BERLIN Mtwoch 10. Sezember 1930 Nr. 528 B2ftS 42. Lahrgeng Anieis aus den Reserven ersehen, daß und warum ich auf meiner Kritik l des Entwurfs beharren muß, und daß im Einklang mit dieser ! Kritik die deutsche Regierung den Entwurf ablehick. weil er noch ihrer Ansicht die schwer st«n Mängel und Unter- l a s s u n g e n aufweist. Die Völker haben einen sicheren Instinkt sür Realitäten. Sie werden sich diesen Sinn durch schöne Worte nicht trüben lassen, vielmehr in diesem komplizierten Vertragswerte das Wesentliche, den starken Willen zur Abrüstung. vermissen. Die Arbeit der Kommission ist nunmehr be- endet und der Blick der Völker ruht auf der kommenden Kon» ferenz. Mit ihr ist für die Erreichung des Zieles der Ab- rüstung, für die sich die deutsche Regierung nach wie vor mit allen Kräften einsetzen wird, noch diese letzte Ehance gegeben. In diesem Punkte befinde ich mich wieder ganz besonders in Uebereinstimmung mit Herrn Gibson. Di« historische Aufgabe der Konferenz wind es sein, das Problem in ganz anderer Weife anzufassen, als es bisher geschehen ist und so den Gedanken einer wirklichen Sicherung des Friedens durch die Tat zu verwirk- lichen. Sie wird diese Aufgabe nur dann lösen können, wenn sie sich getragen fühlt von der öffentlichen Meinung der Welt. Ich kann daher heute nur noch einmal den dringenden Appell a n d i e Völker richten, dafür zu sorgen, daß ihre Regierungen diese Aufgabe jetzt endlich erkennen und vor ihr nicht versagen. Mögen die Völker nicht vergessen, welche schweren Gefahren am Horizont erscheinen könnten, wenn die Ausgabe der Abrüstung nicht erfüllt wird." 25 Lahre unschuldig im Zuchihaus. Wiederaufnahmeverfahren na» 47 Jahren. Ein aufsehenerregendes Mederaufnahmeversahren beschäsligt augenblicklich da» Landgericht in Detmold. Für den jetzt 70jährlgeu Schlächler Sonrad Kruse, der im Zahre ISA zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt worden war. hat der Verteidiger im Auftrage de» Lippeschen vottsklrchenrales das Mederaufuahmeverfahren eingeleitet mit der Begründung, daß der Verurteil.« unschuldig sei und daß derhauplbela st ung- zeuge auf dem Totenbett zugegeben habe, zu Ungunsten de» Kruse einen Bleineld geleistet zu haben. Am 7. Juli 1883 wurde der damals 23jährig« Konrad Kruse vom Schwurgericht zu lebenslänglichem Zuchthaus oerurteilt, weil er seine Mutter mit Arsenik vergiftet haben sollte. Kruse gab zu, Arsenik als Dertilgungsmittel gegen Ratten gekaust zn haben. Er bestritt jedoch die ihm zur Last gelegte Tat, da er keinen Anlaß gehabt habe, seiner Mutter etwas Böses onzutun. Seine Mutter müsse aus Versehen von den mit Arsenik vergifteten Speisen genossen haben. Demgegenüber beschworen zwei Zeugen, daß der Angeklagte in ihrer Gegenwart häufig Drohungen gegen seine Mutter ausgesprochen und wiederholt erklärt habe, er würde seine Mutter mit dem Schlächterbeil erschlagen oder mit Arsenik oergiften. Obwohl dt« Hauptbelastungszeugen«inen überaus schlechten Leumund hatten, glaubte ihnen das Schwurgericht und oerurteilte Konrod Kruse wegen Giftmordes an seiner Mutter zu der höchst zulässigen Strafe. Alle Versuche des Verurteilten, ein Wiederaufnahme- verfahren oder sein« Begnadigung durchzusetzen, schlugen fehl. Schon 1886 hat einer der Belastungszeugen, der inzwischen gestorben ist. zugegeben, daß er Kruse aus Rache zu Unrecht be- schuldigt habe. Angesehene Bürger setzten sich für eine Be- gnadigung ein, alles war vergeblich. Kruse wurde 1918 nach 25jähriger Zuchthaushast begnadigt. Die Verhandlungen im Vuhrvergbau. Der Zechenverband ruft den Sch ichter an. Essen, 10. Dezember. In den heuklgea Verhandlungen zwischen Zechenverband und Gewerkschaften wurde über die ab 1. Januar IgZl festzusetzenden Löhne keine Einigung erzielt. Der Zechenverband fordert« eine Lohaherabsehong von 12 Proz. Die Gewerkschasleu lehnten jede Lohnkürzung ab. Der Zechenverband wird nunmehr den Schlichter anrufen. Schllchtuugsverh�ndlungen voraussichtlich am lg. Dezember. Straßenbahner lehnen Schiedsspruch ab. Essen, 10. Dezember. Der Schiedsspruch für die rheinisch. westsalischeu Straßenbahner, der eine tohnherabsehung ab 1. Januar 1931 von 6 Proz. vorsah, ist von den Gewerkschaften ab- gelehnt worden. Die Arbeitgeber haben den Schiedsspruch angenommen und werden seine verbindlichkeltserklärung I beantragen. \ Orchester- und Konzerttundschau/ Romantisches. Ein bedeutsames Jubiläum unserer Musik bildet das Ereignis des dritten Vruno-Walter- Konzerts in der P h i t h a r m o- nie: 100 Jahre, beinahe auf den Tag genau, sind vergangen, seit Hector B e r l i o z'„Phantastische Sinfonie" zum ersten Male im Pariser Konservatorium erklang. Kaum ein Wert der frühen Nomantik ist in unseren Konzertsälen heimisch geworden und ge- blieben wie dieses, das einer bis in unsere Trg« reichenden Entwick- lung den Weg gewiesen hat, der bekannten Entw cklung nicht nur des sinfonischen Orchesters, sondern auch des Sinsoniekonzerts und des Orchesterdirigentcn. Der heutige Konzertdirigent als beherrschende Erscheinung des Musiklebens wurde nur als Produtt, jener orchestralen Romantik möglich, die hier mit revolutionärer Gewalt zum Durchbruch gelangte. Die geniehafte Viston dieser Musik, die nie zeitgemäh gewesen— in der Tat mehr Bision von Musik als Musik schlechthin— ist nicht verblaßt: gar die instrumentale Phan- tastik der letzten Sätze...Gang zum Richtplatz" und„Walpurgisnachr", bleibt, wie je. bewundernswert. Es ist lo, daß' die Intuition des Komponisten gleichsam den Klang des Orchesters unmittelbar geformt hat, dieses Orchesters, das Berlio; als schöpferischer und zugleich be- wußtester Kenner meistert. Keiner hat je wieder solch eine Partitur geschrieben, in der das lebende Klangbild der Wiedergabe so genau, richtig und unabänderlich niedergelegt, so eindeutig vcrgezeichnet ist. Hier ist das vorbildlichste Beispiel einer Aufgabe des Konzcrtdiri- genten, des nachschaffeuden'Vollenders, gegeben. Di« Ausgabe wird van Bruno Walter wahrhaft vorbildlich erfüllt: die Philharmo- n i k e r sind an diesem Abend sozusagen ganz das Orchester, wie es in der Partitur steht, die Uebereinstimmung ist volllommen: und darum ist es auch der Eindruck dieser Ausführung nach hundert Jahren. Die Sinfonie bildet den zweiten Teil eines betont und elnheit- lich romantischen Programms, das Mendelssohns„Sommernachts- traum".Ouvertüre eröffnet. Zwischen den Orchcsterwerkcn spielt Rachmoninoff sein neues— viertes— Klavierkonzert mit der absoluten Meisterschaft, die heut« zu den Tatsachen der Internatio- nolen Musikwelt gehört. Das Werk, das den vornehmen kultivierten Musiker erkennen läßt— und nicht nur das Werk, auch der Vorsatz, solch ein Klavierkonzert zu schreiben, knüpft an Ueberlieierungen der Romantik an. Repräsentative Stück« der romantischen Literatur, Schumanns„Davidsbündler" und»wci Scherzi von Chopin, bilden die Hauptnummern des einzigen Klavierabends, den Rachmaninosf in Berlin gibt. Zu diesem Spiel von strengster Beherrschtheit und überlegener Exaktheit ist freilich kein stärkerer Gegensatz denkbar als die Art. wie der Münchener Pianist Josef Pembaur Schumann musiziert. Auch das äußere BUd, wie er am Flügel sitzt, mit wallen- der Künstlermähne, in die Welt der Musik mit einer hingegebenen Äs» Todesdorf im Wansial Eine der chemischen Fabriken in Engis im Maastal. deren Abgas«, durch den Nebel niedergeschlagen, den Tod von bisher 88 Personen verursacht haben sollen. Begeisterung, die sichtbar wird, sich versenkend— auch die» Bild scheint eher der Zeit Schumanns anzugehören als der unseren. Aber die Gesahr der Unkonzentriertheit, von der die große C-Dur-Phamasie immer ein wenig bedroht ist, wächst unter seinen Händen ins Ufer- lose, und sie wird nur durch di« Kraft des Persönlichen, die von ihm ausgeht, gebannt. Bach als Romantiker: das erstaunliche und gewiß anfechtbare Wunder gelingt dem Pianisten Wilhelm K c m p f f. Er träumt eine Fug« aus den Tasten, als wäre sie eine Melodie von Schumann: er sitzt an der Orgel und spielt die G-Mall-Phamasie, als brächt« seine Phantasie sie eben hervor: er läßt Bachs Choral-Borspiele erklingen, als wäre es freie Improvisation. Aber auch hier ist die überzeugende Echtheit der Leistung, di« auch technisch legitimiert ist, stärker als olle kritischen Einwände, die sich dagegen erheben lassen. Neue Werte. Romantik auch im vierten Philharmonischen Kon» zert: als Hauptnummer Brahms' Vierte Sinfonie in Furt» wänglers hinreißender, oft gewürdigter Darstellung. Berlio; auch hier: als Einleitung die glänzende Ouvertüre zur Oper „Benvcnuto Eellini"— an die, nebenbei bemerkt, die Funlstunde jüngst in einem Opernquerschnitt dankenswerterweise erinnert Hot. Es wäre schön, wenn eins unserer drei Opernhäuser da, bedeutend« Werk einmal aus der Bühne zeigt«: mag auch der halbgelungene Versuch, der hier vor ein paar Monaten mit Berlioz, mit den„Tro- janern", gemacht wurde, nicht ermutigend scheinen. Als Erstauf- sührung bringt Furtwängler ein Konzert für zwei Biolinen mit Orchester von Karl Marx, dem jungen Münchener Komponisten, dessen Ron»« in letzter Zeck viel genannt wird. Der schulbildende Einfluß Hindemichs und ein bewußter, fast akademisch gemäßigter Will« zur Klarheit und Einfachheit ergeben ein Gesamtbild, da, nicht zipingend, doch unbedingt sympathisch und oersprechend wirkt. Die Aufführung gibt den Konzertmeistern de, Orchesters. Henry Holst und Simon SoldbN:g. Gelegenheit zu bedeutsamem Hervor» treten. Eine Neuheit für Berlin In der Lindenoper, wo Erich Kleiber. aus Amerika zurückgekehrt, spät die Reihe seiner Sinsoniekonzert« crösfnet:„Der Wein". Konzertori« von Alban Berg, die hier schon gelegentlich der König-berg-r llraufsührung besprochen worden ist. Der außerordentliche Musiker ist sparsam mit neuen Berösjent- lichungen: es spricht für ihn. daß der große Erfolg seiner Oper „Wazzet" und di« Nachsrage. die dieser ohne Zwoije! zur Folge hat, 9 Von Klaus pringsheim ihn nicht oeranlassen konnten, das Tempo seiner Produktion zu de- schleunigen. Allerdings, auch in diesem neuen Werk ist die Ursprüng- lichkeit der schöpferischen Kraft nicht überzeugend, es ist Musik der äußersten Verfeinerung, aber auch von einer subtilen Berquältheit des Ausdrucks. Ruzena Herlinger, der di« An» gewidmet ist, bewältigt den schwierigen Gesangspart mit unfehlbarer Musikalität. Mit der ausgezeichneten Sängerin wird der Dirigent, noch mehr frellich zum Schluß, noch der Siebenten Sinfonie von Beethoven, herzlich gefeiert. Im zweiten Sinfoniekonzert des Berliner Sinsonie» orchesters bringt Ernst Kunwald als Novität«in Werk des hier noch kaum bekannten Wiener Komponisten Eugen Zador: Variationen über«in ungarisches Volkslied: ein mit beträchtlichem Können wirkungesicher gemachtes Orchestsrstück, das gewiß seinen Weg durch die Konzertsäle machen wird. Und am selben Abend: Borspiel zur geistlichen Oper„Ahasver" van Paul Zschorlrch. Der Komponist, der in Berlin als Musikkritiker tätig ist, beweist, daß er als produktiver Musiker das Fach beherrscht. Dies ausgezeichnet klingend« Vorspiel, das schon vor einigen Iahren in der Philharmonie gespielt wurde, ist Musik von bewußt romantisch-konservativer Hol. tung: ihre inhaltlichen Beziehungen zur Dichtung der Oper können durch die Konzertaufführungen freilich nicht offenbar werden. ,/Oer falsche Keldmarschall." Atrium. Als Roda Roda noch k. u. k. Leutnant war, weissagte ihm ein- Zigeunerin, er würde einmal als General in Berlin einziehen. Das erzählt Roda Roda oft und gern. Doch der Abergläubische hat allen Grund, Weissagungen nicht außer acht zu lassen, wie der Fall Roda Roda wieder beweist: denn er zog in Berlin ein, und sogar als Feldmarschall. Den spielt er nämlich in dem versilmten Lustspiel von A. Loirgens. Das hieß zuerst„Der k. u. k. Feldmarschall", wurde aber, wohl aus Rücksicht auf die Ueberempfindlichkcit unserer Tage. in„Der falsche Feldmarschall" geändert. Es erzählt von einem Rittmeister a. D., der in der Uniform des Feldmarschalls einen Spion zur Strecke bringt, ein Paar glücklich verlobt und als der echte Feld- Marschall erscheint, von diesem wieder in das Heer eingereiht und sogar zum Major befördert wird. Wer Roda Rodas und Rößlers Lustspiel„Der Feldherrnhügel" kennt, muß sagen, es wirkte im Film viel lustiger und viel lebendiger als dieser falsche Jeldmarschall. Verläßt doch der Regisseur Karl Lamac sich zu sehr auf das Wort und Schauspielerleistungen. So kommt es zu vielen toten Stellen, nicht trotz des Dialogs, sondern durch ihn. Es wird dem rein Filmischen ein zu geringer Platz eingeräumt. Die Darsteller spielen hervorragend, namentlich«rweist sich Blast B u r i a n als ganz große Klasse. Ebenso gefällt Karl Forest als gedrückter Oberst, weil sein« Frau das Regiment führt. Dos jung« Paar ist bei Harry Frank und Fee Malten gut auf- gehoben, Wd der lustig« Spötter Roda Roda ist ein glänzender Fcldmarschall.�_ e.b. Kuliur- und Expediiionsfilme. Italien A'rita. Tierfilme aus Afrika haben wir in großer Zahl und hoher technischer Vollendung. Ebenso ist uns das Leben �er Neger keines- wegs mehr fremd. Der Film von deutschen Tierexpeditionen in Afrika, der unter wissenschaf.licher Leitung vom Direktor unseres Zoologischen Gartens. Dr. Lutz Heck, zustande gekommen ist:„M i t Büchse und Lasso durch Afrika" muß also auch noch anderes bieten, um uns zu interessieren. Das Reue an ihm ist der Tierfang und die Tier- aufzucht, die schon in Afrika beginnt und im Zoologischen Garten ihre Vollendung erfährt. Es sind zwei Expeditionen in dem Film vereinigt: die eine führte ins Kongogebiet, die andere nqch Ost- afrika in das Tierparadies um den Kilimandscharo. Wichtiger als die Jagd auf Flußp'erde und Krokodile ist uns der Fang von Ze» bras, Gnus, Giraffen und schließlich gar von einem jungen Nashorn. Es ist erstaunlich, mit welcher Schnelligkeit der Fang der Tiere vor sich geht und wie rasch sie sich dann an ihr« Pfleger gewöhnen. Junge Tiere bekommen die Flasche mit einem Milchbrei. Phan- tastisch ist es, wenn so ein Girassenriesenbaby in den Laltenocrschlag des Autos hineingesteuert wird, aber die größten Schwierigkeiten machte das junge Nashorn, das erst an die Menschen gewöhnt wer- den mußte und nur nach einer langen Fußreise sein Auto erreichen konnte. Neben den Bildern vom Kongo, den Ausnahmen von Zwergmenschen gefallen am meisten die Bilder der tanzenden und lachenden Negerschönen. Zum Schluß führte Dr. Heck im Ufa- Pavillon einige Proben seines Tierfange- und seiner Tierzüch- �ung höchst lebendig auf der Bühne vor. Die Reise durch Italien, von der bereits der zweit« Teil, Rom und Süditallen, vorgeführt war. wurde im Gloriapalast in einer Sonntagsma inee fortgesetzt. Don den Alpen über Comer- se«, Gardasee, Verona. Bologna. Venedig, Genua, Rivlera, Pisa, Florenz ging die Fahrt bis vor die Tore Roms. Das Programm war fast zu reichhaltig, um erschöpft zu werden. Trotzdem blieben dauernde Eindrücke auch für die, die weder die Herrlichkeit der Alpen noch die Großartigkeit des Gardafees und den Reichtum der italieni» scheu Städte an Kunstwerken aus eigener Anschauung kennen. Er- freulicherweise wurden nicht bloß schön« Bilder gezeigt, sondern nach Möglichkeit Leben eingefangen. Der gut« Gedanke, bei den Kunstwerken auch Details zu zeigen, wie man es sonst kaum so deut- lich sieht, könnte noch weiter ausgebaut werden. Die Gewinnung des Marmor, in den Carrarischen Berge» und das groß« mitel- alterliche Polofest mit dem Bannerschwingen und Pferderennen auf dem unvergleichlichen Marktplatz von Siena bildeten die 5iöhepunkte des instruktiven Kulturfilms._ r. Polarforschung. Prof. Wiese über die russischen(kxveditionen. In den Museumsvorträgen de» Instituts für Meeres- forfchung sprach Pros. Wiese, Leningrad über di« russischen arktischen Expeditionen der Jahr« 1020 und 1030, die er selbst an leitender Stell« als Ozeanograph und stellvertretender Führer an Bord des Eisbrechers„Sscdow" mitgemacht hat. Leider hielt er nicht einen lebendigen Bortrog über seine Erlebnisse, sondern las einen sorgfältig ausgearbeiteten Bericht vor. der ja mancherlei Interessantes enthielt, den man aber ebensogut ober noch besser. weil mit ruhigerer Ueberlegung. gedruckt lese« kann. Bemerkenswert ist. daß Rußland bereits vor dem Kriege und noch intensiver noch dem Kriegs die Polarforschung in den an sein Gebiet grenzenden arktischen Gegenden betreibt, weil es«in großes Interesse an der Förderung der Schiffahrt durch die Karische See nach den Mllndun- gen der sibirischen Flüsse hat, weiter aber auch an einer nur durch zahlreiche meteorologische Stationen in den Polargebieten zu ge- Winnenden zuverlässigen Wettervorhersage, die für die Landwirtschaft so außerordentlich wichtig werden wird, und drittens auch an der Schaffung der Grundlagen für die in nicht zu ferner Zukunft über die Arktis erfolgenden Transporte auf dem Lustwege. Die speziell« Ausgabe der beiden„Ssedow"-Expedckionen toor die nähere Erforschung der Karischen See und der Berhällnisse nördlich und östlich von Nowaja Seinlja bis zu dem 1013 von einer russischen Expedition entdeckten Nikolaus-ll.-Land, das jetzt Ssewernaja Semlja, das ist Nordland, heißt. Die Expeditionen ver- liefen durchaus glücklich und brachten neben der Entöeckmrg bisher noch unbekannter Inseln reichhaltiges wissenschaftliches Material in geographischer, meteorologischer und ozeanographis6)«r Beziehung heim. dt. Hans Weidt, der mit seiner Gruppe Im Bachsaal auftrat, ist unter den modernen Tänzern«ine Klasse für sich. Wo er unter strenger Leckung genötigt wird, dem klaren Stil eines Ensemble« sich einzuordnen, leistet er Vortreffliches. Das hat er auf dem dies- jährigen Münchener Tänzerkongreß als Mitwirkender im„Orpheus" l Regie Grete Wallmann) gezeigt. Wo er aus sich selber angewiesen ist, bleibt er meist im Pantomimischen stecken. Er gestaltct mit echter Ergriffenheit und starker Leidenschaft seelische Zustände und Vor- gänge und kann zuweilen durch die Redlichkeit seiner Empfindung wirken. Eigentlich künstlerischer Mittel aber bedient er sich nicht. Seine Einzeltänze im Bachsaal waren fortgesetzte Furiosi ohne kompositorische Qualitäten. Verkrampfungen, elementare Eruptionen, die scder choreographischen Formung' entbehrten. Seltsam, daß dieser llngebänc igte sich eine Gruppe von strenger tänzerischer Disziplin heranbilden und mit ihr in dem chorischen Fragment „Morgens, mittags, abends"«ine wohlgegliederte, bühnengerecht wirksam« Komposition schaffen konnte. Es wäre zu wünschen, daß dieses zweifellos stark« und eigenartige Talent in sein rechtes Fahr- wasser käme. Selbstzucht und Selbstkritik ist das erste, was ihm nottut. J. S. Für die Erhaltung der Kroll-Ooer tritt eine Anzahl von Ber- bänden in einer Eingabe an die Mitglieder des Preußischen Landtags ein. Am Schluß ter Eingabe heißt es:„Die unter» zeichneten Verbände stellen sich für«ine Mitarbeit zur Verfügung und erwarten, daß eine Eutscheid ung über das Schicksal der Oper am Platz der Republik nicht gefällt wird, bevor nicht alle Versucht. die Oper durch Reformen im inneren Betrieb zu erhalten, erschöpft sind. Wir erklären uns ausdrücklich bereit, auf die Personale hin» zuwirkcn, durch Opfer und Einräumungen den Theaterbetrieb retten zu helfen. Betriebsrat ter Preußischen Staatsopern Berlin.— Ge. nossenschaft Deutscher Bühncnangchörigen.— Deutscher Ehorsänger- verbänd und Tönzcrbund e. V.— Gelamtoerband der Arbeitnehmer der öffenttichen Betriebe und des Personen- und Warenverkehrs. Gehaliskonfliki im Bankgewerbe. Schiichtungsverhandlunaen gescheitert. Heute vormittag wurde Im Reichsarbeitsministerium, unter dem Borsitz des Schlichters Professor Dr. B r a h n, über di« Beilegung des Gehallskonflikts im Berliner Bankgewerbe verhandelt. Der Arbeitgeberverband hat die Gehaltstarife der Berliner Bank» angestellten gekündigt. Die Verhandlunge» zwischen dem Reichs» verband der Vanllcitungcn und den am Tarisvertrag be» teiligten Angestelltenorganisationen sind gcscheltert, da sich die An» gestelltenvertreter gegen den beabsichtigten Gehaltsabbau tu höh« von II Proz. zur Wehr setzten. Heute haben die Parteien im Reichsarbeitsministerium zunächst ihren grundsätzlichen Standpunkt dargelegt, und zwar betonten die Vertreter der Banken, daß ebenso wie in anderen Branchen auch im Bankgewerbe zur U n k o st e n s« n t u n g ein Gehaltsabbau Platz greifen müßte. Di« Vertreter der Bonkangestellienorganisotionen erklärten demgegenüber, daß durch einen Abbau der Gehälter ledig» lich die allgemeine Kaufkraft geschwächt und dadurch die Wirtschaftskrise verschärft werden würde. Nach den Darlegungen der Parteien wurde dann wie üblich «ine paritätisch« Schlichtungskammer gebildet, die den Schiedsspruch zu fällen hat. AngesteMe, übt Solidarität! Ein Appell der A'beitelofev. Die Angestellten der Engrosbetriebe, besonders die Verkäufe» rinnen, Verkäufer und Lageristen in dauernder Beschäftigung, werden gebeten, am silbernen und goldenen Sonntag Soli- darität zu üben, indem sie auf die sich ihnen bietende Gelegenheit eines Nebenverdienstes für die Feiertage, zugunsten der arbeitslosen Kolleginnen und Kollegen vcrzichten. Der Lohnstreit bei Bolle. Keine Derbindlichkeitserllarung des Schiedsspruchs. Der Schlichter für den Bezirk Brandenburg, Wissel!, hat dem Antrag der Direktion der M-ierei Bolle, den Schiedsspruch vom Schlichtungsaueschuß vom 27. November für verbindlich zu erklären, nicht stattgegeben. Der Schiedsspruch sah für alle Arbeiter und Arbeiterinnen der Meierei Bolle ab S. Januar einen Abbau der Löhne um 5 bis 6 P r o z vor. In der Begründung der Ablehnung des Antrages aus Verbind» lichkeitserklärung führt der Schlichter u. a. aus: „Die Prüfung der gesamten Sachlage ergab, daß jedenfalls die Löhn« der Handwerker und der Kutscher, welch letztere ja auch«ine Vcrkoufstäligkeit ausüben, an der unteren Grenze der Löhne liegen, die für gleichartige Tätigkelten im Bezirk Groß-Berlin gezahlt werden. Es erscheint nicht gerechlscrtlgt, im Wege staatlichen Zwanges hier eine weitere Senkung eintreten zn lassen. Es soll der Nrma nicht bestritten werden, daß auch sie mit wirtschasttichen Schwierigkeiten zu kämpfen haben wird Das ist leider das Los vieler Unternehmungen. Diese Tatsach« rechtfertigt aber keineswegs dl« von der Firma beantragt» Einsetzung eines staatlich� Machtmittel» zur Festsetzung der Löhn« in der durch den Schiedsspruch vorgesehenen Höhe. Aus diesem Grund« war der Antrag auf Verbtndlichkeitserklärang abzulehnen." Di« Funktionär« der Meierei Bolle treten Hern« nachmittag zusammen um aus Grund der Entscheidung des Schlichier» die weiteren Beschlüsse zu fassen. Auch ln England steigt die Arbettslostgkeit. Di« Zahl der eingeschriebenen Arbeitslosen wird amtlich für den I. Dezember mit 2 305 639 angegeben. Dies« Ziffer ist um 10 179 höher als die der Vorwoche und um 1 002 700 höher als die am 1. Dezember 1929. Gegen die Kriegshetzer! Lteberfüllte sozialdemokratische Kundgebung im Aorden Zll den„Germaniasäleu" fand eine große sozialdemokra. .ische Kundgebung der kreise Wedding und Mitte gegen oeo Faschismus statt. Saal und Tribünen waren um>519 Uhr geössnel worden und mußten von der Polizei schon kurz nach 19 Uhr wegen llebersülluvg geschlossen werden. Das Musikkorps des Reichsbanners Wedding leitete die Kund- gebung«in, nachdem die Fahnenträger der Jugend, der Polizei und des Reichsbanners unter großem Beifall eingezogen waren. Kreis- norfitzender Genosse Riese eröffnete die Kundgebung mit einem Nachruf auf den verstorbenen Adolphchossmann. Der Sprech- chor der Arbeiterjugend gab den Auftakt für die eindrucksvollen und überzeugenden Ausführungen Ernst Heilmanns. Die 107 Na- tionalfozialisten und 77 Kommunisten bedeuten nicht nur Faschismus, sondern auch Kriegsgefahr. Der jetzige Reichstag hat eine Mehrheit, die alles verneint und keine Mehrheit, die bereit ist, eine verantwortungsbewußte und zielklar«'Politik zu treiben. National- fozialisten. Deutschnationale und auch die Kommunisten hetzen zu einem Kriege gegen Polen. An den Grenzen in Obcrschlesien warten sowohl die triegsbegeisterten„nationalen" Verbände wie auch pol- Nische Divistonen, um die Streitigkeiten zu beginnen. Und im Reichs- tag stehen die alten Kriegshetzer wieder am Rednerpodium und treiben dasselbe verantwortungslose Spiele wie 1914. Die Kommunisten machen fleißig mit, trotzdem sie eigentlich wissen müßten, daß diese sogenannten nationalen Verbände noch viel lieber über deutsche A r b e i t er herfallen würden, als über die Polen. Im Weltkrieg, und vor ollem� 1918, habe die deutsche Arbeiterschaft das Reich gerettet und auch den Separatismus im Rheingebiet und an allen Grenzen niedergezwungen. Als deutsche Arbeiter gegen den Separatismus kämpften, hatte Adolf Hitler nichts Wichtigeres zu tun, als seinen Novemberputsch in München durchzuführen. Reichsbankpräsident Dr. Luther habe festgestellt, daß der Wahlsieg der Rationalsozialisten der Reichsbank, um die deutsche Währung im Ausland zu stützen, eine Milliarde Gold und dem deutschen Volke eine Million Arbeitslose gekostet habe. Di« Wirtschaftskrise hat ganz Europa erfaßt und deswegen kann auch kein Land allein den Weg aus der Wirtschaftskrise finden. Europa muß unter allen Umständen den Frieden sichern, die Zollgrenzen abbauen und zu einer Wirt- schaftseinheit zusammengefchlosfen werden. Nur so und nicht durch verrückte Abenteuer und neue Weltkriege werden unser« Arbeitslosen jemals wieder in den Produktionsprozeß' eingereiht werden können. Oeutfche Jugend als Kanonenfutter für Mussolini' Auch eme Versammlung un Friedrichshai war außerordentlich stark besucht. Der große Saal des Geselljchostshauses war überfüllt. lieber,«ine Stunde warteten die Massen geduldig, da der Referent, Reichstagsabgeordneter H o e g n e r- München, durch die namentliche Abstimmung im Reichstag zunächst am Erscheinen verhindert war. Genosie Hoegner führte dann aus: Die Nazis spielen heut« die Rolle der Quacksalber, die bisher immer in Notzeiten ausgetreten sind, für jedes Ach und Weh haben sie zwar kein« Linderung. aber genügend Versprechungen, sie vevsprechen jedem alles und halten nichts. Auf dem Lande treten sie für.Zölle.ei», i» der Stadt M Aufhebung, einmal predigen sie die Abschaffung der Zinsknechtschofi, und dann geben sie sich schon damst zufrieden.. den Zinsfuß gui 5 Proz. festsetzen zu' wollen.. Den Wein ihrer Wahlversprechungen haben sie jetzt längst in Wasser verwandelt. Sie sind auf einmal Erfüllungspolitiker geworden. Dabei machen sie sich lächerlich durch ihre eigenen Widersprüche. Sie treten für Rassen- reinheit«in und sind selbst alles andere eher als rossenreine Germanen. Ihr« dilettantische Außenpolitik ist ein einzig� V e r rä t am deutschen Volke. Südtirol hat man leichten Herzens ireigegcben, um mit Italien ein Militärbündnis anzustreben, die deutsche Zugend fall den Expanflooswünschen des italienischen Faschismus dienstbar gemacht werden und wieder mal siegreich Frankreich schlagen. Di« Vorgänge in München 19Z3 haben uns einen kleinen Vorgeschmack einer Naziherrschafl gegeben: Unterdrückung der Gewerkschaften, Terror und Todesstrafe, das sind die Heilmittel der Nazis. Die Lauheit der Sozialisten und Republikaner muß ein Ende habenl Betrügerischer Gtadtbausekretär. Bezahlte Arbeiten, die nicht auegeführt wurden. Braunschweig, 10. Dezember. sEigerrberjcht.� Zm Städtischen Hochbauamt wurden Betrügereien entdeckt, die bis 192S zurückreichen. Der Oberbürgermeister Böhme hat den Stadtbauobersekrelär Schüler seines Amtes enthoben und den Antrag auf Einleitung eines Disziplinar- Verfahrens und einer Slrasverfolgung gestellt. Schüler wird beschuldigt, nicht ausxesührte Arbeiten und Lieferungen in Rechnung gestellt zu haben, die von ihm zur Zahlung angewiesen wurden. In welcher Höhe der Stadt Summen entzogen worden sind, ist noch nicht festzustellen. Die Durchstechereien wurden durch die Beteiligung von vier gutbürgerlichen Firmen ermöglicht. Die Verantwortung für die ganze Angelegenheit ruhte aus den Schultern zweier bürgerlicher Beamten, die ihre Aufsichtspflicht un- genügend erfüllt haben._ Frenze! auf freiem Fuß. Kurz vor 1412 Uhr wurde heute der frühere Amisvorsteher Frenze! aus der Untersuchungshaft des Potsdamer Unter- suchungsgesängnisses entlassen. Frenze! wurde von seinen beiden Verteidigern, Rechtsanwalt Dr. Brandt und Blumcnhain, aus dem Gefängnis abgeholt. Uiullnr com„�Dritten tReich' In einem Hause der Uhlandstraße mußte ein dort wohnender Hitler-Jünger exmittiert werden. Aus Wut darüber zer- trümmerte er die Wohnungseinrichtung, die ihm nicht gehörte, und verzierte Re Wohnung, wie unser Bild zeigt, mit den Jnsignien des TDriüen Reiches". Da der Mann Maler ist, hat er seine Kullurzeichen mit schwarzer Oelfarbe angebrocht, damit sie nicht leicht entfernt werden können.-- Oeuische Meier gegen Tkoiverordnung. Kunvgebung des Reichsbundes. Auf Einladung des Rcichsbundes Deutscher Mieter waren in Berlin zahlreiche Vertreter der Micterschost aus dem ganzen Reich versammelt, um zur Notoerordnung des Reichs- Präsidenten Stellung zu nehmen. Die Versammelten pro estierten einmütig gegen die Verkürzung der für den Wohnungsbau bestimm- I ten Hauszinssteuermittel und gegen den geplanten Abbau d«s Mieter- : schutzcs; sie forderten erneut die Schaffung eines sozialen Miei- und Wohnrechtes. Dies« Forderungen wurden durch Deputationen sämtlichen Reichstagsfraktionen übermittelt. „Opfer seine» Vertrauens." Zu einer unter dieser Ueberschriik verösienilichien Notiz, schreibt uns die NAG.-Vberschöneweide:„Es ist nicht zutreffend, daß der Werkmeister G.. der seit 30 Jahren bei der NAG. beschäftigt ist. in die Irrenanstalt Wittenau überg-mhrt werden muhte. Der Genannte ist lediglich an einer Miitciohr- entzündung erkrankt und mußte infolge einer Operation dem Dienst fernbleiben. Im übrigen ist der Werkmeister G. auch nicht abgebaut worden, sondern tritt ab 1. April 1931 in den Ruhestand. Er erhält alsdann von der RAG. eine Penston." Eine Zuschrift des Angestelltenrates der Firma äußert sich in ähnlichem Sinn«. Aeher das Thema:„Hakenkreuz und Stahlhelm siad Deutsch- lands Unlerqanq". spricht Genosse Vi e r b ü cher in einer Reichsbanner-Versammlung in Lichtenrade im Lokal Stieler am Dorfteich heute abend um 20 Uhr. Achtung» 14. kreis. Neukölln. Arbeiterbildungsobleut« der Abteilunqen. Die Morgenfeier der sozialistischen Organisation Reu- kölln findet am Sonntag, dem 28 Dezember, vormittags 10 Uhr, im Städtischen Soalbau, Bergstraße 147, statt. welter für Berlin: Ziemlich trübe mit wenig veränderten Temperaturen, ohne erhebliche Niederschläge.— Für Deu.schlanü: Im«üben und Südosten leichte Schneefälle, im übrigen Reiche keine wesentliche Aenderung des bestehenden Witterungscharakters. iNittvoeb. 10. Deremder. Berlin. 16.03 Aktuelle Abtei) unu..,.. 15.30 Nikolai Lopatnikofl. t. Sonata für Cello nuJ Klavier, op. 11.(Paul ncr- niann. Celio, und der Komponist, Plürel.)— 2. Fünf Kontraste(ür Klavier. op. 16.(Der Komponist.) 17.00 Unterhaltnngsmusik. 1�.00 Karl Bu blitz, Leiter des Arbeltsamtes Dcrlin-Nord: Was muß ich tun. wenn ich, arbeitslos werde? 19.25 Hclmatromane.(Mikrophon: Hans RoseliebJ 19.35 Aui der Landstraße. Llac literarische Stunde mit Cditb Larsson und Albert Daudistel. 20.10 Wovon man spricht. 20.30 funk-Potpourri 1930—1830. Aus hundert Opperetteniahren. Bearbeitet von Walter Göhr.(Vera Schwarz, Max Kuttner. Dir.: Ignaz Wasbalter. BcrI. Funkorchester. Chöre: Maximilian Albrecbt.) 22.15 Wetter-,'Tages- und Sportnachrichten. Anschließend bis 0.30; Tanzmusik. Königs Wusterhausen. 16.�0 Prof.. Haas Willy Michel;.Aktuelle Probleme in der werktätjsci; Er- zlchiing..'...... 16.30 Hamb urs: Konzert:•'•-::"- s- t 17.30 Dr. Roscnwald: Chernbinr....... !5.00 Dr. K. Baschwitz: Auch Zeltunglesen will gelernt sein. 18.30 Stud:-Dir. W. Merck; Neue Cnglandbüohcr. 19.00 Dr. Job. Günther: Deutsch für Deutsche. 19.30 Carl Rausch: Amtliche Formulare, Vernunft und Unsinn. 30.00 Dr. Georg Solmßcn: Der Kampf gegen die Krise. 31.10 Köln: Der heitere Mittwoch./ BcrantworN. für die Redoktion: Franz fUoh«, Berlin; Äuztigen: Th.(bloie, Berlin. Beylag: Vorwärts Verlag G. m. d. H.. Berlin. Druck: Vorwärts Buch' druckerei und Terlagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin SW 68, Sinbenftrefte 3. Hierzu 1 Beilage. 'sv Mittwoch, 10.12. Staats-Oper Unter d. Linden 101. A.-V. IdVs Uhr Uraufführung Fremde Erde Ende 22lt3 Uhr Steats-Oper ta Piltz dir Rfftbli. V.-B. 19� Uhr Hofimanns ErzahlungEn OilM. Kirtmntiiil Enden.221/: Uhr Mi.twoch, 10. 12 Stadt. Oper Bismarckstr. Turnus IV 20 Uhr Armer Columims Ende n.22li» Uhr Staat). Im Codanuiimiridl. 87, A.-V 20 Uhr Gndiidite Dottfrie- dtosfon BerlidilDgen DiildiiiiscroenHiml Ende g.2Z>/z Uhr Staati.SrüiilrtatEr.Cliarltlig. 20 Uhr NORA.. Ende 22% Uhr TSqi. B u. SIS 1011111.2. 3l. 6» Alex. E 4. 8066 I. Vorstellun-- So Pf. bis I M. il. und III. Vorst. I bis 2 M. nor noch wenige Tarel Liliputaner- Revue McKer and Wagner 4 4Raalelli'B a&w. Reichshallen-Theater MdeiM 00 ODil SoiiDtjj, BJdiiii. H7! siettiner Sänger »Pepita vor 6er! dn" diiI das ndet« xuSe Prosrann! Naehm. halbe Preise! Oönkoft- Brettl: Da« ftro�s Varief6pro|*ramm I Tans! «ä 6 u Ohl. Zintr. 2611 HiDditn erlaht. Alex Hyde u., 12 Musical-Ladies Fischer- Koppe, Willi Schaeffers Grete Welser, Erich Wolff 4 Karreys. Carr*« und Betty usw. VolKsbütine Itolf/ara Bdlovjlatz, 8 Uhr Ole matrosen von Cattaro Staatsoper Am PI. d. Republik 7i.i Uhr Hofimannf Erzählungen itaaU.Sdiillet-Tli. 8 Uhr Nora Ttieater am SChiilDauardamm 8'/« Uhr DIe&uailratnr des Kreises Tbeateram SflUffDaner flamm Norden 5813 u. 0281 räglich 8'/» Uhr Die QiAdratar des Kreises Komödie v. Katajew mit: Kdider. Inj«. 8oh- mam. Lam. Lingen, Pre sevon 1-12 M. Komische Oper 3"j Uhrr senn«3wn ehen ona als 7 zwcpüs Abends öesdilossea! Kammerspiele '8% Uhr Oer Olener zweier Herren von Carlo Goldoni Rtgii; Mai hiinhanlt Die Komödie SV» Uhr Oer Schwierige «tri HiJ» nm HetDanuka. flegie: Mai a«ialianit. Ceatsehes (dnsiler-Theai. Mar. 3937. 8'/. Dir 8'/» Uhn Zum ooldeaen Anker wii(ums oorsdi Bitt.. Sa., Sfg. 4 Ulir Emilü diaDetaktin von M 0.50 an Renaissance* l beater Stemplatz 6780 Uhr.. Scrirhs.J.SÜfla�uP:.) voo Max Alsberg und O E. Hesse sj/n aßelsdm OeDtsdies Ttieater 8 Uhr. Elisabeth von England von fert Bnickacr Rigic: Htioz öilierl Singspiel in vielen Bildern. Cam: Splra. Hansrn, Mosbe. Wallborg, Arno. Janbnhn, Paol Ilftrblgi-r, I.enr, Sahacflers, WloUcUIern, Solla, Demi. starb. Gstel leDbaner, Original Tiroler VI ataehrnfbnrer. Original Tiroler JodlrrlDnoD-Qnliitet«.| Kaaib.Trto an« Selilleieee. | Tara- Band■«Irl» n. Boys,«rosse Chöre. J Wer Zelt eutspreeliend elnrt, trot» de« I riesigen Andränge«, dj B 0 /« er- --------------- i 49 IQ jdji« Uasacn preise Ujcn ' raässifct« ISonntafir�ft Bßfiaum Origrtnalbcsetzune: XachmlCta«:«9 UVcr B 1 1 1 1 i> reis«. Barnoffslnr- Bohnen Thealer in dei StmemanasK. Täglich 8'/» Uhr wie es euch getäiit mit; Eliabstb Bcrgntf. Komödienhaus Fi glich 8'/« Uhr u SrntagiiailiiiUini: Konto X Piscafor-Böline (Wällner• Theater) Alex.«562-93. 8«/» Täglich IV, Hondvon links Preise e.'0-6 00 M. Kleines ineai. Täglich 8>Ä Uhr" Der große Erfolg Meine Sßiwcsier usö Uli Musik v. Denatzky, Neues Theater >—■ am Zoo mm teBätmli.ioo. StpLESSt Täglich 8''» Uhr Idi betrüg tlidi nor ans Liebe mit Emnry Stora als Gast. Mit woch und Sonnabend< Uhr Sonntag 3 Uhr fmedit Rajprtdih Fahrt ins Märtolanl Lustspiemius eturt Götz Täglich 8�/4 Uhi HoHuspohus HrlWesieas Täglich Sensationeller O per ctiener folg 1 Viktoria unditirHusar Rose-Theater Br.fraaKloricrStr.i32 Tel.Alex 3422u.319i 5 Uhr Premier. aaste hans und Ouasse. grate 8.15 Uhr; Der Diener zweierHcrren Die schöne Galatbce Erster Klasse dlle-üändef Konbusser Str. 6 F.8. Oberb.6070 Tagt. 8 V» U.. auch Sonntap und 3 Feiertal 3"> Uhi Wei ntdits- lloflcn Orobes tVeiDüBdiis- lesupisl TaiBl. 11-2. AbssA. ab E hietropoMheater Täglich 8'/« Uhr schön ist die weit Operette von Lehär RidorlTaabtr. Gitta Alpar, Sdiötuiilorf. »»««»»S»»» mmm Tk. fe Uainlmalail »'/. Uhr csamasiorstin Beste a. Sannahl]� Mlntien-Rnot Frnu Holl«- Preis«; 7SPL-3jOM. mmm sv< uhr CASiNO-THEATER»'-vw Lolhrieem Str. 8c 37. Ncol Ncnl Der iieuldie Lebemann Dana dos grobe Festprogramm FDr die Leser: Gutschein I—« Pers. Fauteull IL5 M Sessel 1,75 AS.— Sonstige Preise Rang 60. 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Abend „Diener zweier Herren" ..Die schöne Galathee" und ,, Erster Klasse" Mittwoch 5 Cbr und Sonnabend 4* Dbr „Bastelhans und Quasselgrete" WeibDJSchtsmfircben von Vicky Baum Freitag 5 Dhr;„Pctercbcns Mondfckrt* Unser Weihnachtspro�ramm: 1. nud 2. Feiertag: 3 Uhr: Zum letzten Male „Familie Hannemana�' f»4» DhT: Zum leisten Male„Kukali" 9 Uhr:„Die Dollarprinzessln" 3. Feiertag: 4« D.:„Bastellmn» n. fl�unvuel�rete** 7 u. 101* Uhr:»»Die Dollarprlnxeasin»' Der Vorverkauf is) eröffnet. I Etting-IlieatBr Täglich SVt Uh' OagrnBeloshgiüliriaig! Max Adalbert in Qcr mann, der schuieigt | läzi. 2 Vcrst— TcLWeSdendafflni SOfcE I nachm.*% übr; 30 Pf.- l.SO M.| | abend« SV, Uhr; 30 Pf.- 3.!£.{ Pferde, Elefanton Baoiawan, j UP'55' Lamas. (Beilage Mittwoch, 10. Dezember 1930 SkVÄbimS ZnJnnianff dm tn*tdd*C Zur Geschichte des Weltkrieges Eduard Bernstein: Französische Dokumente Jin Verlag von Reiinar Hobbing(Berlin SW. Kl), der eine ganze Slirzohl mehr oder weniger amtlicher Arbeiten über politische Konflikte von Bedeutung auf den Markt gebracht hat, ist unter dem Titel„Die französischen Dokumente über die Ursachen des Welt- krieges, herausgegeben von der Kommission für Veröffentlichung der Dokumente zur Entstehungsgeschichte des Krieges 1914— 1918 in Paris, vom französischen Ministerium des Aeußeren einzig be- rechtigte deutsche Ausgab«, übersetzt und herausgegeben von Dr. Artur Rosenberg, Paris", der erste Band einer h a l b-a m t- ticken französischen Ausgabe von Dokumenten zur Vor- geschichte des Weltkrieges erschienen. Dem Werk schickt der Präsident der Kommission, S. Ehar- lety, eine Einführung voraus, die eingehend die Grundsätze darlegt, nach denen die Kommission die als Dokumente betrachteten, ans Briefen und Telegrammen bestehenden Urkunden des Werkes eingeteilt und redaktionell behandelt hat. Gleich ihr erster Absatz führt den Leser in den Geist des Werkes ein. Er lautet: „Die Kommission hiest es für nötig, die Sammlung mit dem Vertrag von Frankfurt— der a m 10. Mai 1871 zwischen Deutschland und Frankreich in Frankfurt am Main ge- ichlosiene Friedensvertrag— zu beginnen. Aum Verständnis der Aufeinanderfolge der Ereignisse, die Europa im Juli 1914 in den Krieg getrieben haben, genügt es in der Tat nicht, nur die mit dem Attentat von Sarajewo einsetzende Krise zu betrachten. Der Charakter dieser Krise, die Stellungnahme der europäischen Groß- mächte den» österreich-serbischen Konflikt gegenüber, wird durch die Betrachtung der internationalen Politik während des langen Zeitraumes, in welchem sich die im Jahre 1914 einander gegen- überstehenden Mächtegruppierungen bildeten, erklärt und be- leuchtet. Welche Wandlung hat die Lag«, die sich aus dem Krieg von 1879/71 ergab, allmählich durch die Dil- dung des Dreibundes, des französisch-russischen Bündnisses imi> des Dreiverbandes gefunden? Jnroie- fern hat die Stellung dieser Mächtegruppen in den Jahren, die dem Krieg von 1914 unmittelbar vorangingen. Veränderungen erfahren? Welch« Rivalität der polttischen, militärischen und wirt- schastlichen Interessen hat diese Entwicklung beeinflußt? Das sind die Fragen, auf die im allgemeinen die Herausgeber von Doku- menten zur Entstehungsgeschichte des Weltkrieges Antu>ort zu geben versucht haben." Das zeigt ein Eindringen in die Einzelheiten der in Betracht kommenden geschichtlichen Vorgänge an, wie es Übechmipt mir von wissenschaftlicher Geschichtsforschung«rivartet werdet» kann./ Im allgemeinen liefern ktze Dokumente nur wenig beroeiskräftige Aufklärung über die Ursachen des welkkrieges. Wohl erfährt man aus Briefen oder Telegrainmsn von Beauftragten Frvrrkreichs an den Ministerpräsidenten der Republik oder einen ihrer Außenminister gelegenttich von Interessengegensätzen zwischen be- stimmten Staaten von etlicher Bedeutung, aber fetten nur einiger- maßen Genaues über die Tragweite dieser Gegensätze oder über von ihnen ettva verursachte dauernd« Kampfes- st i m m u n g. Eine Ausnahme macht hier ein vom 7. Februar 1912 datiertes Schreiben des französischen Geschäftsträgers in C e t t i n j«. der Hauptstadt Montenegros, Henri Cambon, an den Ministerpräsidenten Poincore. Dort wird unmißverständlich dargelegt. daß die damalige Politik Oesterreich-Ungarns auf dem Balkan Absichten verfolge, die mit?1ot»vead>gkeit Srieg zur Folge haben würden. In Anknüpfung an Mitteilungen des deutschen Unterstaatssekretärs von Kiderlen-Wächter an Vertreter Rußlands und Italiens auf dem Balkan führt er aus, daß, wenn Oesterreich mtt der Absicht umgehe, die„aktive Politik" fortzusetzen, die es drei Jahre fricher —(mtt der Annexion von Bosnien und der Herzegowina. Ed. B.) t— eingeleitet habe,„allgemeine Unruhen kaum zu vermeiden" seien: „Die Annexion von Bosnien und der Herzego- «ina ist durchaus nicht ein Abenteuer, das in sich beendet ist: allem Anschein nach ist es die erste Etappe auf dem Weg zu viel weitergehenden Realisierungen. Seit zwei Jahren hat Oester- reich in jenem Teil der Halbinsel unermüdlich daran gearbeitet, die Bahn sür die nächstfolgende Etappe, die Besitznahme des Sandschak Novi-Bazar vorzubereiten. Zwei Maßnahmen schienen dazu wichtig: die eine, rein materieller Art. in der Nähe der Ererben bedeutende militärische Kräfte zu unterhalten, um den Nachbarn den eigenen Willen aufzuzwingen... die andere, Un- cinigkeit zwischen den beiden Nachbarn des Sandschak-Korridors hervorzurufen, um sie zu verhindern, gemeinsam Oesterreich den Weg zu versperre»»." In erster Hinsicht scheiitt Oesterreich-Ungarn in der Tat an an- gegebener Stelle in aller Stille eine überraschend große Truppenmacht zusammengezogen zu haben. Herr Paul Cambon schreibt, daß der französische Militärattache die von verschiedenen Sellen dafür angegebene Zahl von 89999 Mann als richtig bestätigt habe, und setzt hinzu:„Bedenkt man, mit roelchen Summen die Erhaltung solcher Kräfte ein Budget belastet. das an sich nicht besonders günstig ist. so kann man nur schwer annehmen, daß diese Opfer nicht einen bestimmten Zweck hohen sollen." Auf der anderen Sett« hat die Derhetzungspolitik der öfter- reichischen Diplomatie aus dem Balkan dort«ine starte Verstimmung gegen sich hervorgerufen und ist Ursache geivorden. daß man nament- (ich in Belgrad sich wieder stark zu Petersburg hingezogen fühtte. Die Methoden der Herren vom Ballplatz haben sich für Oesterreich nichts weniger als vorteilhaft ecroiesen. Bon Interesse k.iriir ist ein nicht gleichgültiges Stück aus dem Bericht des iranzäsi- fchen Gefchäitsträgets in Eetinje, Henri Cambon. vom 7. Februar 1912 an Poincore. Es wird dort erjähtt, daß König N i k o (aus von Montenegro sich morgens vor dem Aufstehen von Hos leuten Artikel aus der Wiener„Freien Presse" vorlesen ließ, seiner„wichtigsten Informationsquelle über die Borgänge in Europa". Einige Tage vorher nun habe dein König sein Günstling Dr. P e r a s i t s ch einen Artikel des großen Wiener Blattes vor- gelesen, in dem die Erfolge der Wiener Diplomatie aufgezähtt wurden.„Unglücklicherweise", wird fortgefahren, „enthiell dieser Artikel unter den Aktiven des Grafen Aehrenthol die Tatsache, daß er zum Vorteil der Monarchie Verstimmung zwischen Serbien und Montenegro geschaffen habe. Es scheint, daß König Nikolaus bei diesen Worten auf- gefahren sei und seine Stirne sich plötzlich oerfärbt habe, ein« seltene Erscheinen bei einem Mann, der sich so zu beherrschen weiß." ;i „Es darf daher angenommen lverden, daß der König auf seiner Reise nach Petersburg Gelegenheit zu einem neuen Flirt mtt dem großen nordischen Hof sucht." Ueber zwei Punkte fei„Aufklärung wichtig". 1. Erhall der König in irgendeiner Form die Mittel, die er verlangen wird? Diese Frage spiele bei seinen Kombinationen eine wichtige Rolle »md könne sich in empsiitdlicher Weise auf seine Politik auswirken. 2. Mit welchen Ratschlägen, welchen Versprechen oder Drohungen »vird er Petersburg verlassen, um sich»»ach Wien zu begeben? Wird sein Besuch sein« Position gegenüber dem österreichischen Kaiser stärken und ihn vorsichtiger gegen diesen rnachen, oder umgekehrt bereitwilliger als gegenwärtig, sich diesem anzuschließen?--- „Aufklärung über diese Dinge roäre interessant", denn„die zrvei Tage, die König Nikolaus inkognito in Wien verbringen soll, um Kaiser Franz Joses und den Grafen Aehrenthal zu besuchen", seien„mit Rücksicht auf ihr« möglichen Folgen die wichngften der Reise."(Seite 60b.) Nach dieser„Aufklärung" wird man jedoch in den abschließenden Dokumenten der Samn»lung vergebens suche»». Man stößt ball» hier, bald dort auf die Feststellung von Vermutungen oder Befürchtungen, aber nirgends auf die Feststellung von sür die Kriegs- frage entscheidend ins Gewicht fallenden Tatsache»». Aus soft allen Balkariländern und-ländchen werden Gärurrgen berichtet, die zum Krieg»rnt irgendeinem Nachbar führen können, aber n i r- g e n d s entschließen sich die Regiereirden, über die Polttik vor- sichtigen Abivartens und im stillen getroffener milllärifcher Sich«- rungen hinauszugehen. Zweifel über die Geftaltiurg der nächsten Zukunft herrschen bei den meisten Regierungen vor. Zwar haben die Jahre 1913 und 1914 in der Mehrzahl der Länder Koirflikte gezeitigt, die mll Ge- »vaU auf kriegerische Zusannnenstöße dieser mit anderen Ländern hindrängten. Indes hätte wenigstens Oesterreich, sofern es nur wollte, solche Zusamrnenstöße bequem vermeiden können. Zlber die Elemente, die in seinen oberen Regionen den Ton angaben, ver- hinderten das, da sie die Entscheidung auf Grund ihrer mit Sinn und Verstand in schroffem Widerspruch stehenden Ehrbegriff« trafen. Paul t»digkett zur Behauptung eines westlichen Polens— des Elsaß-Lothringens. Es ist das unfehlbarste Mittel, den kommenden Frieden in bloßen Waffen still- st a n d zu verwandeln, bis sich Frankreich so»vett erhott, um das verlorene Terrain herausznverlangen. Es ist das unfehlbarste Mittel, Deutschland und Frankreich durch wechselseitig« Selbst- zcrsleischung zu ruinieren.... Rehmen sie Elsaß-Lothringen, so wird Frankreich mit Rußland Deutschland bekriegen. Es ist überflüssig, die unheilvollen Folgen zu deuten. Schließen sie«inen ehrenvollen Frieden mit Frankreich, so wird jener Krieg Europa von der moskowitischen Diktatur emanzipieren, Preußen in Deutschland aufgehen machen, dem westlichen Kontinent friedliche Erttwickwng erlauben, endlich der russischen Revolution, deren EI«» mente nur eines solchen Stoßes von außen zur Entwicklung be- dlü-fen, zum Durchbruch verhelfen, also auch dem russischen zugute kommen... Die Verhältnisse werden sich aus großem Maßstab« entwickeln und vereinfachen. Wenn die deutsche Arbeiterklasse dann nicht die ihnen zukommende historische Rolle spielen wird, ist es ihre Schuld. Dieser Krieg hat den Schlverpunkt der kontinentalen Arbeiterbewegung von Frankreich nach Deutschland verlegt. Damtt haftet größere Perantworttichkeit auf der deutschen Arbeiterklasse," Marx hat den Krieg Deutschlands nach zwei Fronten voraus- gesagt, und eine patriotische Tat war es, den Versuch zu»vagen, ch Deutschland und Europa vor dem kommenden Weltkrieg zu bewahren. Das Braunfchlveiger Manifest des Ausschusses der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei wurde sofort von dem General Vogel von Vogelftein konfisziert, und es tzrsolgts gleichzeitig die Ver- Haftung der Ausschußmitglieder Bracke. Spur, Bonhorst, Kühs und dann des Zimmergesellen Dralle. Später teilte Vogel von Vogel- stein den, preußischen Innenminister Graf Fritz zu Eulenburg die Verhaftung Gleibsts in Hamburg, Jchann Jacobiz und Herbtgs in Königsberg mit. Und von Preußen geht»um die V e r f o l g u rkg aller der kühnen Bekenner einer wahren europäischen Völker- Verständigungspolitik aus. Namentlich ist der Berliner Polizei- Präsident von Wurmb die treibende Kraft bei der Verfolgung dieser Männer. Bereits am 14. September 1879 drängt der Berliner Polizeipräsident aus die Verhaftung Bebels und Lieb- k n e ch t s— und zwar in einem Schreiben an E u l e n b u r g. Dieser»vendet sich am 18. September an den Bundeskanzler Bis« m a r ck, um bei den sächsischen Behörden einen entscheiden- den Schritt gegen die Redakteure des„Volksstaat" zu veranlassen. Ein leitender Berliner Polizetbeamter, der Regierungsrat Goltz, durchs chnüffett die konfiszierten Papier« des Brounschwciger AuS- schusses, und er denunziert mm Bebel und Liebknecht wahrhette-. widrig als die eigentlichen Macher der Brauufchweiger Verständi- gnngspolitik. Er verleumdet Liebknecht förmlich als Agenten des Grasen Beust und der österreichischen Regierung. Der stell- vertretend« Bundeskanzler beauftragt den preußischen Gesandten von Eichmann in Dresden, die sächsischen Behörden zur Verfolgung der Bebel, Liebknecht und Hepner anzuregen. Daraushin wird der Staat sanuxilt von Leipzig vom sächsischen Justizministerium angc- wiesen, venneintlich« Ausschrettungen des„Bolksstaat" zum Gegen- stand gerichtlicher Verfolgungen zu machen. Das Material gegen die Redakteure des„Volksstaat"»st und bleibt aber äußerst dürftig und belanglos: das ist aus einem Schreiben des sächsischen Justiz Ministers Schneider an den Grafen Cuienbuxg ersichtlich. Aber- inals greift man nun auf die beschlagnahmten Papiere des Braun- 'chlveiger Ausschusses zurück, die besonders der Obergerichtsrot Hoppenstedt zu einem staatsrettenden„P r o m e m o r i a" »ugei? den Ausschuß und gegen Bebel, Liebknecht und Hepner ver- arbeitet hatte. In diesem Promemoria»vagt sich wieder die nichts- würdig« Verleumdung hervor, Liebknecht habe„vielleicht persönlich. ohne Mitwissen der Partei im Interesse und für Geld der Welsrn agitiert". Trotz dürftigster Prozeßunterlagen, die der Direktor des Be- zirksgerichts Freiberg, Stöckel, in Hannover und Berlin zusammen- geklaubt hatte, erfolgte am 17 Dezember 1879 die Verhaftung Bebels, Liebknechts und hepner». Die Haussuchungen bei den vermeintlichen„Hoch- und Landesverrätern" waren ergebnislos. Sofort beschuldigten die journa- listisch-polizettichen Werkzeug« der preußischen Regierung die ver- hafteten. Redakteure des„Bolksstaat", durch vorschnelle und unge- schickte Presseartikel gewarnt, die kompromittierenden Schriftstü� beiseitegesll)asst zu haben. Eine yeradezu gewissenlose Beschuidigung: denn unter den beschlagnahmten Papieren des Draunschweiger Ausschusses befand sich die ganz imime Korrespondenz Bebels und Liebknechts mit diesem Aidsschliß! Jeder u»i voreingenommene Leser dieser Geschichte der Ver- hastung Bebels, Liebknechts und Hepners wird sich unwillkürlich fragen: roeshalb betrieben die Wurmb, Eulenburg und Bismarck die Verfolgung dieser führenden Köpfe der jungen.Sozialdemo- kratischen Arbeiterpartei Deutschlands"? Nun, diese Partei hatte sich in ein Gebiet hineingervagt, das von der G e h e, m d t p l o- matte des Obrigkeitsstaates als ihre eigentliche Domön betrachtet wurde: sie halten den Friedensschluß zweier kämpfender Rationen zv einer Lebensfrage dlefer Völker gemachl, über die diese Rationen selbständig zn entscheiden hätten. Heber die Köpf« der annexionslustigen Diplmnaten und Militär» hinweg rief die junge Sozialdemokratische Arbeiterpartei nach einem deutsch-sranzösischen Ver st ändigungskrieden. Dae war in den Augen der militärischen und diplomatischen Zünftler leibhaftiger Hochverrat. Wie ko»mte sich der deutsch«„Untertan" erfrechen, die volle Souveränität des Volkes aus dem Gebiete der auslvärtigen Politik zu fordern? Bebel. Liebknecht und Hepner waren eben die unerschrockenen Borkämpfer einer Politik, die mit de»„arbettenden Brüdern" in allen zivilisierten Ländern gemeinsam gemacht werden sollte— einer großen Vülkerver st a n d i» nl» n g s p o l i t i k.. Und deshalb strengten die Organe des alte» Obrigkcttsslaates einen Hochverratsprozeh gegen sie an! Kleine üefpciclifimgfezi gfesren rüe Qßsunelheit In München haben sie ali'o, na wieso denn nicht, den Film „Frauen not— Fraucnglück" polizeilich verboten. Vor- qeschaben haben sie, der verdammten Preußen wegen, den ärztlichen Bczirksoerein München»Stadt: der hat gutgeachtet, daß die in dem Film dargestellten Vorgänge geeignet sind, Schädigungen der Gesund- hcit herbeizuführen. Diesen Fall bespreche ich mit meiner Freundin Cenzi, der Bräu- kellnerin.„Cenzi, oersteh'n Sie dos? Ich meine die Gesundhcits- schädigung?" Cenzi setzt zwölf Maß von ihrem Busen ab und auf den Tisch, läßt die Besteller warten und fragt erstaunt: „Etz: warum soll i dees nöt versteh», ha?� „Aber Cenzi, ich meine, wenn sich selbst ein Backfisch so was ansteht—" „I seh mir so was nöt an, i nöt, dees sag i Eahna glei, i fei nöt!" „Aber Cenzi! seit wann denn so gschamig!� ..Gschamig? Cht wer redt denn oo gschamig? Na, zweng der Gsundheit, davon is d Red!� „Sehn Sie, Cenzi, das gehört doch nun mal auch zur Gesundheit—* Cenzi lacht fröhlich.„Und obs zuaghört, de«», haha, und ob! Dees wenn ma nöt hält, unsereins, wos hättn mer nacha? Un da soll i mi lassn störn zwegn so an blecdn Film?� „Ader was Hot denn der Film damit zu tun, Cenzerl!" „Der? Arg vui hotr dadermit ztun, der Film, der damischel Frogns mei Franzi, mir wann ins Kuno gehn, nachher is er ganz bsunders nett, mei Franzi, bal er so a zünftig» Lübesfllm gfehgn Hot! Aber bal er fo ausgschamte Sachn dahier steht, so oo a Geburt und oo a Künd und so— da kriagtr Angst, mei Franzi, und nachher i» Essig!" Und Cenzi setzt die zwölf Maß wieder auf den Busen und stampft davon.' „Na, na, so a Film i? gegn die Gesundheit, dees sog i!" G.H.dl. Weiße fHäuse... Auf der Leinwand des Mozartsaales erstehen vor den Augen In furchtbarer Wirklichkeit die Schrecken des Völkermorden». Wahrend auf der Leinwand Menschen Handgranaten schleudern wie einst als man es tat, um die Glieder anderer Menschen zu zer» fetzen, während Männer in Erinnerung schwer aufstöhnten, Frauen im Gedächtnis an Hingemordete leise vor sich hinweinten, ertönte auf einmal wildes Geschrei, und Burschen, die meistens noch, während der Blulstrom Europa ertränkte, auf der„Front der Schulbank" saßen, schmissen weiße Mäuse unter die ergriffenen Zuschauer. Aufgehetzt von den Führern, für die der Tod von Millionen eine nationale Erhebung war. Heut« träumen st« in braunen Hemden mit dem Hakenkreuz aus der Brust von neucn napoleonischen Taten und— von Menschen, zu denen man wieder brüllen kann:„Vor- wärts! marsch, marsch!" Warum ist diesen..notkmalen Führern" dieser Film so un- angenehm? Der Film zeigt den Krieg, wi« et war... und das ist es. was fU aufbringt. Sie predigen von neuen Kämpfen und wollen nicht, daß Menschen vor dem Kriege ein Grauen empfinden. In den Spalten der nationalen Blätter gibt man immer mehr in wehmütiger Er- innerung dem furchtbaren Weltkrieg ein frisch-fröhliches Gesicht. Man schreibt Roman« von Heldentod und Heldenoerehrung. Dies« Leute haben ihr Aug« auf die Jugend geworfen, die nicht den Dreck der Schützengräben ganz Europas geschluckt hat. Der Kampfgeist der Jugend soll für neu« Kriege vor» bereitet werden. Da kommt auf einmal in die Pläne der Männer, die statt des Hutes den Stahlhelm trogen, ein Film. Ein Film, der der Jugend den Krieg zeigt, so wie er war, entkleidet aller Phrasen und Lügen. Da sieht man den Krieg als— Unglück jedes Menschen. Könnte nicht ein junger Mensch beim Anblick dieses Bildes denken: Nie wieder!? Es könnte doch«in junger Mensch aus der nationalistischen Trance, in die ihn die Blätter der Nationalisten versegt haben, erwachen?! So denken die Männer, die Herrscher über alle Braunhemden, Stinkbomben und weißen Mäuse. Und brüllen:„Den Kampfgeist lassen wir uns nicht nehmen!" Im stillen aber denken sie: ,„.. den Kälbern, die man für ein Schlachten vorbereitet, soll man nicht das Schlachthaus zeigenl" Deshalb schreit es von Rechts gegen den Film. Und das Volk? Ist es im Delidumzustand. so daß es weiße Mäuse sehend die Millionen Toten vergißt? dl. G. Ceuvibs�frlablep der 2*olii£k Es ist unheimlich grotesk. Ein Frontkämpfer, und das ist Remarque schließlich gewesen, kommt daher und sagt in Wort und Filmbild: Wir waren kein Christbaumbehang, sondern Männer, die außer Kameradschaft, Hunger und Durst kannten und denen sexuelle Bedürfnisse und Angst vor dem Tode nicht fremd waren. Da erheben sich die Nichtfrontkämpser— aus denen de- steht ja der jugendliche Anhang der Nazistunkmacher schließlich vorzugsweise— und sagen: Ihr seid doch Christbaumbehang gewesen!— und wenn ihr Schweinehunde länger das Ansehen der Nation besudelt, so schlagen wir euch die Visage ein... Di« Piychologi« kennt den, sprachlich allerdings nicht schönen, Begriss der Ichbezogenheit. Im politischen Leben gibt es die Nationbezogenheit. Allgemein Menschliches wird am Beispiel der Angehörigen einer Nalion demonstriert(denn in'rgend- einer Uniform müssen Soldaten ja stecken und irgendeinem Lande müssen sie angehören). Schon geht das stupide Gepolier los:„Er hat die Nation geschmäht." Es gibt einen Trost(wenn es nur einer wäre!) Die narionai« Mimosenhaftigkeit ist international- In seinem berühmten Kriegsbuch hat Remarque den deutschen Nationalisten auf die Hühneraugen getreten In seinem soeben erschienenen Rachiriegs- buch„Der Weg zurück" hat er zur Abwechselung einmal bei den Belgiern angeeckt Der Brüsseler„S o i r" hatte blindlings das Abdrucksrecht sür den neuen Remarque erworben. Bei der Lektüre stellte sich dann heraus, daß In dem Roman davon die Red« ist, daß nach Abschluß des Wassenstillstandes durch Belgien heimwärts marschierende deutsche Soldaten aus den Häusern beschosien wurden. Riesenaufregung beim„Soir"! Dicke Pathossäge...„Das An« sehen der Ration."... Verhinderung des Abdruckes. Jeder halbwegs informierte Mensch aus der Welt weiß(und Wichte es lange vor Remarque), ») daß die Todesgefahr den Menschen und sogar den Soldaten und sogar den deutschen Soldaten aus die Nerven geht, b) daß in militärisch besetzten Ländern mit Franktireurakten zu rechnen ist. Jeder weiß es... niemand findet im Grund« etwas dabei... aber wehe, wer es ausspricht! Die sexuelle Tugcndheuchelei hat an Feld verloren, die nationale Tugendheuchelei ist noch im besten Schwünge. Nationalisten—: die Courths-Mahler der nationalen P o l i t l t l Hier und in Belgien und überall. H. B. ftseudcrealislen Wer ist ein Realist? Der die Ereignisie des öffentlichen Lebens durch die Fettdruckzeilen seiner Zeitung und durch die Wochenschau seines Kinos in die Kartothek seines Gehirns aufnimmt— unver- arbeitet, aber sauber und peinlich genau? Da stehen sie geordnet nebeneinander, Legriffe:„Hilfsakuan",„Sparmaßnahmen", „Hunger",„Winter". Sehr gesittet und sehr tot warten sie auf den Augenblick, da der Karteiverwalter einen von ihnen hervor holt- um sich seiner im Gespräch zu bedienen. Wer über eine Sache schwätzt, hat nur den Begriff— und darum ist er ein Phantast zu nennen. Wer aber leidet, hat die Sache selber. Wer Hunger hat. wird längst nicht so gewandt über den Hunger reden, als der, der nur den Begriff des Hungers kennt und ihn nach allen Richtungen auszudeuten weiß— in feinen soziologischen, politischen, wir. schaftlichen Folgen. Und doch ist der Hungrige der einzig wahre Realist des Hungers! Real empfinden ist unmöglich ohne Empfindung von der Sache selbst, lieber«inen I Severings Hilfsaktion bedeutet. Mßstand kühl und nüchtern reden,«est er nicht das eigen« Wohl- ergehen betrifft—, das ist Pseudoreallsmus. Mitunter gelingt es der Wirklichkeit, mit klingendem Finger an verknöcherte Begriffe zu klopfen und für«inen Augenblick neues Leben hervorzulocken: Der Pseudorealist sieht sich der Realität gegenüber und fühlt sich beschämt. Wenn die Nationalsozialisten im Sprechchor brüllen, was sie selber ebensowenig verstehen wi« ihr staunendes Publikum, so weiß jeder, was er davon zu holten hat. Einen ganz anderen Eindruck aber machte es auf die Pasionteu Unter den Linden, als plötzlich, nah an der Universität, zwei Sipos mit zwei Ii stierten um die Ecke geschwenkt kamen. „Da ist wohl wieder Hakenkreuzstudentenkrawall?" sagte eine Dome neben mir ängstlich. Diese Dam« hatte nicht den geringsten Wirklichkeitssinn. Aus hundert Me.ern Distanz war erkennbar, daß es sich nicht um HiUer- Studenten, sondern um wirklich hungrige Menschen handelte. Es war ein merkwürdiger Anblick— diese blassen, er- regten Gesichter, dies« schlechtgekleideten Gestalten Unter den Linden! Es war ganz ofsensichtlich, daß sie nicht aus Radaulust, sondern aus Hunger demonstriert hatten. „Mein Gott.. sagte die Dam« neben mir.„sie sehen aber wirklich hungrig aus, diese Leute...* Und zum ersten Male im Leben dieser Bürgerin siel ihr die Kartothek im Köpfchen durcheinander. Eine Ahnung von dem Sinn aller Organisation, von den Gründen der Ausschrei.ungen, Plünderungsversuche, von den Hintergründe» der Gegenwart... erschütterte ihre Pseudorealitöt. Und mit dieser kleinen Beobachtung soll nichts für die Krawalle gesagt sein, sondern es soll nur die Vermutung ausgesprochen wer'cn, daß diese Dame deutscher Nation jetzt wahrscheinlich begreist, was l. tt. e Buch Erich 9i&Uner: Ein Wann gibl Auskunft Dieser Mann, der Auskunft gibt, ist Kästners dritter Gedicht- band. Obgleich er in einem anderen Verlag erschienen ist als die früheren(Deutsche Verlagsanstalt. Stuttgart, Berlin), ist doclf die Ausmachung und der Ton der Gedichte so ziemlich derselbe, und da», was uns in.Herz auf Taille" begeisterte, wirkt hier schon schwach und schwächer. Einmaliges Befahren einer eingleisigen Strecke kann ein großes Erlebnis sein, aber wcnn man dann wieder zurück fährt und wieder hin, genau denselben Personen und Dingen noch einmal begegnet und den Rhythmus schon auswendig kennt, dann wirkt es ermüdend. Man kann die Sachlichkeit und die sachliche Form bis zu einem Punkte steigern, wo sie ihre Wirkung verlieren. Aber an dem Mißstand ist unsere Zeit schuldiger als der Dichter, der trotzdem zu den besten modernen Lyrikern gehört. Seine Lyrik wurzelt im Erleben des heutigen Menschen, in der Nüchternheit der geschäftlichen Routine, in der Tauber-Romantik einer ziemlichen Mehrheit, in der guten Stube und den Ueberbleibseln bürgerlicher Behaglichkeit und der Banalität der Sonn», und Wochentag« 1930. Am Ansang dieser Dichtung steht der Weltkrieg. Di« alte beruhigende Schönheit ist tot. Dann Revolution. Inflation. Kinder werden furchtbar wissend, alte Leute kindisch. Es stimmt etwas nicht, es ist etwas passiert Keiner weiß richtig was, aber man fühlt sich unbehaglich. Was ein Mensch zwischen Mittagesien und Abendbrot denkt, wird wichtig. Di« Lyrik wird zu einem Bericht von Tatsächlichkeiten. Ihre Trauer ist nicht mehr pathetisch, sondern sie ist ein Weinen, das leise peinlich wirkt. die Liebe tut so, als ob sie nicht mehr sentimental wäre, und weil alles so dumm, so groß und so unendlich ist, und man sich aufhängen müßte, wenn man alles ernst nehmen wollte, so gießt man dein Ganzen einen Kübel Ironie über den Kopf und findet sein Gleich- gewicht wieder. So sind die besten Gedichte von Kästner. Und aus die kommt es an. Lepper. Ein SEuchlhausroman Werner Scheffs Roman:„Aufruhr in Krane- b erg"(Wilhelm Goldmann Verlag. Leipizg), in desien Mittelpunkt der Ausstand von Zuchthausgesangenen steh!, ist kein Anklogebuch im Sinne so vieler heuliger Tendenzromane. Nicht Mißstände be- stimrnter Einrichtungen wollte der Verfasser aufdecken, sondern, indem er die Revolte in einer nach modernen Begriffen muster- gültigen Strafanstalt entstehen ließ, oerlrg e«r den Schwerpunkt in das psychologische Geschehen. Der bei einem Einbruch ertappte Held ist infolge eines Justizirrtums zugleich als Totschläger ver- urteilt worden. Not und die Wirren der Zeil haben ihn zum Der- brecher werden lasien. Die Verzweislung über erlittenes Unrecht und die Solidarität mit seinen Mitgefangenen, die chn. den herku- lisch gebauten Mann, zum Ansührer wählen, rufen in ihm Gefühle des Heroismus und. wie der Verfasser an-rschü-terndeii Beispielen zeigt, der sittlichen Größe wach, die den Alltagsverbrccher weit über seine Umgebung hinausheben. Das menschlich und sozial Wichtige an diesem fesielnd geschriebenen Buch ist das Bemühen des Autors, das Schicksalhafte im Wesen des Verbrechers zu entwirven, seine, durch die Verhältnisse verschüi ete Sittlichkeit sich an einem großen Konflikt aufrichten zu lasien. So wird der Roman dennoch, ohne daß eine Absicht bemerkbar wird, zu einer wuchtigen Anklage gegen die bestehende Gesellschaftsform. L-uI Gut mann. Rät seh Ecke des„Abend" emiiuuiiiimminimimuMRuuumiuvHiinuuitiiomuunatiiMniiMUUiUhiiudiüwuiuammiöBiiiiiuuMiiimujaiiijnmiMmuiiiiniiiniimiiinmmmnumiiiiuimiiuiraör Kreuzworträtsel Waagerecht: 1. Schauexer ieren. 8 tö- richjer Mensch: 10. Prä- Position: 12 hinweifendes Wort: 13 Milli. ampdr«: 14 Sorge: 16. Teil des Hauies: 17. geistesgeflört: 18 geo- graphische Bezeichnung: 19 französischer Artikel: 20 wie Nr. 12: 22 französische Präposition: -3. buddhistischer Prie- ster; 23 Raustier.— Senkrecht: 2 Präposition: 3 Fahrzeug: 4 Papageienart: 6 Mediziner labgekürzt): 6. Vokal: 7 Insel der Philippinen: 9. Quäle- rei: 11. Schauspiel von Ibsen: 13 Verbrechen: IS. gebräuchliche Abkürzung für Treppe:>6 englisch zu: 20 Sohn Jakobs; 21. Be- Hörde: 23. jranzosischer Artikel: 24 Umlaut.- 1— Main 2— Havel 3— Donau 4.— Mulde 5.— Werra 6.— Warnow An Stelle der Striche vor den Flüsien setz« 8— Allcr�� man den Namen einer Stadt, die an dem be- 9.— Elbe treffenden Flusie liegt. Die Anfangsbuchstaben 1?' H Neckar � Don oben no<� unten gelesen, nennen 12.— Elbe eine Werkstätte sür modernste Verkehrsmittel, ad. 13.— Oder >4.— Wupper lö— Saale Treppenrä'sel. Die Buchstaben a»»dckckck«»s«ovd iijiicllmwvvnrlvooprrrrrrs s t t. u v v v sind so in die Figur einzuordnen, daß die waagerechten Reihen ergeben: 1. Konsonant: 2 Fluß in Asien: 3 Wild: 4. alkoholisches Getränk: 5 Schiffszubehör: 6 holländische Käseart: 7. Wildart: �8 italienische Kolonie in Afrika: v. 1—�— deutscher Dramatiker. Die vor- berste Senkrechte ergibt dann s j| einen Ratgeber für seden ziel, bewußten Sozialisten. pt, Geographisches Räisel. Karreerätsel. iStl'tzllch geschürt.) I Zede Zahl der zu erratenden Wörter entspricht einem Buch- stoben, der in das mit der gleichen Zahl bezeichnete Karree einzutragen ist.— Die Buch- stoben, von l bis 81 fortlaufend gelesen, ergeben ein Wort von Shakespeare- Bedeuiung der einzeln n Wörter: 1 Meer- säugeticr 1 18 13: 2. Fluh in Rußland 9 8 4 24: 3. sprach- liches Ausdrucksmittel 10 11 3 32; 4 lkandinaoisches Reich 6 30 12 14 26 23 40 22; S Höchstleistung 19 43 48 46 27 42: 6 Auerochs 17 2 7 47 i8 32; 7 asiatisches Reich 8 44 23 18 50 48; 8 kleiner Flecken 33 8 21 13 26 38; 9 kleines Raubtier 29 13 82 37 16: 10. Handelsgut 36 34 41 40; 11. Erntegerät 20 43 49 85 47; 12 europäischer Strom 39 50 2 30 31 6 S 13: 13. Rückstand von Wunden 51 18 3 25 26. r. Oer Schlauberger Der Geldmonn vier, daß sein Einszweidrei Mit Steuern hier ganz überlastet sei. „Das einzig« Mittel ist Einszweidreivier. Was schiert mich der Staat, erst ich und dann ihr!" Er ergriff die Vier, als mai- es entdeckt. Im einsamen Drei hält er sich versteckt.«p. Auflösungen in der nächsten Rätselecke. Auflösungen der letzten Rätselecke Silben- Kreuzworträtsel. Waagerecht: 1. Buch» diucker: 3. Rooember: 8. Linse: 6 Berlin: 8. Kondor: 9. Tein: 11. Bisum: 12. Terrain. 13. Georg; 14. Fauna: 15. Enos: 16. Tirol: 17. Sender: 18. Trio; 19. Hausschaf: 20. Nagel; 21. Tender; 22. Schule; 28. Senne; 29. Gest«: 30. Germinal; 31. Sinfonie.— Senkrecht: 1. Buchs«: 2. Kerze: 3. Notar: 4. Berber; 5. Linde: 7. Sinnen; 8. Konsumgenossenschaften: 10. Jnternarionale: 23. Besen; 24. List«: 26. Neger; 27. Kanal: 28 Bassin: 29. Genie.— Silbenrätsel: 1 Elias; 2. Sinai; 3. Betttuch: 4. Zrene; 8. Lombardei: 6. Dahlien: 7. Eisenach: 8. Tara: v Eger: 10. Zn- sluenza: 11. Nautik: 12 Talent: 13. Adele; 14. Leiter; 18. Efendi; 16. Nauen; 17. Tigerpserd: 18. Sellerie: 19. Zsegrim 20. Cham- pignon»; 21. Internat: 22 Notar; 23. Domino: 24. Eigentum; 28. Roland: 26. Seile. 27. Teilhaber; 28. Znstan,; 29. Laterne; 30. Lorelei: 31. Esfckk.—„Es bildet ein Talent sich in der Stille, sich ein Charakter in dem Strom der Zeil." Wagisches Quadrat: 1. Löhe, 2. Ljel, 3 Beil, 4. Ella. Scharade: Bernstein. Die Angler wollen streiken wenn die Fischer die Angelkarten immer teurer machen Wir haben an dieser Stelle schon des öfteren Beispiele gegeben, welchen Schikanen die Sportangler durch die Bcrufsfischer- organifationen ausgesetzt sind.„Der frei« Angler", das Organ des Arbeiteranglerbundes Deutschland, bringt in gewissen Zeit- abständen Dokumente über Fischereigerechtsam«, die von den Berufs- fischern auf Grund uralter Privilegien als Rechtsgrundlage für das Vorgehen gegen die Sportangler benutzt werden. Dabei wird von den Berufsfischern geflissentlich übersehen, datz beim Erlaß der Frschereigerechtsame viel mehr an die Fischerei als Zeitvertreib denn als Broterwerb gedacht war. So sagt ein Dokument, das im Jahre 125 3 ausgefertigt wurde und heut« noch Gültigkeit hat: „Wir haben allen gemeinsam das freie Recht verliehen, in der Oder oberhalb der Stadt Frankfurt stromaui bis zu einer Meile und stromab bis zu einer halben Meile zu fischen, zu ihrer Erquickung nicht aber gewerblich, daß sie etwa Fisch« verkaufen." Die Berufsfischer hoben im Verlauf der Jahrhunderte es»er- standen, sich das Recht zu sichern, Angeltarten für Sport» fischer zu horrenden Preisen ausgeben zu dürfen. Si« stützen sich dabei immer noch aus ihre alten Privilegien. L«id«r gibt es viel« Sportangler, die auf Grund ihres großen Geldbeutels jeden erdenklichen Preis bieten, nur um«ine Angelkarte zu be- kommen. So sind beispielsweise in der Nähe Berlins an einem ganz unscheinbaren See von Berliner Anglern für eine Ang«l- karte 100 Mark geboten worden: am Scharmützelsc« wird heute noch für d i« Ka rte 300 Mark ausgegeben. An den Gewässern bei Ncubrück kosteten früher die Karten, eh« der Arb«iterangl«rbund die Pacht übernahm bis zu 5 0 Mark dos Stück. Die Köpenicker Innung verlangt feit Jahren für die Karte 20 Mark. Man kann feststellen, daß«twa 20 Mark der Durch- schnittspreis für ein« Jahreskarte ist. Dazu benötigt der Sportangler den polizellichen F i s ch e r« is ch e i n, der vor 1923 kostenlos aus- gestellt wurde, jetzt aber nach der Gebührenordnung für Inländer 2 Mark, für Ausländer 10 Mark kostet. Dazu kommen für den Sportangler, der zum überwiegenden Teil der arbeitenden Be- oölkerung angehört, die Unkosten für die Sportausrüstung, Fahrgeld und in viel«» Fällen für Uebernachtung. An der Oder wird an vielen Stellen der Kauf einer Buhnen- karte verlangt: neuerdings hat man sogar Deich karten «ingeführt, so daß der Angler einen Neinen Musterkoffer nötig hat. um nur alle Ausweise mit sich führen zu können. Wer vom Kahn aus angelt, ist durch Bestimmungen gezwungen. 20 Meter weit vom Schilf abzubleiben. Ein ganz findiger Berufssischer verlangte, daß Angler aus der Havel sogar 75 Meter vom Schilf entfernt erst ihren Kahn festmachen dürfen, d. h. mit anderen Worten, daß der Sportangler mitten in der Schissahrtsstraße sitzt, wo er von der Schiffahrt bedroht ist und außerdem natürlich nichls fängt. An der Unterhaoel geht das Bestreben der Berufs- fischer dahin, die bisher privat ausgegebenen Angelkarten im Betrag« von 5 bis 12 Mark verschwinden zu lassen und an ihrer Stelle eine Einheitskart« auszugeben, die nicht zum Hechtangeln berechtigt, dafür ober 20 Mark tosten soll. Eine Dorständekonferenz der Sportangler an der Unterhavel hat kürzlich den Beschluß gefaßt, unter diesen Umständen kein« Angelkarte zu nehmen. Es wird totsächlich Zeit, daß sich auch der Staat einmal darum kümmert, wie an staatlichen Gewässern von den Berufsfischern aus Grund verstaubter Privilegien „neuzeitliche Wirtschaft" getrieben wird. 5000 Kilometer zu Pferde Eine Reiiersiatfel der 50 000 Eine der gewaltigsten Veranstaltungen zur Propaganda für den Reitsport ist die Große R e i ch s- R« i t e r st a s e t t e, mit der das»Jahr des Pferdes" abgeschlossen wird. Der Stafettenritt führt in mehreren Armen durch ganz Deutschland. Er verbindet die Süd- grenze am Bodense« mit der Stadt Flensburg In der Nordmark, ferner das Saargebiet und die Pfalz mit den ostpreußischen Städten Lyck und Tilsit. Von Beuthen aus läuft ein Arm durch Schlesien und Sachsen, um sich in Halle mit der Strecke Bodensee— Flensburg zu vereinigen. Die sechs Stafettenarme laufen nicht in gerader Linie, sondern es werden, um die wichtigsten Städte und Landesteil« zu berühren, wiederHoll Umwege geritten. Tag und Nacht sind die Reiter unterwegs. Am Sonnabend früh um 8 Uhr begaben sich in Lörrach in Baden und von der Saargrenze aus, sowie mittags 2!� Uhr in Beuthen von der polnischen Grenze aus Mitglieder länd- licher Reitervereine mit Botschaften an die Städte und Landsleute auf den Weg nach den entgegengesetzt liegenden äußersten Grenzen Deutschlands. Die Ablösung der einzelnen Reiter richtet sich nach den Schwierigkeiten der Strecke. Zieht man in Betracht, daß die Träger des Stabes meist von ganzen Reitertrupps begleitet sein werden, so kann man mll einem Gesamtaufzebot von 50 000 Reitern rechnen, die durch die große Staffel in Bewegung ae- setzt werden. Am Sonntag früh erreichte die in Lörrach abzesandte Stafette Tübingen und war nachmittags nach Passieren von Göppingen und Ansbach in Nürnberg, von wo sie ihr Weg weiter nach Hof und dann durch Sachsen nach Halle führen wird. Die von der Saararenze gestartete Stafette befand sich Sonntag früh in Darmstadt und Frankfurt a. M., nahm dann den Weg über Gießen und Wetzlar nach Koblenz, das nachmittags erreicht wurde. Die Beuthcner Stafette wurde nachts durch Breslau getragen, er- reicht« frühmorgens Liegnitz und Bunzlau, von wo es weiter- nach Reichenbach und Bautzen ging. Von Halle aus setzt diese Stafette am Montag vormittag zusammen mit den aus dem Badener Land kommenden Reitern den Weg bis nach Flensburg gemeinschaftlich fort. Eidic-Kopenick im eigenen Heim Ein besonderes Kulturwerk in d«r Arbetterfportbewegung möchte man das bezeichnen, was der Turn- und Sportverein Eiche-Köpenick vollbracht hat und was er dieser Tage seinen zahlreich erschienen«» Mitgliedern. Freunden und Gönnern bei einer Einweihungsfeier vorführen konnte Aus eigener Kraft und durch Selbstarbeit haben die Mitglieder sich aus ihrem Sportgelände ein eigenes Heim geschaffen, auf das der Verein und die Arbeiter- fportfteunde mit Stolz blick«» können. Sind seine Sportanlagen, die in der Turn- und Sportbewegung dank der rührigen Arbelt des Vorsitzenden Hosmann im ganzen Reiche als vorbildlich an-., erkannt sind, schon als eine Großtat im Arbeitersport zu bezeichnen, da alles, was geschaffen wurde, nur durch Selbstarbeit in Taus«n- den unbezahlt«? Arbeitsstunden entstanden ist. so muß man als Krone das setzt vor den Mitgliedern entstandene Klubheim be- zeichnen. Durch Erwerbslose des Vereins hergestellt und durch Förderer unterstützt, hat sich der Verein einen Unterkunftsraum mit Küchenanloge, einen Vereinsraum von etwa 75 Quadratmeter Größe nebst einer Waschanlage und anderer Nebenräume geschaffen. Das Ganz« ein Werk wirklichen Gemeinschaftsgeistes und bester Gemeinschaftsarbell.«_ Feste aller Art Es war ein fröhlich Völkchen, das sich zum Winterfest der Wassersportler im 1. Kreis des Arbeiter-Turn- und Sport- bundes in der Neuen Welt eingefunden hatte. 3000 Sportler und Gäste auf dem Parkett zu versammeln, ist immerhin keine Kleinig- keit— ein Wagnis war es, das aber den Managern glänzend gelungen ist. Man sprach davon, der Zweck wäre gewesen, ein Loch, das die verregnete Regatta in der Kasse gerissen hatte, zuzu- stopfen. Das dürfte mit einigem Erfolg gelmigeli(«in, doch man soll nicht indiskret sein! Fred Bird, vom Rundfunk bekannt, hatte mit seinem Orchester größere Ausdauer als manche Tänzer. Paul Grätz begegnete Schwierigletten in der Ueberwindung des Riesen- raumes, doch Elaire Waldorf hatte die größere— Lungenkrast. Für einige Stunden Ablenkuug von den Tagesforge»— es dürste gelungen seinl Das Fest feines zwanzigjährigen Bestehen« feierte der Ortsausschuß für Leibesübungen und Jugendpflege Wilmersdorf im Diktoria-Gartcn mit künstlerischen, wrnerischen und sportlichen Darbietungen. Freunde, Gönner der juqendpslege- rischen Arbeit, viel offizielles Publikum und sehr sehr viel Jugend waren es, die Rückschau hiellen auf das. was geleistet wurde: für das Weilerstreben wird die Jugeitd sorgen. Bein, Volkstanzfest im neuen Saal stellte man die Tänze in(bewußtem?) Gegensatz zu der modernen Tänzern beim Festball. Der Bezirk Stralau der Freien Turnerschaft Groß-Berlin hatte sein Winterfest bei Schonerts mit der Weihe seiner schönen Fahne verbunden. Sportler aus dem Parkett und auf der Bühne bei Tanz und Turnerei,»ine sehr freundlich gestimmte Festrede Franz Künstlers— des„Freundes der Ar- beiterfportler"— und Meisteroorträg« des Ebert-Manz-Ouartetts, das war das Fest, wie es nach dem Wunsch aller sein sollte. Zur Wintersport-Olympiade Die Ausscheidungen in Johanngeorgenstadt Di« Vorarbeiten für die wintersportlichen Olympia» Ausscheidungskämpf« der Arbeitersportler am ersten und zweiten Weihnochtsfeiertag in Iohanngeorgenstadt sind im-' vollen Gange. Mit dieser Veranstallung findet gleichzeitig die Weihe der neuen Sprungschanze statt. An den Ausscheidungskämpfen nehmen außer den Mitgliedern des Arbeiter-Turn- und Sportbundes auch die Mitglieder der„Naturfreunde" te'l. Trotz kurzfristiger Ver- legung des Ausscheidung- orte» hofft der Hauptausschuß auf«ine glatte Abwicklung der Beranstallung. Soweit die Wettkämpfer des Arbeiter-Turn- und Sportbundes in Frage kommen, erfolgt die Teilnahme vollständig auf eigen» Kosten. In der Hauptsache werden nur Masienquartiere zur Ver- fügung stehen. Privatquartiere nur in beschränktem Umfange. Für das Massenquartier ist pro Nacht 1 M. zu entrichten und der Betrag gleichzeitig mit der Quartiermeldung einzusenden. Ueber die Be- Zahlung der Privatquartiere gibt der Obmann des Quartieraus- fchusies, Kurt Keller II, Iohanngeorgenstadt, Schwarzenbergftr. 8, an den alle Meldungen und Zahlungen zu gehen hoben, Auskunft. Bei Quartierbestellung ist die Art des Quartiers und sie Zahl der Wettkämpfer mit anzugeben. Schlafdecken und Waschutensilien nach Möglichkeit mitbringen. Ein« Anzahl neuer Schlafdecken kann gegen eine Sicherheitsgebühr von 3 M. pro Decke entnommen, evtl. als Eigentum behalten werden. Das Festabzeichen kostet 50 Pfennig, für Arbeitslose 30 Pfennig. Am 24. Dezember befindet sich der Haupt- und Quartierausschuß im Ratsstübel des Rathauses, ab 25. Dezember in der„Farbmühle". Internationales Eishockcy-Turnicr Das nächste E i s h a ck« y w o ch e n e n d« bringt das erste T u r n l e r der Saison. Diesmal werden gleich zwei ausländische Mannschaften, nämlich das Team der Universität Oxford und der tschechische Meister La w n- Te n n i s c l ub Prag am Start erscheinen. Die einheimischen Farben werden durch den Berliner Schlittschuh-Club und«ine Auswahlmannschaft des Brandenburgischen Eissport-Berbandes ver- treten. Dos Turnier wird an drei Togen, Sonnabend. Sonntag und Montag abgehalten. Es spielt jede Mannschaft gegen jede, so daß an jedem Abend zwei Spiele zum Austrag kommen. Der Sieger wird nach Punktwertung ermittelt. Der Zell entsprechend sind die Preise teilweise ermäßigt worden, so daß schon von 1 Mark an der Eintritt ermöglicht wird. Hochdetried auf dem Nürburgring Die im Westen des Reiches gelegene Autoren»- und Prüfungsstreck«, der Nürburg� ing bei Adenau im Rheinland, wird im nächsten Jahre in verstärktem Maße von den Motorsportoerbänden in Anspruch genommen werden. Neben verschiedenen kleineren Veranstaltungen sind sieben bedeutende Wettbewerbe auf der idealen Rennstrecke vorgesehen. Von diesen stehen vier terminlich bereits fest, und zwar die 14-t-Stunden-FahN für Mo.orräder des ADAC. vom 13. bis 19. April, der Große Motorradpreis von Deutschland am 5. Juli, der Große Autopreis von Deutschland am 19. Juli, so- wie die für die Zeit vom 22. Mai bi» 4. Juni angesetzte 10000- Kijometer-Fahrt �»es AoD, die in einem Teilabschnitt ebenfalls über den Ring führen soll. Dazu kommen noch das traditionelle Eiset- Rennen des ADAE., ein Mcisterjchastslaus für Solo- und Beiwagen- Maschinen und endlich die vom ADAC, geplante 144-Stunden-Fahrt für Typenwogen, wie die internationale Bezeichnung für serien- mäßige Tourenwagen neuerdings lautet. Internationale Motorboot'Rcgaftcn 1931 Da» ständige Büro der Union International« de Aachting Auto. moblle, dessen Sitz sich in Brüssel befindet, bestätigte die von Sir Henri S e g r a v e bei seiner Todesfahrt am 13. Juni 1930 aus dem Windermere-Se«(England) mit seinem Rennboot.Miß England II" erzielte Leistung von 158 802 Stundenkilometer als neuen Ge- schwindigkeits-Welttekord. Außerdem wurde jetzt auch der Ter- m i n k a l e n.d e r für die nächstjährig« Motarboot-Rennsoison auf. gestellt. Wie schon in den letzten Jahren ist u. a. auch diesmal die internationale Regatta auf dem Templiner See bei Pots» dam berücksichtigt worden, und zwar für die Zeit vom 4.— 7. Juni. Kleiner Sport von überall Die Abteilung Neukölln der freien Arbetkec-Schachvereinigung Groß-Berlin" veranstallet Freitag, 12. Dezember, 20 Uhr, Boddin- straß« 10, bei Grimm, einen Schachwerbeabend. Alle Freunde des Schachspiels sind herzlichst eingeladen. Di« Veranstaltung bietet einen Vortrag über Endspiele, Simultanspiel und Blitzturnier. Der Freie Sportverein Reinickendorf- West«eilt mit: Um anderen Gerüchten entgegenzutreten, geben wir nochmals den in der Ver- einsversammlung gefaßten Beschluß bekannt. Die Turnzeiten sind: Montag und Donnerstag von 20 bis 22 Uhr, Frauen und Jung- mädchen. Dienstag und Freitag von 20 bis 22 Uhr, Männer und Jugendliche. Turnhalle: Schule. Auguste-Viktoria-Allee 36. Vortragsabend im DAC. Direktor Brugger spricht Donnerstag. 11. Dezember, 20 Uhr, im Rahmen der Vortragsabende des Deutschen Auto-Clubs in dessen Klubheim. Hardenbergstraße 18, über die wichtigsten Versicherungsfragen für den Kroftfahrzeugbesitzer. Gäste herzlich willkommen, Eintritt frei. Sportbcrotungsstellen in Köpenick. Die vom Bezirksamt Köpenick vor Jahresfrist eröffneten sportärztlichen Bc- ralungs stellen erfreuen sich einer immer regeren Jnanspruch- nähme. Durch die sportärztlichen Beratungsstellen ist jedem Sport- liebenden die Möglichkeit gegeben, nach einer vorausgegangenen eingehenden körperlichen Untersuchung die besondere Eignung für die eine oder andere Sportart feststellen zu lassen. Im Verwal- tungsbezirt Köpenick bestehen zwei solcher Stellen, und zwar Köpenick, Rathaus. Zinuner 23, für die Ortsteile Köpenick, Grünau, Bohnsdorf und Schmöckwitz Montag» von 17H— 18% Uhr, die Beratungsstelle in Friedrichshagen, Friedrichstraße 88, für die Ortsteil« Friedrichshagen, Rahnsdorf, Wilhelmshagen und Hessenwinket Mittwochs von I7%— 18X Uhr. Die Inanspruchnahme ist kostentos. Der Polizet-Sportvereia Berlin hat während der Wintersaison auf dem Gelände des Stadions, Ehausscestr. 95, gegenüber der Unter» grundbohnstation Schwarzkopfstrahe, eine erstklassige Eisbahn von über 10000 Quadratmeter eröffnet. Er hat für alle Annehm- lichteilen, wie gute Restaurationsräum«, zweckmäßige Garderobe, Eislauflehrer. Verkauf und Verleih von Schlittschuhen und gutes Konzert gesorgt. Lunge und Sport. Das gewöhnliche Fassungsvermögen der Lunge beträgt etwa 3350 Kubikzenttmeter. Es tonnte durch Messungen nachgewiesen werden, daß bei den Schwerathleten diese Fassungskraft sich auf 3950 Kubikzentimeter erhöht. Bei den Fuß- ballern sind es schon 4200, bei gutern Turnern 4300, bei Leicht- athleten 4750, bei Boxern 4800 und bei Schwimmern 4900, die Fassungstraft der Lunge wird bei den Ruderern auf 5450 Kubik- Zentimeter gesteigert. Kommunisten als Koasumseinde. Daß die„JG.", der tom- munistische Sportoerband, genossenschastsfeindlich wirkt, verwundert nicht, aber wie um die Gunst anderer Genossenschafts- feinde gebuhlt wird, verdient festgehalten zu werden. In Rohr (Württemberg) hat sich dt« dortige JG.-Ortsgruppe der Natur- freund« ein« dem Reichsverband des Touristenvereins.Die Natur, freunde" unterstehende Bodeonlag« widerrech lich angeeignet und wünschte von der Gemeindevertretung, daß diese die für die Retchs» leihmg übernommen« Bürgschaft aus die JG.-Leute überträgt. Der kommunistisch« Gemeinderat©Upper als Vertreter der JG.- Interessen versuchte die Vertreter des Gewerbevereins mit folgenden Ausführungen für diesen Plan zu gewinnen:„Wer macht die Ge- werbctreibenden kaputt? Die, die ihre Sachen im Konsum holen, oder wir, die ihre Einkäufe bei den hiesigen Gewerbetreibenden decken?"— Wir sagten schon oft, daß die JG. mit zu den besten Stützen des Bürgertums zählt. » Bunde skatender 1931, herausgegeben vom Arbeiter-Turnvertag A.-G., Leipzig, Fichtestr. 36. Hell und schmuck ist sein Einband. Die Titelpressung weist auf das Ereignis des kommenden Jahres hin: das 2. Arbeiter-Olympia in Wien.— Der Inhalt bringt neben dem übersichtlichen Kalendorium, das Raum läßt für wichtige Terminnotierungen, viel Wissenswertes für jeden Freund der Ar- belierfportbewegung. Tabellen lasten die Zahl der Bundesvereiu« ab 1914 erkennen, und führen die Mitgliederziffern aller Krelse für 1930 besonders an. Dem Kapitel„Unfälle" und„Lehrgänge an der Bundesfchule" sind besonder« Aufsätze gewidmet. Fußball-, Handballspieler und Wassersportler finden in umfangreichen Zu- sanmrenstellungen besondere Erwähnung und die Liste der Bundes- Höchstleistungen vervollständigt den sportlichen Inhalt. Besonders erwähnenswert ist aber, daß der Kalender auch interessante Mit- teilungen über den Allgemeinen Deutschen Gewerkschastsbund, die International? Gewerkschaftsbewegung, eine Tabelle der SPD.- Stimmen und Abgeordneten seit der 1. Legislaturperiode(1871) des Reichstags bringt.— Das Adressenmaterial der 19 Kreis«, der Landessportkarielle und der Zentraltommission wird nicht nur den Funktionär, sondern auch jedes Bundesmitglied interessieren. Arb»it«r.LichtbIld.B»Nd, VSitignipiwn de, T?..Die D!at»»z«l»de-, St«,»-»»»»»«. Montag. 15. De�mder, 20 Uhr. llobonnioftt. 15. Von Schnce- aufnohmen.— Photo Osten, ssrritag, 12. De, emher, 20 Uhr, tzriedrich-Ebert- ®aal de» Iugendhelme» frankfurter Allee 507. Die Photooptlk.— Photo etorden. Donnerstag. 11. Dezember. 20 Uhr, Phnstleimmer der weltlichen Schul« Pank- Ecke Wlcfenstrahe Weltdeeoerbt Nachtaufnahmen.— Photo ReuloNn. tzreitog, 12 Dezember, 20 Uhr. Iuqendheim Berastr. 29, gimmcr 1.— Photo Mitte. Diens'ag, 10. Dezemder, 20 Uhr, Dunkcltammer, Iolmnnisstr. 15.— «aturfenndc, Photoqru-pe»iipeuick. Donuerstaa, 20 Uhr, bei Dalle, Berlin- Bohnslorf, Lefchw-Herstr. 0«.— Pedeiterphotogild« Berlin. Freitag, 12. De. «mber. A) Uhr. Jugendheim Litrhenstr. 4. Praktisch« Regalivre tusche.—«e- deiter-Lichtbildne« Spandau. Montag, IS. Dezember, 20 Uhr, Agfa-Bortrag. Jugendheim Liudenufcr 1. tzrete Nanu-Unlon Eroh-Berlin,». P. Abt. Oberspree: Donnerstag, 11. De. zember, 20 Uhr, Borftgnhsstllung Im Rtstaurgnt..stur Eiche", Neukölln. Kaifcc- Friedrich. Ecke Saalestrahe ssreitag, Ii. Dezember, IS>4 Uhr, Geueralver- fammlung im Restaurant„stur Elche', staiser�sriedrick,. Ecke Saalcstrghe.— «St. bowel: Sonntag. 14. Dezember, 17 Uhr, Generalversammlung im Lokal von Reimer. Eharlo'ieuburg, Wilmerodorfer Ecke stanalstrahe. «uderoerei».Eollegia». Donnersla«, 20 Uhr, Waldlaus, Volkspark Reil' berge, ssrelwg. 12. Dezember, lprlchi Tausendsreunb Uber»Di« Wasserfahrer und da» Schwimmen. ?r«B. Delegierteaoersamiuluug D»nnrr»ta«. 11. Dezember. ISZH Uhr, MusikcesSl«. Kaiser-Wilhelm-Elr. 21. Tagesordnung: Berichte, Zentralisation- fragen, Wahlen, Verschiedenes. Delegiertenkarte nicht vergessen. Weitere Mit- glieder können an der Versammlung teilnehmen. Mitgliedsbuch vorzeigen. Frei« NörperkuUurkrel, itrenzderg. beute, 2014 Uhr. Stabtbad streu/.- berg. Badeabend. Donnerstag. 11. Dezember, 20 Uhr, Schule Dieffenbach- strah« 01. Vortrag Dr. Mar Lobann. itTEP.,«anu-Vezirt. Donnerstag, 11. Pezember, 20 Uhr, Mitgttrherzer. fammlung im.ssalckensteln*. galckensteinftrahe. Vortrag:»Anfänge he, Wasser- fports-, «SE., Lockey-Abteilung. Sidung 10. Dezember, 20 Ubr, bei Juschkat, Lohenlohe. Ecke Gohlerstrasse,«äste und Znteressenten willkommen. »Solidarltätt, strastsahrer. Touren für Sonntag, 14. Dezember. Abt. ssrlebrlchohain: Virkenwerber lWaldschlöftchenl, 10 Uhr Landsberger Platz.— Abt. streuzbsrg: stiel am Start 12 Uhr Relchenberger Str. 91.— Abt. Neu» kfflln: stiel am Start 12 Uhr Lohenzollernplatz.— Abt. Ebarlottenburg: Arheiterschutzmuseum, 10 Uhr vor dem Museum, Fraunhofer-, Eck« Hertzstratze. — Abt. Pank»«: Ziel am Start 1» Uhr Pankow. Berliner Str. 0». Pensionskasse der Nankangesteltten. Äerwaltungel- und Leistungsreform erforderlich. Kürzlich fand in Berlin eine außerordentliche Generalversammlung des Beamtenoerficherungsoerems des Deutschen Bant- und Banliergewerbes, der Penjionsversicherung der Bankangestellten(einer Ersatzkasse der RfA.) statt, die vom All- gemeinen Verband der Deutschen Bankangestellten und Deutsch- nationalen Handlungsgehilfenverband gefordert war. Der Beamtenoersicherungsverein hat heute etwa 70 000 Mitglieder und ein Vermögen von etwa 140 Millionen Mark; trotzdem aber seine Beiträge SO bis 200 Proz. höher als die zur Angestelltenversicherung sind, werden nur Leistungen gegeben, die in der Gesamtauswirkung etwa SO Proz. über den der RfA. stehen. Die Verwaltung der Kasse ist zwar formell pari- t ä t i s ch zusammengesetzt. In Wirklichkeit aber besteht durch ein Vollmachtensystem, das geheime Wahlen nicht zuläßt, eine ungewShnllche Unterdrückung der rein gewerkschaft» lichen Organisationen. Das hat den Allgemeinen Verband der Deutschen Bankangestellten und den Deutschnationalen Handlungsgehilsenverband veranlaßt, geheime Wahlen, ähnlich wie zur Angestelltenversicherung zu fordern. Darüber hinaus hat der Allgemeine Verband eine L e i st u n g s- und Verwaltungsresorm verlangt. Insbesondere oer- langt er, daß die Kapitalien, die heute zu 97 Proz. in Gold- markhypotheken an große Berliner Firmen begeben sind, in stärkerem Maße zu Dohubauzweckeu für die versicherten flüssig ge- macht werten. DieAbstimmungen ergaben, daß sich 10 700 M i t g li e d e r für geheime Wahl einsetzten, während etwa 20000 dagegen stimmten, ein Ergebms, das sich nur durch die öffentliche Voll- machtensammlung erklären läßt. Den Anträgen des All- gemeinen Verbandes und des DHV. hatte sich der Frankfurter Kassenbotenverband angeschlossen. Die Leistungserhöhungsanträge kamen nicht zur Ab st im- m u n g, da sowohl die Arbeitgeber versicherten als auch diefenigen Versichert»», die vom Deutsch«» Ba»k, beamtenoerein vertrete» wurden, Uebergang zur Zlagesovd- nung beschlossen. Der Allgemeine Verband der Deutschen Bank- angestellten wird jedoch auf dem Wege über die Auf» sichtsbchörden, die die Einführung der geheimen Wahl eben- falls fordern, oder aber über die Gesetzgebung seine Bemühungen fortsetzen, zu einer Verwaltung s- und Leistungsreform in der Pensionsoersicherung der Bankongcstelltenschaft zu gelangen. „Zst das nur ein Gesangverein?" Unter dieser Ueberschrist hatten wir kurzlich einige lustige Anekdoten aus der Parteigeschichte des Kreises Kreu.zberg erzählt. Dabei war auch di« Rede von Dr. Friedeberg, dessen Tätigkeit in der Partei umstritten ist und der seinerzeit auch ausgeschlossen wurde. Von verschiedenen Genossen des 3. Kreises, die noch mit Friedeberg zusammen gearbeitet haben, so insbesondere von dem Genossen August Pohl, werden wir gebeten zu erklären, daß viele Parteimitglieder es be- dauert haben, sich von Friedeberg trennen zu müssen. Dr. Friede- berg war chnen„immer ein guter und aufrichtiger Genosse". � tBefchifts-Jlnsäger � Giezirk füden-IVeften $ A# FEUERBESTATTLUCS-VEKEIN VVaO. 19131 UNTE�REiCHSAUFSICKjBB| Nach dreimonatiger Mitgliedschaft unbedingten Rechtsanspruch auf kostenlose, pietätvolle Bestattung Kein Kirchenaustritt erforderlieh IR. MI Man verlange kostenfreie Zusendung eines Prospekts oder Vertreterbesuch Haupi• Geschäi tsstells: Berlin N. 4, Invalidenstr. 110 Fernruf: D1 Norden 6881 l VOLCK& GNÄDIG Reparatur-Werkstatt mit eigener Schwee Banlage tür graph. Maschinen Rotation�-, Tiefdruck- und Olfsetmasch nen Umzüge kompletter Druckereien Berlin SW 61, Gitschiner Str. 15 Tel.; F I, Mpl. 367?.— Nachtanruf: G 5, Südring 323 und 234| F 2. Neukölln 46 59. Butterhandlung Zu den drei Sternen »*» Filialen in allen Stadtteilen A. Schäfer taineralwassor-Fobrik««d Bier-Großhandlung Niederlage flüssiger Kohlensäure imj Deutsches Grätzer.Weißbier usw. Lieferant für Kantinen u. 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