinierten und soliden Arbeiterschaft ein ganz bedrohliches Ausmaß erreicht hätte. Nach verschiedenen Reden und Vorschlägen der Vertreter freier Wohlfahrtsorganisationen faßte Innenminister S c v« r i n g das Ergebnis der heuttgen Besprechung dahin zusamnrcii, daß nunmehr schnellstens an die Arbeit gegangen werden müsse. Es wurde sofort ein Finanzausschuß gebildet, der die Sammlungsaktion in die Wege leiten wird. S c v c r i n g appellierte auch an die Presse, die zum Teil bei großen Katastrophen selbsttätig Scmuu- lungen«ingeleitet hätte. Sie möchte sich auch bei der jetzigen Aktion an dem Wettbewerb der Nächstenliebe beteiligen. nistische Funktionäre folgen nicht ihren Losungen, sondern sind noch wie vor Mitglieder des Metallarbeiter-Verbandes. Gegenüber dem Gerede der kommunistischen Presse ist festzustellen, daß der Streik sich nicht oer schär st hat. Die Streikposten der Gewerkschaften sind nicht behelligt worden. Das Demonstrationsverbot des Polizeipräsidenten hat mtt �>em Metallarbetterkonflikt nicht das geringste zu tun: es war schon vor Ausbruch des Kampfes infolge der tommunisti- schen Krawalle vor dem Arbeitsamt verhängt worden. Die Bewegung der Metallarbeiter in Hannover bestätigt wieder einmal, daß die K o mm u n i st e n in Gewcrkschaftskämpfen nicht das geringste zu melden haben. Pllsudski üriegsmilltstcr. Der polnische Staatspräsident hat das Kabinett«lawek ernannt. Innenminister ist General Slladkowski. Außenminister Zaleski, Kriegsminister Pilsudski, Letter das Finanz- Ministeriums Oberst Matuszewski, Iustizminister ertoatsanwall Micha. lowski, Handels minister Oberst Prystor. Arbeitsm mister General Hu- bicki, Minister für öffentliche Arbetten General Norwid-Ne'igebauer, Landwirtschaftsminister Janta Polcynski, Agrarresonnminister Pro- fessor Kozlowski, Unterrichtsminister Czerwinski, Postminister Oberst Boerner, Berkehrsminister Kühn. Neuer Posten für vucharin. Bei der Berteilung der leitenden Posten des Obersten Dolkswirttchaftsrates der Sowjetunion Hot auch Bucharin ein Amt erhalten. Er ist zum Leiter des wissenschaftlichen Forschungsseltors ernannt worden. Bekanntlich hat Bucharin vor turzer Zeit eine Erklärung über seine Abkehr von der früher van ihm geführten Rechtsopposition abgegeben, die vom Zentralkomitee der Kommunistischen Partei als besriedigend anerkannt wurde. Tardieus ■• pari». 5. Dezember.(Eigenbericht.) Der Sturz des Kabinetts Tardieu wird von der Presse mit auf- fallender Kühle und Ruhe besprochen. Selbst die am weitesten links stehenden radikalen Blätter finden heute nicht mehr ein Wort der Anspielung auf den Börsenskandal und die nachgewiesen« Kom- promittierung der Mitglieder des gestürzten Kabinetts. Man glaubt die pvlittsche Lage allenthalben so auffassen zu können, daß das Votum des Senats eine Abstimmung für die Bildung einer Konzentrationsregierung gewesen sei. Deshalb Hütt man sich verpflichtet, auf jede Polemik gegen Tardieu zu verzichten, um die Versöhnung zwischen rechts und links zu erleichtern. Das . Oeuvre" schreibt, der Sturz des Kabinetts Tardieu in einer De- bette über die allgemeine Polttik habe dem Ministerpräsidenten ge- stattet, durch die offen« Tür davonzugehen, und das sei gut so. Die „Ere Nouvelle" erklärt, man habe dem Ministerpräsidenten mir vorgeworfen, daß er es nicht verstanden habe, die republikanische Konzentration zu bilden. Auch die radikale„Republique" detont, daß die Abstimmung des Senates nicht der Ausdruck einer politischen Leidenschast gewesen sei. Obwohl sich die Presse darüber klar ist, daß die Krise durch eine M e h rh e itsb i ldu n g d e r republikanischen Konzen. tration gelöst werden mühte, bringt sie noch keinerlei Voraus» sagen für die künftige Nachfolge Tardieus. Als einziger Kandidat gilt natürlich Poincarä. Dieser hat aber nach der Abstimmung im Senat erneut und aufs entschiedenste b«tont, daß er keineswegs zur Uebernahme der Regierungsbildung berett sei. Er werde die nötigen ärztlichen Zeugnisse vorweisen, so erklärt er im„Petit Parisien", um zu zeigen, daß sein Gesundheitszustand ihm nicht Nachfolge gestatte, die Last der Regierungsführung zu übernehmen. Trotzdem erwartet man, daß Poincare früher oder später dem Druck der öffentlichen Meinung nachgeben wird. Die Verständigung geht weiter! pari», 5. Dezember.(Eigenbericht.) Der deutsche Reichsbund der Kriegsteilnehmer hat auf An» frage der französischen Kriegerbünde ein ausführliches Memorandum über die polttische Lage in Deutschland ausgearbettet, das, wie der „Quotidicn" berichtet, in Frankreich den besten Eindruck gemocht hat. Der Reichsbund spricht sich nach wie vor unzweideutig für die Fortsetzung der Versöhnungspolitik aus. Er betont, daß die Achtung vor den Verträgen natürlich nicht ihr« ewig« Un- abänderlichkeit bedeuten könne und der Wunsch nach friedlicher Vertragsrevision könne nicht als Vertragsverletzung aufgefaßt werden. Der Ausfall der Reichstagswahlen sei in erster Linie aus wirtschaftliche Schwierigkeiten zurückzuführen. Man dürfe aber nicht vergessen, daß das deutsche Volk sich mit Zweidrtttelmehrheit gegen die Politik der Gewalt ausgesprochen habe. Der Stahl- Helm habe keineswegs das Recht, im Namen des deutschen Volkes zu sprechen. Das Rheinland sei nicht dank, sondern trotz des Stahlhelms befrett worden. Bedauerlich sei, daß man in Frankreich neben den Kundgebungen des Stahlhelms die Friedenskundgebungen des Reichsbundes und des Reichsbanners übersehe. Zum Schluß fordert der Rcichsbund die französischen Kriegervereine aus, ihn, ttn Kampfe für die Versöhnungspolitik zu Helsen, vor allem durch eine energisch« Propaganda für die Abrüstung. 3n Rußland alles-„Käse"! Nekenntniffe eines deutschen Kommunisten Die beiden Briefe, die wir hier wiedergeben, stammen I ous der Feder eines deutschen Arbeiters, der b e g e i st e r t e r Kommunist war. Er ging mit großen Erwartungen nach Rußland und schrieb von dort an einen Berliner Freund was folgt: I. Sonnowo IlSSR., den 21. September 1930. Lieber Freund nebst Frau und Kinder! Es tut mir leid, daß ich nicht noch ein Lebewohl sagen konnte. ehe ich nach hier absuhr. Ich habe mich da ich in Berlin auf meine alten Tage doch keine Arbeit mehr bekormnen konnte, noch Rußland gemeldet und bin am 10 d. M. abgereist. Bin nach drei- tägiger Fahrt hier gut gelandet und in einer sehr großen Lok.° Fabrik lgröher wie Borsig) untergebracht. Habe gutes Quartier mit Verpflegung, wo wir jetzt 14 Deutsch« sind. Ganz neue Häuser mit elektr. Licht, Wasserleitung mit Vadocinrichtung. W i r Deutsche kriegen alles, was wir benötigen. Heute ist Ruhetag, weil wir nur 4 Tage arbeiten, ist der S. Tag immer ein Ruhetag. Sonntag gibt es nicht. Ist eine seine Sache! habe mich aus Z Zahre verpflichtet, und wenn e» mir gesällt, bleibe ich länger hier. Hier gibt es kein« Arbeitslosigkeit, und Facharbeiter werden bevorzugt. Daß es eben noch nicht so glänzend ist wie in Deutschland, kannst wohl verstehen, weil man hier im Aufbau ist. Bis auf weiteres verbleibe ich mit bestem Gruß Dein Freund Hermann..... Grüße alle bekannten Kollegen und vor allem Deine Frau und Kinder. Rot-Frontl II. Moskau, den 2. November 1930. Lieber Freund, Frau und Kinder! Bin seit Tagen wieder in Moskau und weiß noch nicht, was mit mir gespielt werden soll. Ich werde wahrscheinlich am Domrers- tag oder Freitag wieder in Berlin eintreffen, da ich nicht gesunden habe, wa» ich hier in Rußland gesucht habe, hier ist alles käse. Wenn ich es früher geahnt hätte, wäre ich von Berlin nicht abgefahren. Denn ich bin hier sehr enttäuscht worden. Nach den Versprechungen in der Lietzenburger Straße ist auch nicht das geringste gehalten worden, uud es herrschen hier unhaltbare Zu- stände, die ich selber nicht geglaubt habe. Alles andere mündlich. Es grüßt Dich sowie alle Bekannte, ebenfalls Frau und Kinder Dein Freund Hexrmann..... Wir lassen aus begreiflichen Gründen den Namen des Mannes weg, da wir nicht wissen, ob er inzwischen schon die deutsche Grenze passiert hat. Selbstredend möchten wir ihm keine sowjetrussischen Unbequemlichkeiten bereiten. Aber der Inhalt der Briefe spricht für sich selbst. Der Rot-Front- Mann, der noch Ende September begeistert sich auf drei Jahre für die Sowjets verpflichtet, ist bereits nach vier Wochen so enttäuscht, daß er ganz Rußland für „Käse" erklärt. Wir wagen nicht zu widersprechen. Das Moskauer„politische Theater". Vhantastische Rauten in(Seeschußweite.- Die Organisation von Keffelexplofionen. Moskau, 5. Dezember. Im Prozeß gegen die Angehörigen der Jndustriepartei bestätigte der als Zeuge vernommen« Architekt« i r o z i n s k i, Mitglied des Technischen Rates des Baukomitces des Obersten Volkswirtschasts- rqtes und technischer Berater des Arbeitskommissariats, der vor zwei Monaten wegen Schädlingsorbeit auf dem Gebiete der Groß- bautätigkeit verhaftet worden war. ebenfalls die Intervemions- Vorbereitungen. Er stand im Mittelpunkt der Tängkeii der Industriepartei, die vom französischen Generalstab Weisungen erhielt und diese als bindend betrachtete. So wurde nach Aussagen des Zeugen im nördlichen Teil des Schwarzen Meeres«in neuer großer Industriebau ausgeführt, wobei die Baupläne so entworfen waren, daß der Bau von der Seeseite für eine Beschießung erreichbar war. Außerdem waren dort besondere Plattsormen errichtet, die für die Ausstellung von Geschützen geeignet waren. In der gleichen Gegend sei noch«in zweiter industrieller Bau b e- absichtigt gewesen, dessen Pläne in das Ausland zur Vcgut- achtung gesandt worden seien. Diese Pläne seien dort so umgearbeitet worden, daß der gesamt« Bau für«ine Truppenlandung und für die Umstellung aus Sprengstofferzeugung geeignet gewesen wäre� Im Norden sollten im Falle der Intervention Sägewerke als Flugzeughallen ausgestaltet werden. Daneben sei beabsichtigt gewesen, in den wichtigsten Betrieben Kesselexplosionen zu organisieren. Ferner jührte der Zeuge eine Reihe von Schädlingsakte auf dem Gebiete der chemischen Industrie an, die darauf berechnet waren, einerseits die Wehrmacht zu schwächen, andererseits der gesamten Wirtschaft des Landes einen schweren Schlag zu oersetzen. Die Angeklagten Ramsin und Escharnowski suchten die Aussagen des Zeugen zu bestreiten, mußten dann aber auf die Fragen des Staatsamvolts zugebe», daß ihre Mit- arbeiter dieselben Verbindungen für die industriellen Großbauten in ausländischen Kreisen unterhielten und daß die Angaben des Zeugen sich restlos Mit den Informationen deckten, die Ramsin aus dem Ausland mitbrachte._ Krawall in Kassel. Sin polizelbeamter durch Messerstiche verleht. Kassel, 5. Dezember. Donnerstag abend kam es in der Kasseler Altstadt zu Z u- sammenstößen zwischen Kommunisten und Reichs- bannerleuten. Eine Propagandagrupp« des Reichsbanners marschierte mit Musik gegen 7 Uhr durch die Druselgasse, als gerade cme kommunistische Erwerbslose nkundgebung ihr Ende erreicht hatte. Die Teilnehmer an dieser Kundgebung drängten die Reichsbannerleute durch die Drus.-lgasse aus den Druselplatz, wo es zu wüsten Beschimpfungen und Strei.igkeiten kam. Einem Reichsbannermann wurden Propaganda-ettel aus der .Hand gerissen. Ein Schupobeamter, der den Bedrängten zu Hilfe«Ute, wurde von der Menge angegriffen. Ein anderer Polizeibeamicr erhielt einen Messerstich durch die Oberlipp«. De? bald eintreffenden Verstärkung der Schutzpolizei gc- lang es dann in kurzer Zeit, die Meng« abzudrängen»nd die Ruhr wtederherzustelleii. Der Messer stech er konnte in- dem all- gemeinen Tumult enUvmmeo, Die unheimliche Arigg. Segelschiff ohne Vemonnung von Zischern geborgen. London, 5. Dezember. Wie Blätter aus Jersey melden, haben drei Fischer gestern nach- mittag die französische Brigg„Eombressol" in den Hasen eingebracht. Sie hallen das Schiss auf der Höhe von La Rocque unter befremdende« Umständen angetroffen. Das Großsegel und das Focksegel waren gesetzt und der hilssmotor lief, aber der Kurs des Zweimasters war uuregelmäßig. Die Fischer gingen daher an Bord. Sie fanden in der Kabine eine brennende Kerze und aus dem g e- deckten Tisch ein Mahl, beflehend ans Sardinen. Brot uud Butter, sie tonnlen aber keine Menschenseele an Bord entdecken. Diese Umstände erinnern an den bis heule unausge- klärten Fall des Segelschiffes„Marie Celeste", das im November 1872 New York verlassen hotte und einige Wochen später mitten im Ozean treibend ausgesunden wurde. Auch in diesem Falle war ein Tisch gedeckt, und es standen drei Tassen mit Tee daraus, die noch lauwarm waren, aber die Mannschaft war spurlos verschwunden. und es war auch kein Boot in Sicht. Giarhemberg seht Ltntersührer ab. Die niederösterreichischc Heimwehr hat sich gespalten. Der Bundessührcr Starhemberg setzte den christlichsozialcn Abgeordneten Raab als Landesführcr ab. Der will nun ein« eigene Heimwcbr gründen. Oeffentliche Aufbahrung Adolph Hoffmanns. Am morgigen Sonnabend findet in der Zeit von 8 Uhr früh bis 3 Uhr nachmittags in der kleinen Halle des Krematorüims Genchtslraßc eine öffentliche Ausbahruvg der Leiche des Genossen Adolph Hoffmann statt. Den vielen Freunden des dahingegangenen Kämpfers ist aus diese Weise Gelegenheit gegeben, mit einem letzten Blick Abschied von dem Entschlafenen zu nehmen. Wetter für Berlin. Uebergang zu wolkigem Wetter mit leichtem Temperaxuranstiea und südwestlichen Winden.— Für Dcukschland. Im Süden noch beständig, im Norden bei stärkerer Bewölkung etwas Milderung. Oer Mm gegen den Krieg „Lm Westen nichts Neues" im Mozart-Gaal Remarques Buch„Im Westen nichts Neues", das seinen Weg üfter die ganze zivilisierte Erde nahm, behandelte das Schicksal einer Generation, die aus der Schule herausgerissen, von Oberlehrer- idealen erfüllt, begeistert in den Krieg zog und In seinem Fegefeuer entnüchtert, verroht und schließlich zur stumpffinmyen Kriegsmaschine wurde. So weit diese Generation überhaupt lebend aus dem Kriege zurückkam, war sie um ihre ganze Jugend betrogen worden. Der amerikanische Film, der unter der wuchtigen Leitung Mi leston es daraus entstand, hat in der Hauptsache das Erlebnis des Krieges herausgegrifien und in erschütternden Episoden gestaltet. Wenn die Deutschnationalcn jetzt im Preußischen Landtag sich gegen de« Film wenden und es so darstellen, als ob die deutsche Jugend in dem Film verhöhnt und als unmännlich dargestellt werde, so tun sie ihnk bitter unrecht. Dieser Film gibt nur die Wahrheit. Wem, die Wirklichkeit gewissen Politikern nicht paßt, so ist sie selbst nicht schuld daran. Im Speck und Dreck des Schützengrabens, im Trommelfeuer des Sturmangrifies, in den Kämpfen Mann gegen Mann, im Granatentrichter, in den qualvollen Stunden des Aus- Harrens im granatenübcrfchütteten Unterstande, in den Depressionen des Hungers und den Leiden des Lazaretts steht der Krieg anders aus als in den Dithyramben der Kriegssänger und blinden Fanatiker. Mit packender Wirkkichkeft werden die Schrecken des Krieges enthüllt, und gerade der Tonfilm gestattet es, die ganze Wirklichkeit vorzutäuschen mit dem Zischen der Granaten, den un- heimlichen Rhythmen des Mafchmengewehrs und dem Aufschrei der Sterbendem Ja, die jungen Menschen schreien nach der Mutter, und wenn sie nrit dem Messer den in ihren Trichter geratenen Feind getroffen haben, so sind sie doch Menschen genug, nachher in ihm den leidenden Bruder zur empfinden. Gewiß es gibt auch Heroismus, es bildet sich die Solidarität der Kompagnie, wo einer für den anderen einsteht, wo der Kamerad das eigene Leben einsetzt, um den anderen zu retten oder zu be- schirmen. Wunderbar ist in dem Film das Verhältnis der alleren Soldaten zu den Primanern dargestellt. Louis W oll he im, uns längst oertraut aus anderen amerikanischen Filmen, stattet den Katczinsky, diesen äußerlich sv unsympathischen Menschen, mit wahrhast väterlichen Gefühlen für seine jungen Schützlinge aus. Er ist nur ein Mann aus der Masse, ohne Bildung, rauh und roh, er weiß nicht, wozu der Krieg ist, ober er hat dos Herz auf dem rechten Fleck. Die amerikanischen Darsteller treffen die deutschen Soldaten, die jungen wie die allen, überraschend gut. Lewis A y r e s ist ein sehr ssympathischcr Paul Bäumer, der die ganze junge Generation in sich verkörpert. Die Schattenseiten des Militarismus werden nicht vertuscht, der Unteroffizier Himmelsstoß ist ein sadistischer Drillmcister. wie er im Buche steht. Der Film ist synchronisiert, natürlich gibt es dabei Ueberschneidungen: nicht immer paßt das Wort zur Gebärde, auch nicht immer zur Figur des Dargestellten. Aber im ganzen kommt auch der Dialog gut und charakteristisch heraus. Deutschland hat erst spät angefangen, das Kricgserlebnis für den Film zu erobern. Lange waren uns die Amerikaner weit voraus, und erst die„Westfront 1918", auch bereits ein Tonfilm. hat das Versäumte nachgeholt. Der jüngste amerikanische Sinti» kriegsfilm, der bereits einen Siegeszug über die ganze Welt an- getreten hat, kann in der Sache nichts Neues mehr bieten, ober in der Zusammenfassung und inneren Verarbettung überragt er seine Vorgänger. Remarques Buch war doch allen airderen Vorlagen für den Film weit überlegen, und so ist der Geiamteindrück über- «ältigend. Die Zuschauer, die der Premiere bciwohittcn, klatschten wohl', einigen. Szenen der Vorsühxuirg Beifall, aber am. Schluß waren sie so ergriffen, daß ihr tiefes Schweigen ihr stärkster Applaus war. Buch und Film sind nicht ans sozialistischem Geiste cittstandcn. Aber gerade, weil sie ohne alle Boraussetzungen an die Dinge herantreten, wirken sie aus die Masse der Unaufgeklärten. Sie predigen eindringlichst, wenn auch ohne alle prinzipielle Kritik: NiewiederKrieg! 0. ff Gastspiel der �Comedie fran�aise Komische Oper. Immer arm, krank, enttäuscht, eifersüchtig und betrogen, das war Molierc. Die vielen Charaktere, di« fem Genie barg, brachte«r als großartige Karikaturen auf die Bühne: oen Menschenfeind, den Menschenheuchler, den Geizkragen, den von Krankheitsangst oer- folgten, halb wahnsinnigen Pillenschlucker. So ungeheuer einseitige Eharattcre, wie Malier« sie schuf, werden bald aus dem Gedächtnis der Menschheit ausgeschaltet, wenn der dichterische Schöpfer ihnen nicht die Ewigkeit geben tonnte. Moliere aber lebt noch. Die Comedie franqaisc führt den Misanthropen auf. Man vcr- lang« nicht, daß die bitteren"Alexandrinerverse der Tragikomödie gewaltsam modernisiert werden. In diesen Versen spricht sich eine Seele aus, di« zwischen den Jahrhunderten und über die Jahr- hunderte weiterlebt. Es wäre närrisch, wollte ein Theaterregisseur diese schwellende und schwelgerische Rhetorik der gereimten Sentenzen und Gedankensplitter so zerhacken, daß ein Lustspiel nach modernem Rezept entstünde. Wenn das Wort von der Klassik überhaupt einen Sinn hat, so ist es für diese Stücke, so ist es für diese Ausführungen berechtigt. Mit Freude wird daher festgestellt, daß im 2A>. Jubeljahre des Bestehens der Comedie kranqaise Moliere nicht viel anders gespielt wird als zur Zeit der Meisterexistenz. Das heißt die Dame und der 5)err, di« von der Unzulänglichkeit der Monschenphilosophie Rechenschaft abgeben, deklamieren noch heute mit unvergänglicher und auch absolut notwendiger Beflissenheit. Er, der Menschenfeind, rollt die ganze Tirade seiner Skepsis und Verachtung auf die Welt nieder, als sei er vollkommen losgelöst von der Logik der Bernunft. Herr Louis R a v« t ist der Sprecher, der die Ueberlieferung von Hun- derten seiner Borgänger mit absoluter Stiltreue fortsetzt. Trotzdem werde nicht behauptet, d,ß seine Art veraltet sei. Es geschieht auch bei diesem klassischen Theater das gleiche, was wir eben als Kunst- tuttur der Japaner kennenlernten. Für die Pflege des alten Bllhnenbrauchs wird stets dos neu« und junge Menschenmaterial herangeholt. Und ehrwürdig und zu respektieren als die Priesterin �dieser fast religiösen Theatertradition spielt auch Cecile S o r e l. Sie bringt von Natur nicht die helle, einschmeichelnde, niemals wiederkommend« Stimme der Sero Bernhard mit. Auch die sinnliche Färbung der Stimm« der Rejane sehn ihr. Die ganz große Lustigkeil und auch die tiefbewegende Tragik mangein ihr. Dafür ist sie die JNeisterin der Konversatton, auch die Meisterin der hübschen, im Salon ge- bräuchlichen Gangart und Gestenart. Sie macht, bevor sie die Bühne betritt, ebenso gewissenhaft innerliche Toilette wie äußere. Das Ueberlieferte dieses Stils, der nie gemildert werden darf und auch nie gemildert werden soll, ist an ihr besonders spürbar. Wer diesen Geist versteht, wird sich auch nicht beklagen, weil die Franzosen durch ihre Klassikeiniorstellung der Bergangenhett viel ergebener dienen als der Gegenwart und Zukunft des Theaters. iL H. „Die Quadratur des Kreises." Theorie und Praxis in der Sowjetehc. Aus den zwei Akten der Komödie des jungen russischen Autors Valentin K a t a j« w strömt eine Heiterkeit von besonderer Art. Freimütig und mit offenem Blick für die, lebendige Wirklichkeit zeichnet er eine lustig« Karikatur der Sowjetehe. So wie in semer .Quadratur des Kreises" muß es kommen, wenn man eine Ehe nach Parteirichllinien führen will. Für den unentwegten Bat- schewisten gibt es keine Schwierigkeit. Alles ist im Programm fest- gelogt, wer sich strikt danach richtet, müßte in nftchrhast vollkommener Ehe leben. Indem Katajew diese Idee bis in ihre letzten Konsequenzen durchführt, entsteht ein« saftige Satire, eine Satire frei von jeder Bissigkeit, ober getragen von blühendem Humor. Wasja und Iwan haben zusammen eine Wohnung, auf di« sie stolz sind. Sic ist mehr als kümmer sich, ein einziger, unwohnlicher. kalter Raum, eine Schlafstakt,«ine Matratze und«ine eiserne Bank, di« sie abwechselnd zum Säzlasen benutzen. Beide heiraten, aber keiner wagt es, dem andern davon zu sagen. Der erste häusliche Krad) ist bald behoben, ein Kreidestrich mitten durchs Zimmer schafft zwei getrennte Räume. Man braucht nur das Parteiprogramm aufzuschlagen und die Wohnungsfrage ist gelöst. Die Paare sind zwar überzeugt, in einer idealen Bolsdzewistenehe zu leben, b'oß eins fehlt: die wahre Liebe. Auch darüber beruhigt das gedruckte Wort:„Liebe siehe Anmerkung 2: die Liebe in der Sowjetehe ist Nebensache." Aber«in Koteleitchen und ein Gardinchen von der anderen Seite erweisen sich als stärkere Macht als die klugen Theorien der Sowjetliteratur. Die olte dumme Liebe stößt olle Prinzipien um, und dir Paare finden sich über Kreuz. Von derselben unbeschwerten tieiterkeit sind die fünf Dar- steller, die im Theater am Schifsbauerdamm unter der Regie des Francesco von Mendelssohn zu glänzendem Zu- sammenspiel geführt werden. Ausgezeichnet die streng sachliche Ge- nossin der Lotte Lenja, Hilde Körber ein reizendes, betuliches Nur-Weibd)«n, Peter L o r r e ein famos schlampiger Großtuer, Heinz Rühmann von überwältigender Komik in seinem trockenen und geduckten Humor. ,Theo Lingen ein« ulkige Phantasten- type. Die Zuschauer danken für die zwei Stunden heiteren Genusses mit ungewöhnlicher Herzlichkeit. derr. „Ol«®)«L' von Alfred Döblin. di« in München und Leipzig ibr» überaus erlolorei�e Uraii'fübrung batte. wird in der Reei« von Marin ei e der nächsten Ura»fllibimi!icn in der Volksbühne sein. Die Premier« sind et für di« Sonderadteilungen slatt. Acncräftnuno de»„louenhien". Der edemaliae.Tonenbien-Valait' wird unier dem Nomen„Douendien" als Tonfllm-Uraussührungs-Theitter neu ausgebaut und Mitte Dezember wieder eröffnet. ZNufikchronik. Joses PtniS nur bat die Leitung des Berliner Sinsonie- Orchesters in dem Konzert vom 7. Dezember im Bach« aal übernommen Da» Programm enthält Werke von Beethoven, Schumann, vagn-r med Lijzt. Rundfunk am Abend TreltaE, S Dezember. B e rl i tu 16.05 Peter von le Port; Vom Skisport. 16.30 Chöre. 17.00 Gefahren der Straße.(Hcinr Cn«el.) 17.20 Kurze Bücherstunde.(Mikrophon: Alexander Stein.) 17.30 Programm der nächsten Woche. 17.50 I. Scarlattl-Sauer; a) Sonate P-Dnr; b) Sonate D-Dur.— 2 H ie?; Ballade G-MoII, op. 24.(Mag da Kausek-Rusy, Flügel.) 18.10 W. O. Somin liest eigene Dichtungen. 18.30 Unterhaltungsmusik. '1.00 Tages- und Sportnachrichten. MO Orchesterkonrert. Dir.: Generalmusikdirektor Scherchen. 1. Toch: Bunte Sujte.— 2. Mozaxt: Konzert für Violine und Orchester. D-Dur.(Stefan Prenkel.)— 3. Fortner: Suite für Orchester nach Musik des Jan Picter Seeling(1562—1621).(Erstaufführung.)— 4. Weber: Oliv, zu �Abu Hassan".(Punkorchester.) M5 Wetter, Fagesnacbrichten, Sport Unterhaltungsmusik. Königswusterbausen. 16.00. Rektor Quder: Buchberatung durch die Schule. 16.30 Lciprig: Konzert. 17.30 Dr. Braun: Bücherstunde. 18.00 Karl Bernaru: Verschärfte Versicherungsaufsicht 18.30 Prof, Dr. C. H. Becker: Europäisierung der Islamischen Welt 19.00 Englisch für Fortgeschrltl-me. 19.30 Wissenschaftlicher Vortrag lör Aerztc. 20.00 Königsberg:„Die singende Venus". 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Charlotte Ander Tdnende» Beiprogramm Schlüter-Theater Schlöterstr. 17 W. 5, 7. 9 Uhr Stg. 3 Uhr: Jugend-Vorstellung Tonfilm: Die Drei tob der Tank. »feile mit LIL Harrey, Willy Frlt»4i Tönende Wodie— Jugendi. Zutritt Atrium Beba-Palari �°�sVhr Spnnabends u. Sonntags 5, 7, 9,15 Uhr Kaiserallee, Ecke Berliner StraBe Tonfilm-Uraufführung: Vifer nnd Söhne mit RUtaer, Ktnz, Herzberg Gronau.— Die MarknreU» W»chonebera k Titania Schönebg. stgS.ab3 Hauptstraße 49 lOOproz. Tonfilm: Die»ingende Stadt mit BrlgiUe Helm, Jan Kicpnra Beiprogramm— Jugendliche Zutritt Die Kamera z. �"�.r enter den Linden 14 La», Harold. Io»I mit H. Lloyd Chaplin al» Kellner— LaplnoLaac Gro.ake—(ugendL haben Zutritt a MONbit W Artushof-Lichtspielc P.rleberser Straße 29 FUm- and flahnenwhao Wochen i. ab S'.i, Sonnt ab 5 Lhr Der blane Expreß— Erotik Große BObnenjcbaa Lichtspiele Südwest Blüchcrstr. 12 W. 5. So. ab 3 U. Tonfilm: Sag* es mit Liedern mit AI JoUon, Sonny Boy Fox-Ton woche— Tonbelprogramro Film-Pol ast Kammersäle Teltower Str. 1 W,5, 7, 9. Stg. ab 3 Uhr 100 proz. Tonfilm: Brand In der Oper mit Gmt, Fröbticb, Alcxa Engatröm ■■ Primus-Palast Am Hermannplatz, Urbanslr 72)76 Wochent 6.45, 9. Sonnt ab 3, 5, 7,9 U. Tonfilm: Va baaqne mit Lil Dagovcr, Gorfai Gründgca» Auf der Bühne: Nie Kaufmann n. Co., komische Radfahrerlruppe— Pari und Part, Akrobatisches Potpourri Fri* geMwwaorf-Mltf 1 y— Wochentags 7, 9 Uhr Sonntags 5. 7. 9 Lhr Potsdamer Str. 50 Stg. 2 30: Jgd-Vorst Tonfilm: Liebling der Götter mii Emil Jannlng», Renale Möller |V4~ T» Maricndorter Wochentg l iä-La udtt»plele ab 7 Ulfr Chaussee�traSe 305 Toala>l»plel Laobenkolonie ml! Kamper», Picha Bühne: Sdilagani Seblag mit Trade Lehmann, F. Krondröm TlVOll Berliner Str. 97 Beg 5, 7,», Stg ab 3 Uhr: Jag.-Vorst. lOOproz. Tonopereite: Die Drei tob der Tankslelie mit LUian Harrey Beiprogramm— Jugendliche Zu ritt Südwesten Luisen- Theater Kelchen herger Str. 34 Anf.W: 6 30 U.9 U Stg. 3, 5, 7, 9 U, Pat and Paiadron al» Konttsebatzen Beiprogramm— Böbnentcbaa Jugendliche haben Zutritt Stella-Palast Köpenicker Straße 11—14 Woctugs. 6J0, 9U. Sonnt 3, 5, 7, 9 U. Der große Tonfilmerfolg: Die(tagende Stadt mit Brigitte Helm. Jan Klepnra Beiprogramm— Böhnentdraa Jugendliche haben Zutritt_ Urania TonfUm-Varieie —--- W. 6 45, Stg 5 ü Wrangelstraßc II(an d. Köpenicker Str.) lOOproz. Tonfilm: Das Rheinland- mfidel mit Grell Bernd t Do» Geheimnis von Ircpor Th. am Moritzplatz Beg: Wtg 5. 7, 9 Uhr Stg. ab 4 Uhr Tonfilm: Die zArtlidsen Verwandten mit Charl. Ander, Harald Panlsen Ab Sonntag: Komm zu mir zum Rendezvous » NouköHn j Mercedes- Palast Hermannstraße, Ecke Jagerstraße Anfang: Wchtgs. 645, 9. Stgs. 3, 5, 7. 9 ü Wilde OrdUdeen mit Greta Garbo Beiprogramm Böhne asebau Kukuk Wochent 6,45, 9 U. Sonntags 3. 5.7. 9 U. Xoirbusser Damm 92 lOOproz. Tonfilm! Die singende Stadt m. Brigitte Helm, Jan Klepnra- Beiprogramm— Jugendliche haben Zutritt pYZ-e>lcirtr- Wochen» 630, 9 U. CXCClSlOr Sonnt. 3, 5. 7. 9 U. Kaiser-Friedrich-Straße 191 Tonfilm! Leoinant warst dn einst bei den Hasaren m. Mady Cbrittians Sonnahd.3 Uhr: MIrebenyorsteNnng Stern, Hermannslra�e 49 Wochentags 6 30, 9, Sonntags 3, 5. 7. 9 U. Kriminaltonfilm; Da* gestohlene Gesicht mit Max Adalbert Betprogi amm Filmeck Skalitzer Straße, am Görlitzer Bahnhof Beginn Wochentags: 630 und 9 Uhr Sonntags: 3, 5, 7, 9 Uhr Kziminaltonfllmi Der Tanz gebt weiter mit Wilhelm Oieterle Böbnensdian Sternwarte- Treptow Sonnabd., Sonnt. 4, 6, 8 Uhr Silber- kondor Ober Feacrland. Film von Günther Plüschow Nordosten B Tön. Wo eben* ti su wJ3iyblUm Prenzlauer Allee 56 W. 5.15, 7,9.15, S. 3.15, 5. 7.15.915 Uhr Pal n. Patacfaon als KunstschOtzen Tonfilm: Shidenlen von beute mit Betty Amann, W. Fütter er Jugendliche haben Zutritt Concordia-Palasi Andreasstr. 64 W. ab 5 U., Stg. ab 3 U. Tonfilm: Lcainanl wart! da einst bei den Husaren mit Mady Chr.stians Viktoria Lichtbild Th Frankfurter Alled 48 Woch. 5, 7. ca 8.45. Stg. 3, 5, 7, 8.45 0, Tonfilmoperette: Die Diel von der Tanltsiellc mit LDian Harrey, Willy Frllsdi Jugendliche haben Zutiitt AlftAmKrA Woch. ab 6 30 Uhr /Linamora Zannt. ab 4 Uhr Koppenstraße 29 Stg. Vi3 gr|ugcnd-V. Spann. Tonfilm: Ole zvölfle Stande Oer Flug zam Mars BObnensdiao g Neu-Ltchtur»t>crg � Kosmos-Lichtspiele Löckstraße 70 W 5. 7, 9 O, Stgs. 5, 7, r lOOproz. Tonfilm: Da» alle Lied mit Liane Haid. Willy Forst T onbeiprogr amm PRO G RAM M für die Zeit vom 5. bis 8. Dezember Mila-Lichtspicl-Pal ast Schönhauser Allee 130 S. 4' � Kriminaltonfilm: Der Greiter mit H. Albers Beiprogramm— Bühnenscbiu Filmpalast Puhlmann Schönhauser All es 148 W. 5, S.��U- Tonfilm:" Pension Schöller mit Tledlke, E Brink Gestalten der Nacht Colosseum �b7uÄ Schönhauser Allee 123 Tonfilm Liebling der Götter mit Emil Jannlngt Beiprogramm,— BObncnscbaa Pa n U» w h Palast-Theater Breite Straße 21 a W. 6.30, 9, Äg. 4. 630. 9 Tonfilm: Leutnant warst da einst bei den Husaren m. Mady Christian» Gate Bühc erschau Flora-Lichtsp.'Ainee Wochent 6.20, 9 U, Sbd. 5 U., Stg. 3 U. Tonfilm: Die zlrtlleben Verwandten I ... Und»o ein GlOek kannst Da aar haben I Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Beginn der ersten Vorstellungen: Wochemg. 6 30, Sbd.5, Sig.3Uhi lOOproz. Tonoperette: Die CsikosbaroneE mit Grell Theimcr, Ida Wüst, E. Verebes, A. Panlig, J. Falkensleln Beiprogramm Auf der Bühne Bandonion-Ordiester Osten(42 Mitwirkende) Kino Busch AU-Friedrichsfeldc 6 Beipiogramm Herrin der Liebe mit Greta Garbo Abenteurer Gl. m. b. H. mit Carlo Aldiiu fl Wlßensen|fc Schloßpark Film- Bühne Berliner Allee 206— 21U Bübnenschaa Kriminaltonfilm: Der Tanz geht weiter mit Wilhelm Oieterle Lima-Filmpalast Gr. Frankfurter Str. 121 Verlängert: Kohlhleaeb Töchter mit Hcnny Porten Kevue: Ole 5 am Dolly Schwarzer Adler Xhm» Woch. 5, 7. 8.45. Stg. 3. 5. 7. 8.45 U. Großtonfilm: Die lastig. Moslkan'en mit Camilla Splra, Kampers, Picba (Laubenkolonie) Comenius-Lichtspicle Memeler StraBe 67 Anfang: 5, 7, 9 U Tonfilm: Die Cslkosbaxoneh Der lenderUng mit Karl Valentin Beiprogr.— Jugendi haben Zutritt Norden AlfiATrftHrA Müllerstraße 136 /A.iIia.IlLUra Ecke SeesiraLt Revue-Operetten-Tonfilm: Nur Dn mit Charlotte Ander T onbeiprogr amm Pharus-Lichtspielc Möllerstr. 142 W.5,7,9Ü Kriminaltonfilm: Der Tanz geht weiter mit Wilhelm Oieterle, Lbsl Ar na.— Tonbeiprogr, Marga-Lichtspicic Schulstraße 29 lOOproz. Sprechtonfilm: Da» Lied ist ans mit Liane Haid, Willy Forst— Idmeesdrohbondlicn Prater-Lichlspicl-Palast Kastanienallee 7-8 W. ab 5, Stgs 3�, U- Neuaufführung: Das indische Grabmal, beide Teile Bühne; Singspie: operette Tivoli, Pankow Berliner Straße 27 W 630. 9 U., Stg. ab 4 U lOOproz Tonfilm: Die blonde N«d>- ligail mit Else EUfer, Arthnr Hell Gro�o Beiprogramm r, F; au i en B Film-Palast �«bönbaaser, plaokcnburger Str. 4 Wöchig. 630, 9 U. SO. 430, 6.45, 9 U Tonfilm: Laubenkolonie mit Ffllz Kamper», H. PI«>a Lästiges Beiprogramm e fgat e Filmpalast Tegel sual'e j'" Stgs. 2 U Jgd.-Vorsu W. 6, Stg. 4';« U. Tonfilm: Slndcnten Ton bente mit Werner Füllerer, Betty Amann Auf„Tobls"-Apparat Beiprogramm_ „Kosmos" Filmböhne Hauptstraße 6 Beg. 6 Uhr.'.30 Uhr Der gewaltige Tonfilm: Liebling der Götter mit£mü Jannlng* Bühne: Das Kosmos-Orchester bejprogi amm Union-Theater Haupisw.3 Sig.2 JgcL-V. W o,b'a,Stg.tVi,6,.i.8?,r U. König von Paris mit Iwan Pc rovidh Zwei dunkle Augen mit NIU Asther > Hemüsättorr__ H Fi« und fünf Jahren, eine riesige Freude,«inen einmal begonnenen sZedankenfaden soweit weiterzuspinnen, wie es irgend geht. Dar- aus entstehen dann die bekannten Kettenfragen nach dem Muster:„Warum ißt man das Fleisch mit Messer und Gabel?" Damit man es besser schneiden kann."„Und warum nmß man das Fleisch schneiden"„Well' man so große Stücke nicht kauen kamt." „Und warum muß man überhaupt Fleisch essen?" Diese letzte Frage hätte ebensogut lauten können:„Warum inuß man überhaupt essen?" An diesem Beispiel ist schon zu sehen, daß diese Ketten- fragen entweder bei Dingen enden, die für die Erwachsenen selbst Streitsragen sind(Muß man überhaupt Fleisch essen?), oder sie gehen geradeswegs zum Mittelpunkt der Welt vor(Warum muß man essen, warum muß»»an leben? usw.). Der Erzieher mache sich jedenfalls unter allen Umständen darauf gefaßt, daß diese Fragen, wenn sie erst einmal begonnen haben, nicht so bald wieder aushören. Es kann schon einmal ein paar Stunden hintereinander gehen, namentlich auf Spaziergängen und dergleichen Gelegenheiten, wo der Erwachsene sich nicht so schnell aus dem Staube machen kann md infolgedessen dem Kinde auf Gnade und Ungnade ausgeliefert st. Besonders Kinder, deren Wißbegier sonst selten Gelegenheit hat, rsriedigt zu werden, nutzen solche günstigen Situationen restlos aus. Man soll Kinderfragen grundsätzlich beantworten, Iso auch da, wo es einem sachliche Schwierigkeiten oder zeitlich« Unbequemlichkeit verursacht. In dem Widerstreit der kindlichen Interessen und der Interessen des Erwachsenen gehen immer die kindlichen Interessen vor, wenigstens, wenn der Erwachsene«in Erzieher sein will. Wieder einmal unbequem, aber nicht zu ändern, und schließlich machen die Resultat«, wirklich gut erzogene Kinder, »n Ende doch große Freude. Das Kind bann nicht einschlafen Frage: Unser vierjähriger Bub kann abends so schwer ein- Aüasen. Wenn man ihn ausgezogen und ins Bett gebracht hat, ist cr nicht eher zum Einschlafen zu bewegen, als bis einer von uns sich extra solange an sein Bett gesetzt hat. Meine Schwester, die bisher bis vor etwa einem halben Jahre bei uns gelebt hat, hat den Jungen immer sehr gern gehabt: und solange sie im Hause ivar, hat sich der Bub schön zufrieden gegeben, wenn sie nach dem Ausziehen an seinem Bettchen noch mir ihm spielte. Wenn sie einmal nicht da war, rief er schon damals nach meiner Schwester : nd wurde unruhig. Sollen wir dem Kind« vielleicht ein Schlaf- Mittel geben? Antwort: Es war sehr falsch von ihrer Schwester, den llcincn Jungen so zu verwöhnen. Ein gesundes Kind soll einschlafen. wenn es abends vom Spielen müde ist. Und wenn es kein« Lust zum Schlafen zeigt, so lasse man es ruhig ein Weilchen im Zimmer herumtoben(am besten schon ausgezogen, dann hat es gleich noch ein Lustbad), es wird dann schon einschlafen. Stur darf man das Kind nicht durch persönliche Bemühungen zum Einschlafen bewegen wollen, wie es überhaupt immer bester ist. wenn möglichst wenig die Person und möglichst viel die Dinge selbst erziehen. Das Kind wird sonst„verwöhnt", d. h. es bleibt in irgendeiner Be- ziehung von seine» Pslegepersonen abhängig, ohne deren Hilfe es sich weigert, sich der Wirklichkeit des Lebens anzupassen. Und wenn nun plötzlich diese„zusetzliche" Hilfe aufhört, so wird es allerlei Symptome produ.steren(Angst, Weinen, Schlaflostgkest u. dgl.). Was in diesem Stadium der Entwicklung des Falles erreicht werden nmß, daß das Kind unbedingt wieder lernt, von selbst ein- zuschlasen, ohne daß Medikamente dazu benötigt Warden. Lasten Sie das Kind am Tage und besonders abends vor dem Abendesten irgendeine ihm angemessene körperliche Arbeit verrichten, turnen oder herumtollen, und beachten sie seine besonderen Wünsche nach Gesellschaft beim Einschlafen nicht weiter. Wenn es jedoch ab- solut nicht mehr gelingen will, aus diese Weise wieder einen reget» mäßigen und leichten Schlaf des Kindes zu erreichen, so müssen Sie 'reilich einen Arzt konsultieren, der dann, falls nötig, mit anderen Mitteln vorgehen mag. eine umfassend« Darstellung der bezirklichen Parteigeschichte:„Au« der Geschichte der Arbeiterbewegung in den Unter weserorten." Diese ist vom Genossen Fritz Thienst, Redatteur an der'„Volksstimmc" in Bremerhaven, im Auftrage der Parteigenossen geschrieben und von der Verlagsanstalt Unterweser G. m. b H. in Wefermünde-Bremerhaoen herausgegeben. Wie der Bezirk Meißen, so ist auch das Gebiet der Unterweser altes Kampf- gebiet der sozialistischen Arbeiterbewegung, aus deren kämpfereichen Geschichte der Verfasser eine Reihe von allgemein interessierenden Einzelheiten festhält. Beide Schriftcu sind neben der reichlich bemessenen Tagcsarbeit des sozialdemokratischen Zeitungsmannes entworfen und nieder- geschrieben. Um so mehr verdienen der Fleiß und die Sorgfall Anerkennung, mit denen die Verfasser den Quellen nachgkngcn und so wertvolle Beiträge zur Geschichte der Gesamtpartei schufcn. lle. „Arbeiterkinder erobern die Welt"(Herausgeber und Verleger: Reichsarbeitsgemeinschaft der Kindcrfreunde, Berlin. Buchgestallung und Photomontage Richard Grüne. Schrift- lcitung: Andreas Gayt.) Dieses 49 Seiten starke, mit guten und anschaulichen Photographien ausgestattete Büchlein gibt, in an- regendem Plauderton geschrieben, einen Ueberblick über die Kinder- repubtik-Lager der Äinderfreund«. Es ist eine wirksame Propaganda- schrist, weil es mehr ist als«ine Propagandajchrift: ein Stück gestal- tctes Kinderlcben, ein Stück Leben, das in Zukunftsprooinzcn der Pädagogik weist. Ist Weltraumfahrt möglich? Eine Diskussion über das Raketenproblem e Buch tßeilräge mur �arlejge/diichle Im großen Rahmen der geschichtlichen Entwicklung einer Massenbewegung, wie sie die sozialistische Bewegung in der zweiten Hälfte des vorigen und den ersten drei Jahrzehnten dieses Jahr- Hunderts darstellt, interessieren vor allem die großen Linien, die den Gesomtverlauf der Entwicklung kennzeichnen. Aber die Grund- Inge des Ganzen bleibt immer die örtliche Gemeinsthast, die ge wissermaßen Fundament und Antriebskraft gleichzeitig ist. Versuche, Nq Geschichte der sozialdemokratischen Organisationen In einzelnen Slädten und begrenzten Bezirken aufzuzeichnen, sind mehrfach, nicht shne Erfolg, unternommen. Besonders die Abhaltung des Partei- 'oges in dem Mittelpunkt des Bezirks hat vielfach Anlaß zur ierausgabe örtlicher Parteigeschichten gegeben. Neuerdings liegen zwei Bücher vor, die zusammenfassen wollen, was an Erinnerungen alter Parteigenossen noch auszuzeichnen und :iZrts an Protokollen und Dokumenten vergangener Zöllen noch spärlich vorhanden war in den besonderen Agttationsbezirken, deren sozialistische Geschichte sie umreißen sollen. Adolf Do in nick, der politische Redakteur unseres Meißener Parteidlottes, hat aus Dnlaß des ZZjährigen Besteh«»« d«r Parteiorganisation im jetzigen 7. ostsächsischen Unterbezirk eine lebendige Schilderung der chweren Kämpfe gegeben, unter denen die proletarischen Bolls» hichten jenes Kreises sich zu einer innerlich geschlossenen und auch eftigen Stürmen siegreich widerstehenden Weltanschauung durch. -ingen.(„Der Ausstieg der Arbeiterklasse im 7 ostsächsischen Unterbezirk," Verlag R. Schmidt u. C., Meißen.) Die Schrift ist von der P.rrteidruckerei in Meißen drucktechnisch aufs beste ausgestattet. Fast gleichzeitig erschiei: im Nordwesten des Reiches ebeiifalls Die Rakete hat bisher keinen glücklichen„Start" gehabt, nach anfänglichen Erfolgen, die allerdings auch über Gebühr reklamemäßig ausgebeutet worden sind, ist sie teils durch unglückliche Zufälle, teils durch eigenes Verschulden ihrer Anhänger recht erheblich diskreditiert worden. Einer ihrer beka.nitesten und ällesten Vorkämpfer Max Bali er opferte ihr sein Leben und noch ist die Blamage unoer- gessen, welche der Raketenflug Pros. O b e r t h verdankt, desien mit großem Tamtam und viel Beharrlichkeit immer wieder an- gekündigten Roumraketenstarts sich schließlich als eine gute Film- reklame— trotz aller Dementis— entpuppte. Immerhin haben Fritz von Opel und Max Dali er gezeigt, daß man totsächlich mit Raketen stiegen und fahren kann und immerhin liegt hier ein technisches Problem mit unerhörten Zukunftsmoglichkeiten verborgcn, dessen absolut« Ernsthaftigkeit durch eine sehr interessante wissen- schastliche Diskussion m der Berliner Gesellschaft für technische Physik soeben erneut bewiesen wurde. In einem sehr kritischen, wenn auch nicht absolut negativ ein- gestellten Vortrag beleuchtete zunächst der hervorragende Aerodyna- miker der Danzigcr Technischen Hochschile, Prof. Dr. Lorenz, die physikalischen Probleme des Weltraumfluges. Es gibt an sich drei Möglichkeiten durch die Erdatmosphäre in den Wellraum vor- zudringen: Durch Schuh mit einem Projektil, durch Flug mit einer Rakete oder durch Verwendung eines aus diesen beiden kombinierten Fahrzeugs. Der Schuß in den Weltraum etwa mit einer riesigen Granate fällt von vornherein schon deswegen vollständig weg, weil dabei eine Anfangsgeschwindigkeit von IZWXI Metern pro Sekunde erreicht werden müßte. Kein Metall und keine noch so stabile Kon- struktion würde aber dem Luftdruck gewachsen sein, dem das Projektil bei dieser Anfangsgeschwindigkeit misgesetzt wäre. Es würde vermutlich vollständig in der ungeheuren Reibungshitze ver- dampfen. Ein kombiniertes Fahrzeug, das etwa zunächst aus einer Art Kanone abgeschossen wird und sich dann durch Raketenantrieb weiter bewegt, würde jedenfalls für die Beförderung von Menschen nicht in Frage komm«», weil der menschliche Organis- mus die. dabei auftretenden Beschleunigungen nicht aushielle. Es bleibt also die Rakeke als einzig mögliches Weltraumfahrzeug übrig. Di« Schußbahn kann nun zwei Formen haben, entweder vom Startpunkt senkrecht in die Höhe, also aus dem. kürzesten Weg aus der Erdatmosphäre heraus, ober aber in einer sehr schwach ge- neigten schrägen Bahn, die die immer größer werdenden Spiralen so allmählich au» dem Schwerfeld der Erde führen würde. Für die senkrechte Schußbahn würde allerdings, wie Lorenz berechnet hat, bei den heute bekannten Treibmitteln— von denen allein Knallgas mit einer Explosionsgeschwindigkeit von 5900 Meter pro Sekunde in Frage käme— das Verhältnis zwischen dem Eigen- gewicht der Rakete und dem Treibmittelballast 1: 36 betrögen, also außerordentlich ungünstig werden. Etwas günstiger wird dieses B«r- hältnis bei der spiralförmigen Flugbahn, da hier die zu üb«r- windende Erdanziehung nur einen Bruchteil in der Wegeiichest be- trägt: man kommt nach den Berechnungen nach Lorenz hier schon mit einem Ladegewicht von 4: 12 aus, wobei allerdings voraus- gesetzt wird, daß sich mindestens 66 Proz. der Ladung in Arbeits- energie überführen lassen.(Moderne Verbrennungsmaschinen haben bis heute erst einen Wirtungsgrad von kaum 46 Proz. erreicht.) Selbst wenn man also alle sonstigen konstruktincn Einzelheiten und Schwierigkeiten vernachlässigt und einen möglichst idealen Fall annimmt, so kommt man nach Lorenz doch zu dem Ergebnis, daß mik den heute bekannten Treibmitteln und Baumaterialien der Raketenflug in den Wcltcnraum undurchführbar ist, um so mehr, als bei den oben angegebenen Zahlen die Last von Bremsraketcn für die Ladung auf einem fremden Stern oder gor die Raketenladung sür einen Rück flu g— ganz abgesehen von dem Eigengewicht der Mitfahrer und des notwendigen Gepäcks— noch gor nicht berücksichtigt worden ist. Wettere Schwierigkeiten wurden dann in der sehr lebhasten Diskussion erörtert, so z. B. die Frage, ob eine pfetlförmig gebaute Rakete während des Flugs ihre Richtung im Sinne der Pseilachse beibehält. Es wird technisch unmöglich sein, eine Pfeil- ratete so auszubalancieren, daß der Schwerpunkt genau in der Achse liegt. Jede noch so kleine Abweichung würde aber dazu führen, daß die Rakete ihre Richtung änderte oder gar sich überschlüge. Die idealste Form wäre deshalb eine Kugelrakete»nt Düsen- össnungen nach den verschiedenste!, Richtungen, so daß man die Fahr- richtung jederzett regulieren kann. Ein überzeugter Raketenfahrer brachte dann einige Einwände gegen den Lorenzschen Vortrag, dem er vorwarf, daß er die neue sie» Fortschritte der Raketentechnik— die sich dann allerdings nicht als besondere Uebcrraschungen erwiesen— nicht genügend kenne. Man könne durch Abwurf der leeren Raketen- Hüsten den Ballast des Raumschiffes verkleinern und auch sonst durch mehrere technische Verbesserungen das Derhältnis zwischen dem Eigen- gewicht und dem Betriebsstoff verbessern. Allerdings sind auch diese Vebesserungen heut« noch nicht so schwerwiegend, daß die Einwände der wissenschaftlichen Kritik dadurch gegenstandslos würden. Gewisse Zukunftsaussichlen hat allerdings die Verwendung von Räteten zur Beförderung von Registrierknstrumentcn in große Höhe oder zur Ueber- Windung kritischer Punkte bei Start und Landung von Flug- zeugen. Auch zu starker Geschwlndigkellssteigerung in gefährlichen Augenblicken beim Wolkenslug oder im Stnnnwirbel, lassen sich Raketen vielleicht mit Erfolg verwenden. Wenn die Ra k e t e n- k o n st r u k t e u r e. die ja seit einiger Zeit sogar bei Adlershos «inen eigenen Flugplatz zu Versuchszwecken zur Verfügung haben, ihr Augenmerk von den vorläufig utopischen zu den praktisch erreichbaren Zielen zuwenden würden, dann würde sicher die Rakete bald«ine wichtige Stellung in unserer Luftfahrttechnik einnehmen. Vorläufig ist die Wellraumfahrt nicht vi«l mehr als das phantastische Aushängeschild des zu ihrer Förderung gegründeten Vereins. Dr. P. Lücke. «• PLT? DBN KLEINGÄRTNER Kleintierhaltung im Dezember Der tluge Kleintierhalter hat im November seine Ställe gut nachgesehen und abgedichtet und muß sich nun um das weiter« Wohl- befinden seiner Tiere kümmern. Zunächst sollte er im Ziegen- stall nie den Mist vollständig entfernen, weil er den Stall etwas mit erwärmt. Ist es ununterbrochen sehr kalt und windig, so mistet man ihn am besten überhaupt nicht aus, streue aber öfter neues Stroh nach Die Jauche muß dessenungeachtet natürlich gut abfließen können: denn Trockenheit ist äußerst wichtig. Hat man die weiblichen Tiere decken lassen, so überführ« man sich, ob der Deckakt auch Erfolg hatte: denn sonst werden die betresfen- den Zi«gen schon nach drei Wochen wieder brünstig. Man putz« jedes Tier regelmäßig, beschneide die Klauen und sorge für ausreichende Bewegung im Stall oder an milden, schönen Tagen im Freien. Beim Füttern lasse man die Abendmahlzeit etwas reichlicher als die anderen ausfallen, weil die jetzt zwischen der Abend- und Morgenfüttcrung liegende Zeitspanne sehr lang ist. Phosphorsaurer Kalk sollte ebenso wie Salz regelmäßig dem Futter beigemischt werden. Zu beachten ist auch, daß die Tränke, die leicht r-erschlagen gereicht werden sollte, ietzt reichlicher sein muß als sonst, da das Trockenkutter nur wenig Feuchtigkeit enthält. Auch im Kaninchen st all bcmesse man die Abendmahlzeit reichlicher, weil die Kaninchen auch nachts fressen. Man gibt dann am besten«ine Mohr- oder Zuckerrübe, etwas Heu und Hafer, während am Morgen ein warmes Weichfutter— das zweckmäßig aus einem Gemisch von gekochten Karioffelsckalen mit Kleie oder Hafermehl be- stehen kann— angebracht ist. Gefrorenes oder bereiftes Fstitter dürfen die Tier« nie bekommen, weil sie daran sterben können. Die zur Mast bestimmten Kaninchen füttert man die vier Wochen am besten mtt gekochten Kartaffeln, denen man Kleie und Mager- o>»er Buttermilch oder Gersten- und M-usschrot beimengt. Selb'tvert'cindlich mütlen di« Tier« immer trocken sitzen und«ine '«ichliche Einstreu hoben. Die Jnnenstalle säubert man alle acht Tag«, wäbrend man die Aiißenstässe möglichst wenig reinigt, sondern nur neue Autstmi gibt. Im Geflügel st all sorge man für ante Luftzufuhr. Feucht« Wärme iry GeflügellWl ist schädlich An lehr windigen und tallen Tagen lasse man N« Hühner nickt ins Freie, sondern harte ihnen des Morgens einige Körner in die Streu.. Ein Staubbad sollte ihnen linbedinzt auch im kleinsten Stall zur Verfügung stehen. Am Abend wird auch hier reichlicher gefüttert. Man lasse sich die Tiere an Körnern(halb Gerste, halb Mais) ruhig satt fressen: denn dadurch werden sie innerlich erwärmt. Das warme Weichfutter, dem Mineralsalze zugesetzt werden müssen, gibt man zweckmäßig mittags, während man morgens Runkelrüben und Gemüseabfälle füttern kann. Dem Ungeziefer geht man nach wie vor mit Insektenpulver usw. energisch zu Leibe. Enten können weiter aufs Wasser gehen, müssen dafür aher reichlicher gesüttert werden. Ihr Stall muh ebenso wie der G ä n s«- stall stet» mit trockener Einstreu versehen sein: jedoch ist es nicht unbedingt nötig, daß man di« aite deswegen immer entfernt. Tauben werden jetzt zweimal am Tage gefüttert, und zwar des Morgens am reichlichsten. Im allgemeinen werden sie jedoch mit dem Futter knapp gehalten and nach den Geschlechtern getrenitt. Wer neue Zuchttauben erwerben will, kauft sie am besten jetzt. Ebenso kauft man jetzt zweckmäßig die Pute, die im Früh- jähr die Enten und Gänse ausbrüten soll. Die Anschaffung einer Pute ist besonders deshalb sehr zu empfehlen, weil sie die beste und zuverlässigste Brüterin ist. G. E. Aufbewahrung von Kunstdünger Neben der Bereithaltung von Sämereien macht die Auf- bewahrung der verschiodenen Kunstdünger manche Sorge, denn Luftfeuchtigkeit, aber auch das Mauer wert, der Kalk, selbst Beton und Zement üben eine ungünstig« Wirkung auf die Salze aus. Unterlagen von Brettern oder Dachpappe sind zu empfehlen. desgleichen di« Dichtung der Fugen durch Asphalt. Bei Lagerung in Säcken vermeide man Säcke, die verschiedene Düngcrsorten enthalte», so aufzustellen, daß sie sich berühren. Schüttet man die Düngesalze auf den Boden, etwa einen Ziegelsteinboden mtt Asphaltfugen, aus, so mache man«her höhere als brette Haufen. Sie sollten in einiger Entfernung voneinander sich befinden. Auch die Schweiz führt Obst aus Im Jahre 1929 buchten 2300„kontrollierte" Eisenbahnwozen Tafelobst aus der Schweiz ins Ausland. Zusammenfassen aller 5träfte: Qualitätsproduktion, rigoros« Kontrolle beim Antransport zweckmäßige Einlagerung und Verpackung, heißen die Grundlagen dieses Aufichwunges derssehr schnell eingesetzt hat. In Deutschland hören aber die Klagen der Kreise, die den deutschen Obstbau zur Selbsthilfe aneifern wollen, über„minderwertige An- liefcrung" nicht aus. Arbeiter-Fufj-, Handball und Hockey Vorsdiau auf die Spiele am Sonntag Aussdieidungsrunde im 2. Bezirk Um den Fuhball-Dezirksmeister rechtzeitig ermitteln Zn können, veranstaltet der 2. Bezirk am kommenden Sonntag Ausscheidungsspiele. Vier gleichspielstarkc Mannschaften stehen sich gegenüber. In Pankow, Kisstngenstraß«, treten Karow gegen FTGB.-Pankow und auf dem Exerzierplatz, Schönhauser Alle«, Saxonia gegen Eintracht an. Hier Voraussagen zu machen ist schwer. In beiden Spielen haben die Platzbesitzer den Vorteil des eigenen Platzes. Ein kleines Plus ist ihnen also nicht abzusprechen. Di« Gäste werden jedoch all« Kräfte einsetzen, um die Punkte zu kassieren. Scharfe Kämpfe sind auf beiden Plätzen zu erwarten. Weitere Spiele: Luckenwalde I gegen Trebbin; Lücken- walde II gegen Woltersdors; Schweifsterne gegen Herzfelde; Britz 88 gegen Strausberg: Schissmühle gegen Freienwalde; Neuenhagen gegen Alt-Ranft; Templin gegen Zehdenick; Spandau 25 gegen Potsdam; Sokol gegen Clodow; Fohrde gegen Jeserig; Alt-Bees- oorf gegen Brandenburg: Rathenow gegen Rathenow-Süd; Schöne- berg gegen Jüterbog; Luckenwalde V gegen Treuenbrietzen; Friede- mau gegen Brück. Zweite Mannschaften: Schöneberg gegen Minerva; Wildau gegen Eiche 3; Osten gegen Friedersdorf: Pankow gegen Saxonia: Weißensee gegen Wandors; Cladow gegen Rathenow; Brieselang gegen Potsdam; Nauen gegen Werder; Ketzin gegen Wilmersdorf: Fohrde gegen Jeserig.— Iugendmann- schaften: Britz 88 gegen Lichtenberg l; Saxonia gegen Werder 83. Beginn der Spiel«: 1 Mämmermannschasten 14 Uhr, 2. Männermannschaften 12% Uhr, Iugendmanns chatten 10 Uhr. MundUocUUL/ Fortgang der Serie In der I. Klosse stehen sich in der Abteilung A um 10 Uhr aus dem Platz an der Schönhauser Alle« FTGB.-Nordring(Turner) »nd Eintracht-Mahlsdorf gegenüber. Der Sieger ist schwer voraus- zusagen, denn beide Mannschaften sind sich ebenbürtig. In der Ab- teilung B spielen FTGB.-Neukölln 1 und FTGB.-Wedding 2 um 11 Uhr im Neuköllner Volkspork. Wedding wird die Punkte mit noch Hause nehmen. Bei den Frauen spielen im 1. Bezirk Kauls- darf gegen Mahlsdorf um 13% Uhr in Kaulsdorf, Köpenicker Straße; Bohnsdorf gegen Osten um 14 Uhr in Bohnsdorf. Schulzendorfcr Straße; im 2. Bezirk Tegel gegen Reinickendorf um IS Uhr in Tegel, Graf-Rödern-Korso; Hennigsdorf gegen Nord- ring um 14 Uhr in Hennigsdorf: im 4. Bezirk FTGB.-Wedding gegen Süden um S.40 Uhr im Dolkspark Rehberge und Lucken- walde 2 gegen Neukölln um 11 Uhr in Luckenwalde. Die Spiel« in der 2. Klasie sind: ASC. gegen Wildau; Straus- berg gegen Fichtenau; Baumschulenweg gegen Südost; Pankow gegen Nordost; Tegel gegen Norden 3; Charlottenburg gegen Pots- dam; Luckenwalde(Sportler) gegen Neukölln 2 und Süden 2 gegen Klausdorf.— Gesellschaftsspiele werden jetzt wieder rege angesetzt, da ein Teil der Mannschaften mit den Serienspielen durch ist. Die wichtigsten Gesellschaftsspiele sind: Köpenick gegen Fuß- ballllub Oberspree; Rosenthal 2 gegen Bernau; Rostnthal 1 gegen Nordring(Sportler): Kalkberge gegen Kaulsdorf; Marwitz gegen Schwante2: Lankwitz gegen Berlin Xll(2); Spandau gegen Hennigsdorf; Wonnfee gegen Zehlendorf; Reinickendorf gegen Velten; Rathenow gegen Süden und Wilmersdorf(Frauen) gegen Zossen. Hockey In der Gruppe A treffen sich sechs Vereine zu den fälligen Serienspielen. Der Sportverein Moabft hat auf dem Platz im Tiergarten die 1. Mannschaft des Bezirk- Pankow der FTGB. zu Gast. Pankow hat wenig Aussichten auf Sieg und dürft« beide Punkte den Moabitern überlassen müssen. Spielbeginn 10 Uhr.— Tennis-Rot l und FTGB. Nordriidz spielen auf dem Platz Ost, Rummelsburg, Laskerftraße. Nordring ist hier zwar Favorit, dürste aber in den stark verbesserten Tennisspielern auf großen Kampf rechnen. Das Spiel sollte von den bisherigen Serienspielen für Nordring die stärkste Prüfung bedeuten, verfügt Tennis-Rot doch über einen schußfreudigen Sturm und eine starke Läuferreihe. Beginn 11 Uhr. — Der Bezirk Ostring der Freien Turnerschaft Groß-Berlin empfängt im Lichtenberger Stadion um 14 Uhr den Bezirk Neu- kölln. Neukölln konnte zwar in den letzten beiden Spielen erfreu- liche Fortschritte zeigen, dürfte aber gegen die bisher ungeschlagenen Ostringer alle Mühe haben, ein annehmbares Resultat zu erkämpfen. Gruppe B: FTGB.-Nordring II— Athletik-Sportklub II um 14 Uhr in der Schönliauser Allee. Osiring II— Tennis-Rot II um 12.30 Uhr im Lichtenberger Stadion. Nordring III— Tennis- Rot III um 12.30 Uhr Schönhauser Alle«. Auch bei den Frauen herrscht reger Betrieb. Tennis-Rot I und Nordring I treffen sich um 10 Uhr in der Laskerstrasie. Um 9 Uhr spielen auf gleichem Platz Tennis-Rot II und Neukölln, während Ostring und Pankow um 11.30 Uhr im Lichtenberger Stadion zum Spiel antreten. �aszerbaiispiele Die Sonnabendb egegnung zwischen Hellas I und Neukölln fällt wegen des Winterfestes der Wasiersportfparte in der„Neuen Weitaus.— Beim Sonntagspiel trifft Berlin 12 auf Hellas II. Den Hellas-Leuten kann man in diesem Treffen kaum eine Chance geben, obwohl Berlin 12 den Kampf nicht zu leicht nehmen darf.— Beginn des Spiels wie üblich um 21 Uhr im Lunabad in Halenfee. Das 3. Kölner Sechslagerennen gewannen gestern abend Rausch-Hürtgen, die auch im letzten Sechstagerennen im Berliner Sportpalast siegreich waren. Der bnndestreue Freie Fußballoerein Minerva Z8 gründet Sonnabend, 8. Dezember, eine Altherrenmannschaft. Meldungen an R. Ianoske, Neukölln, Berthelsdorferstraße 13, oder im Vereins- lokal bei Schröder, Neukölln, Steinmetzstr. 32, jeden Freitag 19% Uhr. Gefängnisstrafe für Fußbollrohling. Ein Londoner Gericht verhängte kürzlich über einen als besonders roh bekannten Fußball- spieler eine Gefängnisstrafe. Im Verlauf eines Wettspiels trat der Spieler A. I. Britton eines englischen Amateuroereins einem zu Fall gekommenen Gegner absichtlich ins Gesicht. Für diese Roh�g. wurde er jetzt mit einam Monat Gesängni- bestraft. «Die Frau im Arbeitersport" Die Berliner Kreisgeschästsstell« des Arbeiter-Turn- und Sport- bundes bittet uns mitzuteilen, daß Karten für den neuesten Film „Die Frau im Arbeitersport" an folgenden Stellen zu haben sind: Borführunq 7. DejMlber, Uhr, Äulturobtciluna de» DMV.. Linien. strafte 197. NrcisgrschiiftzsteLc, Berlin 31., EUässcr Elr. 86—88. Lo!al Arndt, Berlin St.. SchrSdcrstr. 2. Vorfuhrnn« 8. Dezember, 2» Uhr, Schnlanla«ränthaler Str. 5. Letal iZ. Sühnet, Berlin Zt., Swinom linder Ecke Slamlerstraftc. Zum Tnrnerlieim tInh. S. Sinfcrt), Berlin St., Dünen- Ecke Eckönfliefter Strafte. Lokal Leb» mann, Berlin-Panlow, MAHlen- Ecke Marimilianstrafte. Vorfilhrnn« t. Defember, 20 Uhr, Aadreazsestlälr, Andreaaste. 21. Evart- jenfRiIe, Berlin O-. Rümsslwraec Str. 5—6. ffTGB., keschiiftsstrlle. Berlin O., Lichtrnheraer Etr. 8. Geschäft Feift Birwiti. Näpenick, Äie,er Str. 6. Vorsührnua 1«. Dejrmber, 20 Uh>, Sck-Saebera. Rheinqanschnlr, Samnth. straft«. Mar Stellmacher, Schänebera, Salttstr. 2ö. Alfred Soffniann, Lichter. leide, Zlinqste. 49. «arführnnq 11. Deje-rtet, 20 Uhr. Renlöll-, Saalbau Strafte. 1«7. Lokal iVtanl, Neukölln, Eanahoferstr. 1. Lokal Srieqer, Neukölln, Lesnna. Ecke »opoenstrafte. L. Sinneckee, Neukölln, Weickiselstr. 8, Aufgang 14, IV. SutffiH tu na 12. Dutmbet, 20 Uhr. fttcujbcta,«arckstr. II. Volt-bilduna«. awt. Lokal Boat Berlin E., Boppftr. Z. Lokal Kriiaer, Berlin S., Erinim- strafte 1. Ecke Planufer. Barführuno 13. Dtjeuebtt. 20 Uhr, Sharlottenbura. Scharrenstr. 20 fSchul. aula). Gefckftiftsstelle ssr. Schwinimer, Charlottenbura. Kirchstr. 6. Sola! Tstinviack. Charlottenbura. Wielandstr. 4. Borfsthrnua 14. Dezember, UHe, SiiatnMüHne. Lichtende r«. soltei. strafte 7—0. Weqnerr Bereinshans. Lichte ntbera. tZronkfurter Allee 206.— Auskunft erteilt in allen Angelegenheilen die Sefchäitsstelle unter Weidendarniu (U U 4726). .Solidarität.-' Touren der Aadfahrer emr Sonntag, dem 7. Deieinber: 1. Abt.: IZufttauc nach Dreilinden und Albrecht» Teerofen. Treffpunkt IS Uhr Bahnhof Sroftgörfchenstrafte.— Z. Abt.: Äirlchgarten. Weltrestaurant. Starr 1Z Uhr Btariannenplaft.— Rennfahrerabteilung Mite: Adlershof. Start 12 Uhr stommandantenstrafte Ecke Neue Erllnstrafte.— ssahrwaetefihung von Groft-Berlin Montag, S. Dezember, 20 Uhr, bei Lohan, Beitderstr. 16—18. FTSB., Bezirk Paulow. Heute, 19 Uhr, wichtige Besprechung aller Jugend- lichen in der Turnhalle. Arbriter-SpurtkegeMub.BuruiärU''. 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Berantwortl. für die Redaktion: Franz»whu, Berlin: Anzeigen: Th. Glocke, Berlin. Verlag: Vorwärts Verlag G. m. b. S.. Berlin, Druck: Vorwärts Buch» druckerei und Berlagsanfialt Paul Singer& So.. Berlin S2B 68. Lindenstrafte 3. SIerzn 1 Beilage. DU Inhaber der altbekannten Herrenkonfektionsfirma R. Schnlineister»ni stuttbuffer Tor haben stch entfchlosten. ihr SefchSft aufzugeben und ncranstalten zur Reit einen Totalausverkauf, Rum Berkauf gelangen fertige Herrenmäntel Winter und Sommer, fertige,.ftrrenanzilqe. Lolen, Welten. Windiaeke» imb Pelze sowie' Rnabeickleidung und chemnftoffc. Di« Eelchäftsleitung hat stch entschlossen, Rabatte von 28 bis 60 Prozent zu gewichten. Waswirin der BniimeilJir. 171 Besonderes nieten- HERREN-, fÜNGUNGS-, BERUFSKI FintING WINTER. ULSTER ISr jg. Herren, dezent kariert, blaugrau und 2 A grau, Gr. 38 M. 43.- Jw~ WINTER- ULSTER dunkle und biaugraue rctnwoll. 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