10 Pf. Ar. 522 6 265 4?.Lahrga»g BERLIN Sonnabelid s. Äezember 1SZ0 ers»«i»« titli»«»SerS»»«t«ss. Fogltich Abmtau-gab« de«.V»raSrt«\ Bqag«vre>s beide ausgaben SüPf.»r« Woche.»ro Mvuai Redaktion und Expedition. Berlil-SW««, Lmdeastr. L az»eigen»ret«:Die eiuibaktige Nonrareillezetle so Pf.. Retlamej«Ie h M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto: Vorwürro-Derlag G. m. H.H., Berlin Nr.»7»«. Zernsprecher: Dknboff 292 bi« 207 Oer Reichstag in Spannung Vor der Entscheidung- Deutschnationale Hetzrede Im Reichstag begann heute vormittag die fortgesetzte Etat». debqtt« mit einer Rede des Landvoikabgeordneten D o m p s ch. Dann aber stieg da« Interqsse, da der alte bayerisäie Bauern- bitndler Eisenberg« wieder einmal die Tribüne bestieg. Bon chm erwartet das Haus immer fröhliche Unterhaltung. Er meint«, das Feld sei bereits ziemlich abgegrast. Einig« Gra?büschel, sagte er, sind ja noch vorhanden. Aber aus ihnen riecht die bahy- tonische Verwirrung, inch es gehört schon der Magen eines so alten Bolitiker« dazu, fie zu verdauen. Wir können es nicht verant. werten, dt« Absichten der Regierung zu durchkreuzen, weil sonst die Verwirrung noch größer würde Dann beschäftigte sich Eisenb�xger mit der ausländischen Holzeinsuhr. besonders auch mit der russischem Die deutschen Holzpreis« sind berests unter dem Vorkriegsstand. Holzfußböden haben sich feit Jahr- bunderten bewährt und sind viel gesünder als die Bctdnböden. Di« Verwendung ausländischer Hölzer ist beinah« zur Mode geworden. und die Mode ist eine altgemein« Krankheit. In einer Aufschrei- bung wird Fußbodenholz mit stehenden Jahresringen verlangt. Was liegt denn da dran, ob die Jahresringe im Fußboden stehen oder liegen. Den sudSeutschan Sägewerken droht der Unter» gang Pch auch den Bauern, t>l«»och«in Hosz habxp, und heinm w die Krokodile auf den Finanzämtern noch nicht weggeschleppt haben. Ohne unsarer bayerischen Eigenart zu nah« treten zu mpllen, muß ich doch sagen, daß die Ausgaben für unsere ministerielle Forstabteilung. und unsere überflüssige Regie- rnng zu hoch geworden sind. Schließlich appeMert Eiseyberger an die Reichsregierung, die deutsche Holzwirtschast nicht zugrunde zu richten. Nach Eisenberger konnte wieder«in Wirtschaftsparteil«? viel reden, um zu versagen. Abg. Dien« beschwerte sich über die lieber- gehung der Bäckermeister bei de? Regelung der Getreidestsltzimg mrt> der Durchführung des Broigesctzes. Das hätten die Bäcker- meiste? nicht um die Landwirtschaft verdient. Ein Kleiner a'S Hetzer. Abg. Dr. kleiner(Dnat.) protestierte gegen die angeblich un- sachlichen Angriff« de» Reichsaußenministers gegen Freytagh-Loring- Höpen. Der Außenminister habe sich damit seinen Ruf als perfön- sich achtbarer Mensch verscherzt.(Zuruf von der Deutschen Volks- Partei:� Unerhört!) Der Redner schildert ausführlich die Polen- greuel gegen die deutsche Minderheit und bezeickinet die Deutsch- national«. Partei als Vertreterin der' übergroßen Mehrheit der Bevölkerung Ostdeutschlands(Lärmender Beifall rechts, Widerspruch links.) Die Wahlfälschungen Pilfudskis sind nicht so ausregend wie die Derhängung des Knegs.zustandes über die Grenzgebiete.(Hört! hört! sinks.— Rufe rechts: Wo ist der Außenminister?) Das interessiert ibn ja nicht!(Rufe rechts: Aufhören bis Curtius kommt! Lärm und Wortgefecht zwischen den Bänken der Deutschnationalen und der Deutschen Dolksvartei.) Herrn Severings Regime ist schon schlimm genug.(Gebrüll der Kommunisten.— Der Außen- minister Curtius erscheint im Saal, von lebhaften Ah-Rufen und Geschrei der Rechten begrüßt.) Allerdings trau« ich keinem deutschen Volksgenossen, nicht einmal einem Sozialdemokraten, derartige Schandtaten wie in Polen zu.(Rufe tinfs: Unerhört!) Der Redner beschuldigt in lautestem Bolksversammlungston die Ullstein-Presie und den„Vorwärts�,„deutsche Freiheitskämpfer" b«> schimpft zu haben; in letzterem Falle durch einen Artikel vom 27. Ro- veniber d. I., worin die Studcntenkundgebungen als Ausbruch de» Irrsinns bezeichnet»md von„astatischen Horden, die sich so gern als urgermanisch ausgeben", gesprochen wird, deren es auf deutschem Boden genug gebe. Dann verlangt der Redner von der Reichsregiening, daß sie das Volk gegen Polen aufrufe. Die Neuordnung Mitteleuropas werde nicht mit Frankreich, sondern gegen Frankreich und Polen er- folgen. Als er neu« Greuelgcfchichten vorträgt, und ein Sozialdcmo- krat„Latrinenparolen" sagt, brüllt die Rechte minutenlang wie toll. Schließlich erteilt Vizepräsident Stöhr einen Ordnungsruf wegen dg, Zurufes„Verbreche r". den ein Recht« gegen die Sozial- demokraten geschleudert hgt. was freilich in Dutzenden Fällen und verschiedenem Wortlaut geschehen ist. Der dnttschnationale Hetzredner stellt wester reicks- und preußische Regicrungsaufrus« für Ruhe in Obersch'esien den Hetzereien polnischer Terroristengruppen entgegen und w�ll damit beweisen. wie falsch die Friedenspolstk sei. Ihre Zeit. H«r Curtius. wird bald oboelanfen sein? Gleich nach dieser Rede sucht Außenminister Curtius den preußischen Innenminister Severing auf und hat mit ihm eine Besprechung, vermutlich wegen der Beschimpsungcn, die Kleiner gegen die preußischen Behörden geschleudert hch. ' Währeich die Nazis den Saal verlassen, ergreift der thüringisch« Llnerhöri! ,Sr denkt nach'* «aziMtschenrys mihwid dl» «de BrSowg«. „Und was tut der Aeichskanzler, während wir mit Stinkbomben und weißen Mäusen operieren? � Er denkt nach?- pfui Teufet!* Kommunist Schumann das Wort. Diesgr wendet sich gegen den Abbau des Mieterschutzes und verlangt restlose Verwendung der Hauszinssteuer für die Wohnungsbau. Es hat niewand das Recht sich über die Bedrückung deulscher Arbeiter und Bauern aufzuregen, der hier dafür sargt, daß Millionen hungern! Abg. Schneider-Brcslau(Ratjoz.) spricht noch der von den Kam- nmnlsten mit Geschrei aufgenommenen Anrede:„Deutsche Volks- genossen! Ich rufe 5. O. SA' den Kommunisten das Recht zur Ver- lretung der Arbeiterinteresstn ab. Der Redner fordert Schluß mit der Rationalisierung. Abg. Troßmann(Bayer. Bp.) klagt Über die bayerische Land- wirtschastsnot. Abg. Gras von Westarp(Kons. Dp.) ermahnt die Regierung zu tatkräftigerem Austreten in der Revisions- und Minderheitenfrage vor dem Völkerbund. Bei Schluß des Blattes sprich, Reichsfimnizministsr Dietrich, der die von vielen Rednern schars angegriffene neue Tabaksteuer verteidigt. Die Löge als System. ..Ein Opker roier Mörder"? Der Berliner Polizeipräsident teilt mit: In der Berliner Tageszestung der NSDAP.„Der Angriff" vom 5. De.; euch er 1930 wird unter der Ueberschrift„EinOpserroter Mörder" die Behauptung aufgestellt, daß«in gewisser Heinz Ordung. Oppelner Str. 47 wohnhaft, ermordet worden sei. Das Blast tnüpst an diese Behauptung ein« Reih« von D o'r» würfen und Unterstellungen gegen die Polizei und andere Bevölkerungskreise. Demgegenüber muß festgestellt werden, daß der Todesfall Heinz Ordung einwandfrei als Selbstmord durch das Augen- zeugnis zweier Polizeibcamten sowie zweier westerer Zeugen er- wiesen ist. Entgegen den Behauptungen des„Angrifs" ist auch die Pistole am Totort gefunden und sichergestellt worden. Der Polizeipräsident muß bei dieser Gelczenhest die verant- worin ngs lose Art, mit der Vorwürfe schwcrstcr Art gegen politisch andersdenkende Beoöllerungskreife und gegen Pvlizeibeamte erhoben werden, mit Entschiedenheit zurückweisen. 45 Todesopfer der Giftgase. Abgase durch Nebel niedergedrückt. Die geheimnisvollen Todesfälle in Semeinden aus der Umgebung von Lüttich. die eine gewisse Aehnlichkeit mit den vor einigen Zahren plötzlich auftretenden Phosgen- Vergiftungssällen in Hamburg haben, sind immer noch nicht aufgeklärt. Im ganzen sind bisher 48 Todesfälle gemeldet worden. Zu den ersten Todesfällen in E n g i s bei Lüttich sind hinzugekommen vier Todesfälle in Groß-Flömalle, acht in Ober-Flämalle, fünf in Dvoy-Ramet, zehn in Iemeppe an der Maas und sieben in Othöe. Zehn Kranke wurden ins Krankenhaus Ougrie gebracht. Anfangs vermutete man, daß die Seuche durch die Gase der. Zinkwerke verursacht worden sei. Allein, dies« Erklärung mußte wieder fallengelassen werden, denn die Zinkwerke stehen seit mehreren Tagen still. Die Aerzte vermögen die Ursachen der Er- krankungen nicht zu erklären. Nach den letzten Erkundigungen solltn die gemeldeten Todesfälle in der Umgebung der Stadt tat- säHich auf den dichien Nebel zurückzuführen sein, durch tzen brbnchienleideyde Personen erstickt wurden. Sehr wahrscheinlich klingt aber auch diese Erklärung rncht, denn die NÄ> ei werden nicht dicker und gefährlicher gewesen sein als di« berüchtigten Londoner Nebel. Im allgemeinen— und das wird wahrscheinlich dys Richtige treffen— neigt man zur Annahme, daß der Nebel von Giftgasen unbekannter Herkunsl durchtränkt sein müsse. Die Gegend von Lüttich ist stark mit Kohlen- gruben. Eisen, und Zinkwerten, sowie chemischen Fabriken besetzt, und es ist nicht nur möglich, sondern wahr- scheinlich, daß die giftigen Abgase chemischer Fabriken anstatt wie bei klarem Wetter in die Lnft zu ziehen, durch den Nebel zu Boden gedrückt worden sind und Personen, die an sich anfällig oder kränklich waren, einfach erstickt haben. Briand soll bleiben. poincar� lehnt endgültiq ab. Paris, 6. Dezember.(Eigenbericht.) Trotz zahlloser Beratungen der Parteien und Fraktionen ist noch kein Anzeichen für die Lösung der Regierungskrise zu erkennen. Der allgemeine Ruf geht nach der Bildung einer Konzentrations» Mehrheit. Allein nach den früheren Mißerfolgen erscheint diese Arbeit so schwierig, daß sich die Parteien größter Zurückhaltung be- fleißigen, um sie nicht noch zu erschweren. Da Poincare erneut betont hat, er könne aus Gesundheitsrücksichten di« Regierungs- bilhung nicht übernehmen, nennt di« Presse heute als aussichtsreichsten Kandidaten den Senator B a r t h o u. Daneben werden mehr oder weniger willkürlich die Namen der Senatoren Albert Sarraut, Steeg und Laval genannt. Der„Matin" erklärt, schon am ersten Tag der Regierungskrise sei eines immer klarer geworden: keine Mehrheitsbildung fei möglich, wenn Briand nicht im Auswärtigen Amt bleibe. Die übergroße Mehrheit der Kammer last« über diesen Punkt Vicht mit sich reden. Andererseits schein« eine Einigung über die Besetzung des Innen- Ministeriums, die der bevorstehenden Neuwahlen wegen be- sonders schwierig ist, relativ leicht zu sein, da die Radikalen diesen Posten nicht mehr für ihre eigene Partei beanspruchen würden unter der Bedingung, daß der neue Innenminister eine möglichst neutral« Person sei ebensogut ihnen selbst wie den gemäßigten Parteien annehmbar erscheine. Die Wahl würde unter diesen Um- ständen beispielsweise auf den Senator Laval fallen können. Op?er der Gewaltpolitik. Von'Zettclanfiebern n'ederoeflochen E a n n st a kt. 6. Dezember. ver 58 Zahre alle Hausinspektor der Cnnnstätkcr Oberrealschule tzakob Slumpp ist heule nacht von Angehörigen der Arbeilerwehr der Kommutilstischcn PaAei niedergeschlagen worden, als er das Ankleben von Propagandazskleln verhindern wollte. Der Gruppenführer versehte ihm einen solchen wuchtigen Schlag mit der Faust, daß er hinstürzte und ntt dem Kops aus das Pflaster ausschlug. Der Tod trat aus dem Transport zu sein« nahegelegenen Wohnung ein. Der Täter, der Gärtner Karl Förstv«, flüchtete, konnte jedoch noch in der Rächt festgenommen werden. s Zigaretten statt-10 Zlgarettentrusts lvoNen noch mehr als die(Steuer abwälzen Äu» der Zkgarettemndustris wird mitgeteilt, daß nach Annahm« der Tadaksisuerosrlags ad 1. Januar die Zigaretten ,�um b I»- Herl gen Kleinverkauisprets« der Packung«» geliefert werden fallen unter Fsrtlaffung einer Zigarette in den bisherigen lO-Stück-Hackungen* Es wird die kühne Behauptung aufgestellt, daß die Zigarettenindustrie dadurch, daß sie die Anfang 192g erhöhte Tabaksteuer selbst getragen habe, die„in anderen Branchen zur Zeit hetriebene Preissenkung bereits aus eigener wirtschaftlicher Erkenntnis Anfang dieses Jahres durchgeführt" Hab«. Cs wird die weitere Behauptung aufgestellt, daß die neu« Steuererhöhung bei tiner.Mehrbetastung von M Pfennig für dl« einzelne Zigarette ein Mehraufkönimen an Zigaretteirsteuer von 160 Millionen Mark" bedeute. Da» sind ebenso sehr höchst ungerecht« Mab» nahmen als auch schiefe oder falsche Behaup- t u n g e n. Dem Verbraucher wevden zum gleichen Preis in der Zukunft statt 19 nur 9 Zigaretten geboten. Der Verbraucher soll also bei- spltlswcise an den Preis von 4 bzw. 6 Pf. für die einzeln« Zigarette glauben, in Wahrheit aber zahlt er etwa bzw. 314 Pf., denn für die zehnte Zigarette bekommt er ein« Attrappe. Da nun aber die Gefahr bsttünd«, daß bei dem deklarierten Preis von bei» fpielsweife 4 bzw. S. Pf. die Zigaretten einzeln verlangt werden könnten, soll durch«inen Verpackungszwang, gegen den sich der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Keil schon im Reichs- tag wendet«, der Berkaus von einzelnen Zigaretten unmöglich gemacht werden. Das Publikum wird also nicht nur getauscht, sondern höchstwahrscheinlich wird auch, wenn einzeln« Zigaretten nicht mehr abgegeben werden dürfen, der Verbrauch und der Umsatz im Zigaretteichande! zurückgehen. Die Behauptung, daß die Zigarettenindustrie die Preis-, f e n k u n g durch die Richtdelastung der Verbraucher aus der vor- jährigen Tabaksteuererböhung schon vorweggenommen habe, ist mindestens für die großen Zigarettenkonzerne absolut unzutreffend. Denn einmal wurde ein großer Teil der neuen Steuern auf den Zigaretten Handel abgewälzt, zum anderen hat man eine G e- njlchtsver Minderung eintreten lassen, zum dritten profitiert man von der Kontingentierung. Es ist also HSchstwahr- [chcinlich, daß für dl« großen Firmen, bei denen 90 Prvz. der Erzeugung liegen, überhaupt kein« Erlösminderung eingetreten ist. Es ist aber auch nicht wahr, daß die jetzige Erhöhung pro Zigarette«in« Belastung von V, Pf. bringt. Zigaretten- und Materialsteuer dringen erheblich weniger als die genannten lKO Millionen Mark. Offenbar rechnet man die Zigarrenbelaftung der Zigarette zugute. Die Verteuerung der Zigarette um volle 10 Proz., denn das bedeutet die Neuner, statt der Zehner- Packung, bringt also den Zigarettenfirnien noch zusätzlichen Gewinn. Dabei ist zu beachten, daß sich di« großen Zigaretten- firmen auch jetzt wieder neue Vergünstigungen haben ge» währen lassen, einmal die Verlängerung de» Kontingents und zum anderen di« Äiederaufhebung der Steuersristenverkürzung. Ein« so ungerechte und unvernünftige Lösung, wie sie hier vorgeschlagen wird, ist etn« absolut« Unmöglichkeit. Wir halten das Vorgehen der Zigarettenindustrie für ungerechtfertigt und fordern, daß die Zigarettenindustrie, da sie es kann, die Auswirkung der Steuererhöhung zum mindesten zum größten Teil auf ihre Kappe nimmt. Neuer Verkehrsiarif? Die einfache Fahrt soll verbilligt werden.-- Neuer Fahr« schein im Januar? Seil längerer Zeit beschäftigt mau sich bei der Städtischen verkehrrgesellschaft mit einer eventuellen Umgestaltung de» zur Zell bestehenden verkchrslarifes. Gestern hat nun der hierfür besonders eiagcsehte Ausschuß seine Arbeit aufgenommen. Es gab eine recht lange, aber ziemlich uusruchlbare Debatte. Die gemachten Vorschläge dürften sich im Znteresse der Ausrechlerhallung der Zahlungsfähigkeit der Gefellschast zum größten Teil nicht ver- wirklichen lassen. Dagegen erwägk man in Kreisen de» Aussschls- rate» ernsthdst den Gedanken, im Laufe des Zanuar für alle vertehrsmlktel einen billigere» Fahrschein für die einfache .fahrt einzuführen. Wer auch hier sind noch starke Befürchtungen einer E r- f ch ü t t» r u n g der Finanzlage der BVG. vorhanden. Die Befür» worter de« Planes glauben jedoch, daß der niedrigere Fahrpreis wieder eine stärkere Benutzung der Lerkshrsinittel zur Folge haben wird. Indien wieder in Empörung. Schwere Zusammenstöße in Bombay- 230 Verletzte. Bombay, 6. Dezember. Di« Maidan-Efplanade bildete am Freitag abermals den Schau« platz schwerer Zusammenstöße zwischen Polizei und Kongreß- archängern, di« dort trotz polizeilichen Verbots ein« Sympathie- kirndgebung für Ghandt veranstalteten Bei den Unruhen churdsn etwa 230 Personen verletzt, davon 123 so schwer, daß ste ins Krankenhaus eingeliefert iverden mutzten. 13 sollen im bedenklichen Zustand daniederliegen.'Außerdem wurden mehrere Polizisten verletzt. Der Präsident des Kriegsrates,«ine Frau und mehrers anders Mitglieder des Rates, wurden verhaftet. Die Kund- gedungen fanden aus Anlaß der Verhaftung Ghandi» vor sieben Monaten statt. Auch m Karachi kam«s zu Ruhestörungen, wo etwa 2000 Kongrcßanhänger vor dem dortigen Gerichtsgebäude demonstrierten. Bei dein Versuch, die Menge auseinanderzutreiben, macht« di« Polizei van ihren BambusstLcken Gebrauch, wodurch«in« Anzahl van Personen verletzt wurde. Zwei Miiglicdcr dos Kriegsrates von Karachi wurden srstgonommcn. Arbeit für das Landproletariat. Sozialdemokratische Anträge. Im Interesse der minderbemittelten und unbemittelten Land» devöltmng hat die Sozialdemokratie tm Reichstag folgend« Anträge«ingebracht: 1. Die Siedlungsbrstimmungen mit der Maßgabe abzuändern, kuß auch unbemittelten Vswerbsru, besonders den Landarbeitern, der Erwerb einer Siedlung ermöglicht wird. 2. Die Rsgierung auszufordern, daß sie dem Reichstag mög- tichst umgehend den feit langem zupefagien Entwurf eines Pachtschutzgesetzes zugehen lassen möge. Beide Anträge haben den Zweck, den Landarbeitern, Klein- bauarn, Pächtern und ihren Söhnen die Gründung und Erhaltung ihrer Existenz zu erleichtern. Die I«tzt geltenden Sisdlungsbestim- münzen schließen unbemittelte Bewerber nachgerade aus. Ebenso haben sich im Pacht««sen unerträgliche Verhältnisse herausgebildet. Auf beiden Gebieten, wobei es sich um da» Juteresse von Millionen Landproletariern handelt, wird die Sozialdemokrat:« in der Richtung der beiden oben genannten Anträge«ine verstärkte Initiativ« entfalten. Einer, der die Zeit verschlafen hat! Milttla'tetlichr Allüken eines schlesischen AmtevorstelseeS. In Reu-Laugwitz. Kreis Brieg, wurde ein Ackerkutscher vom Gutsbesitzer O. mit der Aufforderung fristlos entlassen, innerhalb einer Woche die Wohnung zu räumen. Der zuständige Ange- stallte des Deutschen Landarbeiter-Verbandes teilte dem Gutsbesitzer daraufhin durch Schreiben mit, biß der Ackerkutscher die Wohnung ohne Gerichtsurteil nicht räumen braucht. O. verweigerte die Zln- nähme des Schreibens. Nunmehr wandte sich der Lerdandsangestellte an den zuständigen Amtsoorsteher, Gutsbesitzer und Leutnant a. D. A r n d t in M o ll w i g. Er ersuchte ihn um polizeilichen Schutz für den Landarbeiter. Trotzdem wurde deni Lanoarbeitcr in seiner Abwesenheit die Wohnung erbrochen und wurden die Möbel und der sonstige Hausrat auf den Hof geworfen. Es erschien auch Polizei, oder nicht, um den Landarbeiter, sondern den Ardeitgeber zu schützen. Der Verdandsangestellt« klagte nun gegen den Gutsbesitzer O. «uf Schadenersatz für die schadhaf: gewordenen Möbel und sonstigen Gegenstände. Es kam zur Verhandlung vor dem Arbeltsgericht. Bei dieser Gelegenheit erklärte der Gutsbesitzer O. wörtlich: „Zch hätte aus eiaene Faust den Landarbeiter nickt auf die Straße geseht. Ich habe mir vielmehr bei dem Amtsvorsteher Rat und die Erlaubnis geholt." Dies« Ausführungen erschienen!z«in Gericht und dem Verbaichs- angestellten unwahrscheinlich. Es wurde deshalb das Landraisamt angerufen und ersucht, die Nichtigkeit der Angaben nachprüfen zu lassen. Das geschah. Dabei wurde ftstgestellt, daß d«r Amts» Vorsteher und Gutsbesitzer Leutnant a. D. Arndt dem Gutsbesitzer O. tatsächlich die Erlaubnis er- teilt hatte, den Landarbeiter auf die Straße zu fetzen. Der Gutsbesitzer O. wurde verurteilt, 130 M. und 10 Zentner Kartoffeln herauszurücken. Streng genommen hätte der Amtevorsteher Arndt bestraft vierben müssen. Was er sich erlaubt hat, ist ein« kaum glaublich» und unverzeihlich« Rechtsverletzung. Anscheinend weiß der gute Mann nach immer nickt, daß wir heute in einer Republik und nicht mehr im kaiserlichen Deutschland, in dem sich auch die Amtsvorsteher völlig selbftberrlich bewegten, leben. Dem Landrat de» Kreises Brleq ist dringend zu empfehlen, den Amtsvorstehern seines Bezirk» Gesetzeskenicknisse beizubringen, und sie noch stärker als es vielleicht schon geschehen Ist, über die Pflichten de» Amtsvorsteher» aufzuklären. Im übrigen erscheint uns das Vor« gehen de« Amtsoorstehers Arndt tn Mallwitz wichtig genug, es der besonderen Aufmerksamkeit de« preußischen Innenministeriums zu empfehlen. Vrrlsaßbau and haadeleminlster. Nach dem im Morgenbl.ckt veröffentlichten Äericht über die Beratung des Hauvtaueschusses des Preußischen Landtage« hat der Handeleminlster Schreiber er- klärt, baß«ein Preisabbau auf allen Gebieten nur Theorie" sei. Da dies« Wendung mißverständlich ist. legt Handelsminister Schreiber Wert auf die Fc-ststessung. daß er von einem gleichzeitigen Preisabbau auf allen Gebieten gesprochen habe. Lürges ein Opfer der Rache. Eensoiionette Enthüllungen stehen bevor. Elberfeld, 6. Dezember. Zu Beginn der heutigen Verhandlung im Prozeß gegen den Eierhändler 2 ü r g«» wurde einer der hauptbelostungs- zeugen vernommen, die 4Vsährige Ehefrau Lore Wind- Hövel, die die Schwägerin de» Belastungszeugen Greff und die Tochter des früheren Angostelltea van Düren ist. 2luf die Anzeige der Frau Windhövel bei der lieber- wachungs stell« der Reichsbahn ist der ganze Fall Jürges erst ins Rosten gekommen. Di« Zaugin bekundete jetzt vor Gericht, daß ihr Schwager Greff unmittelbar nach semer Entlassung ihr er- zählt habe, er sei von seinem früheren Arbeitgeber Jürges zum Diebe gemacht worden und Hab» im Auftrag des Jürges vor d«r Prüfung durch die Sachverständigen beschädigte Eierkisten ousg«- wechselt und Eier zerschlagen müssen, um die Schaizensforderungen gegenüber der Reichsbahn größer ZU machen. Die Zeugin will un- mittelbar nach diesem Gespräch mit ihrem Schwager im Jahre 1923 sich einen Noilzzellel gemacht haben, auf dem sie alle di«se Einzelheiten ausgezeichnet hat. Frau Windhöoel erklärte ferner, ihr Schwager Greff habe ihr auch erzählt, daß Jürges den Elfendahninfpsktor Borchert, der dl« Schadensfälle nachzuprüfen hatte, durch' Geschenke bestochen Hab«.. Der Vorsitzends fragt« die Zeugin sehr ernst, aus welchem Grund« sie erst zwei Jahr«, nachdem si« von ihrem Schwager Grefs alle Einzelheiten erfahren hätte, die Anzeige gegen Jürges erstattet habe. Cr betonte dabei, daß in der Zwischenzeit der Mann der Frau Wind Hövel wegen Betruges an dem An- geklagten Zurge» in Höh« von 70 000 Mark rechtskräftig verurteilt worden sei. Durch Befragen des Vorsitzenden und der Verteidiaung ergab sich dann, daß Frau Windhövel bei der Ueberwochungsstelle der Reichsbahn die Anzeige gegen Jürges«staktet hat. daß die Reichsdahnbeamten den Greff vernommen hätten und daß Greff, der durch Frau Windhövel bei dieser Vernehmung gedrängt wurde. zugegeben habe, er sei von Jürges zum Betrug angestiftet worden. Die Zeugin Frau Windhöoel erklärte, daß dieser Umfall de» Zeugen Greff erfolgt sei, nachdem eine andere Schwester von ihr den Greff hierzu bestimmt habe. Der Staatsanwalt beantragte, diese Schwester der Zeugin sofort zu laden, mit der Erklärung, daß die Staat»- anwektschast da» arößte Interesse daran habe, festzustellen, od aenen den Angeklagten Jürges hier nicht dech«in Racheakt der Fa- milie Winbhövel und des Greff vorliege. Di« Staats- anwaltschaft stehe nicht an, in diesem Fall al« erst« dem Angeklagten Jürges seine Ehre wiederzugeben. Gtudenienrazzia im Grunewald. 3?ei Veflimmunpsmensuren ertappt. 3m Restaurank„Waldpark" In der hnber<»snllee im Grunewald wurden heule milkna aknrmals etwa IG) Studenten bei der Austragung von Mensuren durch die Polizei überraschk. 60 Studenten wurden festgenommen. -ISS Giunden 5m Vergwerk. Endlich glücklich ßfrtiM. Easirop-Rauxel, 6. Dezember. Der auf der Schachtanlag» Viktor in Castrop am vergangenen Freitag durch Zubruchzehen eines Strebepfeiler» oerschüttet« Hauer Wienpah! wurde gestern abend kurz nach 7 Uhr lebend g«» borgen. Wienpahl war über ILA Stunden in dem dunklen siohk, räum der Pruckstelle eingeschlossen Trotzdem befindet er stck dank der fortgesetzten Nahrung», und Frischkuftzufubr in erstaunlich guter körperlicher Verfassung, so daß er nicht in« Krankenhaus gebracht zu werden brauchte, sondern ssch, nachdem er ein einfache» Mahl, de» stehend au« Milch und Zwieback, eingenommen hatte, ln Veakeitung eine« Arzte» in seine Wohnung in Raurel begeben tonnt«. Auch in geistiger Be,i«hung scheint Wienpahl keinerlei Schaden genommen zu haben. Er hatte öbrend seiner langen G-iang-nschaft keinen Augenblick den Mut oerkoren und ssch fast unausges'tzt mit den Rettungsmannschaften verständigt. Auch nach semer Be- frewng bewahrte er trotz aller Freud« seinen Gleichmut. Seins Ruhe und sein Humor haben viel dazu beigetragen, daß die Sußerü schwierigen und mühevollen Bergungsarbeiten, bei denen wegen der ständigen Rachsturzgefahr mit allergrößter Vorsicht zu Werke ge- gangen werden mutzte, zum guten Ende geführt werden tomtten. Bielefelder MetallarSeiier lehnen ab. Oer verbind.iche Herr Stege, wald soll nun hellen. Bielefeld. S. Dezember. vi« Urabstimmung in den Betrieben der Biclkfclder Metall- industrie am Freitagabend üb« den Schiedsspruch ergab dessen Ablehnung mit Sü Proz. der Stimmen der Mekall. arbeitet. Der Schiedsspruch„ermäßigt" die Akkord. ichtlöhne ad 1. Januar um S Proz. und die Stundenlöhne um 3 Proz. bis Ende Mai 1931. Di« Unternehmer nahmen den Schiedsspruch gnädigst an nnd beantragten dessen verblndlichkeitserklärung, die prompt erfolgen wird._ Sonntagsrückfahrkarten zum Wethnachtsfest. Sechs Tage Gülktgteik. Um das Reisen an den Weihnachtsfeiertagen zu verbilligen, wird die Reichsbahn in diesm Jahr« d!« Gültig- tei.sdauer der Sonntagsrückfahrkarten zu Weihnachten vsrlänge.n. Di« Sonntagsrückfahrkarten gelten zur Hinfahrt vom 23. Dezember, 12 Uhr, bis 58. Dezember und zur Rück- fahrt vom 23. Dezember bis LS. Dezember, früh um S Uhr. Di« Benutzung von Schnellzügen mit Sonntagsrückfahrkarten bleibt nur am 23. und 24. Dezember mit Rücksicht auf den starken Reiseverkehr auegeschlossen und wird an den übrigen Tagen bei Lösung des tarifmäßigen Schnellzugszuschlags zur Hin- und Rückfahrt zu- gelassen._ An der Bahre Adolph Hoffmanns. Das Krematorium In der Gericht st raße, das die sterblichen Ueberrest« de« Genossen Adolph Hoffmann birgt, war heute vormittag der Wallfahrtsort zahlreicher Sozialdemokraten und Zlbordnungen parteigenössifcher Organisationen, di« dem Ver- storbenen die letzte Ehre erweisen wollten. Als einer der ersten erschien an der Bahr«, die in der kleinen Halle ausgestellt ist, Reichetagspräsident Lobe mit feiner Frau. Vom Verband der Freidenker wurde neben dem Sarg ein prächtiges Kranz- gebinde niedergelegt. Vis um �4 Uhr hatten Tausende von Parteigenossen dem Toten einen letzten stummen Abschiedsgruß gebracht. Sodann wurd« der Sarg geschlossen und in die große Halle gebracht, in der die offizielle Trauerfeier vor ssch geht. 1600 Karten sind für die Trau«rg«ineinde ausgegeben worden. Im Rahinen der Trauerfeier wird man einem letzten persön- lichen Wunsch des verstorbenen alten Kämpfers Rechnung tragen und da» Lied von der„schönen blauen Donau-, da» von einem Doppelquartett mit Violin-. Cello, und Orgelbegleitung gesungen wird, wenn der Sarg in die Tiefe sinkt, ertönen lassen. Sevtting spricht ans dem Sturmoogel-verbandskag. Der Flug- verband„S t u r m u o g e der im Mai 1929 gegründet wurde, hält am Tonntag, dem 7. Dezember 1030, seinen ersten Derbandstag ab. Während die aeschästsmäßigen Debatten, für die außer einigen Lormittagsstunden der ganze Rackmittaa reserviert ist. nur für Der- bandedelegierte zugänglich sind, soll eine öffentliche Kund- gebung im Plenarsaal des ehemaligen Herrenhauses. Leipziger Straße 3—4, um 11 Uhr 15 Minuten unter dem Motto:„Luft- fahrt— Soch« des ganzen Volkes" für die Luftfahrt im allgemeinen und für di» Bestrebungen de»„Sturmvogel" Im be- sonderen werben. Bei dieser Veranstaltung wird Carl S e v«- ring di» Festrsde halten. Di» Kundgibung wird umradmt durch Darbietungen de» Lendvai-Edore» unter Leitung seine» D'rfoenten Oscar Schumann. Cintrlttekarten?u b»? Kimdaebuna. Ii« im übrigen durch Rundfunk Übertragen wird, sind nur vorher durck die Geschäftsstelle des„Sturmvogel, Osteingang des Zentralflughafens Verlin. zu beziehen. Wetter für Berllm Meist trübe, obne nernenswert« Nieder- fchläg«. Temperaturen über Ruft.—.Tür Derl'chlond: Im ranzen Reich« stark wolkiges dl? kriide« Wetter mit etwas erhöhten Tempe- raluren. Nirgends erheblich« Niederschläge. Hitlers Ideal verwirklicht! Die genügsamen Sklaven Mussolinis— SÄ Pf. Arbeiislofenunterstühung, 26 Mark Monaislohn— Brot mit Grönzeug, die ideale Mittagskost! Der Hitgertbergsche„Lokal-Anzeiger" laßt durch seinen rSw.i- schen Korrespondenten, Herrn Eberlein, einem bürgerlichen Lesepublitum auseinandersetzen, worum Mussolini seinen Faschis- mue auf di« italienischen Arbeiter stütze, so angeblich an ihnen seine beste Stütz« finden könne. Nach der Behauptung des Herrn Eberlein ist der italienische Arbeiter bereits zufrieden, wenn er nur zu essen und zu trinken hat. Herr Eberlein mutz zu» geben, daß die Schwarzhemden zwei Jahre lang ihr« Gegner mit Knüppel und Rizinusöl mißhonvelt Höllen Aber bei dem— wie Herr Eberlein Zugsben muß— äußerst tapferen Widerstand der Srzialisten wären sie damit allein nicht durchgedrungen. Der.Lokal» Anze!ger"-Korrespondent weiß sogar zu vermelden, daß nicht wenige der sozialistischen Parteisekretäre(in Deutschland würde er sie„Bonzen" schimpfen), „es verdienen, ob ihres persönlichen Mute« und ihrer Lebens- opferung aus den Ehreaiafelu des Bürgerkrieges verewigt zu werden". Nein, Mussolini habe die Gewerkschaften nur dadurch sprengen können, weil er den Arbeitern— immer nach Cberlein—„ben größeren Wurstzipfel" versprochen Hab«. Dadurch seien viele Arbeiter aus den sozialistischen Gewerkschaften zu den fja- schiften desertiert. Wie sieht nun dieser größere Wurstzipfel Mussolini» in der faschistischen Praxis aus? Geben wir Herrn Eberlein das Wort. Er schreibt: Der beste Arbeitsminist«? dt» Du« ist alltrdlna« eine w e i b. liche Tugend od«r Schwäche de« Aroeiter»: sein» p o l i» tische Gleichgültigkeit. Der italienisch« Ardeiter liest t«in« Zeitungen, er ist nicht gezwungen,«in § artematt zu halten, dessen Gilt er mit den paghetti hinunterwürgt. Er krmmt unoeeinflußt an seine Arbeitsstätte und verläßt sie unverheßt. Ihn lassen die paihetl» schen Maueranschläqe an politischen Festtagen so kalt wie die Aufregungen des Auslands über die Tyrannei, unter der tx schmachtet". Er merkt nichts davon, er hat sein« giornota, seinen Taglobn, der gerade ausreicht, um nicht zu verhungern und zu verdursten. Bon der primitiven Lebenshaltung des Ualiemschen Arbeiter» gibt Ederlein dann Beispiels, die für den Soizalisten ebenso er» s ch ü t t« r n d wie für sein bürgerliche« Lesepublikum d«» geisternd wirken müssen. So beziffert S. die von ihm selbst als „herzlich geringfügig" bezeichnet« Arbeitslosenunterstützung aus 1% bis 3'A Lire am Tage, was bei dem jetzigen Kurswert des Lira von 22 Pfennig einer Unterstützung von ZZ Pfennig bis 77 Pfenuig täglich entspricht. Dem in Arbeit Stehenden ist von der faschistischen Orga- nisation— Eberlein erwähnt es stolz— allerdings ein M i Nd e st» lohn garantiert: er betrögt 8 Lire am Tage oder knapp 1,70 Mark! Leider muß jedoch schon im nächsten Satz Herr Eberlein zugeben, daß in gewissen Leichtindustrien weibliche Arbeitsträste noch mit 120 Lire oder mit 26.40 Mark— Im Monat(nicht etwa in der Woche!) entlohnt werden. Aber das tut nichtsl Nämlich di« Not des Italieners ist nach Eberlein dort allerdings„unendlich groß, wo ein gewisser Lebensauswand gettieden werden mutz". Dogegen: Dort herrscht kein Mangel, wo sich die hervorstecheudste Eigen- schuft des Arbeiters entfalten kann: seine grenzenlose Ge- nügsamkeil. Diese muß erst besiegt werden, die erst muß ausrotten, wer ihn für die rote Politik zurückerobern will. Nun, das ist deutlich! Wir werden die Nutzanwendung am Schlüsse unserer Ausführungen ziehen. Vorerst noch«in Zitat. Eberlein schildert am Schluß seiner Därlegunzen, wie der italienisch« Arbeiter zum Mittag sein Brot mit etwas Gemüse dazwischen o«r» zehrt, und ruft aus: Was braucht er mehr? Warum über die Tatsachen grübeln, daß die Millionenmasse der Arbeiter di« IVprozenlige Lohnkürzung ohne Allfregnng hingenommen hat? Hier allerdings fängt Herr Eberlein erheblich an, die Wahr» heit umzubiegen. Selbst der Faschismus hat nicht verheimlichen können, daß die Arbeiter in Mailand, Turin usw. auf den lOprozen- tigen Lohnabzug— ein Lüprozeniiger war bereits gleich zu Beginn der Fafchistenherrschast vorausgegangen— mit Streik und schweren Unruhen geantwortet haben, daß Mussolini st« ober mit Bajonetten„beruhigt" hat. Dem deutschen Ardeiter braucht jedenfalls nicht ausführlich dl« Nutzanwendung aus diesem Artikel gepredigt zu werden. Wenn nach dem für Mussolini begeisterten.Lotal-Anzeig«r"-Korrespon- denten der italienisch« Arbeiter für den Sozialismus erst zurück» gewonnen werden tonn, wenn seine„grenzenlos« Genüg- s a m k e i t" ausgerottet ist. so wird derjenige, der den deut» schen Arbeiter reif für den Faschismu» machen will, ihn jedenfalls erst zu jener grenzenlosen Genügsamkeit umzu» bilden hoben! Kriegsfilm unter polizeischutz ,Zm Westen nichts Neues" wird weiter gespielt Dl« nalloaalsozlallsNscheu Skaadalszeaea w der gestrigen Ausführung de» pazlslstischen Remarque-F.lm«„Zm Westen nicht» Neues" im Theater am Nollendo.splah sind Anlaß eingehender vesprechuagen im Polizeipräsidium gewesen, wie wir er- fahren, ist der Polizeipräsident entschlossen, mit allen Zstitteln die weiteren Vorführungen de« Filme» zu schützen. Die Berliner Polizei wird den Terror einiger vatloaai.stischer Burschen zu brechen wissen. Herr Goebbels wird sich also mit seinen Landsknechten darauf gefaßt machen müssen, bei weiteren Störungsosrsuchen noch etwas unsanfte? als gestern behandelt zu werden. Nach einer Asußerung der„Deutschen Zeitung" werden stch die„Kundgebungen" wiederholen. Nun, die Schupobeamten werden t«n Burschen Aar- mach«?:, daß ein SsseuOches Filmtheater kein Versammlung-lokal entarteter SA..Leute Ist. Die Herrschaften aber werden mit ihrem Radau das Gegenteil ihres Wollens erreichen: Der Film wird ron einigen tausend Berlinern mehr gesehen werden! Strafanträge gegen die Ruhestörer. Die Krawall« werden übrigen« noch«In gerichtliche« Nach» spiel haben. Ein« ganz« Anzahl der Störensriede tonnte von der Polizei festgestellt werden, und da- Lichtspieltheater wird gegen ditse Ruhestörer Strasanträge stellen. Außerdem wird«in Ber» fahren gegen die A n f ü h r e r der nationalsozialistischen Störung»- Wonnen und wahrscheinlich auch gegen Pfarrer Münchmeyer. der mit seiner Rede den Austakt zu den Zusammenstdßen gab. ain- geleitet werden. Schlleßlich wird voraussichtlich auch Zivilklage aus Schadenersatz erhoben werden. Der Vorverkauf für di« nächsten Vorstellungen geht ununterbrochen weiter. Die Karten der gestrigen Vorstellungen behalten zwar ihre Gültigkeit, müssen aber an der Kasse umgetauscht werden. Der Andrang im Vorverkauf war heut« vormittag ungewöhnlich stark, so daß schon deswegen der größte Teil der gestrigen Kinobesucher erst in den nächsten Tagen neu« Karten erhalten kann. Erklärung des Innenministers. Das preußische Innenministerium erklärt auf Anfrage, daß es kein« Veranlassung Hab«, die weiter« Vorführung de» Films„Im Westen nichts Neues" zu verhindern. Es ist Sache der Polizei, gesetzlich zugelassen« Ausführungen vor Stärungen zu schützen. Bei der ordnungsmäßigen Filmprüsung dieses Werkes hat das Auswärtige Amt keine Bedenken gegen die Zulassung erhoben, sondern anerkannt, daß der Film Mut, Tapferkeit und Standhaftigkeit des deutschen Heeres in, Weltkrieg« zeig« Das Reichswehrministerium hatte nämlich in einer Denk- schrift das Verbot de» Films verlang», weil er dem deutsche» Heer nicht gerecht werde. Im Aueland« wird der g'eich« Film an- gchlich in anderer Gestalt gezeigt und die Nationalisten behaupten. haß diese Gestaltung dem deutschen Ansehen schade. Von der Le- arbeitung, die allein in Deutschland gezeigt wird, kann das nicht behauptet werden. Nach der bestehenden Filmgesetzgebung war«in V e r b o t wegen Herabsetzung de» deutschen Ansehen» oder wegen Gefährdung aus- ländlicher Beziehungen de» Deutschen Reiche» nicht möglich. Di« Reichsregierung hotte allerding« dem vorigen Reichstag«In« Novell« vorgelegt, die nach französischem Muster auch derartig« Ver» böte ermöglichen soll. Diese Novell« ist infolg« der Aufläsung de» Reichstages»ich: Gesetz geworden. Wenn gerade jetzt nach den Vorgängen vom Freitagabend die Reichsregierung die Wieder- einbringung dieser Novelle ankündigt, so setzt si« sich damit dem Perdacht aus. vor den Krawallmachern unter der Führung der Goedbelo und Münchmeyei zurückzuweichen. ....... SchulSEVorrichiung am Aulobus In London wurde ein« neuartige Sicherheitsvorrichtung für Automobil, mit Erfolg aueprobiert. Der Konstrukteur Dr. Ellfford hat diese Vorrichtung erfunden, di« es verhindern soll, daß ein vom Auto angefahrener Mensch unter die Räder zu liegen kommt und überfahren wird. Der Verunglückt« wird von der Vorrichtung aufgefangen und vorwärts geschoben, wie unser Bild zeigt. Eine Filmnovetle gegen Auslandfilme? Wie die Telegraphen-Union erfährt, beabsichtigt die Reichs- regierung einen Gesetzentwurs einzubringen, der die Filmprüfsiclle verpflichtet, in Zukunft bei der Beurteilung ausländischer Film« nicht nur die vorliegende für Deutschland bestimmte Fassung zu de- rückstchtigen, sondern auch die Fassungen, die im Ausland gezeigt werden. Dieses Gesetz soll der FIlmprüsstelle ein« ihr bisher fehlende gesetzliche Handhab« gegen solch« Filme bieten, die im Au»- lande i» hetzerischer, in Deutschland aber nur in harmloser, aller anstößigen Stellen en«kl«ld:ter Fassung gezeigt lverden. Den un- mittelbaren Anlaß hierzu bietet der Film„Im Westen nichts Neues" der ln Berlin vor einem geladenen Publikum uraufgeführt wurde. Diese Urauftühiung zeigte übrigen» daß man viele für Deutschland anstößig« Teil« entfernt halt«, zum Teil auf Kosten der Darstellung. Der Film erzielte bei dieser Uraufführung daher auch keinerlei Beifall.(!) Dies« ganz« Meldung ist irreführend und hetzerisch. Der Gedanke, einen Film in Deutschland zu verbieten, weil er im Ausland« in anderer Fassung läuft, ist in den Filmprüfstellen längst angeregt, aber unleres Wissens nichl befolgt worden. Daraus«in besonderes Gesetz zu macl-en. wäre verfehlt und überflüssig. Di« Kreif«, di« gegen pazifistische Filme Hetzen sollten aber wenigsten» bei der Wahrheit bleiben:„Im Westen nicht« Neue»" hat bei der Premier» den denkbar stärksten Erfolg gehabt: di« Zuschauer waren so ergriffen, daß sie selbst von dem sonst befreienden Beifallsklatschen absahen. „1000 Worte Deutsch." llniversom. P a t und P a t a ch o n können und wollen nichts Neues bieten.' Trotzdem war die Schar ihrer Anhänger auf den ersten Tonsilm gespannt. Er brachte eine sehr große Enttäuschung. Die beiden lustigen Dänen, Ihres gewohnten Regisseurs beraubt, taten, was sie tonnten, doch erlagen sie dem Manuskript von Wassermann und. Schlee. Das reiht ohne Uebergänge und recht ungeschickt mehrere Elownnummern aneinander. Zu allem gibt ein Tippelbruderkongreß die Grundlage. Dabei äußern die Filmtippelbrüder Worte über die Arbeit, die in der heutigen Zeit der Massenarbeitslosigkeit und des Massenelend« alles ander« als angebracht sind. Dazwischen. radebrechen Pat und Patachon nach einem Buch lOOÖ Worte Deutsch. Der Photograph Robert Walter Lach arbeitete geschmackvoll und sauber, und der Regisseur Georg I a c v b y gab stch offensicht- lich Mühe. Es soll durchaus Wirkung beim großen Publikum er» zwungen werden: darum sieht man Alfred Braun höchstpersönlich beim Fußballspiel am Mikrophon, gemeßt die Sand rock in einer ihrer bekannten ulkigen Rollen und erlebt Hedwig Mangel nahezu erschreckend realistisch als Harfenjuls. Wenn auch durch den Hauptfilm den Zuschauern nur di« Geduldsprobe gestellt wird, so erfreuen stch hingegen alle an der lustigen M i ck y.<>. t>. Manfred Hausmann und Albrecht Schaeffer. Vortragsabend im„Verband Deutscher Erzäbler". Der„Verband Deutscher Erzähler", der bisher seine Veranstal» lungen im Plenarsaal de» ehemaligen Herrenhauses abhielt, ist in den Bürgersaal des Neuen Schön«b«rger Rathauses" über» gesiedelt. Der erste Ab«nd gast hier Manfred Hausmann und Albrecht Schaeffer. Das Kapitel„Havanna" aus dem Buch„Kleine Lieb« zu Amerika" von Hauemann ist glücklich gewählt, denn es zeigt die Art. in der Hausmann Menschen und Dinge betrachtet. Hin« liebene- würdige Ironie nimmt den Vorgängen ihre Schwer«, zeigt, daß sie im Grunde bedeutungslos sind. In diesem Buch schildert Hausmann alle» mit einer versöhnenden Grazie, etwa, spielerisch und etwa» mit lächelndem Ernst.„Havanna" ist breit angelegt in der Art einer Reportage. Hausmann tastet die Ding« ab und läßt den Leser von einer Geste auf die seelischen Zustände schließon, die sie hervorgebracht haben. Er geht von außen nach Innen. Albrecht Schaeffer wählt in seiner Novelle„Unvereinbar" wi« in seinem gesamten Werk den umgekehrten Weg. Das Aeußer« der Menschen blelbt gleichgültig gegenüber d«n inneren Vorgänge». E« kommt ihm darauf an, wie sich die seelischen Strebungen über- lagern oder gegeneinander kämpfen. Er sieht di« Welt von innen heraus, und dt« Außendinge haben nur Wert durch ihre Beziehungen zum Menschen, durch die Rolle, die sie in seinem Leben spielen. Schaeffer und Hausmann sind entgegengesetzt«, künstlerisch» Er. scheinung«», aber Hausmann steht nicht auf dem Standpunkt des nur beschreibenden Schriftstellers. Sein« Ironie, seine spielerischen Ornamente, mit d«n«n«r die Menschen versieht, bringen di« per- sörxliche Stellungnahme zum Ausdruck.—-t. Heinrich Zille im KdW. Die wahre Popularität des Mrtflers. Im Kaufhaus des Westens, dritter Stock, ist«in« lustige'Und umfänc.'iche Zille-Gedenkschau aufgestellt. Zwar hat man dort'der j Lronzebüst« i-e* Meisters«ine wirtliche Brille(vielleicht ist es gar die sein« gewesen) aus di« Nase gesetzt. Palet e und Pinsel im Mal. tops darum gruppiert, aber vielleicht dachte sich di« Direktion, daß dw Berliner so sentimental sind, an diesen Kinkerlitzchen Gefallen zu finden. Sie kümmern sich gar nicht darum, f.uten aber in un- geh«ur«n Scharen durch den Raum und sehen sich die wirklich gut und bezeichnend und gar nicht prüde gewählten Aquarelle, Zeich» nungen und Lithos mit einer sanatischen Liebe an. Hier spürt man d>« Popularität Zilles als etwa» ganz Greifbares, wenn sich jung« Mädchen minutenw«is« hinknien, um di« oft bi« zum Loden ge» häng en Zeichnungen genauestens anzusehen, wen» Ehepaare in fröhliches Lachen ausbrechen und manch« Bemerkung auf gut Berlinisch fällt, die der lebend« Zille sich destimmt notiert hätte. Ein wunderliches Zeugnis nachschafftnder Verehrung bilden di« panoptlkumart!g«n Szenen mit Stosspuppen, di« prooinziäle B«- wunderer mit großer Liebe nach Zilles berühmtesten Illustration«» ausgeführt haben. P. F. Seh.; Weihnachisfchau im Schloß. Ein« Weihnachtsausstellung kann ihrem Charakter nach k»in« Clfteschau sein; sie nähert sich mehr der zur Kauflust anlccketrden Messe und spricht stärker zum Käufer als zum Künsil.r. Die eben eröffnete Schau der Deutschen Kunstgemeinschaft hält gleichwohl ein beachtenswertes Niveau; Staatssekretär Schulz hatte durch ein« Jury von ausgezeichneten Künstlern ein« so sireng« Sichtung vornehmen lassen, daß von den zahllosen Einsendungen nur da» Bessere zurückgeblieben ist, und dies, wie man weiß, nüt d«m hier schon seit Jahren üblichen Preisabbau. Die besten Künstler, deren Werke man im Schloß zu sehen ge» wohnt ist. bringen sehr annehmbare, zum Teil vortreffliche Ar» . beiten: Hcckendors, Röhricht, Kohlhoss, Honig- ! berger, Bato.FranzLenk.Jma Breusing.Jaeckel. > Dazu treten wenig«? bekann!« Jüngere, von denen man die de» I sondere anmutenden Aquarell» von Alexander F r e i m a nn- W o l s ha r t hervorheben mag. und von Oelbildern einen irter» tssonl«n dunkeltonigen„Park" von R. Hauff, da» bedeutend« Stilleben von A. Willing»(.Tonröhren und Wellblech", wobei d«r Nichtigleit des Gegenstande» eine sehr starke Form des male- rischen Ausdrucks entgegengesetzt wird), da» Elefantenb'ld von K. Welnhoild, das ftine ungezügelte Begabung ohne all« Schlacken zeigt, und das prächtig« Zustandebild einer„Rast" zweier Kinder auf einem Schubkarren von Waldschmidt. P. F. Sah. Twael-r-ngel. Unter tletem Namen wird kkrledrtck hollaender Ende de» Jad>e« in den ItäimKN der etenial«en Wilden Bühne im Theater de»©efien» ein etzene« Kabarett n Offne». Pos froiij'si'eht«aft'plel w»(Melle Corel und Ce'"arot) in der K o m I l«h« II Oder brin-M am«onntaq zwei Wiederdollinaen von .Temi. Monde'. Tie Naidwllia�voislkNiina kll't, Ubil ,» er»'äluaien Areiien— Monlaa und Dien«taa wiid.S a p b o' mit(Meile Toi ei in In Tit, trolle oe.'kben; Mittwoch verabschiedet sich di« Künstlerin in jiuzier» .L'« v« n t u r I t r e'. td«ot«ffmiSat im Frankfurter Sck>ar splekhau,. Bei der Vorffellimg »an Leondaidt ftrand» ,e> n t n ö q e 1• im«choiiipielean» fam es am »reitai wiederum ,n Tt-mdalUenen. so daß M« voiftellana unteibioliien werden muhie. bi« Pol«, ei elmchiitl und die Störer eich ernte. Sechs Perjonen wurden jwangegcslcllt. Theater der Woche. Vom 7. bis 15. Dezember. volksbühue. 2)eatcr am S&lampiaji: 7., S.. 10., tl, Die Matrose» um Ccitcco. K. Msstssippi. 13. bis 15. Die Seftaubanttn, Staatsthealer. O»«r Ilster de» Li»de»: 7. Di» Meistersinger. Z T««».». Die Macht de, Schicksals. 10. und 12. Fremde Erde. 11. Margarete. IS. Traniota. 14. Christoph Columbus. 1Z. F Iii st Zgar. Oree am Plast der Republil: 7. und 3 Der Narbier von Sevilla. 3 Zauberslöt«. Ist. Lontuamis Erzählungen. 11 Freischstst. 13 und 14. Louise 15. Sans cheillng. Städtisch« Opct; 7. Rigoletto. 8. Mignon. 9. Simone iLoceanegra. 10. Armer Solumbus. 11. Sänsel und Tretel. Die Puppcnsee. 12. Madame Butterslp. iS. Don Giovanni. 14. Carmen. 15. Pertauschte Dollen. ®!«nlU(ft» Schausvielhau»! 7-, 10., 13 Tie Geschichte Gottfrieden, von Psrlichiugen mit der eisernen Land. 8., 11., 13 und 14. Der blaue Boll 9. Liebe auf dem Lande. 33 Minuten m Sritneberg. 15. Prinz Friedrich von Sombura. Schiller-Theater: 7.. 10., IS. und 15. Nova. 3. 11. und 14. Die Nacht irderni Kreml. 3 Florian Sever. 12. Ter Traum ein Leben. Sosntagsnachmittagsuorstellunqen. Oper am Plast der Zlepublkl: 7. Der Ja, Säger. Theater mit festem Spielplan: Theater am Schlfsbauerdamm: Die Quadratur de, kreise«.— Deutsche« Theater: Elisabeth vijn England.— kammerspiele: Der Diene«»meier Serien.— Die Komödie: Der Schwierige.- Theater tu der StrcfemauustraKe: Wie es euch gefüllt.— komedieuhaus: Das Konto X.— Groß», Schauspiel- ha»,: 5m weißen Röss'l.— Theater de, Beste»,: Biltoria und ihr Suiar.— Luftspielhau»: Meto.— Deutsche,«ilustlerthealer: sium.«o�>en«n Snlar.— zteuaissance-Theaier: Voruntersuchung.— Fcntral-Theater: Un'er den Dstcheru von Pari,— Theater in der B«hrenftraße 53—54: Große Woche in Baden- Baden.— Metropvl-Theatcr: Schön ist die Welt.— Reue, Theater am Raa: Ich betrüg' Dich nur ans Liebe. 7. lllh llhr. Tanzmatinee.— D'e Tribüne: Etienust.— Klein«» Zhealer: Der Mann, der schweigt.— Wallner-Theater sPi�ator-Bsthue): Mond von links.- Rose. Theater: Der Diener zweier tcrren. Die schön« Galathce Erster Klaste.— Lafiuo-Theater: Der keusche eheniann.— Theater in der Ksosterftroß«: Liebe.— Theater im Admiml». »asaft: Die Czardasiilrstin.— Wintergarten. Plaza, Skala: Iirtewiat onale, Barict,.— Reich«hallen- Theater: Stettiner Länger.— Theater am Kattbusser Tor: Ellte-Sänger. Theater mit wechselndem Spielplan; Komisch« Oper: 7. Derni.Monde. 8. L'Aoenturiöre. 9. und 18. Solche. tL und 13. La Fngue. 13 Robert et Marianne. 14. Ialouste.— Schloßpark. Theater StegUst: 7.. 3 Der müde Theodor, ilb 9. Der Sprung in die Eh« Nachmiliagsveran staltungen: VoUsbühue. Theater am Bülomplast: 7.. 14- Die Watrosen vou Cattaro.— Groß«, Schauspielhaus: 7., 14. Im weißen Rvff'l.— Theater de« Weste»»: 7.. l4. 15 Uhr. Peterchens Mo ichfahrt. 17 Uhr. Schwarz. Ivalbmädel.— Komisch« vper: 7. 161-, Uhr. Derni.Monde. 13 10'.h Uhr. Robert »t Mariaunc. 7. und 14. 14% Uhr- 10. und 13. 15 ich Uhr. EchneewU'chen— Deutsche, Khustlertheater: 10. und 14. Emil und die Detektive.— Rruaistaure. n—trr: T.. 14 Bamferfachsa«.—>e»t«al Dheate«: T. 15 Uhr.«otkZppchea Uhr. Sie Pupvenfee. 7� 14. l?� U Theater i» der»ehreustraßa»3-54: 7.. 14. Arm wie eine Kirchenmaus— 14. U Uhr Unter den Dächern von Pari».— Reu«, Theater am Fov: 7.. 14. 15 llhr. 10., 13. 16 llhr. Knecht Rupprecht, Fahrt in, Märchenland.— Wgllner.Zheatrr lPisulor.BLHne): 7.. 14. Mond von links— Rose-Iheater: 8 Kululi. 10.. 13. Bastelhan, und Quasielgrete 12. Peterchen« Mondfahrt— Theater in der Klosteistraße: 7. 15 Uhr. 13- 16 Uhr. 14. 17 Uhr. S olkävochen. 7 17 Uhr. 10. 16 Uhr. 14. 1» llhr Sänsel und Srctel. 8. und 9. Wilhelm Till.— Schloßparl-Theatcr Steglitz: 7. Peterchens Mondfahrt. 13 und>3 Märchenvorflellung.— The,'«« im Adm-iral-palast: 7. und 14. Di« Eiiardcfstrstin. 10. und 13. Frau Solle.— Wiatergarteu: 7., 13., 14. Internat iorgle, Bariet«.— Plaza, Ewla: Jnter. notionäle, Variete.— Reichshelleu. Theater: 7., 14. Ctettiner Sänger.— Theater am kvttbustee Tor: 7.. 14. Slite-Eänger. Erstaufführungen der Woche: Dieustag. Schloßpark. Theater Eteglist: Der Sprung In die Ehe. 1- Mittwoch. Oper Unter den Linden: Fremde Erde.— Lust. s p i et h a u,: Born Lieben und Lachen.— Freitag. OperamPlastder Republik: Lauife.— Bolkshühn«: Die Desrauhansten.— Sou»> abend. Feutral-Theater: Unter den Dächern von Paris Loansbenet, 6. vedemde?. v erl I s 16.03 Or. AraoM Hahn: Bahnbrecher der Heilkunde. 16.30 Känissberg: Konjert. 17.43 Otto Heiler Eine Fahrt ml» Tarkssb. 18.05 Zehn Minuten vom Film. 18.15 Karze Bächerstunde. Mikrophon: Bruno SchSnUnk. 18�5 Die Erräblang der Woche.(Hermann Kesten.) 1350 Lieder.(Maria Bisca, Alt Flügel: Bruno Seldler-Winkic:.) 1315 Arbeitsmarki 19.20 Programm der Aktuellen Abteliuag. 19�0 italleuische Unterhajtungsmtialk. 30 JO Kabarett 22.15 Wetter-, Tages noch ruhten, Sport. AnsekL: Taormuslk. K 6 o I g s or a s t e r h 1 o s e s (300 Or. A. Buchenau. Weltanschauliche Probleme der Prtna. 16.30 Hamberg: Konzert 17.30 Ernst Jastter: Richtige Reklame, 1300 Französisch fflr Fortgeschrittene, 18.30 Prof. Dr Deegener: Ehe. Familie«ad Staat im Tierreieb. 19.00 Dr. F Croner und Dr. Hans Joachim Rüstov: Arbeitsmarkt und Arbeitszeit(Zortegesprich). BJS Seme Stmde.«De»»erterea» Sein*, ma» AaM QMS(MMp.: vT. Heinrich Michaelis Han» Michaelis Retibach. 0». Chrtonans E»» Schabert Dr. Leffsou, Dr. Marie Luise HülarJ 20.00 Köln Lustiger Abend. 22-00 Wetter-, Tagesnachricbtea, Sport Sonntag. 7. Dezember. Berlin. 7.00 Fankgymnastik. 300 Für den Landwirt. 860 Morgenfeier. 10.05 Wettervorliersags 10.45 Märchen von Friedrich KaySier.(Sprecher: Maria WolHe�er.) 11.15 Militärkonzert. 1345 Känigsberg:. Konzert. 14-30 Konzert. I. Beethoven: Sieben Bagatellen, op. 33(TruBi Wagner, Klavier.)— 2. Hugo Wolf: Lieder.(Fried] Kaan. Sopra»! Flügel: JuL Bürget.)— 3 Tschalkowsky: Herbstgesang.(Franz Wagner.)— 4. pvoräk: Aus den Zlgeanerliedent(Fried) Kaan.)— 3 Robinstein: Emde.(Fran, Wagnet.) 15 J0 Studio.stimme» im Kampf",«ob Hermann Wilhelm.(Ltg.: Edfrf Köppen.) 16.00 Unterhaltnngsmnsik. 17.20 Aas Rilkes Werkes Zasammenstellnug: Martha Rasefake. 1860 Tanz-Tee.Muslk.<- 1340 I. Corelll: La Folia. Vartatjones— 2. Martean: An» den 24 Caprlces— 3 Sarasate: Carmen-Faptaale.(Henri Martean. Violine. Bruno Seidler- Winkler, Flügel.) 19.20 Lncie HSIIIeh.(Mikrophon: Lade Höflich und Felix Heltinder.) 19.45 Sportnachrlchtes 20.00 Bunter Sonntaga'oend. 22.13 Wetter-. Tages- und Sportnachriehtes AnschlleSend bis 0�0: Tanzmusik. '' Könlgswniterhense«. 7.00 Hamburg: Hafenkonzert. 1130 Herrenhaus; Kundgebung des.Sturmvogel", Flogverband der Werktätige« E. V. Redner: Staatsminister Dr. Severing. Walther Binder. 14.00..Kinderbücher"(3 bis 11 Jahre).(Mikrophon: Johanna MOhlenfaldt) 18.00 Erich Pabst: Die Bedeutung des Provinztheaters 1835 Lisa Tetzner: Aus Anna Seghers..Aobtand der Flschar«on St Barbara". 18.50 H. K. Heiland; Mein erster Elefant 19.15„Die Spinnstunde", ein volkskundliche» Lehrspiel«on K. Dürre und Margarete von der Oste. 20.00 Stuttgart:„Arladne auf Naxos*. 2230 Wetter-, Tagesnachrichten. Sport. »crantoottl. für hie Redaktion: Franz«lSH». Berlin:«nzeigeu: Th. Slock«. Berlin. Perlag: Porwörts Perlag G. m. b. S.. Berltn. Druck: Pormär!, Buth. druckerei und Berlagsanstait Paul Singer& En Berlin SW 8S. Lindenliraße 5 Sierzu t Beilage._ v| plaza-preisausschreiven. Frauls urler Ullee 362; Ch Barttig. Beritner RUe« 36; M. Schulz, Ul>Moabtt 115 )\ &'**' Iz--. ■ A ,1 H ar p n Wfe 1 h n q c n 1 s- Einkaufen m mplnörri pn vv*�. me.npir. 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Das Werk, das auf jedcr Seite den Schristfteller von iftang verrät, bleibt an Buntheit hinter Tschuppiks ganz glänzen- dem„Franz Josef" zurück: fem Stil ist eher feldgrau als farbig, und feine Architektur verhält sich zu der des Buches über den.�hat- mich-schr-gefreut"-Kaiscr wie der nüchterne Ziegelbau des preu- hijchen Generalftabsoebäudes zu dem imponierenden Schwung des täiserlichen Lustschlosses Schönbrunn. Bewegt ist der.Gudendorfs" zumeist durch den Rhythmus der Ereignisse, die darin abrollen. In erster Reche liegt Tschuppik daran, zu ergründen, wieviel an dem Versagen Ludendorffs im Weltkrieg subjektiv« Schuld, wie- viel objektives Schicksal ist, und er entscheidet sich, häufige Pfeile gegen Delbrücks und Arthur Roscnbergs abweichende Auf- fasiung schnellend, für den etwas einseitigen Spruch, den Areispruch: Schicksal. Zwar wird in dieser Darstellung Ludendorjs bei weitem nicht zu dem cheros sondergleichen, zu dem ihn chitler— heute sind sie chund und Katze— dereinst aufpumpte. Zwar umreißt Tschuppik da,„spartanisch eiufache Weltbild" dessen, den seine Mathilde den„größten Feldherrn oller Zeiten" heißt: Ludendvrsfs Gott ist von einer kaum vorstellbaren Dürftig. keit- Er hat die Evd««rschassen. damit leine Geschöpfe. Luden- dorffs Deutsche, zur Dollendung gelangen. Dazu muffen sie Kriege führen. Wie man Krieg führt, weiß der preußische Gcneralstab.. Zwar spricht Tschuppik dem General weiter jede Fähigkeit zur Selbstkritik ab, zwar sieht er in ihm einen miserablen Psychologen, der alles» auf„die Formel des ch�ldenpcuroramas" zu reduzieren suche: Manneszucht, Disziplin. Unerschrockenheit, zwar unterstreicht er. ihm sei alles fremd, was außerhalb des Militärischen liegt, „Politik. Völkerkunde, Psychologie und vor allem die produktive Phantasie, die den Politiker macht". Aber Tschuppik kreidet alle Wissens, und Könaenslücken nicht dem Individuum an, sondern dem „neuzeillichen Typus des Fachmannes", deffen Vertreter jener sei und von dem gelten„Fanatismus innerhalb des Metiers, gepaart mit völligm/Unkqmtais zy jedam. Bereich, das außerhach des Metiers biegt." Der Fall Ärdendorst wird ihm zur„Tragödie des F a chm a n n e s". der General fast zum Opfer, zum„Gefangenen eines Berufs und einer Tradition". Wie in einer Ursachenkett« allerdings das Objektive mit dem Subjektiven wechselt, zeigt die Marneschlacht des Jahres 1914. Einer der Gründe, die sie zur schwersten deutschen Niederlag« machten, war die Verstärkung des linken Flügels auf Kosten des rechten, der, weit ausholend, den linken Flügel der Franzosen um- soffen sollte, im Grunde also ein Mangel an Menschen, der nicht gestattete, beide Flügel gleichermaßen auszustatten. Wenn nationalistische Krakeeler die Schuld daran dem Reichstag ausbürden wollten, der nicht beizeiten im Frieden mehr Armeekorps bewilligt Hab«— sie waren nie vom Kriegsministerium angefordert worden— erwähnt Tschuppik: Es war der Militörschriftsteller Dugo Schulz, allerdings ein Zivilist, der viele Jahre vor dem Kriege auf dos Milizsystem, nicht bloß als auf eine politisch«, sondern, vor allem ein« mili- tärische Notwendigkeit Deutschlands hingewiesen hat. In einer Zeit, in welcher der Clausewitzsche Grundsaß des„absoluten Kriegs" alle Generalftäbe beherrschte, und bei der Art der modernen Wafsentcchnik war das M i l i z s y st e m die einzige zeitgemäß« ch e« r es v e r f a ssu n g. Denn nur dieses System gestattete, die gesamte Kraft des Volkes sltjon für die erste Entscheidung ins Feld zu stellen. Ein deutsches Miliz- beer wäre befähigt gewesen, die Schlacht bei ParisnachdenrSchliefsenschenPlane zuschlagen. Unser gerade als Kriegswiffenschaftler ausgezeichneter Wiener G«no9« jjugo Schulz in allen verdienten Ehren, aber daß nur das M-lizshftem finanziell und militärisch die Möglichkeit schuf, die gesamte Volkskraft Deutschlands zur Verteidigung nutzbar zu machen, war nicht feine private Entdeckung, sondern Allgemeingut der Sozialdemokratie seil Zahr und Tag. Miliz, jawohl, auch deshalb, weil erst durch diese Deeresoerfaffung die allgemeine Wehrpflicht zur Wahrheit und die Verteidigungskraft des Landes aufs flachste gesteigert wurde. Freilich setzt« die Miliz innen- und außenpolitisch ein ganz anderes, ein demokratisches und pazifistisches Deutschland voraus, das 1914 aller Wahrschcinlichkelt nach nicht in den Krieg gestolpert wäre: mit Recht sagt Tschuppik: „Die Erkenntnis von der Ueberlagsnheit des Milizsystems wäre in dieser Zeit eine revolutionäre Tat gewesen, also unvorstellbar im Milieu des Generalstabs" Der Generalstab und sein 1)srr und Meister Ludendorff waren nicht einmal«insichtig genug, die grundstürzenden und grund- legenden Wandlungen des modernen Krieges in den Jahren 1914 bis 1918 zu erkennen. In der Schule M o l t k e s und Sch l i e s f e n s hatten die Herren mit den himbeerfarbenen chosenstreifen eingepaukt bekommen, daß man die Kriegsentscheidung durch ein« große Schlacht suchen müsse: Beispiel« aus dem Altertum Eannae, aus der Neuzeit Sedan. Darum rannte Ludendorff im März 1918 mit seiner, wie F o ch«s nannte,„Vüffelstrategie" gegen die Ententestellungen an. begierig, die Entscheid, mg de« ganzen Feldzugs durch einen zerschmetternden Schlag herbeizuführen. ahnungslos, daß in� Material- und Maschinenkrieg des zwanugsten Jahrhunderts auch der bestoorbereitete, überlegen geleitete Angriff in ivr Zermürbungsschlacht enden muß und die Enlsihelchlagsschlyicht im Sinne Schlieisens gar nicht mehr möglich tzt:„Der bedee�endpe Fachmann des alten pveußischen Gcnecaf- stabs." sagt Tschuppik,„vermag die moderne Schlacht nicht mehr zu meistern." Allerdings waren es auch drüben nicht die Fadhleute. die Generale, sondern die Zivilisten, Lloyd George und C l e m« n c e a u, die aus der Tatsach«, daß es heut« möglich ist, auf begrenzter Linie oder bestimmter Fläch« mit mechanischen Mitteln alles Leben zu zerstören, die Notwendigkeit folgerten, die Grundlagen der Kriegführung zu ändern und die ffeeresleitutrg .zwangen,„mit den altmodischen Offensiven Schluß zu machen". In England und Frankreich herrschten also die Politiker nicht nur auf ihrem eigenen Felde, sondern griffen auch aus dos Gebiet der Generale über und bestimmten die Art der Kriegführung. warum war es tu Deutichlond umgekehrt? Warum drückte in Deutschland die Oberste Heeresleitung die politische Führung, oder was sich so nannte, vollkommen au die Wand? Tschuppik findet die Schuld nickst in der Reichs verfaffung von 1871, die da? Parlament zu einer Schattenrolle verurteilte, er klagt vielmehr den Reichstag an, der zu verschiedenen Malen, so nach dem Sturz Bethmann Hollwegs, die Macht und die Mög- lichkeit gehabt habe, die politische Führung des Reichs an sich zu reißen, und au» Schwächegefühl sich nicht zu der selbstverständlichen Tat habe aufraffen können:„Der Reichstag hatte keinen Willen zur Macht." Run ist das hart« Wort von„diesem armseligen, un- schlüssigen, stets auf halbem Wege zaudernden Parlament" gewiß nicht hundertprozentig zu hart, aber der Vergleich mit Frankreich und England verleitet Tschuppik doch zu Ungerechtigkeiten und Sckstefhesten. War der Reichstag wirklich, wie er es ausdrückt, nicht unfreier als die Parlament« der großen Staaten des Westens? Möglich! Aber die Regierungen der Westmächte vermochten den Generalen chren Willen aufzuzwingen, weil das Militär schon im Frieden an den Vorrang der Zivilgewalt gewöhnt war, und überdies die Ministerien dort als Aollzugsausschüfs« der Bolks- Vertretung, also wahrhaft als Volksbeauftragte, über eine stattlichere moralische Autorität verfügten als die nur vom Kaiser ernannte, nur vom Kaiser abhängige Reichsregierung. Und das Entscheidende: Begriffe wie Heeresleitung und Reichstag haben an sich, als eine Körperschaft von ein paar hundert Menshen hinter Kartentischen oder Sitzpulten, überhaupt keine Macht; die Macht sließt ihnen aus dem zu, was hinter ihnen steht. Dos Mißverhältnis zwischcu Pickelhaube und Zylinder im Weltkriegs-Deutschland aber drückt sich-darin aus, daß hinter L u d e.n do r{ f ein MillionenhKer Ztand. nudchinter dem. Reichstag nichts. Das Volt? Sein aktivster Teil trug feldgrau, und der Rest wurde durch das Trommelfeuer amtlicher Lügen über den Stand des Krieges auf lange hinaus zu kritiklosen Hurraschreiern. Wenn in dem kaiserlichen Deutschland das Parlament die Macht ergriffen hätte, wäre das«ine Revolution gewesen. Ganz zu schweigen davon, daß parlamentarische Körperschaften nie Revolution machen, sondern stets nur auf vollzogene Revolutionen ihr Sic; drücken, war der Reichstag solange zu dieser Revolution ganz und gar unfähig, als die gegliederte und bewaffnete Dolksmaffe, da. Heer, hinter der militärischen Leitung stand. Erst als die allmählich von selbst zu einer Art Miliz umgewandelte Armee nach den ver- nichtenden Niederlogen im Sommer 1918 Ludendorff das Der- trauen kündigte, gewann das Parlament Macht und vermochte sich mit Ach und Krach durchzusetzen— keinen Augenblick früher. Das entschuldigt nicht die vollkommen« Wiilenslähinung der au! dem Boden der Friedensresolution von 1917 stehenden bürgerlichen Parteien, die Tschuppik rechtens hart mitnimmt. Daß die Reichs- tagsmehrhsit sich bei Beantwortung der Friedensnote des Papstes übertölpeln ließ, daß sie den Gewallfrieden von Brxst-Litowsk wider- standslos schluckte, daß sie die Frühjahrsoffensioe von 1918 billigst, die nur Sinn hatte, wenn man einen Gewaltfrieden auch im Westen wollte, daß sie fyr den von der Obersten Heeresleitung schnöde ge- ' stürzten Staatssekretär Kühlmann keine Hand hob. waren un- verzeihliche und nie wieder gutzumachende Ilnterlassuimsfünden, die sich nicht nur durch den ehrfurchtsvollen Glauben der M. d. R.'s an den Fachmann erklären lassen. Vielmehr wimmelte es in Zentrums- und Fortschrittspartei von schwankenden Gestalien, die Scheide- mann einmal treffend als Lallbfroschanuexlonlsteu verulkte: bei Rückschlägen an der Front saßen sie auf der untersten Sprosse der Letter und klebten an dem Frieden ohne Annexionen und Kontributionen, bei anscheinend günstiger Kriegslage kletterten sie auf die oberste Sprosi« und quakten: Annektiert muß werden! Daß die Sozialdemokratie von anderem Schlag war. hebt Tschuppik viel zu ungenügend hervor. Sie allein hing aus innerer Ueberzeugung und mit Leidenschaft ay der Friedensresolütion. Sie stemmte sich vcrzweifell gegen den wilden Unterseebootsirieg. Sie heischte ohne Unterlaß eine klare Erklärung über die Freigäbe Belgiens. Sie billigte den Gewaltfrleden von Brest-Litowfk nickst und riet im Frühjahr 19l8 zu einsr wirkungsvollen Frieden?- offensive. Tschuppik meint: Der letzte Augenblick, zu einem Berständi» gungssrieben zu gelangen, lag vor der März- offensive. Dazu aber hätte es einer klaren politischen Führung bedurft, die auch die Strategie bestimmte. Mtt einem Friedens- Programm des Verzichts aus olle Eroberungen und mit einer Strategie der Verteidigung im größten Stil wäre Deutschland dem Endkampf gewachsen, vielleickst unüberwindlich gewesen.' — Er vergißt nur, hinzuzufügen; baß die Sozialdemokratie bürgerlich« Parteien und Regierung auf den Weg dieser Politik drängen suchte, aber leider blieb sie auch innerhalb der Reichstags- Mehrheit in der Minderheit. Daß es so war, daß sie sich nicht durch- zusetzen vermochte, daß ihr mir die Rolle des Predigers in der Wüste zufiel, ist die wahre Tragödie Deutschlands. Hermann Weöckei. ftaiRitschicksal In'Ägypten Ein Erlebnis in Assuan Wir vetfolgcn mit Sympathie den harten Freiheitskamps, den die W a f d- P a r t« i in Aegypten gegen König Fuads reaktionäre Herrschaft führt. Die Schwer« dieses Kampfes für die Führenden kann aber nur der crmeffen, der die Gegensätze in diesem Lande kennt. Soziale Gegensätze krassester Art. Ein märchenhaft reicher Großgrundbesitzer— ein verhungerter bis zum Atußeksten ausgepreßter Pächter, der Fellachs, Kultur, Wissenschaft, Viel- sprachigkett bei den besitzenden Klassen, 21 nalpho betenturn bei dem Volke. Ferner der Gegensatz zwischen Ober- und Unterägypten. Während in Unterägypten mtt Kairo als Zentrum curopäischer Einfluß sich bemerkbar macht, ist Oberögypten die Gegend des jetzt vielgenannten Staudammes von Affuan tief st er Orient. Dort steht man den Fellachen stundenlang aus dem Postamt hocken, bis ihm der Schreiber schreibt, was«r haben will. Ich stellte mich einmal als letzte einer längeren Reihe an einem Briefmarkenschalter an. Plötzlich traten alle zur Seite, ich stand zuerst. Erstaunt, beschämt, begriff ich die Distanz des schwarzen Fellachen Ober- ägyptens zum Europäer. Di« Lage der Frau in Oberägypten übertrifft alles an Trosrlosigkeit. Die modern« Aegypterin in Kairo hat sich etwa die« selbe Stellung erobert wie die Türkin, sie ist vielfach im Berus, bevor sie heiratet. Obgleich die Mehreh« erlaubt ist, heiratet der moderne Mann in Unterägypten meistens nur eine Frau. Wenn «r mehrere nimmt, machst er es, wie mir«in Aegypter sagte, in schonender europäischer Form. Die Frauen wohnen voneinander entfernt in verschiedenen Haushalten. Im Gegensatz zu Kairo besteht tn Oberägypten vielfach noch die all« Form des H a r« m s. Di« den Siacttsbeamten erlaubte Anzahl von Frauen rickstet sich noch dem Rang. Die Frau der unteren Schichten ist«in Arbeitstier, die der mittleren und oberen«ine Gefangene, die an Haus und Garten gefesselt ist und nur selten tiefverschleieri auf die Straße kommt. Meinem Beruf als Aerztln verdankt« ich verschiedene Besuche in Harems in Affuan. die sonst keinem Europäer erlaubt sind. Ein erschütterndes Erlebnis ist mit einem dieser Besuche verHunden. Ich erzähle es. weil es Sittenschilderung ist und typisch für die Stellung der Frau. Ein ägyptischer Ingenieur bat mich, seine krank« Frau zu besuchen. Als ich ihn fragte, ob sie schon in ärzt- llcher Behandlung wäre, starrte er mich entsetzt an. Ein Arzt nei n— er achte die Sitte seines Landes, eine Frau dürfe sich nicht von einem männlichen?lrzt untersuchen lassen. „Wer Venn Lebensgesahr besteht, was dann?" fragte ich. „Auch dann nicht!" antwortete er,.wenn Allah nicht hilft, müssen in« Frauen eben sterben." Er berichtete von einer Anzahl tragischer Todesfälle, junger Frauen in Affuan, die die Ehemänner st« r b e n ließen, weil kein anderer Mann, auch kein Arzt, sie berühren durfte. Der Ingenieur flehte mich an, zu kommen, er hätte vorläufig nur die «ine Frau genommen, weil er sie so sehr liebte. Ick) fand einen herrlich blühenden Garten voller Oleanderbäume, ein nettes weißes Haus, einen«infachen weiß getünchten Cmpfangsraum mit schönen Teppichen und Schnitzereien. Der Hausherr empfing mich mit übertriebener orientalischer Höflichkeit. Ich muhte den üblichen starken Mokka trinken, man überreicht« mir Blumen. Die Einrichtung des Hauses war europäisch: im Schlafzimmer der Frau größerer Luxus. Die Frau,«in entzückendes Kind von 16 Iahren, mit einem leichten Bronceton der Haut, schmal und gracil mit schwarzem, glön- zendem Haar. Während der Untersuchung leuchtet« die Haut roj- gold von den Sonnenstrahlen, ist« durch ein schmales, vergittertes Fenster fielen. Das jung« Ding hatte bereits zwei Frühgebur- t e n. Sie wünschte sich einen Sohn. „Wenn die Frau dem Manne keinen Sohn schenken kann, ist sie nichts wert für ihn hier zu Lande," sagte sie. Ich stellt« eine Syphilis fest.— Das kleine Geschöpf drückte mir beim Abschied so dankbar und vertrauend die Hand, als ob ich ein Wesen sei aus einer anderen Well, das helfen würde. Ich konnte nicht helfen. Die Zeit, die mir in Assuan noch zur Verfügung stand, reichte bei wettein nicht für ein« ordentliche Behandlung aus. Der Ingenieur sah ein, daß er sich van einem Arzt bc» handeln lassen mußte. Ich kämpfte mtt ihm um die Behandlung der Nemen Frau. Er blieb aber dabei: „Wenn Allah ihr nicht hilft, muß ich, so sehr ich sie liebe, eine neue nehmen." Fürchterliches Frauenschicksal, das hier mit Selbstverständlich. keit hingenommen wird. Ich ereichte nur das Versprechen, die neu erst zu nehmen, wenn er völlig auegeheilt sei. Im besten Fall hatte ich also nur eine ander« vor Leid bewahrt. Ich war wie eingefroren, als ich durch die leuchtend« Sonne und den blühenden Garten zurückging. Ein von der Sitte fanktio- nierter Mord. Mein Besuch sprach sich in Assuan unter den Aegyp ern schnell h�rum, ich besucht« weitere Harems, lleberall de gleiche Eindruck: Zwanzigstes Jahrhundert! Die Frau eine Ware, nach Qualität und Ouanlität anschoffbar für den Mann, entsprechend seinem Geldbeutel und Rang. Dr. Käthe Fdtl:. Zweiter Breitensträter« Abend Pistulla zwingt Limousin zur Aufgabe Snadikr Brs'llerrstrÄei' hat Glück als Veranstalter. Auch gestern wieder ein fast volles Haus und leidliche Boxkämpfe im Sportpalast. Zwischen P i st u l l a und dem Belgier Limousin sollte das beste europäische Halbschwergewicht ausgesucht werden— beinahe wurde die Sache eine Europameisterschaft. Bonagüe sollte bis zum 4. Dezember die Curopanreisterjchast gegen Pislulla, den sehr schnell hochgekommenen Schützling Breiten- sträiers, oerteidigen, da fuhr B. gen Amerika, lieh Meisterschaft Meisterschaft sein und nahm mit Dollars fürlieb. Nun stand Pistulla dem belgischen Meister gegenüber, einem feingcbauten Mann, der gegen den recht stark aussehenden P. von Anfang an nicht viel ausrichten konnte. Wahrlich, säße hinter Pistullas furchtbar aus- sehenden Schlägen die Kraft, die man vermutet, Limousin wäre schon in den ersten Runden erledigt gewesen. So aber hatte Hans ver- Lessen, seinem Schützling das Ansprmgen des Gegners abzuge- wohnen. P. signalisierte fast seine Schläge, so daß das Opfer vor- her gewarnt war. Gewiß, was trotzdem übrig blieb, war auch in der Hälfte genug, aber Limousin hielt sieben Runden stand, meist in der Defensive— die Punktrichter ließen sein Feld Im Notizblock fast leer. In der siebenten Rund« stieß P. mit dem Kopf so stark au 2 s linkes Auge, daß eine heftig blutend« Wunde den Belgier stark behinderte. Seine Setundanten wollten schon das Handtuch werfen, um ihren Mann nicht ganz erledigen zu lassen, da gab Limousin in der nächsten Runde von selbst auf, weil er am Sehen zu sehr behindert war. Pistulla brachte einen guten Punktsieg nach Hause, Breitensträter freute sich mächtig, trotzdem mar es mehr ein Unglücksfall, denn ein voll überzeugender Sieg. Limousin paßte Pistullas Kampsstil gar nicht. Im Kampf der Schwergewichte sah man bei Rudi Wagner das, was man bei ihm gewohnt ist: klotzig vorgetragene Angriffe gegen Egon Stieß die aber stets dann keine Wirkung hoben, wenn Wagner vorher Körpertreffer einstecken mußte, selbst wenn sie nicht gar zu hart waren. Stief taumelte oft benommen im Ring umher, steckte aber soviel ein, daß es für zwei Boxer gereicht Härte, Holle dann in späteren Runden einige Punkte aus. mußt« aber doch einen Punktsieg Wagners anerkennen. H e i n i s ch, der deutsche Meister im Leichtgewicht, unterlag Franz D ü b b e r s ziemlich hoch nach Punkten! Das war das End« eines Kampfes, bei dem der Meister stets der Angegriffene war. Keine Minute konnte Heinisch überzeugen, er ließ sich treiben, hatte nie die Führung, verlor gegenüber dem stets frischen Dübbers bald das Selbstbewußtsein und überlieh D. sehr oft die Punkte. Da nützten auch gelegentliche Treffer nichts— der Meister war ge- schlagen von dem beweglicheren Gegner. Was im Einleitungskamps„Gipsp* Trollmann aus Hannooer und Paul Bogel aus Berlin zeigten, war ein Ragout aus allen möglichen und unmöglichen Schlägen; von den letzteren sah man mehr. Aber sie wurden gewertet und Trollmann konnte als Sieger den Ring verlassen. Vielleicht e nachließt er sich einmal zu einem strengen Training im Interesse des Boxsports? Oesterreichs Mittelgewichtsmeister Poldi Steinbach konnte in einem wenig aufregenden Kamps gegen Hans Seisried- Bochum nur ein knappes„Unentschieden" erreichen. M.J. Sport am Sonntag Lcttisdic Arbeiterboxer in Berlin und anderes Berlin hat nunmehr seine Auswahlmannschaft für den Kampf gegen die Arbeiterboxer aus Lettland zusammengestellt. Der Flicgengewichtler Löffle r> Luckenwalde hat bisher»och nichts zu fürchten gehabt und ist ein ausgesprochener ,.2luf-Sieg"- Kämpfer, ebenso wird der Federgewichtler Z i e t l o m- Saxonia von seinem Verein mit großer Hoffnung in den Kampf geschickt. Das Leichtgewicht vertritt der ausgezeichnete G o t t s ch a l k- Lucken. walde, der im vorigen Jahre Im Federgewicht den Letten Drenger auf die Bretter setzen konnte. Im Mittelgewicht wird K l e ß von feinen Ärrhängern als der voraussichtliche Sieger angesehen, jedoch wird der Lette ihm einen harten Kampf aufsetzen. Reimers- Saxonia hat im Halbschwergewicht Anlagen, sich gut aus der Uffäre zu ziehen, da feine Schlagkraft und überlegte Kainpfesweise sihr gefürchtet ist. Im Schwergewicht wird der Tegeler Dierus bei dem Europa- und Olympiasieger Klesberg nickst viel zu bestellen hosten. 5tejftahm en Programm wird im Ringkampf der Serien- ta-npf Sparta gegen Tegel ausgetragen. In der Artistik werden die ersten Preisträger vom letzten Artistenwettstrsit ihre Kunst zeigen. Die Veranstaltung findet Sonntag, 7. Dezember, 16 Uhr, in den Prachtsälen am Märchenbrunnen, Am Friedrichshain?K— 32, statt. Veranstalter ist der Arbeiter-Athleten- Vund Deutschlands. vr Erstes Schwimmfest des SV.„Blöve". Der Arbeiter-Schwimm- verein„M 3 o e" tritt am Sonntag zum ersten Male mit einer eigenen sportlichen Veranstaltung an die Oeffentlichkeit. Durch ernste sportlich« Arbeit hat es der Verein verstanden, sich eine Sportmann- schaft aufzubauen, die zu den besten Hoffnungen berechtigt. Neben Stettin und Halle haben die Berliner Schwimnwercine.zahl. reiche Meldungen abgegeben. Die Erösfnungcstafsel 6X5ii Meier wird einen scharfen Kampf zwischen Hellas-— Möve— Lichtenberg— Neukölln und Halle bringen. Das Männer-Freistiifchwiinmen über 100 Meter ist Grühn-Eharlottenburg nicht zu nehmen Ilm die Plätze kämpfen hart Disifchke— Heynrann-Möwe, Müller-Weißensee, Frobn-Neutölln und Trippensee-Äreuzberg. Im 200-Meter-Brust. schwimmen ist der Ausgang offen. Lux-Union sollte vor Grühn- Charlottenburq und Strauch-Möwe den ersten Vlatz belegen. Eine sportliche Delikatesse ist das Kunstspringen. Kreustnz-Lichten-berg und Nachtigall-Hellas treffen hier auf Krabel-Neukölln und Sckmidt- Halle. Di« Brustfchwellsiaffel vereinigt 0 Mannschaften. Da Möwe hier leider mit Ersatz antreten muß, wird sich diese Mannschaft sehr sirecken müssen, um gegen Neukölln, Hellas, Union. Charlottenburg zu bestehen. Die Lagenstaffel 4X100 Meter foUte Neukölln vor Hellas und Möwe in Front sehen In der Frelstilitalsel4Xl00 Meter i't Hellas vor Ne'iiölln, Möwe, Hall« und Lichtenberg am Ziel zu erwarten. Das Männer-Wafferballfpiel sieht Holle und Möwe als Gegner. Im Iugend-Wasserballspiel liehen sich im ersten Spiel Stettin und Möwe gegenüber, Halle und Hellas sind die Gegner des zweiten Spieles. Die Frauen des Vereins schwimmen «inen Kunstreigen. Tie Mitwirkung der Turner wird eine ange- nehme Unterbrechung der Schwimnivorführunaen sein. Die Der- austaltung findet um 13 Uhr im Stadtbad Neukölln(Ganghofer- Straße) statt, Eintrittskarten im Vorverkauf 60 Pf., an der Tages- lasse 75 Pf. inklusive Festschrift und Vrvgraimn.— Das Kampfgericht trifft sich 14 Ubr bei Kasstchn, Neukölln, Donau- Ecke Erckstraße. Das zweite ILerbeturnen des Bezirkes Nordost der FTGB. scudct morgen, Sonmag, im Königstädtifchen Realgymnasium in der Pasteurstr. 44/43 statt. Schon nach zweijährigem Bestehen kann dieser Bezirk mit einem Programm aufwarten, das deutlich den Erfolg energischer und eifriger Arbeit zeigt. Die Einladung richtet sich besonders an die Mitglieder der 21 und 25. Parteiabtcilung. Beginn 15 Uhr. Eintritt frei! Arbeiterschach! Am Sonntag, 10 Uhr, findet die 4. Runde der Mannschaft: kämpf e in der /--Gruppe statt. Es spielen folgende Abteilungen: Weißensee-Westend in Weißens« bei(Salles. Berlins? Alle«. Ecke Lsdsr-Straße. Neukölln-Kreuzberg bei Grimm, Boddin- straße 10. Mitte-Friedrichshain be, Skibba, Kasunien-Allee 63. Treptow-Wedding bei Döhling, Clsenstraß« 100. Resultate der 3- Runde: Wedding—-Mitte 7:3, Friedrich-Hain— Neukölln 7:3, Äreuzberg— Weißensee 5; 5, Westend— Prenzlauer Berg 7%: 2>i. M ntrr- Trabrennen zu Martendorf. Im Mitielpunkt der Rennen steht morgen Sonntag ein weiterer interessanter Renntag bevor. Die Rennen beginnen 13.30 Uhr. Boxkämpfe in der heroehalle. Am Sonntag, 7. Dezember, 19 Uhr, finden in der Heroshalle, Scharnhorststr. 6/7, eine Reihe Kämpfe statt, die bestimmt guten Sport bringen werden. Eissport. Im Berliner Sportpalast treten diesmal die Eng- länder gegen den Berliner Schlittschuhklub zum Hin. und Rückspiel im Eishockey in die Schranken. „Tom Thumb Golf am Zoo Tom Thumb Golf, das amerikanische Kleingolf, hat nun auch in Berlin seinen Einzug gehalten. Im früheren Ca ä Korso, in der H a r d e n b e r g st r. 2 8. hat diese neue Sporta trab- tion ihr Domizil aufgeschlagen. Wenn dieses recht unierhaltsame Spiel auch dem Freigolf nicht gleichzustellen ist, so gibt das Minia- tur-Hallengols dem passtonierten Spieler doch die Möglichkeit, auch im Winter" und bei ungünstiger Witterung zu trainieren und ander»- falls dem Neuling die' beste Golegenheit, einen kleinen Vorgeschmack von dem großen Bruder Freigolf zu bekommen. Aus alle Falle bleibt die Angelegenheit auch für den Nichlsportler ein interessames und amüsantes Weit- und Ces-llschastsspieL Das Spiel geht über 18 Figuren(Felder), die in recht geschmackvoller Weis« von künst- lichem Rasen umsäumt sind. Wie der Spielleiter Kionko bei k«? Eröffnung betonte, sollen in anderen Stadtgegenden noch in dics:m Winter weitere Golsstätten in geschlossenen Räumen eingerichtet werden._ Sport im Rundfunk Am 7. Dezember stehen sich im Berliner Sportpalast die britisch« Eishockey-Nationalmannschaft und der Berliner Schlittschuh. Clud gegenüber. Die Berliner Funk-Stunde bringt als Einlage in der Abendveranstaltung unter dem Titel..Bunter Sonntagabend" eine 10-Mrnuten-Reportag« über diesen Eishockeywettkampf. Am Mikrophon: Mred Braun und Arthur Dierexg.— Am 9. Dezember erzählt im Rahmen der Jugendstunde von 4.30 bis 4.50 Uhr Hans Sobek Fußballerlebn'fi«.— Am 12 Dezember spricht in der Zeit von 3.40 bis 4.03 Uhr Vvrgbard von Rezmcek über „Wege undIrrwege des Sports". Wiens beste Ringermannfchafk gegen Ungarn« Elite. Zwischen der Ringerriege des Budapester Arbeitersportklubs MTE und de? lüchtigsten Mannschaft Wiens, dem Sportklub GraFC., fand im Frühjahr«in Wettkampf statt, der den Ungarn«inen überlegenen Siez von 18: 6 Punkten brachte; der Retourkampf wurde auch dies- mal von den Ungarn mit 18: 6 Punkten gewonnen. »eTtflttcienoetTamntliitnJ ffoimctsta«, 11. ptptabtt. ffiiiffifetfälc, t!oisei-WM>e1in.Str. Sl.—««eiMirfltth. Tlle Sugfr.imUshcict tict«f.ialt cpantau, Charlolt-uburq. Mit e imi WedtTna tttffen fiffl coninaB, 7. De. jcmbct. lO'.i Ufic, jut«cftiHisuna rot bent Setltbto- uut> Scumufeunt. In- naluVuftiaSc. Eintritt A Pf.-«annbezirl. Sonntae. 7. Dezember. Lavel- oanbetuna. Treffpuittt 9 Ubr Daiittof Sruaeumld. Ausqanz? ichtnna-chclb- wrn. Es wirb-«e,»« AeuIälln.Brttv?. Znn-pllWckieu., t ffran-«.. t Männersbieiinng: Mvirtne. d. Dezember, lbZ-.> bis Ubr. Mbft mnuicg ta Tnrahslle ESäusteeser. Ii?(am Teich). Bunbesmitettebsbuch el» Ans- weit, vorzeigen..-»—. Arbeitei-Turn. and Serrtbard. t. ktrei», E. 9. Moaioa, S. Dezember. 16« Uhr. in bcr fttcisfieftfiäfiefUIie wichtt«« fienfettaz der Eroö-Berliaer Bereilissruppen-, Bezirks- uni-Adteilanesvorfihenbea. Belgischer Automobil-Salon Brüssel, Anfang Dezember.(Eigenbericht.) Paris, London. Prag und jetzt Brüssel, das den Reigen de? diesjährigen Automobil-Ausstellimgen beschließt. Hunderte von Vorführuiigsn>agsn stehen vor dem imposanten Bau des Palais du Cinquantenaire, wo auch wieder der XXIV. Brüsseler Automobil-Salon Unterkunft gefunden hat. Auf den einzelnen Ständen, sehr wirkungsvoll arrangiert, finden wir all« namhaften Automobiwmrken der ganzen Well ver- treten. Angefangen oon den kleinsten und billigsten Wagen bis zu den größten und teuersten. Irgendwo auf dem Stand einer belgischen Karosseriefabrik steht ein besonder» für einen indischen Maharadscha angesertigter Wagen. Mit libertriedenstem Luxus be- laden. Protzenhaft, wie es sich so für einen indischen Nabob ge bührt? Schön ist allerdings anders. Es gibt natürlich nach den voraufgegangenen Ausstellimgen nickst viel Neues in Brüssel zu sehen. Bis auf den neuen Acht- zhlmder FN., sehr sauber, durchgearbeitet, kennt man Ale anderen Wagen schon von Paris her. Belgien selbst verfügt über ein« gut erttwickelle AutonrobilinQustrie. die auch in anderen Ländern Absatz findet. Außerdem benutzen die Amerikaner Belgien zum Teil als Vorposten für das europäisch« Geschäft, sie unterhatten hier größere Exportorganisationen und teilweise auch Montagewerke. Der Absatz in Belgien ist nicht gerade leicht, denn Belgien erhebt einen Ein- fuhrzoll, de? bei Wagen bis 1800 Kilogramm Gewicht 800, über 1300 bis 4000 Kilogramm 960 und über 4Ö00 Kllogramm 480 belgische Franken je 100 Kilogramm Fahrzeuggewich: bell Sgl Be» sonders schwierig ist der Stand der deutschen Industrie, denn der Belgier gibt nur verhältnismäßig'sltsa deutschen Kraft» fahrzeugen den Vorzug. Immerhin ist es aber manchen deutschen Firmen bereits gelungen, auch in Belgien einen bescheidenen Absatz zu finden. So bringt man auch deutscherseits durch Beschickung mit deutschen Kraftfahrzeugen dem Brüsseler Salon Interesse entgegen. Adler, Horch und Opel zeigen ihre verichiedene» Modelle in sehr guter Ausführung. Kellner stellte mehrere seiner neuen, verbesserten Cabriolet-Aufbauten zur Schau, Mercedes- Ben� Magirus, Büssing und Opel haben ihr« Lastwagen und Omnibusse geschickt, während L a n z und K a e l b l« durch Traktoren oertreten sind. An dem Stillstand ändert auch nichts der belgische Astra-Borderradantriebswagen.der übrigens schon im vergangenen Jahre hier zu sehen war und dessen Konstruktion vorderhand noch nicht dazu angetan ist, etwa die Frage des Border» rodantriebs zu lösen. Well geringer als die Personen- und Lasiwagen-Abteiwng ist die Motorradausstellung. Neben einigen bekannten Eng- .'ändern ist naturgemäß die belgische Motorradindustrie orllzählig vertreten, die teilweise ihr« bisherigen Modelle verbessert bzw neue dazu geschaffen hat. knt? Wittekind. Alles ohne Beidi T Kur sai leiliatilanti liefere � idi Aniüöfi. Ulster, Palcto s, Ion» /pen Betiwasdte.TJdiwasöte.Rcr-. /renwSsdie, Gariüaen. BeUflsdien.' ? jttepva-alea. DiwandcOtcn. üetaii' { ve ie«. Ruhetocflen, SöiränKe, Sdslaf- i izür mer, firammopliove u.a.. verlelir J lin Kleinen dornen- od.Konalsraieri joseisteinhpscher Charlottenburg? Canersira�e 12(laden) � Teieuuon: Wime im Sil Bei Hautjucken. Flechten K/ offenen ffiißen, Krampsadem euch ueraUrten ääunben ,It die rnilbt unb mobltntnb« San..M®r. Eirahl'S SMsalbe («ä tzabijelrnan Sr-NW) emvfohlen unb bewährt z» OrigU-Dchvi i! 2». 130 unb iJO 3» tabea fu VpaOytltn, Dena nicht vorräiig, Setfonh ipeleniret durch Sleswileii.Apotb-!e. W �"KSK- «kS>W lieg liilü'fflMl'iZMl! bsicanntsr tzgsrks SlsbsnsehISksr sintt ntsu! Im Qobrsuob. �orctsrn Sio in ullsn Betten» und Möbelgeschäften ausdrücklich nur die bewährte Marke Sietoenscliläffer Sonntag, d. 7. Dezember Dachmlttags>/,? L'hr lierreohleideria&rih Gegründet 1393 iverwqg