BERLIN Sienstag 23. Dezember 1930 «rfch«ii»ttislkch außer S»««tas< Zugleich Abeudaurzabe de«»VorwSrt«'. Bquzsxrei« beide-Ausgaben SS Pf. pro Woche, S.KOM. reo Monat. Redaktion und Txredition; Berlin SW 6S, Lindenstr.Z ff\£fUHzS& 10 Pf. Jir. B299 41. Iahrgang Anjetzenorei«: Di« einspaltige Noiipareillezeile S0 Pf.. Reklamezeile s M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto: Borwärrö-Verlag G. m. b.H., Berlin Nr. mbSfi. Fernsprecher: Dönhoff 293 bis 297 Arbeitslosigkeit wächst! Weihnachten der Not.— 280 000 find neu arbeitslos geworden. Der Nazi«Richter von Glogau Gin Iustizministeranwärter fürs dritte Reich.- Republikverleumder werden freigesprochen Die Bewegung am Arbeitsmarkt hat{Ich in der ersten Hälfte des Monats Dezember in ähnlicher Weise fort» gesetzt wie im vorigen Berichtsabschnitt; die Zunahme der Arbeitslosigkeit aus überwiegend jahreszeit» lichen Gründen hat weiter angehalten, jedoch Vom Auto gerädert. Folgenschwerer Zusammenstoß.- Sine passantin getötet. Im Osten Berlins, an der Ecke Sönigsberger und Memeler Strohe, flieh heule mittag ein« Autodrofchke mit einem p r i v a t a u t o zusammen. Zwei Frauen, die SZsährige Ida S p n l e w l tz aus der IN cmcler Strohe 4Z. und eine ZZjähng» Frau Elisabeth Lange, die in den, Augenblick die Ströhen- kreuzuog überqueren wollten, wurden von den Fahrzeugen ersaht und überfahren. Frau Spulewitz starb bereit» aus dem Transport zum Krankenhaus Am Friedrichshain, die zweite verunglückt« liegt sehe bedenklich danieder. wiederum nicht dasselbe Ausmah erreicht wie in der gleichen Zeit des Vorjahres. Die Zahlen der Hauptunter st ntzungsrmp» säug er zeigen vom 30. November bis 15. Dezember eine Zunahme um rund 158 000 auf rund 1 SIL 000 in der Arbeitslosenversicherung, um rund 37 000 auf ruud LOS 000 iu der Arifenfürsorge; dabei ist darauf Hinz». weisen, daß die Belastung dieser beiden Unterstützung». einrichtungen nur einen Ausschnitt aus dem Gesamt» umfang der Arbeitslosigkeit widergibt. Zu der eut» spreche»deu Zeit des Vorjahres bclief sich der Zugang an Hauptuuterstützuugsempfäugcrn i« der ArbeitSloseu. Versicherung auf 233 000. womit am 12. Dezember ISÄS ein Itand von rund 1 133 000 erreicht wurde. Die Zahl der Arbeitslose» sversügbare Ar- beitsuchcnde nach Abzug der noch in Stellung oder in Rotstaudsarbeit Befindlichen) belief sich am 30. Stove«. ber aus rund 3.7 Millioaen(berichtigte Zahl); bei der Zählung am 15. Dezember ergab sich ein Anwachsen um rund 276 000 auf rund 3 977 000 Arbeitslose. Die entsprechende Zahl Mitte Dezember des Bor» jahres belief sich— nach einer Zunahme um rund 32K 000 — auf rund 2 362 000. Ein nicht genau erfaßbarer Teil der Ueberhöhung der Arbeitslosenzifser gegenüber dem Vorjahr beruht auf der besseren Grfassung der Wohl- fahrtserwerbslosen sowie auf dem von der Wirtschaft. lichen Rot erzwungene» Andrang zahlreicher, früher nicht als Arbeitnehmer tätiger Kräfte zum Arbeitsmartt. Ein Fortschritt im Fall Bullerjahn. Erfolgreiche Unterredung Zoel— TMenfeld Infolge des offenen Briefes, den der Verteidiger Lullerjahns, Genosse Dr. Kurt Rosenfeld, an den Staatssekretär Joel gerichtet Halle, fand heute eine eingehend« Besprechung zwischen den, Staats- fekrctär und dem Verteidiger statt. Das Ergebnis war die Fest» stellung. daß dos Reichsjustizministcrium gemäß den Anregungen der Verteidigung nunmehr auf olle möglich« Weis« die notwendig« Klarstellung des Falles Bullerjahn herbeiführen wird, so daß der Verteidiger die Ueberzcugung erlangte, es io«rd« nunmehr alle» geschehen, um das Dunkel, welches über dem Fall liegt, aufzuhellen. Glogau. 23. Dezember.(Eigenbericht.) Der au« dem Prinz-Lippe-Prozeß bekannte Vorsitzende des Erweiterten Schöffengerichts in Glogau, Landgerichtsdirektor Dr. Lau. weiland Staatsanwallsfchaftsrat in Lüneburg, macht durch einen unbegreiflichen Freispruch von Nozivcrleumdern wieder von sich reden. Unter der Anklage des Vergehens gegen das Gesetz zum Schutze der Republik stand der GauFührer Kurt Kremser aus Breslau vor Gericht. In einer Versammlung in Neusalz a. d. Oder im April dieses Jahres ließ sich der Angeklagte zu den s ch w e r st e n Verleumdungen gegen die Republik, die Minister und den Reichspräsidenten hinreißen. Nach der Anklage Hot er u. a. behauptet, die Republik bestünde aus Meineid und Hochverrat. Weiter dezeichnete er die Republik als von fünf jüdi- schen Konzernen regiert und sprach von dem verräterischen Treiben der Machthaber unter dem Deckmantel des Patriotismus. Schließ- lich erklärt«-er, baß ber Aufruf bes Reichspräsidenten über die Unter- Zeichnung bes Houng-Planes ebenso lügenhast sei, wie der der Volksbeauftragten von 1018. Bei dem Ausspruch„Republik" drehte«r sich stets um, u», mit einer auf Ekel hindeutenden Geste der Republik feine besondere Mißachtung zu zeigen. Die Beweisaufnahme ergab durch das Zeugnis des Polizei- kommifsars Arndt und des Polizeihouptwachtmeisters Joscht. die sich sofort Notizen gemacht hallen, die Richtigkeit der Anklagepunkte. Ein Versammlungsteilnehmer sagte unter Eid aus, daß er sich be- stimmt daran erinnere, daß der Redner verschiedentlich bei dem Ausspruch„Republik" mit einer Geste, die auf Ekel andeute, auf- gewartet habe. Auch sonst hat der Zeuge den bestimmten Eindruck, daß es dem Redner nur darauf ankam, zu schimpfen und zu ver- lemnden. Anders jedoch die Entlastungszeugen, ausnahmslos Hitlers Weihnachtsiraum Steeg will abfetzen. Zum größten Zorn der Reaktion hat der „cue französisch« Ministerpräsident einen Veamtenschub eingeleitet. Er hat den Ehes der polllischen Polizei, Roquer«.«inen ergebenen Diener Tardieus, seines Postens enthoben. Auch soll der Pariser Polizeipräfckt Ehiappe seines Amtes enthoben werden. Nationalsozialisten. Jedes Wort war eingelernt und entsprach voll- ständig den Behauptungen des Angeklagten. Kunststück: vorher haben bie Zeugen bie Anklage eingesehen, was der Zeuge Ritsch zugeben mußte. Der Anklagevertreter, Staatsanwaltschaftsrat Dr. Wiemer, hielt die Anklage in vollem Umfange aufrecht und beantragte an Stelle einer an sich verwirkten Strafe von zwei Monaten Gefängnis 80» Mark Geldstrafe. Nun das unglaubliche Urteil, das der Beweisaufnahme in keiner Weis« gerecht wird; Der Angeklagte wirb auf Kosten ber Ltaatskafsc freigesprochen? Nach Ansicht des Gerichts haben die Poltzeiboomten aus der Rede nur Sätze herausgerissen, um dem Angeklagten«inen Strick zu drehen! Dos Gericht schenkt den Angaben der Nozizeiigen, die aus den, Gedächtnis heraus ihre Aussagen machten, mehr Glauben als den Bekundungen der Polizeibeamten, die sich die einzelnen Sätze notiert hallen. Der Vorsitzende erlaubte sich weiter zu sagen: Die Revolution ist Meineid und Hochverrat, denn die Revolutionäre von 1018 haben durch Streik und Sperrung von Muuitions» und Lebensmitteltranspor- ten die Truppen wehrlos gemacht. dies sei unerhörtester Meineid und Hochverrat gewesen. Daß der Angeklagt« die Republik gemeint habe, könne nicht als erwiesen gellen, ebenso gelle nicht als erwiesen, daß der Angeklagte«ine auf Ekel hindeutend« Geste beim Ausspruch des Worte„Republik"(ob- wohl eidliche Zeugenaussagen dafür vorhanden waren) gemacht habe. Dieses Urteil ist ein Beweis dafür/ wie weit die Naziseuche schon in die Justiz eingedrungen ist, bei dem von der Republik be- zahllen Richter„Lau" können die Nazi« den Staat und seine Minister aufs gemeinste verleumden und herabsetzen, bei diesem Richter ist die Republik oogelfrei. Mit allen Mitteln versuchte er. den Nazi- zeugen die Entlastungspunkte in den Mund zu legen.» Gin Richter, der die Urteilsbegründung benutzt, um die verleumderische und schamlos-derlogene Dolch- stoßlüge wieder aufzuwärmen, kann keinen Anipri?ch mehr auf Unparteilichkeit erheben? Herr preußischer Justizminister, ein letzter Appell: Schassen Sie Ordnung, wenn nicht der letzte Rest des Ansehens der Justiz vor die Hunde gehen soll! Grubenbrand! Äelegschast in Sicherheit.— Vier Bergleute qaSertrankt. Gelsenklrchen, 2Z. Dezember. Aus der zweiten Sohle der Zeche Vergmannsglllck brach heule früh in der nordöstlichen Richtstrecke durch ein schmorendes Kabel verursacht, ein Grubenbrand aus. wegen der Gefahr der Brandgase mußte die Belegschaft vollzählig ausfahren. Bier gaserkrantte Bergleute wurden dem Krankenhause Bergmanns- heil 2 in Buer zugeführt, doch sollen die Erkrankungen nicht bedenklich sein. Der Brand tonnte sofort gelöscht werden. Knabenmörder verhastet. Dresden, 28. Dezember.(Eigenbericht.) In Prag wurde der von den deutschen und tschechischen Behörden gesucht« Raubmörder Oe st erreich verhaftet. Oesterreich steht im Verdacht, in der Umgebung von Dresden einen Knaben- m o r d und»inen Raubüberfall auf einen Bürgermeister in der Sächsischen Schweiz verübt zu haben. Die Großherzogin von Moskau Krau Kollontay soll sich verantworten. grau Kollontay hat wieder eine Affäre. Sie hat als diploma- tisdye Vertreterin der Sowjetunion die Hauptstädte verschiedener Weltteile mit ihrer Gegenwart beehrt, sie ist nirgends geschieden, ahne eine Affare zu hinterlassen. Diese Diplomatin hat ihre Afsären wie eine Filmschauspielerin, oder wie gewisse Schriftstellerinnen, die mangelhafte Gestaltungskraft durch Reklame ersetzen müssen. Alexandra Kollontay ist eine Schriststellerm von großen '�yalitötcn. Sie ist zugleich große Dame. Beides stimmt schlecht zu jenem finsteren und brutalen Geiste des Kriegskommunismus, der unter Stalins Herrfchaft in Sowjetrußland triumphiert. Die belli sscuen Knechte des Ctalinismus in Deutschland haben deshalb bei jeder Affäre der Frau Kollontay Beschwerden nach Moskau geschickt, die den Haß der Ilngeistigen gegen die geistige, ihnen türm- hoch überlegenen Frau, und die Spießermoral der kleinbürgerlichen kommunistischen Philister gegen die große Dame zeigten. Allerdings— Frau Kollontay paßt schlecht zu ihnen, wie sie auch schlecht zur Sowjetunion paßt. Oder vielmehr: die Sowjetunion steht ihr nicht gut. Da Moskau keine Großherzöge kennt, ist auch die Graßherzogiii von Moskau eine Erscheinung, die aus dem Rahmen fällt. Die Sowjetrcgierung hat Frau Kollontay, die augenblicklich als Gesandtin in Stockholm weilt, noch Moskau befohlen. Sic soll sich wegen ihrer Tätigkeit in Oslo, verantworten, die nicht den gewünsch- ten Erfolg gehabt habe. Vor allem aber soll sie wegen ihrer allzu extravaganten Kleidung zur Rechenschaft gezogen werden. Kränzen laßi den Nichiern drohen. Der Zorn des verurteilten HakettkreuzministerS. Braunschweig. ZZ. Dezember. sEigenb-richl.) Das dem Raziminister Jranzen als Sprachrohr dienende Organ des Leonhardk-Konzerns. die..Braunschweigische Landes- zeiluog", Halle das Urteil des Oberlandesgcrlchls zugunsten des ..Bolksfreund" zum Anlaß einer persönlichen hehe gegen den obersten Richter des Landes Braunfchweig, Oberlandgerichtsdireklor Dr. RSpcke, genommen, dem p a r« e i l i ch k ei l und Abhängigkeit von„marxistischen Bonzen" vorgeworfen und unverblümt gedroht wurde. DiebeisihendenRichter. zwei politisch ganz rechts stehende Oberlandesgerichlsräte. verwahren sich in einem Schreiben an die„Landeszeitung" gegen diese Hetze, erklären sich ausdrücklich mit dem Oberlandcsgcrichtsdircktor solidarisch und betonen, daß das Urteil im Franzen-Prozeß im Kollegialgericht völlig unbeeinflußt und unabhängig gefällt worden fei. und daß von den Vorwürfen der Rechtsbeugung und politischer Rücksichtnahme auch nicht das mindeste übrig bleibe. Krach im Dresdener Giadiparlameni. Handgemenge zwischen Polizei und Kommunisten. » Dresden, 23. Dezember. In der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten kam es bei der Beratung eines volksparteilichen Antrags, der im Zusammenhang mit dc� Angelegenheit des Remarque- Films die Abschaffung des„Berliner Tageblatts" aus den städtischen Amtsstellen verlangte, zu einer stürmischen Aussprach«. Es sielen von kommunistischer «seile Schimpfwort« und Beleidigungen, die zu einem ungeheuren Tumult führten. Schließlich sah sich der stellvertretende Barsteher Holst genötigt, den kommunistischen Stadtverordneten Werner imch dreimaligem Ordnungsruf aus de,n Saal zu weifen. Diese Maß- nähme wurde vom Hause mit 37 gegen 32 Stimmen gebilligt. Da Werner sich jedoch weigerte, den Saal zu verlassen und den Bor- steher weiter beschimpfte, wurde er durch die Rathauswachs abgeführt, wobei es zu einem Handgemenge zwischen Polizei und Kommunisten kam. Nachdem wieder Ruhe eingetreten mar. wurde der volksparteiliche Antrag nach kurzer Geschäfts- ordnungsdobatte abgelehnt. Legien-Keier im Rundfunk. Heute abend um lt> Uhr wird der stellvertretende Bor- sitzende des ADGB., Genosse Peter Graßmann, anläßlich der zehnjährigen Wiederkehr des Todestages unseres unvergeßlichen Gewerkschaftsführers Carl Legien, besten Andenken in einer Rede im Rundfunk feiern, worauf wir unsere Genosten besonders ckufmcrtsam machen._ WC-'.«-ür Berlin: Tagcstempcraiurcn über Rull, südwestliche Wind". Aür Deutschland: Im Süden teilweise heiteres Frastwetter, in, osicn i-jch veränderlich« Tagestemperoture» nahe bei Rull, im W oj ziemlich trübe mit weiterer Milderimg. Sachsen erhebt Einspruch Oer Kridericus-Mlm ein schwerer Angriff aus die sächsische Volksehre wie wir soeben erfahren, hat der sächsische Gesandte in Berlin bei der Reichs- und preußischen Stoatsregicrung einen Protest gegen die Aufführung des Fridericris-Films eingereicht, da dieser Bildstreisen eine Verhöhnung des sächsischen V o l k s l e i l s, eine Verächtlichmachung der sächsischen Stammes- cigenschoflen und eine Beleidigung der sächsischen Armee darstelle. Der sächsische Gesandte verlangt namens seiner Regiernag sosorligen Abbruch der Anssühruagen, andernfalls eine Gefährdung der bundesstaatlichcn Beziehungen Sachsens die Folge sein müsse. Zur Bcgrmrdung dieses Schrittes wird namens der sächsischen Staats reg ie rung folgendes geltend gemacht: In diesem Film wird sowohl die sächsische Politik wie das Verhallen des Sandes Sachsen zu Beginn des Siebenjährigen Krieges verächtlich gemacht. Sachsen erscheine in dem Film als ein Land, das im Bunde, mit Frankreich, Oesterreich und Rußland hinterlistig das friedliche Preußen angreift und überfällt. Alle im Film vorkommenden Repräsentanten Sachsens seien als verächtliche Schuft« ge- kennzeichnet. Wenn man es schon im Remarque-Fllm als ein« Beleidigung der Zlrmec angesehen habe, daß gute und schlechte Soldatentypen nebeneinander gezeigt wurden, sa müste es die sächsische Regierung um so verletzender empfinden, daß in diesem Filln Sachsen nur durch ausgesucht schlechte Charak- tere repräsentiert werde. Der sächsische Ministerpräsident Graf Brühl erscheine als eitler, intriganter Diplomat von mangelhoster Intelligenz. da er fortwährend hinter das Licht geführt wird. In feinem Palais Herrschi Sittenlosigkeit. So beginnt der Film damit, daß während des Festes im Palais Bn'ihl zunächst eine sächsische Aristokratin. während ihr Mann am Spieltisch weitt, oer- führt wird. Gleich imrauf verführt eine verheiratete Dam« einen unerfahrenen, noch knabenhaften Jüngling. Der Geheinstckretär des Grafen Brühl wird dargestellt als Verbrecher mit grinsender Teufelsfratze. Es wird im Film gezeigt, wie er landesoerrätcrstch die Geheimdokuments seines Chefs dem preußischen Gesandten ausliefert und dafür direkte Bezahlung«mpsängt. Dieser schimpflichste und gemeinste Landes- o« r r a t findet im Film keinerlei moralische Verurteilung oder Strafe, offensichtlich wird er aus dem Grunde gebilligt, weil er zugunsten Preußens und zuungunsten Sachsens geschieht. Als driller Repräsentant Sachsens tritt dann noch ein sächsischer Gras auf. der beim Bankett des preußischen Ge- sandten einen galanten Brief verliest und schlüpsrige Witze darüber nmcht. Er ist als weibisch und feige gekennzeichnet. Er läßt sich widerstandslos von einein preußischen Major mißhandeln, fällt unter den Tisch und erlzebt sich mit erschrockenen Zügen, ohne Genugtuung zu verlangen. Das sächsische Militär, soweit es.zur Darstellung koinmt versagt völlig. Es gelingt zahlreichen Reiterpatrouillen nicht. einen reitenden Spion festzunehmen, den sie fast umzingell haben. Der über die Grenze entkonmicne Spion verhöhnt dann die sächsischen Soldaten, indem er in Großaufnahme ihnen G r i- Massen schneidet. Es soll ferner daran erinnert werden, daß die V e r» bündete Sachsens im Siebenjährigen Krieg«, die Kaiserin des stammesverwandtcn deutschen Oesterreich. Maria Theresia. vom König Friedrich eine„gekrönte H..." genannt wird. So kann der ganze Film nur dazu dienen, dos Ansehen des sächsischen Stammes und des Landes Sachsen vor der ganzen Welt verächt- lich zu machen. Es werde daran erirniert. daß es iu Dresden bereits unlängst zu Unruhen gekommen fei, weil der Korrespondent eines preußischen Blattes in nichtbeleidigender Absicht von einer „unheroischen Pflichterfüllung" der sächsischen Armee im Weltkrieg gesprochen habe. Dieser Film verletze die Gefühle der sächsischen Armee aber in so absichtlicher und zugespitzter Weist, daß seine Auf- führung in Sachsen zu einer Explosion des Volkszornes führen müsse. Ein Verbot des Films erscheint unabwci>b.ir. Zensur flüchtet in Dunkelkammer Die Mlmprüsungsstetlen schließen die presse aus Von der Filmprüfstelle wird heute vormittag der Film„1914— Die Schüsse von Sero je wo" geprüft, der sich gegen die Kriegsschuld- lüge wendet und die Ursachen des Weltkrieges behandelt. Vertretern der Preste wurde bei dieser Gelegenheit von dem Leiter der Filmprüfstelle, Regicrungsrat Zimmermann, erklärt, daß die Presse auf Anweisung der Oberfilmprüsttelle in Zukunft generell von den Verhandlungen der Fillnprüsstellen ausgeschlossen bleibe. Der Leiter der Obersilmprüsstell«, Ministerialrat Seeg er. de- gründet aus Anfrage: diesen Beschluß mit der Tatsache, daß die Verhandlungen vor der Oberfiimprüfstelle und den Filmprüfftellen aus Grund des Lichtspielgosetzes grundsätzlich nicht offen t» t i ch seien, und daß die Zulassung von Pressevertretern bisher nur ron Fall zu Fall erfolgt wäre und jeweils in das Ermessen des Vorsitzenden gestellt sei. Den eigentlichen Anstoß zum generellen Ausschluß der Presse habe aber die Erfahrung gegeben, daß diese Zulassung nicht den Widerhall gefunden habe, der seitens der Be- Hörde beabsichtigt gewesen sei. Bei der Erörterung des Remarque- Fckmuerbotes seien Beisitzer in den verschiedenen Blättern öffentlich angeprangert worden, so daß mit Rücksickn aus sie. um eine gewisse Beruhigung in der Oesfentlichkeit herbei- zuführen: der. Presse nicht mehr der.Zutritt zu den Verhandlungen der Filmprüsstellcn, bei denen überhaupt die Presse nur selten zugelassen worden sei, aber auch zu der Oberfilniprüfstelle nicht mehr genehmigt werde. Lteberfall im Butterladen. Berlin von der Berbrecherwelle erreicht?— Wieder eine Frau mit der Pistole bedroht. Auf die Leiterin der vultersillale der Firma Hofsmonn in der hermannsiroße 33 in Renkölln morde gestern abend ein verwegener Raubübersall verübt. Als die Frau gerade abrechnete, klopfte es an der Hintertür. In dem Glauben, daß ein Kunde noch einen Einkauf machen wolle, öffnete sie ahnungslos. Zu ihrem Entsetzen sah sie sich einem Manne gegenüber, der drohend eine pistole auf sie richtete. Der Bandit zwang die Filialleiterin, rückwärts in den Laden zu gehen. Dort riß er die Kassette, die den Tageserlös in Höhe von 600 Mark enthiell, an sich. Dann entferille sich der Täter, nachdem er die Tür hinter sich abgeschlossen hatte und entkam unerkannt. Der Räuber war etwa 33 Jahre all, trug einen grauen Mantel mit Pelzkragen und braunen Hut. Grauenhaster Leichenfund. Völlig verstümmelter Körper an der Mvhlendommschleuse geborgen. An der INühlendammschlense wurde am vieostoAvormittag eine schrecklich verstünuoelte Leiche ans der Spree gelandet.' Es handelt sich um einen Mann, der etwa drei bis vier Wochen, vielleicht auch länger. Im Wasser gelegen hat und beinahe unkenntlich ge- worden ist. Das linke Bein ist mit der Hüfte an» dem Körper gerissen. Ebenso fehlt der linke Arm bis zum Ellenbogen. Außer einem Schuh am rechten Fuß und Fehen eine» Oberhemde» am rechten Handgelenk ist die Leiche unbekleidet. Die Vermutung, daß der Unbekannte ermordet und zerstückelt worden sei. gab Veranlassung, die Mordkommission in Kenntnis zu letze». Ob es sich in der Tal um ein verbrechen Handell oder ob die verstümme- lung bei dem wochenlangen Treiben im Wasser ans Bootshaken und Schiffsschrauben zurückzuführen ist. kann noch nicht gesagt werden. Der Unbekannte ist 1.70 Meter groß und hat dunkelblonde» haar. Da» Gesicht ist so zerstört, daß das Alter nicht angegeben werden kann._ Räuberhäuptling gefaßt. Gefährlicher Bahnräuber endlich verhastet. Stettin, 23. Dezember. Im Laufe des heutigen Tages konnte auch der zweit« Verbrecher, der an dem Roubübcrfall auf den Eisenbahnzug zwischen Merzdorf und Striegou in Schlesien beteiligt war, in einem hiesigen Hotel ermittelt und verhaftet werden. Der Festgenommene, der sich mit einem solschcn Pah auswies, heißt Robert R o m a n y und ist in Peisterwitz, Kreis Ohlau, geboren. Er hat zuletzt in Breslau ge- wohnt. Romony- ist ein außerordentlich gefährlicher Verbrecher, der wie der bereits verhaftet« Witzik einer Äfköpfigcn Räuberband« angehörte. Unter seinen Papieren, die bei der Durchsuchung seines Gepäcks beschlagnahmt werden konnten, befindet sich außerordentlich belastendes Material, dos Aufschluß über seine Straftaten in Ober- schlesien gibt._ Reichsbahn-Arbeiiszeitschiedsspruch. Mit Zustimmung der Gewerkschaften wirksam. Der am 13. Dezember über die Arbeitszeit bei der Reichsbahn gefällt« Schiedsspruch, der sich hauptsächlich aus die Arbeitszeit In den Ausbesserungswerken und in der Bahnunlerholiung bezog. ist nunmehr in Kraft getreten. Zn den Rachverhandlnugen vor dem Reichsarbeilsmiaister haben die Gewerkschaften den Spruch eben- fall» angenommen, wegen der Regelung der Arbeitszeit in den übrigen vieastzweigen. vornehmlich im Bahnbet iebs- und Verkehrs- dienst, wird ein Schiedsspruch nach Betriebsbesichtigungen Milte Januar ISZl gefällt werden._ Ein Kreispruch. Hochverratt'. M. Die deutsche Binnenschiffahrt hatte zu Beginn dltses Jahres 19 429 Fahrzeuge gegen 27 343 im Jahre 1913. Die Zahl d-r Fahr- zeuge ist damit fast um 8000 zurückgegangen. Jnteresianl ist dabei die Tatsache, daß fast ausschließtich Fahr zeuge ahn« eigene Antriebskraft außer Dienst gestellt worden sind, während gleichzeitig die mit motorischer Ärast betriebenen Schiff« sich um 634 Fahrzeuge vermehrten. Die Zahl der in der deutschen Binnenschisfahn«ingesetzten Motorschiffe hat di« stattliche .Höhe van 4872 erreicht. Der zur Verfügung stehende Frachtraum hat sich bei den Motorschiffen van 234 0)0 Tannen im Jahre 1913 auf 424000 Tonnen im Jahre 1930 gesteigert. Die Tonnenzahl der übrigen Schiff« ist jedoch von 6 719 000 aus 6 324 00) Tonnen zurückgegangen. Der größte Teil der Schisse entfällt aus das O d e r- und Elbegebiet, in dem etwa rund di- Hälfte der deutschen Binnenfahrzeug« tätig ist. 31 Praz. der Binnerfchiffe lausen im Gebiete des R h e i n s, 10 Praz. im Wesergebiet und der Rest ist aus den übrigen deutschen Wasterstrohen eingesetzt. Technik d» Buchungswescns. Schon fest Jahren haben sich die Kroßbertisbe aller Erwerbszweigc auf moderne und vereinfachende Buchungs Methoden umgestellt. In keinem modernen Betriebe finden wir mehr in der Buchhaltung die riesigen und schweren Kontobücher, wie sie früher üblich waren. Nur an kleinen und mittleren Be- tritt' en. vor allem auch am Einzelhandel, ist diese Modernisierung fast spurlos vorübergegangen. Es hat wohl nicht an Versuchen ge- fchlt, in den Kleinbetrieben und im Einzelhandel das Abrechnungs- wefen auf eine moderne und doch einlache Grundlage zu stellen. Roch den interessanten Aussichrungen. die uns gemacht wurden, ist es gelungen, durch Schaffung der ,.D« f i n i t i o"- D u r ch s ch r e i b«- Buchhaltung dem Einzelhandel ein Gerät in die.Hand zu gebet!, das ihm viel Müh« und Aerger ersparen soll. Die Hauptoorzüg: sind Uebcrsichtlichteit und Einsachhett. Zum Beispiel sind lieber- tragungen nicht mehr erforderlich. Durch geschickte Anordnung der Konten ist«s jedem Geschäftsinhaber möglich, diese sofort abzulesen. Diese Uebersichtlichkeit ist natürlich von großer Wichtigkeit, da der Geschäftsmann sich nur so auf den ersten Blick ein Bild von der Rentabilität seines Geschäftes machen kann und somit in der Lage ist, etwaige Verlustquellen sofort zu verstopfen. Daß kein« Bücher mehr zu führen sind, wird er ebenso angenehm empfinden, wie die überaus übersichtliche karleimäßig« Anordnung. Die Handhabung des neuen Gerätes ist durchaus einfach, und da auch kleine Aus- fuhrungen bereits zu 19,75 M. zu hoben sind, ist anzunehmen, daß es sich bald durchsetzen wird. föctlagc Dienstag, 23. Dezember 1930 SlvMmd Sfuilauif/atü dkl Tlatfian£utdu&: 9m / Lernt fremde Sprachen? Wenn man in ein Land fahrt, dann soll man in der betreffenden Sprache wenigstens eine Liebeserklärung machen können. Citren Sie weshaLb. Mr sahen zu dritt und sprachen über die Welt. Ich schwärmte von Dänemark. „Dänemark im Mai. Wenn das Land blüht... Ach, dann den Strandoej entlangsausen, durchs ganze Land. Rechts das blaue Meer, links Wälder... in der Ferne die Küste Schwedens. Die Straßen voll lachender Menschen und alle auf den Rädern zum Strand sausend. Man sagt vom Leben des Dänen: Vom Kinder- wagen aufs Rad und vom Rad in den Sorg. Der Däne liebt sein Rad wie der Kosak sein Pferd. Und erst die Däninnen...? Wenn fi« m all ihrer Schönheit auf ollen Straßen des Landes lachend und plaudernd radeln....* An dieser Stelle meiner Erzählung begannen die Augen meines Freundes Fritz zu glänzen! Und Äs ich dann noä) weiter von„dänischen und schwedischen Platten" schwärmte, da war es uin Fritz geschehen... Er sprang auf, hieb auf den Tisch und schrie mit einen, Kolumbusschen Klang in der Stimme: „Ich fahre nach Dänemark!" Dieser Ausruf veranlaßt« mich gleich festzustellen, daß ich dänische Kronen leider nicht mehr habe. Aber nein, Fritz begann selbst zu sparen! Ein Jahr lang ging er in kein Cafe, in kein Kino, rauchte nur fremde Zigaretten(diese aber doppelt!), dann war er so weit. Ausgerechnet im Mai stieg er, natürlich mit dem Rad, auf ein Schiff in Stettin, dem Lande der Wikinger entgegen. Vier Wochen gondelte Fritz in Dänemark herum. Dann kam er zurück. Eines Tages, als wir wieder beisammen waren, erschien er. Seine Augen glänzten nicht mehr. Unser lautes Willkommensgeschrei beachtete er.gar nicht. Matt setzte er sich hin und seufzte auf. Ich grinste verständnisvoll und frug: „Wie hieß„Sie" denn?" Ein zorniger Blick traf mich und Fritz begann leise zu sprechen: „Ich glaub«, ich bin am Tode eines Menschen schuld!" Run war es an uns, entsetzt auf Fritz zu blicken, er begann leise und verzweifelt zu erzählen: „Den ersten Tag gleich traf ich an der Lange» Linie Karin, wir radelten nebeneinander. Ich lachte sie an. sie lacht« mich an. Wir wurden bekannt. Wir konnten nicht miteinander sprechen, aber wir befreundeten uns. Drei Wochen jeden Tag trafen wir üns. Wozu sprechen, wir liebten uns.. Fritz stöhnte auf und fuhr fort:„Ein paar Tage, bevor mein Urlaub zu Ende ging, waren wir wieder an der Langen Linie. Ich versuchte ihr zu er- klären, daß ich fortreisen müsse. „Ich reise Tyskland(Deutschland)..» Du kommen met mich!" Auf einmal begann fie zu weinen... Sie zeigte auf sich und sprach einig« Worte, ans welchen ich nur eins oerstand: G i f t! G i f t! Mein Herz setzte aus. Gift?! Sie wollte sich vergiften? Aber Herrgott warum? Vielleicht hatte sie mich anders verstanden? Wie war doch dänisch— ich liebe dich...? Verzweifelt dachte ich nach, da riß Karin sich los... Schrie noch einmal das Wort Gift, auf sich zeigend, und rannte weg! Ich konnte sie nicht mehr einholen. Seit dem Tag blieb sie verschwunden. Ich suchte sie überall. Ihre Augen kann ich nicht vergessen.., Das Mädel hat sich bestimmt etwas angetan..." Fritz schwieg bedrückt. Wir alle blickten unruhig auf den Boden. Sollte wirklich das Mädel...? In die Stille der Ergriffenheit tönte auf einmal das gluckseiche Lachen des dicken Paul. Ist er wahnsinnig geworden? Unsere Blicke durchbohrten ihn. Oder weinte er? Rein, sein Lachen wurde immer lauter. Unter Stöhnen nahm er vom Schreibtisch ein Buch, es war das dänische Wörterbuch. Mit diesem Buch ging Paul zu dem apathisch dasitzenden Fritz und hielt ihm eine Seite unter die Nase... Wir lasen: „Gtft... Heirat. .Leg er Gift.., Ich bin verheiratet." Lebenslustigen Menschen, die Freude an ihrem irdischen Dasein haben, würde ich nicht empfehlen, Fritz über seine Dänemarkreis« zn befragen. AritZl Warum Howard Hug&es sieft üßei„dm Westen niefits neues*1 ärgert Der bedeutsamste Stadtteil von Los Angeles ist Hollywood. Die Filmindustrie brauchte eine Weltzentrale. Hier, wo sich Sommer und Winter zum ewigen Frühling geeinigt haben, wo man wegen der guten, starten Sonne, dl« selten hinter Wolken sich ver- birgt, auf Beleuchtungsmaschinen verzichten kann; wo im bergigen Hinterland und auf Wüstenstrecken Ausdehnungsmögllchkciten bis zur Nachahmung des Weltkrieges vorhanden waren— hier fand der Film feine ideale Produktionsstätte. Nirgends auf der weiten Welt ist aus so ödem Erdenfleck ein solches Paradies geschaffen worden. In diesem Paradies fehlt keine Menschenrasse, kein Menschentyp, keine Figur der Gegenwart, Vergangenheit und phontasicbegabten Zukunft: die Garderoben- zentrale ist sicher die größte Trachtensammlung aller Zeiten und Völker: der Aufputz aller Kulturen, aller Moden, aller Stilarten hat hier seine Gesandtschaft. Was Schiller über die dramatische Bühne geschrieben hat, könnte über d«n Höhen von Hollywood in nachtlouchtendon Lettern(wie heute der Name der Stadt) stehen: „Des Volkes Bildung ist in eure Hand gegeben." Das Film- Steßlngexs �ranßteieftßuHtle Bin Spaziergang durdft den großen(föreeßfiaus Als in der Periode von Locarno in Deutschland das Bedürfnis entstand, Frankreich gründlicher kennenzulernen, erkannte man. daß die allgemeine Annahme, Deutschland kenne Frankreich gut, doch auf »echt schwacher Grundloge beruhe. Die Tatsache, daß sehr vi«!« französische Bücher ins Deutsche übersetzt und gelesen werden, hat zu dem falschen Rückschluß verleitet, daß wir Frankreich kennen. Heute arbeiten zahlreiche Publizisten, Hochschullehrer, Pädagogen, Gesell- schasten an einer wirklichen Erkenntnis Frankreichs. Daß bei dieser Arbeit auch manche neue Irrtümer geschaffen wer- den, wie etwa die neuerdings beliebt gewordene Gegenüberstellung des deutschen„Geistes" zum sranzösischen„Esprit", zeigt uns erst recht die Größe der Aufgabe. Da diese Aufgabe aber nickst nur eine liderarische und künstlerische sein darf(so eng wurde sie nämlich früher oft gefaßt), sondern vor allen: eine sojwriogijche, stellt sie besonders der sozialistischen Kulturforschung Probleme, die nicht von einem einzelnen, sondern nur von einer neuen Generation gelöst »verde n können. Daß ein Fortschritt aus diesem Gebiete vorhanden ist, und zwar trotz der neuen Welle antisranzösrscher Gesinnung, die der Nationalsozialismus durch das Land bläst, erkennt man an dem erstaunlichen Uinfang, den olle auf Frankreich bezüglichen Schlag- warte im 6. Band des Großen Brockhaus einnehmen. Die auf Frankreich bezüglichen Darstellungen reichen von Seite 448 bis Seite 537 mit ganz wenigen Unterbrechungen durch Schlagworte, die aus alphabetischen Gründon eingeschoben sind. Berücksichtigt man den bei aller Uebersichtlichkeit doch sehr kompressen Druck, die Fülle der Abbildungen, schwarz und farbig, die Landkarten, die Statu stikcn, di�geopolitischen Illustrationen, die Tabellen und vor allem die sehr umfangreichen Hinweise zu jedem einzelnen Kapitel auf Literatur, die den Leser zur Sache selbst führt, so darf man wohl diese Folge von kleineren und größeren Darstellungen der fron- zösischen Welt als eine kleine Mrmographie betrachten, die in sich vollkommen abgesckstosien ist. Es wäre unter diesen Umständen zu erwägen, ob der Verlag, da sich doch nicht jeder den Großen Brock- haus in W Bänden kaufen kann, Darstellungen von solchem Um- fang nicht als Monographien-Sonderdrucke heraus- geben sollte. Alle, die zuin Beispiel in diesem Fall Orientierungen über den französischen Kulturkreis brauchen, finden in den gedrängten Darstellungen ein Material von erstaunlichem Umfang. Dabei enthält diese Folge tvon Schlagworten über Frankreich nur einen Bruchteil dessen, was der Große Brockhaus, wenn er«irnnol abgeschlossen vorliegen wird, über Frankreich enthalten wird: die Kapital dieses Buches werden oft genug durch Hinweis« auf«ine erweiterte Darstellung in anderen Bänden unterbrochen. Die Darstellung ist zweifellos aus Arbeiten sehr vieler Mit- arbeiter zusammengesegt, hat aber trotzdem einheitlichen Lharakter. Nicht richtig ist die Bedeutung, die in hergebrachter Weise Paris im Verhältnis zu den französischen Provinzen gegeben wird. Die französische Prouinz wird in diesem Abschnitt wesentlich unter- schätzt. Hier hat ja die moderne Fnuckreichkunde bereits kritisch eingesetzt. Frankreich ist keineswegs Paris, viel eher ijt Paris Frankreich. Das soll jagen, daß in Paris die wesentlichen Eigen. schasten der französischen Provinzen andeutungsweise vorhanden sind, daß aber der Schwerpunkt des französischen Wesens und auch der französischen Wrtschast auf dem provinziolen und regionalen Charakter des Landes beruht. In Frankreich«xistiert daher auch eine sehr starke regionale Bewegung, die auf Auflösung des alten Zentrotismus zielt und eine Neugliederung des Landes nach regionaler und wirtschaftlichen Merkmalen aus der Basis regionaler Selbswcrwaltung anstrebt. In der statistischen Tabelle ist. übrigens die Bevölkerungszahl von Paris für 19AZ weit überholt, denn das bereits seit Monaten in Kraft befindliche Eingcmeindungsgesetz, dos noch aus der Regicrungszeit Poincares herstammt, hat ein Groß- Paris geschaften, das SB Millionen Einwohner zählt. In der Darstellung der Revolutionskrieg« beherrscht leider auch die herkömmliche Auffassung die historische Wahrheit. Wenn man nicht schließlich doch erführe, daß Frankreich mit England den Frieden von Amiens 1802 geschlossen hat, würde der Leser gar nicht erfahren haben, daß Frankreich mit England Krieg geführt hat und vor allem, welche Rolle England beim Aufbau der europäischen Koalitionen gegen die französische Revolution gespielt hat. Es ist erstaunlich, wie lange es dauert, bis die unanfechtbar« Darstellung der Rolle Englands in den Revolutionskriegen, die Kurt E i s n c r schon vor 23 Iahren veröffentlicht hat, in das starre Gefüge der traditionellen Ausfassungen eindringt. Gerade die moderne Auf- fassung der Geschichte erkennt in dey englischen Motiven die eigentlich bewegenden Kräfte. Die Frage ob Monarchie oder Republik war England herzlich gleichgültig, nicht aber, ob Frankreich unter der Monarchie eine für England wertvolle landwirtschaftliche Produktion betrieb, oder sich unter der Republik die industriellen Produktivkräfte mächtig entwickelten. Die Darstellung der Geschichte Frankreichs seit der Beendigung des Weltkriegs enthält einen Absatz über die Reparationen, die einfach falsch ist. Aus der Darstellung gewinnt der unorientierte Leser den Eindruck, daß Frankreich die Parole von 1918, daß Deutschland alles bezahlen muß, restlos durchgeführt habe. Die Behauptung, daß die deutschen Reparationen alle französischen Kriegsschäden und Kriegsschulden decken sollen, ist falsch und wird nicht einmal mehr von den National- sozialisten aufgestellt. Die französische Kunst und Kultur erfährt die breite Dar- stollung. die ihr zukommt. Aber die literarischen Ergänzungen lassen nach ein Werk vermissen, das inzwischen erschienen ist und zu den hervorragendsten Darstellungen über Frankreich gehört, die es in deutscher Sprache gibt. Es ist der Bond„Die französische Kultur" von Ernst Robert Curtius, der vor einigen Monaten, erschienen ist(Deutsche Verlagsanstalt). Ernst Curtius gibt eine Darstellung der französischen Kultur, die tief in das Wesentliche hineinführt. Sein Buch ist der erste Band eines Gesamtwertes „Frankreich", dessen zweiter Band„Staat und Wirt- schaft" Arnold Vergsträßer geschrieben hat. Auch diese Darstellung zeichnet sich durch eine beachtenswerte Objektivität, durch eine Kcnnmis der Probleme und durch Liebe zum Gegenstand aus. Die kleinen Monographien im Brockhaus und dieses zweibändige Werk ergeben zusammen das Beste, was Deutschland heute an Frankreichkunde besitzt. I kapital bringt reichliche Zinsen, das B i l d u n g s t a p i t a l ist vor die Hunde gegangen. Hollywood ist ein schlechter Erzieher seiner Nation geworden. Seinen Weltruf hat es mehr den Quantitäten als den Qualitäten zu verdanken. Mit den Quantitäten macht man auch die F i l m r e k l a in e. Immer neue Riesenziffern über die Herstellungskosten eines Films werden in die Welt geschrien, Ziffern, die die Filmindustrie allein nicht mehr zusammenbringen kann. Howard Hughes, ein junger Industrieller, dessen Geld Arbeitssklaven heranschassen und der sich keine schönere Verwendung dafür denken kann, als neue Kriegshetze zu treiben, schlägt den Rekord der Zahl: 4ZH Millionen Dollar hat er ausgegeben, um zehn Jahre nach dem Bölkerrnarden den Menschen erneut zu zeigen, was für gemeingesährliche, un- sympathische und kulturzerstörende Kerle die Deutschen sind, deren übelster Vertreter am Schluß des Films jedoch bewundernd sprechen muß:„Wahrhaftig, die Engländer sind eine tapfere Nation." Herr Howard Hughes hat sich darüber geärgert, daß der Film„Im W e st e n nichts Neu es" den Krieg in der wahren Gestalt zeigte; er ärgerte sich, daß der Eindruck von den Deutschen nach der raffinierten Kriegshetze verbessert werden könnte. so hat sein Fiün„Die E ngc l der Hölle" zwei Aufgaben zu er- füllen: zuerst feslzustclliuv daß die Deutschen Schurken sind» und dann den frrsch-fröhlichen Lustkrieg als ein erstklassiges Spartunter» nehmen darzustellen. Wie einfach ist es doch, wenn zwei tüchtige englische Flieger mit einem Aeroplan ein ganzes deutsches Geschwader erledigen. Nur Nicht Hofen darf diese beiden am Schluß her» unterholen— Richthofen gehört nämlich zu den Derclirten der Amen- kaner, zu den Heiligen, die bei D e m p s« y anfangen und bei Schmeling aufhören. Außer solchen Deutschen kennt die amerikanische Oessentlichleit nur noch E i n st« i n. Das kommt aber daher, weil dieser Mann, wie eine amerikanische Zeitung berichtete, so kwg sein soll, daß seine Ideen nur von etwa zehn Menschen auf der ganzen Welt verstanden werden— leider stand nicht dabei, ob ein Amerikaner darunter vermutet wird. Stolz nennt der Amerikaner seine Filmbühne Theater. Das größte Kino Hollywoods trägt ausgerechnet den Namen„Chi- nesisches Theater" und hat den Aufputz eines Ehinesen- tempels. Die Angestellten trogen chinesische Kostüme ohne Schlitz- äugen. In allen großen amerikanischen Kinos stecken die Platz- anweiser in llmsonnen und sind gedrillt, als wären sie auf preußi« fchen Kadettenanstalten herangezogen. Sie haben Anweisung, vor- sichtig mit Puder und Schminke umzugehen und täglich eine halbe Stunde zu exerzieren. Im puritanischsten Lande der Welt dürfen Kinder jeden Alters zu allen Filmdarbietungciu Mit Säuglingen auf dem Arm kommen die Frauen, um ihre wöchentliche Notzehrung einzunehmen. Der Kinderwagen kann gm Eingang abgegeben werden. Schuljungen flüstern sich derbe Witze zu über Stellen, die eine deutsche Filmzensur sicher für Erwachsene streichen würde. Dagegen verbirgt man verschämt unter, der Ausschrist„Wlen's smokroom" (Rauchzimmer für Männer) jenes'Abteil, wo in Deutschland„Für Männer" darüber steht. Die Damen haben einen Richcoauin („Ladys restroom"), was aber der Sache entspricht. In Erinangelung von Gelegeicheiten, in die Hände klatschen zu können— es schien Theater und Konzcrtoeranstaltungen—, besorgt man diese henmmnglüsendc Tätigkeit in reichlichem Maße im Kino. Schon zur ersten Borstellung um 11 Uhr morgens stehen häusig die Menschen Schlange, und wenn Sannabend nachts um 12 Uhr die Icjstc Darstellung beginnt, dann wird sicher der Saal noch gefüllt. Man harrt bis 3 Uhr früh geduldig aus— diese Darbietung ist etwas billiger. Es gibt in Amerika nicht nur Sport, c nt Huf i asten. Keine Filmbuminheit, die nicht ihre Anhänger findet. Seit dem Weltersolg des„Lcmny boy" wird der Kampf um das Kind in 1000 Variationen wiederholt, und jedesmal fließen die Tränen über schlechte Mütter oder Väter, jedesmal ist das Kind ein Engel— so rein, so schön, so hold. Hollywood ist aus der Phantasie des Films entsprungen. Alle Stilarten der Welt, nieist in der süßlichsten Form, geben sich auch in den Privachäusern ein Stelldichein. Italienische, spanisch?, mexikanische Villen mischen sich unter kühle nordische Häuserfronten. Der Bäcker baut sein Haus wie eine Windmühl«, im Waffeltrichtcr sinden wir einen Eisverkäuser, in einem gewaltigen Hut kann nmn sich erfrischen. Die Häuser der Filmgrößen werden mit ehrfurchtsvollem Staunen gezeigt. Im Fiftn bewundert man seine großen Mit- bürger, aber am interessantesten ist es doch, wenn die Zektung die reine Menschlichkeit der Filmgötter enthüllt: wenn man eingehend dargestellt bekommt, wie Mary P i ck f o r d und Douglas Fairbanks Gäste empfangen, wie man ißt und sich vergnügt, indem man Z A. den Liebhaber seiner ersten Frau mit Ohrfeigen traktiert. Im Paradies Hollywood gibt es auch ungezogene Engel. Die besten Läufer der Welt sind die Indianer Die fixutnencrcegciiiJcn Erfolge der Loufsportler und die Rekorde, die nach jahrelangem, intensivstem Training aufgestellt wurden, verblassen vor den Leistungen bestimmter Indianer- stamme, bei denen durch yihllose Generationen hindurch das Laufen zu einer besonderen Kunst ausgebildet wurde. An der Spitze dieser bisher unerreichten Rekordmänner stehen die Tarahunmra, die die Gebirgskette Sierra Madrc im nordwestlichen Mexiko bewohnen. Ihre Stärke liegt nicht in der ErrciäMNg kurzzeitiger Höchst- geschwind igleiten, sondern in der A u s d a u e r, die kein Marathon- läufer aufzubringen vermag. Die spanische Stammesbezeichnung Tarahumara ist auf das Eingeborenenwort Ralaindri, d. h. Fust- renncr, zurückzuführen. Bei diesem Volk ist der Hauptsport, der dort zu religiöser Bedeutung emporgestiegen ist, das Diftanzlaufen, das zwischen den einzelnen Dörfern unter allgeniciner Beteiligung der Bevölkerung veranstaltet wird. Ein besonderes Training geht nicht voraus, die Männer üben ohnehin ihr ganzes Leben lang. Die im Buschgclände durch Markierung der Bäume abgesteckte Renn- bahn hat eine Länge von sünf bis über zwanzig Kilometer, ist annähernd kreisförmig angelegt und muß mehrere Male hinter- einander bis zu einer Gesamtleistung von etwa 250 Kilometer durchlaufen werden, und Zwar ohne Unterbrechung. Während des Rennens treiben die Läufer eine etwa tennisballgroßc Holzkugel oder einen geflochtenen Ring vor sich her, die Holzkugel mit dem Auß, den Ring mit einem Stock. Diese Gegenstände, die vom Stammeszauberer mit besonderem Hokuspokus geweiht werden, sollen Geschwindigkeit und Ausdauer fördern und tun das wahr- scheint ich in der Tat, indem sie sozusagen als Schrittmacher auf die Psyche der Läufer wirken. In der Botschaftenübcrmitllung sind die Tarahumara noch nicht übertroffen worden; so hat ein Tarahumar nachweislich einen Brief über eine Strecke von 969 Kilometer in fünf Tagen zu Fuß überbracht. Fünf Tage nacheinander täglich beinahe 299 Kilometer zurückzulegen, bringen selbst die besten und aus- dauerndsten Reimer unter den Tieren, die Pferde und Kamele, nicht fertig. Solche Leute brauchen tagelang nicht zu schlafen und nehmen sogar ihr Essen im Laufen zu sich. Bescheiden genug ist dieses Esten: geröstetes Maismehl und Wasser. Untersagt sind den Läufern Fett, Kartoffeln, Eier und Süßigkeiten, dagegen gilt außerhalb des Rennens das Fleisch von Kaninchen, Hirschen, Ratten und Trut- Hähnen als besonders förderlich für die Leistungsfähigkeit. Für de- stimmte Fälle zieht inan Tarahumaras berittenen Cowboys vor, z. B. zum Einfangen entlaufener Pferde; nach spätestens drei Togen bringt der Mann das Tier zurück, er selbst frisch und uncrnrüdet, das Pferd völlig erschöpft. Auch die Scri, ein stark zusammengeschrumpfter Indiancrstannn am Golf von Kalifornien, leisten im Dauerlaus Erstaunliches. Scriknabcn jagen den Hasen im Lauf, kesseln ihn ein und greifen das ausgepumpte Tier mit der Hand. Erwachsene Jäger machen es ähnlich niit dem 5strsch. Der Amerikaner Mc Gce, ein zuverlässiger Völkerforscher, be- richtet darüber eine Episode, die unglaublich wäre, wenn nicht dos Büro für amerikanische Ethnologie die moralstch« Gewähr für die Wahrheit des Berichtes ül'ernrnnmen hätte: Ein im Dienst eines weißen Grundbesitzers stehender robust gebauter Seri bat eines Tages um die Erlaubnis, jagen zu dürfen, da er das Bedürfnis verspüre, einen Hirsch zu ergreifen. Er bekam natürlich die Erlaub- ms, aber unter der Bedingung, daß er den Hirsch unversehrt zum Gehöft bringen sollte. Schon zwei Stunden danach sah man chn einen ausgewachsenen Hirsch aus den Rancho zutreiben. Das angst- liche Tier versuchte immer wieder in wilden Sätzen auszubrechen, aber der Seri stürzte darauf zu, packte den Hirsch, warf ihn über die Schultern und legte das Wild, das wie rasend mit den Hufen um sich schlug, vor dem Gutsbesitzer nieder. Aehnliche Leistungen wurden von den Hottentotten be- richtet, ehe ihre natürlich« Lebensweise von den eindringenden kor- cumpiert wurde. Die Buschmänner hetzen heute noch bcstinmüe Antilapenarten zu Fuß stundenlang, bis die Tiere, am Wieder� käuen gehindert, infolge Entzündung des Verdauungskanals das Rennen aufgeben und von den Jägern abgestochen werden. IS B. Wasserball im Lunabad Hellas I— Berlin 12 4:1/ Möwe— Spandau 9:7 Berlin 12 und Hellas I standen sich am Sonnabend zum Serientrest'ep gegenüber. Der Sieg von Hellas muß bei der als gut bekannten Spielstarke dieser Mannschaft als mager bezeichnet werden. Schuld war der zu weiche Torschuß des Hellas-Sturms, dessen schwiminerische Ueberlegenheit allerdings überragend war. Hellas schoß nach einigen beiderseitigen Attacken durch geschicktes Ueberspielcn das 1. Tor, dem kurz danach ein gut plazierter Schuß des rechten Außenstürmers von Berlin 12 als Ausgleich folgte. Ein« gute Kombination brachte Hellas bis vor das gegnerische Tor, wo unhaltbar oerwandelt wurde. Halbzeit: 2: 1 für Hellas. Unüber- lcgtes Anspiel von Berlin 12 zog einen weiteren Torschuß für Hellas nach sich. Hellas drückte nun stärker auf das Tempo, der Torhüter von Berlin 12 bekam zu tun, konnte allerdings den vierten Erfolg für Hellas nicht verhindern. Die restlichen Minuten sahen Berlin 12 wieder im Angriff, ein genau gezicller Weitschuß des Verbinders verbesserte das" Resultat. 4:2 blieb es bis zum Schluß. Ein„gesegnetes" Treffen lieferten sich am Sonntag Spandau und Möwe. Offenes, weit verteiltes Spiel, bei dem beide Mann- schastcn mehr riskierten als kombinierten. Die Tore fielen in wechselnder Aufeinanderfolge, die schwimmerisch bessere Mannschaft gewann verdient. In der ersten Halbzeit blieb Spandau durch größeren Spieleiser und besseres Zuspiel leicht überlegen, was am 5; l-Halbzeitrefultat für Spandau zum Ausdruck kam. In der zwei- tcn Spiechälfte stellte dann Möwe durch größere Leistung den Sieg sicher. Besseres gegenseitiges Abdecken ist beiden Mannschaften zu empfehlen._ Hertha spielt für Haseloff und kassiert selbst das Geld Der Berliner und Deutsche Fußballmeister bei den Bürgerlichen hat sich wieder einmal ins rechte Licht gesetzt. Nach dem so tragischen Tode des Südsternspielers H a s e l o f f hatte sich Hertha bereit erklärt, aus eigenem Platz mit Südstern ein Wohllätigkeitsspicl aus- zutragen. Der Reinerlös sollte der Witwe Haselosss zustießen. Hertha erntete schon viel Dorschußlorbceren ob ihrer so uneigen- nützigcn Handlung. Da kommt wie ein Blitz aus heiterem Himmel die Nachricht, daß sich Hercha-BSC. bei der Abrechnung erst einmal eine sehr hochbemessene Platz miete neb st sonstigen Unkosten in Anrechnung brachte. Außerdem behielt Hertha von dem sehr kargen Rest(es waren nur 4999 Zuschauer er- schienen) noch die Hälfte für die eigene Vereins- kosse zurück. Die Anhänger Herthas wissen nun, wie weit der Opferwille und die Wohltätigkeit des„Meisters" geht. Dieser Fall beweist wieder einmal die, na sagen wir merkwürdige, Denkungsort im bürgerlichen Sport. Hoffentlich erhält Hertha bei den nächsten Spielen die gebührende Quittung.* Nächster Abend im Spidiernrin� Das Programm für den Sonnabend, 27. Dezember, im Spich crnring slattfindenden Boxabend ist jetzt komplett. Den Hauptkampf bestreitet Mittelgewichtsm erster Erich To deck- Breslau mit dem Franzosen Frank V e r y. Großen Spart verspricht die Leichtgewichtsbegegnmrg zwischen Paul C z i r s o n» Berlin und Fritz Reppcl-Herne. Der Berliner will seine im Melsterschafts- kämpf durch Reppel erlittene K.-o.-Zliedcrlags wieder wettmachen. Im Federgewicht treffen Harry Etein-Berlin und Erich T h r i e n e- Hannaoer zusammen, Fritz Kühn- Hirschberg boxt mit Peter D r e k o p.f, während die Berliner Hubert H e b b e n und Heinz Kern die Einleitung besorgen. Schwimmb-zirl 3X®8- Erster lllbllnasobeirb czrelt-a,* Januar- all« Salle, und Mrnitng. 5. Januar, neue Halle, Baerwaldstraße. Weihruubiz- fei« am 25. Tczcinbc: im Sewerkschoftshaus. Eintritt 75 Pf. Dienstag, 23. Dezember. Berlin. 16.05 Jugendstunde.(Dr. Wolf Zucker.) 16.30 UntcrhaltnngsiBusit. 17.50 Walter Pctry liest eigene Novellen. 16.10 Kaspcrls We/hnachfcn. Ltg.: Ltesel Simon. 18.53 Karze Bücherstande. Romane und Erzählungen.(Mikrophon: Dt. Qcia. Hermann.) 19.05 Ludwig Sochaczcwer: Planderef über den Kalender- 19.30 Das Spiel von den Heiligen drei Königen, von Felis Tiramennanns. Regie: Alfred Braun. 21.00 Tages-. Sportnachncbten. 31.10 Bruckner; Sinfonie Nr. 3. D-Moll.(Funkorclicstcr. Dfr.r AI. Michael Szenkar.) 22.15 Dr. Jos. Räuschcr: Politische Zcitungsschaa. Anschlleüend: Wetter-, Tages-, Sportnachrichten. Konigswusterbauscn. 16.00 Hermanu Hasenaucr; Märchenspiel in der Schule(mit Schallplatten). 16.30 Leipzig: Konzert. 17-30 Mersmann: Neue Musik. 18.00 Prof. Dr. Curschmann: Die deutsche Osfsiedlung. 18.30 Theodor Kappstcia: Christus in der Gegenwart. 19.00 Französisch für Anfänger. 19.30 Müllcr-Jabusch: Weltpolltische Stunde. 20.00 Rcicbstagsabg. Joos: Die Not der Familie. 20.30 Unterhaltungsmusik. Verantwortl. fiic die Redaltinn: Franz KlLh«, Beelin; Anzeigen: Th. Glocke, Berlin. Verlag: Vorwärts Verlag G. m. b. 6.. Berlin. Druck: Vorwärts Buckz» druckmi unh Berlagsansialt Paul Singer& Co. Berlin 693 68, SinhculUafic 3. Hierzu 1 Beilage. PROGRAMM für die Zeit vom 23. bis 26. Dezember K I N O-TA F E L PROGRAMM für die Zeit vom 13. bis 26. Dezember mrnm Potsdamer Strafe 38 W. 5, 7, 9 Uhr Feiertage ab 3 Uhr Tonfilm: Dm Land des Lächelns mit Richard Tauber— Jgdl. Zutritt Rheinstrafje 14 Ka�e) W. ab 5 Uhr Feiertage ab 3 Üb r Pai und Paiacfaon als Kannibalen Wasser hat ßalken mit Buslcr Kcalon— Jugendliche haben Zutritt Odeon, Potsdamer Sir. 75 V. 5, 7, 9 Uhr Feiertage ab 3 Lfhr Die ilngende Stadt mit Brig. Helm, Jan Klcpitra— JugendJ. haben Zutriti Turmstrafje 12*gSab3u; Kohlblescls T öcb 1er m- Hcnny Porten Jugendliche haben Zutritt Alexanderstr. 39-40 (Passage) Den ganzen Tag geöffnet!— Fig. ab 3U Die singende Sladi mit Georg Alexander— Jugcndi. haben Zutritt E Westen"fc Primus-Palast Potsdamer Str. 19 Ecke Margarcienstr Tonfilmschwank: Drei Tage Nittel- arrest m. Lncle Englisch, F. Schuir. Max Adalbert, Felix Dressart g Frtedrlehstadlt"fr Franziskaner tieorgenstraße< siehe Friedrichstraße) Unser entzückendes Weihnachts- Tonfilm- Programm; Aicbenbrödel (Der verlorene Schuh)— Aniflug in. MSrcbenlond(Tonfilm-Revue) Zwei große sensationelle Kinder- baile t- und Varietö- Nummetn Suannc macht Ordnung ein lustiger Tonfilm mit Trtms van Aaaltcn, Franz Lcdcrer, Santa Söneland Die Kamera 3. um Unter den Linden 14 Heiligabend geöffnet— 5 Komikor Wasser bat Balken mit B. Keaton Landstreicher mit Harald Lloyd Urmensch mit Charly Chaplin « Moabit j Artushof-Lichtspiele Perleberger Straße 29 Film, and Bühnen«ban Wochent. ab SV», Sonnt ab 3 Uhr Die Xogondgel lebte(Goethes Früh- gstraum) mit Elsa Bilnk, Hans Untjstraur PhnatoÄO ckes ftiArif. WVU.Kinrs w Uhr TV Cll-lVinO Feiertage ab 4 Uhr Alt-Moabit 99 Jugendl. Zutritt Fat und Patadhon im Tonfilm „tOOO Worte Dcnisch"— Belprogr. W Charlottonburg Kant-Lichtspiele Kantslr 54(an der Wilmersdorfer Str.) W. 5, 7, 9. OS Uhr Stg, ab 3 Uhr Fat und Patadhon im Toniilm „lOOÖ Worte Oenisdi'— Gnies Bei- Programm— lugendl. haben Zutritt Schlüter-Theater Schlöterstr. 17 Beginn; 5. 7, 9 Uhr Feiertage 3 Uhr: Jugend-Vorstellung Tonfilm: Ein Walzer im Scfalafcoup� mit Fritz Schulz, Lncie Englisch Neueste Micky Maus— Tön. Woche c Wilmersdorf Atrium Bcha-Pala.» �09?,h5Cuhr' Sonnabends u. Sonntags 5, 7, 9,15 Uhr Kaiserallee, Ecke Berliner Straße Tonfilm-Uraufführung: Der falsche Feldmarschall mit Vlasta Bnrian, Roda Roda, Fee Matten, H. Frank iTonfilm-fiumoreske).- Tonbeipro- gramm. jugendliche haben Zutritt! c Schölleberg Titania Schönebg. Hauptstraße 49 Gr. Festprogramm Das Land des Llchelns mit Richard Tauber— Beiprogramm a Kronen-Lichtspiele Rheinstr. 65 W. 7, 9 Uhr Sonnabend, Sonntags 5, 7, 9 Uhr Tonsprcchfilm: Viller und Söhne mit R. KUiner.— Mtcky Man. g Stegllt« W Titania-Palast FtgUÄ�u. Stegliiz, Schloßstr.5. Ecke Guismuthsstr. Tonfilm, Uraufführung! Zwei Menschen mit Gustav Fröhlich Charlotte Susa— Tonbeiprogramm g Zehlandorf-Milte M y-i; Wochentags 7, 9.10 Uhr ttdl Feiertage 5. 7, 9.10 Uhr Potsdamer Str. 50 Ftg. Z30: Jgd-Vorst Tonfilmoperette; Lnmpcnball— Ab 1. Feiertag: Die z&rttidsen Ver- vandlen— Beipr.— Jgdl. Zutritt g Marlondorf g I i nanendorter Wochenlg. I ia— lal Lidblspteic ab 7 Uhr Chausseestr. 305 Tonfilm! Komm ra mir nun Rendezvous mit Tempclbof TlVOli Berliner Str. 97 Bcg. 5, 7, 9, Stg. ab 3 Uhr: jog.-Vorst lOOproz Fonfilm: LlebUng der Götter mit Emil Jannlngs Ab 1. Feiertag: Die singende Stadt mit Br. Heim, J.Klepnra, Alexander Beiprogramm Lichtspiele Südwest Blücherstr.!2 W. S. So. ab 3 U. Tonfilm: OalleBurschenheiTllAkeil mit Betty Am am», Werner Fütterer Beiprogramm— Fox-Ton wo che Jugendliche haben Zutritt_ Film-Palast Kammersäle Tcltower Str. 1 W. 5, 7,9, Stg- ab 3 Uhr Tonfilm: Das Laad des Ltdielns mit Rickard Tauber Grobe» Beiprogramm ■—"■ Primus-Palast Am Hermannplatz, Urbansfr. 73/76 Wochen t.6.45, 9. Jugendl. haben Zutritt Feiertage ab 3 Uhr, Eröffnung 2V, Uhr Großes Weihnachtsprogramm! Fat und Fatackon in ihrem 1. Ton- Sprechfilm j 1000 Worte Deutsch Internationale BObncasckan Th. am Moritzplatz Beg.: Wöchig, ab 5 Uhr, Stg. ab 4 Uhr Tonoperelte. Leutnant warst du einst mit Hadr Christlaus Hawatscke hiöckte M»««sie»»» M Mercedes- Palast Hermannstraße, Ecke JägerstraBe Beginn: 3. 5. 7, 9 Uhr. Jugendl. Zutritt Nur 1. u 2. Feiertag: Die unvollkommene Ehe mit Basler Keaton Bühne: Liliputaner-Rcvne Mercedet-Ordiester IC..L...L. Wochent. 0,45, 9 U. 1VUKUK Feiertage 3, 5. 7. 9 U. Kottbusser Damm 92 lOOpror Tonfilm! Kohlhlesels Töckter m. H, Forlen rllcky Maos Jugendliche haben Zutritt_ C«,—— I.i-v— Wochent. 6.45, 9 U. Lxcelsior Feiert. 3. 5. 7. 9 u. Kaiser�Fricdrich-Straßc 191 Tonfilm! Tonfilm; Das Land des Löckelns mit Richard Tauber Jugendliebe haben Zutritt_ Stern. Hcnnanmfra ße 49 Wochentags 6 45. 9. Feienage 3,5,7, 9 U. lOOproz Tonposse: Drei Tage MUlelarrcrt m, U BsglMl Betprograeta— Sähtkcaackec Sflclostcn Filmeck Skalitzer Straße, am Goriitzer Bahnhof Beginn Wochentags: 6.30 und 9 Uhr Sonntags: 3, 5, 7. 9 Uhr Großes Festprogramm: Tonfilm; Kohlhlesels Töckter mit Henny Porten Bühnensckan Jugendliche haben Zutritt Luisen-Theater Reichenbcrgcr Str. 34 Anf. W: 6 30 u. 9 U Stg. 3, 5, 7. 9 U. Großes Festprogramm. Tonfilm: Er oder Ich m Harry Fiel BOhncn» Chan Stella-Palast Köpenicker Straße 11—14 Wochtgs. 6J0. 9 a Feiert 3, 5, 7, 9 U. Kriminaltonfilm: Der Andere mit Fritz Korlaer Ab 1 Feiertag Die unvollkommene Ehe mit Basier Keaton(Tön. Film) Bflbnenidiaa—Jugendl: haben Zutritt Urania Tonfilm-Variete W. 6 45, Stg 3 U Wrangclstraßcll(an d. Köpenicker Str.) Die Tenteist 5» zerln LobnbuckbaltcrKremke m Vallenttn Kapelle.— BOhnensthan Sternwarte— Treptow Dienstag 8; Kampf mit dem Berge Feiertage 4, 6, 8; LaUa, die Tochter des Nordens(Filme) „Elysium Prenzlauer Allee 56 W. 5.15, 7. 9.15, S. 3.15.5. 7.15, 9 15 Uhr Tonfilmoperette: Das Laad des Löcheins m R'ckard Tauber Bühne: Willy Rosen Tönende Wochenschau Jugendliche haben Zutritt Flora-Licfotsp. Wochent 6.30, 9 Uhr, Feiertags 3 Uhr Ton posse; Drei Tage MlHclarrest mit Fritz Scholz Im Westen was Neues Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Beginn der ersten Vorstellungen. Wochentg. 630, Sbd.S, Fig. 3 Uhr Einbrach Im Bankhans Reichen Koch Auf der Bühne: Brano Kästner im ToniUmficbcr Ab 1. Feli Fat Luna-Filmpalast w' 5 u- Gr. Frankfurter Str. 121 Stg. 3 U. Operetten Ladbelns mit Richard Tao.ber Böhne: Wilhelm Bcndow des Schwarzer Adler Xn« 99 Woch. 5, 7. 8.45, Stg. 3. 5, 7. 8.45 U. Feiertage ab 3 Uhr jugendl. Zuir Tonfilm; Die unvollkommene Ehe mit Basier Keaton.— Belprogr. Comenius-Lichtspiele .Hemeler Str. 67 Anf.: 6lls, 9 U. S.ab 5 U. Feiertag ab 5 Uhr Tonfilm: Walzer im Schlaiconpß mit Lncle Englisch, Adele Sandrock, Fritz Scholz— Reickhalt. Belprogr. Concordia-Palast Andreasstr. 64 W. ab5U.,Slg.ab3U. Feiertage ab 3 U. 3 U.: Jugendvorst Gr. Fesiprog.(ab 1. Feiert.) 100 pror. Tonfilm: Er oder ich mit Harry Fiel Beiprogramm Gr. bühnci rcbau Viktoria-Liditbild-Th. Frankfurter Alice 48 Woch. 5. 7, ca 8.45, Ftg.3. 5,7,?.4S U. Tonposse; Susanne macht Ordnung m. Trnus v. Aallen— Ton belprogr. H Neu.t-ehtor�eVq"� 1� Kosmos-Liditspielc Lückstraße 70 lOOproz. Tonfilm: Beginn 5, 7, 9 U. Feiertage 3 U.Jug.-V 100 pror.Tonfilm; Liebling der Göüer mit Emil Jannlngs— Beiprogramm Frladrlchsrelde 3 Kino Busch Alt-Friedrichsfeide 3 Beiprogramm Venns Im Frack mit Carmen Boni Abenteuer im Nadrlcxprcß mit Fiel Schloßpark Film. Bahne Berliner Allee 206— 210 Böhucnsckaa Tonfilm; Das Land des Löchclnv mit Richard Tauber Norden 1 iy 1 Vi rl rn jt T* fl Müllerstraße 136, /VUtailLUra Ecke Seestraße Gr. Festprogramm I Ab 1. Feiertag: Das Land des Lächelns mit Richard Tauber— Beiprogramm Pharus-Lichtsplele Müllorstr.142 W.5.7.9U ErstauffQhrung: 100 pror. Tonfilm; Ein Mädel von der Reeperbahn mit Serilocr, Tsckcshuwa- Toohelpr, Mar ga-Li cht spiele Schulstraße 29 lOOproz. Tonoperetten: Cslko:b aroneft— Wenn ein Weib den Weg verliert— Feiertage: Die Lindenwirtin- Erlebnisse einer Nariit Prater-Lichtspiel-Palast Kastanienalice 7-8 VV. ab 5, Stgs JVj L'. Pal and Paiacfaon als Kunstsdböizen Die nn vollkommene Ehe m. Basier Keaton— Internal. Bühnenscfaan Mila-Lichtspiel-Pa!ast Schönhauser Allee 130 S. 412 100 proz. Tonposse: Pension ScfaöUcr mit J. Tledikc. Kampers Gr. Bfihncnacfaaa Filmpalast Puhlmann Schönhauser Allee 148 W. 5, S. SVa U. Tont Im: Die singende Stadt mit Brigitte Helm, Jan Kicpura Hände hoch! mit Ken Maynard ■ Pawicaw B Palast-Theater Breite Straße 21 a W. 6 J0, 9. Stg. 4. 6�0, 9 lOOpi oz. T onfilm: Kohlhlesels Töchter mit H. Porten— Bühnenschau lugendliche haben Zutritt Tivoli, Pankow Berliner Straße 27 W 6-30.9U..Stg.ab4U. 100 proz. Tonposse: Drei Tage Müfcl« arrest mit Lucio Englisch, F. Schulze Beiprogramm. �»««««FSOh�iN�SUth»� Film-Palast ShötSlusen Blankenburger Str. 4 So. 2% Jgd.-V. Wöchig 6.30, 9 U.. So. 4.30. 6-45, 9 U Tonfilm: Dolly macfal Karriere mit Dolly Haas, A. AbcL Lustiges Bei» Programm— Festpr.: Lampcnball, onposse, m. Kampers, Mülier-Llnkc ck T*a«'« Filmpalast Tegel Sf Stgs. 2 U Jgd.- Vorst W. 6. Stg. 41,» U. Richard-Tauber-Tonfilm: Das Land des Lächelns Lustig. Belprogr. Auf Tobis-App. /Kosmos" Filmbühne Hauptstraße 6 Beg. 6 Uhr, R.30 Uhr 100 proz Tonfilm: Die singende Stadt in Brigitte Helm, Jan Kiepura Grones Beiprogramm_ Union-Theater Hauptstr.3 Stg. 2 Jgd.-V- W6.8t/j,StB.4Vc.61/s.8«cU Feldmarschall, der Derbysieger mit C. Feind!— Schlagende Weiler Filmpalast Stg, Al'&fv. Berliner Straße 59 Stg. 2JU.[ug-Vors:. Tonfilm: Fmslon Schöller mit Jakob Tieckke, Elga Brink tost Betptogr. Ata KUwghltnappaib