Nr. 106. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Biertel: jährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DefterreichUngarn 2 M., für das übrige Ausland 3 Mt. pr. Monat. Eingetr. in der Post Zeitungs- Preisliste für 1896 unter Nr. 7277. Vorwärts 13. Jahrg. Jnsertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Beriammlungs- Anzeigen 20 fg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonnund Festtagen bis 9 1hr vormittags geöffnet. Fernspredjer: Amt 1, Nr. 1508 Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Oesterreich und die deutschen Buckerprämien. Donnerstag, den 7. Mai 1896. " " Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. österreichischen Gegenaktion wahrnehmen. Der öster Die Interessentenvereinigungen haben natürlich überall reichische Zentralverein für Rübenzucker- Industrie" ähnliche Forderungen in Beschlüssen und Petitionen wir wissen ja, was solche einflußreiche wirthschaftliche geäußert. Doch auch im österreichischen Parlament ist die Interessenverbände politisch zu bedeuten haben begann Strömung schon offen hervorgetreten. Eine eingebrachte Zentrumsabgeordnete, und zwar in erster Linie die sofort eine Agitation für die Steigerung der österreichischen Resolution des böhmischen Abgeordneten Sehnal verlangt: füddeutschen Mitglieder des Zentrums, haben besonderen Prämie. Die österreichisch ungarische Zuckerindustrie habe" Die Regierung wird aufgefordert, in der fürzesten Zeit, Werth darauf gelegt, Desterreich, unseren politischen Bundes- bisher hoffen können, in sich selbst Kraft genug zur Be- ficher aber im Laufe dieser Session, nach Uebereinfunft mit der genossen, nicht durch Ueberspannung der deutschen Ausfuhr- kämpfung der Krise zu finden.... eine Erhöhung der gl. ungarischen Regierung zum Schuge unserer Zuckerprämien zu reizen und zu Gegenmaßregeln herauszufordern. deutschen Prämie wäre aber das Signal zu einem Ver- industrie vor fremder Konkurrenz einen Gesezentwurf auszuIn der Zuckerſteuer- Kommission waren es daher auch die nichtungskampf gegen die unter viel ungünstigeren arbeiten, welcher als Hauptpunkte enthalten würde: 1. Die Erhöhung der Exportprämie für Rohzucker von Angehörigen dieser ausschlaggebenden Partei, die den An- Bedingungen arbeitenden Zuckerindustrien der anderen 1,60 fl. auf 3,25 fl. und eine angemessene Prämienerhöhung für trag stellten, die deutsche Prämie etwa in ähnlicher Höhe Staaten." Der Verein ersucht daher zunächst, der deutschen Zucker von mehr als 99,5 pet. Polarisation ohne jede Einwie die österreichische festzusetzen. Regierung die Rückwirkungen auf Desterreich zur Kenntniß schränkung." Ueberraschender Weise ignorirte der Vertreter der zu bringen. Wolle trotzdem Deutschland wirklich zum An- Das geht mithin noch über die Hodel'schen Wünsche Reichsregierung- allerdings kein Vertreter des aus- griff vorgehen, so bleibe für Desterreich nur der Ausweg, hinaus. Wie weit die österreichische Regierung bereits für wärtigen Amtes, auch nicht Süddeutschlands- ganz und gar seine Ausfuhrvergütungen denselben Betrag wie diese Pläne gewonnen ist, wissen wir natürlich im Augendiese zweifellos sehr beachtenswerthen Gesichtspunkte. Er Deutschland zu erhöhen. Es scheint, als sei die blick nicht zu sagen. Bezeichnend ist jedenfalls, daß die erklärte vielmehr gerade eine möglichst hohe Prämie für deutsche Regierung damals auch noch vor dem offenen Deutsche Tageszeitung", das Organ unseres wünschenswerth, um andere Konkurrenzstaaten zur Herab- Abbruch aller Verständigungsversuche mit Desterreich zurück- Bundes der Landwirthe, vor ein paar Wochen( in einer setzung und Aufhebung ihrer Prämien geneigter zu geschreckt; die dilatorische Behandlung des Antrages Paasche Wiener Korrespondenz vom 18. März) die Prämien- Vermachen. Es war die alte Spiegelfechterei, die wir schon dürfte mit darauf zurückzuführen sein. mehrung seitens Desterreichs bereits wie eine feststehende schilderten.( S. Nr. 98.) Thatsache behandelte zu derselben Zeit, in der die geschäftskundigeren Parlamentarier des Bundes das deutsche Gesetz noch als Vorläufer der allgemeinen Abschaffung aller Prämien anpriesen. um Unterdeß ist die preußische Regierung durch den agraDenn der Haupt- Konkurrenzstaat ist Desterreich, und rischen Lärm derart eingeschüchtert worden, daß sie um gerade in Desterreich stellt sich von Woche zu Woche und jeden Preis den Antrag Paasche zur Verwirklichung zu von Tag zu Tag immer schlagender heraus, daß das Vor- bringen strebt. Entsprechend ist auch in Desterreich die Begehen deutscherseits dort beantwortet werden wird nicht wegung für Erhöhung der Prämien angeschwollen. mit einer zerfnirschten Einladung zur gemeinsamen Ab- Die dortige Stimmung kommt vielleicht am besten zum schaffung jeder Prämie, sondern mit einem verzweifelten Ausdruck in einer Schrift von G. Hodet, dem Führer Anlauf zu neuen Prämienzuschüssen. Verzweifelt, weil der nordböhmischen Zuckerfabrikanten( Bur Buckersteuerdie österreichischen Konsum- und Finanzverhältnisse frage anno 1896. Prag). Es heißt da in dem Abschnitt ein solches Opfer an die Zuckerausfuhr viel schwerer empfinden über die Prämieuerhöhung": Lassen würden. " " In der letzten Sigung der Zuckersteuer- Kommission ist nunmehr auch diese schillernde Seifenblase in nichts zerplatzt. Hier widersetzten sich nämlich die Zuckeragrarier selbst dem Antrag Müller- Fulda, das Gesetz und mithin auch die neue deutsche Prämie mit dem Jahre 1903 enden zu lassen. Die Zuckerinteressenten erklärten ausdrücklich, daß ihnen das Aufhören der Prämien mit dem Jahre 1903 allzu ge Wenn die vor Jahren schon, sowie noch heute und zwar fährlich erscheine. Der Reichs- Schatzsekretär bekämpfte ebenDiese Brüskirung Desterreichs ist doppelt verlegend, hüben ebenso wie drüben ausgegebene Parole Gleiche da Desterreich bisher mindestens dieselbe Bereitwilligkeit Waffen" feine bloße heuchlerische Phrase ist, sondern falls den Endtermin, weil man die Prämien als Kampfzur Abschaffung der Prämien bewiesen hat wie Deutsch- als ein Postulat der einfachen Billigkeit und Gerechtigkeit an- mittel- beim Abschluß der neuen Handelsverträge zu Anfang Die= land. gefehen werden muß, dann ist die Antwort( Desterreichs) schon des nächsten Jahrhunderts nicht entbehren könne! Bekanntlich find die ersten Anregungen zu einer ge- gegeben. selben maßgebenden Personen, die mit meinsamen Verständigung in dieser Frage ausgegangen Daß übrigens eine solche Rücksichtnahme unserer dem Köder der raschen internationalen vom Weltmarkte, der geAufhebung der Prämien nach parlamen nicht von Berlin, sondern von Wien. Die deutsche Regie- größeren Entfernung rung hat hier bisher keinerlei Initiative entwickelt. Der ingeren Ausbeuten 2c. selbst in dem deutschentarischen Stimmen für das Gesetz angeln, österreichische Finanzminister Plener war es, der im Vor- Gefeße vom Jahre 1891 ihre legislative Bekräftigung glauben somit im Innersten ihres Herzens fand, indem man in demselben unserer im Jahre 1888 jahre die Wiener Verhandlungen zu stande brachte; eine ftipulirten Prämie pr. 1,60 fl. eine von 1,25 M. entgegengestellt auch an den Fortbestand des erhöhten dent. solche Aktion gar feinen Sinn schen Ausfuhrzuschusses im Jahre 1903! gehabt hatte, ist bereits erwähnt worden. haben, wenn auf der Seite Desterreichs nicht die Wenn nun die deutsche Prämie in Zukunft( nach der Re- Damit find alle beschönigenden Vorwände in sich zugrößte Bereitwilligkeit zu einer entscheidenden Verein- gierungsvorlage) 4, M. betragen soll, so entspräche dies in fammengefallen, welche die neue Vorlage manchem sonst barung bestanden hätte. Ueber die Haltung Deutschlands unserem Gelde einer solchen von 2,40 fl. und wenn wir auch Widerstrebenden annehmbar erscheinen ließen. Es bleibt dagegen ist noch immer der undurchdringliche Schleier des die im Jahre 1891 bestandene Differenz zwischen den nichts mehr übrig wie die Liebesgabe, nicht an die Land0,75 ff. heute nicht mehr wirthschaft im allgemeinen, sondern an den verhältnißGeheimnisses gebreitet. Wir bezweifeln, daß diese Haltung beiderseitigen Prämien von die Verständigung zu fördern geeignet war. Doch gleich anz in Anspruch nehmen wollen, so müssen wir als Aus- mäßig noch am günstigsten dastehenden Zweig derselben. gleich unserer besonderen Lage zum wenigsten 60 fr., viel, jedenfalls ist der mit der neuen deutschen Zuckersteuer- und Wir sind gespannt, ob sich im Reichstag und Bundes. als Ausfuhrzuschuß somit drei Gulden Vorlage eingeschlagene Weg ein solcher, daß wir in den als gerecht und nothwendig bezeichnen, unter welche rath unter diesen Umständen noch eine Mehrheit für das nächsten Jahren weiter vom Ziele entfernt sein werden, herabzugehen von dem Grundsaße: Gleiche Waffen" abzugehen Ergebniß der Kommission finden wird. Auf jeden Fall hieße. wie jemals früher. wird dieselbe nicht mehr leugnen können, daß sie den Es muß wiederholt werden: Krieg, nicht den Frieden unter den prämiengewährenden Gleiche Waffen Staaten bringen und fördern wird. würde Schon als der Antrag Paasche im Reichstag eingebracht war, ließen sich die Anfänge einer entsprechenden 19 Zwanzig." Tene. 21 drei Gulden Prämie. Glafe, ihm allein fiel feine Karte. Er wechselte den Stuhl, aber Habt's ös in der Egerstadt ansg'macht untereinander, daß ( Nachdruck verboten.) auch tas half nichts. Alle Mittel versuchte er, setzte bald' s mi heut' aussackeln wollt'?" auf die geraden, bald auf die ungeraden Augen", Die anderen Bauern thaten, als hörten sie die Stiche Roman von Nicolaus Krauß. wartete ab, ob ihm das rechte oder das linke Auge jucken leien nicht, um so sorgsamer aber spielten sie. Gegen acht Uhr meldete sich der Hunger. Man machte Als ihn der Bankier zagend und zweifelnd ansah, fuhr würde, hob den rechten Fuß über den linken, dann wieder er mit der Hand in die innere Tasche seines Jankers und diesen über den rechten, das Resultat war immer dasselbe: eine Pause, um Abendbrot zu essen. Reiner that sich legte eine große lederne Geldtasche auf den Teller. Jetzt Ab und zu gewann er eine Kleinigkeit, schon aber das etwas zu gute. Beim Spiel, ja, da konnte man schnellte ihm der Bankier die Karte hin; während sie nächste Spiel fraß wieder den Gewinn und noch mehr etwas ristiren, das tam wieder herein; was man aber dem noch flog, sagte der Hetsch schon Rest!", falt und dazu. Längst waren die verwuzelten Gulden, die er in der Wirth einmal gezahlt hatte, das war weg, wie's Würstel gleichgiltig, als ginge das Spiel um Nußferne. Da Weste getragen, fortgeflogen, und immer wieder hatte er vom Kraut. Nur der dicke Muck aß etwas Warmes, geer tlein war und gauz zusammengeduckt basaß großes" Geld herausnehmen müssen. Sein Verlust hatte tochtes Rauchfleisch, die Anderen begnügten sich mit einigen der Bankier aber von oben herabgab, hatte er durch einen ihn fahrig gemacht; das eine Mal setzte er einen Gulden Streifen Gallert, die sie„ Gestandenes" nannten, der Hetsch Blick erspäht, was für eine Karte er bekommen würde. Jetzt auf ein AB, gewann, wie es vorauszusehen war, und ärgerte zog eine Knackwurst aus der Tasche und forderte vom Der junge Streicher aß zog der Bantier ab, eine Sekunde nur" gustirte" er, dann sich, weil es nur ein Gulden war, den er heraus Wirth ein Stück trockenes Brot. warf er jubelnd die Karten auf. gestochen; gleich darauf warf er einer lumpigen Sieben eine feinen Bissen; mit den Händen in den Hosentaschen und Behnerbanknote nach, und fluchte, als er verloren hatte. weit auseinander gespreizten Beinen saß er da und Während die andern mit Verstand" spielten, genau über- spekulirte und simulirte, wie er seinen Verlust wieder Das verspielte Geld hatte legten, ob sie noch kaufen" und was sie setzen sollten, nach hereinbringen sollte. den bereits gefallenen Blättern kalkulirten und kombinirten, er Brauer int der Stadt für gelieferte was noch herauskommen könnte, wirthschaftete der junge Gerste erhalten. Zinsen wollte er davon bezahlen, und Bauer aufs Gerathewohl in den Nebel hinein. So mußte das, was der Alte" an baarem Gelde auf seinen Auser verspielen. Und dann schimpfte und fluchte er, schlug mit der zug" zu kriegen hatte. Ta hatte ihn der Teufel wieder Faust auf den Tisch, daß die Biergläser eine Polka tanzten, ins Bettenberger Wirthshaus führen müssen. Er hatte es that groß, jammerte und trant dabei eine halbe Maaß nach gewußt, daß der Muck und der Hetsch und die anderen reichen Bauern, wie nach jedem Getreidemarkt, auch heute der anderen. wieder Einundzwanzig" spielen würden. Schon einige Mal hatte er mitgehalten und stets hatte er verspielt. Vor acht Tagen noch hatte er seiner Mutter die Hand darauf ge geben, feine Karte mehr anzurühren, und jetzt saß er trotzdem wieder unter den ausgepichtesten Spielern des ganzen Egerlandes, und das Geld, das er so nothwendig brauchte, war zum allergrößten Theil fort, weg, als wäre es niemals in seinen Händen gewesen. Er mußte es wieder gewinnen, unter jeder Bedingung. ( Fortsetzung folgt.) " Dins!" kam die Antwort. Was schaust mi denn so an? Eeit die Welt steht, macht die Sau und der Zehner einundzwanzig Der Streicher Franz fuhr sich mit beiden Händen an den Kopf, der wie ein rothes Tuch braunte, erraffte danu die beiden Karten, mit denen er verspielt hatte, riß sie in Fegen, warf sie in die Stube und feuchte: Bald begann er auch, seine Mitspieler zu häufeln, zu frozzeln, zu papierlu. Die verfluchten Saukarten, die verdammten!" Während der Wirth ein neues Spiel holte, meinte der Hetsch, der die gewonnenen Banknoten ruhig und gelassen, eine nach der anderen in die verschiedenen Fächer seiner Brieftasche legte: Wirth, bring Licht, der Muck kann nig mehr sehen Wärst D' hamgangen mit Deiner Bank... Aber mit seinen Glogern." ich hab' mir's ja gleich denkt, daß D' net spielen kannst."" Hetsch, ös müßt's entweder an Glückshummel in Jetzt wollte der Franz erst recht nicht nachgeben, extra enfern Geldbeutel hab'n, oder a Beinl von an unschuldigem net. Aber so viel er auch nachsetzte, eine anständige" Kindl." Bank bekam er nie mehr zusammen. Von den Anderen ging Wenn der Markgraf i amal so d' Kart'n austheilt, der eine mit zweihundert, ein anderer mit fünfhundert Gulden thu' i nimmer mit." Na ja. Fünf über ein! Göll ist a Kunst!... „ heim". Der Wirth hatte schon zwei Zehnernoten in seinem vom Politische Ueberlicht. Berlin, 6. Mai. zogen. Ginem späteren Wiederabdruck des Berichts am hin sich verbreiten sehen; denn in der Gesellschaft des 31. Oftober 1895 nach dem Kameel- Inschrifts- Prozeß hatten fommenden Jahrhunderts wird der Unwissende im Kampfe ums Leben untergehen. Unsere Demokratie wir die Bemerkung nachfolgen lassen: Jm Reichstage geht dieselbe Leier weiter. Heute „ Ein Vergleich ergiebt zweifellos, daß sich der Freiherr trachtet danach, der Gerechtigkeit unter den Menschen war in der fortgesezten zweiten Berathung des Margarine von" Mirbách des Inhalts der Unterredung nur recht un- allgemeinere Geltung zu verschaffen, die Zahl gefeges der hauptsächlichste Streitpunkt der Kommissions- genau zu erinnern vermocht hat und daß wesentliche Theile der Armen und Enterbten zu vermindern und beschluß(§ 6), wonach der Kaufmann Butter und Mar- derselben seinem Gedächtniß entschwunden sind. Aber auch dahin zu gelangen, daß unsere Alpenhöhen nicht nur ein Hort garine in getrennten Räumen aufbewahren, verpacken und über die Zeit der Unterredung mit Singer befindet sich des Rechtes und der Freiheit, sondern auch feilhalten muß. Natürlich soll das Feilhalten von Margarine Herr von Mirbach in einem starken Irrthum. Nicht Ende des allgemeinen Wohlergebens find, wo jeder erschwert, der Vertrieb von Margarine eingeschränkt werden, in- 1892 oder Anfang 1893, wie Herr von Mirbach beschworen hat, Bürger dem andern die hilfreiche Bruderhand fand die Unterredung statt, sondern im legten Drittel des reicht. Möge recht lange Friede herrschen auf Erden! dem der Kaufmann gezwungen wird, um der Margarine willen monats Januar 1894. Der Bericht über die Unterhaltung einen Raum mehr zu miethen. Der Paragraph wurde in wurde in der Nummer 21 unseres Blattes vom 26. Januar 1894 Gewiß, unfere Neutralität befriedigt nicht nur unsere Intereffen, namentlicher Abstimmung mit 151 gegen 113 mit den in der ersten Beilage auf der dritten Seite zweite Spalte ver- fondern sie entspricht auch unserm republikanischen Gefühl. Unser Wunsch wäre, die uns umgebenden Mächte Parteien der Linken stimmten die Nationalliberalen da öffentlicht. Wir ziehen aus diesem Vorgang die Lehre, daß jedem möchten mit einander nur auf dem Felde der gegen angenommen. Und danach hatte der konservative Arbeit und der Förderung des Gemeinwohls bei eidlichen Aussagen unterAbgeordnete v. Podbielski noch den Muth, es als den Menschen Ungenauigkeiten einzigen Zweck des Gesetzes hinzustellen, daß jede Waare laufen tönnen. Für die zur Rechtsprechung berufenen Richter wetteifern, und Wehmuth ergreift uns, wenn ergiebt sich auch aus diesem Falle die Mahnung, vorsichtig zu wir bedenken, wie viel Gutes und Schönes die ihr zukommende Bezeichnung erhalte!§ 7, Bezeichnung prüfen, ehe sie schwere Strafen wegen thatsächlich falscher Aus gefchaffen werden könnte mit den Summen, die der Gefäße und der Umhüllung betreffend, weicht wenig fagen verhängen, Unsere Parteigenossen müssen vielfach- wir iegt in den gähnenden Schlund der Kriegsirrthümrüstungen geworfen werden. vom bisherigen Gesez ab; für ihn stimmten auch erinnern nur an den Fall Schröder und Genossen Unserm Lande wird oft die Ehre zu theil, zum Schiedsrichter unsere Parteigenossen. Lebhaft umstritten war wieder der liche Aussagen mit Zuchthaus büßen.-" " § 9, der den Bundesrath ermächtigt, für Butter im Verkauf Auf diese Bemerkungen zielt augenscheinlich Herr in internationalen Streitigkeiten ertoren zu werden, und die allgemeinen Verständigung auf manchen Rechts- und Verwaltungseinen Minimalfettgehalt und einen Marimalwasser und v. Mirbach mit einigen Auslassungen in seiner jüngsten Rede zivilisirten Nationen, die von dem Nußen der Anbahnung einer Salzgehalt vorzuschreiben. Ein Antrag Herbert hin, in denen er von verschiedenen Blättern, darunter auch gebieten überzeugt sind, haben der Schweiz wichtige internationale Anstalten anvertraut. Wurm, der dieſe Grenzen ſofort gefeßlich figiren wollte, vom Vorwärts" fagt: ergom, raut. Diese Betrachtung erweckt in wurde abgelehnt. Dagegen drangen dieselben Antragsteller Gie benutten, natürlich in einer Form, für welche sie mir die Hoffnung, daß einst die Menschen aller Völker und der Reihe nach von den durch mit der Forderung, den von der Kommission ab- gerichtlich schwer zu belangen waren, eine ungenaue, aber voll- aller Bonen, die gelehnten§ 11 der Regierungsvorlage wieder herzustellen, meines Besuches bei Singer, um meine eidlichen Aussagen in einsehen lernen, daß es für die ganze Menschständig belanglose Angabe der Zeitungen über das Datum Strahlen derfelben Sonne beschienen werden, wonach das Gesetz auf solche Erzeugnisse teine Anwendung Zweifel zu ziehen und mir gewissermaßen einen fahrlässigen beit nur ein Licht und eine Wahrheit geben findet, die nicht zum Genusse für Menschen bestimmt sind. Meineid anzuhängen. Die genauen richtigen Angaben über meine fan n.... Die§ 12 und 12 a enthalten Strafbestimmungen, und Aussagen, welche faft alle Zeitungen brachten, verschwiegen sie So spricht man in der Schweiz. zwar schlägt die Kommission verschärfte Strafen u. a. natürlich." Und in Berlin? Gefängnißstrafe im ersten Wiederholungsfalle vor. Unsere von Herrn v. Mirbach jetzt angegriffene BeDer dritte Mai war in Frankreich der Tag Lenzmann wies darauf hin, daß diese Strafen theilweise merkung hatte den Zweck, zur Vorsicht bei der gerichtlichen schwerer als diejenigen wegen Nahrungsmittelfälschung Aburtheilung über unrichtige Aussagen vor Gericht zu eines großen sozialistischen Sieges. Wie viel seien. Vergeblich! Herr Bachem erklärte namens des mahnen. Uebrigens können wir unsere Verwunderung nicht neue Gemeinden unsere Genossen erobert haben, läßt sich ,, maßgebenden" übrigens heute recht animirten zurückhalten, daß Herr v. Mirbach, wenn er meint, wir noch nicht feststellen, weil in vielen Fällen erst eine Stich - aber schon jetzt gleich int Zentrums: ein Tag Gefängniß sei doch nur hätten uns in bezug auf seine Aussage auf einen irrthüm- wahl zu entscheiden hat eine Bagatelle. Auch ein Antrag Molkenbuhr, der lichen Bericht gestützt, erst jetzt mit einem Protest dagegen ersten Anlauf sind den Sozialisten weit mehr Gemeinden die Strafe ausdehnen wollte auf Arbeitgeber, welche herauskommt, anstatt uns damals sofort eine Berichtigung zugefallen, als bei der vorherigen Gemeindewahl. Die reaktionäre Presse führt ein paar kleine Gemeinden auf, den Arbeitern statt der kontraktlich zugesicherten Butter zugehen zu lassen. die namentlich in der Nähe von Carmaux- den Sozialisten abgenommen worden seien. Das mag in einigen imbedeutenden Dörfern geschehen sein. Dafür haben die Sozialisten aber die wichtige Stadt Albi erobert, die hundert Dorfgemeinden aufwiegt. Margarine verabreichen, fand natürlich keine Gnade Wie die polnischen Landesgenossen in Preußen bei den Herren, die sich zu den Hütern von Treu und Glauben aufwerfen. Morgen: Rest der heutigen Tages- behandelt werden, zeigt drastisch ein Entscheid des Be ordnung; außerdem Abgabentarif für den Kaiser Wilhelm- irksausschusses zu Oppeln, den wir hier im Kanal.Wortlaut wiedergeben: ,, Oppeln, den 2. Mai 1896. In Erwiderung auf das am 6. März d. J. bei der Der Maximalarbeitstag und die deutsch soziale Bolizeiverwaltung zu Königshütte gestellte Gesuch um Gr( antisemitische) Reformpartei. In dem Hamburger theilung eines Wandergewerbescheines für das Jahr 1896 werden deutsch sozialen Blatte wird darauf aufmerksam gemacht, Sie hiermit aufgefordert, eine von einem gerichtlich vereideten daß das Verhalten der deutsch sozialen Reformpartei im Dolmetscher angefertigte Uebersetzung nachstehender Druckschriften: Reichstage bei der Besprechung des Marimalarbeitstages in 1. Z Przeszlosci 2000-1887 przez Edwarda Belamy, Bäckereien mit dem Programme der Partei, das den 2. Prawdziwa historya Jozuego Dawidsona, B. Wibor Pism, ,, Marimalarbeitstag nach Maßgabe der einzelnen Betriebe" fordere, unvereinbar sei. : 4. Poczadki Cywilizacyi, 5. Socyalisci ida, Das Resultat des 3. Mai wird von der Petite Republique" in die Worte zusammengefaßt: ungeheures Anwachsen der sozia listischen Stimmen. Bravo! „ Die orientalische Frage" ist jetzt überall. Daß in Indien ihr Mittelpunkt ist, weiß jedes Schulkind, daß sie in Egypten und Ostasien ihre beiden Pol- Enden hat, weiß jeder Zeitungsleser, und jetzt spukt sie auch plöglich in Persien. Daß die Russen den Engländern vorwerfen, fie hätten den Revolver Zu dieser Mittheilung bemerkt das Agrarier- Organ, sowie eine gleichfalls von einem vereideten Dolmetscher an- geladen, mit dem der vorige Schah getödtet wurde, erzählten bie Deutsche Tageszeitung" wohlwollend: " Der Hinweis erscheint uns nicht unberechtigt. Wir haben feinerzeit die deutsch- soziale Partei auf das bedenkliche der Aufnahme des Marimal- Arbeitstages in ihr Programm hingewiesen, find aber mit unserem Hinweise ziemlich kurz abgefertigt worden. An den Kolporteur Herrn Johann Dylong zu Königshütte. Es würde sich für die Partei empfehlen, bei der nächsten Prüfung des Programms in diesem Punkte eine Aenderung ein treten zu lassen." gefertigte Uebersetzung mehrerer Nummern der„ Gazeta Robotnicza" aus neuester Zeit einzureichen. Der Bezirtsausschuß. Wegner. 0 " an verschiedenen Punkten Unruhen ausgebrochen sind, und daß wir schon gestern. Seitdem haben wir erfahren, daß in Bersten die verschiedenen Parteien, soweit sie überhaupt einen bestimmten Zweck haben, einerseits durch russische Rubel, andererseits durch englische Sovereigns begeistert" find. Es gehört das auch zu der„ Truppenaufstellung" für den großen internationalen Kampf um die Weltherrschaft, der zwischen England und Rußland sich vorbereitet. " * * Deutsches Reich. Die hier verzeichneten Schriften sind polnische Uebersehungen von: 1. Bellamy's Rückblick aus dem Recht so! Rann man sich eine bitterere Satire aus Jahre 2000; 2. Die wahre Geschichte des Josua Davidson; denken auf den Schwindel, den die deutsch- sozialen" Anti- 3. Lassalle's Schriften; 4. Friedrich Engels' - Der Rücktritt des Handelsministers von semiten mit den sozialreformerischen Forderungen ihres Ursprung der Familie, des Eigenthums und des Staates"; " Die Sozialdemokraten Berle psch soll in Frage gestanden haben, wie ver Programms getrieben haben, als die Verleugnung des 5. Hoffmann's Broschüre Maximal arbeitstages durch die Deutsch- Sozialen, sobald sie tommen". Die„ Gazeta Robotnicza" ist bekanntlich eine schiedene Zeitungen behaupten. So will das westdeutsche Unterbei dem Bäckerei Arbeiterschutz auf die Probe gestellt in Berlin erscheinende sozialdemokratische polnische Zeitung. nehmerorgan, die Rhein- Westf. 3tg.", wiffen, daß noch in wurden? Diese Deutsch- Sozialen sind bei Lichte befehen Der in dem Entscheid des Bezirksausschusses genannte Kol- zwölfter Stunde seitens der größten Fraktion des Reichstages und an ihren eigenen Thaten gemessen nichts als eine porteur Dylong, der übrigens schon seit Ottober v. J. bei erfolgreiche Versuche gemacht wurden, den Minister zum Bleiben Die näheren Vorgänge hinter den Koulissen ent tleinbürgerliche zunftzöpflerische Interessenpartei. Wollen Pontius und Pilatus herumgelaufen ist, um den Wander- zu bewegen. ziehen sich," schreibt das Blatt, unserer Kenntniß; doch wissen fie ehrlich sein, so müssen sie sich schleunigst die geborgten Gewerbeschein zu bekommen, ist, nebenbei bemerkt, in Bitkom wir bestimmt, daß Herr von Berlepsch die Zusicherung erhalten sozialreformerischen Pfauenfedern aus ihrem Krähengefieder verhaftet worden, weil er einem Abonnenten der Gazeta bat, er dürfe im Parlament des fe sten Rüdhaltes an der Robotnicza" eine Nummer dieser Zeitung ins Haus gebracht 3entrumsfrattion sicher sein." herauszupfen. hatte. Bei dem Abonnenten wurde gehaussucht und ihm Verwarnung der Beamten. Die offizielle die Nummer weggenommen. Bis heute ist nichts davon Berliner Correspondenz" meldet: Infolge eines Beschlusses bekannt, daß wegen der Nummer von der Staatsanwalt bes königlichen Staatsministeriums sind die Beamten sämmt schaft ein Verfahren eingeleitet wäre. Selbstverständlich licher Ressorts von neuem nach drücklich darauf hingewiesen wird Beschwerde geführt. Der etwa 16jährige Sohn des worden, daß es mit den Pflichten eines Staatsbeamten volle Kolporteurs, der bei der Polizeiverwaltung in Königshütte ständig unvereinbar ist, sich an Agitationen zu betheiligen, als Schreiber angestellt war, ist wegen der Verhaftung seines Baters entlassen worden. Gegenüber der Darstellung des Herrn v. Mirbach über seine Unterredung mit Singer anläßlich der Kaiser Wilhelm Gedächtnißkirche bringen wir hier nochmals den Bericht zum Abdruck, den wir über jene Unterredung veröffentlicht haben: " Die Raiser Wilhelm Gedächtnißkirche, die Stadt Berlin und der Oberhofmeister der Kaiserin. Die Bolts Zeitung" berichtet über Anstrengungen, die von dem Oberhofmeister der Raiferin Frhrn. v. Mirbach gemacht werden, um die Stadtverordneten Bersammlung für einen Beitrag zu der Kaiser WilhelmGedächtnißkirche zu gewinnen. B Im Anschluß hieran fönnen wir mittheilen, daß auch bei Sozialdemokratischen Stadtverordneten der Versuch gemacht worden ist, sie für diese Angelegenheit zu intereffiren. Das Romitee für den Bau der Kirche scheint der Meinung zu sein, daß es sich bei einem städtischen Beitrag für den Kirchenbau nicht eigentlich um die Befriedigung eines firchlichen Bedürfnisses handle, sondern daß der von der Stadt zu leistende Beitrag- dessen Höhe eine halbe Million Mart betragen soll -mehr der Betheiligung an einem Denkmale gleich fäme, welches mit dieser Kirche zum Andenken an den Kaiser Wilhelm I. in Berlin errichtet werden soll. : W welche gegen die Durchführung der Regierungspolitit gerichtet sind." Geht das gegen die agrarisch angehauchten Was sagt die deutsche Schriftstellerwelt zu Landräthe und andere Beamte? Sie werden sich schwerlich viel politit der agrarischen Begehrlichkeit Broden über Brocken der Sorte von Preßfreiheit, die durch den Entscheid des aus solchen Verwarnungen machen, so lange die RegierungsOppelner Bezirksausschusses für die polnischen Landes- reicht. Die Warnung hat aber die erfreuliche Wirkung gehabt, genossen etablirt ist? Ist es nicht eine Unbegreiflichkeit, von auch den Konservativen einmal wieder flar zu machen, daß es einem armen Kolporteur zu verlangen, er möge eine von nicht gut gethan ist, die Beamten zu willens- und meinungseinem vereidigten Dolmetscher verfaßte Uebersetzung von losen Geschöpfen einer jeweiligen Regierung zu machen. Die Werken beschaffen, die einen Umfang volt vielen Lehre wird allerdings nur so lange vorhalten, als die Regierung Druckbogen haben? Ist unter der Aegide des nicht völlig ein Herz und eine Seele mit der konservativen viel verspotteten weiland deutschen Bundestages viel Mergeres Interessenvertretung ist. Es sollte mal ein Beamter sich erlauben, sozialdemokratische Gesinnungen zu bethätigen; da würden die paffirt, als jetzt im glorreichen Deutsch en Reiche dem armen Konservativen ganz einverstanden sein mit seiner sofortigen Maßregelung. polnischen Volke passirt, deffen Söhne auf den 66er und 70er Schlachtfeldern ihr Blut verspritzen und durch ihre Reichstassen Ausweis für das Etats. Tapferkeit die Grundlage mit schaffen helfen mußten, auf ia br 1895/96. In der Zeit vom 1. April 1895 bis zum Schluß In diesem Sinne wünschte das Komitee seinen Antrag auf der dann das Deutsche Reich errichtet werden konnte? Wie des März 1896 find im Deutschen Reich folgende Einnahmen einen Beitrag der Stadt in der Stadtverordneten Versammlung wenig ihnen das" dankbare Vaterland" ihren Opfermuth( einschließlich der kreditirten Beträge) an Zöllen und gemeinschaft aufgefaßt zu sehen, und die Besuche des Frhrn. v. Mirbach bei gedankt hat, das zeigt wohl genügend der Entscheid des lichen Verbrauchssteuern, sowie andere Einnahmen zur Aus( gegen 1894/95 einzelnen Stadtverordneten sollten dazu dienen, sich über die schreibung gelangt: 3ölle 414 128 107 M. Oppelner Bezirksausschusses. Aussichten eines etwaigen Antrages zu informiren. + Bon sozialdemokratischer Seite ist dem Herrn Freiherrn fein Eine Ausstellungs Rede. Bei Eröffnung der 28 370 236 M.), Tabalssteuer 12 205 419 m.(+ 541 649 M.), 85 572 671.(+1 057 441 M.), Salzsteuer Buckersteuer Zweifel darüber gelassen worden, daß ein Antrag auf einen schweizerischen Landesausstellung in Genf hielt der eid- 46 254 122 M.(+ 1179 024 M.), Maischbottich- und Branntwein städtischen Zuschuß zu den Kosten der Kaiser Wilhelm- Gedächtniß- genössische Bundestags- Präsident Lachenal eine Rede, in materialsteuer 20 152 139 m.(+ 659,858 M.), Verbrauchsabgabe firche von den sozialdemokratischen Stadtverordneten nicht der er u. a. sagte: von Branntwein und Zuschlag zu derselben 115 228 941 M. mur abgelehnt, sondern auch in der Diskussion energisch . Die Ausstellung ist eine achtunggebietende Kundgebung( 2 768 362 M.), Brennfteuer 1 293 710 m.(+ 1 298 710 M.), bekämpft werden würde. Auch der Hinweis, daß viele unserer nationalen Thätigkeit und zugleich ein lebendiges Sinn- Braufteuer 27 933 626 M.(+2 029 449 M.), Uebergangsabgabe Arbeiter bei dem Bau beschäftigt werden würden, fönnte bild. Nur dadurch ist sie zustande gekommen und hat eine von Bier 3 700 439 M.(+125384 M.), zusammen 726469174. an dieser Absicht nichts ändern, denn wer einmal den solche Bedeutung erlangt, daß alle Kantone, ja fast jedes(+32 493 389 M.) Stempelfieuer für a. Werthpapiere 15 490075. prinzipiellen Standpunkt einnimmt, daß die Errichtung von Dörfchen der Schweiz in regem Wetteifer sich bemüht(+6 452 410 M.), b. Kauf- und sonstige Anschaffungsgeschäfte Kirchen nicht im Interesse der öffentlichen Wohlfahrt liegt, kann 31 zeigen, was ein arbeitfames und fried: 19 889 118 M.(+3 471 501 m.), c. Loose zu Privats sich durch den Umstand, daß ein solcher Bau die Gelegenheit zur liebendes Bolt zu leisten vermag. Dieses Volk, das so viele lotterien 3 069 298 M.(+ 788 648 M.), Staatslotterien Beschäftigung von Arbeitern bietet, nicht in seiner Entschließung blutige Rämpfe ausgefochten hat, wird zwar immer bereit fein, 15 737 782 Mart(+5333 656 Mart), Spielkarten- Stempel beeinflussen lassen. für die Wahrung seiner Unabhängigkeit zu den Waffen zu 1 423 169 M.(+26 331 M.), Wechselstempelsteuer 8 734 508 M. Da es den Anschein hat, daß eine eingehende, namentlich greifen; aber es hofft, daß weder der Schnee seiner Berge noch(+586 671 M.). Die Ausfuhrvergütungen sind bei vorstehen auch widerspruchsvolle Diskussion des Antrages den Gefühlen das Grün seiner Wiesen je wieder vom Blute der Streiter sich den Bolleingängen bereits abgezogen. Sie betrugen bei den des Romitees nicht entspricht, wir auch Grund zu der Vermuthung röthen werde; was es vor allem wünscht, ist die 8öllen 9 629-671 M., Buder 16 778 418 M., Maischbottig und haben, daß man einen etwaigen Antrag auf städtische Beihilfe siegreiche Betämpfung der Naturhindernisse, Branntwein- Materialsteuer 10 482 696 M. u. f. w. Insgesamint für die Kaiser Wilhelm- Gedächtnißkirche nicht einer zweifelhaften bie. Fruchtbarmachung des oft fargen Bodens wurden für Ausfuhr 1895-96 vergütet 37 997 404 M. Die Abstimmung in der Stadtverordneten- Bersammlung auszusetzen seines Vaterlandes, die Eindämmung der über zur Reichstasse gelangte Isteinnahme( abzüglich Ausfuhrgeneigt ist, so erübrigt sich eine Beschlußfaffung der städtischen strö menden Kraft unserer der Industrie dienstvergütungen und Verwaltungskosten) betrug 1895-96 Bölle Rörperschaften über diese Angelegenheit vielleicht dadurch, daß baren Gewässer und die immer intensivere 382 253 014 M.(+21 020 443 M.), Tabakssteuer 10 993 080 der Antrag garnicht erst beim Magiftrat gestellt wird." Förderung des einheimischen Handels und Mart(-417 420 Mart), Zuckersteuer 80 687 804 Mart Die Richtigkeit dieses Berichts hat Herr v. Mirbach, Bertehrs. (+205 925 M.), Salzsteuer 45 391 301 M.(+1 088 591 M.), trotzdem er in seiner eidesstattlichen Beugenaussage vor Es will auch die sittlichen Schäden heben, Maischbottig- und Branntweinmaterialsteuer 16 724 482 W. Gericht darauf bezug nahm, damals nicht in Zweifel ge- uftlärung und Bildung nach allen Seiten(+17 826.), Berbrauchsabgabe von Branntwein und Zuschlag = au derselben 95 789 799 " .(-4388 426 9.), Brennsteuer I mitnehmen. Im Auftrage der Gesellenausschüsse der Innungen| fozialistische Partei bildet die Kerntruppe der Revisionsarmee. Unsere Genossen werden nöthigenfalls schon dafür sorgen, daß 993 254 M.(+993 254 M.), Braufteuer und Uebergangsabgabe Germania" und„ Konkordia": Don Bier 26 881 537 M.(+1831 307 M.), zufammen die Bewegung nicht in Bourgeoisismus" ausartet. 659 714 221 M.(+20 310 848 M.), 1830 581 M.(+52 710 M.). 1 " " " = Sie J. Klammeh. Altgeselle der Germania", Fennstr. 46. Das radikale Revisionsprogramm, wie es in Spielfartenstempel Wilh. Most, Altgeselle der Konkordia", Wollgasterstr. 8. Bourgeois' Rede vom 30. April und im Manifest des radikalen Die zahlreichen Verhängungen von und sozialistisch radikalen Bundes Vertheidigung für Man ersieht aus diesen Zahlen, daß gar keine Veranlassung militärverboten über Schantwirthschaften hatten den des allgemeinen Wahlrechts" slizgirt ist, bezeichnet die Befür eine Erhöhung der Steuern vorliegt. 22. Deutschen Gastwirthstag, der in Liegnig abgehalten wurde, schränkung der Befugnisse des Senats als das Ausscheidung Christlich- Sozialer aus dazu veranlaßt, eine Vorstellung an den Kriegsminister zu Mittel zur Vorwirklichung von demokratischen Reformen, die bem Evangelisch- sozialen Kongreß. Verschiedene senden, um in der Handhabung dieser Art von Verboten eine in Interesse der übergroßen Mehrheit der Bürger nothwendig Mitglieder des Attions Komitee 3: Hofprediger a. D. Milderung anzustreben. Die fehr umfangreiche Petition, die von sind und bisher stets vom Senat beiseite geschoben wurden". Stoder, Paftor Burckhardt, Ober- Verwaltungsgerichts- dem Vorstande des Gastwirthe- Verbandes unterzeichnet ist, wurde Rath Hahn und Pastor Rahlenbeck haben ihren Austritt nunmehr an Herrn Bronsart von Schellendorff abgeschickt und Die sozialistische Partei strebt freilich eine gründlichere Verfassungsrevision an. verlangt die Abschaffung aus dem Evangelisch- sozialen Kongreß erklärt, desgleichen auch besagt hauptsächlich, daß sich im Laufe der letzten Jahre die Ver- des Senats und des Präsidentenamtes. Auf beide Inhängung von Militärverboten über Schankwirthschaften als eine ftitutionen läßt sich in der That das Wort anwenden, mehrere Mitglieder des weiteren Ausschusses des Kongresses. schwere Kalamität für das Wirthegewerbe erwiesen habe, umso daß sie entweder überflüssig, wenn sie sich nicht bethätigen, oder Landwirthschaftliche ZwangsversteigeDiese Meinungsrungen in Preußen 1886/87 bis 1894/95. An land- mehr, als diesen Verboten in sehr vielen Fällen selbst die solidesten schädlich seien, wenn sie sich bethätigen. oder forstwirthschaftlich benutzten Grund stü den von wenigstens und jedem Parteitreiben mit Vorbedacht sich fern haltenden Wirthe verschiedenheit kann jedoch nicht das einträchtige Zusammengehen ausgesetzt sind. der Sozialisten und Radikalen hindern. Zunächst tommt es zwei Heftar, deren Besizer im Hauptberufe Landwirth war, wurden nach der Stat. Korr." versteigert im Jahre 1886/87 Karlsruhe, 5. Mai.( Berl. Tagebl.) In der heutigen darauf an, in die Hochburg der großbürgerlichen Reaktion Bresche 2309 Grundstücke mit einem Umfange von 109 190 Hektar, Jahressigung des badischen Gastwirthsverbandes zu legen, den Senat unschädlich zu machen. Das weitere wird 1887 88 1691 Grundstücke mit einem Umfange von machten fich zum ersten Male sozialdemokratische sich mit der Zeit schon finden. $ 1 023 Hettar, 1888/89 1824 Grundstücke mit einem Um- Tendenzen geltend, so daß der Mannheimer Zweigverband die- Die Wahrheit über die Pariser Roms fange von 80 657 Heftar, 1889/90 1504 Grundstücke mit offizielle Uebernahme des Antheiles an den Kosten für den Fest. mune hat Hans Blum geschrieben in einem dicken, einem Umfange von 61 268 Heftar, 1890/91 1359 Grund- zug zu dem fiebzigsten Geburtstage des Großherzogs ablehnte.bicken Buches betitelt sich:„ Die Heiligen der Kommune", stücke mit einem Umfange von 54 648 Heftar, 1891/92 Vater der WahrDer Truppenübungsplatz bei Münsingen und wird von der alten Rafetentiste" alias 1197 Grundstücke mit einem Umfange von 61 926 Hektar, auf der württembergischen Alb umfaßt jetzt 360 000 2r( 3600 beit", der feinem eigenen Zeugniß nach" offiziell niemals 1892/93 1865 Grundstücke mit einem Umfange von 88 706 hektar, 360.000 Ar 1893/94 1623 Grundstücke mit einem Umfange von 68 844 Heftar, Hektar) und wurden für den Gründerwerb rund 5 Millionen gelogen hat", als" reinste Wahrheit" anempfohlen. Mark verausgabt; die zu errichtenden Baracken und Gebäude Wir hätten gedacht, die ganze Wahrheit" wäre uns schon 1894/95 1290 Grundstücke mit einem Umfange von 59 941 Hekitar. fommen auf ca. 1 Million Mark zu stehen, so daß die Gesammt in den Lügen" enthüllt worden. Im allgemeinen nahmen also die 3wangsver eigerungen nach Zahl und Umfang ab, und nur das ausgabe für den einen Exerzierplatz fich auf 6 Millionen Jahr 1892/93 sezt mit einer erheblichen Zunahme ein, der jedoch Mart beläuft. Der Militärfistus hat immer noch heidenmäßig viel Geld zur Verfügung. Loudou, 2. Mai.( Eig. Ber.) Der 1. Mai ist in England in den nächsten beiden Jahren wieder eine Abnahme gefolgt ist. das Datum für die Erneuerungswahlen in die Da nach der Berufszählung von 1892( diejenige von 1895 Distritts und Kirchspielvertretungen. Das be ist noch nicht abgeschlossen) 961 203 folche Betriebe mit Wien, 5. Mai. Das Abgeordnetenhaus erledigte heute die treffende, vor zwei Jahren eingeführte Gesetz, nach dem diese 28,76 Millionen Hektar vorhanden waren, so erscheint gesammten Wahlreformvorlagen in zweiter Lesung. Wahlen vor sich gehen, ist eine der besten Maßregeln, welche die die Versteigerungszahl in einem Jahre besonders Wien, 6. Mai. Bei der heutigen Bürgermeist erwahl abgetretene liberale Regierung auf ihrem Kerbholz hat. Es giebt hoch. Zieht man auch die Hauptbetriebe von weniger als waren 136 Gemeinderäthe anwesend. Gewählt wurde der dem Arbeiter in Stadt und Land das Stecht, als gleichberechtigter 2 Heftar in betracht, so verschiebt sich auch dadurch das Bild christlich- soziale kandidatStroba ch mit 94 Stimmen, Wähler an der Bestimmung über die Gemeinde- Angelegenheiten nur unwesentlich; im letzten Jahre( 1894/95) z. B. ergeben sich der Liberale Dr. Grübl erhielt 42 Stimmen. Strobach erklärte theilzunehmen. Nicht überall haben die Landarbeiter auf den dann 1566 Versteigerungen mit 60 278 Hektar Bodenfläche, in unter wiederholtem Beifall, die Wahl anzunehmen, um es ersten Anlauf von dem Recht den richtigen Gebrauch gemacht, der ganzen Berichtszeit aber 19413 mit 671 366 Hektar Fläche, möglich zu machen, daß die Verwaltung der Stadt von aber mit der Beit werden sie es sicher lernen. Schon jetzt füßen während landwirthschaftliche Hauptbetriebe überhaupt 1282 168 einer berufenen Körperschaft geführt wird. Das persönliche z. B. in der einen Grafschaft Durham allein gegen 600 Arbeiter mit 24,12 Millionen Hektar Fläche vorhanden waren. Im ganzen Opfer Queger's erfolgte im Interesse des Volkes. Er werde allerdings meist Bergarbeiter in Kirchspiels und DistriktsWesten ist der Umfang der Zwangsversteigerungen sehr ungerne Dr. Lueger den Play räumen, sobald die Zeit versammlungen, aber auch viele Landarbeiter sind in diese Körperbedeutend. In den Provinzen Westpreußen und Posen allerdings waren während der Berichtszeit rund 7 und 6 vom dafür gekommen sein werde. Er appellirt an die Unterstützung schaften eingedrungen. So lief erst neulich wieder die Notiz und Einigkeit seiner Partei. Als geborener Deutscher werde durch die Presse, daß in einer Landgemeinde ein Arbeitsmann Hundert der Wirthschaftsfläche der Zwangsversteigerung verfallen. er stets den deutschen Charakter Wiens, der gewahrt werden mit fast Stimmeneinheit zum Vorsitzenden gewählt wurde. In fämmtlichen Berichtsjahren wiederholt sich die Erscheinung, müsse, und als treuer Desterreicher den Charakter Wiens Für ein Dorf, wo die Klassenscheidung gewöhnlich viel schärfer daß die kleineren Befizungen verhältnißmäßig weniger an den als Reichshauptstadt vor Augen haben, die als solche ihre ist als in großen Städten, bedeutet das eine ganze Revolution. Bersteigerungen betheiligt waren, als die größeren. Die Grund- volle Unabhängigkeit nach jeder Richtung zu vertheidigen habe. So zeigt uns England in den Dingen selbst doch immer neuen stücke von 200 ha und darüber z. B. umfaßten in den letzten Als Christ werde er in christlichem Sinne wirken, bemüht Fortschritt, wenn auch die Bewegung selbst schwer aus dem Gefünf Jahren 57,97 bis 60,74 v. H. der versteigerten Fläche, dem chriftlichen Volke die Geltung zu verschaffen, die es nie leise der alten Formen zu bringen ist. während sie bei der Gesammtfläche der landwirthschaftlichen hätte verlieren sollen. Hauptbetriebe nur mit 29,86 v. H. betheiligt waren, bei gleichmäßiger Vertheilung der Versteigerungen auf sie also taum ein halb so großer Flächenumfang entfallen wäre. Desterreich. Der Wahlaft wird nunmehr an die Statthalterei geleitet, behuss Einholung der kaiserlichen Bestätigung. Es ereignete sich tein Zwischenfall. Schweiz. England. " London, 6. Mai. Mehrere Morgenblätter bestätigen die Nachricht, daß Rhodes und Beit aus der Chartered. Company ausgetreten find." Standard" meldet, Rhodes habe sich rückhaltslos in die Hände Chamberlain's ge= Diese statistischen Nachweise widerlegen die Behauptung der geben. Rhodes habe sich erboten, auf seinen Siz im Geheimen Großgrundbesih- Interessenten, daß der landwirthschaftliche Betrieb Chamberlain das für an= von Jahr zu Jahr schwieriger werde und dringend der staatRathe zu verzichten, wenn Basel, 30. April.( Eig. Ber.) Gin recht niedlichen Beihilfe bedarf. Bahlen sind unbequeme Dinge. liches Leu mund szeugniß einer preußisch- hohen gemessen halte, und auf Wunsch nach England zurückzukehren. Aus Pretoria wird den Times" unter dem Aus dem Kreise Ruppin- Templin wird uns zollerischen Behörde wurde mir dieser Tage mit dem geschrieben: Die Wahlbewegung ist hier im vollen Gange. In Das Zeugniß ist so eigen in seiner Art und so charakte- Dokumente veröffentlicht worden sei; weitere Schriftstücke würden Der Regierung von Transvaal befindlichen Telegramme und geschrieben: Die Wahlbewegung ist hier im vollen Gange. In Wunsche der Veröffentlichung in deutschen Blättern zugestellt. 4. d. Mts. gemeldet, daß nur ein Theil der im Besitze Schönberg fand am legten Sonntag Nachmittag eine Ver- charakte- Dokumente sammlung auf offener Haide statt. Hier sowie in einer am Abend ristisch, daß es auf Wunsch des Beſizers hier mit allen wahrscheinlich während der Tagung des Boltsraads veröffentlicht deffelben Tages in Lindow abgehaltenen Bersammlung referirte stilistischen und orthographischen Fehlern Play finden soll: Leumundzeugniß. unfer Kandidat Genosse Apelt Berlin. In Gransee hielt Harcourt erklärte gestern Abend auf einem Festmahl der Dem Gallus Haug Steinhauer geboren dahier am 28. April liberalen Partei, die in Pretoria aufgefundenen Chiffre- TeleGenosse Lütgenau eine Versammlung unter freiem Himmel ab. 1867, wird hiermit von unterzeichneter Stelle atestirt, In Neustadt, wo noch nie eine sozialdemokratische Versamm gramme würfen einen dunklen Flecken auf den englischen Namen; daß derselbe nicht gerichtlich bestraft ist, dagegen lung abgehalten worden war, fand eine solche am Sonntag statt polizeilich einmal wegen Uebertretung des§ 365 des R. Str. er fei überzeugt, daß die Regierung die geeigneten Maßregeln und hatte sehr guten Erfolg. G. B. Derselbe hält sich seit mehreren Jahren nur während ergreifen werde, um die Nation von dem Vorwurf der Mitden Wintermonaten hier auf, ist sonst auf Wanderschaft, und wissenschaft zu reinigen. wurde hier die letzten Jahre der Polizeibehörde dahin auf fällig, daß er in Gesellschaft mit Andern in Wirthschaften häufig das Sozialdemokratische Lied sang Unfrer Bartei werden namentlich im Kreise Templin große Schwierigkeiten in den Weg gelegt. Fast nirgends ist ein lokal zu haben. In Zehdenick sind bereits drei Versammlungen, die unter freiem Himmel abgehalten werden sollten, verboten worden. Ein Hauseigenthümer in Templin, der seinen Hofraum bereits zur Abhaltung einer Versammlung zur Verfügung gestellt hatte, wurde dermaßen beeinflußt, daß er sein gegebenes Wort wieder zurückzog. Es teimt es blüht zum Bürgerkrieg, Die rothe Fahne führen wir. werden. Im Unterhause erklärte der Unterstaatssekretär des Aeußern Curzon, ein Telegramm des englischen Bizetonfuls in Boma melde, die Freisprechung Lothaire's fei erfolgt, weil derselbe bei der Hinrichtung Stokes' teine verbrecherische Absicht gezeigt habe. Ghe die Regierung eine endgiltige Ansicht über Ob er ein Anhänger der Sozialdemokratie oder ihren die Angelegenheit äußere, müffe fie den Bericht des Bizekonfuls und das Protokoll über die Verhandlung abwarten. Lehren gilt, muß diesseits in Fragen bleiben. Rangendingen, den 11. April 1896. Zur Beglaubigung Die anderen Parteien haben dagegen alle Säle zur Ver fügung und nuken die Gelegenheit weidlich dazu aus, die Sozialdemokratie zu verunglimpfen. Namentlich wird von den Anti- Hechingen, den 15. April 1896. semiten eine wüfte Agitation betrieben. In unseren Versamm lungen aber wagen sie troß der Zusicherung vollster Redefreiheit es nicht, ihre Anschuldigungen zu wiederholen. % Königliches Oberamt. Bongart. Die Drtspolizeibörde. Vogt Dieringer. - Der Einfluß der Aktiengesellschaften auf bas Parlament wird auch in England als ein Uebelstand empfunden. Im Unterhause entspann sich deshalb vor einiger Zeit eine Auseinandersehung darüber, ob die Theilnahme an den Abstimmungen, die Zugeständnisse an Aktiengesellschaften betreffen, Auf grund dieses Zeugnisses wurde dem Betreffenden seitens für Abgeordnete, die zur Leitung jener Gesellschaften gehören, Der Geist unter den Parteigenossen ist ein vorzüglicher und der deutschen Gesandtschaft in Bern, der nach§ 2 des deutsch zulässig sein dürfe. Nunmehr hat es sich herausgestellt, daß etwa nothwendige Jms 25 v. H. aller Mitglieder des Oberhauses und etwa 40 v. H. berechtigt zu den besten Hoffnungen. Am nächsten Sonntag schweizerischen Niederlassungs Vertrags matrikulationsschein verweigert, und der Betroffene aller Unterhausmitglieder in der Direktion von Erwerbsgeseйfindet in Kg 3. Wusterhausen eine Versammlung statt. Den Genossen des Kreises ist zu empfehlen, alle Unregel- wäre, wenn es streng genommen würde, gezwungen, seine Arbeit schaften fißen. Dabei gehören zwei Lords und drei Gemeine als hier aufzugeben. Aber selbst der Basler Polizeibehörde, der man je mehr zehn Gesellschaften an. Herr Maclure mäßigkeiten genau zu vermerken, um einen eventuellen Wahl- doch sonst gerade nicht viel Arbeiterfreundlichkeit zuschreibt, tam ist Direktor von neunzehn Gesellschaften, Lord Tweeddale protest begründen zu können. an der Leitung von vierzehn Gesellschaften betheiligt. Aus Feldberg wird uns ferner berichtet: Am Sonntag dieses Zeugniß zu stark vor und genehmigte dem Arbeiter trotz des ist mangelnden Immatrikulationsscheins die Aufenthaltsbewilligung. Selbst zwei geistliche Peers, die Bischöfe von Gloucester und den 19. April waren wir in Wustrau mit der Verbreitung Daß man einen ehrlichen Arbeiter, der nur einmal wegen Beitelns Bristol, find an Versicherungsgesellschaften betheiligt. In wessen der Druckschrift: Wie der Junker dem Bauer hilft" beschäftigt. Wir wurden dabei von einem Manne in Zivil, der sich durch auf der Wanderschaft bestraft ist, solcher Art behandelt, ist zwar Interesse unter solchen Umständen die Gesetzgebungsmaschine in in Deutschland nicht mehr neu, daß aber die kleinen Sozialisten Bewegung gesetzt wird, liegt auf der Hand. Aus der finanziellen das Anstecken eines Blechschildes als Mann des Gesetzes kennt tödter ihr Handwerk auch noch über die deutsche Grenze aus Berquickung mit den südafrikanischen Unternehmungen des Herrn lich machte, betroffen und mit nach dem Amtshause genommen. dehnen wollen, verdient eine öffentliche Rüge. Rhodes erklärt sich auch die große Theilnahme, die dieselben in Die Schriften würden beschlagnahmt, uns jedoch in einigen England finden. Von den Aktien der Chartered Company bes Zagen vom Herrn Amtsvorsteher wieder zugestellt, da die BeFrankreich. sizzen der Privatsekretär des Prinzen von Wales 94, der Marquis schlagnahme nicht aufrecht erhalten werde". of Lorne 5, der Herzog von Fife 3835, die Herzogin von Devon shire 117, Leopold Siothschild 7546; während Rhodes 50 000 und Beit 25 000 Attien in Händen haben. Italien. - " -O Paris, 4. Mai.( Eig. Bericht.) Es wäre müßig, die Frage Zu den Reichstag3- Debatten über die vom erörtern zu wollen, warum Bourgeois so unvermittelt fich Bundesrath für die Bäckerei Arbeiter er an die Spitze der Revisionsbewegung gestellt hat. Denn, lassenen Schuhvorschriften ging uns folgende Ermögen ihm dabei prinzipielle, parteitaktische Rücksichten oder was wohl das richtigste persönlicher Ehrgeiz oder endlich tlärung zu: Rout, 3. Mai.( Eigener Bericht.) Das vom Ministerium In der Reichstags- Sigung vom 28. April hat der anti- sein dürfte beides zugleich geleitet haben, die Hauptfache ist, femitische Abg. Bielhaben unter verschiedenen Unwahrheiten daß er durch seine entschiedene Frontänderung die ganze radikale di Rudini herausgegebene Grünbuch, welches eine große Anzahl von Dokumenten erhält, die Crispi aus seiner im Parifer und Schimpfereien auf die sozialdemokratischen Bäckergesellen Partei für die Revisionsbewegung engagirt hat. auch erklärt: Die Sozialdemokratie bekämpft die Bäcker Die Ordnungspresse sucht den ehemaligen Minister Jour" bewirkten Dokumentenpublikation ausgeschlossen hatte, deshalb, weil bei den Bäckerinnungen allein die Gefellen einen präsidenten mit dem Schwindelgeneral Boulanger auf die gleiche hat dem Ministerium Grispi eine Niederlage bereitet, welche Gefellenausschuß gewählt haben, während sonst die Sozialdemo- Linie zu stellen und der neuen Bewegung den Spottnamen der Niederlage bei Adua an Vollständigkeit nicht nachsteht. Crispi fraten eine folche Wahl zu verhindern gewußt haben." Bourgeoisismus" anzuhängen. Der Vergleich hinkt aber hat alles gethan, um die Herausgabe einer vollständigen SammDemgegenüber haben wir als Mitglieder der Ge- in jeder Beziehung. Die boulangistische Bewegung ftüßte lung der zwischen seiner Regierung und dem Gouverneur von fellenausschüsse der Innungen Germania und sich auf eine politisch ungeschulte Maffe, die, durch blos Maffanah gewechselten Schrifistücke unmöglich zu machen; er hat im brav, général" viele Originaldokumente vor seinem Weggange aus dem MiniKontorbia zu erklären: Sämmtliche Mitglieder der Gefellen- instinktive Unzufriedenheit geleitet, Ausschüsse sind Sozialdemokraten und werden sich diese nicht weit mehr als in seinem" Programm" einen Retter aus der sterium entweder zerstört oder entwendet, so daß die als Schleppenträger der Innungen gebrauchen laffen, wie solches Noth erblickte. In der gegenwärtigen Bewegung, die ihre Haupts Regierung sich an die Telegraphenämter wenden mußte, Ropien von den verschwundenen Dokumenten zu der frühere, von den Innungen selbst ernannte Ausschuß ge- traft aus dem sozialistisch aufgeklärten Proletariat schöpit, be- um Ropien deuten die Personen nichts oder wenig, die Jdeen alles. Während erlangen. Noch jetzt fehlen manche wichtige Attenstücke, z. B. than hat. Wir sind in die Wahl eingetreten, um uns vor den ferner Boulanger die Revisionsbewegung als ein Sprungbrett die über die Kapitulation von Makalle. Aber das Machinationen der Innungen zu schützen. Hierfür einige Bei für seine werthe Person bezw. für irgend einen monarchistis was das amtliche Grünbuch enthält, reicht völlig hin, um ein benutzen wollte und demgemäß die flares Bild von der frivolen Leichtfertigkeit und Unwissenheit zu spiele, welche uns der Vorstand der Germania- Innung gegeben hat: fchen Prätendenten Unter verschiedenen Anträgen, die uns unterbreitet wurden, Bundesgenossenschaft der Monarchisten fuchte und fand, ist geben, mit welcher Griepi den Krieg mit Abeffynien geleitet hat. befanden sich auch diese: 1. Den Reichstags. Ab die neue Bewegung von ihrem Entstehen an durch und durch Das Grünbuch beweist, daß Crispi seit länger als einem Jahre geordneten Bebel auf grund seiner Rede im Reichstage demokratisch und republikanisch. Die offenen und verfappten von verschiedenen Seiten die bestimmtesten Angaben über die öffentlich als Lügner zu bezeichnen. 2. Die Bäckereiarbeiter unter Monarchisten kämpfen nunmehr im Lager der republikanischen Rüftungen Meneliks erhalten hatte; trotzdem fuhr er fort zu eine Art fittenpolizeiliche Kontrolle zu stellen und anderes mehr. Verdauungspartei, die durch den Mund ihres Ministerpräsidenten handeln, als ob niemand ihm in Abeffynien entgegentreten fönne. Bielleicht hat auch der Abgeordnete Bielhaben erfahren, welche Méline gegen die von Bourgeois in der letzten Rammerfizung Baratieri wies den Minister darauf hin, daß man sich entweder Verfassungsrevision zu einem großen Kriege rüsten oder Frieden schließen Antwort der Innungsvorstand erhalten hat? Und warum meisterhaft begründete Forderung der hat denn der Herr Abgeordnete Bielhaben diese nur den Einwand geltend zu machen wußte, daß das müsse. Crispi that teins von beiden. Die Fortdauer des Krieges allem nach Rube verlange. Damals fließ war ihm wünschenswerth, weil er durch diesen die Aufmerksam nicht vorgetragen? Im weiteren erklärte der Abgeordnete Land" vor Bewegung auf den Widerstand ber geeinigten feit von den inneren Fragen, insbesondere von der gegen seine Vielhaben, die Bäckergesellen bätten gar nicht gewußt, wie schlecht bie ihre Lage ist; der Bundesrath habe sie erst müssen darauf bürgerlichen Republikaner, denen sich sogar ein Theil der persönliche Ehrlichkeit erhobenen Anklagen ablenten konnte. Aber aufmerksam machen. Wir möchten den Abgeordneten Biel Sozialisten( Poffibilisten) angefchloffen hatten. Heute sind die die Mittel zu einer wirksamen Kriegführung verweigerte er haben doch ersuchen, einmal eine Bäckergesellen- Versammlung bürgerlichen Republikaner gerade durch die Revisionsfrage in Baratieri und verwies ihn darauf, diese Mittel sich aus den zu besuchen, vielleicht kann er sich einige Proben zur Aufklärung zwei feindliche Lager gespalten und die seither mächtig gewordene occupirten Theilen Abeffyniens zu verschaffen; auch Napoleon I. babe, so schrieb Crispi an Baratieri, feine Kriege mit den zu untersagen ist und Lehrlinge nur nach ärztlicher Untersuchung| Wegen der Maifeier sind in Dresden 16 Glasschleifer Geldern der Besiegten geführt! Als ob in dem armen zum Buchdruckgewerbe zuzulassen sind. der Firma Kurt Zieger ausgesperrt. Sie bitten die Berufsgenossen um solidarisches Verhalten. V ausgehungerten, von Menschen entblößten Tigre Schäße zu heben Wir sind gespannt darauf, ob der Bundesrath dem gewesen wären. Mit gleicher Unkenntniß aller einschlägigen Ver- naiven Begehren der Buchdruckereibefizer entsprechen wird. Die Aussperrung der Mohr'schen Arbeiter und hältnisse bereitete Crispi, während Baratieri schon von Menelikt Kaum weniger schlimm als die berüchtigte Agitation, die die Arbeiterinnen in Altona Bahrenfeld dauert fort, da hart bedrängt wurde, eine völlig phantastische Unternehmung Bäckermeister und andere Unternehmer selbst gegen die Herr Mohr 13 der ältesten Frauen, von welchen ift entfalten, gegen das hunderte von Meilen vom Kriegsschauplatz entfernte nothwendigsten Arbeiterschutz Bestimmungen Harrar vor. Und dieser Abenteurer hat sich zwei Jahre in der Sturmlauf, den die Buchdruckereibesitzer gegen die in Aus einige schon 16 und 18 Jahre bei ihm in Arbeit standen und seine Millionen mitſchaffen halfen, nicht wieder Italien am Ruder erhalten und auswärts sogar für einen sicht stehende Vorlage über den Betrieb der Buchdruckereien unter- in Arbeit stellte. Wir bitten die Arbeiterschaft Deutschlands, Staatsmann gelten können! nehmen. Es zeigt sich hier wieder, daß wirkliche Verbesse- uns in jeder Beziehung zu unterstüßen. Briefe sind zu richten rungen des Arbeiterlooses nicht mit, sondern nur gegen den Willen des Unternehmerthums geschaffen werden können, an: J. Reiser, per Adresse H. Krell, Ottensen, Ecke Hoheneſch gleichviel ob es in der Müllabfuhr oder in den kaum weniger und Kl. Karlstraße; Geldsendungen an D. Thomsen, Gr. Rainstraße 21 part., Ottensen. Breckfreien Tempeln Gutenberg's die Arbeiterschaft ausbeutet. J. A.: Die Streittommission. Nom, 6. Mai. Die Agenzia Stefani" meldet aus Massauah: Während der Nacht vom 4. zum 5. d. M. rückten Die Tigriner von den Orten, welche von dem Expeditionstorps besetzt waren, ab. Letzteres hat jetzt die Position von Dongollo bis Adrigat inne. Der Aus- und Zugang zum Fort Der Deutsche Verein für öffentliche Gesundheitspflege Aus Stettin wird telegraphirt, daß gestern sämmtliche sind vollständig frei. Gestern zogen aus dem Fort etwa hält vom 10.- 13. September in Kiel seine 21. Versammlung Schiffsarbeiter unerwartet in den Ausstand getreten 300 Verwundete und Krante ab; mehrere wurden auf Trag- ab. Die Tagesordnung weist folgende Gegenstände auf: Grund- wären, um höhere Löhne zu erzwingen. Sie werden das wohl bahren herausgeschafft; alle gingen in der Richtung auf wasserversorgung mit besonderer Berücksichtigung der Enteifenung; nur gethan haben, weil sie Besserung ihrer gewiß nicht rosigen Referenten: Baurath A. Thiem- Leipzig, Prof. Dr. Bernhard Lage auf keine andere Weise hoffen dürfen. Das Reuter'sche Bureau" meldet aus Kairo vom heutigen Fischer- Kiel. 2. Einrichtung von Heimstätten für Wöchnerinnen; Die Weber Reichenbachs in Schlesien haben durch ArbeitsTage auf grund einer amtlichen Depesche, daß die italienischen Referent Dr. H. B. Brennecke Magdeburg. 8. Bekämpfung der Truppen wohlbehalten in Adigrat eingerückt seien und die Diphtherie; Referent: Prof. Dr. Karl Fränkel- Halle. 4. Die niederlegung eine Lohnerhöhung erreicht. Es kam infolge der Garnison entsetzt hätten. Mitwirkung der Aerzte bei Handhabung der Gewerbebygiene; Vermittlung des Fabrikinspektors Töpert zu einem Vergleich. Referent: Medizinalrath Dr. Gottlieb Merkel- Nürnberg. 5. Die Am Montag nahmen 1200 Arbeiter die Arbeit wieder auf. Rumänien. gesundheitlichen Verhältnisse in der Handelsmarine und auf den modernen Dampfschiffen; Referenten: Prof. Busley Kiel und Hafenarzt Dr. Nocht- Hamburg. Adicaje ab. " = = In Lübeck ist die wegen der Maifeier erfolgte Au3. Bukarest, 5. Mai. Die Agence Roumnaine" meldet: sperrung der Arbeiter der Koch'schen Schiffswerft Stubenten veranstalteten heute Rundgebungen gegen schon wieder zurückgenommen. Das Personal konnte die ungarischen Jahrtausend Festlichkeiten; Der Magiftrat Dortmunds hat das Gesuch des Gewerbe- bereits am Montag die Arbeit wieder aufnehmen. Die Direktion fie versammelten sich im Cismigiu- Garten und durchschritten gerichts um Schaffung eines städtischen Arbeits nach der Werft hat wohl eingesehen, daß sie mit der Aussperrung hierauf in geordnetem Zuge die Hauptstraße, während die weises u. a. mit der Begründung abgelehnt, die Sozialdemo- teine Heldenthat beging, die des Lorbeers würdig wäre. begleitende Musit nationale Weisen spielte. Ungefähr fratie werde diese Einrichtung agitatorisch ausrüßen, und er 40.000 Personen schlossen sich dem Zuge au. Die schlägt den Stadtverordneten vor, dem Gesuch ebenfalls nicht Aus Bielefeld wird in der bürgerlichen Presse berichtet: Kundgebung verlief ohne jeden Zwischenfall; es herrscht voll zuzustimmen. Dieser Beschluß des Magistrats ist das Gegentheil Die Streitbewegung zieht immer weitere Kreise und dehnt sich ständige Ruhe. von Weisheit. Gerade die Verweigerung des selbst von Re- wie eine Epidemie von einem Fabriketablissement auf das andere Rußland. gierungsbehörden geförderten und in vielen Städten bereits ein- aus, namentlich leidet darunter die Wäsche branch e. Die In Warschau wurden, einer Meldung Krakauer geführten Gemeinde Arbeitsnachweises wird die Dortmunder Wirkungen derselben sind nicht lokaler Natur, sondern machen Blätter zufolge, am Sonnabend zahlreiche Studenten, darunter Arbeiterschaft zu der Erkenntniß bringen, daß sie sich in immer sich bereits in ganz Deutschland, also auch in unserer Gegend Söhne russischer Beamten, und mehrere andere Personen steigender Zahl der Sozialdemokratie anschließen muß, wenn geltend. Denn infolge der überaus erheblichen Steigerungen der während einer geheimen nihilistischen Versammlung verhaftet. ihre Interessen in der Gemeindeverwaltung die gebührende Be- Löbne, infolge deren z. B. die Wasch und Plättarbeit für ein rücksichtigung finden sollen. Dutzend Oberhemden sich um etwa eine Mart theuerer als im Afrika. Vorjahre stellt, sab sich die Bielefelder Wäsche Industrie, um nicht geradezu ohne Nußen zu arbeiten, gezwungen, auf alle Fabritate eine Preiserhöhung eintreten zu lassen; soweit sie nicht schon eingeführt ist, steht dieselbe unmittelbar bevor. A Aus Dresden berichtet die Frankfurter Zeitung", daß die Dar es Salaam, 4. Mai. Der Gouverneur v. Wißgrößeren Möbelfabriken dort und in der Umgebung die mann, welcher in jüngster Beit mehrfach unter Fieberanfällen Waarenpreise bis zu etwa 10 pet. erhöht haben, um die Arbeitszu leiden hatte, wird sich am 11. d. Mts. in Sansibar auf dem löhne ausbessern zu können. dort abgehenden französischen Dampfer einschiffen und sich zu einem mehrmonatlichen Urlaub nach Europa begeben. Südafrikanisches. Eine amtliche Depesche aus Kapstadt meldet, daß die Matabili sich aus der Nähe von Buluwayo zurückgezogen haben. Man nimmt an, daß sie des Kämpfens müde sind und sich zur Wanderung gegen Norden rüsten. Amerika. Amtlich wird aus Havannah gemeldet, daß bei Remedios, in der Provinz Matanzas, mehrere Gefechte stattgefunden und die Insurgenten dabei einen Verlust von 51 Todten gehabt haben. Partei- Nachrichten. Erklärung. Ein Verband der Textilwaarenfabrikanten hat sich auch in Chemnitz gebildet. Die bedeutendsten Firmen der Weberei, Wirterei, Spinnerei und Färberei sollen ihm bereits angehören. Der Verband besitzt einen großen Kapitalfonds. Zweck der Organisation ist, etwaigen Streifs der Textilarbeiter wirksam entgegenzutreten. Mögen die Textilarbeiter allerorts aus der Bildung solcher Unternehmerverbände die Lehre ziehen, daß sie sich ebenfalls sammt und sonders vereinigen müssen, um ihre Interessen mit Erfolg wahrnehmen zu können. Der Bau einer Lungen- Heilanstalt für das ganze Groß herzogthum Hessen ist von der Alters- und InvaliditätsVersicherungsanstalt dieses Landes beschlossen worden. i Das Freie deutsche Hochstift in Frankfurt a. M. hat das zweite Heft des 1896er Jahrgangs seiner Sigungsberichte herausgegeben. Dasselbe enthält u. a. den Bericht J. H. Epstein's Der Bericht im heutigen Vorwärts" über die Montagsüber eine Sigung, wo das„ Mary- Engels'sche Problem der Profit Versammlung der Berliner Liga zur Herbeiführung des Achtuhr- rate" behandelt wurde. 0 Ueber den Maurerstreik in Breslau berichtet die„ Voff. Zeitung" unterm 5. Mai: Der Ausstand dehnt sich auf sämmtliche Bauten aus, überall ist die Arbeit eingestellt, selbst bei Privatleuten, die ein oder zwei Mann im Hause zu Reparaturen beschäftigt haben, wird gefeiert. Im Laufe des Montags haben ich im Hauptbureau des Ausstandskomitees 1600 Gefellen als Ausständige eintragen lassen. Die Schmiede Leipzigs stehen im Streit. Ju Arustadt i. Th. dauert der Streit in der Schuhfabrit von Görber u. Co. unverändert fort. Ein Versuch zu verhandeln wurde zurückgewiesen. Die Ausständigen ersuchen vor allem um strenge Vermeidung des Zuzugs, dann sei ihnen der Sieg sicher. Die Arbeiterpresse wird um Abdruckt dieser Notiz gebeten. In München streifen, nach bürgerlicher Meldung, von dem 425 Arbeiter und Arbeiterinnen umfassenden Personal der Bürstenfabrik von Pensberger u. Go.. gegen 400 wegen Maßregelung eines Rollegen; den Forderungen nach höherem Lohn soll die Firma zum größten Theil entgegenkommen Ladenſchluſſes, für die mein Name als Redner auf den Platten Ju Offenbach a. M. find, wie unser dortiges Partei- Organ, wollen. Die Ausständigen find Mitglieder des deutschen Solnicht angeschlossen. genannt wurde, giebt mir aufs neue Veranlassung, dagegen zu protestiren, daß ich ohne meinen Willen und mein zuthun als das„ Offenbacher Abendblatt" mittheilt, Vorbereitungen zur Erarbeiter- Verbandes. Die außer der Fabrik arbeitenden 260 EinRedner in Versammlungen öffentlich angezeigt werde. Es ist richtung eines städtischen Arbeitsnachweises im zieherinnen und Polirerinnen haben sich dem Streit angeblich dies eine Unfitte, die auch in der Provinz immer weiter um sich Gange. greift und mir schon oft und in der letzten Zeit wiederholt Verlegenheiten bereitet hat. Sobald ich fünftig wieder von einer ähnlichen mißbräuchlichen Anwendung meines Namens Kenntniß erhalte, werde ich ohne Rücksicht auf die Folgen für die Urheber öffentlich mich dagegen verwahren. Berlin, den 6. Mai 1896. A. Bebel. Aus der Schweiz. In Arbon am Bodensee ist der Schloffer Günther in den thurgauischen Kantonsrath gewählt worden, wohl der erste sozialdemokratische Arbeiter, der ins Frauenfelder Parlament einzieht. " Soziale Mebersicht. Die acht württembergischen Arbeitsämter hatten im Der Zimmererftreik in Cannstatt( Württemberg) ist beendet. Monat März seitens der Arbeitgeber 4385 Aufträge, diesen standen Nach dreistündiger Verhandlung vor dem Gewerbegericht einigten 5350 Arbeitsgesuche gegenüber, aber nur 2543 Personen waren sich die Parteien dahin, den Frieden unter denselben Bedingungen fo glücklich, Arbeit zu erhalten, während 2807 Arbeiter in dem wie in Stuttgart zu schließen( f. Vorwärtsbeilage Nr. 108.) fleinen Lande weiter hungern müssen, ungerechnet diejenigen, die Die Arbeit wurde größtentheils gestern( Mittwoch) wieder aufsich bei den Arbeitsämtern nicht melden. " = genommen. Ueber die Fabrik Jufpektorinnen feines Bezirkes In der Werkzeugfabrik von G. Baldauf in Stutte spricht sich im lezten Jahresbericht der französischen Fabritgart haben sämmtliche Arbeiter die Arbeit niedergelegt. Sie inspektion der Inspektor Blaise, der in der Hauptsache das verlangten an stelle der noch elfstündigen Arbeitszeit eine solche Departement der alten Normandie beaufsichtigt, wie folgt aus: von 10/2 Stunden und für den Lohnausfall 5 pet. Lohnerhöhung. Da diese Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Der sechste Aussichtsbezirk, der sieben Departements umfaßt, hat außerdem 25 pet. Zuschlag für Ueberstunden. Der verantwortliche Redakteur des, Voltsboten" 6 Departementsinspektoren, deren Eifer und Hingebung ich gern Forderungen nicht bewilligt wurden, legten sämmtliche 54 Mann in Stettin, Genosse Oh1, hat die einmonatige Gefängnißstrafe anerkenne, sowie eine Inspektorin mit dem Sitz in Rouen, die einmüthig die Arbeit nieder. angetreten, die ihm wegen Beleidigung der dortigen Staats- lediglich die weiblichen Arbeiterinnen in den Städten Rouen, Die Manrer und Zimmerer Mülhausens i. E. streifen Die anwaltschaft auferlegt ist. Sein Gesuch um Strafaufschub wurde le Havre, Dieppe, Elbeuf u. s. w. zu überwachen hat. abgelehnt, obgleich er es u. a. mit schwerer Krankheit seines Inspektorin hat ihr Amt mit größter Korrektheit( avec la cor- feit 4. Mai. Ihre Hauptforderungen find der Behnstundentag Rindes begründete. rection la plus grande) und mit bemerkenswerthem Eifer ver- und die Abschaffung der Akkordarbeit. sehen. Sie hat der Gesundheitspflege in den kleinen Werkstätten, Aus der Schweiz. Die Lohnbewegung der Tischler die bis dahin noch niemals besucht worden waren, Eingang ver- und Zimmerleute in Basel ist noch nicht abgeschlossen. schafft und hat ebenso die geseglichen Vorschriften für die Fabrit Ueber 40 Bauplätze und Werkstätten ist die Sperre verhängt Dann wird und etwa 50-60 Tischler und Zimmerer stehen noch im arbeit zur Kenntniß und Geltung gebracht." Die Baseler Klempner sind in eine Lohnrühmend erwähnt, wie die Beamte einen Hilfsverein für die Streit. bis dahin ganz verlassenen Arbeiterinnen der Kleininduftrie und bewegung eingetreten. Als Forderungen wurden aufgestellt: des Handwerks mit Hilfe bürgerlicher Notabilitäten organifirt 15 pet. Lohnerhöhung, Anerkennung des 1. Mai als Feiertag, habe, und mit folgenden Worten geschlossen:„ Es wäre zu obligatorische Benuzung des Arbeitsnachweises. des Fachvereins. wird zur Rücäußerung acht Tage Be wünschen, daß alle wichtigeren Mittelpunkte weibliche Inspektoren Den Meistern bekämen, die je nach Bedürfniß em oder mehrere Departements denkzeit gegeben. Ber ablehnendem Verhalten soll am nächsten beaufsichtigten und die Landbevölkerung einstweilen beseite ließen. Sonntag der Streit erklärt werden. Die auswärtigen Klempner Was sagt Herr v. Berlepsch dazu? werden um solidarisches Der Verhalten gebeten. Schweizerische Typographenbund hat auf 24. Mai dieses Jahres feine jährliche Generalversammlung nach Zürich einberufen. Aus der Tagesordnung heben wir hervor: 1. Antrag der Sektion Luzern auf Ausarbeitung eines schweizerischen Vor dem Einigungsamt des Berliner Gewerbegerichts wurden am Dienstag zunächst zwei Schneidergesellen vernommen, die beim Zwischenmeister Gralizer auf Jackets arbeiten. Der eine erhält bei täglich 12 stündiger Arbeitszeit 16 M. WochenJohn, der andere, der als Stepper und Bügler beschäftigt wird, 18 M. Danach erschienen eine Anzahl Arbeiterinnen, die für die Firma Lange u. Löwenthal Anzüge für Knaben 1-6 Jahren anfertigen. Sie erhalten für eine Jacke 30-40 Pf., für eine Hose 15-20 Pf. und sind täglich meistens 12, einige auch 15 Stunden thätig, wobei sie einen Wochenverdienst von 6, 7, 8, bis höchstens 13 M. erzielen. Davon gehen aber noch Unkosten für Garn 2c. in Höhe von durchschnittlich 1 M. ab. " دال D von Gewerkschaftliches. um Erlaß Bei den Vernehmungen am Mittwoch giebt ein ZwischenDer Streik der Müllwagen- Kutscher und Schaffner der meister der Rockbranche an, daß er zwei Gesellen beschäftigt, die wirthschaftsgenossenschaft Berliner Grund- Normaltarifs. Antrag Bern betreffs Aufforderung zur Einbei der Anfertigung von Jackets und Gehröcken bei einer täg- besiger, der am 1. Mai begann, kann, wie ein Lokalbericht führung der neunstündigen Arbeitszeit im Laufe des nächsten lichen Arbeitszeit von 14-15 Stunden wöchentlich 16-18 m. erstatter meldet, bereits als beendet betrachtet werden. Die Jahres, und kräftige Agitation in allen Gebieten, wo der Werverdienen. Wenn die Arbeit drängt, wird oft die ganze Nacht Arbeiter sollen bis auf 7 Mann wieder in den Dienst der Gesell- band noch nicht festen Fuß gefaßt; und endlich Antrag Arnolddurchgearbeitet. In diesem Falle kommen die Gesellen auf einen schaft getreten sein. Die Nichteingestellten haben ebenfalls bei Basel betreffend Eingabe an den Bundesrath Wochenverdienst von 24 M. Zwar wird niemand zur Nacht- einer anderen Gesellschaft und zwar, wie sie angeben, zu besseren hygienischer Vorschriften zum Schutze der Setzer gegen Lungenschwindsucht.arbeit gezwungen, wem es aber nicht paßt, der kann gehen. Bedingungen Beschäftigung gefunden; dagegen sind die Unter derselben Voraussetzung wälzt auch der Meister einen ihm während des Streits Nachweis für Ju Verviers haben die Fabrikbefizer ein Anfchreiben an die von der Firma Leop. Pinn der glatten Rechnung wegen" ge- Arbeitslose gesandten Aushilfsarbeiter wieder Arbeitskommission der ausständigen Weber gerichtet, in machten Abzug von 9 Pf. pro Anzug auf die Gesellen ab. Eine entlassen worden. Die übliche bürgerliche Befürchtung", daß es dem sie zwar das Zweistuhlsystem unbedingt aufrecht halten, Anzahl Arbeiterinnen auf Knabenanzüge machen ähnliche An- auf der Haupt- Abladestelle bei Stralau zu Ausschreitungen aber den Arbeitern gewisse Zugeständnisse nicht versagen. Sie gaben, wie in der Sigung vom Dienstag gemacht wurden. zwischen den Streikenden und den Aushilfsarbeitern tommen ersuchten die Ausständigen, nochmals die Sachlage zu prüfen, da Der Bund der Berliner Buchdruckereibefizer hat, um werde, war selbstverständlich unbegründet. Die Streifenden die Lage der Arbeiter durch das neue Eystem nur verbessert der Eingabe, welche der deutsche Buchdrucker Verein gegen die hatten sich wohl zahlreich auf dem Plage eingefunden, doch werde. Die Ausständigen baben aber, wie der„ Köln. 3tg." geEinführung der vom Reichskanzler dem Bundesrathe vorgelegten fanden die vielen dorthin beorderten Polizeibeamten teinen Anlaß meldet wird, am Montag beschlossen, den Ausstand fortzusehen, da die Vorschläge der vereinigten Fabrikanten ihnen nicht Bestimmungen für die Einrichtung und den Betrieb von Buch- zum Einschreiten. genügen. druckereien und Schriftgießereien an den Bundesrath gesandt hat, In der Malek'schen Schuhfabrik in Berlin, Lands mehr Nachdruck zu verleihen, beschlossen, seinerseits ebenfalls eine Eingabe zu machen, in welcher folgende vom Vereine bergerstr. 32, ist der vorige Woche durch Vergleich beendete Streit gefaßte Resolution zum Ausdruck gebracht werden soll: Die auss neue ausgebrochen, weil Herr Malet, wie uns von betheiVersammlung erklärt sich gegen die vom Reichskanzler durch ligter Seite bezichtet wird, den Vergleich nicht eingehalten hat. Der genannte Unternehmer will sich Arbeiter von auswärts den Bundesrath beabsichtigte Einführung neuer Beschränkungen tommen lassen, weshalb die Ausständigen um Fernhaltung des des Buchdruckgewerbes und erklärt es besonders für Zuzugs ersuchen und die Arbeiterpresse um Abdruck dieser Notiz bitten. die hiesigen Verhältnisse unmöglich 1. jeder beschäftigten Buzugs ersuchen und die Arbeiterpresse um Abdruck dieser Notiz Person einen Luftraum von 15 Rubikmeter zu gewähren, 2. die Wände und Decken mindestens einmal jährlich mit einem 400 Tischler sind in Leipzig noch wegen der Maifeier frischen Kalkanstrich zu versehen oder den Delanstrich mit ausgesperrt. Die Fabrikanten suchen auswärts Arbeitskräfte, warmem Wasser und Seife abzuwaschen, 3. für höchstens fünf u. a. auch in Berlin. Die Tischler Berlins werden, deß sind Arbeiter eine Waschgelegenheit zu beschaffen. Außerdem dürfen wir überzeugt, gescheidteres thun, als den Lockrufen der Herren die Ausnahmen nicht dem Ermessen der Verwaltungs- an der Pleiße zu folgen. Intelligente Arbeiter lassen sich nicht mit behörden überlassen, sondern müssen gestattet werden. Lenten ein, die ohne Wimperzucken hunderte von Arbeitern aufs Dagegen ift die Versammlung der Auficht, daß das Pflaster sehen, wenn diese einmal im Jahre einen freien Tag Zabatrauchen in den Druckereien aus Gesundheitsrücksichten haben wollen. Depelchen und lehte Nachrichten. Dresden, 6. Mai.( W. T. B.) Weiteres Steigen der Elbe wird gemeldet. Zur Zeit ist der Wasserstand 4 Meter über Null. Die direkten Anwohner sind in großer Aufregung. Die direkten Anwohner sind in großer Aufregung. Stockholm, 6. Mai.( W. L. B.) Die erste Kammer lehnte heute mit 102 gegen 26 Stimmen den Wahlreform Gefeßentwurf der Regierung ab. Derfelbe ist damit für die Verhandlungen des jebigen' eichstages erledigt. Madrid, 6. Mai.( W. T. B.) In Alosno( Provinz Huelva) wurden durch eine in einem Tanzsaale vorsätzlich angelegte Feuersbrunst 6 Personen getödtet und eine weitere Anzahl ver wundet. Der Brandstifter ist verhaftet. Alexandria, 5. Mai.( W. T. B.) Die Cholera- Epidemie breitet sich aus; gestern erkrankten hier 17 Personen, 11 starben. Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Truck und Verlag von May Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen. 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 106. Reichstag. 85. Sigung vom 6. Mai 1896. 1 hr. Donnerstag, den 7. Mai 1896. Abg. Benoit( srs. Vg.) spricht sich gegen den§ 7 aus, namentlich soweit die Würfelform für die Margarine und Margarinekäse vorgeschrieben wird. 13. Jahrg. Abg. v. Podbielski( t.) regt an, die Resolution 1 auf die Butter auszudehnen. Die beiden Resolutionen werden angenommen. Damit ist Abg. v. Kardorff( Rp.): Wenn nicht eine Kontrollabgabe die zweite Berathung des Margarinegesezes erledigt. erhoben wird, dann werden die üblichen Sparsamkeitsrücksichten Schluß 5/2 Uhr. Nächste Sigung Donnerstag 1 Uhr. dahin führen, daß die Aufsichtspersonen sehr sparsam angestellt( Dritte Berathung des Gesetzes, betr. die Bekämpfung des Die zweite Berathung des Gesezentwurfes, betr. den Verwerden. Die einzige Garantie für eine wirksame Kontrolle liegt unlauteren Wettbewerbes, und der Novelle zum Genossenschafts. fehr mit Butter, Schmalz und deren Ersay- darin, daß die Kontrollabgabe die Mittel dafür zur Ver- gefeß, sowie zweite Berathung des Gesetzes, betr. den Abgabemitteln, wird fortgesetzt bei§ 6, welcher nach der Regierungs- fügung stellt. tarif für den Kaiser Wilhelm- Kanal. Am Tische des Bundesraths: v. Hammerstein. Diese lettere Vorschrift hat die Kommission gestrichen und auch das Feilhalten von Margarine in den Räumen, wo Butter feilgehalten wird. Die Sozialdemokraten beantragen die Wiederherstellung der Regierungsvorlage. Abg. Schmidt- Warburg( 3.) beantragt folgenden Zusatz: " Gastwirthe, Restaurateure, Konditoren und Bäcker, welche sich zur Herstellung von Nahrungs- und Genußmitteln der Margarine bedienen, haben solches durch augenfälligen Anschlag in den Speise und Verkaufsräumen ihres Gewerbes und, falls Speisezettel geführt werden, auch durch Vermerk auf legteren fund zu geben." Abg. Schmidt- Warburg( 3.) begründet seinen Antrag. Abg. Herbert( S03.) erklärt sich gegen den Antrag und gegen den Beschluß der Kommission; das Verbot des Feilhaltens in denselben Räumen, in denen auch Butter verkauft werde, sei undurchführbar für die kleinen Städte und das platte Land, wo vielfach nur ein einziges Geschäft vorhanden sei. Das Verbot sei auch zwecklos, da Margarine schon genügend gekennzeichnet sei durch die Verpackung. Parlamentarisches. vorlage verbot, daß in den Räumen, woselbst Butter oder Direktor im Reichsamt des Innern Schröder erklärt sich Butterschmalz gewerbsmäßig hergestellt, aufbewahrt oder gegen den Antrag Grand Ry, da zwar jeder Fabrikant einen verpackt wird, die Herstellung, Aufbewahrung und Ver- Namen oder eine Firma führt, aber nicht verpflichtet ist, eine packung von Margarine oder Kunst Speisefett stattfinden Fabrikmarke zu führen. In der Kommission für das Bürgerliche Gesetzbuch darf. Diese Bestimmung sollte aber auf den Kleinhandel nicht Abg. Wurm( Soz.): Die Anbringung der Fabrikmarke würde Anwendung finden. verhindern, daß minderwerthige Waare an den Markt kommt. wurde in der Sitzung am Mittwoch zunächst der Versuch des Wenn Herr v. Kardorff eine Kontrollabgabe, also eine neue Bentrums, das in Deutschland seit dem 1. Januar 1876 ab Steuer einführen will, so werden dadurch die Interessen geschaffte Institut einer Scheidung von Tisch und Bett der Aermeren nicht gefördert. Wir sind für eine scharfe Kontrolle( statt dem Bande nach) wiedereinzuführen, von Erfolg gekrönt. von Sachverständigen; aber warum soll diese Kontrolle bezahlt Konservative, Freikonservative, von Bennigsen und freisinnige werden von der armen Bevölkerung, welche die Margarine genießt? Vereinigung( Schröder) stimmten folgendem neuen§ 1557a Gine Kontrollabgabe zum Echutz des Butterexports tönnte von gegen die Stimmen der Freifinnigen Volkspartei( Rauffder exportirten Butter erhoben werden, aber nicht von der Mar- mann und Munckel) und der Sozialdemokraten( Frohme und garine, welche die Leute essen, die keine Butter faufen tönnen. Stadthagen) zu:" Der Ehegatte, der auf Scheidung zu flagen Die Getreidezölle sollten auch nur eine Kontrollabgabe sein und berechtigt ist, kann statt auf Scheidung auf Auffind nachher von 50 Pf. auf 5 M. gestiegen. Die Fälschungen, bebung der ehelichen Gemeinschaft klagen. Verder andere Ehegatte, daß die Ehe, wenn die die in England festgestellt sind, bestanden nicht im Margarine langt zusah, sondern in dem Vorhandensein einer großen Menge von Klage begründet ist, geschieden werde, so ist auf Scheierkennen." zu Dieselbe Mehrheit stimmte einer Wasser und Salz, die von den Butterproduzenten zugesetzt waren. dung ( Widerspruch rechts.) Wenn man den Butterexport befördern Reihe von Anträgen bei, die diesen in§ 1557 a zum will, so muß eine scharfe Kontrolle eingeführt werden; die Chita- Ausdruck gebrachten Gedanken näher präzisirten. Frohme und Stadthagen begründeten dann ihren Antrag, die die Ehenirung der Margarine allein thut's nicht. Abg. v. Podbielski( t.): Es wird Faktoreibutter, welche schließung und die Ehescheidung regelnden Theile des Entwurfs fünstlich mit Wasser und Salz versetzt ist, die gar nicht deutschen zu fireichen und es also bei den bestehenden Gesetzen zu beUrsprunges ist, unter deutscher Flagge ausgeführt zum Schaden lassen. Sie wiesen zur Motivirung ihres Antrages auf die erder deutschen Produktion. Ich bin sehr für eine strenge Unter- heblichen Erschwerungen, welche der Entwurf, so wie er gestaltet ist, der Eheschließung und Ehescheidung Ehescheidung im Gegensat fuchung der exportirten Butter. zum geltenden Recht schaffen will. Das Zentrum, dem der Entwurf noch nicht weit genug geht, erklärte, seine definitive Stellung sich bis zur zweiten Lesung vorbehalten zu müssen. Der Antrag unserer Genossen wurde darauf abgelehnt. Die Kommission ging dann zur Gestaltung des 5. Titels des Familienrechts(§§ 1836 bis 1845: Wirkungen der Che i m all. Die§§ 1386 und 1337 des Entwurfs gemeinen" über. 1836: Die Ehegatten find ein: schlagen ander zur ehelichen Lebensgemeinschaft verpflichtet. Stellt sich das Verlangen eines Ehegatten nach Herstellung der Gemeinschaft als Mißbrauch seines Rechtes dar, so ist der andere Ghe= gatte nicht verpflichtet, dem Verlangen Folge zu leisten." § 1337: Dem Manne steht die Entscheidung in allen das gemeinschaftliche eheliche Leben betreffende Angelegenheiten zu; er bestimmt insbesondere Wohnort und Wohnung. Die Frau ist nicht verpflichtet, der Entscheidung des Mannes Folge zu leisten, wenn sich die Entscheidung als Mißbrauch seines Rechtes darstellt." Abg. Galler( füdd. Vp.): Man scheint anzunehmen, daß die Verkäufer von Margarine sehr wohlhabende Leute sind; das ist aber durchaus nicht der Fall. Die betreffenden Geschäftsleute, welche auf die minder wohlhabende Bevölkerung rechnen, sind kleine Detailisten, die meist mit wenigen Mitteln ihr Geschäft anfangen. Wenn sie besondere Geschäftsräume für den Verkauf von Margarine beschaffen sollen, so schädigt man sie in ihrer Existenz. Wenn die Gegner der Margarine in der Richtung des§ 6 aber unbedingt etwas für nöthig halten, dann sollten sie höchstens die Hegierungsvorlage annehmen. Der Antrag Schmidt sei undurchführbar und müsse deshalb abgelehnt werden. Direktor im Reichsamt des Junern Schröder tritt für die Wiederherstellung der Regierungsvorlage ein. Abg. v. Kardorff( Rp.): Die Kontrollabgabe liegt im fie nicht erhoben Interesse des arbeitenden Volkes; wenn wird, muß das arbeitende Volk durch seine Steuern auch zur Deckung der Kontrolllafen beitragen. Abg. Wurm( Soz.): Daß die Staatsausgaben hauptsäch lich von den arbeitenden Klaffen getragen werden, ist richtig. Wir werden uns bemühen, diese Anschauung des Herrn v. Kardorff in die weitesten Kreise des Volkes zu tragen. Aber des halb wollen wir eben keine besondere Abgabe von den Arbeitern erheben, welche sich mit Margarine begnügen müssen. Abg. Weiß( fr. Vp.): Der Minister v. Hammerstein hätte mittheilen sollen, auf welche Art die Butterfälschungen, welche in England festgestellt sind, ausgeführt worden sind. Abg. Benoit( fri. Vg.): Die Gesetzgebung anderer Staaten schreibt meist nur für die Herstellung der Margarine besondere§7 wird mit dem Antrage Grand- Ry angenommen, ebenso Räume vor.( Buruf: Frankreich!) Der Beschluß der Kommission ohne Debatte§ 8, wonach auf Rechnungen, Frachtbriefen 2c. sei höchstens für die großen Geschäfte in den großen Städten für Margarine 2c. Bezeichnungen entsprechend diesem Gesetz geausführbar, denn der fleine Kaufmann auf dem Lande braucht werden müssen, und§ 8a, welcher die Beauftragten der müsse alles mögliche führen und vor allen Dingen Polizeibehörde zur Geheimhaltung der ihnen infolge ihrer ThätigButter auch Margarine. Wenn man folche feit bekannt gewordenen Thatsachen verpflichtet. Bestimmungen für die Kaufleute macht, dann muß man fast annehmen, daß mindestens die Hälfte der Kaufleute Betrüger sind. Abg. Hilpert( bayerischer Bauernbund) spricht sich für den Antrag Schmidt aus. neben Geheimrath Bumm erklärt sich gegen den Antrag Schmidt, der nur zutreffend sein würde, wenn Margarine das einzige Ersatzmittel für Butter wäre. Wenn nur die Verwendung von Margarine deklarirt werden müsse, so besteht teine Sicherheit, daß nicht statt der Margarine und Butter viel schlechtere Fette, amerikanisches Schmalz oder etwas Aehnliches verwendet wird. Wenn der Konsument geschützt werden soll in Gastwirthschaften, dann müsse die Verwendung von Kaffee- Erfahmitteln, von Fleischextratt u. i. w. ebenfalls unter Deklaration gestellt werden. Abg. Graf Bernstorff( Welfe) stellt sich auf den Boden der Regierungsvorlage. Abg. v. Plön( t.) tritt sowohl für den Antrag Schmidt wie für§ 6 ein, weil in diesen Fällen das Publikum selbst eine Kontrolle ausüben kann. Auf dem Lande ist die Durchführung des§ 6 nicht schwer; Butter wird meist von den Produzenten felber verkauft. Der Händler kann sich also für Butter oder Margarine entscheiden. Abg. v. Grand- Ny( 3.) tritt ebenfalls für den Kommissionsbeschluß ein. Minister v. Hammerstein: Im deutschen Landwirthschaftsrath wurde 1894 von dem Referenten, der auch hier Referent ist ( Abg. Rettich), ein Antrag gestellt, entsprechend dem Antrage des Abg. Schmidt. Es wurde beschlossen, darüber eine gründliche Untersuchang anzustellen. Die Untersuchung hat stattgefunden und der Antrag in 1895 vom deutschen Landwirthschaftsrath abgelehnt worden, weil er undurchführbar ist.( Hört, hört! linfs.) Abg. Krzyminski( Pole): Der Antrag ist ungerecht, weil er allein die Margarine deklarationspflichtig macht, und unzweckmäßig, weil er nicht durchgeführt werden kann; denn der Nachweis der Margarine in den Saucen ist nicht möglich. Darauf wird die Diskussion geschlossen. Zur Geschäftsordnung erklärt Abg. Schmidt- Warburg, daß er von der Richtigkeit seines Antrages noch überzeugt sei, aber er wolle nicht die Annahme des Gesetzes durch seinen Antrag gefährden und ziehe ihn deshalb zurück. Nach§ 9 ist der Bundesrath ermächtigt, das gewerbsmäßige Verkaufen und Feilhalten von Butter, deren Fettgehalt nicht eine bestimmte Grenze erreicht oder deren Wasser oder Salzgehalt eine bestimmte Grenze überschreitet, zu verbieten. Die Sozialdemokraten wollen das Festhalten von Butter mit weniger als 80 pCt. Fettgehalt, 10 pCt. Wasser und mehr als 3 pet. Salzgehalt verbieten. Abg. Wurm( Soz.) empfiehlt diesen Antrag; man könne eine solche Vorschrift dem Bundesrath überlassen. Abg. v. Podbielski( t.) ist auch seinerseits einverstanden mit diesem Antrage. Direktor im Reichsamt des Innern Schröder: Wenn der Antrag angenommen würde, würde er selbstverständlich auch auf die Butter Anwendung finden, welche in Hamburg ver arbeitet wird. Abg. v. Podbielski: Eine flare Antwort ist nothwendig auf die Frage, ob dieses ganze Gesez auch für das Freihafen gebiet gilt. Direttor im Reichsamt des Innern Schröder: Jedes Reichsgesetz gilt für das ganze Reichsgebiet, auch für die Frei hafengebiete soweit nicht ausdrücklich das Gegentheil in dem Gesch vorgeschrieben ist. Gegen die Stimmen einiger Konservativen, Nationalliberalen und Sozialdemokraten wird der Antrag der letzteren abgelehnt und§ 9 unverändert angenommen. Den§ 11, wonach dieses Gesetz keine Anwendung finden soll auf Erzeugnisse, welche zum Genusse für Menschen nicht bestimmt find, hat die Kommission gestrichen. Nachdem Geheimrath Bumm für die Wiederherstellung der Vorlage eingetreten ist, wird§ 11 unverändert angenommen. Die§§ 12-16 enthalten Strafbestimmungen. Beim§ 12 bemängelt vor: Frohme und Stadthagen beantragen Streichung beider Paragraphen. Eventuell schlagen sie an stelle des§ 1837 folgende Fassung vor: In allen das gemeinschaftliche eheliche Leben be treffende Angelegenheiten sind beide Ehegatten gleichberechtigt. Bei Meinungsverschiedenheit über den ehelichen Aufwand ent scheidet derjenige Theil, aus dessen Vermögen die Ehelaften zum größten Theil bestritten werden. Jedoch darf die Entscheidung den andern Gatten in seiner Erwerbsthätigkeit nicht schädigen. Für die Wahl des Wohnortes giebt die Entscheidung desjenigen Ehegatten den Ausschlag, dessen Beruf für die Lebensführung der Familie maßgebend ist. Ein Gatte ist nicht verpflichtet, der Entscheidung des andern Theils Folge zu leisten, wenn diese Entscheidung sich als Mißbrauch des die Entscheidung treffenden Theils darstellt." " " vorkommen, in denen das Versprechen kirchlicher Trauung gegeben Das Zentrum beantragt unter Hinweis darauf, daß Fälle aber nicht gehalten werde, und daß das Gesetz ausdrücklich das Verlangen ähnlicher Gemeinschaft für solchen Fall als Mißbrauch hinstellen müsse, dem§ 1336 zuzusetzen: Ist der eine Ehegatte wegen eines Verschuldens des anderen Ehegatten berechtigt, auf Scheidung oder auf Aufhebung der ehelichen Gemeinschaft zu lagen, so kann er die Herstellung der häuslichen Gemeinschaft verweigern." Unsere Genossen begründen ihren Antrag wie folgt: Es ist unmöglich, die gegenseitigen Pflichten und Rechte der Eheleute gesetzlich festzulegen. Man gelange durch einen solchen Versuch nur zu Vorschriften, die sich nicht erzwingen lassen. Solche Vorschriften wurden selbstverständlich durch die Aenderung der wirthschaftlichen Stellung der Frau, durch das größere Maß von Selbständigkeit, das die Frau erringe, und die mit der öfo= nomischen Stellung der Frau in Verbindung stehende Sitte überholt. Es könne dem Entwurf das Lob ertheilt werden, daß er nicht wie das furbayerische Landrecht oder das preußische Landrecht einen kasuistischen Ratechismus für das Ver= Gr sei aber auf Abg. Lenzmann die Höhe der Strafen, die nur dem Ge- balten der Eheleute aufgestellt habe. Er hätte den Versuch, danken entsprungen sei, daß man durch Polizei- und Straf- balbem Wege stehen geblieben. maßregeln Mißstände aus der Welt schaffen könne. in das Cheverhältniß durch Normen einzugreifen, überhaupt Abg. Bachem( 3.) spricht sich für Aufrechterhaltung der unterlassen sollen. Bu bekämpfen sei insbesondere der erste Sat Strafbestimmungen aus. des§ 1387: Er soll Dein Herr sein." Dies ist der LeitAllerdings straffrei, welche ihren Arbeitern die Lieferung von Butter verAbg. Molkenbuhr( Soz.): Die Vorlage läßt solche Leute faden, der dem Gesetzgeber vorgeschwebt habe. habe der Entwurf nicht wie der code civil, das sprochen haben, aber nachher Margarine liefern. Colche Arbeit- badische Landrecht, das preußische Landrecht Gehorsam" geber müßten ebenfalls scharfen Strafen unterworfen werden. ausdrücklich als Pflicht der Ehefrau hingestellt, In namentlicher Abstimmung wird§ 6 nach dem Beschluß Redner beantragt einen Zusag in diesem Sinne. habe sich auch von einer Bestimmung ferngehalten, wie sie im ber Kommission mit 151 gegen 113 Stimmen angenommen; Abg. Lenzmann: Es ist schlimm, daß solche Gesetze nicht turbayerischen Landrecht dahin enthalten sei: daß die für denselben slimmen geschlossen die beiden konservativen Gruppen nach der Ansicht der einzelnen Abgeordneten, sondern nach der Frau ihrem Manne 811„ Diensten" verpflichtet sei mit Ausnahme des Abg. Haake( Rp.), das Zentrum, die Welfen und Ansicht der Mehrheit der Parteien gemacht werden.( Lebhafter und hierzu ,, V011 ihrem Manne der Gebühr die Antisemiten mit Ausnahme der Abgg. 3immermann und Widerspruch.) Wenn die abweichende Meinung zur Geltung nach angehalten, und benöthigtenfalls ge= Klemm- Dresden; gegen denselben die Sozialdemokraten, die Frei- kommen könnte, dann würde man nicht so scharfe Straf- üchtigt werden kann." wie§ 1387 finnigen und die deutsche Volkspartei, die freisinnige Vereinigung, bestimmungen beschließen, wie sie die Kommission angenommen hat. des Entwurfs es wolle dem Manne in allen streitigen die Nationalliberalen und die Polen mit Ausnahme des Abg. Der Antrag Molkenbuhr wird abgelehnt und§ 12 unver- Angelegenheiten gesetzlich Recht der Entscheidung von Wolszlegier Schönfeld. ändert angenommen, ebenso die übrigen, die Strafbestimmungen beigelegt werde, so sei damit in etwas liebenswürdigerer enthaltenden Paragraphen. Form der Ehefrau die Pflicht des Gehorsams auferlegt. man überhaupt Die Kommission beantragt ferner folgende Resolutionen: Den Wolle Sachen derartige durch Gesetz so müsse man Bundesrath zu ersuchen: Anordnungen dahin zu treffen, daß die regeln, nach objektiven Maßstäben für so wie es der Eventualantrag vers Zulässigkeit nach den gefundheitspolizeilichen Bestimmungen der bei Fälle des Streits suchen der Herstellung von Margarine oder Margarinekäse, Kunstspeise- fuche. Der Entwurf selbst habe ja gefühlt, daß seine Be ชิน einer Unterdrückung der Frau führen Abg. von Grand Ry beantragt, neben der Firma des fetten zu verwendenden Fette und Dele sowie der aus dem Aus- stimmung Mißbrauch" versucht. Fabrikanten auch eine die Qualität bezeichnende Fabrik- Original- lande eingeführten Margarine und des Margarinenkäses amtlich) fönne und deshalb Schutz gegen marke vorzuschreiben. festgestellt werde; die verbündeten Regierungen zu bitten, dahin Aber könne denn ein Richter( soll das ein Hagestolz. Abg. v. Podbielski( f.): Auf die Ausführungen des Gesetzes zu wirken, daß überall dort, wo öffentliche, beziehungsweise ein glücklicher" oder ein„ unglücklicher" Ehemann sein?) und auf die Kontrolle wird es vor allem ankommen. Die Vor- itaatliche Untersuchungsanstalten noch nicht bestehen, folche objektiv einer Frau gegenüber urtheilen, besser als der schriften des§ 7 find aber noch nicht ausreichend, es muß auch zum Zwecke der allgemeinen Nahrungsmittel Kontrolle, Ehemann entscheiden? Nach einer längeren Debatte werden die aber zur eine besondere Form der Gefäße vorgeschlagen werden; wir besonders Kontrolle Don Molkereiprodukten, Anträge unserer Genossen gegen die Stimmen der Sozialdemo werden dafür in der dritten Lesung die ovale Form vorschlagen. deren Ersatzmitteln und Speisefetten eingerichtet werden und die fraten, Freifinnigen und des Polen abgelehnt, der Autrag Minister v. Hammerstein: Vom auswärtigen Amte ist mir Leitung derselben technisch gebildeten Beamten übertragen werde; des Zentrums wird angenommen. Die nächste Sigung der mitgetheilt worden, daß im englischen Parlament eine Inter- daß bei dem Fehlen öffentlicher Untersuchungsanstalten, wenn Rommission findet am Donnerstag statt. pellation stattgefunden hat. Dabei haben die Bertreter der englischen möglich, diese Untersuchungen vorläufig von den landwirthschaft- Die Geschäftsordnungs- Kommission hat gestern über die Regierung erklärt: Daß von 713 untersuchten Butterproben 98 lichen Versuchsstationen übernommen werden; daß zur Beauf Frage berathen, ob das Mandat des Abg. Köhler durch seine sich als gefälscht ergeben haben, und zwar waren von 70 Proben sichtigung des Handels mit Nahrungs- und Genußmitteln, Ernennung zum Postagenten erloschen ist. In betracht komnat deutscher Butter zweifelhaft 27( Hört, hört! rechts), und von besonders mit Molkereiprodukten, deren Erfahmitteln und Speise- Art. 21 der Reichsverfassung, der bestimmt, daß ein Abgeordneter. 159 holländischen Proben waren 56 Fälschungen.( Hört, hört! fetten sachverständige Inspektoren angestellt werden; daß eine der ein besoldetes Reichsamt übernimmt oder in einen höheren rechts. Zuruf des Abg. Weiß: Zusatz von Wasser und Salz!) Verständigung unter den Regierungen der Bundesstaaten über Rang befördert wird, sich einer Neuwahl unterziehen Abo. v. Grand Ry( 3.) empfiehlt seinen Antrag zum eine möglichst übereinstimmende Organisation und Instruktion muß. Der Referent Abg. Bassermann erörterte in Schuße der ehrlichen Verkäufer. der Gesundheitspolizei herbeigeführt werde. eingehendem Vortrage, die Frage, ob ein Postagent als Beamter, § 7 schreibt vor, daß die Gefäße und Umhüllungen die deutliche unverwischbare Inschrift, Margarine" 2c. und außerdem den Namen oder die Firma des Fabrikanten tragen müssen, oder wenn die Waare nicht umhüllt ist, daß sie Würfelform haben muß. = A das Aber wenn gestimmt. und ob eine Postagentur als Postanstalt anzusehen ist. Beide Glocke Berlin: Genosse Elm hat sich über die Kritik be- her abgesetzt. Wichtige furze Publikationen sollen im Fragen bejahte der Referent und stützte sich bei seinen Aus- schwert. Ist die Generalkommission unfehlbar, dann brauchen" Correspondent für Deutschlands Buchdrucker und Schriftführungen auf die Postordnung, sowie auf eine Anzahl Staats- wir ja gar feine Rongreffe. Der Antrag der Generalfommission gießer" zwecks Weiterverbreitung durch sämmtliche Gewerkschaftsrechtslehrer und entsprechende Reichsgerichtserkenntnisse, welche ist unannehmbar. Gine annähernd sichere Berechnung blätter veröffentlicht werden. Dem Ausschuß steht das Recht zu, übereinstimmend die Postagenten als Beamte erklären. fann meiner Ansicht nach überhaupt nicht nicht aufgestellt ein nach Bedarf erscheinendes Publikationsorgan herauszugeben. Der Abg. Günther stellte, indem er der Ansicht des werden. Wenn man auf dem Standpunkt steht, nur mit gefüllter Die Gewerkschaftskongresse sollen nach Bedarf mindestens aber Referenten vollkommen beitrat, den Antrag, einen Regierungs- Kasse und mit vorzüglicher Organisation tann ein Streit ge- alle drei Jahre einberufen werden. Zur Theilnahme an den vertreter aus der Postverwaltung zuzuziehen, um die Ansicht der macht werden, dann wird ein Streit überhaupt unmöglich sein, Kongreffen sind sämmtliche Zentralorganisationen und solche Regierung über die Frage kennen zu lernen. Die Abgg. Dr. denn die indifferenten Arbeiter bekommen wir so leicht nicht in Lokalorganisationen berechtigt, die verhindert sind, sich zentral Pichler, Roeren, Schmieder hielten die Zuziehung eines Re- die Organisation. Zum Streit gehört vor allem die Einigkeit. zu organisiren. Die Delegirtenzahl soll thunlichst beschränkt gierungsvertreters für unnöthig, weil es feinem Zweifel unter- Wenn Elm auf die Einigkeit in Rottbus hinwies, so tam sie werden, für je 3000 Mitglieder soll ein Delegirter gewählt läge, daß bei Uebernahme einer Postagentur der Eintritt in ein daher, daß der Schlag alle traf, alle also einig sein werden. Keine Gewerkschaft soll mehr wie sechs Delegirte, fleine befoldetes Reichsamt erfolge. Abg. Singer wies darauf hin, mußten. Дб aber die Konjunktur eine günstige war,| Gewerkschaften einen Delegirten wählen. Wichtige Anträge follen daß die Bezahlung der Postagenten aus einem der Reichs- ist doch sehr fraglich. Denn bei günstiger Konjunktur durch die Zahl der durch die Delegirten vertretenen Mitglieder Poftverwaltung zur Verfügung gestellten Bauschquantum hätten die Fabrikanten nicht alle ausgesperrt. Beide Dinge, entschieden werden. geschieht, und daß es danach doch fehr zweifelhaft Ginigkeit und gute Konjunktur müssen aber zusammenfallen, soll Ueber den Antrag der Kommission wird absazweise ab. fei, ob, da es sich nicht um eine etatsmäßig festgelegte Stelle der Sieg errungen werden. Ich halte die Höhe der Beiträge handte, der Inhaber einer solchen Stelle als Beamter anzusehen nicht für durchführbar. Die meisten Organisationen können sei. Dieser Ansicht wurde entgegengehalten, daß es keinen Unter- faum die jetzigen Beiträge aufbringen, so schwer haben sie zu schied ausmache, in welcher Weise die Besoldung erfolgt. Der fämpfen. Antrag, einen Regierungsvertreter zuzuziehen, wurde abgelehnt Räppler Altenburg erklärt sich gegen die Bildung des und einstimmig beschlossen, dem Reichstage zu empfehlen, das Streitfonds. Mandat des Abg. Köhler durch seine Anstellung als Postagent Faber Berlin polemisirt gegen Leipart, der den Standals erloschen zu betrachten.punkt des nackten Egoismus vertreten habe. Durch einen" Zur Unterstüßung der Generalfommission wird von den Streitfonds tönnten allmälig, nicht von heute auf morgen, Zentralvorständen der Gewerkschaften, die regelmäßig Beiträge Streits vorbereitet werden, bei denen ein günstiger Ausgang an den Ausschuß zahlen, je ein Vertreter ernannt. Die Zuziehung erwartet werden kann. dieser Vertreter zu den Berathungen der Generalfommission hat Krüger Dresden: mindestens In meiner Gewerkschaft sind die nach Bedarf, aber einmal allvierteljährlich Meinungen über den Streitfonds getheilt, ich selbst aber bin zu erfolgen. Am Anfang einer Geschäftsperiode der General gegen die neue Einrichtung. Ich halte die lokalen Streitfonds kommission sind in einer gemeinsamen Sizung eine Geschäftsfür nothwendiger als den Zentralfonds, denn es fommen sehr ordnung für die Generalfommission, die Vertheilung der Aemter häufig kleine Streits vor. Für den Zentralfonds fehlen unter und eventuelle Besoldungen und Remunerationen festzusehen. Auch die berechtigten Lokal- Organisationen haben Stimme in der diesen Umständen die Mittel. oben bezeichneten Vertretung. Bweiter Kongrek der Gewerkschaften Deutschlands. Berlin, 6. Mai 1896. Die heutige Vormittags- Sigung wird von Timm Berlin eröffnet und geleitet. Punkt e der Aufgaben der Generalfommission Streifunterstüßung Auf Vorschlag Regien's tritt der Rongreß zunächst in und Streifftatistit" ein. Referent ist A einen Fonds von 600 000 oder 1 000 000 Mart nicht legen. Es Jacobey Berlin: Allzugroßen Werth soll man auf existiren in Berlin 36 000 Metallarbeiter, würden diese zum größten Theile der Organisation angehören, so würde das auf die Kühnemänner einen weit größeren Eindruck machen, als wenn in Deutschland ein Streitfonds von 1 Million Mark bestände. Wir wollen uns nicht auf undurchführbare Pläne einlassen, sondern lieber erst an dem Ausbau unserer Organisationen weiter arbeiten. Will Hamburg erklärt sich im Namen der Hafenarbeiter gegen den Streitfonds. arbeiter feine bestimmte Erklärung abgeben. Gebel Bergedorf fann namens der Gewerkschaft der Glas arbeiter feine bestimmte Erklärung abgeben. vermehren, die Streiklust würde wachsen, wenn die Leute nicht Saupe Magdeburg: Ein Streitfonds würde die Streits nur mit ihren eigenen Mitteln zu rechnen haben. Der Kommission würden zu weit gehende Vollmachten gegeben. Der Keim zu neuen Streitigkeiten sei damit von neuem gelegt. So sympathisch der Vorschlag an sich sei, seine Gewerkschaft müsse sich ablehnend verhalten. Die Bezeichnung Gewerkschaftsausschuß wird mit Stimmen gleichheit( 56 gegen 56) abgelehnt. Es bleibt bei der Bezeichnung Generalkommission. Die Zahl der Mitglieder der Generalkommission wird auf fünf festgefeßt. Es wird ferner beschlossen: Der Vorsitzende theilt noch mit, daß die Berliner Buchdruckerei- Hilfsarbeiter heute, Mittwoch, in den Ausstand eingetreten sind, weil ihre Forderung, der Neunstundentag, nicht bewilligt worden ist, und schließt darauf die heutige Sigung. Nächste Sigung Donnerstag früh 8 Uhr. der Genosse Marcus- Erfurt hat am Dienstag bei der prinzipiellen Richtigstellung. Nicht der Genosse Simon, sondern Abstimmung gegen den Zusammenschluß der Gewerkschaften in einer gemeinsamen Vertretung geftimit. In dem Schlußwort des Genossen Schlicke vom Dienstag muß es heißen:„ daß ihn nur sachliche Bedenken bei seiner Stellung geleitet hätten." Lokales. Die Zeitungsspedition für Wilmersdorf befindet sich bei den Frauen Kübler, Sigmaringenstr. 34, und Heinemann, Sig. maringenstraße 35. Daselbst ist außer dem Vorwärts" die ges sammte übrige Parteiliteratur zu beziehen. Solidarität besteht für berechtigt. Die Bewegung würde nur geschädigt werden. Arbeitsverhältnisse der bei Rechtsanwälten, Notaren und Gerichts Hierauf tritt die Mittagspause ein. * * v. Elm Hamburg: Die Generalkommission hat ein Regu Iativ für einen Streifunterſtügungs- und Refervefonds aus gearbeitet. Berufene und unberufene Kritiker haben fich darüber hergemacht. Wir haben Statistiken über Streits aufgenommen und gefunden, daß eine Gewerkschaft für sich allein einen Streit niemals durchführen kann. Selbst die besser organisirten Arbeiter, die Buchdrucker, konnten das nicht. Der Gedanke an einen Streifreservefonds, der von allen Gewerkschaften gebildet wird, liegt also sehr nahe. Wir müssen im Frieden für den Krieg rüsten und Munition für den Kampf fammeln. Eine gefüllte Striegskasse ist das beste Mittel, die Streits zu verhindern, denn haben wir Geld, werden die Fabrifanten Respekt bekommen und sich zehnmal sich zehnmal besinnen, ehe fie den Kampf bis aufs Messer aufnehmen. Es steht fest, die 5 Pf. tönnen besser verwandt werden, wenn fie in eine allgemeine Kasse fließen, als wenn sie bei den einzelnen Gewerkschaften bleiben. Jegt herrscht ein System der wilden Streifs, mit dem je eher je besser aufgeräumt werden muß. Die organisirte Arbeiterschaft muß dagegen Stellung nehmen. Deshalb ftein" gegen die Vorwürfe des Genossen v. Elm in Schutz. Die Bömelburg Hamburg nimmt die Redaktion des„ Grundschlagen wir die Bestimmung vor: Unterstützung erhalten nur Opposition gegen den Streitfonds ist aus petuniären Gründen Die Agitations- Kommiffion der Berliner Bureau- Andiejenigen, die 26 Wochen einer Organisation angehören. Mit bei dem jetzigen Stande der Gewerkschaftsbewegung vollständig gestellten hat dem Vorstand des Berliner Anwaltsvereins 3. H. dem Appelliren an die allgemeine Solidarität geht des Herrn Justizrath Levy ein Regulativ zur Regelung der es nicht weiter. Die wahre Den Arbeiter darin, daß er sich seiner Organisation vollziehern beschäftigten Personen zur Stellungnahme unterbreitet. anschließt. Wer feiner Organisation angehört, dem In dem beigefügten Anschreiben werden die in dem Regulativ bestreite ich das Recht, das Wort Solidarität im Munde zu Nach einer In der Nachmittags- Sihung wird die Diskussion aufgestellten Forderungen eingehend begründet. führen.( Sehr gut!) Mit dem Sammelsystem tommen wir auf über den Streitfonds fortgesetzt. Statistit vom Jahre 1893 über die in der hiesigen Orts- Krantendie Dauer nicht weiter. Der Ertrag der Sammlungen wird Massini Berlin: Redner bedauert, daß es noch nicht taffe versicherten, bei Rechtsanwälten, Notaren und GerichtsSchon geringer; ganz natürlich, denn es sind immer wieder die möglich sei, die geplante Streitunterstützung zur allgemeinen vollziehern beschäftigten Personen waren 77 pet. derselben 14 bis selben organisirten Arbeiter, die ihre Taschen aufknöpfen Einführung bringen. Nur สิน gut fundirte Kassen 25 Jahre alt und nur 23 pCt. über 20 Jahre alt. Ausnutung jugendlicher Arbeitskräfte steht müssen. Den regellosen wilden Streiks muß ein Ende zwingen den Unternehmer, zu unterhandeln. An dem Grund- Die hier gemacht werden. Der Konfektionsarbeiter Streit hat ein faß aber muß festgehalten werden, nur wer bezahlt hat, beispiellos da. Entsprechend dieser Ausnußung sind auch Nach lehrreiches Beispiel gegeben. Im Organ der Schneider waren tann Unterstützung verlangen. die Lohnverhältnisse. einer Statistit, welcher die 15 000 M. Unterstützung quittirt und der größte Theil dieser Simson Berlin hält die Idee des Streitfonds für eigenen Angaben der Herren Arbeitgeber zu grunde liegen, Summe war nicht von den Schneidern, sondern von den Arbeitern undurchführbar. Die Barbiere könnten teine höheren Beiträge erhalten 242 Berliner Rechtsanwalts Bureauvorsteher anderer Berufe aufgebracht. Dieser Mangel an Solidarität ist aufbringen. ein Durchschnittsgehalt von 26,31 M. pro Woche. Die geringsten für die Schneider beschämend. Auf die Gesetzgebung dürfen Bringmann- Hamburg: Elms Rede war im wesent Löhne betragen 7, 8, 9, 10 M. 2c., die höchsten, mit geringen wir die Schneider und Konfektionsarbeiter nicht vertrösten. lichen eine Polemit gegen Zeitungsstimmen. Schließlich wird sich Ausnahmen, 35 M. Die niedrigsten Löhne werden nicht etwa Was nüßen denn die wilden Streits den Organisationen? Ist überhaupt fein Blatt mebr finden, das über Gewerkschafts- nur an jüngere Leute gezahlt. So erhält z. B. ein 34jähriger der Streit vorüber, so dauert es nicht lange, so zieht sich einer angelegenheiten schreibt. Ueber die Gewerkschaftsbewegung ist Bureauvorsteher 7 M., ein 46jähriger 11 M., ein 63jähriger nach dem andern wieder zurück. Schließlich bleibt wieder nur wenig gesprochen worden. Auf den Stand der englischen Gewerk- 14 M. pro Woche! 184 Ranglisten, über 25 Jahre alt, erhalten der alte gute Stamm, der in begeisterungsfähiger Ueberzeugung schatten werden wir niemals fommen. Die Organisation ist bei ein Durchschnittsgehalt von 15,44 M. pro Woche; 375 Ranzlisten immer zahlt und wieder zahlt und sammelt und sammelt. Ist uns nur ein Theil der Gewerkschaftsbewegung. Die Sache ist von 18 bis 25 Jahren einen Durchschnittslohn von 11,50 M.; die Zeit da, wo die anderen wieder etwas aus der Kasse zu nicht so schlimm wie sie aussieht. Wir haben dieses Frühjahr 170 Personen im Alter von 17 Jahren erhalten pro Woche ziehen hoffen, dann wird ein Streik gemacht und dann rujt man 16 Lohnbewegungen im Zimmerergewerbe gehabt und troß- 7,63 M., 260 im Alter von 16 Jahren 5,30 M. und 324 im wieder die allgemeine Solidarität an. Das kann aber nicht dem noch nicht unsere eigenen Streitfonds in Höhe von Alter von 14-15 Jahren 3,75 M. pro Woche Durchschnittslohn! so weiter gehen, die Organisationen müssen dagegen Front 43 000 Mark aufgebracht. Wir können das Geld besser ver. Die höchsten Lohnfäße der letzten 1818 Personen betragen mit machen. Wir fordern, um eine Sprengung des Fonds zu verwalten als die Generalkommission und werden deshalb gegen Ausnahme von vielleicht 10 Fällen 23,30 m. die Arbeitszeit beträgt nominell 9 Stunden, wird aber fast überall auf hüten, daß bei größeren Angriffsstreits eine Verständigung mit den Streiffonds stimmen. Der Generalfommission zu suchen ist. Wir beabsichtigen damit Ein Antrag auf Schluß der Debatte wird angenommen. 11 Stunden ausgedehnt, wobei die Bezahlung der Ueberstunden nicht jeden Streit zu kontrolliren, oder über jeden Streit zu Das Schlußwort erhält v. Elm Hamburg. Er beginnt: Die die feltene Ausnahme bildet. Gericht zu figen. Es soll nur planmäßig vorgegangen Debatte hat gezeigt, daß ein Verständniß für den Streit- Reservefonds In dem Regulativ wird gefordert eine Regelung der Lehrwerden. Die Streitpläne sollen nicht der Deffentlichkeit preis bei den einzelnen Gewerkschaften noch nicht vorhanden ist und geht lings- Stala, für jeden Angestellten ein Gehalt, welches mindestens gegeben werden. Bei Streits muß rasch gehandelt werden, aber dann auf die Aeußerungen der einzelnen Redner näher ein. Die die Höhe des ortsüblichen Tagelohnes gewöhnlicher Arbeiter in unser Vorschlag wird dieses rasche Handeln nicht hindern, lage Auffassung gegenüber dem Streitbrecherthum müsse einer Berlin erreicht, für jeden Bureauvorsteher mindestens ein Gehalt von bureaukratischem Geist ist unser Vorschlag nicht diktirt. Wir schärferen weichen, das Streitbrecherthum energischer wie bisher von 11/2 dieses Lohnes, eine tägliche achtstündige Arbeitszeit und haben weiter vorgeschlagen, daß die Generalfommission vor Be- bekämpft werden. Am meisten streitten die nichtorganisirten, Bezahlung der Ueberstunden, Wegfall der Sonntagsarbeit, wenigsten die Arbeiter. ginn oder während eines Streits die Vermittlerrolle zwischen am Organisirten Das viele Regelung der Kündigungsverhältnisse, Stellenvermittelung durch den streitenden Theilen übernehme. Auch dieser Vorschlag ist Streifen würde bei Stärkung der Organisationen bald eine zu gleichen Theilen aus Arbeitgebern und Arbeitnehmern start befehdet worden. Man hat der Generalfommission aufhören. Der Redakteur des Grundstein" habe mit direkten zu bildende Arbeitsnachweis- Kommission, sowie beffere hygienische das Verständniß für einschlägigen Verhältnisse ab- unwahrheiten operirt und gegen diese unschöne Art der Einrichtungen. Die Agitationstommission ist bereit, mit einer gesprochen. Deshalb heißt es in unserem Antrage auch Kritit, die demagogisch sei, habe er sich gewandt.( Der Vor- Kommission der Arbeitgeber in Verhandlungen zu treten. nur, die Generalkommission tann, nicht sie muß. Es fizende rügt den Ausdruck demagogisch gegen den abwesenden Die Sterblichkeit in den näheren Vororten Berlins braucht auch kein Mitglied der Generalfommission Generalkommission sein, Redakteur des„ Grundstein".) Daß der Vorschlag der General stellte sich 1895, verglichen mit 1894, folgendermaßen: die " Mehrheit erlangen würde, es tann ein Beauftragter der Generalfommission sein. Aber tommission hier nicht er muß eine Macht repräsentiren, er muß etwas hinter sich haben. war voraus zu sehen, die Generalkommission hielt es erörtern. Dann werden auch die Unternehmer mit sich perhandeln lassen. aber für nothwendig, diese Frage hier zu Unsere Vorschläge sind neu, deshalb sind sie auch so heftig an- Der Antrag sei einer von den Vögeln, die unter allen gegriffen worden, aber die Kritit hat leider auch zum theil mit Umständen wiederkommen. Es muß etwas Großes, Allgemeines unlauteren Mitteln gekämpft. Das System ift in der geschaffen werden, an dem die streikenden Arbeiter einen RückSchweiz schon erfolgreich eingeführt. Kritifiren Sie halt haben. Wir bedauern die Ablehnung, find aber überzeugt, unsere Vorschläge, aber das Grundprinzip der Zentralisation daß auf späteren Gewerkschaftskongressen ähnliche Anträge aus der Streifmittel muß anerkannt werden. Wir wollen die Soli- der Mitte der Gewerkschaften selbst kommen werden. darität in die Praxis einführen. Wir sind überzeugt, daß unser Zur Abstimmung, die eine namentliche ist, wird Vorschlag durchführbar ist. Derjenige, der nichts zahlt, soll auch§ 1 des Vorschlags der Generalfommission gestellt: nichts erhalten; mit dem Gnade für Recht ergehen lassen muß es zur Unterstützung der Streifs wird ein Streit- Reservefonds aufhören. Wir können nicht schroff vorgehen, fchroff vorgehen, müssen gebildet, dessen Verwaltung die Generalfommission, getrennt von dabei immer die Verhältnisse berücksichtigen. Wir wollen ihren sonstigen Einnahmen zu führen hat." Organisation mit unserem Antrage unter die Arbeiter bringen, denn wir halten die Organisation für das einzige Mittel, die elende Lage der Arbeiter zu verbessern.( Lebhafter Beifall.) Mehrere Anträge, welche sich auf die am 1. Mai verdienten Lohnbeträge und deren Verwendung zum Streitfonds, sowie auf Sammellisten beziehen, die nur dann Giltigkeit haben sollen, wenn sie von Gewerkschaftsorganisationen abgestempelt sind, werden mit zur Debatte gestellt. §1 wird mit 107 Stimmen gegen 18 Stimmen abgelehnt, 13 Delegirte fehlten bei der Abstimmung. Gestorbene( ohne Todtgeborene) unter über über1 Jahr 1 Jahr haupt 1895 1894 1895 1894 1895 1894 1895 1894 Todts geborene Charlottenburg Schöneberg 116 101 60 49 85 104 28 33 38 42 88 124 Rigdorf Lichtenberg Weißensee Uebrige Orte 938 784 1347 1091 2285 1875 426 324 452 439 878 763 821 661 741 558 1562 1219 412 380 465 411 877 791 472 424 276 251 748 675 1043 917 1324 1214 2367 2131 Zusammen 4112| 8490 4605| 3964 8717 7454 415 453 Wie weit die Zunahme der Sterbefälle von 1894 Damit wird der ganze Vorschlag der Generalkommission als zu 95 durch die Zunahme der Bevölkerung verursacht ist, läßt abgelehnt betrachtet. sich schwer beurtheilen, da die Bevölkerung der Vororte für die Angenommen wird hierauf ein Antrag des Verbandes der zwischen den Volkszählungen liegenden Jahre nur sehr unsicher Fabritarbeiter( Bahlstelle Celle): Bei Streits find sämmtliche bekannt ist.( Das vom Gesundheitsamt" beobachtete AbschäßungsSammellisten von dem am Streiforte bestehenden Gewerkschafts- verfahren ist durch die Ergebnisse der letzten Zählung als sehr fartell zu stempeln. wenig brauchbar dargethan worden.) Daß aber das Mehr an In der Diskussion erhält zunächst das Wort: Damit ist dieser Punkt der Tagesordnung erledigt. Sterbefällen in den Vororten nicht allein auf die BevölkerungsBeipart Stuttgart: Die Generalkommission hat mit Döblin Berlin erstattet hierauf namens der Redaktionszunahme zurückzuführen ist, darf nach dem Beispiel Berlins, wo ihrem Antrag den Boden der realen Wirklichkeit verlassen und kommission Bericht. Er schlägt ein Statut für die Spitze der die Sterblichkeitsziffer( Verhältniß der Sterbefälle zur Bevölkerung) sich in die luftigen Höhen menschenfreundlicher herzensgut ge Gewerkschaften vor, das sehr umfangreich ist, in der von 1894 zu 1895 thatsächlich erheblich gestiegen ist, als sicher anmeinter aber nicht durchführbarer Pläne begeben. Zunächst Hauptsache sich aber von dem alten Statut der General genommen werden. Für die Sterblichkeit der Säuglinge stimmt schon die rechnerische Veranschlagung nicht, fie stellt an tommission nur insofern unterscheidet, als in dem neuen( unter 1 Jahr alt) ist es unzweifelhaft. Auf 100 lebend Ge die Solidarität der einzelnen Gewerkschaften zu hohe Ansprüche. Statut statt der Bezeichnung ,, Generalfommission" die borene des Jahres starben 1895( beziv. 1894) in Charlottenburg 22,8 Redner weist an der Hand eines großen Zahlenmaterials Bezeichnung, Gewerkschaftsausschuß" gewählt ist. An( 21,2), Schöneberg 21,6( 18,6), Rigdorf 29,9( 25,6), Lichtenberg nach, daß die Gewerkschaft der Holzarbeiter sehr schlecht die Stelle der bisherigen sieben Mitglieder der General 31,5( 32,1), Weißensee 38,2( 31,9), in den übrigen Orten 27,9 bei der Rechnung der Generalkommission die letzten fommiffion sollen tünftig fünf Mitglieder des Gewerf( 25,6), in allen näheren Vororten 27,2( 24,8) Säuglinge. Diese zehn Jahre in Rechnung gezogen- gefahren wäre. Die schafts- Ausschusses treten, denen zur Unterstützung von den Zentral- Berhältnißzahlen geben zwar kein ganz zutreffendes Bild, da die Mehrzahl der Organisationen wird von dem System der frei vorständen der Gewerkschaften, die am Sitz des Ausschusses eine Zahl der lebend Geborenen eines Jahres sich ja nicht mit der willigen Beiträge nicht abgehen können. Auf die Beiträge der Verwaltungsstelle haben und regelmäßig an den Ausschuß mittleren Zahl der in dem Jahre lebenden Säuglinge deckt, aber sie Nichtorganisirten tönnen wir nicht verzichten. Der Refervefonds- Beiträge zahlen, je ein Vertreter beigegeben wird. Der deuten doch darauf hin, daß die Säuglingssterblichkeit 1895 in antrag ähnelt sehr der großen Industrieverbandsidee, in diesem Beitrag der einzelnen Gewerkschaften wird von 5 Pfennig den meisten Vororten höher gewesen sein muß, als 1894. Eine Falle bilden viele Schwache noch immer kein großes Ganzes. auf 3( brei) Pfennig pro Quartal und Mitglied besonders hohe Säuglings- Sterblichkeit batten in beiben Jahren D = die vorwiegend von einer armen Bevölkerung bewohnten Drte Rigdorf, Lichtenberg, Weißenfee. Von den Todesursachen tommen in den Vororten, ähnlich wie in Berlin, für Kinder die afuten Darmkrankheiten, besonders Brechburchfall, für Er wachsene die atuten Erkrankungen der Athmungsorgane und Lungenschwindsucht als wesentlich in betracht. Es starben an: Schöneberg Davon Jat. Ertrant. atut. Darm Brech der Athm. frankheiten durchfall Organe 1895 1894 1895 1894 1895 1894 " In dem Ermittelungsverfahren wider die Lehrerin Anna| in Wirksamkeit getreten, welche die Bezeichnung Eichwalde( Kreis Baffehl von hier wegen Körperverlegung BI. S. IV. B. 2999, 96 Teltow) erhalten hat. 3um Landbestellbezirke von Eichwalde geGemeinde Schmöckwitz, sowie die Villenkolonie vermag ich die unter dem 17. April 1896 erhobene Beschwerde hört die Gemeinde Schmöckwitz, nicht für begründet zu erachten, da nicht für festgestellt zu ers Carolinenhof. Brieffendungen pp. sind daher dementsprechend achten ist, daß Fräulein Passeht bewußter Weise ihr zu adressiren. Züchtigungsrecht überschritten hat, um Ihr Kind zu mißhandeln, Der erfte Unglücksfall nach Eröffnung der Ausstellung hat oder diejenige Aufmerksamkeit und Ueberlegung außer sich am Dienstag zugetragen. Im Haupt- Ausstellungsgebäude geLungen Augen gesetzt hat, die man von einem verständigen Menschen rieth eine als Verkäuferin daselbst angestellte sechzehnjährige schwind- unter den gegeben Verhältnissen erwarten durfte. Auch das Dame in die Räder einer Mangelholzmaschine und zerquetschte sucht ärztliche Attest vom 7. März 1896, das ich wieder beifüge, sich den Arm hierbei. Sie wurde in ein Krankenhaus gebracht. 1895 1894 läßt nicht erkennen, daß die von Ihnen beanstandete Maßregel außerhalb des erziehlichen Zweckes gelegen hat." Charlottenburg 415 320 210 178 313 265 174 135 Es wäre interessant zu erfahren, bis zu welchem Grade sich 154 107 105 69 120 81 78 75 eine Lehrerin des Vergehens der Körperverlegung an einem un 413 322 195 146 257 180 123 188 verständigen und wehrlosen 21/ 2jährigen Kinde schuldig machen 229 178 112 78 121 114 64 61 darf, sobald sich nach Ansicht des Staatsanwalts nicht er262 175 120 71 109 117 27 25 fennen läßt, daß die Maßregel außerhalb des erziehlichen 428 338 327 185 264 288 207 248 Bwedes gelegen hat oder unter Außerachtlaffung der zu er wartenden Ueberlegung verübt worden ist. Nach geBusammen 1901| 1440| 1069| 727| 1184| 1045| 668 682 wöhnlichem Menschenverstande ist die mit Ueberlegung vollführte Ein sehr trübes Bild bieten Rixdorf, Lichtenberg und Weißen- Mißhandlung bislang immer für strafwürdiger erachtet worden, fee, wenn man sie mit Schöneberg und Charlottenburg vergleicht, als die im Affekt begangene. wobei zu beachten ist, daß bei der Zählung von 1895 Charlottenburg 182 393, Schöneberg 62 677, Rigdorf 59 941, Lichtenberg 30 301, Weißensee( Alt- und Neu-) 27 034 Einwohner hatte. Besonders lehrreich ist eine Bergleichung Rigdorfs mit dem etwa eben so großen Schöneberg. Die Unterschiede erklären sich natürlich zumeist daraus, daß die Bevölkerungen nicht nur nach dem Alter, sondern auch nach Beruf und sozialer Lage verschieden zusammengesetzt sind. Rixdorf Lichtenberg Weißensee Uebrige Orte Die Mutter ist hier nicht im Besitze der Mittel, die zu einer Privattlage gegen die Lehrerin erforderlich sind. Mithin durfte diese einem Kinde im zartesten Alter mit einem Rohr stock Verlegungen überaus empfindlicher und erkennbarer Natur bei bringen, ohne daß ihr nur ein Haar gekrümmt wird. = Wie ist die Zeitung doch so intereffant! Verschiedene Ordnungsblätter bringen die Neuigkeit, daß der neue Polizeipräsident v. Windheim jezt reiten gelernt habe. Bei der Eröffnung der internationalen Kunstausstellung sei er bereits in Stiefeln mit Sporen erschienen. Die Kunstausstellung ist ja auch ganz der Ort für Sporenstiefel. Ein Maffengrab aus der Zeit der französischen Belagerung von Köpenick ist zwischen Bahnhof Köpenick und Hirschgarten beim Ausschachten eines neuen Bauterrains freigelegt worden. Man fand so viel Knochen, daß zwei Lowries damit gefüllt wurden, außerdem Ueberreste von Waffen und Geräthen. Der Krenzdamm der Markgrafen- und Kochstraße wird wegen der Gleisverlegungs- Arbeiten vom 6. d. Mts. ab und die Artilleriestraße von der Linien- bis zur Auguststraße wegen der Umpflasterung vom 8. d. Mts. ab bis auf weiteres für Fuhr. werke und Reiter gesperrt. staltet hat. Eine Bekehrung. Zum Christenthum übergetreten ist der an der Forstakademie in Eberswalde studirende Japaner Vicomte Metsudaire. Seine Taufe erfolgte im Dorfe Brodowin durch den evangelischen Pfarrer. meldete 21 jährige Arbeiter Karl Hoferit aufgefunden. H. hatte Als Leiche wurde der seit vier Wochen als vermißt gevor vier Wochen mit mehreren Freunden einen Ausflug nach Schildhorn unternommen, sich dort von ihnen getrennt und, wie später festgestellt wurde, allein eine Gondelfahrt unternommen; hierbei ist H. jedenfalls verunglückt und ertrunken. Witterungsübersicht vom 6. Mai 1896. Stationen. Barometer stand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung Windstärke Wetter Temperatur nach Celsius ( 5° C. 4° R.)!! Wie die Direktion der Gewehrfabrik in Spandan die Arbeiter zu Patrioten ausbildet. Am gestrigen Mittwoch bant, ein Vetter Frizz Friedmann's, ist am Sonnabend auf Eugen Friedmann, der frühere Direktor der Immobilien fam der deutsche Kaiser wegen der Bataillonsvorstellung nach Zur Ueberfüllung der Gemeindeschulklassen, besonders Safelborst bei Spandau. Aus diesem Grunde ist den Arbeiter Antrag feiner Bertheidiger ohne Kaution aus der Haft entlassen der untersten, wird in der Boff. 3tg." behauptet, daß die der königlichen Gewehrfabrik die Mittagspause verlegt worden, worden, da sich die Beweisaufnahme für ihn bisher günstig geSchulen mit stark besetzten Klassen gerade an der Peripherie Während die Baufe sonst von 12 Uhr bis 1/2 Uhr währt, hat liegen, wo die Bevölkerung am schnellsten wächst, und daß nur man sie für diesen Tag auf die Beit von 11/2 Uhr bis 1 Uhr das als Ursache der starken Besetzung anzusehen sei. Das trifft festgesetzt. Um 121/2 Uhr hatten aber sämmtliche Arbeiter und Arnicht zu, wenigstens nicht so allgemein, wie es hier behauptet beiterinnen zum Abinarsch nach Haselhorft anzutreten, um dort Spalier wird. Es giebt in Berlin eine ganze Reihe Gemeindeschulen, die zu bilden. Das schönste jedoch ist, daß die Arbeiter bis jetzt dem noch heute dabei ebenso überfüllt sind, wie seit vielen Stunde, die sie zu gedachtem Zweck von ihrer Mittagspause zu in längst bebauten und bewohnten Stadttheilen liegen und trotz- völlig im unklaren darüber gelassen sind, ob sie für die halbe Jahren. Die Ueberfüllung hat eben viel weniger mit einem opfern hatten, auch eine Entschädigung erhalten. unerwartet schnellen Wachsthum der Bevölkerung einzelner Elektrische Bahnen. Die Firma Siemens ut. Halske hat Stadttheile zu thun als mit dem durch Sparsamteits- jezt sowohl dem Polizeipräsidium als auch dem Magistrat die rücksichten diftirten Prinzip, möglichst große Schulen zu Spezialentwürfe zur Anlage einer elektrischen Straßenbahn mit bauen. Die Unterschiede in der Befezung der Schulen erklären oberirdischer Stromzuführung von der Warschauer Brücke bis sich meist sehr einfach daraus, daß die einen von vornherein zum Zentralviehhof, wozu bekanntlich die grundsäßliche Gegrößer angelegt sind als die anderen, sowohl in der Zahl der nehmigung bereits ausgesprochen worden ist, zur Prüfung unterKlassenzimmer pro Schule als auch in der Zahl der Pläge pro breitet. Der Einheitsfahrpreis für diese Linie ist auf 10 Pf. festKlaffe. Für die Größe der Anlage ist aber in der Regel nicht gefeßt.-Ein neues elettrisches Straßenbahn Projekt, welches das augenblickliche oder für später zu erwartende Bedürfniß, die Herstellung einer Verbindung zwischen Spandau und Berlin sondern der Umfang des in der betreffenden Gegend gerade bezweckt, hat der Maurer- und Zimmermeister Peuder dem verfügbaren Grundstücs maßgebend gewesen. Weniger die Magistrat, insoweit das Berliner Gebiet in Frage kommt, unterSchultechniker als die Bautechniker haben darüber bestimmt, breitet. Die 12,3 Kilometer lange Bahn soll an der Berliner wieviel Kinder die Schulen und Klaffen aufzunehmen haben. Brücke zu Spandau ihren Anfang nehmen, die Chauffee nach Swinemünde Wenn aber die Räume einmal in einer bestimmten Haselhorst verfolgen und dann auf der Straße Königsdamm Hamburg Größe vorhanden sind, so will man fie auch füllen. bis zur Seestraße( Berlin) weiter geführt werden. Die füdlich Berlin Ein unerwarteter Andrang zu neuen Schulen infolge plöglicher dieser Linie belegenen Stationen der Ringbahn: Jungfernhaide Wiesbaden. Bevölkerungszunahme kann in Berlin schon deshalb nur zu in 1500 Meter und Beusselstraße in nur 300 Meter Ent- München den Seltenheiten gehören, weil hier Gemeindeschulen auf Zuwachs fernung sollen ebenfalls mit in das Bereich der neuen Bahn ge- Wien. überhanpt faum gebaut werden. Neue Schulgebäude sind meift zogen werden. Haparanda. voll, sowie sie der Benutzung übergeben werden. Man eilt ja ber Bevölkerungszunahme nicht voraus, sondern kommt in der rothen Westentaschen- Kursbuch, ist die Sommer- Ausgabe( 30 Pf.) Vou ,, Kießling's Berliner Verkehr", dem bekannten Petersburg. Cort Regel sehr langsam hinterhergehinkt, nachdem man sich erft Jahre erschienen. Die übersichtlich nach den Bahnen geordneten EisenAberdeen. lang mit gemietheten Räumen, die nach ihrer Aulage nicht für bahn- Fahrpläne find derartig erweitert, daß sie für Touren in Schul, sondern für Wohnzwecke bestimmt sind, oder mit der Wiart Brandenburg und den angrenzenden Gebieten vollfliegenden Klassen beholfen hat. So hat z. B. die 162. Schule tommen ausreichen; auf den Verkehr mit der Gewerbe- Ausstellung mit meist über 20 Klaffen und über 1000 Kindern 8 Jahre lang ist besondere Rücksicht genommen. Eine Ergänzung des Buches in der Weißenburgerstraße Miethsräume innegehabt, die, nachdem bildet Kießling's Taschenplan von Berlin"( leine Ausgabe 20 Pf. diese Schule endlich ein eigenes Gebäude erhalten hatte, nicht große Ausgabe 30 Pf.) etwa aufgegeben, sondern der neu errichteten 200. Schule mit ungefähr derselben Frequenz überwiesen wurden. Bei der Stadtverordneten- Erfahwahl im 39. Gemeindes wahlbezirk dritte Abtheilung wurde, wie die" Bolts- 3tg." berichtet, am Dienstag der freisinnige Kandidat, Direktor Dr. Gerstenberg, mit 642 Stimmen gewählt gegen den Kandidaten der Bürgerpartei, Redakteur Dr. Bachler, der 263 Stimmen erhielt. Unsere Parteigenossen hatten sich der Wahl enthalten. Paris. ( 1-1) 28324 123 7980795 765 M 4 bedeckt 767 NW 765 NW bedeckt bedeckt 767 N 1 766 NO wolfenlos 10 heiter • 764 762 WNW NW bedeckt wolfenlos 771 778 NNO N bedeckt 13 767 NND bedeckt wolkenlos 13 8 Wetter- Prognose für Donnerstag, den 7. Mai 1896. Wetter mit mäßigen nördlichen Winden ohne erhebliche NiederTheils heiteres, theils woltiges, am Tage etwas wärmeres fchläge. Berliner Wetterbureau. Theater. Der amtliche Führer durch die Berliner GewerbeAusstellung ist, 228 Seiten start, zum Preise von 50 Pf. in handlichem Format erschienen. Das Buch giebt dem Besucher der Ausstellung manchen nüßlichen Fingerzeig. Der redaktionelle Im Nationaltheater wurde am Dienstag Goethe's" Faust" Theil ist nach amtlichen Quellen von Herrn May Horwit, dem gegeben. Leider zum theil in einer Darstellung, die selbst den Leiter des offiziellen Preßbureaus der Ausstellung, verfaßt. Es bescheidenen Anforderungen, die man von vornherein an diese ist der einzige Führer, welcher innerhalb der Ausstellung verkauft Bühne stellt, auch nicht entfernt genügte. Es war ein Herr Treit werden darf. vom Stadttheater zu Konstanz hergekommen, um den Faust uns Aus Rigdorf wird uns geschrieben: Gleichwie am 1. Mai Ueber Bornholm, das liebliche Eiland in der Ostsee, hielt vorzuspielen. Steiner frage, wie das geschah. Mit einem solchen in der Neuen Welt haben die Gendarmen auch schon einige Tage Herr Goerte am Dienstag Abend in der Urania in der Manne hätte sich der Teufel wahrlich nicht lange abgegeben; früher, nämlich am 26. April in den Viktoria Sälen das Eintritts Invalidenstraße einen Projektions- Vortrag, welcher durch zahl nach der ersten Umkreisung würde er diesen Herenmeister ruhig geld einer zum Zwecke des Austritts aus der Landeskirche ab- reiche Photographien erläutert wurde. Herr G. Hat Bornholm dem alten Hergott und den biederen Erzengeln überlassen haben. gehaltenen Bersammlung beschlagnahmt. Sie fanden 6 Mart und im vorigen Sommer besucht und ein außerordentlich reichhaltiges Nicht einmal richtig auswendig gelernt hatte Herr Trent feine 30 Pf. Der Einberufer mußte zwecks Feststellung seiner Persön- Material mitgebracht, indem er die verschiedenen landschaft: Rolle. Der Kuriosität haber sei erwähnt, daß die Here dem Theaters lichkeit mit aufs Amt; auf die dort an die preußischen Beamten lichen Bilder, welche die flippenreichen Küsten und das innere zettel zum Troß von einem heiseren Mannsbilde dargestellt wurde; gerichtete Frage, zu welchem Zweck denn mit einem Male die Plateau bieten, mit Hilfe der photographischen Kammer festgehalten es erinnerte bedenklich an Zirkus Busch, als das beschnurrbartete Zellerfammlung inhibirt sei, erhielt er die echt preußische Ant- hat. Die einfache schlichte Art, in welcher er seine Eindrücke Wesen auf seinem Besenstiel herumritt. Ganz wort, daß er das schon bei seiner Vernehmung erfahren werde. schilderte und die in Projektion vorgeführten Photographien er- paffabel wäre Herr Siegfried Bruck als Mephisto gewesen, menn Auf die gegen diese neueste That sofort erhobene Beschwerde läuterte, brachte einen angenehmen Eindruck hervor; sind die ihn nicht gar zu arg die Sucht geplagt hätte, möglichst humorhat der Einberufer bis jetzt noch keine Antwort erhalten. Naturschönheiten Bornholm's auch nicht mit der Bracht der voll zu erscheinen; so übertrieb der Künstler in der Gartenscene Statistisches aus Rummelsburg. Während der Monate Alpenwelt zu vergleichen, welche uns vor einigen Wochen in dem im Verein mit seiner Partnerin Hedwig Bertrand ganz bedenkJanuar bis März 1896 befanden sich im städtischen Arbeitshause Vortrage über die Jungfraubahn an derselben Stelle vorgeführt lich. Ein braves Gretchen war Fräulein Clara Leno. Ihr Korrigenden 1613 Personen, von den Hospitaliten 393 Personen; und der die See überragenden und von ihr umtosten Klippen der Ton doch innig und naturwahr. Die Regie suchte mit unzuin Rummelsburg durchschnittlich täglich von den wurde, so üben sie doch einen eigenthümlichen Reiz durch die Spiel war ungefünftelt und dennoch zart abgetönt, und wenn die abwechslungsreichen Bilder des ruhigen und bewegten Meeres Stimme der jungen Dame auch beim Ausdruck des Schmerzes und der Verzweiflung an Krait einiges vermissen ließ, so flang unter Hinzurechnung der durchschnittlichen Kopfstärke von 195 3öglingen des Erziehungshauses waren im Durchschnitt aus, so daß der Abend ein recht lohnender ist. reichenden Mitteln zu leisten, was möglich war. täglich 2201 Personen von der Arbeitshausverwaltung verpflegt. Der gegenwärtige Jahrmarkt Frankfurter Linden" In der Schule des Arbeitshauses erhielten am 31. März cr., an ist von 882 Verkäufern besett, von denen 638 aus Berlin und welchem Tage die Bevölkerungsziffer des Hauses 2213 Personen 244 von außerhalb sind. Unter den Verkäufern befinden sich betrug, 18 jugendliche Häuslinge Unterricht. 63 Schuhmacher, ein Riemer, 11 Seiler, 54 Korbmacher, 60 Böttcher, 69 Stellmacher, 3 Kupferschmiede, 72 Holzwaaren Händler und 137 Töpfer. Bei den Korbmachern, Böttchern und Stellmachern überwiegen die Berliner, bei den Schuhmachern, Holzwaaren Händlern und Töpfern die von außerhalb gefom menen. Im vorigen Jahre hatten sich 842 Verkäufer eingefunden, darunter 260 fremde Händler. In Alt- Glienicke ist, wie wir schon kürzlich gemeldet haben, bis jezt kein einziges Lokal für Arbeiterversammlungen zu haben. Troßdem unterstüßen Berliner Arbeitervereine zum theil die dortigen Wirthe; so ist am vorigen Sonntag bemerkt worden, daß ein Verein im Lotal von Saß verkehrte. Die Parteigenossen werden nochmals dringend ersucht, auf die Zustände in AltGlienice ihr Augenmerk zu richten. Gerichts- Beitung. Antwort: Aus Leib und Montur. Wegen Verächtlichmachung von Staatseinrichtungen durch Behauptung erdichteter und entstellter Thatsachen wurde ant Mittwoch der verantwortliche Redakteur der hier erscheinenden polnischen Arbeiterzeitung" Gazeta Robotnicza". Johann Pichocki, vor der 3. Straffammer des Landgerichts I zur Verantwortung gezogen. In ihrer Nummer vom 14. März brachte die genannte Zeitung einen Artikel" Preußischer Katechismus, an den jeder, der nicht ins Gefängniß Von Anwohnern der Huttenstraße erhalten wir folgende Zuſchrift: Eine der am meisten vernachlässigten Straßen ist die kommen will, glauben muß." In dem Artikel war in der Form Das Simon Blad'sche Vermächtniß an die Stadtgemeinde unsrige, welche bekanntlich im äußersten Nordwesten die Ver- von Frage und Antwort eine Satyre auf den Militärstaat ge geben und es wurden Seitenhiebe gegen das von den Berlin wird, wie gemeldet wird, nun doch noch die Stadt längerung der Thurmstraße bildet. Obgleich seit Jahren beSo hieß es u. a.: verordneten- Bersammlung beschäftigen. Ausschlaggebend hierfür wohnt, ist sie beim Reguliren gänzlich vergessen worden. Im Polen gehaßte Preußen ausgetheilt. war die Bestimmung des Testaments, wonach dem Erblaffer auf Winter ist vor Schmuh kaum hindurch zu kommen, so daß schon Wozu schuf Gott den Menschen? Antwort: Um Soldat zu werden einem hervorragenden Plage des städtischen Friedhofes zu mancher Wagen stecken geblieben ist, und im Sommer fann man und das Repetirgewehr zu tragen!- Frage: Woraus besteht der Friedrichsfelde ein besonderer Bestattungsplat selbst bei dem geringsten Wind vor Staub taum die Augen öffnen. Mensch? Frage: Antwort: Damit verständlich auf ewige Zeiten eingeräumt werden soll. Von Reinigen und Besprengen dieser Straße ist ebenfalls feine Wozu gab Gott dem Menschen den Leib? In dieser Bestimmung erblickt man entgegen der von anderer Rede. Wann denkt der Magistrat an Abhilfe? er ihn zum Biel für Gewehr- und Kanonenschüsse hergebe. Seite geltend gemachten Ansicht, daß jene Bestimmung keine In dem gleichen Frage- und Antwortspiel wurden weiter als Der Gemeindevorsteher von Rigdorf hat sich mit der preußische Glaubensfäße" hingestellt:„ daß der Herrgott die " Auflage" im Sinne des Gesetzes darstelle- doch eine Ber: Bitte an den hiesigen Wagistrat gewendet. seinerseits die Ge- Erde für die Preußen gefchaffen habe",„ daß die Sonne nur pflichtung für die Stadtgemeinde, bezüglich deren die Gemeinde- nehmigung zum Bau und Betrieb der elektrischen südlichen Vor- leuchte, damit die Soldaten beim Schießen besser sehen können", vertretung gehört werden muß. Erst wenn die Stadtverordneten- ortbahnen, soweit dieselben Berliner Gebiet berühren, ebenfalls daß Fürst Bismarck auf die Erde gekommen ist, um die Preußen Versammlung sich mit der Annahme des Vermächtnisses ein verstanden erklären sollte, wird die Genehmigung des Kaisers baldigst zu ertheilen, da von dieser Genehmigung der Beginn der aus der Bedrückung durch die Polen zu erretten"," daß jeder bestraft werden muß, welcher singt, daß Polen noch nicht verloren sei" 2c. zum Antritt der Erbschaft nachgesucht und die Angelegenheit Bauausführung dieser Straßenbahnen abhängig sei. dann der städtischen Schul- und der Kunst- Deputation überwiesen Die Zentifimal- Brückenwaage der Kölnischen Rathswaage Der Angeklagte wies darauf hin, daß der Artikel aus einem am Petriplab muß einer baulichen Veränderung wegen vom 11. amerikanischen Wochenblatte abgedruckt und von ihm lediglich Passehl in der Oberlinschule, Frankfurter Allee, an Die Dezimal, Schenkel., Gold- und Silberwaagen daselbst tönnen Artikel erdichtete Thatsachen aufstelle, welche geeignet seien, das Das Stück Prügelpädagogik, das die Lehrerin Anna bis einschließlich den 22. Mai d. J. außer Betrieb gesetzt werden. als ein Scherz aufgefaßt worden sei. Der Staatsanwalt hielt die Thatbestandsmerkmale des§ 131 für gegeben, da der weiter benußt werden. einem zweieinhalbjährigen Rinde verübt hat, bleibt Heer als Staatseinrichtung verächtlich zu machen. Der Staatsungesühnt. Wir berichteten über die That in der Nummer Im öffentlichen Fuhrwesen Berlins befanden sich am anwalt beantragte vier Monate Gefängniß. Rechtsvom 17. April und knüpften an die Mittheilung von dem ab- 31. März d. J. 7338 Droschken, darunter 4831 erster Klasse, 2066 anwalt Herzfeld bestritt dagegen auf grund vorliegender weisenden Bescheide, den die Mutter des gemißhandelten Kindes zweiter Klasse, 161 Gepäckoroschfen; 399 Omnibusse, darunter 68 Reichsgerichts- Erkenntnisse, daß hier überhaupt von„ Thatsachen" auf ihre Anzeige vom Staatsanwalt erhalten hatte, die Hoff der Nacht- Omnibus- Kompagnie gehörig; 229 Thorwagen, 1370 die Rede sein fönne und beantragte daher die Freisprechung. Der nung, daß der Oberstaatsanwalt die eigenthümliche Anschauung Pferdeeisenbahnwagen, insgesamint 9356 dem öffentlichen Verkehr Gerichtshof schloß sich der Auffassung des Vertheidigers dahin feines Untergebenen forrigiren werde. Dies ist leider nicht geschehen. dienende Gefährte. an, daß es sich bei dem Artikel nicht um Thatsachen, sondern um Der Obersttaatsanwalt hat der Mutter auf deren weitere Beeinen mehr oder weniger schlechten Wit handele und er sprach schwerde in einer vom 1. Mai datirten Zuschrift geantwortet: de 3halb den Angeklagten frei. und das Stiftungsstatut ausgearbeitet werden können. In der an der Berlin Görlitzer Eisenbahn belegenen Billenkolonie Eichwalde ist am 1. Mai d. J. eine Postagentur getlagten. nur mit git thun in : und theilte Die erbärmliche Denunziationssucht wegen angeblicher Der Prozeß gegen den Bernsteinwaaren Fabrikanten und Simon- Weißenfee. Die Pflicht, zu dem Unterstüßungsfonds Majestätsbeleidigung geht noch immer weiter. Gin drastisches Westphal wegen verleumderischer Beleidigung gegen mehrere beizutragen, wurde aufgehoben, ein jeder möge freiwillig nach Beispiel dafür, wie Rachsucht häufig die einzige Triebfeder zu Beamte des landwirthschaftlichen Ministeriums, der Königs- Kräften dazu beitragen. Diejenigen, die nicht geftreift haben, solchen Anzeigen ist, beschäftigte am Mittwoch die dritte Straf- berger Regierung, des Oberbergamts Breslau und des Geheimen müssen im Besitz von 18 Marten à 30 Pf. sein. Wer noch nicht tammer des Landgerichts I. Die Arbeiterfrau Augufte Mogel, Kommerzienraths Becker, in Firma Stantien und Becker in im Befih obiger Marken ist, kann das Versäumte nachholen. welche sich wegen Majestätsbeleidigung zu verantworten hatte, Königsberg in Pr., hat am Mittwoch vor der Straf- Mit der energischen Aufforderung, die 9 Stunden und 55 Pf. wohnte mit der Maurerfrau Mathilde Kirschke in der Gleim- fammer des Landgerichts Stolp in Pommern begonnen. Minimallohn hochzuhalten, wurde die Versammlung geschlossen. ftraße in einem Hause zusammen. Die mehrjährige Freundschaft Den Vorsiz des Gerichtshofes führt Landgerichts Direktor Der Verband der in Holzbearbeitungs- Fabriken und zwischen den Frauen ging in die Brüche und wandelte sich Wahrenberg. Die Antlagebehörde vertritt erster Staatsanwalt auf Holzplägen beschäftigten Arbeiter und Arin bittere Feindschaft um, die in verschiedenen Privat Settegast. Als Vertreter der Nebenkläger ist Rechtsanwalt beiterinnen( Filiale Berlin 1) hielt am 4. Mai eine Mit beleidigungsklagen ihren Ausdruck fand. Speziell war Dr. Seelig aus Königsberg i. Pr. erschienen. Die Bertheidigung gliederversammlung ab, in der Genosse Slomte- Bielefeld über Frau Kirschte zweimal von der Angeklagten verklagt führen die Rechtsanwälte Dr. Sello- Berlin und Sieg- Rummels Die Entwicklung der deutschen Gewerkschaftsbewegung referirte. worden. Da erinnerte sich Frau Kirschke, daß die An- burg i. Pomm. Der Vorsitzende macht den Angeklagten darauf Reicher Beifall lohnte dem Redner am Schluß seiner Ausgetlagte einmal eine Beleidigung des Kaisers ausgesprochen aufmerksam, daß aus Anlaß der Uebersendung der inkrimi- führungen. Hierauf brachte der Vorsitzende die vom Gewerk habe, sie erzählte davon anderen Personen und der Maurer nirten Dentschrift an den Handelsminister und Landwirthschafts- fchaftsfongreß angenommene Resolution, den Boykott der Auguft Lichtenberg brachte am 6. März d. J. die angeblich im minister auch wegen wissentlich falscher Anschuldigung erkannt Mohr'schen Margarine betreffend zur Kenntniß der Mitglieder, Juni v. J.(!) begangene Majestätsbeleidigung zur Anzeige. werden kann. die sich auch verpflichteten, nach Kräften zur Durführung des Danach sollte sich die Angeklagte mit der Frau Kirschte im Juni Boykotts beizutragen. Die Versammlung tabelte sehr entschieden Die internationale völkerbefreiende Sozialdemokratie. das Verhalten der Kollegen, welche bei Ausbruch des Klavierfreundschaftlich unterhalten haben; bei der Unterhaltung soll das Gespräch auf die Kirchenwahlen' gekommen sein und die An- Das Schöffengericht zu Buckau bei Magdeburg hatte am 15. No- arbeiterstreiks in den betreffenden Fabriken die Arbeit fortsetten. getlagte foll hierbei eine beleidigende Aeußerung über den Kaiser vember 1895 die Genossen Gerlach- Halberstadt, 3ähle- Ein Antrag Piel, den streikenden Klavierarbeitern 50 M. zu geklagte soll hierbei eine beleidigende Aeußerung über den Kaiser Fermersleben, Gö cf e- Groß- Ottersleben und Nitsch- Magde bewilligen, wurde nach kurzer Debatte angenommen; desgleichen gethan haben. Frau Kirschte beschwor, daß diese Aeußerung Göcke gefallen sei, während die Angeklagte die Beschuldigung als Er- burg wegen groben Unsugs bestraft. Nitsch sollte die strafbare ein Antrag Koboldt, den jeweiligen ersten Vorsitzenden zu beauffindung bezeichnete. Der Staatsanwalt beantragte 3 Monate Handlung durch Erwähnung der Emser Depesche begangen haben, tragen, sämmtliche Pflichten, die die Filiale den Behörden gegen Gefängniß. Der Gerichtshof erachtete bei der ganzen Sach- die übrigen waren beschuldigt, ein Hoch auf die inter- über zu erfüllen hat, unter seiner Verantwortung auszuführen. lage die Beschuldigung einer einzigen Person nicht für aus nationale, völkerbefreiende Sozialdemokratie" Die streikenden Musikinstrumenten Arbeiter waren am reichend, sondern erkannte auf Freisprechung der An- ausgebracht zu haben. Im Strafmaße war das Gericht nicht Mittwoch Nachmittag in einer Anzahl von etwa 3000 Personen gerade zurückhaltend gewesen, denn Göcke hatte für ein Hoch im Saale der Brauerei Friedrichshain versammelt. Nach einer fechs Wochen, Zähle für zwei Hochs zwölf Wochen Haft be: mit großem Beifall aufgenommenen Agitationsrede des Genossen Eine sehr eingehende Beachtung verdient der Armen kommen, während die beiden anderen je mit drei Wochen davon Ad. Hoffmann, der den Gedanken ausführte, daß die Arbeiter tommissionsvorsteher Ludwig Wieneke, Stein- gekommen waren. Auf die Berufung der Angeklagten hatte das eine Besserung ihrer Lage erreichen tönnen, mezstraße 32. Er fungirte gestern in einer Beleidigungsfache Landgericht am 15. Januar d. J. alle freigesprochen bis nur aus eigener Kraft und durch einiges Zusammenhalten als Zeuge vor der 135. Abtheilung des Schöffengerichts und er- auf Zähle, dem wegen eines Hochs auf die„ revolutionäre" Arendt mit, daß der Stand der Lohnbewegung im allgemeinen unverändert tlärte, daß er als Inhaber des ihm von der Stadt anvertrauten Sozialdemokratie 2 Wochen Haft belassen worden waren. Im übrigen sei als recht günftig Ehrenamtes Gericht der Hervorhebung des inter angesehen Pöbel der hatte das babe, da von den 5000 Arbeitern, werden müsse, natürlich feine zarte Behandlung beanspruchen fönne. nationalen und völterbefreienden Charakters der die in der Branche beschäftigt find, 3000 im Streif stehen, Die Arbeiterfrau 2., welche sich in der erwähnten Verhandlung Sozialdemakratie eine Beunruhigung des Publikums nicht wärend ungefähr 1000 Arbeiter in 22 Fabriken, die die Forde wegen Beleidigung des Armenvorsteher 3 zu versehen können. Dagegen hatte die Staatsanwaltschaft Revision rungen bewilligt haben, in Arbeit stehen. Diese Fabriten geantworten hatte, war als Bittstellerin zu diesem gekommen, und eingelegt, und diese wurde am 4. Mai vor dem Oberlandesgericht hören dem Fabrikantenring nicht an. Vier Firmen mit 70 bis zwar wünschte sie aus der Armenkasse eine Brille für sich zu su Naumburg verhandelt. Die Staatsanwaltschaft vertrat den 80 Arbeitern, die schon bewilligt hatten, haben ihr Wort wieder erhalten, da sie ohne eine solche nicht mehr ihre Arbeit zu ver- Standpunkt, daß jedes öffentliche Anreizen zu zurückgezogen, vermuthlich, weil sie dem Ring beigetreten sind. richten vermöchte. Die Angeklagte hat mehrere Borstrafen fozialdemokratischen Bestrebungen durch Hoch Der Streik umfaßt gegenwärtig fast alle Fabriken; auch Arbeiter, wegen Diebstahls erhalten, sie besitzt einen Mann, der wöchent- eine die rechtsverlegende Handlung sei, die 20-30 Jahre auf einer Stelle beschäftigt waren, haben sich Der Vertreter der Staatslich den Hungerlohn von 10 m. verdient. Nach ihrer nur das Publikum belästige. der Bewegung angeschlossen. Nach Lage der Sache sei also ein im Termine hielt eine längere Rede, zu glaubhaften Darstellung, die sie dem Vorsteher gab, anwaltschaft fie bie siegreicher Ausgang des Streits gewiß. Die Ausführungen der Charakter des dieser erklärte, bei dem bekannten große Familie worin nachfolgenden Redner und die Stimmung der Versammelten ließ daß die Sozial nicht aus und wenn sie sich nicht wieder auf die Spitzbüberei Zukunftsstaates wäre es ausgeschloffen, erkennen, daß die Streifenden vom besten Geiste beseelt und legen, sondern fernerhin ehrlich bleiben wollte, so müßte sie zu demokratie ihn auf gefeßlichem Wege anstreben könne, selbst willens sind, den Lohnkampf unter allen Umständen siegreich verdienen; zum Erwerb der nothwendigen Brille reichte aber das wenn sie es wolle, und deshalb fei jede öffentliche sozial- durchzuführen. Unter anderem wurde mitgetheilt, daß auch der Geld nicht aus. Als die Angeklagte fah, daß ihre inständigen demokratische Rundgebung beunruhigend, auch wenn sie Hirsch- Duncker'sche Gewerkverein sich mit dem Musikinstrumenten Bitten nichts fruchteten, da der Armenvorsteher auf dieselben teine Hindeutung auf eine gewaltsame Revolution enthalte. arbeiter- Streik solidarisch erklärt und beschlossen hat, seine streikenden nur ein entschiedenes, Mein" hatte, äußerte sie sich dahin, daß Der Vertheidiger, Rechtsanwalt eine aus Berlin hielt Mitglieder zu unterstützen, sowie diejenigen, welche in Fabriken, der Vorsteher schon ihre Mutter sehr unschön behandelt habe und ihm entgegen, daß die Staatsanwaltschaft bei dieser Auf- wo die Forderungen gestellt, aber nicht bewilligt find, trozdem belegte ihn dann nach seiner Aussage mit Schimpfworten und fassung eigentlich auch jeden verfolgen müsse, der für weiterarbeiten, aus dem Verein auszuschließen. Ain Schluß der Beleidigungen. Wienele brachte die Angeklagte aus seiner Wohnung die Sozialdemokratie agitire oder seine Gesinnung durch Versammlung wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: hinaus. Nach deren Aeußerung soll der Vorsteher sie hier bei Wahl eines sozialdemokratischen Abgeordneten fundgäbe und Die Versammelten verpflichten sich, fest und treu auf ihre Forde äußerst hart am Arm gepackt haben, und das zwar müßte konsequenter Weise eine solche That dann nicht als von ihr beigebrachte Attest, welches sie sich hierüber grober Unfug, sondern als Vorbereitung zum Hochverrathe be- rungen zu beharren und den Lohnkampf mit aller Energie so von einem Arzt hatte ausstellen lassen, spricht denn auch trachtet werden. Durch diese Konsequenz richte sich die staats- lange zu führen, bis ein voller Sieg errungen ist. Allerdings sei die von einer recht erheblichen Druckstelle, welche anwaltschaftliche Auffassung von selber. die Angeklagte am Arme hatte. Der Staatsanwalt Umbildung der Gesellschaft ein Ziel der Sozialdemokratie, in fei meinte selbstverständlich mit dem Gerichtshofe, daß den Armen- aber deswegen dieser Ziele der Vertretung Einer groben Majestätsbeleidigung gegen die Muse der erblicken, denn die Gesellschaft Geschichte macht der Deutsche Reichs- Anzeiger" sich schuldig, der vorstehern bei ihrem schwierigen" Amte ein besonderer Schutz nichts Beängstigendes zu erblicken, gewährt werden müsse und daß daher die Strafe nicht zu niedrig bilde fich ohnedies fortwährend und täglich um. Es komme auch folgendes verübt:„ Die Muse der Geschichte konnte Deutschland in bemessen werden könne. Der Staatsanwalt beantragte 1 Woche nicht darauf an, ob der Staatsanwalt bei seiner unkontrollir- der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nur einen Ranke, in der Haft, der Gerichtshof erkannte sogar auf 1 Woche Gefäng- baren Kenntniß vom Zukunftsstaat die Befürchtung habe, früher zweiten nur einen Treitschte finden." Zehn Jahre nicht niß. Allem Anschein nach war aber dem Armen- oder später könnte es einmal zur Gewalt kommen, sondern erGefängniß, aber des Studium 3, damit der Verfasser dieser tommissions- Vorsteher Wienete auch auch diese heblich sei, ob für die Gegenwart die Vertretung sozialdemo: Notiz es begreife, welchen majestätsbeleiderischen Blödsinn er mit Strafe für die Angeklagte noch nicht hoch ge fratischer Ziele irgendwie geeignet sei, den Gedanken an benug, denn er fragte, ob er nicht Berufung gegen das Urtheil ängstigende Gewaltmittel hervorzurufen. Daß dies nicht der einlegen tönne! Fall gewesen sei, habe der Berufungsrichter ohne Rechts- direktion Dresden giebt bekannt: Jufolge Hochwassers wurde irrthum festgestellt, indem er national" eine Anspielung auf das friedliche Zusammen- Elbquais in Dresden mit Ausnahme des König Albert- Hafens ,, inter der Verkehr am Elbquai und Hafen in Riefa sowie an dem wirken der Nationen und in dem Worte„ völkerbefreiend" die eingestellt.- In Troppau und der Umgegend herrscht ans Tendenz zu gesetzmäßiger Fortentwicklung der Volksfreiheit gehaltender heftiger Regen. Die Oppa und die Mohra find hochfunden habe. reichte Lohn aber für Vielleicht bietet sich unsern Parteigenossen im Rathhause einmal Gelegenheit, die Angelegenheit dieses ArmenkommissionsVorstehers zu erörtern. er 10 in den Worten Das Gericht schloß sich dieser Auffassung an und wies die staatsanwaltschaftliche Revision zurüd. Auf eine milde Strafe für Körperverlegung mit tödtlichem Ausgange hat das Landgericht München I erkannt. Es verurtheilte am Dienstag den Matrosen Lindner von Kolbermoor, der am 9. März d. J. den Einjährig Freiwilligen Hauser von Gundremmingen durch einen Messerstich ins Herz getödtet hatte, wegen Körperverlegung mit nachgefolgtem Tod zu drei Monaten Gefängniß. Der Staatsanwalt hatte ein Jahr beantragt. Versammlungen. Vermischtes. diesen Zeilen verübt hat. Das Hochwasser der Elbe. Die tönigl. fächs. Generalangeschwollen. Bedeutende Flächen Acker- und Wiesenlandes oberhalb und unterhalb Troppaus sind überschwemmt. Es be steht Hochwassergefahr für Troppau; die nöthigen Sicherheitsvorkehrungen sind getroffen. Ordnungsstüßendes. Aus Schwabach wird berichtet: Die Revision bei dem hiesigen Vorschußverein hat bisher einen Fehl betrag von einer Million Mark ergeben, ist indessen noch nicht abgeschlossen. Die Fälschungen reichen bis zum Jahre 1870 zurück. Schwere Mißhandlungen eines kleinen Kindes führten die Mechaniker- Ehefrau Pauline Woinar auf die Anklagebank der 9. Straftammer am Landgericht I. Jm April v. J. gab die unverehelichte Meuchel ihr anderthalbjähriges Kind, welches sie bisher in Sachsen untergebracht hatte, der Angeklagten gegen Entgelt in Pflege. Da die Mutter nach Berlin übergefiedelt war, so wollte sie auch ihr Kind in der Nähe haben, um es öfter besuchen und sehen zu können. Dieser Wunsch der Mutter erfüllte sich aber nicht, denn so oft sie auch zu der Angeklagten tam und bat, ihr ihr Kind zu zeigen, Frau Woinar hatte regelVom Fakir im gläsernen Sarg berichten Wiener Blätter: mäßig Ausflüchte, durch welche sie verhinderte, daß die Mutter Auf Einladung des Unternehmers von Ofen in der Türkenzeit" das Kind zu sehen bekam. Mehrere Monate war diese so hingehalten auf der Milenniums Ausstellung sind die Vertreter der Wiener worden, als sie schließlich recht energisch darauf bestand, daß ihr das Presse mittels Separatzuges über Preßburg nach Budapest abKind gezeigt würde. Wer beschreibt ihr Entsetzen, als ihr dasselbe In einer sehr gut besuchten Versammlung der Buch- gereist. In Preßburg fand ein Dejeuner statt, bei welchem an dem schließlich übergeben wurde und sie statt des fröhlichen, blühenden binder und Berufsgenossen, die den großen Keller'schen Saal 23 jährigen Fatir Bhim- jen- Pratley aus Lahore( Indien) in Gegen Rindes ein armseliges, fieches Wesen erblickte. Sie nahm es bis auf den legten Platz füllte, behandelte der Verbands- wart eines zweiten Fatirs Boval Krishma, 26 Jahre alt, aus natürlich der Angeklagten sofort ab und brachte es zum Josephs- vorsitzende Dietrich aus Stuttgart das Thema: Was haben Cawnpoore, die Prozedur des Einschläferns und die Einfargung heim in der Pappel- Allee. Die Vorsteherin dieses Instituts, wir zu thun, um eine kürzere Arbeitszeit und höhere Löhne zu in einen gläfernen Sarg vorgenommen wurde, nachdem Professor Fräulein Tauchert, veranlaßte die Untersuchung des Kindes durch erringen? Nach einem Ueberblick über den Gang der wirth- Fricker aus London ihn hypnotisivt und ihm das Wort gesagt hatte, den Dr. Bertram, und dieser stellte fest, daß das arme kleine schaftlichen Entwickelung: Rückgang des Kleingewerbes, An- das der Fakir beim Erwachen zu allererst aussprechen wird. Der Geschöpf in der haarsträubendsten Weise mißhandelt worden sein wachsen des Großbetriebes und damit zusammenhängend Zu Fatir wird 8 Tage schlafen und am achten Tage geweckt werden. mußte. Der ganze Körper des Kindes war mit Beulen und nahme der Hausindustrie und der Frauenarbeit zeigte der Referent Der Fakir bekommt dreihundert Gulden täglich und ist vorläufig braunen und blauen Flecken bedeckt; auf dem einen Arm allein an der Hand einer Lohnstatistik aus den Jahren 1892 und für vier Wochen engagirt. Von, Woche zu Woche erfolgt die zeigten sich elf duntle blutrünftige Striemen. Dieser Sach- 1894, daß die Löhne in diesem Zeitraum um 10-12 pet. Ginschläferung, resp. Erweckung. Ein zweiter Fatir foll, falls verständige stellte mit Professor Dr. Straßmann in der Ver- gesunken sind, und daß gegenwärtig Wochenlöhne von 5-6 M. es die Behörde erlaubt, für die Besucher der Ofener Schau. handlung fest, daß derartige systematische Mißhandlungen für weibliche, solche von 12-16 m. für männliche Arbeitskräfte stellung fieben Meter tief in die Erde eingegraben(?) werden. eines fleinen Kindes bei längerer Andauer im stande seien, häufig vorfämen, böhere Löhne dagegen eine Seltenheit seien. In Preßburg erregte es großes Aufsehen, als der gläserne Sarg das Leben zu gefährden. Der Staatsanwalt meinte zwar, daß als Mittel zur Aufbesserung dieser unzureichenden Lohn- und zuerst im Hofraum des Hotels mit dem unbeweglich liegenden man von einer Engelmacherei" bei der Angeklagten nicht sprechen Arbeitsbedingungen empfahl der Redner, da der einzelne dem Fatir photographisch aufgenommen und dann auf einem Sanitätsfönne, die bedeutende Gefühlsrohheit derfelben verdiene aber eine Unternehmerthum machtlos gegenüberstehe, den Anschluß an fourgon auf den Bahnhof gebracht wurde. Im Separatzug recht harte Strafe. Er beantragte 1 Jahr Gefängniß und die die Organisation. Lebhafter Beifall folgte dem agitatorisch wurde der Sarg in den Kondukteurwagen gestellt unter Bewachung fofortige Verhaftung der Angeklagten. Der Gerichtshof erkannte wirksamen Vortrage, wonach eine sehr animirte Diskussion ge- Budapester Arzte. Während des Transports und der Verladung auf neun Monate Gefängniß, nahm jedoch von der pflogen wurde, in der verschiedene Redner im Sinne des liegt der Fakir wie ein Leichnam. Um 6 Uhr erfolgte die Ankunft Verhaftung Abstand, da er Fluchtverdacht nicht für vorliegend Referenten sprachen. Allgemeine Verwunderung erregte ein in Budapest, wo der Fakir in Anwesenheit von Tausenden in erachtete. junger Mann, der gegen die Organisation sprach, weil dieselbe den Ausstellungsraum überführt wurde. Die beiden Indier feiner Meinung nach zu hohe Beiträge fordere, auch für ihre stammen aus Lahore. Beide haben in London wiederholt je Eine im Auslande begangene Strafthat führte gestern Mitglieder noch keine besseren Löhne erreicht habe. Der betreffende 30 Tage geschlafen". Pratley ist vor zwei Monaten im Royal die ehemalige Ballettänzerin Frida Tuch vor die 121. Abtheilung wurde von den nachfolgenden Rednern entsprechend abgefertigt. Aquarium in Gegenwart von 14 000 Menschen eingeschläfert des Schöffengerichts. Im Juni v. J. gehörte die Angeklagte zum Eine Resolution, in der sich die Versammelten verpflichten, durch und nach 30 Tagen im Beisein von 21 000 Menschen wieder zum Bersonal eines fleinen Birfus, dessen Juhaber Böhmen bereiste. Anschluß an die Organisation eine baldige Besserung ihrer Lage Leben gebracht worden. Die jungen Indier erklären selbst ihre In dem Städtchen Reichenbach hatte besonders das weibliche herbeizuführen, fand einstimmige Annahme. Der Bericht des Leistung als ein Werk der ihnen eigenen hochgradigen WillensPersonal viel von der dortigen Straßenjugend zu leiden. Die Delegirten zur Gewerkschaftskommission wurde der vorgerückten ungezogenen Rangen hatten entdeckt, daß ein kleiner Holzanbau, Beit wegen bis zur nächsten Versammlung vertagt. der mit dem Zirkus in Verbindung stand, dem weiblichen Personal als Ankleideraum diente. Nun bohrten sie Löcher in die Holz- Der Zentral- Verband der Zimmerer beschäftigte sich in wand und suchten etwas von den inneren Vorgängen zu erspähen. der Generalversammlung am 3. d. M. mit der Abrechnung vom Den Damen war dies unangenehm. Als die Angeklagte wieder 1. Quartal. Danach betrug die Einnahme der Hauptkasse einmal bei der Toilette war und ein schwaches Geräusch an 168 724 M., die der Lokalkaffe 1080,61 M. Die Ausgabe stellt der Außenwand hörte, stieß hörte, stieß fie mit der Brennscheere, fich auf 1183,98 M., mithin ist ein Defizit von 103,32 M. vorhanden. die sie gerade in der Hand hielt, durch eines der Die Abrechnung vom Kommers, der zu Ehren der Delegirten zum gebohrten Löcher. Zugleich ertönte draußen ein lauter Aufschrei. Provinzialverbandstag abgehalten wurde, ergab einen Ueberschuß Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( zwei Buchstaben oder eine Baht) Ein zehnjähriger Knabe hatte sein rechtes Auge gegen die Deffnung von 17,34 M. Dieser Betrag wurde der Agitationskommission übergehalten und war von der Brennscheere, die zum Glück nicht heiß wiesen. Im Gewerkschaftlichen erledigte man zunächst interne war, getroffen worden. Das Auge wurde schwer verlegt, die Angelegenheiten. Ein Unterstüßungsgesuch wurde dem Vorstand Sehtrast blieb aber erhalten. Die Angeklagte gab den Sach- überwiesen. An die wegen der Maifeier Gemaßregelten wurde verhalt unumwunden zu, sie bestritt aber, daß sie sich die Folgen das Ersuchen gerichtet, dies sofort der Lohnkommission mitzuihrer unbedachten Handlungsweise überlegt und auch nicht ge- theilen. Bei dem Zimmermeister Schmidt sind bereits sämmt wußt habe, durch welches der vielen Löcher ein Neugieriger spähte. liche Zimmerer am Donnerstag wegen der Maifeier entlaffen. Der Staatsanwalt brachte den dolus eventualis zur Anwendung Der Bau befindet sich Justerburgerstraße. Ferner F. B. Waldshut. Hübsch, Memelerstr. 40 in Berlin. die Bimmerer, in Paris Arbeit 811 nehmen. und beantragte gegen die Angeklagte wegen vorsätzlicher Körper man 96. Wir haben schon wiederholt mitgetheilt, daß das Buch verletzung eine Geldstrafe von 40 M. Der Gerichtshof hielt nur Bringmann- Hamburg referirte alsdann über: Was lehren uns nur für den von Nugen ist, der Geld genug hat, die Summe eine Fahrlässigkeit vorliegend, die mit einer Geldstrafe von 15 M. die diesjährigen Lohnbewegungen". An der Diskussion be- von etwa 10 bis 20 M. für den Besuch aller mit der Ausstellung hinreichend gefühnt sei. theiligten sich Radzuhu, Petereit, Stehr, Reuter, Ecke, Görlig verbundenen Spezialausstellungen 2c. zu opfern. warnte fraft und der durch dieselbe ermöglichten Autosuggestion. Für den Fall, daß der beobachtende Arzt gewisse Anzeichen schwindender Lebenstraft wahrnehmen sollte, wird dem Schlafenden der Mund gewaltsam geöffnet und mittels einer Glasröhre etwas Milch eingeflößt. Sehr wissenschaftlich" ist es gerade nicht, derartige Experimente zur Befriedigung der Schauluft zu unternehmen. Briefkasten der Redaktion. anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Die juristische Sprechstunde findet am Montag, Dienstag, Freitag und Sonnabend, abends von 6-7 Uhr statt. H. Rich, Bellermannstraße. Ihr Bericht ist, wie Sie ersehen, zum theil in dem heute von uns veröffentlichten mit verarbeitet. Einzelheiten laffen wir folgen. Verantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey, Berlin. Für den Inferatentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin. 2. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mr. 106. Abgeordnetenhaus. 64. Sigung vom 6. mai, 11 Uhr. Am Miniftertische: Thielen und zahlreiche Kom missarien. Die Kreditvorlage für Eisenbahnen und Rornhäuser steht zur zweiten Lesung. Die Budgetkommission beantragt ungeänderte Annahme der Vorlage. Die 18 neuen Linien, welche nach der Vorlage gebaut werden sollen, und für welche einschließlich der Beschaffung von Betriebsmitteln 571/2 Millionen Mart gefordert werden, bewilligt das Haus nach längeren Darlegungen der für die einzelnen Länder bestellten Referenten ohne wesentliche Debatte. Auch die Betheiligung des Staates mit 800 000 m. an zwei Privatbahn- Unternehmungen( Stralsund- Triebsees und Oldenburg- Heiligenhafen) wird ohne Debatte bewilligt." Der Abg. Ehlers( frs. Vp.) berichtet sodann über die Vertheilung der zur Förderung des Baues von Kleinbahnen bewilligten Mittel und über die acht Millionen, welche neu in der Vorlage zu dem gleichen Zwecke gefordert werden. Die Forde rung wird debattelos bewilligt. = M Es folgt die Position zur Errichtung von Getreidelager Häufern 3 Millionen. Abg. Riepenhausen Crangen( f.) betont, daß seine Freunde die Mittel bewilligen, als zu einem Versuch; ob sich derselbe bewährt, bleibt abzuwarten. Man kennt die Stimmung im Lande wenig, wenn man glaubt, daß einer so geringfügigen Maßregel wegen sich die Landwirthe in ihren Anschauungen ändern könnten. Um dies Ziel zu erreichen, wird die Regierung den Forderungen der Landwirthschaft mehr Entgegentommen beweisen müssen. Abg. Graf Hoensbroech( 3.) wünscht zu wissen, ob die Landwirthschaftskammern die Forderung der Silos billigen, ob sie überhaupt befragt sind. = Donnerstag, den 7. Mai 1896. 13. Jahrg. zusammenstellung des Materials gearbeitet. Diese Arbeit sollte| Maidemonftranten schüttelten die Köpfe, ließen sich aber nicht Anfang des Jahres 1896 fertiggestellt sein, verzögerte sich aber aus der Ruhe bringen, sondern zogen weiter. An der Ringstraße wegen fich nothwendig machender Aenderungen der ersten Aus- wurden sie von Schuhleuten verhindert, den Weg durch die arbeitung. Altstadt zu nehmen, und die Pferdebahnwagen mußten " " Der Agitation unter den Bergarbeitern wurde auch anhalten, damit die Sozi nicht etwa auf diese Weise in die Altim letzten Jahre seitens der Generalfommission die größte Auf- stadt gelangten und dort durch ihren Anblick das honette Bürgermerksamkeit geschenkt. Es wurden den Bergarbeitern 1895/96 thum in Angst brächten. Der musterhaften Disziplin der Arbeiter in drei Raten 769,65 M. für diese Agitation zur Verfügung Magdeburgs ist es zu danken, daß es mit den Polizeibeamten, gestellt. von denen die Kriminalbeamten sämmtlich mit Spazierstöcken Der Verband der Müller erhielt 750 M. zur Herausgabe ausgerüstet waren, nicht zu unliebsamen Auftritten fam. Nur eines Flugblattes und dessen Versendung an einzelne Personen. eine Verhaftung erfolgte während des Marsches. Auf dem Glacis Es erhielten ferner noch vom 1. Januar 1895 bis 31. März 1896 angekommen, stimmte man den Gesang der Arbetter- Marseillaise Mittel zur Agitation die folgenden Organisationen und Agitations- an; der Gesang wurde von der Polizei nicht gestört. Ats tommissionen: Bäcker 500 M., Bauarbeiter 300 M., Brauer Friedrichslust erreicht war, wollte die Polizei anfänglich das 150 M., Gärtner 150 M., Handelshilfsarbeiter 300 M. und Entree zum Konzert nicht gestatten, ließ es aber dann zu. Wäh Töpfer 1000 m. Es sei hier noch bemerkt, daß in allen Fällen rend nun das Fest seinen Verlauf nahm, tam die Nachricht, daß die Mittel erst dann zur Verfügung gestellt wurden, wenn die in den Räumen der Volksstimme" und der Druckerei gehausGeneralkommission über den Agitationsplan genau informirt sucht worden sei. Das Personal der Boltsstimme" worden war. Die von den Organisationen eingesandten Berichte hielt diese Haussuchung für unmöglich, besaßen doch an dieser Stelle zu veröffentlichen, würde zu weit führen. Der Redakteur und Geschäftsführer die Schlüssel zu den Erfolg dieser Agitation war in den meisten Fällen ein guter. Geschäftsräumen. So schnell es ging, fuchten Geschäftsführer Auch im letzten Jahre ist von der Generalkommission wieder und die übrigen im Geschäft beschäftigten Personen die Geschäfts. ein Flugblatt für die vom Ausland kommenden Arbeiter heraus- räume auf. Doch sie kamen zu spät die Haussuchung hatte gegeben worden. Es wurden aus 48 Orten von den örtlichen thatsächlich stattgefunden; sie war beendet. Die Haussuchung Gewerkschaftskartellen Bestellungen auf diese Flugblätter gemacht leitete der Kriminalinspektor Schmidt. Von dem Geschäftsund 32 000 in polnischer, 15 000 in czechischer und 21 000 in personal wurde niemand hinzugezogen. Genosse Vahle mußte italienischer Sprache, zusammen 69 000 angefertigt und versandt. sogar die Expeditionsräume verlassen. Zur Haussuchung wurde Von dem Gewerkschaftskartell in Stuttgart wurden für die das hinzugezogen die Frau Arnoldt, der angekündigt wurde, daß sie felbst bei dem Bahnbau beschäftigten italienischen Arbeiter Ver- auf ihren Mann nicht zu warten habe, da er wegen Majestätsfammlungen einberufen und ein der italienischen Sprache mächtiger beleidigung verhaftet sei, und eine unseren Genossen völlig Referent zu diesen gestellt. Die Kosten für diese Agitation be- fremde Frau. In den Redaktionsräumen sah es schreck trugen 121 M. lich aus. Alle Winkel, Fächer und Pulte scheinen gewissen Im November 1895 unterbreitete die Generalfommission den haft revidirt worden zu sein. Durchstöbert wurde der Papier Vorständen der Zentralvereine einen Plan, nach welchem in forb. Die Beamten suchten nach einer gewissen Handschrift. regelmäßigen Zwischenräumen Flugblätter ausgearbeitet und Die Nummer, die das Knackfuß'sche Bild enthielt und welche die Abg. v. Tiedemann- Bomst( frt.): Nach Aufhebung des versandt werden sollten, welche Abhandlungen über den Zweck Redaktion aufbewahrt hatte, drei Abzüge des letzten Bildes der Terminhandels werden wir häufige Manöver im Getreidehandel der Gewerkschaften, die Verkürzung der Arbeitszeit, die Lohn- Volksstimme", die im Pult des Geschäftsführers Tagen, fehlten erleben, um die Preise zu drücken, da werden denn die Silos verhältnisse u. s. w. bringen sollten. Die Adressen der Ver- gleichfalls, wie andererseits die noch vorhandenen Exemplare eine hervorragende Bedeutung erhalten. Dem Vorredner ist trauensleute für die einzelnen Berufe und Orte sollten der letzten Nummer verschwunden sind. Ein Verzeichniß über darin nicht beizustimmen, daß die Silos alle einheitlich und auf den Flugblättern enthalten sein und so für sämmt die mitgenommenen Gegenstände ist, obgleich dies das Gesetz zwangsweise eingerichtet werden. Zwang ist hier schädlich, man liche Gewerkschaften durch diese Flugschriften eine fort vorschreibt, der Frau Arnoldt nicht gegeben worden. Peinlich warte die freie Entwickelung ab. gefeßte Agitation entfaltet werden. 30 Vorstände erklärten vollzog sich auch die Haussuchung in den Räumen der Druckerei. Minister Miquel bemerkt, daß die Landwirthschaftskammern sich mit diesem Plane einverstanden und machten Bestellungen Sämmtliche Schubladen der Setzer wurden durchsucht. Alle über die Vorlage nicht befragt werden konnten, da sie noch gar auf Flugblätter. Diese sollten gratis geliefert und den Organi Manuskripte zur neuen Nummer wurden nachgesehen. Außer nicht überall organisirt sind. Man hat ein großes Lagerhaus fationen nur Porto und Expeditionskosten in Rechnung gestellt einem Exemplare der letzten Nummer ist nichts gefür Berlin gefordert; aber hier solchen Speicher zu bauen, ist werden. Die erste Nummer dieser Flugschriften, Was nüßen funden worden wenigstens ist nicht weiter be= nicht Staats-, sondern Gemeinde Angelegenheit, umſomehr als uns die Gewerkschaften", erschien Ende Dezember 1895 und fannt. Ueber die in der Druckerei beschlagnahmten die mangelhaften Speichereinrichtungen in Berlin auf die Preise wurden davon 216 400 mit den Adressen der örtlichen Ver- Sachen ist gleichfalls ein Verzeichniß nicht aufgestellt worden. zu ungunsten der Landwirthe zurückwirken. waltungsstellen der Organisationen für 54 Orte und 146 400 Redakteur Schröter, der an stelle des einige Tage behindert ge= Abg. Jäckel( frs. Vp.) bestreitet die Nothwendigkeit, be- mit den Adreffen der örtlichen Gewerkschaftskartelle, zusammen wesenen Redakteurs Vahle die Redaktion der„ Volksstimme" übersondere Unterstützungen für die Landwirthschaft machen au 362 800 angefertigt und in 1557 Einzelsendungen expedirt. nommen hatte, war am 1. Mai die gesuchteste Person. Seit müssen. Die Einrichtung dieser Flugblätter nahm erhebliche Beit in früh 9 Uhr wurde er von der Polizei gesucht, endlich am NachAbg. v. Mendel- Steinfels( t.) fragt, ob es nicht möglich ist, Anspruch, doch wird bei weiterer Ausgabe der Flugschriften mittag gegen 1/26 Uhr wurde er auf dem Festplage verhaftet Eisenbahnwagen zu bauen, welche das Einfacken des Getreides, die Arbeit eine wesentlich leichtere sein. Die Nr. 2 diefer Flug- und inhaftirt. Wie ein Lauffeuer waren die Einzelheiten des das für Silos bestimmt ist, entbehrlich machen. Herr Jäckel schriften, Der achtstündige Arbeitstag," foll. Anfang Mai d. J. Tages verbreitet. In allen Fabriken, in allen Werkstätten will auch Landwirth gewesen sein, das muß schon lange her sein. zur Versendung kommen. wurden sie eifrig besprochen ein Anfporn für die Ver( Heiterkeit.) Von der heutigen Landwirthschaft versteht er nichts. Seit dem Halberstädter Gewerkschaftstongreß find bis jetzt fammlung des Abends. Und am Abend strömten die Massen ( Sehr richtig!) folgende Flugblätter von der Generalfommission herausgegeben: in die Versammlungslokale, welche sämmtlich überstark besucht An die Arbeiterschaft der östlichen Provinzen Preußens deutsch waren. Im Weißen Hirsch sprach Wilhelm Klees. 50 000, polnisch 50 000. An die vom Ausland kommenden Arbeiter Der Saal war strogend voll. In gleicher Weise hatten sich die ( 1894) polnisch 31 000, czechisch 18 000, italienisch 19 000. An die Arbeiter in der Krone eingefunden, die polizeilich abgesperrt war. Arbeiter und Arbeiterinnen der Nahrungsmittelindustrie 70 000. Hier sprach Wilhelm Bartels. In Friedrichslust sprach An die vom Ausland kommenden Arbeiter( 1895) polnisch Albert Schmidt. Hier mußten Hunderte umkehren, die 32 000, czeschisch 15 000, italienisch 21 000, an die erwerbs feinen Platz fanden. Würdig verlief auch die Versammlung in thätigen Frauen und Mädchen Deutschlands 207 000, Flug der Berbster Bierhalle", wo Schulz aus Berlin sprach. Auch schriften Nr. 1: Was uns die Gewerkschaften nüßen" 362 800, hier war der Saal und der Nebenraum bis auf den letzten Plaz Die Position: 3 Millionen für Rornhäuser" wird bewilligt, Summa 875 800. gefüllt. Die Referenten gaben einen Rückblick auf die Achtstunden16 Petitionen werden nach den Kommissionsanträgen erledigt. Die Zahl der örtlichen Gewerkschaftskartelle hat auch im bewegung und begeisterten die Versammelten für die hohen Ziele Morgen 11 Uhr: Bentralgenossenschaftsgesetz- Novelle. Vorlage letzten Jahre wieder zugenommen und war die General- des Sozialismus. Die Majestätsbeleidigung, wegen deren betr. gemeinsame Holzungen. Antrag v. 3edlig, betr. Be- kommission bemüht, den sich bildenden Kartellen durch Zu- Redakteur, Verleger und Drucker der„ Bolksstimme" verhaftet schäftigung Angestellter in Ladengeschäften. sendungen von Statuten und durch nähere Anweisungen nach wurden, soll durch das in der Nummer vom 1 Mai veröffentlichte Schluß 4/4 Uhr. Kräften behilflich zu sein. Bild begangen sein. Der Drucker Arnoldt ist wieder auf freien Fuß gefeßt, während Redakteur Schröter und Verleger Harbaum in Untersuchungshaft behalten wurden. Die er wähnte Nummer ist mit Beschlag belegt. Minister Thielen: Der Eisenbahntransport in loser Schüttung ist heute schon gestattet, doch wird von dieser Art der Beförderung im ganzen wenig Gebrauch gemacht. Regierungskommiffar Geh. Rath Conrad theilt mit, daß über die Einrichtung der Speicher Erhebungen stattgefunden haben, namentlich darüber, ob Gilo- oder Speicher Einrichtung vorzuziehen sei; es scheint, als ob diese Frage nach örtlichen Rücksichten entschieden werden muß. Meber die Agitation der Generalkommission. ( Schluß.) " " " Die Feier des 1. Mai. Ueber den Ausfall der Feier liegen uns noch eine Anzahl Einer ungemein regen Betheiligung erfreute sich die MaiNachrichten vor, von denen folgende den Schluß machen mögen. demonstration auch im 17. sächsischen Reichstags- Wahlkreise. Königsberg i. Pr. Am 1. Mai vormittags fanden drei Jn Meerane, Hohenstein- Ernstthal, Lichten. Die im Jahre 1895 inszenirte Agitation unter den Volksversammlungen statt, die zahlreich besucht waren. Das stein Callnberg, Glauchau und Gesau fanden industriellen Arbeiterinnen nahm einen guten Ver- Referat hielten an stelle des erkrankten Genossen Schulze entweder Versammlungen statt oder es unternahmen die Ges Iauf. Nach wiederholten Anfragen bei den Vertrauensleuten der die Genossen Schnell, Gottschalt und Braun. nossen Ausflüge. In Ernstthal auf der Zeche wurde am örtlichen Gewerkschaftskartelle und den Vorständen der Zentral Nachmittags trafen sich eine Anzahl von Genossen in einem Freitag Abend eine außerordentlich start besuchte Versammlung vereine wurden insgesammt 179 Versammlungen angemeldet. Gartenlokal auf den Hufen. Leider war das Wetter sehr schlecht; abgehalten, wo Auer sprach. Am Sonnabend sollte Auer in Davon fanden 17 in Berlin statt, und zwar für die Bekleidungs- als es sich um 4 Uhr aufhellte, waren ca. 2000-3000 Personen Gesau im dortigen Wahlverein sprechen, doch stellte die Polizei industrie 4, Lederindustrie 4, Metallindustrie 2, Holzindustrie 1, beisammen, dieselben vermehrten sich bis über 5000, als um 7 Uhr die Bedingung, daß in dieser Versammlung teine neuen MitZabatindustrie 1, graphische Gewerbe 3 und allgemeine 2. Von der Aufbruch nach der Stadt begann. Man ging diesmal durch glieder aufgenommen werden dürften. Unter diesen Ums den für andere Orte angemeldeten 162 Versammlungen waren das Ausfallender Thor nach der Stadt. Das Steindammer ständen verzichteten die Einberufer auf das Abhalten 27 Textilarbeiter, 6 Schneider, 6 Fabritarbeiter, 4 Litho Thor, wo außerhalb Gendarmen standen und innerhalb die der Versammlung. Am Sonntag Nachmittag sprach Auer graphen, 2 Knopfmacher, 1 Kürschner- und 1 Bürstenmacher, Thorwache verstärkt und mit Munition versehen war( was übrigens in Uhlsdorf, einem Dorfe auf der Grenze zwischen dem im ganzen 47 Branchenversammlungen. Entsprechend der Bahl bei allen Wachen der Stadt der Fall gewesen ist; sogar die fogen. 17. und 14. Wahlkreise. Troß ganz erbärmlichen Wetters der Referentinnen, die sich zur Uebernahme von Referaten eiserne Portion soll verabfolgt worden sein), und wo außerdem( Regen und Sturm) war der große Saal bis auf den letzten meldeten, wurden 7 Agitationsbezirke gebildet, so daß jede der zwei Schuhmannsposten postirt waren, passirten nur ein paar Plaz gefüllt. Referentinnen durchschnittlich 23 Referate zu halten hatte. Es Personen. Abends fanden sich noch eine ganze Anzahl Personen Auch im Chemnizer Wahlkreise war die Feier diesmal wurden 140 Versammlungen abgehalten, wovon 7 aufgelöst in der Phönixhalle zusammen, da uns leider kein größeres fehr rege. Gegen 2000 Menschen, Männer, Frauen und Kinder, worden sind. 10 Versammlungen wurden vorher verboten. Die Etablissement zur Verfügung steht. hatten sich nachmittags im Feldschlößchen eingefunden, wo Verbote erfolgten in Bayern deswegen, weil Frauen an den Die Maifeier in Rottbus gestaltete sich ebenfalls zu einer Schippel die Feftrede hielt. Abends fanden in allen verVersammlungen theilnehmen sollten, in Elsaß Lothringen imposanten Kundgebung. Es wurde hier zum ersten Mal der fügbaren Sälen Versammlungen statt, die sämmtlich überfüllt auf grund des Diftaturparagraphen. Auch in Preußen Versuch gemacht, vormittags eine Versammlung abzuhalten. Die waren. Hier sprachen Schippel, Lorenz, Emil Rie. erfolgten Verbote wegen Theilnahme der Frauen an der Versammlung war von einigen hundert Personen besucht. Nachmann, Krauß und Ender 3. Alle Ausflüge, An- und Vers Versammlung. Eine Versammlung wurde in Preußen ver- mittags fand ein Ausflug mit Familie statt, woran sich ebenfalls sammlungen im Freien hatte die Amtshauptmannschaft im vors boten, weil sie am Tage ber bekannten Sedanfeier abgehalten einige hundert Personen betheiligten, natürlich unter polizeilicher aus verboten. Trotzdem und trotz des regnerischen Wetters werden sollte. Auch die Auflösungen der Versammlungen er- Bedeckung. Die Gendarmen traten sehr scharf auf, was zu ver- fanden sich am Sonntag noch überall die Genossen zu zwangs folgten vielfach deswegen, weil den Wünschen der überwachenden schiedenen Auseinandersehungen führte. Zu Ausschreitungen kam losen Unterhaltungen zusammen. Im ganzen war die diesjährige Beamten, die Frauen zu entfernen, nicht Folge gegeben wurde. es jedoch nicht. Abends wurde eine von ca. 4000 Personen be- Maifeier die glänzendfte aller bisherigen. Gleichzeitig wurde ein Flugblatt, an die werkthätigen Frauen suchte Versammlung abgehalten, wo Fischer aus Dresden Leipzig.( Ausführlicher Bericht.) Die Maifeier verlief hier gerichtet, in ca. 207 000 Exemplaren verbreitet. Die Gesammt- referirte. Den Schluß der Maifeier bildete ein von mehreren imposanter denn je. Die Unternehmer der Tischlerbranche hatten Ausgaben für diese Agitation stellten sich auf 3991,79 M., ohne tausend Personen besuchtes Vergnügen am Sonnabend Abend. gegenüber der Forderung der Arbeiter auf Freigabe des 1. Mai die Kosten für das Flugblatt. Posen. Die hiesigen Sozialdemokraten, welchen es nach einen Ring gebildet. Trotzdem legten in 14 der größten Fabriken Für die sächsischen Zextilarbeiter und Arlanger Beit endlich gelungen ist, ein Lokal zu bekommen, hielten gegen 800 Mann einhellig am 1. Mai die Arbeit nieder. Zu beiterinnen wurde in der Zeit vom 3. bis 14. Dezemb. 1895 am 3. Mai eine von ca. 250 Personen besuchte Arbeiter Ver den Tischlern kamen noch die Klempner, ein Theil der Bau und vom 20. Februar bis 7. März 1896 eine besondere Agi- sammlung ab, wo die Genossen Schütz aus Breslau und arbeiter u. f. w., so daß die Betheiligung an der Arbeitsruhe tationstour arrangirt, zu welcher die Generalfommission eine Morawski aus Berlin über die Bedeutung der Maifeier weit größer als in früheren Jahren war. Aus allen Referentin stellte und die nöthigen Flugblätter lieferte. Es fanden referirten; ersterer, welcher unverhofft erschienen war, in deutscher Stadtvierteln strömten morgens die Genossen, von be19 Versammlungen statt, die in den kleineren Orten gut besucht Sprache, lezterer in poluischer. Beiden Referenten wurde un rittenen Polizeibeamten geleitet, nach dem Promenadenring waren, während der Besuch in größeren Orten zu wünschen übrig ließ. getheilter Beifall gezollt und eine dementsprechende Resolution der inneren Stadt und zogen, immer von Polizei beschüßt, Pine der Versammlungen wurde aufgelöst. Fünf Versammlungen angenommen. An die Versammlung knüpfte sich ein Vergnügen durch die Hauptstraßen der inneren Stadt nach Stötterig. wurden auf grund des sächsischen" Juwels" verboten, weil die der Gewerkschaften, das die Genossen bis zum Morgen beisammen- Es waren nicht weniger als sechs berittene Schußleute im Zuge, Referentin zu unfittlichen Handlungen oder Gesetzesübertretungen hielt. die mit den Polizeibeamten zu Fuß von dem Polizeidirektor, geneigt machen könnte. Direkt in den Versammlungen wurden Magdeburg. Die Versammlung am Morgen des 1. Mai dem Polizeihauptmann und zwei Polizeilieutenants überwacht auf dieser Tour für den Verband der Textilarbeiter 541 Mit- war von 900 Personen besucht; Albert Schmidt referirte. wurden. In dieser Weise ging es bis zur Stadtgrenze. Auf glieder aufgenommen. Nach Schluß der Versammlung wurde in lofen Gruppen nach Stötteriger Flur war feine Polizei aufgeboten und auf dem Unter den Bauarbeitern wurde im Sommer 1895 eine Friedrichsluft gezogen. Auffällig war das große Aufgebot an großen Festplatz, auf dem sich mindestens 10 000 Menschen einumfangreiche Agitation zur Beseitigung der Mißstände auf Schutzmannschaft auf den Straßen. Jeder einzelne Mais gefunden hatten, promenirten nur zwei Gendarmen. Reichstags Bauten betrieben. Von der Generalkommission wurden demonstrant wurde scharf figirt. Plöglich drangen einige Abgeordneter Först er hielt in der geräumigen Festhalle das 400 M. zu dieser Agitation beigesteuert. Die gewonnenen Kriminalbeamte in die Reihen der Spaziergänger und verhafteten Referat. Während seiner Rede waren aus den umliegenden Materialien und Berichte über diese über diese Agitation wurden die Genossen Harbaum und Arnoldt, den Verleger und den Fabriken die rußgeschwärzten Arbeiter herbeigeeilt, um auch an fortlaufend in den Fachorganen der Bauhandwerker ver- Drucker der Volksstimme"; gleichzeitig fam die Nachricht, daß der Maifeier theilzunehmen. Eine Resolution, die sich mit den öffentlicht und wird gegenwärtig noch an einer Gesammt die letzte Nummer der Boltsstimme" tonfisairt sei. Die Beschlüssen der internationalen Kongreffe einverstanden erklärte iinb den Achtstundentag forderte, wurde einstimmig angenommen, sowie eine Deputation von drei Mann gewählt, die beim Stadt- rath dahin vorstellig werden soll, daß die Arbeitszeit der städtischen Arbeiter verkürzt werde.(Der Stadtrath hat be schloffen, die Deputation zu empfangen.) Die abziehenden Ge> nassen wurden durch immer neue Schaaren ersetzt, ebenso waren die Abendversammlungen— 19 an der Zahl— gut besucht. Es mögen über 3S000 Menschen in Leipzig und Umgegend an der Demonstration für den Achtstundentag theilgenommen haben. Tiefeufurt in Schlesien. Am 1. Mai fand hier ein ge> selliges Beisammensein statt, zu dem viele hunderte von Genossen und Genossinnen sich einfanden. Am Sonntag sprach Schebs aus Breslau in gut besuchter Versammlung unter reichem Beb fall über die„Bedeutung des 1. Mai und die gegenwärtige politische Lage". Alles verlief in musterhafter Ordnung. Koburg. Am 1. Mai gut besuchte Versammlung; Referent Walter. Am 3. Mai früh Ausflug von 3—400 Personen nach Niederfüllbach, wo man unter Vorantritt der Stadtkapelle und unter dem Donner von Böllerschüssen, die von den Land bewohnern abgefeuert wurden, seinen Einzug hielt. An, Abend war Fest im Schießhaussaal zu Koburg. Das große Lokal war überfüllt. W a I t e r' s Festrede fand begeisterten Beifall. Trotz der starken Betheiligung ist die ganze Feier ohne jeden Zwischen fall verlaufen. Im Wahlkreise Höchst-Usingeu-Homburg wurden am 1. Mai in Homburg zwei Versammlungen mit Behrens und Brinkmann als Referenten, in H ö ch st(Referent Reichstags- Abgeordneter W. Schmidt- Frankfurt) und O b e r u r f e l (Referent Betters) je eine Versammlung unter starker Be- theiligung abgehalten. 40 Mann, meist Schreiner, ließen in Höchst die Arbeit ruhen. Für die in Frankfurt a. M. arbeitenden Genoffen aus dem Wahlkreise, die nur Sonnabends nach Hause fahren. war in Frankfurt a. M. eine Versammlung arrangirt, wo Reichstags-Abgeordneter B r ü h n e sprach. Der Saal war über- füllt. Am 3. Mai fand in O b e r u r f e l ein von 1000 Per- sonen besuchtes Volksfest statt, ebenso in Steinbach, einem im Taunus gelegenen hessischen Orte. Da in den preußischen Orten des Taunus die Wirthe ihre Säle verweigert hatten, war der Besuch in Steinbach um so stärker. Aus der ganzen Um- gegend waren die Genossen mit ihren Familien herbeigekommen, insgesammt 1L00 Personen. Die Festrede hielt B r ü h n e. Kaiserslautern in der Rheinpfalz. Am 1. Mai früh Aus- flug unter schwacher Betheiligung, abends dagegen lebhafter Besuch der Volksversammlung; beim Konzert am Abend des L. Mai waren die großen Räumlichkeiten der Löwenburg dicht gefüllt und die Volksversammlung, die am 3. Mai anf den, Wicsenthaler Hof für die Landbevölkerung abgehalten wurde. hatte ebenfalls zahlreiche Theilnehmer. Insgesammt haben weit über 1000 Personen an der Maiseier theilgenonimen. Alles ver- lief in musterhafter Ordnung. Zur Maifeier in der Schweiz wird uns ferner geschrieben: In S t. G a l I e n redete vor Svv Mann Genosse Greulich, in C h u r Pfarrer Pflüger, in Schaffhausen Genosse Wullschleger. in Luzern Märiens, in Aarau Fürholz, rn Ölten Keßler, in Grenchen Biolley und C o n z e t t, letzterer am Abend auch in Solo- t h u r n. Es scheint, daß in manchen Orten das schlechte Wetter auf die Betheiligung der Arbeiter an der Maifeier doch nachtheiligen Einfluß geübt hat, wie es natürlich den Verlauf der Feier selbst aller Orten stark be- einträchtigte. An anderen Orten, wie z. B. in Winterthur, war dagegen die Betheiligung der Arbeiter doppelt so stark, als in allen früheren Jahren. Italien. Oeffentliche Versammlungen auf den Straßen und Plätzen— wie das sonst in Mailand üblich war— wurden diesmal nicht abgehalten, denn in der Verfolgung der Sozialisten unterscheidet stch das Ministerium Rudini nicht im geringsten von dem verflossenen Ministerium Crispi und Au- sammlungen im Freien waren streng verboten worden. Natür- lich war der Zulauf zu den von der sozialistischen Partei ver- anstalteten geschlossenen Versammlungen, in welchen Gnocchi- Viani, Turati, Ciccotti u. s. w. über die Bedeutung des 1. Mai sprachen, um so größer. Um 2 Uhr nachmittags begab sich eine Kommisston von 25 Delegirten der Arbeits- kammer zum Bürgermeister mit einer Denkschrift, welche die Mindestforderungen zur Besserstellung der arbeitenden Klassen enthielt. Der Bürgermeister versicherte, daß in den von der Stadt abgeschlossenen Baukvntrakten der jetzt geltende Mindesttarif für Maurer von 2,30 Lire Tagelohn(2,25 M.) auf 3,50 Lire(2,30 M.) erhöht worden sei, unli daß es jetztSache der Arbeiter sei, ihn durchzu- führen; sie sollten eben für weniger nicht arbeiten. Die Forderungen betreffend den obligatorischen Unterricht und die Speisung armer Schulkinder versprach er zu prüfen und dem Sladtrathe vor- zulegen. Die gleichfalls geforderte Herabsetzung der Preise für Arbeiter-Fahrkarten(im Pferdebahnbetrieb) fei in dem mit der Pferdebahn-Gesellschast abgeschlossenen neuen Kontrakte durchgesetzt worden. Unter den vielen sozialistischen Mai- Festzeitungen, die hier herausgegeben wurden, ragt besonders die von dem Bunde der Eisenbahnarbeiter veröffentlichte Festschrift»1° MaA�io" hervor, die schätzenswerthe Verse und Artikel und das vollständige Protokoll des hochwichtigen dritten Kongresses(der in Bologna stattfand) enthält. Auf den Straßen herrschte sowohl am Tage. als auch am Abend eine musterhafte Ruhe und Ordnung; heiter und fröhlich ging es dagegen in den Versammlungs- räumen der verschiedenen Arbeitervereine zu. Ein zahl- reiches Publikum wohnte der Aufführung deS Gelegenheilsstückes„II 1° Maggie" im Theater des Vereins für modern» Kunst bei;'das interessante zweiaktige Stück, welches Pier Am- brogio Thomas zum Verfasser hat, hatte bei einem von dem ge- nannten Verein veranstalteten Wettbewerb den Preis davon- getragen. Auch in allen übrigen Städten Italiens nahm die Mai- feier einen würdigen Verlauf. In Rom verging der Tag ruhig. Viel Leben herrschte in den Vergnügungslokalen der Vor- städte. Gearbeitet wurde nur an einigen im Bau begriffenen Häusern und in mehreren Werkstätten. Obwohl kein Mensch daran dachte, die Arbeitenden zu stören, hielt es die Regierung doch für nöthig, alle Polizeistationen mit Extrapolizei und Carabinieri zu versehen, und die Banken und die öffent- lichen Gebäude wurden so aufmerksam bewacht, als stünde eine grobe Revolution mit Raub und Plünderung vor der Thür. Alle Arbeitervereine hatten Festversammlungen veranstaltet, in welchen eine von dem Vollzugsausschuß der Arbeilskammer aufgesetzte Tagesordnung votirt wurde. � Die Berichte aus allen Theilen des Landes beweisen, daß die Maifeier in ganz Italien einen glänzenden Verlauf hatte. Spanien. Nach den bis jetzt vorliegenden Nachrichten ist der 1. Mai in ganz Spanien in ruhiger, der Bedeutung des Tages angemessener Weise gefeiert worden. Die Arbeit ruhte nur in wenigen Fabriken und Werkstätten, denn das winzige Häuflein der armen spanischen Genoffen ist zu sehr von den Kapitalisten abhängig, als daß man an«ine energische Durchführung der Arbeitseinstellung am 1. Mai hätte denken können. Aehn- liches wird aus allen anderen Industriezentren Spaniens ge- nieldet. I» Barcelona fand die Festversammlung im Teatro- Circo statt; auch hier waren viele Frauen als Theilnehmerinnen erschienen, ein erfreulicher Beweis dafür, daß die sozialistischen Ideen bei uns auch schon das weibliche Geschlecht ergriffen haben. Viele Arbeiterfamilien niachten am Nachmittag Ausflüge aufs Land. Abends wurde das Drama„Una Luelga"(Ein Streik) aufgeführt. In Villanueva(Provinz Barcelona) ruhte die Arbeit in sämmtlichen Fabriken, und die städtischen Gebäude hatten Flaggen- schmuck angelegt. In Bilbao kam es zu einem Zu- sammenstoß zwischen Arbeitern und der Zivilgarde. Med- rere Grubenarbeiter hatten in durchaus ruhiger Weise versucht, auf arbeitende Kameraden im Sinne der Niederlegung der Arbeit einzuwirken, und wurden dafür von der Zivilgarde mit Revolvern und Säbeln angegriffen. Es entspann sich ein Handgemenge, wobei ein Polizist verwundet wurde. In Cadiz und El Ferro! verlief das Fest in der größten Ordnung. In La Coruna feierten fast sämmtliche Arbeiter. In Mataro wurden zwei Meetings veranstaltet, in den meisten Fabriken und Werkstätten und auf allen Bauten ruhte die Arbeit. In Valencia ward nur in wenigen Werkstätten gearbeitet. Portugal. Die am 1. Mai von den Lissabonner sozia listischen Arbeitern veranstalteten Kundgebungen trugen einen würdigen Charakter zur Schau. Auch in allen anderen größeren Städten Portugals verlief das Fest der Arbeiter in derselben oder in ähnlicher Weise. Die Zahl der portugiesischen Genoffen ist vorläufig noch unbedeutend, aber die kleine, wackere Schaar entfallet bereits eine rege Thätigkeit und hat den herrschenden Klaffen sehr viele Zu- geständnisse abgezwungen. Als ihren Hauptgegner betrachten die portugiesischen Sozialisten den lilerus, mit welchem sie beständig im Kantpfe liegen, tveil er, wie überall auf die Verdummung des Volkes hinarbeitet. Rumänien. Bukarest, 2. Mai.(Eig. Ber.) Die hiesigen deutschen und slavischen Arbeiter hielten am 1. Mai eine von ca. 300 Personen besuchte Versammlung ab. Nach mittags fand ein geschlossener Zug mit Fahne und Gesang in einen Garten statt und nach gemüthlichem Beisammensein begaben sich die Feiernden in noch größerer Zahl bei Abend dämmerung in geschlossenem Zuge ins Vereinslokal zurück. Die Feier durch Arbeitsruhe bedeutet einen wesentliche» Forlschritt gegenüber de» früheren Jahren und ist zu hoffen, daß in den nächsten Jahren der Arbeiterfeiertag fast allgemein durch Arbeitsruhe ge feiert wird. Die rumänischen Genoffen veranstalten am Sonntag den 3. Mai, einen großartigen Umzug durch die Stadt mit daraus folgendem Gartenfest. Schweden. Göteborg, 4. Mai.(Eig. Bericht.) Die Maidemonstration fand hier am 3. Mai statt und verlief zu unserer vollsten Zufriedenheit. Die Feier war so großartig wie noch nie. Auf dem Platze waren zirka 7—3000 Personen an- wesend, im Zuge zählte man 13 Fahnen und 3 Musikchöre. GenrevKfitzafkluhes. Aufruf a» alle in der Musikinstrumenten-Jndnstrie beschäftigte« Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands, insbesondere an die Klavier-, Klaviatur- und Pianomechanik-Arbeiterl Schon die dritte Woche währt unser Ausstand und wie es scheint, ist das Interesse der Kollegen außerhalb Berlins nicht so, wie es sein sollte. Gegen- wärtig streiken nahezu SSOV Arbeiter und Arbeiterinnen, die sich auf 93 Fabriken vertheilen. Nur noch bei 12—15 Firmen wird gearbeitet. Die beiden Organe des Unter- nehmerthums, die Berliner und Leipziger„Jnstrumenten-Zeitung", üchen die Sache natürlich so darzustellen, als wären nur einzelne unbedeutende Fabriken von dem Ausstand betroffen und als wären selbst dort nur einzelne Arbeiter an dem Ausstand betheiligt. Kollegen! Die Wahrheitsliebe unserer Gegner kennzeichnet sich schon dadurch, daß in den genannten Unternehmer-Organen der Streik bei Bechstein nicht erwähnt wird, trotzdem von 400 Ar bcitern dieser Fabrik 250 und zwar die tüchtigsten Kollegen aus- tändig sind. 70 Fabriken, die je 15—70 Arbeiter beschäftigten, tehen gänzlich still. Kollegen! Seid versichert, die Unternehmer sind nicht von der siegesgewissen Stim- mung durchdrungen, die unter den Streikenden herrscht. Der Fadrikantenring, von dem es immer heißt, seine Mitglieder befänden sich in voller Uebereinstimmung miteinander, zeigt mächtige Risse und wird vielleicht schon in ein paar Tagen aus- einander platzen. Es ist ja auch lächerlich, von Uebereinstimmung zu reden, wo jeder von den Ringkämpfern nur den einzigen Wunsch hegt, seinen Konkurrenten baldigst am Boden zappeln zu sehen; denn der wahre Zweck des Ringes ist, das Absatzgebiet der Kleinbetriebe an sich zu reißen und die seit Jahren schon unliebsamen Konkurrenten zu beseitigen. Doch uns Arbeitern soll dies Spiel gleich�iltig sein. Wir haben vor allen Dingen darauf N achten, daß keiner von uns fahnenflüchtig wird, und daß wir est an unseren Forderungen halten. Wir. die Ausgesperrten und Streikenden, sind auf einen heißen Kampf gefaßt; mögen auch die Repressalien des Unternehmerlhums noch so verwerflich sein, wir Arbeiter werden ihnen zu begegnen wissen. Nun, deutsche Berussgenoffen, Ihr alle wißt, es ist der erste große Kampf seit dem Bestehen der modernen deutschen Musikinstrumenten- Industrie, de» wir führen. Man hat ihn uns aufgezwungen durch die brutale Aussperrung. Von einem Zurück kann keine Rede sein. Jetzt gilt es aber auch vor allem, daß jeder Kollege außer- halb Berlins sich bewußt wird, daß die Aufmerksamkeit sämmt- licher deutschen Fabrikanten auf Berlin gerichtet ist, um, wenn wir unterliegen würden. Euch dann die Löhne und das bischen Bewegungsfreiheit noch mehr zu beschneiden. Umsomehr muß es Eure Pflicht sein, daß jeder, soweit es in seinen Kräften steht, sein Theil dazu beiträgt, um uns materiell zu unter- stützen. Gedenkt, es sind 3300 Streikende und Ausgesperrte; rechnet Frauen und Kinder dazu, so haben wir ca. 12 000 Menschen vor uns, denen das zum Leben nöthigste verabreicht werden muß. Wenn wir nur wollen, können wir eS. Darum Kollegen von außerhalb, laßt nicht lange auf Euch warten, erwache jeder und greife in die Tasche, denn schnelle Hilfe ist doppelte Hilfe. Alle Anfragen und Geldsendungen sind zu richten an A. Kleinlein, Naunynstr. 27, bei Henke. Die Lohnkom Mission der Musikinstrum enten-Älrbeiter Berlins. Die Unternehmerkoalitio» in der Berliner Musik- instrumente»- Industrie beabsichtigt, eine schwarze L i st e sämmtlicher ausständiger Arbeiter und Ar- beiterinnen herauszugeben. Erst sperren die Herren vom Geidsack die Arbeiter aus, weil sie von der günstige» Konjunktur auch etwas Vortheil haben wollen, und nachdem durch jenen brutalen Willkürakt der Streik provozirl ist, werden die tausende von Arbeitern und Arbeiterinnen, die sich einfach ihrer Haut wehren durch die schwarze Liste noch in Acht und Bann gethan und sozusagen für ewige Zeiten unter eine Kontrolle gestellt, wie sie chikanöser nicht gedacht werden kann. Und das geschieht in dem- selben Reiche, wo gegen die Arbeiter'bei der geringsten Kleinigkeit häufig die Gesetze aufs schärfste ausgelegt und angewendet werden. Ist denn der Äegriss Verrusserklärung nur zu Ungunsten der Arbeiter deutungsfähig? Achtung, Musikinstrumenten-Arbeiter Berlins! Unsere Forderungen sind bewilligt bei den Finnen: Kunze u. Sohn, Schultze, Lubitz, Schmöchel u. Komp., v. Rohden(Mechanik). Schubbe u. Komp., Max Dreyer u. Komp., Wiesner(Mechanik), Overholthaus, Groß. Grütte, Hoffmann„. Komp., Herbst, Fürstenberg, Harmonie, List, Gütschow, Schmidt u. Sommerfeld, Westermayer, Mittag, Köhler(Mechanik). Alle übrigen Firmen haben nicht bewilligt, was sowohl die Kollegen, wie unsere nächsten Berussverwandten, die Tischler, beachten mögen. Die Lohnkom missio». Achtung, Metallarbeiter! Wegen der Maifeier sind in den im folgenden genannten Werkstätten die Arbeiter entlassen und bis zum 5. Mai ausgesperrt. Die Arbeiter der betreffenden Firmen haben nun erklärt, die Arbeit nicht eher wieder auf- zunehmen, bis ihnen Genuglhuung widerfahren ist. Die Ent- lassungen wurden vorgenommen bei S ch ä s f e r u. O e h l m a n n, Chauffeestr. 40; F r i st e r, Lindenstr. 23; Schlüter, Branden- burgstr. 19; G. H ei n z. Wasserlhorstr. 8; T h i e l e k e. Wasser- thorstr. 62; Heinze, Brandenburgstr. 75; Nürnberg. Prinzenstr. 25; Kraas. Gilschinerftr. 81; Kramme. Gitschinerstraße; Stabenow, Gräsestraße 9; Christ. Wrangelstraße III; Kube, Elisabeth-Ufer 30; Ritter, Orantenstraße 9; Krone u. Co.. Stallschreiberstr. 18;� Geschäfts-, Haus Markthelfer, Speditions- und ' eschäftskutscher, Krüger. Sebastianstr. 74 und Alte Jakobstr. 35. Lehmann. Adalbertstr. 72. Sauer. Skalitzerstr. 32. Rübiger, Skalitzerstr. 125. Insgesammt sind dies 18 Werkstätten mit 389 Arbeitern. Kollegen. Metallarbeiter aller Branchen! Haltet den Zuzug fern und agitirt für die Donnerstag stattfindenden Versammlungen.(Siehe Inserat in heutiger Nummer.) Erscheint Mann für Mann! Der Vorstand des Berliner Metallarbeiter-Verbandes. Achtung, Schuhmacher! Inder Ballschuh-Fabrik von Mein ik in Berlin, Schillingstr. 12, ist infolge von Maßregelung und Lohndifferenzen ein Streik ausgebrochen. Die Agitationskommission der Schuhmacher Berlins. Achtung» Bauarbeiter Berlins! Laut Beschluß der öffentlichen Versammlung vom 5. Mai ist das Slreikbureau auf- gehoben. Da jedoch die Lohnkommisston bestehen bleibt, sind sämmtliche Korrespondenzen an Unterzeichneten zu richten. Im Auftrag der Lohnkommission: E. G n t s ch, Pücklerstr. 54. Ausruf a» alle im deutschen Handels- und Transportgetverbe beschäftigten Hilfsarbeiter als: , Komptoirdiener, Packer, Ausläufer, Speicher-, Kellerarbeiter, Roll- und Möbeltransport-Arbeiter, Fuhrleute und verwandte Berufsgenossen! Kollegen! Am 24. und 25. Mai d. I. wird in Halber« stadt im Odeum der M. Berufskongreß der tandels-Hilfsarbeiter Deutschlands abgehalten. ieser Kongreß hat die Aufgabe, die noch an vielen Orlen herrschende Unklarheit über Agitation und Organisation durch ge- meinsame Aussprache zu beseitigen. Ferner soll berathen werden, in welcher Weise wir die gesetzliche Regelung der Arbeitszeit unseres Berufes am besten fördern können. Weiter stehen viele Kollegen heute noch unter der Gesinde- Ordnung. Die Wohllhat des Gewerbegerichtes ist ihnen in- folge dessen entzogen, wie beispielsweise in München und Koburg. während in anderen Orten bereits seil langem das genaue Gegen- theil der Fall ist. Der Kongreß hat dagegen energisch Stellung zu nehmen und den Kollegen Mittel und Wege anzugeben. diese mißlichen Verhältnisse zu ändern. Der Kongreß muß in anbetracht der für unseren Beruf hochwichtigen Tagesordnung von allen Orten, wo organisirte Kollegen vorhanden sind, beschickt werden. Die Kollegen an denjenigen Orten, wo noch keine Organi- sationen bestehen, ersuchen wir, zur Gründung von Organisationen und zur Beschickung des Kongresses möglichst bald überall öffent- liche Versammlungen einzuberufen. Wegen der nöihigeu Information resp. wegen des AgitationS- Materials wolle man sich an die unterzeichnete Adresse wenden. Wir bitten besonders die Vorsitzenden der Gewerk- schaftskartelle, unsere Kollegen bei der Agitation möglichst zu unterstützen. Zur schnellen Erledigung der Arbeiten ist es nothwendig, daß schon jetzt die provisorische Tagesordnung des Kongresses in öffentlichen Versammlungen diskutirt wird. Wir schlagen als Tagesordnung vor: 1. Bericht der Agitations- Kommission. a) Kassenbericht, b) Rechenschaftsbericht. 2. Der gegenwärtige Stand der Sozialrcform im Handels- und Transportgewerbe. 3. Die Gesinde- Ordnungen und ihr Einfluß auf unseren Beruf. 4. Wie gestalten wir in Zukunft unsere Organisation und Agitation? 5. Unsere Taktik. 6. Fachpresse. 7. Der internationale Arbeiter- und Gewerkschaftskongreß in London. 8. Allgemeines und An- träge. Weiteren Vorschlägen zur Tagesordnung wird gern entgegen. gesehen. Wir machen nochmals ausdrücklich aufmerksam. daß, um jede Verwickelung mit den verschiedenen ÄereinSgesetzen zu vermeiden, die Erörterungen über Kongreßfragen nur in öffentlichen, nicht etwa in Vereinsversamm« lungen stattfinden dürfen. Alle Anfragen ic. sind an Karl Alboldt, Berlind., Auguststr. 33, zu richten. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck ge« beten. Bon den Tischlern tu Halle a. S. habe» 119 ihre orderungen bewilligt bekommen. 133 stehen noch im Streik. nzug ist fernzuhalten. Die Zimmerer Teutschlands werden ersucht. Dortmund zu meiden, wo sich die Zimmerer seit dem 20. April im Streik befinden. Durch Fernhallen von Zuzug wird es möglich sein, die gestellten Forderungen durchzudrücken. Sämmtliche kleinen Meister und Bauunternehmer haben bewilligt. Die größeren sind hartnäckiger, sträuben stch hauptsächlich gegen Verkürzung der Arbeitszeit von 10'/, auf 10 Stunden und versuchen, ihre Arbeits- kräfle von außerhalb zu ersetzen. Sendungen sind zu richten an Ferd. Walter. Dortmund, Kursürstenstr. 16. Der Tischlerstreik in Dortmund dauert fort; von 113 Aus- ständigen streiken noch 33, die übrigen sind theils abgereist, thetls anderweit in Arbeit getreten. Von den größeren Firmen hat noch keine bewilligt. Der Malcrstreik in Gelsenkirchen ist vorläufig für beendet erklärt. Es ist kein voller Sieg erreicht worden, aber doch ist der Lohn von 35 auf 38 und 40 Pf. gestiegen. Sämmtliche Mctallschleifer der Firma F. W. B u s ch in Lüdenscheid haben wegen Lohndifferenzen gekündigt. Herr Busch versucht, Arbeiter von auswärts zu bekommen, weshalb der Zuzug fernzuhalten ist. Der Vorstand des Schleifer-Vereins. Der Schnhmacherstreik in Elmshorn dauert fort. In der Verhandlung zwischen beiden Theilen lieferte der Vertreter der Arbeiter auf grund der Lohnbücher den Nachweis, daß der Durchschnittslohn für Schuhmacher in Elmshorn 13,34 M. be- trägt, während die Fabrikanten den Durchschnittslohn auf 16,50 M. estsetzren. Nach weiteren Verhandlungen gaben die Fabrikanten die Erklärung ab, für bestellte Arbeit 5—7 pCt. Lohnerhöhung, aber für Versandarbeit keinen Aufschlag bewilligen zu wollen. Der Ausgleich ist hieran gescheitert. Tie Maurer Geraö sind in den Streik getreten. Zuzug ist streng fernzuhalten. Eine neue Organisation der Lohndiener und Lohn- kellner ist in Kopenhagen gegründet worden. Sie hat zum Zweck die Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Auch die Er- richtung eines Stellenvermittlungs-Bureaus wird angestrebt. Die bereits bestehenden Vereinigungen der Lohndiener und Lohn- kellner, die sich vorzugsweise mit Unterstützungsangelegenheiten befassen, werden durch die neue Organisation nicht befehdet. ondern ergänzt werden. Dieselbe wird alle fachlich ausgebildeten Angehörigen der in Rede stehenden beiden Berufe ohne weitere Formalitäten ausnehmen. Streiks in England 18SZ. Die„Labour Gazette" giebt olgende vorläufige Zusammenstellung über die englische Streik- bewegung im verflossenen Jahre: Es kamen 772 Arbeits- ausstände vor, woran 243 500 Personen betbeiligt waren. Es bedeutet dies gegenüber dem Jahre 1894 eine Abnahme, wo 1061 Streiks(324 243 Betheiligte) zur Kenntniß des Labour Depar- temeins gelangten. Ueber den Ausgang der Ausstände giebt 'olgende Tabelle Auskunft: Prozentsätze der Zahl der Streikenden 1393 1894 1S95 erfolgreiche Streiks..... 32,9 22,1 20,1 theilweise erfolgreiche Streiks. 24,7 34.2 41,9 verlorene Streiks..... 12,2 42,1 81,4 Streiks unbekannten Resultats. 0,2 1,6 6,6 Versammlungen. Ethische Gesellschaft. In der Generalversammlung, die I menen Vortrage über das Thema: Krieg dem Kriege. Nach dem am 22. April tagte, wurde vom Kassirer der Bericht vom ersten zur Verlesung gelangten Raffenbericht hat der Verein im ersten Die Verhältnisse der Partei- Beitungs- Spedition für Quartal verlesen. Danach beliefen sich die Einnahmen auf Quartal eine Einnahme von 873,90 M. und eine Ausgabe von Moabit bildeten den Gegenstand der Verhandlungen einer 622 M. und die Ausgaben auf 457 M. Die hierauf vollzogene 528,45 Mart zu verzeichnen. Hierauf berichtet Henning Frequenz auf dem Arbeitsnachweis, dem Parteiversammlung, die am Mittwoch in der Kronenbrauerei Neuwahl des Vorstandes ergab folgendes Resultat: Da me über die tagte. Vor einigen Wochen wurde bekanntlich der bisherige erfter,& a mme zweiter Vorsitzender; Güth. Schriftführer; sich eine eingehende Besprechung der Zustände bei Spediteur Hempel seines Amtes enthoben, weil während seiner Fähling. Kassirer; Heidte, Rendant. Vom 1. Juli ab Firma Martin Lange, Seydelstr. 13, anschloß. Besonders wurde Geschäftsführung Unregelmäßigkeiten vorgekommen sein sollen. führt der Verein den Namen Bildungsverein Mehr Licht, früher über die dort übliche Behandlung geflagt, bie vor kurzem drei zur Untersuchung dieser Angelegenheit wurde in der vorigen ethische Gesellschaft. Arbeiter veranlaßte, die Arbeit niederzulegen. Aus der Fabrik Bersammlung eine Kommission eingefeßt, welche nun, wie Rieß! berichtete, nach eingehender Revision, die sich auf die letzten drei weft) sprach am 27. april Genosse& aber in einem beifällig morgens bis 1/29 Uhr abends gearbeitet wurde, und laffe auch Im Deutschen Holzarbeiter Verband( Bezirk Süd- Süd: von Kraus theilte man mit, daß dort eines Sonntags von 8 Uhr Monate erstrecte, ermittelt hat, daß für Januar und Februar Monate erftredte, ermittelt hat, daß für Januar und Februar die Ueberschüsse zwar verspätet abgeliefert worden sind, sonst aufgenommenen Vortrag über Unternehmer- und Arbeiterorgani- sucht der Vorsitzende die Anwesenden, rege für den Verband zu die Ueberschüsse zwar verspätet abgeliefert worden find, sonst fationen. Hierauf wurden einige Erfahwahlen vollzogen. Bum wirken, dann würden diese Zustände aufhören. Die nächste Ber jedoch alles in Ordnung war. Der vom Monat März verbliebene Ueberschuß von 32,60 m. war dagegen nicht vor Beitragssammler bestimmte die Versammlung das Mitglied handen. Auch die in den ersten 6 Zagen des Monats April Köfter und in die Werkstatt- Kontrollkommission delegirte man sammlung findet am 1. Juni statt. Die Korbmacher verhandelten am 28. April über die von erzielte Einnahme von 97 M. fand sich nicht vor. Ferner hat Ernst Berger. Zur Besprechung ihrer Werkstattangelegenheiten waren die Tischler aus der Werkstatt von Gassow der Kommission ausgearbeiteten Statuten des zu gründenden fich herausgestellt, daß die Verwaltung der Moabiter Spedition Wert eingeladen. In beiden Werkstätten wurden Lokalvereins. Der Entwurf wurde nach den Beschlüssen der fich theurer stellte, als die der anderen Bezirke des 6. Wahlwieder Ueberstunden gemacht, freises, was auch auf Schuld des Spediteurs zurückgeführt wird. Streit diese Unfitte ausmerzen trotzdem gerade der letzte Kommission angenommen und der wöchentliche Beitrag auf 10 Pf. wollte. Es wurde des normirt. Eine Kommission von 7 Mitgliedern erhielt den AufNach Ansicht des Referenten liegen zweifellos Unregelmäßigkeiten halb in der Versammlung eine herbe Kritik an vor, und rechtfertigt sich daher die Entfernung Hempel's durch Berhalten der betreffenden Arbeiter geübt und dabei betont, daß den Namen: Verband aller in der Korbmacherei beschäftigten bem trag, schon jetzt Mitglieder aufzunehmen und führt der Verein die Revisoren. Auf sein Verlangen erhält Hempel noch sein leider auch in der Werkstatt von Wenzels Nachfolger, Bessel- Arbeiter. Gehalt für einen halben Monat, und für 5 Monate Mieths straße, ähnliche Zustände herrschen. Zum Schluß machte der Martin, Schwedler, Fischer und Bunzel vollzogen. Aufnahmen werden von Brückner, Hauschild, Boß, entschädigung. Das Berhalten Hempel's gegenüber den Revisoren Borsigende darauf aufmerksam, daß die nächste Vertrauensfei entschieden zu tadeln, und müsse man mit solchem Genossen männer- Sizung am 6. Mai im Lokal von Zubeil, Lindenstr. 106, Schöneberg. In der Versammlung des Arbeiter- Bildungstabula rasa machen. Wie in der vorigen Versammlung berief stattfindet. vereins am 4. d. Mts. referirte Genosse Ernst Obst über die fich Hempel auch diesmal darauf, daß er nur sein Gehalt in voraus den Einnahmen entnommen habe. Eine Unterschlagung Vom Vertrauensmann der Metallarbeiter. Genosse Debatte, an der sich u. a. die Genossen Schubert, Knüpfer, Kämpfe der Arbeiter. Dem Vortrag folgte eine recht animirte oder sonstige Unredlichkeit seinerseits liege daher nicht vor. Stähr berichtet uns in bezug auf den Versammlungsbericht der kleinschmidt betheiligten. Unter Verschiedenem wurde definitiv Einzelne Redner traten der Auffassung Hempel's bei und suchten Metallarbeiter in Nr. 102 des„ Vorwärts", daß er feineswegs feitgefeßt, daß das Stiftungsfest des Vereins am 21. Juni bei ihn zu rechtfertigen. Die meisten stimmten dagegen den Dar- für den Berliner Metallarbeiter Verband in der betreffenden Klingenberg in Wilmersdorf stattfinden soll. Die Billets sind im legungen der Kommission zu und verurtheilten Hempel's Versammlung Propaganda gemacht habe, da ihm auch seine Preise von à 25 Pf. zu verabfolgen. Als Thema der nächsten Handlungsweise. Folgende Resolution wurde degen 10 Stimmen Stellung ein derartiges Auftreten verbiete. Wohl aber habe er angenommen: Die Parteiversammlung ist zu der Ueberzeugung sich energisch dagegen gewandt, daß in der Versammlung über- Bersammlung wählte man: Die Programme der verschiedenen Parteien. gekommen, daß Hempel die Spedition nicht im Interesse der haupt die Organisationsfrage erörtert wurde. Partei verwaltet hat. Sie erklärt das Vorgehen der Kommission Die freie Vereinigung der selbständigen Barbiere und oft schule, Waldemarstr. 14: Arbeiter- Bildungsschule. Donnerstag Abend 9 Uhr bis 10% Uhr: Südund ist willens, Deutsch. gegen Hempel für gerechtfertigt ( Literatur des neunzehnten Nordschule, Spedition einen andern Genossen zu übertragen. Die Versamm: Friseure hörte am 27. April die Fortsetzung des von ihrem Jahrhunderts. Auffazlehre.) Herr Heinrich Schulz. lung erklärt Hempel für unwürdig, einen Vertrauensposten in der Mitgliede Gründel so interessant behandelten Themas: Die Müllerstr. 179 a: Geschichte.( Neuere Geschichte von der Reformation Paitei zu befleiden. Ferner verpflichten sich die Genoffen, nach geschichtliche Entwickelung des Bader-, Barbier- und Perrücken- bis zur Gegenwart mit besonderer Berücksichtigung der Entwickelung des wie vor die Parteispedition zu unterstützen. Zum nunmehrigen macher- Gewerbes. Die Mitglieder werden darauf aufmerksam Die Schulräume find zur Benugung der Bibliothek und des reichhaltigen Spediteur wurde Genosse Anders mit 95 Stimmen gewählt gemacht, daß ein ausführlicher Bericht dieser Vorträge in nächster Beitschriftenmaterials schon von 8 Uhr an geöffnet. gegen 80, die für Grefchte abgegeben wurden. Zu Revisoren für Beit im Fachorgan erscheint. die Spedition wählte man die Genossen Lachmann, Stehr und Weise. Für den Inhalt der Inserate über. nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung willens, die Sozialismus und der politischen Parteien Deutschlands.) Herr Dr. C. Binn. Arbeiter Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender Ad. Neumann, Pasewalterstraße 3. Alle Aenderungen im VereinsIm Verband der Gold- und Silberarbeiter sprach am talender find zu richten an Fried. Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 r. Arbeiter Raucherbund Berlins und Umgegend. Aenderungen im 27. April Herr Waldet Manasse in einem beifällig aufgenom- Bereinstalender find zu richten an Otto Schulz, Kottbuser Damm 72. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Donnerstag, abends 8 Uhr: Antigone. ( Frau Clara Meyer a. G.) Freitag, abends 8 Uhr: Die Stützen Der Gesellschaft. Theater. Adolph Ernst- Theater. Donnerstag, den 7. Mai Opernhaus. Tannhäuser. Schauspielhaus. Ein Staatsstreich. Deutsches Theater. Die Weber. Leffing Theater. Waldmeister. Berliner Theater. Der verlorene Sohn. Hierauf: Ich heirathe meine Tochter. Neues Theater. Tata- Toto. Residenz- Theater. Fernand's Thefontraft. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Hungerleider. Schiller- Theater. Antigone. Belle- Alliance- Theater. Die Reise um die Erde in 80 Tagen. Bum 31. Male: Das flotte Berlin. Große Ausstattungs- Gesangspoffe in 3 Akten von Leon Treptow und Ed Jacobson. Ruplets und Quodlibets von G. Görß. Mufit von G. Steffens. 2. Aft: ,, Alt Berlin." Anfang 72 Uhr. Morgen: Dieselbe Borstellung. Kaufmann's National Theater. Das Räthchen Variété- Theater von Heilbronn. Theater Unter den Linden. Der Vogelhändler. Adolph Ernst- Theater. Das flotte Berlin. Alexanderplat Theater. Die fleinen Lämmer. Borher: Bant teufelchen. Reichshallen- Theater. SpezialitätenVorstellung. American- Theater. SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten- Borftellung. Baufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Direktion: Max Samst. Volks- Vorstellung zu bedeutend ermäßigten Preisen. Das Käthchen von Heilbronn. Schauspiel in 5 Atten von E. v. Kleist. Regie: Fritz Schäfer. Morgen: Gastspiel der Frau Sophie Burska: Rabale und Liebe. Alt- Berlin unter dem Großen Kurfürften. Täglich: Nachmittags 3 Uhr: Wendischer Jagdund Beutezug. Abends 8 Uhr: Bei günstiger Witterung: Wendischer Brautzug. Drei Musikkorps. Gemischter Chor d. Theaters Alt- Berlin. Voltsbeluftigungen. Seiltänzer. Zauberei zc. Irrgarten. Diorama 2c. 2c. 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