Nr. 107. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Biertels jährlich 8,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret tn's Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Bfg. Post- Abonnement: 8,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzs band: Deutschland u. Desterreich Ungarn 2 M., für das übrige Ausland 3 Mt. pr. Monat. Eingetr. tn der Post Zeitungs- Preisliste für 1896 unter Nr. 7277. = Vorwärts 13. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitgeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Berfammlungs- Anzeigen 20 Bfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508 Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlin". Berliner Volksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Freitag, den 8. Mai 1896. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. 90350 Der Tribut an die Hausbeliker. den man Jahr aus Jahr ein an den Hausbefizer zu bezahlen ist er gefunten. Neben der direkten Ausbeutung des Arbeiters, die hat. Ein Viertel des Einkommens geht durchschnittlich an darin besteht, daß der Arbeiter einen Lohn bekommt, der hinter diesen ab. Das hindert ihn freilich nicht, seinerseits einen dem von ihm produzirten Werth weit zurücksteht, giebt es in der Mordsspektakel zu erheben, wenn die Grundsteuer oder die Eins tapitalistischen Gesellschaft noch zahlreiche Formen der indiretten, tommensteuer auch nur um den Bruchtheil eines Prozentes er deshalb jedoch nicht minder wirksamen Ausbeutung der Arbeiter- höht werden! Klasse. Und die schamloseste und brutalfte der mittelbaren Ausbeutungsformen ist zweifellos der Tribut, der an den städtischen Hausherrn zu entrichten ist. Man sieht, feine Steuer ist so drückend, als diefer Tribut, gewachsen, bei den höheren Ginkommensklassen dagegen Der Miethszins besteht allerdings zum theil aus einer Entlohnung der Kosten der Erbauung und des Unterhalts des Hauses, aber nur zu einem winzig geringen Theil. In der Hauptsache aber ist der Miethszins feine Vergütung für irgend welche geleistete Arbeit, sondern einfach eine Rente, die der Grundherr bezieht resp. die er den Miethern auferlegt, einfach traft feines Privateigenthum 3 an dem Landesstück, auf welchem das Haus gebaut worden ist. Die Wohnungen der Armen werden mit der Zeit theurer, die Wohnungen der Reichen dagegen billiger. Der Reiche hat eben eine größere Auswahl. Er ist weniger auf eine bestimmte Stadt gegend verwiesen. Die Reichen wohnen nicht so zusammens gedrängt. Man kann deshalb dem Reichen die Miethe nicht so Während diefes Zeitraums von 12 Jahren hat sich die all leicht steigern. Den Armen aber preßt der Grundbesitzer nach gemeine Miethssumme um rund 60 pCt. vermehrt. Der durch Belieben aus. Er drückt ihn thatsächlich schonungslos bis zur schnittliche auf jeden Einwohner beruhende Miethszins zeigt eine letzten Möglichkeit. Und so sehen wir auch, daß je Steigerung um 14 pCt. Das letztere beweist, daß die Wohnungen geringer das Einkommen, desto größer und theuerer geworden sind, es bedeutet also eine Steigerung der regelmäßiger die Steigerung der Miethe. reinen Grundrente. Um jedoch diese Steigerung zu meffen, genügen Wie recht hatte Mary, als er die oben angeführten Worte selbstverständlich allgemeine Durchschnittszahlen nicht, sondern man schrieb:„ Das Elend ist für die Hausrente eine mußte die Miethspreise für jede einzelne Stadtgegend im be- ergiebigere Quelle, als die Bergwerte von sonderen vergleichen und die Wohnungen nach ihrem Werth Potosi je für Spanien waren!" unterscheiden. Aus analogen Gründen zeigen auch die Prozentsätze in der Rubrit 4 nur das allgemeine Verhältniß und nicht die EntR. Marr äußert sich im dritten Band seines Kapital" folgendermaßen über diese Rente, die Baustellenrente, wickelung an. wie er fie nennt: Die von uns angeführte Statistit enthält aber noch eine andere Uebersicht, die einen tieferen Einblick in die einschlägigen Verhältnisse erlaubt Wir theilen sie deshalb an dieser Stelle mit. Einkommensklassen: Das Verhältniß zwischen Einkommen und Miethe nach Einfommenstlaffen in den Jahren 1868, 1874, 1882 und 1891: Es betrug die Miethe in Prozent des nebenstehenden Einkommens in den Jahren: 1874 1882 1891 20,90 23,51 24,74 21,13 18,94 22,22 20,88 19,50 22,09 19,45 19,21 18,78 20,81 19,59 19,03 17,90 19,15 19,28 18,17 18,03 18,71 17,38 17,22 17,88 Es zeichnet sich diese Rente aus erstens durch den überwiegenden Einfluß, den hier die Lage ausübt, zweitens durch die Handgreiflichkeit der gänzlichen Paffivität des Eigenthümers, Deffen Aktivität blos darin besteht, den Fortschritt der gesellschaftlichen Entwicklung auszubeuten, zu dem er nichts bei trägt und bei dem er nichts ristirt, wie doch der in dustrielle Kapitalist thut, und endlich durch das Vorwiegen des Monopolpreises in vielen Fällen, speziell der scham= lofesten Ausbeutung des Elends( denn das Elend ift für die Hausrente eine ergiebigere Quelle als die Bergwerke von Potost je für Spanien waren) Von 600 bis 1200 m. und die ungeheuere Macht, die dies Grundeigenthum giebt, wenn Ueber 1200 1800 es mit dem industriellen Kapital in derselben Hand vereinigt, 1800 biefes befähigt, die Arbeiter im Kampf um den Arbeitslohn Ueber 24C0 praktisch von der Erde als ihrem Wohnfiz auszuschließen. Ein Theil der Gesellschaft verlangt hier von dem anderen einen Tribut für das Recht, die Erde bewohnen zu dürfen, wie überhaupt im Grundeigenthum das Recht der Eigenthümer eingeschlossen ist, den Erdkörper, die Eingeweide der Erde, die Luft und damit die Erhaltung und die Entwicklung des Lebens zu exploitiren." Im Jahre Es betrug der Miethswerth im Ganzen auf einen Einwohner 1868 18,77 19,89 " 2400 # 20.27 " " 3000 " 3000 " " 3600 4200 3600 4200 " " 4800 18,89 " 4800 " " " " 6000 18,55 17,35 18,38 17,71 " 6000 12 000 15,99 15,48 16,72 " " " 12 000 30 000 11,51 10,75 12,23 " " " 30 000 60 000 " " " 60 000. 6,68 3,72 7,44 3,78 8,08 3,87 13,12 10,38 6,21 3,05 " Politische Webersicht. Berlin, 7. Mai. Der Reichstag berieth heute den Gefeßentwurf zur Bekämpfung des un lauteren Wettbewerbs in dritter Lesung; die Gesammtabstimmung mußte noch ausgesetzt werden, weil in der dritten Lesung Aenderungen, beschlossen wurden. Die Vertreter unserer Partei sind, obgleich ihnen der Zweck des Gesezes von Anfang an durchaus sympathisch war, in der Schlußabstimmung gegen das Gesetz zu stimmen genöthigt, weil sein§ 9, der mit jenem Ziveck übrigens gar nichts zu thun hat, das Gesetz zu einem Klassens und Ausnahmegesez gegen die Handels- Ans Genosse Singer präzisirte diese gestellten macht. Gründe namens der Partei und widerlegte die erhobenen Einwände. Der erwähnte Paragraph, den der Zentrums Abgeordnete Roeren sehr unglücklich vertheidigte, fand übrigens nur eine fuappe Mehrheit, die anfangs fogar zweifelhaft erschien. Ueber das ebenfalls zur dritten Berathung stehende Genossenschaftsgesetz ents spann sich noch einmal eine lebhafte Debatte, da die Abs geordneten Schneider( frs. Vp.) und Wurm in letter Eine hübsche statistische Illustration zu diesen Ausführungen giebt die neueste Publikation der Statistik des Je größer das Einkommen, desto geringer relativ die Stunde den Versuch machten, die Mehrheit zum Maßhalten Hamburgischen Staats" in einer Zusammenstellung über Ausgabe für Wohnung. Das ist ein altbekannter Satz, der auch in dem Kampfe gegen die Konsumvereine zu bewegen. das Verhältniß zwischen Einkommen und Miethe". Wir geben in der mitgetheilten Tabelle mit aller wünschenswerthen Regel- Wurm kennzeichnete die Tendenz des Gesetzes dahin, dem daraus zunächst folgende allgemeine Zahlen: mäßigkeit zum Ausdruck kommt. Je geringer das Einkommen, Mittelstande zu helfen auf Kosten der noch weit mehr beein desto größerer Theil von ihm geht an den Grundbesiger drängten Arbeiterklasse. Einen Heiterkeitserfolg erzielte ab. Der Miethszins gleicht einer Einkommenssteuer mit einer der fächsische Rittergutsbesitzer Sachße, der mit Stentornach unten steigenden Progression. Wie exorbitant der stimme alle" guden Badrioden" aufforderte, der in pet. des Unterschied, erkennt man aber erst, wenn man die ganz großen sozialdemokratischen Agidazion" in den Konsumvereinen" Einkommen berücksichtigt. In den Hamburger Zahlen sind die entgegenzutreten, und in diesem diesem Sinne auch das letzten Extreme diese: Einkommen von 700 M. zahlt 26,45 pCt. Wlietbzius, Einkommen von 496.500 m. dagegen 1,03 pet. Die Gesetz als ein Gebot des Patriotismus hinstellte. Nach Steigerung ist also wie 1 zu 26. Wollte der Staat eine solche dem Reichstagshandbuche hat der Mann an drei Uni Progression bei einer wirklichen Einkommensteuer mit einer versitäten Nationalökonomie studirt; davon läßt er sich aber Steigerung nach oben einführen, so würden die Kapitalisten nichts merken. Das Gesetz ging unverändert durch. Ebenso Himmel und Erde gegen diesen Staat in Bewegung setzen! in zweiter Lesung das Gesez betreffend den Abgabentarif Wie die Wohnungen beschaffen sind, für die der Arbeiter für den Nord- Ostsee Kanal, bei welchem von unserer soviel ausgeben muß, darüber braucht man kein Wort zu Seite Gen. Moltenbuhr das Wort nahm. Der Reichs20 20 Einkommens Mart 1881 60 732 000 149 24,17 1882 62 666 000 149 23,41 1883 64 269 000 149 23,34 1884 66 704 000 150 23,65 1885 69 007 000 151 24,47 1886 71 457 000 153 25,13 1887 75 119 000 157 25,13 1888 81 223 000 164 25,03 1889 87 861 000 170 23,59 1890 92 463 000, 170 22,70 1891 96 399 000 170 22,31 1892 98 980 000 170 Tene. 23,36 verlieren. 0 Aber am meisten fennzeichnend ist die Entwidelung, tag war übrigens nicht in beschlußfähiger Auzahl ver welche die Hamburger Miethspreise durchgemacht haben. Die sammelt. Tabelle zerfällt klar in zwei Theile: in den Einkommensklassen Morgen: Anti- Impf- Antrag, Anträge Colbus und bis infl. 8000 m. ist der Prozentiaß des Mietbszinses feit 1868 Auer betreffend Einführung des Reichspreßgesezes in Elsaß( Nachdruck verboten.) der Andern, und eine alte Schreibtafel schüttelte und rüttelte er, daß die Papiere in der halben Stube herumflogen, und dann brach er los: Roman von Nicolaus Krauß. " Nix! Nix! Nig! Alles is hin!' s Geld, und die ganze Gersten. Net ein luckerten Pfennig hab' ich mehr zum Zech zahlen." Auf einmal riß er seine silberne Spindeluhr sammt der Rette hervor: Mud, nimmst D' sie für zehn Gulden?" Der Angesprochene wurde ganz blau vor Zorn. dank', Streicher. So was machen Knecht, aber und Noch einmal widersprach der junge Bauer. Sei denn sein Handschlag. gar nichts werth? Der Streicher- Hof gehöre ja jetzt ihm, ganz allein, die Alten seien ja schon in den Auszug gangen. " Js alles gut," meinte der Alte, aber weißt D', was Schriftliches ist mir halt doch lieber, von wegen Leben und Sterben... Schreib nur!" Und der Streicher schrieb Wort für Wort, wie es ihm der Hetich vorsagte. Als er seinen Namen unter das Schriftstück gesetzt, athmete er auf; die Arbeit war ihm saurer geworden als ein Tag dreschen. Der Alte las noch einmal den Schuldschein, faltete ihn zusammen und steckte Wirth, einen großen Bittern" zum Auffrischen!" Die Bank übernahm der Markgraf. Man sagte ihm nach, daß er beim Spiel nach zwei verschiedenen Seiten hin sehen könne. Außerdem war er ein ruhiger Spieler und er hatte Geld genug, um aushalten" zu können. Den Streicher- Franz hatte der Schnaps etwas munter gemacht, er versuchte es eine zeitlang nicht ohne Glück, System in sein Spiel zu bringen, verdoppelte die Einfäße, wenn er gewonnen, kehrte, sobald er verloren, zu möglichst niedrigen net Bauern Einsätzen zurüd. Aber bald ließ die künstlich erzwungene Da fiel der junge Bauer wie gebrochen auf seinen ihn in ein besonderes Fach seiner Brieftasche. Dann zog Auffrischung" nach. Das Spiel lag jetzt mitten auf dem Stuhl zurück starrte mit brennenden Augen er vier Hunderter hervor, beäugte jeden Schein noch einTisch, und jeder nahm sich seine Karten selbst. Der junge vor sich hin, während das Spiel ruhig ruhig weiter mal genau, fast liebevoll, und schob dann das Geld dem Bauer war so ins Bittern gekommen, daß er ein um das ging, als wäre nichts geschehen. jungen Bauer zu mit einem schmerzlichen Ausdruck im andere mal zwei Blätter statt eines abhob. Dadurch wurde Der Wirth hatte den Jubalt der" Pinke" in seine Gesicht. den Andern der Rauf" verdorben. Der Markgraf legte Tasche geleert und war schlafen gegangen. Im Zimmer Da... Ich hab' nix dawider, wennst weiter spielst; plötzlich beide Arme übereinander auf den Tisch. war außer den Spielern nur noch die Lene. Sie hing bei aber von mir kriegst nig mehr, bis D'' s Alte abzahlt der Thür auf einem Stuhl; wenn man sie antief, taumelte hast..." fie aus ihrem Halbschlaf auf und brachte ein Glas Bier. Als der Streicher- Franz Geld in seiner Tasche spürte, Der Hetsch hatte die Stube verlassen; sofort war der junge wurde er beinahe wieder nüchtern. Er setzte sich wieder zu Streicher hinter ihm her. Die Zurückgebliebenen ver- den andern und forderte ein Blatt vom Banthalter. Und nahmen vom Vorhaus zwei Stimmen, eine stoßweis keiner der Mitspieler verlor ein Wort darüber, auf welche bittende, und eine, die erst brummig abweisend Weise derjenige, der noch vor kurzer Zeit alle Taschen um antwortete, allmälig aber einleukte. Nach einigen Minuten gekehrt, so schnell zu Geld gekommen. kam der Streicher wieder ins Zimmer und zog die Lene mit sich fort. Jetzt wußten die Bauern, wie viel es geschlagen hatte, ruhig spielten sie weiter. „ Ich hör auf. dös ist kein G'spiel mehr " Meinst epper, ich betrüg'?!" schrie der StreicherFranz; in seinen Augen glomm ein gelber Punkt auf. Dös hat kein Mensch b'haupt't", meinte der Hetsch. Aber wennst net mehr aufpassen kannst, wär's am g'scheid't'sten... " " Der junge Bauer knurrte etwas und nahm sich zu fammen. Und weiter ging das Spiel. Gegen Mitternacht fragte Muck, der die Bank hielt, zu dem jungen Bauer gewandt:„ Na?!?" Drüben im Schenkzimmer fragte der alte Hetsch die Lene: Habt's a Tinten?.. Ja?. Bring sie her, wir müssen Ein Blick kam ihm entgegen, wie von einem Hunde, der fürchtet, geprügelt zu werden. Der junge Bauer sprang auf die Füße und alle Taschen tehrte er um vor den Augen was Schriftlich's aufjezen"... " Um sechs Uhr früh wurde. die Wirthin geweckt. Sie mußte einen starten Kaffee kochen. Das Zimmer, in dem gespielt worden war, sah aus wie ein Saustall; der Boden starrte von Schmuß, weggeworfenen, zerkuautschten Zigarrenstümpfen, angeriffenen Zündhölzern, Tabalasche, ausgegossenem Tabaksaft und schmierigem Speichel. Als wäre sie mit Lothringen; Gesammtobstimmung über daS Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb.— Das prenstische' Abgeordnetenhaus genehmigte am Donnerstag in dritter Lesung den Gesetzentwurf betr. die Er- höhn na des Grundkapitals der Zentral- Genossenschaftskasse von 5 auf 20 Millionen sowie in zweiter Lesung den Gesetzentwurf betr. Abänderung deS Gesetzes über gemeinschaftliche Holzungen nach den Beschlüssen der Kommission. Hierauf trat das Haus in die Berathung des von den freikonservaliven Abgg. Brütt und Freiherrn v. Zedlitz eingebrachten Antrages, welcher die Staatsregierung auffordert, ihren Einfluß dahin geltend zu machen, daß von den Vorschläge n der Kommission für Arbeiterstatistrk betr. die Regelung der Verhältnisse der An- gestellten in offenen Ladengeschäften dem Vorschlag, daß offene Verkaufsstellen von ö Uhr abends bis 5 Uhr morgens für das Publikum geschlossen sein müsse», keine Folge gegeben wird. Mit dem Verlauf der heutigen Debatte kann die Sozialdemokratie nur zufrieden sein; sie zeigte wieder einmal klar und deutlich, daß diese„Volksvertretung" wohl ihre eigenen Interessen auf Kosten des arbeitenden Volkes wahrzunehmen versteht, daß sie aber den Proletariern auch nicht die geringste Vergünstigung zu theil werden lassen will, sondern im Gegentheil alle auch nur einigermaßen arbeitersreundlichen Bestrebungen entschieden be- kämpft, selbst wenn diese Pläne, wie es bei der vorliegenden Frage der Fall war, kaum über das Stadium der Erwägungen hinaus sind. Gegen den Antrag Zedlitz sprachen nur der Abg. Stötzel(Z.) und der keiner Fraktion angehörende Abg. St öcker, während sämmtliche anderen Redner in holder Eintracht sich dafür aussprachen. Wirklich stichhaltige Gründe wurden freilich von keiner Seite angeführt, man müßte denn den Grund, daß die Vorschläge der Kommission für Arbeiterstatistik abgelehnt werden müsse», weil sich die Sozialdemokratie dafür erwärmt, gelten lassen. Man erlebte heute das wunderbare Schauspiel, die Herren Richter und Stöcker, Brütt(fk.) und G o t h e i n(frs. Vg.) Arm in Arm zu sehen. Abg. Richter, der ausnahmsweise nicht im Namen seiner Partei, sondern nur für sich sprach, äußerte sich in einer Weise, die jeden in Erstaunen setzen mußte, der Richter's sonstigen sozialpolitischen Standpunkt kennt. Er erklärte näinlich, daß er die vielfach in Ladengeschästen hervortretenden Mißstände wohl anerkenne und daß der Achtuhrschluß auch vielen Besitzern sehr erwünscht sei; doch fei der geeignete Weg zur Abschaffung der Uebrlstände der Weg der Selbsthilfe, wie er in England ein- geschlagen fei. Die Methode, durch gesetzliche oder polizeiliche Maßnahmen Mißstände zu beseitigen, sei nur Wasser auf die Mühle der Sozialdemokratie. Da Richter auch die ganze sozial- politisch« Gesetzgebung seit den kaiserlichen Erlassen vom Februar 1890 in den Kreis seiner Betrachtungen zog, sah sich der Handelsminister Frhr. von Berlepsch zu einer Vertheidigung des Weges veranlaßt, den die Regierung seit jenem Erlaß betreten hat. Das zur Erörterung stehende Thema streifte der Minister nur kurz, er mußte sich aus die Erklärung beschränken, daß die Regierung sich mit dem Vorschlage der Kommission noch nicht befaßt habe und deshalb zu dem vor- liegenden Antrage keine Stellung nehmen könne. Im Laufe der Debatte wurde viel sozialpolitische Weisheit verzapft und ein hoher Grad von arbeiterfeindlicher Ge- sinnung an den Tag gelegt. Die Krone gebührt aber entschieden dem nationalliberalen Abgeordneten B u e ck, der sich mit dem- selben Recht als Freund der Arbeiterschutzgesetzgebung bekannte, wie sich neulich im Reichstage Graf Kanitz zur Erheiterung des Hauses als einen warmen Freund der Börse bezeichnet hatte. Der Redner ging scharf mit der Kommission für Arbeiterstatistik zu Gericht, die ganz„unter dem Einflüsse des Sozialdemokraten Molkenbuhr und des fast denselben Standpunkt vertretenden Abgeordneten Hitze vom Zentrum" stehe. Es schade den jungen Leuten nichts, wenn sie lange arbeiten, er kenne viele hervorragende Industrielle, die eine sehr schwere Lehrlingizeit durchgemacht und nur dadurch zu wohlhabenden Leuten sich emporgeschwungen hätten. Der lebhafte Beifall, der diesen Worten folgte, veranlaßte den Redner, einige weitere Prohen seiner sozialpolitischen Einsicht zum besten zu geben und sich gegen einen Maximalarbeitstag für erwachsene männliche Arbeiter zu erklären, da diese nicht zu den wirthschaftlich Schwachen gehörten. B u e ck zog auch die Maifeier in den Kreis seiner Erörterung und führte als warnendes Beispiel das Verhalten der Metallarbeiter an, die die ihnen für die Feier des ersten Mai auserlegte Strafe als Kontraktbruch aufgefaßt hätten und in den Lohn. kämpf getreten wären. Aehnlich war die Rede des Abg. Möller(natl.). der die Einführung eines Maximal- arbeitstages für erwachsene Arbeiter für eine Versündigung an der Nation erklärte, da es dem Arbeiter nur möglich sei, sich eniporzuschwingen, wenn man ihm Ueberstunden gestatte. Nach diesen Proben sozialpolitischer Weisheit ist es kein Wunder. daß der Antrag mit großer Mehrheit angenommen Syrup überzogen, klebte die Tischplatte von dem ver- schütteten Bier. Die Bauern verließen das WirthshauS und eilten nach verschiedenen Richtungen ihren Dörfern zu. Ueber das Sträßchen herüber kamen drei unter ihren schweren Milch- körben ächzende Mägde. Ehe sie nach dem Fußsteige ein- bogen, der nach der Stadt führte, stellten sie ihre Körbe auf den Wiesenschranken, um zu verschnaufen. Als der letzte Bauer außer GeHörweite war, Hub die Aelteste, ein derbknochiges Mädchen an: „Habt's g'seh'n, Moidla? Da waren d' größten Höf' vom ganzen Egerlande basamm. Na ja.. Gestern war Traidmarkt, und da haben s' halt wieder g'spielt bis in d' Früh... Na ja.. Z' thuen habn's ja nix. und Geld habn's a, mehr wie gnuach.. U' ihra alten Brummeisen daham...." Die anderen Mädchen kicherten, sie konnten sich die alten Bauernweiber, die ihre Gefährtin Brummeisen genannt, recht lebhaft vorstellen. .Das ich's aussag', Moidla. Sunst schind't der alte Hetsch die Laus um an Balg. Seine zwa Moidla san schon hübsch alte Zieg'n. Aber sie dürf'n net heirath'n, weil da Alt mit'n Geld net aussa will.„Uebergeb'n" thut da Glock'nstrick, hat er g'sagt. Aber zan Spielen hat er Geld... Na ja. Bei uns is ja a net anders. Arbeit'n kann ma ihnen nie z'viel. Aber wann ma was hab'n will, a Afbesserung oda sunst was, dann heißt's allweil:„Ja, Moidl, dös geiht net, mia verdeina ja selber nix." „Der junge Streicher aus unserm Dorf war a dabei," fuhr das jüngste der Mädchen, ein pralles, braunes Ding, fort..Der soll si nur in acht nehmen. Schon letzt mal hält' a bald kein Dienstboten kriegt!'S Brot is kaum z' anießen, und wenn a Dienstbol was va sein Lohn nnssahab'n will, muß er's erst bei der ganzen Freundschaft z'sanmborg'u. In all'n Wirthshäusern steht a af der Tafel. Meiner Seel, Moidla, denkts an mi, mit dean nimmt's nu a mal a schlechtes End Die Mägde nahmen ihre Körbe auf und wankten weiter, eine hinter der andern, zur Niederung hinab, wo sie in dem von der Eger aufstetgeuden Nebel ver- schwanden.--— (Fortsetzung folgt.) wurde. Daß außer dem Zentrum auch vereinzelte Konservative und Nationalliberale dagegen stimmten, ist lediglich dem Schluß- wort des Abg. K a r d o r s f zuzuschreiben, der erklärte, daß er stets ein Gegner der seit den Februarerlassen befolgten sozialen Gesetzgebung gewesen sei und aus diesem Grunde den Antrag milunterzeichnet habe. Freilag: Dritte Berathung des Richtergehälter- Gesetzes und der Kreditvorlage, sowie kleinere Vor- lagen. Die gestern von«ns erwähnte Verwarnung an die preußischen Beamten, daß sie ja die Politik der Regierung verfolgen sollen, soll unter der preußlsckien Beamtenschaft einen panischen Schrecken erregt haben. Was ist„die Politik der Regierung"? Hat der Zickzack-Kurs eine Politik? Wer es dem Zick recht machen will, stolpert über den Zack— und wer es dem Zack recht macht, ver- dirbt's mit dem Zick. Was ist da zu thun? Wir geben den unglücklichen Beamten den Rath, sich zu vereinigen nnd eine Gesammtbitte an die Regierung zu richten, sie solle doch das Geheimniß ihrer Politik ver- rathen, damit ein braver Beamter nicht straucheln müsse. Das wäre auch für das ganze Land von sehr großem Nutzen. Freilich, die armen Beamten dürfen sich ja nicht ver- einigen— sie haben nicht das Koalitionsrecht. Also— was thun?-— Ten Konservativen wird's doch etwas unbehaglich zu Muthe bei dem Eindruck, den ihr Verhalten beim Bäckerei- schütz hervorgerufen hat. Da die Zcntrumspartei dabei weit besser abschnitt, kehrt sich ihr Groll gegen diese Kon- kurrenten. Das Partei-Organ„Konservative Korrespondenz" stellt die unfreiwillig komische Behauptung auf, das Zentrum sei den Konservativen bei der Sozialreform„nur in der Fixigkeit über". Wir meinen, die Fixigkeit ist ganz auf feiten der Konservativen und Antisemiten, denn sie haben die Sozialreform schon beim ersten Hahnenschrei ver- leugnet.— Die Junkerpartei muß auf politischem Gebiete merkwürdig stoffarm sein. Die„Kreuz- Zeitung" behandelt heute in einem langen Leitartikel die Frage:„Konnte Marschall Bazaine im Jahre 1370 Frankreich retten?" Sie meint, daß er es sehr wohl gekonnt habe und daß er„an dem Riff einer Festung ge- scheitert" sei. Eine so hohe Genugthuung«s für uns ist, zu erfahren, daß unsere ursprüngliche Auffassung: Bazaine's Fall sei nicht rein militärischen Ursachen geschuldet, von dem Hauptorgan unserer Junker- und Militärpnrtei bestätigt wird, fo dächlen wir doch, für einen politischen Leitartikel gäbe es jetzt aktuellere Fragen. Oder greift man vielleicht so weit in die Ferne und in die Vergangenheit, um die Aufmerksamkeit von Vorgängen abzulenken, die sich in nächster Nähe und in brennendster Gegenwart voll- ziehen?— Ueber die Wahl des dritten Mai sucht die ganze französische Regierungspresse— das heißt jetzt die Presse aller reaktionären Parteien in Frankreich— systematisch falsche und irrige Auffassungen zu verbreiten. Die radikalen und sozialistischen Blätter werfen der Regie- rung mit vollem Recht vor, daß sie das Gesammtresultat der Wahl geflissentlich zu verdunkeln und das Urtheil des Publikums zu fälschen bestrebt sei. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß die Sozialisten und Radikalen am 3. Mai sehr bedeutende Erfolge gehabt haben und daß die Grundlage, auf welcher der Senat ruht, arg erschüttert worden ist. Die Stichwahlen werden dieses Resultat noch schärfer hervortreten lassen. Wie unehrlich die Gegner zu Werke gehen, um ihre Niederlage zu verschleiern, erhellt z. B. schlagend aus dem Unistand, daß sie behaupten, in P a r i s sei Alles beim Alten geblieben. Ja— infolge des Wählens nach kunst- voll im Interesse des Großkapitals abgezirkelten Kreisen, konnten den Reaktionären in Paris die paar Schlupf- winkel, die sie noch haben, nicht entrissen werden, aber das Gros der sozialistischen und radikalen Wähler hat sich in Paris seit den letzten Wahlen um 60 000 vermehrt. Das ist doch Fortschritt. Die Vogelstrauß-Politik, welche die französische Regie- rung mit dezug auf die Wahlen des 3. Mai treibt, hat beiläufig in dem Verhalten der deutschen Reichsregierung nach den Reichswahlen des Jahres 1893 ein Seitenstück. Damals hielt die Rcichsregierung bekanntlich ein halbes Jahr mit der Wahlstatistik zurück, um die fatale That- sache zu verbergen, daß über eine Million Stimmen mehr gegen die Militärvorlage, als für sie abgegeben worden sind. Ganz ebenso will die französische Regierung die That- fache des mächtigen Anwachsens der sozialistisch-radikalen Stimmen verdecken. Aber Thatsachen schafft man nicht aus der Welt, indem man sie todt schweigt.— * Deutsches Reich. — Mit einer Audienz beim Minister debütirt der Schutzverband gegen agrarische Uebergrisse. Bei dem Minister v. B ö t t i ch e r erschien am Sonnabend Herr Schräder als Führer einer Deputation, um die Gründe darzu- legen, die ein Verbot des Getreideterminhandels als schädigend für den Handel, für die Müllerei wie für die Landwirthschast erscheinen lassen. Herr v. Bötticher bat die Herren, die ihm mündlich vorgetragenen Gründe nochmals schriftlich zu über« reichen, auch das«st geschehen. Im Anlichambriren werden die agrarischen Junker den Kommerzienrälhen wohl noch die Stange halten können. Im politischen Leben bedarf es wirksamerer Mittel.- — Die Zentrums-Fraktion hat gestern ihr fünf- undzwanzigjähriges Jubiläum mit einem Bankett gefeiert. Wie das bei solchen Gelegenheiten üblich ist, schwamm die Versamm- lung in eitel Wohlbehagen. Kein geniaßregelter Zentrums- agrarier hat bei dem Bankett die Rolle von Banqno's Geist gespielt.— — Gegen den Pfarrer Kötzschke in Sangerhauscn, der sich an der Majestät König Stumm's versündigte und des- halb mit einem Disziplinarverfahren bedacht wurde. erkannte das Konsistorium auf Versetzung. Vorher hatle noch eine Versammlung dagegen proleftirl, daß das Konsistorium behauptet hatte, Kötzschke habe das Vertrauen seiner Gemeinde eingebüßt. Bei diesem Prolest werden es die braven Sanger- Häuser jetzt wohl bewenden lassen, trotzdem viele mit dem Aus- tritt aus der Landeskirche gedroht haben. Andere planen eine» „Fackelzug". Mit dieser Leistung wird dann wohl die Opposition sich ausgetobt haben.— — Der Genosse B ä ck e r m e i st e r Petzold in Löbtau bei Dresden sendet uns eine Erklärung gegen de» Abg. Vielhaben, der ihn in der Sitzung des Reichstags am 28. April in der Debatte über die Backereiverordnung des Bundes- raths verdächtigt hatte, der wir folgendes eninehmen: Herr Vielhaben balle hehauplet, Petzold liefere nur dem Löbtauer Konsumverein Brot, niemand sonst nehme Brot von ihm,„weil er von der Menge des BroteS die 10 pCt., die er dem Konsumverein gewähren muß, gleichfalls abzieht." Diese Behauptung ist u n w a h r. Petzold liefert dem Kon- sumverein nur Zwieback und geröstetes Mehl. und zwar, wie der Konsumverein offiziell bestäligt, für 120 bis 150 M. monatlich. Brot liefert er dem Konsumverein gar nicht, dagegen hat er in Löbtau 416 Familien, an die er Frühstückswaare verkauft. Weiter behauptete Herr Vielhaben, Petzold ließe Sonntags nicht arbeiten, weil er keinen Kuchen und dergleichen zu backen habe. Auch diese Behauptung ist u n w a h r. Petzold macht ein mindestens so großes Kuchengeschäft, wie seine Konkurrenten, er beendet aber die Kuchenbäckerei Sonntag früh 6 Uhr, wohin« gegen die Konkurrenz mindestens bis 6 Uhr bäckt. Ferner behauptet Herr Vielhaben, ein Geselle habe bei Petzold gearbeiiet, der ihn dem Obermeister als Leute« s ch i n d e r bezeichnet habe. Der Sachverhalt ist folgender: Am 12. September 1894 stellte Petzold den Bäckergesellen Max Schönitz ein, der bis dahin bei dem Bäcker-Obermeister Schöne gearbeitet hatte; am 14. September entdeckte Petzold, daß der Geselle an einer Hautkrankheit litt und entließ denselben. Als der Geselle zum Obermeister kam, um seine noch dort liegenden Sachen zu holen, frug dieser ihn, warum er schon von Petzold fort sei. worauf der Geselle log: weil bei Petzold die Schinderei zu groß sei. Am 10. Oktober ging der Geselle endlich ins Krankenhaus, wo- selbst er bis zum 30. Oktober verblieb. Charakteristisch aber ist, daß dieser Geselle schon während der Arbeitszeit bei Schöne Monate lang haut« krank war. wie er Petzold selbst eingestand. Seltsam ist, daß der Herr Obermeister von dieser Krankheit seines Gesellen keine Ahnung hatte, obgleich sich dieser lange Zeit mit einer sehr übelriechenden Salbe ein- rieb. Wahrlich, ein recht angenehmes Kapitel zu den Zuständen in der Bäckerei, das speziell Herrn Vielhaben zum Studium empfohlen sei. — Im Reichstags-Wahlkreise Ansbach erregt der plötzliche Rücktritt des Kandidaten der Konservativen und Bauernbündler, des Landtags- Abgeordneten B e ck h, Auf- sehen. Welches die„besonderen Gründe" waren, die den Abg. Beckh zu diesem Schritte veranlaßten, wird leider nicht an- gegeben.— Stuttgart, 7. Mai. Die Kammer der Abgeord- neten verhandelte über den königlichen Erlaß, betreffend die bedingte Begnadigung von Personen, welche das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und zum ersten Male zu einer Gefängnißstrafe von höchstens drei Monaten ver- urtheilt worden sind. Die Kammer genehmigte die Verordnung.— — Der württembergische Landtag trat am Dienstag Nachmittag nach mehrmonatlicher Pause wieder zu- sammen. In der zweiten Sitzung am Mittwoch wurde der Bau der Bodensee- Gürtelbahn von Friedrichshafen bis an die bayerische Grenze bei Lindau genehmigt und weitere Eisenbahn- bauten besprochen.— — Gegen die Konvertirung der vierprozen- tigenStaatspapiere sprach sich die Mehrheit der Budget- (ommission der zweiten b a d i s ch e n Kammer aus.— Mainz» 6. Mai.(Privat-Mittheil.) Eine Konferenz der selbständigen kaufmännischen Vereine de» Städte Mainz, Frankfurt, Wiesbaden, Darmstadt und Hombiu beschloß heute einen scharfen Protest gegen den§ ö der Gewerbeordnungs- Novelle betreffend das Verbot des Detailreisens und gegen den K 1 des Gesetzentwurfs über den unlauteren Wettbewerb in der Fassung der Reichstags- Kommission. Gleichzeitig wurde eine Eingabe an die Reichs-Postverwaltung beschlossen mit dem Verlangen, daß die Post-Dlenststunden an Sonntagen mit den Verkaussftunden in den Ladengeschäften in Einklang ge- bracht werden. Als ein unerläßliches Erforderniß wurde dies bezeichnet. Auch gegen die Errichtung eines Kaufhauses in Berlin von seilen des Kolonialoereins behuss Absatz der aus unseren Kolonien stammenden Produkte wurde Einspruch er- hoben. — Ein Staatsanwalt Vorsitzender eines Militär-Ehrengerichts. Wie das„Fränkische Volksbl." mittheilt, hat das Ehrengericht des Osfizierkorps beim Land- wehrbezirks- Kommando Würzburg einen katholischen Rechts- Praktikanten, der zugleich Reserve-Offizier ist, zur Annahme eines Säbcldnells verurlheilt". Der Vorsitzende dieses Ehrengerichts sei ein königlich bayerischer Staatsanwalt gewesen. Also ein Beamter, dazu berufen, den Gesetzen Achtung zu verschaffen. trägt in entscheidender Stellung dazu bei, einen Mann wider dessen Willen zur Verletzung der Gesetze zu zwinge n. Der Name dieses Staatsanwalts sollte der Oeffentlichkeit nicht vor- entHallen bleiben. Es muß den bayerischen Staatsbürgern einen eigenen Genuß bereiten, ihn für Ordnung, Sitte und Religion plaidiren zu hören.— Oesterreich. Wie», 7. Mai. Das Abgeordnetenhaus nahm in dritter Lesung die Wahlreformgesetz« an. Die Annahme des ersten Gesetzes betreffend die Abänderung des Grundgesetzes über die Reichsvertretung erfolgte mit 234 gegen 19 Stimmen. Das zweite Gesetz betreffend die Abänderung und Ergänzung der Wahlordnung wurde mit den in der zweiten Lesung an- genommenen Abänderungen mit überwältigender Majorität an- genommen.— Frankreich. Paris, 5. Mai.(Eig. Ber.) Die Gemeinderaths. wählen. Die Ungeduld des Senats, das Kabinet Bourgeois zur Demission zu zwingen, hatle bekanntlich ihren Grund in dem Wunsche, die Gemeinderathswahlen von einem Ordnungs- Ministerium„geleitet" zu sehen. Der Senat hatte nun unter Mithilfe des Präsidenten Faure sein Ziel erreicht. Die Wahlen sind aber keineswegs nach dem Herzen der reaktionären Körper- schaft ausgefallen. Soweit sich die Ergebnisse der Hauptwahl zur Stunde über- sehen lassen, haben die Radikalen zum mindesten ihre Positionen behauptet und die Sozialisten haben bedeutende Er- folge zu verzeichnen. Daß freilich die Mehrheit der 36 144 Ge- meinderäthe Frankreichs in radikale und sozialistische Hände übergehen würde, das war von vorn herein nusgeschlosfen. Zählt doch fast die Hälfte der Gemeinden(17 590) 500 Einwohner und darunter, nnd von den in ganz Frankreich zu wählenden 431 217 Gemeinderaths- Mitgliedern entfallen mehr als 3/« (843 408) auf Gemeinden mir 500—1500 Einwohnern. Diese kleinen, von den politischen Strömungen wenig oder gar nicht berührten ländlichen oder halbländlichen Gemeinden bilden vorläufig den festen, meist gar nicht bestrittenen Besitz- stand der opportunistisch- monarchistischen Parteien. Das politische Interesse der Wahlen konzentrirt sich auf die größeren Orte, die Mittelpunkte des öffentlichen Lebens und der Partcikämpfe. Hier hat nun der Regierungsantritt des Kabinets Meline-Barthou die Fortschritte der Sozialisten nicht zu hemnien vermocht. Das beste Zeugniß dafür sind die Wahlkommeutare der Bourgeoispresse, welche dieo- mal nicht mehr von einem„Niedergang", sondern nur noch von einem„Slillstand" der sozialistischen Partei faselt. Sehen wir uns diesen„Slillstand" etwas näher an. In Paris wurden im ersten Wahlgang 19 Sozialisten gewählt(annalt der bisherigen 13), von den 28 Stichwahlen stehen 15 für unsere Genossen durchaus günstig; nnd was noch mehr bedeutet, die sozialistische» Stimme» habe» sich selbst Im Vergleich mit den lehten Rammerwahlen( Auguft 1898) er- Sieg" bas ist doch deutlich genug in dem Munde dess - C2 heblich vermehrt! Mit anderen Worten, die Sozialisten haben Diktators an einen General, der vor dem Feinde steht. am 3. Mai die größte, bisher erreichte Stimmenzahl auf sich Kardinal Galimberti, einer der bekanntesten vereinigt. Die französische Ordnungspresse, deren Kommentare Diplomaten, der bei der Beilegung des Kulturkampfes in hervor wohl auch jenseits der Vogesen bei verwandten Seelen ein Echo ragender Weise thätig war, ist im Alter von 60 Jahren gegefunden haben werden, sucht die politische Bedeutung der Pariser storben. Wahl durch den Hinweis auf die angebliche Indifferenz der Wähler und das Vorherrschen des rein kommunalen Standpunktes im Wahlkampfe abzuschwächen. Dem gegenüber genügt Spanien. Partet- Nachrichten. Den Berliner Parteigenossen hiermit zur Kenntniß, daß unserer Partei in Freienwalde a. D. nur der Saal von laffen wird. Das„ Volksblatt" liegt aus bei Danz, MarktFleischmann, Eberswalderstr. 7, zu Versammlungen überstraße 7, und bei Radday, Kanalstr. 3. Vereine, die Freienwalde besuchen wollen, werden gebeten, dies vorher bei Robert Madrid, 6. Mai. Der Ministerrath nahm den Ent- Schiele, Alt- Rieß 4, anzumelden. es festzustellen, daß am 3. Mai in Paris 42 000 wurf der Thronrede an und einigte sich über die in den Wie man uns behandelt. Die Parteigenossen Bre3Stimmen mehr abgegeben wurden, als in den Kammer- Cortes einzubringenden neuen Kreditforderungen für laus hielten am Sonntag ihre Maifeier in mehreren Lokalen wahlen von 1893 und daß in der Hauptstadt mehr den Feldzug auf Ruba. als anderswo der Wahlkampf Don sozialistischer und Die tubanischen Aufständischen griffen die Stadtter Nachbargemeinde Dswitz ab. In einem dieser Lokale damen die Mitglieder eines Gesangvereins in Differenzen, radikaler Seite zugleich Senat gegen den und sein Esperanza in der Provinz Santa Clara an, wurden jedoch unter weil der Wirth das Singen nicht dulden wollte. Nach Minifterium geführt wurde. Die Radikalen haben 12 Gige großen Berluften zurückgeschlagen. erobert, die Bourgeoisrepublikaner 10, die Monarchisten 11. Daily Chronicle" meldet aus New- York, daß die Spezial- fuzem Wortwechsel mit dem Tanzordner des Lokals, der brüst erklärte, es ginge auch ohne die Sozialdemokraten, steht bereits feft, daß die bisherige sozialistische und radikale torrefpondenten der Mehrheit des Pariser Gemeinderathes um einige Mitglieder nal" wegen Verleumdung des Generals Beyler verließen die Genossen das Lotal. Sonst ist nichts vorgefommen. Auf Befragen erklärten noch am selben Abend verstärkt zurückkehren wird. aus Havannah ausgewiesen wurden. Sobald der letzte unabhängige Zeitungskorrespondent aus mehrere Wirthe ihr Einverständniß damit, daß wegen des schlechten Wetters und der dadurch verursachten geringen Kuba ausgewiesen sein wird und das schwarze Kabinet zur Betheiligung der Maiausflug nach Dewiß am nächsten Sonntag vollſten Zufriedenheit des Generals Weyler funktioniren wird, wiederholt werden solle, und ein Wirth namens C. Scholz sprach werden die Spanier noch viel größere Siege als bisher zwar ausdrücklich seine besondere Zufriedenheit mit seinen Gästen aus nicht erfechten, aber telegraphiren föunen. und gab zum Beweise dessen den Betrag von 6 M. zum sozial. Persien. demokratischen Parteifonds. Es Der Vorstoß der Klerikalen in mehreren sozialistischen und radikalen Stadtvierteln mit der Wahlparole:" Wiederzulaffung der„ barmherzigen Schwestern" in den Spitälern" ist fläglich gescheitert. Ebenso haben die Antisemiten, die sich zum ersten Male hervorwagten, überall eine lächerlich geringe Stimmenzahl erhalten. " " , World" und des Jour= Von den einzelnen sozialistischen Fraktionen sind die Allemanisten am schlimmsten weggekommen. Von ihren 3um Wettkampf Englands und Rußlands bisherigen 4 Sigen haben sie nur einen beibehalten, ein zweiter um den maßgebenden Einfluß in Persien führen die Times" Kandidat steht in der Stichwahl. Die übrigen 2 Sige behalten aus: Faillet und Berthaut, die vor kurzem bekanntlich, ebenso Angesichts der regen Thätigkeit Rußlands in Nordperfien wie die Abgg. Grouffier und Dejeante, aus der allemanistischen sei es für England, welches das Uebergewicht in Südpersien habe, Organisation ausgetreten und ihre Mandate niedergelegt haben. bringend geboten, die hier gewonnene Stellung zu verstärken; zu Jean Allemane, der in Person gegen Faillet kandidirte, diesem Zwecke sollte Belutschistan strategisch und kommerziell geerhielt 273 Stimmen, während dieser mit 4618 Stimmen siegte. öffnet werden..Berthaut erhielt 5730, der allemanistische Gegenkandidat Afrika. 454 Stimmen. Die Niederlage der Allemanisten ist im Interesse einer einheitlichen sozialistischen Aktion nur zu begrüßen, denn diese Fraktion ist die einzige, die, auf ihre Generalstreit- Manie versessen, den anderen sozialistischen Richtungen feindlich gegen übersteht. " Die Redaktion unseres Breslauer Partei Organs, der Boltswacht", ist nun ein Schreiben zugegangen, worin die Gastwirthe von Dawit, darunter derselbe C. Scholz, der aus Zufriedenheit über das gute Verhalten seiner Gäste 6 M. zum Parteifonds spendete, folgendes erklären:" Wier verzichten für immer für den Maßenausflug der Sozialdemokratischen parteigenoßen zur Maifeier nach unserem Orte Oswis refp. nach unseren Lokalitäten. Der Grund hierfür liegt in dem Verhalten der Socialdemokratischen Parteigenoßen am 3. d. M. in unseren Lokalitäten, wodurch wier schwer beleidigt worden sind." Es versteht sich, daß die Dswißer Gastwirthe diese durch rein gar nichts gerechtfertigte schwere Beleidigung der Breslauer Arbeiterschaft nur infolge desselben Einflusses verübten, dem es zuzuschreiben ist, daß den Arbeitern Breslau's fortgesetzt die Lokale verweigert werden. Wie aber alle Verfolgungen unserer Partei nicht haben hindern können, daß die zweitgrößte Stadt Pretoria, 6. Mai. Präsident Krüger hat einem Preußens im Reichstage nur durch Sozialdemokraten vertreten Interviewer gegenüber erklärt, er stehe in dem gegenwärtigen ist, so wird auch das Verhalten der Oswizer Wirthe nur dazu Dilemma Chamberlain durchaus sympathisch gegenüber dienen, dem Sozialismus in Breslau wiederum neue Bekenner und sei überzeugt, Chamberlain habe von den bösen Ränken zuzuführen. und dem Plane, die Republik wegzunehmen, keinerlei Kenntniß gehabt. Massanah, 6. Mai. Der Emir Achmed Fadil ist in Suf- Abu- Sin in der Landschaft Gedaref angekommen. Eine Abtheilung seiner Kavallerie hat sich nach Omdurman zu gewandt. Im Lager der Derwische spricht man viel von dem Rebellen Dali, welcher El Obeid in Darfur bedroht. Osman Digma Wie in Paris, so ist auch in der Provinz ein behält sich nach wie vor in Adarama auf. deutendes Anwachsen der sozialistischen Stimmen zu verzeichnen. Nach den bisher vorliegenden An gaben wurden am 3. Mai 20 sozialistische Gemeinderäthe gewählt bezw. wiedergewählt, darunter in Marsaille, Narbonne, MontLuçon, Commentry, Fleurance, Roubaix, Calais( ein von der Sozialdemokratie neugewonnener Gemeinderath.) Befonders erbittert war der Kampf im industriell hochentwickelten Norden, wo sich eigentlich nur noch zwei Parteien gegenüberstehen: die Sozialdemokratie und der Ordnungsmischmasch. Die Behörden, den Winken Barthou's gehorchend, arbeiteten mit Hoch druck für die Ordnungspartei; namentlich wird über behördliche Saalabtreiberei berichtet. Um so bedeutsamer sind die Erfolge unserer Genossen. Roubaix bleibt sozialdemofratisch. Die sozialdemokratische Liste stegte mit einer Mehr *) heit von 1413 Stimmen über die gemeinsame Liste der opportunistisch- monarchistisch- kleritalen Roalition. So sieht es mit dem„ Stillstand" der sozialistischen Partei aus. Noch einige Jahre solches Stillstandes und alle bedeutenderen städtischen Gemeinden werden sozialistisch sein. Amerika. New- York, 7. Mai. Der Kongreß von San Salvador ratifigirte den Vertrag, durch welchen eine Tripel allianz zwischen Honduras, Nicaragua und San Sal vador vereinbart wird. Es handelt sich hier um einen Vorläufer der geplanten Vereinigten Staaten von Zentralamerika. berichtet: Maifeier im Auslande. Ju das Landeskomitee für das Großherzogthum Hessen wurden von den Offenbacher Parteigenossen G. Ulrich als Vorsitzender und J. Orb als Kassirer gewählt. Briefe find an die Adresse des ersteren( Offenbach, Gr. Marktstr. 25), Gelder an die Adresse des letteren zu senden( Offenbach, Friedhofstr. 20). Parteipreffe. Die Bergische Arbeiterftimme" in Solingen erscheint feit 5. Mai in bedeutend vergrößertem Format zu dem gleichen Preise wie früher. Mit der Arbeitsnieberlegung der Seher des Voltsblatts für Halle" beschäftigte sich eine überaus In Lille, einer Hochburg der Opportunisten, erhielten start besuchte Versammlung der dortigen Parteigen offen. Nach die Sozialdemokraten 10 518 Stimmen, die größte bisher im In ganz Dänemark wurde die Maifeier feftlich begangen. war, daß sowohl der Vorstand der Genossenschafts- Buchdruckerei einem Referat des Redakteurs Thiele, worin nachgewiesen Hauptort des Norddepartements erreichte Stimmenzahl. Ihr Wir können natürlich nicht die Veranstaltungen an allen Orten wie die Setzer inforrekt verfahren sind, wurde gegen die Stimmen Sieg in der Stichwahl scheint gesichert zu sein. der zweitgrößten Stadt Frankreichs, wo teine einzige Wahl zu wähnen, daß z. B. an einem unbedeutenden Orte wie Holbach folgender Beschluß gefaßt: In yon, des Landes aufzählen und müssen uns darauf beschränken zu er- eines Theiles der zahlreich anwesenden Haulischen Buchdrucker stande tam, werden die Sozialisten in der Stichwahl jedenfalls sich 1500 Personen an der Demonstration betheiligten, in Odensee, mehrere neue Size gewinnen. In Dijon wird der Von beiden Seiten ist anfangs gefehlt worden, weil teiner wo ein Feftzug durch den ganzen Ort stattfand, waren 3800 der beiden Theile die Verhandlungen mit derjenigen männlichen Gemeinderath zum ersten Male eine sozialistische Mehrheit Personen auf dem Festplate verfammelt, in Erbjerg nahmen Geradheit geführt hat, die unter Genossen als selbstverständliche haben. Ebenso günstig find die Aussichten, um nur die wichtigeren Orte zu nennen, in Toulouse, Limoges, Troyes, Romilly, 2000, in Barde 1000 Personen an einem Feftzuge, in Soendborg Voraussetzung zu gelten hat. Nachdem aber die Bezahlung des 800 Personen an einem Ausfluge theil. Elbeuf, Toulon. In der letzteren Stadt ist der bisherige sozia1. Mai zugesichert worden war, hatten die Seger fein Recht, Aus Stockholm wird uns über die Maifeier in Schweden in den Streit zu treten. Dafür, daß sie es thaten und dadurch listische Bürgermeister, Ferrero, wiedergewählt und die sozialistische Lifte hat einen Vorsprung von ca. 200 Stimmen. Die sozialistischder Partei eine, wenn auch nur vorübergehende Schädigung zuradikale Partei bezw. die gemeinsame Liste der Sozialisten und stattgefunden, die mit jedem Jahr an Umfang zunehmen. Ueberall in Schweden haben am 1. Mai Demonstrationen fügten, spricht ihnen die Versammlung die schärfste Mißbilligung Radikalen fiegte in 14 Gemeinden. aus. Besonders tadelnswerth ist das Verhalten des Genossen sonders von größerer Bedeutung gewesen, als gewöhnlich, da das naturgemäß gegen das Parteiorgan richtete, sein Amt als VerIn diesem Jahr sind die Demonstrationen in Stockholm befter burg, weil er nicht vor Eintritt in den Streit, der sich stimmrechtslose Bolt dadurch offenen Protest erheben wollte gegen trauensmann niedergelegt hat." Die Proklamirung der sozialistischen Wahlstege wurde überall die Füße tritt. Strahlender Sonnenschein und herrliches Früh- das flügste, selbst das Amt des Vertrauensmanns der Hallifchen Die Proflamirung der sozialistischen Wahlsiege wurde überall den Stapitalisten- Reichstag, der übermüthig alle seine Wünsche unter Dieser Genosse Osterburg ist Seher im Voltsblatt"; er that mit dem Rufe:„ Nieder mit dem Senat"" begrüßt. Die Stich- lingswetter begünstigte unseren Zug, der ein vollständiger Triumph Sozialdemokratie niederzulegen, sonst wäre er dieses Amtes von wahlen des 10. Mai werden diesen Ruf noch hundertfach stärker zug wurde für die organisirten Arbeitermaffen von Stockholm. erschallen machen. der Parteiversammlung enthoben worden. An seiner Stelle An dem Zug nahmen nicht weniger als 71 Fachvereine, die wurde der im Kampfe für die Interessen des gesammten Prole= Paris, 6. Mai.( Eig. Ber.) Jeder weitere Tag bringt um ihre Fahnen geordnet waren, theil. Die meisten hatten rothe tariats wohlbewährte Parteigenosse Albrecht fast einstimmig den Gemeinderathswahlen des 8. Mai. Die in alle auch die blauen Fahnen der Gordtempler( Temperenzler) zum daß die Genossenschaftsdruckerei, obwohl sie unter sehr schwierigen Nachrichten über neue Erfolge der Sozialisten und Radikalen in Fahnen, die Farbe des Proletariats, aber diesmal erschienen zum Vertrauensmann gewählt. Bemerkt sei aus Thiele's Rebe, Welt hinaus telegraphirten amtlichen Wahlergebnisse aus den ersten Mal in unseren Reihen. Verhältnissen und mit äußerst beschränkten Mitteln arbeiten muß, Hauptorten der Bezirke( Arondissements) geben ein geradezu ent- Nachdem man sich versammelt hatte, setzte sich der Riesen- den von ihr beschäftigten Segern betreffs der Bezahlung und ftelltes Bild. Das beweisen die aus der Provinz allmälig zug in Bewegung, an dem nicht weniger als 20 000 Menschen sonstiger Arbeitsbedingungen jederzeit größere Bor. einlaufenden Berichte. In mehreren Fällen ist es bereits feft- theilnahmen, und als man auf den Ererzierplatz von Stock theile gewährt hat, als irgend eine andere gestellt, daß die unter der Leitung Barthou's fabrizirte holm hinaustam, ordneten sich die Schaaren hinaustam, ordneten sich die Schaaren um vier Druckerei am Orte. Daß sich dazu die vollste AktionsKlaffifikation der Wahlergebnisse die Parteistellung der Gewählten mit rothem Tuch ausgeschlagene Rednertribünen, von denen freiheit des Personals gefellt, ist selbstverständlich. fälschlicherweise als opportunistisch angiebt. Und dann sind über- herab acht Sozialdemokraten sprachen. Am hervorragendsten haupt die Ergebnisse der Hauptorte fein richtiger Maßstab, in- war die Rede Hjalmar Branting's, die die Bedeutung des Tages dem diefe Orte vielfach unbedeutende Flecken sind im Vergleich behandelte; aber auch die anderen Reden waren ausgezeichnet. Rolporteur Steinfuhl eine Haussuchung nach der dortigen In Niederhaslau bei Zwickau wurde beim mit den Industriestädten desselben Bezirks. Auf die Reden folgte Gesang und Mufit, worauf die Menschen- Mai- Festzeitung vorgenommen, wobei man 24 Exemplare mit massen wieder in die dumpfe Stadt zurückkehrten. Unter den Demonstrirenden bemerkte man auch den Stockholmer Beschlag belegte. Allgemeinen Frauenklub mit seiner eigenen Fahne, dem dieses Mal die neuorganisirten Weberinnen folgten, sowie eine Menge anderer verschiedenen Fächern angehörender Frauen. Von Malmö, Göteborg und anderen Orten famen Glück- Zur Krankenversicherung. Die vom preußischen Minifterium wunsch- Telegramme an die Kameraden in Stockholm, die immer des Innern ressortirende Berliner Korrespondenz" schreibt: voran ins Feuer gehen müssen. Nach der Novelle zum Krankenversicherungs- Gesetz vom 10. April Ueber die Maifeier in Rußland kann natürlich noch nicht 1892 liegt die erstinstanzliche Entscheidung von Streitigkeiten Die in Paris abgegebenen 351 550 Stimmen vertheilen sich berichtet werden, vor allem deshalb, weil die russischen Arbeiter, zwischen den Krankenkassen einerseits und ihren Mitgliedern oder unter die Parteien wie folgt: Sozialisten 166 650( 47 pct.), so weit sie überhaupt des Weltfeiertages der Arbeit gedenken deren Arbeitgebern andererseits, wenn es sich um Bahlung von Radikale( darunter auch sozialistische Radikale) 91 450( 26 pet.), tönnen, zum größten Theile den 13 Tage später stattfindenden Beiträgen, Unterstüßungsansprüche und dergleichen handelt, im Bourgeoisrepublikaner 49 100( 14 pet.). Reaktionäre aller 1. Mai des russischen Kalenders als Festtag begehen und allgemeinen der Aufsichtsbehörde ob. Wenn sich jedoch der Bezirk Echattirungen: Monarchisten, Klerikale und Antisemiten 44 350 Nachrichten über die Vorgänge in der russischen Arbeiterwelt der Kasse über mehrere Gemeindebezirke erstreckt, kann diese Gut( 13 pCt.). Die Sozialisten und Radikalen haben aber zusammen natürlich nicht so schnell in's Ausland dringen wie die langen scheidung durch die Zentralbehörde anderen Behörden übertragen 258 100, b. h. 73 pCt. der Pariser Wähler auf ihrer Seite. Berichte über die Vorbereitungen der Kaiserkrönung in Mostau. werden. Für den Fall nun, daß der Bezirk der Kasse über Die Opportunisten haben neben ihren allgemeinen Verluften Die russische Maifestzeitung liegt uns vor. Sie ist ein schön das Gebiet des Bundesstaates, in welchem sie ihren Siz einige recht empfindliche Schlappen erlitten, indem ihre mar- ausgestattetes, 12 Quartseiten großes Blatt, an der außer den hat, hinausreicht und die Entscheidungsbefugniß demnach quantesten Vertreter, wie Charmes Deseubes( ein Ueberläufer geistigen Führern der russischen Bewegung Liebknecht, Kautsky, an Behörden anderer Bundesstaaten zu übertragen sein aus der radikalen Partei), Jules Roche, Minister der öffentlichen Eleanore Mary- Aveling u. a. mitgearbeitet haben. Die VerArbeiten Zurrel u. a. m. in ihren resp. Departements breitung des Blattes in Rußland hat schon stattgefunden. unterlagen. In Havre, der Stadt des Präsidenten& a ure, Aus einer Stadt im nordwestlichen Rußland geht uns die haben sich die Opportunisten einer aussichtslosen Stichwahl zu folgende Mittheilung zu: unterziehen. Zu den gestern mitgetheilten 20 sozialistischen und 14 sozialistisch- radikalen Wahlsiegen sind heute weitere 27 sozialistische und 17 sozialistisch- radikale Wahlfiege hinzuzufügen. Großartige Erfolge werden heute aus dem Süden gemeldet. Die von unserem Toulouser Bruderblatt Dépêche" empfohlene gemeinsame Liste der Sozialisten und Radikalen drang in mehr als 1200 Ge meinden burch, wobei sämmtliche Kandidaten u. a. auf die Forderung der Verfassungsrevision und der progressiven Einkommensteuer verpflichtet worden waren. Italien. Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Soziale Uebersicht. würde, sind Zweifel entstanden, welche Zentralbehörde zu einer solchen Anordnung befugt set. Die Entscheidung soll in diesem Falle nicht durch die Zentralbehörde desjenigen Bundesstaats erfolgen, in dessen Gebiet die Kasse ihren Siz hat, sondern In unserer Stadt haben dieser Tage die jüdischen Arbeiter durch die Zentralbehörde des Bundesstaates, für dessen Gebiet das Maifest gefeiert. An der Feier waren betheiligt gegen 550 die besondere Spruchbehörde eingesetzt werden soll. Um dies zu - Die Entsegung Adigrats ist ohne Widerstand von den mehr als 1000 in den jüdischen Gewerkschaften orga- ermöglichen, hat der Bundesrath beschlossen, daß nach vorhererfolgt. Allem Anfcheine nach liegt, wie früher bei der Räumung nifirten Arbeitern. Die Feier wurde außerhalb der Stadt unter gegangener Verständigung der betheiltgten Landesregierungen die Matalle's, eine Vereinbarung mit den Abessyniern vor. freiem Himmel an drei verschiedenen Orten begangen und zwar Bentralbehörde desjenigen Bundesstaates, in deffen Bezirk die Rudini sucht sich die Koloniallast vom Hals zu schaffen waren in jeder Versammlung Mitglieder sämmtlicher Gewerk- Staffe ihren Sitz hat, die Aufsichtsbehörde von der Wahrnehmung wobei ihn natürlich von den Crispinern möglichst viel chauvi- schaften anwesend. An jedem der drei Orte waren die Arbeiter ihrer Entscheidungsbefugnisse hinsichtlich des in anderen Bundesnistische Hindernisse bereitet wurden. unter einer rothen Fahne versammelt, deren eine Seite staaten gelegenen Theiles des Kassenbezirkes von einem bestimmten Crispi's Schuld an der Katastrophe von Adua ist die Inschrift in der jüdischen Sprache trug:" Proletarier aller Zeitpunkt ab zu entbinden habe, während die Zentralbehörden nicht blos durch seine ganze Kolonialpolitik bewiesen, sondern Länder, vereinigt Euch!", auf der anderen Seite:„ Wir kämpfen dieser anderen Bundesstaaten die von ihnen dazu bestimmten auch positiv durch ein Telegramm vom 1. Februar an für die Freiheit der Versammlungen, der Streits der Behörden zu beauftragen hätten, von dem gleichen Zeitpunkt ab An der Presse". Das Land erwartet endlich einen Rede jedem Versammlungsort diese Funktionen zu übernehmen. eine Crispi, wurden vier Reden im jüdischen Jargon gehalten: Sieg, und zwar einen authentischen!" Krankenkassenwesen. Der Allgemeinen Krantentaffe, gender tausendfache Depeschenfälscher, behauptet, das Wort über die Bedeutung des ersten Mat, in Die Hilfe" zu Warmstedt( E. H.), der Krankenkasse des fatho„ authentisch" sei gefälscht. Und Tante Voß glaubt ihm das wurde ein Bericht über die gesammte Bewegung in unferer fischen Gefellenvereins( C. H.) in Danzig, der Kranken- und natürlich und hält ihn für unschuldig. Aber was liegt an dem Stadt gegeben und außerdem wurden zwei Reden politischen Sterbefasse zu Schmitten( E. H.), der Kranken- und Sterbekasse Gin Arbeiter verlas ein von ihm ver zu Medenbach( E. H.), der Kranken- und Sterbekasse zu BreckenWorte authentisch"?" Und das Land erwartet endlich einen Charakters gehalten. faßtes Gedicht, in welchem der Genossen, die unter politischen Ver- heim( E. H.) und der Maurergesellen- Kranken- und Unterstützungs" In letter Stunde tamen in Roubaix der Ordnungspartei folgungen leiden, gedacht wurde; revolutionäre Arbeiterlieder taffe(..) in Stolpe i. P. ist vom preußischen Handelszur Hilfe die Anarchisten: Die Unternehmer ließen auf wurden gesungen und Toaste auf den Sturz des Absolutismus, ministerium die Bescheinigung ertheilt worden, daß sie, vorbehält eigene Roften anarchistische Flugblätter gegen die Sozialdemokratie wie auch viele andere revolutionäre Toaste ausgestoßen." lich der Höhe des Krankengeldes, den Anforderungen des§ 75 und die Wahlbetheiligung verbreiten! des Kranten Versicherungsgefeges genügen. Baratieri: " " und einer anderen 3 = er von Einigungsamt des Gewerbegerichts. Am Donnerstag Ueber eigenartiges Vorgehen der Polizei bellagen fich| Resolution, bie nunmehr den Streit aufhebt und die Baufperren würden wieder eine Anzahl Arbeiterinnen auf Knabenanzüge verbie am Streit in der Schuhfabrit von Malet, Sands verfügt. Silberschmidt legte in seiner Einleitung noch einmal nommen, die im wesentlichen ähnliche Angaben machen, wie die bergerstr. 32, betheiligten Arbeiter. Es sollen am Dienstag turz die Gründe dar, die die Kommission veranlaßt haben, die in früheren Sigungen vorgeladenen. Unter anderen erscheint ein morgen drei von ihnen, die sich in der Nähe der Fabrik auf der Aenderung in der Zattit vorzuschlagen. Es entspinnt sich bübsches junges Mädchen, dem man sogleich ansieht, daß es in Straße aufhielten, nach der Revierwache gebracht worden sein, bierauf eine sehr lebhafte Diskussion bei welcher hohem Grade bleichsüchtig ist. Die Ursache der Krankheit erklärt trotzdem sie der Aufforderung zum Weitergehen Folge geleistet Scheel, Salewski, Dahlsti und anderen der Kommission sich ohne weiteres, wenn man aus den Angaben, die diese Ar- hätten. Am Donnerstag soll auch der Polizeilieutenant dreimal der Vorwurf gemacht wird, durch die gegenwärtige Stellung den beiterin über ihre Lohn- und Arbeitsverhältnisse macht, einen in das Verkehrslokal der Schuhmacher, Landwehrstr. 4, gekommen Streit verloren gemacht zu haben. Die Kommission hätte hierSchluß auf ihre Lebensweise zieht. Sie giebt an, daß sie bessere sein und dort gesagt haben: nun wissen wir doch, wo wir die mit mindestens noch diese Woche warten müssen, auch soll die Anzüge zum Preise von 90-95 Pf. macht, und bei einer tägs Streifenden holen. Derselbe Beamte soll um 12 Uhr einen vor Einladung zu der Sonntagsversammlung nicht richtig erfolgt lichen Arbeitszeit von 15 Stunden einen wesentlichen Theil für der Thür des Lokals stehenden Schuhmacher mit nach der Wache sein. Kater wendet sich nun in heftiger Weise gegen die der den Unterhalt von drei jüngeren Geschwistern erwerben muß. genommen haben und mit drei Mann Verstärkung nach dem Kommission gegenüber erhobenen Vorwürfe. Wenn von vers Ihre Mutter, eine Wittwe, hilft bei der Arbeit. Beide zu Lokal zurückgekommen sein und dann alle dort befindlichen schiedenen Seiten gesagt worden sei, daß die Lohnkommission den sammen erzielen wie aus dem Durchschnitt der letzten 7 Schuhmacher ohne jeglichen ersichtlichen Grund arretirt haben. Streit inszenirt habe, so heißt das, abgesehen davon, daß es ganz 20 Wochen festgestellt wurde einen Wochenverdienst von Dieselben haben bis 1/25 Uhr hinter Schloß und Riegel verweilen unmöglich wäre, die Thatsachen gerade auf den Kopf stellen, da gerade 14,90 m., wovon aber 1,63 M. Unkosten abgehen. müssen. Gegen das Verfahren der betreffenden Polizei- Organe es jedem, der habe kommen wollen, flar gewesen sein muß, daß die Die Lohnzahlung an Minderjährige wurde von den werden die betheiligten Schuhmacher Beschwerde führen. Dieselbe Kommission in der ersten Versammlung vom Streit abgerathen habe, weil sie der Ansicht war, daß derselbe noch verfrüht Stadtverordneten in euß bei Düsseldorf durch Erlaß eines wird wohl Aufklärung über die Vorgänge bringen. Der Streit in der Schuhfabrik von Oppenheim der Streik in der Versammlung beschlossen. Ferner verwahrt sich war. Ueber den Köpfen der Kommission hinweg wurde dann Ortsstatuts geregelt. Dies bestimmt, daß auf schriftlichen Antrag der Eltern oder der Armenverwaltung die Auszahlung des u. Meyer und in der Schaftfabrit von Loges die Kommission ganz entschieden gegen den Vorwurf, daß sie je Lohnes von unverheiratheten minderjährigen, im Gewerbebetrieb u. Wernide in Bernau dauert unverändert fort, da die beschäftigten Arbeitern und Arbeiterinnen nur an die Eltern Fabrikanten Oppenheim und Meyer bei den gepflogenen Ver- mals während des Streiks irgend etwas unternommen habe, ohne die oder Vormünder oder deren Stellvertreter geschehen darf. Um handlungen wohl eine geringe Lohnzulage zugestanden, sich aber gesammte Maurerschaft in öffentlicher Versammlung befragt zu haben. Mißbrauch dieses Rechts zu verhüten, wurde ferner bestimmt, weigetten, sämmtliche Arbeiter wieder einz stellen, und sich das Frivol wäre es von der Kommission gewesen, weiter die Arbeiter. daß der Bürgermeister die Auszahlung des vollen oder theil Recht der Auswahl vorbehielten, welches Anerbieten von den grofchen zu verwirthschaften; der Streiffonds darf eben nicht als weifen Lohnes an die Minderjährigen auf deren oder ihrer Ar- Arbeitern zurückgewiesen wurde. Die Streitenden ersuchen die Arbeitslosen- Unterstügung verwandt werden. Redner muß, wie er sagt, zu seinem Bedauern konstatiren, daß viele Arbeitslose beitgeber Antrag gestatten kann, auch wenn ein gegentheiliger Rollegen, sie in diesem Kampfe um der Erhaltung der Organi- fich nur dem Streit angeschlossen haben, um Unterstützung zu Antrag der Eltern oder Vormünder vorliegt. fation willen thatträftig zu unterstüßen und bitten um der Arbeitsuachweise Badens folidarisches Verhalten. Die Agitationstommission der Schuh- erhalten.( Heftige Unruhe.) Auf die laut gewordene Frage Die Verwaltungen der Arbeitsuachweise Badens möchte erwidern, daß alle Bauten oder sonstigen macher Berlins. haben sich zu einer freien Vereinigung zusammengeschlossen, um Pläge, auf denen die Forderungen bewilligt find, genau den wechselseitigen Verkehr unter den Verbandsmitgliedern, ferner Achtung, Bureau Angestellte Berlins! Heute, in einem Buche verzeichnet sind. 45 Bauten haben die die Pflege der Statistik und die Vermittelung des Vertebrs mit Freitag, den 8. Mai, abends 8/3 Uhr, wird im Forderungen noch nicht bewilligt.( Wir möchten hierbei beVereinen zu pflegen, welche dieselben Zwecke verfolgen. Als Saale der Brauerei Königstadt, Schönhauser- richtigen, daß nicht im Weften, wie es in dem Bericht der Sonn Vorort wurde Karlsruhe bestimmt. Zum Verband zählen die allee 10/11, eine große öffentliche Bureau- Angestellten tags- Bersammlung heißt, die wenigsten, sondern die meisten der Vereine von Karlsruhe, Eisenberg, Mannheim, Konstanz, Schopf- Bersammlung abgehalten, wo Reichstags- Abgeordneter Molten bewilligten Bauten zu verzeichnen sind.) Auf dem Schulbau in heim, Lahr, Lörrach, Offenbach und Pforzheim. Der Staat gebuhr über die Ausdehnung der Arbeiterschuß- Gesetze auf die der Stegligerstraße haben 30 Mann die Arbeit niedergelegt und währte 10 000 M. Zuschuß. Bureau- Angestellten referirt. Wegen der reichhaltigen und über- 5 Mann arbeiten weiter. Die 5 Mann werden die Schule nicht aus wichtigen Tagesordnung( siehe Inserat) ist zahlreiches und hochbauen und wenn die Kollegen fest entschlossen sind, pünktliches Erscheinen aller unbedingte Pflicht. Wir machen die Kommission zu unterſtüßen, dann werden wir auch nochmals besonders darauf aufmerksam, daß die Ver weiter die Forderungen überall bewilligt erhalten. Von sammlung nicht, wie im, Bureau- Angestellten" einem Kollegen wurde bekannt gemacht, daß die Firma Achtung, Metallarbeiter Deutschlands! Wegen der bekannt gemacht, bei Brüning, sondern in der Stiebitz u. Köppchen eine schwarze Liste angelegt hat, auf der Maifeier find in den im folgenden genannten Werkstätten Brauerei Königstadt abgehalten wird. Die Ver- 53 Maurer verzeichnet sind, die nicht angestellt werden dürfen. Berlins die Arbeiter entlassen und bis zum 5. Mai aus- sammlung bei Brüning ist polizeilich verboten worden. Die Silberschmidt wendet sich in seinem Schlußwort noch einmal gesperrt. Die Arbeiter der betreffenden Firmen haben nun Agitationskommission. gegen die vorgebrachten Vorwürfe. Wenn gefagt wird, daß eine erklärt, die Arbeit nicht eher wieder aufzunehmen, bis ihnen In Breslau haben sich die Bauarbeiter dem Maurer- Bausperre mehr Geld toftet, so ist das nicht wahr. Genugthuung widerfahren ist. Die Entlassungen wurden vor- streit angeschlossen. Sie fordern 25 Pf. Stundenlohn; bisher Streit waren 1500 Kollegen zu unterſtüßen, die bei 9 M. Untergenommen bei Schäffer 11. Dehlmann, Chaussee- befamen sie 20 Pf. und zum theil noch weniger. Wie die stützung 18 500 M. Unterstützung pro Woche zu erhalten haben. ftraße 40;& rifter, Lindenstraße 23; Schlüter, Branden:„ Volkswacht" meldet, ruht auf fast sämmtlichen Bauten Breslaus, Bei einer Sperre find ca. 200 Kollegen mit 1800 M. pro Woche burgstraße 19; G. Heinz, Wasserthorstraße 8; bielete, föniglichen und Kommunal- wie Privatbauten, die Arbeit, da die zu unterstützen. Da der Streif von 1889 6 bis 7 Wochen ge Wafferthorstr. 62; Heinze, Brandenburgstr. 75; Nürn Unternehmer nur 2 Pf. Zulage gewähren wollen, während die bauert hat, so können die Maurer es sich diesmal garnicht denken, berg, Prinzenstraße 25; Kraa3, Gitschinerstraße 81 Maurer wie Bauarbeiter 5 Pf. fordern. Der Maurer- Stunden- daß sie schon in 14 Tagen ein so günſtiges Resultat zu verKramme, Gitschinerstraße; Stabenow, Gräfestraße 9; Christ, Wrangelstr. 111; Kube, Elisabeth- Ufer 30; Ritter, lohn würde nach Bewilligung dieser Forderung 40 Pf. betragen, zeichnen haben. Oranienstr. 9; Krone u. Ko., Stralschreiberstr. 18; Krüger sicherlich noch niedrig genug ist. was für die Verhältnisse einer so großen Stadt wie Breslau Die Kommission schlägt der Versammlung nun vor, das Vors Die Zahl der streifenden gehen der Kollegen auf den Bauten in der Streligerstraße und Sebastianstr. 74 und Alte Jakobstr. 35. Lehmann, Adalbert Maurer wird auf 3-4000 gefchäzt. Die Bauarbeiter mögen Alexandrinenstraße gutzuheißen. Dem stimmt die Versammlung zu. ſtraße 72; Sauer, Stalizerstr. 32; Rübiger, Stalizer: 1000 Mann start sein. 3nzug von Maurern und Bau- Ferner ersucht die Kommission um eifrige Unterstützung und um straße 125. Insgesammt find dies 18 Werkstätten mit 389 Arbeitern. Kollegen, Metallarbeiter aller arbeitern nach Breslau ist streng fernzuhalten. laufende Mittheilungen, was auf den einzelnen Bauten vorgeht. Branchen! Haltet den Zuzug fern! Die genannten Aus Bochum. Die gegen den Redakteur der Berg- und Die Kommission bat ferner beschlossen, die Baudeputirten- Sigungen aufzunehmen und findet die erste Sigung am Unternehmer erlassen in einer ganzen Reihe von Hüttenarbeiter- 3tg.", Hué in Essen, erhobene Antlage wegen wieder aufzunehmen und Städten Arbeitsangebote! Deshalb übt überall angeblicher Aufreizung zu Gewaltthätigkeiten ist von dem Freitag in Cohn's Festsälen statt, bei der jeder Bau vertreten Solidarität gegen die wegen der Betheiligung am Weltfeiertage Oberlandesgericht Samm verworfen worden. Das sein muß. Verschiedene Anträge, die Lohnkommission auf vier, der Arbeit aufs Pflaster geworfenen Berliner Berufsgenossen! Vorgehen sollte begangen fein durch den Leitartikel in Nr. 11 drei und zwei Mitglieder zu reduziren, wurden bis zur Wir bitten die gesammte Arbeiterpreffe um schleunige der Berg- u. Hüttenarbeiter- 3tg.": Chriftliche Bergleute im nächsten Versammlung vertagt. Auf Antrag Knöpchen gelangte Veröffentlichung dieser Mittheilung. Der Vorstand des Ber- fozialdemokratischen alten" Verband", in dem ein chriftlicher folgende Resolution zur Annahme: 1. Die Veriammlung ver liner Metallarbeiter- Verbandes. Bergmann den sogenannten christlichen Arbeiterfreunden" die urtheilt das Verhalten des Zentralverbandes der Filiale II Berlin Maste von dem heuchlerischen Gesicht gezogen hatte. Dies ist in zwei Wochen schon die zweite wegen Aufreizung" erhobene Anklage gegen Hué, die von dem Oberlandesgericht Hamm verworfen wurde. Der Bochumer Staatsanwalt hat kein Glück. Gewerkschaftliches. Achtung, Maurer! Auf dem Bau Alexandrinenstr. 22 in Berlin legten gestern Mittag die Maurer einmüthig die Arbeit nieder. Der Grund hierzu war: Der Unternehmer Gutsche hatte vor 14 Tagen den Maurern die neunstündige Arbeitszeit und 55 Pf. Stundenlohn bewilligt, am vorigen Sonnabend lies er durch den Polier den Maurern ankündigen, daß vom Montag wieder zehn Stunden gearbeitet würde. Die Kollegen haben es hier an friedlichem Entgegenkommen nicht fehlen lassen, bis gestern wurde mit Bauherr, Meister, Polier u. f. w. verhandelt, jedoch ohne Erfolg. So ist es denn zum äußersten gekommen. Wir ersuchen die Kollegen um solidarisches Handeln. Haltet den Zuzug nach dieser Arbeitsstätte fern, dann werden auch hier unsere Kollegen zu ihrem Rechte gelangen. Die Lohnkommission der Maurer. Zum Berliner Tabakarbeiter Streik. Vom Streit sind gegenwärtig noch betroffen 32 Firmen mit 152 Arbeitern, wovon die Firma Gustav Kaphun, Inhaberin verschiedener Bigarrenläden, neu hinzugekommen ist. Den tarifmäßigen Lohn zahlen 198 Firmen mit 541 Arbeitern und 553 Arbeite: rinnen. Wir ersuchen sämmtliche Arbeiter Berlins, ebenso alle Händler, Destillateure, Gaft- und Schankwirthe, auf die in der Sonntagsnummer des Vorwärts" vom 3. Mai, sowie in dem Nachtrag in der Nummer vom 6. Mai bekannt gegebenen Firmen au achten, welche den tarifmäßigen Lohn an ihre Arbeiter zahlen. Es tönnte dieses unserer Sache zum schleunigen Siege verhelfen. Die 2ohntommission. " " " Gerichts- Beitung. " Anarchistenprozeß. Das Landgericht I in Berlin hat am 4. Februar den Redakteur des Anarchistenblattes Sozialist" nämlich den Tischler Johann Snudat, und den Tischler Weiß wegen Beleidigung zweier Schußleute zu je 6 Wochen Gefängniß verurtheilt. Die Revision der beiden Angeklagten wurde vom Reichsgericht verworfen. Versammlungen. Bei dem in betreff der Unterstüßungsfrage auf das allerentschiedenste. 2. Die Versammlung verlangt die Zurücknahme der Extra- Unterstüßung, fich dabei berufend auf den Beschluß vom 19. März Absatz 7, welcher besagt, daß alle durch die Lohnbewegung in Mitleidenschaft gezogenen Kollegen vom Streitfonds unterstützt werden. 3. Sollte sich der Verband dem Beschluß nicht fügen, so wird hierdurch die Lohnkommission beauftragt, zu der nächsten öffentlichen Versammlung das Verhalten des Zentralverbandes den Beschlüssen der Berliner Maurer gegenüber als zweiten Punkt auf die Tagesordnung zu sehen. Ursache dieser Resolution ist folgendes. Der Zentralverband der Maurer Deutschlands zahlt statutarisch seinen Mitgliedern täglich 2 M. Unterstügung; verheirathete bekommen für jedes Kind wöchentlich 1 M. mehr. In Berlin besteht nun für alle Der unter dem Namen ,, Säbelschmidt" bekannte frühere Maurer ohne Unterschied der Organisation ein Streiffonds, aus Amtsdiener Schmidt aus Nixdorf ist gestern wegen schwerer welchem beim jetzigen Ausstand jeder ledige Maurer täglich 1,25 Ausschreitung vom Landgericht II zu einem Jahr neun und jeder verheirathete 1,50 M. bekommt; ferner wird wöchentlich Monaten Gefängniß verurtheilt worden, nachdem das für jedes Kind ebenfalls 1 M. gezahlt. Die aus dem Berliner Streik Reichsgericht das in der Angelegenheit zuerst ergangene Urtheil, fonds den Verbandsmitgliedern gezahlte Streifunterstützung von tägwelches auf zwei Jahre Gefängniß lautete, aufgehoben hatte. lich 1,25-1,50( beziehentlich wöchentlich 1 M. für jedes Kind) wird Es war nämlich aus einem Versehen bei der Anstellung die Ver- nun vom Zentralverband derart in Anrechnung gebracht, daß der eidigung des Schmidt unterlassen worden, und daher erfolgte die Verband 75 beziehentlich 50 Pf. zuschießt und für die Kinder gestrige Verurtheilung nicht wegen Amtsvergehens, sondern nichts zahlt. Das ist seitens der Verbandsleitung nicht etwa einfach wegen Körperverlegung. Der Staatsanwalt hatte nur geschehen, um ein Geschäft zu machen, sondern auf 9 Monate Gefängniß beantragt. speziellen Wunsch der Berliner Mitglieder, die auf die volle Verbandsunterstügung verzichteten, weil sie erstens fich an der Unterstüßung aus dem Berliner Streitfonds einschließlich des Verbandszuschusses genügen ließen, zweitens weil sie Achtung, Tischler Berlins! Da in Leipzig 400 Tischler ausgesperrt sind, ist Zuzug dorthin streng fernzuhalten. Ferner Die Lithographen, Steindrucker, Präger und Präge- nicht die Organisation der sogenannten lofalorganisirten Maurer haben 20 Tischler der Gebr. 2üdtke in Berlin, Brizerstr. 8, rinnen beschäftigten sich am Mittwoch Abend in einer von zirka benachtheiligen wollten. Wenn nämlich ein dem Verband an wegen Differenzen über die Arbeitszeit die Arbeit niedergelegt. 500 Personen besuchten Versammlung mit der Tagesordnung: Die gehöriger Maurer die volle Unterstügung vom Verband, also Auch hier ist Zuzug zu unterlassen. Gleichzeitig werden die Lohnreduktion in der Prägerei, sowie die Zustände in der Stein- 2 M. täglich und 1 M. für jedes Kind wöchentlich bekommen Tischler Berlins aufgefordert, den streikenden Instru- druckerei der Firma Lange u. Wundsch. Als Referent be- hätte und dazu noch die Unterstützung aus dem Berliner Streifs menten Arbeitern nicht in den Rücken zu fallen, richtete Schöpke, daß man nach den vor drei Wochen statt- fonds, so würde der Verband an Mitgliederzahl in Berlin vor sondern dafür zu sorgen, daß der Zuzug streng ferngehalten gebabten Differenzen geglaubt habe, es werde nun auch bei den aussichtlich riesig gewachsen sein und dadurch wäre die kaum wird. Der Vertrauensmann E. Wiedemann. vereinbarten Bedingungen bleiben. Aber schon am 1. Mai erst zu stande gekommene Einigkeit zwischen den Angehörigen wurden neue Lohnreduktionen in unfangreicherer Weise vor der Verbands- und der lokalen Organisation wieder in die Wie die Resolution zeigt, ist diese Achtung, Holzarbeiter Berlins! Wie Euch bekannt, genommen, so daß sich im Ganzen 49 Arbeiter und Arbeiterinnen Brüche gegangen. liegen über 3000 Klavierarbeiter im Streit. Birta gezwungen faben, die Arbeit niederzulegen. Alle bisher gewiß sehr große Rüdsicht der Verbandsmitglieder den Lokals 150 Klavierarbeiter find Mitglieder des Verbandes und zu unter- gemachten Vorschläge zur Einigung wurden von feiten organisirten noch nicht genügend, denn immerhin bekommen ftüßen, wozu wir wöchentlich über 2000 M. benöthigen. Ferner der Firma mit dem Bemerten zurückgewiesen, daß der Fabrikanten die Verbandsmitglieder täglich 50 Pf. mehr als die andern. Um find 200 Parquetbodenleger in den Streit getreten, die ring den Kampf mit der Arbeiterschaft aufnehmen werde. Da des lieben Friedens willen wurde nun, als die oben mitgetheilte dem Verband angehören, auch sind eine Anzahl Kollegen nun die Geschäftstonjunktur eine günstige sei, müsse man auch Resolution angenommen war, von seiten der Verbandsmitglieder infolge eingetretener Differenzen zu unterstüßen. Aber auch den Kampf gerade gegen diese Firma, die von jeher die schlech zugesichert, es werde dafür gewirkt werden, daß die Verbandsunsere Pflicht ist es, die tämpfenden Klavier- testen Löhne bei der längsten Arbeitszeit zahle, durchführen. mitglieder auch noch auf die 50 Pf. Zuschuß aus der Verbandsarbeiter in ihrer Gesammtheit mit Geldmitteln Die Forderungen wurden zusammengefaßt in folgender Reso- taffe verzichten, also mit der Unterstützung aus dem Berliner zu unterstützen. Wir ersuchen Euch deshalb dringend, lution:" Die Versammlung erklärt nach den stattgehabten Streitfonds vorlieb nehmen. den 10 Pfennig.Beitrag zum Streitfonds aus Verhandlungen der Kommission mit dem Fabrikantenring, eigenem Antriebe nach Möglichkeit zu erhöhen und Sonnabends an den gestellten Forderungen: neunstündige Arbeitszeit; auf den Bahlstellen persönlich oder durch die Vertrauensmänner Bezahlung der gefeßlichen Feiertage; Minimallobn 21,60 m, Depelchen und lehte Nachrichten. abzuliefern. Beweisen wir, daß unsere Organisation nach der sowie Einstellung der Prägerinnen, mit aller Energie festzuhalten Döbeln, 7. Mai.( Privatdepesche des Borwärts".) Am einen Seite Angriffe abschlagen und nach der anderen Seite und zur Durchführung zu bringen. Die übrigen Berufsgenossen 6. Mai wurde die Arbeitsniederlegung auf allen Bauten in einen vorbereiteten Kampf fiegreich durchführen kann. Das verpflichten sich, die Streifenden mit allen Mitteln materiell und 6. Mai wurde die Arbeitsniederlegung auf allen Bauten in Bertrauen der gesammten Kollegenschaft wird sich dann unserer moralisch zu unterstützen. An der Diskussion betheiligten sich öffentlicher Versammlung beschlossen, weil die Meister die Forde Organisation zuwenden. Die Beitragfammler werden ersucht, eine Anzahl Redner, welche die Zustände in der genannten rungen ablehnten. Zuzug streng fernhalten. bis auf weiteres wöchentlich bei dem Kassirer abzurechnen. Die Fabrik sehr entschieden verurtheilten und zur Einigkeit mahnten, Herstal, 7. Mai.( W. T. B.) Der Ausstand in der Waffen0 Ortsverwaltung des Deutschen Holzarbeiter- Verbandes. neunftündige Arbeitszeit; um den Kampf gegen den Fabrikantenring und diese Firma fieg- fabrit ist fast beendigt. Auch bei Priester u. Eyd herrschen ähnliche ZuAchtung, Parquetbodenleger Berlins! Den Kollegen reich durchzuführen. Die obige Resolution wurde einstimmig an- Paris, 7. Mai.( W. T. B.) Nach einer amtlichen Depesche zur Kenntniß, daß bei den Firmen, welche den Tarif bewilligt genommen und das Bureau beauftragt, die Ausführung der Be- aus Cayenne revoltirten an Bord der Goëlette„ Delta" Sträfhaben, die Arbeit nicht früher aufgenommen werden darf, als schlüsse zu veranlassen. Unter Verschiedenem theilte Schöpfe linge, welche nach Montagne d'Argent transportirt werden und bis der Vertrauensmann der Firma die Arbeitserlaubniß gezwungen werden, abends bis 10 und 11 Uhr, ja vielfach die Venezuela ans Land. Die Besaßung des Schiffes ist später in bis vom Arbeitgeber erklärt ist, daß niemand gemaßregelt wird, mit, daß bei der Firma W. Böhme Arbeiter und Arbeiterinnen sollten, bemächtigten sich der Leitung des Schiffes und gingen in Karten in Empfang genommen hat. Weiter ersuchen wir die Nacht hindurch zu arbeiten und aus der Organisation auszu- Demarara angekommen. Kollegen, auf allen Bauten, wo Parquetbodenleger beschäftigt treten. Konstantinopel, 7. Mai.( W. T. B.) Bei dem Bau der waren, die dort arbeitenden Bauhandwerker aufmerksam zustände. Das Bureau wurde vorläufig beauftragt, die weiteren Strecke zur Verlängerung der Eisenbahnlinie Smyrna- Cassala machen, daß seitens des Streikbureaus für die Kollegen, welche Schritte dagegen zu veranlassen, um in einer der nächsten öffent- tam es bei Alaschehir zu einer großen Schlägerei zwischen 400 den Tarif bewilligt erhalten haben, Arbeitsberechtigungs- Karten lichen Versammlungen darüber zu berichten. fmdischen und armenischen Arbeitern, bei welcher zahlreiche Pers ausgestellt werden und daß jeder Parquetbodenleger verpflichtet Die öffentliche Maurerversammlung, die am Mittwoch sonen getödtet oder verwundet wurden. in Cohn's Festfälen von zirka 1200 Maurern. besucht war, be ift, dieselbe auf Anfrage vorzuzeigen. Zwanzig zu der Babiitensette gehörende Perfer sind hier vers schäftigte sich noch einmal mit der am Sonntag angenommenen baftet worden. Die Polizei setzt ihre Nachforschungen fort. Verantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey, Berlin. Kür den Senseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Wading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen. Der Vertrauensmann. 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 107. Reichstag. 86. Sigung vom 7. Mai 1896. 1 Uhr. Am Tische des Bundesraths: Nieberding. Freitag, den 8. Mai 1896. 13. Jahrg. zustimmen, durch durch welches die Handelsangestellten mit Abg. Wurm( Soz.): Das letztere ist richtig, aber die Mitteldoppelten Ruthen gezüchtigt werden, nun noch vor den standspolitik wird geführt auf Kosten der Arbeiter. Das zeigt Strafrichter gestellt und eventuell mit 6 Monaten Gefängniß besonders der Antrag im sächsischen Landtage, der den Konsum bedacht werden können. Während der ersten und zweiten vereinen eine Umsatzsteuer von 3 pet. neben den anderen Lesung, als von allen Seiten dieses Hauses und von Steuern auferlegt. Damit werden die Konsumvereine todt gemacht. Auf der Tagesordnung steht die dritte Berathung des Ent- den verbündeten Regierungen solche Verträge energisch Das ist die Konsequenz des ganzen Vorgehens; man betrachtet wurfs eines Gesetzes zur Bekämpfung des unlauteren und deutlich verurtheilt wurden, haben die Herren Unter- eben die Konsumvereine überhaupt als einen Auswuchs. Im Wettbewerbs. nehmer fich nicht genirt, solche Verträge ruhig weiter zu preußischen Abgeordnetenhaus hat man eine Umsatzsteuer für Gine Generaldiskussion findet nicht statt. In der Spezial- schließen. Noch am 15. März 1896 hat die Firma Franz Kluth, große Waarenhäuser beantragt, was der Generalsteuerdirektor diskussion zu§ 1, zu welchem ein lediglich redaktioneller Antrag rheinische Gummiwaarenfabrik zu Köln- Nippes ihre Beamten als gefeßlich nicht zulässig erklärt hat. Wird die Reichsregierung des Abg. Roeren( 3.) vorliegt, beantragt gezwungen, unter Androhung sofortiger Entlassung einen gegen das Vorgehen in Sachsen einschreiten? Wenn die Konsum Abg. Lenzmann( fri. Vp.), die von ihm in der zweiten Lesung Revers zu unterschreiben, durch welchen fie fich bei 10 000 m vereine unterdrückt werden, so wird man allen Parteien den bemängelten Worte über geschäftliche Verhältnisse insbesondere" Konventionalstrafe verpflichteten, weder in Deutschland noch in Dank dafür dadurch abstatten, daß man sich denen zuwendet, zu streichen. Bekanntmachungen oder Mittheilungen über Defterreich in einer bestimmten Zeit in ein Konturrenzunternehmen welche für die Arbeiter und ihre Konsumvereine eintreten. Die geschäftliche Verhältnisse", zumal darunter auch bildliche Dar- einzutreten oder ein solches zu errichten. Die ökonomisch Reichen, die Millionäre, dürfen fich Vortheile verschaffen, aber ftellungen fallen sollen, sei etwas zu Unbestimmtes, so daß der abhängigen Handelsangestellten müssen sich natürlich, wenn wenn die Arbeiter dasselbe wollen, dann kommt man mit AusRichter damit nicht auskommen könne. Redner erinnert an den sie nicht verhungern sollen und auf das Pflaster fliegen nahmegesehen. Fall des Salvatorbieres; die Zacherlbrauerei nehme diesen Namen wollen, den widerfinnigsten Bestimmungen unterwerfen. Abg. Metuer( 3.) bestreitet, daß die Konsumvereine so unjetzt für ihr Gebräu allein in Anspruch und habe schon gericht. Von Vertragsfreiheit tann da gar keine Rede sein, und jetzt will schuldig sind, wie Abg. Schneider es dargestellt habe. liche Verfügungen erwirkt, welche das Salvatorbier anderer man die Handelsangestellten vollends den Ausbeutern ausliefern. Abg. Ofann( natl.) bestreitet, daß die Arbeiterkonsumt Brauereien mit Beschlag belegen. Herr Roeren führte in der zweiten Der Herr Staatssekretär des Innern, den ich zu meinem vereine schlechter gestellt würden als die Vereine der WohlLesung den Boonetamp of Magbitter an, der so vielfach nachgemacht Bedauern nicht auf seinem Plaze sehe, hat in der habenden. würde. Die Firma Underberg- Albrecht, welche sich darüber beklagt, hat zweiten Lesung meine Beschwerde, daß man nicht auch Abg. Sachke( f.): Jn keinem Einzelstaat sind die Konsumaber selbst diesen Namen zu Unrecht in Anspruch genommen, aus den Kreisen der Handelsangestellten Experten zu den Vor- vereine so start vertreten, wie in Sachsen. Vom Ladentisch denn eine andere Firma hatte schon früher Boonekamp her bereitungen für diesen Gesezentwurf zugezogen, als unbegründet der Konsumvereine wird die wüstete sozial gestellt. In dem Prozeß wurde aber die Firma Underberg- bezeichnet. Am 13. Dezember, bei der ersten Berathung dieses Gefeßes, de motratische Agitation getrieben; deswegen ist Albrecht freigesprochen, weil Boonekamp ein Freizeichen sei. Da hat er aber auf denselben Vorwurf geantwortet:" Der Herr Abg. es ein patriotisches Unternehmen, den Konsumvereinen entgegenfann sich Herr Underding- Albrecht doch nicht beschweren, daß Singer hat sich darüber beklagt, daß fein besonderer Vertreter zutreten.( Lebhafter Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) auch andere Fabrikanten dieses Freizeichen benutzen. des Handlungsgehilfenstandes zu den Vorbesprechungen über den Direktor im Reichsamt des Innern v. Wödtke: Die ver Entwurf zugezogen wurde. Das ist richtig, das ist nicht geschehen; bündeten Regierungen haben zu den Beschlüssen des Reichstages mit demselben Recht wie die Handlungsgehilfen hätten wir aber zweiter Lefung noch keine Stellung genommen; nicht alle Bezahlreiche andere Interessengruppen ebenfalls zuziehen können". schlüsse finden die volle Billigung, aber mit Rücksicht auf die Das ist doch ein Widerspruch. Die zulegt citirte Antwort des tompatte Mehrheit, welche für die Beschlüsse vorhanden ist, Abg. Roeren( 3) bedauert, daß Abg. Lenzmann noch nicht Staatssekretärs ist wohl die richtige. Man hat es nicht für werden die verbündeten Regierungen vielleicht ihre Bedenken eingesehen habe, worauf es ankommt. Es folle der bestraft nöthig gehalten, Vertreter der Handelsangestellten zu hören, zurückstellen. werden, der unwahre Angaben mache, die auf die Täuschung während doch gerade aus ihrer Haut nachher die Riemen ge= Abg. Wurm( Soz.): Herr Sachße hat es offen erklärt, daß des Publikums berechnet seien. Dagegen könne man jetzt mit schnitten werden sollten. Erfahrungen es gegen die Sozialdemokratie geht, was Herr v. Stumm bestritt. dem Betrugsparagraphen nicht einschreiten; es sei aber noth- werde ich fünftig Behauptungen des Herrn Staatssekretärs Die Konsumvereine sind keine sozialistische Organisation; es sollen wendig, das Schwindelreklamewesen aus dem Geschäftsverkehr vorsichtiger aufnehmen und nicht mehr auf seine Erklärungen damit nur den Arbeitern wirthschaftliche Vortheile verschafft werden, zu beseitigen. hin meine Ansicht zurücknehmen, wie es am 17. April die sie sich anderweitig nicht beschaffen können. Die Kapitalisten Abg. Baffermann( natl.) tritt ebenfalls für die Beschlüsse geschah, bevor ich mich attenmäßig überzeugt habe, daß werden nicht getroffen von dem Gesez, sondern es werden nur der zweiten Lesung ein. er im Recht ist. Jm vorliegendem Falle bin ich die kapitalistischen Vereine getroffen, zu denen aber die größten Unterstaatssekretär Rothe entschuldigt den durch einen im Recht. E3 sollte mich aufrichtig freuen, wenn Kapitalisten nicht gehören. starken Katarrh verhinderten Staatssekretär v. Bötticher und es uns durch Ablehnung des§ 9 ermöglicht würde, für das empfiehlt die Annahme des redaktionellen Antrages Roeren, aber Gesetz zu stimmen. Bu Mitschuldigen eines Ausnahmegeſetzes auch des Antrages Lenzmann, der eine Wiederherstellung der fönnen wir uns nicht machen.( Beifall bei den SozialdemoRegierungsvorlage bedeute. traten.) Abg. Hilpert( bayerischer Bauernverein) bedauert, daß in bezug auf die Landwirthschaft teine weiteren Bestimmungen zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs angenommen sind, bittet aber, die Vorlage anzunehmen. Abg. Jakobskötter( t.) bittet ebenfalls, die Beschlüsse zweiter Lesung anzunehmen. § 1 wird unter Ablehnung des Antrages Lenzmann nach dem redaktionellen Antrage Roeren angenommen. Zu§ 5, welcher die Quantitätsverschleierung betrifft, beantragt Abg. Röside folgenden Zusay:" Für den Einzelverkehr mit Bier in Flaschen, oder Krügen kann die Angabe des Inhalts unter Festsetzung angemessener Fehlergrenzen vorgeschrieben werden." Ferner beantragt Abg. Röside folgende Resolution: Die verbündeten Regierungen zu ersuchen, dem Reichstage in feiner nächsten Session einen Gefeßentwurf vorzulegen, durch welchen die Aichung der Bierfässer vorgeschrieben wird." Abg. Nöficke empfiehlt feinen Antrag, um dem unlauteren Wettbewerb im Flaschenbierhandel entgegenzutreten. Abg. Hammacher erklärt sich für den Antrag Röfice und empfiehlt die Ausdehnung der Vollmacht des Bundesrathes auf den Verkehr mit Weinen. = Geh. Ober Regierungsrath Hauß erklärt sich ebenfalls für den Antrag Röside, hält aber die Regelung des Verkehrs mit Weinen nicht für so nothwendig, wie die des Verkehrs mit Bier. Auf die Anregung wegen des Aichzwanges für Bierfäffer werden die verbündeten Regierungen gern eingehen. Abg. Schmidt- Elberfeld( frs. Vp.) warnt davor, für Wein diefelben Bestimmungen zu treffen wie für Bier, namentlich mit Rücksicht auf den Export. Abg. Roeren( 3.): Die Regierung hat nur in bezug auf Bier eine Befugniß nachgesucht, wir haben also keinen Anlaß, in bezug auf Wein etwas zu beschließen. Abg. Gamp( Rp.): Die Mißstände bezüglich des Weinhandels find doch dieselben wie beim Bierhandel. Abg. Hammacher beantragt, in dem Antrage Rösicke su§ 5 hinter dem Worte Bier" einzuschalten und Wein". Die Abgg. Schmidt Elberfeld( frs. Vp.), Dieden( 3.), v. Salisch( ot.) und Müller Sagan( frs. Bp.) sprechen sich gegen den Antrag Hammacher aus. Geheimrath Hauß: Ein Aichzwang ist nicht in Aussicht genommen. = = Nach Unterstaatssekretär Rothe bestreitet, daß eine Klaffengesetz gebung vorliege und bezeichnet die Vorwürse des Vorredners als unbegründet; ein Widerspruch in den Aeußerungen des Herrn Staatssekretärs bestehe nicht. Bei der Konferenz im Oktober 1894 find teine Vertreter der Angestellten zugezogen worden. Nachher haben aber zahlreiche mündliche Besprechungen mit Depu tationen von Handelsgehilfen stattgefunden. = Abg. Vielhaben( Reform- P.) bittet um gänzliche Ab. lehnung des§ 9, weil er nicht dem Mittelstande zu gute fomme, sondern nur dem Großbetriebe, der recht gut warten könne, bis ein besonderes Gefeß vorgelegt wird. Damit schließt die Generaldiskussion. In der Spezialdiskussion zum Artikel 1 spricht sich Abg. Augst( füdd. Vp.) gegen die Vorlage aus. Abg. von Stumm bleibt dabei, daß die Kommission nicht durch den Kampf gegen die Sozialdemokratie geleitet worden sei, Herr Sachße habe nur von den besonderen Berhältnissen in Sachsen gesprochen. Darauf wird die Vorlage in allen ihren Theilen und schließ lich im ganzen unverändert angenommen. Es folgt die zweite Berathung des Gefeßentwurfes betr. den Abgabentarif für den Nord- Ostsee- Kanal. Abg. Hahn empfiehlt eine Ermäßigung des Tarifes für die Schiffe, welche den Kanal nicht in seiner ganzen Linie, sondern nur zur Hälfte benutzen und nach Rendsburg fahren. Abg. Molkenbuhr( Soz.) bezeichnet es als unzutreffend, Abg. Jacobsfötter( t.): Die Konkurrenzklausel hat auf die Gebühren für die großen Schiffe zu ermäßigen, da feiner Seite des Hauses einen Freund; das zeigt die Streichung diese ohnehin schon den Verkehr zum größten Theil an sich ges der darauf bezüglichen Bestimmungen. Ein Ausnahmegefeß entrissen haben. Wenn die kleine Schifffahrt vernichtet ist, dann hält§ 9 nicht. Die Großbetriebe haben diese Bestimmung nicht wird man den Klagen derselben nicht mehr abhelfen können. verlangt, sondern gerade ein Geschäftskollege des Herrn Singer Abg. Hammacher( natl.): Ich babe eine allgemeine Er aus Berlin( Hört! rechts). mäßigung der Tarife verlangt, namentlich damit die internationale Schifffahrt den Kanal benutzt. Abg. Noeren( 3.): Auch wir wünschen eine Regelung der Frage der Konkurrenzklausel, aber sie gehört in dieses Gesetz nicht hinein. 2000 M. oder 9 Monate Gefängniß. Abg. Hahn: Die kleine deutsche Schifffahrt wird weniger durch die großen Schiffe als durch die Konkurrenz der dänischen und helländischen Küstenschifffahrt beeinträchtigt. Was hat die Regierung gethan zur Berücksichtigung der vom Reichstage zum Schuße der Küstenschifffahrt beschlossenen Resolution? Geheimrath von Joequières: Die Seeftaaten sind aufgefordert worden, zu untersuchen, ob die Klagen der Küstenschifffahrt berechtigt find, gleichzeitig sind die Interessenten aufgefordert worden, anzugeben, auf welchem Wege sie sich die Abhilfe denken; denn die verbündeten Regierungen haben vergeblich nach einer Abhilfe gesucht. Die Vorlage wird darauf unverändert angenommen. Parlamentarisches. Ohne Abg. Schneider( frf. Bp.) erklärt, daß seine Freunde ebenso wie in der zweiten Lesung gegen§9 stimmen würden im Interesse der Handelsangestellten. Abg. Singer( Soz.): Ich habe in der ersten Lesung nicht blos von der Konferenz im Oktober 1894 gesprochen, sondern ganz allgemein, und dieser allgemeinen Behauptung, als ich sie in der zweiten Lesung wiederholte, hat der Staatssekretär wider sprochen. Einen Geschäftskollegen habe ich nicht, da ich kein Geschäft treibe, und ich kann auch nicht die Verantwortung über nehmen für das, was ein Geschäftskollege gesagt hat. Die Petitionen der Handels Angestellten widersprechen der ganzen Schluß 6 Uhr. Nächste Sigung Freitag 1 Uhr.( AnBorschrift des§ 9, fie bezeichnen nur die angenommene Nr. 1 träge, betreffend Aufhebung des Impfzwanges und andere An( Verrath des Geschäftsgeheimnisses während der Dauer des Dienst- träge.) verhältnisses) als erträglicher als die gestrichene Nr. 2 ( Berrath des Geschaftsgeheimnisses nach Ablauf des Dienstverhältnisses); sie wollen nicht, daß die Handlungs- Angestellten strafrechtlich verantwortlich gemacht werden, wo jeder andere nur zivilrechtlich verantwortlich gemacht werden kann. Schlechter Aussicht stehende Vertagung des Reichstages berathen. Der Seniorenkonvent hat gestern noch einmal über die in Die Abag. Lingens( 3.) und Görk( frs. Bg.) und wieder- wird das Gesetz durch Streichung des§ 9 nicht. Es wurde davon Mittheilung gemacht, daß die Regierung den Nachdem Abg. Vielhaben nochmals gegen 59 gesprochen, Wunsch habe, das Bürgerliche Gesetzbuch noch in dieser Session holt Abg. Müller Sagan befämpien ebenfalls den Antrag Hammacher, der vom Antragsteller und dem Abg. Gamp ver- wurde derselbe gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, Frei- zur Verabschiedung zu bringen und zu diesem Zweck den Reichstheidigt wird. finnigen, Antisemiten und der Abgg. v. Stumm und Pauli von tag bis zur Erledigung des Gesetzes zusammenzuhalten. Von Abg. Singer( Soz.): Die Frage scheint doch noch nicht der Reichspartei angenommen. getlärt, und namentlich weiß der Bundesrath gar nicht, wie er 3u§ 10, der den Anftifter zum Verrath eines Geschäfts- den Vertretern aller Parteien, mit Ausnahme des Abg. Rickert, bie ihm zu ertheilende Bollmacht ausführen will. Deshalb geheimnisses, auch wenn er feinen Erfolg hat, mit Geldstrafe bis wurde energisch darauf hingewiesen, daß die Absicht der Regiehat man in der Kommission diese Frage fallen laffen. Die zu 3000 m. oder Gefängniß bis zu einem Jahre bestrafen will, rung unausführbar und es unmöglich sei, den Reichstag nach Pfingsten beschlußfähig zu erhalten. Es wurde allseitig der Interessenten haben sich bei den Beschlüssen zweiter Lesung be- beantragt ruhigt. Jetzt wird die Frage plöglich wieder angeregt. Deshalb Abg Rören( 3.) die Ermäßigung des Strafmaximums auf Wunsch ausgesprochen, daß der Präsident diese Auffassung in nachdrücklichster Weise zur Kenntniß bringen möge. sollte man alle Anträge einfach ablehnen. Gebeimrath Hank: Es ist doch sehr natürlich, daß der Geheimrath von Seckendorf erklärt sich für diesen Antrag. bestimmte Verabredungen zu treffen, einigte man sich dahin, Bundesrath an die Modalitäten einer Berordnung noch nicht der fich der Regierungsvorlage( 1500 m. und 6 Monate Ge- das vorliegende Material, bis auf die Justiznovelle, möglichst herangetreten ist, für welche ihm jede gefeßliche Unterlage fehlt. fängniß) nähere. zur Erledigung zu bringen. Man wird zu diesem Zweck noch Uber spruchreif ist die Sache; denn in bezug auf den Flaschen- Abg. Singer( Soz.): Der Anstifter, der doch meist ein einige Seit nach Pfingsten tagen müssen. Dadurch gewinnt auch bier- Handel wird ein großer' Unfug getrieben, der durch Angabe Unternehmer fein wird, sollte eher strenger als milder bestraft zum Abschluß zu bringen. Die Pfingstferien beginnen den die Kommission für das Bürgerliche Gesetzbuch Zeit, ihre Arbeiten des Juhalts auf den Flaschen beseitigt werden kann. Zweifelhaft werden als der Verleitete. ist nur noch die angemessene Fehlergrenze. § 10 wird nach dem Antrage Roeren angenommen, ebenso 13. d. M. und dauern bis zum 2. Juni. Vor Pfingsten sollen ohne erhebliche Debatte die übrigen Paragraphen mit einer noch das Buckergefeß in zweiter, sowie das Börsenreform- und redaktionellen Aenderung im§ 13. Gewerbe- Ordnungsgeset in dritter Berathung erledigt werden. Die Gesammtabstimmung wird für eine spätere Sigung vor- Nach den Ferien soll der Rest der sogenannten Mittelstandssowie die noch Agrargefeße, behalten; die Petitionen werden für erledigt erklärt. den ReichsDie vom Abg. Röside beantragte Resolution, welche bei der vierten Bataillone, Kolonialgeseze) verabschiedet werden kommenden Vorlagen( Nachtrags- Etat, Gesetz wegen § 5 mitgetheilt ist, wird angenommen. Nach einstimmiger Ansicht des Seniorenkonvents würde dann eine Vertagung des Reichstages bis zum Herbst einzutreten haben, und man glaubt, daß die Regierung sich umsomehr mit dieser Ansicht abfinden wird, als sonst die Gefahr einer perma Abg. Schneider( frs. Vp.) aus, daß durch die Hineinziehung nenten Beschlußunfähigkeit des Reichstages auf der Hand liegt, für den§ 9, die in dem Glauben, Treu und Redlichkeit inner- anderer Vereine landrechtlichen Ursprungs in die eigentlich nur auf und bei einem etwaigen Schluß der Session die Arbeiten der halb des Handels zu schützen, Vorschriften erläßt, welche die die Konsumvereine berechnete Vorlage ein gesetzgeberischer Salat Kommissionen für das Bürgerliche Gesetzbuch und die JustizHandelsangestellten traffeste Ausnahmegesetz von sehr zweifelhafter Schmackhaftigkeit entitanden sei. novelle ganz nutzlos gewesen wären. Sonnabend findet teine Bedauern muß ich aber mit meinen Freunden, daß Redner wendet sich gegen die Vorwürfe, die man den Konsumbie Festhaltung des§ 9 es uns unmöglich macht, in der Ge- vereinen gemacht habe; man wolle wohl überhaupt den Sozial: Plenarsizung statt, unt der Kommission für das Bürgerliche sammtabstimmung für dieses Gesetz zu stimmen. Das ist uns um demokraten eins answischen. Man sollte nach den lauten Klagen sollen ebenfalls mit Rücksicht auf diese Kommission bis Pfingsten Besetzbuch einen vollen Arbeitstag zu lassen. Die Plenarsizungen so bedauerlicher, als das Gesetz uns an sich sympathisch ist und meinen, daß eine ungeheure Vermehrung derfelben eingetreten um 2 Uhr nachmittags beginnen. Montag zweite Berathung des der Kommission bemüht haben es fei, dabei zeige aber die Statistik des Genossenschaftsverbandes, Buckersteuergesetzes. berechtigten Anforde- daß die Zahl der genossenschaftlichen Konsumvereine zurückrungen entspricht. Der§ 9 schafft eine Interessenungleichheit, gegangen sei. Die Konsumvereine, über welche man flage, unterda er die Unternehmer und Prinzipale wegen der gleichen Manis ständen meist garnicht dem Genossenschaftsgesetze. pulation nicht unter dieselbe Strafe stellt wie die An Abg. v. Stumm( Rp.) bestreitet, daß der Kampf gegen die gestellten. Solange die unter dem Namen„ Konkurrenztlause!" Konsumvereine geführt werde; es werde nur gegen die Ausbekannten schamlosen Verträge gefchloffen werden, haben wüchse derselben vorgegangen. Gegen die Sozialdemokraten um 10 weniger Veranlassung, einem Gesetz zu richtet sich die Vorlage nicht. § 5 wird nach dem Antrage Röfice unter Ablehnung des Antrages Hammacher angenommen. Bei§8, welcher sich gegen den Mißbrauch eines Namens, einer Firma u. f. 1. richtet, erklärt auf eine Anregung des Abg. Hammacher der Geheimrath Hauß, daß auch die mißbräuchliche Verwendung des Pseudonyms eines Schriftstellers strafbar sei. § 8 wird angenommen. Bei§ 9: Verrath der Geschäftsgeheimnisse erklärt Abg. Singer( Soz.): Aussichtslose Anträge zu wiederholen liegt nicht in unserer Absicht. Es ist eine fompatte Majorität gesichert ftellen. wir uns so wir zu in unter das es gestalten, daß den Es folgt die dritte Berathung der Novelle zum Genossenschaftsgefeß. In der Generaldiskussion führt und tag an Das Recht der Frau bildete auch am Donnerstag das Thema für die Kommission zur Berathung des Entwurfs eines Bürgerlichen Gesezbuchs. Ueber den Namen, den die Ehefrau erhält, bestimmt§ 1389 des Entwurfs: Die Frau erhält den Familiennamen des Mannes." Verschiedene Frauenpetitionen treten dafür ein, daß der Frau das Recht zustehen soll, in 11 einen Ausschuß. V einer Vers Analogie der in der Schweiz und in Rußland herrschenden Sitte, In der sehr lebhaften Debatte begründet der Antragsteller p Der Antragsteller führt aus, daß der Zweck des An ihren Mädchennamen mit dem Familiennamen verbinden zu können. Diesen Antrag unter Aufrechterhaltung des von ihm vertheidigten, trages vor allem fei, unliebsame Erfahrungen zu vermeiden, wie Der Antrag wurde vom Abg. Kauffmann( freif.) aufgenommen, gegen von der Kommission gebilligten Grundsages, daß der Mann das sie bei der Alten Post", bei dem Neubau in der Rosenstraße dieStimmen des Antragstellers, des Abg. Frohme, der freitonservativen Haupt der ehelichen Gemeinschaft sei, aus sittlichen und ökono- und ähnlichen eben erst mit großen Rosten hergestellten BaulichAbgeordneten v. Stumm und Pauli und eines Theils des Zen- mischen Gründen. Die Regierungsvertreter halten die Bestimmung feiten eingetreten sind, die zum Zwecke der Durchführung andertrums aber abgelehnt. Die Mehrheit der Kommission war durch- des Entwurfs aufrecht, anerkennen aber theilweise die Nüglich weiter von der Stadt beschlossener Bauprojekte niedergerissen Es gelte hier, schnell zu handeln, um weg der Ansicht, daß der Ehefrau das Recht, ihren Mädchen- feit einer Ausnahmebestimmung für die Frau, die in der Regel werden mußten. der Die Konservativen und Nationalliberalen nicht namen neben dem Familiennamen zu führen, durch den Entwurf erwerbsthätig ist. Privatspekulation Zeit zu Manipulationen nicht untersagt fei, daß aber zu einer ausdrücklichen Aufnahme treten dem Antrag entgegen. Die Herren von Cuny zu laffen, die zit zit einem ähnlichen Ausgang führen dieses Rechts tein Bedürfniß vorliege und daß die Führung von und von Bennigsen malen als Schreckgespenst an die müßten. Daß die Angelegenheit gerade die Königstraße Doppelnamen nicht erwünscht sei. Abg. Gröber beantragte, Wand, daß eine Ehefrau ohne Einwilligung ihres Mannes betreffe, für deren Südfeite die Stadt schon so große Aufdie Bestimmung aufzunehmen, daß auch der Stand des Ehe dann ja als Schauspielerin auftreten tönne und daß erst nach wendungen gemacht habe, dürfe nicht von mannes von der Ehefrau getheilt werde. Die Vertreter der Re- dem Auftreten der Mann richterliche Hilfe anrufen könne. fehrsverbesserung abhalten, die an so bevorzugter Stelle der gierung meinten, die Aufnahme solcher Bestimmung sei entbehrlich Abg. Stadthagen hält dem entgegen: Zunächst tönne er in Stadt eine doppelte Nothwendigkeit sei. Diejenigen, welche der uud fönnte bezüglich des hohen Adels, dessen Vorrechte dem Schreckensphantom so etwas ungeheuerliches nicht erblicken. Meinung feien, es sei einmal mit der Südseite der Fehler gedas Einführungsgesetz aufrecht hält, zu Mißverständnissen Die Eheleute hätten einander doch vorher kennen gelernt, und macht, man möge es dabei bewenden lassen, würden damit dem Anlaß geben. Abg. Stadthagen unterstützt den Antrag. wie stehe es denn umgekehrt, wenn der Ehemann gegen den einen Fehler, der gemacht sei, lediglich einen zweiten hinzufügen. Wesentlich sei er nach der Richtung der Alimentationspflicht Willen der Ehefrau als Schauspieler auftreten, als Latai fich Redner beantragt die Niedersehung eines Ausschusses von 15 Pers und beim Ehescheidungsrecht. Daß standesgemäße in den Dienst einer schönen Wittwe begeben, langjährige Schiffsdienste sonen für seinen Antrag. Alimentation darzureichen ist, sagt der Entwurf selbst. Bei den nehmen wolle; da bedürfe er doch auch nicht der Genehmigung Eine weitere Debatte findet nicht statt; der Antrag geht an Chefcheidungsgründen stehe es dem Richter nach der jetzigen seiner Frau. Die Herren hätten überdies immer nur die Fälle vor Gestaltung des Entwurfs leider frei, in Uebereinstimmung mit Augen, wo es sich um ganz vereinzelt dastehende Marotten Der Verlags- Buchhändler Siegfried Cronbach will mit der seltsamen Judikatur des Reichsgerichts bei Abwägung der in wohlhabenden Familien handle. Sollen die oder soll der der Stadtgemeinde auf grund des ursprünglichen und durch Be Verfehlungen auf den Stand Rücksicht zu nehmen. Endlich sei große Kreis der erwerbsthätigen Frauen bei der Firirung schluß der Versammlung vom 28. Juni 1894 abgeänderten Abdie Einrichtung der morganatischen Ehe durch folche der Rechte maßgebend sein? Der Antrag v. Stumm lasse ja leider kommens mit der Urania Uhren und Säulen Vorschrift zu treffen, treffen, dies Institut überhaupt zu be- in Anlehnung an den zu§ 1337 des Entwurfs gefaßten Beschluß Gesellschaft ein Vertragsverhältniß eingeben, wodurch er den feitigen. Die morganatische Ehe sei ursprünglich nichts zu, daß der Chefrau die Thätigkeit untersagt werden könne, wenn Betrieb der Uraniasäulen übernimmt, aber nicht bis 1911, Die Kaution soll von weiter als das gefehlich anerkannte Vorrecht des hohen Adels, fie zu einer Schädigung der ehelichen oder Familieninteressen führe, sondern nur bis zum 1. April 1898. ne ben seiner standesgemäßen Ehefrau eine andere zur linken während der Frau solch' Untersagungsrecht dem Manne gegen- 10 000 auf 15 000. erhöht und dem Unternehmer das Recht Hand" sich antrauen zu lassen. Dies Institut verdante wesent- über nicht zusteht. Der Antrag bedeute aber sowohl durch die eingeräumt werden, bis zum 1. Januar 1898 die Verlängerung lich der Bestrebung seine Entstehung, die außerordentlich aus- Umkehr der Beweislast, wie durch das Erforderniß der Noth- des Vertrages bis 1911 zu beanspruchen. gedehnten Maitressenwirthschaft des hohen Adels im wendigkeit der Einhaltung einer Kündigungsfrist und durch die Stadtv. Schwalbe will die Vorlage zunächst kommissarisch Interesse des Adels selbst einzuschränken. Sei in Preußen prattischere Fassung einen ganz erheblichen Fortschritt gegenüber berathen, während Stadtv. 2adewig die sofortige Annahme auch die morganatische Ehe nicht mehr als Doppelehe zu dem Entwurf. Aus der Praxis führt Stadthagen eine empfiehlt, um aus dem jezigen unleidlichen Provisorium herauszugelaffen, so laffe das Landrecht doch noch mit Genehmigung des Reihe von Fällen an, in denen die Verfügungsbeschränkung der kommen. Auch Stadtrath Voigt stellt aus demselben Grunde die AnLandesherrn die Eingehung einer Ehe zur linken Hand" seitens Ehefrau zu sittlichen und sozialen Schäden geführt hat. Abg. nahme anheim, desgl. Stadtv. Mommsen. Dagegen betont Stadtv. eines Hochadligen mit einem Mädchen aus„ niederen Ständen" Kauffmann( freif.) tritt gleichfalls, lebhaft für den Antrag Schwalbe nochmals, daß man auch über das geschäftliche zu. Bei solcher Ehe werde ausdrücklich durch giltigen Vertrag v. Stumm ein. Abg. Bach em will aus der sittlichen Natur Verhältniß des Herrn Cronbach zu der Gesellschaft Normalbem Mädchen verwehrt, in die Familie und den Stand der Ehe einen Vorzug des Entwurfs vor dem Antrag v. Stumm zeit", die bisher den Uhrenbetrieb besorgt habe, Klarheit haben des Mannes zu treten. Im Grunde sei also folch' Verhältniß ableiten, mit anderen Worten: das unterthänigkeitsverhältniß müsse. denkbar weit von einer Ehe entfernt, es sei ein Vertrag der der Frau kommt in der Vorschrift des Entwurfs traffer zum Der Antrag auf Ausschußberathung wird angenommen, Bettgemeinschaft, nicht der Lebensgemeinschaft und könne eher Ausdruck. Abg. Gröber hat beantragt, ganz allgemein zu be- desgl. ein Antrag Schwalbe, durch den der Magistrat ermächtigt als Konkubinat als Ehe taxirt werden. Abg. v. Buchta und stimmen:" Die Frau darf, so lange sie in häuslicher Gemein- wird, auch über den 15. Mai cr. hinaus für den Betrieb der Vertreter der Regierung wendeten sich dagegen, daß die mor- schaft mit dem Manne lebt, nicht ohne Einwilligung des Mannes Uhren für alle Fälle Sorge zu tragen. ganatische Ehe Ronkubinatscharakter trage und bekämpften auch ein Erwerbsgeschäft selbständig betreiben." Eine folgerichtige lebhaft den Antrag Gröber. Derselbe fiel gegen die Stimmen der Paraphrafirung von Moses, Buch 1 Kap. 3 Vers 16: Und er Freifinnigen, Sozialdemokraten und einiger Ultramontanen. Die foll Dein Herr sein." Die Abstimmung wurde auf Freitag um Frage, ob die morganatische Ehe überhaupt beizubehalten sei, 10 Uhr vertagt. tommt erst bei Art. 56 des Einführungsgesetzes zur Entscheidung.§§ 1339 und 1340 des Entwurfs lauten: Juterpellation wegen des Lehrerbesoldungs- Gefeßes. Der Magistrat ersucht die Versammlung um ihr Eins § 1339: Die Frau ist, unbeschadet der Vorschriften des Von den Abgg. v. Tzschoppe und Frhru. v. Zedlitz ist mit Unter- verständniß zur Aufhebung der Deputation für § 1887, berechtigt und verpflichtet, das gemeinschaftliche Haus- ftüßung der freifonservativen Fraktion im Abgeordnetenhause öffentliche Gesundheitspflege, da dieselbe eine wesen zu leiten. Zu Arbeiten im Hauswesen und im Geschäfte folgende Interpellation eingebracht worden: verivaltende Thätigkeit ohnehin nie ausgeübt habe und nach der des Mannes ist die Frau verpflichtet, soweit eine solche ThätigWas gedenkt die königliche Staatsregierung zu thun, um Einsetzung der Deputationen für die Krankenanstalten und für feit nach den Verhältnissen, in denen die Ehegatten nach der Ablehnung des Lehrerbesoldungs die städtische Frrenpflege völlig überflüssig geworden sei. Gesetzes durch das Herrenhaus den beabsichtigten Ausbau des Stadtv. 2. Sachs befürwortet die Aufhebung, will aber, § 1840. Die Frau ist berechtigt, innerhalb ihres häuslichen Alterszulage- Systems zu gunsten der Lehrer so bald als möglich um den schönen Namen der bisherigen Deputation zu erhalten, Wirkungsfreises die Geschäfte des Mannes für ihn zu besorgen herbeizuführen und die Mißstände zu beseitigen, die die Krankenhaus- Deputation, die jetzt das Erbe jener angetreten und ihn zu vertreten. Rechtsgeschäfte, die sie innerhalb dieses sich aus dem Mangel einer gefeglichen Neu- habe, in Bufunit Deputation für die städtischen KrankenWirkungstreises vornimmt, gelten als im Namen des Mannes regelung der Lehrergehälter ergeben?" anstalten und für die öffentliche Gesundheitspflege" genannt vorgenommen, wenn nicht aus den Umständen sich ein anderes wissen. ergiebt. Der Mann kann das Recht der Frau beschränken oder ausschließen. Stellt sich die Beschränkung oder die Ausschließung als Mißbrauch des Rechtes des Mannes dar, so tann fie auf Oeffentliche Sigung vom Donnerstag, 7. Mai, Antrag der Frau durch das Vormundschaftsgericht aufgehoben nachmittags 5 Uhr. werden. Dritten gegenüber ist die Beschränkung oder die Ausschließung nur nach Maßgabe des§ 1418 wirtsam." leben, üblich ist." Kommunales. Dem Ortsausschuß des Deutschen Vereins von Gas- und Wasser- Fachmännern soll zu den Kosten der diesjährigen Hauptversammlung in Berlin ein städtischer Beitrag von 3000 m. gezahlt werden, wozu die Versammlung ohne Debatte ihre Zustimmung giebt. Oberbürgermeister Belle hält diese Benennung für korrekter, da thatsächlich beide Aufgaben der Deputation obliegen, und sagt das Einverständniß des Magiftrats zu. Stadtv. Dr. 3adet: Die Gesundheitspflege- Deputation hat Stadtv. Baute hat sein 27 Jahre lang ausgeübtes Mandat lange dahingesiecht, ihr Ende ist ihr zu gönnen. Aber was soll wegen schwerer Krankheit niedergelegt. Auf Anregung des an ihre Stelle treten? Die Krankenhausdeputation fann die Sorge nicht übernehmen. Beiden Bestimmungen stimmt die Kommission zu. Jns Vorsteher Stellvertreters Michelet soll ihm die Theilnahme für die öffentliche Gesundheitspflege befondere§ 1339 ist lediglich dekoratives Beiwert, da nach dem der Versammlung in besonderer Zuschrift ausgesprochen werden. Die bisherige Deputation für die öffentliche Gesundheitspflege Entwurf bei Streitigkeiten der Mann entscheidet.§ 1841 regelt Eine große Bahl von Urlaubsanzeigen bringt der Vorsteher hat nicht erst nach der Einrichtung der Deputation für die die für die Rechtsstellung der Ehefrau und für ihre Erwerbs zur Kenntniß. Krantenanstalten ihre Wirksamkeit eingebüßt, sondern schon jahremöglichkeit hochbedeutende Frage, ob der Ehemann das Recht Der Petitionsausschuß hat über eine Reihe von Petitionen lang vorher nichts geleistet; sie hat alle Anregungen aus der haben soll, feiner Frau zu untersagen, Dienst- und Arbeitsver- verhandelt. Versammlung, selbst den harmlosen Antrag meiner Freunde wegen hältnisse ohne seine Genehmigung einzugehen. Das preußische Die feit 1884 wiederholt angeregte Gleichlegung der der Baubuden für die Straßenarbeiter nicht befürwortet. An Eine Reihe wichtigster Landrecht bestimmt in§ 196 II, 1: Ohne Einwilligung Ferien an den Gemeindeschulen mit denen der Stoff fehlt es wahrhaftig nicht. des Mannes kann die Frau feine Verbindung eingehen, höheren Lehranstalten ist vom Berliner Rettoren- Fragen, die Wasserfrage, die öffentliche Desinfektion, die wodurch die Rechte auf ihre Person getränkt werden." In Verein zum Gegenstande einer einer Petition an die Rettungswesens, die ganz vernach Ver- Reorganisation des harren der Erledigung. ähnlicher Weise beschränkt das Bürgerliche Gesetzbuch für Sachsen sammlung gemacht worden, welche diese Gleichlegung, läffigte Schulhygiene u. f. w. (§ 1638) das Verfügungsrecht der Ehefrau. Er bestimmt:„ Eine also auch die Verlängerung der Kommunalschul- Ferien Solche Aufgaben löst nicht eine Deputation, die im Jahre zweiEhefrau bedarf zu allen Rechtsgebieten, durch welche sie nicht von 4 auf 5 Wochen beim Provinzial- Schulfollegium zn oder dreimal zusammentritt.( Widerspruch.) Wir brauchen eine lediglich erwirbt, der Einwilligung ihres Ehemannes." In ähn beantragen gebeten wird. Der Ausschuß hat sich für den beständige Kontrolle der hygienischen Einrichtungen Berlins, ein licher Weise wird die Erwerbsmöglichkeit der Ehefrau nach der Uebergang zur Tagesordnung entschieden, da auch städtisches Gesundheitsa mt, wie es in Hamburg sich bes Rechtsprechung in faft allen Gebieten Deutschlands gehemmt. Die die Schuldeputation es beim alten zu belassen beschlossen währt hat, wie es die gesammte moderne Hygiene fordert wie ökonomische Entwicklung und die Nothwendigkeit ökonomischer habe. Die Mehrheit pflichtet der Ansicht bei, daß die wir es beantragt haben und immer wieder beantragen werden. Selbständigkeit für unendlich viel Frauen hat im Ver- Rücksicht auf die höchstens 3 pt. der Gesammtheit be- Stadtv. Dr. Langerhans: In den Ausführungen des fehr diese papiernen Schranken der Erwerbsmöglich- tragende Zahl von Kommunalschul- 3öglingen, die Geschwister Vorredners lag sehr viel Wahres. So wie die Deputation jetzt feit zum großen Theil beseitigt; aber der bestehende in höheren Lehranstalten haben, und auf das Ruhebedürfniß zusammengesetzt ist, kann sie diese Fülle von Aufgaben nicht Rechtszustand hat dennoch สิน einer außerordentlichen des Lehrerpersonals nicht ausschlaggebend sein könne, daß vielmehr leisten, da alle ihre Mitglieder außerordentlich zu thun haben. Chifanirung der Frau durch die angeführten Hemmparagraphen den Kindern eine zu lange Ferienzeit nicht dienlich(!) und der Thatsächlich kommt allerdings die jetzige Krankenhaus- Deputation geführt; der Entwurf für das Bürgerliche Gesetzbuch will diese intereffirten Bevölkerung im Allgemeinen nicht erwünscht sei, ein viermal im Monat zusammen. Will Herr Zadek seinem Ziele mit der Freiheit der Frau unverträglichen Hemmnisse zu gunsten öffentliches Interesse also dem Gegenstande des Petitums nicht näher kommen, so sollte er dem heutigen Antrag des Magistrats des Ehemannes verlängern und enthält nur ein praktisch völlig zuerkannt werden könne. zustimmen und abwarten, ob und wieweit die Krankenhauswerthloses Recht der Ehefrau, die Hilfe des Richters in Anspruch Nach der Geschäftsordnung ist eine Debatte über Petitionen, Deputation den gedachten Aufgaben gerecht werden kann. Bur zu nehmen. Er schlägt als§ 1341 vor: hinsichtlich deren lediglich Uebergang zur Tagesordnung vor- Beit und ohne weiteres läßt sich ein Gesundheitsamt nicht " Hat sich die Frau einem dritten gegenüber zu einer von ihr gefchlagen ist, unzulässig. Von mehreren Seiten wird indes schaffen. in Person zu bewirkenden Leistung verpflichtet, so kann der Mann Berichterstattung über die Petition beantragt; es wird dem- Stadtrath Straßmann bemerkt, daß an den Gedanken das Rechtsverhältniß ohne Einhaltung einer Kündigungsgemäß die Angelegenheit später nochmals auf die Tagesordnung frist tündigen, es sei denn, daß er der Verpflichtung zugestimmt kommen. eines städtischen Gesundheitsamts nicht herangetreten werden tann, bevor die Stadt die Wohlfahrts- und Sanitätspolizei hat oder seine Zustimmung auf Antrag der Frau durch das Ueber die Petitionen betr. die Beschleunigung des Neu- übertragen erhalten habe. Stadtv. Spinola theilt diese Auffassung. Vormundschaftsgericht ersetzt worden ist. Das Vormundschafts- baues der Weidendammer Brücke und betr. die Regulirung Auch Stadtv. Neumann hält die Errichtung eines gericht kann die Zustimmung ersetzen, wenn der Mann durch der Wallstraße geht die Versammlung zur Tagesordnung über. Krankheit oder durch Abwesenheit an der Abgabe einer Er Die minorennen Geschwister Frisch, vertreten durch ihren städtischen Gesundheitsamtes unter den heutigen Verhältnissen tlärung verhindert und mit dem Aufschube Gefahr verbunden ist, Spezialpfleger Rechtsanwalt Grabower, petitioniren um Rück- und überhaupt für verfehlt, da er sich eine Sanitätspolizei ohne oder wenn die Verweigerung der Zustimmung sich als gewährung der aus der Konkursmasse des verstorbenen Maler- die Befugnisse der Exekutive nicht denken könne. Es müsse daher Mißbrauch seines Rechts darstellt. Die Zustimmung sowie meisters Karl Seeger bezahlten Steuern. Der Malermeister schon bei der staatlichen Sanitätskommission sein Bewenden haben, die Kündigung kann nicht durch einen Vertreter er Seeger, welcher am 2. Juni 1894 sich und seiner Familie ein so die allerdings eine bestimmte regelmäßige Wirksamkeit enthalten folgen; ift der Mann in der Geschäftsfähigkeit beschränkt, tragisches Ende bereitete, war der Vormund der Betenten, deren müßte. fo bedarf er nicht der Zustimmung seines gesetzlichen auf ca. gefeßlichen auf ca. 1015 M. festgestelltes Vermögen er zu verwalten, Stadtv. 8 adet hält den Vorrebnern entgegen, daß der Bertreters. Das Kündigungsrecht des Mannes ist ausgeschloffen, aber nicht mündelsicher angelegt hatte. In dem nach Magistrat die ihm von der Staatsbehörde angebotene Wohlver der Selbstentleibung Seeger's über seinen Nachlaß fahrtspolizei nicht akzeptire, blos weil er auch noch andere folange die häusliche Gemeinschaft aufgehoben ist." Dadurch würde einer Frau von einem unverständigen, ver- hängten Konkurse war auch die Forderung des Steuer. Polizeizweige übertragen erhalten wolle, wozu die Regierung tommenen, eigensinnigen oder herrschaftlüfternen Ehemann die fistus für restirende Steuern geltend gemacht und nicht bereit ſei. Möglichkeit, durch Dienst- oder Arbeitsverhältniffe irgend einer dadurch das Mündelvermögen um mehr als die Hälfte geArt für sich und die Kinder das Nothwendige zu beschaffen, un- fchädigt worden. Die Petition, welche dahin geht, auf den geheuer erschwert, ja fast genommen werden können. Die Frauen Steuerbetrag zu verzichten und Anweisung auf Auszahlung des find mit recht über diese Bevormundung in höchstem Grade felben an den gerichtlich bestellten Spezialpfleger ergehen zu aufgebracht. Mehrere Petitionen darunter eine mit 21 000 laffen, empfiehlt der Ausschuß dem Magistrat zur Berit ct ( nicht aus Arbeitertreifen herrührende) Unterschriften bedeckte fi chtigung zu überweisen. ( es befinden sich die Namen von Männern und Frauen aus Ohne Debatte tritt die Versammlung diesem Antrage bei. Während der Monate Juli und August wird die Versammtonservativem, nationalliberalem, freifinnigem Lager und Namen Stadtv. Langerhans sieht feine Möglichkeit, die staatliche Sanitätskommission zu regelmäßigen Sigungen zu veranlassen. hervorragender Gelehrten, Künstler und Schriftsteller darunter) lung auch in diesem Jahre Sommerferien machen. haben sich deshalb auch gegen diese Bestimmung gewendet. Dem Versammlungsbeschluß wegen Ginsegung einer gemischten Praktisch sei einzig der Weg, zunächst die Deputation für die Freiherr von Stumm hat auf diesem Gebiete so viel fozial- Deputation zur Erörterung der Frage der Anlegung einer Krankenhäuser mit den Angelegenheiten der öffentlichen Gesundpolitische Einsicht bekundet, daß er entsprechend dem in den rechtsfeitigen Spreeuferstraße zwischen Waisenheitspflege auch offiziell zu befaffen. Der Magistratsantrag wird mit dem Zusatantrag Sachs Betitionen zum Ausdruck gebrachten Begehr folgende Bestimmung brücke und Mühlendamm will der Magistrat mit dem anstelle des§ 1341 vorschlug: Vorbehalt beitreten, daß zuvor mit dem Fistus und den AnSchluß 714 Uhr. liegern über die Landabtretung bezw. über die Betheiligung an der Ausführung der Uferstraße verhandelt wird. Die Ehefrau ist berechtigt, ohne Einwilligung ihres Mannes einen selbständigen Beruf oder Gewerbe zu betreiben und sich Dritten gegenüber zu einer von ihr in Perion zu bewirkenden Leistung zu verpflichten. Erweist sich solche Thätigkeit der Ehefrau als eine Schädigung der ehelichen oder Familieninteressen, so kann ihr die Fortsetzung derselben auf Antrag des Mannes vom Vormundschaftsgericht untersagt werden. Auf grund einer diesbezüglichen Verfügung des Vormundschaftsgerichts ist der Mann berechtigt, das Rechtsverhältniß, durch welches seine Frau sich zu einer in Person zu bewirkenden Leistung verpflichtet hat, unter Einhaltung einer vom Vormundschaftsgericht zu bestimmenden Frift zu tändigen." Oberbürgermeister Belle entgegnet, daß das Entgegenkommen der Regierung an so viel Bedingungen geknüpft worden sei, daß eine Verständigung bisher nicht zu erreichen war. Man hoffe aber immer noch, zu einem gedeihlichen Resultat zu gelangen. Wenn man vom Staate die Uebertragung derartiger Befugnisse fordere, müsse doch schon ein Ansatz zu der artigen Einrichtungen bei der Stadt vorhanden sein. angenommen. Bweiter Kongrek der Gewerkschaften Deutschlands Die Bersammlung nimmt von dem bezüglichen Anschreiben des Magistrats Kenntniß. Von den Stadtv. Kleefeld und Genossen ist der Antrag eingebracht: Berlin, den 7. Mai 1896. den Magistrat um schleunigste Einbringung einer Die Berathung des Antrags der Redaktionskommission, welche Vorlage betreffend die Fest st ellung einer neuen die Aufgaben der Generalfommission festgesetzt hat, wird fortBauflucht für die nördliche Seite der gefeßt. Die einzelnen Punkte des Antrages( Agitation, Statistit, Königstraße von der Heiligengeiftstraße bis zur Burg- Bublikationen, Pflege der internationalen Beziehungen, Einstraße, sowie in der Burgstraße für die Front des Grund- berufung der Kongreffe, Beitragspflicht der einzelnen Gewer stücks Königstraße nördliche Seite und Burgstraßen- Ecke zu schaften) werden gesondert diskutirt und gelangen einzeln zur Aoersuchen. stimmung. Es wird beschlossen: Die Aufgaben der Generalkommission sind: 1. Die gewerkschaftliche Agitation namentlich in denjenigen Gegenden, Industrien und Berufen, deren Arbeiter nicht oder nicht genügend organisirt sind, zu fördern und den Zusammenschluß der leinen Verbände und Lokalorganisationen zu Induftrieverbänden anzuftreben. S Eine Resolution Hué Essen, welche stärkere Agitation be fonders in Ost- und Westpreußen und Schlesien empfiehlt, weil die rückständigen Elemente dieser Gegenden das gewerkschaftlich hochentwickelte Westdeutschland überfluthen, die dortigen Organifationen schädigen und die Arbeitsbedingungen verschlechtern, wird der Generalfommission zur Berücksichtigung überwiesen. 2. Die von den Gewerkschaften aufgenommenen Statistiken, soweit sie allgemeines Interesse haben, zusammenzustellen und folche über Stärke, Leistungen und Entwickelung der Gewert schaften, sowie solche über sämmtliche Streits selbständig aufzunehmen. 3. Das, Correspondenzblatt" erscheint in der bisherigen Weise weiter. Es foll den Vorständen der Gewerkschaften, den Vorfizenden der Gewerkschaftskartelle, den Vorsitzenden der Agitationskomitees und der Parteipresse unentgeltlich überfandt werden. Kurze, wichtige Publikationen sollen allen Gewerkschaftsblättern zum Abdruck zugehen. ( Anträge auf Vergrößerung des Correspondenzblatt" werden abgelehnt. Ebenso fällt der Antrag der Kommission, welcher den Buchdrucker, Correspondent" als Publikations- Organ vorfchlug.) 4. Die Generalfommission hat internationale Beziehungen zu den Gewerkschaften anderer Länder zu pflegen. 5. Die Generalfommission hat die allgemeinen deutschen Gewerkschaftstongresse einzuberufen und die hierzu nöthigen Vorarbeiten zu erledigen. Diese Kongreffe find nach Bedürfniß, mindestens jedoch alle drei Jahre einzuberufen. Zur Theilnahme an diesen Kongressen sind sämmtliche Zentralorganisationen und solche Lokalorganisationen berechtigt, die verhindert sind, sich zentral zu organisiren. In Zweifelfällen entscheidet der Gesammtausschuß. Ausgeschlossen von der Theilnahme an den Kongressen sind alle Gewerkschaften, welche ohne genügende Entschuldigung mit drei Quartalsbeiträgen im Rückstande find. Auf Antrag der Hälfte der bei der Generalfommission be theiligten Gewerkschaften ist die Generalfommission verpflichtet einen Kongreß einzuberufen. Der Ausschuß tann zu denjenigen Berufskongressen, wo es nöthig erscheint, einen Vertreter entsenden. Die Gewerkschaften sind berechtigt, für je 3000 Mitglieder einen Delegirten zu wählen. Die Zahl der Delegirten einer Gewerkschaft darf sechs nicht überschreiten. Kleinere Gemertschaften wählen einen Delegirten. Wichtige Anträge entscheidet die Zahl der durch die Delegirten vertretenen Mitglieder. Beiträge. was wichtig ist, wird von der Mehrheit des nächsten Rongresses entschieden werden. Namens der Holzarbeiter- und Metallarbeiter Organisationen erkläre ich, daß beide Organisationen auf eine Vertretung in der Generalfommission verzichten. Vorsitzender Legien: Ich denke, wir nehmen von diefer Solidaritätserklärung der beiden Organisationen einfach Notiz und halten die Angelegenheit für erledigt. Roeste Hamburg: Ich lege infolge des Resultats der Gesammtabstimmung, das die Holzarbeiter Organisation im höchsten Maße benachtheiligt, mein Mandat für die Generalfommission nieder und frage den Genossen Legien, ob er auch aus dem Beschlusse seiner Organisation die gleiche Konsequenz ziehen will. Legien: Ich bin gewohnt, felbständig zu handeln und werde mein Mandat behalten. Dem Beschlusse eines Nebenfongresses brauche ich mich nicht zu fügen. Ich bemerke aber, ich hätte auch mein Mandat niedergelegt, wenn der Genosse Röste an mich nicht die Frage gerichtet hätte. Es ist geradezu unerhört in der Geschichte der Arbeiterbewegung, daß, nachdem jeder einzelne Puntt durchberathen und abgestimmt ist, nachdem die Gesammtabstimmung mit großer Majorität erfolgt ist, zwei große Organisationen erklären, fich nicht fügen zu wollen. Beharren die beiden Organisationen auf ihrer Weigerung, dann gut, dann verzichten wir auf eine Einigung. Können wir uns nicht einigen, dann mag die Gewerkschaftsbewegung zu grunde gehen. Wieviel kostet die Gewerbe Ausstellung? Nach einer vom Arbeitsausschuß veröffentlichten Aufstellung betragen die Herstellungskosten im einzelnen: Hauptgebände Chemiegebäude. Fischereigebäude. Gebäude f. d. Schule( Wohlfahrtseinrichtungen) Gartenbau. Gebäude für Gasindustrie Verwaltungsgebäude Einzäunungen • Ausschmückung des Parkes Wege- Ueberbrückungen Teichanlage und Wasserthurm. • # Be- und Entwässerung, Gas- u. Wasserleitungen Architekten, Baubureau Terrainpachtungen. Subventionirungen( Beiträge zur Pflasterung an die Gemeinden Treptow, Rigdorf; zur Herstellung des Eisenbahn Bahnhofes an die Eisenbahnverwaltung; an die verschiedenen Gruppen, und Innendekorationen) Propaganda, Platate, Plakatbilder, Inserate während der Dauer der Ausstellung 2c.. Uniformen, Möbel. Feuerwehr • Elektrische Beleuchtung und Kraft: Mufit Bömelburg- Hamburg zur Geschäftsordnung: Wenn die Presse morgen über den Vorfall berichten wird, dann wird es heißen: Da find fie wieder einmal beisammen gewefen. Ich möchte doch die Frage anregen, ob es nicht angezeigt ist, eine Verständigung herbeizuführen. Ich bin nicht der Ansicht, wie Legien, daß die Sache erledigi ist. Legien Hamburg: Ich glaube nicht, daß eine Verständigung erzielt werden kann, wir müßten sonst gerade noch einmal die ganze Vorlage durchberathen. = Mehr Leipart Stuttgart mahnt zur Einigkeit. Die Verständigung ist leicht herbeizuführen, wir brauchen nur den Passus: wie sechs Delegirte darf feine Organisation zum Kongreß fchicken". Massini Berlin stellt einen auf Streichung dieses Passus zielenden Antrag im Interesse der Einigkeit. Von den Gegnern des Zusammenschlusses der Zentralverbände zu Industrieverbänden wird nun der Antrag gestellt, auch den Bassus über die Bildung von den Industrieverbänden aus der Vorlage zu streichen. = Brintmann- Hamburg vertritt diesen Antrag in erregter Weise und facht den alten Streit über die beste Organisationsform damit von neuem an. Um diesem Streit aus dem Wege zu gehen, wird der Antrag auf Schluß der Diskussion gestellt, aber abgelehnt. Beiswenger- Berlin erklärt, daß er zur Mehrheit gehört, wendet sich aber gegen Brinkmann. Er schließt, feien wir anständig und räumen wir den großen Organisationen mehr Rechte ein". Dupont Berlin konstatirt, daß in der Kommission Breder- Nürnberg und Eiginger- Nürnberg, die jetzt jo heftig opponiren, fein Wort gegen die Fassung einzuwenden gehabt haben. Im Interesse einer Einigung empfehlet er aber, den Wünschen der beiden großen Organisationen Rechnung zu tragen. Gine längere Diskussion entſpinnt sich noch über die Höhe der Der Kommissionsantrag will die Beiträge auf 3 Pfennige Bömelburg Hamburg bittet, noch einmal nachzugeben festseßen. Ein Antrag bezweckt die Herabsetzung auf 2/2 Pfund im Interesse der Einigkeit den Bassus mehr wie sechs ein anderer eine Erhöhung auf 5 Pf. pro Mitglied und Quartal. Delegirte 2c." zu streichen. Deisinger Hamburg befürwortet die Beibehaltung des jetzigen Zustandes, die 5 Pfennig- Beiträge. Er weist nach, daß die Generalfommiffion bei einem 3 Pfennig- Beitrag nicht auskommen tann, wenn sie das leisten foll, was sie bisher geleistet hat. Die Einnahme an Beiträgen in den letzten 4 Jahren betrugen 94 630 M., wenn 3 Pf. bezahlt worden wären, so würden nur 56 778 M. eingegangen sein, mithin weniger 37 852. Die Ausgaben be= trugen nach Abzug der Rückzahlungen 74 688 M. Rechnet man Der Antrag Brinkmann auf Streichung des Passus noch die sonstigen Einnahmen von 9574 M., so würde immer von den Industrieverbänden wird mit 56 gegen 52 Stimmen noch eine Mindereinnahme von 28 278. verbleiben. abgelehnt. Selbst bei Wegfall des Correspondenzblattes" was nicht Der Antrag Leipart Massini auf Streichung des beabsichtigt sei, würde nur eine Ersparniß von 14 000 m. erzielt Paffus: Mehr wie sechs Delegirte darf eine Organisation nicht werden, also immer noch 14 000 M. Minus bleiben. entsenden", wird mit 79 gegen 29 Stimmen angenommen. Nachdem noch v. Elm Hamburg und Gehr- Geestemünde Die Holzarbeiter und Metallarbeiter erklären, jetzt für die im Intereffe der Erfüllung der Aufgaben der Generalfommission Vorlage zu stimmen, die dadurch fast einstimmig zur Annahme für die 5 Pf. Beiträge eingetreten sind, tritt die Mittags- gelangt. pause ein. Ein Schlußantrag wird angenommen. Legien schließt darauf die Sigung um 63/4 Uhr. Nächste Bad Sigung Freitag früh 8 Uhr. In der Nachmittagssigung wird ein Schreiben der im Ausstande befindlichen Arbeiter in der Berliner Musikinstrumenten- Branche vom Vorsitzenden verlesen; der Kongreß erklärt sich mit den streifenden Arbeitern solidarisch. Dann wird die Debatte über die Höhe der Beiträge zur Generalfommission fortgefeßt. Schmitt München befürwortet den Antrag der Kommission auf drei Pfennige. Beipart Stuttgart vertheidigt seinen Antrag auf Herabfegung der Beiträge auf 21/2 Pf. = Tokales. d a) Gefammtkosten d. elektrischen Beleuchtung der Haupt- Industriehalle. 215 000 W. b) Reftliches, Maschinen- und Kesselfundamente und Einmauerung, Kohlen, Wasser, Bedienung 2c.. Wege, gärtnerische Anlagen, Springbrunnen Diverse kleine Gebäude Kesselhaus und Schornsteine Versicherungen Personal 2c. B Wiederherstellung des Parkes Allgemeines und Unvorhergesehenes 1559 000 Mt. 290 000 320 000 132 000 " " " 15 000 " 26 000 " 78 000 " 35.000 " # 221.000 " 100 000 " 289 000 " 250 000 200 000 75 000 " " " 510 000 " 350 000 # 100 000 # 80'000 100 000 " " 535 000 " 750 000 160-000 87 000 " " " 60 000 " 80 000 " 300 000 " In Summa Als abschließende Zahlen sind diese Ziffern trachten. Es ist ferner zu bemerken, daß aus Pachtverträgen( feste Einnahmen und voraussichtliche Erträge 100 000 110 000 " 6 379 000 9. nicht zu be.. 1 297 000 m. 870 000 an Playmiethen außer dem Gewinn bei dem Verkauf von Loosen und zuzüglich des Beitrages der Stadt Berlin von 300 000 m., des Beitrages des 1879er Ausstellungsfonds von 52 000 M. in Gingang zu stellen sind, sodaß, um den Ausgleich der Ausgaben und innahmen zu erzielen, ein Tagesbesuch( auf 150 Tage) von ungefähr 50 000 Personen erforderlich ist. An Feftbanketten zu Ehren der Ausstellung und ihrer Ueber einen der= Unternehmer ist noch immer fein Mangel. artigen Schmaus, der am Mittwoch Abend im Hauptrestaurant von Dressel von den Komitee- Mitgliedern der Aussteller und Interessenten für die Berliner Gewerbe- Ausstellung 1896" veranstaltet wurde, bringt ein Lokalblatt einen Bericht, der neben einer Reihe völlig gleichgiltiger Reden, deren eine Herrn Rudolf Virchow zum Urheber hat, auch eines Toastes erwähnt, den Frau Lina Morgenstern zum besten gab. An sich ist auch die Redeleistung der Unvermeidlichen ohne Belang, aber die näheren Umstände machen die Sache ein wenig interessant. Nachdem nämlich auf den Kaiser, auf die Herren vom geschäftsführenden Ausschuß, die Aussteller und Garantiefondszeichner, die Presse u. s. w. getoaftet worden war, tam, wie das Lokalblatt meldet, Frau Morgenstern mit einem Hoch auf die pflicht eifrigen Arbeiter der Ausstellung heran. Von der Wirkung dieses Toastes meldet das Blatt aber drolligerweise weiter, daß er das Ohr der Festtheilnehmer nicht mehr finden konnte". Nicht ohne farfaftisches Lachen werden die Arbeiter von dem kleinen Zwischenfall Kenntniß nehmen, zu dem die Sozialpolitikerin" Frau Morgenstern auf dem Schmause, bei welchem die Unternehmer einmal des Harms vergessen wollten, ganz unmotivirt den Anlaß gegeben hat. Möge sie es sich beim nächsten Bankett merken, daß das Gedenken der Arbeiter, selbst der„ pflichteifrigen", nur geeignet ist, den Unternehmern den Appetit zu verderben. Die Sozialpolitik des Oberhofmeisters. Der OberAchtung, Parteigenossen von Moabit! Laut Beschluß der legten Parteiversammlung geben wir hiermit bekannt, daß hofmeister der Kaiserin, Freiherr von Mirbach, hat, wie die die Parteispedition dem Genossen E. Ander3 übertragen ist. Freisinnige Zeitung" meloet, in der ersten kirchlichen Konferenz Bestellungen, Beschwerden u. f. w. find an die Adresse von für die Kurmark vom Standpunkt eines Sachverständigen u. a. Anders, Putligstraße 9, sowie an den bisherigen Stellvertreter ausgeführt:" Der uyus und das Wohlleben in allen höheren Albert Weise, Rostockerstraße 52 zu richten. Außer Abonne- Kreifen ist der unermeßlichen Noth gegenüber zu groß Dupont- Berlin tritt für den Kommissionsantrag ein. Was wird nicht blos an und muß eingeschränkt werden. ments auf den Vorwärts"," Jakob" u. s. w. werden an Die Diskussion wird geschlossen. Es wird namentlich diesen Stellen auch Inferate für den Vorwärts" Schmuck und Kleidern unnöthig verbraucht! darüber abgestimmt, ob der Beitrag 5 Pf. pro Mitglied und entgegengenommen. Dieser übertriebene Lurus ist durch nichts zu entschuldigen." Quartal betragen soll. 58 Delegirte stimmen dafür, 65 Dele- Des ferneren werden die Parteigenossen darauf hingewiesen, Will Herr von Mirbach denn nun den Betrag, den er diesen girte dagegen, 16 Delegirte fehlten. Der 5 Pf. Beitrag daß am nächsten Sonntag, den 10. Mai, vormittags 9 Uhr, in Grundsägen gemäß an Schmuck und Kleidern in seinem Hausift demnach abgelehnt. Mit großer Majorität wird hierauf der alten Urania, Invalidenstraße 57/62, eine Sonder- wesen spart, etwa in Gestalt von Lohnerhöhungen den Der Dreipfennig- Beitrag angenommen. vorstellung stattfindet, zu der noch Billets bei den obengenannten auf seinen Gütern beschäftigten Arbeitern zutommen lassen? Längere Zeit nimmt die Frage in Anspruch, wo die General- Spediteuren, sowie Sonntag Morgen am Eingang zur Ürania zu Der Koburger als Ordensspender. Die Staatsbürgertommission fünftig ihren Sitz haben soll. haben sind. Zeitung" meldet in ihrer Eigenschaft als freiwilliger PolizeiGegen einen Antrag, der für Berlin eintritt, wendet sich Gehr Bremerhaven, indem er auf die Gefahren des Die neue Lokalliste wird am 23. Mai, dem Freitag vor moniteur:„ Kriminal- Kommissar und Lieutenant der Reserve preußischen Vereinsgesetz hinweist. Der Vorstand der politischen Pfingsten, herausgegeben. Die Vertrauensmänner der sechs Henniger von der politischen Abtheilung unserer Polizei, wurde Partei fei jetzt als Verein erklärt worden, es sei immerhin die Berliner Reichstags- Wahlkreise werden ersucht, jeder für sich, von dem Fürsten von Bulgarien durch Verleihung des Möglichkeit gegeben, daß auch die Vertretung der Gewerkschaften ein Verzeichniß der in ihrem Kreise auf die Liste zu setzenden bulgarischen Verdienst- Ordens ausgezeichnet." Hat Herr Henniger Deutschlands, wenn es sich z. B. einmal um eine große Agitation Lokale bis spätestens zum 19. Mai der Redaktion einzusenden. dem Koburger vielleicht ein Rezept zur Abwehr des inneren handeln sollte, als politischer Verein erklärt werden könnte. Das gleiche Ersuchen ergeht an die in betracht kommenden Auf die Regierung würde ein Druck von den Kühnemännern Parteigenossen der Umgegend Berlins. Die Einsender der und Konsorten schon Eindruck machen. Er bitte, den Verzeichnisse werden dringend gebeten, sowohl ihre eigene Siz der Kommission in Hamburg zu belassen. Adresse, als auch Namen und Adresse der verzeichneten Wirthe genau anzugeben. B Legien: Genosse Gehr sprach von einem Gesetz, wonach die Gewerkschaften Teutschlands als politischer Verein erklärt werden könnten. Ein solches Gesez existirt nicht. Allerdings aber haben wir in Berlin mit eigenthümlichen polizeilichen Auffassungen zu rechnen.( Sehr gut.) = Die Gewerkschaften, Klubs, Vereine u. f. w. werden an die Pflicht erinnert, stets auf die Lokalliste bezug zu nehmen, auch wolle man bei Landpartien sich streng an die Liste halten. Zur Lokallifte. In Werder a. d. Havel ist das Lokal Kugelweg für die Arbeiterschaft frei. In Schmö cf wit steht das Lokal Seglerschlößchen( Th. Hahne) der Arbeiterschaft nicht mehr zur Verfügung. Feindes gegeben? Heber umfangreiche Störungen im Betriebe des Fernfprechamts IV wird seit etwa acht Tagen von den Theilnehmern geklagt. Die Ermittelungen des Fernſprechamts haben, wie ein Berichterstatter zu melden weiß, ergeben, daß die Störungen, welche durch ein außerordentlich startes, unangenehmes Nebengeräusch sich bemerkbar machen und das Sprechen sehr ers schweren, durch die elektrischen Bahnen verursacht sein dürften. Von der Störung sind sämmtliche, die Tracen der Bahnen berührenden Leitungen betroffen; sie erstrecken sich nicht nur über Bon der Postbehörde sind bereits verschiedentliche Versuche an Berlin, sondern selbst bis nach Adlershof und Grünau. gestellt, um diese Störungen zu verhindern, doch haben sich bisher Stehr Berlin empfiehlt, obwohl er selbst Berliner sei, doch Hamburg. Mit großer Majorität wird Hamburg als Siz der Generalfommisston gewählt. Es folgt die Wahl der Mitglieder der Generalfommission. In der berühmten Unzuchtssache gegen unser Blatt alle Bemühungen als erfolglos erwiesen, umfomehr als die Von den bisherigen Mitgliedern der Generalfommission lehnen hat der Staatsanwalt jegt die gegen das freisprechende Urtheil Ursachen noch nicht ermittelt sind. Sicher ist, daß die Elektrizität v. Elm, Deisinger und Demuth eine Neuwahl ab. Legien, der Berufungsinstanz eingelegte Revision zurückgezogen. in den Leitungen der Bahnen im Draht eine Einwirkung auf die Sabath und Frau Kähler erklären eine eventuelle Neuwahl Für unsern in der Angelegenheit angeklagt geweſenen Kollegen Leitungen des Telephons nicht ausübt. Ob die Uebertragung wieder annehmen zu wollen. Kunert ist das Unzuchtsvergehen" damit nunmehr abgethan. des Geräusches vom Geleise aus durch die Häuser nach Welche Folgen die Kuppelei- Anzeige aber für den Herrn Gerichts- den Telephongestängen stattfindet, konnte bisher nicht festgestellt affeffor gehabt hat, wissen wir nicht. Borgeschlagen werden Legien, Frau Kähler, Sabath, Roeste, Brinkmann, Thomas, Hoffmeier und Haeberle.. Während der Feststellung des Wahlresultats erfolgt die namentliche Abstimmung über den gesammten Antrag der Kommission, wie er durch die verschiedenen Aenderungen gestaltet ist. Die Vorlage ist mit 86 gegen 43 Stimmen angenommen. 10 Delegirie fehlten. mit 69, werden. Die Direktion von Alt- Berlin macht ihre Miether darauf Ein Sittenbild. Ein Eifersuchtsdrama hat sich am aufmerksam, daß einige der angestellten Kellnerinnen auf offener Donnerstag Morgen in dem Hause Auguststraße 101 abgespielt. Straße der Ausstellungsstadt in einer Weise Geschäfte zu machen Die 24 jährige Schneiderin Pauline Seide, die seit einigen Moversucht haben, wie man es sonst nur zu später Stunde in den naten dort wohnt, hatte ein Liebesverhältniß mit dem 83 Jahre Straßen von Neu- Berlin zu sehen gewohnt ist. Die Direktion alten Kellner Georg Wert aus der Linienstr. 11. Werk ist ein In die Generalfommission werden gewählt Legien mit hofft, daß die. Miether unverzüglich ihre weiblichen Angestellten verheiratheter Mann, lebt aber feit geraumer Zeit von seiner 97, Brinkmann mit 84, Frau Kähler mit 70, Roeste verwarnen werden. Wir wissen nicht, wie die beschuldigten Frau getrennt und soll demnächst mit ihrem Einverständniß von Sabath mit 57 Stimmen. Als Stellvertreter Mädchen in Alt- Berlin von den Unternehmern entlohnt werden, ihr geschieden werden. Außer mit der Seide unterhielt Werk werden gewählt Thomas, Haeberle und Hoffmeier. aber im allgemeinen sagt man, daß so leicht auch keine Kellnerin auch noch mit der Köchin eines Restaurateurs in der Kleinen Breder Nürnberg erklärt namens der Metall- und zur Prostitution greift, wenn der Hunger sie nicht dazu zwingt. Auguststraße ein Verhältniß, aus dem bereits ein Kind hervor= Holzarbeiter Organisationen, daß sie gegen die Vorlage gegegangen ift. Mit dieser Köchin hatte er sich vor einiger Zeit ftimint haben, weil sie in dem Passus, in welchem die Auf der Sanitätswache in der Gewerbe- Ausstellung sind entzweit, aber vor furzem wieder vertragen und demnächst Delegirtenzahl für die großen Organisationen auf sechs in den letzten beiden Tagen im ganzen zehn Personen behandelt wollte er sie heirathen, um mit ihr ein eigenes Geschäft aufbeschränkt wird, eine Vergewaltigung der großen Organisationen worden. Hierunter befanden sich nur zwei Besucher der Aus- zumachen. Die Nacht zum Donnerstag brachte der Elende in erbliden. Auch der Bassus, daß bei wichtigen Anträgen die Zahl ftellung sowie ein im Ausstellungsbetriebe beschäftigtes Mädchen; der Wohnung der Schneiderin zu. Als gestern Morgen die Wirthin der durch den Delegirten vertretenen Mitglieder entscheidend sein in den übrigen sieben Fällen handelte es sich um Arbeiter, welche um 7 Uhr zum Wecken an die Thür klopfte, wurde ihr nicht geants foll, giebt teine genügende Gewähr gegen Majorisirung, denn erkrankt resp. sich leichte Berlegungen zugezogen hatten. wortet. Statt dessen fielen wenige Augenblicke später unmittelbar hinter einander brei Schüsse in den Räumen der Seide. Many Staatstaffe erheblich gefchädigt. Die königliche Regierung zu holte die Polizei des 6. Reviers herbei, die sich Eingang ver Königsberg habe zweifellos von jenen betrügerischen Handlungen fchaffte. Die Seide hatte aus einem Revolver, den Wert erst der Firma Kenntniß gehabt; sie sei aber diesen Betrügereien nicht g Am Mittwoch Vormittag wurde die 25jährige Schneiderin Bertha Freund auf dem Leipziger Plate, als sie an der Haltestelle einen Pferdebahnwagen besteigen wollte, durch eine Droschke niedergefahren und anscheinend innerlich schwer verletzt. Der Kutscher fuhr, ehe er festgestellt werden konnte, davon. Witterungsübersicht vom 7. Mai 1896. Stationen. Swinemünde Hamburg Barometerstand in mm, d. Meeressp. Windrichtung 768 ND • 770 NW Berlin 768 NNW Wiesbaden 769 N München 766 NW • Wien. 762 NW Haparanda. 769 Still Petersburg Cort 778 GD 776 N 768 D • NND Windstärke 442943( Stala 1-12) 1322 Wetter Temperatur FEDIATOR nach Celsius ( 50.40R.) halb bedeckt wolkenlos 8 12 bedeckt 9 wolkig bedeckt bedeckt 13 halb bedeckt heiter 14 wolkig wolkenlos 12 11 " Dermischtes. war es still wie in Dieser hat befundet: zu meinen Wählern. Westphal hat megen des Nieder- Dt.- Wette- Groß- Kunzendorf Dammrutschungen eingetreten und Wort genommen. haben. er damals Von einem furchtbaren Brandunglück ist in der Nacht zum Donnerstag Heidelberg betroffen worden. Ein Telegramm aus der badischen Universitätsstadt meldet: Das hiesige Universitäts- Reitinftitut ist in der vergangenen Nacht nieders gebrannt. Zwei Kinder, eine Verwandte und das Dienstmädchen des Besitzers sind erstickt; die Frau des Besitzers und drei andere Kinder wurden auf Leitern gerettet. 27 Pferde kamen um. = Ein guter Schauspieler. In einem 1892 bei Grunow in vor kurzem gekauft hatte, diesem einen Schuß ins Gesicht ge- entgegengetreten. Sobald eine Revision der Baggerei im Kurischen Leipzig erschienenen lesenswerthen Werkchen Bilder aus dem feuert. Die Waffe scheint nur mit„ Selbstmörderpatronen" ge- Haff stattfinden sollte, wäre die Firma Stantien u. Becker davon Universitätsleben" finden wir auch eine Reminiszenz an den laden gewesen zu sein, immerhin aber wurde der Getroffene anftets sofort vorher durch einen höheren Beamten der Königsberger eben verstorbenen Treitschke. Sie fnüpft an das Attentat an, den Angen erheblich verlegt. Als sie fah, daß fie den Regierung unterrichtet." Weiter heißt es in der Broschüre: das May Hödel am 11. Mai 1878 gegen Raiser Wilhelm I. Mann getroffen hatte, suchte das Mädchen sich selbst durch zwei Stantien u. Becker haben gegenüber dem Baurath Dempwolff verübte. Den Moment, als Treitschke turz nach dem Attentat Schüsse zu tödten. Wert aber ergriff den Revolver, so daß beide in Memel Bestechungsversuche gemacht und andere Beamte, Ober- im Kolleg vor seinen Hörern erschien, schildert der Verfasser Schüffe fehl gingen. Die Seide versuchte dann durch Erhängen steiger u. f. m. bestochen." Außerdem wird der Firma Stantien folgendermaßen: Im Auditorium ihrem Leben ein Ende zu machen und, als auch das mißlang, u. Becker Raubbau" vorgeworfen und behauptet, daß die einer Kirche; alle sahen düster vor sich hin, als lastete fich aus dem Fenster zu stürzen. Aber auch hieran wurde sie Firma den Wirklichen Geheimen Rath und Ministerial- ein Druck auf ihren Seelen. Endlich trat Treitschte ein. gehindert und sodann von der Polizei festgenommen. Werk Direktor Dr. Michelly, der der Domänenabtheilung des Königlich Rein Lärm erhob sich, wie das sonst bei der Bebrachte man in ein Krankenhaus. preußischen Landwirthschaftlichen Ministeriums vorsteht, und den grüßung zu sein pflegte. Er stand lange worilos da und fah uns Zwei Eisenbahn- Unfälle fanden Mittwoch Abend in der Geb. Ober- Regierungsrath Tezlaff, welcher in dieser Abtheilung an, als wollte er sagen: Ich sehe, Ihr fühlt die Kränkung, die die Angelegenheiten des Bernsteinregals bearbeitet, beftochen habe. Schande, die entfeßliche Schmach, die man uns angethan hat." Nähe der Gewerbe Ausstellung statt. Gegen 10 Uhr fuhr ein Der Regierungsrath Knisvel sei von der Firma Stantien Dann wollte er sprechen; man merkte, wie es in ihm wogte und Südringzug an der Anschlußstelle des Görlitzer Geleiſes in einen u. Becker durch wenig ehrenhafte Mittel" veranlaßt worden, arbeitete. Aber die Empfindungen schienen so gewaltsam hervor Güterzug hinein. Zwei Wagen des Personenzuges entgleisten, über Weftphal einen in feiner Weise zutreffenden amtlichen zubrechen, daß er die Lippen zusammenbiß und krampfhaft ein mit Rohlen beladener Wagen des Güterzuges wurde um- Bericht zu erstatten, um die höchsten Behörden zu täuschen. fchluckte, als wollte er alles in seinem Innern niederkämpfen. geworfen. Eine halbe Stunde später sprang infolge falscher Eingehende amtliche Ermittelungen sollen ergeben haben, daß Dann griff er haftig nach seinem Taschentuch und drückte es, von Weichenstellung auf der Görlitzer Hauptbahn, unmittelbar am die in der Denkschrift enthaltenen Behauptungen, insbesondere innerer Erregung überwältigt, gegen die Augen. Ich glaube, es Ausgangs- Bahnhof, ein Güterzug auf das Geleise deffelben. Die infoiveit sie sich auf die königlichen Beaniten beziehen, zumeist gab teinen einzigen unter den Zuhörern, dessen Herz nicht bei Störungen auf beiden Geleisen waren sehr bedeutend und wurden nicht erweislich wahr seien. Aus diesem Grunde haben diesem stummen Vorgange bis ins Innerste erbebt wäre. Dann erst in später Nachtstunde beseitigt. Personen wurden nicht der Minister für Landwirthschaft, der frühere Regierungs- fand er Worte und sagte, er könne über die ruchlose That nicht verlegt. präsident Freiherr Dr. v. Heydebrand und der Lafa und sprechen, es schnürte ihm die Kehle zusammen, er wolle in der Rohheitsvergehen. Als am Mittwoch Nachmittag die das fönigliche Oberbergamt zu Breslau für die diesen Behörden Geschichte der Befreiungskriege fortfahren. unter fittenpolizeilicher Aufsicht stehende 20 jährige Marie Richter unterstellten Beamten gegen Westphal wegen Beleidigung Straf Der Wasserstand der Elbe bei Dresden war am mit dem 24 jährigen Arbeiter Gustav Zahn im Hause Eichen: antrag gestellt. Regierungsrath Knispel hat noch persönlich und Donnerstag 431 Zentimeter uber Null; aus Leitmeriz wird gedorffstraße 21 ein Absteigequartier aufsuchte, brachte Zahn dem außerdem hat der Geheime Kommerzienrath Moritz Becker Straf- meldet, daß das Wasser 17 Bentimeter gefallen ist. Bei Tetschen Mädchen anscheinend ohne jede Veranlassung einen Mefterstich antrag wegen Beleidigung gestellt. Bemerkt sei, daß wegen der ist die Elbe am Mittwoch sechs Meter über normale Höhe ge in die Bruft bei und ergriff darauf die Flucht; er wurde jedoch Meinungsverschiedenheiten über die rechtzeitige Stellung des stiegen. Bei heftigem Sturm regnete es in Strömen. Die bald ergriffen und verhaftet. Die Verlegung des Mädchens ist, Strafantrages tommissarische Vernehmungen stattgefunden haben; Situation ist äußerst kritisch. nach dem Gutachten des von der Unfallstation herbeigerufenen unter anderem auch Die des früheren Abgeordneten, Arztes, nur leicht. jezigen Untersuchungsgefangenen Freiherrn von Hammerstein. Infolge andauernden Regenwetters find, wie aus Der Angeklagte Westphal gehörte Breslau berichtet wird, an mehreren Stellen der Nebenbahn Durch einen Absturz vom Gerüst ist der Puzer Johann Genosti gestern, Donnerstag, Nachmittag schwer verunglückt. Genosti war auf einem Bau in der Invalidenstraße gegenüber ganges der Bernstein- Industrie mit mir Rücksprache genommen hat daher der Betrieb auf derselben seit Mittwoch eingestellt Der Zeitpunkt für die Wiederinbetrieb. der Scharnhorststraße beschäftigt, stürzte aus dem dritten Stock und mir mehrere Exemplare der Denkschrift überfandt, die ich werden müssen. auch im Abgeordnetenhause vertheilt habe. Ein Exemplar über- nahme der Strecke läßt sich noch nicht bestimmen. auf die Straße hinab und erlitt am Kopfe und an den Armen reichte ich dem Landwirthschaftsminister v. Heyden- Kadow. Ich Infolge Dammrutschung ist auch bei 84,3 Kilometer der Strecke und anscheinend auch innerlich schwere Verletzungen. Wie fich habe außerdem mit dem Herrn Minister über diese Angelegen Osterode( Ostpreußen)- Kraplau das Geleis unfahrbar ges der Unfall zugetragen hat, ließ sich genauer noch nicht feststellen, heit gesprochen und auch im Abgeordnetenhause deswegen das worden. Der Personenverkehr wird durch Umsteigen aufrecht da der Verunglückte, der in der Alvenslebenstraße 17 wohnt, in Jm Monat Oftober 1893 schrieb mir der erhalten. Voraussichtliche Dauer der Betriebsstörung ein bis einer Droschte in ein Krankenhaus gebracht wurde, nicht ganz Minister, daß ich ihm noch zwei Exemplare der Dent- zwei Tage.- Jufolge Dammrutschung auf der Eisenbahnlinie vernehmungsfähig war. schrift übersenden solle. Ich habe diesem Ersuchen auch sogleich Ratibor- Troppau ist ferner die Strecke von Ruchelna bis Troppau entsprochen und mich deshalb an Westphal gewandt. Der voraussichtlich länger als 24 Stunden unfahrbar. Präsident theilt mit, daß außerdem kommissarisch vernommen In Hamburg ist die Zwilling'sche Sägemühle Mittwoch worden seien die Abgg. Rickert, Krause. v. Bandemer und Will, Abend abgebrannt. Große Holzvorräthe sind vernichtet. Der da der Angeklagte auch an diefe je ein Exemplar der Denk- Schaden ist bedentend. schrift überfandt habe. Auf die Verlesung dieser Aussagen wird verzichtet. Dagegen wird die kommissarische Aussage des früheren preußischen Landwirthschaftsministers v. Heyden- Cadow verlesen. Dieser hat bekundet: Er erinnere sich nicht mehr genau des Datums, an welchem Freiherr v. Hammerstein über die Angelegenheit mit ihm gesprochen, bezw. an welchem Tage ihm Freiherr v. Hammerstein ein Exemplar der inkriminirten Denkschrift überreicht habe. Die zwei weiteren Exemplare müsse er am 21. Oftober 1893 von dem Freiherrn v. Hammerstein erbeten Ans Madrid wird berichtet: In Alosno( Proving Huelva) von dem ganzen Inhalt der wurden durch eine in einem Tanzsaale vorfäßlich angelegte Dentschrift Kenntniß genommen, wisse er heute nicht mehr. Feuersbrunst 6 Personen getödtet und eine weitere Anzahl vers Der Angeklagte bemerkt alsdann auf Befragen des Präsi- wundet. Der Brandstifter ist verhaftet. denten: Ich habe die Denkschrift geschrieben, einmal um den wundet. Der Brandstifter ist verhaftet. gänzlichen Ruin der Bernsteinwaaren- Industrie im Allgemeinen Schah Nasr Eddin gegen den Majestätsbeleidiger. und andererseits den Ruin meines eigenen Geschäfts abzuwenden. Nafr Eddin war, wie Pariser Blätter melden, ein großer Gönner Ich wäre auch wirthschaftlich ruinirt gewesen, wenn ich nicht der Dichter und hielt auch einen bei Hofe. Einmal las ihm der feit Oftober vorigen Jahres die Konzession zur Erwerbung eines Schah eines seiner eigenen Gedichte vor und bat um seine Aneigenen Bergsteinbergwertes erhalten hätte. Im weiteren Berlauf sicht. Der Dichter erwiderte: Man verzeihe mir, aber ich der Verhandlung bemerkt der Angeklagte auf Befragen des finde, daß das Gedicht großer Sch und ist."- Führt den Eiel Präsidenten: Er habe wegen der Ankündigung der Preiserhöhung in den Stall", befahl der Schah. Und so geschah es zur Schande seitens der Firma Stantien u. Becker bei der Regierung Be- der Kunst. Einige Tage später befann sich der persische Herrscher schwerde geführt, aber feine Antwort darauf erhalten. Dies doch und ließ den Dichter wieder zu sich kommen. Er las allein habe er der Regierung zum Vorwurf gemacht. Auf Antrag des Rechtsanwalts Sieh soll nun das Zirkular von Stantien und Becker, in welchem die Preiserhöhung aus Anlaß der Erhöhung Der Arbeitslöhne u. f. w., angekündigt wurde, zur Verlesung gelangen. Rechtsanwalt Dr. Seelig: Ich habe diesen Punkt nicht infriminirt, ich weiß daher nicht, welchen Grund die Verlesung des Zirkulars haben soll. Präs. Wir können uns nicht auf die Privat- Klageschrift beschränken. Vertheidiger Rechtsanwalt Dr. Sello: In der Privattlage ist u. a. der Passus der Denkschrift inkriminirt, der der Firma Stantien und Becker Ueber die Ueberspanntheit eines Akademikers verbreitete vorwirft, daß sie mit unehrlichen und unlauteren Mitteln operirt. eine Verhandlung eigenes Licht, die sich gestern vor der sechsten Wir werden durch die bewußten Unwahrheiten im Zirkular den Beweis für die Richtigkeit dieser Behauptung führen. Das Berufungs Straftammer des Landgerichts I. abspielte. Studiosus Walter Reichau war vom Schöffengericht von der Birkular gelangt darauf zur Verlesung. Der Angeklagte beAnklage der Bedrohung freigesprochen worden, der Staatsanwalt hauptet im weiteren: Becker habe dem Steiger Baumgart hatte aber dagegen Berufung eingelegt. Der Angeklagte will 100 Thaler versprochen, wenn er es ablehne, den Regierungswie er angiebt, mit Einwilligung seines schacht zu Nortyken zu bauen. Vaters, eines höheren Beamten, eine Der Angeklagte bemerkt im weiteren: Eines Tages erschien Dame" heirathen, die Jahre lang zu dem Bankier der Regierungspräsident Graf v. Clairon d'Haussonville bei mir. Strobel in Beziehungen gestanden hat. E3 schien dem Er sagte mir: er fäme nicht in amtlichem Auftrage, da aber Angeklagten, als ob diese Beziehungen noch nicht ihr Ende Beschwerden eingegangen feien, so stelle er mir anheim, ihm erreicht hatten. nachdem er sich mit der Dame verlobt hatte. meine Bücher vorzulegen, um den Rückgang meines Betriebes Auf telephonischem Wege bat er den Bankier, zu einer angegebe- und den meiner Arbeiter festzustellen. Ich willfahrte selbstnen Zeit nach einem bezeichneten Lokal zu kommen, um etwas verständlich sofort der Aufforderung des Herrn RegierungsWichtiges zu besprechen. Der Bankier erwiderte dem Unbe- Präsidenten. Dieser bemerkte mir nach geschehener Einsichtnahme kannten, er möge zu ihm nach seiner Wohnung fommen. in meine Bücher: Er sehe nun ein, daß die Berichte über mich die Philosophie des Krieges. Bon Michel Mevon. Autoriftrte Ueber Der Angeklagte folgte der Aufforderung am Nachmittage unrichtig waren. Auf eine Anfrage der Rechtsanwalts Schnurpfeil. der Dr. Sello bemerkt der Präsident: Der Regierungspräsident des 14. Januar. Nach kurzer Unterredung wies Bantier dem Angeklagten die Thür, der letztere ging, Graf von Clairon d'Houssonville habe dem Gericht mitgetheilt, Die wirthschaftliche Entwickelung. Jahresbericht der Firma Jahn u. Co., indem er die Drohung ausstieß:„ Ich tödte Sie! Sie werden daß er die betreffenden Afien, da dieselben vertrauliche feien, nicht Le von meiner Hand sterben!" Der Angeklagte gab vor dem herausgeben könne.- R.- A. Dr. Sello beantragt: den RegierungsSchöffengericht an, daß es ihm fern gelegen hätte, an dem Präsidenten eventuell als Zeugen zu laden. Es erscheint alsdann Zeugen ein Verbrechen zu begehen, er habe ihm vielmehr als Zeuge Fabrikant Barowsky( Stargard in Pommern): Ich nur anzeigen wollen, daß er ihn zum Duell auf Pistolen babe von Stantien u. Becker lange Zeit Robbernstein bezogen. fordern würde. Auf den Hinweis des Vorfißenden, Vor etwa 15 Jahren habe ich die Fabrikation von Bernsteindaß der Ausgang eines Duells doch sehr zweifelhaft Imitation erfunden. Als ich dies dem Geheimrath Becker mitsei, entgegnete der Angeklagte: Oh! Ich wußte, daß theilte, sagte dieser: Wenn Sie das im stande wären, dann Gott meine Hand start machen würde, ich gebe ich Ihnen eine Million. Leider habe ich darauf nicht reagirt. Thiele. Sezen Sie sich wegen des Falles zunächst mit ihrer würde ihn talten Blutes niederschießen". Der Als ich nun mein Verfahren fertig hatte, tam Becker zu mir und Zeuge St. beftritt mit aller Entschiedenheit, daß von einem Duell fagte: Wenn Sie Ihr Verfahren nicht fallen lassen, so ruinire Fachorganisation in Verbindung. Otto Saupe. Auf welche Veröffentlichung bezieht sich Ihre die Rede gewesen sei oder daß die fragliche Drohung auf ein ich Sie. Später habe Becker dann eingelenkt. Der Meinung Duell Bezug haben fönne. Der Staatsanwalt hielt es auch für eines mit dem Angeklagten befreundeten Zeugen zufolge leidet Buschrift. Sie haben ihren Beruf nicht angegeben. R. F. Nr. 10. Eine Beschwerde an den Oberpräsidenten ausgeschlossen, daß der Angeklagte auf einen Zweikampf hatte dieser zeitweise an Wahnvorstellungen. wäre zulässig, aber aussichtslos. E. P. 27. Wenn Sie anspielen wollen. Er beantragte gegen denselben eine Geldstrafe Kuppelei?! Vom Landgericht Frankfurt a. M. find glauben, die Wahrnehmung gemacht zu haben, daß von 100 Mart. Der Gerichtshof erkannte auf 30 M. Geldstrafe. am 16. Januar der Tagelöhner Reinite und dessen Ehefrau das Kind von seiner Mutter grausam mißhandelt werde, Dem Prozeß wegen des Bernstein Monopols, der wegen schwerer Kuppelei zu je einem Jahre Zuchthaus und so tragen Sie den Sachverhalt schriftlich unter Angabe gegen den der Beleidigung angeklagten Bernstein abrikanten fünf Jahren Ehrverlust verurtheilt worden, weil sie ihrer jetzt von Beweismitteln mit dem Anheimgeben, der Mutter das Westphal vor der Straffammer zu Stolp in Pommern ge- verheiratheten Tochter gestattet haben, mit ihrem Bräutigam, Erziehungsrecht zu nehmen, dem Amtsgericht( Vormundschaftsführt wird, liegt folgender Sachverhalt zu grunde: Der Bern der bei ihnen, den Angklagten wohnte, vor der Verheirathung gericht) vor. 100. Eberswalde. Sie müssen auf Einfteinwaaren Fabrikant Westphal = Fabrikant Westphal hat zu Stolp im Sep intim zu verkehren. Die von den Angeklagten eingelegte Reviwilligung in Aufhebung des Vertrages klagen. tember 1893 eine Denkschrift herausgegeben, die den fion fam am 4. Mai vor dem Reichsgericht zur Verhandlung. der Vater mit dem Vertrage einverstanden, so ist nichts dagegen Titel führt:„ Der gänzliche Niedergang der preußischen Der Reichsanwalt glaubte, daß eine Aufhebung des Urtheils taum zu machen. P. S. 3. 6 Wochen, das heißt 42 Tage, müssen Bernsteinwaaren Industrie, veranlaßt durch das Privat eintreten könne und daß auf diesem Wege den Angeklagten nicht mindestens zwischen dem Empfang der Kündigung und dem 1. monopol der Firma Stantien u. Becker in Königsberg i. Pr." zu helfen sei. Er bemerkte dann noch, es sei in Preußen Regel, des Quartals liegen. 2. W. 1000. Am 15. kommenden In dieser Denkschrift wird, unter Anführung einer daß in derartigen Fällen Begnadigung zu 14 Tagen Monats. W. S. 1. Das Kind fann auf Alimentation klagen Reihe von Thatsachen, behauptet, daß durch das erwähnte Privat- Gefängniß eintrete. Das Reichsgericht verwarf zwar und sich behufs der Anstellung der Klage einen Pfleger vom Vormundmonopol die Bernsteinwaaren- Industrie in Preußen vernichtet die Revision des Ehemannes, hob jedoch das Urtheil, soweit es schaftsgericht bestellen lassen. 2. Den bezüglichen Antrag müßten und eine große Anzahl Bernsteinwaaren- Fabrikanten und Hand- die Frau betrifft, auf und verwies die Sache an die Vorinstanz Sie beim Vormundschaftsgericht stellen. Ja. werker in Preußen wirthschaftlich ruinirt und viele tausende von zurück, weil nicht genügend festgestellt sei, ob und inwiefern die. O. 47. Jn 5 oder 10 Jahren, je nach Art des Delikts: Arbeitern brotlos geworden seien. Im weiteren behauptet Angeflagte verpflichtet und in der Lage war, nach einer frucht vom Erlaß des Steckbriefs sowie von Erneuerung desselben an Westphal in seiner Denkschrift:„ Die Firma Stantien u. Becker losen Aufforderung an ihre Tochter und ihren zukünftigen läuft eine neue Verjährungsfrist. Abonnent 33. Ganz habe durch Führung falscher Bücher und durch die zum Zwecke Schwiegersohn, sich zu trennen, dem fraglichen Treiben ein Ende zweifellos ist die Entscheidung des Amtsgerichts unzutreffend. der Täuschung vorgenommene Verschleppung der sogenannten zu machen. Denn auch, wenn Sie nur auf Probe engagirt waren, haben Sie Spierentonnen, d. h. der zugleich zur Bestimmung der Grenzen Lohn zu verlangen. Ob das Landgericht ein zutreffendes Urtheil fällen wird, läßt sich nicht voraussagen.- A. B. C. Ja. Aberdeen. Paris. Wetter- Prognose für Freitag, den 8. Mai 1896. Nachts fühles, am Tage ziemlich warmes, vielfach heiteres Better mit mäßigen bis frischen nördlichen Winden; teine oder unerhebliche Niederschläge. Berliner Wetterbureau. = Gerichts- Beifung. = Der des Pachtgebietes der Firma dienenden Schifffahrtszeichen, die " " ihm abermals einige Verse eigener Mache vor und befragte den Dichter um sein Urtheil. Der lettere fagte gar nichts, sondern wandte fich um, als ob er gehen wollte. Wohin?"- Zurüc in den Stall. Wieder großer Schund!" Da machte sich die natürliche Gutmüthigkeit Nafr- Eddin's geltend, und der Dichter gelangte wieder in die frühere Gunst. Jm Abendlande würde der Dichter, der einem Potentaten so unverblümt die Wahrheit gefagt hätte, zwar nicht einige Tage in den Stall, wohl aber einige Monate ins Gefängniß gesperrt worden sein. Korn. Eingelaufene Druckschriften. von der Neuen Beit"( Stuttgart, J. H. W. Die B' Berlag) ift foeben das 32. Heft des 14. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Ein herrliches Kulturbild. Gottfried Keller's Weltanschauung. Von Franz Neue Strömungen in der polnischen sozialistischen Bewegung in Deutschland und Desterreich. Von Rosa Luxemburg. Die Sozialdemokratte und das neue Landtags= Wahlsystem in Sachsen. Bon Ed. Bernstein. Feuilleton: Das Ende vom Liede. Eine Geschichte von Konrad Telmann. ( Fortsegung.) * Von der Wiener Wochenschrift Die Beit" tft foeben das 83. Geft erschienen. Aus dem Inhalt deffelben heben wir hervor: Ein konstitutioneller Minifter. Von K. Bürgerliche und sozialdemokratische Heuchelet. Bon Paul Schirmer. Agrarfozialismus in Ungarn. Von Dr. J. Deutsch.. Bon fituen Märkten.( Finanzieller Brief aus Deutschland.) Von 6. v. H. Zur Privatdozenten- Frage. Von* Cofrates und Zolftot. Ban einem Sokratiker. Die Kröte. Von Emile Zola. Josef Rant. Bon Ottofar Tann- Bergler. Ein neuer Dichter. Bon Hermann Bahr. Die Woche. Bücher. Revue der Revuen. · Aus dem Elternhaus. Erinnerungen von Josef Rant segung von Friedrich Stretßler. Leipzig. Bertag von Siegbert Hamburg. Herausgegeben von R. E. May. monde Sozialiste, Groupes et Programmes. Seilhac. Paris, 5, rue de Mézières. Armand Colin& Cie., Editeurs. Job. Sassenbach. Berlin, Verlag von J. Saffenbach. Léon de die Freimaurerei. Ihre Geschichte, Thätigkeit und innere Einrichtung. Bon schwerthiebe!" von kutt Reuß. Gera, Julius Beater's Berlags- Buch. handlung. Briefkasten der Redaktion. - 1896. War B. W. 125. Berantwortlicher Redakteur: Auquft Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Berlag von Mag Bading in Berlin. 2. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 107. Abgeordnetenhaus. Die Novelle zum 3entral- Genossenschaftsassengeset wird in dritter Lesung debattelos angenommen. Es folgt die zweite Lesung der Novelle zum Gesetz betreffend die gemeinschaftlichen Holzungen. Die Kommission beantragt, einen Gesezentwurf anzunehmen, wonach in der Rheinprovinz für gemeinsame Holzungen das für die östlichen Provinzen geltende Recht zur Anwendung tommt. Abg. Dasbach( 3.) empfiehlt die Annahme des Kommissionsvorschlages. Freitag, den 8. Mai 1896. 13. Jahrg. Abg. Gothein( frs. Vg.): Ich theile den Standpunkt des will ich zugeben, aber das ist nicht sensationell. Es sind Abg. Brütt hinsichtlich des Erlaffes neuer Gesetze und Ver- dadurch manche Mißstände erst recht zu tage ordnungen; indessen muß darauf aufmerksam gemacht werden, daß gefördert worden. Es ist ja immer verlangt worden, 65. Sigung vom 6. mai, 11 Uhr. nicht wir die Urheber der vielen neuen Gefeße der letzten Zeit sind. daß man aus diesen Verhältnissen teine Heimlichkeitskrämerei Am Ministertische Freiherr von Hammerstein und Wir wünschen auf dem Boden der kaiserlichen Erlasse, daß die macht. Rommissarien. übermäßige Arbeitszeit der Angestellten in Die Untersuchung der Verhältnisse in der Konfettions. Eingegangen ist ein Gesetzentwurf betr. die Gewährung von Ladengeschäften beschränkt werde, aber diese branche hat der ganze Reichstag verlangt, das kann man Umzugskosten an die Regierungsbaumeister und eine Inter- schablonenmäßige Regelung der Kommission doch nicht als eine sensationelle Behandlung ansehen; pellation v. Tzfcheppe, Frhr. v. 3edlih( frf.) betr. Alters- ist äußerst bedenklich, und in diesem Sinne ftimmen wir man würde damit dem Reichstag denselben Vorwurf machen. zulage für Lehrer. dem Antrag zu. In bezug auf Schablonen wird leider bei Daß in der Bäckerfrage zum ersten Mal der Maximalarbeitstag Die Etats- Uebersicht pro 1894/95 wird den An- uns zu viel geleistet. Die Gewerbetreibenden sind allerdings eingeführt sei, ist nicht zutreffend. Der Abg. Bueck meinte, die trägen der Rechnungskommission entsprechend unter nachträge mit der Sonntagsruhe zufrieden, aber nicht zufrieden mit der Einschränkung der Arbeitszeit könne ein schwächeres Geschlecht in licher Genehmigung von etwa 145 Millionen nicht etatsmäßig schablonenmäßigen Durchführung. Namentlich in den Städten Deutschland erziehen. Ja, wenn man die Einschränkung der verwendeter Ausgaben erledigt. mit föniglicher Polizeiverwaltung werden die Ausnahmen ohne übermäßigen Arbeitszeit so ansieht, daß sie zu einer Ent Rücksicht auf die Wünsche der Interessenten lediglich nach dem nervung der Nation führen kann, so ist dieser Standpunkt Belieben der Polizei festgesetzt. Nach dem Vorschlag der Kom- für mich absolut unverständlich, er greift die ganze Arbeiter. mission könnte sich niemand nach 8 Uhr sein Abendbrot mehr ein- schutzgesetzgebung ex fundamento an, auch den Schuh für kaufen, und die Bauhandwerker bedürfen auch im Sommer die die Frauen und die jugendlichen Arbeiter und die Kinder. Möglichkeit, morgens schon vor 5 Uhr einzukaufen. Wir wollen Die Kommiffion hat nach dem Gesetz auch die Ergebnisse die Beschränkung der Arbeitszeit, aber nur, wenn die Be- ihrer statistischen Aufnahmen zu begutachten. Auch in ftimmungen individualifirt werden. diefem Fall hat der Reichskanzler die Kommission aufAbg. Bück( natl.): Die Sozialpolitik hat eine gefordert, sich gutachtlich zu äußern, ob in dieser Frage ge bedauerliche Wendung genommen. Für das feßlich einzugreifen sei. Gerade so lag es bei der Bäckerfrage. Bäckergewerbe ist zum ersten Mal der Maximal Ginen Vorwurf fann man also der Kommission nicht Minister Frhr. v. Hammerstein bekämpft die Kommissions arbeitstag eingeführt worden. Ich habe die machen. Man spricht vielfach von einer ungeheuren vorschläge; die östlichen Verhältnisse seien ganz andere als im Sozialpolitik gern unterstüßt, habe aber beim Normalarbeitstag U e berstürzung der Kommissionsarbeiten. Nach Westen; eine gleichmäßige Behandlung der verschiedenartigen für erwachsene männliche Arbeiter entschieden Halt gemacht. vierjähriger Thätigkeit ist bis jetzt ein Resultat erzielt Verhältnisse würde zu den größten Inzuträglichkeiten führen. Angesichts der Beschlüsse der Metallarbeiter anläßlich des Streits worden, nämlich in der Anordnung über die BäckereiAbg. Schreiber( frt.) erklärt sich für die Vorschläge der wegen der Maifeier kann man nicht mehr sagen, daß verhältnisse. Wie man da von Uebereilung sprechen Rommission. der Arbeiter der wirthschaftlich Schwa che sei. tann, ist mir nicht erfindlich. Ob die Kommission Abg. Dr. Glattfelter( 3.) erblickt in dem von der Kom- Bei solchem Schutz der Arbeiter müßte man auch an ihre Kompetenz überschritten hat, darüber darüber hat zunächst mission vorgeschlagenen Gefeßentwurf eine erhebliche Verbesserung einen Schuh der Betriebe denken. Um eine Kontrolle der Reichskanzler zu befinden. Ich bin nicht in der Lage, des heutigen Zustandes; ebenso sei die Annahme der Resolution über die Beschäftigung von Arbeitern an Sonntagen zu haben, eine Aeußerung abzugeben über die Sache felbft, in allernächster zu empfehlen. Bestehe für diese in den östlichen Provinzen kein hat man die Betriebe geschloffen. Die zugelassenen Ausnahmen Beit wird eine Erörterung und Beschlußfassung darüber stattBedürfniß, so sei das kein Fehler; für die westlichen Provinzen haben meine Zustimmung nicht. In denjenigen, welche ihren finden. ist sie dringend nöthig. Beruf darin sehen, in Filzpantoffeln und mit der Zigarre im Abg. Möller( natl.): Obwohl ich ein Anhänger der Abg. v. Pappenheim( f.) erklärt, daß auch seine Freunde Munde im Gastlokal zu stehen und ein Faß Bier auszuschänken, Sozialreform bin, muß ich doch dem Antrage zustimmen. für die Beschlüsse der Kommission stimmen werden. tann ich nicht die Elite der Gewerbetreibenden sehen. Das Gesetz über die Sonntagsruhe wurde gemacht, weil die Minister Frhr. v. Hammerstein: Bisher feien die Kon-( Zustimmung.) Sehen Sie sich nur die alten Kaufleute freiwilligen Vereinbarungen darüber von den Konkurrenten nicht fervativen stets für eine strenge staatliche Aufsicht auch über die an, die eine viel schlimmere Lehrzeit durchgemacht gehalten wurden. Die Unzufriedenheit besteht nicht über die Privatforsten eingetreten; jezt entwickeln sich die Verhältnisse und viel schwerer haben arbeiten müssen, und doch Sonntagsruhe an sich, sondern darüber, daß den Ausganz gut. Warum will man da eingreifen? Quieta non viel erreicht haben in dieser Schule des Lebens. Hier nahmen nicht genügend Rechnung getragen ist. Neun handelt es sich um einen Vorschlag, der unsere Behntel aller Leute freuen sich über die Abg. Knebel( nall.) wird für die Kommissionsbeschlüsse Nation von der ernsten Arbeit abziehen wird, gewonnene Sonntagsruhe. Den Maximalstimmen und zwar lediglich aus wirthschaftlichen Gründen. Die und die Folge werden geringere Leistungen arbeitstag wollen die einsichtigen, selbst= Klagen über die Förster sind berechtigt. Wir wollen wieder Ruhe sein.( Buftimmung.) Die Kommission ist viel zu ständigen Arbeiter nicht, sie wollten die und Frieden herstellen.( Beifall.) weit gegangen, sie hat zum Schaden unseres Erwerbslebens Freiheit haben, auch übermäßig zu arbeiten. Abg. Zimmermann( frt.) erklärt sich ebenfalls für die Kom- unter dem Einfluß des Sozialdemokraten Molkenbuhr und des um fich aus dem Sumpf zu ziehen, in dem sie missionsbeschlüsse, da der Minister begründete Beschwerden nicht Abgeordneten Hiße gestanden.( Unruhe im Zentrum.) Sie hat stecken. Nur die sozialistischen Elemente abstelle. nach meiner Auffassung nicht das Recht, Vorschläge zu machen, wollen den Maximal Arbeitstag auch für Minister Freiherr v. Hammerstein und Regierungs- Rom sondern nur das statistische Material zu beschaffen. Das die erwachsenen männlichen Arbeiter, der aber miffar Landforstmeister Donner bestreiten, daß begründete Be- englische departement of labour hätte diese Frage beffer die grausamste Maßregel sein würde, die wir treffen schwerden vorliegen; im Rheinlande haben umfangreiche Wald- gelöst. Die Thätigkeit der Kommission für Arbeiterstatistit ist tönnten. Ich werde nie dafür sein und stimme für den Antrag, zerstörungen stattgefunden. jetzt nicht eine segensreiche für unser Erwerbsleben.( Beifall.) denn durch den Vorschlag der Reichskommission erreicht man mur Nach längerer, weiterer Debatte wird der Gesez- Abg. Richter( frf. Vp.): Man fängt jetzt an, auch auf der rechten auf Umwegen den Maximalarbeitstag. entwurf und die Resolution der Kommission an- Seite die Einmischung der Gesetzgebung in die Erwerbe- und Wirth- Abg. Cahensly( 3) will eine Beschränkung der Ausbeutung genommen. schaftsverhältnisse als zu weitgehend zu erachten. Ich möchte bitten, des kaufmännischen Personals, meint aber, daß, was für die Es folgt die Berathung des Antrages der Abgg. Brütt diese Anschauungen auch im Reichstag zur Geltung zu bringen. Dort großen Städte paffe, nicht für alle andern Verhältnisse geeignet sei. und v. 3 edlitz( frk.): Die Regierung aufzufordern, ihre Ein- fönnten sie Verwendung finden bei den dritten Lesungen, die jetzt Er verwahre sich dagegen, daß der Abg. Bueck den Abg. Hitze wirkung dahin geltend zu machen, daß von den Vorschlägen der stattfinden, z. B. bei der Gewerbenovelle. Dort werden die mit den Sozialdemokraten auf eine Stufe stelle. Der Achtuhr Kommission für Arbeiterstatistit, betreffend die Regelung der Ber- Ladenbefizer ebenso schädlich getroffen wie hier. Ich bin nur Schluß werde das patriarchalische Verhältniß zwischen den Kaufhältnisse der Angestellten in offenen Ladengeschäften, dem Vor- in der Lage, meine persönliche Ansicht zu dieser Frage zu äußern, leuten und ihren Angestellten stören. Eine stramme Lehrzeit schlag Offene Verkaufsstellen müssen während der Zeit von habe auch mit meinem Urtheil noch nicht abgeschlossen. Anomal habe vielen Kaufleuten, die heute groß dastehen und gern an 8 Uhr abends bis 5 Uhr morgens für das Publikum geschlossen ist die ganze Stellung der Kommission für Arbeiterstatistik; sie ihre Lehrzeit zurückdenken, an ihrer Gesundheit feinen sein", teine Folge gegeben werde. ift etwas ganz anderes geworden, als was sie ursprünglich gedacht Schaden gethan. Die jungen Leute würden sich nach 8 Uhr nur movere! i m Abg. Brütt( frt.): Ein Eingriff in die wirthschaftlichen war. Das verdient im Reichstag an entsprechender Stelle be- auf der Straße herumtreiben und nicht solche Kaufleute werden, Verhältnisse sollte nur stattfinden, wenn ein unbedingtes Be- sprochen zu werden. Im taufmännischen Dienstwie sie jetzt im Auslande der Stolz Deutschlands seien. dürfniß dazu vorliegt. Jm Publikum ist keine große Vorliebe perfonal sind vielfach erhebliche Misstände Abg. Schall( t.): Wir wollen feine über: für neue Gesetze und Verordnungen vorhanden; es erträgt sie vorhanden und es ist nüglich, die öffentliche mäßige Anstrengung der Angestellten mit derselben Resignation wie Unwetter, Hagelschlag und Miß- Aufmerksamkeit auf sie 8 Ienten. Man Handelsgewerbe, aber es find auch die wuchs.( Heiterkeit.) Die Vortheile dieses Beschlusses der sagt, die jungen Leute werden ins Wirthshaus ge Interessen der Gewerbetreibenden, nament Kommission für Arbeiterstatistit werden weit überwogen durch trieben. Das ist eine patriarchalische Auffassung und lich der fleineren mit in betracht zu seine Nachtheile. Eine gewisse Erklärung findet er durch seine die Einkommensverhältnisse sind auch nicht derart, daß die ziehen. Der Zweck des Antrages scheint mir zu sein, Genesis; er ist vom grünen Tisch aus gemacht, ohne Berücksichtigung Bäume in den Himmel wachsen. Wenn gemeint wurde, daß wir den Bundesrath vor übereiltem Vorgehen der realen Verhältnisse. Auffallend ist vor allem die Schabloni- viele tüchtige Kaufleute hätten, die unter viel schwereren Verzu warnen. Alle Interessen müssen sorgfältig gegen firung.( Sehr richtig!) Alles wird über denselben Leisten geschlagen. hältnissen ihre Lehrlingszeit durchgemacht hätten, so mag das einander abgewogen werden. Man muß bedenken, daß die Anerkannt wird, daß die Kontrolle eine sehr schwierige fein richtig sein, indessen ist der eine doch mehr Arbeiten und An- Handlungsgehilfen selbst einmal selbständig werde; man verweist auf die Magistratsmitglieder und Stadt- strengungen zu ertragen befähigt wie der andere. Die werden wollen und dann auch unter dieser verordneten. Sollen die etwa im Nebenamte Nachtwächter jezige Ladenzeit ist garnicht immer Bestimmung leiden müßten, die aller. werden?( Heiterkeit.) Durch die Einschränkung der Raufgelegenheit im Interesse der Ladenbesizer selbst. Viele dings auf sozialdemokratischen Einfluß zurückwird auch der Konsum zurückgehen. Bemerkenswerth ist, daß die würden gern eine Verkürzung herbeigeführt sehen. Das zuführen ist. Es ist schon übergenug auf diesem Sozialdemokraten ihre helle Freude an den Vorschlägen der Bedürfniß des Publikums kann man in der Allgemeinheit auch Gebiet geschehen, wer findet sich denn noch durch Kommission haben. Sonst stimmt in der Verurtheilung dieser nicht behaupten. Dennoch fann man zur Verurtheilung des alle diese Reglementirung hindurch? Zu bedenken ist auch. Borschläge alles überein, auch die angesehenften Verbände und Beschlusses tommen. Man sollte sich vor der Schablone hüten. daß mancher fleine Gewerbetreibende wegen des Achtuhrschlusses Korporationen. Die Bürgerschaft in Hamburg hat einen Be- Der Beschluß ist eine bureaukratische Schabloni- seinen Gehilfen entlassen müßte, um sich selbst über Wasser zit schluß gefaßt, der sich nahezu mit unserem Antrag deckt. Die sirung ohne Rücksicht auf die realen Verhältnisse. Die halten, und die Entlassenen würden das Proletariat vermehren. Sozialdemokratie strebt danach, den Arbeitsnachweis in die kleinen Geschäfte werden mehr benachtheiligt Diese Bestimmungen der Arbeiterkommission Hände der Arbeiter zu bekommen, dann wird kein Handwerks- wie die großen. Die großen Waarenhäuser schließen schon gehen zu weit und das Haus ist befugt und berufen meister mehr Herr in seinem Hause sein. Der Vorschlag heute um 8 Uhr. Das Bedürfniß des Publikums ist auch gewesen, hier seine Stimme warnend zu erheben. der Kommission ist unnöthig und gemein verschieden an den verschiedenen Orten. Wenn ich gegen Bei den Bestimmungen über das Bäckereigewerbe haben wir schädlich. Nehmen Sie daher unsern Antrag an.( Beifall.) diesen Beschluß stimme, gebe ich aber fein Urtheil ab über recht den Mangel einer korporativen zusammenfassung gefühlt. Abg. Stökel( 3.): Die kaiserlichen Erlaffe von 1890 find die übrigen Vorschläge der Kommission; ich halte viele von So auch im Kaufmannsgewerbe. Das Geses richtet Zorn an. überall mit großer Freude begrüßt worden, und wir sind noch ihnen für angemessen, einen anderen für noch bedenklicher, und die Einführung detaillirter Bestimmungen stört das sittliche bereit, an der Durchführung derselben mitzuwirken. Die nämlich den, daß die Polizei ermächtigt sein soll, Maßnahmen Verhältniß zwischen Arbeitgeber und-Nehmer. Wir werden dem Vorschläge der Kommission liefern feineswegs zu treffen für ausreichende Heizung, Luft 2c. Die erste Antrag zustimmen. Wasser auf die Mühle der Sozialdemokratie. Frage ist, tann im Wege des Koalitions- und Abg. Stöcker tann dem Antrag nicht auft im men. Bei der Sonntagsrube sagte man dasselbe, aber Genoffenfchaftswesens von den Interessenten Viele wollen von der Sozialpolitik fich zurückziehen; sie ist in meiner Heimath erschienen damals in einer gegen die Sonntags- felbft Abhilfe geschaffen werden, ohne zur Polizei vorbildlich für das Ausland gewesen. Jegt glaubt man ruhe gerichteten Versammlung ganze neun Mann. Wollte man zu laufen. Die Sozialdemokratie stellt es so dar, als ob durch zu weit gegangen zu fein; man will feine Ein heute die Sonntagsruhe wieder aufheben, so würde sich keiner bie Selbsthilfe gar nichts, durch den Staat alles er mischung des Staates. Und doch ist diese nur deshalb mehr darüber erregen als die Gewerbetreibenden selbst. Wenn reicht werden könne. Diefem Zuge der Zeit hätte die emgetreten, weil die sozialen Dinge dazu trieben. Solche Arbeitszeiten von 14-16 Stunden vorkommen, Regierung nicht nachgeben sollen. Ich mache dem Minister Anträge, wie der vorliegende, nügen muß man da nicht die Gesundheit der wirth- nicht die sozialpolitischen Maßnahmen selbst, ober die wieder der Sozialdemokratie. Man sagt, die schaftlich Schwachen gefeßlich schüßen? Das sensationelle Art ihrer Durchführung zum Vorwurf. Diefe Sonntagsruhe treibe die Leute ins Wirthshaus. Warum hat liegt gerade im Rahmen Der taiserlichen Erlasse. sensationelle Methode datit vom Februar 1890. So man nicht den Muth, auch diesen Beschränkungen aufzuerlegen? Die meisten Krankheiten kommen bei den hier in betracht war es auch fürzlich bei der Untersuchung der Verhältnisse im( Aha!) Wir haben zu wenig, nicht zu viel gethan. Den kommenden Angestellten des Handelsstandes vor. Die durchaus Konfektionsgewerbe. Freude daran hat nur die Sozialdemokratie. Normalarbeitstag balte ich zwar für einen Fehler, aber ist nöthigen Ausnahmen werden auch hier wie in allen ähnlichen Unzufriedenheit wird erregt bei den Arbeit er nicht heute schon gang und gäbe? Eine Schablone Gesetzen zugelassen werden. Ich habe das Vertrauen zu der gebern, den Befißern, unzufriedenheit bei wünsche ich allerdings auch nicht. Die Handlungsgehilfen Regierung, daß sie das Richtige treffen werde. Lehnen Sie den den Arbeitern. Hierdurch gewinnt die Sozialdemokratie, verdienen oft das tiefste Bedauern; von früh 5 bis 11 abends Antrag ab. ohne daß auf der anderen Seite etwas geändert wird. müssen sie oft im Laden stehen, nur wegen einer elend Abg. v. Eynern( ntl.): Wir sind einstimmig für Minister von Berlepsch: Ich kann auf die Materie selbst tleinlichen Konkurrenz. Namentlich wegen der den Antrag. Die faiserlichen Erlasse haben nicht die nicht eingehen, weil das Staatsministerium noch nicht Stellung Motive, die für den Antrag angegeben sind, fann ich ihm nicht Tendenz, daß vom grünen Tische aus in alle Erwerbs- genommen hat. Vom Reichskanzler sind dem letzteren die Ver- zustimmen. Ich halte die letzten 15 Jahre Sozialpolitik Würde die Sonntags- handlung noch nicht zugegangen. Natürlich wird die Frage be- für ein Ruhmesblatt verhältnisse eingegriffen werden soll. in der deutschen Geschichte; ich ruhe auch auf die Wirthshäuser ausgedehnt, so würde die größte handelt werden, ob es möglich und zweckmäßig ist, Mißstände im möchte sie nicht missen und wünsche ein besonnenes Vorwärts allgemeine Erregung durch das Land gehen. Der größte Sandel durch Gesetz vorzubeugen. Man fann ja verschiedener gehen auf diesem Wege; er ist der einzige, die sozialen LeidenFehler der Sonntagsrube ist, daß sie die Leute Meinung sein. Das Staatsministerium auch die schajten zu beruhigen. in die Wirthshäuser treibt. Die Kommission hat am Gründe in Erwägung ziehen, welche hier gegen den Die Debatte wird geschlossen. grünen Tische die Verhältnisse schlimmer gemacht, als sie sind. einheitlichen Ladenschluß vorgebracht sind. Senfationelles Persönlich bemerkt Wir tommen mit deren Vorschläge 8 um fann ich in Behandlung dieser Arbeiter Ver- Abg. Dasbach, daß die Mehrheit des Zentrums Jedem wird ein Polizist beigegeben, hältnisse durch die Kommission nicht finden; es find gegen den Antrag stimmen werde. der ihm vorschreibt, wann er arbeiten darf, wann nicht. gründliche Untersuchungen, aber nicht fenja Im Schlußwort bemerkt Die wirthschaftlich Schwachen sollen geschüßt tionelle, es wird nichts aufgebauscht.& Abg. v. Kardorff( t.): Herr Stöcker hat der rechten Seite die Thatsachen möglichst tlar werden, aber die Schwachen wollen arbeiten, werden gestellt durch des Hauses denselben Vorwurf gemacht, wie neulich im Reichss und Arbeitgeber und auch tag der Minister. Mich um wirthschaftlich zu erstarten, und die Kommission Befragung der Arbeitnehmer trifft dieser Vorivurf nicht. raubt ihnen die Möglichkeit, ihre geistigen und körperlichen Kräfte anderer Personen. Daß dabei manche unbekannte Dinge, Ich habe gegen das Arbeitersch- Gesez ge zu entfalten. öffentlich besprochen werden müssen, hervorkommen stimmt, weil ich es für zu weitgehend hielt. 3wangsstaat. die der wird Lie gange fozialpolitische Gesetzgebung seit dem Jahre 1890| zusetzen und der Lohn um 10 pet. zu erhöhen ist. Die Meister gefällt mir nicht. Wir haben polizeiliche Ueber beivilligten den Tarif. Am 9. Mai tritt er in traft. wachung überall. Was hat es genugt? Die Sozialdemokratie ist nicht verringert. Gs muß eingehalten werden auf diesem Wege. Die Abgg. Cahensly( 3.), Seyffardt( natl.) und Klaring( f.) erklären nach dieser Begründung des Antrages durch den Abg. Abg. Richter erklärt, nur für den Wortlaut au stimmen, ohne sich der Motivirung anzuschließen. Der Antrag wird darauf von der Mehrheit der Konservativen, den Freikonservativen und einem Theil der Nationalliberalen und des Zentrums angenommen. Schluß 4 Uhr. Freitag 12 Uhr:( Dritte Berathung des Richterbesoldungs- Gesezes und der Eisenbahnkredit- Vorlage). Gewerkschaftliches. In Wilmersdorf bei Berlin erhielten 15 Tischler für 11/4 Stunde Brettertragen 2 M. 13 der Kollegen weigerten sich das nächste Mal, diese Arbeit für denselben Preis zu verrichten, leider fanden sich die übrigen beiden hierzu bereit. Herr Wegner brohte nun den 13, sie sofort zu entlassen, sobald sie ihre Arbeit fertig hätten. Er hat die Drohung wahr gemacht, indem er bereits den ersten entließ. Zuzug ist fernzuhalten. Die Orts verwaltung Steglitz. Jn Reichenbach i. Schl., wo am Montag 1200 Weber die Arbeit wieder aufgenommen hatten, sind 500 von diesen aufs neue in den Streit getreten. Der Maurerstreik in Hannover ist beendet. Es ist kein vollständiger Sieg erreicht worden. 100 der Ausständigen sind noch ohne Arbeit. Der Maurerstreik in Bielefeld ist durch Vergleich beenbet. Ju Kaffel ist der Maurer streit gleichfalls beendet, nachdem die Meister den Gefellen die verlangte schriftliche Buficherung gegeben haben, die durch das Schiedsgericht festgestellten Ginigungsbedingungen innezuhalten. Stundenlohn. für den letzten Baffus der folgenden, schließlich gegen eine kleine Minorität angenommenen Resolution, konnten sich einige der Herren doch nicht erwärmen: Mit Rücksicht darauf, daß für die Gefellen tein Grund vorlag, an stelle des vor 6 Jahren vereinbarten Lohntarifs einen anderen Lohntarif aufzustellen, sowie mit Rücksicht darauf, daß der Streik proklamirt worden ist, ohne daß den Meistern Gelegenheit gegeben wurde, nachzuweisen, daß sie zur Erhöhung des Lohnes nicht in der Lage seien, beschließen bie Versammelten, denjenigen Meistern, welche vom Streit betroffen sind, jede Hilfe angedeihen zu lassen. Sollte der Streit nicht binnen drei Tagen für beendet erklärt werden, sind nach Möglichkeit Gesellen von auswärts heranzuziehen. Diejenigen Gesellen, welche noch länger als drei Tage im Streit verharren, dürfen während der Dauer von 6 Monaten von keinem Meister in Arbeit genommen werden. In Leisnig streifen seit Montag die Maurer und Bimmerer der dortigen drei Baugeschäfte, um ihren StundenZur Lohubewegung der Schuhmacher. Ain 4. b. Mts. lohn von 22-25 Pf. etivas erhöht zu bekommen. hatten die selbständigen Schuhmacher in Rigdorf eine Versamm Die streikenden Maurer Gera's fordern den Zehnt- lung einberufen, zu der auch die Lohnkommission der Gesellen der Tischlerei Tischlerei von Wegner in Deutschstundentag, 32 Pfennige Minimal- und 35 Pfennige Durchschnitts- eingeladen war. Die Unternehmer stellten nicht in Abrebe, daß die Forderungen der Gefellen ganz gerecht feien, verweigerten Den Zimmerern Würzburgs haben die Unternehmer aber unter einer Reihe von Ausflüchten die Lohnerhöhung von Bugeständnisse gemacht, weshalb sie den geplanten Streit unter- 10 bis 20 pet. zu gewähren. Das Resultat der Verhandlung war deshalb erfolglos. Besonders eingehend wurde von der lassen. Lohnkommission gerade auf die sanitären Mißstände hingewiesen. Ju Prag streiten 150 Tischler und Drechsler der nicht selten sind die Kellerräume, die als Werkstätten dienen, Möbelfabrik von H. Röhr 3. Ferner find 160 Bildhauer falt und naß, oft fehlt fogar ein Ofen in diesen im Ausstand; sie fordern den Sehnstundentag und Abschaffung Räument. Wie ferner mitgetheilt wurde, schlafen bei der Akkordarbeit. Die Schuhmacher streiken ebenfalls, da einem dieser Logiswirthe awei erwachsene Arbeiter Achtung, Steinmetzen! Die Differenzen bei der Firma ihre Forderung nach 30 prozentiger Lohnerhöhung als undistutirbar einem Bett. Die Bewegung der Gesellen wendet sich deshalb Reimer in Hamburg find noch nicht geregelt. Da die abgelehnt wurde; in Ausstand sind 1500 Mann. Mehrere große gerade mit Gifer gegen diese skandalösen Zustände und Firma fortwährend versucht, fremde Steinmetzen heranzuziehen, Firmen haben bereits bewilligt. Acht Schuhmacher wurden ver erhoffte ein größeres Entgegenkommen seitens der Unternehmer. erfuchen wir dringend, den Zuzug streng fernzuhalten. Die haftet. Bis jetzt haben nur folgende Geschäfte in Nixdorf bewilligt: Streiffommiffion. In Roth- Kostelet in Böhmen fireiken 700 Arbeiter( darunter F. Thies, Prinz Hanbjergstraße; 2. Körner, Faltstraße; Ans Kottbus wird uns geschrieben: Betreffs der Nach- 800 verheirathete) der mechanischen Weberei von Schimansky, Prinz Handjernstraße; Heufelder, Her. wehen des Streits fönnen wir Dinge mittheilen, die auf das Leopold Abeles und Söhne. Sie fordern Lohnerhöhung, mannplay; Bornfchein, Bergstraße; Walter, Bring Worthalten der hiesigen Tuchfabrikanten ein sehr schlechtes Licht eine Stunde fürzere Arbeitszeit, Entlassung eines mißliebigen Sandferystraße.- Die Arbeiterschaft wird gebeten, dies zu werfen. Selbst Arbeiter, die sich während des Streits nur wenig Arbeiters. Die Firma besitzt noch eine Fabrik in Erbach in beachten. hervorgethan haben, wurden, nachdem sie bei einem anderen Desterreich. Fabrikanten wieder anfingen, hinausgeworfen, ohne daß sie sich etwas zu schulden kommen ließen. Die Firmen Presbrich u. Franzke, M. u. D. Sommerfeld, Hoppe u. f. w. gehen besonders rigoros gegen die Arbeiter vor. Es spottet jeder Beschreibung, wie jetzt gegen die Arbeiter gehandelt wird. fommen fie dann nicht weg, wie Eine öffentliche Schuhmacher- Versammlung, die am Ans Griechenland wird uns über einen von uns schon Mittwoch Abend in Rautenberg's Saal tagte, beschäftigte sich erwähnten dortigen Streit noch geschrieben: Zum ersten Male mit dem Streif in den Bernauer Schuhfabriken. Als nach Aushat sich jetzt hier die Arbeiterfrage die öffentliche Aufmerksamkeit bruch dieses Streits die Fabrikanten nicht mit der von den erzwungen, und zwar durch ein Ereigniß, welches die hier in Bernauer Kollegen gewählten Kommission unterhandeln wollten, einzelnen Betrieben herrschenden Mißstände in grellster Weise veranlaßte die Berliner Organisation die als Delegirte Anstatt einzugestehen, daß die Rottbuser Arbeiter ehrlich bis beleuchtet hat. In Laurion( Attika) besitzt eine französische zum Gewerkschafts Kongreß hier anwesenden Kollegen zum legten Augenblick gekämpft haben, behandelt man sie so und eine griechische Gesellschaft große Silber- und Erzbergwerfe, Simon aus Offenbach und Reiß aus Nürnberg, niederträchtig, daß die Vermuthung nahe liegt, verschiedene Groß- die diesen Gesellschaften ganz bedeutende Erträge abwerfen. Die sich an Ort und Stelle über die Lage des Streits und die Ausfabrikanten hätten es gern gefehen, wenn der Streit noch einige Arbeiter der Gesellschaften sind hauptsächlich in einem kleinen sichten deffelben zu informiren. Nach einer Rücksprache sowohl Zeit gedauert hätte, um noch einige kleine Fabri- Dorfe Kamarisa angesiedelt und machen hier eine Anzahl von mit den Fabrikanten als mit den Streifenden kamen die beiden fanten dem Bankrott näher zu bringen. Es ist 2500 Köpfen aus. Sie sind nicht direkt von der Gesellschaft ein Delegirten zu der Ansicht, daß es gerathen fei, den Streit beiunter folchen Umständen nicht ausgeschloffen, daß der Kampf gestellt, sondern durch Unternehmer( Zwischenmeister) angeworben, zulegen, da die Fabrikanten einige Zugeständnisse machten, andererin ganz kurzer Zeit wieder von neuem beginnt. Aber das mögen welche ftets 2-15 Arbeiter unter sich haben. Dafür beanspruchen seits aber die Organisation in Bernau noch zu schwach sei, um einen fich die betreffenden Fabrikanten gefagt sein laffen: so glimpflich die Unternehmer einen Bruchtheil des von der Gesellschaft an längeren ernsten Zobnkampf durchzuführen. Sie empfahlen aus diesen beim letzten Streit. Die Arbeiter gezahlten Lohnes für sich, derart, daß z. B. ein Gründen den Streifenden, die Arbeit wieder aufzunehmen und Wir sind entschlossen, jetzt auch keine Rücksicht mehr zu beobachten, Unternehmer von 3,30 Drachmen Tageslohn(= 1,50 M.), die die Verhandlungen mit den Fabrikanten über die noch nicht beindem wir in der nächsten Zeit eine Flugschrift herausgeben ein Häuer erhält, 0,50 Drachmen(= 25 Pf) für sich verlangt willigten Forderungen fortzusehen. Diefer Rath wurde jedoch werden, worin die Sittlichkeitsvergehen gegen hiesige Arbeiterinnen und es dem Arbeiter freiftellt, ob er damit zufrieden sein will von den meisten Streifenden nicht befolgt. Er stieß auch auf ans Tageslicht gezogen sind. Wir werden dabei auch nicht einen oder nicht. Im letteren Falle ist jener sofort entlassen. Dazu entschiedene Mißbilligung der Berliner Schuhmacher, die unter schonen, und gerade die brutalften haben das größte Sünden kommt ferner, daß die Arbeiter, die infolge der Grubenarbeiten in der Konkurrenz der billiger arbeitenden Bernauer Fabriken arg register. Alfo jetzt geht's aufs ganze. Hatte da in der vor einer Tiefe von mehr als 200 Metern häufig Erkrankungen oder anderen zu leiden haben. Die Berliner find der Ansicht, daß bei legten Bersammlung der streikenden Arbeiter der Polizei- Unfällen durch Explosionen, abstürzende Felsmassen u. s. w. aus- längerem Ausharren im Streit mehr erreicht worden wäre. tommiffar Herr von Raumer die Zusicherung von seiten der gesetzt sind, im Bedarfsfalle nicht einmal ein Krankenhaus oder Zu dieser Versammlung waren auch eine Anzahl Bernauer Fabrikanten gegeben, daß dann, wenn die Arbeit wieder auf eine Apotheke im Ort haben. Um diese Uebelstände zu beseitigen,| Kollegen herübergekommen. Es wurde lange über die Bernauer genommen wäre, zur Unterstützung der Gemaßregelten in den verlangten die Arbeiter von der Gesellschaft 1. direkte Bahlung Angelegenheit diskutirt und der Wunsch ausgedrückt, daß die Fabriken gesammelt werden könnte; aber wer jest sammelt, des Tagelohnes ohne Vermittelung der Unternehmer, und zwar Bernauer noch nicht die Arbeit aufnehmen, sondern versuchen fliegt auf die Straße. an die Häuer erster Klasse 4-4,20 Drachmen( 2 M.), an die sollten, ihre Forderungen durchzusehen. Einen Beschluß in dieser So halten die Zuchfabrikanten von Rottbus ihr Wort! Häuer zweiter Klasse 3,80 Drachmen( 1,80 M.), an die Häuer Angelegenheit faßte die Versammlung nicht. Für die neu Gegenüber dieser Schilderung der Kottbuser Verhältnisse nur dritter Klasse 3,60 Drachmen( 1,70 M.) und an die Paffadore" gegründete Filiale Berlin IV( Südost) wurden Noat, Bök und ein Wort: Schuß gegen das Treiben solcher Menschen gewährt den( welche das Metall auf Wagen befördern) 3,40 Drachmen Köhn als provisorischer Vorstand gewählt. Arbeitern und Arbeiterinnen allein der dauernde treue 3u:( 1,60 M.); ferner die Errichtung eines Krankenhauses und einer sammenhalt. Diesen bietet die Textilarbeiter- Organisation. Apotheke. Die gewiß sehr bescheidenen Forderungen wurden Die Buchdruckerei Hilfearbeiter und Arbeiterinnen Mehr und mehr müssen die Textilarbeiter Deutschlands erkennen, rundweg abgeschlagen. Darauf erklärten die Arbeiter den Streit waren am Mittwoch Abend sehr zahlreich in Bolt' großem Saal daß sie in der Vereinzelung ein Nichts, vereinigt im Textil- und hinderten auch andere Arbeiter an der Einfahrt in die versammelt, um den Bericht über die Lage der Bewegung des arbeiterverband aber eine Macht sind, mit der das Unternehmer Gruben, indem sie die Beamten und Aufseher mit Steinen und Neunstundentages" entgegenzunehmen. Nach den Ausführungen thum rechnen muß. Weil der Textilarbeiterverband noch ver- Stöcken bedrohten. Weiter griffen die Ausständischen, erbittert Jahns haben die Buchdruckereibesitzer auf Anregung des Unterhältnißmäßig schwach an Mitgliederzahl ist, deshalb tritt der über die Ablehnung ihrer Forderungen, die Beamten in den Theil des Unternehmerthums, den man mit Fug und Recht als Bureaus an, und legten schließlich Feuer an dieselben. anarchistisch bezeichnen fann, weil er feinerlei Ordnung im telephonische Reklamation trafen bald darauf 400 Soldaten und Berufsleben anerkennt, so frech auf. Solange die Mehrzahl der 40 Polizeileute aus Athen ein, welche auf die Arbeitermassen Textilarbeiter Deutschlands die Nothwendigkeit der Organisation Feuer gaben und eine Anzahl derselben verwundeten und mehrere noch nicht begriffen hat, wird das so bleiben. Daran ändert tödteten. Bisher wird die Zahl der Verwundeten auf 6-8, die tein Streit etwas, mag er an Umfang noch so groß sein. der Getödteten auf 4-5 angegeben. Die Arbeiter zersteuten fich Buchdruckerbewegung. Die Leipziger Buchdruckerei- darauf und haben die Arbeit seitdem nicht mehr aufgenommen. werden. Versammlungen. " Auf nehmers Bürenstein am Dienstag beschlossen, den Hilfs= arbeitern die neunstündige Arbeitszeit nicht zu bewilligen; trotzdes Neunstundentages bewilligt und am nächsten Tage dürften sich dem aber sei bereits von 75 Druckerei- Inhabern die Forderung weitere Betriebe diesen anschließen. allseitig zu strittem Festhalten an der Forderung des Neun Die Diskussion gestaltete sich zu einer äußerst regen, in der stundentages aufgefordert wurde. Nach einer Zusammenstellung Der noch nicht bewilligten Firmen fommen 225 Arbeiter und Arbeiterinnen in betracht, die, verharren die Unternehmer auf ihrem Standpunkt, die Arbeit niederzulegen haben. Die Bersammlung nimmt folgende Resolution einstimmig an: ftetn. befizer- Jnnung lehnte es in einer starkbesuchten Versammlung gegen vier Stimmen ab, die Abmachungen des Tarifausschusses schon im Mai einzuführen, sondern beschloß, die Entscheidung des Borstandes des Deutschen Buchdruckervereins abzuivarten, Die in der Lampenbrauche beschäftigten Arbeiter hatten Die heutige Versammlung erklärt, unter allen Umständen dessen Vorstand beauftragt wurde, sich mit dem Vorstande des am 28 April eine Versammlung anberaumt, um über die Ein- an der strikten Forderung des Neunstundentages festzuhalten, auf Börsenvereins der Deutschen Buchhändler wegen Einführung des führung des Neunstundentages zu berathen. Der Verhandlung feinen Fall auf eine Bezahlung der Arbeitszeit über neun Stunden, neuen Tarifs in Fühlung zu sehen. Die Giltigkeitsdauer des über diesen Gegenstand ging ein recht beifällig aufgenommener ebenso auf eine wöchentliche Freigabe von 8 Stunden einzugehen. Tarifs soll ohne jede Beschränkung auf fünf Jahre festgesetzt Vortrag des Genossen Dupont vorauf. Sodann äußert sich In allen Druckereien, in denen die Forderung nicht bewilligt ist, In den Buchdruckereien Stuttgart 3 wurde am Montag daß er es gegenwärtig für erfolglos betrachte, wenn eine Branche beiterinnen, die Arbeit morgen( Donnerstag) früb niederzulegen Näther in bezug auf die Forderung des Neunstundentages dahin, empfiehlt die Versammlung fämmtlichen Hilfsarbeitern und-Ar die verkürzte Arbeitzeit für Sezer und Drucker gleichmäßig ein- der Metallindustrie in die Lohnbewegung eintreten wollte. Man und nicht früher einzutreten, bis die gestellte Forderung bewilligt geführt. Das Hilfspersonal hat aber in den meisten Geschäften solle sich vielmehr der in diesem Jahre geplanten allgemeinen ist. Demjenigen Berfonal, welches mit Kündigung steht, empfiehlt keine Arbeitszeitverkürzung erhalten, sondern muß nach Geschäfts- Bewegung anschließen. Diese Auffassung fand in der Versamm die Versammlung, unbedingt zu kündigen und aus den gesperrten schluß Maschinen reinigen, Walzen puzen 2c. lung keinen Widerspruch, worauf nach einem Bericht über die Druckereien auszutreten. Die Bersammlung beschließt weiter, eine In Mainz wurde in einer allgemeinen Buchdruckerversammlung Agitation Beyer wiederum als Beifizer gewählt wurde. Streiffommission, bestehend aus fünf Personen, zu wählen, welche von dem Vorsitzenden der Tariffommission berichtet, daß von den die Verhandlungen mit dem Vorftande der Berliner Buchdruckereidortigen Buchdruckereibefizern die Hälfte den neuen Zarif mit Etwa 200 Schuhmachermeister waren dem Rufe ihres besitzer zu pflegen hat. Die gewählte Kommission besteht aus Wirkung vom 4. Mai atzeptirt hat, während der andere Theil Innungsvorstandes gefolgt und bei Keller, Köpenickerstraße, zu folgenden Personen: Frau Gottwald, Frau Thiebe, Frl. schriftlich erklärte, mit der Einführung die gänzliche Durchfammengekommen, in der Herr Altmeister Schumann über Fiesel, Fabns und Leder. Als Delegirter zur Gewerkberathung des Tarifs in Leipzig abwarten zu wollen. That den unberechtigten Streit bei vielen Meistern und die durch schaftskommission wurde Dix ernannt. fächlich arbeiten feit 4. Mai 98 Gehilfen unter den neuen, Senselben bewirkte Schädigung von Meistern, Gefellen und Arbeiter- gildungsfhule. Freitag Abend 9 Uhr bis 10% Uhr: Süd102 Gehilfen noch nach den früheren Tariffäßen. Publitum" sprach. Zunächst wies man alle Gesellen hinaus, oft- Schule, Waldentarfir. 14: Nationalötonomie.( Die MaryVom Bezirksverein Straßburg des Verbandes der elfaß die der Kontrolle am Eingange gespottet hatten und Engels'schen Behren. Werth, Mehrwerth, Kapital.) Herr Dr. Alfred Berns Nord Schule, Müllerfir. 179 a: Rede Uebung.( Dte Lothringischen Buchdrucker wird uns mitgetheilt, daß die Angabe in das heilige Innere gedrungen waren. Herr Schwichtigsten Geseze für die Kunst des öffentlichen Rebens. Lehre vom Aufbau Döblin's, in Straßburg bestehe wie in Berlin jetzt die mann stimmte dann sein Klagelied an über verderb eines Bortrages.) Herr Heinrich Schulz. Die Schulräume find zur Be91/ 2stündige Arbeitszeit, nicht zutreffe. In Straßburg werde liche Schundkonkurrenz der Bazare und Fabriken einer nugung der Bibliothet und des reichhaltigen Bettschriftenmaterials schon von von 7-12 Uhr früh und von 2-6 Uhr nachmittags gearbeitet. feits und die unerfättlichen Gesellen andererseits; es war das 8 Uhr an geöffnet. Arbeiter Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender Die Frühstücks- und Besperpause sei von den Brinzipalen offiziell allbekannte Klagelied des Handwerks, das sich von oben ad. Neumann, Bafewalterstraße 3. Alle Aenderungen in Vereinsgestrichen, aber thatsächlich werde in allen Buchdruckereien nach und unten bedrängt sieht. Die Herren Raphaeli, Fürstenheim talender find zu richten an Fried. Kortum, Manteuffelitr. 49, v. 2 Tr. Arbeiter Raucherbund Serline und Umgegend. Aenderungen im wie vor gefrühstückt und gevespert und zwar mit Einwilligung und Gen. tamen sehr schlecht weg in dem Referat, mindestens ebenso vereinstalender find zu richten an Otto Schulg, Kottbuser Damm 72. der Prinzipale, nur sei das Einholen verboten und das Niederfetzen schlecht, wie die bösen, Agitatoren", die den Streit angezettelt hätten. beim Essen werbe nicht geduldet. Die Hauptfache aber sei, daß mit Rücksicht auf die Bazar- und Fabritskonkurrens fei an eine man jezt eine Stunde weniger als früher im Geschäft zu ver. Bewilligung des von den Gefellen vorgeschlagenen Tarifs garweilen habe. Was die Lohnverhältnisse anbelangt, so sei das nicht zu denken. Redner beklagte sich darüber, daß die Offiziere Minimum des gewissen Geldes von 24,60 auf 25,60 m. und die ihren Konsumverein hätten und daß der Staat die Anfertigung Grundpofitionen des Berechnens um 5 pCt. erhöht. Der Lokal von Stiefeln im Gefängniß dulde; 2000 Gefangene würden zuschlag für Straßburg betrage jetzt 25 pŒt. statt früher 20 pGt. bereits in Preußen mit der Herstellung von Schuhen Redner, welcher wähnt, die Gegenüber unserer Vermuthung, in anderen Orten der Reichslande beschäftigt. Streitenden fei durch das selbständige Vorgehen nichts erreicht worden, sagt die: würden von den Großfabrikanten unterstüßt, giebt zu, daß auch Zwei Wettende. Als größte Bahnhöfe Deutschlands gelten felbe Straßburger Buschrift: Auch das ist unrichtig. Außer Löhne von 15 Mart vorfämen, protestirt jedoch dagegen, daß der von Frankfurt a. M. und Köln a. Nh. Straßburg haben noch Me, Saarburg und Dieden die Schuhmachermeister willkürlich Hungerlöhne zahlten. Das An die Krankenkaffen. Es wäre uns sehr lieb, wenn sich hofen den Neunstundentag erreicht. In Birchweiler Referat des Obermeisters Bierbach, der dann über Abwehr diejenigen Berliner Krantentaffen uns namhaft machen, die selbstwurde die Arbeitszeit von 11 auf 10 Stunden herunter- mittel" sprach, bewegte sich ziemlich in denselben Bahnen, wie ständige Gewerbetreibende als Mitglieder aufnehmen. gefeßt, in Schiltigheim von 10/2 auf 91/2. Die das seines Vorredners. Als Abwehrmittel" schlägt er vor: P. 2. Durch den Tod des Ehemannes erwirbt die Wittwe Rolmarer Kollegen haben sich auf die deutschen Tarif 1. Die vom Streit nicht betroffenen Meister sollen feinen nicht das Recht, den Miethevertrag sofort zu lösen; vielmehr verhandlungen vertrösten lassen. Nur die Mulhauser Streitenden beschäftigen; 2. die genannten Meister sollen ihre tann sie dann nur falls nicht der Vertrag eine frühere Streit betroffenen Kollegen dadurch Kollegen sind mit ihren Forderungen nicht durchgedrungen. Dies vom unterstützen, Kündigung zuläßt zum Ende eines Halbjahres, von dem der thatsächliche Erfolg der Bewegung." daß sie, soweit als möglich, jetzt in der Saison deren Quartal ab gerechnet, in dem der Tod erfolgt ist, fündigen, also Arbeit mitmachen"; 3. feien Arbeiter von auswärts z. B. falls der Tod im Mai erfolgt ist, zum 1. Januar. beranzuziehen. Herr Groß, welcher sich an der folgenden 1. Ja. 2. Nein.-R. Mir. Schriftliche Antwort zu ertheilen 2. Y. Debatte betheiligte, erklärte die Streitbewegung für eine Erlehnen wir ab. Das christliche Hospiz ist im Unrecht. Sie preffung im Sinne des Strafgesehbuches, ja, er tönnen die Dame noch während Ihrer Stellung auf Lohn verfand sogar an derselben die Merkmale von Landfriedensbruches flagen. Als Kündigungsfrist ist in Ihrem Fall ein Monat zu und Wuchers. Alle Redner stimmten den Referenten bei, nur erachten,- M. W. 1000. Nein. " Die Steinmegen Erfurts haben ihre Forderungen bewilligt bekommen, fodaß der Streit vermieden ist. Die Korbmacher Mühlbergs a. d. Elbe, 48 an der Zahl, wovon 42 organisirt find, legten den Meistern einen Tarif vor, wonach die Arbeitszeit von 12 auf 11 Stunden herab" " 1 Briefkasten der Redaktion. Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( swet Buchstaben oder eine Baht) anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Die juristische Sprechstunde findet am Montag, Dienstag, Freitag und Sonnabend, abends von 6-7 Uhr statt. W. T. O. Nein. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Freitag, den 8. Mai. Opernhaus. Festvorstellung. Schauspielhaus. Narziß. Deutsches Theater. Lumpacivagas bundus. • Teing Theater. Waldmeister. Berliner Theater. Maria Stuart. Neues Theater. Tata- Toto. Urania. Reichshallen Reichshallen Taubenstr. 48/49. Taubenstr. 48/49. Naturkundliche Ausstellung täglich geöffnet v. 10 Uhr vormitt. ab. Eintritt 50 Pf. Wissenschaftl. Theater abends 8 Uhr. Invalidenstr. 57/62, Lehrt. Stadtbahnh. 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Die Lohnkommission. 86/12 Achtung! Große öffentliche Versammlung aller in Kunstschmieden und Schlossereien beschäftigten Arbeiter am Sonntag, den 10. Mai, vormittags 10 Uhr, in Cohn's Festfälen, Benth- Straße Nr. 20-21. Tagesordnung: Stellungnahme zum Neunstundentag. Rollegen, wir erwarten, daß alle Kollegen in der Versammlung erscheinen, um zu dieser wichtigen Frage Stellung zu nehmen. 236/7 Der Vertrauensmann der Berliner Metallarbeiter. Otto Naether, N., Anklamerstr. 44. Männer- Turnverein„ Eiche"( Köpenick). Sonnabend, 9. Mai, abends& Uhr, in Klein's Hotel: I. Schauturnen nebst Tanzkränzchen. Eintritt 30 Pf. Echt Stonsdorfer Likör, ausgezeichnet im Geschmack à Liter 1,20 m. Echten alten Nordhäuser, Literfl. 1,10 M., 5 Liter à 0,90 m. Berliner Getreidekümmel, Literfl. 1,10 m., 5 Liter à 0,90 m. Himbeer, Kirsch-, Johannisbeer- Saft, vorzügl., Strfi. 1,30. Medicin. 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Bezirks- Versammlung für Wedding und Gesundbrunnea am Montag, den 11. Mai, abends 72 Uhr, in Bernhard Raabe's Salon, Kolberger Straße Nr. 23. Zages Ordnung: 1. Die Schule, wie sie ist und wie sie sein soll. Referent: Genoffe Metzner. 2. Diskussion. 3. Werkstattangelegenheiten. 4. Verschiedenes. 284/ 2* Die Kollegen werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband. 284/3 Sonntag, den 10. Mai: Heute, Freitag Abend, bei Schöning, Köpnickerstraße 68: Sizung der Ortsverwaltung. HerrenFulpartie. Verband der Sattler u. Tapezirer. Abfahrt: Wannsee- Bahnhof früh 7 Uhr. Für diejenigen Mitglieder, die mit der Stadtbahn fahren, Treffpunkt auf Filiale Zentrum. dem Bahnhof in Wannsee bis 8 Uhr früh. Sonnabend, den 9. Mai, abends 8½½ Uhr, bei Pasch, Danksagung. Allen Verwandten, Freunden und Kolleginnen, sowie dem Gesangverein der Kupferschmiede für die rege Betheiligung bei dem Begräbniß unserer geliebten Anna den innigſten Dank. Familie Bartel. Willy Kühne. Die Beleidigung gegen Frl. Müller: Veteranenstr. 16, nehme zurück und ertläre diefelbe für höchft achtbar. Frau Rohnke, Senefelderstr. 2. Alte Jakob ft r. 83: 287/4 Mitglieder- Derlammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 8. Verschiedenes. Der Vorstand. Verein der Holz- und Kohlen-, sowie Gasanstalts- Arbeiter und-Kutscher. Vereins- Versammlung Zages Ordnung: E Die gegen Frau Treher hier, Tilsiter- am Sonntag, den 10. Mai, abends 62 Uhr, bei Röllig, Neue Friedrichstr. 44. ftraße 78, ausgesprochene Beleidigung nehme ich hiermit zurück und erkläre dieselbe für eine durchaus rechtschaffene schiedenes. Frau. Auna Fiehn, Thaer 42/14 straße 42. 1320b Unbemitt. Musikunterr. ,, K" Poftamt 79. Wiffen Sie schon daß Sie Brunnenftr. 110 ( neben dem Pferdebahn- Depot) 1. Abrechnung vom Maskenball. 2. Vereinsangelegenheit. 8. Ver Der Vorstand. Verein der Schäftebranche. Sonnabend, 9. Mai, abend3 9 ur. Außerord. Generalversammlung. Uhr, Rosenthalerstr. 57: Abstimmung über den Anschluß an den Zentralverband. Achtung! Maurer. 173/20 bei Ignatz Sello ftets frischen Mai- Freitag, 8. Mai, abends 8 Uhr, Beuthstr. 22( fl. Saal): # trank 1 Flasche intl. à 50 Pf., Stonsdorfer intl. Orig. Fl.( 3/4 Ltr.) à 80 Pf., Halb und Halb, feinste Likörmisd ung, Orig. Flasche( 3/4 Liter) intl. à 90 P., alten Nordhäuser per Liter 50 Pf., medic. Ungarwein Orig. Fl.( 1/2 Liter) 135/1 intl. à 1,25 M., sowie sämmtliche Sorten Weine, Cognac's, Rum's 2c., Spirituosen R. F. Mittestädt, Berlin N., Brunnenstr. 152. auch im Einzelverkauf nur zu EngrosARTE ist aus passenden Kräutern abdestillirt be fördert vorzüglich die Ver daung und regi besonders den Appetit an. REMittelstädts Original Lowenfer is In Fl. Mk.0,60. 1,10.& 1,80 MS Im Ausschank und in Flaschen überall zu haben. Seifen-, Licht- u. Sodafabrik 18 Detail M. Reich& Co., Geschäfte. Gr. Frankfurterstr. 43. vertreten fast in allen Passagen der. 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Arbeit wird nachgewiesen. des Delegirten zur Gewerkschaftskommission. Berkauf zu Fabrikpreisen. Lager bei Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird gebeten. Die Agitationskommission. dem Vertreter A. Homburger, Heilige- 45/ 3 geififtr. 49, Berlin. 48462* Möbl. Zimmer mit 1 oder 2 Betten Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter. Wollinerstr. 12, hoch part. rechts, 3. vm. Sonnabend, den 9. Mai, abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Arbeitsmarkt. Ein tüchtiger Goldschnittmacher auf Schräg und Zierschnitte findet gute dauernde Beschäftigung. Reise wird vergütet. Offerte mit Zeugnissen an Arnold Melchior, Fr. Henke, Naunynstraße 27: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. P. Bernstein. 2. Diskussion. 8. Unsere Lohnbewegung und ihre Wirkung auf die Organisation. Um zahlreiche und pünktliche Betheiligung bittet Der Vorstand. 286/1 Vereinigung der Bauarbeiter Berlins. Sonntag, den 10. Mai, vormittags 11 Uhr: 31/14 Luxuspapier- Fabrik, Außerordentliche General- Versammlung 89/6 Fredericia in Dänemark. Versilberer verlangt, Rigdorf, Schönweiderstraße 27. 13096 im Lokale des Herrn Fritz Wilke, Andreasßtraße 26. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Rollegen Krens( Hamburg) über: Die Ziele der Ges Berfilberer auf Kanten w. verlangt werkschaftsbewegung." 2. Wie stellen sich die Mitglieder zur Auflösung unserer Vereinigung und zum Anschluß an den Zentralverband? 3. Diskussion. 4. Vereins. Muskauerstr. 29. angelegenheiten und Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimirt. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflicht eines jeden Mitgliedes, in der Versammlung zu erscheinen. Der Vorstand. Tüchtigen Baroque- Vergolder, welcher a. mattiren kann, verlangt Goldleisten fabrit Dresdenerstr. 38. 1322b Allgemeiner Verein der Töpfer u. Berufsgenossen Deutschlands ( Filiale Berlin). Berfilberer, Farbigmacher a. Leisten Sonntag, 10. Mai, vorm. 10 Uhr, im Restaurant Babiel verlangt. Rigdorf, Berlinerstr. 89. Geübte Kartonarbeiterinnen verl. Beckert, Schmidstr. 15. 1319b Tüchtige Farbigmacher verl. Gold1321b leiftenfabrik Anklamerstr. 32, ( früher Wernau), Rosenthalerstraße Nr. 57: Verlammlung. Tages- Ordnung: E 1. Der Ausstand der Scheibenarbeiter. 2. Verschiedenes. Mk. 10 zable ich, wer mir eine 195/15 Umlegekragen- Plätterin nachweist. Mk. 20 Wochenlohn zahle ich jeder Umlegetragen- Blätterin. 13316* Wäschefabrik Freyer, Georgenkirchstr. 24. Schöneberg. Der Vorstand. Sonnabend, 9. Mai, abends 8 Uhr, bei Obst, Grunewaldstr. 110: Für die hiesigen Leser liegt der Schaufgeschäft umstände heutigen Nummer unseres Blattes halber preiswerth zu verk. Näheres die Gewinnliste der preußischen Mariannenstr. 8 im Bigarrengeschäft. Lotterie vom gestrigen Tage bei. 205/10 Volks- Versammlung. Endgiltige Beschlußfassung über die Parteispedition. Das Comité. Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin.