Morgenausgabe Nr. 604 A 304 47.Iahrgang WSche-alch 85 53t, monatlich 8,60 SR. im voraus zahlbar, Postbezug SR. «iitschliefslich 60 Psg. Postzeitung»- und 72 Psg Postbestellgebühren. Auslands- abonnement 6.— SR. pro SRonat. * Set.SonnSrls* erscheint wochentSg- lich zweimal. Sonntags und SRont-g, einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel»Der Abend". Illustrierte Beilagen.Volt und Zeit" und.Kindersreund". Ferner »Frauenstimme". JEedjnit",»Blick in Mt Bücherwelt'..Iugend-Vorwärts" und»Stadtdeilag«". Berliner Voltsblat» Sonnabend 22. Dezember 1930 Groß-Äerlin 10 Pf- Auswärts 15 pf. Die einlpalttge Nonpareillezeile 80 Pfennig. Neklame'eile ö.— Reichs» morf.„Kleine Anzeigen' das cttge» druckte Wort 2b Pfennig(zulässig zwei fettgedruckte Wone). jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengeluche das erste Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmartt Zeile 60 Pfennig. Familienanzeigen Zeile 40 Pfennig. 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Zu Mitgliedern des Rates wurden ernannt: der Generalsekretär der Kommumsti- schert Partei der Sowjetunion, Stalin, der Vorsitzende des ober- st�n Volkswirtschaftsrats der Sowjetunion, O r d s ch o n i k i d s e, der Kömm'siar für Landwirtschaft Jakowlew, Kriegskommissar Woroschi- low, Finanzkoumrissor Grinko, Versorgungskommisiar Mikojan und der Direktor der Russischen Staatsbank Kalmanowitfch. Die Ernennung Stalins zum Mitglied des Arbeits- und Verteidigungsrates hat in Moskau großes Aufsehen erregt. Stalin hat sich nach seiner Wahl zum Generalsekretär der kommunistischen Partei in diesem. Falle zum ersten Male bereit erklärt, einen „amllichen Posten" zu übernehmen, um selbst den Wiederaufbau der Sowjetwirtjchaft kontrollieren zu können. Zuchihausdisziplin in den Fabriken. Moskau. 26. Dezember. Das Arbeikskommisioriat erließ zweck» Erhöhung der Arbeits- leistung neue Verordnungen, durch die strengst? Disziplin in der Arbeiislätigkeit erreicht werden soll Arbeiter, die die Disziplin systematisch verletzen, werden künstig s r i st i o s und ohne Eni- Eduard Davids Beisetzung. Traverse er iu Berlin-�ichterfelde- Einäscherung in Mainz Die Trauerscier für den verstorbenen Genossen Dr. Eduard David findet am S o.» n t a g, dem 28. Dezember, vormittags 11 Uhr im Park-Friedhos von B e r l i n- L i ch t e r j e l d e, Luzerner Straße 1, statt. Da die Beisetzung gemäß dem Wunsch des Verstorbenen in der Hauptstadt seiner engeren Heimat, Mainz, erfolgt, wird nach der hiesigen Trauerseier der Sarg zum Bahnhof Lichterfeldc-Wcst ge> testet werden, von wo aus die Uebcrführung nach Mainz stattjindet. Die E i n ä s ch c r u n o in Mainz ist für Dienstag, den 30. Dezember, nachmittags vorgesehen. Auf der Trauerfeicr in Lichterselde werden sprechen: für die Sozialdemokratische Partei Genosse Hermann-Müller- Franken, für die R e i ch s r e g i s r u n g ein Mitglied des Reichs- kabinetts, ini Namen des Reichstags dessen Präsident Genosse Paul Lobe, sür die Preußische Staatsregierung Genosse Carl S e v e- ring, und für die Hessische Staatsregierung ihr Berliner Gesandter Dr. Nuß. In Mainz dürsten unter anderen sprechen der hessische Staats- Präsident, Genosse Dr. Adelung und im Namen des Repu- blikanifchen Reichsbundes, dessen Vorstand Eduard David angehörte, Reichstagsabgeordneter Genosse Karl Hildenbrand, der auch zu den nächsten Freunden des Verstorbenen gehörte. Trotz der Weihnachtsfeicrtag« sind bei der Witwe Eduard Davids bereits zahlreiche telegraphische und briefliche Beileids- äußerungen eingelaufen, von denen wir einig« hier wiedergeben: Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands telegraphierte: „Herzliches Beileid Ihrem großen Schmerze. Mit Ihnen trauert auch die Sozialdemolratisch« Partei um Eduard David als einen ihrer treu« st en undtapfersten Freunde und Kämpfer. Der Partcivorstand, Otto Wels. Don der hessischen Staatsregierung: „Tief erschüttert vom plötzlichen Hinscheiden Ihres verehrten Herrn Gemahls spreche ich Ihnen und den Ihren auch im Namen der hessischen Regierung mein herzlichstes Beileid aus. Dr. David war mir seit Jahrzehnten ein lieber Freund und dem hessischen Boll ein treuer Anwalt und Führer. Sein Wirken wird im Hessen- lande stets in dankbarer Erinnerung bleiben. Dr. Adelung, Staatspräsident. Aus einem Brief des Präsidenten des Reichstages L ö b e: „Wir trauern mit Ihnen um den Mann, der einer unserer Besten war, der seinem Volke Unvergängliches geleistet, der in unserem Gedenken nicht verlischt, solange wir leben." Aus einem Briefe von Theodor Leipart im Namen des ADGB.: „Ein furchtbarer,«in unersetzlicher Verlust nicht nur für Sie und Ihre Familie, sondern ebenso sür die große Masse der Arbeiter Deutschlands und für das ganze deutsch« Volk. Voll inniger Dankbarkeit gedenke ich in dieser Stun.e der nimmermüden, erfolgreichen Tätigkeit des im Leben von mir und meinen Kollegen so hochgeachteten Toten. Er ljat sich auch um die deutsche Eew:rischaftsbewegung groß« Verdienste erworben, weil er in hohem Maße dazu beigetragen hat, die Arbeiterschaft im Ganzen zum realpolitischen Denken zu erziehen." n Staatsapparat. schädigung entlassen und dürfen sechs Atonale in keioeni an- deren Betrieb beschäftigt werden, wenn die Verletzung der Disziplin in böser Absicht geschieht, werden die Arbeiter strasrechllich zur Ver- antworlnng gezogen werden. Falls ein Arbeiter die Betriebsleitung nicht rechlzeiiig davon unterrichtet, daß ein durch ihn hergestelltes Cr- zcugnis untauglich ist, verliert er den Anspruch aus Lohnauszahlung. Dies« drakonische Verordnung ergänzt die frühere, die einen freiwilligen Wechsel der Arbeitsstelle verbietet, und wurde erlassen, um die möglichste Beschleunigung des Tempos der Erfüllung des Fünfjahrplanes durchzuführen, die durch das Plenum des Vollzugs- ausschusses der Partei gefordert wird. Kirchen in Moskau überfüllt. kowno, den 26. Dezeinber. Das Weihnachtsfest ist in Moskau sowie in der ganzen Sowjet- union im Zeichen des Kompfes gegen die Religion verlaufen. Alle Betriebe haben am 25. und 26. Dezember, wie üblich, gearbeitet. Trotz der Hetz« gegen das Weihnachtsfest waren am Abend sämtliche Kirchen in Moskau überfüllt. Die Behörden hatten jedoch den Sängern der Staatsoper verboten, in den Kirchen zu singen. In Moskau haben am Heiligen Abend etwa hundert antireligiöse Versammlungen stattgefunden, in denen die Vertreter der Kommunistischen Partei zum Kampf gegen die Religion aufforderten und die weitere Schließung von Kirchen verlangten. Telegramm« sind eingelaufen von der Sozialdemokratischen Partei Hessen und vom Bezirk Mainz, vom Repubilkanischen Reichs- bund, vom Reichsbanner, Gau Hessen, von Hermann Müller, von Frau Luise Ebert, vom hessischen Gesandten in Berlin und anderen. Eine driiie Partei in Amerika? Menschenrechte über Eigentumsrecht als liberales Ziel. New Jork. 26. Dezember.(Eigenbericht.) Der bekannte Vorkämpfer des amerikanischen Liberalismus, Professor John D e w e y, forderte den republikanisch-unabhängigen Bundessenator Norris auf. an die Spitze der neu zu bildenden liberalen Partei zu treten und damit die Reorganisation des politischen Gewissens Amerikas zu beginnen. Dewey bezeichnete Norris als zu sozial denkend, um weiterhin der republikanischen Partei anzugehören, die gleich dsr Demokratischen Partei keinerlei soziale Besserung erhoffen lasse und die Eigentumsrechte über die Menschenrechte stelle. Deweys Aufforderung drückt Gefühle starker Kräfte innerhalb beider Parteien aus, die einen parteipolitischen Zusammenschluß aller liberalen Elemente Amerikas als unbedingte Notwendigkeit betrachten und begrüßen. Wieweit Norris und die übrigen Fortschrittler einen völligen Parteibruch wünschen und einer dritten Parteigründung sympathisch gegenüberstehen, ist ungewiß. Die Bemühungen der republikani- schen Parteiinstanzen, die Gegensätze auszugleichen und die Einheit der Partei zu erholten, erscheinen infolge des hartnäckigen Kampf- willens beider Parteiflügel ziemlich aussichtslos. Die Demokraten erhoffen von dem republikanischen Parteitonflikt eine wettere Stär- kung ihrer in den Novemberwahlen ziemlich beträchtlich gewachsenen Machtposition. Auf ver Schuldkuche kür die W:rtsckastskrise. New Jork. 26. Dezember.(Eigenbericht.) Die New-Norker Vankaussichtsbehörden behaupten, daß die zunehmende Beunruhigung des Bankpublikums und die durch die unaufhalltsamen Geldabhebungen herbeigeführte Schließung ver- schicdener Banken auf kommunistische Manipulationen zurückzuführen seien. Die Kommunisten hätten systematisch unter den kleineren Geschäftsleuten und Bankkunden fremder Abstammung allerlei Alarmgerüchte verbreitet, d'e zu Stürmen des Publikums auf die Banken führten. Die Justizbehörden sind mit der Unter- suchung der Unterhöhlungspoliiik betraut, an der angeblich auch finanzkräftige Beisse-Spekulanten beteiligt sind. Obgleich die be- hördlichen Feststellungen ziemlich u n b e st i m m t sind, stehen die konununistischcn Bemühungen zur Untergrabung des Vertrauens von selten des Publikums außer jedem Zweifel Gewisse Vorkommnisse in den letzten Wochen beweisen, daß die Linksrodikalen unbekümmert um die wirtschaftliche Existenz und das Wohlergehen hunderttmilender kleiner Geschäftsleute ausfclssießlich um die Förde- rung ihrer Parteizwccke bemüht sind. Die antikommunistischen Neigungen der amerikanischen Oeffentlichlcit gewinnen dadurch starke Förderung und werden von den reaktionären Gruppen be- mußt ausgenutzt. Gehälterkürnma in Bulgarien. Um das durch den Steuerausfoll infolge der Wirtschastskrise entstandene große Budget-Defizit aus- zugieichen. bescbloß die bulgarische Regierung, die össentlichen Be- amtengehälter, Penstonen und Diäten um 16 Proz. herabzusetzen. Pilsudski ist in Mudeira eingetroffen, wo er bis zum April bleibt. Faschistische Lahresbilanz. Krisen- und Verfallszeichen. Oocarno, Ende Dezember 1930. Seit dem Jahre 1922, das dem italienischen Volke den Faschismus beschert hat, war noch jeder Rückblick am Jahres- fchluß eine ziemlich trostlose Sache. Wohl wußte man, daß Diktaturen nicht ewig währen, daß sich kein Volk dauernd von der großen Kulturgemeinschaft ausschließen läßt, aber auf diese theoretische Gewißheit schien die Tagesgeschichte nur sehr spärliche Anzahlungen zu geben. Im Jahre 1930 ist das anders geworden. In ihm sind deutliche und gegenwärtige Verfallszeichen des Regimes zu Tage getreten- gleichzeitig mit ihnen das Bewußtsein dieses Verfalls bei den Faschisten selbst, und eine auf breiter Grundlage gestützte Be- wegung gegen die Diktatur. Das jetzt zur Neige gegangene Jahr hat Italien die Krise der W i r t f cha f t und der Staatsfinanzen gebracht, eine Äuslandspolitik, die Stützen für den Faschismus außerhalb Italiens sucht und die Bewegung„Gerechtigkeit und Freiheit", die im ganzen Lande eine.illegale antifaschistische Aktion entfaltet. Wirtschaftskrise haben heute alle Länder, das eine mehr, das andere weniger. Warum sollte die Geschichte gerade dem Faschismus daraus einen Strick drehen? Weil ein innerlich zerklüftetes Land, wie das heutige Italien, in dem die Ungerechtigkeit sich breit macht und das Bewußtsein der Volksgemeinschaft zerstört ist, sich schlechter mit der Not abfindet als Länder, in denen etwas wie nationale Soli- darität lebt. W e j l beim Versagen einer allseitig gegängelten und geschuhriegelten Wirtschaft die öffentliche Meinung die Regierung verantwortlich machen muß, die es sich angemaßt hat, die Wirtschaft nach ihrem Kopfe zu lenken. Weil angesichts dieses Bersagens des Faschismus, der seinen kurz- sichtigen und zappeligen Staatssozialismus unter dem Namen des ckorporatiren Staates als eine Neuschöpfung von un- geheurer Tragweite ausgegeben hat, auf ökonomische Heil- mittel verfällt,— wie den allgemeinen Lohnabbau — die das Land völlig verderben. Und schließlich, weil die wirtschaftlichen Hilfsmittel Italiens, als eines dichtbevölkerten Agrarlandes, wesentlich geringer sind, die Strecke, die bis zum Unerträglichen führt, wesentlich kürzer ist als in anderen Großstaaten. Was die Finanzkrise betrifft, so hat es der Fa- fchismus immer als seine Ruhmestat ausgegeben, das Staats- budget vom Defizit befreit zu haben, har das wiedergekehrte Defizit lange durch Rechnungskunststücke versteckt und gesteht es erst heute ein, wo schlechterdings keine neu zu erfassende Steuerquelle mehr übrigbleibt. Außerdem ist das faschistische Regime außerstande, sparsam zu wirtschaften. Ein großer Teil seiner Verwaltung spielt sich außerhalb jeder Kontrolle ab, er hat seine Beamtenstellen mit seinen Geschöpfen besetzt — wackeren Faschisten, aber unfähigen oder unehrlichen Be- amten—, so daß eine Unterschleife der anderen folgt. Außer- dem betragen die Polizeiausgaben in Italien heute nach den Berechnungen des Senators Eitere Ciccotti über eine Milliarde im Jahre, von denen der größte Teil politischen Zwecken dient. Dazu kommen die stets wachsenden Ausgaben für die Parteimiliz und die Unzahl von Kom- Missionen, Komitees, Ausschüssen, die man ins Leben ruft, um faschistischen Funktionären Sinekuren zu schaffen. Während es sich der Faschismus soviel Geld kosten lassen muß. seine Leute durchzufüttern, schafft er durch die g e w a l t» same Preispolitik Unzufriedenheit in riesigem Aus- muß und verschärft die Krise durch das allgemeine Gefühl der Unsicherheit. Heute kann in Italien jeder Geschäftsmann damit rechnen, beim Frühstück ein Dreket in der Zeitung zu finden, das feine wirtschaftliche Existenz vernichtet. Die psychische Wirkung der Krise auf die berrschende Clique er- schlittert das Land mindestens ebenso sehr wie die Krise selbst. Die A u s l a n d s p o l i t i k ist im Laufe des Jahres 1930 immer mehr aus einer Politik Italiens zu einer Außen- Politik des Faschismus geworden Die Regierung Italiens ist heute verbündet mit den faschistischen Parteien aller Län- der und sucht den ihr im Lande schwindenden Halt bei der ausländischen Reaktion, die ihrerseits Förderung erfährt durch den über die Hilfsmittel des Staates ver- fügenden italienischen Faschismus. Wie Rußland sich als Führer der Weltrevolution fühlt, so das faschistische Italien als Führer der Weltreaktion, wobei zwischen den beiden ideellen Gegenpolen eine„Verbrüderung in der Diktatur" besteht, jene italienisch- russische Freundschaft, die in dem von der russischen Botschaft in Rom Mich nach Matteottis Ermordung Mussolini gegebenen Bankett ibren ersten Ausdruck fand, und die heute als tragisches Fragezeichen vor den Augen der vielen Hunderte junger Kommunisten steht, die wegen ihres Kamvfes gegen die faschistische Diktatur in die italienischen Kerker wandern. Das Kennzeichen dieser Auslandspolitik ist ihre Unberechenbarkeit. Heute will sie den Balkan gegen Europa führen, morgen mit Deutschland gegen Frank- reich ziehen, übermorgen durch monarchische Restauration in Zentral-Europa einen reaktionären Keil zwischen Osten und Westen treiben. Die Sprungbereitschaft Italiens ist die Gefahr, und diese ist durch die Bedrohung der Diktatur im eigenen Lande bedingt. Hier liegt die Drohung des Fa- schismus für Europa, nicht darin, daß Mussolini im Jahre lS3l) die faschistische Ideologie zum Ausfuhr- a r t i k e l erklärt hat. Reaktionäre Ideen produziert fedes Land über den Eigenbedarf hinaus, da braucht es Italien nicht. Aber für die nationalistische Reaktion der verschiedenen Länder ist es eine Ermutigung, an ein von bewaffneten Schwarzhemden starrendes sprungbereites Italien zu glauben. So wächst die Gefährdung des Auslandes durch den italieni- schen Faschismus in demselben Maße, in dem dieser sich im Inland gefährdet fühlt. Das ganze Jahr 1930 steht im Zeiche nderRü st un- gen gegen den inneren Feind. Man hat neunzig Bataillone B e r u f s m i l i z gegründet, mit zehnjähriger Dienstpflicht, was von den dreihunderttausend Mann des ersten Aufgebots der Miliz zwischen siebzig- und achtzig- tausend dauernd verfügungsfähig und vor allem im ganzen Lande verschiebbar macht. Die vielen Unruhen im Laufe des Jahres haben bewiesen, das die lokal ausgehobene Miliz bei den Konflikten im eigenen Ort völlig versagt. Außerdem hat man eine neue Kampforganisation der I u n g f a s ch i st e n geschaffen, die zum Teil nur die vorher schon erfaßten jungen Leute anders benennt, aber doch— wenigstens auf dem Papier— unter ihren dreihunderttausend Mann achtzig- tausend aufführt, die nicht aus der faschistischen„Vorhut" stammen. Diese Burschen sind nur zum kleinsten Teil mili- tärisch geschult und bewaffnet. Immerhin zeigt die Tatsache, daß man im neunten Jahr faschistischer Zeitrechnung das Bedürfnis fühlt, neue Kampfverbände zu gründen und sich nicht mehr mit dem natürlichen Zuwachs aus der Organi- sation der„Balilla" zu begnügen, sondern die bisher dieser Organisation Ferngebliebenen zu erfassen, daß der Faschismus sich stärker bedroht fühlt als früher. Und er leugnete das gar nicht mehr. In früheren Jahren wurde die Opposition feierlich totgesagt. Seit dem Flug über Mailand, seit es Aufruhr aus der Luft hagelte, ist es anders geworden. Seitdem empfindet man die allseitige, überall eindringende Unzufriedenheit als eine einzige große Verschwörung und ruft Gerichte und Exekutionsplotons gegen sie auf. Im Oktober verkündete Mussolini, er werde seine Gegner„seelenruhig an die Mauer stellen". Und seitdem verhaftet man und deckt Komplotte aus, ohne Ende, in allen Kreisen: in denen der Akademiker und im Heer, unter den Arbeitern und im Handel. Tatsächlich wirkt in ganz Italien eine große Organisation„Giustizia e Libertn" lGerechtigkeit und Freiheit), aber sie schleppt nicht, wie der Faschismus glauben macht, Dynamit zu Attentaten zusammen, sondern gibt nur den Hunderttausenden im Lande, die müde sind und übermüde der Schmach und Knechtschaft, das Be- wuhtfein ihrer gemeinsamen Not und chrer gemeinsamen Aufgabe. Ihr Spreng st off ist das bedruckte Papier. Worte allein haben noch nie einen Aufstand ge- ichasfen. Wo aber aus der Unerträglichkeit der Dinge der Ausstand grollt wie beginnender Donner, da ist es das Wort, das die künstliche, polizeilich gemachte Vereinzelung der In- dioiduen und damit das Geiühl ihrer Ohnmackit aufhebt, das zedem Italiener von den Alpen bis nach Sizilien zuruft: ..Wie du denkst, so denken Tausende, wie du leidest-, leiden Tausende, was du wagst, wird Tausenden zum Ansporn. Das Wort schafft keine Macht, wohl aber enthüllt es das Bewußt- sein einer vorhandenen Macht, das zu ersticken die Polizei arbeitet. Gegner, leidenschaftliche und tatkräftige Gegner hat sich der Faschismus auch durch die Verfolgung der Anders- sprachigen geschaffen, nicht nur in den neuen Provinzen, in I st r i e n und S ü d t i r o l, sondern auch unter der französisch sprechenden Bevölkerung des A o st a t a l e s. Auf das vergangene Jahr zurückblickend, ist noch des formellen und offiziellen Abbaus einer Tradition des dritten Italien zu gedenken: der Abschaffung des Nationalfeiertages vom 29. September, der den Sturz der w e l t l i ch e n H e r r- schaft des Papsttums symbolisierte. Künftighin wird man im faschistischen Italien den 11. Februar, den Jahres- lag der Lateransverträge, als nationales Fest begehen, den Tag der Wiederherstellung der toten Hand, der Rückgabe eines Teils des Besitzes der geistlichen Orden, der Wiedererrichtung der kirchlichen Jurisdiktion, der Zahlung von beinahe zwei Milliarden an den Vatikan und solcher zeitgemäßen Dinge. Für unsere Partei hat das Jahr 1939 endlich die langersehnte Einigung zwischen Einheitssozialisten und Maximalisten gebracht, die einer nutzlosen Kraftverschwen- dung im proletarischen Lager ein Ende setzt. Wenn die Ein- heit heute, wo der Kampf gegen die Diktatur überparteilich geführt wird, keine praktische Bedeutung hat, so wird es von allergrößter Wichtigkeit sein für die Zeit des Wieder- aufbaus in Italien, daß das Proletariat nicht durch die Existenz zweier sozialistischer Parteien verwirrt und gelähmt werde. Das neue Jahr wird für Italien ein K a m p f j a h r werden. Die ganze Halbinsel ist in Gährung. Im Jahre 1931 laufen die fünf Jahre ab. während derer der Faschismus durch seine Ausnabmegesetzc und sein Svezialgericht den inneren Feind beseitigen wollte. Er hat die Frist genützt, um dem ganzen Volke, um der ganzen Kulturwelt zu zeigen, daß der innere Feind Italiens— der Faschismus ist. Briands Weihnachisarbeii. Besprechungen mit den Vertretern Polens und Rußlands. Paris, 26. Dezember. Ueber die Unterredungen, die Außenminister Briand am Weih- nachtsabsnd nacheinander mit dem Pariser polnischen und dem russischen Botschafter und dem chinesiichen Gcsandten hatte, berichten die Blätter übereinstimmend, C h l a p o w s k l habe mit Briand über die deutsche Protestnote hinsichtlich der Zwischenfälle bei den polnischen Wahlen und über die beabsichtigte' Aufrollung dieser Fragen auf der kommenden Genfer Ratstagung gesprochen. Ferner hätte Briand Dowgalewski zu sich gebeten, um erneut gegen die Anschuldigungen zu protestieren, die im Moskauer Jndustrieprozeß gegen ihn und gegen den ehemaligen Ministerpräsidenten Poincare von den Angeklagten erhoben worden sind. Der chinesische Gesandte schließlich habe in seiner Aussprache mit Briand die Frage der Aufhebung der Exterritorialitätsrechte in Ehina berührt. Llm Mmarque. Ein halbes Pfund Heringe pro Kopf in sieben Tagen. Die Kriegsteilnehmer, die den Film„Im Westen nichts Neues" gesehen haben, bekunden übereinstimmend, daß die Wirklichkeit viel grauenhafter gewesen ist als der Film. Für objektio urteilende I Menschen ist das«inleuchtend. Zwar haben die bilderstürmenden Nazis durch Stinkbomben, die sie in den Mozartsaal geworfen haben, dazu beigetragen, das ein klein wenig zu ersetzen, was Ton und Film bisher nicht geboten haben: den Geruch. Der Leichen- oeruch wirkt allerdings schlimmer als die Stinkbomben der Goebbels- Jünger. Die Nazis haben auch Mäuse und Blindschleichen im j Mozartsaal ausgesetzt. Das sst aber auch kein Ersatz für die grauenhafte Wirklichkeit. Von den Granaten zerfetzte Menschenleiber. Arme, Beine, Gedärme und Köpfe, die den Kameraden auf den Schlachtfeldern in die Gesichter und vor die Füße flogen, wirkten bestimmt anders als die Mäuschen, die über Spangenschuhe und Strümpfchen hüpften. Und dann der Sergeant Himmelstoß! Hat es denn so etwas nicht zu Tausenden gegeben? Im Reichstag haben früher Jahr für Jahr große Debatten über Soldatenmißhandlungen stattgefunden Die furchtbarsten Tatsachen sind besonders von Bebel, Eugen Richter und anderen im Reichstag gegeißett worden. Man wird den Ver- fasier dieses Artikels wieder beschimpfen, weil er„das alte Unter- ofsizierskorps verleumde". Das ist nicht die Absicht: es wäre auch sachlich nicht richtig, derartiges zu tun. Es sei ausdrücklich voraus- geschickt, daß„das" ehemalige Unteroffizierskorps, ebenso wie das Lffizierskorps, im Kern gesund gewesen ist, daß aber das System des stehenden Heeres ganz naturgemäß dem schlecht veranlagten Vor- gesetzten, besonders natürlich ungebildeten Knechtsnowren, die nach drei- und mehrjähriger Dienstzeit keiner geordneten Arbeit weiter fähig und deshalb geradezu berufen waren, Unterosfizier zu werden, zur Loldatenmißhandlung direkt herausfordert«. Gegen viehisch oer- anlagte Rckrutendriller war der gemeine Soldat tatsächlich wehrlos. Freilich konnte er sich am nächsten Tag(während der Nacht sollte er sich die Sache„überlegen") beschweren: aber wehe ihm, wenn er es tat! Wie das ganze deutsche Volk im Kriege die Wahrheit nicht er- fahren sollte, wie es durch oerlogen formulierte Kriegsberichte über den wahren Gang der Dinge getäuscht wurde, so soll die heran- wachsende Jugend jetzt über die furchtbaren Greuel des Krieges hin- wcggetäuscht werden, um sie als neues Kanonenfutter bereit zu haben. * Ain widerlichsten ist das heldische Geiue der naziverseuchten Mädchen und Frauen. Sie wissen nicht, was sie tun, sonst würden sie sich bis in die Seele hinein schämen. Je mehr sich herausstellt, in wie hohem Grade die Verseuchung unserer Jugend mit der nationalsozialistischen Verlogenheit bereits um sich gegriffen hat. um so entschiedener muß die Aufklärungsarbeit einsetzen. Die Schule ist bis auf den heutigen Tag der Tummelplatz vieler Schulmeister ge- blieben, die nicht gewillt, vielleicht auch infolg« von Verkalkung gor nicht mehr imstande sind, neuzeitlich und endlich wahrhaftig zu unterrichten.>> Was in der Schule versäumt und gesüitßigt wird, muß im Elternhause, muß in den Organisationen der demokra- tischen Parteien und der Gewerkschaften nachgeholl werden. Dieser Aufgabe darf sich namentlich keine Müller entziehen, es sei denn, daß sie den Wunsch hat, ihre Kinder als Raziopfer den inzwischen in ihren Wirkungen noch gräßlicher gewordenen Granaten und Flieger- bomben erziehen will. W i e eine Riut.er der Naziverhetzung entgegenwirken und die Kinder für die Politik der Polkeroersöhnung und des Wellf.redens erziehen kann? Sie soll von den furchtbaren Erlebnissen im Kriege zu Hause erzählen, wenn die Väter oder Groß- väier ihr« Schützengrabenerlebnisse geschildert haben. Jede Mutt.r wird sich leicht erinnern.„Vom Vater ha.ten wir seit sechs Wochen nichts gehört, es kam keine Karte, kein Brief. Lebte er noch? Lag er verwundet in einem Lazarett oder schlummerte er bereits irgend- wo im Massengrab? Wir wuß.en es nicht."—„Wilhelm war vor vier Wochen gefallen, August war von den Franzosen gesangen ge- nommen worden."—„Die ganze Famille zitterte im Gedanken an den Vater."—„Die Großmutter stöhnte: wegen Mangel an Nah- rungsmitteln verhungerte sie allmählich. Sie verlangte nach Rli/ch. Woher soll.en wir Milch nehmen? Zwar wurde ab und zu Mi ch versprochen, aber es gab keine. In der vorausgegangenen Woche Halle es für die Milchkarten einen Eßlöffel Rübenmarmelads ge- geben. Um dies« zu bekommen, hatte eure Schwester drei Stunden lang vor dem Laden auf der Straße anstehen müssen."—„Statt den paar Gramm Butler, für die wir wieder den ganzen Dormittcg angestanden hatten, gab es schließlich einen abscheulichen Seifen- ersatz: er schäumte nicht, er erfüllte aber das ganze Haus mit einem widerlichen Geruch."—„Ein entsetzlicher Schrei ertönte auf dem Flur, dann wurde unsere Tür ausgerissen, eine Frau stürzte herein und schluchzte: Mein Mann, mein armer Mann! Sie haben ihin beide Vein« abgeschossen: sein Bruder ist blind..."—«Wo bleibt denn heute die Post? Die Briefträgerin liegt ohnmächtig auf der Treppe."—„Schließlich kam die Zeitung: alle griffen danach, um zu sehen, was für Nahrungsmittel versprochen wurden auf die ver- schiedenen Marken, mit denen man morgen an vier verschiedenen Stellen anstehen sollte. Die Zesiung enthielt folgend« Bekannt- machungen: 1. Vom 4. bis einschließlich 10. November werden auf jeden Kopf der Bevölkerung ein halbes Pfund Heringe verteilt. Dafür werden in der ersten Hälfte des Winters drei fleisch- los« Wochen eingeführt, in denen auch kleine Rationen von Fleisch nicht abgegeben werden. 2. Milch kann nur noch an Säuglinge und Schwerkranke abgegeben werden. So war der Krieg mit seinen Wirkungen in der Heimat. So sah es in Berlin aus, als der letz e Kanzler des letzten Kaisers die„Novemberverbrecher" Eberl, Braun und Scheidemann bat. sich Deutschland anzunehmen, um es vor der drohenden Anarchie zu retten. Die Anarchie, der Voischewismus und der Zerfall des Reichs blieben uns tatsächlich erspart. Aber wenn Herr Hiller ans Ruder kommt, dann sollen die Köpfe der„Nooemberverbrecher" m den Sand rollen! BKilipp Scheidemann, Auf Vem Bauch vor Hitler. Eine llmfrage Ver„DAZ.* Die Reaktion der„Deutschen Allgemeinen Zeitung" hat es sich zur Aufgabe gesetzt, die große Rachtsregierung einschließlich der Nationalsozialfften auf die Beine zu bringen. Oder richtiger aus- gedrückt: ihre großinduslliellen Geldgeber haben ihr diese Aufgabe aufgetrogen und sie entledigt sich chrer Mission mit einem Eifer, der eigene Ueberzeugung vortäuschen soll. Wenn die„DAZ." vier Ant- warten auf die Umfrage veröffentlicht„W as halten Sie von einer RcgierungsbeteiligungHitlers?" so ist es sehr schade, daß die Redakteure nicht ihre eigene Ansicht freimütig aus- sprechen dürfen. Denn sie würde kurz und bündig lauten:„Ver- rückt!" Dennoch muß man den Veranstaltern dieser Umfrage dankbar sein, weil sie das Streben gewisser bürgerlicher Kreise offen enchüllt hat. Das gilt freilich nicht für den allen Oldenburg-Ianuschau, von dem man schon vorher wußte, daß er„lieber mit Frick als mit Wirth" zusammenarbeitet. Zumal er den„Vorzug" hat, wie er selber betont, seinen Platz in unmittelbarer Nähe des Dr. Frick zu haben. Den National,.soziallsten" ist jedenfalls diese Empfehlung durch den typischen Repräsentanten des ostelbffchen Junkertums zu gönnen. Ein nicht gerade wellbekannter Professor Schüßler aus Rostock wäre gewiß nicht abgeneigt, Hitlsr in den Sattel zu setzen. aber er fürchtet offenbar den großen Kladderadatsch, vor allem außenpokllisch: „Die Hiller-Bewegung aber darf im Interesse der Nation(?!), wenn sie die Verantworumg trägt, außenpolitisch kernen wirklichen Fehlschlag, keinen dauernden Mißerfolg erleiden." Es gibt Bürgerliche, die meinen, man müsse Hitler an die Re- gicrung heranziehen, denn nur so würde diese Seifenblase von Demo- gogis, Maukheldentum und ignorantem Phraserrschwall zerplatzen. Der Professor aus Rostock denkt, im Grunde genommen wie Hiller, umgekehrt: Diese Seifenblase darf nicht zerplatzen, deshalb muh man die Nazis mit der Verantwortung verschonen. Hjalmar Schacht antwortet lediglich mit einem Zitat aus seiner Münchener Rede, wonach es ebenso unmöglich sei, gegen die extreme Rechte wie gegen die Sozialdemokratie zu regieren. Dieses Kunststück sollte einer nur fertig bringen! Im übrigen wünschen wir dem Mitverfasser des Poung-Planes viel Glück bei feinem ferneren Werben um die Gunst Hitlers. Am interessantesten sst die Antwort von Geeckt s. Militärisch- kategorisch beantwortet er die Frage„mit einem uneinge- schränkten Ja". Dann begründet er sein« Bejahung mit einem wahren Gallimathias, das beinahe von Hitler selbst stammen könnte. Nur mit dem Unterschied, daß Hitler seinen Quatsch einigermaßen frei und in der Extase vorzutragen pflegt, während dieses Elaborat des Generalobersten a. D. offenbar schristlich formuliert wurde: «Diese Regierung muß die Form eines Keils haben, dessen stählerne Spitz« die Vernunft sst, die von der Macht vorwärts gellieben wird gegen die Wand wirtschaftlicher Hemmnisse und äußerer Feindschaft An diesen führenden Keil schließen sich rechts und links, ihn verstärkend und seine Wirkung verbreiternd, alle die Kräfte des V o l k e s a n, die reinen Möllens und selten Willens sind. Zur Entfaltung der vollen Stoßkraft bedürfen wir ebenso der Masse der im Grund ihres Herzens deutschen, gegen russisches Gift gefeiten Arbeiterschaft wie der national be- gessterten Jugend aller Stände aus Stadt und Land. Parteien spielen bei diesem Zusammenschluß keine Rolle: da- her kommt es auch nicht darauf an, aus welchen der bisherigen Parteien sich die führenden Kräfte bilden: wenn nur bei ihnen dle.ZZernunft und die Macht vereinigt sind, dann wird sich die Gefolgschaft von Rechts und Links �fchon finden. Bei dem Stoß dieses Keils werden Späne fliegen, das ist unvermeidlich. Das werden die Feigen sein und die Lauen und die Undeutschen, die Formalisten und die Bürokraten, und es wird nicht schade um sie sein." Solange Herr von Seeckt aktiv diente, umgab ihn der Nimbus des„großen Schweigers". Seitdem er redet und schreibt, sind von diesem Nimbus nur noch Späne übrig geblieben. Die„Vernunft", wie jie Herr von Seeckt auffaßt, besteht also darin, sich mit Hitler, Goebbels, Reventlow, Franzen und Konsorten zu verbünden und mft ihnen gegen die„Wand wirtschaftlicher Hemm- nisse und äußerer Feindschaft vorzustoßen". Was bicher Herr von Seeckt in dieser Richtung prattisch vor- geschlagen hat, darüber soll sein Fraktionskollege C u r t i u s die Hände über den Kopf geschlagen haben. Aber anscheinend meint er nicht zuletzt ihn. wenn er von den„Feigen", den„Lauen", den „Undeutschen", den„Formalssten" und den„Demokraten" spricht, die auf der Strecke siegen blieben. Nebenbei bemerkt: es sst sehr schön. daß Herr von Seeckt als M. d. R. die deutsche Arbeiterschaft gegen das russische Gift immun hallen will. Einstmals hat er, der Tisch- genösse Tschitscherins. russische Giftgasgranaten einführen lassen. Wenn die polftische„Vernunft" bei ihm so aussieht, dann wundern wir uns nicht, daß er heute die Brüderschaft mit Hiller erstrebt. Die Seecktsche Theorie des„Keils", mit dem man Wirtschasts- krise und Lersailler Vertrag im Nu überrennt, sst von einer grandi- osen militärischen Einfachhell. Leider muß daran erinnert werden, daß der Plural von Keil Keile heißt. Diese wollen wir unserem Volk ersparen, das nun einmal trotz Herrn von Seeckt schon einen Krieg verloren hat und eine zweite Niederlage weder wünscht noch ertragen könnte. Ein Botschaster als Finanzschieber. Besnards falsche Ausjagen vor vem Oustric-Ausschuß. Paris, 28. Dezember. Di« Untersuchungen des parlamentarischen Untsrsuchungs- ausschusies über die Zusammenhänge im Oustne-Krach haben die Feststellung ergeben, daß die Aussagen des ehemaligen franzöfsschen Bosschafters in Rom, Besnard, wissentlich falsch waren. Besnard hatte behauptet, den Handelsattache der sranzössschen Botschaft in Rom zur Untersuchung des italienischen Kunssseidenkonzerns Snia Bistofa, nach Turin entsandt zu haben. Der Attache, der am Mittwoch vernommen wurde, erklärte aber im Gegensatz dazu, auf der Rückkehr von seinem Pariser Urlaub ohne Wissen des Bot- schafters in Turin Untersuchungen angestellt und einen Bericht an- gefertigt zu haben, ohne dazu aufgefordert gewesen zu sein. Dieser Bericht fiel sehr zu Ungunsten des Kunstseidenkonzerns aus. Der Untersuchungsausschuß legte dem Attache sodann einen Bericht vor, den er angeblich in diesem Zusammenhange an seinen Botschafter gerichtet haben soll und den dieser an das Finanzministerium in Paris weiterleitete. In diesem Bericht kommt zum Ausdruck, daß gegen die Einführung der italienischen Wertpapiere an der Pariser Börse keine Bedenken beständen. Der Attache zeigte sich hierüber im höchsten Maße erstaunt und erklärte, niemals als der Urheber dieses Berichtes angesehen werden zu können. Der damalige Bot- schafter hat also entweder bewußt die Unwahrhell gesagt oder aber eine große Unkorrektheit begangen, indem er den Bericht seines unter- geordneten Beamten als denjenigen des Handelsattaches hinstellt«. Roheitstat im Wirtshaus. Oer Strett um vas Mädchen.— Einarmiger sticht Friedens» st.fter nieoer. Seine Einmischung als Friedensstifter in einen Wirts. haue streit hat ein junger Mann mit dem Leben bezahlen müssen. Am ersten Feiertag war der 20 Jahre alte Angestellte Hans Kratz, der in der Borstzstraße 16 im Norden Berlins wohnte, mit seinem Better ausgegangen. Zum Schluß lehrten die beiden in einem Lokal in der Borsigstraße noch ein, um ein Glas Bier zu trinken. In der Wirtschaft war als Gast auch ein einarmiger Mann in Begleitung eines Mädchens. Wegen dieses Mädchens, das andere ihm abspenstig machen wollten, gerieten die Männer in einen Streit. Kratz mischte sich ein und versuchte Frieden zu stiften, was ihm zunächst auch gelang. Als um 3 Uhr der Wirt Feierabend gebot, gingen alle Gäste fort. Auf der Straße aber wollten sich die Erregten immer noch nicht beruhigen und die Prügelei begann von neuem. Kratz und sein Better standen noch im Hausflur, als der Einarmig« plötzlich auf sie zukam und sie beschimpfte. Sie wollten nichts mit ihm zu tun haben und gingen langsam weiter. Der Invalide folgte ihnen aber, stellte sich Kratz in den Weg und stieß mit einem dolchartigen Messer den jungen Mann zweimal in die Brust. Mit einem Aufschrei brach der Getroffene zusammen. Der Einarmige versehte ihm noch Fußtritte gegen den Kopf und flüchtete dann. Der Better brachte Kratz schleunigst nach dem Lazarus-Krankenhause, doch konnte der Arzt dort nur noch den in- zwischen eingetretenen Tod feststellen. Die Messerstiche hatten Lunge und Herz durchbohrt. Kriminalkommissar Werneburg und Kommissar Kollat vom Raubdezernat sind mit der Untersuchung des tragischen Todes beschäftigt. Der Messerstecher ist bis jetzt nur mit dem Vornamen Alfred bekannt. Es ist ein Mann von etwa 33 bis 35 Jahren. 1,63 Meter groß, er hat dunkelblondes Haar, gestutzten Schnurrbart und trug blaukarierten Regenmantel, blaue Sportmütze, grüne Joppe, dunkelgrüne Hose und schwarze Schnürstiefel. Der rechte Arm fehlt ganz. Der Mann hat vorher in der Gegend vom Wagen aus als wilder Händler Weihnachtsbäume verkauft. Die Fahndung nach ihm ist eingeleitet. Mitteilungen über seine Person und seinen Aufenthalt erbittet die Dienststelle A 5 im Polizeipräsidium. Schlägerei im Dom. „Ihr habt eine Mördergrube aus meinem Haus gemacht!» Am ersten Feiertag kam es im D o m kurz vor Beginn des Gottesdienstes zu einer lauten Störung, die zu Schläge- reieu zwischen einigen Kirchenbcsuchern und einem Wanne führte, der sich„als im Dienste Christi stehend" bezeichnete. Die Predigt sollte am 1. Feiertag Domprediger Doering halten. Der Geistliche war noch nicht erschienen, als sich plötzlich ein Mann in mittleren Jahren, der in einer der ersten Reihen gesessen hatte, erhob und auf den Altar zuging, der mit einem Christ» bäum geschmückt war. Er wandt« sich den Versammelten zu und rief sie laut an. Wie er erklärte, stünde er im Dienste Christi. Dieser habe gesagt:„Wein haus ist ein Bekhaus. Ihr aber habt eine Mörder- grübe daraus gemacht." Der Mann faßte dann den Christbaum an und warf ihn zu Boden. Dabei rief«rt der lichtergeschmückte Tannen. bäum habe mit der Religion nichts zu tun, sondern fei heidnische Sitte. Die Kirche solle von dem Tand ablassem Ein Dombeamter und mehrere Männer, die zum Gottesdienst erschienen waren, wollten den Ruhestörer entfernem Er leistete jedoch heftigen Widerstand, trat mit den Füßen um sich und schlug auch einem Herrn mit der Faust ins Gesicht. Schließlich konnte er überwältigt werden und ließ sich nun ruhig hinausführen. Auf der Wache wurde er festgestellt als ein 39 Jahrs alter Fritz Schulz, der aus Schmaleningken m Ostpreußen stammt und in Berlin keine Wohnung hat. Sch. erklärte, daß er sich berufen fühle, die wahr« Religiosität zu verkünden. Er werde, selbst wenn man ihn verurteil«, jeden Tag das gleiche wieder tun. Allem Anschein nach hat man es bei ihm mit einem Sektierer und Fanatiker zu tun, der von der Rechtmäßigkeit seines Ein- jpruches überzeugt ist. Am Weihnachtsabend erwürgt. Eatsehliches Verbrechen an einem Kinde. Aachen, 26. Dezember. Am Weihnachtsabend ist in T a t t e r n bei Jülich ein fest emigen Tagen vermißtes Kind in der Scheune der elterlichen Wohnung im obersten Fochwerk unter Holz versteckt tot aufgefunden worden. Die am ersten Feiertage vorgenommen« Obduktion der Leiche ergab, daß an dem Kinde ein schweres Sittlichkeitsoerbreche u oerübt und es dann erwürgt worden ist. Dlutspuren im Hause lassen darauf schließen, daß das Verbrechen am Fundorte selbst be- gangen wurde. Der Aerdacht der Täterschaft richtet sich gegen«inen ganz bestimmten Personenkreis. Ninq-Vereme gegen(Sportler. In der Nacht zum Zwesten Feiertag kam es an der Ecke der Am rumer» und See st ratze im Norden Berlins zu einer schweren Schlägerei zwischen Mitgliedern eines Arbeiter- sportvereins und„Ringbrüdern" der„Soge Norde n". Die Ringleute erhielten bald Zuzug, der in wenigen Minuten nach- einander in nicht weniger als löAutodroschken anrückt«. Zwei Polizeibeamte bemühten sich angesichts der großen Uebermacht ver- geblich. Ruh« zu stiften und die Kampfhähne auseinanderzubringen. Die Schlägerei drohte«inen äußerst ernsten Ausgang zu nehmen, als im letzten Augenblick das von Passanten alarmierte U e b e r- fallkommando anrückte und die Sportler von ihren Angreifern befreite. Zwei von den Ringleuten wurden zur Feststellung der Personalien mit zur Wache genommen, später aber wieder entlassen. Schnellzug enigleist- Zwei Tote! Rom, 24 Dezember. In der Nacht zu Msttwoch ist der Schnellzug R« g z i o— Ea l o b r i a— Neapel in der Nähe von P a o t a entgleist. Die Lokomotive und der Tender stürzten vom Bahndamm ab. Der Lokomotivführer und der Heizer fanden den Tod. Drei Fahrgäste und fünf Cisenbahnbeamte wurden verletzt. Bon Paola ist sofort ein Hilfszug an die Unfallstelle entsandt worden. «lt-verli«. Die nächste SliSnin« durch die oewtTenen Windel des älteste» «,rlin aetanftal'et das SejirUamt Lchäneber« unter der bewährten Leitung fthrifitWt«« Georg Baillberaer am Sonnabend, dem 28. Desember. Trest0»"k> 10-4 Uhr«nf dem Spfttclnwrtt, Ausgang Uittergrundbahnhoi Teilnahme ö« Pk- Nach dem Mord ins Kino! Veibrechen in der Stargarder Strafe aufgeklärt/ Die Täter überlühri Die drei Burschen, die nuker dem drlugendeu Berdachk des Raubmordes au dem Ehepaar Rick m au u iu der Slargarder Straße verhaftet wurden, sind von den Kommissaren der Word- kommissiou Dr. Wächter und Nebe mehrmals veruommcu worden. Obwohl sich die Täter zu einem endgültigen Geständnis noch nicht bequemen konnten, sind sie auf Grund des gegen sie zn- sammengelrageneu Beweismalerlals so gut wie überführt. Es handell sich um den 29 Jahre alten Walter Popp, den 22Iährigen Otto H a l u b k a und einen 23iährigen Erich M o h r i n g. Zunächst bestritten die drei, überhaupt mst der schrecklichen Mordtat zu tun gehabt zu haben. Halubta und Mohring verwickelten sich aber bei dem wiederHollen Verhör bald in Widersprüche, und in einem erneuten Verhör gab Popp schließlich zu, daß er von dem Plan der beiden anderen, das Ehepaar auszurauben, Kenntnis gehabt habe. Der geistige Urheber war offenbar M o h- ring, der früher in dem Männerheim der Gekhfemane-Gemelnde genächtigt hatte und auch die Gepflogenheiten der alten Frau kannte, außerhalb der Geschäftszeit an der Hintertür noch Waren an die Kunden abzugeben. Wie Popp aussagt, sollte Mohring klingeln und die Frau mit vorgehaltener Pistole ln den Laden zurück- drängen. Halubka war die Aufgabe zugedacht, sich dann des baren Geldes zu bemächtigen. Den Burschen war bekannt, daß die allen Leute unter der Ladenkasse in einer Kiste das Papiergeld verwahrten, und hierauf hasten sie es in erster Linie abgesehen. Sie hasten aller- dings nicht damit gerechnet, daß das Geld nach Ladenschlutz an anderer Stelle untergebracht wurde. Wie sich die Vorgänge im einzelnen bei der Tat abgespielt haben, darüber hüllen sich die jugendlichen Mörder noch in Stillschweigen. Nach der Tat will Popp nur gesehen haben, wie seine Freunde fluchtartig das Haus verließen. Es scheint, daß Mohring die tödlichen Schläge geführt hat. Popp mußte Mohring einige Stunden nach der Tat einen Mantel bringen, da der Anzug des Mohring über und über mst Blut be- sudelt war. Halubka war am Abend nach der Tat mit einem Freunde zusammen in einem Kino und zeigte ihm dort eine Uhr und eine Geldbörse, die nach den Ermittlungen Frau Rickmann gehörten. Außerdem hat man aus Grund von Blutspuren und Haarbüscheln, die an der Bekleidung der Täter vorgefunden wurden, unzweifelhaft den Beweis, daß die drei Festgenommenen die Täter find. Später wurde auch noch ein Revolver, der Mohring gehört, gefunden, an dessen Handgriff sich ebenfalls Spuren von Menschenblut befinden. Mst dieser Waffe hat Mohring zweifellos die alte Frau niedergeschossen und ihr die furchtbaren Verletzungen, die zu ihrem unmtttelbaren Tod führten, beigebracht. €€ Euhige„Festtage Berlin ruhte sich aus.— Gasthäuser klagen über schlechten Besuch. Selbstmorde aus Verzweiflung Die Weihnachtsfeiertage sind in Berlin und auch im Reich recht ruhig verlaufen. Die allgemeine Rot spiegelle sich auch im Besuch der Gaststätten in der Berliner Eity wieder, konnie man in früheren Iahren gerade an den weihnachtsseiertagen überfüllte Restaurants beobachten, so klagen in diesem Zahre die Restauraleure sehr über schlechten Besuch. Die mißliche Lage zwang zweifellos viele zu Hause zu bleiben. Leider sind auch wieder eine ganze Reihe von Selbstmorden und Selbstmordoersuchen zu verzeichnen. In acht Fällen kam die Hilfe zu spät. Sechs andere Derzroeifelle, die den Tod suchten, konnten noch einmal gerellet werden. Wirtschaftliche Not und Arbeitslosigkeit sind m den meisten Fällen die Gründe der Verzweiflungstaten. Erfreulicherweise haben sich im Straßenverkehr nud besonders bei dem starten Autoverkehr, der in hervorragendem Maße auf den Ausfallchausseen Berlins zu verzeichnen war, verhällnrsmößig wenig Unfälle ereignet. Hier und dort trugen sich einige Zusammenstöße zu, bei denen es mehrere Schwer- und Leichtverletzte gab. die den Krankenhäusern zugeführt werden mußten. Die Kommunisten hatten aus chrsm R s t n f a l l am Weihnachts- abend, mä lehiglich. einige hundert verzweifelt« Erwerbslose ihren Irrsinns parolen gefolgt waren, gelernt und an den Feiertagen gar nicht erst den Versuch gemacht, Demonstrationen zu veranstalten. So verliefen die„Festtage" selbst m den Unruhezentren, am Wedding und in Neukölln in völliger Ruhe. In Amerika ist wieder vielerlei passiert. Rem Dork, 26. Dezember.(Eigenbericht.) Die Unfälle an den Feiertagen einschließlich der Verkehrsunfälle sowie die Hausbrände forderten im ganzen Lande 135 Menschen- leben. In W h i t i n g(Indiana) wurde durch einen Weihnachts- bäum ein fürchterlicher Brand verursacht, bei dem sechs Männer verbrannten und zwei hoffnungslos verletzt wurden. In New Jork spricht man von einem Meteor, der am ersteu Weihnachtsabend bei Boise im Staate Idaho niedergegangen ist. Das Gebiet, in dem das Meteor niederging, soll hundert Kilometer im Umkreis taghell erleuchtet gewesen sein. Tausende von Menschen pilgerten morgens hinaus, um den Himmelskörper zu betrachten. Vom v-Zug zermalmt. Furchtbares Llnalück auf dem Bahnhof Köpenick. Aus dem Bahnhof Köpenick ereignete sich am 1. Weihnachts- seiertag ein entsetzliches Unglück. In später Nachtstunde war der Rongiermeister Hermann Schmook mit dem Zusammenstellen eines Znges beschäftigt. Bei dem starken Geräusch muß Schmook. der in der Nähe des Stellwerkes auf die Ferngleise getreten war. den fälligen V-Zug überhört haben. Er wnrde von der Waschine erfaßt und buchstäblich zermalmt. ,■■...■ � Ausströmende« Gas, das drei junge Menschen stn Schlaf über- fiel, hat wieder seine Todesopfer gefordert. Der erste Unglücks» fall«eignete sich im Hause Klaus�Arothe-Straße 7 in Charlotten- ' bürg. Dort wurde die ZZjährwe Hansangestellte Anna R« i k e l mit ihrem 21jährigen Freund Helmuth Klee in der Kamm« des Mädchens, in dem sich der Gasofen befindet, tot aufgefunden. Als am Z. Feiertag die Hausfrau nach dem Rechten sehen wollte, fand sie zu ihrem Schrecken das junge Paar in der völlig mst Gas«füllten Kammer leblos auf. Die Rettungsversuche der Feuerwehr waren leider ohne Erfolg. Wie die Feststellungen der Polizei ergeben, liegt ein Unglücksfall vor. Der Hahn am Gasofen war nicht ganz geschlossen, so daß in d« Nacht erhebliche Gasmengen ausströmten. Durch Gas umgekommen ist wester«in löjähriger Friseurlehr- ling Gerhard Ramm, der am ersten Feiertag in der Wohnung seiner Eltern in der Färberstr. 18 in Köpenick vergiftet aufgefunden wurde. Auch in diesem Falle ist der Unglücksfall auf ausströmen- des Gas aus der nur halb geschlossenen Leitung zurückzuführen. Der Mittwoch bringt im Berlin« Sender, von wenigen Aus- nahmen abgesehen, nur Weihnachtliches. Man trifft hier allerdings cuf sehr gute Dinge. So sendet Königsberg in den späten Abendstunden Orgeloorträg« und i capelia Gesänge, die durch die künstlerische Höhe ihrer Ausführung Beachtung erfordern. Aber ist es notwendig, den Charakter des Heiligen Abend so betont stn Programm des Rundfunks zum Ausdruck zu bringen? Ist es ferner notwendig, am ersten Feiertag die Tanzmusik ausfallen zu lassen, besonders da der Mitteldeutsche Sender und das Ausland weniger engherzig in dieser Richtung denken? Hier sei noch auf «in Orchcsterkonzert hingewiesen, das Leipzig sendet. Der Dirigent Hilmar Weber führt u. a. Josef Haydns O.Our-Symphonie mst starkem rhythmischem Empfinden aus. Das Orchester spiest ge- schmeidig und klangschön. Am ersten Feiertag singt die„Weihnachtswünsche" aus Schallplasten die interessanteste Veranstaltung. Die Berliner Funk- slunde hat durch ihre Vortragsabteilung Führer des politischen, geistigen und wirtschaftlichen Lebens Wünsch« für die Zukunft Deutschlands auf Platten sprechen lassen. Die Auswahl ist nicht immer glücklich und das Gesagte Höst sich meistens in den bekannten Bahnen. Dr. Wirth, Prof. N ernst, Universitätsprofessor Deißmonn, Max Liebermann, der Bisckiof Dr. Schrei- b« r, Ernst B o r s i g und Theodor L e i p a r t sind die Sprecher. Borsig spricht nur von den Opfern, die die Arbestnehmerschast auf sich nehmen müsse. Es ist die üblich« Großindustriellenrede. Er- starkung der gewerkschaftlichen Organisationen und Kürzung der Arbeitszeit sind dagegen für Leipart die einzigen Mittel, um in Deutschland die Wirtschaftskrise zu über- winden. Wie in den letzten Jahren ,zu Weihnachten wird auch dies- mal Verdis„Aida" aus der Lindenoper übertragen. Leo Blech dirigiert. Das Orchester kommt zu großer Wirkung und vor ollem gelingt jetzt einwandfrei die Wiedergabe des zweiten Finales mit den schwierigen Chören, die leicht im Radio verwischen können. Karl Martin O e h m a n n ist ein gesanglich hoch kullivierter Radames, der das Lyrisch« in der Partie betont. Eine Zeitrevue„Jeder einmal in Schild a" am Freitag nachmittag von Robert S ch i f t a n ist ein« Satire auf Berlin, auf allerlei Torheiten, die sich die Weltstadt in manchen Beziehun- gen leistet. Vieles zeigt Geist und Witz und vor allem eine aus- gezeichnete prägnante Form. Semen Augenblick vermißt man das Bühnenbild, denn Schiftan hat alles rein akustisch empfunden. Die Wirkung liegt im Wort und auch in der Musik Werner Michels, die zu den Couplets geschrieben wurde. Gut die Regie Max Bings. Es folgen dann Cello-Vorträge Enrico M a i n a r d i e. Glänzends Techmit oereinigt sich mst ausdrucksstarkem Spiel. Fred Hilden- brandt spricht über die Not der Zeit. Kleine Feuilletons, kleine Bilder, sprachlich leicht geformt, deuten darauf hin. daß die Gegen- wart die Zeit schwerster Arbest ist. Kein Aesthet plaudert hier, sondern ein verstehender und mitfühlender Mensch. F. Sch. Weihnachken im Rundfunk. 365 religiöse, aber nur 5 freigeistige Sendungen. Eine bürgerlich« Programmvorschau schrieb im Dezember vorigen Jahres:„Die weihnachtlichen Feiertage als Msttelpunkt der Weihnachtswoche bestimmen den GeHall des Programms auchf in den vorangehenden und nachfolgenden Tagen." Vom 1. Dezember ab werden die Hörer täglich und mehrfach an die bevorstehenden Festtage erinnert. Jugend- und Frauen- stunden besonders, aber auch Gelegenhesten, die das übrige Pro- gramm bietet, werden benutzt, um religiös gefärbte Dar- bietungen zu senden. Ein« Berechnung ergibt, daß im Vorjahre von den deutschen Sendern in der Zeit vom 1. Dezemb« bis zum 1. Januar etwa 369 weihnachtlich abgestimmt« Darbietungen ge» bracht wurden. Darunter befanden sich allein 66 religiöse Morgenfeiern Es klingt fast unglaublich, daß demgegenüber die fozia- listische Arbeiterschaft nur durch 4 Feierstunden und durch 3 sonstige Sendungen„berücksichtigt" wurde. Aehnlich verhält es sich in diesem Jahr: da zählen wir nicht weniger als 365 weihnachtlich- religiöse Sendungen, darunter allein 69 Morgen- feiern. Dieser lieberfülle kirchlicher Darbietungen stehen ganze 3 freigeistige Morgenfeiern gegenüber. Man wird gewiß nichts dagegen einwenden, daß Weihnachten auch im Rundfunk gefeiert wird, aber hier wird des Guten ent- schieden zu viel getan. Es muß verbitternd wirken, wenn dem- gegenüber um jede proletarische Feierstunde förm- lich gerungen werden muß. Weihnachten ist ja schließlich auch noch die Zeit der Sonnenwende und es gibt breite Kreise der Be- völkerung, die— unbeschadet der Weihnachtsfeier— auch diesen Gedanken feiern, der auf einer uralten Tradition beruht. Davon will aber der angeblich„neutrale" Rundfunk nichts wissen. Be- sonders merkwürdig aber nimmt sich diese Ueberbetonung religiöser Veranstaltungen gegenüber der Tatsache aus, daß bisher selbst am 1. Mai, dem Tag festlicher Erhebung von Millionen Volks- genossen, noch nicht einmal eine Feierstunde im Rundfunk möglich gewesen ist. Gegen eine derartige Ein- seitigkeit im Rundfunk muß auf das entschiedenste protestiert werden. Umleitung der Omnibuslinie T. Di« Omnibuslinie T Turm- Ecke Waldstraße— Teltow (Ruhlsdorser Platz) wird vom 5. Januar 1931 ab in Dahlem nicht mehr über Thielallee, U-Bahnhof Thielplatz, Ihnestraße, Leichhardt- straße, sondern über Königin-Luife-Straße, Kronprinzenallee, U-Bahn- Hof Oskar-Helene-Heim geführt. Eine verzwickte Sache. Wenn ein„falscher' Chauffeur Taxi fährt, um den Alimenten zu entsiiehen. Es gibt ein Notvergehen, das vielleicht mit zu den harmlose- fien gehört. Ein arbeitsloser Chauffeur setz, sich in eine unbewachte Taxe und fährt los. Er nimint Fahrgäste auf und das Fahrgeld in Empfang: selbstverständlich behält er es für sich. Das Auto stellt er so unter, daß der Taxiunternehiner es unversehrt zurück- erhält. Wie ist nun eigentlich seine Tat zu nennen. Die Absicht der rechtswidrigen Aneignung hat ihm gefehlt. Also war es nicht Diebstahl. Ein Betrug liegt nicht vor, denn wer sollte betrogen sein? Der Fahrgast hat ja das geforderte Geld bloß für die Leistung des Autos bezahlt, aber der Fahrunternehmer ist um sein Geld, der richtige Chauffeur um seine Prozente gekommen. Am ehesten wäre das eine Unterschlagung: der falsche Chauffeur war verpflichtet, das vereinnahmte Geld an den Eigentümer der Taxe abzuführen. Das Reichsgericht Hot stch aber für D i e b st a h l ent- schieden: die Absicht der rechtswidrigen Aneignung des Autos habe, wenn auch für kurze Zeit, bestanden. Die Gerichte scheinen aber wenig Neigung zu spüren, dieser„Auslegung" des Diebstahls- Paragraphen zu folgen. Jedenfalls hat erst neulich das Schöffengericht Berlin-Mitte unter Borsitz des Amtsgerichtsrats K e s s n e r für Betrug entschieden. Der falsche Chauffeur habe dem Fahrgast falsche Tatsachen vorgespiegelt und habe auf diese Weise den Taxiunternehmer geschädigt. Die Auslegung des Reichs- gerichts bedeutet bereits eine Ausdehnung des Diebstahls- Paragraphen; das sei aber unzulässig. Aber auch Amtsgerichtsrat Kessner mag mit seiner Auslegung nicht auf dem richtigen Wege sein. Der Fall selbst war psychologisch nicht uninteressant. Cin stellungsloser Chauffeur, von der Alimente fordernden Ehefrau verfolgt, besteigt eine fremde Taxe, macht mehrere Fahrten, kassiert lg Mark ein und läßt das Auto in der Nähe der Kraftag stehen. Vorher entfernte er einige Teile und legt sie in den Wagen, um auf diese Weise ein weiteres Fahren zu verhindern. Die Kraftag erhält den Wagen zurück. Als er ein zweites Mal eine ähnliche Extratour unternehmen will, wird er verhaftet. Der Staatsanwalt beantragt für den unvorbestraften Menschen wegen Diebstahls fünf Monate Gefängnis: er stellte dem Gericht anHeim, ihm eine Bewährungsfrist zuzubilligen. Das Gericht oerurteilte den unglückseligen Gatten wegen Betruges zu einem Monat Gefängnis. Die Bewährungsfrist billigte es ihm zu. In der Urteilsbegründung meinte Amtsgerichtsrat Kessner, wo sollte es hin, wenn sämtliche arbeitslose Chauffeure, die von ihren Frauen wegen Alimente verfolgt werden, unbefugtcrwcise Eduard Daulds ueberlOhrung. Die Treffpunkte des Reichsbanners: An der Ueberfühning der Leiche des Kam. Dr. Davl 1 am Sonntag, Z8. 12. 30, vom ParKIriedhof Lichterfelde rum Bahnhof Llchterfelde-West beteiligt sich das Reichsbanner wie folgt: Ehrenkmeradschatt mit Fahnen stellt Chcrlotleobarg. Fahnendelegationen SlcgUlz und Zchlendorf. Spielleute stellt Treptow, Führung Kam. Jagleller. Musikkapelle stellt Wei�eniee, Leitung Kam. Mewe». Anzug: Bundeskleidung, Windjacke, schwarze Krawatte. Treftponk» lür Alle: 0.45 Bahnhof Lichtet felde-West CWapweebahn). Abmarsch 10 Uhr- Fahnen mit Trauerflo. üesamtleitung Kam. Kreisführer Holze.(Fahrgeldrückerstat ung.i C'harlo'lenfcarg: Zur Ueberiührung Dr. Davids 9 Uhr Abfahrt Bahnhof Charlottenburg. Treptow: Spielleute&30 Bahnhof Treptow. Fahrt nach Lichterfelde-West Gauvorstand. Taxi fahren wollten. Die richtigen Chauffeure blieben dann wohl ohne Wagen. Das war natürlich eine U e b e r- t r e i b u n g. Oder vielleicht doch nicht?... Verhütet Weihnachtsbaumbrände! Oer Baum muß standsicher sein! Löschwasser bereitstehen Wenn in den Abendstunden der Weihnachtetage die Lichter am Tannenbaum brennen, hört man häusiger als sonst von der Straße her schrille Glockenzeichen und weitschallende Fansarentöne, die be° kannten Signale der Feuerwehr. In der Weihnachtszeit 1923 mußte die Berliner Feuerwehr nicht weniger als 2 8 m a i bei C h r i st- baumbränden zu chilfe gerufen werden. Die Weihnachtsbaum- brände verursachen aber nicht nur erheblichen Sachichaden, sondern es besteht auch die große Gefahr, daß Personen hierbei ge- fährliche Brandwunden erleiden, die ihre Ueberführung nach einant Krankenhaus notwendig machen. Deshalb dürften be- sonders für Familien mit Kmdern, wo die Gefahr des Brandes, zumal bei beschränkten Wohnungsoerhältnissen, noch erhöht ist, einige Winke über die Dermeidung der Feuersgefahr von Interesse sein.. Frische Weihnackst-bäum« sind ziemlich schwer entzündlich: stehen sie aber längere Zeit in geheizten Zimmern, so trocknen sie rasch aus und können dann sehr leicht an den brennenden Weihnachts- baumkerzen Feuer fangen. Dieses vorzeitige Trocken- werden läßt sich verhindern, indem man den Bauni in ein mit j Wasser gefülltes Gefäß, z. B. in eine einfache Blechbüchse stellt. Der Weihnachtsbaum muß auch standsicher aufgestellt werden. Am besten erreicht man dies, indem man die Spitze mit einem Bind- faden an zwei Stellen anbindet. Plan soll auch den Baum nie- rnals in die Nähe leicht brennbarer Gegenstände, wie Gardinen und Vorhänge, stellen, da schon ein geringer Luftzug genügt, um diese an die brennenden Kerzen zu wehen und in Brand zu setzen. Schließlich soll man sich nicht scheuen, für alle Fälle einen Eimer mit Löschwasser, unsichtbar für ängstliche Gemüter, aber in Reichweite, bereit zu halten._ Weihnachten der Telepbonistin. Wie uns mitgeteilt wird, hat in einem Fernsprechamt des Westens der Betriebsrat emgreifen müssen, um einer nicht gerade von sozialem Empfinden beeinflußten Anschauung des Amts- leiters ihre Schärfe zu nehmen. Wenn in Wochen, in denen zwischen zwei Sonntagen zwei Feiertage liegen, der Arbeitsplan einfach durchgeführt werden soll, so daß eine Anzahl von Beamtinnen an beiden Feiertagen Dienst tun müssen, während ein anderer Teil ganz frei ist, so ist das mehr als ungerecht. Die geplagten Tele- phonistinnen haben einen Anspruch auf Berücksichtigung aller Möglichkeiten der Erleichterung! Das Fest der Silbernen Hochzeit feiert« am 1. Weihnachtsfeiertag Genosse Julius Iakobsohn mit seiner Frau Meta in halensec. Ioachim-Friedrich-Straße 29. Dem Jubelpaar unseren bestem Glückwunsch! SozialisiisHe Arbeiterjugend Groß- Berlin Ewtoidunaoi für Diele Jtutrtl nnr an Des 3a«enWetretatV* Berli« SW M. CinfentlraSe S Da» Sclectariot bleibt heute ßcfdjTolTcn. heute, Sonnabend. 27. Dezember: Tegel: Seim LolmfiPfsir. 15. üBcifmodilgfcict.— Luifenstadt: Seim Waller. torfttafie 9. Weilinachisieier.— aipenidee Viertel: Besuch der Weihnodits. feiet der 47. Vattciabttilunp, ffierocrffdiaftsbai-s.— Sottbuffee Tor: Seim Briher Str. 27—30. Seimahend und Ucbcn sut Weihnachtsfeier der Partei am 4. Januar. Werbebeairl SccMbet« ab 18 Uhr SoHätonjabenb.- Schöne- beeg V: Paul-Läbe-Ernvpe. ffi.c sehen su..PatU Lobe. Treffpunkt 1871 Uhr Kaiser-WilHelm-PIaf!. Nachzügler ffriedrich-Tdert-Etr. 30. » Werbebezirk WeMting: Das Baden Fallt ans. RLchster Badeabend am Z. Januar. Der Uebungsabenb der Tcutedourkapelle am 29. Dezember fallt ebenfalls aus. Lnmboibthain: Morgen fffobtt nach Bernau. Treffpunkt 7 Übt Bahnhof (Sefunbbtunncn...,.„,. »ottbuffee Tor: Da unicr Seim geschloffen ist, tagen mir in der Linden- ftrabe 4. Alle Eenoffen erscheinen. Verantwortlich für Politik: Pietvr Echiff: Wirtschaft:».«ltugelböfer: Gewerkschaftsbewegung: ä. Steinet; Feuilleton: Dr. Zolm Dchtkowskt; Lokales und Sonstiges:(Zritt»arstädt; Anzeigen: Th. Glocke; fämtltch In Berlin. Verlag' Vorwärts-Verlag G nt. b. S- Berlin. Druck: Vorwarts-Buchdruckerei und Verlagsanftalt Paul Singer u. Co.. Berlin SS 68, Lindenstrahe 3. ( Theater, Lichtspiele usw. Tägl. 5 u.81;, Uhr. � 5 Carl). 8256 Mm. 50 PI. bis 3 abends I bis 6 IL Origirai 3 Frateiiini, Dlgatanos Paul Kltldana üsw. I Tan1. S u. Sfb 80901. 2, Sud» A ex. E 4. 8066 I. Vorstellun- 5« Pf. bis I M. Ii. und III. Vorst. I bis 2 M. Carter, Novell», Schoctcr« KOnstler-itcvoe usw. Reichshallen-Theater Utiids[3 Sanitag imd I. Ja, um; 1331 oadim. I I Diu Das protze Programm der steuner Sänger Nachm. halbe Preise, volles Proeramml üönhot i- B rettl; Sn grolle nnlirt« Fest-Programm I Ifapelle Dan Siitm ""t*' CASINO-THEATER Loihrimtcr Sirabc 37 Nur noch bis 31. Dezember Der Keufdie Lebemann und das grobe Festprogramm Am(.Januar zum ersten Male: Biederleute Outschein l—4 Pers. Pau'eui 1,25 M Sesse, 1,75 M— Sonstige Preise Parken 75 Pf. Rang hu P. das bestbewährte Heilbad 1 Oktober Ku: pauschale, 28 Tage SO Mai K. Voiusbbhne Tbeat« am BQIovplatz. 8 Uhr: Die Oefraudanten Theater am schltbauerdamm P/t Uhr Die Quadratur des Kreises itaathdiilier-llt- 8 Uhr Die Journalisten. iieaitoies loeaiei Heute geschlossen! Ab WM wieder täglicb s Uhr Elisabeth von England von rem irgclmei Kegie: Keim Diiperi 27 u. 2'. Dezember nachm. 3� Uhr DerSdiwleriOe Segie: Hex fiemhanll. PlemliriiiilcsafiaiiB Neues Theater — am Zoo—■ AmDabiiUoi). Stpl. 6554 Täglich 8'i, Uhr Oer pr. Lacherfolg I Guido Iltiolsclter Das otientl.cne Aergarnis Preise 1 bis 8 M, Sonnabend 4 Uhr Sonntags 3 Uhr Caspa s WunfiefksUlnett Kant inerspiele 8V« Uhr Jusos uiteite uite.i von Tristan Bernard de, iß: Kids Dtppt 27. u.28. Dezember naci m 4 Uhr HranKbei' der lugend tra Ferdiuind Bnukur. Regis: Duslav Härtung Premlm.biutn-.j. Kleine Preise Die Komödie P/t Uhr Die Fee von Franz Molnar fiegis: Slelao Hafk. 2. u 28 Dezember nachm. 4 Uhr Oer D ener zwcterHerren ReM«; Kai Reinbardt PrßuiimiilißSßtjinj. Kleine Pt eise. Theater im AdiMpa'ast Heute 2 Vorslellcmgenl EdgarWailace Auf denfledi 3*4 und S1'« N'aehm. Ii Ol HC Pniu W Prazicra• to. mGiropoi-Thester Täglich 81« Uhr schön ist öle weit Operette von Lehär RilbiirdTaubtr. Gitta ilnai. SdiQtaandoiL Komische oper Täglich 8>4 Uhr Reppina Opereue von Robert Stolz. Theater am Sdiitlbauerdamm Norden 5313 u. 0281 Täglich BVt Uhr Die Quadratur des Kreises Komödie v. Katajew mit: Xörtar, Itnja. Rnb- mann, Lorre. Ungen, Pte sevon 1-12 M. Plscalor-BQhne (Waliner- Theater) Alex. 4502-93. i'/t läglich i'/t Mond von links Preise'.-0-5 00 56. Heute und motgen 3'« Uhr Mond von links. "ZThi Singspiel in vielen Bildern. Cmm. Splra, Baasen. I.irshr, Wallbnrtr, Arno. Janknhn. Faal BOrblgpr. Lenz. Sobaeflers, W tnbeUtrrn. Rolls. Desni, 1 Stark• Gslct tenbnuer. Original Tiroler WatsehrntAnzer, Original Tiroler Jfodlerlnnen-Qnlnlett,{ Hnslb-Trlo ans Sehllersee. j Jazz-Band 1 Girls u. Boys 1 Grosse Chöre. Uer Zelt entsprechend sind, trotz des I riesigen Andranges. E 0 /. er» ! die Bassen preise nn, 10 m&sslgt. Sonntag, den 28. Oeienbir, 12 Obr vormiltagi einmaliges populäres dazzKonzort oajos Lola Preise von—.75 M. an bis 3-50 M. Theater d.Vesteos Täglich 8>/. Scncatfoneller Opereltenerfolg I Viktoria undlhrHusar Kleines Theat. Täglich 8V. Uhr: Oer mustergatts Schwank In 3 Akten Lening-Tlieatei Täglich Pu Uhr Mamsell Nltoudie Operette von Heive Tellaann, Idilbirt. JShiD Rose• I heater Gr.Fniiiktnrl6rStr.l32 Tel. 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Dezember unerwartet meinen geliebten Mann, unseren guten Vater und Großvater Dr. Dr. h. c. Eduard David Reldismfnlsler a. NUglfed d. Reldtsfags im Alter von 67 Jahren. Hermine David, geb. Schmidt Sonja Hertncck, geb. David Heinz David Dr. Friedrich Hertncck und zwei Enkel Die Trauerieier findet am Sonntag, dem 28. Dezember, vormittag« 11 Uhr, in der Halle de« Poik- friedhofe« in Berlin-Lichter felde, Luzvrner Str. I, statt. Im Anschluß an die Feier Ueberiührung nach dem Bahnhof Lichte rfelde-West Die EirSicfaernng erlo'gt am Dientiag, dem 30. Dezember, naefam itag«, in Mainz. luittangs-.Rabati 3 Reklame. darke. legen Nochahmun. gesetzt gesch. 'erigt seit«s Job: ais Spezialität Conrad MOller Leiorli- Schkeudt: Möbel Tellsalilung ApeSI AcSa(bertstr.6 ab Lager ul8!!&[ecii-.St3!i!-u.Betontiauen lecket Art. Angeb. u Prosp. kostenl. Gebr.AAenbaffi C.ni.D.H.. Wcld. nao Sieg Elsen- und Wollblechwerke— Postfach 38j ueriiauie Linoleum. 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Dmokingan- w.rd die Befugnis ,i e:kann'. binnen I«on R-valicren|,!ig-.Gehrockan,ügc. 3 Bochen nach Rechtekraft des Urteils, wenig getragene und B-uchan,»--. Ulstcr den erkennenden Teil desselben auf neue 5ackcttan,üa- lund Paletots hoch. Rost'n des AngePagten je 1 mal im Smokingangüge. j elegante neue e�ar- „Porwärts", Berlin, und in der-frackaneliae. Bauch, derod» tu stau- „Lagener R-itung' nt veröfl-ntlicken. onjüqe Ulster. Po. ner.b b'll�aen Vre:. ge,. Linnenbrink ge,. Dr. Pfänder lctot« fcde üiaur scn. Selegenhctts. pabend. Serren. und kaufe m Serren. Damenvcl,» enorm und?am'npel,en. Gebrauchte Fahrräder l5.—, 20.- 25.—. 80.—. HMgMel stahngebifse. Ptat:iob! Ile Ldt- ,iun Blei. Quttfc silber,(?ilberfchmel,e n...' 1.'v..,. tuutm uuu« uu.. i.v. 1 Gold'chmel,crei ...... b llig. Leihhans Leihhaus Lowtcki. Christ ouat Rove. Sagen fBestfalens, 10. Dezember 1930. ssricdeichstrahe 2. Prinzenstrahe 105.1 nickerftrane 89. Bahne, Susti�berfeiretSr als Urkunds..Sallcfches' or«cinesewe Treppe Reine S-Itestelle Adalbert. beamter der Sltchäft»keüa. I Lombard war«. I Lombardware. I strafte.* Das Urteil ist rechtskräftig.