Morgenausgabe Tlr 581_,, A 292 47-3<1 daß eine solche Aorderung heule geradezu eine Herausforderung der Erwerbslosen bedeulel, und daß mit solchen nicht genug durchdachten Vorschlägen die Ar- beitslosigk»it eher noch gesteigert werden kann.(Sehr wahr! links.) Die„Nationalen" machen die Republik dafür verantwortlich, daß die Katastrophe solchen Umfang angenommen hat.(Hetterkeit links.) Das Unheil wäre viel größer und sogar Menschenleben wären vernichtet worden, wenn nicht Preußen und das Reich die gesamte Wasserwirtschost m vorbildlicher Weise ausgebaut hätten. Leider ist noch immer das Staubecken von Ottmachau nicht fertig. Andernfalls wären die Schäden durch das Hochwasser sicher viel geringer. Schon 1906 hat der preußische König sein Wort dafür gegeben, daß dieser Bau erfolgt. 1924 hat der Preußische Landtag aus sozialdemokratischen An- krag bdchlossen. daß der Vau möglichst bald begonnen werden soll. Die Deulschnationalen im Landtag aber wandten sieb mit aller Schärfe dagegen, und bei einer Besprechung im Ober Präsidium zu Oppeln vor drei Zahren geschah da» gleiche. und es bedurft« großer Ueberredungstunste, um zu emer Verständi- aung zu kommen.(Üört, hört! links und in der Mitte.) Abg. Vohnenstengel(Komm.): Hätte man gemäß unseren An- trägen die Dämme und Flußregul'erungen usw mit größerem Kostenaufwand stärker ausgebaut, so hätte die Katastrophe diesen Umfang nicht annehmen können. Unter den folgenden Rednern ist auch Abg. Areybe(Wp.). der für die Arbeitsdienstpsiicht«iiitritt und mit den Kommunisten in ein Schimpfduell gerät. Hakenkreuz schützt Tantieme. Wieder ein Stück Hitler-„Sozialismus". Mg. Brückner(Nat.-Soz.) erklärt, er hob« nur die Aufgabe, die Ausführungen feines Fraltionsgenoff«» Kajche zu beenden, was dieser nicht konnte, well der Präsidentenstuhl mit dem Lit- torenbund«! ausgeschmückt wurde.(Präsident Löbe bittet den Redner, seine Angriffe auf— den Bizepräsidenten S t ö h r zu unterlassen.— Große Heiterkeit.) Der Redner behauptet, die Polemik Stellings gegen di« Nationalsozialisten sei eine Beleidigung der republikanischen Staatsform.(Heiterkeit links.— Ein Nazi meint: Wir sehen von hinten immer noch schöner, als Stelling von vorn!— Groß« Frcudenausbruche rechts.) Bayerische NevolutionSdebatte. Unter den Vorrednern war auch der bayerische Bauernbündler Gandorfer gewesen. Der schlesische Hakenkreuzler Brückner wirst die„Frage" auf, wie Gandorfer als Mitarbeiter von Kurt Cisner—.Ldsmanowski"— dazu komme, für die Bauern der Ost- mark einzutreten: Gandorfer habe mit Eisner für das ruf- fische Sowjet sy st em gearbeitet(die Kommunisten waren Cisners schärfste Gegner! Anm. d. Berichlerst.), Bauernräte auf- gezogen und bei der Verhaftung sei dem Abg. Gandorfer eine rote Armbind« mit deni Stempel„Arbeiter- und Soldatenrat Regens- bürg, 73" abgenommen worden. Der Redner weist diese Armbinde vor. Nach Schluß der 5)ochwasserdebatt« konimt Abg. Gandorfer(D. Bauernp.) hierauf zurück. Er wisse wohl, daß die Nationalsozialisten Meister in Entstellungen und Verdre- Hungen seien, aber er stelle fest, daß nicht er, sondern sein(blinder) Bruder mit Eisner zusammen gearbeitet hat. Ich selbst, fährt Gan- dorfer fort, habe n i« eine solche Armbinde getragen, es würde mich aber interessieren, wo die Nationalsozialisten di«se Armbinde gestohfen haben?(Zuruf von den Komm.: Vergessen Sie nicht das München er Polizeipräsidium!) Allerdings habe ich mich beim Zusamnienbruch der Mllnchener Regierung zur P«r- fügung gestellt, um für die Bauern und den Mittelstand zu retten, was noch zu retten war. Das war in jener schweren Zeit, wo von den heutigen Nationalsozialisten noch nichts zu sehen war.(Lebh. Zustimmung links und in der Mitte.) Abg. Brückner(Nat.-Soz.): Herr Gandorfer gibt also zu, was Übrigens auch in«inem Prozeß festgestellt worden ist, im engsten Bündnis mit dem ostgalizischen Juden Eisner- Kosmanowjki... Enlrüffungsrufe der Sozialdemokraten machen das weitere unverständlich. (Kurt Eisner war der Sohn des aus der deutschen Stadt Leit- meritz an der Elbe in Nordböhmen stammenden Schneidermeisters Eisner, der in Berlin sein Geschäft betrieb-, Kurt Eisner war be- reits in Berlin geboren. Seine Mutter war aus Königsberg. Weder hat die Familie Eisner irgend etwas mit Galizien, noch mit dem Namen Kosmanowski zu tun. Anm. d. Berichterst.) Abg. Gandorfer(D. Bauernp.) ist kaum zu verstehen, da sich die Nazis an ihm für die Behandlung Brückners durch die Linke rächen. Man hört jedoch soviel, daß der nationalsozialistische Richter in jenem Prozeß die Zeugen Gandorserg nicht zugelassen hat, und daß der Prozeß vor einem objektiven Gericht anders hätte ausgehen müssen. Er stellt« nochmals fest, daß er eine solche Arm- binde niemals, auch nicht bei seiner Verhaftung, getragen hat. Die Anträge des Ausschusses zur Hochwasserkatastrophe werden mit einigen Erweiterungsanträgen angenommen. Die Tagesordnung für heute. Für die Sitzung am heutigen Freitag, 10 Uhr, schlägt Präsident Löh« als ersten Punkt den Äusschußbericht und die Anträge zur Aledorser Bergwerkskotaftrophe vor: damit wird auch eine Jnter- pellation der Nationalsozialisten über die drohende Stillegung der Wenzeslausgrube in Neurode verbunden.— Wiederum beantragen die Deutschnationalen, die Mißtrauensanträge gegen Curtius, Tre- viranus und Wirth, sowie die Anträge auf Aufhebung des Republik- schutzgesetzes auf di« Tagesordnung zu stellen. Die Mehrheit ent- scheidet abermals gegen diese Anträge und gegen einen kommu- nistischen Antrag, das Demonftrationsoerbot auf die Tagesordnung zu stellen.— Schluß: 19 K Uhr. Jeder Tag bringt eine neue Entlarvung der Nationalsoziali st en. Während sie in ihrer Agitatton sich als die schärfsten Gegner der mühelos erworbenen Bezüge der Aufsichtsräte gebärden, sind sie im Reichstag ihre willigsten Be- schützer. So haben die Sozialdemokraten neuerdings im Reichstag den Antrag gestellt, für das laufende Jahr 1939 die Aufsicht?- ratssteuer von 3Proz. auf 20 P r o z. zu erhöhen. Damit soll der Zustand wieder hergestellt werden, wie er bis 1923 bestand. Im Steuerausschuß des Reichstags verlangte die Sozial- demokratie die sofortige Beratung des Antrags, damit seine Durch- führung noch in diesem Rechnungsjahr möglich ist. Der Antrag wurde jedoch gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Kom- niunisten abgelehnt, weil die Nationalsoziali st en sich an die Seite der bürgerlichen Parteien st eilten. * Im Steuerausschuß des Reichstags wurde am Donnerstag ein Antrag zur Abänderung der Umsatz st euer beraten, durch den Milch, die einem Reinigungsverfahren unterzogen wird, nicht steuerpflichtig, ist. Der Ausschuß begann sodann die Beratung der Anträge auf Aufhebung, und Aenderung des Mineralwasser- g e s e tz e s. Die Debatte hierüber wird am Freitag fortgesetzt. Severins gegen die Radauparieien. Zurückweisung einer deutschnotionalen Dreistigkeit. Der Einheitsoerband der Eisenbahner Deutschlands, Orts- Verwaltung Stendal, veröffentlichte vor einiger Zeit einen Aufruf an seine Mitglieder, in dem zur Bekämpfung der f a s ch i st i- scheu Gefahr in Deutschland zur Bildung eines' Abwehrfonds aufgefordert wurde. Einige deutschnationale Abgeord- n e t e des Preußischen Landtags beschwerten sich in einer Kleinen Anfrage über diesen Aufnif und fragten das Staats- Ministerium, was es dagegen zu unternehmen gedenke, daß auf digse Weise„der innere Friede des Landes und die öffentliche Ordnung gefährdet" würden. Der preußische Minister des Innern hat die Anfrage folgendermaßen beantwortet: „Der inner« Friede und die öffentliche Ordnung werden nicht durch Aufrufe, wie den des Einheitsverbandes der Eisenbahner Deutschlands, Ortsoerwaltung Stendal, gefährdet, sondern durch die Drohungen und die beispiellose Hetze der radikalen Parteien und Organisationen. Deren Abwehr! st die pflichtgemäße Aufgabe aller staatserhaltenden Glemente. Damir erledigt sich die gestellte Frage." Gegen die faschistische Seuche. OemonstrationSverbot in Bonn. Bonn, 11. Dezember.(Eigenbericht.) In Bonn ist es abermals zu Zusammen st ößenzwischen Nationalsoziali st«n und Kommunisten gekommen. Als ein Kraftwagen mit Nationalsozialisten durch die Straßen iuhr, erfolgte aus einer Gruppe Konnnunisten ein Zuruf, woraus die Nationalsozialisten vom Wagen sprangen und auf die Komnwnisten einschlugen. Ein Konnnunist wurde so erheblich verletzt, daß er ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Eine nochmalige Durchsuchung der hiesigen Beethovenhalle, die am Sonntag im Mittelpunkt der nationalsozialistischen Ausschreiwn- gen stand, hatte das Ergebnis, daß zahlreiche geladen« Revolver, Patronen, Schlagringe, Messer und ähnliche Mordinstrumente ge- sunidcn wurden. Unter den Waffenträgern der Nationalsozialisten befand sich u. a. ein« Schülerin des Bonner Ober- l y z e u m s, die eine Schreckschußpistole bei sich führte, und ein Obersekundaner mit einem feststehenden Messer. Der Regierungspräsident in Köln hat für Bonn bis auf weiteres sämtliche Versammlungen und Umzüge unter freiem Himmel verboten. Hakenkreuz>er sprengen Zentrumsversammlung. d.3ln. 11. Dezember.(Eigenbericht.) In einer Versammlung der Zentrumspartei der Stadt Moers drangen Nationalsozialisten in großer Zahl« i n und sprengten die Versammlung. Nachdem die Zentrums- besuche? die Versammlung verlassen und der Versammlungeleiter sie geschlossen hatte, hielten die Nationalsozialisten mit G e n e h m j- gung der Polizei eine neu« Versammlung ab, die ruhig tmrch- geführt wurde. Franzen-prozeß wird verschleppt. Braunschweiger Justiz unterm Hakenkreuz. Braunschweig, 11. Dezember. In der Klage des Ministers Dr. Franzen gegen den„Volks- freund" äuf Unterlassung der bsleidigendcn Veröffentlichung wurde heute von der vierten Zivilkammer des Landgerichts ein Beweis- beschluß verkündet, demzufolge sieben Zeugen vernommen werden sollen, und zwar am ti. Januar, durch den Berichterstatter; außer- dem sollen Akten herangezogen werden. Fortsetzung der mündlichen Verhandlung am 13. Januar. Reichsschulgeseh wieder aktuell. Eine Entschließung der Zentrumsfraktiyn. Die Zentrumsfraktion hat folgende Entschließung gefaßt: Sie betrachtet es nach wie vor als eine ihrer vornehmsten Pflichten, für die Verabschiedung eines Reichsvolksschulgesetzes in Ausführung des Artikels 146 der Reichsverfassung zu sorgen, das unter Wah- rung der Gewissensfreiheit und der Elternrechte eine religiös- sittliche- und vaterländische Er- Ziehung des Kindes gewährleistet. Dabei ist im besonderen die Stellung der Bekenntnisschule zu wahren und dort, wo sie eingeengt ist, auszubauen. Sie wird die Reichsregierung ersuchen, umfassende Vorarbeiten für ein Reichsschulegesetz in die Hand zu nehmen, mit den Länderegierungen vorher in'Verhört»- lungen einzutreten, die die Verabschiedung einer so großen Vorlage ermöglichen, und dann dem Reichstag einen entsprechenden Ent- wurf vorzulegen. (Gewerkschaftliches siehe 2. Beilage.)' Verantwortliib kllr Politik: Bittor Schiff» Wirtschaft: S. ftltmicftifci; Stwerkschaflsdtweguna: Z. Sicinti; gcuiücton: Dr. Iol>» Schikowoki: Lokal» und So»Ms«s: grif, ltarstädt; Alt, eigen: Zh. Stocke: sämtlich in Berlin. Brrlag: Vorwärts-Berlag S. m. b. L., Berlin. Druck: Borwärts-Buchäruckerri und Verlagsonstalt Paul Sing« u. Co.. Berlin®S 68, Linäenstraße 3. Sier,» 3 Beilage» und.Stadtbriloge". M M Jf W H DSM SS w. Sottrtahettd, actveit(Vorrat ww iL rC I H iL I äStllf Jßehensmittel Leipziger Str.(Versand-Abi) Königstraße Rosenihaler Str. Moritzplatz Zusendung bei Bestellung von 5 M an Obsf, Gemüse u. alle leicht verderblichen Artikel sind vom Versand ausgeschlossen Frisches Fleisch Hammel-Vorderfl. 1.00 Suppenfleisch.. pstmd 0.86 Liesen....... Pfund 0.78 Rinderkamm ,ind Ä 0.90 Schmorfleisch 1.10�, 1.24 RoaSfbeef mtt Knedw Pfd. 1.10 Gulasch...... Pfund 1.00 Gehackfes....Pfund 0.85 Kalbskamm 0.82-Bnn«0.90 Kalbsnierenbraten 0.92 Kalbskeule grAV«'.' 0.98 Fische Kabeltau u-p5f?Ä„0.13 Seelachs Ä&Än' 0.16 Kabeijaufilef P'd. v. an 0.22 Bratschoilen S�in 0.38 Zander.. Pfund von an 0.58 Leb. Karpfen Pfd. v.«n 0.95 Leb. Kechfe Pfd». an 0.95 �•rtiucher) Bücklinge, Flundern n ,n Piund von an Makre en"Ä�n 0.43 Seelachs, Rotbars"an 0.40 Scheliflsch Pfund von an 0.40 SprOttenv.,adn 0.40 Xirfrit. 0.45 Kieler Bücklinge v!tn 0.48 Aale v�an 0.23 5.7n 2.40 ISChS In StQckan, Pfund v. an 1 ,30 Kalbsschnitzel Pfund 2.00 Kahler mild zaealisn, Pfund 1.04 Schweinebauch Pfund 0.86 Schweinerücken Pfund 0.92 SchweineschlnkenPfd.0.96 Schweinekamm Pfund 0.96 Fr. Bfafwurst ipMÄ1.16 Fr. Rinderzungen pm- 1.20 Nierentalg au'9""p'(*un„d 0.55 Gafroran Rinderkamm-'pnJÜd 0.84 Obst, SttdirOchte Walnüsse..... Pfund 0.44 Haselnüsse... Pfund 0.48 Paranüsse mand""* pw. 0.70 Traubenrosin. �"piSn" 0.70 Datteln Karton«.«, Pfd. 0.50 Felgen c,,,ophBn-Pakp(;-n,5 0.28 Mandarinen-.. Pfund 0.30 Apfelsinen vuf,. 0.45 0.60 Bananen.... 2 Pfund 0.78 Schöner v. Boskoep 0.40 Tateläpfei Ä'Äf 0.95 Tafeiäptel au, dar Krim A- u. Kalifornien, Pfund We�J Kiste ca. 45 Pfd. brutto, von an 15.75 Ananas.n 0.60 Blumenkohl Kopf v. an 0.20 Rosenkohl.■ 2 Pfund 0.32 Tauben von*«, 7 5 Pf. Gänse und Hühner Pfund wma von an Pf« Enten, Puten Pfund C| R von an MM MM Pf« Brathühner Pfund von an B__l u. Schnaa. rem» hOhnar Stück von an Fasanen S,Öton.n 190 los iso Hirschfleisch Pfund von an Koditl. Statt, SOckan 38, SOn. Hasen gastreift u. ausgaworf, Pfund Q P*, von an Pk Kaninchen gestreift u. ausgeworf. 95 pi. Pfund von an Gebr. Kaffee eigene Rösferei f Af| Pfund von an■ Brot vorgeschrieb. Gawichf 20pf.40pf. Konserven Karotten gaschnittan.. 0.28 Grünkohl........ 0.52 Brech* u. Schnittbohnen 0.50 I. 0.65 Gemüse«Erbsen... 0.54 Kaiserschoten..... 1.35 Leipziger Allerlei■- 0.78 Gemischt. Gemüse faln 1.42 Bruchspargel mmaisfark 2.05 t, Doja Stangenspargel 2.50 Pflaumen........ 0.60 Apfelmus 0.56«*tra 0.75 Kirschen»ura 0.90 Ii'. 1.20 Erdbeeren....... 1.35 Kalif. Pfirsiche'.Frucht 1.25 Olsardlnen 2 Kiubdotan 0.75 Norweg. Heringe-fl In Tomaten, Dose W« JO Konfitüre U Vlerfnidit-Marmelade...0.85 Orange, Aprlk-Johannlsb. 1.15 Pflaumen........... 0.95 Kirsch, Erdbeer, Himbeer 1.30 Wurstwaren Käse u. Fett Hausmacher Sülze 0.58 Dampf- u. Rotwurst 0.98 Fleisdiwurst... Pfund 1.05 Landleber- u. Maftwunt 1.20 Schinkenpolnische 1.20 Kümmel- u 1.40 Leberwurst!.*'£*, twur.t 1.50 Zervelat- u. Salami 1.55 Teewurst 1.60 grob# 1.70 Speck an 0,98 magar 1.30 Gek.Schinken9"cp"i!nd 0.45 Kftnigstr., Rosenthaler Stf„ Moritzplatj: Wien. Würstchen Paar 0.16 Speckwurst... Pfund 0.83 Bierwurst..... Pfund 1,35 Camembert sdhadfif«!« 0.25 Harzerkäse...Pfund 0.40 Emmenthaler Art... ohne Rinde, 6 Portionen W«OÖ Tllslfer Art ÄÄd 0.70 Tllslter vollfet«. Pfd. von an 0.84 Dän. Schweizer Vfi'd 0.84 Limburger 0.55"„0.90 Sfeinbuscher voiu.ti.pfd. 0.90 Holländer u;0EmÄnd 0.90 Schweizer 1.1 8 Margarine Pfund 0.40 0.52 Molkereibutter Pfund 1.38 Tafelbutter Pfund 1.48 1.56 Dän. Butter Pid. 1.60 1.73 Wein Pratsa für hj Flasche, ohne Glas 1729 Oberhaardter.... 0.75 1929 Hainfe!der Laitan.. 0.85 San Antonio ,pan. Roiwain 0.95 1928 Wöilstainar Höllberg 0.95 1929 Nittalar Leiterchen. 1.10 1928 Niarslainer...... 1.25 1928 Rüdesh. Oberfatd.. 1.75 1928 Piasporl.Goldlröpich. 1.80 Spazial-Cuvöo Tafelsekt, alnschl. Sfauar 4.00 Johannisbaer-Oasserlwain vom Fafj, Lltar 0J0 7 falna Botwalna: 1928 Baaudi81aaumoii.Burg. 2.00 1928 Chai.Citran-Avensan Bordeaux 2*20 Wein vom zu billigen Preisen Kolonialwaren Olympia-Mehl,.n S-Pfund-Beulal f.«, U» 1 Rauhreif-Mehl'S' 1.60 Auszugmehl Pfund«ji 0.26 Kartoffelmehl■ Pfund 0.1 6 Sultaninen Pfd.#•«.«ji 0.34 Korinthen.. p'und»ji 0.42 Mandeln Pfund wo, wo 1.40 Orangeat 0.92 Zitronat 1.20 Vikforiaöhnische Zurufe bei den Komm.) Wenn ich all den Unsinn widerlegen wollte, was der Kommunist Schwenk eben hier gesprochen lzat, so brauchte ich dazu sehr lange Zeit, Rur auf eines möchte ich hinweisen: Es ist durchaus ein Unterschied, ob die Industrie als Grotzal, nehmer Hochspann'mgs- ström von den E-Werken bezieht oder ob der Strom für Klein- abnehmer erst in besonderen Anlagen der E-Werke umgesormt werden mutz. Robinson oebrauchte das Beispiel von dem Eist» als Rohprodukt, das natürlich billiger fein kann, als ferttga-stellte Arbeit.'All das ist dem Stadtverordneten Schwenk im Aufsichtsrat der E-Werke vielemal gesagt worden, er l>ot es aber bis heutigentags noch nicht begriffen oder er will mit feiner Rederei Dumme fangen.(Lärm bei den Komm.) Den kommunistischen An rag werden d'c Sozialdemokraten ablehnen, dein deutschnotionalen aber zustimmen, Kommunist Lange spielt mit Mäusen? Als der nationalsozialistische Redner das Wort ergriff, ließ der Kommunist Lange- Neukölln vor dem Rednerpult eine w e i tz c laufende Blechmaus tanzen, wie fix auf dem Weih- »achtsmarkt als Spielzeug zu kaufen ist. Er ließ sich auch durch den Vorstcherstellvertre er Caspar« nicht stören, so daß die Sitzung unterbrochen wurde. Nach 10 Minuten hatte Herr Lange seine Spiellust befriedigt und die«itzung ging weiter. In der Abstim- inung wurde der kommunistische Antrag abgelehnt und der er- ! wähnte demjchnationale Antrag in seinen wesentlichen Teilen an- genommen. Anträge der Kommunisten, den Wohlfahrtserwerbs- losen(Nothilfsarbeitern) das Fährgeld von und nach der Wohnung weiterzuzahlen, ihnen die in Wochentagen folgende Feiertage mitzu- bezahlen und schlietzlich allen Unterstützuugsempsängern eine Winter- beihilfe zu geben, wurden dem Ausschuß zurückverwiesen,— Mit nrotzer Mehrheit wurde bescklossen, besondere Besoldungszuschüsse an Gewerbe- und Handelsoberlchrer und-lehrerinnen zu zahlen. Den Antrag hatte die sozialdemokratische Fraktion gestellt. Abschluß der VVS.-Hetze. Von den Deutschnationalen, den National�sozia- liste n und den K o m mu nisten waren seinerzeit nicht weniger als g große Anträge«nil 27 Einzelforderungen gegen die Berliner Vcrtehrs-Gesellschaft gestellt worden. Es ist im Rahmen dieses Be- richtes unmöglich, eine Uebersicht über die manchmal ellenlangen An- träge zu geben. Nur die hauptsächlichsten seien kurz skizziert. So wollten alle drei Fraktionen dem sozialdemokratischen Direktor der BVG., Brolat, sür die in diesen« Jahre infolge der«virtschast- lichen Lage notwendig gewordenen Entlassungen durchaus p o l i t i- s ch e Motive bei der Auswahl der Entlassenen unterschieben. Der für die Beratuilg der Anträge eingesetzte Stadtverordnetcnausschutz und ein Unterausschuß, über deren Bcratunoen oestern Stadtv. Schäfer(Soz.) berichtete, haben nicht eine Entlassung feststellen können, bei der etwa die politische Gesinirung des Betrefsenden«naß- Vier Berliner überfahren. Schwerer Verkehrsunfall im Westen.- Auto meterweit fortgeschleuvert. An der Ecke der Kleist- und Eourbicrestrahe in Eharlollenbnrg fließ gestern abend ein Privalaulo mit einer Aulodroschte so heftig zusammen, daß der Privatwagen ans dem schlüpfrigen Asphalt «neteriveit sorlgeschlendc-rt wurde. Der wagen traf dabei eine Gruppe von Possanten, die gerade den Fahrdamm überqueren niollte. Vier Personen wurden Übersahren. Die.Verunglückten, die Mjährige Frau Selma Löwen t ha l aus der Kleiststrahe 3, der 31jährige August Kowalski aus Fricdrichshage», der 30jährige Georg Engel aus Ätt-Moabit und der 16 Jahre alte Kürt Brauer aus der Thorwaldsenstraße in Schöneberg, wurden mit Kopf- und Beinverletzungen sowie Arm- brüchen zur Rettungsstelle 7 gebracht, wo ihnen erste Hilfe zuteil wyrde. Peim Uebersthreiten des Fahrdamines in der Residenz- a l l e e in Reinickendorf-Ost wurde gestern abend gegen 18 Uhr die 67 Jahre alte Frau Maria K l i e p s ch aus der Walderseestraße von einem Straßenbahnwagen der Linie 41 überfahren und schwer verletzt. Die Verunglückt« wurde ins Jüdische Krankenhaus in der Excrzierstraße gebracht, wo bei ihrer Einlieferung nur noch der Tod festgestellt werden konnte. gebend für die Lösung seines Arbestsverhältnisses gewesen ist. Es waren schließlich die Deutschnationalen selbst, die folgenden Alttrag einbrachten: Nachdem der Aufsichtsrat der Berliner Verkehrs-Gefellsch�ft und sein Ausschuß nicht haben feststellen können, daß bei den vorgenommenen Entlassungen parteipolitisch verfahren worden sei, sieht die Stadtverordnetenversammlung die hierüber geführten Beschwerde» und die Anträge als erledigt an. Die Stadtoerordnelenverfammlung sieht es als selbstverständlich an, daß die Verwaltung der Berliner Vcrkehrs-Gesellschaft bei Entlasslingc» rein sachlich und nicht parteipolitisch verfährt. Dieser Antrag wurde ini Ausschuß mit großer Mehrheit a n g e- » o m i» e n., Es war keine Rede mehr davon, daß Direktor Brolat vom Amt suspendiert und schließlich fristlos entlassen werden sollte, «vie die Deutschnationalen es zuerst wünschten. Die Anträge der Nazis und der Kommunisten auf Herabsetzung der Tarife werden durch den Magistrat der BVG. zugeleitet, um bei einer späteren neuen Tarisregelung geprüft zu werden. Prüfen soll die BVG, auch weiter, in welchem limsange Reparatur- und Unterhaltungsarbcitcn mehr als bisher in eigener Regie ausgeführt werden können. In der Debatte sprach als erster Redner Stadtv. Behrendt (Komm.), der sich vor völlig geleertem Hause besonders über die Entlassungen ausließ. Die Personalabteilung hätte nur nach politi- schen Gesichtspunkten gehandelt. Die Verhandlungen wurden dann um 2VA Uhr vertagt. Bier soll noch teurer werden. Erhöhung der(Steuer vorgeschlagen.— Ab 1. Januar Verteuerung um 5 Pfennig pro Liter? Das Berliner Bier droht nochmals teurer zu werde». 3n seiner Fiuanznot schlägt der wagistral eine Erhöhung der Steuer für Vollbier von 5 M. auf 10 w. pro Hektoliter vor. Das würde eine Verteuerung des Bieres ab 1. Januar um S Pfennig für den Liter bedeuten. Der Vorschlag des Rlagistrals bedarf noch der Zustimmung der Sladlverordnetc»- versammlung. Die am 3. Dezember 1930 in Kraft getretene neue Verordnung des Reichspräsidenten zur Sicherung von Wirtschaft und Finanzen vom 1. Dezember 1930 hat den Gemeinden das Recht gegeben, mit Wirkung vom 1. Januar 1931 ab die Gemeindebierstcucr»lit Steuersätzen zu erheben, die bis zum Doppelten der letzigcn, durch die Verordnung vom 26. Juli 1930 eingeführten Steuersätze gehen dürfen. Die jetzigen in Berlin vom 1. Dezember 1930 ab geltenden Sätze sind: für Einfachbier.... . Schankbier.... „ Vollbier..... . Starkbier. 2,50 M.| I?'75" für je 1 hl ->»— n I 7 50„ i Eine Verdoppelung dieser Sätze würde, wenn man von dem Bierkonsum im November 1930 ausgeht, eine monatliche Mehreinnahme von rund 1,66 Millionen Mark, also jährlich rund 20 M i l- lionen Mark einbringen. Der Magistrat verkennt nicht die Schwere eines solchen Beschlusses, da nach dieser Erhöhung der Hektoliter Vollbier— d. h. des in Berlin meist getrunkenen Bieres— mit 10 M. Gemeindesteuer belastet wird. Er vertritt jedoch den Standpunkt, daß er bei dem Zwang der Äusschöpsung aller ihm gebotenen Einnahmemöglichkeilen an der in diesem Falle gewährten Erhöhung der Biersteuer nicht vorbeigehen könne. Die schwierige Finanzlage der Stadt zeigt sich haushaltsmäßig und insbe- sondere kassentechnisch jeden Monat von neuein. Dazu kommt, daß auch durch das Auskommen aus der seit dem 1. Dezember d. I. ein- geführten Bürgersteuer und Gemeindegetränkesteuer der Fehl- betrag bei weitem nicht beseitigt wird. Unglück im Wintersport. In der neuesten Nummer der von Abt.-Dirigent llr. mecl. Mosbacher im Verlag der Deutschen Krankenkassen Herausgegebenen Zeitschrist„Gesundheit" macht Stadtrat Dr. Tr eitel sür alle'Arbeiterwintersportler sehr beachtenswerte Ausführungen zu dem Thema: Krankenhilfc der Krankenkassen. YjSo'C* Die Kundentischlerei gab ihm die Möglichkeit des Wieder- c'ufstiegs. Diese Art der Arbeit barg für ihn überhaupt kein Nisiko. Sie brachte schnell und täglich flüssiges Geld, ohne irgendwelches Anlagekapital zu erfordern. Keine Unkosten für ffliaterial und Maschinen! Alles, was er einzusetzen hatte, war seine Arbeitskrast. Und die konnte er genau nach der finanziellen Leistungsfähigkeit seiner Auftraggeber berechnen. Es blieb ihm jedesmal ein schöner Nutzen, ohne daß er je- inandcn zu übervorteilen brauchte. Noch einem halben Jahre stellte er eine weitere Hobelbant in die Werkstatt und holte Sandow zurück. Nun war es ihm möglich, den kleinen Betrieb wieder dauernd geöffnet zu halten. Jetzt konnte Sandow die Aufträge entgegennehmen, «vährend er mit seinem Montagekasten unterwegs war. Die Zeit flog und die Arbett inehrte sich. Als es auf Weihnachten zuging, traf er auf dem Heimweg seinen früheren Gesellen Heinrich, der noch immer arbeitslos war. „Wenn du willst, Heinrich, kannst du wieder bei mir an- sangen!"' Und ob er wollte! Cr rannte gleich so in die Werkstatt. ohne sich erst zu Hause seme Arbeitskluft zu holen. Bald danach schaifte die erste Maschine, eme Bandsäge Das war ein Erfolg, über den er sich ehrlich freute. Sss Unglücksjahr, das ihn so jäh in die Tiefe gestürzt hatte, sah auch die ersten Schritte seines Wiederaufstiegs. Aushalten! Weiter so! Noch ein. zwei Jahre in diesem Tempo weiter und er hatte nicht nur die erste Scharte ausgewetzt, sondern war auch noch eine gute Strecke weitergekommen. Ein Ziel, das sich lohnte Schon allein die bloße Aussicht feuerte ihn zu noch- nrößeren Leistungen an. Alles kann der Mensch! Er braucht bloß zu wollen, * Um diese Zeit gebar ihm Maria das zweite Kind, einen kräftigen Knaben, der das Leben aus vollen Lungen anschrie. Äte er den Kleinen das erstemal sah. wie er mit beiden Füßen strampelte und sich gegen das Einwickeln wehrte, freute er sich unmäßig. In dein winzigen Burschen steckte schon Kraft. Der war anders als das Mädchen, die Erstgeborene, die tagelang wie teilnahmslos in ihren Kisten gelegen hatte, alles über sich ergehen lassend. Der Junge war von anderer Art. das zeigte er jetzt schon. Der sollte einmal sein Nachfolger werden, jawohl! Mit allen Mitteln wiirde er danach streben, das durchzusetzen. Und, was das Wichtigste war, sein Sohn sollte es inal im Leben leichter haben, als er, der Vater, es gehabt hatte! Er nahm sich vor, ihin einen Betrieb zu schaffen und zu hinterlassen, der sich sehen lassen konnte. Dazu gehörte Geld. Ja, er wollte schassen und raffen und seinen Kinder» ein Kapital zu sichern, das sie schützte gegen alle Zufälle des Ledens. Dieser Gedanke beschäftigte ihn so intensiv, daß er ihin auch öffentlich Ausdruck gab und zwar im Kreise seiner Eltern, Geschwister und Gesellen, die er zur Taufe seines kleinen Franz eingeladen hatte. Die Brüder lachten. Ludwigs Rede über die Zukunftsaussichtcn des Täüflinas kam ihnen wie ein guter Witz vor. Da sah man die anrcgciwe Wirkung des Alkohols! Ludwig und Kapitalien hinterlassen, hahaha. In ihren Augen war er der gleiche kleine Krauter und arme Schlucker, wie sie in Berlin zu Tausenden und aber Tausenden herumliefen' und ihre kümmerlichen Existenzen fristeten. Hahaha, wenn ein Schlechtwind bließ, was alle sechs bis sieben Jahre mal vorkam, so warf er diese schwach fundierten Meister, diese Zwergbctriebshäuptlinge, einfach uin. Er brauchte nicht mal allzu kräftig zuzublasc». Hahaha. Und so was riskierte«wch'ne große Lippe und pustete sich vor ihnen aus, als ob er was Bornehmeres sei als sie, hahaha! Genau besehen, lebten sie mit ihren Familien vielleicht besser und unbesorgter als dieser großsprecherische Streber. Na, einmal hatte er schon was Gehöriges auf feine Riessnklappe draufgekriegt, hahaha! Es war ja dafür gesorgt, daß die Bäume nicht in den Himmel wuchsen. Na, man würde ja Zeit und Gelegenheit haben zu sehen, auf welcher Seite die Aepfel zuerst reis würden. Und wieder stießen sie sich mit den Ellen- bogen an und lachten, hahaha! Nur Eisermann senior und die beiden Gesellen lachten nicht. Bewundernd blickten sie aus Ludwig. Man merkte, sie waren stolz auf ihn. Sic zweifelten nicht im geringsten an seiner Voraussage. Sie wußten, der schafft das. Jawohl, nichts, hahaha. der schafft es. trotzdem er schon einmal niedergeschlagen am Loden lag. Trotz alledem! Trotz alledem! Die stolze Maria war klein geworden. Sie, die in ihrer Brautzeit Ludwig allerlei Pläne aus- genötigt, ja, xhn geradezu gezwungen hatte, sich selbstäiidig zu machen, in der Hoffnung, einstmals an seiner Seite ihre hochfliegenden Wünsche erfüllt zu sehen, mußte ihre Illusionen tüchtig zurückpflöcken. In der Ehe sah sie, daß der Zwang der Umstände, die Tücke des Objekt oft größer ist als Menschenmacht und Menschenwille. Ihr Wunschtraum, ein Leben als Dame zu führen, war jchon längst in Nichts zerronnen. Und die Fesseln der Bevor- mundung. die sie Ludwig in ihrer Brautzeit mit so viel Grazie und Geschick überstreifte, hatte dieser schon iil den ersten Tagen der Ehe rauher Hand zerbrochen. Sie fügte sich seinen Anordnungen und Wünschen still und, wie es schien, gleich- gültig. In ihrer verhältnismäßig kurzen Ehe hatte sie den Aus- stieg und jähen Absturz ihres Mannes erlebt. Sie hatte von seinen besseren Zeiten nie Vortell gehabt. In den schlechten aber hatte sie sich um ihres Kindes und auch Ludivigs willen Entbehrungen auferlegt, an die sie als Mädchen nie zu denken gewagt hätte. Sie hatte lernen müssen, den Groschen lang zu ziehen und mit wenigem auszukommen. Manchmal, wenn sie an ihre Mädchenträume dachte und diese verglich mit der grauen Wirklichkeit runduin, stieg ein bitteres Gefühl gegen Ludwig in ihr auf. An solchen Tagen war sie njcht zu genießen, gab keine Antworten und lief mit einer Miene uncher, als hätte sie das Leid der ganzen Welt zu tragen. Trotzdem sie noch immer schön war, wirkte sie an solchen Tagen direkt cchstoßend. Sie wurde last und abweisend, denn der Sinnesrousch des ersten Ehejahres war verflogen. Kalte Nüchternheit trat an den Platz, den einst die Genüsse der Nacht beherrschten. Vielleicht war es gut so. Ludwig wwre sür über- schäumende Sinnlichkeit nicht mehr zu haben gewesen. Sein vom steten Arbeiten und Sorgen geschwächter Körper fand an Dingen der Liebe keine Befriedigung mehr. Für ihn gab es Wichtigeres. Er war der kühle, berechnende Mann ge- worden, der Streber, den feine ehrgeizigen Pläne weit mehr beschäftigten. An seine Frau zu denken, dazu hatte er über- Haupt keine Zeit mehr. (Fortsetzung folgt.) Den Vater zu Tode getrampelt! Im Älkoholraasch zur Bestie geworden»■* Auch die Mutter bedroht Kellner als Gieuerbütlel. Gastwirtsaugestellte gegen Viersteuer und Weißbrotverbot. Der Zentralverband der Hotel-, Restaurant- und Cafe» Angestellte n befaßte sich in einer Funktionärver- fammlung mit den Schwierigkeiten, die durch die„unmögliche" Schankoerzehrftcuer für das Bedienungspersonal entstanden sind. Da die Steuerordnung die besondere Erhebung de� Steuer zuläßt, tragen die Arbeitnehmer das Risiko der Steuererhebung und geraten in ständige Schwierigkeiten mit ihren Gästen; sie haben auch keinerlei Kontrolle über die von ihnen kassierten Steuern und über die an den Gastwirt abzuführenden Beträge. Das Bedienungspersonal wird dadurch zum Steuerbüttel gestempelt. Die Funktionärversammlung verlangt daher und gab diesem Verlangen in einer Entschließung Ausdruck, daß das Bedienungs- personal jedes Risiko ablehnt und nur die wirklich kassierte Steuer abführt. Um Nachteile zu vermeiden, sind die Steuern auf volle Pfennige abzurunden. Da die Unternehmer ablehnen, die Preise einschließlich Steuern zu berechnen, sind die Prozente des Personals, d. h. der Arbeitslohn, voni Gesamtpreis einschließlich der Schank- verzehrsteuer zu berechnen. Die Arbeitnehmer erhalten als Ar- b e i t s l o h n laut Tarifvertrag IVProz. des Waren Preises. Da in allen anderen Warenpreisen Steuern entHallen sind, bildet auch die Schankverzehrsteucr einen Teil des Warenpreises. Die Versamm- lang wendet sich nicht gegen de n Zweck der Steuer, weil auch sie wünscht, daß für die ausgesteuerten Arbeitslosen Mittel zur Unterstützung beschafft werden. Trotzdem kann man den Arbell- nehmern nicht den Unsinn zumuten, auf Teile der unigefetzten Ge- tränke besondere Steuerbeträge pfennigweise zu berechnen Die Versammlung wendet sich ferner ganz entschieden gegen die Eristenz der Arbeitnehmer bedrghenden Bestimmungen der neuen 'Notverordnung. Neue Erhöhung der Bier st euer, Be- Herbergungssteuer. Verbot der Abgabe von Weißbrot und Brötchen sind«ine Gefahr für das gesamte Gastwirtsgewerbe: das Weißbrot-Berbot eine sinn- und zwecklose Schikane. Die Versammlung erwartet, daß die Sozialdemo- kratische Partei Veranlasiung nimmt, die Existenz der Ar- beitnehmer des Gastwirtsgewerbes zu schützen. Die Arbeitgeber werden die Situation zuni Abbau der Löhne ausnutzen. Die Arbeit- nchmer sind aber nicht gewillt, die Lasten der Notverordnung zu tragen. Schließlich begrüßt die Versammlung, wenn der Reichstag eine gesetzliche Regelung des freien Weihnachtsabends für die gastwirtschaftlichen Arbeitnehmer trifft. Erdeinbruch im Grunewald. Lastauto und Droschke im Wasserloch versunken. Ein seltsamer Unfall ereignete sich am Donnerstag kurz noch U Uhr, als ein schwerbeladenes Lastauto die Königs- a l l e e durchfuhr. Der Fahrdamm gab plötzlich nach und das Auto versank zum Schrecken des Führers in einem tiefen Loch.'Es ge- laug dem Führer jedoch, sich in Sicherheit zu bringen. Auch eine binterherkommende Autodrosch ke fuhr in die Erdsenke hinein. In wenigen Minuten hatte sich das zwei Meter tiese Loch bis zum Straßenrande mit Wasser gefüllt. Die Feuerwehr wurde zu Hille gerufen und tonnte mit einem Kran die gefährdeten Autos bergen. Die Straße wurde für den Fahrverkehr sofort polizeilich gesperrt."Der Strahenbahnbetrieb mutzte über die Hubertusallec umgeleitet werden. Wie die bisherigen Ermittelungen ergeben haben, ist der Erd- ratsch wahrscheinlich durch Unterspülung des Fahr- d a m m e s erfolgt. Man nimmt an, daß größere Wassermengen aus der unterirdischen Kanaloerbindung, die vom Halen- fee zum Hubertussee führt, ausgetreten sind und das Erdreich unter der Königsallee im Laufe der Zeit so unterhöhlt haben, daß bei der starken Belastung der Erdrutsch erfolgte. Vom Tiefbauamt sind in- zwischen die notwendigen Maßnahmen eingeleitet worden. Lloyddampfer aufgelaufen. vremeu. 11. Dezember(Eigenbericht). Nach Mitteilung des Norddeutschen Lloyd, Bremen ist zufolg« kincr Radiomeldung über Shimotsui der 7000 Tonnen große Dampfer„Schlesien" an der Südküste von Awaji, 30 Seemellen von Kobc entfernt, bei unsichtigem Wetter aufgelaufen. Bon Moji ist«in Bergungsdampfer nach der Unfallstelle beordert worden. Es besteht keine Gefahr für Schiff und Mannschaft. Der Kampf für Friede und Freiheit. Im Alten Schützenhause in Spandau sprachen in einer großen sozialdemokratischen Kundgebung Pollzeimajor Heinrich und Reichstagsabgcordneter H o e g n e r vor überfülltem Saale über«Das wahre Ge s i ch t her Nazi s". Polizeimajor ■Heinrich bemerkte einleitend: Der Nationalsozialistischen Arbeiter- parte! fehle jede Berechtigung, sich als soziale, nationale oder Ar- beiterpartei zu bezeichnen. Mit größter BrutchitSt oerfolge sie ihre egoistischen Ziele. Das Verbot des Films„I ni W e st e n nichts Neues" zeige aber, wo die größere Gefahr liege. Das Maulheldentum habe gesiegt. Di« Arbeiterschaft sei bisher mit ihren Gegnern zu glimpflich verfahren. Für die Arbeiterschaft sei das wichtigste Ziel zur Zeit, die Republik als Kampfbasis zu verteidigen. Es gelte, die Arbeiterschaft und die Sozialdemokratie in diesem Kampf zu stärken, damit dem Volke endlich wieder Friede und Freiheit gegeben werde. Genosse H o e g n e r schilderte den Nationalsozialismus als Sumpfblüte, die aus dem Elend des Volkes ihre Kraft sauge. Die von den Nationalsozialisten programmatisch vertretenen For- dcrungen sind von ihnen selber in unzähligen Fällen verleugnet worden. Der Redner zeigte dann die Gefahren eines deutsch- italienischen Militärbündnisses auf. Er schilderte den schändlichen Verrat der Nazis an S ü d t i r o l, das würdelos« Gebaren deutscher Stahlhelmer und die landesverräterijche Hand- lungsweise einer Reihe von Naziführern. Die Wirtschaftskrise in It»tien zeige am besten, daß vom Nationalsozialismus kein« Ge- fundung zu erwarten sei. Auf parlamentarischem Wege werde der Nationalsozialismus nie zur Macht kommen, solange ihm eine gefestigte Sozialdemokratie gegenüberstehe. Es gelte, diesen Damm noch einige Zoll höher zu bauen, dann werde an ihm die national- sozialistische Springflut zerschellen. Die Sozialdemokratie sei bereit, die Ideale, für die sie fest siebzig Jahren kämpfe, auch unter Einsatz ihres Lebens zu verteidigen. Beide Redner wurden oft von stürmischem Beifall unterbrochen. Die anwesenden politischen Gegner meldeten sich nicht zur Debatte, und so wurde mll dem Gesang der Internationale die eindrucksvolle Versamm- wng geschlossen. Eine Tat, die an Entsetzlichkeit alles überbietet, was in dcn letzten Zahlen an verbrechen begangen wurde, kam vor den Kremser Geschworenen zur Aburteilung. Der tgjährige Lauern. söhn Zgnah Bayer hatte in Gemeinschaft mit seinem gleichallerigea Freund Zakob K u b i t s ch e k seinen Vater in der Trunkenheit buchstäblich zu Tode getrampelt. Das Ganze spielte sich in einem Weinkeller und in einer Weingegend ab. Zwei junge Burschen. Bayer und K u b i t s ch e k, verlangten am Pfingstsonntag, obwohl sie schon stark angehestert waren,«n einem Weinkeller zu trinken. Der Wirt verabfolgte ihnen jedoch nichts. Da kehrten die beiden unter Johlen um. kurz daraus hörte der Wirt vom Weinkeller des alten Bayer Hilferufe uud den Schrei: „Helfl's mir, sie bringen mich um!" Der Wirt eilte sofort mit mehreren Leuten dem alten Bayer zu Hilfe. Es bot sich ihnen ein entsetzliches Bild dar. Der alte Mann lag aus dem Boden und beide jungen Leute trampelten aus ihm herum. Der Sohn schrie dazu:.�zund, du mußt noch hinwerden, hin muß er sein!" Er benahm sich wie eine toll gewordene Bestie. Alz die Leute den Keller betraten, rannte Kubitschek davon. Bayer zog Umbesetzungen bei der Berliner Schupo. Bei der Berliner Schutzpolizei sind nach der Versetzung des Polizeioberst Hellriegel und dem Ausscheiden des Oberst von S ch m i d t- H a l s« n einige Veränderungen in der Besetzung der Führerstellen vorgenomyien worden. Oberstleutnant von der E s ch führt von jetzt ab die Gruppe Südost. Bisher war er stell- vertretender Führer der Gruppe West. Diesen Posten nimmt jetzt Oberstleutnant Maitz ein, der bis dahin zum Gruppenkommando Mitte gehörte. Polizeioberst W i e l a n d, der von Magdeburg nach Berlin versetzt ist,'hat die Gruppe Nord übernommen und schließlich Der Schriftsteller Ossip K a l e n t e r liest zwei kleine Er- zählungen, hübsch und geistreich geformte Sachen, graziöse Spielereien, die aber mehr sind als bloße Spielereien. Wcmi ein Brief, aus einer Wcinlaune entstanden und kecke Verleumdungen in die Welt setzend,— Verleumdungen, an die niemand glaubt— doch die Grundfesten einer bürgerlichen Familie erschüttern kann, so mag das literaienhafl pointiert erscheinen, es mag als ein Witz angesehen iverden, aber das Ganze ist doch mehr, denn es zeigt die Chimäre des sogenannten guten Rufes, seine innere Hohlheit und Haltlosigkeit, es zeigt ferner, auf welchen lächerlichen Voraussetzungen die bürger- liche Existenz überhaupt beruht. Kalcnter ist nicht ter Mann, der sich mit schweren moralischem oder wellanschaulichem Geschütz an die Arbeit macht; er will vielleicht auch gar nicht durch Lachen tödlich treffen, sondern er möchte launische Dinge behandeln. Dinge, die trotzdem charakteristisch für bestimmt« Geselljchafte schichten sind. In Ossip Kalenter erlebt die Tradition des Feuilletons und der seuille- tonistisch stilisierten Erzählung einen späten Höhepunkt.— Sehr schön das Volksliederkonzert des Männerchor»„Fichte- Georginia". Schöne Stimmen, gut gepflegt, voll Musikalität, rhythmischem Empfinden und Ausdrucksfähigkeit. Der Dirigent Wil- heim Knöchel behandelt den Chor mit vorbildlichem Einfühlen.— Mischa Nikisch führt mit seinem Orchester Tänze auf, sprühend im Tempo, virtuos mit dem Klang der Instrumente spielend. F. Sch. fein Messer, und er mußt« erst entwaffnet werden, bevor man seinen Vater, der sich nicht mehr rührt«, in das Haus tragen konnte. Als der alte Bayer berells zu Haufe war und seine Frau weinend an seinem Bell stand, erhob der Sohn gegen die weinende Mutter einen Prügel mit den Worten:„Was willst du denn da? Ich hau' dir eine herunter, daß du hinbist!" Dann ging er ins Wirtshaus. Der Alte starb nach einer Stunde infolge sogenannter Schockwirkung. Der Tot« wie? aber außerdem noch dre�rcchie und drei linke Nippenbrüche auf. Di« beiden Angeklagten sind schmächtige, unscheinbare Burschen. Während Bayer erklärt, daß er sich an gar nichts erinnern kann. schlldert sein Freund, der angeklagte Kubitschek die Tat ausführlich. Er sagt aus, daß ihm Bayer besohlen habe, seinen Vater einen �Fuß- trill zu versetzen und„da Hab ich hall mit dem Fuß hingehaut Er gibt wester an, daß er zwar die Schule besucht habe, aber weder lesen noch schreiben könne. Nach durchgeführtem Beweisverfahren wurde der e n t» menschte Sohn des Totschlags schuldig gesprochen und zu drei Jahren schweren Kerkers verurteilt. Bei Jakob Kubstschek wurde die Totschlagsfrage mit 6„Ja" und 6„Nein beantwortet, so daß er freigesprochen werden mußte. erhält Oberstleutnant S t e l s c dos Polizcigruppenkommando Süd, das ihm früher schon einmal unterstellt war. Stellvertretender Koni- mandeur ist nach wie vor Polizeioberst Gentz. Gastod einer Sechzehnjährigen. Auf trogische Weise ist gestern die löjährigc Helene W. in der Wohnung ihrer Eltern in der P a n k st r a ß e 7 4 ums Leben ge- kommen. Dos junge Mädchen, das allein in der Wohnung weilte. wollte auf dem Gaskocher eine Speise zubereiten. Dabei erlitt es einen Ohnmachtsanfall und riß den Schlauch des Gaskochers ab. Die ausströmenden Gase müssen den schnellen Tod des unglücklichen Mädchens herbeigeführt haben; als Angehörige heimkehrten und den Unfall entdeckten, war es zu spät. Kabarett der Komiker. Im Kabarett der Komiker ist der„Fall Redl", d'e Tragödie des homosexuellen österreichischen Generalstabschefs, in den Abendspielplan übergegangen. Die dramatisierte Reportage von Egon Erwin K i s ch ist hier eingehend besprochen worden. Eine hervorragende Darstellung macht die Aufführung zu einem starken Erlebnis! Einzigartig in Maske und Spiel wieder Wolfgang Heinz in der Titelrolle. Sonst weist das Programm neben einigen recht netten Nummern— wundervolle Kleinkunst offenbart sich in C h a r t o n s Ma rionettentheater— auch Nieten und leider auch«in« Scheußlichkeit auf. Eine Niete ist das Auftreten von Harald P a u l s e n in einer Groteskszene„Ter neu« Wagen". Ganz schlimm aber Ist Herr Alex H y d e mll seinen zwölf„Modern Girls". Vielleicht wäre es erträglich, wenn die Truppe sich auf Jazz- musik beschränken würde. Der süßlich« Herr Hyde aber fühlt sich mit seinen ganz auf„amerikanisch" geschminkten Girls berufen, vor einem Berliner Publikum auch Tschaikowskys herrliche Ouvertüre „1812" zu verschandeln. D>sen amerikonifchen Kitsch nach dem „Fall Redl" zu servieren, ist eine Geschmacklosigkeit. Betrübend, daß nur sehr wenige Pfiffe ertönten;«in großer Test des Publikums 'verließ allerdings nach den ersten Kostproben der„Iazzrevue" fluchtartig das Theater. Herrlich erfrischend wie immer Maria Ney und Paul N i k o l a u s, die sich mit dem Herrn des Hauses in der Conference teilen. „Vemarque-Film sehr zahm?" Wie Kriegsteilnehmer über„Zm Westen n chts Neues" urteilen. Die starke Entrüstung weiter Volkskreise über die Hetze gegen den Finn„Im Westen nichts Neues" äußerte sich in einer großen Reihe von Zuschriften, Ausrufen und Mitteilungen an die Redaktion, in denen sich nicht nur der Zorn der Schreiber über die, wie einer sich ausdrückt,„künstlich gemachte nationalistische Erregung" ausspricht, sondern vor allen Dingen auch die Beforgnis darüber, daß ein Zurückweichen vor dem Gebrüll des nationalistischen Mobs und ein Zurückziehen des Films von der reaktionären Front als Sieg gewertet werden wird. Inzwischen hat man tatsächlich vor den Nazis kapituliert. Trotzdem veröffentlichen wir nachstehend die ungekürzte und unveränderte Zuschrift eines G e- schüft smannes aus dem Norden Berlins, der als Kriegsteil- nehmer den Film mit besonders kritischen Augcn betrachtet hat; sie wird auch nach dem Verbot beachtenswert sein. Der Brief lautet: „Auch ich habe nur den Film„Im Westen nichts Neues" angesehen. Bemerken möchte ich, daß ich am 4. August 1914 ins Feld gegangen und am 30. November ISIS entlassen worden bin. Zwei Jahre und einen Monat habe ich ander Westfront gelegen. Zum größten Test in Flandern beim 36. Pionierbataillon als Unteroffizier. Ich kann nur sagen, daß der Film sehr zahm i st. Er sagt nur das, was täglich passiert ist. ohne zu übertreiben. Daher kann ich die Aufregung von verschiedenen Seiten nicht verstehen. Der FUm sollt« jedeni Schüler, besonders in den Frauenvereinen, vorgeführt werden, zumal die Massenmordmaschinen wie Tanks, Flieger, schwere Minen, Flammenwerfer, vor allem der Massenmord der Gasangriffe, gar nicht gezeigt wurden. Ich konnte auch nicht finden, dag eine Partei bevorzugt und«ine ander« zurückgesetzt worden ist. Es gibt noch sehr vieles aus dem Welt- krieg, was an den Pranger gehört. Besonders für die, die heute darüber schimpfen, daß das Volk aufgeklärt wird." Wir empfehlen diesen mit kühler, überlegener Ruhe und Sach- lichkeit geschriebenen Brief eines Mannes, der nicht der Sozialdemokratischen Partei angehört, der beson- deren Beachtung derer, die das Verbot des Films oeranlaßt hoben. Verhetzte Arbeiter. Remarque-Oemonstranten vor dem Schnellrichter. , In vier einzelnen Verhandlungen Halle sich das Schnellgericht gestern wieder« mit Ausschreitungen zu beschäf- tigen, die sich am 9. Dezember anläßlich der Demonstrationen gegen den Film„Im Westen nichts Neues" in Charlollenburg ereignet und zu Zwangsgestellungen geführt hallen. In den Prozessen handelte es sich um Nationalsozialisten lm Aller von durchschnlltlich 23 Jahren, die wegen öfsentlicherBeamtenbeleidigung und Widerstandes gegen die Staatsgewalt angeklagt waren. Es ist außerordentlich bezeichnend, daß die Angeklagten ausschließlich Arbeiter waren, die sich infolge der unverantwortlichen Hetze der im Hintergrund gebliebenen nationalsozialistischen Führer haben hin- reihen lassen und nun ihre Haut zu Markt tragen müssen. Von besonderem Interesse war die Verhandlung gegen den A r- b e i t e r Hermann S-, der von dcn Beamten wegen Tragens von Massen bei der Demonstration festgenommen wurde. Der Angc klagte, der sich mitten unter dcn Demonstranten befand, führte einen Z c i t u n g s h a l t e r a u s H o l z bei sich. Zu seiner Verteidigung gab er an. daß er den Zellungshalter an dem betreffenden Abend bei einem Zeitungshändler umtauschen wollte, diesen aber nicht an- getroffen habe. Während der Staatsanwalt den Zellungshaltcr für eine Waffe im Sinne der Notoerordnung ansah und die Mindest- strafe von drei Monaten Gefängnis beantragte, kam das Gericht zu einer Freisprechung aus subjektiven Momenten. Amtsgerichts. rat R o s e n t h a l hielt den Zellungshalter wohl obsektw für eine Waffe, sprach aber den bisher unbestraften Angeklagten frei, da der Richter aus' Grund der Ausführungen des Angeklagten den Willen des Trägers, damit Verletzungen auszuführen, nicht als vorliegend erachtete. Die Verhandlung gegen den Arbeiter Gerhard F., der die Bcanllen„Arbeitermörder" geschimpft haben soll, wurde vertagt, da einige Entlastungszeugen gehört werden sollen. Der Arbeiter Waller Löbert erhiell wegen Beamtenbelcidi- gung 30 M. Geldstrase, während der bisher ebenfalls unbestrafte S ch in i e d P. Scholz zu zehn Tagen Gefängnis vcrurteill wurde. Scholz hatte die Beamten durch die Worte:„Bluthunde, Baucrnknechtc. Darfbengcls" beleidigt. Mozartsaal heute geschlossen! Nachdem der Remarque-Film„Im Westen nichts Neues" von der Herstellerfirma, der Universal Film G.m.b.H., zurückgezogen worden ist und die Oberfilmprüfstell« das Spieloerbot des Films ausgesprochen hat, wird der Filln nicht mehr vorgesührt werden. Die Mozart-Lichtspielc bleiben Infolgedessen heute geschlossen. Schützer der Kinder ausbeutung! Kapitalistische Politik der Kommünisten** Lohndrücker sind ihnen willkommen! Die prcuhische Regierung hat in ihrem Arbeitsbeschas. sungsprogramm zur Eindämmung der Rrbeitsiojenwelle bekanntlich die Einführung des g. volksfchuljahres und ein verbat der Lefchäftigung ausländischer Wand-erarbeiter in Deutschland gefordert. Gegen diesen vernünftigen Vorschlag im Interesse der Zlrbeiterschafl beginnen die Kommunifleu bereits Sturm zu laufen, än der Berliner Sladlverordnelenverfamm. lu o g haben sie einen Antrag eingebracht, der sich sowohl gegen die Eins;uag des 9. Volkrfchuljahres wie auch gegen das Verbot der Beschäftigung ausländischer Wanderarbeiter in Deutschland aus- spricht. Das 9. Volksschukjahr ist gewiß eine Frage, die der Erörterung wert ist und man kann auch Bedenken verschiedener Art gegen diesen Vorschlag äußern. Besonders in der Richtung hin, daß das 9. Schul- jähr kein« Lösung des erstrebenswerten Schul- und Berufsaus- bildungsziels darstellt. Wir haben derartigen Ansichten im„Bor- w ä r t s"' bereits Raum gegeben. Der Grund aber, den die Kam- in u n i st o n siir die Ablehnung des 9. Schuljahres anführen, bewegt sich gerade in entgegengesetzter Richtung, entspringt rein kapita- listischen Gedankengängen. Die Kommunisten behaupten, daß das 9. Schuljahr„für die Arbeiterklasse«ine neue Belastung bedeuten würde, indem die Jugendlichen den Eltern noch ein weiteres Lahr zur Last fallen". Sie verschweigen bewußt, daß die preußische Regierung selbst mit einer Entschädigung an die Arbeilerelteru rechnet. Die Sozialdemo kr atie wird mit aller Entschiedenheit dafür eintreten. Die Kommunisten aber sind grundsätzlich für die kapitalistische Ausbeulung t4— löjährlger Kinder. Sie verlangen sogar für die arbeitslosen 14jährig«n Kinder Notstandsarbeiten! Der einzelne Arbeiterhaushalt mag durch die gewerblich« Arbeit von Kindern wohl entlastet werden. Dieses Mittel der Selbst- Hilfe einzelner Arbeiter ist in Zeiten der Not durchaus v e r st ä n d- l i ch. Für die Arbeiterschaft in ihrer Gesamtheit, bedeutet die 5tindcrarbeit aber nicht eine Entlastung, sondern eine Belastung. Die Kinderarbeit drückt aus den Lohn der erwachsenen Zlrbeiter. Vielfach werden sogar Kinder und Jugendliche in Stellungen beschäf- tigt, die sonst von Erwachsenen eingenommen werden müßten. Billige Kinderarbeit nimmt Erwachsene» den Erwerb! In allen Ländern mit stark verbreiteter Kinderarbeit ist ein niedriger Reallohn für erwachsene Arbeiter vorhanden. An dem Umfang der Kinderarbeit läßt sich der Kulturzusiand eines Landes ermessen. Die Gründe der Kommunisten ließen sich auch gegen das Kinderschutzgesetz anwenden. Offenbar sind sie auch sür die Aufhebung des Kinderschutzgesctzes, d. h. für die s ch r a n k c n- l o s e kapitalistische Ausbeutung unserer Jugend von frühester Kindheit an. Das Linderschutzgesetz wurde selbst unter Zustimmung bürger- lichcr Parteien geschaffen! weil der Bcrkrüppelung der Kinder durch kapitalistische Erwerbsarbeit entgegengewirkt werden mußte. Seit Jahrzehnten kämpft die Saziakdemotratie und mit ihr einsichtig« Sozialpplitiker und Pädagogen für die Erweiterung des gesetzlichen Kinderschutzes. Und jetzt, da danf der Entschlossenheit des sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Braun der erste Schritt getan wird, um das Schutzaltcr der Kinder von 1-t auf 15 Jahre zu erhöhen, kommen die Kommunisten und stellen sich schützend vor die kapitalistischen Kinderausbeuter. Noch drastischer kommt der kapitalistische chclfcrdienst der Berliner Kommunisten aber bei ihrer Stellungnahme gegen das Derbot der Beschäftigung ausländischer Wanderarbeiter zum Aus- T'sg für Tag kämpft der ff Vorwärts cc für die Sacke der Arbeit! Werbung für den„Vorwärts" ist Dienst am Sozialismus! druck. In Deutschland herrscht eine Riesenarbeitslosigkeit. 60 090 deutsche Landarbeiter waren am 30. September als erwerbslos in den Arbeitsämtern gemeldet. l 14 000 ausländische, meist polnische Arbeiter aber werden neun Atonale lang in Deutschland in der Landwirtschast beschäfligl! Dazu kommen noch etwa 25 000 polnüsche Arbeiter, die„wild" aus den Gütern arbeiten. Etwa 140000, meist polnische Landarbeiter, nehmen den deutschen Erwerbslosen als Lohndrücker die Arbeitsgelegenheit. Und gegen die Beseitigung eines solchen unerhörten Mißstandes, der den Wünschen der Großgrundbesitzer entsprungen ist. unter dem die Zlrbeitxrschast zu leiden hat, wenden sich die Kommunisten! Das ist ihre praktische Arbeit für die Erwerbs- losen in Deutschland! Offenbar handeln sie auch hier, wie bei der Stellungnahme zur Einführung des 9. Voltsschuljahres auf Befehl Moskaus. Jeder Kulturfortschritt, jede Maßnahme im Interesse der Arbeiterschaft in Deutschland muß auf Geheiß Moskaus bekämpft werden. Der Stern Rußlands kann nur im Dunkeln erstrahlen. Die deutsche Arbeiterschaft wird sich diäsen Kampf der Komniunistifchen Partei � als Auslandsvertreterin der Moskauer Sowjet-Regierung gegen die Verbesserung der Arbeitsverhältnisse in Deutschland merken! Großstadtjugend gesundet Wo in Berlin die meisten Säuglinge sterben Arbeiterbezirke ohne Aerzte Nach dem Kriege und in den Zahrcn der Znslalicm Halle man die stärksten vesürchtuagen über dos Schicksal der heranwachsenden 5 u g c u d. Die jahrelange Unterernährung hatte bewirkt, daß Gewicht und Länge der Sinder im Durchschnitt weil unter die„tt o r- mal werte" früherer Zahre gesunken war. heute kann von sach- männlscher Seile, aus der Feder des bekannten Kinderarztes Dr. E. Nassau, festgestellt werden, daß die Kriegs- und 3u- slalion.schäden von der heranwachsenden Generaliou überwunden worden sind und daß der heulige Gesundhe tszusland der Verl ner Zugend erheblich besser ist. als er in der Vorkriegszeit war. Neben dieser allgemeinen Feststellung ist es aber besonders bezeichnend, wie die Sterbl'chkcit und der Eefundheilszustaud der Zugend wechselt mit der sozialen Struktur der Stadl- bezirke, ln denen sie aufwächst. So Ist beispielsweise die Sterblichkeit der ehelich geborenen Säuglinge am geringsten in den w e st l i ch e n Bezirken, am größten in den armen Bezirken des Nordens und des O st e n s. Während im Westen der Stadt nur noch 4 bis 5 von 100 ehelich ge- borcnen Kindern vor Vollendung des ersten Lebensjahres sterben, sind es in den nörlichcu Bezirken 8 bis 10 Säuglinge, deren Lebens- dauer 12 Atonale nicht erreicht. Man muß dabei allerdings fest- stellen, daß die Unterschiede früher noch krasser gewesen sind, die einsprechenden Zahlen waren beispielsweise für 1910: in den armen Bezirken starben 30 von l00 Kindern im ersten Lebensjahr, in den wirtschaftlich besser gestellten Familien waren es 8 bis 9 von 100 Säuglingen. Immerhin ist auch der heutige Unterschied noch kraß genug, er wäre well stärker, wenn nicht in den letzten Jahren gerade in den auszejprcchenen Arbeiterbezirken dank der Arbeit der S o z i a l d e m o k r a t i e die Errichtung und Erweiterung der Säuglingssürsorgestellen die Sterblichkeit zurückgedämmt hätte. Oer Tod kommt lieber zu den Armen... Die größte Zahl von Diphtherieerkrankungen erleiden, auf das Tausend der Bevölkerung gerechnet, die Bezirke der Innenstadt. mit Ausnahme des Bezirks T' ergorten. Günstiger stehen die Außen- bez'rke, auch die mit proletarischer Bevölkerung, weil bei der Diphtherie außer der wirtschaftlichen Lage die�W o h n d i ch t e sür die Ausbreitung der Seuche von Bedeutung ist. Auf zehntausend Einwohner entfielen beispielsweise in einem der letzten Jahre im Be- zirk Wilmersdorf 25 Diphtherieerkrankungen. in Neukölln, Reinicken- darf, Pank«» 75 Erkrankungen, tat Bezirk tveddiag. Prenzlav« Berlins Klage. 21 Millionen Krafifahrzeuosteuer fließen in die Provinz. Die Sladk Berlin hat eine neue Eingabe an den Staatsrat gemacht, in der die ungerechte Verleitung der Kraft- fahrzengsteuer überzeugend nachgewiesen wird. In der Eingabe heißt es: Aon den Kraftfahrzeugen in Berlin wurden im Jahre 1929 im Durchschnitt 216 M. an Steuern pro Fahrzeug erhoben. Davon er- hält verlin jedoch nur 21,8 Nt. pro wagen. Der gesamte übrige Betrag in Höhe von 23,2 Millionen Mark— 2,354 Millionen Mark gleich 20,846 Millionen Mark kommt den anderen Provinzen zugute. Bei dieser ungleichmäßigen Verteilung tritt die Frage auf: Wie- viel Kraftfahrzeuge fahren von den in Berlin beheimateten Fahr- zeugen überhaupt in die Provinzen? Könnte etwa dadurch eine der- artige Entziehung des Aufkommens für Berlin gerechtfertigt werden? Nach Zählungen des Berliner Magistrats verlassen im Durchschnitt 3210 Kraftfahrzeuge Groh-Berlin, davon 820 auswärtige, so daß täglich 2390 Berliner Kraftwage» die Straßen in den Provinzen befahren. Von dem Berliner örtlichen Auskommen wurde der Stadt also für jeden Berliner Kraftwagen, der außerhalb der Stadtgrenzen fährt, der ungeheure Betrag von rund 8700 M. je Fahrzeug zu- gunsten der Provinzen entzogen. Für die lediglich die Straßen des Stadtgebietes befahrenden Stadtwagen wurden ihr dagegen nur rund 22,4 M. je Fahrzeug überlassen, während sie sür die von außerhalb nach Verlin kommenden und die Straßen der Stadl abnutzenden Sraslwagen überhaupt nichts erhielt. Die Benachteiligung Berlins bei der Verteilung der Reichskraftfahrzeugsteuer ist mit diesen Zahlen schlagend bewiesen. Sie ist durch die Neuregelung der Verteilungsmaßstäbe durch das Gesetz vom 19. Juli 1930 nur unwesentlich gemindert worden. Eheberatung unentgeltlich. Die Sexual, und Eheberatungsstelle des Verwal« tungsbezirks Treptow, die feit dem Jahr« 1925 besteht, hat mehr» fache Aufgaben zu erfüllen. Sie ist Eheberatungsstelle, um die freiwillig sich zur Beratung meldenden Ehepartner daraufhin zu untersuchen, ob sie gesund sind oder an oersteckten Erbübeln leiden. Heiratszeugnisse werden unentgeltlich erteilt. Die' Stelle gibt ferner ausklärende Auskunft über all« Angelegenheiten, die sich auf das sexuelle Gebiet beziehen und erteilt Beratung in Fällen, in denen irgendwelche Abweichungen aus dem geschlecht. lichen Gebiete sich zeigen, auch an Ellern bei sexuellen Unarten ihrer Kinder. Namensnennung wird nicht gefordert Schließlich ist ihr die Aufgabe der Geburtenregelung auch durch Lerabsolgung von Dcrhütungsmitteln in allen den Fällen übertragen, in denen das Interesse des einzelnen mll dem der Allgemeinhell über» einstimmt. Sämtliche Beratungen sind unentgeltlich. Die Beratungs» stelle ist für Frauen Montags von 16 bis 17 Uhr, für Männer Mittwochs von 15 bis 16 Uhr geöffnet und besindet sich in Nieder» schöneweide, Grünauer Straße 1a. Der Leiter der Beratungsstelle ist gern berell. in Vereinen, auf Elternabenden und bei ähnlichen Veranstaltungen Vorträg« und Frageabende abzuhalten. Anträge sind an das Bezlrksgesundheits» amt Treptow, Rathaus, einzureichen. Berg, Kreuzberg. Spandau dagegen 125 Erkrankungen. Zluch bei den Todessöllen an Tuberkulose entscheidet soziale Lage und Wohndichte über die Häusigkell des Todes. Bezeichnend ist auch eine andere Tatsache, die durch neuere Untersuchungen festgestellt wurde: Die Verteilung der Aerzte über Groh-Berlin ergibt die geringsten Zahlen für die ärmeren Bezirke, die höchsten Zahlen sür die Bezirke mit zahUräftiger Ein- wohnerschast. Während in Prenzlauer Berg. Wedding, Spandau, Neukölln u. a. Bezirken auf etwa 2000 Einwohner e i n Arzt ent fällt, sind es ln Mille und Steglitz drei, im Bezirk Tiergarten vier, in Wilmersdorf und Chärlottenburg dagegen siebe«. Da-' her kommen dann die überlaufenien Sprechstunden der Kassenärzte in den Arbeiterbezirken. Wenn man also aus Grund der mllgetetllen Tatsachen zwar die Feststellung machen kann, daß der Gesundheitszustand der Berliner Bevölkerung und vor allem der Gesundheitszustand der Jugend sich gebessert hat, so-ist andererseits die Tatsache der stärksten Abhängigkeit dieser Besserung von der sozialen Gliederung der Be- völkerung eine äußerst ernste Anklage. Kinder verkommen... Bei den ganz armen Leuten, die oft in Wohnlöchern Hausen müssen, gibt es bekanntlich die meiste» Kinder, und einer dieser bedauernswerten �Höhlenbewohner" meinte einmat sehr trefjend:„Ja, bis in die Hiillerhäuser und in die Kellerlöcher ist die Frage der G e- burtenregelung noch nicht gedrungen!" Hier bedarf«s noch eingehender Aufklärungsarbpit! Die Erfolge nach' dieser Hinsicht sind noch sehr gering! Unterdes aber keimt immer neues Leben in all diesen Elendswinkeln: Kinder kommen zur Welt in Räumen, die nie ein Strahl Sonne erreicht, an deren Wänden der Schimmel blüht, wo durch niedrige Fenster stall frischer Luft M ü l l st a u b und Perwesungsgestank hereinströmt.-Es gibt keinen besseren Nähr- boden für Tuberkulose und Rachitis! Es muß erreicht werden, daß all« diese Kinder, wenn notwendig selbst gegen den Willen der Eltern, eventuell zusammen mit dep Muller, in einem Säuglingsheim untergebracht werden. AiH Grund der standesamtlichen Geburten- cintragung müßte jeder Fall nach dieser Richtung hin sorgfälligst geprüft und dann das Notwendige veranlaßt werden. Nur so tan» dem entsetzlichen Kindersterben Euchall geboten werde». Fememörder als Kapitalstnechie. Kops an Kopf stehen die Massen, dicht gedrängt, mehr als die Hälfte der Erschienenen müssen stehen. Frauen und Männer und er- freulich viel junge Arbeiter darunter. Sie all« waren in die vom Kreis Tiergarten in den N a t i o n a l h o f, B ü l o w st r a ß e, einberufenen Älindgebung gekommen, um Anklage gegen die Nazis — Verräter Lüdtirols, Fememörter und Kapitalsknechte— zu erheben. Die Anklagerede hiell Genojse Hoegner, der überzeugend und mit scharfen Worten die Unehrlichkeit und Feigheit der Nazis nachwies.„Die Nationalsozialisten sind Verräter am deutschen Volke, aber die Arbeiterschaft wird sie vernichte n." Ein be- geistcrtcs Hoch auf die Sozialdemokratie als Gelöbnis zum Kampf schloß die eindrucksvoll« Kundgebung, zu deren Eröffnmig Theo M a r e t ein paar mllreißendc Vers« sprach. Wnddoxüssn oder Agraffen, wowerdichtes Futter, Oopoelsohlen 27/50=8,50 51Ö5»9.50 W5<5»12t SChUhHOf I Un Kstrll•WilmersdortersirtTT» Turm«tr.45 Berlins Brücken altersschwach Auch Opfer des Weltstadtverkehrs Große Um- und Neuhauten Eine Reihe Berliner Brücken ist den Anforderungen des modernen Verkehrs nicht mehr gewachsen, so dost sich die S f ab toer roallung gezwungen sieht, gröszere Um. und Ileu- bauten durchzuführen. So werden unter anderem die Brücke über die Ringbahn am Bahnhof Landsberger Allee, die Brücke über die Ringbahn am Bahnhof Schmargendorf und die Eugen-Kleine-Brücke über den Tellow-Kanal in Lichterfelde sowie die Augusta- Brücke und die Wiener Brücke über den Landwehrkanal und letztlich die Jaimawitzbrücke umgebaut. Die Schmargendorfer und die Landsberger�AlIee-Brücke wurden 'im Jahre 1930 in Angriff genoinmcn.(kichere wird voraussichtlich bis Ende dieses Jahres soweit fertiggestellt sein, daß sie den Berkehr wieder ausnehmen kann. Die endgültige Fertigstellung dürste zu Beginn des neuen Jahres erfolgen. Die Bauarbeiten an derch a n d s- berger-Allee-Brücke sind deshalb besonders schwierig, weil sie unter Aufrechterhaltung des gesamten Verkehrs durchgeführt wer- den müssen, was sich natürlich nur abschnittsweise ermöglichen läßt. Ihre Beendigung ist zu Anfang des übernächsten Jahres zu erwarten. Unter allen Brückenbauten der gegenwärtigen Zeit ist der Umbau der Ja nnowitz brücke als der größte anzusehen. Die alle Jannowihbrücke inußte wegen des Untergrundbahnbaues vor einigen Jahren abgebrochen werden. Das neue Bauwerk wird nunmehr im Zusammenhang mit den an dem Stadtbahnviadukt durchgeführten Veränderungen errichtet. Die neue. Jannowitzbrücke wird als eine in hochwertigem Stahl ausgeführte- Bogendrücke die Spree in einem e i n z i g e n Zuge überspannen.' Sie wird vor- aussichtlich im Lauf« des Jahres 1932 dem Verkehr wieder über- geben werden können. Wieder Kommunistenklamauk. ilZ Bezirk— Tempelhof. Vor Beginn der Versammlung hatten die Kommunisten eine Erwerbslosendemonstration veranstallet, die vor dem Rachaus ihr Ende fand. Eine Abordnung der Demonstranten wurde vom Aellestenausschuß gehört. Im Plenum beantragte Herr Mehlis von der KPD. die Erwerbslosenanträge als ersten Punkt der Tages- ordnung zu behandeln. Da das abgelehnt wurde, setzte Programm- mäßig der Tumult ein. Die Versammtungsbesucher beschimpften die Bezirksverordneten mit den unflätigsten Ausdrücken. Die Sitzung mußte schließlich unterbrochen werden. Genosse Müller versuchte den Namen eines der Radauhell�n festzustellen. Als Antwort wurde ihm die Krawatte heruntergerissen. Schließlich entfernte die Polizei einige der ärgsten Schreier. Bei Wiederausnahme der Verhandlung sollte es jedoch noch schlimmer kommen. Herr Mehlis von der KPD. glaubte zur Gefchäftsordirung nunmehr das sagen zu müssen, was ihm im Rahmen der Tagesordnung nicht möglich ge- wesen war. Mehrere Male wurde ihm vom Vorsitzenden dös Wort entzogen, ohne daß der Redner davon Notiz nahm. Daraus wurde auch er durch Polizei aus dem Saale entfernt. Wer glaubte, daß nunmehr endlieh an die Arbeit gegangen werden konnte, war ent- täuscht, denn von Herrn Ziinmermann�evurde das gleiche Theater aufgeführt. Auch chn ereilte dasselbe Schicksal. Die Kommunistin Frau Höpfner wollte nun die„Gummiknüppelschupo" sür sich in An- spruch nehmen, um einen Sozialdemokraten aus dem Zuhörerraum ausweisen zu lassen! Sie wurde schließlich belehrt, daß dieses Recht nicht ihr, sondern allein dem Borsitzenden der Versammlung zukomme. Bei Wiedereröffnung verließen die Kommunisten nach Ab- gäbe einer Erklärung die Sitzung. Nun konnte endlich an die Er- ledigung der Tagesordnung gegangen werde». Eine Reihe Erwerbs- losenanträge wurden mit einigen Aenderungen angenommen. Es gelang dann endlich einmal, die gesamte Tagesordnung aufzuarbeiten, ein Ereignis, das seit Mairaten nicht mehr zu verzeichnen ge- wesen war.___ „Wohin in Verlin? Wie fahre ich?" Der neu. erschienene Verkehrs plan der BVG., der wie bisher zum Preise von 10 Pf. abgegeben wird, hat erstmalig eine wertvolle Ergänzung und Erweiterung erfahren durch die Her- ausgab« eines handlichen Tafchenheftchens mit dem Titel„W o h i n in Berlin? Wie fahre ich?„Wohin in Berlin" löst ohne Sucharbeit und Kommentau die beiden Fragen: Wo ist das Gesuchte und wie komme ich am besten dorthin. Das Heftchen bringt auf 64 Seiten in alphabethischer Rechenfolge mehrere taufend„Objekte des täglichen Verkehrsbedarfs", also ebenso viele„Verkehrsziele", die ein Pfadsucher inmitten der Weltstadt zu erreichen bestrebt sein kann. Klar, kurz und trotzdem deutlich findet man die gesuchte Adresse(ein- Miließlich aller wichtigen Straßen, Plätze, Brücken usw.) mit Angabe aller Verkehrsverbindungen(Straßenbahn, Autobus, Untergrund- bahn, Eisenbahn), die dort hinführen. Daneben noch den Hinweis auf die örtliche Lage des gesuchten Punktes und Bezeichnung des Kartenortes. O.b man ins Abgeordnetenhaus will, zur Blanken Hölle, ins Deutsche Museum, zur Jungfernheide, auf den Kreuzberg oder zum Lilienthaldenkmal, äns Messegelände oder zur Nauener Funk- statilion, nach Pankow, zum Raketenslugplatz oder in die Schrippen- kirche, nach Tegel, ins„Vaterland", zur Wuhlheide, zum Zoo oder ins nächste Zollamt, durch sämtliche Buchstgben des ABC ist alles zu finden, was einigermaßen wichtig erscheint. Dazu kommt noch ein 'Anhang mit Wochenendfahrten, Abbildungen der so wichtigen Ver- kehrzeichen, einem Hotelcode und anderen Nützlichkeiten. Das Heft kann mit Recht„das kleine Berkehrslexikon von G r o ß- B e r l i n" genannt werden. Es kostet einzeln 15 Pfennig, mit der Verkehrskarte nebst 3000 Straßenverzeichnissen zusammen nur 25 Pfennig. Herausgeber ist die Berliner Verkehrsgesellschaft. Zu haben aus allen städüschen Verkehrsmitteln sowie an den Ver- kehrskiosken und im Straßenhandel. Arbeiter treiben Gymnastik. Kürzlich wurde im Stadtbad Berlin-Mitte eine Gym- nastikabteilung, bestimmt für die werktätige Arbeiterbevölkerung, eröffnet. Erschienen waren neben anderen Interessierten der sozial- demokratische Seadtrat Friedländer, insgesamt etwa 250 Per- sonen. Es ist wohl das erstemal, daß in Verbindung mit einem Stadtbad auf Grund der neuesten Erfahrungen besondere Gym- n a st i k s ä l e gebaut wordm sind. In den einleitenden Worten wies der Leiter der Gymnastikabteilung Adolf K o ch darauf hin, wie unendlich schwer durch Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit, Lohnkürzung und verschlechterte Arbeitsbedingungen die breite Mass« des Prole- tariats zu leiden hat. Der Begüterte konnte schon bisher sür seinen Körper Gymnastik treiben, der Arbeitnehmerschast war das nur in wenigen Fällen möglich. Und trotzdem braucht der Hand- und Kopf- arbeiter Licht, Luft, Sonne und'Freude. Die Einrichtung der Gym- nastikabteilung im Stadtbad Mitte ist ein« soziale Tat, ermög- licht sie doch den Unterricht für 40 Pfennig je Unterrichtsstunde einschließlich warmer und kalter Brausebenutzung vor und nach dem Unterricht, Jugendliche bis zu 18 Jahren zahlen nur 30 Pfennig. Fast 500 Anmeldungen waren bis zum. Erösfnuirgstage eingegangen. Nach diesen-ersreulichen Ergebnissen erfolgte die Eröffnung der Ab- teilung durch Beginn des Gynmaftikunterrichts. Unabhängig von dieser Gymnastikabteilung, die allen zugänzlich ist, bleiben die Nacktbadeabende der Körperkulturschule Adolf Kocht jeden Freitag, 2014 Uhr, für Parteimitglieder, Angehörige der freien Gewerkschaften und der anerkannten Kultur- und Sport- organssationen sowie der Freikbrperkultur-Gymnastiknnterricht in der Stammschule Friedrichstraße 218. Die Büros und Kassen der Reichshauplbank werden Mittwoch, den 24. Dezember d. I., von 12 Uhr mittags ab geschlossen sein. Kleinste Feinde der Großstadt. Wie die Staot Bakterien und Parasiten betämpst.- In der Bekämpfung der unsichtbaren Feinde der Menschheit leisten unsere städtischen U n t« r s u ch u n g.s ä m t e r«ine große Arbeit. Allein schon die regelmäßige Kontrolle der Nahrungs- und Genuhmittel, namentlich der Milch, setzen einen eingespielten, schnell und sicher arbeitenden Betrieb in den städtischen Unter- suchungsämtern voraus, denn die dort eingereichten Proben zählen nach Tausenden. Im chemischen Institut der Stadt Berlin wurden von Januar bis März d. I. allein 43 500 Untersuchungen vorgenommen, in der Hauptfache von Milch, was einer täglichen Bearbeitung von rund 480 Untersuchungsproben ent- spricht. Daneben wurden m der gleichen Zeit etwa 4000 Nah- rungs proben der bakteriologischen Untersuchung unterzogen. Hinzu kommen die regelmäßigen Revisionen der Markt- hallen, Wochenmärkte. Lebensmittelgeschäfte und - s a b r i k e n. deren jährlich rund 70 000 vorgenommen werden. Ellva 10 Prozent dieser unvermutet durchgeführten Nach- Prüfungen führten zu Beanstandungen der Waren. Es sind ganz erhebliche Posten von Lebensmitteln, die alljährlich auf Der- anlassung der polizeiärztliche» Kontrolle aus dem Handel gezogen werden müssen: 70 000 Kilogramm Fleisch, 50 000 Kilogramm Geflügel 26 0 00 0 K i l o g r a m m Fische und 1400 Kilogramm Eier, insgesamt 390 000 Kilogramm Lebensmittel in einem Jahre. Neben der Milch unterliegt das Fleisch einer sehr scharfen Untersuchung. wobei jährlich bei rund etwa 7 Prozent der verdächtigen Proben das Vorhandensein der Fleischoergiftungserreger festgestellt wird, was gegenüber den gewaltigen Fleischmengen die in Berlin ein- geführt und verzehrt werden, nur einen geringen Bruchteil bedeutet. Die bakteriologisch- diagnostischen Untersuchungen, die im Ha u p ige s u n d h e il sa m t, im Krankenhaus Westend und im Augu st c-Viktoria-Krankenhaus durchgeführt werden, bezwecken die frühzeitige Feststellung von Jnfektionskrank- Helten. Die meisten dieser Untersuchungen, die lährlich in etwa 100 000 Krankheitsfällen durchgeführt werden müssen, betreffen Diphtherie und Typhus, es werden aber auch besondere Untersuchungen der Tuberkulose und der Syphilis durch- geführt. Sobald Krankheits- oder Todesfälle an einer dieser ansteckenden Krankheiten gemeldet werden, erfolgt durch die städtischen Anstallen eine fachgemäße Desinfektion, um ein Weiterverschleppen der Krankheitskeiine zu unterbinden, lieber 40000 Desinfek- t i o n e n sind jährlich in Berlin zu erledigen. Schließlich gibt es noch besondere Anstalten, in denen nicht unsichtbare, dafür aber sehr unangenehm«, sichtbare Parasiten bekämpft werden: sie befinden sich in der Fröbel- und Wallstraße und dort werden im Laufe des Jahres durchschnittlich täglich 1 00 0 Obdachlose in den städtischen Eni- lausungsanstalten von ihren Mitbewohnern befreit. Fehleude Warnungszeichen bei Schulen. Zu unserer Notiz über die fehlende Warnungstafel in der Nähe einer Tempelhofer Schule schreibt uns der Ellernbeirat der 20. welllichen Schule, daß auch dort, in der Waldemar- st r a ß e, die so notwendige Warnungstafel fehlt. Man habe be- reits Eingaben sowohl an das Polizeipräsidium wie auch an die Schüldeputation gemacht, ohne bisher- eine Antwort erhallen zu haben.-':ch":r Hausbesiher-Schikanc gegen„Borwärts"-Leser. Immer wieder berichten uns Leser des„Vorwärts" über Schikanen engstirniger Hausbesitzer, die das.Blall der Berliner Ar- beiterschaft aus ihrem Hause verbannen möchten. Auch im Hause Jüterbog er Straße 9, das einer Wohnungs-A.-G. gehört, bereitet man unseren Lesern Unanehmlichkeiten. Die Haustür wird immer erst geöffnet, wenn die Zellungsfrau berells vorbei ist. Viel- leicht überlegt sich der Hausverwalter einmal, daß solche kleinlichen Schikanen sein Ansehen auch bei den übrigen Hausbewohnern nur herabsetzen können. B ESSER ESSEN* WENIG ER OAF Ü R A U S G E B END U R C H K AR S TA DT- 1 E B E N S M I TT E 1 KONSERVEN Spinat...............'/, 0». 0-44 Kohlrabi............. vt Ds. 0,44 Brechbohnen........ i/i Ds- 0.48 Wachsbohnen...... i/jDs. 0.53 Jg. Erbsen m. Kar.— Vi Ds. 0.50 Jg. Erbsen mittelfein.- Vi Ds. 0.75 Gemischtes Gemüse'/, Ds. 0.79 Prinzeßbohnen mittel1/, Ds. 0.95 Brechspargel mittel. V, Ds. 1.85 Stg.-Spargel SO/ÖOer'/jDs. 2.15 Pflaumen m. Stein— Vi Ds. 0.60 Sauerkirschen m.SteinViDs. 0.95 Rote Beete..........>/, Ds. 0.50 Kürbis......... 5 Pfd.-Dose 2.00 Ananas„Singapore" 875 gr 0.98 Pfiaum.-Marm.ea.1 Pfd.-Gl. 0.50 Aprik.-Konfit. ca. 1 Pfd.-Cl. 0.68 Vierfr.-Marm. ca. 2 Pfd-Eim. 0.90 Johannisb.-Marm. ca. 2 Pfd.-E. 1.00 KOLONIALWAREN Wien.Ausz.-Mehl5PfcL-Btl. 1.35 Kais. Ausz--Mehl 5 Pfd.-Btl. 1.40 Mandeln bitter 1.50 süß Pfd. 1.40 Zitronat............... Pfd. 1.20 Rosinen............... Pfd. 0.44 Sultaninen........ an Pfd. 0.52 Korinthen........... pfd. 0.42 Haselnußkerne...... pfd. 1.00 Mischobst......... an Pfd. 0.38 Eier-Makkaroni..... Pfd. 0.66 Eier-Schnittnudeln... Pfd. 0.48 Viktoria-Erbsen..an Pfd. 0.18 Linsen u.weiße Bahn, an Pfd. 0.18 Graupen......... an Pfd. 0.25 Kaffee frisch geröstet an Pfd. 1.90 OBST UND GEMÜSE Apfelsinen......... 4 Pfd. 0.76 Mandarinen.......... Pfd. 0.30 Amerik. Tafeläpfel.. Pfd. 0.38 Kochbirnen.......... pfd. 0.1 5 Ananas........... an Pfd. 0.60 Blockdatteln......... pfd 0.55 Walnüsse......... an Pfd. 0.44 Haselnüsse........ an Pfd. 0.48 Blumenkohl...... Kopf an 0.20 Rosenkohl.......... 2 Pfd. 0.32 Rot-, Weiß- Wirsingkohl. Pfd. 0.03 Sellerie............. 3 Pfd. 0.20 Rote Rüben.......... Pfd. 0.05 Kartoffeln...... an 10 Pfd. 0.20 KONFITÜREN Dominosteine Pfd. 1.40, 1.00 Spitzkuchen. Pfd. 1.20, 1.00 Nürnbg. Allerlei. Pfd. 1.00 Nurnbg. Nüsse. Pfd. 1.20 Braune Printen. Pfd. 0.95 Schokoi.- Printen Pfd. 1.80 Pfeffernüsse weiß Pfd. 0.50 Gewürz-Spekulat.Pfd.l.OO MandeE-Spekulat.Pfd. 1.20 Marz.-Kcrtoff. Pfd. 1.80 1.50 Marztpan-GQbäckPfd.2.00 Thorn. Kathann.3Pak. 1.00 Lebkuchen in Packungen in reicher Auswahl BUTTER UND KÄSE Molkereibutter....... Pfd. 1.38 Tafelbutter...... Pfd. 1.58, 1.48 Dänische Butter...... Pfd. 1.70 Bratenschmalz....... Pfd. 0.70 Margarine............ Pfd. 0.40 Kokosfett............ Pfd. 0.42 Prima Bayr.SchweizerPfd. 1.18 Dan. Schweizer 30%. Pfd. 0.84 Edamer, Holländ. 40% Pfd. 0.90 Edamer,Holländ. 20% Pfd. 0.68 Vollfett. Briekäse..... Pfd. 0.95 Bierkäse, pr.WeißlackerPfd. 0.93 Camembert vollf. Schacht. 0.25 Harzer Käse..... Pfd.-Pak. 0.40 WILD U. GEFLÜGEL FRISCHE FISCHE DELIKAT., RÄUCHERW. WEINE U.SPIRITUOSEN Wintringer-- lOLtr. S.SO Ltr. 1,00 Oppenheim. 10Ltr.12.50Ltr. 1.30 Tarragona...l0Lfr.10.00Ltr. 1.05 Sornas....... 10 Ltr. 11. 00 Ltr. 1.15 Malaga...... 10 Ltr. 11.50 Ltr. 1.20 Wermut..... 10 Ltr.11.50 Ltr. 1.20 Muskat...... 10Ltr.10.50l.tr. 1.10 Johannisbw. 10 Ltr. 7.00 Ltr. 0.75 Utiel......... 1 0 Ltr. 9.00 Ltr. 0.95 Dürkheimer 10 Ltr. 8.50 Ltr. 0.90 Schaumw. Hausm. m.Steuer3.95 Obstschaumw. m.Steuer 1.25 1.00 Montagne franz. Rotw. m. Fl. 0.95 Macon roter Burgunder m.FI. 1.50 27w Sauternes m. Fl....... 2.00 21 er Haut Sauternes m.FL 3.95 Weinbr. Spezial 1 Ltr. m. Fl. 4.80 Rum-Verschn.38% V, m. Fl. 3.50 Tafelliköre versch. Sorten Fl. 2.95 W U R ST WA REN Blut- u. Leberw. sächs. Pfd. 0.68 Speckwurst........... Pfd. 0.83 Fleischwurst.......... Pfd. 0.93 Bierwurst............. Pfd. 1.38 Jagdwurst............ Pfd- 1.10 Landleberw.HousnvArtPfd. 0.88 Feine Leberwurst..... Pfd. 1.28 Berliner Mettwurst... Pfd. 0.98 Streichmettwurst..... Pfd. 1.13 Plockwurst m. Knobl... Pfd- 1.63 Cervelatw., Salami. Pfd. 1.38 Cervelatwurst!. Fettd. Pfd 1.38 Schinkenspeck....... Pfd. 1.60 Gek. Schinken.. V, Pfd. 0.45 Gm.Aufschn'.Pfd 0.75,0.65,0.50 Suppenhühner.... an Pfd. 0.88 Oderbr.Gänse.... an Pfd. 0.88 Jg.Mastenten..... an Pfd. 0.95 Junge Puten...... an Pfd. 0.95 Fasanen.......... an Stck. 2.40 Hirschblatt......... an Pfd. 0.80 Hirschkeule........ an Pfd. 1.05 Rehblatt........... an Pfd 0.98 Rehkeule............. pfd. 1.60 Wildschweinkeule... pfd. 1.25 Hasen ausgew. gestr.an Pfd. 0.85 Wildragout........ an Pfd. 0.38 Schellfisch m.K., im Gz. Pfd. 0.13 Kabeljaue. K. i. Gz.... Pfd. 0.13 Seelachs o. K., im Gz... Pfd. 0. 18 Rotbars o. K........... Pfd. 0.1 8 Fischfilet.............. Pfd. 0.22 Grüne Heringe.... 3 Pfd. 0.65 Leb. Karpfen...... an Pfd. 0.95 Meckienb. Landbrot rt AI ca. 3l/t Pfund ichwar... Mk. laich tvarderbllch* War* Ii» von Vanand auigeschlesian• Zusandung nur bal Bastallungen von M. S.OO an Olsardinen..... 2 Club-Ds. 0.95 Olsardinen franz...... Ds. 1.00 Rollheringe i. Remul... Ds. 0,65 Gabelbissen......... Ds. 0,65 Hors d'oeuvre........ Ds. 0.60 Langusten............ Ds. 2.25 div. Fischmarinaden Ltr. Ds. 0.85 Senfgurken.... 2 Pfd.-Ds. 0.95 Würstchen...... 5 Paar Ds. 0.80 Fettbücklinge.... an Pfd. 0.40 Seelachs geräuchert.. Pfd. 0.40 Sprotten Kiste ca. 1 Pfd. Inh 0.50 Großer Spielwaren-Extraverkauf in unserem Verkauf skelierl Unser Haus ist am Sonntaq von 3 bis 7 Uhr naehmittags geöffnet! BESSER ESSEN e WENIGER DAFÜR AUSGEBEN DURCH K Ä R S T A D T~ L E B E N S M IT T E II Nr. 551* 47. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Kreitag, 12. Dezember 1930 Kontrolle für Kartelle und Trusts. Gegen Kapiialverfchwendung, künstliche Arbeitslosenzüchtung und Preisdiktatur. Die sozialdemokratische Reichskagsfrakkion hat den Entwurf eines Gesetzes zur Kartell- und Monopolkontrolle lm Reichstag eingebracht. An dem Ausbruch der Wirtschaftskrise trägt das Zusammen- wirken vieler Ursachen schuld. Eine der wichtigsten Ursachen ist die fast schrankenlose Diktatur der privatkapitalistischen Monopol«. Die Kartelle und Trusts haben in der Zeit der günstigen Konjunktur die Preise künstlich hochgetrieben, ohne daß ihnen jemand in den Arm gefallen wäre. Die hohen Preis«, die sie den Verbrauchern aufzwangen, verlockten sie dazu, und die Uebergewinne, die ihnen zuflössen, gaben ihnen die Mittel dazu in die Hand, immer mehr Kapital in ihren Betrieben zu investieren. So tragen die Kartelle und Trusts die Hauptschuld an jenen ver- hängnisvollen Ueberinvestitionen, unter denen schließlich die Konjunktur zusammengebrochen ist. Kapitalmangel, übermäßige Produktions- kraft, mangelnde Kaufkraft der Massen— in diesen Rattenkönig von Krisenursachen verwickelten die Monopole die Wirtschaft, bis sie schließlich zu Fall kam und in die Krise stürzk'e. Und als die Krise ausgebrochen war und Millionen Arbeiter und Angestellte auf der Straße lagen, da erwiesen sich die Kartelle und Trusts als die schwersten Hemmnisse zur Ueberwindung der Krise. Sie stemmten sich mit ihrer ganzen monopolistischen Macht dem Abbau der Preise entgegen. Sie handelten nach dem Grundsatz: lieber schärfste Produktionseinschränkung als Senkung der Preise, und bewirkten dadurch, daß die Welle der Arbeits- losigkeit stieg und stieg und die Antriebskräfte zur Gesundung der Wirtschaft gelähmt wurden. Ueberinvestitionen m der Hochkonjunktur, Preishochhaltung in der Krise— das find die Geißeln, mit denen die kapitalisti- fchen Monopole die Wirtschaft schlagen uiü> ihre krisenhaften Zuckungen verschärfen. Die Regierung Brüning ist durch ihr« politischen Bin- düngen ohnmächtig, die Diktatur der kapitalistischen Monopol« zu brechen. Sie hat zwar in der Notverordnung vom Juli dieses Jahres eine formale Handhabe geschaffen, um der Diktatur der Monopole entgegenzutreten. Aber sie hat davon— von unwesentlichen Ausnahmen abgesehen— keinen Gebrauch gemacht. Die Regierung hat lange Zeit zwischen sich und die Monopole den Reichswirtschaftsrat geschoben. Man kann dem Reichs- wirtschaftsrat an sich keine Vorwürfe machen. Er hat fleißig ge- arbeitet und eine Reih« von vernünftigen Vorschlägen gemacht, wie man auf diesem oder jenem Gebiet eingreifen könnte. Die Regie- rung hat ober von diesen Vorschlägen bis zum heutigen Tage nur Kenntnis genommen, der Reichswirtschaftsrat ober hat nicht die Macht, seinem Willen Geltung zu verschaffen: andererseits besitzt er auch nicht den Apparat, um alle Machtmißbräuche der Kartell« und Trusts dauernd zu beobachten und Wege der Abhilfe in allen Fällen, wo sie not tut, zu weifen. Hier fetzt nun die A k t i o n der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion«in. Die Sozialdemokratie erkannte, dah das schönste Gesetz nichts nützt, wenn niemand da ist, der es anwendet, der dauernd verpflichtet ist, di« Monopole zu kontrollieren und zu zügeln. Der Reichswirtschaftsrat kann diese Ausgabe nicht leisten. Die Regierung möchte sie nicht leisten, es fehlen auch ihr die nötigen Hilfsmittel dazu. Darum stellt die Fraktion in den Mittel- punkt ihres Gesetzentwurfes über die Monopolkontroll« das Kartellamt(„Reichsamt für Kartell- und Monopoloerwaltung" genannt). Das kariellamt soll nach dem sozialdemokratischen Antrag die Aussicht über sämtliche Kartelle und monopolartige Konzerne und Trusts ausüben, insbesondere auch über die Kartelle der Danken. Es soll aus Vertretern der Spitzenverbände der Arbeitnehmer, der Unternehmer und der Konsumgenossenschaften sowie einer gewissen Zahl von sachverständigen Beamten zusammengesetzt sein und dauernd die Kartelle und Trusts überwachen. Zu diesem Zweck soll beim Kartellamt ein Register geführt werden, wofür alle Kartelle ihre vertröge und Beschlüsse mitzuteilen haben. Das Kartellamt soll auch sonst die weitestgehenden vollmachten für die Kontrolle der Monopole erhalten nnd schließlich soll es berechtigt sein, von sich au» Kartelle auszulösen. den Monopolen die Durchsührung ihrer Beschlüsse zu untersage» oder durch andere Maßnahmen dem Mißbrauch monopolistischer Macht entgegenzutreten. Dem Reichswirtschoftsministerium, dem das Kartellamt organisatorisch angegliedert werden soll, soll die Be- fugnis zustehen, Anordnungen des Kortellamts aufzuheben, wenn sie in Widerspruch zu der Gesamtrichtung der Wirtschaftspolitik des Reiches stehen. Die überragende Bedeutung des sozialdemokratischen Antrages liegt klar zutage. Wird er Gesetz, dann ist damit der entscheidende Regulator zur Verhinderung des Alitz. brauchs der ZNonopolmacht geschaffen. Alle bisherigen Bemühungen mußten deshalb wirkungslos bleiben, weil sie keine Verpflichtung zur dauernden Kontrolle der Monopol« vorsahen. Der sozialdemokratische Antrag will den Staat durch ein eigenes Organ mit wirtschaftlicher Selbstverwaltung instand setzen, dauernd die Kartelle und Trusts zu überwachen und überall da sofort einzugreifen, wo durch Preis- oder Produktions- regelungen der Monopole die sozialen oder gesamtwirt- schaftlichen Interessen geschädigt werden. Damit schafft der Antrag der sozialdemokratischen Fraktion zum ersten Male eine wirksame Handhabe, der Preisdiktatur und Produktionsdiktatur der Kartelle und Trusts entgegenzutreten. Niemals tat eine wirksame Monopolkonkrolle so dringend not wie heute, wo die schrankenlose Diktatur der Monopole das schwerste volkswirtschaftliche Unheil angerichtet hat. Zetzt können alle übrigen Parteien beweisen, wie ernsthast ihr Mille ist. die Krise entschlossen zu bekämpfen, jetzt können Kommunisten und Nationalsozialisten beweisen, ob es ihnen mit der Bekämpfung des hochkapitalistischen Machtmißbrauchs Ernst ist. Die Stellungnahme zum sozialdemokratischen Monopolgesehentwurf wird ein sicherer Prüfstein dafür sein. Der Brotpreis in Deutschland. Wie viel macht die VerbiMgung aus?— Die kolossalen Gpannenunterschiede. Die unterschiedlichen Brotpreis« in Deutschland sind ein ebenso wichtiges als schwieriges Problem. Ein« Veröffent- lichung des Städtetages führt mitten in das Problem hinein und beleuchtet es recht klar. Wir geben sie im wesentlichen wieder. Der Deutsche Städtetog hat in Zusammenarbeit mit der Reichsforschungsstelle für landwirtschaftliches Marktwesen im Jnteresi« eines einheitlichen Vorgehens der Städte bei der Preissenkungsaktion einen Nachrichten- und Beratungsdienst für di« wichtigsten Lebensmittel eingerichtet. Als erstes Untersuchungsergebnis können heute näher« Angaben über die Brotpreis« und-spannen nach dem Stande vom 3. De- zember 1930 in 31 Städten mitgeteilt werden. Der preis für das meistgekaufie Vrol wurde in folgendem Ausmatz gesenkt: Danach sind in einer Reihe von Fällen erheblich« Preissen- kungen herbeigeführt worden. Der Abbau auch der hohen Brotpreise im Westen und Süden hat einen zum Teil guten Anfang genommen. Aber die Brotpreisunterschied« sind noch sehr groß, und es be- stehen nach der Pr«isb«richterstottung vom 3. Dezember noch auf- fallende Unterschiede in den Bruttoverdien st» spannen der Brotproduzenten, deren Ausgleich— in der Rich- tuug der niedrigsten Kosten— weiter anzustreben ist. Der Stand der Drotpreise und der vruttooerdienst- spannen vom 3. Dezember. vcrdienstlpannen in der vorstehenden Uebersicht ist folgendes kurz zu bemerken: Zwischen den Städten mit den niedrigsten Löhnen (dem größten Unkostenfaktor der Bruttoverdienstspanne) wie Hiuden- bürg, Görlitz, Frankfurt a.b. Oder und den Städten mit den höchsten Bäckerlöhnen, wie Leipzig, Köln und Berlin, könnten sich aus den Lohnunterschieden kalkulationsmäßige Kostenunterschied« von nur 3— 4 Pfennig i« Kilogramm Brot ergeben, bei den übrigen Städten naturgemäß weniger oder überhaupt keine. Der Gesamt- unterschied aller Bruttoverdienstspanne» dürfte etwa 6 Pfennig je Kilogramm Brot erreichen, und das nur in dem sel- tenen Fall der Häufung schlechtester Bedingungen.(Der Unterschied der Verdienstspanne beträgt aber bis zu 14,1 Pfennig. D. R.) Die ausgerechneten Kostenunterschied« brauchen sich aber, wie folgende Beispiele zeigen, in den Spannen gar nickst entsprechend auszuwirken: In L« i p z i g steht der Arbeitslohn inst am h ö ch st e» in Deutschland: trotzdem llegt die Bruttoverdienstspanne unter dem Durchschnitt, ja um L,6 Pf. unter Hindenburg, einer Stadt mit sehr niedrigen Bäckerlöhnen. Die nominellen Lohnunterschiede sind also für die Preisbildung gor nicht entscheidend, und es ergibt sich der Schluß, daß in vielen Städten des Reiches noch erhebliche Möglichkeiten zur Brotverbilli- gung bestehen. Richipreise des Handwerks. Handwerkervervände wollen abbauen. Der Amtliche Preußische Pressedienst teilt mit: Die Spitzenverbände des Handwerks haben in einer Entschließung zur Preissenkung mit allem Nachdruck erklärt, daß eine Reform der Preise auch der handwerklichen Leistungen erfolgen muß, soweit das möglich ist, und daß Bereitwilligkeit besteht, die Bestrebungen der Reichsregierung zu unter- st ü tz e n. Die Innungen sollen alles vermeiden, was als eine Ein- schränkung der freien Selbslbestimmnng des einzelnen Handwerkers bei der prelsgeflallung gedeutet werden könnle. Es wird daher den Organisationen de» Handwerks dringend empfohlen, von allen Maßnahmen Abstand zu nehmen, die diesem Zweck widersprechen. insbesondere von der Festsetzung von Richtpreisen und von Bestrafungen wegen llnlerbielung von Richtpreisen,„sofern es sich nicht um einen offenbaren Berstoh gegen den Gemclngeisl und die Slandesehre oder um nnlauleren Wettbewerb Handell". Allerdings weist das Handwerk darauf hin, daß der Handwerker der letzte in der Kette der Güiererzüger und»Verteiler und ab» hängig von den vielfach gebundenen Preisen der Roh. und Halb- sabrikate ist. Das Handwerk erwartet von der Reichs- re gierung, daß sie von allen Möglichkeiten zur Beeinflussung der Preise wirklich Gebrauch macht, und es erwartet von, Publikum, daß seiner Lage Verständnis entgegengebracht und es nicht für Dinge verantwortlich gemacht wird, auf die es keinen Einfluß hat. Wir begrüßen die Bereitschaft des Handwerks, seinen Innungskartellen, bei denen die Richtpreise sowieso den Jnnungs- zusanineenhang vielsach schon gesprengt haben, weil sie nicht ein- gehalten werden, auch offiziell die Nickstbeachtung der Richtpreise zu empfehlen. Wir hoffen, daß die Einschränkung,„sofern es sich nicht um einen offenbaren Verstoß gegen den Gemeingeist und die Standesehre oder um unlauteren Wettbewerb handelt", nicht (wie es leider vielfach 1925 geschah), gewissermaßen als Hintertür zur Nichtbeachtung der Empfehlung benutzt wird. Wir hoffen auch, daß die Fachverbände diesmal keine Schwierigkeiten machen. Das Handwerk ist wie der Kleinhandel auf Gedeih und Verderb mit der Kaufkraft der breiten Massen verbunden. Wir sind dagegen, daß sich der Preissenkungsdruck ungerechter- weife einseitig gegen Handwerk und Kleinhandel geltend macht. Die Senkung der Rohstoffe und Maschinenpreise, Frachten und Tarife ist auch für das Handwerk wichtig. Aber wir wollen und hoffen, daß das Handwerk seine Mitarbeit bei der Preis- senkung ehrlich meint. Verschärfung des Maismonopols. Der Voltswirtschaftliche Ausschuß gab seine Zustimmung zu einer Verordnung, die das Moisgesetz in einigen Punkten verschärst. Im Maisgesetz war die War« der Monopolpflicht unterworfen, die „vom Handel oder den Genossenschaften" eingeführt wird. Diese Beschränkung auf Handel und Genossenschaften wird durch die neue Verordnung gestrichen, weil sich herausgestellt hat, daß auch Ver- draucher(Mais verarbeitende Werke und Tierhalter) Mais ein- führen. Die Reuhsmaisstelle soll die Möglichkeit erlzalten, eine Kontrolle darüber zu erzwingen, ob eingeführter Mais tatsächlich nur eingelagert oder trotz gegenteiliger Versicherung in den Verkehr gebracht worden ist._ England in der Krise. Zusammenschrumpfen des Außenhandels. DieEinfuhrGroßbritanniens ging im November auf 1,58 Milliarden zurück und liegt damit um fast 589 Millionen Mark unter den Einfuhrergebnisien vom November 1929. Der Rückgang beläuft sich auf rund 27Prozent. In noch stärkerem Verhältnis ist Englands Ausfuhr gegenüber dem November vorigen Jahres gesunken, die sich um 39 Prozent von 1,29 Milliarden auf 882 Millionen im letzten Monat verringerte. Der Gesamt- Umsatz des englischen Außenhandels Ist also im November d.I. um rund 28 Prozent zusammengeschrumpst. Hauptsächlich geht diese stark« Zusammenschrumpfung des britischen Außenhandels auf die feit dem Sommer besonders verschärfte Textilkrife zurück, die sich sowohl in dem Baumwollrevier von Lancashire wie auch in dem Wollzentrum von Torshire auswirkt. Waggonexport bringt hohe Dividende. Während die Wirtschaftskrise in ihrem Verlauf nahezu sämtlich« Industrien in mehr oder minder starkem Maße betroffen hat, ist die Waggonindustrie von einer recht kräftigen Sonder» konjunktur begünstigt gewesen. Durchweg hat sich die Renta- bilität im Waggonbau auf der Höhe des Vorjahres geholten und ist bei einer ganzen Anzahl Unternehmen sogar noch darüber hinaus- gewachsen. Auch die seit dem Frühjahr zum Linke- Hofmann-Busch- Konzern in Breslau(Ostdeutscher Waggontrust) gehörende Düssel- dorfer Wvggonfabnk Gebrüder Schöndorff A.G. zahlt für das am 39. Juni abgeschlossene Geschäftsjahr 1929/39 wieder die hohe Dividende von 19 Prozent. Der Reingewinn des Unternehmens ist von 9,48 auf über 9,59 Millionen Mark gestiegen. Bemerkenswert ist, daß der Waggonbau im Gegensatz zur Loko- motivindustrie noch recht gewinnreiche Auslandsgeschäfte durchgeführt hat, denn nach dem Verwaltungsbericht ist die hohe Dividende in erster Linie durch dos gesteigerte Exportgeschäft erzielt worden. Aegnptischer Bllllionenanftrag für Krupp. In einer öffentlichen Ausschreibung der ägyptischen Regierung für den B a u e i n e r R i l b r ll ck e hat der Kruppkonzern und di« Berliner Baufirment Preisabbau BiümenspsM jeder Art liefert preiswert Paul Golletz nraul« Rabert Mayir Maiiennenetr. 3 FS, Oberbaum 1 303 Achtung, erwerbslose Krastsahrer! Der Deutsch« Autoklub beabsichtigt für die Kinder sreigewerkschaftlich organisierter Kraftfahrer, die auf republikanischem Boden stehen, eine Weihnachtsfeier zu veranstalten. Erwerbslose verheiratete Kraftfahrer mit Kindern, die dem Gesamtverband der Arbeitnehmer als Mitglied angehören und die genannten Voraussetzungen erfüllen, müssen sich spätestens bis Montag, den 15. Dezember, 14 Uhr, in die im Gesamtverband, Berlin N 24, Johannis st raße 14/15, Zimmer Nr. 30, ausliegende Aufnahmeliste unter Vorlegung ihres Mitgliedsbuches eintragen lassen. Die Weihnacht»- feier findet voraussichtlich am Freitag, dem 19. D e-z e m b e r, statt, wozu besondere Benachrichtigung erfolgt. Achtung, BDS.-Srnoffea! Unser Fraktion svarstfte oder, Genosse Karl Z Krause, vom Bahnhof 24, ist verstorben. Trauerfeier morgen. Sonn--» abent, 14% Uhr, auf dem kentralfriedhos ssriedtichsfelbe. Um reg« Beteiligung bittet der SPD.-ssrattiansvorstand. �reie Gewerkschafts-IuaenSBerlir Heut«, ssreitaa, 19� Uhr. tagen folgende Gruppen: Rordring: Zu. «ndheim. Schule Sonnenburger Str. 2». Lichtbilderportrag:_®ie ZZohnung der Wertthiige»-.— Hermenuplah: Gruppenheim Sander» straff» 11, Ecke Hobrechtstraffe. Vortrag:.Kulturell« Gegenivartsfragen".— Süden: Gruppenheim Wassert« rstr. 9, v. pt. Bortrag:.Aus der Praxis eines g-uerwehrmannes".— steppelinplaff: Jugendheim Turiner Ecke Eeestraffe(Ein- gang Turiner Straffe). Vortrag:»ssEZ. und politisch» Jugend".—«dlershos: Jugendheim Bismarckstr. 1. Vortrag:.Warum soll ich mich organisieren?" �vaendorvppe d«s?enfra>v«rk'sndes ver Anaesteilten Heut», ftmiteg, finden folgend« Beranstaltungeu statt: Köpenick: Jugendheim Dahlmiffer Str. 15 lDasan stall am Bahnhof Küpenick). Bontraa:.Sagen unserer Mark Brandenturg-. Referent: Dr Mar Schütte.— SiUunest: Jugendheim Borckstr. 11(2. Hos, Quergedäud«, 1 Trepp», Limmer 5). Borte» gt„Moderne Kullurpvoblente". Referent: Hein, Lümi.— Rordenr Zugendheim Lorffingsir. 19. Gruppenmitgliedorversauemlung.». Heute kommt di« Photoorbeit-gemeinschaft um 20 Uhr im Zugondwarterau« unser» Ber- Handshauses zusammen. Leiter: Dr. Paed vom Aobeittr-Lichtdild-Bund.— Karden für den Aeinrich-Heine-Abend am ssreitag, dem 19. Dezember, zum Preise von 40 Pf., sind im Zugendsekretamat und in de- Zugendgruppeu erhältlich.— Karten für die Zugendvorstellung der Volksbühne am 1. Januar zum Preise von S0 Pf. find im Zuaendstlretariat zu haben. m Miete WSO,AnfbacI)erstr.l 4 Alexanderplatz Neue Könif9tr.43 Bauzeichnung von 8 Ml. an. K. Heinrich, Prenzlauer Allee 213 PaitDle DRGM Warenz er- wirit 0r. kogetebn, SWSI.Gitschinerstr! dolttllvgS'.kR»»« ü»elclsmsmRrked gegen dlacbabn.nnx gesetzt getch. tenlgt reit 44 lehr als SpealellOl Conrad NOller Leipzle- Schkeuditz wS»». V lieber 130 eigene Verkaufsstellen/' davon 23 in Graß-Berlin u. Potsdam Heim! Siemens 21 und Siemens 31« die neuen Netzempfänger mit der Riesenskala, bieten für wenig Geld vollendeten Empfang. Wenn Sie Freude, Unterhaltung, Anregung und Behaglichkeit für die ganze Familie schenken wollen, dann wählen Sie Siemens 21 oder Siemens 31. Ctafcnbuttatn für diese Rubrik find >« e I> u SÄ«». LindenNraKe 3. parieinachn'chien für Groß-Derlin stet» ,, da, De>irt»setretariai e. Hof, 2 Trevven reibt,. ,u richte» 2. itrci, Tiergarten. Am Freitag, dem 12. Dezember. 20 Uhr, findet bei Röst-l, Vutlib'tr. 10, eine sehr wichtig- Sitzung des Bildungsausschuffes statt. Erscheinen der Mitglieder ist unbedingt erforderlich. «.«reis«reuzberq. Heute,»>4 llhr,»rei-mitgliederversammlung@ bei Rabe, Fichtestr. 29. Bortrag:.Die Stellung der Partei i» der g gegenwärtigen Situation". Referent: Arthur Sri Spien, M. d. R. Mit. m gliedsdnch dient als Ausweis. 13.«reis Tem>aerhes. Sonnabend, 13. Dezember, I» Uhr. im See- W bad Mariendoef, tlllsteinstraße,.Sozialistischer Abend". Vortrag:.Der Z Kampf um die Macht". Referent: PolizeiprSstdent«rzesinsli. Die W Veranstaltung wird»o« Must« und Rezitationen umrahmt. Nach dem g offiziellen Teil gemütliche» Beisammensein. - =1 15.«reis Treptow. Heute. 2» Uhr, im Lokal.fty-lfhänser", Rieder. W schZncweide, Berl'ner Strohe,«relsmitgli-deroersamml-ng.«ortrag: g .Sozialdemokratie nrd Rotoerordnungen". Rescrentin: Mathilde W Wurm, M. d. R. Mitgliedsbuch dient al» Ausweis. 17. Lrels Li-'tenberg. Kirchenaustritte können Icden ersten und dritten Mon. tag im Monat in der Bibliothek, Weichfelstr. W, von IL bis 20 Uhr voll» zogen werden Legitimation ist mitzubringen. I». K-cls Pankow. Montag. 13. Dezember. WJ> llhr, Kreisdelegiertenver. sammkung im.Tllrkischen Zelt", Breite Straße. Heute. Freitag. 12. Dezember: 5. Abt. Die arbeitslosen Parteigenossen melden stch Freitag, Sonnabend und Montag in der Zeit von 12 bis 13 Uhr bei Suhr, Mulackstr. IL. 38. Abt. Achtung, Bezirkssiihrerl Die Auszahlung des Notopfer» kann um- ständehalier nicht heute, sondern erst in der Mitgliederversammlung am 17, Dezember erfolgen. Morgen. Sonnabend, 13. Dezember: 33. Abt. 131� Uhr Sitzung des Bbteilungsvorstandes bei Wertalla, Hohenlohe- strake 3- 47. Abt. Di« Genossinnen und Genossen besuchen die um ILth llhr in der Aula der Bollsschule, Manteuffelstr. 7, stattfindende„Konsumgenosscn» schastliche Filmveranstaltung". Gäste, insbesondere Hausfrauen, herzlich willkommen. Eintritt ist frei. Tharlottcnbnrg. 53. Abt. Auszahlung des Notopfers um 17 Uhr bei Lux, SutVnstc. 26. Aufforderungskarte, Legitimation ist mitzubringen.— 34. Abt. Von 18 bis 20 llhr Auszahlung der Unterststtzungcn im Jugend- beim Nostncnstr. 1. Etemvelkirt« und Mitgliedsbuch mitdringen. Achtung! Die Sammellisten stnd abzurechnen. Tb. Abt, Wannlee. 20 Uhr im Lokal Linhrnhof. Am Wilhelmplatz, Mitglieder. Versammlung. Vortrag des Genossen Dr. Richard Lohmaaa. All« Genossinnen und Genossen werden um ihr Erscheinen««beten. 113. Abt. Schmöckwitz. Die Mitgliederversammlung snr Schmöckwitz. Karolinen. hos und Rauchfangswcrder findet-m Sonnabend, dem 13. Dezember, im Eaft Landhaus, llber der Brück«, statt. 117. Abt. Lichtenberg. Gruppe Klingenberg. ISth Uhr Mitgliederversammlung im Restaurant„Städtische» Flußbad". Tagesordnung:„Warum mußte die Sozialdemokratie gegen die Aufhebung der Notverordnung stimmen?" Referent: Genosse Reuter. 123». Abt. K-nlsdors.SLd. 20 Uhr Mitgliederversammlung im Iägcrheim. Wichtige Tagesordnung. 1». Abt. Tegel, Schul, endsrf, Keiligeusee, Siedlung am Babuhos Heiligensee. Festsitzung um 2« llhr bei Beck. Am Flugplatz. Festanspraihe: Geuosßa Erna Wcgrner. Rachher? Semütliche, Beisammensein. Alle Seaosie» und die. die es»»erden wollen, sind herzlich willkommen. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. 4.«reis Prenzlauer»erg. Freitag, 12. Dezember, 19% llhr bei Klug. Ranziger Str. 71, Helferbesprechung. und Aktenerledigung. Abrechnung der Lose. Jed« Abteilung muß vertreten sein. I Antifaschistische Kundgebung am Mittwoch, dem 17. Dezember, 19« Uhr, Im Lokal Lindners Konzerihaus, Pankow, Breftestraß: Redner: Karl Llike. M. d. R. Thema: Dnser Kampf gegen den fasdüsiims! MSnner und Frauen, erschein! in Massen I Zeigt, daß ihr gewillt seid, mit der Sozialdemokratie gegen den Faschismus zu kämpfen SPD. IS. Kreis Wei�ensee SPD. 19. Kreis Pankow SPD. 20. Kreis Reinickendorf lt. Krel» Pankow. Die Lose sind umgehend bei dem Genossen Krllger, Pankow, Pestalo,zzistr. 4, abzurechnen. Nicht zurückgegebene Lose gelten für feste Rechnung überiwmmen. Bereinigung sozialdemokratischer Juristen. Am Montag, dem 15. Dezember, 20 Uhr, findet Im Rnschelsaal de, Rhein- gold, Potsdamer Str. 3, ein« Konferenz statt. In der Genosse Rechtsanwalt Dr. Ernst Fraenlel-Berlia über:„Die arbeitsrechtlickc Bedentung de» Kampfes in der Berliner Metallindnstrie" sprechen wird. Wir laden hierdurch unsere Mitglieder und Säst«, insbesondere die Gewcrkschastsoertreter. zu dieser Per. anstaltung«rgebenst ein und bitten bei der Wichtigkeit de» Themas um zahl- reiches Erscheinen. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Groß-Verlin. Keei» Reukölln. Lustiger Filmabend morgen, Sonnabend, im Saalbou Bcrgstr, 12g, nur sllr Kinder, 17% llhr. Eintritt 30 Pf, Fstr Parteigenossen und Eltern im scstien Saal um 20 Uhr ebenfalls.Hustiger Filmabend", lln- kosten 00 Pf. Genossen, unterstütz! die Kinderfreunde durch euren Besuch, Krei« Prenzlauer Berg. Gruppe Freiheit, Die Rotc-Falken-Beranslaltung fällt heute, Freitag, aus, 20 Uhr im Jugendheim Eonncnburgrr Str. 20, Viblioihekzimmer, wichtige Eltcrnversammlung. j(Sterbetafel der Groß- Berliner Partei« Organisation j 37. Abt. Im 26. Jahre der Parteimitgliedschaft verstarb unser Genosse Wichelm Meißner, 73 Jahre alt. Die Einäscherung erfolgt Eonnabend, 13. De- zember, 17 Uhr, Baumschulenweg. Um rege Beteiligung wird gebeten, 38. Abt. Am 0. Dezember verstarb unser Genosse Karl Krause, Tilsiter Straße 33. Im Alter von 31 Jahren. Ehre selbem Andenken. Beerdigung Sonnabend. 13. Dezember, 14% llhr, auf dem Zcntralfriedhvf Friedrichsfelde. Vorkrage, Vereine und Versammlungen. G Reichsbanner �Schwarz-Rol-Gold". Gefchäktsstell.: Berlin S 14, Sebasilansir 37—83 Hol 2. Tr Freitag, 12. Dezember. Lichtenberg lOrtsverein), 20 Uhr Bersamm- lungen: Kameradschaft Mahlsdvrf bei Ander», Bahnhosstraßc. Käme- radschaft Boxhagen bei StSbcr. Jung» Ecke Odcrstraße. Lichtbildervortrag über KKS. Referent: Kamerad Karl Schlicht. Kameradschaft Gustav Tempel bei Rodegast, Rormannenstr. 38. Fortführung der Arbeitsgemeinschaft.— Sann- abend, 13, Dezember. Pankow lOrtsverein). 1S% Uhr Generalveriamnclung im Restaurant türkisches Zelt". Pankow. Breite Straße. Erscheinen Pflicht. Kinder, welche an der Weihnachtsfeier teilnehmen, stnd spätestens auf der Generalversammlung anzumelden._ Reichskärtell Republik. Sportplatz Friedrickiaselde. Sonnabend, 13, De» zemder, ab 15 llhr Arbeitsdienst für all« abkömmlichen Kameraden. Sonn- tag, 14. Dezember, ab L Uhr Uebungsschießen aller angeschlossenen Ortoverein«. Mittwoch, 17 Dezember, 20 Uhr, im Sohurrbeiterverbandshaus, Lokal Schilling, Ecke Rungestraße. Sitzung aller angeschlossenen Ortsoereine. Große Mitglleder- Versammlung. Der Zentraworftand um IS Uhr. Wichtige Lvrbesvrechung. Freie Arbeiter-Esperanto-Pereinigung. Alle Gruppen beteiligen sich an der Monatsverfammlnnq am Freitag, dem 12. Dezember, im Metallarbeiterver. bandshaus, Linienstr. 83—85, Portal I.(18% bis 21 Uhr.) Achtung, Radio. und Esperanto.Ausstellnng am 13, und 14, Dezember in Bogels Festsälen, SO. 10, Brllckenslraße 2. Ausstellung von 10 bis 22 Uhr. Eintritt 25 Vi. Efperanto-Sefellschaft Eharl-tte-burg.«vertag, ö.»«(«*«,» llht, Konditorei Wolter, Eharlottendurg. Bismarckstr. 114(Knie),«1»b, immer. Kon» versationsabend. Gäste willkommen, Arbeitsgemeinschaft für Forstschutz und Raturkuude e.«. 16. Museum». ivanderung: Sonniaa, 14. Dezember, Ein Streifzug durch die Ratioualgaleri«. Führung: Herr Kunstmaler Sepp Adam. Treffpunkt 11 Uhr Mus-nms-ing-ng. Mitglieder frei, Gäste 30 Pf. Topographisches Orchester. Dirigent Erich Gulzeit. llebungsstunden sede» Freitag von 20% bis 22% Uhr iin �dealkasino", Neukölln, Weichfelstr. 8. Bläser und Streicher willkommen. „cnüllsh Conversalionai Cmb founded 1378." Meetings every Friday 8 p. m. Cafd König. Leipziger Straße 117 118. Lccturer: Mrs. Bukowski on:„Morking women" Guesis, Ladies& Gentlemen, are welcome. Sozialistische Arbeiterjugend Groß'Berlin Swsendunaen für diese I�vbri? nur a« das 3ufleibfefrdariat Petita SW 68. Linden straSe 5 Heute. Freitag. 12. Dezember. Ig'/- llhr:. Arkoaaplatz: Schule Elisabelhkirchstr. IS.„Politische Gefangene."— Kall- nischer Pari: Heim Daisenstr. 18.„Karl Marx.'— Ora-i-aburger Tor: Heim Ti eckst r. 18.„Moderne Dichter."— Rosentbaler Vorstadt: Schule Elisabeth- k'.rchstr. IS.„Ein- Reichslagesttzung."— ssenirum: Heim Landsberger Etr. 30. „Jugendschutzrorderunaen der SAI."— Moabit I: Schule Waldenserstr. 20. Tagespolitik.— Moabit II: Heim Lehrter Str. 18— 19.„Geschichte dev russischen Revolution."— Hansa: Heim Bochumer Str. 8d.„Das dritte Reich." — Moabit III: Heim Lehrtee Str. 18-ia.„August Bebel."— Arnimplatz: Schule Eonnenburger Str. 20.„Arbeiterdichtung."— Arasiraldcr Platz II: Heim Rastenburaer Str. 10.„Beginn der Geldwirtschaft."„Handwerk und Handel."— Balkan und Nordoste» 1: Heim Tanziger Str. 02, B. 3 r,„Die Ausgaben der jungen Generation in der Partei."— Falkplatz IT: Schule Sounenburgcr Str. 20.„Sozialistische Gedankenwelt,"— Helmholtzplatz: Heim Tanzigcr Str. 02, B. 2.„Der italienische Faschismus."— Wörth er Platz: Schule Kastanicnallec 82.„Nikotin und Alkohol"— Andrcasplatz: Heim Brommystr. 1,„TAI. und Pur' ei."— Baltenplatz: Heim Tilsiter Str. 4—3. „Arbeilsdienstrsslicht."— Frankfurter Viertel: Heim Frankfurter Allee 307. „Arbeiterjugend und Partei."— Petersburger Viertel: Heim Ebertnstr. 12. Lichbditdcr:„Etcinkohlenbergbau"— Stralauer Picrtel: Heim Eoßlestr. 01. „Berlins Stadtcntivässerung,"— Warschauer Diertel sAeltcre): Hrim Litauer Straße 18,„Warum muß der Jungarbeiter politisch und gewerkschaftlich or» ganisiert sein?"— Warschauer Picrtel sR..F.>: Hc.m Litauer Etr, 18.„Die Deutschnationalen und ihr Programm"— Schöncbera I: Heim Hauptstr. 13. „Politischer Rückblick 1930.'— Schöneber« V: Heim Hauptstr. 15. Letzte Bc- sprechung der Dcihnachtsfabrt.— Eharlottenhu-g: Heim Rosinenstr. 4. Gene- ralprobe.— Eharlalteuburg-Süd: Heim Goethestr. 11.„Sowjetrußland."— Wilmersdorf(Aeltere):„Wcibnachten und klassenbewußtes Proletariat"— Lankwitz: Gcmeindeschuls Echulstraße.„Sozialer Kampf der Jugend."— Lichter- felde: Heim Lichterfelde.Wcst, Albrschtstr. 14o. Mitgliederversanunlung.— Steglitz(Jüngere): Heim Flemmingstr. 14b.„Die Hitler-Iugend."— Marie»- darf(R.-F.): All- Schule, Dorfste, 7.„Strafvollzug einst und jetzt."— Mariendors IT: Siedlung Daheim, 159(120.„Aktuelle Fragen des Sozialismus. Außerdem Sprcchchorprode oou I und u Im Heim Dorfstr. 7, pünktlich 19 Uhr. — Brix: Beteiligung on der Freidenkcrveranstaltunq im Heim Ehausseestr. 48. — Rculöll» I: Üebcn der Kapelle im Heim.— Renlöll» kl: Heim Steinmetz- straße 91. Arbeitsgemeinschokt.— Reukellu VII: Karl-Marx. Schule. Kurz, rcfrate.— Neuköln Vlll(Jüngere): Schule Rütlistraße.„StoHnkämpfc und Preisabbau" mit Aussprache.— Neukölln IX: Fobrtbesprechung bei Genossen Kloke. Emser Str. 31, n. II.— Köpenick Ii Heim Grünauer Etr. 3.„Die Arbeit des Jugendamtes."— Köpeuick LI: Heim Dahlwitzer Sit 15. Lichtbilder: „Der Militarismus in der Karikatur".—«aumschulruweg: Heim Ernstftr. 10. Lichtbilder:„Wo waren wir 1930?"— Johannisthal: Rathaus.„Einsührung in die sozialistische Gedankenwelt". V. Teil.— Treptow: Heim Elsenstr. 3. Pho oabcnd.— Reiaickeudorf»Ost: Leim Lindauer Straße. Uebungsabend.— Bnchholz: Schule Berliner Str. IS. Das Programm der NSDAP."— Pankow (R.-F): Die Spielgemeinschaft kommt um 20 Uhr im Seim Kisstngenstr. 48 zu- sammen. Alle Genossen, die sich eingelragcn habe», müssen bestimmt erscheinen. Werbebczirk Lichtenberg: Wcrbcbczirksmiigliederocrsammlung in der Schul- aula Siegfriedstraß- Ecke Frankfurter Allee. Kät« Fröhbrodt spricht. Der Hut al» Kroßindufirieerzeugai». Ailkc. der deutsche Herrenhut. wird seit über 100 Jahren von Millionen aus allen Ländern der Welt gern getragen. Deutsch« Industrie und Arbeit leistet hier im Bergleich zu jedem Auslandsfabrikat vollkommen Ebenbürtiges und übertrifft diese Auslands- fabrikate sogar bei weitem in der Preiswilrdigkeil. 277 Preise nur F. gcschloss-e.'. Ve iSi,-, exz er- Cr ' �"ff : 5:. ■''.''0'' '. vj• ,-,,v e'■ - fd■■■ -Cc? ..4L. lJB'frs >. L,■ C—. y*.■ »• o»L- gi■ C üj 2CZ JL". iz iL.-... lö y• Oi r-*•..oj"■-> V-Ci JQ-j- •■ 19■' 0— -C." 7-.-« ,-c.f'.-s/ lü 53■ 1 ■> - � '..tu:'-'«1-.. ■.iL■; t_ N .- . ,U> � c; HD-er Y■■ Wurstwaren Hausrnadi.-SOlze fU. 0,68 Rot*, Leberwursipid. 0,68 Sülzwurst....... m0.78 Fleischwur$l..,.Pfd. 0.90 Landleberwurslpid. 0,95 Dampfwurst...Pfd.0.98 Knoblauch wursl Pfd. 1, 1 5 Jagdwurst....... Pfd. 1,15 Mettwurst 1,25 PeineLeberwursl Pid. 1, 30 Zervelat,SalamiPfd.l.55 Teewurst......... Pfd. 1,60 Zervelal wursl�M.Voll' 1 ,85 SpedcmV.0.98�%r;l,30 SchlnKenspeck..pid.l,60 Nußschinken...Pkd. 1.85 Gek. Schinken«),pid.0145 Huhn tu Lais, ss, Com 0,98 Konserven Stangenspargel Sit 2, 60 SlangenspargeUtart 2,50 Slangenspargel icw.2,40 Slangenspargel��.lS Kaiserscholen...... 1,25 Jg.Erbsen sehrfeia.. 1,15 Junge Erbsen wn.. 1,(0 Gemüseerbsen.... 0,54 Gem. Gemüse mittel 0,98 Leipziger Allerlei 0,78 Konsummisdiung getrockn. Erbsen n. Karott. 0,48 Apfelmus............ 0,58 Birnen halb» rmeht.. 1,20 Erdbeeren.......... 1,35 Kirschen rot,ohneSta1n 1,10 Reineclauden...... 1,00 Karotten goseimitteD 0,26 Obst/ Gemüse Bananen...... 2 Pfd. 0,78 Tafeläpfel aaurit, fm.0.38 Kranzfeigen Smyrnn,............. TU. 0,28 Walnüsse........ pid.0,44 Haselnüsse.. m tob 0,48 Apfelsinen....b Pia. 0,95 Mandarinen....m 0.30 Ananas..... Pfd. tob 0,60 Grünkohl........ pid.0,10 Rosenkohl...» pcd.0.32 Rote Rüben....Pfd. 0,05 Rotkohl......... Pfd. 0,03 Welsskohl....�.. pm. 0,03 Sellerie........ s pm. 0.20 Möhren......... pfd.0,04 Billige und gute Konfitüren 6 Lebkuchenherzen mit Bekokolada Sbeizogut.....8 StAek 0,25 Dominosteine gutes Fabrikat................. 1, TU. 0,65 Speculofius................„..Pfd. 1,00 Nürnberger GewOrzplötzchen.......«i.pfd. 0,4» Sdiokoiaden-Baumbehang .................'„Pid. 0�0 bestreut, 1929 er Edenkabencr oder Oberhaerdter Mab kaniniepcr,gu1e Bowlenwo ne 1 9�9 er Alsfprwel'.crer Leüen.. 1 1929er Wfrtdeshelm. Älfeabergl 1929 er Wilftnger Mosel 1929 er Treiser Cesfel. Kokosmakronen............ PM. 0�5 Teegebäck................... Pkd. 0.95 3 Tafeln Schokolade sortiert, i 100 k?.... s Tatela 0,95 und 0,85 Bonbon-Mischung........ pid. 0,50 Borken-Schokolade....<{, fm Gebrannte Mandeln..-j.ptd. Weihnachtsmänner Stack Käse Stangenkäse xti„ pm, 0,54 Briekäse roufett, Pfd. 0,95 Münster toik»«..pm. 1,05 Blockkäse 0,70 Dän.Schweizerp�y, 0,84 Tilsiler Touiett, Pid. t. 0,84 Edamer„_ Ä_ .... Pid. 0,66 40«i, 0,90 Steinbuscher ToUj?i' 0,90 Fische *KabeIjaufilel..Pfd. 0,22 •Kabeljau �Pfd. 0.1 3 •Schellfisch 0.1 3 •Rolbars......... Pfd.0,18 •Kalflsch ibgeiog_Pld. 0,20 ") la Bilm Kluern>gis.liidrtu9tr. Räucherwaren Engl. BüdclingePM.r. 0,45 Schellfisch ger, Pfd. r. 0,40 Seelachs«er, pm. t. 0,40 Seea a I Bbge&, cer., pu.>. 0, 6 8 Rotbars gartack. Pfd. 0.40 Sleinbeisser ger.. pm.t. 0,48 Sprollen��rO.SO Gelsardinen iimk»„sertie" '/t Dose 0,50, 0.65. 0,85 -U'f.0,75 inj 10fl.7,C0 10,95 1.9,C0 1925 er Et lauer, Nafur-Rotwelnl lU 4 iff Vorzüglicher Ma'aga, dunkell Fi. Feiner aller Tarragona.... flOFIasch. W. K. Gold, Fruchlschaumwelnj 14,00 lunge 0,88 Gänse Preise ohne Flasche I Suppenhühner »n 0.88 Ati«nahme- Anoehott LIKÖR wie: Ingwer. Oarlhiaser. Halb a.Halb, Cher ry-Hrandy, Cnraoao-Orange wir Fl. 1929 er ßrauneberger Rleshng sehr guter rassiger Mosel MW . I U.fl.liJ» Ausserdem 6 sehr gute Tafel-Wein e1.fmor. 1928er Mcrslelnrr Domlal... I M 15M 1929 er Zell er, schwarze Kalz.. 1,85 17ä) 1928er Ües-rer Nl?derberg.. 1,85 17,50 1927 er Greacher Hl-Ttmelrefch 2,10 20,00 1927 er Wfnkeler Jesullengarlen 2L5 21,00 1929 er Graas,-Pfch.Paket 0�5 ,lHertie"-BaumliditecertiiR, 12er, l5er,weisdn.bantl1/rPld.-Pakei 0,75 Wachs'Sden.......... s Stack 0,10 Rauditisdikerzen rot and orange, versohle- dene Grössen.......... von 0,13 bis 0,75 Kleine Zierlichte reich dekoriert........ tod 0,C4bIe0�5 Backartikel Auszugmehl iom, pm.o.ji. 0,26 Stadion rot..... 2-Pfd.-Beatel 0,58 Stadion rot.,...B.Pfd.-Bentel 1,40 Sultaninen............. pld.0,52 Rosinen.................. fm.0,44 Korinthen......... Pfd. ron 0,42, 0... Blauer Mohn........ pm. 0,42 i schobst................ pra. 0,45 Kokosraspel.......... PM. 0,48 u>-e............... Pfd. 0,58 Zitronat................ p/d. 1,20 tse.................... Pfd. tob 3,90 Süsse Mandeln...... pm. 1,40 Kaffee................ PM.yo- 1,90 Bittere Mandeln...pfd.l,50i Vi Brot Torgeseiuieb. Gewicht 0,40 Mandelio Uandelenata,Ffd.0,55 Kartoffelmehl....... Pfd. 0,16 Vanlllcs4.0,18s�j.0,35sta8n4 0,50 Vikforia-Erbsen, Linsen u. weisse Bohnen... pfd.0,18 Fette Molkereibufter..... Pfd. 1,38 Tafelbutter... Pkd.l,4S, 1,58 Dän. Butter... Pfd. 1,60, 1,70 Margarine.............pm. 0,40 Kokosfett............... pid. 0,42 Bratenschmalz..... pm. 0,70 Griebenschmalz...Pfd.0,78 1 Eimer ca. 2 Pkd. K N F I T U R E Eimer ca. 2 Pid.{ J Preiselbeeren.............. 0,540 Johannisbeer............... 1,151 j Pflaumen.................... 0,95 � Erdbeer...................... 1,30 1 Aprikosen............... 1,15 i Kirsch, Hlmbeer.......... 1j3o{ Frisches Fleisch Enten PM.ron 0,95 SSBB Kaninchen 1 eeatrrift und au» A QC 1 geworfen Pid. von ViVw Sdiweinebaudi a Beiiag., pm. 0,88 Sdiwelnesdiulterblntt. pm. 0,90 Sdiweineschinkcn nt Bün. pm, 0,98 Schweinekamm oder SdiuP, ohne Beilage---- Pfd. 1,06 Sdiwelnekotelett... Pfd. von 1,08 Kassler mild........... Pich von 1,04 RQdcenfett bratf. o. Schw. Pich 0,78 Eisbein mit Epttzbeln. 1. gz.. Pid. 0,74 Kalbskamm ohne Vellage, Pfd. 0,82 Kalbsbrust od.-rßdeen Plch 0,90 Kalbskeule hl» 9 Pfd. schwer. cans oder geteilt............. Pld. 0,98 Kalbskotelett......... Plch von ips Kalbsroulade goroll«. Pfd. von 1,3® Kalbsschnitzel....... Pfd. von 2.00 Suppen /Seisdi......... pm. von 0,86 Hammetvorderftcisdi Pid., 1,(0 GulüSdl pemiocht........... Pfd. 1,08 Sdimorfleisdl ohne Knoche Pld 1�4 Roastbeef Ob. Knochev, Pkd. von 1,43 Rinderbacken........... Pkd. 0,53 Rinderlungen............ PM. 0/14 Rinderherzen............ pm.0,64 Euter....................... pm. 0,32 Schwcincköpfe m. Vaoke, PM. 0�44 Schweinenieren......... pm. 030 Rinderleber irisch........ Pld. 1,18 Gefrierfleisch Hammelvorderftcisdi Pid. ,o» 0,60' Suppenfleisch......... Plch von 0,68 Hammelröcken...... pm. von 0,70 1 Gulasch ubne Knochen....... pm. 0,98 Schmorfleisch ohne Knochen......... Pfd. 1,20 Hirsdifieisdi Pfd. von 0,33 Hirsdiblätter Pfd. von 0,80 Spiesscrrücken 1.30 Hasen Pfd.' .-östreiit und aus- roworTen. Pfd. von Unsere Häuser sind am Sonntag, den 14. Dezember, von 3 bis 7 Uhr geöffnet! 0.85 ?Ir. SSI»<7. Jahrgang Zr-itag, 12. Dezember 1930 Die von der Strafe leben. Dirnen vor Gericht.— Der Kampf um die Arbeitsbescheinigung. „Dirnen vor Gericht" gab es tmch vor Inkrafttreten des Gesetzes zur Bekämpfung der Gefchlschtslronkheiten. Di«„Ko n t r o l l- mädchen" kamen vor den Richter wegen Nichterscheinens zur Kontrolle, die geheimen Prostituierten wegen Ausübung des„Gewerbes", ohne dazu berechtigt zu sein. Seit dem 1. Oktober 1927 ist die Kontrolle aufgehoben. Das Strafgesciz bedroht die Dirne jedoch auf ander« Weise. Sie macht sich strafbar, wenn sie Männer in ärgerniscrregender Weife auf der Straße anspricht: wenn sie ihrem„Erwerb" in der Nähe von Kirchen oder Schulen nachgeht. Und wie damals, gibt es auch heute bestimmte Taxen sür Zuwiderhandlung gegen die Forderungen des Gesetzt s. »Anstand und Ordnung." Besondere Polizcistresten sorgen für Anstand und Ordnung auf dem Liebesmarkt. Verstößt irgendein Neuling unter den Prosti- tuierten gegen dies« Ordnung, so begnügt sich der Veaane mit einer Verwarnung. Macht sich das junge Mädchen zun» zweitenmal auffällig, so nimmt der Polizeibcamte es mit und übergibt es dem Pflegeamt. Zluch in diesem Falle wird das Gericht nicht angerufen. wandelt es sich aber um ein« alte Bekannte, in der Regel um Mädchen, die vor dem 1. Oktober 1927 unter Kontrolle standen, so wird An- zeige erstattet und Strasbesehl erlassen. Das Mädchen erhebt Einspruch, das Gericht bleibt in der Regel bei der Ta x e: 7 Tage Haft. Bewährungsfrist wird in Aussicht gestellt— sür den Fall, daß das Mädchen sich im Laufe von 1?L Jahren nicht noch einmal ausfällig benimmt. Tut sie es doch, so lautet die höchste Strafe 19 Tage Haft. Die Bewährungsfrist fällt fort: die beiden Strafen niüsjen verbüßt werden. Im Ausnahmefalle wird auch ein zweites Mal Bewährungsfrist zugebilligt— wenn das Mädchen etwa Arbeit angenommen oder geheiratet hat. Das drittemol gibt es bereits zwei Wochen. Der Richter versucht stets�der Zlngeklagten gut zuzu- reden: sie möge doch von Einspruch Abstand nehmen, sie würde sich so die Kosten des Berfahrens ersparen. Mitunter macht er ihr auch kiar, daß er ihr ohnehin Bewährungsfrist zubilligen werde. Nur sellen gehen die Mädchen auf den Vorschlag ein, sie bestehen auf Verhandlung. Ist aber die Dirne unerfahren und erhebt sie keinen Einspruch gegen den Strafbefehl, so muß sie die Strafe absitzen. Bei Strasbesehlen gibt es keine Bewährungsfrist. Das»Oirnengericht". Das„Dirnengericht"— ein Einzclrichter und Beteili- gung des Amtsanwalts und des Gerichtsschreibers— hat seine Sitzungen in einem Gebäude unmittelbar am P o l i z e i p r ä s i- diu m. Eine Fürsorgerin vom Pflegeamt ist stets anwesend. Nur s. lien verirrt sich auch Publikum hierher. Verhandelt wird zweimal in der Woche— ain. Dienst a c>.und Freitag. Da steht z.. B. vor. dem Richter eine Wjähriye----..da größte Tett. dieser Mädchen ist über 30 Jahre- ölt schöne Blondine. Der Strasbesehl der Polizei lautete: eine Woche Hast. Die Angeklagte behauptet, seit einiger Zeit dem Unzuchtgewerbe nicht mehr nachzugehen. In den letzten Tagen sei sie in Not gewesen und dezhalb auf die Straße ge- gangen. Sie klagt ihr Leid. Ihr erster Mann war Zuhälter und hat sie auf die Straß« geschickt. Sie hat sich von ihm schließlich scheiden lassen, ist jetzt zum zweiten Male verheiratet, ihr Mann aber arbeitslos. Sie bestreitet, Männer angesprochen zu haben. Der Richter hält ihr vor, daß sie erst vor kurzem wegen des gleiche» Delikts bestraft worden sei: der Kriminalbeamte bestätigt unter seinem Eide, sie habe hintereinander sieben Männer angesprochen. Das Gericht läßt es bei der Woche Haft. Besonders kompliziert erschien ein anderer Fall. Hier hatte sich eine Prostituiert« in der Nähe einer Schule aufgehalten. Der Staatsanwalt beantragt« 10 Tage Hafti Der Richter war jedoch der Ansicht, daß Prostituierte sich nachts wohl in der Nähe von Schulen aufhalten dürfen, da ja zur Nachtzeit ein Schulbesuch der Kinder nicht stattsindet, und sprach die Angeklagte frei. Gegen dieses Urteil legte der Staatsanwalt Revision«in. Und das Kammergericht?! Es entschied, daß es in gleicher Weise strafbar sei, einerlei, ob die Prostituierte nachts oder tagsüber ihrem Gewerbe in der Näh« der Schule nachgehe. Der Zufall �fügte es aber, daß das Mädchen am Abend desselben Tages, als sie freigesprochen war, wieder an der gleichen Stell« vor dem Hinterausgang der Schule von Polizcibcamten bemerkt wurde. Und wieder stand sie vor Gericht. „Wenn«in deutscher Richter", sagte das Mädchen zu ihrer Verteidi- gung,„mich mittags sreigcsprochen hat, kann ich nicht wissen, daß es abends verboten ist." Der Richter verurteilte sie tatsächlich angesichts der Eirtscheidung des Kammergerichts nur wegen des ersten Falles und sprach sie wegen des zweiten frei. Er stellte ihr auch Be- währungsrist in Aussicht, da sie Bescheinigungen über Arbeit vorlegen konnte. Arbeitsbescheinigungen. Diese Belege, nicht selten speziell sür den Fall zurechtgemacht, spielen oft eine große Rolle. Das Gericht traut ihnen aber nicht fo ohne weiteres. Es beauftragt die Fürsorgerin, die Richtigkeil der Belege nachzuprüfen. In einem Falle behauptete z. B. eine Prosti- tuierte, ihr sei die Stellung einer Reinmachefrau in einem der Ber- liner Bezirksämter versprochen worden. Der Richter wollt« es nicht glauben und gab ihr eine Frist von zwei Monaten. Das Mädchen hatte aber diesmal die Wahrheit gesagt. Zur selben Zeit, als sie vor Gericht stand, lag bereits die Benachrichtigung vom Bezirksamt über ihre Anstellung in ihrer Wohnung. Sie erhielt eine Be- währungsfrist für 1?L Jahre. Das Ansprechen von Männern, das hauptsächlichste Delikt der Mädchen— vor dem Einzelrichter Berlin- Mitte komm«» nwnatlich etwa 25 bis 35 Fälle zur Aburteilung— ist nicht in allen deutschen Ländern strafbar. In Boyern z. B. ist das Ansprechen gestattet, c- darf nur nicht in besonders auffälliger Weise vor sich gehen. In Preußen wird bereits jedes Ansprechen als Belästigung be- trachtet. Es ist dabei durchaus nicht erforderlich, daß der An- gesprochene sich dabei belästigt fühlt. Das Gericht steht auf dem Standpunkt, daß stiuge Mädchen und. Kinder. durch den Anblick diescd Ansprechens„sittlichen' Schaden" erleiden kpnnen. Ob es mit diesem Standpunkt recht hat, mag dahingestellt bleiben. Die Apellbung des ,.llnzucht"gewerbcs ist jedenfalls.dadurch außerordentlich erschwert. Der Lleberfall auf dem Kischerkieh. Schwere Gefängnisstrafe für einen Kommunisten. Vor dem Schwurgericht I war der Arbeiter Wilhelm B. wegen versuchten Totschlags angellagt, da er mit mehreren anderen zusammen am 20. Juni auf eirMi Rationalsozialisten gc- schassen Halle. Auf dem„Fischer ki«tz" herrschte im vergangenen Sommer ein ständiger Kleinkrieg zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten. B., der einer proletarischen Wehrorga- nisation angehörte, verabredete an jenem Tage mit mehreren ckom- nuinistischen Genossen, daß der Nationalsozialist P., den er gar nicht kannte,„eins ausgewischt" erhalten sollte. Am airdercn Morgen um siinf Uhr jrüh traf er sich mit drei andere» Freunden in der Neuen Grünstraße und lauerte P. aus. Als dieser die Straße entlang kam, wurde von allen Seiten auf ihn geschossen. Nur dadurch, daß er sich blitzschnell zu Boden warf, entging er den tödlichen Kugeln. Bei der Verfolgung konnte nur B., der sich in einem Hausbodc» in der Friedrichsgracht versteckte, festgenommen werden. Auf der Flucht hatte er noch auf einen ihn verfolgenden Beamten geschossen. Man fand bei dem Anzellagten einen Trominelrevolver sowie eine A r m e e p i st o l e. Er bestritt auch nicht, sich an dem lieber- fall beteiligt zu haben. Allerdings behauptete er, daß er nur aus dem Trommelrevolver init Schrotpatronen Schreckschüsse abgegeben habe. Nach der Beweisausnahme hielt es der Staatsanwalt für erwiesen, daß B. aus der Armeepistole auf sein« Gegner scharf geschossen hatte und beantragte daher drei Jahre Zucht- haus. Nach mehrstündiger Beratung verurteilte das Schwurgericht I t-en Angeklagten B. wegen versuchten Totschlazs, Widerstand und unbefugten Wafsenbesitzcs zu zwei Jahren vier Monaten Gefängnis. Wieder Tpielerrazzia im?friedrichshain. Im Friedrichshain wurde gestern nachmittag wieder von der Polizei eine größere Razzia auf Glücksspieler unternommen. Sechzig' Personen, die bei verbotenen Glücksspielen wie Schlesischc Lotterie, Kümmelblättchen und Meine Tante— deine Tante überrascht wurden, mußten die Fahrt zum Berliner Polizei- Präsidium antreten. Vis auf sechs Perjonen, die sich im Friedrichshain als„Bankhalter" etabliert l)atlen. wurden die übrigen Festgenommenen nach Feststellung ihrer Personalien wieder entlassen. wer hat einen Tragriemen gesunden? Auf der Partei- Veranstaltung der 23. Abteilung Im Moabiter Schiitzenhaus vom 2!>. November ist ein F a h n e n i r a g r i e m e n liegengeblieben. Wer etwas über den Riemen weiß, möchte sich wenden an Heinz B c u st e r, N. 31. Namlerstr. 4. Jugendweihen der Sozialisten, Freidenker und Gewerkschaften Die Anmeldungen für die Frühjahrsjugendwelhen 1931 bitten wir, unter Zahlung der Einschrcibegebühr von 50 Pf. sofort bei dem nachstehend aufgeführten Anmeldestellen vorzunehmen: Verwaltungsbezirk Mitte: H. Lehmann, SR. 64, Ackcrstr. 174(„Vorpäito". Spedition)— Deutscher Metallarbeitcrverbond, C 25, Linicnstr. 83— 85(geöffnet 8—16 Uhr.{feeiiags 9—19 Uhr. Eonnabends 9—13 Uhr).— ffreigewerkschasi. liche Iugendzentrale, EO. 16, Engelufer 24— 25, II. Stock. Zimmer 26 tgeötinet 9—17 Uhr, freitags 9—19 Uhr, Eonnabends 9—13 Uhr). P. Dobrohlaw. SR. 37, Swincmiinder Str. 11(SRcftourout). Verwaltnngsbezirl Tiergarten: 6. Joseph, NW. 21, Wilhelmshavener Straße 48 l»Borwiirts"°Epedition). Verwaltnngsbezirl Acdding:„Vorwüris"-Spedition, SR. 66, MMcr- Ecke lltrechter Straße.— P. Äroll, SR. 65, Utrechlcr Str. 21 fRestaurant).— K. Andersson, N. 81, Ctralsnnder Str. 19(Schuhmacherei).— H.(Zischcr. N. 29. Baslianstr. 7(„Vorwärts�-Speditipu). Verwaltungsbezirk Prenzlauer Vrrg: W. Hofsmann, SR. 58, Llichener Str. 8 (SRcflautant).— P. Dolz, SRO. 55, Immanuellirchstr. 24(,.Vorwiirts"»Spedition). — E. Gerth, N. 113, Greisenhagener Str. 22<„Vorwärts"-Epedition). Verwaltuugsbezirl Zriedrichshaiu: X Arndt. O 17, Markusstr 36(„Vor. ü!ärts"-Spedition).— SIR. Wartmann, O. 34,»onigsberger Str. 37(Photo» laden, Eingang vom Lausflur).— S. Melle, O. 34, Petersburger Plaß 4 („Borwärls"-Spedition).— L. Witlschuß, 0. 31, Petersburger Str. 5 (Restaurant) Verwaltungsbezirk Kreuzbein:..Vorn>ärts"-Speditu»> SW. 61. Vaerwald» straße, an der Gneisenaustraße.— Urban. EO. 3«. Lausiger Plaß 14—15(„Dor- warts"» Spedition).— P. Lier, EO. 36, Naunnnstraße 9(Restaurant). — Deutscher Xrcidentcr- Verband E. V., SB. 29, Gneisenaustr. 41(geöffnet 8—16 Uhr).— Sekretariat der Jugendweihen der Sozialisten und ltrei- denkcr Berlins, SB. 68, Lindenstr. 3, II. Los, 2 Treppen links. Zimmer 2 (geöffnet 9—17 Uhr, Mittwochs und- Frcjiags 9—19 Uhr, Sonnabends 9 bis 13 Uhr). Verwaltungsbezirk Eharlattenburg:„Borwörts"-Spedition Charlottenburg, Sesenhcimer Är. l, pt.— Frau Ioachimie, Eharlotlcnburg, Kaiscrdannn 95. Eingang Rognißstraße(„Vorwärts". Spedition), 14—18 Uhr.— Deutscher Ver» kehrsbund. Eharlottendurg, SSanreuther Str. 31. Verwalrungsbezirk Spandau: Rektor SR. Schulze, Spandau. Wilhelmstadt, Konlordiastraße(Ledensgemeinschaftsschule).— Rektor T ffechner, Spandau» Neustadt, Mittclstraße(Lebensgemcinsck>aftsschule).—„Volksblatt"-Buchhand. lung, Spandau, Potsdamer Straße. Verwaltnngsbezirl Wilmersdorf: Fron Ungcrcr, Wilmersdorf, Hanauer Straße 43, Siedlung. Verwaltungsbezirk Zehlendarf: Lehrer A. Zettl, Zehlendorf, Waldhüter. pfad 81. Verwaltungsbezirk Schonebcrg: Rathmann, Schöneberg, Bclzlgrr Sir. 27 („Vorwärts".öpcdition).—(frau Klawitter, Echoneberg. Apoftel-Sgaulus-Str. 7. — S. Echaudt, Friedenau. Bachestr. 9. Verwaltungsbezirk Steglitz: ff. Homburg, Steglitz. Schloßstr. 193.— Will,. Ckubig, Sieglitz, Riugstr. 7, Grth. III.— K. Schönwetter, Lichterfclde-Wcst, Hindenburgdamm 7l.— Konsum Lankwitz, Kaiscr-Wilhelm-Str. 43. Verwaltungsbezirk Reukolln:„Vorwärts"-Epedition Neukölln. Siegfried» straße 25—26, 14—18 Uhr.—„Vorwärrs". Spedition Neukölln. Neckarstr. 2, 14—18 Uhr.— Parteibüro, Neukölln, ffuldastraße(ffdealraffage). Aufgang 5, 17—19 Uhr.— A. Schwartz, Britz, Eroß-Siedlung, Liningstr. 58. Perwaltungsbezirl Treptow: E. Mcckelburg, Treptow. Graetzstr 59(„Bor- wär!s"-SpedUion).— W. Gallas. Baumfchulenweg, Schraderstr. 16. v III.— M-Thiele. SRiederschiineweide, Berliner- Str. 38 lRestaurant„Zur Sstost").— Ziege, Adlcrshof, Bismarckstr. 29(Restaurant). A. Bader. Oberschöneweide, Wilhelminenho-fstr. 17(Zigarrenladen). Verwaltungsbezirk Köpenick: C. William, ftöpeckick. Alte Dabiwitz.-r Straße 72.— Otto, ffricdrichshagen, Kirchstr. 34(Restaurant).— ff Klein, Grünau, ffriedrichstr.» 17.— ff. Rauioks. Grünau, Vikiorioftr. 19.— fetUlianii, Bohnsdorf, Waltcr-dorfer Str. 199(Äestäurant).—. ff. Krail. Rahpsdorf, fforst-. straße ff.' Schade,- Rahnsdorf, SUlühlertweg 5. Verwaltungsbezirk Lichtenberg: Rektor Sänger, Lichlendetg, Schule ffliell».' rlchstrvße—-Rcktor Pride. Lichtenberg. Schule Märktftraße.— Rektor Vöüi-r»- liiifl, Lichtenberg, Schule Lolteistraße.�— Rellor Sndow. Lichtenberg. Schule Leopoldstroße.— Rektor Lenz, Lichtenberg, Schule Scharnweberstraßc. �— Rcktor Schiickcr, Lichtenberg, Pfarrstraßc.— A. Rakewitz, O. 112. Gärtner- straße 6. Verwaltungsbezirk Weißensee: Walter Jancll, Weißensce.. Berliner Allee 259. — SIRartin ffranke, Weißenfee, Sebanstr. 23.—.Otto Kühfahl, Weißenfee, Amalienstr. 29.— Atidreas Heinel, Weißensee, Säblerstr. 7.— Georg Matthes, Weißenfec, Pistorinsstr. 192.— Marquardt, Hohenschönhausen, Berliner Str7 85 (Restaurant). Verwaltungsbezirk Pankow: Konsumverkaufsstellen in Pankow: Wollanl. straße 192, Berliner Str. 47. Breite Str. 16, Kifstngenstraße. Brehmestraße, Trclleborger Straße, Achtcrmannstraße.— Konfumvcrkaufsflcllc» in Riede:- schötilmufrn: Kaiser-WUhclm-Str. 79. Kaiserweg 69.— Vansegrau. Buchholz, Bahnhofftr. 15. Verwaltungsbezirk Reinickendorf: Schönewcrk. Reinickendorf°Ost und Rofen. thal, Provinzftr, 48(Restaurant).— Volkshaus, Rcinickendorf-West und Wittenau. Scharnweberstr. 114,— Tornow, Tegel, Cchlieper. Ecke Trcsckow- straße, für Tegel, Borsigwalde und Hciligenfee. Außerdem nehmen alle Hauskassierer des„Deutschen Freidenker- Verbandes E. V." Anmeldungen für die Jugendweihen entgegen. Das Partciarchiv� Lindcnftraß« 3, 2. Hof l V., veranstaltet in seinen Räumen am Tonntog, dem 7. Dezeinber, eine Sonder- a u s st c l l u n g, zu deren Besichtigung die Parteigenossinnen und -genossen Berlins und Umgegend freundlichst eingeladen sind. Zur Besichtigung werden ausgestellt die Büsten von Bebel, M a r.r. K a u t s k y, ferner die Totenmasken von P. A x c l r a d, Bebel, Haase, Laisalle und M a r t o w. Handschristen von Niarx. Engels, Lassalle, bedeutende Zeitschriften und Zeitungen aus der Frühzeit des Sozialismus. Die Führungen sinden statt um 10, 11 und 12 Uhr. Anschließend an jede Führung wird der Film:„Im Ansang war das Wort" gezeigt. In Berlin eigene Verkaufsstellen an allen Hauptverkehrspunkten „9m trauten Daheim Sin SProipektentmurf von Warn Otto Vtenel Wenn abends die Familie im trauten Lampenschimmer versammelt ist und das Heimchen am Herde sein anheiinelndcs Zirpen ertönen läßt, dann ist nichts so erwünscht als eine recht zu Herzen gehende Lektüre. Wir erlauben uns daher, einem oerehrlichcn Publikum von Stadt und Land hiermit eine Zeitschrist zu über- reichen, die bei jung und alt aus den lebhaftesten Beifall stoßen dürste. Unser Bote wird in den nächsten Tagen nachfragen, ob Sie geneigt sind, in unser erstklassiges Literaturunternehmen hin- einzutreten. Geben Sie diese Probenummer nicht wieder zurück. sondern unterschreiben Sie einen Bestellschein, der Ihnen vorgelegt wird. Die Schar unserer Mitarbeiter bürgt dafür, daß unsere Romane garantiert nur in seinen bzw. gereinigten Kreisen spielen werden, so daß selbst Ihre Kinder und Enkelkinder unser Blatt „Im trauten Da Hein." mit Genuß in die Hand nehmen können. Zwischen Hutle und Fürslenschloß. Originalroman von Adelheid von Sahnensüß. Durch den Stolzenbeiner Wald raste der nächtlich« Gewitter- stürm und cntwurzelle baumstarke Tannen. An die Bußenscheiben des Schlosses Stolzenbeinburg, dem uralten Ahnensiß des stolzen Geschlechtes derer von Stolzenbein, prasselte der Regen in Strömen. Die unheimlichen Blitze erhellten auf ihrem Wege durch die dunkle Nacht auch das Boudoir der schönen Kointessc Malwida von Stolzenbein und streiften ihre königliche Gestalt, die sich mit der vollendeten Anmut ihrer siebzeln jungfräulichen Lenze träumerisch soeben an den Kamin gelehnt hatte. Niemand hätte der gertenschlanken Komtesse angesehen, welcyc Schicksalswucht auf ihren aschblonden Flechten lastete. Selbst Lottchen, die Zofe, die einen Saunt an ihrer Herrin zurechtrückte ' und die einzige Tochter des alten Försters auf der Staudesherrschast Stolzenbein war. merkte nichts bis zu dem Augenblick, als die Komtesse tränenüberströmt das Schweigen brach. „Wenn man standesstolzer Vater wüßte, welchen Kummer ich ihm und fernem untadeligen Stammbaume zufügen muß. Und erst mein Verlobter---?* Lottchen, die sich manches erlauben konnte, weil sie als Milch- schwester der Komtesse deren Vertrauen besaß, lächelte verwundert: „O, wird es im ganzen Lande einen Glücklicheren geben als den Herrn Grafen von Traubendeck. der auf das Geheiß Ihres Herrn Vaters morgen das Glück haben wird, Sie als holdes Bräutchen auf das Schloß ssiner Väter zu führen?" Ein tiefer Seufzer entfuhr dem Alabasterbulen der Komtesse: „Das ist's ja eben. Morgen soll ich zum Altare in der Schloß- kapelle schreiten, aber wisse, du meine einzige Vertraute— heute nacht noch werde ich von einem Knäblein genesen, so Gott will." Die treue Dienerin war aschfahl geworden und stützte sich auf eine Kredenz, auf der bei manchem fröhlichen Turnier in ölten Zeiten die Ritterhumpen gestanden hatten. „Da sei Gott vor!" schrie Lottchen verzweifelt. Die Komtesse hatte ihre Beherrschung wiedergewonnen. Mit unheimlicher Ruhe sah sie das Mädchen an. „Wenn mir jemand helfen kann-- kurz und gut, ich ver- lange von dir einen Dienst, den man nur von der treuesten Dienerin verlangen kann. Ich weiß, Lottchen. in deiner Ärusl wohnt eine Treue, wie man sie leider Gottes in den großen Städten nicht mehr fuidet. Lottchen, teure Milchschwester, du muht die Schande von dem stolzen Geschlechte derer von Stolzenbein abwenden. Du mußt das Kind, das ich unter Schmerzen dieser schlechten Welt schenken werde, als das deine anerkennen, du mußt--" Die Zofe erstarrte zu fliegender Röte. „Mein Leben will ich für Sie geben, gnädigste Komteß, aber was soll mein ehrlicher Franz, der schmucke Iägerbursch, dazu sagen? Er wird mich für untreu halten, wird mich der Metze gleichstellen, die im Armenhaus wohnt." Ein heftiger Blitz erschüttert« das Gemach in seinen Grund- festen, aber gesaßt erwiderte die Konttesse: „Was soll dein Franz schon sagen, wenn ich euch zugleich mit dem Kind« eine fürstliche Ausstattung gebe? Höchstens--* (Fortsetzung folgt.) Der Dämon vom Teufelsgrund. Originalnooelle von Benno von Felseneck. Im Dorfwirtshause von Teuselshain ging es gar lustig zu. Hei, Kirmes war heute, und da kreischten die Fiedeln, brummelte der Brummbaß und hüpften die Klarinetten. An den langen Sellen des Saales, auf frugaler Holzbank, hockten die Schönen des Dorfes in ihrer kleidsamen Landestracht und lächellen mit blitzeirden Zähnen hinüber, wo die jungen Burschen saßen. Das waren fürwahr noch unverdorbene Gestallen, in schlichter, aber sauber gewichster Lederhose, das grüne Hillchen mit der Spielhalmfeder verwegen auf das Ohr gerückt, den sammet- weichen Schnurrbart mit der berggcwohntcn Hand zwirbelnd. Einen Augenblick entstand respektvolle Stille, als der Pfarrer feinen silberhaarigen Kopf zur Tür herein steckte und schmunzelnd das fröhliche Treiben betrachtete. „So ist's recht, Kinder", rief er,„wer in der Woche sein« Pflicht getan hat und am Sonntagvormillag im Hause des Herrn war, der darf sich dann auch an einein Tänzlein in Ehren erlaben. Saure Wochen, frohe Feste, wie ein großer Dichter sagt. Bor allein ober freue ich mich, daß kein reihender Wals in eurer harmlosen Gesellschaft einen Platz findet." Mit eine», ehrlichen„Gruß Gott!" zog sich der ehrwürdige Seelenhirte wieder zurück, um drüben im Honoratiorenstübchcn mit. dem Lehrer und dem Schulzen ein Spielchen zu machen. Und wieder kreischte die Fiedel, summte der Brummbaß. Vom Schenktische, wo der nimmermüde Wirt die schäumenden Mahkrüge füllte, löste sich jetzt eine unheimliche Männergestalt von Uebermannsgröße mit dunklem Kraushaar und einem schwarz- gelockten Schnurrbärtchcu. Die Mädchen flüsterten sich angstvoll zu, als er sich durch die trinkenden Burschen drängte und in das Gewühl der Tanzenden starrte. „Wein Gott, er sucht wieder das Marclle, well er sich Mut angetrunken hat. Wenn's der Wasll vom Gilgenhof spürt, setzt's a Unglück, was fetten allein kommt." „Dideldum, dideldum!" jauchzten die Geigen dazu. Der finstere Burfch war kein anderer als �der hinkende George oder, wie ihn das unverdorbene Bergvolk nannte, der„schiache Schorsch". Vor Iahren, als im Teufelsgrund die große Kiesel- mühte eröffnet wurde, war der Georg« aus welschen Landen zugc» wandert. Niemand mochte den finsteren, jähzornigen Mann, und wenn der Kieselmüller einen anderen zur Bedienung der kompii« zierten Maschinen gehabt hätte, wäre der hinkend« Teufel längst zum Lande hinausgejagt worden. Sollte er doch sozrr nächtlich im Teufelsgrundc wildern und dortselbst schon manchen Bock geschossen haben. Gerade tanzte das Marelle mit sittsam niedergeschlagenen Augen im Arme des Pfeifertoni vorüber, als George des Mädchens ansichtig wurde. Schaum trat auf die Lefzen des Eifersüchtigen, ein Wutschrei entfuhr seiner schnaubenden Brust, und er stürzte auf die sanft Er- rötende mll den frechen Worten:(Fortsetzung folgt.) Sechse in einem Nest. Sittenroman von Hedwig Lang-Pinsler. (?8S. Fortsetzung.) Eoelin« ließ ihre Zlugen spielerisch zwischen dem hochgewachsenen Baron, der keinen Augenblick sein erprobtes Offiziersblut verbarg, und dem jungen Bankiersohn im tadellosen Smoking mit echten Plüschrevers hin und her schweifen. Beide Männer waren zu sehr Kavaliere, um die Erregung hören zu lassen, mit der sie die Kiefern wie hungrige Raubtiere bewegten. Während Eveline einen- ihrer langen schwedischen Handschuhe verlor, beobachtete sie unter den seidenen Wimpern hervor die beiden Männer. Würde es zu einem Duell kommen? Beide wollten sich bücken, um Evelincs Handschuh aufzuheben. Der Baron bemühte sich nicht weller, als ihm der junge Abelcs um «ine Nasenlänge voraus war. Eveline blickte mit kaltem, aber schlecht verhehltem Glutauge zu dem Baron hinüber. „Nun. Baron, es scheint Ihnen nicht viel an einem Dienst für mich zu liegen?" Der Baron klemmte das Marwkel fester. „Gegentell, Gnädigste! Vsrmgen Sie über meinen Kopf, aber verlangen Sie nicht, daß ein Silberfels mit einer Bürgcrkanaille in Wettbewerb tritt." „Herr!" „Herr!" Eveline trat mtt ihrer kühlen Ruhe zwischen die beiden Herren, die sich auseinander stürzen zu wollen schienen, und faßte den Baron am untersten Knopfe der pclzvcrschnürten Attila, den Bankier jedoch am roten Adlerorden, der ihm ain weißen Zltlasband« am Halse heraushing. „Keinen Streit um meinetwillen. Gehen wir hinüber in die Schießbude, wo der Finger lose am Hahn sitzt und man Aug' und Hand fürs Vaterland übt. Wer die meisten Ring« schießt, darf heute abend auf Tiefental mein Gast sein." Der Baron blickte ihr stahlhart ins Auge, als er flüsternd fragte: „Und dann--?"(Schluß folgt.) 3>ie'Urfachen des �odesnehels •Das Tflärchen tom Saharaslaub Uoritastisch« Behcuptunqcn über die Entstehung der(Siftntbel sind in de» letzten Togen durch du Presse gegangen. E» wurde u. a. allen Ernstes bedauptet, daß Etaubwolken aus der Sahara die Ursache der eddlichen Wirkung des Nebels sei— eine Annahme, die nach Angaben de« nun uns befragten Sachner ständigen unhaltbar ist.— Wäre der Sabarastaub wirklich Cn gefährlich, so müßte Norbafrika schon öttcrs non Na'astrophen abnUcher Art, mic sie jetzt in Belgien vorgelommcn sind, heimgesucht worden sein. Nach den Äelterberichtcn haben ferner die Luftmassen, in denen sich der Nebel befindet, ihren Ursprung gar nicht in Afrika, sondern im wesentlichen in ozeanischen Gebieten. (Sit Redaktion.) Einwirkungen des Nebels auf den Gesundhestszuswnd durch Asthma und ähnliches sind bekannt und hängen mit psychologischen Ursachen eng zusammen. Ein unmittelbarer Grund zu diesen Einwirkungen liegt bei reinem Wassernebel nicht vor, da er nichts anderes bedeutet als eine Suspension feinster kleinster Wasser- tröpfchen. Bei den Nebeln, die in der letzten Zell, vor allem>» Belgien solch schädliche Wirkungen gezelligt haben, muß es sich aber um mehr alz reinen Wassernebel handeln. Die meterolvgische Forschung der neueren Zell kann für die Erklärung dieser Er- scheinung brauchbare Unterlagen liefern. Bei Nebel trllt fast immer eine Aenderung in den Temperatur- verhättnissen ein, d. h. die normalerweise vorhandene Temperatur- abnähme mll der Höhe ist an einer Stelle unterbrochen und es zeigt sich in einer gewissen Höhe eine scharfe T e m- peraturzunahnie. die fast immer sprunghaft ist. Es sind dann vielleicht am Erdboden 0 Grad, in 200 Meter izöhc minus 1 Grad, in 250 Meter Höhe aber wieder 8 Grad über Null. Wenn eine solche niedrige Inversion(Umkehrung) über Industrie- gebieten liegt, so hat das unter Umständen sehr unangenehme Wirkungen. Man muß nämlich bedenken, daß durch eine solche Jnversionsschicht keine Luftbewegung hindurchgeht, daß also der gesamte Jndustriedunst sich darunter ansammelt. Die Dämpfe lösen sich dann noch in den kleinen Wassertröpchen auf und bilden Säuren, die die Schleimhäute stark angreifen. Die Inversion ver- hindert also vollkommen den Abtransport der gefährlichen Stoffe nach oben(ähnlich wie eine über Wasser lagernde Oclschicht keine unten im Wasser schwimmenden Stoffe aufnimmt). Wenn dann zur Inversion auch noch Windstille kommt, die den horizontalen Abtransport unmöglich macht, s o können diese'Ansammlungen die unerhörte In- tensität annehmen, die zu den st arten Der- giftungserscheinungen geführt hat. Als einzige Abwehrmaßnahin« wäre zu fordern, baß Werke, die diese immerhin doch an und für sich schon ziemlich gesundhcits- schädlichen Gase ausstoßen, veranlaßt werden, sie nicht durch die Luft abtransportieren zu lassen, sondern aus andere Art— vielleicht durch Absorbieren in Wasserkammcrn— unschädlich zu machen. Das sollte, wenn es für immer nicht leicht durchzuführen sein sollte, doch zum mindesten für solche Tage mit starten Inversionen und schwacher Luftbewcguug in Wirksamkeit treten. l)r. Hh. 3)as erite tRä In der den Namen dem Verein anstalten läßt. führen solle». Nähe Berlin» gibt es ein Gelände, das „R a k e t e n fl ug p la tz" führt. Es gehört für Raumschiffahrt,' der dort Versuche ver- die zur Postrakete und zum Welttaumschisfe Wemr man die Werkställen besucht, dann sieht man eine Sammlung- von allen möglichen Raketen, die sich der Mensch nur denken kann.— verschiedene Konstruktionen ganzer Flüssigkcitsraketen und ihre? Einzelteile: auch ein paar Feuerwerks- raketen liegen herum und werden gelegentlich benutzt. Nur eins fehlt da.— aber wenn man das ausspricht, dann ist die Ver- wunderung groß. Zur Vervollständigung der Sammlung müßte auch noch ein Seewasserbecken da sein und in diesem Secwasser- decken einige T inten flsche und ein paar Quallen. Denn der Satz, daß die Natur die Lehrmeisterin der Kunst sei, hat auch im Raketenfach seine Gültigkeit Das Vorbild zur Rakete ist akko der Tintenfisch. Damit ist nicht gesagt(was auch für die anderen angeführten Beispiele nicht zu- trifft), daß die menschlichen Technike? nun nach dem natürlichen Vorbilde gebaut haben. Bei der Rakete speziell liegt der Fall so, daß man schon sieben Jahrhunderte lang Raketen baute und fliegen ließ, bevor man erfuhr, daß der Rückstoß der ausgeschleuderten Pulvergase sie fliegen läßt, lind, um den Vergleich mit dem natür- lichen Vorbilde nicht zu vergessen, die Tintenfische hatte man vor der Entdeckung des Rückstoßgesetzes bereits mehr als 2000 Jahre lang wissenschaftlich beobachtet und beschrieben, bis man auf die Idee kam. festzulegen, was die farbenfreudigen Tiere zur blitz- schnellen RückswärGfahrt durch das Wasser befähigte. Der Mechanis- mus der Geschichte ist nämlich folgender: An der Bauchseite des Tintenfisches befindet sich ein groß-r Hautsack, Mantel geheißen, der durch kräftige Muskeln geschlossen und geöisnet werden kann, und der in einen deutlich sichtbaren Trichter unterhalb des Kopfes mündet. Im Lause seines täglichen Lebens hat solch eiij Tintenfisch keine großen Wanderungen nötig. Er krabbelt mit Hilfe seiner acht-- oder zehn Fangarme am Felsgestein herum und liegt an dunklen Stellen auf der Lauer, ob sich«m Beutetier sehen läßt. Dabei kommt ihm zugute, daß er stets die Färbung des Untergrundes an- nehmen kann. So liegt also die cxplostonsbereite Rakete harmlos herum, bis der zündende Funke kommt. Der Funke, das heißt hier: ein stärkerer Feind, häufig de? Mensch. Im gleichen Augenblick beginnt das Feue?we?k. Ucbe? den Körpe? des Tintenfisches jagen gelbe.?ote, o?angefarbenc, blaue und grüne Zornwellen. Gleich- zeitig wird der Mantel voll Wasser gesogen: die Tiillendrüscn machen sich ebenfalls bereit, und dann stößt das eingesogene Wasser mit voller Wucht aus dem Trichter. Der Rückstoß schleudert das Tier pfleischnell durch das Wasser, das ftinterende voran, die langen Fang- arme eng zusammengelegt hinterher. Am Standpunkte der lebenden Rakete bleibt der dicke Pulverqualm, vielmehr der Tintensaft mit all seiner Färbe- und Verdunkelungskraft, zurück. Es gibt noch andere Arten, bei denen die Sache eleganter aus- gebildet ist. Bei ihnen ist der Trichter länger und beweglicher. Er kann mit der Spitze umgebogen werden, so daß sein Eigentümer auch mit dem Kopfe voran zu schwimmen versteht. Man darf ve'- muten, daß diese Arten, die die Bewegung durch Rückstoß auf ein so hohe« Maß technischer Fertigkeit gebracht haben, die gleichen sind, an denen diese Bewegung am häutigsten beobachiet wird. Zum ausschließlichen Bewegunzzmittel aber ist der Rückstoß bei den prächtigsten und seltsamen und. wie immer bei solch feenhafter Pracht, auch zerbrechlichsten Geschöpfen des Meeres geworden, den Quallen. Jedermann, der einmal am Meere gewesen ist oder ein großes Aquarium betrachtet hat. erinnert sich der glockenartigen Gebilde mit den feinen Schlelmfäden an der Unterselte. Das ganze schwimmt im Wasser, bestehl auch zu mehr als 95 Proz. nur aus Wasser und ist im Innern hohl,— kein Wunder also, wenn das Bewegungsmittel dasglciche geworden ist wie beim Tintenfisch. Rur findet die Bewegung hier weder vor- noch rückwärts statt(wenn man bei den Quallen überhaupt in unserm Sinne von vor- und rückwärts sprechen kann), sondern senkrecht. Die Blumenglocke saugt sich mll Seewasser voll und zieht sich dann sanft zusammen: „sie pumpt sich durch das Meer", w>e es im Brehm heißt. Wenn wir uns nun beim Fachmann für die Bergangenhell der Erde erkundigen, wie lange es bereits Quallen und Tintenfische und damit die Fortbewegung durch Rückstoß gibt, dann hören wir, daß man wenigstens Quallen schon aus den beinahe ältesten geologischen Epochen kennt. Die Natur hat den Rückstoß also seit Millionen Iahren als Bewegungsmittel für ihre Tiere für gut befunden. Heute ist die Menschentechnik so weit, sich darüber herzumachen. Da sie mit anderen Mitteln arbeitet, so muß sie andere Weg« suchen und finden. Wir werden sehen, wie schnell es dem Menschen ge- lingen wird, sich zum Herrn des Rückstoßes zu machen, und ob cr sich nock, lange von den Quallen, den ersten Raketentieren, beschämen lassen muß.__ Willy Ley. Sin uneigennütziger Srfinder 'Zu feinem 150. QeburMagc Am 13. Dezember 1780 wurde in Hof in Bayern Johann Wois- gairg Döbereiner geboren. Er erlernte das Apothekerfach. bil- dete sich ober in freien Stunden auch in naturwissenschaftliche» Fächern, namentlich in Chemie, weiter. Nach anfänglichen beruf- lichen Mißerfolgen gelang es Döbereiner, durch seine Wissenschaft- lichen Arbeiten die Aufmerksamkeit des Münchcner Chemikers Gehlen und durch dessen Empfchlung auch die des Großherzogs Karl August von Weimar zu gewinnen, der ihn— obwohl dieser Autodidakt mar— zum Professor der Chemie an der ilnioersstät Jena ernannte. Döbereiner starb dort am 24. März 1849. Seine bekannteste Entdeckung ist die Eigenschaft fein verteilten Platins, einen darauf geleiteten Sttom von Wasserstoffgas zu entzünden. Auf Grund dieser Entdeckung konstruierte Döbereiner im Jahre 1823 die„D ö b c r e i n e r s ch e Z ü n d m a s ch i n«", die vor der Ein- führung der Streichhölzer eine große Bedeutung im Haushall unserer Urgroßeltern hatte und sich über alle Kulturstaaten verbreitete. Döbereiner hätte mit seiner Erfindung ein Vermögen erwerben können. Ein englischer Fabrikant machte ihm ein glänzendes An- gebot. Döbereiner verzichtete jedoch auf jeden Gewinn mit dem aus- drücklichen Hinweis, daß seine Erfindung der Allgemeinheit zugute kommen solle! Döbereiner fand ferner die Erklärung der Eni- stehung des Essigs aus Weingeist und lieferte wertvolle Arbeiten, die besonders für die Praxis wichtig waren. Zlußerdem entsattele er eine erstaunliche Tätigkeit als wissenschaftlicher Schriftsteller. Sein Name ist jedoch heute weniger durch seine Arbeiten, als durch feine Beziehungen zu Goethe bekannt, dessen Berater in chemischen und pbysikalischcn Fragen er häusig war. Die Beden- tung eines Chemikers, der, wie Döbereiner, wirttich wissenschaiiiich einwandfreie Untersuchungen aufweisen konnte, können wir heute nur verstehen, wenn wir uns den Stand der damaligen naturwissenschaftlichen Erkenntnis vergegenwärtigen. Sind die Edelaas» lebenswiMig? Die Lufthülle besteht Haupt- sächlich aus Sauerstoff und Stickstoff. Daneben enthält sie in klei- neren Mengen die sogenannten Edelgase, zu denen auch das Helium gehört. Die Edelgase sehen gewöhnlich mit an'eren Stoflen keine Verbindungen ein. Weoen d'eser Reaktionetänqkeit nahm man bisher an, daß sie für die Atmung der Lebewesen durchaus«nt- beh'lich seien. Neuere Versuche scheinen das G'aenteil zu bewe'sen: Versuchemäuse die m-m In eine nur aus Stickstoff und Sauerstiifs bestehende künstliche Atmosphäre brachte, gingen darin zugrunde. Eine Deutung dieses überraschenden Ergebnisses ist zur Zeit noch nicht möglich. Die Olive kann als der Methusalem unter den kultioiertea Bäumen gellen, denn man kennt Olioenbäume. die an die tausend Jahre alt sind. Der Baum ist überhaupt erst ganz ausgewachsen, wenn er dreißig Jahre alt ist, zu einer Zeit also, wenn die meisten Obstbäume überhaupt nicht mehr tragen. Das trübe und zkemltch kühle Wetter setzte sich am Donnerstag im größten Teile Deutschlands fort, wesentliche Niederschäge sielen jedoch nur im Südosten des Reiches, wo es im Gebirge wieder all- gemein schneite. Im Rheingebiet war das Wetter etwas freund- Ucher, dort trat gegen Abend völlige Aufheiterung ein.— Nord- und 9)1 ttelrußland, Finnland sowie der größte Teil Skandinaviens wird jetzt von einem stationären Hochdruckgebiet bedeckt, in dessen Bereich allgemein strenger Frost herrscht— stellenweise bis 20 Grad Celsius. Gleichzeitig besteht über Westeuropa, das unter dem Einfluß eines leckten AuslSusers der Islanddepression steht, abnorm mlide's Wetter. Eine wesentlich« Witterungsänderung ist daher zu- nächst nicht zu erwarten. » Zvelkerausflchten für Berlin: Meist trübe, nur zeitweise auf- hciternd, Neigung zu leichten Niederschlägen, Temperaturen wenig verändert.— Fat Deutschland: Größtenteils trübes Wetter bei Temperaturen um 0 Grad Celsius, in der südwestlichen Hälfte des Reiches vielfach leichte Niederschläge. MKA tuftOmBi > Theater, Lichtspiele usw. • � freitaß, 12. 12- Staats-Oper Jnter d. Linden 103. A.-V. 20 Uhr Fremde Erde tnde g. 23 Uhr in Plih itt fepiiiilli. V.-B. T9«4 Uhr tieujoneiilmg Louise Oefteolt. fertmTOtnrf Ende 22"! Uhr Freitag, 12. 12 Stadt, oper Bismarck str Turnus IV 20 Uhr nadame Bailerliy Endcn.22V< Lhr ttaatl. tctiaospii. lau CadinuDnaidl. M 89. A-V. 20 Uhr DerDlaue Boll Ende g. 23'.« Uhr Mi.Scblllei'Tlieatei.üiarltlig 20 Uhr Der Traum ein Leben Ende 22 Uhr VoiKsbtthne Theater an BOiowtlatz. 8 Uhr Uraufführung Defraudanten von A. Polgar mit Max Palienberg Bez.: Karl Heinz HartiD Staatsoper Am PI. d. Republik 7", Uhr Louise StutLtdiiller-Ili. 8 Uhr DcrTranm ein Leben I Täql. 5 u. 81« sannt. 2. sn. 8" Alex. E 4. 8066 I. Vorstellun-» 50 Pf. bis I 1*1. II. und MI. Vorst. I bis 2 M. nur noch wenige Tegel Liliputaner- Revue Meiler and Wagner 4Rastclll's osw. Theater am Sdünbauerdamm Norden 5813 u, 0281 lacbch 8>,'« Uhi. Die ünadralur des Kreises Komödie v.Katajew mit: Hörtel, Unja. Roh- mann. Im Li 115111, Preise von I— 12 51. ev» ubr CASIKÖ-TBEATER 8"'U1" Lothringer Strohe 47. Neal Neu! Der Heuf Ac Lebemann Dazu das grobe Festprogramm Für die Leser: Gutschein 1—4 Pers. Fauteull 1J5 M. Sessel 1,75 M.— Sonstige Preise Rang 60. Parkett 75 Pfg. BanumltHDto Theater In der stTeiemenesir. Täglich S1/* Uhr Wie es euch gefallt mit; Eliaalialb Beigen. Komödienhaus Täglich SVi Uhr a SiisntagudiiiUlItir Konto X Rose- Theater Gr.FranklBizerSa.i32 Tel. Alex 3422 u. 3494 5 Uhr Peterchens Mondfahrt 8.15 Uhr: Der Diener zweierHerren Die schöne Galalhee Erster Klasse Reichshallen-Theater OD nd Sonnt»g, udmi. fTTI stetüner sanger MPeplia vor fierldui" L i groJe Weihnatiitspnigrainni I Nachm. halbe Preiset Dönhoff. Brettl: Das grofte Vor letSprogramm I Tanz I ireatBP An schliibauardamm 8V« Uhr OieQuadralar des Kreises Lustspiemaus Kurt Gütz Heute 8 Uhr Premiere Vom Lieben und Ladien Der Mörder Oae MÄrchen Dietoio Tante von Kurt Götz Komische oper Fianzösisdin üashpiil Heute"/! Uhr Robert et Marlanne von Gdraldy MerlWesteoi Täglich Pfi SenoAtionellcT Oper eilen ct folg I Viktoria undihrHusar Sonnabend"?5 Uhr Volksvoritel.cDg Das Land des Lficbeins. Billigste: PI. 50 PL. teuerster 2.— M. Neues Ibeater — am Zoo— UmfiäbnliZM. StpL 6551 Täglich S'/« Uhr itb betrQd dl dl nur ans Liebe mit EmmyStuio als Hast. Mitiwoch und Donnerstag 4 Uhr Kudit Ranpredits Fahrt ms Mäntmlsni Erich Wilde Hans Rosa Edgar Kanisoh ROSE-THEATER Große Frankfurter Straße 132 Billcttkmase: Ale*. 3422 und 3494 Täglich 8", Sonnabends 1 und 1015 Uhr Sonntags 5« 0 Uhr Der Drel-Elnukt er«Abend ,.Diener zweier Herren*« ,,Dle schöne Galathee** und„Erster Klasse*« Mittwoch B Chr und Sonnabend 4« TThr „BastelLans nnd Quasselgrete" WelbnÄClusoQÄrclten von Vicky Baum Freitag 5 ühr; f,Peterchen8 Mondfahrt4 Unser Weihnachtsprogramm: 1. und 2. Feiertag: 3 Ubr: Zum letzten Male „Familie Hannemanm" S« Ubr: Zum letzten Male„Knknli« 9 Uhr:»Die Dollarprlnzcsslm*4 3. Feiertag* 4« C.t„Baatellifins n. QuaKKuIgrete«* 7 u. JO S Uhr:„Die Dollttrprinxe88in(< 'Der Vorverkauf ist eröffnet. TBLEFUNKES JJ V................. Bit 195.- I TeUfUnkm-LautipnOur ARCOPHON 9.. RH 98.- dte S-Röhrtn- Anlog* für AntpruduvoOt, nener Selebfloniswähler scheidet Störungen durch Crroßsender ans Die modernen Riesensender, die jetzt eröffnet werden, haben mit ihren ungeheuren Sende-Energien die Bedingungen für einwandfreien Radio- Empfang grundlegend geändert. Und immer mehr Groß- Sendestationen •werden gebaut, deren Einwirkung bei der Anschaffung eines Radio-Geräts berücksiditigt werden muß. Der neue Selektionswähler. Die neuen Telefunlen z-Röhren-Gerätc, Telefunken 33 W, Teleftmken 33 WL und Telefunken u sind mit dem Selektions- Wähler ausgerüstet. 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Rescfche Dieses zeigen tiefbetrllbt an Karl VOlkel und Tochter Annelieee Pankow, Clausthaler Straße 17. Die Einiischerung findet am Diens- tag, dein IL. Dezember, nachmittags 4 Uhr, im Krematorium Gericht- straßc statt. IMtettMM-Wrt Achtuitg, Betriebsräte! Die Betriebsräte» Zeitschrift. Nr. 24 tsi erschienen und kann gegen Vorzeigung der Legitimationskarte des Betriebsrats-Ob- niännes in unserem BUro, Zimmer 5, täglich bis 4 Uhr, Freitags bis 7 Uhr entgegengenommen werden. Die Oilsvervahiiait. Oolz& Barts Melallwarenfabrik Badewannen Spültische 12'7 NO 18, Pallisadenstra�e 83 Eisenwarenhandiung Köpenick, Sc JoOsfr. 13 RoSOigenSfe P ttlpjhncchfj ■kaufe schon iefrzf AnaoMt'�vg. ianuaH93l �SMötidfewlen ieipxige/i st*12£l25 9BBSB HteuxeAn&Ugetx� ttnvkunQSv&U und btlit# Überschriflswort 25 Rf., Textwort 12 Pf./ Wiederholungsrabatt: 10 mal 5%, 20 mal oder 1000 Worte Abschloß 10«, 2000 Worte IS*, 4000 Worte 20« Stellengesuche: Uberschriftswort 15 Pf., Textwort TO Pf. 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