Morgenausgabe Tit. 575 A 289 47. Jahrgang Wöchentlich 8SPf� monatlich 3,60 M. im voraus zahlbar, Postbezug 4�2 M. einschließlich 60Pfg.PostzeiwngS' und 72 Pfg. Postbestellgebühren. Auslands» abonnement 6,— M. pro Monat. * Der„Vorwärts- erscheint wochentäg» lich zweimal. Sonntags und Montag« einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„Der Abend". Illustrierte Beilagen„Volt und Zeit" und„Kinderfreund". Ferner „Frauenstimme". �Technik",„Blick in die Bücherwelt".„Iugend-Vorwärts* und.Stadtbeilage". � f Berliner Solksblatt Oiensiag 9. Dezember 1930 Groß-Äerlin 19 Vf. Auswärts 45 pf. Die einspaltige Nonpareillezeile 80 Pfennig. Reklame�eile 5,— Reichsmark.„Kleine Anzeigen' das lettge- druckte Wort 23 Pfennig(zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort IS Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Zeile 60 Pfennig. Familienanzeigen Zeile 40 Pfennig. Anzeigenannahme imHaupt» geschäft Lindenstraße 3. wochentäglich von Li/z bis 17 Uhr. JeMrawesatt dee Goziawemosvaiifchen Oavtei Deutschtands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Dönhoff 232— 297 Telegramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlur. Vorwärts-Verlaa G. m. b. H. Postscheckkonto: Berlin 37 S36.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Lindenstr. 3, Dt. B. u. Disc.-Gcs., Deposilcnk.,Jerusalcmcr Str. 63/68. Ramsin und Genoffen begnadigt. Oer Theaierprozeß beendet. K o w n o. 8. Dezember. Wie aus Moskau gemeldet wird, hat das Präsidium des Vollzugsausschusses der Sowselumon nach einem kurzen Vortrag des Vorsitzenden Salinin das Gnadengesuch der Verteidiger des zum Tode verurteilten Ramsin und seiner vier Genossen genehmigt. Die Todesstrafe wurde in eine Gefängnisstrafe von zehn Sohren umgewandelt: ausserdem wurden den verurteilten die Bürgerrechte auf fünf Sahre aberkannt. 3« der Begründung wird erklärt, die Angeklagten seien begnadigt worden, da sie ihre Schuld eingestanden und mitgeholfen hätten, die antisowjetistische Organisation auszuheben. Außerdem sei die politische Lage im Lande so stabil, daß dieser Schritt habe unter- nommen werden können. Ein Musierwirtschastsland. Wenn der Moskauer Prozeßbericht wirklich stimmte... Wer als denkender Mensch die offiziellen Berichte über den Moskauer Schädlingsprozeß gelesen hat, der hat sich aus den Mustergeständnisfen der Musterangeklagten seinen Vers gemacht. Aber der Kommunist denkt nicht, er glaubt. Und von seinem Glauben ist der Mensch schwer abzubringen, die- weil der Glaube selig macht. Deshalb wollen wir unseren Kommunisten zu Gefallen auch einmal den Moskauer Bericht glauben, wir wollen, wie der Jurist sagt, alle Angaben Moskaus über den Schädlings- Prozeß„als wahr unterstellen". Wir finden: wenn das wirk- lich alles stimmt, dann ist es für Moskau noch viel trauriger, als wenn der ganze Prozeß— wofür wir ihn bisher hielten— nur erlogene Mache wäre. Wo gibt es das noch einmal auf der Welt? Eine Schäd- lingsorganifation von einigen Schock Ingenieuren, die— im Solde des feindlichen Auslands stehend— die gesamte Industrie eines großen Landes, namentlich auch mit Hinblick auf einen kommenden Invasionskrieg sabotiert? So sagt es doch der Bericht. Munitionsfabriken wurden so nahe am Strande erbaut, daß feindliche Kriegsschiffe sie bequem zerschießen konnten: Lokomotiven wurden so schwer konstruiert, daß sie die Gleisanlagen in 5tlump fuhren: alles und jedes wurde falsch kalkuliert und falsch disponiert. Und das ging jähre- lang ungestört weiter, brachte die ganze Industrie des Landes in größte Verwirrung, bis endlich die schlaue GPU. dahinterkam. Hier freut sich natürlich der gläubige Bolschewik. Ist doch eine feine Sache, diese GPU.! Ist schließlich doch dahinter- gekommen, ehe es gänzlich zu spät war. Ach, lieber Bolschewik, solltest du nicht viel eher darüber weinen, daß e r st eine GPU. nötig ist, um zu bemerken, daß seit Jahr und Tag die Gesamtindustrie des Landes systematisch ruiniert wird?! Das ist also das Resultat von 13 Iahren Sowjet- Herrschaft, daß nicht ein einziger kommunistischer Betriebsleiter, daß nicht ein einziger kom- munistifcher Ingenieur gemerkt und weiter gemeldet hat:„Hier stimmt etwas nicht, hier wird sabotiert." Wir verstehen, daß die Bolschewiki bei ihrer Herrschafts- Übernahme zunächst die bürgerliche Intelligenz und das bürgerliche Spezialistentum geradezu mit Gewalt heranziehen mußten. Aber wir schreiben doch nicht mehr 1926, sondern 1939. In dem Jahrzehnt nach den Bürgerkriegen soll doch, immer nach kommunistischer Behauptung, aus gänzlich um- gestellten Hochschulen eine neue Intelligenz re i n p r o l e t a- r i s ch e r Abstammung von ausgesucht bolschewisti- scher Gesinnung hervorgegangen sein. Offenbar hat dieser Nachwuchs aber auf den bolschewisierten Hochschulen so wenig gelernt, daß er den bürgerlichen Spezialisten noch nicht einmal auf die Finger sehen, geschweige denn ihre Funktionen übernehmen kann. Wie wäre es sonst möglich und denkbar, daß nach 13 Jahren angeblicher prole- tarischer Klassenherrschaft alle leitenden Posten der Wirtschaft sich immer und immer noch in den Händen der„bürgerlichen Klassenfeinde" befinden?! Stimmt also der amtliche Prozeßbericht, dann stellt er der Sowjetwirtschaft ein erschreckendes Armutszeugnis aus. Keine eigene wirtschaftliche Leitung, noch nicht einmal wirt- schaftliche Kontrolle. Die vollkommene Desorganisation der Wirtschaft, wie sie sonst in keinem Lande denkbar wäre, muß erst von der Kriminalpolizei in Gestalt eines Komplotts nach- gewiesen werden, ehe die bolschewistische Zentral- regierung Stalins sie bemerkt! Was nun, wenn der Spürsinn der braven GPU. versagt hätte? Nach dem osfi- ziellen Bericht müssen wir annehmen: die gesamte Industrie Rußlands wäre dann in ein grenzenloses Chaos geraten, wäre vollkommen zum Stillstand gelangt, ohne daß sich die bolschewistischen Staatslenker um Stalin dies hätten erklären können. Das ist die Quintessenz des Moskauer Prozeßberichtes. Möchten ihn da nicht selbst unsere deutschen Kommunisten lieber für einen tendenziösen Schwindel halten?! Daß er es ist, beweist die Begnadigung der zum Tode Verurteilten. S i e haben sich durch falsche Geständnisse das Leben er- kauft. Zlber achtundvierzig find vor ihnen ohne Urteil er- schössen worden! Und wieviele werden folgen? (Siehe auch dritte Seite.) Mussolini rüstet Stalin auf. Die faschistisch-bolschewistische Freundschast tritt immer zynischer zutage. Rom. 8. Dezember.(Eigenbericht.)' Zm Zusammenhang mit dem von dem russischen Außenminister L i t w i n o w kürzlich erweiterten Abmachungen über den Bau von Ariegoschifsen in dem faschistischen Italien für die bolschewistische Marine ist der Stapcllaus eines drillen Motorschiffes in T r i e st zu verzeichnen, das aus Konto der S o w j e l r e g i e r u n g in Italien gebaut wurde. Der russische Konsul und ein italienischer Admiral wohnten dem faschistisch- bolschewi st ischen Festakt bei. Oer Rüstungsfampf Frankreich-Iialien. Paris, 8. Dezember.(Eigenbericht.) Angesichts der iuuerpolitischen Aufregung der letzten Tage hat man in Paris die jüngsten EreignisseindcrAußenpolitik völlig vernachlässigt. So wußte die italienische Presse vor einigen Tagen zu melden, daß der am 31. Dezember ablaufende R ü st u n g s st i ll st a n d für die Flottenrüstungen in Frankreich und Italien um drei Monate verlängert worden sei. Der Ouai d'Orsay hat diese Nachricht, die wohl mehr ein Versuchsballon sein sollte, sofort dementiert. Aber nur ein einziges Blatt, der „Petit Parisien", hat von diesem Zwischenfall Kenntnis ge- nommen. Wie nun das„Echo de Paris" berichtet, beabsichtigt Italien, das allein aus finanzieller Schwäche einem im neuen Jahr wieder einsetzenden Rüstungswettrennen mit Frankreich nicht folgen könnte, einen Vermittlungsoorschlag zu unterbreiten. Danach soll Frankreich einen Vorsprung von 200 000 Tonnen vor der italienischen Flotte behalten, doch sollen 23 000 Tonnen dieser Ueberlegenheit zur See «»6 U-Booten bestehen, während sich der Rest aus alten Einheiten der französischen Kriegsmarine zusammensetzen soll. Diese Einschrän- kung setzt natürlich den Wert des italienischen Vorschlages so sehr herab, daß er in Paris kaum Aussicht auf Annahme hat. Barihou gefcheiieri. Senator Pierre Laval versucht ein Kabinett zu bilden. Paris, 8. Dezember.(Eigenbericht.) Die Regierungskrise in Frankreich läuft in den ehernen Bahnen des traditionellen Programms ab. Nachdem B a r t h o u an der für die Radikalen unannehmbaren Forderung Tavdieus, auch Marin in die Regierung aufzunehmen, gescheitert war, wandte sich Präsident Domergoue an den Senator Pierre L a v a l. Laval hat sich, wie üblich, eine Bedenkzeit von 24 Stunden erbeten, um vor Erteilung seiner endgültigen Ant- wart seine politischen Freunde zu Rate zu ziehen. Laval begann seine Besuchsreise bei Poincare, Briand und Tardieu. Nach einem Frühstück mit Tardieu besuchte er Maginot, de Chappedelaine und Paganon. Mit welchem Erfolg läßt sich vorläufig noch nicht sagen. Die Ausgabe, die er zu lösen hat, ist die gleich«, an der Varthou gescheitert ist: ein Kompromiß zwischen den Radikalen und der allen Tardieuschen Mehrheit zustande zu bringen. Laval bringt für seine Versuche größere Jugend und Elastizität und vor allem größere Sympathien im Parlament mit, als sie Barthou besitzt. Es scheint trotzdem zweifelhaft, ob das Format Laoal der Größe seiner Aufgabe ge- wachse» ist. Gegen die Kriegshetzer! Organisiert die Abwehr! Eine Woge des nationalistischen Wahnsinns rollt durch Deutschland. Der Wahlerfolg der Nationalsozia- listen am 14. September hat nicht nur die Sieger berauscht. sondern auch die Besiegten aus dem bürgerlichen Lager. Sie starren wie hypnotisiert aus den Erfolg. Die Deutsch- nationalen im Reichstag haben sich vollständig dem nationalsozialistischen Kommando unterstellt. Wirtschafts- parte! und Landvolk, Christlichsoziale und Konservative fürchten, das letzte Stückchen Boden unter den Füßen zu ver- lieren, wenn sie nicht mitmachen. In der Deutschen Volks- partei ist die Neigung, den Weg Stresemanns zu ver- lassen und den Spuren Hitlers zu folgen, keineswegs gering. Zur Mehrheit brauchen die vereinigten Nationalisten ent- weder das Zentrum oder die K o m m u n i st e n. Das Zentrum hält einstweilen noch stand. Aber die Kommunisten haben sich schon wiederholt bereitwillig zur Verfügung gestellt. Ohne sie wären die lächerlichen Beschlüsse des Auswärtigen Ausschusses auf Rückberufung Vernstorffs aus Genf und auf Abbruch aller Wirtschaftsverhandlungen mit Polen nicht möglich gewesen. Auch in Zukunft scheinen die Kommunisten bereit zu sein— sei es auch von ganz anderen Absichten aus- gehend—, zunächst einmal in der Front des bürgerlichen Nationalismus mitzukämpfen. Daraus ergibt sich ein Zustand, der für die Außenpolitik des Deutschen Reiches die allerschwerstcn Gefahren in sich birgt. In der nächsten Zeit wird es sich entscheiden, ob wieder die Kräfte obenauf kommen sollen, die Deutschland ins Verderben gestürzt haben. Der extreme Nationalismus ist im politischen Leben Deutschlands nicht neu. Nur daß er vor dem Kriege sein scharfmacherisches Unternehmergesicht offen zur Schau trug, während er jetzt eine sozialistische Maske vorgebunden hat, macht den Unterschied zwischen einst und jetzt. Diesem Nationalismus war, von Bismarck angefangen, noch jeder deutsche Kanzler, noch jede Neichsregierung in außenpolitischen Fragen viel zu schlapp. Es ist grotesk, daß gerade e r den„Widerruf der Kriegsschuldlüge" verlangt: denn wäre das kaiserliche Deutschland seinen Ratschlägen gefolgt, dann hätte es sich an der Entstehung des Weltkriegs hundertprozentig schuldig gemacht. In Wirklichkeit sind die ehemaligen kaiserlichen Negier ungen, eben weil sie sich weigerten, mutwillig in den Krieg zu gehen, ebenso beschimpft worden wie später die republikanischen. Der Kriegsausbruch wurde nicht als schreckliche Tatsache aufgenommen, die jedermann die Pflicht zur Landesverteidi- gung auferlegte, sondern er wurde mit Jubel begrüßt. Bald danach wurde der kaiserliche Kanzler Bethmann Holl- w e g in geheimen Flugschriften beschuldigt, ein Freund Eng- lands zu sein und zugunsten Englands eine energische Kriegs- führung zu verhindern. Sozialdemokratische Versuche, den Krieg vor der sonst unoermeidlickzen Niederlage mit einem Frieden ohne Annexionen und Entschädigungen zu beenden, wurden als erschießenswürdiger Landesverrat niedergeheult. Man mußte doch Belgien haben, mußte von Amerika Kriegsentschädigungen bekommen-- und als schließlich der ganze Wahnsinn zusammenbrach, wer hatte die Schuld? Natürlich Juden, Pazifisten und Sozialdemo- k ra t e n! Es ist eine niederschmetternde Tatsache, daß große Teile des deutschen Volkes aus der Geschichte nichts gelernt haben! Sie laufen schon wieder dem nationalistischen Schwindel nach und rennen blindlings ins Verderben. Es muß offen ausgesprochen werden, daß die zähe, ge- duldige und keineswegs erfolglose Arbeit, die in den letzten zwölf Jahren geleistet wurde, um die Lage des geschlagenen Deutschland zu erleichtern, mit der Vernichtung bedroht ist, wenn die heulenden Derwische des Nationalismus ent- scheidenden Einfluß auf die deutsche Außenpolitik gewinnen. Jetzt berufen sie sich gern ans Bismarck. War es nicht Bismarck, der in Beziehung auf die auswärtige Politik das Bild von der Artischocke prägte, die man nur blattweise essen kann? Sie aber möchten auf einmal alles haben: Aufrüstung und Erlaß der Kriegsentschädigungen. Minderheitenschutz, Grenzrevision, Kolonien. Sie empfehlen als Mittel, um dies alles zu erreichen, Schluß mit der Verständigungspolitik und Austritt aus dem Völkerbund. Wenn man sie fragt, wie sie ohne Verständigung all das bekommen wollen, wie sie die Minderheiten schützen wollen, wenn Deutschland aus dem Völkerbund austritt und damit auf fein Recht zum Schutz der Minderheiten freiwillig verzichtet, oder Wie das zugehen soll, daß das vormals feind- liche Ausland dlVch Schuldenerlaß Deutschland freimillig die Mittel zum Wiederaufrüsten liefert— ja dann heulen sie auf. Jeden Versuch, sie zu einer vernünftigen Ueberlegung zu bringen, beantworten sie mit einem Tobsuchtsanfall. Wir vergessen keinen Augenblick den Nährboden, aus dem diese Stimmungen erwachsen sind. Dem deutschen Volk ist viel Unrecht geschehen, und der Kampf gegen dieses Unrecht ist notwendig und gerecht. Nicht darum geht es, sondern viel- mehr darum, daß jeder erfolgreiche Kampf für das Recht des deutschen Volkes durch dieses sinnlose Treiben ver- eitelt wird. In Polen ist der deutschen Minderheit schlimmes Un- recht geschehen. Der„Vorwärts" hat als erster gefordert, daß sich die deutsche Regierung mit den ihr vertragsmäßig zu- stehenden Mitteln für die Verfolgten einsetzt. Die Regierung hat seitdem die dazu notwendigen Schritte eingeleitet. Die sogenannte„nationale Opposition" hat aber alles getan und tut weiter alles, um die Arbeit der deutschen Regierung in Genf zu erschweren und durch ihre Hetze den Polen neue Bundesgenossen zuzutreiben. Fragt man sie, wie sie sonst den Deutschen in Ostober- schlefien helfen will, so ist die Antwort— ein Tobsuchtsansall. Es ist jetzt soweit, daß es mit brutaler Deutlichkeit ausgesprochen werden muß: Wird diesem Treiben nicht von innen Einhalt getan, so wird es über kurz oder lang zu einem neuen Kriege führen und— angesichts der veränderten Kräfteverhältnisse— zumphysrschenUntergangdes deutschen Volkes! Von der Rcichsregierung muß verlangt werden, daß sie eine n a t i o na l e Politik treibt, die das Gegenteil der natio- nalistischen Politik ist. Nationale Politik ist Politik der Selbst e r h a l t u n g, nationalistische Politik aber ist Selbst- Vernichtung der Nation. Arbeiter, Sozialdemokraten, alle, denen das Wohl des deutschen Volkes wirklich am Herzen liegt: Auf zum Kampf gegen den Volksvernichter Natio- n a l i s m u s!__ Oer Kampf um Curiius. Außenpolitische Debatte oder nicht?— Dingeldey bei Brüning Der Reichstag wird am Schluß seiner heutigen Sitzung zu ent- scheiden haben, ob morgen eine außenpolitische Debatte stattfinden soll oder nicht. Eine Vertagung kommt jedoch nicht in Frage, es liegt auch sonst noch Beratungsstoff genug vor. Gelingt es der „nationalen Opposition", die außenpolitische Debatte zu erzwingen, so wird die Regierung Brüning-Curtius in den nächsten Tagen noch einmal um ihr» Existenz kämpfen müssen. Der Reichskanzler empfing am Montagnachmittag den Führer der Deutschen Volkspartei Dr. Dingeldey zu einer Aussprache über die politisch-parlamentarisch« Lage. Die Aue- spräche war notweMg geworden schon wegen der Magdeburger Scholz-Rede des Herrn Dingeldey. die so außergewöhnlich war, daß die parteiamtliche..Natt. Corresp." bereits einspringen mutz, um Mitzuteilen, daß die Rede von den Berichterstattern— tendenziös wisdcrgegcben worden sei. Am Dienstagvormittag werden der Reichskanzler und der R e i ch s a u ß e n m i n i st e r mtt einem Teil der bisher noch hinter der Regierung stehenden Parteien Besprechungen über die Außen- polttik bzw. das Verhältnis zwischen Deutschland und Polen führen._ Hitler-Wahl und Völkerfrieden. französischer Dortrag in Berlin. Jacques Koyser. Generalsekretär der Internationale der L-gen für Menschenrechte und Chefredakteur der Pariser Zettung „La Republique", sprach in einer Versammlung der Deutschen Liga für Menschenrecht« über die d eu ts ch- f ra n zo s I sche Verständigung nach der jüngsten Reichstagswahl. Er mahnte zunächst die Deutschen, doch eingedenk zu sein wie Frankreich unker der vierjährigen Besetzung gelltlen liabe, daraus könne man verstehen, daß Frankreich Sicherheit gegen eine Wiederholung solchen Leides haben wolle, und daß es nach dem Krieg zu Maßnahmen gegriffen habe, die Deutschlaich seindlich empfinden mußte. Auf der anderen Seite halte die französische Liga ihren Landsleuten vor, daß auch die französische Republik aus der Niederlage des kaiserlichen Krieges hervorgegangen ist, und die schwersten Krisen durchmachen mußte, bevor ihr Bestand«nd- güllig gesichert war. Der Vortragende sprach dann darüber, daß me Repara- t i o n s l a st e n in Deutschlaich vielfach als die Ursache der Wirt- schaftsnot angesehen werden. Man möge doch bedenken, daß Deutschland an Frankreich nur zahlen müsse, weil Frankreich seine Kriegsschulden an Nordamerika begleichen muß. Vielleicht gelingt es einmal dem solidarischen Borgehen Deutschland- und Frankreichs, die Schuldenstreichung in Washington zu«rreichen. Dann hob«r die überragende Be- deutung der obligatorischen Schiedsgerichtsbarkeit für alle Streitfragen hetoor und erwähnte unter lebhaftem Beifall, wie Außenminister B r i a n d einige Tag« nach der für Frankreich ungünstigen Entscheidung des Haager Schiedsgerichts in einem Konflikt mit der Türkei vor der Kammer erklärte, er habe von dieser Entscheidung gehobenen Sinnes Kenntnis genommen, denn sie stelle einen Triumph der Schiedsgerichts i d e e dar. Schließlich behanbelle der Vortragende auch das schwierig« Problem der A b r ü st u n g und meint« dabei, Deutschland und Frankreich könnten sich darüber wohl verständigen, aber sie hätten ja auch noch andere Nachbarn.., Mit bemerkenswcricr Deut- lichkeit betonte Kays«, daß es ewig unabänderlich« Slaalsverlräge nicht gebe. Es sei ein gewaltiger Fortschrttt, daß die Völkerbundssatzung den Weg zur Aenderung unerträglich gewordener Bestimmungen weise. Mit dem Ausblick auf die allegrapäifche Föderation und auf die Unsichtbarmachung der Grenzen schloß der mit lebhaftem Beifall aufgenommene Vortrag, in dem er nach Jean Jaures di« Worts Echiller-Beethovens zitierte:„Alle Menschen werden Brüder". Wahlsieg in Finnland. Starker Auwachs in der Hauptstadt. helsingfor», 8. Dezember. Die Ergebnisse der Gemeindewahlen sind erst aus der hcupl. stadt bekannt. Die neue helsingsorser Stadlvertrelung besteht aus 22 Sozialdemokraten(9 mehr als bisher), 20 Schweden(— 2), 13 Rcgierungsparleilern(+ 4). 4 Fortschriltlern(— 1). Bisher hatten die Kommunisten ll> Mandate. Noch dem Verbot der ftom- moniftifchen Partei hoben Ihre Wähler für die Sozialdemokratie gestimmt.. Paul Löbe über die Hitler-Partei. Massenkundgebung gegen den Faschismus. Schon lang« vor Beginn der Versammlung, dt« der 5. Kreis der Berliner Sozialdemokratie im Sacubau Friedrichs Hain abhielt, mußte der Zutritt wegen Ueberfüllung polizeilich gesperrt werden. Viele Hundert« mußten unverrichkter Dinge wieder umkehren. Packend und begeisternd sprach Theo Marct den Appell„Dr«i Minuten Gehör". Dann nahm, stürmisch begrüßt. Genosse L ö b e das Wort.„Das Wahlergebnis des 14. September hat zu einer großen schwungvollen Bewegung der Arbeiterklasse gegen den Faschismus geführt. Von der Ostmark bis zum Rhein, von Schleswig bis herunter nach Boyern, allüberall finden überfüllte Kundgebungen und Versammlungen der Partei statt. Der 14. September hat die Situation der Arbeiterklasse von Grund aus geändert. Der Wahlkamps tonnt« sich richten gegen eine bürgerliche Regierung, deren Maßnohmen nicht den Interessen der Arbeiterschaft entsprachen. Nach dem 14. September aber sahen wir, daß ein gefährlicher Feind drohte. Gegen ihn mußten wir uns zuerst wenden, ihin mußten wir, um das Schlimmste zu verhüten, kraftvoll begegnen. Die sogenannte Nationalsozialistische Arbeiterpartei ist heute der gefährlichere Feind unserer Sache Im Reichstag, in Thüringen, in Mecklenburg, in Braunschweig und in den Gemeinden, in denen sie Einfluß hat. geht sie mit den extrem kapita- listischen Parteigruppen zusammen. Sie stimmt gegen all« Anträge, die im Interesse der Arbeiterschaft gestellt werden. Ihrem angemaßten Namen Arbeiterpartei zuwider sucht sie Anschluß an die Kirdorf und Thyssen, durch den Industriellen R e ch b e r g biedert sie sich bei französischen E h a u v i n i st e n in einer Meies an, deren sich jeder Deutsche schämen muß. Ihr Name sst«in« Lüg«. Die Weltwirtschaftskrise, die ungeheure Reparations» belastung des deutschen Volkes und der Gedanke, daß man den Knoten nicht entwirren, sondern zerschlagen müsse, haben diese Partei des Widersinns groß werden lassen. Wir Sozialdemokraten, deren geschichtliche Tradition es ist. nicht Köpfe rollen zu lassen, sondern Köpf« zu erhellen und aufzuklären, müssen mit o e r v i e l so cht er Energie an die Arbeit gehen. Aber wir sagen dem Faschismus mit aller Deutlichkeit: will er es darauf ankommen lassen, so bekämpfen wir ihn mit den Mitteln, die er in seinem Kamps« gegen uns benutzt. (Stürmischer Beifall.) wir sind mit Stöcke« und mtt Liebermann von Sonnenburg fertig geworden, wir werden auch mit Hitler fertig werden.(Erneute Zustimmung.) In den Mittelpunkt seiner Rede stellte Löbe«ine Würdigung der Wirtschaftslage vom sozialistischen Standpunkt aus.„Nicht d�e A p o t h e ke n r« z« pt e des Herrn Straßer werden die Wunden, di« der Kapitalismus schlägt, heilen können. Heilung schafft nur die durch die Demokratie zu erreichende Umwandlung der kapitalistischen Anarchie in eine sozialistische Ord- n u n g. Sozialistische Ordnung kann aber niemals durch eine Diktatur erreicht werden. Das beweist ein Blick auf dos bolsche- wistssche Rußland." Am Schluß seiner anderthalbstündigen Rede setzte sich Löbe mit einer Anfrage der„Roten Fahne" auseinander.„Die Kommunisten wollen von uns eine Aufklärung über die Gründe der Abstimmung unserer Fraktion am vergangenen Sonnabend. Die Lag« ist so: Als wir im Juli di« Notoerordnungen der Regierung Brüning verwarfen, und dadurch die Auflösung des Reichstags herbeiführten, sagten wir uns: dieses Regierungsgebäude gefällt uns nicht, wir wollen ein besseres Haus zu bauen suchen. Die Wahlen vom 14. September stellten uns durch den Sieg der National- sozialisten vor die Aussicht, das Gebäude der Regierung Brüning mit einem Kellerloch oertauschen zu müssen. Wir bemühten uns, den s ch l i m m st e n Unrat aus dem Gebäude der bürgerlichen Regierung zu entfernen, indem wir in den für die Arbeiterschaft drückend st en Fragen der Sozial- und Krankenversicherung die schlimmsten Mängel der Notoerordnungen beseitigten. In dieser Arbeit werden wir fortfahren und wir glauben dadurch d«r Arbeiterklasse besser zu dienen als wenn wir die Staatsmacht den Hitler und Hugenbcrg überlassen." Löbes Red««ndete mit einem begeistert aufgenommenen Appell zum gemeinsamen Kampf gegen den volks- verderbend«» Faschismus. Genosi« Buchmann schloß die Kund- gebung mtt einem Hoch auf die Sozialdemokratie. Hitlers Ehrengarbe. Die �Sieger" von Bonn. Von«, 8. Dezember.(Eigenbericht.) Am Sonntag abend kam es in Bonn zu schweren Ans» schrelknngen der Nationalsozialisten. In den Mel- düngen des halbamtlichen Wolff-Büros und anderer Depeschenbüros wird der Borfall so dargestellt, al» ob die Nationalsozialisten von Kommunisten gereizt ivordea wärm. Demgegenüber ist folgendes festzustellen: Trotzdem die Dolizei einen Umzug der National- sozialisten. die in großer Zahl von auswäris zusammengezogen waren, verboten halte, marschierten die Nationalsozialisten durch die Altstadt. Hier kam es bald zu schweren Zusammenstößen. Eine Person wurde gelötet, sieben wurden schwer und viele leicht verwundet. Während des Umzuges stürzte plötzlich am SKflplatz der letzt« Teil der Horde unter Gebrüll und Gejohle mit Stelnm bewaffnet nach der Sandkaule, wo sie wie die Baudalm hausten und alle Zivilpersonen vor sich herjaglen. Saum der Schul« entwachsene Hitler- Jünglinge versuchten die Schutzgitter vor den am SNflplah augepslanztw jungen Bäumen auszureißen, wahrscheinlich um die Bäume zu knicken und sie al» Schlagwasse zu bmuheu. Zu der Engellalstratze drangen etwa 15 Nazis ohne jeden Grund in ein« Wohnung ein, demolierten sämtliche Fenster- scheiden und warfen ein Fahrrad und einen Soffer durch die Fenster aus die Straße. Auf der Saudkaule zerschlugen sie in eiuer Wohnung, ohne daß darin jemand gewesen wäre oder jemand darin Zuflucht gesucht hätte, aus purer Zerstöruagswut eben- falls die Fensterscheibm. Aus den haustürm und Geschäften her- austretende Personen wurden unter Androhung von Schlägm wieder hineingejagt. In der Zosephstratze schrie We Land« den am Fmfler stehmden personm zv: Fenster zu oder e» knallti Kurz darauf sielen tatsächlich Schüsse. Erst als die aus Köln verstärkte Polizei eingriff, fanden die Ausschreitungen ihr Ende. Znsgesamt wurden 20 der Rowdys festgenommen. Zu ihrem Besitz wurden Pistolen, Messer. Schlagringe, Totschläger, Essmrohre. Stuhlbeine usw. gefunden. In Köln wurde Sonntag, nachts gegen 11 Uhr, in der Näh« eines nationalsozialistischen Verkehrslokals«in jugendlicher Kommunist von einem Nationalsozialisten erschossen. Dortmund, 8. Dezember.(Eigenbericht.) Der vor wenigen Tagen hier im verlauf eines Zusammen- stoße« zwischen Nazi, und Kommunisten schwer verletzte Natio- nalsoziolist höh ist seinen Verletzungen erlegen. Znzwischm ist festgestellt worden, daß höh, der während de» Zusammenstoßes mit einem Dolch vorwärtslies, von hinten, wahrschein. Uch also von Hitler- Leuten, angeschossen wurde. Halle, 8. Dezember.(Eigenbericht.) Wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt« dos Schöffengericht Halle das Mitglied der Nazipartei Jahne zu 6 Monaten Gefängnis. Jahn« hatte mit einigen seiner Kumpane am 22. Juli den Gausekretär des Reichsbanners in Hall« überfallen und so lange mißhandelt, bis er bewußtlos am Boden liegen blieb. Als die Frau des Ueberfallenen ihrem Gatten besstehen wollte, stürzt« der Rowdy auch aus die Frau und trat ihr mehrmals in den Leib Wegen dieser Rohett erhielt Jahne«inen Strafbefahl über Z Monat« Gefängnis. Nur dank der Unverschämt- halt, daß er mtt dieser verhältnismäßig geringen Stras« nicht zu- frieden war und mtt Hilfe von Nazileuten sich freischwören wollte. war eine schärfere Bestrafung durch das Schöffengericht möglich. di« dann entsprechend dem neue, Antrage des Staatsanwalts auf 6 Monate Gefängnis lautet«. Milderiche Umstände wurden dem Angeklagten versagt wegen der Tat und weil es sich zugleich um einen rohen Angriff auf eine Frau handelte. Nazitampf gegen die Schule. Der Guih-Zranzen verbietet... Lraunschweig. 8. Dezember.(Eigenbericht.) Der Naziminister Franzen hat sich einen neuen Uebergrifs erlaubt und die Reichsversassung wieder einmal selbstherrlich außer Kraft gesetzt, indem er den Lehrern der welt- lichen Schulen des Landes Braunjchweig jede Werbetätig- keit für ihr« Schulen(auch außerhalb des Dienstes) unter- sagt hat. Di« welüichen Schulen des Landes haben besonders in letzter Zett«ine glänzende Entwicklung genommen. Allein in der Stadl Braunschweig besuchen über 30011 Kinder die westlichen Schule», während die evangelischen Schulen nur noch von ungefähr 7000 Kindern besucht werden. Der Prozentsatz der Kinder, di« Rcligions- Unterricht nicht mehr erhatten, ist also auherordenllich hoch. Bor Ostern haben die Lehrer der welttichen Schulen bisher immer«Ine große Propagandaaktion für ihr« Schulart begonnen, die in jedem Jahr« von steigendem Erfolg gekrönt war. Um den weltlichen Schulen jedoch eine Schlappe zuzufügen. hat Franzen die Verfügung erlassen, die sich auch auf di« Zeit außerhalb des Dienstes erstreckt. Dabei wirken un e v a n g« l i- schen Ellernbund und in anderen religiösen Bünden, sett Jahre» Lehrer werbend mit, ohne daß sie je va» einer sozialdemokratischen Regierung daran gehindert worden wären. Die Kürzung der Beamiengehätter. Die Sozialdemokratie beantragt Staffelung. Die Notverordnung vom 1. Dezember 1030 sieht auch die angekündigte Kürzung der Beamtengehälter um K Proz. vor. Bon allen Bezügen soll ohne Rücksicht auf ihre Höhe ab 1. Februar 1031 der gleiche Abschlag gemocht werden. Daß diese Regelung in hohem Maße ungerecht ist, well sie die niedrigen Einkonmiensbezieher härter trifft als die Bezieher der hohen Ge- Hölter, ist in letzter Zett zur Genüge betont worden. Die sozialdemokratische Recchstagsfraktion hat jetzt einen Gesetzentwurf eingebracht, der diese unbillige Regelung der Notverordnung durch eine Staffelung der Kürzung mildern will. Er sieht vor. daß die niedrigen Jahres- bezöge bis zu 3000 M. um 4 Proz., die Bezüge von 8000 M. bis 4000 M. um 5 Proz. und erst die von 4000 bis SOOO M. um 6 Proz. gekürzt werden. Ein« stärker« Kürzung ist fiir die Jahres« bezüg« von über 5000 M. vorgesehen. Bei den Bezügen zwischen 5000 und 8000 M. soll der Abzug 8 Proz., und bei allen höheren Bezügen 10 Proz. betragen. Diese stärkere Kürzung der hohen und höchsten Iahresbezüg« erscheint gerechtfertigt, weil bei der Be- soldungserhöhung von 1027 die hohen Gehälter besonders be- günftigt wurden. Eine Verminderung der durch die Gehallstürzung beabsichtigten Einsparungen wird nach dem sozialdemokratischen Vorschlag nicht eintreten. Neben der sozialen Staffelung der Gehaltskürzung sieht der sozialdemokratisch« Gesetzentwurf noch weitere Verbesse- r u n g e n vor. Um die Gehallskürzung auch auf die Angestellten be! den öffentlichen Verwaltungen auszudehnen, bestimmt die Not, Verordnung, daß die Tarif- und alle Einzclverträge bis zum 31. Januar 1031 gekündigt werden können. Das ist ein gefstz- geberischer Eingriff in das Tarifrecht, der nach dem sozialdemo- kratischen Gesetzentwurf beseitigt werden soll. Der Kündigung der Einzelverträge stimmt die Sozialdemokratie zu, jedoch nur soweit die darin festgesetzten Iahresbezüg« 3600 M. übersteigen. D i e Ange st eilten mit niedrigen Iahresbezügen sollen also geschützt werden. Um die ehemaligen Angehörigen des Reichsheercs und der Schutzpolizei, die als Versorgungsanwärter dem Reiche groß- zusätzlich« Kosten verursachen, beschleunigt in die öffenttichen Ver- waltungen unterzubringen, sieht die Notoerordnung vor, daß die freuverdenden Stellen zu mindestens 75 Proz. den Versorgung-- anwärtsrn reserviert werden. Auch die Sozialversicherung-träg.r sollen künftig Versorgungswärter übernehmen. Demgegenüber ver- langt der sozialdemokratische Gesetzentwurf die Wiederherstellung des bisherigen Zustand«-, wonach der Stcllenoorbehalt für Versorgungsanwärter bei der öffentlichen Verwaltung nur 50 Proz. der freiwerdenden Stellen aus- macht, und bei den Sozialversicherungströgern ein Stellenvorbehalt nicht besteht. Spiel mit Zigaretten. Geschenke an die Industrie.- Staatliche Begünstigung des Prlvatmonopois. Als Ende 1g2g die Tabaksteuer erhöht wurde, verband der Rezierungsentwurf damit eine Kontinzenlierung auf zehn Jahre. Diese Absperrung der Zigarettenindustrie aar unerwünschter Konkurrenz sowie die Aufteilung der gesamten Produktionsmenge unter di« einzelnen Werke erklärte man als unumgänglich, wenn nicht die Zigarettenindustri« unter der er- .öhten Steuerlast zusammenbrechen sollte. Da die beiden G r o h- konzerne Reemtsma und Neuerburg etwa 80 Prozent der deutschen Zigarettenerzeugun? überwachen, hätte die zehnjährige Kontingentierung die staatliche Sicherung dtefes Privatmonopols bedeutet. Diese Vergünstigung wäre nicht nur sachlich völlig ungerecht- fertigt gewesen, sondern hätte auch alle Bestrebungen aus Errichtung eines staatlichen Zigarettenmonopols sehr erschwert, wenn nicht auf lange Zeit überhaupt unmöglich gemacht. Dies« Bedenken waren so stark, daß die Sozialdemokratie eine Derkürzung des Kontingents von 10 aus Itt Jahre durchsetzte. Die Notverordnung vom LS- Juli 1930 brachte eine Verlängerung des Kontingents um 1 Jahr. Dadurch sollte die Zigarettenindustrie für die vorgesehene Verkürzung der Zahlungsfristen bei der Zigaiettensteuer entschädigt werden. War diese Begründung schon nicht sehr stichhaltig, so hatte sie doch wenig. stens den Schein der Berechtigung für sich. Jetzt bringt die Ver- ordnung vom 1. Dezember wieder eine Verlängerung der Zahlungsfristen, ohne gleichzeitig di« gewährte Vergünstigung des verlängerten Kontingents wieder aufzuheben. Damit hat di« Zigarettenindustrie«in Geschenk erhalten, ohne dafür irgendeine Gegenleistung zu gewähren. Diese staatliche Begünstigung des privaten Zi- garettenmonopols muß den schärjsten Protest hervorrufen. es nicht möglich ist, daß Außenseiter die Monopolstellung der Konzerne Reemtsma und Neuerburg erschüttern, sind die Ver» raucher dem Preisdittat de» Monopols völlig ausgeliefert. Schon plant die Zigarettenindustrie, die bisherigen Zehnstück- Backungen mit nur neun Zigaretten zum gleichen Preise zu liefern. Das bedeutet eine Verteuerung der Zigaretten um 10 Prozent, gestattet also der Industrie die gesamt« Abwälzung der Tabaksteuer aus die Verbraucher und verschafft ihr noch dazu einen höheren Gewinn als bisher. Diese Regelung der Notverordnung vom 1. Dezeinber ist durch nichts gerechtfertigt. Di« Sozialdemokratie hat darum einen Antrag eingebracht, der die Aufhebung des Kontingents fordert. Damit wäre die Möglichkeit einer Konkurrenz gegeben, die im Interesse der Verbraucher dringend zu wünschen ist. i Der Kampf gegen die Wahrheit „Wir lassen uns unser Kriegserleben nicht verfälschen." Krisenheilung in Oesterreich. Vorschläge des Sozialdemokratischen Parteitages. Berufsschulung der Stellenlosen. Eine Anregung des preußischen HondelStninisterS. In einem Erlaß des preußischen Handelsministers wird zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit angeordnet, daß vom 1. Januar 1931 ab allen jugendlichen Erwerbslosen ein zu- sätzlicher Schulunterricht in der Berufsschule erteilt werden muß. Arbeitslosen Jugendlichen, die noch der Berufs- schulpsiickt unterliegen, soll«in zusätzlicher Beruf, schulunterncht 1 von 12 bis 18 Stunden wöchentlich, nichtschulpflichtiger Jugend ein solcher von 18 bis 24 Stunden erteilr werden. Dia Vorarbeiten für die Durchführung dieses Erlasses an die Regierungspräsidenten sollen unverzüglich aufgenommen werd'n. Der Handelsminister richtet an all« sür die Betreuung der erwerbe» losen Jugend in Betracht kommenden Stellen— Berufsschulen, Jugendamt, Arbeitsamt, Berufsberatung, Derufsverbänds, private Wohlfahrtseinrichtungen— gleichzeitig den Appell, die Durä> führung der neuen Maßnahmen zu unterstützen. No<5 Bamischwili. Das Opfer seiner LlebirzeugungStreue. Wie schon in der.Abend"-Ausgabe kurz berichtet wurde, ist in Paris einer der bedeutendsten Führer der georgischen Sozialdemo. kratie, Noe Ramischwili, ermordet worden. Genosse Ramischwili, der setz: 48 Jahre alt war. steht mit den Jugendjahren In den Reihen der Sazioldemokratle, als einer ihrer tätigsten und hervorragendsten Kämpfer. Schon als Schüler des geistlichen Seminars zu Kutais schloß er stch der Arbeiterbewegung an. Cr studierte an der Universität zu Dorpat(Juriew) Jpra und Nationalökonomie, war in den Jahren 1910/11 auch in Deutsch- l a n d(Leipzig) und studierte besonders die deutsche Partei- und Gewerkschaftsbewegung. Seit 1905 war er Mitglied des Trans- kaukasischen Vezirkskomitees der Partei, seit 1911 einer der ständi- s.en Hauptrcdakteure des Zentralorgans der georgischen Partei. Schon als Student lernte Ramischwili die zaristischen Gefängnisse and Verbannungen kennen. Während des Krieges war er schärsster Kämpfer gegen die zaristisch« Kriegspolitik, was ihm sogar den Ruf eines Deutschenfreundes und deshalb wieder polizeiliche Verfolgungen eintrug. Nach der Erklärung der Unabhängigkeit Georgiens(1918) war Noä Ramischwili Vorsitzender der ersten georgischen R e g i e r u n g und später hi, zur gewaltsamen Annexion Georgiens durch Sowjetrußland nacheinander Innen-, Kriege, und Kultus» minister. Als eifrigster Verteidiger der Freiheit seines Landes und der Demokratie war«r bei den Bolschewiken her am meisten Der- haßte. Nach der Eroberung Georgiens durch den sowjetrussischen Imperialismus ging Ramischwili zusammen mit den übrigen Mit- gliedern der georgischen Regierung ins Exil und lebt« seitdem in Paris. Von da aus blieb er jedoch in ständiger reger Verbindung mit den in Georgien arbeitenden illegalen Parteiorganisationen und war der täligste Führer der georgischen sozialistischen Emi- gration. Ramischwilis Mörder, Kamens Tschonutwadze wurde seinerzeit wegen des Verdachts, in Verbindung mit Bolschewistcn zu "ckjen, aus der georgischen sozialdemokratischen Emigrantenorgani- Wion und der Kolonie ausgeschlossen In Pariser georgischen Kreisen glaubt man, daß der Mord auf Geheiß von Moskau verübt wurde. Ramischwili befand sich gerade auf dem Wege zu einer Partei- Versammlung, als ihn die Mörderkugel lraf. Er hat buchstäblich bis zum letzten Atemzuge seiner Partei und seinem unterjochten Volke gedient. Der englische Dergbaumlnister Sbinwell. der kürzlich mit Dr. S t e g e r w a l d di« Mittel zur Bekämpfung der Kohlenkrise besprach, hat am Montag auch mit dem polnischen Arbeit»- -minister über dieses Problem konferiert.(Siehe auch Gewerkschaft- Uch«-) Wien, 8. Dezeinber.(Eigenbericht.) Der Wiener Parteilag der österreichischen Sozialdemokraten nahm am Montag«in Referat Dr. Bauers über Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit entgegen. Bauer stellte fest, daß es in Oesterreich 237 000 unterstützte Arbeitslose gibt, wozu noch 70 000 mchtunterstiltzte kommen: Das sind 42 Proz. mehr als zur gleichen Zeit des Vorjahres.. Di« Wirtschaftskrise war bi� zum Jahre 1929 ein.e Folg« des Zerfalls de? alten großen Reiches. Für die österreichische Industrie gingen sieben Achtel der alten Absatzmärkte verloren In Wien ist die Arbeitslosigkeit seit dem Jahre 1923 um 39 Prvz. gestiegen, in den anderen österreichischen Ländern um 277 Proz. In Demschland und Italien sucht man durch ein« Preiesentungsaktion der Wirtschaft»« krise beizulommen und zugleich die Löhne zu reduzieren. In Wirk- lichkeii handelt es sich dort aber mir um ein« Aktion zur S e n k u n g der Reallöhn«, denn die Herabsetzung der Löhn« und Gehälter geht der Preissenkung weit voraus. Der Versuch zu einer Steuer- sentung wie in Deutschland hat zur Folg« gehabt, daß Länder und Semeinden in schwere Finanznöte gestürzt wurden. Die Erörterung eines Wirtschaftsblockes zwischen Oesterreich. Un» gorn und Jugoslawien bringt die Gefahr der Wiederher« stellung der alten Monorchie in Form einer Donou-Föderation mit sich, gegen die wir uns entschieden wenden müsien. An das zweistündige Referat Bauers schloß sich eine kurze De- batt«, die mit der einstimmigen Annahme einer von Dr. Bauer vor- geschlagenen Resolution endete, in der Regierung und Parlament aufgefordert werden, alles zu tun, um die Wirtschaftskrise zu lindern und die Arbeitslosigkeit einzudämmen. Insbesondere werden ge- fordert: Ausbau der produktiven Arbeitslose nfürsorge nach deutschem Muster. Verstärkung der öffentlichen Bautätigkeit und«ine aus die Interessen der Industrie Rücksicht nehmend« Handels- Politik. Hilfe für die Landwirtschaft durch Schaffung eines Getreidehandelsmvnopols und Errichtung von Absatz- organisationen sür Vieh, planmäßige Arbeit, Marktpolitik, internationale Vereinbarungen zur Kürzung der Arbeitszeit. In der Entschließung heißt es schließlich, daß an der Arbeitslosenversicherung nicht gerüttelt werden darf, vielmehr eine Ausdehnung her Arbeits- losenversicherung auf die Land- und Forstarbeiter erfolgen müsse. Di« Wahl des Parteioorstandes brachte keine Veränderungen. England und der Schwindelprozeß Faule Ausreden der Sowjetregierung. London, 8. Dezember.(Eigenbericht.) In der Montagssitzung des englischen Unterhauses wurde die Regierung von konservativer Seite mit Anfragen über Ruß- land bestürmt. In der Erwiderung gab Außenminister Henderson die Antwort der russischen Regierung aus die jüngsten englischen Beschwerden bekannt. London hatie gegen die im Moskauer Prozeß gegen englisch« Politiker und die englische Regierung erhobenen Beschuldigungen protestiert. Di« russische Regierung erwidert«, es seien die An- geklagten gewesen, die G e st ö n-dn i s s« über die englisch« Beteiligung an der Aerschwörung gegen Rußland gemacht hätten. Diesen Geständnissen höti« sich der Staatsanwalt nicht entziehen können, und er Hab« selbstverständlich seine Anklage darauf aufgebaut. Der Gerichtshof Hab« jedoch den Aussagen gegen England meist kein« Aufmerksamkeit geschenkt und ebenso Hab« weder der öffentliche Ankläger in seiner Schlußrede noch her Gerichtshof auf die Geständnisse gegen England Bezug genommen. Gleichfalls habe die Sowjetregierung keinerlei Ansichten über die Beschuldigungen gegen Enp/and geäußert. Die zweite Beschwerde England« galt dem von Ruhlqnd v«r- letzten Rundfunkabkommen. Hierauf erwidert« Moskau, die betreffende Rundfunkrede sei von einer Funkstation verbreitet worden, über die die russisch« Regierung weder die Zensur noch die Kontrolle habe. Dies« Station stehe ausschließlich zur Der- fügung der russischen Gewerkschaften. Außerdem sei in der betreffenden Rede kein Bruch des Rundsunkabkommens zu finden. Sie habe keine antienglische Propaganda enthalten, sondern nur Antlkriegspropaganda. Deshalb liege für England kein Grund zum Protest vor. Nach der Bekanntzob« dieser russischen Antworten stellton mehrere konservative Abgeordnete Zusatzfragen, auf die Henderson lediglich antworten konnte, die russisch« Antwort sei eben erst«in- gegangen und da? englische Auswärtige Amt behalte sich vor, sie zu prüfen. Der Abg Brown fragt«, ob die Regierung die beiden Antworten als ernst oder als humoristisch betrachte, woraus Henderson antwortete:„Ich pfleg« stet» die Antworten von Regierungen, mit denen wir in frenndschafillchen Beziehungen stehen, als ernsthaft zu betrachten." Einstimmiges Llrteil in England. Di« gesamte englisch« Press« entrüstet und entsetzt sich in langen Artikeln über die„Komödie" des Msskaner Pro- z e s s e s und besten Ausgang. Zum erstenmal treffen sich in ihrem Urteil sowohl die Freunde als auch die Gegner des englisch-rufsischen Ausgleichs. In der konservativen Presse ist lediglich die Genugtuung zu erkennen, h ö h n e n d auf die Regierung und alle Rußlandfreunde oerweisen zu können. Die„Time s" sagi, die im September er- folgte diktatorische Erschießung der 48 Direktoren der russischen Lebensmittelverwaltung habe offenbar auf die russische Oeffentlich- keil nicht den gewünschten Einfluß gehabt Deshalb habe man bald daraus zu einem össentlichen Gerichtsverfahren gegen jene gegriffen, di« für die Fehler des Systems verantwortlich gemacht werden sollen. Für den„Manchester Guardian" ist der Prozeß« i n öffentliches Schauspiel gewesen, das kaum ein« Parallele in der Geschichte finden dürfte. Eine Propaganda zur VerHerr- lichung Sowjetrußlands, die allerdings Westeuropa erschrecken mllste. Es entziehe sich der Beurteilung, wessen sich di« Angeklagt«, schuldig gemacht hätten. Jedenfalls aber, nach dem liberalen Blatt, keiner internationalen Verschwörung, denn die existiere nicht. Das Sowjet- rsgint« könne so lange nicht als stabilisiert betrachtet werden, als es solche panikartigen Maßnahmen zu seiner Verteidigung notwendig habe. Gelbstmord(?) eines Sowjetdiplomaten. Rom, 8. Dezember.(Eigenbericht.) „Am Sonnabend ist der erst« B o t s cha f t s se t r e t är L e- v i n e der Sowietgesandtschaft in Rom g e st o r b« n." So lautete eine kurz nach dem Tode Levines veröffentlichte Nachricht der Sowjetbotsehaft. Bald daraus tauchten jedoch unkontrollierbar« Ge- rüchte auf, daß Levine Selbstmord begangen hob«. Wie der Korrespondent des„S o z. Pressedienstes" dazu zuverlässig erfährt, liegt tatsächlich ein Selbstmord vor, und zwar wird in Kreisen der Sowsetbotschaft behauptet, daß der � Mord lediglich auf unglückselige Familienangelegenheiten Levines ! zurückzuführen sei. Es geht jedoch auch die Version, daß da» eigent- | lich« Motiv für den Selbstmord mit neuen Verhaftungen durch die Boschewisten und in der Furcht davor in Zusammenhang steht, selbst verhaftet zu werden. Palel, der Präsident des allindischen Kongresses, dtr erst opr einigen Tagen eine zweite Gefängnisstrafe seit dem Boykott ver- büßt hat. ist wegen Ausforderung zum Steuerstreik wieder verhastet worden. In Delhi wurden am Sonnabend aus offener Straße Bomben geworfen, durch die vier Personen verletzt wurden. Bei Bethlen zu Haus. Elend und Kriegsireiberei. Budapest, Anfang Dezember.(Eigenbericht.) Die Beherrscher Ungarns glauben schon, die Slowakei wieder in Händen zu haben, und damit nicht nur den ersten Schritt zum alten Großungarn, sondern auch zur Beseitigung all der jetzt drückenden wirtschaftlichen Sorgen getan zu haben. Denn daran glaubt alle Welt steif und fest: Nicht der verlorene Krieg, nicht das seit zwölf Jahren herrschende Regime mit ihrem wirtschaftlichen Größenwahn, sondern einzig und allein die Verkleinerung Ungarns, seine„Verstümmelung" seien schuld an dem jetzt herrschenden un- geheuerlichen Wirtschaftselend. Dieses Elend ist so drückend, daß es nicht einen Augenblick ver- gessen werden kann. Sowie man von der Begeisterung zum Alltag zurückkehrt, hat man es vor sich, riesig, grausig, schicksalsdrohend. Und niemand, keine Schicht der Bevölkerung ist verschont geblieben. Die Großgrundbesitzer wie der Kleinbauer, der Großindustrielle wie der Kleingewerbetreibende, öffentliche und Prioatbeamte, von den Arbeitern gor nicht zu reden, sie alle sind hineingerissen in dos Elend, ohne auch nur den geringsten Ausweg zu sehen. Grund und Boden, die früher nicht nur Ansehen und Einsluß, sondern auch sichere Existenz gewährleisteten, scheinen allein Wert verloren zu haben. Es ist nicht möglich, auch nur einen Hektar zu verkaufen. Kredit, um die Landwirtschast endlich wieder einmal rentabel gestalten zu könne», kann man nur unter so drückenden Bedingungen bekommen, daß es wirtschaftlich unrentabel wird. Darum hat auch der Bodenhunger bei den mitlleren und reichen Bauern aufgehört, die bisher die besten Käufer waren für ver- schuldeten Großgrundbesitz. So haben denn die Oligarchen— und heute sind sie allesamt, ohne Ausnahme, geldlos oder verschuldet— keinen anderen Ausweg als StaatshUfe. Aber woher soll Bethlen das Geld hierzu nehmen, da Steuern kaum eingehen und die Staatskassen leer sind. Der Industrie geht es nicht besser. Das Regime Bethlen-Horthy wollt« in seinem Größenwahn anfänglich aus Kleinungarn ein mächtiges, unabhängiges Industrieland machen, ein Belgien des Ostens, und mit Subventionen und unsinnigen Schutzzöllen die Industrie künstlich großpäppeln! jetzt steht sie vor dem Nichts. Exportieren kann sie nur schwer und wenig, nicht bloß weil sie teuer produziert, da sie fast alle Rohstoffe aus dem Ausland be- ziehen mutz, sondern es zahlen alle anderen Staaten aus die Absperrungszölle Ungarns mit gleicher Münze. Der innere Markt hat aber förmlich aufgehört, zu sein. Bauern, Arbeiter und das Kleinbürgertum, also neun Zehntel der Be- völkerung, sind so verelendet, daß ihnen die Mittel selbst für die wichtigsten Bedürfnisse an Industrieprodukten fehlen. Die Beamten- schaft und die gesamte Mittelklasse aber sind bis über die Ohren verschuldet und können nur auf Kredit oder auf Raten kaufen, die nicht bezahlt werden. Industrie und Landwirtschaft hinwieder haben kein Geld für Investitionen und so stockt denn alles wirt- schaftliche Leben. In altgewohnter Weis« suchen alle Klassen und Schichten Hilf« bei der Regierung. Di« aber tut gar nichts. Die Wirtschafts- minister Bud und Wekerle sind wohl die unfähigsten Minister, die man für diese Aemter hätte ausfindig machen können, Graf Bethlen selbst hat aber weder Verständnis noch Interesse für Wirt- schaftsfragen. Cr kümmert sich überhaupt um nichts, als um die hohe Politik, ist oft wochenlang von Budapest abwesend und für jedermann unerreichbar, selbst wenn er nicht im Interesse des Faschismus Auslandsreisen macht. Als Folge ist das ganze Land oppositionell, von den Arbeitern und Bauern bis hinaus zu den Oligarchen und selbst In der Regierungspartei sind alle Abgeordneten oppositionell. Aber Bethlen versteht es, alle Welt mit seiner diktatorischen Fuchtel in Schach zu halten. Wie Feindesland halten seine Polizisten, «wi Fasdiismus» Für oemaKraiie» Für Sozialismus Kundgebung der Sozialistischen Studentenschaft am Dienstag, dem 9. Dezember, abends 8 Uhr, im Reichswirtschaftsrat, Berlin W, Bellevuestr. 15 Staatsminister Gen. Dr. h. c. C a r I S e v e r i n g spricht über Student und Politik Unkosfenbeitrag 50 Pf. Karten bei der Geschäftsstelle Albrech tstr.l 1 Gendarmen, Offiziere ganz Ungarn bis in das kleinste Dorf besetzt. Geht es aber, so wie eben jetzt, daheim gar zu arg, dann holt sich Gras Bethlen elligst irgendeinen A u s l a n d s„e r f o l g", mit dem er das Land für kurze Zeit wieder über sein Elend hinwegtäuscht und sich neuerdings zum providentiellen Netter Ungarns proklamiert. Jetzt haben die Erfolg« in Angora, Berlin und das Londoner Darlehen von 3'� Millionen Pfund seinen stark verblaßten staats- männischen Glanz neu aufgefrischt War die Revisions- bewegung ursprünglich nur eine Ablenkung vom inneren Elend, so ist sie nun ein Riesenerfolg geworden, da nicht nur olle Besiegten des Wellkrieges, sondern auch Italien sich der Reoisionsbewegung angeschlossen. Nur hat in Ungarn diese Bewegung keinen friedlichen Charakter, sondern ist durchaus Revanchebewegung, chauvinistische Hetze gegen die kleine Entenke mit dem ossen eingestandenen Ziel, durch einen neuen Krieg das alte Großungarn wiederherzustellen. Und nun meint hier alle Welt, daß Bethlen mit den diplomatischen Erfolgen seiner Reisen diesem Kriege auch schon den endglllligen Sieg gesichert! Vergeblich mahnen die Bernünftigen— ach, wie dünn gesät sind sie doch!—, der Sieg sei gar nicht sicher, denn Ungarn sei schwach und man dürfe sich nicht, wie im Weltkriege, nur auf die Verbündeten verlassen, auch sei selbst ein gewonnener Krieg ein schlechtes Geschäft. Die stet« Antwort hieraus ist: Was wollen Sie? Dieser Krieg ist unvermeidlich, ja notwendig, und schlechter, als es jetzt ist, kann es nicht werden. So droht denn Europa neuerdings von der Donau her Kriegsgesahr und es bedarf überall außerhalb Ungarns der größten Wachsamkeit, um dieser Gefahr rechtzeitig vor- zubeugen. In allererster Linie fällt aber diese Ausgab« den Parteien und der Sozialistischen Internationale zu. Das beste Mittel ist unnachsichtliche Aufdeckung der Umtriebe Bethlens und des inter- nationalen Faschismus. Rolsronk in Stockholm. Ein schwedischer Rotfront-Bund wurde gegründet. Ungefähr 70 Personen wohnten der Gründungsverjamm- lung bei. Als Symbol diente eine Fahne des deutschen Rotfront- Bundes, die angeblich bereits Berliner Straßenkämpfe mit- gemacht hat.__ (Gewerkschaftliches siehe 2. Beilage.) SSercntmottlii» für Politik: Victor Schiff; Wirtschaft: ffi. ZUinzeldöscr; Ecwerkschaftobewcguna: 3. Steiner; Sfcuilleto;;: Dr. Job» Schikowoli; Lokalcs un» Sonstiges: Krig 5t»rstödt:'Anzeigen: Zh.«locke; sämtlich in Berlin. Verlag: Porwärls-Verlag(8. m. b. H., Berlin. Druck: Borwärts.Buchdruckcrei und Verlagsanstalt Paul Singe: u. Co.. Berlin SW. K, Lindenstrage 3. Sicrzu 2 Beilagen. WERTHEIM Leipziger Str.(Versand-Abt.) 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Pfund Dienstag Jhehensmittel Wurstwaren 1.00 0.86 1.00 0.69 0.88 1.40 0.92 1.16 0.55 1.18 {fCoffoc Pfund 1.90 2.40 2.80 Dampf- u. Rofwurst 0.98 Landleber-». Mettwum 1.20 Leberwurst 1-50 Teewurst 1.60 grob« 1.70 Schinkenspeck ünd 1.60 Gek.Schinken�'.°Pfond 0.48 Räucherwaren Flundern Pfund von an 0.40 Bücklinge Pfund von an 0.40 Sprotten Pfd. 0.42 kirkh. 0.48 Obst Kochäpfel"Kod,Ä 0.45 Amerik. Apfel 3 Pfund 0.95 Mandarinen 3 Pfund 0.92 Apfelsinen ouh. 0.50 0.70 Walnüsse Pfund von an 0.44 Gemilse Weihkohl..... Pfund 0.03 Möhren u. Zwiebeln 0.04 Blumenkohl Kopf v. an 0.25 Rosenkohl... 2 Pfund 0.35 Kartoffeln.. 10 Pfund 0.20 lileine An&Upetx wtrkum@$v&ii und btUtg. Ubersehrrftswort 25 Pf., Textwort 12 Pf./ Wiederholungsrobatt; lO mal 5%, 20 mal oder lOOO Worte Abschluß 10%, 2000 Worte 15», 4000 Worte 20% Stellengesuche: Uberschriftswort 15 Pf., Textwort TO Pf. Annohme durch den Verleg, Lindenstr. 3(*9 bis 5 Uhr), und sämtliche Vorworts fillalen u. 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Verhängnisvoller llebereifer von �eichsbahnbeamien. Im Viederausnahwcverfahren vor dem Schöffengericht E l b e r-] seid wurde der wegen Betruges an der Reichsbahn angeklagte Eiergroßhändler 3 ü r g e s. über dessen Prozeß der„vorwärts" wiederholt berichtet hatte, unter Aufhebung der beiden früheren Urteile, die auf sechs Monate Gefängnis und 60 000 Mark Geldstrafe lauteten, freigesprochen. In der Urteilsbegründung kam Landgerichtsdirektor D i e z t e zu bemerkenswerten Feststellungen. Er erklärt«, daß es für das Gericht sehr schwer gewesen sei, in diesem Fall, der aus Haß, Heuchelei und Phantasie ausgebaut gewesen sei, die Wahr- heit hcrauszusinden. Die jetzige Hauptoerhandlung habe jedoch ein geschlossenes Bild zugunsten des Angeklagten Jürges ergeben. Die treibende Kraft bei den Prozessen, die gegen Jürges im Laufe der letzten drei Jahre angestrengt worden waren, sei die Kronzeugin in den früheren Bersahren, Frau Wind Hövel, gewesen, die nicht nur auf die Zeugen«inen unheilvollen Einfluß ausgeübt habe. Sehr charakteristisch seien auch die Methoden der Untersuchung gewesen, die die Beamten der Reichsbahnübrwachungsstelle Elberfeld gegen den Saufmann 3ürges angewandt und zur Durchsührung der beiden früheren Prozesse geführt hätten. Der Uebereiser der beiden Reichsbahnbeamten, eine Bersehlung des Angeklagten festzustellen, Hab« sich bei den Haupt- belastungszeugen, dem Lagerverwalter Greff und dem Kutscher Schmidt in einer Art und Weise ausgewirkt, die Jürgcs so sehr ver- häugnisvoll geworden sei. Das Gericht sei zu der Erkenntnis ge- kommen, daß die Straftaten, die Greff und Schmidt im Auftrage des Jürges angeblich begangen hätten, überhaupt nicht ausführbar gewesen seien. Ein weiterer unantastbarer Beweis für die Unschuld Jürges seien die Reklamationsakten, welche die Reichsbahn selbst geführt habe und die vollkommen übereinstimmten mit den ganz unabhängig davon geführten Geschäftsbüchern des Angeklagten. Aus diesen Reklamationsakten gehe hervor, daß die Straftaten, deren Greff und Schmidt sich selbst beschuldigt hatten, überhaupt unaus- führbar gewesen seien. Bereits in der Borinstanz haben diese Rekln- mationsakten der Verteidigung vorgelegen, Oer Kampf um das Brötchen. protestverfammlong der beteiligten Gewerbezweige. Der Zwcckverband der Bäckermeister Groß-Berlins veranstaltete am Sonntag nachmittag genieinsam mit dem gastronomischen Ge- werbe und den beteiligten Gewerkschaften in den Germania- Sälen eine stark besuchte Protestkundgebung gegen die neuen Rot- Verordnung, durch die die Abgabe und der Berkaus von Weizen- gebäck in Hotels,. Gast und Schankwirts chatten soipie Kantinen usw. --'untersagt worden ist.■ Für das gastronomische Gewerbe betont« Rechtsanwalt Hampe, ■ijß man sich unter keinen Umständen damit einverstanden erklären könne, wenn andauernd die Landwirtschaft auf Kosten der städtischen Gewerbe unterstützt würde. Das neu« Verbot sei durchaus nicht geeignet, der Landwirtschaft wirkliche Hilf« zu bringen. Es werde zur Folge haben«in vollständiges Verschwinden allen Weißgebäcks aus Hotels, Restaurants, Gastwirtschaften, Kasinos, Kantinen jeder Art, aus den Sport- und Vcreinshallen einschließlich Heimen von Studentenverbindungen, aus privaten Pensionen, Sanatorien und Erfrischungshallen. Weizenseingebäck sei also in Zukunft nur noch in den Bäckereien direkt zu haben. Da auf diese Weise in 20000 Gastwirtschaften keine Brötchen mehr serviert werden dürfen, werde das für die Bäcker nach vorsichtiger Schätzung einen täglichen Aussall von einer MÄion Stück ausmachen. Man befürchtet, daß ein regelmäßiger Schleichhandel einsetzen wird. Es bleibe nichts anderes übrig, als die Ländcrregierungen leider fei aber diese« hervorragend« Beweismittel nicht mit dem nötigen Rachdruck zum Gegenstand der Verhandlungen gemacht I worden. Sonst wäre bei genauer Prüfung dieser Akten wohl schon die Vor- instanz nicht zu einer Verurteilung des Kaufmanns Jürges ge- kommen. Zum Schluß seiner Begründung führte der Vorsitzende aus, daß dieser Fall deutlich zeige, wie schwer für den Richter sei, immer das Recht zu finden. Die höchste Pflicht eines Richters aber sei es, einem Angeklagten, der einer falschen Beschuldigung zum Opser gefallen sei, sein Recht iverden zu lassen und ihm sein« Ehre wiederzugeben und ihm öffentlich zu bescheinigen, daß kein Verdacht gegen ihn vorliege. Das Urteil und seine Begründung wurde von den Hunderten von Zuhörern, die sich im Saal befanden, mit lautem Händeklatschen aufgenommen. Schon wieder schwerer Lustizirrium? Ein Llnschuldiger zu 10 Lahren Zuchthaus verurteilt. Breslau, 8. Dezember. Jn der Angelegenheit des Totschlages an der Prostituierten Luise Schulz in Breslau am 10. April 1929, wegen deren der Bäcker Pohl im Oktober 1929 rechtskräftig wegen Totschlags zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt wurde, hat nunmehr im Rahmen der van Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei alsbald nach der Dernrtei- lung Pohls aufgenommenen Ermittelungen der Arbeiter Paul S ch i e w e k in Breslau das Geständnis abgelegt, diese Tat verübt zu hoben. Schiewek ist am 17. Dezember 1929 wegen Mordes an feiner geschiedenen Ehesrau und an der Prostituierten Marie Kristen aus Breslau zweimal zum Tod« verurteilt worden. Die Richtigkeit seines Geständnisses wird gegenwärtig nach- geprüft. Sobald sie feststeht, wird das Erforderliche bezüglich der Freilassung des Bäckers Pohl unverzüglich veranlaßt werden- zu bitten, Ausnahmen zuzulassen. Der Geschäftsführer des Zweckoerbandes der Bäckermeister, Gösch, betonte, daß das Weih- brotoerbot den Konsumrückgartg, der bereits auf zirka 14 Prozent geschätzt werde, weiter steigern und weitere Arbeitslosigkeit zur Folge haben werde. Der Vertreter des Verbandes der Lebensmittel- und Gctränkearbeiter erklärte für die Arbeitnehmer, daß die Notverordnung infolge der großen Rückwirkung für die Arbeitslosigkeit abgelehnt werden müsse. Alle beteiligten Kreise seien sich darüber klar, daß die Notverordnung kein« Hilse schaffe, sondern nur neue Not für weite Volkskreise und Gewerbezweig« bringe. Jn diesem Sinn« wurde«ine Eni- schließung angenommen, in der gegen die Maßnahmen der Reichs- regierung Einspruch erhoben wurde. Bedrohte Sonntagsruhe. Auch der Fünf-llhr-Ladenfchluß am Heiligabend gefährdet. Der Soziale Ausschuß des die südlichen und südöstlichen Berliner Stadtgemeinden umfassenden Kirchcnkreise« Kölln-Land II „verfolgt", wie er in einer kürzlich gefaßten Entschließung zum Aus- druck bringt,„mit Befremden die Bestrebungen gewisser Kreise, die Sonntagsruhe in Handel und Gewerbe zu be- s e i t i g e n. Der Soziale Ausschuß wendet sich an alle christlich ge- sinnten Kreise und fordert einmütiges Zusammenstehen in der Ab- wehr aller auf Durchbrechung oder Beseitigung der Sonntagsruhe gerichteten Bestrebungen und Förderung des Gedankens der unbe- dingten Heilighaltung des Sonntags. Jnsbesondere fordern wir auch den Fünf-Uhr-Ladenschluß am Heiligabend, damit allen Volksgenossen die Teilnahm« an den Weihnachts- feiern ermöglicht wird. Die gegenwärtig bestehende gesetzliche Regelung darf keinesfalls wieder aufgehoben werden." Wenn es um die Ausrechterhaltung der Sonntagsruhe und den Fünf-Uhr-Ladenschluß am Heiligabend geht, wird der Soziale Aus- schuh die Sozialdemokratie und die Gewerkschaften immer auf seiner > Seite haben, selbst wenn sie die Notwendigkeiten dieser Maßnahmen mit reinen sozialen und menschlichen Erwägungen begründen. Viel- leicht aber nimmt der Soziale Ausschuß die Persönlichkeiten, die Sonntagsruhe und Frühschluß so erbittert bekämpfen, einmal unter die Lupe, und er wird dann zu seinem Erstaunen entdecken, daß sich darunter recht viele— Christen befinden. Tragödie des Geschiedenen. Oer Mann schießt auf die Frau und tötet sich selber. Ein« Tragödie spielte sich am Montagabend im Haufe Reue Promenade Z ab. hier wohnte der frühere Direktor Karl Krämer, ein Mann von 64 Jahren, mit seiner SZjährigen Ehe- frau Hedwig. Dem Mann war es früher sehr gut gegangen. 3n der letzten Zeit waren aber seine Einkünfte sehr zurückgegangen. Er betrieb eine Art Zuschneiderei. vor einem halben Jahr geriet ef mit seiner Frau in Differenzen, und beide ließen sich scheiden. Der Wohnungsnot wegen wohnten sie aber noch zusammen. Die Frau wollte diesem unerquicklichen Verhältnis ein Ende machen und teilte ihrem geschiedenen Gatten mit, daß sie ausziehen wolle. Krämer geriet darüber in große Erregung. Am Montagnachmittag kam es zwischen beiden wieder zu einem Streit. Der Mann zog eine Pistole und gab ans die Frau einen Schuß ab. der sie in den Mund traf. Laut um Hilfe schreiend eilte sie auf die Treppe. Rachbarn sorgten für ihre lleberführung in da» hedwigs- krankenhaus. Als die Rachborn in die Wohnung eindrangen, hatte Krämer sich durch einen Kopfschuß getötet. Die Frau dürfte mit dem Leben davonkommen. Explosion eines Hebeschiffs. 12 Mann der Besatzung getötet. Paris, 8. Dezember. Das italienische Hebeschiff„Artiglio" ist ztvischen der Insel Belle Jsle und dem Festlande auf der Höhe von Quiborn in die Luft geflogen. 5f|on den 15 Mann, die sich an Bord des Schiffes befanden, wurden 12 g e> rötet, die übrigen konnten gerettet werden. Zwei Taucher, die sich unter Wasser befanden, wurden eben« falls getötet. Di«„Artiglio" wurde zur Hebung von gesunkenen Schiffen ver- wandt. Man war eben im Begriff, den mit S00 Tannen Explosw- stofsen helpdenen Dampfer„F l o r e n c der während des Krieges im Jahr« 1918 versenkt worden war und seither die Schiff- fahrt störte, in die Luft zu sprengen. Eine starke Sprengladung war angebracht worden, deren Wirkung jedoch so gewattig war, daß die„Artiglio", die sich ungefähr 300 Meter entfernt hatte, selbst in die Luft flog. Das Schiff barst auseinander und sank dann innerhalb weniger Sekunden. Ein in der Nähe befindliches Schiff konnte den Schiffbrüchigen zu Hilfe eilen. Die„Artiglio" ist das Schiff, dem es zuerst gelungen war, die Lage der„Egypte", die mit einer Goldladung von 1 Million Pfund untergegangen war, ausfindig zu machen und die Stahlkossctte des Kapitäns zu heben. Berufung gegen das phosgenurteil. Der Hamburger Staat hat gegen das im Phosgenprozeß ergangene Urteil, das den Staat für schadenersatzpflichtig erklärt, Berufung eingelegt. Ludwig hielt sofort im Lauf inne, als ob ihm ein Knüppel zwischen die Beine geworfen worden wäre. In höchster Er- reg'.tpg wandte er sich an seinen Vater:„Ich.. ich?... Soll ich mit ansehen, wie alles verschleudert wird, was ich mit un- säglicher Mühe erarbeitet habe? Jede Maschine, die da steht, hat mich Millionen Hobelstöße gekostet. Meine ganze Hirn- kraft hängt daran. Tag und Nacht zermarterte ich meine Gedanken, wie schaffe ich mir, dir und Maria ein besseres Los. Tag und Nacht saß ich über neuen Plänen. Diese Werkstatt hier sollte der Ausgangspunkt sein für einen Be- trieb, der sich sehen lassen konnte. Seid ihr euch nun klar darüber, daß ich meine Hand nicht dazu geben kann, ihn zu zerschlagen? Dos hieße, mir selber das Herz aus dem Leibe reißen. Könnt ihr das? Ich nicht!" Die beiden Alten schwiegen bedrückt. Ludwig glaubte, sie hätten ihn nicht verstanden. Er nahm seinen wilden Spaziergang zwischen den Hobelbänken wieder auf. „Vater, wenn du ein paar feine Maßstiefel gebaut hast und es kommt einer und will dir die Arbeit für ein paar Bettelpfonnige aus der Hand nehmen, was denkst du dann? He, was denkst du dann? Hättest du dann nicht Lust, ihm den Absatz in die Fresse zu schlagen? Siehst du, so geht es auch mir. Versteht ihr jetzt, warum ich unbedingt Schluß machen will?" Der Hauswirt lief zu dem Balken und riß den Strick herunter. „Laß den Quatsch, Ludwig! Es kommen auch bessere Zeiten." Ludwig winkte mit der Linken ab:„Es ist alles ver» loren... alles.. „Sei nicht so halsstarrig. Junge!" sagte der Schuhmacher. „Es gibt keinen Ausweg, Vater, die Schulden sind zu groß!" Er zuckte verzweuelt die Achseln. Da wurde der Hauswirt wütend:„Ach was, Schulden! Die Gläubigr werden schon warten, wenn es nicht anders geht. Ich muß ja auch warten, bis man mir meinen Haus- zins bringt. Und ich habe bis heute noch keinen gefressen, der im Rückstände war!" „Es wird sich schon irgendein Ausweg finden lassen! Gehen wir!" entschied der Schuhmachermeister. Er nahm die Petroleumlampe aus dem Ständer und schritt voran. Der Hauswirt faßte Ludwig unter den Arm und folgte. So landeten sie zu dritt in Vater Eisermanns Wohn- zimmer. Der Alte stellte Ludwig Abendbrot hin. Die ersten Bissen widerten ihn an. Dann aber über- wältigte ihn der Hunger, und er taute mit vollen Backen. Inzwischen lief der Hauswirt in die Schenke nach Bier. Er hatte recht daran getan: denn der braune Gerstensaft erwies sich bei Ludwig als der beste Zungenlöser. Er erzählte ausführlich, auf welche Weise er bei seinen letzten großen Lieferungen hineingeschlittert war und berechnete zum Schluß seine Schulden auf Heller und Pfennig. Vater Eisermann wurde es ganz dumpf im Kops. War das nun das frische Bier oder waren das die von Ludwig genannten erschrecklichen Zahlen. Für den Moment konnte er das nicht entscheiden. Er begnügte sich also damit, seufzend seinen stark gelichteten Scheitel zu kratzen. Der Vogelkops des Hauswirts wackelte bei dem. was er hörte, überlegsam hin und her. Wie ein Uhrenpendel, das keine Ruhe findet. „Das ist alles nicht so schlimm, Ludwig!" sagte er schließ- lich.„Noch ist Holland nicht verloren! Du darfst den Kopf nicht in den Sand stecken wie bisher und vor deinen Gläubi- gern davonlaufen. Im Gegenteil, du mußt dir die Brüder ranholen und dich mit ihnen arrangieren. Aussprechen! Offen- heit! Lege ihnen deinen Status dar. Dann werden sie schon merken, wie der Hase läuft! Die Herren werden ihre Forde- rungen zurückschrauben müssen. Aber ganz gehörig. Um die Hälfte, schätze ich. Tun sie's aber nicht, setzen sie sich aufs hohe Pserd, dann gehst du einfach in Konkurs. Erschrick nicht bei dem Wort. Das ist nicht so schlimm, wie es sich anhört. Jawohl, das ist das beste, melde Konkurs an, dann bast du deine Ruhe. Dann muß sich dein Verwalter mit dem Gesindel herumschlagen und du hast deine Ruhe!" Ludwig wehrte sich gegen diesen Vorschlag. Ihm sagte mehr zu, die Gläubiger durch Verhandlungen zu Stundungen und Abstrichen zu bewegen. „Mir auch recht!" sagte der Hauswirt und gab jetzt aus einer Wolke Tabaksrauch heraus Vorschläge, auf welche Weise Ludwig die kratzbürstigsten seiner Gläubiger einseifen könnte, damit sie wenigstens die nächsten Monate hindurch stille- hielten. Die Ratschläge des Vogelköpsigen waren gut. Zudem von einer erstaunlichen Virtuosität. Der Mann kannte sich aus in der Sudelküche des Lebens. Da war kein Tops, von dem er nicht schon den Deckel abgehoben gehabt hätte. Ab- gekocht und abgebrüht, mit allen Wassern gewaschen! Unter seiner Anleitung konnte die Sache nicht schies gehen. Ludwig fing an, Mut zu schöpfen. Wie eine Streichholz- flamme so klein, flackerte in seinem Innern die Hoffnunz hoch. Hoffentlich kam kein Windstoß, der sie ihm ausblies. Auch Schuster Eisermann war mobiler geworden. Je verrauchter die Luft im Zimmer wurde, desto mehr klärte es sich in seinem Kopf. Er hatte schon längst aufgehört, nach- denklich die Platte zu kratzen. Er begnügte sich damit, dem Vogelköpsigen zuzuhören. Ein Teufelskerl dasl Nicht um- sonst war der zu einem großen Wohnhaus gekommen. Jetzt begriff Vater Eisermann. So also mußte man's anstellen, um auf dieser schmierigen Rutschbahn des Lebens weiter- zukommen. Andächtig lauschte er und zog seines Hauswirts Worte wie eine Osfenbarung ein. Spät in der Nacht, als der letzte Tropfen Bier aus dem Syphon draußen war, war die Unterredung beendet. Der Hauswirt stakte mit Vater Eisermanns Unterstützung die Treppe hinauf in seine Wohnung. Ludwig blieb da und mußte in seinem einstigen Bett schlafen. Alle Sorgen seines Lebens waren ausgestrichen diese Nacht. Zum ersten Male seit langer Zeit schlief er einen tiefen, festen Schlaf. Doch Vater Eisermann konnte keine Ruhe finden, trotz aller Bettschwere nicht. Unruhig wälzte er sich von einer Seite auf die andere, so daß seine Frau darüber aufwachte und endlich fragte:„Vater, was hast du?" Er gab aber keine Antwort. (Fortsetzung folgt.) � Im Vann unwürdiger Liebe. Lim des Geliebten willen zur Diebin geworden. Die unglückselige Ceidenschnsl zu einem Eintänzer, den sie in einem Ballsaal kennengelernt hatte, führte die 28jährige Hildegard B. vor das Schöffengericht Eharlottenburg, wo sie als Diebin auf der Anklagebank sasz. Die Angeklagte, die aus sehr begütertem Hause stammt, hatte sich mit dem Eintänzer, den sie zuerst nur in seiner Berufseigenschaft kennengelernt hatte, angefreundet und war sehr bald ganz unter seinen Einfluß geraten. Der Mann verband seine Freundschaft mit immer dringenderen G e l d f o r d e r u n g e n, die die Angeklagte aus Angst, ihn und seine Liebe zu verlieren, auch erfüllte. Schließ- lich ging sie dazu über, dem Mann Gelder ihrer Eltern, die ihr zu Geschäfts- oder Besorgungszwecken anvertraut waren, zu geben. Sie führte ihn auch in ihre Familie ein, und der Vater versprach, im Falle einer Heirat ihm eine Stelle als Ingenieur zu verschaffen. Die Nachforschungen ergaben soviel Ungünstiges über den Mann, daß die Familie den Verkehr mit ihm abbrach. Die Tochter hielt' aber weiter zu ihm und entschloß sich sogar, Geld auf unlautere Weise zu beschaffen. Sie ging in Juwelenläden und stahl goldene Uhren, die sie in der nächsten Pfandleihe versetzte, um dem Ge- liebten die Summen zu bringen. Nach mehreren geglückten Dieb- stählen wurde sie schließlich bei einem Versuch ertappt. In der Verhandlung, die auch gegen den Eintänzer wegen An- slistung zum Diebstahl geführt wurde, bestätigte es sich, daß sie völlig im Bann dieses Mannes gestanden und niemals aus eigenem Willen solche Taten begangen hätte. Sie erklärte, daß er jenem Typ an- gehöre, dem sie besinnungslos gehorchen müsse. Bereits hätte sie von einem Artillerieoffizier sich zu ähnlichen Taten hinreißen lassen. In der Verhandlung stellte sich heraus, daß der Mitangeklagte, von dem sie sich inzwischen gänzlich getrennt hatte, bereits wegen Zuhälterei best rast war. Da der Vater der Angeklagten die bestohlenen Firmen entschädigt hatte, war der Staatsanwalt, der zuerst einen Monat Gefängnis gegen die Angeklagte beantragte, schließlich mit der Einstellung des Verfahrens wegen Ge- ringfü'gigkeit einverstanden, so daß das Gericht auch auf Grund des 8 153 danach handelte, weil die Schuld der Angeklagten gering sei. Gegen den angeklagten Eintänzer mußte auf Freispruch mangels Beweises erkannt werden, da sich nicht nachweisen ließ, daß er seine Freundin zu der Tat direkt angestiftet hatte. Oer Gast muf$ zahlen. Eine Steuer zur Behebung sozialer Not. Tricks der Handtaschendiebe. Frauen und Mädchen seien gewarnt. Die Handtaschendieb« sind jetzt aus einen neuen Trick versallen. Sie nähern sich ihren Opfern nicht mehr als Fußgänger, sondern fahren miteinemAutoandieBürger steige heran, reißen den Frauen und Mädchen blitzschnell die Taschen weg, springen in die Wagen zurück und sausen davon. Es scheint hier eine ganze Bande an der Arbeit ziß sein. Am Sonntag wurde einer Modistin vor dem Hause Albrecht-Achilles-Straße 3 die Tasche ge- raubt. Hinter ihr fuhr ein Auto langsam an die Bordschwelle heran, ein Mann in Chauffeurkleidung stieg aus, entriß der Ahnungslosen die Tasche mit dem Monatsgehalt von 15l> Mark und den Schlüsseln und fuhr in schnellstem Tempo davon. Die Beraubte sah, daß in dem Wagen noch ein zweiter Mann saß. Leider hat sich die Mo- distin die Nummer nicht gemerkt.— Ein zweiter Handtaschendiebstahl wurde vor dem Haus« Rönnestraße 24 verübt. Auch hier bedienten sich die Täter eines Kraftwagens. Mitteilungen, die geeignet sind, dem Treiben dieser Burschen ein Ende zu machen, erbittet die Dienst- stelle C. 3 im Polizeipräsidium. Kinder bescheren Kinder. Großer Festrummel in der allzu klemen Aula der städti- schen Aufbaujchule, Frankfurter Allee 3 7: am Podium steht dichtgedrängt eine Jungmädchenschar im Festkleid und blickt erwartungsvoll auf des Musikmeisters Zeichen zum Liedeinsatz. Fröhllche Bolls- und Wanderlieder, launige Kinderweisen entströmen den jungen Kehlen, dann tritt eine vor und spricht mit schönem Bortrag proletarische Dichtungen: Vom Weihnachten der Armen. Dann wird ein Film gezeigt:„Fröhliche Schule im Walde", das Cichkamper Sommerdorado der Schule, das jetzt, weil das Gelände der Bebauung verfällt, leider zu Ende ist. Aber die Friedrichshainer hoffen, daß sich mit einigem guten Willen für das nächste Jahr wieder wo ein Plätzchen finden wird, wo all die zarten, blassen Großstadtkinder Luft, Sonne und Erholung finden. In der Paus« geht's dann an die Verlosung der stattlich beschickten Tombola: Kissen und Deckchen, Bilder und Bücher, Spielsachen kleine Ziergegenstände und sonst noch allerlei Hübsches und Nütz- liches. Alles von geschickten, gebefreudigen Kinderhänden selbst ge- fertigt, sogar das appetitanregende Büfett mit pikanten Salaten und süßen Plätzchen wurde im Kochsehrgang der Schule hergestellt. Alljährlich sammeln die Schülerinnen der Ausbauschule auf diese Weise für eine Weihnachtsbescherung ihrer Hortkinder. Einrühren- des, nachahmenswertes Hilfswerk! Für den Erlös der Tombola werden dann Weihnachtsgeschenke für die Kleinen gekauft. Große, ausführliche Wunschlisten besagen, wonach sich das kleine Herz sehnt. Di« praktischen Mädels schwärmen für warme Wollsachen, ein« Puppe, ei,, Buch, die Jungens sind restlos der Technik oder dem Sport ergeben: Eisenbahn, Dampfmaschine, Laubsäge, Schlitt- schuhe und Rodelschlitten: einer überließ dem freundlichen Weih- nachtsmann die Wohl: entweder Schlittschuhe oder den„Leder- strumpf". ftnnft aus Zehlendorf Das Bezirksamt Zehlendorf hat in seinem neuen Verwaltungsgebäude(2 Minuten vom Wannseebahnhof Zehicndorf- Mitte, eine Ausstellung von Werken im Bezirk Zehlendorf an- sässiger Maler,'Bildhauer und Graphiker veranstaltet, die am Sonntag eröffnet wurde. Bürgermeister Dr. Schumacher dankte besonders Professor Max Liebermann, der in Wannsee ansässig ist, sich um das Zustandekommen der Ausstellung bemüht hat und als Ehrenpräsideirt an ihrer Spitze steht. Der zweite Redner, Professor Ludwig Dettmann, schlug sehr forsche Töne an und meinte,«ine scheinbar schon ganz internationale Kunst werde heute mit großem Talent vorgetragen, sei aber nur ästhetisch niemals künstlerisch zu werten. Wahre Kunst erwachse nur aus einem starken religiös sittlichen Gemeinschastsgedanken. Nationale Volksverbundenheit werde auch eine neue deutsche Kunst hervor- bringen. Wenn Dettmann damit die Unklarheit, die Zwiespältig- keit und Unsicherheit unserer heutigen Kunst charakterisieren wollte. so liefert allerdings die Ausstellung dafür den vollgültigen Beweis. Die alten Herren haben uns wenig zu sagen. Da sind Por- träts, die ebenso gut kolorierte Photographien sein könnten. Do sind Landschaften en masse. Da sind gepinselte Sachen, die sich stolz Gemälde nennen, in Wirklichkeit aber bunte Illustrationen sind. Der Altmeister L i e b« r m a n n hat ein Dameirbildnis bei- gesteuert. Von Hermann S a n d t u h l überrascht ein famos er- faßter trotzig blickender Proletarierjunge. Robert Kaemmerer Der 27. November war für Gastwirte, Kellner und Gäste ein schwarzer Tag, denn da wurde von dem Oberpräsidenten der Pro- vinz Brandenburg und von Berlin jene Steuerverordnung für die Erhebung einer Getränkesteuer verkündet, für die man im Publi- kum gar zu gern die Sozialdemokratie verantwortlich machen möchte. Das wird aber nicht gut gehen, denn diese neue Steuer geht zurück, wie die im Amtsblatt der Stadt Berlin vom 3i). November vorgenommene Veröffentlichung ausdrücklich besagt, auf die Verordnung des Reichspräsidenten Hinden- bürg zur Behebung finanzieller, wirtschaftlicher und sozialer Not- stände vom 26. Juli 1936. Da man im Publikum nur weiß, daß man jetzt einen Zuschlag von 19 Proz. auf Getränke zahlen muß und bei Wirten und Kellnern gleichfalls Unklarheiten bestehen, erscheint es angebracht, auf die wichtigsten Punkte der neuen Verordnung einzugehen: 8 1 der Verordnung besagt folgendes:„Die entgeltlich« Abgabe von Wein, weinähnlichen und weinhaltigen Getränken, Schaum- wein, schaumweinähnlichen Getränken, Trinkbranntwein, Mineralwässer, künstlich bereiteten Getränken sowie Kakao, Tee und anderen Auszügen aus pflanzlichen Stoffen zum Verzehr an Ort und Stelle, insbesondere in Gast- und Schankwir schaften und an sonstigen Stätten, wo derartige Getränke entgeltlich verab- reicht werden, unterliegt einer Steuer." Nach dem Wortlaut dieser Verordnung sind also von der Besteuerung ausgenommen: Bier(das einer Sondersteuer unterliegt), Milch und merkwürdi- gerweise auch Fleischbrühe, da die Verordnung ausdrücklich besagt, daß Auszüge aus pflanzlichen Stoffen besteuert werden müssen. Auch Suppen, z. B. Schokoladensuppe und Weinsuppe, wird man nicht als Getränk« bezeichnen können. Verzehr an Ort und Stelle— Pauschalsteuer. In den Aussührungsbestimmungen zu dieser Ver- ordnung heißt es dann: Steuerpflichtig ist jede entgeltliche Abgabe der im Z 1 der Steuerordnung aufgeführten Getränke zum Ver- zehr an Ort und Stelle. Darunter fällt nicht nur der Ver- zehr in öffentlichen Lokalen, sondern an allen übrigen Stätten, wo derartige Getränke entgeltlich verabreicht werden, z. B. in Kasinos, Klubs, Logen, Kantinen, Sport- und Vereinsheimen, einschlich- lich der Heime von Studentenverbindungen, privaten Pensionen, Sanatorien, Erfrischungshallen und-ständen, an fahrbaren Erfrischungs ständen, an Prioatmittagstischen, beim Zimmeroermieten. Befreit von der Steuer sind nur die Krankenhäuser, die öffentlichen Kliniken, das städtische Obdach und alle gemeinnützigen oder wohltätigen Untertunfts- stätten, die Getränke an Patienten verabfolgen. Da man voraus- gesehen hat, daß eine bis ins kileinste gehende Abrechnung mit den vielen Tausenden von Gaststätten sich zum mindesten außerordentlich schwerfällig gestalten muß, sieht der Z 8 der Verordnung ausdrücklich vor, daß die Steuerstelle mit den steuerpflichtigen Verein- barungen über die zu entrichtende Steuer(z. B. über ihr« Be- rechnung, Fälligkeit, Erhebung und Pauschalierung) treffen kann, soweit diese die Besteuerung vereinfachen und das steuerliche Er- gebnis bei dem Steuerpflichtigen nicht wesenllich verändern. Es gibt also die Möglichkeit zur Zahlung von Pauschal- st e u e r n, die der Unternehmer wahrscheinlich in allen jenen Fällen vorziehen wird, wo es ihm daran gelegen ist, unliebsame Erörterungen zwischen Gästen und Kellnern zu vermeiden. Tatsächlich gibt es bereits eine Anzahl von Gaststätten, in denen die Steuer äußerlich überhaupt nicht in Erscheinung tritt, sei es, daß man für die Pauschalsteuern stillschweigend den Preis für die Tasse Kaffee, der ja besonders getroffen wird, um fünf Pfennig erhöht hat, fei es, daß man die Qualität ein wenig mindert. In den Automatenrestaurants läßt man einfach etwas weniger in die Tassen und Gläser laufen. Familienkaffeekochen steuerfrei. Wie vorauszusehen, haben sich sofort Grenzfälle eingestellt, die die Haupt st eueroerwaltung des Magistrats bereits geregelt hat. Danach ist also das beliebte Berliner Familien- Kaffeekochen im Restaurant frei, weil hierbei nur ane„entgeltliche Abgabe von heißem Wasser" erfolgt. Auch Fleisch- b r ü he ist, wie schon erwähnt, steuerfrei. Was werden aber die vegetarischen Restaurants machen, die unter Zusetzen von Würzen eine durchaus fleischähntiche Brühe erzeugen, die aber garantiert keinen Fussel Fleisch aufweist? Hier ist bereits ein neuer Grenz- fall. Ausdrücklich wird jedoch betont, daß steuerpflichttge Getränke auch im gefrorenen Zustande steuerpflichtig bleiben. Die Verord- nung meint wahrscheinlich eisgekühlte Getränke, wie Eiskaffee oder Eisschokolade. Mokkaeis hingegen dürfte wohl kaum besteuert wer- den müssen. Klarheit darüber täte not. Steuerpflichtig sind auch Mischgetränke. Wer sich also einen oerkehrten Kaffee bestellt, in der Meinung, daß das eine Tasse steuerfreier Milch mit einem Löffel voll Kaffee sei, der muß sich eines bessern belehren lassen. Dasselbe gilt z. B. auch für K a k a o m i l ch. Für K a n- t i n e n bleibt die Steuerpflicht bestehen, wenn auch das Getränk mitgenommen und in anderen Räumen verzehrt wird. Getränke hingegen, die der Steuerpflichtige, also der Wrt, selbst zum eigenen Verbrauch an Ort und Stelle entnimmt, und auch die Getränke, die an Angestellte des Betriebes(Kellner, Serviermädchen usw.) als Teil eines Lohnes abgegeben werden, sind steuerfrei. Pfennig- bruchteile werden natürlich nach oben abgerundet. Das Bier unterliegt, wie schon erwähnt, in der Gemeinde- biersteuer auch einer Besteuerung, die in einer am 27. Novem- der d. I. erlassenen und gleichfalls auf die Verordnung des Reichs» Präsidenten zurückgehenden Steuerverordnung festgesetzt worden ist. Danach beträgt die Gemeindebiersteuer für Einfachbier 2,50 M., für Schankbier 3,75 M., für Vollbier 5 M. und für Starkbier 7,59 M. je Hektoliter. Der Biertrinker kann sich also je nach Ouasität und Menge, die er oerzehrt, ausrechnen, wieviel sein Wirt an Steuern zahlen muß. Bei einem zweieinhalb Zehntel Schankbier würde das nur einen Pfennig Steuer ausmachen. Dieser neuen Steuer wird es gehen wie allen Steuern: Man wird über sie schimpfen und wird sie verdammen, aber man sollte nicht die Begründung unbeachtet lassen, die der Oberpräsident der Provinz Brandenburg und von Berlin der Steuer gegeben hat. Es heißt in seinem Erlaß vom 27. November: Die Genehmigung dieser Steuerordnung ist erfolgt mit Rücksicht auf die Belastung der Stadt Berlin mit Wohlfahrtslasten in außerordentlichem Umfang. Es steht also fest, daß jeder, der«in Getränt in einer Gastwirtschaft zu sich nimmt, mit seinen paar Pfennigen Steuern die Not derer lindern hilft, die mit ihren Angehörigen am Rand der Verzweiflung stehen. Diese.Tatsache wird für manchen die neue unliebsame und äiich wohl unbequeme Steuer erträglich, zum mindesten aher verständlich machen. versuchte sich in interessanten Lichtstudien. Das best« sind die Plastiken. Allen voran Hermann' Nonnenmachers„Hiob", „Abschied" und„Rhythmus der Arbeit": Tina Ha im- Went scher mit einem Kopf der Durieux: Fritz Röll mit einem Kotzenpaar und Rudolf T a u b e r t mit einem Mandrill. Die Aus- stellung ist täglich bis zum 28. Dezember unentgeltlich geöffnet. Auf der Bersuchsbühne gelangt am Sonntag nachmittag ein interessantes Hörspielexperimsnt zur Aufführung. Das Stück heißt„Stimmen im Kampf" und hat Hermann Wilhelm zum Ver- fasser. Es handell sich um folgendes: Bei den auftretenden Personen soll nicht das, was sie tun, sondern das, was sie denken, zur Dar- stellung kommen. Zeitlupenaufnahmen ins Sprachliche übertragen. Zwei Leute spielen in diesem Stück Tennis und geben chre Empfin- düngen, ihren sich überschneidenden Gedanken Ausdruck. Die Welt der Darstellung ist also das Gehirn des Menschen, in dem die Er- scheinungen gebrochen werden. Problematisch wirkt, daß hier nicht eme einheitliche Welt gestaltet wird, sondern zwei entgegengesetzte. Hat dieses Experiment Aussicht auf Verwendung? Kaum. Wenigstens nicht als neue Form der Spielhandlung. Es fei denn, daß man über- Haupt nur die Gedanken darstellen will und nicht die gewöhnlichen Reden und Unterhaltungen, von denen man erst auf die Gedanken schließen kann. Anders liegt der Fall, wenn die Handlung über- Haupt nur in der Erinnerung oder als gegenwärtiges Erlebnis im Hirn eines einzelnen abläuft. Dies könnte einmal als Hörspielstoff gewählt werden.— Danzig sendet in den Mittagcswnden unbw Otto Selbergs Leitung ein vorzügliches Orchssterkonzert. Weber und Schubert erfahren«ine klare, sachgemäße Ausdeutung, die nur dem Werk dienen will. Auch die Provinz besitzt gute Orchester und Dirigenten Eine halbe Stunde zeigt die hohe Künstlerschaft des Geigers Henry Marteau. Der Vortrag„Eine Wanderung durch deutsche Malerateliers", den Staatssekretär a. D. Heinrich Schulz am Montag im Berliner Sender hielt, beschränkt sich nicht allein auf eine inter- cssierende Schilderung, nicht allein auf den Hinweis auf die Deutsche Kunstgemeinschast, er deckt vielmehr die soziale Lage der deutschen bildenden Künstler auf, die sich von Tag zu Tag verschlimmert. Es fehlen die Absatzmöglichkeiten. Schulz gibt in diesen: Rahmen gleichzeitig eine Kritik an der Gegenwart, an ihrer Zivilisation der Oberfläche.— Reizend die Jugendstunde. Heins R e i m a n n liest eigene Kindergedichte, spielerisch geistreiche und mit Witz geladene Sächelchen, leicht und graziös geformt, naiv und auch ironisch, jeden erfreuend und von emem Meister des Vortrags gesprochen. Das„Musikalische Magazin", von vornherein eine begrüßenswerte Einrichtung des Rundfunks, beweist immer mehr feine Daseins- berechtigung. Streichquartette, Ballettkompositionen und Opern- fragmente stehen diesmal auf dem Programm. Es sind Stücke, die in Berlin noch nicht ausgeführt worden sind. Bieten sie auch kein abgerundetes Bild, so vermitteln sie wenigstens einen ungefähren Eindruck von dem Stilwillen des Komponisten und von den Strömungen in der internationalen Musik. Die Veranstaltung „Bolladen in Wort und Musik" gibt nicht, wie sonst, allgemein Bekanntes. Rudolf Rieth, ein ausdrucksstarker Sprecher mit aus- geprägtem Gefühl für Rhythmus, spricht neuere Dichtungen, die das moderne Leben in die Form der Ballade zwingen wollen. ?. Lck. Wieder Nazihorden im Westen. Auf Nollendorfplah und Witienbergplah. In den gestrigen Abendstunden war der Nollendorfplatz wieder wie am Sonntagabend von nationalsozialistischen Horden dicht umlagert. Da der Verkehr unter allen Umständen aufrecht- erhallen werden mußte, konnten die Demonstranten von der Schutz- Polizei nur immer truppweise abgedrängt werden. Schließlich gelang es den Polizeibeamten, den ganzen Platz rundherum abzusperren. Vom Nollendorfplatz zogen die Massen, die zu 99 Proz. aus Jugendlichen, zum Teil sogar aus re'nen Jungen bestanden, un- gehindert hinüber zum W i t t e n b e r g p l a tz, wo sich Goebbels sogar seinen getreuen Untertanen zeigen und eine wüste Hetzrede halten durfte. Natürlich gab es auch hier Geschrei, Gebrüll und Drohungen. Die Polizei mußte sich darauf beschränken, einige der Ungehörigsten festzunehmen. Die anderen verzogen sich zu Bier und Schiraps in ihre Kneipen. Im Theater selbst verliefen beide Vorstellungen ruhig vor aus- verkauften Häusern.« Wintergarten Das Weihnachtsprogromm des Wintergartens atmet richtige Feststimmuiig. Allen voran marschiert Alex H y d e mit seinen zwölf musikalischen Damen. Alle dreizehn haben einen Rhythmus im Leibe, daß man Lust bekommt, mit ihnen zu musizieren, zu singen, zu tanzen. Hyde selbst versteht sich nicht nur auf Jazz, sondern auch aus seriöse Musik. Tschaikowskis Ouvertüre 1812 wird mit rauschendem Beisoll aufgenommen. Die o i e r K a r r e y s stellen wohl das Großartigste und Unwahrscheinlichste dar, was in dem plötzlich wieder ganz modern gewordenen Schlangenmenschen- akt gezeigt wird. Bei diesen Gliederverrenkungen kann man kaum glauben, daß es noch Menschen mll normalem Knochenbau sind. Das bekannte Medini-Trio zeigt einen großartigen Lellerakt. Hanni Garden ist wiedergekommen: sie heißt nicht nur die Venus des Varietes, sie weiß das auch nur zu gut. Aber es ist ein Genuß, den eleganten gemessenen Bewegungen dieses schönen Körpers am Trapez zu folgen. Die zwei amüsanten Lindgreens bieten höchst komische Rollschuhakrobatik. Cata- l i n i fährt wild und toll mll einem Motorad auf rasend rollender Scheibe. Natascha und Maxon tanzen sehr eindrucksvoll und beherrscht Tango. Willi Schaeffers und Hugo Fischer-Köppe kommen mll einem lustigen Sketsch, dem Schaeffers ein kleines Satirspiel vorausgehen läßt. Alles in allem ein Augen- und Ohrenschmaus. Man ist versucht zu sagen: Ein solches Variete befriedet und befriedigt den Menschen von heute mehr als das Theater. Achlung, Aakurfreunde! Touristenverein„Die Naturfreunde"! Max Gott schar ist freiwillig aus dem Leben geschieden. Die Beerdigung findet am Dienstag, 14 Uhr, auf dem Gemeindefriedhof Brieselang statt. Um rege Tellnahme wird gebeten. Abfahrtzeit ab Lehrter Hauptbahnhof 12.92 b's Finkenkrug Auch Sie müssen sich schützen gegen Grippe, Halsentzündung und Erkältung Tagelange Arbeitsunfähigkeil. Gliederschmerzen, Fieber usw. sind gefürchtete Folgen der Nachlässigkeit Jeder ist gleichermaßen der Grippegefahr und Ansteckung ausgesetzt. Schützen Sie sich durch Panflaoin-Pastillen(Acridiniumderival). Allgemeine Wetterlage. •TOT |5\." JcT* ±0 War«*/ r MMl® y 6>|� OMyind %5 0 wolkenlos, O heihef.O halb bedeckt 9 wolkig,• bedeckb*l?egen�GraupeIn Schnee.sNebel.Ti fewttBt@Wi«lstille Im Saufe des Montags sind etwas mildere Luftmassen ozea- nischcn Ursprungs in Deutschland eingebrochen, so daß die Tem- pcraturen über Null blieben In der westlichen Hälfte Deutschlands wurden mittags 5 bis 7 Grad Wärme erreicht. Dabei kam es überall, mit Ausnahm« des Ostens, zu Niederschlägen, die in den Gebirgen oberhalb 8(K> Meter als Schnee sielen, lieber England sind Luft- massen polaren Ursprungs erschienen, die dort vielfach Graupelschauer hervorgerufen haben. Sie dürsten nach Osten vorrücken und Mittel- europa etwas veränderliches Wetter bringen. Die Temperaturen dürften zunächst bei westlichen Winden einige Grade über Null bleiben. Wetteraussichten für Verlin: Wechselnd wolkig, nur unerhebliche Niederschläge, Temperaturen wenig verändert.— Für Deutschland: Auch im Osten bei vorwiegend trübem Himmel etwas Milderung, im übrigen Reich« veränderlich, strichweise Schauer, Temperaturen über Null. parieinachrichten fürGroß-Berlin tcta an da» Bezirkalekretartai .Hof. 2 Treoven recht»,»a richten Cinfcnbungen für diese Rubrik sind «« r I i o«« W. Lindenttrah« 3. Zum Notopfer für die Erwerbslosen wurden von der Be- teiebsiraktion des Bezirksamts Wedding als zweite Rate SSV Mark abgeführt. Von der Vetriebsfraktion des Bezirksamts jtreuzberg als zweite Rate 70 Mark und vom 7. Kreis als Ab- lösung einer Kranzspende sür Adolph Hofsmann ötl Mark.— Allen Spendern herzlichen Dank. I. A.: A l e x P a g e l s. -l- I. sirci» Mlttc. Der Kursus ssrüniel füllt wegen der heute stattfindeitden „Antlfaschiftischen Kundgebung" aus. z. Krei» Tiergarten. Achtung, Kreismitgliederl Di« Mitglieder der 3. Ab» teilung beteiligen sich restlos gm Mittwoch an ihrer öffentlichen Kundgebung im Nationalhof. Die Mitglieder der g., lg., it., 12. und 13. Abteilung beteiligen sich an den Peranstaltungen ihrer Abteilung. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Freie Schulgemeind«, Freidenier. Donnerstag, II. Dezember, 20 Uhr. in den Kammerlüle», Teltowcr Etr. 1— t(Stühe Äallcsches?or, U-Bahn Belle. Alliaucenh träfe), qrofe Kundgebung aller Freidenker, Freie Schulgesellschaften, Arbcitsgcminschaft sozialdewakraFscher Lehrer. Lehrergewerkschast und Arbeitersvortier.„Fllr Gewissensfreiheit" und»Für den Schuf der dissidentischen Lehrer". Alle Ritglieder nehmen daran teil. Der Borsiand. ili4-e=M~3 O 9. Kreis Wilmersdorf. Am Freitag, dem 12. Dezember, 20 Uhr,'; Sreismitgliebcrversammluug im Viktoria garten, Wilhelmaaue 114—115. I Genofle Aushäuser, R. d. R., spricht über:.Die Stellung der Soz'al- � demolrati« zum Rotgcsef". Buchkautroll». Mitgliedsbuch mitbringen. W heule. Dienstag. 9. Dezember. Renkölln. 93. Abt. A Uhr im Lokal Prifkow, Riümrd Ecke Echüneweider Strafe. Vorstandssihung.—»4. Abt. Pünktlich 19>i> Uhr Sihung der Bor- ftandsmi'glieder bei Schröder, Strinmehstr. 52. 192, Abt. Baumschnlcnmeg. lgw, Uhr allgemeine Mitgliederversammlung der Bezirke 1 bis lsi in der Aula des Lnzeums Baumschulenstrafe. Tages- Ordnung:„Die Sozialdemokratie und ihre Stellungnahme zu den Rotver- Ordnungen". Referent: Genösse Lildcnbrandt. M d, R. Restloses Erscheinen dringend erforderlich, 122«. Abt. Bieodors-Süd. 20 Uhr Zahlabend in bekannten Lokalen. Miialiederversammlungen und Zahlabende morgen. Miklwoch, 10. Dezember, in nachsiehenden Lokalen: l. Aßt. igv. Uhr im Hackeichen Hof, Rosen'haler Str, 40—41.„Die Finanz- krise der Stadt Belli und die Einschuna der Staatskommissare." Referent: Stadtverordneter Paul Sobinsön 2. Abt. 19',, Uhr Lokal Otto Lohan. Brlldcrstr. 16.»Unsere wlrtschastllche Laos." Referent: Eottlieb Reese 3. Abt. Ilsso Uhr im Saal I des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24—25,„Die politische Lage in Oesterreich." Referent: Dr. Richard Mischler, 4. Abt. Ig',«. Uhr bei Jan,, Wallner-Theater-Strasie 34.„Die politische Lage." ReserciU: Dr. Helmath«loh 5. Abt. I9th Uhr? oscnlhaler Hof Rosenthaler Str. 10—11.„Die politisch« Lage." Referent: Otto Meier, M, d. L. 7. Abt. Igsh Uhr bei Söll. Bergstr. 70, Leide. Strelitzrr Str. 4», Leper. Bonensir. 19, Ref. Genosse Thomas, Arend. Schröderstr, 2, Ref. Genosse Dr. Frit, Friedlander. Beirau, Pflugsir. 1, Grimm, Kessclstr. 1, Barwalde, Schlegclstr, 8. Sief, Genosse Stadtv. Riese. 9. Adt, lg', Uhr im Lokol Birkenzelt, Birkenftr. 1, Bortrag:„Unser politischer Kampf". Referent Redakteur Franz Klüh», 19. Abt. 19'». Uhr in der Schulaula, Gcrhardtstrafe, Vortrag:»Der Metall- arbeilerschicdospruch". Referent Kurt Kietzmann. 11. Adt. Isi',, Uhr bei Berger, Lcvetzowstr. 21, Ecke Zagowstraße,»Politische Tagcsfragcn". Referent Dr. Kurt Löwcnstein, M. d. R. 12. Abt. lg'H Uhr Lokal Fischer, Beusselstr. 32, Bortrag:»Wirtschaft und Politik". Referent Richard Joachim. 13. Abt. Igsü Uhr Arminiushallen, Bremer Etr. 72/73, Bortrag:»Kampf dem Faschismus". Referent Erich Kuttner, M. d. L. 17. Abt. lOVO Uhr gahlabende in den bekannten Lokalen. 18. Abt. ISi- Uhr Zahlabende in deu bekannten Lokalen. 19. Abt. 19', Uhr Zahlabend in nachstehenden Lokalen: 80S./806. Bezirk: Hennjq, Pankstr. 59. 809-/810. Bezirk: Schrepel, Grünthaler Str. 13. 81 l. Bezirk: Brodzinski, Grllnthaler Str. 6. 812. Bezirk: Schulz, Stettlner Straße 52. 813. Bezirk: Gottschalk. Grünthaler Str. 14. 814.. 817. 818. Be- zirl: Schuchardt. Thriftianiastr. 116 815./8I6. Bezirk: Martin, Thristiania- irk: Ntemet- >i:oße?. 819. Bezirk: Kriening, Ehristianiastr. UO. 820. Bezirk ichcd, Soldiner Str. 85. 29. Ab». 20 Uhr Zahlabende bei: Bontke, Ecke Schul- und Ehristianiastraß«: Pose. Koloniestr. 15: Wende. Koloniestr. 147 und Tillner, Kolonie-, Äte Zechlincr Straße. »1. Ab». 19',« Uhr Zahlabende in den bekannten Lokalen. 24. Abt. 19lh Uhr Zahlaubende in idlgendcn Lokalen: 1. Gruppe: RSsner, Kmmanucliirchftr. 25. 1» Gruppe: Ahlschläger. WIns-, Ecke Ehristburger Straße. 2. Gruppe: Lieberstein, Danziger Str. 46, Vortrag:»Die Frauen und der neue Reichstag". R-fcrennn Genossin Ansorge. Waldenburg, SR. d. R. 3. Gruppe: Wcuzke. Carmen. Sylva. Straße 51, Eck- Hosemannstraß«, Vortrag:»Kultur und Klasse". Referent Prof. Abramowitsch. 4. Gruppe: Restaurant„Sermannsheim". Laubenkolonie. Bortrog:»Artikel 48". Siskeren: Bürgermeister Dr. Ostrowski. 25 Abt. 20 Uhr Saalbau Friedrichshaw. Sieserent Fritz Levi. Mitgliedsbuch ' gilt als Ausweis. 2«. Abt. 20 Ubr Mtgliederversammluna. 27. Abt. 19V» Uhr Zahlabende in den bekannten Lokalen. 28. Abt. I9zh Uhr bei Zundel, Kastanienallee 19/20, Vortrag:»Rätesnstem und Demoiratle". Referent Dr. Theodor Ttchauer: bei Iänecke, Hagenauer Straße 5, Referent Dr. Zacher, M. d.L., über:„Wirtschaftliche und politische Tagesfragcn": bei Barteldt. Wörther Str. 19, Referent Rirdorf über: „Bezirksverordnetenarbeit": bei Rechenberg, Choriner Sir. 49, Referent Dr. Mittag über:„Entchung des Charakters": bei Meier, Oderberger Straße 36, Referent Dr. Lange über:„Gesundheit in der proletarischen Familie": bei Maaß, Prenzlauer Allee 232, Referent Mohrmann über: »Weg zum Sozialismus". 29. Abt. 20 Uhr Altersheim, Danziger Str. 62,»Politische Tagesfragcn". Refcrentin Anna Hartoch. 39. Abt. 19Vi Uhr Zahlabende in den bekannten Lokalen. 32. Abt. Zahlabende in lolgcndcn Lokalen: Gruppe Buchmann bei Drescher, Stralauer Platz 5. Gruppe Kluge bei Baientin, Krautstr. 36. Die anderen Gruppenzahlabende fallen der Mitgliederversammlung wegen am 17. De- zembcr aus. 33. Abt. 19>4 Uhr Gruppenversammluugen bei Wcrtalla, Hohenlphestr. 3, ..Tagespolitische Fragen"; bei Hoffmann, Strolauer Allee 17. Referent Genosse Willi Möbus:„Die Entwicklungsqi schichte des Berliner Ber- kehrs(Bezirke Trotz. Kni'tel. Witzig, Trappe. Morgen) Volksfürsorge: bei Müller, Eimplonstr. 31(Bezirke Bötzel, Fischer, Milcnz)„Pollsfürsorge". Wir bitten, aus die Austeilung des Zahlabende zu achten. 34. Abt. 19'/i Uhr in der Schulaula, Litauer Str. 18, �Vortrag: „Die poli- tische Lage". Referent Ciegsried Aufhäuser, M. d. R, 35. Abt. 19% Uhr Zahlabende bei: Eraubner, Voigtstr. 25: Mitt, Voigt- stroße 38: Lemble, Schreinerstr. 38: Schulze, Samarilerstr. 38 und Schule, Samariterstr. 2V. 37. Abt. 19% Uhr: 1 Bezirk bei Zepke, Eberwstr. 7, Sieserent Stadtrat Een. Rich. Rostn. 2. und 3. Bezirk bei Ierasch, Eberwstr. 10, Referent Gen. Frz. Heyler:„Wirtsckiaftsfragcn". 4., 5. und 6. Bezirk bei Raschle, Matternstr. 14, Referent Gen. Erich Echwanebeck:„Politische Fragen". 38. Abt. Entgegen der ersten Meldung finden die Zahlabende doch in den be- kannten Lokalen für alle Bezirke statt. 39. Abt. 20 Uhr im Bauqewerksbund, Sroßbeerenstr. 96, Bortrag des Ge- Nossen Adolf Wuschick, M. d. L. 39a. Abt. Zablmorgen sriih 5 Uhr im Stiorkgraseueck, Markgrafen, ""'■_-- Rotoer- W unk» Kesselstraßen-Eckc, *3 Ordnungen". Vortrag des Genossen Earl Litke: 41. Abt. 20 Uhr Zahlabende in folgenden Lokalen: 1. Gruppe: Reguhl, Temvelhofer Ufer 1a. 2. Gruppe: Erdmann, Belle-Alliance-Straße 74a. 3. Gruppe: Fcchner, Fidicinstr. 4. 4. Gruppe: Schuster, Ehamissoplatz 4. 5. und 0. Gruppe: Lutze, Bergmannstr. 93. Vortrag:„Wirtschaft und Ar- beitslöstgkeit". 7. und 8. Gruppe: Schuldt, Maricntorfer Etr. 5. 42. Abt. 20 Uhr Zahlabende in den bekannten Lokalen 43. Abt. Di« Zahlabende finden in folgenden Lokalen statt: 123., 124. und 130. Bezirk: Albrecht, Urbanstr. 29. 125. Bezirk: Ehristen, Fichtestr. 23. 126. und 127. Bezirk: Braihn, Gräfestr. 41. 128. und 129. Bezirk: Frankenhauser. Zahnstr. 15. 131. Bezirk: Wolter. Boeckhstr. 49. 132. Be- zirl: Krepp, Planufer 75/76. 133. Bezirk: Leuschner Stacht., Dieffenbach- siraße 54. 134. Bezirk: Wolf, Gräfestr. 26. 135. und 136. Bezirk: Vogt. Boppstr. 8. Bortrag des Gen. E. Kotze:„Die FinaiiznM der Städte und deren Auswirkung auf die Arbeiterklasse". 137. und 138. Bezirk: Klose, Boeckhstr 31. 44. Abt. 20 Uhr Zahlabende: 79. Bezirk: Lokal Kotibusser Ufer. 80.. 87. Be- zirk: Ewald, Ekalitzer Str. 126, Bortrag über„Sozialversicherung". 81. n. 86. Bezirk: Glöger, Adalbertstr. 5,„Metallarbeiterstreik und seine politische Auswirkung". Bezirksverordneter Gen. Kraatz. 84. Bezirk: Lokal Gemmecker, Staunynstraße. 85.. 88., 89. Bezirk: Ewald, Skalitzer Str. 126. 47. Abt. gahlobenb«: 20 Uhr: 82., 83. Bezirk bei Bader, Staunynr. 60. 97. Bezirk hei Lier, Raunynstr. 9. Referenttn Genossin Düdn, Zürich:„Der Weg zum Sozialismus". 98./100. Bezirk bei Siedcntopf, Muskauer Str. 3ö. 101.— 103. Bezirk bei Lehmann, Muskauer Str. 1, Ecke Zeughofstraße. 48. Abt. 20 Uhr in O'liestngs Festfälen. Wasscrtorstr. 68, Vortrag:„Soziale Arbeit und faschistische Gefahr". Referent Stadtrat Walter Fmedländcr. CI arlottenburg. 5l. Abt. 20 Uhr Zahlaubende in folgenden Lokalen: 1. Gruppe: Schellbach. Känigin-Elisabeth-Straße 6. 2. Gruppe: Zamin, Sophic-Char. lotten. Straße 88. 3. Gruppe: Holtmann, Sophic-Charlotten-Str. 78. 4. Gruppe: Guski. Cpandaucr Bock. Thema: Vortrag und Diskussion. Parteibuch legitimiert.— 54. Abt. 20 Uhr im Jugendheim, Rosincnstr. 4, Vortrag:„Partei und Stotvcrordnungcn". Refcrentin Clara Bohm-Echuch, M. d. R.— 55. Abt. 20 Uhr Zahlabende: 8. Gruppe: Godcnschmeger, Wallstr. 90. Referent Dr. H. Krüger:„Soziales Steuerrecht". 9. Gruppe: Reimer, Wilmcrsdorfer Str. 21, Refercut Silberstein:„Siadio im Dienste der Partei". 10. Gruppe: Röhrig, Schloßstr. 45, Referent Dr. W. Schück: „Wirtschaftspolitik".— 53. Abt. 20 Uhr Rankchaus, Rankestr. 4.»oön 4 Tr., Vortrag:„Die innere politische Lage". Referent Dr. Julius Leber. Lübeck. 62. Abt. Siemeneftadt. 20 Uhr im Hcidekrug(SHarsanbt), Stonneadamm. alle« 89, Vortrag:„Die politische Lage". Referent Redakteur Wolfgang Schwarz. 67. Abt. Grunewald. 20 Uhr Lokal Wurzbacher, Bahnhof-Rcstaurant, Vor- trog:»Die Ucbcrwindung des Nationalsozialismus". Referent Kurt Baurichter. 68. Abt. Halcnsee. 20 Uhr bei Sandmann, Westfälische Etr. 42. Bortrag: „Die Geißel des Faschismus". Referent Carl Dresscl. Wilmersdorf. 71. Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlung bei Lau, Hildegard- siraße 14. Referent Gen. Tr. Kurt Roscnseld, M. d. R.— 72. Abt. 20 Uhr bei Rosenau. Varziner Straße, Ecke Laucnburger Straße. Tages- Ordnung wird dort bekanntgegeben. 74. Abt. Zehleudors-Fischtal. 20 Uhr Mitglieberoersammlung im Waldbaus, Sponbauer Straße. Referent Gen. Hans Stelling spricht Uber:„Reichs- danner und Sozialdemokratie". 76. Abt. Dahlem. 20 Uhr bei Schilling Sltitgliedcroerfammlung und Zahl. abend. Vortrag des Genossen Min.-Rat Wüllenweber:»Sozialistische Arbeit auf dem Lande". Schöncbcra. 77. Abt. 20 Uhr bei Milde, Skollendorfste. 16. Vortrag:„Die politische Lage". Referent Paul Bernstein.— 79. Abt. Die Zahlabende finden um 20 Uhr wie folgt statt: 1. Bezirk bei Arndt, Bautzcner, Ecke Großgörschensiraßc Vortrag von Gen. Willy Schröder:»Meine Erlebnisse als politischer Emiqrant in Rußland". 2. Bezirk bei Grunow. Goßlerftr. 13. 3. Bezirk bei Äolk, Siegsriedstr. 9. Referat des Gen. Erich Huhn über „Die politische Situation und die Macht des Zentrums". 4. und 6. Bezirk bei Reimau, Sedansir. 17. Referat des Gen. Chomse über»Die Notverordnungen der Regierung Brüning". 5. Bezirk bei Hönisch. Götcnstr. 60. Ztortrag:„Reform der Fürsorgeerziehung". Rclerent Otto ffenlelau 7. Be. z'.rk bei Podzuss. Sachsendamm. Ecke Gencststr. Referent Gewerkschafts. lekretär Gen. Hausse über„Die ietzige politische Lage". In säm-lichen Zahlabenden finden die Bezirkswahlen statt.— 79a Abt. 20 Ubr im Ledigenheim, Eythstr. 37. Heiterer Abend. Portraaendcr Henry Reiff.— 89. Abt. 20 Uhr im Helmholtz-Gymnastum Mitgliederversammlung. Bor- trag:»Die augenblickliche politische Lage". Referent Gen. Kurt Sewig. M. d. Sl. 32. Abt. Steglitz. 20 Uhr. Zahlabende in folgenden Lokalen: 1. und 2. Bezirk e-chcllhase. Ahornstr. 15a: 3. und 4. Bezirk fällt ans: 5. Bezirk K-lir, Bis- marckstr 65, Referent Gen. Kuike: 6. Bezirk Zauberfranz. Berg, Ecke Lauenburger Str., Vortrag:..Weltwirtschaft und Einkausslord". Referenttn Emma Wontinski: 7. Bezirk S übender Hof, Lichterfelder Str. 1: 8. Bezirk Elisen, Ecke Humboldtstr.. Vortroq:»Der Metallarbeiierstreik", Referent Gen. Skubich: 9. Bezirk Schulz. Birkbuschstr. 60. Die Mitgliedcrversamm- lung findet diesmal nicht om Mittwoch, sondern Dienstag. 16. Dezember, statt. Näheres Eonntag-Borwärts. t Her Bär? ■U"! RATHAUS l&OO iD. i Ip m kM Ä 3.0* Berlin liebt und verehrt den B Sren, der urkun d lieh erstrn alJ& 188(0) im Stödtsiegel als Wappentier erschien. Die heimische Jndustriejür deren hervorragendste Erzeugnisse er Sinnbild wurde, grüQt ihn heute zu seinem(BEQ. Geh urtsiag durch JioseäiiJüuno Berlins meist gerauchte 4"$ Cig&rette *3.«lt. Lichttrsell«. Der K-b�Soid für Cidjlttfelbe.ffieft findet Mittwoch. 3) Uhr. im Solal von Rhode. Sindenburgdamni Ecke Roonstr.. statt. Par- trag:„Soziale Eesehgebung für Invaliden und Vitwen". Referent Äc>>. Pints.— Bezrrl Süd:?N Uhr Zohladcnd dei isrjlsch. Berliner Str. l2i!ü. Referent Gen Minilleriolrat Anöner über„Die volitischc Lage".— Lichterfelde. Ost. 20 Uhr Zahlabend im Lokal von Buberick. Lorenzstr. dti. teo(bin. Pints über..Alters- und Invalidenversicherung". «ntwiii. 20 Uhr Mitgliederversammlung bei Lehmann. Kaiser» Wilhem-Etr. AÄI. Een. Dr. Drach spricht isber Reisecindrllckc aus Ruhland. La.»it. T-mp-lhof. Zahlabend- 10. D-z-mber. 20 Uhr. 1. Bezirk: Pinger. Dorfstr..10. Bortrag:..Metallarbeiterschiedsspruch". Referent Kurt Schind- l-r. 2. Bezirk: Restaurant Zur Linde. Berderstr. 12. 3. Bezirk: Lokal Kennig, Manteufselstr. 4Z. Referent Gen. Burgemeister. Z. Bezirk: Lokal »enning. Kaiser.MIHelm-Str. 1. Referent Gen. Emald. Bortrag:„Kampf dem Faschismus". 0. Dezirl: Lokal Schafer. Ringbahnstr. 12. Referent Gen. Wilhelm!slo«rke. Vortrag:„Neue Wege zur Förderung des Intsr- natronalen Bedanken". 7. Bezirk: Lokal Sappel. Gerniania. Ecke Bottlieb- Dunkel. eotr. Referent Ben. Weinbergcr. Vortrag:„Sozialistische Erziehung und ffamilie. L7.»it. Rarieafrlie. 20 Uhr bei Schuster, Kirchstr. t>L. Vortrag:„Die No!» _»eeprdnmtgeii und ihre Auswirkungen". Referent Richard sillc. ». Abt. Lichtenrade. Der Zahlabend am Mittwoch, 10. Dezember, wird ver- legt auf Mittwoch, 17. Dezember, in der Schule Roonftr. Die Abteilung beteiligt sich an der am Mittwoch, 10. Dezember. 20 Uhr, von der Zriedcns» gesellfchaft einberufene» Versammlung im Lokal Spieler, Dorfstr. 12. Renkiilln. id.»it. üHi Uhr Zohlabende: l. bis S. Bezirk bei Grommeck, Sanderftr. 1»:«.. g..».. 10.-Bezirk bei Schulze. Reuterstr. 47: 11., 12., 17., 18. Bezirk bei Kulisch, Dobrechtstr. t>2: 7., 18., It., IZ. Bezirk bei Brand. Pflllgerstr. Ig.— So.»it. 20 Uhr Mitgliederversammlungen in folgenden Lokalen: 18., 28.»nd 27. Bezirk bei Eoner, Pannierstr. 84: 24. Bezirk bei Klemt, Berliner Str. 100: 2S., 84. und 88. Bezirk bei Schabeiko, Wcichsel- slrohe 8: 28. und 32. Bezirk bei Löffle r. Wcichselstr. 40: 29. und 2Sa Bezirk bei Rüdiger. Lohmühlenflr. 3«: 80. und gl. Bezirk bei Jahn, isuldastr. 48: 88. und 50. Bezirk im Idealkasino. Weichselstr. 8: 48. Bezirk bei Wothge. Zuldastr. 8: 49. und 81. Bezirk bei Ramm, Ertstr. 10.— 91. Abt.Zahlabende am Mittwoch in folgenden Lokalen: 19. und 28. Bezirk bri Mar Ilcckinger, Mssmaiinstr. 10, Referent Ben. Erich Huhn: 20., 21. und '22. Bezirk bei Hernian» Köster. Karlsgartenftr. 4, Referent Ben. Otto Ballonska: 39. Bezirk bei Wilhelm Lliddeke. Karlsgartenftr. 12, Referent Ben. Otto Pieper: 88. und 48. Bezirk bei Rausch, Zlughafenstr. 29, Refc» rent Mar Aschenbrenner: 48. und 47. Bezirk bei Schreiber. Ilughafenstr. 7, Referent Ben. Walter Jung: 88. und 48. Bezirk bei Steffen, Klug- bafenftr. 80, Referent Ben. Stadtrat Derma»» Radtke: 87. und 44. Bezirk bei Ramin, Mainzer Str. 12, Referent Ben. Zranz Gronenberg: 41. Bezirk im Restaurant Zum sslughafe». Mahlower Str. 10. Referent Ben. Erich Kiampfer.»2. Abt. Die nachstehenden Bezirke halte» pünktlich 20 Uhr Mitglieberzufamincnkiinfte ab: 81., 88. und 80. Bezirk im Lokal König, Wildenbruch. Eck« Weserstr. Bortrag:„Wehrmacht und Arbeiterschaft". Referent Ben. Willi Wolf: 82., 88. und 57. Bezirk im Lokal Schikorra, Schandauer Str. 1. Vortrag:„Da, Wirlschaftsprogramm der National- sozial! sten". Referent Gen. Dr. Dans Arons. 84.. 58. und 88. Bezirk im Lokal Sauker, Harzer Str. 88. Vortrag:„Das Wirtickioftsprogramm der Nationalsozialisten". Referent Ben. Hermann Schlimme. 39., 81. und 82. Bezirk im Lokal Wolff. Kaisei-Istiedrich-Etr. 178. Vortrag:„Dos Wirt- schaftsprogramm der Nationalsozialisten". Referent Gen. Buswv Mcrsa. 82.. 88. und 79. Bezirk im Lokal Simon, Bcrthelsdorfer Str. l>. Vortragt ..Politische Aussprache". Referent Gen. Jos. Arndt. 80. und 85. Bezirk im Lokal Schwabe, Rosegger. Ecke Bilbelm-Bufch-Str. Vortrag:„Das Wirt» schaftsprogramm der Nationalsozialisten". Referent Ben. Dr. Alfred Braun- thal. 87. und 88. Bezirk im Lokal Schneider, Rosenftr. 7. Bortrag:„Das Wirtfchaffsprogramm der Nationalsozialisten". Referent Gen. Hans Turh.— 98.»bt. Zablabende wie folgt: 88. und>05. Bezirk bei Schauer, Treptower Str.»0. Bortrag:„Das nationalsozialistische Wirtfchaftsvroaramm". Referent Genossin Lorai. 84., 88. und>08. Bezirk bei Damm. Herhbrrgftr.'22. 104.. III. und 114. Bezirk bei König, Vöbmifche Str. 48/44. Tagcsfragen. Referent Gen. Hugo Albrrcht. 408.. 107. und 110 Bezirk bei Einkopf. Kaifer-Friedrich-, Ecke Morcfchstr. Vortrag:„Nationalsozialismus und Bolschewismus�'. Referent Gen. Dr. Schlofi. 108. und 109. Bezirk im Börwintel. 112. und 1l8. Bezirk bri Just. Niemcsistr. 19. 115. Bezirk bei König, Kanner, Ecke Elftcrstr. 116. und 117. Bezirk bei Prigkow. Richard-, Ecke Schöneweider Str.— 94. Abt. Zahlabendc 19»/ Uhr. 40. und 69. Bezirk im Lokal Kuhfeld. Lichtenrader.Str. 58. 42. und 88. Bezirk im Lokal Leyk, Eelchower Str. 6. 70., 98. und 96. Bezirk im Lokal Sell, Schillerpromenade ll. 87., 68. Bezirk, Brauer, Schillerpromenadc 89. 71.,»4, und 98 Bezirk im Lokal Schröder, Steinmetzstr. 82. Referent Dr. Gerhard Luckow. 97. und 98. Bezirk im Lokal Kwella, Okcrstr. 18. — 95 Abt. Bezirkszusommcnkünfte lO». Uhr. 84., 74. und 77. Bezirk hei Keusch, Iägerstr. 10. Vortrag des Genossen Pastor i. R. Hans Irancke. 85.. 73. und 00. Bezirk bei Klein. Prinz- Ho ndjerpStr. 84. Vortrag:„Die pvlitisch« Lage". Referent Dr. Deutsckkron. 72.. 91. und 92. Bezirk bei Haase, Steinmegstr. 78. Vortrag:„Die politische Lage". Referent Gen. Köcher. 75., 78., 78. und 89. Bezirk bei Gricger. Lesiing- strahe 9. Vortrag:„Wohnungswesen". Referent Stadtrat Tritt Waldbeim. Die Bezirk ssührer laden ein.— 96.»bt. Bezirtsobcndc>9».- Uhr. 101., 102. und 120 Bezirk bri Lüben, Thomasstr. 5. Bortrag:„Reichsbanner und Partei". Referent Regierungsrat Ben. Dr. Kolb. 118. und IIS. Bezirk bei Brand, Thüringer. Ecke Wippcrstr. Dortrag:„Die politische Lage". Referent August Niemonn. 128.. 124. und 127. Bezirk bri Zillmer. Rogot- strahe St. Vortrag:„Die politische Laar". Referent Gen. Seitmann. M. d. L. 122-. 128. und 126. Bezitk bei Trünkel. Schierke.. Ecke B ödeste. Bortrag:„Die politische Lage". Referent Gen. Klausner. M. d. L.— 98.»bt. Rur Bezirk 144 und 145 WUtwoM 191- Uhr. Zohlabend im Lokal Rnack. Iuliusstr. 25. Neuwahl der BezirkMeitun«.— 99.»bt. Bri>>, Buckow. 124» Uhr Nitglrederversammlung im.�öuschkrug". Rudowcr Str. SU. ri Bortragt �Kelraion und Sozialismus". Roierent Gm», siever».. In Buckow Zahlahenh bei' Tischet, Buckow. Ehausieestr. 12. Portraa::.Pariki -I' und Reichsbanner". Referent Ben. Arno Scholz.-I- 190.»bt. Rudo»„ Mitgliederpersarninlung 20 Uhr im Cafe Lohst. Pünktliches Erscheinen ist Pflicht. KU.»bt. Treptow. 1»>Z Uhr Zahlabenb«. 1. Bezirk bei Stephan, Graejlstr. 1. Referent: Dr. Gross. Thema:„Reue Erziehung". 2. Bezirk bei Manz, Kiefholzstr. A. Dieckufsionsabend. 8. Bezirk im Elseneck. Kielhol». Ecke : Elienftrass«. 4. Bezirk. Lokal Beermannstrasse 10.„Die AuWnrkung der Rotverordnung auf die Sozialversicherung." Referent: Genosse Strieder. t 5. Bezirk bei Talkenhagen lTivoli). Reue Krugallee.„Partei und Geweek- schaffen." Genosse Freiganq. 808.»bt. Oberschipeweibe. l9>h Ubr Zablabende in den bekannten Lokalen. Lokal Trompker. Luisenstr. 1. Bortrog:„Kamps dem Zalchieenus— unser der Bolkpstoat". Referent: Jockel Meier. In den anderen Zahiabcndrn referieren: Alfred Domdep. lstiss Bessen, Karl Wermulh. 1»4.»bt. Riede rschöpeweide. lSss. Uhr im Lokal Zriss Kubat, Brückenklause. Rrückenstrasse 18. Vortrog:„Preisabbau— Lohnabbau". Referent: Josef Schnriss vom Hauvlvorstand des DMB. 198. Abt.»Mershof. 2» Uhr ivo Ratskeller, Bismarcks«». 38. Heiterer Abend. Vortragender: Haan» Kamm. 108.»bt. Iobanniothal. 20 Uhr im Logenhaus, Friedrichsir. 8.„Preisabbau— Lohnabbau." Referent: Otto Bach. 108. Abt. Köpenick. 1»>„ Uhr.Zahlabendc: Alt. und Kirssoorstadl bei Georg Schulze. Müggelheimer Str. 12. Roferent: Genosse Galle über:„Ärrannu- nalpolitik". Kölln ischc Borftadt bei Etippekohl. Echönerlinder Str. 8. Bor» trag idber:„Barum Lohnabbau?" Referent wird im Zahlabend bekannt» gegeben. Udlcnborst, Mittelheide, Köpenick-Rord, Siedlung Uhlenhorst usw. bei Klose. Mahlsborfcr Str. 1. Referent: Genosse Neb.„Macht bei Gr» werischaften in Staat unb Wirtschast." Domnworstadt: Der Zahlabenb findet umständehalber erst Trritag, 12. Dezember, bei Schulz, Bahnhof- stross« 34. statt.., 11». Abt. Grüna». 19H Uhr bei Werner, Köpenickcr Str. 128. Politische Tages- fragen. Referent: Albert Zalkenderg. 111. Ab«. Bahnodort. 20 Uhr im Lolal«on Paul Hepmann. Waltcrsdorfer Strasse 100. Thvma:„Die Wirtschaftskrise und das Arbeitslofenproblem." Referent: Bruno Reumann.— Mitglieder der sreie» Schnlgemeiabe besucht die Kundgebung für den Schu» der Gewissensfreiheit, für de» Schnss brs diffthentifche» Lehrer« am Donnerstag, dem 1l. Dezember, 2» Uhr. i» den »»mmersälea, Teltower Strasse. Alle Schulsreunbe. Fieideulcr. Arbeiter- ipartler»sw., beteiligt euch an dieser«caaustalwng. Treffpunkt für Bah»«- darf 1» Uhr Bahnhof Grünau. Lichtend««. 114.«dt. 1S>4 Uhr im Logcnkastno. Kncrrpramenabe 2. Vortrag: ..Die politische Lage". Referent: Dr. Norbert Marx.— 118.»bt. 1914 Uhr in falgenben Lokalen: 1. Gruppe bei Stöber. Jungstr. 28. 2. Gruppe im Restaurant Tivoli. Weichselstr. 8. 8. Gruppe bei Radtke, MUaa-l- Ecke Schgrnämberstrasse. 4. Gruppe bei Eeipke, Kronprinzenstr. 47.— 11«.»dt. 19!» Uhr bei Henseler fstllher Albrecht), Dopdagener Str. 82. Politische Tagesfragcn. Referent: Redakteur Biitor Schiff.— 117. Abt. 19'/ Uhr Zahlabende: Gruppen Körner, Unzner. Döring bei Brumm. Gruppe» Harimann, Ullenbom bei Pflug. Gruppe Wohle bei Dzugg, Eitel- Ecke Ludwigstrasse. Zu allen Gruppeuoersammlungen wird restloses Erscheinen sgraUicher Genossen erwartet.— 118.»bt. 19>4 Uhr Zahlabende: Gruppe Werk bei Schab«, Rulche- Eck« Rormannenslrasse. Gruppe Bellert und Dietrich bei Hartmonn, Rosenfelter Ecke Irenenstrasse. Ausserdem im Lokal Tempel. Gudrunstrasse, Vortrag:„Politische Tagesfragen". Referent: Robert Breuer.„ 12».»bt. Triedrichsfelt«. 20 Uhr Mitgliederversammlung in Wiehes Gesell- schastshaus, Wilhelmstr. 38. Bortrag des Genossen Rechtsanwalt Siegbert Loewo über:„Die Tinanzkrise der Stadt Berlin". 121.»bt.»arlaharst. 20 Uhr im Lokal König, TreÄowallce, Am Bahnhof. Der politische Kampf. Referent: Emil Barth. 122.»bt. Biesdorf. 20 Uhr bei Poroth, Marzahner Str. 81.„Die Auswirkungen der Notverordnungen." Referent: Theodor Kossur. 12z.»bt. Kaulsdorf. A Uhr Echüssenklaufe. Hönower Str. 8.„Unscre Arbeit rm Roten Hause." Referent: Stadtverordneter Hans Woywad. U M . Kreil Mitie and 3. Kreis Wedding: Heute Dienstag. O.Dezember. iOVjUbr, im grossen Saal der Germaniasäle, Chausseesfrasse 110. Referent: ReidtslagsaDg.Er n$l Hellmann. Unser Kampi gegen den Fasdilsmus 109. Abfeilung, Friedriduhagen: Heute Dienstag, dem 9. Dezember. 20 Uhr, im Gesellschaffshaus. Frledridis- hagen. Friedrichstrabe 137. Referent: Reldisiaisalttcord. Dr.W. Boegner-MQndicn Tagesordnung: Kann uns der Nattonalsozlalismus retten? 2. KrcU Tiergarten, S.Abteilung: Mittwoch, lO.Dezem- ber. 20 Uhr, im Nationalhof, Bülowstrabe 37. Genosse Siaalsanwall Dr. HoeDner hält die Anklagerede Lesen die Verrflfer Sfidlirois. Lesen die Fememörder. Lesen die Kapilalsimedile. 8. Kreis Spandau: Am Donnerstag, dem 11. Dezember. 20 Uhr, im„Alfen Schützenhaus', Neuendorfer Strasse in Spandau; Referenten: PPtffutatKah�pnrrin. Dr.W. HoeDner-NOndi. u. Polizeima). Helnridi Tagesordnung) Das wahre Gcsidif der Nazis! Männer und Frauen, ersdieini in Massen, zeigt, dab ihr gewillt seid, mit der Sozialdemokratie gegen den Faschismus zu kämpfen. 124. 127. 128. 131. 132. 134. 135. 1.11. 137, 138. 13». 139 14«. 141. Abt. Rahlsd» rf. 20 Uhr Zah labende in folgende» Lokalen; 1. Lokal E. Anders. Babnhofstr. 34—87. Referent: Arthur Richter. Politische Tages- fragen. 2. Lokal Paul Schmidt, Marienburger Str. 8. 8. Lokal Nordstern, Hönower Str. 48. Referent: Genosse Wasewih. Die neue Notverordnung. 4. Lokal Jacob, Lemkestr. 188. Referent: Genosse Ernst Blaschle. Die neue Notverordnung. Abt. Hoheusch-uh-usep. ISV» Uhr im Lokal Krämer. Suermondstrasse Ecke Am Jaulen See.„Unsere Wirtschaftskrise." Refereni: Ernst Reuman». 18».»bt. Pank»«. 19)5 Uhr Zahlabendc. 1. Gruppe bei Roock, Kaiscr.Tried- rich-Etr. 58. Thema:„Bom Werden der Deuffchen Republik". Rcscrent: �r. Mar Schütte. 2. Gruppe bei Lebmann, Müblen- Ecke Marimilian- strassc 2a. Bortrag:„Der Orient erwacht". Referent: Kurt Stechcrt. 2>. Gruppe bei Kober, Prinz-Heinrich-Strassc. 8. Guppe bei Boreick, Per- lincr Str. 97— W 4.»nd 5. Gruppe bei Meier, Türkisches Zelt. Breite Strasse. 8. Gruppe bei Rcumann, Mandelstr. 17. 7.. 8. und 9. Gruppe im Sängcrheim, Zloraftr. 98. Bortrag:..Mieterschutt und Micterrccht". Referent: Otto Most. Abt. Rieberschönhaufe». 20 Uhr im Lokal Sanssouci, Nordend. Kaiser- Wilhelm-Str. 64. Bortrag:„Konsumgenossenschaft als preisregnlicrenber Taktor". Referent: Friedrich Gllttler. »bt. Blankenburg. 20 Uhr bei Klug, Dorfstr. 2. Bortrag:„Der Ausbau der Berliner Parteio«anisalion". Referentin: Käthe Kern. Abt. Buch. Vorstands- und Tunktionärsissung fällt aus. Dafür Mittwoch, 18 Uhr, Zusammenkunft. »bt. Karow. 20 Uhr bei Klir, Pankgrafenstrassc. Zahlabenb und Bor- standswohl. »bt. Reinickenborf. Die Zahlabendc finbcn in den bekannten Lokalen stalt. Die B-zirksführer haben dazu cinzulade». «bt. Rciaickenborf.Wett. 20 Uhr Zablabende: l., 2., 8.. 8. und 9. Gruppe bei Seidlist, Scharnweber- Ecke Eichbarnstrassc. 4., 5., 8.. 7.. 10. und 12. Gruppe im Bolkshaus. Scharirwcberstr. 114. 11., 18. und 14. Grnpp» bei Heese. Berliner Str. 78. »bt. Hermsdars. Pünktlich Uhr Mitgliederversammlung im Lokal Ludwiqslllft, Aldrecht- Ecke Bismorckftrasse, grosser Saal. Lichtbildervortrag üder;„Das Zentrum in der Karikatur". »bt. Tegel. 20 Uhr im„Alten Krug". Vortrag Genosse Alfred Henkc, M. d. R.:„Der Kampf ,n der. Demokratie". .»bt. Freie Schelle. Interefsierto Genossinnen und Geroisen werden hiermit zur Abtejluügsverf ämn' lung in Waidmannsluft, Lokal Iarius, Türp- Bismarck�Strasic. eingeladen. Referent! Barl Litke. M. d. R. Treffpunkt 1948 Uhr Kvnfumhau»..-« »kck. Boesigmalbr. 19 ig Ubr bei Boitschoch. Ernststr. l. Politische Tages» fragen. Referen!: Mar Hendenrann. Parteiangelegenheiren. «bt. Reieuthal und Riederichönbauien-ZSeft. t0>5 Ubr im Lokal Koffmann, Kronprinzen» Ecke Edelweissfirasse. Dir Politische Lage. Referent: Hanns Nickel. i I 143.»bt. Waidmannelust. 2» Uhr im La toi Iariu». FürstBismarck- Fl f j Stresse, Bert rag:„Unter politischer Kamps". Rrsrrent: karl Litt«, i»? R.». N. Alle Geuessinnru uud Geuesien müssen sich beteiligen. i I I.I) I> s-nF��f�f fZgrJTlmwl Bitdan. 1914 Uhr bei Dubia». Referent; Otto Sandtle, Borsittender des Deut- fchen Metallarbeiterverbandes. Thema:„Der Unternehmerfcldzug gegen Lohn- und Sozialabtbau". Reichsbanner. Gcwerkschafter und die Mitglieder der Treten Turnerschaff sind eingeladen. i* ItOo.»bt. Wittenau. Die Mittwoch, 10. Dezember, fällige Mitgliedcrversamm- lung findet nicht statt. Dafür wird am Sonnabend, dem 18. Dezember, 19'„ Uhr. pünktlich bei Leese. Berliner Str. 78, eine„Proletarische ffeier- stunde" veranstaltet. Bcrschiedenc Dardictunge». Schallvlattenkanzert. An- schließend geselliges Beisammensein. Parteigenossen, hallet euch diesen Tag frei und sorgt für guten Besuch. Vezirksausschutz für Arbeiterwohlfahrk. 1. Krei» Mitte. Donnerstag, 11. Dezember, 1915 Uhr, im Sitzungszimmer des Bezirksamtes Mitte. Klosterstrasse, lesster Kursusabcnd. Die Genossin Grcssmann wird über die Verwendung der Akten sprechen. 3. fteei» Webding. Die nicht untergebrachten Lose sind bis morgen, Mitt- woch. 10. Dezember, zurückzugebcn. Nicht zurückgegebene Lose werden als per- kauft betrachtet und sind bis 18. Dezember abzurechnen. Eine Rücknahme von Losen nach diesem Termin ist nicht mehr möglich. Ebenso sind die Liste» für den Bezug von Arbeitcrwoblfabrtsmarken bis zum 10. Dezember abzurechnen, bzw. zu melden, welche Beträge bis zum 18. Dezember abgerechnet werden können. Eintrittskarten sind schnellstens abzurechnen. Um den Genossen den weiteren Bezug der AW.-Hefle zu siebern, sind all- Rückstände umgehend zu begleiche». Der Benoisc Ressloff, Pankftr. 78. steht allen Genossen und Gc° nossinnen zwecks sofortiger Abrechnung jeden Abend von 18 Uhr ab in seinek Wohnung zur Berftigung. 5. Krei»»riebrichsbaia. Die Lose, welch« nicht bis morgen znrllckgeaeben sind, gelten als oerkault und müssen verrechnet werden. Die Abrechnung er- folgt bei der Genossin Rothe, Heidenseldstr. 10. 2«. Krei, Neiniiiendort. Alle Genossinnen und Genossen, die für die Wohl» fahrtspfleg« vorgeschlagen sind, werden gebeten, zu der am Donnerstag, dem N. Dezember, 20 Ul>r, im Lokal Schulz. Wittenau, Oranienburger Str. Ali, Bahnhof Wiitenau-Rord, stattfindenden Versammlung zu erscheinen. Die Gc. nossin Paula Kurgass hält das Referat. Sozialistische Studentenschaft Deutschlands und Oesterreichs. Ortsgruppe Berlin. Dienstag, 9. Dezember, 20 Ubr. Rcichswirtfchaftsrat, Pellevucstr. 15. Kundgebung. Referent: Siaatsminister Genosse Eevering. Thema:„Student und Politik". Erscheinen Pflicht. Sektion Uniserfttät. Dienstag, 9. Dezember. Wir beteiligen uns geschlossen an der Kundgebung der Ortsgruppe. Die pädagogische Arbeitsgemeinschaft fällt deshalb aus. Donners'ag. ll. Dezember, Mcdizinergruppe; Dr. Lcwin spricht über:„Soziale Probleme in der Frauenheilkunde". Seftion Handelshochschule. Dienstag. 9. Dezember. Teilnahme a» der Kund- gebung im Reichswirtschaftsrat. Donnerstag, ll. Dezember, 20 Uhr, im Bund Philosophische Arbeitsgemeinschaft. Tbema:„Egoismus als Prinzip der Ethik". Rcsereitt: Dr. Blankenseld. Freitag, 12. Dezember, Marrn'tische Arbeitsgemein- schaff. Referent: Genossin Hilde Rofenthal:„Sie Sozialisscrunysbestrebungen' der Nachkriegszeit". Rcicrent: Genosse Iacobuwitz:„Woran scheiterte die So- zialisicrung 1919—1920 in Deutschland und Oesterreich?" Settion Hochschule für Politik. Dienstag. 9. Dezember. Teilnahme an der Octsgruppenkundgedung. Freitag, 12. Dezember, 20 Uhr. Genosse Dr. Thiemc: „Werbekraft und Werbemittel in der Partei", füllt infolge des Abends dee Hochschule in der Ressource aus. Sektion Technische Hochschule. Dienstag, 9. Dezember, 2» Uhr, Reichswirt- fchaftsrat zur Kundgebung mit Genossen Scvering. Freitag, 12. Dezember. Aus- spracheabend mit Genossen Professor Bruno Taut. Thema:„Neues Bauen". Sektion Landwirtschaftliche Sochschule. Dienstag. 9. Dezember, Kundgebung der Ortsgruppe im Reichswirtschaftsrat. Sektion Bohlfahrtsichulen. Wir beteiligen uns an der Ortsgruppenkund- gebung im Reichswirtschafisrat. Karten bei den Obleuten. Ba»be«ruppe. Wegen Fahrten Anschlaqbretter beachten. Sozialistischer Kochschulauoschuss. Das Bücheram: wird durch die Genossen Kahler und Braun geleitet. Das Wohnungsamt hat noch billige Zimmer zur Verfügung. Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehrer und Lehrerinnen Deutschlands, Bezirksgruppe Berlin. Donnerstag, ll. Dezember>»'5 Uhr, in den Kammerselen, Teltower Strasse l— 4, grosse Kundgebung für Gewissensfreiheit, für den Schuh dissi. deutifchcr Lehrer. Redner: Reichstagsabaeorduetcr Genosse Künstler, Litte Lowenstein, Oesterreich, Schallock, Schmidt, Schröder. Arbeitsgemeinschaft der kindersreunde Groß-Berlin. Krei« Bedding. Mittwoch, 10. Dezember, 18 Uhr, Heim Urrechter Str. 31. Zusammenkunft der Roten Falte» der Gruppen Pestalozzi. Lcoroldplatz und Schillerpark. Die bestellten Bücher können am Donnerstag von 18 bis 19 Uhr vom Heim Utrechterstr. 81 abgeholt werbe». Krei» Neukölln. Bildungsvbleute, Mittwoch, pünktlich um 18 Uhr, i» der Mädchcnmittelschule Donauftr. 128. Alle Gruppen müssen vcrtreien sein. Min» woch, den 10. Dezember, um 17 Uhr, kommt der Singekreis in der Mädchen- Mittelschule Donauftr. 126. Liederbücher mitbringen. Hclferkreis. Am Donners- tag um 20 Uhr im Parteibüro Fuldaftr. 88/88, Aufgang 8, Selfersissung des Kreises. Berichtigung! Auf den Karten zum Filmabend am Sonnabend, dem 18., soll es nicht hcissen, Einiass 18 Uhr. sondern um 17 Uhr. Geburlskage, Jubiläen usw. 58.»bt. Eharlottenburg. Unsere« Genossen Emil Knauer und seiner Sattin zur Silberhochzeit herzliche SILckmünsche. 98. Abt. Neukölln. Unserem Genossen �rin Buse, Prinz-Handjery-Ttr. 4, zum Zäjährigen Parteijubiläum noch nachträglich herzlichste Glückwünsche. 189.. Abt. Freie Scholle. Unser Genosse Bruno Löschpcr, Freie Schallc. Scholenweg. begeht am 8. Dezember sein 21jährigc» Parteijubiläum. Wir hossrn, daß er auch weiterhin im Dienste der Partei wirtt. Sterbetafel Ser Groß- Berliner Partei- Organisation 94. Abt. Reulölln. Unsere Genossin Magdalene Gen« ist am Sonnabend verstorben. Ehre ihrem Andenken. Einäscherung am Mittwoch, 17 Uhr, Krcma- torium Banmschulcnwrg. Rege Beteiligung wird erwartet. Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Verlin Einsevdungen für diese Rubrik nur an das Zugendsekretartat Lerti« 6».£mdoiffraie 3 m STG.'Mitgliedcrvcrsammlunq morgen, pünktlich 2V Uhr. im Vor.. _ tragssaal des Partcivorstnndcs. Linden str. 3, N. Hof, 2 Treppen links, pj M Themn:„Das neunte Schuljahr". SAI.-Mitgliedsbuch dient--- [J Äusweis. heute, Dienstag, 9. Dezember, 19'2 Uhr. Oranienburger Tor: Beteiligung an der Kundgebung der Partei. See- mania-Fefffäle.— Arnimplag: Schule Sonnenburger Str. 20„Sozialistische Erziehung."— Araowalder Blssl I: Heim Rastenbgrger Str 18.„Die Ratio- nalwirtichaft: Anfänge des Handels."— Balkan- Schule Mandelstr. 2.„Gc- nieinfchaffserzieftung."— Hrlmholuplag; Heim Danzigrr Str. 82. B. 2.„Die Jugend im Wirtschaftsleben."— Rordostr» I: Helm Danzigcr Sir. 82. B. 8 r. „Marr und Engels."— Börther Plag: Schule kaiianienalle« 82.„Arbeiter- spart und bllrgerlichrr Sport."— Hafenhride: Heim Wassertorsir. 9. Tages- Politik.— Köpcuicker Viertel: Schule Brongelstr. 128.„Arbeitsdieusipflicht und SAI."— Reichenbergrr Biertel: Heim Reiäienbergcr Str. 8. n. l„fugend- recht und Iugeirbfllrforge."— Südwest; Heim Livdenstr. 4. Tagrspaltti?— Schineberg H": Heim Haupt str. 18.„Rückblick auf in und aussenpolttifchr Ereignisse 1980."— Schöneberg V: Heim Äauptsir. 15.„Faschismus in anderen Ländern."— Siomensstabt; ll. Bolksschule. Schulftiasie. Mitgliederversamm lung.— SUgli*(»eitere): Heini Albeechtttr. 47.„iSirthihrung in den Sozio. Ijsmut", U.-Teil.— Reuköln 1, Treffpunkt zur W»r8�ezirlsm'tglich«rver- farnmlung 19 Uhr Rcuterplati.— Neukölln iXr Trekfnnnkt zur Werbebezirks- Mitgliederversammlung Igh« Uhr Bahnhof Hermannstrasse.— Köpenick 1: Heim Grünauer Str. 5. Lichtbilder;„Die Polizei in der Karikatur."— Schöneweihe; Schule Berliner Str. 81.„Schundliteratur."— Hermsdark: Turnhallengebäude Roonstrasse.„Was wollen die Nationalsozialisten?"— Reinickendoes-Vft: Heim Lindauer Strasse sBaracke).„Arbeitsdienstpflicht und SAI."— Tegel: Heim Bahnhofstr. 18.„Wie denken wir UNS Weihnachten?"— Wfttenov; Keim Rosrnlhglrr Etr. 15. 10-Minuten-Referate.— Pankow' nnd N: Heim Görfch- sirasse 14.„Warum Freidenkerbewegung?"— Pankow III: 20 Uhr Heim Görsch- strassc wichtige Funktionärsissung. SSG. Pankow: Heim Kifsingenftr 48. Pünktlich 18 Uhr Vortrag:„Sozial- drmokratie und Sälule". Referent: Genosse Dr. Otto Friedländer. Werbebezir« Osten: Werdebczirksvarstondssissung um 1914 Uhr im Heim Litauer Dir. 18. Das Karftll ftlr Arbeitrrlrorl und Körperpflege oeranftaltet in den Andreasfestsälen einen Fiimabcnd:„Die Frau im Arbeitersport". Ein- tritt 80 Ps. Rege Beteiligung wird erwarte). Serbebezirk Neukölln: Serbebezirksmilglirderversammlvng in der Aula der KMS, Kaiscr-Friedrich-Slrasse. Ernst Hossmann spricht über;„Arbeiter- jugend— Iungsozialiften— Partei". Ohne Mitgliedsbuch kein Zuiritt. Vorträge, Vereine und Versammlungen. « Reichsbanner..Schwarz-Rol-Gold' Geschäklsstelle: Berlin S 14. Scbaftianstr 87—38. Lok 2. Tr Donnerstag. 11. Dezember. Prenzlauer Berg. 20 Uhr Kamerad- schaftsversammlunge»; Kameradschaft Falke bei Zeuge. Milastr. 5. Kameradschaft Königstor bei Rösner, Immanuelkirckstr. 28. Tempelhos kussion-abend:„Warum bin ick, in der MI.?"— Schönemeide: Jugendheim Niederschdnemeide, Berliner Str. M. Seitercr Abend.— Adlershol: Jugend- heim Bismarckstr. 1. Wir besuchen dt« Gruppe Schönewclde,— Wedding: Jugendheim Willdcnowstr. z. Wir stnd in Sbarloltcnburg.— Lstende: I:>- gendheim isriedr.chsseld«, Treskowallec 44, Nandschulc. Borirag:.Das Arbeils- iofinvirstcherungsgeseh". lu-'en�orvvve deS?ei'ing-abind pünktlich 20 Uhr in der TurnhaSi der Schule Taruther Str. 20, Leitung Otto Polemann.— starten für den Heinrich-Heine-Abcn.d am Freitag, dem 19. Dezember, ZUM Pieise von 40 stnd im Jugenbsekrctariat und in den Iugentgruppen erhLstlich,— Lart/n für die IngendnorsteUung der Boüsbühnc am 1. Januar zum Preis« von 30 Pf. stnd im Iugendsekretariat zu haben. plaza-preisausschreiben. tdlln, stirchhofstr, 1»! st, Reamann, B-rhagenerStr Al Lenk, Lichlenberfl Schilierstr s». Stam Jiyam 3)ie Weiße �äUbe Sine Qefängnisgefchichie Um 11 Uhr vormittags, bis Ottobersonn« schien hell durch die Gitter des hochgelegenen Fensters, trat Dr. Munter zu dem Ge- fangenen Weinbaum in die Zolle und sagte Ihm. daß er begnadigt sei „Ich wußte es ja schon, Meister, aber man will es doch schwarz auf weiß haben!" Und der Direktor überreichte dem großen schlanken Mann, der den Kopf mit dem dunkelblonden Lockenhaar stets ein wenig gesenkt trug, die Verfügung des Justizministers. Weinbaum nickte tief atmend und nahm die Hand, die der Direktor ihm reichte. Der lächelte, selbst ergriffen,«in wenig. „Muß ich heute schon gehen. Herr Direktor?" „Nein, Sie können als mein Gast gern noch ein paar Tage bleiben. Sie wollen gewiß Abschied nehmen von denen, die Sie hier lieb gewonnen haben!" Max Weinbaum mckte. „Und wenn Sie draußen sind... an Aufträgen wird es Ihnen nicht mangeln.." „Nein... ich habe ja schon hier ins Gefängnis hinein ein« ganze Anzahl Brief« bekommen von Leuten, für die ich Schnitzereien machen soll wie die, die ich für Sie, Herr Direktor, aueführen durste." „Ja, wir wollen uns, wenn Sie nachher entlassen sind und zu mir herüber kommen, ihr« Arbeiten nochmal in aller Ruhe ansehen." Damit empfahl sich der Anstaltsleiter, und während ihm der Aufseher die schwer stahlgepanzerte Zellentllr aufschloß, war schon wieder ein anderer, der Gefängnisgeistliche da, der dem Begnadigten auch seinen Glückwunsch sagen wollte. Erst nachmittags bekam Max Weinbaum Zeit, ein wenig über sich selbst und seine Schicksals- wendung nachzudenken. Mer Jahr« saß er jetzt in dieser Zell«, die die Nummer 77 trug und die im dritten Stockwerk lag, an der Süd- eck« des großen roten Hauptgebäudes der Anstalt... Dort, auf jenem dreibeinsgen Schemel hatte er gesesien am Tage nach seiner Verurteilung wegen Totschlage, begangen an der eigenen Ehefrau. Es war ihm selber rätselhaft, wie genau er sich jene Situation und sein« damalig« Seelenzerrüttung vorstellen tonnte. Die Vcrhand- lung hatte zwei Tage gedauert. Weinbaum leugnete nicht, im Gegen- teil, er bekannte sich des überlegten und vorbedachten Mordes schuldig:„Ich habe meine Frau sehr lieb gehabt, und obwohl sie mich mit jedem hergelaufenen Kerl von der Straße betrogen hat, habe ich ihr immer wieder oerziehen und habe sie zu bessern oersucht und auf den rechten Weg zu bringen. Schließlich, als alles vergeblich war, als ich schon von ihr fortgehen wollte, da kam das Kind. Es war gar nicht von mir, ich wußte das und man sah es auch an dem armen kleinen Duldergesicht. Das Würmchen mußte etwas in seinem Blut« haben, etwas Schwarzes und Schreckliches, denn es schrie immerfort. Da» machte die Frau nervös und ärgerlich, sie wollte nichts von ihrem eigenen Kinds wissen. So habe ich es denn aufgezogen, habe es mit der Flasche genährt und es fing schon an besser zu werden, da muht« ich wegen eines dummen Geschwürs, einem Furunkel, ins Kranken- Haus. Und wie ich wiederkam, da war der kleine Erich tot Das Weib hatte ihn einfach verhungern lassen. Und da... da beschloß ich, daß sie auch sterben sollte. Ich habe sie nachts, wie sie in chrem Bett lag, schön und rosig wie ein Engel mit den goldblonden Locken und ihrem süßen gemeinen Mund— da habe ich sie... da habe ich sie mit diesen meinen Händen erwürgt..." Der Rechtsanwalt hatte umsonst»ersucht, den Holzbildhauer zu decken und zu entschuldigen. Auch das Gericht tat alles» um ihn, mit dem jeder im Saal mit- fühlt«, ohne bewußt« Schuld sein zu lassen. Sehr gesstvoll erklärt« der Vorsitzende die Tat so, als habe d«r Angeklagte sie in einem Zu. stand hochgradiger Erregung begangen und habe erst nachher, um das Schrecklich« vor sich selber zu erklären. Vorsatz und Ueberlegung hineingebracht. Dos Gericht ging mit Freuden auf diese Definition ein, das Urteil lautet« auf sieben Jahre Gefängnis wegen Totschlags. Er wäre ja auch wohl weit früher begnadigt worden, wenn er sich nicht durchaus geweigert hätte,«in Gnadengesuch einzureichen. Wo er schon nicht nach der Schwere seiner Tat bestraft worden sei, er- klärte Weinbaum dem Direktor, wolle er wenigstens das, was die Gerechtigkeit ihm auferlegt habe, bis zum Ende verbüßen... So faß er vier Jahre und war nun ohne sein Zutun auf hie Fürbitte seiner vielen Freunde im Gefängnis begnadigt worden. Er stand mitten in der Zelle, die Augen zum hohen Fenster erhoben, als an dem vergitterten Rechteck ein Taubenschwarm vor- überstrich: weiße, blendende Vögel, die so dicht flogen, als hätten sie die Absicht, zu dem Begnadigten in die Zelle hineinzublicken. Und eine Taub« löste sich bei dem nächsten Rundflug aus der hellen Schar und ließ sich auf den Mauerkranz vor dem Zellenfenster nieder. spazierte zwischen den GitterstSben hindurch und flog in der Zell« auf das weiße Kiefernholz des Tisches hinab, wo sie sich ohne Furcht von dem Gefangenen angreifen und streicheln ließ. Der nahm die Schöne, setzte sie auf seine Schulter, wandte das Gesicht nach links und die Taube schnäbelte mit ihm, als sei es ein gefiederter Liebster. Der Direktor war ein bekannter Taubenliebhaber. Seine Koburger Silberlerchen waren weit berühmt; und ein besonders schönes Exemplar saß jetzt auf der Achsel des Gefangenen. Ohne Makel, hatte das Gefieder den zarten Glanz silberfarbenen Perlmutts. Die Augen glichen schwarzen Diamanten und der rosige Schnabel suchte immer wieder den Mund des Einsamen, der der Freund des schönen Vogels in den Iahren seiner Zellenhaft geworden war. „Wer wird dir bloß Krümchen geben, wenn ich nicht mehr hier bin?... aber der, der dann in meiner Zell« sitzt, wird dich auch lieb haben... hier drin lieben euch ja olle!... die Tiere sind die letzte Zuflucht für den, den die Menschen verlassen haben." Dan füttert« der Gesangens die Taub« und gab auch den beiden anderen, die eben ins Fenster trippelten, Krümchen von dem weißen Brot, das er sich für seinen Mehrverdienst kaufen durfte, um schließ- lich, als seine kleinen Freunde gesättigt waren, in die Hände zu klatschen und sie mit„husch, husch!" hinauszujagen. Sein weißer Liebling flog geschickt noch drei- oder viermal um seinen Kopf durch die Zelle, ehe er ihn auch verließ... Als Max Weinbaum nachher mit dem Direktor und seiner Familie drüben in der hübschen Anstaltsvilla bei Tisch saß. da fing Dr. Munter selbst von den Tauben an. «Es soll ja nicht sein, die Tier« beschmutzen die Zellen und die Wärter sind angewiesen, eine zu nahe Beschäftigung mit den Tauben zu oerhindern. Bei Ihnen, lieber Weinbaum... Sic haben es ja fertig gebracht, die Gefangenen ebenso wie die Wärter ganz zu oer- zaubern... da hat man natürlich nichts von Tauben und Tauben- schmutz gesehen." „Ich habe auch immer alles peinlich sauber geholten, Herr Direktor." „Gewiß... und ich wollte es Ihnen schon längst sagen— ich möchte Ihnen die eine von den Silberlerchen, die sich besonders an Sie gewöhnt hat. die möchte ich Ihnen zum Geschenk machen. Sie sollen sie mitnehmen." Der Holzblldhauer schüttelte den Kopf: „Ich werde in der Stadt unter anfänglich sehr kleinen Verhält- nissen leben, Herr Direktor. Ich könnte das Tierchen nur in einem Käfig in meiner Wohnung halten, und damit würde ich ihm die Lebensfreude rauben Das beste, was ein Vogel hat. ist der Lust- räum, die unbegrenzte Freiheit... der Drang, der in ihm ist, hinauf. zusteigen in den Aether, ohne jeden Willen über sich, das Losgelöst. sein von der Erde, nach dem die Menschen ja auch seit Jahrtausenden streben..." l'' Dr. Munter nickte, und die blonde zwanzigjährig« Rita sah zu. dem nun begnadigten Gefangenen mit Blicken, in denen alles ander« als Abscheu und Verachtung lag. Später ging die Familie hinüber in des Direktors großes Bibliochekzimmer, dessen gewaltige Schränke Max Weinbaum mit wundervollen Schnitzereien geschmückt hatte. Es waren zumeist Szenen aus der Bibel. Der Bildhauer gehörte der „neuen Gemeinschaft", einer protestantischen Sekt« an und war strenggläubig fromm... Bis mm nächsten Tage blieb er noch in der Anstalt, dann ging er, von vielen guten Wünschen begleitet, hin- aus in die Freihett, in ein neues Leben.(Schluß folgt.) fiAranuou:£a ffielle 9ardiniere 3)ie Wrgefchichte einer QrofiinduHrie Spittelmarkt und Hausvogteiplatz, diese Hochburg der deutschen Konfektionsindustrie, aber auch die Konfektionsviertel von London, New Jork und Paris müßten jetzt das ganz« Jahr hindurch in reichem und bunten« Fahnenschmuck stehen, denn es zieint sich doch, ein Zentenarium zu feiern, während dessen eine der reichsten und populärsten Industrien zur Blüte gelangte. Nur lcheiilen ihre Kapitäne vergessen zu haben, den Mann in Erinnerung zu bringen, dem dieser he««te so eingebürgerte Industriezweig seine ersten Anfänge und seine Existenz verdankt. Es entbehrt nicht der Seltsamkeit und Romantik, wie der Mann auf ditz Idee kam und unter welchen Umständen es ihm gelaug, einer neuen Industrie von ungeheuren Ausmaßen und gigantischen Peripektioen auf die Beine zu Helsen. Der Mann nxir ein Fran- z»se. ein Pariser, ein Kleinkrämer. Schneider, wie es viele Taufende vor 100 Iahren in Paris gab, Monsieur Pierre Parissot, der clltagbuz, tagein auf den Kunden«»artete, der bei ihm karierte Hose mit Glockenrock neuester Mode bestellen würde. Damals gab es Herrenkleidung nur nach Maß, und der Traum jedes Schneider- meisters war, die goldene Jugend als Kundschaft zu gewinnen, um seiner dichterischen Phantasie bei der Schassung neuer Mode- lreationen freien Laus lasten zu können. M. Parissots Traum jedoch erfüllte sich nicht. Nicht nur sie goldene Jugend der sonnigen u«ck> prahlenden Boulevards stellt« sich bei ihm nickst ein, mit der Zeit wäre er auch schon mit anspruchs- loseren Kunden zufrieden gewesen. Immerhin hielt er sich Helden- Haft mit seiner zahlreichen FainUie über Wasser, bis eines schönen Tages das kam, Ibas er schon seit Jahren vorausgesehen hatte und nyis man heute Geschästsaufsicht, Konturs oder Pleite nennen würde. Nun stand M. Parissot mit seiner Familie auf der Straße. Er beging etivae. nicht eben Verbrecherisches, jedoch«tivas nicht ganz Sauberes,«pofür er ins Gefängnis kam. Freilich, man sprach ihn bald frei, doch die kurze Zelt, die er ,n Haft verbrachte, flößte ihm den guten Tip ein. Unter den Gefangenen rvar eine Anzahl Schneidergesellen und viele, die das Gewerbe erlernen wollten. M. Parissot machte also der Gefängnisdireklion den Antrag, die Gefangenen für«inen mäßigen Lohn beschäftigen zu wollen. Und da das Gefängnis nichts Besseres mit ihnen zu beginnen wußte, wurde das Angebot Parissots angenommen. Es«var im Jahre 1830: Parissot trieb Geld auf, kaufte Stoffe und Schneiderzubehör, und die Gefangenen fingen an, unter seiner Anleitung zu arbeiten. Und als sie das erste Sortiment Männer- kleider fertig hatten, da«vor schon der rleine Laden in der Näh« des Templ«, der Gegend der Aermsten, eingerichtet. Und m der eben beginneichen Herbstsaison wartete Pierre Parissot der Bevölkerung mit einer sellsamen Ueberraschung auf. Das kleine Schaufenster des Ladens war dicht ausgelegt mit fertigen, fabrikmäßig hergestellten, vorher noch nie gesehenen Männerkleidem, und die billigen Preise, mit denen die Garderobestück« ausgezeichnet waren, zogen die Passanten wie ein Magnet an die Auslage. Man kann heute die Vernmnderung der Leute über einen derartig kleinen kulturellen Fortschritt kaum verstehen: doch vergegenwärtigt man sich, was das damals an Bahnbrechendem bedeutete, die männlicher. Körpermaße zu schematisieren und.«vas noch riskanter war, an das an Maß- schneideret gewöhnte Männerpublitum mit Fertigerzeugnissen her- anztitreten, so erfaß« inan die ganze Primitivität der Anfänge des Jahrhunderts, das den Kapitalismus großgezüchtet hat. Es ist nicht übertrieben,»»enn man sagt, daß Pierre Parissot ein Vabanqueur ersten Ranges«var. Loch seltsamerroesse gelang ihm sein Coup. Es fanden sich immer mehr Leiste in seinem Laden«in, die nach kurzem oder längerem Anprobieren einxis Passendes für sich fanden und lausten. Die Anzüge hatten feste und Im Verhältnis zu den Maß- Neidern weniger als halbe Preise, uiid die erfreuliche Nachricht über billige Männerkleidung verbreitere sich in Paris«vie ein Lauffeuer. Handwerker, kleine Kauflaute, Arbeiter, Markthändler bildeten all- mählich einen festen Stamm von Kunden für Parissots Ware. Und kaum nach einem halben Jahr mußt, sich Parissot vergrößern. „La Belle Iardini�re", wie Parissot seinen kleinen Laden frei nach Raphaels Gemälde rni Louvre nannte, übersiedelte auf den Quai aux Fleurs. heut« eine Strohe voll von Buchhand- lungen. Antiquitäten und Ausstellungsgalerien, damals aber eine Straße, die ihrem Namen Ehre machend, die großen und berühmten Blumenmärkte von Paris beherbergte. Die Erfahrungen des Jahres lehrten Parissot, die letzten Kniffe des jungen, aber um so erfolg- reicheren Geschäftszweiges anzuwenden. Er verlegte sich fast voll- komnien auf die billigste Ware und machte hauptsächlich in Arbeiter- kleidung da» große Geschäft. Sein Organisationstalent entwickelte sich Immer mehr und inehr und mit ihm auch das Unternehmen. Diese Zeiten waren aber sehr bald vorbei. Die Gefangenen bewältigten nicht mehr die Arbeit. Parissot faßte neuen Mut und war der erste, der sich die neue, kurz Mvor patentierte Erfindung des französischen Schneiders Thimonnier, die Nähmaschine, zunutze zu machen wagte. Mit den neuen Maschinen ausgerüstet, richtete er ein« neue Werkstatt ein, stellte immer mehr und mehr Arbeiter und Arbeiterinnen ein, und da sich die maschinell« Arbeit ausgezeichnet bewährte, verzichtete er' allmählich daraus, mit den Gefangenen zu arbeiten. Bei der Pariser Ausstellung im Jahre 1855 bellef sich der Jahresumsatz der Belle Jardiniere bereits auf ö Millionen Franken, 18K7 erreichte er 14 Millionen. In dem Be- triebe waren 150 Schneidermeister beschäftigt: die Zahl der ange- stellten Arbeiter und der Heimarbeiter schwankte jährlich zwischen 4000 und 5000. Das Haus, das selbst noch im Jahre 1867 keinen ernsten Rivalen in Paris hatte und in den damaligen Verhältnissen ein Riesenunternehmen darstellte, besaß bereits vier Aerkaufsfilialen in Lyon, Marseille, Nantes und Angers; es hatte eine Einkaufsstelle in Elbeuf, ein Einkaufs- und Konfektionshaus in Lille und Kon- fettionsatelier? in mehreren Städten der Provinz. Lange, lange Zelt war Monsieur Parissvt ein unbestrittener Alleinherrscher in der von ihm begründeten Branche. Erst in den sechziger Jahren entstanden andere Herrentonfeltionshö.user, die den Kampf mit der Belle Jardiniere aufzunehmen versuchten. In diesem Kampfe ist die Belle Jardiniere, insbesondere nachdem Parissot selbst gestorben war, unterlegen. Ein großes Konsortium übernahm das Unternehmen und wandelte es in ein großaufgelegtes, amerikanisch auf- gezogenes Kaufhaus um, das noch heute existiert und der unmittel- bare Nachkomm« des einstigen kleinen Kleiderlndens Ist. Aus der 3riUi%eH des JCichtbildes Wenn Sie noch ein altes Photcgraphie-Album aus Großväter-, am besten aus Urgroßväterzeiten haben, dann studieren Sie es ebn- mal sorgfältig durch. Sie werden darin nicht nur liebe Erinnerungen an die Vergangenheit finden, sondern auch starte künstlerische Erlebnisse haben. Wie nämlich die schönsten und vorbildlichsten Schöpfungen des Buchdrucks sofort nach der Erfindung der Drucker» kunst in den Schöpfungen Gutenbergs und seiner Nachfolger her- vortraten, so sind auch die künstlerisch vollendetsten Photographien schon in den 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts geschaffen war- den, gleich nachdem die Erfindung des Franzosen Daguerre weitere Verbreitung gefunden hatte. Man entdeckt erst jetzt die Schönhest dieser„Primitiven" der Photographie und erkennt in der Verbindung von strenger Sachlichkeit und Natürlichkeit mit fein« geistiger Auffassung das hohe Muster, dem unsere auf vielen Irr- wegen befindliche Lichtbildkunst nachstreben muß. Eine Sammlung der hervorragendsten„Inkunabeln" auf diesem Gebiet wird setzt zum erstenmal in dem beim Frankfurter Societäts-Verlag er- schienenen, von Helmuth Th. Bossert und Heinrich Guttmann her- ausgegebenen Wert„Aus der Frühzeit, der Photo- graphie 1840— 1870" geboten, und zu gleicher Zeit wird dem Klassiker dieser Epoche, dem schottischen Maler David Octavius Hill-ein« ausführliche Würdigung von Heinrich Schwarz in einer schönen, beim Jnsel-Verlag in Leipzig erschienenen Monographie gewidmet. Die Erfindung der Dunkelkammer durch Porta, die schon von Leonardo da Vinci 400 Jahre vor ihrer Verwertung für die Photographie geahnt worden war, die Erkenntnis der Lichlempfind- lichteit eines chemisch behandelten Papiers, die der deutsche Arzt Iah. Heinrich Schulze 1727 enthüllte, boten die Grundlagen für die Versuche verschiedener Männer zu Ansang des 19. Jahrhunderts, unter denen Daguerre zuerst brauchbar« Ergebnisse erzielte. Der Enzländer T a l b o t stellte das erst« verwendbare lichtempfindliche Papier 1834 her, und 1839 verkündete in einer denkwürdigen Sitzung der Panier Akademie der Wissenschaften die Wissenschajt selbst diese neue&inst. Zuerst wurden hauptsächlich Porträts verlangt und aufge- nommen. Im Jahre 1840 eröffnete Dr. John William D r a p e r in New Dork das erste Portröt-Atelier eines Berufsphotographen. Freilich waren die Aufnahmen zunächst sehr schwierig. Daguerre belichtete sehr lange, und die ersten Opfer mußten ein« volle Stunde im Sonnenlicht vor dem Apparat sitzen. Erst durch das noch in demselben Jahr erfundene lichtstarke Objektiv sank die Belichtung auf wenige Sekunden herab. Seit 1842 gab es Berufsphotographen in allen größeren Städten der Alten und der Neuen Welt. Diese Photographien der ersten Zell wessen eine besonder« Schönheit auf, wenn sie auch freilich nicht olle die Meisterwerke Hills erreichen, von dem sein neuester Beurteiler sagt:„Kein anderer hat so wie Hill das Mechanische übermunden, keinem anderen wurde die Photo- graphie so sehr zum zentralen Erlebnis seines Schaffens. Aus der technischen Unzulänglichkeit seiner Arbeitsweise erwachsen die feinsten künstlerischen Leistungen... 1843 steht Hill künstlerisch schon auf der Höhe seines Schaffens. Ohne Vorbild und ohne Vergleich, nur getragen von dem geheimnisvollen Willen, die Menschheit um ein neues künstlerisches Erlebnis und Geschenk zu bereichern, geht er seinen einsamen Weg." Wenn wir heute die photographischen Bild- nisse berühmter Männer aus jenen Tagen betrachten, so fällt uns auf. daß sie ganz anders aussehen als auf den Bildnissen der Moler. In diesen Kunstwerken spricht zu stark ein anderer Geist, eine fremde Auffassung mit, während im Lichtbild das Walten der Natur sich in ihrer ganzen Eindringlichkeit und Notwendigkeit offenbart. Hier ist der Geist mit der Technik«ine unauflösliche Verbindung eingegangen. Mmählich freilich wurde es anders. Schon aus dem Jahre 1842 gibt es ein« Karikatur, auf der eine junge Dame ihre Photo- graphie als unähnlich zurückweist. Die anfängliche Freude an der Naturtreu« der Spiegelbilder wurde bald von der Sucht der Men- schen, schöner zu erscheinen, erstickt. Dieser Verfälschung der Natur kam die Erfindung der Retusche entgegen, die seit 1870 in Auf» nähme kommt. Damit beginnt eine neue Epoche in der Geschichte der Photographie und erniedrigt diese zum Stiefkind der Malerei. Die klassssch« Zeil, deren Schöpfungen wir heute wieder so hoch verehren, war vorbei. kemol Pascha reformiert weller. Kemal Pascha hat aus Spar- jamteitsgründen angeordnel, daß in Zukunft die Muezzins, die Moscheebeamten, die vom Minarett der Moscheen fünfmal täglich die Aufforderunc zum Gebet absingen, durch Lautsprecher ersetzt werden sollen. Diese werden von einer Zentrale aus bedient und sollen In den vorgeschriebenen Zeltabständen die Gläubigen zum Gebet rufen. Gleichzeitig hat die türtische Regierung der Kammer einen Gesetzentwurf unterbreitet, der den Frauen das Stimmrecht verleiht. Der Entwurf soll mit tunlichster Beschleuniguna beraten werden, damit schon für die im nächsten Jahre stattfindenden Wahlen weibliche Kandidaten aufgestellt werden können Die marmorne Salserln. Die Fortführung der von Professor Majuri geleiteten Ausgrabung-arbeiten in Pompeji hat soeben zur Freilegung eines Standbildes der Kaiserin Livia. der Gemahlin des Kaisers Augustus, geführt. Die Echtheit des Bildnisses wurde einwandfrei festgestellt. Die Statue ist aus durchsichtigem Marmor hergestellt und in lebbasten Farben gehalten. Die Kaiserin erscheint hier als eine Frau mittleren Alters mit ausdrucksvollen Zügen. Der farbig gehaltene Kopf gibt mit tadelloser Naturtreue die Gesichts- züge/ die gebogene Nase, die weit geöffneten, etwas starr blickenden Augen, die feingeschnittenen Lippen und das vorspringende Kinn, wieder. I Die Zusendung von I I Lebensmitteln erfolgt bei Beslellun- 1 :en von Ii. 5,00 an I Preise nur Dienste!) und MiitwocDl Frisches Fleisch Suppenfleisch pm. von 0,88 Sthweinebaudi o.Bie.Md. 0,90 SdiweinesdiulterblattPfd.0,94 Sdiweinesdiinkenpa 0,98 Schweinekamm oder Schuft, ohne Beilage.. Pfd.«iVO Schweinekoteleffpid. 1,14 Kassier mild...... Ptd. von 1,04 ROdtenfettÄnl'm 0,78 Eisbein 0,74 Kaibskammo. BeiiK- Pia. 0,78 Kalbsbrust od. Racken. Ptd. 0,88 Kalbskeule JilnVgsie'il!™! 0,98 Bratwurst Berlin. Art, Pfd. 1,08 Sdiweineköpfe"1 0,44 Rinderbacken o Knom 0,58 Euter.................... Pid.0,32 Gefrierfleisch Hamntelvorderfl. Pfd. von 0,60 Hammetrücken... Pfd. 0,70 Suppenfleisch ptd. von 0,68 Rinderleber........ p«. 1,18 274 Fleisch and leichtverderbliche Waren sind vom Versand ausgeschlossen. Verkauf soweit Vorrat. Uengenahgabe ▼ vorbehalten Unsere Lebensmittelabteilungen unterstehen der ständigen Kontrolle und Aufsicht des staatlich anerkannten und vereidigten Lebensmittclchemikers Dr. Lebbin und des Pollzeitierarztes i. R. A. Hoepfner. Obst Apfelsinen........... 4 ptd. 0,85 Mandarinen....,..... sptd. 0.92 Haselnüsse.............. Pfd. 0,48 Walnüsse................ ptd. 0,44 Amerik. Tafeläpfel.. pid. 0,38 Gemüse Rosenkohl........... 2 ptd. 0,35 Sellerie................ 3 Pfd. 0,20 Rotkohl............... 3 Pfd. 0,10 Weisskohl............ spm. 0,10 Wirsingkohl.......... 3 Pfd. 0,10 Kakao lose........... Pfd. 0,58 Wild und Geflügel Gänse fneod xescU., Pfd. voll 0,88 Huhner srlscdxgscdl., Pfd. V. 0,88 Hirschblätter..pid. vo° 0,80 Hasen xeetr. a. aasgew., PM.i. 0,85 Kaninchen geworfen."d. 0,95 Wurstwaren Hausmadier- Sülze...Pfd. 0,68 Dampfwursf............ Pfd. 0,98 Speck f«u................ Pfd. 0,98 Huhn In Heia........>/. Doee 0,98 Zervelatod. Salami ptd 1,58 Tilsiter voiifett...... Pfd. 0,84 1 Fische u. Räucherwaren *Dorsch.................. pid. 0, 1 0 'Seelachs ohne Kopf..... Pfd. 0,1 5 'Rolbars................. ptd. 0,15 * Sdiel Ifisdl l.ganz.,m.Kop(,Ptd. 0, 1 5 'Kabeljau f. ganz-, o.Kopf. Pfd. 0,15 'Kaifisch abgezogen...... Pfd. 0,25 'Kabeljaufilel.......... pid. 0,30 Rolbars geräaehert....... Pfd. 0,38 Engl. Bücklinge....Pfd. von 0,40 Seelachs gerinebert...... Pfd. 0,40 Slüdcenflundern....... Pfd. 0,40 Steinbeisser gersncheit. Pfd. 0,50 * In allen Hluscm eaaaer Andreaestraiae Kaffee........... Pfd. von 1,90 Margarine Pfd. 0,40 Bralenschmalz pfd. 0,70 LIKÖR Ausnahm« A n 9 a holt Ingwer, Karthäuser, Oherry-Brandy, Cnracao- Orange. sehr gnU A Ä H«( 10 Flaeohen Ä. I 31,00 fluche Dänische Buller Pfd. 1,68,1,55 Molkereibuller ptd. 1,36 Backartikel Auszugmehl:»«, m 0,23, 0,26 Stadion rot, ZPfd. 0,58 5 Pfd. 1,40 Rosinen.............:..Pfd. 0,44 Korinthen....... pm. von 0,42 Zitronat............... Pfd. 1,20 Mandel! OUandelenatz,Pfd. 0,55 Kokosraspel........ m 0,48 Süsse Mandeln....Pfd. 1,40 Bittere Mandeln.. ptd. 1,50 Blauer Mohn.;..... ptd. 0,42 Kartoffelmehl...... Pfd. 0,16 Vanilleslg 0, 18.�.0,35�0,50 Victoria-Erbsen, Linsen, weisse Bohnen ptd. 0,18 Backobst....... ptd. von 0 45 KarOttef�ges�nU�/,DÖse0j28 Konsumgemüse.„ aus getrockneten Erbsen Vi Dose Vj4o Ananas roo g......>,,00-0 0,98 Stachelbeeren. Dose 0,75 Junge Erbsen..'/.Dos- 0,68 ff Theater, Lichtspiele usw. V Dienstag, 9. 12. Sisafs-Cpor Unter d. Linden 100. A.-V. 19t-, Uhr Die Madit des Sdtiiksals Ende g.223/« Uhr Staats-Oper Im Platt dar RepuHik. V.-B. 19'/i Uhr Die Oittiatl. Kartmaitasi Enden. 22--, Uhr Dienstag, 9.>2 staut. Oper ßismarckstr Turnus IV 20 Uhr Simone Boccanegra Ende 223/4 Uhr Staat). (am Gesdifmnnii 86. A.-V 20 Uhr Liehe auf dem Lande. 33 Minuten in Grüne here Ende 22sn Unt * Garten Zenti. 2819. Riiiiea erlaabt. Alex Hyde u. s. 12 Musical-Ladies Fischer- Köppe, Willi Schaeffers Grete Weiser, Erich Wolff 4 Karreys Carr's und Betty usw Staati.Scliillßr-Mor.üiantlfg. 20 Uhr Florian Geyer Ende gegen 22-A Uht Täjl. 5 u.8'/j Uhr. J 5 HarD. 9259 Tägl. 1— 8 M.— Nachm. halbe Preise. nrioleai 3 Fraiellini, Olgatanos. Paul Rirkland usw. TJgl. 6 u. Bis Sonnt. 2, 5 u. 8« Aiex. E 4 8066 Vorstellung 80 Ff. bl« 1 M. und III. Vorst. 1 bis 2 M. {Liliputaner-Revue Meiler und Wajner 4 Rastelli's usw. VoiUsbtthne Theiter am Bßlowplalz. 8 Uht Die Matrosen von cattaro Staatsoper Am PI. d. Republik 7i/i Uhr Sie iiMM Staat!. Sdiiller-Ili- 8 Uhr Florian Geyer Theatsr am SthiiiDauerdamn; 8 Vi Uhr Die Quadratur des Kreises Seotsmei meaier 8 Uhr Elisabeth von England von fem eniefener Regie; Heinz Hilgert Kammerspiele 8 Vi Uhr Der Diener zweier Herren von Carlo Goldoni Hegie: Mai ReinMt Denlsehes Rüastler-The»i. Harter. 3937. B-'i ühi 8>/. Uhr Zum ooldenen Anker mit Käme uonm Hitt.. Sn- Stg. 4 Uhr Emil d. die Detektive von M 0.50 an Renaissance- lliealer Steinplatz 6780 b'/< Uhr Sonnig. 3.30(Halbe Pr.) VoruotersQdiDng von Max Alsberg und O E. Hesse Die Komödie SV, Uhr Der Schwierige )ea Kugo nn hafnunthil. Regie: Mai Reindan». Rose-Tlteaier Er.FranWurfcrSir.idZ Tel. Alex 3422U.3494 8.15 Uhr: Der Diener zwelcrHerren Die schöne Galathee Erster Klasse •v« uhr CASIIiiO-THEATER 8,/'Uhi LothrinjJcr Strafe 37. Neu! Neu! BerKeafdie Lebemann Dazu da, grofjc Fdprogramm Für die Leser: Outschein 1—4 Pers. Fauieuil 1,25 M., Sessel 1,75 M.— Sonstige Preise: Rang 60. Parkett 75 Pfg. uistspieihaus Kurt Götz Täglich 8V» Uht liohtispolius Pistator-BBIme (Wallner- Theater) Alex. 4592-93. SV, Täglich SV, Mond von links Preise 0.50-6,00 M. Wir verschleudern, zwecks Einführung 1 500C$Zenlner Lebkuchen Ein großes Riesen-— ca. 10 Pfund— Postpackef (Luxus-Weihnachtspackung) echte, feine Nürnberger Lebkuchen, fein sortiert, Dessert-Gebäck usw. zum Mark(Nachnahme) Nürnberg(A. 81) Spotipreis von nur 6,90 lebkushenfabrik Schmidt. Ttiealsr In iet Strcsemannsir. Täglich SV, Uhr wie es euch gefällt mit; Elisabeth Berper. Komödienhaus Täglich SV* Uhr u Sonntag Dadrai. 4 Uhr Konto X Neues Theater —— am Zoo!■ dra Bahn!). Zoo. StgLBSSi Täglich 8>/. Uhr Idi betrilä didi nur aas Liebe mit Emmg Sturm als Gast. Mittwoch und Sonnabend 4 Uhr Sonntag 3 Uhr Rnartt Rucprerttj Fahrt ins Mänhenianl Theater am Sdiitthauer flamm Norden 5813 u, 0281 Täglich SV« Uht Die Quadratur des Kreises Komödie v. Katajcw jmit: Rärder. Lenja, Rohmann. Lorre, Eingen. Preise von 1—12 M. Merl Westens Täglich SV* Senfaiioneller Opcrettcncrf olg! Viktoria undihrHusar lesslng-Tlieater Täglich 8>-, Uhi Der groEe Lnstspielerfolg! Max Adalbert In Der mann, der senwetgi Reichshallen-Theater iiiahenM fT) nnd Sonnlag. nadim. H7"! stettiner Sänger „Pepita vor Gertdm" und das andere groBe Programm! Nachm. halbe Preise) Dönhoff- Brettl: Das grobe Var ietöprogramm I Tanz I Vollcsffiirsor�e Gewcrksdiafilicfa-Gcnosf ensdhafilidie Ver« tidxeruitgs-AkliengeseUscfaaft, Hambarg 5 Gro?te uoiHsuersicherungs- geseltschatt Deutschlands Gegenwärtig rund 2,1 Mülionan Versicherle mit 870 fAüüonen RM. Versicherungssumme, 115 Millionen RMsr!: Vermögen, davon Eigentum der Versicherten; über 80 Millionen RMark Prämienreeerve, Eber 20 Millionen RMark Gewinnanteils, zusammen Uber 100 Millionen RMark. Versicherungsleistungen: 11 Mill. RMark seit November 1923(Ende der Inflation). Häüere ÄusBunlt erfeiten die ßcttaruR�sstelien: Berlin s. 42. Riner«�- M i- Berlin-Maiiendor), Rathauss'raße 93. pt: Berlin-Köpenicx, BahnhofstraBe 34; Berliu- ichtenber.r frankfurter Allee 122; Berlin-Reinickendorf-West, Straße 20, Haus 12 part; '__.'...____ i_ �__— o Ä-4 ZL. D a— I. m � w � 4> t ��r%Fo1 c ♦ Aä C vn F /-i a\ T r-. � �. n H � �* Li h'' B�rHmPankow. GaiVlärdstraße 26; Berlin-Spandau. Götelstraße 5, pt, Volksfflrsorge In Hamburg 5. An der Alster 57—61_ oder der Vorstand der \7*n Singspiel in vielen Bildern. Cam. Splrm. Hansen. Lleske, Wallbnrr, Arno, Janhnlin, Panl Hörblgrr, Lenz. Setaaeflcrs, Wfnhclstern. Bolls, Dcsnl, 1 Starb- Gstet tenbaucr. Original Tiroler eVatseheniSneer, Original Tiroler Jodlerlnnen-Qnintett,| Husib-Trio ans Scbliersee. | Jass-Band 1 Girls u. Boys 1 Grosse Chttre. Wer Zelt entspreelicnd sind, trotz dos I riesigen Andranges.«S(5 0 /« er J die Kassen preise um �«9 /O mSssigG Sonntag� BBIom Origlnalbesetznng ' Naehmlt tag w# IIm Billige Preise. Kleines Theal. Täglich 8'/, Uhr: Der große Erfolg Heine Sdiwestcr und im Musik v.Ben atzky, Komische Oper 8V, Uhr Framösiidi« Gastspiel Cöcile Sorel in „Sapho** von Daudal ond Bebt. euie-sanger Kottbusser Str. 6 F. 8. Oberb. 6070 Tägl. SV« U., auch Sonntag und 3. Feiertag 3'/, Uht WeiBadils' gloisn 1 Diier Berlin Graftes Velhcaims- ies, spiel Tijnk. 11-2. UtidL i!i6 Priilhannonie 8 Uhr KOnZERT o.Philharmon.Otch. Dir. Prof. J. Prüwer Dcpptl-Kotzert-Brthni frükt) (Violinr), BohtratiiJ(Mo), TiD Eukaipie;,!(L Stml) Eintritt 1 M. motropoMtieater Täglich 8V. Uhr Schön ist die wen Operette von Lehär Ridurd Tanbir, Gitta llpar. SdiBtienM Erich Wilde Hans Rose Edgar Kanisch ROSE-THEATER GroOe Fraakfurtrr Straße 132 BillettkaRse: Alex. 3422 und 3494 Täglich S1'. Sonnabends 1 und tb" Uhr, Sonntags k», 5", 9 Uhr Der Drei-Eina�ter-Abend „Diener zweier Herren'1 „Die schöne Galathee" und„Erster Klasse" Mittwoch S ühr und Sonnsbend 4» ühr , Bastelhans und Quasselgrete" Weihnachtsmärchen tod Vicky Baum freltag 5 Uhr:„Peterchena Mond/ahn* Unser Weihnachtsprogramm: 1. and 2. Feiertag 3 Dhr: Zum letzten Meie „Familie Hannemana* 5« Ohr Zum letzteu Male„Kubull" 0 Uhr:„Die Dollarprinzt-sela" 3. Feiertag 4« ü.: ,, Bastelt, aas u. Qnassetgrcte'- 7 u. 10e Uhr:„Die Dollurprlnzessin" Oer Vorverkauf ist eröffnet Am 5. d. M. wurde das stellvertretende Mitglied des Direktoriums der Preußischen Zentralgenossenschaf tskasse Herr Oberfinanzrat Willy Schwarzkopf nach kurzer schwerer Krankheit aus einem arbeitsreichen Leben abberufen. Der Heimgegangene gehörte fast drei Jahrzehnte der Preußischen Zentralgenossensch aftskasse, davon seit dem Jahre 1923 dem Direktorium an. Die Preußische Zentralgenossenschaftskasse betrauert in Oberfinanzrat Schwarzkopf einen allzeit bewährten Mitarbeiter von hervorragender Sachkenntnis, hingebender PfiichterfiiUung und menschlicher Zuverlässigkeit. Ein dauerndes Gedenken ist dem Dahingegangehen gewiß. Berlin, den 9. Dezember 1930. Direktorium der Prea�iscfaen Zentralgenotseiucfaaffskaste. ZIEHUNG 10. und SO D«x«mb«i ___ ifter- Wdd&hri Doppellose T»»e RM. Porto und eist« 30 Pfg.«xtr« 139 674 G«wlnn« und 3 PrSmlon im Gdsdmtwdrte von RM. sooooo HOchdtgowinn au» ain Doppa»- foa Im Warta von RM. 70000 HOchatgawlnn au» aln ElnsaH los Im Warta von RM. S Hauptgewinn« im Warta von|a RM- 2 Hauptgewinne im Warta von|a RM. 15000 �SiUktßiiefe mit 10 Losen 5 RM. 20 Losen 10 RM. mit samtllcna Gewinne werden au» Wunach mltOO Prozent ausgerahlt. Lose sind zu hoben bei den Kreis- leitern der Arbeiter- Wohlfahrt, bei dar Buchhandlung Dletz, In allen Vorwärts- Expeditionen, bei Wertheim und In ollen Geschäften der Konsumgenocsenschaft, der Fa. Tletz und Singer. Wangrln& Butz Elekir. Llflit-, Krall- iLRltnoelcotaaen Konzess. für sämtl elektrische Werke r g Bin.-Neukölln r o r Jl Hobrechtstr. 99-60 r.l "• Telephon: Neukölln 5157" t» Deaisöisr lietaliarlieilsr-VeiiiaDii Venrtitungstfelle Berlin Todesanselga Sri SDlltgliebecn»ur NachnchL bah unser Rollrge, der Klempner «III! Noack geb. 16. Juni 1883, am 4. Dezember an Nlerenieiden gestorben UL Die Einä-cherung sin bei am Dien«. tag. dem S. Dezemoer, IS Uhr, im Rremafartum(Serichtstraße st alt. Nege Befeiilgung wird erwartet. Nachruf Am 2. Dezember starb unser Rai- lege, der Dreher tek Kröger geb. 4. Juli 1877. Die Einäscherung hat bereiia statt- gesunden._ Am 4. Dezember starb an Leber- leiden unser Kollege, der Mechaniier] Emil Wengenroth Die Beerdigung hat bereit, statt- gesunden._ Am 80 November starb unser Roi- lege, der Schlosser Georg Schmidt Sie Beerdigung hat bereits statt- gesunden. Ehre ihre» Andenfenl vi« Ortsverwaltung. sjüc die vielen Beweise herzlicher Teilnahme dei der Trauerfeier mein«, unvergeßlichen Mannes Alfred Schaer sage ich den Parteigenossen der SPD, I dem Freidenterverband und allen s übrigen Anwesenden meinen aui- richngsten Dank Witwe Sclma Söhaer. Staft Karten. Allen denen, die uns beim Heim- gange meine« lieben Manne», untere» guten Bater», des Milchhändlere Hermann Bütow Itebevalle Teilnahme erwiesen baden wie auch den werten Parteigenossen und den Rallegen de» Mitäihändler. verbände», die ihm da» tegte Seleti gaben, mechlen wir hiermit unieren herzlichsten Danl aussprechen Fr»» Hold« BOfow geb. Kuppler und Rinder