Nr. 108. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Biertel: jährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 M., für das übrige Ausland 3 Mt. pr. Monat. Eingetr. tn der Post Bettungs- Preisliste für 1896 unter Nr. 7277. Vorwärts 13. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 fg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508 Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Die Generalkommiffion Der deutschen Gewerkschaften. Die Verhandlungen in dem jetzt beendeten Gewerkschaftstongreffe zu Berlin drehten sich in der Hauptsache um die Frage, ob eine Zentralinstanz für die gesammten Gewerk schaften beizubehalten, wie sie zu gestalten und mit welchen Befugnissen sie auszustatten sei. = Sonnabend, den 9. Mai 1896. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. wähnten Punkte hatte sich der Kongreß eine Meinung| Industrieverbänden, wie die der Metallarbeiter und Holzdarüber gebildet, wie die Generalkommission zu gestalten arbeiter, durchaus empfehlenswerth sein, so muß eine und was für Aufgaben ihr neu zuzumessen seien. derartige Konzentration doch aus dem empfundenen Be Troß der sehr ausführlichen Erörterungen, die leider dürfniß der Einzelorganisationen selbst hervorgehen. Drängt mit einer Anzahl recht überflüssiger Geschäftsordnungs- eine Zentralinstitution, der doch allen Arten von Organis debatten durchsetzt waren, ist die gründliche Berathung fationen gegenüber eine neutrale Stellung zuzuweisen ist, einiger der wichtigsten Punkte durch voreiligen Debatten auf solche Konzentrirungen hin, so kann sie sehr leicht als schluß verhindert worden. So ist es häufig zu Zufalls- Partei in die leidigen Organisationskonflikte hineingerathen. Mit der bisherigen Thätigkeit der bestehenden Zentral- beschlüssen gekommen, über deren Tragweite sich die be- Diese Gefahr ist durch den neuen Passus des Organisationsinstanz, Generalfommission genannt, war so treffenden Kongreßmehrheiten im Augenblicke nicht klar Statuts für die Generalkommission heraufbeschworen worden. recht niemand zufrieden; die Mitglieder der General- geworden sein konnten. Dieser Uebelstand trat sofort nach Nicht minder bedenklich ist eine andere Bestimmung des tommission selbst nicht, weil ihrer Ansicht nach Durchberathung und Annahme des Organisationsstatuts zu Statuts, die dem an sich durchaus gerechtfertigten Wunsche deren Befugnisse bisher zu beschränkt gewesen waren, Tage, indem auf Verlangen gerade der größten und ihr Entstehen verdankt, die Generalkommission mit den um ersprießliches leisten zu können; eine große An- wichtigsten Gewerkschaften, die gegen dieses Statut gestimmt Einzelgewerkschaften in engere und dauernde Beziehungen zahl von Gewerkschafts Vertretern nicht, weil sie hatten, einige soeben angenommene Bestimmungen aufs zu bringen. glaubten, daß die bestehenden Befugnisse nicht in der neue zur Debatte gestellt und eine von ihnen auch nach- Der erste Absatz des Statuts lautet nämlich: richtigen Weise zur Anwendung gekommen seien. Wenige träglich umgestoßen werden mußte. Der Gewerkschaftskongreß wählt einen aus 5 Mitgliedern. nur gingen indeß so weit, die Zentralinstanz überhaupt ab- Troß dieses Reparaturversuches eröffnet leider die Neu- bestehenden Gewerkschaftsausschuß, welcher den Namen„ General Zur schaffen zu wollen. Von den fünf Vertretern, die dafür schöpfung gegenüber dem bisherigen Zustande und den bis- fommission der Gewerkschaften Deutschlands" erhält. stimmten, gehörten vier der Gewerkschaft der Schuhmacher herigen Bestimmungen unseres Erachtens keine Aussicht auf unterstützung desselben werden von den Zentrals vorständen der Gewerkschaften, die regelmäßig an, die somit allein in ihrer Mehrheit nur ein Schuh- gründliche Besserung. Beiträge an den Ausschuß zahlen, und den dazu berechtigten macher stimmte anders fich gegen jedwede Zentral- Weniger Bedeutung messen wir in diesem Zusammen- Lokalorganisationen je ein Vertreter ernannt. Die Bu inftanz ausgesprochen hat. hange der Herabsetzung der vierteljährlichen Beitragsleistung ziehung dieser Vertreter zu den Berathungen des Ausschusses Für die gesammten übrigen Gewerkschaften handelte es zu den Zwecken der Generalfommission von 5 Pf. auf 3 Bf. bat nach Bedarf, mindestens aber vierteljah. sich um ein Mehr oder Minder der Befugnisse bei der Aus- für jedes Mitglied der Einzelorganisationen bei, da diese lich einmal zu erfolgen. geftaltung der Kommission. Herabjegung mit dem Verzicht auf die Unterstützung von Was für ein ungefüger Apparat der erweiterte AusIm Verlaufe der Debatte und bei der Abstimmung Streits durch die Generalfommission motivirt wurde. Für schuß oder die Kontrollbehörde, wie man sie nenuen will, fann man sich vorstellen, wen.n man stellte es sich nun aber auch heraus, daß eine von der bis- die sonstigen Zwecke werden also etwa die bisherigen Mittel sein wird, etwa daß herigen Kommission beanspruchte wichtige Erweiterung der zur Verfügung stehen. Ebenso macht es wenig aus, daß erwägt, 60 verschiedene Korporationen Tritt dieser Befugnisse nur wenige Freunde unter den Kongreßvertretern die Zahl der Kommissionsmitglieder von 7 auf 5 herab- dazu ihre Vertreter entsenden tönnen. gefunden hatte. Die Kommission hatte vorgeschlagen, durch gesetzt wurde, da ihnen die Möglichkeit gegeben ist, sich im Ausschuß in Hamburg, dem Sitze der Kommission, in regelmäßige Beiträge der einzelnen Gewertschaften einen Bedarfsfalle Ersatzmänner heranzuziehen. Bedenklich da- Thätigkeit, so wird er ein Seitenstück zu der lokalen Gewerk Bentral Streitfonds zu bilden und ihn der Ver- gegen sind einige andere Bestimmungen. schaftskommission bilden. Da er aber nicht fortdauernd waltung der Generalkommission" zu unterstellen. Von Bei der Ausgestaltung des Statuts bekämpften fich wöchentlich zusammentreten soll und kann, also doch nicht einer Kritik der Einzelheiten dieses Planes, die in zwei annähernd gleich starke Gruppen, die der größeren und regelmäßig die Geschäftsführung zu verfolgen im stande dem Kongreßberichte ausführlich erörtert sind, können der kleineren Gewerkschaften. Im Interesse der kleineren ist, wird er entweder zu einem schwerfälligen bekorativen wir hier um so eher Abstand nehmen, als der Gewerkschaften war ein Paffus in das Statut hineingebracht Beiwerk herabsinken, oder, wenn er seine Aufgabe ernst Vorschlag unseres Erachtens mit Recht gegen worden, der den größeren eine Vertretung durch mehr nimmt, die Quelle für zahlreiche Mißverständnisse werden. eine geringe Minderheit abgelehnt wurde. Keinenfalls als sechs Delegirte auf den Kongressen abschneiden sollte. Geht die Kommission vor, ohne den Rath des Ausschusses würde bei dem gegenwärtigen noch höchst unentwickelten Die größeren hatten ihrerseits es durchgesetzt, daß der einzuholen, so wird sie sich mit ihm bald verfeinden; unterStande der Gewerkschaftsbewegung in Deutschland ein Generalkommission die Aufgabe zugewiesen wird, den Zu- breitet sie feiner Berathung alle wichtigen Angelegenheiten, das zu einer unerträglichen Verschleppung solcher Plan mit Erfolg zur Durchführung zu bringen sein. sammenschluß der kleinen Verbände und Lokalorganisationen so wird Tas Beispiel der englischen Gewerkschaftsbewegung zeigt zu Industrie- Verbänden anzustreben." Die größeren Orga- führen. Wir meinen, daß der Kongreß die nothwendige obendrein, daß gerade bei der Ausreifung der einzelnen nisationen haben, nachdem ihnen die Revision des bereits und erwünschte Kontrolle besser durch die Bestallung einer Verbände sie mehr und mehr sich auf ihre angenommenen Statuts bewilligt war, die Streichung geringen Anzahl besonders auserwählter Personen für diese eigene Kraft und ihre eigenen Mittel zur Durch jener Einschränkung der Einzelorganisationen auf 6 Delegirte Aufgabe hätte erreichen können. führung von Streiks stüßen müssen. Verweist man von durchgesetzt. Das ist durchaus zu billigen, da jene Einvornherein die heranreifenden Organisationen auf die Unter- schränkung gerade die größeren und leistungsfähigeren Orgastützung durch irgend eine Zentralbehörde, so lähmt man nisationen der Gefahr der Majorifirung auf den Kongressen ihnen das Gefühl der Verantwortlichkeit für die wirth- aussetzte. Zu bedauern ist es aber, daß sie nun ihrerseits schaftlichen Kämpfe, die sie durchzufechten haben. Nur aus einem Wunsche der kleineren Organisationen, der sich in Arbeiterbewegung nothwendige und heilsame, daß man vers diesem Gefühl der Verantwortlichkeit heraus kann und darf aber eine Organisation die Entscheidung treffen, ob sie in einen Streit eintreten will oder nicht. Weit weniger entschieden als über die beiden er21 -M Tene. ( Nachdruck verboten.) Sind nun auch die Aussichten für die demnächstige Thätigkeit der Generalkommission weniger erfreulich als man hätte wünschen können, so ist doch die Gewerkschaftsbewegung an sich eine so gesunde und für die große trauen darf, daß die gemachten Mißgriffe bei nächster Gelegenheit gut gemacht werden. Die Erfahrung ist auch für gewerkschaftliche Organisationen die beste Lehrmeisterin. den Befehlen ihrer Brotherrin" nachzukommen, so gut es ging. Es wurde ihr herzlich schwer. dem Antrage Brinkmann auf Streichung der erwähnten Befugniß- Klausel ausprägte, nicht entgegenkamen, sondern den Antrag zu Fall brachten. Mag auch in vielen Fällen der Zusammenschluß kleiner Organisationen zu größeren Während die Wirthin die Losung des vorigen Tages auf- zufegen. Als sie damit fertig war, ging der Krawall von zählte, und in den Kleidern ihres Mannes nachstöberte, neuem los. Roman von Nicolaus Krauß. ob er nicht einige Gulden gedrückt", befriedigte Lene Frau,' s ist fein warmes Wasser da, zum Gläserdie Kinder. Der ganz Kleine wies den Mehlbret waschen." Jetzt erst konnte Lene ihr Lager aufsuchen. Droben in zurück und schrie nach Muttermilch; Hans wehrte Dumme Nocken! Geht das mich was an? Bu der Ecke zwischen Stiege und Tanzsaal hatte man ihr ein sich gegen das Waschen mit Händen und Füßen. Ehe es was bist denn in ein' Dienst gangen? Heh!? Zum fressen Bett aufgeschlagen, einen Strohsack hineingeworfen mit sich das Mädchen versah, schlug der dreijährige Bengel ihm und faulenzen?" einem weißen Betttuch, auf dem es fich lag, als wären mit der Faust auf die Nase und zwischen die Augen, und Und wieder verbiß Lene die Thränen und beeilte sich, tausend Knoten darin, und ein Ueberbett, schwer wie Blei, sofort schrie er:„ Mutter! Die Lene zwickt mich!" das bald so hoch, als das Mädchen lang war. Bis zur Wie eine Furie kam die Frau angestürzt. Und ohne Nasenspize vergrub sich Lene ins Bett und versuchte den sich erst zu überzeugen, ob sich das Mädchen auch wirklich Seit jeher hatte sie den Geruch des Tabaksaftes nicht versäumten Schlaf nachzuholen. Aber kaum hatte sie zu etwas hatte zu Schulden kommen lassen, faßte sie es an den ausstehen können. Was sie aber in Zettenberg in dieser träumen begonnen, da riß es sie schon wieder empor. Schultern, riß und schüttelte es hin und her und brüllte: Beziehung bereits hatte einathmen müssen, erschien ihr wie Drunten in der Nebenstuben weinten und schrieen die kleinen ,, Saumensch, dreckiges! Wenn Du Dir noch einmal ein Hauch der Pest. Die Bauern und Fuhrleute, die in Kinder, und von der ersten Treppenstufe her zeterte die was unterstehst, schmeiß' ich Dich' naus, daß D' daliegst dem Wirthshause verkehrten, rauchten alle aus Miltigauer Wirthin: wie ein geprellter Frosch." Holzpfeifen, die für ein Menschenalter berechnet waren. Und " Jeffas! Jeffas! Hat man schon so was erlebt! Das Durch den Lärm war der Wirth wach geworden. Sein je älter der Raucher, desto verjauchter die Pfeife. Der auss Mädel ist ja im stand und verschläft den jüngsten Tag!... erster Blick galt seinen Hosen. Sofort sah er, daß jemand gegossene Tabaksaft stant geradezu mörderisch. Jezt, wennst net machst, daß D' auf d' Beiner kommst, darüber her gewesen. Und nun brach er los. Und all sein Als Lene die Thür zu dem Zimmer, in welchem die dann komm' ich mit'm Besen und einem Topf Wasser." Zorn und Groll ergoß sich über seine Frau. Die Antwort Bauern in der vergangenen Nacht gespielt hatten, öffnete, Lene mußte aufstehen. Ihre Arme und Beine waren erfolgte fast gleichzeitig unter Weinen, Schreien und schlug ihr ein Dunst entgegen, daß sie beinahe umgefallen ihr wie eingeschlafen, ohne jedes Gefühl; mehr hinabkriechen Schluchzen: wäre. Sie mußte die Fenster aufreißen, um aufräumen zu als gehen mußte sie die Stiege. Die Wirthin saß hinter„ ich unglückliches Weib! Ein Hund hat's net so fönnen. Als sie sich bückte, um ein kleines Silberstück aufihrem Raffeetopf und stupfte eine Semmel nach der andern schlecht wie ich.. Hättst D' mich in Eger bei meiner zuheben, das einer der Spieler, ohne es zu merken, hinabin das dampfende Getränk. Gräfin g'laffen... Ich bin Dir net nachg'laufen... Aber geworfen hatte, kam die Katastrophe. Der Tabakssaft fuhr so Der Wirth lag noch laut schnarchend im Bette. Lene Du hast net g'ruht, ja, ja, bis ich nachgeben hab und auf ihr mit solcher Schärfe in die Nase, daß ihr der leere fand taum Zeit, sich Antlig und Hände in faltes Wasser die Einschicht rauszogen bin, wo die Füchs einander gute Magen rebellisch wurde. Sie eilte vor das Haus und zu tauchen, da ging schon die tägliche Kommand irerei los. Nacht sagen... Ja, und glaubst D' denn, ich bin blind? lehnte ihren Kopf an die Wand der kleinen angebauten " Lene, zuerst kriegt'' s Girghal sein Brei; affa ziehft Mit einer andern hältst Du's. Kein bisst gern haft D' mich Schupfe. Alsbald stand die Wirthin, die das Zuschlagen an Hans'l an, effen thuet er mit sein' Vattern. D' Schants mehr, jedesmal giebst D' dem Mädel da recht, dem laufigen. der Thür vernommen hatte, neben ihr. stub'n muß ausg'fehrt werd'n, und die Gläser sein auch no net g'spült. Wannst fertig bist, räumst drüben auf, wo die Bauern waren. Dann kannst D'essen, u affa treibst D' d' Ziegen aus. " Lene wirbelte der Kopf von den vielen Aufträgen. D, wenn i das vor vier Jahren g'wußt hätt'!..." Mit einem Wuthschrei sprang der Wirth aus dem Bette, stürzte nach dem Schantzimmer und goß dort in einem Zuge ein Glas Schnaps hinunter, das beinahe einen Viertel liter hielt. Lene hatte sich schon früher entfernt, um aus" Ah, da schaut her! Statt zu arbeiten, faullenzt und trozt die! Na wart' ich werd's meinem Mann sagen." Der tam und sab sofort, wie viel es geschlagen. Lene erhielt ihr Frühstück und konnte ihre Ziegen austreiben. " Damit sie an die frische Luft kommt", sagte der Wirth NolMMe Ltebevflchk. Berlin, 8. Mai. Im Reichstag nahm heute die zweite Berathung des Anti'Jmpfantrages viel Zeit in Anspruch, ohne daß dabei etwas Neues hätte vorgebracht werden können. Die Mehrheit stimmte schließlich dem modifizirten Antrage Förster> Reißhaus zu, der eine nochmalige Prüfung des Impf- Gesetzes in bezug auf die Richtigkeit seiner Voraussetzungen und in bezug auf seine Ausführung fordert, konnte sich aber nicht entschließen, gemäß dem weiteren Verlangen des Antrages die Verfolgung der Jmpfweigerer bis dahin auszusetzen. Es folgten die elsässischen und sozialdemokratischen Anträge aus Be- seitigung der Ausnahme- Preßgesetzgebung für Elsaß- Lothringen. Bueb führte zur Kritik der dortigen Zustände und zur Begründung der Anträge ein umfangreiches Material vor; einzelnes daraus hier anführen, hieße die Wirkung seiner Gesammtausführungen abschwächen. Natürlich will die Regierung, und mit ihr die Konservativen, alles beim alten lassen. Ebenso natürlich, daß der nationalliberale Herr v. Marquardsen„einerseits" wohl dem Inhalte der An- träge zustimmen könnte,„andererseits" den richtigen Zeit- punkt für die Aufhebung der Ausnahmegesetzgebung noch nicht für gekommen erachtet. Dagegen stimmten die Redner des Zentrums, der beiden freisinnigen Gruppen und der deutschsozialen Resormpartei kurz und bündig den Anträgen zu. Die zweite Lesung findet im Plenum statt. Ohne Debatte wurde zuletzt der Gesetzentivurfjjegen den unlauteren Wettbewerb gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und eines Theiles der Freisinnigen angenommen. Nächste -Sitzung am Montag: Zuckersteuergesetz.— Das preußische Abgeordnetenhaus beschäftigte sich am -Ig reitag in dritter Berathung mit dem Gesetzentwurf be r reffend die Regelung der Richtergehälter. P)ie Debatte drehte sich auch heute ausschließlich um den in der zweiten Lesung abgelehnten„Assessoren-Paragraphcn", dessen Wiederherstellung die Konservativen in einer Fcchung beantragte», wonach die Justiz- Verwaltung bereits über die Zulassung der Referendare entscheidet, wonach ferner diejenigen Referendare, welche die grobe Staatsprüfung bestanden haben, aus dem Justizdienst ausscheiden und ihre» Ein tritt in den höheren Justizdienst beim Juslizminister beantragen müssen. Die Konservativen, in deren Namen Graf Limburg- S t i r u m sprach, führten deute zwei ganz neue Momente für ihren Antrag an, indem sie einmal die Ablehnung desselben als eine Verdunkelung des Rechtes der Krone, die Beamten an- zustell'en, bezeichneten und sodann gegen die Gegner den Vorwurf erhoben, daß sie die Verantwortung dafür zu tragen hätten, wenn die Gehälter der Richter jetzt nicht geregelt würden. Thal- sächliä� sind dies aber nur Vorwände, da ein Zusammenbang zwischim§ 8 und dem übrigen Inhalt der Vorlage nicht besteht. Für den konservativen Antrag sprachen außer dem Jnstizminister S ch ö n st e d t die Abgg. K l a s i n g(k.), v. Tiedemann- Bomst sfk.) und Schettler(k.), dagegen die Abgg. P o r s ch(Z.), Hobre cht(natl.), Rickert(frs. Bg.) und Träger(frs. Vp.). Da alle Parteien in ihrer bisherigen Haltung beharrten, wurde § 8 schließlich mit 198 gegen 181 Stimmen abgelehnt. Dafür stimmten außer den beiden konservativen Parteien auch di s Nationalliberalen O l z e in und von San den sowie Dr. Hahn. Die übrigen Bestiminungen der Vorlage, welche sich auf die Regelung der Gehälter nach Dienstalteesstusen beziehen, wurden angenommen, ebenso die Vorlage im ganzen; doch ist nach der bei der zweiten Lesung abgegebenen Erklärung des Ministers keine Sluisicht vorhanden, daß die so gestaltete Vorlage Gesetz wird, selbst wenn das Herren- haus ihr zustimmt. In dritter Lesung wurde sodann noch die Kreditvorlage betreffend die Eriveiterung des StaatSeisenbahnnetzes und die Betheiligung des Staates an dem Bau von Privaleisenbahnen und Kleinbahnen sowie an der Errichtung von land- wirthschaftlichen Getreide-Lagerhäusern, und in zweiter Lesung der Gesetzentwurf über das Grundbuchwesen und die Zwa ngsvollstreckung in das unbewegliche Vermögen im Kreise Lauenburg angenommen. Sonnabend: Kleinere Vorlagen, Antrag Albers betr. Schaffung eines festen Werthverhältnisses zwischen Gold und Silber. Ein neuer Skandal ist am Horizont des deutschen Kolonial wesens ausgetaucht. Eine neue Expedition zur geologischen Erforschung der Gegend im Norden von Deutsch-Ostafrika ist von einer Jrangi-Gesellschaft geplant worden. Zum Führer derselben ist ein Premier lieutenant Werther ausersehen, der bereits einmal im Auftrage der Antisklaverei-Gesellschaft eine Expedition nach dem Nianza-See geleitet hat. Auf diese Nachricht hin hat nun der Afrika-Reisende Eugen Wolf dem„Berl. Tageblatt" folgende Zuschrift gesandt: „Nach meiner Rückkehr aus Uganda(1893) habe ich dem da- maligen Gouverneur Herrn Oberst v. Scheele in Dar-es-Salam einen Vortrag über gewisse Dinge gehalten, deren sich ein dem Antisklaverei- Unternehmen zugetheilter Offizier hatte zu schulden kommen lassen, ihm auch alle diese Angaben schriftlich gemacht. Es wurde mir mitgetheilt, daß besagter Herr nicht mehr in unsere deutschostairikanische Kolonie zurückkehren würde, und ich habe daraufhin geschwiegen. Der Herr Graf von Caprivi, welchem ich in Berlin über diese Sache ebenfalls einen Vortrag hielt, bat mich, im Interesse der Kolonie zu schweigen, mir ver. sichernd, daß der betreffende Herr nicht mehr nach Ost afrika zurückkehren werde. Aus Madagaskar ansang dieses Jahres in Berlin ein« getroffen, erfahre ich zu meiner größten Verwunderung, daß be- treffender Herr an die Spitze einer Expedition gestellt worden ist. Ich habe daraufhin bei allen betheiligten Stellen prote stirt und habe dringend gebeten, doch einem anderen Herrn die Führung der Expedition zu übertragen, und zwar lediglich im Interesse der Eingeborenen, unserer Schutzbefohlenen. Mein wohlgemeinter Rath, mein Protest hat nichts genutzt, weshalb? Der Führer der Expedition will Gold in jener Gegend entdeckt haben, und wo der mixktz- dollar mitspricht, da ist für Humanilätsgründe kein Platz. Ich weiß daß kein Gold in uyd lini Jrangi ist. ich habe es den Betheiligten gesagt, und die Zukunft wird mir recht geben. Ich protestire im Interesse unsere afrikanischen Brüder gegen die Expedition des Herrn Lieutenants Werther— unter seiner Führung, ja s e l b st unter seiner Betheiligung— und ich werde Sie bitten, da all mein Rathen umsonst gewesen, das Material, das ich befitze, demnächst in Ihrem Blatte zu ver- öffentlichen. Das Urtheil überlasse ich dann ruhig Ihren Lesern." Es fehlt noch an den T h a t s a ch e n, auf die Herr Wolf seinen Protest begründet. Er wird aber jedenfalls damit hervortreten müssen, und dann kann man sich ein Urtheil darüber bilden, ob wir es hier etwa mit einem zweiten Peters zu thun haben.— Chronik der MajestätsbeleidigUtigS-Prozefse. M a g d e bürg. Der Vorarbeiter Paul Mäker zu Buckau geboren 18S9, kehrte eines Tages im Juli 189S mit drei ihm unterstellten Mitarbeitern in eine Restauration ein. Sie zechten zusammen und unterhielten sich mit der Wirthin. Hinterher gerieth Mäker bei der Arbeit in der Zuckerfabrik mit dem einen der Zechgenossen in Wortwechsel, and dieser denunzirte ihn dann, er habe sich bei dieser Gelegenheit des Trinkens der Kaiser- Beleidigung schuldig gemacht. Diese wurde nun zwar von den geladenen drei Arbeitern bekundet, jeder wollte aber eine andere beleidigende Aeußerung gehört haben, während die Wirthin bekundet, die Arbeiter seien angetrunken gewesen und sie habe nicht gehört, daß Mäker die zur Anklage stehenden Aeußerungen gelhan habe. Der Gerichtshof erkannte au' Freisprechung. Bamberg. Genosse Hart, Schreiner von Förch- heim, wurde vergangene Woche vom hiesigen Landgericht wegen Majestätsbeleidigung zu 3 Monaten G e f ä u g n i ß verurtheilt. Er hatte in einer Versammlungsrede zu Streilberg an einem Ausspruche des Kaisers Kritik geübt, worin eine Majestätsbeleidigung erblickt wurde Der Staatsanwalt hatte Monate Gesängniß beantragt. Genosse Hart ist ein armer Teufel, hat eine Frau und vier Kinder zu ernähren und soll nun auch die nicht unbedeutenden Gerichtskofien bezahlen.— Wieder eine Lehre, mit Aussprüchen über diverse Handlungen gekrönter Häupter recht vorsichtig umzugchen. zu seiner Frau.„Die Lehrerin rennat ja uns das Haus ein, wenn dem Mädel etwas passtren thät"... Lene hatte in Mühleffen sehr oft die Kühe des Lehrers gehütet. Zu der besten Sorte gehörten die ja nicht, das hatte daS ganze Dorf gesagt. Besonders die eine, welche die Rosel„die Gams" nannte, war ein keckes, eingebildetes Ding. Wenn es ihr einfiel, nahm sie den Schwanz hoch und raste davon; und ob nun der Leitstrick riß, oder die Rosel und Lene hinschlugen, so lang sie waren, das kümmerte sie keinen Pfifferling. Aber gegen die Ziegen des Schneiders von Zettenberg waren die Lchrer-Kühe die reinen Schäfchen. Von einem Strickanlegen konnte da gar keine Rede sein. Einmal hatte es Lene versucht. Aber gleich hinter dem Wirthshaus hatte die ältere Gais zum Springen und Reißen angerichtet, gerade aus, nach rechts und links und im Kreise herum. Und auf einmal war die Ziege dagelegen mit verdrehten Augen und heraushängender Zunge. Nie mehr hatte das zu Tode erschrockene Mädchen seitdem an einen Strick gedacht. Wenn die Ziegen liefen, lief die Lene, und wenn sie sprangen, sprang sie auch, und wenn sie ruhten, setzte auch sie sich nieder und dachte an ihre fernen Verwandten und Bekannten. Aber das Lausen und Springen war häufiger als das ruhige Sitzen. Und oftmals lief die Lene sogar zuerst, und dann erst die Ziegen. Dem Schneider von Zettenberg ge- hört nicht ein Beet Feld, und wenn er eine Wiese gehabt hätte, so groß wie ein Betttuch, hätte er vor Freude einen Luftsprung gemacht. So blieben für seine Ziegen nur die steinigen, von Schlehdorn- und Hagebuttengestrüpp über- wucherten Hänge und Ränge, die Raine und die Straßen- grüben. Das Gras der Gräben gehörte dem Straßen- cinräumer. Aber der kam höchstens alle acht Tage einmal in die Gegend, und man konnte ihm somit ganz schön aus dem Wege gehen. Stand sich der Schneider mit den Bauern der Nachbardörfer gut, dann hatte keiner etwas dagegen, daß dessen Ziegen auf den Hängen und Rängen weideten, auf denen ja so wie so nicht viel wuchs. Aber sofort änderte sich die Sache, wenn im Wirthshause ein kleiner Streit vorgefallen war. Hatte am Abend einer der Bauern die Meinung ausgesprochen, ihm wäre ein Glas Bier zu viel aufgeschrieben worden, und hatte der Wirth Widerspruch erhoben und Zahlung gefordert, dann mußte sich am anderen Tage Lene sehr in Acht nehmen, oder sie mußte mit ihren Ziegen laufen, wie aus Leben und Tod.(Fortsetzung folgt.) 1 Deutsches Reich. — Der Bundesrath hat in seiner letzten am 7. d. M. abgehaltenen Sitzung dem Entwurf eines Gesetzes wegen Abänderung des Gesetzes über die Friedenspräsenznärke des deutschen Heeres vom 3. August 1393 die Zustimmung erlheilt. Den zuständigen Aus schüssen wurden überwiesen: Die Entwürfe von Gesetzen wegen Feststellung von Nachträgen zum Reichshaushalts-Etot und zum Haushalts-Etat für die Schutzgebiete für 1396/97,— der Entwurf eines Gesetzes wegen Aufnahme einer Anleihe für Zwecke der Verwaltung des Reichsheeres u. s. w.,— der Antrag AnHalls, betreffend das Verfahren bei Berechnung der in die Liquidationen der Salzsteuer-Verwaltungskoslen aufzunehmenden Gehaltsdurch schnittssätze,— sowie der Entwurf von Bestimmungen über den Vollzug von Freiheitsstrafen. Außerdem wurde über den dem Kaiser zu unterbreitenden Vorschlag wegen Besetzung einer Mit- gliedsstelle bei einer Disziplinarkammer sowie über die geschäst- liche Behandlung von Eingaben Beschluß gefaßt. — Auch dem Fürsten Hohenlohe wird jetzt der bevorstehende Rücktritt prophezeit und zw ar im„Hannov. Courier", wo es heißt:„Fürst Hohenlohe hegt den sehnlichen Wunsch, sich wegen seines hohen Alters ins Privatleben zurückzuziehen und den Rest seiner Tage in Ruhe zu genießen; er hat den Kaiser neuerdings hierüber nicht im Unklare» gelassen, und dem Vernehmen nach hat der Kaiser in voller Würdigung der Motive des Fürsten Hohenlohe diesem nur das Ver- sprechen abgenommen, noch bis zum Schluß der parlamentarischen Kampagne auszuharrei� Dieses Opfer wird der Reichskanzler auch bringen. Sind Reichstag und Landtag geschlossen, so steht einem Erholungsurlaub des höchsten Beamten im Reich und in Preußen nichts mehr im Wege, und später„wird sich schon alles finden", u. a. auch die ferneren Ministerschicksale des Freiherrn V.Berlepsch. Möglich, daß seine Tage gezählt sind, möglich auch, daß sein Stern von neuem aufgehen wird. Einstweilen heißt es:„Gesucht ein Reichskanzler und preußischer Ministerpräsident mit einem Programm." — Die Kommission für Arbeits st atistik hat in der Donnerstag-Sitzung des preußischen Abgeordnetenhauses wegen des von ihr ausgegangenen Entwurfes heftige Angriffe erfahren, insbesondere auch seitens des Abg. Engen Richter, der ihr Kompelenz-Ueberschreitungen vorwarf und die ganze Ein- richtung überhaupt als verfassungswidrig bezeichnete. Keiner dieser beiden Punkte ist indeß zutreffend, oder auch nur annähernd mit vernünftige» Argumenten zu stützen, da sie lediglich auf Er- suchen des Reichskanzlers über bestimmte, von ihm ausdrücklich bezeichnete Fragen statistische Erhebungen anzustellen und deren Ergebnisse zu begutachten hat, so kann sie natürlich, wenn eine solche Aufforderung an sie ergeht, einer Kompetenzüberschreitung sich nur schuldig machen, wenn sie Fragen, die ihr nicht vor- gelegt sind, in das Bereich ihrer Forderungen ziehen wollte, was hier nicht der Fall war, oder wenn sie die Erledigung einer solchen Akquisition ablehnen würde. Daß sie keine Vcrant- worlung trägt, was als mit der Verfassung unvereinbar genannt wurde, liegt einfach daran, daß sie keine andere, als eine berathende Stimme besitzt. Mit besserem Rechte wird man namentlich im Hinblick auf das Ausland den Vorwurf erheben können, daß die Kommission für Arbeilsstatistik noch viel zu wenig ausgebildet ist. und daß sie auch nicht annähernd das leistet, was sie bestimmungsgemäß leisten müßte. Mau ziehe zu wecken eines Vergleiches nur einmal Großbritannien heran. .ier ist das Arbeits-Departement auf grund des Memorandums vom 23. April 1893 zu einer über das ganzeLand verzweigten Organi- sation mit umfassender und vor allen Dingen regelmäßiger Wirksamkeit geworden. Ohne auf äußere Anregung zu warten, ist das Departement fortlaufend mit Untersuchungen und Spezial« erhebungen einschlägiger Fragen beschäftigt, die amtlich zu prüfen bei uns noch kaum jemandem eingefallen ist. Ueber diese Er- Mittelungen wird jährlich ein Bericht veröffentlicht, welcher thun- lichst in der Weise abgefaßt ist, daß er die Arbeiter in einer ihnen leicht verständlichen Weise über die hauptsächlichsten und für sie praktisch verwerthbaren Ergebnisse unterrichtet. Da- neben stellt das Departement auf Ersuchen der Behörden und des Parlaments Enqueten an, endlich aber giebt es eine Arbeilszeitung als Monatsschrift heraus, welche vornehmlich Nachrichten über den Stand des Arbeitsmarktes in den einzelnen Gegenden und Branchen, über Lohnbewegungen, Ausstände, über wichtige Versammlungen, Assoziationen u. dergl., außerdem aber gerichtliche Entscheidungen über Materien der Arbeits- gesetzgebung enthält. Aehnliches ist von den Vereinigten Staaten zu sagen, wo nicht nur fast in jedem einzelnen Staate ein be- sonderes Arbeilsamt besteht, sondern auch für die ganze Union ein solches durch Gesetz vom 13. Juni 1883 ins Leben gerufen ist, welches„nützliche Nachrichten über die mit der Arbeit im all- gemeinsten Sinne und in der umfassendsten Anwendung dieses Wortes im Zusammenhang stehenden Gegenstände, insbesondere über deren Beziehung zum 5kapital, zur Arbeitszeit, zum Ver- dienste der männlichen und weiblichen Arbeiter und die Mittel zur Förderung ihrer materiellen, sozialen und geistigen Wohl- fahrt" erheben und verbreite» soll. Auch in Frankreich ist dem„Office du Travail" aus der Basis der Dekrets vom 19. August 1891 und vom 4. Februar 1892 ein großer Wirkungskreis zugewiesen, und Deutschland hat noch sehr viel nachzuholen, bis es wenigstens quantitativ an das heranreicht, was anderwärts als selbstverständlich gilt.— — Der Kampf gegen das bischen Arbeiter- schütz, das der Bnndesrath den Bäckern endlich zugebilligt hat. wird von den„wahren Arbeiterfrennden", den Konservativen und Freikonservativen, unermüdlich weitergeführt. Nach ihrer Jnter- pellalion im Reichstage und ihrem Initiativantrags daselbst haben sie nun im Avgeordnetenhause folgenden Antrag eingebracht: Das Haus wolle beschließen: Die königliche Slaatsregierung zu ersuchen, im Bundesralh dahin wirken zu wolle», daß die von demselben unter dem 4. März dieses Jahres erlassenen Be- ftimmungen betreffend den Betrieb von Bäckereien und Kon- ditoreien nicht in Wirksamkeit treten. Bessere Minirer kann sich die Sozialdemokratie wahrlich nicht wünschen.— — Der bekannte Sozialpolitiker Dr. Rudolf Meyer, bekanntlich ein Konservativer der alten Schule, beabsichtigt der heutigen konservativen Partei mit einer scharfen Kritik zu Leibe zu gehen. Er schreibt in einem dieser Tage ver- öffentllchten Briefe:„Wenn man in Berlin fragt, waS der alte Meyer macht, so theilen Sie, bitte, mit, daß ich gegenwärtig an einer Geschichte der konservative» Partei Preußens arbeite. Es soll dies»„in letztes Werk sein. Ich werde darin nachweisen. daß das Preußen Friedrichs des Großen einzig und allein durch die Faulheit, die geistige Unfähigkeit und die Anmaßung der ostelbischen Konservativen wirthschastlich zu gründe gerichtet worden ist. Was man jetzt in Deutschland Judenschafl nennt, ist lediglich die Folge des schmählichen Verratvs, den die Kon- servativen an ihren Grundsätzen und an dem Vaterlands begangen haben. Deshalb werde ich den Herren in meiner jetzigen Arbeit ein. Denkmal se�en, daß kein Hund mehr....." — Was alles nach der Ansicht eines Staats- anwalts bei den Arbeitern„politisch" sein soll. In Hanau war das dortige Gewerkschaftskartell jahrelang als eine völlig lose Körperschast thätig gewesen, ohne von der Polizei belästigt zu werden. Eines schöne» Tages jedoch wurde der Vertrauensmann des 5iartells von der Polizei aufgefordert, die Statuten und das Mitgliederverzeichniß des„Vereins" einzu- reichen. Der Vertrauensmann erklärte, das Kartell sei kein Verein und habe keine Statuten, worauf von der Polizei ver- langt wurde, daß sofort ein Statut festgestellt werde. Um allen Störungen aus dem Wege zu geben, beschloß eine Gewerkschaftsversammlung, das Gewerkschaftskartell in einen Verein umzuwandeln und dessen Statute» nebst Mitglieder- liste der Polizei einzureichen. Nachdem dies geschehen war, er- hob die Polizei die Anklage gegen zwei Mitgliederinnen und den Vorstand: der Verein sei ein politischer und deshalb dürften ihm Fraiien nicht angehören. Diese Klage kam am 27. April vor der Strafkammer in Hanau zur Verhandlung. Der Staats- anwalt— v. Jbell heißt der Herr— sah den Beweis dafür, daß der Verein sich mit Politik beschäftige, in der Bestimmung des Statuts, nach welcher das Kartell auch für die Durch- führung der Arbeiterschutz-Gesetze sorgen sollte. Um dies zu er- reichen, würde der Verein auf gewisse Beamte, z. B. auf die Polizei, also Organe des Staates, einwirken, und dies wäre eine politische Handlung. Mithin müsse auch der Verein als ein politischer im Sinne des preußischen Vereinsgesetzes gellen. Der Vertheidiger, Herr Dr. Löwenthal aus Frankfurt, wies darauf hin, daß der Staat nicht nur politische, d. h. aus den Staat als ganzes sich beziehende Aufgaben, sonder» noch viele andere zu erfüllen habe. Wenn ein Polizist z. B. einen um- geworfenen, den Verkebr hemmenden Wagen beseitigt, so sei dies doch gewiß keine politische Handlung. Wenn ferner ein Schutzmann gegen die Mißhandlung eines Thieres einschreite, so sei auch dies offenbar nichts Politisches. Daher hätte bis jetzt noch kein Mensch die T�ierschntzvereine als politische hingestellt, obgleich in ihren Statuten ausdrücklich vor- geschrieben ist, daß zur Verhinderung ober Bestrafung von Thier- quälereien die Hilfe der Polizei angerufen werden soll. Ganz ähnlich verhält es sich mit der Durchführung der Arbeiterschutzgesetze. Tie Thierschutzgesetze sind zum Schutze der Thiers, die Arbeiterschntzgesetze zum Schutze der Arbeiter er- lassen. Wenn ein Polizist dafür sorgt, daß diese Gesetze beachtet werden, dann habe dies mit der Politik gar nichts zu thun. Und ein Verein, der sich die Durchführung dieser Gesetze mit Hilfe der Polizei zur Aufgabe macht, sei deshalb durchaus nicht ein politischer. Das Gericht schloß sich diesen Ausführungen an und sprach sämmtliche Angeklagte frei. Der Eifer der Staatsanwaltschaft gegen die— Politik der Arbeiter ist um so bezeichnender, da. wie wir kürzlich berichtet habe», die landwirthschaftlichen Vereine,»ach der Erklärung der Herren, die es am besten wissen müssen, nämlich des Vorstandes der Landwirthschaftskammer, in jener Gegend tdatsächlich poli- tische Fragen erörtern und trotzdem von allen Anklagen verschont geblieben sind. Doch das gehört ja zu unserem„Rechtsstaat".— — Von dem sozialdemokratischen Kan- didaten im 4. hannoverschen Reichstags-Wahl- kreis Osnabrück geht uns folgende Zuschrift zu: Der Ausfall der am 20. April hier stattgehabten Stichwahl zwischen dem nationalliberalen und dem welfisch- ultramontanen Kandidaten hat der welfisch- ultramontanen Partei bösen Aerger bereitet. In diesem Aerger läßt sich nun das Organ der ultra- montanen Partei, die„Osnabrücker Volkszeituug". herbei, die ozialdemokratische Partei in niederträchtlger Weise zu ver- leumden. Von feiten des sozialdemokratischen Wahlkomitees war be- kanntlich die Parole„Slimmenenthaltnng" herausgegeben. Leider war ein großer Theil von Wählern dieser Parole nicht gefolgt, ondern halte den nationalliberalen Kandidaten gewählt. Wir verurtheilen dieses gewiß auss äußerste, denn die Gründe für ein derartiges Verhalten waren nicht stichvallig; wir stehen indeß nicht an, zu erkläre», daß dieselben aber nicht unehrenhaft waren. wir werden uns damit noch kurz in einer der nächsten Nummern befassen. Das ultramontane Organ schiebt dem Verhalten eines Theiles der Wähler nun äußerst unlautere Motive unter. Das Blatt dieser Partei, welche immer sich damit brüstet, für die Wahrheit zu kämpfen, lügt m einem Artikel gegen die Nationalliberalen unter anderem folgendes: Bornehm und fachlich in biefem Sinne ifty es zum Beispiel, einflußreiche Sozialisten mit H England. fammeln auf bie Gefahr hin, daß die Polizei schließlich die London, 8. Mat. Der Standard" schreibt, wie verlaute, Sand darauf legt? Doch das sei alles Nebensache, hauptfchweren einen zu trattiren und ihnen so sei die englische Regierung zwar nicht willens, bie Initiative fächlich Spreche gegen die Arbeitslosen Unterstützung, ber Arbeiter dem Unterschriften abzuschmeicheln." zu ergreifen zur Einberufung einer internationalen daß eigentlichen Biele abwendig Ich, als Randidat der sozialdemokratischen Partet im legten Ronferenz über die Zuderprämien, sie werde jedoch gemacht werde. Aufklärung und Agitation sei besser als Wabitampfe, der ich im Wahlkreise groß geworden, feit meiner nicht abgeneigt sein, Bertreter zu einer von Deutschland bewert Arbeitslosen- Unterstüßung. Er wisse wohl, daß der Arbeiter, frühesten Jugend in den vordersten Reihen der Partei stelligten Zusammenkunft dieser Art zu entfenden. Das Blatt wenn er hungert, nicht tampffähig ist, er wiffe aber auch, daß thätig, und die Parteiverhältnisse im ganzen Wahltreise aufs hört ferner, die Regierung sei von den Buderinteressenten ersucht in der heutigen tapitalistischen Gesellschaft trotz der besten genaueste tenne, alle Vorgänge bei der letzten Wahl peinlich be worden, mit Frankreich wieder Verhandlungen aufzunehmen zum Arbeitslosen- Unterstützung der Hunger unter den Arbeitern nicht obachtet habe, erkläre hiermit, daß die obige Behauptung der Zweck der Abschaffung des Prämiensystems. Es liege Grund zu beseitigen sei. Für Berufe, wie Osnabrücker Boltszeitung" eine niederträchtige Berleumdung ist, vor zu glauben, daß, wenn Frankreich dieses System aufgäbe, gewerbe und wo Saisonarbeit herrsche, sei die Arbeitsund fordere das Blatt auf, auch nur einen einzigen einfluß auch die anderen Länder, welche jetzt Prämien geben, diefem losen Unterstützung durch die Gewertschaft an sich ein reichen Sozialisten zu nennen, der sich hätte von den National- Beispiel folgen würden. Unding. Redner empfiehlt die folgende Resolution zur An liberalen durch Weintrattements bestimmen lassen, für deren nahme: Kandidaten durch Unterschrift einzutreten. Chr. Schrader. Köln, 8. Mai. Der Termin für den Münter- Prozeß gegen die Rhein. Beitung" ist nunmehr auf Freitag den 22. Mai feitgefeßt. Geladen find 70 3eugen, u. a. Ludwig Schröder, Bergmann Ecart, Rechtsanwalt Dr. Niemeyer, Reichs. tagsabgeordneter Dr. Lütgenau. In dem Prozesse wird die Frage, ob in der vielbesprochenen Bersammlung zu Bautau Schröder von Münter zu Boden geworfen ist, nochmals geprüft werden. Italien. viele im Bau" In Erwägung, daß es unter ben heutigen wirthschaft lichen Verhältnissen unmöglich ist, der kapitalistischen Geselschaft mit rein fapitalistischen Gegeneinrichtungen der Arbeiter erfolgreich entgegenzutreten und daß es dem Klassencharakter der modernen Arbeiterbewegung direkt zuwiderläuft, wenn man der Arbeiterschaft durch Schaffung tapitalistischer Einrichtungen unter uns ein Interesse am modernen Kapitalismus tünstlich einflößt, erklärt der Kongreß, daß keine Ursache vorhanden ist, dem Staate seine Pflichten für das Volt abzunehmen, sondern den Staat vielmehr zu zwingen, die Fürsorge für das werkthätige Volt so zu gestalten, wie wir es fordern. Deshalb verwirft der Kongreß die Arbeitslosen Unterstützung und erwartet, daß diejenigen Gewerkschaften, bei denen diese noch besteht, dieselbe allmälig abzuschaffen." Redner schließt unter Hinweis auf die moderne Technik, die z. B. die Buchbrucker nach Einführung der Segmaschine trotz ihrer schönen Arbeitslosen- Unterstützung auffliegen lassen werde, mit den Worten: Das ganze System der Arbeitslosen Unterstützung führt zur Bersumpfung. Nom, 7. Mai. Die Deputirtentammer fezte die Berathung über Afrika fort. Nachdem mehrere Redner ge sprochen hatten, begründete Sonnino, der Führer der Crispinianer, eine Tagesordnung über die Nothwendigkeit, die Feindseligkeiten in Afrika fortzusetzen, bis dieselben mit der Ehre der italienischen Fahne die Vertheidigung der Kolonie und die Befreiung der Gefangenen gesichert hätten. Sonnino fordert, daß man aus Liebe zum Vaterlande, so lange in Afrika gefämpft werde, aus der afrikanischen Frage fein Gefechtsfeld unfruchtbarer parlamentarischer Kämpfe mache. Die Opposition, wenigstens in Württembergischer Landtag. Die bedingte ihrem vernünftigen Theile, habe kein Verlangen, die gegenBegnadigung, welche durch fönigl. Erlaß vom 24. Februar d. J. wärtige Regierung in einen falschen Weg zu drängen, aus dem eingeführt wurde, gab dem Abg. v. Geß Gelegenheit, in der niemand mehr einen Ausweg finden tönne. Sonnino schließt, Donnerstagssigung seine alterthümlichen Rechtsanschauungen zum alle müßten an die Zukunft denken, denn Fehler in der äußeren Ausdruck zu bringen und den alten Reichsgerichtsrath zu Politit wären fast niemals wieder gut zu machen. Lebhafter zeigen. Der Rebner Standpunkt, Beifall. Lärm auf der äußersten Linken. Die Sigung wird ge baß alle Verlegungen der Geseze bestraft werden müssen schlossen.m und daß es gerade zu Verbrechen reize, wenn man das Spanien. erste Mal straffrei ausgebe; es wurde ihm aber von Ueber das Boltsschullehrer Glend schreibt verschiedenen Rednern bedeutet, daß die bedingte Begnadigung der Madrider Rorrespondent der Zürcher Post": Nach der Legien Hamburg: Nach meinem Dafürhalten kann es sich bei erstmaligen Verbrechern sehr wohl angebracht wäre. Gin Gazeta", dem offiziellen Organ der Regierung, schuldet man für den Kongres nicht darum handeln, die Gewerkschaften für Entwurf eines Gefeßes zur Besteuerung der Kunstwein den Volksschullehrern bis zum 31. Dezember 1895 nicht weniger oder gegen die Arbeitslosen- Unterstüßung zu verpflichten. fabritation wird lebhaft besprochen und treten hauptsäch als 8116 355 Befetas! Die Provinz Malaga allein 1 118 012 Die Frage steht blos zur Diskussion und lich die Abgeordneten der Weinbau treibenden Gegenden hierfür Pesetas. Würdig reiht sich dieser die Krone Andalusiens, Granada, im Anschluß an die Grörterungen in der Gewerks ein, während Genosse Kloß und einige voltsparteiliche Abgeord an. Ihnen folgen die Provinzen Jaen, Balladolid, Teruel usw. schaftspresse foll hier erörtert werden, ob eine nete sich gegen das Gesetz wenden. Nach langer Debatte wird Won den 49 Provinzen Spaniens haben nur 8(!) ihre Obliegen- Gewerkschaft sich vom Klassenstandpunkt entfernt, wenn sie die beschlossen, in die Einzelberathung des Gesetzes morgen einzuheiten erfüllt. In manchen Orten, besonders in der Provinz Arbeitslosen Unterstützung einführt oder die Gewerkschaften den Granada, schulde man den Lehrern den Gehalt seit mehreren Klassenkampf aufgeben, die ihre Arbeitslosen Unterstüßung beiJahren; in Baza zum Beispiel seit 5 Jahren eine Gesammt behalten.( Beifall.) sumine von 50 000 Pesetas. Das Bild wird noch trostloser, In der Diskussion erklärt sich wenn hinzugefügt wird, daß manche Lehrstellen nur mit 125 Pesetas dotirt sind. In vielen ausgedehnten Landbezirken findet Jahre hindurch überhaupt kein Unterricht statt; die Lehrer verdingen sich bei den Landwirthen, um durch Arbeit niedrigster Art das tägliche Brot zu verdienen. Der Klerus dagegen streicht jährlich 42 Millionen pesetas von Staats wegen ein. Türkei. treten. -In Gießen ist als Ranbibat ber sozialdemokratischen Partei bei der bevorstehenden Wahl der Genosse Philipp Scheidemann in Gießen aufgestellt worden. Ungarn. - Der Direktor der Nationalgallerie Karl Pulszty wurde gestern auf freien Fuß gesetzt. Man meint also alles gründlich vertuscht zu haben. Das ungarische Panama wird trotzdem einmal aufgedeckt werden. Sein Schmuß wird noch mehr zum Himmel stinten, wie das französische Banama. Schweiz. Konstantinopel, 7. Mai. Jufolge der gestern stattgehabten Versammlung der Botschafter wurden heute die Vorstellungen Der Bundesrath wird der Bundesversammlung bei der Pforte betreffs Ernennung eines christlichen Kai. Gesetzentwurf betreffend die Neuordnung der matams für 3eitun mündlich erneuert. Landwehr Infanterie, die Verstärkung der Divisionstavallerie, die Neuordnung der Truppenkörper der Artillerie und die Neuordnung des Unterrichts der Landwehr unterbreiten. Eine Mehrbelastung des Staates oder des einzelnen Bürgers ist in dem Gesetzentwurfe vermieden. Infolge der beabsich tigten Reform wird die Gefechtskraft des Heeres durch eine zweckmäßigere Gruppirung der Kräfte wesentlich gehoben. Frankreich. " V Wollmann Berlin für Einführung der Arbeitslosen Unterſtügung. Krüger Dresden beantragt, in der Resolution Fricke den legten Sag zu streichen. Es gehe zu weit, von den Gewertfchaften mit Arbeitslosen Unterstützung die Abschaffung dieser Einrichtung zu verlangen. S In der weiteren Diskussion, der übrigens bald durch einen Schlußantrag ein Ende gemacht wird, kommen faft nur Freunde der Arbeitslosen- Unterstügung zu Worte. Bei der Abstimmung wird zunächst nach dem Antrage Krüger der letzte Satz der Resolution& rice gestrichen, die solcher Gestalt abgeänderte Refolution aber abgelehnt. Amerika. Die Resolution Eichler wird, nachdem statt des zweiten AbNew- York, 7. Mai. Die republikanische Ronvention von fates folgender Paffus gesetzt ist: Der Kongreß empfiehlt des New- York, 7. Mai. Die republikanische Konvention von halb den deutschen Gewertschaften überall da die Einführung der Indiana hat die Kandidatur Mac Kinley's für den Arbeitslosen Unterstützung, wo sich einer solchen nicht unüberPräsidentenposten ebenso, wie die republikanischen Konventionen vieler anderer Staaten, bestätigt. Senator Sherman hat die An- windliche Schwierigkeiten entgegenstellen, mit großer Mehrheit ficht geäußert, daß Mac Kinley einstimmig als republikanischer angenommen. Kandidat für die Präsidentschaft aufgestellt werden würde, und solution Dupont- Heine, in der gesagt ist, daß die Einführung Ebenfalls mit großer Mehrheit angenommen wird eine Res daß dessen Wahl gesichert sei. der Arbeitslosen- Unterstügung in den Gewerkschaften keineswegs deren Klassencharakter beseitigt. Bweiter Kongre = Berlin, 8. Mai 1896. Die heutige Sigung wird von Legien Hamburg eröffnet und geleitet. Der Kongreß tritt in die Berathung über die Frage der Arbeitslosen- Unterstützung. = auch einmal Der Kongreß geht zur Berathung des nächsten Punktes der Tagesordnung über:" Die Agitation unter den Arbeiterinnen." Die Referentin Frau Kähler- Hamburg beklagt die rückständige Entwickelung der Organisation unter den Arbeiterinnen und empfiehlt die folgende Resolution zur Annahme: Auf allen Gebieten des wirthschaftlichen Lebens mehrt sich unaufhörlich die Verwendung der weiblichen Arbeitskraft. Diese Erscheinung ist eine Folge der Thatsache, daß die Arbeiterinnen durchgängig billiger arbeiten, als die Arbeiter und der kapitalistischen Ausbeutung gar. feinen Widerstand entgegenfeßen. Es ist daher für die Arbeiterklasse ein unabweisbares Gebot der Selbsterhaltung, ein Gebot der Humanität, eine Aenderung dieses schmachvollen Zustandes energisch anzu streben. Demgemäß verpflichtet der Kongreß die Generalfommission, auch in Zukunft die Agitation unter den Arbeiterinnen in jeder Weise zu fördern. Paris, 7. Mai.( Eig. Ber.) Die Monarchist en beginnen bereits ihre Bedingungen an das Ministerium zu stellen. Als Entgelt für ihre, dem Kabinet Méline unentbehrlichen Stimmzettel verlangen sie folgendes: Regelung des Vermögens steuergefeges", d. h. Schonung der religiösen Ordensgesellschaften, die der Gewerkschaffen Deutschlands hartnäckig die Zahlung der Steuer verweigern; Unabhängigkeit der Klosterwertstätten von jeder staatlichen Rontrolle; Besetzung der seit längerer Zeit vakanten Bisthümer nach den Wünschen Roms" und Gehaltsauszahlung an die Priester, welche unter dem radikalen Kabinet gefeßmäßig mit der Suspendirung des Gehalts gebüßt worden waren. Zuerst wurden diese Bedingungen in der Autorité" vom bonapartistischen Heißsporn, Paul de Unterstügung als wirksames Mittel zur Stärkung der Organi Eichler Leipzig befürwortet als Referent die ArbeitslosenCaffagnac, aufgestellt. Und nun kommt das solide orleanistische fationen. Erst mit der Arbeitslosen Unterstüßung werde Blatt Soleil" und erklärt gar Cassagnac's Wunschzettel für ein den Mitgliedern das volle Aequivalent für ihre Beiträge Minimum". Man begreift die Beunruhigung, welche dadurch einem Minifterium verursacht wurde, das zwischen der monarchistisch- kleri- Wechsel unter den Mitgliedern gehindert, den Organisationen gewährt. Es werde durch die Arbeitslosenunterstützung ein talen Scylla und der republikanischen Charybdis zu laviren hat. Der Wechsel unter den Mitgliedern gehindert, den Organisationen Temps", seit dem Regierungsantritt Méline's wiederum zu einem 18 Organisationen mit Arbeitslosen- Unterstützung vorhanden und verbleibe ein fester Stamm von Mitgliedern. Es feien jetzt halbamtlichen Organ aufgerückt, schreibt daher stolz, das Ministerium Die Statistit weise nach, daß diese Gewerkschaften die stabilsten werbe sich auf einen politischen Kuhhandel mit einer Partei Verhältnisse aufweisen. Als Ergänzung der Reise- Unterſtüßung Außerdem verpflichten sich die anwesenden Delegirten, für nicht einlassen, die stets der Feindseligkeit gegen die Republik fei die Unterstützung am Orte vom höchsten Werth, die den Anschluß der Arbeiterinnen an die bestehenden gewerk und die weltliche Souveränetät des Staates mehr oder minder schaftlichen Organisationen Sorge zu tragen, um dadurch die verdächtig( wie zart) ist." Kann man denn aber nicht auch jungen Mitglieder können auf diese Weise etwas für die älteren, die nicht mehr auf die Arbeiterinnen zu thatfräftigen Mittäinpferinnen für die wirthohne einen formalen Ruhhandel, vermittelst vertraulicher administrativer Rundschreiben die gesegesverachtenden Priester fich, wie Redner an dem Beispiel der Buchdrucker und anderer Wanderschaft gehen, thun. Mit 10 Pf. Beitrag pro Woche lasse schaftliche und geistige Hebung der Arbeiterklasse zu erziehen. In der Diskussion empfehlen Slomte Bielefeld und und Ordensgesellschaften schonen? Die Panamisten, Sudisten und sonstigen Schacherpolitiker Gewerkschaften nachweist, eine ganze Menge erreichen. Mit Ein Eisinger Nürnberg die Heranziehung der Frauen zu den find jedenfalls unter dem neuen Minifterium geborgen. Justiz führung der Arbeitslosen- Unterstützung würde sich das Bedürfniß Fachvereinen. Die fogen. Frauen- Bildungsvereine feien eher ein nach festen Lohnbestimmungen mehr minister Darlau, der als Berichterstatter der Untersuchungs- machen, der Vortheil fester Lohnbestimmung sei doch allgemein zu Kaffeekränzchen ausgeartet. und mehr geltend Hemmschub als ein Förderungsmittel, denn sie wären sehr oft tommission in Sachen der Eisenbahn Verträge den Urheber anerkannt. Eine Staatsunterstügung sei nicht anzustreben. Bei Eckardt Brandenburg ist mit dem Referat der Frau der verbrecherischen Verträge", Raynal, weißgewaschen hatte, schickt sich an, den schwebenden Untersuchungen( Südbahnhatte, schickt sich an, den schwebenden Untersuchungen( Südbahn- ohnbewegungen würde der Staat sofort verfagen, außerdem Kähler nicht sehr zufrieden. Er hätte von ihr aus ihren Eraffaire, Opiumschwindel, Souligour) ein rasches Ende zu bereiten. dürften sich die Gewerkschaften selbst nicht das flarfe Agitations- fahrungen gern gehört, wie man am besten die Agitation unter mittel der Arbeitslofen- Unterstügung aus der Hand nehmen den Frauen betreiben solle. Zu diesem Zwecke hat er foeben einen„ dringlichen" Bericht vom lassen. Der Arbeiter habe vor allen Dingen seine Lebenshaltung Türt Berlin begründet einen Antrag auf verstärkte Agitation General Broturator eingefordert. bei dieser Gelegenheit, daß die ministerielle Deklaration au verbessern und den Unternehmern so viel wie möglich abzu unter den Handlungsgehilfinnen mit den elenden Verhältnissen mit feiner Silbe von dem, vom radikalen Kabinet eingebrachten zwingen. Soweit es sich um den wirthschaftlichen Kampf handelt, unter den Verkäuferinnen. Er beleuchtet die ablehnende Saltung, feien die Theoretiker auszuschließen, die wie Dr. Lux die gestern die bürgerlichen Parteien im preußischen Landtage Gefeßentwurfe über die Unvereinbarkeit des gesetzgeberischen in der ,, Metallarbeiter Beitung" nur Verwirrung an gegen den Achtuhr- Schluß der Läden und die Forderungen Mandats mit Hochfinanzämtern spricht. Arbeiterstatistik eingenommen haben, Noch zwei für das Ordnungsministerium bezeichnenden richten. Wer sich von der Schaffung kapitalistischer Einrichtungen der Rommiffion für die nur das Interesse am modernen Kapitalismus erhöhen und bittet, seinen Antrag, eine Handlungsgehilfin in alle GroßMaßnahmen. Barthou, Dupuy's Bögling, hat die Dienst- tönnten, etwas verspreche, mache nichts als Redensarten und städte zur Abhaltung von Versammlungen zu entfenden, einentlassung von zwei Parifer Kommunalbeamten verfügt, deren wolle sich wohl um die erhöhte Beitragsleistung herumdrücken. stimmig anzunehmen. einer eine sozialistische Kandidatur für die Gemeinderathswahlen Redner empfiehlt schließlich folgende Refolution: In der Diskussion beklagen es verschiedene Redner, daß gar angenommen, während der andere als Sekretär eines sozialistischen Wahlausschusses fungirt hatte. Dabei stehen die Kommunalbeamten nicht einmal unter der Tisziplinargewalt des Ministeriums des Innern. Dagegen beabsichtigt der Kriegsminister, General Billot, den Generalintendanten Baratier wieder in der Intendantur unterzubringen. Baratier war vom radikalen und zivilen Kriegsminister Cavaignac zum Entsetzen der Militärfreise seines Amtes entsetzt wegen Maßregelung eines Difiziers, der pflichtgemäß einen von seinem Vorgesetzten begangenen Lieferungsschwindel denunzirt hatte. Ich erwähne noch Der Prozeß Rességuier Jaurès wird in zweiter Juftanz vor dem Appellationshof in Toulouse am 26. Mai beginnen. Millerand wird Jaurès, Goblet das Blatt„ Dépêsche" und Biviani die Petite Republique" vertheidigen. Holland. M In der Erwägung, daß die Arbeitslosen- Unterstüßung viele Parteigen offen sich nicht für die Frauenbewegung intereffiren, abgesehen von deren humanitärem Charakter die theilweise auch den Emanzipationsbestrebungen hinderlich ents Stabilität des Mitgliederstandes in den einzelnen Organisationen gegentreten. in hohem Maße garantirt und in der weiteren Erwägung, daß Nicht nur die Generalfommission, sondern auch die Gedurch diese Unterstügung auf die Lohn und Arbeitsverhältnifje vers wertschaftsvorstände sollten sich die Agitation unter den Frauen bessernd eingewirkt werden kann, indem das Angebot der angelegen sein laffen. arbeitslosen Hände unter den jeweilig geltenden Lohn- und Buchdruckerei Hilfsarbeiterin Frl. Bien hält es für am Arbeitsbedingungen wenn auch nicht vollständig beseitigt, so besten, wenn Arbeiterinnen aus den einzelnen Industriegruppen doch ganz bedeutend vermindert wird, erkennt der zweite unter den dieser Industriegruppe angehörenden Arbeiterinnen deutsche Gewerkschaftskongreß in diesem Unterstützungszweige agitiren. Da den Frauen aber die Erörterungen öffentlicher Aneinen bedeutenden, ja nothwendigen Förderer der gewerk- gelegenheiten verboten find, müßten die Männer die Frauen schaftlichen Organisationen. unterstützen. Die Buchdrucker hätten den Buchdruckerei. arbeiterinnen auch viel Unterstüßung angedeihen lassen. So müßte es in allen Berufen sein. Es tritt hierauf die Mittagspause ein. Der Kongreß legt deshalb den deutschen Gewerkschaften die Einrichtung der Arbeitslosen- Unterstützung dringend nahe, um die gewerkschaftlichen Organisationen in dem immer schwieriger werdenden wirthschaftlichen Kampfe achtungSaag, 7. Mai. In der zweiten Rammer antwortete der gebietender und damit widerstandsfähiger zu gestalten. In der Nachmittagsfizung wird zunächst die Resolution, der Kolonialminister auf eine Anfrage van Gennep's über die Ur- Korreferent ist Fricke Dresden. Es frage ich, ob man die Frau Kähler zur Agitation unter den Arbeite= fachen des Verraths des Atschinesenführers Tutu Djohan, Gewerkschaften zu Bersicherungsanstalten ausbauen wolle oder rinnen angenommen. Der Antrag Türk wird der es fehle an schriftlichen Nachrichten. Die wahrscheinlichen Gründe reine Kampforganisationen schaffen wolle. Das Ansammeln Generalkommission zur Erwägung überwiesen. des Verraths seien die Eitelkeit und die Unbeständigkeit des von Rapitalien zur Versicherung sei thatsächlich ein Legien theilt mit, daß der Antrag der Kommission über die Atschinesenführers. Der Minifter erklärte, er werde niemals Rofettiren mit dem modernen Kapitalismus und geeignet, Aufgaben der Generalkommission in der nachträglich abgeänderten seine Zustimmung zum Aufgeben der Konzentrationslinie er dem Arbeiter seine soziale Lage zu verschleiern. Das Form mit 112 Stimmen, die 213102 Mitglieder repräsentiren gegen theilen, diefe Linie dürfe aber auch nicht ausgedehnt werden. sei der Hauptfebler biefer Versicherungspolitiker. Ganz 17 Stimmen mit 39 399 Mitgliedern angenommen worden ist. Zehn Eine Depesche der Nieuws van den Dag" aus Batavia etwas anderes sei ein Streiffonds, der schließlich zum Delegirte, die 18 641 Mitglieder vertreten, fehlen bei der Avmeldet, daß das Zusammenströmen feindlicher Banden in Atschin Kampf gegen das Unternehmerthum nothwendig fei. Bu bestimmung. zunimmt. Die Umgebungen der holländischen befestigten Linien denken sei auch, daß die heutige Gesellschaft, falls sie merken Alsdann geht der Kongreß zum nächsten Punkt der Tagesfind durch starke Regenfälle überschwemmt und daher Bewegungen würde, daß wir ihnen unbequem werden, Wittel nnd Wege finden ordnung: Die Arbeitsvermittlung als gewerk. der Holländer unmöglich. würde, die Aber zu unterbinden. Solle man denn Fonds an' schaftliche und kommunale Einrichtung. " Partei- Nachrichten. v. Im Hamburg hält das Referat, bas er mit einer Generalfommiffion mit 65 gegen 58 Stimmen abgelehnt worden 12ohntarifs getroffen. Da, wie erwähnt, Schilderung der Verhältnisse in Paris in bezug auf die Arbeits sei. Richtig ist, daß 65 Delegirte dafür, 58 dagegen das Zustandekommen eines folchen Zarifs börse einleitet, die das Ideal der Arbeiter aller anderen stimmten und nur durch den Umstand, daß nicht nach Ver- im Wege des Vergleich zunächst nicht zu Länder sei. Er warnt vor allzu großem Vertrauen in die tretern, sondern nach vertretenen Mitgliedern erhoffen ist, fo erachten sich die Konfettios Staatshilfe. Seine Ausführungen gipfeln in einer ausführlichen der Gewertschaften abgestimmt wurde, fiel obiger Antrag. n äre an die Bereinbarungen vom 19. Februar Resolution, deren Leitsäge hier mitgetheilt seien: dieses Jahres nun nicht mehr gebunden und ,, Grundsäglich abzulehnen ist jede Erwägung der Möglichkeit erklären dieselben für hinfällig." gez. H. Rosena einer gemeinsam geführten Arbeitsvermittelung zwischen Arbeiter baum, Martin u. Flatow, Julius Hopp, Martin Moral, und Arbeitgeber. Der Einfluß des Kapitals auf die Kommunal. Ueber die Maifeier liegen noch Berichte vor aus den J. Gottschalt, E. Hannes, M. Loewrnthal." verwaltung ift heute noch so großer, daß bei Orten: Köpenid( 750-800 Theilnehmer; ausgezeichneter Ver- 2. Dem Vorwurf der Verschleppung wird damit begegnet, allgemeiner Einrichtung kommunaler Arbeitsnachweise diese nur lauf), Strasburg i. d. U.( Redner Brüsch, Borchert und daß das Einigungsamt durch die infolge der Erhebungen zutage den Interessen des Kapitals dienen werden. Konrad), Oranienburg( Referent R. Duchateau aus Reinicken. getretenen außergewöhnlichen Verhältnisse am 2. April cr. zu Es ist deshalb ein Irrthum, von der Errichtung kommunaler dorf), Wriezen( Referent am 1. Mai Salomon, am 3. Mai dem Beschluß gedrängt wurde, die Vernehmungen weiter fort Arbeitsnachweise eine Verbesserung des gegenwärtigen Zustandes zu B. Bruns aus Berlin), Breslau( Ref. Geiser), Braun zu setzen. erwarten; bei eintretenden Lohndifferenzen werden die kommunalen fchweig( Stef. Blos), Neuhaldensleben( 2. Mai; 3. Ein Antrag auf Abbrechung dieser Vernehmungen, die Arbeitsnachweise eine beständige Gefahr für die Arbeiter insofern Referentin Frau Greifenberg aus Berlin, deren Vortrag fo mit größtmöglicher Beschleunigung täglich von 9 bis 8 Uhr im bilben, als dieselben entgegen ihren Interessen gehandhabt werden. gefiel, daß wir beauftragt sind, ihr an dieser Stelle die An- Köllnischen Rathhause vorgenommen werden, sowie ein Antrag Will der Staat oder die Kommune etwas für die Arbeits- erkennung der Neuhaldenslebener Genoffen zu übermitteln; infolge auf Fällung eines Schiedsspruchs ist nach diesem Beſchluſſe von vermittelung thun, so haben sie sich nach Ansicht der Vertreter der ihres Vortrages baben sich eine beträchtliche Anzahl Perfonen feiten der Parteien beim Einigungsamt gestellt. gewerffchaftlich organisirten Arbeiterschaft Deutschlands lediglich den Arbeiter Organisationen angeschlossen). Weiter wurde Berlin, den 8. Mai 1896. darauf zu beschränken, den Arbeitern die pekuniären Mittel die Maifeier begangen in: Rellinghusen( Ref. Kümmel; Der Vorsitzende des Gewerbegerichts zu Berlin. hierfür zu gewähren nach Art der auf merkantilem Gebiete zum 70 Arbeiter ließen die Arbeit ruben), Hartha i. S.( die gez. von Schulz. beften der Kaufmannschaft errichteten Handelsbörsen. Filzwaarenfabriken waren von Mittag ab geschlossen; der Vor dem Einigungsamt des Berliner Gewerbegerichts Für die Spezialbranchen ist eine Leitung durch Fachleute Kommers, das Konzert und die Versammlung war verboten wurden am Freitag mehrere Frauen vernommen, die für den eine unbedingte Nothwendigkeit. Der zweite Kongreß der Ge- worden, trotzdem hat man den 1. Mai zu feiern gewußt; ferner Bwischenmeister Bosch te Knabenanzüge machten. Es sind ohne werkschaften Deutschlands warnt deshalb die Arbeiter aller Orte in Limbach, Döbeln und in vielen anderen Orten des Ausnahme solche Frauen, die auf den Erwerb angewiesen sind, vor jeglichem Experiment auf einer anderen Grundlage als der 10. fächsischen Reichstags- Wahlkreises( der vorwiegend ländlichen weil der Verdienst der Männer nicht hinreicht, um den Unteralleinigen Leitung von Arbeitsnachweisen durch die Organi- Charakter hat), Reichenau und Waltersdorf bei Zittau, balt der Familie zu bestreiten. Unter ihnen befindet sich auch fationen der Arbeiter. Der Arbeitsnachweis muß den Gewerk- Chemnih( nicht nur 1000, wie infolge eines 1000, wie infolge eines Druck die Frau eines auf den städtischen Stättepläßen zu einem Wochenschaften gehören." fehlers mitgetheilt wurde, sondern 10000 Personen lohn von 15 M. beschäftigten Arbeiters. Obwohl die Frau fränflich Faber Berlin schließt sich den Ausführungen v. Elm's nahmen an der Maifeier theil), Blantenhain bei ist, muß sie doch wie sie angiebt den ganzen Tag arbeiten, an. Er empfiehlt eine Resolution des Jubalts, daß es Pflicht Borka in Thüringen( 5. Mai, Referent Fahrenkamm aus Erfurt), erreicht aber nur einen Wochenverdienst von 3 M. Eine andere des Staates resp. der Kommunen ist, die Arbeitsvermittelung zu Merseburg( Ref. Krüger), Eilenburg( Ref. Weißmann), Frau verdient mit ihrem Manne, der Kellner und oft ohne regeln, und daß die Arbeitsvermittelungsstellen unter die selbst- Delisch( Ref. Thiele), Frankfurt a. M.( 1. Mai früb Stellung ist, zusammen 17 M. Wochenlohn, bei täglich fünfzehnständige Selbstverwaltung der Arbeiter und Gewerkschaften zu 2 Versammlungen, Referenten Scheuing und Wilh. Schmidt, zu stündiger Arbeitszeit. Alle in dieser Sigung vernommenen stellen sind. Da aber von Staats wegen eine solche Einrichtung fammen 1800 Theilnehmer, darunter viele Frauen; nachmittags Arbeiterinnen haben von Herrn Woschke bisher 121/2 pCt. Zunicht zu erwarten ist, so sollen die Gewerkschaften ihre eigenen in 2 Lokalen gemüthliche Unterhaltung; abends 4 sehr start be- fchlag auf ihren Arbeitslohn erhalten, der ihnen aber von jezt Arbeitsnachweise ausbauen. suchte Versammlungen, Referenten Brand, Gräf, 2. Opifizius an nicht mehr gezahlt werden soll, weil der Konfektionär Hannes, Störmer Hamburg erörtert die Verhältnisse im Seemanns- und Rühl; am 3. Mai Maifest im Stadtwalde unter Betheiligung für den Woschke liefert, die Zulage gleichfalls rückgängig ges gewerbe und empfiehlt einen von Hoffmeier gestellten Antrag, in von 27-30 000 Personen), Bockenheim( früh Ref. Hoch, macht hat. welchem ein gefeßliches Verbot der Arbeitsvermittelung gegen abends Ref. Beckmann), Wiesbaden( Ref. Quarck), Der hamburgische Fabrikinspektor David Steinert, eine Entgelt verlangt wird. Rückingen( Ref. Hoch), Bieber( Ref. Orb), Langen, Ober- Zierde des mit der Gewerbe- Aufsicht betrauten Beamtenförpers, Weitere Redner treten für die Resolution Elm ein. stein an der Nahe( aus Rücksicht auf die kleinstädtischen Ver- ist kürzlich nach langwieriger Krankheit im Alter von 67 Jahren Hoffmeier Hamburg( Vertreter der Kellner) beleuchtet hältnisse wurde die Feier am 2. Mai begangen, das Referat gestorben. Er scheute nie Mühe und Konflikte mit den Unterdie Mißstände der Stellenvermittlung im Kellnergewerbe. Die hatte Karl Berg aus Kreuznach), Worm 3( Referent Ernst nehmern, wenn es galt, seiner Pflicht zu genügen, den Arbeiter. 14 Stellenvermittler in Hamburg verdienen von den arbeit- Schäfer), Gaggenau in Baden( 3. Mai, Referent Heinrich ſchutz zur Durchführung zu bringen. Den Sizungen der Reichssuchenden Kellnern 150 000 Mark jährlich. Sie locken Schäßle aus Bulach, ferner sprachen verschiedene Metallarbeiter fommission für Arbeiterstatistik wohnte er als Kommissar der junge Kellner aus der Provinz nach der Großstadt, nehmen aus Baden- Baden, Karlsruhe und Achern). hamburgischen Regierung bei. Auch dort hat er sich sehr nüßlich ihnen 20, 30, 40 Mart ab und theilen den Raub mit den Gast- Fast in sämmtlichen der hier genannten Orte war gemacht. Bescheidenheit und Uneigennüßigkeit zeichneten ihn neben wirthen. Ich will das gesetzliche Verbot" aus meinem Antrag die Maifeier diesmal noch viel zahlreicher besucht als großem Pflichteifer aus. streichen, verlange aber eine Bekämpfung dieser Art Stellen- im vorigen Jahre. Nur in zwei bis drei dieser Die Errichtung einer Lungenheilanstalt in Sülzhayn vermittelung.( Beifall.) Orte litt fie entweder unter schlechter Witterung oder im Harz beschloß der Aufsichtsrath der Norddeutschen Leipart Stuttgart beantragt die Angelegenheit bis zum unter besonders ungünstigen lokalen Verhältnissen. Bemerkt sei Knappschafts- Pensionstaffe Die Kosten des Baues nächsten Kongreß zu vertagen. zum Schluß noch, daß in Lägerdorf wegen Ermangelung von find auf 550 000 m. veranschlagt. Die Anstalt wird 100 Betten Versammlungen ein Flugblatt verbreitet wurde, worin der Werth faffen. der Maifeier auseinandergesetzt ist und zum Anschluß an die Partei Die diesjährige Delegirtenversammlung des Gesammt und an die Gewerkschaften, insbesondere an den Verband der verbandes der evangelischen Arbeiter Vereine Fabrit- und Handarbeiter, sowie zum Abonnement auf die Deutschlands wird am 26. und 27. Mai in Stuttgart abSchleswig- Holsteinische Volkszeitung" oder die„ Nordwacht" auf- gehalten. Auf der Tagesordnung stehen u. a. Verbilligung der gefordert wird. Verwaltung der Arbeiterversicherung, Wohnungsreform und Anftellung weiblicher Hilfskräfte bei der Fabrikinspektion. = Die Debatte wird geschlossen und v. Elm wendet sich gegen den Vertagungsantrag. Es habe sich gezeigt, daß eine Anzahl Gewerkschaften geneigt ist, im Fahrwasser bürgerlicher Sozialreformer zu segeln. In den drei Jahren bis zum nächsten Rongreß tönnte so viel Unheil geschehen, daß man es dann gar nicht wieder gut machen könnte. Odenthal Köln berichtigt eine Aeußerung Elm's gegen den Arbeitsnachweis der Stadt Köln. Dieser Nachweis wirfte sehr segensreich, namentlich für nicht gewerbliche Arbeiter und Dienstmädchen. Es könne sich nur empfehlen, solche Arbeitsnachweise auszubauen, die Hauptsache sei, daß den zielbewußten Arbeitern ausreichender Einfluß darin gesichert werde. Die Streitklausel befindet sich übrigens in dem Regulativ des Kölner Arbeitsnachweises. " Von der Agitation. Gut besuchte Versammlungen hielt Ottilie Baader aus Berlin in Zeit und Hermsdorf in Sachsen- Altenburg und in Dresden ab. Die Vorträge der genannten Rednerin bezogen sich auf die Stellung der Frau zu den Gewerkschaften, zum Bürgerlichen Gesetzbuch 2c. In Herms dorf, wo das Hauptgewerbe die Porzellanfabrikation ist, wurde nach ihrem Vortrage beschlossen, dafür zu wirken, daß in den Porzellanarbeiter Verband fünftig auch Arbeiterinnen auf Leipart Stuttgart begründet seinen Antrag auf Ver- genommen werden. In Dresden besprach die Rednerin die tagung der Entscheidung damit, daß in Württemberg die Gewerk- Arbeitsbedingungen des weiblichen Personals in der Wäsche schaften und die politische Partei für Errichtung kommunaler fonfektion. Man beschloß, eine unermüdliche Agitation zu entArbeitsnachweise eintreten. in Der Antrag Leipart wird abgelehnt. Faber Berlin zieht seine Resolution zurück. = = 0 falten, bis auch in diesem Gewerbe menschenwürdige Zustände Platz gegriffen haben. In Wittenberge sprach Bebel in einer Versammlung anvon über 1000 Personen über die gegenwärtige Lage. Aus der ganzen West- Priegniz und der Altmark waren Leute herbeigeeilt, um den Redner zu hören. sichtigen. Das sächsische Ministerium des Jnnern, Abtheilung für Ackerbau, Handel und Gewerbe, hat an die Gewerbekammern eine Verordnung erlassen, in der die Kammern mit den in Württemberg eingeführten Arbeitsämtern, die vom Staat unterstützt werden, bekannt gemacht und sie aufgefordert werden, sich darüber gutachtlich zu äußern, ob derartige Einrichtungen zu treffen sich auch für Sachsen empfehlen würde. Die Gewerbekammer Leipzig verneinte in ihrer letzten Plenarsizung die Einführung von Arbeitsämtern, weil die Sozialdemokratie darauf Einfluß gewinnen und sich dieser Institution bemächtigen würden. Ebenso lehnte die Kammer die Einführung des Tagesunterrichts für den Fortbildungsschulunterricht ab, obgleich der für das Fleischer,- Bäcker- und Gastwirthsgewerbe eingeführte Tagesunter richt anerkannt beffere Früchte gezeitigt hat als der Unterricht in den Abendstunden. Die Resolution v. Elm wird mit großer Majorität genommen, ebenso der Antrag Hoffmeier betr. die private Stellenvermittelung gegen Entgelt. Dieser felben furzsichtigen Gesellschaft zu liebe, die die Timm Berlin referirt über den nächsten Punkt der Tagesordnung:„ Hausindustrie und Schwißsystem." Er empfiehlt eine In Eberswalde wird unserer Partei nur das Rest au Leipziger Gewerbekammer sehr charakteristisch mit vertritt, hat Resolution zur Annahme, die sich unter Hinweis auf die Ver- rant zur Mühle zu Versammlungen überlassen, und in die sächsische Regierung die hunderttausende von intelligenten hältnisse in der Konfektionsschneiderei und der Wäschekonfektion, ee germühle bei Eberswalde nur das Restaurant fächsischen Arbeitern des gleichen Landtagswahlrechts beraubt. Die Errichtung von Sanatorien für Lungenkranke wird der Sattlerei, Ledergalanterie Industrie, der Tabatum Jagdschlößchen. Die Berliner Parteigenossen werden industrie, in Holzbearbeitungs Gewerben und der Lithographie gebeten, bei ihren Ausflügen diese beiden Lokale zu berück in der Schweiz seit einigen Jahren eifrig diskutirt und man will hierbei in der Weise vorgehen, daß die Kantone solche gegen die rückständige Betriebsform der Hausindustrie und das Schwigsystem erklärt. Da vom Staate teine Hilfe zu erwarten In Göttingen hat, wie mehrere Parteiblätter berichten, Seilstätten errichten. Der Kanton Bern besigt bereits eine ist, so ertlärt der Gewerkschaftskongreß, daß die Arbeiter selbst der dort seit einem Jahr erscheinende„ General- Anzeiger", Heilanstalt für unbemittelte Lungentrante am Thunersee; der Kanton Baselstadt hat eine in Davos für ca. eine halbe alle Kraft einsetzen müssen dafür, daß an stelle der Hausindustrie der bisher unparteiisch" war, jezt plöglich öffentlich erklärt, die Million Franken errichtet, die für 60 Personen berechnet ist und und des Schwigsystems geordnete, der Gewerbe- Ordnung unter Bestrebungen der Arbeiterschaft anzuerkennen und für ihre Inter- nächstens eröffnet wird; auch der Kanton Baselland bat worfene Betriebswerkstätten unter Vermeidung des Zwischenmeister effen eintreten zu wollen. Das Blatt wird nun als ein Organ bereits eine größere Summe für diesen Zweck verfügbar, ebenso Systems treten. Der Kongreß beklagt es, daß der Staat noch unserer Partei bezeichnet. Das iſt es aber feineswegs, was die Kantone 3 ürich, Glarus, St. Gallen, Graubünden, immer Arbeiten vergiebt, ohne daß er untersucht, ob dieselben schon daraus hervorgeht, daß weder dem Agitationskomitee der welchen Beispielen ohne Zweifel die anderen Kontone folgen werden. durch Zwischenmeister ausgeführt werden. Seine Berachtung Provinz Hannover noch unseres Wissens dem Parteivorstand An den Ort, wo ein Lungen- Sanatorium errichtet wird, werden drückt der Kongreß über den Wortbruch der Berliner Herren- feitens der Göttinger Parteigenoffen Mittheilung gemacht worden folgende Bedingungen geknüpft: hohe Lage( mindestens 1000 Meter), und Knaben- Konfektionäre aus. Sämmtliche organisirten Arbeiter ist, daß das Blatt von ihnen als Partei- Organ anerkannt sei. Nebelfreiheit, Windschutz, starte Besonnung, ebenes Terrain, Wald, Beutschlands verpflichten sich, die Konfektionsarbeiter und Wasser und Nähe eines ständigen Arztes. Diese Bestrebungen Näherinnen in dem Kampfe zu unterstüßen, der nothwendig Unserem Partei Vertrauensmann Bruno Irmscher find in hohem Maße anerkennenswerth, daneben sollten aber auch werden wird, um endlich einigermaßen Ordnung in die Kon in Chemnitz ist eine Strafverfügung über 100 M. zugegangen, die anderen Bestrebungen nach Verkürzung der Arbeitszeit, nach fettions- Industrie zu bringen. weil er im Beobachter" über Beiträge zur Parteitaffe quittirt Erhöhung der Arbeitslöhne, Hebung der Wohnungs- und der Sassenbach Berlin konstatirt, daß auf eine vor drei hat und dadurch eine öffentliche Geldsammlung veranstaltet haben ganzen Lebensverhältnisse der Arbeiter allerorten kräftigst unterviertel Jahren an alle Kriegsministerien gesandte Petition, soll, wozu er die polizeiliche Genehmigung hätte einholen müssen. tüßt und gefördert werden. der gebeten wird, die Sattlerarbeiten nicht durch Da er zur Sammlung nicht aufgefordert hat, ergiebt sich von Aeußerst wenig Interesse bringen die Industriellen Zwischenmeister herstellen zu lassen, von feinem einzigen bundes- selbst, ob die Behörde recht hat oder nicht. Richterliche Ent- Pforzheims den Unfallberufsgenossenschaften entgegen. So ftaatlichen Kriegsministerium eine Antwort eingegangen ist. scheidung ist natürlich beantragt. Nach kurzer Debatte wird die Resolution Timm einstimmig angenommen. Der Generalfommission wird die Aufgabe zugewiesen, Material über die Hausindustrie zu sammeln und dieses in geeigneter Weise zu veröffentlichen. in " Dem Verband der Müller werden 1000 M. bewilligt, Den Gewerkschaften wird empfohlen, ihre Beiträge möglichst zu erhöhen. Eine Anzahl Resolutionen, die Wünsche auf verstärkte Agitation bei den Müllern, Bauhandwerkern, Ziegeleiarbeitern 2c. enthalten, werden der Generalkommission zur Erwägung und Befolgung überwiesen. Ein Antrag, bei allen Ausständen die Forderung auf Arbeitsruhe am 1. Mai zu stellen, wird abgelehnt. Ein Antrag auf Herausgabe einer Maimarke wird ebenfalls abgelehnt. Ueber eine Anzahl Anträge, die Statutenänderungen und Organisationsfragen betreffen, wird zur Tagesordnung überPolizeiliches, Gerichtliches 2c. Soziale Neberlicht. Berichtigung fest: V ist von den 500 Edel- und Unedel- Metallindustriellen seit den letzten 5-6 Jahren fein einziger in den jährlichen Settions. versammlungen erschienen, und zwar troh wiederholter Ein. ladung. Infolge dessen ist noch keine Einzahlungsstelle beim Pforzheimer Sektionssekretariat errichtet worden, die eine Portoersparniß von 12-1500 m. jährlich mit sich bringen würde. Die Gleichgiltigkeit der Herren vom Geldfack würde bald einer lebhaften Betheiligung weichen, wenn man die Berufs. genoffenschaften so organisiren wollte, daß deren Verwaltungen je zur Hälfte aus freigewählten Vertretern der Unternehmer und Arbeiter bestehen müssen. " Das Gewerbegericht zu Berlin ersucht uns um Aufnahme Es folgt der letzte Punkt der Tagesordnung: Bernachstehender Erklärung: schiedene Anträge". Es wird beschlossen: Infolge der von den hiesigen Zeitungen unterm 6. d. M. Die Generalfommission soll mit den Gläubigern in Ber- refp. 7. b. M. gebrachten Mittheilungen der Herren- und bindung treten, ob sie nicht auf die gegebenen Darlehen im Knabenkonfektionäre stelle ich hiermit folgendes zum Zwecke der Interesse der Gewerkschaftsbewegung verzichten wollen. 1. Das an das Einigungsamt seitens der Siebener- Kommission im Auftrage der Konfektionäre am 24. April d. J. gerichtete Schreiben lautet wörtlich: Depeschen und lehte Nachrichten. , Berlin, den 24. April 1896. Jn Sachen betreffend den Ausstand der Konfektionsschneider der Herren Knabenkonfektion Königsberg i. Pr., 8. Mai. Heute Nachmittag bald nach hier( J.-Nr. 254 Gew.- Ger. 96) machen wir folgende Mit- 8 Uhr brach in einem der Stadt gehörigen Lagerhause ein theilung ergebenst: In der am 23. April cr. stattgehabten Schadenfeuer aus. Der Brand entstand in einem Raume, welchen Versammlung von Konfektionären, zu welcher alle hiesigen die Firma Levithan und Komp. gemiethet hat. Nach AusEngrosfirmen geladen, und in welcher dieselben zahlreich er fage der Firma ist heute in diesem Raume nicht gearbeitet worden. schienen waren, ist der neuerdings von einzelnen Arbeitgebern Infolge des scharfen Nordwestwindes wurde der Brand auf die und Arbeitnehmern ausgearbeitete und vorgeschlagene Lohn- andere Seite der Straße übertragen und ergriff 4 im Fachwert tarif durch Mehrheitsbeschluß abgelehnt abgelehnt und für un- aufgeführte Speicher. Ein weiteres Umfichgreifen des Feuers, annehmbar erklärt worden. In den Verhandlungen welches noch fortdauert, wurde durch die energischen Anstren Mehrere Anträge, die sich auf die Verschmelzung der ein- dieser Versammlung ist gleichzeitig eine so große Ver- gungen der Feuerwehr mit Dampfspritzen 2c. verhindert. Immers zelnen Organisationen beziehen, werden als durch das Organi- schiedenheit der Meinungen und Interessen der einzelnen hin dürfte der Schaden bereits 1/2 Millionen Mark betragen. fationsstatut der Generalkommission für erledigt betrachtet, Ronfektionäre zu tage getreten, daß wir die Möglichkeit, irgend Rotterdam, 8. Mai.( W. T. B.) Die Löscher für ErzDamit ist der Kongreß am Ende seiner Arbeiien angelangt. einen festen spezialisirten Minimal- Lohntarif in absehbarer Zeit und Getreideladungen sind in den Ausstand eingetreten. Sie verLegien weist in seinem Schlußwort darauf hin, daß troh durch Vergleich zu stande zu bringen, bezweifeln müssen. Die langen Entlohnung nach dem Tarif für das Löschen von Erzen, mancher Differenzen schließlich doch Einigkeit erzielt worden sei Versammelten erklärten zwar, daß sie unablässig bemüht welcher anläßlich des legten Ausstandes von einer Firma aufund schließt mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf die bleiben wollen in direkten Verhandlungen mit ihren Arbeitern gestellt wurde. Nur bei wenigen Schiffen wird gearbeitet. Für Gewerkschaftsbewegung, die Errichtung befferer Arbeitsbedingungen die Lohnfäße, soweit dies irgend angängig, zu erhöhen; heute Abend ist eine große Versammlung der Ausständigen an= und den Anbruch einer schöneren Zukunft. die Grundlagen eines Minimal Lobntarifs ergaben gekundigt. Schluß 62 Uhr. die Erörterungen indeß keinerlei nebereinstimmung. Die Paris, 8. Mai.( W. T. B.) Nach Meldungen hiesiger In dem geftrigen Bericht über die Donnerstag Nachmittags- Vereinbarungen vom 19. Februar cr. waren Blätter wurde in Sfax in Tunis der englische Missionar Leach sigung ist insofern eine Unrichtigkeit enthalten, als es dort heißt, provisorische, in der Boraussetzung des sammt Frau und Kind ermordet. Es soll ein Racheakt vor daß der Antrag auf Abführung eines Beitrags von 5 Pf. an die 3 ustandekommens eines festen, definitiven liegen. gegangen. = über Verantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Truck und Verlag von Mag Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilaget 1. Beilage zum„Vorwärts" Berliner VoWIatt. Nr. 108. Sonnabend, den 9. Mai 1896. 13. Jahrg. Veichskcrg. 87. Sitzung vom 8. Mai 1896. 1 U h r. des Bundesraths: Bei Beginn der Sitzung von 12 Abgeordneten eröffnet Präsident aus dem Wege und wichtigen Abstimmung. Die StaatSmedjzin soll haben, es müssen auch Am Tische niemand. In Anwesenheit t>. Buol die Sitzung. Eingegangen ist der Gesetzentwurf wegen Aenderung des Gesetzes betreffend die Fricdenspräsenzstärke des deutsche» Heeres von 1593. Auf der Tagesordnung steht zunächst die zweite Berathung der von de» Abgg. Förster(Reform-P.) und Bios(So,.) beantragten Gesetzentwürfe wegen Aushebung des Impf- Zwanges. Abg. Schmidt-Frankfurt(Soz.) erklärt sich für die Auf- Hebung des Impfzwanges, weil er in seinen Bekanntenkreisen sehr viel üble Erfahrungen mit Jmpsschäden gemacht habe. In dieser seiner Anschauung lasse er sich auch nicht beirren durch die etwas phrasenhaften Ausführungen bei der letzten Berathung des Antrages. Redner erinnert daran, daß auch das Diplherie- Heilserum mit großer Begeisterung aufgenommen sei. bis einem der wärmsten Anhänger desselben ein Unglück damit zustieß. Die Gründe der Jmpfgegner feien auch durch das Büchlein des Reichs- Gesundheitsamts nicht widerlegt worden. Der Rückgang der Sterblichkeit an Pocken wird in Deutschland auch auf den Impfzwang zurückgeführt, während im Grunde genommen nur die besseren sanitären Einrichtungen daran schuld sind. Durch die Verwendung der Kälberlymphe werden manche Kinderkrank- heiten vermieden, aber es giebt Aerzte. welche glauben, daß z. B. Nierenkrankheiten dadurch übertragen werden können. Redner empfiehlt das Naturheilverfahren und schließt mit den Worten aus Faust: So habt ihr mit den höllischen Latwergen in diesen TbSlern, diesen Bergen weit schlimmer als die Pest getobt, ich habe selbst den Gift an Taufende gegeben und muß es jetzt erleben, daß man die frechen Mörder lobt. Abg. Förster- Neustetti»(Resorm-P.) beantragt, die ver- bündeten Regierungen aufzufordern, eine freie Kommission ein zusetzen zur Prüfung der Frage, ob die Voraussetzungen, welche zur Einführung des Impfzwanges geführt haben, noch vorliegen. Dieser Forderung müßten die Jinpüreunde nachgeben, da die Zahl der Jmpfgegner eine sehr große geworden ist. Wenn die Regierungen auf unseren Antrag nicht eingehen, dann werden wir die Mittel ausbringen, um die tüchtigsten Leute in Berlin zusammentreten und diese Frage in freier Besprechung mit den Vertretern der sogenannten Wissenschaft erörtern zu lassen. Redner wendet sich gegen die Ausführungen der Abgg. Kruse und Langerbans in der letzten Verhandlung der Anträge. Redner verweist darauf, daß zahlreiche Aerzte sich vom Impf- zwange abgewendet haben; eine solche Bekehrung wiegt schwerer als die Nachlrelerei und Nachbeterei in ihrer Hammelhaftigkeit. (Heiterkeit.) Redner geht die einzelnen Sätze der Reden der Jmpsfreunde Kruse und Langerhans vom 12. März durch und widerlegt ihre Behauptungen. Es gehöre immer ein gewisser Muth dazu, als Gegner des Impfzwanges aufzutreten; das zeige ja auch die schwache Besetzung des Hauses. Man gebt dieser Frage gern entschuldigt sich nachher mit der die im Abgeordnetenhause stattfand. nicht eine ausschließlich« Berechtigung Männer anderer Anschauungen in die obersten Stellen kommen Herr Langerhans habe gefragt: ob wir denn 100 Jahre nach Jenner einen Rückschritt machen wollen? Das wird wohl ge- schehen. denn die Schaar der Jmpfgegner wächst von Jahr zu Jahr, und wenn von diesem Reichstag der Schritt zur Be» seilignng des Impfzwanges nicht gelban wird, dann wird der nächste eS thun. Dann wendet sich Redner gegen die Veröffent- lichung des Reichs-Gesundheitsamts, die auch vielfache Unrichtig. leiten enthalte. Der vom Abg. Förster gestellte Antrag lautet: Im Falle der Ablehnung des beantragten Gesetzentwurfes den Bundesrath aufzufordern: 1. Eine freie Kommisston aus Vertretern und Gegnern der Impfung und des Zwanges dazu zu berufen, zu dem Zwecke zu prüfen, ob die Voraussetzungen, unter denen das Jmpfgesetz vom Jahre 1874 zu stände gekommen ist. noch zutreffe» und ob das Gesetz in dem Sinne der Gesetz- gebung ausgeführt worden ist; 2. Von dem Ergebnisse der Berathung dem Reichstage Kenntniß zu geben. 3. Bis zur Erledigung der Arbeiten der Kommission die Ver- solgung der Jmpfweigerer auszusetzen. Köuigl preußischer Oberstabsarzt Dr. Werner hält sich für verpflichtet, einzelnen Behauptungen entgegenzutreten, die schon vielfach aufgestellt sind, die ihre Bedeutung aber erst dadurch erhalten, daß sie im Reichstage wiederholt worden find. Die Jmpfstatislik, namentlich die des Heeres wird be- mängelt, weil in der letzteren die Rubrik„Pockenlodesfälle" fehlt. als wenn sie gar nicht mehr vorkommen. Das Gegentheil ist aber richtig; die Pockentodessälle sind in der Statistik eingetragen. Es sei nicht wahr, daß wirkliche Pockenfälle in den Kraukenlisten ilnter anderen Bezeichnungen ausgeführt würden. Die Be- hauplung, die Entlassung von Mannschaften, bei denen kein Grund angegeben sei, sei häufig eine Folge der Wiederimpfung, sei unrichtig; die Gründe der Entlassung seien in den in der Bibliothek des Hauses befindlichen Statistiken der Militär- lazarethe sämmtlich angegeben. Es sei vollständig aus- geschlossen, daß eine künstliche Verbesserung der Statistik vor- genommen werde. Der Redner weist eingehend noch, daß die Geflmdheilsverbältnisse der deutschen Armee, namentlich bezüglich der Pockencrkrankungen, sich seit Einführung der Zwangsimpfung und Wiederimpfung erheblich verbessert haben. 1870/71 hat die durch den Krieg eingeschleppte Pockenseuche dem Deutsche» Reiche doppelt soviel Menschenleben gekostet als der Krieg an Opfern gefordert hat. Das wäre nicht der Fall ge- wesen, wen» die Impfung schon eingeführt gewesen wäre. Die große Zahl der Pockenfälle in der französischen und österreichi- scheu Armee gegenüber der deutschen Armee beweist den Nutzen der Impfung. Seil der Zwangsimpfung haben sich auch in Frankreich und Oesterreich die Verhältnisse gebessert, und zwar nicht bloß infolge der Besserung der sanitären Verhältnisse. Regierungsrath Dr. Köhn vertheidigt die Denkschrift des Reichs- Gesundheitsamtes gegen die Augriffe, namentlich dagegen, daß in ihr Fälschungen enthalten seien. Was als solche be- zeichnet sei. sei falsch verstanden worden. Wenn gesagt sei. es sei kein Nachweis für den Impfschutz und seine Ursachen erbracht, so müsse man doch fragen: ob ein Nachweis erbracht sei. wes- halb der Magnet den Anker anzieht, oder weswegen wir leben, und dennoch besteht die Tbatsache des Magnetis» nius und des menschlichen Lebens.(Widerspruch bei de» Jnipf- gegnern.) Daß der eine oder andere Arzt sich zur Jmpfgegner- schaft bekehrt hat, ist doch noch kein Beweis. In England wird die Impfung nur schlecht durchgeführt. Die Stadt Glocester hatte die Kontrolle sü abgeschwächt, daß nur noch 20 pCt. Kinder geimpft wurden; da brach eine Pockenepidemie aus. welche lausende von Opfern forderte und immer weiter sich ausdehnt«. Da wurde die Zwangsbestimmung wieder in kraft gesetzt und die Jmpfgegner waren die ersten, die sich impfen ließen. Abg. Pauli(Rp.) erklärt für feine Person, daß auch auf der rechten Seite Jnipfgegner sitzen; er tritt dafür ein, daß der Impfzwang beseitigt und nur die Jmpfpflicht gesetzlich fest- gelegt wird. Die Anträge werden bei schwacher Besetzung deS Hauses abgelehnt. Die Resolution wird mit großer Mehrheit angenommen. Es folgt die erste Berathung der von den Elsässern und den Sozialdemokralen eingebrachten Gesetzentwürfe über die Ein- sührung des Preßgesetzes in Elsaß-Lothringen. Abg. Wiuterer verweist darauf, daß die Einführung des Preßgesetzes vom Landesausschub verlangt worden ist, auch von den alldeutschen Mitgliedern desselben. Die bestehenden alten Vorschriften auS der Zeit Ludwigs XIV., aus der Zeit der Republik, des ersten und zweiten Kaiserreichs sind ein un- entwirrbares Gemisch von Bestimmungen, die den Verhältnissen der jetzigen Zeit nicht entsprechen. Das bestehende deutsche Preß- gesetz sei dem Reichstage bekannt, eS werde für Elsaß- Lothringen nicht schädlicher sein als für das übrige Deutschland. Abg. Bueb(Soz.): Wenn in einer spezifisch elsässtschen Frage ein elsaß- lothringischer Abgeordneter das Wort nimmt. dann heißt es in einer gewissen Presse, daß sich der Abgeordnete maßlose Uebertreibungen hat zu schulden kommen lassen. Als in der- selben Angelegenheit hier der Abg. Colbus und ich gesprochen hatte, da hatte derBerlinerKorrespondentder„Straßb. Post" es über sich ge- bracht zu behaupten, daß, wenn es so weiter ginge, wohl schließ- lich herauskomme, daß Elsaß- Lothringen sogar nicht des In- sliluts der Pfandweiber ermangelt. Zur selben Zeit wurde vom Reichsgericht die Revision des Assessors Adolf von Frankenberg, der verurtheilt worden war, geschlechtlichen Um- gang mit den ihm unterstellten ihm anvertrauten Frauen ge- pflogen zu haben, zurückgewiesen und finden wir dadurch den Nachweis geliefert, daß wir in Elsaß-Lothringen des Institutes der Pfandweiber nicht entbehrt haben. Die Besetzung des Reichstages zeigt wiederum, welches Interesse man den elsaß- lothringischen Angelegenheiten entgegenbringt. Es ist entmuthigend, die Gleichgiltigkeit zu beobachten, mit welcher man in Alt-Dculschland die reichsländischen Ver- bältnisse betrachtet. Wären wir Sozialdemokraten wirklich die Rotte von Menschen, welche nicht würdig sind, den Namen Deutsche zu trage», so müßten wir unser Vergnügen daran habe». Das ist aber nicht der Fall. Denjenigen, welche den Patriotismus nicht blos im Munde, sondern auch im Herzen tragen. mußte die Nölhe der Scham in tas Gesicht steigen, wen» hier Fälle vorgebracht werden können, welche auf das eklatanteste nachweisen, daß in dieser Beziehung von gleichem Recht für jeden Staatsbürger nicht die Rede sein kann. Es ist nicht leicht über die bestehende Preßgesetzgebung zu sprechen: sie umsaßt ein außerordentlich ausgedehntes Gebiet, über welches selbst Juristen nicht recht klar werden können und von welchem der spätere Wirkliche Geheime Legationsrath im Auswärtigen Amt, Dr. Paul Kayser gesagt hat, daß es sich nicht sowohl darum handeln könnte, einen lebendigen Organismus darzustellen, als vielmehr einen bereits in Verwesung übergegangenen Kadaver mit dem Sezirmefler zu zergliedern.— Zu- nächst kommt in unserer Preß- Gesetzgebung daS Buch- drucker-Gewerbe in betracht. Das steht nicht gleich demjenigen in Alt-Temschland. Zur Eröffnung einer Buchdruckerei gehört ein« vom Ministerium zu erlheilend« persönliche Konzession. Di« Druckerei darf nicht eröffnet werden ohne vorherige gerichtlich« Vereidigung des Nachsuchenden, ein Zustand, der in Europa außer hier nur noch in Rußland besteht. Wir haben es in Mülhausen erlebt, daß ein Mann, der alle Be- dingungen des Preßgesetzes erfüllt hatte, trotzdem die Konzession nicht erhalten hat, nur weil er eine sozialdemokratische Zeitung drucken wollte. Ein anderer, der diese Zeitung nicht drucken wollte, erhielt nachher die Konzession. Die Buchdrucker müssen einen Eid darüber leisten, daß sie nichts drucke» werden, was gegen den Souverän und das Staatsinleresse gerichtet ist. (Lachen links.) Was man darunter alles versteht, das werden Sie sich wohl denken können. Der Buchdrucker muß ferner seinen Besähigungsnawweis erbringen. In dem Orte, wo er sich niederlassen will, muß er sich ein Zeugniß von seinem Konkurrenten ausstellen lassen, daß er das Buch- druckergewerbe versteht.(Lachen links.) Er muß sich über seine Verfassungstreue ausweisen; er muß zwei Pressen besitzen, eine genügt nicht. Von jeder Druckschrift muß er ein chronologisches Register führen, von dem Druck jeder nicht periodischen Schrift Anzeige machen. Die Konzession kann jede» Moment, sobald eine Verurtheilung wegen Uebertretung des Reglements, das übrigens aus Verordnungen aus den Jahren 1310,1814, 1822, 1849 zc. besteht, erfolgt ist, entzogen werden. Die Konzession ist vollständig persönlich und geht auf den Nachfolger nicht über. Auch die Lithographen müssen dieselben Bedingungen erfüllen. Auch bezüglich der Buchhändler haben wir beobachtet, daß man die gesetzlichen Bestimmungen benutzt, um einen politisch unliebsamen Gegner niederzuhalten. Einem jungen lungen- schwindsüchtigen Mann in Mülhausen hat man die Konzession verweigert, allein weil er Sozialdemokrat war. Ein besonderes Kapitel ist auch die Behandlung des Kolportage-Buchhandels in Elsaß-Lothringen. Auch hier werden die Sozialdemokraten in besonderer Weise behandelt. Diese Spitzfindigkeiten und Sticheleien haben den Boden für uns vorbereitet. Bei der Wahl des Abg. Pöhlmann hat man Ihnen ja ge- zeigt, daß die Staatsanwaltschaft kein Bedürsniß in sich fühlt, einzuschreiten, wenn es sich um«inen Regierungs- kandidaten handelt. Selbst die untersten Polizei-Organe halten sich zu allem möglichen berechtigt, von dem Geist des Diktaturparagraphen sind sie durchdrungen. Das ist die Art, wie man die Elsaß- Lothringer germanisirt! In einer Anklageschrift wegen Uebertietungen der Vorschriften über die Konzessionspflicht des Kolportage- Handels wurde als erschwerend für den Angeklagten hervorgehoben, daß er Sozialdemokrat sei. Selbst nationalliberale Blätter, wie die„Straßburger Post", machen in einem Artikel aufmerksam darauf, daß die ganze Prcßgesetzgebnng. die aus Frankreich stammt, dort bereits lange abgeschafft sei. Die Konzessionirung eines täglich erscheinenden Blattes kostet 20 000 Mark, diejenige eines dreimal wöchentlich e r s ch e i n e n d e» 1 0 000 M a r k. Damit will man auch möglichst neue Zeitungen unterdrücken. Der Diklaturparagraph berechtigt die Aufhebung der Zeitimg in jede», Augenblick zu verfügen. Nach Unterdrückung der Elsaß-Lolhr. Volkszeitung erfüllten wir im November 1894 alle Bedingungen zur Erlangung der Konzession für eine neue Zeitung, wir hinler- legten eine Kaution, obgleich durch eine gefetzliche Bestimmung dies in keiner Weise verlangt wird, und dennoch bekamen wir nach längerer Zeit die Antwort von der Regierung, es werde die Erlaubniß zu eine», neuen Zeilungsunternehmen nicht eher gegeben werden, als bis die Bebörden die Ueberzeugung ge- wonnen, daß das neue Unternehmen nickt«ine Forlsetzung des alten sei. Ein interessantes Kapitel ist auch das.»ach welchem.aufrührerische Rufe" strafbar sind. Das sind univürdige Zustände. Aber es läßt sich damit bequem regieren. Dazu braucht man solche Gesetze. Man berufe sich nur nicht wieder auf dm chauvinistischen Geist! Man hat schon bei der Berathung wogen Aufhebung des Diktaturparaaraphen zugeben müssen, daß man den Paragraph nicht mehr für die elsaß-lothringiscke Bevölkerung gebrauche. als vielmehr, um französische Agitationen fernzuhalten. Aber auch mit den französischen Quertreibereien ist es nicht mehr so schlimm. In den Zeitungen aller Parteien wird die Beseitigung dieser Preßgesetzgebung verlangt. Wir verlangen nichts als Gleich- stellung mit der alldeutschen Bevölkerung.(Beifall bei den Sozial- demokralen.) Kaiserlicher Ministerialrath Halley protestirt gegen die An- griffe auf die Objektivität der Rickter. Die Richter haben allgemeine Anerkennung im Lande gefunden; daran werden auch die Angriffe des Vorredners nichts ändern. Die Schilderungen des Vorredners waren nicht schön, aber sie wnren auch nicht richtig. Die Polizeiwillkür herrscht nicht absolut; den» über die Presse haben allein die Richter zu befinden und das Verfahre» ist mit allen Kautelen der Rechtsprechung umgeben.(Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) Die Zahl der politischen Blätter hat sich seit 1871 erheblich vermehrt; wenn sich so viele Leute zur Gründung neuer Blätter entschließen, so muß es doch mit der Willkür der Polizei und der Gerichte nicht so schlimm stehen. Die Sprache der elsässischen Presse steht auch an Ungebundeuheit der der altdeutschen Presse nicht nach. Redner verliest einige Aeußerungen aus der elsässischen sozialistischen Presse, die hart an die Grenzen des Strafgesetzbuches heranreichen. Wissent- lich Unrecht geschieht im Reichslande Keinem. Die „Elsässische Volkszeitung" in Mülhausen wurde unterdrückt, weil sie das Andenken des Stifters des Deutschen Reiches be- sudelt hat.(Widerspruch bei den Sozialdemokralen.) Die alten bestehenden Gesetze sollen allmälig langsam durch die deutschen Gesetze ersetzt werden. Einige landesgesetzliche Bestimmungen können wir unter den bestehenden Verhältnissen nicht entbehren; das bezieht sich namentlich auf die Behandlung der ausländische» Presse. Wir haben es hier mit einer von außen kommenden antideutschen Agitation zu thun; die Regierung muß in der Lage sein, schnell und wirksam dagegen einschreiten zu können. Tas ist auf grund des Reichspreßgesetzes nicht möglich. Deshalb kann die elsaß-lothringische Regierung die Einführung des Reichs� Preßgesetzes nicht billigen. Abg. v. Marquardse»(natl.): Wir werden auch diesmal unsere Stellung zu diesem Antrage nicht ändern; der Grund dafür ist in den letzten Worten des Regierungsvertrelers enthalte». (Gelächter bei den Sozialdemokraten.) Glaubt die Regierung das Preßgesetz auf ihre eigene Verantwortung einführen zu können, so werden wir sehr gern mitarbeiten; denn eine Verschiedenheit der Gesetzgebung ist nicht angenehm. Aber die elsässischen Ver- Hältnisse erfordern eine besondere Besugniß der Regierung. Wir werden den Tag mit Freuden begrüßen, an dem es möglich sein wird, das Preßgesetz dort einzuführen. Das ist auch die An- schauung eines alten Mitgliedes der nationalliberalen Partei, des jetzigen Staatssekretärs in Elsaß-Lothringen v. Pultkamer. Abg. Prinz Hohenlohe- Schillingsfiirst: Nachdem zwei Redner zum Wort gekommen sind, welche mit den Zu- ständen nicht jznfrieden sind, möchte ich das Wort nehmen, der ich mit den Zustände» etwas zufriedener bin. Ich halte«Z auch für wünschenswerth, daß wir in absehbarer Zeit in Elsaß Lothringen zu normalen Zuständen kommen, daß namentlich die französischen Gesetze abgeschafft werden. Ich muß mich wieder dem Vorwurfe des Herrn Bebel aussetzen, aber ich kann nur wiederholen, was ich schon einmal gesagt habe: Die Bevölkerung Elfaß-Lothringens hal mehr Interesse an dem Preise des Roggens als an allen staatsrechtliche» und politischen Fragen. Die Zeitungen bestehen trotz dieser Vorschriften und sie werden bestehen. Es wäre in diesem Augenblick bedenklich, ein neues Prebgesetz einzuführen, ohne irgendwelche besondere Kanlelen zu schaffen und zwar im Interesse der Bevölkerung selbst. Denn diese würde barunter leiden, daß den Hetzereien aus dem Auslande Thür und Thor geöffnet würden. Die Zeitungen schwärmen auch nicht ernsthaft für ein neues Preß- gesetz, denn sie stehen sich jetzt besser, weil die Konkurrenz keine so große ist.(Lachen bei den Sozial- demokralen.) Sobald das Preßgesetz eingeführt würde, würde eine Menge von kleinen Blättern entstehen. In Frankreich sind die Zustände auch nicht besser als in Elsaß-Lothringen. Im Gegentheil, sie sind noch schlimmer. Denn dort hat das Ministerium vor wenige» Jahren erst das Recht erhalten, jede in fremder Sprache erscheinende Zeitung zu unterdrücken. Davon ist auch in Nizza einer italienischen Zeitung gegenüber Gebrauch gemacht worden. Allmälig werden wir in absehbarer Zeit von den französische» Gesetzen zu den deutschen übergehen. Aber im Augenblick kann das Reichspreßgesetz nicht eingeführt werden. Wir müssen es der Regierung überlassen, wann sie dazu übergehen will. Abg. Lieber(Z.): Wir stimmen für den Antrag Colbus savs phrase und zwar umfoniehr, nachdem der legitime Ausdruck der öffentliche» Meinung in Elsaß-Lothringen, das ein- stimmige Votum des Landesausschusses, dort sich für diesen An- trag ausgeiprochen hat.(Beifall.) Abg. Fuchs(Z.): Das Preßgesetz ist in Elsaß- Lothringen nicht milde, sondern willkürlich ausgelegt worden und es ist endlich an der Zeit. mit dieser Gesetzgebung tabula rasa zu machen. Die Regie- rnng stellt sich ein sehr trauriges Zeugniß aus, wenn sie die Aufhebung so vorsiutfiuthlicher Gesetze für unmöglich hält. Die Aufhebung des Diktatur- Paragraphen würde mehr zur Germanisirung von Elsaß-Lothringen beitragen als das Preß- gesetz, welches nur Erbitterung im Lande her- vorgerufen hat. Die annektirien Elsässer würden dann wünschen, daß sie nicht Deutsche zweiter Klasse sind.(Beifall). Abg. Lcnzmann(frs. Vp.): Auch wir werden für den An- trag stimme». Für die Aufrechterhaltung der Preßzustände im Elsaß ist nicht ein einziger triftiger Grund angeführt worden. Die Abgg. Werner(Reformp.) und Rickcrt(frs. Vg.) er- klären sich ebenfalls im Namen ihrer Parteien für den Antrag Colbus. Abg. Graf Limburg-Stirnm(k): Ich möchte doch mit meinem Widerspruch gegen die Majorität nicht zurückholten. O b unsere eigene Preßgesetzgebung auf die Dauer mit einer geordnete» Verwaltung und Regierung verträglich ist, wird die Zeit lehren. Einem er- oberten Grenzlande aber, in welchem man nach Frankreich blickt und dessen Tendenzen von Frankreich sortgesetzt unterstützt werden. wird kein verständiger Politiker die Freiheit der Gesetzgebung geben wollen, wie wir sie habe».(Widerspruch.) Die Amalga- mation annektirter Länder hat oft länger gedauert als 2S Jahre. Ich werde gegen den Antrag Colbus stimmen. Damit schließt die Diskussion. Tas Schlußwort für den Antrag der Elsässer erhält Abg. Preist, der trotz der späten Stunde(53/4 Uhr) noch eine längere Rede ankündigt, worauf die meisten Anwesenden den Saal verlassen, während die übrigen sich einer immer lauter werdenden Privatunterhaltung hingeben. Den wiederholten Schlnßrufe» giebt der Redner schließlich Folge und behält sich vor, seine Ausführungen in der zweiten Lesung zu machen. Abg. Bebel als Antragsteller macht den gleichen Vor- behalt.' Damit schließt die erste Lesung. Der Gesezentwurf betreffend die Betämpfung bes unlauteren Wettbewerbes wird darauf in der Gefammtabstimmung endgiltig angenommen. Schluß 6 Uhr. Nächste Sigung Montag 1 Uhr.( 3weite Lesung des Buckersteuer- Gesetzes.) Parlamentarisches. Zum Antrage von Brockhausen, betreffend Besteuerung aufgestellte Forderung nicht ein; sie machte jedoch schließlich den der Waarenhäuser hat die Firma A. Wertheim den Mitgliedern Kutschern ein Anerbieten, welches diese afzeptirten. Danach ere des Abgeordnetenhauses und des Reichstages ein längeres Rund- hält jeder, der sich innerhalb dreier Monate weder eine Strafe schreiben zugehen lassen. zuzieht, noch einen Schaden am Fuhrwerk anrichtet, zu feinem Die Firma bezeichnet die in der Debatte im Abgeordneten- bisherigen Lohn vierteljährlich eine Prämie von 10 M. Das ist hause vorgebrachten, offensichtlich auf sie bezüglichen Behauptungen gewiß recht wenig; es steht aber zu erwarten, daß die Omnibusals unrichtig und weist dieselben in energischer Form zurück. angestellten aus diesem Fall die Lehre ziehen, daß auch bei ihnen Es sei unwahr, daß sie aus Kontursmassen ihre Waare ein einmüthiges Zusammengehen vorwärts führt. entnehme oder bei Lieferanten minderwerthige Waare bestelle, Wenn der Bock zum Gärtner gemacht ist, so geht es dem denn bei der Ablieferung Ausstellungen mache und auf diese für Obdachlose nächtigten während des Monats April 9300 PerElendsstatistik. Jm Männerasyl des Berliner Asylvereins Garten böse. In der Kommission für das Bürgerliche Gesetzbuch Art und Weise den Preis zu drücken suche. Die zur Begründung fonen, im Frauenasyl 674. Arbeitsnachweis erbittet der Verein sollten die Herren der Schöpfung die Rechte der Frau dieser Vorwürfe vom Abgeordneten Felisch erzählten Geschichten für Männer Büschingstr. 4, für Frauen Füsilierstr. 5. hüten. Indessen auch in der Freitagssigung schien die feien von Anfang bis zu Ende erfunden. Niemals habe sie Mehrheit der Kommission den besten Schuß der Frau in beispielsweise Waaren aus einer Kontursmaffe gekauft. Solche Die Auslieferung Frik Friedmann's sollte schon Freitag der Preisgebung ihrer Menschenrechte gegenüber dem schwachen" Quantitäten gleichmäßiger Waare, wie sie in ihren Waarenhäusern Abend erfolgen. Der General Staatsanwalt in Bordeaux hat, Manne zu erblicken. Bir haben den§ 1341 des Entwurfs, der die feilgehalten werden, könnten garnicht anders als auf reellstem Wege wie das B. T." meldet, am Mittwoch aus Paris die Weifung Verfügungsfähigkeit der erwerbsthätigen Ehefrau in unerträglicher bezogen werden. erhalten, die Auslieferung Friedmann's an die deutschen Behörden Weise einschränkte und den, einen erheblichen Fortschritt gegenüber Bezüglich der Verhältnisse ihrer Angestellten betone sie, daß zu veranlassen. Der Advokat Friedmann's, Lainé, telegraphirte diesem Vorschlag des Entwurfs enthaltenden, Antrag v. Stumm die Arbeitszeit eine streng geregelte, nicht zu lange sei, daß darauf am Donnerstag an den neuen Justizminister Darlan in bereits wörtlich mitgetheilt und die in der Berathung hervor. pünktlich um 8 Uhr abends geschlossen und an Sonn- und Fest Paris um Aufschub und bat gleichzeitig um die Bewilligung einer gehobenen Gesichtspunkte wiedergegeben. Freiherr von Etumm tagen die Geschäftsräume überhaupt nicht geöffnet werden. Audienz. Wie es scheint, hat der Minister infolge dessen dem stellte in der Sigung am Freitag folgenden Eventualantrag: Jeder Angestellte bekomme jährlich einen Erholungsurlaub von General- Staatsanwalt Anweisung zugehen lassen, die Ausliefe " Hat sich die Frau einem Dritten gegenüber zu einer von 1-3 Wochen mit voller Gehaltszahlung. Die Gehälter seien rung aufzuschieben; denn die Ordre wurde Friedmann bisher ibr in Person zu bewirkenden Leistung verpflichtet, so kann der durchaus auskömmlich und namentlich viel höher als in kleineren noch nicht offiziell mitgetheilt. Lainé ist bereits nach Paris Mann das Rechtsverhältniß ohne Einhaltung einer Geschäften. gereift. Ründigungsfrist fündigen, wenn auf Antrag des Mannes Das Geschäft bafire auf dem Einkauf im großen unter Umdas Vormundschaftsgericht den Mann zu der Kündigung gehung des Zwischenhandels, auf prompter Bezahlung der Das wilde Fahren der Schlächter wird jetzt, felbft in ermächtigt hat. Das Bormundschaftsgericht fann die Ermächtigung Lieferanten und Verkauf nur gegen baare Sahlung. Es seien Fällen, wo fein Unheil dadurch angerichtet wird, stets mit Haft nur ertheilen, wenn die Fortsetzung der Thätigkeit der Frau sich dies sicherlich die reelsten Grundsätze. bestraft. Zwei Schlächter, welche vom Viehhof durch die Straßen als eine Schädigung der ehelichen und Familieninteressen erweist. Die Firma A. Wertheim hat sich bereit erklärt, den Mit- Wette raften, erhielten zwei resp. eine Woche Haftstrafe. Alles Das Kündigungsrecht des Mannes ist ausgeschloffen, wenn der gliedern der Kommission des Abgeordnetenhauses detaillirten Auf- Bitten um Geldstrafe half nichts. Mann der Verpflichtung der Fran zugestimmt hat, oder seine schluß über alle diese Verhältnisse zu geben; von diesem AnZustimmung auf Antrag der Frau durch das Vormundschafts- erbieten haben einzelne Mitglieder Gebrauch gemacht. gericht ersetzt worden ist." Tokales. " = im # # föniglichen Die Klinit Fahrpreis- Anzeiger. Das Polizeipräsidium hat eine neue Polizeiverordnung betreffend Anbringung und Benutzung von Fahrpreis- Anzeigern mit Zuschlagvorrichtung im Droschtens Unsere Genossen beantragten, die gesperrt gedruckten Worte gewerbe erlassen, die mit dem 15. Juni d. J. in kraft tritt. au ftreichen. Ihr Antrag wurde gegen ihre und die Stimmen Den Droschtenfuhrherrn bleibt es jedoch überlassen, die der Freisinnigen( Abgg. Kauffmann und Mundel), sodann Achtung, Parteigenossen von Moabit! Laut Beschluß Fahrpreis Anzeiger schon dem bezeichneten Termine aber auch der Hauptantrag und der Eventualantrag v. Stumm der letzten Parteiversammlung geben wir hiermit bekannt, daß nach Maßgabe der neuen Vorschriften ändern zu lassen mit allen gegen die Stimmen der Freikonservativen( Pauli pie Parteispedition dem Genossen C. Ander 3 übertragen ist. und, sobald dies geschehen ist, die in dem neuen und v. Stumm), der Freisinnigen und der Sozialdemokraten Bestellungen, Beschwerden u. f. w. find an die Adresse von Tarife festgesetzten Fahrpreise und Zuschläge zu berechnen. abgelehnt! Desgleichen wurde der gestern mitgetheilte Antrag Anders, Putligstraße 9, sowie an den bisherigen Stellvertreter Aus dem neuen Tarif heben wir hervor, daß auch Gröber, der die Erwerbsfähigkeit der Frau völlig beseitigen Albert Weise, Rostockerstraße 52 zu richten. Außer Abonne- Droschten JI. Klasse mit dem Fahrpreis Anzeiger ausgestattet würde, abgelehnt.§ 1341 wurde in der gestern mitgetheilten ments auf den Vorwärts"," Jakob" u. f. w. werden an werden und daß die Nachttouren erit um 12 Uhr ihren Anfang Fassung des Entwurfs angenommen und dadurch die Erwerbs- diesen Stellen auch Inserate für den Vorwärts" nehmen. Im übrigen fahren Droschten I. Klasse am Tage für fähigkeit der Ehefrau zu gunsten der Oberhoheit des schwachen" entgegengenommen. die Grundtage von 50 Pf. 1-2 Personen 800 m, 3-5 Personen Mannes erheblich beschränkt.§ 1842 des Entwurfs enthält die Des ferneren werden die Parteigenossen darauf hingewiesen, 600 m, des Nachts 1-5 Berfonen 400 m Wegstrecke und für je mit den meisten Rechtssystemen im Einklang stehende Be- daß am nächsten Sonntag, den 10. Mai, vormittags 9 Uhr, in fernere 10 Pf. bezüglich 400, 800 und 200 m mehr. ftimmung, daß die Ehegatten bei der Erfüllung der aus dem ehe der alten Urania, Invalidenstraße 57/62, eine Sonder- Droschten II. Klasse leisten für die Grundtage von 50 Pf. genau lichen Verhältniß sich ergebenden Verpflichtungen einander nur vorstellung stattfindet, zu der noch Billets bei den obengenannten die doppelte Meterzahl, während die für je fernere 10 Pf. gefür diejenige Sorgfalt einstehen sollen, welche sie in eigenen Spediteuren, sowie Sonntag Morgen am Eingang zur Ürania zu leistete Wegstrecken genau dieselben wie bei den Droschken Angelegenheiten anzuwenden pflegen. Er wird angenommen. Die haben find. I. Klasse bleiben. Unterhaltungspflicht regelt§ 1343 wie folgt: " Der Mann hat der Frau nach Maßgabe seiner Lebens. Theil die Verhandlungen in den Kreissynoden, die in diesen berichtet, daß die Schneiderin Fräulein Seide, die ihren GeRecht intereffant für uns Sozialdemokraten sind zum Zu dem Eifersuchtsdrama in der Auguststraße wird weiter ftellung, feines Vermögens und seiner Erwerbsfähigkeit Unterhalt zu gewähren. Ueber die am Freitag zu liebten nach dem Ergebniß der Ermittelungen offenbar mit Vor Die Frau hat dem Manne, wenn er außer Tagen vielfach abgehalten werden. ftande ist, sich selbst zu unterhalten, den seiner Lebensstellung fammengetretene Kreissynode Berlin- Köln- Stadt lesen wir in bedacht hat tödten wollen, bereits von der Kriminalpolizei in entsprechenden Unterhalt nach Maßgabe ihres Vermögens und der off. 8tg." einen Bericht, an dem zunächst einige statistische das Untersuchungsgefängniß zu Moabit übergeführt worden ist. ihrer Erwerbsfähigkeit zu gewähren. Der Unterhalt ist in der der Taufen, Trauungen und Kommunitanten gegen das Vorjahr Nachmittag ihrer Erwerbsfähigkeit zu gewähren. Der Unterhalt ist in der Mittheilungen der Beachtung werth find. Danach sind die Zahlen Der verwundete Kellner Georg Werk ist noch geftern der Operationsfaale durch eheliche Lebensgemeinschaft gebotenen Weise zu gewähren. zurückgegangen. Es waren in der Diözese 1894: 9016 Taufen, durch von chirurgische Eingriffe Die für die Unterhaltspflicht der Verwandten geltenden Bor 2313 Trauungen, 45 090 Rommunitanten; 1895: 8351 Taufen, Dr. v. Bergmann selbst von den noch in den Wundkanälen Geheimrath Professor schriften der§§ 1585, 1598 bis 1595 finden entsprechende An2107 Trauungen, 39 049 Kommunikanten, wendung." also weniger: steckenden Geschossen befreit worden. Aus dem Kopfe wurden § 1348 findet widerspruchslose Annahme. Für den Fall, daß 665 Taufen, 206 Trauungen, 6041 Kommunifanten. Möglicher zwei Revolverfugeln herausgeholt; der dritte Schuß, den die bas Gheleben mit recht thatsächlich getrennt ist, legt§ 1344 die weise, so heißt es in dem Bericht, hänge dieser Rückgang mit Seide ebenfalls nach dem Ropje bes Geliebten abgefeuert hat, Berpflichtung feft, den Unterhalt durch eine Geldrente zu geweise, so meinen wir, ist dieser ganz erhebliche Rückgang auch der erhöhten Agitation der Sozialdemokratie zusammen. Möglicher ist demnach fehl gegangen. währen. Ferner soll nach diesem Paragraphen der Mann ein Zeichen des Marasmus. der sich namentlich in der evangelischen ihrem Manne zugelassen worden. Sie wollte von ihm die schrift Die Frau des verwundeten Kellners war am Donnerstag zu der Ehefrau die zur Führung eines abgesonderten Haus- Kirche an allen Ecken und Enden zeigt, und der auch ohne besondere liche Einwilligung zur Ehescheidung haben, mußte aber uns halts erforderlichen Sachen aus dem gemeinschaftlichen Agitation von freidenfender Steite bas große Bublifum nicht verrichteter Sache umfehren, weil der Mann nicht im stande ist, Haushalte zum Gebrauche herausgeben, es sei denn, gerade zur lebhaften Betheiligung an den heutigen Handlungen" zu schreiben. δαβ die Sachen für ihn unentbehrlich sind oder daß sich solche Sachen in dem der heranzulocken im stande ist. Die Austritte aus der Kirche haben sich in dem in betracht kommenden Bezirk fibrigens um 53 ver- Ueber die Rücksichtslosigkeit von Radfahrern wird Verfügung der Frau unterliegenden Vermögen mindert. Das überaus lebhaft und eingehend erörterte Thema neuerdings lebhafte Klage geführt. Unter denen, die in jüngster befinden." Die gesperrt gedruckten Worte enthalten gegen aller Kreissynoden bildet, wie schon dieser Tage von uns hervor Zeit von Radfahrern überfahren worden sind, befindet sich auch über dem bestehenden Recht eine Neuerung zu ungunsten der Frau, insbesondere der Frau, der wegen Verfehlungen des Ghe- gehoben ist, die Frage, wie der Prostitution wirksam Frau Wilbrandt Baudius. Der Unfall ereignete sich am Abend mannes gestattet ist, getrennt vom Ehemann zu leben. Ein An- entgegen zu treten fei. In dieser Synode führte Stöcker des 30. April kurz vor Mitternacht, nach Schluß des Deutschen trag der Abgg. Frohme und Stadthagen, diese Worte hierüber das Referat. In seinen allerdings von Pfaffenfinn Theaters, als die Dame in der Luisenstraße den Fahrdamm zu streichen, wird aber gegen die Stimmen der Freifinnigen und durchtränkten Darlegungen fand sich manche bemerkenswerthe Stelle. überschreiten wollte. Frau Baudius hatte das Klingeln nicht falls überhaupt geflingelt worden war der Rads Sozialdemokraten abgelehnt.§ 1345 enthält folgende, dem s fei, fo meinte er, gar nicht die Absicht vorhanden, dem gehört altrömischen Recht entstammende, dem deutschen Recht fremde, graufigen Uebel mit Ernst entgegen zu treten, man nehme es fahrer faufte in rasender Gile daher, die Laterne hatte garnicht da lag die Dame auch schon das Eigenthumsrecht der Frau erheblich benachtheiligende Be- vielmehr als eine Art nothwendigen Uebels bin. Die christ- oder nur flimmernd gebrannt liche Welt scheine den Muth und das Vertrauen ver- unter dem Rad. Der Herr, der auch herabgefallen war, blutete. ftimmung:„ Es wird vermuthet, daß die im Befig eines loren zu haben, dem Schaden entgegen zu treten. Wenn ein Frau Baudius kam mit einer Beule davon. Eine Entschuldigung ber Ehegatten oder beider Ehegatten befindlichen beweglichen Sachen dem Manne gehören. Dies gilt insbesondere auch für Borwurf zu erheben sei, fo treffe er gewiß nicht nur den Staat, des Radfahrers aber erfolgte nicht. sondern auch die Kirche. Wian verlasse sich viel zu sehr auf Inhaberpapiere und für Orderpapiere, die mit Blankoindoffament Rechtsmittel und Polizeimittel, während das Uebel in Ruts her Hermann Eggebrecht aus der Borfigitr. 19 schwer ver Bei der Arbeit ist am Freitag Morgen der 25 jährige versehen sind. Die Bermuthung gilt nicht für die ausschließlich erster Reihe durch ideale und religiöse(!) Mittel bekämpft unglückt. Eine mehrere Bentner schwere Kiste, die herabfiel, zum persönlichen Gebrauche der Frau bestimmten Sachen, werden müsse. Das Uebel wachse durch die Gesellschaft", wie als er auf dem Hamburger Bahnhofe Waaren verlud, zermalmte insbesondere nicht für Kleider und Schmucksachen." Für diese Bestimmung tritt Abg. v. Buchta und Abg. Bachem, fie fich in der öffentlichen Meinung, in der Preise zur ihm das rechte Beift. Der Berunglückte wurde mit einer Droschke Für diese Bestimmung tritt Abg. v. Buchka und Abg. Bachem, Erscheinung bringe. Aus der Presse töne nicht der heilige in ein Krankenhaus gebracht. für Streichung derselben Freiherr v. Stumm, Kauffmann, Born über die öffentliche Unzucht heraus, im Gegentheil, man Stadthagen und Enneccerus ein. Nachdem die RegierungsEin geschickter Kunsttischler, Rammin, wurde kürzlich vertreter dem Abg. Stadthagen zugegeben hatten, daß feiner der finde oft genug in den Zeitungen lüderliche Feuilletons, MitGründe, die im römischen Recht zur Einführung dieser Rechts- theilungen schlüpfriger Natur, gemeine Inferate. Von todt im Köpnicker Walde aufgefunden. Er war, dem„ B. T." fozialdemokratischer Seite werde die Sünde vor zufolge, als Kunsttischler und besonders als Holzbildhauer in vermuthung geführt hatten, heute zutreffe, wird Dom Abg. v. Stumm als Eventualantrag beantragt, den zugsweise den höheren Schichten in die Schuhe geschoben, die Castan's Panoptikum mit so gutem Grfolge thätig, daß er einen großen Theil der Arbeiten im Eingang des§ 1345 ftatt E3 wird vermuthet" zu Sünde sei aber in niederen wie in oberen Schichten gleichmäßig beauftragt wurde, Maurischen Palafte auf der Ausstellung von Chicago fetzen: Es wird zu gunsten der Gläubiger des Ehemanns". Schichten die Frivolität oft größer sein mag.( Also doch auszuführen. beimisch, wenn sich auch nicht leugnen laffe, daß in den oberen Während er in seinem Fache ungewöhnlich Dem Eventualantrag stimmt auch ein Theil des Zentrums zu. D. Red.) Vergleiche man das christliche Deutschland mit Tüchtiges leistete, war sein Privatleben höchst tadelnswerth. Er gelangt zur Annahme. Der Prinzipialantrag dem von Tacitus geschilderten heidnischen Deutschland, so Er hatte schon vor Jahr und Tag seine Frau und seine auf völlige Streichung des§ 1345 wird aber gegen die Stimmen der Freifinnigen, der Sozialdemokraten und einiger müffe man sich schämen, wie wenig mit Hilfe des Chriften- Kinder im Stiche gelassen und ein Verhältniß mit der„ schönen Galathé" angeknüpft, die in Chicago auftrat, nachdem sie vorher Nationalliberaler abgelehnt( die Antragsteller v. Stumm und thums gegen die öffentliche Unzucht erreicht worden sei! Stöcker stellt hier ein Verlangen an sein Christenthum, welches in Berlin thätig gewesen war. Nachdem Rammin die Arbeiten Pauli stimmten nach Annahme des Eventualantrages gegen ihren dieses auch bei noch so gutem Willen nicht erfüllen kann, selbst im an dem maurischen Palast beendet hatte, erklärte er, dort bleiben eigenen Antrag!). Es wird vom Abg. Gröber beantragt, dem Ehemann die Verpflichtung aufzuerlegen, die Kosten für eine allerengsten Bunde mit der Polizei nicht. Der Herr Hofprediger a. D. zu wollen, als aber nach der Chicagoer Ausstellung die„ schöne Bertheidigung oder Vertretung der Ehefrau in Strafsachen der weiß doch selber sehr gut, daß eine siebzehnjährige Konfektions- Galathé" nach Europa zurückkehrte, traf auch Rammin wieder Ehefrau gegenüber tragen zu müssen. Der Antrag, für den die arbeiterin bei dem regulären Wochenverdienst von 4 bis in Berlin ein und lebte hier, ohne sich um Frau und Kinder zu 6 M. nicht im stande ist, den Hunger zu stillen, fümmern, ein regellofes Leben, das ihm die Eifersucht auf seine Abgg. Rauffmann und Stadthagen eintreten, wird indeß gegen ber fich während eines siebzehnstündigen Arbeitstages Geliebte, die Tänzerin in einem inzwischen nach Wien überdie Stimmen einiger Ultramontanen und der Freifinnigen ab- nun einmal selbst in dem miratulösen Fall einstellt, daß gesiedelten Zirkus geworden war, vollständig verbitterte. Nächstgelehnt. Damit ist die Berathung über den fünften Titel des Familienrechts mit der Ueberschrift Wirkungen Leibe haben sollte. Bei anderen von seinesgleichen kann das Verhältnisse zu verschiedenen Unregelmäßigkeiten verleitet, von das junge Mädchen den ganzen lutherischen Katechismus im dem hatten ihn seine immer mehr abwärts gehenden finanziellen der Ehe im Allgemeinen"(§§ 1336-1345) beendet. Der Redaktionstommiffion möchten wir anheimgeben, ftatt der langen Beschrei nach noch mehr geistlicher und polizeilicher Zucht aus denen er weitergehende Berwickelungen befürchten mußte, so daß §§ 1836-1845 folgende türzere Fassung anzunehmen:„ Er soll geistiger Beschränktheit zu verstehen sein, bei Stöcker aber muß er nun zur Pistole griff und seinem Leben ein Ende machte. man nothwendig zu dem Schluß tommen, daß die Hilflosigkeit Der Direktor einer hiesigen Braueret, die kürzlich aus Dein Herr sein." Die Kommission geht dann zu der Gestaltung des Güterin der angerührten Frage ihn wieder einmal zu einer verurtheilens einer Kommanditgesellschaft in eine Aktiengesellschaft gewandelt wurde, ist, wie die Staatsbürger Zeitung" schreibt, rechts der Ehegatten über. Die Berathung wird begonnen, würdigen Heuchelei verführt hat. aber wegen Beginns der Plenarsizung auf Sonnabend um Bei den auf dem Gelände der Ausstellung angestellten wegen Bergebens gegen das Aktiengeset verhaftet worden. Die 10 Uhr vertagt, an dem eine Plenarsizung nicht stattfindet. Beamten macht sich seit einigen Tagen ein hoher Grad von Anzeige gegen den Verhafteten rührt von einem wegen Unter Die neue Militärvorlage. Der heute im Reichstage ein einem täglichen Gehalt von 8 M. eine Dienstzeit von morgens Unzufriedenheit bemerkbar. Die Aufsichtsbeamten haben bei schlagung in Haft befindlichen Bankier her. gebrachte Entwurf der Novelle zum Gefeß, betr. Die Friedens 10 bis abents 8 Uhr, die mit Beginn der Beleuchtung der Hallen Grünau ist dortfelbst in der Dahme die Leiche des 17 jährigen Leichenfund. Nach einer Mittheilung der Amtsbehörde in präsenzstärke des deutschen Heeres enthält die Bestimmung, fich noch um zwei Stunden verlängern dürfte. Früher wurde Karl Seibel aufgefunden worden, welcher, wie wir seinerzeit daß die Stärke Stärke für die Infanterie einschließlich Jäger täglich eine Mittagspause von einer Stunde sowie eine Nach bereits gemeldet, feit Ostern verschwunden war. ftatt bisher 538 Boll- und 173 Halbbataillone fortan mittags- und Abendpause von je einer halben Stunde gewährt; 624 Vollbataillone betragen soll. Es werden, wie wir " " $ 11jezt ist ihnen jedoch die Nachmittagspause entzogen worden, das bereits früher angedeutet haben, je zwei Halbbataillone, ohne daß hierfür eine Entschädigung zugesagt worden. Beim Es handelt sich um die beiden 24 Jahre alten Raubmörder Eine Doppelhinrichtung wird in den Blättern signalisirt. unter Heranziehung von weiteren Mannschaften aus den Antritt des Dienstes ist den Leuten eine Gehaltserhöhung vom Agent Karl Kurz und Rutscher Karl Woblan, die vom Schwur. jetzigen drei ersten Bataillonen, zu einem Bollbataillon von 1. Mai ab versprochen, jedoch ist bei der letzten Lohnzahlung gericht am Landgericht II am 1. Februar d. 3. zum Tode vers 500 Mann vereinigt und aus diesen Bataillonen bei jedem dieses Versprechen nicht erfüllt worden. urtheilt wurden, weil sie in der Nacht vom 1. zum 2. Dezember Korps zwei Regimenter von je zwei Bataillonen gebildet werden. Eine bestimmte Summe für die Vorarbeiten der Die Omnibusangestellten scheinen sich endlich auf die bei 1895 den 82jährigen pensionirten Bahnwärter Gottlieb Schulz in Teltow ermordet und beraubt hatten. Das Erkenntniß hat, da Reorganisation, wie Umbau von Kafernen u. f. w. foll, sobald ihnen vor allem nothwendige Pflicht, ihre Lage zu verbessern, beide Berurtheilte das Rechtsmittel der Revision nicht eingelegt diese im Prinzip genehmigt ist, gefordert werden; fie dürften sich befinnen zu wollen. Die Kutscher der Linie Hermannplatz beide Verurtheilte das Rechtsmittel der Revision nicht eingelegt auf rund 7,5 Millionen Mart belaufen, wovon nicht Rosenthalerthor hatten am 30. April von ihrer Direktion einen haben, längst Rechtskraft erhalten. ganz 6 Millionen auf Preußen fommen. Die dauernden gleichmäßigen Lohn von monatlich 90 m. und jeden fünften Tag M. Mehrkosten werden sich im Ganzen auf nicht ganz frei gefordert. Ihr Lohn betrug bislang bei der Einstellung 600 000 m. belaufen, wovon auf Preußen rund 475 000 m. 70 W., nach einem halben Jahr 85 M. und nach einjähriger entfallen.Dienstzeit 90 M. monatlich. Die Direktion ging zwar auf die Ist das noch ein menschliches Dasein? In der Deutschen Tageszeitung" lesen wir: Ein schwer ertrantter Bennbruder wurde diefer Tage in ein hiesiges Krankenhaus ge. bracht. Der Mann, bereits 60 Jahre alt, hat nach seinen An gaben fich feit dem Jahre 1878 ununterbrochen in Berlin auf- 1 Baggerei anzeigten, um etwa 5 Meter verschleppt wurden. Diese Stunde nach dem Beginn der Arbeit foll eine Pause von gehalten und in diefer langen Zeit weder eine Wohnung Verschleppung habe seines Wissens nach der Aufseher Petereit mindestens 30 Minuten eintreten. Ueberzeitarbeiten nach der noch eine Schlafftelle innegehabt. Im Frühjahr, Sommer aus untenntniß gethan. Petereit sagte auch: Der Lootsen- zwölften Stunde ist gestattet. Die Bezahlung dafür ist aber und Herbst nächtigte er im Freien oder in angefangenen Bauten tommandeur habe ihm die Verschleppung der Spierentonnen er- anderthalbmal fo boch als für regelmäßige Arbeit. Was die und lebte vom Betteln; im Winter dagegen fand er öfter laubt. Db Stantien u. Becker von der Verschleppung der Großbäckereien betrifft, so soll in diesen nur zehn Quartier im Arbeitshause und suchte Aufnahme in Kranten Spierentonnen Kenntniß hatten, sei ihm nicht bekannt geworden. Stunden gearbeitet werden oder sechzig Stunden die Woche, häusern, im Männerasyl u. s. w. Der Baggerei- Aufseher Wolle habe ihm einmal angezeigt, daß einschließlich der Mittagspausen, die täglich 1 Stunde dauern sollen. tödtet. Selbstmord eines Greises. Auf dem Flure des Hauses Blumenstr. 49 wurde in der letzten Nacht der 74 Jahre alte Arbeiter Karl Reßling mit einer Schußwunde im Hinterkopfe, die er sich selbst beigebracht hatte, aufgefunden und nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht. Hatte die herrlichste der Welten vielleicht kein Brot mehr für den Armen? Witterungsübersicht vom 8. Mai 1896. Stationen. Wetter Temperatur nach Celsius ( 50. 4° R.) Versammlungen. Ein unbekannter Manu, der Donnerstag Vormittag auf betreffs der Wegschaffung der Prähme von Stantien u. Becker Die erste Pause findet zwischen der zweiten und fünften dem Hofe des Grundstücks Alexanderuser 8 beim Strohabladen weiter untersucht, da Stantien u. Becker zur Führung von arbeiten und Arbeiten am Sonntag erhalten die Gesellen andertdem Hofe des Grundstücks Alexanderufer 8 beim Strohabladen zweierlei Bücher geführt werden. Er habe diese Sache nicht Stunde nach dem Beginn der Arbeit statt. Für Ueberzeitaushalf, brach, während er oben auf dem Wagen stand, plößlich zusammen und verstarb, noch bevor ihm ärztliche Hilfe gebracht Büchern betreffs der Wegschaffung der Prähme nicht verpflichtet halbmal so viel als für gewöhnliche Arbeit. Der Schiedsspruch zusammen und verstarb, noch bevor ihm ärztliche Hilfe gebracht waren. Auf Anfrage des Vertheidigers giebt der Zeuge zu, daß er 1889 fezt auch die Mindestlöhne fest. werden konnte. Wahrscheinlich hat ein Herzschlag ihn ge- seiner vorgesetzten Behörde Anzeige davon gemacht habe, daß durch Die Londoner Pianofortefabrikanten beabsichtigen in die Verflachung der Fahrrinne mehrere Fahrzeuge aufgestoßen Von einem Schlächterfuhrwerk der Firma Nock, Lands feien. Rechtsanwalt Dr. Sello: Die Baggerung der Fahrrinne Deutschland Ersatz für ihre im Streit stehenden Ar bergerstr. 44, wurde Freitag Abend 7 Uhr Ecke der Waßmann- hatte doch nur den Zweck, die Fahrrinne rein und zwar drei beiter anzuwerben. Die Londoner Pianofortemacher- Gewerkund Weberstraße ein älterer Herr im Alter von etwa 70 Jahren Meter tief zu erhalten? Beuge: Jawohl. Vertheidiger: schaft ersucht daher die deutschen Berufsgenossen um strenge Ver derart unglücklich überfahren, daß er besinnungslos in die Wenn nun der heraufbeförderte Schlick wieder ins Wasser meidung des Zuzugs. Wir erwarten, daß jeder deutsche Sanitätswache gebracht wurde. Auch am Donnerstag Nach- fallen gelassen wurde, dann hatte doch die Baggerung mittag fanden wieder mehrere Unfälle durch Ueberfahren statt. gar teinen Sinn? Beuge: Das gebe ich zu. Pianoforte- Arbeiter den Klassengenossen Englands treue Soli In der Wallstraße lief der dreijährige Sohn des Metallschleifers Auf weiteres Befragen bemerkt der Beuge: Soweit darität erweisen wird. Hartmann gegen eine Droschte 1. Klasse, gerieth unter die ihm erinnerlich, sei das Aufstoßen der Fahrzeuge ein Räder und 30g fich eine Verlegung am Kopfe zu. einziges Mal durch den niedrigen Wasserstand, sonst An der Ecke der Friedrich- und der Leipzigerstraße immer durch die ungenügende Baggerung erfolgt. wurde der eine Leiter tragende Dachdecker Wilhelm Der Beuge sagt ferner aus, daß er einmal von unbekannter Die Arbeitseinstellung bei der Firma M. Bodenheimt Bartelt durch eine Droschke 1. Klasse überfahren und am Kopfe, Seite eine Neujahrsgratulation mit einer Fünf- und Leo Meyer beschäftigte am 7. Mai eine öffentliche anscheinend auch innerlich schwer verlegt. Durch eigene Schuld hun bert- Banknote erhalten. Er habe sofort Herrn Ober- Tapezirerversammlung. Nach den Darstellungen des Tapezirers hundert wurde in der Schlesischenstraße die 5 jährige Tochter des Tischlers bürgermeister Krüger in Memel davon Anzeige erstattet und Bönike liegt diesem Thatbestand folgende Ursache zu grunde. Schuhmacher durch einen Wagen der elektrischen Straßenbahn diesen gebeten: das Vorkommniß auf seine Kosten öffentlich be- Am Montag vor dem 1. Mai ersuchten die Tapezirergehilfen umgestoßen und eine Strede weit mitgeschleift. Das Kind wurde fannt zu machen, da hier ein Irrthum vorliegen müsse. Da sich die Firmeninhaber um Freigabe des 1. Mai, nachdem ihnen vom nur leicht verletzt. Der Kutscher hatte rechtzeitig geläutet und aber niemand meldete, so habe er die 500 m. der öffentlichen Werkführer Gottschalk strikter ablehnender Bescheid zu theil Das Resultat der Unterredung zwischen gebremst. Vor dem Hause Mobrenstr. 59 gerieth der 5 jährige Armentasse überwiesen. Er habe über dies Vorkommniß geworden war. Sohn des Schneidermeisters Dingenthal unter die Räder einer mit dem Angeklagten gesprochen, demselben aber in keiner Chef und Arbeiter war Freigabe des 1. Mai. Da jedoch die Droschte und erlitt eine starke Quetschung des linken Fußes. Weise angedeutet, daß er den Geschenkgeber in der Firma Stantien gegenwärtige Arbeit drängte, versprachen die Gehilfen täglich eine Gegen Abend fiel der Rollkutscher Stefan Hannemann in der und Becker vermuthe. Auf Einwendung des Angeklagten giebt Ueberstunde zu machen. Laut Tarif wird die Tagesstunde mit Stralauerstraße von seinem Wagen und zog sich schwere Verlegungen der Beuge schließlich die Möglichkeit zu: der Angeklagte tonne 50 Pf. berechnet, den Gehilfen wurde jedoch diese tägliche Ueberam Ropfe und am Arme zu. vielleicht durch seine Aeußerungen, auf die er sich nur noch dunkel stunde am Sonnabend nur mit 45 Pf. bezahlt. Ihren Grund erinnere, zu der Vermuthung gekommen sein, daß er( Benge) der sollte die Berechnung darin haben, daß die Arbeitszeit that Ansicht war, Stantien und Becker feien die Geschenkgeber gewesen. fächlich tarifmäßig wohl eine neunstündige ist, den Kunden Vertheidiger Rechtsanwalt Dr. Sello: A13 Sie die 500 m. gegenüber wird jedoch 10 Stunden tägliche Arbeit behauptet erhielten, hatten Sie bereits die Oberaufsicht über die Baggerei und geschrieben. Während die tarifmäßige 9 Stunden Arbeit im Kurischen Haff? Zeuge: Ja. Im weiteren Verlauf be- täglich pro Stunde 50 Pf. bei einem Wochenlohn von 27 M. fundet der Zeuge noch: Es sei ihm nicht bekannt, daß Stantien u. ausmacht, beträgt der Stundenlohn bei den formell geschriebenen Becker jemals einen Einfluß auf die Königsberger Regierung versucht 10 Stunden allerdings nur 45 Pf., widerspricht aber den thatsächlichen hätten. Es sei ihm nicht bekannt, daß Mitglieder der Königsberger Verhältnissen. Die Gehilfen waren mit dieser Berechnung nicht einRegierung bei Becker verkehrt haben. Auf dem Jubiläum des Geb. verstanden, verlangten vielmehr den tarifmäßigen vollen StundenRaths Becker sei er( Zeuge), der Regierungspräsident und fast alle lohn und stellten daraufhin folgende Forderungen auf: Täglich Mitglieder der Regierung gewesen. Die Festlichkeit habe nicht 9 Stunden Arbeitszeit; an den Zahltagen 81/ 2stündige Arbeitsin der Behausung des Geh. Raths Becker, sondern öffentlich auf zeit; 65 Pf. für Ueberstundenarbeit; Zurückerstattung des für zu weit entfernt wohnende Kunden. dem Schüßenplay stattgefunden.- Es wird weiter eine Anzeige Fahrgeldes des Baggerei- Aufsehers Wolle verlesen, in der dieser bemerkt: Stellung eines Hausburschen für Reinigung der Geh. Kommerzienrath Becker habe ihm gesagt: er werde statt und Besorgung des Materials; Freigabe des 1. Mai. Schwarzort wieder pachten, er müsse aber zunächst die Am Dienstag warf der Werkführer den Gehilfen das die Entfernung des Regierungs- Bauraths Demp. Forderungen enthaltene Schriftstück hin mit der kategorischen wolff und die feinige( des Wolle) bewirken, er Weisung, daß darauf nicht eingegangen würde, vielmehr alles tönne mit solch strengen Beamten nicht arbeiten. Auch beim alten bliebe, und es den Gehilfen anheimgegeben sei, auf Die Gehilfen traten darauf direkt an den wird ein amtliches Protokoll verlesen, welches besagt, daß zuhören. 8 Die fehlenden 5 Pf. Stundenlohn wurden bei einer Revision der Königsberger Regierung vom Sep- Chef heran. weitere Ginigung nicht erzielt. tember 1890 die Fahrrinne in überraschend guter Weise nachgezahlt, jedoch eine befunden worden sei. Auf Befragen bemerkt Ober- Regierungs- Somit befinden sich 8 Gehilfen im Ausstand. In der Diskussion rath Knispel und Regierungs- Baurath Dempwolff: Stantien und wurden die angeführten Thatsachen von den aushändigen Kollegen Becker waren allerdings, da sie dabei sein mußten, von dieser in vollem Umfange bestätigt und strikte Durchführung der Sperre Revision vorher unterrichtet. Diese Benachrichtigung dieser Werkstatt verlangt. Die Versammlung erklärte darauf ihr geschah aber nur, sobald die Hinzuziehung der Beamten von Einverständniß mit dem Vorgehen der ausständigen Kollegen und Stantien und Becker für nothwendig gehalten wurde. Nach verpflichtete fich zur moralischen und materiellen Unterstützung noch längerer Verhandlung wird die Sigung gegen 1 Uhr bis derfelben. Sofort wurden vorläufig 200 M. von dem vom 94er Streit übriggebliebenen Gelde für die Ausständigen be= nachmittags 4 Uhr vertagt. Ober- Regierungsrath Knispel deponirt auf Befragen: Er willigt. Hierauf hielt Häberle aus Hamburg einen recht habe niemals, außer, wenn es amtlich erforderlich war, Stantien interessanten Vortrag, in welchem er die Zentralisation als die u. Becker von einer beabsichtigten Revision vorher unterrichtet. zweckmäßigste Organisation schilderte. Kunft und Wissenschaft. Er habe allerdings einige Male bei Becker eine Einladung zum Eine Nachtversammlung der Kellner, die von Donnerstag ,, Dejeuner dinatoire" angenommen, zumal Becker ihm gesellschaftlich zum Freitag in Kaufmann's Variété" abgehalten werden Von Röntgen's Entdeckung. Prof. Dr. Buka von der gleichſtand. Diesen Einladungen haben auch die Minister v. Berlepsch, sollte, fonnte nicht stattfinden, da der Wirth, trotzdem er sein Wort technischen Hochschule in Berlin betreibt seit einiger Zeit Ver: v. Heyden- Cadow, der Oberpräsident Graf Stollberg, der Re- gegeben, die Pforten seines Musentempels geschlossen hatte. fuche über die unmittelbare Beobachtung innerer Körpertheile gierungspräsident u. f. w. Folge gegeben, wenn diese offiziell in Schaarenweise tamen die Versammlungsbesucher herbei und mittels der Röntgenstrahlen. Er verwendet dabei einen Barium- Balnicken waren. Es müsse berücksichtigt werden, daß es in Pal- mußten unverrichteter Sache wieder abziehen. Als Entschuldigung und Blatincyanürſchirm. Es ist früher hier schon nach einer nicken nur ein einziges fleines Gasthaus gab, in dem man gab der Pächter des Lokals dem Einberufer an, er habe in seinem Mittheilung des Dr. Schäfer über die Grundzüge der Buka'schen vicht verkehren konnte. Wenn man sich nun mehrere Stunden Kontrakt eine Klausel, die ihm verbiete, nach 12 Uhr nachts Versuche berichtet worden. Ueber den Fortgang seiner Studien dort aufhalten mußte, so war man genöthigt, das Dejeuner bei Geschäfte zu machen. Außerdem sei dem Besitzer von giebt Buka in der neuesten Nummer der Deutschen medizinischen Becker anzunehmen. Nachmittags wird die Verhandlung wegen der Polizei die Bedingung gestellt, in seinem„ KunstWochenschrift" Nachricht. Die Buta'schen Bersuche lassen erwarten, Unwohlfeins des Kranten auf Freitag Morgen vertagt. institut" teine Versammlungen abhalten zu lassen. In den daß für die chirurgischen Erkrankungen der Kinder daraus ein Reihen der Kellner hingegen ist die Annahme verbreitet, wesentlicher Nugen hervorgehen wird. An einem zehnjährigen Das Schwurgericht Flensburg verurtheilte am Donnerstag die Restaurateure der Gewerbe Ausstellung hätten den Wirth Knaben fonnte man, was zunächst das Stelett angeht, die Rippen nach zebnstündiger Verhandlung den Inhaber der falliten Seifen beeinflußt, weil in jener Versammlung die Gehalts- und Arbeitsund deren Bewegung bei der Athmung, die Wirbelsäule, fabrik Puyffen Nachfolger, Rathmann Scheller Friedrichstadt, Schultergelent, Schlüffelbein, Scapula, Oberarm, Ellenbogen- wegen betrügerischen Bankrotts zu einem Jahre Gefängniß. Von perhältnisse ihrer Angestellten einer Kritik unterzogen werden follten. Inwieweit das richtig, vermögen wir nicht zu kontrolliren. gelent, bie Beckenschaufel u. a. m. zur Anschauung bringen. der Anklage der Brandstiftung wurde derselbe freigesprochen. Nüßen wird es selbstverständlich den Restaurateuren nichts, denn Bon inneren Organen fonnten in ihren Umrissen das Herz und die Kellner haben bereits für tommenden Dienstag eine neue die Leber erkannt werden, wenn der Rücken des Knaben der Versammlung anberaumt. Hittorf'schen Röhre zugewandt wurde. Günftige Ergebnisse lieferte das Buta'sche Verfahren auch bei der Aufsuchung von Fremdkörpern. Barometer stand in mm, d. Meeressp. 01888 Windrichtung Windstärke 144 444 PHP( Stala 1-12) சம் Swinemünde 768 UND 4 Hamburg. 769 0 Berlin 768 ND 4 Wiesbaden 766 ND 1 heiter wolkenlos wolkenlos wolkenlos 7 11 7 12 München 764 D halb bedeckt Wien. 762 NW 3 762 M 2 Regen heiter 9 770 0 halb bedeckt 775 NO . 766 N • . halb bedeckt wolkig 10 11 Haparanda. Betersburg Cort. Aberdeen. Paris. 7 14 Wetter- Prognose für Sonnabend, den 9. Mai 1896. Trockenes, vorwiegend heiteres Wetter mit frischen nord: öftlichen Winden, Nachtfrost und wenig veränderter Tagestemperatur. Berliner Wetterbureau. Gerichts- Beitung. -= Gewerkschaftliches. " WerkUnsere soziale und rechtliche Stellung und unser Ju Harburg ist es beim Streit der Arbeiter der Delfabriken Vereinsleben. Ueber dieses Thema referirte am 6. Mai von Thörl und Geiser zu Straßenaufläufen gekommen. Gine Gärtner Holm aus Hamburg in einer öffentlichen VerVolksversammlung hat deshalb beschlossen, daß die klassen- sammlung seiner Berufsgenossen. Redner unterzog das meist bewußten Arbeiter und Arbeiterinnen den Straßenaufläufen fern noch patriarchalische Arbeitsverhältniß der Gärtnergehilfen einer Um der Ersparnis von 1,50 M. hat sich einer der zu bleiben haben, und das Boltsblatt" erläßt die Aufforderung: scharfen Kritit. Unbegrenzte Arbeitszeit, farge Löhne, chikanöfe Halte jedermann eiserne Disziplin! Wer die jetzigen Streits Behandlung, vielfache Verkümmerung der Pausen, bie angesehenſten und wohlhabensten Bürger Bernau's, der Malermeister Waldemar Klimob, des Berbrechens der schweren billigt und das Vorgehen des Fabrikantenthums und der Be- Tagesmahlzeiten einzunehmen, Uebertretung der gesetzlichen hörden verurtheilt, kann dies nur durch ausgiebige petuniäre Sonntagsruhe, ungenügende Roft, mangelhaftes Logis, Urkundenfälschung schuldig gemacht, welches mit 3uch t wofür unverantwortlich hohe Preise in Anrechnung gehausstrafe bedroht ist. Klimod stand dieserhalb heute vor Unterstüßung der Streifenden beweisen!" Es versteht sich, daß diese Aufforderung mehr wirken wird, bracht würden, das feien Zustände im Beruf, die dem Schwurgericht am Landgericht II. Er hatte für das Jahr 1893/94 einen Jagdschein besessen, für 1894/95 aber feinen als die Thätigkeit einer halben Armee von Schußleuten und bringend der Abhilfe bedürfen. Weiter herrsche absolute ÚntlarGendarmen. heit über die rechtliche Stellung der Gärtnergehifen. Bald folchen Schein gelöst, weil er zum Jagen teine Zeit hatte. Während der diesjährigen Saison wollte er aber wieder die In Reichenbach i. Schl. war, wie fürzlich berichtet, der würden sie dem land- und forstwirthschaftlichen Amte augewiesen, Jagd ausüben. Um nun die 1,50 M. Stempelgebühren zu sparen, Streit der Weber beender, nachdem der Fabrifinspektor einen wo sie feinem Krankenversicherungsgesetz unterstehen, bald unters die für das polizeiliche Führungsattest erforderlich find, das Vergleich zu stande gebracht hatte. Die Ausständigen, 1200 an stelle man sie der Gesindeordnung, und weise sie mit ihren herbeigeschafft werden muß, wenn man längere Zeit nicht im der Zahl, nahmen die Arbeit wieder auf. Die Firma Gebrüder Klagen vom Gewerbegericht ab, während dann wieder von Befige eines Jagdscheines gewesen ist, fälschte der Angeklagte den Cohn zog aber, wie das Berliner Tageblatt" melbet, die bereits anderer Seite das Gewerbegericht als zuständig erklärt wird. alten Schein in der Weise, daß es den Anschein hätte haben können, zugestandenen Lohnerhöhungen wieder zurück, worauf 500 Weber Alle diese Zustände fordern ein feftes Busammenhalten ber als sei derselbe statt für 93/94 für 94/95 ausgestellt gewesen. und Spuler diefer Firma abermals die Arbeit niederlegten. Gärtner, um vereint für eine Aenderung der Verhältnisse zu wirken. In diesem Falle hätte es nämlich feines Führungsatteftes bedurft. Sämmtliche Fabrikanten sollen sich nun für solidarisch erklärt In der Diskussion wurde bemerkt, die hohen Pachtpreise und die Die Behandlung, die dem Manne vor Gericht zu theil wurde, haben und die Schließung sämmtlicher Webereien beabsichtigen. niedrigen Preise für Topfpflanzen hätten jedoch zur Folge, daß der aus schmutzigen Motiven ohne irgend welche Noth das Ver- In Nürnberg haben in der Metallgußwaarenfabrik von der im Referat geschilderten Weise mit ihren Gehilfen umgingen. viele Pachtgärtner selbst übermenschlich arbeiten müßten und in brechen der Fälschung einer öffentlichen Urkunde begangen hatte, 2öblein u. Kraft sämmtliche Arbeiter und Arbeiterinnen, Alle diese Thatsachen könnten jedoch nicht hindern, daß die Ge= ift recht bezeichnend für unfere heutige Rechtspflege. Die mit Ausnahme eines Drehers, eines Gürtlers und einer Arbeiterin, hilfen ihr Interesse wahrnehmen und ihre Lage zu ver Geschworenen billigten dem Angeklagten mildernde die Arbeit niedergelegt, weil ihre Forderungen nach Erhöhung Zu diesem Zweck setzte die Versamm bessern suchen. Umstände zu und der Gerichtshof erkannte auf des Stundenlohns um 2 Pf. und Aufbesserung der Atford= das Strafminimum von drei Monaten Gefängniß. löhne derart, daß die Akkordarbeiter mindestens 30 Pf. lung eine Siebener Kommission ein, welche die nöthigen der besonderen Umstände", die stündlich verdienten, abgelehnt worden waren. Die Firma Schritte zu einer Lohnbewegung für das nächste Frühanbetracht einleiten foll. Zum Schluß erklärten die Ver unferes Erachtens nur strafverschärfender Natur waren, regte will weiter nichts als 25 pet. Buschlag für Ueberstunden be- jahr der Präsident, Landgerichtsdirektor Hellwig, außerdem bei willigen. Der Zuzug von Formern, Gürtlern, Drehern, sammelten den allgemeinen deutschen Gärtnerverein für völlig den Geschworenen die Einreichung eines Gnadengefuches Schloffern, Bifeleuren, Hilfsarbeitern und Arbeiterinnen ist mulos und forderten zum Beitritt in den Zentralverein der an den Kaiser an, und die Geschworenen entsprachen strengstens fernzuhalten, denn davon hängt der Erfolg des Aus- Gärtnergehilfen auf. standes ab. Bemerkt sei noch, daß die Arbeiter eine Forderung sofort dieser Anregung! Verworfen wurde vom Reichsgericht die Revision, die auf Verkürzung der Arbeitszeit nicht stellten, um einen Streit zu Verworfen wurde vom Reichsgericht die Revision, die unser Parteigenosse Hans Block von der„ Rheinisch- Westfälischen verhüten. Die Firma ist nämlich betreffs der Arbeitszeit an die Arbeiterzeitung" gegen das Erkenntniß des Landgerichts Dort- Beschlüsse des Metallindustriellen- Verbandes gebunden. mund eingelegt hatte, welches ihn wegen Preßbeleidigung zu 4 Wochen Gefängniß verurtheilte. In Die Filiale des Allgemeinen Deutschen TapezirerVereins hielt am 29. April ihre Generalversammlung ab. Aubert gab zunächst den Kaffenbericht und theilte mit, daß die Mitgliederzahl auf 180 gestiegen ist. Der Bericht vom Stiftungsfest weist eine Einnahme von 171 M. und eine AusDer Streik in der Werkzeugfabrik Baldauf in Stuttgabe von 86,20 M. auf, bleibt mithin ein Ueberschuß von 84,80 M. gart ist nach 2 tägiger Dauer beendet. Bewilligt wurde die Herab- Das Amt des Kassirers wurde hierauf dem Mitglied Ratzky Das Bernstein- Monopol vor dem Gericht zu Stolp. fegung der Arbeitszeit von 11 auf 1012 Stunden, 5 pet. Lohn übertragen. Den Textilarbeitern in Rottbus wurden 20 M. überwiesen. In der Verhandlung vom Donnerstag protestirte zunächst der erhöhung, 25 pet. Zuschlag für Ueberstunden. Bertheidiger Dr. Sello gegen die Bekundung des Amtsgerichts Die Differenzen zwischen Meistern und Gesellen des Die Freie Vereinigung der Gravenre und Ziseleure Janne, nach welcher der Angeklagte Weftphal geiftig nicht ganz Londoner Bäckergewerbes dürften durch den Entscheid bei batte am 5. Mai ihre ordentliche Versammlung einberufen. normal fei. Der Zeuge Regierungs- Baurath Dem pwolff ist gelegt sein, den das Schiedsgerichtsamt abgegeben hat. Nach Nachdem die Wahl eines Vergnügungskomitees erledigt war, von 1888 bis 1894 Hafenbau- Jufpettor in Memel gewefen. Der Boff. 8tg." ist der Inhalt des Schiedsspruchs folgender: bielt Dr. Weyl einen interessanten medizinischen Vortrag. Einige Auf Befragen des Präsidenten befundet er, es sei einige In Bäckereien, die sich mit Kleinhandel befassen, soll die Arbeits- eingelaufene Fragen wurden vom Referenten zur Zufriedenheit Male vorgekommen, daß Spierentonnen, die die Grenze der zeit elf Stunden betragen. Zwischen der vierten und fünften der Fragesteller beantwortet. g W. G. Ebert. Der Bericht ist uns aus den Kreifen der Der Arbeiter Bildungsverein für Mariendorf nahm in Die Eisenbahndirektion Rattowis macht bekannt: Auf seiner legten Sitzung den Kassenbericht entgegen. Danach be- der Strecke Ratibor- Troppau ruht wegen weiterer Damm Mitglieder zugegangen, und enthielt unferes Grachtens teine der Gesammtverkehr. Voraussichtlich wird die Beleidigung gegen Sie. Ihre Stellungnahme in der Angelegen trugen die Einnahmen im ersten Quartal 44,09 m. und die rutschung Ausgaben 22,90 M. Nach vollzogener Neuwahl des Vorstandes Strede Ratibor- Kranowiz am 9. d. wieder fahrbar sein. Auf heit erscheint uns vollkommen forrekt. setzt sich derselbe wie folgt zusammen: Thiel erfter, Senger der übrigen Strecke wird die Verkehrsstörung vor Ablauf von Rummelsburg 100. Geschente, falls fie nicht eine Be lohnung darstellen, tönnen innerhalb 6 Monaten durch einen aweiter Borsigender; Müller erfter, Glaser zweiter Schriführer; 5 Tagen nicht beseitigt werden können. Schneider erster, Müller zweiter Rassirer; Klür, Wolff und Leh Aus Schwabach wird über die gemeldete Unterschlagungs- vom Gerichtsvollzieher zuzustellenden Widerruf widerrufen F. B. Der Inhalt der für Berlin die Art der mann Beifizer; Hennig, Sopp und Achilles Revisoren. Sodann sache weiter berichtet: Der zum hiesigen Vorschußverein herbei- werden. wurde beschlossen, am Himmelfahrtstage eine Herrenpartie zu gerufene Revisor ift abgereift, ohne einen vollständigen Ab- Räumung von Wohnungen regelnden Polizeiverordnung ist gegen veranstalten. P. schluß erzielt zu haben, da die Unordnung in den Büchern zu Ende jedes Vierteljahres im Vorwärts" wiederholt. E. M. A. Gie groß ist. Die Verwaltung des Vereins hat beim hiesigen Amts- H. 3. Darüber besteht keine Bestimmung. K. B. Er wird nicht mehr belästigt. gericht den Konkurs beantragt, welcher unmittelbar bevorstehen müssen das Geld bringen. A. E. 200. Nach Ihrer Darstellung ist der Anwalt regreßdürfte. pflichtig. Zuständig für die Regreßtlage ist bei einem Objekt bis 300 m. das Amtsgericht, bei einem höheren Objekt das Landgericht. J. E., Tischler. Das Mädchen ist im Recht, muß aber vor Anstellung der Klage bei dem Amtsgericht sich an die Polizeibehörde mit dem Antrag wenden, die Herrschaft zu veranlassen, fie in Dienst zu nehmen. Erst wenn der Polizeiversuch erfolglos ist, ist die Klage für das Gesinde zulässig im Rechtsstaat" Preußen. 100. Nein.-S. 200. 1. Ab. schrift des Urtheiles muß auf Antrag dem Verurtheilten ertheilt wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( zwei Buchstaben oder eine Baht) werden. 2. Das läßt sich ohne Kenntniß der Sachlage nicht be2. Ja, die Frau tann aber fein. Ethische Gesellschaft." Sonntag, den 10. mat, abends 7 Uhr bet Hoffmann, Alexanderstraße 27c: Versammlung. Bortrag über: Frauen pflichten und Frauenrechte. Ref. Frau Mesch. Nachdem geselliges Betfammen: Geöffnet Die Bibliothet befindet sich bet Gärtner, Moltenftr. 12. Sonnabends von 9-10 Uhr. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Sonntag, den 10. Mat, vormittags präz. 10 Uhr, Brauerei Friedrichshain: Uebungsstunde. Geübt werden die Steber: Saat und Ernte, Frühlingsruf und Liedesluft. Touristenklub„ Ruf". Heute, abends 9 Uhr, Dresdenerftr. 58 bet Becker: Gesang, Besprechung der Pfingstpartie, gemüthliches Beisammensein. Vermischtes. Die angezeigte Betriebsstörung in folge Damm rutschung zwischen Osterode i. Ost pr. und Kraßlan wird voraussichtlich noch 8 Tage andauern. Der Personenverkehr wird durch Umsteigen aufrecht erhalten, der Güterverkehr über Hohenftein i. Ostpr., Allenstein geleitet. Für denJuhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Sonnabend, den 9. Mai. Opernhaus. Mignon. Schauspielhaus. Ein Staatsstreich. Deutsches Theater. Der Meister von Palmyra. Lessing Theater. Waldmeister. Berliner Theater. König Heinrich. Neues Theater. Tata- Toto. Residenz- Theater. Fernand's Ehefontraft. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Hungerleider. Schiller Theater. Antigone. Belle- Alliance- Theater. Die Reise um die Erde in 80 Tagen. National Theater. Fauſt. Infolge der Zunahme der Cholera in Egypten ist in Konstantinopel für die Herkünfte aus Alexandrien eine fünftägige Quarantäne angeordnet worden. Die Schiffe mit Pilgern nach Hedjas haben eine zehntägige Quarantäne zu halten. Die Cholera breitet sich in Alexandrien aus; am Mittwoch sind 14 Personen an derselben erkrankt und 10 gestorben. Briefkasten der Redaktion. anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Zimmermann. Die Adresse des deutschen sozialdemokratischen urtheilen. – M. S. 1. Mein. Lesetlubs in Paris ist: Rue St. Honoré 814, Café du Lion interveniren. 3. Wegen Alimente für ein uneheliches Rind nein. de Belfort. Adolph Ernst- Theater. Bum 33. Male: Das flotte Berlin. Große Ausstattungs- Gesangsposse in 3 Aften von Leon Treptow und Ed Jacobson. Ruplets und Quodlibets von G.& 3r B. Musik von G. Steffen 3. 2. Aft: ,, Alt Berlin." Anfang 7 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Kaufmann's Variété- Theater Königstraße, Colonnaden. Das neue Programm mit 22 Nummern Die Perle aller Clowns Theater Unter den Linden. Der Willy Agoston Vogelhändler. Adolph Ernst- Theater. Das flotte Berlin. Alexanderplat Theater. Die fleinen Lämmer. Vorher: Zantteufelchen. Reichshallen- Theater. SpezialitätenVorstellung. American Theater. SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten- Borftellung. Kaufmann's Variété. Spezialitäten. Vorstellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Sonnabend, abends 8 Uhr: Antigone. ( Frau Clara Meyer a. G.) Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Antigone( Frau Clara Meyer a. G.); abends 8 Uhr: Die Kinder der Exzellenz. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Direktion: Max Samst. Volks- Vorstellung zu bedeutend ermäßigten Preisen. Gastspiel des Frl. Clara Leno vom Berliner Theater u. des Herrn Richard Trou vom Stadttheater zu Konstanz ,, Faust" Eine Tragödie in 6 Abtheilungen von Wolfgang von Goethe. Regie: Fritz Schäfer. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Barna als Rattenfänger v. Hameln. Die Luftvoltigeusen Dorina Suri Die Teufelsspiele von Suri Ferner Auftreten des gesammten Künstler- Ensembles. Voranzeige! Demnächst: Eröffnung des neu renovirten Sommergartens 2000 Menschen faffend. Auf der Sommerbühne: Große Vorstellungen, GartenConcerte, 2 Kapellen. Den verehrl. Vereinen empfehle mein Etablissement und Garten zur Abhaltung von Sommerfesten und Matineen zu den foulantesten Bedingungen. Olympia Riesentheater Alexanderstr., Ecke d. Magazinßr. 4000 Personen fassend. Die 2500 Qu.Meter große Bühne ist von jedem Platz des Theaters aus vorzüglich zu überfehen. Der ,, Orient" ist das größte Schauſtück der Welt und es mußte daher in Berlin ein eigenes riesengroßes, 12000 Qu.- Meter fassendes Theater erbaut werden. Preise der Sigpläge infl. Garderobe: Orchester- Loge M. 5,10, Parquet- Loge M. 4,10, Fauteuil M. 3,10, Parquet 2 M. 10 pr. Parterre- Siz( Mitte) M. 1,60, ParterreSiz Alt- Berlin is( Seiten) M. 1,10, Entree zum Täglich: Nachmittags 52 Uhr: Aufzug zum Ringelstechen. Drei Musikkorps. Gemischter Chor d. Theaters Alt- Berlin. Boltsbeluftigungen. Seiltänger. Zauberei 2c. Irrgarten. Diorama 2c. 2c. 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Apollo- Theater und Concert- Garten Friedrichstraße 218. Dir. J. Glück. Sensationeller Erfolg! Salerno, Rolph Arras, Robert Steidl, Henry Bender sämmtliche Kunstkräfte Kaffeneröffnung 6 Uhr. Konzert 1. Ranges. und 7 Uhr. Anf. d. Vorstellung 8 Uhr. In Vorbereitung: Die Spree- Amazone. Gesangspoffe in 1 Att, mit vollständig neuer Ausstattung. Mart. Berndt's Würstelstube empfiehlt nach wie vor allen Freunden und Bekannten ihren vorzüglichen Frühstücks-, Mittags- und Abendtisch., Jeden Sonnabend von 6 Uhr ab: ff. Eisbeine. Für gute Biere ist selbstverständlich bestens Sorge getragen. Um zahlreichen Besuch bittet Martin Berndt, Oranien- u. Alexandrinenstraßen- Ecke. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegerund Großvater, der Tischler Karl Schulz am 7. Mai am Gehirnschlag fanft entschlafen ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 10. Mai, mittags 1 Uhr, von der Leichenhalle der St. Thomas 1846b gemeinde aus statt. Die trauernden Hinterbliebenen. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme und die kostbaren Kranz spenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes Achtung, Bildhauer! Durch Beschluß der vorlegten öffent lichen Versammlung bin ich beauftragt, Maimarken zu 50 und 25 Pf. zu vertreiben, um einen Fonds für ausgesperrte und streikende Kollegen zur Verfügung zu haben; ich bitte nun die Kollegen, in ihren Werkstätten je einen Kollegen zu beauftragen, der diese Marken abhebt; dieselben sind Dienstag und Sonnabend, abends von 8 Uhr ab Annenstr. 16 zu haben. Ferner stehen noch die Listen Nr. 13 und 65 vom Holzbildhauerstreit aus; erstere iſt in den Händen eines Kollegen Lieske, letztere in den Händen eines Kollegen Jasch. Bitte dieselben anzuhalten. 0. Meyer, Bertrauensmann, Strelizerstr. 28. Franz Suter sage ich allen Verwandten, Freunden und Bekannten, dem Vorstand und den Beamten der Orts- Krankenkasse der 28/10 Buchbinder, den Herren VertrauensWo speisen Sie? Suppe, Gemüse, Braten 35 Pf. ärzten des Gewerts- Kranken- Vereins, Bartelstr. 1a, an der Linienstraße. dem Verein der Verwaltungsbeamten der Orts- Krankenkassen Berlins, und der Eingeschriebenen Hilfskaffe Nr. 24 1348b meinen innigsten Dant. Wittwe Auguste Suter, geb. Blumberg. Fruchtweine Johannisbeerwein, weiß u. roth, Stachelbeerwein, Heidelbeerwein pro Glas UTSCHE'S BEICH 10 PFENNIG Rofthalle 1/10 Liter. 1896 der Berliner Groß Destillateure Berliner Gewerbe- Ausstellung Eugen Neumann& Co. Elektrische Eisenbahn, Saltestelle 4. ( Marineschauspiele.) Achtung! Achtung! Künstl. Zähne v. 8 M. an, Theilz. wöchentl. 1 M., wird abgeholt. Bahn ziehen, Zahnreinigen, Nervtödten bei Bestellung umsonst. Guckel, Lausitzerplatz 2, Elsasserstr. 12 Möbel- Ausverkauf, paffendste Gelegenheit für Brautleute. In meinem größten Möbelspeicher, Neue Königs ftraße 59, follen ca. 200 Wohnungseinrichtungen, Milchkübel, Kannen, Satten, Dezimal- u. 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Am Ministertische: Justizminister Schönstedt, später Der Stimmrechts- Vorschlag der öffentlichen Versammlung. Es ist Pflicht aller Kollegen und Eisenbahn- Minister Thielen und Kommissarien. Das Haus ehrt das Andenken des verstorbenen Abg. Engler( t.) in der üblichen Weise. Schwedischen Regierung. Stockholm, 5. Mai.( Eig. Bericht.) Anstelle des bisherigen Abg. Dr. Sattler, der infolge Schon seit dem Jahre 1892, als es dem schwedischen ReichsAmtsbeförderung sein Mandat niedergelegt hat, wird der Abg. tag durch die schamlosesten Kompromisse zwischen ganz ent Meßling( natl.) als Mitglied der Staatsschulden- Kommission gegengefeßten Parteien glückte, die für das Bolt so überaus durch Zuruf gewählt. belastenden militärischen Pläne sowie die Gesetze über Er Es folgt die dritte Lesung der Richterbefoldungs- weiterung der Wehrpflicht durchzudrücken, ist die Stimm( Siehe Inserat in heutiger Nummer.) rechtsfrage die für das ganze schwedische Volk brennendste Frage gewesen. Vorlage. = Als es galt, die Militärgeseze durchzudrücken, ließ man von seiten der Regierung und der herrschenden Parteien ganz deutlich verstehen, daß das durch die Wehrpflicht und neue Steuern schwer bedrückte Volt als Ersatz ein er weiterte3 Stimmrecht erhalten sollte. In der Generalbebatte bemerkt Abg. Graf v. Limburg Stirum( t.), daß seine Freunde Werth darauf legen, daß jeder Richter möglichst bald nach bestandenem Staatsexamen zum Richteramt berufen wird. Wir wollen das Recht der Krone wahren, die Richter zu berufen. ( Zwischenrufe: Das will ja niemand ändern.) Die Ausführungen des nationalliberalen Redners in zweiter Lesung waren nicht anders Aber kaum waren die Forderungen bewilligt, so thaten so zu verstehen, als daß der Assessor seine Anstellung als Richter wohl die Regierung, als die im Reichstag herrschende Majorität, durch Ersizung sollte erwerben können. Wir meinen dagegen, mit der ersten Kammer( dem Herrenhause) an der Spize, als die Regierung müsse dafür sorgen, daß die Zahl der Richter- hätten sie das dem stimmrechtslosen schwedischen anwärter geringer wird, das ist bei der Gehaltsregelung dringend Bolte feierlich gegebene Gelübde vergessen und lösten ihr nöthig.( Widerspruch links.) Mit der Behauptung vom Streber gegebenes Versprechen mit einem neuen, dem folgenden Reichstag thum, das die Vorlage erzeugen soll, stellt man den Direktoren, vorgelegten Stimmrechts- Vorschlage ein. Präsidenten das ungünstigste Zeugniß aus. Sie verlangen, daß diese Beamten ohne Rücksicht auf die Qualifikation der Anwärter diese vorschlagen.( Rufe: Das sollen sie auch. Widerspruch rechts. Unruhe.) Redner empfiehlt den von der konservativen Partei zur Wiederherstellung des§ 8 eingebrachten Antrag. W Die Berliner Buchdruckerei- Hilfearbeiter und Arbeiterinnen werden um zahlreiches Erscheinen in der Versammlung oberen Saal bei Bolk, Alte Jatobftr. 75, abgehalten wird. ersucht, die nächsten Sonntag, vormittags 1/211 Uhr, im ( Siehe Inserat in heutiger Nummer.) Die Hafenarbeiter in Swinemünde haben sich mit den streifenden Stettiner Kameraden solidarisch erklärt; sie wollen die für Stettin bestimmten Ladungen der Dampfer nicht mehr löschen. Bei dem Stettiner Streit handelt es sich um Einführung eines Tarifs; Der Ausstand soll so lange fortgesetzt werden, bis der Tarif, der übrigens schon vor zwei Jahren von einer großen Firma akzeptirt, später aber wieder umgangen wurde, von allen Stauern anerkannt ist. Die Angabe in der bürgerlichen Presse, in der Biele felber Waschebranche sei eine Streitbewegung im Gange, ist unwahr. Wie uns aus Bielefeld geschrieben wird, streitt in der Wäschebranche überhaupt niemand. Ebensowenig ist es zutreffend, daß die Fabrikanten für ein Dugend Hemden jest Der Bruch des Versprechens durch Regierung und Reichstag zirka 1 M. mehr Lohn zahlen müßten als früher. Die Mädchen erregte bei allen denkenden Mitbürgern tiefen Unwillen, und die haben nur ein paar Pfennige Zulage bekommen, was beim tiefe Empörung organisirte die Massen und hatte zur Dugend Hemden etwa 15-20 Pf. ausmacht. Die falsche Nach Folge, daß sich im ganzen Lande Stimmrechts Vereine richt ist wohl nur in die Presse lancirt worden, um die Ver bildeten. Diese Stimmrechts- Vereine haben jedoch vergebens hältnisse der Bielefelder Wäschekonfektion gegenüber den Er. Abg. Dr. Porsch( 3.): Wir werden gegen den konservativen versucht, die Stimme des schwedischen Volkes in dem hebungen der Reichskommission für Arbeiter= Antrag auf Wiederherstellung des§ 8 stimmen, felbft auf Rapitalisten und Bauernreichstag vernehmbar zu statist it in günstigerem Lichte erscheinen zu lassen, als sie ver die Gefahr, die Vorlage damit zu Falle zu bringen. machen, der das Schicksal des Landes entscheidet. ( Bravo.) Hat die Krone das freie Recht der Anstellung, so Als im letzten Winter ein neuer Volts Reichstag gehaben wir das Recht, die Regierung wegen einer Nichtanstellung wählt werden sollte, mußte nothwendig die Frage in den zu interpelliren.( Rufe rechts: Nein! links: Sehr richtig!) Wir Vordergrund treten nach einem Hilfsmittel, wie auf möglichst billigen es nicht, wenn man den Sohn büßen lassen wollte, was friedlichem Wege die Stimmungsfrage zu lösen fei. der Vater gefündigt hat. Das würde aber leicht geschehen, wenn man an die Ausscheidung gewisser Elemente" geht. Den Andrang gewiffer" Elemente" zum Studium der Rechtswissenschaft wird man nicht hindern, denn immer noch winkt ihnen die Etellung eines Rechtsanwalts. Minister Schönstedt bemerkt auf eine Anregung des Vorredners, daß die Regierung kein Bedenken dagegen habe, die jenigen Juristen zur Vertretung von Anwälten, zuzulassen, die das große Examen bestanden haben. Abg. v. Tiedemann( ft.): Ohne die Regelung der Anstellungsfrage mögen wir dem Richterstande die Vortheile nicht zuwenden, die ihm die Vorlage bietet. Wir halten fest an dem verfassungsmäßigen Rechte des Königs, die Beamten anzustellen. Wir wollen dem Könige geben, was des Königs ist.( Bravo! rechts. Oho! links.) daß er, dienen. Wegen der Maifeier sind in Baußen sämmtliche Mits glieder des Deutschen Metallarbeiter- Verbandes vom Baußener Emaillierwerk Blechschmidt u. Stelzer entlassen worden. demokratische Reichstags- Abgeordnete Dr. David Berg- von auswärts werden gebeten, das zu beachten. Die leitende Kraft in der Stimmrechtsbewegung, das ist der Es betrifft das 9 Klempner und 2 Schlosser. Weiter arbeiten: 2 Gewerkvereinler und 3 nicht organisirte Arbeiter. Die Kollegen ftröm, ging jedoch in der Nachgiebigkeit so weit, In Ham wie die Liberalen im letzten Winter bei den Wahlen zum Bolks: burg entließ das bedeutende Zigarren- Exporthaus Friedrich Reichstag von 1896, mit den Sozialisten brach, weil dieselben Justus sämmtliche Arbeiter und Arbeiterinnen, die am 1. Mai forderten, daß alle nothwendigen Vorbereitungen zu einem nicht gearbeitet hatten, hat aber diese Maßregel bereits wieder Großstreit getroffen werden sollten, für den Fall, daß rückgängig gemacht. Eine Reihe Schneiderfirmen sperrten die die Regierung und der Reichstag noch länger das allgemeine Maidemonstranten bis zum 7. Mai aus.- In Lübec wurde Stimmrecht für die vollständig stimmrechtslosen Massen verder 1. Bevollmächtigte der dortigen Filiale des Böttcherin der Faßfabrik von Holst u. Fricke, Moislinger Allee 70, weigern sollten. Dieses Vorgehen rief in Stockholm einen bitteren Kampf zwischen den Liberalen und Sozialdemokraten hervor, der mit dem fast vollständigen Siege der letzteren bei den Wahlen zum VolksReichstag in Stockholm endigte, während dagegen in der Provinz die liberale Presse Wahlen nach ihrem Herzen erreichte. Inzwischen waren im Reichstag merkwürdige Dinge an den Tag- gekommen. Abg. Hobrecht( natl.): Seine Partei werde wie in der zweiten Lesung stimmen. Auch für die Erreichung des von der Regierung angestrebten Zweckes sei die Vorlage so ungeschickt Ein liberaler Reichstagsabgeordneter J. A. Hedin hatte die wie möglich gemacht.( Lebhafte Zustimmung und Widerspruch.) schärfften Angriffe gegen den Chef des Kriegsdepartements, Abg. Klafing(.): Wird der§ 8 abgelehnt, so werden Kriegsminister Roppe, vorgebracht, und durch diese Angriffe ein feine Wirkungen fünftig durch die Verwaltung herbeigeführt vollständiges fleines Panama" in der schwedischen Armee werden. Die Ablehnung des§ 8 läuft auf eine Verdunkelung verwaltung enthüllt. der Kronrechte hinaus. Abg. Rickert( frs. Vg.): Bisher hat die Regierung über Verdunkelung der Kronrechte nicht geklagt; woher soll denn nun die Verdunkelung plößlich fommen? Die Elemente, die Sie( rechts) ausscheiden wollen, treffen ganze Klassen der Bevölkerung. Abg. Oswaldt( natl.) führt aus, daß auch heute schon der Minister das Recht hat, unwürdige Elemente vom Richterstande fern zu halten. Abg. Träger( frs. Vp.): Mit dem§ 8, auch in der Form des konservativen Antrages Arnim", ist die Vorlage für uns unannehmbar. Es handelt sich nicht um Kronrechte, sondern um Verwaltungswillkür.( Beifall und Widerspruch.) Abg. Schettler( t.) bestreitet dem Abg. Roeren das Recht, im Namen des Richterstandes gegen die Borlage zu sprechen, wie er das in zweiter Lesung gethan, " Seine Enthüllungen im Reichstage erregten ein ungeheures Aufsehen und zahlreiche Dankadressen liefen täglich für seine muthigen Angriffe bei ihm ein. " Unter dieser allgemeinen Unruhe und um die Gemüther etwas zu beruhigen, entschloß sich Staatsminister Boström, wirf lich einen Vorschlag zur Stimmrechtsreform" vorzulegen, obgleich er in der Thronrede turz vorher gesagt hatte, Der Griff war indessen nicht glücklich, denn der Vorschlag hat ringsum im Lande die größte Unzufriedenheit erregt und von unzähligen Stimmrechtsvereinen und Protestversammlungen tamen täglich Proteste gegen denselben. daß es damit nicht eilte. " Diese Garantien sollten theils in proportionaler Wahl in den Städten bestehen, theils in scharfen Forderungen betreffs der Bezahlung der Steuern, und diese Bestimmungen vernichteten völlig die äußerst fleine, auf dem Papier zugestandene Herabsegung der Steuergrenze. verbandes wegen der Maifeier entlassen; sämmtliche übrige Arbeiter, 14 an der Zahl, traten darauf in den Streit. Die Maurer und Zimmerer Elmshorns haben ihren Lohntarif vollständig durchgesetzt. Ju Quedlinburg am Harz wird von den Metall: drückern der Metallwaarenfabrik von Gebr. Arend der Austritt aus dem Metallarbeiterverband verlangt, auf welches unvernünftige Begehren die Arbeiter selbstverständlich nicht eingehen. Um ihnen den Kampf zu erleichtern, ist strenge Vermeidung des Zuzugs von Metallarbeitern, besonders Drückern, dringend erforderlich. Die Arbeiterpresse wird ersucht, hiervon Notiz zu nehmen. Dauer durch Vergleich beendet. Erreicht wurde die 10/ 2stündige Der Maurerftreik in Erfurt ist nach zweieinhalbwöchiger Arbeitszeit und eine Lohnerhöhung von 10 pct. 21 Geschäften, wo 75 Gesellen arbeiten, bewilligt bekommen; Ju Leipzig haben die Schmiede ihre Forderungen in 250 streiken. Von den Klempnern sind noch 120 im Ausstand; 175 bekamen bewilligt. Ju Oesterreich sind wegen der Maifeier an vielen Orten mehr oder minder zahlreiche Maßregelungen von Arbeitern erfolgt. Aus Herstal bei Lüttich wird telegraphirt, daß der Streit in der Waffenfabrik beendet sei. Minister Schönstedt protestirt gegen den Vorwurf, daß der Gegenwärtig hat jeder schwedische Staatsbürger, der 21 Jahre §8 ein Angriff gegen die Unabhängigkeit des Richterstandes alt ist und ein Einkommen von 800 Kr. hat und sowohl Staats- Ueber einen interessanten gewerkschaftlichen Rechtsjei, er sollte ein Warnungszeichen sein für Unberufene, als Kommunalsteuer bezahlt, Stimmrecht. die ihre Hand nach dem Richteramt ausstrecken. Würde der§ 8 streit in London berichtet die Frankfurter Zeitung": Vor Nach dem Boström'schen Vorschlage follte freilich die Grenze Richter Hawkins und einer besonderen Jury gelangte eine AnGesetz, so würde die Aufregung sich bald legen. Von sämmtlichen von 800 auf 600 Kr. herabgesetzt werden, aber es sollten dafür gelegenheit zur Entscheidung, welche besonders für Trade UnionsBerliner Anwälten haben nur 28 den Beschluß der Anwalts- gewisse Garantien so vermehrt werden, daß diefelbe Sicherheit, Kreise von Bedeutung ist. Zwei Beamten der Baufirma tammer gefaßt. Herr Porsch will den Sohn nicht entgelten wie bisher, vorhanden wäre, daß die Zusammensetzung der Trollope und Söhne hatten die Abmachung verletzt, wonach die Inssen, was der Vater verschuldet. Würde er aber den Sohn zweiten Kammer eine normale und gesunde Gesellschafts- Bau- Unternehmer verpflichtet waren, feinen Unterschied zwischen eines Wucherers in seine Familie aufnehmen? Wenn Sie( zur entwickelung sicherte", wie es in der königl. Begründung heißt- Trade Unionisten und Nicht- Trade Unionisten zu machen. Die Linken) auch heute den Sieg behalten; ich habe die Empfindung, oder mit anderen Worten, daß die Reform" in der That Sekretäre mehrerer Baugewerkvereine forderten in einer Unterals ob Sie nicht leichten Herzens das Haus verlassen.( Sehr vollständig wertblos ist. redung mit Trollope die Entlassung der beiden Beamten, welche richtig und Bravo rechts. Oho! links.) Forderung jedoch mit der Erklärung abgelehnt wurde, daß die erwähnte Abmachung gar nicht verlegt worden sei. Darauf forderten die Gewerkvereine ihre Leute auf, die Arbeit bei Trollope niederzulegen, aber nur 175 leisteten der Aufforderung Folge. Die Namen der übrigen Arbeiter wurden auf eine schwarze Der Vorschlag der Regierung ist neulich vom Konstitutions Lifte" gesetzt und diese in tausend Exemplaren den Zweigvereinen ausschuß abgedruckt worden und seine Behandlung im Reichs der Trade Unions mitgetheilt. Trollope und eine Reihe Arbeiter, tag steht am 6. Mai zu erwarten aber fast alle die auf der Liste waren, strengten Klage an gegen die Vertreter Parteien, auch die Stockkonservativen, sind gegen den der Gewerfvereine und erlangten zunächst das Verbot weiterer felben und wahrscheinlich daher diese sogenannte Beröffentlichung der Liste. Nunmehr beanspruchte Trollope Stimmrechtsreform" von den Kammern abgelehnt werden, Ersatz für den Schaden, der ihm aus dem Vorgehen erwachsen natürlich aus verschiedenen Gründen, in der ersten Kammer, war, und die Jury sprach ihm 10 000. zu. Richter In der Spezialberathung wird sofort über den Antrag weil jebe, auch die geringste Erweiterung des Stimmrechts, als Hawkins erklärte in feinem Resumee, die Entscheidung. v. Arnim( t.)[ Wiederherstellung des Affeffor- Paragraphen] ab- ftörend für die gesunde Entwickelung" betrachtet wird, und in der Jury müsse von der Beantwortung der Frage abhängen, ob gestimmt. Derselbe wird in namentlicher Abstimmung mit 198 der zweiten Rammer, weil ein Theil dort den Vorschlag die Aufstellung der Liste im Interesse der betreffenden Gewert gegen 181 Stimmen abgelehnt. Die übrigen Paragraphen in formeller Hinsicht für äußerst schlecht ansieht, und weil vereine oder in der Absicht, Trollope und die bei der Arbeit gebleiben unverändert nach den Beschlüsen zweiter andere,( die Demokraten) ihn für absolut unannehmbar halten, bliebenen Maurer zu schädigen, erfolgt sei. Jeder Mensch habe weil er ganz nuglos für die Stimmrechtslosen ist. Aber ein Gutes hat dieser Reformvorschlag" indeffen fügen, aber jedermann sei auch berechtigt, sich gegen das seine das Recht, über seine Arbeitskraft nach seinem Ermessen zu ver doch hervorgerufen er hat nämlich abermals die zersplitterten Interessen verletzende Verhalten dritter zu wehren, und wenn die Stimmrechtskämpfer in Bewegung gebracht und sie unter der Aufstellung der Liste nur in dieser Abficht erfolgte, fo sei sie Fahne des allgemeinen Stimmrechts gesammelt und noch einmal hat es sich klar und deutlich gezeigt, daß die Sozial- icht strafbar. Diese Darlegung schließt es aus, daß in Zukunft jedes Vorgehen von Genossenschaften u. f. w. gegen Streitbrecher demokraten den Klarsten Blick für das Wohl der Massen gehabt gerichtlich geahndet wird. Damit schließt die Generaldebatte. Persönlich bemerkt Abg. Rören, daß er nur namens der Richter gesprochen, die nicht zugleich Streber sind. Daß Herr Schettler sich da aus nehme, habe seine guten Gründe.( Unruhe und Heiterkeit.) Abg. Schettler erwidert, er sei kein Streber, denn er habe sich noch nicht mal bemüht, um beim Oberlandesgericht anzukommen! ( Abg. Rören: Das wird wohl seinen guten Grund gehabt haben.) Lesung. Bei Berathung der Ueberschrift des Gesetzes erklärt Abg. Jm Walle( 3tr.), daß nach der Vorlage die Richtergehälter schlechter werden, als sie heute sind, deshalb ein großer Theil seiner Freunde gegen die ganze Vorlage stimmen müsse. Hierauf wird das Gefeß im ganzen gegen einen großen Theil der Konservativen und gegen die Mehrheit des Zentrums angenommen. " haben. Ein Antrag Rintelen( 3.) und Gen. verlangt, daß die Die elende Parodie der Regierung auf eine StimmrechtsRegierung eine Henderung des Gerichtsverfassungsgesetzes dahin reform hat die Illusionen auf eine Lösung der Frage ohne herbeiführe, daß in den einzelnen Bundesstaaten eine dritte Kampf zerstört, die Luft gereinigt und mächtig dazu beigetragen, Prüfung( zwischen der ersten und zweiten) für die Befähigung den Zweifelnden die Nothwendigkeit einer energischen Politik zum Richteramte eingeführt werden kann. der That klar zu machen. gezogen wird. * Aus Athen wird telegraphirt, daß die Ausständigen in aurion die Arbeit wieder aufnahmen. Versammlungen. Die Abgg. v. Tiedemann( frk.) und v. Richthofen- MartVier öffentliche Metallarbeiter- Versammlungen fanden schütz( t.) betämpfen den Antrag, worauf derselbe zurück. Wie telegraphisch unterdessen gemeldet wurde, hat der am Donnerstag, den 7. Mai, statt, um Stellung zu nehmen zu schwedische Reichstag selbst die elende Wahlrechtsvorlage der der durch die Kühnemänner veranlaßten Aussperrung von 500 Es folgt die dritte Lesung der Kreditvorlage für Regierung mit erdrückender Mehrheit abgelehnt. Im nächsten Kollegen wegen der Feier des 1. Mai" und zum Streit der Eisenbahnen und Kornhäuser. Jabre wird aber diese Frage wieder auf die Tagesordnung Mechaniter. Die Versammlung im Kösliner of füllte Saal kommen und nicht verschwinden, als bis das schwedische Volk und Galerie bis auf den letzten P'atz. Auch Frauen waren in sich von seinem elenden Klaffenwahlrecht befreit hat. großer Anzahl vertreten. Das Referat hielt näther. Jahren sei man daran gewöhnt, am 1. Mai ab und zu mal eine Ueberraschung zu erleben. Nach einiger Zeit der Ruhe stehe man in diesem Jahre vor der Thatsache, daß die Kübnemänner wegen der Maifeier mit uns anzubandeln beliebten. Aber es sei doch ein gewaltiger Unterschied in den Vorkommnissen 1890 und denen dieses Jahres. Damals warf man die Arbeiter ohne weiteres Zur Generaldebatte sprachen die Abgg. Dr. Hahn( fraktl.), Graf Limburg( f.), v. Eynern( natl.), Sumann( 3) und Eichel( t.) über die Grunderwerbs- Verhältnisse und die Bahnbauten unter Bezugnahme auf bestimmte Linien, worauf die Vorlage ohne Spezialdebatte angenommen wird. In zweiter Lesung wird die Grundbuch- und Subhastationsordnung für Lauenburg debattelos genehmigt. Gewerkschaftliches. Achtung, Lederarbeiter( Portefeuiller) Berlins! In der Lederwaaren- Fabrik von Heymann u. Komp., Dresdenerstraße 82/88, find die Differenzen noch nicht beigelegt. Seit 1 Nordschule, Müllerftr. 179a: National- Defonomie. Gäste sind willkommen. Buzug ist fernzuhalten! brutal auf das Pflafter, diesmal habe man es trob der hoch- 1 zu den neuen Tarifbedingungen, eine Anzahl anderer Meister[ dem Streit angeschloffen. Bewilligt erhielten 50 Perfonen bei tönenden bekannten Refolution bezüglich der Maifeier doch nur haben nur einen Theil der Forderungen bewilligt. Der Beschluß 17 Unternehmern, während 25 Personen sich in der Umgegend höchstens soweit gebracht, die Arbeiter auf zwei oder drei Tage einer am Mittwoch stattgehabten Meisterversammlung, wonach Arbeit suchten; 3 find abgereift. Die Jnnungsmeister haben ers auszusperren. Nur die Firmen Schäffer und Dehlmann und jeder Streifende, der innerhalb dreier Tage die Arbeit nicht wieder auf- tlärt, daß sie sich unter feinen Umständen mit der Kommission Rramme haben ihre Arbeiter entlassen. Dieses verhältnißmäßig nimmt, 6 Monate ausgesperrt werden soll, wurde mit Heiterkeit auf der Arbeiter einlassen und unbedingt an der zehnstündigen glimpfliche" Verfahren habe seinen Grund einmal in den augen genommen. blidlichen günstigsten Geschäftsverhältnissen, hauptsächlich aber schlecht steht, wenn in der genannten Versammlung die anwesen zahlen. Nach recht reger Diskussion fand eine Resolution AnEs sei ein Beweis, daß die Sache der Meister Arbeitszeit festhalten, den Lohn werden sie nach ihrem Belieben darin, daß die Metallarbeiter seit 1890 ihre Organisation ganz den Gefellen hinausgewiesen wurden. Trotzdem nun die Meister nahme, die zum Ausharren in dem begonnenen Kampf aufbedeutend ausgebaut und gefestigt haben. Die Unternehmer vollständig unter sich waren, stehe in einem Bericht der Boff. fordert. baben gelernt, mit uns zu rechnen. Aber nicht einmal alle 3tg.", die erwähnte Resolution wäre ohne Widerspruch der Fabrikanten haben es fertig gebracht, ihre Beschlüsse hoch zu streitenden Gesellen angenommen worden. Die Lage des Streits oft schule. Waldemarfir. 14: Redeübung.( Die wichtigften Gefeße für die Arbeiter- Bildungsschule. Sonnabend Abend von 8-9% Uhr: Südhalten; so sei beispielsweise bei der Firma Hirschhorn am fei die denkbar günstigste, Streifbrecher hätten sich nicht gefunden. Kunft des öffentlichen Redens. Lehre vom Aufbau eines Bortrages.) Herr 2. Mai ohne weiteres die Arbeit fortgesetzt worden, trotzdem der Wenn Heinrich Schulz. auch jetzt die Inhaber der Herr auch seinen Namen unter den Fabrikantenerlaß gesetzt habe. den Versuch machen, ihre Arbeit von Kleinmeistern fertig fchiedenen Produktionsformen. Das charakteristische der kapitalistischen Progroßen Geschäfte( allgemeine Nationalötonomie. Wesen der gesellschaftlichen Arbeit. Die verBis gestern sind die Arbeiter von 18 Werkstätten ausgesperrt ge- ftellen zu lassen, so würde dadurch die Bewegung der Schuh Nationalökonomie. Mary, Fortführung und Kritik: Werth, Mehrwerth, buttionsform. Theorien zur Erklärung des Kapitalismus, die klassische wefen. Die betroffenen Former haben jedoch die Forderung aufmacher nicht beeinflußt, denn die auf diese Weise hergestellte Birkulation des Kapitals, Profit, Sandelsgewinn, Grundrente. Die geftellt, für die Tage, an denen sie ausgesperrt waren, Bezahlung Arbeit sei burchaus mangelhaft. Wenn die Kollegen noch kurze Tendenzen der freien Konkurrenz und der Emanzipationskampf der Arbeiterzu verlangen. Auch der 1. Mai soll freigegeben werden. Lezteres Beit im Kampfe aushalten würden, sei namentlich auch in laffe. Die ökonomische Theorie von Marg in ihrem Verhältniß zur hauptsächlich deshalb, um die Gießereien aus dem Ring der Hinsicht auf die materialistischen Geschichtsauffassung) Herr Dr. Konrad Schmidt. Die Rühnemänner zu entfernen. Die Situation sei so günstig, daß günftige Ausgang zu Pfingsten drängende Arbeit der Schulräume find zur Benutzung der Bibliothek und des reichhaltigen Zeitder Lohnbewegung der Schuhmacher schriftenmaterials schon von 8 Uhr an geöffnet. alle aufgestellten Forderungen durchgesetzt werden können. Auch sicher zu erwarten. Im zweiten Punkt der Tagesordnung Ad. Neumann, Bafewalterstraße 3. Arbeiter Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsitzender die Arbeiter von Frister haben die Forderung auf Bezahlung referirte Kollege Kölle aus Hamburg unter lebhaftem Beifall talender find zu richten an Fried. Kortum, Manteuffelftr. 49, v. 2 Er. Alle Aenderungen im Vereinsaufgestellt. Diese hatten ursprünglich gar nicht mal die Absicht, über Zweck und Ziel der Schuhmacherbewegung im allgemeinen Arbeiter Raucherbund Berlins und Umgegend. Aenderungen im am 1. Mai zit feiern. Daß es dennoch geschehen, und führte den Anwesenden in beredten Worten die Nothwendig- Bereinstatender find zu richten an Otto Schulz, Kottbuser Damm 72. sei lediglich der Fabrikleitung zu danken, welche die Ar- fait der Arbeiterorganisation vor Augen. Die Versammelten er: Sommerkursus. Sonntag, den 10. Mai, nachmittags: Spielausflug mit praft. Samariterkursus für Arbeiter und Arbeiterinnen. Beginn des beiter direkt provozirt habe. Es sei Aussicht auf Regelung im Sinne flärten durch Annahme einer Resolution, nicht eher zu ruhen, uebungen nach Jungfernbatde( Waldkater). Montag, den 11. Mat, abends der aufgestellten Forderungen vorhanden. Bei Schäffer u. Dehlmann bis die Forderungen durchgesetzt sind, und verpflichteten sich, das 8 Uhr, in Cohn's Feſtſälen, Beuthfir. 20: Einleitender Vortrag über den haben Verhaftungen einiger Arbeiter stattgefunden wegen angeb- hin zu wirken, daß die Gesellen, welche bei solchen Kleinmeistern meet und die Siele des Samariterturfus. Aufnahme neuer Mitglieder. licher Bedrohung oder Nöthigung. Bei der Firma Spec wurde arbeiten, die die vom Streit betroffenen Meister aus der Ver am 2. Mai weitergearbeitet, am 3. erklärte der Inhaber jedoch, legenheit helfen, ebenfalls die Arbeit niederlegen. er müsse die Arbeiter entlassen, um nicht 500 M. Strafe zahlen Au müssen Die Bauarbeiter beschlossen am 5. Mai in einer öffent jedoch tönnten die sämmtlichen Arbeiter wiederkommen, sie würden alle wieder angenommen!( Stürmische lichen Versammlung, das am 4. Mai eingerichtete Streitbureau In der Straffache gegen unseren Kollegen Kunert Heiterkeit.) Bei Haberland waren die Arbeiter zwei Tage aus- wieder aufzuheben, da sich innerhalb der beiden Tage des Be- wegen groben Unfugs hat in letter Instanz der Straffenat gesperrt, einen Tag wollte man ihnen bezahlen; es müffe aber stehens nicht ein einziger Kollege beschwerdeführend dorthin ge des Rammergerichts zu Berlin am 14. April d. J. für auf volle Bezahlung beharrt werden. wandt hatte. Die Vorbereitungen zur Lohnbewegung lagen in Recht erkannt, daß die Revision der Staatsanwaltschaft Bezüglich des Mechanikerstreits theilt Redner mit, daß in Händen einer dazu ernannten Lohnkommission. Diese sandte 18 Telegraphen Werkstätten bereits bewilligt sei. Mindestens feinerzeit die formulirten Forderungen sämmtlichen Meistern zu. gegen das freisprechende Urtheil des Landgerichts zurück. 200 Mann feien noch ausständig. Auch von dem Streik bei der Hauptforderung war neben 35 Pf. Stundenlohn, Verkürzung zuweisen ist und die Kosten des Rechtsmittels der Firma Reichelt( Schraubendreher) seien noch Kollegen zu unter der Arbeitszeit. Bis zur Stunde war der Kommission teinerlei Staatskasse zur Last fallen. stützen, ebenso die Musikinstrumenten- Arbeiter. Die Verpflich einzelnen Arbeitspläge zugegangen. Heferent Kollege Rrens aus gewisser Grenzen um Sein oder Nichtsein der KoaliZuschrift der Meister, aber auch keine Aeußerung der Kollegen der Da es sich in der vorliegenden Angelegenheit innerhalb tungen sind sehr groß und find wöchentlich 10 000 Mart zur Unterstüßung nothwendig. Redner wendet sich in eindringlichen Hamburg, erklärte in seinem einleitenden Vortrage dieses Verhaltentionsfreiheit der Arbeiter handelte, so fühlte sich der Worten an die Versammlung, ihre Pflicht gegenüber den fämpfen- der Bauarbeiter dahin, daß diese weniger organisirt seien wie die Vorwärts" veranlaßt, diese Sache durch alle Instanzen den Kollegen zu thun. Die Berliner Metallarbeiter sind in der gelernten Arbeiter und daher ihr Intereffe nicht zu wahren wüßten; durchzufechten. Vor dem Schöffen-, Land- und KammerLage, ihre Kämpfe durchführen zu können. Aber es müssen auch er schrieb ein gut Theil Schuld den Differenzen in der Organisations Alle Opfer bringen! Die Gießerei- Arbeiter sollen 10 pct. ihres frage zu und rieth vorläufig von einem Streit ab. Die Ber- gericht war sein Bemühen von Erfolg gekrönt. Bei der Berbienftes zur Unterstüßung opfern; ein diesbezüglicher Beschluß fammlung erklärte sich mit dem Referenten einverstanden und ungewöhnlichen Wichtigkeit der kammergerichtlichen Motive tommt diese Woche noch zur Abstimmung. Jeder Mechaniker versprach, die Agitation für eine einheitliche Organisation auf lassen wir nunmehr den Wortlaut derselben hier folgen: foll eine Mark pro Woche zahlen. Redner verliest sodann das eifrigste zu betreiben. Weiter wurde das Fortbestehen der folgende auch in den anderen Versammlungen zur Vorlage ge- Bohnkommiſſion beschlossen mit der Aufgabe, für die Organi langte Resolution:" Die Versammlung ersieht in der durch die fation zu wirken und einen Streitfonds zu sammeln. Rühnemänner veranlaßten Aussperrung von 400 Rollegen wegen Der Fachverein der Tapezirer nahm am 28. April der Feier des 1. Mai einen Att der größten Brutalität. Die einen Bericht über die Thätigkeit des Vorstandes im letzten Versammlung erwartet von den Ausgesperrten, daß dieselben Quartal entgegen. Der Verein zählt jezt 100 Mitglieder, wovon trog der schwarzen Listen ausharren, bis ihnen Genugthuung zu 80 als zahlende zu bezeichnen find. theil geworden ist. Die Versammlung spricht des weiteren allen erzielte der Verein einen Ueberschuß von 90 m. Bei dem Oftervergnügen fonftigen im Rampf befindlichen Kollegen ihre volle Sympathie ledigung der Wahl eines Schriftführers, mit welchem Amt das Nach Er aus und verpflichtet alle Metallarbeiter zur moralischen Mitglied Uffelmann betraut wurde, gelangten einige interne und materiellen Unterstüßung derselben. Die Verfamm- Angelegenheiten zur Besprechung. lung beschließt zur wirksamen Durchführung aller jezigen, B Gründe. legung des§ 860 Nr. 11 Str.-G.-B. in Verbindung mit§ 20 Ordnung rügt, war der Erfolg zu versagen. des Reichspreßgesetzes und des§ 266 Abs. 4 der Straf- ProzeßDer Revision der königlichen Staatsanwaltschaft, welche Ver Rede stehenden Inseraten eine Aufforderung an die auswärtigen Der Vorderrichter hat ausgeführt, daß in den beiden in Arbeiter enthalten sei, nicht nach Berlin zu kommen und dadurch angenommen, daß eine solche öffentliche Aufforderung, einen den Streit bei der Firma Welles nicht zu verderben und er hat Streit zu unterstützen, sich als eine gegen die öffentliche Ordnung verstoßende Ungebühr darstellen und daß grober Unfug sowie der fünftigen Lohnbewegungen, daß jeder Kollege Der Verband der in Buchbindereien, der Papier auch durch die Preffe verübt werden kann, und er hat weiter bis auf weiteres pro Woche 50 Pf. an den Unterstüßungsfonds und Ledergalanterie Industrie beschäftigten ausgeführt, daß sich im vorliegenden Falle die veröffentlichten der Metallarbeiter zu zahlen hat." Arbeiter und Arbeiterinnen hielt am 29. April bei Aufrufe als grober Unfug darstellen würden, wenn festzustellen An das Bureau war während der Zeit folgende Mittheilung Bolk, Alte Jakobstr. 75, seine Generalversammlung ab, in der wäre, daß diefelben geeignet waren, weitere Kreise von Gewerbeeingelaufen: Der Kriminalbeamte, welcher in der man sich mit dem Antrag Hannover betreffend die Beitrags- treibenden und Arbeitnehmern in Unruhe zu sehen. Der VorderAdmiralstraße als Rellner fungirte, befindet erhöhung beschäftigte. Für den Antrag plädirte niemand, felbft richter hat aber nicht die Ueberzeugung gewinnen können, daß sich in der Versammlung." Diese Bekanntgabe entfesselte über die Beitragserhöhung von 5 Pf. war man getheilter diese Aufrufe geeignet waren, diese Wirkung herbeizuführen. An einen wahren Sturm. Der Vorsitzende forderte die fofortige Meinung. Dagegen fand der Vorschlag des Vorstandes, frei- dieser negativen Feststellung, welche einen Rechtsirrthum nicht Entfernung des betreffenden Herrn. Die Diskussion bewegte fich willige Beiträge durch Marken für eine eventuelle Bewegung erkennen läßt, scheitert die Revision der töniglichen Staatsdurchweg im Sinne des Referats und wurde die Resolution ein- anzusammeln, sympathische Aufnahme. Der Antrag wurde bis anwaltschaft. " 1 er den ftimmig angenommen, ebenso gegen eine Stimme ein Antrag nach Erledigung der Urabstimmung vertagt. Der Vor Der Gerichtshof hat in Uebereinstimmung mit der Rechts Schröder, welcher befagt, daß der Vertrauensmann beauftragt fißende gab dann den Geschäftsbericht von dem versprechung des Reichsgerichts angenommen, daß der Thatbestand wird, die zur Unterstüßung der streitenden Mechaniker fehlenden flossenen Quartal. In der Agitation hat es zu be- das groben Unfugs auch in Handlungen erblickt werden kann, Gelber zuzuschießen. Stöhr macht dann noch bekannt, daß er ſonderer Thätigkeit nicht kommen können, da in diesem welche sich als eine Ungebühr darstellen und das Publkum undie gesammelten Gelder und Listen jeden Sonnabend, abends Quartal die Geschäftslage eine weniger günstige ift. mittelbar wenn auch nur physisch beunruhigen und be= von 8-10 Uhr, bei Marten, Ackerstr. 123, entgegennimmt. Es wird sodann von der Bewegung innerhalb der verschiedenen läftigen.( Urtheil des Reichsgerichts vom 14. Juni 1895, Entsch. In der Versammlung bei Reller referirte Litfin. Nach Branchen berichtet. Erfreuliches fonnte man von der Zeder Bd. 27 S. 292.) turzer Diskussion im Sinne des Referats berichtete Schönes galanterie Branche melden. In derselben haben sich Ob eine Ungebühr vorliegt, ist Thatfrage und in jedem einflärte sich mit den Mechanikern solidarisch und nahm die schon bewegung entschloffen. Durch einmüthiges Vorgehen wurden in einer einzelnen Berson zur Feststellung des Thatbestandes mann über den Streit der Mechaniker. Die Versammlung er- Bentral- und Lokalorganisirte au einer gemeinsamen Lohn- zelnen Falle zu entscheiden. Wenn die Revision geltend macht, daß auch die Beunruhigung erwähnte Resolution einstimmig an. ber Luruspapier Branch e bedeutende Lohnabzüge Die Versammlung bei Hente in der Naunynstraße war bei der Firma Ernst u. Komp. verhindert. Für Streits des groben Unfugs hinreiche, fofern diese eine Person sich als überaus zahlreich besucht. Kör sten schilderte in treffender bewilligte der Verein an die Konfektionsarbeiter, Textilarbeiter Theil des Publikums darstellt, und daß der Vorderrichter sich Weise unter Bezugnahme auf die Aussperrung der Former im und Holzarbeiter insgesammt 350 M. Die Mitgliederzah! hat hierüber nicht ausgesprochen habe, so ist dieser Angriff nicht Jahre 1890 die vom Verband der Metallindustriellen vor- in dem letzten Quartal um 77 zugenommen. Der gegenwärtige begründet. Der Vorderrichter stellt vielmehr gerade die Inhaber genommenen Maßregelungen der Arbeiter wegen der Maifeier. Bestand find 1055 männliche und 528 weibliche Mitglieder. Zum der Firma Welles und die dort streifenden Arbeiter den An den mit lebhafter Zustimmung aufgenommenen Bortrag Schluß fordert der Borsigende die Mitglieder auf, für eine regere Gewerbetreibenden und Arbeitnehmern in weiteren Kreisen schloß fich eine längere Diskussion im Sinne des Referats, in Betheiligung an den Versammlungen Sorge zu tragen. Hierauf gegenüber berücksichtigt Gegensatz zwischen unbestimmten Mehrheit einerseits und ber ein Redner unter regem Beifall am Schluß seiner Aus- gab der Kassirer den Kaffenbericht. Danach betrug die Einnahme der einzelnen führungen bemerkte: Bis jetzt find die Unternehmer Kühne 3460,75 M. und die Ausgabe 1929,36 M. An die Zentralkaffe Personen und einem individuell begrenzten Personentreife anders manner, sorgen wir dafür, daß sie Hampelmänner find 1831,39 M. eingesandt. Die Lokalkaffe hatte eine feits. Eine rechts irrthümliche Auffaffung des Begriffs„ Publikum" werben." Hierauf erfolgte die einstimmige Annahme der Resolution. Ginnahme von 966,79 m. und eine Ausgabe von ist hiernach nicht ersichtlich." Ueber den Streit der Mechaniker berichtete Schwarz 849,99 M., verbleiben mithin 116,80 M.; dazu kommt der Auch die Rüge der Revision, vom Vorderrichter sei der Zuin längeren Ausführungen und erfuchte ebenfalls um Unter Bestand vom vierten Quaral des Vorjahres 1362,15 m., fat in der zweiten Annonce, Buang ist streng fernzuhalten" nicht stützung von seiten sämmtlicher Metallarbeiter. Die von ihm der den Bestand auf 1478,95 m. erhöht. Es folgt sodann der geprüft, ist verfehlt. Denn diese Rüge richtet sich gegen die vorgeschlagene Resolution deckte sich im wesentlichen mit der Bericht des Bibliothekars, dem wir entnehmen: Die Bibliothek Würdigung des thatsächlichen Inhalts der Annonce, im allgemeinen und wurde nicht besonders zur Abstimmung gebracht. besteht gegenwärtig aus 350 Bänden und wurde von 822 männ übrigen ist sie auch deshalb unbegründet, weil der Vorderrichter Mit einem Hoch auf die Metallarbeiter- Bewegung wurde die lichen und 111 weiblichen Mitgliedern benutzt. Die Einnahmen auch den Wortlaut der zweiten Annonce in den Kreis seiner ErVersammlung geschlossen. beliefen sich auf 47,19 M., die Ausgaben auf 21,85 M. Der wägungen gezogen hat. Arbeitsnachweis wurde von 886 Arbeitern( darunter 28 Nichtmitglieder) und von 238 Arbeiterinnen( darunter 83 Nichtmitglieber) benutzt. Verlangt wurden 209 männliche Perfonen aus§ 505 Str.-P.-D. und 114 zur Aushilfe; ferner 224 weibliche Personen und 12 zur Aushilfe. Befehen fonnte man 244 männliche Stellen, darunter 111 zur Aushilfe bis zu einem Tag und 119 weibliche Stellen. Die Rechtsschußkommission berichtet von 3 gerichtlich zum Austrag gekommenen Fällen. Hierauf wurden die Erfahwahlen zum Vorstand vollzogen, aus welchen Frau Gnaud als 2. Schrift= führerin und Bär als Beisiger hervorgingen. In die Bibliothektommission delegirte man Schneider, Wilhelm und Krüger. Ferner wurden 5 Hilfskassirer für die verschiedenen Zahlstellen ernannt. Auf Anregen des Mitgliedes Levy erhält der Vorstand den Auftrag, die Beschwerden gegen die Verbandsherberge zu untersuchen. Die Versammlung bei Möhring in der Admiralstraße war von über 800 Personen besucht. Hier referirte Stopp fad. Auch hier entspann sich eine sehr ausgedehnte Distuffion, in der von den Rednern eine ausführliche Schilderung der Vorgänge in ben einzelnen Betrieben sowie bei der Aussperrung gegeben wurde. Die bereits mitgetheilte Resolution wurde auch hier einstimmig angenommen und wurde ferner zur Ausdauer und Einigkeit ermahnt. Die Reviston ist demnach nicht begründet und es war dess halb, wie geschehen, zu erkennen. Die Kostenentscheidung folgt Sprechlaal. Die Redaktion fellt die Benugung des Sprechsaals, soweit der Raum dafür Intereffes zur Verfügung; fie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem abzugeben ist, dem Publitum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Inhalt desselben identifisirt zu werden. Deutscher Holzarbeiter- Verband. In einer sehr gut besuchten Versammlung der ft reifenden Parquett enthält die Bemerkung, daß der Abgeordnete Bebel feine be Der Bericht über die Versammlung der 8 Uhrschlußliga" bobenleger, die am Freitag Vormittag bei Schöning, Köpnicker stimmte Zusage für sein Erscheinen abgegeben hätte. Ich muß straße 68, stattfand, berichtete die Kommission über die Lage des Streits. demgegenüber feststellen, daß bei der bezüglichen Rücksprache mit Bon ca. 180 Partetbodenlegern, welche in Berlin und Umgegend dem Genossen Bebel derselbe erklärte, daß schon sein persönliches ansässig sind, traten sofort in Streit 72 Mann; 39 Mann wurde Interesse an der Angelegenheit ihn veranlaffen wird, falls nichts ber Zarif sofort bewilligt; 24 Mann unterhandeln mit den Unternehmern und haben inzwischen vielleicht schon bewilligt beRigdorf. In der am 3. Mai stattgehabten Versammlung Außergewöhnliches dazwischen kommt, an der Versammlung Ich habe mich nicht für berechtigt ges tommen; 24 Mann arbeiten als Zimmerer, Tischler u. f. w. des Vereins der Buchdrucker und Schriftgießer für Rigdorf- Brig theilzunehmen. und 15 Kollegen arbeiten außerhalb. Zustimmungen resp. beschäftigte man sich hauptsächlich mit den durch die jüngste halten, diese für eine jede Veranstaltung immerhin werthUnterstützungsgelder liefen aus fünfzehn Orten ein. Außer Tarifbewegung am Orte erzielten Resultaten. G3 fonnte fon volle Busage in der Ankündigung zu verschweigen. Von einer bem wollen die Kollegen in Dresden Sorge tragen, daß ein ftatirt werden, daß die Firmen von Mier u. Gutschwager Verpflichtung, die Genosse Bebel durch Uebernahme des Referats Theil der Streitenden bei ihnen untergebracht wird. Wiede und Ehrlich den revidirten Tarif und die zwischen Prin- oder sonstwie eingegangen ist, enthielt die Ankündigung nichts. mann bezeichnete den Stand des Streits als durchaus günstig. sipalen und Gehilfen in Leipzig vereinbarte Arbeitszeit an- Ich würde es persönlich sehr bedauern, wenn sich in dieser AnHauptfache müffe nun sein, dafür zu sorgen, daß von außerhalb erkennen. Die Firma Hecht erklärte jedoch, diese Tarif- gelegenheit trotz des nach meiner Meinung durchaus flaren Sachs tein Buzug kommt. Die Unterstüßung der im Ausstand befindlichen vereinbarungen nur auf grund ihres Haustarifs" anerkennen zu verhalts zwischen dem Genossen Bebel und mir ein Mißver Kollegen wurde dahin geregelt, daß die Berheiratheten pro Woche tönnen, welcher Haustarif bei unverheiratheten Gehilfen ca. 5 M., ständniß eingeschlichen hätte. 18 M., die Unverheiratheten 15 M. beziehen. Jeder streitende bei verheiratheten ca. 1 M. niedrigere Säge aufweist, als Berthold Heymann, Kollege hat sich mindestens alle zwei Tage im Streitbureau bei der in Deutschland giltige. Herr Ehrlich( Prinzipal) Niederwallstr. 18. Schöning, Röpenickerstr. 68, zu melden. Zum Schluß erklärte, bisher den Tarif bezahlt zu haben und von nun an die In dem Bericht über die Versammlung der Liga für den wurde das Schreiben einer auswärtigen Parquetfußboden- Fabrit Ueberstunden genau nach Tarif zu bezahlen und selbstverständlich Achtuhr- Ladenschluß heißt es, daß ich die Ausführungen des verlesen, worin das Angebot gemacht ist, den Parquetbodenlegern es jedem überlasse, das Koalitionsrecht auszuüben. Mit Beifall Referenten der zum Beitritt der Liga aufforderte, entschieden bes Berlins Material zum direkten Vertrieb an die zahlungsfähigen wurde begrüßt, daß drei Gehilfen des Herrn Ehrlich die Er- fämpft hätte. Ueber die Siga als solche habe ich kein Wort verBauunternehmer zur Verfügung zu stellen. Die Kommission rieth flärung abgaben, hiermit dem Verband deutscher Buchdrucker und loren, da ich alle Bestrebungen, welche auf eine Verkürzung der jedoch, gegenüber dieser Offerte eine abwartende Haltung ein. dem Rigdorfer Verein beizutreten. Des weiteren verhandelte der Arbeitszeit gerichtet sind, für gerecht halte. Ich habe ausVerein über interne Vereinsangelegenheiten und wurde u. a. die geführt:„ daß hierzu jedoch in erster Linie die freien Verzunehmen. Rassenabrechnung gegeben und dem Kassirer Decharge ertheilt. einigungen der Kaufleute, welche bisher in energischer Weise für die Interessen der Handelsangestellten eintraten, berufen sind." Aus legterem Grunde halte ich auch die Liga für überflüssig, da sie nur zu einer Zersplitterung der Kräfte führt. Der Streik der Schuhmacher( Handarbeiter) wurde in einer von wenigstens 600 Personen besuchten Schuhmacherversammlung, bie am Donnerstag Abend bei Cohn tagte, besprochen. Wie berichtet wurde, arbeiten bis jetzt 430 Gefellen in 35 Werkstellen Steglik. Am 6. Mai fand eine start befuchte Maurerversammlung statt, die sich mit der Lage des Streits beschäftigte. Nach Bekanntgabe der Lohnkommission haben sich 150 Personen August Hinge. Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW. Bruth- Straße 2. Soeben ist erschienen und für die Massen- Verbreitung bestimmt: Arbeiter- Katechismus Eine sozialdemokratische Antwort auf das Preis Ausschreiben des Pfarrers Weber in M.- Gladbach. Preis 10 Pfg. Von R. Calwer. Preis 10 Pfg. Diese Schrift widerlegt in einfacher Darstellung die landläufigsten Vorurtheile und Einwände gegen die Sozialdemokratte und behandelt in verschiedenen Kapiteln dieselben Fragen vom sozialdemokratischen Standpunkt aus, welche der im Sinne des Herrn v. Stumm christlich- soziale Pfarrer als Preisaufgabe zur Beantwortung gestellt hat: Pflichten des Arbeiters gegen sich, Frau und Kinder, gegen seine eigenen Klaffengenossen, gegen die Gesellschaft, gegen Religion, Vaterland, Kaiser und Reich 2c. Um die Verbreitung in den Kreisen zu er= möglichen, die noch völlig indifferent der Arbeiterbewegung gegenüberstehen, ist Der Preis auf 10 Pfg. festgefent; für Vereine und Komitees, welche die Schrift zu Agitationszwecken in größeren Posten beziehen, wird dieser Preis noch wesentlich herabgesezt. Mitte nächster Woche erscheint: Die Arbeiterschuhgesek- Henchelei der bürgerlichen Parteien im Reichstage. Nach dem stenographischen Bericht der Reichstags- Debatte über die Bundesraths- Verordnung zum Schuhe der Bäckerei- Arbeiter am 22. und 23. April 1896. Mit einem Nachwort von August Bebel. Preis 15 Pfg. Seit Jahren tragen bei Wahlen zc. alle bürgerlichen Parteien ihr arbeiter: freundliches Herz zur Schau, ohne bisher thr Versprechen auf wirksame Arbetterschutzgeseze erfüllt zu haben. Daß sie im Ernste daran gar nicht denten, das bewetsen diese Reichstagsverhandlungen. Mit Ausnahme des Zentrumsredners haben alle Vertreter der bürgerlichen Parteien sich gegen diese Schuhvorschriften ausgesprochen, und wie bei der Zukunftsstaats- Debatte Eugen Richter Arm in Arm mit Stöcker gegen die Sozialdemokratie donnerte, so gingen hier Graf Bismard und Richter einig im Kampfe gegen die Verfürzung der Arbeitszeit- auf 12 Stunden. Zur gewerkschaftlichen und politischen Agitation bestgeeignete Broschüre. Belle- Alliance- Theater. Sonntag, den 10. Mai, nachmittags 2½½ Uhr. Bum lehten Male: Volks- Vorstellung unter Regie von Julius Türk. Maria Stuart. Künstl. Zähne. F. Steffens, Rosenthalerstr. 61, 2 r. Theilzahlung pr. Woche 1 M. M.Panknin, Berlin SO., Adalbertstr. 91, Ecke Dranienstraße. Putzund Modewaaren. Trauerhüte in großer Auswahl. Sonnabend: Refter- Verkauf. Anzug- Valetofftoffe Brenner& Cie. Alte Jakobstr. 57'59. Hüte Engros- Geschäft Gabriel Grüner Weg 112 prt. 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Der gegenwärtige Stand des Streiks. 2. Diskussion. 3. Ver- Sonntag, den 10. Mai, vormiff. 10% thr, in Bolk' Lokal fchiedenes. Kollegen! Erscheint Mann für Mann in der Versammlung! Liften und Marken find im Streik- Bureau, Restaurant von Schönemann, Skalikerstr. 7, zu haben. Kollegen! Gedenkt der Streifenden! 282/3 Der Vertrauensmann der Mechaniker. Derband aller 2 ( oberer Saal), Alte Jakobftrahe 75: Große öffentliche Versammlung. Zages Ordnung: 1. Vortrag der Frau Ihrer. 2. Bericht über die gegenwärtige Lage der in der Metallindustrie besch. Arbeiter Bewegung. 3. Distufion. Berlins und Umgegend. Montag, den 11. Mai 1896, abends präzise 8 Uhr, in Marten's Salon, Friedrichstr. 236: General- Dersammlung. Zages Ordnung: 1. Jahresbericht des Borstandes. 2. Kassenbericht und Bericht der Revisoren. 3. Bericht des Arbeitsvermittlers und der Kontrollkommission. 4. Die gegenwärtigen Streits. 5. Ergänzungswahlen zum Vorstand. Be= ftätigung der vorgeschlagenen Beisiger. 6. An den Vorstand gelangte Anträge. Ohne Mitgliedskarte kein Zutritt! E Die Versammlung wird pünktlich eröffnet und ersuchen wir um zahlreiches und rechtzeitiges Erscheinen. Der Vorstand. Sonntag, den 10. Mai 1896, vorm. 10 Uhr: Der wichtigen Tagesordnung halber ist es Pflicht, vollzählig zu erscheinen. Arbeiter und Arbeiterinnen! Haltet den Zuzug von den Druckereien streng fern, denn die Prinzipale haben die Absicht, Personal von der Straße zu nehmen und auszubilden; darum unterüht uns in unseren gerechten Forderungen! Die Kommission. Orts- Krankenkasse der Buchbinder etc. Den Mitgliedern die traurige Nachricht, daß am 6. d. M. der Kollege August Berbak aus Nittrig i. Schl. und am 7. d. M. der Kollege Karl Lundblad aus Stockholm verstorben sind. Die Beerdigung des Kollegen Zerback findet am Sonntag, nachm. 6 Uhr, der Leichenhalle 36.4 Verband der Möbelpolirer.| Montag, den 11. Mai, abends 8½ Uhr, bei Kranz, Badstraße 12: Derlammlung. Zages Ordnung: 1. Der Klassenkampf der Arbeiter und die Feinde in den eigenen Reihen. Referent Rollege A. Weber. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheit. Die Kollegen von Schubert, Kastanien Allee 10 und von Müller, 148/18 Schönhauser Allee 161a, sind hiermit eingeladen. Der Vorstand. Branchen- Versammlung von bis ich michelms Leder- Galanterie- Arbeiter und Arbeiterinnen( Portefeuiller). der Rohrleger u. Gehilfen im Louisenstädtischen Klubhaus, Annenstraße 16. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Bernstein. 2. Diskussion. 3. Vorschlag für einen Vertreter der Branche im Vorstand. 4. Verbands- Angelegenheiten und Verschiedenes. Sonntag, den 10. Mai 1896, vorm. 10%, Uhr: Branchen- Versammlung der Former u. Gießerei- Arbeiter im Louisenstädtischen Konzerthaus, Alte Jakobstr. 37. Tages- Ordnung: 1. Der gegenwärtige Stand unserer Aussperrung. 2. Diskussion. 3. Verbands- Angelegenheiten und Verschiedenes. berg, die Beerdigung des Kollegen Lundblad am Sonntag, nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des Luisen- Kirchhofes in der Hermannstraße aus statt. 1341b Der Vorstand. Sänger's Ruh Gust. Haensel Beelitzhof( Wannsee) in 20 Min. vom Bahnhof Schlachtensee sowie Wannsee zu erreichen. Großer schattiger Garten, Kaffeeküche, Regelbahn u. f. w. Vorzügl. Speisen und Getränke. 50562* Große verdeckte Hallen u. Saal für Kollegen, es ist Ehrenpflicht, daß jeder hier am Platze sei. Erscheint Vereine und Gesellschaften stehen zur Mann für Mann in dieser Versammlung. Die nicht organisirten Kollegen Verfügung. Bei größeren Partien Preisermäßigung. find als Gäste willkommen. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Am Donnerstag, den 14. Mai 1896( Himmelfahrtstag): Herren- Partie nach Grünau, von dort zu Fuß nach Schmöckwik und weiter. Für Kollegen, welche sich daran betheiligen wollen, Treffpunkt und Abfahrt der Züge Görliger Bahnhof 7 Uhr 35 Min., Schlesischer Bahnhof 7 Uhr 21 Min., für Nachzügler im Restaurant Lindenhayn, Grünau, Friedrichstr. 2. Der Vorstand. Um rege Betheiligung ersucht 277/14 Achtung! Putzer. Große öffentliche Versammlung der Puter Berlins und Umgegend am Montag, 11. Mai, nachm. 4½ Uhr, bei Keller, Koppenstr. 29. 0 Zages Ordnung: 135/2 Carl Ullrich, Buffetier. Restaurant zum Eichbusch Neue KrugAllee 4. Treptow Neue KrugAllee 4. 3 Minuten hinter dem Paradiesgarten. Großer Tanzfaal. Jeden Sonntag: Großer Ball. Zimmer für Vereine und Gesell: schaften unentgeltlich. 45702* Georg Schulmeistrat. Paster's Gesellschafts- Säle Neue Königstrasse 7. Säle von 100-400 Personen mit Garten für Festlichkeiten und 5013L* Versammlungen. Geschäftsverlegung. Allen Freunden und Genossen zur 1. Der Stand unserer Lohnbewegung und die Streits der Maurer in Nachricht, daß ich mein Deutschland. 2. Wahl von Revisoren. 13266* Außerdem machen wir noch bekannt, daß fünf äußere Kollegen auf dem Weiß- u. Bairischbier- Lokal Bau von Eckert u. Dannenberg wegen der Feier des 1. Mai gemaßregelt worden sind. Achtung! Die Lohnkommission. Achtung! Große öffentliche Versammlung aller in Kunstschmieden von Puttligstr. 9 nach Puttlitzstrasse 10, Ecke Salzwedelerstrasse, verlegt habe. Vereinszimmer für 50-60 Personen mit Piano steht zur Verfügung. J. Pfarr. Oranienburg. und Schlossereien beschäftigten Arbeiter Waldhaus Sandhausen, am Sonntag, den 10. Mai, vormittags 10 Uhr, in Cohn's Feßfälen, Benth- Straße Nr. 20-21. Tagesordnung: Stellungnahme zum Nennstundentag. Kollegen, wir erwarten, daß alle Kollegen in der Versammlung erscheinen, um zu dieser wichtigen Frage Stellung zu nehmen. 236/7 nahe dem Lehnitz- u. Grabowsee, Fünfzehn Minuten vom Bahnhof rechts. Empfehle den Genossen mein Lokal zu Ausflügen. Dasselbe ist am Walde gelegen, mit großem schattigen Vor- und Hintergarten, gr. Pariser Tanzsaal, Konzertbühne, für Gesangvereine vorz. geeignet. Kl. Saal für Gesellschaften 2c. 4696L* zur gefl. Benutzung. J. Woyde, Gastwirth. Einziges Verkehrslokal der Genossen 232/20 von Oranienburg und Umgegend. Der Vertrauensmann der Berliner Metallarbeiter. Otto Naether, N., Antlamerstr. 44. Rixdorf. Sozialdemokratischer Verein Vorwärts. Dienstag, den 12. Mai, abends 8 Uhr, Montag, den 11. Mai, abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Henke, Naunynstrasse 27: Große öffentliche Versammlung Zages Ordnung: 1. Die Arbeitsniederlegung bei der Firma Heymann& Co., Dresdenerstraße 82-83. 2. Vorschläge der Lohnkommission. 3. Ver13256 schiedenes. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflicht eines jeden Kollegen, in dieser Versammlung zu erscheinen. Die Lohnkommission. Deutsche Schuh- Fabrik Erfurt liefert Schuhwaaren en gros& en detail in eleganter und solider Ausführung. MACHT STARK GESCH. Arbeiter Berlins! Die Fabrikate der ausgesperrten Schuhmacher in Erfurt werden jeht, außer in den bekannten Verkaufsstellen, in den eigenen Niederlagen Bellealliancestr.98199 EINIGKEI GESETZL SCHUHFARRIK ERFU DEUTSCHE SC und Rosenthalerstr. 63164 verkauft. Jeder Käufer, der einen Versuch macht, wird mit dem gelieferten Fabrikat, das jeder Konkurrenz die Spike bietet, in Preis und Qualität zufriedengestellt. Unser Geschäftsgrundsak ist: Geringer Verdienst, rascher Umsatz. Jedem unserer Freunde kann die Waare beftens empfohlen werden. Damenstiefel von M. 3,50, Herrenstiefel von M. 5,75, in nur reeller Ausführung. 4321L In der Bellealliance- Straße bitte genau auf Nummer 98 m achten. Für die Geschäftsleitung: Grünau. Wilh. Bock. Grünau. Gastwirthschaft G. Lindenhayn, Friedrich ftraße 2. Verkehrslokal des Für die hiesigen Leser liegt der heutigen Nummer unseres Blattes Garten Kegelbahn Kleiner Saal mit Piano in den Viktoria- Sälen, Hermannstraße 48-50: die Gewinnliste der preußischen Arbeiter- Bildungs- und Gesangvereins. Speisen und Getränke in bekannter Güte. Gr. Weisse 20 Pf. 4/10 Bötzow Versand 15 Pf. Lotterie vom geftrigen Tage bei. Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen F. Hansen. 2. Diskussion. 8. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes.- Gäfte haben Zutritt. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Reinickendorf. Sonntag, 10. Mai, nachm. 2 Uhr, bei Herrn Grunow, Nordbahnstr. 19: Versammlung 223/18 Hackescher Markt 4 J. Brünn Am Stadtbahnhof ( Ecke Neue Promenade) Nach beendeter Saison gelangen nunmehr zum Börse. Ausverkauf: 5028L* des Arbeiter- Bildungsvereins Bukunft. Teppiche! Gardinen! Steppdecken! Leinenwaaren! Fertige Wäsche! Tagesordnung: 1. Vortrag über: Regierung, bürgerliche Parteien und Sozialdemokratie. Referent R. Duchateau. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. zu aussergewöhnlich billigen Preisen! Verantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey, Berlin. Für den Inferatentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin,