Morgenausgabe Nr. 585 A 294 47.Iahrgang WöcheaQch SSPf� mollttSch Z.SS M. im vorau« zahlbar. Postbezug<22 M. einschließlich 60 Pfg. Postzeitung»» und 72 Pfg. Postbestellgebühren. Ausland»« abonnement 6.— M. pro Monat. * Der.Vorwärts� erscheint wochentSg- lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„Der Abend". Illustrierte Beilagen„Bolt und Zeit" und„Kinderfreund". Ferner „Frauenstimme".„Technik".„Blick in die Bücherwelt"„Iugend-Vorwärt»" und.Stadtbeilage". W'" w G. � NerUner Soltsblatt Sonniag 1.4. Dezember 1930 Groß-Äerlin 15 pf. Auswärts 20 pf. Die einspaltige Nonpareillezeile 80 Pfennig. Reklameteile S.— Reichs» mark.„Kleine Anzeigen� das>ettge» druckte Wort 25 Pfenmg(zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 16 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Zeile 60 Pfennig. Familienanzeigen Zeile 40 Pfennig. Anzeigenannahme imHaupt» gefchäst Lindenstraße 3, wochentäglich von 8Vi bis 17 Uhr. Jentvakorgan der eSozialdemokratifchen Oartei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstr. 3 Fernsprecher: Tönboss 292—297 Telegramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Vorwärts-Verlag G. m. b. H. Postscheckkonto: Berlin S7 53ß.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beaniten, Lindenstr. Z,Dt. B. u. DiZc.-Ges., Dcposi!enk., Jerusalemer Str. KS/KS, Linksruck in Frankreich. Durch Tardieu selbst herbeigesühri.- Wohlwollende Neutralität der Sozialisten. Paris, 13. Dezember.(Eigenbericht.) Die neue französische Regierung, die der ehemalige Generalresident von Marokko, Steeg, in der Nacht zum Sonnabend nach langem Bemühen zustande gebracht hat, ist zwar kein Kartellkabinett, wie es die Rechtspresse am Sonnabend- nachmittag behauptet, wohl aber em Ministerium mit ausgesprochen demokratischen Tendenzen. Sein politischer Schwerpunkt liegt bei den bürgerlichen Links- Parteien, den rechten Flügel bildet die„radikale Linke' Loucheurs sowie einige Dissidenten aus deni Lager des rechten Zentrums, die, angewidert von Tardieus Ueberheblichkeit und Anmaßung, ihrem bisherigen Führer den Rücken gekehrt haben. Im Senat ist das neue Kabinett dank der Mitwirkung von Cheron und Barthou einer mehr als ausreichenden Mehrheit sicher. In der Kammer dagegen versügen die Parteien, die offiziell in der Koalition Steegs zusammengeschlossen sind, über nicht viel mehr als 2<)s ,»W»st»rt»M Frettlarslelt. 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Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Sonntag, 44. Dezember 4930 $.-/y, on.. hie Freude am Licht war es, die den Naturmenschen immer wieder bewog, das Feuer zu entfachen. Denn als Wärmespender war es für ihn sinnlos. Die Urheimat des Menschen lag in warmen Zonen, wozu brauchte der Wilde dort die Feaersglut. In einigen Tagen werden die Menschen des nordischen Kulturkreises um den W eihnachtsbaum sitzen, an dem die Kerzen brennen. Es wird kaum jemand auf den Gedanken kommen, sich an einer dieser Kerzen zu wärmen. Die Freude am Licht läßt den Kulturmenschen in der Weihenacht die Kerzen entzünden, die Freude an diesem schönen, milden Lichlerglanz. Dabei ist unsere Kerze ein alier Geselle. Die primitivsten Zeiten unserer Beleuchtungstechnik hat sie noch gekannt, wie sie im Grunde genommen nur die bessere Schwester des Kienspans ist. Allerdings eine verkümmerte Nebenlinie unserer Beleuchtungstechnik. deren Hauptlinie vom Herdfeuer als der frühesten Licht- ouelle des Menschen über den Kienspan zur Oellampe und von da weiter zum Glühstrumpf und zur Metallfadenlampe geht. Vorläufer Kienspan. Di« Scr,)c j|\ als ein« Nebenkme öes Siciijpan», ihre urjprung- -Uchc Form woran mit einem brennbaren Materiol, wie Pech,.harz oder Wachs umkleidete getrocknete Binsen oder dergleichen, wovon dann später nur noch dos Wachs zur Verwendung kam. Die alt- oermanische Kerze war ein Holzstab, um den man geharztes oder gefettetes Werg flocht. Später kam der von einer Brennmasse, wie Talg oder Wachs, umgebene Docht auf: der Kulturmensch hatte das Lichtzieben entdeckt. Dabei ist die Heimat der Kerze umstritten. Aus Babylonien und Assyrien, also aus sehr früher Zeit, sind sogar Leuchter erhalten, in die man Kerzen steckte, auch der altgriechische Kulturkreis hat die Kerze gekannt, aber nur wenig verwendet, dafür war sie bei den germanischen Völkern geradezu heimisch. Von hier brachte sie der Stamm der Etrusker nach Italien, wo sich der Kan- delaber(candela— Kerze) entwickelte. Umgekehrt brachten die römischen Legionäre ihre Ocllampen nach Gallien und Germanien, ein kleiner Kreislaus des Kultursortschritts. Am Ende des zweiten Jahrhunderts unserer Zeitrechnung unterschied man schon deutlich zwischen Talg- und Wachskerzen, ohne daß sich dann siebzehnhundert ?ahre lang ein Fortschritt bei der Kerze erkennen ließ. Der große Sprung gelang erst 1831 dem Arzt Motard, der an Stelle der in der Natur gebildeten Brennmassen die Kunstprodulte Stearin, P a r a s s i n und Z e r e s i n einführte, zur gleichen Zeit, als der Kammerhsrr am Hose Karls X., de Milly, das Gießen der Kerzen erfand und Cambaceris ein übriges tat und zum ersten Male einen geflochtenen Docht benutzte. Der Weg zur Kerzenindustrie war frei. Die große Zeit der Kerze. Die große Zeit der Kerze verlief parallel mit der Blütezeit der Kirche, später, als der Protestantismus seinen Einzug gehalten hatte, feierte sie noch einmal ihre Renaissance durch den Luxus der Fürsten- Höfe. Die römische Kirche übernahm den Kerzenkult von den Dar- baren, schon im 3. Jahrhundert finden wir in Rom bei den gottes- dienstlichen Handlungen' überall Kerzen, die in goldenen Leuchtern stecken. Die Kerze versinnbildlichte die theologischen Tugenden des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung, in mystischer Verklärung symbolisierte sie den menschgewordenen Sohn Gottes, der sich selbst das Licht der Welt nennt.(Iah. 8, 12.) Und dos versiegende, in Licht aufgehende Wachs soll weiter ein Sinnbild des Gläubigen sein, der sich im Dienst« Gottes verzehrt. Ohne Lichter«ine Messe zu zelebrieren, ist nicht erlaubt, vor Beginn einer Mesie müsien die Kerzen schon brennen und dürfen nicht vor Schluß des letzten Evan- aeliums ausgelöscht werden. Auf dem Hauptaltar jeder Kirche müssen sechs Leuchter mit Kerzen stehen, an jeder Seite des Kruzifix drei und auf den Seiteualtaren vier oder zwei Leuchter. Beim feierlichen Pontifikalamt des Bischofs haben sieben Leuchter auf dem Altar zu stehen, bei der einfachen missa eantata vier und für die Privatmesse genügen zwei. Dabei lzaben die Kerzen aus reinem Wachs zu sein. Hierzu kommt die vom Papst Sergius I.<687— 7dl) als Konturrenz gegen die heidnischen Lustrationssestc eingeführte Lichterweihe, die sich in katholischen Gegenden bis auf unsere Tage erhalten hat in der Mariä Lichtmeß, die am 2. Februar gefeiert wird. Die an diesem Tage von einem Geistlichen geweihten Kerzen bewahrt der fromme Katholik in seinem Hause auf, um sie später bei Gewittern, Krankheiten, Geburten und der letzten Oelung an- zuzünden, wobei die Kerzen helfen und schützen sollen. Und in ganz orthodoxen Landstrichen wird am folgenden Tage, dem 3. Februar, der Hals von Halsleidenden mit zwei in Kreuzform zusammen- gebundenen Kerzen berührt und dazu der St.-Vlasius-Segen ge- sprachen. Gegen diesen übertriebenen Kerzenkult des Katholizismus machte der Protestantismus Front. Luther selber, um seine Stellung zur Kerze befragt, sprach also:„Da lasten wir die Meßgewand, Altar und Lichter noch bleiben, bis sie alle werden oder es uns gefällt, zu ändern. Wer aber anders will fahren, so lassen wir g«° schehen." 400Iahre Stearinkerze. Aus persönlichen Ueberlieferungen hat sich ein« hübsche Anekdote erhalten, die ein aufschlußreiches Licht auf die Geschichte der.Kerzen- sabrikation wirft. Die Große Armee Napoleons, die im Sommer 1812 gegen den Zaren marschierte und am 7. Dezember die rustischen Zehn Opfer der See. Nur ein Schiffswrack ohne Leben wurde geborgen. Swinemünd«, 13. Dezember. Das Wrack des Hamburger Schoners ,L ü t k", das hier eingeschleppt wurde, enthielt nicht einen Wann der Besahung. Das läßt darauf schließen, daß die gesamte Besatzung im Augen- blick höchster Gefahr das Schiff im Rettungsboot ver- lassen hat. Bei der Stärke des Orkans und der hohen See fand die Besatzung den Tod in den wellen. Bei der Durchsuchung der Schisssräume sind noch einige den Schisssleuteu gehörende Wert- gegenstände gesunden worden. Bis aus das neue Schiffstagebuch, das nicht gesunden wurde, waren alle Schissspapierc in bester Ordnung. Aus der in der Kapitänskajüte gefundenen Musterungsrolle geht hervor, daß der ums Leben gekommenen Besatzung an- gehörten: der Kapitän Rau schütz aus Hamburg, Stewardcfse Agnes R a u s ch ü h. Köchin Irmgard Brückner iStiestochler), Steuermann hiurich Engelland aus Breiholz. Deckjuuge Fritz W a n g e l s e u aus Kiel. Matrose Franz p o s s ö g e l aus Raumburg, Leichtmatrose Alfred M ü g g e aus Blankenese. Leichtmatrose Karl Heinz Seeland aus Breslau. Schiffsjunge Wilhelm K o m- merch aus Elsdorf. Zungmann Friedrich Schröder aus Wismar. Stockholm, 13. Dezember. Am Sonnabendmorgen teilte der deutsche Dampfer„Konsul Schultz«' den schwedischen Küstenstationen durch Funkspruch mit� daß sich ein Dampfer in sinkendem Zustande in der Rühe von Svenska högarn befände. Infolge des hohen Seeganges konnte das deutsche Schiff keine Hilfe bringen, hielt sich aber in der Nähe auf. Die Brandung schlug über das wrack hinweg, dessen Besatzung auf das Kajütendeck geslüchtet war. Gegen Mittag glückte es dem schwedischen Kriegsschiff„Munin", Hilfe zu bringen. Die aus neun Personen bestehende Besatzung konnte in erschöpftem Zustande ge- rettet werden. Es handelt sich um den finnischen Schoner„Meeri Laati". Truppen in der grauenvollen Schlacht von Borodmo überrannte, kam im Winter in die ärgsten Berpflegunzsschwierigkeiten. Der ge- waltige russische Raum wurde zum unüberwindlichen Element der russischen Macht, und am 19. Oktober blieb Napoleon nichts weiter übrig, als den Befehl zum Rückzug zu geben. Die Geschichte des Rückzugs dieser nopoleonischen Gespensterhausen ist jedem deutschen Schulbuben hinlänglich bekannt, wird sie der deutschen Jugend doch alljährlich mit einem Höchstmaß von Schadenfreude eingetrichtert. Nur waren die russischen Verfolger nicht minder ein Trümmerhaufen wie die Groß« Armee, unfähig, den Feind über den Njemen hinaus zu verfolgen. Die Zeche dieses Feldzuges bezahlten die ostpreußi- scheu und litauischen Bauern, denen plündernde Marodeure das letzte 5)ühnch«n aus dem Stalle geholt hatten. Um diese Zeit war es gebräuchlich, sich die Kerzen selbst herzustellen, ein wollener Docht wurde so lange in flüssigen Talg getaucht, bis er die gewünschte Dicke einer Kerze hatte, die dann hinter der Tür auf«inen Leuchter gesteckt wurde. Jedesmal nun, wenn die nachsetzenden Russen zu einem litauischen Bauern ins Haus traten, galt ihr erster Blick den Talgkerzen hinter der Tür, und sofern man ein« fand, war sie flugs verschwunden, der russische Soldat hatte sie aufgegessen und verschluckt, weil Talg in der kälte gut schmeckt. Schlimme Zeiten waren das im 1812er Winter, als man die Talgkerzcn lieber auffraß, ehe man sie abbrannte. Diese Talgkerze gehört der Vergangenheit an. im nächsten Jahre werden wir das hunderjährige Jubiläum der Stearinkerze feiern können. Auch das Bienenwachs als Brennmaterial für die Kerzen ist entthront und findet nur noch in bescheidenem Maße Verwendung für die Herstellung von Kirchen- lichtern. Da» Feld erobert hat sich allenthalben die moderne Kam- positionskerze, eine Mischung aus Stearin und Paraffin, deren Grundstoffe hinwiederum Palmöl und Knochenfett sind, llud damit unsere Weihnachtskerzen auch die nötige Härte haben, erhallen sie einen geringen Zusatz von karnaubawachs and zur Verhinderung der Kristallisation einen weiteren Zusah von Kokosfett. Aber die größte Schwierigkeit, eine dem modernen Fortschritt angepaßte Kerze zu schassen, lag nicht auf dem Gebiet« des Brennmaterials, sondern des Dochts. Der nachglimmende Docht aus früherer Zeit ent- wickelte eine Reih« von Gasen, die wie die Pest stanken, bis man entdeckte, den geflochtenen Baumwolldocht vorher mit einer'�Lösung leicht schmelzender Salze zu imprägnieren, vor allem Borsäure, wo- durch der Docht geruchlos ohne jeden Rückstand verbrennt. Unsere kleine weihnochtskerze wird heute zu Tausenden in Gießmaschinen amerikanischen Patents hergestellt, ohne daß die entstehenden Kam- Positionskerzen, die überdies noch willig jede Färbung amtehmen, eines Menschen Hand berührt. Nur die großen, langen Wachs- kerzen für kirchliche Zwecke werden immer noch wie vor beinahe zweitausend Iahren gezogen und gerollt. * Das ist We knappe Geschichte der Kerze. Fast jedes alte, ver- gilbte Haushaltsbuch aus Urgroßmutters Zeiten hatte noch sein Rezept für das Selbstziehen von Talgkerzen. Und wer sich die Talgkerzen nicht zu Haufe herstellt«, holte sich vom Krämer einen W o ch s st o ck, von dem er ein Stückchen abschnitt, das untere Ende erwärmte und dann an einen Tannenzweig klebte, denn einen Kerzenhalter kannte auch noch niemand. Was noch gewissermaßen„bessere Leute' waren, die es so hatten, denn als wir einen alten Berliner fragten, was für Lichte denn sie damals am Baum hatten, lachte er nur und meinte:„Weihnachtsbäume, oh, das war vor SO, 60 Iahren etwas für die Reichen. Zu meiner Zell waren die Weihnachtsbäume noch sündhaft teuer. Ms wir Kinder waren, hatten wir eine Papierkrone mll Rosetten, die wurde in jedem Jahre wieder vorgeholt und an die Decke gehängt, und hieran kamen die Lichte. Manchmal gab es auch einen Tannenzweig, aber einen ganzen Baum, den konnte ein armer Handwerksgeselle oder Maschinenarbeiter aus Schulze-Delitzschs Zell nicht gut erschwingen.' So sind die Weihnachtsbäume im Verhältnis zu den gestiegenen Ein- künften billiger geworden, mir die Preisgestaltung der Kerze verlief umgekehrt: heute ist sie imser kostspieligstes Beleuchtungsmillel. Trotzdem müssen sich einmal in jedem Jahre, am Weihnachtsabend, die großen Widersacher der Kerze, das Gaslicht und die Elektrizllät, vor ihr beugen, die Lampen verlöschen und mild, zart und feierlich erstrahlen die Kerzen. .(hcnk'wn lustig»schenke praktisch h firnZTI Ferilöc Bclten ve»eri.»e. R,.(, TT p,' f. M � e P»*■".«!< 5*« L. B e t t I Grm Fed«rB. Wtilt Fadtra. Hilkdiom».. Seklaitladift Oieaaa.... c d e r n ..p. P!d. 69 Pf. .... 1.60 ....«.90 ... 1.00 ..», 9.76 FertUe« Otoerfeeti friiii-fraiH auirrflti iaUtt, i>- diaikr« a. UdwdicU, m. nichta ckiM». trlmladan, OQ__ 130 x 200.....«£».75 ca. 120 X 200 ftiir. Iitlittli.:«n K cq Kndpla«. c». 130 x 200.sJ.OU H 1 1 s c n B c inte m. U«sintt»«-Ver- Q5 m liardai....... »II II ä p p al-t i a«»ti»ad*«• H a Drall,______ bi(ir Kanta. n d t B c h e r <19 aad aiit far- 58 PI. Relnlelnon,». ralar�g � Finte, Diapir-Giaabe W 1 S C B I B C H mit iiuDovi*«.'"*0''-'jiiu"" w■—-— ■>li diailif taraiarl, I qk Iiinfaviia. 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Eine eigenartige Banditenphilosophie entwickelte der wegen versuchten Raubmordes zusammen mit seinem Bruder angeklagte Max Biehl vor dem Schwurgericht I. Sein Bruder heißt Alfred L u s ch e r. Beide sind Kinder derselben Mutter, aber der eine ist vorehelich geboren. Die beiden Brüder sind trotz ihrer Jugend schon schwer vor- bestrast. Sie waren in Fürsorge-Erziehung, sind aber wiederholt ausgerückt. Im September haben sie einen Raubüberfall auf den Lehrling Rönnfeld verübt, der für seine Firma Geld von der Bant abgeholt hatte. An dem Morgen hatten die beiden Burschen Streit mit ihrer Mutter gehabt und waren von Hause weggegangen mit der Absicht, nicht mehr wiederzukehren, sondern sich ihren Lebensunterhalt in Zukunft durch Raub und Einbruch zu verdienen. Zufällig begegnnete ihnen Rönnfeld, den Lascher kannte und von ihnen angesprochen wurde. Der Lehrling renommierte, daß er 900 Mark bei sich habe. In Wirklichkeit waren es nur 280 Biark. Die Brüder nickten sich zu und waren sich sofort einig. Luscher er-- zählt« ihm, daß sie Falschgeld hätten, das so gut gearbeitet sei, daß man es nicht von echtem unterscheiden könne. Er sollte ihnen mal einige echte Scheine zeigen, damit sie sie vergleichen könnten. Nun zogen die Burschen mit ihren? Opfer herum, um einen ge- eigneten Platz für den Ucberfall zu suchen. Schließlich führten sie ihn in einen Hausflur, Biehl öffnete mit einem Dietrich eine Kellertür und all« drei gingen in den Keller. Hier sielen die beiden Burschen über den Lehrling her, versetzten ihm mit einem Stemmeisen mehrere wuchtige Schläge auf den Kopf, so daß er bewußtlos zu Boden sank. Mit den? geraubten Geld fuhren sie in einem Auto davon, kleideten sich in einem Geschäft ein und zechten! dann die Nacht mit Mädchen in Neukölln herum. Am nächsten Tage machten sie einen Besuch in Struveshof, aber in der wemger freundlichen Absicht, dort einen Einbruch zu verüben. Da- bei wurden sie gefaßt. Der Angeklagte Biehl äußerte sich zu seiner Tat mit zynischer Roheit und sagte:„Ich habe keinen Beruf, sondern bin Bandit geworden. Ich habe in meinen, Leben soviel gestohlen und bin auch schon so oft bestraft worden, daß ich gar nicht weiß, wie viele Male, und daß ich auch nicht weiß, was ich gestohlen habe." Auf die Frage von Landgerichtsdirektor Hoeer, ob er einen Trieb zum Stehlen habe, erwiderte der An- geklagte:.Das nicht, aber wenn ich gestohlen hatte, machte es mir viel Spaß, daß mir die Sache gelungen war." Sodann erklärte der Angeklagte, daß das Opfer des Raubüberfalls s« l b st S ch u l d h a b e. Cr sei ein zu„dämliches Aas" gewesen. „Ick habe mir immer gedacht, warum is det Aas so dämlich und läßt sich so einpacken. Wir waren schon dicht an seinem Geschäft und er hätte nur weitergehen brauchen, aber er war so dämlich, det man ihm eins über den Schädel hauen mußte." Zu der Frage, ob ein Raubmord beabsichtigt war, erklärte der Angeklagte, daß diese Absicht nicht bestanden habe, er habe doch mit seinem Bruder ver- abredet, den Lehrling fertig zu machen, sonst würden sie doch gesagt hoben:„Wir wollen ihn in die ewigen Jagdgründe schicken." Der Staatsanwalt beantragte wegen versuchten Raubmordes drei Jahre sieben Monat« bzw. drei Jahre sechs Monat« Zuchthaus. Das Schwurgericht verurteilte die Angeklagten nicht wegen Raub- Mordversuchs, sondern wegen schweren Raubes zu je vier Jahren und sechs Monaten Gefängnis und fünf Jahren Ehrverlust. Kraftdroschken billiger. Sonderzuschläge endgültig beseitigt. Der Rabattkampf im Berliner Kraftdroschkengew«rb« hat jetzt eudgüttig zu dem schon lange geforderten Ergebnis geführt, daß der 29-Pfennig-Sonderzuschlag gefallen ist. ' Die Krastag hat noch langer Beratung beschlossen, diesen Sonderzuschlag, der Anfang Mai vom Polizeipräsidium mit Rücksicht auf die damals eingetretene Benzinpreissteigerung be- willigt worden war, nicht mehr zu erheben und außerdem wie bisher 5 Proz. Rabatt aus die Fahrpväisquitwngen zu ver- güten. Dieser Maßnahme, die von der Krastag beschlossen worden ist, nachdem die Verhandlungen zwischen den Kraftdroschkenver- bänden und diesem Unternehmen über ein einheitliches Vorgehen in der Tarif frage gescheitert wa?en, sind sehr schnell auch die anderen Kraftdroschkenoerbände gefolgt. Die Innung Vereinigter Kraft- droschkenbesitzer will gleichfalls ohne 2t>-Pf.-Zuschlag fahren und außerdem sogar 1l> Proz. Rabatt in bar zahlen. Der Verband der Krofidroschkenbesitzer Berlin und Vororte hat auch beschlosien, auf den 2l1-Pf.-Zuschlag zu verzichten und 5 Proz. Rabatt in bar zu geben. Di« Droschkenpreise werden in kurzer Zeit also allgemein 10 Proz. unter dem vor dein Mai geltenden Tarif liegen. Aus dieser Tatsache geht hervor, daß die Taktik des Polizeipräsidenten, den Tarifkamps vom Droschkengewerbe selbst untereinander aus- tragen zu lassen, durchaus richtig war. Der Zw eckverband der Kroftdroschkenbefitzer Groß-B«rlin läßt gleichfalls den Zll-Pfennig-Zuschlag fallen und gewährt aus Taxe I einen Nachlaß von 5 Proz., auf Taxe II einen Nachlaß von 10 Proz., auf Taxe III «in«n solchen von 15 Proz. Luwelendiebin verhastet. Sie wollte die„große Dame" spielen. Der Polizei ist es schuell gelungen, die 17jährige hausangestellle Ruth Zabel, die bei dem Kaufmann Vermaloss in der prager Straße für 100000 Hl. Juwelen und pelze entwendete, festzunehmen. Die Spur der jugendlichen Diebin führte nach L i e g n i tz, wo sie am Sonnabend vormittag an Hand der von Berlin übermittelten Beschreibung in einem Hotel«rmittelt wurde. Das Mädchen hat in Liegiiitz Verwandte, und als die Polizeibeamten einschritten, war es gerade im Begriff auszugehen, um in großer Toilette seinen An- gehörigen einen Besuch abzustatten. Von den Schmucksachen wurde zunächst Nichts gefunden, und die ungetreue Hausangestellte ver- weigerte auch über den Verbleib die Auskunft. Die Vermutung, daß die Juwelen noch in Berlin feien, bestätigte sich dann auch. Auf dem Bahnhof Zoo wurden in der Gepäckaufbewahrung Nach- sorschungen angestellt, und dort wurden auch die K o f f« r mtt ihrem wertvollen Inhalt, gefunden. Außer einem Platinring fehlen einige klemere � Gegenständ«. Zweifellos hat das Mädchen diese Stücke o e r k a u f.t oder versetzt,»m sich Reisegeld zu beschaffen. Die Verhaftete wird am Montag nach Verlin gebracht und der Kriminalpolizei vorgeführt werden. Das Verbot der roten Plakate. Zu/dem vom Polizeipräsidenten erlassenen Verbot rater Plakate, die in Zukunft ausschließlich dem Dienstgebrauch vor- behalten-bleiben- sollen, erfahren-wir von- zuständiger. Stelle, daß olle bereits gedruckten Plakate, die am Montag, 15. De- z e m b e r, angeklebt werden sollen, unbeanstandet bis End« der Woche verwendet werden können. Wirtschaftliche Schädigungen sollen so nach Möglichkeit vermieden werden. Wieder zwei Tote im Straßenverkehr. In rasendem Tempo fuhr gestern abend der 27jährige Friedrich Otto aus der Mittenwalder Straß« 2 in der Reuen Krugallee in Treptow gegen einen Straßenbahnwagen der Linie 87. Das Rad wurde völlig zertrümmert. O. wurde durch die Feuer- wehr ins Urbankrankenhaus gebracht, wo er bald nach seiner Ein- lieserung an den Folgen eines Schädelbruches starb.— Auf tragische Weise ist der 22jährig« Kutscher Hermann Weßnig auf j Arfcelterlugeiicll heraus! Wir beteiligen uns geschlossen an den Parteikundgebungen des Reichsbanners am morgigen Montag Soziallstische Arbeiterjugend dem Grundstück Pafewalter Straße 62 in Buchholz ums Leben gekommen. Der junge Mann wurde beim Abschirren von einem Pferdehuf so unglücklich gegen den Unterleib getroffen, daß «r sofort tot zu Boden sank. Kreispruch im Heise-Prozeß. Aber ein objektiv falsches„Nein". Detmold, 13. Dezember. Nach fünfstündiger Beratung verkündete der Vorsitzende de» Schwurgerichts, Landgerichts ral Dr. E b e r t, um 3 Uhr nachmittags folgendes Urteil im Meineidsprozeß Heise: Der Angeklagte wird freigesprochen. Die kosten fallen der Staatskasse zur Last.'-.... '"In der Urt e ils'beg riZ n d an g führte der Vorsitzende aus, daß das Schwurgericht in Zwei Anklagepunkten den Beweis des Meineides nicht für erbracht ansehe: im dritten Falle aber, nämlich bei dem viel umstrittenen Nein, kam das Gericht zu dem Schluß, daß dieses Nein objektiv falsch gewesen sei. Nach den Aussagen verschiedener Zeugen sei nicht erwiesen, daß dem Angeklagten keine Gelegenheit gegeben worden sei, sein Nein näher zu motivieren. Das Gericht stellte fest, daß die Frage nach der versuchten Einwirkung beim Landespräsidium auf das Ber- fahren gegen Härder so gestellt war, daß sie jeder habe erkennen können. Da aber beide Sachverständige zu der lleberzeugung z«- kommen seien, daß zu dem Zeitpunkt des Rems bei dem Ange- klagten«ine Gedankenlähmung eingetreten fei, fei der Beweis nicht erbracht, daß der Angeklagte subjektiv bewußt die Unwahrheit ge- sagt habe. Er sei deshalb freizusprechen. Linter Mauern begraben. Vier Todesopfer bei einem Neubaueinflurz. Wadgassen bei Saarbrücken, 13. Dezember. Aus der Glashütte stürzte ein Neubau ein. Fünf Arbeiter wurden unter den Trümmern begraben. Von ihnen sind bisher zwei als Leichen und einer in ver- letztem Zustande geborgen worden. Zwei der Opfer liegen noch unter den Trümmern. 500 Kinder an Keuchhusten gestorben. Aus den Salomoninseln, dem früheren deutschen Kolonialbesitz. sind fünfhundert Kinder an einem plötzlich ausgetretenen Keuchhusten(Grippe?) ums Leben gekommen. Selbstmord auf den Schienen. Auf der Strecke Berti n— S trausberg macht« gestern vor- mittag ein Krankenwärter dicht bei der Station Fredersdorf«inen grausigen Fund. Zwischen den Gleisen lag die schwer-et- stümmelte Leiche eines jungen Mannes, der sich ofsenbar vor sl« Räder eines v-Zuges geworfen hatte. Der jugendliche Selbstmörder wurde als ein löjähriger Max Schwand aus Schlesien ermittelt. Die Polizei hat die weiteren Ermittlungen ausgenommen. Hundert wollen Scharfrichter sein. Prag, 13. Dezember. Um den Posten des bisherigen tschechoslowakischen Scharfrichters Broumarski, der sein Amt wegen verschiedener Indiskretionen über die letzten beiden Hinrichtungen verloren hnt, sind im Justizministerium 100 Bewerbungen eingelaufen. Bemerkenswert ist, daß sich unter den Bewerbern auch eine Anzahl von Personen aus akademischen Kreisen befinden. der Bearbeitung, sondern das Aussehen. So war sein Be- streben von da ab dahin gegangen, eine Beize herzustellen, die einen doppelten Zweck erfüllte, einmal, alle etwa vor- handenen Fehler des Holzes zu kaschieren, zum zweiten, in sich selber eine Leuchtkraft zu entwickeln, die ganz unabhängig war von der Beschaffenheit der Unterlage. Ungezählte Nächte hindurch hat er an seiner Bank gesessen, wenn die Gesellen gegangen waren, hatte Farbenzusammenstellungen analysiert. Tinkturen gemischt und probiert, bis ihm endlich der große Schlag gelang. Zunächst hatte er sein neues Verfahren nur an einzelnen Kundenarbeiten ausprobiert. Es fand über Erwarten großen Anklang, und nicht lange, so waren die Fachkreise darauf auf- merksam geworden und man riß sich um ihn. Nun stellte er mit einem Ruck den Betrieb um. Er weihte seine Leute in das neue Beizverfahren ein und verlangte von ihnen, daß sie künftighin nicht mehr tischlerten, sondern nur noch beizten. Mit Ausnahme Hein- richs gingen alle auf seinen Vorschlag ein, allen voran Sandow, der sogleich die Wichtigkeit und geschäftliche Mög- lichkeit dieser neuen Art, Möbel ansehnlich zu machen, begriff. Es kant so weit, daß Ludwig mit acht seiner Gesellen ständig unterwegs war, mit nichts anderem beschäftigt, als sein neues Verfahren zu demonstrieren und die praktischen Verwendungsmöglichkeiten zu zeigen. Die eigentliche Tischlerei war für Ludwig nebensächlich geworden. Wohl arbeitete noch Heinrich an der Spitze von vier Gesellen in der Wertstätte und schaffte, was an Kunden- arbeit einkam. Aber der Schwerpunkt von Ludwigs Unter- nehmen lag jetzt in der Fabrikation und im Vertrieb der neuen Beize. Ging der Siegeszug des neuen Verfahrens in diesen, Ausmaße weiter, so war Ludwig in spätestens einem Jahre ein schwerreicher Mann. Kein Wunder, daß er strahlte und gegen jedermann vor Liebenswürdigkeit überfloß. Es konnte auch nicht unbemerkt bleiben, daß sich Mario', feine Frau, in der letzten Zeit viel bessere Kleider leisten konnte als in früherer Zeit. Ueberhaupt war an allem ein Um- fchwung zu merken. Die Leute, geneigt, sich vor dem Götzen des Zufalls zu neigen, tippten schließlich auf einen Lotterie- gewinn. Und so erfuhr aud, schließlich Vater Eisermann, sein Sohn Ludwig habe das große Los in der Klassenlotterie ge- wonnen. Der Alte lachte Tränen. Diese Maulaufreißer, wenn sie wüßten! Die Glücksgöttin, die seinen Sohn mit Mainnwn beträufelte, saß in einer braunen, unscheinbaren Beizeflasche, ...____(Fortsetzung solgt-j j Vater Eisermann meckerte höhnisch, als er das las. Das waren die Uebertreibungen der verdammten Fabrikanten, die gar nicht Schmalz genug an ihre verlogenen Worte tun konnten, um ihren Maschinendreck und ihre Dreckmaschinen loszuwerden. Man kennt das, man hat ja Exempel von Bei- spielen. Vater Eisermann wird sich hüten, ein paar hundert Mark in solch ein Experiment hineinzustecken. Nicht einmal dann, wenn ihm Ludwig, wie er's ihm schon ein paarmal an- geboten hat, das Geld schenkt. Lieber die zwei-, dreihundert Mark in die schwarze Spree geworfen, als so einem Hund von Fabrikanten in den Rachen. Und der Schuhmachermeister Eisermann klopfte nach wie vor sein Sohlleder mit der Hand, strich sich den Pechdraht mit der Hand und n, achte auch den Ausputz ohne Maschine. Aus den drei Konkurrenten in seiner Nähe waren mit der Zeit mehr geworden: sogenannte Schnellschustereien hatten sich �usgetan, mit allen mechanischen Mitteln versehen. Durch ihren Maschinenpark waren sie in der Lage, billig zu liefern, um ein volles Drittel billiger als Vater Eisermann, der noch immer bei seiner alten Methode stehengeblieben war. „Sie liesern Pfusch, die Hunde!" wetterte, der Alte, dem die Kunden immer seltener in den Laden kamen. Doch was kümmerte das die Verbraucher? Sie gingen dahin, wo es wohlfeiler war. Denn an einem Paar Schuhe besohlen eine Mark.zu sparen,. ist keine Kleinigkeit. Pater. Eisermavn war auch merllich aller geworden. Die Hände zitterten ihm. Man sah's ani besten, wenn er eine Schweinsborste eindrillen wollte. Er gab's aber nicht zu. Er behauptete stets, es seien die Augen, die nicht mehr recht mit- wollten. Run, ob Augen oder Hände, war letzten Endes egal. Tatsache jedenfalls war, daß nur noch ein Geselle in der Werk- statt saß, und Ludwig konnte sich ausrechnen, daß auch der in ein oder zwei Jahren überflüssig fein würde. Er sah, daß es mit der Schuhmacherherrlichkeit seines Vaters unabwend- lich zu Ende ging. Er riet ihm, den Laden zu oerkaufen und sich zur Ruhe za fetze»,_____-________ Da kam er schön an bei dem Alten. Der spuckte aus, giftig, wie ein Lama:„Das könnt' dir so passen! Soll ich mich von dir oder deinen Brüdern ernähren lassen? Rein, Ludwig, daraus wird nichts. Ich bin nicht dazu geboren, in einem Winkel irgendwo Gnadenbrot zu essen! Dreißig Jahre bin ich Meister gewesen, mein Junge. Hier steht mein Schuster- bock, hier will ich sterben. Lauf du auf einem Beine, wenn du keine Krücke hast! Prost, ich danke dafür...!" Ludwig lachte, als er seinen Vater so in Erregung sah. Doch von dieser Zeit an versuchte er nicht mehr, den alten Herrn umzustimmen. Er wußte, daß man ihn nur als Toten aus seinem Laden heraustragen könne. * Es war eine Freude, in Ludwigs Werkstatt zu kommen und zu sehen, wie auf verhältnismäßig kleinem Raum die hohe Tischlerkunst so mannigfach und unterschiedlich vertreten war. Sechs Gesellen standen an den Bänken oder bedienten die Maschinen. Es schütterte nur so vor Betriebsamkeit. Alles lief wie am Schnürchen: denn Sandow, der schon längst zum Werkmeister aufgerückt und Ludwigs rechte Hand geworden war, hielt die Zügel ziemlich straff und war bestrebt, den Wünschen seines Brotgebers möglichst zuvorzukommen. Ludwig hatte seinen Hochstieg nicht zum wenigsten San- dows Eifer und Fähigkeiten zu verdanken, der im Betrieb nicht nur rationelle, praktisch durchdachte Arbeitsmethoden ein- geführt hatte und bestrebt war, diese ständig zu verbessern, sondern der auch stets nach Neuem auf der Lauer lag und Ludwig manchen wertvollen Fingerzeig gab. So war er denn Ludwig im Lauf der Jahre lieb und wert geworden, nicht nur als Helfer, sondern auch als Mensch. Auch außer- halb der Arbeit mtterhielt er mit seinem Werkmeister und dessen Familie einen kleinen Verkehr. Die Eigentümlichkeft des Eisermannschen Tischlereibetriebs lag wohl darin, daß er sich bis jetzt noch nicht spezialisiert hatte, sondern jede Arbeit annahm, auch die kleinste. Das wurde mit einem Schlage anders, als es Ludwig gelang, ein neues praktisches Beizverfahren zu erfinden, das alle früheren in den Schatten stellte. Nicht durch Zufall, nicht von unge- fähr war er zu seiner Erfindung gekommen, sondern durch jahrelanges sorgfälliges Probieren und Studieren. Schon längst, ganz im Anfang seiner Laufbahn, als Hundskötter einen der gelieferten Blumentische beanstandete, weil dieser zu hell gebeizt sei, war es Ludwig aufgegangen, daß eine Ware— in seinem Falle also Möbel— vom Laien in der Hauptsache nur nach dem äußeren Eindruck beurtellt Wurde. Nicht die Güte des Holzes interessierte, nicht die Art V/eihnachtsherzen auf laufendem Band Man könnte meinen, daß dos laufende Band das Symbol unserer Zeit ist. Es führt dem produzierenden Arbeiter das Material zu, es entführt ihn das halbfertige Stück wieder und bringt es an eine andere Stelle. In den Riesenlagerhäusern und Speichern rasseln, rollen und schnurren unermüdlich die endlosen Bänder in allen Stockwerken. Unausgesetzt tragen die Fahrtreppen— auch eine Art laufendes Band— die Massen empor oder hinab. Es geht nicht mehr ohne dieses Symbol unserer Zeit. Und man kann in der Tat auch schon von einem Weihnachten am lausenden Bande sprechen. 30 000 Schokoladenherzen. Ein Blick hinter die Kulissen der Wertstatt des Weihnachtsmanns zeigt, daß auch hier der Betrieb<)anz modern umgestaltet worden ist. Nur mittels des laufenden Bandes kann man die gesteigerten Ansprüche auf Pfejserkuchen, Lebherzen und Weihnachtsstollen be° friedigen. Di« Bäckereien unserer Konsumgenossenschaft zum Bei- spiel haben Hochbetrieb. In den hellen luftigen Räumen der Groß- bäckerei in der Rittergut slraße wird der große Weihnachts- verkauf vorbereitet. Gleich nach Ostern wird in jedem Jahr der Teig für die Honigkuchcnsabrikation eingelagert. Er ist mitUerweil« so zäh geworden, daß man ihn aus dem Lager nur mit einem scharfen Spaten absteche» kann. Ueberhaupt macht die Pfefferkuchen- bäckerei auf den Betrachter, der das zum ersten Male steht, den Emdruck, als ob man sich in eine Töpferei verirrt hätte, so crdhast- trumig ist die Masse, die in großen Patzen nochmals in die K n e t- Maschine gelangt. Hier wird sie mit Treibstoffen vermischt, die den Teig um das Bielfache seines Volumens hochgehen lassen. Er gelangt dann auf Moschinen, die ihn f l a ch a u s r o l l e n und auf ein laufendes Band transportieren, wo er wieder andere Maschinen passiert, die ihn in Rundungen oder herzförmig ausstechen und die kleinen Kuchen auf Bleche schieben. lKVOlt Stück liefert die Maschine in der Stunde an Kathrinchcn, Hetzen oder Zungen. Man mag nun an einer Tagesleistung ermessen, wie viele Leckennäulchcn sich an diesen Gebirgen von Süßigkeiten er- götzen können. Das Märchen vom Schlaraffenland niit seiner Mauer aus Pfefferkuchenteig ist schönste Wirklichkeit geworden. Für die Qualität spricht die Tatsache, daß die Honigkuchen mit wirklichem Honig verarbeitet werden. Phantastische Begriffe von dem Appetit einer Großstadt be- kommt man auch in dem anderen Abteilungen, in denen Biskuit und Schokoladengebück hergestellt wird. Auf laufenden Bändern wandern die kleinen gebacken«« Herzen durch Maschinen, die sie mit Schoko- ladenmasse berieseln. Das Transportband führt sie weiter durch Heizschränkc, aus denen sie schon wunderbar schwarzbraun gefärbt herauskommen. Das sind alles Vorrichtungen, die noch vor ein paar Iahren mit der Hand ausgeführt werden mußten. Der mo- derne Betrieb macht die Leckereien zweifellos sauberer, hygienischer, Zweierlei Maß. Ein Zieichsbannerprozeß in prenzlau. ■». Nach mehrtägiger Verhandlung vor dem Schöffengericht __ Prenzlau wurde icßf ein Verfahren gegen sechs Rcichsbanncrleule aus Zehdenlck und einige Schnitter aus Mitten waldc, sowie einen Rechnungs- führer beendet. Es handelt sich um einen Zusammenstoß in der Zeit kurz vor der Reichstagswohl. Die Reichsbannerleute waren auf mehreren Lastautos durch den Ort Mittenwalde gefahren, hierbei waren sie mit Rufen wie„M o st r i ch f u n g e n s' von umherstehenden Schnittern beleidigt worden. Einige waren von den Autos abge- stiegen, und es entwickelte sich ein geringfügiger Zusammenstoß. Nachdem die Reichsbannerleute ihre Autos wieder bestiegen hatten, wurden sie mit Steinwürsen, Schlägen, Mistgabeln und sogar mit Schüssen angegriffen. Während der Staatsanwalt gegen die Reichs- bannerleute Anklage wegen Landfriedensbruch erhohen hatte, nahm er bei den Schnittern und dem Rechnungsführer, der die Schüsse abgegeben hatte, lediglich Körperverletzung bzw. eine einfache Uebertretung an. Mit Recht wies der Verteidiger der Reichsbannerleute, Rechtsanwalt Joachim,, darauf hin, daß die Ge- fährlichkeit des Vorgehens der Schnitter erheblich größer war als das der Reichsbannerleute. Trotzdem wurden gegen die Reichsbanner- � leute Gefängnisstrafen bis zu 7 Monaten verhängt, während der Pistolenschütze mit einer geringen G e l d st r a f c davon- kam und die Schnitter ganz geringfügige Gefängnisstrafen erhielten. Es erscheint, zweifelhaft, ob nicht bei den Schnittern eine Mindestens ebenso schwere Strase wie bei den Reichsbannerleuten angebracht gewesen wäre, vor allem hätte der Staatsanwalt als Beamter der Republik wohl die Pflicht gehabt, gegen die Beschimpfung der Farben der Republik durch den Ausdruck M o st r i ch etwas zu unternehmen. Der voltslaozkrei» Prenzlauer Lerg hat am."onntag, dem 14. Dezember, Im Altersheim, Danziger Str. 62, einen Jugeno-VolkStanzabend. Beginn IS Uhr. Gäste sind herzlich willkommen. appetitlicher. Es geht wie am Schnürchen. In einer Schicht werden etwa Ist 000 Schokoladenherzen präpariert. Während dieser Zeit bleibt die„Couoertüre"— das ist die Schokoladenmasse, mit der das Gebäck übergössen wird— im Wasserbad, nicht zu kalt und nicht zu warm, dannt sie die schöne dunkle Farbe behält. Marzipankartoffeln und Dresdener Stollen. In der Feinbäckerei kann man an einer Maschine sehen, wie die berühmten Marzipankarlosfeln hergestellt werden. In langen Würsten wird die Masse auf eine gerillte Trommel gelegt, die sie im Nu abrundet und in ein Sieb mit Schokoladenpulver rollt. Zur Osterzeit formt die Trommel länglich und es entstehen dann die Ostereier aus Marzipan. Die Maschine verarbeitet tag- lich fünf Zentner Marzipan, dos find etwa 20 000 Kartoffeln. Von Kartoffelnot kann hier bestimmt keine Rede sein. Die Marzipan- lartoffeln werden zum Platzen gebracht, indem man die Ober- fläche einkerbt. An einem anderen Tisch sind geschickte Künstlerhände beschäftigt, die Pfefserkuchenherzen mit Namensbuch- stoben und Weihnachtssprüchen aus Zuckerguß zu be- malen. Da liest mau folgenden Berliner Vers: Ob Zwiebel oder Bolle, Ich lieb doch meine Olle! Neben diesen süßen Herzensangelegenheiten erfährt man noch andere Geheimnisse, die von der Firma großzügig preisgegeben roendeir. Zum Beispiel was alles in den Weihnachtsstollen des Konsums enthalten ist. Hier ist das Rezept zum Nach- machen eine der vielgepriesenen„Dresdener Stollen", die für alle Festtage reicht. Man nehme auf 8 Pfund Mehl 300 Gramm Hefe, Vj Pfund Trockenmilch, 2 Pfund Zucker, Z'A Pfund Butter, 3 Piund Sultaninen, Vt Pfund Mandeln, 50 Gramm Zitrophon, % Pfund Zitronat.— 20 000 Stollen werden voraussichtlich zum Fest verzehrt werden. Trotzdem erscheint diese Zahl klein gegenüber den Pfannkuchen, die zu Neujahr vertilgt werden. Der Konsum verarbeitet etwa 60 Zentner bestes Weizenmehl zu Pfannkuchen und ihre Zahl schätzt man für dieses Jahr auf 1 Zsiillion 250 000 Stück. Dieser Muhnachtsbetrieb am laufenden Band, wie wir ihn hier kurz skizzierten und wie er heute in allen Großbetrieben üblich ist, nfag grotesk anmuten, aber die Weltstadt besitzt auch einen großen Magen. Wir hoffen und wünschen, daß es trotz der schlechten Zeit vföglich sein wird, Hunderttausenden von lleinen Berlinerinnen und Berlinern viele hunderttausend kleme süße Schokoladenherzen, Tigerzungen und Marzipankartoffeln auf den Weihnachtstisch zu legen. Wir Großen haben fa so viele und große Wünsche, ober ein Kmdcrherz kann schon mit einem Weihnachts-Schokoladenherz glück- lich werden und ihm ist es gleich, ob das süße Herzchen von dem Weihnachtsmann gebracht wird oder vom laufenden Band. Antifascliistisdie Kundgebung am Mittwoch, dem 17. Dezember, 19*, Ubr, im Lokal Lindners Konzerthaus, Pankow, breite 5 trabe Redner: Karl Liike, M. d. R. Tnema; CDSCT Ssmpl üsn kSSÄiSMUS! Männer und Frauen, erscheint in Massen! Zeigt, dals ihr gewillt seid, mit der Sozialdemokratie gegen den Faschismus zu kämpfen SPD. 18. Kreis Weifjensee SPD. IS. Kreit Pankow SPD. 20. Kreit Reinickendorf 3u teure Kunst. Im K ü n st l e r h a u s in der Bcllevuestraße hat der Verein B e rliner Künstler eine W e i h n a ch t s m e s j e veranstaltet. Bilder und Plastiken, im ganzen nahezu 300 Werke, sind zum Ver- kauf ausgestellt, darunter ein beträchtlicher Teil künstlerisch sehr wertvoller Werke. Mancher klangvolle Name ist vertreten. Einen Schaukasten füllen Tierplastiken: wunderhübsch« Stücke sind darunter. Im Interesse der ausstellenden Künstler wie des Publikums wäre es gewesen, mehr Werke zu erschwinglicheren Preisen zu zeigen. Es gibt nur ganz wenige Radierungen in der Preislage zwischen 18 und 25 Mark. Die meisten Kunstwerke sind überhaupt nur sehr rar hl- gefüllten Geldbörsen zugänglich: die bisweilen auch im Verhältnis zum Gebotenen zu hohen Preise betragen fast alle ein Vielfaches von hundert Mark. Der Verein Berliner Künstler hätte seinen Mit- gliedern gewiß einen sehr nützlichen Dienst erwiesen, wenn er sich für diele unter besonders schweren wirtschaftlichen Verhältnissen statt- findenden Verkaufsausstellung hätte kaufmännisch beraten lassen. Die ersungeue Kette. In der großen Allgemeinen Kanarien-Aus- st e l l u n g, die bis zum 15. Dezember im Böhmischen Brau- Haus, Landsberger Allee 11/13, geöffnet bleibt, sind 500 Kanarien- vögel und 1000 Waldvögel und Exoten vertreten. Von Sängern, die in den Wettstreit traten, sind 60 Kollektionen zu je 4 Vögeln vorhanden. Diese gehören insgesamt 34 Vereinen. Sieger blieb Hermann Wagner-Lichtenberg mit 4 in diesem Jahr« selbstgezogenen Vögeln, die ihm die Verbandsmeisterschastskette und die goldene Reichsbundmedaille ersangen. Diese 4 Vögel(3 Schecken und ein Dunkelgrüner), find nun die Prominenten unter den Kanarien. An der Zuchtmeisterschoft beteiligten sich 10 Vereine. Sieger blieb der Berliner Kanarienzüchter- und Vogelschutzverein von 1886. Die ausgestellten Waldvögel und Exoten machen alle einen sehr guten Eindruck. Sie sind in geräumigen Flugkäfigen geholten, die, je nachdem man einaestellt ist, für das menschliche Auqe entweder ein Stückchen Zoologischen Garten oder ein Stückchen Natur ersetzen. Kaulsdorf-Mahlsdorf elekirifch! Am Montag, dem 15. Dezember, wird mit Einsetzen des Frühverkehrs der elektrische Betrieb auf der Strecke Kaulsdorf— M a h l s d o r f eröffnet. Damit wird das stark besiedelte Mahlsdorf an das elektrisch betriebene Vorortnetz ange- schlössen und mit stündlich vier Zügen bedient, die in Mahls- darf 07, 17, 37 und 47 Minuten nach jeder vollen Stunde ankommen und 09, 29, 39 und 59 Minuten nach jeder vollen Stunde dort abfahren. Die Fahrzeit zwischen Mahlsdorf und Bahnhof Friedrich- straße wird durch den elektrischen Betrieb von 28 auf 21 Minuten verkürzt. Todessturz beim Fensterputzen. Auf schreckliche Weise ist gestern vormittag die 61jährige Flan- zinka Thomas aus der P a l l a s st r a ß e 6 ums Leben gekommen. Frau T. war mit dem Putzen der Fenster ihrer im 3. Stockwerk gelegenen Wohnung beschäftigt. Dabei erlitt sie offenbar einen Schwindelanfall und stürzte auf den asphaltierten Hof hinab. Die Verunglückte starb auf dem Transport zum Elifabcth-Kranken- Haus. Kinderlachen im Rose-Theater. In den modernen Märchen geht's wenig romantisch zu; statt gütiger Feen im Woltenwagen rasselt in Vieky Baums„Bastelhans und QuasfelgretC ein auf der Verbrecherjagd befindliches Schupoaufgebot auf die Bühne und dann sogar ins Parkett, was natürlich dem kleinen Publikum viel Spaß macht. Da hat nämlich so ein Spitzbubenduo 3. Ia Robert und Bertram dem armen kleinen Bastelhans, der mit feinen selbsterzeugten Hampelmännern auf«trahentour geht, die ganre Abendkasse gestohlen: was wird Mutter sagen, wenn ich mit leeren Händen komme, jammert-der kleine Pechvogel. Und weit's doch in einem Märchen wenigstens so ein wenig märchenhaft sein muß, so erscheint ihm dennoch eine gute Fee in Gestalt von Ouasselgrete, dem kleinen Rasfkesprötzling-, die kaust, was gut und teuer ist, und so auch den kleinen Hans, der sich in seiner Ver- zweiflung als Riesenpuppe kostümierte. Nachdem er von seiner neuen Mama allerhand derbe Püffe und Schubser eingesteckt hat, deklariert er sich schließlich als Lebendgewicht unnd gleichzeitiger Lebensreiter, indem er den Besuch des Gaunerpaares Flip und Fla?, das auch hier mal nach dem Rechten sehen will, aaufdeckt. Reich belohnt zieht dann der kleine Held freudestrahlend zu Muttern. Couche, Klubsessel, Klubgnmituren mit Stoff oder Lcder, in jeder gewünschten Preislage. WirführeneinegroßeÄus- BDI_ wohl modemer Möbel- U W«It» ttoffe zu niedrigen Preisen. 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September 1930: „Wir glauben, daß niemals von sozialdemokratischer Seite ver- kann! worden ist, daß die Last der Reparationszahlungen zum größten Teil die Arbeiterschaft trifft. Es wäre auch sehr un- m a r x i st i s ch, wenn wir verkennen würden, daß in der kapitalisti- scheu Wirtschaft die Tendenz zur Ueberwälzung aller politischen Lasten auf die schwäch st en Schultern, die Schultern der Arbeiterklasse, stets vorhanden ist." Wir könnten ähnliche Aeußerungen massenweise zitieren. So war der ganze Tenor in allen unseren Betrachtungen, in aller unserer Propaganda. Deshalb können wir auch jetzt d:e Worte ruhig wiederHalen, die im„Vorwärts am 16. März 1930 strnden: „In unserem Kampf für den Neuen Plan Hab«» wir nie vex- iucht, etwa die Schwere der Belastung zu verschleiern oder über- Haupt die Schattenseiten der neuen Regelung zu verschweigen oder aber die Borzüge der. neuen Regelung in übertriebener Weise zu schildern. Der Vorwurf des Schönfärdens kann gegen uns guten Gewiffens nicht erhoben werden." Endgültigkeit war nie Unveräaderlichkeit. Wir sind aber für die Annahme des Noung-Planes als einer endgültigen Regelung eingetreten. Bedeutet das, daß wir unsere Zustimmung dazu gegeben haben, daß die dem deutschen Volke auierlegten Lasten unverändert bleiben sollen? Auch in dieser Hinsicht haben wir keine Unklarheit gelassen. Wir haben die Revisionsmöglichkeiten des Planes geprüft und chre Bedeutung mit allem Nachdruck unterstrichen. Das ist zum Beispiel geschehen im Leitartikel des„Vorwärts" vom lä. September 1929. In dem Aufsatz„Die Neuregelung der Reparationen" im„Jahrbuch der deutschen Sozialdemokratie 1929" gibt es einen besonderen Abschnitt mit der lieberschrift„Nach nicht das letzte Wor t", in welchem n. a. steht: „Während der„Neue Plan" nach oben die deutschen Zoh- lungsverpflichtungeu fest und endgültig begrenzt, läßt er die Mö g- l i ch k e i t der H e r a b in i n d e r u n'g durchaus offen." Und nach der Prüfung einzelner Bestimmungen:„Diese Bestimmungen in ihrer Gesamtheit zeigen, daß wir die Neuregelung der Reparation durch den Toung-Plan als einen wichtigen Abschnitt zu betroch'-" haben, aber daß sie keineswegs das letzte Wort im Abbau der deutschen Reparationslasten bedeuten müssen" Wie reimen sich aber nun diese Feststellungen mit dem e n d- gültigen Charakter, der immex als hervorstechendes und bs- sonders bedeutsames Merkmal der neuen Regelung angesehen wurde, zusammen? Hier besteht k�in Widerspruch: der Neue Plan ist deshalb als eine endgültige Regelung anzusehen, weil man für seine Revision keine neue Maschinerie braucht, sondern das Vorgehen für den Fall, daß sich die Revision als nötig erweist und van Deutschland angeregt wird, in dem Plan seist vorgesehen und geregelt ist. Zur Verhinderung einer Schachl-Legende. Darüber sind vor kurzer Zeit folgende beachtenswerten Aeuße- rungen gefallen: „Was das Reparationsproblem anbetrifft, so glaube ich mit Sicherheit sagen zu dürfen, daß Deutschland zu der ange- nommenen Regelung halten wird. Das heißt nicht, däh ich glaube, daß die"Reparationen werden und können bezahlt werden, sondern das heißt, daß irgendwelche Anpassung, die betreffend das Reparationsproblem kommen wird, im Rohmen der bestehenden internationalen Verträge und Vereinbarungen kommt: sie dürfen nicht, meine Herren, irgendwelche gewaitsame Aktion befürchten, weil, meine Herren, der Joung-Plan nicht so schlecht ist, wie c» in der letzten Zeit vielleicht von manchen Leuten angenommen wird. Der Zonng- Plan. den Ich selbst unterschrieben habe und zu dem ich immer noch stehe als zu einem einzigen unter den vorhandenen politi- schen Umständen gangbar gewesenen weg aus den politischen Kalamitäten der Zeit, ist sozusagen ein sich selbst liquidierendes wirtschaftliches Schema. Es enthält all« notwendigen Regelungen für die Neu- anpaffung des Reparaticmsproblems für den Fall, wenn es sich herausstellen wird, daß die Zahlungen wirtschaftlich nicht geleistet werden können." Wir entnehmen diese Aeußerungen dem englischen Wort- Köln Wolle und Kamelhaar 2,95 Re n Wolle und Kamelhaar, mit Hinterkappe und Fleck 3,90 Kameihaarartiger Umschlagschuh m.Filz- u. Ledereohle Aus feinstem Crftpe de Chine und Atlas 90 Agraffe . extra, 1,95 Vergrösserungtbau der Kinder-Abtei ungv Filiale Schdnhauser Allee 80, ist heute erdlinet« Haus- und Ueberschuhe, Kamelhaar- schuhe, Oamaschen, Socken, StrOmpffe. Oder einen Leiser-Scheck- damit der Beschenkte selbst wählen kann. Noch etwas: Besuchen Sie unsere neue Restpaar-Etage am Spittelmarkl, Ecke LeSpsiger Strasse * y k. � M GanzGummr Ueberschuh mit Rejsaverschl, amerik. Fabrikat Qr. 3bl«7 6 90 Haut* all* Lalser.niiaien von 3 bis 7 Uhr»avHaai. Umtausch nach dem Fest bereitwilligst gestattet. laut einer Rede, die Herr Schacht am S. Oktober dieses Jahres in New Uork gehatten hat, und wir stellen fest, daß Herr Schacht iM Amerika den Aoung-P�lan genau so charakteri- siert hat, wie wir das immer in Deutfchland ge» tan haben. Diese Aeußerungen von Herrn Schacht widerlegen auch die bei uns sehr verbreitete Aufsassung, daß Schacht die V e r a n t» Wartung für den Ioung-Plan abgelehnt hat, indem er sich gegen die Beschlüsse der 2. Haager Konferenz ausgesprochen hat. In der gleichen Rede sagte Herr Schacht, daß er ausschließlich deshalb die Verantwortung für die H a a g e r Beschlüsse nicht übernehmen zu können glaubt«, weil die Sanktions- klausel nach seiner Ansicht den Politikern die Möglichkeit gibt, an Stelle der Wirtschaftler das Problem in ihre Hände zu nehmen.„Und"— so führte Herr Schacht wörtlich aus—„obwohl ich dies« Gefahr nicht zu stark unterstreiche und obwohl ich glaube. daß die gesunden wirtschaftlichen Ansichten die Oberhand ge- Winnen werden, dachte ich nichtsdestoweniger, daß ich mich zu einer solchen Vereinbarung nicht engagieren darf." Gegen unsinnige Legendenbildungen und für unsere weiteren Betrachtungen wollen wir auf Gnmd der dargestellten Sachlage festhalten: erstens, daß weder das Deutsche Reich noch die Sozial- dcmokratie die Höhe der Reparationszahlungen nach dem Poung. Plan als unabänderlich nach unten anerkannt und auf die Mög- lichkeit der Revision verzichtet haben, und zweitens, daß der P o u n g- P l a n selbst die Möglichkeit seiner Revision aus wirtschaftlichen Ueberlegungen gesichert hat. Die kranke Weltwirtschast. Oer Erdrutsch der Aobstoffpreise. Heber die Ursachen der Weltwirtschaftskrise und ihre B e- kämpfung sprach im Rahmen der Vortragsreihe der Weltwtrt- fchaftlichen Gesellschaft Profestor Julius Hirsch. Der Eintritt der Weltwirtschaftskrise äußerte sich in einem „Erdrutsch d er N o h stof fp r e i se". der dazu führte, daß die RohstofslZ.'tder in einem einzigen Jahre 16 Milliarden Reichsmark weniger erhielten. Daß der Preisrückgang so stark wurde, beruhte auf der beispiellosen Rationalisierung der Landwirt- s ch a s t und dem Versuch, die Preise für etwa 106 Rohstosse künstlich hoch zu halten. Chemiflerung und Maschinisierung der Landwirt- schaft und bessere Sorteiiwahl sbesonders bei Kautschuk und Rohr- zucker) führten zu von Jahr zu Jahr steigenden Ernten. Kdoch verhinderten die tüvstlich hochgehaltenen Preise zunächst die notwendige Ausweitung des Verbraiichs. Als Amerikas Kapitalexport unter dem Druck, der Krise auf- körte, wurde auch Deutschland in Mitleidenschast gezogen. Von 1S24 bis 1928 waren jährlich 3 bis 4 Milliarden Mark nach Deutschland gekommen, die anderthalb Millionen Menschen Arbeit gewährten. Als diese Milliarden wegfielen, begann die deutsche Wirtschaftskrise, stark verschlimmert ourch die Vertrauenskrise und die daraus folgende Kapitalflucht. Drei Ausgaben gebe es für die Ivutfche Wirtschaft: erstens die Kaufkra.ft der Reichsmark auszuweiten durch PreisherabfPung: zweitens den Produktions- apparat dem verkleinerten UmsaW der Wirtschaft anzupassen durch rücksichtslose Abschreibung überflüftiger Anlagen: drittens mit allen Mitteln die Pextrauenskris« zu beseitigen. Als Sin Fernziel für die Zukcfltft bezeichnete der Redner die Zkpkgabe, jede künstliche Hvchhaltung von Preisen durch„Dalori- sMMn" zu verhindern. Rur so sek die stets neu austretende Iseberproduktion einzelner Waren zu vsrweiden. Aber das�sei eine Aufgäbe vor allem der Noten bankprüsidentcn der wichtigsten Länder._ Oie Borsig-AEG.-Akiion. Beiriebskonzentration in Tegel. Der Vertrag zwischen der A E G. u n d B o r s i g. der eine Zu- sammenfassung der Lokomotiobetnebe dieser beiden Unternehmen in Tegel und Hennigsdorf vorsieht, steht dicht vor dem Abschluß. In der neuen Betriebsgesellschaft wird aber entgegen den früheren Meldungen die ZlEG. nichtdieMehrheit besitzen, son. dcrn beide Unternehmen werden je die Hälfte des Kapitals und auch die gleich stark« Vertretung tm Auffichtsrat innehaben. Das Schwergewicht des künftigen Betriebes wird entsprechend der größeren Leistungsfähigkeit des Borsigschen Lokomotivbaus nach Tegel verlegt werden, unter anderem die gesamte Montage. An eine Stillegung der Lokomotivsabrik in Hennigsdorf wird jedoch nicht gedacht, da Vis anderen Fabrikationsabteilungen in Betrieb bleiben sollen. Neue Verteuerung des(Kosinroggens. Der Preis sür Eosinroggen, der er st vor einigen Tagen von 170 auf 17S M. je Tonne erhöht worden ist, hat mit Wirkung vom 13. Dezember eine weitere Erhöhung aus 180 M. je Tonn« erfahren. In unterrichteten Kreisen wird aus dieser Tatsache der Schluß gezogen, daß gegebenenfalls in der nächsten Zeit mit weiteren Preiserhöhungen zu rechnen sei. Unsere Erwartung, daß Herr Schiele seine Roggenpolitit durch schnelle Steigerung des Eosinroggenpreises ohne die jetzt gebotete Rücksicht auf die Schweinemäster oorwärtstreiben wird, bestätigt sich also. Bilanz in der Auioindustrie. Stärkste Absahvrosselung bei allen Krastfahrzeugen. Die anhaltende Wirtschaftskrise hat sich nach einem Bericht des Reichsverbandes der deutschen Automobil- industrie in einer Drosselung des Absatzes bei Personen- wagen um 16 Proz., bei L a st k r a f t w a g e n um 41 Proz. und am stärksten bei Motorrädern um 43 Proz. gegenüber dem vorhergehenden Jahr ausgewirkt. Der Reichsverband sucht die Krise durch neue Zollforderungen zu meistern, was ebenso bequem ist, wie es erfolglos fein wird. Zum mindesten sollte der Reichsverband, der in dem gleichen Atemzug sich gegen die neuen Belastungen der Benzin- und Benzolzölle wendet, soviel Konsequenz aufbringen, nicht seinerseits neue Zollforderungen vorzubringen.— Zu der viel um- strittenen Frage der Konkurrenz zwischen Kraftwagen und Eisenbahn wurde auf der Tagung vorgeschlagen, alle am gewerb- lichen Güterkraftverkehr beteiligten Kreise zu einer einheitlichen Betriebsorganisation zusammenzuschließen. Hierdurch sollen künftig die hemmungslosen Frachtschleudereien unterbunden werden. Glanzabschluß Schultheiß-pahenhoser. ilS proz. Dividende.— 10.4 Millionen Reingewinn. Das kapilalstärkfle Lrauereiunlernehmen in Deutschland, der Schultheiß-Patzenhoser» Konzern in Berlin, hat nach dem jehi veröffentlichten Geschäftsbericht die Krise«och besser als die meisten anderen Brauereien in Deutschland überstanden. Während sich kroh der allgemein sehr hoch gebliebenen Prosilrale die Umsätze doch in vielen Fällen verringert haben, sind bei diesem Konzern in den ersten acht Monaten die Vierumsätze gegenüber dem Bor- jähre sogar nochgest legen, und erst in den letzten vier Monaleu des Berichtsjahres 1929/30 machte sich die wirkschaslskrise in einem Rückgang des Dierausstoßes bemerkbar. Dementsprechend sind auch dl« Betriebsgewinne diese» Groß. konzerns wellerhin von S?,Z auf fast 9l Millionen Mark gestiegen. Der ausgewiesene Reingewinn von 10.4 Millionen hat nur einen sehr bedingten Werl, da er fast haargenau dem Gewinn. ausweis der beiden vorhergehenden Zahre angepaßt und offenbar künstlich zurechlgesluhl worden ist. Schullheiß-Paheuhoser scheint also an der erprobten Methode, die Bilanzen von hinten auszu- machen, seslhallen zn wollen. Die D I v i d c n d e bleibt, wie wir schon berichteten, mik 15 proz. stabil. falsche Rücksichten. Die Reichen und das Braukopital werden geschont. Wir erhalten folgend« Zuschrift: Am 1. Januar soll die Tonne Mer erneut mit S M. Der. btauchersteuer belegt werden. Das ist also innerhalb acht Wochen die vierte Belastung des Gostwirlsgewerbes u.G der Verbraucher. Im November Biersteuererhöhung, dann Verbot der Weißbrote, dann Ausschankverbot vor S Uhr, dann Schankoerzehrsteuer und jetzt als Neujahrsgeschcnk die Bevbrauchersteuer von ö M. EigenÜich ein bißchen oiel für den einzelnen Mann! Wieviel tausend Gastwirte zahlen die Bier- wie auch die Verzehrsteuer schon aus ihrer Tasche, nur um die an sich seltenen Gäste nicht noch mehr zu belästigen? Warum hat der Gesetzgeber nicht den Mut, den Brauereien die 3 M. als Srzeugersteuer aufzubrummen? Hat er Angst, die Dividende zu schmälern? Oder verträgt Schaumwein, seit 1924 mit 1 M. versteuert, keine Erhöhung? Der Mann aus dem Volke kann keinen Sekt trinken, und die Leute, die ihn trinken können und wollen, zahlen auch 3 M. Steuer. Sind da auch wieder Jnterissen zu berücksichtigen? Reichsbeihilse für die Deuksche Werlo AG. in Siel. Das Reichs- finanzmülisterium teilt mit, daß die Kieler Reichswerft Deutsche Werke AG. durch den Spruch eine» vertraglich ver- einbarten Schiedsgerichts verurteilt worden ist, zwei von ihr gebaute Frachtdampfcr für Norwegen zurückzunehmen und dem Belleller den Kaufpreis wiederzuerstatten. Da das Unter- nehmen selbst die Kosten in Höhe von 6 Millionen nicht aufbringen kann, hat es das Reich als seinen Aktionär um Beihilfe ge- beten. Der Reichsfinanzminister wird diesen Betrag dem Unter- nehmen zur Verfügung stellen und hat hiervon dem Haushalt- ausschuß des Reichstages entsprechende Mitteilung gemacht. weiter von Der Großhandelsindex ist in der Woche zum 10. Dezember 118,6 aus 118,3 Prozent zurückgegangen. W Sozialistische Arbeiterjugend Sroß-Serlio fflnfrelrnnatn fit diese Ssndttf«CT-» d Hcrfl» SW 6». eiadcnftrafe 3 SontietBorfKKnnfl dee«oll-bSh»« am t Satroot, 18 Mit.««WfH erttS: Misfissippi-', Schauspiel von Glltc» Steifet. C mit Harten ju 80 Df. für Znzen». liche lind noch erhältlich. Heute, Souatag. 14 Dezember: Sankwih-Sichterfell»«: 19 llhr Heimabend in Lankwih, Echulstnaße.— Britz: Der Museumsbesuch fällt aus. Treffpunkt 1» llhr Jahn. Ecke Rudowkr Etrahc zum gilmabcnd.— Renlölln I: ssilmabend. Treffpunkt 17 Uhr«euterplatz.- Lichtenbcip-Rord: Heim Duuteistr. 44. Liederabend.— SciaUcntots.fflcft; Heim Seid-lst ratze. Ab 18 Uhr Heimabend.— Tegel: Heim Bahnhasstr. 1». .Novellen und Kurzgeschichten." Werbebezirk Osten: 9 Uhr Heim Tililter Etr. 4— 5. Funktionärs chulungs- kutfuä.«ebnet: Erich Lindfiädt. 19 Uhr„Heiteret Abend",«eferent: Alfred ffiutheit. Litauer Sit. 18. «erbeb«,>rk Müggelsee: Stzi Uhr Seim Dahlnritzer Strotz« Mllcktionär. fchulungokursus. Redner: Bruno Lüsche. Werbebezirt»eenzberg: 17 Uhr Zusammenkunft aller 1. Borsitzenden im Heim Sindensit. 4. Werbe bezirk Schönebcrg: 20 Uhr im Helm Hauptsir. IS Bortrog:.Stampf der Zugend gegen den Faschismus". Weebebeziek Tempelhof: 9 Uhr im Heim Tempelhof Blldung«nsschutzsitzu Ng. 10 Uhr ebenda rt Spiellruppe.Roter Sturm". 19 Uhr Heimabend. Weebebeziek Nenlälln: Luftiger Filmabend. Sladisaal Bergftr. 147.(ii t. Borstellun« 17 Uhr. Beginn 17 iö Uhr. II. Vorstellung 19tzi Uhr.. Beginn 2011 llhr. Eintri't 80 Bs..Charlies Abenteuer.".Die Tiere des ff: Dr. Dolittle.".Die Wunderuhr." Musik: Kapelle Schaebethal. ja. Morgen, Montag, 15. Dezember, 19% llhr: AI« Abteilnnge, beteiligen sich«n der für s» zuständigen der Partei»ad des Reichsbanners,»rnppenneeanfwltnngen fallen an». H, aufscheine für diskreten Tellzahlungskaus. Di« Borbevoitungeu zur Weihnachtszeit stellen an die Kaufkraft so manchen Haushalts große Anforderungen. Wird doch die Weihnachtssttte des Schenkens in vielen Fällen zur Anschaffung schon lang« entbehrter Hauhalts- gegenständ«. Bekleidungsstücke, Wäslbe oder anderer für das Heim gewünschter Ergänzungen benutzt. Reicht dazu der Geldbeutel nicht aus, heißt es verzichten. Dem abzuhelfen, bemüht sich das. Teil- zahlungs-Warenhaus I o n a ß, das alle diese Berkaussgegenständ� führt und zum Teil selbst herstellt und durch sein System der Zahlungserleichterung schon manchen Haushalt begründen hols. Dieses System hat seinen Vorzug in der diskre- ten Art, einen T ei l za h l u n a s k a u f abzuschließen. Wer de,n Wunsch hat, bei der Firma Jonaß zu kaufen, teilt ihr dies mit und erhält daraufhin einen sogenannten Kauf schein zugestellt. Dieser enthebt den Käufer aller unangenehmen Be- gleiterschei nungen eines Kreditkaufs. Die zum un- verbindlichen Besuch einladenden Ausstcllungs- und Verkaufsräume der beiden Jonaß-Häuser, in der Lothringer Straße 1. am Prenz- lauer Tor, und in der Belle-Alliance-Stvaße 7/10, gewähren den Besuchern beste Möglichkeiten, unter de? Fülle des Gebotenen>u zwangloser Weise Umschau zu halten. Es liegt doppelter ktznind»ot, gerade diese« Jahr zn Weshnacktten Loesee- n�Wolsf-Zigarrcu zu schenken und sich selbst reichlich damit zu versorgen. Für Descheick, wecke hat die Firma Soefer n. Wolfs eine grotze Angahl ihrer weit- berühmten, autzerordentlich preiswürdigen Qualltätsmarlen ohne Prelsaustchkaa in chescheuikistchen zu 35 Stück herausgebracht. Sodann aber Wird sich bereits lebet Zigarrenraucher darüber klar geworden fein, datz es vorläufig wohl lein Deshuachten geben wird, da man dies« Di-rken wieder so norteilhait kaufen kann. Denn in Stürze tritt die ErhShuna de» Tabakzoll» und d-r Tabaksteuer in Straft, die den Zigarren, und Zigarillakonfu» di- zu io Pro». verteuern mutz. Oeant» Kanfgelegenheiten. verbunden mit LnaNtkttsarveit UN» billigen Preisen, hat di« Firma Hugo Bein«. Mllbelfabrik. Propellermerk, die als Spezialität.nur Echlwfzspnner bcrsiellt. dadurch. geschaffen, datz sie neue Per. kaufsauoftellnngsräume im Lause Potobgme: Str. 9. am Potsdamer Platz.' rr. ijffnet,-.Di«. Ceoffimr.« ftirdr» am Silbern-n Si«nsog. hrm 14...Dezember, statt. C» lohnt, sich, diel« rwck.hayige. Ausstellung zu bestchtigen. Bei einem Vcx- gleich' werden sich die Borteile, die- durch biertten Perkauf ab Fabrik ohne jeden Zwischenhandel entstehen, für ieden Interessenten sofort bemerkbar machen. Wa» schenke ich? Was wäre hierzu besser geeignet als künstlerisch ans- geführter Schmuck, Silbergeräte oder eine Armband- oder Taschenuhr? Eine wirklich gute Uhr Ist!n unserer hastenden Zeit ein weit kosibaeere»®nt als früher. Wer diese Geschenke preiswert und gut kaufen will, wende sich per. traue n»voll an die altbekannte Firma Belmante u. Co., Leipziger Str. 97. Ecke Charlottenstratze: 2. Geschäft: Köniastr. 30, Ecke Nene Friedrichstratze,, die ihren Kunden die Qual der Wahl durch bereitwilligst erteilte Ratschläge und Auskünfte ihres fachmännisch geschulten Personals erleichtert. Die Firma Teppich-Bnesch, Berlin C. s. Spandaner Str. 88, trägt der schweren Zeit und den Bedenken, die ledermann hat, Rechnung, indem sie in de« heutigen Zeitung»in umfassendes Bwqraurm der richtigen Weihnachts. geschenke zusammengestellt hat, um iedem Zweifelnden zu zeigen, wohin der Weg geht. Schdne Dinge, die das Selm fchmücken, die alle erfreuen, in aus. gezeichneten Qualitäten zu stark reduzierten Preisen, sind diesem genderner. kauf füt das Weihnachtsfeft zugrunde gelegt. Es wird besonder« darauf auf- merksam gemacht, datz die Firma Teppick>Burfch. BerNn C. 2. Spandauer Strotze 32, ihre Berlaufsräume auch heute. Sonntag, von 8 di» 7 Uhr, ge» dsfnet hat. Ein« wirklich«nie Idee für ein veihuachiogeschenk ist die Parlophon- Blatte. Der ernsthasi« Musikfreund wie auch der Liedhabee leichter Tanzniufik und eine« guten Stabareits werden in dem reichen Repertoire eine Fülle non Anregungen finden, welch« Ausnahme Ei« auch daraus wählen. Sie können sicher fern: Eine neue Porlophoa-Platte bringt Ihnen Lebensfreude! An Zucker sparen, g r u n d ve r k e h rt! Der Körper braucht ihn— Zucker nährt! lür diese T E P P i C H E Boucle-Teppiche«rod Muf>. mis.. Boude- Teppiche Prima fimbOr mir Velour-Teppiche exira Primq'°0 6fo Velour LMoJÄ BEI T U MRANDUNOEN WoIlplÜPch moderne Mufler laufer- W/iSO fti Vorlagen_ 70/150 Or. Tourna Y TioderneMurter Ib'ufer- bS/550 rjA Vorlagen fcs/uoTuf Wollplüfch Prima Läufer-*VJ50lOftSO Vorlagen_ TO/150 IC3. p.mfr. 68 an 11- 90 cm 15. 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Jag erste.»4: 5 Sport.,®ch- und Shauffenrpelze. 5 ftentenugenesfentlichkeit aufhellen dürfte,— und so wird denn, bezeichnenderweise nicht von dem eigenen Leibärzte des Prinzen, Selbstmord in augenblicklicher Sinnesverwirrung als Todesursache festgestellt. Damit geben sich Behörde und Kirche zufrieden, der gottesfürchtige Mann königlichen Geblütes muß nicht auf dem Selbstmörderfriedlof beigesetzt werden, der Fall ist mit dein feierlichen Leichenbegängnis und den üblichen Seelenmessen offiziell erledigt. Ist so die Polizei bereit, die von oben anbefohlene Erklärung leichtgläubig hinzunehmen, versäumt es dafür das Publikum nicht, an Stelle der Behörden die Untersuchung fortzuführen. Warum sollte sich der reichste Adelige Frankreichs, mit 75 Sohren ohnehin schon nahe dem Tode, das bißchen Leben, das ihm keine körperlichen Qualen unerträglich machten, auf so plebejische Art genommen haben? Freilich, der Prinz von Cond« hat viel Schlimmes erlebt, er hat in dem Emigrationsheer seines Daters gegen das eigene Baterland gekämpft, landesflüchtig eine Art Betteldasein auf Kosten Englands geführt, die Hinrichtung seines einzigen Sohnes, des Herzogs von Enghin, dem korsischen Usurpator nicht einmal ordent- lich heimzahlen können! Wie ein verdorrter Baum, vom Blitz gespalten, überdauert der verlassene Vater seines Daseins Stolz und Sinn.— Aber es ist seit diesem allerhärtesten Schicksalsschlag ein volles Vierteljahrhundert vergangen, und gerade, daß er als letzter Sproß des berühmten Geschlechtes die glanzvolle Chronik abschließen, das Wappen hinter ihm umgedreht werden soll, bedeutet eine Der- pflichtung mehr, hätte den frommen Greis von der Todsünde des Selbstmordes erst recht abhalten müssen? Sm Jenseits von seinem unschuldig hingemordeten Sohne erwartet, verriegelt er sich so kurz vor dem Wiedersehen die Himmelspforte?— Sinnesverwirrung allein könnte die Tat erklären— die Aerzte weisen aus die Er- regungen der letzten historischen Wochen: Sulirevolution, Sturz des legitimen Königshauses. Thronbesteigung des Bürgerkönigs hin—, nur die Getreuen des Prinzen, die am letzten Abend mit ihm bei- fammcn waren, bezweifeln die Möglichkeit jäher Erkrankung. Bis elf Uhr nachts ist der angebliche Selbstmörder am Whist- tisch gesessen, hat seinen Spielverlust wider Gewohnheit nicht bezahlt, mit dem Gruß:„3 dirnain!* Abschied genommen. Sm Schlaf- zlmmer oben brachten es die gichtverknoteten Finger nicht fertig, die Krawatte zu lösen, Kammerdiener und Leibarzt mutzten den Herzog Stück für Stück entkleiden und zu Bette bringen— wer erklärt die plötzliche Gelenkigkeit der Hönde, die trotz Sinnes- verwirrung die beiden Taschentücher ineinander knoteten?— Wozu olle Argumente für und wider durchgehen, ez genügt die kriminalistisch emscheidende Frage, ob andere und welche Per- lonen am Ableben des steinreichen alten Prinzen interessiert waren? Jahrzehntelang hat die Freundschaft mit einer viel jüngeren Dame Alter und Einsamkeit gemildert, das Schloß von St. Leu sah seinen Herrn eigentlich nur zu Gast, rechtlich war es aus dem viclhunderi- jährigen Besitz der Cond« längst in die Hände der Baronin von Feucheres übergegangen. Früher bescheidenes Mitglied des Conoent Garden Theaters in London, von dem Dorgänger des Herzogs. einem reichen englischen Hochton), mit Schmuck und Geld ver- schwcnderisch bedacht, begnügt sich die späte Freundin mit Schloß und Wakd von St. Leu allein nicht. Eine runde Million, bei dem Pariser Rothschild auf ihren Namen erlegt, schützt ihr Alter vor Geldverlegenheit, und ein Testament, daß sie Punkt für Punkt ergänzt, ihre Ansprüche auf eine Erbschaft von zehn Millionen. Wie aber, wenn die Freigebigkeit des halb schon kindischen Liebhabers nicht unangefochten bleibt?— Fast muß man den Plan genial nennen, den die einstige Choristin zur Sicherstellung ihres Anteiles ersinnt! Was sie braucht, iit die Snteressengemeinschaft eines einflußreichen Miterben, dessen Ansprüche, auf das gleiche Testament gegründet, auch sie vor Ent- täuschungen bewahren. Ein Prinz aus königlichem Hause böte sicherste Gewähr, also wendet sich die besorgte Erbin an den Herzog vop Orleans, dessen Empfänglichkeit für irdische Güter schon bekannt ist, lange bevor sein Regierungsmotto:„Bereichert euch!* ganz Frankreich zu dem Tanz um das goldene Kalb hinreißt. Sn einem Brief der nur vom Hören-Sagen bekannten Dame erhält also die Herzogin von Orleans den überraschenden Vorschlag, dem letzten Sproß des Hauses Conde einen ihrer Söhne zum Erben zu bestellen. Warum sollte der stolze Name für immer erlöschen, da es Männer gibt, würdig, ihn zu tragen? Die Baronin erklärt sich gerne bereit, die Adoption bei ihrem Gönner durchzusetzen, und der Herzog von Orleans zeigt sich von der Anregung so entzückt, daß er sich beeilt, dem Prinzen von Conde seinen Dank zu überbringen, noch bevor dieser eine Ahnung von seiner angeblichen Absicht hat. Wochen des erbittertsten Widerstandes folgen, erstaunt belauscht die Dienerschaft die Zornesausbrüche ihres sonst so friedfertigen Herrn, Freunde und Vertraute finden den Prinzen in Tränen auf- gelöst, einmal vergißt sich der vollkonimene Grandseigneur so weit, daß er ein Messer über die Tafel hinweg der strengen Freundin reicht mit dem Ruf:„So stoßen Sie es mir doch gleich ins Herz!* Es ist aber auch eine gar zu arge Zumutimg, den Enkel Philipp Egalites. der für den Tod seines Vetters und Königs gestimmt hat, Sohn des Revolutionsgenerals, der bei Semmapes und Fleury gegen seine emigrierten Verwandten und für die Pöbelherrfchaft focht, als Namensträger der Conde einzusetzen! Mit all ihrem Einfluß und ihrer unerbittlichen Ausdauer gelingt es der Baronin von Feucheres doch nicht, die Adoption bei dem allen Herrn durchzusetzen. Nach dem Gelde fragt er nicht viel, aber sein Name ist ihm heilig, er hält durch, wie schwer es ihm auch gemacht wirb, und die verschworenen finden sich damit ab, wenig- i'tens der Millionen, um die es ihnen geht, sicher zu sein. Kaum ist jedoch das Testament unterschrieben, beginnt erst richtig der aufregende Kolportageroman. Die Sulirevolution bricht aus zum drittenmal in feinem Leben sieht der Fündundsiebzig- iolirigc seine Weltordnung zusammenstürzen, zum dritten Male jagt Frankreich den legunnen Konig davon, und die Erinnerung mall den Schatten der Guillotine an die Wand. Sicher»ev- bringt der alte Herr die erste» Nächte in schlafloser Unruhe, um Leben und Besitz in Sorge. Was soll ihm aber auch noch die Sinne verwirren, da er den gestürzten Vetter und die ganze könig- liche Familie heil in England weiß, im Lande wieder Ordnung herrscht, ein anderer Vetter, der Vater seines unfreiwillig gewählten Erben, die Zügel der Regierung fest in Händen hält. Natürlich gehört das Herz des letzten Conde dem entflohenen Märtyrer und nicht dem Hochverräter, der als würdiger Sohn Philippe Egalites die längst begehrte Krone an sich gerissen hat. Die Baronin Feucheres kennt ihren Gönner zu genau, um es nicht zu erraten. daß es den alten Herrn nach England verlangt, an die Seite seines verjagten, rechtmäßigen Königs. Ein Conde ist in dem Pflicht- vergesienen, revolutionären Frankreich fehl am Ort! Wochenlang wartet im nächsten Dorf jede Nacht ein bespannter Wagen auf die Baronin, damit sie den Flüchtigen, wenn er sich der Vormundschaft zu entziehen versucht, sicher zurückholen kann, ehe er die belgische Grenze erreicht. Aber auch der alte Prinz trifft heimlich Vorbereitungen, ein Vertrauter schmuggelt ihm zehn Mil- lionen in Gold und englischen Wechseln ins Schloß, und es wird beschlossen, den eigenen Wagen der Baronin, der im Nachbardorf wartet, für die Flucht zu benützen, so ist gleich ein Vorsprung gesichert. Gelingt es, England zu erreichen, kann der Erblasier, seiner Tyrannin entronnen, ein neues Testament ausstellen, das seine landesflüchtigen, um Thron und Krongut gebrachten Ver- wandten an Stelle des nur wider Willen bedachten, nunmehr„könig- lichen* Prinzen setzt. So weit ist der unterirdische Kampf gediehen, für den 1. Sep- tember das Schiff für die Ueberfahrt schon geheuert, da tritt in der letzten Nacht vor der Flucht die Sinnesverwirrung ein— und der Prinz begeht Selbstmord. Auf die Nachricht stürzt die Baronin über die Haupttreppe des Schlosies zum Toten hinauf, well die geheime Wendeltreppe, die ihre Gemächer mit dem Schlafzimmer des Prinzen verbindet, seit Wochen schon verschlosien ist. Sn der Aufregung, vielleicht nur aus Vergeßlichkeit, vielleicht auch aus Mißtrauen, ver- sucht der Kannnerdiener nachträglich die Türe zur Geheimtreppe zu öffnen— und— fülltet sie nicht versperrt! Auch sonst wird manches gemunkelt— ober Seine Majestät, der neueingesetzte König Louis Philipp von Orleans, schickt seine eigenen Leibärzte nach St. Leu und der zuständige Untersuchungsrichter, der mit unbeeinflußter Energie den Fall angeht, erhält am zweiten Tag seine Beförderung an Seiner Majestät allerhöchsten Gerichtshof. Der Nachfolger geht in allen Punkten mit den königlichen Leibärzten einig, und sonst fehlt zur Fortsetzung der Nachforschungen jede Veranlassung. Umsonst versuchen auch die Herzöge von Rohan als erb- berechtigte Nahverwandte da» rechtskräftige Testament auzufedsteii, bis auf die verschiedenen kleinen Legate und den Anteil der Baronin von Feucheres, verbleibt der ganze ungeheure Familienbesitz des Hauses Conde dem Zweitältesten Sohne des Bürgerkönigs, der vor- sorglich auch seinen eigenen Reichtum auf die Kinder überschrieben hatte, einen Tag vor seiner Thronbesteigung, um zu verhindern. daß er Bestandteil der Krongüter werde. Nur der Hausgeistliche des verstorbenen Prinzen wagte bei der Bestattung das goldene Gefäß mit dem Herzen des Toten hochzu- heben und feierlich zu verkünden:„Sch schwöre zu Gott, du bist an deinem Tode unschuldig!* Aber was kümmerte die Baronin Feucheres die dunkle Anspielung? Mit ihren zehn Millionen und dem königlichen Schutzherrn brauchte sie sich um das Geflüster der Leute nicht zu scheren. Erstaunlich wäre, wüßte man die Erklärung nicht, daß auch nach dem Sturze des Bürgerkönigs kein Geheimakt sich fand,-den „Selbstmord* des letzten Conds aufzuklären. Aber die Herrscher ivechselten gar oft in Frankreich des vorigen Sahrhui»derts— das Beispiel Napoleons, der 1814 alle seine Papiere verbrannte, ehe er Frau und Kind und die Tuiierien verließ, hat Schule gemacht. So bedenkenlos dem jeweiligen Machthaber gedient wurde, in den Archiven blieben nur Spuren der allzu großen Treue, die ein Umsturz von heute auf morgen in Verbrechen wandeln konnte. Wunderwelt des JUbohraters Ton Walter Qeüinger Sern böcfaflrn Aerg« Afrika-, bon vcrgletfchertrn unb erlofdjtntn Bulkair flilimanbioro aribmct der Schwei,» Dr. W. Geiling» sä» Sirisrbu»:„Set ftiliatanbiato. fttn Land und feine -Mensche n".(Serlaa Sons büket. Bern-Berlin.®an, leinen 12 M.> E» ist nicht ein iidlichet Reisebericht, sondern eine fesfelnie fatbige Darstellung. Die Pflanzen- unk Tierwelt wird anschaulich geschildrrr, der ptiichiige Masaistamm lammt zu seinem Rechte..Zaljlteiche aus- gezeichnele Abbildungen fördern die LelUtre. Spezielle(fragen werken in einem ausNUirlichrn Änkang behandelt. Mit Genehmigung des Berlage» geben wir die Besteigung des höchsten Gipfel» hier wteber. Es war nachmittags 2 Uhr, als wir den höchsten Punkt und damit das ober« Ende des ungeheuren östlichen Laoastromes be- traten, der sich an-der Kibo-Oftslanke vom Kraterrand bis zum Sattelplateau hinunter dehnt, den nach dem Kilimandjaro-Bs- Zwinger G i l l m a n benannten„G i l l m a n s Point*. Wir standen links oberhalb der östlichen Kraterlück« in der respektabel» Höhe von SWü Meter. Nicht weniger als volle zwölf Stunden hatten wir für die Ueberwindunz einer Höhendifferenz von nur 1160 Meter benötigt, und unser Kräftezustand war derart, daß uns nicht einmal mehr das Bewußtsein des errungenen Erfolges aufrecht- zuhalten vermochte. Unfähig zum Ausblick in die neue Welt, völlig ausgepumpt, fielen wir hart am Kralerrand sogleich in tiefen Schlaf. Als wir nach geraumer Zeit zitternd und ftierend erwachten, be- griffen wir lange nicht, wo wir waren. Nichts mehr verriet, daß wir uns im Tropenland« Tanganyika befanden. Es war hundekalt und der Schnee fiel in dichten Flocken. Wallende Nebel versperrten jeden Blick in den Krater und die Aussicht auf baldige Aufklarung schien gering. Enttäuscht und schweren Herzens faßten wir den Entschluß zum Abstieg. Da verflogen plötzlich die Nebel, und binnen weniger Minuten lag die grandiose Kraterlandschaft frei im Sonnen- glänze vor uns. Während einer vollen Stunde durften wir das unbeschreibliche Bild dieses noch von keines Menschen Fuß ent- weihten, von wenigen nur geschauten Reiches einer überirdischen Einsamkeit, einer ernsten Symphonie von Weiß und Schwarz genießen. Die Verhältnisse des gewaltigen Kibokraters, dessen Durchmesser 2'A Kilomeier beträgt, sind beim ersten Anblick in- josern überrasdiend, als die Ergüsse der letzten vulkanischen Eruption im Krater selbst seinen Boden so ungleichmäßig gestaltet haben, daß es schwer fällt, den großen Zirkus als Einheit zu erkennen. Nur der vor uns gelegene, südöstliche Teil zeigte noch die Ursprung- liche Tiefe von etwa 1p!) Meter, indem hier die Kraterumwallung in schwindelerregendem Steilhang in den schnee- und«isbedeckten Kraterboden abfällt. Sm Norden sind die breit verschütteten Aus- bruchmasien des..Kraterkegels" so hoch geschichtet, daß sie ben Zirkusrand überhöhen. Seine leicht gewellten und in sanfter Böschung ansteigenden Hänge sind von zahlreichen Gletscherresten bedeckt, die. zu mannigfach geformten Klötzen ausgeschmolzen und oft noch durch schmale Brücken zusammenhängend, durchgehend«ine einheitliche Horizontalschichlung ihres Eises gut erkennen lassen. Daß hier eine einst zusammenhängende Gletscherbedeckung bestanden hatte, war auf den ersten Blick schon klar. Ganz eigenartig wirkte der hart« Farbenkontrast der schneeweißen Firndecken mit den Laven ihrer Unterlag«, die so dunkel schienen, als feien sie mit schwarzem Sammet überzogen. Was aber in dem Beschauer dieser längst er- starrten, sirnbedeckten Feuermagmen die größte Verwunderung er- weckt, ist ein« regelrechte Burg aus G�istvcreis, die sich breit und massig am Südhang des Kraterkegels erhebt. Wie ein aus mehreren Stockwerken getürmtes Bauwerk stand der massige Eisklotz vor uns. Sn verschiedenen, zart abgetönten Farben spielten die senkrecht ab- geschmolzenen Steilwände seiner mächtigen Schichtlagen, und in blendendem Weiß leuchteten die zahlreichen Zinnen dieses eisigen Märchenschlosies. Wie lange wird es noch dauern, bis auch dieser imposant« Rest einer früher ausgedehnteren Vergletscherung der sengenden Kraft der Sonne erlegen ist? Die düstere Südwand der Kraterumwallung ist fast schneefrei, eine einzige senkrechte Felsmauer von etwa 200 Meter Höhe, die etwa in der Mitte ihres Grates in Form einer nur wenig aus- geprägten Zacke die höchste Erhebung des Kilimandjaro-und damit des schwarzen Erdteiles überhaupt oufweift(6010 Meter). Aus der jäh abstürzenden Innenwand springen Felsrippen und bastionen- artige Lavaguadern vor. Zahlreiche Schneeslecke und de» Fete terrasien ausliegende Schneebänder zeichnen das Relief des riesigen Eonloirs besonders deutlich, das einer horizontalen Lageruiig der hier abgebrochenen Lavenschichten seine Gestaltung verdankt. Zu den grell-weihen Firnmasien des Riefenkesiels bilden die schwarzen Gesteine dieser gewaltigen Mauer einen düster-ernstett Gegensatz. Ganz anders ist der Ausblick nach Norden, wo die dem Krater- rand aufliegenden Eismasien in einer etwa 60 Meter hohen Wand reinweißen Firneises in die Scharte abbrechen. Auch hier ist wieder die horizontale Bänderung des Eises sehr deutlich sichtbar. Am schönsten und auffälligsten aber sind wohl Hunderle von Eissäulen, die wie die Pfeifen einer Orgel neben- und übereinander stehen und in fesselnder Regelmäßigkeit ebenso viele spaltenförmige Nischen zwischen sich schließen. Diese wunderbaren Gebilde deuten aus starke Abschmelzung, noch mehr der ihnen zu Füßen liegende, unten auf dem Kroterboden in weißen Firn gebettete See, der die abfließen- den Schmelzwasser sammelt. Trotzdem die Sonn« ihre Strahlen wuchlig in den Niesentessel sandte, vermocht« sie die Eisdecke dieses vielleicht höchst gelegenen Sees der Welt noä) nicht zu brechen. Die Begeisterung, die dies« hehre Well von Firn und Fels in uns auslöste und die rasche körperliche Erholung, die uns der kurze Schlaf bracht«, hatten die Leiden unseres Erschöpfungszustandes jo weit gebessert, daß wir es wagen durften, noch etwas höher den Felshang hinanzusteigen, der von hier in den Grat der südlichen Kraterumwallung übergeht. Hierbei war uns noch«in Blick auf den Außenhang der südlichen Kibokuppe vergönnt. Bor uns er- hoben sich, an die Ostzung« des Ratzelgletschers südlich sich an- schließend, die mächtigen Eismauern weiterer Ausläufer dieser Eis- masie, deren Stirnwälle weit unter unseren Standort reichten. Die kühn« Tat des bekannten Schweizer Fliegers Mittel- h 0 l z e r, der am 8. Januar 1930 als erster mit einer dreimotorigen Fokter-Flugmaschine das Wagnis der Ueberfliegung des Kiiiman- djaro in einer Höhe von 6300 Meter glücklich vollbrachte, gab uns einen ganz neuen Einblick in die so«igenartigen Verhältnisse des Kibokraters, der die bisherigen Vorstellungen zum Teil bestätigt, zum Teil aber auch ganz wesentlich ergänzt hat. Der Beschauer des aus solcher Perspektive grandiosen Bildes ist vor allem von der ungestört sich auswirkenden Figur des Kreises überrascht. Alle Stufen und die ihnen zwischenliegenden Fläche», vom äußersten Umfang der gewaltigen Kratermauer, die nur im Westen von der großen Kiboscharte unterbrochen ist, bis zum Zentrum des gähnen- den Eruptionsschlvtes ordnen sich dem Zirkel auf das strengste ein. Alles ist in diesem umfassenden Ueberblick Fläche geworden. Nie schien die Bezeichnung„Kraterzirkus* gerechtfertigter als nach Ein- sichinahme in dieses Bild, das die letzten Schleier der Geheimnisse dieses über den Wolken thronenden Erdensleckes lüftete. Mit Erstaunen füllt uns das Ausmaß des den Kratergrund fast gänzlich überdeckenden„Eruptionskegels*. desien aufgehäuste Tuffe«inen weit ausgelegten Vulkanberg in den riesigen Ver- senkungskessel hineingestellt haben. Seine beträchtliche Höhe kann bei Betrachtung aus der Vogelperspektive nicht voll zum Ausdruck kommen, weil sie verkürzt erscheint. Die.breite„Kuppe* dieses Kraterberges, die von- der Höhe der Kratermauer aus wie eine Dachebene erscheint, steigt ja in Wirklichkeit so hoch, daß sie sogar dem Bezwinger der höchsten Spitze der Uniwallung den Einblick in den Spitzenkrater selbst verwehrt. Dieser„Krater im Krater*, dies letzte Geheimnis unseres Vulkangiganten, das nur der mutig« Flug in noch höhere Sphären enträtseln konnte, ist eine gestufte Riesen- pfanne, an deren Grund, dem Auge eines vorwelllichen Zyklopen gleich, das runde Ausbruchsloch des ehemaligen Feuerschlundes gähnt. Von der Gewalt dieser letzten Eruption gibt uns feine Größe einen guten Begriff: sein Durchmesser beträgt nicht weniger als etwa 500 Meier! Noch haben keine sichtbaren Berwitterungsprozesie an den scharfen Kanten des Pfannenrandes und den zentrischen Zirkeln der Kratermulde, die vielleicht die jeweiligen Nioeaustände der sich allmählich zurückziehenden Magmen markieren, zu nagen vermocht. Ein in geologischem Sinne noch junger Vulkan liegt unter uns, und die Mögiichteit eines Wiederausbruches kann wohl nicht- ohne weiteres von der Hand geemejs»«erden.. * Sine lllmtfemuHer tötet ihr Junges Ton Theodor XeSfing, Hannover An meinen weißen Mausen habe ich zuweilen beobachtet, daß die Mutter ein Junges tötet oder bei der Bru. pflege vernachlässigt. Einmal hatte ich auch einen Mausevater, welcher überhaupt keine Jungen auskommen ließ, sondern den ganzen Wurf nach der Geburt fraß. Es kam aber auch vor, daß der Ba.er bald einmal die Jun- gen fraß, bald auch leben ließ, und daß die Mutter gleichfalls beim Lebenlassen und Töten der Jungen scheinbar willkürlich verfuhr. Ich machte mir über diese Familienereignisse in meinem Mäuse- staat anfangs keine Gedanken, indem ich sie einfach aus die Charak- tere abschob. Wenn ein Mäuserich'seine Nachkommen fraß, so nannte ich ihn grausam, und wenn er es nicht tat, sanft und nahm an, daß die Charaktere ebenso willkürlich und unberechenbar seien wie die der Menschen. Erst allmählich merkte ich, daß hinter diesen Vorgängen Gesetze stehen müssen, die des Nachforschens wert find. Den ersten Anlaß dazu gab mir die folgende Beobachtung. Eine kleine Maus war aus dem Käfig ausgebrochen und ich konnte sie nicht wieder einfangen. Das verängstigte Tier, das noch nie von der Mutter fortgekommen war, versteckte sich in den em- serntcsten und unzugänglichsten Ecken, und erst nach einer langen Jagd durch die Zimmer glückte es mir, die Maus wieder einzu- fangen. Das abgehetzte, abgemattete Geschöpfchen setzte sich nun wieder zu der Mutter, die bis dahin, und auch schon bei früheren Würfen, immer die geduldigste, zärtlichste Mutter gewesen war. Zu meiner Verwunderung stürzte sich die Alte sogleich auf das zitternde kleine Tier und tötete es mit einem einzigen Biß in den Nacken. Einige Tage später wiederholte sich der Vorfall. Eine kleine Maus war entlaufen. Ich fing sie wieder ein, und sie wurde wieder von der Mutter getötet. Als dann zum dritten Male ein Junges entsprungen war, verfuhr ich vorsichtiger und setzte das Wiedereingesangene in ein Gefäß für sich. Versuchsweise ober setzte ich es dann später doch wieder in das alte Nest und beob- achtete, was die Alte unternehmen würde. Sie nahm das Junge wieder an und begegnete ihm zärtlich. Ich machte nun methodisch den Versuch, entlaufene und wieder eingefangene junge Tiere der Mutter zurückzugeben, das ein« Mal sofort, nachdem ich sie wieder gefangen hatte, das andere Mal erst, nachdem sie erholt und aus- geruht waren, und es zeigte sich als Regel, daß die Mutter nur das abgemüdete und erschöpfte Junge, nie da- ausgeruhte und normale tötete. Uebrigens wurde das Junge in keinem Falle von ihr gefressen. Ich erinnerte mich nur an gewisse abergläubische Berichte, denen ich nie recht getraut habe. Es wird z. B. wohl gesagt, daß man jung« Vögel, die aus dem Nest gefallen sind, nicht anrühren dürfe, weil die Alten den Geruch der Menschenhand verspüren könnten und Junge, welche von Menschen angefaßt worden seien, nicht mehr aufziehen mögen. Man hat auch noch andere Beispiele von Vorgängen, bei denen das Tier offenbar die Menschenhand wittert und abweist. Ein Experiment, welches jedermann>leicht nachprüfen kann, ist das folgende. Wenn man ein junges chuhn ergreift und dann das kreischende, ängstliche Tier wieder frei lausen läßt, so bemerkt man, daß die anderen selteneren Hühner hinter ihm herlaufen und nach ihm hacken und picken. Man hat dann durchaus den Eindruck, daß die Hühner ba? von der fremden Menschenhand berührt« Junge ab- stoßen �de�estrafen. Indessen all« diese Berichte, daß Tierx den iDlcnfdjen wittern und die Spür seines Fremdstoffes nicht im Ge- Häg �dulden, nicht ms Nest aufnehmen wollen, erweisen sich ber ausmicklichem Nachforschen als unwahr. Ich kann junge Mäuse sogar gleich nach der Geburt betasten und streicheln, die Mutter wird sie darum dennoch weitersäugen: ich kann junge Vögel im Nest getrost anfassen, die Alten werden sie darum nicht aus dem Nest stoßen, vorausgesetzt nur, daß die Jungen nicht verschreckt und verängstigt werden. Mein« Erklärung ist somit zunächst dies«: es muß Angststoffe geben, welche das Tier krank machen und von ihm auch gewittert werden. Das geängstigte Tier wirkt auf die Artgenossen als ein krankes und gefährdendes Tier und es wird getötet, um die Ueber- tragung einer Gefahr fernzuhalten. Dabei mag freilich etwas Seelisches im Spiel« sein, denn die Uebertragung seelischer Zu- stände findet allemal durch körperliche Zustände statt. Die lieber- tragung einer Panik, einer Angstpsychose, einer Gemeinschaftsangst bedarf des Mitahmens von Auedrucksbewegungen. Aber könnte dieje Mitahmung nicht auch eine körperliche Seite haben? find vielleicht gar eine chemische? Jedenfalls wird manches Dunkel durchlichtet, wenn wir nur annehmen: Tiere wittern Angst, weil es Angst- und Ermüdungsgifte gibt. Diese Stoff« werden gemieden und abgestoßen, weil sie Gefahr bringen. Es liegt nahe, anzunehmen, daß das Blut der Träger dieser Angst- und Ermüdungsstoffe sein müsse, welche man etwa im Gegensatz zu den Vitaminen und Hormonen als Mortamine und Letalone bezeichnen könnte. Da wir aus der Physiologie des Menschen solche Ermüdungs- und Angstkörper kennen, sc ist es ge- wih nicht phantastisch, zu behaupten, daß jeder Angstzustand das Blut des Tieres oerändert. Nur glaube ich freilich keineswegs, alle ähnlichen Vorkommnisse in meinen Mäusekölonien so deuten zu können. Wenn z. B. der Vater oder die Mu ter die Jungen nach der Geburt fressen, so wird das wohl nicht geschehen, weil die Jungen krank oder lebensunfähig sind. Ich gehe vielmehr den Verdacht, daß in solchen Fällen es sich um Ernährungsstörungen bei den Tieren handelt. Es könnte wohl fein, daß irgendein Stoff- Mangel vorliegt(man ist heute sofort mit dem nich.esagenden Mo e- j wort Vitamine bei der Hand). Vielleicht kann die Mutter die Milch nicht entbehren oder kann nur unvollständig die Jungen ernähren, vielleicht tötet der Vater aus einem Bedürfnis nach einem Nähr- stoff, den ihm zuzuführen ich unterlassen habe. Es ist wohj anzu- nehmen, daß das Töten der Jungen nicht natürlich und nicht nor- mal ist. Wo es beobachtet wird, da muß also nach der Störung geforscht werden. Ich hoffe, daß geduldige Knaben solche Beobachtungen fort- setzen. Jeder kann es, wenn er nur lange und methodisch beobachtet. und eine Kiste mit weißen Mäusen ist«in dankbares Feld für wich- tige Entdeckungen. Damit solche Versuche fruchtbar werden, möge in folgendem noch ein Hinweis gestattet sein. An jedem Wurf junger Tiere ist zu beobachten, daß die Exemplare bei der Geburt ungleich sind und Unterschiede der Konstlution zeigen. Das Gewicht ist ungleich, die Schnelligkeit der Bewegungen, die Freßlust, die Geschicklichkeiten sind ungleich. Aber in den ersten Wochen des Wachstums findet dann ein merkwürdiger Ausgleich statt. Dann wenigstens, wenn man die Tiere im selben Räume und unter ganz gleichen Bedingungen aufwachsen läßt. Trennt man sie dag gen und bringt sie unter verschiedene Wachstumsbedingungen, dann kann man sowohl die schon vorhandenen konstitutionellen Unter- schiede verstärken wie auch völlig neue Unterschiede durch Zucht her- vorrufen. Wer aber, ganz gleich an welcher Tiergattung, dieses Wunder des Ausgleichs erlebt hat, der kann nicht zweifeln an der An- schauung, die sich mir gefestigt hat:«ine Gruppe miteinander leben- der Tiere muß als ein einheitliches Kollektivlebewesen ausgefaßt werden. Die leidenschaftlichen Vorgänge unter den Tieren, ihr Lieben und ihr Hassen erklären sich nur aus den Schicksalen dieses Kollektioindividuums. Es handelt sich nicht um Gedeihen und Be- drohtsein des Einzelexemplares, sondern um Reaktionen, die gleich- sam aus dem Geiste der Gesamtheit erfolgen. Beißt der Vater oder die Mutter«in Junges tot, so wird man meistens nicht fehl- gehen, wenn man hinter dieser scheinbaren Unnatur einen Gemein- schaftsinstinkt aufsucht. Es ist hundertfach bewiesen worden, daß, wenn man Tiere anders füttert, etwa dem einen ungenügende oder ungeeignete Nahrung gibt, ein anderes normal und wieder ein an- deres überreichlich ernährt, sich dennoch alsbald«in mittlerer Aus- gleichszustand herausbildet. Ein Geheg« ungenügend wachsender Tiere nimmt an Wachstum zu. wenn auch nur ein Exemplar darunter ist. das genügend Licht und genügend Futter erhält. In einer Tiergemein- schaft lebt nicht nur jedes von jedem, sondern auch jedes für jedes und jedes mit jedem. Man wird noch weittragenden Gesetzen auf die Spur kommen, wenn man das Leben und Sterben von Kol- lektivindioiduen untersucht und das einzelne Tier so betrachtet, wie man das Einzelorgan eines Organismus oder die Einzelzelle eines Organs zu betrachten pflegt. Die Zunahme der Kraftwagen. Nach der letzten Automobil» Zählung, die den 1. Januar 1930 als Sticktag festsetzte und erst vor kurzem abgeschlossen wurde, gibt es AS Millionen Kraftwagen auf der Welt, wozu noch über 2% Millionen Motorräder kommen. Die erst« Zählung vom Jahre 1922 ergab einen Weltbestand von 12�' Millionen Automobile, so daß die Zunahme etwa 17S Proz. beträgt. Amerika steht mit 28 612 130 Autos an der Spitze, von denen 26564 659 allein auf die Vereinigten Staaten entfallen: Europa hat 4 649 739 Autos, von denen auf England 1370 711. auf Frankreich 1 265 841. auf Deutschland 609 030 kommen. Australien besitzt 768 773, Asien 509 256, Afrika 319 365 Kraftwagen. Clmrpentier: JCouise". tleuinfaenierung in der Stepublik-Oper. Louise, Kind einer Arbeiterfamilie, liebt den jungen Maler Julien, er bewirbt sich um ihre Hand. Aus kleinbürgerlichem Vor- urteil gegen den Künstler widersetzen sich die Eltern der Heirat: sie geht mit ihm durch, folgt ihm in die lockenden Höhen eines Lebens in Glück und Freiheit, wird von der Mutter zurückgeholt. Die Tochter, fremd geworden, fühlt sich als Gefangene ihrer Eltern, aus der Enge sehnt sie sich nach dem Geliebten und nach dem Dasein an seiner Seite, der kranke Vater, in einem Ausbruch von Zorn und Empörung, jagt sie aus der Wohnung hinaus in das nächtliche Paris, Louise wird darin untertauchen, untergehen... Als„Musik- romnn" hat Gustave Charpentier sein Werk bezeichnet. Mehr Schilderung als Handlung, Paris der Jahrhundertwende, Arbeiterwelt, Künstlerbohäme, eine Atmosphäre von Lebenslust und Leichtsinn, von Sehnsucht und Armut, voll von verführerischem Reiz und dunklen Gefahren, im Untergrund alles Elend der Groß- stadt, Lumpenproletariaat, Prostitution. Leben und Menschen von Paris, gesehen mit dem Auge des Dichters, vom Ohr des Musikers eingefangen. Won und Musik sind eins, es ist eine Uebereinstimmung von seltener Vollkommen- heit, und auch in der deutschen Uebersetzung geht davon wenig ver- loren. Ein Zauber von Echtheit und Erlebtheit liegt den vier Akten dieses einmaligen Werks, das lmhnbrechend gewesen ist, sei es auch, ohne Sckmle zu machen. Personen und Vorgänge haben die unmittelbare Natürlichkeit des Lebens, ohne opernhafte Gespreizt- heit, ohne Pathos und Sentimentalität, sie haben es trotz einer Musik, die alles Geschehen eher romantisch verklärt als realistisch verdeutlicht. Nie wieder ist auf der Opernbühn« eins so selbst- verständliche, so harmonisch« Einheit von dichterischem Naturalismus und musikalischem Impressionismus geglückt. Die Partitur, Arbeit eines Meisters, kennzeichnet die musikalische Situation des jungen Frankreich von 1900. Charpentier, der heute Siebzigjährige, verleugnet ebensowenig sein« Herkunft von Masienet, dessen Schüler er gewesen ist, wie seine tiefe Verbundenheit mit der künstlerischen Welt Wagners, dessen Tonsprache und dessen musikdramatifche Lehre er sozusagen ins Französische übersetzt. „Louise" ist französische Nationaloper geworden Diese künst- lerische Verherrlichung der Stadt Paris mag die Franzosen näher angehen als uns: und in der Lebensauffassung, auch in der sozialen Kritik, die geübt wird, ist manches, das in unserer anders gewordenen Welt fremd klingt. Aber als Ganzes ist diese Oper, die vom deutschen Spielplan nach der Sensation des ersten Erfolgs fast ganz verschwun- den war, stark und lebendig geblieben. Die Wirkung geht von der Fülle des Details aus, von tausend episodischen Einzelheiten, die sich zum Gesamtbild zusammenschließen: und von der Lieb« und Sorgfalt, die auf ihre Herausarbeitung verwandt wird. Daran hat es der ausgezeichneten, von Z e m l i n s k y vorbereiteten und geleiteten Ausführung der Republikoper nicht gefehlt. Auch Hoff- mann-Harnischs Regie, sehr geschickt in den Maffenszenen, hat daran Anteil: nur die intimen Szenen im Arbeiterheim leiden unter einer unglücklichen Anordnung des Spiels. Sehr wirksam. voll von atmosphärischer Lebendigkeit, Theo Ottos Bühnenbilder. Als Louise hat Käthe Heidersbach schöne Momente. Als Mutter weiß Marie Schulz-Dornburg schauspieleris-k, als Vater Mathieu Ahlersmeyer vor allem stimmlich zu fesseln. Aber eine Figur, schlechthin vollendet, in ihrer gesanglichen und darstellerischen Harmonie: der. Julien Hans F Cd e s s e r s. ..„Klaus Pringsheim, Ein vitaminreiches winteraemüse. Die Bninnenkreffe, die als frische Grünkost im Winter besonders geschätzt ist, enthält, wie die jüngsten Untersuchunoen englischer und amerikanischer Aerzte ergeben haben, viel größere Mengen an Vitaminen, als man bisher wußte. So findet sich in den frischen Blättern der Brunnenkresi« nicht nur das wachstumfördernde Vitamin A ziemlich reichlich vor, sondern auch viel Vitamin B, das bekanntlich auch den Nährwert der Orangen und Zitronen bedingt, sowie das ebenso lebenswichtige Vitamin E. Der schon von unseren Borfahren erkannt« Nähr- und Heilwert der Brunnenkresie liegt jedenfalls hauptsächlich in dem ansehnlichen Gehalt der Rohbiätter an Vitaminen. Die ledigen Frauen in Europa. Noch den Berechnunoen des Londoner statistischen Büros gibt es in Europa rund 19 Millionen unverheirateter Frauen. An erster Stelle der europäischen Staaten soll Deutschland stehen, für das das Büro einen Minuslatz von 16 Proz. der Männer errechnet hat. Für Rußland konnten die Zahlen der ungewöhnlichen Eheverhältniss« in diesem Lande nicht genau errechnet werden. Die Frauen überwiegen hier mit ungefähr 4 Millionen. Selbst die kleme Tschechoslowakei hat einen staaUichen Frauenüberschuß von VA Millionen. 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MI Eckt Akazient&mßt Wilmersdorf: Burllnur Str. 191—33 mmftt Uhlemdstraßt Steglitz: Aibrmcht'Str. 39 Eckt Schloß siraßt Schenken Sie unsem Guischein l Sr. 585* 47, Jahrgang 4. Beilage des Vorwärts Sonntag, 44. Dezember 1930 Eine Gipfelleistung. Lohnabbau von 25 Prozent. Für die Hannoversche Metallindustrie ist von der nach dem Scheitern der Parteiverhandlungen eingesetzten Schlichter- kammer mit den Stimmen der Unternehmer ein Schiedsspruch gefällt worden. Der Spruch sieht wesentliche Verschlechterungen des Manteltarifs, namentlich in der Urlaubsfrage, vor. Der Tarif- stundenlohn soll um 3>- Proz. gesenkt werden, und als Aktordbasts der neue Stundenlohn mit einem Zuschlag von 20 Proz. gelten. Auf dieser Grundlage sollen auch die alten Akkorde neu geprüft werden. Die Neuregelung der tariflichen Zulagen für die Lohn- arbeiter müßte entsprechend der Kürzung der Akkorde enolgen. Der Schiedsspruch ist eine neue G i p f e l l e i st u n g des Lohn- abbaus. Nach außen hin ist der Abbau hübsch abgeblendet. Der Spruch bringt ja„nur" 3>- Proz. Lohnsenkung. Bei genauerem Zusehen zeigt sich jedoch, daß es sich hier in der Hauptsache um eine Senkung der Akkordverdienste handelt, und daß auch noch an den bisher gewährten tariflichen Zulagen erhebliche Abstrich« gemacht werden sollen. Wenn man die Verdienste der Akkord- arbeiter nach dem Spruch um mindestens 25 Proz. senkt, dann werden damit nicht nur SM Proz., sondern mindestens 18 Proz. den Lohnarbeitern abgezogen. Beim Urlaub will man die Höchstgrenze von 10 auf 8 Tage senken, die Metallarbeiter sollen etwa 25 Proz. ihrer Urlaubs- cntschädigung während der Urlaubszeit einbüßen. Zu alledem kommen noch rechtliche Einschränkungen, die allein schon eine Ab- lehnung des Schiedsspruchs notwendig machen. Der Schiedsspruch wird im Laufe der nächsten Woche den Aus- gesperrten zur Abstimmung vorgelegt werden. Sie dürsten ihn in einheitlicher Front ablehnen. Der Neichsarbeitsminister hat vor kurzem w Düsseldorf gesagt. daß er das Schlichtungswesen über diese kritischen Tag« hinaus retten und erhalten wolle. Schlichter, die Schiedssprüche stllen wie den für die Metallindustrie Hannover, scheinen uns«her Toten- gröber als Retter des Schlichtungswesens zu sein. 6 proz. in der Hamburger Eisenindustrie Hamburg, 13. Dezember. Dom Schlichtungsausschuß Hamburg-Altona wurde gestern unter dem Vorsitz des Arbellsgerichtsdirektors Sundfeld in Sachen Verband der Eisenindustrie Hamburg gegen Deutscher Metallardeiteroerband Hamburg folgender Schiedsspruch gefällt: Die bisherigen tariflichen Stundenlöhne und die bestehenden Verdienst« ermäßigen sich um 0 Proz. Diese Regelung tritt in Kraft mit Beginn der Lohnwoche, in die der 1. Januar 1931 fällt. Sie gilt auf unbestimmte Zeit und kann unter Jnnehaltung der Kündigungsfrist eines Monats auf den Schluß eines Kalendcrmonats, erstmalig auf den 30. Jim: 1931, gekündigt werden. Oer kalte Lohnabbau. Arbeitsgericht in Köln untersagt ihn. Köln. 13. Dezember.(Eigenbericht.) In einigen Werken der Kölner Metallindustrie hatten die Unternehmer vor der Tariskündigung die Akkordlöhne um 7 bis 19 Proz. gesenkt; das war nach dem Tarifvertrag vom 17. Juli 1925 unzulässig und führte zu einer Klag« beim Kölner Arbeits- gericht. Das Gericht entschied, daß Lohnkürzungen für Akkordarbeit unterbleiben müssen, solange der Tarifvertrag vom 17. Juli 1925 in Kraft ist. Die Naziklage vertagt. (Schlechtes(Schmierentheater der Hitlen'aner. Die Sitzung des Arbeitsgerichts im Prozeß der Nazis gegen die i. wurde um 12�4 Uhr wieder eröffnet. Um über den Ab- lehnungsantrag der Kläger gegen Amtsgerichtsrat Richter zu entscheiden, hatte Amtsgerichtsrat Wawretzko den Vorsitz über- ncmmen. Er ersucht« den nunmehrigen Vertreter der Kläger. Malitz, den Ablehnungsantrag schriftlich zu begründen. Malitz stand hilflos da. Der Vorsitzende gab ihm die betreffenden Gesetzbücher und Kom- meutere und gewährte ihm eine Pause, damit er sich informieren und den Antrag abfassen könne. Nach einer Stunde war Malitz unter Mitwirkung mehrerer seiner Mitkläger mit dieier Arbeit fertig. Dann zog sich das Ge- richt zur Beratung zurück und erlchien um 2.25 Uhr wieder. Amts. gerichtseat Wawretzko verkündete den Beschluß, daß der Ab- lehnungsantrag der Kläger zurückgewiesen wird, da sich die von den Antragstellern angeführten Gründe noch«ingehender Prüfung als unzulänglich erwiesen Hadem Dann übernahm Amtsgerichtsrat Richter wieder den Vorsitz. Vor Eintritt in die sachliche Verlzandlung nahm Mnlitz der Wort zu einer Erklärung. Er behauptete, die BVG. habe„ein Roll- kommando hergeschickt", das die Kläger nach Schluß der Sitzung verfolgen solle. Flieger Hab« in der Pause dem Rollkommando entsprechende Anweisungen gegeben. Der Vorsitzende erklärt den ängstlichen Nazis, für polizeilichen Schutz aller Prozeßteilnehmer habe er von sich aus gesorgt. Heidenreich, Vertreter der BVG.: Die DVG. hat nur mich hergeschickt; ich bin kein Rollkommando, sondern Prozehoertreter S ch a e r(Verkehrsbund) bemüht« sich gleichfalls, die schlottern- den Nazis zu beruhigen. Eine Anzahl Wertstattarbeiter der BVG. seien aus eigenem Antriebe hergekommen, um zuzuhören und nötigenfalls ihren Kollegen Flieger vor Angriffen von national- sozialistischer Seit«, wie sie bei der letzten Verhandlung drohten, zu schützen. Damit war dieser Zwischenfall erledigt.— Dann beon« tragt« Malitz, die Verhandlung um mindestens acht Tage zu vertagen, da er jetzt nicht in der Lage sei, die Klage zu ver- treten, denn der zurückgewiesene Vertreter König habe das M a- terial mitgenommen. Das Gericht beschloß: Der Vertagungsantrag wird abgelehnt, weil er rechtlich und fachlich unbegründet ist. Die Kläger Malitz und Herfurt haben ebenso wie König Prozeßvollmacht für alle Kläger. Sie waren also in der Lag«, sich über all« Einzelheiten des Prozesses zu informieren und konnten sich dos Material von König aushändigen lassen. Malitz erklärte hierauf, er leg« die Vertretung nie der. Nun beantragt« der dritte Vertreter der Kläger, Herfurt. gleichfalls, den Prozeß zu vertagen, er habe nicht die zur Vertretung der Klage nötige Gesetzeskenntnis. Das Gericht lehnte auch diesen Antrag ab, weil er nur der Ver» schleppung des Prozesses dienen solle. Hieraus legte auch Herfurt die Vertretung nieder. Nun gab der Vorsitzende den einzelnen Klägern der Reihe nach das Wort, um sich zur Klage zu äußern. Sie setzten das von ihren Vertretern begonnene Theater fort, erklärten, sie feien ohne Ver- treter nicht in der Lag«, ihre Sache zu führen und beantragten Verl tagung. Das Gericht beschloß, den Prozeß auf unbestimmte Zeit zu vertagen mit Rücksicht darauf, daß«in Teil der Kläger nicht anwesend sei, daß diese keine Kenntnis von der Mandatsnieder- legung ihrer Vertreter haben und ihnen Gelegenheit gegeben werden solle, für anderweitige Vertretung zu sorgen. Also die Nazis klagen. Wie es aber zur Klage kommt, kneifen sie. Sie bedrohen den Vorsitzenden des Betriebsrats tätlich und er- klären hinterher, sie fühlen sich bedroht. Die ganze Klage ist nichts als eine miserabel gespielte Komödie. Die Arbeiiszeii bei der Reichsbahn. llebrrstunden und Kurzarbeit. Die Schlichtungsverhandlungen über die Neuregelung der Arbeitszeit sür die Reichsbahnbetriebe haben durch einen Schieds- spruch vorläufig ihren Abschluß gefunden. Dieser Spruch ist absolut ungenügend: die Gewerkschaften haben ihn daher bereits a b g e- lehnt. Die Hauptverwaltung hat ihn angenommen und für ihn Berbindlichkeitserklärung beantragt. Die beiden Parteien sind vom Reichsarbettsmimster für kommenden Montag zu Nachverhandlungen geladen. Der Schiedsspruch besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil setzt die strittigen Tarifoertragsbestimmungen noch einmal unabge- ändert bis zum 15. Januar des nächsten Jahres in Kraft: der zweite Teil legt die achtstündige Arbeitszeit ab 16. Januar für eine Anzahl Dienstzweig« fest. Dabei handelt es sich in der Hauptsache um Eisenbahnousbesserungswerke, sowie um Bahnunter- hallung und ähnliche Dienstzweige. Die Entscheidung über die Dauer der Arbeitszeit für die Dienstzweige im Betriebs-, Verkehrs- und Bahnhofsdienst soll erst nach Besichtigung einzelner Dienststellen durch den Schlichter und die gesamte Schlichtungskammer bis Mitte Januar getroffen werden � Der Schiedsspruch kann beim Eisenbahnpersonal nur mit Kopfschütteln aufgenommen werden: denn die Hauptverwaltung droht sogar, in der nächsten Zell die Entlassungen einiger tausend Arbeiter durchzuführen, wenn ihr die Zustimmung der Tariforganisationen zu weiterer Kurzarbeit versagt wird. Also aus der einen Seite muß ein Teil der Eisenbahnarbeiter ständig Ueberstunden leisten, aus der anderen Seite muß kurz ge- arbeitet werden. Das ist ein unhaltbarer Zustand, und das Eisen- bahnpersonal lehnt sich mit Recht dagegen auf, daß dieser Zustand verewigt wird. Metallindustrie voran. Tarifverträge für über eine Million gesündigt. .Aach einer Ausstellung des Deutschen INelollarbeiterverbandes waren am 30. November 193 Tarife gekündigt, die 1094928 Ar- beiter umfaßten. Bis zum 9. Dezember sind weitere 20 Tarifkündigungen eingelaufen. Inzwischen gehen die Kündigungen weiter. Gestern wurde uns ans Herbao die Kündigunng des Lohnlariss der Metallindustrie de« Handelskammerbezirks Dillenburg gemeldet, wo etwa 7000 Arbeiter hauptfächlich in der Ofenindustrie beschäslig! werden. Bis Milte Dezember dürfte die Zahl der Arbeiter, für die die Tarif- vertrage gekündigt find, auf nahezu 1� Millionen angewachsen sein. And dies nur in der Metallindustrie 1 Aber auch die Unternehmer der anderen Zudustrien und de» Handels nutzen die Siegerwald-Konjunktur ans. Eine solche Ge- legenheil, den Binnenmarkt völlig zu ruinieren, findet sich nie wieder. Und wo es gilt, eine Wirtschaftskrise zur Katastrophe zu treiben, find unsere Unternehmer immer dabei. Die Metall- Industriellen natürlich an der Spitze. Auch die Gemeinden kündigen. Dresden, 13. Dezember.(Eigenbericht.) Der Ärbsitgeberverband sächsischer Gemeinden hat dem Gesamtoerband die Kündigung der Lohnverein- bar.ung für die sächsischen Gemeindearbeiter zugestellt. Am 31. Januar 1931 läuft die Vereinbarung ab. Der Arbeitgeber- verband glaubt, mit dipser Maßnahme die schwere Finanznot der Gemeinden lindern zu können. Da sich der Arbeitgeberverband mit seiner Kündigung auf die den Beamten zudiktierten Gehalts- kürzungen beruft, kann man sich das Ausmaß der von ihm beabsichtigten Lohnsenkung einigermaßen vorstellen. In zahlreichen Gemeinden ist die wöchentliche Arbeitszeit der Gemeindearbeiter stark gekürzt worden, weil angeblich die Mittel der Gemeinden zur vollen Beschäftigung der Arbeiter nicht ausreichen. Zu diesem Derdienstausfall nun beabsichtigt der Arbeitgeberverband eine Ten- kung der Lohnsätze. Warum wird bei Bolle gestreikt? »Nicht die geringste Veranlassung"- sagt die Firma. Die Meierei Bolle A.-G. ist bestrebt, in der Oeffentlichkeit den unangenehmen Eindruck zu verwischen, den der durch ihr Verhalten heraufbeschworene Streik hervorgerufen hat. Während die Firma in den Schlichtunzsverhandlungen ihr« Belastung durch die Milch- preis fentung mit einem Pfennig je Liter angegeben hat, sind aus dem einen Pfennig jetzt„etwa 1,7 5 Pfennig" ge- worden. Zum Schluß wird behauptet: „Die Gewerkschaften haben am gleichen Tage, an dem die Ablehnung des Schiedsspruches verkündet wurde, den Streik be- schlössen und durchgeführt. Hierzu lag u. E. nicht die g e- ring st e Veranlassung vor. da wir die bisherigen Löhne weiterzahlten und uns ausdrücklich zu weiteren Verhandlungen nach Abschluß des Scklichtungsoerfahrens bereit erklärt hatten. Es handelt sich daher oei dem Streik nur um eine Macht- prob«. Solchen gewaltsamen Methoden müssen wir, auch im Interesse unserer langjährigen Kundschaft, entgegentreten..." Um das offenbar schwache�Gedächtnis der Firma zu stärken, sei sie zunächst an das Schreiben des Gesamtverbandes an sie, kurz vor der Verhandlung beim Schlichter, erinnert, die bisherigen Löhne bis 31. März bestehen zu lassen. Während der Verhandlungen Salamander- Preise sind so niedrig, wie sie eben nur die größte Schuhfabrik Deutschlands kalkulieren kann nach dem Prinzip: Großer Umsatz, kleiner Nutzen. Und trotzdem besitzt Jeder Salamander- Schuh die berühmten Eigenschaften: Hervorragende Verarbeitung, tadelloser Sitz und hochmoderne Form. beim Schlichter haben die Vertreter der Gewerkschaften der Firma wiederholt zu einer Verständigung die Hand geboten. Sie sollte die Löhne bis 1. März weiterzahlen. Allein die Meierei Boll« war noch am Tage vor dem Streik zu keiner Verständigung bereit. Sie hatte sich auf den Streik eingerichtet. * Die Streiklage bei Bolle ist noch nahezu unverändert. Cs haben sich noch neun Nazis als Streikbrecher gefunden. Mit Hilf« dieser Leute und den wenigen Arbeitern, die vom Beginn des Streiks an im Betriebe verblieben sind, ist es der Firma zwar mög- lich, ihre Lebensmittelgeschäfte ganz notdürftig mit Kolonialwaren zu versorgen. Der Milchoertrieb aber liegt noch immer still. Die Streikeirden hoffen, daß es ihnen gelingen wird, die Streikbrecher davon zu überzeugen, daß sie sich durch ihre �and- lungsweise selbst schädigen und ihre Rausreiherarbeit wieder ein-- * stellen werden. Der Schlichtungsausschuß hat den Gewerkschaften gestern mitgeteilt, daß er nunmehr in den Konflikt amtlich eingreife. Er hat die Parteien zu Montag, 14 Uhr, zu neuen Schlichtungs- Verhandlungen geladen. -» Die Gewerkschaften hatten die Streikenden gestern wieder nach den„Arminiussälen" zusammenberufen. In dieser Versammlung erlebte die RGO. einen bösen Reinfall. Ein RGO.-Mann, der sich offenbar auf den Ausweis eines Mitfahrers in die Versammlung eingeschmuggelt hatte, wollte sich des Auftrages aus dem Karl- Liebknecht-Haus entledigen, in die Reihen der Streikenden U n- einigkeit zu bringen. Die Streikenden zogen es aber vor, sich nicht von der RGO.„führen" zu lassen, so daß schließlich der RGO.- mann geführt wurde, und zwar aus der Versammlung, wo seine Anwesenheit nicht gewünscht wurde. Einheiisfroni der Bankangestellten. Gemeinsame Arabflimmung. In einer zahlreich besuchten Mitgliederversammlung des Allge- meinen Verbandes der Deutschen Bankangestellten, die sich mit dem am 10. Dezember gefällten Schiedsspruch befaßte, nahm einstimmig die nachstehende Resolution an: „Die am 12. Dezember in den Kammersälen tagende stark be- sucht« Mitgliederversammlung des Allgemeinen Verbandes der Deut- schen Bankangestellten, Ortsgruppe Berlin, billigt dieAblehnung des Schiedsspruches. Die Versammlung erwartet, daß allen Arbeitnehmern in den Betrieben der Großbanken über die Ablehnung hinaus Gelegen- heit geboten wird, ihrem Kampfeswillen Ausdruck zu geben. Das kann nur durch eine gemeinsam von allen Arbeitnehmerorganisa- tionen zu veranstaltende Urabstimmung über Annahme des Schiedsspruches oder Arbeitsniederlegung erfolgen. Einiglest und Gefchlosienheit über alles Trennende hinweg ist mehr denn je in dieser Situation das Gebot der Stunde. Sollte der Deutsche Bankbeamten-Verein sich auch in dieser Stunde einem gemeinsamen Vorgehen widersetzen, fordern die Ver- sammelten die Betriebsräte der einzelnen Banken auf, in B e- triebsversammlungen dieser Forderung unverzüglich Aus- druck zu geben." -i° Dem Beschluß des Allgemeinen Verbandes der Bankangestellten, ein« Urabstimmung über den Spruch vorzunehmen, sind sämtliche am Tarifvertrag beteiligte Angestelltenorganisationen beigetreten. Zunächst stimmen am kommenden Mittwoch die Angestellten der Berliner Großbanken ab. Berliner Gewerkschaftsschule- Achtung, Arbeiter- und■ätnflcftcttten&citic&siütc! Der nächste aräeit«echt. sich« Znsormatlrnsuäend fllr Betriebsräte ist am kommenden Dienstag, dem Ib. Dezembii, IS Uhr, im Saal 5 des lSrwcrkschaftshauses, Engelufer 24—25. Vom Leiter des Abends werten letztinstanzliche Entscheidungen des Reichs- arbeitsgericht, und andere aktuelle arbei'srschtliche gragen bebandelt. Die Betriebsräte selbst haben Gelrgenbeit. alle In ihrer Prärie austauchenden Rechtsfragen, zu- Besprechung zu stillen. In freier Aussprache, ohne kurs- mäßige Epstematik, ohne icden Zwang, ist den Betriebsräten die Möglichkeit gegeben, stch filr ihre Praxis zu informieren unb ständig in der Arbeitsrcch!- Iprechung auf dem laufenden zu bleiben. Der Besuch kann allen inter. cssterten Kallegen nur dringend empfohlen werden. Die Teilnahme ist kostenlos, vorherige Anmeldung nicht crsorderlich. Die kommenden Abende.sind am 1Z. und 27. Januar 1931. Betreteroersammlung de, RsA-Ort«tartcll». Montag, IVA Uhr, Caal 5 des Gewerkschaftshauses Vertreterversammlung. Arbeitsbericht.„Die politische und wirtschaftliche Situation und die Gewerkschaften." D. Paul Hertz, M. d. R. In der Versammlung wird an die Anwesenden wichtige« Material verteilt. SPD.-israktiou beim Preußischen Statistischen Landesamt. Morgen, 20 Uhr, Im Dresdener Garten. Dresdener Sir. 45, Versammlung aller SPD.»Ge. nossinnen und Genossen. Es spricht der Genosse Stadtrat Dr. Ldwenstein. Rege Teilnahme erwünscht. Scfdimme Ringer? . * tut BOJoftrtn m fosf all nordd fiporhekon a 45 Pf Man veHangeimwsrd PalentxhuU,$dliram*r fingen. M tfnankA>ntfsbifd. Gutochtnn grarts durch' m //. c utEm. o At //* O+r-Un S W 66 A/mxondtinmnste 29a HiUlgcr als t KrembenacbeUu 7 .-Fraktion in- Gesamto erb« ab Berlin. Bezirk>, Wilmersdarf. Dienstag. 19 Uhr, bei Lau, Wilmersdorf, Htlt-gardstr. 14. Eck« Schramm, stcaße, Fraktionsoersommlung. Tagesordnung: Die ollgemeine politisäie Lage. Referenl: Genosse G. Reese. Alle» Genossen wird das Erscheinen und Mitbringen snmxathisierender Kollegen zur Pflicht gmacht. Äerzteschast der Reichssektioa Gesuadheitswesen. Dienstag, 2014 Uhr, im Langende ck-Virchow.Haus, Luisensir. SS- SS sgroßcr Saal), Fernruf V 1, Norden 3910, öffentliche Versammlnna der Aerzie Berlins, l. Was wollen die freigewerkschaftlichen Aerzte? Refrenten: Dr. Klaubcr, Dr. Ernst Haase, Frau Dr. Alexander, Paul L°vi>. 2. Diskussion. Um zahlreiches Erscheinen w:id gebeten. Di« FaGgruppcnleituug. Modelltischler. Mittwoch. 17. Dezember, 17 Uhr, Versammlung der in den Innungsbetrledcn beschäftigten Modelltischler, Tagesordnung: Bericht von der Lohnoerhandlung. Deutscher Holzarbciterocrbaad, Verwaltungsstelle Berlin. �reie Gewerkschafts-IuaendVerlir Leute, Sonntag, folgende Veranstaltung: Carl-Legien-Gedenkfeier um 2v Uhr im großen Saal des Eewcrksckiafishausts, Engelufer 24—2!.— -■ Morgen, Rio n tag, 1914 Uhr, Zusammenkunft aller Gruppenleitungen im Sitzungssaal des Buchbinderverbandes, Engeluser 24— 2Z, Aufgang C, m. Um 1914 Uhr im Zimmer 23 Zusammenkunft der Mädchenkommission.— s Achtung! Am l. Januar Iugendvorstelken» der Bolisblkhne a* Ä Ahr im Theater am Bsilowplatz, Zur Aufführung gelangt da» Schauspiel:„Mississippi" von Georg Kaiser. .buaenvoruppe de6?ep? 220 im mm Boucle-Teppiche moderne Jocquordmuster CO�Od 200 10: 240 ZI: 05 350 co 12? 300 �.300 1 9ouci|,meaeme ea.65cm. Orr Mm 3Z-"�8; & Laurarstipffa eme Schorr#nifreifen, reines«aopgarn 285 SÄ£45 Steppdecken Satin Hoehqlonz m.Hait>- witeo!? 7.90 IftjnstSQide.Sarin Oöck* seite, Ziersricn ca 150*200\V.. 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Beilage des Vorwärts Sonntag, 44. Dezember 4930 CjzSGTPtl dtP f�tllttlTTPukflCkU�' Der Kampf um die Macht. B(L G> JL M» v v wC m B ß�G.•» U» B Bf 9 j?jm„Seebad Mariendorf" veranstaltete die 85.! feiluna T e m o el k o t einen soxialistiicken Abend, der ar Cinc eindruckoolle Kundgebung:?ür die Gewissens- sreiheitZ Jür den Schuh dissidentischer Lehrer!, zu der aus- gerufen hatten: die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehrer, die Berliner?arleiorganisalion. der Deutsche Frei- denkerverband, Bezirk Grosz-Verlin, der Vezirksverband Berlin des Bundes der freien Schulgesellschaften Deutschlands, die Allgemeine Freie Lehrergewerkschaft, das Kartell für Arbeiter- spart, der Bund entschiedener Schulresormer, füllte den großen Saal der Kammersäle bis aus den letzten Platz. Der Männergesangverein„Fichte-Georginia" leitete die Kund- gebung ein und bereitete die Stiinmung für einige Minuten des Ge- denkens an den dahingegangenen Adolph Hoffmann. Genosse Richard Schröter pries ihn in einem Nachruf, den die Nersamm- lung stehend anhörte, als den Kämpfer für Gewissensfreiheit, dessen Initiative wir die Beseitigung der geistlichen Schulaussicht und den Erlaß über die Aushebung des Religionszwanges oerdanken. Im zwölften Jahre der Republik wird immer noch den dissidentischen Junglehrern die Anstellung verweigert, was zu unerträglichen In- ständen führt, die Genosse Li n k e, der für die freien Schulgesell- schaften sprach, in ihrer Entwicklung und Auswirkung aufzeigte. Der Vertreter der freien Lehrergewerkschaft, Genosse Landtags- abgeordneter Schellack, sprach über die juristische Seite der Angelegenheit und wies nach, daß die Anstellung erfolgen müsse. Genosse Franz Künstler wies als Vorsitzender der Berliner Sozialdemokratie daraus hin, daß der Kampf für die dffschentischen Lehrer nicht nur eine Angelegenheit der sozialdemokratischen Lehrer, sondern der gesamten Sozialdemokratischen Partei sei. Spontane Pfuirufe löste seine Mitteilung von dem Verbot des Re- marque-Films aus. Die Ausführungen Künstlers wurden immer wieder durch starken Beifall unterbrochen, in denen er das Verbot als Kulturschmach und einen Sieg Goebbels über die Re- gierung kennzeichnete. Fritz Schmidt vom Freidenkerverband fand begeisterte Zustiimnung, als er das Unrecht geißelte, das den Dissidenten geschieht, und als Waffe den Kirche miustritt empfahl. Genosse Richard Schröter legte als Vorsitzender der sozial- demokratischen Lehrer dar, zu welchen unmöglichen Verhältnissen wir in der Republik durch Verweigerung der Gleichberechtigung der Dissidenten gelangen. Die Republik darf durch solches Unrecht, das die dissidentischen Lehrer auch wirtschaftlich schädigt, ihren moralischen Kredit nicht gefährden. Die merkwürdige Praxis in dieser Frage führe zur Demoralisierung. Gegenüber den Provokationen der Kulturreaktion folge man dem Beispiel der Wiener Arbeiterschaft: mit Kirchenaustritt, Niederlegung des Religionsunterrichts, Ab- Meldung der Kinder vom Religionsunterricht. Die Kund- gebung, die den Willen zur kulturpolitischen Aktivität der Ar- beiterschaft eindrucksvoll zeigte, endete mit der Annahme zweier Entschließungen für den Schutz der dissrdentischen Lehrer und für die Freigabe des Remarque-Films. Die Borgänge in Scheuen. Etadträtin Wehl hat Straube ernstlich verwarnt. Im Beleidigungsprozeß der Skadträkin Genossin Wey! gegen den Redakkeur des kommunistischen„Berlin am Morgen" Dr. F r e i st a d l wurde gestern die Beweis- aufnähme sorkgesetzt. Aus der Zeugenvernehmung, namentlich des Obermagistratsrots Knauth, erhellt, daß der Leiter der Fürsorgeanstalt Scheuen, Di- z ektor Straube, sich in der Tat Uebergrisf« zuschulden kommen ließ. Ebenso aber wird auch Nor, daß Stadträtin W e y l dies« Uebergriffe in keiner Weise billigte oder duldete. Dem Ober- magistratsrat, der als Dezernent für Jugendfürsorge im Landes- jugendamt der Magistratsdezernentin Frau Weyl dienstlich unter- steht, war zu Ohren gekommen, daß nach Behauptungen von Zög- lingen in Scheuen Menschenschinderei und Ausbeutung an der Tagesordnung wären. Eine Nachprüfung habe ergeben, daß diese Darstellung übertrieben war. Allerdings hätten die Jungen eine sehr schroffe Selbstjustiz ausgeübt, und sogenannte„Saalplatten" und„Schwitzkästen" seien häufig vorgekommen. Frau Weyl habe ISZ? einen sehr scharfen Erlaß an Direktor Straub« mit der Weisung gerichtet, gegen solche Vorgänge energisch einzuschreiten. Er halte Straub« nicht für einen Prügelpähagogen, wohl aber für einen Menschen, der die Anschauungen der modernen Pädagogik, daß jedes Schlagen von Jugendlichen zu verwerfen fei, nicht teile. Diese Ansicht Straubes steh« aber in schroffem Gegensatz zu der Ueberzeugung der verant- ivortlichen Leiter des Jugendamtes, das körperliche Züchti- gungen von jeher auf das allerschärf st e untersagt habe. Sehr energisch sei Straube darauf aufmerksam gemacht worden, daß er zwar seine Privatmeinung haben könne, aber vor allem die Anordnungen seiner vorgesetzten Behörde durchzuführen habe. Der Stadträtin Weyl und ihm sei bei den Besuchen in Scheuen nach der Februarrevolte durch Direktor Straube v e r- schwiegen worden, daß außer den anwesend«« Jungen noch jemand oerletzt worden wäre. Später habe sich herausgestellt, daß cm Zögling namens Hoffmann, der übrigens als Zeuge ge- laden ist, mit schweren Wunden, in die ihm die anderen Jungen Salz gestreut hatten, im Krankenzimmer lag. Dieses pflichtwidrige Verhalten des Direktors Straube hat Frau Stadträtin Weyl dann veranlaßt. Straube vom Dien st zu suspendieren. Schon vorher wäre Straube auf das ernsthafteste ver- warnt und mit einem Disziplinarverfahren bedroht worden, weil er auf einem Feldweg mit einem Jungen ins Hand- gcmenge geriet, wobei seine Hunde zugesprungen und zugeschnappt hätten. Der Jugendrichter, Landgerichtsdirektor F r a n ck e, de- stätigt im wesenllichen die Angaben des Obermagistrotsrm Knauth. Mit besonderer Betonung macht der Vertreter der Nebenklägerin, Rechtsanwalt Siegfried Weinberg, darauf aufmerksam, daß Direktor Straube niemals der Sozialdemokratischen Partei angehört hat. Am Montag wird die Verhandlung fortgesetzt werden. l Allgemeine Wetterlage. vwlkentos.® heiter.® Mbtafedcr ®wo!lüg,#bedcckt*RegB!VisGraiipe!(> 'Sdumzsi�liGewiteelgMeistie Im„Seebad Mariendorf" veranstaltete die 85. Ab- teilung Tempelhof einen sozialistischen Abend, der außer- ordentlich stark besucht war. Polizeipräsident Grzesinski, von den Anwesenden lebhaft begrüßt, sprach über dcn Kampf um die Macht. Seit die Arbeiterschaft begann, sich selbständig zu organisieren, führt sie den Kampf um die Macht, und seit 1918 wird dieser Kamps von uns mit besonderem Nachdruck geführt. Vor dem Kriege wußten wir oft nicht, was wir uns unter politischer Macht vorstellten, und viele von uns wissen es auch heute noch nicht. Unter unserer Mit- Hilfe wurde in Preußen eine Verwaltung geschossen, die eine wesent- liche Stütze des heutigen Staates darstellt. Und die Verwaltung ist eine der wichtigsten Machtfaktoren. Wir müssen besonders über die Verwaltung Einfluß auf den heutigen Staat gewinnen, denn wenn dieser Staat auch ein kapitalistischer ist, so ist er doch mit seinen freiheitlichen Rechten die Voraussetzung zur Eroberung der politischen Macht, die uns die Umsetzung des sozialistischen Gedankens in die Wirtlichkeit ermöglicht. Von illegaler Seite ist der Staat nicht be- droht, die Gefahr liegt vielmehr darin, daß grundsätzliche Gegner des demokratischen Systems die demokratischen Freiheiten benutzen, um auf diesem Wege die Macht zu verlangen. Jedes Nachlassen im Kampfeswillen kommt dem Gegner zugute. Wenn wir aber aktiv bleiben, dann werden wir auch mit den Nazis fertig, und unser Marsch zum Frieden, zur Freiheit, zum Sozialismus coird unauf- haltsam sein. Rezitationen Theo Mareks und Musikvorträgc trugen sehr zum Gelingen dieses sozialistischen Abends bei. Auch am Sonnabend stand der größte- Teil Deutschlands unter dem Einfluß einer östlichen Lussströmung. Das Wetter war daher fast überall kühl und größtenteils trübe. Oestlich der Oder herrschte vielfach sogar tagsüber Frost; sonst betrugen die Temperaturen messt 1 bis 2 Grad Wärme, während im Rheingebiet, wohin mildere ozeanische Luftmassen geströmt waren, sogar 5 bis 7 Grad Wörme erreicht wurden. Dabei war das Wetter allgemein trübe; vielfach kamen auch Niederschläge vor, die im Osten meist in Form von Schnee, sonst meist in Form von Regen sielen. Da die west- lichen Luftmassen jetzt weiter ostwärts vorzudringen scheinen, so ist es wahrscheinlich, daß auch wir im Laufe dez Sonntags in ihren Bereich kommen. Wir haben somit Uebcrganq zu etwas milderem Wetter zu erwarten. ch Deeller au ssichlen für Verlin. U ebergang zu etwas milderem, stark wolkigem Wetter mit Nieden'chläqen, aussrischende südwest- liche bis westliche Winde.— Für Deutschland. Im Westen mild und wechselnd bewölkt, im Oste» größtenteils trübe und kalt, vicl- fach leichte Niederschläge. Die nächste Stadlverordnelenoersammlung tagt am Donnerstag, dem 18. Dezember 1939. Beginn der Beratungen um 16% Uhr. Vortraae�VereineundVersammlungen. # Reichsbanner..Schwarz-Rok-Gold'. SetihSktsItill»: Berlin S U. Sebaiiianltr 37—38. Sof 2. Tr. Gounotftanb. Die Protestkundgebungen am Montag, dem 13. De- zember. sind Pflichtoeranstaltungen fllr alle Kamerade». Die ak. tiven Kameraden baden sich in Bundeoileidunq siimtlich um lg Uhr krei?wci!e in nachstehenden Persammlungslokalen einzufinden: Kreis Osten Soalbau gricd- richshoin. Kreis Süden Zieue Welt. Kreis Westen Epichernsäle. Kreis Norden Pharusstile. Das Demonstrationsverbot ist streng zu beachten. We sonstigen für Montag, 13. Dezember, vorgesehenen Veranstaltungen fallen aus.— Mon> tag, IS. Dezember. Tiergarten(Ortsosrein). 19 Uhr Antreten oller Blocks Spichernföle. Spielleute 18 s4 Uhr mit Znstrumenten bei Besche. Zahuen mit- bringen. PNichtveranstalwng. Steglitz lOrtsrcrein). Di« Vrtzvercinsoersanim. Grosser Preisabbau!! 1 Trotz der bcdentend herabgesetzten Preise©rhaUenSio J|Ä 0/ RaLmM an* Fahrräder, Fahrrad gwnini, simtli che Fahrrad- und*jl|| /n MotorradrubehörtcilesowieSprechmafichfnenund Znbe- 01# llllllUl» hörteile. 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Alle attivcn und passiven Kameraden haben zu erscheinen. Prenzlauer Perg. 20 Uhr Versammlungen: Kameradschaft Arns- walder Plak bei Sawatzle. Allenfteiner Str. 23. Kameradschaft Hnniannplatz bai Pohst, Etargarder Str. 19. Kameradschaft Senefelderplah bei Zeile», Metzcr Etrahc Ecke Prenzlauer Allee. Iungbanner. Jugendheim. Programmfestsehung fllr das 1. Quartal 1931. Vorfchlllg« und das Material zur Agitation mit- dringen. Winterfportabteiluna. 29 Uhr ssahrtbefprcchung fllr sämtliche Reise- teilnehmcr und Interessenten in Schneider» Sotcl. Köuigstr. 39. Mitgliedcraus» weis' mitbringen..Anmeldung fiir Wethbachtsreisc nach Tirol und dem Zarz werden noch entgegengenommen.— Mittwoch, 17. Dezember.. Ariedrichsyain. Kameradschaft Warschau. Illlh Uhr Kameradschaftssihuug bei Hahn, Simon- Dach�tvahe. Wichtige Tageeordnltng. Erscheinen Pflicht. Kreuzberg. 20 Uhr crweiterle Vorstandsstbung bei Krepp, Planufer 75—76. /dpgfcv, ilrbeiker-Samariler-Bund e. Soloaae verlin. Sclchästsstelle: R. 14,(Sr. Hamburger Str. A>. Tel.: v l Störten 33«. 91m Montag, 13. Dezember, um 20 Uhr, in der Geschäftsstelle, diassszy Pugcndvcrfainmlung. Republikanische Rednereereinignng. Montag. 20 Uhr, Alter Askanier, Anhaltftr. 11. Es spricht Genosse-Sternberg über:„REO." Diskusston. Säfte njillloimnen. .Sturmvogel", Zlugverbaud der Werktätigen,«. B. Bezirksgrnppe Ost: Sitzung Dienstag, 16. Dezember, 20 Uhr, im Renaler Vcreinshaus. Renaler Ecke Simon-Dackt-Strahe. Bericht«diu Verbandstag.— Segelflieger: Ban- oben de jeden Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag, 13—21 Uhr, Werk- statt des Lezirlsomts Iriedrichshain. Brmnmvstr. 1. Arbeiter-Radio. Bund Deutschlands, e. B., Ortsgruppe Gr»z-B«rlin. Prenz- lauer Berg: 16. Dezrmber, Lokal Krug, Danzitzcr Etr. 71:„Grundlage der Skektrizität".— stzriedrtchshain: 13. Dezember, Sokal Wertall«, Kohrnlohestr. st: „Rückblick auf die Ausstellung".— Lichtenberg: 19. Dezember. Lokal Lämmer. lein, Rigacr Str. 50— 5J:„Gleichstromempfänger".— Neukillln-Trcptpw: 19. Dezember, Lotal Schitorra, Neukölln, Elbeftr. II: Pom Detektor zum Supr�eb". Beginn überall 20 Uhr.— Alle Mitglieder der Ortsgruppe Grojj.Berlin besuchen am Sonntag die Ausstellung in Bogels Westfalen, Brllckenstr. 2. Ein««usgesprochene Höchstleistung an Preiswürdigkeit bei der meltberühm- ten Ultraphou-Qualitäl ist der Ultraphon-Koffer Luwel" zum Preis« von 58 M. Dieser wird nach Wunsch in schwarzer, blauer odcr roter Ausstattung geliefert. Unverbindliches Vorspielen in allen besseren ssachgeschäften des Deutschen Reiches wird dcstäiigen, datz die weltberühmten Ultraphon-ssabrikat«, ganz gleich ob Schallplattcn»der Musikinstrumente, fllr dauernde Geschenke, ganz besonders zum Weihnachtsfcst, wunderbar geeignet sind. Sieh- auch das heutige Inserat. Parioph8n-Mo«ikappofa(«o.-Wottvnw»rden bemih-nlügstohM i»d« SCaufvvrpflichfvna vorgsführti N Odsen-Mutilc-Haut G. IT. b. 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Zeit wenden wir uns an die Mitglieder unseres Verbandes, um sie zur Solidarität für die arbeitslosen und crwerbsunfälngen Verbands- follegcn aufzufordern. Wohl wissen wir, daß von dem größten.Teil unserer Mitglieder während des verflossenen Streiks in der Berliner Metallindustrie groß« Opfer gebracht werden mußten, jedoch ist er in der glücklichen Lage, immerhin einen Verdienst zu haben, während zehntauscnbe organisierte Metallorbeiter auf gekürzte Arbeitslosen- oder Krisenunterstützung ange- wiesen sind, ungerechnet die vielen Tausende, die auch dies« Unterstützung nicht mehr erhalten, sondern auf öffentlich« Wohlfahrt angewiesen sind. Diese» Opfern der noch nicht abzusehenden Wirtschaftskrise zu helfen, war bisher- vornehmste Pflicht unserer Verbandsmitglieder und hoffen wir, daß auch in diesem Jabr ein jeder nach seinen Kräften zur Linderung der Not seiner Älasiengenostcn beitragen wird. In Anbetracht dessen, daß der verflosiene große Streik an unsere Mit- gliedcr stärker« finanziell« Anforderungen gestellt hat, soll dieses Mal der Vertrieb der auszugebenden Marken bis Ende Februar 1331 ausgedehnt werden und hoffen wir dadurch, daß unsere Hauskassierer beim Vertrieb der Marken in jeder Beziehung unterstützt werden können. Die Sonder- marken, welche für den Zweck der Sammlung herausgegeben werden, sind im Werte von 1 M. für männliche und von 50 Pf. für weibliche Mitglieder hergestellt. Wir halten es für die Pflicht eines jeden Mitgliedes, mindestens eine Marke abzunehmen, j ad och sollt« es Ehrensache aller der- jcuioen Berbandsmttglied«! sein, dt« sich in besser bezahlt«» Stellungen befinden, daß sie mehrere Marken entnehmen. Der Ertrag der Sammlung soll restlos unseren arbeitslosen und er- werhSnnfähigen Mitgliedern zur Verfügung aestellt werden und sollen alle diejenigen Mitglieder, die dem Verband mindestens 18 Wochen angehören, für diese Zeit volle Beiträge geleistet haben, am 17. November arbeitslos, kvank oder invalide waren und am Tag« der Auszahlung noch krank, arheitslos und invalide sind,«ine Unterstützung erhalten. ..Die Beschlüsse früherer Generalversamntlnngen betreffend Auszahlung! der Unterstützung sollen auch dieses Mal Geltung haben, und zwar insofern,! daß nach dem 15. November arbeitslos oder krank werdend« Mitglieder von der Unterstützung auszuschließen sind! ebenso diejenigen Mitglieder, die im Vorjahr« keine Weihnachtsmark« geklebt haben und diejenigen Invaliden, die laufend« Jnvalidenunterstützung von der Organisation beziehen. . Es wird also Pflicht unserer Funktionär« in den Betrieben sein, dahin- gehend zu wirken, daß sich auch in diesem Jahr kein Mitglied von der Sammlung ausschließt und es wird deshalb gebeten, durch Buchkontrolle in den Betrieben festzustellen, ob und inwieweit unserer Mitglieder unserem Aufruf, der von der Geucralversammlung gebilligt wurde, nachgekommen sind, damit im nächsten Jahr kein Kollege, der arbeitslos oder krank ist und die Weihnachtsunterstützung in Anspruch nehmen will, vorhanden ist, der nicht sein« WeihnachtSniarke im Vorjahr geklebt hat. Unter Beachtung obengenannter Richtlinien erfolgt die Auszahlung der Weihnachtsunterstützung für unsere Mitglieder mit den Anfangsbuchstaben A— F am Montag, dem 15. Dezember, von 9 bis 15 Uhr, G— 2 am Dienstag, dem 15. Dezember, von 3 bis 15 Uhr, M—-N am Mittwoch, dem 17. Dezember, von 9 WS 15 Uhr, S, Sch und St. am Donnerstag, dem 18. Dezember, von 3 bis 15 Uhr, T— Z am Freitag, dem 19, Dezember, von 9 bis 13 Uhr im Verband shaus«, Linfenstr. 83/83, Parterresaal, Schalter 1—3. Ausweis über Arbeitslosigkeit, Krankheit und bei Invaliden über ihre Erwerbsunfähigkeit nebst Mitgliedsbuch ist bei der Kontrolle vorzulegen. , Ahr, in b«n Mnfirer-salen, 'Grofjcr Saal) Saiser-wllhelm-Straste 31 Branchen-Versammlung aller treigewerkschaniich organisierten Former und eerulsgenossen Tagesordnung: 1. Der Metallardeltrestrell und seine Lehren. 2. Aussprache. Ohne Mitglirdsbuch lein Iulritt! Das Erscheinen aller Kollegen ist unbe- dingt notwendig. VIenskag. den 10. Dezember. abd». 7 Ahr, Im Jugendheim des Aerbandshaus»,. Cinicnflc.«3 83 Konferenz der weibi. Uertreuenspersonen und Beiriehsrate Tag«sordnung: 1. Di« Lehren des Melallarbeiterstrrils Referent: Kollege Paul Eckert. 2. Derbandsangelegenheiten und Ber- Ichiedenr». Da es sich um wichtige Fragen bandelt, werden die Funktionärinnrn ersucht, rege Propaganda fllr dies« Konscrcnz zu machen und pünktlich zu erscheinen. Organisierte Kolleginnen können als Gäste an der Konferenz teUnrhmen. Dirnstag. den 1«. Dezember, abend» I Ahr, im parterrelont de» Verbandshause», Liaieastr. 83/83 Branchen-Versammlung oller In der EUcnkonsirokilon, Slgnol bau, Fobritohi- und Auizugbon besebStilgten Kollegen sowie«Her Monteure und Helfer onl Bauten Tage- ordnuug! 1. Die Notverordnung... Referent: Kollege Bernh. Krüger. 2. Diskuision. 3. Branchenangeirgcnhciten. 4 Verschiedene». Ohne Mitgliedsbuch kein stutritt. Zahlreicher Besuch wird erwartet. BIKfiaoA, den 17. Dezember. nachm. 3 Ahr. Im Slhnngssaal de» verbandohanses, Llnlenstr. 83/83 N Vollversammlung aller In den Bdromaecblnen- Reparatur-Betrleben bescblfilglen Mecbanlker und andere Bernte Tag essrdnung: 1. Was geht tn der Vllroindustrie oor? 2. Distulsion. Das Erscheinen aller Kollegen ist unbe- dingt notwendig._ Achtung, FunKtionärei 3m Monat Dezember fallen folgende verlraueosmdaaer- Aonferenzen ans: VertranensmSooer-Kanferenz ber Drücker, Gürtler, Schnittarbeiter und Schraubendreher fotole der Metallschtelfer und Galoanlsenre. Jubltarc Diejenigen Mitglieder des Verbandes, die der Organisation 25 Jahre»nd länger angehören und noch teine Einladung zur Zubilarseier erhalten haben, werden ge- belen, sich im Büro, Linienftr. 83/85, 1 Tr, Zimmer 1, beim Kollegen Wolfram zu melden._ Spielplan unserer ftullncabfeilung. Z» der Woche vom 15. bis 23. Dezember: 1. Kamps um Paris. 3. DosenwSrste-Fabrikallon. 3. Humoveste In der Dache wm Z9.Dez.bI» 4. Zanuar: 1. Puiu Kidul l Ein Bilderbuch i Inseln Indien»). 2 Technischer Film. a Humoreste In der«och,»o« 5. bis 11. Januar Llcht und Schatten über dem Sonnenland Brasilien»m>-a,chck..Ji.so und andere Sorten in großer Auswahl. Umpfnißigiiig für unin bnto gratis. SACHSEL& STADLER BOkBlsats Beitteflem- Spsilnl• Bons C.2S, LandsbergerSlr.43/4;niB«*l«aa4ir.L) Einladung zur ordentliche« Ausfchuhsitzuug der Betriebskrankenkaffe der Stadt Berlin am Moniag, dem 22. Ocjcmber 1030. am 14 Ahr, im»oihans« zn verlin. Königslraß, 15—13, Eingang Zlldenstraße, Zimmer 109 Tagesordnung: 1. Tätigkeitsbericht. 2, Festsetzung des Voranschlages für das Rechnungsjahr.1931. 3. Wahl de» Rechnung«au»schuffe» zur Prüfung der Rechnung 1930. 4. Satzungsänderung. 5 Verichiedrne». Anfragen oder Beschwer den. an deren Erledlaunn Attenelusicht oder anderweite Feststellung«» ersorderlich find, müsse» mindestens 3 Tag« vorher beim Bor- sitzenden des A-rsiande» eingereicht werde». Bor der Sitzung findet «m 11 Ahr, in demselben Zimmer de, Aaihnuse», die üblich« Vorbesprechung unter den Ausschntzmiigliedern stat'. Pllntliiches Erscheinen ist dringend notwendig, da die Benutzungszeit de» Zimmers beschränkt ist. Berlin, de» S. Dezember 1930. Der Darsihend« de» vorstand»» der Betrieb»- trnnkentass« de« Stab« Derliu. tlleler, dsltdsr, Oos- Iltlit. mit drsitsll. io Gurt...... 40." Anzog, Mauer Kamm- Mm, ast gutem£0 t'utter gesrbsit ÖO." Smoklag mit remseld. itsrers, Kampf rc aal SUris SsIä» 10.- Dineo-Veloir- »sntsi mit gt. a« Peldcrsgen... 07«- stollliroppAIelg m.»?r Gloeirsoroclr.. staedwlttag.»!»!« ü> evtem VelovUu», hg GloabeoroOr.. 37.- oamss-taelr- 4(1 QC »chuti, pa. Qual 13.33 Herr««-Halb- cn »choh, Lack.. IÖ.DU Femen NeCwarsn, Wfi.cbt, Bardlisn, Tepplcnt, Radio u.a.m. BERUM Crosenthalersf.SB Bernhard Keilich i% Sthaulenstsr nur Spftlwaran LBerUn.Gr.HambürflerStr.21-23 Eck haus Oranienburger Straße 2 Minuten vom Hackeschen Mark» Stadtbahrhof BArea Zirkus Busch Jede Spielwaren- Gruppe im Sonder-Raum leichteste Auswahl— umfangreichste Ausstellung Elnzis dastehend! Nr. 585* 47. Jahrgang 6. Beilage des Vorwärts Sonntag, 14. Dezember 1930 Uwseod»»«» für dies« Nndrii swd • t( 1 i■ SB«, EiabtnntOBt 3. parieinachrichien für Groß-Berlin stet»»« da» et|trf»stt«tarln Z. Hos, z Zttvutt recht». ,» richte» t.»rei». Preazlauer Ben». Montag, 15. Dezember, 18 Mr. Besprechung der Abteilungsleiter mit dem Sreisvonidendeu im Betirtsamt, Limmer N. Die itrattionsmiiglieder, die dem Äreisnorstand angehören, werde» ersucht, bereit» um 18 Uhr zu erscheinen. $. awi« griedrichshain. Bildungeanischuß. Dienstag, 19% Uhr, Abschluh- abendiursu» Bernstein. Referate der Genossen Bernstein und I. B. Maner. Anschließend Aussprache. Kein Teilnehmer darf fehlen. Schule Rigaer Straße 8,.steichensaol. Ecnossen. die die Sondcrveranstaltung der Volks- bühne am 1, Feiertag:„Matrosen von Cattaro", am 2. Feiertag:.Mi Defraudanten', Preis pro Karte 1,70, nachmittags Z Uhr. besuchen wollen erhalten Karlen beim Obmann Habcznnski, Memeler Str. 18. 7. Krei» llharlottenburg. Bezirisversrdnetensraktion mit sämtlichen Bllrger» deputierten Montag, 15. Dezember, pünktlich Igzß Uhr, Rathaus Chorlottenburg, SitmngsiN Himer 1. 18. Krei». Tempelhos. Montag. 2» Uhr. Sihun» der Fraktion mit de» Mit- ä lieber» der Arbeiterwohlfahrt in Tempelhos, Dorfstr. 42. trei» Tempelhof. Montag, 15. Dezember, Krcisvorstandssihung bei Pomme- rening, Temprlhof. Berliner Str. IM. Dienstag, 18. Dezember, Arbeits- gemeinschaft:.Einführung in den Marrismus". Trofspunkt 20 Uhr Zuzend- heim T-mpelhof, Lyzeum. Eingang ELNstrahe. 14. Krei». Renkölln. Froktionssthung am Montag, 10 Uhr, Rathaus, Fimmer 1S7. — Reuköln-Bri«,. Dienstag. 18. Dezember. ISia Uhr, Bolloersammlung der Elternbeiräte und sozialistischer Lehrer der Liste Schulaufbau in der Wolter- Rathenau-Echulc. Tagesordnung: 1. Dr. Löwenstein spricht über.Auf- gaben der Elternbeiräte": 2. Wahl des Borstandes: 3. Berfchiedenes. m 14.«rei» Renkölln. Mittwoch, 17. De,»-»«. i,'/z Uhr, i»«Nems: i FeftiSlen, Sosellheide, Krei,mitolied«r,erlammlun,.— Vortrag:4 des(den. Siegfried Anfbinser, M. d. R.,.Sozialdemokratie und-W Rotoerordnungen".— Alle Senofsinnr» nnd Genossen missen W erscheine». @ fei ' t I I I MM, Fraktion der sozialdewokr rtifchc» Lehrer und Elternbeiräte Lichtenberg». Witt- woch. 17. Dezember, pünktlich IRH Uhr, findet in der Schul« Scharnwebcr- straße 10,.stimmer 27. der Schlußvortrag de« Gen. W, Schulz über.Psychoanalyse" statt. Elternbeiräte und Lehrer sowie all« Eltern stnd eingeladen. 1J. Krei». Trept»w. Heute Bestchtigung der Autowerkstätten der BBv. Trep» tow. Treffpunkt um 90t Uhr vor dem Eingang Eichenstraße. 18. Krei» Köpenick. Diensteg. 1S0H Uhr, in Köpenick, Stadstheater, kletner Saal,«rrisfunktionärkonferenz. Referat des Genossen Franz Künstler Übet; »Di« politische Lage". Erscheinen aller Funktionär« ist Pflicht. Eine Stunde vorher Kreisvorstandsstiiuns. 1».«rei». Pankmo. Montag. 18. Dezember, 18% Uhr. Kreiedelegiertenner- sammwng im Türkische» ilelt, Breit« Sirah«.— Wontag, 15. Dezember, 18% Uhr. Fraktioussthung mit Bürgerdeputierten im Rathaus, Zimmer 118. ZI. Krei». Reinickendorf. Freitag, 18. Dezember. 18% Uhr, in de» Sobertu».FestsSle», am Vahnhaf Schönhalz. Kreismitgliederner- f-Mmlnag.— Bortrag.«ozioibemikratie nn» R-tnerordnungen". — Referent Dr. Knrt Liwenstei». M.». R.— Alle Genossinnen nnd Genosse» müsse» erscheine».— Parteimitglielmbnch dient -l» Answei». 2»»rei« Reinickendors. Montag. 1» Uhr, Sißun« des«reisvorstandes mit de» Abteilungsleitern im Bolkshaus, Reinickendorf-West. henke, Soanlag. 14. Dezember: 1. AM. Beute. Sonntag(nicht wie irrtümlich angegeben, Sonnabends, zwischen 10 und 11 Uhr, im Lokal Spiegel, Ackerstraße 1. melden sich die arbeitslosen Genossen, 8. Abt. Die Verteilung de» Rotvpsers an die erwerbslosen Genossen findet um 11 Uhr. Swinemünder Straße 11, statt. 48. Abt. Die Zusammenkunft beim Gen. Schmidt sindet nicht um 14 Uhr, sondern nun 0 bis 10 Uhr Natr. 148. Abt. Waidmoanslnst. Auszahlung der Beihilf« für erwerbslose von S bis 10 Uhr beim Gen. Kunze, Waidmannstr. 114, Abfahrt am Mittwoch zur Kreisvcrsommluug 18.87 Uhr, Borvrtbahnhof Waidmannslnft. Morgen, Montag. IS. Dezember: >8. Abt. A Uhr bei Schmidt. Wiclefstraße 17. Funktiouärstgung. 79. Abt. Wilgersdorf, 20 Uhr Abteilungsmitaliederoersammlung im Lokal «Znr Laucuburg" sKulkal« Lauenburger Straße 21. 77. Abt. Schönebero. W Uhr bei Koschenz Zsorsrandssißung. 12. Abt. Rentöl», Mitgliederversammluna pünktlich 10% Uhr im Lokal Lausch, Kaifer-Friedrich.Straße 88. Bortrag:»Rciseeindrück« aus Sowict-Rußland". Referoutl» Gen. Elisabeth Weichman». Dienstag. 16. Dezember: ll. Abt. Sitzung der Zeitungskommisswn 19 Uhr bei Linbncr, Lehrter Str. 4t. Zusammenkunft der gewählten Ordner im selben Lokal 20 Uhr. Wahl des Obmannes. Keiner darf lehlen. Mitgliedsbuch vorzeigen. 28. Abt. Auszahlung des Rotopfers von 10 bis 21 Uhr bei Burg, Prenzlauer Allee 180. Stempelkarte und Mitgliedsbuch ist mitzubringen. 82, Abt. Auszahlung der Weihnachtsunlersrühung lRotopfer) 17% Uhr bei «romphardt. Paul-Einger-Str. 40. Stempelkarte und Parteimitgliedsbuch stnd mitzubringen. 62, Abt. Gruppe Siedlung Znngsernheid«. Im„Heidekrug" sMarsaud) 20 Uhr Gruppenversammlnng. Die Tagesordnung wird in der Versammlung bekanntgegeben. Vom Januar ab finden die regelmäßigen Zahlabend: jeden 1. Mittwoch im Monat statt. 82. Abt. Steglitz, Die Mitgliederversammlung sindet diesmal schon Dienstag, 20 Uhr, bei Schellhase, Ahornstraße 15». statt. Bortrag:.Unsere Politik in Preußen". Referent Landtagsadgeordneter Gen. Fechner. Zur Kontrolle am Eaaleingang Mitgliedsbücher nicht vergessen, 82. Abt. Zusammenkunft der jüngeren Parteimitglieder vünktlich 10% Uhr im Saus« Berliner Straße 8t, 1 Trevpe, Saal 1. Bortrag:.Wahlrechts- reformen". Referent Gen. Dr. E. Fraeukel. III. Abt. Bohnsdorf. Gruppe.Die Junaen". Heimabend 19?i Uhr. Wie kännen.Pie Jungen" Bildungsarbelt für sich und praktische Arbeit für die Partei seesten? Hl. Abt. Lichtenberg. 19% Uhr äußerst wichtige Fnnktionärsthung bei Thor- mener. Prinz-Albert-Str. 8. 128.»i, 13«.«bt. Vantow. Befchlußfaffuna über Auszahlung des„Nawpsers" 18% Uhr im Türkischen Zelt. Abteilungsleiter und Bezirks fübrcr«nüssen anwesend sein.. Stuhlverstopfung. Nach den an den Kliniken für innsre Krankheiten gesammelten Erfahrungen ist das natürliche �Franz»Josef"-Bitterwasser ein äußerst wohltuendes Abführmittel, 8. Abt. Dt« Bezirksführer der 8. Abteilung rechnen bis 18. Dezember ab. Abteilung A beim Genossen Kaiser, Großgörscheustr. 37, Abteilung B beim Genossen Müller, Kirchbachstr. 14. Frauenveranstaliungen. II. Kr. Schönckerg. Den Funktionärinnen zvr Kenntnis, baß die für Montag, 15. Dezember, angesetzte Funkttonärinnenfitzung nmstSndehalb»c ausfallen muß. Rähere Mitteilung erfolgt noch. 77. Kr. Lichtenberg. Die ursprünglich für Montag, 15. Dezember, angesetzt« Kreisfunktionärinnensttzung muß umständehalber au? Dienstag, 18, Dez., 10% Uhr,»erschoben werde». Lotal Tempel, Lichtenberg, Gudrunstraße. Die Abteilnngsleiterinnen werden besonders um ihr Erscheinen gebeten. henke. Sonntag, 14. Dezember: sselde. 15 Uhr in Tempel» Festsälen. Prinzenallee 45, Weih. 120. Kit. Fri«»rich»f■ nachtsfeier, veranstaltet von den Frauen. Dazu find alle Mitglieder mit ihre» Familienangehörigen herzlich eingeladen. Vorführung der Lichtbilder- serie„Eine wunderbare Reise" sKindermärchenspiele). Referentin Lisa Schneider vom Freidenkerverband. Morgen, Montag, 15. Dezember: 2./3. Abt. Den Genossinnen zur Kenntnis, daß der Franenabenb im De- zcmber ausfällt. Die Genossinnen der 3. Abteilung beteiligen fich ge- schlössen an der Weihnachtsfeier am 27. Dezember. «. Abt. 10% Uhr bei Dobrohlaw, Swinemllnder Str. 11, Vorlnag:»Mieterschutz und Mieterrecht", Referent Etadtarchitekt Otto Most. Zl.Abt. 20 Uhr bei Goldschmidt. Stolpische Str. 38, Bortrag:.Die Frau im Dritten Reich". Referent Dr. San» Eohn. 53. Abt. Eharlottenbnrg. 10% Uhr bei Reimer, Wilmersdarfer Etr. 21, Bortrag:»Biel Geschrei um den Preisabbau". Reserent Genosse Grvppler vom Konsum. 11». Abt. Lichtenberg. 20 Uhr bei Portz. Möllenborff.. Ecke Ritterguistraße, „Bunter Abend. Vortragend« Genossin Fried«! Hall. Dienstag. 16. Dezember: 183. Abt. Oberfchöneweibe. 19% Uhr im.Bürqerpark", Ostenber Straße, Weih. nachtsfeier der Frauen. Rustk. Rezitationen, Lieder zur Laute. Mitwirkung der EAI. Vortragende Genossin Maraarrte Walkotie. 128.'130. Abt. Pankow. Igt; Uhr im„Türkischen Zelt". Breite Straße, Markt. platz, Vortrag:„Pralelarifche Feftkultur". Reserentin Klava Böhm. Schuch. M, b, R. 14«a. Abt. Kitteaan. Den Genossninen zur Kenntnis, daß der Frauenabenb am Dienstag, 18. Dezunber. ausfallen muß. Nähere Mitteilling erfolgt in der Dienzwgausgab« des.Vorwärts". Mittwoch. 17. Dezember: 54. Abt. Eharlottenbnrg. 10% Uhr im kleine» Saal de,„Türkischen Zeltes" fHoft. Berliner Straß«, Frauenabenb heiteren Eharakter». Mitwirkende Schrittst. Haida Sachs. Gäste ans anderen Abteilungen stich herzlich willkommen. 88. Abt. ckbarlottenbnr«. 20 Uhr im Rankehans, Rankestr. 4. Bor. k-Z führung de» Bildbandes»Mutter oder Madonna". Reserent Gen. Walter � Pierren, vom Zreidenkerverbaich. Schöneberg. 77. Abt. 19% Uhr bei Jürgen», Barbarossastr. 5»,»Bunter Abend", Rezitatchnen des Genossen Sann.« H, Kamm, außerdem Mitwirkung der SRI.— 78. Abt. Winterfest für die Kinder der 78. Abteilung und der Turnerkiichrr de, 11. Kreis«, Echönebcrg.Friedenau 07. Beginn der Beranstaltung 17 Uhr. Der Raum wird am Dienstag im„Vorwärts" be. kanntgegeben. Di« Eltern der Kinder find herzlichst eingeladen.— 70. Tlbt. 20 Uhr bei Reimann, Sedanftr. 17, Bortrag:.Wirtschaftekrise nnd Ein. kausskorb". Referentin Emma Woptinski.— 80. Att. 20 Uhr bei Gllrlich, Begasstr. 1,„Ernstes und Heiteres". Bortragend« Elfriede WoUmann. 84. Abt. Friedenau. 20 Ubr bei Klab«. Sondiernstr. 80/81, Bortrag:„Die Frau im Dritten Reich". Referentin Maria Krisch«. 102. Abt. v-umschnlenweg. 19% Uhr bei Saß, Baumschulenftr. 72.„Ernstes und Heiteres". Bortraaender Genosse San» Fuhrmann, 103. Abt. Adlershof. 19% Uhr bei Schmidtbauer, Bismarckstr. 74, Weihnachts- feier. Vortragende Friede! Kall. III. Abt. Bohnsdorf. 20 Ubr bei Heimann, Waltersdorfer Str. 100, Bortrag: „Frauen bekämptt den Faschismus". Referent Hans Bauer. 12Z. Abt. Kaulsdort. 20 Uhr bei Hübner, Bahnhof,, Ecke Kilhelmstrahe, Lite- rarischrr Abend. Donnerskag. IS. Dezember: 24. Abt. 19% Uhr bei Bieberstein. Daugiger Str. 48. Bortrag:„Diktatur oder Demokratie". Referent Ge», Abramowitsch. 79». Abt. Schönebrrg.Liadenhss. 20 Uhr bei Ignatius, Lindenhof, Ledigenheim. Bortrag:„Der Sozialismus als Kulturbewegung". Referentin Klara Böhm- Schuck, M, d. R, 138. Abt. Reinickrnborf.vst. 20 Uhr in der Lindaurr Straß», Vortrag:„Prale. tarifchr Feste und Feiern". Referentin Dr. Hilde Wegscheider, M. d, L. Bezirksausschuß für Arbeilerwohlfahrk. 3. Kreis Weddinq. Die Listen für den Verkauf der Arbeiterwohlfahrt. Marken und der Arbeiterwvhlfahrt.Lose müssen svätesten» am 15. Dezember bei dem Kassierer Retzlaff, Pankstr. 78, Quergeb. 4 Tr.. abgerechnet werden von 18 Uhr ob. 13. Krei« Tempelhof, Marienbors, Marienselbe, Lichtenrade. Montag, 15, Dezember, 20 Uhr, im Sitzungszimmer Ratbaus, Dorfstr. 42, Arbeiterwohl- 'abrtssttzung. Das Erfcheincn sämtlicher Wohlfahrtspfleaer und-Vorsteher ist dringend erforderlich, Referat über.Erwerbslosenunterstützung und Erwerbs- losenhilfe". 20. Kreis Reinickendorf. Die Abteilunasleiterinnen und Helfer der Ar- beiterwohlsahrt werden gebeten, zu der am Montag, 15. Dezember, 19 Uhr, im Jugendheim, Hermsdorf, Roonstr, 10, stattfindenden Sitzung teilzunehmen. Der wichtigen Angelegenheit wegen wird um vollzähliges Erscheinen gebeten. Bereinigung sozialdemokratischer Zurisle«. Am Montag, 15. Dezember, 20 Uhr, findet im Muschelsaal des Rheingold sPotsdamer Str. 3),«ine Konferenz statt, in der Gen. Rechtsanwalt Dr. Ernst Fraenkel, Berlin, über„Die«rbeitsrechtlicke Bedeutung des Kampfes in der Berliner Metallindustrie" sprechen wird. Wir laden hierdurch unsere Mitglieder und Gäste, insbesondere die Gewerkschaftsvertreter, zu dieser Veranstaltung er- qebenft ein und bitten bei der Wichtigkeit de» Themas um zahlreiches sr- scheinen. Sozialistische S luden lenschafl Deutschlands und Oesterreichs Ortsgruppe Berlin. Woche»Programm der Sozialistischen Studentenschaft, Sektion Uninerfltät. Montag, 15.: Juristische Fachschaft Arvettsgem. Reumann, Gen. Lohmüller spricht s Z sz � X rt er /£•.*««%* 4«■ ff» A\ 1.«„• 2„ 4-*-* 1- mitsei inffixssX» ffe-ksA /> fh C/fart f h Pädai riftil,............... M. d. R., spricht über Kommunale Schulpolitik. Sonnabend. 20.: Medizinische Fachschaft. Führung durch das Hedwig-Wangel-Heim. Srktlo» Handelshochschule. Dienstag, 18.: Marxistische Arbeitsgemeinschaft für Anfänger. Leiter Gen. Dr. Heidenreich. 20 Uhr im Bund. Freitag, 10.: Marxistische Arbeitsgemeinschaft über Sozialisterung. 1. Diskussion über das Referat des Gen. Iakubowitz:„Warum scheiterte die Sozialisterung 1918—1921". 2. Referat des Gen. Dr. Heidenreich:„Das Erwerbsstreben im Sozialismus". 20 Uhr im Bund. Sektion Landwirtschastliche Kochfchul«. Montag, 15.: Sektionsmitglleder. abend. Thema:„Das Agrarprogramm der NSDAP.". Nef. F. Be'rlowig. Arbeitsgemeinschaft der Sindersreunde Groß-Berlin. Nestsalkenkursu». Montag, 15. Dez., 20 Uhr, Lichtbilder Munster. Tegel.' Sonntag, 14, Dez., Schnitzelfahrt. Treffpunkt 0 Uhr Bahnhof Tegel. Anschließend 17 Uhr Probe für Beihnachlen, Ritt«. Selfer! Mvrgen, Montag, 20 Uhr, Helfersttzuna nicht alten Heim, sondern Landsberger Etr. 50, vorn im Laden. Wir müss mehr in: ZWU WW I W> sse» pünkt- lich beginnen und schließen. «rei» Friedrickehain. Alle Rote»nd Iungfalken treffen sich heute, Ssnntog, 11% Uhr, U..B-hn Warschauer Brücke, zur Besichtigung des Sturmvogels im Flughafen. Kosten SO Pf. Fahrgeld. Dienstag, 18. Dez., wird der Helferkursus fortgesetzt. Gruppe„Martha Denvmning". Montag: Elternabend und Werbefeier in der Schultheiß.Patzenhofer.Brauerei, oberer Saal. Landsberger Allee. Programm: Rezitationen, Reigen, Lichtdilderoortraq. Referent Eurt Zcnle u. a. m. Alle Freunde, Eltern und Parteigenossen stnd herzlichst eingeladen. Beginn 19% Uhr. Eintritt frei. sDie Kinder treffen stch schon um 18% Uhr ebenda.) Krei» Kreutberg. Unsere Weihnachtsfeier findet Dienstag. 18. Dez., 18 Uhr. in der weltlichen Schule, Diesfenbackstrane, statt.— Montag, 15. Dez., 17 bis 1« Uhr, trifft stch der Singckreis der südwestlichen Gruppen im Jugendheim Borckstr. 11. Die Falkenvollversammlung stillt diesen Monat aus.— Unser Kreiskursu» lällt Donnerstag, 18. Dez., aus. Dafür bitten wir die Gruppen- leitet, unbedingt am Montag, 15. Dez., an der Fahrtbesprechung in der Wasser- tvrstraße teilzunehmen. Geld mitdringen, da Bolksbühnenkarten verausgabt werden. l7.«reis Lichtenberg. Gruppe Rar», nnd Ren-Lichtenberg. wirken mu 14. Dez. bei der Geineinschatlsfeier der Frauenabteilung Friedrichsfelde mit. Zur Ausführung gelangt das Stück„Das rote Lerz".... Gruppe Kanl»dors. Sonnenwendfeier mit der SAI. am 19, Dez, 20 Uhr, in der Turnhalle, Schule Adolsstr. 25. Eltern und Parteigenossen find herzlichst eingeladen.___« kinderfreunde Hohenschönhausen. Montag, 15. Dez.. müssen alle Fallen pünktlich um 17 Uhr in der Echulbaracke Dingelstädter Straße sein. Wir müssen proben. Wer nicht da ist, kann dann auch nicht mitwirken. Seid also bitte pünktlich. Dienstag, 1«. Dez., Turnen lFTGB.) in der Rocdernstraße von 18 bis 2V Uhr. Mittwoch, 17. Dez., Basteln wir von 17 bis 10 Uhr bei Anni Schult, Am Faulen See 3. Donnerstag. 18. De,., im Jugendheim, Frerr.:. warder Straße, von 17—10 Uhr. Auch hier müßt ihr alle restlos und pünktlich erscheinen. Nochmols Probe._ 19. Kreis Pernio». Montag, 15. Dez., 18—19% Uhr. Krelsnestsalkentreffen in Pankow. Iuoendheim Kisstnarnsttaße, Treffpunkte: Niederschönhausen 17% Uhr Friedensplatz. Karow>md Buch 17% Uhr an den Bahnhöfen. Gruppe Buchholz: Treflonnkt ist in der Gruppe bekanntgegeben. Gruppe Pankow kommt direkt Prenzlauer Berg. Donnerstag, 20 Uhr, Dan-iaer Str. 82, Lelferfingeabend fArbeitsgemeinschast) mit Frltz Sofsmann. Musikinstrumente und Liederbücher stnd mitzubringen. Interessierte Genossen ssnd herzlichst engeladen. Gruppe Viktor Adler: Rote Fallen im Jugendheim Danziger Etr. 82. 18 dl» 20 Uyr. Dienstag: Basteln, Freitag: Gesellschaftsfoiele und Basteln. Gruppe Friedrich «bert: Zuaendheim Kastanienallec 81/82. Dienstag: gemeinsam« Gruppe.Bunter Abend".'Donnerstag: Rote Falken Bastelabend. Freitag: Iungfalken Aus. fpracheabend Gruppe Freiheit: Montag: Bastelnachmittaa. Mr die Gesamt. gruvpe. Dienstag: Turnen, Hallenschuhe nicht vergessen. Mittwoch: Ueben zur Weihnachtsfeier. Donnerstag: Pl-nderei wer Weihnachten sIungfalken). Freitag: Aussprach«: Weihnachten Im Wandel der Jetten(Rote Falken). Di« Nestsatien tagen-m Montag und Donnerstag. All- Beranstaltiingen finden ,m Jugendheim, Sonnenburger Str. 20, statt. Zeit 17 bis 19 Uhr, Geburlstage. Jubiläen usw. 47.«bt. Unsere« Genosse»«ilhel» Leuchert, Skalitzee Str. U, m ltbxtm 80iShrige»«ebnrt-t.g die herzlichste» Glückwünsche. Genosse 8. befindet stch leider i«»ranlenhau». Wir wünsche» ihm recht baldige Seuesung. 121. Alst,«arlsharst. Unsere« lieben«enosfi» ltathar,»« Döhrlng, die länger al« 20 Jahre Ritalied»nterer Partei ist. brinae» wir ,» ihre««0. Seburtstaa- unser« herzUche Gratulation«ntaege«. Möge e» ihr»eegönnt sein,»och recht lang« an der Seite-nsere, alte» P-rtcil-mpfer- Johann Sähring für»nsere Ziele zu wirken. Sterbetafel der Groß- Deriiner Partei. Organisation s 23. Abt. Unser Genosse Sermann Reitzel, Sufekandstr. 8. ist. am 4». De- zcmber verstorben. Ehre seinem Andenken. Einäscherung Dienstag, 18. Dezember, 18% Uhr im Krematorium Serichtstraße. 93. Abt. Dur»«inen Unglücksfall(Gasvergiftung) ist unser treuer Freund nnd Genosse Hermann Ewert, Teupitzer Str. 98, im Alter von 80 Jahren am 0, Dezember»erstorben. Ehre seinem Andenken. Die Einäscherung findet am Montag, 15. Dezember. 18 Ubr im«remawrium Baumschulcnweg statt. Rege Beteiligung erwartet der Vorstand. 128. bi« 13». Abt. Paokow. Die Einäscherung her Frau unseres Genossen Earl Bölkel. Clausthaler Str. 17. erfolgt am Dienstag, 18. Dezember. 18 Uhr im Krematorium Eerichtstaße. MusiKtlcius Hans iviusKat t Co. Berlin S• Prinieiirtr.95 Sonntag von 3— 7 geöffnet iehTKudßfHachßKi Wm/kamikhumtmimchm1, DanmwollTUineli isää; fufaü. Breite 80 an............ m Damenslrflmpfc Reine Welle mit DoppeUeRl«. m. schönen Faxben Paar" I« I" Damen-TaSliemd m. bewNKrteo Wü�Wte«, Ut bteUem J Sdcketeieswe................. WansMelder Hm»- nd Wirt�UWdeid«. 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