Sonntag � 21. Dezember 1930 wm MOM ftr ff|L � �SbB i yfl ü B H—' H B Mb HB SSI UM> B M> f>7-Inipaittg« rWm BB HB HB BH■■■_y M HB 1 Xl SO Pfennig. R-Nam-.cUe 5,— Reichs- VH H BH bH VW �H B BB IH M Sfirfcr..Klein? Anzeigen- d-s ' SB HH Hl IH �Hl BHx HBv JBL BH k �B M �qHggj�BHT/ druckte Won ZS Pfennig iguläfsig zwei IM Um I f-itoedruckie Worte), jedes weitere WoN � HR, Z' Hl I 12 Ps«">Ia. St-llengeluche dos erste �R �WS>y �H I Won 15 Pfennig, jedes weitere Wort L|B�> // Ii) Pfennig. WoNe über 15 Buchstaben �W/ zählen für zwei WoN». Arbeitsmartt � � � AeileOO Pfennig. Familienanzeigen Zeile Vvtßsbttdtß M7MMSS Aentvawvga« der Sozialdemoßvatischeu Vsriei Deutlchiattvs R e d a t t i o n u n d V e r l a g: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 IN ö � Postschi:ckronto:BerlinZ?SZK.— Bsnrionto:Banld«Arbeiter,Angestellienund Fernsprecher: Dönbofs AS— LS? Telegramm-Adr.: Sozialdemolrat Berlin.«W»»vUI»ve-vr» V./«»tt. V«-V» Scarnten, Lindenstr. Z, Dt. B. n.Dixc,.Ges,, Depositen!., Jerusalcrner Str. LZ, 66. Heute m«len ltumdoliltl»ia! �Msgs 12 Uhr auf der großen Wiese: Kundgebung gegen Kulturreaktion und Kriegsgefahr/ Redner: Clara Bohm-Schuch, Arthur Crispien, Hermann Harnisch, Kurt Heinig, Carl Litke, Dr. Kurt Löwenstein und Otto Meier/ Erscheint in Massen! An- und Abmarsch darf laut polizeilicher Anordnung nicht in geschlossenen Zügen erfolgen! Morgenausgabe Nr. 597 � � A 300 �abrgang Wöchentlich LSPf� monatlich 5,60 M. im voraus zahlbar, Postbezug 4,32 M. einschließlich 60 Pfg.Postzeiwngs- und 72 Pfg. Postbestellgebühren. Auslands» obonnement 0,— Dl. pro Monat. 4- Der„Vorwärts� erscheint wochentäg» lich zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„De? Abend" Illustrierte Beilagen„Bolt und Zeit" und„Kinderfreund". Ferner „Frauenstimme".„Technik",„Blick in die Lücherwelt".„Iugend-Dorwärts" und„Stadtbeilage". Oer spanische Aufstand. Artillerie und Flieger haben gestreikt. Paris, 20. Dezember.(Eigenbericht.) In einem recht kritischen Artikel über Spanien nach dem Miß- erfolg der revolutionären Bewegung bestätigt der Madrider Korre» spondent des.Temps", daß die Hauptschuld für dm Mißerfolg des Aufstandes der Führer in Jaca trag«, der drei Tage zu früh losgefchlage« hat. Aber auch in Madrid haben die Borberettuagen nicht geklappt. Zahlreiche Anhänger der Revotution und vor allem starke Ar» beitertrupps seien in den Vortogen mit Waffen versehen worden, doch haben am 15. Dezember nur die Flieger losgeschlagen. Augenscheinlich seim die letzten Befehle nicht rechtzeitig oder überhaupt nicht au die Arbeilertrupps in Madrid gekommen. Wenn nun aber die Regierung Berenguer behaupte, daß die Arm« treu hinter ihr gestanden habe, so fei das mit größter Skepsis aufzu- nehmen. Gewiß habe die Artillerie sich diesmal nicht zu dm Regierungsgegnern g«. schlagen, aber dm Rmolutionörm doch große Sympathim gezeigt. Sowohl bei dem Zusammenstoß im Tal von Ayerbe als auch bei der Beschießung des Madrider Flugplatzes habe die Artillerie ihr Ziel mit bloßem Auge erkennen könnm und doch habe sie mit Hunderten Granaten den Revolutionären nicht den gering st en Scha- den zugefügt. Weiter sei es ein beängstigendes Symptom für die Regierung, daß die Flieger trotz wiederholtem Befehl nicht einen Finger gerührt haben, um gegen Franca oder die übrigen Revolutio- näre zu kämpfen. Nicht minder verdächtig sei schließlich, daß die Revolutionäre in allen größeren Städten Spanien- Komplotte schmieden konnten, ohne daß angeblich die Polizei sie habe entdecken können. Der Madrider„El Soziaiista" kündigt an, daß er sofort nach der Aufhebung der Militärzensur eine eingehende Erklärung dafür geben werde, w a r u m die revolutionär« Bewegung in Madrid gescheitert und warum vor allem der Generalstreik nicht auch in der Hauptstadt verkündet wordm ist. Kriegsgericht an der Arbeit. Paris. 20. Dezember.(Eigenbericht.) Bor dem Kriegsgericht in Madrid haben am Freitag die Verhandlungen gegen die verhasteten Führer der revolutionären Bewegung in Spanien begonnen. Der ehemalige Ministerpräsident Z a m o r a und der Sohn des früheren Kammerpräsidenten M a u r a erklärten, daß sie die volle Verantwortung für die Er- eignisse der letzten Tage übernehmen. Beide gaben weiter an, daß die Revolution nach ihrem Plan am vergangenen Montag früh um fünf Uhr gleichzeitig in allen großen Städten habe beginnen sollen. Ueberall seien revolutionäre Komitees gebildet gewesen, die die Republik hälten ausrufen sollen. Di« Bewegung sei durch das verfrühte Losschlagen in Jaca verwirrt worden. Wie das.Journal' aus Madrid berichtet, beabfichugt die spanische Regierung die F l i e g e r w a f s e aufzulösen und sie unter Benutzung der zuverlässigsten Elemente im regierungstreuen Sinne zu reorganisieren. Der„Matin" veröffentlicht ein Interview mit dem spanischen Ministerpräsidenten General Berenguer. der es als sein« Haupt- ausgab- ansieht, möglichst schnell Neuwahlen herbeizuführen. Die Republikaner könnten dann, ohne die Möglichkeit eines Blusss xu haben, ihre wahren Kräfte zeigen. Im neuen Parlament könn- rn sie auch in voller Freiheit gegen die Monarchie polemisieren und alle möglichen Verfassungsänderungen vorschlagen. Es würde sich dann aber zeigen, daß sie bei weitem nicht die Mehrheit des Ivaniichen Volkes hinter sich hätten. Die nach Selbststellung und Verhör freigelassenen Sozialisten- führer Largo Caballero und Fernando de lo» Rio, sind »erhastet worden. Die portugiesische Regierung hat dem spanischen Flieger- major Franca und den spanischen Fliegern, die ihn aus seiner Flucht begleiteten, auf ihren Antrag die Erlaubnis erteilt, Portugal zu verlassen. Blutiger Kampf in Alicante. Madrid. 20. Dezember. In der Stadt Aspe, Provinz Alicante. kam es zu einem Kampf zwischen der Zioilgarde und einer Menschenmenge, wobei drei Aufständische getö.töt und fünf verwundet wurden. Ein Offizter und ein Soldat der Zivilgarde wurden verwundet. Der Sozialistenführer Indalecia P r i e t o, der zum Aufstand aufgerufen hatte, ist nach Frankreich geflüchtet. Distanz von Folterknechten! Es gibt noch ehrenhafte polnische Offiziere. Warschau, 20. Dezember.(Ost-Expreß.) Die nationaldemokratische„Gazeta Warszawska* bringt die — natürlich— anonyme Zuschrift einer Gruppe aktiver Offi- zier«, die sagt, daß die Namen der Folterknechte von Brest- Litowsk zum Teil bereits bekannt sind, zum Teil es in nächster Zeit würden. Es sei zweifellos, daß sie früher oder später durch Beschlüsse von Militärgerichten bzw. Offiziers ehren» gerichten aus dem Heer entfernt werden würden. Solange das nicht geschehe, müßten die Schuldigen und alle, die sich mit ihnen solidarisch erklären, dem Boykott der Kameraden in der Arm« oerfallen.— Das weitverzweigte Geschlecht der Bjernazti erklärt in der Presse, daß der Kommandant von Brest, Oberst Kostek- Bjernazki, zu dieser in Polens Geschichte berühmten Familie keines- wegs in Verwandtschaft steht; die Unlerzeichuer der Erklärung bedauern, daß der Oberst diesen „bisher niemal» geschändeten Namen" trägt. In Przemysl, der ehemaligen Garnison des Obersten Kostet- Bjernazti, war besten Gattin im Berein der Offiziersfrauen zur Vorfitzenden gewählt worden; nunmehr haben alle anderen Vor- standsdamen ihre Aemter niedergelegt, um mit ihr nicht zu» fammenzuarbeiten; dabei tragen diese Vereine der Offiziersfrauen den Charakter von ausgesprochen pilsudskifreundlichen Organisationen! Man entläßt— man sperrt ein. Am Freitagvormittag wurde der Vorsitzende der Polnischen Bauernpartei W r o n a aus dem Warschauer Gefängnis e n t- lassen. Wrona war über die Wahlzeit verhaftet. Der während der Wahlen verhaftete frühere Abgeordnete der ukrainischen Undo-Partei, Dr. Blaszkiewicz, wurde vom Kreis- gericht in Sambor wegen staatsfeindlicher Wahlreden zu sechs Monat en Gefängnis verurteilt. Kleine Protokollfälschungen sollen in Genf entlasten kallowih, 20. Dezeinber.(TU.) Angesichts der Vorbereitungen, die für die Behandlung der polnischen Terrorakte in Ostoberschlesien vor dem Völkerbund ge- troffen werden, versuchen einzelne untergeordnete polni- sche Behörden, protokollarisch festgehaltene Vorfälle nach Mög- lichtest abzuschwächen. So erschien beispielsweise bei dem Vertrauensmann der Deutschen Wahlgemeinschast in Georgenberg, der vor den Wahlen von der Polizei schikaniert worden war, der Polizeikommandant und verlangte Abänderung eines Pro- tokolls, um. wi« er sich ausdrückte, in Genf keinen schlechten Sindruck zu machen. Wo find die Männer? Deutsche Außenpolitik seit dem il4. September. Haben Sie schon einmal einen jungen Hund beobachtet, wie er hinter einem fahrenden Wagen herläuft? Mit einer Wichtigkeit, als ob es überhaupt gar nichts anderes mehr auf der Welt gäbe, rennt er hinterdrein und bellt aus Leibeskräften. Kommt aber dann ein Wagen, der nach der entgegengesetzten Seite rollt, was geschieht da? Mein Hund dreht sich um seine eigene Achse und rennt, rennt dem anderen Wagen nach mit genau derselben Wichtig- keit und mit genau demselben Gebell. Ein Reichsminister wird gesucht, der in diesem Stil aus- wärtige Politik macht! -i- Bis vor ganz kurzer Zeit gab es für die auswärtige .Politik kein wichtigeres Ziel als die Revision des Doung-Planes. Und niemand wird bezweifeln, daß das in der Tat eine ungemein wichtige Angelegenheit ist. Also hätte es sich wohl zunächst darum gehandelt, eine Politik zu treiben, die die Aussichten für eine Revision ständig bessert, und das hätte doch nur eine Verftändigungs Politik irgendeiner Art sein können. Daß die plötzliche eigenmächtige Einstellung der Zahlungen aus dem Poung-Plan für die deutsche Wirtschaft keine Erleichterung, vielmehr— wegen der automatisch folgenden Zurückziehung aller Auslandskredite— den völligen Zusammenbruch bedeuten würde, begreift wahr- scheinlich selbst das nationalökonomische Spatzenhirn Gottfried F e d e r s. Also, wenn Deutschland den Poung-Plan nicht einseitig aufheben oder abändern kann, was bleibt anderes übrig, als ein Versuch, sich mit der Gegenseite über die Ab- änderung zu verständigen? Es ist uns gesagt worden— richtiger, ins Ohr gebrüllt, geheult und gekreischt worden, daß Deutschland an der Joung- Sklaverei elend zugrunde gehen müsse. Kann es also eine höhere nationale Pflicht geben, als die, den sonst un- vermeidlichen Untergang dadurch zu vermeiden, daß man alle Kräfte auf das eine Ziel der Revision konzentriert und alle anderen Fragen ihm unterordnet? Wenn es wahr ist, daß der Doung-Plan noch schlimmer ist als der Dawes-Plan, wenn es wahr ist, daß diejenigen, die ihn abschlössen, zucht- hauswürdige Landesverräter sind, wenn es wahr ist, daß es für Deutschland kein Aufatmen gibt, solange dieser Schand-, Schmach- und Stlavenvertrag existiert— müssen da nicht alle Kräfte angespannt werden, uns so bald als möglich an die Stelle dieses Vertrages einen b e s s e r en zu setzen? Das ist der eine Wagen. Jetzt aber kommt der andere. 4- Eine vorbereitende Abrüstungskonferenz ist in Genf zu Ende gegangen. Sie hat zu bitteren Kritiken reich- lich Anlaß geboten. Deutschland ist entwaffnet, die anderen wollen gerüstet bleiben. Zwar gibt es überall Parteien und Strömungen, die auf eine Erleichterung der Militärlasten hin- wirken— ober die internationale Rüstungsindustrie und die verschiedenen Generalitäten haben das Glück, jeden Tag neue schwerterklirrende Reden aus Deutschland zitieren und den ängstlichen Spießbürgern draußen einreden zu können, von Deutschland drohe eine gewaltige Kriegsgefahr. Sicher hätten die Rüstungsindustriellen und die Generäle auch andere Ausreden gefunden, wenn man ihnen nicht diese so geschäftig auf dem Präsentierbrett entgegengebracht hätte; trotzdem haben sie allen Grund, denen in Deutschland zu danken, die es ihnen so bequem gemacht haben. Die Erbitterung über die Sabotage der Abrüstung ist verständlich. Sie ergab nach der Wirtschaftskrise, die man zur Anti-Voung-Propaganda ausbeutete, eine neue Konjunk- tur für die nationalistische Demagogie. Man verkündet also, Deutschland müsse als Zchntmort auf die ausländische Sabotage seine Abrüstungspflichten aus dem Aersailler Vertrag aufsagen und ungesäumt in den Rüstungswettbemerb mit den anderen Mächten eintreten. Vor vierzehn Tagen nach war jeder ein Schuft, der nicht die Revision des Noung-Plans für die Frage aller Fragen hielt. Heute ist das schon wieder völlig vergessen und in den Hintergrund getreten. Heute ist jeder ein bezahlter Franzosen- knecht, der g�gen die Au f k u n t» i g u n g des Friedens- Vertrages und die intensivste Vorbereitung auf einen kommenden Krieg irgendwelche besthetdene Bedenken zu äußern wagt. Man sieht, dieser Art von Außenpolitik kommt es gar nicht auf die Richtung an, sondern nur auf das Gebell. Denn wer Aufrüstung treiben will, zerschlägt alle Aus- sichten auf eine Revision des Doung-Plans. Oder meint jemand, Amerikaner, Engländer und Franzosen würden uns Milliarden, die ihnen vertragsmäßig zustehen, schenken, damit mir dafür Tanks, schwere Geschütze und Bombenflugzeuge her- i.cllen können? >» Ob die Leute, die eine solche Art von Außenpolitik treiben, Under sind, die in rührender Einfalt mit Dynamitpatronen I-iielen, oder ob sie ordinäre Strolche sind, die ohne Rücksicht auf Völkerglück und Menschenleben ihre abenteuerlichen Pläne verfolgen, diese Frage braucht hier nicht entschieden zu werden. Viel wichtiger ist die Frage: Wieviele Führer gibt es in den politischen Parteien Deutschlands, wieviele Staats- männer in verantwortlicher Stellung gibt es, die sich in pflichtbewußter Wahrung nationaler Interessen diesem Hirn» und gewissenlosen Demagogentum entgegenstellen? Wieviele merken, daß sein Treiben schon aufgehört hat, nur lächer- l i ch zu sein und daß es schon beginnt, für das deutsche Volk lebensgefährlich zu werden? Meldet sie sich schon wieder, die verhängnisvolle Feigheit der bürger- lichen Mitte, ohne die das 3t)jShrige Jrrenregiment Wilhelm IL ebenso unmöglich gewesen wäre wie das Hinein- schlittern in den Weltkrieg, die verrückte Annexionshetze, das Hineinziehen Amerikas in die Front der Gegner und das jammervolle Ende? Wo ist außerhalb der Sozialdemokratie ein sichtbarer Wille zum Widerstand? Ist doch die kleine Mannschaft des Außenministers drauf und dran, zu den Nationalsozialisten überzulaufen— wo sind die Männer im Lager der Mitte, die halt gebieten? Herr C.u r t i u s? Ein Außenminister wird gesucht, der bereit ist, den Hanswurst der nationalsozialistischen Demagogie zu machen und seine Politik immer nach dem neuesten Agitationsschlager einzurichten. Mag er kommen, wir werden ihm den Empfang bereiten, den er verdient! Kein Landesverrätergeschrei und keine Drohungen werden die Sozialdemokratie daran hindern, den Bolksverderbern in den Weg zu treten. Nicht wir— wer aus innen- politischem Agitationsbedürfnis außenpolitische Katastrophen vorbereitet oder wer aus Feigheit ein solches Treiben duldet und fördert, der verrät Land und Volk! Der falsche Lohse verurteilt. A00 Mark Geldstrafe.— Kränzen durch die Begründung verurteilt. Das erweitene Schöffengericht Berlln-Mitte verurteilte gestern dsn Gutsbesitzerssohn G u t h unter Freisprechung im übrigen wegen Vorzeigung einer falschen Legitimation und Führung eines falschen Namens einem zuständigen Beamten gegenüber zu je 1 5 0 Mark Geldstrafe, für die im Nichteintreibungsfalle je zehn Tage Haft treten. In der Urteilsbegründung schilderte Amtsgerichtsrat Dr. Arndt ausführlich die Ereignisse des 13. Oktober und die Umstände, unter denen der Angeklagte sich als Landtagsabgeordneten Lohfe aus- gegeben hat. Das Gericht erachtete u. a. die Legitimierung des Angeklagten als Lohfe durch den Staats- minister Dr. Franzen alserwiefen. Von der Anklage des Landfriedensbruchs, hieß es in der Urteilsbegründung, fei der Angeklagte freizusprechen gewesen, da nicht festgestellt werden konnte, daß die Menschenmenge, in der sich der Angeklagte befand. mit vereinten Kräften Gewalttätigkeiten begangen oder den Polizeibeamten Widerstand geleistet hat. Freizusprechen sei auch der Angeklagte von der Zlnklage des Auflaufs gewesen: denn wenn objektiv auch ein Auflauf im Sinne des Gesetzes ge- geben gewesen sei, so konnten doch nicht die letzten Zweifel darüber beseitigt werden, ob auch subjektiv die Forderungen des Gesetzes vorhanden gewesen seien, nämlich ob der Angeklagt« die dreimalige Aufforderung, auseinanderzugehen, gehört habe. Bei der Strafzumessung sei die Jugend des Angeklagten. seine Unbeftrastheit und auch der Umstand zu berücksichtigen, daß er. soweit er überführt worden war, auch ohne weiteres zugegeben hat. Deshalb brauchte nicht auf eine Gefängnisstrafe erkannt zu werden. Dagegen hat das Gericht in Würdigung der D r« i st i g k e i t seiner Dagegen hat das Gericht in Würdigung der Dreistheit feiner Handlungsweise, der großen Energie, mit der er bei seiner ursprünglichen Behauptung, der Landtagsabgeordnete Lohfe zu sein, verblieb, die h ö ch st z u l ä s s i g e G e l d st r a f e für angebracht gehalten. Der Staatsanwalt wird gegen das Urteil Berufung einlegen. Die Anklage wegen Landfriedensbruchs hatte er bereits in seinem Plädoyer fallen gelassen: dagegen hält er den Tat- bestand des Auflaufs für erwiesen. Er hatte gegen den Angeklagten eine Gesamtstrafe von zwei Monaten Ge- fängnis und vierWochenHaft beantragt. Das B e r- halten des Dr. Franzen bezeichnete er als einen in der Kriminalgeschichte einzig dastehenden Fall, es sei noch nie vorgekommen, daß ein Staatsminifter auf diese Weise einen Festgenommenen herauszupauken versuchte. Es unterliege keinem Zweifel, daß die Darstellung der Polizeibeamten den Tatsachen entspreche... Die Beweisaufnahme gestattete sich tatsächlich für den Staats- minister Franzen geradezu vernichtend. Der Spion als Kronzeuge. Oeuffche Rationalsten im Bündnis mit dem Kriegsspihel. Rosenberg, der Schwindelschwätzer. Verlogener Bericht aus dem Auswärtigen Ausschuß. Die Verhandlungen des Reichstagsausschusses für auswärtige Angelegenheiten find nach der Verfassung nicht öffentlich. Wer an ihnen teilnimmt, übernimmt damit die Derpflichtung, sie als vertraulich zu behandeln. Borsitzender des Ausschusses sst der Nationolsozialist F r i ck. Ihm liegt es daher auch ab, darüber zu wachen, daß das Recht des Ausschusses auf Vertraulichkeit seiner Beratungen gewahrt bleibt. Mitglied des Ausschusses ist u. a. der Fraktionskollege Fricks, Herr Rosen berg, Chefredakteur des„Völkischen Beobachters" in München. Run bringt der„Völkische Beobachter" unter der knallenden Balken-Ueberschrift„SPD. besorgt die Geschäfte der Franzosen durch Sabotage der deutschen Sicherheit" einen durch und durch verlogenen aber zweifellos von einem Ausschuß- Mitglied stammenden Bericht über die Verhandlungen vom letzten Donnerstag. In diesem Bericht wird behauptet, die Sozialdemokraten hätten „mit den Franzosen gegen die Einberufung der Abrüstungskonfe- renz im Frühjahr 1S81 gestimmt".„Durch die Ablehnung", heißt es weiter,„bewiesen die Novembermänner, daß sie auch weiter unsere national« Sicherheit im Interesse Frank. r e i ch s zu sabotieren beabsichtigen". Was ist die Wahrheit? Es handelte sich um den folgenden Antrag Dr. Frick, Ritter von Epp, Brückner, Göring, Gras zu Reoentlow, Hierl. Der Ausschuß wolle beschließen: die Reichsregierung zu ersuchen, auf der nächsten Mitte Januar beginnenden Tagung des Völkerbundsrats zu beantragen und mit allem Nachdruck darauf hinzuwirken, daß die seit Jahren fällige Allgemeine Abrüstungskonferenz nun endlich, spätestens im Früh- jähr 1S31 zusammentritt, und falls dem deutschen Verlangen, wie vorauszusehen. nicht entsprochen wird, genau wie Frankreich auch für Deutsch- land an Stelle der Abrllstungs- die Sicherheitsfrage voranzu- stellen und mit der deutschen Mehroerstärkung zu beginnen. Der Antrag will also gar nicht die Abrüstungskonferenz im Frühjahr, die schon technisch gar nicht möglich ist. Er sieht indes, daß die Forderung nach ihrer Einberufung abgelehnt werden muß, und er will diese Ablehnung als einen V o r w a n d, um mit oem Aufrüsten zu beginnen. Da die Sozialdemokratie gegen das Aufrüsten ist, hat sie selbst- verständllch gegen diesen Antrag gestimmt. Indes waren es nicht die Sozialdemokraten allein. Denn diese haben im Ausschuh nur 7 Stimmen, der Antrag aber wurde mit IS gegen 9 Stimmen abgelehnt. Eine Zweidrittelmehrheit hat sich geweigert, den nationalsozialistischen.Aberwitz mitzumachen. Der„Völkische Beobachter" verschweigt alle diese Tat- fachen. Er stellt die Dinge so dar, als ob es sich tatsächlich nur um\ eine mögliche und wünschenswerte Vorverlegung der Konferenz ge-; handelt hätte und als ob die Sozialdemokratie im Interesse der Franzosen bagegengestimmt hätte.:... 1 Die Genossen Crispien und Dittmann haben gegen zwei Thüringer Zeitungen wegen Verleumdung geklagt. Eine von ihnen, das„Hildburghauser Kreisblatt" hat, wie wir berichteten, loyal er- klärt, daß sie das Opfer einer Verleumdung geworden sei, die der Nazistudienrat Hille in einer Versammlung ausgesprochen hat. Sie hat mit Bedauern die von ihr weiterverbreitete Per» leumdung zurückgenommen. Das andere Blatt dagegen, die Hild» burghauser„Dorfzeitung", sucht Ausflüchte zu machen und will an» geblich den Wahrheitsbeweis sichren. Hinter diesem Manöver steckt die Nationalsozialistische Partei! Auf Veranlassung des Genossen Landsbcrg, des Anwalts der Kläger Crispien und Dittmann, ist von der Staatsanwaltschaft in Meiningen im öffentlichen Interesse Beleidigungsklage gegen Studienrat Hille erhoben worden wegen seiner Be- haupwng, Crispien und Dittmann hätten im Kriege mtt dem französischen Offiziersspion Crouzier-Desgranges in Beziehungen gestanden. Vor dem Schöffengericht Meiningen war für den 2. Dezember bereits Termin in der Sache angesetzt. Er wurde aufgehoben, weil der Verteidiger Hilles, der national- sozialistische Reichstagsabgeordnete' Frank II, München, darum ersucht hatte, mtt der Begründung, er habe die Sache erst vor einigen Tagen übertragen bekommen und sei durch die Einberufung des Reichstags auf den 3. Dezember ver» hindert, den Termin wahrzunehmen. In der Verhandlung der Privat klage Crrspiens und Dittmanns gegen den Redakteur Hondorf von der„Hildburg- hauser Dorfzeitung" vor dem Amtsgericht in Berlin-Mitte, kam nun dessen Berliner Verteidiger damit heraus, daß er seine Be- weisanträge im Einvernehmen mit dem Bert ei- diger Hilles stelle. Durch diesen habe er die Versicherung erhalten, daß der französische Ossiziersspion Crouzier- Desgranges bereit sei, als Zeuge vor dem deutschen Gericht zu erscheinen. Demnach müssen intime Beziehungen zwischen den deutschen Tlaklonassöziälisten und dem französischen vffizlersspion bestehen. Ein geradezu groteskes Bild, daß ein französischer Spion von deutschen Nationali st en als Kronzeuge gegen Deutsche ausgespielt wird! Der beklagte Redakteur Hondorf ist das willenlose Werv» zeug der hinter seinem Verleger stehenden nationalsozialistischen Drahtzieher. Die Beweis- antrage seines Verteidigers, die dieser in Schreibmaschinendurch- schlagen produzierte, und offenbar selber noch nicht einmal.richtig durchgelesen hatte, stammten au, der Küche des Nazi- a n w alts F r a n k II- München. Es sst offenbar, daß die Na- tionalsozialisten diesen Prozeß, in dem es sich um den Beweis für eine ganz korrekte ehrabschneiderische Behaup. tung handelt, zu einer allgemeinen Hetze gegen die Politik der Sozialdemokratie im Kriege mißbrauchen möchten. Darum ihre Ablenkungsmanöver, mit denen sie aber kein Glück haben werden. Was der„Völkische Beobachter" damit getan hat. ist etwas, was sich unter anständigen Menschen überhaupt nichl entschuldigen läßt—— es sei denn durch Geisteskrankheit. Wir haben uns darauf beschränkt, Tatsachen aus der vertrau- lichen Sitzung des Auswärtigen Ausschusses nur insoweit mitzu- teilen, als dies zur Abwehr notwendig war. Wird aber die Ver- traulichkeit von der anderen Sest« beharrlich durchbrochen, so be» hatten wir uns vor, einmal noch ganz ausführlich zu erzählen, in welcher Weise die Nationalsozialisten im Auswärtigen Ausschuß zum Wohle des deutschen Bolkes„Politik" treiben. Offiziersehre. Oeoischer Offisiersbund gegen Mücke. Kapitänleutnant von Mücke hat in der Berliner Sportpalast- Versammlung einige Nationalsozialisten porträtiert. Aus Rache erläßt der Deuffche Offiziersbund folgende Ankündigung: „Der Kapitänleutnant a. D. vonMückehatin einer öffent- lichen Versammlung am IL. Dezember im Sportpalast in seinen Ausführungen die Ehrenanschauungen des alten Offizierkorps in schwerster Weise verächtlich zu macheu versucht. Der Deutsche Offiziersbund wird Herrn Kapitänleutnant a. D. von Mücke hierfür zur Verantwortung ziehen." Schade, daß dies Ehrenoerfahren nicht öffentlich ist! So müssen wir uns zunächst auf die Bemerkung beschränken, daß es offenbar mit den Ehrenanschauungen des Offiziersbundes nicht vereinbar ist, daß einer mannhaft seine Meinung gegen eine rechtsradikale Partei sagt, daß aber die Roheit und das Lande knechtstum eines Kil- l i n g e r, der sich öffentlich der Mißhandlung von Frauen rühmt, keinen Verstoß gegen diese Ehrenanschauungen darstellt! Hitler und Hugenberg. Aber?ieve''t ow bedankt sich. Hugenberg läßt seine Presse eifrig uni Hitler werben, er läßt den seligen Reichsausschuß für das Hugsnberg-Begehrsn lockend an die Wand malen. Der Redner der Hugenberg-Fraktion In der letzten Reichstagsdebatte schwärmte von„einem Deutschland Hugenbergs und Hitlers". In diese Schwärmerei fährt der Nationalsozialist R e v e n t l o w kurz und grob hinein:„Wir bedanken uns." „Das nennt man Charakter, DNVP.-Charakter, und deshalb sind wir kurz darauf eingegangen, im Gedanken auch an das Wort von. den Freunden, vor denen.Gott uns bewahren möge, während wir uns sonst vor unseren Feinden schon selbst schützen könnten. Wir sind für klar« Verhält- nisse, auch in der Politik, und gerade in der Politik, und die gütige Zusammenstellung:„Hugenberg und Hitler" anerkennen wir nicht, sie paßt uns nicht, auch deshalb nichl, weil sie in sich unwahr ist. Deutschnationalen Kapi- t a l i s m u s und nationalen Sozialismus kann man nicht miteinander vereinen, diese beiden können nicht miteinander. sondern nur gegeneinander arbeiten, unbeschadet von llebereinstimmungen in unmittelbar vorhandenen oder sich aus- werfenden rein nationalen Fragen." Herr Goebbels hat seinerzeit noch drastischer abgewinkt, als er von dem„stinkenden Misthaufen" der bürgerlichen Par- teien sprach. Herr Hugenberg wird also bei seinem Werben kein Glück haben— es sei denn, daß Reoentlow, Goebbels und ihre Fraktion aus den Weg des Herrn Otto S t r a h e r geschickt würden. Oer FaN BuNerjahn. Ausklärung durch Wiederau'nobmeverfahren erforderlich. Herr Paul von Gontard bestreitet in einer öffentlichen Erklärung, daß seine Aussagen im Bullerjahn-Prozeß zu der Verurteilung Bullerjahns geführt hätten. Der Fall Bullerjahn erregt die Oeffenllichkeit immer stärker. Es muß endlich Klarheit geschaffen werden! Die Möglichkeit dazu ist gegeben, wenn das Wiederaufnahmeverfahren in Gang kommt. Es ist dem Ansehen der deutschen Justiz dienlicher, wenn das Wiederaufnahmeverfahren durchgeführt wird, als daß innerhalb und außerhalb Deutschlands die Meinung immer mehr an Boden ge- winnt, daß auch die deutsche Justiz ihren Fall Dreystis hat. Es wäre die Ausgabe des Reichsjustizministeriums, dafür zu sorgen, daß der Beunruhigung der Oeffentlichkeit, die zum Zweifel an der Rechtsprechung führt, durch völlige Aufklärung ein Ende gemacht wird! Alarmzulagen für die Schutzpolizei. Eine verfüguna ves preußischen I nenminisiers. Gemäß den Ankündigungen des preußischen Innenminister» Seoering hat das preußische Staatsministerium eine Verfügung erlassen. die die Frag« der Alarmzulagen der Schutzpolizei regelt In dieser Verfügung wird bestimmt, daß die Schutzpolizei im Falle erhöhter Bereitschaft«in Mehr von 69 Proz. der Verpflegungssätze erhält. Außerdem erhalten bestimmte Kategorien der Schutzpolizei, der Landjägerei und der Kriminalpolizei ab l. Februar 1931 eine monatliche Zulage von 6 M. pls. Beitrag zu den Fahr- und Der- pflegungsgelderm j Lllrich Rauschers Bestattung. Trauerfeier in Gt Blasien. St. Blasien, 20. Dezember.(Eigenbericht.) Ulrich Rauscher wurde am Sonnabendnachmillag In Gegenwart zahlreicher Behörden Vertreter aus Deutschland und Polen aus dem Bergsriedhof von St. Blasien bestallet. Die eigenlliche Trauerfeier fand in der Friedhofstapelle statt, die zu tleln war. um die von fern und nah erschienenen Trauergäste zu fassen. Der Sarg, mit der Reichsflagge geschmückt, verschwand unter einer Fülle von Kranzspenden. Der Reichskanzler, die Reichsregterung, die polnische Regierung, der polnische Außenminister, der polnische Gesandte in Berlin und viele andere mehr hallen Kranzspenden geschickt. Am Grabe sprach Staatssekretär von B ü l o w. Er hob die Verdienste hervor, die sich lllrich Rauscher als erster Reichspressechef und Gründer des Reichspresseamtes nach dem Kriege erworben habe. Mit unerschöpflichem Lebensmut und Tatkraft habe er die deutschen Interessen auch im Auslande stets wahrgenommen. Reichspressechef Z e ch l i n gedachte bei der Kranzniederlegung in warmen Worten des Freundes und Begründers des Reichspresseamtes. Minister Szumlakowsti. der Kabinettschef des polnischen Außen- Ministers Zaleski, der einen Kranz von roten Rosen mit einer Widmung des polnischen Auhenministeriums am Grabe niederlegte, widmete der Witwe sowie der deutschen Regierung herzliche Worte des Beileids. Krick und Versailles. .Hai daS Geraer Reichsbanner miliiärifche ltebunaen ab- gehalten?— Sas Reichswehrministervm toll prüfen. Minister Frick hat dem Reichsinnenministerium in der Sache des Geraer Reichsbanners ein Antwortschreiben geschickt. Der Brief ist inzwischen vom Reichsinnenministerium geprüft worden. Der Reichsinnenminsster häll das ihm vom thüringischen Innenminister bereits mitgeteilte Material über die Reichsbannerübungen in Gera zur Begründung eines Berbotes auf Grund der be» kannten Artikel des Berfalller Beitrages nicht für aus- reichend. Er hat das Material zunächst dem Reichswehr- minister mit der Bitte zugelellet, zu prüfen, ob die Uebungen militärischen Charakter gehabt haben oder nicht. Rumänischer Parlamentskrach. Beinahe Prügelei. Bukarest 20. Dezember. In der rumänischen Kammer verlas Abg. Leon einen Artikel des„Unwerful", in dem behauptet wird, daß Ackerbau» minister Madgearu in den Iahren 1927 und 1928 keine Steuern gezahlt habe. Dies« Behauptung erwidert der Finan.;- minister mit den Worten:„Sie lügen, ich dulde nicht, daß Sie etwas über Madgearu sagen.' Bei diesen Worten kam Madgearu in den Saal unJ» rief dem Redner zu:..Sie sind nicht würdig, daß ich Ihnen antworte. Sie sind ja ein Wahnsinniger.' Lupu forderte die sofortige Zurechtweisung Mab- aeaSi?. De? Präsident erklärte, daß er erst f p ä t« r feststellen könne. A4» er eine Zurechtweisung zu erteilen habe. Aus diese Worte � bei- Präsidenten erwidert Lupu:„Schämen- Sie sich, Sie gewissenloser alter Narr.' Der Präsident erklärte, er nehm« von Lupu keine Zurecht- weisung an. Lupu rief:»Dann gehören Sie und mit Ihnen die ganze Kammer nicht hierher, sondern ins Irrenhaos.' Diese Worte oeranlaßten den Prästdenten, dem Abgeordneten Lupu«inen Orb- nung-ruf zu erteilen, den Lupu mit den Worten erwiderte: galten Sie endlich das Maul, Sie alter Pharisäer.' Nach diesen Worten gingen Abgeordnete der Regierungspar- teien auf Lupu zu und es schien, alz ob sie ihn tätlich angreifen wollten. Lupu versteckte sich jedoch unter seiner Bant und protestierte in nicht wiederzugebenden Worten gegen das Vorgehen der Regierung. Der Präsident mußte die Sitzung ausheben. Anilsaschisten-Prozeß in Rom. Bor dem Ausnahmegericht. Rom. 20. Dezember.(Eigenbericht.) Di« antifaschistischen Intellektuellen, die kürzlich wegen umstürzlerischer Umtriebe verhastet wurden. iverden sich am Montag vor einem Ausnahmegericht zu verantworten haben. Die Angeklagten sind außer der allen Witwe des Dichters De Basis zwei bekannt« Journalisten aus Rom, ein Lehrer und dessen Frau aus Berona. ein Rechtsanwall und der Kontrolleur der Telegraphenzentral« in Verona. Di« Anklageschrift beschuldigt die genannten Intellektuellen eines Attentats gegen die Verfassung. Sie hätten durch heimliche Flugschriften zur Empörung auszesordert und die Absicht ge- habt, den bewaffneten Auf st and und den Bürgerkrieg.zu entfesseln. Ihr Organ sei die„Nationale A l l i a n c e' gewesen. Ihr« Geheimorganisction Hab« den gleichen Namen ge> tragen. Zweck dieses Geheimbundes sei, olle antifaschistischen Kräfte, mit Ausnahm« der Kommunisten, zu einer Aktion zusammenzufassen und die faschistisch« Herrschaft zu stürzen. Reue Lngenieur-„Verschwörung". 24 Berhaftungen durch die GpLl. fiorono, 20. Dezember. Die OPGU. hat in Moskau«ine große Verschwörung eMdeckt, die angeblich als Zweig der Organisation der Industriepartei anzusehen ist. Die Organisation soll sich angeblich mit der Zer- störung des sowjetrussischen Eisenbahnwesens, besonders der i Verbindungslinien zwischen Moskau und dem Donezbecken beschäftigt haben. Die OPGU. hat 2i Ingenieure verhastet und angeblich be- j lastendes Material gefunden, wonach die Gruppe zu den Industriellen in Paris in Beziehungen gestanden haben soll.' Weihnachtsfilm. Im Westen nur Reues aber.... Zm Osten nichts Reues. Sozialisierung von Agrarierpleiten Hilgenberg annulliert Milliardenforderungen und fordert Milliarden Entschuldung.� Aonftikk Japan-Rußland. Die Wladiwostoker Filiale der japa» nischen„Bank von Korea' ist wegen angeblicher Valutaoergehen ge- sperrt, der Drahtverkehr Wladiwostok— Mandschurei unter Extra- zcnsur gestellt worden, um die Verbindung dieser Bant mit japa- nischen Firmen und Stellen zu verhindern. Sowsetboykott gegen Iapanschisfe ist angedroht. Japan protestiert und oerlangt Wiederzulassung der Dank. Zum vizekönig von Indien wurde der bisherige General- gouvenRnr von Kanada, Vi scannt Willlngdon, ernannt. In den»Mitteilungen der Deutschnationalen Volkspartei' teill Hugenberg Einzelheiten eines Gesetzentwurfs der demschnatio- »alen Reichstagssrattion mit, die geradezu phantastische Pläne erkennen lassen. Eine»Verordnung berreffend Ent» s ch u l d u n g' und eine weiter« Verordnung über die Rechtsver. Hältnisse der entschuldeten Betrieb« soll nach dem Wunsche der Deutschnationalen die gesamte bisherige Landwirtschaslshilf« im Osten durch die Umstellung von der individuellen zu einer generellen Entschuldung revolutionieren. Auf Antrag der Grundeigentümer sollen alle nicht mündelsicheren Schulden, d. h. also sämtliche Personalkredite, von einer Entschuldungs stelle übernommen werden. Dieser Entschul- dungsstelle soll der Eigentümer 25 Jahre lang hindurch jährlich 6 Proz. der Schuldsumme zur Tilgung der Schuld zahlen. Die Gläubiger erhalten von der Entschuldungsstelle Ablösungs- schein«, die in 25 Jahren mit jährlich 4 Proz. durch Auslosung getilgt werden soll. Die Zinsen für diese Ablösungsscheine soll also die Entschuldungsstelle tragen. Soweit Gelder vorhanden sind, sollen Handwerker- und Lieferantenforde- rungen sowie auch rückständige Löhne und Gehälter in bar gezahlt werden. Mit den Milliarden betragen, die das Reich, der preu- ßische Staat, die Reichsbant, die Rentenbantkreditanstalt, die Gold- diskontbank und die Preußenkafle der Landwir.schaft alz Personal- kredit und mittelfristigen Kredit zur Verfügung gestellt haben, soll reiner Tisch gemacht werden. Sie werden praktisch annul- liert. Ein derartiges Vorgehen fei »mir die unnntielbare unvermeidlich« Folgerung aus dem durch die Politik des Reichs und der Länder herbeigeführten Zusammen- bruch der Landwirtschaft. Der ganze Wust der zentralen Not- standstredlte" müsse aus dem landwirtschaftlichen Kreditverkehr verschwinden. Dies« öffentlichen Forderungen sollen an eine Reichslandge» sellschaft übergeführt werden. Das Reich fall allen beteiligten öffentlichen Stellm, die zur Bilanzaufstellung verpflichtet sind, also Rentenbantkreditanstalt, Reichsbant, Gold- diskontbank und Preußenkasse,»über die entstehenden Uebergangsschwierigkeiten' hinweghelfen. Da aber nach dem Plan diese Institute nicht etwa tilgbare Ablösungsscheine erholten sollen, sondern nur Kapitalteile der Reichslandgesellschaft— deren Sub- stanz nur aus nicht eintreibbaren Schulden der Landwirtschast be- steht—, würden selbstverständlich diese Instuute, einschließlich natürlich sämtlicher landwirtschaftlichen Genossenschaften, sich als zahlungsunfähig erklären oder vom Reich entsprechende Mittel erhalten. Die Reichsbank müßte für die Golddiskontbank Kredit aufnehmen oder Noten drucken. Der Plan verlangt aber nicht nur die Verzinsung der in 25 Jahren zu tiloenden Personalschulden aus Staatskosten und nicht nur die prakttsche Annullierung sämtticher ösfenllichen Fo de- rungen gegenüber der Landwirtschofi, sondern außerdem noch für die Berzinsung der sogenannten mündelsicheren Schulden eine Sub- vention. Me sogenannten Entschuldungsbetriebe sollen für ihr« Hypothekenschulden während der ersten drei Jahr« einen Zinszu- schuß von 2 Proz. der Kapitalschuld und während der nächsten zwei Jahre einen Zinszuschuß von 1 Proz. der Kapitalschuld vom Staat erhalten. Hugenberg sagt nicht, daß das zusätzlich mehrere hundert Millionen pro Jahr kosten wird. Die Grundeigentümer sollen sich auch durch Landabgabe entschulden dürfen, die an die Reichslandgesellschaft erfolgt. Während aber für die Gesellschaft die P f l i ch t zur Abnahme besteht, darf die Landabgabe nur aus Antrag des Eigentümers erfolgen. Als Preis für die Landabnahme soll an die Eigentümer erheblich mehr alsderDerkaufswert gezahlt werden: wenn aber die Reichs- landgesellschaft einer(natürlich rein agrarischen östtichen) Siedlunas- gesellschaft Land verkauft, soll das dem Eigentümer mit Usberpreijen bezahlte Land den Siedlern weit unter Preis obgogebsn werden. Also«tn wetterer Raubzug auf die Taschen des Steuer- zahlers zugunsten der Agrarier. Man ist von Herrn Hugenberg ja schon allerlei gewöhnt in Deutschland. Aber was er und die deutschnationale Reichstags- fraktion, scheinbar unter geistiger Förderung durch die Leiter der ritterschaftkichen Realkreditinstitute(Landschaften) sich hier geleistet haben, das ist wirtschaftlicher Wahnsinn. hugenberg erklärt den völligen Bankrott der deutschen Land- Wirtschaft. Hugenberg fordert die Sozialisierung der agrarischen Pleiten, ab«r nicht etwa so, daß der Staat nun die übrigbleibende Substanz über- nimmt, sondern daß der Staat mtt Milliarden von Steuergeldern den agrarischen Pleitenzustand verewigt, ohne daß die Grund- besstzer von ihrer Wette etwas zu merken brauchen. Wären diese Pläne nicht offenbarer Wahnsinn, so müßte man sie als Verbrechen bezeichnen! Verbotene Kundgebungen. Schutz geaea Hokettsretizler. Koblenz, 20. Dezember.(Eigenbericht.) Das Polizeipräsidium In Koblenz hat Versammlungen � und Umzüge dex Rationalsozialistischen Partei bis auf westeres für das Gebiet des staatlichen Polizeibezirks Koblenz verboten. klttd gegen Kommunisten. Bremen. 20. Dezember. Der Polizeipräsident gibt bekannt: Infolge der tommunisttschen Ausschreitungen am Frettag, dem 19. Dezember, hat die Polizei- direktion alle kommunistischen Versammlungen der Erwerbslosen unter freiem Himmel und Umzüge bis zum 28. Dezember 1930 verboten. Oer ostelbische Gesichtswinkel. Was sie vom Sozialismus wissen. Die„O st p r e u ß i s ch e Zeitung" in Königsberg hat einen Wutanfall über die Rundfunkrede von Otto Braun erlitten. Sie veröffentlicht eine Sammlung von Anwürfen gegen die Sozial- dcmokratie. Darm befindet sich der folgende Satz: «Die Sozialdemokratie hat keine Wellanschauung: denn der marxistische Sozialismus ist zunächst einmal die Erfindung«wes literarischen Hochstaplers, sodann aber eine Einrichtung, um einer lkrupellosen Bonzokratie hochbezahlte Posten an der Futterkrippe zu sichern.' Ganz dem Nerständnis des Leserkreises der„Ostpreußischen Zeitung" angepaßt! So stellen sich deutschnütionalk Großagrarier die größte politische und kulturelle Bewegung Deutschlands vor. Die Freigabe des Stahlhelmfilms. Die Kilmoberprüfstelle begründet.— Sachverständige find maßgebend. Die Filinoberpriifstelle stellt jetzt den Zeitungen die Eni» s ch e i d u n g s g r ii n d e zu, die sie bewogen haben, den Stahl- h e l in f i l m für die öffentliche Aufführung freizugeben. Die Oberprüfstelle hat es sich sehr leicht gemacht, indem sie folgendes vcrlautbort: „Nach der Rechtsprechung der Filmoberprüsstelle(Urteil nom 3. November 1S26— Nr. 874) ist ein Bildstreifen geeignet, die öffentliche Ordnung und Sicherheit zu gefährden, wenn er eine nach dem Gesetz vom 22. März 1921 und der Ausführungsverord- nmig'dci,zu vom 12. Februar 1926(„Reich-gefetzblatt" 1921 S. 235 und 1926 I£. 100) verbotene Betätigung im Sinne der Artikel 177, 178 des Friedensvertrages zur Darstellung bringt. Nach dem Gutachten der in erster Instanz vernommenen Sachverstän- d i g e n des Rcichswehrminifteriums, des Reichsministeriums des Innern und eines des Auswärtigen Amtes ist in dem Bildstreifen nichts enthalten, was eins Verletzung der Ver- tragsbeftimmungen darstellen könnte. Das Auf- treten des Stahlhelms in Koblenz stand nach dem Gutachten der Sachverständigen auch mit den Entwaffmmgsbsitimmungen nicht in Widerspruch. Die Veranstaltung selbst war dem Ausland be- kannt und ist, wie die in dem Bildstreifen mitgeteilten Presse- stimmen bezeugen, in der ausländischen Presse auch gewürdigt worden. Da eine nach den Gesetzen verboten« Betätigung nicht vor- liegt, kann vorliegend der Verbotsgrund der Gefährdung unserer Beziehungen zu auswärtigen Staaten nicht herangezogen werden. Der Anwendung des Vcrbotstat- bestandes der Gefährdung der öffentlichen Ordnung im Inland stebt das Gutachten des Sachverständigen des Reichsministeriums des Innern entgegen. Damit fehlt es an einer gesetzlichen Grundlage für ein Verbot aus 8 1 Abs. 2 Sitz 2 des Lichtspielgefetzes." Die untere Filmprüfstelle hatte pflichtgemäß die Frage erörtert, ob sie dem Gutachten der Ministerien, die bekanntlich kurze Zeit vorher beim Remarque-Film auffällig gewechselt hatten, folgen könne, und offenbar das Gefühl gehabt, daß hier politische Motive mitgespielt hatten, die die Gutachten einmal so und einmal so gestalteten. Sie würdigte deshalb den Sachoerhalt selber und hat in der ausführlichen Begründung, die wir hier gestern ver- öffentlichten, dargelegt, warum nach ihrer Meinung der Film die Beziehungen zum Ausland gefährdet und die öffentliche Ordnung bedroht. Die obere Prüfstelle hat es für gut befunden(offenbar handelt sie hier auf Grund einer höheren Anweisung), nicht lioch einmal Gutachten einzufordern, vielleicht auch von anderer Seite als von den Ministerien, sondern sich einfach auf die früher erstatteten Gutachten zu berufen. Sie widerlegt damit natürlich in keiner Wesse die Gründe der unteren Prüfftelle, die sich ja an keine Gutachten zu binden braucht. Und wer hätte noch Respekt vor Gut- achten solcher Minister, die dem Diktat der Straße gehorchen und ihm entsprechend Gutachten machen lassen! Indem die obere Prüfftelle sich auf rein formale Fest- st e l l u n g e n beschränkt, geht sie dem Kern der Frage wohl- weislich aus dem Wege m,d hüllt sich in amtliches Schweigen. Hans peppZer gestorben. Der Schauspieler Hans Peppler, der im Laufe der letzten Jahre durch feine vorzügliche Charakterisierungskunst zu einem der besten Mitglieder der Berliner Volksbühne wurde, ist plötzlich gestorben. Er wurde mit Blinddarmentzündung vor einigen Tagen ins Krankenhaus eingeliefert und operiert, doch er war nicht mehr zu retten. Peppler wurde etwas mehr als 40 Jahre alt. Nach Berlin kam er erst spät. Vom Wiener Iosephstädtischen Theater wurde er an die Volksbühne engagiert. Dort fpieste er die scharfen, stark persönlich betonten Vertreter der sogenannten regierenden Klasse. Cr hatte eine besondere Art, ganz ironisch den Träger irgendwelcher politischen oder sozialen Macht darzustellen. Er karikierte nur ein wenig, und es schien Wahrheit, was er zeigte. Man erinnert sich an die Kraus-Matinee, in der er den Wiener Polizeipräsidenten Schober zu spielen hatte. So deutlich, aber auch so bedrohlich sah und spürte man diesen mächtigen Mann, daß man nicht nur von der sabel- haften Maskenähnlichkeit, sondern auch von Tonfall und Geste des Darstellers erschreckt wurde. Peppler fehlte schließlich bei keiner Volksbühnenaufführung, weder bei den„Webern* noch beim„Fröhlichen Weinberg*. Sein Tod bedeutet für die Volksbühne und auch für die Schauspielkunst einen schweren Verlust. H. Filmverbot im Saargebiet. De? Nemarque-Film und der Stahlhelm-Ziim verboten. Saarbrücken, 20. Dezember. Der Präsident der Regierungskommission des Saargebicts, Wilton, hat in seiner Eigenschaft als Minister des Innern die Auf- führung des Remarquc-Ftlms„Im Westen nichts Neues* sowie des Etahlhelin-Films verboten. Der Verbotserlaß, dem keine Begrün- dung beigegeben ist, erfolgte, um Störungen bei Aufführung der Filme von vornherein auszuschließen Wieder pfiffe im Flötenfonzert. In der gestrigen Aufführung des Fridericus-Films im Ufa- Palast kam es am Schluß des Films zu lebhasten Mißfallens- kundgebuugen. Gegen das Verbot von Oöblins„Ehe". Der Schutzverband deutscher Schriftsteller, Gau Bayern, veröffenllicht folgende Erklärung: Die Polizeidirektion München hat die weitere Aufführung des Stückes„Die Ehe* des Berliner Arztes D ö b l i n oerboten, nach- dem es unbeanstandet sechsmal gespielt worden war. Das Verbot gründet sich darauf, daß die Wirkung des Stückes einer kommunifti- fchen Propaganda gleichzustellen fei. Damit wird entgegen dem klaren Wortlaut des Artikels 118 der Reichsverfassung ein Stück wegen seiner angeblichen Tendenz verboten. Der Schutzoerband deuischer Schrisssteller, Gau Bayern, erhebt hiergegen schärfsten Protest. Er wendet sich entschieden gegen einen solchen ver- fassungswidrigen Versuch, die geistige Freiheit in Deutschland zu unterdrücken. Erinnerung an das Ltniformverboi. Verfügung des Polizeipräsidenten. Der Berliner Polizeipräsident veröffentlicht mit der folgenden Verfügung noch einmal die Bestimmungen über das Verbot der Hitler-Uniform: „Mit Geldstrafen bis 150 M., im Nichtbeitreibungsfalle mit Haft bis zu 14 Tagen wird bestraft, 1. wer die sogenannte Parteiuniform der National- sozialistischen Deutschen Arbeiterpartei einschließ- lich chrer Unter-, Hilfs- und Nebenorganisationen öffentlich trägt. Zur Uniform gehören alle Gegenstände, die dazu bestimmt oder geeignet sind, abweichend von der üblichen bürgerlichen Kleidung die Zugehörigkeit zu den genannten Organssationen, insbeiondere den sogenannten Sturmabteilungen, Schutzstaffeln, der Hitlerjugend und dem Nationalsozialistischen Deutschen Automobilkorps äußerlich zu bezeichnen, also auch Kleidungs- und Ausrüstungsgegenstände (z. B. Armbinden), die durch bestimmte Form, Farbe, Schnitt usw. ein Merkmal der genannten Organisation darstellen: 2. wer bei Veranstaltungen unter freiem Himmel rote Fahnen öffentlich trägt, die auf weißem Grund ein schwarzes Hakenkreuz tragen: 3. wer als Zeitungshändler Abzeichen oder uniförniähnlichs Kleidungsstücke der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei oder einen sonstigen Hinweis auf die Nationalsozialistische Deussche Arbeiterpartei(z. B. rote Stürmer mit Hakenkreuz oder den Buch- staben NS.) öffentlich trägt.* Zeitungsverbok in ZNünchen. Die kommunistische„Neue Zeitung* wurde durch Beschluß der Polizeidirektion wegen mehrerer Artikel hochverräterischen Inhalts bis zum 2. Januar 1931 verboten. Steinwürse gegen Hamburger Konsulate. Zn dem französischen und dem jugoslawischen Generalkonsulat in Ham- bürg wurden Fensterscheiben durch Steinwürse eingeschlagen. Nach aufgefundenen Zetteln scheint es sich bei den in der Dunkelheit entkommenen Tätern um Kommunisten zu handeln. Bürgermeister Roß sprach den beiden Konsulaten das Bedauern des Senats über die Vorfälle aus. Ltraufführung im Renaissance-Theater. Maugham: ,Muß die Kuv Milch geben?" Ein.englisches Konversationsstück mit einer sehr hübschen Idee: Nach zwanzig Jahren Ehe hat der Mann die Rolle des Ernährers satt. Er macht sich sozusagen selbständig und läßt Familie Familie sein. Bombenerfolg, besonders nach den ersten zwei Akten, weil da die anspruchsvolle Jugend eins auf den Hut kriegt. Bassermann, Brausewetter, Johanna Termin in Front. Dgr. Frauen gegen Friedenspropaganda. Die propagandaausfchüffe der Kriegszeit werden wieder lebendig. Der sogenannte„Deutsch« Frauenausschuß zur Bekämpfung der Schuldlüge* hat an den Vorstand der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion die Abschrift eines an die Reichsregierung gerichteten Briefes gesandt und die Fraktion ge- beten, die Forderung, die der Ausschuß der Reichsregierung unter- breitet, zu unterstützen. Die Eingabe an die Regierung, die von der früheren volksparteilichen Reichstagsabgeordneten Frau Clara Mende unterzeichnet ist, hat folgenden Wortlaut: „Der Deutsche Frauenausschuß zur Bekämpfung der Schuld- lüge und die ihm angeschlossenen Verbände und Ein.zelpersoiren bitten die hohe Reichsregierimg unter allen Umständen zu ver- hindern, daß beschämende Vorgänge, wie sie sich anläßlich der Aufführung des Remarque'schen Films in den Dezembertagen er- eignet haben, sich in Zukunft wiederholen. Sie sehen in der beschleunigten Ergänzung des L i ch t s p i e l g e s e tz e s, wie sie bereits vorgesehen ist, die einzige Möglichkeit dazu. Es muß beschlossen und im Gesetz verankert werden, daß„ausländische Filme mit antideutsä)er Tendenz" nicht erworben und auch in einer für Deutschland zurcchtgeschniitencn Form nicht ausgeführt werden dürfen." Die sozialdemokratische Reichstagssraktion hat auf die an sie er- gangene Bitte folgendermaßen geantwortet: „Wir erhielten die Abschrist des Briefes, den Sie der Reichsregierung übcrsandt haben. Sie gestatten uns wohl die Bemerkung, daß es uns nicht ganz verständlich ist, was ein Ausschuß zur Bekänipfung der Schuldlüge mit dem Remarque'schen Film„Im Westen nichts Neues" zu tun hat. Dieser Film stellt doch nicht etwa die Behauptung von der deutschen Schuld am Kriege auf, und soweit wir unterrichtet sind, ist er aus diesem Grunde auch nicht verboten worden. Wir nehmen an, daß der Irrtum des Frauenausschusses daher rührt, daß die dem Aus- schuß angehörenden Damen den Film nicht gesehen haben. Völlig einverstanden sind wir mit Ihnen in der Beurteilung der „beschämenden Vorgänge", die sich anläßlich der Aufführung des Films ereignet haben. Wir freuen uns, daß Sie sich offenbar ebenso wie wir gegen die Verwendung von weißen Mäusen und Ringel- nattern im Theater und gegen das Verhalten eines nationalistischen Mobs auf den Straßen wenden. Auf der anderen Seite kann uns aber die Vorführung des Remarque'schen Films keinen Anlaß bieten, einem Verbot„aus- ländsscher Filme mit antideutscher Tendenz" zuzustimnien und dieses Verbot, wie Sie sich ausdrücken, im Gesetz zu verankern. Eine anti- deussche Tendenz ist nach unserer Ueberzeugung in dem Film nicht vorhanden, es mühte denn sein, daß man die Darstellung der Schrecken und der Not des Krieges als antideutsch bezeichnen wollte. Die falsche AnffassMig von der mit dem Film beabsichtigten Wirkung hängt wohl damit zusammen, daß die Damen ihres Frauen- ausfchusses den Krieg natürlicherweise nicht aus der Nähe gesehen haben. Im übrigen wundern wir uns, daß Ihr Ausschuß nickst in Fällen, wo beispielsweise die Ufa Filme, denen ursprünglich ein antideusscher Charakter anhaftete, nach Streichungen gewisser Szenen in Deutschland aufgeführt hat, Protest erhoben und an die gesetz- gebenden Körperschaften appelliert lzat." Hochachtungsvoll! Sozialdemokratische Reichstagsfraktion. _ I. 21.; B r e i t f ch e i d.* Euriius in Oberfchlefien. Informatorische Besprechungen. Beulhen, 20. Dezember. Im Anschluß an die Besprechung im 5)ause Oberschlesiens, zu der vor allem Vertreter der oberfchlesischen KommunalverwaUungen zugezogen waren, fuhr Minister Dr. Curtms über Hindenburg nach Bsuiherr. In Beuchen fand in der neu eingerichteten Stadt- bücherei wiederum eine kurze Besprechung statt, zu der neben Ver- tretern des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung so- wie der oberfchlesischen Industrie auch Vertreter der Kulturinstiwte des oberfchlesischen Industriebezirks geladen waren. Dem Minister wurde an Hand von Skizzen, Plänen usw Erläuterungen über die ihn interessierenden Fragen des oberfchlesischen Grenzbezirks gegeben. Zur Untersuchung der Tscherwonehverdoppclung(je zwei Noten mit gleicher Serie und Nummer) hat Moskau einen Ausschuß ein- gesetzt. Da nämlich eine Menge solcher Noten im Ausland sind, kann man nichts mehr vertuschen. (Gewerkschaftliches siehe 4. Beilage.) Verantwortlich für Politik� Victor Schisf: Wirtfchoft:®. Alinacldöicr: und Vcrlagsan stall Paul Einaer n. To.. Berlin S3B. 68, Lindcnslrabe 3. Sicrzu 5 Beilagen. Taghemd Tragerform mit SHcfcerei» 1 0 motiv, Einsatz und Spitz« Damenstrumpfe r• i n• W o 1 1•( Kaschmir, utoaem« Farben 12 Herren-Hausjacke m. Verschnürung u. SAgrof- fen, haltbarer Rovschttoff\J/5 25.50 19.50 12.50 X— Rein Haargarn Boucle-Teppich OA_ InmiinrH-Muster. 1&S/235 Jacquard-Muster, 250/350 59. 145/235 200/300 39.— Rauchtisch gebeizt« Ei g« echte Marmorplatte und Zwischonbod., moderne Form, Höhe 60 cm, 0 50 cm ich« 222 Davoser Schlitten mit Elsenschienen und �40 Stutzen, geölt, 70 cm■ I mes Größer entsprechende Preise Tisch-Tennisspiel 2 Schläger, Pfosien m.Notz und Bällen, verschied. Ausführungen, Im Karton, ob 22 Liegesessel mit verstellbarer Ruckee-. lehne und FuBstGtze, moderner Gobelinbezug � Tafelwaage mit2Messingschalen, 5 Kilo 622 Das neue Gesellschaftsspiel 1 35 »Fuß ba 1 1 b retts p I olc I Füllfederhalter O50 mit 14 korätiger Goldfeder Besuchstasche Saffian,in.Rlndl6dcrb6satz, Vor- u. Rückentasche, 24 cm, schwarz, blau oder braun 322 3 Stuck Lavendelseife 112 und 1 Rasche Lavendel- wasser, Geschenkkartoe HEUTE VON 3-7 UHR GEOFFNETI serlin c2*spandauer strasse-konicsirasse-cecrondet isis Nr. 597* 47. Iahrgang 1. Beilage des Vorwaris Sonntag, 24. Dezember 4930 s/erfaLL�rtur P-farxLeT 10760- 19£30 1« vrt-V«•w» '-�V-wVV m-«"WV Geroiß, es geht jetzt in diesen Vormeihnadilslagen viel freudiges Erwarten und sehr viel Hoffnung durch die Welt. Es hat jetzt alles sein besonderes Gesicht vor dieser, in tausendfarbiges Licht getauchten bunten Kulisse Weihnachten. Alle Dinge, die man jetzt tut, und die sich um uns bewegen, haben irgendwie damit zu tun. Und selbst, wenn es jetzt täglich zehn-, zwölfmal an der Tür läutet, und jedesmal aus ungewissen Konturen heraus eine Hand sich bittend ausstreckt, schwebt es ungesprochen zwischen uns:„Weihnachten!" Auch die A e r m st e n, Existenzlosen, Entwurzelten können nicht einfach diese Tage ausstreichen. Sie würden es tun, könnten sie es. Aber so müssen sie sie hinnehmen, wie eine unverschuldete Strafe. Ja, wie eine Strafe. Früher ging es immer noch, da hatte man noch die kleinwinzige Chance, auf dem Weihnachtsmarkt ein paar Mark zu verdienen. Es wurde eben versetzt, was zu versetzen ging, und mit dem Erlös hatte man dann einiges von dem billigen Weihnachtstand«ingekauft und der Verdienst reichte dann gerade so weit, daß man über die Weihnachtsfeiertoge hinkam, wenn einem nicht zuviel Ware liegen geblieben war. Jetzt ist der Weihnachts- markt ein großes Risiko geworden. Wer hat denn all den leichten Kram, den man markweise einkaufen kannte, gekauft? Die armen Leute, die selbst erst den Groschen umdrehen mußten,«he sie ihn ausgaben. Und heut« haben sie auch den Groschen nicht mehr übrig. Wieder der schwere Sang zum Leihhaus. Da heißt es eben:„Was läßt sich nun noch aufs Leihhaus bringen, um wenigstens über Weihnachten mäst dos Brot mit d«m Zentimetermaß messen zu müssen." Wcrtgcgenständc sind ja nicht mehr da,— schon lange oerfetzt und verkauft, und das Staatliche Leihhaus nimmt nicht alles was man bringt. Und was di« Leute trotzdem alles angeschleppt bringen, wie sie sich zögernd an den Schaltern anstellen mit den Paketen, unförmigen Bündeln und Koffern; alt« Leute mit grauen Gesichtern und roten Augen- rändern, Frauen mit der leeren Einkaufstasche.im der. freien -ftand, junge Menschen mit den mißtrauischen Augen einer lPm Schicksal zerpfliickten Jugend. Jedesmal, wenn-om Schalter vorne jemand abgefertigt ist, geht ein Rascheln wie von welkem Laub durch die Reihe, das Packpapier. Jedesmal, wenn d-ie Reihe sich vorwärts schiebt, atmet einer auf, geht zur Bank und wartet, bis feine Nummer aufgerufen wird und er sein Geld bekommt, oder es löst sich einer da vorne vom Schalter mit leeren Augen, wie ver- prügelt— ja, wirklich, man kann nicht anders sagen—, wie verprügelt und geht, der letzten choffnuirg beraubt, dem Ausgang zu.— Am Schalter hat eine Frau ein R o l l t u ch auseinandergsschlagen, Tischtüäxr kommen zum Vorschein, Bettbezüge, Häkeldecken, Leib- wüsche und Handtücher. Aengstlich verfolgen die Augen der Frau die Manipulation der genauen Untersuchung. Leibwäsche und Hand- tucher werden gleich zurückgeschoben:„Lohnt nicht mehr!' Für das andere drei Mark. »Wird jeht nicht beliehen.* Hinterher kommt ein alter Mann, öffnet zitternd einen Geigenkasten. Acht Mark für die Geige. Der alte Mann möchte gern zehn.„Geht nicht", zuckt der Beamte die Achseln. Dann kommt ein Anzug: vier Mark: ein Paket fabrikneuer Wolldecken: zwölf Mark. Dann ein Koffer mit Sommergarderobe. Achselzucken: ,Wird jetzt nicht beliehen!" Die hohlwangige junge Frau ist im ersten Moment starr, sie kann es nicht so schnell begreffen, daß sie hier ein« halbe Stunde angestanden, gehofft und gerechnet l>at, und sie versucht es noch einmal:„Aber das ist doch alles ganz neu!" Ajjer es nützt ihr nichts, sie muß den Platz om Schalter- fenfter räumen für den Nächsten. Eine Frau rät ihr, doch in ein Prioatlcihhaus zu gehen. Aber da war sie schon, in mehreren: die nehmen es jetzt auch nicht. Sie wollte es schon verkaufen beim Trödler, aber nicht einmal die nehmen es jetzt, und sie hätte doch so gerne ihren beiden Mädelchen und dem Mann, der jetzt zwei Zahre stellungslos ist. mit einem richtigen Esten eine Weihnachtsfrende gemacht. Am Schalter geht es weiter: Anzüge, Mäntel, Grammophone, Betten. Draußen krakehlt der Weihnachtsmarkt. Und hier sitzt ein altes Mütterchen auf der Bank und weint ratlos, weil man ihr den großen gerahmten Ocldruck, den sie bis hierher geschleppt bat, nicht beleihen will. Auch die Privatpfandleiher, die sonst manch- mal doch ein Auge zudrücken, wenn sich ein Gegenstand dach schon minderwertig erweist, müssen jetzt ein hartes Herz zeigen, denn ihre Räume sind vollgestopft bis obenhin. Bei den Bersteigerungen wird nichts geboten, und mit dem Verkauf ist es jetzt auch so eine Sache. Llm ein bißchen Sattessen zum Zest. Und jetzt in diesen Tagen kann man es den Sachen ansehen, daß sie meist das letzte Veräußerbare sind, womit die Leute kommen, und immer wieder heißt es:„Rur bis nach Weihnachten, nur die paar Tage!" Nur um ein bißchen Sattessen zum Fest. Ein junger Mann zieht Rock und Weste aus, den dünnen Paletot wieder über das Hemde:„Nur bis Heiligabend,— damit ich Lametta ein- kaufen kann!" Und draußen zeigt das Thermometer unter Rull. Ja, überall breitet sich das Weihnachtsfest über Menschen und Dinge. In der V o l k s k ü ch« hoben sie nun auch einen Weihnachts- lcaum aufgestellt. Einen schönen Wcihnachtebaum. Und es gibt Linsen. Am ersten Feiertag, wenn geöffnet wird, gibt es sicher Nudeln. Aber man möchte heute noch nicht daran denken, was morgen ist, oder übermorgen, es wird einem so weich zumute bei dem Tannenduft, daß man die Augen zudrücken und an den strahlen- den Weihnachtsbaum der Kindertage denken möchte. Und vielen hier, die einen langen Weg über viele Schicksale bis hier in die Volksküche gegangen sind, liest man diesen Gedanken aus den müden Augen. Sie bleiben heute alle viel länger, und löffeln lang- samer. Ein Weihnachtsbaum, das ist ja in dieser Umgebung ein Ereignis. Was Wunder, daß zwischen dem Löffelgeklapper nur immer wieder Weibnachten und wieder Weihnachten aus den Ge- sprächen alisklingt. Aber es klingt resigniert, man hat ja nichts zu erwarten von diesem Weihnachten als eben diesen Weihnachts- bäum, der zwischen kahlen Tischen, klappernden Schüsseln und löffelnden Menschen glitzernd steht, von gebefreudigen Händen hin- gestellt. Man erwartet auch nichts mehr: die Alten nicht, die mit einer kleinen Rente gerade noch den Hunger von sich halten können, und auch di« Jungen nicht, die sich Tag für Tag abhetzen nach einem Erwerb, die sich täglich gewaltsam hochreißen müssen, um nicht in Hoffnungslosigkeit zu versinken. Aber heut« steht ein Weihnachts- bäum hier,— wie«in Fremdling in dieser Umgebung. »Weihnachten nimmt kein Ende?* Auch in der Herberge zur Heimat haben sie einen Weih- l'achtsbaum ausgestellt. Man kann sich nicht oerkriechen vor diesem Weihnachten, dos sich so schrecklich breit macht und einfach alles mit seinem Licht und seinem Lärm überflutet. Was heißt schon Weih- nachten, wenn man keine Bleibe hat, und treppauf, treppab laufen muß, um die paar Groschen zusammenzubetteln, die man braucht, um den Hunger zu stillen und ein Bett für eine'Nacht be- zahlen zu können. Wo man auch hinkommt, war schon fünf Minuten vorher jemand da, hat Weihnachtskarten verkauft, oder selbstgemalte Bilder, aber meistens machen die Leute schon gar nicht mehr aus. Was bleibt«inem da weiter übrig, als die Sachen vom Leibe herunter zu verkaufen, gegen alte Lumpen und ein Draus- geld umzutauschen. Es warten hier schon genug darauf, solche Ge- schäfte zu machen. Von draußen kommen viele, selbst arme Teufel, aber doch nicht so arm, doch noch so glücklich, einen halbwegs an- ständigen Anzug für em paar Mark zu erstehen, oder einen Paletot für Weihnachten erhandeln zu können.. Was tuttles: schon,.-wenn man nun ohne Mantel herumlaüfen muß, inan hat Geld in der Tasche und hält es zur Not bis über Weihnachten aus, braucht hier nicht heraus, auf die Straße zu den Menschen mit den weih- nachtsfrohen Gesichtern, vor denen man die Augen nieder- schlagen muß. Da in der Ecke steht schon der geputzte Weihnachts- bäum, draußen wird es Weihnachten sein— hier ist nur Hoffnungs- losigkeit!— Weihnachte i, ohne Hoffnung. Filmbrand im Lustspielhaus Aufregung in der Friedridisfrafje/ Verkehr vorübergehend gesperrt Ein gefährlicher Filmbrand entstand gestern abend in einer Kopieranstalt im hause Friedrich st ratze 236. Die Räume liegen im Seitenflügel des Gebäudes, in dem sich bekanntlich auch das Lustspiel haus befindet. Die Flammen fanden an Filmen. die explosivartig aufloderten, überaus reiche Nahrung. Als die Feuerwehr unter Leitung des Oberbranddirektors G e m p p an- rückte, brannten mehrere Räume bereits lichterloh und aus den Fenstern schlugen meterlange Stichflammen hervor. Trotz des Umfanges. den der Brand gewonnen hatte, gelang es. durch starke» wasscrgeben aus fünf Schlauchleitungen, schon nach ver- hällnismähig kurzer Zeit des Feuers Herr zu werden. Die Auf- räumungsarbeiten dauerten bis gegen Mitternacht. Das Feuer hatte in der belebten Gegend eine große Neugierigen- schar angelockt. Zeitweise mußte der Berkehr in der Friedrichstraße durch die Polizei gesperrt werden. Nach den bisherigen Fest- stellungen scheint der Brand durch Selbstentzündung eines Film- ftreifens beim Kleben entstairden zu sein. Todessprung einer Fünfundachtzigjährigen. Aus dem vierten Stockwerk des Hauses Graetzstraß« 23 in Treptow stürzte sich gestern die 85jährige Frau Maria Beck auf die Straße hinab, wo sie mit zerschmetterten Gliedern t o t liegen blieb. Die Greisin hotte vor einiger Zeit ihrem Lehen ein Ende zu machen; damals haben noch rechtzeitig gehindert werden. noch unbekannt. s ch o n e i n m a l versucht, konnte sie an ihrem Bor- Das Motiv zur Tat ist Arsenik im Mittagessen. Vergiftung einer Familie von fünf Köpfen. Priem am Chiemsee, 20. Dezember.(Eigenbericht.) Aus eiue bis jetzt ungeklärte Weise brachte die 16 Jahre alle Tochter des Gastwirts B a r t l in Thatkirchen. Gemeinde Hirns- b e r g. beim kochen des Mittagessens Arsenik in die Knödel. Unmittelbar nach dem Essen stellten sich bei sämtlichen Fmnilienange- hörigen schwere Dergistnugserscheinungen ein. Die Tochter selbst und ein lS Jahre aller Sohn erlagen bereits om Rachmittag der Vergiftung, während die Eheleute Vartl schwertrank daniederliegen. Das fünfte Familienmitglied, ein Schnlknabc, hatte nur starke Schwindelanfälle in der Schule und wurde vom Lehrer deshalb nach Hause geschickt, wo das Kind seine älteren Geschwister bereit» aus dem Sterbebett vorfand. chcnk'von lustig, schenke praktlscii k. rrrH C t f.»> Ct C k e II Ma«»II K*» I» W» gl m wH*■* a K*nft4»l«v*jkn1t Fertucs oberbett frais«. frait« esstrtifi indtitirei und fed«rd|ekt,». reiche« feden, 130x200 DeberlaK ckiBM. fr.l««. OQ-»e 0 1%7.75 e» ■.[liml-t Slamek«*- a tar»i»ro»g. c». 160x240"r.öO ■ II lall Wicltl t j«»?, ä-- et 160x 260..... D.90 • Her fe eitfeexase Line«, letilidlf,;sr O (liefi», et 130x200 eC.85 KlssenfeeifiSe ■ it iciseeti-Eiiiti; 98 ff. ml» e«?»r. OokiaitiB««.«— e- 4jeitig»»riii«rtot80x80 B e l t l• K e■ eieetl.■««««!, 4 am. et*40X210......'-B5 Deila«, mit Hekliiem- venieruno, et 146x220 Barchcnl lauen «eil. all farblcsr 4 An Ktits......... ,ou 3.75 Bantftflcker Prall, mit farbitarKQ., Kaule.........OO Pf. Jmequard, B I; I■ QA Iei«en,46x 100.... 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Moster�"-'� Versand-Abt.: Prlnsen-Str. »Ä'eTlsS 5.75 Heute von 3-7 Uhr geöffnet I Das neue Gesicht des Mex Berlins Wirtsihaftszentrain verändert sldi.— Der grobe Ost-West-Strang der Weltstadt.— Die Bedeutung der neuen U-Bahn-StredKen heule wird die neue Unlergrundbahnlinie Alexander- platz— Iriedrichsfelde und die Verlängerung der Rordsüdbahn bis zur G r e n z a l l e e in Neukölln dem Ver- kehr übergeben. Die hohe Bedeutung der neuen Strecken für die Wirtschastsentwicklung der Weltstadt und die mit dem llmbau des Alexanderplahbahnhofs verbundene Umgestaltung des Berliner Wirlschasts- Zentrums beleuchtete bei einer Vorbesichtigung der sozialdemokratische Sladlral Ernst Reuter, dem das Haupt- v e r d i e n st an der Fertigstellung der neuen Linien zukommt. Wir geben nachstehend die hauptsächlichen Gedankengänge seiner für die Entwicklung Berlins bedeutsamen Ausführungen wieder. heute steht alle Welt unter dem Tindruck einer tiefen, in ihrem Umfang von keinem vorausgesehenen Depression, deren Aus- Wirkungen zweifellos nachhaltig und lang andauernd sein werden. heute sind darum auch große Teile der Oeffentlichkeit nicht geneigt, der Entwicklung des Berliner Schncllbahnnctzes, die sich bis jetzt vollzogen Hat, auch nur mit Objektivität gegenüberzustehen. gar Nicht zu reden davon, daß die össenlliche Meinung das sehr angenehme Privileg hat, vergessen zu dürfen, wenn sie oft vor nur einem halben Jahre gerade dos Gegenteil gesagt hat. So wird auch nach meiner festen Ueberzeugung auf eine Periode kritischer Beurteilung dieser Schnellbahnentwicklung eine Zeit folgen, wo die Oeffentlichkeit einen weiteren Ausbau des Schnellbahnnetzes fordert. Nach den bisherigen Beschlüssen der städtischen Körperschaften soll die Berliner Berkehrs-A.-G. die gesamten Anlagen der letzten Jahre übernehmen und für den Schuldendienst in voller höhe aufkommen. Die BVG. leidet aber außerordentlich unter den schweren wirtschaftlichen Depressionen. Sie wissen, daß die Reichs- bahn bei einem Gesamtumsatz von rund 3,5' Milliarden mit einer Mindereinnahme von 700 Millionen Mark im Jahre 1930 rechnet. Aehnlich sind alle deutschen Straßenbahnen in diesem Krisenjahr mehr oder minder notleidend geworden, weil die außerordentliche Steigerung der steuerlichen Lasten und die Erhöhung der Löhne sich mit einer schweren Depression kreuzt, die die Ein- nahmen überall in starkem Maße gesenkt hat. Ich schätze den Verlust, den die BVG. durch die wirtschaslliche Krise hat. aus annähernd 20 Millionen Mark. Stadtrat Reuter meinte, die BVG. werde bei einer normalen wirtschaftlichen Konjunktur in der Lage sein, ihre wirtschaftlichen Berpflichtungen zu erfüllen und erklärte dann: Es darf nicht vergessen werden, daß ohne die Gründung der BVG. und die dadurch herbeigeführte Verschmelzung der städtischen vekehrsunlernehmungen überhaupt die Unlergrundbahnbauten nicht hätten zu Ende geführt werden können, denn ihre Beendigung ist nur dadurch möglich gewesen. daß die BVG. in den Jahren 1929 und 1930 mit ihrem Kredit einsprang und dadurch die Mittel für die Ierligstellung zur Verfügung gestellt werden konnten. Bei der Beurteilung der Wirtschaftlichkeit dieser Bahnen darf aber nicht vergessen werden, daß diese Bahnen ja nicht nur Teile eines Unternehmens sind, das seine Gewinn- und Verlustrechnung in Ordnung halten muß, sondern, daß sie außerdem darüber kinaus wichtige Volkswirt schaftliche und städtewirtschast- liche Funktionen erfüllen. Sie bedeuten für große Teile unserer Bevölkerung eine erhebliche Ersparnis an Zeit und Kraft, sie beschleunigen den wirtschaftlichen Umschlag und steigern die L e i st u n g s f ä h i g k c i t des Berliner Wirtschaftszentrunis ganz erheblich. Man muß es außerordentlich bedauern, daß nicht gleich- zeitig mit der Inbetriebnahme dieser Bahnen auch das Stadtbild als solches bereits so hergestellt werden kann, wie es sich in einigen Jahren darbieten wird. hier auf dem Alexanderplah enlslehl ein vollständig neues Berlin, die große Aussallstraße nach dem Osten wird im Zusammenhang mit diesen Bahnbaulen vollkommen freigelegt und in einem, längstens zwei Jahren vom Alexanderplatz bis zur Weichbildgrenze der Stadt in voller Breite und in einer nach mensch- lichem Ermessen absolut ausreichenden Leistungsfähigkeit hergestellt. Bis auf das kleine Stück zwischen Alexonderplatz und Schloßplatz besitzt Berlin damit einen großen durchgehenden O st- W e st- Strang, um den ihn jede andere Weltstadt beneiden kann. Die weitere Entwicklung des Berliner Verkehrs ist, soweit die BVG. in Frage kommt, ausschließlich durch die gesamt- wirtschaslliche Entwicklung bedingt. Die BVG. hat dadurch, daß sie mit ihrem Kredit die Fertigstellung der Untergrundbahnbauten er- mäglicht hat, vorübergehend schwere Lasten auf sich nehmen müssen und ist Verpflichtungen eingegangen, die sie unter allen Umständen zu erfüllen hat. Wir werden mil allen Mitteln sparsamster und konzenlrierlesler Wirlschaslssührung ein Höchstmaß von Erträgnissen erreichen müssen, um diesen Verpflichtungen gerecht zu werden. Wir sind deswegen in der letzten Zeit des öfteren scharf angegriffen worden. Ich bekenne offen, daß man auch Unpopularitstt nicht fürchten darf, wenn es im Interesse der Gesamtheit darauf ankommt, ein Unternehmen von der großen soizalen und wirtschofts- politischen Bedeutung der BVG. unter allen Umständen der Ooffent- lichkeit zu erhalten. wir haben unsere wirkschafllichkcik im vergangenen Jahre erheblich gesteigert und werden nicht aufhören, in dieser Richtimg weiter zu arbeiten, denn das war der Sinn der Verschmelzung, zu einem einheitlichen und planmäßigen Arbeiten auf verkehrswirtschaftlichem Gebiet zu kommen. Der Tod des Forschers. Ist er in den Krater des Vulkans gestürzt? Zu der Meldung, wonach Professor Werner V o r ch a r d t vom Instilul für Schiffs- und Tropenkrankheiten in Hamburg mit seinem Assistenten in einen Krater des Vulkans M e r a p i auf Java gestürzt und dabei ums Leben gekommen fei, liegen hier neuere Zlachrichlen aus B a t a v i a vor, die den Tod des Forschers in dieser Form nicht bestätigen. Professor Borchardt hat danach vor etwa zehn Tagen gegen den Rat der örtlichen Behörden eine Expedition zur Erforschung des Merapi angetrclc». Seitdem fehlt jede Nachricht von ihm. Die Truppen, die ausgesandt worden waren, um ihn zu suchen, sind nach mehreren Tagen ohne Ergebnis zurückgekehrt. Jetzt ist auch ein eingeborener Führer, der Professor Borchardt begleitet hatte, in völlig erschöpftem Zustand zurückgekehrt. Er sagte aus, er sei nach einem kleineren Ausbruch des Vulkans geflüchtet. Man be- fürchtet, daß Professor Borchardt das Opfer dieses Ausbruches ge- worden ist. Eine spätere Reutermeldung aus Batavia besagt, daß Professor Borchardt nicht von seinem europäischen Assistenten, sondern von zwei Eingeborenen begleitet war. Als der Ausbruch des Vulkans erfolgte, flüchteten Professor Borchardt und der eine Ein- geborene, der bei ihm geblieben war, talwärts. Der Eingeboren« warnte auf diesem Wege Professor Borchardt, ein benachbartes Tal zu betreten, dieser ließ sich aber nicht zurückhalten, und der Ein- geborene sah ihn hinter einem Felsvorsprung verschwinden, mährend cr selbst seine Flucht fortsetzte. Gtammiischphilister. Deutschnationaler Bezirksverordneter besudelt die Reichs- färben. � 200 Mark Geldstrafe. Als der d e u t s ch n a t i o n a l« Bezirksverordnete Schumacher (Reinickendorf) einmal reichlich angeheitert war, passierte ihm eines Tages ein Malheur. Der Alkohol offenbarte gewissermaßen sein wahres Gesicht: Die Farben der Republik hatten es ihm angetan. Er befand sich nämlich am 27. September d. I. in angeregter Unter- Haltung am Stammtisch in einem Lokal in Hermsdors. Man sprach über die wirischaftlichen Nöte der Zeit, über den Doung-Plan, über die Steuerlasten und dergleichen mehr. Natürlich machte man seinem Herzen Lust. Plötzlich donnerte Schumachers Stimme durch das Lokal:„Unsere Fahne ist jchwarzweißrot. Das Weiße haben sie uns geklaut und gaben uns dafür die Sch.. Fünf Meter entfernt spielten an einem anderen Tisch vier Sozialdemokraten ihren unpolitischen Skat— unbeirrt durch die politischen Unter- Haltungen der deutschnationalen Herren. Als aber die grobe Be- leidigung der Reichsfarben ausgestoßen wurde, begab sich einer der Skatspieler, K n u t h, zu dem deutschnationalen Bczirksoerordneten Schumacher und richtete an ihn die Frage, ob cr sich überlegt Hobe, was cr da gesagt habe.„Das geht Sie nichts an. Spielen Sie- Ihren Skat weiter", erhielt cr zur Antwort. Knuth machte von dem Borsall der Republikanischen Beschwerde- stelle Mitteilung. Diese leitete die Sache an die Staatsanwaltschaft weiter. Schöffengericht Weddtng wollte her- deutsch- nationale Bezirksoerordnete von einer Beleidigung der Reichsfarben nichts wissen. Eine derartige Ausdrucksweise, erklärte er, liege ihm überhaupt fern. Das gemeine Wort sei in ganz anderem Zu- sammenhauge gebraucht worden. Auch seine Stammtischgäste wollten von einer Beleidigung der Reichsfarben nichts gehört habe». Die drei Skatspieler am anderen Tische, mit Knuth an der Spitze, be- zeugten aber unter ihrem Eide, daß der Ausdruck gerade so, wie es die Anklage behauptete, gefallen sei. Der Staatsanwalt beantragte wegen Vergehens gegen das Re- publikschutzgefetz— öffentlicher Beleidigung der Reichsfarben— einen Monat Gefängnis. Das Gericht verurteilte den An- geklagten, an Stelle der an sich verwirkten Gefängnisstrofe von zwei Wochen zu 200 Mark Geldstrafe. Die Hauptgeschäftsstelle de» Vücherkreijes Verlin. Sw Kl. Belle- Alliancc-Platz 7, ist am Sonntag, dem 21. Dezember, von 15 bis 19 Uhr geöffnet. Da war auch schon der Kantmenboß mit dem Bier da und schob auch dem Feldwebel ein Glas zu. Der Kompagniegewaltige tat, als ginge ihn- das Glas nichts an. „Herr Feldwebel werden doch auch ein Gläschen mit» trinken!" mahnte Ludwig schmeichelnd. Der Spieß sah ihn prüfend an und sagte dann kurz: „Na, hauen lasse ich inich nicht. Wenn's schon da ist, runter damit!" Ludwig kannte seine Leute. Er wußte, daß auch ein königlich-preußischer Feldwebel sich gern mit Bier traktieren läßt, und daß er ein sogenanntes wohlwollendes Wesen zur Schau trägt, wenn man ihm schmeichelt. Kein Stand der Welt isd mehr aufgeschwemmt mit Dumm- beit und Ueberheblichkeit als gerade der Kommiß. Wer es versteht, das bornierte Selbstgefühl eines Vorsitzenden auszu- nützen, der hat gewonnen. Ludwig bekam es gleich zu spüren. Er log über seinen Prozeß das Blaue vom Himmel her- unter, und verstand es meisterhaft, durch verschiedene„Das ist doch sicher auch die Meinung von Herrn Feldwebel!" sich den aufgeschwemmten Säufer geneigt zu machen. Er polkte seinen Feind im Gerichtssaol auseinander, wie ein Anatoinieprofeffor im Seziersaal die Leiche eines Ertrunkenen. Er schimpfte und fluchte auf die verlotterte Moral der Heimkrieger, ließ seinen Patrotismus hell klingen und kam beredt durch die dritte Stubenlage, die er schmiß, in eine Ge- schichte, die so überzeugend klang, daß er zum Schlüsse selber daran glaubte. Er ließ unter der Hand durchblicken, daß er ein ganz be- deutender Geschäftsinhaber sei, der sogar mit Majoren und Exzellenzen zu tun habe. Er machte sich wichtig mit seinen Verbindungen, kannte Kassenräuber im posiami. Der Griff dmchdaö Schalterfeaster- 250 Mark erbeutet. 3m Schöneberger Hauptpostamt wurde gestern«in dreister Kassenraub verübt. An den Briesmarkenscholier drängle sich ein jüngerer Man,, heran, der plötzlich durch das Schalterfenster griff und ein Päckchen Geldscheine ergriff. Mit seiner Beute suchte er das Weite und entkam, wie eine sosortigc Ausnahme des Kassenbestandes ergab, sind dem Täter 750 M. in die Hände gefallen. Wilddiebe in der Gchorsheide. In den letzten Wochen ist dem W i l d b e st a n d in der staatlichen Forst in der Schorfheide durch Wilddiebe außerordentlich schwerer Schaden zugefügt worden. Schließlich nahmen die Wild- diebereien so überhand, daß Kriminalbeamte des Sonder- dezernats des Berliner Polizeipräsidiums zur Ermittlung der Täter Seine Exzellenz, den Reichskanzler von Vethmann-Hollweg persönlich, ebenso den Fürsten Bülow. Sie alle hatten ihm schon die Hand gedrückt, als er für ihre Häuser wertvolle Inneneinrichtungen lieferte. Er stellte seine Fitma als erstklassiges, großes Haus hin, führend in der Branche und fragte so beiläufig den Feldwebel, ob er noch nie von dem altbekannten Geschäft gehört habe. Beim zwölften Glase saßen die beiden mutterseelenallein in der Kantine. Die anderen hatten sich stillschweigend ge- drückt: ihnen war der Mut entfallen, es im Picheln diesen beiden Helden gleich zu tun. In gehobener Stimmung schieden sie voneinander. Der Feldwebel gab Ludwig das Versprechen, aus Anlaß des zweiten Prozesses, den Ludwig noch zu führen hatte und der nicht minder wichtig war, als der erste, zu versuchen, beim Hauptmann nochmals einen Urlaub herauszuschinden. Es sei zwar ungewöhnlich. Aber für so'n patenten Kameraden wie Eisermann müsse es probiert werden. Ludwig bedankte sich beim Spieß schon im voraus und torkelte dann in feine Buchte- Er lachte in sich hinein. Gut gemacht. Junge, für den Anfang ist das flott gegangen! ie Bon nun an war Ludwig, so oft er im Lager weilte, abends ständiger Gast in der Kantine. Er war im Kreis der Vertrauten des Feldwebels wie zu Haufe. Er sagte zu ollem Ja und Amen, mochte das, was einer vorbrachte, nach so kurios fein. Seine eigene Meinung versteckte cr sorgfältig. Bier bezahlte cr in erheblichen Mengen. Er trank auch einen ganz ordentlichen Stiefel weg. Nie in seinem Leben hatte cr derartige Quanten vertilgt wie in dieser kurzen Zeit. Nach drei Wochen etwa ließ ihn der Spieß in die Schreib- stuhc rufen. „Pionier Eisennann, Sic sind abkommandiert nach Grehus und haben dort die Verwaltung des Zwischenpionier- parks zu übernehmen!" .Ln Befehl, Herr Feldwebel!" sagte der Abkommandierte und stand stramm. In Wirklichkeit hätte er hochhüpfen mögen vor Freude. Denn der genannte Ort lag fünfzehn Kilometer hinter der Front und war von den feindlichen Fliegern bisher noch nicht entdeckt. Das gespendete Kantinenbier hatte also die erwartete Wirkung getan. wenigen Tagen hörten Waldarbeiter wieder mehrere Schüsse fallen und als die Beamten nachforschten, entdeckten sie unter Zweigen versteckt einen' soeben erlegten starken Hirsch. Man legte sieh aus die L a u e r und abends sahen die Beamten einen Mann her- anschleichen, der sich das geschossene Wild holen wollte. Groß war dos Erstaunen, als in dem Wilddieb ein 68jähng«r Fischer aus G r o ß- D ö ll n festgestellt wurde. Der Mann, der als v e r- mögend bekannt ist, wurde festgenommen. Durch Briefe knin man auch auf die Spur derHelfershelfer und des Berliner Hehlers, der das Wild verkaufte. Außerdem wurde noch eine Kolonne von Wilddieben ertappt, die ebenfalls aus Groß-Dölln stammen. Abends schaben die Burschen die Wildgatter in die Höhe und warteten ab, bis die Hirsche durch die Ocffmmg hin- durchschlüpften, um an den frischen Saaten zu äsen. Plötzlich hetzten sie dann die Hunde auf die Tiere, die dann ans der Flucht zum Gehege mit den Geweihen in den Maschen des Gatters hängen blieben. Hier wurden die Hirsche dann wahllos abgestochen. Noch am gleichen Tage fuhr Ludwig mit einem Fuhr- werk nach Grehus hinaus und übernahm den Materialplatz und das zehn Mann starke Kommando. Hier oerlebte er eine ruhige, beinahe glückliche Zeit. Er legte sich einen kleinen Garten an, trieb nebenbei Hühnerzucht und wünschte, bis Kriegsende hier bleiben zu können. Seinen zehn Kameraden war er ein vernünftiger, ein- sichtiger Vater und sorgte für sie, soweit es die Menage zuließ. Zwar wurde ihm das ewige Einerlei des Dienstes mit der Zeit langweilig und verdarb ihm oftmals die Laune. Doch wenn er dann von der Front her das ferne Aufgrollcn der Schlacht vernahm, so war er froh, hier in der stillen Ecke zu sitzen, und aller Unmut war wie weggeblasen. Nach dreiviertel Iahren— er war eben von der Waage gestiegen und hatte festgestellt, daß er vierundzwanzig Pfund zugenommen habe— erreichte ihn die Nachricht, daß seine Kompagnie mitsamt der ganzen Division abgelöst und in einem anderen Frontabschnitt eingesetzt werden würde. Man munkelte: N e rd u n! Ludwig erschrak. Der Gedanke, durch irgendemc Schiebung ganz aus der Front herauszukommen, tauchte von neuem in ihm auf und vergällte ihm sogar den Schlaf. Verdun bedeutete Tod. Das wußte cr. Aber wie los- kommen? Wiederum zermarterte cr sich tagelang den Schädel, um einen gangbarn Ausweg zu finden. Schließlich schrieb cr seinem ehemaligen Werkmeister, dem Sanitätsfeldwcbel Sandow, einen langen Brief, legte diesem seine oerzwickte Lage dar und bat ihn um ein Medikament, das in der Lage fei, Hcrzaffektionen hervorzurufen. Natürlich inalte er sein Leben in den schwärzesten Farben. Grade zur rechten Zeit kam ein Feldpostpäckchen mit einem Briefe von seiner Frau. Sandow hatte Tabletten hin- eingetan und eine Anweisung gegeben:„Man nähme zwei Tablettens des Morgens, ühc man zum Arzt geht. Diese sind unschädlich und schützen vor jeder Erkältung: doch," und diese? Satz war doppelt unterstrichen,„nur in vorsichtigen, wie oben angegebenen Potenzen zu genießen!" Maria schrieb einige Zeilen dazu und wünschte ihm baldige Genesung von seiner„Erkältung". Ungesäumt begann er die„Kur". Er trank am Morgen nach dem Aufstehen auf den nüch- ternen Magen zwei Glas Bier und eine Flasche schlechten Rotwein. Dann schluckte er, wie angegeben, zwei der Tcbletten.(Fortsetzung folgt.) Kinder erobern sich die Welt. Schülerarbeiten einer weltlichen Schule. Das Kind entdeckt die Welt in ihren Formen und Eigenschaften nach und nach. Die Reihenfolge, in der es die Eindrucke aufnimmt und vcrardeitet, wird durch feinen Lebenskreis und feine geistigen und körperlichen Anlagen bestimnit. Aber es ist erstaunlich, wie gründlich sich das Kind feine Ilmwelt erarbeitet, wenn es seinen Wissens- und Beobachtungstrieb ungehemmt entfalten darf, und wie eingehend es über diese Umwelt Auskunft zu geben vermag. Das Wort spielt bei dieser Auskunftcrteilung allerdings durchaus nicht die wichtig« Rolle wie bei den Erwachsenen; denn es ist dem Kinde im allgenieincn eine viel farblosere Auedrucksmöglichkeit als der nachgestaltete Gegenstand, das nachgestaltete Erlebnis. Kann man sich vorstellen, daß man Kindern im ersten Schul- jähr einen Bergwerksfilm zeigt und sie dann einigermaßen anschaulich erzählen, was sie gesehen haben? Oder können viele Sieben- bis Achtjährige in Worten lebendig schildern, was es aus einem Jahrmarkt alles zu. beobachten gibt? Daß sie es gestalten können, konnte man in einer Ausstellung sehen, die die Weltliche Schule in der Kaiser-Friedrich-Straße in Neil- kölln zeigte. Es handelte sich dabei ausschließlich um Arbeiten aus dem ersten und zweiten Schuljahr: Aus Schachteln, Garn- rollen und �olzspänen war von Kindern im ersten Schuljahr ein Bergwerk aufgebaut, mit Stollen. Auszug, Förderturm, Kohlenlorcn und Eisenbahnen. Die Kinder haben es sich selber zusammengestellt, primitiv, aber vollkommen richtig. Das Rohmaterial zum Bau wurde nur als Form bearbeitet, sonst keiner Verschönerung unter- warfen. Auch ein Straßenaufbau von Kindern desselben Schul- alters wurde in dieser Art ausgeführt. Solche Darstellungen be- weisen deutlich, daß die Sechs- bis Siebenjährigen, die in den durchschnittlichen Lebensverhältnissen aufwachsen, noch keinen künst- lerischen Gestaltungstrieb haben, sondern nur bemüht sind, i h r Welterlebnis nachzuformen, sich Klarheit zu schaffen. Man begreift ohne weiteres, daß Kinder, indem sie so gestalten, sich auch die Worte dieses Darsteliungskretses erarbeiten, und daß sie dann auch in Worten darüber aussagen können. Di« ein Schuljahr älteren Kinder zeigen bereits ein« wesentlich fortgeschrittene Entwicklung. Ihr Marktaufbau— Buden aus Pappschachteln und Zigarrenkisten, Figuren aus Wolle, Stoff oder Bast, Verkaufsware aus angetuschtem Ton— beweist sichtbar das Bestreben nach Naturtreue in Form und Farben, das Bestreben aber auch, neben dem hauptsächlichen der Darstellung nicht das Nebenbei zu vergessen. Die Kinder sind bereits imstande, sich in das frenide Leben, das sie nachgestalten, praktisch hineinzudenken. Die Ausstellung wollte keine künstlerischen, von Kindern ge- schassenen Werte zeigen- Sie wollte beweisen, welche geistigen Kräfte im Kind« stecken und wie sie sich entfalten, wenn sie in die richtigen Bahnen geleitet werden. Jeder, der diese kleine Schau sehen durfte, mußte davon den Eindruck mitnehmen, daß in dieser Schule Menschen heranwachsen, die es lernen, die Augen offen- zuhalten, aber nicht, um Zuschauer zu werden, sondern tot- kräftige Mithelfer, wo immer es nötig ist. Gänsebrust wird genäht. Nähstuben, von denen die wenigsten etwas wissen. Es muß nicht gerade immer Stoff oder Leine wand genäht werden. Beispielsweise gibt es eine Tätigkeit mit Nadel und Faden, die aus dem Rahmen der üblichen Nadelarbeitcn fällt: das Nähen der Gänsebrust, das um die Weihnachtszeit auch in Berlin vielen Mädchen und Frauen Bcschäftigungsmöglichkcit bietet. In einer großen Berliner Gänse schlachterei und Räucherei in der R o s e n t h a l e r Straße kann man diesem interessanten Verarbeitungsprozeh genau zusehen. Vorn im Laden- gcschäft präsentieren sich wohlbeleibte Gänse in großer appetit- anregendster Menge: in ganzer Figur, in Keulen- oder Brustformati in Schüsseln liegen kunstgerecht ausgeweidete, erkaltete herzen nebst all den anderen Innereien, daneben Liesen und saftig schimmerndes Schmalz. An der Wand hängen an haken reihenweise die Spick- brüste. Um die Weihnachtszeit ist Hochkonjunktur für alles, was Gans heißt, und neben den ganzen oder geteilten Gänfeleibern per- lassen beispielsweise täglich etwa IVOll Spickbrüste die Schlächterei. Ein großer Konsument ist vor ollem Berlin selbst, dann die norb- deutschen Städte: im Süden des Reiches findet die Spickgans nicht den?lntlang wie bei uns im Norden.~ Unendlich mühsam und kompliziert ist der Werdegang solch saftiger Spickbrust, und anschließend an den Verkaufsraum offenbart sich dem Neugierigen all das, was er gern wissen möchte. Da stehen Alleen von Bottichen mit Salzlauge, worin das zur Spickgans er- wählte Brustfleisch erst mal, von Sehnen und sonstigen Unsauber- leiten vollständig befreit, ein ausgiebiges Reinigungsbad nimmt und zugleich die für Räuchcrzwecke erforderliche organische Haltbarkeit er- hält. Dann wird das Fleisch sorgfälligst getrocknet und wandert min in die„N ä h st u b e". hier sitzen an langen Arbeitstischen die fleißigen Näherinnen. Das schiere Brustsleisch wird ausgebreitet, dann zusammengeklappt und an den vier Randseiten vernäht. Mit starken, langen Nadeln, durch die Leinengarn läuft, wird das Brust« stück Zu einem prallgestopften Fleischkissen genäht: so einfach, fast automatisch sich die Arbeit ansieht, so muß beim Nähen doch sehr geschickt verfahren werben. Der Fleischpolster muß ganz gleichmäßig gestopft sein, er darf weder Untiefen noch Hücker enthalten. Bei der fettigen Materie kann sich kein Fingerhut behaupten, und so wird mit Hilfe eines Blechplättchcns die versunkene Nadel immer wieder an die Oberfläche befördert. Wie alles im Leben Routine ist, so geht auch hier den Geschickten die Arbeit rasch van der Hand: sie nähen pro Stunde etwa JO solch praller Brüste, und da jetzt Akkord ge> arbeitet wird, so llefert jede Arbellertn täglich ZOO Stück, eine ganz besonders Talentierte fall es sogar bis auf 16» Stück gebracht haben. Schließlich wird noch eine Schnur angebracht und nun wandern die fleischigen Kissen in die Räucherkammer, wo sie ihrer Vollendung entgegen reiten. Das Brüstenähon ist eine ganz gute Aerdienstguell«. es gibt einen Groschen für das Stück, und die Saison dauert von September bis März. Ein Teil der Arbeiterinnen werden auch die ganze Saison über beschäftigt. Im Lagerraum türmen sich die Postpakete, die die Gänsebrüste in alle Welt entführen. Feinde des Allgemeinwohls! Die„Freunde" der Gemeinden. Die Gemeinden, die ihre haushalispläne sehr sorgsam auf- gestellt haben, stehen fast ausnahmslos vor der Totfache, daß sie in- folge der riesenhaft angewachsenen Wohlfahrtsausgaben schon in diesem Jahre nicht auskommen. Nun beftnmnt die Not- Verordnung, daß ab l. April 1931 ein« generelle Real st euer- f c n k u n g von 2l> bzw. 19 Proz. bei den Sätzen des Jahres 1939 durchgeführt werden muh. Da als Stichtag die bis zum 31. De» zember 1939 rechtswirksam beschlossene oder von der Aufsichtsbe- Hörde festgesetzten Steuersätze gelten, bleibt den Gemeinden noch eine ganz kurze Galgenfrist zur sorgfältigen Nachprüfung und eventuellen Erhöhung der Realsteuersätze, um im nächsten Jahre nicht in unerträgliche Schwierigkeiten zu kommen. Wem das Wohl und Wehe der deutschen Gemeinden am herzen liegt, muß es be- grüßen, daß den Gemeinden diese Möglichkeit gegeben ist. Auf diesen Weg hat die kommunalpolilische Zentralstelle der Partei im„Vorwärts" vom 17. Dezember 1939 aufmerksam gemacht. Das hat die deutschnationale Landtagsfrak- t i o n auf den Plan gerufen. Sie muß den Großgrundbe- sitzern das Geschenk der Senkung der Grundoermögenssteuer- zuschläg« und dem Gewerbe die Senkung der Zuschläge zur Ge- wcrbesteuer sichern, mögen dabei die Gemeinden sehen, wie sie zu Rande kommen. Die deutschnationale Landtagsfroktion weist aus die im„Vor- wärts" Nr. S89 abgedruckte Warnung der Zenträlstclle in einem U rantrag hin und verlangt, daß der Landtag beschließen soll: „Do? Staatsministerium wird ersucht, eine Durchkreuzung der durch die Notverordnung vom 1. Dezember rcichsrechllich vorgeschriebenen Rwilsteuersenkung durch die Gemeinden zu ver- hindern." Sozialdent akratische Abgeordnet« haben die sofortige Beschlußfassung durch Widerspruch verhindert, so daß der deutschnationale Antrag erst im Januar im Plenum zur Berhond- lung kommt. Die Deulschnati analen aber haben ein deutliche- Bei- spiel ihrer Gemeindesemdlichkeit gegeben. Zur Sache selbst be- stätigt der preußische Innenminister in eurem Rundcrlaß vom 16. Dezember dl« finanziell ungeheuer schwierige Lage für eine ganze Reihe deutscher Gemeinden und ermöglicht diesen nach sorg- fälligster Prüfung den Weg der Steuererhöhung bis zum 31. De- zember 1939. Frau Flußpferds schwere Stunde. Ein Zwergslußpferdbaby. das immerhin zu den seltenen Tieren gehört, wurde im Z o o geboren. Außerordenttich schnell kam es, 11 Pfund wiegend, um 2 Uhr nachts auf die Welt, um 3 Uhr hatte es sich schon dick und satt getrunken, und um 4 Uhr morgens Holle der kleine neugierige Kerl sich sein eigenes Weltbild gemacht. Freilich hat er noch Immer etwas Angst, wenn Mama kommt. Zwar ist sie KNter den Flußpferden nur ein Zwerg, aber sie ist trotzdem eine große, wagende Masse, und die kann erdrücken, der Kleine scheint es zu ahnen. Doch es ist nichts zu befürchten, denn die Alt« ist eine gute Mutter, die bereits zwei Junzens groß zog, von denen der eine jetzt in New Port und der andere in London lebt. Durch Verkauf oder Tausch versorgt nmnlich der Berliner Zoo Tiergärten in der ganzen Weit. Die Ausstellung des parieiarchivs. Oie Ookumente des wissenschasilichen(Sozialismus. Die parteihistaxischen Schriften des Archivs der SPD., sind der Berliner Oeffentlichkeit auf der Sonderausstellung des Parteiarchivs nur noch heute, Sonntag, von 19 bis 13 Uhr, Lindenstraße 3, 2. Hof IV(U-Bahnhof Belle-Alliance-Platz), zugänglich. Unter den Ausstellungsgegenständen erregt das Zeugnis der Reise für Karl Ma,rx, den Zögling des Gymnasiums zu Trier, bei den Besuchern das meiste Interesse. Di« Zensur unter II Anlagen und Fleiß lautet:„Er hat gute Alllagen und zeigte in den alten Sprachen, im Deutschen und in der Geschichte einen sehr b e- friedigenden, in der Mathematik befriedigenden und im Französischen nur geringen Fleiß." Nicht minder erwecken die über- lebensgroßen Oelporträts K. Marx mit seiner Tochter Jenny, Fr. Engels, Eduard Bernsteins, das klassische Jugend- bildnis Ferd. L a s s a l l e s, ferner die zahlreichen Bilder und Porträts aus der Großen französischen Revolution allgemeines Interesse und Bewunderung. Aber auch die großen, unvergeßlichen Führer und Theoretiker der Deutschen Sozialdemokratischen Partei: A. Bebel, K. K a u t s k y, Ed. Bernstein, I. Auer, P. Singer werden der jüngeren Generation mit Briefen und Publikationen dem anschaulichen Verständnis nähergebracht. Alles in allem eine Sonderschau, die später nur im Marx-Museum zu Trier zu sehen sein wird. Der Abschluß der Besichtigung bildet die Vorführung des Tonfilms„Im Ansang war- das Wort" von Max Barthel, mit Fritz Kortner in der Titelrolle, aus der Zeit des Sozialistengesetzes und nach dessen Fall, Ottober 1899, der große Ausstieg des klassenbewußten Proletariats und der Fahne der Sozialdemokratischen Partei. Bluttat im lafal. In einem Lokal in der Greifswalder Straß« gerieten gestern zwei Gäste, die dort Karten spielten, in Streit. Plötzlich zog der Arbeiter Rudolf L a g n e r ein Brotmesser hervor und stieß es dem 25jährigen Arbeiter Karl R u f s e r t mehrmals in die Brust. R. fand im Krankenhaus am Friedrichshain Aufnahnie, wo eine schwere Lungenvcrletzung festgestellt wurde. Der Täter ist flüchtig.__ Selbstmord auf dem Friedhos der Nicolaigcmeinde in der Prenzlauer Allee verübte gestern der 39jährige Kaufmaiur Karl M ö r k e aus der Prenzlauer Allee 39. M. schoß sich eine Kugel in den Kopf: er war sofort tot. Das Motiv zur Tat ist unbekannt. Die..Dorwör>s"-Vuchdruckerei jvill in diesem Jahre zum ersten Male den Versuch machen, den Sammlern des„Kinder- freund" Gelegenheit zu geben, ihre gesammelten Exemplare«in- zubinden. Der Preis beträgt für ein Exemplar einschließlich Einband- decke l.S9 M. Wer bis zum 15. Januar 1931 seine gesammelten .K!nderfreund"-Nununern im Kontor der.,Vorwärt?"-Buchdruckcrei. Lindenstraße 33, 4. Hof, 3 Tr., abgibt, erhält diesen Ausnahmepreis. In aller Kürze erfolgt dann an die Bctresscndcn die Auslieferung der gebundenen Exemplare. Ziicht Arendsee, sondern Arneburg will wieder zum Dorf zurück. Einer kommunalen Korrespondenz Hatten wir die Mitteilung cnt- nomipen, daß das aitrnärkische Städtchen Arcndsee wieder Dorf werden wollte. Jetzt wird uns ober mitgeteilt, daß das Städtchen Arneburg an der Elbe, nicht Arendsee, diese aus der Not finanzieller Belastung geborenen Wunsch hat. welteraussichten für Berlin: Meist neblig, trübe, mit nur unerheblichen Niederschlägen, Temperaturen über Null.— Für Deutschland: Im Süden und Südosten meist heiter, Temperaturen am Tage, besonders im westlichen Teil, etwas über Null, im übrigen Reiche trübe, auch vielfach neblig, Temperaturen wenig verändert. Marnpe- Haib und Halb mit dem Schimmeigespann Die gute alte Marke Carl Kampe A.-G. Berlin Unsere begehrtesten hochwertigen Originalmarken sind zum Fest in Kleinpackungen zu 25 Stuck ohne Preisaufschlag erhältlich Wir weisen auf die ab l.januarlPGt in Kraft tretende bedeutende Erhöhung von Tabakzoll und Tabaksteuer hin. Nutzen Sie daher die Weihnachtszeit/ sich noch vorteilhaft und reichlich einzudecken! GreBe L&W, Weitere sehr m Srennus........... lü ft. Sanaaiatvrenif.ldO 15 begehrte Marken e Ich schla ge elles..• 15 Pf. 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Ge- hcimrat Kahl führte«ltbrucksooll aus, daß er an der Demokratie die Verantwortlichkeit aller Staatsbürger für das Volksganze zu schätzen gelernt habe. Er bekenne sich zu dem großen Teil der repu- blikanischen Studenten, als verantwortungsbewußte Jugend der Gegenwart ins Auge zu sehen und mitzuhelfen am Auebau des demokratischen Staates. Gegenüber einigen Professoren, die sich zum Ideal des unpolitischen Hochschullehrers bekannten, legte Prof. E h a j e s ein rückhaltloses Bekenntnis zur politischen Mitarbeit der Dozentenschaft an der Republik ab. Nachdem noch von vielen Seiten zahlreiche Anregungen zur Zusammenarbeit und Aktivierung der hochschulpolitischen Arbeit gegeben worden waren, sprach der preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung. Er erklärt«, daß es zwei Ding« wären, die Grund zur Resignation geben könnten. Einmal sei es die Tatsache, daß trotz des seit Iahren eingeführten staatsbürgerkundlichen Unterrichts an den höheren Schulen, der gerade die Achtung vor der Meinung des Gegners erziehen solle,«nicht gelungen sei,«in« studentische Generation auf die Hochschulen zu bringen, die es gewohnt ist, sich mit der Meinung des Gegners sachlich auseinanderzusetzen. Trotzdem resigniere er nicht. Er sei vielmehr überzeugt, wenn erst im stärkeren Maße jünger« Lehrer tätig seien, es gelingen werde, die Ziele dieses Unter- richts durchzusetzen. Mel eher könnte es Anlaß zur Resignation geben, wenn sich heute noch ein Teil der Hochschullehrer als u n- politisch bezeichne und glaube, ee mit dem Amt nicht vereinbaren zu können, zu politischen Fragen offen Stellung zu nehmen. Diesen Hochschullehrern rufe er zu, daß es im Kampf aus den deutschen Hoch- schulen um das Recht der freien Meinungsäußerung, um das Ethos des freien Lehrens und Lernens gehe. Man habe ihm Metternichsche Methoden vorgeworfen. Dabei habe man aber nicht die große Unrschichtung auf den Hochschulen berück- sichtigt. Zu Metternich» Zeiten sei die Staatsgewalt zur Unter- drückung der Freiheit auf den Universitäten eingesetzt worden. Venn heule die Schupo die Hochschule betrete, so geschehe e». um dl« FreVM vor dem Terror zu schützen. Grimme erklärte, er sei fest entschlossen, alles zu tun, um dos kost. barste Gut der freien Meinungsäußerung weiter zu erhalten. Die Professoren, die heute noch abseits ständen, machten sich mit« schuldig am Untergang der akademischen Freiheit. Gegenüber den, Teil der Studentenschaft, der glaube, der gegnerischen Meinung nur dadurch Herr werden zu können, daß man den Menschen, der diese Meinung vertrete, selbst treffe, müsse die Idee der Toleranz vertreten werden. Es trete bei der Jugend hinzu, daß der Nationalsozialismus ihrem Drang nach Akttvität entgegenkomme. Jeder Mensch habe die Sehnsucht nach etwas Abso- lutem in sich. Da Teile der Jugend an alten Iedalen irr« geworden seien, komme sie vielfach dazu, die Nationalsozialistische Partei als das Absolute anzusehen. Es müsse versucht werden, im de» ständigen Kampf diese Jugend von ihren Scheinidealen zu lösen. Dieser Kampf könne aber nur gewonnen werden, wenn Studenten und Professoren in einer Front ständen. Pros. Gustav Mayer übermittelt« den Dank der Professoren und erklärte, daß die Professorenschaft heute a k t i v zu den politischen Fragen Stellung nehmen wolle. Die republikanischen Professoren seien bereit, überall da, wo die Studenten sie brauchten, nach besten Kräften mitzuarbeiten. Für die Freiheit der Kunst. Geistesarbeiter und Künstler in gemeinsamer Abwehr. Den machtvollen Protestoersammlungen, die das Reichs. b a n n e r vor einigen Tagen gegen das Verbot des Filmes»Im Westen nichts Neues"' veranstaltet hatte, folgte am Freitag der »Kampfausschuß gegen Zensur" in einer Kundgebung im großen Saale des ehemaligen Herrenhauses, durch die gegen die Vergewaltigung der geistigen und künstlerischen Freiheit protestiert wurde. Es ging hier nicht nur um den Rcmarque-Film, der Protest richtete sich gegen die sich mehr und mehr ausbreitenden reaktiv- nären Bestrebungen, die künstlerische Freiheit zu be- einträchtigen. Genosse Robert Breuer schilderte eingehend die Entwicklung bis zum Verbot des Remarque-Films, wobei er u. a. auch die Zusammensetzung der Oberprüf stelle kritisierte und dabei dem Gedanken Ausdruck gab, daß man wohl hier das Glück zugunsten des Verbots etwas korrigiert habe. Selbst wenn die OKerprüfstclle behauptet, daß dos Verbot nicht unter dem Druck der Straße erfolgt sei, ist es doch als ein Erfolg der Hitler und Goebbels anzusehen. Das Verbot bedeutet eine Gefahr- dung des deutschen Ansehens in der ganzen Welt. Diele Erfüllung der Forderung des poKlischen Terrorismus unter- gräbt die Stoatsautorität und ist nicht zuletzt ein« Verletzung der in der Reich»verfassung gewährleisteten geistigen Freiheit. Der Dramatiker Karl Zuckmayer sprach ein flammendes Manifest im Namen der Kriegsgeneration, die den Krieg überstand und nicht zerbrochen wurde. Diese Frontgeneration fühlt sich durch den Film in ihrem Kriegserlebnis nicht verletzt, wie die Iungens, die heute zu Deutschland» Unheil»Hell" rufen. Gegen den Terror der Straße appellieren wir an den republikanischen Staat zum Schutze der von ihm gesetzten Freiheiten. Karlheinz Martin, der künstlerische Leiter der Volksbühne, fordert« gegen die skrupel- lose Arbeit verantwortungsloser Landknechtsnaturen nicht nur Pro- teft, sondern den Zusammenschluß der Werktätigen des Geistes zur Abwehr dieses Treibens. Die Verbote von Theaterstücken in den letzten Wochen sind bedenkliche Anzeichen der Beschränkung geistiger Freiheit. Früher wurden Theaterstücke durch die Theoterpoliz« oerboten, heute ist es ein Konglomerat von Polizei, Nationalsoziali st en. reaktionären Behörden(wie Frick in Thüringen) und alten Weibern. Die geistigen Arbeiter müssen ihre Stellung durch Zusammenschluß stärken und vereint gegen die Zensurreaktion und für die Freiheit des Geistes kämpfen. Reichstagsabgeordnere Adele Schreiber sprach im Namen der Frauen. Man wirst dem Remarque-Film Entstellung der Wahrheit vor, aber selbst in Büchern rechtsstehender Kriegsbejccher wird der Krieg ebenso schonungslos geschildert wie in diesem Film und Remarques Buch. Das Verbot des Film» ist eine Verbeugung vor dem Dämon der Straße, beeinflußt von der A n g st, daß der Geist des Friedens siege über den Geist des Krieges. Gerade die Frauen haben all« Ursache, sich dagegen zu wenden, daß eine neue Jugend in einen neuen Krieg gehetzt wird. Zum Schluß wurde«in« Entschließung angenommen, die sich gegen da» Filmoerbot und das Verbot von Theaterstücken, wie zu- letzt Döblins»Ehe" in München, wendet. Artistenkinder am Weihnachtstisch. Im Dönhoff brettl hat die Internationale 2l r t i st e n- L o g e den traditionellen Weihnachtstisch für ihre Artistenkinder aufgebaut. Eine ungemein interessante Kindergesell- schaft hat sich da zusammengefunden, das bringt der Beruf der fahren- den Leute mit sich; nichts Bodenständiges haftet ihnen an, die ganze Welt ist ihr« Arbeitsstätte. Und so sitzen zwischen den waschechten kleinen Spreeothenern junge Chinesen, Japaner, Mulatten, Eng- länder, Franzosen, sast alle Rassen sind vertreten. Ein wenig nach- dcnklich, fast an der Grenze des Melancholischen gucken todernste chinesische Kinderaugen in die leuchtende Pracht des Lichterbaumes, dann versenken sich die kleinen Hände in den Inhalt des süßen Tellers, der vor ihnen steht: und als gar Knecht Ruprecht erscheint und seine kleinen Freunde herzlich begrüßt, da will das Staunen schier kein Ende nehmen. Dann sprechen deutsche Kinder Weihnachtsgedichte, Onkel Bauchredner führt seine Puppen vor,«in Clown macht seine Spähe, und der unsterbliche Kasperle sorgt für die gute Stnnmung. Heut treten die Künstler nochmal so gerne auf, obwohl es leine Gage gibt, dafür aber leuchtende Kinderaugen und selig« Gemüter. Ein jedes.Kind von den 120 Bescherten bekommt zum Schluß noch ein hübsches Geschenk. Aber auch den Eltern gedachte man... Lies. Ueberschuhe Haus- und Kamei- haarschuhe/Schuhe mit Doppelsohlen Schnallenstiefel Ski- und Elslauf- stieffel/ Hübsche Kinder-Schuhe Sdiöne Gamaschen Socken u. 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IS: Blasorchesterkonzert. 16.30: Alte Marienlieder. 16.45: Weihnachtslieder. 17.13: Merybert Menzel liest eigene Dichtungen. 17.30: Tanz-Tee-Musik. 18.20: Konzert. 19.20; Programm der Aktuellen Abteilung. 19.50; Sportnachrichten. 20:„Weihnacht", ein geistliches Spiel nach alten Weisen von Christi Geburt. 21.30: Tages- und Sportnachrichten. 21.45: Haydn-Konzert. Danach Tanzmusik. Montag, 22. Dezember: 7: Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. II: Schallplattenkonzert. 15.20; Mosaik der Familiennamen. 13.40: Weihnachtszeit— Karpfenzeit. 16.05: Sportliche Leistung und Publikum. 16.30: Konzert. Franz Tünder. 16.45: Konzert. 17.30: Jugendstunde 17.50: ünterhaltungsmusik. 18.55: Drei Minuten vom Arbeitsmarkt. 19: Kurze Bücherstunde. 19.10: Violinvorträge. 19.35;„Väter und Söhne." Rezitationen. 20; Wovon man spricht. 20.30: Tanzabend. 22.25: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.45; Aus Budapest: Zigeunermusik. 24: Nachtmusik. Dienstag, 23. Dezember: 7: Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzert. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert 15.20: Unfälle durch Elektrizität im Haushalt und Verhütungsmaßnahmen. 15.40: Die Weihnachtskrippe— ein Ausdruck der Volkskunst. 16.05: Jugendstunde. 16.30; Unterhaltungsmusik. 17.50: Walter Petry liest eigene Novellen. 18.10: Kasperls Weihnachten. 18.55: Kurze Bücherstunde. 19.05: Plauderei über den Kalender. 19.30:„Das Spiel von den Heiligen Drei Königen" von Felix Tiramermanns. Zwischenmusik: Weihnachtslieder. 21; Tages- und Sportnachrichten. 21.10: Bruckner- Konzert. 22.15: Politische Zeitungsschau. Mittwoch, 2-1. Dezember; T: Fuakgymnastik. Anschließend Frühkonzert. 12.30: Wettermel dvv»en .für den. Landwirt. 14; Schallplattenkonzert. 14.30: Unterhaltungsmusik. 16; Aus Magdeburg: Christvesper 1930. 17; Aus Köiu:„ChHstkinds Erdenreise", Märchenoper von Gustav Kneip. 18.15: Aus Köln: W � machtsliedcr. 18.35; Aus Köln: Das Geläute der„Deutschen Glocke am Rhein". 18.45: Stille Stunde. 19.30: Aus Leipzig; Orchesterkonzert. 21: Aus Königsberg: Weihnacht. 22: Turmmusik und Weihnachtslegenden. 23.30: Aus der Staatlichen Akademie für Kirchen- und Schulmusik, Charlottenburg; Kammerchor Caecüia. Donnerstag, 25. Dezember: 7; Fnnkgymnastik. 7.15: Aus Hamburg: Hafenkonzert. 8.50; Morgenfeier. Anschließend Qlockcngeläuät des Berliner Doms. 10.05; Wettervorhersage. II: Orgelkonzert. 12: Mittagskonzert. 14: Programm der Aktuellen Abteilung 14.30; Jugendstunde. 15: Heiteres. 15.30: Aus Königsberg: Unterhaltungskonzert. 17.30:„Fünfmal Weihnachten." 18:„Berlin feiert." 18.30: Weihnachtswünsche. 19: Aus der Staatsoper Unter den Linden:„Aida" von Verdi. 22.45: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 23: Unterhaltungsmusik. Freitag, 26. Dezember: 7: Fuukgymnastik. Anschließend Frühkonzert. 8.50: Morgenfeier. Anschließend Glockengeläut des Berliner Doms. 10.05: Wettervorhersage. 11: Blasmusik. 11.30: Schallplattenkonzert. 12: Aus Leipzig: Tänze der Nationen. 14; Jugendstunde. 14.30: Elternbriefe berühmter Deutscher. 15: Von der Trabrennbahn Mariendorf: Der große Weihnachtspreis. 15.35: Kurzgeschichten überall. 16: Unterhaltungsmusik. 18: Uraufführung:„Jeder einmal in Schiida" von Robert Schiftan. 19: Cellovorträge. 19.30: Programm der Aktuellen Abteilung. 20: Orchesterkonzert. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach Tanzmusik. Sonnabend, 27. Dezember: 7: Fuukgymnastik. Anschließend Frühkonzert. 12.30; Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Jugendstunde. 15.45: Menschen und Schicksale. 16.05: Glaube, Rache und Sühne im Irak. 16.30: Aus Königsberg: Unterhaltungskonzert 18: Programm der Aktuellen Abteilung. 18.20: Zehn Minuten Film. 18.30: Klaviervorträge. 18.50; Drei Minuten vom Arbtfltsmarkt. 18.55: Kurze Bücbcrstuude. 19.05: Die Bewertung der geistigen Arbeit 19.30: Uhterbaltungsarbeit. 20.30: Ein bunter Abend. Danach Tanzmusik- Königswusterhausen Sonntag, 21. Dezember: Ab 7: Uebertragung aus Berlin. 18: Hans Franck liest aus seinem Bauernroman. 18.25: Karl Spitteier zum Gedächtnis. 18.50: Stunde mit den Sternen. 19.15: Das billige Buch. 20; Deutschlandsender: Aus der Thomaskirche Leipzig: Weihnachts-Oratorium von Johann Sebastian Bach. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Montag, 22. Dezember: 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Berlin: Nachmittagskonzert. 17.30: Musiken im Weihnachtsspiel. 18: Viertelstunde für die Gesundheit 18.30; Die Schöpfungsgeschichte in den Religionen der Völker. 19: Englisch für Anfänger. 19.30; Stunde des Landwirts. 20; Nöte der Zeit. 20.30; Deutschlandsender: Aus Breslau: Die Comedian Harmonists singen. Ab 21.20: Uebertragung aus Berlin. Dienstag, 23. Dezember: 16: Vom Märchenspiel in der Schule. 16.30; Aus Leipzig; Nachmittags- konzert 17.30: Einführung in das Verständnis der neuen Musik 18: Die deutsche Ostsiedlung. 18.30: Die Erscheinung Christi in der Gegenwart. 19: Französisch für Anfänger. 19.30: Weltpolitische Stunde. 19.55; Wetterbericht für die Landwirtschaft. 20; Nöte der Zeit. Deutschlandsender: 20.30: Unterhaltungsmusik� Anschließend: Uebertragung aus Berlin. 23: Aus Hamburg: Unterhaltungskonzert. Mittwoch, 24. Dezember: 16: Große Dichter am Christabend. 16.30: Aus Hamburg: Nachmittagskonzert. 17: Christkindchens Erdenreise aus Köln. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Deutschlandscnder: 18.45; Aus Breslau: Aus:„Es kumpt ein schif geladen" Ein Triptychon deutscher Volkslieder und Sprüche von Christi Geburt. 19.30: Uebertragung aus Berlin. 22: Aus Hamburg: Weihnacht auf hoher See. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. itrA r.4 In ber Abteilung.Lehn Minuten Film" spricht Dr. Ktrrt Pinthus über die Filme„Boykott" und„Einbrecher". Pinthus gibt außer einer kurzen Kritik eine Uebersicht über die Entwicklungs- Möglichkeiten der Tonfilmoperette. Bon dem Stück ausgehend, sucht er allgemeine Grundsätze der Gestaltung, weist er den Hörer auf die schon durch die Technik gegebenen Unterschiede zwischen Film und Bühnenoperette hin. Es ist dies die beste Art, im Rundfunk Kritik auszuüben. Sowohl Film- wie Theater- und Buchübersichtsn müssen sich von dem Detail lösen, das einzelne Werk in größere Zusammenhänge stellen und das Typische einer Erscheinung betonen. Der Abend steht im Zeichen des Berliner Weihnachts- Marktes. Zuerst spricht Amberg er, der seinen 70. Geburt?« tag feiert, über Erinnerungen an alte Zeiten, Erinnerungen an den Weihnachtsmarkt, als es noch einen richtigen Weihnachtsmarkt gab. Dann redet G r ä tz«ine halbe Stunde lang. Ein Wirbel von Worten. ein Bild verdrängt das andere. Der ganze Markt wird lebendig. Alle Typen treten auf, eingehüllt in einen Mantel sprühenden Witzes. Das Sendespiel von Alice B e h r e n d.,So kauft und schenkt man in Berlin" spiel: in der Gegenwart Ein bißchen Milieu, viel Stim- mung und ebensoviel eingestreute Gedichte und alles mit Sentimen- talitat und chumor betrachtet, mit einem chumor, der wie immer bei Alice Lehrend liebenswürdig die Menschen und Dinge umspielt und das Leben sehr optimistisch betrachtet. Hier geschehen noch Wunder, die Menschen oerwandeln sich in schenkende Weihnachtsmänner und alles Ist in bürgerlicher Harmonie auf der Erde, leider nur hier bei Alice Bohrend, die übrigens in diesem Spiel plötzlich eine Neigung zum Kitsch entdeckt._ F. ScL Donnerstag, 35. Dezember: Ab 7: Uebertrasunj aus Berlin. Deutschlandsender: 2#: Ans Stntt*art: Orchcsterkonzerl. 21.05: 3. Akt aus„Die Meistersineer von Nürnberg" von Richard Wagner. Uebertragung ans München. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Freitag, 26. Dezember: Ab 7: Uebertragung ans Berlin. Sonnabend. 27. Dezember: 16: Der jugendliche Industriearbeiter. 16.30: Aus Hamburg: Nachmittass- konzerl. 17.30: Wie lebt der Amerikaner, wenn er nicht Millionär ist? 18: französisch für Portgeschrittene. 18.30: Ehe, Familie und Staat im Tierreich. 19: Der Kulturmensch in der Wirtschaft 19.30: Stille Stunde. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Deutschfandsender: 20: Aus Hamburg; Blasorchester-Konzert. Anschließend: Uebertragung ans Berlin. Voriräge,VeremeundVersammlungen. Reichsbanner„Schwarz Rol-Gold". SefibSfleffM'»; Strtfin£ 14 Scbaflinnftt 37—38 So« 2.?r. (Sannorfta; b: Sur JturbflCbuns bez SPD. am Sonata 3, 21. Dezember, Antrelea in Eu: bcalle bunn um 11� Uhr hn Sumbofb ha n. Kreise Notben und Osten Srenzftrahe, Sixben and Westen Eustav-P!eiier.Allee. Ohne Musil nr.b g-haen.- Soitataa, 21. Dezember. Mitte Ounflbannct); 20 Uhr Weibnech'sleier im yeftautant Cp'.eael. floppenploh. Erscheinen PflitH. Sierciottcn(Ortspcrcin):■üntrftcn zum Cchnh der SPD.-Sunbaebnna nach An- we suna der Bioct'llhrer. geiedrid-shai», Kam.Petersbura: 16 Uhr W-ihnachfs befcherung für bic acmclbcten Kinder bei Busch, Zilftter Etr. 27 Neuleilm Still(Ortäpecein): Zur SVD.Kundnebuna treffen sich die Kameraben Uhr Eustap-Mener-Allee. iAussteipen U-Bahnhof Boitastraße, nicht Gesundbrunn r.l Wilmeredari(Ortanccein): 10M: Uhr Bslich'antreten Shf- kohenzollernbamm. ScfjBnebeifl-Riieber.ou lOcisnetelrt): 10-14 Uhr Antreten Shf. EbersstraKe zur kunbaehunq im Sumeelbihain. Tempeldoi(OTtsociein): Antreten ohne ftafmen und Instrumente, kaincradichaii Dempe'hof ir'.h Uhr Ilnlerarunbhahn Ninadahnstraste Kameradschaft Morienboni 10.20 Uhr Eisenacher Straste(um- steinen Unierarundbahnl. Kamerodschaf Lichtenrade 10 Uhr Etrastenhahnhaite- stelle lumiieigen Unternrunhbahnl. Weiiensec tOrispcreln): lllh Uhr Anir-i.>n Erenzstraste. Bhl. Gesuirdbrunnen, zum Schuh der SPD.-Kundqebuno. Ohne szahnen. Nelnickendori(Orispereinl: 1116 Uhr Antreten Lumhoidihain, Gr" z- fttaftc. Pslichttx-ranstaliuno. Kameradschaft fletmsiorf: Abfahrt pon Bh'. Sermshotf 1114 Uhr. NaA-Unlct 11V. Uhr Sumboibthaln. Kirche. An-ua: SuitbcsIIeihiinfl. Ohne ssahnen.— Montag, 22. Dezember. Ritte(Suitp- bannet): lOli Uhr Dteffounft bei Spiegel, RoppcnpTah. RettüfUn-Sti;:, 2. Kameradschaft: 20 Uhr Zugversammlungen: 1. gug bei Schaheil». Weichs-!- fttafce 5. 2. Zua bei Rich. König. Echubomastr. 44. Steglih(Orfsverefn): 20 Uhr Orfspereinsnersaminsunq. Tagesordnung:.Unsere technische(Sfiebe- rung". Referent kam Neidhardt. Ortsnereinsvorstanbenf fglieber IS Uhr— Dien-tag. 23. Dezember. Wilmersdorf(Ort»verein): 20 Uhr Welhnachfsfeicr hei Bulla, Lauenhurger Str. 21, Ecke Uhlanbstratze. Deutscher Arbeiter. Sängerbund, Sau Berlin. Sczit! 1. Die Chöre des 1 Bezirks geben am 26. Dezcmher(2. Zseieriag), 10 Uhr. im Saalbau fsriehrtchs. hain, eine Säuger-Morgenfeier. Der Einiruispreis heirägi einschließlich Pro- gramm 50 Ps. Erwerbslose zahlen hei Vorzeigung der Stempelkarte 20 Ps Eintritt. Zugendchor Tegel und Eemischter Ehor.Polyhnmnla-, Mitgl. des DASB. Sonntag. 21. Dezember, IS Uhr. Weich itachtsseier und Elternabend in der Schul- aula Dreskowstraste. Eltern, Parteigenossen und Iugendfreunbe find herzlich eingeiaden. Nenublilaaifchc Nedner-Berelnigung. Montag. 2014 Uhr, Alter Askan'er. Anbalfstr. 11, spricht Genosse Marx Uber.Kampf dem Faschismus". Diskussson. Gäste willkommen. Briefkasten der�edakiion. A. B. 1030. Kriegsbeschädigte lind nur dann von der stahlung der Bürger- steuer befreit, wenn sse die Zusahrente erhalten.— N. R. 80. Zu 1 und 2: Nur bis lS Uhr.— M. B. 5. Darüber Iah' sich leiher nichts Bestimmtes sagen. Vielleicht wenden Sie ssch an einen anerkannten Facharzt.— 0. 20. 1. und 2. Za, und zwar aus Grund des am 1. August zugestellten Beschlusses, sofern die Miete nicht oon anderen Gläubigern gepfändei worden ist. Nur in lehicrem stalle hätten Sie die Befugnis, die Miete zu hinterlegen. Mit der Zahlung der rückständigen Miete im Januar oder stehntar braucht stch der Eigentümer nicht einverstanden zu erklären. 3. Ja. Ihre wirtschaftliche Notlage beireil Sie leider nicht von Ihren Verpflichtungen gegenüber dem Sauswirt.— O. kk. U Nur Kriegsbeichkidiate. die Neben ihrer Reute eine Ztsahrente gemäss 8 88 Reichspersorgungsgeiehes hezieh-u, find von der Verpflichtung, die(Sebübr für den Krankenschein zu entrichten, befreit. 2. Das aleiche gilt von der Bürger- steuer. Da Sie keine Zusaheente bekommen, lind Die also zur Zahluug de: Bürgersteuer nerp flichter. .n-che. vis zsitZSMÄs tür Wölls und farbige Wäsche; kinjendungen für diese Rubrik find > e r I i a SD«8. Lindenilrage Z. parisinachn'chien MM für Groß-Berlin stet» an da» Beztrk-sefretartai ?. Hai. 2 Treppen recht», zu richten Ihm Notopfer für die Erwerbslosen wurden von der Stadtverordnetenfraktion in Berlin 300 M. als 3. Nate an die Bezirkskasse abgeführt, worüber hierdurch mit herzlichem Dank öffentlich quittiert wird, I. 21.: Alex Pagets. ♦ 2lm Mittwoch, dem 24. Dezember(Heiligabend), bleiben die Büros des Bezirksverbandes Berlin bis 13 1!hr geöffnet. Am Sonnabend, dem 27. Dezember, sind sämtliche Büros geschlossen. Am Mittwoch, dem 3l. Dezember (Silvester), Büroschlufs un» 13 Uhr. Parteinachrichten und sonstige Einsendungen für die Veröffentlichung im„Vorwärts" können an den ge- nannten Tagen nur bis um 12 Uhr angenommen werden. -b 17. strcls Lichtrnbrrg. Restlose Beteiligung oller Abteilungen an der heutigen Kundgebung im Humboldthain um 12 Uhr ist Pflicht. Heule, Sonnlag. 21. Dezember. 2. Abt. Sonntag, ZI. Dezember, im großen Saal de»d„Frieds auf Erden" findet Sonntag, 21. Dezember, um ISsa Uhr im ffugendheim, Bcrgstr. 29, statt(nicht erst am Dienstag). 108. Abt. Köpenick. Die Arbeiterzentral-Bücherei, Echloßstr. 27, bleibt während der Wcihnachtstaqe geschlossen. Letzter Ausgabetag Montag, 22. Dezember, von IS bis 20 Uhr. III. Abt. B�bnsdarf. Treffpunkt wr die Teilnehmer an der Kundgebung im �'«�o'dtba'n 11 Ubr Bahnhof'.au 140. Abt. Borssawalde. Achtung! Die Mitglieder beteiligen sich restlos an der Demonstration im Humboldthain. Abfahrt 11.33 Uhr vom Bahnhof Eich- bornftraße. Morgen, Montag. 22. Dezember. 29. Abt. Abrechnung der Bezirksfilhrer vom 4. Quartal Montag, 22. Dezember, 19 Uhr, bei Kitschmann(Burg), Prenzlauer Allee 182. 40. Abt. Unsere Funk ionärsttzung am Montag fällt aus._ 17. Abt. Pünktlich 19 Uhr bei Karl«raufe. Mariannenplatz 22, wichtige Funktionärsttzunq. Bitte ganz pünktlich erscheinen. 48. Abt. Um 18 Uhr Weihnachtsfeier im Sewerkschaftshan», tfagelnfer 24 25. Wir bitten um recht reg« B-teiliaung. 79. Abt. Schöuebcrg. 20 Uhr bei Zettlig, Scdanstraße, Sitzung des Abteilung,- vorstände? mit Bezirksfübrern und Kafsscrern. 80. Ab», schöneberg. 81. Abt. Friedenan. Montag, 22. Dezember, fiabet im Bürger�aal de» Friedcnaner Ratbanfe« unsere dfesfäbvige Weihnacht- feicr statt. Beginn pünktlich 19 Ilde. Saal-rbfinung 18 Uhr. eintritt 50 Bf. Kinder und arbeitslose Genossen habe» freie« Eintritt. Um rege Bcteili» gung wird gebeten..... 82. Abk. steolit,. Alle Genollen werden hierd'irG zur D«i8"»�Me>ee am 26. Dezember, 18.30 llhr, im Parkrestaurant Südende, herzlichst cinaeladen. Befchernng der Kinde« 18 llhr. Tan, beginn 29 Uhr. Erwerb-l-fe rollen beben freien EintAtt. 117. Abt. Lichtenberg. Boranzeige: Am 3. Januar 1931 stubifarseier in Kern» Festfälen um 19 Uhr. Karten» 50 Pf. bei den Funttionären. Aebermorgen, Dienstag, 23. Dezember. 46. Abt. Weihnachtsfeier 19 Uhr im Gew'rkfchaftshaus, großer Saal. Eintritt 50 Pf. Um rege Beteiligung wird gebeten. S rauenveranslal tun gen. 7 Abt. Monlag 22. Dezember, 20 llhr, bei Petran. Echlegelstr. 9, gemütlicher ' Abeied anläßlich des bevorstehenden Wcihnachtsfeftes. Vortragende Leo nie 39. Abt.�Montag. 22. Dezember, 19% Uhr. in der Juristischen Sprechstunde, Liudcnstr. 3. Bunter Abend. Vortragend« Friede! Hall. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrl. I. fttel» Kreuzberg. Die Kindervorstellungen ffr der Bvlksbiihne beginne« um 11 Uhr und IS Uhr. Die Seit ist auf den«arten angegeben. Sozialistische Studeuleaschaft. Ortsgruppe BerNu. Mittwoch. 14. Dezember, 20% Uhr. im Bund W-ihn-chtefei-r für die i» Ber. i ohne Angehbrioe wellenden Genossen. Meldung dazu b>» 22. Dezember -- t�n Ort-ar�e-.B-rftand. Sektion LH. R-nt-q. 22. Drz«mb°r.-0 llhr. Referent Genosse Enler:.Da» Sgrarprogramm der Z-dustrie. Arbeitsgemeinschaft der kinderfreunde Groß-Verliu. Tiergarten. Wir treffen UNS alle am Sonntag, dem 21. Dezember, um 13% Uhr, im Kl. Tiergarten, Denkmal, zum Besuch der Dolksbühnenvor- liellung. 80 Pst Fährgeld mitbringen. Ärenzberg. Srupve Bergmannstraße: Treffpunkt zur Bolksbühnenvorstellung Sonntag 14 Ahr.Rots Ecke". Yorckstraße. 30 Pf. Fahrgeld mitbringen� «rei» Fzlrdrichshaiu. Alle Gruppen nehmen Sonntag, den 21. Dezember, vorwittars 10 Uhr, an der Kemeinfchaffsfcier teil. Treffpunkt: 9 Uhr an den Ernppcnfammelplätzen. Nachmittags 2 Uhr treffen stch alle Gruppen auf dem Ztuhlverstopfung. Nach den an den Kliniken für innere Krank- liciten gesammelten Ersahrungen ist das natürliche„Franz-Josef"- Bitterwasser ein äußerst wohltuendes Abführmittel. In Apoth. erh. KemeZaZMsMleleni In der VoMÄAme! Um II nnd 15 Uhr. Da» Neue Klcdcrlheaier»pich:. Oic Zaaber- brihe*. Zor Ein'cijung»picll die Volksmali kicholc and»Ingen die Roten Falken.- Alle Sänger and Maiikanien zur Generalprobe am 9 Uhr, Vo kibühne(BQhnene.ngang Linir nstrahe). Landsberger Platz zur Aufführung in der Bollsbühnc. Wimpel und Fahnen zur Ecmeiuschaffsfeier mitbringen. Prenzlauer Bern: Treffpunkte der Gruppen zur Gemcinfchaftsfeier in der Poiksbühnc: Fricdr.ch Gbert: 10 Uhr Normaluhr. Danziger Straße. Freiheit: 10 Uhr Bahnhof Sckiliihaufer Allee. Viktor Adler: 91� Uhr Falkenccke.— Viktor Adler: Lote Falken Dienstag Danziger Str. 62: Iulklapp.— Gruppe Freiheit: Iugendhc'm Sonncnburgcr Str. 20, 17—19 Uhr. Montag: Bunter Nachmittag lEefamtgruppe). Die Sp'elgemrinfchaft probt zur Weihnachtsfeier. Dienstag: Turnen ab 17% Uhr. Während der Wcihnachtsferien fallen alle Gruppenveranstaltungen aus. Nächster Gruppennachmittag am Donnerstag, 8. Januar. Achtet auf die„Vorwärts".Nvtiz am nächsten Sonntag betreffend Weihnachtsfeier der Gruppe.— Grnnpe Friedrich Ebert: Dienstag, 17—19 Uhr, im Jugendheim Kastanienallec 81—82: Gemeinsame Weihnachtsfeier. Erscheint pünktlich. Krei, Renlelln. Sur Eonnenwendfeier in der Bolksbühne treffen stch die Gruppen um 9% Uhr an folgenden U-Bahnhöfen: Avant! und Quelle: U-Bahn Leinestreße. Birke, Reuter. Falken und Lichtkämpfer: U-Bahn Bergstraße. Jungvolk, Sturmfatke, Hermannplatz: U-Bahn Hermannvlatz. 80 Pf. Fahrgeld mitbringen. Hslferiurffis: Morgen, Montag, um 18 Uhr. Arbeitsstunde in der Baracke, Ganghofcrftraße. Es muß für alle Teilnehmer der Iohreswendfahrt die Anzahlung geleistet werden. Kindcrland abrechnen. Gruppe Falken: Morgen Sitzung der Hordenbaten um 17 Uhr beim Genossen Kolbe, Kaiser- Friedrich- Straße 162. 17. Krei» Lichtmbcrg. Sonntag, 21. Dezember, Treffpunkte zur Bollsbühne: Gruppe Nord: 18% Uhr,..Rote Ecke" f Schwarzer Adler). Gruppe Neu-Lichten- verg: 14 Uhr,„Rote Insel".— Gruppe Nord. Montag, 22. Dezember, Gemein- famer Gruppenabend..Bunter Abend". Hohenschönhausen. Heute gehen wir zur Bollsbühne und treffen uns vünkt- lich um 18% Uhr Berliner Straße Ecke Werncuchener Straß«. Bergcßt Euer Karte nicht und bringt 80 Pf. Fahrgeld mit.— Montag. 22. Dezember, ist unser- Wcihngchtsseier gemeinsam mit der Partei und FTGB. Die Feier beginnt pünF lich um 19 Ubr. Bringt Eure Eikern mit und vergeht auch nicht d'e Ein ladung, da Ihr sonst den bunten Teller nicht bekommen könnt. Alle Roten Falken, die in der Weihnachtsfeier mitwirken, müssen unbedingt pünktlich um 4 Uhr bei Robert Schulz. Hauvtftr. 4. zur Hauptprobe fein. Geburtslage. Zubiiäen usw. 29. Wt. Unserem Parteigenossen Gusta» Junker zu frinrm 60. Geburtstage die best.n Glückwünsche. 53. Abt. Charlottcnbnrg. Unsere» Genossen Hau, Stöckel. Kaiferin-Augusta Allee 92, Karl«ampfcrt. Ufnauftr. 2, und Paul Franz, Slckingeastr. 40, zu ihrem 25iähriaeu P-rteiiubilänm die herzlichst n Glückwünsche. 82. Abt. Steolitz. Unserer lanafähriven G'nofst» Dora Schrecke die herz- lichfteu Glückwünsche de« Abteilung zu ihrem heutigen 60. Geburt» aqe. Wir hoffen, baß c» ihr vergönnt ist, noch recht lang« tatkräftig in der Partei mit. zuarbeiten. Morgen, Monlag. 19 X llhr. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei» Organisation f 21. Abt. Unfer Genosse Karl Härtel. Marstr. 12, ist am 17. Dezember verstorben. Ehren: seinem Andenken. Die Beerdigung findet am Montag, dem 22. Dczcmeer, 15 Uhr, auf dem Nazarethfriedhof in Reinickendorf,«ögelstraße, statt. Um rege Beieiligung H'tte- die Abteilungsieitunq. 89. Abt. Neukölln. 10. Bezirk. Unser Genosse Wilhelm Fischer ist am 17. Dezember verstorben. Ehre seinem Andenken. Einäscherung am Montag, 22. Dezember, um 19% Uhr. im Krematorium Baumfchulenwcg. Wir bitten um reg- Beteiligung. Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Serliu Etasendunaen fSr»lefe Butril mr m 8a» Itumbfttnttrt« pfrOn GD 65. finden Orofi, 9 Abteilnagrielierl Morgen letz' er Tag für Annahme de» Ianuarprogramms Sordervorstellnvg der Boll«bühne am 1. Januar, 15 llhr. De'piclt wird .Mifssfstppi", Sckausp'el von Georg Kaiser. Karten zu 80 Pf. für Jugendliche ssnd nach In beschränkter Anzahl zu haben. Streichorchester Sroß-Berl:a: Die für morgen angesetzte Veranstaltung fällt aus. Dienstag. 28. Dezember, 19 Uhr, Beteiligung an der Weihnachtsfeier Gesundbrunnen, Schule Eotenburger Str. 2. * Achtung! Gruppen! Wir beteiligen uns heute rest- los an der Kundgebung der Partei im Hnmboldthaiu. Gewerkfchaftehans: 11 Uhr Treffpunkt Leim Köpenicker Straße.— Ar»»- walder Platz U: 11 Uhr Treffpunkt Bhf. Weißenfee. Abends Heimabend.— Tempelhaf: 11 llhr Bahnhof Tempelhaf. 19 Uhr Heimabend. Munkinstrumente mitbringe».— Rculölln VIII: Treffpunkt zur Kundgebung 11% Uhr an der Ecke. Treffpunkt zur Feier mit. Reukölln VI1 18% Uhr an der Ecke.— Pankow I und«. F.: 11 Uhr Paniow-Rordbahn.— Werbebezirk Tiergarten: Moabiter Gruppen 11 Uhr Kleiner Tiergarten, Gruppe Westes II Uhr Bich. Bülowstraße. Abend, Leimabend im Seim Genthiner Str. 17. Treffpunkt für Moabit 18 llhr Klein« Tiergarten. » Köllalfche« Park: Geim Waisenstr. 18: 19 llhr Weihnachtsfeier.— O'aniea. bnrger Tor: Ab 18 Uhr Heimabend, Ticckstr. 1«.— Braswalder Platz I: Seim Rastenburaer Str. 16: Sonnenweudfeier.— Falkplatz II: Weihnachtsfeier, Heim Elcimstraße fPollsspeifestelle).— Südwesten: Heim Lindenstr. 4: Weihnacht»- frier.— Eharlotteabnrg-Rord: Heim Oldersstraße. 1g% Uhr: Iulklapp.— Ren- lölln III: Heim Siethenstr. 58; Musslabend.— Neukölln VII und VIII: Leim Bergstr. 29: Heimabend.— Johannisthal: Rathaus: Weihnachtsfeier.— Fried- richsfelde: Weihnachtsfeier.— Lichtenherg-Nord: Seim Gunter str. 44: Weih. nachtsfeier.— Tegel: Heim Schöneberger Straße: Ab 18 Uhr Bun'er Abend. ' I Buchhol»: Sonnenwendfeier mit den Kinderfreunden in den Klein- ßtz gärten der Stadt Berlin, in der Wiefenbairde(Spielplatz A). Partei- E i genossen ssnd herzlichst willkommen. Beginn 18 llhr. i! Werbebezlrk Osten: 10 Uhr,„Konlord'a", Andreasstr. 64: Gemein- m fchaftsfeier mit den Kinderfreunden. Musik. Cprechchor, Fahnen. W weihe ufw. Ansprache der Genossin Bohm-Echuch, Koufa: Seim Bochumer Str. 8b: Iulklapp.— Moabit I: Schule Waldenser. siraße: Weihnachtsffier.— Moabit II: Seim Lehrtere!m Danziger Str. 62: „Wintersonnenwende".— Friedrlchshain: Keim Diistelmencrstr 5-6:„Da? Mädel als Kameradin in der SAI."— Stralau«« Viertel: Leim Eoßlcrstr. 6l- Weihnachtsfeier.— Lallesches Tor: Seim Porckstr. II: Proletarische Feierstunde — Westend(Aeltere): Seim auf dem Sportplatz Westend: Fahrtbcfprechu�t.— Lichtcrsclde: Funk' ionärsttzung. Heim Albrechistr. 14».— Neukölln IX: Fahrt- besprechung beim Genossen kloke, Emser Str. 81, vorn 2 Tr.— Baumschulen. weg: Heim Ernftstv 16: Weihnachtsfeier.— Johannisthal: Rathaus:„Au'vritä: oder Selbstdisziplin?"— Treptow: Heim Elfenstr. 3: Wintertein'nw'ndc. Werbebeziri Wedding, Tambourkapellc: Ueben im Leim Eecstr. 84. Alle Spieler müssen erscheinen. Beginn 20 Uhr. Werbebezlrk Neukölln: EWBB.-Sitzung niit den Abteilungsleitern im Parteibüro, Fuldastraße. Werbebezirk Lichtenberg: WBV.-Sitzuna He'm Gunterstr. 44. Erscheinen der 1. und 2. Vorsstzcndcn sowie Iugcndbeiräte ist Pffilbt- Achtung. Musikfreunde' Das Schweizer M u f i k h a u s, das in den verschiedensten Stadtteilen Berlins eine Reche von Filialen unterhält, bietet den Musikfreunden zum Weihnachtsse st etwas gan- Besonderes. Wegen gänzlicher Aufgabe mehrerer Artikel werden Violinen, Man- dolinen, Gitarren, Ziehharmonikas usw. mit S l) P r oz. Rabatt verkaust. 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Dezember, finden ie zwei Vorstellungen, nachmittags UM 4 Ubr und abends um 8.15 Uhr, ohne erhöhte Eintrittspreise statt. In den Nach a, ittagzvorstellungen wird das voll« Abendprogramm zu kleinen Preisen gezeigt. Im„Saus Batcrland" werden am Montag, dem 22., und Dienstag, dem 23. Dezember, nachmittags gegen 4 Uhr, fe 50 Waisenkinder der verschiedenen Berliner Waisenhäuser in der Eplefstnb« im„Grinzing" beschert. Wa« Sie dem Skifrennd schenken? Sehr einfach. Mute Winterspartkfeidu»" van P. 4 E.l Er freut stch darüber, denn P. 4 E. heißt Auswahl und Qualität. Dabei ist die Kleidung im Preise wirklich niedrig, denn P. 4 G• Preise find zeitgemäß. Schenken Sie dem Bater einen flotten Sportpafeto: und der Schwester den schonen Sk'-Anzug von P.& E. Dem Br? der? Drei Svortsticfcl und der Mutter einen farbenfrohen Pussover. Auch Kl'inlakeitc: zur Ausrüstung, wie Skisocken, Skibänder und Wallgarnitur, kaufen Sie gn und sehr preiswert bei P. 4 E. 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Elite Ewert geb. GroSnann. Am Dannerswg. dem 18. Dezember. ernidjUef nach kurzem«rankenlagee Infolge tZchlaaanfall» mein guter Mann, unser lieber Vater. Schwieger- valer und ffirofcoaier, der Tischler Rudolph Pranget im 74 Lebensjahre Berlin, Manteuffelstr 42. Dies zeigen ttesbetrübt au die trauernden Hinterbliebenen Fraa Marie Prangrl geb. Schmidt, und Kinder. Die CrdbestaNnng findet am Dien». tag, dem 2Z. d. M., lb Uhr, auf dem Stadt Semeindesriedhos Lichtenberg» Friedrich-felde statt. BETTFEDERII 3m. aus erster Hand Gnu 0.90, 0.75, O.M Weib 5.-, 4,-. 3.50, 1.00 Daonea 9.—, 7.—, Aeitelt giflllt Ii-, 9.50, 7�0, 0.00 ibue»„1.5.5 ,Ü0�.40 DeiMe-SbiWt.. 31.50 und andere Sorten in großer Auswahl. Dinpfreinipig dir nsert Imdei gratis. SACHSEL& STADLER BOmnlsffles Betaedern- Soeiial- Bau C.75,LaDdsbcrgerStr.43/47Cliatltadeiiil.j Verein der Berliner Bncndrncker und ScIirittpieBer. Um die Weiterzahlung der vom Verband an die Ans- gesteuerten gezahlten Extraunterstatzung zu sichern, ist die Gauvorsteherkonferenz vielfach geäußerten Anträgen und Wünschen von höherbezahlten Kollegen nachgekommen, wonach diese vorübergehend einen nach Höhe des G e s a m t Verdienstes gestaffelten Extrabeitrag an die Verbandskasse leisten. Dieser Extrabeitrag ist folgendermaßen gestaffelt: Es sind zu zahlen bei einem Gesamt verdienst (gleich Lohn plus Ucberstunden, Schichtaufschlag, Sonn tagsarbeit usw.) bis zu 60,99 Mk.= 0,30 Mk. von 61 Mk, bis 70,99 Mk.---- 0,60 Mk. von ZI Mk. bis 80,99 Mk.--- 0,90 Mk. von 81 Mk. bis 90,99 Mk.--- 1,20 Mk. von 91 Mk. bis 100,- Mk.*= 1,50 Mk. über 100,- Mk--- 1,80 Mk. Dazu kommt der reguläre Beitrag von 3,20 Mk. Der Beitrag wird erstmalig erhoben in der Woche vom 28. Dezember 1930 bis 3. Januar 1931 und Ist spezialisiert in der Beitragsliste zu führen, so daß der reguläre Beitrag von 3,20 Mk. in die Spalte„Beitrag" und der Extrabeitrag in die Spalte„Eintrittsgeld" einzutragen ist. Berlin, 22. Dezember 1930. Der Gauvorsiand. LANGE GAWANTIg Rate J�Harkan Unsere Prei5e;36.-5t." 61 usw. FELDM AMMER fi BERLIN««a.RITTKRSTR.� Heut 9 e ÖJfn 3 Grösser Preisabbau!!! Trotz der bedeutend berabgosetzten Preise erhalten Sie auf Fahrräder, Fahrradgunarai, sämtl. Fahrrad- und UotorradKubehörteile sowie Sprcchmaechinen und Znbe- MotorradKubenorteile sowie bpreenmasemnen una z.aoe- iv iu iBMNuaa hörteile, Werke usw. und auf nachstellende Preise noch bbmhbhSBHHBMMI Sprechmaschinen,» neuseto Modell f1, wandorbare Klangtaiie, prima I.aafwerkr' ra noch nie dapewerenen Preisen, y Eigene Fabrikation' Koffrrnppuat« mit MetalitonlHbrnng 12.—, 14.—, 18.—, 20,—, 25.—, 30.-, 35,— usw. Srhrnnhavparate grosser Gelegenheitskauf. 45.—. 55.—, mit Doppelfedsr Schnackenwsrk». 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Vszembsr. aarm. 10 Ahr, iu ben Sephleasälen (Zängurlool), Suphlenstr. 1 T 18 uersemmiung aller im omv. organisierten nuBenmonteure (•utedülchUdi HeUaagsmonlcnre) Tagrsardnung wird in der Versammlung bekanntgegeben. Mitgliedsbuch legltimlerf. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Spielplan unserer Snlturablellung. Montag, 22., und Dienstag, 23. Dezember: 1. Kampf um Pari». 2. Dalenwürste-Fabrifation. 3. Humoreske 3b der Woche vom LH Dez. bis 4. Zannar: l. Pulu Sidul fSin Bilderbuch non Inseln Znbien,). 2. Die Herstellung des Bleististes. Z. Humoreske. 3» der Wach« oen» S. bis 11. Januar: Sicht und Schatten über dem Sonnen. land Brasilien fFilm und verlön» Ilcher Vortrag de» Forschers Herrn Dr. Patfchke) Anfragen wegen Ueberlalsunq und Be- such der Abteilung sind televbonisch oder schristlich an die Knltnradtetlung (Bbro Llr.ienftrB3:85, Zimmer 20) zurichten. Die Knlturabteilung bleibt oom 24. bi» W. Dezember geschlossen. Dlt Ortsvcrwaltang. Ihii Mtm- 25 ttotfk-iwi' t�oUtM�oUci'' föajffu-<3m iJöoMffslaÄ««- N». 31 V, ßoUÖÜj** tn?«44444t. 103 % OUU%(■. 46 IFUyMfr, 64» /!> /» />> /!> /> /> /IN /IX /IX /IX K /.IX i /IX /IX /ix /IX /IX /IX 06) t. pol. 3 216/30(136. 30), w 3 m Namen desVoile«! Strassa che gegen den Schristleiier Arnim Haus- w i r t h m Lerlüi, Wrangeilir. 12. geboren om i. Zu»!>8�8 zu Berlin, wegen Beleidigung. Das Schöffengericht Beriln- Milte, Ab- teilung 20>i, ha! in der Sitzung vom 24. September 1030, an der teilgenommen haben: Dr. N e u m a n», Landgerichtsdireltor und Amiegerichtsrat als Vorsitzender. Dr. Calle ve, Amtsgerichisrat, als zweiter Amisrichter, Butt, Postschaffner,)... � Se tinsk i, Arbeiter.! Echoffe:.. Ech önh oss. Staaieanwaltschastsrat, als Beamter der Etaatsonwaitichaft. Pehns, Zustizsekretlir. als UrkUnds» deamter der Sesa)!tslsftclle. für Recht erka»>U: I. Der Angetsagte wird wegen Ver» gehen» gegen§ 186 SlGB. in Tateinheit mit§ 185 StGB, zu einer Geldstrafe von 500— silnshnndert— RM. an Cnren Stelle im Falle de: Uneindringlichteit. iür je 10 RM t Tag Gekchtgm, iriri. verurteilt. I!. Die slrusdaren Stellen der Aus- gäbe der„Raten Fahne" com 25. Zannar 1930. sowie derjenige Teil der Platt.» und Formen, aus welchen sich diese Stellen MjaM Vetugni» zugesvlochen, den verfügenden Teil des Uriells Innerhalb einer Frist von zwei Monaten seit der Znaellnng emer mit Rechtskruliattest orrsrbcnen Urteilsaus- irrtigung ie twmat in der„Roten Fahne" und IM„Vorwärts" bekoantztUtttchen Di« Kasten des Verfahrens trägt der Angeklagte. gez. N e u m a n n. gez. D a I> e b e. Ausgefcittgt. Berlin, den>8 November 1930. en. sind unbrauchbar zu machen. Iis. Dem Nebenkläger Künstler wird die Ur- Felahart, Iusilzangrstelller. ae luiidsde.'.mter der GeschäitsüeUe Vorstehendes Ucieil ist rcch.c?: ästig. Berte», den 21. Nooemder>«30 Hilpert. ZuenzangesteU.er, a.s Ur n»ds teamier der Geechii töstelle das Auel»- xerichts Berlin-Mitte, Abt. 206. Plöisea TeiEsaBalung Äpeiä ildaSberCsSr.6 Nr. 597* 47. Jahrgang 3. Beilage des Vorwärts Sonntag, 21. Dezember ISOS Revision des Mung-Planes. Die Entwicklung ist für Deutschland.— Leere Demonstrationen helfen nichts. Deutschland hat sich, indem es den Ionng-Plan angenommen hat. nicht verpflichtet, aus eine Revision oder Revisionen zu verzichten, sondern falls es eine Revision er- strebt, nur den im Dong-Plan selbst festgelegten Weg zu gehen. Es ist selbswerständlich, daß Zeder Mensch in Deutschland den allerstärksten Wunsch nach Herabsetzung der Reparationslasten hat. Jedem von uns rväre es am liebsten, alle Reparationsverpflichtungen vollkommen los zu werden. Wenn es fill? nur um den Wunsch nach der Revision handelt«, so wären uberhanpt keine Meinungsverschiedenheiten vorhanden, und jede Diskussion, geschweige denn ein politischer Kampf, wäre völlig überflüssig. Wenn aber jetzt über die Revision diskutiert wird, so ist dem gar nicht so, als ob einige Parteien die Revision wünschen und die anderen diesem Wunsch widerstreben. Es Handell sich um die praktische Polllik, die zu der Revision führen kann. Darum handelt es sich wenigstens für uns, während bei manchen anderen die Forderung nach der Revision vor allem ein Borwand für eine wüste und in erster Linie innenpolitisch orientierte Demagogie ist. Es ist entweder vollkommene Unwissenheit oder offene Demagogie, wenn von der Reichsregierung die sofortige Erklärung des Moratoriums verlangt wird. d. h. des Aufschubs der Uebertragung der Reparationszahlungen. Die momentane, außerordentlich schwierige Finanzlage des Reichs kann gar nicht durch ein solches Moratorium e r- leichtert werden, ebensowenig die vorhandene, außerordentlich schwierige Wirtschaftslage überhaupt. Das Moratorium kann drei Monate, nachdem es angekündigt ist, in Kraft treten und sich vorläung nur auf die Uebertragung(auf den Transfer) der Reparationen erstrecken: erst ein Jahr später, also fünf- zehn Monate nach der Ankündigung des Moratoriums, darf das Moratorium auch auf die Aufbringung der Zahlungen aus- gedehnt werden. Mit anderen Worten, wenn die Reichsregierung jetzt das Moratorium erklärt, so darf es erst ab April 1ll31 die Uebertragungen und er st ab April 1932 auch die Aufbringung des geschützten Teils der Reparationen einstellen. Es könnte also auf diese Weise nicht einmal der Etat für 1931/32, sondern e r st der Etat für 1932/33 entlastet werden. Irreführend ist auch, wenn man so tut, als ob Deutsch- larä» das Moratorium brauche, um die Revision des Ioung-Planes einzuleiten. Gewiß wird die Wirtschaftslage Deutschlands von dem Sonderausschuß bei der Internationalen Bank geprüft, wenn das Moratorium erklärt wird. Die Prüfung der Wirtschaftslage kann aber auch ohne Moratorium veranlaht werden. Darüber wird im Absatz 119 des Doung-Planes ausdrücklich gesagt: „Räch Erklärung eines Aufschubs soll die Bank für den internationalen Zahlungsverkehr den Beratenden Sonderausschuß einberufen. Auch wenn sonst zu irgendwelcher Zeit die deutsche Regierung... erklärt, sie sei in gutem Glauben zu dem Schlüsse gekommen, daß die Währung und das Wirtschaftsleben Deutsch- lands durch den teilweisen oder vollständigen Transfer des auf- schiebbaren Teils der Annuitäten ernstlich in Gefahr gebracht werden könnten, soll der Ausschuß ebenfalls einberufen werden." lieber die Aufgabe des Beratenden Sonderausschusses in diesem Falle läßt der danachfolgende Absatz 129 keine Unklarheit übrig. „Nach seiner Einberufung soll der Beratende Sonder- ausschuß unverzüglich die Umstände und Verhältnisse untersuchen, die zu der Notwendigkeit des Aufschubes geführt oder eine Lage geschaffen haben, in der nach Ansicht Deutschlands seine Währung und sein Wirtschaftsleben durch weiteren Transfer des aufschiebbaren Teils der Annuität ernsthaft gefährdet werden können. Er soll ferner in eine gründliche Prüfung der Lage Deutschlands hinsichtlich der unter diesem Plan ihn, obliegenden Berpflichtungen eintreten.� Der letzte Satz hat für uns einen sehr großen Wert, weil er besagt, daß sich die Prüfung nicht auf die Untersuchung der vorhandenen Bedingungen für den T r a n s f e r einschränken, sondern „eine gründliche Prüfung der Lage Deutschlands hinsichtlich der�... ihm obliegenden Verpflichtungen sein soll. Wir haben uns immer gegen die«inseitige Hervorhebung des Transferproblcms gewandt und darauf hingewiesen, daß während der Krise, in der die Last der Reparationen wirtschaftlich für uns besonders drückend werden muß, der Transfer dagegen am leichtesten funktionieren werde. Wir haben damll die gegenwärtige Situation völlig richtig vorausgesehen: wir haben jetzt die schwerste Krise, der Transfer funktioniert aber bester als je, weil wir eine stark« aktive Handelsbilanz haben. Di« Notwendigkell der Revision mit den Schwierigkellen des Transfer zu begründen, wäre ein völlig aus- sichtsloses Unternehmen. Die Rationalisten aller Schattierungen haben bis seht keinen gangbaren Weg für die Erreichung der Revision gezeigt, sie haben nnr Forderungen gestellt, die im Falle ihrer Erfüllung durch die Reichsregierung zu einem vollkommenen Mißersolg führen würden. Der verdacht liegt nahe, daß man eigentlich diesen Mißerfolg braucht, um für die nationalistische Hetze einen noch günstigeren Loden zu schaffen. wer eine Revision des poung-Planes wirklich vorbereiten will, muß vor allem alle unsinnigen, gefahr- vollen und aussichtslosen Demonstrationen verwerfen. Wenn man durch solche Demonstrationen, wie eine sofortige Moratoriumserklärung, jedes Vertrauen in die Kreditwürdigkeit Deutschlands erschlägt, so wird man keinen Gewinn, sondern nur eine Ka t a st r o p h e für die deutsche Wirtschaft herbeiführen. Es ist einmal so, und kein Hitler wird daran etwas ändern können, daß die Reparationen ein kompliziertes, übernationales Problem find, welches nach dem Wunsche Deutschlands allein nicht geregelt bzw. revidiert werden kann, sondern für seine Lösung auch in der Form einer Revision günstige politische Voraussetzungen in anderen Ländern erfordert. Es sind gewiß bestimmte Anzeichen dafür vorhanden, daß sich besonders in amerikanischen Bankkreisen eine für uns günstige Einstellung zur.Revisionsfrage verbreitet. Wahrscheinlich gehört auch Herr Morgan zu den Anhängern des Reoisionsgedankens, zumal die sogenannten„internationalen Bankiers" in USA. schon längst für die Herabsetzung oder sogar für die Streichung der interalliierten Schulden sind. Das fft weiß Gott kein Wunder und alles andere als ein Ausdruck glühender Menschenliebs. Die mnerika- nifchen Banken prositisrcn doch von den Schuldenzahlungen der früheren Alliierten nicht, die direkt an die Staatskasse abgeführt werden. Sie möchten sehr gern, daß die gleichen Summen ganz oder wenigstens zum Teil als Zinsen für die von ihnen vermittelten Anleihen an Amerika fließen. Da alle Zahlungen der interalliierten Schulden jetzt auf Deutschland übcrgewälzt werden, so würde ihre Herabsetzung vom Standpunkt der„internationalen Bankiers" eine erhöhte Aufnahmefähigkeit für Anleihen in Deutschland bedeuten. Wir verkennen gar nicht, daß eine solche Einstellung der amerikanischen Bankiers sowie die gleiche Einstellung anderer kapitalistischer Kreise aus anderen Gründen für uns eine günstige Gelegenheit darstellen können. Man darf sich ober nicht der Illusion hingeben, daß diese Chance allein entscheidend werden kann. Jetzt hat nicht Deutschland allein, sondern haben auch andere Länder die schwer st e Wirtschaftskrise, von der überall die staatlichen Finanzen getroffen werden. Die ausländischen Zahlungen sind deshalb willkommener als je. Welkst die amerikanische Regierung jetzt ein Haushalts- defizit von 189 Mill. Dollar, also von% Milliarden Mark, zu decken hat und sich vor die Notwendigkeit gestellt sieht, die Steuern zu erhöhen, so ist sie froh, daß sie wenigstens die Schulden- Zahlungen der Alliierten für die Deckung ihrer Ausgaben zur Verfügung hat. Die amerikanischen Steuerzahler dürsten aber jetzt weniger als je geneigt sein, ihre Zustimmung zur Herabsetzung, gc- schweige denn zur Streichung der interalliierten Schulden zu geben. Mit den interalliierten Schulden sind aber die Repara- tionen immer noch untrennbar verbunden. Wettpreissenkung eine Gelegenheit zur Revision. Eine Revision des Voung-Plans wird dann möglich fein, wenn sich die wirtschaftlichen Voraussetzungen, unter welchen der Plan angenommen war, wesentlich ändern. Es spricht vieles dafür, daß wir in solchen Aenderungen schon mitten drin sind. Wenn der jetzige Preissturz auf dem Weltmarkt nicht nur eine vorübergehende Erscheinung ist, fondern wenn zugleich, was als sehr wahrscheinlich erscheint, eine dauernde Herabsetzung des allgemeinen Preisniveaus eingesetzt hat, so tritt damit auch eine wesentliche Acnderung der Voraussetzungen des Poung-Plans ein. Daim wird der Wert unserer Zahlungen durch die allgemeine Senkung der Warenpreise wesentlich erhöht, und unsere Verpflichtungen werden einem viel höheren Wert cur- sprechen, als dem im Poung-Plan angenommenen. Diese Erhöhung des Wertes der Reparationen durch die Senkung der Warenpreise bedeutet nicht nur eine Er- schwerung der Reparationslast für Deutschland, sondern auch eine Verstärkung des Druckes der deutschen Ausfuhr auf dein Weltmarkt. Das wird nicht nur von unserem Standpunkt, sondern auch für alle interessierten Länder ein sehr schwerwiegender, ja hoffcirtlich ausschlaggebender Grund für die Revision sei». Es gill also vor allem, sorgsam auf den Zeitpunkt aufzu- passen, an dein die schon jetzt vorhandene Wahrscheinlichkeit der dauernden Senkung des allgemeinen Preisniveaus als sichere Gelegenheit wahrgenommen werden kann. Hier haben wir unsere wichtigste Chance, und wir dürfen sie uns nicht durch irgendwelche voreiligen oder nur demonstrativen Schritte verscherzen. Optimistische Handelskammer. Die Berliner Industrie- und Handelskammer erwartet Wirtschastsbess erung. In dem von der Industrie- und Handelskammer zu Berlin bereits jetzt der Oeffentlichkeit übergebcnen ausführlichen Jahresbericht für 1939 wird zu den Aussichten der Wirts chaftsmtivicklung gesagt: „Wir glauben jedoch, daß gewisie Aussichten für eine Besserung der Lage vorhanden sind. Es darf nicht über- sehen werden, daß die Aufrechterhaltung der Ausfuhr sowie die Aktivität der.Handelsbilanz zwei verhältnismäßig günstige Fccktoren im Wirtschaftsbild 1939 darstellen. Die durch die kor.junk- turellen Einflüsse bedingte Flüssigkeit am internationalen Geldmarkt und die verhältnismäßige Leichtigkeit des internationalen Kapital- Marktes bieten für den Zeitpunkt eines Wiederansteigens der Kon- junktur für ein auf. fremdes Kapital so stark angowiesenes Land wie Deutschland besondere Vorteile, die sich vornehmlich in der Verringe- rung der Zinslast für die aufzunehmenden fremden Mittel auswirken werde. Die unter dem Zwang der Verhältnisse durchgeführte äußerste Einschränkung der L a g e r h a l t u n g in Halb- und Fertig- fabrikaten muß bei Eintritt selbst der dringendsten Bedarfsdeckung durch die notwendige Auffüllung der Läger die Erzeugung an- kurbeln. So ergeben sich aus dem langen Verlauf der Krise einzelne Umstände, die eine Bereinigung der Gejamtlage darstellen und den Boden si�r eine Besserung bereiten." Oer öffeniliche Kapitalbedarf. Oer Ersah für dir Beratungsstelle. Die Vereinbavungcn zwischen dem Reich und den Ländern über die neuen Richtlinien der kommunalen Kredit- kon trolle sind zuni Abschluß gelangt. Sie enthalten die Be- stimmungen, die im wesentlichen schon bekannt geworden stnd, also die Aufnahme zweier Komniunalvertreter in die Beratungsstelle für Auslandskredite und die Beschränkung der Kontrolle auf die Anleihe- bedingungen, während früher auch der Verwendungszweck geprüft wurde. Kommunale Kreditkontrollen wurden ferner, wie schon früher bekannt wurde, auf die Inlandsanleihen ausgedehnt, und zwar in der Form, daß dem zentralen Kreditausschuß der Krnn- munen ein Vertreter des Reichsfinanzministeriums, des Reichswirt- fchaftsministeriums, der Reichsbant und der zuständigen Länder- rcgienmgen zugeführt wird. Der R e i ch s f i n a n z in i n i st e r hat in diesem Gremium ein Einspruchsrecht und die Länder- regierungen verpflichten sich in diesem Falle, eine Anleihe nicht zu genehmigen, bevor eine Verständigung mit dem Reichsfinanz- Ministerium stattgestinden hat. Wichtig sind noch folgende Bestimmungen: 1. Kommunale Versorgungsbetriebe mit eigener Rechtspersönlichkeit fallen nicht unter die Richtlinien. 2. Die Beratungsstelle hat über An- lcihegesuche binnen 2 Wochen zu entscheiden, während sie früher die Entscheidung oft monatelang verschleppte und doinit die Anleihe häufig zerschlug. 3. Die kommunalen Darlehen sollen im allgemeinen nur für werbende Zwecke und zur Deckung außerordentlichen Bedarfes aufgenommen werden, wobei aber die Abdeckung von kurzfristigen Verpflichtungen, die bis jetzt ein- gegangen wurden, auch als außerordentlicher Bedarf gilt. Der Fortschritt der neuen Richtlinien gegenüber der alten Beratungsstelle unseligen Angedenkens und gegenüber den Ursprung- lichen Absichten für die Neuregelung der kommunalen,-Kredit- kontrolle ist unverkennbar. Unser« grundsätzlichen Be- denken gegen die Auferlegung von Bindungen für den kommu- nalen Kredit unter Freilassung des privaten Kredites von jeglichen Bindungen wird aber davon nicht betroffen. Im übrigen wird es natürlich sehr darauf ankommen, wie die neuen Richtlinien von den beteiligten Instanzen gehandhabt werden. Es wird scharf darüber gewacht werden müssen, daß, wenn der Kapitalmarkt wieder funktioniert, die Befriedigung des wirtschaftlich berechtigten Kapital- bedarss der Kommunen nicht künstlich gedrosselt wird. Oie deutsche Ernte �930. Verglichen mit den reichlichen Erträgen der Ernte 1929 bleiben die Ergebnisse der diesjährigen Ernte zwar bei einigen Getreide- arten, wie Roggen(um S,8 Proz.), Gerste(um 19 Proz.) und Haser (um 23,4 Proz.) zurück, übertreffen aber bei den meisten wichtigeren Fruchtarten sowohl die vorjährigen Erträge als auch die Ernten im Durchschnitt der letzten sechs Jahre mit Ausnahme von Hafer, bei dem sich auch hiergegen ein Weniger(um 11.4 Proz.) ergibt. An Brotgetreide zusammen ist im Vergleich zum Mittel der Ernten 1924/29«in Mehr um 19 Proz., an Gerste um 2.6 Proz., an Kar- tofteln um 24,3 Proz. und an Zuckerrüben sogar um 39,8 Pro;. festzustellen. Auch an Heu sind die Mehrerträge im allgemeinen nicht unbedeutend, und zwar sowohl an Wiesenheu(4- 12 Proz.) als auch an Klecheu(+. 11 Proz.) und besonders an Luzernenheu (+ 39,4 Proz.)._ Abschluß der Gpandauer Neichswerke. Zwei Millionen Verlust.- Starker Belegschastsabbau. Die aus dem Reich gehörende Deutsche Industrie- werke A.-G. in Spandau schließt ihr Geschäftsjahr 1929/39 mit einem Verlust von knapp 2 Millionen Mark ob. Die Höhe des Verlustes ergibt sich einmal aus dem stark gesunkenen Geschäfts- gewinn, der nur 3,7 gegen S,3 Millionen beträgt und zum anderen aus einer ganz beträchtlichen Heraufsetzung der Ab- s ch r e i b u n g e n auf die Anlagen, die mit 1,77 Mill. gegenüber nur 759 999 Mark sich weit mehr als verdoppelt haben. Es ist befremdend, daß das Unternehmen diese überraschende Erhöhung Auf den Weihnachtstisch gehörtem Gutschein für ein Paar Salamander-Schuhe In allen unserenVerkaufssteilen erhaltlich der Abschreibungen mit keiner Silbe erläutert. In der Frage der Offenlegung der Bilanz sollten sich die Reichsunter- nehmen endlich die in der Privatwirtschaft herrschenden Unsitten a b�g e w ö h n e n. �.... Abgesehen von den Absatzschwierigkeiten in den anderen Fabri- kationsabteilungen scheint das neue Stahlwerk, das erst im Sommer 1929 fertiggestellt war— also nach wenigen Monaten guter Eisenkonjunktur sofort in die Krise hineinkamen— die Hauptverlustquelle gewesen zu sein. Es ist anzunehmen, daß die schlechte Ausnutzung dieses neuen Betriebes auch die hohen Sonderabschreibungen notwendig gemacht hat. Bemerkenswert gut hat sich die M o t o r r a d a b t e i l u n g(D>Rad) gehalten, deren Absatz nur um 2 Proz. gesunken ist, während der durchschnittlich« Motorradabsatz in Deutschland um etwa 42 Proz. zusammen- geschrumpft ist. Interessant ist ferner, daß der Betrieb Land- Maschinenbau sogar eine U m s a tz st e i g e r u n g um 20 Proz. aufweist. Der schlechte Beschäftigungsgrad in den übrigen maschi- nellen Betrieben und die Einstelluno der Schraubenfabrikation macht« jedoch emen starken Abbau der Belegschaft im Berichtsjahr unvermeidlich._ Kombinierte Handelsverträge. Auftakt zur europäischen Rationalisierung. Das Reichswirtschafts Ministerium hat jetzt, wie üblich, zum Jahresschluß eine Uebersicht über den Stand der wirt- schaftspolitischen Beziehungen Deutschlands herausgegeben. Den Kernpunkt dieser Beröffenllichung bildet«ine Zusammenstellung der Veränderungen im Handelsvertragsjystem Deutschlands und in der Wirtschaftslage wichtiger Länder. Eine w e s e n t- l i che Neuerung erscheint in dieser Uebersicht mit dem erst- moligen Versuch, die Handelsbeziehungen Deutschlands zu bestimmten Gruppen europäischer Länder zusammenzufassen. Ministerialdirektor Dr. Posse führte zu diesem Punkte aus, daß die neuen Tendenzen in der internationalen Handelspolitik dahin gehen, daß einzelne europäische Staaten sich nach Partnern für kommende Handelsvertragsoerhandlungen umsehen, um durch Gruppenbildung die Schwäche ihrer Position zu überwinden. Für diese Gruppenbildung kommen natürlich nur Länder in Frage, die gleiche w ir ts cha fts p o l it isch e Intereslsen ver- fechten. Bei diesen Zusammenschlüssen zeichnen sich jetzt bereits deullich folgende Gruppen ab: die skandinavisch« Gruppe einschließlich Holland und Belgien, die Randstaatengruppe mit Lettland, Estland, Litauen und Finnland und schließlich die Gruppe der süd oft e ur o p ä i s ch e n �Agrarstaaten Rumänien, Bulgarien, Jugoslawien und Ungarn, bei denen die wirtschaftlichen Voraussetzungen für Agrarexport durchaus einheitlich sind. Aus diesem Grunde hielt es das Reichswirtschaftsministerium auch für notwendig. Deutschlands Außenhandel mit diesen vier Balkanmachten gemeinsam zu untersuchen. Auch bei den übrigen Gruppen sind die statistischen Erhebungen zusammen- gefaßt worden. Wenn das Ministerium auch bereits selbst auf die Unvollständigkeit dieses erstmaligen Versuches einer gruppenweisen Handelsstatistik bewußt ist, so ist dieser Versuch doch sehr zu begrüßen, da er bereits jetzt einer Entwicklung Rechnung trägt, die sich in den nächsten Iahren zwangläusig noch schärfer ab- zeichnen wird. Dr. Posse vertrat bei der Erläuterung dieser Gruppenbillmngen den Standpunkt, daß Deutschland� mit der Balkangruppe zu einer grundsätzlichen Verständigung kommen müsse, da besonders das Lonau decken groß« Zukunftsmöglichteiten für den deut- fcheir Export in sich schließe. Eine Möglichkeit für ein Abkommen mit der südosteuropäischen Gruppe biete die Einführung eines Vor» zugs-Zollsystems, für dessen Aufbau allerdings die Zu- stimmung aller der Staaten erforderlich s«i, die mit Deutschland «inen Meistbegünstigungsvertrag abgeschlossen hatten. Don ent- scheidender Bedeutung sei in diesem Fall« die Haltung der süd- amerikanischen Getreideexportstaaten. Geht es„der Wirtschast" so schlecht? Eine amtliche Gewianstatistit für 1930. Nach einer Erhebung des Reichsstatistischen Amts Sber die A b schlüss« von Aktiengesellschaften im ersten Vierteljahr 1939— erfaßt wurden 107 GesellZchaften— hat sich die Durchschnittsdiotdende von 7,48 Proz. auf 7,82 Proz. ge- steigert. Die finanzielle Entwicklung ist, wenn mau die Wirtfchasts- trife in Betracht zieht, als äußerst befriedigend anzusehen. Wir geben darüber folgend« Zusammenstellung: 1930 AbstlAle von Mtienftesell- schastin im 1. Bierteljahr in Proz. in Pro v Durchschuikisdividende......... 7,48 7,82 Zur Zahlung der Dividende waren«rforder- lich lin Millionen Mark)...... 106,5 111,5 Aktienkapital(in Millionen Mark).... 1510,3 1518,7 Anlagen(in Millionen Mark).... 820.8 889,7 Beteiligungen und Effekten(in Millionen M.) 1128,0 1205,8 Vorräte(in Millionen Mark)...... 257,3 266,6 Flüssige Mittel(in Millionen Mark)... 623,5 606,5 Ausgewiesene Reseroea(in Millionen Mark) 270,3 306.4 LangfristigeVerschuldung(in MillionenMark) 429,1 494,0 KurzsristigeVerschuldung(in MillionenMark) 493,1 542,7 Für eine Beurteilung der Situation fällt die Steigerung der langfristigen Verschuldung aus und zwar aus dem Grunde, weil die Gelsenkirchener Bergwerksaktiengesellschaft eine größer« Fusion im Ausmaß von rund 60 Millionen Mark durchführte, ohne ihr Attieni- kapital zu erhöhen. Statt dessen trat eine Steigerung der lang- fristigen Verschuldung um 56,6 Millionen Mark ein. Die Krise zeigt sich in einer Erhöhung der Vorräte und einer Verminderung der flüssigen Mittel. Im Zusammenhang damit ist die Erhöhung der kurzfristigen Verschuldung bemerkenswert. Hingewiesen sei auch auf eine Steigerung der ausgewesenen Reserven. Die Bildung von stillen Reserven dürfte hinter der Erhöhung der ausgewiesenen Reserven nicht zurückbleiben. Im großen und ganzen beweisen die großen Aktiengesellschaften eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit gegen die Krise. Großhandelspreise sinken weiter. Di« auf den Stichtag des 17. Dezember berechnet« Großhandelsindexziffer ist mit 117,9 gegenüber der Vorwoche wester um 0V Proz- gesunken. Von den Haupt- grupven hat sich die Indexziffer für A grarstosfe mit'110,9 um 0,5 Proz. erhöht. Die Indexziffer für Kolonialwaren ist um 0,6 Proz. auf 105,4, für industrielle Rohstoffe und Halbwaren um 0,7 Proz. auf 109,6 und die für industrielle Fertigwaren um 0V Proz. auf 142L Proz. gesunken. Private Zuckerplanwirlschaft auf dem Marsch. Wie gemeldet wird, sind die schon fest langem schwebenden Verhandlungen über die Kontingentierung der deutschen ZuckererAeuguug dadurch zu einem gewissen Abschluß gekommen, dag in emer ge- memsamen Sitzung aller beteiligten Verbände der deutschen Zucker- industrie der vorgelegte Kontingentierungsplan, der eine Ein- schränkung der Erzeugung brmgen wird, einstimmig angenommen wurde. Die Einschränkung der deutschen Erzeugung erfolgt ohne jede Rücksicht darauf, ob die bisher in Äriissel geführten internationalen Verhandlungen über Besserung der Weitzucker- Wirtschaft jetzt oder später zum Abschluß kommen. 10 Pro;. Dividende bei der Maggoafabrik Uerdingen. Die rheinische Waggonfabrik Uerdingen A.-G. schüttet trotz eines Umfagrückganges von 13,65 auf 11,77 Millionen wieder die gleich hohe Dividende von 10 Proz. au». Trotz de» Umsatzrückganges hat sich der Betriebsgewinn von 1,9 auf etwas über 2 Millionen erhöht, ein Beweis, daß die Selbstkosten des Unternehmens erheblich gesunken sind. Im Geschäftsbericht wird mst einem westeren Umsatzrückgang für 1930/31 gerechnet, da westere Drosselungen bei den Waggonaufträgen der Reichsbahn erwartet werden. Für die Entwicklung des Weltmarktes müßte sich im neuen Jahr die Tätigkeit des internationalen Waggontartells gellend machen. Aus der Partei. . Gegen politische Falschmünzerei. Der ungcheuerliche Unfug, der namentlich von nationalsozialistischer Seite mit polllischen Begriffen, wissenschaftlichen Theorien und geschichtlichen Tatsachen betrieben wird, macht es zur gebieterischen Pflicht, mst besonderer Energie allen Entstellungen, Verfälschungen und Verdrehungen entgegenzutreten, die unter schein- sozialistischer Flagge von den Hstler-Jüngern vorgenommen werden. Im Dezernberheft unserer zentralen Bildungszeitschrift„S o- z i a l i ft Ts ch e Bildung� wird ein Teil dieser Aufgabe besorgt, soweit es sich um die säkschlichen Berufungen der Nationalsozialisten auf Friedrich Nietzsche und um den von ihnen betriebenen Massen- schwinde! handelt. In einer Abhandlung„Nietzsche und Hitler" weist I. Albert die ganze Verlogenheit der nationalsozialistischen Hinweise aus Nietzsche nach und führt ein« große Zahl von Zitaten aus Nietzsches Werten an, die wie Keulenschläge auf die nationalistische und militarsstische Reaktion herabsausen. In einem Artikel„Rassenfimmel und Rassenhaß" von Dr. V. Altmann wird in gleich schlagender Werse die politische Falschmünzerei aufgedeckt, die mit der Rassenfraae betrieben wird. Eine Reihe weiterer Beiträge in derselben Nummer behandelt aktuelle Fragen der Erwachsenenbildung. In einem Artikel von K. Adams„Die Bedeutung der Volkshochschule für die Arbester- schuft" wird das Verhältnis der Arbeiterorganisation zu den Volks- Hochschulen klargestellt. A. Ans mann wendet sich in einem Artikel„Naturgrenzen geistiger Bildung" gegen die Borniertheit reaktionärer schulpolitischer Auflassungen. Eh. Döring gibt in einer interessanten statistischen Studie„Sechs Jahre Wanderkursc" eine Uebersicht über die Erfahrungen, die er als Wanderlehrer des Reichsausschusses gemacht hat. In der Beilage„Soziall st ische Erziehung" werden aktuelle schulpolstisch« Fragen erörtert. In dem Artikel von Dr. H. Wegsch eider„Was geht in Preußen vor?" wird di: aegenwärtige Lage in Preußen geschildert. Dr. K. L ö w« n st e i n schreibt über die Erweiterung der Schulpflicht. Dr. R. H ä b l e r schildert den Kamps um die badische Simultanschule. R. Voigt zeichnet ein Bild der gegenwärtigen Lage in Braunschweig, wo die nationalsozialistische Regierung all« unter sozialdemokratischer Leitung erzielten Errungenschaften bedroht. Insgesamt: ein inter- essanter Querschnitt durch die schulpolitische Lage im ganzen Reiche. Die„Sozialistische Bildung" ist mit ihren Beilagen„Bücher- warte" und„Sozialistische Erziehung" zum Preise von 1,50 M. für das Vierteljahr durch die Post, die Buchhandlung Dietz, Lindenstr. 2, sowie durch alle„Vorwärts"-Spodstionen zu beziehen. Einzel- nummern kosten 75 Pf. Neue propa?andasckrifien. Zwei der bekanntesten sozialdemokratflchen Publizisten und Polstiker: Paul Lobe und Philipp Scheidsmann, haben soeben zwei kleine Broschüren fertiggestellt, die besonderes Imeresse beanspruchen dürfen. Reichstagspräsident L ö b e schildert in humorvoller und volkstümlicher Weise, was„Der Drache Marxis- m u s", eigentlich ist und was er will. Lobes Schrift ist die populärste Darstellung des Marxismus! Philipp Scheide- mann tnöpit sich in(einer Broschüre:„Köpfe in den San d'?" die Nationaflozialisten vor. Zerpflückt die Dolchstoßlegende und zeigt. wo iüe,»»-ir k I i ch e n Nooemberverbrecher sitzenl Beide Schriften sind je 16 Seiten stark, mst illustriertem Titel- bild versehen und kosten nur 10 Ps. Zu beziehen sind sie durch die Volksbuchhandlungen, die Parteisetretanate oder direkt durch die Werbeabteilung der Sozialdemokratischen Partei(Berlin SW. C■. Lindenstr. 3). Parteigenossen' kauft Bücher nur in der Parteibuchhandiung ■ J H w D|etz Naehf> Ber|jn sw 68 Lindenstraße 2 Aus unseren Sondcrangeboten Schenkt politisch« BOcher W. Reimes: Die materialistisdie Gesdnditsauffassnne und ihre Anwendung. Leichtverständlich für die Jugend dargestellt Leinen M. 2,30, broschiert M. 1,40 Wilhelm Reimes: Ein Gang durch die Wirtschaftsgesdiidite. Sechs Vorträge über die Hanptetappen der sozialen Entwicklung.• Leinen M. 3,50 Deutsche Arbeit Das Hohelied der Arbeit 150 herrliche phoiograpbische Aufnahmen von Hochöfen, Kokereien. Eisengießereien, Stauwerken und'Flugzeugbau. Leinen M. 5,— Dr. Karl Henner: Hugo Haase, Sein Leben und Wirken. Mit einer Auswahl von Briefen und Reden. Statt M. 5.80 hur M. 2.85 Karl Marx. Leben und Werk. Von Otto Rühle. Mit 16 Bildern, 470 Seiten. Statt M. 12,— nur M. 4,80 Lily Braun: Gesammelte Werke. 5 Bände in Halbledcr. Statt M. 37,50 nur M. 18,— Frank, Bernhard: Der Mensch ist gut Die erschutternste Anklage gegen den Krieg, 195 Seiten., Statt M."3,50 nur M. 1.— II erzer, Arthur: Unterwegs. Die Lebcrisfahrt eines romantischen Strolches. 288 Seiten. Seither M. 5,80 jetzt M. 1,90 Ramsay Macdonald: Ein Politiker unterwegs. Der englische Arbeiterführer als Politiker. Staatsmann und Mensch, plaudernd über Zustände und Fcrsoulichkeüen Europas. Statt M. 6,50 nur M. 3,50 Schenkt politische BOcher K'7rl Kaut«kr:.'. Marx* ökonomische Lohren., Es dürfte hoch'immer' die'beste, leichtverständlichste AbhäB4jli>ng über dieses'Thema: sein. . ir Uiucn, M. i.Tj KatF Mars'.-•~■.......—•,» Kapital, jedem, der sich den Problemen des wissenschafiii'imn Sozialismus nähern will, ist die Anschaffung dieser Bände zu empfehlen. Vollständige Volksausgabe von Karl Kautsky.,. 4 Bände je M. 15,— Das Kapital. Kritik der politischen Oeko- noraie. Im Zusammenhang ausgewählt und eingeleitet von Benedikt Kaötsky. Gekürzte Volksausgabe. 2 Bande. Leinen je M. 8,75 Max Adler: Lehrbuch der materialistischen Geschithts- auffassvng.(Soziologie des Marxismus.) 1. Band: Allgemeine Grundlegung. Allgemeine Grundlagen der materialistischen Geschichtsauffassung. Leinen M. 4.—. broschiert M. 4.20 Vorz.-Preis geb. M. 4.75 Wege der Verwirklichung. Betrachtungen über politische. Demokratie, Wirtschaftsdemokratie und Sozialismus. Kartoniert M. 2,40 Kdrl Kautsky: Ethik nnd materialistische Geschieht sau f. fassung. Antike und christliche Ethik. Kant, Darwin. Marx werden behandelt und vom Standpunkt des historischen Materialismus aus kritisch gewürdigt. Leinen M. 1,— Friedrich Ebert: Kämpfe und Ziele. Mit einem Anhang: Erinnerungen. Aus seinem Nachlaß herausgegeben. Leinen M. 8,50, brosch. M. 7,— Philipp Scheidemann: Memoiren eines Sozialdemokraten. Ein Qnellenwerk über die Entstehung der Republik... Volksausgabe M. 7,50 Augtist Bebel: Aus meinem Leben. Die neue ungekürzte Volksausgabe kostet; Alle 3 Teile in 1 Band M. 8.50 Organisationsausgabe M. 4,75 Die Aufzeichnungen des unvergeßlichen Führers enthalten wertvolle Schilderungen aus der Geschichte der SPD. und sind dazu angetan, unserer jungen Generation. die Größe des bisher Erreichten zu verdeutlichen. Nenni, Pietro: Der Todeskampf der Freiheit. Die grausame Entwicklungsgeschichte des italienischen Faschismus. Broschiert M. 3.73 Gebäuden M. 3,24 Schenkt politische BOcher Adolf Saazer: Muisolliu ohne Mithin. Vom Rebellen zum Despoten. Em SefauIdspnKfa gegen alle, die diesem Harlekin Bewunderung entgegenbringen. Leinen M.. broschiert M. A n celi ca Balabanoff: Wesen nnd Werdegang des Halienisdien Fasdtismns. Das Bndi zeigt ungeschminkt das System, das sieb nur dcr<£ Bomben nnd Bajonette scbdtzt. Ein ersdjütternder Appell an das Gewissen der Welt. Leinen M. 8,—, broschiert M. i,— Sandor Kemeri: Die Kerker von Budapest. Die Verfasserin erbebt in padeender Schilderung eine Anklage gegen den Eascbismns. Broschiert U. 3,50 Panait Istrati; Die Wahrheit über BnBTand. I. RnBIand nackt. Zahlen beweisen, z. So gebt es nicht, die Sowjets*on heute. 3. Auf feischer Bahn, to Monate in Rußland. Kartoniert M. 9,— Gewerkschafisansgabe(ungekürzt) Kartoniert M.(,70 Karl Kantsky; Der Bolschewismus in der Sackgasse. Von der Agrarkrise, die das Sowiewvstem erschüttert, tod Hunger und Not. dem 5-Jahres-PIan nnd seinen nn überwind- liehen Schwierigkeiten. Leinen M. 3,(0, broschiert M. 7,(0 Dr. Max Hodann: Sowjetunion gestern, heute, morgen. Mit zahlreichen Photographien. Die Jahre der Revolution und des Bürgerkrieges werden darch dieses Buch miterlebt. Franz Mehring: Karl Man. Geschichte seines Lebens. Wohl die beste Biographie von K. Marx. 545 Seiten..... Ganzleinen M. 7,50 Frans KIfibs: Der Aufstieg. Führer durch die Geschichte der Arbeiterbewegung. Broschiert M. 1,70 Gebunden M. 2,50 Rudolf Abraham: Die Theorie des modernen Sozialismns. Leichtverständliche Einführung in die sozialistische Gedankenwelt. Broschiert M. 1,80 Fritz Brägel— Benedikt Kantsky: Der deutsche Sozialismus. Von Ludwig GaN bis K. Man. Ein Lesebuch. SOS S. Ganzleinen M. 7,50 Schenkt politische BOcher SchQn und billig Der illnstrierte Nene-Welt-Kalendcr mit rroßem Preisausschreiben. nur M. 0,50 Adele Schreibers Jahreskalender: Mnttcr nnd Kind. Ein Tagebuch der Mutier für das Jahr 1931........ M. 3,— ScbOn und billig Lion Feuchtwangcr; Die häßliche Herzogin. Eindringliche historische Schilderungen über die Maul- tasch nnd ihre Epoche., Leinen M. 2,85 Maxim Gorki: Das Leben des Klint Samgin. Das leben- dige Bild einer vergangenen Epoche, das einem Studium russischer Geschioito gleichkommt........ Leinen M. 2.85 Thomas Mann: Buddenbrooks. Ungekürzte Sonderausgabe Leinen M. 2.85 C. L. Schleich: Besonnte Vergangenheit. Leinen M. 2,85 Franz Werkel: Verdi. Roman der Oper. Ein von Meisterhand gezeichnetes Künsilerlebcu. Bereits von Welterfolg gekrönt. Jetzt in ungekürzter Volksausgabe.. Leinen M. 2,85 Jakob Wassermann; Das Gänsemänncben. 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M. 2,85 Upton Sinclair: • Wallstreet. Die Straße der Geldaristokratie und ihre Erbärmlichkeit der sozialen Verantwortung......... M. 2,85 Dr. Theodor Matthias: Das neue deutsche Wörterbach. Rechtschreibung, Herkunft, Bedeutung und Fügung acr Wörter, auch der Lehn- und Fremdwörter...... Leinen M. 2,85 Knanrs Weltatlas. Mit 40 farbigen Haupt. und Nebenkarten, 90 Spezialkarten und 20 000 geographischen Namen. Leinen M. 2.85 Ludwig Brinkmann: Die Schatzgräber. Eine höchst interessante. abenteuerliche Geschichte. Leinen M. 2,85 Dr. med. Joseph Löbel: Knanrs Gesundheils-Lcxikon. Ein Handbuch der Medizin. Hygiene, Körperkultur und Schönheitspflege. Zuverlässig," unterhaltend, belehrend! 5150 Stichwörter und 050 Aufsätze und Artikel Hamsun. Knut: Das letzte Kapitel. Leinen M. 2,85 ... Leinen M. 2,85 Romane der WcH. Gegenwartswerke der besten Autoren. Enthaltend Romane aller Länder,-aller Kulturen, aller Gesellschafts- klassen,- im Tempo' der Zeit geschrieben. 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Sensatlonsstück aus Chicagos Unterwelt Ford. Hart/ Max Ehrlich Harry Frank A. Hörbtger Trude Burg/Olly Gebauer Friedr.Ettel /OttoCollin Deutsche Uraufführung: I.Weih nachts- Feier tag: Donnerstag, d.25.Dezember 3 Uhr nachm. und 8 1/4 Uhr abends An allen 3 Feiertagen: Nachm. halbe Preise b. Premleren-Bes. Der Vorverkauf für alle Weihnachts- Vorstellungen hat begonnen! Tai.- Mork.990t ,9877,9880 Reichshallen-Theater MdiiiM[Q Sonntig ndn btldn Fiier- tagoi ntfini. I I Hdt D» groüi Wnhudits-Pragnnn da stetuner sanger Nachm. halbe Preise, volles Program ml Dönhoff- Brettl: On gr. DnnltrPisgr. ntt brl Brau! Iipsfli Btra vifst Theater» Ucbtaplele usw. auch folgende Saite K 3X3=9 So klar tote dieses einfache Rechenexempel sind die Vorteile des TcVrtthlungS' Kaufes bei uns. 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Preis fOr Mitglieder 1,70 M.(Nichtmitglieder ilei" W zahlen 50 Pf. im Theater nach) Karten sind in der Geschäftsstelle derVoIksbühne EV., Linienstraße 227und in den bekannten Kartenverkaufsstellen zu haben Deatsehes lansller-Tbeai. Barbar. 3937. Bv.llhr Zum ooldenen Anker mit Raine Oorsdi «IL So., Stg. 4 Öhr Efflilu die Detektive von M 0.50 an 4 Uhr nachm. 1 und 2 Weih- nachtsfeienag PttmisrenbnetioD) E'mäß gte Preise Renaissance- 1 beater Steinplatz 6780 S'n Uhr MuB die Kuh milch sehen? mit: IlbertBanermanD 3.30 nachm. I. und 2. Weihnachtsfeiertag VomntersDdiDiig Origicalbesetzung Ermäßigte Preise Kleines ineai. Täglich SV. Uht Der itlDstergatte Schwank in 3 Akten An beid. Feierlagen 4 Uhr kleine Preise Meme Sdiwester unli IUI Erich wilde Hans Rose£agar Kaniscn ROSE-THEATER firobe Fr*Mlzfurtrr Strlzfle 133 Billettkasse; Alex. 3422 und 3494 Täglich 8". Sonnabends I und tOu Uhr, Sonntags St«1, 5" und• Uhr Dar Orei-Elnakter-Abend „Der Diener zweier Herren" „Die schöne Galathee" und„Erster Klasse" Hittwoeh B Uhr und Sonnabend 4a Ohr „Bastelhans und Quasselgrete" Welboacbtamiroben von Vlcky Baum Programm für 1. und 2.: eiertag: • Uhr: Zum Male „Fmmlli«»nWMGWAMMN« »• übt; Zum letiten Male t,Kak«U<* 9 Dhr;»Die Dollorprlnzeasin" Der Vorverkauf Ist eröffnet 2. Feiertag i 4« ü.j„Bastellianis u. Q,naaiielsrrete(i 7 Q. lO» ühr:»Die DolIarprinzeaslDf< Restaurant Gewerkschaftshaus SO 16, Engelufer 24-25 Fernruf F 7 5151 und 0407 Während der Feiertage Gr. Künstlerkonzert Besonders preiswerter Mittagstisch Reichhaltige Abendkarte zu außerordentlich billigen Preisen Am 31. Dezember 6r. Silvesterfeier Tischbestellungen rechtzeitig erbeten Eintritt frei Wss IHsaier 8 Uhr Elisabeth von England von Fern Brückner Regie: Hein Hilgert Kammerspiele 8 V- Uhr Der Diener zweier Herren von Carlo Goldoni Regie; Mn Reinhardt Die Komödie Vit ühr Die Fee ; von Franz Molnar I Regie; Stefan Hodi. ' Jühnenbililer: Ernst Schütte- Piscator-BOnne (Wallner- Theater) Alex. 4502-93. SV* Täglich 8'/« Mond von links Preise 0.50-6 00M. uistspieinaus Kurt GOtZ Täglich 8'i Uhr sowie an beiden Weihnachtsfeiertagen Vom Lieben und Lachen metropoi-meater Täglich 8". Uhr schön isi die weit Operette von Lehär Ridtard Tauber, Gitta tlpar. Sdiützendorf. Weihnachten auch cachm 4 Uhr kleine Preise. Neoes Theater m am Zoo—— JmSatintiZoo. StpL 6354 Heule, 21. Dezember Vit Uhr Premloro Guido Thieischer oas ottentnehe Aergernis Sonnlag nadun. 3 übr Hnedit Runpredits fahrt ins Mänbenland. Thealer am smiildauer flamm Norden 5813 u, 0281 Täglich SV« Uhr Die Quadratur des Kreises Komödie v. Katajew mit; RSrder. lenja. Rnb- mann. lorre, fingen. Preise von 1— 12 M, Rose-Theater Br.FranWmicrSir.i32 Tel. Alex 3422 u. 3494 2J0, 5.45 und 9 Uhr Der Diener zweierHerren Die schöne Galalhee Erster Klasse £iue Mann, um 300 vermindert worden. Nach der Stillegung des Hochofens sollen nur mehr die Kokerei und di« Gasanstalt in Betrieb bleiben. Der Grund sür di« Still- legung des Hochofens soll darin iiegen, daß bereit» ZOOOOTonneu fertig«« Eisen auf Borcat lagern, wodurch der Ansordsrungs- bedarf aus lange Zeit gedeckt ist. Wenn eine bester« Konjunktur es ermöglicht, soll der Hochofenbetrieb wieder aufgenommen werden. Heinrich Heine vor der Lugend. Die Iugendgruppe Groß-Dcrlin de» ZdA. veranstaltete im Bürgersaal des Berliner Rathauses einen H«inrich-H«ine- Abend. Es war interessant, zu beobachten, wie lebendig di« Dich- tungen Heines der heutigen Jugend noch werden können, wenn man ihr«ine geeignete Auswahl bi«et. Die Programmentwicklung in lyrische, politische und satyrische Gedichte ließ deutlich erkennen, daß Heines politische Satyr« den Jugendlichen noch viel zu sagen hat. weil sie immer noch— leider— sehr zeitnah ,st, weil sein« Bosheiten immer wieder klingen, als seien sie Spott und Anklage gegen Heutiges. Die politischen Gedichte aus der Stimmung der 46er Jahre müssen unter den gegenwärtigen Verhältnissen bei der h«ranwalhs«n- den Generation weniger Verständnis finden, und die Sentimentalität feiner lyrischen Gedichte erst rocht. Friede! Hall bewies sich als recht gute Heine-Sprechcrin. Schöne Klaviervorträge brachte Gudula Landauer, während Walter Esch dach einleitende und erklärende Worte sprach. Die notleidende Lndustrie. Selbst die Fleißzulage der Lehrlinge wird abgebavl. Den Lehrlingen der Firma Schwor tz köpf wird nach dem Lehroertrag außer ihrem recht karg bemessenen Kostgeld(in den vier Lehrjahren pro Stunde 12, 16. 20 und 25 Pf.) noch eine söge- nannte Fleißzulage zugesichert, die von einem Pfennig für die Arbeitsstunde bis zu etwa 12 Pfennigen beträgt. Dieses Geld wird aber erst am Schluß der Lehrzeit aus- gezahlt— vorausgesetzt, daß der Lehrling sich die ganze Zeit un- todelig geführt hat und sich nichts zuschulden kommen lieh. Di« Zulage ist also— auch ohne Angabe von Gründen— widerruflich. Jetzt ist die Firma dazu übergegangen, die Fleihzulage gründlich abzubauen. Die doch gewiß nicht hohen Betrüg« scheint die Firma für ihre Weiterexistenz bitter nötig zu l)aben, sonst hätte sie sie doch gewiß nicht um die Hälfte gekürzt, in sehr vielen Fällen aber einfach glatt ge strichen! Was die L e h r l i n g e davon halten und ihr« Eltern, wie die Öeffentiichkeit über«ine derartige Großzügigket denkt, das olles scheint bei der Firma zurücktreten zu müssen hinter die Notwendig- keit ihrer Sanierung. Nutab, Oltsvcrwaltui», Berlin. Bis Geschäkisstcllc der Ortsvcrwaliun« Äerlin drs Bundrs und der Be.,irksstrllr Berlin der Berusstranlrniasse Drut- schcr Techniker bleibt beschlossen in der Zeit vom MUteoch, 3J.?e-»mbrr, lZii Ufcr, bis jutn Montog. 28. Dezember, 8>,b Uhr. erste Tageslorechstunde nach dem!Zcst: Montag, 29. Dezember, 10—14 Uhr: erste Abendsprechstunde: Montag, 29. Dezember, 10—19 Uhr. Soweit Mitglieder der Krankenkasse während der genannten Zeit zur Inanspruchnahme eines Arztes gezwungen sind, lann dieser ohne Krankenschein aeaen Vorzeigung des Mitgliedsbuches aufgesucht werden. Der Krankenschein must innerhalb 8 Tagen dem Arzt. der ausbrstcklich auf bie KasscnmiigUedschaft aufmerksam zu machen ist,»ach- gereicht werden. Freie Gewertfchafts-Zuaenü Berlin I Sonnenwendfeier am Kcllsce bei Bernau. Teilnahme nur mit Karken. Unkostenbeitrag 25 Pf.— Die nächste Iugendvvrstellunq der Volks- dlthne findet am 1. Januar, 15 Uhr, im Theater am Bitlowplast, stakt. Zur Aukfllhrun»««langt da» Schauspiel.Misstsstppt", oon Georg Kalsrr. Luaendgruppe SesZentraiverbanbes der Anaestellten Heute, Lonntag. finde» folgende Veranstaltungen statt: Sonntagsver- anstolttingeii!m Jugendheim des Ostens, Grost« lsrankfurtcr Str. 10, van 20- 22 Uhr; Iugendhelm Beichendcrgtr Str. 00. von 18—22 Uhri Jugend» heim Ztordost, Rastendurger Str.>0. von 18—22 Uhr: Jugendheim Spandau, Lindenufcr 1, von 18— 22 Uhr: Jugendheim Neukölln. Aähmisz>« Str. 1— I. ad 18 Udr: Jugendheim Guntarstr. 41, ab 30 Uhr Weihnochlssoier.— Morgen, Montag, finden ialgeude Lrran staltungen statt: Webdingr Jugendheim kurince Eckt Seestraste. Weihnacht«» unter uns.— Britz: Städtisches Jugendheim fZtot» Haus). Iultlapp In der Gruppe.— Urbani Iuaendbeim Lobrecht» ecke Sander- straße. Wir erzählen oon frohen Wanderfahrten.— Keitzuisce: Zugendheim Pistoriusstr. 24. Grappenweihnachtsseier.— Karten fllr die Zugeirdvorstellung der Dolksdilhne am 1. Januar, zum Preise von 80 Pf., find im Iugend- sckretariat zu haben.— Di« Mustkgruppe Sit von 20—22 Uhr im Berbandsbauo. em Dieses Snob masst da lesen! Adam Scbarrer; Ans der Art gescblagen Reisebericht eines Arbeiters Soeben erschienen 275 Seiten, Ganzl. Preis Mk. 4.80 (filr Mitglieder Sonderprcit) Di« trfthrhaftig'e Biographie eines pro- letarifchen Sohicktals, die Geschichte eines Schlossert, der sich zur Klarheit über die Gesellschaft durchringt, ein Buch von der Landstraße und von seltsamen Begegnungen unterwegs. Verlag Berlin SW 61 DER BtiCHBRKREIS G.m.b.H. Belle-Alliance-Platz 7 DER ECHTE « Wir Qberraschen Sie zumWeihnachtsfest mit einer leSerordentllbh. Preissenkung! 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I u n i 1929 versetzten Pfänder sind versteigert worden. Ueberschüss« sind bis«um 21. März 1931 abzuheben. Staatliches Leihamt. Mtßtl s W «ooa« w" OaiieBttiioeD>. CalicnblasenentiU-dun«, Gelbsuctii,L«tier.,Ma. en-, Nieren-Kr»nkh. morrbtttden»mp( wir den Mit 30 Jahren beeten* bewihnen Siern-Enüel-lee Nur in Apotheken erhältl., bestimmt in der Simons-, Eneci- u. Radiauers Kronen-Apotheke. Berlin W— Notariell beglaubigtes Beweismaterial gratis durch vegetabilische Heil- Vmitteltabrlk, Bad Schandau, Elbe. - TEPPICHE In Monatsraten zu Weihnachts- Sonderpreisen OBUTSCHE: Stragula.. QE Spozial Woilperser M. 8.- . 28- .. 50.- ORIENT: Anatol Yastik..... M. 19.- faaioudjistan Ys....„ 29.- Anatol Gebet..«..■ 34.-.. ,�1 Saloudjistsn....90.- Nocli nie so billig I ßjjfeN miAtififZ WllHtlWSTItSS. Unsere Geschäftsräume sind heute, Sonntag,«on 3-7 Uhr geöffnet Uhren AUF WUNSCH drlcicKterte ZaKlu ngsbedinqu nqen IäT- I MONATSRATEN Wm\ sonmag«an l«-7 Ol--- 14 Karat goldene Armbanduhren elcg. 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A. lliayer: cUalionaWkonomie/ Philosophie/ 9tecM/ Slaal Heber eine unveröffenHichle SchriH von tKarl lllarx In dem handschriftlichen Nachlaß von Karl Marx sindet sich eine unveröffentlichte Schrift, die nach der Vorrede, die Viarx dieser Arbeit beigegeben hat, etwa folgenden Titel führen könnte:„Ueber den Zusammenhang der Nationalökonomie mit Staat, Recht, Moral und bürgerlichem Leben nebst einer Auseinandersetzung mit der chegelschen Dialektik und der Philosophie überhaupt." Ueber die p h ilol og i sche n Probleme, die dieses Manuskript") zur Lösuno aufgibt, soll anderenorts gesprochen werden, hier soll lediglich auf die materiale Bedeutung dieser Schrist hingewiesen sein. Es handelt sich bei dieser Arbelt von Marx um kein druckfertiges, in jeder chinsicht ausgefeiltes Manuskript. Die Arbeit zeigt vielfach konzeptartigen El)arakter, Marx ringt hier gegen die ihm überlieferte traditionelle Terminologie mit der Freisetzung seiner eigenen Welt- onschauung. Nicht nur, daß dieser frühe Entwurf die eingehendste Auseinandersetzung mit der chegelschen Philosophie— Philosophie im fachlichen SinnS» im Hinblick auf die Marxsche„Kritik des Hegelschen Staatsrechts"— enthält, auch der erste Aufbau von Marx' ökono- mischen Einsichten wird hier dargelegt, die Arbeiten von Heß, Weitling, Feuerbach werden in positivem Sinne angeführt, andererseits steht die negative Abgrenzung gegen die zeitgenössische „kritische Theologie"(Bruno Bauer) schon fest. Marx zeigt sich uns hier ähnlich wie in der um ein Jahr späteren „Deutschen Ideologie" in der„Selbstverständigung' begriffen. Damit ist die Frage noch der Entstehungszeit der Arbeit aufgeworfen. Ich bin der Ansicht, daß Marx diese Schrift in dein Zeitraum vom Februar bis Eiid« August 1844 in Paris zu Papier gebrocht hat. Ende Februar waren die„Deutsch-Französischen Jahrbücher" er> schienen. Ende August bis Ende September weilt E n g e l s in Paris: während des Engelsschen Aufenthalts entstehen Teile der gemein- famen Arbeit an der„Heiligen Familie". Ich vermute, daß Marx seine Ideen über den„Zusammenhang usw." schon vorher nieder- gelegt hat, weil sich in der„Helligen Familie" schon wesentlich reifere Formulierungen der materialistischen Geschichtsauffassung finden als in der Schrift, von der ich hier berichte. Man weiß, daß Engels ökonomische Arbeiten in den„Deutsch-Französischen Jahrbüchern" auf Marx einen starken Eindnick gemacht haben— namentlich Engels „Umrisse zu einer Kritik der Nationalökonomie"— und es darf als sicher gelten, daß sich Marx, nicht zuletzt von diesen Arbeiten angeregt, mit der Vehemenz aus ökonomische Studien warf, die unser Manu- skript erkennen läßt. Marx sah, daß er das Messer der dialektischen Mechode an dem Stoff der Nationalökonomie zu bewähren habe. Dieses„wissenschaftliche, kritische Studium der Nationalökonomie" zwingt Marx zur Auseinandersetzung mit Hegel, im besonderen mit Hegels Methode. Nirgends sindcn sich in Marx Schriften so ein- gehend« Untersuchungen über Hegels Philosophie. Hierin möchte ich die einzigartige Bedeutung dieser Schrift überhaupt sehen. Wir nehmen gleichsam an dem Vollzug der Marxschen Ausein» aichers etzung mit Hegel teil. Wir können hier nicht all» Stadien dieser Auseinandersetzung durchlausen, dies forderte eine eingehende 'Paraphrase des Marxschen Manuskripts: wir wollen lediglich das Grundsätzliche festholten. Hegels Wert ist Marx natürlich vollständig präsent. Der sechs- undzwanzigjährige Marx zeigt sich auf diesen Seiten als souveräner Meister der dialektischen Methode. Aber er differenziert sie doch schon ganz sichtlich von der Hegels. Thefis— Negation— Negation der Negation— so war der Dreischritt der Hegelschen Dialektik. Marx zeigt jedoch, wie die Hcgelsch« Philosophie letztlich des P o s i- t i o e n ermangelt. Der absolute Geist, der Philosoph(Hegel selbst) wird das Maß aller Dinge. Di« Hegclsche Philosophie verslüchtigl so die Welt in das Abstrakte. Hier kann Marx nicht stehen bleiben und hier ist dann auch die Stelle, wo er der großen Bcrdienste Feuerbachs gedenkt.(Von dessen Arbeiten erwähnt er die„Thesen zur Reform der Philosophie", die 1848 in den Schweizer Anecdota erschienen waren, und„Die Philosophie der Zunkunft".) Im Gegen- satz zum jungen„Hegeltum"— Marx findet schon erheblich scharfe Wort« gegen seinen ehemaligen Freund Bruno Bauer— behauptet Marx, von Fouerbach. daß er allein ein crnsthastes und kritisches BerhäUnis zur Hegelschen Dialektik habe.„Feucrbachs große Tat ist: 1. Der Beweis, daß die Philosophie nichts anderes ist als die in Gedanken gebracht« und denkend ousgesührtc Religion.... 2. Di« Gründung des wahren Materialismus in der reellen Wissenschaft, indem Feucrbach dos Verhältnis des„Menschen zum Menschen"— ebenso zum Grundprinzip der Theorie mallst. 3. Indem er der Negation der Negation, die das absolut Positive zu sein behauptete/ das auf sich selbst ruhende und positiv aus sich selbst begründete Positive entgegenstellt." Aber Marx präzisiert seine Stellung zu Hegel, die er soeben mittelbar umriß, noch wesentlich eingehender unmittelbar. Nämlich so:„Das Große an der Hegelschen Phänomenologie und ihrem Endresultat der Dialektik, der Negativität alz dem bewegenden und erzeugenden Prinzip— ist also, einmal, daß Hegel die Selbst- erzeugung des Menschen als einen Prozeß faßt, die Vergegenstönd- lichung als Entgegenständlichung, als Entäußerung und als Aus- Hebung dieser Entäußerung: daß er also das Wesen der Arbeit faßt uick» den gegenständlichen Menschen, wahren, weil wirtlichen Menschen, als Resultat seiner eigenen Arbeit begreift." Freilich sehe Hegel die Arbeit nur als abstrakte, geistige Arbeit. Er vermag nicht, die ganzen Wcsenskräste des totalen Menschen ftucht- bar zu machen. Ja, er geht noch weiter. Nicht die Religion hebt Hegel in der Philosophie auf, sondern schon ein Wissen von der Peligion: die Dogmatil: deshalb, so schließt Marx, kann von einer Akkomodation Hegels gegen Religion, Staat usw. keine Rede sein, „da diese Lüge die Lüge seines Prinzips ist".(Philosophiegelchictstlich wäre hier daran zu erinner», daß etwa die„Ethik des reinen Willens" von Hennann Cohen ebenso„Ethik der Jurisprudenz" war. Die Philosophie der Gegenwart kann gegen Cohen nicht anders argumentieren, als hier Marx gegen Hegel.) Hegel erscheint hier in neuer Beleuchtung. Man sieht, daß sich hier Marx und Hegel wechselseitig erhellen. Marx sührt Hegel nur in die wahre Totalität aus, wenn er schreibt: Für den sozia» listischen Menschen ist die ganze Weltgeschichte nichts anderes als die Erzeugung des Menschen durch die menschliche Arbeit. Es ist gcrahczu erstaunlich, wie Marx versucht, trotz aller Be- Hinderungen durch den traditionellen Begriffsapparot zu der Tota- lität der Sache» selbst vorzustoßen.(D e moderne Phänomenologie Ich habe es gemeinsam mit Fritz Solomon eniziffert.' in ihren besten Vertretern wie Heidegger und Scheler geht die gleichen Wege.) Die Geschichte der Industrie wird ihm zur sinnlich vorliegen- den Psychologie. So saßt er dann die Wissenschaft vom Menschen als Produkt der praktischen Selbstbetätigung des Mensche». Die Lösung der theoretischen Rätsel ist ihm eine Ausgabe der Praxis, wie die wahre Praxis die Bedingung einer wirklich positiven Theorie ist. Bon hier ist dann leicht der Uebergang in ökonomische Dar- legungen aufzuzeigen. Das materielle, unmittelbare sinnliche Privat- eigcntum ist Marx der Ausdruck eines entfremdeten, sinnlichen Lebens. Religion, Familie, Staat, Recht, Moral, Wissenschast sind nur besondere Weisen der Produktion. So hat also Marx das Prinzip seiner Geschichtsauffassung schon 1844 formuliert. Bon diesem Horizont her beleuchret er das Problem der Arbeitsteilung, die ihm der notionalökonomischs Aus- druck der Gcsellschostlichkeit der Arbeit innerhalb der Entsrcmdunz ist. Hier schließt er an Smith, Say, Skarbek, Mill kritisch an. Weiterhin untersucht Marx dann das Berhältnis von Kapital und Arbeit, er charakterisiert dos Geld, er konfrontiert Grundeigen- tümer und Kapitalist. Auch die Nationalökonomie drückt in ihrer Weise die moralischen Gesetze aus. Wie kann— das ist die entscheidende Frage— der Mensch aus der Entfremdung der bürgerlichen Gesellschaft, die ihn zur Ware gemacht hat,„ausgehoben" werden?„Um das wirtliche Privateigem tum aufzuheben, dazu gehört eine wirkliche kommunistische Aktion. Die Geschichte wird sie bringen und jene Bewegung, die wir in Gedanken schon als eine sich selbst aushebende wissen. wird in der Wirklichkeit einen sehr rauhen und weitläufigen Prozeß durchmachen...." Wir stehen heut« mitten m diesem weitläufigen Prozeß.. Stichard Siuelsenheck: 3>er Wann am Steuer In der Nähe von Santiago da Euba lies der Sechstauscudtonner „Patria" auf die„Glasgow": und es war Heller Tag und die See war ruhig und man sah am Horizont die braunen Segel der Fischer- borken, die ohne Hast und wohlbeladen mit Fischen zum Hasen zurückkehrten. Die See hatte Katzenpfötchen und die Brise, die von Süden kam und der Insel und ihren Zuckerplantogen zustrich, hotte eine feuchte Wärme mitgebracht, die sich an den Kajütfenster» niederschlug. Aus dem Hinterdeck hatten die Wäscher die Tropen- anzüge der Offiziere gewaschen, und der zweite Ossizier, ein Mann mit einem Spitzbärtchcn, hatte mit dem Hund gespielt, indem er ihn auf das Schwein hetzte, das manchmal Jim und manchmal John gerufen wurde: obwohl es nichts als ein einfaches, schmutziges Schwein war, das der Hinrichtung harrte und für das schon das Messer in der Küperbude gewetzt war. Es war ein schöner Tag gewesen: ein Tag, an dem man sich in den Tropen wohlfühlte: man hatte gesehen, wie die Spitzen der großen Königspalmen von dem Wind über den spiegelglatten Strand der kleinen Inseln gebogen wurden. Man hatte wohlig und zu- jrieden die salzige Frische des Wassers geatmet, dos in schäumenden Kielwcllen hinter der„Patria" herzog. Hin und wieder scheuerten Tangstreifen den Schiffswänden entlang: man sah den Schwanz eines Delphins und erinnerte sich der vielen dreieckigen Haisischschnauzon, die einem aus der Fahrt begegnet waren. An diesem Tag hatte die„Patria" die„Glasgow" gerammt. Kein Mensch konnte verstehen, wie das geschah. Es war kein Sturm gewesen und e, hatte keine Seenot bestanden und da» Wasser war glatt gewesen und der zweite Offizier hatte wie gesagt mit dem Hund und mit den Schweinen gespielt. Di« Trimmer hatten sich auf dem Hinterdeck gelümmelt und um einen Eimer hatten sie gestanden und sich gewaschen. Und einer hatte auf einer Okarina gespielt, ein Pole mit Namen Micklewig oder so ähnlich. Und die Leute hatten alle zugehört: auch der zweite Ossizier, der mit den Tieren gespielt hatte. Niemand hatte geahnt, daß die„Glasgow", ein kleiner Dampfer, der kaum 3000 Tonnen Laderaum hatte, schon so nahe war. Dieser oder jener der Mannschaft: soweit er um das Lausdeck spaziert war, um ein wenig Wind in die Iackensegel zu bekommen, hat!« die „Glasgow" bemerkt. Aber was bedeutet es schon, wenn einem so ein kleiner Tramp entgegenkommt, der mit acht Meilen Höchst- geschwindigkeit die Weltmeere furcht und von dem man weih, daß das Essen nach Teerseise schmeckt und daß im Kassee Zemcntstücke sind. Himmelherrgott! Das sind eben Seeleute wie wir auch. Sie machen ihre acht Stunden Arbeit herunter und sie spielen Karten wie wir und wenn sie ihre Nase in die Karibische See tauchen, sehen sie nach dem Barometer, weil um diese Jahreszeit hin und wieder ein Taifun von der Guayanaecke losbricht, so daß einem Hören und Sehen oergehen kann, wenn mau nicht auspaht. Der Mann am Steuer hieß Paul Grüber und kein Mensch hatte ihm irgend etwas Besonderes angesehen. Er fuhr seit zehn Jahren als Bootsmann auf Frachtschisseu, und er steudric gut wie die anderen, und er kannte die Meere und die blumigen Mädchen, die in den exotischen Häsen aus die Sehnsucht der Seeleute warten. Da er alle diese Dinge, die Freuden und Leiden unseres Lebens ebenso genau kannte wie wir selbst und da sein Gesicht so war wie unseres: das heißt, ein Gesicht, dem das Sscwasser die Hofsnung, die Neu- gicrde, aber auch die Schmerzempsiudviig ausgewaschen hatte: da er so ein Kerl war und da wir mit ihm hundertemal auf der Persenning der vierten Luke gelegen hatten und uns gleichgültiges Zeug erzählt hatten, war er uns nicht mehr weiter aufgesallen. Ich entsinne mich nur eines einzigen Vorfalls: als Grübcr einen besonderen Eindruck auf mich gemacht hatte. Wir standen in Rechen auf dem Deck und warteten auf den Hasenarzt— es war in irgendeinem dieser zahllosen Häsen, deren nähere Beschreibung sich nicht lohnt— und wir sprachen mit gedämpfter Stimme und spuckten ein wenig, init dem Kehllaut, der besagt:„Ach der Teufel, was lohnt es sich schon, zur See zu fahren." Dann war der Arzt gekommen, ein krummbeiniger Tropenmensch, dem der Whisky und die Malaria das Gesicht verzogen hatten, so daß er aussah wie eine Ratte, und er hatte versucht, sein Hörrohr oder wie der Sextant heißt, dessen sich diese Männer bedienen, auf unsere nackten Brustkörbe zu setzen. Als er aber zu Grüber gekommen war, hatte Grüber erklärt, er lasse sich nicht untersuchen. Cr schrie den Arzt an und meinte, er solle mit seinem Hörrohr sich das Schwein vornehmen oder den Hund oder wenn es ibm Spaß mache auch ein Stück Holz oder eine» Venlilator. Ja, eine» Ventilator, ich erinnere mich. So hatte Grüber gesagt, und er hatte dem Arzt geraten, dem Ventilator auf den Bauch zu klopfen und ihm Aspirintabletten in den Hals zu werfen, so viel er wolle. Am Ende mußte der erste Offizier kommen und dem Grüber den Standpunkt klar machen— denn Hafcnörzte müssen sa sein— und dann ließ sich Grüber untersuchen, oder er ballte die Fäuste, und er sah den Hörrohrmann an wie einen Miden, den man mit dem Brotmesser absangen muß. Der Kapitän war einen Augenblick von der Brücke gegangen, als das Unglück geschah. Er wollte sich umziehen oder schnell einmal einen Kümmel trinken oder sich eine Patience legen. Und so kam es, daß Grübcr allein am Steuerrad gestanden hatte und niemand weit und breit auf der Brücke zu sehen gewesen war. Es gibt doch Augenblicke, wo man sieht und doch nicht sieht, weil man von Ge- danken so eingewickelt wird, daß man eine Binde über den Augen hat. Und so ein Augenblick muß es gewesen sein, als Grüber die „Glasgow" bemerkte oder sie vielmehr nicht bemerkte. Di«„Glasgow" ist ein sehr niedrig gebaute» Schiff, während die„Patria" damals sehr hoch über dem Wasser lag: und es war natürlich nicht so ganz leicht, vom Steuerrad aus die Entfernung abzuschätzen. Aber unter gewöhnlichen Umständen hätte Grüber sehen müssen, woran er war. Nun. er hat nicht gesehen, woran er war. Und dos war die Ursache des Unglücks: wir haben der„Glasgow" den Bauch auf- gerissen: es kamen allerlei Kisten und Unrat aus diesem Bauch heraus und vielleicht ist es gar nicht schade um diesen alten Tramp- dampser gewesen: aber die Richter haben behauptet, der Kapitän und Paul Grüber seien die Schuldigen und inun müsse sie für da» Unglück verantwortlich machen. Dem Kapitän yot man das Patent entzogen, weil er sich zur Zeit des Unglücks nicht auf de Brücke, sondern in seiner Kammer befand und dort irgend etwas tat, was mit seinem Dienst nicht» zu tun hatte. Die Aerhandlruge» um Grüber schweben noch: aber sie werden ihn sicherlich verurteilen, da er es doch gewesen ist, der das Schiff lenkte, als wir der„Glasgow" den Bauch aufrissen. Nun ist etwas Merlwürdiges zu berichten. Kurz bevor wir nach Hamburg zurückgekehrt waren und Grüber und der Kapitän erwarten wußten, daß man gegen sie verhandeln würde, hatte mir Grüber ein Stück Papier in die Hand gedrückt. Ich habe da» Papier lange tn der Hosentosch« mit mir herumgetragen, weil ich mir aus Papiersetzen nichts mach« und da— ich muß das eingestehen— mir das Schicksal des Mannes nicht besonders wichtig erschien, well uns Seeleuten viele Dinge nicht wichtig erscheinen, die auf Land riesen- groß sind und weil dann, wenn man viele Stürme und Unglücksfälle hinter sich hat, die Wichtigkeit und das Schicksal der Menschen über- Haupt an Wert verlieren. Ich freute mich sehr, als ich meine Frau wieder sah, die 14 Monate auf mich gewartet hatte: und wir hatten auch ein wenig Geld, um unsere Freude klar zu machen und oft sind wir wie zwei dicke wohlhabende Kausleuto nach Blankenese hinausgefahren und haben auf der Terrasse eines Cafes gesessen und haben seine Dinge gegessen. Nach einigen Tagen sagt meine Frau:„Du Host da ein Stück Papier in der Hosenlasche gehabt. Es steht etwas darauf geschrieben. Ich werde es wegwerfen..." Ich nahm das Slück Papier und las diese Wort«:„Herta ist am 15. gestorben." Diese Worte schienen zuerst gar keinen Zusammenhang mit dem zu habe», was wir in der Karibischen See erlebt hatten, das Bauchaufreißen der„Glasgow" und der Dinge, derentwegen der Kapitän und Paul Grüber jetzt vor Gericht stehen. Nun, Weiber haben eine besondere Schläue: und meine Frau meinte sofort, es könne sich dabei nur um jemand handeln, die oder der— aber es war doch ein Weib, also die— dem Paul Grüber besonders nahe gestanden habe. Wir haben uns ein wenig erkundigt: und meine Frau hat ausspioniert, daß am 15. März vor zwei Iahren im Krankenhaus St. Georg eine Frau gestorben ist. die Herta Völker hieß und die, wie man sagt, an einem Kind gestorben ist, daß man ihr nicht rechtzeitig weggenommen... ich meine, verstehen Sie mich recht. Diese Herta Völker war die Frau des Matrosen Paul Grüber: und wir wußten davon»'chte: und am 15. März vor zwei Iahren starb sie im Hospital St. Georg an einer unglücklichen Geburt: oder was da war, ich weiß es nicht. Jedenfalls hat es sich um ein Kind gehandelt: und am 15. März, ein Jahr später, stand Paul Grüber am Steuer, alz wir die „Glasgow" ramiyten, einen schäbigen Trampdampser, der eigentlich das ganze Gerede nicht wert ist. So wie ich diesen Paul Grüber kenne, wird er vor den Richtern nie von Herta Völker sprechen, die ja in Wirklichkeit Herta Grüber hieß und deren Mädchennamen wir nur durch einen Zufall erfahren haben. Sie starb im Kindbett oder vielleicht war es auch ein böses Fieber, das durch eine Geburt verursacht war Aber die Richter, wie ich sie kenne, werden Paul Grüber die ganze Schuld geben und einen weiteren Grund als die Schuld des Kapitäns und des Matrosen Paul Grüber werden sie wahrscheinlich niemals seststelleiu Woher flammt das Worl„büffeln"? DiZer bekannte Au:- druck scheint seine», Wortlaut»ach auf ein Tier, den Büffel, zu verweisen. Sein Ursprung dürfte aber aus einer anderen Beäeu- Hing hcroorgegangeu sein. Nach den Forschungen Beckers kommt der altest« Beleg für das Wort„büsickn" in einer Predigt des im 16. Jahrhundert lebenden Predigers Mathesius vor, wo es in bezug auf di« Arbeit der Bergleute heißt:„daß mancher oft hart und lang„püflen" muß, bis er zum Erz gelangt". Nach Grimm bedeutete das Wort„büffeln' in der Schweiz auch„wacker prü- geln". Man kann also annehmen, daß das Wort„büffeln" ursprüng- (ich aus dem alten Wort„busfen" oder„puffen", d. h. schlagen oder stoßen, hervorgegangen ist. woraus der Volksmund dann das Wort„büffeln" mochte. Wer büffelte, der schluq sich eben mit dem Lernen herum und mußte, ebenso wie der Bergmann das Erz, die Wissenschaft durch unermüdliches„Püflen" zu errringen suchen. lillax SSernardi: 3}CV �Cof|II(l6 Jlus den Orchiten nachenznhll Der Brandenburger Kurfürst Joachim II. hatte den im Jahre IZtO aus dem Lande vertriebenen Juden erlaubt, nach der Mark zurückzukehren, oorausgesegt natürlich, daß sie ihm ein anständiges Schutzgcld entrichten roüvden. Denn der gute Kurfürst brauchte dringend Geld, viel Geö>.„Wenn die Juden", philosophierte er,„mit so vielem Glück für ihre eigenen Finanzen operieren, wes- halb sollten sie da nicht auch einmal für mich und meinen Staats- Haushalt eine glückliche Hand zeigen?" So kam es, daß der Kurfürst, der ratlos vor einem gewaltigen Defizit in der Kasse stand, mit Lippold, einem Sohne des nach Berlin ausgewanderten Prager Juden chluchim, bekannt wurde, der ihm unter anderem eine bessere Einrichtung der kurfürstlichen Münze auseinandersetzte, die dem kurfürstlichen Säckel gang erheb- liche Vorteile sichern sollt«. Nach kurzen Unterhandlungen trat Lippold als Kämmerer und Münzmeister in die Dienste Joachim II. und wurde, je öfter er dem Kurfürsten aus dringenden Verlegen- heilen half, eine um so bedeutender« und einflußreichere Person- lichkeit in Berlin. Am Hofe und in der Stadt sah man es aber nur mit Wider- willen, daß plötzlich ein Jude zu so hohem Ansehen gelangt war. Unklugerweise nährte der Finonzgewaltige diesen Widerwillen gegen seine Person selbst noch auf das kräftigste. Es war ihm z. B. eine besondere Genugtuung, hochgestellte Persönlichkeiten des kurfürst- liehen Hofes seine Macht fühlen zu lassen. Die hohen Herren mußten schweigend ihren Groll hinunterschlucken, wenn sie der Jude wie Bediente stundenlang im Vorzimmer des Kurfürsten aus Audienz warten ließ. Wie die Verhältnisse lagen, waren si« ohnmächtig gegen den Günstling,„sintemalen" sich die meisten von ihnen durch allerhand finanzielle Transaktionen schon von selbst in die Hände des Hofbankiers gespielt hatten. Lippold machte nämlich neben seiner Staatsstellung auch auf eigene Rechnung Geschäfte. So hatte er auch ein für damalige Zeiten ganz großartiges Lombardunter- nehmen aufgezogen. Unter den Versatzzetteln, die zum großen Teile noch vorhanden sind, findet man die ersten Namen adligen und bür- gerlichen Standes. Selbst ein Bürgermeister von Berlin ist darunter. Einen Schachzug Lippolds verübelten ihm die damals noch sehr wohlhabenden Spitzen der Berliner Bürgerschaft ganz besonders. Der Kurfürst hatte nämlich, um Metall sür die Münze herbei- zuschaffen— wahrscheinlich über des Münzmeisters Rat— den Befehl an die Bürger Berlins ergehen lassen, alle ihre alten Münzen gegen Bezahlung des vollen Wertes abzuliefern. Da aber nur wenige, namentlich unter den Reicheren, dem Befehl Folge leisteten, erschien eines Tages plötzlich Lippold in den Häusern von achtzehn der vornehmsten Bürger in Begleitung kursürsllicher Trabanten, legte den Erschrockenen den Handbefehl des Kurfürsten vor und erzwang so gegen Schadenersatz die Auslieferung alles vor- handenen gemünzten Geldes älteren und fremden Gepräges. Daß ein so gewaltsamer Eingriff in die Rechte und das Eigentum an- aesthener Bürger selbst in jenen beschränkten Z«iten des fürstlichen Absolutismus viel Aufregung und böses Blut machte, ist ebensowenig zu oerwundern, wie daß dem Kurfürsten keine Schuld dafür auf- gebürdet wurde. Man grollte dem Juden Lippold, den man mit Recht oder Unrecht als den alleinigen Urheber des ganzen beleidi- genden Ungemachs ansah. Aber auch der Haß der eigenen Glaubensgenossen traf ihn. Man hatte ihm wider seinen Willen die Einzlehu7K> der Judensteuer aufgehalst. Zu scharfsichtig und auch wirtlich seinem Herrn viel zu ergeben und treu, lkß er sich auch gegenüber seinen Glaubens- brüdern zu keiner allzu großen Nachsicht hinreißen. Man vergaß ihm. daß es seiner Fürsprache gelungen war. die> ährlich« Juden- steuer um ein Erhebliches zu erniedrigen. Härte war'hm fremd. Wo«r wirklich Not frmd. oerfuhr er sehr milde. Aus der Unter- suchung gegen chn geht hervor, daß er bei einer Steuereinhebung einen Ausfall von mehreren hundert Gulden hatte, die er von den Asrmsten seiner Stammesbrüder nicht hatte eintreiben können. Dem Kurfürsten gegenüber deckte er aber diesen Ausfall aus eigener Tasckie. So war das Jahr 1571 herangerückt, ohne daß man gegen den Juden Lippold offen hgtte vorgehen kömen. Am 2. Januar war der Kurfürst auf der Wolfsjagd gewesen, hatte darauf mit seinen Räten zu Abend gespeist und beim Zubettgehen Noch seberzend zu Lippold, der ihn um einige Quittungen für bezahlte Gelder bat, gesagt ob er s«lbst nicht die beste Quittung sei? Dann hatte er sich einen Becher MMoasier von demselben als Schlaftrunk reicben lassen und sich zur Ruhe begeben. Um Mitternacht ward er plötzlich von heftigem Fieber und Bek'emmungen geweckt, und ehe sein Leib- arzt Dr. Lutber, ein Sohn Martin Luthers, herbeieilte, war der Kurfürst eine Leiche. Es ergab sich, daß Joachim eine von der Rose herrührend« offene Verletzung am Fuße hatte heilen lassen; eine vlötzlich« Infektion durch irgendein giftiges Wundermittel mochte die Todesursache bilden. Die vertrauten Räte des Herrschers eilten von dessen Sterbe- bette bestürzt noch Haus«. Sie abnten alle, daß es mit ihrer Stcl- lung. mit chrem Glück vorbei sei. Keiner aber war durch den Todes- fall so niedergeschmettert wie Lippold. Er wußte, daß er in einer Nacht alles verloren hatte. Er kannte die Erbitterung seiner Feinde, den Haß und die Strenge des neuen Herrschers, des Kurfürsten Johann Georg. Schon am anderen Morgen wurden denn auch die vertrautesten Mte Ioaehims und der Hofjude Lippold verhaftet. . Kaum hatte der Pöbel vernommen, daß der Kurfürst tot und der Jude Lippold verhaftet sei. als der lange, heinilich genährte Haß gegen die Juden in unerhörter Weise ofsen�ausbrach. Man plünderte die Synagoge in der Klosterstraße, stürmte die Häuser der reicheren Juden und mißhandelte in rohester Weile all« Mit- glieder dieser unglücklichen Gemeinde. Niemand verteidigte sie gegen die gemeine Brutalität, der einzige Beschützer, gegen den sie selbst »st mehr als undankbar gewesen waren, lag im Kerker. Auf Milde und Nachsicht konnte Lippold bei seinen Richtern nicht rechnen. Wenn er sich nicht auf die Gerechtigkeit seiner Sache verlassen konnte, war er unrettbar verloren. Die Richter, welche Johann Georg über den verhaßten Mann eingesetzt hatte, verfuhren zwar rücksichtslos, aber sie waren, wie der Präsident des Gerichts- Hofes, der Geheime Rat von Arnim, Ehrenmänner nach den Be- griffen ihrer Zeit. Mit einer außerordentlichen Genauigkeit unter- suchten sie die Rechnungsbücher Lippolds, die trotz ihrer muster- hasten Ordnung nur schwer entziffert werden konnten, da sie hebräisch geschrieben waren; vollständig wurden sie erst durch einen vereidigten Juden enträtselt. Aber alles, was der Gerichtshof darin fand— und der Geschichtsforscher noch heute darin findet, denn sie sind unversehrt auf die Nachwelt gekommen—, war nur das Lob Lippolds, daß er die Ausgaben des Kurfürsten mit größter Gewissenhaftigkeit, oft sogar mit heftigen Aeußerungen der Mißbilli- gung(wenn sie die Liebschaften desselben betrafen!) aufgezeichnet hatte. Nirgends eine Spur von Veruntreuung! Ja, aus den Münz- rechnungen ergab sich, daß der Jude noch 1700 Gulden von der Staatskasse zu fordern habe, und der kurfürstliche Kammerknecht Matthias erklärte noch dazu, daß Lippold in seiner Anwesenheit zu verschiedenen Malen dem Kurfürsten Geldsummen ohne Quit- tungen ausgehändigt hätte. Der Hobe Gerichtshof konnte nicht umhin, den Angeklagten von der Beschuldigung der Veruntreuung und Unterschlagung freizu- sprechen. Man entließ ihn bedingungsweise in seine Wohnung nach der Stralauer Straß«, wo er von der Bürgerschaft auf das schärfste überwacht wurde, und wandte sich mangels Gewichtigerem dem Lippoldfchen Lombardunternehmen zu. Alle Bersatzobjette gab man den ehemaligen Besitzern unentgeltlich zurück, wobei edler Herr sein Eigentum glatt verleugnen mußte... Es dauerte aber nicht sehr lange, da vernahmen die in der Stralauer Straße Wache haltenden B'-rger, wie Lippold mit feiner Gattin Magdalena einen häuslichen Streit ausfo-ht. Seine Frau nannte ihn dabei einen bösen Schelm, und„er führe mit seinem Zauberbüchlein allerlei Teufelskünste aus, wofür er längst den Tod verdient hätte". Schnurstracks hinterbrachte man dies dem Kur- fllrsten, der auch nichts Elligeres zu tun hatte, als den frei- gesprochenen Juden wieder in Ketten zu legen, um chn strengeren Richtern zu überantworten. Nach der hochnotpeinlichen Gerichtsordnung Karls V. genügte die Anklage der Zauberei, um Geständnisse durch, die Foller zu er» zwingen. Die neuen Richter Lippolds glaubten sich dazu um so berechtigter, als man bei dem Angeklagten ein hebräisches Buch vorfand, das Rezepte zur Ausführung von allerlei Kunststücken enthielt. Unter den furchtbaren Folterqualen gestand der schwächllch« Mann bald zu, daß er in Zauberkünsten erfahren sei und durch dieselben den toten Kurfürsten ganz für sich eingenommen habe. Es war nun auch naheliegend, den Gefolterten wegen des plötzlichen Todes seines Herrn„peinlich" zu befragen. Lippold, nur um den ungeheuerlichen, zwecklosen Qualen zu entgehen, erklärte glatt heraus, er habe den Kurfürsten natürlich vergiftet, und zwar mit Muskatöl, Hüttenrauch und dlercurius sublirnatus. Selbst wenn der Befund des Leibarztes Dr. Paul Luther, der die Todesursache auf die Fußverletzung zurückführte, nicht vorhanden gewesen wäre, mühte man sich immer noch fragen, wo in aller Wett im Tode des Kurfürsten der Vortest für den armen Juden gelegen hätte. Seine ganze Hoffnung beruhte auf dem Leben des Herrschers, der chn gegen seine Feinde und vor allen Dingen gegen die Ränke des Thronfolgers schützen konnte. Trotz alledem verschlossen die Richter chr Ohr jedem Verrrunft- gründe und beriefen sich auf das Gesetz. Als aber der Jude sein Bekenntnis öffentlich ablegen sollte, leugnete er wieder alles. Schorf- richter Balzar folterte chn daraufhin dermaßen, daß er erst wied«r durch Wein zu sich gebracht werden mußte, wofür der Scharfrichter von einem.chocherleuchteten Judicium" sehr gelobt wurde,„daß er seine Sache so gut gemacht habe". Natürlich gestand der Gepeinigte unter diesen Qualen alles wieder, was die Richter oerlangten. Er wurde rechtskräftig zum Tode durch das Rad verurteilt und nach der Chronik der Kölner Stadtschreiber am 28. Januar 1373„mit glühenden Zangen gezwackt, darnach von untenausf geredert, volgents geviertelt, vor jedem Thore«in Viertel aufgehenkt, das Haupt uff S. Georgens Thor gestockt, das Eingeweide sampt seinem Zauberbuche gen Himmel mit Feuer geschicket". Als dabei gar eine große Maus unter dem Gerüst heroorrannte, da glaubte man fest, das sei der Teufel, der in Lippold gewohnt und nicht mit Hab« verbrennen wollen. Das Ber- morttjj 4- mögen Lippolds wurde vom Kurfürsten bis auf taufend Taler für Gerichtskosten eingezogen, welche die Witwe des ehemaligen Hof- kiimmerers und Münzmeisters zugesprochen erhielt. Sie eilte aber vor den Thron des damaligen Kaiser Max II. und bat chn um Hilfe gegen den Richterspruch. Max II. war milder alz seine Zell. Er schrieb an den Kur- 1 surften und forderte chn auf, die Witwe des Juden nicht ungerecht zu behandeln. Der Kurfürst antwortete chm aber ziemlich brüsk „er wünsche nicht weller in dieser Sache behelligt zu werden; die Magdalena Lippold habe dem Hingerichteten selbst sein« Teufels- künste vorgehalten, und der Jude habe selbst gestanden, daß er den Kurfürsten Joachim mit einem darzu sonderlich zugerichteten Trank davongeholsen." Und die Witwe bekam nicht ihr Recht. In das Schicksal des unglücklichen Lippold wurden nun auch die übrigen Juden der Mark hineingezogen. Sie mußten zum zweiten Male innerhalb eines Jahrhunderts den Wandersivb er- greifen und Brandenburg verlassen. gerdtand: ,/lrl*ellslo|er fcliullcl Am Abend war er endlich aufgestanden. Er fühlte sich so matt und elend, hatte ein Ziehen und Zerren an allen Gliedern... Das ivar nicht nur Hunger. Er war wohl krank. Er hatte den ganzen Tag gelegen, die weiche Wärme des Betts ausgekostet. Bald wird er auf Bretterbänken nächtigen. An» Abend schließlich, als es dunkel war und draußen Licht wurde, hatten ihn die Gedanken hoch- getrieben. Man soll nicht denken. Man soll sich treiben lassen, wenn man arbeitslos, von der Krankenkasse ausgesteuert und bereits im Stadium der Apathie und Gleichgült pk eil ist. Er zog sich an. Er machte Licht. Trat ans Fenster. Die Aus- lagen der kümmsrfichsu Läden dieser Gegend waren in gelbes Funzellicht getaucht. Er öffnete das Fenster. Di« Kätte schlug ihm hart ins Gesicht. Cr hatte Durst nach einer Zigarette. Hunger nach warmer, seidiger Frauenhaut. Dann ging er durch das oerrvahrloste Zimmer, inuncr auf und ab. Auf und ab. Im W'nkel lagen einig? Zeitschriften und der alte Holzkasten, der„Rad'oapparat". Er hätte die Leitungen schon längst zerstören müssen Er hatte die Rundfunkgebühr nicht bezahlt. Aber es er- forderte nur wenige Griffe, dann funktionierte der Detektor wieder Morgen oder übermorgen oder in einem Jahr wird der Beamte kommen, um sich zu überzeugen, daß die Leitungen zerstört sind. Es war so egal. Morgen oder übermorgen oder in einem Jahr... Arbeitslos, ausgesteuert. Aber das Schlimmste war; er brachte den Mut zur Schamlosigkeit nicht mehr auf, bekam es nicht mehr fertig, feine gewesene Freundin beispielsweise, die mit einem Bäckermeister verheiratet war, heimzusuchen! lind von den sturen Wänden grinste das Verbrechen! Cr nahm eine Zeitschrift vom Boden auf. Es war eine von der Sorte, die die biederen Hausfrauen die gern auf„mondain" machen würden, gierig oerschlingen, weil in»er- schiedenen Rubriken, so bei„Aus der Gesellschaft" neckischcrweise aus der Schule geplaudert wird... Er blätterte darin, und fein Bück blieb an einem Photo haften, das„Auffahrt vor dem neuen Ballhaus" untertitelt war. Dann warf er das Blatt in die Ecke zurück und ging hinaus, hinunter, die Slraßen enllang, immer weiter und weiter.. Dann stand er vor jenem Ballhaus, zu dem es ihn getreben. Eine Sucht packte ihn nach parfümierter Haut, nach dem Dust zarten Puders, nach kitzelnden Löckchen, nach peitschender, wühlender Musik. nach scharfen, ätzenden Schnäpsen, nach weichen, streichelnden. schlanken, weißen Frauenhänden. So hungrig war er. daß diese Sucht ihm quälende, süße Wollust berellete, so müde war er, daß er tanzen, sich tottanzen wollte... Aber er öffnete nur d«n Schlag der Autos, die vor dem Luxus- pakast hielten, fowett sie der galonierte Portier nicht erreichen konnte. Er stand da mll hängenden Schullern. Und mancher Blick streifte chn fast ängstlich und scheu. Musik klang heraus. Akkorde und Synkopen, die sich aus der schwülen Wärme der Bars und Säle durch die Türen verirrten, schienen gleichsam in der Kälte zu erstarren und zu schrillen Disso- nanzen zu werden, die die AutoHupen in die Gosse bellten, ehe sie verendeten Auch der Duft der gesalbten Frauen unter den schneeigen Pelzen schien sekundenlang noch in der Luft zu stehen und ranzig zu werden... Der Arbellslose bettelte mit penetranter Aufdringlichkell. Man gab ihm, was man gerade bei sich hotte, um ihn los zu sein!-- —-- Als er heimkommt in seine verwahrloste Stube, rst er nahezu satt. Er hat gegessen und getrunken. Hat noch etws Geld übrigbehalten Cr ist aus dem Stadium der Gleichgültigkeit in da» Stadium des Verbrechens hinübergewechselt. Viele machen schon vorher Schluß. Di« Tttrstlossgkett her Stube überwälligt ihn wieder. Er tritt ans Fenster. Nacht, nichts Wetter.. Aus der Cckdeftills kommt Kreischen. Zwei Betrunkene torkeln die Straße entlang Ein grelles Mädck«n trottet.. Da schließt er das Radio an. Er macht sich strafbar und weiß es Tanzmusik wird gesendet. Tanzmusik aus jenem Ballhaus, vor dessen Portal er vorhin die Autos geöffnet. Er träumt... Sieht sich mit einer jener Luxuesrauen beim Sekt. Sie tanzt vor ihm, nackt. Cr nimmt sie, versinkt... Er träumt mit dem Kopfhöhrer an den Obren. Sitzt in der musfeligen Stube, die ihm vor Stunden noch dos Paradies bedeutet, hört Tanzmusik, und jäh erwachen d'« Wünsch« in ihm. Was es da gibt, wo die Banjos lullen, die Sarophone plärren, das Lachen moussiert, das will er alles haben; die Frauen. das Geld, Sekt. Musik.. Will dabei sein! Das Stadium der Gleichgültigkeit ist vorbei, das viele nicht überstehen, in dem die meisten Arb-itslolen verharren. Blutrot lockt das Verbrechen... Do trifft ihn die Stimme des Ansagers:„Wir machen eine Pause von zehn Minuten und senden die neuesten Tagesnachrichten!" Dann schlägt die Spreckerst nime unvermittelt, hart an lein Ohr:„Der Rucks tag hat bescklollen.. Wi« aus Japan gemelkt wird... Di« Arbeitelosenziffer steigt.. In der Zkstraße verübte ein Ehepaar Selbstmord..." Der Arbeitelose schallet aus... Am-rlkanlsche Reklame. Nach einer Statistik die in„Chik oo Tribüne" mllgeteilt wird, steh, unter den Firmen, die g oß Tum- men für Zeitungsmserate au geben, an erster Stell. For ii einer Summe, die sich jede; Jahr auf 3,2 Millionen Dolla- läuft, und an zweiter S elle Studebaker mit? 3 Millionen. D'e 93 größten Firmen der Vereinigten Staaten geben ziisannnen ä'-r- lich über 856 Millionen Dollar iür Zeitungsinserate aus und 46 Millionen für Inserate in Zei schrlften. Eine Verchrmn- lrt hierbei ergeben, daß unter 33 Zeitschriften jede einzelne jäh-üch 1,4 Millionen Dollar allein von diesen Firmen an Inseraten- gebühren einnimmt. Rlaue Korallen, die sehr ielten sind, findet man in der Benin» bucht, an der Küste von Westafrika. l-teuk von 3-7 Uhr geöffneh v# Verkauf nur Berlin CZ Spandauer Straß e 32