Morgenausgave Nr. 573 A28S 47. Jahrgang Wöchentlich LSPf� monatlich 3,60 M. im voraus zahlbar. Postbezug 4,32 Di. einschließlich öo Pfg.Postzeitungs- und Pfg. Postbestellgebühren. Auslands» abonnement 6.— M. pro Monat. * Der �Vorwärts" erscheint Wochentag» lich zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im fjandel mit dem Titel„Der Abend" Illustrierte Beilagen„Volt und Zeit" und„Kindersreund". Ferner „Frauenstimme".„Technik",„Blick in tue Bücherwelt"...Iugend-Vorwarts" und„Stadtbeilage". Nerliner Voltsblatt Sonntag 7. Dezember 1930 Groß-Äerlin 15 Pf- Auswärts 20 pf. Die einspaltige Nonpareillezeile 80 Pfennig. Reklame�eile 5,— Reichs- mart.„kleine Anzeigen' das lettge» druckte Wort 25 Pfennig(zulässig zw ej, fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Zeile 60 Pfennig. Familienanzeigen Zeile 40 Pfennig. 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Dieselbe Mehrheit hat dann den unwahrhaftigen„Vertrauensantrag" der National- sozialiften für unzulässig erklärt und die Mißtrauensanträge gegen die Regierung niedergestimmt. Damit ist aller Wahr- fcheinlichkeit nach die Weihnachtskrise vermieden und ein Ab- rutschen des Kurses im Reich und in Preußen noch weiter nach xechts bis auf weiteres verhindert. Dieses Ergebnis ist durch die Entscheidung der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion herbeigeführt. Fiel sie anders, dann gab es für die Auf- Hebung der Notverordnung und für den Sturz der Regierung eine ungeheure Mehrheit. Aber diese Mehrheit hätte sich in der Verneinung erschöpft, sie hätte sich nun und nimmer dar- über einigen können, was an die Stelle der aufgehobenen Notverordnung, wer an die Stelle der gestürzten Regierung treten sollte. Aufhebung der Notoerordnung, Sturz der Re- gierung bedeutete unter diesen Umständen nicht die Wieder- Herstellung der demokratisch-parlamentarischen Verfassung, sondern im Gegenteil ihren vollständigen— und bis auf weiteres endgültigen— Zusammenbruch. Indem die sozial- demokratische Reichstagsfraktion die Anträge der Reästs- Opposition ablehnte, lehnte sie es ab, der faschisti- schenDiktatur in den Sattel zu helfen. Daß die Rechtsopposition darüber ein wahres Wutgeheul anstimmt, ist weiter nicht verwunderlich. -i- Die Kommunisten erzählen ihren Kindern, das„Regiment Brüning-Braun" sei gleichbedeutend mit„faschistischer D i k t a t u r". Sturz der Regierung Brüning hätte also den Sturz der faschistischen Diktatur bedeutet. Vielleicht lassen sie sich von ihren italienischen Parteigenossen belehren, wie der wirkliche Faschismus aussieht. Die Kommunisten führen gerade jetzt ihre Anhänger durch die Straßen aller deutschen Städte spazieren. Sie halten bei Tage und bei Nacht Versammlungen unter freiem H i n> m e l ob. Die Polizei Severings steht daneben und paßt auf, daß sie in ihrer Versammlungsfreiheit nicht gestört werden. Die Kommunisten lassen in Deutschland einige Dutzend Zeitungen erscheinen, in denen sie ihre politischen Gegner mit den klobigsten Beschimpfungen bedenken. In den meisten Fällen können sie ohne besondere Genehmigung des Reichs- tags dabei gerichtlich gar nicht belangt werden, weil Abge- ordnete als verantwortliche Redakteure zeichnen. Abgesehen davon gibt es einen Reichstag, zahlreiche Landcsparlamente und unzählige Stadtverord- netenoerfammlungen, Kreistage usw., und keine dieser Körperschaften hält eine Sitzung ab, ohne daß die 5lom- munisten stundenlange Reden hielten. Was in Reichstags- und Landtagsreden gesagt worden ist, kann straflos im Druck millionenfach verbreitet werden, was immer darin auch gs- jagt sein mag. Ist das„faschistische Diktatur"? Ja. hätten wir die wirk- lich, dann wäre das alles doch nicht! Von der KPD. wäre dann längst keine Schwanzspitze mehr sichtbar. Was in Deutschland seit dem Sommer dieses Jahres ge- worden ist. das hat mit Faschismus nichts zu tun. Verfassungs- rechtlich gesehen bedeutet es nichts anderes als eine Vcr- lagerung der Macht vdm Reichstag zum Reichs- Präsidenten. Eine vom Reichspräsidenten ernannte Regierung hält sich an der Macht, weil keine Reichsteg-mchrheit da ist, die sie durch eine andere ersetzen kann. Vom Reichspräsidenten mit Gesetzeskraft erlassene Verordnungen bleiben in Kraft, well ,ine Mehrheit fehlt, die sich auf anders geartete Maß- nahmen einigen könnte. Aus diesem Zustand hat der Reichs- tag selbst die logische Konsequenz gezogen, indem er die Re- gierung im Amt, die Notverordnung in Kraft belassen hat. Die Macht des vom Volke gewählten Reichstags ist ge- funken, die Macht des gleichfalls vom Volke gewählten Reichs- Präsidenten ist gestiegen— das ist ein Vorgang, der uns Sozialdemokraten bedenklich stimmt und den wir vermieden hätten, wenn er zu vermeiden gewesen wäre. Aber es ist weder eine„faschistische Diktatur", wie die Kommunisten behaupten, noch ein„Zusammenbruch des Systems", wie die Deutschnatio- nalen und Nationalsozialisten versichern. Das Volk braucht nur das nächstemal vernünftiger zu wählen, dann wird es damit den Reichstag in seine alten Rechte wieder ein- setzen und die Macht des Reichspräsidenten auf das normale Maß beschränken. Indes, kaum ein Jahr ist es her, da hieß der Schlachtruf der Rechten„MehrMgchtdemRcichspräsidente n!" Das gilt heute offenbar nicht mehr. Hingegen heißt es bei uns:„Mehr Macht dem Reichstag!" Aber nur das Volk kann �nen arbeitsfähigen und dadurch auch mächtigen Reichs- tag wählen. Das nationalsozialistisch-deutfchnationale Zusammenspiel klappte im ganzen ausgezeichnet. Hie und da gab es doch noch kleine Regiefehler. So glaubte ein n a t i o'n a l s o z i a- l i st i s ch c r Redner die Sozialdemokratie verhöhnen zu dürfen, weil sie vor den Wahlen zum Kampf gegen Brüning aufge- rufen habe, jetzt aber seine Regierung stütze. Gleich danach machte sich ein D e u t s ch n a t i o n a l e r über die Regierung Brüning lustig, die ohne und gegen die Sozialdemokratie re- gieren wollte, jetzt aber in kläglichste Abhängigkeit von der Sozialdemokratie geraten sei. Was ist die Wahrheit? Die Wahrheit ist, daß nach dem Sturz der Regierung Müller ein heftiger Kampf zwischen Sozialdemokratie und Zentrum ent- brannte, wobei die Sozialdemokratie nach unserer Ueber- zeugung völlig im Recht war. Der Wahlausgang hat dann gezeigt, daß dieser Kamps nicht fortgesetzt werden konnte, sttach der endgültigen Zählung der Abstimniung im Reichstag über die Anträge ach Aufhebung der Notverordnung vom l. Dezember 1930 haben 2 5 4 Stimmen für die Aufhebung, 2 92 dagegen gelautet: die Mehrheit betrug also 38 ldas vorläufige Ergebnis hatte 293 gegen 253 Stimmen, also eine Mehrheit von 49 Stimmen gezählt). Für die Aufhebung der Verordnung l>abcn gestimmt: die Nationalsozialisten, die Komniunisten, die Dcutschnationalen, die Wirtschaftspartei mit Ausnahm« des Abg. S i l l e r- Württemberg, der gegen die Aufhebung gestimmt hat, und die Deutsche Land- voUpartei. Gegen die Aushebung der Verordnung haben gestimmt: die Sozialdemokraten, das Zentrum, die Deutsche Volkspartei, der Christlichsoziale Voltsdienst und die Konservative Volkspartei init Ausnahme des Abg. T e u t s ch und des Hospitanten N o i t c (Dt. Hann.), die für die Aushebung gestimmt haben, die Bayerische Volkspartei, die Deutsche Staatspartei, einschließlich des neu cinge- tretenen Abg. Hillebrand-Schlesien, der bisher der Deutschen Bauern- partei angehörte, die Deutsche Bauerupqrtei, die Volksnational« Reichsvereinigung und endlich der parteilose Abg. M ö n k e. Die Mihtrauensanträge sind nach dem endgültigen Ergebnis mit 291 gegen 255 Stimmen bei einer Stimmenthaltung (Abg. Dr. Pfleger, Bayr. Volksp.) abgelehnt worden: das vorläufige Ergebnis war 291 gegen 258. Für die Mißtrauensanträge haben gestimmt: die Natixmalsozia- listen, die Deutschnationalen, die Kommunisten, die Wirtschaftspartei und die Deutsche Landvolkpartei. Gegen die Mißtrauensanträge haben gestimmt die Sozialdemokraten, des Zentrum, die Deutsche Volkspartei, der Chnstlichsozialc Lolksdienst und Konservative Volks- partei mit Ausnahme des Abg. Deutsch und der Deutsch-Hannooe- raner Freiherr v. Hammerstein-Loxten, Meyer-Hanno- wenn nicht der Faschismus der sich freuende Dritte wer- den sollte. Der Sozialdemokratie gereicht es nicht zur Schande sondern zur Ehre, daß sie das zuerst erkannt und ihr Vcr- halten danach eingerichtet hat. In deutschnationalen Blättern war dieser Tage zu lcssn, die Sozialdemokratie habe von der Regierung Brüning „Liebesgaben" erpreßt. Als„Liebesgaben" bezeichnete man früher Geschenke, die den Großgrundbesitzern und Kopi- talisten auf dem Wege der Gesetzgebung gemacht wurden. Die „Liebesgaben", die die Sozialdemokratie bei der Regierung Brüning herausgeholt hat, find ganz anderer Art. Sie bc- stehen in der Aufhebung oder Milderung von Bestimmungen auf dem Gebiet der Krankenversicherung und der Arbeitslosenversicheruyg, die die Aermsten der Armen trafen. Nichts ist einfacher als eine Festedruff-Politik, die mit Hurrageschrei in die Katastrophe hineinmarschiert. Eine solche Politik zu treiben, die die Wirtschaftskrise nur verschärft, dos Elend vermehrt und die A~b.»iterrechte aufs Spiel gesetzt hätte, hat die sozialdemokratische Reichstagsfraktion mit Recht ab- gelehnt. Sie hat mit Recht nach dem Wort des alten Liebknecht gehandelt, daß man die Taktik so oft ändern muß, wie sich die Umstände ändern,, unter denen man kämpft. Durch ihre rechtzeitig entschlossene Schwenkung hat die sozialdemokratische Reichstagsfraktion den schlimmsten Feinden der Arbeiterklasse zuvörderst den Weg zur Macht ver- legt und an positiven Erfolgen herausgeholt, was her- auszuholen war. Die Gefahr ist nun für den Augenblick beschworen, sie ist noch lange nicht auf die Dauer gebannt. Die Sozialdemo- kratie steht in einem der allerschwersten Kämpfe ihrer an Kämpfen reichen Geschichte. Der Faschismus ist der Feind! Zu Eigenbröteleien und Diskussionen über taktische Probleme könnte die Zeit nicht schlechter gewählt werden. In geschlossener Formation, in eiserner Disziplin müssen wir gegen den Feind marschieren! Dann schlagen wir ihn! ver und Nolt«, die für das Mißtrauensvotmn gestimmt haben, die Bayerisch Volkspartei, die Deutsche Staatspartei einschließlich des Abg. Hillebrand-Schlesien, die Deutsche Bauernpartei, die Volks- nationale Reichsvereinigung und der parteilose Abgeordnete Mönkc. Sie geben es noch nicht aus! Hitler und Hugenbcrg wollen aus den(Schultern der Kommunisten zur Macht. Der Versuch des faschistischen Blocks im Reichstag, mit Hilfe der Kommunisten die Regierung Brüning zu werfe», um eine Regierung Hitler-Hugenberg an ihre Stelle zu setzen, ist gestern gescheitert. Aber sie geben es trotzdem noch nicht auf! Sie setzen nun ihre Hoffnungen auf den Christlich- sozialen V o l k s d i e n st. Die Hugenbergsche Telegra- phen-Union verbreitet folgende Meldung: „Der Christllchsoziale Volksdienst, der ursprünglich im Reichstag noch ein Mißtrauensvotum gegen Dr. Eurtius einbringen wollte, hat von dieser Abficht Abstand genommen, um den speziellen Miß- trauens eintrug gegen den Reichsaußenminister nicht mit den übrigen Anträgen ablehnen zu lassen. Zuverlässig verlautet jedoch, daß die Gruppe des C hr i st l i ch s oz i a l e n V o l k s d i e>: st e s am Dienstag bei der Festsetzung der Tagesordnung des Reichstages für den kommenden Mittwoch beantragen wird, in eine außen- politische Aussprache einzutreten. Stimmt eine Mehrheit des Hauses diesem Verlangen zu, barm will der Christlichsoziale Aolk-dienst mit Unterstützung der drei Hannoveraner und der Volkskon jervativen einen förmlichen Mißtrauens- antrag gegen den Reichsauhenminlster einbringen. Die Abstimmungen im Zteichstag. Nie endgüliigen Ergebnisse. Dl-s«r Sliiirag hat für den Fall, daß auch die K o m m u n i st e n ihm ihre Zustimmung geben, begründete Aussicht auf Annohme, da außer den erwähnten Gruppen auch die Fraktionen der WsttschqftS' Partei und des Landvolkes dem Mißtrauensvotum gegen Dr. Curtius zustimmen würden. Weiter verlautet zuverlässig, daß auch die-sechs volksnationalen Abgeordneten für ein solches Mißtrauensvotum stimmen werden.* Der Generalansturm ist nicht geglückt, nur soll eine Einzel- aktion gegen Curtius den Erfolg bringen. Das Hitler-Hugen-' berg-Lager hofft nicht nur auf eine Aktion der Christlich- sozialen, es erwartet zu gleich, daß die Gruppe des Herrn Treviranus dem Kabinett Brüniizg gegenüber die gleiche Rolle spiele wie die Wirtschaftspartei, es erwartet msbe- sondere von Treviranus eine Felonie gegen Curtius. Das Hitler-Hugenberg-Lager sammelt Hilfstruppen. Noch ist es der Christlichsozialen und der Gruppe um Treviranus nicht sicher— aber die k o m m u n i st i sch e H i l f s t r u p p« stellt es als sicher in die Rechnung ein! Hitler und Hu- genberg wollen auf den Schultern der Kommunisten zur Macht. Bei der Entscheidung über einen solchen Mißtrauens- antrag würden die Abstimmungsverhältnisse ungleich knapper sein als gestern. Eine Annahme dieses Antrages würde für die internationale Stellung Deutschlands von sehr ernster Be- deutung sein._ Rechtsanwalt Frank, MdN. Aus alten und neuen Tagen. Einen Rechtsanwalt Dr. Frank hat es schon einmal Kn Reichstag gegeben. Schon in jungen Jahren hatte er sich bei Freund und Feind Achtung erworben wie wenige. Ein glänzender Redner kämpfte er für die Rechte des Voltes und den Frieden der Weit. Als aber der Krieg ausbrach, ging er als Freiwilliger ins Feld und fiel. Längst würde sein Name und sein Bild im Reichstag an sichtbarster Stelle zu sehen sein— wenn er nicht zufällig ein Sozialdemokrat und noch dazu ein Jude gewesen wäre. Als Ludwig Frank vierzigjährig fiel, gab es in München einen vierzehnjährigen Gymnasiasten namens Hans Frank. Der muß wohl damals und später vom Tode seines berühmten Namensvetters gehört haben. Das aber hinderte ihn nicht, sich einer Partei an- zuschließen, deren Existenz auf der Lüg- beruht, die Sozialdemokratie habe den, deutschen Heere den Dolch in den Rücken gestoßen. Hans Frank wurde wie Ludwig Doktor der Rechte, Anwalt und Reichs- iagsabgeordncter. Gestern nun hat der Nationalsozialist Hone Frank im Reichs- tag seine erste Rede gehalten. Er hat dabei den Geschmack besesien, einen Teil der Abgeordneten auf der Linken als„Asiaten* zu bezeichnen. Er hat damit jene gemeint, zu denen Ludwig Frank, wäre er nicht gefallen, auch heute noch gehören würde. Herr Rechtsanwall Dr. Han« Frank. M.d.R., täte gut. seinen lliamen abzulegen. Er käme dann vielleicht trotz seines ausgesprochen brünetten Typs nicht mehr in den Verdacht, auch ein.„Asiat* zu sein. Und außerdem ist er dieses Namens gar nicht wert! Vom deutschen parteikrieg. Sin Toter in Dortmund. Vorkmund. 6. Dezember.(EigcnBertcht.) In Dortmund wurde in der Nacht zum Sonnabend der Nationalsozialist FLh in der Näh« der Zimmerstroße von unbekannter Hand durch einen Schuß lebensgefährlich oer. letzt, so daß mll seinem Tod« zu rechnen ist. Di» Ermittlungen der Polizei haben ergeben, daß vier Schüsse abgefeuert worden sind und nur ein Schütze in Frage kommt. Föh gehörte zu einer Gruppe von 20 Nationalsozialisten, die zwei Parteifreund« noch Hause brachte, die sich von Kommunisten bedroht glaubten und darum Hilfe erbeten hatten. Ltmzugsverbot in Breslau. Breslau. 6. Dezember.(Eigenbericht.) Der Breelauer Polizeipräsident hat für das Gebiet des Orts- Polizeibezirks Breslau alleBersammlungenundUmzüge unter freiem Himmel mit Wirkung vom 8. Dezember ab oer- boten. Veranlassung zu dem Verbot gaben demonstrative Zu- sammenrottungen von Nationalsozialisten und Kommunisten, die insbesondere in den letzten Tagen einen bedrohlichen Charakter an- genommen hatten. Hakenkreuz in der Gemeinde. > Sie wollen Gemeindegelder für die SA. kiel, 6. Dezember.(Eigenbericht.) Wie die Nationalsozialisten die Gemeinden ausplündern würden, wenn st« in ihnen die Mehrheit hätten, beweist das Beispiel der nationalsozialistischen Gemeindevertretung in dem holsteinischen Städtchen Cunben, wo die Nazis den Antrag stellten, 30 0 Mark zur Anschaffung von Mänteln für ihre dortigen lSA.-Leute zu bewilligen- Der Naziredner, der zunächst eine geheime Sitzung verlangte, dle indessen abgelehnt wurde, meinte, die. Gemeinden hällen die Pflicht, für die Ausrüstung der national- sozialistischen SA.-Leute zu sorgen, da die Zeit kommen würde, wo kymnmnistische Horden über den Ort herfallen und die SA.-Leute 'als Schutz auf den Plan treten würden. Außer den Mänteln für die SA.-Leute verlangte er auch Mittagessen für die erwerbslosen Nationalsozialisten. Selbst den Bürgerlichen war dieser Antrag zu Au mm, worauf die Nazis ihren Antrag unter viel Geschimps. und .Getöse zurücknahmen. . Was sagten die Agitatoren der Nationalsozialisten doch wäh- r»nd der Wahlbewegung?„Die Sozialdemokratie nutzt ihre Macht -zugunsten ihrer Parteiinteressen aus.* Wer es wirNich tut, beweist das eben gegebene Beispiel! :4 r',-■'" Windthorst-Bund in Lsnisorm. Slullgart, 6. Dezember.(Eigenbericht.) Württembergische Zentrumsblätter teilen mit, daß d!« W i n d t- hör st- Bünde jetzt uniformiert und im Sinne der Wehr- verbände aufgezogen werden. Das verlohnt schon insofern registriert zu werden, als gerade Württemberg ische Zentrumsblättcr bisher die Tätigkeit des Reichsbanners mit hämischen Bemerkungen über das angeblich« Eoldatensplelen begleitet haben. Wichtige Gesehesanträge der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion Die Takigleik der sozialdemokratischen Reichsiage- fraktion bei der Abänderung der Notverordnung vom 26. äuli ho! zu einer wesentlichen Verbesserung der Vorschriften über die Krankenversicherung, die Arbeitslosenversicherung und dle Bürger- steue'r geführt. Die Sozialdemokratie denkt nicht daran, sich mit diesen Erfolgen zu begnügen. Sie wird auch weiterhin bestrebt sein, mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln die Reichsgesetzgebung positiv zu beeinflussen. Aus diesen Gründen hol die sozial- demokratische Reich-lagsfrakiion eine ganze Reihe von Anträgen eingereicht, die auf den Gebieten der Wirtschafts. und Finanzpolitik, sowie bei den Ernährungssragen wichtige Verbesserungen de, be- stehenden gesetzlichen Zustande» bezwecken. Di« wirtschaftspolitischen Anträge stnd darauf ge- richtet, die Preissenkung in verstärktem Maße in Gang zu bringen. Diesem Ziel dien, zunächst«in- Antrag auf Herabsetzung des H ö ch st p r e i s e s f ü r Z u ck e r von 21 auf 18 M. für den Zentner. Darüber hinaus wird ein umfangreicher Entwurf für ein K a r t e l l- und Monopolgesetz vorgelegt, durch den das Reich instand gesetzt werden soll, unwirtschaftliche Preisbindungen der Monopole und Kartelle aufzuheben. Das Reich soll das Recht einer dauernden Aufsicht über die Karlelle und Monopol« erhalten, es soll ein Reichs- amt für Kartell- und Monopoloerwaltung geschaffen werden, und schließlich sind eine ganze Reihe von Zwangsmaßnahmen und Straf. bestimmungen gegen widerstrebende Kartelle und Monopole vorge- sehen. � � Besonders zahlreich sind die Änträge der sozialdemokratischen Reichstagsfraktton auf dem Gebiete der Steuer» und Finanz- Politik. Bei der Befitzvesleuening handelt es sich um folgende Forderungen: Ein Antrag sieht bei den Einkomm en über 8000 Mark eine Erhöhung des Einkommtnsteuerzuschlages von 5 auf 10 Proz. für 1030 und 1931 vor. Der Cinkommensteüerzufchlag für Auf- fi cht s röte, der nach der ersten Notverordnung nur 2� Proz. beträgt und den die Regierung in der neuen Notverordnung auf 10 Proz. erhöht hat. soll auf 20 Proz. heraufgesetzt werden. Hier- her gehört auch ein Antrag, der eine Verschärfung der Besteuerung der Spekulationsgewinne und der Einkommcnbe- steuerung nach dem Verbrauch fordert. Dem Ausbau der Veflhbelaflung fall weile- ein Antrag auf Er- höhung der Erbschaftssteuer dienen. Dieser Antrag verfolgt drei Ziele: 1. Die Ehegatten sollen wieder steuerpflichtig werden, soweit das ererbte Berniögen 10 000 M. über- schreitet, 2. die Steuersätze sollen erhöht werden und 3. soll dem Miß- brauch der Stundungsoorschristen ein Riegel vorgeschoben werden. Alle diese Maßnahmen zur Verschärfung der Besitzbelastung werden vervollständigt durch den Antrag auf Offenlegung der S t e u« r l i st« n. Dieser Antrag, den die Fraktion schon wiederHoll gestellt hat, verlangt die Offenlegung der Veranlagungsergebnisse sämtlicher Steuern vom Ertrag, Einkommen und Vermögen. Eine andere Reihe von Anträgen sieht die Milderung der Massenbelaslung vor. Deshalb" wird verlangt, daß die Sonderumsatzsteuer für Warenhäuser und Konsumvereine, die unter Moldenhauer«ingesührt worden ist, wieder aufgehoben wird. Ebenso soll die Mincralwassersteuer wieder beseitigt werden. Ein weiterer Antrag verlangt wesentlich« Erleichterungen be! der Hauszinssteuer. Danach sollen von der Hauszinssteuer befreie bleiben 1, Kleinhausbesitzer, deren Eigenhäuser weniger als 5000 M. Friedenswert haben, 2. Arbeitslose, die länger als 13 Wochen erwerbslos sind, 3. Krisen- und Wohlfahrtsunterstützte, Sozialrentner und rentenberechtigte Kriegsbeschädigte. In der gleichen Richtung liegt schließlich ein Antrag, der die Verlängerung des Kontingents für die Zigarettenindustrie, die in der ersten Nolverordnung zu- gestanden worden ist, wieder rückgängig macht. Dadurch soll ver- hindert werden, daß die Tabaksteuererhöhung, die durch die zweite Notoerordnung vorgenommen worden ist, von der Industrie aus die Verbraucher abgewälzt werden kann. Eine weitere Gruppe von Anirägen dient der Abwehr von Gefahren, die der Volksernährung durch die Vorschriften der Rolverordnungen drohen. Hierzu gehört die Forderung, das Roagenmehl mit 70 statt mit 60 Proz. auszumahlen und auf diese Weise ein verbessertes Roggen- brvt herzustellen. Weiter soll der Beimischungszwang von Roggen- und KariosselMehl für Weizengebäck aufgehoben werden, und ichließ- »ch soll das Verbot beseitigt werden, in Gaststätten Weizeagebäck zu verkaufen. Um eine drohende'Verteuerung der Margarine zu»er- hindern, soll auch die Beimischung von inländischem Talg und Schmalz für die Margarinesabrikation unterbleiben. Wichtig ist vor allem der Antrag, der das zollfreie Gefrierfleisch» konttngent von jährlich 50 000 Tonnen wieder herstellen will. Ein anderer Antrag verlangt Aenderungen bei dem System des Gersten- Zolls, die im Interesse der bäuerlichen Diehwirlschaft liegen..Wciier. hin werden verbessert« Maßnahmen sür den Arbeitsschutz der Rah- rungsmittelarbeiter verlangt. Diese Reihe der Anträge wird ab- geschlossen durch einen Antrag auf Cinsetzuna eines Unlersuchungs- ausschusses gemäß Artikel 31 der Reichsocrfassui'g. Dieser Ausschuß soll feststellen,- ob in den Monaten vor der Wahl bei der Roggen- stützung Mißbräuche zu Zwecken der Waylagnat-on vorgekommen sind, wie es von den Deutschnationalen bchauptei wird. Ein letzter Antrag schließlich bringt einen vollständigen Entwurf für ein Wohnheimstättengesetz nach den Beschlüssen des ständigen Beirats für WohnheimstSttenwefen beim Reichsarbeitsministeriuw. Alle diese' Anträge halten sich im Rahmen dessen, was tatsächlich durchgeführt werden kann. Unbeirrt von der Flm der Agitations- antrage der Nationalsozialisten und Kommunisten HS» die Sozial- demokratie an ihrer bisherigen Einstellung fest, nur solche Anträge im Reichstag einzubringen, deren Durchführung sachlich möglich und notwendig ist. Gründe der Wut gegen einen Filck. i. Öeir Goebbels. Bei den Ausschreitungen gegen den Remarqu«.Film.In: Westen nichts Neues* bemerkt« man als Leiter der randalierenden Nazihorden Herrn Dr. Jose p h Goebbels. Die Wut des Herrn Dr. Goebbels gerade gegen diesen Film ist unschwer zu erklären. Der Film Remarques behandelt, ebenso wie sein Buch, das Schicksal einer Generation von Gymnasiasten. Bon den Phrasen ihres heimkriegerischen Ordinarius Kantorek angestachelt, meldet sich die ganze Sekunda freiwillig ins Feld. Draußen ist alles anders als in den Träumen der Jugend und in Kantoreks Reden. Körperlich und seelisch finden die jungen Leute einer nach dem anderen ihr Ende. Herr Goebbels war, als der Krieg ausbrach, genau wie die Gestalten des Remarque-Films, 17jähr!ger vberfekundaner. Zlber sein„Kantorek* scheint nicht genug auf die Begeisterung des jungen Goebbels eingewirkt zu haben. Denn Herr Goebbels blieb trotz des Krieges ruhig auf der Schulbank sitzen, durchmaß die Prima, machte sein Abiturium, besuchte die Universität: kurz und gut: der Weltkrieg ging zu Ende, ohne daß irgendwelche aktive Beteiligung des Jünglings Joseph Goeb- bels zu verzeichnen war! Da kann man freilich, verstehen, wie Herr Goebbels eine Mords st inkwut bekommen muh, wenn ihm, dem friedlich Da» heimgebliebenen, die Kriegsfreiwllligen dcs Welt- krieges entgegengehalten werden. Seine Wut muß sich steigern, wenn er sieht, wie diese wirklichen Kämpfer und Helden unter dem Einfluß des Erlebens zu Gegnern des Krieges werden. Auf Herrn Goebbels bezogen heißt das nämlich, daß seine natio- nalistische Kriegsbegeisterung lediglich dem mangelnden tatsächlichen Krieg serleben entspringt. Es ist begreiflich, daß Herr Goebbels wegen seiner- nicht voll- brachten kriegerischen Heldentaten unter starken Minderwertig- keitsgefühlen leidet. Die Art, wie er diese durch nachträglich markiertes Heldentum abzureagieren versucht,«nsspricht durchaus den psychologischen Erfahrungen aus diesem Gebiete. Ein labiler Charakter sucht krampfhaft die Ueberkompensation für die Qualen eines ungestillten, unter drückendem Minderwerttgkeitsbewußtsein leidenden Ehrgeizes. 2. Die Hugenbergpresse. Bei ihrer Hetze liegt der Fall viel unkomplizierter. Die Gründe, aus denen„Nachtausgabe* und„Lokal-Anzeig'er* nach einem Verbot des Remarque-Films kreischen, sind handgreiflicher Natur: sie entspringen den Motiven kapitalistischer Kon- kurrenz. Herrn Hugenbergs Presse ist bekanntlich verschachtelt und ver- sippt mit dem Film unternehmen des Hugenb.erg-Konzerns, der Ufa. Auch diese macht in Kriegssilmen, allerdings'n einer Sorte, die das Aenßerste an Verlogenheit und Geschichtsfälsckung darstellt. Es sei nur erinnert an den Sca pa Flow- Film, der die Revolution auf der Flotte nach den Mustern der berüchkigten Dolch st oßbroschüren behandelte, wobei alles Licht auf die Herren Seeo'siziere und aller Schallen auf die meuternden Ma- trafen gehäuft war. Bei diesem Tendenzmachwerk übelster Sorte hat kein Revub'i- kaner nach Verbot geschrien, man ist einfach nicht h i mg e g a n- gen. In Berlin fristete der Film ein ziemlich kümmerliches Dasein: vielleicht hat Herr Hugenberz in osto'bischen Provinznestern bessere j Geschäfte damit gemacht. • Da, Geschäft ist ihm dabei schon von anderer Seite erleich ert worden. Trog der unsäglichen Geschichtesälschungm. Lerlogenhellen und Verdrehungen der Tatsachen hat der sattsam bekannte ,.L a m p e- Ausschuh* diesen Film für volksbildend erklärt und dadurch von einem erheblichen Teil der Steuer befreit. Selbst das scheint aber nicht ausgereicht zu haben, um dieses auch filmisch spollschlechte Klitterüngzwerk zu einem wirklichen Geschäft für Hu genberg zu machen. Deshqlb muh setzt Hugenbergs Presse zu neuen Mitteln greisen und kreischend das Verbot der Konkurrenz fordern, die Bess-res und Wahreres geschaffen hat. Natürlich geschieht dies« Forderung im Namen der„deutschen Ehre*, die merk- würdigcrweise ihren Sitz immer in Herrn Hugenbergs Portemonnaie hat. /onatban. Sächsische Hilfe für Hitler-Hugenberg. Die Nachrichtenstelle der sächsischen Staatskanzelei teilt mit: Die Vorführung des Bildstreifens„Im Westen nichts Neues" hat in Verlin zu schweren Störungen der öffentlichen Ordnung geführt. Da es bei den Aufführungsn in Sachsen mit Sicherheit zu weiteren tztörungen kommen wird,. hat die sächsische Regierung bei der Oberprüsstella Berlin, den Antrag. gestellt, die Zusassung des Bildstreisens: zu widerrufen.- Abbau des Kriegsbaffes. Zeppelin-Reste aus dem Londoner Verbrechermuseum entfernt. Der Innenminister der englischen Arbeiterregierung, E l y n e s, hat die Entfernung der Reste von Zeppelinlustschiffen, die während des Krieges über England abgeschossen worden waren und die seither im ,',Verbr«cher>Museum* von Scotland-Dard, dem Londoner Polizeipräsidium, aufbewahrt wurden, aus dieser infamierenden Stelle angeordnet. Diese Reste waren in der Abteilung für Mord- wertzeug« und dergl. ausgestellt. Dies war in den Jahren der Kriegspsychose geschehen: Kürzlich reiste der Abgeordnete der Arbeiterpartei D u n n I c o nach Deutschland und hatte in Naumburg die Bekanntschast eine- Kriminalogen gemacht, der vor Jahresfrist Studien in Scotiand- Pard mll tatkräftiger Hilfe der englischen Polizeibehörden getrieben hatte. Der Deutsche lobte das Entgegenkommen der Londoner Polizeileitung' sehr, fügte indessen hinzu, daß ihn diese Gleicl)- stellung der im Krieg abgeschossenen Zeppelin-Luftschlffe mit ge- meinen Verbrechern-stark betroffen hätte. Gleich nach seiner Rückkehr nach London teilte Dunnico den Tatbestand dem Innenminister Elynes mll und. dieser Hab daraufhin den Polizeipräsidenten von London, Lord Byng,. angewiesen, .mit diesem aus dem Kriegshah geborenen Unfug Schluß zu.machen. Schürung des Kriegshasses.. Paris, 6. Dezember.(Eigenbericht.) Die nationalistische„Liberte*, die keine Gelegenheit ver- säumt, Deutschland in der niedrigsten Weise vor der französtfchen Oeffentlichkeit zu verleumden, hat die zahlreichen mysteriösen Todesfälle in einem Teil von Belgien zu der wahnsinnigen Behauptung benutzt, daß es sich hierbei um einen heimtückischen deutschen Gns an griff handeln könne. Die„Liberte* er« zählte ihren Lesern von G i f t g a s ü b u n g e n, die in den letzten Tagen in Deutschland, nah« der belgischen Grenze, stattgefunden haben sollen. Der Wind soll dann die tödlichen Gase nach Belgien hineingetrieben haben, wo sie die Bevölkerung niederrafften. Freie Sozialistische Hochschule. Karl Marx' Vedeutung für Sie Gegenwart Genoss« Profeflor von Aster, Gießen sprach am Sonnabend im Saal des preußischen Staatsrat» vor den chörern der Freien Soziall st ischenchochschul« über das Thema„Karl Marx und die Gegenwart". Er erklärte es sür eine Notwendigkeit, die beiden großen grundsätzlichen Leistungen von Karl Marx wieder ins Gedächtnis zurückzurufen in einer Zeit, wo man seine Arbeit gern für unvollständig oder einer besonderen sittlichen oder weit- anschaulichen Begründung für bedürftig erklärt. Die zwei Leistungen sind: Bewußtmachung der Arbeiterschaft als solidarisch« Klasse und der historische Materialismus. Karl Marx ist die beste Waffe gegen oll« dilettantische und roman- tische sogenannte„Weltanschauungspolitik" der Leute, die einer nüch- lernen Begründung ihres angeblichen Sozialismus immer mit der Flucht in die„Weltanschauung" ausweichen. Auch jm sozialistischen Lager gibt es solche Richtungen, aber wir sehen ihre Gefährlichkeit am besten daraus, daß die reaktionäre und arbeiterfeindliche Partei, die sich na t i o n a l s o z i a l i st i s ch nennt, ihre Anhänger lediglich mit Hilfe eines solchen Weltanschauungsbreies geistig beherrscht. Karl Marx' Grundfrag«:„Muß die Geschichte der Menschheit, die bisher immer die Geschichte von Klassenkämpfen war, immer die Geschichte von Klgssentämpfen bleiben, oder gibt es einen Ausweg"? ist von Marx aus leidenschaftlichem sozialem Gc- rechtigkeitswillen gegenüber der Enttäuschung der rein formale Gleichheit bringenden bürgerlichen Revolution entsprungen. Er stellte die gesamte revolutionäre Leistung der bürgerlichen WIsienschaft, der klassischen Philosophie sowie der englischen klassischen Oekonomie in den Dienst seines rastlosen und unermüdlichen Forschungswillens. Er wandte insbesondere die Hegelsche Dialektik, d. h. die Erkenntnis, daß alle Entwicklung kein gleichmäßiges Vor- wärtsfließen, sondern ein Ringen widersprechender Kräfte und Er- scheinungen ist, aus die durchaus richtige bürgerliche Anschauung von den Gesetzen der kapitalistischen Wirtschast an. Er suchte die bc- wegenden Widersprüche und einander widerstreitenden Kräfte und fand sie in dem Widerspruch zwischen dem Wesen jeder Wirtschaft, der Bedarfsdeckung, und dem Profitstreben, der Trieb- feder der kapitalistischen Wirtschast. Geschichtlich gesehen bedeutete das zugleich die Aufdeckung der auf ihrem Höhepunkt im Kapita- liemus angekommenen Entwicklung der Klassengegensätze und Klassenkämpfe. Die einzige an einem Ausweg Interessierte Kraft in der Gesell» schaft ist die Arbeiterklasse, die zu dem Bewußtsein ihrer damit gegebenen geschichtlichen Rolle gebracht werden muß. Die Krisen der kapitalistischen Gesellschaft, die, anscheinend durch blinde, dem Menschen unbewußt bleibende Kräfte, notwendig aus dem Widerspruch zwischen Bedarfsdeckung und Profitstreben entstehen, legen der Arbeiterklasie die Losten dieses Systems auf. Die Krisen konnte der Kapitalismus bisher durch Erweiterung seiner Märkte überwinden. Diese Epoche ist vorüber. Der Kapitalismus muß sich dem natürlichen Bedarf anpassen und damtt eine Bedarfswirtschaft vorbereiten, auf deren Grundlag« erst die politische Umgestaltung zum Sozialismus stattfinden kann. Legierung Ender siefli sich vor. Gemäßigte sozial�emolrot schr Opposition. Wien. 6. Dezember.(Eigenbericht.) Vn der Freitogsitz« ng de« Nationalrat» entwickelte Bundes. kanzler Dr. E n d» r da» Programm der neuen Regierung. Die Regierung habe sich— so führt« Ender aus-- bei ihrer Konstituierung von den Prinzipien der dematralischen Re- publik leiten lassen. Vor allem beabsichtig« sie zunächst Maß- nahmen zur Berbilligung der Verwaltung, Maßnahmen im Sinter, esse der Landwirtschaft und zur Verbesserung des Exports sowie eine Reform der Arbeitslosenversicherung durchzuführen. In der aus- wärtigen Polstik werde die Pflege der freundschastlichen Beziehungen zu allen Staaten, insbesondere zu dem großen deutschen Bruder- staat, ernste Sorg« der Regierung sein. In der Debatte führte der sozialdemokratssche Abg. Dr. R e n n e r aus:„Die faschistischen Anschläge haben unser Land an den Rand des Bürgerkrieges gebracht. Diese Regierung ist ern« bescheidene erste Abschlagszahlung auf das, was das Volt am 9. November verlangt hat. Daß die Regierung Leute wie Va u g o i n aufgenommen hat, gegen den sich das Volt gewandt hat, ist ein Verstoß gegen die Demokratie. Die Haussuchungen bei Schutz- bündlern sind unerhört. E« waren Schutzbündler, die vor Jahren das Burgenland mit ihrem Leibe verteidigt haben, die in Kärnten gegen den äußeren Feind kämpften und bereit sind, auch Tirol gegen faschistische Angrifse zu verteidigen. Dafür hat man uns..Rot« Bestien" genannt. Es gibt nichts was so schamlos und niederträchtig wäre, wie diese Handlungsweise des Herrn Vaugoin. Das Verhalten der Christlichsozialen hat sogar aus dem braven Bürokraten Schober einen Politiker und Staatsmann gemacht. Es gibt kein Kompromiß zwischen Gesetz unk» Gewalt. Wir wünschen, daß bei den Handelsvertragsverhandlungen und auch sonst immer die Beziehungen zu Deutschland auf das innigste gesördert werden. Wir sind auch als Opposition zu jeder positiven Mitarbeit mit der Regierung bereit. Wir müssen aber fordern, daß man immer das Einvernehmen mit uns sucht. Aus der Rede de» Bundeskanzlers ist durchgetlungen. daß er mit der Opposition den Weg der Verständigung finden will. Wir werden angesichts der Notlog« de» Landes es niemandem schwer machen, sich mit uns zu verständigen, aber gegen sed« Gewalt und gegen jeden Versuch, uns zu knechten, werden wir uns wehren." Sozialdemokratischer Parteitag. Wien. fj. Dezember(Eigenbericht.) Im Arbeiterheim vtakring(Wien XVI) ist der Parteitag der österreichischen Sozialdemokratie in Anwesenheit von mehr als 509 Delegierten zusammengetreten. In seinem Geschäftsbericht verwies Abg. Danneberg zu- nächst darauf, daß der Wahlkompj.die Schlagfertigkest der Organi- sation bewiesen habe. Er fuhr dann fort: Wir waren mitten in der Arbeit für das Volksbegehren zugunsten der Altersversicherung, als wir plötzlich in den Wahlkampf gehen mußten. Die Faschisten haben diesmal 8 Mandate erobert, aber der Faschismus hak sich nur aus Kosten der bürgerlichen Parteien genährt und nicht auf Kosten der Sozialdemokratie. Der Angriff de« Faschismus ist abgeschlagen worden. Unsere Feinde, mit denen wir e» seit jeher zu tun hatten, sind nicht die Faschisten, sondern die Eh ristlich sozialen. Sie erhielten 1923 noch 43 Proz. der Wähler und waren die stärkste Partei. Heute sind es nur noch SS'/.» Proz., sie haben in 7 Iahren Sib Proz. der Stimmen verloren und sind jetzt schwächer al« ISIS. Seit 1923 hat sich die Zahl der Wähler um 338 900 ver- Deutsche Treue- Orewitz'sche Schläue. Drewitz»Hier, Herr Kanzler, bringe ich)hnen Professor Bredt als Stütze für Ihr Kabtnett." »Na'ürlich, um onst können wir diesen bedeutenden Kops nicht hergeben Was vielen Sie?" „Sondersteuer auf Konsumvereine- ganz aus- gezeichnet! Wir find mit dem preis zufrieden." „So, nun hätte ich ja alles, was ich wollte. Kommen Sie, Bredt, wir können wieder gehen." Mosleys neueste Wandlung. Manifest zugunsten einer Fünf»Männer«Oitiaiur.~ Die Arbeiterpartei rückt von ihm ab. 1:. London, tz. Dezember.(Eigenbericht.) � Imnixr seltsamer wird hi» Laufbahn des jungen S i r O» w a l d Mösle y. der sich innerhalb weniger Jahre vom konservativen Abgeordneten zum Unabhängigen Arbeiterparteiler' entwickelt hatte. Er galt eine Zeitlang als«ine Hoffnung der jungen Gensration m der Arbeiterpartei. Macdonald protegiert» chn. nahm ihn als Unterstaatesekretär in seine Regierung auf. wo er den.Kabinett», Mitgliedern I. H. Thomas und Lansbury mit der speziellem Aufgabe der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit beigeordnet wurde. Eines Tages überraschte er die Oefsentlichkest mit einem Memorandum, das ein« ganze Reche von Vorschlägen zum Kampf gegen die Arbeitslosigkeit enchisll, die das Kabinett als dilettantisch und illusorisch abgelehnt worden waren. Mosley gab daraufhin seine Demission. Auf dem jüngsten Parteitag der Labour Party in Clanderdus trat er nochmal» für seine Ideen auf und hatte einen starken Achtungserfolg, dltr freilich vor allem durch die Abneigung erklärlich war. die ein großer Teil der Delegierten gegen die Pplitit von I. H. Thomas empfand.., Run ist Mosley mil einem„Manifest" abermals hervorgetrete«. in dem er eine Art„Diktaturprogramm" entwirft: ein Fünfmänner- kollegium sollte Bollmacht für die Durchführung eine» Planes zur Ueberwindung der Wirtschaftskrise erhalten. Er versuchte sogleich. Unterschriften unter den Abgeordneten der Arbeiterpartei und den Gewerkschaftsführern zu sammeln, aber mit Ausnahm« des Berg- arbeitersekretärs Cook und einiger bisher JEP.-Leut« hatte er wenig Erfolg. M a x t o n und die Schotten lehnten rundweg ab und bekannten sich„zur größeren, nicht zur geringeren Demokratie". Auch am Freitag zirkulierte das„Rettungsprogramm" Oswald Moslcys im Unterhaus«. Die Anhänger dieses rechten Außenseiters der Labour Party gingen Unterschriften suchend umher, doch sie fanden wenig Gegenliebe. Die übergroße Mehrheit der Arbeiterabgeordneten ist entrüstet über Moskeys Disziplinlosigkeit, die die nur den konservativen neuen Agtlotlonsstoff liefern kann. Wirtschaftlich gießt Mosley in seinem Aufruf alten Wein in eine ii neuenSchlauch. Da werden wieder Zölle als Gesundkur für Industrie und Landwirtschaft gefordert, und wenn der Verfasser auch beteuert, er sei weit von den konservativen Zollplänen entfernt, so wird er dennoch nicht oerhindern können, wenn Ihn morgen die Konservativen al» einen ihrer besten Krön- z z V g»Ii buchen und her Labourregierung entgegenssihrxn können. Kontr«vt.„und. 2«s ch r ä n k u ng p« r a u s-Jä n d i sch-n E i n> fuhr ist et»'zweiter reaktionärer Vorschlag zur Beseiti- gung der«nglischen Wirtschaftskrise. Weniger �angenehm dürfte dem englischen Bürgertum die von Mosley geforderte Produktion»- k o n t r o l l s sein, die Planwirtschast und einen Wirtschaft»» rat aus Berbrauchsrn und Produzenten. Damit aber jedem Teil etwas gegeben wird, will Mosley auf der einen Seit« di« Steuern erniedrigen und auf der anderen Seit« den Ar» beitern die Löhn« erhöhen. Älles zusammen: ein reaktionär-bolschewistisches Programm, das«inen unverstandenen Kapitoläsmus mit einem ebenso wenrg verdauten Sozialismus zu einer ungenisß, baren Soße vermengt. Mosley weiß, daß niemand in England sie schlucken könnte,.ohpe sich den Magen zu perderbsn. Deshalb fordert er zur Durchführung setner Pläne«ine-F ü n f- M ä n n e r- Diktatur. Das Parlament soll sich freiwillig zu einem Schatten degradieren und der Diktatur alle Rechte abtreten. Wäre Mosley nicht von einem grenzenlosen Ehrgeiz besessen, so hätte er sein Manifest Im Busen bewahrt, denn es wird erfolglos verwehen und sein Ansehen nicht bei dem Bürgertum und ganz besonders nicht in der Arbeiterpartei vermehren. Daß sich Mosley auch einen sehr schön aussehenden internationalen Hintergrund gibt, darf uns nicht dazu verführen. Rückschlüsse aus seine innen- politischen Gedanken zu ziehen. Mosley fordert auch die Einstellung der inlernalionalen Reparationszahlungen. Di« gegenwärtige Generation habe genug geleistet. Wie er aber das Ende der Reparationszahlungen herbeisühren will, läßt er ein« offene Frage sein. Er weiß sehr genau, daß heute Amerika den Schlüssel zu diesem internationalem Problem besitz!, so daß e» heute in England nicht einmal der Arbeiterregierung möglich ist. mit den Vereinigten Staaten hierüber zu diskutieren. Diese Tatsache sollte nicht nur in England, sondern in anderen Ländern Europas gut verstanden werden. Wenn wir Mosley nach seiner Rede auf dem letzten Labourkongreß mit dem Deutschen Hitler perglichen haben und wenn am nächsten Tage die englische Presse zustimmend diesem Vergleich angenommen hat, so zeigt da« Manifest Mosleys, daß er in der Tat mit den Gedankengängen eines Hitler sowohl innenpolitisch als auch außenpolitisch nicht sehr weit entfernt ist. mehrt. Die Christlichsozialen haben keinen Anteil daran, sie haben 175 999 Stimmen verloren. Die Sozialdemokralen haben Z0S000 Stimmen gewonnen. zwei Driilel des wählerzuwachse» sind den Sozialdemokralen zugefallen. Wenn wir die Ersahrungön des Wahlkampfes verwerten, werden wir noch größere Erfolge erreichen. Wir stehen hier auf Vor- p o st e n im Kampfe für die Demokratie und geg�n Unkultur und Faschismus.._ � Barihou beaufiragi. Pointart hat endgültig abgelehnt' Paris. 6. Dezemborr.(Eigenbericht.) Der Präsident der Republik hat am Sonnabend den Senator £ o u i s B« rtch o u /- m i t-ch e r N e u b i l-d u u g-de.r..R e.- gier un g b tauft rVg t,_ nachdenr P oinca xß,' allem' Drän-. gen zum Trotz unter Hinweis auf seine geschwächte Gesundheit«nd- gültig abgelehnt hatte. Anscheinend will er sich für die Präsidenten- wähl in kommendem Frühjahr in'Reserve halten. Parthouz Aussichten auf Erfolg können nicht allzu hoch bewertet werden. Er verfügt nur über wenig« Freunde im Senat und über fast gar keine in cher Kommer. Man nimmt an, daß er nach. 24stündigen vergeblichen Bemühungen seinen Auftrag zurück- geben und dann der Senator>L a.v a I beauftragt wird Laval hat sich früher in der Arbeiterbewegung'beta'igt.'Er hat sich wieder- holt als Minister, als ge schick! er Taktiker und eifriger Politiker er- wiesen. Aber auch er ist schließlich nicht die Person de» großen Formats, die zur friedlichen Ausbalancleri-ng der in der Kon zentraiion zusammengespannten bisher festg'legten Kräfte nö'ig wäre._ Die Schlußworts der Moskauer Angeklagten entsprachen nach dem Sowjetbcricht ihren..Gsstmidnisien": Lobpreisung des Sowjei- stoates, tiefste Neu«, seldstversluchung und die Bitte, durch ehrliche Mitarbeit ihre Schodiingsarbeit wieder gutzumachen..- V Wochenprogramm de Sonntag, 7. Dezember: 7; Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzert. 8: Für den Landwirt. 8.50; Morgenfeier. Anschließend: Glockengeläut des Berliner Doms. 10.05: Wettervorhersage. 10.15: Jugendstundb. 11.15: Militärkonzert. 12.45: Aus Königsberg: Mittagskonzert. 14: Elternstunde. 14.30: Konzert. 15.30: Studio. 16: Konzert. 17.20; Eine Stunde aus Rilkes Werken. 18: Tanz-Tee-Musik. 18.40: Violinvorträge. 19.20: Schauspielerporträt. 19.45: Sportnachrichten. 20: Bunter Sonntagabend. Als Einlage; Reportage vom Eishockey-Wet-tkampf/ 12.15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Tanzmusik. Montag, 8. Dezember:• 7: Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzert. 12.30: Wettermeldungen für den»Landwirt 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Franziska Mann, die Dichterin und Menschenfreundin. 15.40: Fahrt in unvergessenes Land. 16.05: Eine Wanderung durch deutsche Malerateliers. ,16.30: Arien. 16.45: Unterhaltungsmusik. 17.55: Jugendstunde. 18.15; Kurze Bücherstunde. 18.25: Gewerkschaftliche Kämpfe und Schlichtungswesen. 18.50: Drei Minuten vom Arbeitsmarkt. 18.55: Theateranekdoten. 19.20: Musikalisches Magazin. 20: Balladen in Wort und Musik. 21: Tages- und Sportnachrichten. 21.10: Kammermusik. Danach: Tanzmusik. Dienstag, 9. Dezember: 7: Funkgymnastik. Anschließend; f'rühkonzert. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt, 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Begabungsforschung. 15.40; Der gemeinnützige Wohnungsbau. 16.05: Zwei Jugendlustspiele Shakespeares. 16.30: Jugendstunde. 16.50: Kurie Bücherstunde. 17; Unterhaltungsmusik. 18.30: Grenzmark Pommern und das Ostproblem. 18.55: Shanghai, die bunteste Stadt der Welt. 19.20: Gesangsvorträge. 19,50: Drei Minuten vom Arbeitsmarkt. 20: Aus der Dresdener Staatsoper: Jubiläumsaufführung:„Salome", von Richard Strauß. 21.40; Interview der Woche. 22.10: Politische Zeitungsschau. Mittwoch, 10. Dezember: 7: Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzert. 9: Von der Deutschen Welle: Schulfunk. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Hinter den Kulissen der Weihnachtsarbeit. 15.40; Eine ärztliche Plauderei. 16.05: Programm der Aktuellen Abteilung. 16.30; Konzert. 17: Ein unterhaltender Nachmittag. 19; Was muß ich tun, wenn ich arbeitslos werde? 19.25; Kurze Bücherstunde. 19.35;„Auf der Landstraße." 20.10: Wovon man spricht. 20.30: Funkpotpourri„1930— 1530". 22.15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Tanzmusik. Donnerstag, 11. Dezember: 7: Puii|ati« ihren Kranz mit roter Schleise geschmückt und daraus schreiben saisen:„Dem alten Kampier in dankbarenr Gedenken." Der Bezirksvorstand Groß-Bsrlin widmete ihm die Zeile:„Dem treuen, allzeit bewährten Aorkämpfer der Sozialdeinokratie." Auch di« 4. Abteilung des Kreises Mitte l>atte einen Kranz niederlegen lassen. Der letzt« Gruh der P r e s s e k o m m is s i o n, der Redaktion und des Ber- l a g e s des„Vorwärts* trug die Inschrist:„Unserem un- ermüdlichen Borkänipfcr als letzten Gruh.* Neben diesen Kränzet, der Parteiorganisationen lagen Blumengebinde des Freidenker- Verbandes, des Bundes der freien Schulgcsellschasten, des Bundes nir Geistesfreiheit und Blumensträuße der einzelnen Gruppen der Sozialistischen Zl r b e i te r j u g c n d. Di« SAI.-Grupx« „tildolph Hosfmann" rief ihm auf der Kranzschleife«in letztes„Freund- ichaft" zu. Die Kinderfreunde- Organisation des Bezirks Fricdrichshain, die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehrer und Lehrerinnen, die Berliner weltliche Schulbewegung, die Partei- sreunde der i!llstcin-A.-G., der Deutsche Fleischervcrband und viele, viel« andere Organisationen hatten des Toten gedacht. Der preußische Minister für Kunst und Wissenschaft ließ gleichfalls einen Kran; mit einer schwarzweißcn Schleife am Sarge niederlegen. Mehr nach als die Boteitigung an der Trauerfeier zeugten die Kränz« und der Blumenschmuck dafür, daß mit Adolph Hoffmann ein treuer Sohn des Volkes gestorben ist. Da vorauszusehen war, daß die gesamte Reichstagsfraktion durch die Abstimmungen im Reichstag iestg« halten sein würde, hotten schon am Vormittag die Genossen Crispi«n und D i t t m a n n im Zluftrag der Reichstagsfraktion und des Partei- Vorstandes Blumen an der Bahre des Entschlafenen niedergelegt. Die Redner am Sarge. Musik— eine Komposition, der die Marseillaise als Leitmotiv diente, leitete die Feier ein, das Freidenkerdoppelquartett fang „Ein Sohn des Volkes wollt er sein*. Dann nahm als erster Redner Klaus Z w e il i n g- Plauen das Wort, um auf besonderen Wunsch der Familie, des Toten zu gedenken. Hofflnann fei die Berkörperung des proletarischen Selbstbewußtseins gewesen, dos ihn aber nie zur Hervorhebung dos eigenen Ichs verführte, fondern ihn über sich selbst hinaus erhob. Sein Kampf gehörte den Minderwertigkeitsgefühlen im Volke, � die Ausdruck finden än- der cHing'che an-die Kirche. Dt« Anziehungs- kraft, die«r als Redner und Agitator befaß, wirkte auf alle, am »leisten aus die Jugend, die am liebsten nach dem Menschen greift, der sich als Selbftvcrkörperung der Arbeiterklasse darbietet. Ohne gekünsteltes oder gewolltes Wesen war er stets das Ergebnis seines «cht prolelarifchen Entwicklungsganges. In jungen Iahren ohne den Rückhalt eines Elternhauses, stets gestoßen und gedrückt, brachte es der Verstorbene als Autodidakt zu den höchsten Aenüern. Stets iand er dabei eine innere Sonneronitat und feinen köstlichen.Humor» die ihn über die tausend Widerwärtigkeiten des täglichen Lebens hinwegbrachten. Di« Souveränität seines Herzens ließ ihn auch die letzten Anordnungen für seinen Tod treffen: In dem Werden der Natur sah er sein« Auferstehung. Für den Parteivorstand, den Bezirksverband Berlin, für die Parlamentsfraktionen, für Verlag und Redaktion des„Vorivärts" und für die Pressekommiffian rief Landtagsabgeordneter Otto Meier den. Toten Abschiedsvorte nach. Wo auch in kurzer Zeit Adolph Hoffmanns Asche ruhen werde, sein Andenken ist eingeschreint in den Herzen des arbeitenden Volkes. Früh fühlte er Verfolgung und Mißachtung durch Mucker- und Spießertuni und nicht zuletzt deshalb galt sein Kampf diesen Reaktionären. Wenn heute eine freiere Lust herrscht, denn hat Hossmann sein Verdienst daran. Der Redner schilderte des Verstorbenen Lebenslauf, der als Maler, Vcr- Adolph Hoffmann (Nach einer Radierung Emil Orliks) gotder. als MA«t>KlchZier.Pn.!!.JzlchhöMer sein Brot suchte und her schließlich am Ansang seiner politischen Wirksamkeit das knebelnde Sozialistengesetz vorfand. Hossmanns langes Leben gab ihm jedoch auch die Freude, den Aufstieg des Proletariats, das Werden des neuen Staates zu erleben, dessen erster Kultusminister er war. Als Reichs- tagsabgeordneter, einer der ersten im Dreiklaffenparlainent, in der Stadtverordnetenversammlung— immer war seine Arbeit geschätzt, sein treffender Witz gefürchtet.„Den Mann des gefunden Menschen- Verstandes" nannte ihn erst noch seinem Tode die bürgerliche Presse; Hosfmann wußte, daß nur der die Freiheit verdient, der täglich sie erobern muß! Sein letztes Wort:„Vieles hat er gewollt und getan, was«r gekonnt", zeugt von feiner Ucberzeugung, daß nur Kollektiv arbeit zu der Menschheit Höhe führt. Nach einem letzten Gniß an den toten Freund und einem Gruß an die Familie des Verstorbenen schloß Meier seine Gedenkred« mit dcni Gelöbnis, daß die Partei feine Arbeit fortsetzen wird. Max S i e o c r s rief für die Reichsaibeitsgemeinjchafi frei- geistiger Verbände Adolph Hofsmann ein letztes Fahrwohl zu. Für die enger« Parteiorganisation sprach Stadtverordneter Riese, Redner der freireligiösen Gcineinde, deren Vorsitzender Hofsmann Li) Jahre lang war, und der Sozialistischen Llrbeiterjugend schlössen sich an. „lieber allen Wipfeln ist Ruh" und„Wenn sich zwei Herzen scheiden" sang das Quartett. Dann erfüllte die Musik Hosfinanns letzten Wunsch: der Strauhschc Walzer„An der schönen, blauen Donau" klang getragen— wehmutsvoll, aber doch erhebend und siegesbewußt von der Empore. Unter gesenkten roten Fahnen verschwand der Sarg in der Tiefe— eine Paraphrase über das Lied„Bruder zur Sonn«, zur Freiheit" beendete die Feier zum Gedächtnis Adolph Hofsmanns. Die ersten Weihnachtsbäume. Geringere Zufuhren als in den Vorjahren. Später als in anderen Iahren setzt in diesem Jahr das Geschäft mit Weihnachtsbäumen ein. Die Händler beklagen sich über den Lagerplatz am Flughosen, der Ab- und Zufuhr verteuere. Die Preise halten sich in den üblichen Formen; sie erfahren seiiens des Groß- Handels keine Verteuerung: Rattannen werden von 12 M. bis 90 M. für das Schock abgegeben; die großen Silbertannen, die eine Größe bis 4 Meter erreichen, kosten 180 bis 360 M. das Schock. Das Geschäft läßt sich schleppend an, überall zeigt sich Geldmangel. Di« Großhändler, die ein gewisses Interesse on der Drosselung der Zufuhr haben, behaupten, daß viele ihrer Kallegen überhaupt aus das Geschäft verzichtet haben und vom Markt weggeblieben sind. Ilm die Spesen zu verringern, kaufen die Großlzändler die Bäume direkt an Ort und Stelle in Thüringen, Bayern oder in Holstein. Bisher sind etwal 3 0Waggonsgegenübervon270 Waggons im vorigen Jahre nach Berlin gelangt. Man rechnet mit einem vollständigen Absatz der Bäume, da Berlin für 600 Waggons aufnähme- fähig wäre. Viele Arbeitslose melden sich bereits für den Klein- oerkauf: sie können aber bei ihren geringen Geldmittel» nur minier wenige Bäume kaufen, was den Absatz ebensalls erschwert. Es wird darum sür olle Familien, die einen Baum kaufen und das Geld für diese Sonderausgabe noch ausbringen, kein Grlind zur Besorgnis sein, daß trotz der mangelnden Zufuhr die Bäume knapp werden. Die Preise, soweit sie sich ungefähr sür den Kleinhandel errechnen lassen, werden für kleine Bäumchen mit 1,— M. bis.1,50 M. im Durchschnitl xinges�t werden kpunen,»vhhrend größere 3 bis 4 M. betragen und für die Lnxüstannen bis 20 M. gesordinT werden. «-Im Westen nichts Neues" ohne Störung. Die gestrigen Aufführungen des Films„I m Weste n nichts Neues" im Mozartsaal am N o l l c n d o r s p l a tz sind vollkommen ruhig verlaufen. Der Poli.zeischntz war stark genug, um neuen Belästigungen der Zuschauer durch bestellte nationalsozialistische Banden vorzubeugen. Obwohl ein größerer Teil der gestrigen Theaterbesucher ihre Karten zu den heutigen Borstelluiigen umtauschte, verliefen die Borführungen ohne jede Störung. Das Publi- kum zollte an einigen Stellen dein Filmspiel begeisterten Beifall der sich am Schlüsse der Vorführungen wiederholte. Jetzt flammten im Hause drüben Lichter aus. Aergerliche Menschen erschienen an den Fenstern und schimpften über die nächtliche Ruhestörung. Das verdroß den Schuster jedoch nicht. Unablässig lärmte er weiter und schrie:„He, Ludwig!" Schließlich hatte sein Pochen Erfolg. Von drinnen erscholl Ludwigs Stimme:„Verdammte Aasbande, laßt mich in Ruhe! Ich bin jetzt nicht zu sprechen!" „Was?" schrie Eisermann,„nicht mal deinen Vater läßt du zu dir!" und lärmte noch heftiger weiter. Ludwig öffnete einen Spalt breit die Tür und sagte rauh:„Was willst du denn, Vater?" Statt einer Antwort stieß der Alte die Tür aus und zwängte sich unter Ludwigs Widerstand in den Raum. Verwundert stand er einen Augenblick still. Dos war ja keine Werkstatt mehr, sondern ein regelrechter Logerraum. , Da standen in langen Stapeln Tü-en und Fenster und Läden bis an die Decke geschichtet. Die Maschinen verschwanden fast unter den Bergen von Holz- ganz eingebaut waren sie. Der Fußboden war sein saubergefegt, die Hobelbänke standen eingeölt in Reih und Glied wie zu einer Parade. Jedes Stück Werkzeug hing in seinem Rahmen. Ueberall peinlichste Arbeit, auch an Ludwigs Platz. Es sah nicht aus, als ob da in den letzten Wochen ge- arbe'tet worden wäre. Mißtrauisch betrachtete der Alle dies alles und wollte eben aufbrausen. Da sah er von einem schräg abstehenden Eckbalken einen Strick herunterhängen. Und fsosort— trotz des Alkohvldunstes in seinem Schädel — begriff er den Sallioerhalt. Wohl länger als nötig sah er den häßlichen Strick an und dann seinen Sohn. „Alles im Schuß hier, Junge, und fein fSuberlich vor- bereitet, damit dein Nachfolger nicht erst lange zu suchen braucht! Ist's nicht so, Ludwig?" Der senkte beschämt die Augen und starrte wortlos auf die Dielen. „Komm, Ludwig, komm, schau mir ins Gesicht! Schau deinen alten Vater an! Sei froh, daß du ihn noch hast... ja. sei froh!" Vater Eisermanns Stimme war so barsch und besehlend geworden, daß Ludwig den Kopf hob und ihm ins Gesicht sah, in das alte. gute, versorgte Vatergesicht, aus dem jetzt alle Geister des Alkohols gewichen waren und einer Mischung von Schreck und Zorn, geheimer Angst und lospolternder Empörung gewichen waren. „Bist du so ein Feigling geworden, so ein Schlapp- schwänz?! Denkst du nicht an deine Familie? Denkst du nicht an dich? An mich, an deine Geschwister? An unser aller ehrlichen Namen? Ja, das wäre eine feine Sache, wenn sich jeder auf diese Weise davonschleichen könnte, wenn ihm der Kram nicht paßt! Der Teufel auch, Junge, daß gerade du das tun wolltest! Du, das beste von allen meinen Kindern! Gerade du, auf den ich von jeher so große Stücke gehalten Habel- Seine Stimme schlug um, aus Zorn konterte sie über in Mitleid. Eine rührende Hilflosigkeit lag in seinen Zügen, als märe Ludwigs unseliges Vorhaben bereits ausgefllbrt. „Junge. Junge, glaub einem alten Mann: so spielt man nicht mit seinem Leben!" „Sehr richtig!" ließ sich eine Stimme vernehmen. Es war der Hauswirt, der bisher draußen im Dunkeln gestanden und von dort aus die Szene verfolgt hatte. Jetzt reckte er seinen Vogelkopf, der auf magerem Halse saß, wie pickend in den kümmerliche» Lichtschein der Lampe. „Du brauchst nicht lange zu suchen", sagte wütend der Schuster,„schau, dort in der Ecke hängt der Mordstrick!" Der Hauswirt trat neugierig näher. Er konnte seinen Schauder nicht verbergen, als er sah, daß bereits eine kunst- gerechte Schlinge geknüpft war. Aber dieser Schauder hielt nicht lange vor. Seine Hausbesitzerseele meldete sich. „Mensch, Ludwig, diese Schande wolltest du meinem Hause antun? Dich aufhängen, hier, in meiner Klitsche, und sie dadurch in Verruf bringen? Die ordentlichen Leute, die noch hier wohnen,.hätten mir gekündigt! Mensch, hast du denn gar nicht on diesen Umstand gedacht? Wenn dich der Schuh so verzweifelt drückt, warum bist du nicht einmal zu mir gekommen? Warum hast du mir nicht dein Herz aus- geschüttet? Wir hätten geredet wie vernünftige Leute. Dein Vater wäre ebenfalls eingesprungen. Bald wäre der Karren aus dem Dreck gezogen gewesen! Aber so, Mensch! Dos kann ich dir eigentlich gar nie vergessen. So etwas tun zu wollen! In meinem Hause..." Erbost sah er Ludwig an. Der blieb ihni jedoch die Antwort nicht schuldig. Er hielt mit beiden Händen seine Hobelbank gepackt, als wolle er da ein Stück davon abbrechen, und stieß zornig hervor:„Sporen Sie sich Ihre Vorwürfe! Meine Frau hungert. Mein Kind hungert. Ich hungere ebenfalls. Nicht erst seit heute. Nein, seit Tagen. Habe ich nicht olles versucht? Bin ich nicht von Pontius bis Pilatus gelaufen? Habe ich nicht etwa geschuftet wie ein Wilder? Bin ich schuld, daß Hundskötter Pleite machte? Bin ich schuld, daß der Aus- traggeber meines Architekten einen Börsenverlust erlitt? Habe ich nicht versucht, was überhaupt möglich war? Dieses Leben ist nicht mehr zu ertragen für mich. Zu Hause in der Woh- nung sitzt meine Frau und koinmt ans dem Weinen nicht mehr heraus. Wenn es klopft, macht sie die Tür auf und kann nichts anderes sagen als: Mein Mann ist nicht da! und kriegt dafür Grobheiten ins Gesicht geschmissen. Hat sie etwa schuld, daß alles so gekommen ist? Hobe ick) es ge- wollt? Sogen Sie es ruhig, wenn sie meinen, daß ich es gewollt habe. Nicht gearbeitet, nein, geschuftet habe ich. Di" Haut ist mir in Borken von den Händen gesprungen. Dos Hirn hat mir weh getan vom vielen Rechnen! Jetzt habe ich den Schwindel dick, der sich Leben nennt! Ich kann einfach nicht mehr. Ich will auch nicht mehr. Es steht lnir alles bis hier." Er lieh mit einer Hand die Hobelbank los und mochte eine Bewegung, als wolle er sich die Gurgel durch- schneiden.„Hindert mich nicht, ihr beiden! Laßt mich tun, was ich tun muß. Es ist das beste, wenn ick) verschwinde. Maria kann den Plunder hier irgendwo verkaufen. Dann ist ihr und dem Kinde wenigstens für die erste Zeit geholfen. Und dann?... na, sie kann ja wieder in ein Kontor gehen... sie hat ja arbeiten gelernt. Und weiter zu denken? Ist ja alles zwecklos! Schluß! Erledigt!" Zornig stieß er die Hobelbank zurück und rannte heftig hin und her. Die beiden Alten folgten ihm mit ihren Blicken. „Wenn du so denkst, Junge, warum verkaufst du dann nicht selber den ganzen Plunder und lebst?" sagte nach einer Weile der Schuhmacher. (Fortsetzung folgt.) Wir können den Kon jun kturoerlauf unseres Wir tsdiaf{sieben s an vielerlei Momenten beobadüen, zum Beispiel an der Kohlenförderung, an der Güicnvagengeslellung, an den Arbeilslosenziffern. Zusammengetragen ergeben diese Zahlen seitenlange Tabellen, die allerdings nicht jedermanns Sadie sind. In der Vorkriegszeit betrug die jährliche Gänseeinfuhr Deutschlands 6 000 000 Stück, in diesem bitteren Jahr nur nodi etroas über 3 000 000 Stück. So arm sind mir gemorden, nur noch jeder zmanzigste Deutsche kann sidi einmal jährlidi eine Gans kaufen. Gewiß, die Gans ist teurer geworden. Vor dem Kriege kostete ein Pfund Gänsefleisch im Kleinhandel etma 80 bis 90 Pf., heute durdisdiniiilidi 1 ,2Ö Mk. Das ist ein Preis, der trotzdem gut und gern einen Vergleich mit den besseren Fleisdisoricn vom Schwein, Find oder Hammel aushält. Denn eine Gänsekeule mit einem Spitzbein oder eine Gänsebrust mit Hammeldünnung vergleichen, das wollen mir dodi nidit; Gänsebraten ist nun einmal ein leckeres Mahl. Was nämtith die Gans so überaus sdiwer crsdiminglidi macht, ist weniger ihr Pfundpreis, als ihr erheblidies Gewidit, das, sagen wir, mit l,2.> M. multipliziert, immerhin 12 bis l't M. ergibt. Und wegen dieser einmaligen großen Ausgabe geht für die mindcrbemiUelien Volksgenossen die Sehnsudit nadi dem Gänsebraten so selten in Erfüllung. Dabei wohnen in Berlin nodi die größten Gänseoeriilger; obwohl die Bevölkerung Berlins nur ein Fünf zehntel aller Reichsdeutschen beträgt, oerbraucht Berlin die Hälfte.aller nach Deutschland kommenden Gänse. Wir sagen ausdrüddidi„aller nach Dcutsdiland kommenden Gänse", denn Deutschland ist kein Gänse zuchi /and, sondern ein Gänse m a st land. Wir lassen deshalb uudi die in Deutschland für den bäuerlichen Eigenbedarf nicht nur gemästeten, sondern audi gezüchteten Gänse aus dem Spiel, um unsere Betrachtung nicht unnötig zu komplizieren. Im Oderbrudi kann man an Ort und Slelle gewissermaßen die Wirtschaftspolitik des Gänsebratens studieren. Gänse, nichts als Gänse. Wir haben nach der gut zweistündigen Fahrt ins Oderbruch Vicht einmal auf die Bahnstation achten brauchen, das Geschrei, diescs Geschnatter, das langsam in ein Quietschen übergeht, der ohrenbetäubende Lärm, den die Gänse in den Verladebuchten am Bahnhof vollführten, mußte beinahe auch einen Tauben aufhorchen süssen: das ist iNcu-Tcebbin, die Zentrale der Oderbrucher Gänse. rnÄstonstalten, neun 5iilometer hinter Wriezen. Als wir einen Mann fragten:„Sagen Sie mal. warum schreien denn die Gänse so schrecklich?" Da meinte er:„vcun, weil da oben eine Krähe fliegt, die Angst, die Ganse haben, davon können Sie sich gar keinen Begriss machen." Wir erfcundigteii uns»och, wieviele Gänse wohl jeden Tag den Bahnhof passieren, diesen Dorfbahnhof, der mit seinen Güteranlagen für die Gänseocrfrachtung so groß ist wie der Bahnhof mancher Stadt. Fünf- bis sechstausend Gänse sind das täglich «nährend der Kampagne. Und diese Kampagne wiederum geht vom Hochsommer bis zur Jahresweiiie. Das heißt, lebendig sind nur die dükommenden Magergänse, die für rund«inen Monat im Oder-, Warthe» oder Nctzebruch ihr Mastquartier beziehen, ein kurzer Nionat, den die Gans noch zu leben hat. Wenn sie den Weg vom Geflügelhof zum Kochtopf antreten, sipd sie nur noch rosafarbene, sizMWüete Gänseleiber, immer zehn für zehn in einey- Weiden- korb verpackt. Es war gar nichl so einfach, hinter die Geheimnisse der Gänse- mast zu kommen. Wir mußten erst einmal unsere ganzen städtischen, recht einfältigen Meinungen über das Gänfevieh über Bord werfen. Daß mir immer von einer Gänsesaison sprachen, war ja nicht das schlimmste, wo es Kampagne heißt, genau wie bei den Zucker- fobrikanten, die auch nicht von einer Zuckersaison, sondern von einer Zuckcrkainpagne rede», aber daß wir immer wieder von der Oder- Irrucher Gänsezucht anfingen, das war schandbar genug.„Wir züchten hier nicht eine Gans," belehrten uns die Gänseherren,„wir find lediglich Gänsemäster. Diif Magergänse importieren«vir aus Litauen und Polen, die frühen Sorten auch aus Holland, mitunter auch aus Italien: das Inland, wie Westpreußen oder Westfalen, liefert uns mir einen geringen Teil der Magergäipe." Im Grunde genominsn ist also säst jede Gans eine Auslandsgans. So wagten wir schon gor nicht mehr nach den Ställe» zu fragen, in' denen nachts die Gänse schlafen, wenn sie tagsüber auf dem Ivetten Hos, wo Bucht an Bucht steht, lange genug' zusammengepfercht gestanden haben. Denn wurden wir wieder belehrt:„Die Gänse haben keine Ställe. Solange sie bei uns sind, bleiben sie in ihren Buchten. Tags wie nachts. Weil die Gänse Weltervögel sind. Für die Mast brpuchen sie Ruhe und Kälte. Je kälter. desto mehr fressen sie, und dainit sie sich nachls in der Dunkelheit nicht ängstigen, erleuchten wir den ganzen Hof mit viele» elektrischen Lampen." Tatsächlich, wir trauten unseren Llugen kaum, über de» gewiß nicht kleine» Günsehof, ans dem jetzt am Ende der 5kampagne immer noch 1500 Gänse standen, fraßen, soffen und schnattern, diesmal aber nur leise voik sich her, zog sich ein Netz von elek- irischen Lampen. Seltsam, daß die Gänse so graulich sind. Dann tippten wir weiter an:„Roch ein« Frage, die Berliner Houssraucn glauben, die Gänse werde» genudelt, stimmt das?"„Ach, das wurde früher einmal gemacht, heule ist man überall zur Areimasl übergegangen." Und dann fährt der Besitzer der Gänsemastonstalt in Achtung, Parteiveteranen! Diejenigen Genossinnen und Genossen, die vor und während des Sozialistengesetzes-für die Partei tätig waren, werden hiermit freundl. mit ihren Familienangehörigen eingeladen zum gemütlichen Beisammensein am Sonnabend, 13. Dezember, 19 Uhr irn gr. Saal des Gewerkschoftshauses, Engelufer 24/25 Musik— Gesangsvorträge des Ebert-Manz-Quartetts I. A.: Wilhelm Grundel Alt-Trebbin, von der einen Tag bevor wir da waren, eine Tonfilm- aufnähme für die bekannten..Wochenschauen.. gemacht worden-ist, fort und hält einen Vortrag über die Virifchastspolitik des Gänsebratens. „Es ist zum Verzweifeln. Sehen Sie, jetzt kommt der Wind wieder vom Westen, heute morgen zogen die Wolken noch anders lang, das reinste Frühlingswetter ist es." Wir stehen unterdessen dabei und schütteln uns vor Kälte.„Wir wollen ja nichts weiter, als daß die Gänse fressen, aber wer hat bei solchem Wetter Appetit? Sechs bis acht Pfund körnersuller, bei dem wir Mais, Gerste, Hafer und Hirse mischen,«geben ein Pfund Gcinsesleisch, wir wollen ihnen gerne das Futter geben, so viel sie wollen, damit sie Fleisch onsegen, aber die Tiere fressen, nichts. Bei solchem Wetter ist mit Gänsen nichts zu verdienen. Was war das nur in diesem Jahre Riesen-Gänsefarm im Oderbruch. wieder ein Konrpf mit den Litauern, deren Magergänse bei uns Eydtkuhner heißen, weil sie über Eydtkuhnen eingeführt werden. Zehn Mark wollten die für ein« Gans haben! Nun, wir Haben die Litauer warten lasten, als das Grünzeug von ihren Weiden weg war, wurden sie schon zugänglicher, dann kam langsam der Winter, Körnersutter hatte» sie nicht, da haben sie uns die Magergans für sieben, ächt Mark lassen müssen. Auch die Polen verstehen Preise zu nehmen. Dabei waren das früher gar keine polnischen Gänse, sondern westpreußische, aber jetzt, wo wir Westpreußen verloren liaben und wo a» der ganzen langen neuen Grenze lediglich Reu- Bentjchen Zollstaiion 1. Klasse ist, müssen die Gänse über zwanzig Meilen fahren, ehe sie überhaupt über die Grenze geschasst werden können. Das verteuert natürlich die Gans, ebenso der Zoll, vor dem Krieg war die Gans zollfrei, heule kostet jede 70 Pfennig Einfuhrzoll, heule muß mau sich für je 10 000 einzuführende Gänse eine Einsnhrbewilligung holen, die kostet 300 Mark Da ich jährlich 30 000 Gänse mäste, inuß ich 900 Mark für nichts bezahlen. Oder unser Hafer, der kommt aus Ostpreußen. In Ostpreußen ist der Haser billig, aber hier ist er teuer, iveil ein Waggon 5?afer 300 Mark Fracht tostet, jeder Zentner ein« Mark. Und ich ucr- brauche an die 15000 Zentner Futter jährlich, wobei der Mais und die Hirse noch von viel weiter entfernteren Ländern kommen als von Ostpreußen. Ohne das Vieh und das Futter verschlingt der Hof jährlich 20 000 Mark an Unkosten, und dann sitzt man da und wartet aus Bestellungen, die nicht kommen. Früher waren die Hälfte aller Buchten längst leer, heute sitzen sie noch voll, 95 Pfennig bekomme ich für das Pfund Fleisch, aber wenn ich die wenigstens noch kriegen würde. Sehen Sie her, diesen Korb. Da liegen drei tote Gänse. Jetzt ist Mittag, wer weiß, wieviele heute noch sterben, manchen Tag sterben mir 60 Stück. Allein in dieser Kampagne habe ich an gestorbenen Gänsen 10 000 bare Mark eingebüßt, nein, hören Sie auf mit der Gäniemast bei solchem Wetter und in diesen Zeiten, das reinste Kartenspiel, aber eine Partie mit 100 000 Mark Einsatz." An der Geburtsstäite der Bettfeder. Bunt ist diese Neu-Trebbiner Gänsegegcnd. Auf dem Äcker neben der ausgeweichten Landstraße, die wir entlanghüpscn. um nur desto tiefer in die Pampe zu versinken, macht ein Hose Männchen und hört andächtig dem Gänsegeschrei zu, eine«atze schleicht zwei Meter neben ihm vorbei, merkwürdig, daß sich Katzen um Hasen überhaupt nicht kümmern. Zwei Männer. Kaftons am Leibe und Schaftstiefel an den Beinen, rennen vorbei: sie gehen Gänse schachten. Jeden Dienstag machen sie das, zweihundert Stück in der Stunde, wobei sie das Schlachthaus vorher mit Asche bestreuen. Jedem tote» Stück Federvieh wird ein dickes, braunes Siegel aufgeklebt. Die Neu-Trebbiner Gänsemäster lohnet es wiederum ihren jüdischen Kunden und schwören auf Herrn Hitlers drittes Reich,«in jedem dritten Haus klebt eine Nozibollade, in der Kneipe sitzt ein Gänsemäster und erzählt von einer Mccklenburgcr Gans, die er einmal auf 33 Pfuiü) herangemästct hat, mehr ging es nicht, sogt er, sonst wäre sie geplatzt, aber Zweck hätte das auch nicht gehabt,' vor Fett wäre sie ihm bald vom Teller.weg- geschwommen. Dann statteten wir einer Bettfcdernfabrik einen Besuch ab, von denen es in Neu-Trebbin bald ebensoviel gibt wie Gänse- Mästereien.„Aber von dem hiesigen Gefälle könnten wir natürlich nicht existieren," klärt uns der Herr auf,„deshalb beziehen wir noch große Mengen roh gerupfter Federn aus Polen, der Tfchecho- slowakei und neuerdings auch aus Ruhland." Diese Federn sind jetzt infolge des großen Auslandsangeböts recht billig zu haben, im Borjahr kostete das Pfund roher Federn 1,90 bis 2 Mark, heule nur noch 1,40 bis 1,50 Mark. Immer zwei groß« oder drei kleine Gänse geben«in Pfund Federn, die werden in großen Zentrifugen gewaschen, in großen Kesseln heiß gedämpft und schließlich durch eine sinnreiche Einrichtung mechanisch sortiert, wo zum Schluß aller- feinste Daunen übrig bleiben, die weicher sind als Watte. Wir er- fahren noch, daß ein Gänsemäster an dem Gänsefleisch gar nicht einmal zu verdienen braucht, wenn er dos Nebenprodukt der Rah- federn als Reinoerdienst seiner Mast verbuchen kann, braucht er sich, gelinde gesagt, um sein täglich Brot keine grauen Haare wachsen lassen. Uebrigens sind die Bettfedern- fabriten Reu-Tvebbins Bersandgeschätte, die ihre Waren direkt an Privatkundschaft liefern. Bleibt die r u s s i s ch e G e f r i e r g o n s. Durch eigene Schuld infolge mangelnder Organisation hat sich Rußland an diesem Geschäft, das sich glänzend anließ, zählte doch der russische Export von Gefrier- gänseb nach Deutschland in die Hunderttausende von Stück, die Finger verbrannt. Wir wollen gar nicht über den Geschmack einer Gefriergans rechten,„die Geschmäcker sind verschieden", sagt der Berliner, und die Russengänse waren ja auch wirtlich billig, aber wenn die ersten Gänse erst zwei Tage vor Weih- nachten Deutschland erreichen, sich die Händler ihre bestellten Ganse dann per-Lastwagen von Stettin holen müssen, und wenn obendrein das Haupt- kontingent aller Gefriergänse erst im Lause des Januar auf. den Markt geworfen wird, wo die Gänsezeit vorbei ist, dann läßt sich die Gefriergans nicht mehr in Edelvoluta umwandeln. In diesem Jahr jedensalls weiß niemand, ob überhaupt noch einmal Russengänse zur Einfuhr kommen. 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Seit drei Tagen verhandelt die Potsdamer grohe Straffammer unter vorfih von Landgerichtsrat S a u f f m a n n gegen den ZSjährigcn Landwirt Max h. aus Glindow, der vom Potsdamer Schöffengericht wegen Blutschande unter Gewaltandrohung zu l Zahr k Monaten Zuchthaus und Z Jahren Ehrverlnst verurteilt wurde. Der Angeklagte legte gegen das Urteil Berufung ein. Bon seinen beiden Töchtern, die im Alter von 13 und 18 Iahren stellen, wurde er auf das schwerste belastet. Er selbst hat bald nach seiner Ber- Haftung im März im Potsdamer Gerichtsgefängnis ein G e- st ä n d n i s abgelegt, dieses aber widerrufen. Die Ehefrau des Angeklagten, die von ihren Töchtern das Geständnis entgegen- genomiyen haben will, ist inzwischen geisteskrank geworden. In der Hauptvcrhandlung brach eine der Töchter dreimal zusammen. Der Angeklagte beteuerte immer wieder seine Unschuld und erklärte, daß nur Klatsch und Rochegcfuhl feiner Frau es soweit gebracht haben. Der Staatsanwalt beantragt« Verwerfung der Be- r u f u n g. der Sachoerftändige Dr. P l a u t h, der auch im Frenze!- prozcß aufgetreten war, bezeichnet die beiden Töchter als durchaus glaubwürdig. Nach dreistündiger Beratung sprach die Straf- kammer, in der eine sozialdemokratische Stadtverordnete saß, den Angeklagten auf Staatskosten frei. In der Begründung führte der Vorsitzende, der in hervorragender Weise diesen Prozeh leitete, aus, daß der Angeklagte zwar unter schwerstem Verdacht das Gefängnis verlassen wird, es hätte am seidenen Faden gehangen, daß er verurteilt worden wäre, aber das Gericht könne nicht die Verantwortung übernehmen, den Angeklagten nur auf die Aussagen seiner Töchter hin ins Zuchthaus zu schiefen. Der Vorsitzende trug dem Staatsanwalt auf, dafür Sorge zu tragen, daß die sechs Kinder des Angeklagten in Glindow mit Schonung zu benachrichtigen seien, daß der Bater wieder nach Hause komm«. In »aierlichen Worten ermahnt« der Borfihende den Angeklagten, seinen Töchtern, die ihn schwer belastet' haben, nichts nachzutragen oder ihnen nicht gar etwas Böses zu tun. Der Angeklagte bat darum, heute nacht noch im Gefängnis bleiben zu dürfen, was ihm auch hestottet wurde. Rechtsanwalt Dr. L c v y- Potsdam brachte den An- geklagten, der nach dem Freispruch in Tränen ausbrach, in das Gefängnis. Die Verhandlung fand unter Auss-tzluß der Oefsentlichkeit statt, ober der Presse war die Anwesenheit im Gerichtssaal gestattet.■ * Das verständige Urteil steht ebenso wie die Einstellung des Borsitzenden Kansimann der Presse gegenüber im erfreulichen Gegensatz zu Verdikt und Verhalten der Hellwig-Kammer. Zwei Millionen Schadenersatz. Oer Gchavspieler Oieierle wegen Kontraktbiuchs verurteilt. Die KLnstlerkammcr des Arbeitsgerichte» Berlin . hatte(ich am Sonnabend mit einer klage zu beschäftigen. die die Silva- Filmgesellschaft gegen den bekannten Filmschauspieler und Regisseur Wilhelm D i e t e r l e angestrengt hat. Die Firma verlangt die gerichtliche Feststellung, daß Dieterle vertragsbrüchig geworden und für sämtliche Kosten Haft- Pflicht ig ist. Zwischen der Gefellschaft und dem Schauspieler war Ansang Mal ein Vertrag zustande gekommen, nach dem Dieterle für vier Filme ans ein Jahr verpflichtet wurde. Das Honorar betrug fast ZOOOOO Mark. Frau Dieterle, die die Berhand- lungen zunl größten Teil geführt hatte, verstichte nun, die Gesellschaft zu bewegen, den Vertrag geheimzuhalten, da sonst die zahl- reichen Gläubiger des Künstlers die Gage pfänden würden. Dieterle hatte damals etwa 100 000 Mark Schulden, die sich zum größten Teil aus Forderungen von Geschäftsinhabern und Kleingewerbetreibenden zusammensetzten. Dieterle bekam dann von der Filmgesellschaft Urlaub, da er in Amerika zwei Filme drehen wollte, die ihm«ine teilweise Abdeckung seiner Schulden ermöglichen sollten. Während Dieterle in Hollywood arbeitete, wurde in Berlin das Gerücht laut, daß er nicht mehr nach Deutschland zurückkehren werde. Von dem Generalbevollmächtigten Dieterles wurde das Gerücht aber energisch dementiert. Mitte Oktober erwies sich, daß Dieterle nicht an eine Rückkehr nach Deutschland dachte. In einem Telegramm bot er die Gesellschaft, von dem Vertrage zurücktreten zu dürfen, da ihm das Leben in Deutschland wegen seiner vielen Gläubiger unmöglich sein werde. Die Gesellschaft ging auf die Lösung des Vertrages nicht ein. Während die Vertreter des beklagten Schauspielers erklärten, daß der angebliche Vertrag nur ein b e d in g t e r Vorvertrag war, kam das Gericht auf Grund der Beweisaufnahme zu der Ueber- zeugung, daß die Vereinbarung rechts wirksam sei. Dieterle wurde deshalb zur Zahlung jedes aus dem KoiNraktbruch ent- standentn und noch entstehenden Schadens verurteilt, der von der Gesellschaft auf mindestens zwei Millionen Mark bezifsert wurde. Bauspiele und Spielbauten im Pestalozzi-Haus. Das ist eine buntfarbige, vielgestaltige und einfallsreiche Welt, die sich uns hier offenbart und mir Großen gedenken dabei mit ein wenig heimlichem Neid der eigenen steifleinene», arg schematisierten Vauspiele, die ihren höchsten Äuetwuck im artigen, laut Vorzeichnung auszuführenden Aneinanderreihen der kalten, harten Ankerbausteinc fand. Wie lebendig unterhaltsam und vor allem wie fördernd im praktischen wie im ideellen Sinne wird heute das kindliche Bauspiel betrieben. Das ist kein braves Nachäffen einer toten Vorlage, das ist Denken und Kombinieren, Anregen der Phantasie und Schärfen der gesamten Sinneswer�zeuge. Was sich da so in der kleinen Empsindungs- und Gedankenwelt zu Bildern formt, das wird, so gut oder so schlecht es eben geht, dargestellt. Mit ganz großen, mit kleinereh oder mit Liliputklötzchen und Hölzchen, mit alten Streichholzschachteln und Zigarrenkisten, mit Abfällen aus der Tischlerwerkstatt, aus Papicrschnipseln, aus Konservenbüchsen und dergleichen praktischen und billigen Dingen mehr. Da ist also nicht Matador, wer die schönsten und teuersten Bausteine besitzt, sondern wer Grips und Phantasie u>ib Freud« zur kindlichen Der belgische Gifinebel. 64 Todesopfer.— Man steht vor einem Rätsel. Brüssel, 6. Dezember.] Seit Tagen liegt ganz Belgien unter einer dichten; Nebeldecke. Man ist hier schon einiges gewöhnt, aber, was sich diesmal vom englischen Kanal her über die flandrische E'bene nach Brabant und weiter bis zu den östlichen Provinzen Frankreichs vorschob, daS läßt sich nur in Superlativen beschreiben. Buchstäblich durch-> ichneiden kann tu an diese dicken undurchsichtigen milchigen Massen. Daneben allerhand Gerüchte von mysteriösen Borgängen im Maas-! tat, wo schreckliche Vergiftungen von Menschenmassen vorgekommen sein sollen. Man munkelt von Kriegsgist- lagern und weiter von Unfällen in den Zinkhütten, die um Lüttich zerstreut liegen. In Lüttich ist es noch viel schlimmer, denn auch die Maas trägt das ihrige zur Verneblung bei. Man erfährt jetzt Einzelheiten, die mehr auf im- llarcn Vermutungen beruhen als auf exaktem Wissen. Der Flecken Enges, 40 Kilometer von Lüttich«utsernt, soll der Mittelpunkt des bedrohten Gebietes sein. 12 Tot« soll man dort bereits gezählt haben. Aber auch Flemall«, Malhieue, Pvoz-Ramet, Othöe, Ougree, Hermalle, Lur Huy werden genannt. Soviel steht fest, die traurigen Ereignisse haben sich längs des romantischen Maastales abgespielt.'Die Lichter des Wagens Vohren sich langsam und vorsichtig in die Wand von Nebel, die um keinen Zoll weicht. Rechts Felder,.links die Maas. Man muß unentwegt Signale geben, wie auf einem Kanal Nach einer Stunde sind wir in Enges. Ueberall wird der Fall leiden- schaftlich besprochen. Zunächst einmal erfährt man mit. Sicherl>eit, daß bisher nur Menschen betroffen wurden, die seit langem unter einer Herzassektion oder unter der Erkrankung von Atmungsorgonen zu leiden hatten. Zwölf Ortsansässige wurden im Laufe eines einzigen Nachmittags dahingerafft. Ein anwesender Zlr.st zuckt die Achseln. A st h ma, sagt er, nichts Anormales bei den einzelnen Fällen. Aber es könne ja sein, so wird gemunkelt, daß doch giftige Gase eine Nolle gespielt haben. Man will vielleicht nur verschleiern. Darüber ist letzte Klarheit zu gewinnen, wenn man die Apotheker vernimmt, was diese aus ärztliche Anordnung bisher verabfolgt haben. Es stellt sich heraus, daß nur herzbelebende Medikament« verausgabt wurden, aber keine solchen, die aus Behandlung von Giftkrankheiten schließen lassen. Wir fragen weiter: Gibt es hier in der Nähe irgendwelche Hütten? Ja, erwidern die Be- wohner, Z i n k s ch m e l z e n, aber die liegen seit langem still. Ein Fachmann versucht eine Erklärung. Es sei möglich, daß von früher irgendwelche Dämpfe der Hütten sich in kondensierter Form aus den Baden gelegt hätten, die infolge des starken Nebels mieder verdampft wäre». Das wird von einem anderen als absurd zurückgewiesen. Es ist nur sicher, daß binnen 48 Stunden in fünf kleinen Gemeinden bi» heule morgen 64 Menschen gestorven sind. Sie starben am Nebel. Doch das Mysterium bleibt. Acrzte und Fachleute bc- raten. Vereinzelt wurde auch das Vieh dahingerafst. Bauern und Arbeiter sind eingeschüchtert und treiben alles Lebende in dos schützende Hans. Man wartet ängstlich darauf, daß die schreckliche, stinkende, bläülich-weiße Masse, die unbewogf über dem Maastäle lagert, abzieht. -i- Di« Zahl der durch die Giftzose in der Umgebung von Brüssel ums Leben gekommenen Personen ist auf ö 4 g e st i e g e n. Darüber hinaus sind Hunderte erkrankt. Ein Aerzteaueschuß ist inr Unglücksqebiet eingetrosfsn, um die Ursache dieser ebenso schrecklichen wie einzigartigen Katastrophe zu untersuchen. In Kreisen der Be- völkerung ist man vielsach der Auffassung, daß die giftigen Aus- strömnngen auf Gasgranaten, die von verschiedenen Firmen ausgekauft worden seien, herrühren. Die seit zwei Tagen andauernd: Feuchtigkeit der Luft soll den Niederschlag der ans diesen Granaten enlwichenen Gase begünstigt haben. Dieser, Lesart steht jedoch ein Dementi der Behörden gegenüber. Andererseits wird darauf hinge- wiesen, daß sich in der letzten Zeit in Lütticher Fabriken mehrere Explosionen zugetragen hätten. Arbeit zeigt. Da gibt es moderne Wohnbaukolonien und daneben Marchenschlösser, Burgen und Wasserlaridschasten zu sehen, Autos und Wochenmarkt. Verkehrsturm und Pfahlbauten: es sind dies Einzel- und Gemeinschaftsbauten der Fröbelfchen Kindergärten- und Hortkinder nach freier Phantasie, nach Aufgabenstellung(z. B. kultur- kundliche Nachahmungen und technisches Bauen), auch rein sormales, ganz gegenstandsloses Bauen. Sehr hübsch und sehenswert sind auch die Arbeiten der Seniinarschiilerinnen, die in wirklich starkem Aus- druck ihre Begabung für moderne Spielbauten erwiesen. In diesen Togen sind alle kleinen Baumeister zum Besuch der Spielzimmer herzlichst eingeladen. Die Ausstellung ist bis zuni 7. Dezember einschließlich von 4 bis 8 Uhr im Fröbelhaus, Karl-Schradrr- Straße.7/8, geöffnet. Griff durch die Kensterfcheibe. Versuchter J�oub auf dem Postamt Andreasfiraße..| Ein dreister Diebstahl wurde gestern abend von einem ltn- bekannten aas dem P o st.a m t 5 1 in der Andrea» st raßc Z Z verübt., vom hos aus stieß ein ZNano die Fenster- scheiden ein, die zu dem Postamt führen und griss ans den Tisch. an dem ein Postbeamter saß und die Geldeingänge zählte. Durch den überraschenden Griss wurden die Geldscheine durcheinandergeworfen und es steht noch nicht fest, ob es dem Dieb gelang, einige Scheine an sich zu rassen. Er verletzte sich an den Scheiben leicht und flüchtete nach dem Nachbarhof, der nach der Koppenstraße zu führt. Da» Nachbargrundstück ist durch eine Blauer, die einen Stacheldrahl trägt, vom Grundstück Andreasstraße 32 getrennt. Der Täter hatte vorher den Stachetdroht zerschnitten und benutzte eine Teppichstange, um sich über die Mauer bei der Flucht schnell hinüber zu schwingen. Er ist dann in der Koppenstraße seinen Verfolgern entkommen. Weihnachtsmann im Klughafen. Damit es alle wissen: der Weihnachtsmann ist gestern nachmittag im Berliner Flughasen eingetrofsen! Es war ein aus- gewachsener Weihnachtsmann mit einem langen Bart, einem Sack voller Geschenke und einer Rute. Zuerst war er sutchtbar wütend, weil alles nicht klappte. Hunderte von Kindern wurden nämlich von ihren Eltern über die Barriere gehoben'And stürzten aus das drei- motorige Verkehrsflugzeug los, nicht daran denkend, daß doch erst die Leute vom Tonfilm und Onkel Sllfred von der Funkstunde den Weihnachtsmann interviewen wollten. Daraus wurde also vorerst nichts. Der Weihnachtsmann regte sich furchtbar auf, auch Nikolaus, der einen Affen hatte, riß zornig an seinem Bart herum, Alfred Braun bekam eine rote Nase und räumte das Feld, nur die Kinder merkten nichts von den Aengsten und Röten der Erwachsenen: sie jubelten und schrien und ließen sich ihr Recht, ganz dicht an den Weihnachtsmann heranzugehen, durchaus nicht streitig machen. Dann brummte der Drcimotorige nochmal lös, flog schnell zum Himmel, schüttelte die Wolken durcheinander und kam just in dem Augenblick wieder zur Erde, als ganz programmäßig die Schneeflocken fielen und im Lautsprecher Weihnachtslieder ertönten. Wieder kindlicher Jubel, es gab Geschenke, der Weihnachtsmann wurde von kleinen Fäusten gepufft und verschwand schließlich fluchtartig, ohne uns die Frage zir beantworten, zu wieviel Berliner Kindern er' in diesem Jahre überhaupt nicht komme. Ein Wort an die Verwaltung des Flughafens! Daß die Ä a s s e n- besetzung unzulänglich mar, daß man in der Kälte eine halbe Stünde lang mit den Kindern stehen mußte, eh« man eine Eintrittskarte erhielt, ist ein durch nichts zu entschuldigender Skandal! Sturmvogel-Kundgebung im Rundfunk. Der Deutschland- send er überträgt am heutigen Sonntogvnrmittag um 11,30 lihr aus dem Plenarsaal des Herrenhauses einen Ausschnitt aus per Kundgebung des„Sturmvogel", Flugverband der Werktätig-n E. B. Zum Thema„L u f t f o h r t— Sache des ganzen Volkes" sprechen Staatsminister S c v c r i n g und Verbands- Vorsitzender Walther Binder. Gewerkschostlicher Rundsunkvorlrog. Morgen, Montag,'18,23 bis 18,30 lihr, spricht der Geschastssnhrer des„Allgemeinen Per- bände» der Deutschen Bankangestellten", Karl E m o n t s, durch den Berliner Rundfunk über das Thema:„Gewerkschaftliche Kämpfe und staatliches Schlichtungswesen." Im Rahmen eines Sonder- den die»Teiillchc Liga für Menschenrechte EN* am Montag, dem> Sin. Neste von vreysu» spricht in Berti«! abends, den die.Deutsche Liga(ür Minscheiw L. Dezember im Plenarsaal des RclchswirlschajlSrateS, Bellevuestrahe l'>. abends 8,30 Uhr veranstaltet, wird IagneS Kahler, ein Reffe des Oberst Drevbis. Generalsekretär der.Internationalen Liga für Menschenrechte''. Chefredakteur der..T,a Kepubliquo", von Berus Advokat, über daS Thema: .Die deutjch'sranzösüchen Beziehimgeii nach den Wahlen vom 14. September" tvrcchen. Barfih:■cclmuth von Gcrlach. 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Jahrgang 2. Neilage des Vorwärts Gonniag, 7. Dezember �9S0 Stoppt die Lohnsenkung ab? Der Stand der Wirtfchastskrise.— Das überpesfimisiische Konjunkturinstitut. Das Institut für Konjunkturforschung trifft in seinem letzten Dierteljahresbericht für die Krisenlage Ende November folgende Fest- stellungen: „Der weltwirtschaftliche konZnnkturrückschlog bat eine Ausdehnung imd Intensität angenommer», wie das in der inodernen Wirtschaftsentwicklung noch niemals zuvor beobachtet werden konnte... Der Rückgang halt in der industriellen Produk- tion, im Berkehr und vor alleni im Autzenhondel unvermindert scharf an. Die Lagerbestände zeigen kaum eine wesentliche Ent- lastung. Dennoch hat sich das Rückgangstempo der Welt- Marktpreise verlangsamt. Die Entsponirung der Kapital- Märkte schreitet fort, die industrielle Investitionstätigkeit bleibt aber gering. Nahezu alle Volkswirtschaften befinden sich noch in fort- ichreitender Abschwungsbewegung. Eindeutige Anzeichen für einen lvmoirstchenden Tendenzumschwung sind nirgends zu erkennen. Durch die zwangsläufige Wechselwirkung von äußerem und iimerem Kauf- kraftschwund der Volkswirtschaften bietet die Wellwirtschaft gegen- wartlg das Bild mannigfaltiger und dabei sich verschärfender Krisen- und Depressionserscheimmgen.� Hebet die deutsche Wirtschaftslage Ende November 1930 heißt es:„Der gegenwärtige Konjunkwrrück- ichlag ist von einer in Deutschland kaum jemals erlebten Schwere. Mllte 1930 begannen vereinzelle Anzeichen einer sich langsam an- bahnenden Festigung der Wirtschaftsloge hervorzutreten. Die Ver- trauenskrists hat diese Ansätze vernichtet. Der Kapitalmarkt oer- i nappte sich wieder, die Auftragseingänge gingen erneut zurück. Die industrielle Produktion liegt um rund ein Viertel, auf Teilgebieten um beinahe die Hälfte unter Vorjahrshöhe. Die Arbeitslosigkeit er- fereckt sich auf 3,5 Millionen Menschen; ungefähr ein Sechstel der Arbeiter irnb Angestellten ist aus dem Produktionsprozeß ausge- schaltet. Dabei ist für die kommenden Monate— schon aus saisonmäßigen Gründen— mit einer wachsenden Belastung des Arbeit s- marktes zu rechnen. Der Absatz auf dem Binnenmarkt ist weit er gesunken. Die Ausfuhr ist zwar saisonmäßig go- stiegen, nennenswerte Cxportfortschrlltc sind aber bei der an Aus- dchnung und Intensität noch zunehmenden weltwirtschaftlichen Depression zunächst nicht zu erwarten. Der Kurseinbruch am Aktien- markt, der Rückgang der konjunkturempfindlichen Warenpreise und der Hochstand der Zinssätze am Kopitalmarkt machen eine Besse- l ang der Wirtschaftslage vorerst nicht wahrscheinlich. Es ist nicht einmal ausgeschlossen, daß sich die KonjunÄur weiter verschlechtert. Ein starkes Gegengewicht gegen die zu weiterem Rückgang drän- Neichen Faktoren würde jedoch die Beseitigung der politisch bedingten B e r t r a u e n s k r i j i s bilden." Aageuügeuder Verbrauch. Als ausschlaggebende Ursache der Weltkrise wird erneut, wie es schon ausführlich im vorangegangenen Biertel- jahresbericht geschehen war, das Zurückbleiben des Konsums hinter der Entwicklung der Produktivkräfte imd die ungleichmäßig« Entwicklung von Produktionsmittel- und Berbrauchsgüterindustrien unterstrichen:„Der Produktionsapparat der Weltwirtschast ist in den letzte» zehn Jahren stärker gewachsen als der Kansmntionsapparot." Aus diesem Grunde wird auch die Möglichkeit der Belebung von der Jnvestitionssellc her als gering veranschlagt, was sowohl für die Weltwirtschaft als auch für die deutsche Wolkswirtschaft gilt. Als verschärfende Momente kommen die Starrheit der Produktionsgiiterpreise hinzu, die»ich infolge der starken monopolistischen Bindirngen herausgebildet hat. Politische Momente. Für die deutsche Krise wird auf die Verschärfung hingewiesen, die durch den Ausfall der R e i chs t a g s w a h l c n(verstärkte Bertrauenskrtse der mländlschen und ausländischen Kapitalgeber sowie die sprunghafte Zunahme der Kapitalflucht) eingetreten ist. Auch auf die Produktion hat die verschärfte politische Nervo- s i t ä t zurückgewirkt und eine noch stärkere Zurückhaltung in der Auftragserteilung usw. bewirkt. Das Institut für Konjunkturfor- fchurg unterstreicht auf das stärkste, daß für die deutsche Volks- Wirtschaft mit einer Belebung durch Jnoestitiouen, selbst bei wesentlich gebesserter Kapitalversorgimg, nicht gerechnet werden kann. ,x)a im Verlaufe des vorangegangenen Aufschwungs die Pro- duktionsanlagen in einem Maß ausgebaut nrnrdeu, das auch weit über die Grenzen der für die Zukunft zunächst zu erwartenden Bs- schäftigung hinausgeht'. Für die nächste Zeit„ist keinesfalls mit einer Belebung der Investitionstätigkeit weder in Neuanlagen noch in Vorräten zu rechnen. Vielfach dürften nichl einmal die den Ab- fchreibungcn entsprechenden Ersatzanlagen durchgeführt lvcrdcn". Fatalismus statt Wcgwcisung. Das Institut für Konsunkturforschung hall die Wiederbelebung der Wirtschaft von der Jnoestitionsseitc»vie van der Erportseite her sich kaum möglich Weder für eine Jnvestllionskonjunktur noch für eine Exportkonjunktur find die Boranssetzungen gegeben. Bleibt als einziger Ausweg die Belebung von der Konfumfelle her.„Die Entfaltung der Konsumkonjunktiir ist— von Lohnerhöhungen abgesehen, die den Export verhindern inrd die Inocstllionstätigkeit schwer trcfscn würden— im wescntlickfen nur durch eine den Ein- loimnensausfall überkompcnsierendc Ermäßigung der Preise, vor allem im Einzelhandel und im Handwerk, denkbar." Wenn dann weiterhin gesagt wird, daß auch diese Entwicklung wenig Wahr- scheinlichkeii hat, vor allem, weil die Arbeitslosigkell, der Lohn- und Gehaltsabbau weller um sich greifen, so müsse» wir uns dieser fatalistischen Auffassung aufs stärkste wider- setzen. Wenn man, wie es in dem Konjunkturbericht geschehen ist, erkannt hat, daß die außerordeickliche Schwere der deutschen Krise in erster Linie aus den ungewöhnlich starken mengenmäßigen Absatz- rückgang, die ungenügende Durchsetzung des Preisabbaus bei starkem Kaufkraftausfall durch Arbeitslosigkeit und bereits effektiv ein- getretene Lohnfenkungen zurückzuführen ist, so kommt es eben darauf an, diese Hemmungen aus dem Wege zu räumen und durch fühl- baren Preisabbau und Ab stoppen der Lohnabbau welle eine Belebung des Konsums herbeizuführen. Rasche Fortsetzung des Preisabbaus, Erhaltung und Hebung der Realkau fkrast der Massen sowie Beseitigung der polllffch be- dingten Bertrauenskrffc— das sind die unerläßlichen Bor- a u s s e tz u n g e n siir die Ueberwindung der Wirtschaftskrise. 4MiNiardenArbeiiseinkommenweniger Das Institut für Konjunkturforschung gibt auch einen Ueberblick über die Lohn- und Preisprobleme, dessen Feststellungen von besonderem Znteresie sind. Der Rückgang des Arbeitseinkommens durch Arbeitslosigkeit und Verdienstminderung wird sür das Jahr 1930 gegenüber dem Vorjahr auf 4 Vlilliardeo Rlark veranschlagt. Das Arbeitseinkommen ist also bereits um rund 10 Proz. zurück- gegangen. Es wird auch voin Institut für Konjunkturforschung bestätigt. daß die Verdienste der noch in Arbeit befind- licheu Arbeiter und Angestellleu unabhängig von einer Tarislohusenknng efsekliv bereits stark zurückgegangen find. Eine Reihe von Symplomen„spricht dafür, daß bei der Zndustriearbeiter- schaft der Rückgang der Durchjchnittsverdienstc wahrscheinlich 5 bis 10 Proz. beträgt". Die bisher eingelrelenc Preissenkung Hill die nominellen Einkommensverluste bei weitem nicht ausgleichen können. Das Institut für Konjunkturforschung veranschlagt einen beträchtlichen»nengenmäßigen Rückgang des Kleinhandelsabsalzes infolge dieser starken Schrumpfung des Arbeitseinkommens und schätzt den mengenmäßigen Absahrnckgang z. B. sür Bekleidungewaren aus ö bis 6 proz„ für Hausrat aus 7 bis 8 Proz.(diese Schätzuugen scheiue» uns noch zu niedrig gegnssen. Red.). Die erforderliche Anpassung der Preise ist bisher in Deutschland durch mannigfaltige Einflüsse aufgehalten worden. Die inlandsbesiimmten Preise sind erst in allerletzter Zeit ein»venig nach unten gerichtet, aber die bisher eingetretene Preissenkung ist unbedeutend. Während die vorwiegend vo»n Weltmarkt be- skiminteo Preise seil Jahresfrist um 25 Proz. zurückgegangen sind. betragt der Preisrückgang bei den vorwiegend iolandsbeflimm- teu Preisen nur etwa 0 Proz. Diese künstliche Preishochhalwng ist in erster Linie aus die un- gerechtserligte Preispolitik der marktbehcrrjcheuden IN o n o p o l- oerbände zurückzuführen. Die Preise der Produktions- g ü l e r, die in erster Reihe uoter diese Gruppe sallen, sind feit ihrem Höchststand im August 1929 nur uin 2 Proz. gesunken. Aber auch bei den v c r b r a u ch s g ü t e r n entspricht der Preisrückgang, wie vom Institut für Konjunkturforschung festgestellt wird, nicht der durch die Senkung der Rohstoffe eingetretenen Kostencrsparuis.„Die Rohstosspreise der Verbrauchsgüterindustrien gingen seit ihren» Höhepunkt um 40 Proz. zurück. Unter Auaahn« eines Rolfstoffanteils von 30 bis 40 Proz. wäre mik einem Rückgang der Fertigivorcnpreise um etwa 14 Proz. zu rechnen. Oer tatsächliche Rückgang der Preise bekrägl 12,3 Proz." Zins- verbilligung. General- und sonstige Belriebskoslenseukvng sind hier noch nichl eingerechnet; vor allem auch nicht gesparte Lohnkosten. Löhne und preise. Einige Feststellungen Im November ist der Großhandelsindex weiter leicht auf IZO.l Prozent(1913-- 100) zurückgegangen. Gegenüber dem November vorigen Jahres ist das eine Senkung um 11.4 h u n d e rt- teile. Der L e b e n s h o l t» n g s i nd e x sank im November(gegen Oktober) von 147>.4 aus f 43/, Prozent(1013 100). Dos ist gegen November vorigen Jahres ei» Rückgang nur um 6,5 Hundert- teile. Die Berbilligung der Lebenshaltung erfolgt viel langsamer als die Senkung der Preise im Großhandel. Zur Beobachiimg der Entwicklung folgende Tabelle: Nov. 1029 Okt. 1030 Nov. 1030 Agrarstoffe..... 128,4 109 3 112,0 Kolonialwaren... 120,1 108,0 108,1 Rohstoffe und Halbwaren 120,9 114,2 112,0 Fertigwaren..... 156,5 146,9 144,0 Produktionsmittel... 139,6 137,0.136,0 Konsumgüter.... 169,2 154,4 151,6 Großhandelsindex. 135,5 120,2 120,1 Lebenshalluugsindex. 153,5 145,4 143,5 Das Konjunkturinstitut hat früher schon festgestellt, daß vor Beginn des offiziellen Lohnadbaus die Lohnsenkung beiden Effektivlöhnen in den wichtigsten Industriezweigen schon etwa 8 Prozent ausmachte. Der jetzige offizielle Lohnabbau, be- gönnen mit dem Berliner Spruch, versucht allgemein eine Tarif- lohnsenkung von weiteren 8 Prozent. 16 Prozent tatsächlichem und beabsichtigtem Lohnabbau st ehe» bisher 6,5 Prozent Senkung der Lebenshaltungs- kosten gegenüber. Das Konjunktur! nftitut stellt für Jahresfrist einen Rückgang des Arbeitseinkommens um 4 Milliarden oder 10 Prozent fast. Das ist schon an sich eine Mindestziffer: aber der Lohnabbau ist noch im Gang, die Arbeitslosigkeit steigt noch. Der Massenhonshalr ist, den Kosten nach, mir um 614 P r o z e n t in Jahresfrist verbilligt worden. Die Schlußfolgerung ergibt sich von selbst: In Deutschland vollzieht sich bis jetzt ein geradezu lebensgefährlicher Abbau der Rcalkau st rast der Massen. Wenn die Preissenkung weiterhin hinter dieser Zerstörung der Reatkauskraft so zurückbleibt wie bisher, ist eine II c b e r w i n d n n g derKriseunmöglich. Internationale Privatisierung. Französisch-internationale Elektrizitäts-Gründung Das sranzüsische Kapital sucht trotz der wirtschaftlichen und politischen Spannungen nach Wegen, die einen nutzbringenden Kapitalexport ermöglichen. Der Reihe verschiedenen internationaler Bank- und Handeisgründungen schließt sich jetzt die L'Hydro- Energie(„Wasserkraft") mit einem Aktienkapital von zunächst 100 Millionen Franken an. Interessant ist die bunte Liste der Gründer. In erster Linie sind es französische Banken, unter ihnen die Union Parisienne, eine der mächtigsten fran- zöfischen Großbanken, serner zwei schweizerische Gesellschaften: die Basler Handelsbank und M o t o r- C o l u m b u s A.- G. Di« letztgenannte Gesellschaft ist«ine internationale Finanzierungs- gesellschaft mit zahlreichen Tochtergesellschaften in Europa und Latein- amerika und steht in allerengster Vcrbindung mit dem schweizerischen Brown-Boveri-Konzern, der eines der wichtigsten Elektro- unternehmen darstellt und in fast allen wichtigen Ländern Europas Tochtergesellschaften besitzt. Die Basler Handelsbank steht der ame- rikamfchen Finanzierungsgesellschaft Harris-Forbcs u. Ei». sehr nahe, die bekanntlich aus dem Wege über Tochtergesellschaften an französischen, luxemburgischen und deutschen Elettrizitätsgesellschaften beteiligt ist(u. a. den Beremigten Elektrizitätswerken Westfalen). Außerdem ist auch die United States Overscas Corp. Zucker nährt— und ist billig! W 1T; [Vi HWIb Nran tJ I WMnMAl HeMhenlce PcrSisten-Teppiche qes.aescn.reineWoliemi» HaidfronseujetreueCopien von Derser-TeppicNen CO. Wo ILl M. issj* LtX. issr «8. 2jv 360 fem AM mm Steppdecken Satin Ho chqlom m. Halb* wolcküiiuna TQO co.135x200jew T. lOjnstsqidG.Sotin Cüci:- seite, Ziersricn ACSO ca 150x200 jet2k lZfu □ounendecKe.Hunitteld. Camas» Eückseirp.sestErPou ncnjotin m-Nahfdicnhjno/ f" uttopfleisit iii OK 19 Tischdecken Hokelt.Persermusrer MWMZ«) Oivarpückwände MonoirolOscn ran hervorr. Ouol. jebtQ. öcrdm enstoffe Halbstores Meienwore Divandecken WtSur.r�elmäSiqkeiten Ut. R» jetir etsedecken reine Wolle, m. BancMOJO einfoaunq,ca130« 1» j£w Sehl af decken fi90 Ca. 140 X iQO jetzt V. Boucle-TeDPiche moderne JocQuordmuifer afMr CO1« no 200• 240/ /- je??» IV/. is'z» im L.. aM'<%Lcam '■ilit OL. isa! 300 400 iera Lau 7"e rTFoTTo Boi;c.e,r.od"'.r,neSct>o're:ijrre*sn, reines Uaoraarn «i.OScm. tILt»-».90cm. ea.12. dr». nm 1 03 Brr. Mir. k/d Brt Mtr. jerzr L,, jeizr»y. jeirt.__ Jacauord-BoüCle.modemo Muster caeflcm.-"IOC ea90em TOS calJOciar-df Brt. M»t V«/ brl. Mir. brt. Mt».>3$ )*& sj. letz*- sJ. jenr 7� m 3Z-ti4& i69.- ?<45 :t-a Vollvoile.indanthren oearucnrcolifu/v ör »aOcnort jetttKrUpP Crefonne, heickarDicj indontnren />Qr «BOcin ört le»«t U�/O Kunstsei de, bed ruckt föltö oiUerhjli m.hand auf 6,34 Mill. Mark, während Steuern und soziale Lasten von 0,53 auf 0,50 Mill. Mark gesunken sind. Trotz erhöhter Ab- schreibungen von fast 370 090 Mark ist der ausgewiesene Rein- gewinn mit fast 300 000 M. weit mehr als doppelt so hoch wie das vorjährige Ergebnis. Die Gesellschaft, die im vergangenen Jahr dividendenlos blieb, nimmt diesmal die Zahlung von Aktionär- gewinnen in Höhe von 5 Proz. wieder auf. Ueber die Preisrevolutionen auf dem Rohstossmarkt sagt der Vorstandsbericht, dah die W o l l p r e i s« auf ein Niveau sanken, das heute etwa 20 Proz. unter dem Durchschnitt der letzten fünf Friedensjahre liegt. Angesichts dieser Preissenkungen für Rohwolle scheint entgegen den Behauptungen der Unternehmer der Preisabbau für Wollstoffe und fertige Kleidung längst noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft zu haben. Im Frühjahr 1930 machte sich infolge der übertriebenen Zurück- Haltung der Verbraucher und des Handels eine kräftige, im Durch- schnitt etwa lOprozentige Belebung des Wollgeschästs fühlbar. Auch die Aussichten für das kommende Geschäftsjahr sind nach dem Berwaltungsbericht nicht ungünstig anzusehen. Die Betriebe, die bei Abschluß de» Geschäftsjahres 1929/30 voll b«- f ch ä f t i g t waren, könnten auch in Zukunft infolge des gesteigerten Bedarfes auf gleichmäßige Arbeit rechnen. Infolge der getroffenen Ersparnismatznahmen und der Rationalisierung— was wohl heißen soll, infolge sinkenden L o h n a n t e i l s— hat sich die Renta- bilität des Unternehmens allgemein gehoben. Zniernaiionales GiahlkarteN verlängert Die internationale Rohstahlgemeinschaft hat auf chrer Pariser Sitzung beschlossen, den Kartellvertrag vorläufig bi» zum 30. Juni nächsten Jahres zu verlängern. Die Drosselung der Stahlerzeugung wird für das erste Vierteljahr 1931 aus 30 Proz. gegen 25 Proz. bisher erhöht. Das zugleich in Paris tagende Internationale Schienenkartell hat beschlosten, vorläufig keine Preisermäßi- gungen vorzunehmen. Es scheint also den internationalen Eisen- kartellen itnmxr noch zu gut zu gehen. V oTk s e mlcomm e ix epfaüt dupeK Kmkommens teuer In Hillxon en"Hark •••• EinlcommeTi- steuerstufen: S übe? 50 OOOM. I JS 000-50 000 M i 12000-25000, i«t 000-12000 ,, I 1 800- HOOO„ i bis l&OO„ Gesarv-tttlraCe äe? Emkommensteuei* 1800.6 2.95.-. 2212.6 MÜLM. DeulscMand fbankreicK Ver.Si.v.NrAmerika 6 4.9. Ml.o lÄO.o Mill.Emw. Konsum im November. 200000 Zamtliea organ sielt/ Krise drückt den Llmsoh. Im Novmber hat die Mitgllederzahl der Berliner Konsumgenossenschaft das zweite Hunderttausend überschritten: es wurden 2371 Neuaufnahmen vollzogen, womit«in Mitglieder- standoon201937 erreicht ist. Mit der Zahl der angeschlossenen Haushaltungen steht die Berliner Berbraucherorganisaiion weitaus an der Spitz« aller deutschen Konsumentenvereinigungen: eine höhere Mitglicderzahl weist nur noch— außerhalb Deutschlands— der Londoner Konsumverein auf. Im Umsatz ergibt sich erstmalig seit 1927 ein Rückgang. Der Novenrberumsatz betrug 6 627 071,36 Mark: gegen- über dem gleichen Monat des Vorjahretj ist«ine Umsatzminde- r u n g um 647 519,23 M.— 8,9 Proz. eingetreten. Diese Erscheinung ist auf drei U r s a ch« n zurückzuführen: Der November 1930 hatte einmal nur 24 Verkaufstag«, während der November des vorigen Jahres 25 Verkaufstage hatte: der als Verkaufstag wichtige fehlende Freitag bedeutet allein einen Umsatzausfall von 5 Proz. Zweitens wirkte die versthärjende Wirtschaftskrise umsatzhennnend und führte zu einer starten Schwächung der Kaufkraft vieler Mit- glieder: Lohnsenkungen in verschiedenen Berufszwcigen kamen hinzu. Drittens erfolgte für eine erhebliche Zahl von Warengattungen Preis- senkungen, wodurch naturgemäß die Umsatzhöhe sinkt. Trotz aller wirtschafllichen Hemmungen hat sich indes der Mengenumsatz nicht vermindert, sondern gesteigert. Beachtlich ist, daß der Umsatz der Fleischabgabe stellen sich auch wert- mäßig zu erhöhen permochte, und zwar um 17 7 Proz. Die Entwicklung der konsumgenossenschaftluhen Sparkasse hat durch die schwieriger gewordenen Wirtschaftsverhältnisse noch keine Beeinträchtigung erfahren. Die Einlagen haben sich um mehr als eins halbe Million Mark, um 664 881 Mark erhöht; der Emlagenb estand bezifferte sich am Ende des Monats auf 48 427 426 Mark. Sicher handelt es sich hier schon um echte Notersxar- nisse, die gemacht werden. Im Laufe des Monats kamen 3 Fleischabgab« stellen (Berlin NO, Elbinger Straße 47: Berlin SO. Wrangelstraße 40; Bohnsdorf, Bahnhofstraße 53e) zur Eröffnung. Die Arbeitslosigkeit in Oesterreich. Die Zahl der unterstützten Arbeitslosen in Oesterreich ist in der zweiten Novemb«hälft« mit rund 23 000 auf 237 821 gestiegen. im Verlag Der SUcherkreis G.m.b.H. Berlin SW 61/ Belle-Alliance-Plate 7 Das Meldsnepos der unbekannren Mutier Josef Maria Frank Das Laben dar Marie SzameiSat Ein Frauenroman S32 Selten, Ganzleinen, Prel» nur RM. 4.80 (für Mitgliocier Sonderpreis) .In dieser Zeit, v/o die wachsende Nor von Frauen und Müttern durch Gleichgültigkeit oderAusweichon noch Immer verlängert wird, Ist dies Zeugnis für die .unbekannte Mutter- eine Tat der Mensch« lichkeil und des Mules, der ich vollste Wirkung wünsche, auch um Ihres dichterischen Wertes willen.- Anna Siemsen Eine scharfe Anklage gegen den § 2,t — aber kein Tendenzroman, sondern ein ehrliches, reines und schänos Kunstwerk Ver'ag Der Bücherkreis G.m.b.H. Berlin SW6 1, Belle-Aliiance-PIaU 7 Farbenprack und mollige Weichheit Persil verdient es, daß Sie sich von seiner unvergleichlichen Eignung für die WoIU wasche überzeugen. Der milde Persilschaum ist das rechte Reinigungsbad für alles, was Wolle heißt. Kurzes Waschen in einfacher kalter Lauge und richtiges Trocknen-damit ist es getan! Durch wiederholtes Einrollen in saugfähige weiße Tücher wird das gewaschene und gespülte Stück von der anhaftenden Nässe befreit und zum Schluß, in Form gezogen, auf tuchbedecktem Tisch zum Trocknen ausgebreiter. Innenteile und Ärmel legt man bei farbigen Sachen weißen lüchern oder Seidenpapier aus. Direkte Hitze und Ofennähe meiden! Kennen Sie schon das jüngste Erzeugnis der Persil werke:© HenkeksAufwasdi� Spül- und Reinigungsmittel? Keiner kauft Puppen. Thermometer der Not: statt Puppenfabrikant� bloh Puppendoktor. Allgemeine Wetterlage. „Wie in diesem Jahre das Puppengeschäft geht fragen Sie mich? O, dies« Frage ist sehr rasch beantwortet: gar nicht!„meint mit wehmütigem Lächeln der freundlich« alte Herr, Inhaber einer der größten Berliner Puppenfabriken in der Schönhauser Allee/' „In früheren Jahren— das letzt« Jahr war schon fast genau so schlecht wie dieses— stand um diese Zeit mein Laden tagtäglich voll von Käufern; und heute? Nicht ein einziger ist da!" Do harrt eine Riesenauswahl schöner und schönster Puppenkinder, vom Bade- püppchen bis zum Riesenbaby mit drehbaren Schelmenaugen und seidigen Wimpern, kühn geschwungenen Augenbrauen und flotten Bubenköpschen derer, die da kommen sollen. Geliebtost von un- zähligen Kinderaugen, gierig befühlt vom verlangenden Kinder- Händchen, wehmütigst gestreift vom traurigen Blick der Mutter, die ihrem Kind auch den alicrbescheidensten Wunsch verjagen mutz... Gekauft werden höchstens ganz kleine, billige Puppen bis zum Höchstbetrag« von einem Taler, und auch das noch oft auf „Stottern". Der«-Operaiionsraum� „Unsere ganze Arbeit besteht in Reparaturen" erzählt der Meister aus dem Weg« in die Werkstatt, die einem Anatomiesaal gleicht. Hunderte von Patienten werden täglich eingeliefert, zum Teil von den Kunden selbst, zum Teil auch von«Geschäften. Da liegen kartonweise ausgerissenen« Aermchen und Beinchen neben neuem Material, dort Rümpfe und in einem anderen Regal „rollen die 5iöpse". Und was für schwere Leiden müssen da kuriert werden! So ein kleiner Schädelbruch gehört zu den allerhäusigstcn Erscheinungen, daneb«n Brüche ein- zelner oder auch aller Gliedmatzen. Dann wieder haben jugendliche Vandalen das Puppenkind skalpiert und der Doktor mutz eben neue Haare wachsen lassen Diese oft recht komplizierte» Arbeiten er- fordern ein autzerordentlich geschicktes Arbeitspersdnal und die Aus- bildung einer solchen Arbeiterin dauert zumindest ein Jahr. Einem kalten und herzlosen Chirurgen gleich sitzt sie an ihrem Operations- tisch, in der Mitte brodelt unentwegt der kochende Leimtopf, die Unioersalmedizin für alle Krankheiten, und schneidet mit rauher, ober geübter Hand die Gliedmaßen vom Rumpf; als es an die Bein- amputation geht, da fällt auch der Kops; der ist näm- lich bei den Puppen mit den Beinen engstens verbunden. Eben nimmt die Arbeiterin eine Transplantation der Schädel- decke vor, wobei siel) dem Beschauer in der Mitte des Köpfchens ein kleines Löchlcin präsentiert, durch das die Strippe nach unten geht! Zwei flott« Pürselstrichc mit dem kochendheißen Universal- mittel, und die Operation ist auch schon wieder erledigt, der Schädel hit sich geschlossen. Zwei weitere Pinselstriche und ein prächtiger Haarwald schmückt den kleinen Kahlkopf. Ani schwierigsten sind Augenoperationen, das heißt das Einsetzen von Augen, das nur die Tochter des Fabrikanten selbst in jahrelanger mühevollster Arbeit «lernt hat. Bekanntlich werden im Städtchen Lauscha v.i Thüringen die Puppenaugen für die gesamte Puppensabrikatioa über- Haupt hergestellt und dort auch von geübten Arbeitskräften in die Köpfe eingesetzt. Und was gibt es bei den Puppen oft für uralt« Traditions- geschichten? Da vererbt sich wirklich s«hr häusig die Puppe durch drei und noch niehr Generationen. Und der Meister erzählt, das; vor wenigen Tagen seine erste Puppe, die er vor 4S Jahren verkaufte, als er in einer kleinen Dachkammer im Norden Berlins mit fünf Puppen den Handel eröffnete, von der Grotzinutter zur Reparatur gebracht wurde: als Weihnachtsgeschenk für das Enkel- lind. Natürlich ist diese Puppenmatrone inzwischen sehr unanschü- lich geworden, aber nun soll er, der Not der Zelt gehorchend und auch aus alter Anhänglichkeit an das Spielzeug, eine durchgreifende „Verjüngungskur" mit der alten Dame vornehmen. Der Reparatur- betrieb ist ungemein lebhaft. Hunderte von kranken Puppen kommen pro Tag, viele Tausende sind es in der Saison. Aus allen Stadt- gegenden, fast noch mehr aus dem Westen als aus dem Norden, iverden die Puppen hier zu dem altbewährten Heilkundigen ge- bracht. Je nach der Art der Reparatur kömisn pro Tag zehn bis zwanzig Puppen gearbeitet werden.„Der Verdienst ist recht schmal dabei", erzählt der Fabrikant, dabei mutz man noch 1l> Prozent Schaden aus zerbrochenes Material berechnen, das sich vuch bei der größten Vorsicht nicht vermeiden lätzt. Man tut es hauptsächlich. um keine Angestellten entlassen zu müssen." Die Puppenfabrikation geht vom Februar bis Oktober; da werden von den Sptelzeugzentren in Thüringen die einzelnen Be- standteil« geliefert: krumme Babybeiachen für Sitzpuppcn. gcrad« Elledmahen für Geh- und Stehpüppchen. lange, steise, sogenannte „S t ö ck e r b c i n e" für die billigeren Puppen, Perücken in allen möglichen Farben aus seidig glänzendem Mohaire(Angoraziegen- Haar). In, übrigen wird es die Puppenmütter vielleicht äntercssierei, zu erfahren, daß der Bubikopf in, Augenblick s>aseö ist und daß jetzt stark Zopffrisuren, sogenannte„Defreggcr-Figuren" mit reichem Zopfsch,mick Mode sind. Aus einer alten Pappschachtel fördert der Meister den Oberleib einer verlassenen Sechzigjährigen zutage, ein ganz primitiv ausgeführtes Puppenkind mit gemalten Augen und Haaren. Sieht man dagegen die neueste Errungen- schast am Puppenmarkt, die Porzellanitpuppe mit wandernde!, Tchelmcnaugen, eigenem beweglichen Züngclein in einem ungemein natürlich wirkenden Äindergcsicht, so sieht man, was Mode und Fortschritt de, der Puppenerzeugung heißt. Der letzte Maikäfer im Jahr! Der Redaktion wurde von einem Vorwärtsleser ein M a i k ä s e r gebracht, der in einem Schächtclchen munter umherkrabbelte— jedenfalls der letzte in diesem Jahr. Der Sechssüßler, der im Dezember das schützende Erdreich verlassen hat, wurde auf dem Zentral- friedhof in Friedrichsfelde gesunden. Bielleicht läßt das Erscheinen des für die Jahreszeit so ungewohnten Gastes auf einen milden Winter schließen. Billiger Sonutag im Ivo. Am heutigen Sonntag, dem 7. d. M., beträgr das Eintrittsgeld in den Zoologischen Garten nur SO Pf. für Erwachsene und SS Pf. für Kinder. Dieselbe Ermäßigung gilt auch für das Aouarium. Von 4 Uhr nachmittags ab WMtarkonzect unter Leitung des Musikdirektors Dippel. 6.0*2. 4930, abfis. ©wolkenlos,® heiwe, 9 halb bedeckt a wolkig,* bedeckt* RegegoGraupeln !S*ne4SNefcei,'PGewinBC<§)Winds,il!e Auch am Sannabend herrschte in Deutschland ruhiges und oröhtentells trockenes Wetter. Nur in der südlichen Hälfte des Reiches' kam es stellenweise zu leichten Schneefälle,,. Die Temperaturen lagen meist etwas über Null.— Ueber Süd-, Mittel- und vor allem Westeuropa geht jetzt ollgemein Druckfall vor sich. Dadurch werden wir alljährlich immer mehr in den Wirkungs- bcreich der bei Island besiiidlichen Depression gelangen. Da jedoch diese Borgänge ziemlich langsam ablaufen, so dürfte sich am Sonn- lag noch keine wesentliche Wetteränderung bemerkbar machen. * AZelteraussichlen für Berlin: Stark bewölkt bis trübe, nur ga- ringe Niederschläge, schwache Lustbewegung, Temperaturen meist einige Grade über Null.—(für Deutschland: Ueberall ruhiges und ziemlich trübes Wetter, strichweise leichte Ztlederschiäge, Temperaturen im ganzen ein wenig höher. Itrt SOJchtvn in fazt o/t nordd fipothekco. a Man Henbnge im m&d*bi*nizJu,U. ScMtmnv fJnger. Hrzinkh+ifsbi/d Gutarhton profi* durch h. h»v/e r Bmri/n Sw CO A/0xor>cirin*nof*29o BiUige* als t Krankensebein* 7 la schwarz I Chsvreau, mit echt Eldechsa Eigenes Fabrikat Eigenes Fabrikat Theater, Lichtspiele usw. PtÄ�A ragt, s i. eis Sonnt. 2, 5 u. 8* Alex. E 4 8066 I Vorstellung 80 Pf. die 1 M. II. und III. Vorst. I bis 2 M, |Liliputaner*Revue Melier und Wagner 4 Rastelli*« usw. W'n�r * Garten- 81 liatr. 2813. Ranttttn»teiL Alex Hyd« u. s. 12 Musicol-ladie» Fischer- Koppe, WiMi Schoeffers Grete Weiser, Erich Wolff 4 Karrey». Corr's und Betty usw. R tute 2 vorstenangen 4 und 8» Uhr. 4 Uhr kleine Pr. Volltsbttline Theater an Bülavulali. 3 und 8 Uhr Die matrosen von cattaro ilaatl.Sdiiller-T!i. 8 Uhr Nora Theater am SUtiiibauerüanmi S>!t Uhr Die Quadratur des Kreises WM IW 8 Uhr Elisabeth von England von Fem Bnu&nn Regia; Heinz Ritgert Berliner inkTriO N SB k 0 1 1 B. Lahnstr. 74/75.1 TdeaterlWesteDS Täglich 8Vi Sensationeller Operdlenct f olg 1 Viktoria undihrHusar Hammerspiele 8% Uhr Der Diener zweier Herren von Carlo Goldoni Regie; Mai Reindanlt Die Komödie 8Vi Uhr Der Schwierige sog Hgjo m Hofmaocif�a'. egie: Mai Reindanlt. Erich Wilda. Hans Rosa Edgar Kanlsch Heute u. jeden Sonntag 3 mal: S», 5«, 9 Uhr in dem Dr e 1-E 1■ ak t e r- A be nd im ROSE-THEATER G-roBe Framlcfnrter Straß« 133 Billettkasse: Alex. 3422 und 3494 Wochentags 8«, Sonnabends 7 und lß«ühr Der Drei-Elaakter-Abend .(Diener zweier Herren" „Die schöne Galathee" und„Erster Klasse" Morsen. Montag, nachm. 5® Bbr „KU KULI" Mittwoch 5 ühr und Sonnabend 4« Uhr „Bastelhans und Quasselgrete" Weihnacbtsmärchen von Vicky Baum Freitag 5 Uhr:„Peterchena Mondfahrt* Unser Weihnachtsprosrramm: 1. nud 2. Feiertas: 3 ühr: Zum letzten Male „Familie Bannetnann« 5« Uhr. Zum letzten Male„Kakall** 9 ühr;„Die Dollarprinzessin** 3. Feiertag: 4« ü.:„Bastcllians u. �Hasselgrrate** 7 n, 1018 Uhr:„Die Dollarprinsesaln** Oer Vorverkauf wird morgen eröffnet. Deutsches Kflnsller-Theai. Barbar. 3937. Rv.Dlu S'U Uhr: Zum goldenen Anker mit KBide Don« Mitt„ So. Stg. t ühr Etnilo dieDetektiTe von M 0-50 an Renaissance- Theater Steinplatz 6780. S'/t Uhr Sognfg. 3.31!(halbe Pr.) VoruatersüiliDDo von Max Alsberg und O E. Hesse I M-Tiieatei Täglich 8% Uh i Der graBe lustspielerfolg! Max Adalben in Der mann.der schwelg! CUteSänger Kottbusser Str. 6 F. 8. Oberb. 6070 Tägl.•'/« U� auch Sonntag und 3. Feiertag S'a Uhr Wei nadtlr glodten i öisr Berlin Drodes Weltinafflls- testsplel T.igesk. 11-2, ilm>!k. ab 6 mitßoldrand und pracWigläitigen moastreublöinch [Auch bis rionatsrate baddaht leipziger StrJOTH KaufeDohne AnzahlungietZt lahlen erste Kate Anfang Janüjf Scholz, CtlOlZ, StGUmdlach. VOX'HAUS PoisdamerStr? A dicht a Potsdamerpi. Kofferapparate ss.. 48.- 38.- 24.so 17.30 12.50 9,75 Schrankapparate 110.- 98.- 79.- 74.- 62.-S6.-42.- Kombinierte Radio- u. Schallplattengeräte 150a-an 2 und 2,{2-2inimer-Wohnungen mit Zentralheizung und Warmwassenrersorgung Reiiiidfsodori-üsl Pankawer Allee, KilileweiDSlraBe Auskunft: Verwalter Hersel, Isaistr 77, Tel.: Reinickendorf 3085 Außerdem einige l,|2,2,2,|2ü.3,|2-Z.-Wohnunien n ort in Nil Grelistr 50 a, I.(Bahnhof Uorllfl JlU Ji), WeiBensee) FUssel RemickeDdorf-Ost, sSstraBc 43 PN Pankow,™dtrger 51,368 4'''• Adlershof, S[äzcn5tr3ße ,20," Wohnungshaagesellschaft Eintraclit Potsdamer Slrafjc III. Karfürst 3814—'817 Wintersport und a.". SP- E�.-- Cieiieri£!S.::Ji-- sciehsr�.__- ,, _— r— rr�süiü�'- -ßo'telöabo. . 600 m sv. v-, , tanwr Pnühürmonle 71/2 Uhr: KONZERT Id.Fhilliarmon.Orch. ] Dir. Prof. J. Prüwcr Eintritt I M. in Monatsraten zu Weihnachts- Sonderpreisen Stragula.. QE Spezial Wollperser C U T S C H E: 8.- 28- 50.- R I E N T I Anatol Yastik..... M 19.- Beloudjistan Ya...... 25- Anatol©obet.... M 34,- isi"-g Bcloudjistan...... 50.- MONA.S- Noeti nie so billigt ghTtN oimhneVS: MMwMbb Neues Theater am Zoo— ümBaimUoo. StgLDSJi Täglich 8'/. Uhr Idi belrUOdidi nur ans Liebe mit EmmüSlum als Hast. Mitiwoch und Sonnabend 4 Uhr Sonntag 3 Uhr Knedit Rugpredits Fahrt ins Mantalnni Baruowsky- Bahnen Theutcr in dci Stresemanosii. Täglich 8'/» Uhr wie es euch gelallt mit; Elisabeth Beigner. Komödienhaus laglicli Wt Uhr u. Sonntag nadim. 4 Uhr Konto 3C Theater am SthillDaucrdamm Täglich 8»/« Uhi Die Quadratur des Kreises Komödie v. Katajew mit: Rcrder, lenja, Hoh- maan, hrre. Liegen� URANIA Freitag, den 12. Dezember abends SVi Uhr im Ungenbei-tiiitm- Rjus, liisfiKtr. 5B-59 Dr. med. |N. Kaufmann: „FUrareise ßurüi den MensdteS' Mme." Rose- Theater fir.FrankfarlcrSir.132 Tel. Alex 3422 u. 3494 2.3>. 5.45 und 9 Uhr Der Diener zweierHerren Die schöne Galalhee Erster Klasse lustspieinaus Kurt Götz Täglich SV. Uhr HOHUSPOÜÜS Kleines Theai. Täglich 8'fe Uhr: DorgroßoErfolg Meine Sdtvester und idi Muf'k v. Benatzky. Pisuatof-Blilifle (Wallner- Theater) Alex. 4592-93. 8V« Täglich 8 V. Mond von links Preise 0 50-6 00 M. MWöilhssmr Täglich 8V. Uhr schön ist die Well Operette von Lehär Buhard Tauber, UittaMpar, _ Sdiiliiendiirl._ Komiscne op&r 8V, Uhr Otilc Snrö i.!c uargy in „Deml-Hoads" von Dumas fils Auch Sonn'ag DemHtonüe ♦"4 üb, CAS1NÜ-THEATER» � _ Lothringer Strahc 37 Neu! Neni Der Keufehe ishemann Oos« das grobe Festprogramm Für die Lesgr;- Qutschein 1—4 Pers. Fäuteuil 1.25 M Sessel f ,75 M.— Sonstiee Preise Rang oo, Parkeu 75 Ptg. m ptn Rosdl.' ■Zu vermieten:■ Aach ss UortrhairatÄ� ohno Wohonngsscheia Gehag- Wohnungen 1. AfA-hOf, Treptow am Plintenrald 2 und r.'j Zimmer Bad, Balkon evtl. Garten Auskunft: Cdpenicker Lands traB« 148, am Zentrsl- waschhans, täglich, anch Sonntags, von 10—5 Uhr 2. 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Der Zelt enf sprechend sind, trotz des J riesigen Andranges. Ä E 0 cr- z die Uassenpreiso um jSatjP /U mä&sifrt. ►o s>Ees£001. Geb. 8-12, TeilzaMong gestattet. aTflfjl. 2 Verst.— TahUsiccnuauiRi 6S>.B I Jracnm. 49, Uhr: SOPtg.— 1.50 I LaDenas 8-', Uhr 30 Mg.— 3.- Kk. I Ii Sonntags3V3rst.:21l2l5u.$,i2 |L)ic Presse einslimm z: u. i.«I' seheMwerteß ProflfgBUB. jittiner sollte es venatmeal Jeden Rachmlt.sg das teliebie jOratlspon reiten tBr unsere KinineB. Reichshallen-Theater UllabMiUidi Q] imil SMiitjg, natiim. steitiner Singer fa �eplla vor 6entfiii)M Unit i!ai amferB graäe Pragramra! Nachm. halbe Preise! Oönhoft- Brettl: Das gro£e Var iefäprotframm! Tanz. (CADAM LEIPZIGER STR. ECKE FRIEDRICHSTR. Unserer Heutigen ctnbtaufla e liegt ew Prespelt der Flrum A. Wcrtbeim. Berlta, bete„Fftr den Wrihoechi»tf«t>- bei. woraus wir unsere Leser besonder« hlnoeiic«. Nr. 573* 47. Iabrgang 3. Beilage des Vorwärts Sonniag, 7. Dezember 4930 IT) aliher Appell: SächfflcheAdvenlssteil Oer Weihnachtsmann. D«r liewe, guyd« Weichnachdsmann kam durch den finsdern Wald gegangen. Er hat so große Schdiefel an und einen Follbart umgehangen. Jetzt duhn'n nu de Beene weh. well er in Schnee zu schdolnen hadde. Doch iss dos ä besonderer Schnee, er siehlt sich an wie Christboomwadde. De Kinder sinn gans osfgerügt. Da solln se nu de Wcchrheet sagen unn braun sichs nich. Ihr Herze schlägt. Der schdellt so wißbegier'ge Fragen. Unn was der olles son'n weeß! Wer denn das bloß gesagt Hamm kennde? Den Kindern werds gans schwiel unn heeß. War bloß die Sache erscht zu Endel Se gucken ihre Mamma an. Die sagt: Jawohl, das iss de Schdrafe. Se hädd, sagt se zum Weihnachdsmann, bloß garschdje Kinder, anschdadd brave. Nu wern se ausgeschimft fon denn. Doch dabei iss das Sonderbare: die Schdimmc missen se doch kenn'. Wahrscheinlich noch son forjen Jahre. Den Kindern, bei der Quengelei, kann hecchdens eens als Drost behagen: Dr Babba, der iss nich drbei. Das Hecht na ja, ich will nischt sagen. Lhr Weihnachten. Frein sie sich off Wcihnachden? Was heeßt, osf Weihnachden frein. Meine Feierdahche sinn schon jetzt. Wenn andern ihre sinn, da sinn meine frbei. Da missen sie awr ne komische Zeiteindeilung Hamm. Drwegen deselwe wie sie. Awr mei Wechnochden, das iss allemal schon in dr Adscndszeit. Das iss de eensj« Zeit in gansen Jahr, wo ich mal richdje Freede an mein Kindern habb. Da schbieln se so scheen, unn da sällt kee unrechdes Werdchen, unn schdunden- lang sitzen se da unn machen Schderne aus bunden Babbier, unn Kedden srn Ehristbovm. Unn de Mädeln schdricken Vubbenschrimbeln unn nähn Bubbenkleedeln. Unn ihre Schularweiden machen ie so ordentlich, weil se Angst Hamm, sonst kriegen sc nischt zu Weih- nachden. Unn osm Schulweg machen se keene Dummheeden, unn sogar de Schuhe butzen sc sich ab, eh sc in de Schduhwe komm. Das machen sc sonst' 5 gattse' Jahr nich. �Awr da mißdes doch dr Frtrrdrchche erscht" recht"schern sinn bei ihn. Nee, de Feierdahche, da iss das alles frbei. Da Hamm de Jung »ich sofiel gekriegt, wie se sich eingebildt hadden, unn duhn dumm. Oder sc Hamm ihre Bicher, die se gekriegt Hamm, glei dn Heilgen Ahmd ousgeschword, unn nachher wissen se nich mehr, wasse machen solln. Unn de Mädeln, die Hamm kee Jndresse mehr sr ihre Bubben, sondern Hamm bloß noch de Fresserei in Kobbe. Unn weil de Jung nich wissen, wie se sich de Zeit srdreim solln. da fressen se mit. Unn eh mr sichs srsieht, da Hamm se sich alle midnonder dn Magen srdorm. Unn wenn de Frwandten zu Besuch komm, da liegen se in Bedde unn heiln, weiln dr Bauch weh duhi. Kann denn da unser- ecns enne Freede Hamm? Da däht ichn das doch an ihrer Schdelle jrbieden. Was dn? Dassc heiln, wenn'» dr Bauch weh duht? Nce, dassc sich iewrfressen. Unn daß die Jung ihre Bicher glci dn erschden Ahmd ausschwarden. Wie sollch denn das machen? Ich kann doch die Bicher nich ausenander rubben unn kannsn bloß nach unn nach gähm. Oder sollch fielleicht die Christboombiskwids mit Schdacheldraht nan- binden? Ne«. Awr hängse doch bloß Glasberln nan, unn Silwer- schderne. Da macht mei Mann nich mit. Das habb ich doch schon ä baar- mal machen wolln. Awr da hat der geschimft. Der iss nämlich s grade Gegendeil fon mir. Der sagt: Kinder sinn Kinder,— unn wenn de Kinder zu Weihnachden keen srdormnen Magen Hamm, da isses garnich wie Weihnachden. Unn außerdem, wenn die srschiednen Onkels und Danben komm, unn de Kinder liegen In Bedde, da. kenn die Männer wenigsdens ihrn Schkaht schbieln. Dadrum isses denn nämlich haubdsächlich zu duhn... Der Leuchter Louis quinze. Ach, heern se! Gehns« mr weg mit Weihnachden! Die Schenkerei habb ich bald sadd. Dies Jahr habb ich wieder fr swbzj Mark Weih- nachdsgeschenke koosen missen. Unn da bin ich noch nich mal serds mit Koosen. Da sinn s« scheene dumm. Machen ses doch wie ich! Wie denn? Ich kann doch das Zeich nich mausen. Nee, awr so deier zu bezahln brauchen ses ooch nich. Ich habb wahrscheinlich genau sosiel Leide zu beschenken wie sie. Awr da lcs ich sor Weihnachden immer die Annongsen in dr Zeidung, wo Kon- kurs-Auktian iss, odr Frschdeigerung wegen Aufgawe de« Geschäsds — da kammer nämlich de breiswerdesden Sachen erschdchn. Awr das merken die doch, daß das alde Gegenschdände sinn. Wenn sie da meintwegen enne Blumkribbe koosen unn se iss schon bisse! sr'rost, da kenns« doch keen Schdaat drmit machen. Oder schdreichen sie die srisch an, dassc aussieht wie nei? Nee, in Gegendcil. Da kratz ich heechsdens noch mehr Forme ab. Unn dan, sag ich, da« war ä seldues, alderdicmliches Schdick. ivo jedes Museum schdols droff war, unn da denken die wunder wasse gekriegt Hamm. Zum Beischbiel jetzt zu Weihnachten Heiraden zwee'e aus meiner Frwandtschast, den schenk ich enn Leichdcr. Der hat mich enne Mark unn zwansj Fenge gekost, unn sieht nach wer weeß wassn aus. Der iss iewr unn iewr goldbrongsiert— das heeßt Luih kängse.' Awr geschriem werd das gans andersch, weil das näm- lich fransees'sch iss. Luih kängse? Das iss awr ä komischer Name sr enn Lcichder. Das iss wohl die Fabrik, wo der herschdammt? Ne«, das war ä Kernig. Der hat den Schdil erfunden, ähm das Goldbrongfierde. Drum sieht das doch so ftirschdlich aus. Uon der soll bloß enne Mark unn zwansj Fenge gekost Hamm? Jawohl, mit alln Zubeheer. Mit Lichdern unn so? Nee, das iss doch eener zum an de Decke häng. In Salong. Da geheern doch acht elekdrische Bern drzu. Unn die sinn alle drbei? Selbstfrschändlich. Unn die sinn ooch alle noch guhd? Unn brenn ooch alle noch? Nee, brenn duhn se nich mehr. Awr das sieht mr doch son außen nich. Da iss doch bloß innewendj dr Gliehfaden kabudd. Awr das merken die doch, wenn se den Leichder an de Leidung anschließen wolln. Das merken die nich. Den kenn die doch garnich achchließen. Den kenn die bloß hinhäng. Warum kenn dn die den nich anschließen? Weil die in Undermiede wohn, in enn gans alden Hause. Unn da gibbds keen«lekdrischen Schdrohm... Einmal und nicht wieder. Ru, was machen sie'n de Feierdahche? Das wissen mier noch nich. Mier wissen bis jetzt bloß, was mier n i ch machen. Unn zwar gans beschdimmt nich! So, was issen das? Das iss, daß mier nich wieder ins Forschdhaus gehn. Da warn mier nämlich sorjes Jahr. Sie kenn wohl'n Färschder? Nee. Awr das Forschdhaus meen ich doch garnich. Ich meen doch die Kneibe, die so heeßt. Wo immer Kinderfesde sinn. Ach so. Awr warum wolln si« dn da nich wieder hin? Weil der Wert ä guhder Bekannder son mein Mann iss. Das srschdeh ich ja nu nich. Da mißden sie doch erscht recht... Nee, ähm nich. Mier hadden uns forjes Jahr so droff gefreit, unn nachher Hamms« uns so komisch behandelt. Wo mier uns hibjch gemiehlich zum Kafsedrinken in dr Gasdschduhwe hingebaut hadden, da brauchden se osf eemal noch Blatz fr andre Gäsdc, unn da hat dr Wert zu mein Mann gesagt: Schorsch, mier kenn uns doch so guhd. Kommt, setzt eich in mei Brifadkondor! Nu missen se sich das mal forschdelln, was das fr ä Brifadkondor war. Das war filleicht srieher mal den ihr Badezimmer gewesen, so kleen war das. Awr s scheensde war, dasse nich mal genug Schdiehle hadden. Da hammse' ausn Garden enne jollgeschneide Bank reingeholt, wo mier nachher gans nasse Kleeder drfon gekriegt Hamm. Unn mei Mann unn dr Herwert, die mußden iewrhaubt off enner Holskisd« sitzen mit ihr» guhden Anziechen. Mier warn bloß froh, daß mier erscht noch iis unfern Kasse ausgedrunken hadden. Da wärnse doch hcemgegang! Ja, heemgegang! Mier warn doch noch zum Gänsebraden ein- geladen. Drum Hamm mier weider nischt gesagt. Awr gekriegt Hamme keen. Wo mr nämlich schon de Deller daschdehn hadden, unn s lies uns schon s Wasser in Maule zusamm—, da kam dr Wert vis eemal wieder, unn sagt genau dasselwe wie erscht: Schorsch, mier kenn uns doch so guhd..., awr ihr kennt doch ooch andermal bei mir Gänsebraden essen. Aehm Hamm nämlich andre Herrschasden welchen beschdellt, unn das sinn unsre letzden Borzjohn'. Duhsde milden Gesalln unn driddst zurick?... Nu, was wollden mier'n machen? Da sinn mier ähm zurichgedreden. Awr nausgehn duhn mier nich wieder bei die. Unn de Feierdahche glei garnich. Kenn sie uns das filleicht frdenken? Nu, sehnse. Da gehn mier doch liewer in ärjend ä fremdes Lokal, wo se een nich solche Zumudung' schdelln. Willy£ey: &röfche und Jimderkriegen Dos Kinderkriegen ist ein Thema, siber das man jetzt össern lich sprechen darf—, obwohl man auch die Meinung hört, daß dos nicht nötig sei, weil es ziemlich einfach zu fem pflegt. Was ein Frosch ist, das weiß auch jeder, und die meisten haben noch aus der Schule behalten, daß sie(die Frösche nämlich) zu den Amphibien gehören. Amphibium, das ist ein schönes griechisches Wort und heißt auf deutsch„Beidlcbiges". Also zu Lande und im Wasser. Im all- gemeinen geht das bei den Amphibien, die mit einem viel weniger bekannten deutschen Wort auch Lurche genannt werden können, schön der Reihe nach, erst Wasser, dann Land. Manche sparen sich das spätere Landleben und bleiben gleich im Wasser, andere lassen dos Wasserstadium ganz weg und kommen gleich mit landfertiger. Lunge zur Welt. Bei den Fröschen aber geht es ja im allgemeinen nach her Regel,—nur wird diese ab und zu doch unterbrochen und das dann in einer Weis«, die beweist, daß das Kinderkrigen oft doch recht mühselig und umständlich sein kan u Da ist zum Beispiel in Java der vielbesagtc Flugfrosch. Er lebt auf Bäumen und von Insekten, die aber meist fortfliegen, so daß er hinterherspringen muß. Um das zu verbessern, hat er die Schwimmhäute an seinen Zehen so sehr vergrößert, daß er beinahe fliegen kann, was ihm seinen Namen eingebracht hat. Wenigstens den europäischen, bei den Malayen heißt er nach seinem melo- dischen Rus« der„Ding-Dong". Wenn nun die. Paarungszeit heranrückt, dann ist dos Problem ein wenig schwierig. Der Frosch lebt aus Bäumen, die Kinder müssen ms Wasser. Nun gibt es zwar Frösche, die ihre Kaul- quappen in den kleinen Wasserbecken, die sich an den Ansatzstellen der riesigen Bananenblätter bilden, schwimmen lassen. Ini äußersten Rotfall könnte man auch die sleischfresienden Pflanzen noch mißbrauchen. Die Kannen der sogenannten Kannpslanze oder Nepenthes sind ja ziemlich bekannt. Wie groß« Blüten sehen sie aus und locken die Insekten an,— aber der Rand der Kanne(ein schräger Deckel hängt darüber, der verhindert, daß zuviel Regen, wasser oder große Halzstücke und ähnliches hineinfallen, bewegen tut er sich nicht, obwohl das manchmal behauptet wird) ist glatt, es geht mit einem Plumps ins Innere, und dort fällt das Insekt in einen scharfen Saft, der es bald verdaut. Wie aber der Bandwurm im Menschcndarm nicht verdaut wird, weil er pepsinsest ist, so gibt es auch Mückenlarven, die pepsinfest sind und sich in den Bäuchen solcher Mördcrkannen entwickeln, man könnte sich denken, daß Froschlarven das auch tun können,— die Natur hat es aber an- scheinend vergessen. Der Flugfrosch ist so in einer Zwickmühle, aber er findet sich hindurch. Die Methode ist hübsch und recht lehrreich. Beide Gatten sitzen bei der Begattung aufeinander, gleichzeitig mit dem Laich quillt der väterliche Segen darüber und fernerhin gleichzeitig stram- peln die vier Hinterpatschen im Takt in dem Cierschleim herum, der dadurch schnell zu einer Art Sahneklumpen wird und im Blatt- stengelgewirr festhält. Damit ist die Sache für die Alten abgetan, alles andere erfolgt selbsttätig, der. Schleim erhärtet außen und wird wieder zu Wasser innen, und so wird der Tümpel für die ersten Kaulquappentage geschaffen. In unserer Heimat gibt es so komplizierte Dinge ja nicht, wir haben mir die Geburtshelferkröte aufzuweisen, bei der das Männchen die Eierschnüre mit der Nachkonnnenschast einige Zeit mit sich herumschleppt, bis er sie irgendwo ins Wasser wirft. Wahr- scheinlich, weil die Anstrengung nur gering ist, nimmt er die Eier mehrerer Damen mit. Schlimmer ergeht es„Vätern" beim Nasenfrosch aus Süd- amerita, der darum erzwungenermaßen strengere Moralbegrisse hat und immer nur mit einem Froschfräulein anbändelt. Hier muß der Vater die Eier verschlucken, aber nicht in den Magen, sondern in einen besonderen Kehlsack. Je größer dann die innerlichen Kaulquappen werden, desto schlimmer wird ee. Schließlich müssen die Kinder ja ernährt werden. Möglich wäre e», wie beim Vogel- ei, daß von der Mutter eine genügende Nährstossmenge milge- liesert wird, es ist aber anders. Die Jungen drücken sich sest an die Haut des Kehlsackes, und es findet ein« Art Blutaustausch statt, der die Ernährung besorgt. Dabei werden die Kinderchen natürlich ständig größer, sie beginnen, dem Vater nun auch noch die Speiseröhre zuzudrücken, so daß eine Hungerkur ihren Ansang nimmt. Dos alle» wird natürlich mit der Zeit auch dem geduldigsten Frosch zu viel, eines Tages wird die ganze Gesellschaft der Reihe nach ausgespuckt und ein enormer Appetit entwickelt, denn der arme Frosch ist vollkommen abgemagert. An dem Beispiel des Flugsroschschaumklumpens haben wir ge- iichen, wie die Jungen gleichzeitig noch vor hungrigen Feinden geschützt werden. Den« Nasenfrosch gelingt das schon weniger gut, er kann ja im ganzen gefressen werden, wozu der Schaumkloß zu unappetitlich ist. Stoch weniger schutzkrüftig erscheint der Versuch des brasilianischen Schmiedes, der seinen Namen wie der Ding- Dong von seinem Ruf erhalten hat, der so klingt, als wenn man mit einem Hammer ein Eisenstück bearbeitet. Der Schmied baut seinen Kindern am Rande des Sumpfes einen kleinen Privattümpel. Ohne irgendwelche Zutaten, sondern lediglich mit dem Material, das der Sumpf liefert. Oder vielmehr, nicht der Schmied baut diesen Tümpel, sondern dte Echmiedin, er sitzt dabei huckepack auf ihrem Rücken und begutachtet wohl die Arbeit. Zum Schluß kommt der Laich in die mitternächtliche Schüssel. Bedeutend norstchliger in dieser Richtung sind die peruanischen Taischenfrösche, bei denen das Weibchen auf dem Rücken eine hinter- wärts offene Houttaschc trägt, in die das Männchen die Eier hinein- stopft. Di« Jungen wachsen darin heran— ob mit besonderer Er. nährung, das weiß man noch nicht— und dehnen die Tasche bis zum Kopfe aus. Wenn ein Deutscher das sieht, dann erinnert er sich unwillkürlich an den.Krieg, denn die Frösche sehen schließlich aus wie Männer mit Kohlrübensäcken. Aber schließlich geht die Pein zu Ende, der Sack verschwindet wieder und die Jungen auch, teils In der Natur, teils ini Magen besonderer Liebhaber, die ja schließlich auch zur Natur gehören. Nun gibt es natürlich noch«ine Mischung aus Flugfrosch, Taschcnfrosch und Nasensrosch, wenigstens, was die Brutpflege angeht. Das ist die Pipa oder Wabenkröte aus Surinam. Der Laichakt ist wie bei allen anderen Fröschen, dann streicht(Methode Taschen- frosch) das Männckten dem Weibchen die befruchteten Eier auf den Rücken, wo sie in kleine wabenartige Hauttaschen einsinken, die sogar von einem Deckel verschlossen werden. Dann werden die Jungen(Methode Nasenfrosch) ernährt, aber nicht direkt mit dem Blut, sondern(Methode Flugfrosch) mit einem weißen Schleim, der stark eiweißhaltig ist. Wenn dann die Zeit erfüllet ist, spazieren die Fröschlein hervor,— die ersten Beobachter, die es sali«», waren da- von so überrascht, daß sie den unglaublichen Fall verbuchten:„es gibt einen lebendigaebärenden Frosch und die Geburt erfolgt vom Rücken Herl"--- Man sieht also, die Frösche sind wirklich Amphibien,— und 'es ist nicht immer so cinsach, wenn man das Naturgesetz von der Erhaltung der Art befolgen muß... Erwachsene lernen schneller als Kinder. Die allgemein ver- breitete Ansicht, daß Kinder fremde Sprachen leichter und schneller lernen als Erwachsene, wird von dem Professor des Instituts für Erziehungswissenschaft an der amerikanischen Columbia-Universilät. Edward L. Thorndike, in das Reich der Fabel verwiesen. Er hat die Lernleistungen von Sprachen zwischen Gruppen van Kindern und van Erwachsenen verglichen.„Die gesundenen Tatsachen", er- klärt er,„stehen in striktem Gegensaft zu der allgemeinen Aus- fnssung. Schüler von i> bis 18 Jahren in einer guten Brivat- schule hatten die doppelte Menge von Unterricht wie«ine Gruppe von Leuten, die 3? Jahr« und darüber waren, und eigneten sich doch nur etwas mehr als die Hälfte von dem Sprachwissen an. das die Erwachsenen erwarben. Gruppen von noch jüngeren Schülern im Alter zwischen!) und 11 Jahren zeigen noch langsamere Ergeb- nisse, obwohl sie sich in einer Gruppe Kinder von ungewöhnlich hoher Fassungegabe befanden." Nach den Untersuchungen Thorndikes machen in allen Sprachtursen die Erwachsenen zwischen 2l1 und 40 Jahren viel rascher« Fortschritte als die Jugendlichen. Einbruch mit Affen. Der neueste Trick, dessen sich die New- Porter Einbrecher bedienen, ist die Verwendung von dressierten Affen. Sie benutzen die Tiere dazu, um durch enge Kamine oder andere kleine Oeffnungen durchzukriechen und dann ihren Herrn die Türen von innen zu össnen. Dieser Methode kam die Polizei bei einem Juweleuraub in Chikago auf die Spur. Man fand, daß der Zutritt zu einer Wohnung durch eine lo enge Ventilationsröhr« er- zwungen worden war, daß selbst der Körper eines kleinen Jungen nicht in Betracht kam. Man entdeckt« nun an der Oeffnung der Möhre Abdrücke von Affenpfoten und ähnliche Spuren auf dem Boden der Wohnung, die zur Hintertür führten. Der Affe hatte augenscheinlich dies« Tür von innen geöffnet, und den Einbrecher eintreien lassen. Seitdem sind noch verschiedene Einbrüche beobachtet worden, bei denen Affen zu diesem Zweck venvendet worden waren.« / SS- S)er Ter fl eheruugmmnn „Ungern widerspreche ich Ihnen, und ich kann Ihnen durchaus recht geben, wenn Sie sagen, daß die Welt nicht besser geworden sei und vermutlich auch nicht besser werden wird. Welchen Vorteil sollte die Welt übrigens davon haben, sich zu verbessern? Aber wenn Sie sagen, die Welt sei nicht klüger geworden, so muß ich pro- testieren. Mehr als das: ich muh Sie widerlegen. Und ich habe das Glück, die Beweise in meiner eigenen Branche zu finden, im Bersicherungssach. Vor SS Jahren— also lange vor meiner Zeit— versicherte meine Gesellschaft das Rennpferd Ptolemäus, das die französischen Farben im Derby verteidigen sollte. D'e Versicherungssumme war nach damaligen Verhältnisien enorm: 25 000 Pfund Sterling, zahl- bar, wenn das Tier auf der Reise nach England oder vor oder nach dem Lauf den geringsten Schaden nahm. Als die Versicherung unterzeichnet war. ergriff die Gesellschaft sofort ihre Verhaltungsmaßregeln. Wenn Ptolemäus auf der Bahn von Longchamps beim Training war, hatten zwei Detektive die Augen auf das Pferd gerichtet. Während der Reise nach England stieg die Zahl auf fünf, und als das Tier mit seinem Gefolge Epsom erreichte, überwachten es zehn Detektive Tag und Nacht. Sie tranken dasselbe Wasser wie Ptolemäus, sie schliefen auf demselben Stroy und aßen denselben Hafer wie das kostbare Wesen. Wäre irgendeine Vergiftung geglückt, so wäre Ptolemäus gemeinsam mit zehn der klügsten Köpfe von Paris am Himmelstor erschienen, die alle an seinem Sattelknopf baumelten. Das geschah nicht. Das Pferd kehrte wohlbehalten zurück, und unsere Gesellschaft hatte, dank der hohen Prämie, einen hübschen Verdienst. So klug waren die Leute schon vor fünfzig Jahren. Ehre unfern Vätern! Mrs. Lonsdale, von der ich Ihnen jetzt erzählen werde, gehört zu jenen Frauen, die keine Revolution ausrotten kann, für die die Welt also merkwürdigerweise Verwendung hat. Zur Zeit meiner Ge- schichte war sie nicht jung und nicht alt, sondern einfach festge- rönnen. Niemand würde darauf versallen sein, nach ihrem Alter zu fragen, aber jeder wäre überzeugt gewesen, daß er dauerhaft sei. Von außen konnte nichts ihr etwas anhaben, dank einer ange- meffenen Gesichts- und Halsmassage und einer soliden Lage Schminke, von innen auch nicht, da sie sehr wenig aß und beinahe noch weniger trank. Sie meinen Sorgen? Welche Sorgen sollten einem gutsituierten Lebewesen, das nur an sich selbst zu denken hat. in die Quere kommen? Ganz gewiß stand zuweilen in den Blättern, daß Mrs. Lonsdale ein mitfühlendes Herz habe für die soziale Not, aber eine Zeile tiefer stand, daß sie bei dem Wohltätigkeitsbasar im gleichen Verkaufsstand mit einer Prinzessin Platz genommen hätte und daß ihr Lächeln die Kunden zum Blumenkauf oder zur Kostprobe eines Glases Champagner veranlaßte. Ihr geistiges Leben konnte sie auch nicht angreifen. Sie wurde von Schriftstellern umschwärmt, aber sie las niemals, um in ihrem Urteil nicht beeinflußt zu werden. Kurz, Mrs. Lonsdale war eine vollendete Dame von Well, eine von jenen, die die Welt bewundert und beneidet, die die Zeitungen unermüdlich abbilden. Am Tage des Beginns meiner Geschichte saß Mrs. Lonsdale im Speisewagen des Kontinental-Expreß, geronnen und still hinter der Schminke, mit etwas schweren Augenlidern, wie immer bei vollem Tageslicht, das ja für Flirt, Tanz und Juwelen ungeeignet ist. Gemätz ihren Lebensgewohnheiten hatte sie von dem ganzen reichhaltigen Frühstück zwei Pfirsische und drei Kirschen verzehrt, und die andern an demselben Tisch hatten beim Anblick solcher echten Vornehmhell zuletzt ihren ganzen Appetit verloren. Alle Passagiere blickten nur auf Mrs. Lonsdale und wunderten sich: war sie wirklich lebendig oder war sie vielleicht ein ausgestopfter Vogel mit Glasaugen und angemaltem Schnabel. Das Essen war beinahe zu Ende und die Leute fingen an, die Tische zu verlassen. Da hörten sie plötzlich Mrs. Lonsdale schreien. Haben sie jemals ein Kaninchen beobachtet? Ein Tier, das keinen Laut von sich gibt, und das man sich stumm denkt wie ein Fisch, bis eines Tages eine Verletzung das kleine Wesen zum Schreien bringt. Und da schreit es, daß die Haarwurzeln zu Eis erstarren, ein Schrei, den man niemals vergißt, ein Schrei, der über den ganzen Gutshof zu hören ist, der selbst die tröge tauenden Kühe veranlaßt, ihre Häupter zu heben. So schrie Mrs. Lonsdale, und das noch kauende Vieh hob die Häupter. Manche spuckten aus, was sie im Munde hatten. Aber nur die nächsten entdeckten die Ursache des Schreis: in Mrs. Lons- dales Nackenlocken war Feuer ausgebrochen. Sie oerbrannte sich die Hände, als sie das Feuer ausschlug. Sie jammerte, während sie die verkohlten Reste der Nackenhaare mit ihren Tränen befeuchtete. Ein beherzter Mann goß Essig aus der Karrafse über ihren Nacken. Der Essig pflügte tiefe Furchen in die Bemalung und fraß sich ein. Mrs. Lonsdale ergriff eine Serviette und schlang sie um den Hals. Zweite Szene: ein neuer Schrei. „Meine Tasche! Meine Tasche! Meine Juwelen!"' Der Schrei war noch stärker, aber er klang wie von jungen Mädchen auf einer Rutschbahn und erregte kein Unbehagen. Das tat jedoch der nächste Ausbruch: „Haltet den Dieb, sucht ihn! Er muß in der Nähe sein." Der ganze Wagen kam in Aufruhr. Männer krochen unter die Tische, Kinder durchsuchten jede Falte von Servietten und Tisch- tüchern, einige drangen in die Küche des Speisewagens und drehten die Töpfe um. Plötzlich ertönte eine beruhigende Männerstimme: „Waren die Juwelen versichert?" „Ja," schluchzte Mrs. Lonsdale,„aber was denn?" „Bei welcher Gesellschaft?" Sic nannte den Namen unserer Gesellschaft und die Summe: 000 000 Franken. Und von neuem ertönte die ruhige Stimme: „So können Sie sich beruhigen! Die Gesellschaft ist gut dafür, und wir werden bezeugen, daß wir die Tasche in Ihrer Hand gesehen haben. Sie erhalten alles zurückerstattet, wenn Sie den Diebstahl anmelden." Ganz so glatt ging es nun doch nicht. Wir mußten Mrs. Lons- dale verhören und ein paar Fragen stellen, um den Versuch zu machen, den Dieb zu finden. Ob Mrs. Lonsdale einen Passagier des Speisewagens in Verdacht hätte, mittels einer Zigarette die Locken in Brand gesteckt und die Tasche geraubt zu haben? Ja, am Nachbartisch wäre einer gewesen, den Mrs. Lonsdale nicht leiden tonnte. „Wie sah er denn aus?" „Er glich," erklärte die Frau,„dem einzigen Norweger, der 1003 für die Aufrechterhaltung der Union zwischen Schweden und Norwegen gestimmt hatte." Diese Antwort machte olle Versammelten stutzig. „Wo haben Sie diesen Mann gesehen?" Da erklärte sie, daß sie vor 2% Jahrzehnten sein Bild in„Jllu- stration" entdeckt habe und es nie vergessen konnte. Sie hätte sogar oft daran gedacht, nach Norwegen zu reisen, um das lebendige Original des Bildes zu sehen. Das fragliche Heft der„Illustration" wurde herbeigeschafft, das Bild wurde gefunden. Es stellte ein unheimliches Individuum dar, mit Fledermausohren und einem flachgedrückten Kopf, einer voll- kommenen Ruine von einer Hirnschale. Das Bild von dem einzig dastehenden Norweger wurde vermel- fältigt und in die Presse der gesamten Kulturwelt«ingerückt, vielleicht mit Ausnahme seines eigenen etwas weit abliegenden Landes. Und wirklich erinnerten sich mehrere von den Passagieren des Zuges, eine Mannsperson gesehen zu haben, die dem flachgedrückten Norweger haargenau glich, und zwar vom Speisewagen kommend, eine Ziga- rette in dem einen Mundwinkel, ein teuflisches Grinsen im andern Mundwinkel. Mrs. Lonsdale erinnerte sich deshalb so gut, weil sie nie etwas las, sondern nur in illustrierten Heften blätterte. Und ohne Verzug überreichte der erste Direktor unserer Gesellschaft Mrs. Lonsdale einen Scheck in Höhe von 600 000 Franken, eine Szene, die in denselben Kulturorganen abgebildet wurde, die den ganzen Vorfall mit lebendigem Interesse verfolgt hatten. Kurze Zeit danach konnten die Blätter mitteilen, daß Mrs. Lonsdale neue, noch prachtvollere Juwelen gekauft hatte— Juwelen waren ihr« geistigen Nahrungs- mittel— und sie in unserer Gesellschaft versicherte, diesmal für 4 MiMonen Franken. Sie wissen, daß die Damen der englischen Hocharistokratte es mit ihrem U ingang nicht so genau nehmen, wenn sie nach Paris kommen. Es genügt, daß die Kavaliere wie Gentlemen aussehen. Und das tat Mr. Glotz. Die Kleider saßen an ihm, als wäre er in ihnen geboren, und er näselte drei Sprachen mit überzeugender Glaub- Würdigkeit. Dumm war er also nicht, und das Monokel saß fest im Auge, so daß selbst eine zärtliche Nachtsttmmung es nicht heraus- bringen konnte. Außerdem aß er nur wenig, fast so wenig wie Mrs. Lonsdale, und da sie sich Verbrecher immer sehr gefräßig ge- dacht hatte, außerdem mit lauernden Blicken und ausgefransten Jackenärmeln ausgestattet, so war es ihr gutes Recht, Mr. Glotz imbegrenztes Zutrauen zu schenken. Bei einem Karneval in der Oper hatte sie seine Bekanntschast gemacht und drei Wochen lang sah man die beiden überall, wo Paris tanzt. Eines Tages war er fort und die Tasche mit den neuen Juwelen auch. Unsere Gesellschaft bat sich sechs Tage aus, um die Zusammen- hänge zu untersuchen, bevor die ungeheure Summe ausbezahll wurde, und in der ganzen Welt verfolgte die Presse mit Spannung den Verlauf der Angelegenheit. Glücklicherweise waren die Begeben- heilen derart, daß sie bis in die geringfügigsten Einzelheiten in der englischen und amerikanischen Presse wiedergegeben werden konnten. Mrs. Lonsdale hatte in naiver Verliebtheit zwar ihre Seele ent- bläßt, aber nichts von ihren körperlichen Reizen. Wohl war sie leichtsinnig mit ihren Juwelen umgegangen, aber nicht mit jenem Besitztum, das jeder Frau teurer sein muß als der kostbarste Schmuck: mit ihrer Tugend! Sogar die kirchlichen Blätter nahmen die Ge- schichte ohne Zögern auf, natürlich mit der Randbemerkung, ,chah im Jenseits kerne Juwelen getragen würden". Der Erzähler machte ein kleine Kunstpause und sog an seiner Orangeade. „Bezahlten Sie dann wirklich die vier Millionen?" fragte ich gespannt. „Ihre Frage freut mich, da sie zeigt, daß Ihre lief« Einsicht i» historische Zusammenhänge Ihr Begriffsvermögen nicht zerstört hat." Ich strich mit der Hand über jene Stelle des Schettels, wo ich einen kleinen kahlen Fleck habe, und wo mein Verständnis zu dämmern begann. „Noch besser werden Sie begreifen, daß die Geschichte das Zu- trauen weiter Kreise bewirkte und uns einen gewattigen Zulauf reicher Klienten verschaffte, besonders von Amerika. Einige un- gläubig« Zeitungsredakteure natürlich ausgenommen, deren Skepsis sich übrigens durch einen verhältnismäßig niedrigen Betrag über- winden ließ. Ich bitte Sie, mich nicht mißzuverstehen. Mrs. Lonsdale ist keine Fiktion. Sie lebt wirklich und befindet sich im Genuß einer hübschen Jahresrente, weil sie ihren hochansehnlichen Namen und ihre einnehmende Person, die alle Ideale der Kulturwelt verkörpert, unserer Gesellschaft zur Verfügung gestellt hat. Aber Ihr hübscher freimütiger Ausruf und Ihr ausdrucksvolles Gesicht überzeugen mich davon, daß unsere Gesellschaft auch in Ihrem kleinen sympathischen Land da oben in dem mehr nebligen Teil unserer Erdkugel ein fröhliches Arbeitsfeld finden wird. Bisher hatten mich die mannig- fachen Gerücht« von dem hohen intellektuellen Niveau Ihres Landes abgeschreckt. Aber jetzt werde ich unserer Direktion raten, schleunigst einig« Agenten nach Dänemark zu senden oder vielmehr nach Däne- marks bezaubernder Hauptstadt Stockholm. (Autorigert« Ucbersetzung aus dem Dänischen von?. L n s ch« a t.1 Qerdland: Wünlche hinler Qlas... Ich lasse mich gern des Abends, wenn die Ladengeschäfte schließen, die letzten Büroangestellten aus den Portalen der Ge- schäftshäuser in die Feierstunden gehen, und aus de» Lokalen die ersten trunkenen Akkorde torkeln, durch die Straßen der City treiben. Im Zeitungsviertel donnern die Rotationsmaschinen, im Viertel der Konfektionsgeschäfte stelzen hochbeinig« Mannequins,>in Filmviertel parken noch die Wagen der Direktoren, und vor den Schaufenstern der Warenhäuser stauen sich die Menschen. Ich denke manchmal: mar/ müßte die Gruppen, die vor den einzelnen Schaufenstern stehen und sich die Auslagen betrachten, gesondert auf ihre Personalien und ihre Wünsche untersuchen. Es würden dabei seltsame Ergebnisse herauskommen... Vor jedem Schaufenster steht je eine andere Kategorie, ein anderes Bündel Menschen. So stehen vor der Auslage mit den wuchtigen Reise- koffern schlechtbezahlle Beamte, die tagsüber in muffigen Räumen mit aktenllberfäten Wänden sitzen und zwischen zwei zu addieren- den Zahlenreihen, zwischen dem Putzen der Brille und einem Schluck aus der Thermosflasche kleine, törichte, brennend« Ge- danken an sonnige Länder verschwenden, die sie nur aus Büchern kennen. So stauen sich vor der funkelnden Glasscheibe, hinter der ewig lächelnd« Wachsdamen mit feschen Hüten und pelzbesetzten Mänteln locken, Mädchen, deren koketter, billiger Kleidung man den Wunsch nach jener warmen, gesättigten Solidität ansieht. Vor dem Bücherfenster scharen sich die Bildungshungrigen, und vor der Herrenartikelauslag« junge Männer, die aussehen wie Adolphe Menjou oder Hans Albers persönlich... Wenn ich dann auch ohne ihre Personalien die Wünsche der Menschen vor den Schaufenstern erraten habe, gehe ich weiter an die Ecke des bombastischen Warenhauskomplexes... Da kommen aus dem Personalausgang die Verkäuferinnen, Sie eilen zu den Haltestellen, in die Schächte der Untergrund, sie eilen, noch für wenig Stunden ihr Leben zu erleben, vorbei an den Auslagen hinter den Fensterscheiben, an denen so viele Wünsche haften, denn sie wollen noch rasch, bevor die groß« Müdigkeit sie überfällt, in die Auslage des Schicksals greifen... * Es ist schon Nacht. Und die ganze Gegend ist K«ine trübe Dunkelheit getaucht. Es regnet. Und nur die Auslagen des Waren- Hauses sind taghell beleuchtet. Das steht in einem seltsamen Kon- traft zu dem fahlen Flackern in den Laternen... Die Gegend ist ganz menschenleer... Nur vor den vergitterten Toren des Warenhauses stehen uniformierte Sicherheitsbeamte. Und eine Frau huscht an den Schaufenstern vorbei. Sie bleibt stehen vor dem Fenster mit der Damenkonfektton, und ich sehe: sie trägt einen kurzen, dünnen Mantel, der die Knie freiläßt... Sie bleibt stehen vor dem Fenster der Schönheit, hinter dem„die Utenfllien der schönen Frau" für Schminke und Puder und Cremes und Pasten propagieren. Ich erschrecke, denn unbemerkt sehe ich ihr Gesicht: von Krankheit und Laster, von Sünden und Schminken zerftessen und zernagt... Sie geht weiter, vorbei an den verlockenden Auslagen. Dann bleibt sie stehen vor einem Fenster, hinter dem sich Obst und Wild. Schinken und Würste, Backware und Butterfässer zu Stilleben häufen. Da bleibt sie stehen, und kann das olles scheinbar nicht begreifen. Ein Salzstangenmann mit gefülltem Bretzclkorb eilt vorbei. Ihn hält sie an und legt zwei Groschen für zwei Salzstangen an. Dann steht sie kauend, verloren in der unsagbaren Finsternis, vor der Tageshelle der Lebensmittelauslage... «irdiese TEPPICHE WoM'Smyrno frVieo 19A0 �/nolT.' m/i2o3?.�0 I SC H E R fr■ WO IFFem eihnachten maxEnmsB sjä Wollplüfch'yiK 11.5° H, 15.« Boucle W/100 5.so"/nob.6560/�.' t'A'U F ERSTOFF Boucle laufer qeftr. p.mtr. fcSan 90im 120on 5.40 4.8O t>50 Velourl. ModÄ p.mtr. faSuu 11- 00 cm 15. Boucle laufer gem. p.mfr.böon 90cm liSoti 6.» g?» 12.50 TournaYl. p.mtr. 68tm"JOun 12Dün 1650 Ii; 2950 DEKORATIONSST.OFFE Kunlheidene Dekoraf ionsftoffe ai.120unbr.inod.Murt. 2.50, i.25 1 V.* Kunftseid. Noppen ripse<0 leo u. no an breit einfarbig und qemuftert*on �SOon Dekorationsftoffe cn.liOtm breit leitgem.Mulr. mo# arbeitung. mit Kunstseide« Ripspntz E)Zllg«ndlich- elegante» ModeNeid au» gutem Söperveloet. Voll« Glocke M<375 mit Knopfbesatz, lunstseidener Rips- I«W tragen mit Spitz«. Sehr pr«i,m«rt (£)$<( neue Mode: da» jugendlich« Kasack-Kleid mit reicher Krimmer- M Xoo stickerri. 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Und wie schmuck wird.Sr� mit dem flotte» Schnür- oerschluß und dem uni Kragen und Aermelbesatz aussehen. Sine solche Joppe gibt's bei wm76 uns schon ab/ Oder wie wür'» mit einem Pullover? Die gibt e« bei un« In so vi«- len Formen und Farbzu- sammenstellungen, daß man immer da« Richtig« finde» kann. Dieser Ist hier ganz besonder» elegant, flott und modern im Muster, und dabei kostet er doch bei un» nur O Aber das beste ist. Sie besuchen uns einmal. Da werden Sie so viel Anregungen für Ge- schenke erhalten, daß diese Frage ganz leicht gelöst wird. 4 Alle in dieser Seite enthaltenen Angebote stehen Ihnen ob Man- tag früh bei uns zur Berfü- gung. Schriftliche Bestellungen tönuea nicht berücksichtigt werden! Zu Weihnachten den Hnt aus Stroh? Sie finden das verfrüht?— 3 wo; Es ist sehr schick, Und nur im ersten Augenblick Stößt man sich dran. Aber dann— Hinterher— Gefällt's einem sehr, Man hält— Mit der Mode Schritt Und macht wieder mit. 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Serndl(Dnat.) lobte die„politische Sauberkeit und Frei- beit deö Obrigkeitsstaates gegenüber der„reaktionären Parteidiktatur" in der Republik und vor allem in Preußen. Er begründet einen Antrng auf Einstellung der Zahlung der Polizei- kostenzuschllssc in Preußen(Beifall rechts) und fordert Aufhebung der Zahlungssperre gegen Thüringen, gegen das alle Vorwürfe un- berechtigt feien. Der Republikanischen Beschwerdestelle wurden vom Reichsinncnministeriuni zu den unsauberen Spißeleien gegen Thü- ringen 8000 M. zur Verfügung gestellt.(Pfui-Rufe rechts.) will Herr Wirlh vielleicht die nalionalsozialislische Interpellation beanlworlcn?(Minister wirlh: Jederzeit!) Berndt tadelt die preußischen Maßnahmen aegcn Beamte, die sich am Hugenbergschen Volksbegehren beteiligt haben. Die brutalen Verfolgungen gegen die nationale Studenten- f ch a f t sind ohne Beispiel, die akademische Freiheit ist zerbrochen worden zun: Schuß sozialdemokratischer Provokateure, die entgegen einem Verbot des Rektors Uugblätter verteilten. Zum Schluß tritt der Redner gegen den„ainerikanifchen cheßfilm"„Im Westen r ichis Neues" auf.(Als der Redner die Regierung als'Karikatur bezeichnet, unterbricht Vizepräsident Stöhr ihn mit den Worten: .�err Abgeordneter, dieser Ausdruck ist nicht angemessen!— Ironisches Bravo! links.) Neichsinnenminister Dr Wirih: Der Aeltestenausschuß hat beschlossen, alle Interpellationen ge- sondert zu behandeln. Auch die nationalsozialistische Jnterpclla- tion werde ich mit den Interpellationen anderer Parteien erledigen. Wenn der Reichstag sofortige Beantwortung beschließt, bin ich dazu bereit.(Lärm und Zurufe rechts.) Vizepräsident Stöhr biitet den Minister, mit Rücksicht auf die Stenographen und aus die Linke des .'Hauses nicht von feinem Plaße, sondern vom Rednerpult zu sprechen.) Ich Hab« nur einige geschäftsordnungsmäßigc Bemer- kungcn zu machen! Für das verlangte Verbot des Kriegsfilms„Im Westen nichts Neues" verweise ich Sie auf den Instanzenweg der Ftzlmprüfstellen.(Lärm rechts.) In den ganzen Streitsachen des Innenministeriums unter meiner Amtsführung ist keinerlei Material von der Republikanischen Beschwerdestelle vorgelegt worden. Wir geben weder ihr noch sonst jemand Spißelgelder. Nur an Län- der überweisen wir � Beträge für den Nachrichtendienst, und unter diesen Ländern ist, was Sie(nach rechts) besonders interessieren dürste, auch Thüringen.(Große Heiterkeit und lebhafter Beifall der Mitte.— Lärm rechts.) Ein Nazi-Provokaieur. Abg. Frank II(Natfoz.): Der Minister hat von uns Material gefordert— hier �ist es, und zwar über die Verfolguitg des Nationalsozialismus in den Krankenhäusern. t Lärmende Rufe rechts und Gcgenrufe link?: erst aus dcr Rüge des Präsidenten Lobe erfährt man, daß dcr Redner andere Abgeordnete als„Asiaten" angeredet hat.) Schreiend „verwahrt sich" dieser Redner einer Porte!' dcr brutalen Gewalt gegen angebliche Hineinziehung des Rechts in den politischen Kuh- Handel. Das Reich habe nämlich Preußen die Ermächtigung gc- geben, das Recht gegenüber Nationalsozialisten zu vernichten und diese an die'Tscheka Scverings und Grzesinskis auszuliefern. wir wundern uns, sährt er fort, das Grzesinski nicht zum Lohn für seinen Kamps gegen das Deutschtum in Breußen t!) von seinem Vetter Pilsudski(!) als Minister nach volen berufen worden ist. (Händeklatschen rechts.) Dann schimpft Redner aus die Sozialdemo- kraten. redet von ihren„großkapitalistischen Prozessen" und spricht zur Abwechslung und zur allgcineinen Erheiterung den Reichstag init„liebe Volksgenossen" an. Die Sozialdemokratie, so schließt er, habe in das neue Reichstagshondbuch ihren Wahlaufruf zum 14. September d. I. eingefügt, der Kampf für die bedrohte Per- fossung predigt und„nieder mit der Regierung Brüning" ruft. «päter wird dieser Prospekt der Sozialdemokratie, die heute für die Notverordnung stimmt, sehr wertvoll sein.(Langanhaltendes Händeklatschen rechts.) Abg. Pub(Komm.) kritisiert die Landwirtschaftshilfe der Not- Verordnung, die nur den Großagrariern zugute komme. Den Nazis hält er Arbeiterentlassunaen ihres Pg. Prinz Lipp« vor. Abg. Dr. Zörristen(Wp.) bekämpft die finanziellen Regierungs- maßnahmen als ungerecht und aussichtslos. Ein Nationalist geißelt die Nazis. Abg. Abel(Bolkskons.)— vom Johlen der Nazis begrüßt— er- Vlärt, daß sein« Gruppe die Regierung unterstütze. Er tadelt den Außenminister, daß er Frcyiagh-Loringhoven überhaupt geantwortet habe, denn als die Deutschnalwnalen in der Regierung waren, haben sie die ganze Ersüllungspolitik begeistert gesrcfsen. (Abg. v. Freytagh-Loringhoven: Wir waren n i c in der Regie- rung!) Die Deutschnationalen und die Nationalsozialisten lassen ihre Politik nur von demagogischen Erwägungen bestimmen.(Die Rechte scheint den Redner niederbrstllen zu wollen�— Präsident Lobe fordert energisch Ruhe.) Wieviel bekommen Sie von Polen eigentlich dafür, daß Sie mich jetzt unterbrechen?(Der Naziabg. Nieland schreit mehrmals: Schweinehund! und erhält einen Ord- nungsruf.) Eine Note dcr Regierung gegen die Polen genügt nicht: es nuiß energischer vorgegangen werden. Die RSDAP. zertritt die nationale Einheitsfront gegen Polen. (Lärm der Nazis.— Abg. Dreher erhält einen Ordnungsruf.) Sic haben Schuld daran, daß das Parlament in drei Tagen nicht eine Viertelstunde einer Kundgebung gegen den Polenterror widmete, weil Sic fortgesetzt die anderen Parteien beleidigt haben. Wir rer- langen Abberufung unseres Gesandten in Warschau und Antrag auf sofortige Einberufung des Bolkcrbundsrats, um gegen denJBnich des Minderheitcnvcrtrags durch Polen zu protestieren. Die Forde- rung dcr Nationalsozialisten nach Kündigung des Liguidationsab- kommens ist nur für die Galerie bestimmt und würde bei Annahme die deutsche Minderheit schwer schädigen. Bis Januar darf die Debatte über die Außenpolitik nicht zurückgestellt werden, denn Empörung kann man doch nicht auf Eis legen. Abel schließt: Curtius, werde hart! Abg. Torgler(Komm.) spricht gegen die hier getriebene natio- nalistische Verhetzung und verschiebt die Lösung der Mindcrheits- trage auf den St. Sowjettag. Die Nazipolitik gegen den Poung- Plan hat einen auswechselbaren Boden: vor der Wahl fordert« Straßer Zerreißung des Nouna-Plans. jetzt hat kein Nazi im Aus- wärtigen Ausschuß gegen den Poung-Plä» gesprochen. Kein Wort haben Sie. hier von dcr Not der Erwerbslosen geredet, dafür aber ihre Treue zum Privateigentum und zum Kapitalismus beteuert. Draußen freilich stellen Sie sich als eine sozialistische Partei hin; hier bietet sich Feder als letzte Reserve des Kapitalismus an.(Aergcr- liehe Kegenrufe der Nationalsozialisten.)� Torgler versucht dann, die Verbesserungen der Notverordnung als wertlos zu erweisen und die Feststellungen Litkes über das Verhalten dcr Kommunisten zu er- schllttcrn. Di« Sozialdemokraten haben neue Aenderunosanträqe ?nr Notverordnung gestellt, aber der Z�ichskanzler hat gestern jede Aendervng abgelehnt. 1.7 Millionen Steuern hat man der AEG. nachgelassen, das Bankhaus Mendelssohn verschiebt offen Kapital nach Holland. Bei dem Fabrikanten llaroslawski wurde die Steuerprüsung aus Anordnung des Finanzministers abgebrochen. (Abg. Gesellte(Komm.): bezeichnet den abwesenden und daher nicht antwortenden Finanzminister als korrupt. Erst bedeutend später erteilt Vizepräsident Gräf dafür einen Ordnungsruf, wogegen die Kommunisten protestieren. Stach weiteren Reden der Abgg. Schneider-Berlin(Staatspariei),- Der ,Vertrauensantrag Freybe(Wirtschp.), Haag(Dnat), Dr. Iänick?(Staatsp), Frau Dr. Müller-Otfried(Dnat.), Hildebrandt(Staatsp.) und Frau Dr. Matz(DVp.) spricht Abg. Schiller-Ostpreußen(Dnat.) über verlassen? Bauernhöfe in seiner Heimat. Die Ostpreußenhilse hat das zulvege gebracht. Als wir von dcr„Schwarzen Fabne" in Berlin waren, hat Minister Schiele uns versprochen, daß dcr Vollstreckungsschutz in 14 Tagen komme. Aber nur die Sehupo ist gekommen und hat unter den Rufen„Haut die Hunde!" die Bauern eingekerkert. Galizisehc Schieber usw. sind heute Staatsbürger l. Klasse, wenn sie cangeklagt weriren sollen, gehen sie ins Sanatorium. Für den Liter Milch kriegen wir 3 Pfennige. Der Staatsanwalt, der unsere Leute an- geklagt hat. ist bcsördgrt worden. Die Verfassung ist von einem sozialistischen System gemacht worden, aber wir kämpfen für sie und gegen dieses System. Nach dieser Rede führt Minister Schiele aus: Die Rei6?ssiützungsstcllc habe ich schon vor einiger Zeit auf- gefordert, zu den viele» Anträgen aus sie Stellung zu nehmen. Die Dcntsehiiationnlcn und die Sozialdemokraten beantragen einen llnterluchungsausschuß. aber seine Ausgaben mußten viel weiter gezogen werden. Bitte nehmen Sic den Antrag in diesem Sinne an, ich werde die Arbeit dieses Ausschusses in jeder Weise unter- stützen. Abg. Dr. Leicht(Bayr. Vp.): Wir haben gegen die Verordnung schwere Bedenken, besonders gegen die Steuervereinheitliehung, die das Recbt der Länder beeinträchtigt. Wir achten das Recht des Reichspräsidenten, protestieren aber gegen den Versuch, auf Grund dieses Rechts verfassungswidrige Gesetze ,zu machen. In der Zeit bis zu dem hinausgeschobenen Inkrafttreten der erwähnten Bestini- mungen werden wir alle Mistel bis zur Klage vor dem Staats- geriehtshof anwenden, um Aenderung zu schaffen.' Wenn wir trotzdem(Aha! rechts) die Anshebuna der Notverordnung ab- lehnen, so darum, weil wir keine Katastrophenpolitik treiben und für die Folgen, die aus der Aushebung entstehen könnten, eine Verantwortung nicht übernehmen wollen. Damit ist die Etaksdcbatte beendet. Gegen 18 llhr, nach acht- stündiger Sitzung, beginnen die Abstimmungen. Der Haushaltsplan für 1031 wird'dem Haushaltsausschuß über- wiesen. Die Anträge auf Aushebung der Notverordnung vom 1. Dezember 1930 werden in namentlicher Abstimmung mit 293 Stimmen der Mitte einschließlich der Christlichsozialen. Volkskoiiseroativen und Volksnationalen sowie der Sozialdemokraten gegen 253 Stimmen der Rechten samt Landvolk und Wirtschajts- partei sowie der Kommunisten abgelehnt.(Pfui-Rufe rechts.) Die Notverprdnüng bleibt somit in Kraffa die zu ihr�e�st Hilten AHLndcruugdanträge gehen an den HaushaltSaussechuß.. .■.5». etsnwn / � Abg. Esser(Z.)(von der Rechten mit Rufen: Schiebung, Schiebung usw. empfangen.— Dr. Goebbels beschimpft den Redner als„Hochverräter, und erhält dnfür einen Ordnungsruf sowie die Androhung der Ausschließung): Ich beantrag«, über die Zulässigkeit des Antrags Frick das 5)aus in namentlicher Abstim- rnung entscheiden zu lassen. Zur Begründung wird die für Bemer- kungen zur Gesckhtstsordnunq zulässige Redezeit von S Minuten nicht ausreichen.(Präsident Lobe: Auch Vizepräsident Gras hat den Wunsch nach Verlängerung der Redezeit geäußert, das Haus ist damit wohl einverstanden.) Der Reichstag hat schon einmal aus Anlaß lolcher nicht ernstgemeinten-Aertrouensanträge(Rufe der Nazis: Er ist doch ernst gemeint!) sich inst der Frage beschäftigt, wie oie Vorschrift des Artikels 54 dcr Rcichsverfassung, wonach die Reichsregierunq' zur Amtsführung das Vertrauen des Reichstages bedarf und auf ein Mißtrauensvotum zurücktreten muß, gejchäfts- ordnungsmäßig zu bandhabe» ist. Am 3. September 1924 hat 2lbg. von Gräfe einen Vertrauensantrag für das damalige 1. Kabinett Marx eingebracht, den von jetzigen Mitgliedern des Haufes die Herren Feder, Frick und Stöhr unterzeichnet hatten. Die Deutsch- nationalen hatten einen Mißtrauensantrag Hergt eingebracht. Präsident W n l l r a f erklärte, er halte den Mißtrauensantrag für den weitestgehenden wegen der weittragenden Folgen, die ous seiner Annahme entstehen können. Das Haus entschied im Sinne des Präsidenten und durch die Abstimmung über den Mißtrauensantrag, der abgelehnt wurde, war der Antraa Gräf erledigt. Am 20. März 1926 beantragte von Gräfe eine Vertraucnskundgebung für das zweite Kabinett Luther. Die Dcutschnaticnalen brachten einen Miß- traucnsantrag Westarp ein. Der Anträge von Gräfe wurde durch llebergang zur Tagesordnung erledigt. Am 4. Juli 1928 stellte Abg. Frick einen Verttauensaytrag für das Kabinett Müller. Am Tage darauf verlangte Frick, daß über die Reihenfolge der Abstimmungen entschieden werde: Mißtrauens- antrage, lzatten die Deutfehnalioncleii und die Kommunisten einge- bracht. Die Frage der Zulässigkeit von nicht ernst gemeinten Ver- lrauensanträge» wurde dem Aeltestcnrat überwiesen.(Rufe rechts: Eiertanz!) Ich weiß nicht, Herr. K l e i n e r, wenn ich bier Tat- lachen seststelle, was das für ein Eiertanz ist.(Sehr gut! in der Mitte.) Der Aeltestenrat erklärte auf Vorschlag des Präsidenten Lobe den Antr.aq für zulässig, und zwar nur deshalb, weil er sich vorbehalten wolle, durch eine Aenderung der Eelviäfteordnunq in Zuklinkt Anträgen vorzubeugen, für die die Antraasieller selber nicht stimmen wollen, und die deshalb als unwahrhaftig zu be- zeichnen find.(Protestrufe der Nazis.— Präsident L ö b e: Das find doch alles Zitate, ich bitte doch um Ruhe.) Damals verzeichnete das Protokoll bei diesem Bericht einen Zuruf von den Ralionalsoz'ialisten:„Dann kennen wir überhaupt keine Anträge mehr stellen." (Große Heiterkeit und lebhafter Beifall in der Mitte und links.) Das Haus entschied in neHnentlicher Abstimmung, daß der Antrag der ichTwutkmadmit tüm /kami ich, miß wim&chmi nemdenllanell Baumwolle, schwere Güte, hellgrundig mit Ii farbigen Streifen, Breite 70 cm,,,, m M V• Damensframpfe Wolle mit KunetMide plettiett. in neuen P _____ schönen Farben••. 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Gegen den Vorschlag, den Präsidenten zur Zurückweisung nicht ernst gemeinter Vertrauensanträge zu«rmäch- tigen, sprach sich Präsident Lobe im Aueschusi aus. da er dadurch n eine schiefe Lage kommen Könnte.(Ein Nazi ruft:„Sehr traurig!" ein anderer Nazi:„Sie sind dauernd in einer schiefen Lage," über welchen glänzenden Witz sich die Nazis nicht lassen önnen.) Herr Frick hat selbst am 18. Oktober dieses Jahres den Weg gewiesen, der jetzt beschritten werden muh. Er hat damals den von uns gestellten Antrag für nicht zulässig erklärt und namentliche Entscheidung des Hauses darüber verlangt. Das beantrage ich jetzt. Der Kampf der Aniragskeller gilt dem Sturz der Regierung Brüning, ihr Bertrauensantraq für diese Regierung ist daher unwahrhastig. > Protestgeschrei rechts.) Keine andere Partei dieses Hauses hat sich bis jetzt dieses„politiischen Kampfmittels" bedient. Der Reichstag wird in der Abstimmung über die vorliegenden eindeutigen Mih- nauensanträgc(der Deutschnationalen, der Wirtschastspartei ttnd der Kommunisten), die wir namentlich vorzunehmen beantragen, seine Stellungnahme zur Regierung gemäß dem Art. 54 der Reichs- Verfassung klar zum Ausdruck bringen.(Lebhafter Beifall in der Mitte, Lärm rechts.) Abg. Gräj(Dnat.): Ich werde die Nationalsozialisten gegen den Vorwurf der Unwahrhaftigkeit nicht verteidigen, dazu sind sie selbst Manns genug. Der Antrag ist aber lediglich der Gegenhieb gegen das verfahren der varieien, die nicht den INut haben, der Regierung offen das vertrauen auszusprechen. Diese Parteien tragen selbst Schuld an dieser Situation. Sinn und Zweck der Geschäftsordnung ist es, einer Mehrheit das reibungslose Arbeiten zu ermöglichen und die Minderheit vor Vergewaltigung zu schützen. Der Vertrauensantraq für die Regierung hat, weil er weitergehend ist, den Vorrang.(Beifall rechts.) Abg. Dr..?rick(Natsoz.): Ich habe von Herrn Esser erwartet. daß er seine roten Koalitioiisqenosscn zu einer klaren ehrlichen Stellungnahme zwingen würde. Nicht wir, sondern Sie sind un- ehrlich, denn Sie regieren seit Monaten im Widerspruch zu Artikel 54 der Verfassung, ohne dah die Regierung das Vertrauen des Reichs- tags besitzt.(Beifall der Nazis) Mein Zwischenruf, den Abg. Esser zitierte, wir dürsten überhaupt keine Anträge niehr stellen, ist im Protokoll falsch wiedergegeben.(Große Heiterkeit links und in der Mitte. Geqengsbrüll der Nazis.— Abg. Heines ruft: „Sie sind sa seiger, als die Polizei erlaubtl") Abg. Stöcker(Komm.): Die Mehrheitsparteien des Reichstages haben die Geschäftsordnung stets in ihr ein Interesse ausgelegt. (»rohe Parteien haben nicht den Mut, der Regierung Brüning das Vertrauen auszusprechen.(Abg. Litke(Soz.): Nazi und Kozi Arm in Arm!— Geschrei der Kommunisten.) Die Sozialdemokraten sollten sich doch endlich zu ihrer Brüning-Diktattcr bekennen. Brüning hat gestern offen erklärt, dah er sich um Beschlüsse des Reichstags nur einen Dreck kümmert. Die Arbeiter allein werdest dieses saschisttsche Regime zerschlagen.(Beifall der Kommunisten.) Abg. Dr, Bell(Z.): Es ist ein Grundsatz des bürgerlichen Rechts, dah jede nicht ernst gemeinte Erklärung rechtlich nichtig ist.(Gebrüll der Nazis.) Abg. Slbhr(Natsoz.): Unser Antrag ist weit ernsthafter gemeint, al» viele Anträge der Sozialdemokratie, z. B. die für Kinderspeisunq und Krvfensürsorae. die sie selbst niedergestimmt hat. Wird unser Antrag nicht zur Abstimmung zugelassen, so ist damit die Regierun,! Brüning gerichtet: sie besitzt nicht das Vertrauen d�s Volkes und dtzr Volksvertretung. Das werden wir in Zehntansenden von Ver- fämmlung klär machen.(Lärmender Beifall der NäAs.) lieber den Antrag Esser wird namentlich abgestimmt. Wüste Beschimpfungen und Drohungen der Nazis gegen Ab- geordnet« der Deutschen Volkspartei und der Ehristlichsozialen, die weiße Neist'Kärten zeigen, veranlassen Präsident Löde zu dar Er- klärung, dah er Abgeordnete, die die Abstimmungesreiheil durch Beschimpfungen usw. beeinträchtigen, für längere Zeil ausschließen wird.(Beifall in der Mitte und links.) Viel bemerkt wird die Anwesenheit des Abg. Dr. Scholz(DVp.), der von Locarno zurückgekehrt ist. Don der Deutschen Volksparrei fehlt nur der sckMirkrauke Abg. v. K a r d o r f f. Ttuhlverstopfung. Noch den an den Kliniken für innere Krank- Helten gesammelten Ersahrungen ist das natürliche„Zkranz-Jnsef"- Bitterwasser ein äußerst wohstuendes Abführmittel. In Apoth. erh. Di« Zulässtzkest des„Bertrauensantrages" Frick wird mit 298 gegen 233 Stimmen bei 22, Enthaltungen verneint.(Beifall rechts.) v••..,,.■ v'■ Vor der Abstimmung über die Mihtrauensanträge, erklärt Abg. Stöhr(Natsoz.), wenn die Sozialdemokratie diese Anträge in wahrhaftiger Weise ablehnt, dann spricht sie dieser Ausbeuterregie- rung das Vertrauen aus, dieser Regierung, gegen die der soziäi- demokratische Wahlaufruf gesagt hgt' Präsident Löbe unterbricht und macht unter stürmischer Heiterkeit daraus aufmerksam, dah die Verlesung oder ZstietuNg dieses Wahlaufrufs nicht zur Geschäftsordnung, gehört, was natürlich dem Herrn Vizepräsidenten bekannt sei.(Goebbels ruft zum Präsi- deuten hinaus:.Kleiner Schäker," was nicht beachtet wird. Abg. Stöhr fährt fort: Meinen die Sozialdemokraten aber ihre »» 5. Kreit Friedrichthain: Am Montag, dem 8. Dezember, 20 Uhr, Im Saalbau Friedrichshain, Am Friedrldishain. Referent; BeldislagsprSsideiü Paul löDe. 1. Kreis Mitte und 3. Kreis Wedding: Am Dienstag, O.Dezember, toVjUhr, im groben Saal der Germaniasfile, Chausseesfrabe 110. Referent; Reitfista&aliö.Ern>t Bellmann. Tagesordnung: Dnser Kampf gegen den Fasdilsmus" 109. Abteilung, Friediicfaihagcn: Am Dienstag, dem 8. Dezember, 20 Uhr, im Gesellschalishaus, Friedrichs- hagen, Friedrichstrabe 137. Referent: Reiduia&abacord. Dr.W. Hoeöner-Nündien Tagesordnung: Kann uns der Naflonalsozlaifsmus reden? 2. Kreis Tiergarten I Am Miftr/odi, dem 10. Dez mber, 20 Uhr, im Nationa'hof, BGIowstrabe 37. Genosse Staalsanwall Dr. Hoedner hsii die Anklagerede Gegen die Verräter Sfidliroli. Gegen die kemc mvrder. Gegen die ifapifalsknedile. 8. Kreis Spandau: Am- Donnerstag, dem 11. Dezember. 20 Uhr, Im.Allen Schülzennaus", Neuendorfer Strebe In Spandau; Referenten: ReldlStadiabfleordD. Dr.W. Hoedner'NQndi. u. Poiizeiraa). flelnridi Tagesordnung! Das wahre Gesidif der Nazis! Männer und Frauen, erschein! In Massen, zeigt, deb Ihr gewillt seid, mit der Sozlaldemokr�ie gegen den Faschismus zu kämpfen. Abstimmung anders, dann ist sie unwahrhaftig, also nach der eben getroffenen Entscheidung unzulässig, daher ungültig, und dann werden die Mißtrcmensanträg« angenommen.(Große Heiterkeit links und in der Mitte, Begeisterter Beifall rechts.) Die vlihtrousnsanträge werden in gemeinsamer namentlicher Abstimmuyg mit 201 gegen 256 Stimmen bei einer Eothattung der kommunistische Autrag. die Notverordnungen vom Iuli auf.- zuheben, mit 30? gegen 235 Stimmen bei einer Enthaltung abgelehnt. Die Deutsche Bauernpartei Hot stets mst der M e h r- h e i t gestimmt. Dienstag, 15 Uhr: Pensionokürzustgsgesetz, Abstimmungen über die Aenderungsanträge zu den Notverordnungen. Schluß 19� Uhr. Die Abstimmung der Sozialdemokraten. Bon der sozialdemokratischen Fraktion des Reichs- tags nahmen in der Sonnabendsitzung des Reichstags 9 Abgeordnet« an den Abstimmungen nicht teil: Agnes, Fleihner, Kuhnt, Oettinghaus, Portune, Rosenfeld, Seydewitz, Ströbel und Ziegler. Der Abg. Schnabrich fehlte wegen Krankheit. Aus dem„N u h b a u m", dem einstigen Stammlokal Heinrich Zillse, überträgt Alfred Braun ein« Reportage, die sehr geschickt auf- gebaut ist. Stimmen der Gäste, Klappern der Gläser und Küchen- geräusche bilden die Hörkulisse. Braun vermeidet ein« reine Schilde- rung, eine bloße Beschreibung. Er geht von einzelnen Dingen aus und knüpft daran Anekdoten und Erinnerungen. Ein Drehorgelmann singt etwas volksmähig Melancholisches, jemand zupft die Harfe, Personen, alte Originale, werden vor das Mikrophon gezogen. Es ist«ine Reportage, die tatsächlich Milieu gibt, unterhält und über witzig« Einfälle verfügt. Gute Leistunoen bringt auch das abendliche Kabarett, das Max Bing leitet, und.zu dem Axel Arheus neue Texte schrieb, oder alte überarbeitet«. Der Titel heißt„Rund um Sankt Nikolaus". Damit ist das Grundthema in großen Umrissen- gegeben, auf das alle Vorträge Bezug nehmen, Es wird also der übliche Wirrwarr, durch den sich sonst das Funkkabarett auszeichnet, vermieden. Die Veranstaltung ist, ausgehend von Weihnächte- befcherungen, eine Art Zeitrevue, eine Satire aus allerlei Dumm- heilen und Ueberspitzungen. Dies« Satire ist nicht ätzendscharf, schließ- sich/müßte sie dann im Politischen und Wirtschaftlichen landen. Und das ist im Berliner Rundfunk nicht gerade beliebt. Man hat an manchen Stellen das Gefühl, als ob ein Zenidr Schranken zieht und mit drohendem Zeigesinger Abirrungen verbietet. Die Satire gibt- sich also liebenswürdig und versöhnlich, sie will nicht anprangern. sondern nur unterhalten, und das tut sie. Arheus ist ein geistreicher Conferencier, der die verbindenden Texte ohne Schablone spricht. und Allan Grey schreibt«ine diskret pointierte Musik, die mit de- kannten Schlagern verknüpft wird. Sc'1- Sozialistifche Arbeiterjugend Groß-Serliu awemdmiam Tflr Mtfe JhiSrlt nur an M SuqtneietnUfIM. JSerlhi GM 64.£in6tnnrchulrat Schneider. ! tzllm:„Aus der Arbeit der Partei". SAI.-Miigliedsbuch dient als... Stils«»!«.......■' heule. Sonntag. «rnswalder Pl-i> U 16 Ubr Fnnktionärlurfus beim Senoffen Erler.— Schöahaulcr Asrftodl: Dreffpunlt 8Vi Uhr„So, alif�n-Ecke»»m lfunktwnfir- Ichulunaslursus. 19� Uhr Heimabend.' 3'h'ndors.Dah'»: �o Uhr�Ar. bettsgeuieiiischafl:.Das«ommunlstische Manifest. 10 Uhr MiWUederver. sanmilunp. anschlieftend Heimabend.■— Seih: Slatfjauä, Ehauffeest� 48: 10 Uhr Heimabend.- RculöUa IN: Seim?>eth:nstr. 18: Seimaben».— Reutiaa*»: «arl-Marr-Schule: Heimabend.- Renlölln IV und IX: Heim Nanner Slraße: 10i, Uhr Heimabend.- Lichtende eq-Reid: Sitiuna der R. II. in der Laube des Genoffcn ifrih Neftler. Trantfurter Allee 206. Deainn 10 Uhr pünktlich.— Reiai«cnboi|.Wcst: Helm ccüclfltaftc; 18 Uhr Heimabend.— Tegel: Heim Echön-beracr Straff«: Ab 18 Uhr Bunter Abend.... 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Äapelle: Uiden im Seim.— RenISUn IX: Restlrrs« BeteillMiNg am Parteiabend bei T«ich, tZnetebeck- Ecke Emfer Straff».— Johanalathel« Heim im Dathaus:..Tagespolitik".- Lichtenberg.Ztal»: Treffpunkt Zur«Und- gebung 10 Uhr„Bote Ecke". All« Ib«iu>ff«n muffen»rfcheinen. Werbebezirke Prenzlauer Berg und Paula«: Beteiligung an b«r Dsmon- stration„Gegen den ffafchismus". Tr«iffpunkt IS« Uhr DanZiger S'raffe Ecke Schönhauser Alle«. Transparent«. Jahnen und Wimpel mitbringan Werbcbeürk Osten: Wir treffen uns Zur Kundgebung 18% Uhr Schönhauser Alle« Ecke Danziger Straffe. Werdebezirk Westen: W..B.-Borsianbstonfir«i>8 20 Uhr im Heim Rost»«». '« 1. Jede Truppe muff oertreten fein. Lerbebezirt Lichtenberg: Troff» antifaschistische Kundgebung Im Eaalbau ssriodrichshain. Redner Tenoffe Paul Liibe. All« isenoffen mllffe» restlos er- scheinen. Werbebezirk Rculella: Dienstag W.-B.-Mit«Ii«detversammlung in der Aula der KRtS.. Kaiser-ssriedrich�Straffc. Partrag:„ArdtUerjugend-- Jung» soz'alisten— Partei". Referent Ernst Hoffmann. Ohne Mitgliedsbuch'kein Jutritt. Tüiedec eimqz srnsatimeUe D TtyeihnacfUsschiagzc# XU unseren endgültig herabgesetzten Preisen. Besichtigen Sie diese wundervolle Qualitätsware! Erst dann werden Sie ermessen, welche ganz ungewöhnlichen GelegenhettskUufe Sie setzt bei uns tätigen können. für tf rosse Welten. Herrlicher Mantel aus reinwollen. Tuch-Drapä, ganz auf elegantem Futter mit großem Persianer- Kragen und Raupenmanschetten nur xantem Futter SSk jMcdmlüeitinachtstisch: I Mäntel Warme Damen-Pyjamas Damen-Pyjam-ds.u.. Warme Herren-Pyjamas such nui Zephh............... Schwarze Servierkleider mit Sebflrxe............., Herren-Nachthemden in allen GröOen mW echten bunten Besätzen Hcrrdl" Bclddllclllüd»US besonder: guten Kr&uselstoffen, In gedeckten Mustern � Damen-Nachthemd ' weiß mit bunt garniert........... 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März 1930 für Recht erkannt: Die«naekiaaten werden roeaen Belei- diqung durch die Press» verurteilt, und zwar: I. Rosenscld zu<00— vierbundert— Reichsmark Geldstrafe, ersastwetse 8— acht— Tagen Gefängnis. 2..»». beide auch in die lkosten des Bersabrcn». Sämtliche Gremvlare der Nummer 161 des 81. Zabrganges der �tstvreussischcn Zeitung', soweit sse den Artikel„Brauns «räbler Botf" enthalten, soweit sie sich noch im Bestge des Berfassers, Druckers, Serausgebers. Verleger, oder vuchhönd- Icrs befinden und soweit ste öffentlich ausgeleat oder Öffentlich angeboten wer- den, sowie die zu ihrer Kerstellung be> stimmten Platten und Formen sind un- brauchbar zu machen, Dem preußischen MinisterprSNdentcn Dr. Braun wird die Befugnis»uge- sprachen, den«rtennenden Teil de» Ur. teil, binnen 6 Wochen nach Zustellung de« rechtskräftige ti Urteil« an ihn«in. mal auf Tosten der Angeklagten in der �VstpreuSischen Zeitung", in der.Königs. berqer Allgemeinen Zeitung', in der �tänigsberger Sartungsiden Zeitung', in der.stiinigsbero-r Bolk-zeitung', im .Berliner eakal-Arizeiger" und Im.Doc. war!«" öffentlich bekanntzumachen. Di«»orstebende Abschrift der Urteil»- forme! wird bsglaubigt. Da« Urteil ist voSs.e�Oari ig«berg(Pr.), den 1». November 1 tEum Weilmachist osl � ist eine?ivmband~ oder Taschenubp das beste Qeschenklr «Oldene Damen- Armbnndnlir 10 Steine, Schweizer Werk 19.— N. Silberne Herren-Armbanaulir io„„„ 13.—.. Kerren-Tascheunhr............... von s.SOan Zwei Jahre schriftliche Garantie R«isewecK«r, Taschenuhrnnarea« Auswahl! N, ArtillerieslraBe 30 W, Passauer S raSa 12 S, Kottbusser Damm 2 Ed Derinoer Aniahluno wird V an bis inm Fest znrfickBeleot.„ Brlllanten-OQleganhaltskauf a I Hermann Uliese »Ssi imoT (Siegel.) aez Strenger. siultizinspektor. als Urkundsbcamter der Geschäftsstelle de» Amtsgericht». «»stgWbevg i. Pr.. den 29. November 1630. Der vbersta-t»anwaU. 3h JtoHCB de» Volke»! Strafsache gegen den Ganleiter Erich Koch in stknigsberg tPr.), wallenrodtstrahe 6. gedoren am 19, Juni 1896 zu Elberfeld. wegen Beleidigung durch die Presse. Da» Schöffengericht in Königsberg . c. Stegerwald. Dietrich, Dr. Wieth, Groener, sowie dem vreusti. schon Mnisterprästdenten Broun und dem früheren preusslfchenMinifter de, Innern Grzestnskl wird die Befugni, zuge- sprachen, den erkennenden Teil de» Ur. teil» binnen sechs Bochen nach Zustellung des rechtskräftigen Urteils an ste einmal auf Zossen de» Angeklagten im.Sstdeut- schen Beobachter", in der„Äönigaberger Allgemeinen Zeitung', in der«öni»»- berger.Sartungfchen Zeitung', in der „gönigsberaer Bolkszeitung", in dem „Berliner Lokal.Anzeiger�, in der„Deut. schen Allgemeinen Zei'ung' und im Barwärt«" öffentlich bekanntzumachen. Am 4. Dezember, 22.40(Jhr, entschlief nach schwerem Leiden mein lieber Mann, unser Vater, Schwieger-, Groß- und Urgroßvater Wilhelm Abraham Maxstraße 14, im Alter von 78 Jahren. Die Hlnlerbliebenen. Einäscherung Mittwoch, den 10, Dezember.A 18 Uhr, Im Krematorium Gerichtstraße Danksagung Für die vielen Beweite herzlicher Teilnahme anläßlich des Todes meines lieben Mannes. unseres guten Vaters, de» Arbeits-Nachweisers Karl Seile sagen wir hiermit allen Veiwandten und Bekannten. Kolleginnen und Kollegen, dem Verband der Graphischen Hilfsarbeiter sowie dem gesamten Buchdrucker-, Buchbinder- und Metel arbeliergewerbe, den Zahlstellen Dresden und Stuttgart, dem Reichsbanner Schwarz-Rot- Qold, Ortsgruppe Tempelhof, sowie der Sozialdemokratischen Partei und den Kinderfreunden, dem Oesangverein„Solidarität" und den Mietern des Hauses Albrechtstr. 40 und besonders Herrn Pfarrer Pfei fer für die trostreichen Worte am Sarge des Entschlafenen unseren herzlichen Dank Therese Seile und Kinder. JUI ERGENS Alextnderplatz Neue Könlg8tr.43 Ijöuj/OÄnöe von Haushaltungen benuhren bereite die ideal» Warmwasserversorgung durch Gas. den neuen Progai-DiirchBapferhllwr taüößvvöe von Haushaltungen warten noch infolge der unerwarteh grossen Nachfrage auf Lieferung des ereyat-DwthlaufaHilIiT von Haushelfungen werden den neuen Apparat- als prakHsches und billiges Weihnachtsgeschenk für die Hausfrau anschaffen wollen Die Nachfrage ist gross. Bestellen Sie darum schon Jetzt den neuen Proya-PunhlaBferhilitc Gebrauchsferfiq ainqostfrtosscn 2.-IIM.monaHich. bei 24 Raten«48rRM oder 44,50RM bei Barzahlung BERLINER STÄDT- GASWERKE ArG FEAMSPRECHEAtCaKUPFERGlUBEN 0019 APDARATÄOO Am dW S* Keiwiuieieea»«ee C eiSWl e Bert. Stadt. Gaswerk» Akt. Ol larlin C 2, Nsim ,rl«drirf>«rofis 10» N 4 » Anbnngvng«je» Pregat ichtge ...... BorteNune-•«•< Teilsehkm# Nicht gewflnsohtta streichen l Alles ohne Geld! bettfeoeru Nor aal Tellzalünng liefere . Uö Anzöge, Dieter. Paleto fon- ' pen Betiwflsdie.TfsdiwOsdie. 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Blohm hat sich in der Nummer vom 26. Oktober mit der Frage der Arbeitszeitverkürzung beschäftigt und dabei einen Vor- schlag gemacht, der darauf herauskommt, dah die Arbeiter in Zu- kunft statt 8 wieder g Stunden arbeiten sollen, der Tages- v e r d i e n st sich dabei für den Arbeiter umhProz. ermäßigen soll. E meint, daß auf diesem Wege, da der Lohnanteil in dem Produkt sich schon um 18 Proz. senkt, eine Ankurbelung der Wirtschaft und womöglich eine Einstellung derArbeits- losen hervorgerufen werden könne. Wenn man ganz außerhalb der Betrachtung läßt, daß bei der augenblicklichen politischen Situation, in der«ine große Mehrheit des Parlaments aus Kommunisten, Sozialisten und Nationalsozialisten besteht, sich niemals eine Mehrheil sür Gesetze finden würde, die eine Arbeitszeitverlmigerung mit gleichzeitiger Lohnkürzung vor- schreiben, so ergibt die Prüfung dieses Vorschlages mit dem Rechenstiit in der Hand seine völlige Unmöglichkeit. Gesetzt den Fall, die neunstündig« Arbeitszeit würde an einem bestimmten Stichtag eingeführt werden, so könnten doch an den vor- Handeiren Aufträgen, wenn die Arbeitszeit verlängert wird, nur weniger Leute beschäftigt werden. Es müßte also fürs erste ein Achtel jeder Belegschaft entlassen werden. Wenn wir annehmen, daß zur Zeit in Deutschland in der Indu- strie noch 71- Millionen Arbeiter tätig sind, heißt dos, daß KtzOOQO an einem Tage weiter auf die Straße fliegen»nd der Fürsorge zur Last fallen. Der Rest würde dann also g Stunden arbeiten. Der Lohnanteil an jedem Produkt, das in Deutschland her- gestellt wird, ist verfchieden. Den höchsten Lohnanteil haben wir bei der Kohle. Hier beträgt er Hll Proz. der geringste Lohnanteil be- trägt etwa S Proz. Der Durchschnittsanteil beträgt nach den Mit- teilungen des Institutes für Konjunkturforschung in Deutschland 3l) Prozent. Da noch den amtlichen Feststellungen auf nind 7 Arbeiter je ein Angestellter oder Privatbeamter kommt, von dem wir annehmen, daß er um 15 Proz. höher entlohnt wird, als ein Arbeiter, was schon hoch gegriffen ist, so würde demnach, falls auch diese länger arbeiten, der L o h n a n t e i l in den allgemeinen Unkosten, der sich cbcnsolls verringert, ein Sechstel des Arbeitcrlohnanteiles betragen. Was das Rohmaterial ond die Halbfabrikate betrifft, so kommen lüttphst 25 Proz, aus dem Aus'and. � Dieter'Teil wird Mio von LÄMstderungen Wixhaupt nicht berührt. Nehmen wir nun folgendes Hurchfchnittsbeispiel: l. Rohmaterial oder Halbfabrikat.... SOProz.— 30 TT Lohnantcil.,.......... 30.—30 III. Allgemeine Unkosten: gl Gehölteranteil........ 5 b) Sonstige Unkosten....... 25 TV. Unternehmergewinn........ 10■- 10 100 Bei Durchführung des Blohmfchen Planes: I.Rohmaterial oder Halbfabrikat soll mit 5 Proz. niedriger eingesetzt werden........ 28.50 II Lohnanteil 18 Proz........... 24 OO III. Allgemeine Unkosten: a) Gehälteranteil........... 4 10 b) Sonstige Unkosten.......... 25.— IV. Unternehmergewinn 8 Proz. geringer.. 9.20 01.40 d. h. also, daß ein Arbeiter, der bei 1 M. Stundenlohn für eine Wurst 1 M. bezahlen konnte, nunmehr bei 92 Pf. die Stunde für diefelbe Wurst 91% Pf. bezahlen kann. Wer glaubt im Ernst daran, dag, wenn alles% Proz. billiger wird, dafür aber die Anzahl der Arbeitslosen um% zunimmt, die Wirtschaft wieder angekurbelt werden kann? In dem eigenen Betrieb des Herrn Blohm ist der Lohnanteil naturgemäß viel geringer. Er dürfte etwa zwischen 10 und 15 Proz. klegen. In diesem Falle würde trotz Senkung des Lahnanteils die Ware nicht soviel billiger werden, als der Lohnanteil gesunken ist. Es ist unverständlich, daß derartig« Vorschläge nicht, bevor sie in die Oessentlichkeit gelangen, durchgerechnet werden. Sie trogen sanft nur dazu bei, die Verwirrungen, die aus dieser Frag« herrühren, zu vergrößern. Es muß daraus hingewiesen werden, dah keine Rede davon sein kann, daß unsere Arbeitslosigkeit daraus zurückzusühren ist, weil wir zu hohe Löhne gezahlt haben, denn im Inlandgeschast sind unsere Umsätze seit 1924 von Jahr zu Jahr g e st i e g« n, wie unterstehende Tabelle deutlich zeigt, ent- sprechend den Lohnsteigerungen. Konsum- Durchscbnütl. Lohn stcix-7llng Lohnstelqerg Mg. Bors, gegen Dorj. um Proz. um Proz. 18 10 3—8 0*) 12 5 2 1'/. 1924 Konsum 26 Milliarden 0 60—0.90 1925 ,. 31, 0 92-1 15 1926„ 31 1.15 1927„ 34„ 1.15—1.26 1928. 36. 1.28—1.33 1929„ 36. 1 33—1 37„,.„ Unser Exportgeschäft Hot sich dauernd entwickelt. Im Jahre 1929 haben sich auf dgn Weltmärkten folgende Exportsteige- runzen oder Exporwerminderungen gezeigt: Tschechoslowakei.......— 93,8 Millionen Deutschland.......... 4-1 206,6 Schweden..........+ 262,7 England.......... 4 125,0 Frankreich..........— 206,5 Die Zahlen beweisen, daß unker Geschäft sowohl im Inland als auch im Ausland sich trotz unserer Lohn- und Soziallastcn e n t- wickelt hat und daß unsere Arbeitslosigkeit, wie in Amerika, von der R a t i on a k i s's e r n no und Mechanisierung der I n d ii st r i« h e r r ü h r t. Rur durch Einführung der Arbeitslosen in den Wirtfchastsprozeh kann wieder eine Sonfumflelgerung erzielt werden und diese Einführung ist nur möglich, wenn die Wafchinen dazu benutzt werden, wofür sie geschaffen sind, nämlich zur Arbeitserleichternng, zur Verkürzung der Arbeitszeit de» Einzelnen. *) Auf Beginn der Arbeitslosigkeit zurilchpiflrhren. Vetriebsstillegung als Lohndruck. !lnd als„Weihnachtegabe". Mehrere Berliner Schuhfabrikanten haben wieder bei der Behörde Stillegung s anzeige erstattet. Die gesetzlich vor- geschrieben« Sperrfrist läuft zu den Feiertagen ab, an denen dann die Entlassungen statt'inden, soweit nicht zu einem früheren Zeitpunkt die behördliche Genehmigung zu Entlassungen erteilt wurde. So bescheren die Berliner Schuhfabrikanten ihre Arbeiter zum„hohen Weihnachtsfeste". Unter diesen arbeiterfreundlichen Betrieben darf die Firnia I. H e rsch t h a l Komm.-Ges., Paul-Singer-Str. 101, nicht fehlen. Die letzte Stillegung hat sie im August d. I. durchgeführt. Bei der kurz darauf erfolgten Wiedereröffnung des Be- triebes find die Löhne bis 40 Pf. pro Stunde abgebaut worden. Jetzt legt die Firma schon wieder still. Zu welchem Zweck ist leicht erkenntlich. Sache der Belegschaft wird es sein, dies- mal der Firnia zu zeigen, daß dos Maß voll ist. Verlangt vom Betriebsrat die Einberufung von Betriebsversammlungen und nehmt Stellung zu den Maßnahmen der Firma! Unter den stillegeirden Betrieben befindet sich auch die Firma F e r d. Schach u. Co., Saarbrücker Str. 22—24. In diesem Betrieb besteht seit März d. I. kein Betriebsrat mehr. In den letzten Jahren hat die Firma den Vorsitzenden des Betriebsrates dreimal entlassen. Zweimal Hot die Firma am Arbeits- gericht Unrecht bekommen, das letztemal hat das Arbeitsgericht die Entlassung nicht als Maßregelung anerkannt. Seitdem wagt es niemand mehx, das Amt eines Betriebsrates anzunehmen. Welche Zustände in dem Betrieb zur Zeit herrschen, kann sich jeder Facheingewechtc vorstellen. Die?lrbciter werden oft von Schach junior angebrüllt wie das Vieh. Di« Wahrnehmung der Arbesierinteressen durch den Gewerkschoitsvertreter bezeichnete dieser Herr als„llnverschämtheit". Ein löjähriges Lehrmädchen ist ge- zwungen. größere Beträge am Arbeitsgericht einzuklagen, weil die Firma den tariflichen Lohn tlicht zahlt«. Bor kurzer Zeit wollt« die Firma die Löhne im Maschinensaal verschlechtern. Die Arbeiter lehnten ab. Prompt erfolgte die S t i l l e g u n g s a n z e i g«. Aber die Belegschaft wird sich Z» wehren wissen und der Firma den Lohnabbau vereiteln._ Die Saisonarbeiierunierstützung. Die tatsächlichen Llnterfiühungssätze. Pom 15. Dezember ab werden olle Beruf«, bei denen im Winter die Arbeitslosigkeit„berussüblich" ist, so vor ollem in der Bauindustrie, in der Land- und Forstwirtschast, im Schifsahrtsgeiverb« usw., mir noch ihre Arbeitslosenunterstützung noch den niedrigen Sätzen bekommen, die auch in den beiden vergangenen Jahren üblich waren. Wir hatten vor einigen Togen die Befürchtung ausgesprochen, daß man nun noch der Notverordnung denjenigen Arbeitslosen, der zur Erreichung der Anwartschaft nur 26 Wochen versicheruirgs- pflichtig« Beschäftigung aufweist, unter Umständen sogar zwei- m a l im Unterstützungssatz zurückbringen würde. Diese Auffassung bestätigt sich nicht. Di« Unterstützungssätze der berussüblichen Ar- beitslosen werden nur einmal herabgesetzt. Während der Dauer der berufsüblichen Arbeitslosigkeit ist sür diese Arbeitslosen der in der Notverordnung herausgekommene§ 105a außer Kraft. Wenn also ein Maurer, der wöchentlich über 60 M. verdient hat, infolg« der Notverordnung nur 17,85 M. statt 22,05 M. erhält, weil er keine 52 Wochen versicherungspflichtige Beschäftigung innerhalb von 18(nach der neuesten Notverordnung 24) Monaten ohne Unterbrechung durch Unterstützungsbeziig nachweisen kann, so wird jetzt die Saisonarbeiterunterstützung nicht berechnet nach dem er- ntcdr igten Satz(Lohntlasse 9), sondern nach dem Beitrags- s a tz(Lohnklasse 11). Soweit die saisonübliche Arbeitslosigkeit vorliegt und nach den Bestimmungen hierüber niedrigere Unterstützungssätze als nach der Notverordnung zu zahlen sind, wird nur der niedrigere Uirter- stützungssatz gewährt. Aus keinen Fall darf eine doppelt« Her- untergriippierung erfolgen. Die Enirechiung der Heimarbeiter. Protest der Berliner BeNeidungsarbeiter. In den letzten Tagen hielten die Berliner Bekleidungsarbeiter ihr« Delkgicrten beiterschnstmufeumo oor dem Eingang grannhoierstr. 11—12.— Sildkrei«: Um 19 Ubr im gugendbeim Tempeibof, Gcrmaniastr. 4— 6 sLuzeum). Tempel- bos und SÄdncberg überrasche» den Kreis.— Llldring: Um 19 Uhr im Iugeitdheim Neukölln. Bergstr. 29. Lichtbilderoortrag:..Arbeiters Wintersport". — Morgen, Montag, folgend: Deransiaitung: Rordtrei«: Um 1 9' j llbr im Gemerrfchaftshaus..Zinmier 26. Engelufer 24-21, Kreisleltungsststung.— Kommission»Ut görderuug der»Sryerpslege: Listung um 20 Ubr im Zimmer 2Z Gemcrtschastsbaus. Engelufcr 24— 2z, @3uoendc>ropve deS�eniraiverbaudeS der Anaestettten Leute. Sonntag, finden solgend: Veranstaltungen statt: Lanntagsvcr, anftal'ungen im stugsndbeim Reichenberger Str. 66 von 13—22 Uhr: Jugendheim Nordost, Rastcnlbcrgcr Str. 16, von 18—22 Uhr: Jugendheim Spandau. Lindenuser 1, ran 18-22 llbr.— Leute kommen die gunktionäre und Leiser unserer Iugcndgruvpcn zu einer Aussprache im Jugendheim Wedding. Willdenowstr..1. zusammen.— Morgen. Montag, finden folgende Veranstaltungen statt: Wedding: Zuqcndl,e-m Turiuer Ecke S-cstraste. Gruppen. Mitgliederversammlung.— Brist: Stsidtisches Jugendheim fRatlaus). Vortrag: „Modcnic Schulreform". Referent Arthur Rachow.— Urban: Iug'pdheim Labrechi- Ecke Landerstraste. Sruppcnmilglirderocrsammlung.— Weistense«: Jugendheim Pistoriusstr. 24. Vortrag:.„greiziltgestaltuiisi". Referent gul. Diederich.— Karle» für den Hewrich-Seine-Abend am grcitag. l9. Dezember, zum Preis« von 40 Pf., sin» im Iugendsetretariat und in den Inge ndgruppcn erhältlich.- Karten für die Juqenduorstellung der Vdlkslüthne am 1, Januar, jum Preise Mit zu Pf., sind im klugendsekreiariat zu haben.— Die Mund- grupp« übt jeden Montag n»n 20—22 Ubr im Berband-chans. 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Wohl wissen wir, daß von dem größten Teil unserer Mitglieder mährend des verflossciieu Streiks in der Berliner Metallindustrie groß« Opfer gebracht werden mußten, jedoch ist er in der glücklicheit Vaqe, intnterhiu einen Verdienst zu haben, während zehntausend« organisierte Metallarbeiter auf gekürzte Arbeitslosen, oder Krisemtttterstützittig angewiesen sind, ungerechnet die vielen Tanscndc, die auch dies« Untcrstützunz nicht mehr erhalten, sondern ans öffentliche Wohlfahrt angewiesen sind. Diesen Opfern der nocb nicht abzusehenden Wirtschaftskrise zu helfen, war bisher vornchmste Pflicht mtserer Perbandsmitchieder und hoffen wir, daß auch in diesem Jahr ein jeder nach seinen Kräften zur Linderung der Not seiner Klassengenossen beitragen wird. In Anbetracht dessen, daß der verflosiene große Streik an unsere Mit- alieder stärkere finanzielle Aitiordcrungen gestellt hat, soll dieses Mol der Vertrieb der attszugebeitdett Marken bis binde Februar k33k ausgedehnt werden ttnd hoffen wir dadurch, daß unsere Hauskasiicrcr heim Vertrieb der Marken in jeder Beziehung unterstützt werden können. Die Sonder- marken, welch« für den Zweck der Sammlung herausgegeben lue» den. sind im Werte von 1 M. für männliche und von Ll> Pf. für weibliche Mitglieder hergestellt. Wir halten es für die Pflicht eines jeden Mitgliedes, mindestens eine Marke abzunehmen, jedoch sollte es Ehrensache aller der- i e n i g e n Verbands Mitglieder sein, die s i ch in besser bezahlten Stellungen befinden, daß sie mehrere Marken entnchnten. Der Ertrag der Sammlung soll restlos unseren arbeitslosen und er- werbsunfähigcn Mitgliedern zur Verfügung gestellt werden und sollen alle diejenigen Mitglieder, die dem Verband inindcstcns 13 Wochen angehören, für diese Zeit volle Beiträge geleistet haben, am 17. November arbeitslos. krank oder invalide waren und am Tage der Auszahlung noch krank, arbeitslos und invalide sind, eine Unterstützung erhallett. Di« Beschlüsse früherer Gettcralversantntlungeit betreffend Auszahlung der Unterstützung sollen nuch dieses Mal Geltung haben, und-war insofern. daß nach dem 15. November arbeitslos oder krank werdende Mitglieder von der Ilnterstützuna anszuschließcn sindt ebenso diejenigen P Mitglieder, die im Vorjahre keine Wcibttachtsmark« geklebt haben und diejenigen Invaliden.' die laufende Invalidenunterstützuttg von der Organisation beziehen. Es wird also Pflicht unserer Funktionäre in den Betrieben sein, dahingehend zu wirken, daß sich auch in diesem Jahr kein Mitglied von der Sammlung ausschließt und es wird deshalb gebeten, durch Buchkontrollc iu den Betrieben festzustellen, ob und inwieweit unserer Mitglieder uitserem Aufruf, der von der Generalversammlung gebilligt wurde, nachgekommen sind, damit im nächsten Jahr' kein Kollege, der arbeitslos oder krank ist und die Weihttachtsmiterstützung in Anspruch nehmen will, vorhanden ist, der nicht seine Weihnachtsmarke im Borjabr geklebt hat. Unter Beachtung obengenannter Richtlinien erfolgt die Auszahlung der Weihnachtsunterslützung für unsere Mitglieder mit den Aitsangsbuchsiobeit A— F am Montag, dem 15. Dezember, von 3 bis 15 Uhr, G— L am Dienstag, dem 16. Dezember, von? bis 15 Uhr, M— R am Mittwoch, dem 17. Dezember, von!1 bis 15 Uhr. S, Sch und St. am Donnerstag, dem 18. Dezember, von!) bis 15 Uhr, T— Z am Freitag, dein IS. Dezember, von 9 bis 15 Uhr im Berhandshausc, Linieustr. 83/85, Partcrresaal, Schalter 1— Z. Ausweis über Arbeitslosigkeit. Krontbcit und bei Jiwaliden über ihre Erwerbsunfähigkeit nebst Mitgliedsbitch ist bei der Kontrolle vorzulegen. Viensfog. den 9. Dezember, abends T Ahr. im Sihnnaskoal des verbondsbonles Linienstrasir 83 85 Branchen'Uemnnmiung der eauanschiägar Tagesordnunzt I. Vortrag. 2. Verbands- und Branchenangelegen bellen .1. Berlchiedenee. 4 f-- lontrolle: Die fireisreoiforen. Wir bitten»m»ollzähliges Erscheinen. �TTT Ii. Srei» Reutöll». Dienstag, g. Dezember, ISi» Uhr, Sitzung des Bildungs» ausfchusses im Parteibüro. tS. ltrei, Cöpenich. Montag, 8. Dezember, lütt Uhr, wichtige Kreisvorstandssitzung in Töoeniik, Seiilogftr. 27. Sämtliche Genossinnen und Genosse» des 18. Kreises werden ersucht, die antifaschistische Kundgebung der 100. Abt. Friedrichshagen am Dienstag, 9. Dezember, zu unterstützen. Referent©c- nasse Hoegner-München. 17. Krei« Lichtenberg. Bildungsonsschutz! Wichtige Sitzung, Dienstag, 9. Dezember, Igth Uhr. Bibliothek Weichselstratze. 19. Krei» Pankaw. Biontag, 8. Dezember, l9ir Uhr, im grossen Sitzung?- sanl de» Rathauses Pankow Krcisvorstnndssitzung, an der die l. und 2. Abteilungsleiter teilitehmeu. Wichtige Tagesordnung. yeuke. Sonntag, 7. Dezember. 47. Abt.„Unser Weg" kann abgeholt werbe». Sbenfalls sind die Sammel- listen abzurechnen. Morgen, Montag, 8. Dezember. 12. Abt. W Uhr, Funktionärsttzung bei Röstel, Pullitzstr. lO. Alle Funktionäre, auch Betriebsvertrauensleute, müssen erscheinen. 1Z. Abt. 19V) Uhr, Funktionärsitzung bei Obiglo. Stralsunder Sir. 11. 18. Abt. Konferenz sämtlicher Funktionäre, NM 10iz Uhr, hei Schade, Käsliner Stratze 9. 19. Abt. FunkiionZrsttzuvg bei Schrepel.©rünthaler Str. 1Z. 20. Abt. Funktionärsttzung bei Pose, Kolouiestr. 15. 2l. Abt. Wii Uhr, Funktionärsitzung in der Seschäftsstelle, Utrecht er Sir, ZI. 2?. Abt. Igth Uhr, Funitionärsitzung bei Sentel. Utrechter Str. 10. ?1. Abt. Funktlonärsitzuug, IZth Uhr, bei Grunewald. Kameruner Str. 19. 39. Abt. 19% Uhr, Funktivnärsitzung in der Auristischen Sprechsinnde. 40. Abt. 20 Uhr, Abteilungs-Mitgliederversammlung bei Forster, Dreibund- strotze 11. Referent©«nasse Bärchel:„PrciÄabbansragen". 41. Abt. 20 Uhr, Funktionärsttzung bei Livsert, Mariendorfer Str. 8. «2. Abt. 19% Uhr. Funktionärsitzung hei«i-rsdorsf. Urbanstr. 8. 4Z. Abt. 19% Uhr, Fimktionärsitzuttg bei Krepv, Planuser 7b 78. 44. Abt 19% Uhr, Funktionärsitzung bei Ewald, Ekalitzer Str. 128. 45. Abt 19 Uhr. Fnuktiouärsitzuna bei Fander, Lausitzer Str. 2b. 48. Abt A> Uhr, Funktionärsttzung bei Eichholz. Cnvrvstr. 2Z. >7. Abt. Funktionärfitzuna A> Uhr Adalbertstr. Id. �8. Abt. 2V Uhr. Funktionärsitzung bei Reibe,©itschiner Str. 88. charlotte«b»rg. 54. Abt. 20 Uhr. Borstandssitzuna mit den©rupnenkassierern im Jugendheim. Rossnenstr. 4.— 58. Abt. Ab 17 Übt, Maieriolausgnde im»Berliner Kindl". Würzburger Etr. 17. 70,. Abt Schöneberg. 19% Uhr. Fnnktionärsitzung bei Engel, RLHllngftrassc. 80. Abt Raeiendarf. 20 Uhr Funltionärsitzuiig im Restaurant Mali, Eliaussee. stratze ZOS. 88. Abt Lichtenrade. Die BezirksMhrer holen dos Material zur Bcrfamm. lung Montagabend beim Genossen Semmler ab. 08. Abt. Renlölln. 19 Uhr im Lokal Teich. Knesebeästr. lllö. Heiterer Abend der Abteilung. Mitwirlendee Friedel Hall und SAF. 108. Abt Sö»enüi. 30 Uhr tri kleinen Saal des Restaurant Kaistrhok,©rün. stratze 10,.Zusammenkunft junger Parteigenossen. Borteag:„Arbeiter. volitik und volitische Parteien." Referent Dr. R.©urland. 141. Abt. Zioseatbal. 20 Uhr Funktionärsttzung bei Türk, Nieder str. 7. Er. scheinen ist Pflicht Dievskag. S. Dezember. 8. Abt 20 Uhr Funktionärsttzung bei Richert, Steinmetzstr. 36a.- Die Fahl- abende am Mittwoch fallen wegen Kreisveranstaltung im Rationalllof ans. 1». Abt. 20 llhr Funktionärsitinng bei Eanbow, Flensburger Sir..0. 13. Abt. 20 llhr Funktionärsitzung bei Lausch. Predowstratze. Alle Funktio. näre und Beiriebsvertrauensleute müssen erscheinen. 24. Abt. 10% Uhr Funktionärsitzung bei Rösner, Immanuelkirchztr. 25. 28. Abt. 20 Ubr Funktionärsitzung bei Reä>enberg. Iii. Abt. 30 Uhr Funktionärsitzung bei©oldschinibt, Stolpisäte Str. 38. z.ot- ogferlisten müssen abgerechnet sein und die Adressen der arbeitslosen©e- nassen müsse» mitgebracht werben._. 44. Abt Bezirke 00. 01 und 02. Dienstag, 19% Uhr Kahlabend ,m Reichen» berger Hof, Reichenberger Etr. 147. Referent Dr. Max Schütte. Thema: Sozialismus«Inst und jetzt."..„.. Charlotten bürg. 56. Abt. 20 Uhr Abteilungsvrrsaminlung bei Beutel, Kaiser- Friedrich-Str. 83, Borlrelg des Genossen Hans Seigewasser über Zugenb- kartell.— 58. Abt. Abrechnung fämtl. Sammelliften zum Rotopker in der am Dienstag, dem 0.. stattfindenden Abteilungsversammsuna. Auszahlung des Rotovfer, Sonntag. 14. Dezember, 10-12 llhr bei Liersch. Kantstr. 82. 89. Abt Wilmersdari. 20 Übe Mitalieder»ersammlu»g be> Kulka. Lanen, bürge««tr. 21. Thema!.Die»olitischc Lage." Rcserent San»»-»«. nZ. Abt Temvelhas. 4. Bezirk. 20 Uhr Fohlabend bei Pommeeening, Berlin-r Stratze 100. Rekerent©enosse«rolzig:.Wirtschaftsfragen. ,08. Abt Köpenick. 20 Uhr Össenilich- Bersammluna der /AbteilMig Friedrichs. Hagen im©esellschafishaus Friedrichshagen, Friedrichstr. 137. Die©e- nossi-men und Genossen werden gebeten, daran teilzunehmen. Referent Genosse Dr. Soegner-Münibrn.,_...„.. 134. Abt. Buch. 20 Uhr Bo,standsfitznng mit sämtlichen Funktionären bei Göpsert, am Bahnhof.._ 136. Abt Rei»i«e»bors.Oft. 20 Uhr bei Kirfme. Residenzstr. 0, Funklionarsitzung. Es wird erbeten, vünktllch zu erscheinen � ,37. Abt. R-i»ickenb-rs.««st. 20 Uhr Borstandssitzun» mit den B-zirlsführern im Volkshaus. Seharnweberstr. 114/115. ZNiktwoch. 10. Dezember. 34. Abt. Die Bezlrksfilhrer lad-n zur Abteilunasoersaminlunq ein. Säl»la»>a, Litauer Str. 18. Referent Sieofri-d Aufhäuser, M. d. R. 54. Äbt Charloteubura. Die Beziichsführer laden zur Adteilungsversannnluiig ein. Referentin Elara Bohm-Echuch, M. d. R. ,36. Abt. Reinickenbors-Dft. Die Bezirksfiihrer laben zu den Fahladenden ein. Frauenveranstalkungen. Bit wache»»ufere©enossiunen nochmal» auf nachstehe ade FUwoeran- staltuuqe» de»«rbeiter-Tar». und Spori.Bnnde, ausmerksa« und bitten u« rege Betailign»». Ter Cintittsvvei» beträgt SO Vi. pro Karte. Montag. 8. Dezeniber. Brbdina. Schulaula,©rünthaler Str. 5. 10—2l lihr. Dienstaa, 9. Dezember. Friedrichehain, Andreas-Festfäle, Andreasstrasse. 19—21 Uhr. Mittwoch. 10. Dezember. Charlottenbnrg, Sophie-Charlotte Schule, Scharrenstr. 2327, ib. 21 Uhr. Donnerslag. U. Dezember, AeuläÄn. Städtischer Solbau. Beug Nr. 147. 19-21 llhr. Freitag. 12. Dezember, Kreuzberg, Volks- bitbungsamt, Borckstr. II. 10—?l Uhr. Sonnabenb, 13. Dezember. SchSueberq, Frledeuau. Steglitz. Aula der Rheingauschul«. Echwalbacher Str. 3/4, 19— Zl Uhr. Sonntag. 14. Dezember, Lichtruberg, Stäbtisch« Zuzendbühne, Kolleistr. 7 9, 11% Uhr. � Die Abt«Ä»«g,leiteri»»»» für Agitatio». die noch nicht die Karten zur Frauenfeierstuiche in der„Bolksbühne" abgerechnet haben, werben bringend gebeten, dies umgehend ,m Fronensekretariai z» tun. Ferner bitten wir um möglichst sofortige Mbliesernng der Fragebogen, soweit dies von den Ab- tülungsleiterinncn für Agitation noch nicht geschehen ist. Ans Wunsch werden fehlende Fragebogen noch nachgesanbt. Das Franrnfekrelariat. 1. Abt Montag, 8. Dezember. 20 llhr, im Sackeschen Sof, Rosenthaler Strasse 40/41,.Die Frau im Dritten Reich". Referentin«Slhe Kern. 9. Abt Donnerstag, 11. Dezember, 19% Uhr, bei Sufenbach. Perleberger Strotz«, geselliger Abend. Bortragende Martha John. 23. Abt Dienstag. 9. Dezember, 18 Uhr. Bestchtigiing der ständig«» Aus- stilluiig in, R-ichsarheitsminist«rinm. Berlin RW 40. Scharnhorststr. 33. Die. Genossinnen treffen sich pünktlich um 12% Uhr vor dem Arbeits- Ministerium. 40. nud 42. Abt. Keule. Sonntag, 7. Dezember, Besichtigung de« Reichs- tages unter Führung der Genossin Clara Bohin-Schuch, Trefsounkt 10% Uhr vor dem Portal 2. 78. Abt. Echäueberg. Montag, 8. Dezember. 20 Uhr. bei Kochgeschurz, MAilen- Ilrasse 9, wichtige Besprechung der©enossinnen. Um restloses Erscheinen wird gedeie». 98. Abt. Äenköll». Montag, 8. Dezember. 20 Uhr, bei Teich. Knesebeckstr. 135, „Bunter Abend". Vortragenbe Friedel Kall. lOl. Abt. Trepiaw. Donnerstag, ll. Dezember. 17 Uhr, Besichligimg des Mütter- und Säuglingsheims in Neukölln, üKarlendorser Weg 41/46. Treis- onntt der©enossinnen 18 Uhr, Boucht- Ecke©rätzstrasse. 121. Abt Karlaho ist. Montag. 8. Dezember. Besichrigung der Heibaudi-Aus- stsllnng. Treffpunkt 17 Uhr. Bahnhos Karlshorsr odcr 17% llhr vor dem Gebäude der Saidaudi-Avsstellung an der Potsdamer Brücke. lZ7. Abt. Kahenschönhansen. Montag, 8. Dezember, 20 Uhr, bei Rutzki, Dingel- städter Strasse 91 Ecke Landsberger Chaussee:„Die Frau im Dritten Reich". Referent Mar Brinätzer. Die Genossinnen treffen sich zum gemeinsamen Abmarsch um 19 Übe. Berliner Strasse Ecke Freienwalder Stratze. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlsahrt. rznr.f., t.k!. ,.4-feCI/TP-lt 1. 1 W rn Weibnachtslotterie— Lose können nur bis zum Krel»>eiw»qen. �..... '' 10. Dezember zurückgegeben werden, da wir sonst nicht mehr dir Räg. W' lichkeit der Unterbringung haben. Die»atft diesem Termin nicht zurück- 1 j gegebenen Lose müssen in Rechnung gestellt werden. Schiutzabrechnung W ist vor der Fiehung am 19. Dezember vorzunehmen. 6. Kiei, Krenzberg. Bis Dienstag, 9. Dezember, müssen alle nicht verkauften Lose bei©enosstn Simon. Sorauer Str. 19. zurückgegeben werden. 9. Krei» Bilmer»b»rs. Dienstag, 9. Dezember, 20 Uhr. im Freiherr-vom- Stcin-Lnzeum, Weimarische Ecke Mainzer Stratzr. Filmoarsiellung:„Mutter Krauses Fahrt ins Glück". Ansprach« der©enosstn Minna Tadenhagen:„Was lehrt uns Mutter Krause". Eintritt gegen Abschnitt etnes Arbeiterwohlfahrtsloses oder 0,30 M. Alle©enosstnneu und Genossen sowie Interessierte sind dazu eingeladen. 10. Krei» Fehlendars*nb 12. Krei» Steglitz. Montag, 3. Dczemder. 20 Uhr, im Rathaus Steglitz, F immer 5. Kursus wer:„Soziale©erichtshilfe". Referentin ©enosstn©entz. Alle interessierten Genossen und Genossinnen werden gebeten. daran teilzunebmen. 16. Krei, Köpenick. Dienstag, 9. Dezeniber. 19% Uhr. im Rathems Köpenick. Echlotzstratze, Kursus:„Das geltcndc Fürsorgerrält". Referenti»©enossin Paula Kurgatz. Wir»erweise» ans de» i» der Presse beka»»taegebe»en Kursu» be» Arbeiter- Abstin Montag, 8., und Donnerstag, 11. Dezember, 18 bis 20 Uhr. in der©emeinschaftsschule. Wir bitten die Genossen, unsere Aus- ftellunq zu brsuckien. Prenzlauer Berg, Gruppe Viktor Adler: Donnerstag. 20 Uhr. Elternver- famnilung in den Baracken Danziger Str. 82.— Rot« Falken: Dienstag, 18 bis 20 Uhr, Danziger Str. 82. Basteln— Freitag daselbst Vorträge Über das Wandern und Basteln. Gruppe Friedrich Ebert: Montag, 20 UH-. Eltern. Versammlung in der Schule Danziger Str. 23. Dienstag gemischte Gruppe: „Altohol und Nibotin".— Donnerstag Rote Falken: Leseabend; Freitag Jung- ialken: Bastelabend. Geburtslage. Jubiläen usw. 5. Abt. Unserem Genoss«» Leopold Bern Hordt, Rücke rstr. I, zu sriue» 65. Gel>>-rt»toqe die herzlichste» Giückwuniche. 21. Abt. Unserem Genossen, stellnretretenbe« Adteit»ng»lette.r Richard Bnttoer, Turiner Stratze 10. nnb teurer lieben Gatti» zur Silberhochzeit die heizlichsien Glückwünsche.-«niete lieben Genossen Richard Frieh. Retnickendarser Str. Oz, zu seinem 70jäbrig«n Gednetotag die herzlichste» Glückwünsche. 18. Abt. Unserem Genossen und laugjährigen Bezirkosührer Otto Kohm zu seinem 80. Geburtstag die besten Glückwünsche. Möge er noch recht lange in »nserer Ritte bleibe»/ Da»«Luschen bie Genosünnen nnb Genassen bei 48. Abteilung. 86. Abt. Maeieubori. Am 3. Dezember ist der Genosse Sanitäter Fritz Schlicht. Kursürstenstr. 46, 23 Jahre Mitglied der Partei. Wir gratulieren herz- lichst. Die Ab!eil«ng»leitung. 53. Abt. Charlottenbnrg. Unserem Genossen Franz Fiedler und Frau, Crasmuostr. 4, zur Silberhochzeit die herzlichsten Glückwünsche. Sterbetafel der Groß- Äeriiner Partei- Organisation 21. Abt. Unser langjähriger Parili genösse und Funktionär Wilhelm Abraham. Maistr.>4. ist verstoxden. Ehre seinem Andenken. Einäscheeung Mittwoch. 18 Uhr. im Krematorium©erichistraße. Rege Beteiligung ermattet die Abteilungsleiiung.__ Briefkasten der�edakiion. H. tt. Ge. W. 48. l. Loweit die Alimente nicht gezahlt ist. kann sie auch nach Bollendung des 16. Lebensjahres beigetrieben werden. 2. Die jvcbühren betragen 56 3R.— Zehleadorf ton. Beantwortung im Briefkasten nicht möglich. Etwas Bestimmtes iSfit sich übrigens nicht sagen. Vorirage,VeremeundVersammwngsn. # Reichsbanner„Schroarz-Rot-Gold". ©efchfifts stell.: Berlin S 14. Sebastianstr 37-3« Lok 2. Tr. Ganonrstond. Dienstag. 9. Dezember, 20 lllir. Schiltzsportkurfns in der Turnhalle Albrechrstr. 20.— Sonntag. 7. Dezember. Weddinq lOrtsnerein): 11 Uhr großes Bla-orchesterkonzert zum Beste.» des Kampfsonds im Saolbau der Lochschuldranerei, Amrnmcr Str. 31. Eintritt 59 Pf. Kevz- berg: Antreten 14 Uhr Bahnhg i Neukölln, nicht Bahnhof Hcowannstratze. Tempelhof sOrtsveeein): 13 Uhr Pfiichtantreten mit Fahnen und Spielmanne- zug am Hasen Tempelho'.— Montag. 8. Dezember. Mitte sJungbannerl: 20 Uhr Jugendheim Tieckiiratze. Wichtiges Referat. Erscheinen Pflicht. SAJ< Mitte ist hierzu eingeladen. Fr>cdr>ck»h»in iOeisvcrein): 18% Uhr Antreten in Bannertleidung ahne Musik und Fahne» auf den Santmclplätzen der Kameradschaften. Schöucberg. Friedenau, Kameradschaft Friedenau: 20 Uhr Kameradschaftsuersaminlung in, Restauran! Katz. Börnste. 5. Reterent Koni. Redakteur Philippsborn. Nentölln-Britz iFungba»ner):.20 Uhr Mitgliederversammlung im Fdea'.-Kasino. Wcichsclstr. 8.— Dienstag. 9. Dezember. Mitte (Ortsvereinl: 18% Uhr Antreten zum Saalschutz, Germaniasälc, Zinnowitzrr Siratze. Weddinq sOrtsoerein): 18 Uhr Pflichianireten in den Blocklokalen zui» Saalschutz bei der Kundgebung der SPD. in den Germaniasäle». Räch- tziigler 19 Uhr dort. Schaneberq-Ariedeiran, Kmneradschast Nossrndors: 20% Uhr bei Jürgens, Barbaeossastr. 5a.©eneralversamnilung. Rcuw'hl des Vor- standes. Erscheinen Pflicht. Zempelhas sOetsvereinl: 1R% Uhr Antreten Ullstein-Kails in Bnndeskleidung. Köpenick iOelsperei»): 19% Uhr Antreten zum Saalschutz bei der SPD.-Friedrichzhag«n im Kesellsä?aft?haus Friedrichs- Hagen.— tziairko« sOrtsoerein): Die Generalncrsammlnng findet nicht anr 10. Dezember, sondern am Sonnabend. 13.. Dezember, im Restaiirani„Türkisches Zeit", Pankow. B«ile Stratze, 19% Uhr, statt. Erscheinen aller Mitglieder Pflicht._ Bund Entschiedener Schulreform". Oesseutliche Monatsoersammlung am Dienstag, 9. Dezember, 19% Uhr, in der Hohcnzollcrnschule. Belziger Str. 48. Thema:„Pädagogik der Lahntiitc". Beispiele welrlichcr. Gesellschaitsarbeit oir» ber Heinrich- Fille-Schule in Neukölln. Jedermann willkommen! Unkosten. beitrug erbeten! Arbeiter-Radio-Bund Deutschland», e. B.. Ortsgruppe Grotz,B"lin. Prenz» lauer Berg: 0. Dezember, Lokal Krug. Danziger Sir..71. Vorarbeiten für die Ausstellung. 42. Dezember Abliejcrung der Äusstellnngogrräre und'Einrichtung der AnssteNunq in der Prückenstr. 2.— Friedrich»haiu: 11. Dezember, Lokal Wrrtalla. Hohrnlohestr. 3. Mitglirdcrvcrsammlung.— Lichtenberg: 12. Dezeiw- bcr. Lokal Sämmerlein. Rigacr Etr. 50— 5l. Vortrag:„Gleichströmen, vsänger". — Neukölln-Treptow: 12. Dezember. Lokal Schikor a. Neukölln, Elbestr. 14, Bortrag:„Pom Dctellor zum Supcrhcd".— Ansang überall 20 Uhr. Reichalm ick» de« Kti ein beschädigte n, Kvieg,t«u»ehwer und Kriegenhipirr- bliebenen. Ortsgruppe Westen: Miialiedervrrsammlung am Dienstag. 0. Dezember, 20 Uhr, im Schubert-Saal tsahnärzrehaus). Bülowstr. 104. Stellung. nahm« mr Notverordnung.— Bezirk Wedding: Mitgliederversammlung om 9. Dezember um 20 Uhr im Lokal Patzenhofer, Chausse.estr. 84. Warmwasser für jede Wohnung. Seif kurzer Acit sind aus dein MarU Warmwassererhisier.u ichen, die einfach in der Bedienung und vielseitig in der Verwen- dungsmöglichkeit sind: die Kosten betragen nur etivn d:e Hälfte als früher. Oer Apparat, der auf jedem Wasserlidiin angebracht rverdeii sann, ist aiisierdcm mit weitgehenden Eicherheitseinrichtiingen vcr- sehen. Mit welcher Wirtschaftlichkeit er urd eilet, ist nm tieften daraus Fii erkennen, dah er 3 Liter ltüafser von 70 Grad fiir üueu Pfennig Gasverdrouch zu erzeugen imstande ist. Im Gegensatz zu den meisten bisher bekanntgewordene» Warmwasier-ipparolen liefert dieser Durchlauferhitzor kein abgestandenes, soiddern fpnngfnsch aus der Leitung beFogenes heißes Wasser. Vermöge seiner Konstruktion güit er kaltes Wasser wie ans dem Wasserhahn jeder Wasserleitung� warmes Walser, dessen Temperatur man durch Mischung selbst bestimmen kann, und heitzes Wasser bis Ftr Temperaturhöhe van etwa 70 Grad. Diese Vielseitigkeit in Verbindung mit gecignelen Crgängungsstellen lassen den Apparat zu den verschiedensten Zwecken gebrauchsfähig werden._ Die Likörsabrik Sützkind. Lerlin N., Krunnsnstraste. hat aus 'Anlofz ihres zehnjährigen Geschäftsjichilckilins Bürgermeistkr Lcholz 60 0 0 L« b e n s m i t l c l p a t c l e zugejagl, die kurz vor Weih-- nachten an Bedürftige zur Verteilung gelangen sollen. Die Lebens-- mittelpakete werden den Bezirksämtern zur Verteilung überwiesen. Sie Firma Brlmonte n. Co., Leipziger Str. 97. zweite» Geschäst llönigstr. A, zeigt ihre Weihnachtsverkäi-fe an. Es empjiehlt sich, den Eintauf frülizeitig »nd i» Ruhe zu besorgen i-nd nicht bis auf die letzten Tage vor Weihnachten Z» warten. 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